Ar. 334. flbonncmcn{s--Bcdingungcn: KBotmemcntä• Prsis pränumerando! Vierteijährl. S.ZV MI, monatl. l.lv MI, wöchentlich 2S Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- nuinmer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt' lll Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband tür Teutschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnemenls nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg, PorMgal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg» meint tsgllch. f, Verlinev Volksbltttt. Die TnfertionS'GebQfir beträgt für die sechsgespaltcue Kolouet- zeile oder deren Raum 00 Pfg, für politische und gewerlschaftliche Vereins- und Lersmitmlungs-Llnzeigeii LO Pfg. Kleine Mnreigen", das fettgedruckle Wort 20 Pfg. tzulässig 2 fettgedruckte Worte), ledcs weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste blummer inüflcu bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expediiion ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „Sozialdemokrat steril»", Zcntralorgan der fozialdemokratifcben Partei Deutfchlando. Redaktion: 8Äl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritiplav, Nr. 1983. Dienstag, den 9. Dezember 1913. Expedition: 8A. 68, I-indenstrasse 69« Fernsprecher: Amt Morikplak- Nr. 1981. Scbwatzbudc oder Parlament? Es scheint wirklich, als ob zum mindesten verschiedene der bürgerlichen Parteien, die am Tonnerstag voriger Woche dem Mißtrauensvotum gegen die Reichsrsgierung zugestimmt hatten, jetzt wieder elendiglich zusammenklappen wollen, wo es gilt, den Worten Taten folgen zu lassen. Im Zentrum haben sich bereits höchst bedenkliche Zeichen politischer Fallsucht verraten, und die Nationalliberalen bekunden vollends Heiden- angst vor der ihnen so ungewohnten eigenen Courage. Tie„Nationalliberale Korrespondenz" verspricht Herrn v. Bethmann Hollweg bereits Generalpardon. Wohl habe der Reichskanzler in seinen beiden Reden die Frage, ,,ob die mili- tärische Autorität sich ü b e r Recht und Gesetz hin- wegsetzen darf",„offenbar bejah t". Nunmehr aber habe sich„herausgestellt, daß der Kanzler die Frage gar nicht bejahen wollte". Wahnschafsc, der Ratten- fänger, hat die nationalliberalen Langschwänze also glücklich eingefangen! Bethmann, der Gesetzesverächter, der Staats- streichler, existiert bereits nicht mehr für die nationalliberalen Verfassungskämpfer, sondern nur noch Bethmann, der Taper- greis. Und dem soll seine Waffenbrüderschaft mit dem Staatsstreichler Falkenhayn gnädigst verziehen werden, denn er wußte ja in seiner„Indisposition" nicht, was er tat. Zumal ja auch die„höchste Stelle" der Meinung ist, daß das Militär sich im Rahmen der Gesetze zu halten hat. Das aber ist nichts anderes, als die Rechtfertigung derer, die für den Mißfallensantrag gestimmt haben". Mißfallens- statt Miß t r a u c n s- Antrag ist schon kostbar. Aber kostbarer noch ist die freudige Feststellung, daß dieser Mißfallensantrag an„allerhöchster Stelle" nicht miß- fallen hat. Welches Glück, daß die heroische Austvallung der Nalionalliberalen noch so gut abgelaufen ist. Dieweileu es aber so gut gegangen ist, soll jetzt nun auch Schluß gemacht werden. Es soll der Scharfmacher mit der Soldateska gehen, fo verstehen sie die Verfassung heut! Die Absicht und der politische Zusammenhang sind sonnen- klar. Daß die von der„Nationalliberalen Korrespondenz" übernommene Sachdarstellung grundfalsch, grundverlogen ist, tut weiter nichts zur Sache. Der Gutwettermacher Wahn- schaffe ist bereits längst wieder desavouiert worden, und Beth- mann und Falkenhayn spreizen sich wieder in der Gebärde der Siegert aber das verschlägt den Auchliberalen, der Schlot- baronokratie nichts. � Sie sind heilfroh, so rasch wieder den Anschluß nach rechts gefunden zu haben! Ebensowenig ficht es sie an, daß auch nur von der gclin- desten Sühne für die Zabcrner Staatsstreichlercien nicht von ferne die Rede sein kann. Von der einzigen wirklichen Maß- nähme, der Regimentsverlegung, bleibt es zweifelhaft, ob sie nicht gerade die in erster Linie die Sühne Heischenden trifft und treffen s o l l. Von irgendeinem Vorgehen gegen den H a 11 p t- schuldigen Deimling verlautet keine Silbe. Die Reutter und Forstner sollen aber nur„suspendiert" sein, bis das gegen sie eingeleitete Verfahren seinen Abschluß gefunden hat. Diese Suspcndwrung kommt aber etliche Posttagc zu spät. Und welche Strafe der Angeklagten vermutlich harrt, davon hat dochjchon die„ schwere" Bestrafung des Forstner und seines Sergeanten einen lieblichen Vorgeschmack gegeben. Diese Bestratung für den gefeit Rekruten ausgeübten infamen Zwang zur Selbstbeschimpfung. für die direkt geübte Rekrutenbeleidigung und die unter Verheißung einer Prämie erfolgte Aufforderung zum Morde eines„Wackcs", die so„schwor" sein sollte, daß man sie nicht einmal im Reichstage mitteilen wollte, hat nach der offiziösen„Nordd. Allg. Ztg." bekanntlich in„Arrest" bestanden. In einer Arreststrafe, die sich der famose Königsleutnant Forstncr dann durch umfangreiche Konfekteinkäufe unter militärischer Bc- deckung zu versüßen suchte. Wenn die Sühne für die Staats- streichlereien ebenso schwer ausfällt, so können die jüngsten Leutnants sich schon die Säbel schleifen lassen, um demnächst eine ähnliche Helöenattacke gegen die Bürgerkanaille zu ver- üben! Aber das Bürgertum, das sich ja am 4. Dezember noch in theatralischer Gebärde zu einer parlamentarischen Demon- stration aufgereckt hatte, will nun einntal zusammenknicken, um nur ja nicht zu einer wirklichen parlamentarischen Tat ge- zwungcn zu werden. Das Junkertum aber versteht sich auf daS politische Komödienspiel so trefflich, daß es sich schon im gleichen Moment zum listigen Partnertum bereit finden läßt. Erklärt doch, nach ihrem frechen Triumphartikel vom Sonnabend. auf einmal tiefbetrübt die„Deutsche Tageszeitung", daß der Sieg des Militärabsolutismus doch nur ein fragwür- diger sei und daß es leider den Anschein habe, als ob Regie- rung und oberster Kriegsherr den Beschwerden des Reichstages allzusehr nachzugeben bereit seien. Die Junker wollen den Nationalliberalen und unseren ultramontanen Helden für ihren angekündigten Rückzug goldene Brücken bauen! Wollen die bürgerlichen Parteien int ox�hre 1913 wirklich ebenso feige und verräterisch zurückweichen wie im Jahre 1908. so mögen sie das tun. Die i-oozialdeinokratie wird ihnen ihr perfides Schelmenstücklein nicht erleichtern! Die sozial- demokratische Reichstagsfraktion wird im Gegenteil alles tun, um den beabsichtigten sämmerlichen Verrat an den Bolksrach- ten an den histor'schen Schanbpfahl zu nageln l Die sozial- demokratische Fraktion wird nämlich bei der am morgigen Dienstag beginnenden Etatsberatüng folgende bereits gestellte Anträge in den Vordergrund rücken: Hinter Artikel 17 der Rei-chsverfassung sind folgende Bestimmungen einzufügen: Arftkel 17 a. Der Reichskanzler ist für seine Amtsführung dem Reichstage verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit erstreckt sich auf alle politischen Handlungen und Unterlassungen des Kaisers. Der Reichskanzler ist zu entlassen, wenn der Reichstag es fordert. (In weiteren Artikeln 17 c bis 17 i werden dann Vorschriften über die praktische Durchführung der Verantwort- lichkeit, Anklage des Reichskanzlers. Verfahren gegen ihn, Schadenersatz usw. gegeben.) 'In Artikel 11 Absatz 2 der Verfassung des Deutschen Reichs sind hinter den Worten„Zur Erklärung des Krieges int Namen des Reichs ist die Z u st i m m u n g des Bundesrats" cinzufchalten„und des Reichstags" (erforderlich). Hinter Artikel 23 der Reichsverfassung wird nach- folgender Artikel eingefügt: Artikel 23 a. Ter Reichstag hat das Recht, behufs seiner Jnforma- tion K 0 m m i s s i 0 n e n z u r Untersuchung von Tatsachen zu ernennen. Diese Kommissionen sind berechtigt, Zeugen und Sachverständige— auch eidlich— zu vernehmen und überhaupt alle diejenigen Erhebungen zu veranstalten, die sie zur Klarstellung der Tatsachen für nötig erachten. Die Behörden sind gehalten, diesen Kommissionen bei Ausübung ihrer Anttspflicht innerhalb der Grenzen ihrer Aufgaben die geforderte Unterstützung zu gewähren. Die Mitglieder dieser Koinniissionsn erhalten für ihre Zeitversäumnisse und Auslagen Entschädigung, deren Höhe rcichsgesctzlich festgestellt wird. Bei der Beratung des Akilitärctats werden die auf die Demokratisierung des Heeres abzielenden Anträge, wie bereits bei der letzten Hcercsvorlage, zur Erörterung gestellt werden. Zentrum und bürgerliche Linke werden also gezwungen sein, Farbe zu bekennen. Mit Redensarten und Bethmänni- schen Beschwichtigungsphrasen werden sie sich nicht aus der Patsche heraushelfen können. Es wird bald ganz offenbar werden, ob das„demokratische" Zentrum und der Liberalis- mus den Reichstag als ein P a r l a in e n t betrachten oder nur als die von unseren junkerlichen Absolntisten mit Recht so verächtlich behandelte Schwatzbude! * Zaber«— Schluß! Unter dieser Spitzmarke teilt der„Deutsche Kurier" mit, daß der Fall Zabern, soweit die offiziellen Stellen in Frage kommen, im Reichstag nicht mehr zur Erörterung gelangen werde. l Von„zuverlässiger Seite" hört das Blatt, daß der Reichskanzler am I Dienstag lediglich über die auswärtige Lage sprechen und auf ' Zabern nur zurückkommen wird, falls es in der Besprechung er- forderlich werden sollte. Letzteres wird todsicher eintreten, denn wenn der Reichskanzler es nicht der Mühe wert halten sollte, über die Resultate seiner ' Reise nach Donaueschingen Auskunft zu geben, dann wird er derart eindringlich danach gefragt werden, daß er sich vor einer Antwort ! nicht drücken kann. Ob also die Debatte über Zabern weiter ge- spönnen wird oder nicht, das hängt zum Glück nicht von den Wünschen und Absichten der Regierung ab. * forftner frei— feine Opfer eingekerkert! Die„Post" läßt sich aus Straßburg telegraphieren: Das kriegsgerichtliche Verfahren gegen die sechs Zabcrner Rekruten, welche die Aeußerungen des Leutnants von Forstner dem französischen(!?) Blatte über- mittelt hatten, lautet auf Subordination und Z u- Zviderhandlung gegen einen dienstlich�cn �Befehl. Von den beschuldigten sechs Rekruten befinden'sich drei noch immer in Haft, weil diese auch unter der weiteren Beschuldigung zum militärischen Aufruhr stehen.(!!) Die Verhandlung findet in der dritten Dezemberwoche statt. Zuverlässigsten Feststellungen zufolge waren die schuldigen Rekruten vor ihrer Einstellung �organisierte Mitglieder der sozialdemokratischen(!) Gewerkschaften._ Die Aahlen In Bulgarien. Bon Janko Sakasoff- Sofia. In Bulgarien finden am 7. Dezember(21. November a. am die Wahlen zur Volksvertretung stnu. sehr erregt und mit Spaiininig sieht das gegen. Im Mittelpunkt der Wahlagitation ficht die Abrechnung mit den rein zu waschen. Die Parteien der vorigen Regierung Iveisen ins- besondere darauf hin, daß der Befehl des verhängnisvollen Angriffs nicht von der Regierung ausgegangen sei, sondern vom Haupt- kommando, d. h. vom König. Die jetzige Regierung dagegen wälzt alle Schuld auf die srühere ab. Aber niemand in Bulgarien ist darüber im Zweifel, wo der a l l e i n S ch u l d i g e zu suchen ist. Die Schuld des Königs ist nicht zu verbergen und diese Erkenntnis dringt über« all in der Bevölkerung durch. Es handelt sich aber nicht um diesen Einzelfall allein, sondern um die Abrechnung mit dem ganzen S y si e m des persönlichen und oligarchischen Regiments, dem bisher alle regierenden Parteien ge« huldigt hatten, und das die Verantwortung für die bisherige Miß- regierung trägt, die den Krieg mit der Türlei und mit den Ler- bündeten verschuldet> hat und all das schreckliche Elend, das die Soldaten und ihre Zurückgebliebenen ertragen mußten. Alles, was das Volk als ungerecht, gewaltsam und äbsckieulich während des Krieges empfunden hat, gibt ihm jetzt die Wahllosung: Weg mit den alten Erp r e s sc r p a rt e i e n, es leben die Sozialisten! Der Krieg, der 11 Monate hindurch alle Schichten der Bevölke- rung in den gleichen entsetzlichen Zuständen verharren ließ, gab der ländlichen Bevölkerung die Gelegenheit, die Sozialisten und ihre politischen Anschauungen näher kennen zu lernen.„Wir hatten keine anderen Freunde und Helfer während des Krieges als die Soziali st en", sagen die Bauern und massenhast strömen sie der roten Fahne zu. Die bereits vor einem Monat stattgestmdeneu Gemeinde wählen haben dem bulgarischen Sozialismus einen schönen Erfolg gebracht, mehr als 1500 Gemeinderäle wurden gewählt. Und diese Stimmung steigert sich jetzt um so mehr, je näher der Zeitpunkt der Sobraujewahlcn rückt. Unsere Agitatoren sind einfach erdrückt von dem Massenandrang der Bauern. Wir haben weder die nötigen Kräfte, all diese Ansprüche nach sozialistischen Rednern zu befriedigen, noch haben wir die Mittel, die nötigen Flugblätter unter den Massen zu verbreiten. So wandern unsere Agitatoren zuweilen 20 bis 30 Kilometer weit zu Fuß, um eine nächtliche Bauernversammlung abzuhalten und die kärglichen Flugblätter zu sparen. Und doch, es geht und wird vortrefflich gehen, wenn wir nur imstande sein werden, die so giinstige Wahlstimmung technisch zu einem guten Ende zu führen. Wir haben jetzt in Bulgarien zum ersteix Male die allgemeinen Verhältniswahlen, denen unsere politische Organisation nicht gut angepaßt ist. Denn die könig- liche Regierung, die auf keine Stütze in der Bevölkerung rechnet, arbeitet mit den gewaltigsten Wahlbeeinflussungen, was bei der Zer- splitterung unserer Kräfte in vielen tauseuden Gemeinden und kleinen Orten, wo die Wahlen statlfinden werden, immerhin nicht unbedenk- tich erscheint. Aber trotzdem rechnen wir auf einen sehr großen Er- folg. In dem bisherigen Parlament hatten wir nur einen Ver- treter, jetzt rechnet man allgemein auf 12 bis 20 Vertreter nur für unsere Fraktion, und wenn die andere Fraktion es bis auf 10 Ver- treler bringt, dann wird das künftige bulgarische Parlament 25 bis 30 sozialistische Abgeordnete zählen.(Gen. S a k a s 0 f f ist einer der Führer der sogenannlen„Weitherzigen", der mehr opportunistischen Richtung der leider immer noch gespaltenen bulgarischen Bruder- Partei. Die„Engherzigen", die radikale Richlung, sind bisher im Parlament nicht vertreten. Die Red.) Diese dem Sozialismus günstige Wahlstimmung wird sich freilich in der Zukunft nicht leicht auf derselben Höhe halten lassen. Aber die Ursachen der jctztigen Wahlstimmung werden noch viele Jahre bestehen bleiben, da es augenblicklich keine andere politische Partei in Bulgarien gibt, die die Stimmung und die Interessen der Massen so verkörpert, als die sozialistische Partei. Die herrschende liberale Kon- zentration(Stambulowisten, Radoslawisten und Tontschewisten) besteht aus Parteien, deren Führer von dem höchsten nationalen Gericht wegen Mißbrauchs ihrer Amisgewalt und Veruntreuung von Siaalsgetdern verurteilt worden sind(Radoslawoff und Tonlschcss) und die übrigen, wie der Stambulowist Gheunadieff und der Generalissimus Savoff stehen jetzt vor der Anklage wegen derselben Staatsverbrechen. Die Rolle, die die jetzige Re- gieruug zu spielen hat, ist in Bulgarien allbekannt. Sie hat die Aufgabe, den König Ferdinand und damit sich selbst vom politi- schen Tode zu reiten. Weder im Innern noch auch im Auslande findet sie eine feste Stütze. Ihre Russenfeindschaft und Oesterreich- frcundichaft sind längst veraltet und verbraucht. Niemand gibt auch nur einen Pfennig dafür. Die gestürzte Koalition von kon- servativen Votksparteilern(Narodniki) und Progressisten(die Partei DaneffS) ist zwar nicht ganz abgetan im Volke— besonders die ersten haben»och einigen Anhang—, aber gegenwärtig und noch für lange Zeit werden sie keinen großen poliiischcn Einfluß ausüben. Die Deinouroten(Partei Malinoffs), die eine Mittelstellung in inneren wie äußeren Fragen einnehmen, die geheim mit dem Könige gehen und öffentlich mit dem Volle kokettieren, werden jetzt auch keinen Er- folg haben, aber für die Zukunft bleiben sie die einzig mögliche regierende Partei. Die Bauer nbü 11 dler werden dank ihrer Demagogie guten Erfolg bei diesen Wahlen haben: diele ihrer Partei- gänger waren aber vor Jahren unsere Mitläufer und kommen jetzt wieder zu uns. Schließlich sind da noch die Radikalen, eine doktrinäre politische Gruppe ohne größere politische Bedeutung. Bei dieser Konstellation der Parteien und bei der ungehenren schweren und verwickelten inneren und äußeren Lage des Landes nach dein Kriege und der Katastrophe werden die arbeitenden und Die Wahlbsiocgiing Ivar j von der schweren Last erdrückten Volksschichten keinen aufrichtigcrcir Land dem Resultal cni- und hilfsbereiteren Freund haben, als den bulgarischen Sozia- I lismns. Dies allein wird genügen, den von ihm ge- woiiiicneii Vorsprung im polktifiben Bewußtsein dcS Volkes t.) Sckuldige» her nationalen Katastrophe. Seit einem auck weiterhin zu behaupten. Vor allem aber gilt es jept, Monat ist darüber Material in Hülle und Fülle vcrüffeiitUtht warben den begonnenen Kampf zum guten Ende zu führen. Ob die Sic» und jede Seite hat natürlich das Bestrebe», sich von jeder Schuld gieruug bei diesen Wahlen eine genügende Mehrheit bekommen oder oö sie gestürzt Mld eine neue Koalitionsregierung gebildet wird, ist schlver vorauszusehen. Aber eins ist sicher. Das kommende Parla- ment wird kein langes Leben haben können. Bulgarien, Staat und Einwohner, gehen einer Periode langer, schwerer innerer Erschütterungen und Zusammenstöße entgegen, die in engem Zusammenhange mit der äußeren Situation stehen werden. Der Sozialis mtis aber ist bereit für jede Even- t u a l i t ä t. Er allein kann in dem Zusammenbruch, der die Schuldigen erreicht, den er allem vorausgesagt hat, mit reinem Ge- wissen und unerschütterlicher Zuversicht dem Volksgericht entgegen- sehen. Und mit erneuter Kraft kann er seine völkcrbefreiende Rolle auch in unserem vielgeplagten Wctterwinkcl wieder aufnehmen und zu Ende führen. Sin Sieg der Sozialdemokratie. Sofia, 7. Dezember. Die allgemeinen Wahlen für die S o b r a n j e haben heute stattgefunden. Tie Wahlen erfolgten auf Grund des Systems der Proportionalvertretung, das in Bulgarien zum ersten Male zur Anwendung gelangt. Es er- eignete sich kein Zwischenfall. Tie R-e g i e r u n g dürfte infolge der Wahlbeeinflussungen über eine Majorität verfügen, doch dürfte diese erheblich hinter ihren Erwartungen zurückbleiben. Die r u s s e n f r e u n d l i ch e n Parteien haben schlecht abgeschnitten. Die Soziaide niokratie hat in den Städten über- raschcnd große, aber auch auf dem Lande be- merkenswerte Erfolge aufzuweisen. Die endgültigen Ergebnisse werde» kaum vor Dienstag bekannt fein. (Kombinationen. Paris, 7. Dezember.(Eig. Ber.) 1-tO Mann zählt die„gceinigte" radikale Fraktion der Deputiertenkammer. Also kaum die Hälfte der bürgerlichen Linken, aber doch, ist sie zur Stunde eine entscheidende Macht. Dank ihrer Geschlossenheit hat C a i l l a u x die Versuche Poincarbs, mit R i b o t oder D u p u y eine gemäßigte Links- Politik zu sichern, die notivendig in die Bahn des Oppor- tunismus der Briand und Barthou eingelenkt hätte, hinter- treiben können. Noch ist es zur Stunde sehr fraglich, ob D o n m e r q u e, der Vizepräsident des radikalen Vollzugs- ausschusscs, bei den gemäßigten Politikern der Linken die not- Ivendige Unterstützung finden wird, um ein Kabinett zu bilden, das sich wenigstens in seinem Programm zu einer entschiedenen radikalen Reformpolitik bekennen müßte, um die Parlamentarische Hilfe ticr Sozialisten zu bekommen. Caillaux hat sich zum Minimalprogramm voll Palt bekannt: Einkonlincn- und Besitz- steucr, antiklerikale Schulgesetzgebung und schrittweise Riirf' kehr zur zweijährigen Dienstzeit. Gr ivill den Teklarations- zwang der Steuerzahler, die Aufhebung des Rentner- Privilegiums der Steuerfreiheit, das Schulmonopol und all- mähliche Vorbereitung der Militärreform mittels der Erziehung der i�ugeud zur Wchrhaftigkeit. Für die Steuerreform, für den schütz der Schule gegen den klerikalen Tcrrorismus und für die Maßregeln zur Ueberwindung des Dreijahrgesetzes könnte er auf die Unterstützung unserer Genossen zählen. Die Frage der W a h l r f o r m aber scheint ein cinheit- liches Vorgehen der Linken auszuschließen. Wohl zeigt die Mi�e erste Machtprobe den. Radikalen die ungeheuren Vorteile einer gefestigten Organisation und nichts könnte der Organisation mehr zugute kommen als die Ver- hältniswahl. Aber gegen diese liegen die alten radikalen Häuptlinge unerbittlich im Feld, vor allem Clcmenceau, der dabei jeden Tag über die Streberei des Nachwuchses der Partei zetert, die doch die Folge des mangelnden Zusammen- Yangs zivischen Parteiorganisation und den Parlamentariern ist. Fndes wird die Unmöglichkeit, in dem kurzen, noch üb- rigcn Rest der GesctzgebungSperiode auch die nicht nur im Senat bekämpfte, sondern auch in ihrem von der Deputierten- kammer beschlossenen Text arg verpfuschte Reform fertig zu bringen, immer klarer, und es sind vor allem die reaktionären und großkapitalistischen Blätter, die jetzt, in ihrer Furcht vor einer Regierung entschiedener Linkspolitik, diesen Gegensatz unterstreichen. Die Heftigkeit, ivomit diese Presse— und init ihr die der Briandschen Clique— gegen die gceinigten Radikalen, loszieht, ist in gar keinem Verhältnis zu den augenblicklichen Möglich- . keiteu einer radikalen Politik. Es ist geradezu grotesk, wenn geniäßigte und nationalistische Blätter Caillarix und seine Leute des verfassungsioidrigen Verhaltens und der Einführung eines die Sicherheit der Republik bedrohenden Vetos bezichtigen, weil die gceinigten Radikalen die Teilnahme an einer Regierung der Konzentrationspolitik ablehnen und ihr die Opposition an- kündigen. Als ob es unter dem parlamentarischen System Pflicht werden könnte, Ministerposten anzunehmen und in die Mehrheit einzutreten! Aber die Zeternden wissen da- bei ganz gut, daß ganz besonders in der radikalen Hauswirtschaft nichts so heiß gegessen lvird, als es gekocht wurde und daß jedenfalls bon den großen Reformen zumindest die der Armee vor den Neuwahlen nicht einmal mehr bis zu parlamentarischen Vorschlägen gedeihen kann. Auch die Er- ledignng der Einkommensteuer scheint bei den Widerstanden, denen sie im Senat begegnet, gar nicht wahrscheinlich und die Ueberzeugung davon hat ivohl— neben der er- kannten Schwindelhaftigkeit der Baisse- Treiberei— nicht zum wenigsten dazu beigetragen, daß statt deS erwarteten und von der Börscnpresse als schlagendes Argument ersehnten Kurssturzes nach dem Fall des Mint«- stcrinms nur ein ganz vorübergehendes Schwanken ein- getreten ist. Aber das erneute— wenn auch vielleicht nicht dauernde— Regime des Linksradikalismus wäre eine offen- bare Niederlage des durch Poincarü personifizierten Neu- Nationalismus, eine Zerstörung der militaristischen Massen- suggestion, mit der man sich ein paar Jahre lang solche Mühe gegeben hat. Ob eine entschiedene Abkehr von der militaristischen, imperialistischen und antidemokratischen Politik im Augenblick Aussichten hat, ob insbesondere in der Demokratie derzeit die Kräfte vorhanden sind, die unvermeidliche Auseinandersetzung mit der mächtigen Organisation der militärischen Hierarchie siegreich zu bestehen." möchte zweifelhaft scheinen. Aber in diesen Kampf, der nicht von heute und morgen ist, können ideelle Mächte eingreifen, die die Wirtschaft- liche EntWickelung erzengt. Das M i l l i a r d e n d e f i z i t ist eine Erscheinung, die auch durch halbe Reformerei und durch Sparwirtschaft nicht zu bannen ist. Man erinnere sich nur an die Epoche vor der großen Revolution, wo zwei Jahrzehnte finanzieller Moralität und Umsicht den Sturz in den Abgrund nicht zu hemmen vermochten. Das Ministerium Donmergue. Paris, 8. Dezember. Donmergue hat dem Präsidenten PoinearS mitgeteilt, daß er die K a b i n e t t S b i l d u n g annehme. Das Ministerium ist endgültig gebildet wie folgt: Vorsitz und Auswärtiges Doumergue; Justiz: Bienvenu Martin; Inneres: Renault; Finanzen:.Ca illaux; Krieg: Nou- lens; Marine: Monis; Ocffentlicher Unterricht und schöne Künste: A i v i a n i; Handel sowie Post und Telegraph: M a l V Y; Oeffentliche Arbeiten: Ferdinand David; Ackerbau: Raynaud: Kolonien: Lebrun; Arbeit und soziale Für- sorge: L e t i n. Zu Untcrstaatssekretären wurden ernannt: Für das Innere: Raoul Peret; Krieg: Mag in et; Handelsmarine: Ajam; das UnterstaatSsekretariat des Finanzministeriums wird abgeschafft, das der schönen Künste soll morgen besetzt werden, wahrscheinlich mit Abel Fcrry oder I a c q u i e r. Die D ep u ti e rte n ka m in e r hat sich bis Donnerstag vertagt._ politircbe deberHebt. Wieder ein Zwischenfall in den Reichslanden. Wie dem„Berliner Lokal-Anzeiger" ans Saarburg in Lothringen mitgeteilt wird, hat dort am Sonnabendabend ein angetrunkener Veterinär eine Zivilperson durch einen Schlag mit der Hand be- leidigt. Der Veterinär ist wegen Trunkenheit außer Dienst schwer bestraft worden, auch ist sofort wegen groben Disziplinarvergehens bezw. wegen Beleidigung die gerichtliche Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden. Ein Borspiel für die Handelsvertragsvcrhandlungen mit Ruffland. Die russische Regierung sinnt seit einiger Zeit auf Maßnahmen, um die Wirkungen des deutschen Einfuhrscheinsystems auf den russischen Außenhandel in Getreide zu brechen und sich zugleich für den Abschluß eines neuen Handelsvertrages eine günstige Position zu sichern. Der russische Nattonalökonom Professor Sobolew schlägt, wie dem„Berliner Tageblatt" aus Petersburg gemeldet wird, zu diesem Zweck der russischen Regierung folgende drei Maßregeln vor. Erstens soll ein G e t r e i d e e i n f u h r z o l l nach Rußland und Finnland, dessen Projekt vor wenigen Tagen das Kabinett passiert hat, in nächster Zeit der ReichSduma vorgelegt werden. Zweitens wird ein Ausfuhrzoll auf Lein«, Hanfkuchen. Kleie und andere Abfälle zu Futlerzwecken vorgeschlagen. Drittens kommt das vom Vertreter des AckerbaureffortS in Deutschland, Herrn v. Schultz, vorgeschlagene Verbot der Freizügigkeit für russische Feldarbeiter nach Deutschland in Betracht. Von diesen drei Vorschlägen beabsichtigt die Regierung, alle drei zu ver- wirklichen, obgleich der zweite auf einige Opposition der russischen Agrarier und der drille auf den Protest der Duma stoßen wird, weil die Bauern des WcstgouvernementS dadurch empfindlich ge- schädigt werden. Alle Maßregeln würden die deutsche Landwirtschast schwer schä- digen, den russischen Agrariern aber gewisse Vorteile, wie Herab- setzung der Löhne, bringen und schließlich die ganze Last des wirt- schaftlichen Kampfes mit Deutschland auf die Arbeiterklasse über- wälzen._ Aus dem Meininger Landtag. In der letzten Sitzung kam es bei Beratung der vom herzog- lichen Wild in den Forsten Pleß und Altenstein verursachten Wild- s ch ä d e n zu erregten Szenen, Der von einer Kommission unter- suchte Schaden beträgt 146T97 M. Genosse E cs a r d i deantragie, die Jägdpachtverträge mit der Hofverwaltung zu kündigen und in die neuen Verträge die Verpflichtung des Wildschadenersatzes auf- zunehmen. Genosse H o f m a n ir stellte außerdem den Antrag, mit der Hofverwaltung wegen der Bezahlung deS obigen Wildschadens in Unterhandlung zu treten. Tie bürgerliche Mehrheit deS Landtages, die selbst für Fest- stellung des Wildschadens eingetreten war und in Konsequenz dessen auch für die Bezahlung der Wildschäden durch den Herzog hätte eintreten müssen, fiel jedoch wieder einmal um. Der Referent be- merkte zwar, der Finanzausschuß sei erschreckt über die Höhe der Schäden; da der Herzog aber vom l. Januar 1913 an eine höhere Pacht und jährlich 6999 M. Entschädigung zahlen wolle, so sei der Ausschuß nicht für die Führung eines Prozesses eingenommen. Den Antrag Hofmann stimmte die bürgerliche Majorität nieder, indem sie ihn, weil er den Ausschuß noch nicht beschäftigt habe, für ge- schäftsordnungswidrig erklärte. Genosse Hofmann nahm darauf die Gelegenheit wahr, mit den bürgerlichen Abgeordneten und den Regierungsvertretern gründlich abzurechnen. Als sich der Staats- minister darauf berufen fühlte, unseren Genossen wegen angeblich „ungeziemenden" Ausdrücken gegen den Herzog zu zensurieren, er- hob sich die Rechte und spendete demonstrativ Beifall. Tas Ende der braunschweigischcn Welfenpartei. Die braunschweigische ivelfische Landreaitspartei hat gestern auf einem in Braunschweig abgehaltenen Parteitag ihre Auflösung be- schlössen, da die Ziele, die sich die Partei gesteckt hatte, mit dem Einzug deS Herzogs erreicht seien. Ein Teil der Mitglieder wider- sprach der Auflösung, weil man den Herzog vor dein Einfluß der „aalglatten" und„schweifwedelnden" Natiouallibcralen bewahren müßte, drang aber mit diesem Widerspruch nicht durch. Agrarischer Geschäftssinn. Ilm die so vielgerühmte Anhänglichkeit unserer Agrarier an die angestammte Scholle ist es bekanntlich in der Praxis recht windig bestellt. Sobald ihnen nur einigermaßen annehmbare Angebote ge- mackit werden, pfeifen sie auf die heimatlicke Scholle. Besonders in der Provinz Hannover ist der Güterbandel sehr lebhaft, wobei die �Tatsache recht bezeichnend ist! daß die gewerbsmäßigen Güter- scklächter den Hauplanteil an diesem einträglichen Gclchäft haben, zum großen Leidwesen der maßgebenden Kreise der Hannoverschen Landwirlschaft, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihre Be- denken gegen diese Art Besitzveräußerung zun, Ausdruck bringen. So auch jüngst wieder in der„Hannoversche» Land- und Forstwirt- schaftlichen Zeitung", dem amtlichen Organ der Landwirischafts« kaminer. die im Anschluß an die Mitteilung über einen Gutsverkauf im Lande Hadeln schreibt: „Wenn nun nicht die Sleinauer Landwirte sich zusammen- schließen und, wie es Gott sei Dank jetzt schon öfters vorkommt, jede Kaufbeteiligung ablehnen, dann wird dort auch wohl ein ähn- licher Grundstückshandel einsetzen, wie man ihn bereits in Ort- schatten deS Kreises Lahn in der letzten Zeit hat erleben müssen. Darüber kann kein Zweifel herrschen, daß die gewerbsmäßigen Güterhändler in erster Linie mit dazu beitragen, daß viele Land- wirte immer mehr in dem angestammten Grundbesitz eine Handelsware sehen, die man, sobald sich die Gelegenheit bietet, möglich st günstig ver- kauft." Die Klagen der„Land- und Forstwirtschaftlichen Zeitung" werden ungehört verhallen. In Geldsachen haben sich unsere Agrarier noch nie von Gcwisscnsskrupeln leiten lassen. Dürfen Kriegervereinsmitglicdcr sozialdemokratisch wählen oder einem Konsumverein angehören? Diese Frage hat auf Veranlassung des Vorstandes des Elberfelder KriegcrverbandeS der Vorstand des Deutschen KriegerbundeS in Berlin wie folgt beantwortet: „Die von dem Vertretertag des Kyffhäuserbundes im Sep- tember 1991 beschlossenen und von dem Abgeordneten tag deS Preußischen Laiideskriegerverbandes 1993 in Hirschberg angenom- inenen Grundsätze über die vaterländischen Ausgaben der beut- scheu Kricgervereine haben auch für die Kommunalwahlen Geltung, denn die Wahl eines Sozialdemokraten in einen siädti- schen_ Veriretuiigskörper bedeutet gleichfalls eine Unterstützung der Sozialdeuiokratic. Hiernach müssen Mitglieder von Krieger- vereine», die bei kommunalen Wahlen einem Sozialdemokraten ihre Stimme geben, aus dem Kriegervercin entfernt werden, wenn sie es nicht vorziehen, freiwillig auszuscheiden. Die Zugehörigkeit von Mitgliedern eines ftriegervereins zu einem Konsumverciii. welcher, wenn auch in erheblichem Umfang, sozial- demokratische Mitglieder hat, reicht nicht aus, um die be- treffenden Mitglieder aus dem Kriegervercin auszuschließen, denn solange jemand lediglich in Wahrnehmung seiner periön- ' lichen materiellen Interessen sich einer Vereinigung anschließt. welche das materielle Interesse ihrer Mitglieder zu fördern be- stimmt ist, kann hieraus ein Vorwurf nicht gemacht werden. Anders stellt sich das Bild, wenn der betreffende Konsumverein aufhört, nur rein wirtschaftliche Interessen seiner Mitglieder zu fördern, sondern politische Zwecke verfolgt. In solchem Falle würden unsere Mitglieder erst daraus hinzuweisen sein, daß sie tatsächlich durch ihre Mitgliedschaft die sozialdemokratischen Bestrebungen fördern, und sie würden aufzufordern sein, ihre Mitgliedschaft bei dem Konsumverein aufzugeben. Erst wenn sie das nicht tun, würde mit Ausschließung gegen sie vorzu- gehen sein." Also: Sozialdemokratische Stimmzettel dürfen die Kricgerver- cinler bei Wahlen nicht abgeben, doch werden sie als Mitglieder eines Konsumvereins unter gewissen Bedingungen bis auf weiteres gnädigst geduldet. Denkende vorwärts strebende Arbeiter werden aus diesem neuesten Kriegerverbandsukas die Konsequenz ziehen und, soweit sie noch einem Kriegerverein angehören, diesem den Rücken kehren. Arbeiter, die die Lage und die Aufgabe ihrer Klasse begriffen haben, gehören nicht in einen Kriegerverein. Protestaktion gegen de« Deutschen Kriegerbund. Um die Kriegervercine leistungsfähiger zu machen, ist auf der Breslauer Tagung des Deutschen KriegerbundeS eine Erhöhung der Beitrage beschlossen worden. Als Protest gegen diese Bei'ragS- erhöhung hat der Oldenburgische Kriegerbnnd beschlossen, mit seinen 29 999 Mitgliedern ans dem Deutschen Kriegerbund auszutreten. Ver Krampf der Parteien In JMextho. Nach einen, Telegramm des„New Jork Herald" aus der Stadt Mexiko wird der Kampf zwischen BundeStruppcn und Konstitutio- nalisten auf beiden Seiten mit unerhörter Grausamkeit geführt. Ter Chef des Transportwesens der BundeStruppcn, General Car- dcro, der wieder in Mexiko eingetroffen ist, schildert die furchtbare Katastrophe bei Santa Helena, wo die Revolutionäre die beiden Züge mit BundeSlruppen durch Dynamit in die Luft sprengten. 193 Soldaten und 29 Frauen wurden auf der Stelle getötet und zum Teil gräßlich verstümmelt, während die übrigen von den Re- bellen unbarmherzig niedergemacht'wurden. Hauptmann Della Pen« wurde von den Rebellen unter Martern, die an die Jnquisi- tion des Mittelalters erinnern, getötet. Bei lebendigem Leibe wurde ihm die Zunge herausgerissen, die Ohren abgeschnitten und die Augen ausgestochen. Die Bundestrupben rächten sich an ihren Gefangenen auf die gleiche grausame Weise. Oeltermch. Der Hauskncchtsparagraph im Wiener Gcmeiudcrat. Der christlichsoziale Dr. Mataja, dem sein Parlrigrnosse Kunschak da« Reichsratsmandat unseres Genossen Schuhmeier freigelchosfrn hat, benutzt seine Immunität zu allerhand gefahrlosen Schimpfereien. Als er daS auch im Wiener Gemeinderat gegen einen Liberalen ver- üble, der eine dunkle Affäre des Matqa aufgedeckt hat, bezeichnete Genosse Skaret den Mataja als eine Schande für seine Partei. Dafür wurde Skaret auf vierSitzungen ausgeichlossrn. Das Gemeindestatut bestimmt, daß Nichtbefolgung einer solchen SuS- schließung den Verlust des Mandats und der Wählbarkeit auf zwei Jahre nach sich zieht. Belgien. Berfaffungsrevision und Wahlrecht. Die belgische Arbeiterpartei bezchäftigt sich augenblicklich mit der Organisierung der P e t i t i o n f ü r d i e Verfassungsrevision und das Wahlrecht. Ein Heer von Propagandisten, denen ein reiches Aufklärungsmaterial zur Verteilung übergeben wird, um die gleichgültigen und un- lvissenden Kreise aufzuklären und aufzurütteln, wird die Sammlung der Unterschriften betreiben. Jede Liste hat Raum für zwanzig Unterschriften. Die Pctitionsformel lautet: Der unterzeichnete grossjährige Belgier stellt an die Kammer das Ersuchen um Durchführung einer Verfassungsrevision zum Zweck der Einführung des allgemeinen Wahl- rechts mit Ausschluss a l l e r P r i v i l e g i c ti. Vor Absammlung der Unterschriften werden Zirkulare verschickt werden, die den Zweck der Petition— bekanntlich ein Beschluß der belgische!» Partei— erklären. Dannt ist gesagt, daß es der Partei nicht allein um eine Massenbeteillgung schlechthin zu tun ist, sondern auch darum, daß icdc Unter- schrift den Vollwert eines Urteilenden darstellt. Die Komitees, denen die Leitung der Petitionsbetvegung obliegt, sind eifrig an der Arbeit, und in vielen Teilen Bel- gicnß, so auch in Brüssel ist die Organisierung im vollen Gange. Für die nächste Zeit sind vielfach Propaganda- Versammlungen und Zusammenkünfte in Aussicht genommen. Rolland. Tie Etatsdcbatten. Aus A in st c r d a m wird uns geschrieben: Tie erste Woche der Etatberatungen in der Zweiten holländischen Kammer ist vorüber. Sie haben pei den bürgerlichen Parteien noch nicht viel mehr gebracht, als die kleinlichsten Ltatzbalgereien um die mehr oder weniger schönen Mittel, die in der Wahlkampagne benutzt worden sind. Ten Gipfelpunkt erreichten die Debatten durch die wirkungsvolle. mehr als fünfstündige Rede unseres Genossen Troelstra.. Er setzte u. a. die Gründe auseinander, weshalb die Sozialisten sich geweigert haben, in ein Kabinett mit bürgerlicher Mehr- heit einzutreten. Ter Redner legt« hierbei eingehend den Klassencharakter der sozialistischen Politik im Gegensatz zu der Politik der bürgerlichen Parteien dar. Er teilte u. a. mu, die Abweisung der Ministerportefeuillen sei von einer ganzen Reihe ausländischer Parteigenossen gutgeheißen worden, und zwar nicht nur von den deutschen Genossen Kautsky� scheide» mann, Haase usw., sondern auch von dem Dänen stanning, von den Belgiern Vandervclde, Anseele und Bertrand, von dem Engländer Ramsay MacTonald. also auch von Partei- genossen, die gemeinhin der reformistischen Rich-ung zugeteilt werden. Die Rede schloß mit einer ausdrucklichen Warnung an das Kabinett, das Zustandekommen der Reformen, auf die es sich verpflichtet hat, insbesondere die Reform des allge- meinen Wahlrechts nicht in Gefahr zu bringen durch das Auf- werfen der Streitfrage über den Militarismus, dessen Förde- rung unvereinbar sei mit seinem Versuch, sich auf die deino- kratischen Strömungen im Volke zu stützen. Rußland. Aus den Dokumenten der Pogromrcgicrung. Ein interessanter Beitrag zu den wirklichen Absichten der An- stister des BeilisprozesseS wird in der südrussischen Presse veröffentlicht. Es ist ein vertrauliches Schreiben der Kiewer Gendarmerieverwaltung vom 2. Oktober d. I., unter Nr. 3448, an den Kiewer Gouverneur, der folgenden Wortlaut hat: „Wir beehren uns, Ihnen mitzuteilen, daß in den Kneipen im Podol-Stadtteil in Kiew unter verschiedenem Pöbel, Arbeitslosen und überhaupt üblen Gestalten Gespräche geführt werden über einen bevorstehenden Judenpogrom, für den schon alles vorbereitet und nur der Zeitpunkt noch nicht festgesetzt ist. Nach diesen Ge- sprächen zu urteilen, sind einige Tausend Pogromisten vorhanden, denen während des Pogroms sich noch die kleinen Grundbesitzer an- schließen werden. Auf ein Entgegenwirken der in Kiew stationierten Ural-Kosaken rechnen die Pogromisten nicht." Wie ersichtlich, war also alles für den Pogrom vorbereitet. Es erwies sich aber angesichts der ungeheuren Erregung, die der Beilis- Prozeß ausgelöst hatte, nicht für ratsam, die Pogromisten in Aktion treten zu lassen. Die Regierung wollte nicht— und der Pogrom fand diesmal nicht statt! Amerika. Das amerikanische gegen das enrostäischc Kapital! London, 7. Dezember. Der amerikanische Botschafter Page hielt gestern abend hier im Savage-Club eine Rede, in der er auf die Politik Bezug nahm, welckis die Bereinigten Staaten ihren Naibbarn gegenüber beobachten. Er erklärte, die Bereinigten Staaten hätten ein Stadium der Entwicklung erreicht, in dem sie keine weiteren Gebietserwerbungen zu machen wünschten. Sie hätten sich verpflichtet, ihren Einfluß dahin auszuüben, daß Amerika den Nationen gehöre, die es bewohne». Die Bereinigten Staaten würden nicht zugeben, daß das Ausland irgend eine finanzielle oder industrielle Kontrolle über diese wirtschaftlich schwachen Nationen erlange, die sich selbst regieren sollten. ?um Oolksproteit gegen das Säbel- reglment. Die Parteileitung zu Hamburg-Altona hatte bereits am Freitag- abend in elf großen Sälen öffentliche Bersamnilungen veranstaltet, die sämtlich stark besucht, in einzelnen Stadtteilen sogar überfüllt loaren, so daß Tausende keinen Einlaß mehr finden konnten. Im Gewerk'chaftshauS sprach der Abgeordnete des 1. Hamburger Reichs- tagswahlkreiscs, Genosse Stalten, vor über 2500 Personen. Ein Anarchist Schreper, der in der Diskussion daS Wort ergriff, um über unsere Milizforderung und die parlamentarische Tätigkeil allerlei ungereimtes Zeug vorzubringen, wurde von Stalten unter all- gemeinem Beifall abgeführt. In Barmbeck, Eimsbüttel, Eppendorf» Winterhude, wo die Versammlungen von je 2000 Personen besucht waren, referierten die Genossen Perner, Weinheber und Krause ebenfalls unter stürmischer Zustimmung. In diesen wie in den übrigen Versammlungen wurde einstimmig eine Resolution an- genommen, die dem Mißtrauensvotum gegen den Reichskanzler zu- stimmt, gegen die Uebergnffe des MilitäriSmuS und Absolutismus protesüerl und die Versammelten zum Eintritt in die sozial- demokratische Partei verpflichtet. Dieselbe Resolution wurde auch in Altona, wo die Genossen Herz und Winnig vor starkbesuchten Ver'ammlungeu referierten, angenommen. Elberfeld. Sonntag vormittag fand eine große Demonstrations- Versammlung gegen die Borgänge in Zabern und die Haltung der Regierung im Reichstage statt. Die Versammlung war von mehr als 3000 Personen besucht. Der Referent war der Reichstags- abgeordnete T h ö n e- Kassel. Weitere Versammlungen fanden statt in Hagen, Harte und Velbert. Hier referierten die Reichstags- abgeordneten König und D i t t m a n n. Düsseldorf. Die Protestversammlung war von 0000 Personen besucht. Es wurde nach dem Referat des Abgeordneten Haberland eine scharfe Protestresolution angenommen. Frankfurt a. M. Nicht weniger als 7000 Persinen erhoben im Zirkus Schumann Protest gegen die Vorgänge in Zabern. Ehemniv. Zu einer wuchtigen Demonstration gestalteten sich die fünf Protcstversammlungen, die die sozialdemokratische Partei- leitung am Sonntag für den Stadtbezirk Chemnitz einberufen hatte, die Säle konnten die andrängenden Massen kaum auf« nehmen. Die Empörung über das Willkürregiment der Soldateska in Elsah-Lothringen flammte hell auf und einmütig kam der Wille zum Ausdruck, diese Säbeldiktatur zu brechen, die den Frieden des Volkes bedroht. Solingen. Die Protestversammlung war schon vor Beginn über- füllt. 2000 Personen mögen im größten Saale Solingens an- wesend gewesen sein. Hunderte wurden wegen Ueberfüllung nicht mehr eingelassen, klntcr großem Beifall sprach hier Genosse Breit- scheid über die Militärdiktatur. Pankow. In der Versammlung im Restaurant„Zum Kur- fürsten" referierte Landtagsabgeordnetcr Gen. Konrad Haenisch vor zirka 700 Personen. Die Ausführungen des Referenten wurden mit großem Interesse aufgenommen. Weisirnsce. Tic Versammlung im„Schloß Weißensee" war von 1200 Personen besucht. Der Referent Genosse Otto Braun erntete mit seinen Ausführungen stürmischen Beifall, nunmehr mit aller Kraft sich der Jugenderziehung im sozialistischen Sinne zu widmen, um so dem bornierten und rücksichtslosen Militarismus fein schändliches Treiben zu legen. Nowawcs. Am Sonntagnachmittag fand buch hier eine von zirka l>00 Personen besuchte Versammlung statt, in der Genosse ll ck o- Lankwitz über die Säbeldiktatur in Zaber!» sprach. Die Aus- führungen des Referenten fanden starken Beifchll. Harburg o. E. Zwei überfüllte Protestvckrsammlungen pro- testierten gegen die Täbeldiktatur. Sonncberg i. Thür, und Rordbauscn. In beiden Orten fanden überfüllte Versammlungen statt, die nach den fticseraten der Abge- ordneten RcißhauS und Henke scharfe Resolutionen gegen die Militärherrschast annahmen., Stettin. Sonntagmittag sprachen in zwcss überfüllten Per- sammlungen Reichstagsabgeordneter V o g i h c � � und Redakteur Schumann unter starkem Beifall über /Die Militär- Herrschaft in Deutschland". Die eingebrachte Protest- Resolution wurde einstimmig angenommen. Arnstadt. Volksversammlungen fanden s/att in Arnstadt und Sondershausen. Referent war Genosse Ui o s c n f e l d. Die Versammlungen waren gut besucht. In ein,*1 Protestresolution 0(:®e" bi'ä Säbelregiment wurde die Etathcriv'-igerung gefordert. Mülheim. Hier fand eine sehr stark besuchte Versammlung statt,.luch hjxx � das Bürgertum nur ganz vereinzelt vertreten. Die Protestversammlung im Wintergarten war von ° w Personen besucht. Das Bürgertum w?r nur vereinzelt vertreten. Eine Resolution, in der zum Zusammenschluß gegen Militarismus und Aristokratie und zur Agitation für Abschaffung des stehenden Heeres und Einführung der Bolkswehr aufgefordert wurde, fand einstimmige Annahme. /üiis der partet. Zur sozialistischen Einigkeit in England. London, 6. Dezember.(Eig. Ber.) Das Internationale Sozialistische Bureau wird nächsten Sonnabend, den 13. Dezember, in London eine Plenarsitzung abhalten, um die Tagesordnung für den Internationalen Kongreß in Wien festzusetzen und seine Bemühungen zur Herstellung der sozilrstischen Einigkeit in England wieder aufzunehmen. Wie erinnerlich, gelang es den Vertretern des Internationalen Bureaus, am 18. Juli d. I. eine Einigungs- tonferenz von Vertretern der drei sozialistischen Gruppen Englands abzuhalten und diese zu einer einstimmigen Beschlußfassung zu veranlassen. In dieser Resolution erklärten die Delegierten, ihren respektiven Organisationen folgende Vorschläge zu unterbreiten: 1. jede sozialisttsche Organisation soll sich der Arbeiter- Partei anschließen; 2. als erster Schritt zur völligen Verschmelzung der drei sozialistischen Organisationen ist ein Vereinigter Sozia- li st i scher Rat zu gründen. Konkret ausgedrückt, bedeutet der erste Vorschlag, daß sich die British Socialist Party(die frühere S. D. F.) der Arbeiterpartei anzuschließen hat. Die beiden anderen sozialistischen Organisa- tioncn, die Jndependent Labour Party und die Fabian Society, gehören ja schon seit jeher der Arbeiterpartei an. Die in Frage kommenden Organisationen haben bisher noch keine Entscheidung getrofjen, sondern nur ihre Vertreter ermäch- tigt, an den vom Internationalen Bureau geleiteten Verhandlungen weiter teilzunehmen. Aber die Entscheidungen der Organisationen, in erster Linie der B. S.> P., von der allein eine tief- greifende Aenderung ihrer bisherigen Haltung verlangt wird, werden ohne Zweifel von den Ergebnissen der kommenden internationalen Konferenz ganz wesentlich abhängen. Tie Vorzeichen sind erfreulicherweise sehr günstig, viel günstiger, als sie je zuvor'gewesen sind. Die merkwürdige EntWickelung der Solidarität der englischen Arbeiterklasse hat auch die sozialistischen Gruppen in ihren Bann gezogen. Bei den Munizipal- und Parla- mentswahlen der jüngsten Vergangenheit wirkten alle sozialistischen Sektionen und die Arbeiterpartei fast überall einträchtig zusammen, die Streitigkeiten zwischen der B. S. P. und der I. L. P. scheinen gänzlich ausgehört zu haben, und die B. S. P. beginnt auch die Arbeiterpartei besser zu begreisen, was sich auch in dem neuen Geist, in dem die„Justice" redigiert wird, kundgibt. Auch die I. L. P. verliert mehr und mehr das Mißtrauen, mit dem sie früher auf die Möglichkeit einer Bereinigung mit der B. S. P. blickte.— Der„Labour Leader", das Organ der I. L. P., äußert sich diese Woche wie folgt: „Wir unsercrscils begrüßen die Anregung des Jniernatio- nalen Bureaus. Tie fundamentale Streitsrage zwischen der I. L. P. und der B. S. P. bezog sich auf die politische Methode; die I. L. P. hat sich zu politischen Zwecken mit den Gewerkschaften vereinigt, die B. S. P. aber lehnte dies ab. Wenn die D. S. P. jetzt bereit ist, der Arbeiterpartei beizutreten, dann ist ein Zu- sammenwirken möglich. Solange die B. S. P. ihre Kraft auf die Denunziation der Arbeiterpartei verwandte, tonnte die I. L. P. aus Loyalität zu ihren gewerkschaftlichen Bundes- genossen nicht mit ihr zusammengehen. Die I. L. P. und die Fabian Society arbeiten natürlich seit langem eng und herzlich zusammen... Der Anschluß an die Arbeiterpartei ist nicht gleichbedeutend mit Zufriedenheit mit der Arbeiterpartei. Die sozialisttsche Sek- tion der Partei sollte, immer berechtigt und bereit sein, zu kriti- steren; denn nur durch gesunde Kritik werden die Mängel der Partei beseitigt werden. Aber solche Kritik mutz freundschaftlich und lonftruktiv sein, nicht grausam und destruktiv; sie sollte von dem ehrlichen Bestreben erfüllt sein, die Bewegung aufzubauen und zu kräftigen, nicht sie zu schädigen und zu vernichten. Wenn die 23. S. P. diesen Standpunkt akzeptieren will, dann kann sie von der I. L. P. auf ein ehrliches und herzliches Willkommen innerhalb der Arbeiterpartei rechnen." Ein ungetreuer Kassierer. Bei einer auf Veranlassung des Gauvorstandes der sozial- demokratischen Partei der Pfalz vorgenommenen Revision der Kasse des sozialdemokratischen Vereins in Pirmasens wurde ein Fehlbetrag an bar von 989,07 M. und ein Fehlbetrag an Marken von 1487,70 M. festgestellt. Diese Veruntreuungen des Kassierers Decker, die zum Teil bis auf das Jahr 1910 zurück- datieren, sind nur, möglich geworden durch eine nahezu sträfliche Vertrauensseligkeit der revidierenden Instanzen, sowie durch eine plumpe raffinierte Skrupellosigkeit des Decker in seiner Kassen- führung. Eine sich mit dem Vorfall beschäftigende Mitgliederver- sammlung beschloß die Stellung des Antrages auf Ausschluß und Anzeige der groben Veruntreuungen des Decker bei der Staats- anwaltschaft. Der Schuhmrierfond?, den unsere österreichischen Genossen ge- sammelt haben, um Arbeitern die Erfüllung ihrer Bildungs- bestrebungen zu ermöglichen, hat die Höhe von fast 17 000 Kronen erreicht. Aus den Zinsen soll 1914 drei Genossen der Besuch der Parteischule ermöglicht werden; wird eine Parteischule nicht abge- balten, so erhält die Zentralstelle für das Bildungswesen 500 Kronen._ Ei» neues Arbriterheim in Wien. Tie österreichische Eisenbahnerorganisation hat im Verein mit dem Transportarbeiterverband ein neues prachtvolles Arbciterheim gebaut. Die Bureaulokalttäten enthalten mehrere Säle und eine Anzahl Privatwohnungen, die jedoch nicht als Arbciterwohnungen 'errichtet werden konnten, weil das Heim sich an einer Stelle erhebt, wo der Grund und Boden sehr teuer ist. Mit diesem neuen Ge- bände bestehen in Wien zurzeit schon vier große Arbeiterheime. Totenliste der Partei. In Zittau verstarb am Sonntag der Geschäftsführer unseres dortigen Parteiblattes, der Genosse H c i m a n n. im 40. Lebensjahre. Der Verstorbene leitete Ansang der 80cr Jahre die Holz- arbeiterorganisation in Dresden. Nach dem Fall deS Sozialisten- gesetzcs trat er in die Redaktion der„Sächsischen Arbeiterzeitung" ein. Als veranttvortlicher Redakteur zog er sich zwei Monate Ge» fängnis zu. Als Geschäftsführer der„VolkSzcttung" in Zittau war Heimann auch vier Jahrc hindurch bis vor kurzem Vorsitzen- der des Sozialdemokratischen Vereins des ersten sächsischen Reichs« tagswahlkeises. Heimanns Leiche wird am Mitlwochnachmittag 2 Uhr ,m Zittaucr Krematorium eingeäschert. Soziales. DaS schweizerische Fabrikqeset, im Natioualrat zustande- gekommen. Am Sonnabend war die Schlußabstimmung im schweize- rischen Nationalrat(Volksvertretung) über das neue Fabrik- gesetz; der Rat stimmte einstimmig für den Kompromiß- entlvurf der großen wirtschaftlichen Verbände— Arbeiter- bund, Bauernbnnd, Jndustricllenvcrbände und Gewerbe- verband. Die Annahme des jetzt noch geltenden Fabrikgesetzes von 1877 wurde als Markstein der sozialen Entwickelung allseitig mit Freuden begrüßt. Anders steht es mit dem revidierten Gesetz. Das Gesetz bringt die 59-Stunden- Woche, also täglich zehn und Sonnabends neun Stunden gesetzliche Maximalarbcitszeit, für Betriebe, die den Sonnabendnachmittag freigegeben, die tägliche Arbeitszeit von IO'/z Stunden mit siebenjähriger Uebergangsfrist bis zur Einführung des Zehn- st u n d e n t a g e s. Nach sieben Jahren wird die SKHJtündige Arbeitswoche, je zehn Stunden die ersten fünf Wochentage und 6V3 Stunden Sonnabends das gesetzliche Maximum sein, wenigstens für Industrie mit Frauenarbeit. Weiter bringt das Gesetz die Erhöhung des Eintrittsalters für Arbeite- rinnen auf fünfzehn Jahre und sonst für den Schutz von Frauen und Jugendlichen nicht viel mehr als die internationalen Konventionen ohnehin vorschreiben. Endlich wird die Möglichkeit von obligatorischen Schieds- gerichten und die absolute Unentgeltlichkeit sämtlicher Zivil- Prozesse zwischen Fabrikanten und Arbeitern geschaffen. Das ist alles, was an Fortschritten zu verzeichnen ist. Sozialdemokratische Anträge auf Bestrafung jener Unter- nehmer, die das Vereinsrecht verletzen oder schwarze Listen benützen, ivurden abgelehnt. Es kam nur eine Resolution zustande, daß die Unterdrückung von Freiheitsrechten im neuen Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt werden solle. Die Verhandlungen im Nationalrat standen unter dem Gefühl der Angst vor dem Referendum. Während nämlich in den Kantonen jedes Gesetz, bevor es rechtsgültig wird, zur Volksabstimmung kommen muß, ist die Verfassung des Bundes so reaktionär, daß nur eine Volksabstimmung vor sich gehen muß, wenn diese innerhalb sechs Monaten nach Parlamentsbeschluß von 50000 Bürgern durch Unterschrift verlangt wird. Da aber die vier großen wirtschaftlichen Interessenvertretungen, die einzig die Macht haben, die 50 000 Unterschriften im Laufe eines halben Jahres zusammenzu- bekommen, dem Gesetzentwurf als einem Verständigungs- Produkt noch vor der parlamentarischen Behandlung zu- stimmten, so erscheint es ausgeschlossen, daß das Refe- rendum zustande kommt. Immerhin besteht die Mög- lichkeit, daß eine Gewerkschaftsgruppe oder eine besonders reaktionäre Jndustriellengruppe die Unterschristensammlung einleitet. Kommt es zur Volksabstimmung, so wird die Sozialdemokratie kaum ein Bedürfnis haben, mit Begeisterung für das Gesetz zu fechten. Die wirtschaftlichen Interessengegensätze innerhalb der regierenden Partei sind derart stark, daß diese Partei unfähig ist, irgend ein auch nur halbwegs fortschrittliches Gesetz zur Annahme zu bringen, obwohl bei. den Wahlen sechzig Prozent der Wähler hinter ihr stehen. Das neue Fabrikgesetz und die deprimierende Wirkung der Debatten, bei denen immer daS Gespenst des Referendums in die Säle blickte, sind Symptome des polittschen Bankrotts der herrschenden Partei. der Radikalen.____ Der Kriegsplan des Leipziger Aerzteverbandcs. In gemeinsamer Sitzung tagten am Sonntag in Leipzig der Geschäftsausschuß des deutschen Aerztevcreinsbundes, der Aussichts- rat, der Vorstand und die Vertrauensmänner des Leipziger Verbandes, um über die Situation zu beraten, die durch daS Nichtzustandekommen einer Einigung zwischen Aerzten und Krau- kenkassen geschaffen worden ist. Stundenlang wurden die Berichte aus den Bundesstaaten entgegengenommen. Sie waren natürlich mehr oder weniger scharf pointiert. So interessierte die Mitteilung sehr, daß die Kruppsche Betriebskrankenkasse sich„mit den Gewerk- schasten gegen die organisierten Aerzte verbündet" habe. Ja, noch Schrecklicheres ist passiert: die Reichsregicrung hat den§ 370 der Reichsversicherungsordnung interpretiert. Hierzu erklarte dre Tagung, daß die jüngsten Ministerialerlassc eine Verschärfung des Kampfes bewirkt haben und daß der Regierung die Verantwortung zufällt für etwaige Gesundheitsstörungen durch die Heranziehung der Hebammen und der anderen Personen von„hinreichende� Zu- verlässigkcit und Sachkunde". Doch nicht genug mit diesem Hohn. Einstimmig wurde auch folgender Beschluß gefaßt: „Nachdem durch den Erlast der drei preustischen Minister vom 2. Dezember 1913 die örtlichen Aerzteorganisationen als vcr- tragschlietzende Partei ausgeschlossen werden sollen, halten es die am 7. Dezember 1913 in Leipzig versammelten Vertretungen der ärztlichen Organisationen für eine einzig richtige Antwort, nun- mehr in Preußen und in allen Bundesstaaten, die den preußischen Erlaß annahmen, alle örtlichen Bertragsverhandlungen abzn- brechen." Der weitere Kriegsplan für die Zeit nach dem 1. �anuar wurde nach den vorliegenden Meldungen noch wie folgt festgelegt: Die Versicherten gelten als Privatpattenten, die zu den ortsüblichen Sätzen der Privatpraxis behandelt werden. Gegenüber dem„von der Reichsverstcherungsordnung den Kassen gebotenen Kampfpara- graph 370" sollen die Versicherungsämter gebeten werden, den Ver- sicherten zu gestatten, daß ihre Kassenansprüche nach 8 119 den Aerzten übertragen werden. Im Ablehnungsfalle soll von den Versicherten für die Krankenbehandlung ein Borschntz gefordert werden._. Die Herausforderung der Versicherten durch den Leipziger Aerzteverband wird bei den Versicherten nur eine Stimme der Eni- rüstung hervorrufen. Wann endlich wird die Regierung dazu ge- langen, Behandlungszwang einzuführen oder die Besoldung auö Reichsmitteln zu übernehmen. Letzte Nachrichten. Amerika für das Rüstungsseierjahr. Washington, 8. Dezember.(W. T. B.) Das Repräseu» ta Nienhaus hat mit großer Majorität eine Resolution ange- nomine», in welcher Präsident Wilson ersucht wird, Churchills An- regung betreffend die internationale RüstungS- pause im Bau von Schlachtschiffen zu unter- stützen, soweit dies mit den Interessen der Vereinigten Staaten vereinbar sei. Die tschechische Sozialdemokratie für die nationale Einheit. Prag, 8. Dezember.(W. T. B.) Der Kongreß der tschechischen Sozialdemokraten hat eine Resolution angenommen, in welcher zur Erhaltung des internationalen Gleichgewichts und des Friedens und insbesondere im Interesse des tschechischen Volkes die Kräftigung alles dessen als notwendig bezeichnet wird, was der Erhaltung und Entwickelung Oesterreich-Ungarns diene. Die tschechische Arbeiter- Partei betrachte Ocsterreich-Ungarn als die historisch gegebene Grundlage ihrer Tätigkeit; sie sehr alle Hoffnungen einer alldeutschen oder einer panslawisttschen Politik als unvereinbar mit den Interessen der tschechischen Arbeiterschaft an. Drohender Buchdruckerstreik in Oesterreich. Wien, 8. Dezember.(W. T. B.) Wie aus Wiener Neustadt gemeldet wird, verliefen die seit einiger Zeit wegen Lohndiffe- renzen zwischen den Buchdruckern und Setzern Niederösterreichs geführten Verhandlungen ergebnislos, da die Unter- nehmer die Forderungen der Setzer nur teilweise anerkennen wollen. Es sei daher in den Provinfftädten ein Ausstand der Setzer zu erwarten. Zlrrwaltnngsstellk Kerliu. N 54, finifiißr. 83 ■ Televhon: Amt Norden 18ö, 1233. 1337, 3714. Achtung! BzUSll8eIlIA(iei'! Acht»»!,! Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im Gcwerkschaftshans, Engelufer 15, Saal 1: ßr an cb cn- Vcr fa tu tu I un g« Tagesordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Wahl von 2 Revisoren. 3. Verschiedenes. gPF** iüitgliedsbncb legitimiert.-WG Um pLnliliches und vollzähliges Erscheinen ersucht 131/5 vie vrt»verre»lti»i»s. Lteinai'beitei'. Freitag, den IS. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshans(Saal 3): Arbeitslosenkontrolle. Jeder Arbeitslose ist verpflichtet zu erscheinen. 172/3__ Ple Ortsverwaltnng. Teilzahlung ochenrate von 1 M. an Vornehme Herrra-Ulster oletots, Anzüge rtigund nach Mass Rurzbets �ass-Schneiderei osenthaler Str. 3E iankfurter Allee 104 einickendorfer Str. 4 «wcchentiiche Teilzahlung liefere elegante •Herren* :Moden: Er freuf sicfa� weil er kostenlos unsere neuesten Pathe-Platten hört T Haben Sie schon einmal Pathe Platten gehört? Wenn nicht, so lassen Sie sich sofort unseren trichterlosen Luxus-Sprechapparat nebst einer Kollektion von 20 Stücken auflOPathe-Doppelplatten kommen. 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Qu. 33,45, 2. Qu. 32,49. Metz 1. Qu. 90,—, 2. Qu. 31,50, Straßburg-Sladt 132,81, Zaber» 5,52, e vom 24. bis 30. November d. I. ineldcien sich arbeitslos 4254 Tischler; davon waren Bautischler 778, Einsetzer 187, also insgesamt 965. Rechnet man hierzu noch 200 arbeitslose Parkettbodcnlegcr, die sich nicht im paritätischen Arbeitsnachweis melden, so ergibt sich, daß weit über ein Viertel aller arbeitslosen Holzarbeiter Angehörige der Baubranche» sind. Deshalb sind Arbeitslosigkeiten von 12 bis 16 Wochen die Regel, dagegen gelten Arbeitslosigkeiten von 10 bis 13 Wochen als besonders günstig. Soll nun diesen Arbeitern durch Koininunearbeiten geholfen werden, so ist die Zusage des Berliner Magistrats,„alle bewilligten Arbeiten sofort in Angriff zu nehmen", in weitestem Matze auszudehnen. Berlin führt zurzeit folgende im Rohbau fertige Bauten aus: Gemeindeschule nebst Lehrerwohnhaus, Greifswalder Straße; Gemeindeschule usw., Dunckerstraße; Lehrerwohinmg und Turnhalle. Höchste Straße; Höhere Fachschule für Textil- und Bekleidnugs- industrie, Warschauer Platz; Um- und Erweiterungsbauten der Feuerwache, Lindenstraße. Zu diesen im Rohbau fertigen Bauten sind nach unserer Information bis jetzt nur die Fenster der Schule in der Greifswalder Straße vergeben. Tagegen befinden sich im Rohbau: Fortbildungsschule, kleines fcinlleton« Preußische Geschichte. 1 806. Glorreiches Heer— Segen des Fürstcngeschlechts— loyales Volk— monarchisches Gefühl— Hoch! 18 06—1812. Feige Soldateska— freies Volk— Erwachen des Bürgertums— Verfassung— Demokratie. 1813/15. Das Volk in Waffen— Freiheit! 1815—18 4 8. Glorreiches Heer— Segen des Fürsten- geschlechts— loyales Volk— monarchisches Gefühl— Hoch! März 1848. Feige Soldateska— freies Volk— Erwachen öes Bürgertums— Verfassung— Demokratie. 1 849— 1 8 60. Glorreiches Heer— Segen des Fürsten- gcschlechts— loyales Volk— monarchisches Gefühl— Hoch! 136 0— 1 8 6 4. Feige Soldateska— freies Volk— Erwachen des Bürgertums— Verfassung— Demokratie. 1 864. Das Volt in Waffen— Freiheit! 18 66. Das Volk in Waffen— Freiheit! 1 87 0. Das Volk in Waffen— Freiheit! 1 8 70— 1 913. Glorreiches Heer— Segen des Fürsten- geschlechts— loyales Volk— monarchisches Gefühl— Hoch! Anfang Dezember 1913.'!!! 1! Ende Dezember 1913. Glorreiches Heer— Segen des Fürstengeschlechts— loyales Volk— monarchisches Gefühl— Hoch! Thcatcrluft. Vor dem Landgerickit in Berlin ist unlängst ein Prozeß verhandelk worden, in dem der Kläger behauptete, daß die Autoren der Poffe„Wie einst im Mai" eine Uebcrietzung der .Meilensteine" benutzt hätten, die er dem Berliner Theater ein« gereich: hatte. Elwas Unerhörtes ist es leider ganz und gar nicht, daß ein eingereichtes Manuilript im Theater in unzulässiger Weise gebraucht wird. Wie wenig ein Autor in diesem Punk: auf Diskretion rechnen kann, wurde kürzlich erst gerichtsnotorisch, als ein Herr Lesfing ein Manu'kript von Sudermann benutzt hatte, um zu einem journalistischen Sensatiönchen zu kommen. Es ist im besonderen sür das B e r l i n e r Theaterleben sehr bezeichnend, daß die geschäftliche Lust am Theater von den Miasnien der Korruption und des Verrats erfüllt ist. In unserer schnöden Welt kann ein Theater ja nichts anderes sein als ein Geschäft; mir «st man zu dem Verlangen berechtigt, daß eS ein nobles Geschäft )«. Wer sich mil Kunstinstitut in Verbindung setzt, darf tnmierhtn beanspruchen, von den Künsten eines Winkelwucherers ver- Ichont zu werden. Um seiner künstlerischen Ausgaben willen, müßte ein Theater ein vornehmeres Geschäft sein, als ein gewöhnliches Kaufmannsgeschäst. Leider aber ist gerade daS Gegenteil der Fall. Nirgends werden Wort und Verträge so oft und schmählich gebrochen, wie am Theater. Und Berlin dürfte in dieser traurigen Beziehung leider an erster Stelle stehen. Wie übel duftete die geschäftliche Luft, als die Affäre Zi'ckel- Frl. Fels verhandelt wurde? Mit was für Künsten schlug sich seinerzeit Ferdinand Bonn durch! Als D i r e k t o r H a lm zusammenbrach, wurde er von den organisierten Schauspielern auf die Warnungsliste gesetzt. Der vortreffliche Herr Lothar wird vom Staatsanwalt gesucht. Ein anderer Direktor schlug sich eine Zeit lang durchs Leben, indem er die Rollen an Damen verhökerte, die hohe Preise zahlen konnten. Selbst Herr Re in h a r d t h a t eS nicht verschmäht. Besetzungen anzuküiidigen, die— gar nicht vor- Händen waren—, e,n Trick, den ein solider Kaufmann nie und nimmer nnternehmen würde. Wie sehr das Berliner Theaterleben künstlerisch angefault ist, spiegelt sich vielleicht am besten in der Tatsache, daß die Fäulnis auch den geschäftlichen Apparat ergriffen hat. Humor und Satire. I n st r u k t i o n S st u n d e. ER: Was geschieh, wenn ciw Leutnant ins Bett sch-- Der W a ck c s: Dann verhaften wir den Bürgermeister des Ortes, wo das geschehen. ER: Und wenn's in die Hosen geht? Der Wackcs: Wird der Schneider der Hose acht Tage in den Kohlentcller eingesperrt. Hat die Hose des Königs besudelt. ER: Was ist zu tun, wenn Militär den Pöbel verhaut und Zivil nicht still hält? Der Wackes: Wivd Zivil verhaftet. ER: Und wenn sich Zivil beschwert? Der Wackes: Wird es verhaut. ER: Entsteht zwischen Heer und Volk dauernder Kriegs- zustand, was ist dann zu tun? D c r W a ck c s: Wird Zivilbevölkerung nach O-stgrenze versetzt. Notizen. — Für M e s o t h o r i u m. Die Versammlung der bayerischen Gesellschast für Geburtshilfe und Frauenheilkunde sprach einstimmig die Ueberzeugnng auS, daß die Beschaffung radioaktiver Stoffe von feiten des Staates zur Fortsetzung der Forschung und im Interesse der Krebskranken eine dringende Notwendigkeit ist. — Vorträge. Einen Lichtbildervortrag„Der märkische Wald und sein Tierleben" hält Redakteur Georg Eugen Kitzler heute abend im Theatcrsaal von Alt-Berlin, Blunienstr. 10. Beginn 8� Uhr. Eintritt 60 Pf. Vorverkauf 50 Pf. bei Rockilitz, Joachimsthaler Str. 6; A. Steide!, Rosenthalcr Str. 34/35; H. Stcidei, Leipziger Str. 66. — Eine geglllckteK uochen Übertragung. Der Prager Arzt Joseph Horak setzte einer 16jährigen Näherin den Oberarm eines gleichaltrigen Mädchens ein, das in die Klinik sterbend mit durchschossener Schläfe eingeliefert war. Die Operation ist ge- lungen. Die Näherin kann den Arm beruflich gebrauchen. Auf dem Berliner Ehirnrgcnkongreß lynrde vor kurzen, die Uebertragung von Knochen oder Knochenteilen, die einem gesunden Körper kurz nach Erntritt des Todes entnommen find, besprochen. — Ein musikalisches Lustspiel. Ju der Dresdener Hofoper fand die Uraufführung von Wolf-Ferraris Llisispiel „Der Liebhaber als Arzt" mit großem Beifall statt. Batka hat den Text versaßt, der auf Moliöres köstlicher Komödie fußt. Es ist dem Komponisten gelungen, ein populäres und dabei echtes und reizvolles musikalisches Lustspiel zu machen. Wolf-Ferrari ist von gesunder Frische, die woltut. Melodischer Glanz ist der Hauptvorzug seiner temperamentvollelr Musik, die sich aus dem herrlichen Vorwurf inspiriert zeigt. — Ein Andrejew-Verbot. Leonid Andrejew hat wieder einmal allrussischen Zorn gegen sich aufgereizt. In sein neues Drama„Töte nicht!' hat er einen Pilger gestellt, der(bildlich gc- sprochen) der sündigen Menschheit Wasser predigt und selber Wein trinkt. Jetzt fürchtet man, das Drama könne den am Zarenhof beliebten Wundertäter Raichputin und seine Gläubigen mit Spott treffe», und hat noch am Tage vor der Generalprobe im Alexandra-Thealer ein Verbot verhängt. Was man von dem Stücke befürchtete, wird daS Verbot nun sicher bewirken. — Zirkus- Variete. Das Münchener Zirkus-Varietö Coloffeum kündigte, wie der„Simplicissimus" mitteilt, sür Sonntag, den 23. November, zwei große Golavorstellungen an. Am Schluß der Ankündigung hieß eZ: Thronbesteigung Sr. M. König Ludwig III. sowie das übrige Zirkus-Program m. — Ein neu entdeckteS Jugendwerk RembrandtS. Ein großes Gemälde von Rembrandt, ein bedeutsames, aber bisher unbekanntes Jngendwerk des Meisters, ist gegenwärtig im Haag zu sehen. Das Bild, das aus England stammt, stellt eliicu Mann in blauer Hemdenbluse dar, wie sie noch bis vor einem Jahrzehnt in Holland allgemein von den Müllern getragen wurde. Der Dar- gestellte, der sich augenscheinlich soeben einen Gänsekiel zugeschnitten hat, hat einen Stoß Bücher vor sich liegen, während aus einem Brett zur Linken lederne Geldsäcke ausgestapelt sind. Säuglingsheim usw. in der Badstraße; Erweiterungsbau der Bade- anstalt, Bärwaldstraße; Pflichtfortbildungsschule, Grünthaler Straße; Umbau zum Genesungsheim Johannesstift; Erweiterungs- bau des Waisenhauses resp. Kinderashls, Kürassierftraße; Ge- meindeschule, Turnhalle, Lehrerwohnhaus, Kurische Straße; Ge- meindefchule, Turnhalle und Lehrerwohnung, Ofener Straße; schule und Turnhalle, Ouitzowstraße; Gemeindeschule und Lehrerwohnhaus, Schönfließer Straße; Fortbildungsschule, Wassertor- 'tratze; Gemeindeschule, Turnhalle usw., Zellestraße. Die angeführten Bauten in Verbindung mit oen in in Berlin 'onst noch in Ausführung befindlichen behördlichen Bauten können nc Lage der Bautischler zweifellos um ein Bedeutendes verbessern. Voraussetzung ist natürlich die sofortige Inangriffnahme der not- oendigen Tischlerarbeiten. Um aber eine den Verhältnissen ent- brechende Ausführung sowie Sicherung der tariflichen Löhne zu rmöglichen, wird es notwendig sein, die vom Magistrat Berlin ingeführten Bestimmungen betreffs der örtlichen Ausführung Jwie Beschäftigung nur ortsansässiger Arbeiter weiter auszudehnen. )azu gehört wohl bei den Berliner Tarisverhältnissen zunächst die 'Vergebung der Arbeit nur an die Berliner Zwangsinnung der . ischler, da hierdurch von vornherein die Gewähr gegeben ist, daß tarifliche Löhne gezahlt werden. Die Einstellung der Arbeiter �arf nur durch den paritätischen Arbeitsnachweis geschehen. Ferner ind notwendig: Zahlungsleistung für in bestimmten Zeitpunkten gelieferte resp. fertiggestellte Arbeiten, um den Unternehmern eine Zinsleistung, die durch die gegebenen Verhältnisse entsteht, zu er- sparen. Weiter ist notwendig eine Verkürzung der Arbeitszeit auf höchstens 7 Stunden pro Tag, um möglichst viele der Arbeits- losen beschästigen zu können. Verlangt werden muß auch Besetzung aller Arbeitsplätze der Betriebe, in denen die hier in Frage kommenden Arbeiten angefertigt werden, damit vermieden wird, daß die Arbeiten künstlich in die Länge gezogen werden oder daß in einzelnen Betrieben nur der alte Stamm von Arbeitern ge- halten wird. Die Festsetzung der Tarifpreise für die einzelnen Arbeiten durch Vertrauensleute der beiderseitigen Organisationen gibt die Gewähr, daß llebergriffe einzelner Parteien verhindert werden. Die Festlegung eines Ma�imalverdienstcs verhindert, daß einzelne Arbeiter durch ungewöhnliche Arbeitsleistungen die Arbeitsgelegen- heit für ihre auf der Straße liegenden Kollegen mindern. Wird in diesem Sinne eine planmäßige Verteilung der Arbeits- gelejjenheit vorgenommen und schließen sich weitere bauausführende BeHorden sowie die Vorortkommunen diesem Vorgehen an, so .'erden Verhältnisse geschaffen, die es einer sehr großen Zahl von lrbeitern ermöglichen, ein, wenn auch bescheidenes. Dasein zu risten, daß sie nicht die stete Sorge vor oem Gerichtsvollzieher rnd dem Asyl für Obdachlose zur Verzweiflung treibt. Die Theatertischler beschäftigten sich am Sonntag in einer Ver sammlung mit der Lage in ihrem Beruf. Die Arbeitszeit ist 47 bis ZI Stunden. Der Beschäftigungsgrad ist nicht so ungünstig wie im Holzgewerbe allgemein, obwohl zu berücksichtigen ist, daß es sich um Saisonarbeit handelt. Die Löhne aber find völlig unzureichend, wird doch z. B. im Betrieb von B a r u ch ein Anfangslohn von 30 M. gezahlt, der bis auf höchstens 34 M. ansteigt. Doch auch anderwärts sind Löhne von 86 M. üblich, die durchaus nicht als angemessen zu bezeichnen sind. Die Filmbetriebe stehen fast noch schlechter da; hier werden 30. höchstens 33 M. und für Hilfsarbeiter 22 M. gezahlt. Wirtschaftlich am ungünstigsten stehen jedoch die Tischler in den Theatern selbst da, wo gewöhnlich monatlich 12ö M. gezahlt werden und für die häufigen Ueberstunden nur lächerlich ge- ringe Vergütungen ausgeworfen werden. Es wurde gesagt, daß dies und die herrschende Arbeitslosigkeit den Kollegen Veranlassung geben müsse, überhaupt von Ueberstundenarbeit abzusehen. Bewegung der Theatermusiker. Der Verein Berliner Musiker hat über die Unternehmungen der Herren Meinhardt und Bernauer die Sperre verhängt. Verhandlungen, an denen sich auch die Bühnengenossenschaft beteiligt hat, konnten keine Einigung zwischen den strettenden Parteien herbeiführen. Der Direktion der Meinhardt- und Bernauerschen Bühnen ist es gelungen, sich ein Orchester zusammen zu stellen, das aus Beamtenmusikern, einigen Militärmusikern und Schülern des Sternschen Konservatoriums und der königl. Hochschule besteht. Daß streikende Arbeiter in ihren wirtschaftlichen Bestrebungen durch Angestellte des Staate? oder der Kommune nicht behindert werden dürfen, wird zwar von allen vor« urteilslosen Politikern anerkannt; aber für den Militarismus und das Beamtentum bildet das offenbar kein Hindernis dagegen, sich auf die Seite des Unternehmertums zu stellen. Zur Tarifbewegung der Tabakarbeiter. Laut Beschluß der Mitgliederversammlung des Deutschen Tabak- arbeiter-Verbandes, Zahlstelle Berlin, sind die grünen Plakate für ungültig erklärt worden. An deren Stelle werden rote Plakate mit der Unterschrift Wilhelm Tscheuschner herausgegeben. Dieselben werden nur an Tarisfirmen verausgabt. Wir weisen hier- durch darauf hin, daß von Mittwoch, den 10. Dezember, ab, nach- mittags 3—6 Uhr, in unserem Bureau, 0 54 Dragonerstraße 6a II, gegen Vorzeigung des Tarifs die roten Plakate in Empfang ge- nommen werden können. Der Vertrauensmann. Deutsches Reich. Der zweimal gestäupte Verleumder. Einen nochmaligen Denkzettel erhielt vor dem Landgericht in Leipzig der Vorsitzende des.Christlichen Keram- und Steinarbeiter- Verbandes", Herr Matthias Fromm aus Köln. Fromm hatte in seiner KeramarbeUer-Zeitung den Genossen Alois Staudinger, Redakteur am .Steinarbeiter", als Polizeispitzel hingestellt. Zu dieser Anschuldigung kam Fromm wegen folgenden Vorganges: Aus dem Grundstück einer Steinbruchsfinna hatte ein christlicher Sekretär eine Versammlung unter freiem Himmel abgebalten. Weil die Versammlung nicht an- gemeldet war, erhielt der christliche Sekretär ein Strafmandat. Fromm ehauptete nun in seiner Zeitung, Staüdinger hätte die Anzeige er- stattet; er sei ein Polizeispitzel. Gegen diese Verleumdung erhob Staudinger die Beleidigungsklage. Vor dem Schöffengericht zu Leipzig wurde der Verleumder zu 300 M. Geldstrafe, event. 30 Tage Haft verurteilt. Seine Widerklage, die sich auf drei Artikel im.Stein- arbeiter" stützte, wurde vom Schöffengericht verworfen. Gegen das llrteil legte nun der christliche Führer Berufung ein, auch brachte er seine Widerklage aufs neue ein. Die Verhandlung vor dem Land- gericht fand am 5. Dezember statt. Fromm redete sich nun darauf hinaus, er wäre zur Zeit, als die Keramarbeiler-Zeitung redaktionell bearbeitet wurde, verreist gewesen. Wer den Artikel geschrieben habe, wisse er nicht, s?) Am 15. Mai aber halte der wahrheitsliebende Herr Fromm an das Schöffengericht geschrieben, er hätte die Aus- führungen in dem inkriminierten Artikel in bestem Glauben an deren Richtigkeit gemacht.— Und nun kam seine Ausrede, er kenne den Verfasser nicht. Der Verleumder wollte sich jetzt damit aus der Schlinge ziehen, daß er zur Zeit, als der Artikel erschien, nicht in der Redaktion gewesen sei. Sein Vertreter in der Redaktion. Herr Lechner, mußte vor Gericht aber zugeben, daß er den Artikel schon unter den übrigen Materialen vorgefunden hätte, als Fromm abgereist war. Fromm sowie sein Verteidiger mußten vor Gericht nun endlich zugeben, daß Staüdinger der Vorwurf des Spitzeltums nicht im entferntesten gemacht werden könne. Der christliche Führer trat denn auch nicht im geringsten den Wahrheits- beweis an. DaS Berufungsgericht hielt das erstinstanzliche Urteil aufrecht; es nahm verleumderische Beleidigung an und beließ e-Z auch bei der Geldstrafe von 300 M. Die Widerklage gegen Staüdinger wurde abermals verworfen. In der Begründung wurde angeführt, daß die schwere Beleidigung wider besseres Wissen erhoben sei; das Gericht stehe auf dem Standpunkt, daß Fromm der Verfasser des Artikels sei und daß Staudinger die Anzeige nicht erstattet habe� So, nun kann dieser chnstltche Fuhrer wieder für Wahrheit und Recht weiter kämpfen I Lehrer und Schüler im Dienste der christlichen GeWerk- schaften und der Zentrumspresse. Der christliche Gewerkverein läßt an die Saarbergleute ein Flugblatt verteilen, in dem er versucht, die Schuld für die Ver- schlechterungen im Knappschaftsstatut von sich abzuwälzen. Seine Mitglieder schämen sich anscheinend, das Schwindelflugblatt zu verbreiten, und seine Sekretäre wollen sich unter den Saarberg- leuten auch nicht mehr sehen lassen. So haben sie denn Schul- kinder mit dem Verbreiten der Flugblätter beauftragt. An den Ausgängen der Grube„v. d. Heydt" standen dieser Tage drei Jungens im Alter von 10 bis 13 Jahren, mit christlichen Flug- blättern schwer beladen. Auf Befragen gaben die Kinder an, sie seien aus Guichenbach, ihr Vater habe sie geschickt; für ihre Arbeit bekäme der Vater 1,50 M. Schließlich bekundete der eine Junge noch, daß der Lehrer in Guichcnbach alle Kinder aufschreibe, die die Flugblätter und die„Saarpost" verteilen müssen. Also nicht nur die christlichen Flugblätter, sondern auch die„Saarpost", das Zentrumsorgan M.-Gladbacher Richtung, müssen die Schulkinder auf Geheiß ihres Lehrers verteilen. Zu erwähnen ist noch, daß auch der Betriebsführer von Grube „v. d. Heydt" die Verteilung des christlichen Flugblattes begünstigte. Während dieser zwei Flugblatwerteiler des Bergarbeiterverbandes vertreiben wollte und mit Strafmandaten bedrohte, ließ er die christlichen Flugblätter durch die Jungens unbeanstandet verbreiten. Aber es hilft alles nichts. Mögen sich Zechenbeamte, Lehrer und Schulkinder noch so große Mühe geben, sie können den chrift- lichen Streikbruchgewerkverein nicht mehr retten. Er hat im Saar- revier ausge....siegt". Sein Name löst nur noch Hohngelächter bei den Saarbergleuten aus. Sie CsitckesveriicheraitgssirfM Brandenburg Im fahre 1912. Die Landesversicherungsanstalt umfaßt alle diejenigen Personen, deren Beschäftigungsort in der Provinz Brandenburg liegt, so- weit sie nicht einer der vom Bundesrat zugelassenen Kassenein- richtungen(Preutzisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft, Knapp- schaftsverein Guben usw.) angehören. Außerdem kommen noch die. infolge Bundesratsbeschlusses, w der Tabak- und Textil- industrie beschäftigten Hausgewerbetreibenden hinzu. Die Zahl der Versicherten ist nicht genau festzustellen. Rechnet man auf den Versicherten 45 Beitragsmarken, dann waren bei der Versiche rungsanstalt„Brandenburg", da insgesamt 49 484 801 Wochen marken im Berichtsjahr verschleißt wurden, rund gerechnet 100 000 Versicherte vorhanden. Alters- und Invalidenrenten. Anträge auf Bewilligung der Altersrente wurden im Berichts- jähr 1065; auf Bewilligung der Invalidenrente 12 315 gestellt. Hierzu kommen noch aus dem Vorjahr 33 unerledigt gebliebene Alter- und 738 Jnvalidenrentenanträge. Insgesamt lagen dem- nach 1098 Anträge zur Bewilligung der Alters- und 13 053 Anträge zur Bewilligung der Invalidenrente vor. Altersrenten wurden 898 gleich 81,78 Proz. bewilligt und 63 gleich 6,0 Proz. abgelehnt. Die Ablehnungen erfolgten bis auf einen wegen Nichterfüllung der Wartezeit. Von den Altersrentnern kommen auf 100 Renten- empfänger 88,7 auf die Männer und IIB auf die Frauen. Am Schluß des Berichtsjahres waren 7235 Altersrentner vorhanden. Der Jahresbetrag der Altersrenten schwankt zwischen 110,40 bis 230,40 M. Von den 10 053 Jnvalidenrentenanträgen wurden 8991 gleich 68,88 Proz. bewilligt und 2074 gleich 15,88 Proz. abgelehnt. Die Ursachen für die Ablehnung waren in 1699 Fällen gleich 81,9 Proz. aller Ablehnungen, noch Nicht vorhandene Invalidität. Das heißt die Aerzte sund meist Kreisärzte) baben die Erwerbsunfähigkeit fortgeschrieben, nach ihrem Gutachten haben d,e Rentenbewerber die Kraft und Fähigkeit gehabt, auf dem allgemeinen ArbeitSmarkt noch das übliche Lohndrittel oerdienen zu lönnen. Und wenn nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, dann in der Landwirtschaft: hier ist das gesetzliche Lohndrittel ja noch niedriger. Es ist denn auch bezeichnend für die Auffassung gewisser Aerztekreise über den Be- griff„Invalidität", wenn der Bericht erklärt, ,n 198 Fallen hat daS Oberversicherungsamt, welches von den Versicherten angerufen war, den Bescheid der Anstalt aufgehoben und den Antragstellern die Rente zuerkannt und in weiteren 117 Fällen hat es die Landes- Versicherungsanstalt erst gar nicht zur Tntscheidung kommen lassen, sondern den Anspruch der Versicherten anerkannt. Am Schlüsse de? Berichtsjahres zählte die Anstalt Branhenburg 61198 Jnvalidenrentner. Der Jahresbetrag der Invalidenrenten schwankt zwischen 116,40 bis 279 M. Hinterbliebenenversichernng. Auf Bewilligung der Witwen- bzw. Witwerrente wurden 671 Anträge gestellt; davon wurden 262 bewilligt und 163 abgelehnt. Waisenrcntenanträge wurden 945 gestellt, davon wucben 716 be- willigt. In 546 Fällen wurde der Antrag auf Witwengeld gestellt, in 370 Fällen wurde den Anträgen stattgegeben. In 16 Fällen wurde Antrag auf Wnisenaussteuer gestellt, in 3 Fällen wurde dem Antrage entsprochen. Der Jahresbetrag einer Witwenrente beträgt im Durchschnitt 76,60 bzw. 79,60 M.; der Jahresbetrag einer Waisenrente beträgt im Durchschnitt bei einem Kinde 39,15 M., bei zwei Kindern 33,60 M. und bei neun Kindern 27.60 M. Da soll noch jemand sagen, ein armes Weib könne mit diesen Bezügen nicht standesgemäß leben! Das Witwengeld schwankt zwischen 70,20 bis 39,40 M. Die Waisenaussteuer betrug ,n einem Falle 2V bis 25 M., in zwei Fällen 25 bis 30 M. Das ist die gefüllte Kompott- schüssel! Beachten wir die JnvaliditätSursachen, dann ergibt sich fol- gendes Bild. An erster Stelle steht die Gruppe der durch Ent- kräftung» Blutarmut und Altersschwäche erwerbsunfähig gewordenen Personen mit 2398 Fällen; sie umfaßt 27,40 Proz. aller Renten- empfänger. An zweUer Stelle steht die Gruppe der Lungentuber- kulose mit 910— 10,74 Proz. aller Fälle. Besonders sind es die jüngeren Jahrgänge, die von der grauenvollen Krankheit betroffen werden. Von je 100 Rentnern wurden in den Lebensjahren 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 66,7 66,7 27. 62,5 28. 29. 517? 5771 ip Jp 3p SP 3p oder im Durchschnitt der 20 Jahrgänge wurden von 100 Rentnern 55 Proz., in den 30«r Jahrgängen 36.20 Proz. und in den 40er Jahrgängen 21,14 Proz. durch Lungenschwindsucht invalide. Es folgen dann an dritter Stelle die Gruppe der durch Erkrankung oes Herzens und der großen Blutgefäße erwerbsunfähig Gewor- denen mit 828 Fällen oder 9,46 Proz. aller Rentner; an vierter Stelle die Gruppe der durch Gelenkrheumatismus und G'cht Er- werbsunfähige» mit 639 Fällen oder 7,30 Proz. aller Rentner; an fünfter Stelle die Gruppe der durch Blut- und Lymphgefätzkrank» heiten Erwerbsunfähigen mit 496 Fällen oder 5,68 Proz. aller Rentner; an sechster Stelle die Gruppe der Lungenkrankheiten (ausschließlich Lungentuberkulose) Erwerbsunfähigen mit 454 Fällen oder 5,19 Proz. aller Rentner; an siebenter Stelle die Gruppe der durch Epilepsie, Hysterie und Neurasthenie Erwerbsunfähigen mit 430 Fällen oder 4,91 Proz. aller Rentner. Bezüglich der Uebernahme des Heilverfahrens sagt der Bericht folgendes:„Den Anträgen der Versicherten auf Aufnahme in Sana- torien, Lungenheilstätten usw. ist die Anstalt— soweit sich die Antragsteller überhaupt für ein Heilverfahren eigneten— in weitestem Maße entgegengekommen. Die Kosten des Heilverfahrens für die Lungentuberkulose betrugen insgesamt 1 027 102 M., hiervon wurden der Anstalt durch Dritte 241568 M. zurückerstattet. Für Gewährung von Zahnersatz wurden 179 927,25 M. aufgewendet. 65,2 30. 54,6 31. 58,5 32. 49,8 33. davon wurden von der Anstalt Brandenburg 74 592,47 M. her- gegeben. Die Krankenkassen und Verstcherten hatten den Rest <165 334,78 M.) zu tragen. Von den an der Lungentuberkulose in der Lungenheilstätte Cottbus behandelten weiblichen Versicherten stehen an erster Stelle die Dienstmädchen mit 50, ihnen folgen die Schneiderinnen und Putzmacherinnen mit 47, die Textilarbeite- rinnen mit 38, die Auswärterinnen mit 22, alle anderen Berufe stehen unter 20. Unter den„Sanatorien" verdient das Genesungsheim„Hohen- else" bei Rheinsberg i. M. ganz besondere Beachtung. Im„Vor- wärts" sind wiederholt Klagen der dort untergebrachten Patienten veröffentlicht worden. Als ein grober Mißstand muß es bezeichnet werden, daß in Hohenelse kein Arzt angestellt ist, dem die ärztliche Oberleitung übertragen wäre. Wohl am- tieren zwei Aerzte in dem„Genesungsheim" so neben- bei; ihren Wohnsitz haben sie in dem benachbarten Rheinsberg und üben auch dort ihre Praxis aus. Die Verantwortung, um nicht zu sagen die Gewalt, über Hohenelse liegt in den Händen eines Herrn Oberinspektors Piepenhagen. Dieser Herr ist denn ja auch die Ursache der Klagen. Man scheint in Hohenelse auch dem Grundsatze zu huldigen, daß die Patienten, die dort untergebracht werden, weniger der Pflege, Ruhe und Erholung bedürfen, um zu gesunden. als wie, daß sie arbeiten müssen, um die Unkosten wieder wetyzu» machen. Man wird gewiß nichts dagegen einwenden, wenn eiu dort untergebrachter Kranker, wenn er sich mit leichten Arbeiten be- tätigt. Wenn indessen Patienten sechs Stunden pro Tag arbeiten müssen, dann muß dagegen der schärfste Protest erhoben werden. Und— Mistfahren und Mistarbeiten find keine Arbeiten für Pfleg- linge, die sich erholen und gesunden sollen, um wieder als nützliche und vollwertige Mitglieder der menschlichen Gesellschaft zurück- gegeben zu werden. Indessen hören wir den Bericht selber über die Art der Arbeiten; er sagt folgendes:„Mit Hilfe der Pfleglinge wurden Arbeiten ausgeführt, von denen hervorzu- heben sind: In der Land- und Gartenwirtschaft: Arbeiten im Ge- wächshause und bei den Frühbeeten, Blumenvermehrung, Gemüse- säen und-pflanzen, Korn-, Heu-, Gemüse-, Kartoffelernte, Korn. dreschen(mit Dreschmaschine) Verpflanzen von Blumen und Sträuchern im Park, Beschneiden, Säubern und Spritzen der Obst- bäume. Unkrautjäten in Feld und Garten, Bodenbewegungen, Wegebesserungen; in der Werkstatt: Herstellung von zwei ge- mauerten Gruben für Wirtschaftabfälle, Bau eines Bienen- schuppens und eines eisernen Laufgerüstes für Schornsteinfeger in der Kesselstation des Hauptgebäudes, Anfertigung von eisernen Koksbeförderungskästen, Instandsetzung des durch Eisgang fast zer- störten Entladestegs im See, Anfertigung von Liegestühlen, An- strich der eisernen Bettstellen, Wasch-, Nacht- und Holztische in den Pflegeräumen, sowie verschiedene Maler-, Dach-, Maurer-, Glaser-, Zimmerer- und Pflasterarbeiten zur laufenden Instandhaltung der Gebäude, Wohnungen, Einfriedigungen und Straßen; an sonstige» Arbeiten: wiederholtes Oelen des Linoleumbelages in den Pflege- Häusern, Putzen und Schneiden von Gemüse zum Dörren uno Ein- machen. Verlesen der Kartoffelernte. Arbeiten dieser Art und in dem Umfange, wie sie hier angeführt, dürfen von Pfleglingen auf keinen Fall ausgeführt werden. Be- merkenswert ist, daß das Mistfahren gar nicht erwähnt wird. Da ist es Pflicht der Anstaltsleitung, das ständige Personal zu ver- mehren. Wenn der Bericht sagt, daß auf die Wünsche der Pfleglinge bei der Beschäftigung die größte Rücksicht genommen wird, so muß das stark bezweifelt werden. Die„Rücksicht" sieht vielmehr so aus,„daß, wenn der Pflegling Bedenken gegen diese oder jene Beschäftigung hat, ihm eines Tages durch den Herrn Oberinspektor erklärt wird, seine Kur sei beendet, es besteht keine Aussicht aus Erfolg". Es wird Pflicht der Arbeitervertreter im Vorstand sowohl wie im Ausschuß der Landesverstcherungsanftalt Brandenburg sein, daß diesem UeMstand energisch abgeholfen wird. AuS dem Finanzielle» sei folgendes erwähnt: Durch die Kon- trolle der Karten in 56 960 Betrieben und Haushaltungen wurde in 9875 Fällen Anzeige erstattet. Durch die Berichtigung der Un- regelmäßigkeiten, also durch die Kontrollbeamten, flössen der Anstalt 150 886,92 M. zu. Für Beitragsmarken wurden 16 161 854,74 M„ an Zinsen wurden 3 289 456,23 M„ an Barbeiträge für in land« wirtschaftlichen Betrieben beschäftigte, indessen nicht versicherungS- Pflichtige Polen 95 433,29 M. Dem stehen in den Ausgaben gegen- über: für Rentenleistungen 6 719 155,96 M., Beitragserstattungen 137 609,06 M., Hausgeld 93 299,82 Dt., Heilbehandlung in fremden Krankenhäusern 956 829,61 M. Die Anstalt Brandenburg veraus- gabte an Renten demnach etwas mehr als ein Drittel der für Bei- tragsmarken eingenommenen Summe. Dafür prunkt die Anstalt mit einem Vermögen von 90)4 Millionen Mark. Und das nennt man«soziale Fürsorge". Huö Industrie und Handel. Der mexikanische Zankapfel. Zu den begehrtesten Gütern Mexikos, nach denen die amerikanischen Kapitalisten Verlangen tragen, gehören die reichen Oelfelder, die sich augenblicklich in den Händen des englischen Pearson-ShndikatS befinden. Es ist ein gewaltiger Gegner, rait dem die amerikanischen Kapitalisten hier zu tun haben. Die Pearsonschen Gesellschaften haben ihre gierigen Arme über die äußerst reichen Oelfelder Mexikos ausgestreckt und haben sich gut verschanzt. Die mexikanischen Oel- quellen sind zweifellos die reichsten der Welt, und die englische Ge- sellschaft, die„Mexican Eagle Oil Company", hat sich von dem ungeheuren unterirdischen Reichtum mehr ergattert, als sie viel- leicht trotz ihres gewaltigen Kapitals verdauen kann. Auße.r den ausgedehnten Regierungskonzessionen besitzt sie 800 000 Acres eigenes Land. Sie hat sich gesichert, daß ihr keine andere Gesell- schaft das Oel wegpumpen kann. Eine einzige Quelle in dem Distrikt Tuxpan, die Quelle von Potrero del Llano, kann jeden Tag nicht weniger als 100 000 Fässer Oel(ein Faß zu 35 englischen Gallonen, etwa 159 Liter) produzieren. Das Oel von dieser Quelle wird zurzeit durch eine 50 Kilometer lange Röhvenleitung nach dem Hafen Tuxpan gepumpt; täglich werden auf diese Weise schon 30 000 Faß befördert. Ist erst die 160 Kilometer lange Röhrenleitung nach dem nördlichen Tampico fertig, so wird man weitere dreißig. tausend Faß versenden können. In Tampico werden die Schiffe direkt bis zur Röhrenleitung heranfahrcn können; die Beladung wird also äußerst schnell vor sich gehen können. Doch selbst in Tuxpan, wo eine 1% Kilometer lange Leitung das Oel vom Ufer auf die Schiffe befördern muß. dauert die Verladung durch- schnittlich nicht länger als zwei Tage. 20 000 Tonnen Oel können dort täglich in einen Schiffskörper gepumpt werden. Neben der Hauptgesellschaft existieren eine Reihe Tochtergesellschaften, die sich mit der Weiterverarbeitung des Rohstoffes, dem Versand und dem Einzelverkauf befassen. Im ganzen verfügen diese Pearsonschen Ge- sellschaften über ein Kapital von beinahe 12 Millionen Pfund (240 Millionen Mark). Das Kapital beläuft sich auf etwa 4 Pfund auf die Tonne des jährlich zu gewinnenden Oels. Die Kapital:- sierung ist mithin sehr niedrig und verspricht gewaltige Gewinne. Kein Wunder, wenn den Dankees bei der Betrachtung dieier �.er- Hältnisse das Waffer im Munde zusammenläuft, und wenn das arme Mexiko in dem unterirdischen Kampfe zwischen c�n internationalen Profitjägern nicht zur Ruhe kommen kann. «Parkasien und Bolksvcrsicherung- Auf der Hauptversammlung de? Deutschen erbcmdes, die am vergangenen Sonnabend in Charlisttenburg I fand, empfahl der bekannte GenerallandschastSdirekwr Dr. Ka VP- K omg s b e rg eine Arbeitsgemeinschaft zwischen den öffentlichen Sparlasien und der öffentlich-rechtlichen Lebensversicherung- Die Einziehung der«er- ficherungSprämien solle durch die Sparkassen im Wege der Buchung erfolgen. Jeder Versicherte bei der öffentlichen VolkSverficherung solle veranlagt werden, ein Sparkassenkonto zu eröffnen. Er solle dann seine Sparkasse beauftragen, fortlaufend aus seinem Konto die fälligen Prämien auf die Versicherung ab- zuschreiben.— Eine solche Verbindung von Sparkasie und Versicherung mag gewiß im Interesse derjenigen liegen, die in der� Lage sind, Ersparnisse zu machen. Aber es ist selbstverständlich, daß die Sparkasie nicht nur einer, sondern gleichmäßig allenVersicherungsgesellschaften, also z. B. auch der Volks- fürsorge, diese Zahlungsmöglichkeit einzuräumen hätte. Trotz ihres Namens find die öffentlich-rechtlichen Lebensversicherungsgesellschaften rein private Institute, denen von kommunalen Kreisen keinerlei Vorrechte eingeräumt werden dürfen. Es ist uns unbegreistich, wie auf der Tagung von Vertretern meist öffentlicher Sparkassen eine Resolution angenommen werden konnte, die eine einseitige Be- vorzugung eines privaten Unternehmens empfiehlt. Folge» des Einfuhrscheinsystcms. Einem Telegramm aus Washington zufolge sind die Zollbehörden von neuem an- gewiesen worden, auf Splißerbsen aus Deutschland einen Ausgleichszoll von 20 Cents pro 100 Pfund zu erheben. Auch für Weizen und Mehl aus Deutschland ist die Erhebung eines geringen AuSgleichszolleS angeordnet worden. (Zeri6)ts-Leitung. Schwindelhafte Pflegekinderannoncen. Die Vergebung von Pflegekindern hat der Kaufmann Willy Hodam, der unter der Anklage des Betruges vor dem Schöffen- gericht Berlin-Tempelhof stand, zum Gegenstande des Gelderwerbes gemacht. Der Angeklagte operierte so: Er erließ ein Inserat:„Herzens- Wunsch. Ehepaar nimmt Pflegekind gegen geringen Monatsbeitrag. Lagerkarte SS, Postamt 59"; ferner ein Inserat:„Pflegekind, Mäd- chen, 35, gibt Lagerkarte 67, Postamt 59." Auf diese Annoncen er- hielt er dann die Adressen von nach beiden Richtungen hin interessierten Personen und auf diese Adressen kam es ihm allein an. Die sich Meldenden erhielten ein Schreiben des Inhalts:„Sehr geehrte Frau! Antwortlich Ihres Schreibens bin ich gern bereit, Ihnen Adressen von Damen, welche ihr Kind in Pflege geben wollen, nachzuweisen. Falls Sie daher in der Lage sind, sofort ein Kind in Pflege zu nehmen, bitte ich baldmöglichst um Ihren Besuch." Dem Schreiben war eine Reklame für eine von der Hebamme Hodam, die zurzeit eine unfreiwillige Muße in Breslau absolviert, vertriebene„Frauendouche Stella" beigefügt, so daß die armen Frauen, welche erhofften, durch Annahme eines Pflege- kindeS und durch das in Aussicht gestellte Pflegegeld von 35 M. ihre armseligen Verhältnisse aufzubessern, des festen Glaubens waren, daß eine Hebamme in der Lage sei, die betr. Kinder zu ver- geben. Wenn sie dann zu dem Angeklagten kamen, soll dieser in einzelnen Fällen auch von 35 M. Pflegegeld gesprochen haben, ob- wohl er wußte, daß nur geringes oder gar kein Pflegegeld von den Müttern gezahlt werden konnte. Die den Kreisen mit nicht hervor- ragendem Intellekt angehörenden Frauen unterschrieben dann, ohne recht zu wissen. waS in dem ihnen vorgelegten Zettel stand, die Ge- schäftsbedingungen, in welchen allerdings ausdrücklich stand, daß der Angeklagte sich nur verpflichtete, den Frauen innerhalb sechs Wochen mindestens 30 Adressen von Damen, welche ihr Kind in Pflege geben wollen, nachzuweisen. Die Reflektantinnen hatten, wenn sie diesen Zettel unterschrieben hatten, 6 M. zu zahlen und glaubten, daß sie nun daS Kind an einer bestimmten Stelle abholen könnten. Nach Erhalt der 6 M. hat sich Hodam nicht weiter darum gekümmert, ob das Geschäft perfekt wurde oder nicht, ey hat die ausscheidenden Namen auch nicht gelöscht, sondern dieselben Adressen weiter verkauft.— Der Amtsanwalt hielt das ganze Geschäfts» gebaren des Angeklagten für ein schwindelhaftes und beantragte gegen ihn 6 Monate Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Cotzmann nmchte für den Angeklagten geltend, es könne dem Angeklagten doch nicht zur Last gelegt werden, wenn die betreffenden weiblichen Personen auS Mangel an Intellekt etwas unterschrieben, was sie nicht verstanden. Das Gericht erklärte, es handele sich um einen plumpen Schwindel, wie er in der Großstadt gerade nicht selten sei. ES handele sich um blutarme Leute, Waschfrauen, Schneide- rinnen u. dergl., die nicht auS idealen Gründen ein Kind in Pflege nehmen, sondern sich durch das Pflegegeld in eine erträglichere Lage bringen wollten. Der Angeklagte habe in ziemlich skrupelloser Weise Angehörige einer Bevölkerungsschicht geschädigt, die wahr- lich nichts übrig habe; sein Vorgehen fei deshalb gemeingefährlich und rechtferttge eine Strafe von 3 Monaten Gefängnis. Das Bereinsgcsetz gegen die Arbeitrr-Radfahrervcreine. Der Vorsitzende Pohlann vom Arbcitcr-Radfahrcrverri«„Edelweiß" zu Schönflietz war von der Strafkammer in Guben verurteilt worden, weil er nicht die ftär politische Bereine gegebenen Vor- schriften des§ 3 deS Vereinsgesetzes über die Anzeige der Vorstands- Mitglieder und der Einreichung der Satzungen beachtet habe. Als politisch wurde der Verein wegen seiner Zugehörigkeit zum Arbeiter- Radfahrerbunde„Solidarität", Sitz Offenbach a. M.. angeschen. TaS Kammergcricht hob seinerzeit dies Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, damit dieses nachprüfe, ob der Verein„Edelweiß" durch seinen Anschluß an den Bund mcht bloß wirtschaftliche Vorteile(Unfallversicherung. Sterbegeld, billiger Ein- kauf von Rädern) habe erzielen wollen. Das Kammergerlcht stellte sich nämlich im Gegensatz zum Oberverwaltungsgericht auf den Standpunkt, daß auch beim Anschluß eines Vereins an einen politischen Bund, als den auch das Kammergericht den Bund„Soli- daritat" ansieht, immerhin die Möglichkeit bestehe, daß der Verein die politischen Ziele des Bundes nicht verfolgen wolle. "n der neuen Verhandlung verurteilte das Landgericht in Guben wieder den Vorsitzenden zu einer Geldstrafe, indem es aus- führte, daß der Verein„Edelweiß" ebenso wie der Bund die Ge- sinnung seiner Mitglieder im Sinne der Sozialdemokratie habe beeinflusien wollen und deshalb politisch sei. Nach einem Schluß- satz des Urteils erfolgte die Verurteilung, weil Pohlann, der nicht der zeitlich erste Vorsitzende war, sondern erst später Vorsitzender wurde» es unterlassen habe, die Veränderung im Vorstande anzu- zeigen(Z 3 Abs. 3 des Vereinsgesetzes), und weil er ferner die Einreichung der Satzung unterlassen hätte(ß 3 Abs. 2). Der Angeklagte legte wieder Revision beim Kammcrgericht ein. Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht als sein Vertreter machte gegen- über den Ausführungen des Landgerichts geltend, daß es an den tatsächlichen Unterlagen für die Konstruktion des politischen Cha- rakters des Verein?„Edelweiß" fehle und legte dies näher dar. Wenn man aber, fuhr er dann fort, die Ortsgruppe„Edelweiß", wie das Landgericht eS tue, als politisch ansähe, und dies daraus dedu- ziere, daß der Bund politisch sei, und wenn so eine Identität mit dem Bunde hergestellt werde, dann sei um so mehr die Frage auf- zuwerfen, ob dann überhaupt noch ein selbständiger Verein in Schönfließ vorliege, dessen Leitung Verpflichtungen im Sinne des z 3 des Vereinsgesetzes habe. Das müsse unter diesen Umständen bestritten werden. Von einem selbständigen Verein könne hier dann keine Rede sein. Die Auffassung werde auch durch Urteile der Oberlandesgerichte in Breslau und Celle gestützt, die Liebknecht zitierte.— Ferner machte der Anwalt geltend, daß Verjährung ein- getreten sei und daß der jetzige Vorsitzende auch nicht für Unter- lassungen des früheren Vorsitzenden(des Gründungsvorsitzenden) haftbar gemacht werden könne. Ter zweite Strafsenat des Kammergerichts hob dieser Tage die Borentscheidung auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück.— Gründe: Ohne Rechtsirrtum sei jetzt festgestellt, daß der Verein„Edel- weiß" in Schönfließ ein selbständiger Zweigverein sei, der gleich dem Bunde politische Zwecke verfolge. Mit Recht habe auch die Strafkammer den Angeklagten wegen Uebertretung des§ 3 Abs. 3 des Vereinsgesetzes für strafbar erklärt, weil er nicht, nachdem er Vorsitzender geworden war, die Veränderung im Vorstande ange- zeigt habe. Nun sei ja richtig, daß Angeklagter schon ziemlich lange (jahrelang) Vorsitzender ist und Z 3 Abs. 3 besage, daß die Aende- rung binnen vierzehn Tagen anzuzeigen sei. Verjährung liege wegen dieses Deliktes aber gleichwohl nicht vor. Es sei ein Unter- lassungödaucrdelikt, bei dem die Verjährungsfrist erst zu laufen be- ginne, wenn die Verpflichtung zur Anzeige wegfalle, wenn also die Anzeige nachträglich erfolgt sei, oder der Verein aufgelöst werde, oder ein anderer zum Vorstand ernannt werde. Alles das sei nicht geschehen. Angesagter sei weiter verantwortlich für die Unter- lassung der Anzeige der Veränderung im Vorstand. Wenn nun aber das Landgericht den Angeklagten weiter für strafbar erkläre, weil die Satzung gemäß§ 3 Abs. 2 nicht eingereicht worden sei, so handele es sich hierbei nicht um Unterlassung einer Verpflichtung des Angeklagten, der erst vier Wochen nach der Gründung Vor- sitzender wurde, sondern um die Unterlassung einer Verpflichtung, die nach§ 3 Abs. 2 dem bei Gründung ernannten Vorstand binnen 14 Tagen oblag. Ein Vereinsvorstand sei aber nach der Auffassung des Senats nicht für die Unterlassungssünden des früheren Bor- standes haftbar. Somit müsse Angeklagter in diesem Punkte(Nicht- einreichung der Satzung) straffrei bleiben, während er wegen des anderen(Anzeige der Veränderung im Vorstand) strafbar sei. Da nun das Strafmaß durch den Irrtum des Landgerichts hinsichtlich der Satzung beeinflußt sein könne, so müsse die Sache nochmal an das Landgericht wegen des Strafmaßes zurückverwiesen werden. In einem zweiten Strafprozeß gegen den Schiffbauer Graf als Vorsitzenden deS Arbeiter-Radfahrervereins zu Fürstenberg a. O., wo die Rechtslage im wesentlichen die gleiche war, erkannte das Kammergcricht aus genau denselben Gründen auf Aufhebung der Vorentscheidung und aus Zurückverweffnng an die Vorinstanz, das Landgericht Guben._ Die Gräfin als Angeklagte. Aus der gestrige« Verhandlung gegen die Gräfin Finkler von Treuberg war nur von Interesse, daß die Behörden nicht in der Lage sind, die Prinzessin zu Dsenberg-Büdingen zu finden. Der Vorsitzende ließ protokollieren, daß die Ladung bezw. Vor- führung der Prinzessin zu Nsenburg-Büdingen nicht durchführbar sei. Eine ordnungsgemäße Ladung liegt noch nicht vor, denn eine Zustellungsurkunde ist nicht vorhanden. Die Prinzessin hat seiner- zeit auf die erste Ladung den Wunsch schriftlich ausgedrückt, in München vernommen zu werden; seitdem hat ihr eine Ladung nicht zugestellt werden können.— Rechtsanwalt Bahn glaubt, daß man sich doch hiermit nicht begnügen könne. Die Prinzessin lese doch Zeitungen, sie wisse also, daß sie hier als Zeugin erscheinen solle, so bestehe doch der Verdacht, daß sie mit Absicht latitiere. Es müßte doch der Versuch gemacht werden, die Zeugin zwangsweise vorzu- führen. Eine Prinzessin pflege doch nicht spurlos zu verschwinden und der Kriminalpolizei würde eS nicht schwer fallen, ihren Auf- enthalt zu ermitteln. Die Polizei sei doch sonst sehr findig, sie habe doch erst kürzlich den trefflichen Schauspieler Schildkraut» der zu einem Termin nicht erschienen war, in Haft genommen. Staats- anwaltsassessor Rusche erklärte, daß unter den obwaltenden Um- ständen zwei Fälle, in denen das Zeugnis der Prinzessin zu Nsc»- burg-Büdingen ersorderlich erscheine, abgetrennt werden müßten. Das sei auch nicht so schlimm, denn eS schweben schon wieder drei neue Verfahren gegen die Angeklagte wegen Pfandbruchs usw., die dann damit verbunden werden könnten. Eigenartig, daß die Behörden Deutschlands sich außerstande zeigen, den Aufenthalt einer Prinzessin zu entdecken. Sie ist doch keine Mörderin._ Hungerstreik? Mit dem Hungerstreik des Animierbankiers Kärger, welcher bekanntlich seit 21 Tagen in dem Moabiter Untersuchungsgefängnis jede Nahrungsaufnahme verweigert, soll eS, wie uns mitgeteilt wird, eine recht eigenartige Bewandtnis haben. Es wird mit aller Besttmmtheit die Vermutung ausgesprochen, daß Kärger von un- bekannter Seite heimlich mit Nahrungsmitteln versehen wird und der ganze Hungerstreik eine geschickt eingeleitete Komödie sei, mit dem Endzweck, die Haftentlassung bezw. die Aussetzung der Straf- verbüßung zu erreichen. Hierfür spricht, daß Kärger, wenn er sich unbeobachtet glaubt, in seiner Zelle vergnügt und lustig ist und erst bei einer bevorstehenden ärztlichen Untersuchung zusammen- bricht. Auch der körperliche Befund, die Prüfung der Herztätigkeit u. a. deutet darauf hin, daß K. Nahrungsmittel zu sich nehmen muß. Derartige Fälle von Hungerstreik in Gefängnissen sind durchaus nichts seltenes und die in diesen Fällen von den Gerichtsärzten festgestellten körperlichen Erscheinungen unterscheiden sich von den bei Kärger konstatierten in ganz erheblicher Weise. Voraussichtlich wird, um allen Eventualitäten aus dem Wege zu gehen, die künst- liche Ernährung heute eingeleitet werden. Allgemeine Spar- und Kreditbank. Gestern begann wieder vor der 1. Strafkammer des Land- gerichts l einer der jetzt überhandnehmenden Daucrprozesse. Die auf Betrug lautende Anklage richtet sich gegen den Kaufmann Sieg- fried Rosenbaum, den Kaufmann Philipp Eißcndeiß, den Kaufmann Karl Rudolf Kaiser und den Dentist Willi Goldstein. Es handelt sich um die Geschäfte der Allgemeinen Spar- und Kreditbank. Diese wurde als Genossenschaft mit beschränkter Haf- tung am 31. Januar 1911 in das Genossenschaftsregister des Amts- gerichts Berlin-Mitte eingetragen. Die ersten Mitglieder des Vor- standes waren die Angeklagten Rosenbaum und Eißenbriß. Rosen- bäum behielt dieses Amt während der gesamten Dauer der Ge- schäftsführung der Bank, während Eißenbeitz Anfangs Juli wieder ausschied. An seine Stelle traten in kurzen Zwischenräumen ver- schiedene Personen; seit Mitte März 1912 war der Angeklagte Kaiser Mitglied deS Vorstandes. Vorsitzender des Aufsichtsratcs war bis zu seinem auf Veranlassung des Eißenbeiß erfolgten Aus- schluß aus der Genossenschaft der Angeklagte Goldstein. Am 17. Ok- tober 1912 wurde der Konkurs über die Genossenschaft eröffnet. Die Zahl der Genossen betrug zu dieser Zeit 886. Nach 1 des Statuts hatte die Allgemeine Spar- und Kreditbank folgenden Zweck: Betrieb von Bankgeschäften, insbesondere durch Gewährung von Darlehen au Mitglieder und NichtMitglieder, sowie Annahme und Verzinsung von Spareinlagen der Mitglieder. Die Anklage behauptet, daß es den Angeklagten, die sie als die Verantwortlichen für den Geschäftsbetrieb ansieht, gar nicht auf die Erfüllung diefes Zweckes angekommen sei, daß die Bank es vielmehr lediglich darauf abgesehen gehabt habe, möglichst viel Genossen anzulocken unter dem Vorgeben, ihnen Darlehen zu gewähren, ohne hierzu imstande und willens zu sein. Die so gewonnenen Genossen mußten Vor- schüsse und Eintrittsgelder, den Geschäftsanteil usw. zahlen und lourdcn auf lange Zeit an die Genossenschaft gebunden, wie die Anklage meint, nur zu dem Zweck, für die Vorstands- und Auf- sichtsratsmitglieder aus den eingezahlten Kapitalien hohe GeHalter und Einnahmen zahlen zu können. Mit Ausnahme des Eißenbeiß soll keiner der Auaeilagten irgendwelche Fachkenntnis für die Leitung einer solchen Genossen- schaft besessen haben und auch keiner im� Besitze von hinreichenden Geldmitteln gewesen sein. Für die Genossenschaft wurde durch eine ausgiebige Reklame und durch zahlreiche Agenten, die über das ganze Reich verbreitet waren, geworben. Nach den Feststellungen der Anklagebehörde erhielt die Genossenschaft insgesamt etwa 1600 Tarlehnsanträgc. Von diesen wurden nur 56 bewilligt, von letzteren soll ein großer Teil an die Mitglieder des AuffichtsrateS, des Vor- standes und an diesem nahestehende Personen gezahlt worden sein. Alle anderen, also mehr als 1500 DarlehnSgesuche sollen ohne fach- liche Prüfung abgelehnt, die Antragsteller sollen lange Zeit ohne jede Nachricht gelassen und wenn sie sich schließlich selbst in die Räume der Bank begaben, mit allerlei Redensarten abgespeist wor- den sein. Den Angeschuldigten ist es nach dem erstatteten Gutachten gelungen, von den Genossen bare Einzahlungen auf den Geschäfts- anteil in Höhe von 19 966 M. zu erzielen, während sie zur Zeit des Bestandes der Genossenschaft darauf noch insgesamt 68 081 M. schulden. Die den Genossen bisher entstandenen Gerichtskosten sollen sich auf mindestens 3485 M. belaufen, so daß die Vermögens- beschädigung sämtlicher Genossen sich auf zirka 91 500 M. stellt. Die Angeklagten bestreiten sämtlich ihre Schuld. Da die J!ln- zahl der Zeugen über hundert beträgt, von denen etwa die Hälfte kommissarisch vernommen ist, wird die Verhandlung 14 Tage bis 3 Wochen dauern. Das Ergebnis werden wir unseren Lesern mit- teilen._ Zum polizeilich bestellten Einbruch. Zu dem gegen den Kriminalschutzmann Boß ergangenen Urteil wird uns mitgeteilt, daß der Angeklagte nicht wegen„einfacher Körperverletzung im Amte", sondern wegen„schwerer Körperverletzung mittels einer Waffe" verurteilt worden ist. Der als Spitzel verwendete Ponkowski soll noch nicht vorbestraft sein. Die Polizei soll ihn zum Spitzel ausersehen haben, nachdem sie ihn aus Anlaß von Untersuchungen wegen Verfehlung gegen § 175 Str.G.B. kennen gelernt hatte. Weshalb ist gegen Hesse und Voß Anklage wegen Ansttstung zum Diebstahl und wissentlich falscher Anzeige noch nicht erhoben? Vom Reichsgericht freigesprochen. Das Schwurgericht Essen a. R. hat am 9. Juni drei Ange- klagte wegen Straßenraubes verurteilt, und zwar einen gewissen Lertens zu einem Jahre sechs Monaten Gefängnis, und die Für- sorgezöglinge Bonarel und Ebbers zu acht bzw. fünf Monaten Ge- fängnis. Die Angeklagten haben, wie durch den Geschworenenspruch festgestellt ist, in der Nacht zum 9. März zu Bottrop, Kreis Reck- linghausen. gemeinschaftlich dem Bergmann Rebinski verschiedene Gegenstände geraubt. Die Angeklagten B. und E. waren �ur Zeit der Tat noch nicht IL Jahre alt. Die Geschworenen hatten in ihrem ersten Spruche die beiden Angeklagten des Raubes schuldig ge- sprachen, dann die Frage, ob sie die zur Erkenntnis der Strafbar- keit ihres Tuns erforderliche Einsicht besessen haben, verneint, und schließlich noch die Frage nach mildernden Umständen bejaht. Das Gericht hielt diesen Spruch für widerspruchsvoll, da die Zubilligung mildernder Umstände darauf schließen lasse, daß die Geschworenen die Handlungsweise der Angeklagten für strafbar gehalten haben. Es wurde deshalb das Berichtigungsvcrfahren eingeleitet. Die Geschworenen mußten ihren Spruch nochmals beraten. Sie an- dcrten ihn insoweit ab, als sie nunmehr die Frage nach der Ein- ficht bejahten. Darauf erging dann das erwähnte Urteil. Gegen dieses hatte nur der Vater des Angeklagten Ebbcrs als gesetzlicher Vertreter Revision eingelegt, die am Freitag das Reichsgericht beschäftigte. Dies hielt die Beschwerde für begründet, hob das Urteil auf und sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Die Voraussetzungen für ein Berichtigungsverfahren, hieß eS in den Gründen, lagen nicht vor und das Schwurgericht hat zu Unrecht den ersten Geschworenenspruch für unklar erklärt. Die Frage, ob der Angeklagte die erforderliche Einsicht gehabt habe, war in un- zweideutiger Weise verneint worden; dem gegenüber war es ganz gleichgültig, ob hinterher von den Geschworenen erklärt wurde, daß dein Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen seien. Bei dem festgestellten Mangel der Einsicht mußte der Angeklagte frei» gesprochen werden._ Versammlungen. Generalversammlung der Gips- und Zementbranchr. Höhn« gab den Geschäftsbericht für das dritte Quartal und führte dazu auS: Es sind in der Berichtszeit zwei Tatsachen besonders hervor- zuhcben, die zunehmende Wirtschaftskrise und die Lohnbewegung der GipSbranchc. Ueber den Umfang der Arbeitslosigkeit gab der Referent folgende Zahlen, wobei die Hilfsarbeiter nicht be- rücksichtigt sind. Von 1033 bei der Zählung erfaßten Arbeiter standen 628 in Arbeit, 405 waren arbeitslos. Von den Ar- beitslosen waren 1 bis 5 Wochen 207, 5 bis 10 Wochen 54, über 10 Wochen 52 ohne Beschäftigung. Aber auch von denen, die in Arbeit standen, waren im Verlauf des JahreS 295 bis zu fünf Wochen, 108 bis 10 Wochen, 37 bis 15 Wochen und 25 bis 20 und mehr Wochen beschäftigungslos gewesen.— Redner gab dann weiter einen Rückblick über den Verlauf der Lohnbewegung in der Gips- baubranche. Eine Debatte fand nicht statt und es gab nun Kollege L e m m den Bericht vom außerordentlichen Verbandstag und der dort beschlossenen Arbeitslosenunterstützung. Er skizzierte die Eni- Wickelungsphasen dieser Neuerung und erläuterte etwas eingehen- der die einzelnen der für die Unterstützung geltenden Bestimmun- gen. In der Diskussion darüber wurden zwar einige Stimmen der Unzufriedenheit laut, konnten aber vom Referenten im Schluß- wort mit Leichtigkeit beschwichtigt werden. Marktpreise von Berlin am 6. Dezember 1913, narb Ermittelungen des tgl. Volizelvräsidiums. Mals(mixed), gute Sorte 00,00—00,00, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00-00,00. Mais(runder), gute Sorte 14,70—15,00. Richlftroh 0,00. Heu 6.00-7,20. M a r l l d a I i e n v r« i I e. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Sveisebobnen. weiße 85,00—60,00. Linien 36,00—80,00. Kartoffeln(Kleinbdl.) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindflciich. Bauchfleilch 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,40—3,00. Kalbileiich 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40, Butter 2,40—3,00. 60®tütf Eier 4.60—7,20. 1 Kilogramm Kardien 1,00—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1.40—3,20. Hechle 1.20—2,40. Barsche 1,00—2,00. Zlbl«" 1,60—3.20. Bleie 0.80—1.40 60 Stück Kreb'e 1,00—24.00. Eine hochinteressante Weltreise sür nur 13 Ps. die Woche. Was regt den Geist von neuem an, bringt Frohsinn und Schaffens- fteude wieder__ y Reiselust und Reisen! Wir wollen erfahren, wie die Welt m Wirkliibkeit mit all dem Reichtum ihrer NatmschonheiUn aus- sieht, und wie die Menichen daraus leben. Wer Zell und Geld hat, der . � und sollen sie es sich ver- etrofl die Weltreise an und Gebräuche der verschiedene» teure Ausrüstungen und Reift- 0" KOIUr, 0« »"rtWnnQ** tf/nt Setfthesihwttia eider kennen. Er Woche durch unsere der Reise besser solgen Lieferungen einen großen Universal-Handatlas gratis. Derselbe enthält über 820 Voll- und Nebenkarten. Sobald Sie den Bestellschein ausgefüllt und eingesandt haben, wird die Reise angetreten. Bestellschein.>«'- An die Expedition von„Durch alle Welt-, Berlin-Schöneberg. Am Park 11. 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Je inehr die Schar der Arbeitslosen anschwillt, desto flotter geht das Geschäft jener Leute, die aus der Arbeilsiuche anderer ihren Nutzen zu ziehen verstehen. Man blicke in die Anzeigenspalten des „Lokalanzeigers der„Morgenpost" und ähnlicher Jnseratenblätter, und man wird mit Staunen bemerken, was alles denen, die in Zeiten der Not nach sogenanntem Neben- erwerb und Gelegenheitsverdienst ausschauen, verheißungsvoll an- geboten wird. Wer als Arbeits- und Erwerbsloser seine Er- fabrungen auf diesem Gebiet gesammelt hat, der kann davon er- zählen, was für Menschenfreunde nur zu oft hinter solchen Annoncen stecken. Ein besonderes Kapitel sind die Annoncen, die dem Erwerb- suchenden zunächst nur Unterricht in irgendeiner dem Ur- kundigen leicht erlernbar scheinenden Handarbeit anbieten, aber zu- gleich darauf hinweisen, daß man mit solcher Arbeit ein hübsches Stück Geld verdienen könne. Annoncen dieser Art rechnen meist auf Frauen, die im eigenen Heim bleiben wollexl und neben der Bc- sorgung ihrer Wirtschaft und der Pflege ihrer Kinder eine Brot schaffende Beschäftigung treiben möchten, wozu namentlich bei ein- tretender Arbeitslosigkeit des Ehemannes viele Frauen sich genötigt sehen. Da werden manchmal aus letzten Ersparnissen, die als Not- groschen dienen sollten. 5 oder 10 M. und vielleicht auch 20 M. als Lehrgeld hingegeben, weitere 5 oder 10 M. für Arbeitsmaterial oder Handwerkszeug hinterher geworfen— und dann heißt es:„Run geh' und such' dir Arbeit!" All' die schönen Hoffnungen, die der lernlusligen Frau aus der Annonce zu winken schienen, sinken jetzt raich zusammen, und statt der lohnenden Heimarbeit und der sicheren Existenz findet so manche„Ausgelernte" überall nur Abweisungen, weil selten einer die auf diese Weise„ausgebildeten" Anfängerinnen verlangt und überdies sogar von den eingeübten Arbeilerinnen viele bei dem herrschenden Arbeitsmangel vergeblich nach Arbeit suchen. Am besten rentiert das Geschäft der„Anlernung" von Heim- orbeilerinnen dann, wenn man den lernlustigen Frauen, die auf die Annoncen hin sich melden, zugleich sagen kann, daß man auch selber Arbeit zu vergeben hat. Da wird einem das Haus nicht leer von Frauen, die in der frohen Erwartung, nach beendeter Lehre zu allererst hier die geboffle Arbeil zu finden, für die Lehre iowie für Arbeitsmaterial uno Handwerkszeug ihre Notgroschen opfern. In dieser angenehmen Lage befindet sich z. B. eine Frau HeerS, wohnhaft Blumenstraße 71, die schon seit langer Zeit vom Unterricht in Zigaretten macherei sich recht behag- lich nährt und dank dem flotten Betrieb dieses Geschäftes sich ohne besondere Mühe vielleicht ein Vermögen erwerben kann. Annoncen der„Morgenposr" und des„Lokal-Anzergers", die immer wieder Frauen und Mädchen sür Heers verlangen, reden von gutem Verdienst, wie z. B. diese: „Zigarelten-Lehrmädchen und Frauen verlangt Heers, Blumen- straße 71. an der Markusstraße, vorn parterre rechts. Wochen- verdienst 30.—. Heimarbeit." Wer auf solche oder ähnliche Annoncen sich meldet, kann von Frau Heers die erfreuliche Auskunft erhalten, daß auch sie Heim- arbeit gibt. Dem Unterrichtsbetrieb dieser Frau Heers haben wir schon vor zwei Jahren eine längere Betrachtung gewidmet, aber wir müssen das jetzt aufs neue tun, weil erneute Klagen von Frauen, die es bei ihr probiert haben, an uns gelangt sind. Frau Heers forderte fünf Mark Lehrgeld, die im voraus zu bezahlen waren, und auf Befiagcn versicherte sie, daß sie Arbeit geben«verde. Auf der Ouiltung laS man den Vermerk, daß sie sich Aenderungen der Unterrichtsstunden vorbehalte. Zunächst bestimmte sie für den Unterricht den Nachmittag, was einer Hausfrau wohl immer erwünscht sein wird. Bier. fünf, sechs Frauen, die jede ihre fünf Mark gezahlt hatten, saßen täglich zwei Stunden in einem Raum der Heersschen Wohnung beisammen und mußten zunächst mit einem bißchen Seldenpapier und einer Prise Zigarettentabak den von Frau Heers gezeigten Handgriff des Zigarettenwickelns un- ausgeieyt wiederholen. Nach einigen Tage» wurde plötzlich der Unterricht auf den Vormittag verleg«, was den meisten Hausfrauen begreifltchcrweiie sehr unbcquem sein nmß. Im Hinblick auf die Vorausbezahlung des Lehrgeldes und aus jenen der Ouiltung bei- gefügten Vermerk blieb den Schülerinnen nur übnig, sich die Aenderung gefallen zu lassen. Durch Bereithaltung der Nach- Mittagsstunden konnte dann Frau Heers die inzwischen neu gemeldeten Scbülerinnen erfreuen, aber auch diese sind später vermutlich genötigt lvorden, einem erneuten Nachschub zu weichen. Im Vormittagsunterricht blühte den Frauen, auf deren Angaben wir uns hier stützen, noch eine andere lieber- raschung. nämlich die Forderung, für das bei der Erlernung weiterer Fertigkeit erforderliche Material sz. B. Tabak. Papier, Hülsen) nebst einigem Werkzeug(ein paar Stäbchen und Nödrchcn) nochmals zu berappen. Das Vergnügen kostete den Frauen ungefähr noch fünf Mark pro Perion, aber auch hiermit war es nicht genug, sondern Frau Heers empfahl noch eine beiondere Scheie als unentbehrlich. Sie veikauste diese mit 3 M. pro Stück, während dieselbe Schere in Geschäften schon sür 1.30 M. zu haben ist. Das oben erwähnte Arbeitsmaterial samt kleinem Handwerkszeug wird von Kennern sehr weit unter b Mark laxiert: eS sei, sagt man uns, schon mit SO bis 7ö Pfennig reichlich bezahlt. Als die Lehre beendet war, fragten die Frauen, wie es denn nun mit Arbeit wäre.„Die können Sie kriegen!" beruhigte sie Frau Heers. Am üblichen Lieierlage, wo auch die neue Arbeit ausgegeben wurde, überreichte sie das Material für zunächst 100 Z i g a r e l t e n und setzte dafür einen Lohn von 20 Pfennig fest. Geliefert werden durste erst innerhalb einer Woche, am nächsten Lieierlage, so daß der Wochenvcrdienst sich einst- weilen auf wohlgezählte 20 Pfennig beiief. 20 Pfennig pro Woche, das paßte schlecht zu dem erhofften Wochenverdienst von„30 Mark"! Auf eine vorgebrachte Klage antwortete Frau Heers mit der Frage, ob sie sich vielleicht sogleich eine Menge Material verderben lassen solle. Aus dieser Besorgnis erklärt sich wohl die Langsamkeit des Tempos, in dem sie die Arbeitsmenge steigerte, lins wird von Fällen erzählt, wo noch nach mehreren Wochen nicht mehr als 300 Zigaretten gegeben wurden, sür die der Arbeitslohn 60 Pf. betrug. Wie lange muß man bei Frau HeerS Zigareltenarbeilerin sein, wenn man's auf„30 Mark Wochenve, dienst" bringe» will? Sachkenner wissen, daß solche Beträge nur nach langer Ueburrg von geschicktesten Zigaretten- arbeilern verdient werden. Aber aus den Annoncen von Heers ziehen Unkundige den Schluß, daß sie vielleicht schon bald einen ähnlichen Verdienst haben können. Diejenigen, denen nachher mit den 100 oder-!00 oder 300 Zigaretten pro Woche die Sacke zu lange dauert, müssen sehen, daß sie anderswo Arbeit kriegen. Da wird Platz für Nachfolgerinnen, die aus die immer wiederkehrenden Annoncen sich melden und nach Beendigung ihrer Lehre natürlich gleichfalls Arbeit von Frau HeerS erwarten. te Jonnirts" Wenn all die vielen Frauen und Mädchen, die der Frau Heers ihre ö und 10 M. und mehr opfern, nachher bei ihr bleiben wollten, bis sie es mal aus„30 M. Wochenverdienst" bringen I Dann müßte Frau Heers ja eine Zigarettensabrikation von geradezu riesigem Umfang unterhalten, lim Tausenden von Arbeiterinnen eine Erwerbs- gelegenheit bieten zu können. Ach nein, von dieser Art ist das Ge- schüft der Frau Heers nicht. Ihr Geschäft bietet vor allem ihr eine Erwerbsgelegenheit, ih r schafft es einen sicheren Verdrenst und einen um so reichlicheren, je mehr die Arbeitslosigkeit um sich greift und ihr die Erwerbsuchenden zutreibt. S i e kann Reichtümer einsacken, sie sammelt den fast ohne jede Mühe und mit geringen Unkosten erworbenen Gewinn, die arbeitverlangenden Frauen aber, denen der Wochenverdienst von 30 Mark vorschwebt, sollen sich die Zeit nicht lang werden lasten. Was ist's, das solchen Existenzen ihr Gewerbe erleichtert? Die Jnseratenblätter der Scherl. Ullstein und Konsorten, der „Lokal-Anzeiger", die„Morgenpost" usw., sind ihnen ein willkommener Tummelplatz, auf dem für sie waS zu holen ist._ Gute und billige Cbeatervoritellungen. Der Bezirksbildungsausschuß hat folgende Theatervorstellungen belegt: Tonnerstag, den 2ä. Dezember 1913, Herrnfeld-Theatcr: Familie Jelicke. Schauspiel von Holz und Schlaf. Donnerstag, den 1. Januar 1911, Herrnfeld-Theater: Hinterm Zaun. Lustspiel von Rößler. Wir empfehlen dem Berliner Proletariat den Besuch der Vorstellungen. Die ausgewählten Stücke sind für die organi- sierte Arbeiterschaft von großem Interesse; ganz besonders gilt das sür das an erster Stelle genannte Schauspiel. Die„Familie Selicke", eines der besten naturalistischen Stücke, bietet die düstere, aber wirklichkeitsechte Darstellung eines trostlos zerrütteten Familienlebens. Das Schauspiel ist ein mit packender Treue gegebener Ausschnitt aus dem Leben der Armen, der uns in einem Einzelbilde das tragische Geschick großer Massen zeigt, die noch immer in den Mietshäusern der Industriestädte ein sonnenloses Dasein führen. Es erschien im April 1890 zum ersten Male auf der Bühne. Auch die Komödie„Hinterm Zaun" ist von keinem Un- bekannten: Karl Rößler ist der erfolgreiche Verfasser der„Fünf Frankfurter". Die Komödie ist das Jfikrk eines Mannes, der in wechselvoll beivegtem Leben viel Schwere?, viel herbe Ent- täuschungen gekostet hat, dessen Lachen resigniert und bitter spöttisch klingt. Diese Bitterkeit, der respektlos zerreißende Hohn mag es zum Teil erklären, daß die öffentlichen Bühnen der Arbeit gegenüber, die in der farbigen Schilderung derMisere und Sitten wandernden Schau- spielervolkes das Gepräge frappanter naturalistischer Echtheit träat, sich so zurückhaltend benommen haben, sie, die sonst bereit sind, es auch mit der seichtesten Schwankivare zu Versuchen. Um so wärmer ist es zu begrüßen, daß die „Freie Volksbühne" das eigenartige Stück in ihr Repertoire aufgenommen hat und es durch Sondervorstellungen auch NichtMitgliedern zugänglich macht. An die sozialen Bilder des ersten Altes schließt sich in den beiden folgenden eine gewisse Karrieremacher-Typen der Schauspieler- zunst witzig-amüsant verspottende Satire. Der Preis des Platzes beträgt im Herrnfeld- Theater 1,10 Mark einschließlich Garderoben- gebühr und Theaterzettel. Die Besucher kaufen zunächst Gutscheine und entnehmen vor Beginn der Vor- stellung im Theater gegen Vorzeigung des Gutscheins das Originalbillctt einer Urne. Beginn der Vorstellungen 3 Uhr nachmittags. Der Verkauf der Karten erfolgt in fol- genden Stellen: Bureau des 6. Wahlkreises. Gericht- straße 71, von 9 bis 1 und 5 bis 7 Uhr. Restauration Paersch, Oldenburger Str. 10, Restauration Dieselcr, Brunnenstr. 115. Bureau des Holzarbeiterverbandes, Rungestr. 30, 9 bis 1 und 5 bis 7 Uhr. Bureau des 1. Wahlkreises, Stralauer Platz 10/11, 9 bis 1 und 5 bis 7 Uhr. Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15. Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 2, Hof 1, von 9 bis 5 Uhr, Sonnabends von 9 bis 1 und 5 bis 7 Uhr, In der letztgenannten Verkaufsstelle ist außerdem noch eine geringe Anzahl Karten für die Vorstellung:„Die lustigen Weiber von Windsor" am 11. De- z e m b e r, nachmittags 3 Uhr, im Deutschen Opernhaus zu haben. Preis 1 ,30 M. Der Bezirksbildungsausschuß Groß Berlin. Partei- Kngelegendeiten. Zweiter Kreis. Die O.Abteilung hält am Mittwoch bei Habel, Bergmannstraße, einen gcmeinswaftltchen Zahlabcnd ab, in dem Genosse Wermulh einen Vortrag halten wird. Fünfter Wahlkreis(Abteilung Is). Morgen, Mittwoch, den 10. Dezemder, abends 8 Uhr. findet für die Abteilung la in den „Unions-Festiälcn", Greifswalder Str. 222, der gemeinsame Zahl- abend stall. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Eugen Brückner über„die Tätigkeit der sozialdemokratischen Sladlvcrordnctenfrakliou". Bericht deS Vorstandes und Verschiedenes. 5. Kreis, 3. Abteilung. Mittwoch, den 10. Dezember, abends 8Vz Uhr, hei Konzack, Keidctsir. 30: Gemeinsamer Zahlabend. Vor- trag des Genossen Redaltcur Karl Leid. Köpenick. Heule Dienstag, abends 8'/., Uhr, im Stadttheater: Große öffentliche Veriämmlung. Tagesordnung: Militäranarchie statt Veriossungsrecht,— Morgen Mittwoch findet anstatt der Zahl- abende eine Wahlvereinsversammlung im Stadttheater(kleiner Saal) abends 8 Uhr statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wolter über:„Der Wert guter Jugendschrtiten für das Proletarial". 2. Diskussion. 3. Bericht des Kassierers vom dritten Quartal. 1. Bericht von der Vcrbandsgeneralversammlung. ö. Bericht von der Vorsitzendenkouferenz. 6. Verschiedenes. Mnricndorf-Tcmpclhof. Heute Dienstag den 9. Dezember, abends 8 Uhr, im Geiellichatlshaus von Laas. Chansseestr. 30S: Oeffentliche Versammlung. Tagesort nimg:„M ililäranarchie statt V e r- f a s s u n g s r e ch r". Rerereiit: Genosse Bartels(Paiteivorstand). Adlershof. Heute Dienstag, abends 7 Uhr, wichtige Flugblatt- Verbreitung von bekannter Stelle aus. N cdcrschöncwcide. Heute Dienstag, abends 8'/z Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokale„Loreley", Berliner Str. 101. Tages- lljjllldJJ, Dnstllg. 9. Dezember l9l3. ordnung: Vortrag des Genossen Fritz Zubeil über:„Tie Ar« beiterschaft in der wirtschaftlichen Krise". Britz. Heute Dienstag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr, im Lokal von Raddatz, Chausseestr. 39: Oeffentliche B e r s a m m« l u n g. Tagesordnung:„Militäranarchie statt Ver« f a f f u n g s r e ch t Referent: Redakteur Genosse Hugo P ö tz s ch. Tempclhof. Die Genossen werden gebeten, sich an der Ver- sammlung der Mariendorfer Genossen in Laas' Gesellschaftshalls, Mariendorf, Chausseestr. 30ö, zahlreich zu beteiligen. Lankwitz. Mittwocb, de» 10. Dezember, im Lokale von Schulz, Mühlenstr. 21: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Maricnfclde. Morgen, Mittwoch, abends 8Vz Uhr: Mitglieder« Versammlung des Wahlvereins bei Schuster, 5Urchstraße. Johannisthal. Die Genossen treffen sich heute abend 7l/o Uhr im„Lindenbos" zum gemeinsamen Besuch der Prolestversammlung in Niederschöneweide, Restaurant„Loreley". Erkner. Mittwoch, den 10. Dezember, abends SVa Uhr, bei Grund, Friedrlchstr. 21: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Fricdrichshagcn. Mittwoch, den 10. Dezember, abends S'/� Uhr, in Lerwes Festsälen, Friedrichstr. 112: Gemeinsamer Zahl» abend. Aus der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen Wilhelm Düwell über„Fragen des Massenstreiks". Bohnsdorf. Mittwoch, den 10. Dezember, abends S'/a Uhr: Mitgliederversammlung im Restanrant„Falkenruh"(Villa Kahl). Potsdam. Heute Dienstag, abends O'/z Uhr, im Friedrichsgarten: Protestvcrsammlung gegen die Säbcldiklälur in Elsaß-Lothringen. Referent: Neichstagsabgeordneler P e i r o t e s. JBerUmr IXacbricbten. Ist noch jemand ohne Fahrschein? Diese Frage der Schaffner der Großen Berliner Straßenbahn an das fahrende Publikum hört man alle Augen- blicke. Sie klingt wie eine Mahnung, unter allen Umständen das Fahrgeld zu bezahlen. Daß man diese Frage so oft hört, hat seinen Grund in der Verpflichtung der Schaffner, nach jeder zweiten und dritten Haltestelle die Frage zu stellen. Ob- wohl jeder Fahrgast laut der im Innern des Wagens aus- hängenden polizeilichen Verfügung wissen sollte, daß das Fahrgeld ohne Aufforderung des Schaffners entrichtet werden muß, denkt ein Teil der Fahrlustigen gar nicht an die Un- annehmlichkeiten, welche deni Schaffner erwachsen, wenn bei der Kontrolle des Wagens durch Aufsichtsbeamte festgestellt wird, daß ein oder gar zwei Fahrgäste ohne Fahrschein an- getroffen werden. Ob jemand einen Fahrschein bekommen und denselben bei der Kontrolle nicht finden kann, oder über- Haupt noch keinen Schein erhalten hat, iinmer wird der Schaffner verantwortlich geinacht. Der Schaffner wird sogar wegen der Fahrlässigkeit einzelner Fahrgäste mit einein Ver- weis oder bei nicht erfolgter Fahrscheinabgabe mit 25 bis 59 Pfennig bestraft. Wie hart den Schaffner, der das sonder- bare Pech hat, des öfteren solche nachlassige Fahrgäste im Wagen zu haben, die Strafen treffen— in manchen Fallen er- folgt sogar Entlassuitp der Bediensteten— mag sich ein jeder denkende Fahrgast selbst ausmalen. Die Aufsichtsbeaniten bekommen obendrein für jede der- artige Fahrschcinmeldung 2 Pfennig Belohnung, die bei b.e- sonders forschen Kontrolleuren im Monat bis zu 8 Mark aus- machen. Es ist deshalb zu verstehen, daß die Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn unter diesen schikanösen Strafsystem seufzen. An das fahrende Publikum dürfte dieser Hinweis genügen, mehr wie bisher der Millionengesellschaft keine Gelegenheit zu geben, sich an den Angestellten, die an sich schon gerade genügend der Prellbock für alle Vorkomm» nisse im Betriebe sind, zu rächen. (vlcichlcgung der Ferien. Tie Gleichlegung der Ferien der Gemeindeschtcken mit denen der höheren Lehranstalten ist von uns wiederholt verlangt ivordcn. Jetzt ist dieser Forderung Rechnung getragen lvorden. Die Ferienordnung, welche schon mit den nächsten Osterferien(April k. I.) in Kraft treten soll, bestimmt im einzelnen folgendes: In den Volks-, mittleren und höheren Schulen(einschließlich der Lehrerbildungsanstalten) wird die Gesamtdauer der Ferien im Jah>re 80 Tage betragen(wobei natürlich die in die Ferien fallenden Sonn- und Feiertage mitgerechnet sind). Der Schulunterricht fällt außerdem, wie bisher, an den anerkannten Festtagen fort; sonstige schulfreie Tage sind im allgemeinen auf die Ferien anzurechnen, in besonderen Fällen entscheidet darüber die Schulaussichtsbehördc. Für alle Orte, an denen sich höhere Schulen, Seminare usw. befinden, hat der Ober- Präsident die Lage und Dauer der einzelnen Ferienabschnitte für die ganze Provinz einheitlich festzusetzen; der auf einen Sonn- oder Feiertag folgende Wochentag soll dabei vom Unterricht freibleiben: für die übrigen Orte regelt die zuständige Regierung die Schul- ferien. Die Dauer der S o m m c r- und H e r b st f e r i c n ergibt sich durch Abzug der für Ostern, Pfingsten und Weih- nackten festgesetzten Fericntage von den insgesamt gewährten 80 Ferientagen; bei ihrer Berteünng soll auf die Wirt- schaftlichen Verhältnisse der Bevölkerung möglichst Rücksicht genommen werden. Die Sommer- und Herbstserien können daher in ländlichen Bezirken nach wie vor verschieden geregelt werden. Sollte in Einzelfällen eine Verlängerung der Gesamtseriendauer gewünscht werden, jo behält sich der Kultus mini st er darüber die Entscheidung vor. Besondere Ferientage, wie Paradeferiar, Einzugsfcrien und ähnliche Ferientage scheinen bei der Festsetzung außer Ansatz zu kommen._ Volkskonzerte des Philharmonischen Orchesters! Am 30. Dezember d. I. und am 2. Januar n. I. findet je ein Konzert des Pdicharmonischen Orchesters statt. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Billetts sind zu haben im Bureau der Gcwerkschaftskommission. Zimmer 13, Wochen- täglich von 9 bis 1 Uhr vormittags und nachmittags von 1 bis Vys Uhr, außer Sonnabends nachmittags, sowie in der Zigarrenhandlung von Horsch, Engelufer 15. Dort sind auch bereits Billetts zu späteren Konzerten des- selben Orchesters, die am 6., 9. und 11. April stattfinden, zu haben. Es wird erwünscht, frühzeitig Billetts zu entnehmen, da später der Andrang zu groß ist. An: 30. Dezember wird gespielt Sinfonie Nr. 3 A-moll(Schottisch), Septett Es-dur, der Venustanz, Bachanale aus„Tannhäuser". Ouvertüre aus„Rienzi": der 2. Januar ist ein Wagner-Abend. Die Heimstätten der Stadt Berlin hatten im Vtatsjahr 1012(1. April 1912 bis 31. März 1913) in ihrer Gesamtheit ziemlich genau dieselbe Frequenzzifscr wie im Vor- jähre. Sie leisteten aber mehr Verpflegungstage als im Vorjahre, weil im Durchschnitt die Kurdaucr etwas länger ausgedehnt wurde Uaber ihren Betrieb entnehmen wir dem vom Heimstätten- luratorium erstatteten Verwaltungsbericht für 1912, den der Magi- strat soeben veröffentlicht hat, die folgenden Angaben. Alle sieben Heimstätten zusammen verpflegten diesmal 6991 Personen gegen über 5977 im Vorjahre, sie leisteten 196 210 Verpflegungstage gegenüber 191 086 und die durchschnittliche Kurdauer betrug 33,2 Tage gegenüber 32 Tage. Im Jahre 1910 hatte die durchschnittliche Kurdauer noch 38,9 Tage betragen, aber es wurde dann eine Ein schränlung verfügt,. durch die man im Jahre 1911 eine bedeutende und offenbar zu weitgehende Kürzung erreichte. Wird aus der Gesamtzahl der Verpflegten der aus dem Vorjahr übernommene Bestand ausgesondert, so bleiben an Neuaufnahmen 6417 Personen im Jahre 1912, gegenüber 63L4 Personen im Jahre 1911. Im Jahre 1912 wurden aufgenommen im besonderen von der Heim- stätte Blankenburg 292 genesende Frauen, darunter 200 mit ge- schlossener Tuberkulose und 33 Wöchnerinnen, von der Heimstätte Upstall-Blankenburg 989 genesende Personen weiblichen Geschlechts, nämlich 882 Frauen und 107 Mädchen bis zum 12. Jahre hinab, von der Heimstätte Heinersdorf 788 genesende Kinder schulpflich- tigen Alters, davon 126 Knaben bis zum 11. Jahre und 362 Mädchen bis zum 12. Jahre, von der Heimstätte Blankenfelde 181 lungenkranke Frauen, von der Heimstätte Malchow 662 lungen- kranke Personen weiblichen Geschlechts, nämlich 680 Frauen und 72 Mädchen bis zum 8. Jahre hinab, von der Heimstätte Gütergotz 1086 Personen, nämlich 10 zur Erholung überwiesene Pflege- schwestern und 1076 genesende Männer, darunter 176 mit ge- schlossener Tuberkulose, von der Heimstätte Buch 1126 Personen, nämlich 5 zur Erholung Überwieseire Pflegeschwcstern und 1121 lungenkranke Männer. Gegenüber dem Jahre 1911 hat die Zahl der Aufnahmen sich erhöht in Upstall-Blankenburg, Heinersdorf, Gütergotz, Buch, sich verringert in Blankenburg, Blankenfelde, Malchow. Der Verwaltungsbericht hebt hervor, dag die B e- legung der Heimstätten mit Kindern zuge- n o m m e n hat, und bezeichnet die hierbei erreichten Erfolge als erfreulich. Wünschenswert sei«ine allgemeinere Kenntnis dieser Einrichtung, damit sie möglichst vielen Kindern zugute kommen könne. Bestätigte Tisziplinar-Orduungsstrafe. Gegen die Erweiterung des Berliner Asyls für Obdachlose in der Fröbelstrasse war seinerzeit, namentlich wohl von den HauS- bcsitzern der Gegend, eine sogenannte Protestversammlung einbe- rufen worden. Gegen die Erweiterung des Asyls sprach dort auch der Berliner Magistrals-Bureausekrelär Wege. Durch eine Aeusse« rung desselben fühlte sich Herr Jäckel, der Oberinspektor deS AiylS, verletzt. Der Oberbürgermeister von Berlin nahm darauf Herrn Wege in eine Ordnungsstrafe. Er ging davon aus, dass jene Aeusserung gelautet habe:.Die geplante Erweiterung des Asyls ist nur auf den Größenwahn der A n st a l t s l e i t e r zurückzuführen." Die Slrafverfügung führte aus, daß die Aeuherung sowohlfür den An- staltsleiter als auch für den Dezernenten kränkend fei. Nach vergeblicher Beschwerde beim Oberpräsidenlen in Potsdam klagte Wege beim Oberverioaltungsgericht auf Aufhebung der Straf- Verfügung, indem er bestrill, daß die Aeusserung den obigen Sinn gehabt habe. Keineswegs aber hätte er den Ausdruck Grössenwahn mit Bezug auf den Inspektor Jäckel und den Dezernenten ge- braucht. Das Oberverwaltungsgericht ließ eine Anzahl Teilnehmer der Versammlung als Zeugen vernehmen und wies dann die Klage des Herrn Wege mit folgender Begründung ab: Aus den Zeugenauslagen habe das Gericht die Ueberzeugung erlangt, daß die Aeußerung so gefallen sei, wie sie die Strafverfügung wiedergebe. Dann aber sei sie unehrerbietig sowohl dem Inspektor Jäckel als auch dem Dezernenten deS Asyls gegenüber. Somit sei in der unehr- erbietigen Aeußerung, die einen Mangel des notwendigen Respekts in sich schließe, eine Dienstverfehlung zu finden. Aus dem Ausschust des Zweckvcrbandes. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth fand gestern mittag eine Ausschußsitzung des Verbandes Groß-Berlin statt, der auch der Oberpräsidialrat Graf von Roedcrn bei- ivohnte. Genehmigt wurde u. a. die ueue Baufluchtlinie für das Tiergartenviertel. Es handelt sich da hauptsächlich um die Festsetzung von Baufluchtlinien an der Tiergartenstraße. Ferner fand der Bebauungsplan für das ehemalige Gelände der Luisenstädtischen Kirchengemeinde in Neukölln, an der Berg- und Mittelstraße die Zustimmung des Ausschusses. Dort soll, wie beim Aufmarschgelände am Tempelhofer Felde, nur ein Nandbcbauen stattfinden. ohne Seitenflügel und Hintergebäude. Ferner wurde der Bebauungsplan für ein Kleinwohnungsviertel in Nowawes am Rande der könig- lichen Forst in bevorzugter Lage nach eingehender Beratung angenommen. Genehmigt wurde ferner dann der Bebauungs- plan für das südliche Gelände an der Görlitzer Bahn in Adlershof, wo 20—23 000 Seelen angesiedelt werden sollen. Der Bebauungsplan sieht einen großen Vtittel,'portplatz vor. von dem strahlenförmig Alleeil nach dem Rande führeil. Vorn sind zweigcschössige Gebäude, dahinter drei und wester zurück vier- geschössige Gebäude vorgesehen und zwar in der Form von Gruppenhäusern. Außerdem wurde noch ein Bebauungsplan für Zehlendorf genehmigt.__ Die Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften im Gewerkschaftshaus,"verbunden mit einer Ausstellung von Wandschmuck und BeschäfsigungSspielen ist bis einschließlich Sonntag, den 11. Dezember, täglich von 3—9 Uhr geöffnet. Die von der Buchhandlung Vorwärts eingerichtete Verkaufs- stelle ist in der üblichen Geschäftszeit geöffnet. Die Aus- stellung der Juaendschristeil und der Beschäftigungsspiele be- findet sich im Ouergebäude, Saal HI, die Verkaufsstelle des Vorwärts im nebenbei gelegenen Saale II. Im Ausstellungs- räum ist die Wandschmuck-Ausstellnng und die Ausgabe der Schriften zur Bekämpfung der Schundliteratur. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, doch haben 5Under nur in Begleitung von Erwachsenen Zutritt. Es wird dringend gebeten, in den Ausstellungsräumen nicht zu rauchen. Unglück oder Selbstmord'i Durch einen dumpfen Fall wurden in der vergangenen Rächt gegen 2 Uhr Bewohner deS HauseS Ohmstr. 7 aus dem Schlafe ge- Iveckt. Als sie nachsahen, fanden sie den 13 Jahre alten Kutscher Hermann GorgS, der mit seiner Frau und einem erwachsenen Sohn im zweiten Stock deS OuergebäudeS wohnte, besinnungslos auf dem Hofe liegen. Sie weckten die Angehörigen, die mit ihrer Hilfe den Bewußtlosen nach der Hilfswache in der Holzmarktstraße bringen ließen. Hier stellte der Arzt fest, daß er s-von tot war. Ob Gorg.z aus dem Fenster hinausgefallen ist oder Selbstmord verübt hat, ist nicht sicher._ Ein schwerer Zusammenstoß. Gestern nachmittag gegen'/s2 Uhr stieß in der Oranienburger Etraße ein Straßenbahnwagen der Linie Nr. 26, der in der Richtung nach Reinickendorf fuhr, in voller Fahrt mit einem Bierwageu zu kämmen, der nach der Linienstraße einbiegen wollte. Der Zusammen stoß war so heftig, daß der Kutscher vom Bock des Wagens einige Meter weit auf das Straßenpflaster geschleudert wurde und schwer verletzt nach der Rettungswache gebracht werden mußte. Der Vorder Perron des Straßenbahnwagens wurde vollständig zertrümmert einige Insassen des Wagens haben zum Teil einen Ncrvenchok da- vongetragen, zum Teil unerhebliche Verletzungen erlitten. Zum Mord an der Gerhard. Auf Grund der letzten Veröffentlichung in der Zeitung haben sich bei der Mordkommission noch zwei wichtige Zeugen gemeldet. Diese haben angegeben, daß sie die e t ö l e t e Frida Gerhard noch in der Nacht zu Drenstag, den 28. Ol- tober dieses Jahres, am Kottbuser Damm be- ziehungsweise Hobrechtstraße gesehen haben. Bisher halte ihr Verbleib nur bis Montag früh verfolgt werden können. Da feststeht, daß die Gerbard ain Montagmorgen nicht mehr nach ihrer Wohnung in Neukölln zurückgegangen ist, kann an- genommen werden, daß sie für den 28. Oktober eine andere, bisher unbekannte Wohnung verniutlich bei einem anderen Manne, auf- gesucht hat, zumal sie kurz vor ihrem Verschwinden einem Zeugen gegenüber angegeben hat, daß sie für einige Zeit verreise» wolle. Diese neue, bisher unbekannte Wohnung der Gerhard, welche der- mullich südlich der Spree nicht allzu weit vom Wasser entfernt ge- legen ist, ist wahrscheinlich auch der Tatort. Alle Personen, welche bemerkt haben, daß ein Man» in den letzten Tagen des Oktober für ein bis zwei Tage ein Mädchen bei sich aufgenommen bat, welches dann wieder verschwunden ist. wollen sich unverzüglich bei der Kriminalpolizei am Alexanderplatz. Zimmer 37, melden. Ncbcr mangelnde Rcttu»gsv»rrichtungen am Landwehrkanal lvurde kürzlich Klage geführt. Zwischen Oranien- und Waldemarbrücke ins- besondere wurde ein Retlungskahn vermißt. Wir werden gebeten, darauf aufmerksam zu machen, daß sich ein Rettungskahn am Engel- bccken und einer mi der Kreuzung des Kanals durch die Reichen- berger Straße befindet. Nichtsdestoweniger dürfte sich an der von uns angegebenen Stelle die Notwendigkeil von Retlungsvorrichtungen herausstellen, zumal Anwohner wiederholt das Fehlen derselben als eine schwere Unterlassung empfunden haben. Alle Welt dürfte die Einrichtung nicht kosten. Bon einem Geschäftswagen überfahren und schwer verletzt ivurdc gestern nachmittag zwischen 6 und 6 Uhr an oer Kreuzung der Markus- und Langc-Straße der 60 Jahre alte Porträtmaler Zawadsky, Manteuffelstr. 25 wohnhaft. Der Verletzte wurde nach der nahegelegenen Rettungswache in der Holzmarktstraße und von dort nach Anlegung eines Notverbandes nach seiner Wohnung gebracht. Zeugen des Vorfalls, insbesondere solche, welche die Firma an dem Wagenschild gelesen haben, werden ersucht, dem Verletzten ihre Adresse zu übermitteln. Kleine Nachrichten. Mit durchschossener Schläfe wurde gestern vormittag im Humboldthain der 23 Jahre alte Kaufmann Hermann Höver aus der Schwedenstraße aufgefunden. Er hatte sich mit einem Mädchen verlobt, das ihm jetzt den Abichiedsbiief schrieb.— Während eine« Handgemenges warfen einige Männer den mit ihnen bekannten Packer Karl Meyer in der Uferstraße in die Panke, aus der ihn Passanten wieder herauszogen und nach dem Krankenhause brachten. — Eingebrochen wurde am Soitnabendabeiid in die Wohnung des Arbeiters Wehle in der Drontheimer Straße 2l», während W. seinem Schwager ziehen half. Die Spitzbuben hatten olle Spinde ausgebrochen und Anzüge, Ueberzieher, einen Knabenanzug, zwei Uhren und andere Gegenstände fortgeschleppt. Der Verlust trifft die Arbeiterfamilie sehr schwer. Gefunden wurde in Groß-Lichterfelde-West ein Paket, enthaltend Hosenträger, Schnürsenkel sowie Dochte für Feuerzeuge. Der Ver- lierer lann sich melden bei E. Jäsche, Gr.-Lichterfelde-West, Ebaussee- straße 76a. Hof 1 Tr.> Portal II.— Papiere, Legitimationen, Aus- weiskarte der A. E--G., lautend auf Karl Müller. Charlottenburg, in der Stadtdahn gefunden. Abzuholen bei Hans Scholz. Berlin. Christianiastr. III, Gartenhaus.— Vertauscht wurde am Sonnabend beim Beethoven-Konzert des 1. Kreises im Friedrichshain von einer Garderobenfrau ein Damenplüschhut mit Pleureuse. ES wird um Zurücksendung gebeten. Ein Paket mit Würsten ist in der Juristischen Sprechstunde liegen geblieben. Der Eigentümer kann dasselbe jederzeit aus der Re- dakiion abholen. Vorort- Nachrichtens Neukölln. Die Gewährung von Unterstützung au arbeitslose Einwohner steht in der am Donnerstag, den 11. Dezember, nachmittags 6 Uhr, im neuem Sitzungssaale des Raihauses stattfindenden Stadtver- ordnetensitzung zur Beratung. Von der reichhaltigen Tagesordnung sei noch der Antrag unserer Genossen erwähnt, der die Vergebung städtischer Arbeiten an nur tariffreundliche Unternehmer verlangt. Die fortgcschricbene Einwohnerzahl Neuköllns betrug nach vor- läufiger Feststellung des Statistischen Amts am 1. Dezember 1913: 271389(gegen 266 018 am 1. Dezember 1912). Die Zahl der Zu- gezogenen belief sich auf 3686(3576), die der Abgezogenen auf 2931(8183), der Zuzugsüberschuß demnach auf 766(893). Charlotteiiburg. Störungen im Charlottenburger Elektrizitätswerk In den Früh- stunden vom Montag, den 3. Dezember d. I.. wurde die Isolation einiger Speisekabel, die den elektrischen Strom nach dem Ottvicrtel des Stadtgebietes führen, schadhaft, die selbsttätigen Apparate des Kraftwerkes schalteten Maschinen und Umformer ab, so daß der Be- trieb auf kurze Zeit eingeschränkt werden mußte. Kurz nach 8 Uhr war die Stromversorgung deS ganzen Stadtgebietes und der Straßenbahn wieder in' vollem Gange. Oder-Schöneweide. Wohltätigkeit und politische Arrogauz. Die Tatsache, daß es der sozialdemokratischen Fraktion der Gemeindevertretung nach langem vergeblichen Sträuben ihrer Gegner gelungen ist. in die Armenvcrwaltung der Gemeinde auch Männern und Frauen aus den Reiben der Arbeiterschaft Singana zu verschaffen, scheint an gewissen Stellen böse Wirkungen ausgelöst zu haben. Wird diesem neuen Zuwachs der Armenkommission auch rückhaltlos größte Arbeits- freudtgkeit und unparteilsche Würdigung ihres mühevollen Amtes be« stätigt, so mag das nachstehend verzeichnete Vorkommnis zeigen, wie bei manchen Personen die politische Gehässigkeit alles andere hintenanstellt. Wie alljährlich, bereitet die Armenkommiffion auch in diesem Jahre eine Weihnachtsbescherung armer Kinder vor, zu welchem Zwecke sie sich an bessersituierte Einwohner mit der Bitte um finanzielle Unterstützung wendet. Der Kommission ist nun von einem Milgltede der Gemeindevertretung— einem den Einwohnern in guter Erinnerung stehenden früheren AmtSvorsteher— folgendes Schreibe» zugegangen: „Auf Ihr Schreiben betr. Beiträge zur Weihnachtsfeier erwidere ich Ihnen ergebenst, daß Sie�dieses Mal auf einen Beitrag meiner- seits nicht rechnen wollen. Ich ziehe es vor, denjenigen, denen ich in Oberschöneweide eine Weihnachisunterslützung zugedacht habe, den Betrag besonders zukommen zu lasse», da die Gesichtspunkte, von denen aus ich die Notlage betrachte, mit denen der Kommission nicht übereinstimmen und ich mich lieber denjenigen anschließe, bei denen ich von einer Uebereinstimmung auch in diesem Punkt über- zeugt bin." Die verdiente Abfertigung erhielt der Herr durch nachstehende briefliche Antwort der Kommission: „Auf unsere ergebene Bitte, uns einen Beitrag zur diesjährigen WeihnachtSbescheruug für arme Kinder zu dewilligen, empfingen wir Ihr geehrtes schreiben, dessen Eingang wir hiermit bestätigen. Wir verstehen wohl, daß Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Beamter und auf Grund Ihres dienstlichen Verhältnisses Ihr Verhalten gegen die Sozialdemokratie gewissermaßen vorgeschrieben ist, vermögen jedoch nicht einzusehen, daß Sie das bevorstehende Weihnachtsfest benutzen, um die Kinder das entgelten zu lassen, was nach Ihrer Meinung die Väter gesündigt haben. Wir sind allezeit ehrlich bemüht gewesen, mit den uns zu Gebote stehenden schwachen Mittel» nach Möglichkeit in jede Familie wenigstens ein bißchen Weibnachtsireude zu tragen, immer eingedenk dessen, daß Weihnachten so recht das Fest für die Rinder ist, denen wir wie bisher, und daran wollen wir auch weiter fest- halten, den kleinen Schimmer von Freude nicht um der politischen Richtung ihrer Eltern willen verderben wollen. Sie werden es uns nicht verargen, wenn wir zum Schluß der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck geben, daß wir auch in dieiem Jahre Menschenfreunde genug finden werden, die Politik und Nächstenliebe scharf von ein- ander zu scheiden wissen und uns dadurch in unserem WohltäligkeitS- werk unterstützen, zu dem uns nicht nur unser eigener Wunsch treibt, sondern zu dem wir uns als die von der Gemeinde hierzu eingesetzte Armenkommission sogar verpflichtet fühlen." Die armen Kinder werden gern auf solche dem fühlenden Herzen abgequälte Almosen verzichten, durch welche ihnen vielleicht alle Freude verdorben gewesen wäre. Wie sagt doch Goethe:„Vernunft wird Unsinn, Wohltat— Plage". Trevtow-Baumschulenweg. Zu den am 29. Dezember d. I. stattfindenden Ausschuß- Wahlen zur Ortskrankenkasse A d l er s h o f und Umgegend wollen die Vertrauensleute sämtlicher Fabrik- betriebe usw.(von Treptow-Baumschulenweg) umgehend Stellung nehmen und die Namen der Delegierten dem Obmann A. Krone- wald, AdlerShof, Hoffmannstr. 17, baldigst mitteilen. Weihensee. Eine Mohrenwäsche versucht der ehemalige Vorsitzende des Auf- sichlörates der Weißenseer Bank, Rechtsanwalt und Notar Appelrath, indem derselbe in Erklärungen in der hiesigen Ortspresse die Finanz- konimission der Gemeindevertretung für die Beschlüsse der General- Versammlungen der Weißensecr Bant verantwortlich macht. Von der Finanzkominission sollen die Beschlüsse diktiert worden sein, das will der Herr„vor Gott und dem Gericht" jederzeit beschwören, denn er hat ein diesbezügliches Schriftstück in der Hand. Auch behauptet er, daß er nur an einer FinanzkommiisionSsitzung teilgenommen hat, die an dem Nachmittag vor der Generalveriammlung am 11. Juli getagt hatte. Gegen dieie Erklärungen wendet sich in einer Erwiderung die Fnianzkommiision. sie stellt an Hand der Pro» tokolle.fest, daß er, Herr Appelrath, bestimmt an zwei Sitzungen teil« genommen hat, in denen über die Sanierungsverbällmsse der Weißen« leer Bank verhandelt worden ist. Tie Finanzkommission verwahrt sich dagegen, der Weißenseer Bank Beschlüsse diktiert zu haben, sie hat im Sinne des von der Gemeinde gefaßten Beschlusses gehandelt, wonach der Weißenseer Bank erst dann weitere Hilfe zu teil werden sollte, wenn ein dem Ergebnis der Revision der Bank entsprechender Sanierungöveschluß der Generalversammlung vorliegt. Die Revision hat ergeben, daß die Anteile um 2500 M. und die Haftsumme auf 5000 M. erhöht werden mußte. Hierbei hat Herr Appelrath mitgewirkt und um sein Gedächtnis zu stärken, sind ihm hierbei unverbindliche Aufzeichnungen der Vorschläge über- reicht worden, die er zurzeit als verbindlich betrachtet und vor „Gott und dem Gericht" zu vertreten gedenkt. Die Finanzkommlinon stellt weiter fest, daß alle Bebauptungen in den öffentlichen Er« llärungen des Rechtsanwalts Appelrath— die richtigen und auch die unrichtigen— durchaus nickt geeignet sind, ihm die Verantwortung zu nehmen, die er als AufsichisratSvorsitzender für die Vocichläge, die er bem Aufsichtsrat und der Generalversammlung gemacht bat, unbedingt hatte. ES sei noch hervorgehoben, daß gerade die AnS- lassungen des AussichtsratSvorfitzeiiden in der Finanzkommission für die Vorschläge dieser Körperschaft bestimmend waren. Die durch den Zusammenbruch der Bank geschädigten Bürger werden aufgefordert, eine Eingabe an den Kaiser zu unterzeichnen. durch dessen Bermittelung eine Hilfsaktion des Zweckverbandes Groß« Berlin angestrebt wird. Im übrigen herrscht in den beteiligten Kreisen eine Mißstimmung. die durch die allgemeine schlechte Geschäftslage noch bestärkt wird. Man wundert sich allgemein, daß nach acht Monaten der Bankkrise noch immer keine Klarheit herrscht, noch größere Verwunderung herrscht aber darüber, daß die Verantwortlichen noch nicht zur Rechen- schaft gezogen sind. � Zurzeit hat die Bankleitung einen Berliner Rechtsanwalt beauftragt, niit den Genossenschaften und Sparern nochmals zu verhandeln, um Zeit zu gewinnen und den Konkurs zu vermeiden. Auch diese Aktion ist schon fehlgeschlagen durch.die Aufforderung an die Genossen- schafter bis zum 10. Dezember auf jeden Anteil 1000 M. einzu- zahlen, widrigenfalls die Klage erhoben wird. Die nächste Gemeinde- vertretersiyung am Donnerstag wird sich ebenfalls wieder wit der Weißenseer Bank zu beschäftigen haben, um einzelne Aintäge des Bankvorstandes zu erledigen. «chmargenvorf. Bei der am heutigen Dienstag stattfindenden Gemeinde- Verordneten-Erfatzwahl wird sich die Sozialdemokratie nicht beteilige»! der Vorstand des Wahlvereins fordert daher die sozialdemokratischen Wähler auf. strikte Stimmenenchaltung zu üben. Hus aller Welt. ßethmanns Rede im Urtext Ein günstiger Wind weht un« ein interessantes Dokument auf de» Redaktionstisch. ES handelt sich um das Konzept der Rede, die Herr v. Bethmann Hollweg im Reichstage über die Zaberner Vorgänge halten wollte. Wie die„Nordd. Allg. Ztg." bereits mitteilte, ist eine plötzliche Indisposition deS Kanzlers leider daran schuld, daß die Rede ander« ausfiel, als Herr v. Bethmann beabsichtigte. Im Urtert lautet die Rede: Meine Herren! Die tiefbedauerlrchen Vorgänge in Zaber», die in unerhörten Ausschreitungen eines noch recht jugendlichen Offiziers ihren Ausgang fanden, haben im deutschen Volke und weit darüber hinaus große Empörung hervorgerufen. Ich begreife und teile die Erregung und ich bedauere mit den Herren Vorrednern den dauernden Schaden, der dem Reichsgcdanken durch diese Vorkomm- niffe und ihre allzulange Duldung zugefügt worden ist. Meine Herren! Die G e s e tz e müssen unter allen Umständen respektiert werden, respektiert werden vor allem von den Herren, die die Ehre haben, deö Königs Rock zu tragen. Die schweren Opfer. die das deutsche Voll für den Militarismus bereitwillig auf stck ge- nommen hat, müssen den Herren Offizieren ein Ansporn i-m. Jich stets daran zu erinnern, daß sie vom deutschen Volke ihren«old erhallen. Meine Herren! DeS Königs Rock rnuß unter allen Umstanden respektiert werden, wenn ein Untergebener in ib1" iiec*£. der sich gegen verbrecherische Uebergriffe seine» Vorgesetzten nicht wehren kann. Und darum sind die Verfehlungen deS jugendlichen Herrn v. F o r st n e r doppelt verwerflich und nur so erklärlich— wenn auch nickt entschuldbar—, daß er einen Rückhalt an seinem Kommandeur, dem Oberst v. R e u t t e r, und dem ihnen ja von früher her be- kannten General v. Deimling fand. Meine Herren! Bei dieser Sachlage war es meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit als oberster Beamter des Reiches, mst fester Hand zuzufassen. Ich habe daher Sorge gettagen, daß di« drei ge« nannten Herren mit schlichtem Abschiede aus der Armee entfernt werden.(Mit erhobener Stimme): Meine Herren I Ich glaube und hoffe, datz mein von der Pflicht diktiertes scharfes aber ge- rechtes Vorgehen wenigstens in etwas zur Beruhigung der Ge- mütcr beiträgt, daneben aber auch manchen der Herren Offiziere abhält, sich in eine ähnliche Situation zu bringen, Meine Herren! Nur noch eines gestatten Sie mir, dem hohen Hause vorzutragen. Sie können versichert sein, dafl die soeben vou mir skizzierten Grundsätze getragen sind von dem Bewußtsein, daß S. M. der Kaiser... (Hier bricht leider das Konzept ab.) Wieder ein Grubenunglück. Nachdem erst am Sonntag in Oberschlesien 17 Gruben- a r b e i t e r bei einem Brande in der E m m a g r u b e ihr Leben einbüßten, wird heute schon wieder aus dem Ruhr- gebiete ein neues schweres Unglück gemeldet. Auf der Zeche Bruch st raße bei Langendreer entstand Montag früh ein Wasserdurchbruch. Ein Steiger und drei Bergleute wurden abgeschnitten und konnten nur als Leichen geborgen werden. Es vergeht fast kein Tag, ohne daß in Deutschland ein paar Grubenarbeiter ihr Leben im Frondienste des Kapitals einbüßen. Und doch erfahren die Bergarbeiter immer wieder Ablehnung ihrer Forderungen. Arbeiterleben sind eben billiger als wirklicher Arbeiterschutz! Das Wrack des L. 1 gefunden. Wie die Firma Johannes Thode u. N. Ebeling in Hamburg mitteilt, hat ihr Fischdampfer„L a u e u b u r g bei Helgoland fischend das Wrack des Marinelustschisfs L. 1 gefun- den. Zwei große Benzintanks und Teile des Gerippes wurden geborgen. Nachdem der Fundort genau festgelegt war. kehrte der Dampfer nach Hamburg zurück. Tie Finna setzte das Reichs- marineamt in Kenntnis. Es verlautet, daß Torpedoboote mit dem Fischdampfcr zusammen sich nach der Fundstelle begeben werden. Tie Ränder im Wirtshause. Einen unerhört frechen lieberfall haben am Sonntagabend mehrere Räuber in dem belebtesten Stadtteil von New Jork aus- geführt. Fünf bis an die Zähne bewaffnete Banditen drangen in ein elegantes am Broadway gelegenes Restaurant, bedrohten den Wirt, die Kellner und die Gäste mit Revolvern und zwangen schließlich alle Anwesenden, sich mit in die Luft gestreckten Arme» an die Wand zu stellen. Während einer der Banditen mit vorgehaltenem Revolver die Uebersollenen in Schach hielt, plün- derten seineKomplizen ih reOpfer kunstgerecht au S. Dan» vetschwanden die Räuber mit ihrer Beute und sprangen in ein draußen wartendes Automobil. Tie von der Polizei sofort auf- genommene Verfolgung ist ohne Resultat verlaufen. Kleine Notizen. Schwere Bluttaten. Blutige Exzesse haben sich in M ü n ch e n ereignet. In der Schwanthaler Straße verwundete der Gastwirt Oswald mit einem laugen Küchcnmesser den Schuhmacher Begener im Streite tödlich. In der Leonrodstraße erstach ein verheirateter Maschinist einen Schreiner nach einem Streit und trug selbst schwere Verletzungen davon. Eine dritte Bluttat ereignete sich in der Belgradstraße, wo ein Tagelöhner den Geliebten seiner Mutter durch drei Revolverschüssc schwer verletzte. Schweres Automobilunglück. Ein schweres Automobilunglück hat sich in der Nähe von Rosenheini ereignet. Das Auwmobil des Buchdruckereibesitzers Gasteigcr führ auf der Chauffee au einen Baum und wurde demoliert, wobei 4 Personen schwer' verletzt wurden. Apachenkampf in einem Pariser Borort. Zioischen Apachen und Polizisten kam es am Montag früh in dem Pariser Vorort Alsortsville aus Anlaß eines Wirtshausstreits zu einem blutigen Kampfe. In denr Handgemenge wurden sämtliche Polizisten durch Messerstiche und durch Schläge mit Totschlägern verletzt. Erst ein weiteres Polizei- aufgebot konnte die bedrängten Schutzleute aus ihrer schwierigen Lage befreien. Ten Apachen gelang es aber trotzdem, zu cnt- wischen. (Hu Jagdunfall mit tragische» Folgen ereignete sich am Sonntagabend in den Ardennen iu der Nähe des Ortes Habay-La-Neuve. Eine Anzahl bekannter Brüsseler Per- sönlichkeiten, darunter der Direktor des„L'Ewile Belge", M a- d o u x, und der bekannte Sportsmann I e n a tz y waren zu- sainmen auf der Jagd. In der Dunkelheit glaubte Madoux einen Hirsch zu erkennen und gab Feuer. In demselben Augenblick wurde ein Schrei laut und es stellte sich heraus, daß Jenatzh in die Hüfte getroffen war. Das Geschoß war eine Explosionskugel und riß dem Unglücklichen die ganze Seite auf. Bevor ein Arzt zur Stelle war, war Jenatzy per- blutet. Pie Leiche ivar vollkommen blutleer. Jagow macht Schule. Der Pariser Polizeipräsident hat nach dem Beispiel seines Berliner Kollegen den Damen das Tragen un- geschützter Hutnadeln in den öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Wenn Jagow sonst weiter nicht zum Vorbild genonimen wirb— das können sich die Pariser oder auch die Pariserinnen noch ge- fallen lasten.______ Jugendveranstalwuge». Neukölln. Heim II, Nogatstr. 15. Heute Dienstag, Unterhallungs- abend. Rezitationen des Herrn Burrmann. Pankow-Zchönftnuscn. Der Mädchenabend im Jugendheim ist auf Mittwoch verlegt worden. Die jungen Mädchen wollen sich zahlreich daran beteiligen._ eingegangene Dnichfchriften. Försters Mariechen. Roman von E. Velh.(Kürschners Büchersch. 924.) 20 Pf. H. Hillaer. Berlin\V 9. Kinder, und Jugrndielbstmorde. Von Pros. Dr. A. Eulenburg. iSamml. Hoche 10. Bd. Heft S.) 1 M. Die»freie Selbstbestimmung" bei der Wahl deS Aufenthaltsortes nach dem Retchsgesetz über den Ilnterftiinungswohuiist. Bon Pros. Dr. H. Liepmann.(Samml. Hoche l0. Bd. Heft 5.) 1,20 M. C. Marbold, Halle a. d. S. Ans der Praxis der Knaben- und Mädchenhandarbeit. Heraus« gegeben von L. Pallat. Geb. 4 M. B. G. Teubner, Leipzig. Camille Lemonnier, Lebenscrinnerungen. 3 M.. geb. 4 M. Pastor Sörensen u.<5o. Von G Wied. 4 M., geb. 5 M. Orplidbücher: Band 5. Das Glück. Erzählung von Rene Schickeles. Band K. Erde, Erzählung von Schalom Zisch. Band 7. Orm's Söhne. Ansiedler-Ke- schichten von Zl. Haukland. Band 8. Kunst und Mode. Von L. Kainer. Mappe mit 24 Zeichnungen. Band 9. Malerbummel. Von F. Wolfs. Mappe mit 26 Zeichnungen. Band 10. Casanovas letzte Liebe. Von K. Münzer. Jeder Band 1 M. A. Juncker, Berlin W 15. Schicksale. Von C. Hauptmann. 4 M., geb. 5 M. K. Wolfs, Leipzig. Gastwirtsaehilfcn-Kalcndcr 19X4. 181 S.(Notizkalender.) 50 Ps. Verlag; Verband der GastwirtSgehilsen, Berlin X 24. Theodor Stor«, Spukgeschichten und ander« Nachstäge zu seinen Werken. Herausgegeben von Frih Böhnie. Ongmaleinband 3,50 M. Westermaun, Braunschweig und Berlin. Die deutsche Malerei im 19. Jahrhundert. Bon Professor Dr. R. Hamann.(„Aus Natur und GeisteSwelt." 448/451. Bündchen.) In Leinw. geb. je 2,50 M. B- G. Teubner in Leipzig und Berlin. Geben«nd Nehme». Schauspiel von M. Langen. 2,50 M., geb. 3,50 M. Edith und Edwin. Drama von demselben. 2 M., geb. 3 M. Mutter Maria. Tragödie von Llly Brann. 127 S. Die Reise ins Pfarrhaus. Roman von H, H. Ehrler. 4,50 M., geb. 6 M. Die Sippe. Schauspiel von L. Thoma. 2 M, geb. 3 M. Geldzauber. Komödie von O. Sogla. 2 M., geb. 3 M. Ter Mann mit den drei Augen. Ge- schichte von Zl. V. Vestenhos. 2 M., geb. 3 M. A. Langen, München. Lmfkaften der Redaktion. Tic luriftiiidc emfflftttubc findet Lindcagragc 09, vorn vier Treppen — F» p r ft II h i—, Ivochcnlögiich von bis k'z, upr abend», Eonnadend», vou die 6 Uhr abends ftatt. Jeder für den«rieltafteu veliimmten Anfrage ist ein«uchfiade und eine gahi al» Merkzeichen deiznfügen. Briefliche«ntwon wird nicht rrrrilt. Anfragen, denen keine Adonnementsquittung»eigefügi ist. oerd-n nicht beantwortet, itilige Fragen trage man in der Sprechstünde vor. Hamburg 1099. l. Keldftrase bis zu 600 M., für den Nicht- beitreibungssall Haststrase bis zu 6 Wochen. 2. und 3. Der Losverkäuser ist nickt zahluiigspslichtig, da nach§ 763 m Verbindung mit§ 762 B.G.B. cht Lotterie- ober Ausspielvertrag nur verbindlich ist, wenn staatliche Genehmigung vorliegt. Ist diese nicht vorhanden, so wird eine Verbindlichkeit durch eine» solchen Vertrag nicht begründet.— A. Z. 30. Etwa 18 M. müssen Ihnen belassen werden.— Gretchen 95. 1. Der KonfirmationS- schein dürste ausreichen. 2. Das Kind gilt nur dann als lonseslionSloS, wenn es nach dem Zeltpmitt geboren ist, zu denr Sie aus der Landeskirche ausgeschieden sind; andernfalls müßte der Austritt besonders erklärt werden,— W. W. Brin 15. Ohne nähere Sachdarstellung nicht zu be- antworten.— llieukölln 3. Wenn das Tier verletzt oder getötet wird, haben Sie Anspruch aus Schadenersatz.— M. F. 131.>steuerpflichl tritt ein mit dem Ersten desjenigen Monats, der dem Monat folgt, in dem Sie in Arbeit getreten sind.— A. W. 199« Sie find zahlungspflichtig. Die selnerzeitige Veröffentlichung ist später berichtigt worden.— M M. 4000. 1. und 2. Nein. — 21. Ce. Nr. 201. 1. Wenn nicht eine anderweite Vereinbarung vorliegt, hat der Mitspieler Anspruch aus Gewiniianiell. 2. Ja.— R. G. III. 1. Ja, sosern und soweit Sie mehr als 28,85 M, wöchentlich oder 125 M. monatlich verdienen. 2. Unseres Erachtens nein. In solchen Fällen muß vorder vom Armenvorsteher eine Bescheinigung beigebracht werden. 3. New. 4. Daourch erledigt.— Unwissend 73. 1., 2. und 3. Es wird sogenannter Generalpardon geivührt, falls innerhalb der Deklarationsfrist, das ist der Zeitraum voni 4. bis 20. Januar, die Erklärung abgegeben wird. 4. Die strasbare Handlung verjährt in 5 Jahren, der Anspruch aus Nachzahlung in 10 Jadren. 5. und 6. Derartiges Vermögen ist auch deklarationspflichtig. Aus Ersordern der Behörde muß auch nähere Auslunst gegeben weiden. Die Auskunft kann jedoch verweigert werden, wenn man sich dadurch der Gefahr aussetzt, sich einer strafbaren Handlung zu bezichtigen. Franke, Ttralauer Allee 17 k'. Unser diesbezüglicher Programmpunlt heißt: Erklärung der Religion als Privatsache.— 21. F. 1899. Ist wert- tos.— H. Z. 88. 1 Hektar— 100 Ar, 1 Morgen= 25,15 Ar, 1 Ar~ 100 Quadratmeter, 1 Quadratrute= 14,19 Meter, 1 Ar= 7,05 Ruten.— E. 2l. 100. ES gibt viele der angesraglen Zeitungen. Schlagen«ie nach im Beriiner Adreßbuch, Band II, Teil II. I. 275.— 21» M. 130. Uns ritcht bekannt. Im Berliner Adreßbuch auch unausfindbar.— — K. 199, Friedenau. Sie haben Anspruch auf Uebergabe des Schlüssels am Dienstag sriih und aus Benutzung des Trockenbodens, bis die Wäsche trocken ist. Fordern Sie, am besten durch eingeschriebenen Brief, vom Wirt Mhilse unter Androhung der FejljlelluiigsUage. Eine solche hätte Aussicht aus Erfolg.— H. W. 3. 1. Durch Verlrag beim Notar oder Amlsgerichi. 2. und 3. Nach ersolgter Eintragung im Güter- rechlsregister. Dritten gegenüber nach erfolgter Publikation. 4. Etwa 25 M.— I. H. 31. Derartige Papiere benötigen Sie nicht.— 3—3—. Fordern Sie vom Gericht eine mit der BollstreckungSkliMsel versehene Urteiisaussertigung. Diese übermitteln Sie der Verteilungsstelle des Amts« gerichts mit dem Antrage aus Leitreibung.— F. F. 100. Nein.— Pr. 1001. Die Schenkung ist nach Ihrer Darstellung rechtswirtsam. ES ist aber zweifelhaft, ob der Darstellung Glauben beigemessen wird, loser» nicht Zeugen vorhanden sind. Es ist ratsam, zu notariellem Protokoll den Schenkungöoertrag zu wiederboten.— W. M. Mit dem 31. Dezember d. I. — W. Ä. 384. 1. bis 4. Rein.— 21. 3693. 1. Stach Ihrer Darstellung nicht. 2. und 3. Sie können Ersatz dcS tatsächlich entstandenen und noch entstehenden Schadens beanspruchen, also zunächst die Differenz zwischen Ihrem früheren Lohn und dem Krankengeld,— R. E. 37. I.Ja. beim Polizeipräsidium kostenlos. 2. Verboten Ivohrend der Zeit deS Haupt- gottesdienstes. Aiißerdenr bestehen noch Beschränkungen für einzeln! Straßen; das Nähere crsahrcii Sie bei der Polizei.— Max. Schöne» berg 17. New.— H. B. 13. Mindcstwartezeit 200 BcitragSivochen.— K. 64. Nein, es kann Klage beim Gewerbegericht erhoben werden.— Rechtlos. Das Gesuch ist formlos an den Regierungspräsidenten in Potsdam zu richten. 2. Mindestens ein LeuniuiidSzeugniS Ihrer Hcimatbehördc. Weitere Papiere können eingefordert werden.— Marienburg. 1. und 2. Ja, «SttterungSübersicht vom 8. Dezember 1913. Wetterprognose für Dienstag, den 9. Dezember 1913. Etwas wärmer, bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden und der- änderlicher Bewöllnng ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wette rbureau. Wafferftands-Nachrichte» der LendeSanstalt für Gewüfferwnde, mitgeteilt vom Berliner Weiterbureau >) 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—«) Unterpegel. Todes-Anzeigen Sozialdemokraiisciier Waiilverein I. li.Bepl.RelchstagswalilkPfiis. Köpenicker Viertel. Bez. 1851. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unier Genosse, der Perlmutter- schleiser Nerkort Wrangelstr. 55, gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den!0. Dezember, nach. mittags 3>/, Uhr. von der Halle des Zentral-FricdboseS in Fried- richsielde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 218/17 Oer Vorstand. DeBtscher Bolzapheitmertianl Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Perlmutter- arbeitet Riehard Herfort Wrangelstr. 65, im Alter von 55 Jahren gestorben Ist. gz� Ehre seinem Andenke«: Die Beerdigung sindet am Mittwoch, den 10. Dezember. nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des ZentralfricdboscS w Friedrichsjelde aus statt.' Den Mitgliedern ferner ,ur Nachricht, daß unser Kollege, der Aschler Carsten Wulff Schreinerstr. 35, im Alter von 65 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! .Beerdigung findet am Mittwoch, fon io, Dezember, wo"?08 4 Uhr, von der Halle selde�aus ft'�dholS w Mdrichs- K« rege Betelligung ersucht ���rtsverwaliun� SozIaldemckratiscberWaiilferefn I. dlBerl. Relehstags-ffahlkrels. Am 6. d. MtS. verstarb unser Genosse, der Gastwirt Otto Lotirsd, Hochmetsterstr. 11. Bez. 528. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, aus dem Himmelsahrts- Kirchhof in Nordend statt.' 233/8 Um rege Beteiligung ersucht Ver Vorstand. ZentralveFhanti der RasehiDlsteo o. Heizer sowie Beruisp. Deütschl. Geschäftsstelle Gret- Berlin. Bezirk Pankow. Am Freitag, den 5. Dezember, verstarb unier Mitglied, Kollege Go5la? Zimmermann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet beute Dienstag, den 9. d. Mts., nach. mittags 3'/, Uhr, von der Leichen. balle deS Schönholzer KirchbofeS aus statt. 153/10 Die Geschäftsstellenverwaltung. Deutscter BociitiiDiler-feM. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unsere Kollcgw Klara Baring nach längerem Seiben verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Miit- 1°°�' dm 10. Dezember, nach. Fl''",08 3 /-, Uhr. aus dem »rss'ÄSisr Sozlaldemokral. Waiilverein iiir d.Reichst.-WahIkr.iedertarnini. Bezirk I-lobtcnbers. Nachruf. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bäcker- meister Adam Raitbel verstorben ist. Ehre seinem Andenken 13/5 Die Bezirksleitung. Am Sonnabend, den 6. d. Mts., vormittags 19'/, Uhr, verschied mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater und Großvater, der Schristsetzerinvalide Hermann Kuhnert im 69. Lebensjahre. 71A Anna Kiihnert nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, auf dem Heilig-5krenz-Kirchhos in Mariend orf statt. Am 6. Dezember verstarb unser Freund und früherer Kollege, der Buchdrucker ttermann Küdnert im 69. Lebensjahre. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. vie Angestellten der Orts- krankenkasse für das Buch- druckgewerbe. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 10. Dezember, nach. mittags 3 Uhr. aus dem Heilig- kreuz«Kirchbos in Mariendors, Ersenacher Straße, statt. Banksaxnns. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau sage ich allen Beteiligten, insbesondere denr Wahlverein, dem Pflanzerverein»Gemeindeland Britz', sowie den Kollegen der Firma Grooß n. Gras meinen herzlichen Dank. Paul Kernchen nebst Kindern. Zenirai-Rranken- n. Sierliekasse der deuiselien Wagenbauer. (B, a. G.) Berlin, Bezirk 49. Nachruf. Am 4. Dezember verstarb unser Mitglied WiadisiausReicd Swinemünder Str. 77. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sand bereits am Sonntag statt. 259/9 Die Ortsverwaltung. >iacBrut! Am 5. Dezember 1913 verschied nach einem langwierigen Lungen- leiden im 20. Lebensjahre unser lieber Kollege Rudolf Lendel. Die Beerdigung erfolgte am Montag, den 8, Dezember. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 295/15 Di« arbeitende Jugend Berlin-Süd. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten sowie den Kollegen des Kabelwerks Lberspree, Abteilung Gummisabrik, dem Wahlocretn, dem Fabrikarbelterverband und dem Gesangverein Obersch önew ciderLieder- tasel meinen innigsten Dank. 237b Frau Wobrr geb. Sleke. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Karl Plonies sage ich allen meinen herzlichsten Dank. 95A Witwe Elise Plonies nebst Tochter. Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beider Beerdigung unseres lieben Vaters, deS Tischlers Hermann Pieleke sagen wir allen, insbesondere dem Wahlverein Johannisthal, der Ex- pedition deS„Vorwärts", sowie dem Genossen Paul Schmidt für seinen lvarmen Nachruf am offenen Grabe unseren herzlichsten Dank. 230b Die trauernden Kinder. Für die überaus innige Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres Lieblings Elschen sagen wir allen Verwandten und Belanntcn hiermit unteren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Balomtin, Ernsarstraßo 77. Beste Bezugsquelle Auf Teilzahlung! Herren- und Damen-Uhren, Standuhren, Freischw., Ketten, Ringe, Broschen, Ohrringe, Armbänder. Grammophone. Pathe-Apparate, Platten Zithern, Spieldosen, Harmonikas, Man- dolinen, Geigen, Christbaumständer, Fahrräder usw. Juhre& König O. Warschauer Str. O8 \. Invaliden- Straße 7 SO. Orünanor Str. 40 Danksagung. Für die viele» Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Fra» sage ich hiermit allen Verwandte» uns Bekannten, meinen Kollegen und Kolleginnen sowie den <»>«, rossen des 703. Bezirks meinen herzlichsten Dank. 4-1A ICndolf dnöi'litz nebst Kindern. die Habattmarken der Firma Weiß& Co, Nachf. Dienstag, Hiltwoch, Donnerstag d. 14. ikM ien(lei inr d. io. nehmen wir die Hubattmarlven_ früheron Firma A. Weiß&Co Nacht in Zahlung n. vergüton b. Einkau i VOJ 10 1. n. 591. Va vrifi ' 3 /-«.MM. Modiskinnenbüchor mit entsprechender Berechnung. Warenhaus Kinmen-»Nl> Kranftiudk) von koberl KZexer,' Jnh.: P. Ciolletz Marianncnftr. 3. Tel. Mpl.346. Möbelfabrik Rob. 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Wie einst im Mai. Teutiches Künstler- Theater. Hanueles Simmelsahrt. Der zerbrochene Krug. Deutsches Opernhaus. Das Not- bemd. Deutsches Schauspielhaus. Die heitere Residenz. Thalia. Die Tanooprinzessin. KomödienHaus. Hinter Mauern. Montis Operetten. Die ideale Kattin. Schiller O. Rosenmontag. Schiller Eharlottenbura. Hedda Kadier. Residenz. Hoheit— der ssranz. Röniggrätzer Strohe. Die Krön- braut. Rofe. Der Sittenapoltel. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Kasino. Ferdinand der Tugend- haste. Kleines. Die Sippe. Liiitlpielhaus. Die spanische Fliege. Trianon. Seine Geliebte. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Die Kinolönigin. Herrnfel». Was sagen Sie zu Leibusch? Apollo. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Reichöhallen. Stettiner Sänger. Anfang 81/, Ubr. Luisen. Käsern enlufi. Folios Eavriee. Der Kuckuck. Manöverschwin del. Die Samuels. Walhalla. Geschlossen. Aniang 8'/, Ubr. Neues Bolkstheater. Die Sieb- zehnjährigen. Aniang 9 Ubr. Admiralspalast. Die lustige Puppe. EinrsNollendorf-Theater.Variete- Lichtspiele. »» Sternwarte. Anoalidenstr. 57— 62 DcntscheBSchaoHpiclhaas 8 Uhr: Die heitere Residenz. 8 Uhr: Die Kronbraut. Komödienhaus. s u§r: Hinter Mauern. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. "leater am NollEDtißffjfi§. Allabendlich 8 Uhr: Mikado. Schiller-Theater 0. (W allner-Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Rosenmontag. Mittwoch, abends 8 Uhr: Heimgefunden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hnsemanns Töchter. Sehlller-Thealer Chabrü?Bnen' Dienstaa. abends 8 Uhr: Hedda Gabler. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Götz von Berllchingen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: H'as ihr wollt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Jnngfran von Orleans. Theater des Westens. 8 Uhr: Polcnblat. Mittwoch u. Sonnabendnachm, 4 Uhr: DnS tapfere Sck,neidertein. Sonnt. Nm. 3'/,U.: Der liehe Augustin. ffikM'VillielMlsijl. M\tf 30-31 Chausseestr. 30-31. Operetten- Onstsplet Zum 242. Male: Die kinokonigin Operette in 3 Alten von Georg Okonkowski u. Ful Freund,' Musif von Jean Gilbert. Kaffenerössn. 7 Ur. Ans. 8 Ubr. URz�I� TaubenstraBe 48/49. 8 Uhr: Geh. Reg.-Eat Prof. Dr. N. Zuntz Physiologisches Ober Leibesübungen und Sport. 10SE=THEATE Grone Sranfinrier Skr 13-2. Ans 8 Uhr. Zum 1. Male: i m Der Sittenapostel.| — Burleske mit Gelang u.Tanz— in 3 Alten von Louis Scheuer und Leo Wilde. Musif von Wilh. Aletter. Mittwoch: Der Meineidbauer. Xoacs Urogramm! Nil» Ssceliello und the von Publikum und glänzend beurlellleu ir-iilralitiiiiipnl Zirkus Busch. Heute Dienstag, d. 9. Dezember. abends 7ll} Ubr: Die neue große Prunk-Pantomime:| Pompeji in 5 glänzenden Akten. Hierzu das große Spezialitäten- Programm Kapt. Huling eine Nordpolszene im Zirfae Busch.] Had. Smaragda mit ihren[ dressierten Katze» und Tauben. D-a Oorando. Jonglier-Aft Keine Steuer außer Sonn-. Feier- und Fcncntagcn. Tessing-Ttieater. Abends 8 Uhr: Pygmalion. Lustspiel von Bernard Shaw. Mittwoch: Pygmalion. Residenz-Theater. 8 Uhr Hoheit— der Fron;! Musifalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Wolss. Musif von Robert Winterberg. Allabendl. 8 Uhr:lsohoit— der Cranz! ßeutste Jlänstlertheater Sozietät. Nürnberger 8 trade 70/71, am Zoe. Dienstag 8 Uhr: Hanneies Himmelfahrt. Der zerbrochene Krng. Donnerstag 71/, Uhr: Zum 1. Male: Schlrln nnd Gertrande. Scherzspiel in 4 Akten o. Ernst Hardt. Ki.olie) Kurfürstendamm--36. Unwiderruflich zum vorletzten Male: lOie klaue Maus mit Madge Lessing. Regie: MAX MACH Vorstellungen: 5, 7, 9 Uhr. | Sonntags, 6 uhr: Matinee. Komplette» Programm grosse; Vari6t6-Akte sowie unsere | renommierten Lichtspiele Preise von 65 Pfennig an. Nollenüorf-Ttieater Cleopatra Die Herrin des Nils uas Hlmwunder der Welt warde mit großem Beifall aufgenommen Wochentags Anf. 61/, u. 9 Uhr Sonntags 4, 6ll2 und 9 Uhr. Jugend-Vorstellang Sonnabend 4 Uhr zn halben Preisen. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Ubr: Seine Gellebte. Sonntagnachm. 3 U.: Die Liebe wacht_____________ Vereinigte Berliner Volksbühnen. I.nisen-T hoater. I Walhalla-Theater. 8>/« Uhr: K a s e r n e n 1 n f t. Heute wegen Vorbereitung zur Schauspiel in 4 Alten von Stein I Piemiere„WolkcnbummIer" ge chlossen und Söhngen. j Mittwoch: Separalvorftellung. «tettlner Sänger. Klckenbecn's Kunst leragentur Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr ju ermäß. Preisen: Kompagniebai! und Wcibnachts- Programm! Morgen gr Fest- Benestz-Soirce s. d. Milgl d.St. S. :: berliner:: Kon�ertliaus Jt»Clon« ■■■■- Mauerstraße 82.— Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel-Konzert! ...____«.*_*._____ i~i. r-, Di Berliner Konzerthaus-Orchester.' Leitung: Komponist Frz. v. Als Gastdirigent: Hofkapellmeister Prpf. Traugott Ochs Musikkorps Kaiser-Franz-Garde-Grenad-Regfs. Dirig. Oherm. A. Beeker Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Uhr. Uaclimiliags-konierl""eS1" Brauerei Friedrichsliaiii. Donnerstag, den 11. Dezember 1913: Populäres Konzert Ost des Sängerchors Vorwärts-Süd Direktion: Otto Kowalski Blüthner-Orchesters. woyorfbeVg0 Billetts im Von erkauf 30 Pf., an der Kasse 75 Pf., bei den Vorwärts-Spediteuren, Zucht, Immanuelkirchstraße 12, und Hanisch, Ackerstr. 174. ASTA NIELSEN in der Hauptrolle des mimischen Schauspiels ,Dic Film-Primadonna6 von URBAN G AD Schöneberg. Hauptstr. 49 Protea Phantastisches Schauspiel in 4 Akten. In allen U, T.-l-lchtsplelen: TANGO= FIEBER Zirkus Alb. Schumann. Heute Dienstag, 9. Dezember, abends 7J/j Uhr: Gr. Sport-Vorstellung. U. a.: § te. Seelöwen zu Plertle! Vorgeführt von Miß Marietta. Neu! 3 Collins Neu! (t Dame, 2 Herren) gymnastischer Kraftakt. Neu! 3 Arlcys Neu! Orig.-Perohe- Balance-Akrob. nnd das übrige Glanzprogramm. gw Um 9'/, Uhr; Tango vor Gericiit! Pantomimische Burleske in 3 Akten mit Gesang u. Tanz Mefropol- Theater. Abends präzise 7 Uhr öS: Die Reise um die Erde in 40 Tagen, Passaye-PanoplUtam 50 wilde Kongoweiber Männer und Kinder In einem eigens anf- gebanten Kongodorfe. Der Froscüselilueker. Die gp. Rlno-Variete-Vopslelliing von 5(Sonntags 3) bis 11 Uhr. Gaprice. Anfang 8'/« Uhr Der Knckncb. Manöverschwindel. Die Samuels. Casino-Theater Loi bringer Str. 37. Täglich tzj Uhr. Das glänzende Dezember-Fest-Progr. Gastspiel derAmerilanischen Sensation „Im Bullbogg-Tingrl-Tangel.- Dazu seit Olloder total auSoerkaust: Ferdinand der Tugendhastt. Sonntag 4 Uhr: Der Deiiunziailt. Xdmil-alLpalast. Kls-Arenn.— Allabendllcb das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Die lustige?uppe. Beginn der Verstellung f'/iUbr. Bis 6 Uhr und von 10-/. Uhr halbe Kassenpreise._ ira. sÄer «.«Erevsi«'»!?: Gaj, spiet de: jpoist'XticaUti. Eine tolle Nacht. Overelten-Vurleske in 4 Akten von freund und Mannstaedt. «.�ssenerösknung 7 Uhr. Ans. 8'/. Uhr. Den dunael per Fl, er»»e »oernlmmi Sre Revaftiou Sem Publikum gegenüber feinertei N-ranewurriiiia 'Lerontwortf icheTÄ�ltSUTTÄlfred Melepp� Neulölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckeret u. Verlagsanstalt Paul Singer& � Berlin SW.