Kr. 329. nbonncmentS'Rcdingungen; Womientcnlä- Hreis Jjtänunieranbo: Liertcljährl. S.SOTKt. inonatl. 1,10 Mk, tood) entlief) 28 Pfg, frei ins HauZ. Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntage. nununer mit illustrierter Svnnlag-Z- Betlage.Die Neue Well" 10 Pfg, Post. «bonnenteni: 1,10 Mark vro Motial. Eingetragen in die Poft-Zeitungei- Pretstiste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn ZSO Rar!, für das übrige ilusland 4 Mark pro Monat. Postabonnemems nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien. S�weden und die Schroetz. 39. Jahrg. Crlditlnt täglich. Verlinev VolKsblerkk. Die Tnfertions� Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Ramn A) Pfg,. für politische und gewerkschaftliche Perems. und Lersnmmlungs-Anzeigen 30 Pig, „Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg Stellengesuche und Schlafftellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes wettere Worts Pfg. Worte über tZÄuch. Naben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis n Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bi- 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „Soziaiderooljrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: 8M. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplaff, Nr. 1S8Z. Expedition: 85Cl. 68, Lindcnstraase 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 198t. Der Kock als Gärtner. Wollte man den Reichstagsi-edcu der bürgerli.ck>en Par- teien Glauben schenken, so waren sie ausgezogen, um die Uebergrisfe des Militarismus zurückzuweisen und dem ge- kränkten bürgerlichen Rechtsbewußtsein zum Siege zu verhelfen. Und was haben sie aus diesem großen Feldzuge als Siegesbcute heimgebracht? Tie Garnison von Zaber» wurde verlegt und die Beschleunigung der gerichtlichen Untersuchung über die Vorfälle zugesagt. Also wird jetzt in den Personen der Herren Forstner, Reuter und ani Ende gar Deimling der deutsche Militaris- mus auf dit Anklagebank kommen. Was will man noch mehr? Das bürgerliche Rechtsbewußtsein kann also beruhigt wieder schlafen gehen, seine varlamentarischcn Vertreter können wieder wie bisher der Regierung und dem Militär alle For- derungen apporticren. Aber wer wird über den Militarismus zu Gericht sitzen, wer wird die von ihm begangenen Verbrechen zur Sühne bringen? Nun. der Militarismus selbst. Ter An- geklagte wird über sich selbst das furchtbare Urteil sprechen und es mit nnnachsichtlicher Strenge vollziehen. Voit welchem Geiste das Militärgericht dabei beherrscht sein wird, das hat uns Herr v. Falken Hayn ja schon mit anerkennenswerter Offenherzigkeit enthüllt. Oder glaubt vielleicht irgend jemand, die militärischen Richter würden es auch nur wagen, sich prinzipiell voni Standpunkt des Kriegsmitiisters zu entfernen. selbst wenn dieser nicht als in Uebereinstimmung mit dem des obersten Kriegsherrn angesehen werden müßte? Freilich, diese Versuchung tritt an die militärischen Richter gar nicht heran. Denn ihre ganze Erziehung, die Anschau- ungen, in denen sie aufgewachsen sind und noch leben und endlich auch das Gesetzbuch, das sie anzuwenden und das Per- jähren, das sie zu beobachten haben, sie alle atmen denselben Geist des Militarismus, wie er in den Acußerungen der Reuter, Deimling und Falkenhayn zum Ausdruck kommt. Erst die«elmng des bürgerlichen Rechts auch für die mili- tärifchen Verhältnisse würde aus dem Heere in der Tat einen Teil des Volkes machen, während es heute nur das blinde Werkzeug einer herrschenden Kaste ist. Stets war es der höchste Stolz des liberalen Bürger- tums, die ständische Verfassung der Gesellschaft zerbrochen und die Gleichheit aller Staatsbürger vor dein Gesetz her- gestellt zu haben. Es mag hier dahingestellt� bleiben, wie weit dieselangebliche allgemeine Gleichheit vor dem Gesetz auch sonst ein bloßer Schein geblieben ist. Aber im Falle des Militarismus ist nicht einnial dieser Schein gewahrt worden. Gehörte es einst zu den wichtigsten Privilegien der Stände, daß sie nur vor ihr eigenes Gericht gezogen werden konnten, daß nur Stande«ßenossen über ihresgleichen richten und urteilen dursten, so ist dieses Privilegium, das die bürger- lichcn Revolutionen sonst abgeschafft haben, dessen Zer- brechung überhaupt erst eine bürgerliche Gesellschaftsordnung im modernen Sinne möglich gemacht hat. zugunsten des Offizierskorps erhalten geblieben. Es wäre ja ganz irrig, zu glauben, die den bürgerlichen Gerichten entzogene Militär- justiz wäre ein Privilegium des Militärs überhaupt. Im Gegenteil, der weitaus überwiegende Teil des Heeres, die Mannschaften, leiden unter keinem anderen Druck so sehr, wie gerade unter dem der Militärgerichtsbarkeit. Solange sie besteht, wird der Kampf gegen die Soldatcnschinderei stets fruchtlos bleiben. Aber man stelle jene Schurken, die ihre wehrlosen Untergebenen mit der ausgesuchtesten Bosheit plagen und quälen, vor ein bürgerliches Gericht und lasse sie nach bürgerlichen! Recht aburteilen, und an die Stelle von ein paar Tagen Stubenarrest wird Zuchthausstrafe treten, und dann erst wird es endlich auch möglich sein, nicht nur die heute vielleicht schon weniger gefährliche Methode der direkten Soldatenschinderei zu treffen, sondern auch jene noch erbärm- lichere. die sich feige verkriecht, um sich der Fäuste und Klopf- peitschen irregeleiteter Kameraden zur Befriedigung ihrer niedrigen Rachegelüste zu bedienen. Freilich wird von militärischer Seite eingewandt, mili- tärische Telikte könnten eben auch nur von Soldaten richtig � verstanden und beurteilt werden, und bürgerliche Halbheit hat diesem Scheinarguinent auch schon insofern Rechnung ge- � tragen, als die einstige Forderung nach völliger Abschaffung der�Militärgerichte abgeschwächt wurde zum Verlangen, diese ans die Aburteilung rein militärischer Telikte zu beschränken. Wie hohl und leer aber dieses Argument ist. geht schon daraus hervor, daß gerade in den Prozessen, in denen es sich um die kompliziertesten und schwierigsten militärischen An- aeleaenhciten handelt, in den Spionageprozessen, in der Reael nicht die militärischen, sondern die bürgerlichen Gerichte| amtändiv sind. Und sollte inan dann erwarten, daß unsere strammen deutschen Richter, die doch fast durchweg ihr Frei- willigeniabr durchgemacht und vielfach ihren Leutnant der Reserve nach Hause gebracht haben, gerade von militärischen Angelegenheiten weniger verstehen werden als etwa von denen des Bergbaues oder der Börse?, f„. x. Dieses vorgeschobene Argument soll m auch nur den wirklichen Grund verdecken, der die Militärgericht allen mili- tärfrommen Gemütern so teuer, so unentbehrlich macht. Das Offizierskorps soll ein privilegierter Stand innerhalb des bürgerlichen Staates bleiben. Ter Soldat soll der willen- lose Knecht des Offiziers sein, wie es einst der Leibeigene seinem Gutsbesitzer gegenüber war. Tie sogenannte Bauernbefreiung war erst in dem Augen blick möglich, als eine genügend befestigte zentrale Staats- gewalt imstande war, die„Befreiten" im Notfalle mit Waffengewalt niederzuhalten und die Besitzenden gegen die „Begehrlichkeit" der besitzlosen Lohnarbeiter zu schützen. Aber um das tun zu können, dazu brauchte die Staatsgewalt ein Werkzeug, auf das sie sich verlassen konnte, eine bewaffnete Macht, die sich nicht als Teil des niederzuhaltenden Volkes fühlte, sondern lediglich als willenloses Werkzeug in der Hand der Herrschenden. Und die wichtigste Vorbedingung zu dieser Lostrennung des Soldaten von der bürgerlichen Welt, in deren Mitte er lebt, war es, ihn unter ein eigenes Recht zu stellen, ihm die bürgerlichen Rechte zu nehmen und sie hoch- stcns durch Standesdünkel zu ersetzen. Es ist daher selbst vom bürgerlichen Standpunkte nichts dantit erreicht, wenn den Militärgerichten lediglich jene Straffälle entzogen werden, in denen nicht speziell militarnche Verhältnisse in Frage kommen. Gerade die Zaberner Falle zeigen das wieder mit vollster Deutlichkeit. Denn alle die Verbrechen, die hier am hellichten Tage begangen wurden, sind sie nicht„in Ausübung des Dienstes" geschehen? Die Frage, ob ein Soldat, der seinem Kaineraden ein paar Zr- garren gemaust oder auf dem Tanzboden randaliert hat, von bürgerlichen oder ntilitärischen Richtern abgeurteilt werden soll, ist von geringer Bedeutung. Aber ob ein Oberst wegen der Verbrechen des Hausfriedensbruches, der Nöti- gung, der gefährlichen Troliung, der öffentlichen Gewalttätig- keit usw. vor die Geschworenen konmrt und ihm einige Jahre Zuchthaus winken, oder ob er vor einem Auditoriuin gleich- gesinnter Seelen sich der Strannnheit rühmen darf, mit der Die Abschaffung der Militärgerichtsbarkeit ist ja eben- Frage, die von entscheidender Bedeutung ist für den Bestand eines bürgerlichen Rechtsstaates. Tie Abschaffung der Militärgerichtsbarkeit ist ja ebenso wenig wie die Verwirklichung der Ministerverantwortlichkeit etwa eine proletarische Forderung. Sie soll ebenso wie jene lediglich die bürgerliche Rechtsordnung verwirklichen helfen. wie sie von den geistigen und politischen Vorkänwfern des Bürgcrtuins in seiner Glanzzeit gefordert wurde. Und doch wissen wir, daß wir mit beiden Forderungen im heutigen Teutschland fast ganz isoliert sitzd. Das Bürgertum verkriecht sich vor dem leichtesten Stirnrunzeln der höheren Mächte, es hat auch den Wert jenes Schutzes ermessen gelernt, den das Heer nur als willenloses Werkzeug der Herrschenden den Ar- heitern gegenüber dem sich immer energischer geltend machen- den revölütionären Willen der Ausgebeuteten verleiht. Doch wenn wir uns auch bewußt sind, daß wir diesen Kampf gegen den Militarismus ohne die Hilfe des Bürger- tums führen müssen, so darf uns das doch keineswegs davon abhalten, neben der Forderung einer Aenderung der Ver- fassung im demokratischen Sinne vor allem die nach völli- g e r Abschaffung der M i l i t ä r g e r i ch t s b a r- keit immer wieder in den Vordergrund zu stellen. Tie bür- gerlick�n Parteien müssen dann Farbe bekennen, ob sie wirk- lich zur Wahrheit machen wollen, was unlängst mit so großem Pathos im Reichstag verkündet wurde, daß die Arinee nur ein Teil des Volkes sei, oder ob sie damit einverstande» sind, daß das Heer als Zwangsmittel diene, mit dem eine Herr- schende Kaste das gesamte Volk niederhält, indem sie den Aus- beutern den Schutz vor den Ausgebeuteten verspricht um den Preis ihrer eigenen Entwürdigung und Entmannuilg. Erheben lvir mit iinincr wachsendem Nachdruck die Forde- rung nach Abschaffung der Militärgerichte, und das Bürgertum inuß zeigen, ob es auch fernerhin den Bock zum Gärtner machen will, weil es vorzieht, den Garten der Zukunft verwüstet, als neue hofsnungsvolle Schößlinge emporkommen zu sehen. Dss Internationale Bureau. Die fbziaUrtirche Binigung in England. London, 13. Dezember.(P r i v a t t c l c g r a m m des„Vor- wärt s".) Unter dem Vorsitz des Genossen Vandervelde hielt � heute das Internationale Sozialistische Bureau hier mit den Ver-I trctern der drei sozial! st ischcn Sektionen Englands eine gemeinschaftliche Sitzung ab. Die Sitzung galt vor allem der sozialistilchen Einigung in England, dj? vom Internationalen Bureau bereits am 18. Juni d. I. angebahnt wurde. Die danials gefundenc Grundlage war die Bildung eines g c m e i n s ch a f t- � lichcn s 0 z i a l i st i s ch c n Rats und der Beitritt der British � Sozialist Party zur Labour Party,(Arbeiterpartei). Heute stellte die B. S. P. die Bedingung, daß sie, che sie sich zu diesem Schritt entschließen könne, von der Jndependent Labour Party(Unab- hängigen Arbeiterpartei) und der Fabischen Gesellschaft, die der Arbeiterpartei schon angeschlossen sind, das Versprechen haben müsse, daß diese beiden Organisationen mit ihr eine Verfassungsänderung der Arbeiterpartei beantragen werden, so daß es in Zukunft einem Kandidaten der Arbeiterpartei gestattet werden sollte, sich Arbeiter- kandidat und Sozialist zu nennen. Heute darf iich nämlich ein solcher Kandidat nur Arveiterkandidat nennen. Kcir Hardie, der Vorsitzende der Jndependent Labour Party, bezeichnete die Forderung als durchaus berechtigt. Auch Sidney W e b b stimmte in Namen der Fabier ihr zu, jedoch wukden ihr von anderen Ver- tretern der Jndenpendent Labour Party Schwierigkeiten gemacht.! Vor der gemeinschaftlichen Nachmittagssitznng hielten dann die ' Engländer eine eigene Sitzung ab, in der man sich auf folgende Resolution einigte: „In Anbetracht, daß es wünschenswert ist, die sozialistische Einigung auf der Grundlage der gemeinsamen Aktion mit der Arbeiterpartei herbeizuführen, ersucht diese Konferenz die Vcr- treter der drei Körperschaften ihren Mitgliedern die Frage vor- zulegen, ob den 1915 stattfindenden Parteitag der Arbeiterpartei der Antrag unterbreitet lverden soll, jedem Kandidaten, der es wünscht, zu gestatten, sich als Arbeiter- und sozialistischen Kcrndt- daten zu Oezeichnen." * Für den Parteitag der Arbeiterpartei im nächsten Januar kommt dieser Vorschlag natürlich zu spät. Die Resolution bedeutet aber nicht, daß die sozialistische Einigung erst 1915 erzielt werden rann. Tie englische Konferenz beschloß ferner, sofort überall im Lande Versammlungen einzuberufen, in denen Vertreter aller drei Sektionen für die Einigkeit eintreten sollen. Es wurde auf der Stelle ein gemeinschaftliches Komitee ernannt, das diese Versammlungen einberufen wird. Diese Beschlüsse wurden in ge- meinsamcr Sitzung dem Bureau mitgeteilt, das die englischen Ge- nassen zu dem erreichten Resultat beglückwünschte. Die so z i a l i st i s ch e Einigung in England ist somit noch nicht perfekt, ist aber aus bestem Wege es zu werden. Tic Sitzung perlief in schönster Harmonie, tvas nicht in letzter Hinsicht dem Takt und der Umsicht der Vorfitzenden Vandervelde und. Wcbb zuzuschreiben ist. ver vligemeiue euglüche Brbeiterkongreß. Aus Land 0 n wird uns noch folgender ergänzender Bericht zu den testgraphisch gemachten Mitteilungen gesandt: Der allgemeine Arbeitertongreß, der auf den 9. Dezember von dem Parlamentarischen Komitee des Gewerkschaftskongresses ein- berufen war und in der Memorial Hall in London tagte, hat nicht den allgemeinen Umschwung in der britischen Arbeiterbewegung gebracht, den viele von ihm erwarteten. Sein Hauptergebnis war im Gegenteil eine entschiedene Niederlage der syndikalistischen Idee des Tympathieftreiks. Der Kongreß verlief äußerst stürmisch, stür- Mischer als je ein Arbciterkongrcß in Großbritannien verlaufen ist. Die Hauptschuld an den unerquicklichen persönlichen Auseinander- setzungen trug zweifelsohne der Kührer der irischen Transport- arbeiter, Larkin, der seit Wochen im Lande umherrcist und die Führer der britischen Arbeiter heruntermacht. Diese zahlten ihm nun die Beleidigungen mit Zinsen und Zinseszinsen heim. Larkin machte auf dem Kongreß einen sehr schlechten Eindruck. Er begann seine Rede mit den Worten:„Herr Vorsitzender und— menschliche Wesen.. Diese Anrede, die bei den Delegierten Erstaunen un� Protestrufe auslöste, kennzeichnet das Kaliber seiner vcr- worrenen und zusammenhanglosen Rede, in der er sich hauptsächlich mit heftigen persönlichen Angriffen befaßte. Allerdings war Larkin nicht der einzige Sünder. Leute wie der Vertreter der Seeleute, Wilson, der ein Genie für persönliche Streitereien hat, trugen ihr pollgerütteltes Maß zu den aufregenden Szenen bei, die zum Gaudium aller Arbeitcrfeinde aufgeführt wurden. Glücklicherweise lag die Vertretung der Tubliner Angelegenheit, zu deren Be- sprechung der Kongreß einberufen worden war, in besseren Händen. E 0 n n 0 l l y, der denkende Kopf der irischen Arbeiter, verteidigte die in vieler Hinsicht sehr fragwürdige Taktik der Irischen Trans- portarbcitcr-Gcwcrkschaft mit Mäßigung und Geschick und ließ sich durch die aus der Versammlung kommenden Angriffe nicht aus der Gemütsruhe bringen. Man konnte von vielen Delegierten den Ausspruch hören, daß es schade sei, daß die irische Bewegung nicht von diesem ruhigen Kopfe anstatt von dem leidenschaftlich erregten L�i r k i n geleitet wird. An Stelle des plötzlich erkrankten Vorsitzenden des Parlamen- tarischcn Komitees, S e d d 0 n, führte Davis den Vorsitz. Zuerst vesaßte sich der Kongreß mit dem gedruckt vorliegenden Bericht des Gemeinschaftlichen Komitees,, das sich ans den Vorständen der Ar- beiterpartei, des Gewerkschaftsbundes und dem Parlamentarischen Komitee des Gewerkschaftskongresses zusammensetzt. Das Gemein- schaftliche Komitee hatte vorige Woche seine Vertreter nach Dublin geschickt, um zu versuchen, gemeinschaftlich mit den Vertretern der Tubliner Arbeiter durch Verhandlungen mit den vereinigten Unter- nehmern den Kampf zum Abschluß zu bringen. Sie machten ge- wältige Anstrengungen, um dieses Ziel zu erreichen; die letzte Sitzung mit den Unternehmern dauerte von Samstag abends ö Ubr bis unt 5 Uhr am Sonntagmorgen. Aber die Verhandlungen scheiterten schließlich an der Weigerung der Arbeitgeber, alle Aul- gesperrten und Streikenden wieder einzustellen. Ter Bericht wurde von dem Parlamentsmitglied H ender son erklärt, der in seiner Rede entschieden gegen die sti der Presse aufgestellte Behaupiung Protestierte, die britischen Arbeitervertreter hätten versucht, den Dublinern einen Vertrag aufzuzwingen, den sie vorher mit den Unternehmern abgemacht hätten. Der Bericht des Komitees wurde von den 600 Delegierten fast einstimmig angenommen. Die erste Resolution, die zu heftigen Auseinandersetzungen führte, war ein Vertrauensvotum für die Führer der britischen Ge- werkschaften. die in den letzten Wochen so scharf angegriffen worden sind. Sie lautete: ..Diese Konferenz beklagt und verurteilt die ungerechten Angrisse, die von Leuten in der Mwerkschastsbewegung aus britische Gewerkschaftsführer gemacht worden sind; sie bekräftigt ihr Vertrauen zu diesen Beamten, die in so ungerechter Weise angegriffen worden sind, und ihren Glauben in deren Fähigkeit, einen ehrenhaften Frieden zu schließen, wenn sie der wirksamen Unterstützung aller an dem Dubliner Streit Beteiligten ver- sichert werden." Die Resolution wurde von Ben Till et(Dockarbeiter) be- gründet und von Anderson(I. L. P.) unterstützt. Fast ein- stimmig wurde sie angenommen. Tie gleiche fast einstimmige An- nähme fanden die zwei folgenden Anträge. In dem ersten der- pflichtete sich der Kongreß, den Dublinern die bisher gewährte großartige Unterstützung auch weiterhin bis zur Beendigung des Kampfes angedeihen zu lassen. Er machte so den Dubliner Scharf- machern und der kapitalistischen Presse, die gehofft hatten, die per- sönlichen Reibereien würden dazu führen, daß den Tublinern die Unterstützung der britischen Bewegung entzogen würde, einen ge- waltigen Strich durch die Rechnung und bewies, daß die Arbeiter Großbritanniens das Persönliche und Sachliche wohl auseinander- halten können. Der zweite Antrag forderte die Einberufung einer Konferenz aller an dem Tubliner Kampf beteiligten Gewerkschaften, auf der eine gemeinsame Taktik zur Beendigung des Kampfes ent- warfen werden sollie. Um diese Resolution in ihrer ganzen Trag- weite zu verstehen, muß man bedenken, daß die britische Gewerk- schaftsbewegung keinerlei wirksame koordinierende Zentralkörper- schaft besitzt, die das Verhältnis zwischen den verschiedenen Berufs- organisationen regeln kann. In Dublin macht zum Beispiel die Transportarbeiter-Gewerkschaft allein die Musik; werden andere Gewerkschaften, deren Mitglieder von einer von den Transport- arbeitern angefangenen Bewegung betroffen werden, in Mitleiden schaft gezogen, so müssen sie sich eben so gut wie es geht mit der Sachlage abfinden. Das ist aber nicht allein in Dublin so Tie weitaus wichtigste Resolution betraf jedoch die künftige Taktik der Gewerkschaften. Diese Frage wurde in folgender Reso- lution aufgeworfen: „Diese Konferenz beauftragt die Vertreter des Gemeinschaft lichen Komitees, ihre Beratungen mit dem Tubliner Streik- komitee fortzusetzen, sich zu bemühen, die Verhandlungen mit dem Komitee der Unternehmer wieder aufzunehmen und jede wohlberechtigte Methode die mit der Erhaltung der gewerkschaft- lichen Grunosätzc im Einklang steht, anzuwenden, um einen an- nehmbaren(saliskaetcir)') und dauernden Frieds herbeizu- führen." Hier mußten die Geister aufeinanderplatzen. Seit Wochen hat man den Sympathiestreik diskutiert. Von der einen Seite wurde er glatt verworfen; namentlich die Führer der Eisenbahner, einer Arbeiterkategorie, auf die die ganze Bürde des Kampfes fallen würde, nahmen bei ihren Reden gegen den Sympathiestreik kein Blatt vor den Mund. Auf der anderen Seite fanden sich Führer der Transportarbeiter, die die Isolierung Dublins durch die Bei- gerung der britischen Gewerkschafter, die von Dublin kommenden und nach dieser Stadt gehenden Güter zu transportieren, als das einzige Mittel priesen, um die Unternehmer der irischen Hauptstadt zur Vernunft zu bringen. Diese Anschauung kam in einem sehr langen Amendement der Gasarbeiter zum Ausdruck, dessen wich- tigster Passus also lautete: „Wir fordern deshalb alle Gewerkschaften, die Mitglieder im Transportgewerbe zu Lande oder zu Wasser haben, auf, den betreffenden Arbeitgebern zur Kenntnis zu geben, daß sie sich an einem gewissen Datum weigern werden, Streikbrechergut, das nach Firmen geht, die ihre Arbeiter in Dublin ausgesperrt haben, oder von diesen Firmen kommt, zu befördern....." In leidenschaftlicher Weise wandte sich der Sekretär des großen Eisenbahnerverbandes, Williams, gegen dieses Amendement, indem er auf die Erfahrungen hinwies, die die Eisenbahner mit diesem Kampfmittel gemacht haben. Er fchilverte die„Erfolge" des Tubliner Sympathiestreiks der Eisenbahner vor zwei Jahren, der der Organisation 11000 Pfund kostete; noch heute laufen von den damals ausständigen Eisenbahnern 200 arbeitslos auf den Straßen Dublins umher. Shaw(Weber) warnte den Kongreß vor den unüberlegten syndikalistischen Experimenten und sprach die Ansicht ans, daß die in Vorschlag gebrachte Taktik zu einem Generalstreik führen müsse. Doch die klarste und wuchtigste Rede kam von dem von allen geachteten Führer der Bergarbeiter, S m i l l i e. In versöhnlichen Worten redete er auf Larkin ein und Ivarnte ihn vor der Täuschung, daß die Mehrheit der Leute, die ihm in den Massenversammlungen zujubelte«, organisierte Arbeiter seien. Wer da glaube, daß man nur die Stimmzettel zu verteilen habe, um von der Masse den Auftrag zu erhalten, in den Generalstreik zu treten, der verstünde eben nichts von der Massenstimmung. Doch gesetzt den Fall, man ließe über den Massenkampf, der sich aus der verlangten Sympathieaktion entwickeln würde, abstimmen und der Vorschlag fände keine Mehrheit. Dann wäre der Dubliner Kampf tot und begraben. Tie Bergarbeiter, die etwa ein Viertel der gesamten Delegierten stellten, hätten von ihren Mitgliedern, die durch die Aktion der Transportarbeiter sofort in Mitleidenschaft gezogen würden, kein Mandat erhalten, für dieses weitreichende Amendement zu stimmen. Die Hetze gegen die Führer der britischen Gewerkschaften entbehre jeder sachlichen Unterlage. In Wirklich- keit seien es die Führer gewesen, die, ohne die Mitglieder zu be- fragen, den bedrängten Tublinern sofort zur Hilfe gekommen. Das Parlamentarische Komitee habe unverzüglich eine allgemeine Bei- tragsleistung angeordnet und die Bergarbeiterführer hätten auf ihrem Kongreß zu Scarborough auf eigene Faust den Dublinern eine wöchentliche Unterstützung von 1000 Pfund votiert. Larkin hatte in seiner Rede gesagt:„Euer Geld ist nützlich, aber das Geld wird nie einen Streik gewinnen. Tie Disziplin, die Solidarität, die Kenntnis der Lage wird es tun; das sind die Dinge, in denen unsere Stärke liegt." ES war gerade dem Führer der Bergarbeiter leicht, diese Anschauungen von der untergeordneten Rolle des Geldes im Wirt- schaftlichen Kampfe zu widerlegen, zumal es doch in Großbritannien die Bergarbeiter sind, an deren Geldbeutel man hier unverzüglich appelliert, wenn ein Streik ausbricht. In bezug auf die künftige Ülewerkschaftspolitik führte Smillie aus, daß die Bergarbeiter voll und ganz von der Notwendigkeit einer systematischeren geWerk- schaftlichen Aklion überzeugt wären. AuMhrem letzten Kongreß hätten sie beschlossen, in bezug aus gemeinschaftliches Vorgehen mit den Eisenbahnern und den Transportarbeitern zu konferieren. Aber eine solche folgenschwere Aktion könne man nicht mit Ueberstürzung beschließen; dafür bedürfe es sorgfältiger Erwägungen. Er könne dafür bürgen, daß sich seine Kollegen in der Bergarbeiter-Födera- tion bereit finden würden, die wöchentliche Unterstützung der Tubliner von 1000 Pfund auf 1500 oder gar 2000 Pfund zu er- höhen, obwohl die Föderation infolge des Riesenkampfes vom letzten Jahre finanziell sehr geschwächt sei. Wenn notwendig, müsse man die Tubliner drei oder sechs Monate lang von Großbritannien aus nähren, kleiden und behausen. So könne man die Dubliner Unter- nehmer wirksam für ihren Angriff auf die gewerkschaftlichen Prin- zipien strafen. Tie Abstimmung über das Amendement ergab folgendes Re- sultat: Für das Amendement 203 000, dagegen 2 280 000. Die zitierte Resolution wurde darauf angenommen. Der Kongreß nahm dann noch Resolutionen an, in denen die Regierung anfgefordert wird, den Dubliner Unternehmern ihre Hilfe und die der Polizei zu entziehen, und in denen gefordert wird, daß die Einfuhr voMStreikbrechern ungesetzlich gemacht wird. Doch mit der Abstimmung über den Sympathiestreik hatte der Kongreß in Wirklichkeit sein Ende gefunden. Die Entscheidung Streitereien stehen die Arbeiter Großbritanniens nach wie bor ihren irischen Brüdern bei und werden ihnen helfen, den harten Strauß mit den Dubliner Scharfmachern zu Ende zu fechten. MeitZloliglieit. Tic Arbeitslosenfrage im sächsischen Landtage. Am Tonnerstag stand im sächsischen Landtag der sozialdemo kratische Antrag zur Beratung, der von der Regierung forderte� bei den Gemeinden auf die Einrichtung einer Arbeitslosen Versicherung nach Genter System hinzuwirken; hierzu 50 Proz. der erforderlichen Ausgaben aus Staatsmitteln zu er- statten und zu diesem Zwecke 300 000 M. in den Etat einzustellen Gleichzeitig mit diesem Antrage stand eine konservative Jnter- pellation zur Beratung, die von der Regierung Auskunft darüber forderte, was sie gegen die L e u t e n o t auf dem Lande zu tun gedenke. Offenbar beabsichtigten die Konservativen, die land wirtschaftliche Leutenot gegen die Arbeitslosennot auszuspielen. Sie machten ihre alten Forderungen, wie Beschränkung der Freizügig- kert, Verhinderung des Zuzugs nach den Städten und anderes geltend. Der Minister des Innern konnte ihnen aber die Erfüllung ihrer Wünsche nicht in Aussicht stellen, bezeichnete vielmehr die Abwanderung vom Lande als eine Folge der Entwickelung, die nur aufgehalten werden könne, wenn es gelinge, die Leute materiell besser zu stellen. Den sozialdemokratischen Antrag begründete Genosse Held!. Er schilderte die Not der Arbeitslosigkeit und wies besonders nach, daß gegenwärtig nur durch eine Arbeitslosenversicherung nach Genter System etwas zu erreichen sei, soweit es nicht gelinge, durch Bereitstellung von Arbeiten der Arbeitslosigkeit abzuhelfen. Der Minister des Innern Vitzthum v. E ck st ä d t, der sofort nach dem Antragsteller das Wort nahm, stellte zwar einige Ätaatsarbeiten in Aussicht, bezeichnete aber im übrigen die Arbeitslosenversicherung als ungelöstes Problem. Das Genter System müsse er ablehnen, weil es auf einen Zwang zum Beitritt zu den Gewerkschaften hinaus laufe. Nur dann könne die Regierung Mittel zur Unterstützung Arbeitsloser bereitstellen, wenn Garantie gegeben sei, daß sie nicht nur den organisierten, sondern allen Arbeitern zugute komme. In der Ablehnung des Genter Systems stimmten dem Minister alle bürgerlichen Redner zu. Dabei verstieg sich der Konservative Dr. Böhme zu den Argumenten der„Deutschen Tageszeitung" und stellte die Arbeitslosenversicherung als eine Gefahr für das Ver- antwortlichkeitsgefühl der Arbeiter hin. Ter sozialdemokratische Antrag wurde schließlich der Gesetz- gebungsdeputation überwiesen, die im Einvernehmen mit der Finanzdeputation darüber beschließen soll. Diese Ueberweisung würde ein günstiges Prognostikon für de» Antrag bedeuten, wenn sich bei den Verhandlungen nicht gezeigt hätte, daß den bürgerlichen Parteien der Wille, etwas für die Milderung der Arbeitslosennot zu tun, fehlt, und daß auch von der Regierung Entgegenkommen kaum zu erwarten ist. politikcke(leberllcdr. Ter unwürdige Einjährige. Die sozialdemokratischen Abgg. Hofrichter und Schulz haben folgende„Kleine Anfrage" eingereicht: „Ist deyi Herrn Reichskanzler bekannt, daß einem jungen Mann namens Walter Stoecker in Köln der Berechtigungsschein für den einjährig-freiwilligen Mitttärdienst mit der Begründung entzogen worden ist. daß sich Stoecker als Sozialdemokrat„in besonderem Matze in staatsfeindlichem Sinne agitatorisch betätigt" habe? Ist der Herr Reichskanzler gewillt, den geschädigten Walter Stoecker wieder in den Besitz der von ihm ordnungsgemäß er» wordenen Berechtigung zu bringen?" Ter gläubige GiesbertS. Was man für unmöglich halten sollte, ist Tatsache geworden: ein christlicher Arbeiterführer erklärt sich mit den verschwommenen Aeußerungen des Reichskanzlers zur Frage des Arbeitswilligen- chutzes e i n v e r st a n o e n l Der Zentrumsabgeordnete G i e S- berts schreibt in einem Leitartikel der„Kölnischen Volkszeitung" (Nr. 1074): Man kann diese Stellungnahme des Reichskanzlers nach zwei Seiten hin gruppieren: 1. als ein dankenswertes und erfreuliches Bekenntnis zur Koalitions- f r e i h e i t, die er für notwendig hält, die keine gesetzliche Be- schneidung erfahren solle, und 2. als eine Bekämpfung der sog. Auswüchse aus dem Koalitions Wesen— alsi> nicht bloß der Arbeiterkoalitionen, sondern der gewerblichen Koalition schlecht- hin— auf dem Boden des gemeinen Rechts durch Reform des Strafrechts usw. Dabei hält er die Haftbarkeit der Gewerkschaften für Streikschäden vermittels der Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Berufsvereme für nicht spruchreif; die Regierung wird einen zweiten Versuch, nachdem der erste ge- scheitert ist, nicht machen. Man wird ja im einzelnen abwarten müssen, welche Vorschläge nach dieser Richtung schließlich die Regierung bei der Reform des Strafgesetzbuchs machen wird, und Ivas oie Kommission und der Reichstag davon passieren läßt. Tie Auffassung des Reickskanzlers ist entschieden richtig, daß man sich keinen überschwänglichen Hoffnungen in den Kreisen derjenigen hingeben solle, welche heute so eindringlich nach größerem Arbeitswilligenschutz rufen. Wenn das Straf- gesetz paritätisch gestaltet wird— darüber kann doch kein Zweifel bestehen— so können solche B e st i m- mungen gegen Terrorismus und Boykott und für den„Schutz persönlicher Freiheit uno das Selbstbestimmungsrecht des Individuums" den Koalitionen der Arbeitgeber usw. gefährlicher werden als den Organisationen der Arbeiter. Das soll aber die Arbeiterorganisationen nicht abhalten, sich schon rechtzeitig auf diese Strafrechtsreform gefaßt zu machen und die A b w e hr ma ß na hm e n frühzeitig zu treffen, die notwendig sind, um einen Anschlag auf Koalitionsfreiheit aus diesem Umwege zu vereiteln. Da hört doch alles auf! Nach den lauten Protesten der christ- lichen Arbeiter stellt sich nun ihr Führer hin und erklärt sich mit verschärfenden„Bestimmungen" einverstanden, wenn sie nur paritätisch sind. Als ob dieser Giesberts im geringsten dar- über im Ziveifel sein könnte, daß in der Praxis jedes Gesetz gegen die„Ausivüchse im Koalitionswesen" in den Händen der Klaffen- justiz zu einer furchtbaren Waffe gegen die Arbeiter, und nur gegen die Arbeiter werden m u ß. Wenn schon Giesberts jetzt derartig den Reichskanzler an- wedelt, wie mag es oann mit dem Innern seiner feudalen und agrarischen Fraktionskollegen bestellt sein. Das Zentrum und die christlichen Gewerkschaften sind also wieder einmal unzuverlässig. Sie werden auch Strafverschärfungen zum Schutze der sogenannten Arbeitswilligen schlucken, wenn sie in einer Form serviert werden, die ihre Wähler verdauen können. nationalliberaler Seite ist immer betont worden, daß die Kommission an die Prüfung der Materie durchaus sachlich und u n- parteiisch herantreten werde. Nun versendet aber der national- liberale Verein in Magdeburg, dem Herr Schiffer sehr nahe steht, ein Schreiben, in dem eS heißt: „Euer Hochwohlgeboren bitten wir hierdurch �anz ergebenst, uns Material jeder Art, welches sich für die nachdrück- liche Vertretung eines Gesetzes zum Schutze von Arbeitswilligen eignet, zur Verfügung zu stellen und wären wir Ihnen für die' Uebermittelung bestimmter Vor- schlüge ebenfalls sehr verbunden." Das nennt die nationalliberale Studienkommission also fach- lich und unparteiisch! Das Schreiben der Magdeburger Ge« folgschaft des Herrn Schiffer ist auch an die Ortsgruppe des Bundes der technisch-industriellen Beamten abgesandt worden. In der Ant- wort dieser Organisation heißt es: „Wenn ein besonderer Arbeitswilligenschutz geschaffen werden soll, kann er unseres Erachtens nur zu dem Zweck geschaffen werden, die arbeitswilligen Arbeiter und Ange- stellten, die wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisanon gemaßregelt werden, vor der Beschneidung ihres wichtigsten staatsbürgerlichen Rechtes zu schützen. Wir sind gern bereit, Ihnen Material in reicher Fülle zur Verfügung zu stellen, aus dem Sie entnehmen können. daß ein solcher Arbeitswilligenschutz, mit anderen Worten ein Ausbau des KoalitionSrechlS dringend notwendig ist." Ob Herr Schiffer auch diese Antwort sachlich und unparteiisch zu prüfen bereit sein wird?___ Zuchthausgesetz oder verschärfte Streikjustiz? Das ist die Folgerung, zu der Regierungsasseffor Dr. Posse in zwei Leitartikeln in der„Kölnischen Zeitung"(Nr. 1397 und 1402) kommt. Er meint: „Ter Schutz der Arbeitswilligen ist eine besonders ernste Aufgabe allein deshalb, weil die Erscheinungen, die man mit dem Begriffe Terrorismus zusammenzufassen pflegt, seit dem ungeheuren Amvachsen der Gewerkschaften einen bedenklichen Umfang angenommen haben. Soweit überhaupt Strafgesetze das geeignete Mittel sind, die Freiheit des Arbeiters im Wirtschaft- lichen Leben sicherzustellen, wird der Arbeitswillige heute bereitsauf Grund der bestehenden gesetz- lichen Bestimmungen geschützt. Dieser Schutz ist noch durch schleunige Aburteilung von Streikver- gehen und durch einheitliche und durchgreifende Hand. habung der polizeilichen Matzregeln zu erhöhe». Indes wird gerade das Verbot des Streik- po st en st e h e n s nicht zur Verstärkung dieses Schutzes beitrage n." Das rheinische Kapitalistenblatt, das in jüngster Zeit sich wieder besonders scharfmacherisch gebärdet, ist mit der vorgeschlage- nen Art Streik-Ttandrecht noch nicht zufrieden. Die„Kölnische Zeitung" verweist in einer Einleitung zu den erwähnten Artikeln triumphierend auf die bekannte Erklärung Bethmann Hollwegs, daß„die Gesetzgebung dem Gange der Entwickelung folgen muß". Tie jubelt: „damit hat die Regierung zum ersten Male unumtvunden die Notwendigkeit einer Verstärkung der gesetzlichen B e st i m mungen zum Schutz ßeä willigen und drangsalierten Arbeiters zugegeben." Ten Arbeitern kann es gleich sein, ob man nach dem Zucht- Hausgesetz oder„nur" nach verschärfter Klassenjustiz schreit. Gegen beide Anschläge werden sie sich mit ganzer' Kraft zur Wehr setzen. Nationalliberale Studien zum Zuchthausgcsetz. Bekanntlich haben die Nationalliberalen zur Prüfung des so- ...__...... genannten ArbeitswilligenschutzeS eine Studienkommission »«"gefallen tTer Sympa'hi estteik war tot. Trotz aller persönlichen| eingesetzt und den Abg. Schiffer mit dem Vorsitz betraut. Von Ein tÄegcnstück zum �fall Liebknecht. Die Reichsregierung hat den Abg. Liebknecht als Mitglied der Rüstungskommission abgelehnt, weil, wie Staatssekretär Dr. Delbrück im Reichstag erklärte, Liebknecht durch die Krupp-Affäre zum An» kläger geworden ist und als solcher in der Rüstungskommission nicht mitarbeiten könne. Die„Vossische Zeitung" ist nun in der Lage, einen Fall auszugraben, in welchem die preußische Regierung eine entgegengesetzte Ansicht bekundet hat. Allerdings liegt der Fall be» reits 40 Jahre zurück und es kam auch kein sozialdemokratischer Ab- geordneter dabei in Betracht. Am 14. Januar 1873 warf nämlich der nationalliberale Abgeordnete L a S k e r im preußischen Abgeordneten- Hause dem Geheimrat Wagner auS dem Ministerium deS Auswärtigen, dem Fürsten PutbuS und dem Prinzen Biron von Kurland vor, Geschäfte mit Eisenbahnkonzessionen getrieben zu haben. Er be- chuldigte den Handelsminister Grafen Jtzenplitz der Unterstützung des Gründungsschwindel« von Strausberg. Am 8. Februar 1873 be- antragte— so schreibt die„Boss. Ztg."— Lasker die Einsetzung einer Eisenbahnuntersuchungskommission durch Äs Parlament unter Zuziehung der Regierung. Die preußische Regierung kam dem Antrage insofern zuvor, als sie selbst eine Kommission einsetzte, die auS zwei Justizbeamten, zwei BerwaltungSbeamten und je zwei Land- tagsabgeordneten bestehen sollte. Lasler zog unter der Voraussetzung. daß er selbst mit in die Untersuchungskommission berufen würde, seinen Antrag zurück. LaSker war dann der eifrigste Mitarbeiter in der Kommission und seine Enthüllungen wurden in vollem Umfange als richtig bestätigt. LaSker wurde also Mitglied der QntersuchungS- kommission, obwohl feine Borwürfe noch wert schwerer waren, da sie sich gegen die ober st en Stützen der Regierung richteten. Man sieht an diesem Fall, daß die preußische Regierung im Jahre 1873 anders gehandelt hat, als die Reichsregierung von heute. Wenn die Reichsregierung ein Interesse hätte dafür bekunden wollen, qaß die RüstungSkommiision wirklich Frucht bringen wird, so härte ie den Genoffen Liebknecht nicht nur nicht abweisen dürfen, fondern ihn sogar für die RiistungSkommisfion reklamieren müssen. Militärische Verschwiegenheit. Man schreibt uns: Bei der Erörterung der Wackes-Prozeßsache wurde so viel Wert darauf gelegt, daß die Rekruten keine„Wasch- iveiber" sein dürften. Auf Befehl des Herrn Oberst sollte strengste Verschwiegenheit über alles beobachtet werden, was in der Kaserne vorging. Es müssen doch recht unangenehme Dinge zu gewärtigen sein, wenn ein Oberst den Rekruten strengste Verschwiegenheit über alle Kasernenvorgänge besiehlt. Daher kommen ja auch Monate und Jahre dauernde Mißhandlungen nur bei Todesfällen, schweren körperlichen Schädigungen oder aber nur durch besondere Umstände an die Oeffent- lichkeit. Lehrer, Universitätslehrer, der Jurist, der Geistliche, kurz alle Personen in verantwortlicher Stellung werden öfsent- lich kritisiert auf Grund von Nachrichten ihrer Zuhörer, wenn die Sprecher unpasiende Aeußerungen tun, durch die sie ficb in auf- ■allendeu Gegensatz zur Gesamtheit setzen,-bestimmte Parteien, Ge- ellschaftSklaffen oder gar fremde Nationen beleidigen. Niemand denkt daran, die Verbreiter wahrer Nachrichten zu verfolgen oder zu bestrafen. Beim Militär soll das aber strafbar> ein, wenn herauskommt, wer wahre Vorfälle an die Oeffentlichkeit bringt. Es soll über die Militärwirtschast in der Kaserne strengste Ver- schwiegenheit bewahrt werden! � rjc._ Gegen diese Zustände müßte doch aufs scharrte angekämpft iverden; den blinden, den Kadavergehorsam müssen wir loswerden! Der verbotene Tango. Nachdem Wilhelm II. jüngst den preußischen Offizieren gedroht hat, sie müßten den bunten Rock ausziehen, falls sie Tango tanzt««, hat auch König Ludwig von Bayern, wie ein Wiener Blatt berichtet, an das bayerische OffizierkorpZ eine vertrauliche Kabinettsorder er- lassen, wonach er es nicht gerne sieht, wem» sich im kommenden f�asching die Offiziere au TanzurUerh-hw�Zen beteiligen, wo der anzo auf dem Programm steht..Sic!? tut solchen Tänzen überhaupt zu beteiligen", so führt die erwähate�cta- unter anderem aus,„be- trachte; der König als absurd uiV�»MS'Osfiziers unwürdig. Der Offizier müsse fich seiner seriöseu�teUmch-auch in bezug auf dieGe- fell, gleit immer bewußt sein". Klerikale Vürnineleien. lieber die KirchenauSitrittsoersammlungen in Berlin kann man in der Presse d�ArormNen im Lande noch immer die duftendsten Berichte lesen. Hektoliterweise wird moralische Entrüstung über die„sozialdemokratischen Flegeleien" aus- gegossen. Sieht man aber genauer zu. so ist diese sittliche Entrüstung eine Schlammflut übelster Art. Bringt es doch die„Kölnische Volkszeitung"(Nr. 1057) fertig, zu schreiben: »Es kann auch gar nicht anders sein, als daß dem Menschen das Leben ohne Glauben an einen Gott und ein Jenseits in höchstem Maße öde und schal erscheint. Mit Grauen denkt ein solcher Mensch an seine völlige Vernichtung, denn die einzigen Freuden, die er kennt, sind ja die materiellen des Diesseits. E r empfindet ähnlich wie der Hund, die Katze und das« ch w e i n(!!), die instinktiv fühlen, daß es nach und Titz der H Wohl nw scheinlir ßa: o d o nichts mehr zu fressen(!!!) gibt, m am Leben hängen..." sindungen der Freidenker mit den Instinkten Schweine auf eine Stufe zu stellen, das bringt ganz edle Christenseele fertig. Ta ist es wahr- iflich, daß anständige Menschen aus einer Or- lichten, deren Erziehung in solchen Flegeleien Ter Landwehrmann! Landwehrmann war vom Standgericht des Bezirks- vndos Breslau I wegen Achtungsverletzung vor versammel- annschast zu 14 Tagen strengem Arrest verurteilt worden. Er Berufung ein, zugleich mit dem Gerichlsherrn, der die Strafe für zu niedrig hielt. Der Landwehrmann war zu einer Hebung k-eordcrt. Da er sick nicht gesund fühlte, begab er sich zur Unter- suchung auf das Bezirkskommando. Der Oberstabsarzt fand ihn gesund und meinte, er solle nur üben. Der Landwehrmann sagte darauf erregt:„Ich weiß doch allein, was mir fehlt, ich bin kein Kind." Dann brach er zusammen. Tatsächlich wurde er wegen Krankheit von der Uebung befreit. Seit 1909 ist er öfters schon wegen seines Leidens von tlebungen dispensiert worden; denn er ist schwer nerven- und lungenkran k. W Der Anklagevertreter KriegsgerichlSrat Bolck beantragte� Ber- werfung beider Berufungen. Das Kriegsgericht ermäßigte die Strafe auf die Hälfte der in erster Instanz erkannten Arreststrafe, also au' sieben Tage strengen Arrest. Ein Rechtsmittel hat der Verurteilte nicht mehr, da das Kriegsgericht einzige Berufungsinstanz gegen Urteile des Standgerichts ist. Militärischer Aufruhr zweier Unteroffiziere. Vor dem Kriegsgericht der Kommandantur Berlin standen am Sonnabend die beiden Unteroffiziere Duder st ädt und C a st e e l i wegen Vergehens gegen eine ganze Reihe von Paragraphen des Militärstrafgesetzbuches unter Anklage. Durch die Beweisaufnahme ergab sich folgender Tatbestand: Am 20. November besuchten die Angeschuldigten gemeinsam einige Bierlokale in der Friedrichstraße. Als sie um Mitternacht in angeirunkenem Zustande die Friedrichstraße entlang gingen, kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Studenten, der Couleur trug. Die Angeklagten gingen an den Studenten heran und hallen ihn von beiden Seite» ein. Trotz seines energischen Wider spruchs wurde der Student gewaltsam weitergeschleppt und dabei fortwährend beleidigt. Duderstädt riß dann dem Studenten das Couleurband weg und nahm ihm den Stock. Erst am Bahnhof Friedrichstraße konnte sich der Student befreien. Er verlangte von einem Polizeibeamlcn die Feststellung der An geklagten, die jetzt andere Passanten und Frauen be lästigten und beleidigten. Der Beamte suchte die Angeschuldigten durch Zuspruch zur Vernunft zu bringen, erreichte aber nichts. Als er sie mit„Kameraden" anredete, fühlte sich Casteelli be leidigt und versetzte dem Schutzmann einen Stoß vor die Brust. Beide wurden nun aufgefordert, mit zur Wache des «lexanderregiments zu kommen. Hiergegen protestierten sie aber. Ein zweiter Polizcibeamter, der hinzukam, wurde gleichfalls angefallen und mit F a u st s ch l ä g e n traktiert. Der mißhandelte Beamte taumelte zurück. Als jetzt Duderstädt das Seitengewehr aus der Scheide riß und damit aggressiv werden wollie, riß der Beamte seine Browningpistole hervor. Beim Anblick der Pistole ließ Duderstädt von seinem Vorhaben ab. Beide An- geklagte wurden dann förmlich zur Wache geschleppt. Unterwegs ritz sich Duderstädt los und fiel über den Schutzmann her. Castecli faßte nach dem Seirengewehr, um damit auf den Polizei- beamten einzuhauen. In diesem Augenblick riß der andere Beamte die P r st o l e au« dem Futteral und erklärte sofort zu schieden, falls von dem Seitengewehr Gebrauch gemacht werde. Kaum hotte der Schutzmann die Waffe wieder eingesteckt, da fiel Casteeli hinterrücks über den mit Duderstädt ringenden Schutz mann her, wurde aber von dessen Kollegen zurückgerissen. wurde aber Inzwischen war eine Wachpatrouilfe herbeigerufen worden, und jetzt endlich konnten die Erzedenten zur Kaserne gebracht werden. Auf der Wachistübe kam eS zu schweren aufrührerischen Exzessen. Der Vize- feldwebel R i e s e n k a m p wurde von den beiden Angeklagten an- geschrien und tätlich angegriffen. Es entstand ein Kampf in der Gesangenenzelle. bei dem der Feldwebel einen Hieb über den Kopf erhielt, so daß eine klaffende Wunde entstand. Stark blutend trat er aus der Zelle heraus. Erst jetzt konnten die beiden Exzedcnten in die Zelle ein geschloffen werden. Einer der Angeklagten machte für sich geltend, daß sein Vater Alkoholiker gewesen sei. der andere, daß er unter der Einwirkung des Alkohols jedes Bewußtsein verliere und zu Exzessen neige. Beide Angeklagten wollen sinnlos betrunken gewesen sein. Ein Antrag, medizinische Sachverständige zu hören, wurde abgelehnt. Mehrere Zeugen, Schutzleute und Militärpersonen. behaupteten, daß die Angeklagten, wohl angezecht gewesen wären, sich aber keineswegs in einem Zustande sinnloser Betrunkenheit befunden hätten. Ter Gerichtshof schloß sich dieser Auffassung an und der- urteilte die beioen Angeklagten zu j e 1 � I a h r e n G e f ä n g n i s und Degradation. gemessen an den furchtbaren Schreckensurteilen, die aus un- ch viel geringerer Ursache gegen zahllose»Gemeine" ver- worden sind, gemessen auch an dein Urteil selbst der Rc- tanstanz in der bekannten Erfurter Affäre, erscheint .eil keineswegs hoch. Trotzdem können wir die Ver» .„jchk unterdrücken, daß, wenn es sich nicht um Unteroffiziere, mm Offiziere gehandelt hätte, das Strafmaß weit > e r ausgefallen wäre. Wurde doch, wie wir vor wenigen meldeten, der Leutnant Hans Richter vom Lt. Infanterie- regiment in Tbörn, der in einem Restaurant einen Gast mit dem Degen bedrohte, auf der Straße randaliert, sich mit anderen Ossi- zieren gebalgt und der Wache gegenüber Befehlsbefugniffe ange- maßt hatte, freigesprochen, da ihm unter dem Einfluß -llkohoig wohl das Sträfliche seiner Exzesse »»cht zum Bewußtsein gekommen sei. Daß die beiden Unteroffiziere aus der Armee zu entfernen waren, verstand sich von selbst. Auf der anderen Seite hätte man bei der Abmessung ihrer Strafe doch wohl berücksichtigen können, daß sie sich unmöglich in einem Zustande der Zurechnung»- sähigkeit befunden haben konnten, als sie sich ihre wahnsinnigen Ausschreitungen zuschulden kommen ließen. Aber es handelte sich eben um Unteroffiziere, und ihre Opfer waren militärische Vorgesetzte und ein Student, der obendrein Reserve- fähnrich war! Schweiz. Der Militarismus auf der Anklagebank. Der Nationalrat hat nach der vorläufigen Erledigung des Fabrik- gefetzes die Beratung des Budgets für 1914 begonnen, in deren Mittelpunkt die sozialdemokratische Fraktion ihre schweren Anklagen gegen den Militarismus stellte. Das Budget ist an sich schon außer- ordentlich ungünstig, da eS bei 98 820 000 Fr. Einnahmen und 105 400 000 Fr. Ausgaben mit einem Defizit von 6 620 000 Fr. ab- schließt. Es sind nun gerade die von Jahr zu Jahr uferlos steigenden Militärausgaben, die mehr als die Hälfte der Einnahmen aufsaugen, die Finanzverhältnisse fortwährend verschlechtern und die Erfüllung großer sozialer und kultureller Aufgaben verunmöglichcn. Das Militärbudget erfordert offiziell 44,7 Millionen Frank, unser Genosse Grimm wies aber nach, daß die Summe der effektiven Militär- ausgaben 50 985 000 Fr. beträgt. Und diese ungeheuerliche Ueber- Wucherung der Militärausgaben gegenüber allen anderen Aufgaben soll nun noch immer weiter gesteigert werden, so durch den neuesten Plan der Befestigung der Grimsel(Bemer Ober- land). Dabei werden die Einnahmen des Bundes zum über- wiegend größten Teil mit 80 Millionen Frank durch die Zölle, also durch indirekteSteuern. aufgebracht. Von 27,7 Millionen Frank im Jahre 1890 sind die Militärausgaben genau um das Doppelte im Budget für 1914 gestiegen und ebenso die Zolleinnahmen von 48 auf 80 Millionen Frank. Dabei verschlechtert sich die Lage der Arbeiter fortwährend und tausende sind gegenwärtig arbeitslos. Aber der Bund hat kein Geld für Arbeitslosen-, Alters- und In- validenversicherung. Grimm regte die Einberufung einer Konferenz der Klein ftaaten zum Zwecke derAbrüftung an, tvomit der Bundesrat eine Kulturmission ersten Ranges erfülle» würde. An den bekannten zahlreichen Militäraffären, so auch jener auf dem Fluelapaß, wies Grimm nach, wie die leitenden Militär- kreise planmäßig einen immer größeren Gegensatz zwischen dem Militär und der Demokratie zur Unterjochung des Volkes schaffen wollen. Die sozialdemokratische Fraktion lehnt daher daS Militärbudget ab und Grimm beantragte die Prüfung der Frage, wie die ganze Finanzgrundlage de? Bundes geändert werden könnte, so z. B. die Einführung einer direkten Vermögens- und Einkommen st euer, womit die große Mehrheit des Volke» gewiß einverstanden sein würde. Auch die Genossen Müller- Bern, S i g g- und P f I ü g e r- Zürich, Jäg gi« Basel und N a i n e- Lausanne bekämpften in gleicher Weise den Militarismus und die drückende Zollwirtschaft, die eine Wandlung im Sinne des Abbaues der Zölle erfahren müsse. Sie wandten sich entschieden gegen die Gedanken der Erhöhung der Zölle auf Kaffee, Bier, Branntwein usw. sowie die Einführung von Getreidezöllen. Nun kamen die sozialdemokratischen Militär- Interpellationen zur Behandlung, die Ueberanstrengungen der Truppen, harte Disziplinarstrafen und Verletzung der Gewissens sreiheit betrafen. Gen. Raine, Lausanne, brandmarkte die Offiziere, die so unverantwortlich durch Ueberanstrengungen das Leben so vieler Menschen aufs Spiel setzten, als Mörder die fich nicht wundern dürsten, wenn einmal Soldaten ihr Leben ebenso verachten würden, wie eS ihnen gegenüber seitens der Offiziere geschieht. Für die.Mörder" erhielt Raine vom Präsidenten einen Ordnungsruf, dem gegenüber er fein Wort aufrechterhielt, sicher mit Zustimmung der weitesten Volkskreise, die über daS volksverachtende Gebaren hoch fahrender Offiziere empört sind. Der Kriegsminister, Bundesrat H o f f m a n n, bestritt nicht die von unseren Genosien angeführten Tatsachen, aber er deckte die Soldatenschinder in Osfiziersuniform und verteidigte alle ihre Helden- taten. Englanck. Eine liberale Wahlniederlage. London, 13. Dezember. Der U n i o n i st W a t s o n wurde im Wahlkreis Lanark mit 4 257 Stimmen gegen den Liberalen Morton, der 4006 Stimmen erhielt, gewählt, Der Arbeiterkandibat Gibb erhielt 1 674 Stimmen. Die Wahl ist eine Ersatzwahl fiir den verstorbenen Liberalen Sir W. Menzies, der bei der letzten Wahl eine Majorität von 1 197 Stimmen erhalten hatte. Mexiko. Eine Intervention der Bereinigten Staaten. Mexiko, 13. Dezember. Konteradmiral Fletcher hat nach einer Meldung aus T a m p i c o die dort kämpfenden In- surgenten und Bundestruppen aufgefordert, daS Feuer einzustellen; er werde andernfalls daS Kanonenboot Whoeling in Aktion treten lassen. Wie dem eng- lischen Gesandten Carden durch Admiral Craddock gemeldet wird, sind beide Parteien der Weisung des amerikanischen Admirals nachgekommen. Die Bundestruppen halten in Tampico noch den Mittelpunkt der Stadt und das Hafenufer besetzt. Kriegsgreuel. Washington, 13. Dezember. Admiral Fletcher meldete, daß er im Namen der Menschlichkeit gestern gegen die Hinrichtung von Kriegsgefangenen seitens der Aufständischen und der Bundestruppen bei Tampico protestiert habe. Bisher sind etwa 55 Personen hingerichtet worden; drei von ihnen sind weithin sichtbar gc» hängt worden. Alle Ausländer befinden sich in Sicherheit. Bus der Partei. Die Stuttgarter Gemcinderatöwahlen. Stuttgart, 13. Dezember.(Privattelegram nr des „Vorwärts".) DaS Resultat der gestrigen GemeinderatSwahlen wurde heute abend bekannt. Die Sozialdemokratie behauptete ihre vier Sitze trotz des wütendsten Ansturms der Gegner und obgleich die Krise unsere Wählerschaft dezimiert hatte. Trotz alledem gelang es im?, die Wahlziffer gegenüber der Wahl im vergangenen Jahre noch um 766 zu steigern. 11 291 Wähler stimmten für die Sozial- demokratte, rund 40 Proz.___ Soziales. Zum Kampf der Aerzte gegen die Kassen. Außerordentlich wertvoll und notwendia ist ein Kampf der Aerzte gegen die Krankheiten. Der Staat sorgt deshalb für Vorbildung von Aerzten aus allgemeinen Mitteln und privilegiert die Personen, die ihre Befähigung zur Behand- hing von Kranken durch Examina dargelegt haben, als apro- inerte Aerzte. Auf der anderen Seite aber legt die deutsche Gesetzgebung— im Gegensaß zum Beispiel zur österreichischen — den Aerzten keinerlei Verpflichtung zur Behandlung auf. Sie können jede Behandlung ablehnen oder von Bedingungen abhängig machen, die sie stellen. Ein Widerspruch liegt offen- sichtlich darin, die ärztliche Behandlung als für die Staats- bürger notwendig anzuerkennen, das Recht und die Möglich- keit aber, ärztliche Behandlung zu erhalten, nicht allen Hilfs- bedürftigen zu geben. Eine Verstaatlichung der Aerzte oder die Einführung eines Behandlungszwanges unter Ueber- nähme der Kosten auf das Reich oder den Staat würde jedem Erkrankten ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage die Möglichkeit ärztlicher Behandlung geben. Allein diese Mittel können ein Recht der Kranken auf ärztliche Behandlung sicherstellen. Teutschland hat diesen Weg noch nicht beschrit- ten. Es wird nunmehr zu seiner Beschreitung durch die Be- tätigung des vom Leipziger Aerzteverband beschrittenen Weges geradezu gedrängt. Denn was heute der ärztliche Verband den Kassen zumutet, kann er morgen den von Gemeinden, Landarmenverbänden, kommunalen oder staatlichen Körper- schaften oder von Berufsgenossenschaften eingerichteten Krankenhäusern gegenüber genau so zumuten. Der Kampf, den jetzt die Aerzte gegen die Kassen führen, hat daher eine außerordentlich weittragende Bedeutung. Der Aerzteverband sucht diejenigen Aerzte einzuschüchtern, die die soziale Pflicht des Arztes, Kranke zu behandeln, höher stellen als die Befolgung des Diktats des Leipziger Verbandes, das die Verfügung über die Kassenmittel dem Leipziger Verband zuwenden will. Es ist ein erfreuliches Zeichen für den Ernst, mit dem viele Aerzte ihre soziale Pflicht betrachten, daß trotz aller möglichen Pressionsmittel eine große Zahl von Aerzten sich die Qbervormundschaft des Vorstandes des Leipziger Ver- bandes nicht gefallen läßt. Die Kassenverbände haben das größte Entgegenkommen bewiesen, um einen Frieden mit den Aerzten zu schließen. Es haben auch an anderen Orten— so in Berlin die Einigungsverhandlungen Erfolg gehabt. Der schroffe Stand- Punkt, auf dem der Vontand des Leipziger Verbandes steht. macht eine weitere Verhandlung mit diesem Verband aber unmöglich. Darüber herrscht unter den Vertretern der ver- einigten Krankenkassenverbände Einmütigkeit, wiewohl unter ihnen die verschiedensten politischen Richtungen der- treten sind. Das bewies eine Verhandlung, die die Vertreter der vereinigten Krankenkassenverbände am Freitag in Berlin über den bevorstehenden Aerztestreik abhielten. Es wurde dort festgestellt, daß Einigungsverhandlungen zwischen den zentralen Verbänden der Aerzte und Kassen nach Lage der Sache völlig aussichtslos.seien, zumal der Leipziger Verband wiederholt betont habe, von seinen Hauptforderun- gen nicht abgehen Sil können. Im übrigen seien an vielen Orten die Kassen und Aerzte völlig einig. Trotzdem verbiete der Leipziger Verband den Aerzten, Verträge zu schließen und bezeichne jeden Arzt als Streikbrecher, der diesem Gebot zuwiderhandelt. Der Friede wäre auf der gan zeu Linie gesichert, wenn der Leipziger Ver- band den Vertragsabschluß freigäbe. Wenn jetzt, drei Wocheii vor Begiim des eigentlichen Kampfes, der Leipziger Verband den Aerzten weiter ver- bietet, mit den Kassen überhaupt zu ver- handeln, so ist dies nur ein Zeichen dafür, daß schon sehr scharfe Mittel angewandt werden müssen, um die durch das Vorgehen des Leipziger Verbandes in ihrer Existenz bedrohtwi Aerzte bei der Stange zu halten. Tatsächlich werden vielfach Veriräge von Aerzten trotz des Verbotes geschlossen. Wenn aber gar nach den im„Aerztlichen Vereinsblatt" vom 9. November veröffentlichten Mitteilungen die Aerzte die Behandlung der Versicherten u n t e r U m- ständen bei den gegnerischen Kassen vchllig einstellen sollen., so daß Kranke und Ster- bende ihrem Schicksal überlassen werden. so wäre dies eine geradezu fanatische Kampfesweise, die sich von selbst richten würde. Die Krankenkassen würden einem solchen Vorgehen gegenüber die entsprechenden Maßnahmen treffen. Einschüchtern lasseil sich die Kassen nicht! Wer den Kampf gegen Krankheiten für etwas sozial Not- ivendiges hält, muß in der den Kassen von dem Leipziger Verband ausgedrängten Lage gegen drn� Leipziger Verband Stellung nehmen und wünschen, daß der Streit, gleichviel, wie er ausfällt, endlich dem gesetzgeberischen Eingriff die Wege ebnet, der das Recht jedes Kranken auf ärztliche Behand- lung den Aerzten gegenüber sicherstellt. Die Bekämpfung der Tuberkulose in bezug zur Heimarbeit. Auf dein 7. Internationalen Tuberkulosekongreß Mai 1912 in Rom machte Ranellctti darauf aufmerksam, daß nicht nur die Ver- breitung der Tuberkulose unter den Heimarbeitern zu bekämpfen ist, sondern auch die Konsumenten gegen die Infektion durch die in Heimat hergestellten Waren zu schützen sind. Speziell Weißzeug und Kleidungsstücke, die in der Heimarbeit hergestellt sind, können mit Tubcrkelbazillen verunreinigt sein und die Tuberkulose weiter verbreiten. Ranelletti untersuchte 1911 bis 1912 in Rom besonders Arbeiterinnen, die militärische Uniformstücke zu Hause herstellten und fand seine Annahme bestätigt. Um diese Art der Verbreitung zu verhindern, müßte die Meldung von Erkrankungen an Tuber- rulose obligatorisch sein, ferner müßten alle von den Kranken ge- lieferten Kleidungsstücke desinfiziert werden,.bevor sie in den Handel gelangen. Wie für die Tuberkulose gilt dies auch für die anderen Infektionskrankheiten. Letzte Nachrichten* Eine unterbliebene Grausamkeit. Sofia, 13. Dezember.(Meldung der Agence Bulgare.) Die griechische Regierung hat die bulgarische Regierung durch Bermitte- lung der russischen Gesandtschaft verständigt, daß kein ein» ziger der von dem Kriegsgericht iii Saloniki zum Tode verurteilten B u lgar.cn hingerichtet werden würde und daß diese Verurteilten ebenso wie die aus den von Griechenland annektierten Gebieten stammenden Kriegsgefangenen, bezüglich welcher Bulgarien einen Schiedsspruch des Präfidenten Poincare vorgeschlagen hatte, nach Wiederauf- nähme der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Län- der» unverweilt werden freigelassen werden, vorausgesetzt, daß die Verfolgungen der in Bulgarisch-Thrazien lebenden Griechen aufhören. Tie wiedergefundene„Mona Lisa". Paris, 13. Dezember.(P. C.) Die Polizei hat eine sehr intereffante Entdeckung gemacht. Man hat da? Glas des zerbroche- nen Rahmens der»Mona Lisa" nachgeprüft, auf dem sich die Fingerabdrücke des Diebes befanden. Man hat die Finger- aborücke mit dein anthropometrischen Maße als die des Diebes festgestellt. Der Vergleich ergab eine genaue Uebcreinstimmung mit den Linien der Fingerspitzen de� Perugia. Mithin ist der untrüglichste Beweis erbracht, daß Perugia die Wahrheit gesagt hat. Perugia wird übrigens nicht ausgeliefert werden können, sondern wird auf eine offizielle Anzeige der französischen Regierung in Italien selbst wegen im Auslande begangenen Diebstahls abge- urteilt werden. Die Höchststrafe für ihn dürfte sich auf zwei Jahre Gefängnis belaufen. mit Ausschnitt oder Umlegekragen, mit Feston oder Stickereigarnierung mit Hohem Stickereivolant ; Damen-Nachthemden 'illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillilllllllllllllllillllllllMllllillllllllllllllillllllilllllllllllllllllllillllllllllillllllllllllllllllillllllillilllllllilllllililllllllllllllllilliliiiillilllllililllllilllllllillilllllillllllllllllllNIIlNIlilllllllllllllllNlll»»»!«"»»»«»»««»»«»»»»»»»»»»»«!»»»»»»»»!»«»» Kleiderstoffe j Schuhwaren i Seidenstoffe Friedrichsfrasse 110-112(Passase-Kaufhaus) G.mTbTH. Potsdamer Str. 10-13* Lelnzleer Str. 75-76 am Dönhoffplatt Qoleronadeln, echt suber, 800! 1000 gestempelt, extra stark Pf., /.25 eilhaft 5»85 ff neueste /r Form mit weißem Leder gefüttert T\J Pf. MtjkäSten mit guter Füllung.. 45\&5 Pf-, 95 Pf- besonders preimrie MWach/5- öesdjenhe in fast allen Abteilungen - 1 Hutformen aus Velourette. Hutformen aus Velvet. 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Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW/ hierin 6 Beilage». Nr. 339. 30. Jahrgang. Gewerklcbaftlicbea. Ein Kartell gegen Arbeitswillige. Die Scharfmacher rufen nach einem Arbeitswilligenfchutz- Gesetz. Angeblich zur Abwehr von Terror, von Äoalitions- zwang und Nötigung zwecks Verhinderung freiwilliger Arbeit. Man wäre zu der Forderung dergleichen Schutzes vollauf be- rechtigt. wenn sie sich nicht nach der falschen' Seite richtete. Tie haarsträubend harten Urteile wegen angeblicher Arbeits- willigenbeleidigung und die aufreizend milde Beurteilung grober Ausschreitungen, schreckenerregender Gewalttätigkeiten von Streikbrechern beweisen, daß es diesen wahrlich nicht an Schutz mangelt. Aber nicht nur diese Sorte Zeitgenossen verübt ungehindert, ja sogar von'den öffentlichen Gewalten ge- fördert, Terror der schlimmsten Art, auch die Unternehmer bedienen sich dieses Mittels gegen unliebsame Konkurrenz. Kein Staatsanwalt schreitet dagegen ein l Jetzt ist gar eine Zentralstelle zwecks Förderung der — Arbeitswilligenbekämpfung gegründet worden. Im Tertil- gewerbe gibt es mehrere Zwangskonventionen der Händler. Die Hersteller stecken dahinter. Wer sich der zuständigen Kon- dention nicht anschließen will, bekommt keine Ware. Er ist ruiniert, wenn er sich nicht fügt, wenn er dem Äoalitions- zwang widerstrebt. In derselben Weise wird auch auf Fabrikanten ein Druck ausgeübt. Als Außenseiter finden sie bei den Mitgliedern der Verkäuferkonventionen keinen Absatz für ihre Ware. Und dieser Koalitionszwang blüht nicht im Verborgenen, er macht sich in aller Oeffentlichkeit breit. Er soll in Zukunft noch ganz besonders gefördert werden. Zu dem Zwecke hat man jetzt eine Zentralstelle der„Tertil- konventionen" gegründet. Ueber ihre Aufgabe machte Syndikus Dr. Koppel in der Gründungsversamnilung folgende Mit- teilung: Es wird ein Archiv für alle Rechtsstreitigkeiten eingerichtet werden, in die Konventionsmitglieder wegen Verrufs- crklärung gegen Außenseiter verwickelt werden.— Man will auf die Rechtsprechung einwirken, wie das schon mit Erfolg auf anderen Gebieten, und zyiar gegen die Arbeiter, geschehen ist. Man denke nur an die Rechtsprechung in der Boykottfrage, des Streikpostenstehens, des Begriffs der Nötigung usw. Ganz zweifellos dient die„Zentralstelle" der Aufgabe, den Koalitions- zwang, die Vernichtung der— Arbeitswilligen, die außerhalb der Zwangskonvention stehen, planmäßig zu fördern. Ein gewiffes Interesse darf auch noch die weitere Aufgabe der Zentralstelle beanspruchen. Dr. Koppel führte dazu aus: Ferner soll versucht werden, denjenigen Teil der Presse, der bisher gegenüber den„Zwangs-Konventionen- einen ablehnenden Standpunkt eingenommen habe, durch Schriften und B e- sprechungen, welche die wirtschaftliche Norttvendigkeit von solchen„Konventionen" darlegen zur Aenderung der Auffassung zu bringen.— Ei, ei! Es kommen hier mächtige Inserenten in Betracht. Schon der Umstand ist geeignet, daß sich Verleger der Belehrung nicht änMich verschließen. Dem Ausschuß dieser Zentralstelle für Koalitionszwang gehören Leute an, die als Rufer im Streit für ein Arbeitswilligen- schutzgesetz schon sehr laut wurden. Einen Entrüstungstumult sondergleichen würden die Scharfmacher inszenieren, wollten die Gewerkschaften in ähnlicher Weise wie die Unternehmer dem Koalitionszivang frönen, wollen sie gar ein Kartell zu solchem Zwecke zur Vermittlung von Streikbrechern und von Unorganisierten griinden. Im Staate der allerbesten Rechtsgarantien ist es nicht dasselbe, wenn zwei dasselbe tun.__ Berlin und Qmgegcnd. Der Umzug der Firma Siemens- Schuckert. Uns wird geschrieben: Die vom Staat und den Kommunen mit Ricsenausträgen über- häufte Firma verlegt jetzt ihre' Geschäftsräume von Berlin nach kleines feuilleron Das Frankfurter Heine-Denkmal. Es ist das erste große öffentliche Denkmal, das Heinrich Heine in Deutschland gesetzt wird. Aber nein: das erste ist es nicht. Dns setzte Heine sich als Dichter und Kämpfer selbst: in seinen Werken, und unerreichbar für Erz und Stein. Aber was Erz und Stein geben im Namen Heines, der sie nicht braucht, ist mehr, als eine Legion von Denkmälern sonst geben kann. Ein Hcine-Dcnkmal ist ein Zeichen, in dem die Nachwelt, di« es aufstellt, vor allem sich selber ehrt. Die Tücke hemmender Finsternis und spicßeriger Niedrigkeit, die dem Dichter das Leben in der deutschen Heimat unmöglich werden ließ, hat ihren Todfeind ganz ihrer Art gemäß bis heute herauf verfolgt. Am Vorabend der Frankfurter Denkmalsenihüllung noch spritzte st« ihren Geifer. Der Ruf nach einem Heine-Denimal wurde durch dise Gegneschaft zu einer Sache, an der der Trotz gesunden, freiheitlichen Wollens seine Macht maß. Jetzt verzeichnet er den ersten Sieg. In der Mainstadt Frankfurt steht nun seit gestern mittag in den städtischen Friedberger Anlagen das erste Denkmal des großen Dichters. Georg Kolbe, der Berliner Bildhauer, bat es geschaffen, und aus pivaten Mitteln wurde es errichtet. Sehnsüchtige Bewegung, gelockt und beglückt von einem fernen Ziel voll Höbe und Schönheit, ist in dem Werk gestaltet. Auf einem Sockel aus Muschelkalff'tein erhebt sich die Bronz'egruppe eines schreitenden Jünglings und eines lauschenden Mädchens. Am Sockel ist das Reliesbildnis des jungen Heine mit der Inschrift„Dem Dichter Heine" angebracht, lind das Denkmal wurde in die Obhut der Stadt übernommen mit einer Ansvrachc, die in den Worten gipfelte: „Nicht richten wollen wir, sondern zu verstehen suchen." Der Frankfurter Oberbürgermeister sprach so. lieber Heinrich Heine! Das Wort ist aber nur für den bemerkenswert, der es münzte. Man sieht einen Mann, der mit Handschuhen zugreist und sich eine Hintertür parat hält. Als Festredner des ersten Hcine-Dcnk- mal«!- Auf Heinrich Heine aber paßt sein Wort in keinem Fall: denn der verstand und richtete zugleich. Und vor dem Richterstuhl der Zeit, dem höchsten, den es gibt, verträgt er auch, daß über ihn gerichtet wird. Wer ihn verurteilt irgendwie, der hat ihn nicht verstanden. Das Urteil lautet klar auf Freispruch und Weiterfahrt im Triumph. Mona Lisa's Wiederkunft. Die beraubte Wand im Pariser Lmivre, an der bis vor zwei Fahren Lionardo da Vincis unsterbliches Frauenbild hing, wird sich wieder aufhellen. Die unfreiwilligen Wander- jähre der Mona Lisa genannt Gioeonda sind zu Ende. Aue dem Bersteck eines Diebes ist das Antlitz der heimlich sinnenbeglückien Fraulichkeit, das die Menschen aus fünf Jahrhunderten wie ein seltsames Rätsel erregte, wieder in die Welt zurückgekehrt. Einige verantwortliche Beurteiler halten zwar mit dem abschließenden Urteil über die Echtheit des BUdes noch vorsichtig zurück, aber zugleich wird die Welt in einer Art über den Fund unterrichtet, die keinen Zweffel an der Echtheit gelten läßt. Der Direktor der Schönen Aünst« Ricci hat nach eingehender Untersuchung erklärt, das Gc- Nonnendamm. Man munkelt zwar, daß das Berliner Gewerbe- gericht einen guten Teil Schuld daran trägt, daß Berlin diesen fetten Steuerzahler verliert, doch soll dieses uns hierbei nicht interessieren, sondern eine andere Ungeheuerlichkeit. Mitte Oktober begann der Umzug und wird wahrscheinlich noch bis Januar dauern. Statt nun Arbeitskräfte aus dem Riesenheer der Berliner Arbeitslosen zu nehmen, fühlt sich diese menschenfreundliche Firma verpflichtet, ihre Hofkolonne(zirka 30—40 Mann) und Leute von der Bauverwallung übermenschlich lange Zeit arbeiten zu lassen. Nack S Uhr beginnen diese Arbeiter zehn Meter lange Möbelwagen zu füllen, dann fahren sie bis nach Nonnen- dämm und entladen dort bis zum frühen. Morgen den Wagen wieder. Um 7 Uhr morgens hat dann aber die Hoskolonne ihr Tagewerk, das Reinigen der Toiletten, der Treppen und Höfe vorzunehmen. Schlafen dürfen dann diese abgematteten Leute, o Wonne, im Zimmer des AufsichtS- rates und des Vorstandes; in den ersten Tagen sollen sie sogar das Vergnügen gehabt haben, auf bloßem Teppich ihrer Ruhe zu pflegen. Im Namen der Arbeitslosen muß doch der Firma nahegelegt werden, solchen Mißständen zu steuern: denn die Dividende würde wahrlich nicht schmaler werden, wenn für diese Zwecke gute Voll- kräfte verwendet würden._ Streikversicherung der Unternehmer. Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände gründete am Freitagabend in Berlin eine Zentrale der deutschen Arbeitgeber- verbände für Streikvcrstcherung. Der neuen Organisation waten sofort Verbände bczw. Enischädigungsgesellschaften mit einer Gesamt- lohnsumme von über 700 Millionen Mark und einer Arbeiterzahl von 675 000 bei. Als Vorfitzender dieser neuen Koalition wurde Fabrikbesitzer G a r v e n§ in Hannover bestimmt, die Geschäfts- führung wurde Syndikus Dr. Tänzler übertragen. veuttckes keicb. Ät Stunden schuften, oder hinaus! Bei der„Wohlfahrts"firma Krupp hatten eine Anzahl Arbeiter der Generatoranlage das Ersuchen an die Betriebsleitung gestellt, von der 24 st ü n d i g e n Sonntagsschicht entbunden zu werden. Den Männern kann geholfen werden, dächte man bei den Kornwalzerleuten. Wie geholfen wurde, zeigt folgender llkas, der, wie der„Regulaior" jetzt mitteilt, im Werke angeschlagen wurde. Gußstahlwerk, den IS. August 1013. Panzerplattenwerk. Vor einigen Tagen haben mehrere Arbeiter ersucht, sie von der alle 14 Tage abzuleistenden 24 stündigen Sonntagsschicht zu entbinden. Eine Möglichkeil, diesem Ersuchen zu ent- sprechen, ist nicht vorhanden, nachdem der vor einigen Jahren unternommene Versuch einen Teil der Stocher am Sonn- tag zu beurlauben und dafür Transportmannschaften einzustellen, deshalb aufgegeben werden mußte, weil diese Leute von den Generatorenmannschaften fortgesetzt belästigt und schikaniert wurden, bis diese es ablehnten, fernerhin aushilfsweise in den Generatoren zu arbeiten. In den nächsten Tagen müssen aus BctriebSrücksichten mehrere Oefen abgestellt werden. Infolgedessen werden noch einige Türme in den Generatorenanlagen, zunächst etlva drei bis vier, außer Betrieb kommen, so daß die in diesen Türmen beschäftigten ersten und zweiten Stocher überzählig werden. Bisher ist in solchen Fällen immer den jüngeren Stochern mit kurzer Dienstzeit gekündigt worden.— Diesmal wird in erster Linie denjenigen Storchern gekündigt, die aus irgendwelche>n Grunde die u n u m a a n a- l i ch notwendige 24stündige Sonntagsschicht in Zukunftnicht mehr verfahren wollen. Dieselben werden aufgefordert, sich zu melden: falls dieselben auf dem hiesigen Werke anderweitige Beschäftigung finden können, wird ihnen die Ilcberweisung von hier gegeben. gez. Vogel. Das ist wieder eine ganz besondere Art„Wohlfahrt"; wahr- scheinlich tut sich die Panzerplattcnfirma noch viel darauf zu- gute, es„ihren" Werksklaven so„diplomatisch" gegeben zu habe». Der Uebermut der Großeisenleute kennt keine Grenzen. Statt die Gelegenheit de« Ofenabstellens dazu zu benutzen, die überzählig gewordenen Arbeiter zur Ablösung der anderen zu verlvenden und auf diese leichte und bequeme Art die unmenschlich langen Schichten abzuschaffen, wird unter irgend einem Vorwand das Gegenteil ge- mäldc sei in ausgezeichnetem Zustande. Er hält es durchaus für echt. Und der gegenwärtige Direktor der Nationalüiblrothck. der infolge des Verschwindcnö der Gioeonda seiner Stelle als Direktor des Louvre-Mufeums enthoben worden war, erklärte ciliem Bericht- crstatter, es gäbe ein unfehlbares Mittel, die Echtheit des Bildes zu erkennen. Durch einen glücklichen Zufall sei von der Gioeonda kurz vor dem Raub eine überaus genaue und sorgfältige Photographie hergestellt worden. Ein Vergleich zwischen dieser Photo- graphie und dem in Florenz aufgetauchten Bilde werde ergeben, ob es die echte Gioeonda oder nur eine geschickte, vielleicht Jahr- hunderte alte Kopie sei. Wer also ganz sicher gehcu will, wartet in Geduld die letzte Prüfung der Kenner ab und begnügt sich mit dem Empfinden, daß es ein froh stimmendes Ereignis wäre, das Meisterwerk der Renaissance unversehrt gerettet und wieder ge- Wonnen zu wissen. Es zählt zum großen Kulturgut der Welt. Das Bild wurde bei einem Zimmermaler Vincenzo Perugia aus Dumenza in der Provinz Como gefunden. Er bot es dem Florentiner Antiquitätenhändler Geri brieflich zum Verkauf an. Geri setzte de» Generaldirektor der Schönen Künste und den Direktor der Florentiner Museen davon in Kenntnis und Perugia, der aus Paris nach Florenz fuhr, und jetzt erst das Bild, zwischen den Doppelböden eines Dicbeskosfer wohl verpackt, nach Italien brachte, wurde verhaftet. Er erklärte, daß er der tatsächliche Urheber des Diebstahls sei. Seit mehreren Jahren hat er in den Sommermonaten regelmäßig in Paris gelebt. Als Zimmermaler soll er auch ivieder- holt im Louvrc-Museum beschäftigt gewesen kein. Das stimmt zweifellos. Er ist auch den Pariser Kriminalbchörden nicht unbekannt. Da er in Paris wegen Diebstahls zu einem Tag Gefängnis und ein anderes mal wegen Tragens einer verbotenen Waffe zu acht Tagen Gefängnis verurteilt worden war, wurde sein Finger- abdruck bei dem anthropometrischcn Dienst aufbewahrt, und gestern wurde festgestellt, daß dieser Abdruck einem der Abdrücke gleicht, die sich auf dem Rahmen und dem Glas des Gemäldes befanden. Was Perugia erzählt, dürfte den Beamten, denen die Obhut über die Schätze des Louvre anvertraut ist, unbequem genug sein. Der Dieb sagt, der Diebstahl sei einfacher von statten gegangen, als man allgemein annehme. Es sei im Louvre nicht weiter aufgefallen, daß er, der im Louvre an der Herstellung eines neuen Ausstellungsraumes arbeitete, sich im Raum'für ausländische Werke beschäftigt habe. Er hätte die Befestigungen der einzelnen Bilder scheinbar geprüft und hierbei die Mona Lisa nach und nach aus ihremJRahmen gelöst. Schließlich habe er das Bild eines Abends nach Schließung des Museums aus dem Rahmen genommen und es aus einem der Fenster nach der Hofseite, zu gelassen. Später habe er es dort abgebolt und nach Hause gebracht. Diese Geschichte des Gioeondadiebstahls würde bestätigen, was seinerzeit über die schlampige Sorglosigkeit-der Louvre-Beamicn öffentlich bekannt wurde. Und die Polizei hat auch ihr Teil einzustecken. Wieder einmal hat sie die Lacher nicht auf ihrer Seite. Denn jetzt wird bekannt, Perugia, der das Bild in einem Schranke seiner Wohnung aufbewahrte, fyibe dem Polizeipräsidium recta gegenüber gewohnt, bis vor wenigen Tagen und über zwei Jahre lang. Daß der Dieb ein vcrschmitzl-gewandter Bursche ist, geht aus der Art hervor, wie er seine Tat in mildernde Umstände zu hüllen ver- Zonntag. 1�. Dtjember 1913. macht: wer die 24stündigen Schichten nicht mehr machen will, wird entlassen. Ein famoses Rezept: wer über Kopfschmerzen klagt, dem wird der Kopf abgehauen! Patent der Wohlsahrts- und Kornwalzer- firma Krupp!_ TLeitcrc Arbeiterin crbungen für das Ruhrrevier? Im„Vorwärts" Nr. 310 vom 4. Dezember heißt es unter der Ueberschrift„Weitere Arbeilerwerbungcn für das Ruhrrevier", in ManSfeld würden für die Zeche Adolf von Hansemann in Mengede Arbeiter in Massen angeworben. Am 1. Dezember solle ein Trans- Port von 300 Mann von Eisleben aus nach dem Ruhrrevier abgehen und in den nächsten Tagen würden andere folgen. Diese Behaup- tung ist, wie uns die Deutsch-Luxemburgiiche Bergwerks- und Hütten- Aktiengesellschaft schreibt, nicht ganz richtig. Es seien nur ins- gesamt sechs Leute für die Zeche Adolf von Hansemann angeworben worden. kZusl-mä. Tie Tarifbewegung der österreichischen Buchdrucker. In Niederösterreich sehen sich die Buchdruckergehilfen durch die Aussperrungstaktik einiger scharfmacherischer Unternehmer gc- zwungen, in einen Abwehrkampf einzutreten, der sehr bald riesige Dimensionen annehmen und das ganze öffentliche Leben in Mit- leidenschaft ziehen dürfte. Ter Reichsvervand der österreichischen Buchdrilckcreibesitzcr war an alle Buchdruckunternehmer Oesterreichs mit dem Verlangen herangetreten, sämtlichen Arbeitern und Ar- beiterinnen ihrer Betriebe am 6. Dezember zu kündigen. Dieser Aufforderung sind die meisten Unternehmer nachgekommen und die Aussperrung ist in großem Umfange zur Tatsache geworden. Ein Teil der Prinzipale hat allerdings von vornherein erklärt, daß sie unter keinen Umständen ihr Personal aussperren werden. Immer- hin ist in einzelnen Provinzen der Aussperrungsparole mehr oder minder Folge geleistet worden. Daß die Aussperrung solchen Um- fang angenommen hat, wurde allerdings nur dadurch erreicht, daß die Führer der Prinzipale vor den schärfsten Terrorismus« Mitteln nicht zurückschreckten. Den Prinzipalen, die nicht aus- sperren ivollten, wurde gedroht, sie auszumieten oder durch U n t e r b i e t u n g bei der Kundschaft zu ruinieren. Tie Staatsanwaltschaft, der von diesem Treiben Kenntnis gegeben wurde und die auch in Oesterreich gleich zur Stelle ist, wenn es sich um ein Vorgehen gegen Arbeiter handelt, ist bis jetzt noch nicht gegen die terrorisierenden Unternehmer eingeschritten. Ten Gehilfen bleibt daher nichts anderes übrig als die Selbsthilfe. Sie haben daher beschlossen, am 13. Dezember in allen Druckereien, die bis zu diesem Tage den vorgelegten Tarif nicht anerkannt haben, die Kündigung einzureichen. Da die Kündigungsfrist eine 14 tägige ist, wird also am 27. D e z e m b e r fast die gesamte Buch- druckereiarbeiterschaft Niederösterreichs d i e A r b e i t c i n st e l l c u, falls bis dahin keine Einigung erzielt ist. Dazu ist allerdings wenig Aussicht vorhanden. Zwar hat der Ober-Gewerbeinspektoc Tauß ini Auftrag des Handelsministeriums die beiden Vorsitzen- den des Tarifamls zu einer Besprechung eingeladen und ihnen einen Vermittelungsvorschlag unterbreitet, es ist aber sehr fraglich, ob die Regierung den notwendigen Einfluß auf die Unternehmer hat. .Ehe der Kampf auf der ganzen Linie entbrennt, haben die Buchdruckergehilfen bereits zu einem ganz trefflichen Mittel gc- griffen, der den Unternehmern jetzt schon großen Schaden zufügt, die passive R e s i st e n z. Dadurch erscheint eine ganze Reibe von Zeitungen nur noch in verringertem Umfange oder stark ver» spälet. Andere Blätter zeigen an, daß sie. infolge der Tarifbewe- gung gezwungen seien, bis auf weiteres ihr Erscheinen einzustellen. Tie italienischen Syndikalisten für die Gewerkschafts« fpaltung. Rom, 10. Dezember.(Eig. Ber.) Dieser Tage haben die italienischen Syndikalisten, soweit sie der „Unione sindacale" angeschlossen sind, in Mailand ihren zweiten Kongreß abgehalten. Sie haben sich sehr energisch gegen die Eini- gung der Arbeitergewerkschaften, die heute in der Mehrheit der Kon- söderation der Arbeit angeschlossen sind, ausgesprochen, und C o r r i d o n i, der Führer des Mailänder Generalstreiks, hat das Wort gesprochen:„In der Einigung ist der Tod. in der I sucht. Er drapiert sie national. Pathetisch erklärte er bei seiner Acr- Haftung, er habe sein Vaterland rächen wollen, nämlich an den Räubereien, dtc Rapolcon l. an der italienisckw» skienst verübt habe. Es habe ihn gedeinütigt, daß jenes wunderbare Bild in alle Zu- kniift zum Rubine Frankreichs beitragen werde, lind langsam sei in ihm der Gedanke aufgestiegen, es müsse eine schöne Tat sein, Italic» dieses Meisterwerk wiederzugeben. Nämlich für eine halbe Million. Das Bild bleibt«ine Woche lang in den Ufffzien zu Florenz ausgestellt. Unter starker Bedeckung wurde es aus der Diebes- Wohnung dorthin gebracht. Wenn es ins Pariser Louvre heim- gekehrt sein wird, wird ihm hoffentlich ein Schutz zuteil, der nichts mehr zu wünschen übrig läßt. Denn der Diebstahl hat das Ver- langen nach dem Bilde Lionardos bis zum äußersten gesteigert. Wcltberühmtheit gedeiht ja heutzutage am besten auf dem Treib- beet wilder Sensationen. Die Kinematographie in natürliche» Farben. Die Kinemato- graphie arbeitet fieberhaft an zwei Problemen, um ihren Triumph der Naturnachahmung zu vollenden: die Aufnahme farbig wieder- zugeben und die Bilderfolgc mit der Tonfolgc(Sprache, Gesang, Geräusch) zu vereinen. Zahllose Versuche und Patente bezeichnen die eingeschlagenen Wege: aber auf beiden Gebieten war man bisher nicht zum Ziel gelangt. Die Kinematographie in natür- lichen Farben scheint aber jetzt an einem Wendepunkt angelangt zu sein. Die Filme in natürlichen Farben, die die Gaumontgescllfchaft am Sonnabend im Lustspielhause vorführen ließ, übertrafen alles, waö man bisher gesehen hat. Das technische Verfahren wurde leider nicht erklärt, aber ob es nun ein neues oder akteS ver- bessertes ist, der unmittelbare Eindruck war der: der naturfarbige Film ist erreicht. Natürlich hat er noch seine Fehler, übertreibt die Farben und auch in den Schatten ist er zu farbig. Aber stark- farbige Tinge und Vorgänge gibt er mit Bravour wieder. Blumenvukctts(die man rotierend vorführte! strahlen in ihren Farben, kostbare Gläser glühen und irisieren, Muscheln schimmern in Perlmutterglanz, exotische Schmetterlinge leuchten im Atlasglanz. Das ist eine Pracht von farbigen Kostbarkeiten, die berauschend wirkt. Auch in den Landschaftsaufnahmen wirkte am besten strahlende südliche Natur: die blauenden Seen Obcritalicns und ihre grünen Hänge. Aber auch duftige Alpenfernen und Szenerien ans dem Seebade entfalteten ihre farbigen Reize. Im Interesse der Volksbildung, des naturwissenschaftlichen An- schauungsunterrichtes nicht minder wie des Genusses am farbigen Naturbilde ist diese Errungenschaft freudig zu begrüßen. Hosfent- lich korrumpiert sie das Kinokapital nicht zu den fragwürdigen Dar- bietungen, die es jetzt bevorzugt. Denn ob der jetzige dramatische Film nun auch farbig wird wie bereits angekündigt wurde, ist Wirklich gleichgültig. Theater. KöniglichesSchauspielhaus. Graf Eh r tzn f r i e d; Romantisches Lustspiel von Otto H inner k. Die traditionelle Vorliebe des Königlichen Schauspielhauses für ausgesprochene Bc- Spaltung unser Leben". Es wurde dann eine Tagesordnung an- genommen zugunsten eines Generalstreiks des ländlichen Prole tariats bei der bevorstehenden Erneuerung der Pacht- und Tarif Verträge. Weiter wurde dein ländlichen Proletariat die Anwendung der„Sabotage" empfohlen, wozu ein Redner bemerkte, datz dies als eine moralische Leistung anzusehen sei, weil es die Gewalt gegen die Dinge anstatt gegen die Menschen kehrt!! Weiter wurde der Generalstreik als vornehmste Mampfform anerkannt und das System der gewerkschaftlichen Zentralisation als reformistisch und die Be- Wegungsfreiheit lähmend abgelehnt. Zur antimilitaristischen Pro- paganda wurde beschlossen, sich beständig mit den eingezogenen Genossen in Beziehung zu erhalten und durch Versammlungen und Broschüren antimilitaristische und antipatriotische Propaganda zu treiben. Dem Kongresz wohnten auch der syndikalistische Abgeord- nete Alceste de Am bris und der bekannte Anarchist Enrico M a l a t e st a bei. Der vorgelegten Slatistik zufolge sind bei der „Unione sindacale" jetzt 101729 Arbeiter organisiert, davon 20000 in der Provinz Parma. 17 000 in der Provinz Mailand und 10 000 in der Provinz Bologna. Lb dabei nur, wie bei den Statistiken der italienischen Partei und der Konföderation der Arbeit, die Mit- glieder gezählt sind, die mit ihrer Beitragsquote auf dem laufenden sind, ist in dem Rechenschaftsbericht nicht gesagt. Das syndikalistische Zentralkomilee ist von Parma nach Mailand verlegt worden, lvährend das Zentralorgau, die„Jnternazionale" au-s technischen Gründen in Mailand verbleibt. (Zerickts-Teitung. Die Gräfin als Angeklagte. Die gestrige Sitzung wurde durch die Plcndoyers der Verteidiger ausgefüllt und dann die Verhandlung geschlossen. Das Urteil soll am Tieustag gesprochen lverden. Die Verteidiger, Rechtsanwalt Bahn, Tr. Klee und Meyer I bekämpften insbesondere den Versuch des«taalSanwalts, die Ange- klagte als Verführerin und die gdeligen und nichtadeligen Ossiziere und sonstigen Gesellschaftsstügen als arme Opfer der Angeklagten hinzustellen. Das Gegenteil sei eher richtig. Man tut unrecht, führte Dr. Klee aus, wenn man nicht daraus sehen würde, wie uiib unter welchen sozialen Verhältnissen die Angeklagte aus den Weg geführt worden ist, der sie nun auf die Anklagebank gebracht hat. Er erinnerte daran, daß diese Tochter eines armen Schneiders, die von früh an einen Drang ins Freie hatte, in die Hände eines Mannes gefallen sei, der sie auf dem Getoipen habe, zeigte, wie sie mehr und mehr in die Lebewelt hineingeraten sei, wie sie als Pussy Ilhl in Wiesbaden ihre Triumphe feierte, wie ihr zu jener Zeit die Goldstücke und die Hundertmarkscheine durch die Finger glitten, und wie s i e oft genug ausgenutzt worden sei und von denen, denen sie Freundschaft schenkte, schließlich weggeworfen toordcn sei wie eine ausgepreßte Zitrone. Auch diese Verhandlung habe gezeigt, in welchem Matze sie Undankbarkeit erfahren habe. Die ehemalige Pussy Uhl habe dann, als sie älter und älter wurde, mit begreiflichem Eifer danach gestrebt, sich die Verbindungen mit Kavalieren, die sie früher gehabt, zu nutze zu machen und sich durch Vcrmittelung von Geldgeschäften die Mittel zur möglichst bequemen Existenz zu verschaffen. Das sei eine EntWickelung, wie sie anders aar nicht kommen konnte. Die Kegelkugel, die der Kegeljunge auf das Brett wirft, läuft immer eiliger hinunter, wenn sie nicht von einer kraftvollen Hand aufgehalten wird! An einer solchen kraft- vollen Hand habe es hier gefehlt. Ihr schien Herr Rüdel der Rettungsanker zu sein, jener junge Mann, den die alternde An- geklagte tvahrhaft liebte und der Jahre hindurch mit ihr lebte, wie Mann und Frau leben. Aber auch dieser hat sie schließlich fallen lassen. Tie Angeklagte sei tausendmal besser als viele andere, die denselben Weg gegangen. Von einem Diebstahl der Briefe des Rüdel und von einer Erpressung könne keine Rede sein.— Was den Wucher betrifft, so ist es doch eine eigentümliche Lage: man solle hier über Beihilfe zum Wucher entscheiden in einem Augenblick, wo es noch gar nicht feststeht, ob überhaupt Wucher vorliegt, wo gegen die angeblichen Wucherer noch gar keine Anklage erhöbe:: ist. Das Gericht könnte auf diese Weise>n die Lage kommen, die An- geklagte in einem Fall für schuldig zu erklären, wo der angebliche Wucherer dann freigesprochen wird. Es müsse ferner festgestellt werden, in welchem Einzelfalle hätte die Angeklagte von den wesent- liehen Merkmalen des� Deliktes Kenntnis. Diese Feststellung sei in keinem der Anklagefälle zu treffen, selbst wenn man den dolus eventualis berücksichtigen wollte. Ter Verteidiger bat zum Schluß, der Angeklagten das Menschliche zugute zu halten und auch das Pathologische, denn es sei erwiesen, daß sie minderwertig ist, wie es ja nach dem Leben, was sie geführt, nicht anders zu er- warten war. Sie sei auch so gut wie unbestraft und verdiene des- halb eventuell ein milderes Urteil. Rechtsanwalt Dr. Jul. Meyer I hielt dem Staatsanwalt vor, � daß die sogenannten..Kavaliere" wirklich nicht Jo geartet seien, Daß der Staatsanwalt sich, für sie so ins Zeug�l�gt und daß Zie von letzterem so geschützten„jungen Aristokraten" denn doch mit Vorsicht zu genießen seien.„Wer ist denn niedriger einzuschätzen: Einer, der des Königs Rock trägt und ihn schändet, indem er mit einer Dirne zusammenlebt, oder die Dirne, die aus irgendwelchen sozialen Verhältnissen heraus oder aus Leichtsinn sich aus die schiefe Ebene begeben hat? Herr Rüdel war doch Ofsizicr, als er mit der Angeklagten in die intimsten Beziehungen trat! Wer ist niedriger einzuschätzen, wenn ein homosexuell veranlagter söge- nannter Steinbruchsbesitzer, in Wahrheit aber vollständig verschul- deter Mann, der nur Nutzen aus der Bekanntschaft mit der Ange- klagten zog und sie gleich anpumpte? Die Angeklagte ist doch bloß ein Typ in dem Leben, wie es sich in einer Großstadt doch nun einmal entwickele. Es ist unrichtig, diese sogenannten Kavaliere als Opfer der Angeklagten zu bezeichnen. Durch wen ist sie denn eine Dirne und Geldvermittlerin geworden? Nur durch diese so- genannten„Kavaliere", diese Drobnen der menschlichen Gesellschaft, die von Wucherern sich das Geld holen, um die Töchter des Volkes zu dem zu machen, was die Angeklagte geworden ist!"— Rechtsanwalt Bahn trat u. a. einer Bemerkung des Staatsanwalts ent- gegen, der als erschwerend gegen die Angeklagte angeführt hatte, daß sie sich in der Hauptverhandlung noch bemüht habe, die Be- lastungszeugen auf alle' mögliche Art zu diskreditieren. Das sei nicht der Fall, die Angeklagte habe sich sogar die größte Reserve auferlegt. Wenn er allcS Material, welches ihm die Angeklagte aus ihrem Geschäftskreise zur Beifügung gestellt, aufgerollt haben würde, dann wäre es zu einem öffentlichen Skandal gekommen. Wenn er gezeigt hätte, welche, wenn auch nicht allerhöchste, so doch höchste Persönlichkeiten mit der Angeklagten im Verkehr gestanden, dann wäre es zu einem Skandal gekommen. Die Angeklagte hat aber niemand blohstellen wollen. Zum Schluß bat die Angeklagte mit tränenerftickter Stimme, sie milde zu bestrafen, wenn sie sich schuldig gemacht haben sollte. langlosigkeiten, soweit es sich um lebende Autoren handelt, bestätigte sich auch diesmal. Der Name Hinnerk aus dem Zettel konnte freilich stutzig machen. Seine originelle respektlos-übermütige Komödie ..Närrische Welt" hatte bedeutende Erwartungen geweckt. Wie kam dieser Saulus in die geweihten Hallen? Lag da ein Mißverständnis vor? Leider nicht. Graf Ehrenfried ist ein Hinnerk ohne Hinnerk- scheu Geist, hält sich durchaus in den Geleisen des hier beliebten Epigonentums. Münchhausen-, Narren- und Naturburschenmotivc schillern in »er Figur des Helden durcheinander. In tollhäuslerischer Verrückt- heit spielt sich der Herr Graf auf seinem verfallenen Stammschloß vor den Gästen als reicher Grandseigneur aus. Lügt und schwindelt, daß eS eine Art hat. Zum Schluß aber umstrahlt ihn die Gloriole freien Menschentums. Er beschämt durch seinen Edelsinn die höfische Gesellschaft, in die ein Zufall ihn verschlägt. Der Reichtum, den er posierte, reizt ihn nicht mehr, sobald er ihn erlangen kann. Er verzichtet auf die Güter, die er in dem Prozesse gegen seine schöne, heimlich angeschwärmte Nachbarin gewann, und nimmt ein Bauernkind zur Frau, das er bisher kaum eines Blicks gewürdigt. Die Besetzung war gut, die Hauptfigur wurde von Sommer- fiorff, soweit die psychologische Unmöglichkeit es zulieh, vortreff- ich dargestellt. dt. Notizen. — Theaterchronik. Im Lessingtheater findet am Mittwoch die Erstaufführung von Georg Büchners„Wozzek" und „Leonee und Lena" statt. Beide Werke sind soeben als neueste Bände der SO-Pf.-Jnsel-Bücherei(Nr. 91 und 92) erschienen. — Vorträge. Oefsentlicher Vortrag am Institut für Meereskunde, Georgenstraße 31— 36. Dienstag, den 16. Dezember, 8 Uhr abends. Professor A. Tschermak von Seysenegy-Prag: Die Zoologische Station in Neapel. Mit Lichtbildern und tinemato- graphischen Vorführungen. Eintritt 25 Ps. — M u s i k ch r o n i k. Am Montag, den 15. d. M„ abends Uhr, findet in der Brauerei Friedrichshaili ein Volks- Symphouie-Konzert des Blüthnerorchesters statt, dessen dritten Teil der berühmte Walzerkomponist Oskar Jetras(Hamburg) leiten wird. Als Solistin wirkt die Koiizertsängeriu Annie Ritter mit; sie singt Lieder von Schubert, van Eyckcn und Brahms. — Felix Weingartners� Kontrattbruchklage wird nicht zum Austrag kommen. Sie ist zurückgezogen worden, und es heißt, das Kriegsbeil zwischen Weingartner und der General- Intendanz der Hoftheater werde im Anschluß an diesen Schritt dem- nächst ganz und gar begraben werden. — Ein neuer Verlust derBerlinerUniversiiäi, Diesmal betrifft es den Lehrstuhl für Geschichte. Professor Max Lenz hat sich entschlossen, den Ruf an den Hamburger Wissen- schastlichen Verein anzunehmen. Der„ganz neue Wirkungskreis", den das Hamburger Lehramt, ihm eröffnet, hat, wie er sagt, den Ausschlag gegeben und er meint, mit einem Seitenblick auf den noch immer verwaisten Stuhl Erich Schmidts, bei dein Historiker werde die Rachfolge besser klappen. An Geschichtsschreibern, die in Berlin genehm sind, ist freilich in Pr�ußen-Teutschland kein Mangel... l Verstoß des Kaufhauses des Westens gegen die guten Sitten. Ter Kaufmann R. in Berlin schloß am 8. Dezember 1912 mit dem Kaufhaus des Westens in Berlin einen Vertrag, wonach sich R. verpflichtete ,das von ihm bisher unter seiner Firma be- triebene selbständige Geschäft aufzugeben und bei dem Kaufhaus als Leiter der neu einzurichtenden russischen Exportabteilung ein- zutreten, zu diesem Zweck sein gesamtes Adressenmaterial zur Ver- fügung zu stellen,„seine geschäftlichen Obliegenheiten mit größter Gewissenhaftigkeit im ausschließlichen Interesse des Kaufhauses zu erledigen und allen Anordnungen desselben Folge zu leisten" und nach Beendigung des Vertrages innerhalb zwei Jahren für kein anderes Warenhaus in Groß-Berlin tätig zu werden. In§ 7 des Vertrages heißt es dann:„Erfüllt Herr R. die ihm nach diesem Vertrag obliegenden Verpflichtungen nicht, so hat er dem Kaufhaus für jeden Fall der Zuwiderhandlung eine sofort fällige Vertragsstrafe von 26 000 M. zu zahlen, ohne daß das Kaufhaus den Nachweis eines Schadens zu erbringen braucht." Die Dauer des Vertrages war bis zum 31. Dezember 1914 festgesetzt. N. stellte aber seine Tätigkeit bei dem Kaufhaus bereits. Ende September 1913 ein. Daraufhin klagte das Kaufhaus gegen R. auf Zahlung der Strafe von 26 066 M. wegen Vertragsbruchs. Landgericht und Kammergericht zu Berlin haben die Klage abgewiesen.. In seinen Entscheidungsgründen führt das Kammer- gericht aus: Dem Landgericht ist darin beizutreten, daß der§ 7 den Vertrag zu einem gegen die guten Sitten verstoßenden und darum nichtigen stempelt. Gegen die Vertragsstrafe würde sich nichts einwenden lassen, wenn sie sich auf einen Verstoß gegen das Konkurrenzverbot beschränkt hätte. Das ist aber nicht der Fall. Ter Z 7 bestimmt ganz allgemein, daß die Strafe für jeden Fall einer Zuwiderhandlung gegen Vertragspslichten versallen sein soll. Danach ist die Bertragsstrase aach schon dann verwirkt, wenn der Beklagte feine geschäftlichen Obliegenbciken nicht mit der größten Gewissenhaftigkeit im ausschließlichen Jntercssc der Klägerin er- ledigt oder deren Anweksungen nicht nachkommt. Dem Bekkagten drohte also auch bei den kleinsten Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Vertrages die Vertragsstrafe. Das steht aber mit der Anschauung aller billig und gerecht Denkenden in Wider- spruch. Eine häufige Vertragsstrafe in der Höhe von 20 606 M., wie sie im Vertrage vorgesehen ist, könnte die Vermögenslage des Beklagten dauernd untergraben. Verstößt aber die Vereinbarung der Vertragsstrafe gegen die guten Sitten, so ist der Vertrag nichtig. Das Reichsgericht hat am Freitag die Revision der Klägerin zurückgewiesen. Tie Begründung ging dahin: Der Ansicht des Kammergerichts, daß der vorliegende Vertrag gegen die guten Sitten verstößt, ist nur beizutreten. Das Berufungsgericht legt ohne Rcchtsirrtum den Vertrag dahin aus, daß selbst bei kleinen Verstößen gegen die Bestimmungen des Vertrages die Strafe fällig sein sollte. Aber auch davon abgesehen, verstößt der Vertrag schon aus einem anderen Grunde gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden, nämlich durch die Häufung der Vertrags- strafe. Selbst wenn es richtig sein sollte, wie die Klägerin geltend macht, daß die Strafe nur für größere Vertragsverletzungen be- stimmt sein sollte, so würden doch unter Umständen in kurzer Zeit Hunderttausende an Strafe vom Beklagten verwirkt sein. Tie Strafbesttmmung verstößt deshalb gegen die guten Sitten und der Bertrag ist in seinem ganzen Umfange nichtig.(Aktenzeichen: III. 120/13.)_ Huö aller Alelt. Da9 warme Rerz. Es gibt eine Art Lokalanzeigsr- und Generalanzeiger-Presse, die sich in lokalen Artikeln und unterm Strich gern den Anschein von Aröeiterfreundlichkeit gibt, und so ihren Lesern, kleinen Meistern und unorganisierten Arbeitern, ihr„warmes Herz" zeigt. Da bringt nun der„Erfurter Allgemeine Anzeiger" in seiner Nummer 332 ein typisches Beispiel. In einem Artikel,„Berliner Brief" betitelt, und„Rost" ge- zeichnet, heißt es nach eingehender Besprechung aller möglichen Schaufenster-Herrlichkeiten und Spielwaren-Ausstellungen unter anderm: „In den führenden, kilometerlangcn Warenpalästen sind schon die riesigen Schaufenster eine Augenweide für Kinder- äugen jeder Klasse. Man sieht es heuer wieder: Jahr für Jahr geben sich diese großen Aktien-Nnternehmcu erheblidiere Mühe, den Kleinen bis auf die Straße hinaus Freude zu machen." lind der Schluß klingt so aus: „Rührend war's� noch gestern nachmittag, in einer Volks- uiid bazarreichen Straße Charlottenburgs zu beobachten, wie dichtgedrängte Scharen armer K i n o e r die noch verhüllten, aber schon erleuchteten Schaufenster eines kleineren Warenhauses belagerten, der„Enthüllung" gewärtig. Wahrlich, für diese Begeisterten sollte uns nur das Schönstc, B c st e gut g c n u g s- i n.. Zum Anschaun natürlich! Ob der Verfasser wirklich so rührend naiv i st oder nur so naiv tut? Für die hungrigen, balbcrfrorencn Proletcnkinder ist nur das Schönste, Beste einer Schau fenster-Deko rati on gut genug!! Man faßt sich an den Kopf, wenn man so ivas liest.— Tieweil wächst die Not der Arbeitslosen ins Gigantische. Und der„Allgemeine Anzeiger" macht in Warme-Herz-Artikelnk— �, �rei Schornsteinmaurcr abgestürzt. Ein schweres Unglück hat sich am Sonnabendmittag in Bremen bei beut Bau eines Schornsteins ber Wäscherei des Norddeutschen Lloyd zugetragen. Aus einer Höhe von dreißig Metern stürzten infolge Gerüslbruches drei mit dem Bau des Schornsteins beschäftigte Maurer in die Tiefe. Zwei warcit sofort tot; der dritte wurde tödlich verletzt ins sFrankenhans gebracht. Bombenexplosio» in einem New Storker Warenhause. Wie aus New Uork gemeldet wird, explodierte in cincm New Aorkcr Geschäftshause eine in einem Paket ver- b o r g c n e Bombe. Ein junges Mädchen, eine Angestellte des Geschäfts, die das Paket öffnete, wurde dabei durch die Explosion der Bombe getötet, eine große Anzahl anderer Angestellter leicht verwundet. Das Bureau ist schrecklich verwüstet. Man glaubt, daß ein italienischer Arbeiter die Bombe aus Rache für seine Entlassung an die Firma gesandt hat. Gegen die Karikaturen des„Avanti". Aus Rom wird uns geschrieben: Der nationalistische Abgeordnete Fürst R u s p o l i hat den Minister des Innern befragt, welche Maß- nahmen er gegen den„Avanti" zu ergreifen gedenkt, der in seiner Karikaturenecke die Gefühle deS italienischen Volkes durch Lächerlich- machung des Staatsoberhauptes verletzt. Der nationalistische Fürst, der sich zum Anzeiger hergibt, hat bei dieser Denunziation zwei Karikaturen im Auge, die am 6. Dezember veröffentlicht wurden. Die eine stellt den König dar, wie er unter dem Diktat des Grafen Gentiloni die Thronrede schreibt, die andere zeigt Viktor Emanuel HI., der bekanntlich winzig klein ist, am Telephon, wo man ihm den Ruf der Republikaner„Nieder mit Savoyen" mit- teilt. Der König, dem das telephonische Hörrohr nur durch eine besondere Leitung erreichbar gemacht ist, schüttelt den Kopf und sagt:„Noch niedriger als so, was wollen Sie denn?!" Der Unterstaatssekretär des Innern beftiedigte den Anzeiger, indem er erklärte, die Gerichte würden gegen das Blatt ihre Schuldig- keit tun, und indem er mit feurigen Worten die Entrüstung deS Volkes betonte. Witze zu machen, scheint jetzt in Italien verboten. Ein weiblicher Blaubart. In Valley im Staate New Dork wurde eine Frau Cynthia Bufsam verhaftet, die des Mordoersuchs an ihren vier Kin- d e r n und der Ermordung ihres Gatten angeschuldigt ist. Wie bereits festgestellt, hat Frau Bufsam monatelang ihrem Gatten und ihren Kindern Gift in die Speisen gemischt. Kürzlich nun erkrankten Gatte und Kinder, da das Gift allmählich seine Wirkung tat. Trotz der sofortigen Behandlung starb der Mann unter den Händen der Aerzte. Diese hatten jedoch Verdacht geschöpft und veranlaßten eine behördliche Untersuchung der Leiche, die geöffnet wurde. Es wurde festgestellt, daß der Mann an Arscnikvergiftung gestorben ist. Von den vier Kindern, die sofort in ein Hospital übergeführt wurden, ist jetzt bereits eine zwölfjährige Tochter dem gefährlichen Gift erlegen.. Auch die übrigen drei Kinder liegen schwer krank danieder, doch hofft man, sie am Leben erhalten zu können.— Die Frau hat die Tat begangen, um den älteren Gatten und die Kinder los zu werden Und einen jüngeren Liebhaber heiraten zu können. Kleine Notizen. . Liebcsdrama. Am Soniiabendvormjttqa überfiel in Straß« bürg i. E. der 35 Jahre alte Mötzgergeselle K r a t t seine frühere Geliebte, die zurzeit in der„Stadt Wien" beschäftigte Josephine O's so t, und brachte ihr mft einem Metzgermesset einen Stich ins Herz bei, der den sofortigen Tod des Mädchens zur Folge hatte. Kratt durchschnitt sich dann die Kehle und wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo er nach wenigen Minuten starb. Das tägliche Grubenunglück. Im Schachte der Gelverkschaft „Hildesia" bei Hildesheim wurde durch einen zu früh los- gegangenen Spreng schuß ein Bergmann getötet; vier Bergleute wurden schwerverletzt. Beilis geht nach Kanada. Der aus dem K i e W c r Ritual» in o r ö her weltbekannt gewordene Angeklagte BeiliS ist jetzt in London eingetroffen und gedentt, seine Reise in den nächsten Tagen nacki New gork fortzusetzen. Beilis beabsichtigt, nach Kanada auszuwandern, wo er sich naturalisieren zu lassen gedenkt.„ Skandalaffäre in Frankfurt a. M. Unter dem Verdachte schwerer Kuppelei und widernatürlicher Unzucht wur-e in Frankfurt der Arzt Tr. Wcitzbrod verhaftet. Lriefkakten der Redaktion. Eit(utlftidJie eurcfliftuntit ftntct Ltudenftr-tzekS, vorn vier Er-»»-» — SadrftuHl—, wochenlS glich»»» tti bis 7V4 Nbr-b-nvs, E-nnab-nd». »on t>» bis k Uhr abends ft-tt. I-dcr für b-a ivririlnitin betl»mm«en Autragl itl-in Buchst»»- und-III- Zahl»IS M-Nzrich-n bctzufügta.«ricfltche Antwort wird nicht-ri-llt. Anfragen, denen leine AtonncmeniSimtttung»etgefks« ist, icti'n nicht beantwortet. EUigc Fragen»rage man t» ber e«rechst»nde vor. Kasimir IS. Ja.— F. R. 16. 1. Da» Amtsgericht Neudamm ist zuständig. 2. Ist der Gegenstand cnwommcn in der'Absicht, ihn zu ver» setzen, so tönnte darin eine strasbare Handlung erblickt werden.— Pech 26. Können Sie Ihre Darstellung beweise», so erscheint eine Klage gegen die Firma beim Gewerbegericht nicht aussichtslos.— A. Schlr. 33. 1. Sin Widerruf der Einwilligungserllärung ist zuläisig. 2. Die Zustimmung deS gesetzlichen Vertreters des minderjäbrigen Teils ist ersorderlich—'C.F.II. 1. u. 2. Eine besondere Austrittserkiärung ist nicht notwendig. Ihr Sohn gehörst der Landeskirche nicht an, ist vielmehr konieifionSlos. Die Religions- zugehörigkeit Ihrer Frau hat daraus keinen Einfluß.— W. B. 57. Sie können gegen H. klagen. Die Klage muß durch einen Rechtsanwalt beinr Landgericht erhoben werden.— E. H. 85. Sofern das Testament eigen- händig ge- und unterschrieben sowie mit Ottsbezeichnung und Datum ver- sehen wird, ist es gültig. Es kann zu Hause auibewahrst werden, muß aber nach erfolg lcm Tode sosott dem zuständigen Amtsgericht eingereicht werden. — L. Z. 113. 1. Kausniännische Angestellte. 2. Gewerbliche Arbeiterinnen bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Bei kausmänniisten Angestellten iit ein Arbeitsbuch nicht erforderlich.— BS. C. 9. Nein. — M. R. 89.-Anspruch aus Raluraiisalion hat nur die geschiedene Ehejiaii eines Ausländers, sofern sie vor der Eheschließung ein« Deutsche war. Sie muß aber geschäftsfähig sein und einen unbescholtenen Lebens» ivandel geführt haben.— Scestr. 167. 1. Nein. 2. Tausscheia.— R. G. 16. Es ist zweckmäßig, sich auch den Tausschein noch zu beschaffen. — Tr. P. I. 58. Vom 1. i. 14. ab sind die Auswättettnnen nicht nur. wie bisher, invalidenveriicherungZvflichtig, sondern auch trankcnverficherungs- pflichlig. Sie müsse» das Mädchen bei der Allgemeinen Ottskrankenkaffc Neukölln anmelde».— Irrenanstalt 1913. 1. Eine gesetzliche Verpflichtung dazu haben Sie nicht. 2. Ja. 3. Nein— R. Z. 11. Ja. die EUerri sollen den Antrag bei der OrtSpolizeibehördc stellen.— B. B- 36. Zww der leider bestehenden Rechtsprechung scheint das Züchtigunzsrecht nicht uoer schritten zu fem.— N. 3. Venn Ihre Behauptung, insbesondere den Grad der Beeinträchtigung der Benutzungsmöglichteit Ihres j»_ stückeS, bewiesen werden kann, scheint eine Klage durchführbar zn �- - Z. 1911. Ja.- 331. T. D. Ja. Ihre-, Anspruch lonnUn_ie als. dann nur im besonderen Verfahren gellend machen-— ust- J-»"".• u 4. Ja. 2. Am zweckmäßigsten Taufschein oder Konfirmatou. 3•• Es bedarf eines besonderen Antrages.- A. TS. 5- 1�®.- grenze beginnt erst bei einem Einkommen von über 60»�----„ kann den VerjährungSeinwaiid erheben.— K m, könnte nur gegen den Vater vorgehen. Wenden Sie I> eventuell� an die Waisenverwallung.— RaUos. 1- Vo.' 1 jechchotbc müssen Sie zwar erscheinen, brauchen jedoch nicht ou ä aber bei gerichtlicher Vernehmung. De» Eid uiüffeii Ei. �ensalls� leisten. 2. Richten Sic einige Tage vor Stattiinden d-s �'�"ngsterm,� an das Gettcht eine Eingabe, in der«ie den Wun ch � au 3 w u chen. daß die Fragestellung in der von Ihnen angedeiileten Richn-ng unterbleibt,« DieQualiläts !Pf Citfareöe Gearflndet 1 86i Peiz waren Ingrot— Export S.Schlesinger Nene KOnlgtttr.Z I COTdannuihea«) Einzelverkauf wie alljährlich so billigiten Prelsoa Pelzstolas» Muffen Reparaturen prompt and tauber Bitte genau auf 71»° aTl Hauanammer Li achten nTT t][ itimtai»o« 12—2 Uhr gttlduet| ti SP Feinfarbige | Teppiche fraise, crdme, blau, rot, ganz dicke«, ftmyrna- artlgon Gewebe, von den ochten Indcrteppiohen kaum zu unterscheiden. Größe ca. MX»85 cm... M. 7,50 130X195 11,25 160X225,..., 16,50 190 X295 r.,., 24,50 250 x 350,..., 37,50 250X400... 47,50 300X400..... 53,50 PasHendc Bett- und Pnlt- Tepplche Stck. 21.3,25, 4,50 n. 7,5«. Nach auiwärts per Nachnahma. Teppich-Spezjajhaus ]i:JW Emil Jeferre Berlin S. Seitl882nur Qranienstr. 158. Weihnaehts- Eilraliste u. Katalog enorm billi8 RIii.a aus Pailletteseide, mit Scboss,| OC uiuse und Schnalle, elegante Fasson A A•Ctd 'Besonders preisteert: DamenKleider aus Woll-, Seiden- oder Tüllstoffen Serie I Serie II Serie III Serie IV Mk. Damen-Ulster offen und geschlossen zu tragen, aus 1 O— � Flauschstoff, grün............*«<•# O 35». 42b 49m. 58 Morgenröcke Vf aus Flauecbstofi, Geisha- od O Af\ maiinee Passemorm, Satingarnitur. Mafir»ooaus Flausch mit reinwollen. iTlau"c'- Decke, breiter gesteppt. Atlas- C Oft kragen, Manschetten.......... 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Diejenigen Parteigenossinnen und Genossen, die für unsere Jugendscktion in Frage kommen, werden ersucht, sich zu der Versammlung der Sektion am Mittwoch, den }7j Dezember, abends 8 Uhr, im Restaurant Benscheck, Maricndorf, Chausieestr. 27, einzufinden. Reinickendorf-West. Dienstag, den 16. Dezember, abends hA Uhr, findet der Vortragsabend über die wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Arbeiterbewegung im Lokal„Eichborn- säle", Eichbornstr. 60, statt. KonigS-Wusterhausrn und Umgegend. Montag, den 15. De- zcmber, abends pünktlich 8 Uhr, im alten Schützenhause, Inhaberin Witwe Wedhorn: öffentliche Versammlung. Referent: Reichstags- abgeordneter K r ä tz i g. Tagesordnung:„Zabern uno die Vor- gange im Reichstag". Genossen, sorgt für guten Besuch. Nowawes. Mittwoch, den 17. Dezember, abends S'A Uhr, im Lokal von Singer. Priesterstr. 31. öffentliche Versammlung. Thema;„Der Massenstreik gegen die Staatskirchc". Rcfercntin: iyrau Regina Rüben. Berliner JVacbricbten. Weihnachtssoldaten. .. � beiden Grotzstadtjungen stehen mit der rotgefrorenen Ii--*r Qn glänzende Spiegelscheibe gedrückt. Weih- nachtsaussteUung! Ter Spielwgrenhöndler hat im Schau- teniter aufgebaut, was bei uns auf das Kindergeniüt die stärkste Anziehungskraft übt: Puppen. KaufniannSläden. �.urngeraie� Zeppeline,� hundert andere Spielfächelchen und «"* �?�aten in. Schachteln. Soldaten auf der Glasplatte aufmarschiert, Soldaten auf hölzernen Burgen und Zeitungen, Soldaten zu Futz und zu Pferde, in allen Ge- stasten. Tazu sabel imd Gewehre.. Helme mit wehenden Federbuschen, trommeln und Trompeten, selbst glitzernde Küraste. �za, welche �.ust, Soldat zu sein! deines BlickeS würdigen die beiden Jungens dem bunten Kram für die Mädchen, aber die Soldatcnspielerei. die zieht sie maaisch an. Und auf dem Weihnachtswunschzettel, mit' kindlicher Unbe- scheidenheit ohne Rücksicht auf Vaters schmalen Geldbeutel verfaßt steht sicher auch das Verlangen nach BleftMaten oder nach dem blanken Helm mit dem breitflügetigen Renom- mieradler. . Es sind Kinder, die sich das wünschen; Kinder, die noch keine Ahnung haben, datz sie mit dein sfcuer spielen Es ist 10 nun mal die schwache Seite des deutschen MichelS mit dem militärischen Paradcpopanz, der uns ein Heidengeld kostet auch schon die Kmder zu päppeln. In die Weihnachtsglockeii mischt sich ohrenbetäubendes Trommeln und Trompeten Lächerlich als Soldaten ausstassiert, ziehen die Grotzstadi� jungen über die Straße. Ter eine hat über deni Winter- mantel eine pappene Ulanka, der andere einen Infanterie- Helm auf dem Lockenkopf. der dritte mimt einen schwarzen Husaren, der ja jetzt Trumps ist. seitdem Onkel Friedrich Wilhelm niit der königlichen Wurst, die er nach der Speckseite tzes Volkes wirft, hundert stubenreine Volksschüler in die vrcustisckien Äasemengcheimnisse eingewoibt hak. Seht dock dort den zehnjährigen Wickt. wie er kick bläht in seiner Kiirassieruniforni! Von unten bis oben weiter nichts als Blech. Protzig stolziert er dahin, ein Hohn auf.Kindlichkeit. wie ein kostümiertes Aeffchen im Zirkus. Er soll nicht aus der Art schlagen. Auch der Herr Papa ist über den Kasernen- Hof zu seiner gutbezahlten Staatsstellung gelangt, sieht aus alles herab, was nicht vom Kommiß stammt und zehrt. Leider machen diese lächerliche Weihnachtsmode, die durch die Jungdeutschlandbewegung neue RaHrung erhalten hat. gedankenlos auch Leute mit. die es wirklich nicht nötig haben. Was ist uns der Milltarisinus? Heutzutage doch in erster Linie die gefräßige Maschine für Volksausvowerung. Vorn Werden die der Volkswohlsahrt entzogenen Milliarden hinein- gesteckt, hinten kommen die Paradesoldaten, die ER schon. ganz als sein Eigentum betrachtet, heraus. Die Söhne des Volkes lernen noch zeitig genug, daß aus kindlichem Spiel bitterer Ernst wird. Zehntausenden mag auf dein� Kasernen- hos unter rohem Trill die Erinnerung an die Stunde der Kindheit gekommen sein, als das kindliche Gemüt unter dem Papphelm und dem Blechküraß ahnungslos träumte von dem „schönen Soldatenleben". Nein, der militärische Flitterkram taugt nicht für Ar- beiterkinder. Sie sollen von früh an mit beiden Beinen in der rauhen Wirklichkeit stehen und nicht durch öde Soldaten- spielerei einen Moloch verherrlichen Helsen, der dem Volke die letzten Groschen aus der Tasche eskamotiert. Die Ausstellung empfehlenswerter Iugendschristen im Gcwcrkschnftshausc wird heute abend um 9 Uhr geschlossen. Tie Suche nach dem Frauenmörder aus Neukölln hat ein überraschendes Ergebnis gezeitigt. Es ist eine ganz bestimmte Spur des Täters gefunden worden. Mehrere Zeugen haben sich jetzt bei der Kriminalpolizei gemeldet, die:n der fraglichen Zeit die Frida Gerhardt in Begleitung eines Men- schen gesehen haben, der aller Wahrscheinlichkeit nach für die Tat in Frage kommt. Es ist ein junger Mensch im Alter von etwa 22 bis 26 Jahren, 1,65 Meter groß, schmächtig, mit dunklem Haar und kleinem Schnurrbart und vornübergebeugter Haltung. Be- kleidet war er mit schwarzem, steifem Hut, dunklem Anzug und dunkelgrauem Ucberzieher, den er offen zu tragen Pflegte. Tic Wohnung des Mörders dürfte östlich der Lindenstratze zu suchen sein. Die Kriminalpolizei hat 7000 Plakate in Gastwirtschaften und Geschäften aller Art zum Aushang gebracht, die folgenden Wortlaut haben: 2000 M. Belohnung. Die ermordete Frida Gerhardt aus Neukölln ist durch einen Messerstich in den Rücken getötet worden. Die Tat muß in einer Wohnung ausgeführt sein, in welcher der Täter die Leiche auch zerstückelt hat. Unterschenkel und Füße sind noch nicht gefunden. An Bekleidungsstücken fehlen: kleiner, schwarzer Hut mit dunkler Bandgarnitur, halblanges, dunkles, zweireihiges Tuchjackett, silbergrauer Oberrock mit Knöpfen, blauer, als Unterrock getragener, alter Oberrock, Hosen, schwarze Strümpfe, schwarze Schnürschuhe, kleine, dunkle Ledertaschc, Lockentuff. Ter Tatort ist vermutlich in Berlin zwischen Spree und Landwehrkanal zu suchen. Unter Bezugnahme aus die lediglich für Personen aus dem Publikum ausgesetzte Belohnung von 2006 M. werden alle Personen, welche eine der nachstehenden Fragen beantworten oder sonst Wichtiges mitteilen könne», er- sucht, sich mündlich oder schriftlich auf dem nächsten Polizeirevier oder auf Zimmer 87 des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz zu melden: i. Wer hat die Gerhardt noch nach Montag, den 27. Ok- tober d. I., 6A Uhr früh, gesehen, und zwar wo und in welcher Begleitung? 2. Wer hat in der Zeit von Montag, den 27. Ok- tobcr, bis Sonnabend, den 1. November d. I., Verdächtiges in einer Wohnung«Schrei, Fall oder dergl.) gehört? Wo ist in dieser Zeit eine Wohnung auffällig gereinigt worden, oder wo sind die Fenster verhängt gewesen? 3. Wer hat bemerkt, datz in der angegebenen Zeit jemand auffallend viel Packmaterial�ge- kauft hat? 4. Wer hat Leute mit verdächtigen Paketen lSack, Hand- oder Kinderwagen) nachts in der Richtung nach der Spree zu gehen sehen? 5. Wer hat die oben beschriebenen Kleidungs stücke gesehen, welche der Täter eventl. verkauft, verschenkt oder fortgeworfen hat? 6. Wer hat an der Spree zwischen Treptower Eisenbahnbrücke und Gertraudtenbrücke nachts einen Fall in das Wasser gehört? 7. Wer hat den Holzstiel des zur Tat benutzten und bei der Tat abgebrochenen Messers zu Gesicht bekommen? Das Messer, ein Stechmesser, war im ganzen mit Griff 27 Zcnti uieter lang und gezeichnet mit einem Kreuz und der Firmcnanf schrift I. A. Röchle, Solingen. Die Weibcndammer Brücke wird nunmehr wegen der Arbeiten fiir die Untergrundbahn Nord-Süd abgebrochen werden. Mit dem Abbruch wird in Rücksicht auf den Weihnachtsverkehr am 3. Januar begonnen werden. Der Stratzenbahnbetrieb wird teils über die Marschallbrücke, teils über die Ebcrsbrücke geleitet. Für den Fahrverkehr sind Notbrücken errichtet. Uebrigens hat die Vergebung des Brückenabbruchs zu recht verschiedenen Preisangeboten einzelner Firmen geführt. Während das höchste Angebot 370 000 M. betrug, war die niedrigste Offerte 196 000 M., also ein Preisunterschied von 174 000 M. Ter Baumarkenfonds der Neuen Freien Volksbühne Ter Vorstand der Neuen freien Volksbühne schreibt uns:„Die Noiiz vom 11. Dezember enthält zunächst die unrichtige Angabe, datz„alle sonst erworbenen Baumarken", die nicht gegen Bau- schein umgetauscht werden, dem Amortisationsfonds überwiesen werden sollen. Der Beschluß der Mitgliederversammlung lautet nur aus die aus obligatorischen 10-Pf.-Beiträgen aus- gerechneten Marken, nicht also aus sonst gekaufte Sparmarken. Das Opfer, das dem einzelnen Mitgliedc zugemutet wird, ist im gegen wältigen Moment nicht zu umgehen, es ist aber zu beachten, daß die Beträge im Laufe von 4 fahren mit den Vorftcllungsbciträgcn entrichtet, also nicht jetzt zn zahlen sind. Ter Beschluß ist in einer Versammlung gefaßt worden, die statutengemätz angekündigt war; der Besuch war ein guter, aber der Saal war nicht überfüllt. Die Opposition, die anfänglich gegen den Antrag bestand, ließ sich bald überzeugen, datz für die große Sache, die wir vorhaben, desondere Leistungen unumgänglich sind. Das Vertrauen auf die Opferwilligkeit des Volkes für seine idealen Ziele wurde auch nicht enttäuscht, indem der Antrag mit über- großer Majorität angenommen wurde. Ein Anlaß zu seiner Re- Vision liegt nicht vor; wir können unsere Mitglieder nur bitten, zu bedenken, was wir erreicht haben, wenn unser Theater steht. Zu diesem großen Zwecke müssen wir von unseren Mitgliedern einige Ovferwilligkcit erwarten, und hoffen, datz diese sich auch diesmal, wie bisher immer, betäiigcn wird." Das Berliner Adreßbuch für 1914 gelangt vom Montag, den 15. d. M., ab bis einschließlich Mittwoch, den 17. d. M.. in der Hauptexpedition des„Berliner Lokal-Anzeigers", Zimmerstr. 36-41, täglich von 9 Uhr vormittags bis 4 Ilbr nachmittags zur Ausgabe, an die Vordesieller gegen Ausbau digung der ifmen zugegangenen Legitimationakarte. Vom Donnerstag, den 18. b. M-, ab erfolgt Offizielle Sittlichkeit. Vor einiger Zeit veranstaltete die Orts- gruppe des Deutschen Bundes für Mutterschutz einen Vortrags- abend über die sexuelle Not der studierenden Jugend. Referate und Diskussion mißfielen der reaktionären Presse und auf Grund unrichtiger Mitteilungen suchte man den derzeitigen Universität»- rektor scharf zu machen, der sofort eine disziplinarische Ahndung einer Veranstaltung versprach, die ihn gar nichts anging. Ter Bund für Mutterschutz veranstaltet nun eine P r o t e st v c r- s a m m l u n g„gegen die Uebergriffe der Universitätsbehördc und die Beeinträchtigung der akademischen Freiheit" am Mittwoch, den 17., abends 8 Uhr. in den„Sophiensälen", Sophienstr. 15/17. Thema: Offizielle Sittlichkeit. Redner: Dr. Phil. Helene Stockcr, Reichstagsabgeordneter Dr. Georg W e i l l, Schriftsteller Hans Leuß, Dr. med. Felix A. Theilhabcr, Landtagsabgeordneter Adolf H o f f m a n n. Auf der Hochbahn entstand gestern nachmittag um 31� Uhr ans der Strecke zwischen den Bahnhöfen Schlesisches Tor und Oranien- straße infolge eines Zahnradbrnches eine Betriebsstörung; der Zug wurde sofort zum Halten gebracht. Der Betrieb zwischen den Bahn- Höfen Kottbuser Tor und Warschauer Brücke mutzte unterbrochen, konnte aber zwischen dem Gleisdreieck und dem Kottbuser Tor aus- recht erhalten werden; der Zugverkehr auf der West-Stadtstrecke wurde durch die Störung nicht in Mitleidenschaft gezogen. Lieferung der nicht abficboltcii Ezcnnplnre>,,i bic Adresse ier V_'." j iteder ncficir eine ,ZnftrIliinn#nciiül;r von 30 Vf.— Apressvnchee. s,, ,,,!'' nicht vorbestellt find, tverben nur zu in Labenvrcise von 14 M.' 0 Vorort- J�admcbtem Neukölln. Tic Stadtverordnetenversammlung stimmte in ihrer Sitzung am Donnerstag dem Vorschlage des Magistrats, die Ersatz- Wahlen für den verstorbenen Stadtv. Heller(Soz.) und den zurückgetretenen Stadtv. Z i e ch m a n n(Soz.) am Sonntag, den 4. Januar 1914, borzunehmen, zu. Im Einverständnis mit der Schnldeputation beantragte der Magistrat, im Jahre 1914 an den G e m e i n d e s ch u l e n zehn Lehrerstcllen, drei wissenschaftliche und zwei technische Lehrerinnen- stellen zum 1. April sowie sieben Lehrerstellen, zwei Wissenschaft- liche und eine technische Lehrerinnenstellen zum 1. Oktober ein- zurichten. Grund dafür ist das Anwachsen der Schülerzahl von 35 314 im Jahre 1912 auf 36 497 in diesem Jahre, also um 1183. Nach der Vorlage ist die Klassenfrequcnz um ein Geringes ge- fallen, und zwar von 53,9 auf 52,8.— Stadtv. Dr. Silber- st e i n(Soz.) erklärte, datz die Klassenfrequcnz trotz der kleinen Besserung noch äußerst hoch sei. Trotzdem werde wieder nur die übliche schematische Vermehrung der Lehrkräfte vorgeschlagen und obwohl inan der wiederholten sozialdemokratischen Kritik gegen- über schon schrittweise Verbesserung der Volksschulverhältnisse zu- gesagt habe. Es müsse aber doch nun endlich einmal ein ernster Anfang gemacht Iverden; die sozialdemokratische Fraktion beantrage deshalb, ain 1. April nicht bloß 15, sondern 20 und am 1. Oktober ebenso 15 statt 10 neue Lehrkräfte anzustellen. Dieser bescheidene Vorschlag könne, wenn überhaupt ein ernster Wille vorhanden sei, sehr leicht durchgeführt iverden.— Bürgermeister Dr. W e i n r e i ch hatte geglaubt, datz die Vorlage eine freundlichere Beurteilung finden werde, um so mehr, als die Klassenftequenz sich gebessert habe. Gewiß, sie sei noch immer hoch; aber oie verlangte Ver- mehrung der neu zu schaffenden Stellen nütze allein nichts und falle so ganz aus dem Rahmen der bisher angewandten festen Grundsätze heraus. Die Schuldeputation habe ihre Vorschläge wohl erwogen.— Der sozialdemokratische Antrag wurde mit 33 gegen 26 Stimmen abgelehnt; nur ztvei bürgerliche Stadtvcr- ordnete stimmten dafür. Für die K n a b c n- M i t t e I s ch u l e wurden sechs und für die 2. M ä d ch e n- M i t t e l s ch n t e acht neue Lehrkräfte bc- willigt. Im Einvernehmen mit der Eisenbahndirektion Berlin ist ein Vertragsentwurf fertiggestellt worden, nach welchem eine Ver- b r e i t e r u n g der Eisenbahnunterführung an dem im Bau bereits fertiggestellten Bahnhof„Köllnische Heide" der Ncukölln-Nicderschöneweider Anschlußbahn vorgenommen werden soll, um dort die Kaiser-Friedrich-Stratze hindurchzuführen. Es sind fünf Gleisbrücken mit einer Spervweite von 36 Meter in Aus- ficht genommen; die Baukosten belaufen sich auf 300 000 M. Die Versammlung genehmigte das Projekt und den Vertrag mit der Eisenbahnverwaltung. Zur Instandsetzung und Verstärkung der Wilden- bruch brücke wurden 15 000 M, bewilligt. Bei der Festsetzung der Verioaltungskosten für die städtische Sparkasse fragte«tadtv. Abraham a», ob man dem Bcr- lincr Beispiel nicht fotgen und den Zinsfuß auf SA Proz. erhöhen wolle. Wenn ja, dann stelle er den Antrag, das Kuratorium der Spartasse dazu zu ermächtigen, ani selben Tage wie Berlin damit vorzugehen.— Stadtrat A r i a r t betonte hierzu, datz das Kura- torium trotz crbeblichcr Bedenken im angeregten Sinne vcesahren wolle. Es sei ein gewaltiger Sprung, der eine Mehrbelastung von 150 000 M. bedeute.— Tie Versammlung erteilte dem Kura- torium die Vollmacht zur Zinsfutzerhöhung. Tic Etats der städtischen H v p o t b c k c n a n st a l t c n, lvelche im Jahre 1912 zusammen 64 Hvpotbeken im Betrage von 8 239 150 M. gegeben haben, wurden wie folgt festgesetzt: Abtei- lung für erste Hvpotheken in Einnahme und Ausgabe 4 616 000 M., der Tilgungsfonds 27 695 M.; Abteilung für zweite Hypotheken 2 141 000 M.. Tilgungsfonds 23 400 M. De» aus dem Verkauf deS Inventars des st ä d t i s ch e n Omnibusbetriebes vereinnahmten Betrag von 40 3i2 M. überwies man dem Ausgleichsfonds. Ter Magistrat beantragte, die Schule in der Stuttgarter Straße, deren Zcntralheizungsanlage verbraucht ist, an den neu- gebauten Fernkanal vom Elektrizitätswerk für die Warmwasser- Versorgungsanlage der neuen Badeanstalt anzuschließen. Tic Ar- beiten in der Schul c selbst sollen in den nächstjährigen großen Ferie� hergestellt werden; die Kosten belausen sich auf 15 000 M.— Genosse Dr. Silbcrstein bcrlangtc�die positive Zusicherung, datz nicht etwa durch den Anschluß der Schule ein neuer Vorwand ent- steht, uin die Fertigstellung der Badeanstalt auch bis zu den Sommerferien'hinauszuzieben.— Stadtbaurat Hahn antlvortete, ans sei ausgeschlossen, da der Fcrnbeizkanal selbst bereits fertig sei.— Die Vorlage wurde einstimmig genehmigt. Einen ersten Schritt zur Erschließung des der Stadt gc- hörigen Geländes am Mittelweg stellte der Antrag des Magistrats dar, die auf dein städtischen Grundstück Bergstr. 29 siebenden alten Bauten niederzulegen uno an deren Stelle eine Passage mit Wohn- und Geschäftsräumen zn erbauen. Das vom Hochbauamt vorgelegt« Proje?», dessen Zsostenaiifchtag sich auf 3Ö()000:V(\ beziffert, fand einftimmige Annabine. nachdem Slabtp. iBeftcHe i>ic nidjt horbeftcOt find, ausgegeben. Zeugen gesucht. Am 2. Juli, abends 8 Uhr. kam in Neukölln am Bahnhof Hermannstratze eine ältere Dame beim Absteigen von der elektrischen Bgjhn zu Schaden. Zeugen des Vorganges werden um Angabe ihrer Adresse gebeten. Sehr wesentlich wäre es, wenn sich die beiden Herren melden würden, di«. vor der Dame ausgestiegen sind und dann die Ucbersührung der Verunglückten in das Buckower Krankenhaus veranlatzten. Gefällige Zuschriften werden an Ragge, Steglitz, Miquelstr. 26, erbeten. Verloren gegangen sind folgende sechs Listen für die Wcihnachts- bescherung der Arbeitslosen: Z!r. 1484, 1485, 1486, 1487, 1488 und 16 211. Falls diese Listen zum Zeichnen vorgelegt werden, sind dieselben änzuhalten und der Inhaber festzustellen. mit einem nassen unb einem truefenen:'ingr auch _>3, che,, guftimmung veebeisien unb bie frljr vt»,. flächitchc Art oer in der Vortage enthattenen.Ventabititatsberech. nung gerügt hatte. In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung wurde dem schon wiederholt beratenen Vertrage mit dem Militärsiskus zu- gestimmt, wodurch nunmehr die beabsichtigte Anlage eines 80 Meter breiten Gehölz st reifen» am Rande des Tem- pelhofcr Feldes längs der Weichbildgrenze Neuköllns durch- geführt werden kann.— Nach sehr lebhafter Debatte fand ein Antrag des Magistrats und der Krankenbausdepntation Annahme, wonach mit dem Mutterhaus der„Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Karl Borromaeus" zu Trier der bereinvartc Vertrag über die Errichtung und den Betrieb eines Krankenhauses in Ncukölln rechtsverbiiidlich abgeschlossen*mb die für Grunderwerb und Bau erforderlichen Mittel der Schwesternschaft aus Anleihemitteln zur Verfügung gestellt werden sollen. Die sozial- denwkratiich« Fraktion stimmte aus prinzipiellen Grünben gegen die Borlag«. Parsifal von R. Wagner, erläutert am Klavier und durch Te- saug. Im Anfang des Monats Januar 1914 wird im Deutschen Opernhaus in Charlottenburg und im Berliner Königlichen tDpern- Hause der„Parsifal" zum ersten Male aufgeführt. Das ungeheure Interesse, das die weitesten Kreise des Publikums daran nehmen, hat die Stadt Neukölln veranlaßt, am Sonntag, den 28. Dezember 1918, mittags 12 Uhr, in der Aula in der Realschule, Boddin- stratze 84/41, in einer Matinee durch den Dozenten für Musik- geschichte, Herrn Dr. Leopold Hirschberg, einen Pgrtrag über das Wert halten zu lassen. Das Werk wird eingehend besprochen und am Klavier und durch Gesang erläutert. Eintrittskarten zu 39 Pf. (Saal numeriert) und lö Pf.(Ballon numeriert) sind in den Ge- schäften von Bergwald, Berliner Str. S6, Seidler, Borgst r. 42, Bluhm, Kaiser-Friedrich-Str. 207, Juhl, Kaiser-Friedrich- Straße 247/248, Prochnow, Hermannstr. 69, den„BorwärtS"- Expeditionen, Neckarstr. 2 und Stegfriedstr. 28/29, und an der Tageskasse erhältlich. Weihensee. Die ArbeitSloscnfitrsorge vor dem Gemeindeparlament. Am letzten Freitag mutzten sich die Gemeindeväter mit der Petition unserer Genossen, die eine Steuerung der Rot der Arbeitslosen forderte, beschäftigen. In dem 29 Personen fassenden Zuschauer- räum drängten sich mehr als 59 meist Arbeitslose zusammen, um die zu treffenden Maßnahmen kenne» zu lernen. Ter Bürger- meister nahm verschiedentlich Anlaß, den Zuschauern die Miß falls- und Beifallskundgebungen zu verbieten, und er drohte sogar mit der Räumung der Tribüne. Genosse Fuhrmann erläuterte nochmals die schon ausführlich begründete Petition, er ersuchte je- doch, über den Beschlutz der Finanzkommission hinauszugehen, da die in Ausficht genommenen Mittel keineswegs ausreichend find. Auch stellte er an die anwesenden Herrn Bauräte das Ersuchen, die zu treffenden Maßnahmen als ausreichend darzustellen. Er führre aus, daß die Finanziommission den Petenten erschöpfend und fummarisch entgegen gekommen sei. Genosse Taubmann trat dem entschieden entgegen und forderte außerdem die hiesige Gasgesell- schaft auf, mehr wie bisher dafür zu sorgen, daß den kleinen Leuten ermöglicht wird, Koks tu geringen Mengen zu beziehen, anstatt den gewonnenen Koks den Großhändlern zu überlassen. Hunderte Leute müßten unverrichteter Sache wieder die Gasanstalt ver- lassen, weil angeblich kein Koks da sei, während der Großhändler ganze Berge dort zu liegen habe. Der anwesende Direktor der Gasanstalt geriet darüber in ziemliche Erregung und betonte, dai die Gasanstalt der Großhändler bedürfe, denn diese nähmen auch den Koks, von dem der kleine Mann keinen braucht. Im übrigen bestritt er, daß die kleinen Leute nicht befriedigt würden. Die Genossen Frentz und Schlemminger wünschten die Einsetzung einer Kommission, die die zu treffenden Maßnahmen zu leiten und Be- schwerden entgegen zu nehmen habe. Sie fanden jedoch mit ihrer Anregung nicht das Berftändnis der Herren. Tie Kommission würde, so betonte man, nur das Mißtrauen erwecken, daß die Verwaltung die zu treffenden Maßnahmen nicht beherrscht. Tab Resultat der dreistündigen Verhandlung war, daß die Bauämter angewiesen wurde», Arbeitsgelegenheit zu schaffen. In den Per- trägen der Unternehmer soll darauf hingewirkt werden, daß In der Regel hiesige Arbeiter beschäftigt werden. Es sollen ferner Ax- beitslose, die ein Jahr im Orte wohnen und 8 Wochen arbeitslos sind, auf ihren Antrag ein Darlehn von 19 M. erhalten; hierfür wurden 5999 M. zur Verfügung gestellt. Ein Antrag, 19 99«) M. für diesen Zweck einzusetzen und 29 M. Tarlehn bei vierwöchent- sicher Arbeitslosigkeit zu gewähren, wurde abgelehnt. Auch sollen Arbeitslose bei dem in jedem Jahr vor Weihnachten zur Verteilung kommenden Mitteln von zirka 5999 M. aus dem Laegefonds Be- rückjichtigung finden. Ferner wurden noch 2999 M. zur Verfügung gestellt, um Speisemarken an Arbeitslose und deren Familien zu verteilen; ebenso sollen Schulkinder Arbeitsloser warmes Essen erhalten. Mit der Direktion der Gasanstalt soll darüber verhandelt werden, daß an Arbeitslose Koks zum Selbstkostenpreise abgegeben wird. Die Forderung, daß die Gemeinde Brennmaterial ankaufen und an Arbeitslose verteilen soll, ivurde abgelehnt. Zu guter Letzt soll in nächster Zeit noch ein Wohltätigkeitskonzert veranstaltet werden, dessen eventueller Ueberschuß den Arbeitslos«« zugute kommen soll. Alle getroffenen Maßnahmen tragen nicht den Charakter der Armenunterstützung. Charlottenburg. Bau einer Altersverssrsunssanstalt. Ter Magistrat von Char- lottenburg hat den Stadtverordneten nunmehr den endgülligen Bauentwurs für die Altersversorgungsanstalt der Puls-Stistung vorgelegt, die bekanntlich auf dem zwischen dem Schlotzgarten und den, neuen Krankenhaus für Geburtshilfe an der Sophie-Charlotten- Straße gelegenen Grundstücke errichtet werden soll. Die Bau» und Grundftückskosten sind aus 1915 999 M. veranschlagt. An Stif- tungskapital sind zurzeit 2 862 999 M. verfügbar. Zur Deckung der Betriebskosten können jährlich rund 76 399 M. Zinsen ver- wandt werden. Der Entwurf sieht eine Belegung von 159 Insassen vor. Nach den Bestimmungen des Testaments erhält jeder Insasse der Anstalt jährlich eine Barzahlung von 299 M., Ehepaare daß Toppelte. Die Wohnungen für die Insassen sollen nur im Erd- geschah und einem oberen Geschoß liegen. Lichtenberg. Tie Bücher- und Wanbschmuckausstellnn� des Kreisbildunas- Ausschusses hat auch in unserem Ort ihre Pforten geöffnet. Sie ist in den Räumen des Jugendheims, Dossestr. 22, untergebracht. >MMWMW»ne> - Die einfachen aber geschmackvollen Zimmer sind wie geschaffen für diese Ausstellung. An den Wänden und auf Staffeleien sind in reizvollen Gruppierungen die Bilder angeordnet. Alles, ob See- Mannsbilder, Kunstblätter der Jugend, des Kunstivart oder ob Steinzeichnungen, sind billig im Preis und doch künstlerisch voll- wertig. Auch passende Rahmen können gleichzeitig ausgewährt und bestellt werden. Noch reichhaltiger ist die Auswahl der Bücher für jede Altersstufe. Da sind ausnahmslos Sachen ausgestellt, die sowohl den Wünschen der Kleinsten wie auch der Erwachsenen eine Richtung geben, die hinwegführt von dem alltäglichen teuren und dabei wertlosen Schund, der sonst angeboten wird. Auch Spielwaren von hohem erzieherische» Wert finden sich vor. Bestellungen werden in der Ausstellung selbst entgegengenommen und schnell erledigt. Die Ausstellung ist heute, Sonntag, von 1—9 Uhr und an den Wochentagen bis einschließlich Tonnerstag, den 18. d. M„ von 4—0 Uhr nachmittags geöffnet. Ter kostenlose Besuch lohnt sich in der Tat auch für die, die nichts kaufen, Wilmersdorf. Tie Ausschuhwahlen zur hiesigen Ortskrankenkasse finden für die Arbeitnehmer nicht statt, da nur die eine Liste der Ge- werkschaften eingereicht worden ist und diese somit als gewählt gelten. Wir bitten, die Kollegen in den Betrieben darauf auf- merksam zu machen._ Die GewerkschastS-Unterkommission. Reinickendorf. Ein tödliches Brandunglück ereignete sich am Freitagnachmittag 2 Uhr in der Justusstr. 17. In der»ort wohnenden, aus 12 Köpfe» bestehenden Familie Kaiser war das 13X Jahre alte Mädchen Betty am Kochherd beschäftigt. Plötzlich gerieten durch die Gas- flammen die Kleider deS Mädchens in Brand. Auf das Hilfe- geschrei des KindeS eilten die Mutter sowie der Vater herbei und erstickten die Flammen. Das Mädchen mußte infolge der erlittenen schlveren Brandwunden nach dem Krankenhause gebracht werden, wo eS noch an demselben Abend 9)4 Uhr verstarb. Auch die Mutter sowie der Vater hatten erhebliche Brandwunden davongetragen. Biesdorf. Alle arbeitslosen Einwohner werden ersucht, sich mit Angade über die Dauer der Arbeitslosigkeit bis s p ä t e st e n s Mittwoch abend beim Gemeindevertreter Müller zu melden. Die Partei- genossen»verden um Verbreitung ersucht! Pankow. Ter örtliche Bilduugsausschuß veranstaltet am Mittwoch, den 17. Dezember, abends 7 Uhr, in Rozyckis Gesellschaftshaus, Kreuz- straße 3/4 einen Märchenabend mit Lichtbildern. Vor- tragende ist Fräulein Wally Kussel. Es gelangen zur Darstellung u. a.:„Der Froschkönig" und„Dornröschen", ferner Gedichte, Rätsel, Märchenvorlesungen und schließlich ein lebendes Bild von Kindern gestellt. Eintritt für Erwachsene 29 Pf. und für Kinder 19 Pf. Die Arbeitereltern werden gebeten, ihr« Kinder an dem frohen und genußreichen Abend teilnehmen zu lassen. Nieder- Schönhause«. Mit der Anlcg«»» eines Urnenhains auf dem neuen Friedhof in der Schönholzer Heide hatte sich die letzte Gemeindevertreter- sitzung zu beschäftigen. Der Dezernent der Friedhossverwaltung, Schäfte Sörger, erörterte zunächst, was die Friedhofskommission veranlaßt habe, der Errichtung eines Urnenhains zuzustimmen. Da die Feuerbestattung sich immer mehr einbürgere, so müsse der Bestattung von Aschenresten Rechnung getragen»Verden. Zu dem komme, daß es immer schwerer werde, Gelände für Friedhofszwecke zu erwerben; gerade die Feuerbestattung trage dazu bei, Gelände zu ersparen. In einer über zwei Stunden währenden Aussprache, bei der eS wiederholt zu«»et scharfen Auseinandersetzung mit unseren lebhaft für die Anlegung des Urnenhains eintretmden Ge- nassen kam, wurde das Statut mit 10 gegen 7 Stimmen ange- nommen. Nach dem Statut ist der Hain nur für die Beisetzung von Aschenresten bestimmt. Die Beisetzung erfolgt unter der Boden- fläche in einer Tiefe von mindestens 59 Zentimetern oder über der Erde in Denkmälern und Urnen. Die Beisetzungsstellen sind 1(4 Quadratmeter groß, darin können bis zu vier Aschenresten aus einer Familie beigesetzt werden. Die Preise betragen je nach der Lage 399, 129 und 29 M. Die Ruhefrist ist auf 29 und 15 Jahre festgesetzt. Anpflanzung sowie Gießen und Pflege de» Grabes ge- schieht auf Kosten der Gemeinde. Der übrige Zeil des Friedhofes wie auch der alte Friedhof können zur Beisetzung von Aschenresten in die gewöhnlichen Grabstellen noch so weit benutzt werden, als Stellen bereit» erworben sind. Nunmehr kam der wichtigste Punkt der Tagesordnung: Vorschläge der Armendeputation betr. Matz- nahmen zur Linderung der Lebensmittelteuerung zur Beratung. Die Arnwnkommission macht zu diesem Zweck den Borschlag, 1599 M. zu bewilligen. Bon dieser Summe sollten 599 M. als besondere Unterstützung für die OrtSarmen zur Verfügung gestellt werden, die übrigen 1999 M. den Arbeitslosen am Ort zugute kommen. Der Betrag von 1999 M. sollte durch einen besonderen Beschluß der Vertretung in Form einer Stiftung bestimmt werden, um dadurch den Unterstützten ihr Wahlrecht zu wahren. Herr Dr. Pratsch ersuchte mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeft, die An- gelegenheit bis zur nächsten Sitzung zu vertage«, da dieser Punkt eine gründliche Durchberatung erfordere. Genosse Hiege trat dem entgegen, da die Angelegenheit bereits in der. letzten Sitzung ver- tagt worden ist; werbe die' Frage nochmals vertagt, so müffe das den Anschein erwecken, als ob man für die arbeitslosen Mitbürger nichts übrig habe. Der Bürgermeister betonte. Bedenken gegen die Vorlage nicht zu haben, leider reiche die Summe nur für einen kleinen Teil der in Not geratenen Familien aus, wenn anders der Betrag für die einzelnen Familien nicht zu gering bemessen»verden soll. Genosse Breitmann ersuchte dringeno, die Summe zu be- willigen, da diese Unterstützung eine kleine Beihilfe für manche Familie zur Miete sei. Auch Genosse Hellrich betonte, daß aller- bmgS die Summe gering sei, die Gemeinde habe aber die Pflicht einzugreifen, um die Arbeiterschaft vor Hunger zu bewahren. Reiche die Summe nicht aus, so müsse man etwas tiefer in den Säckel >reifen, bevor die Arbeitslosen der Armenverwaltung zur Last allen. � Einen sonderbaren Standpunkt nahm Herr Gebhardt ein, er meinte, daß die Arbeitslosigkeit nicht größer sei, als im vorigen Jahre. Für die 599 M. sei er zu haben, aber nicht für die 1999 M., da dieselbe doch nicht genügen würden. Ihm wurde vom Genossen Hiege entgegengehalten, daß das eine sonderbare Logik sei; weil die 1999 M. nicht reichten, betoillige man lieber gar nichts. Inzwischen hatte der Dezernent der Armenverwaltung, Herr Schöffe Thor- mann, den Antrag auf Bewilligung der 1999 M. zurückgezogen, und zwar weil die Vertretung sich nicht einigen könne. Die Armen- kommission tverde zur nächsten Sitzung einen neuen Vorschlag machen; die Sitzung wird aber nach Ansicht deS Bürgermeisters nicht mehr vor Weihnachten stattfinden können. Genosse Woschke fand die Zurückziehung deS Antrages geradezu unverständlich, die Rot sei da und eS müsse daher geholfen werben. Da den Herren die Debatte unangenehm wurde, rempelten dieselben unsere Ge- nossen natürlich an. Ein� Antrag auf Schluß der Debatte machte es unseren Genossen unmöglich, sich hiergegen zu verteidigen. Die Abstimmung ergab die Bewilligung von 599 M. für die Ortsarmen. Heber diese Haltung der bürgerlichen Vertreter braucht man sich nicht zu verwundern; hatte doch in der letzten Nummer der Nieder schönhausener' der Nachrichten(Organ des HausbesitzervereinS) Vorsitzende des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemo- kratie, Herr Eramer, die Bürgerlichen bereits beschlvoren, sich ja nicht herzugeben als ausführendes Organ eines sozialdemokratischen Parteitagsbeschlusses. In der hierauf folgenden nichtöffentlichen Sitzung wurde eine angesonnene unerhörte Fahrplanverschlechte- rung glatt abgelehnt. Oranienburg. Aus der Stadtvcmdnetensitiung. Mit dem Domäiienfiskus soll wegen der Bärenklauer Wiejen/ welche bei der Ausbaggerung zur Havclbegradigung unrechtmäßigerweise übersandet wurden, ein Ab- kommen betreffend der Entschädigung getrofsen werden. Die hier- ------ � � � kommen betreffend___„„____ für eingesetzte Kommission schlägt nun ein Abkommen vor, tvonach der Domänenfiskut der Stadtgemeinde die zur Havelbegradigung verwendete Fläche von rund 5 Morgen Große und eine etwa 7 Morgen große lache Der die von ihr über» angrenzend an die städtische Tonschlammtviese übereignet Tomäyenfiskus verzichtet darauf, vaß die Stadt die von ihi sandeten Grundstücke von 32 Morgen Größe wieder zu ertragZ- fähigen Wiesen herrichtet. Tie Stadtgemeinde übereignet als Aequivalent für die vorgedachten Grundstücke die von ihr anzu- kaufenden 34 Morgen Wiese bei Leegebruch. Ferner leistet die Stadt dem Domänenfiskus Entschädigung für die von ihm zu zahlenden Abgaben und Steuern für eine bestimmte Dauer. Der Ankauf der Wiesen wird die Summe von 16 999 M. ver- langen, welche aus der Anleihe für die Havelbegradigung ent- nommen werden soll. Von unseren Genossen wie auch von bürger- lichen Vertretern wurde erneut ersucht, diejenigen verantwortlichen Personen ausfindig zu machen, die es verschuldet haben, daß der Stadt solche enormen Kosten verursacht»verden. Der Bürger- meister wollte hiervon jedoch durchaus nichts wissen, da die Lösung dieser Frage für ihn zu schwierig ist. Bei Verlegung des Arbeits- Nachweises nach dem früher Heweschen Hintergebäude an der Der- nauer Straße soll eine Neuorganisation desselben vorgenommen werden. Die gesamten jährlichen Kosten werden sich auf zirka 1999 M. belaufen. Ter Verband märkischer Arbeitsnachweise hat eine jährliche Unterstützung von 499 M. zugesagt. Unsere Genossen wollten den Ausbau des Arbeitsnachweises aus paritätischer Grund- läge vollzogen sehen und beantragten, dem Arbeitsnachweis ein Kuratorium beizugeben, welches aus einem unparteiischen Bor- fitzenden, 2 Arbeitgebern und 2 Arbeitnehmern bestehen soll. Außer dem Vorsitzenden soll die Wahl öffentlich von den in Betracht kom- menden Parteien vorgestommen werden. Gegen die Stimmen unserer Fraktion wurde nur dem Magistratsantrage auf Bewilli- gung der Kosten zugestimmt, während die bürgerlichen Vertreter van einem Ausbau auf paritätischer Grundlage nichts wissen wollten.— Gegen die Gültigkeit der Stadtverordneteuwahlen in der dritten Abteilung am 16. und 17. November war von dem Herrn Reinhold Gerling Protest erhoben. Das von diesem eingegangene Schriftstück stützt sich auf angeblich« Porkommniffe in dem Frommschen Lokal und auf der Rauche bei Burchard. Der Borsteher selbst sah sich veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß, obwohl in dem mehrere Seiten langen Schreiben alle möglichen Ber- fehluugen angeführt sind, die von Herrn Gerling genannten und protokollarisch vernommene» Zeugen nichts aussagen konnten, ton» geeignet wäre, die Wahl für ungültig zu erklären. Di« Wahlen wurden für gültig erklärt.— Zur diesjährigen WeihnachtSbesche- rung für die Kinder der hiesigen Arbeiterschaft, soweit sie durch die Arbeitslosigkeit bedürftig find, hafte» unsere Genossen beantragt, 399 M. zur Verfügung zu stellen. Obwohl Genosse Paris mit be- redteu Worten schilderte, wie die hiesige Arbefterschast es im vergangenen Jahre verstanden habe, durch eigene Sammlung so viel Gaben aufzubringen, daß weit über 899■ Kinder mit reichlichen und nur nützlichen Geschenken bedacht werden konnten, vermochte er es nicht zu erreichen, daß auch nur einer der bürgerlichen Ver- treter ein menschliches Rühren gezeigt hätte. Der Antrag wurde ohne jede Debatte von den bürgerlichen Vertretern rundweg abge» lehnt. Das ist die bei der letzten Wahl so viel gepriesene„Arbefter- freundlichkeit". Die Krone der Unverschämtheit hat sich auch bei dieser Gelegemheit der kurz nach der Stadtverordnetcnwahl ins Leben gerufene»Bürgerliche Wahlverein" aufgesetzt, welcher unter der Obhut des Herrn Gerling stehend, ein Schreiben an die Stadt- verordn etenversammlung gerichtet hat, worin er im Namen der Bürgerschaft Einspruch gegen diesen Antrag erhebt. Der Vorsteher sah sich veranlaßt, gegen ein derarttgeS Ansinnen Verwahrung em- , zulegen und bemerkte, daß auch er und mit ihm viele andere zur Bürgerschaft gehören, aber keinen Auftrag zu solcher Anmaßung gegeben haben. Aber nicht nur an das Stadlparlament ist dieses Ersuchen gerichtet worden, sondern auch die hiesige Geschäftswelt, welche in Erkenntnis der Tatsache, daß ihre Existenzmögltckkeit nur in der Arbeiterkundschaft zu suchen ist, im vergangenen Jahre in dankenswerter Weise zur Weihnachtsbescherung beigetragen hatte. ist mit einem Schreiben bedacht worden, worin sie aufgefordert wird, nichts für die Arbeiterschaft zu tun. Wer trotz all« dieser Machinationen werden unsere Genossen doch für ein gutes lingeu ihres Werkes Sorge zu tragen wissen. Titzungstage von Ttadt- und ftiemeiudcvertretuugen. Ziegel. Montag, den IS. Dezember, uachmlttaz» ü Uhr, du«mtS- gebSude, Beitstr. 9. Pankow. Dienstag, den IS. Dezember, abend» v Uhr, im Rathausr. Lichterfelde. Am Montag, den IS. Dezember, abends S Ubr, im RathauSsaale, Schiller-, Ecke Berliner Straß«. Als wichtigsten Punkt ent- hält dl« Tagtsordnuug ein« Vorlage zur Bekämpsimg der ArbettSlofigkett und de» herrschenden Notstandes. Diese Sitzungen sind IffentNch. Jeder GemcindeinzehSftge tß de, rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Jugendveraustaltuuge». Neukölln, Heim I, Fbealpassag«. Heute Sonntag, nachmittags S Uhr, UnterhaltungSabend(Musik, tÄcsang, Rezitationen usw.). Lichtenberg. Mittwoch, den 17. Dezember, adendS S Uhr, versaunn- lung der Gruppe IV im Sasö Bellevue. Hauptftr. S. 1. Vortrag des Herrn Paul Brühl über:„Precchische VoUSschule'. 2.«ruppemmgelegenheite». ' �Der �am'�beuttgen Sonntag stattfindend« UnterhaltungSabend der Gruppe IV im Cass Bellevue beginnt nicht, wie aus dem Programm an- gegeben, um 4 Uhr, sondern um'/� Uhr. Sonnabend: Carmen. Sonntag: Die Puppensee.(Ansang 7 Uhr.) (Nochen-Spielplan der Berliner Cheater. König«. Opernhans Mignon. Dienstag Mtiittrstngtr von. Hochzeit. Freitag: Siilsoniekonzert. Aida. Montag: Hansel und Gretel. (Sonst Ansang T/, Ubr.) König». Schauspielhaus Sonntag:«ttadne aus Naxos. Montag: Kriemhllds Rache. Dienstag: Graf Shrensfted. Mittwoch: Die Reuver. mähllen. Die zärtlichen Verwandten. DonsterStag: Gras Ehrensried. Freitag: Doktor Klaus. Sonnabend: Di« Jungstau von Orleans. Sonntag: Gras Ehrcnftted. Montag: HanS Lange.(Aniang 71/, Uhr.) Skene» Operntheater(«roll». Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Doktor Klaus. Allabendlich: Fidelio.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Hamlet.(Ansang 7>/, Uhr.) Man- tag: Der Kausmann von Venedig.(Ans.7 Uhr.) Dienstag: Hamlet. Mittwoch i Der Kausmann von Vetiedig. Donnerstag: Tin SommcrnachtStramn. Freitag: Viel Lärm um nichts. Sonnabend: Ein Sommcrnachttwoum. Sonnlag: Der Kausmann von Venedig. Montag: Ein Sommernawls. staum.(Ansang 7'/, Uhr.) Kammersptele. Sonntag: Wetterleuchten. Montag: Der verloren« Sohn. Dienstag: Wetterleuchten. Mittwoch: AndrolluS und der Löwe. Donnerstag: Wetterleuchten. Freitag: AndrolluS und der Löwe. Sonn- abend: Wetterleuchten. Sonntag: Audrollus und der Löwe. Montag: Wetterleuchten.(Ansang 8 Uhr.) Lessing-Tbeater. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Professor Bernhardt. Abends 8 Ubr: Pygmalion. Montag und Dienstag: Pygmalion. Mitt- woch: Wozzek. Leonce und Lena.(Ansang?>/. Uhr.) Donnerstag: Peer Kynt.(Ansang 7'/, Uhr.) Freitag: Bozzek. Leonee und Lena. Sonn- abend und Sonntag: Pygmalion. Montag: Wozzek. Leonce und Lena. (Ansang 8 Uhr). Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bummelftudente«. Mabendlich: Wie einst im Mai.(Ansang 8 Uhr.) Theater in der Köntggrätzer Strafte. Sonntag: Die Kronbrant. Montag: Brand.(Ansang?>/, Uhr.) DienStag: Die fünf Fronllurter. Mittwoch und DonnerSt-g: Die KronbraM. Freitag: Di« san! Franl- iufter. Sonnabend und Sonnlag: Di« Kronbraut. Montag: Die Ms Franksurtcr.(Anfang 8 Uhr.) Deutsches«ünstlcr.Theater. Sonntagnachmittag»"Hr=.*** Prinzip. Abends: Schirin und Gertraude Montag: Rose«ernd. „„««»»»»»„NN..... iiiiiii............. iiiiiiii........................................................................................ Die Haupcmarke jUnscrc Marine'�2ffiG�e'fe 6EOQG AJASMATZI A.G.DRESDEN Größte deutsche ci�aretten-Fabn'K 5-u:H£r. Dienstag M Sonntag: Schirin und Gertraude Montag: Unbestimmt. (Antang 3 U$i:.) Deutsches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3'/. Uhr: Der gute Ruf. Mabendlich: Die heitere Residenz.('Ansang 8 Uhr.) Mittowoch- und Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Peterchens Mondsahrt. Deutsches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Die lustigen Weider von SSindsor. Abends: Der Troubadour. Montag: Undine. Dienstag: Manon Lescam. Mittwoch: Lobetanz. Donnerstag: Undine. Freitag: Der Troubadour. Sonnabend: Der Freischütz. Sonntag: Undine. Montag: Der Troubadour.(Ansang 8 Uhr.) Aomödieuhauö. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Filmzauber. Allabend- lich: Hinter Mauer».(Anfang 8 Uhr.) Luftspielhuu«. Sonntagnachmittag 3 Uhr: 477: 10 Allabendlich: Die spanische Fliege.(Ansang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3'/« Uhr� Der liebe Augustin. Mittwoch- und Sonnabcndnachmittag: Das tapsere Schneiderlein. Allabendlich: Polenblut.(Ansang 8 Uhr.) Thalia- Theater. Allabendlich: Die Tangoprinzessin.(Ansang 8 Uhr.) Mittwoch- und Sonnabendnachmittag: Aschenbrödel. Residcnz-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Frau Präsidentin. Allabendlich: Hoheit— der Franz.(Ansang 8 Uhr.) Trtanon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Liebe wacht. Madendlich: Seine Geliebte.(Ansang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Belinde. Allabendlich: Die Sippe.(Ansang 8 Uhr.) Schtller-Theater«. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Freiwild. Abends: Rosenmontag. Montag: Die Großstadtluft. Dienstag: Geschäft ist Ge- jchäst. Mittwoch: Heimg'sunden. Donnerstag: Wilhelm Tcll. Freitag: Heimg'sunden. Sonnabend: GhgeS und sein Ring. Sonntag: Maria Stuart. Montag: Am Tage des Gerichts.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchseld. Abends: Was ihr wollt. Montag: Jugend- freunde. Dienstag: Am Tage des Gerichts. Mittwoch: Was ihr wollt. Donnerstag: Jugendfreunde. Freitag: WaS ihr wollt. Sonnabend: Hase- manns Töchter. Sonntag: Geschäft ist Geschäft. Montag: Freiwild.(An- sang 8 Uhr.) Luisen-Theater. Ionntagnachmittag 3 Uhr: Kasernenluft. Abends: Preciosa. Montag: Preciosa. Dienstag und Mittwoch: Kasernenluft. Donnerstag: Hopsenrais Erben. Freitag: Kasernenlust. Sonnabend und Sonntag: Preciosa. Montag: Unvestimmt.(Anfang 8>/. Uhr.) Neues Nolksthcater.(Neue Freie Volksbuhne.) Sonntagnach- mittag 3 Uhr: Mudder Mews. Abends: Der Gras von Charolais. Dienstag und Donnerstag: Der Graf von CharolaiS. Mittwoch: Der ledige Hof. Freitag: Mutter Mews.(Ansang 3'/, Uhr.) Walhalla-Theater. Allabendlich: Wollen bummler.(Ansang S1/, Uhr.) Montts Operetten-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Allabendlich: Die ideale Gattin.(Ansang 8 Uhr.) Rose-Tbeater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fröhliche Weihnacht. Abends und Montag: Der Sittcnaposlel. Dienstag: Fröhliche Weihnacht. Mittwoch: Berlin, wie es weint und lacht. Donnerstag bis Sonntag: Fröhliche Weihnacht. Montag: Geschlossen.(Anfang 8 Uhr.) Thearer am Nollendorfplau. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die schöne Helena. Mittwoch, und Sonnabendnachmittag: Frau Holle. All. abendlich: Der Mkado.(Ansang 8 Uhr.) Urania-Theater. Mabendlich: Mlt dem Imperator nach New Dork. (Anfanq 8 Uhr.) Gebr. Hcrrnseld-Xheater. Allabendlich: WaS sagen Sie zu Leibusch? sAnsana 8 Ubr.) Llasiuo-Theater. Sonnlagnachmittag 4 Uhr: Der Denunziant. All» abendlich: Ferdinand der Tugendhaste.(Änsan 8 Uhr.). Folies Caprice. Allabendlich: Der Kuckuck. Manovcrschwindel. Die öamuelS.(Anfang s1/» Uhr.) Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater. Sonntaguachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Allabendlich: Di- Kinolönigjn.(Ansang 8 Uhr.) Mctropol. Sonntagnachmittag 3 Uhr:'s Nullerl. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.(Ansang 7.53 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich Spezialitäten.(Ansang 8 Uhr.) Rcichshallen-Theiuer.'Allabendlich: Stettiner Sänger.(Ansang 8 Uhr. Sonntags 7'/. Uhr.) �........ Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und allabendlich 7's, Uhr: Galavorstellung.___'„,', Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr und allabendlich TL Uhr: Galavorstellung. ' Admiralspalast. Eisballett: Die lustige Puppe.(Ansang S Uhr.) Berliner Eispalast. Eissport.(Anjang 9 Uhr.) Eines Palast am Zoo. Barietö-Lichttviele. Täglich: S Uhr. Eines Nollendorf-Theater. Varietö-Lichtspiele. Täglich: S'/, und S Uhr. 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Januar 1914 in gleicher Weise ermäßigt worden.(New Dort Lchnelldampserrate 139 M., New Dork andere Dampfer 129 M., übrige Häfen 119 M.) Lktienuoternehmungen im Zeihmgsgewerbe. Ende 1999 bestanden 65 deuiiche Aktiengesellschaften mit 27,8 Millionen Mark Aktienkapital; Ende 1911 gab es deren 69 mit einem Aktienkapital von 28,7 Millionen Mark. Von diesen verteilten Dividende: 1999: 62 Gesellschaften durchschnittlich 8,96 Proz.; 1911: 65 Unter. nehmungen 8,48 Proz. Die Rentabilität ist also im Zeitungs- gewerbe in den letzten Jahren gestiegen. Der Rückgang des Stahlverbrauchs. Ter Versand des Stahl- Werksverbandes betrug im November 1913 insgesamt 462 195 Tonnen. Gegen den Oktober d. I. ergibt sich ein Minus von 62 799 Tonnen, gegen den November 1912 ein Minus von 62 259 Tonnen. Ueber den Eisenmarkt in Oesterreich enthält ein Situations- bericht der Oesterreichischen Alpinen Montangesellschaft charaktc- ristische Aeußerungen: Das Erträgnis der ersten neun Monate weisi gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung von etwa fünf Millionen Kronen auf. Der Absatz in Eisenfabrikaten hat in der verflossenen Berichtsperiode einen Ausfall von 366 999 Meter- zentncrn erfahren, die Geschäftslage ist andauernd sehr ungünstig. Wie im Inlands so zeigt sich auf den Exportmärkten in den Ver- kaufspreisen ein starker Rückgang, dabei ist der Einlauf an Be- stellungcn ein durchaus ungenügender. Die Werke leiden infolge- dessen unter starkem Mangel an Beschäftigung und es ergeben sich daher notgedrungen einschneidende Betriebsreduk- tionen. Allem Anscheine nach dürfte eine Besserung der Lage in der nächsten Zeit kaum zu erwarten sein. frzucn-Lekzbcndc. Erster Wahlkreis. Montag, den 15. Dezember. S1/. Uhr, bei Weihnacht, Grünstr. 21, Vortrag des Genossen Fritz Zubeil über BerfassungS- fragen. fünfter Wahlkreis. 1. und 1a Abteilung. Der Frauenleleabend findet diesmal am 15. Dezember bei Tanger, WinSftr. 12, statt. Britz-Biickow. Mittwoch. 17. Dezember,>/z9 Uhr, bei Becker, Chaussee- straße 97. Vortrag der Genossin Fr. Baader. Gchöneiche und Umgegend. Montagabend 8'/- Uhr in Fichtenau bei Puich. Eharloltenburg. Gemeinsam sür ganz Charlottenburg im kleinen Tool des BoilshauscS, Rofinenstr. 3, am Montag, den 15. Dezember. Hohen-Schönhaufen. Montagabend, den 15. Dezember, im Lokal von Revhcr. Steglitz. Montag, den 15. Dez.,>/,9 Uhr, bei Heizmann, Florattr. 4: Vortrag der Genossin Gertrud Hanna:„Das neue KrankenversicherungS- gesetzt.~_ Marktpreise von Berlin am IS. Dezember 1913. nach Crmtttelungrn deS tgl. Polizeipräsidiums. Mais smixed), gute Sorte 16,70—17,00, mittel 00,00—00,90, geringe 00,00—00.00. Mais(runder), gute Sorte 14,29—15,10. Richtstroh 4,80. Heu 6,00—7,60. M a r k t h a l l e n p r e> s e. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Sveisebobnen. weihe 35.09-60,00. Linien 36,00-80,00. Kartosseln(Kleinbdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.60-2,40. Rindfleisch, Bauchfieiich 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,40-2.00. Kalbfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40. Butter 2,40-3,00. 60 Stück Eier 4,60—7.20. 1 Kilogramm Kardien 1,00—2,40. Aale 1.60—3,20. Zander 1,40—3,20. Hechte 1,20—2,40. Barsche 1,00-2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1.40. 60 Stück Krebse 2,00-24,00. ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Untervegel.— Cie Anschwellung der Leine geht mn Oberlaus« langsam zurück. Der Wasserstand am Pegel Wispenstein ist von gestern bis heute morgen um 3 cm gefallen. FI •»!»,- SelbstKostenpreis+ 10% und das Strafgesetz Die Deutsche Bekleidunse-Gesellsehaft m. b. H.. die den Vertrieb Ihrer Waren zum Selbstkostenpreis+ 1°% öffentlich ankündigt, geht die bindende Verpflichtung ein, beim Verkauf nur die verausgabten Beträge für Ware und Geschäftsunkosten In Anrechnung zu bringen und nicht mehr als 10 0/„ Gewinn zu erheben. Die Deutsche Bekleidung« Gesellschaft m. b. H. würde gegen§ 4 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes Verstössen und weiterhin sich auch nach§ 263 St.-G.-B. des Betruges schuldig machen, wenn sie über die 10% hinaus sich noch weitere Gewinne, gleichviel In welcher Welse, verschaffen würde. Erhebliche Ersparnisse Herren-Ulster, Paletots, Anzüge �»1 02*-2° 3'-0° Neueste Moden— Anfertigung nach Mass— Vorzüglicher Sitz TirkiOfipriit lOiid 2wa02 4#da20 Deutsche Behleidunss- Gesellschaft m. b. H. Vertrieb von Herren- und Knaben-Garderobe Turmstrasse 80 Grosse FranMurfer Strasse 4 Chausseestrasse 27 Neukölln nahe Kl, Tiergarten Ecke Fruchtstrasse nahe Invalidenstrasse Bergstr. 7-8, Ecke Prlnz-Hand)ery-Str. Heute Sonntag von 8— 10 8 Uhr geBffnet.■BHaBBBHBHHHBBBBBanHBMBBBHBnBROH BRENNINKMEVER C M BH Ä Konidsfr33- Chan sseesfr. 113 ' ggL* � � ' Bonntag, den 14. er. und Benntad, den 2t. er, bleiben unsere Gescb&fte ausnahmsweise Ton 12-8 Uhr geöffnet f. d. 8 Jerl. Reiehsiagsvahlkreis. Den Mitgliedein zur Nachricht, daß unser Genosse, der Kutscher Hermsim öorgs Ohmstraße 7, gestorben ist, Cfstt« seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Dezember, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle de« Zentral-Friedhose« in Friedrichsseide auS statt. Um rege Beteiligung ersucht De»» Torntand. SozialdemokratiscIierWaiilYerein [i.S.Berl. Reiehstags-Walilkreis. Am 11. d. Mls. verstarb unser ! Genosse, der Installateur lOslcsr Hoffmann Hussitenstr. 35. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen I Montag, nachmittags S1/« Uhr, ronderLeichenhalledes Städtischen Friedhoses in der Seestraß«, Ein- � gang Müllerstraße, ans statt. Ilm rege Beteiligung ersucht I.'83/5 Der Vorntand. Am 11. d. M., 10'/. Uhr. ver- schied Plötzlich an Nervenleiden mein innigstgeliebter Mann, unser lieber Vater, Bruder, Schwager und Schwiegersohn, der In- üallateur Oskar ffoffmsnn ini Alter von 43 Jahren. Im Name» der Hinterbliebene»: Anna Hoffmann, 101« Hussitenstr. 25. Die Beerdigung findet am Motnag, den 15. Dezember, nach. mittag 2'lt Uhr, von der Halle de» Städtischen Friedhose«, See- straßc, aus statt. 101N iZeMekkletallai'Iieitef-Vertiamj Voe»«ttuag»»t«ll» ö«eiw. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Installateur Oskar Noffmaun Hnisitenstraße 25, am 11. d. Mts. gestorben ist. 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Dezember, nachm. 2'/, Ubr, von der Leichen- , alle des Philipvus.Apoiiel-Kirch- Hose» aus nach dem städtischen gricdhose in der Seestraße statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser Gustav Haack Nitterstraße 103, am 11. d. Mi». an Herzleiden. Die Beerdigung findet» am Montag, den 15. Dezember, nach- mittag« 3 Uhr, von der Leichen- halle des neuen Jakobl-Kirchhoses in Neukölln, Hcrmannstraße, auS statt._ Ferner starb unser Mitglied, der Dreher �uxust Schenk Putbuser St. 25, am 12. d. Mts. an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Dezember, nach- mittag« 3 Uhr, von der Leichen- ralle de« katholischen Hedwigs- "irchhose« in Reinirkendors, Berliner Straße 20, aus statt. Ferner starb der Schlosser unser Mitglied, Zrnst Zimmermann Eichwalde, am 12. d. Mts. an Lungenleiden. Di« Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Dezember, nach- mittag« S'/.UHr,»««'««.-Zeichen- Halle de« Gemeinde- FriebhoieS in Eichwalde au« statt. «hre ihre« Andenke«: Reg« Beteiligung erwartet 131/11 Oi« OrUvarwtltuftg. Zentrai-Yerbaiül der Töpfer u. ßernfsgenossen Deotschlands, Filiale ClroB-Berlln. Hm Sonnabend, den 18. De- zember, verstarb unser Mitglied, der Kollege Ignatz Zydel (Bezirk Lichtenberg) im Alt« von 30 Sät)«" nn Brust» und Rippenfellentzündung Ehre seine« Andeuteu: Di» Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Dezember, nach- mittag« 8 Uhr. von der Leichen- Halle de« Zentral-Fnedhose« m Friedrichtselbe au« statt. Um rege Beteiligung ersucht 198/11 Per Vorntand. Sozialdemokratischer Wahlrerein für Sehöneberg. Bezirk 5. Am Sonnabend, den 13. De- zembcr, verstarb noch kurzer Krankheit unser langjähriges Mit- glied, der Zimmerer Kspl Schulz im Alter von 61 Jahren. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr. von der Halle des zweiten städtischen Friedhofes, Blanke Hölle, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 16/7 Ter Boritau». Treffpunkt für Mitglieder des Gesaugvereins.Schöucberger Mänucrchor" l'/«llhr ans obigem Friedhofe. Allen Freunden und Partei- genossen die traurige Nachricht, daß mein lieber Malin und unser guter Vater, der Zimmerer Xsnl Schulz am 13. d. Mts. im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Die teluioemle Gattin nebst Kindern. Hauptstr. 53. 49A Die Beerdigung findet am Dienstag, de» 16. Dezember, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle des zweileii Slhöneberger FriedhoscS (Blanke Hölle) aus statt. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung GroS-Berlln. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschken- sührer 75/7 Heinrich kusch ,ml 12. d. MtS.. im Alter von 74 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Tic Beerdigung findet am Dienstag, den 16. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Emmaus-KirchhoseS in Neukölln, Hcrmannstraße, aus stall. Um rege Beteiligung eriucht Bio Bezirksvenaaltung. Verband der Hut- und Filzwaren- arbeitern.Äriieiierinnen Deutsch!. Ortsverwaltung Berlin. Am Donnerstag, den 12. d. M., verstarb nach dreitägigem Kranken- lager unser langjähriges Mitglied Moll fiaunemann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 2'/, Uhr, von der Halle dcS Zions-Kirch- hoses in Nordend aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 76/14 Der Vorstand. Kranken-, Sterbe- und Zuschußkasse tilr männliche Personen alier Berufe Groß-Berlin. Am Donnerstag, den 11. Dezember 1913, verstarb das Mitglied, der Hut macher Ä. Baunemann. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung sindet am Montag, den 15. Dezember er., nachmirtazs 2'/, Uhr, Zionskirch- hos, Nordend, statt. 296/4 Ter Norftand. Am Freitag, srüh 8'/, Uhr, ver- schied nach langem schweren Leiden mein> lieber Mann, unser guter Vater, der Restauraleur Hermann Kabelitz im 44. Lebensjahre. nie Hinterbliebenen FrauMabelitziiI Kioiier. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, aus dem neuen JohanniZ-Kirchhose zu Plötzensee statt. 295/11 Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe, unvergeßliche Frau, unsere treusorgeridc Mutter Katharina Kutter nach langer schwerer Krankheit sanst entschlajen ist. Hermann Kutter nebst Söhnen Cuvrhstr. 40. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Dezeniber, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral-Friedhoses in Friedrichsseide auS statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden des Putzers Pari Sebnl» sage allen herzbchften Dank. 2S4b Im Namen der Hinterbliebenen Witwe Marie Kessel geb. Schulz. Für die zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung unserer geliebten Tochter und Schwester lilarn Baring sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichen Dank. 101A Familie Bnring Fertig am Lager; öckos-aM-MKu. jCulawayu. 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Friedrichstrasse 129 8. Oranienstrasse 157 9, Rosenthaler Str. 50 10. Tauentzienstrasse 10 1t Savignyplatz 9—10 12. Martin-Luther-Str. 90 13. Friedenau, Rheinstrasse 1—3 Herren-Regensclilritie von M.3.00 an bis zu den elegantesten Lnxnsscfairmen. Spazientödu! von M. 1.00 an bis zu den wertvollsten Faatasiestocken. Domen-hgensclilrniß vonM.3.50an bis zu den vornehmsten Modellschirmen., Letzte Neuheit! Moir6-Futterale. Vorteilhafte« Angebot: Reine Seide•• M 4.75, 6.75 Beim Einkauf v.ö M. an elegante Xugnbe Wigdors Edelseide 2 Jahre Garantie. ion lIuLlll/lllilili-iMlIilillliiliHimiiiiimi Paletots in d. neuest. Fassons in Flauschstoff etc. Paletots in engl. Seal, Valours du Nord u.Velvet ron Kostüme i. reich. Aus w.in engl. Stoffen u. Kammg. Kostüm-Böcke in grosser Auswahl ron vM- 35* m C. PELZ Knaben- Anzüge and Ilster, HeiscmodeUc, Alter 3 bis 14 Jahre verkauft Engros- Geschäft zu wirklichen Engrospreiien. Kurstr. 30, am Spittelmarkt 1. Etage. 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Mniit i>ts Jotiüiiib" ßttliiift lolbblntt Sonntag, 14. Iezember 1918. Partkl- and GewttWMsgknosskil! Schnelle Hilfe Birkeseid 5,— SH. 2,— M. Verband Denkt an die Weihnachtsbeschernng der Arbeitslosen und ihrer Kinder. Liefert so schnell als möglich die Listen ab. ist doppelte Hilfe. Es gingen ferner ein: M. S>. 100,— M. Balduin Muller SO,— M. Dr. Frau Böbest S,— M. 23. Leder 4,05 M. Eisbeineffen der Tapezierer Ortsverwallung Berlin 1000,— M. Von der Reichstags- sraktion232,— M., davon sind gl,— M. auf die Listen der Bureauangestellten verrechnet. Verband der Lederarbeiter. Ortsverwallung Berlin I, aus der LokaUasse 100,— M. Schneider und Schneiserinncn bei Pect u. Cloppenburg, Kottbuser User SO,— M. Angestellte im Hauptburcau der Stein- setz er 39,50. Hehn u. Koldschmidt 15,— M, Schlächtermeister Wangemann, Neukölln, Fuldastraße 12,50 M. Verein der Zluszugmontcurc 10,— M. Scchserkaffe des 3. und 4. Bezirks Oberschönewcide 10,— M. Sechserkasse des Zählerbaues bei Bergmann 10,— M. Collmann, Obeistdorj i/Allgäu 10,— M. Organisierte der Blockstatio», Bcrnburger Straße 10,— M. Tapeziererwerkstatt bei Treichel 10,— M. A. Auge 2,— M. M. Wahlmann 3,— M. Paul Luttcr 3.— M. Liste 7748, R. Schäl 4.75 M. F. S). 5,— M. Referat Dr. Breiischeid bei den Bauarbeitern in Wilmersdorf 6,— M. Willy Hahn 7,— M. Verband der Landarbeiter, Ortsgruppe Berlin, aus Listen 17,— M. Liste 4011, Angestellte der Ortskrankenkasse der Buchdrucker 24,— M. Liste 4952, Verband der Töpfer 10,— M. Liste 4901, Angestellte des Haupt- und Filialbureaus der Töpfer 61,00. Tanzmcister R. Heinrich 5.— M. Korbmacher bei Wedel 2,50 M. Verband der Dachdecker, Verwaltung Berlin 50,— M. Görnitz 15,— M. Höppner 15,— M. Hermann Grassoldt 10,—. Liste 4214, Buchdruckerei Büttner 20,— M. Liste 47, Bureau des Landarbeiter- Verbandes 31,00 Vi. Kollegen bei Klupsch Liste 922 16,80. August Rolcnberg Liste 923 0,40. Liste 924 16,15. Litte 925 17.35. Liste 926 38,25. Liste 927 25,50. Kollegen bei Krall Liste 930 30,50. Roscnbcrg Liste 931 48,25. Listcy 962 bis 907 377,65. Liste 908 22,—. Liste 969 31,60. Line 970 15,25. Liste 971 9.—. Liste 972 13,—. Liste 973 7 20. Liste 974 13,20. Liste 975 14.—. Liste 976 16,80. Liste 977 1,25. Litte 978 16,55. Liste 97» 18,25. Liste 9-1 8,50. Kollegen bei S. A. Locwy Liste 2097 24.49. Rosenberg Liste 2263 18,—. Liste 2264 13.—. Liste 2265 5,15. Liste 2266 2.-. Liste 2267'16,85 Liste 2208 12,50. Listen 2269-2273 33,60. Liste 2274 18,70.. Liste 2275 30,75. Liste 2270 19.—. August Rosenberg Litte 2277 14,55. Liste 2278 29.—. Liste 2279 39,90. Liste 2281 20,-0. Liste 2282 20,70. Kollegen bei Israel Liste 2283 42.95. August Rosenbcrg Liste 2284 25.—. Lifte 2286 17,05. Liste 2287 7,—. Kollegen sür drahtlose Telegraphie Liste 271)2 47,—. Liste 2703 40,05. Liste 2704 7,25. Liste 2706 31,40. Kollegen bei Bruno Knecht Lifte 2771 35,—. Vereinigte Fabriken sür Laboratoriumsbcdürsn. Liste 2778 17,10. Kollegen bei Uhlmann Liste 2885 7,25. Kollegen bei Siemens Liste 982 25,75. Liste 983 11,25. Liste 988 11.90. Liste 997 22.—. Liste 999 16,50. Liste 1000 19,45. Listen 1086,1087 93,35. Liste 1104 19,50. Groschenkaffe der Stocksabrik Fischer u. Rummler 20,—. Z. M. P. S. 5,—. Sechsertasse des 364. Bezirks 10,—. Liste 4027 Galvanoplastik Hartlcib 9,50. Tischlerei Vorth 18,50. Listen 354,55 L. V. G. 52,75. Liste 14 Dr. H Wehl 10,—. 178. Bezirk 4. Kreis 5,-. Liste 8586 u. 8587 Verband der Noten- stecher 23,—. Verband der Glaser auf Listen 25,55. Verband der Bäcker u. Konditoren a konto aus Listen 1000,—.. Tischlerei Jurisch 21,50. Tischlerei Klempau Nachs. 15.—. Tischlerei Peters 3.—. Tischlerei Klug 7,35. Tischlerei Tunsky 24,75. Liste 6161 Angestellte des Hauptbureaus der Holzarbeiter 356.50. Frau Muche 1,—. Liste 6166 Ang» stellte der Lrtsvcrwaltung dcr Holzarbciter und Gauvorstcber 146,50. Holzarbeiteroerband auf ListeA 157,10. Verband der Schneider aus solgcnde Listen: 4601 durch Falkenstcin 69,—. 4605 Zikschncider von d. Fiima Grünbaum 5,85. 4616 durch Ulbricht 13,—. 4624 Schneider von Bothmer u. Dünzer 24,20. 4626 durch Geschc 16,—. 4632 Schneider von Romann 35,15. 4635 Schneider von Faßkcsscl u. Münt- mann 41,45. 4639 Schneider vom Jockeyklub 33,95. 4043 Krawaltensabrik Kamper u. Weber 6,60. 4645 Krawatleniabrik Zuschneider v. Salbach 9,05. 4650 Plätterei Gebr. Borchardt 2»:—. 4657 durch-Stoltenberg 11,50. 4673 dur�MosenstenglA�TS���erban�er�Ueischer�rtsverwa� 500.—. Linge u. Aßmann 3,—. Verband d. Textilarbeiter, Ortsverwaltung Berlin 300,—. Verband der Maler, Ortsverwaltung Berlin 500,—. Ver- band der Maler aus folgende Listen: 6262 9,80. 6272 12,—. 6283 6,75. 6286 6,50. 6287 7,70. 6288 20,95. 6291 3,60. 6297 19,65. 6300 14,40. 6302 6,—. 6303 18,—. 6306 6,30. Schüler 1,50.— Vom Verband der Bureauangestellten auf solgende Listen: 3811 und 3857. O.-K.-K. der Bureauangestellten, 2. Rate 37,—. Liste 3812 2,10. Lifte 3819 8,—. Ortskrankenkassen: Reinickendorf Liste 3865 13,50: Mariendors Liste 3867 24,—; Charlottenburg Liste 3868 58,—; Neukölln Liste 3881 89,50; der Tapezierer Liste 3889 16,50; der BUdhauer Liste 3893 7,—; der Sattler Lifte 3896 5.—.— Liste 3901 3.—. Liste 3908 8,15. Liste 44 5,—. Lifte 251 Maschinenperjonal der Konsum- Genossenschaft 16,—. Bäcker- Gesangverein„Morgengrauen" sM. d. A.-S.-B.) 25,—. Verband der Fabrik- arbeitcr aus solgende Listen: 3009 Chrom v-Papiersabrik Lindner u. Palzo 7,65. Chemische Fabrik Schering, Berlin. Müllerstratze: 3020 10,65; 3027 2,10; 3028 6.10; 3029 3,40; 3030 2,20; 3031 10,80; 3032 9,20; 3033 8.35. 3053 Lacksabrik Hchderhos 13,85. 3057 Jsolatorensabrik Pankow 8,25. 3059 Magncsiawerk Pankow'29,10. 3001 Norddeutsche Gummisabrik. Tempelhoser User 10,70. 3008 Gummisabrik A. E. G., 3 Treppen 12,10. 3076 Gumijabrik' C. Müller, Weißensec 8,15. 3087 A. E.-G.. Schlegelstraße. V. L. III 8,40. 3093 Kodlensäurewerke Nied.-Schönemeide 8,55. 3097 Chem. Fabrik Landshoff u. Meier, Grünau 20,75. Margarinewerk„Berolina" 3093 20,05, 3095 4,20. Liste 51 Porzell.inarbeiter 11,50. Verband der Hutmacher aus Listen 109,95. Sechserkasse des 9. Bezirks Treptow 10,—. 331. Bezirk 4. Kreis 5.—. Ver- band der freien Gast- und Schankwirte, Zahlstelle Berlin 500,—. Arbeiter der Gießerei Robert Heinze 7,—. Setzer und Drucker der Druckerei des Holzarbeilerverbandcs 14,30. Liste 4222 Druckerei A. W. Schade 19,10. Angestellte des Bauarbciterverbandcs, Zweigverein Beilin 103,—. Liste 36 Angestellte im Hauptbureau des Buchbinderverbandes 46,—. Liste 3186 3,50. Liste 4200'Langcnscheidt, Drucklegungswarte 8,50. Liste 4199 Langen- icheidt-Druckerei 24,30. Liste 4040 Zeitungstereothpie Masse 22,—. spar- verein„Blühe" durch Bornstein 80,—. Bezirk 265 Kreis IV 10,—. Liste 4176/77 Personal der Buchdruckerei Klokow 65,55. Liste 4110 Buch- druckcr und Buchbinder bei Gebr. Knerk 11,30. Arbeiter der Konkordia- Elcttro-Gcs. Neukölln 20,60. Sechserkasse der Schlosserei Stimming 20,—. Tapezicrcrgehilscn bei Richter 5,70. Liste 4955 sparverein„Letzte Hoffnung" Pankow 18,50. Verband der Transportarbeiter, aus Listen gesammelt: 8367 Beschäftigte im Bureau des Vcrbandsvorstandes der Transport- arbeitcr 387,85. 8366 Beschäftigte im Bureau des Transportarbeiter- Verbandes, Bez. Groß-Berlin 361.10. 8368 Angestellte Beitragseinkassierer 229,15. 7002 9,80. 7008 9,—. 7031 Leder, Hausdiener 15,—. 7049 durch Treppen- Hauer 5,75. 7062 Arbeitsnachweis, Alte Lcipzigerstraße 11,75. 7066 2.—. 7076 10,10. 7079 Betrieb Klcger 5,—. 7083 Angestellte der Firma Siegsried Oppenheim 20,40 7087 durch Zoch 12,55. 7092 8,50. 7102 14,65. 7134 duich I. Kunze 5,50. 7507 Betrieb Einkausszentrale der Kolonial- warcnhändler 17,05. 7510 10,50. 7518 Müller u. Peißel 4,—. 7523 10,60. 7525 10,—. 7537 25,30. 7586 4,60. 7593 Autosahrer deS Betriebs P. Girkc 60,—. 7590 aus der Betriebskrankenkaffe der Fabrik Progreß 25,—. 7605 14.80. 7606 Krastdroschkcnsührer 39,-. 7607 11,60. 7621 33,40. 7636 Zsrastdroschkensührer Groß-Berlin 56,—. 7661 Neuköllner Chauffeure 13,55. 7675 Norddeutsche Kabelwerke, Schöneberg 63,50, 7688 Bergschloß- Brauerei durch Glud 7,35. 7690 7,50. 7693 17,70. 7699 11,—. 7700 27,50. 7706 durch Müller 16,—. 7713 Kellerarbciter Brauerei Engelhardt, Pankow 41,50. 7717 7,—. 7729 41,05. 7733 9,70. 7747 7,90. 7749 4,65. 7758 5,—. 7766 Betrieb Olex 15,95. 7777 8,10. 7795 Betrieb L. Gührs Witwe 24,25. 7817 2,50. 7818 6,—. 7828 12,15. 7838 durch Klipper! 13,80. 7840 Firma A. Warmuth 22,10. 8004 durch Paul Becher 22.55. 8008 5,90. 8011 13.35. 8016 1,80. 8031 2,70. 8038 7,30. 8073 3,50. 8091 1,—. 8102 Neumann u. Hcnnig 10,20. 8103 4,25. 8111 16,85. 8128 Firma I. C. Psaff 6,45. 8134 5,—. 8155 3,45. 8159 7,50. 8174 Dienerpersonal der Firma A. Rosenhain 5,10. 8177 Geschäs Sdiener Firma R. Hertzog 20,40. 8186 Firma R. M. Maaßen 14,50. 8191 12,—. 8202 5,50. 8205 19,—. 8215 20,35. 8216 5,20. 8217 durch I. Ullrich, Kellerarbciter 8.—. 8224 11,—. 8227 Schapiro 36,50. 8235 22,—. 8237 durch Lewandowsky 11,25. 8239 Arbeitsnachweis Alte Leipzlgerstr. 6,65. 8281 1,15. 8301 11,—. 8308 Packer, Hilssarbeiter und Fahrstuhlführer F. F. A. Schulze 12,—. 8314 Personal Bebme, Ritterstr. 12,—. 8326 durch Arncmaun 10,65. 8349 Schneiderwerkstatt Skula 16,35. 8359 26,30. 7029 9,65. 7831 22,50. 7555 Firma Gebrüder Arndt, Fennstr. 18,30. 7556 A. E.-G., Gießerei, Huttenslr. 6,—. 7563 Hausvcrw. der Deutschen Waffen- und Wunitionssabrik 6,—. 7569 Deutsche Waffensabrik, Kaiserin-Augusta-Allce 3,—. 7571 Firma Beermanu, Schlesischcstr. 33,85. 7572 Firma Becker, Neinickendorj-Oft 3,85. 7573 Fa. Chclop, Wilkenaü 3,40. 8039 3,40. 8196 20.50. Liste 4314 Berliner Börsenzeitung 61,50. Liste 60 Hauptvorstand der Asphalteure 14,—. Liste 8581 Dachdecker der Firma Rindfleisch 12,35. Hand- tuch-Verlcihgeschäst A. Schulze 10,—. Liste 4020 Zeitungs-Stereotypie Lokal- Anzeiger 19,50. Tischlereien: siimbel u. Friedrichsen 38,05. Fehrmaun 3,50. Georg Kuhnert Liste 5701 28,—. Petersen u. Wonneberger 17,40. Siebert u. Aschenb.ich 30,—. Epstein 21,—. Jnnen-Architeitur 25,50. Polierer elber u. Plathen, saal Hönicke- 5,—. Georg Kunert Liste 5931 17,15. leutschcr Holzarbciterverbänd, aus Liften gesammelt: 6159 17,50. 5829 12,50. 5773 26,75. 5797 39,30. 5740 15,50. 5720 32,10. 6178 19,50. Liste 4229 Buchdruckerei Roscnthal u. Co. 21,—. Liste 4172 Drucker und Setzer Arent-Berlag Deutsche Presse 38,—. Liste 4137 Druckerei„Wllhelma" 7,75. Perein Berliner Buchdruck-Maschinenmeister 50,—. Stempelfabrik Rademacher 6,15. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, 2. Rate aus solgende Listen: Gasanstalt Gitschiner Straße, Liste 3399 16,30. 3436 39,50. 3438 20.10. 6201 26,60. Gasanstalt Tegel 3261 13,75. 3263 21,85. 3264 37,85. Gasanstalt Schmargendors 3289 25,15. Röhrensystem 3127 9,25. 3290 2,50. 3440 12,10. Oeffentliche Beleuchtung 3218 15,70. 3293 Rieselfelder 6228 1.30. Kanalisation 3202 3380 13,50. Zahlstelle Wftan, Neukölln Wertstatt 3203 31,60. Wasserwerk Lichten- Tegel 3279 19,30. Wasserwerk Westend 3205 14,10. 3316 12,05. 3338 22,75. Straßenrcinigung 3181 8,15. 3206 8,—. 3392 18,25. 3408 12,30. 8.—. 3403 9,35. 6258 6,35. 30,30. 3221 1,30. 3292 14.50. 3434 9,—. Wasserwerk Berlin, berg 6255 29,50. Wasserwerk 3351 8,—. Englische Gaswerke 3383 24,75. 3405 25,60.~ 6,50. 3353 3,—. 3388 5,90. 3225 3442 14,-. Markthallen 3182 31,15. 3245 36,60. 3409 24,30. Schlacht- und Viehhof 3161 19,30. 3162 27.40. 3164 13,50. 3185 25,15. 6254 15,20. Reviermspeltione» 3114 58,55. 3193 34,—. 3194 19,15. 3207 35,20, 3208 22,10. 3223 35,50. 3247 42,—. 3248 30,—. 3280 13,55. 3298 38,20. 3340 9,50. 3444 gz.— 3446 41,—. 3449 68,60. Zentrale Buch 6251 48.—. Heimstätte Buch 6250 3,—. Hospital Buch 6252 5,95. Krankenhaus Friedrichs. Hain 6233 14,75. 6234" 5,50. Kinderkrankenhaus 3251 6,60. Städtische Ladeanstalt 3322 7,20. In Sumnia 13 087,31 M. Bisher sind veröffentliibt 121,801,45 M. Dazu kommen 13 087,31 M. In Summa 134 888.7k M. Die Listen sind dort abzurechnen, too sie entnommen sind. Die Liften 3643 und 7582 sind verloren gegangen und sind beim Vorzeigen anzuhalten. Sonstige Beiträge sind zu richten an Alwin Körsten, Engel- ufer 15 und Emil Boesle, Lindenstr. 2 l. Das Zimmer 23 der Gewerkschastskommission ist täglich ge« öffnet von 9— 1 und 4—8 Uhr. Mit Parteigrub Berband der sozialdemokratische» Wahlvereine Berlins n. Umg. I. A.: Eugen Ernst. Gewerkschastskommission Berlins und Umgegend. I. A.: Alwin Körsten. BSitterungsübersicht vom 43. Dezember 1913. Stationen � ä IJ 2= g£| Swinemde. Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien SZ 753.W 7S9WSW 758(258 765353 767 SW 76253 Weller 6 wolkig 4swolkig 5 heiter 1(Dunst Swoltig 4jwolkig e»$ »II «tatloncn Ü gl |s -- i- Bf tavaranda(743(S etersburg!749W Scilly Aberdeen Paris 770NW 761)53(553 768 WNW s Wetter bedeckt bedeckt halb Bb, heiter Regen trf Bh -4 0 9 3 s Wetterprognose für Sonntag, den 44. Dezember 1943. Zunächst diclfach heiter, kühler bei frischen westlichen Winden; später wieder zunehmende Bewölkung, und geringe Niederschläge. Berliner Wette rbureau sün nsdifoigsnde Gegenstände: Herren-Ulster Flausch und Phantasiestoffe 0040 Ausnahmepreis Blau, braun, grau u oliv Chpv. /T>1 00 Ausnahmepreis CO Herren-Paletots Marengo-Cheviot Ausnahmepreis Eskimo oder marengo Melton- O 4£00 Cheviot Ausnehmepreis OU 21 Herren-Anzüge Cheviots und Kammgarnarten ��30 Ausnahmepreis Kammgarne u Cheviots nach engl Art. Ausnahmepreis 32 10 00 GehrocK-Anzüge schwarz Tuchkammgarn Ausnahmepreis Tuchkammgarn mit Seiden- /TylOO Spiegel... 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Nachm. 3«/a Uhr: Blüthnersaal: Sinfonie-Konzert. abends 8 Uhr: Neues Volks-Theater: Der Graf von Charolais. Abends 8'/. Uhr: NeueS Volks» Theater: Dienstag und Donnerstag: Der Graf von CharolaiS. Mittwoch: Der ledige Hof. Freitag: Mudder MewS. Freie Volksbühne. Sonntag. 14. Dezember, nachm. 3 Uhr: Deutsches Theater: Der lebende Leichnam.(2V, Uhr.) Deutsche Oper(Charlottenburg). Die lustigen Weiber. Thalia-Theater: Die Wildente. Herrnseld-Theater: Familie Selicke. Zchiller-THeatcr Charlottcnburg: Der Pfarrer von Kirchseld. Neues Volks-Theater: Mudder Mews. Abend- Abteilungen. Montag und Sonnabend: Der Gras von Cha- rolais. Soliiller-TliGater 0. (W allner-Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: Roscnmontai;. Montag, abends 8 Uhr: Die ÖroBatadtlaft. Schiller-Theater Charlottcnburg;. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: vor Pfarrer Von Kirchfeld Sonntag, abends 8 Uhr; Wae* ihr wollt. Montag, abends 8 Uhr: Jugendfreunde. 8 Uhr: Die Kronbraut. Komödienhaus. s uhr- Hinter Mauern. LerUner�rdesler. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater deit Westens. 8 Uhr: Polenblut. Mittwoch u. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Das tapfere Tchneiderlein. Sonnt. Nm. 3V« II-: Der liebe Augustin. Theater am Nollendorfplatz 5. Nachmittag 3 Uhr Die schöne Helena. e Uhr. Mikado. 8 Uhr. 8 Residenz-Theater' Uhr Uhr. Hoheit— der Fram! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Wolfs. - Musik von Robert Winterberg. Allabendl. 8 Uhr: Hoheit— derFranz! Deutsches Künstlertheater Soxletftt. NOrnberger Straße 70/71, am Zoo. Kaoso: Nollendorf 1383. Sonnt. 3 Uhr: Das Prinzip. 8 Uhr: Schirin und Gertraude. Montag 8 Uhr: Rose Rernd. Mittw. 31/. Uhr: Duncan- Schule. Tanze und Reigen._ Lessing-Theater. 8 uhr- Pygmalion. Nachm. 3 Uhr: Prof. Beruhardi. OSE=THEATE| Grosie Frantlurler Str. 132. Rachmittags 3 Uhr: Fröhliche Weihnacht. Abends 8 Uhr: »er Sittenapostel. Montag: Der Tittenapostel. Iieied5l>a»eii'Idealer Ztetliier Singer fjeute nachm. 3 Uhr �ermäßigten Preisen: Der Kompagnieball und das Weih- nachts stück „Christmarkt". Loge-- 1 Dt., Balkon 78 Ps.. Entree 39 Pf- ____«beubdSlItirs jjZickenbeon�lOnstle��e�� DentschesSehanspielhans Nachm. 3V, Uhr: Der gute Ruf. 8 Uhr: Die heitere Residenz. Metropol-Theater. "tS?5's Nullerl. Abends präzise 7 Uhr öS: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. frcirdiglSfe Rita Saechetto teÄlWertSW und die von Publikum und Presse glänzend beurteilten Rauchen gestattet! Frledrficbsfrasse 218 -— Tel. Lützow 2757- Gostantino Bernardi und das grosse Variete- Programm! Rauchen überall gestattet! Beginn: 8 Uhr. Ab 7'/» Uhr: KONZERT Hentc.Nachmittag 31/. Uhr: Das voll stand. Abendpror.ramm — zu kleinen Preisen.— Folies Caprice. Anfang S1/. Uhr Der Kuckuck. Manöverschwindel. Die Siamuela. Passage-Panoplitum 50 wilde Kongoveiber Männer und Kinder In einem eigens aufgebauten Kongodorfc. Der Froschschlucker. Die gr. Rino-Variete-Vorstellung von 5(Sonntags" 3) bis 11 Uhr. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Ubr: Seine Geliebte. Sonntagnachm. 3 U.: Die liebe wacht MARMOR HAUS,.»... W (An der Ktieer- Wilhelm- Gedächtnu- Kirobe) Kurfürstendamm 236. Wiederum I! Rita Saeehetto in Die weiße Dame. Lustspiel in 3 Akten und der phänomenale neue Spielplan. Vorstellungen: »,'uS,''-.8,',.10 Uhr Am 2. Weihnachtsfeiertag, Freitag, den 26. Dezember, abends 6 Uhr, bei F. Wilke, Sebastianstr. 39: \ dicibnachtsfeter T"t„Friede auf Erden". Kach dem Vortrag:„Geselliges Beisammensein". Vorträge. Gesang, Tanz. Gäste willkommen. 54/a Eintritt 10 Pfennig. Der Einberufer: A. Harndt, PappelaUee 15/17. »mb— Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 15. Dessember. abends 81/. l'hp. in Kellers Meucr Philharmonie, Köpenicker Str. 96.97: II. Lichtbilder-Vortrag: „Impressionismus und Expressionismns" Eeferent: Herr Kunstschriftsteller Rob. Breuer. hlonntag, den 28. Dezember, nachm. 4 l'hr, im Blüthner-Saal, Lützowstr. 76: S- III. KONZERT.— Mitwirkende: Hen- I.eo Keslenbcrg und das verstärkte Blüthner-Orchester unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Werner Wollt. Billetts a 60 Pf. in den bekannten Zahlstellen. Montag, den SS. Dezember: WeihnachtssFeier mit Kinderaufiührung(Hansel und Gretel) in den Sophien Stilen, Sophionsix. 15. Eintritt SS Pf. Kinder frei. Anf. 6 Uhr. Kassenöftn. 5 Uhr. Der Torstand. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen-Theater. I Walhalla-Theater, 3 Uhr: Kasernenlnft. I Täglich 8'/, Ubr: Abends 8'/, Uhr, nencinstudiert: I Wolkenbummler. Preclosn.| Posse in 3 Akten. :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraSo 82.— Zimmerstraße 90/91. Jr«Clou" ■——----- Mauerstraße 82.—< Gr. Doppelkonzert! Musikkorps Kaiser-Franz-Garde-Grenad.-Regts. Oirig. Oberm. A. Becker. Kusikkorps des I. Garde-Dragoner-Regiments. Dirig.: Oberm. Baarz. Anfang 4'/, Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 4'/, Uhr. Morgen: Großes Doppel-Konzert. Anfang 8 Uhr. Brauerei Friedriehshain. Sonntag, den SI Dezember 1013: Konzert des Berliner Sängerchors Mitgh des Arb.-Sängorbundfjs, Chormeister Franz Bothe, und des Philharmonischen Orchesters Dirigent Camillo Hildebrand. Billetts im Vorverkauf 50 Pf.. Kassenpreis 75 Pf., hei den Vorwärts-Spediteuren Zucht, Immauuelkirch- straße 12, und Hanisch, Ackerstr. 174. Noiiendorf-Theater Zum 190. Male Cleopatra Die Herrin tes Nils Das FMmwunder der W e 1 1 1 S. M. dem Deutschen Kaiser vorgeführt und mit grossen] Bellall aal- genommen! Wocbeotags 6'/, und 9 Ubr Sonntags 4. d b, und 9 Uhr Jugend-Vorstellung! Sonnabend 4 Uhr zu halben Preisen. Palast am Zoo Schimpanse Fuma der darwinistlsche Kensobenaffe Maria Sketch aus den Eissteppen Sibiriens Hinemacolor die Welt in den Farben der Natur Farbige Kinematographie in hiiehster Vollendung sowie ein weiteres komplettes erstklassiges Vari0t4- und Llchtsplel-Programm Täglich ununterbrochene Vorstellung von e Uhr an, SonntSgs 3 Uhr: Uatinde. Preise von 65 Pf. an Inkl. Garderobe.Programmu. Steuer ZOOLOG Ischer Garten Täglich ab 4 Uhr: Großes Konzert. Eintpfttiepreise: Anar.: HeUlB 50 Pfg. Kinder unt. 10 Jaliren d. Halite. Ken! Meu! AQUARIUM 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. URANIA Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag 8 Uhr; Mit dem„Imperator" nach New York. Udmiralspalast EIh- Arena Heute Sonntag 2 Vorsteliungen 2 Nachmittags und abends Die lustige Puppe. Großes Ballett auf dem Eise. Beg d. Nachm.- Vorst(b. halb. Preisen) um 4>/, Uhr. Beginn der Abend-VorstoIlungS'/sUhr- Ab lO3/, Uhr halbe Preise. Wein- und Bier- Abteilung. Auch während derVorsteUung Zirkns üb. Schumann. Sonntag, den 14. Dezember; 2gr. Vorstellungen A nachm. S'/.u.abds�'/jU." In beiden Vorstellungen: Das Riesen-Weltstadtprogramm SÖT* nngekUrzt!"TBE U. a. Miß Mariettns 5 ßress. Seelöwen zu Pferde! Mr. Ganjas Hunde-, Affen- und Kätzen-Dressur-Akt. I Um D'/j Uhr: Tango vor Gericht! Zur Nachmittags- Vorstellung hat jeder Erwachsene ein an- gehörige.s Kind unter 10 Jahren frei auf allen Sitzplätzen. Casino�Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Das glänzende Dezember-Fest-Progr. Gastspiel der Amerikanischen Sensation .Im Pulldogg-Tingcl-Tangel." Dazu seit Oktober total ausverlanst: Ferdinand der Tugendhafte. Sonntag 4 Uhr: Ter Denunziant. Volkstheater Neukölln. Hermannftrasie SS. Sonntag, den 14. Dezember. 7'/. Uhr: Rr-lnz>»»>1 Bettlerin. AusstatlungSkomödie in 4 Akten von Howard und Lutz. Montag, den 15. Dezember. 8>/. Uhr: Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Allen von Schiller. FrieMillietoätlL Theater. Die Kino-Königin. Kasseneröfin. 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Heute 3 Uhr: Maria Stuart. Kleine Preiie. \ oigt- Theater Bahftrasie 58. Sonntag, den 14. Dezember 1913: Nachmittags: keine Vorstellung. Abends 8 Uhr: Die Vaise aus Lowood. Schauspiel in 4 Akten v. Birch.Pseiffer Kassenerösfnung 19 Ubr. Ans. 3 Uhr. Concordia■ FestfäSs 64 Andreanitrasse 64 Jeden Sonntag: MilitBr-Streicii-Ronzert i und tiotfinanns SDnger Anfang 6 Uhr. Im oberen Saal von 5 Ubr ab; - Crosser Ball-- ODEON Vergniiganga- Palaat MT der 10 IHK)-Wh» Potsdamer Str. 72 bSÄ" Heute zum letzten Mal: Im Zlllerthal. Auftreten der Tangotänzer Ilse Bois und Erwin van Roy und der Geb. Niagara, Turmseilläufer. Anfang 4 Uhr Eintritt 30 Pf. Vom 15.-19. Dez. geschl.weg. Vorbereit, z. Weihnachtsfeerie In Kl* und Schnee. Zirkus Buscli, Heute Sonntag, d. 14. Dezember: 2 Großs Gala- Wellunp 2 nachm. 3'/, Uhr, abends 7'/, Uhr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein Kind unter 19 Jahren auf allen Sitzplätzen frei. Jedes A weitere Kind unter 10 Jahren zahlt die Hälfte aus den Sitzplätzen. Nachmittags zum 2. Maie: ins wm Kolmleo. Abends 7'/] I hr: Tie grohe Ausstattungs- Pantomime „Pompeji" In beiden Vorstellungen: Äuftreten der großen Dezemb.-Attraktionen City- Park am Bahnhof Friedridutraue Größte Volksschau Berlins 50 Schaugeschäfte Sehenswert!! die neuen Attraktionen Ein Vergnügen für Jung und Altl Geöffnet täglich nachmüt. 4 Uhr Sonn- u. Feiert nadinutt. 3 Uhr bii 11 Uhr abends.— Eintritt irei Alhambra Wallner-Tbcater-Ztrasse 15. Großer Ball. Großes Orchester. Ansang Sonntags 5 Uhr. A. Zumeitat. Jeden Sonntag: i ItCIUIUIlia|lUtoUI4Ulb N., Chausseestr.110. KarlRIchter. I Jeden Sonntag: iMMMMMMMM Dermania-Pracbtsäle faiiliamiiays lästige Sänger 4 ( «■■JUDMUntF—"-a-—"a- ( Anfang 61/, Uhr. I j Nachdem: Familien-Kränreken.[ Im weißen Saale von 5 Uhr ab[ j jpaT' Großer Ball. Morgen Montag; Holtmannt. SKoger. S l.wowow—— Lichts piolo In allen T.T.- Lilchtsplelen (außer Schöneocrg): TANGO» FIEBER Schöneberg, Haupts tr. 49 Eine Aeroplan- Heirat. Lustspiel iu 3 Akten. Anfang 3 Uhr in allen Theatern. ||iaaaaaaaaaaaaasaa—•••#•— Achtung! Moabit! Achtung! j| Donnerstag, den 26. Dezember, 1. Feiertag, vormittags 10 Uhr; Sroße Sängsr-Morgensprache im Stadt-Theater, Alt-Moabit 47/48, veranstaltet vom jfiämterchor JKoabtt M. d. D. A.-S.-B.— Chormeister: O. Sander Sänger n. Sanxeslrennde sind freundlichst dazo eingeladen. ; Etablissement Klostergarten! :— Plötzensee, Am neuen Jungfemsteg.— Stile zu VcrMammlnngen und Festlichkeiten.::: Sonntag ab 4 Uhr, Freitag ab S Uhr: Großer Ball. VorzDgl. KDche. Helle u. dunkle Biete, Malzbier. Kaff ee auch in Kannen. —-- Sprecher i Wilhelm 5069.■ Deutscher Arbeiter- NanckerdunÄ Sie Haturfreunde =5=�==(Ortsgruppe Berlin).==== Sonntag, den 21. Dezember, in Lbiglos Festsälen, (st. Keller), Koppenstraste 2V: Dnreh die Märkische Schweiz Lichtbilder-Vortrag nach Originalaufnahmen der Photographischen Abteilung. 1. Teil: Im Blnmental. 2. Teil' Buckow und die Bdrkische Schwell. Während der Pause: Vorträge der Musikabteilung. Nach dem Tamlsramrh&n Herren, welche daran teilnehmen, Vortrage: 1 aiURr schästigen: andernfalls zu den Versicherten. Für die Wähibarkest stehen den Arbeitgebern bevollmächtigte Betriebs- leiler, Geschäftsführer und BetrlebSbcamte der beteiligten Arbeitgeber gleich. Die Arbeitgeber sührcn bis zu 100 versicherungspflichtig Beschäftigte sür je angejangene 10, und bezüglich der über 100 binausgchcnden Zahl für je 20 Bcschäjttgtc eine Stimme. Mehr als 30 Stimmen lann lein Arbeitgeber sührcn. Die Arbeitgeber können sich von der Kasse bescheinigen lasten, wieviel Stimmen sie führen. Wählbar als Vertreter der Versicherten ist nur, wer bei der- Kasse ver- sichert ist. Die Wahlen sind geheim! gewählt wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl sowie nach den Bestimmungen der Wahlordnmig. Wählbar sind nur volljährige Deutsche. Nicht wählbar ist: 1. wer insolge strasgerichtlichcr Veruricilung die Fähigkest zur Be- Ilcidung öffentlicher Aemtcr verloren hat oder wegen eines Ver- brechen? oder Vergehens, daS den Verlust dieser Fähigleit zur Folge haben kann, versolgt wird, falls gegen ihn das Haupkersahren eröffnet ist; 2. wer infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über sein Vermögen beschränkt ist. Wer als Arbeitgeber wählbar ist, kann die Wahl nur ablehnen, wenn er 1. das sechzigste Lebensjahr vollendet hat; 2. mehr als vier minderjährige eheliche Kmder hat; Kinder, die ein anderer an Kindesslatt angenommen hat, werden dabei nicht mitgerechnet; 3. durch Krankheit oder Gebrechen verhindert ist, das Amt ordnungs« mützig zu sührcn; 4. mehr als eine Vonnundschast oder Pflogschast führt. Die Vor- mundschaft oder Pflegschaft über mehrere Geschwister gilt nur als eine; zwei Gegen Vormundschaften stehen einer Vormundschaft, ein Ehrenamt der Reichsversichcrung einer Gegenvormundschast gleich; 5. während der unmittelbar vorhergehenden Wahlzeit das Amt mindestens zwei Jahre geführt hat. Ein Arbeitgeber, der die Wahl ohne zulässigen Grund ablehnt, farr vom Vorsitzenden des Vorstandes mit Geldstrafen bis zu stinshundert Me beslrast werden. Die wahlberechtigten Arbeitgeber imd Versicherten werden hiermit au gefordert, Wahlvorschlägc, gesondert für die beteiligten Arbeitgeber unr Versicherten, dem unterzeichneten Vorstände spätestens b!S zum 27. De zcmber 1913 unter der Adresse: Wahibureau der Ortslrankenkasse der Gürtler zu Berlin Berlin S 42 Wasserwrstratze 10/11,> einzureichen. Die Stimmabgabe ist an diese Bahlvorschläge gebunden.- M Verbundene Wahlvorschlägc werden nicht zugelassen. Die Wahlvorschläge müssen von mindestens je 10 WahILercchtigten der betreffenden Gruppe mit zusammen mindestens 30 Stimmen unterzeichnet seist. Unterzeichnet em Wähler mehr als einen Wahlvorjchlag, so wird sein Name nur aus drm zuerst eingereichten Bahlvorjchlage gezählt nnd auf den übrigen Vorschlägen gestrichen. Sind mehrere Wahivorschläge, die von demselben Wahlberechtigten unterzeichnet sind, gleichzeitig eingereicht, so gilt die Unter- schrist aus demjenigen Wahlvorschlägc, welchen der Unterzeichner binnen einer ihm gesetzten Frist von höchstens zwei Tagen bestimmt. Unterlägt dies der Unterzeichner, jo entscheidet das Los. Jeder Wahlvorschlag darf höchstens dreimal soviel Beioerber benennen, alS Vertreter zu wählen sind. Die einzelnen Bewerber sind unter fort- lausender Nummer auszusühren, welche die Rcthcnsolgc ihrer Benennung ausdrückt und nach Familien- und Vornamen, Berus, Wohnort und Wohnung zu bezeichnen. Bei Bcrfichcrten ist auch der Arbeitgeber, hei. dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorschlagen sür Versicherte ist von jedem Bctverber eine Erklärung darüber vorzulegen. datz er zur Annahme der Wahl bereit ist. Bei den Aahlvorschlägen sür Slrbeilgcber ist eine solche Evtlänmg nur erforderlich, soweit ein vorgeschlagener Bewerber nach§ 17 der ReichSvcrsicherungsordnung zur Ablehnmig der Wahl befugt ist. In jedem Wahloorschlag ist serner ein Vertreter des Wahworschlags und ein Stellvertreter für ihn aus der Mite der Unterzeichner zu be- zeichnen. Ist dies unterblieben, jo gilt der erste Unterzeichner als Vertreter des Wahlvorschlags und, soweit eine Reihenfolge erlennbar ist. der zweite als sein Stellvertreter. Der Bahlvorschtagsvcrtreter ist berechtigt und ver- pflichtet, dem Borstand die zur Beseitigung etwaiger Anstände ersorderlichen Erklärungen abzugeben. Die Anstände müssen bis zum 10. Januar 19t 4 beseistgt sein. Bis zu diesem Zeitpunkt können Wahlvorschläge auch zurückgenommen werden. Die zugelassenen Wahivorschläge liegen in der Zeit von» 12. Januar bis 24. Ja- ituar 1914 im Kassenlokal während der Zeil von 8 bis 1 Uhr vormittags zur Einsichtnahme sür die Wähler aus. Daselbst können auch die Arbeit« geber- und Milgliedervcrzeichnissc eingesehen werden und etwaige Einsprüche gegen die Richtigkeit der sich aus dem Arbeitgeber- und Mttgliederverzeichnis ergebenen Wahl- und Stimmberechtigung bei Vermeidung des Slusschlusses spätestens 4 Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung von Beweismitteln geltend gemacht werden. Der Wahlausschutz ist befugt, die Wahl- und Stimmberechtigung jede» Wählers bei der Wahlhandlung zu prüjen. Wahlausweise werden aus Sln- trag der Wahlberechtigten in der Zelt vom 12. Januar blS 24. Januar 1914 von vorniittags 8 bis 1 Uhr im Kasienlotal ausgestellt und find zur Wahl- Handlung mitzubringen. - Autzerdcm sind die Arbeitgeber befugt, Wablausweise sür die'bei ihnen bcschSistgtcn Wahlberechtigten auszustellen. Die Arbeitgeber können sich durch Vorlegung der letzten Beitragsquittung legitimieren. Das Wahlrecht kann nur in Person durch Abgabe eines Stimmzettels ausgeübt werden.', Zum Wahlraum haben nur die wahlbcrechstgten Arbeitgeber und Kassen- mttglleder Zulriti. Wähler, die durch körperliche Gebrechen behindert sind, ihren Stimmzettel eigenhändig in den Umschlag zu legen und dem Vorsitzenden des Wahlausschusses zu übergeben, dürfen sich der-Beihilse einer VertraucnS- person bedienen. Der Stimmzettel hat die Ordninigsnummer des Wahlvorschlags zu enthasten, sür den der Wähler stimme» ivill. Der Slimmzetlel soll von Meitzer Farbe und 10 mal 8 cm grotz sein. Stimmzettel, die von diesen Bestimmungen abweichen, sind unallltig, wenn das Abweichen die Absicht cincr Kennzeichnung wahrscheinlich macht. Stimmzettel, die mit keinem der zugelassenen Wahlvorschlägc übercin- stimmen, oder die oder deren Umschlüge ein Merkmal haben, welches die Absicht einer Kennzeichnung wahrtcheinlich macht oder die unterschrieben sind, find ungültig. Dasselbe gilt von Stimmzetteln, die sich in einem nicht mit dem Stempel der Kasse versehenen Umschlag befinden. Ungültig ist serncr der Jnbalt eines Stimmzettels, soweit er zweifel- hast ist. Befinden sich in einem Umschlag mehrere Stimmzcstel, so werden sie, wenn sie vollständig übereinstimmen, nur einfach gezählt, andcrensalls als ungültig angesehen. Die Wahl wird zur sestgesetzlen Zeit geschloffen; nur die am Schlüsse der Wablhaiidluiig im Wahlraum anwesenden Wahler dürfen dann noch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Berlin den 14. Dezember 1913. 301/12 Der Vorstand der Ortskrankenkaffe der Gürtler zu Berlin. Ewald Ltesack, Vorsitzender..' □c □ GrünfeldWeihnaditsWäsdie als Geschenk geeignet f. Familienangehörige, Angestellte, Wohltätigkeitszwecke. Verbürgt gutetadellose Ausführungen. Ausserordentlich billige Preise kXXXXXXXXXXXWXX'XXXW%WW'VWXXXXV\,WX,XXWXXXXXXXXXXJ Tischwäsche Bettwäsche KOchenwäsche Hauswäsche Damenwäsche Kinderwäsche Herrenwäsche Taschentücher Schürzen Nr. 912. Jacquard-Handtuch, weift, Reinleinen. Gr. 42x 1 10. Dulz. M. 6.20 Unterröcke Nr. 3349. Gewebte Tüll-Bettdecke, eilendem. Gr. 170x215 cm Stück M. 5.25. Gr. 215X315 cm Stück M. 12.—. Morgenröcke Halbf. Kleider Blusen Badewäsche Handarbeiten Gardinen Steppdecken Bettdecken Schlafdecken Reisedecken K sirumpie Bettstellen z �xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Gelesenheits- An&ebote in allen Abteilungen Nr.2338. Jacquard- Reinleinen, Gr. 48 X 1 Steppdecke, Marke W. B. S. buntfarbig, Satin, neueste Muster, mit goldfarb Jaconelfult., handgesteppt. Gr. 150x200, M. 10.— Nr. 1231 W. 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Es sind für die Grudpe der Arbeitgeber und die der Versicherten nur je eine Wahlvorfchlagsliste, nachdem die übrigen eingereichten zurückgezogen worden waren, zugetaffen worden, nämlich: Vorschlagsliste für die Gruppe der Arbeitgeber: Vertreter: Kaufmann Stephan Meyer und KIcmpnermeistcr Moritz Winter t Voldt, Heinrich, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Hcrzbcrgstr. 105/10S 2 Friedman:,, Erich, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Möllendorffftr. 1 3 Krotse, Karl, Fabiilbesitzer, Lichtenberg, Ritte rautstrt 130 4 Hirsch, David, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Herzberastr. 140 5 Kilian, Fritz, Fabrikbesitzer, Lichtenberg. Hcrzbergstr, 102/104 6 Kopp, Ernst, Kaufmann. Lichtenberg, Rodcrstr. 14/17 7 Kraft, Isidor, Kaufmann, Lichtenberg, Möllendorffftr. 1 8 Liedloff, May, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Rittcrautllr. 153 0 Meyer, Stephan, Kaufmann, Lichtenberg, Herzbergstt. 26 10 Rordmann, Franz, Geschäftsführer, Lichtenberg, Ralhausstr, 7 11 Rühle, Emil. Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Weisienieer Weg 35/37 12 Rcineckc, Alfons, GeschöstSsnhrer, Lichtenberg, Möllendorfstr. 7/8 13 Tasch, Karl, Direktor. Lichtenberg, Rittergutstr, 153 14 Jungmann, Emil, Malermeister, Lichtenberg, Frankfurter Allee 198 15 Kanz, Hermann. Bauklcmpncrei, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 150 16 Kloster, Emst, Kaufmann, Lichtenberg, Äronprinzenstr, 37/38 17 Briefen: eister, Paul, Schncidermstr., Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 6 Haase, August. Baugeschäst, Lichtenberg, Frankfurter Ehauffee 139 19 Winter, Moritz. Klempncrmstr,, Lichtenberg, Türrfchmidtstr, 41 20 Biedermann, Paul, Buchdriickcrcibcsitzcr, Lichtenberg. Türrschmidtstr, 43 21 Barthmann. Willi, Malcrmftr., Lichtenberg. Türrschmidtstr. 45 22 Kieper, Karl, Schncidermstr,, Lichtenberg, Kantftr. 17 23 Kegel, Gustav, Betriebsleiter, Lichtenberg, Rittergutstr, 25 24 Klitschmüller, Otto, Barbier, Lichtenberg, Sonntagstr. 3 25 Blun:, Johann, Gastwirt, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 116 26 Schröder, Aisred, Badeanstalt, Lichtenberg, Sonntagstr, 4 27 Licht, Moritz, Kaufmann, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 1 28 Stein, Louis, Fensterreinigungsinslitut, Lichtenberg, Lückstr. 76 29 Tempel, Gullav, Lekonom, Lichtenberg, Hauptstr, 2 80 Rosenkranz, Alfred, Spediteur, Lichtenberg. Alt-Boxhagen 56 81 Glockauer, Hugo, Gastwirt, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 45 82 Sacritz, Mar, Kaufmann. Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 154 83 Brocks, Eduard, Fabrikant, Lichtenberg, Möllendorssstr, 49 84 Schräder, Otto, Uhrmacher, Lichtenberg, Frantiurter Chaussee 8 85 Wunder, HanS, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Weijzensecr Weg 88/90 36 Frank, Otto, Fabrikbesitzer, Ebarlottenburg, Berliner Str. 104 37 Erbe, Gustav, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Möllendorffftr, 84 88 Fesca, Paul, Fabrikbesitzer, Lichtenberg, Möllendorfstr, 73 89 Hähnel. Hugo, Prokurist, Lichtenberg, Herzbcrgilr, 51/53 40 Trcmus, Georg, Direktor, Lichtenberg, Zllfredslr, 5 41 Labischin, Ludwig, Kausmann, Lichtenberg, Möllendorffftr. 9 42 Schüsilcr, Friedrich, Ingenieur, Lichtenberg, Frankfurter Chauffee 95 43 Hiiitze, Bruno, Schloffermstr,, Lichtenberg, Kronprinzcnstr, 1 44 Koch, Albert, Buchdruckcreibcsitzcr, Lichtenberg, Franlsurter Allee 170 45 Hcincn, Johann, Fabrikbesitzer, Lichtenberg. Herzbcrgslr. 24/25 46 Tarruhn, Paul, Architekt, Lichtenberg, Bürgerheimflr, 101 47 Grothe, Karl, Baugeschäft, Lichtenberg, Möllendorffstr, 10 48 Rcusch, Emil, Kausmann, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 155 49 Hehl, Eugen, Malermstr., Lichtenberg, Schillersir. 25 50 Bcrgcr, Georg, Kausmann, Lichtenberg, Sonntagstr. 8 51 Messing, Georg, Kausmann, Lichtenberg, Türrschmidtstr. 38 52 Wagcntnccht. Wilhelm. Maurcrmstr., Lichte::berg, Lückstr. 1 53 Rosciiberg, Albert, Kausmann. Lichtenberg, lvunlhcrstr. 44 54 Anders, Gustav, Zahntechniker, Lichtenberg, Frankfurter Allee 153 55 Allstädt, Hermann, Friseur, Lichtenbergs Scharnwcbcrstr. 24 56 Werner. Paul, Gastwirt, Lichtenberg. Wilhelmstr. 86 57 Schulze, Karl, Mützenmacher, Lichtenberg. Alt-Boxhagen 1» 58 Hering, Ernst. Bürstenmacher, Franlsurter Allee 197 59 Kubsch, Hermann, Gastwirt, Lichtenberg. Simon-Dach-Str. 41 60 Kaiser, Rudolf, Zigarrensabrilant, Lichtenberg. Möllendorffftr. 15 61 Kahn, Jobann, Lambert, Fabrikant. Berlin, Landsberger Allee 9t 62 Dannebcrg, Ernst, Ingenieur, Lichtenberg. Frankfurter Allee 180 63 Bröller, Beithold, Tapeten, L:chteuberg, Franlsurter Chaussee 120 64 Noah. Siegbert, Kaufmann. Lichtenberg, Franlsurter Ehauffee 19 65 Hirtschulz, Franz. Fabrikant, Lichtenberg. Eitelstr. 16 66 Gorzitzc, Emil, Kausmann, Berlin, Heidenseldstr. 20 67 Gorzitze, Paul. Kausmann, Lichlcnberg, Blumenlhalstr. 14 68 Echelsky, Albert, Glasermeistcr, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 134 69 Holzmacher, Richard, Fabrikant, Lichtenberg. Möllendorffstr. 8 70 Selig, Franz, Kausmann, Lichtenberg, Scharnwcbcrstr. 3 71 Lewald. Eugen, Kausmann, Lichtenberg. Frankfurter Allee 189 72 Lichtcnstein, Artur, Fabrikant, Lichtenberg, Möllendorffstr. 110 73 Töblin, Ludwig, Kaufmann, Möllendorffstratze 9 74 Lobcr, Wilhelm. Hülm acher, Lichtenberg, Frantfurtcr Allee 189» 75 Meyer, Albert, Kausmann, Lichtenberg, Franksurter Alle« 174 76 Cohn. Max, Kausmann, Lichtenberg, Franljnrlcr Allee 194 77 Hoff, Emil, Betriebsleiter, Lichlcnberg. Gisclastr, 4 78 Schneider, Otto, Betriebsleiter, Lichtenberg. Müggelstr, 44 79 Wandlke, Robert. Bäckmneistcr, Lichtenberg. Frankfurter Allee 489 80 Bacthge. Wilhelm, Prokurist, Lichtenberg. Hauptstr, 1 84 Borde, Reinhold, Malcrmctfter, Lichtenberg, Reue Bahnhojstr. 48/49 82 Saeger, Richard. BetriebSIeiler, Lichtenberg, Äroffcner Str. 2 83 Bogel. Bruno, Haus gewerbetreibender. Lichtenberg. Travestr. 3 84 Schmidt, Karl, Hutmacher, Lichtenberg, Franksurter Chaussee t39 85 Kactel, Wilhelm, Plätlerei. Lichtenberg, Lenbachslr, 6 86 Schüler, Traugolt, Miichhändler, Lichtenberg, Blumenlhalstr. 8 87 Schwenlncr, Gustav, Schneider, Lichtenberg, Müggelstr. 12 88 Cohn, Max, Kausmann. Lichtenberg. Franlsurter Chaussee 11 89 Klose, Paul, Schuhmacher, Lichtenberg, Simplonslr, 4 90 Laisch, Wilhelm, Konfcltion, Lichtenberg, Boxhagcner Str. 24 Vorschlagsliste für die Gruppe der Versicherten: Vertreter: Otto John(Berliner GewerkschaflS-Kommission) Johann Thalke(Hirsch-Dunckerscher Gewerkschasisverband) Johann Schulz(Katholischer Arbciterverband) 1 Sydow, Fritz, Lichseitberg. Maximiliaustr. 23 Part., Städtische Werke 2 Krumm, Heinrich, Lichtenberg, Kronprinzcnstr, 3 IV. Städtische Werke 8 Kannenberg, Fritz, Lichtenberg, Kionprinzcnstr, 11, Städtische Werke 4 Grünau, Hermann, Lichtenberg, Tasdorser Str. 25 vorn II, Städtische Werke 5 Hammer, Artur, Berlin, Darschauer Straße 71, W, Fritze, Kronleuchter- Fabrik e Pinseler, Ottio, Karlihorst, Gundelsingener Skr, 17, sr-iw, Mitgl. 7 Sonnenburg, Wilhelm, Lichtenberg, Gürtekstr, 37, Städtische Werke /-c___ O: jü-' t__ 444». 04 T\T 8 Rieck, Ernst, Lichtenberg, Kantftr. 24 IV, Städtische Werke 9 Fallmer, Friedrich, Lichtenberg, Dossestr. 9/10, Städtisch« Werke 10 Säwert, Friedrich. Lichtenberg, Gürtelstr, 37, Städtische Werke 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 Hünig, «chulz. Lorenz, 89 90 91 92 93 94 05 06 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 103 109 110 III 112 113 114 115 116 117 118 119 Budde, Georg, Lichtenberg, Kantslr. 23, Deutsche Kabelwerke Grauer, Oswald, Lichtenberg, Franksurter Chaussee 144 I, freiw. Mitgl. Brühl, Paul, Lichtenberg, Schariiweberstr, 6/7, sreiw, Mitgl. Hoff, Richard, Lichtenberg, Franlsurter Chaussee 153 III, D. Hirsch Schulz, Johann, Fabrikarbeiter, Berlin, Zornborser Straße 40, Margarinewerke Fcyer, August, Lichtenberg, Herzbcrgstr, 151 III, D, Hirsch Dörffcr, Rudolf. Lichtenberg, Franl'uvter Chauffee 77, Danneberg u, Quandt Pohl, Mar. Lichtenberg, Tasdorser Straße 66. Danneberg u, Quandt Raetz, Withelin, Lichtenberg, Franlsurter Allee 198, Konsumgenosscnschast Hanke, Paul, Lichtenberg, Rittergutstr. 25 I, Konsumgenossenschaft Wulkau, Rndols. Weißensce, Lehdcrstr. 65, Konsumgenossenschast Walter, Hermann, Berlin, Grünthalerstr. 62, Konsumgenosseuschast Arndt, Reinbold, Berlin, Schulstr. 21. Ouerg, I. Konsumgem-sscnschajt Grunwald, Berlin, Gubener Straße 22, Konsumgenossenschast Schulze, Hermann, Lichtenberg, Normannenstr. 4 II, Konsumgenosscnsch. Bast, Wilhelm, Lichtenberg, Weser Straße 17, Seitenfl. II links, Konsum- genossenschaft„ ,,„ Maschic, Paul, Berlin, Jnstcrburgcr Sir, 1 IN. Konsumgenoffenschast Arlt, Otto, Lichtenberg, Magdalenenstr. 5, Konsumgenoffenschast rrys, Frida, Berlin, Hübcnerstr, 5, zweiter Hos I. Konsumgenofsensch. Rciiih., Lichtenberg, Türrschmidtstr. 31 IV, Margarinewerke Beroiina__. Hermann, Lichtenberg, Dossestr. 1 II, Städtische Werke Paul, Lichtenberg, Jungestr. 32 III, sudikalis, Alt-Boxhagen Karraß, August, Berlin, Rigaer Str. 107, Sudikatis, Alt-Boxhagen Thalle, Johann, Maschincnarbeiter, Berlin, Gottschedftraße 1, D. Hirsch, hier �, Oertcl, Mar, �Neukölln, Treptower Straße 21,«iritze, Kronleuchter- Zimmermann, Reinhardt, Lichtenberg, Eitelstr, 62, Hos IV, Gebr. Koppe John. Otto. Lichtenberg, Lückstr. 76, sreiw. Mitglied Günther. Otto. Lichtenberg, Türrschmidlslr. 9, sreiw. Mitglied Settel. Otto, Lichtenberg, Frankfurter Allee 184, sreiw. Mitglied Andrce, Georg, Lichtenberg, Rittergutstr. 107 III, Koiisumgenossenschalt Eggcbrecht, Otto, Lichtenberg, Riilergutstr. 129, Konsumgenossenschast Pfefferkorn, Wilhelm, Lichtenberg, Alfredstr. 9, Stsl. III, Konsumgut. Albrecht, Fritz, Lichtenberg, Rittergutstr. 129, Konsumgenoffenschast Lange. Anna. Lichtenberg. Grnphiusstr. 34, Portal 1, IV, Konsumgen. Prcutzing, Otto, Berlin, Langeslr. 27, Osenberg Ron, Aisred, Karlshorst, Dorotbeaslr. 28 III, Evilon, Alt-Boxhagen Kohn, August, Berlin, Wcidcnwcg 35, Cyllon, Att-Boxhagcn TrinkauS, Fritz, Lichtenberg, Eitelstr. 61 II, Bcrtuch, Eitelstr. S/15' Maßmann, Gustav, Berlin. Franlsurter Allee 13, Ver Elektromotorwerke Lawrenz, Theodor, Lichtenberg. Finowstr. 26, Carowerk Lcuschner, Robert, Lichtenberg, Möllcndorfstraße 59, Gartenhaus III, Muth-Schmidt Scholz. Berta, Frau. Lichtenberg, Kronprinzenstr. 27/28, Singer u. Co., Vorwarts-Spcdilion Habn, Rudolf, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 76, Deutsche Kabelwerke Förster, Karl, Lichtcitberg, Bürgerheimstr. 99, Siegfried Bock Dchmel, Robert, Lichtenberg, Nomintener Str. 4, Lehmann u, Co. Keseler, Ernst, Lichtenberg, Rittergutstr, 26, Schütze u, Freund Heinzei, Ernst. Leißensee, Strcustr. 14. Schütze u. Freund Ortest, Gustav, Berlin, Heidenseldstr, 16, Stsl. IV, Wagner u, Dünnebeil Dahlmann, Franz, Berlin, Schrcinerstr, 49,� Wagner u. Dünnebeil Küßing, Franz, Schlosser, Britz, Rudower Str. 79, D. Hirsch Rocke, Karl, Lichtenberg, Hagcnstr, 7, Boldt Kowallc, Hermann, Berlin, Köpenickcr Str. 182, Fritze, Kronleuchters, Voland, Artur. Lichtenberg, Rupprcchtstr. 35, Marquardt u. Co. Katzmarck, Marie, Verläuscrin, Berlin, Barnimstr. 44, Anton TeSmer Czcrwinske, Fritz, Lichtenberg, Bescrstr, 35, Deutsche Kabelwerke Schulze, Max, Berlin, Schreinerstr. 5, Hos IV, Lehmann u, Co. Ladwig, Wilhelm, Lichtenberg, Neue Bahnhosstr. 28, IV, Schütze u, Freund Lange, Franz. Arbeiter. Neukölln, Schinkeilr, 25, D. Hirsch Tolksdors, Vausi Majchinenarbeiter, Schöneberg, Goltz str, 15, D. Hirsch Riedel, Willi, Lichtenberg, Finowstr. 35, Ouerg. II, Vereinig. Elektrom Werte, Mainzer Straße Nitschke, Robert, Tischler, hier. Wotanstt. 4, Schütze u. Freund Woidt, Johannes, Mahlsdors, Lindenstr. 24, Dannebcrg u. Ouandt Fromm, Paul, Lichtenberg, Finowstr. 11, Hos IV, Danncberg u. Ouandt Brock, Emst, Lichtenberg, Müggelstr. 9, Sudikatis Rosa, Alex., Lichtenberg, Neue Bahnhosstr. 10, Sudikatis Gurlich, Richard, Berlin, Schwedter Str. 241, Gebr. Koppe Krüger, Karl, Lichtenberg, Müggelstr. 27, Hos III, Gebr. Koppe Schulze, Otto, Lichtenberg, Eitelstr. 16 II, Bcrtuch Köppen, Rudolf, Lichtenberg, Kreutzigerstr. 20, Marquardt u. Co. Bescner, Paul, Lichtenberg. Bahnhosstr. 10 b. Klopsch, Sudikatis Jaekel, Samuel, Berlm, Pettenkoserstr. 16, SudilatiS Tonn, Heinrich, Lichtenberg, Wartcnbcrgstr. 57 II, Städtische Werke Kühl, Franz, Lichtenberg, Gürtelstr. 35, Städttschc Werke Krumm, Emil, Lichtenberg, Franffurter Chauffee 61 b. Städt. Werke Stade, Friedrich, Lichtenberg, Kronprinzcnstr. 3 IV, D. Hirsch Sydow. Richard, Lichtenberg, Maximilianslr. 23 Part., Stadt. Werke Lachmund, Wilhelm. Neukölln, Fuldastr. l4/l5, Konsum-Genossensch. Schinz, Wilhelm, Lichtenberg, Blumenthalslr, 8 I, Margarinewerke Berolina Bcier, Paul, Fricdiichsiclde, Walderscestr. 52 II, Konsum-Genossensch. Hein. Julius, Beilin, Hollmannst'., la, Koiisuin-Gcnoffenschast Schuniachcr, Hermaiin, Vichienbci g, Wescrstr, 36, Konium-Genossensch. obotta, Julius, Lichtenberg, Rittergutstr. 23 III, Konsuin-Genoffensch. Rasehor». Friedrich, Lichtenberg, Bürgerheimstr. 100 I, Konsum-Gen. Jacob, Max, Berlin. Swixemiinder Str. 40, Cvkko» Drescher, Paul. Berti». Lübbcncr Str. Lv. Hof I, Cytlon Pätzold, Hcrman». Berlin, HauSbnrgstr. 27, Berein. Elektromotorwerke Juppc, Albert, Lichtenberg, Scumcstr. 2 II, Carowerk Zabel, Fritz, Berlin, Schrcinerstr. 30, l, Stsl. III, Carowerk Hartwig, Walter, Lichtenberg, dlarishorstcr Str. 4, Muth-Schmidt Scheuer, Heinrich, Berlm, Ebertystr. 15, D, Hirsch Martin, Max, Lichtenberg, Kronprinzcnstr, 46 II, D, Hirsch Illbrich, Marlin, Berlin, Kochhaimstr. 22 I, D, Hirich Sciffert, Paul, Lichtenberg, Gürtelstr. 24, II. Hos III, Strauchmann u, Co, Döppner, Artur, Lichtcitberg, Neue Bahnhosstr. 22, Oucrgcb. I, Strauchmann u. Co. Schmidt, Emil, Lichlcnberg, Gryphiusstr. 9, Ausg. 4, Deutsche Kabelwerke A-G. f okornn, Karl, Lichtenberg. Kopernikusstr, 2t, Deutsche Kabclw. A.-G, ondcrko, Joses, Berlin, Malplaquetslr, 41 I, Osenberg Borchardt, Paul, Lichtenberg, Franks, Chaussee 15 II, Margarinewcxlc Berolina' Schlippe, Karl, Lichtenberg, Müggelstr. 11», Margarinewerke Berolina Franke, Gustav, Berlin, Mirbach str, 73, Margarinewerke Berolina Röhn, Pdul, Lichtenberg, Franks. Chaussee 109, Margarinew. Berolina Greulich, Anna, Berlin, Pettenkoserstr, 38, Vorwärtsspcdirion(Settel) Nowack, Luise, Lichtenberg, Jungstr, 6 Port,, Vorwärtsspedition(Settel) Birth, Albert, Lichtenberg, Weichselstr. 30, Weinitschke Gricks, Paul, Lichtenberg, Scheffelstr, 6, Weiniffchke Dietrich, Paul, Lichtenberg, Möllendorffftr, 87 II, H. Kam, Franksurter Chaussee 150 120 Finkc, Max, Lichtenberg, Gürtelstr, 25 u, Lichtcnstein, Psarrstr, 63 121 Schulz. Karl, Luhtenberg. Kronprinzenstr, 37/38, Städtische Werke 122 Grunwald. Max, Lichtenberg, Gudrunstr, 11, Siegsr. Bock, Franksurter Chaussee 42 Handelmann, Paul, Lichtenberg, Weichselstr. 9, Wagner u. Dünnebell Berlin, Eduard, Lichtenberg, Schcsscistr. 7, Kousum-Gcnossenschast Gräbner, Willi, Lichtenberg, Franksurter Allee 143, Ouergebäude III, Konsimi-Genoflenschast Rogge, Richard, Berlin, Dolziger Str, 38, Konsum-Gcnossenschast Jahn, Adolf, Lichtenberg, Scharnweberstr. 4, Konsum-Kenossenschast Wolter, Willi, Lichtenberg, Herzbergstr. 149, Konsum-Genossenschast Grack, Oskar, Neukölln, Richardstr. 99, Konsum-Geiiossenschast Gehrde, Erich, Lichtenberg, Sophicnstr 11, Bcrtuch, Eitelstr, 9—15 Prochnau, Karl, Lichtenberg, Wilhelmstr, 75, Bcrtuch, Eitelstr. 9—15 Lieber, Otto, Lichtenberg, Eitelstr. 87 III, Bcrtuch, Eitelstr, 9— 15 Palm, Karl. Lichtenberg, Kronprinzenstr, 33, Sudikatis, Alt-Boxhagen Becker, Hermann, Lichtenberg, Jungstr, 23, Sudikatis, Sllt-Boxhagen Jakob, Karl, Berlin, StrauSbergcr Str, 1, Danncberg u, Ouandt Wcipert, Wilhelm, Berlm, Lausitzer Str, 44, Hos II, Chklon, Alt- Boxhagen Kramer, Otto, Lichtenberg, Sophienstr. 24 III, Bcrtuch, Eitelstr, 9—15 Stubinski, Paul, Lichtenberg, Gürtelstr, 25, v, II, Städtische Werke Schulze, Wilhelm, Llchtenberg, Wühlischstr. 38 III, Margarmewerke Berolina Bohlen, Meinhard, Lichtenberg, Mainzer Str, 23 IV, Vereinigte Elektomotorwerke Grabow. Karl, Lichtenberg, Eitelstr, 16, Bertuch, Eitelstr, 9—15 Molkenthin. Gustav, Lichtenberg, Wartenbergstr. 68 IV, Gebr. Koppe, Rittergutftraße Gestrichen Adam, Johann, Lichtenberg, Alt-Boxhagen 44 II, Sudikatis, Alt« Boxhagcn Mahn, Paul, Berlin 0, Mirbachstr. 21 bei Keller, Sudikatis, Alt- Boxhagen Sühring, Hermann, Berlin t). Rigaer Str, 79, 1. Stfl, IV, Danne- berg u. Ouandt Karsch, Otto, Berlin 0, Tilsiter Str. 80, Jaden, Danneberg u. Ouandt Herzog, Paul, Berlin 0, Simon-Dach-Str, 22, Danncberg u. Ouandt Vetter, Wilhelm, Berlin 0, Rigaer Str. 41, Stsl. IV, Danneberg u, Ouandt Biehn, Paul, Berlin 0, MaAendorser Str, 10 bei Höhne, Danneberz u, Ouandt Schulz. Otto, Lichtenberg. Wagnerstr. 56, Konsum-Genossenschast Me nde, Richard, Lichtenberg, Wagnerstr. 57, o. HP,, Konsum-Genoffen« schaff Schwan, glänz, Berlin, WihclmShavencr Str, 23, Caro-Werl Weber, Ernst, Lichleitberg, Wagnerstr. 19. Caro-Werl Gestrichen Brchmer, Paul, Lichtenberg, Lesfingstr, 8 Part, bei SpohrS, Schütze u. Freund Strozyk, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 57 1, Schütze u, Freund Gestrichen Kilschmann, Johanna, Lichtenderg, Travestr, 2, VorwärtSspedllio» Hasse, Anna, Berlm, Pettenloserftr, 38, Vorwärtsspedition Kirsch, Max, Lichtenberg, Simon-Dachstr. 19, Ouergeb, Part,, Ehklon Trauschke, Kurt, Berlin, Sparrstr. 2, Hos IV, D, Hirsch Ouenstedt, Otto. Lichtenberg, Knorrpramenade 10 II, bei Köhlert, Kändler, Paul, Lichtenberg, Scheffelstr, 12 II, D, Hirsch Treß, Hermann, Lichtenberg, Frankfurter Allee 133, Strauchmann u. Co. Lehmann. Friedrich, Lichtenberg. Giseiaftr. 26 III, bei Haberland. Strauchmann u. Co. ... Rosell, Karl. Neukölln, Nogatstr. 47. Margarinewerke Berolina 168 Sauren, Adolf, Lichtenberg, Lückstr. 28, Margarinewerke Berolina 169 Fürst. Hermann, Lichtenberg, Fniowstr. 9, Margarinewerke Berolina 170 Motz, Julius. Lichicnbcrg, Weserstr, 8, Hof I. Deutsche Kabelwerke Schindler, Walter, Lichtenberg, Gärtnersir, 5, Deutsche Kabelwerke Kegler, Aisred, Berlin. Schönebcrgcrstt, 33 III, bei Wolf. Lehmann u, Co. Brigan, Rudolf, Lichtenberg, Kronprinzenstr. 14 III, Rosenthal, Rittergutstraße~ NicolauS, Alfred, Lichtenberg, Kronprinzenstr, 26, r. stfl, III, bei Kortte, Rosenthal, Rittergutstraße 175 Klönner. Gustav, Neulölln, Köllnische Allee 188, Eykion 176 Lucas, Willi, Neulölln, Hobrechtstr. 78 II, Cyklon 177 Koyro, Rudolf, Berlin, Rigacr Str. 59, Ehklon 178 Neulig, Willi, Lichtenberg, Simplonftr. 37 IV, bei Lücke, Cyklon 179 Ungering, Frieda, Berlin, Köpemcker str. 71 Part., Konsumgenossenschaft 180 SchloSke, Paul, Lichtenberg, Weichselstr, 13, Stsl. I, Konsumgenosscnschajt 181 Porlin, Mar. Lichtenberg, Lessingstr. 20, W, Fritze, Kronieuchtersabrik 182 Buchin. Fritz, Neulölln, Elsmftr. 52, W. Fritze, Kronlcuchtersabnk 183 Richter, Hermann, Berlin, Petersburger Str, 65, W, Fritze, Krön- lcuchtersabrik 184 Mudrich, E., Berlin, Rothcrstr. 20, W, Fritze, Kronieuchtersabrik 185 Schulz, Eniil, Lichtenberg, Kronprinzenstr. 38, Städtische Werke, Lichtenberg 186 Patommcl, Aug., Lichtenberg, Kronprinzenstr. 38, Städtische Werk«, Lichtenberg 187 Geier, Emil, Berlin, Dolziger Str, 6, Konsum-Gcnossenschast 188 Gron, Otto, Berlin, Thaerstr, 19, Caro-Wert 189 Heinrich, Wilhelm, Lichtenberg, Eitelstr, 61, Bertuch, Eitelstr, 9— 15 190 GörSdors, Adols, Lichtenberg, Margaretenstraßc, Bertuch, Ettelstr, 9—15 191 Müller. Karl, Lichtenberg. Einanuclstr, 3, Bertuch, Eitelstr. 9— 15 192 Marien, Aug., Lichtenberg. Kronprinzcnstr. 19, Deutsche Kabelwerke 193 Baedeker, Ludw,. Berlin, Petteiikoserslr, 10, Margarinewerk Berolina >94 Klüm, Otto. Pankow, Gottschalkstr, 22. Städtische Werke 195 Broich, Paul, Neukölln. Prinz-Handjcry-Str. 74. Deutsche Kabekwerke >00 Schauer, Mb., Berlin O, Wcidenlveg 40, Deutsche KabcUverke 197 Deutsch, nanu, M., Lichtenberg, Türrschmidtstr, 19, Stranchinann ts. To. 198 Eschcnrüder, Karl,'Sellin SO, Schniibstr, 2a, Stranchmann u, Ca 199 Schale, Gctrud, Lichtenberg, Franksurkcr Allee 181, Porwärtsspedilion («seifet) 200 Löffler, Marie, Lichtenberg, Scharnweberstr, 4, Vorwärtsspedition (Settel) Da aus den vorstehend aufgesübrten gAiizen Wahlvorschlägen im ganzen nur soviel wählbare Bewerber benannt als zu wählen find, so gelte» die Vorgeschlagenen als gewählt, und zwar: Arbeitgeber-BorschlagSIiste Nr. 1—30 als Ausschußvertret«, Nr, 31 ff, als Ersatzmänner, Versicherten-Vorschlagsliste Nr, 1—60 als Nusschußveriret», Nr. 61 ff, als Ersatzmänner. 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 >55 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 171 172 173 174 Die angesetzten Wahlen am IS. und SV. Dezember d. I. daher nicht statt. finde« VorstebendeS wird mit dem Bemerken bekannt gegeben, daß Einsprüche gegen die durch Vorschlagsliste vollzogene Wahl binnen 2 Wochen bei dem Versicherungsamt hier anzubringen sind. Berlin-Lichtenberg, de» 12, Dezember 1913. Das Bersicherungsamt. Ziethen. «Ol/« 'tuoffm %t....�> nfifäC£{U?rfUi£i' �ji- Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 69 Neuerscheinungen; Kreuz und Quer durch den Balkan Reise bilder von Ludwig Lessen. Federzeichnungen von Ilse Schütz-Schur. Preis gut gebunden 1,50 M. In diesem an eigenartigen bunten Episoden reichem Buche werden Land und Leute der Balkanbalbixusel fesselnd geschildert. Das heilige Feuer Gesammelte Erzählungen, Aufsätze, Gedichte für u» n:: die arbeitende Jugend.::::;; z::::: Von Jürgen Brand. Preis gut gebunden 1,— M. Beide Bücher eignen sich vorzüglich als Weihnächts-Geschenke. L Garderobe auf{Kredit1 für Damen, Herren und Kinder Anvablaog von 3 Harb an— Woohenrate 1 9. 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