Pr. 333. Rbonncmcnts-Bedingungen: ftBonnsmciüS• Preis pränumerando: Picrteljährl. 8.M Mk., lnonatl� 1,10 Mk„ wöchentlich 28 Pjg, frei ins Hans. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Nene Welt" 10 Pfg, Post- Wonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen In die Post-Zeitungs- Preisliste, Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2,30 Mark, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonncmcnts nebmeii an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. Die Infcrfions-- Gebühr keträgt für die scchsgcspaltene Kolonel- zeile oder deren Raum W Pfg„ für politische und gcwcrlschastlichc Pereins- und Lersnininlungs-Sln zeige» Z0 Pfg, „Kleine Hmeigen", das fcttgedrulkie Wort 2V Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Borics, jedes Ivcilcre Wort 10 Pia. Stellengesuche und Schlasstellenaii- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 3 Pfg, Worte über 13 Buch- stabcn zählen für zwei Worte, Inserate für die nächsie Runimer liiiislen bis 5 Uhr nachinittags in der Expeditio: abgegeben werden. Die Ervedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. krlcheml tsglick. Verlinev Volksblatt. Telegramm-Adresse: ,.!»ü!sl!>emsl!kst Kiküti", �entralorgsn äer fosialäemokratifcken Partei veuttcklanäs. l�ectakdion: 8LI. 68» �inctcnsrrasse 69. Fernsprecher: Amt MorivplaN- Nr. 198Z. Mittwoch, den 17* Dezember 1913. Expedition: SM. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Morikplnp- Nr. 1984. Der Schwamm im Hauie. Das Urteil über die Gräfin F i s ch l c r von Treu- b e r g alias P u s s y U h l ist nach einem wochenlangen Prozefi gefällt worden, der unter beträchtlicher Entwicklung von üblen Gerüchen vor sich ging. Man mag dieses Urteil als zu hart oder als zu mild ansprechen, weder dieses Urteil noch die Verurteilte sind in erster Reihe des Betrachtens ivert, sondern das ganze Drum und Dran dieser Gerichtsverhandlungen Während nämlich im Zeichen der Wirtschaftskrise und Arbeits losigkcit Not, Hunger und Glend einen brutalen Triumphzug durch Deutschland antreten, riß dieser Prozeß den Vorhang weg von jener Welt, in der man eigentlich immer ar- beitslos ist, aber gleichwohl nicht hungert und fastet, sondern aus schäumenden Pokalen zecht. Um die Angeklagte drehte sich ein lvirrer Reigen von Gestalten, deren jede so zweideutig oder vielmehr so eindeutig ist wie sie selber. Nicht etiva, daß es sich um scharf ausgeprägte Typen handelte, bewahre! es ist ein trostlos stumpfsinniger und langweiliger Zug, der da ani Zeugentisch vorbeizog, und nicht einmal. wenn der Schatten eines Toten, der bei der tollen Hetzjagd des Genusses das Genick brach, heraufbeschworen wurde, löste dramatische Spannung oder tragische Stimmung die ein tönige Langeweile der Verhandlung ab. Es war Menschen kehricht, der im Moabiter Gcrichtssaal zusammengefegt wurde, und was ihm einzig Bedeutung verlieh, sind seine symptomatischen Beziehungen zu den Gescllschastsschichtcn, denen er entstammt. Aber sonst'i Lieber Himmel! Diese Allerwcltsdirnc Pussy U h l, die zeitig ihrem kleinbürgerlichen Elternhaus entsprang und im horizontalen Beruf Uarrierc machte, keine jener Kokotten, die schließlich alt und verbraucht im Rinnstein enden, sondern eine von den anderen, die ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben— sie besitzt ihr Konto auf der Deutschen Bank, sie hat sich durch die Schein Heirat mit einem ganz Blaublütigen ein Adelsprädikat gekauft, sie wird schließlich, um ein derbes, aber wahres Sprich wort wieder einmal zu bestätigen, Kirchenfcnster und Altar decken stiften und eine gute Leichenrede bekommen—, dieser Schwärm von Leutnants, Glücksrittern und Kavalieren jeden Kalibers um sie her— schließlich auch der ivürdige alte Herr Pariser, der mit dem Wucher vom christlichen Adel teutschcr Nation zu den deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens die Brücke schlägt— sie alle. Schieber und Ge schobcne, was sind es für armselige, ausgehöhlte Gestalten, ohne Saft und Kraft, alle ständig an der Schwelle des Selbst mordes, des Zuchthauses oder der Irrenanstalt, schale Burschen, nicht einmal des Lasters, sondern nur der Lüstelci fähig, aus- gemergelte, abgelebte Gcnüßlinge, von denen kein einziger ein eigenes Gesicht hat, kein einziger auch nur einen Hauch mensch- lichen Interesses weckt. Das soziale Interesse» das fm�erregen, ist desto größer. Denn es sind keine Portokassenjunglinge und keine Winkel- buchmacher, deren Personen oder Namen an Gcrichtsstcllc beschworen wurden und die den Pesthauch der moralischen Fäulnis ausströmten, sondern— zum wievielten Male!— „Edelste der Nation", Leutnants. Legationsattaches, Regiernngs- refcrendarc, kurz: herrschende Klasse schlechthin, Tie meisten gehören dem preußischen llradcl an. Da wurden vom Gerichts- dicner wie von einem Wappcnhcrold die Namen derer von R ü d e l l und von S t e ch 0 w ausgerufen, und damit die Presse des feudalen Raubrittcrtunis, die die Gräfin mit dem gekauften Namen natürlich von ihren Frackschößcn abschüttelt, nicht zu kurz komme, beivegte sich ein Graf K ö n i g s m a r k am Zeugentisch mit derselben weltmännischen Sicherheit wie am Büfett der Nollendorf-Bar, einer der Burg- grasen von Dohna ward zitiert, um eine Prinzessin von A s c n b u r g- W ä ch t e r s b a ch- B ü d i n g e n bemühte man sich als Zeugin und auch der Schatten einer Frau, deren Wiege an den Stufen eines Thrones stand, fiel in den Saal —>vcr anders könnt es sein als die Koburger Luise! Aber dieser glänzenden Namen sinnverwirrende Fülle erregte nirgends mehr rechte Aufmerksamkeit, Man erstaunte nicht mehr, daß der halbe Gothaische Adelsalmanach in dieser schmutzigen Geschichte durchgehechelt wurde. Man wunderte sich nicht mehr über den aktiven Offizier, der von einer Halbweltlcrin fast ausgehalten wurde. Man ging schier gleichgültig an den Kavalieren mit der fünf-, sieben- und neunzackigen Krone im Taschentuch vorbei, die Schiebern und Zuhältern erheblich näher stehen als dem arbeitenden Teil der Menschheit. lind diese Ab- gestumpftheit der breiteren Schichten des Volkes gegen die Enthüllungen des Treuberg-Prozesses ist das bedenklichste. Man hält es hüben und drüben ffir ganz selbstverständlich. daß die Jugend der herrschenden Sippe ihr Mark und ihre Märker in sinnlosen Gennßorgien vergeudet, daß die mit dem widerlichen Parfüm der Halbwelt geschwängerte Bar ihr Lieblingsaufenthalt ist, daß hier der Sekt in Strömen fließt und die blauen und braunen Lappen nur so fliegen und daß, wer ausgeschöpft ist, sich neue Summen verschafft. gleich- viel wie, gleichviel woher, und>ver stürzt, stürzt eben und wer seinen feudalen Namen an eine reiche Erbin verkaufen kann, macht das Rennen und steigt auf der Stufenleiter des militärischen oder zivilen Mandarinentmns zu hohen und höchsten Stellen auf. Die noch heute in Bars und Schieber- lokalen bei Wein, Weibern und Würfeln die Nächte totschlagen, werden uns, das Volk, morgen als Regierungs- und Land- räte, als Staatsanwälte und Obersten mit streng moralischen Grundsätzen, mit Sporn und Peitsche regieren. Immerhin! Wo die schlimmsten Ausartungen berufener Glieder der herrschenden Klasse so Ivenig Aufsehen mehr erregen wie hier, sondern mit dem eisigen Schweigen der Verachtung aufgenommen werden— man ist's halt gewöhnt!— da zeigt sich ani Horizont schon die Götzendämmerung. Wie so viele andere Prozesse der letzten Jahre ist auch der Treu bcrg-Prozeß ein Verfallszeichen für die langsam auseinander faulende bürgerliche Gesellschaft. Er zeigt an, daß der Schwamm im Hause ist, daß der Wurm im Holze sitzt, daß der Zusammenbruch nicht lange mehr zögert. Die Gesellschaft, die sich jetzt in den Windungen und Verzerrungen des argentinischen Dirnentanzes, Tango ge nannt, dreht, tanzt auf einem Vulkan. Aber sie tanzt! Gin llschipiel zum frauendorfer Mord. Die Ermordung des Arbeiters Kühn durch den Arbeits willigen Hermann Brandenburg hat z>v e i iv e i t e r e O P f e r gefordert. Als Kühn am Abend des 5. Juni in Frauen- d 0 r f bei Stettin vor dem Tore der Weißschen Zichoricnfabrik hingestreckt lvurdc, bemächtigte sich der Arbeitskollegen und Freunde des Gomeuchelten eine nur zu begreifliche Erregung, die sich in Ausschreitungen Luft machte. Unter der Menge befanden sich auch die Arbeiter K u s ch n i tz und Kugel, gegen die wegen schweren L a n d fri e d e n s b r n ch s Anklage erhoben würbe. Auf den Ausgang dieses Prozesses konnte man um so gespannter sein, als der eigentliche Urheber des Krawalles, der des Mordes angeklagte Arbeitswillige Brandenburg, bekanntlich freigesprochen wurde. Ueber den Prozeß erhalten wir folgende Meldung: Stettin, 16. Dezember, sPrivattelegram m des „Vorwärts"). Da? Stettiner Schwurgericht verurteilte heute nachmittag nach zweitägiger Verhandlung bei Zubilligung milvernder Unistände den Arbeiter Alexander Kuschnitz zu einem Jahr Gefängnis und den bisher völlig unbestraften Arbeiter Otto Kugel zu einem Jahr sechs Monaten Getängnis wegen schweren LandfriedcnSbruchS, Beide � Angeklagte sollen nach der Ermordung Klihns mit Re- volvcrn auf die Fabrik geschossen haben, was sie jedoch bestritten und bestimmt nur von zwei Arbeitswilligen, den Zeugen Brellenthin und Hoppe behauptet wurde, Die beiden Zeugen haben in allen Streikprozessen, die bisher an- läßlich dieses Streiks bei Stettiner Gerichten anhängig gemacht wurden, eine recht zweifelhafte Rolle gespielt. Ins- besondere war Brellenthin, ein neunnial vorbestraftes„nützliches Eleinent", der einzige Zeuge, der in dein Prozeß gegen den Mörder Brandenburg einen Angriff des erstochenen Kühn ge- sehen haben wollte. Ten Zeugen Hoppe hatte durch einen Aktenvermerk selbst der Uiitersuchungsrichter für unglaubwürdig erklärt. Dem Arbeiter Ruschnitz, einem Schwager des er- inordeten Kühn, wurde dessen Erregung über die Bluttat des Brandenburg strafmildernd angerechnet. Beide Angeklagte wurden sofort in Haft genommen, die Untersuchungshaft wurde ihnen voll angerechnet. Die Justiz, insbesondere aber die Streikjustiz, geht ihre eigenen Wege. Der arbeitswillige Mörder lvird freigesprochen, handelte er doch nach Auffassung der bürgerlichen Geschworenen in Notwehr, als er auf sein Opfer einsprang und ihm den Garaus machte. Die über die frevelhafte Bluttat mit Recht empörten Kollegen und Verwandten aber machen sich des schweren Landfricdensbruchs schuldig und lvcrden auf Jahre hinaus ins Gefängnis gesteckt, lind trotzdem schreit die ganze reaktionäre Meute nach Verschärfung der Streikurteile, nach größerem Schutz der Arbeitswilligen. Herr Bethmann Hollweg hat schon recht, lvenn er sagt, daß man vorläufig noch mit dem gemeinen Recht auskommen könne. Das jüngste Nach- piel zum Frauendorfer Mord erweist das auf das trefflichste. Der Stand der Umfrage. In den nächsten Tagen wird an vielen Orten der längst zu erwartende Kamps zwischen den Acrztcn und den Krankenkassen entbrennen. Dabei befinden sich die Kassen bekanntlich in der Abwehr, die Acrzte im Angriff. Die Kassen haben hierbei die Interessen ihrer Mitglieder zu verteidigen und werden mit Recht auf deren Unterstützung Anspruch machen. Tic Organisation der Acrzte, der Leipziger Verband, hat so ungeheuerliche Forderungen gestellt, daß kein vernünftiger Kassen- vorstand sie bewilligen kann. Die geforderte» Honorarcrhöhungen betragen mehr als 160 Proz, und das in einer Zeit des schwersten wirtschaftlichen Niederganges! Für Mitglieder, die ein Jahres- einkommen von über 1866 M. haben, soll zudem ein öllprozcntigcr, bei solchen, die ihre Mitgliedschaft freiwillig fortsetzen, ein 166prozcntigcr Zuschlag geleistet werden. Jede größere ärztliche Leistung ist crtra zu bezahlen. Für die einfachen Handlungen, wie das Unterschreiben des Krankenscheines, eine einfache Verord- nung von landläufigen Heil- oder Hausmitteln soll von den Kassen ein Honorar bezahlt werden, das sich die Acrzte keinem Privat- Patienten abzufordern getrauen. Freiwillige Mitglieder, auch die ärmsten, sollen vom Bezug ärztlicher Hilfe deshalb völlig ausgc- schlössen werden, um sie, besonders lvenn sie Krankengeld beziehen wollen, beliebig schröpfen zu können. Die Aerzte werden von den Äaffen schon jetzt im allgemeinen sehr gut bezahlt. Wir haben in Teutschland Aerzte in großer Zahl, die neben ihrer Privatpraxis von den Kassen 16 666 bis 66 666 M. pro Jahr beziehen. Daß nicht alle solchen Betrag er- reichen, ist natürlich, daß aber solches leicht möglich ist, beweisen diese„Kassenlöwcn" zur Genüge. Die Ausdehnung der Bersicherungspflicht soll angeblich den Aerzten Schaden bringen. Neue Million cnfallcn ihnen an Arzt- Honorar zu. Man schätzt allgemein die Zahl der Versicherten in Zukunft auf 26 Millionen, wozu höchstens 16 Millionen Ange- hörige mit Anspruch auf ärztliche Behandlung aus den Kassen kommen, lind da bringt es Herr Dr. Mugdan fertig, in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrist" vom 21. November 1913 das folgende zu schreiben „In Preußen hatten im Jähre 1612 nur 2 249 796 Personen, einschließlich der Angehörigen, ein Einkommen von mehr als 3666 .Mark; daß hierunter mindestens 566 666 Personen mit einem Ein- 'kommen von 3666 bis 4666 M. sind, wird kein Irrtum sein. Da die freiwillige Mitgliedschaft in den Krankenkassen so lange ge- stattet ist, bis die Kasse glaubhaft erfährt, daß das Mitglied ein regelmäßiges Jahreseinkommen von 4666 M. hat, so ist meines Erachtcns die Behauptung, daß in wenige» Jahren in Deutschland für die Privatpraxis der Acrzte nur 4 bis 6 Proz. der Steuer- zahlcr, ciuschließlich ihrer Familien, übrig bleiben werden, nicht nur keine Uebcrtreibung, sondern voraussichtlich sogar eine Untcr- schätzuiig." Bei der bekannten„Naivität" vieler Aerzte, kann man sich die Wirkung der Mugdanschen Weisheit kaum ausdenken. Keine Berussgruppe hat im letzten Jahrzehnt ihre Verhältnisse so aufbessern können, wie die der Aerzte. Die Leistungen der Kassen fallen relativ zugunsten der fortgesetzt steigenden Arzt- Honorare. Wo die Arzthonorare noch ausbcsscrungssähig sind, wer- den sie zudem ohne Kanipf bereitwillig erhöht. Um den Kassen ihre Forderungen restlos aufzwingen zu können, soll vor allem die freie Arztwahl allenthalben cingc- führt werden, natürlich nur soweit sie der Acrzte» 0 r g a 11 i s a t i 0 n förderlich i st. Wenn nämlich der Arzt mehr als zwei Kilometer Weg zum Kassenpatienten hat, sollen die entstellenden Mehrkosten vom Patienten selbst getragen werden. Die Krankenkassenvertreter wolle» aber nicht eine freie Arztwahl nach den Interessen der Aerzte, sondern nach den Interessen der Mitglieder. Zu viel Aerzte sind der Kassen Tod! Bei dieser Gelegenheit wollen sich die Aerzte völlig frei machen von jedem Einfluß der allein verantwortlichen Kaffenvorstände. Wie soll das geschehen? Die Aerztcorganisation bestimmt hinfort,- wer bei der Kasse als Arzt tätig sein darf, und wer auszu- schließen ist. Die Aerzteorgnnisation zieht das gesamte Honorar von den Kassen ein und verteilt es nach Abzug der Kriegs- und Organisationskosten usw. an die einzelnen Acrzte. Damit sollen die Beziehungen des einzelnen Arztes zur Kasse, die unbedingt zun: Gedeihen derselben nötig sind,- völlig aufgehoben werden. Es wird damit aber auch der letzte Rest an Selb st- b c st i in m u n g s r e ch t den Kassen g e n 0 m m e n. � Tie Ar- beitervertreter mutzten es entschieden ablehnen, sich lediglich als Eintrciber unerschwinglich hoher Kassenbeiträge gebrauchen zu lassen, denn die Reichsversichcrnngsordnung hat ohnehin das Sclbslvcrwaltungsrccht bis auf ein Schemen aufgehoben. Die unerhörten hoben Acrztcforderüngcn haben alle Kassen- verbände zu gemeinsamer Abwehr zusammengeführt, Großunter- nchmer und Bergwcrksdircktoren stehen mit den Arbeitervcrtretcrn aller Richtungen den Aerzten geschlossen gegenüber. Dadurch ist es den Acrztcn unmöglich gemacht, in bekannter demiiiziatorischer Weise den Kampf auf den politischen Boden zu schieben. Selbst Behörden wie das Rcichsamt des Innern und die preußischen Ministerien sind nicht mehr gewillt, dem Aerzteverband die Kassen auszuliefern. Sic haben die Obcrvcrsichcrungsäintcr angewiesen, den Kassen die Anwendung des Z 376 der Reichsversichcrungsovd- nung zu gestatten. Danach werden die Kassen, die mit Acrztcn keine oder nur unzureichende Verträge abschließen können,«r- mächtigt, den kranken Mitgliedern ein erhöhtes Kraiikcngcld statt ärztlicher Behandlung und Heilmittel zu gewähren. Ferner wird es zugelassen, daß nicht approbierte Personen, vor allem die Natur- heilkundigen, Schwestern, Hebammen, Vorstandsmitglieder, Kran- kenkontrollcurc und dergleichen, die Erwerbsunfähigkeit der Mit- glicdcr seststellcn können. Diese Stellungnahme der Regierungen, die durch die Rcichsvcrsichcrungsordnung völlig gedeckt ist, hat die Acrzteführer zum Nasen gebracht. Sic drohen, bei An- tvcndung dieser Mittel Kranke und Sterbende ihrem Schicksal zu überlassen. Man sieht daraus, wes Geistes Kinder diese Herren sind. (Etwas Aehnlichcs sollten sich einmal die freiorganisierten Arbeiter gestatten!) Sollten die Aerzte diesem Rate ihrer Führer folgen, so sollte es uns nicht wundern, wenn für Aerzte recht unaitge- nehme Folgen hieraus entspringen. Indes miiß angenommen werden, daß es dazu nicht kommt. Wohl werden an vielen Orten unangenehme Situationen für die Kassenvcrwaltungen entstehen, die schwerkranken Mitglieder aber werden überall die erforderliche Hilfe finden. Wo aber ohne Gefahr für Leben mid Gesundheit aus ärztliche Hilfe verzichtet werden kann, da muß es unbedingt geschehen. Es gibt bei den Krankenkassen unzählige Krankheits- fälle, in dclicn die erforderliche Hilfe von einem Naturheilkundigcn, einem Sanitäter, einer Schwester und dergleichen einwandfrei ge- leistet werden kann. Es ist wirklich die höchste Zeit, daß den Acrzteführcrn einmal nahegebracht wird, daß die Krankenkaffen in mehr als zwei Dritteln der Krankheitsfälle die Hilfe der Acrzte sehr wohl entbehren können, ohne daß dabei die Mitglieder und die Allgemeinheit Gefahr lausen. Zurück aus das richtige Maß mit der Inanspruchnahme approbierter A e r z t el Der Acrztcverband will die Kraiikenkassenverbände zu zentralen Abmachungen in seinem Sinne. zwingen, indem er seinen ort- lichcn Organisationen jeden Abschluß, neuerdings sogar alle ort- lichen Verhandlungen, untersagt. Er ist seiner Sache nicht mehr sicher, er traut seinen Filiallcitcrn und örtlichen Vertrauens- männern nicht. Um sein Prestige zu retten, will er angeblich nur den Frieden schließen, wenn im letzten Orte Teutschlands seine Forderungen anerkannt worden sind. Tarauf kann er aber lange warten, denn die Situation ist für ihn deshalb nicht günstig, weil seine Phalanx bereits zerrissen ist. In Berlin, Hamburg, Dresden, Essen und vielen anderen Orten ist sein Einfluß gleich Null. In Württemberg, Elsatz-Lothringen und inr Hagener Bezirke machten die Aerzte mit den Kassen eigenmächtig ihren Frieden. Breslau sind Düsseldorf sind für den Leipziger Verband völlig verloren; in diesen Städten sind je 70 Aerzte fest angestellt worden. Die. alten Aerzte dort zu unterstützen, kostet dem Leipziger Verband jährlich mehr als eine Million Mark, von vielen anderen Orten nicht zu reden. Der Knappschastsverband ist bis auf Sachsen mit Äerzten ausreichend versorgt. Dasselbe gilt bei vielen großen Betriebs- krankenkassen, den Staatsbahnen und Staatswerkstätten. Obwohl sne Leipziger Berbandsführcr ihren Mitgliedern völlige Geschlossen- beit vorgaukeln, ist das Gegenteil richtig. In Leipzig selbst haben die Führer der. Tapferkeit besseren Teil erwählt, sie greifen die Ortskrankenkasse nicht an, sondern arbeiten bei ihr ruhig weiter und haben nur„Erhebungen" beschlossen. Die Kassenvorstände wollen im Verein mit den Gewerkschaften an möglichst allen Orten durch Listen diejenigen Aerzte bezeichnen, die im Bedarfsfälle von den Versicherten in Anspruch zu nehmen sind. Halten die Gewerkschaften wie die Versicherten zu den Kassen- vorständen, dann wird alsbald auch im Interesse der Aerzte wieder Ruhe und Frieden eintreten. Dann wird auch wieder eine Weiter- cntwickelung unserer Krankenversicherung, die durch den unheil- vollen Streit seit Jahren stockte, möglich sein. Da infolge � des Verhaltens der Aerzteführer der Friede im Wege der Verhaichlung nicht zu erreichen war, muß er erkämpft werden. Möge der Kampf kurz sein! liiilitsl'iitiiche Anmaßungen. Noch harrt die Zaberner Militärrevolte gegen die Verfassung der Sühne— und schon gilt es eine neue militaristische Anmaßung und Verfassungsverletzung in die Schranken zu weisen. Es handelt sich dabei um den bereits mitgeteilten Fall Stoecker, um die widerrechtliche Aberkennung der Berechtigung zum einjährig- freiwilligen Militärdienst, die dem aus der proletarischen Jugend- bewegung bekannten Genossen Stoecker in Köln widerfahren isb Dem Genossen wurde der Berechtigungsschein entzogen wegen— seiner Betätigung in der Sozialdemokratie. Nach einer„geheimen dienstlichen Verfügung", einer m i n i st e r i e l l e n Order vom Jahre 18SS, sei auch, so wurde Stoecker von einem Beamten der Kölner Ersatzkommission in- ofsiziell mitgeteilt, die agitatorische Tätigkeit inner« halb der Sozialdemokratie als Moment zu betrachten, das die nach dem Z 93 der Wehrordnung notwendige„moralische Ouali« fikation" für den Einjährigendienst beeinträchtige. Eine amtliche Mitteilung dieser kuriosen Order lehnte man ab. Run. der Reichs- kanzler wird ja im Reichstage die Auskunft nicht verweigern jtzieal Der Fall Stoecker ist in kurzer Zeit der zweite Versuch unseres Militarismus, Staatsbürger ihres gesetzlichen Rechts zu be- rauben, nur weil sie keinen Hehl aus ihrer sozialdemokratischen 'Äesktmung machten. Denn auch dem Genossen Düwell verweigerte man ja den Berechtigungsschein zum Einjährigendienst, weil er während seiner Betätigung in der proletarischen Jugendbewegung wegen angeblicher Uebertretung des BereinSgesetzeS zu einer kleinen .Geldbuße verurteilt worden war. War auch die Berufung auf diese»Bestrafung" Düwells nur eine kindische Ausrede, so fehlt dem Geissen Stoecker gegenüber selbst diese Ausrede, denn er ist völlig unbestraft und war obendrein bereits im Besitz des Berechtigungsscheins. Bei ihm liegt also das nackte Bekenntnis vor, daß man ihm das Recht zum Einjährigendienst nehmen will, um ihn für seine sozialistische Gesinnung zu bestrafen! Das aber ist ungesetzlich, ist verfassungswidrig, ist nichts als eine neue unerhörte Anmaßung des Militarismus. Jeder Deutsche hat das Recht, sich zur Sozial- demokratie zu bekennen, für die Sozialdemokratie zu agitieren. Und kein Minister, keine Militärbehörde darf sich herausnehmen, einem Staatsbürger ein gesetzliches Recht deshalb zu verkümmern. weil er einer politischen Anschauung huldigt, die in Junker-, Bureau- kraten- und Offizierskreisen nicht gern gesehen wird! Früher hat man denn auch von solchen Anmaßungen niemals gehört, und der Verfasser dieser Notiz selbst war bereits politischer Redakteur eines sozialdemokratischen Blattes, bevor er sich zur Ableistung seiner ein- jährigen Dienstpflicht stellte. Und das war erst ein paar Jahre nach Fall des Sozialistengesetzes I Genosse Stoecker ist, wie unser Kölnisches Bruderorgan schreibt, natürlich an sich keineswegs ein Verehrer des Einjährigenprivilegs, dessen Beseitigung er ebenso gut verlangt, wie jeder andere Sozial« demokrat.„Solange aber das Privileg besteht, darf auch er selbst- verständlich Anspruch auf seinen Genuß inachen, sobald er nur den vorgeschriebenen Berechtigungsschein beibringt, und wenn ihm dieser Schein wegen sozialdemokratischer Gesinnung entzogen wird, so liegt ein unerhörter Gewalt st reich vor". Mit beißender Ironie bemerkt die„Rhein. Ztg.", daß Stoecker allerdings„unklug" gehandelt habe.«Hätte er sich, anstatt sich an den Studiertisch zu setzen und über das soziale Problem nach« zusinnen, allabendlich hinter den Bierkrug gesetzt und durch kommentmäßiges Saufen den Befähigungsnachweis zur preußischen Staatsstütze erbracht, hätte er sich auf Tanzböden oder in Bordellen herumgetrieben, anstatt die Jugend zu organisieren und für Ideale zu begeistern: er wäre der Ein- jährigenwürde niemals verlustig gegangen." ES ist wirklich an der Zeit, daß mit unserem Militarismus einmal ein ernstes Wörtchen gesprochen wird. Seine Anmaßungen gehen nachgerade ins Ungeheuerliche. Freilich werden dem bewußt Volks- feindlichen System unseres Militarismus erst dann seine absolutistisch- staatsstreichlerischen Mucken gründlich ausgetrieben werde« können, wenn er unter die Kontrolle der Volksvertretung gestellt sein ivird. Bis zur Schaffung solcher Zustände wird aber das klassenbewußte Proletariat noch manchen schweren Kampf durch- zukämpfen haben, zumal es dabei ganz auf die eigene Kraft angewiesen sein wird! politifcke Cleberltcbt. Zaber». In der„Deutschen Juristen-Zeitung" be- handelt Geheimrat.Professor Dr. A n s chü tz- Berlin die rechtliche Seite der Vorgänge, die sich in Zaber n abgespielt haben. Er schildert die bekannte Entwickelung der Zaberner Vorgänge und stellt fest:. „Eine Menge Verhafteter wird in die Keller der Kaserne eingesperrt und dort über Nacht festgehalten, Tic Un verletz- lichkeit der Wohnung wird nicht im mindesten re- spektiert. Und zu guter Letzt fließt, in dem benachbarten Dett- ivciler, auch noch Blut, das Blut eines, wie es scheint, un- beteiligten, harmlosen, alten ManneS. Die Polizei ist machtlos— gegen das Militär. Ihre Proteste gegen den Eingriff in ihre Amtsgewalt verhallen ebenso wirkungslos wie die Beschwerden der Bürgerschaft und ihres Gemeinderatcs." Ter Verfasser des Artikels stellt dann die Frage, ob ein Notstand vorgelegen habe, der das eigenmächtige Vorgehen des Militärs als erlaubt erscheinen lassen könne. Diese Frage sei zu verneiiien. Das Militär dürfe iu außermilitärischen, insbesondere polizeilichen Angelegenheiten nur als Voll- streckungswerkzeug und nur dann verwendet wer- den, wenn es von der zuständigen Zivil- b e h ö r d c gerufen wird. Eine Requisition der bewaffneten Macht durch die Zivilbehörde sei aber nicht erfolgt, vielmehr hatte die Zivilbehörde, aus ihre eigene Kraft ver- trauend, gegen das Vorgehen des Militärs auf das ent- schiedenste protestiert. Es liege also schon deshalb e i n Rechts bruch vor, weil die Usurpation dennoch, wie ge- schehen, erfolgt sei. Wenn das Militär eigenmächtig und mit Gewalt das Publikum von den öffentlichen Straßen und Plätzen vertreibe, so sei dies gesetzwidrig. Und wenn das Militär unter Zerstörung von Tor und Tür in die Woh- nungen eindringe, um nach„Schuldigen" zu suchen, wenn dann die festgenommenen Personen im Pandurenkeller der Kaserne bis zum nächsten Tage gefangen gehalten werden, so sei das ein ganz flagranter Rechtsbruch ge- Wesen. Kein Gesetz ermächtige die Militärbehörde, ohne vorhergegangene Requisition durch die zuständige Zivil- behörde, Zivilpersonen zu verhaften. Eine Gesetzesverletzung sei auch darin zu erblicken, daß man die Festgenommenen nicht unverzüglich dem Amtsrichter des Bezirkes zugeführt habe. Mit beißender Ironie fragt der Verfasser: „Hat man vielleicht, ich weiß es nicht, den Amtsrichter des Bezirks mit in den Pandurenkeller gesperrt, damit er seine Mit- gefangenen sogleich verhören könne? Man möchte lachen, wenn die Sache nicht zum Heulen wäre." Ter Artikel schließt: „Ter Fall Zabern ist keine bloß lokale Angelegenheit. Es handelt sich insbesondere auch nicht um' eine nur oder doch hauptsächlich das Reichsland angehende, sondern um eine all- gemeine deutsche, um eine eminent nationale Frage. Was wir zu unserem Bedauern erleben mußten, war— dies will wohl beachtet sein— kein mit gesetzwidrigen Mitteln geführter Kampf gegen französelnde Bestrebungen im Elsaß, sondern ganz einfach eine Aeußerung des alten Gegensatzes zwischen Deutschland und Preußen." Leutnant V. Forstner vor Gericht. Straßburg i. E l s., 1 ö. D e z e m b e r.(Telegraph. Meldung.) Am Freitag, den 19. d. Mts., vormittags 9 Uhr, findet vor dem Gericht der 30. Division die Verhandlung gegen den Leutnant Frei- Herrn v. Forstner vom Jnfanterie-Regiment Nr. 99 statt wegen der Vorkommnisse in Detlweiler am 2. d. Mts. » Wie gemeldst wird, hat der Gerichtsherr auf eine Berufung gegen das Urteil des Straßburger Kriegsgerichts verzichtet. Damit ist das Urteil rechtskräftig geworden. Die unzüchtigen Stannneltern. In Potsdam, der einstigen Residenz des„Philosophen von Sanssouci", der zwar nicht alle ihm angedichteten Herrsche» tugcnden in sich vereinigte, aber für seine Person entschieden kein prüder Mucker war, ist unlängst ein Werner-Alfred-Bad errichtet worden, zweifellos, eine der Reinheit dienende Einrichtung� Am Eingang dazu standen plastische Figuren von Adam und Eva. nach amtlicher Auffassung die Stammeltern de» Menschengeschlechts, von dem Berliner Bildhauer Goms schön in Bronze gegossen, aller- dings ganz naturgetreu, wie sie nach der Sage Jehova erschaffen hatte, und wie die Menschen noch heute zur Welt kommen, ohne alle Erzeugnisse der Schneider- und Schneiderinnenkunst. An dieser Nacktheit ihrer Stammcltern haben jedoch offenbar einige Mensche» mit perverser Phantasie Anstoß genommen, denn es erging den nachgebildeten Stammeltern in Potsdam ebenso wie den echten seiner Zeit im Paradiese: sie wurden ver- trieben, im Potsdamer Fall also von ihrem Postament her- untergeholt und sorgsam verborgen, auf daß kein Vorübergehender an ihrer Nacktheit mehr Aergernis nehme. Der unzüchtige Stammvater Adam mag sich nun in seiner dunklen Abgeschiedenheit mit dem Bogenschützen von Geyger aus dem Park von Sanssouci trösten, dessen Abbildung aus einer Postkarte vor einiger Zeit behördlich beschlagnahmt wurde, und die unzüchtige Stammutter Eva mit der „Sehnsucht" von Heinemann und der„Anmut" desselben Bild- Hauers, welche von dem gleichen unerbittlichen Geschick betroffen worden sind; die letztere erst dieser Tage, obwohl sie auf der letzten Großen Berliner Kunstausstellung sogar vor den Augen Wilhelms II. Gnade gefunden hat und für dessen Achilleion in Korfu augekauft worden ist. Man ersieht daraus, daß unsere Sittlichkeitsfanatikec und Sittlichkeitsorgane noch nicht mal vor dem Urteil des obersten Bischofs der Landeskirche und vor. ihrem göttlichen Schöpfer selbst Halt machen, die nackte Bildnisse in ihrem Heim aufstelle» bzw. nackte Menschen schaffen. Eine solche Rücksichtslosigkeit und Un- Parteilichkeit wäre auf anderen Gebieten wohl angebracht, im Be- reich- der Kunst und Moral wirkt sie dagegen lächerlich und abstoßend. Das unzuverlässige Zentrum. Auch in der Frage des Arbeitswilligenschutzes ist dem Zentrum und seinen Gewerkschaften nicht über den Weg zu trauen. Diese Partei läßt sich nie von Grundsätzen leiten, sondern von rein taktischen Gesichtspunkten, d. h. von ihrem nackten Parteiinteresse. Das kommt mit schöner Deutlichkeit in einem Leitartikel der „Köln. Polksztg."(Nr. 1084) zum Ausdruck, der die Frage auf- wirft:„Wollen die Konservativen völlig auf die Arbeiter verzichten?" Man liest dort folgende Mahnworte nach rechts: „Die konservative Fraktion des Reichstages hat sofort nach dem Wicderzusammcntritt des Reichstages einen Antrag ein- gebracht, der die Vorlage eines Gesetzentwurfes zum Schutze gegen den„zunehmenden Mißbrauch des Koalitionsrechtes" verlangt. Insbesondere wird ein Verbot des Streik- Posten st ehens gefordert. Wozu diese Eile? Eine Mehrheit für den Antrag ist ja doch nicht zu er- reichen, und ohne Not holt man sich doch keine parlamentarische Niederlage! An sich ist es ja selbstverständlich, daß Arbeits- willige in ihrer persönlichen Freiheit nicht behelligt werden dürfen. Aber so lange die Arbeiter selbst erklären, daß die bestehenden Gesetze ausreichen, braucht sich niemand um weiteren Schütz zu bekümmern." Auch später wird in dem Artikel ausgesprochen, daß„vorläufig" die Staatsautorität noch nicht bedroht sei. Tann aber wird den Konservativen nach den Plänen von Giesberts die breite Brücke gebaut, auf der sich alle„Arbeitcrfrcunde" von Hehdebrand bis Behrens zusammenfinden können: „Wer Maßregeln zum Schutze der Koalitionsfreiheit vcr- langt, muß doch wenigstens scharf betonen, daß dieser Schutz gleichmäßig nach oben wie nach unten aufgerichtet werden soll, denn das Koalittonsrecht ist nicht weniger von oben als von unten bedroht." Aus dem Jefuitenjargon in ehrliches Deutsch übersetzt:„Nur ruhig, ihr stürmischen Herren. Zur rechten Zeit kommt schon das „paritätische" TcrroriSmusgesetz, das selbstverständlich nur gegen Arbeiter angewendet wird. Aber nicht jetzt, too die christlichen Arbeiter noch nicht genügend eingeseift sind. Verlaßt Euch nur auf uns vom Zentrum. Noch immer haben wir zur rechten Zeit einzulenken verstanden." � Zur Reichstagsersatzwahl in Köln-Land. Das Zentrum hat für die bevorstehende Ersatzwahl den bis- herigen Inhaber des Mandats, den Oberlehrer Kuckhoff, wieder als Kandidaten aufgestellt._ Die BolkSfürsorge. hat gegen die„Deutsche Volksvcrsicherung Gemeinnützige Aktien- gcsellschaft" Klage wegen unlauteren Wettbewerbs er- hoben, weil oicse in einem von dem Geheimen Regierungsrat Rose unterzeichneten Zirkular behauptet hatte, die Gelder der bei der„Voltsfürsorge" Versicherten sollten als„Krieg»schätz der U mst u r z pa r t c i" dienen. Diese Nachricht ist in der bürgerlichen Presse verbreitet worden, nicht durch den Rcchtsan- Walt der„V o l k s s ü r s o r g c", sondern offenbar durch Sie be- klagte Gesellschaft, die denn auch zugleich hat ankündigen lassen, sie werde den Beweis der Wahrheit für ihre Behauptung erbringen. Trotzdem hat bis heute noch kein Rechtsanwalt sich für die Beklagte bei dem Vertreter der Klägerin gemeldet; offen- bar will die Beklagte den Prozeß dadurch verschleppen, daß sie im letzten Moment vor dem Termin Vertagung verlangt, um noch einen Schriftsatz fertigzustellen. So wenigsten» hat es der Generallandschaftsdirektor Kapp in dem gleichliegenden Prozeß in Königsberg i. Pr. gemacht. Jedenfalls wäre es besser gewesen, die Beklagte bätte sich ihre großsprecherischen Ankündigungen in der Presse verkniffen und lieber zunächst einen Rechtsanwalt be- stellt und informiert. Die von Herrn Rose aufgestellte Behauptung ist natürlich völlig unbeweisbar; erstens denkt die„Voltssürsorge" nicht daran, das Gelo der Versicherten seinem Zweck zu entziehen und zweitens würde sie e», wie jeder weiß, der die gesetzlichen Bestimmungen und die Aufsichtspflicht der Behörden kennt, gar nicht. tun können, selbst wenn sie diese Absicht hätte. Tie Behauptung ist nichts als ein Konkurrenzmanöver zu dem Zwecke, das Publi- kuin mißtrauisch zu machen.___ Die Lehrer für eine Schulreform. Man schreibt uns aus Lehrerkreisen: Die grundlegenden Bestimmungen für unser Volksickiulwesen in Preußen sind die Allgemeinen Bestimmungen vom 15. Oktober 1872 die unter dem Ministerium Falk erlassen worden sind. Sie stammen also aus einer Zeit, die 41 Jahre zurückliegt. Bei unserer schnell- lebigcn Zeit mit ihren enormen Fortschritten auf allen Gebieten menschlichen Wissens und Könnens kann man. das Alter der„All- gemeinen Bestimmungen" wirklich als ein ehrwürdiges bezeichnen und schon hieraus einen Schluß auf ihre Reformbedürstigkeit ziehen. Daß„ein Ersatz der Allgemeinen Bestimmungen über Einrichtung, Aufgabe und Ziel der preußischen Volksschule durch Vorschriften, die der Bedeutung der Volksschule für das gesamte Kulturleben in höherem Maße gerecht werden und dem heutigen Stande der Pädagogik entsprechen. ein dringende» Bedürfnis ist", will die preußische Lehrerschaft auf ihrem nächsten Lehrertag in Posen durch Annahme darauf zielender Leitsätze zum Ausdruck bringen. Nicht allen, aber doch vielen Leitsätzen werden die Leser des„Vorwärts" zustimmen, bringen sie doch das zum Ausdruck, was die Sozialdemokratie schon immer als er» st r e b e n s tu e r t bezeichnet hat. Der Vortragende über die Angelegenheit, Rektor Pretzel in Berlin, fordert die Herstellung einer organischen Verbindung zwischen der Volksschule und den weiterführenden Bildungsanstalten. eine wesentliche Herabsetzung der Schülerzahl in den einzelnen Klassen und in Verbindung damit möglichste Vermehrung der Zahl der auf- steigenden Klassen, Durchführung der im Interesse der Gesundheits- pflege und eines gedeihlichen Unterrichts zu stellenden Forderungen an die Größe, Einrichtungen und Ausstattung der Schulgebäude, endlich einen Lehrplan, der sein Ziel nicht in der äußerlichen An« eignung von Kenntnissen, sondern in einer von innen heraus sich entwickelnden bodenständigen Geisteskultur erblickt. Besonders soll der 7. Preußische Lehrertag zum Ausdruck bringen, „daß die Bestimmungen über Einrichtung. Aufgabe und Ziel der Volksschule nicht von der Auffassung anS- gehen dürfen, a l s ob die Volksschule eine Sonderschule für dieKinder der niederenVolks- k l a s s e n sei. sondern sie sind von dem Gesichtspunkt au« zu treffen, daß die Volts icbule die Grundlage für a l l e w e i t e r g e h e n d e n B i l d u n g s a n st a l t e n ist." Aus den mehr ins Einzelne gehende» Forderungen seien folgende genannt: Auf einen Lehrer dürfen nicht mehr als 40 Schüler kommen. Als normale Schuleinrichtungen können nur solche gelten, in denen niindestenS so viele Lehrer als Klassen vor- Händen sind. Für schwachbefähigte Kinder ist ebenso wie für nicht vollsinnige überall besondere mNcrrichtliche Fürsorge zu treffen. Für die Gestaltung der Lehrpläne im einzelnen ist möglichste Freiheit zu gewähren. Von all diesen Forderungen wird kein vernünstiger Mensch be- Haupte», daß sie zu weit gingen, aber damit ist noch lange nicht gesagt, daß sie sobald auf Ausführung zu h o f f e n hätten. So schnell geht es in Preußen mit Schulreformen nicht, sind doch heute, nach 4t Jahren, noch lange nicht alle Forderungen der „Allgemeinen Bestimmungen" durchgeführt. Man lese z. B. die Bor- schriften der„Allgemeinen Bestimmungen" über Einrichtung und Aus- stattung des Schulzimmers nach und vergleiche damit die Berichte über die sogenannten Brühlschen Schulpaläste, die in ihrer Begossen» heit jeder Beschreibung spotten! Die Beratungen deS 7. Preußischen Lehrertages in Posen werden aber hoffentlich dazu beitragen, daß«ine Revision der Allgemeinen Bestimmungen in Fluß kommt. Ihre Notwendigkeit ist offen« sichtlich und durch die beteiligten Fachleute bezeugt und gefordert! Kadavergehorsam. Wenn Soldaten ihrem Unmut über den starren, öden Drill ge» legentlich in derben Worten Luft machen, oder, was verständlich ist, gegen sie malträtierenden Soldatenschinder tätlich vorgehen, so regnet es nach dem Militärstrafgcsetzbnch Strafen, die nicht im ent- sernlesten mit denen zu vergleichen sind, die im bürgerlichen Gerichtsverfahren für ähnliche Vergehen erkannt werden. Das beweisen wieder zwei Verhandlungen vor dem Breslauer Kriegsgericht... Der Kanonier Krause vom 3. Feld-Artillerie-Regiment m Breslau erhielt von einem Unteroffizier den Befehl» die D t a l l g a s s e zu fegen, okwohl er diese erst kurz vorher gereinigt haite� Seine Weigerung mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die lurz vorher vorgenommene Reinigung brachte ihm wegen Gehorsamsverweigerung und Un- gehorsam im Dienst vor versammelter Mannschaft zwei Monate Gefängnis ein. Schliuinzer erging es dem. Tragoner Scponralla vom 8. Tragonerregimenr in Namslau, der vom Wachhabenden, einem Gefreiten,„belehrt" wurde, dah er ohne seine Erlaubnis nicht den Stall verlassen dürfe. Schonkalla, der mit dem Gefreiten sonst auf sehr gutem Fuge stand, erwiderte diesem, daß er sich keine Borschriften machen lasse; er(der Gefreite) hätte ihm nichts zu befehlen. Als darauf der Gefreite herausfordernd dicht an Schon- kalla herantrat, verabfolgte ihm dieser zwei Chrfeigen. Wegen tätlichen Angriffs, Widersehung und Achtungsverletzung stand des- halb Schonkalla vor dem Lreslauer Kriegsgericht. Ter Anklage- Vertreter beantragte nicht weniger als 2 Jahre und 14 Tage Gefängnis, obgleich er selbst das Vorkommnis als einen „ m i n d e r s ch w e r c n" Fall bezeichnete. Das Kriegsgericht ging aber über den Antrag noch b c d c u t e n d h i n a u s und verurteilte Schonkalla für seine unbesonnene, dumme Tat zu der hohen Strafe von zwei Jahren vier Monate Gefängnis. Bulgarien. Die Parteien und die Regierung. Sofia, IS. Dezember. Die Prefiäusterungen der agrarischen und der s o z i a l i st i s ch e n Führer bezeichnen ein K o m« p r o m i h mit der Regierung als aussichtslos. Der Agrarierführer Stambolijski erklärt, die agrarische Partei »verde mit dem jetzige» Kabinett nicht verhandeln, so lange nicht der Minister des Auswärtigen Ghenadiew ausgetreten sei. Die Agrarier würden die Bedingung stellen, dag keine Anleihe über 300 Millionen Lei zugelassen, dast die Z i v i l l i st e auf 600 000 Lei herabgesetzt und dag alle Gesandten und höheren Offi- hiere entlassen würden. In die auswärtige Politik würden die Agrarier sich nicht einmischen.— Stambolijski tritt für die Bil- dung eines aus allen Parteien bestehenden Kabinetts ein. Die S o zi alist en fü h r er treten für die demokratische Re- publik und eine Föderation mit den Nachbar st aaten »in. damit das Los der mazedonischen Bulgaren auf friedlichem Wege gebesiert werde. JimeriKa. Die Einwandererfrage. Washington, IS. Dezember. Das Repräsentantenhaus beschloß die EinwanderungSbill zu empfehlen, die von den Ein- Wanderern den Nochweis verlangt, daß sie in einer Sprache schreiben und lesen können. Außer dem Bildungsnachweis enthält die Bill die Bestimmung, daß jeder Ausländer, der inner- halb dreier Jahre nach seiner Landung dabei betroffen wird, daß er für die ungesetzliche Zerstörung von Eigentum, den Umsturz einer organisierten Regierung oder die Ermordung öffentlicher Beamter eintritt, deportiert werden soll. Diese Bestimmung wird für ausreichend gehalten, um Befürworter von Sabotage, An- a r ch i e und Zer st örungS Methoden im Interesse des Frauenstimmrechts auszuschließen. Mexiko. Die Diktatur Huertas. Mexiko, 16. Dezember.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nachdem der Kongreß die Sondervollmachten Huertas ratifiziert hat, hat er sich gestern vertagt. Daher ut bis zum 2. April, dem Tage des Wiederzusammentritts des Kongresses, H u e r t a tatsächlich Diktator. Hus der Partei. Gcmeiudcvertreterkonfercnzcn. Eine Konferenz der sozialdemokratisckien Gemeindebertreter de? Taalekreises, die von 57 Gemeindevertretern besucht war, fand dam Sonnlag in Halle statt. Stach einem Vortrage deS Genossen S ch a p e r über„praktische Gemeindepolitik" wurde ein Fortschreiten der Bewegung auf kommunalpolitischem Gebiete konsta- ticrt und der Vorwurf der bürgerlichen Gegner, die Sozialdemokratie versage bei der praktischen Politik, beweiskräftig zurückgewiesen. ES wurde in der sehr lebhaften und fruchtbaren Debatte von den Ge- meindevertretern mehr Grundsatz Politik und Ablehnung der GcschäftSpolitik verlangt. Dann wurde beschlossen, für die Weiter- bildung der Gemeindevertreter mehr zu tun und angeregt, eine Be- r a t u n g S- und Auskunftsstelle für kommunale Angelegenheiten zu schaffen. Eine Gemeindevertreterkonferenz für den A g i t a t i o n s- bezirk Niederrhein tagte am Sonntag im Volkshause in Elberfeld. Vertreten waren aus den 14 Wahlkreisen des nieder- rheinischen Aqitationsbezirks 102 Stadtverordnete und Kandidaten. Beraten wurden Schulfragen und da« Thema der Arbeitslosenfürsorge. Ueber die Forderung der Einheitsschule sprach der von den Kultus- behörden der freien Reichs- uud Hansestadt Bremen gemaßregelte ehemalige Volksschullehrer Genosse Sonnemann. An den Vortrag schoß sich eine rege Diskussion an. In einer Resolution unterstützte die Konferenz entsprechend dem sozialdemokratischen Programm, das jedoch viel weitergehende Forderungen stellt, nachdrücklichst die Forde- rungen des 8. Deutschen Lehrerla'ges, die dahin gehen: s) Staat und Gemeinde sollen für die Kinder gemeinsam allen in gleicher Weise zugängliche Bildungsanstalten errichten; b) insbesondere soll für den allen notwendigen Elementarunterricht nur eine Art von öffentlicher Schule vorhanden sein und sollen daneben auf Kosten des Staates oder der Gemeinden besondere Vorschulen für höhere Lehranstalten. Mittelschulen und höhere Töchterschulen nicht errichtet. noch organisch damit verbunden werden; c) die bestehenden Vorschulen höherer Lehranstalten und Elementarklassen der Mittelschulen und höherer Töchterschulen sind aufzuheben. Gemäß diesen Forde- rungen beschloß die Gemeindevertreterkonferenz, in allen Gemeinden Anträge auf Beseitigung der Vorschulen wie der Mittelschulen zu stellen, mit dem Unterantrag, die bisher hierfür verwendeten Gelder für den weiteren Ausbau der Volksschule zu verwenden. Der nächste niederrheinische BezirkS-Parteitag wird sich weiter mit dieser Reso- lution beschäftigen. Nach einem eingehenden Referat des Reichs- tagSabgeordncten Genossen Haberland über die Arbeitslosen- fürsorge in den Gemeinden wurde auch diese Frage eingehend be- sprachen. Eine Entschließung lvurde hier nicht gesaßt, da die Richtlinien in dieser Angelegenheit bekannt und unverändert ge« blieben sind. - Tie Gemeinderatswahlen in Württemberg. Mit großer Heftigkeit wird zurzeit in Württemberg um den Ein- fluß der Parteien und Jntercssentengruppen auf die Gemeinde- Verwaltung gekämpft. In mehr als 100 Gemeinden haben die Ge- meindewahlen bereits stattgefunden. Bis Ende Dezember müssen sie — ein oder zwei Gemeinden mit besonderen Verhältnissen aus- genommen— im ganzen Lande beendet fein. In den größeren Gemeinden ist eine Beteiligung von 80 und über 80 Prozent der Wählerschaft an der Wahl die Regel. In kleinen Gemeinden steigt der Prozentsatz nickt selten bis nahe an 100. Soweit bis jetzl ein r?-ei!t � möglich ist, hat die Sozialdemokratie im allgemeinen ihren Beiitzstand nicht, nur gewahrt, sondern noch an Boden gewonnen. In den größeren Städten Württembergs— Ulm, Heilbronn—, desgleichen in den Mittelstädten— Göppingen, Eßlingen, Ludwigsburg. Sckwen- ningcn usw.— haben wir gut abgeschnitten. Eine Anzahl länd- licher Gemeinden hat uns überraschenden Stimmen- und Mandats- zuwachs gebracht. In der Residenz Stuttgart gestaltet sich jede Wahl zu einer erbitterten Kraftprobe zwischen Sozialdemokratie und Bürgertum. Die EntWickelung ist der Partei insofern ungünstig, als immer mehr Arbeiter aus dem Stadtinnern verdrängt und zur Ansiedelung in den Wohngemeinden um Stuttgart gezwungen werden. Dieses Jahr kam noch die Krise hinzu, die breite Lücken' in unsere Reihen ge- rissen, tausende Arbeiter, darunter viele Wähler, zur Abreise gezwungen hat. Das Bürgertum hielt die Zeit für gekommen. dem verhaßten Gegner eine schwere Niederlage beizubringen. Die bürgerliche Presse leistete Unglaubliches in der Bekämpfung der Partei und besonders gehaßter Genossen. Am Freitag, den 12. De- zember quittierten wir die Rechnung. Wir behaupteten nicht nur unsere Slimmenzahl vom Vorjahr, sondern steigerten sie noch um über 700, das heißt stärker als irgend eine andere Partei. Unsere Stimmenzahl stieg von 10 449 im Jahre 1912 auf 11 291 am letzten Freitag. Von zehn erledigten GemeinderatSmandaton hatten wir vier zu verteidigen. Wir haben sie glänzend behauptet. Drei der alten Mandatsinhaber wurden wiedergewählt, ein Cannstatter Genosse durch Genosse Dr. Lindemann ersetzt. Die Wahlziffern der einzelnen Wahlbezirke machen es wahr- scheinlich, daß auch bürgerliche Wähler uns Wahlhilfe geleistet haben, angewidert durch die Vorgänge im eigenen Lager. polftreiiicbes, ßmcbtliebes ukw. Preßprozeffr. Das Düsseldorfer Schöffengericht verurteilte den Verant- wortlichen der„Düsseldorfer Volkszeitung", Genossen G e r l a ch, wegen angeblicher Beleidigung eines Händlers, der Lebens- mittel für Streikbrecher geliefert hatte, zu 50 M. Strafe.— In einer anderen Strafsache, für die das Schöffengericht 10 M. Strafe ausgeworfen hatte, erkannte die Düsseldorfer Strafkammer auf Frei- sprechung. Der Schöffenrichter hatte aus einer kurzen Notiz über ein Sittlichkeitsdelikt eines Beamten eine Beamtenbeleidigung heraus- gelesen! Hus Industrie und Kandel. Die Arbeitslosigkeit steigt. Wie der Verbans Märkischer Arbeitsnachweise berichtet, ist die Lage des Arbeitsmarktes andauernd äußerst ungünstig.' Die regelmäßige Verschlechterung des Beschäftigungsgrades in den Wintermonaten und eine außergewöhnliche Depression wirken zu- sammen, um das Bild des Arbeitsmarktes derart zu gestalten. Bei allen Arbeitsnachweisen ist ein starker Rückgang der offenen Stellen zu verzeichnen. So ist z. B. beim Zentralarbcftsnachwcis in Berlin ein Rückgang der offenen Stellen von 15 461 auf 9554, i» Charlottenburg von 4662 auf 2907, in Schöneberg von 2586 auf 1527, in Brandenburg bon 644 auf 374, in Luckenwalde von 198 auf 132, in Kottbus von 526 auf 490, in Frankfurt von 330 auf 187 usw. festzustellen. Im Baugewerbe sind noch keinerlei Anzeichen einer Besserung vorhanden. Besonders liegt die Textilindustrie im Gebiete des Verbandes Märkischer Arbeitsnachiocise danieder. In Forst fchätzt man die Zahl der stillstehenden Webstühle auf 500, in Spremberg auf 400, in Kottbus auf 500; hier wurden 250 Ar- beiter und Arbeiterinnen entlassen, in Spremberg 300 bis 350. Wo keine Entlassungen stattfanden, wurde meist die Arbeitszeit in einigen Fällen bis auf die Hälfte verkürzt. Ueber flauen Ge- schäftsgang wird im Berliner Schneidcrgewerbe geklagt. Die Ar- beiter und Arbeiterinnen werden infolge Arbeitsmangel schlecht beschäftigt oder müssen ganz aussetzen. Zum Teil noch schlechter als in der Herren-Maßbranchc liegen die Verhältnisse in her Damenkonfektion. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ist auch bei den Schuhmachern zu beobachten. Was den Arbeitsmarkt für weibliches Personal betrifft, so tritt die Depression kn den Stand des Durchschnittslohnes von 12,29 M. hervor, während derselbe im Vorjahre 12,65 M. betrug. In der Metallindustrie Ist die Nachfrage etwa zwei Drittel kleiner als im Vorjahre. Nur die notwendigsten Ergänzungen des Personals aber keine 5!euein- stellungen werden vorgenommen. Eine kleine Besserung weist lediglich die Nachfrage in der chemischen Industrie auf. Auch im Reich zeigt nach dem„ReichSarbcitsblatt" die Lage des gewerblichen Arbeitsmarktes im November gegenüber dem Vormonat eine weitere A b s ch tv ä ch u n g. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ist sie ebenfalls im allgemeinen etlvas schlechter. Tie an das„Reichsarbeitsblatt" berichteichen Krankenkassen hatten am 1. Dezember 1913 5 327 495 beschäftigte Mitglieder oder 19 264 weniger als am 1. November 1913. Nach den Berichten von 16 größeren Arbeiterfachverbänden mit zusammen 1,78 Millionen Mitgliedern waren Ende November 1913 3,0 v. H. der Mitglieder arbeitslos gegenüber 2,7 v. H. Ende Oktober 1913. Von Ende Oktober auf Enoe November pflegt eine Steigerung der„Arbeitslosigkeit einzutreten. Während aber im vorigen Jahre nur eine Erhöhung von 1,7 v. H. im Oktober auf 1,8 v. H. im November erfolgte, ist, abgesehen von den wesent- lich höheren Verhältniszahlen, in diesem Jahre auch die Zunahme der Arbeitsloscnziffer von Oktober auf November beträchtlicher. Bei 309 öffentlichen Arbeitsnachweisen mit 109 997 Vermitte- lungen kamen im November auf 190 offene Stellen bei den mann- lichcn Personen 219, bei den weiblichen 139 Arbeitsgcsuchc. Die entsprechenden Ziffern des Vormonats tvaren geringer(178 und 122). Hiernach hätte der Andrang männlicher wie weiblicher Arbeitsuchenden erheblich zugenommen. Auch hier macht sich die alljährlich zu Ense des Jahres eintretende Steigerung der Zahl der Arbeitsuchenden deutlicher als sonst bemerkbar, Berliner Vcrkchrstrust. Auf der Generalversammlung der Elektrischen Licht- und Kraft- anlagen A.-G. machte der Aufsichtsratsvorsitzende Bankdirektor v. Gwinner einige Mitteilungen über die Pläne zur Schaffung des Berliner Verkehrstrustes: „Der Zweck, der durch die Verhandlungen der Verkehrsunter- nehmimgeii verfolgt werde, liege klar auf der Hand. Er fei nicht nur nützlich für die Besitzer der Hochbahuaktien, sondern auch für die Oeffcntlichkeit und die Allgemeinheit, denn er gehe dahin, die ver- schiedenen Berkehrsunternehmungen Berlins in einer Hand zu vereinigen, wie dies schon zum Teil in anderen Großstädten, wie London und New Aork geschehen ist, teils in kurzem geschehen wird. Bei den bisherigen Vorkommnissen habe es sich allerdings noch nickt um formelle Verhandlungen gedreht, man könne aber anderseits auch nicht sagen, daß es bloße Besprechungen gewesen sind. Von einem Ergebnis sei vorläufig noch nickt zu sprechen." Die Gefahr eines privaten Verkehrsmonopols ist also recht nahe. Um so nötiger wird cS, daß die Gemeinden bezw. der Zweckverband keinerlei Konzession für neue Linien erteilen, sondern eigene Hoch- bahn-, Straßenbahn- und Omnibuslinien einrichten. Beschränkung der Diamantenprodnktton. Vor kurzem hat der südwestafrikanische FiSkus die Anteile der Diamantenregie(der Monopol-Verkaufsgefellschaft für südwestaftika- nische Diamanten) erworben und die Verstaatlichung der Regie voll- zogen. Diesem Schritt ist nun sehr bald eine Verordnung über die Beschränkung der südwestaftikanischen Diamantenproduttion gefolgt. Vom 1. Januar 1914 ab unterliegt die Höhe der Diamanten- produktton de r Regelung deS Fiskus. Für jedes Kalenderjahr setzt der FiSkus für jeden Förderer ein Höchstmaß der zu liefernden Diamanten fest; über dieses Quantum hinaus nimmt der Fisku� keine Diamanten an, noch darf der Förderer an andere Abnehmer als den FiskuS liefern. Nur kann ein Förderer seinen Produktions- anteil an einen anderen Förderer übertragen. Diese Bestimmung wird die Betriebskonzentration. in der Diamantenproduklion fördern und daher den Beifall der großen Produzenten finden. Um so weniger sind die Produzenten aber mit der Kontingentierung ein- verstanden. Für das kommende Jahr z. B. beträgt daS Gesamt- kontingent nur 1 Million Karat, d. h. nur ein Drittel der gegen- wältigen Produktionsmenge. Lebhaften Widerstand wird weiter die Eiiizelbestimmung finden, daß das Kontingent im voraus für ein volles Jahr festgesetzt wird. Die Förderer weisen darauf hin, daß die Marktlage innerhalb eines Jahres schwanki und die Höhe der Produktion sich deren Schwankungen anpassen müsse. Krupp A.-G. Die gestrige Generalversammlung der Friedrich Krupp A.-G. Effen-Ruhr genehmigte den Abschluß für das Geschäfts- jähr 1912/13, dessen Hauptziffern wir schon mitgeteilt haben. Die Dividende wurde auf 14 Proz.(gegen 12 Proz. im Vorjahre) festgesetzt. Der Geschäftsbericht enthält nur die nackten Ziffern ohne weitere Erläuterungen. Danach setzt sich das Ergebnis des Ge- schästsjahres wie folgt zusammen: 1912/13 1911/12 Millionen Mark B e t r i e b s ü b e r s ch ü s s e... 49,8 41,3 Gewinnvortrag aus dem Vorjahre. 6,5 4,2 Zinsen........... 3,9 2,0 Verschiedene Einnahmen... 1.7 2,3 Zusammen. 61,9 50,3 An Ausgaben verzeichnet der Bericht: Steuern.......... 5,7 5,0 Arbeiterversicherung...... 5,2 4,5 „Wohlsahrts"ausgaben..... 7,9 7,1 Zusammen. 18,8 16,6 Unter Hinzurechnung des Gewinnvortrages ergibt sich also ein Reingewinn von 43,138 Millionen Mark. Im Vorjahre belief er sich aus 33,759 Millionen, In einem Jahre ist demnach ein Mehr- gewinn von fast 10 Millionen auS den Arbeitern und Abnehmern herausgepreßt worden. Von allen deutschen Miemmternehmungen erzielt Krupp, der nach der Höhe deS Aktienkapitals erst an vierter Stelle steht, den höchsten Reingewinn. Dabei rechnet die Krupp A.-G., deren Kapital in Familienhänden ruht, nicht mit außenstehenden Aktionären, für die man in der Oeffcntlichkeit Gewinn und Dividende besonders hoch schrauben müßte. Mehr noch als bei anderen Aktien- Unternehmungen hat Krupp vielmehr ein Jnteresie daran, Gewinn und Dividende niedrig zu bemessen, um nicht die Begehrlichkeit der Arbeiter und den Argwohn der Abnehmer zu wecken. Der Stahlttust im Jahre 1912. In dem statistischen JahreS- bericht des Amerikanischen Eisen- und Stahlinstituts für 1912 be- findet sich eine Zusammenstellung über die Stahlproduktion der „U. S. Steel Corporation" im Vergleich mit der gesamten Stahl- produttion in den Vereinigten Staaten. Die Gesamlproduktion der Gesellschaft an Erz betrug 47,92 Proz. der Gesamtgewinnung, gegen 45,4 Proz, im Vorjahre. An Roheisen produzierte die Gesellschaft im Jahre 1912 47,72 Proz., gegen 45,4 Proz, im Vorjahre. Die Produttion von Jngets und Guß betrug 54,8 Proz. der Gesamt- Produktion, gegen 53,9 Proz. im Jahre 1911. An gewalztem Stahl produzierte die Korporation 48,52 Proz. der Gesamlproduktion, gegen 45,7 Proz. im Jahre 1911. Die Produttion an Draht- nägeln ergab 49,30 Proz. der Gesamtproduktion, gegen 51,4 Proz. im Vorjahre. Au Feinblech und Terne-Platten lieferte die GqftA« schaft 60,37 Proz., gegen 60,7 Proz, im Jahre 1911. Der Gesamtstahlexport aus den Vereinigten Staaten im Jahre 1912 betrug 2,9 Millionen Tonnen, gegen 2,1 im Vorjahre. Der Gesamtwert de« Exports an Stahl und Eisen betrug 239, gegen 241 Milliösien Dollar im Jahre 1911. LrCtzU Nachrichten. Ter Tarifkampf der österreichischen Buchdrucker. Prag, 16. Dezember.(W. T. B.) Von den großen Tages-, zeitungen ist bloß eine Abendausgabe erschienen. die übrigen Blätter haben heute früh und heute abend h e k t o- grap hierte Ausgaben versandt. Zwei große Druckereien haben die Arbeit ganz eingestellt. Eine Versammlung der Zei- tungsverleger Niederösterreichs beschloß, in der Provinz keine Zeitungen mehr erscheinen zu lassen, um den For- dcrungcu der Gehilfen entgegenzutreten. Ansammenstöstc zwischen Sozialisten und Studcnteu. Jassy(Rumänien), 16. Dezember.(P. C.) Gestern abend hatte die sozialdemokratische Parteileitung eine Versammlung mit der Tagesordnung„Das allgemeine Wahlrecht und die Judenfrage in Rumänien" einberufen. Bereits lange vor Beginn der Ver» sammlung hatten Huiwerte von Studenten das Versammlungslokal besetzt, um die Abhaltung der Versammlung zu verhindern. Gleich bei Beginn der Versammlung kam es zwischen den Studenten uick den Sozialdemokraten zu heftigen Zusammenstößen, die schließlich zu einer blutigen Rauferei ausarteten.' Hierbei wurden 2 0 Pcrs onen schwer und eine große Anzahl leichter verletzt. Inzwischen tvar ein großes Polizeiaufgebot cinge- troffen, das den Saal räumte und zahlreiche Verhaftungen vor» nahm. Die nationalistischen Versammlungsteilnehmer formierten sich alsdann zu einem Dcmonstrationszuge durch die Straßen, wo» bei es abermals zu Zusammenstößen mit den Sozialdemokraten kam. Da Ausschreitungen seitens der Studenten befürchtet wurden, wurde Militär requiriert, das die Hauptstraßen besetzt hatte und die Demonstranten schließlich zerstreute. Zwei Arbeiter von einem Eisenbahnzug getötet. Dortmund, 16. Dezember.(W. T. B.) Bei dem Nachbarorte Courl wurden heute vormtttag z we i R o tt c na rb e tter. die, um einem Zuge auszuweichen, auf das Nebengleis traten, bon einem Schnellzuge überfahren und getötet. Hafenbau in Düsseldorf. Düsseldorf, 16. Dezember.(W. T. B.) Di« Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung dic A n,l a g e e i n c s R h c i n- h a f e n s im Norden der Stadt. Die Kosten betragen, soweit bisher zu ermitteln ist, etwa 1% Millionen Mark für die Anlagen und 10 Millionen Mark für Grunderwerb. Ein Eisenbahnunglück. Aachen, 16. Dezember.(W. T. B.) Heute mittag. stießen aus unbekannter Ursache bei der Station Burgreuland aus der Strecke St. Vith-Luxemburg ein Personenzug und ein Güter- z u g zusammen. Der Lokomotivführer des Personenwagen» wurde getötet, ein Heizer schwer und zwei Zngbcamte leicht ver- letzt. Der Materialschaden ist beträchtlich. Dreistig Bergleute verschüttet. Newcastle(Colorado), 16. Dezember.(W: T. B.) Durch eine Explosion in der hier in der Nähe liegenden Vulkangrube wurden heute früh über dreißig Bergleute cinge- schlössen. Einmaliges Angebot für die Leser des Vorwärts Die Buchhandlung Vorwärts liefert, solange der Vorrat reicht: pv* �es Lebens, Treibens und Denkens der Halbkuiturvölker.— Mit 376 Abbildungen im Text und 5 Tafefn. leiieit; 1 leiloeillieiL Yon Leo Frobenius. Gebunden statt Mk. 7,50 nur Mk. 2,00 äl iRcxrchcirt �on Korea über Wladiwostok nach der Insel Sachalin. Reisen und Forschungen unter den Eingeborenen und russischen V-yoL"! Verbrechern. Mit 87 Illustrationen und 5 Karten. Von Ch. 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Eine Pilgerfahrt, die durch Italien und kreuz und quer durch Deutschland geht, und auf der Eulenspiegel, unerschöpflich in Listen und Streichen, seine belustigenden Tollheiten ausführt. !€€€€€«»»»»SsSSA Zur Silberhochzeit unseres alten tapscren Parteigenossen Emtl Franke und Frau herzliche Gradation. 0!o Genossen des 5. Bezirks und der 1. Abt. im 1. Kreis. Todes-Anzeigen I Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 2. Herl. Reiehstagswahlkreis. Bezirk 88. ?(m 13. Dezember verstarb unser Mitglied, der Schlosser i\iixu8t Meinefeld Hagelbcrgerstrabe 36. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung jindet am Mittwoch, den 17. Dezember. nachmittag! 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhoses aus statt. Um rege Beteiligung bittet 194/5 Der Aorstand. SozialdemokratischerWahlverein f.d. i Beel. Reiehstagswahlkreis. Görlitzer Viertel. Bezirk 202 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Xlbert Schulz Forster Str. 48, gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Di« Beerdigung sindct am Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Ost-Kirchhojes in AhrenS- selbe aus statt. Iber Vorstand. Sozialdemokratischer Wahiverein L d. 6. Beri. Reichstags-Wahlkreis. Am 13. d. Mts. verstarb unser Genosse, der Arbeiter- Otto Käser Finnländischc Str. 12. Bez. 566. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet heute Mittivoch, nachmittags'IA Uhr, auf dem Gcthsemane-Kirchhos in Nordend statt. Um rege Beteiligung ersucht ver Vorstand. IDentseher Metailarfaeiter-Verband Verwaltungsetelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maschinen- arbeit er Otto Käser innländische Str. 12, am 13. . Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. Dezember, nach- mittags 3'/, Uhr, vhn der Leichen- Halle des,Gcthscmane-KirchhojeS in Nordend aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser liob. Bankwitz Tempelhos. Dorjstraße 50, am 14. d. Mts. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemcindc-Fried- Hofes in Tempelhos, Germania- straße, auS statt. Ehre ihrem Andenken: Rege. Beteiligung erwartet 131/14 Gie Ortsverwaltung. Keukölln. Am 14. Dezember verstarb unser Parteigenosse, der Gastwirt Ifermann Döberitz Siegsriedstr. 18/19. 17. Bezirk. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung sindet am Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichcnballc des Neuen �akobi- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 239/2 Ter Borstand. Beatseher Roizarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Den�Nilgliedcr» zur Nachricht, daß unser Kollege, der Einsetzer Gustsv Zindler Rochowslraße 5, im Alter von 55 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken Die Beerdigung findet am Donnerstag, den i8. Dezember, nachmittags 2'/. Uhr, von der Halle des Oftsricdhoscs in AhrenS- selbe auS statt. 93/5 Oie Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahiverein Steglitz. In der Nacht vom Sonntag zu Montag starb unser Parteigenosse, der Goldschmied Brich Bauer Schildhorn-Str. 5(4. Bezirk). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigimg findet am Donnerstag, den 18. d. MtS., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Steglitzer Ge- mcindcsricdhoses aus statt. Die Sänger trcstcn sich aus dem Fricdhosc. Um rege Beteiligung ersucht 203/11 Der Borstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Sonntag, den 14. Dezember, unsere treusorgende Mutter, Tante und Schwägerin tattpdilWueVenier nach kurzem Krankenlager im 31. Lebensjahre vernarben ist. Um stilles Beileid bitten Oie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 3st, Uhr, von der Halle des Friedhoses in der Lülk- straße aus statt. 7ZA SIS Kreis Kiederharnim. Bezirk l-ichtcnbcre. Den Gcnoisinncn und Gcnoiicn zur Nachricht, daß am Sonntag, den 14. Dczbr., unsere Genossin tau Philippine Werner nach kurzem Krankenlager vcr- starben ist. Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung sindct am Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 3>/, Uhr, von der Leichenhalle des Friedhoses in der Lültstraßc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 13/6 Die Bezirksleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, des Gastwirts V/rnrit Buster. sagen wir hierdurch allen unseren herzlichsten Dank. LÄw. Anna Muster und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres innig- geliebten Töchterchens Enm lagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank. Max u. Marie Frömel. Herren-Moden fertig und nach Mali, wirklich vorzugliche Ausführung. Grolies Stofüager. Monatszahlung 10 M. Cuolcfctefn Vorvkt>tr. 51, Nähe BülowstraBe. [ atentanwalt Prlliwltzqip Berlin N.W.21.Tburmstraße S1*-. MohrenstrJß Kolonnaöer». Qr frankf urf erst r 115 Trauer- Magazin Kleider, Hüte elc w Äußerste Prebe-«c Tarbige Konfektion in grofMem Maßstäbe zu bil Ifgsten -Preisen— Westmann Möbel- Aussteilung Ausstellung von neuzeitlichen Ein- und Eweizimmer-Einrich- tuugeni. schlichter gediegener Go»chmacksrichtuii»unter Berücksichtigung der Bestrebungen der Kommission für vor- bildl. Albeiterwohnungen in Höffner's MObel-Engroshaus Berlin N. 201. Veteranensir. II, 12, 13. - Besichtigung frei.—-- Abgabe der kompl. Einrichtungen sowie einzelner Stücke zu ganz mäßigen Preisen. Todesnaehricht. Am 15. d. Mts. starb plötzlich insolge Herzichtag unsere liebe, gute, unvergeßliche Mutter. Groß- mutter und Schwiegermutter wiiwe Berta Müller i geb. Luchscheider im 65. Lebensjahre. Ilm stilles Beileid bitten die ttestrauerndcn Hinterbliebenen Emil Müller nebst Frau, Osnabrücker Str. 4. Hugo Müller nebst Frau und Sohn. Hedwig Henschel geb. Müller nebst Mann und Kindern Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. Dezem- der 1913, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen-Kirchhojes(Neuer Fürsten- brunner Weg) aus statt. 46Ä Verwaitungssteiie Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Tclcpbon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Tonnerstag, den 18. Dezember tVIÄ, abends 8'> Uhr: �= Versammlung der Former und ßcrufsgcnoHen in den Bornssia-sälen, Ackerstr. 6/7. Tie Dagcsorbnuiig wird in der Bersammlung bekannt gegeben. �...........-- Mitgliedsbuch legitimiert.------------------ BV Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Bertrauensmäuner-Äonscrenz der(Gürtler findet am Toniicrstag, den 18. Dezember, nicht statt. 131/13 Die Ortsvcrrvoltuns. AilgkUkiilk OrlskrMtnkiijse DerUn MMensee. Bekanntmachung. Gemäß der Hz 25. 26 der Wahlordnung sür die Vorstandswahlen geben wir den wablberechtigtcn AnSschußvcrtrclcrn der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer hiermit bekannt, daß die nachfolgenden srist» und sormgcrccht ein- gereichten Wahlvorschläge als gültig ancrlanni worden sind: l. Arbeitgeber. Qrdentl. Borstanbsmitglicb: Fricdmann, Richard, Kaufmann, Bcrlin-Aeißen- sec. Piftoriusitr. 96. I.Ersatzmann: Schcller. Georg. Fabrikant, Berlin-Wcißensce, Streu- straße 97,99. 2. Ersatzmann: Hcinatz, Zlichard, Großdcstillateur, Berlin- Weißens«, Berliner tzlllee 29. Ordentl. Vorstandsmiigiied: Schräge. Georg,«chuhwarcnsabrikant, Berlin» Wcißensec. Berliner Allee 15. 1. Ersatzmann; Leß. Leo. Kausmann. Berlin, Weißeniec. Berliner Allee 234. 2. Ersatzmanr: Werner, Bernbard. Kaufmann, Bcrlin-Weitzcnsce, Berliner Allee 18.______ Drdentl. Vorstandsmitglied: Peukcrt, Gustap, Gastwirt, Berlin Weißensee, Berliner'Allee 251. 1. Ersatzmann:«wmidt, Otto, Nähstubcnbcsitzer, Berlin-Äcitzensce, Elsaß« straße 58. 2. Ersatzmann: Hope, Hugo, Gastwirt. Bertin-Weißensee, Parkftr. 3. Ä. Arbeitnehmer. Ordentliches Vorstandsmitglied: Fuhrmann, Kurt, Zeitungsspediteur. Berlin» Weißens«, Scdanstraße 105. 1. Ersatzmarm: Agnen. Mar, Tischler, Berlin-Weißens«, Gacb.'crsiraßc«5. 2. Ersatzmann: Heidelmann, Otto. Metallarbeiter, Berlin- Lichtenberg. Frcnenstraßc 16. ---.ft- Ordentliches Vorstandsmitglied: Fendel, Robert, GewerkschastSangeslelltcr, Berlin. Rciiiidendorscrslraße 45. 1. Ersatzmann: Kolk, Franz, Maler, Berlin-Wcißcnsce. Friedrichstraßc 38. 2. Eisatzmann: Thiel, Reinhold, Stcinarbcitcr, Berlin-Weißcnice, Fricfickc- siraßc 19.______ Ordentliches Vorstandsmitglied: Brodkorb, Heinrich, Tiichler, Berlin» Dcißcnsce. LangbanSstraße 30. 1 Ellatzmann: Gron. Srnn, Mktallarbeilcr. Berlin. Nazareihkirchllraße 43. 2. Ersatzmann: Siegosch. Karl, Fabrikarbeiter, Berlin, Naugarderstraße 12. Ordentliches Vorstandsmitglied: Olcv. Mar. Mciallarbeiter, Berlin» Weißenice, Kronprinzenstraße 3. 1. Ersatzmann: Schäser, Otto, Metallarbeiter, Berlin. Gubenerstraß- 20. 2. Erjabmann: Franke, Alwin, Metallarbeiter, Bcrlin-Wcißens«, Berliner Allee 221.____________ Ordentliches Voriiandsmilglied: Gracwe, Wilhelm, Gewcrkschastsange» slellter, Berlin-KarlShorst, Funker Förgflraße 31. 1. Ersatzmann: Grothe, Hermann, Metallarbeiter, Berlin-Weßensce, Lchderstraßc III. 2. Ersatzmann: Grothe. Fritz. Metallarbeiter, Verl":. Welgensce, Lebder» straße 122.__ Ordentliches Vorstandsmitglied: Kamoß, Robert. Fabrikarbettcr, Berlin- Weißens«, Charlottcnburgcrslraße 55. 1. Ersatzmann: Jahn. Max, Fabrikarbeiter. Bcrlin-Weißensec, Lotbringen- IG. 2. Ersatzmann: Fritsche, Heinrich, Fabrikarbeiter, Berlin-Weißensee, Sedan- straße 46.___ Ansechtunaen find nach§ 26 der Wahlordnung innerhalb zwei Wochen bei dem Kassenvorstandc oder dem Vcrstchcrungsamt hier, PistoriuS» straße 24 anzubringen.._ Die Vornahme der Wahl ist nicht mehr crsorderlrch. Tie zum Sonn» abend, den 30. Tezcnidcr er. einberufene Wahl findet daher nicht statt. Berlin-Weißeitsec, de« 16. Dezember 1913. Der Borstand. K. Fuhrman n, Vorsitzender. 30l/lS verantüi. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Lnseratenteil veiantw.- TH.Älockc,Berlin.Trucku.BerIag:LorwärtsBtlchdr.u.Vcrlagsanstaü PaulSingerö-Co..BerlinLW. Hierzu 3 Beilag«»».llnterhaltungsbl. ir.332. 30. 1.§t\\� �0 DrMg" Kerlilltt Illlksdlllt!. Mm»..7.0, MW tM. GevverKfcKaftlicKes. Arbeiter! Verkelft äen k�inoangefteUten 2U einem freien Aleiknacktskeiligabenct! Seit Jahren kämpfen die Kinoangestellten nun schon darum, daß der Heiligabend zu Weihnachten frei ist. Man sollte meinen, daß diese Forderung um so leichter zu erfüllen wäre, als der Besuch der Kinos an dieseni Abend fast durchweg ein äußerst geringer ist. Eine Reihe von einsichtigen Inhabern sind denn auch schon von selbst dazu übergegangen, die Pforten ihrer Lichtspieltheater am Weihnachtsabend zu schließen. Und damit dürfte ihnen wie auch den Angestellten in bester Weise gedient sein. Den letzteren aber ganz besonders, da sie ja sonst an jedem Abend angespannt sind und es ihnen zu wünschen ist, daß sie diesen einzigen Abend im Jahre mit ihrer Familie verleben können. Die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Kinooperateurc sowie die Freie Vereinigung der Kino- angestellten und die dem Deutschen Transportarbeiterverbande angehörenden Äinoangcstellten haben gemeinsam auch in diesem Jahre an den Verein der Lichtbildtheaterbesitzer Groß-Berlins und Provinz Brandenburg(E. V.) folgendes Schreiben ge- richtet: Die unterzeichneten Organisationen erlauben sich hierdurch die höfliche Anfrage, ob und wann Sie geneigt wären, betreffs Schließung der Theater am Heiligabend, mit demselben in Unter- Handlung zu treten. Ihrer geschätzten Antwort entgegensehend, zeichnet hoch- achtungsvoll usw. Darauf lief vom Verein der Lichtbildtheaterbesitzer Groß- Berlin und Provinz Brandenburg)(E. V. nachstehende Antwort ein: Bestätigend den Empfang Ihres Briefes vom 19. er. erlaube ich mir, Ihnen folgendes mitzuteilen: Der Verein der Lichtbilderthcaterbesitzer Grotz-Berlins und Provinz Brandenburg. I. infolge Verschluckens giftigen Saalewassers im Krankenhause zu Halle verstarb. Ter Verstorbene hatte am 29. Januar als Steuermann auf einem Saaledampfer die gerissene Kette bei einer Temperatur von 3' Grad Kälte etwa drei'Stunden lang gesucht. Am nächsten Tage riß die Kette abermals, das Suchen erfolgte bei einer Temperatur von 10 Grad Kälte. Durch das oftmalige Einwerfen des Ankers, mit dessen Hilfe gesucht wurde, wurde B. vollständig durchnäßt, mit schmutzigem Schlammwasser bespritzt und mit Typhusbazillen infiziert. Die Erkrankung, die die Merkmale einer Influenza zeigte, erfolgte am 1. Februar, die Aufnahme ins Krankenhaus wegen eingetretener Verschlimmerung am 16. Februar, der Tod am 24. Februar. Die Obduktion der Leiche zeigte eine verhärtete Typhusmilz sowie mehrere Typhusgeschwürc. In den verschiedenen Gutachten, unter denen sich solche von ganz hervorragenden Spezialisten befanden, wurde u. a. behauptet, daß der 29. bezw. 30. Januar(der jeweilige Unfalltag) als In- fizierungstag niemals in Frage kommen könne, weil auf Grund jahrelanger Erfahrungen die Inkubationszeit(EntWickelung der Krankheit) 8 bis 11 Tage, teilweise auch 2 bis 3 Wochen dauere, die Jnfizierung daher spätestens am 13. Januar erfolgt sein müsse. Das von Professor v. Strümpel- Leipzig eingeholte Obergutachten bestätigt, daß diese Annahme im allgemeinen bestehe, betont aber, daß die schwere Erkältung des B. diese Zeit abgekürzt haben könne. Außerdem aber habe der ausgezeichnetste Beobachter solcher Typhus- fälle, Professor Schottmüller- Hamburg, in dem Moor-Stählinschen Handbuche für innere Medizin festgestellt, daß die Tvphuserkran- kungen in der Regel vor Ablauf einer halben Woche in Erscheinung treten und er sogar nach eigener Beobachtung zwei Fälle vou zwei Tagen anführen könne. Auf Grund dieser Feststellungen erfolgte die Verurteilung der Elbschiffahrts-Berufsgenofsenschaft. Gerichts-Leitung. Ende des Prozesses gegen die Gräfin. Die gestrige Verhandlung brachte endlich das Ende des Pro- zesses gegen die Gräfin Fischler von Treuberg. Das Gericht ver- urteilte die Angeklagte zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und 1500 M. Geldstrafe. Zu Beginn der Verhandlung erklärte der Staatsanwalt auf Befragen, daß die Vorführung der Prinzessin Isenburg-Büdingen nicht ausführbar gewesen sei. Zum letzten Wort verstattet erklärt die Angeklagte: Hier ist viel über Tinge verhandelt worden, von denen ich gar keine Ahnung hatte; ich war doch nicht geschäftskundig, ich habe keinen Wucher getrieben, habe niemand veranlaßt, Wucher zu treiben. Ich bin eine Frau, die doch gar keinen Einblick in das ganze geschäftliche Treiben hatte und ich bitte zu berück- sichtigen, daß ich doch immer in fürchterlicher Ekstase infolge des Genusses von Morphium und anderen Sachen war. Nach etwa halbstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende: Der Gerichtshof hat die Prinzessin Alexanl�a von Asenburg- Büdingen, die trotz ordnungsmäßiger Vorladung nicht erschienen und durch ihr ganzes Verhalten zu erkennen gegeben hat, daß sie nicht erscheinen will, in 300 M. Geldstrafe, eventuell 20 Tagen Haft, und in die durch ihr Ausbleiben verursachten Kosten genommen. Das Urteil wurde dahin verkündet: Unter Freisprechung in verschiedenen Fällen der Anklage wird die Angeklagte wegen Wuchers im Sinne der 88 302», 302b und 302e des Strafgesetz- buchcs, Beleidigung und Erpressung in zwei Fällen zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, 1500 M. Geldstrafe eventuell noch 100 Tagen Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Auf die erkannte Strafe werden 3 Monate der Untersuchungshaft als verbüßt an- gerechnet. In der kurzen Begründung hob Landgerichtsrat Brirskorn unter anderem hervor: Die Angeklagte hat in der Lebewelt ver- kehrt, die von ihr bewucherten Herren ebenso und es konnte ihr nicht unbekannt sein, daß letztere aus Leichtsinn handelten. Die Sache ist nicht allzu schzoer zu beurteilen. Sie hat allerdings dem Leichtsinn Vorschub geleistet und damit zum Herunterkommen der Leute beigetragen. An letzteren war aber an sich nicht mehr viel zu verderben. Selbstverständlich hat das Gericht sein Urteil nur auf Grund der Tatsachen gefällt, die es durch die Beweisaufnahme als erwiesen angesehen hat, ohne Berücksichtigung der Zuschriften, die von außen her an cinzekne Mitglieder des Gerichts gekommen sind und teils Beifall mit einzelnen Zeugenaussagen, teils Miß- fallen mit anderen zum Ausdruck brachten. Auf die eine dieser Zuschriften, die an mich gerichtet war, zurückzukmnmen, habe ich keinen Grund, denn der Ton darin ist ein solcher, daß der Zu- schrift zuviel Ehre angetan würde, wenn man ein weiteres Wort darüber verlöre. Eine andere Zuschrift, die anscheinend von besseren Leuten herrührt, liegt auch vor, es muß aber gesagt sein: es ist ungehörig, in dieser Weise auf das Gericht einwirken zu wollen. Der preußische Richter ist nicht dazu da, nach Sentiments aus dem Publikum sich zu richten. Rechtsanwalt Dr. Klee beantragte namens der Angeklagten, sie aus der Haft zu entlassen. Sie bietet eine Kaution von 5000 M. an; sie möchte gern Gelegenheit haben, ihre Angelegen- heiten zu regeln und mit der Rückzahlung ihrer Schuloen fort- fahren zu können.— Nachdem der Staatsanwalt diesem Antrage widersprochen, lehnte der Gerichtshof die Haftenlassung ab, da Fluchtverdacht vorliege und die angebotene Kaution nicht aus- reichend erscheine, unt solchen zu beseitigen. Zwölf Bräute auf einmal. Daß die Dummen nicht alle werden und der Heiratsschwindel trotz aller Warnungen, oie in Fornt von Gerichtsverhandlungen an leichtgläubige, heiratslustige Damen immer wieder ergehen, noch üppig in Blüte ist, zeigt folgender Fall, der gestern die 4. Straftaimner des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichts- direktors Dr. Seligmann beschäftigte. Wegen Betruges bzw. versuchten Betruges hatte sich der Kaufmann Gustav Meyer aus Friedenau zu verantworten; wegen Beihilfe war seine Mutter, die geschiedene Auguste Riescwandt angeklagt. Ter Angeklagte, der verheiratet war, aber geschieden ist, war bei einer hiesigen Versicherungsgesellschaft tätig gewesen, aber entlassen worden und befand sich nun ohne alle Subsistenz- mittel. Er verschaffte sich diese sehr bald auf dem Wege des Heiratsschwindels. Er erließ in verschiedenen Zeitungen ein Inserat, Ivorin er in der Rolle eines„Beamten mit auskömm- lichem Gehalt und gesicherter Existenz" Mädchen, die sich nach glücklicher Häuslichkeit sehnen und über einiges Vermögen ver- fügten, zwecks Heirat um Angabe ihrer Adresse ersuchte. Diese Annonce hatte einen ungeahnten Erfolg: Der Angeklagte wurde mit Adressen überschwemmt; er hatte die bequeme Auswahl und trat mit zwölf Kandidatinnen fast gleichzeitig in näbcre Ver- bindung. Es kam mehrfach zu einem ganz, formalen Verlöbnis, die Bräute wurden der Mutter borgestellt uno diese bestätigte die Angaben des Sohnes, so daß sie bald mit verschiedenen Bräuten in ein freundschaftliches, schwiegermütterliches Verhältnis trat und das trauliche„Du" mit ihnen wechselte. Ter Angeklagte hatte es verstanden, in der raffiniertesten Weise die Bräute dazu zu bewegen, ihm einen großen Teil, in einzelnen Fällen sogar ihre ganzen Ersparnisse zu opfern. Die Beträge/ die er einigen der verblendeten heiratslustigen Damen, unter falschen Vorspiegc- lungen abnahm, gingen teilweise über 1000 M. hinaus und er- reichten eine Gesamthöhe von mehr als 10 000 M. In einigen Fällen hat er kein Glück gehabt, da die betreffenden jungen bzw. älteren Damen noch rechtzeitig von vernünftigen Leuten gewarnt wurden, ihr schönes Geld leichtfertig dem Angeklagten zu über- antworten. Die in ihren Hoffnungen so schnöde getäuschten Bräute gaben gestern als Belastungszeuginnen ein anschauliches Bild von der Unverfrorenheit, mit der der Angeklagte zu Werke ging; einige von ihnen haben nicht nur großen materiellen, son- dern auch lange nachwirkenden seelischen Schaden davongetragen. Da der Angeklagte somit als ein sehr gemeingefährlicher Heiratsschwindler durch die Beweisansnahme charakterisiert wurde, verurteilte ihn das Gericht zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft. Der Mutter wurde zugute gehalten, daß ihre Verfehlung in der Hauptsache ihren Grund in der übertriebenen Liebe zu ihrem Sohne hatte. Sie wurde deshalb nur zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Wieder ein Opfer der Gesindesklaveret. Kürzlich wurde in Ostpreußen ein Dienstmädctzeu zu Zucht- haus verurteilt, das von seinem„Herrn" gezwungen worden war, zwei Meineide zu leisten. Jetzt hat wieder ein Knecht in Ost- preußcn Zuchthaus erhalten, weil er aus Angst vor seinem„Herrn" einen Meineid geleistet hatte. Es handelt sich um den 20 Jahre alten Knecht Gnstav Kaskowski aus Muschacken bei Neidenburg. Er wurde am 23. Mai von seinem Arbeitgeber, dem Gastwirt Lau in Muschacken, derart mit einem Stock mißhandelt, das, er an beiden Armen blutunterlaufene Striemen hatte und 14 Tage ar- beitsunfähig war. Es wurde gegen Lau Anzeige erstattet und auch Anklage wegen Körperverletzung erhoben. Als der Knecht nun als Zeuge in der Schöffengerichtsverhandlung vernommen wurde, er- klärte er auf einmal, der Arbeitgeber hätte ihn nur zweimal leicht gegen die Brust gestoßen, und Schmerzen hätte er überhaupt keine gehabt. Die Staatsanwaltschaft verhaftete den Gastwirt und dessen Schwager unter dein Verdacht der Anstiftung zum Meineid. Sie nahm an, daß diese beiden den Knecht zu der falschen Aussage verleitet hätten. Doch der Knecht gab an. daß er nur aus Furcht vor seinem Arbeitgeber den Meineid geleistet hätte. Er hätte ge- glaubt, der Gastwirt würde sich an ihm rächen. Das Verfahren gegen Lau und seinen Schwager wurde eingestellt. Der Knecht aber wurde vom Schwurgericht in Allenstein zu einem Jahr Zucht- bans verurteilt. Solche Vorkommnisse sind nur da möglich, wo die Gesindc- sklaverei nock) in vollster Blüte steht. Der Knecht hätte ja die Ar- beitsstelle nach der groben Mißhandlung sofort verlassen können. Er hat aber angenommen, daß er seine Zeit abdienen müsse. Und deshalb ist er unier der Fuchtel seines„Brotherrn" geblieben, wa» für ihn zum Verhängnis geworden ist. Fort mit der Gesinde- ordnung!_ Hus aller Gleit. Sifcnbabnhatartropbc in Sali-ien. Auf eine eigenartige Ursache ist ein schtveres Eisenbahn- unglück zurückzuführen, das sich Dienstag früh unweit der Ort- schaft Biadoliny in Galizien zutrug. In einem Waggon eines aus Kreuz in Niedergalizien kommenden Per- sonenzuges, der mit heimkehrenden Saisonarbeitern gefüllt war, explodierte durch Unvorsichtigkeit eine Benzinflasche und setzte den Wagen in Brand. Die Passagiere zogen die Notleine und brachten den Zug zum Stehen. Die Arbeiter eilten aus dem Zuge, als auf einem anderen GleiS der Krakau— Wiener Schnellzug heranbra ustc und in eine Schar von Arbeitern hineinfuhr. Acht Arbeiter wurden dabei getötet und zahl- reiche andere schwer verletzt. Den zu Hilfe Eilenden bot sich ein furchtbarer Anblick; weit umhergestreut lagen zerfetzte Leichen und Schwerverwundete. Es ist zu befürchten, daß von den Verletzten noch mehrere dem Tode verfallen. � 5* « Die Opfer des Tunneleinsturzes. Bei den Aufräumungsarbeiten im eingestürzten Eisen- bahntunnel bei Braunsdorf wurden noch zwei Tote gefunden, zwei der Schwerverletzten sind im Krankenhaufe ihren Qualen erlegen, so daß sich die Zahl der Todesopfer der Katastrophe auf zehn beläuft. Ob sich unter den Trümmern noch weitere Opfer befinden, läßt sich nicht sagen, da die Aufräumungsarbeiten noch nicht beendet sind. Erdbeben auf einer Tüdseeinsel. Der Dampfer„Pacifique", der von den Neuen Hebriden in Noumea(Australien) eingetroffen ist, meldet, daß auf der zu den Neuen Hebriden gehörenden Insel Ambrym vulkanische Ausbrüche stattfanden, die viele Tage andauerten. Am 7. Dezember bildeten sich sechs neue Krater. Mount Minnie stürzte in sich zusammen, wobei eine Misstonsstation in Gefahr geriet. Die Bewohner flüchteten in Boote. Eine Anzahl Dörfer wurde von Lava überschwemmt. Weiße sind nicht umgekommen, wahrscheinlich aber viele Eingeborene. Ein französischer Dampfer rettete 500 Persomen, meist alte Leute und Kinder, die von den jungen und kräftigen Leuten im Stich gelassen worden waren. Ein Teil der Insel wurde durch F e u e r v e r w ü st e t. Die Insel ist mit Asche bedeckt, ihre Flüsse sind in L a v a st r ö m e verwandelt. Aus der Tiefe. Die Polizei in Kiew-verhaftete eine Bande verkommener Personen, die auf den Jahrmärkten Kinder raubten und sie zu Bettelzwecken verstümmelten. Bei den Verbrechern wurden ein Knabe und ein Mädchen vorgefunden, die entsetzlich ver- stümmelt worden sind. Dem Knaben sind beide Beine gebrochen und der Körper des Mädchens ist zerstochen und zerschunden und über und über mit Schorf bedeckt. Die Polizei hat festgestellt, daß die Bande 70 bis 100 Kinder auf dem Gewissen hat. Das Haupt der Bande war ein Mann Namens Kutscherow. der entflohen ist, während seine Frau, die an den Verbrechen teilgenommen hat, verhaftet werden konnte. � Tie abgelaufenen Schuhsohlen. Daß sich die katholische Geistlichkeit bei den Wahlen für die Zentrumspartei stets stark arrangiert, ist eine bekannte Tatsache. Selten aber hat sie solchen Eifer an den Tag gelegt als bei den letzten Stadlratswahlen in R e ck l i n g h a u s e n, wo die Herrschaft des Zentrums sehr arg bedrängt war. Die Schlepperdienste, die die Geistlichkeil dort verrichtet hatte, fanden in einem Inserat Ausdruck, das einige Tage nach der Wahl im dortigen Generalanzeiger erschien; 35 Paar Schuhe zu sohlen und zu flecken. Näheres Herrenstraße 7. Herrenstraße 7 wohnt ein katholischer Geistlicher, der sich be- ionders als Agitator und Schlepper hervorgetan hatte. Das Reck- linghauser Zentrumsblatt ist natürlich sehr ausgebracht und schimpft über den„Bubenstreich", der viel belacht wird. Kleine Notizen. Strandung an der Nordseeküste. Die norwegische Bark „Amazone", die sich mit einer Ladung Holz auf der Fahrt von Sundsvall nach Melbourne befand, ist bei Borkum gestrandet und gänzlich wrack geworden. Von der Besatzung wurden neun Mann durch ein Rettungsboot aufgenommen, neun andere sollen ertrunken sein. Trotz Geständnis freigesprochen. Das Schwurgericht von Tours sprach den Militärarzt Häufle, den Leutnant Da u- d i g n a c und eine Näherin, die eines Verbrechens gegen das keimende Leben angeklagt waren, trotz des von ihnen abgelegten Geständnisses frei. Gelungeucr Hungerstreik. Miß Silvya Pankhurst, die Tochter der bekannten Suffragettensührerin, mußte nach acht- tägigem Hungerstreik aus dem Gefängnis von H o l l o w a h, in dem auch ihre Mutter untergebracht ist. entlassen werden. Miß Pankhurst war infolge der hartnäckigen Verweigerung der Nahrungsaufnahme derart entkräftet, daß sie sich nicht allein aufrecht zu halten vermochte. Das schönste W eihnachtsgeschenK für den, der es liebt, seine Räume schön und geschmackvoll auszustatten, sind unstreitig die GlähKörper-GasKamine Sie erhöhen durch ihr gediegenes Aussehen nicht nur den künstlerischen Eindruck der Räume, sondern stellen auch eine vollkommen hygienische Heizungsart dar. In mit ihnen beheizten Zimmern wird man immer eine angenehme, frische Luft und stets warme Füsse haben. Diese Gaskamine lassen sich ohne Schwierigkeiten in vorhandene Holzoder Kohlenkamine einbauen; sie machen jedoch auch ohne jeden weiteren Umbau einen gediegenen, gefälligen Eindruck. Ihre Aufstellung ist daher nicht kostspielig. Die Preise der Kamine sind mässig. Man besichtige die Glühkörper- Gaskamine in den Ausstellungsräumen Berlin SW. 68, Kochstratse 18(nahe der Eriedrichstrasse) oder verlange näheren Aufschluss, Drucksachen, Abbildungen usw. von der Vertriebsabteilung der Gasgesellschaft, Berlin S. 42, Mtichiner Strasse 19. Ausstellung und Verkauf von Gasapparaten; Berlin SW68, Kochstrasse 18 C19, Scharrenstrasse 11-13 Schöneberg. Qleditschstrasse 47 Akazienstrasse 28. Wilmersdorf. 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Leonce und Lena. StöniggräNer Strafte. Die Krön- braut. Zirkus Busch. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Aniang 8 Udr. Urania. Mt dem Imperator nach New Hort. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Berndt: Der heutige Stand der großen Abstammungsprobleme. Deutsches Künstler- Theater. Schirin und Gertraude. Kammcrspielc. AndrokluS und der Löwe. Dheater am Nollendorsplaft. Der Mikado. Theater des Westens. Polenblut. Berliner. Wie einst im Mai. Deutsches Opernhaus. Lobetanz. Deutsches Schauspielhaus. Die heitere Residenz. Dhalia. Die Tangoprinzessin. KomödienhauS. Hinter Mauern. Montis Operetten. Die ideale Gattin. Schiller O. Hcimg'sunden. Schiller Eharlottenburg. ihr wollt. Refidenz. Hoheit— der Franz. Rose. Berlin, wie es weint und lacht. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Kafino. Ferdinand der Tugend- hafte. Kleines. Die Sippe. Luftspielhaus. Die spanische Fliege. Trianon. Seine Geliebte. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Die Kinokönigin. Herrnfeld. Was sagen Sie zu Leibusch? 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Komödienhaus. «uhr- Hinter Mallern. öerUner�'deslei'. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater des Westens! 8 Uhr: Polenblut. Mittwoch u. Sonnabcndnachm. 4 Uhr: Das tapfere Schnciderlein. Sonnt. Nm. 3>/,U.: llsr liebs lluguslin. bkesilleeMealesuu Hoheit— der Fronx! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur Landsberger und Willi Molsi. Musik von Robert Winterberg. Allnbendl. 8 Uhr: lloboit— der Franz! Iicsslng-Theater. 7'/» Uhr, z 1. Male; Wozaieck. Trauerspiel-Fragment v. G. Büchner. l.eouee und Ceua. Lustspiel in 3 Akten von G. Büchner. Vereinigt« Uerliner Volksbühnen. Culsen Theater. I Walhalla-Theater. 8'/« Uhr: Kasernenluft. I 81;, ttbr: Wolkenbuinmler. Schauspiel in 4_ Allen von Stein 1 Posse in 3 Akten von Herm. Stein. _ und Söhngen.| Musik von Karl.Krüger. :: Deriiner:: Konxertbaus MauerstraBe 82.— Zimmerstraße 90:91. Oroßes Doppel-Konzert! Berliner Konzertliaus-Orchester ra,t �artct?.bal Komponist Frz. v. B 1 o n. •-R Leitung: Musikkorps Gartie-Füsilier-Regiments Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Wochentagen: Gr. BSchMlttSgZ-jtoiüert Dirig. Oberm. Oippel. Anfang 8 Uhr. bei freiem Eintritt. Msches Künstlertheater Sozietfit. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nauendorf 1383. Mittw. S'/i Uhr: Dnnca» Schule. Tänze und Reigen. Millw. 8Uhr: Sehirin und Gertraude. Donnerstag 8 Uhr: Srbirin und Gertraude. 0SE=THEATE 1 ckroße Frankiurter istr. 132. Berlin wie es weint und lacht. VoUSstück in 3 Akten (11 Bildern) von Berg imd Kaiisch. Musik von Conradi. Ansang 8 Uhr. Morg. u. f. T.: Fröhliche INeihnachl. Sonnabend 4 Uhr: (Siskönig und Goldpriiizcftchen. Täglich Anfangt! Uhr. Sonntags 3 Uhr: Hatluee Kompl. Programm großer Variete=Akte sowie unsere reuommiorton Lichtspiele. Preise von 65 Pfennig an. Brauerei Friedrichsbain. Sonntag, den 21. Dezember 1918: Konzert des Berliner Sängerchors Jfitgl. des Arb.-Sängerbundes, Chormezster Franz Bothe, mid des Philharmonischen Orchesters Dirigent Camillo Hildebrand. Billetts im Vorverkauf SO Pf.. Kassenpreis 75 Pf., bei den Vorwarts-Spediteuren Zucht, Immanuelkirchstraße 12, und Hanisch, Ackerstr. 174. Zirkus Busch. Heule Mittwoch, b. 17. Dezember, abendS 7'/, Uhr: Pompeji Die bisher größte u. prunkvollste Original-Ausstattungspantomime des Zirkus Busch in 5 glänzenden Akten. Borher das groftc Gala- Programm. Ka>»t. Unling. Eine Nordpolszenc im Zirkus Busch. Bad. 8maragda mit ihren dressierten Kaden und Tauben. l.a Ikorando, Jonglicr-Akt. W V oigt- Theater Badstrafte 58. Heule Mittwoch, den 17. Dezember: I�eimg'sunäen. Weihnachtskomödic in 3 Akten von Ludwig Aiizeiigrubcr. Kasseneröffnung 7 Uhr. Zins. S1/, Uhr. URANIA Tai'£T«.tr- 8 Uhr: Mit dem„Imperator� nach New York. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Bemdt; Der heutige 8tand der großen Abstammnngs- _ Probleme._ Metropoi- Theater. Abends präzise 7 Uhr 55: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Germania-Pracbtsäle N, Chausseestr.110. K.Richter. Jeden Mittwoch: Paul Mantheys lustige Säuiger. Ansang 8 Uhr. Eiiitrm 30 Pf. Nachdem Frcltanz. — Vorzugskartcn gelten.— Jede» Donnerstag: GraOea Militär-Streich-Konzert anschl. Familienkränzchen. Passage-Panoplildiin 50 wilde Kongoveiber Männer imd Kinder. Der Froschschlueker. Toranzoliere! Vom Sonntag, 21. Dezember: Volkstage. Trianon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Seine Geliebte. Sonntagnachm. 3 U.; Die Liebe wacht. Friedr.-Wieliiisäilt Theater. Operetten-Gastspiel Zum 251. Male: Die Kino-KöDigin. Operette in 3 Akten von Georg Okonkowsti u. Julius Freund. Musik von Jean Gilberl Kasseneröfin. 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Sonntag 3 Uhr: Dornröschen. Rita Sacchetto SereneNord/y�n O.Venus im Bade und die von Publikum Presse und glänzend beurteilten ir-tiMioni! Rauchen gestattet! Zirkus üb. Schumann. Heute Mittwoch, 17. Dezbr., abends 71/s Uhr: Gr. 8port- Vorstellung. Keu! U.a.: Xeu! Therese Renz mit ihren dressiert. Elefanten und Ponnvs. Xeu! Biben u. Bob Neu! Vokal-Imitatoren. xeu! Mac Sovereign Xeu! Matator im Auftreten des Dir. Alb. Schümann. 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Jlanftvcrsch wlndel. Die Samuels. Reicbshailen-Theater 8tettiner Sauger Zlckenbecn's Klinstleragentur und ivluiikanten- Weihnachten. Nächste Nachm.. Vorstellungen; 35. Dezember, Lli. Dezember und Ä8. Dezember. Adtniralspalast:. KIs-Arena.— Allabendlich das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Sie lustige?uppe. Beginn der Vorstellung 8'/. Uhr. Bis 6 Uhr und von IG/, Uhr halbe Kassenpreise. S�* Heute nachm.'/Ji Uhr: Der Zwerg Guckindlewelt als Lebensretter. Großes Weihnachtsmärchen m 2 Akten. Halbe Kassenpreise. Schlittschuhlaufen vor und nach der VorsteUnng ohne Zuschlag gestattet. I-*—— Berliner—— mnnr-flunrtelt W. Wutzky lodetbergerSlr JO gut den 3 ff alt der Fuierale Übernimm» die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Nerantwortnng. Ar. 33 Z. 80 Jahrgang. ZKcilM ki Jutmirtf ßnlinrt Polblilott Mittwoch. 17. Dezember 1918. llngültiglieit der Berliner Bicritcuer- In fti'n-jsr gestrigen Sihung hat der Bezirksausschutz Berlin auf die Klage von sechs Berliner und Schönebcrgcr Brauereien gegen den Berliner Magistrat die klägerischen Brauereien von der Bicrstcucr frei gestellt und die ganze Berliner Steucrordnung für ungültig erklärt. Aus der Fülle der sich auf etwa löll belaufenden Berwaltungs- klagen wegen der Berliner Biersteuer waren zunächst sechs heraus- gegriffen worden, die gestern nach mehrstündiger Verhandlung vor dem Bezirksausschutz zur Entscheidung gebracht wurden. Tic Brauereien Friedrichshöhe(Patzenhofer), Friedrichshain, Happoldt und die Schlotzbrauerci Schöneberg, sowie die Flaschenbierversand- gescllschaften Rolgnd und Ernsthaft, deren Anträge von Justizrat Franz Heinitz und Rechtsanwalt Dr. Franz Höniger vertreten wurden, klagten gegen den Berliner Magistrat auf Freistellung von der für den Monat April bzw. Mai 1913 geforderten Biersteuer. Ten Vorsitz führte Vcrwaltungsgerichtsdirektor Wagner. Ten Bcr- liner Magistrat vertrat Magistratsat Korn. Justizrat Heinitz führte acht Gründe für die Ungültigkeit ins Feld. Unter anderem legte er dar, die Kontrollvorschriftcn seien undurchführbar, das Flaschenbier sei steuerfrei, es fehle an Klar- heit darüber, wer Einbringcr und wer Empfänger des von aus- wärts eingeführten Bieres sei, unklar sei, wer der im§ 3 Abs. 1 bezeichnete Einbringcr für das reingebrachte Bier sein soll? Ist es die Brauerei? Ter Kutscher?' Ter Spediteur? Der Zwischen- Händler? Tie Steucrordnung lasse also Klarheit und Deutlichkeit vermissen. Auch vcrftotzc sie gegen den Grundsatz der Gleich- Mäßigkeit der Besteuerung. Das in Berlin gebraute und das von außerhalb eingeführte Bier werde verschieden behandelt. Tic aus- wältigen Brauereien würden von der freien Konkurrenz in Berlin ausgeschaltet. Im Sinne des Reichsbraustcucrgesctzcs liege eine „lästigere Behandlung" des auswärtigen Bieres vor. Dies beziehe sich insbesondere auf die Beschränkung der Einfuhrzeitcn, die Ge- staltung der Kontrollvorschriften und die Festsetzung bestimmter Einfuhrstratzen. Ter Hauptverkauf von Bier durch die Vorort- brauereien, denen die Einfuhr nur von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends gestattet sei, liege oft autzcrhalb dieser Stunden. Die Vor- ortbraucrcicn würden durch diese Beschränkung, der die Berliner Brauereien nicht unterworfen seien, von der Vcrkaufstätigkcit in Berlin und auch in den Vororten überhaupt ausgeschaltet. Auch die Vorschrift über Ausfuhrvergütung sei unzulässig. Eine der- artige unterschiedliche Behandlung der einführenden Brauereien und der einheimischen Brauereien sei nicht zulässig. Magistratrat Korn bestritt, datz die auswärtigen Brauereien wesentlich anders behandelt würden als die einheimischen. Die Bestimmung über die Ueberwachung beziehe sich nur auf kleine auswärtige Braue- rcicn, die man nicht kenne. Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende folgende Entscheidung: Die klägerischen Brauereien werden von der für den Monat April bzw. Mai 1913 vom Magistrat geforderten Bicrstcucr frei gestellt. Tic Kosten werden dem beklagten Magistrat auferlegt. Ter Bezirksausschuß hat sich in allen Fällen dahin schlüssig gemachte die Bicrstencr als ungültig anzusehen, und zwar aus dem Grunde weil der Begriff des steuerpflichtige» Einbringens des Bieres für nicht ausreichend festgestellt angesehen wird. Die nähere Begrün dung wird den Parteien' noch zugestellt. Die Entscheidung hat demnach in der ersten Instanz die Prophezeiung bewahrheitet, die in der Stadtverordnetenvcrsamm lung unsere Genossen, insbesondere Genosse Zubeil, über die zu- künftige Ungültigkeitserklärung der Bierstcuerordnung machten. Das Oberverwaltungsgcricht, an das der Magistrat Berufung einlegen will, wird hoffentlich die Prophezeiung voll bestätigen und damit Berlin von einer schädlichen Steuer befreien. Partei- 5Zngelegenkeiten. Lber-Schöncweide. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Donnerstag, den 18. Dezember, abends 8>/z Uhr. im „Wilhelminenhof" statt. Tagesordnung: Vortrag des' Genossen Emil Eichhorn:„Die Programme der bürgerlichen Parteien." Bezirksangelegenheitcn und Diskussion. Teltow. Freitag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr: Protest- Versammlung. Thema:„Gegen die Säbelherrschaft in Zaber»." Referent: Reichstagsabg. Genosie Krätzig.— Heute Mittwoch fällt die Mitgliederversammlung aus, dafür findet heute abend die Hand- zettelverbreitung zur öffentlichen Versammlung statt. Potsdam. Heule Mittwochabend in allen Bezirkslokalen: Zahl- abend. ßcrlirnr Nacbrichten, Tteuer-Magistrat und Arbeitslosigkeit. Tie Arbeitslosigkeit bringt weite Kreise in Steuerrückstand. Zehn Wochen Arbeitslosigkeit in einem Steuerquartal, die mit Ein- kommenslosigkeit verbunden ist, soll zur Niederschlagung der Steuern führen, die von der staatlichen Steuerbehörde veranlaßt wird. Steuerstundungen dagegen werden von der Steuerdeputation des Magistrats beschlossen. Leider scheint den Stellen, die mit den Stundungen zu tun haben, das Verständnis für die soziale Lage der Arbeitslosen abzugehen. Wir haben kürzlich schon mitgeteilt, wie die Steuerkasse in der Treskowstraße bei einem Arbeitslosen pfänden lassen wollte. Nachdem diese Pfändung aber fruchtlos aus- gefallen war, beschlagnahmte diese Steuerbehörde die Miete eines in Schlafstelle wohnenden Mieters und sah erst infolge Reklamation von weiteren Maßnahmen ab. Auf die Steuerannahmestelle auf dem Gesundbrunnen in der Bellermann st raße bezieht sich eine andere Beschwerde. Ein Arbeiter ersucht um Steuerstundung mit der Begründung, er sei seit Juli zunächst acht Wochen arbeitslos und nach einer kurzen Bc- schäftignng weitere vier Wochen ohne Arbeit. Auf sein irrtümlich an die staatliche Veranlagungsbehörde gerichtetes Schreiben wird ihm geantwortet, daß dasselbe an die Steuerdeputation des Magistrats zur Entscheidung abgegeben sei. Ehe von hier Antwort eintrifft, er- scheint schon der Vollziehungsbeamte und läßt, da niemand in der Wohnung war, einen Zettel zurück mit der Aufforderung, die Woh- nung wegen Pfändung offen zu lassen eventuell dieselbe gewaltsam geöffnet werden würde. Die Frau des Arbeiters begibt sich sofort nach der Sleuerannahmestelle, um dort die Einhaltung der an- geordneten Pfändung zu erwirken, da die Antwort auf das «tundungsgesuch noch ausstehe. In der Steuerannahmestelle war aber �das tochreißeit noch nicht eingelaufen, obwohl auch ohnedem das Ttundungsgesuch hätte genehmigt werden können. Bezeichnend für die Auffassung, die auf dieser Steuerkasse herrscht, ist die Be- merkung eines Beamten zu der Arbeiterfrau, die Arbeiter sollten in besseren Zeiten sparen. Wir wollen eine Kritik dieser ungehörigen ' Bemerkung unterlassen und nur noch mitteilen, daß das Stundungs I gesuch abgelehnt worden ist. Wir fragen die verantwortlichen Stellen des Magistrats, welche ! Gründe denn eigentlich für Steuerstundungen vorhanden sein müssen. � wenn längere Verdienstlosigkeit nicht genügt. Es zeugt von wenig sozialem Verständnis, wenn so begründete Stundungsgesuche, wie das vorliegende, abgelehnt werden. Der Magistrat sollte entweder die Steuerannahmestellen besser instruieren oder aber diesen Annahme stellen die Vollmacht zu Steuerstundungcn entziehen und die Eni scheidung Beamten übertragen, die von der Steuerdeputation be- sonders bestimmt werden.__ Anatomieleichen aus dem Arbeitshause. In der gestrigen Sitzung der Deputation für das Arbeitshaus und das städtische Obdach unter Vorsitz des Stadtrats Jacoby wurde nach Erledigung verschiedener VerwaltungSangelegenheiten auch die Frage der Ueberweisung von Leichen solcher Personen an das Ana tomische Institut erörtert, die im Arbeitshause oder Obdach ver- storben und von Anverwandten nicht reklamiert worden sind. ES wurde festgestellt, daß die Ueberweisung solcher Leichen an das Ana tomische Institut auf Grund einer Kabinettsorder aus dem Jahre 1776 erfolgt. Gesetzliche Bestimmungen existieren in Preußen nicht. Hier wird alles durch Ministerialverfügüngen, Erlasse und alten Kabinettsorders aus früheren Jahrhunderten gedeckt. Mit der Arbeitsloscnfrage wird sich am Donnerstag die Stadtverordnetenversammlung erneut zu beschäftigen haben auf Grund eines Antrages der sozialdemokratischen Fraktion. zu Unterstützungszwecken für Arbeitslose 500(XX) M. zur Ver fügung zu stellen._ Kirchenaustritt und Kirchensteuer. Eine eigenartige Geschäfts- und Buchführung mutz bei der Berliner Siadtsynodc in Hebung sein, sonst wäre es gewiß nicht möglich, datz zahlreiche Personen zur Zahlung von Kirchensteuern veranlagt werden, die seit Jahren der Kirche Valet gesagt haben. Welche Ungchörigkeiten vorkommen, beweist nachstehende Zuschrift aus Neukölln: Am 22. November 1913 bekam ich, während ich verreist war, durch den Gerichtsvollzieher einen M a h n z e t t e l in die Woh- nung gebracht: Frau B...... verehelichte Gewerkschaftsbeamter, wohnhaft........, wird hierdurch aufgefordert, die folgenden Rückstände für Berlin— Kirchensteuer(cv.) f. 1. April 1912 bis 31. Mörz 1913— 3,60 M. nebst 10 Pf. llcbcrsendungsgebühr binnen drei Tagen...... Entrichtung von Mahngebühr 20 Pf....... widrigenfalls unverzüglich zur Pfändung gc- schritten werden wird. ....... den 18. November 1913. Tie Stadthauptkafse als Vollstreckungsbchörde. Am 24. November von der Reise zurückgekehrt, bekam ich den Mahnzettcl zu Gesicht, sah unter meinen Papieren nach und fand die Kopie eines am 22. September 1906 von mir an den Geschäfts- führenden Ausschutz der Berliner Stadtsynode gerichteten Schrei bcns. Ich entsann mich auch, im Jahre 1912, während ich in einem anderen Berliner Vorort wohnte, zwei oder drei un frankierte Briefe erhalten zu haben, die sämtlich Aufforderungen der Berliner Stadtsynode zur Zablung von Kirchensteuern ent- hielten. Nachdem ich damals in einem kurzen Schreiben«wovon ich leider keine Kopie besitze) mir die Belästigungen nachdrücklichst verbeten hatte, unterblieben weitere Aufsorderungcn. Jetzt also wurde ich sogar unter Androhung der Pfändung aufgefordert, binnen drei Tagen die„rückständige" Kirchensteuer für meine ver- st o r b e n e Ehefrau zu zahlen. Nunmehr richtete ich an den Geschäftsführcndcn Ausschuß der Berliner Stadtsynodc, Berlin L., Neue Friedrichstratze 69, fol- gendes«Schreiben:' „Berlin, den 24. November 1913. Unter Beifützung des mir am 22. d. M. in meiner Abwesen- heit in die Wohnung gebrachten Mahnzettcls wegen angeblich rückständiger Kirchensteuer meiner Ehefrau, mache ich die zu- ständige stelle zum wiederholten Male darauf aufmerksam, datz weder ich noch meine Ehefrau Kirchensteuer zu zahlen haben. Bereits am 22. November 1906 richtete ich aus gleichem An- laß an die Berliner Stadtsynodc folgendes Schreiben: „Gegen die mir am 13. September d. I. zugestellte Ver- anlagung zur Kirchensteuer und Zahlungsaufforderung für das Jahr 1906(Heberolle:«stadtbcz. 321, Nr. 23), erhebe ich hiermit Einspruch. Ani 4. März 1904 habe ich und meine Ehefrau unseren Austritt aus der Religionsgemeinschaft der evangelisch- lutherischen Ehristen unter Beobachtung der durch das Gesetz vom 14. Mai 1873 vorgeschriebenen Form bei dem Königlichen Amtsgericht l, Abteilung 90, Berlin, erklärt. Die Kirchensteuer habe ich für die auf meinen Austritt folgenden zwei Steuerjahre vom 1. April 1904 bis 31. März 1906 bezahlt und bin somit meinen Verpflichtungen der cvangelisch-lutherischcn Kirche gegenüber nachgekommen. Jirdem ich annehme, datz die erneute Aufforderung zur Zahlung von Kirchensteuer mir irrtümlich zugestellt worden ist, erlaube ich mir, um eine diesbezügliche Bestätigung zu ersuchen." Indem ich hierzu noch bemerke, datz meine Ehefrau am 22. September 1912 als Dissidentin gestorben ist, darf ich wohl auch der Erwartung Raum geben, daß ich nunmehr mit Auf- forderungen zur Zahlung von Kirchensteuern nicht mehr bc- lästigt werde. Gleichzeitig ersuche ich, unverzüglich die erforderlichen Matz- nahmen zur Vermeidung der mir angekündigten Pfändung zu treffen. P Für alle mir etwa entstehenden Kosten und Zeitverluste, mache ich cv. die schuldigen Beamten'haftbar. (Name und Wohnung.)" Eine Abschrift dieses Schreibens schickte ich der Stadthaupt- lasse, von welcher ich den Wahnzettel erhalten hatte, zu. Die an- gedrehte Pfändung ist bisher unterblieben. Eine Antwort habe ich aber auch nicht erhalten, ebensowenig wie auf das Schreiben im Jahre 1906 bzw. 1912. Vielleicht geht mir im nächsten Jahre wieder eine Veranlagung zur Kirchensteuer zu. und ich habe das zweifelhafte Vergnügen wieder zu reklamieren; vielleicht habe ich aber endlich Ruhe, nachdem ich die Angelegenheit der Oeffcntlich- keit unterbreitet habe. Wie der Magistrat die Arbeitslosigkeit bekämpft. Anläßlich der Arbeitslosendebatte am 4. September in der Ber- liner Stadtverordnetenversammlung erklärte der Oberbürgermeister. daß der Magistrat alle Verwaltungen angewiesen habe, die städtischen Bauten zu beschleunigen; eS sollte auch dafür Sorge getragen werden, die neuen Bauprojekte so zu fördern, daß sie baldigst ausgeführt werden könnten. Wie das in der Praxis gemacht wird, dafür liefert einen Be- weis die Art. in welcher der neue Etat vom Stadtkämmerer zurecht- gestutzt wird. Aus verschiedenen Etats find schon große Bausummen gestrichen worden. So wurde in der letzten Sitzung der Waisen- deputation mitgeteilt, daß der Kämmerer von der für die Erziehungs- anstalt in Struveshof von der Deputation einmütig für nötig gehaltenen Bausumme in Höhe von 800,000 M. exklusive 130 000 M-, die als Vorschuß auf das neue Etatsjahr verbaut werden, nicht weniger denn 300 000 M., also eine halbe Million Mark gestrichen hat. In der Deputation herrschte allseitig die Ansicht, daß diese Maßnahme des Kämmerers mit der Sachlage nicht in Einklang zu bringen ist. Es ist ein dringendes Erfordernis, daß die Anstalt in Struveshof schleunigst fertiggestellt wird, damit eine Anzahl Fürsorgezöglinge aus Privatanstalten herauskommen, für welche die Waisenverwaltung nicht länger eine Verantwortung tragen kann. Diese Aufgabe ist von der Stadtverordnetenversammlung selber noch im Juni dieses Jahres für dringlich gehalten und eine Beschleunigung der Ausführung des Projekts ausgesprochen worden. Es wird also mit dem Bau eine nützliche Aufgabe zu lösen versucht, die eigentlich schon längst hätte erfüllt werden müssen, wie überhaupt die Stadt Berlin viel mehr mit dem Bau von eigenen Anstalten zur Unterbringung der ihr überwiesenen Fürsorgezöglinge vorgehen muß, soll die Fürsorgeerziehung in Bahnen gelenkt werben, die im Gegensatz zu heute den eigentlichen Zwecken dient. Solche Bauten können in der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit besonders beschleunigt werden; sie werden billiger hergestellt als in den Zeiten der Hochkonjunktur und sie können obendrein das Maß der Arbeitslosigkeit mildern. Die Streichwut des Kämmerers arbeitet diesen Grundsätzen entgegen und bildet nur einen Hohn auf die vom Oberbürgermeister namens des Magistrats an- gekündigten Maßnahmen zur Linderung der Arbeitslosigkeit. Der Baumnrkenfonds der Steucn Freien Volksbühne. Zu der Erklärung des Vorstandes der Neuen Freien Volksbühne erhallen wir mehrere Zuschriften, aus denen wir folgende Be- merkungen wiedergeben:„Die am Sonntag, den 14. d. Mts. im „Vorwärts" publizierte Richtigstellung des Borstandes trifft in keiner Weise den Kern der Sache. In einer vorher hier abgedruckten Zu- schrift wurde darüber Klage geführt, daß die Tagesordnung der Mitgliederversammlung, die im Oktober d. I. den Beschluß faßte, daß die bisher eingezahlten obligatorischen 10 Pf.-Beiträge pro Vorstellung für die Amortisation verwand! werden, also nicht mehr Eigentum der Mitglieder bleiben sollen, absolut ungenügend bekannt gegeben wurde. Nach dem Werbeblatt für das«spieljahr 1913/1914 lautet die Tagesordnung nur: u) Jahresbericht: b) Rcchnnngsbericht der Gc- schäftssührung und Prüfungsbericht der Kassenrcvisoren; v) Wahl des Geichäflssührers. der Kassenrevisoren und sieben Berwaltungs- Mitglieder aus der Ordnerschaft. Die Hauptsache, nämlich die ordnungsmäßige Ankündigung des Antrages der Verwaltung auf Zuzahlung des Spargeldes auf zehn Mark, wurde überhaupt nicht erwähnt, und gerade hier hat die Ver- waltung der N. F. V. nicht im Interesse ihrer Mitglieder gehandelt. Jir der den Mitgliedern zugehenden Vereinsschrist war nur der An- trag bekannt gemacht, vom neuen Geschäftsjahr ab den Zehnpfennig- Sparbeitrag den Mitgliedern nicht mehr gutzuschreiben, sondern dem Amortisationsfonds zu überweisen." Tie Rache des cntlasseue» Postbeamten. Am Montagabend gab der frühere Postschaffner Bocnkendorf auf den Rechnungsrat Rennhack, welcher das Postamt am KönW»' graben verlassen wollte, fünf Revolverschüsse ob, von denen vier fehlgingen. Der fünfte Schuß traf den Ueberfallenen in die rechte Hand. Auf der Hilfswache in der Keibelstraße wurde Rennhäck verbunden, während Boenkendorf nach der Revierwache gebracht wurde. B. war mehrere Jahre Postschaffner und schiebt die Schuld seiner Entlassung dem Rechnungsrat zu. TaS Gerücht von einem Morde war am gestrigen nachmittag im Westen Berlins verbreitet. In der Portierloge des Hauses Regensburger Straße 10a wurde der 50 jährige Portier Fritz M ü l l e n st ä d t nach einem Streit mit vier Lumpensammlern tpt aufgefunden. Da man einen Mord oder Totschlag vermutete, wurde das zuständige Polizeirevier alarmiert, dessen Beamte zusammen mit einem Arzt jedoch feststellen konnten, daß Müllenstädt nicht auf äußere Einwirkung hin. sondern vor Aufregung über einen voran- gegangenen Streit einem Herzschlage erlegen sei. Irgend welche Zeichen äußerer Verletzungen wurden nicht festgestellt. Da der Portier dock) immerhin einen schweren Stoß oder Schlag erhalten haben kann, Ivurden die vier Lumpensammler nach dem Schöneberger Polizeipräsidium gebracht, nach einem Verhör aber wieder steige» lassen. Wegen Mordes in Haft genommen wurde ein aus Berlin ge' bürtiger Hundezüchter Adolf Gudzun, der ii� Posen einen Mann er- schössen haben soll. Ein großer Pclzwarcudicbstahl, bei dem Einbrecher für über 20 000 M. Ware erbeuteten, hat jetzt seine Aufklärung gefunden. ES handelt sich»m den Einbruch in daS Pelzwarengeschäft von W. in der Oranienstraße, in das die Spitzbuben am 9. Oktober d. I. durch ein Fenster gestiegen waren, nachdem sie die eisernen Gilterstäbe, die eS schützten, weggerissen hatten. Als die Einbrecher ermittelte die Kriminalpolizei die„Kaufleute" Krüssel und Sellin aus der Dresdener und Sebastianstraße. Sie halten die Pelzwaren mit einer Droschke zuerst in die Wohnung Krüssels gebracht, hier schnell in Kisten verpackt und dann bei der Paketfahrtgesellschaft unter- gestellt. Von dort holten sie die Kisten nach und nach ab, brachten 'ie in die Wohnung der Braut des einen in der Usedomstraße und aus dieser in ein Schanklokal in der Gormannstraße, wo sie die kost- baren Stucke an Hehler veräußerten. Drei der Hehler wurden eben- falls in Haft genommen. Verloren gegangen ist am Sonntag, den 14. Dezeniber, im Pralertheater", Kastanienallee, anläßlich der Märchenvorstellung ein Damenschirm. Der Finder wird um Abgabe gebeten an Frau Krisiack, Prenzlauer Allee 9. Ucbcr das Familicnrecht vom Gesichtspunkt des Strafrechts spricht am h e u t i g e n M i t t w o ch der bekannte Verteidiger Dr. Wer- t h a u e r in einer vom Verbcksid der Bureauangestellten einberufenen Versammlung. Diese findet statt in den Jndustriefestsälcn, Beuth- straße 19/20, abends 8-/, Uhr. Vorort- Z�aclmdrten. Schöneberg. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Der Magistrat unter- breitete zunächst die Uebei ficht über die Frequenz der Volksschulen. Danach sind auf 16 Schulen mit 300 Klassen 6432 Knaben und 6333 Mädchen, zusammen 12 983 Kinder verteilt. Genosse Hoffmann meinte daß die DurchschnitlSfrequenz von 43,43 Kinder für eine Klasse (ohne Hilfsklassen 44,10 Kinder) viel zn hoch wäre, dabei könnte kein gedeihlicher Unterricht erteilt werden. Wenn eS gar vorkomme, daß in einer Klasse 60 Kinder seien, so müsse das auf das schärfste mißbilligt werden. Die Tatsache, daß in anderen Gemeinden noch höhere Frequenz- Ziffern anzutreffen seien, bilde keinen Grund dem Wunsch auf Herabsetzung der Schülerzahl ablehnend gegenüber zu stehen. Oberbürgermeister D o m i n i c u s bedauerte, daß die Zahl der fliegenden Klassen von sechs auf acht gestiegen sei, letztere würbe jedoch im nächsten Etat verschwinden. Hierauf gelangte die Vorlage über Aufhebung der«chreibstube zur Beratung. Der Magistrat teilte mit, daß der vorliegende Geschäftsbericht äußerst ungünstig ausgefallen und zwischen dem Kostcnaufwande und den erzielten Vorteilen ein großes Mißverhältnis vorhanden sei. Im Jahre 1S11 betrugen die reinen Verwaltungskosten 1S8S M. und 1912 bereits 1901 M. Zu diesen Beträgen komme der Wert der von der Stadt unentgeltlich abgegebenen Räume einschließlich Beleuchtung, Heizung und Reinigung mit jährlich 859 M. Im Jahre 1911 seien Arbeiten im Betrage von 2835 M. an 123 Personen und 1912 an 122 Personen im Betrage von 2681 M. vermittelt worden. Ein Betrieb, der so arbeite, sei von, rein ökonomischen Standpunkte aus völlig unwirv fchaftlich. Die Warte- und Probezeit habe nicht das erhoffte Re� sultat gezeitigt, es werde daher ersucht, zu beschließen, keine weiteren Mittel zt» bewilligen. Bis mark/z Proz., sofern Berlin einen gleichen Beschluß fasse. Am Schlüsse der Sitzung, der letzten in diesem Jahre, wurde einem Ver» trag mit Wilmersdorf zugestimmt, wonach Wilmersdorf für den Pauschalbetrog von 159 999 M. eine Anzahl Betten im Auguste- Viktoria-Krankenhaus auf sechs Jahre zur Verfügung gestellt werden. Neukölln. Boltssymphoniekonzert. Das nächste der von der Stadtgemeinde Neukölln veranstalteten Volkssymphoniekonzerte findet am Diens- tag, den 39. Dezember, abends 8(4 Uhr, im großen Saale der Neuen Welt, in der Hasenheidc, statt. Das Konzert wird von dem Blüthner-Orchestcr unter Leitung des Hoskapellmeisters E. v. Strauß ausgeführt.. Besondere Bedeutung gewinnt das Konzert durch die Mitwirkung des Kgl. Hofopernsängers I. Bischoff, der einige Gesänge aus Wagncrschen Werken zum Vortrag bringen wird. Das äußerst interessante Programm enthält die Ouvertüre zu„Euryanthc" von CT. M. v. Weber, den„Gcsan'g an � den Abendstcrn",„Wolframs Gesang im Sängerkrieg" von R. Wagner, das„Nocturna" und den„Hochzeitsmarsch" aus„Der Sommernachtstraum" von Mendelssohn, den„Walkürenritt", „Wotans Abschied und Feucrzauber" von R- Wagner,„Zigeuner- weisen" von Sarasatc(Violinsolo des Herrn Konzertmeister Lambinon) und die symphonische Dichtung„Lcs Preludes" von Fr. Lifzt. Eintrittskarten zu 59 Pf.(1. Parkett und Balkon) und 39 Pf.(2. Parkett) sind in den Geschäften von Bergwald, Berliner Straße 56, Seidlcr, Bergstraße 42, Bluhm, Kaiscr-Fricdrich- Straße 297/298, Juhl, Kaiser-Friedrich-Stratze 247/248, Prochnow, Hermannstraße 69, den Vorwärts-Expeditioncn Neckarstraße 2 und Siegfricdstratzc 28/29 sowie an der Abendkasse erhältlich. Heute abend findet bei Bartsch, Hcrmannstraße 49, die Ver- sammlung der Jugendsektion slatt. Genosse Emil Barth spricht über Sozialismus. Es ist notwendig, daß zu diesem Vortrage alle jungen Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 Jahre erscheinen. — Am Mittwoch, den 17. Dezember, abends 6(4 Uhr. findet die Wiederholung des Märchens:„Wie Klcin-Elschen das Christkind suchen ging", bei Bartsch, Hcrmannstraße 49, statt. Lichtenberg. Tic Antwort. Zu der denunziatorischen Berichterstattung über die Stadtratswahlen im„Lichtenberger Tageblatt" nahm der Kommunal- fortschrittliche Bürgerverein in seiner letzten Versammlung Stellung. Nach zutreffender Kennzeichnung der hinterhältigen Methode, mit der dieses Blättchen die in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis be- findlichen Kommunalbeamten der Behörde demmzieren zu müssen glaubte, weil sie angeblich für die fozialdemokratischcn Stadtrats- kandidaten gestimmt haben sollen, wurde folgende Entschließung an- genommen: „Der Kommunalfortschrittliche Bürgerverein zu Berlin-Lichten- berg spricht seine stärkste Entrüstung über die denunzia- torische Art der Berichterstattung über die Stadtrats- wählen im„Lichtcnberger Tageblatt" aus, wie auch in Presse- stimmen der Tageszeitungen der verschiedensten Parteirichtung zum Ausdruck kommt. Er verurteilt aufs schärfste, aus einer g e s e tz- I i ch geschützten g e h e i ,n e n A b st i m m u n g k ü n st l i ch e Berechnungen a n z u st e l l e n, um in einer unberantwort- lichen Art und Weise gegen die Mitglieder der Mittelstandsfraktion eine Hetze zu veranstalten, für die nur Mutmaßungen die Beweise vertreten müssen. Das Lichtenberger OrtSblättchen macht nunmehr die verzweifeltsten Anftrengungen, um sich von dem Vorwurf deS politisch unanständigen Denunziantentums zu reinigen. Ein recht gefahrvoller Zustand besteht seit mehr denn Jahressrist auf dem Bürgersteig von der Mauritiusstraße bis Frankfurter Chaussee. Dieser für die Fußgänger eigentlich bestimmte Teil� ist. weil vor dem„Schwarzen Adler" Sandmassen lagern, abgezäunt und die Passanten sind daher gezwungen, auf dem Straßendamm entlang zu gehen. Das bedeutet nicht nur für die Erwachsenen. sondern vielmehr für die zahlreichen Schulkinder, die Jjier täglich entlang gehen niüsseu, eine ständige Gefahr. Erst am Sonnabend- nachmittag wurde der Dossestr. 4 wohnhafte Tischler H. bon einem aus der nahen Schmiede kommenden Pferd überrannt, so daß er Verletzungen erlitt. Ju der Bürgerschaft kann man eS nicht verstehen. wie ein solcher Zustand sich jahrelang erhalten kann. Eharlottenburg. Die Delegierten der Charlottenburger Gewerkschaftskommission nahmen in ihrer letzten Sitzung einen Bericht des Genosse» Hammel über die am 18. bis 20. September in Leipzig stattgesundene Ver- bandöversammlung des Verbandes deutscher Gewerbe- und Kauf- mannsgerichte und der vorausgegangenen Konferenz der Gewerbe- und KauimannsgerichtSbeisitzer entgegen. In der Diskusfton. an der sich Bollenlin. Flemming, Timm. Graudenz und Huxol beteiligten. wurde besonders die Frage der Zulassung der Rechtsauwälie zu den Gewerbegerichten und eine größere Aufklärung der Gewerlschaftsmitglieder in sozialpolitischen Rechtsfragen besprochen Sodann berichtete der Obmann Richter über die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen, die im nächsten Monat stattfinden. Einige Gewerkschaften haben bis jetzt noch leine Kandidaten aufgestellt, trotzdem man in der Sitzung vom 9. September die Gewerkschaften hierzu aufgefordert hat. Er ersuchte, das Versäumte in Bälde nach- zuholen. Ein Antrag des Gemeindearbeiterverbandes, den Blanck begründet, ihm einen Kandidaten zu den Wahlen zu gewähren, wurde von Storch mit dem Hinweise bekämpft, daß die Gemeinde arbeiter bisher prozentual an den Klagen des Gewerbegerichts in recht winziger Weise beteiligt gewesen sind. Nachdem der Antrag von Ahrens, der andere Gesichtspunkte hervor hob, warm befürwortet worden war, wurde derselbe mit großer Majorität angenommen. Dagegen wurde der von Bollentin gestellte Antrag, dem Transportarbeiterverbande einen dritten Kandidaten zu gewähren, gegen eine Stimme abgelehnt. Es wurde beschlossen, die Verteilung der in Frage kommenden 18 Kan- didaten in folgender Weise zu regeln: Je 3 Kandidaten stellen die Bauarbeiter und Metallarbeiter, je 2 Kandidaten die Holzarbeiter und Transportarbeiter und je einen die Ai'pbalteure, Fabrikarbeiter, Gastwirtsgehilfen, Gärtner, Gemeindearbeiter, Maler, Schneider und Zimmerer.— Ohne Entschuldigung fehlten nur die Handlnngs gehilfen. Eichwalde. Erstaunen rief in der letzten Gemeindepertretersitzung die Mit' icilung des Gemeindevorstehers Herrn Weidner hervor, daß für 1912/13 Etatsüberschreitungcn im Gesamtbetrage von 21 142,93 M. zu bewilligen sind. Einzelne Positionen seien um das Drei- bis Vierfache überschritten. In Zukunft würden derartige Heber schrcitungen nicht inehr möglich sein, da der neue Rendant vom Vorsteher den Auftrag habe, höhere Summen, als sie der Etat vor' sieht, nur zu leisten, wenn ein Beschluß der Gemeindevertretung vorliegt. Die Uebcrschreitungen wurden bewilligt. Unter Geschäftlichem stellte Genosse Allritz folgenden Antrag: „Einwohner, welche nachweislich in der Zeit vom 1. Oktober bis 24. Dezember sechs Wochen arbeitslos waren, erhalten eine Weih- nachtsunterstützung von 19 M., für jedes Kind unter 14 Jahr M.; als Armcnunterstützung wird dies nicht angeschen." In icincr Begründung betonte Allritz u. a.: Da der Bau der Turn Halle, durch welchen die Arbeitslosigkeit am Orte etwas eingedämmt worden wäre, nicht zustande gekommen, sei die Gemeinde ver- pflichtet, der herrschenden Not wenigstens in etwas cntgegenzu- treten. Dem bekannten Herrn Merz blieb es vorbehalten, in der reaktionärsten Weise an dem Antrag herumzukritisieren. Vor allem wollte Herr M. die Bestimmung hineingebracht haben,„wer ohne Verschulden arbeitslos ist." Denn, sagte Herr M., wer sechs Wochen keine Arbeit gesucht oder gefunden hat, findet jetzt im Winter auch keine; übrigens gebe mancher seine Arbeit leicht- fertig auf. Treffend erwiderte"Genosse Allritz, daß er, Herr M., als Beamter die Schrecknisse der Arbeitslosigkeit nicht kennen ge- lernt habe und sich daher in die Lage eines arbeitslosen Familien- vaterS nicht hineindenken könne. Auf Antrag des Herrn Naninga wurde das Wort„verheiratete" eingefügt und der Antrag Allritz in folgender Form angenommen:„Verheiratete Einwohner, welche seit dem 1. Januar d. I. am Orte wohnen und nachweislich in der Zeit vom 1. Oktober bis 24. Dezember arbeitslos waren, er- halten eine Unterstützung von 19 M., für jedes Kind unter 14 Jahr 1 M.; die Unterstützung gilt nicht' als Armenunterstützung." Der Vorsteher teilte mit, daß das Kuratoriuni der höheren Schule die Errichtung einer Ober-Tertia beschlossen und einen dahingehenden Antrag beim Gcmeindevorstand gestellt habe. Herr Weidner beantragte, die Gemeindevertretung möge der Errichtung der Ober-Tertia unter der Bedingung zustimmen, daff der„Schul- verein" in rechtlich bindender Form die sächlichen und persönlichen Unkosten für die Errichtung übernimint. Pekuniäre Nachteile könnten der Gemeinde nicht erwachsen, da die Klaffe bei Mittel- losigkeit der Gemeinde am O April 1915(bis dahin reichen die von privater Seite zur Verfügung gestellten Mittel aus) eingehen könne. Die neueinzustellcndc Lehrkraft sei ein wissenschaftlicher Hilfslehrer, der jederzeit kündbar sei. Herr Merz wollte unserem Vertreter den Ausbau der höheren Schule schmackhafter machen, indem er meinte, sie liege im Interesse der hiesigen Arbeiter. Durch die höhere Schule soll sich die Bautätigkeit am Orte gehoben haben. Das war selbst Herrn Naninga zu viel, der eine Statistik darüber wünschte, wieviel Familien gebaut haben oder neu zugezogen seien, die ihre Kinder in die höhere Schule schicken. Nachoargemcindcn ohne höhere Schule ständen finanziell weit besser da als Eichwaldc. Nach längerer Debatte wurde der Antrag dc� Vorstehers angenommen. Die Errichtung der Klaffe erfolgt zum 1. April 1914. Tie schadhaften Bürgersteiae sollen repariert werden. Bei der Debatte darüber erstrahlte vas arbcitcrfrcultdliche Herz des Herrn Merz in voller Glorie. Herr Merz hielt eS nämlich für die größte Hauptsache, daß die Arbeiter richtig beaufsichtigt werde», denn „jetzt seien die Arbeiter nirgends zu finden". Gegen diese Aeußc- rung wendete sich sehr scharf Herr Naninga in seiner Eigenschaft als Obmann der Bau- und Wegekommission. Zum Schluß wurde auf Anregung des Genossen Allritz mitgeteilt, daß die Bekannt- machung betreffs WcihnachtSunterstützung durch Aushang erfolgt. Ober-Schöneweide. Diejenigen Personen, welche anläßlich der Kirchenaustritts- Versammlung ihre Austritlserklärung bis zum 23. November ab- gegeben haben, müssen ab 27. Dezember diese Erklärung noch ein- mal mündlich beim Amtsgericht in Köpenick mündlich abgeben. Zur Legitimation dient der Tausschein. Interessenten treffen sich am 27. Dezember(3. Feiertag), vormittags 19 Uhr. am Kabelwerk, um gemeinschaftlich nach Köpenick zu fahren. Der Austritt muß spätestens bis zum 31. Dezember vollzogen sein. Tchmargenvorf. Tic Mitgliederversammlung des Wahlvcrcins nahm zunächst den Bericht des Gegossen Schmidt von der Kreis-Gencralvcrsamm- lung entgegen. Beklagt wuichc die schwache Beteiligung an der letzten Agitationstour; dieselbe soll noch einmal im Januar unter- nommen werden. Auch wurde beschlossen, mit der Konsumagitation nach Neujahr zu beginnen. Ferner teilte der Vorsitzende mit, daß über den Acrsammlungsbesuch eine Präsenzliste eingeführt werden soll. Zum Schluß wurden die Genossen ersucht, sich an der Weih- nachtsfcicr des Arbciterturnvereins unter Mitwirkung des Rad- fahrervereins, welche am 1. Feiertage bei Goctsch, Warncmündcr Straße 14/15, stattfindet, zu beteiligen. Potsdam. Mit der OualitSt der Potsdamer Arbeiter beschäftigte sich u. a. die letzte Stadiverordnetensitzung. Der wiederholte Hinweis darauf, daß bei der Röhrenlegung nach Templin, einer vom Magistrat vergebenen Arbeit, die Potsdamer Arbeiter entlassen und durch auswärtige, ersetzt worden waren, und daß seitens des Magistrats dem Unter- nehmer Notstandsarbeiter überwiesen waren, die zum Preise von 27 Pf. pro Stunde die gleiche Arbeit verrichten mußten, wie die von der Firma angenommenen auswärtigen Atbeiter, welche 49Pf. Stundenlohn erhalten; ferner der Umstand, daß ein Notstandsarbeiter von einem Schachtmeister blutig geschlagen worden war, hatten die ausführende Firma Groß u. Stockmeier veranlaßt, an den Magistrat ein längeres Rechtfertigungsschreiben zu senden. In demselben erklärt sie, in der Folge deswegen Potsdamer Arbeiter nicht mehr- beschäftigen zu können, weil diese seinerzeit die Arbeit niedergelegt, sich in un- flätigen Redensarten gegen ihre Vorgesetzten ergangen. Drohungen ausgesprochen und auch sonst passiven Widerstand geleistet hätten. Auch hätte» die Arbeiter die Arbeitsordnung nicht anerkennen wollen. Vom Stadtbaurat N i g m a n n wurde erklart, daß die Poliere ihres Lebens nicht sicher seien.(!) Die Arbeitslosen, die bei ihm um Arbeit angefragt hätten, hätten einen„furchtbaren Ton" angeschlagen. Auch hätte die Anfrage nach Arbeit nachgelassen, nachdem man ge- sehen, daß der Magistrat für Arbeit gesorgt habe. Gegenwärtig seien etwa 35—40 Notftandsarbeiter beschäftigt. Bezüglich der An- schuldigung der oben genannten Firma hat es der Magistrat nicht für notwendig gehalten, die Anschuldigungen nachzuprüfen. Die An- gaben genügten ihm, über der Arbeiterschaft den Stab zu brechen, und die Stadtverordneten, welche doch auch Potsdamer Arbeiter be- schästigen und bisher wohl noch nie zu devartigen Klagen Anlaß-ge» haben, fanden keine Worte der Entgegnung. Der Stadtv. S Ä o t t empfahl sogar den Potsdamer Arbeitgebern, nach diesen Vorgängen keine Potsdamer Arbeiter mehr zu beschäftigen. Die Arbeiterhaben leider keinen Vertreter im Rathause, dem es ein leichtes sein würde, diese Behauptungen auf ihre wirkliche Wahrheit nachzuprüfen. Im übrigen sollen einige Strafaniräge gestellt worden sein, wie der Stadtbaurat behauptete.— Der Zinsfuß der städtischen Sparkasse wird von 3 auf 3>/'z Proz. erhöht. Reinickendorf- West. Steuern für einen Verstorbenen wollte dieser Tage ein Voll- ziehungsbeamter von den Eheleuten B. in der Birkenstraße haben und beabsichtigte eine Pfändung vorzunehmen. Als es aber nichts zu pfänden gab, mußte der Steuerbeamte unverrichteter Sache wieder fortgehen. Der Arbeiter P. der gepfändet werden sollte, war infolge eines Unfalles am 3. April dieses Jahres gestorben; er hatte bis dahin bei den Eheleuten B., mit denen er verwandt ist, gewohnt. Die Steuern sind auch für das Quartal vom Januar bis März ge- zahlt worden; das neue Quartal beginnt mit dem 1. April. Am 3. Aptil ist der P. verstorben. Die Steuerverwaltung wollte allent Anscheine nach für die 3 Tage den Betrag für da« volle Steuerquartal einziehen und jo erkundigte sie sich sehr eingehend über den Nachlaß des Verstorbenen, anscheinend von dem Gesichtspunkt ausgehend: Wer den Nachlaß übernimmt, muß bekanntlich auch die Verpflichtungen übernehmen. Nachlaß war aber höchstens in Gestalt von Schulden vorhanden, in die der Verstorbene durch lange Arbeitslosigkeit geraten war. Und so konnte der Steuerexekutor, der wegen der 3 Tage in Bewegung gesetzt worden war, beim besten Willen nichts finden. Unserer An- ficht nach war diese ganze Aktion, die der Behörde wie den B.schen Eheleuten unnötige Scherereien machte, sehr überflüssig. Wittenau-Borsigtvalde. Merkwürdige Ruhe herrscht i» der hiesigen Gemeindeverwal- tung. Da seit September keine Gcmeindevertrctersitzung stattge- futiden hat, könnte es scheinen, als ob es hier keine Angelegenheit gibt, die einer Besprechung im Gemeindeparlament wert wäre. Unsere Genossen in der Gemeindevertretung waren anderer Anficht. Sie saben in der Arbcitslosenfürsorge einen wichtigen Grund zur Besprechung int Gcmcindcparlament und beantragten deshalb nach § 194 der Landgcmeindcordnung beim Gemeindevorsteher die Ein- berufung einer«sitzung. Jetzt/nach 14 Tagen, hat man sich endlich herbeigelassen, diesem Antrage stattzugeben. Merkwürdigerweise sind zu dieser Sitzung so viel wichtige Dinge aus die Tagesordnung gesetzt worden, daß die Anträge unserer Genossen erst an letzter Stelle zu stehen kominen. Noch ein weiteres kommt hinzu. Wäh- rend sonst die Sitzungen im großen Sitzungssaale stattfanden, soll die diesmalige Sitzung im kleinen Sitzungssaale abgehalten werden. Das muß bei jedem Unbefangenen den Eindruck erwecken, als ob die größere Oeffentlichkeit von den Verhandlungen ferngehalten werden soll. Fürchtet die Gemeindevertretung vielleicht, daß zuviel Arbeitslose der Sitzung beiwohnen würden? Tie Arbeitslosen iowohl wie auch die Antragsteller hoffen, daß die Gemeindevcr- tretung die Anträge verwirklichen wird. Französisch-Buchholz. Die Generalversammlung des WahlvcreinS nahm zunächst die Berichte von der Kreis- sowie von der Groß- Berliner General- Versammlung entgegen. Alsdann folgte eine längere Erläuterung über die Bedeutung der Ktantenkassenwahlen nach der neuen Reichs- Versicherungsordnung. Nach der Diskussion des Urteils in Sachen des GemeiiidcvertrelerS Genossen Albert Neumann wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: Die heutige außerordentliche Mit- gliederversammlung beschließt, daß auf Grund des Urteils des vom Parteiborstand eingesetzten Schiedsgerichts Wider den Genossen Albert Neumann derselbe für die Organisation nicht mehr in Frage kommt. Es folgten einige Ersatzwahlen. Titzungstage von Stadt- und Gemeindevertretungen. Adlrrshos Morgen Domierstag. abends 6'/, Uhr, im Gemeindeamt. BiSmaickstr. 1. Tagesordnung u. a.r Die Benutzung der Semeindeturnhalle und Gewährung einer Unterstützimg an Arbeitslose. Rosenthal. Morgen Donnerstag, den 18. Dezember, abends 6 Uhr, in der Aula der Gemeindcschulc, Schlllerstraßc. Treptow. Freitag, den 19. Dezember, abends 6 Uhr, im Rathause. Tagesordnung: Arbeitsloscnsärsorge. Tempelhof. Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags S>/„ Uhr, Dorfftr. 42. Aus der Tagesordnung steht u.a.: im Gemelndcfitzuiigszimntcr, Dorfsir. 42. A Maßnahmen aus Anlaß der Arbeüslofigkeit. Wittenau-Borsigwalde. Am Donnerstag, den 18. d. M.. mittag 5 Uhr. Tagesordnung u. a.: ArbeitSIojenjürsorge. Diese Titzungen find»ssentlich. Jeder GcmeindcangehSrige tfi rechtigt. ihnen als Zuhörer beizuwohnen. nach- be- Jugendveranstalmnge». Neukölln, Heim 7, Jdealpassagc. Heute Mittwoch: Zweiter Vortrag der Frau Käthe Dunckcr über:„NaturerkenntniS". Pankow-Niederichönhausen. Jugendheim: Heute Mittwoch: Mädchen- und Musikabend. Freitag, den 19. Dezember: Vortrag des Herrn Kubig über:„Moderne Reproduktionsversahren" mit Demonstrationen.— Junge Lentc. dtc sich au den Musikabcnden aktiv beteiligen wollen, werden ersucht, sich mit ihren Instrumenten dort einzufinden. WttteruugSüdersicht vom 16. Dezember 1913. 1 Otatwaeo IE ill i fi Wetter Swincmde. 7S0 SW Hamburg 760ffiiaZZ Berlin 761 232 Franks. a.M 767 SW Nünchcn 778SSS Wien 70238 Wetterprognose Ein wenig kühler. ringercn Niederschlägen 1 wolkig 4 bedeckt Lbedeckt 4 bedeckt ? bedeckt 4 Regen WS 6« »II i* mS> Jdllh Aberdeen Paris bedeckt 1 Schnee 4 bedeckt 6 Regen 2 bedeckt .769 3!W 747 WSW j770S3B für Mittwoch, de» 17. Dezember 1913. zcilweiie ailsklarend. aber sehr veränderlich mit ge- und srischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasserstands der 2aitdcZanstalt sür Gewässerkunde. Nackrtchten mitgeteilt vom Berliner WcUerburcau Wasserstand Memet. Tilsit Pregel. Jnfterbur. Weichsel. Thorn Oder. Ratibor , Kroßen Frantwrt Warthe, Schrimm LandSberg Netze, Vordamm Eibe, Leitmcritz , Dresden , Barby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel. Spandau') Rathenow') Spree, Svremberg) B-eslow Weser. Münden Winden Rhein. Maximiliansau Kaub Köln Neckar. H-iwronn Main. Hanau Ro«el. Trier am seit 15.12.114.12. CIN1) +3 0 •ffi —14 +2 +26 +6 — 6 — 2 +? ein 181 74 38 138 99 338 426 450 284 324 136 220 12» +98 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel. Erscheint 2 mal wSchentlich. | Bezugsqiieiien-VerzeEchiiiSa| Untenstehende Geschäfte| empfehlen sich b.Einkäüf.| Grunow's Kaffee-Versd. DresdueraLTO Slljoph Lindenstr. 105 > niuull Speck- nodSchmkensalierei. �JHohollpelßB� Frauz Abraham Hamb. Messina-u.Romertrank-Kell. C.?5 Bartclitr. 8», Fernsp. Kgat.13708 �rteller-BermsHleits�ng Seiner, Otto, Geriehtstrafie 86. Partiewareng., Tegel, BrunowsU F. Zillat, Waldeinarstr. 64a. �to-Fahrlchuie Centr. 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Gocrz, Friedenau, ans solgende Liften: 307 72,—. 508 53,50. 509 178,25. 510 87,25. 512 50,—. 514 44.—. 515 9,—. 517 7,95. 518 22,50. •>19 19,40. 520 26,75. 521 44,50. 522 89,75. 523 74.—. 524 32,30. §23 24,50. 526 20.50. 527 22,55. 528 8,95 530 27.50. 531 27,80. ■•35 36,—. 536 35,10. 537 22,—. 536 11,40. 539 38,50. 540 13,40. 542 7,~. 543 36,50. 544 30,—. 550 7,25. 553 9,50. Verband der Metallarbeiter ans solgende Liften: 682 37.25. 683 12,7' 684 10,25. 685 22.35. 686 8,80. 687 18,65. 658 9,50. 669 10,—. 690 22,95. 691 2.20. 692 15,50. 693 17,—. 694 9,50. 695 16,10. 696 8,50. 697 6,10. 699 7,—. 700 4,75. 701 23,95. 702 12,25. 703 17,85. 704 31,75. 705 7,70. 706 19,—. 707 36,75. 708 18,25. 709 17.80. 710 27,85, 711 11,60. 712 21,95. 713 23,30. 714 8,10. 715 39,50. 716 15,50. 71 20,25. 718 23,25. 719 28.-. 720 9,20. 721 4,—. 722 44,65. 723 15,7; 724 12,75. 725 4,75. 727 31,—. 728 2,95. 729 13,—. 730-733 u. 735 i;>,90. 734 13,50. 736 7,60. 737 5,—. 733 12,30. 739 10,—. 740-741 #,20, 742—744 121.50. 715 14,50. 746 8,80. 747 12,15. 748 9,—. 749 18,-. 750-751 22,60. 752 13,—. 753 5,50. 754 13,05. 755 17,20. 756 13.—. 757 13,90. 758 6,80. 759 9,20. 761 4,30. 762 24,25. 763 12,25 765 3,50. 766 11,30. 767 14,50. 769 7,—. 770 15,85. 771 5,30. 772 21,10. 774 19,50. 778-780 69,60. 781 36,05. 2811 u. 12 50,70. 2813 10.5(1 2814 2,80. 2815 22,80. 2816 8,80. 2817 30.50. 2819 4,25. 2820 12,95. 2822 32.50. 2823 36.85. 2824 11,—. 2828 16,50. 2829 15,25. floll. bei Siemens 2. 990 27,40. 2. 1125 14,75. 2. 1633 Gebr. Krüger. Köpenick 29.50. L. 1634(»iadenbeck 28,85. Gebr. Krüger, Köpenick 2. 1635 >1,—. L. 1639 10,60. 2. 1640 16,—. 2. 1641 6,40. 2. 1645 Paul Bran. denöurg 7,—. 2. 1651 Kolbe 17,70. Borsig 2. 1707 12,30. 2. 1709 12,—. L. 1710 7,90. 2. 1711 6,45. 2. 1712 7.-. L. 1713 10,40. 2. 1715 13,50. L. 1716 20,50. L. 1717 24,30. 2. 1718 21,05. 2. 1720 28,30. 2. 1721 8.—. 2. 1722 10,30. 2.1725 6,60. 2 1726 9,50. 2.1727 30,80. 2.1728 12,10. 2.1729 24.30. 2. 1730 10,50. L. 1731 6,60. 2. 1732 16,—. 2. 1733 7,—. 2. 1734 5,75. Ii. 1735 16,—. 2. 1748 33,40. 2. 1749 12,10 L. 1959 Privat-Telephoil-Gc icllsch. 19,—. Deutsch- Masch. Bertriebs-Ges. 2. 1962 58,—. 2. 1963 18,35. 2. 1965 Gutmann 59,—. 2. 1966 Preßluft 28,50. 2. 1967 Mewes u. Kettcck 15.25..V F. A. Schulz- 2. 1980 12,75. 2. 1982 5,55. L. 1983 14,20. 2. 1984 9.85. L. 1985 9,30. 2.1986 10,95. L. 1987 11,15. 2.1988 9,—. 2. 1989 18,80. 2. 2054 Ftohr 69,45. Weber- u. Hampel L. 2098 48,50. 2. 2099 57,95. 2. 2103 Gudell 17,85. L. 2314 Flohr 40,80. 2. 2777 Gebr. Hitss 15,—. 2. 2810 Aron, Taxameter 13,50. 2. 2843 Braun u. Co. 14.—. 2. 2848 Heister u. Co. 15,30. 2. 2849 Tamm Ii, 50. 2. 2857 Kiejewetler 10,60. 2. 2858 Münchmeycr 16,60. 2. 2887 Maschinen für Masscnpackung 15,50. 2. 2388 H. E..W. Moabit 22,70. L. 2890 Firma Wolfs 32,20. 2. 2894 Vereinigte Kammrichsche Werke 40,75. 2.2897 Bräunlich u. rtangiotz 11,50. 2.2898 Gebr. Mcchnig. 25,45. 2.2899 Wicdeck 14,—. 2. 2903 Gebr. Bergas 14,50. Liste 2905 Hübsch u. Kynajt 10,20. Siemens aus folgende Listen: 985 60,—. 987 19,50. 998 25,—. 1083 13,80. 1085 25,40. 1092 18,—. 1101 22,50. 1105 27,25. 1120 5,—. 1121 8,-. 2846 9,-. L..">02 Soll, bei Dr. W. Gsrard 16.—. 2. 4238 Druckerei Fr. Weber 15,65. 2. 4318 21,—. Finna Wciteiiaucr L.öO. 2. 4188 Buch- und Steindruckerei Karl Kühi, u. Söhne 28,55. „Rcichsbote" 24,—. 2. 4037 Verbandsmitglicder der Buchdruckerei L'icbhcit u. Thiesen inkl. Techserkasse 30,—. Holzbearb. Hiloebrand 5,—. 2. 5878 Tischlerei M. H. Wcgncr 21,80. L. 4169 Druckerei Gebr. Feyl 14,50. Robr leger und Helfer bei PaSzkowski 6,—. 2. 4082 Druckerei Becker 2.90. 2. 89 Tischlerei Valentin u. Ersch 8,20. Tischlerei Brandt 2,50. 2. 4335 Druckerei Fraenkel u. Stroh 5,60. Tischlerei F. G. Schreiber 16,—. L. 4237 Druckerei Falk 8,25. Stanzabtcilung Firma Lachmann 12.95. Lese abend 1 und 1 a Abt. 5. Kr. 10,—. Robert Pciskcr 3,—. 2. 87/88 Verband der Hausangcstelllcn 45,55. Von Setzern deck„Beriincr Tagebiait" 140,20. Verband der Glaser aus Liften 57,55. Schnciderwertstait Schöndube 10,—. Unterkommission Neukölln auf solgende Listen: 9101 Klempnerei Thon, 19,90. 9120 Brendel u Löwig 21,50. 9122 Berliner Kindl 10,60. 9124 Tischlerei Völker 12,50. 9125 Stocksabrik Scligsohn 7,90.— Verband der'Maler: 2. 6264 20,10. L. 6265 6.—. 2. 6-269 11,55. 2. 6270 20,35. L. 6271 13,10. L. 6275 19,40. L. 6277 7,—. 2. 6278 2,50. 2. 6279 7,50. L. 6280 28.—. 2. 6284 50,55. 2. 6283 57,—. 2. 6292 6,30. L. 6294 26,35. 2. 6296 5,35. 2. 6304 21,35. L. 6308 6,—. 2. 6309 8,75, 2. 6311 4,75. 2. 6313 10,40. L. 6316 16,35. L. 6322/23 1,85. 2. 6324 5,05. L. 6325 3,—. 2. 6331 8,10. L. 6333 5,35. 2. 6335 Maler bei Springer 12.-. 3. 6339 3,20. 2. 6340 4,—. 2. 6341 Sparvcrein„Höhle" 5,—. 2. 6355 Birlie u. Thomer, Bau SiemttziS u. Halskc 17,25. 2. 6361 8,30. 2. 6362 1,75. 2. 6363 1.50, 2. 6379 14.80. Rndoij Pommcrenkc 5,—. Kaushaus Singer u. Co, Chausseestr. 61/62 50,—. 2. 52 Hauptburea» des Verbandes der Sattler 21.—. 2. 4077 Korrekt oren- bureau des„Berliner Lotalanzeiger" 13,20. Verband der Kupterichmiede aus folgende 2ift«i: 6982 4,85. 6983 27,60. 6986 8,25. 6988 5,90. 6989 5,35. 6991 4,50. 6992 4,60. 6993 12,—. 6994 23,70. 6995 7,30. 6997 16,—. 6998 33,—. 6999 13,50. 8596 9,—. 8597 12,—. Bon d-u Monteuren der Firma WasscrstandSregler Hannemann 45,—. 2. 7000 14, Sparvereiu»Die Wasserscheuen" 9,—. Verband der 2ederarbcitcr I auf 2>ften 74.35. Spar- und 2ottcrievirein Pilsator 8,60. Verband der Glas- arbeiter II auf Listen 260,10. Allgemeiner Deutscher Gärtnerverein auf Listen 89,85. 2. 4158 59 Drucker, Setzer und Stcreotypeure beim Deutschen Verlag 35.35. 2. 4171 Drucker und Setzer bei Döring u. Hunning 18,—. Bierglockc Oramenstraße 2,20. Verband der Burcauangeslellten aus solgende Listen: 3817 3.50. 3818 1,—. 3822 0,80. 3823 1,45. Angestellte der A. E. G. 3826 8.- 3828 35.50. 3829 8.15. 3830 38.30. 3831 6.05. 3835 38, 3o. O.-K.-K. 3856 Drechsler 10,50. 3863 Schuhmacher 30,—. 3871 Messer- schmiede 2.50. 3884 Schlächter 22,—. 3887 Graveure 13,—. 389TBäcker 32,50. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands, Fil Berlin: 2. 4608(darunler Kollegen von Focrder u. Wcrstaltarbeiler von Clcmentz).2,—. o zggg Schneider von Fabian u. Ulrich 25,20. 2. 4620 18,70. 2. 4623 17,45. 2. 4625 8,50. 2. 4631 Heimarbeiter von Adam lö,—. 2. 4633 Schneider von Stög 20,65. 2. 4637 durch Heimfahrt 11,50. 2. 4646 Wäschcsabrit Bebreuds 8,60. 2 4643 Plätterci von 2aak, Schmitz u. Eft'chig 25,15. 2. 4649 Wäschesabrik vorm. Gebr. Ritter 26.45. 2 4660 Schneider von Horwitz 30.20. Schneider von Hermann Hofsmann: 2 4655 33,80. 2 4666 23,40. 2 4667 43,50. 2. 4668 60,75. 2 4669 18.50. 2 4672 31,—. 2 4733 4,—. 2. 4734 33,80. 2. 4670 durch Petz 25,70. 2. 4694 Kollegen der Firma Mannheimer 38,—. 2. 4695 Kollegen von Hammer 26,05. 2. 4696 1,50. 2. 4719 Kollegen von Georg Schwarz 27,50. 2. 4720 durch Eichhorn 9,—. 2. 4723 11,89. L. 4728 Zu'chneidcr von Ad. Stier 8,70. 2. 4729 Kollegen von Bendt u. Redlich 45,—. 2 4731 Kollegen von Truntz u. Voß 25,—. 2. 4736 Kollegen von Ellrotb 51,30. Kollegen von Lcwv,' Unter den Luiden 3,75. Kollegen von Griewisch 2l,—. Durch Doritz 20,—. Durch Riemer 2,—. Von Schwemann 3,—. L- 4103 Schriftgießerei Bertbold 75,15, 2 4106 Dr.-aller u. Co. 15,50. 2. 4107«chröder u Freund 10,—. L. 4139 Martin u. Jonskc 5,20.. 2. 4147 Zeitungssetzer bei Ullstein 24,75. 2. 4148 Maschinensetzer bei Ull- stein 46,75. 2. 4151 Korrekturen bei Ullilein 6,25. 2. 4160 Borussia 8,—. 2. 4167 C. Berg 4,50. 2 4i73 Gebr. Trylc u. Wagner 10,—. 2. 4174 Galvanoplaslil 14,—. L. 4179 Bajanz u. Studcr 9,—. L. 4181 Schäscr u. Rosenfeld 10,—. F. 4022 Druckerei Kroll 9,75. 2. 4960 Verband der Töpfer 4,85. Verband der Porzellanarbeiicr, Zahlstelle Berlin 100,—. 2. 6114 Firma Klinke 4,60. Maschinen- und Kesseldauopersonal Aschmger 10,—. 2 4934 Druckerei Jacobv u. Co. 11,15. 2. 4311 Druckerei Ernst Litsaß Erben 12,25. Tischler bei Reckcrt u. Co. 12.50. 2. 4136 Druckerei Fernbach und Galvanoplastik-Anstalt 18.70. 2. 6112 Kollegen bei Gieße u. Borchardl 10.—. Tapezierer bei Wollner Nachr. 11,—. 2. 6104 Koll. bei Aug. Waldmeister 12,—. Setzer und Drucker bei H. S. Hermatm aus Listen 276,50. 2. 4308 Abt. Setzerei bei Braunbeck u. Gutenberg 84,05. 2.- 4328 Personal der Druckerei Albert Nauck 9,10. 2. 4276 Druckerei Karl Marschner 24,75. Möbelfabrik Masserer 26,60. Berliner Schwimmklub „Freiheit" 32,—. Norddeutsche Druckerei aus Listen 193,50. 2 4240 Druckerei der A. E.-G. 16,—. Metallarbeiter bei Hahn, Treptow 13,35. Tischlerei Blaser 5.60. Paul Horsch 10.—. Lange u. Franz 10,—. Tischlerei Naujock 6,30. 2. 85 Röhl 4,—, 2. 4302 Druckerei A. Seyssärth 9,25. L. 4241 Hausdruckcrci 13,—. Rheumathogengeirossenslbast 12,—. Gürtlerei E. Schulze 16,50. Verband der Glaser auf Listen 68,95. L. 353 Schiffs- zimmerer Zeuthen 13,30. 2. 4284 Buchöruckerci„Deutscher Proviiizverlag" 15,50. 2. 4331 Buchdrtlckcrei Siegfried Sanger 8,—. Zentralverband der Blumen- und Bläilcrarbeiter 100,—. 2. t Lehmann 11,25. 2. 7154 Bäcker und Konditoren der Konsumgenossenschast 313,—. 2. 7306 Bäcker der Neuen Berliner Genossenschaft Reiniclendors 64,75. 2 7304 Arbeiter und Arbeiterinnen bei Groß. Schöneberg 20,—. 2. 7487 Angestellte deS Verbandes der Bäcker, Ortsverwaltung Berlin 82,—. L. 4239 Union- Druckerei 4,45. 2. 4101 Kleine Druckereien durch Pfeifer 131,55. K. N. 5,—. 2. 4066 Jtcmpelsabril Krebs 3,—. Zeichner und Angestellte bei S. u. S. 6,—. Verband der Glaser aus Listen 37,35. 2. 4129 Druckerei Lange 11. Co. Wilhelm Wagner 30,—. Verband der Holzarbeiter aus solgende Listen: 6157 14.10. 5836 15.15. 5721 19,20. 5722 17.—. 5724 22,70. 5725 32,85. 5727 14,45. 6143 16,61. 6145 10,55. 0146 46,75. 6167 5,50. 5917 14,25, 6093 5,50. 6092 3,—. 5835 30,70. 5833 11,50. 5827 11,25. 6036 9,—. 5739 8,95. 6138 13,00. 5736 12,40. 5792 3,95. 5796 15,80. 5789 5,25. 6027 17,15. 6025 6,50. 6029 2,50. 6033 2,80. 5,45. 6032 11,50. 6041 4,05. 6040 22,—. 6037 10,—. 6035 6042 9,50. 6039 8,—. 6038 7,90 6036 25,70 6137 9,25. 29,30. 5859 1,50. 5861 1,—. 5862 4,20. 5857 5,40. 5863 3,25. 0,85. 5860 2,50. 6078 4,60. 5794 16,55. 5718 9,20. 5733 21,15. 21,25. 5994 10,-. 5991 3,50. 5939 12,30. 5988 25,—. 5987 13,30. 6010 14,50. 6130 6,20. 5879 42,60. 6180 23,—. 6175 29,85. 6168 10,70. 6174 16,—. 6088 2,50. 6069 8,80, 6070 15,50. 6071 29,45. 6072 15,70. 0152 20,—. 6154 25,50. 6155 14,65. 6073 12,—. 607 1 2,40. 6075 10,—. CHS 6,50. 6149 24,25. 6150 13,—. 6153 11,50. Werkstätten; 6186 Reich u. Co. 20,—. Nauke 10.—. Herzig u. Banne mann 40,—. Lachner u. Kipling 11,—. Anders tl,50. Loche, Hering u. Co. 47,50.~"gt—"Aj"M.---- 6034 7,—. 5858 5861 573 chulz u. Dittmer 14,50. Schmidt, Cadincrstraßc 10,50. Schmidt. Sechserl, rsse 8.—. 6132 5,20. 6134 8,—. 5763 2,—, 5764 4,50, 5761 7,90. 5700 4,25. 5755 4,—. 5753, 8,40. 5756 3,70. 6006 18,30. 6005 15,45. 6004 29,70. 5998 16,20. 5999 29,—. 5908 31,25. 5977 17,95, 5804 6,30. 0173 13,75. 6164 11,50. 5873 14,60. 5706 36,15. 5703 11,50. 5828 Tiichlerci Slavenow 22,55. 6182 Tischlerei Siebenhaar 9,50. 6118 13,—. Tischlerei Kraute u. Korilla 22. 5883 4,65. 2. 5888 2.75. 2. 5890 5,90. 2. 5889 6.—. 2. 6133 1,85. 2. 6184 5,70. 2. 6179 19.—. 2. 5731 16,75 2. 5985 10.—. 2. 5984 6.50. 2. 5983 10.40. 2. 6008 23,40. 2.6011 24.55. 2.6014 14.85. 2.6015 31,95. 2.6016 25.40. L. 5822 48,75. 2. 5824 32.55. 2. 5823 3.50. 2. 5821 23,50. 2. 6185 10,40. 2. 6080 4,70. 2. 6176 3.50. 2. 5874 3.00. 2. 6020 19.05. 2. 6021 4.—. 2. 6022 1.90. 2. 6172 3.50. 5947 6,60. 2. 5948 25,95. 2. MSI 40,50. 2. 5884 14,25 Korbmöbctsabrik Hcineman» 2. 5887 6,25. 2. 5881 5885 14,30. 5986 11,25. 6009 25,50. 5704 72.80. 5825 7,75. 6018 7,75. 5951 5.—. 5882 8,70. Verband der Lithographen, Steindrucker und vcrw. Berufe 3005 Kartographen W. Ercwc 11,—. 2. 3609 Zeichner Haasenstein.11 Vogler 13,—. 2. 3615 Lithographen Rotophot 3,—. 2. 3617 Lithographen Max Krause 6,50. L. 362l Lithographen Gebr. Hartkops 6,20. 2. 3622 Lithographen Heyniann u. Schmidt 30,65. L. 367t Retouche Rotophot 42, 2. 3697 Geselliger Verein Neukölln 20,—. 2. 3711 Steiudrucker Hehmann u. Schmidt 19,50. 2. 3712 Lithographen u. Steindrucker Sllbrccht u. Meister 18,50. 2. 3713 Steiudrucker Pittius 19,25. L. 3714 Steindrucker Bertheini u. Schäfer 5,—. 2. 3716 Lithographen u. Steindrucker Weißbach u. Giebel 10,—. 2. 3720 Stewdriuker Max Krause 9,70. 2. 3723 gesamtes Personal von Aberlc u. Co. 31,75. 2. 3724 Steindnicker Littaucr u. Boysen 8,30. L. 3728 Tiesdruckabteilnng Rotophot 20,50. 2. 3730 Personal Dr. Rokoonitz 7.25. 2. 373l Steindnicker und Hilfsarbeiter W angerin u. Co. 12,20. Dculjchcr TranSvortarbciterverband, Bez. Gr.-Berlin L. 8276 Direktion der Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. A.-G. Pankow 500,—. 2. 7001 Lagerarbeiter d. Konsumgenossensch., Zentr. Lichtenberg 106,—. 2. 7003 1. Rate » Mitfabrer. Koniumgcnosscnsch., Zentr. Lichtenberg 102,50. 2. 7005 13,80. 7006 Transportarbeiter A. E. G. Brunnenslr. 15,90. L. 7009 D. Lewin Hansvogleiplatz 13, 16,10. 2. 7017 7,35. 2. 1021 Gr. Bcrl. Straßenbahn. Bahnhos Lichtenbg. 23,—. L. 7022 24,—. 2. 7032 Fahrstuhls., Portierl»usm A.-G. Lindenbaus 75,80. 2. 7035 Müllkutscher B. W. G. Depot I. 40,40. L. 7036 Gewerbl. weibl. Personal Konsumgenossensch. Zentr. Lichtend. 1 2. 7037 Lagerarbeiter d. Konsumgenossensch. Zentr. Lichtend. 73,50. 2. 7052 Transportarbeiter, Haiisangcft. und Monteure der Vorwärtsdruckerei 45,25. 2. 7053 Ullstein u. Co. 20,50. 2. 7054 Packerei„Lokal-Anzeiger" 13,25. 2. 7056 Hausdiener, Packer, Betr. Otto Elsner 18.10. 2. 706l Rodewalo R, Köpenicker Str. 143, Zigarrengcsch. 50,—. 2. 7064 13,40. 2. 7073 16,45. 2. 7074 ArbeitSnachw.'Alte Leipziger Str. 12,70. 2. 7078 23,50. 7085 18,10. 2. 7097 12,50. 2. 7110 22,95. 2. 7121 d. Wich. Kühne. Arbeiter und Handwerker Bahnhos 12, 16,45. 2. 7123 6,05. 2. 7138 Große Berliner Straßenbahn. Bahnhos Lichtenberg 24, 2,30. L. 7148 Hochbahn Bahnmeisterei 22,05. L. 7144 19,60 2. 7145 Hochbahn-Brllckenmeisterei 24,—. 2. 7146 11,—. 2. 7147 9,50. 2. 7520 4,40. L. 7528 Müllkulscher W. G. B. G. Depot II 74,75. L. 7538 3,10. L. 7540 Versandlager Turbinensabrik 30,75. 2. 7541 19.50. L. 7542 20,45. 2. 7543 6.70. 2. 7544 16.35. Bergmann EIcktr.-Gcs. 2. 7546 9.80, 2. 7547 8,90, L. 7548 17,30. L. 7550 10,25. 2. 7551 A. E- Brunnenslr. 15,95. 2. 7554 Hilfsarb. Hugo Härtung, Moabit 22,25. 2. 7559 13,15. 2. 7563 24,90. L. 7564 18,35. 2. 7566 Fa. Eggert. Abt. Schmoede 10,75. L. 758 l Kammerich. Bclter u. Schnecvogl, Wittenau 15,35. 2. 7591 12.85. 2. 7594 Krastdroschkensührcr 21.—. L. 7618 179,-. 2. 7635 Krastdroschkensührcr 22,—. 2. 7637 do. 28.45. L. 7638 do. 30,65. L. 7662 11,—. L. 7663 10,10. L. 7664 9.60. L. 7665 13,—. L. 7666 19,—. 2. 7667 12.-. L. 7674 10,80. L. 7677 Betrieb Mix u. Genest 12,95. 2. 7680 9,45. L. 7682 2,—. 2. 7683 7,65. 2. 7686 Fahrpersonal Schul! heiß II d. General 22,40. L. 7687 7,—. 2. 7689 11,10, 2. 7696 Fahrer Brauerei Hilsebein 20,50. L. 7707 Bockbrauerei Abt. I 6,20. 2. 7711 !l. Landrö d. Schillupsit 9,85. L. 7715 Flajchenkellerei Groterjan 7738 Kons.-Genossenich. Lichtenba., gewerbl. weibl. Perl. 13,50. 2. 7744 14,65. L. 7745 12,10. 2. 7746 Betrieb Emil Herrmaim, Plötzensce' 10,50. L. 7757 19.55. 2. 7787 4,95. 2. 7801 12.—. 2. 7803 9. 7809 9,35. L. 7813 4,50. 2. 7850 Wcndschlag u. Pohl Jtachs. 3.60. 8056 14,05. L. 8069 3,55. 2. 8096 13,10. 2. 8107 Arbeiter d. Fa. Kubiii u. Imberg 18,55. 2 8109 7,45. L. 8122 8,65. 2. 8125 Hausd. d. Fa. Heim u. Gerkeil20,—. 2. 8140 6.—. 2.8180 12.75. 2.818316,45. 2.818911,95. 2. 8197 Personal v. E. Lewinsohn 15,70. 2. 82l0 Packer von Mauoli 14,80. L. 8214 12,05. 2. 8223 Lotterie- u. Sparoerein„Fidclc Brüder" Wedding 13,50. 8225 U,l0. 2.»242 32,55. A. E. G. Brunnenstc. 2. 8262 3.35. 2. 8264 6.55. L. 8255 10.60. 2. 8277 2,90. 2. 8304 6,80. 2. 8306 11,80. 2. 8310 12,25. L. 8312 darunter Packerei Hirichhorn 11,75. 2. 8315 9,75. 2. 8322 Transportarb. d. Fa. Gebr. Israel 30,55. 2. 8328 15,60. 2. 8330 Koll. v. Richard Feuer u. Co., Warschaucrpl. 10 12,30. 2. 8331 8,95. 2. 8332 darunter 2,17 von der ausgelösten 10 Ps.-Kasse Brennstation Auer 16.77. 2. 8337 5,50. 2. 8348 Personal von Karl Stiller 11,40. 2. 8371 Fenster- Putzer von A. Nelken 25,—. 2.8377 Fensterputzer v. Fensterreinigungsinstitnt Germania" 19,—. 2. 7034 verloren gcgang. Liste A. E.-G. Brunnenslr. 2t, 25. . 7030 17,60. 2. 7060 4,20. 2. 7067 durch Thiele 5,90. 2. 7081 4,50. 2. 7620 GeschästSdicncr A. Wertheint. Moritzplatz(darunter 8,43 aus der Scchserkassel 40,— 2. 7719 i,-. L. 7829 10,15. L. 8077 4,80. L. 8200 frauen-Lelcabcnde, Alt-Glienicke. Heute Mittwoch 8 Uhr im Jugendheim, Grünauer straße 7. Genossin Ryncck rescriert über:»Die Frau im heutigen Wirt- schastslebeu"..__ Marttpretse von Berlin am 13. Dezember 1913, nach Ermittelungen des kgl. Polizcipräsidimns. Mais(mixed), gute Corte 17,00— 17,20, mittel 00,00—00,00. geringe 00,00—00,00. Mais(runder), gute Sorte 14,80—15,20. Richtstroh 0,00. Heu 0,00—0,00.„, Martlhatlenvreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00— 50,00. Speisebobnen, weiße 35,00—60,00. Linsen 36,00— 80,00. Karlofsefti(Kl-inhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule l.60— 2,40. Rindfleisch. Bauchfleisch 1,30—1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40. Butter 2,40—3,00, 60 Stück Eier 4,60— 7,20. 1 Kilogramm Karpien 1,00—2,40. Aale 1,60-3,20. Zander 1,20—3,20. Hechte 1.20—2,40. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,40. 60 Stück Krebse 2,50—24,00. 5,95. 2. 8380 10,—._ Rauchklub„Eldorado" 5,—. Frauen-Sparvercin „Grüne Eiche" 6,75. Sparvercin„Steif und feste" 4l,60. Verband der Sattler und Porteseuiller aus Listen 457,65. In Summa l6 631,62 M. Bisher sind veröffentlicht 146 251,16 M. Dazu kommen 16 631,62 M. In Summa 1(52 882,78 M. Die Listen sind dort abzurechnen, wo sie entnommen sind. Die Listen 3643. 6943. 6959. 758'2, 7763 und 8278 sind verloren gegangen und sind beim Vorzeigen anzuhalten. Sonstige Beiträge sind zu richten an Alwin Körsten, Engel- ufer 15 und Emil Bocske, Lindenstr. 2 1., Das Zimmer 23 der GewerlschaftSkommission ist täglich ge- öffnet von 9—1 und 4-8 Uhr.'» Bnefhalten der Redahtioif. Tie i-rifttiche epreiyftunde findet Ltndenstrntze es, vorn die» reeppen — Fatzr stutzt—, wochcnlä glich von iVj bis 7M, Utzr abends, EoanadendS ton 4H bis 6 Utzr abends statt. Jeder für den Brteftaftcn bestimmte-»useag: ist ein Buchstabe und eine Zatzl als Merkzeichen beizufügen. Briesttche Satwon wirb nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementsgntttnng beigefügt ist. ,crb-n nicht beantwortet. Eilige Fragen trage MIN tn der«»rechftunbe vor. B. 20. Ohne Kenntnis der Akten nicht zu beurteilen.— M. A4, 1800. Das Legat ist mit dem Ableben angefallen, jedoch erst ein Jahr nach dem Tode fällig, falls nicht Zahlungsunmöglichkeit vorliegt. Den Nachweis der ZahIungSunmogüchkeit müßte unseres ErachtcnS die Witwe führen. Eine Aniiahmccrklärnng ist nicht erforderlich. Das Verlangen aus Zahlung und eine eveniuellc Klage richiet sich gegen die Testaments- Vollstrecker, soseru die Nachlaßleitung noch nicht abgeschlossen ist. Ist das letztere Fall, gegen die Witwe.— Ernst 1801. 1. Das hängt von dei Kirchenbehörde ab. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht sür den Pfarrer nickil. 2. Ja.— Fr. F. 27. 1. Ja. 2. Nein, aber zum erheblichen Teil. 3. Die Behörde könnte Pfändung veranlassen. Sosern Sic Ihrer Frau die Genehmigung erteilen, kann diese cbenialls ein Geschäft führen. 4. Dia Banken geben erst Auskunft nach Zustellung eines Ueberlvcisuiigsbcschluffes. — St. Si. 1. Nein. 2. Bilder ja 3. Ja.— K. 17. In Berlin 30 M. K. R. 08. Ihre Mutter kann das tun.— R. 200. Nein. Es iönnic jedoch die Räumungsklage gegen Sie erhoben tverden. Für die Miete bleiben Sic während der Vcriragsdauer haftbar, sosern nicht eine jchrisl- liche Lösung des Vertrages erfolgt und sofern der Wirt nicht etwa weiter vermietet.— At. P. 43. Es ist zweckmäßig, noch den Taufschein zu beschaffen.— M. ff. 100. Die Anmeldung muß Ihre Frau selber besorgen: ein Driiicl de« Beitrages wird von den beiden Arbeitgebern cingczogcli. — 5l. 10. 1. Die Adresse des Vereins sür Feuerbestaltung ist Brcitcstr. 5. 2. Ihre Tochter ist nicht konsesiionslos. Tie müßte besonders ausscheiden. Konsessionslos sind nur diejenigen Kinder, die nach dem Ausscheiden des Vaters geboren werden.— M. K. 100. 1. Nein. 2. Es kann ein« so- genannte Frcipolice beanspruckt werde».— Emma P. 32. Nein.— E. T. 5872. Falls der Mietzins nach Monaien bemessen ist, können Sie am 1. 1. ausziehen,— B. 55. 1. Das Zeugnisverweigerungsrecht hätten sie mir dann, wenn Sic durch die Aussage sich einer strasbareutzaudluiig, z. B. des Ehebruchs, bezichtigen würden. 2. Dauernde Veischlajsverweigc- r>mg ist ein ScheidungSgrund. Ein Zeitraum von 5 bis 6 Monaten dürfte als dauernd angesehen werden. 3. Sofern die Frau sür allein schuldig erklärt wird, nein. 4. Läßt sich irnc beurteilen, wenn wir den Inhalt des Bestellscheins kennen.— W. M. 19. 1. und 2. Nein.— F. A. 31. Dazu iit der Hauswirt verpflichtet. Ein Recht, die Miete einzubehaltcu, haben Sic jedoch nicht. Sic könnten nur. wenn die Aufforderung erfolglos bleibt, llagcn. eventuell auch der Ortspolizeibehörde Mitteilung machen. — M. L. 113. Ein Anspruch aus Herausgabe des Kindes hat der vor- eheliche Vater nicht. Er ist zur Weiterzahlung der Alimente an den Ver- Mieter verpflichtet.— M. 100, Gentcr Strasse. Nur dann, wenn«ie sich mit dem Abzug einverstanden erklärt haben, anderenfalls lönnen Sie Zahlung sordern.— P. L. 41. Auf das Alter lommt es nicht an. — R. 17. 1. Ja. 2. und 3. New, da soweit bekannt, nach dem Slatiil eine längere Haftung vorgesebcn iit.— C. 31. 24. Ja, falls er bedürftig ist.— Zwei Streitende. Konfessionslos.— Zession. Sie schließen am zweckmäßigsten mit Ihrer Ehcsrau beim Notar einen Vertrag. Dieicr Ist" stcmpelpflichtig. Die strafbare Handlung verjährt in jüns Jahren. — H. S. 100. Nicht quacksalbern! Fragen Sie den Arzt.— Albemi. 1. Die Fabrrinnc von Hamburg bis Curhaveu ist 7—9 Meter lies. 2. Fragen Sie bei der Hämbura-Amerika-Linie, Unter den Linden, an.— L-Ntstow 108. 1. Bei der Schiffsiungendivision in Kiel oder Wilhelmshaven. 2. Freireligiöse Gemeinde, Berlin. Pappelallee 15/17. 3. Geboren am 7. März 1850.— Wette Sir. 10. Erbaut in den Jahren 188t— 95. Eingeweibl am 1. September 1895.— K. 000. Städtische öffentliche Jinpsanstalt Berlin, Wilhelmstr. 117.(Sonntags 12—1 unentgeltlich).— — St. W. 220. 1. Bis etwa 11 Uhr. 2. Klage aus Abhilfe gegen den'Ver- mieter beim Amtsgericht. Fordern Sic vorher durch eingeschriebenen Brief' unter Setzung einer Frist Abhilse.— K. Z. 100. Nein. Eine Einstellniig wäre nur zu erwarten, wenn der Antragsteller seine Angaben widerruft.— K. B. 33. t. Sie sind zahlungspflichtig, sofern die Versicherungssumme 8000 M. übersteigt. 2. Nein.- R. Sch. 00. Nein. — G. Z. 100. 1. Ja. 2. An das Vormundschastsgericht. das ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk Sie lvohneii.— Altonaer Str. 32. 1. Stammbuch dürste ausreichen. 2. Ja.— F. S. 9. 1. Antrag an das Versicherungsamt, Am Köllnische» Park 3. und an die Krankenkasse. 2. Darüber einigen sich die betreffenden Institute. 3. Ein Rechtsanspruch aus Gewährung deS Urlaubs und aus eine bestimmte Urlaubszeit besteht nicht. 4. Anhänger derjenigen Lehre, nach welcher die menschliche Gesell- Ichast methodisch zum Vorteil aller organisiert werden soll.— B, L. 1. Ja. — A. W. 48. 1. Nein. 2. Die Zinsen gehen nicht verloren. 3. Das können wir nicht sagen. In der Regel veröffentlichen die Hinterlegungs- stellen die Depositen und nicht abgehobenen Zinsen erst bei Ablaus der Verjährungsfrist.— T. K. 07. 1. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Objekts. Dieses wird vom Gericht sest- gesetzt. 2. Zuchthausstrafe bis zu 5 Jahren, sind mildernde Ilm- stände vorhanden, so tritt Gesängnisslrafe tlicht unter 6 Monaten ein. — Kranker Otto 10. 1., 3., 8. und 9. Nein. 2. und 4. Ja. 5. und 6. Gcwerbegericht Göppingen. 7. Sie können sich an daS Zentralarbcitcr- sekretariat in Berlin, Engelufer 14/15, wenden.— E. G. 1. In der Regel 'a. Ein Rechtsanspruch besteht jedoch nicht.— I. W. 27. Das Testament iraucht jetzt nicht gestempelt zu werde». Nach dem Ableben deS TestgiorS muß es dem Gericht eingereicht werden. Alsdann wird der Stempel ein- gefordert.— I. B. 322. Ihr Anspruch ist verjährt.— Turmstr. 79. Die Kosten betragen etwa 8 bis 10 M.. ganz gleich, in welchem Orte die -r chuldurkniide aufgenommen wird.— Steuer 13. Sie sind haslbar.— K. 7. Nur dann, wenn der gesetzliche Vertreter es verlangt oder das Vor- mundschastsgertcht ck- anordnet. Aus dem genaiinten Grunde ist ein Ein- greisen des Vormundschastsrichtcrs jedoch nicht zu erwarten.— O. Nein. —„Verstand kommt nicht vor Jahren--. Wir stellen Ihnen anheim, sich an die gesetzgebenden Körperschaften(Reichstag) zu wenden.— Brief- kästen, E. Geister. Man pflegt in diesem Falle diese Personen auch mit Bater und Mutter anzureden.— Kuplich, Eoal Ballet» Pa. 1. Wir könneu Ihnen nur raten, mit dem zuständigen Konsulat in ständiger Ver» bindwig zu bleiben. 2. Fragen Sic an bei K. Eindermann, Tresdcn-'L., Zwingcrstr. 14, p.— 1000. Achnlichc Bedeutung ivic früher der sage- nannte Rixdorser.— L. M. 12. 1. Ja. 2. Bei I. Sassenbach, Berlin. Engcluscr 15•(Gewerkschaftshausi.— Jüterbog. Ambulatorium sür Sprachstörungen. Berlin, Zicgclstr. 19(Montag, Dienstag, Donnerstag. Freitag 3—4 Ilhrl. H. B. Lichtenberg 4. Ihre' B. R. 170. IM. Pro Jahr. Der Mieter U________ sosern aus dem Mietsvcrtrag eine Erstattungspflicht sich nicht ergibt. In der Regel ist dies jedoch der Fall; sehen Sie Jbrcn Mictsvertrag noch ein- mal genau durch.— A. N. 100. Die Beleidigungsklage ist kaum erfolg- oersprechend.— I. St.. Chbg. Die Beschwerde erscheint nur erfolg- versprechend, soweit die Klage aus Körperverletzung gestützt ist. Die Ver- jähungssrist ist durch die Anzeige bei der Slaatsanwaltschast unterbrochen. Die Beschwerde, soweit die Klage auf Bestrasung wegen Beleidigung gc- richtet ist, ist aussichiSIos. Die Beschwerde richten Sie an das Amtsgericht, das den Beschluß erlassen hat. Sie muß eingereicht sein, bevor eine Woche, von der Zustellung des Beschlusses ab gerechnet, verstrichen ist.— F. K. 20. 1. Friedrich-Wilhclms.Anstalt sür Arbeitsame. 2. Bicdersee» Stiftung, Beide im Rathaus, Zimmer 90. H. K. 100. 25 Jahre.— Wittenau 8. Wenn Sic nicht schon vor dem 1. Okiober zu arbeiten begonnen haben, waren Sic erst vom l. November ab steuerpflichtig. Reklamieren Sie.— 09. Luise. t. u. 2. Nein.— F.(£. 03 Geburlsurkundc. falls männlich. Militär- Papiere.— M. M. I 3. 13. Geburtsurkunde und beglaubigte Ein- willigung des Vaters, falls es sich um die Braut handelt.— 154. W. E. Die Fragen lassen sich nur beantworten, wenn der Inhalt des sür die Fortbildungsschule maßgebenden Statuts bekannt ist.— H. R. 70. Maßgebend ist das Ortsftatilt. Der Foribildiingsschnluntmicht laiin Auffassung ist zutreffend. r kann Ersatz nicht verlangen, sich biS zur Vollendung deZ 18. Lebensjahres erstrecken.— Dtreit- köpfe lvv. Uebcr Scharsrichtcrbezügc sind wir nicht insortniert. -- A. R. 1.— 2. Ist uns beides nicht bekannt.— W. 100, Malmöer Strafte. Wenden Sie sich an die Deutsche Gesellschast jür Mutter- und KindeSrecht, Auskunstsstclle: Berlin N, Koloniestr. 1, Donnerstag und Dienstag 6—7. Oder an die Auskunstsstelle des Bundes sür Mutterschutz, ZKsmpe-Zisld unü Xsld mit dem TvKlMMvIgSSPSNN Aktiva. Bllann-Konto. Paitiva. Grundst,- u. Gebäude 13 486 934,— Masch.- Kühl- u.pneu- mat. Mälzereianlag. 2 302 521,— Elektrische Anlagen 300 369.— Mobilienu. Utensilien 168 870,— Fastagen..... 1 431 704,— Pferde...... 178 769,— Wagen u. Geschirre 1 168 948,— Eisenbahn-Waggons 101 523,— Dampfer..... 7 661,| Niederl. a. Ausschank 1 910 854,70 Restaurat.-Invent, u, Utens. u. Beteilig. 223 150,-1 Flaschenbier-Utensu. 60 OOO,— Vorräte...... 2 614 378,13 Debitoren..... 312 756,55 Darlehen..... 882 755,36 Kasse inkl. Reichsbk. u. Postscheokguth. 485 751,22 Bankguthaben.,. 1 281 471,50 Wechsel..... 20 75690 Avale.. 801 150,— ESekten..... 1 386 997,87 Hypotheken auf verkaufte Grün dstücko 25 000,— Vorausbezahlte Mieten..... 209 856.12 Aktienkapital... Partial- Obligationen aus 1894 Serie I Partial- Obligationen aus 1897 Serie II Partial-Obligationen aus 1911 Serie III Hypothekenkonto �1 Reservefonds... ; Spezial-Reservofonds Dividende unerhobeu Partial-Oblig.-Zinsen. Partial- Oblig.-Präm. Kautionen..... Depositen..... Kreditoren.... Brausteuer.... Avale. SOI 100,- Delkredere.... iFriedr. Goldsohmidt- Stiftung.... Arbeiter-U hterstütz.- Fonds..... Arbeiter-Witwen- u. Waisen-Fonds, Moritz Potocky- Nelken-Stiftung. Rückstellung aus dem Agio f. Emissions- Unkosten... Reingewinn.. 88 337.35 1330 081,17 27 561 027,;i5: i 27 561 027,35 Berlin, den 30. September 1912. Die auf 15 Pror. für das am 30. September a. er. abgesehlossene Geschäftsjahr- 1912(13 festgesetzte Dividende wird von heute ab gegen Einlieferung des Dividendenscheines und eines Nummern- Verzeichnisses gezahlt mit M. 45,— pro Aktie von M, 300,— „* 180,-„,,„ 1200,-, an der Kasse der Commerz- und Diskonto-Bank, hier und in Hamburg; an der Kasse der Nationalbank für Deutschland, hier; an der Kasse von Markus Nelken& Sohn, hierund in Breslau; an unserer Zentralkasse. Berlin, den 16. Dezember 1913. Aktien- Brauerei- Geseilscbaft Friedriebsbübe vormals Patzenliofer. Dr. W. Sobernheim. 2-3).- P. Z. SS. Bei der GewerfschastSkommilNon, Engelufer 15, erhalten Sie die gewünschten Adressen usw.— M. C. 99. Ja, wenn es sich um wescniliche Mängel bandelt.— R. B. 199. Ja.—(y. Cv Die Bank fann Vorlegung eine-Z ErbscheinS verlangen, der beim Amlsgcricht, in dessen Bezirf die Frau ver- starben ist, zu beantragen ist. Augcrdcin muß die EinwilligungScrklärung des gesetzlichen Vertreters des Kindes beigebracht werden.— I. soder®.) 2. 198. 1. Nein. 2. Ja, sosern sie daS 14. Lebensjahr überschritten hat. — M. Z. Zur Beichte ist Ihre Tochter nicht verp'lichtet. Dem Lehrer mutz Mitteilung gemacht werden.— Obb. Sl. Sie mlinen snr Impfung noch Mitteilung gemacht in diesem Jahre Sorge tragen, andernfalls warten haben. sür Impfung noch ein Strafmandat zu er« Deutscher Bauarbeiter-Verband. -—-— Zweigverein Berlin.======= An alle unterMiingsbkttchtlgtell Mitglieder! Die Auszahlung der Unterstützung findet für alle Mitglieder mit dem Anfangsbuchstaben A. bis K. ihres Zunamens am I»Oc sOc oOOOC IL Esders 5 tyckhoff SsrtrauÄtenstr. 8—9(Pefriklrche) Prterf ßs MnriMgßfiof in Ulstern und Paletots von Mk. 21.00 bis 65.00 Sakko- Anzügen von Mk. 28.00bis 68.00 Schlafröcken Mk. bis 55.0° Morgenjoppen Mk. 10.0° bis 32.oo Samt-Sakkos Mk. 23.«= w. 30.« Fantasie-Westen JSSIS Kinder-JünglingsBekleidung in reichhaltiger Auswahl Dezember, •10 u. 12.% Uhr geoNnet. DOC sJ Garbai MMMMWWW Gtualiiai MM /////////////////////////////> Stoffe X Manzüge, faletots Meter JK. 5, 7, 9 Kostüm- und Ulsterstoffe MtrJiU, 4, 5 fersianer irait. Plüsche 130Tetberr3«.r50950 Seiden-Seal priiaaÄJÄ.t5 Kstraehan.fntter� Tuchlager Koch 4 Seeland G. mdi. H- Gertrauitteustr. ZO/ZÄriÄ t Chuc jede Anzahlung!! Keine Kassierer, tlcine Raten! lleitwäscho, Teppichs, Portieren, Bilder, Gardinen, Stores, Stepp- u. and. Decken. BATZXER,* Hufelandstrafte Nr. 41. Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. 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Gemäß 8 23 der Wablordnung laben wir hiennit die Vertreter de» Ausschusses zur Vornahme der Wahl der Vorstandsmitglieder ein. Es sind zu wählen von seiten der Ar- beitgeber 3 Vorsiandsmstglieder und 6 Ersatzmänner, von seilen der Kassen- Mitglieder 6 Vorstandsmitglieder und 12 Ersatzmänner. Die Wahl erfolgt am Zountllg, 11. Januar 1914, in den Räumen der Kasse, und zwar sür die Arbeitgeber von 19—11 Uhr vormittags, sür die Arbeit- nrhmer 11'/,— 1 Uhr nachmittags. Die Wahl ist geheim. Gewählt wird nach den Grundsätzen der Ver- hältniswahl nach näherer Beftim- mutig der Wahlordnung. Die Wahl« zeit dauert 4 Jahre. Die Vertreter im Ausschuß werden hiermit ausgejordert. Wahivorschläge gesondert sür die Arbeitgeber und Kassenmitglieder auszustellen und dem unterzeichneten Vorstände, Jahn- straße 82, spätestens bis 27. Dezem- der 1913 einzureichen. Später ein- gehende Wahlvotschläge sind un- güliig. Die Wahlvortchläge müssen v on je 3 Ausschußmitgliedern der de- tresi enden Gruppe unlerzeichnet sein; von diesen ist dem Vorstände ein Waklvorschlagsverlreter sowie ein Stellvertreter desselben zu bezeichnen. Die einzelnen Bewerber sind unter sortlausender Nummer auszusüht en, weiche die Reihe ihrer Benennung ausdrückt und nach Familien- und Vornamen, Berus und Wohnort zu bezeichnen. Bei Kassenmitgliedern ist auch der Arbeitgeber, bei dem siebe- schästigt sind, anzugeben. Ferner ist mit den Wahivorschläge» sür ltassenmitglieder von jedem Be- Werber eine Erklärung darüber vor- zulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. Bei den Wahloor- schlägen jür Arbeitgeber ist eine solche Ertiärung nur erjorderlich, soweit ein vorgeschlagener Bewerber nach § 17 der Reichsversicherungsordnung zur Ablehnung der Wahl besugt ist. Die Stimmenabgabe ist an diese Wahlvorschläge gebunden. Die Wahl- Vorschläge werden von dem unter- zeichneten Vorstand nach der Reihen- folge ihres Eingangs mit Orditungs- nummer» versehen... Die zugelassenen Wahlvorlchlage fäntien von dpn AilSschußmiighedern im Kassendureau während der Dtenit- stunden eingesehen werden. Jeder Vertreter im Ausschuß etbalt überdies gleichzeitig füt blestr®e. kanntmachung noch Mitteilung über die Vornahme der Vorstandswahlen.__,:J}J Berlin-Britz, den � Xcr Kofsenvorftand. 3b zreieuSlMell Wocheaschrist sür Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 hefi für 10 Pf. Werantwortlicher Redakteur: Alfred Wirlepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanjtalt Paul Singer& Co., Berlin SW.