Ur. 334. nbonnementS'Bedingungen: Mbannemcnts> Preis pränumerando: BierteljShrl. 8P0 Mk., monatl. 1,l0 Md, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus> Einzelne Nummer ö Psg. Sonntag?. Hümmer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt" lv Psg. Post. Abonnement: l,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl-Zeitmigs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn L.S0 Marl, für taS übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnemcnls nehmen am Belgien, Dänemarl, Holland, Jw'i» Luxemburg, ihortsgol, ÜUunänicn, Schweden und die Schweiz. 30. Jahrg. vie Tnfirt!on$'6ebQ])r befragt für die sechsgespaltcnc Kolonel- zcilc oder deren Raum 00 Pfg., für politische und gcwcrlschaftliche Vereins- und VcrsimnnlungS-Anzcigen M Pfg. „Kletnc Hnicigcn", das fettgedruckte Wort 20 Pfg. fzulässig 2 settgedluckte Worte), jedes weitere Wort la Pfg. Stellengesuche und SchlafsiMenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Worts Pfg. Worte über lSBuch- ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöfstie!. Mchtlllt tSgNtb. Verliner Volksbltttt. Telegramm- Adresse: ..Seslslhimslirsl R(rliBu« Zentfalorgan der fozialdemokratifcben Partei Devtfchlands. BS? Redaktion: SW. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritipla«,, Nr. 19«3. Freitag, den 49. Dezember 4943. Expedition: 8M. 68, binden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moripplatz, Nr. 1984. Gewei'blkhes Cinigungswcfcn und Scbkdszivang. Durch die diesjährigen Verhandlungen der Gesellschaft für soziale Refonn, an denen erstmalig auch Vertreter der freien Gewerkschaften /die Genossen Robert Schmidt, Th. Xfeipart und A. Winnih) teilnahmen, ist die f�rage des ge- werblichen Einigungswesens auch in Deutschland wieder m die breite Oeffentlichkeit geriickt worden. Im Auslande ist die M'age teilweif c�viel brennender, in einzelnen Ländern, wie im Australischen Staatenbund. Kanada, Eiigland, Skandinavien lind anderen, hat die Gesetzgebung bereits eingeschritten und Zum Teil ist aus dem gesetzlich organisierten Einigungswesen der Einigungszwang geworden(Australien), teils ist man da- dci. einen Einigungszwang zu schaffen Morwegen). Es lohnt sich daher, an dieser Stelle ein weilig auf die ffragc cinzu» gehen. Tie Leitsätze des Referenten auf der Tagung der Gesell- schaft für soziale Reform, Freiherrn v. Berlepsch, erheben die Forderung auf Errichtung eines R c i ch s e i n i- g u n g s a m t e s f ü r D c n t sch l a n d. Tic Aufgaben dieses Amtes sollen sein: Vermittelung bei Streitigkeiten im Ar- k>eitsverhällnis größeren Umfanges, für deren Beilegung keine andere private oder gesetzlich geordnete Instanz vorhan- den oder mit Erfolg�zu vermitteln in der Lage ist. Es kann die Parteien durch Strafen zum Erscheinen zwingen. Seine Tienste soll das Amt in der Weise anbieten, daß es den Par- teien die Auswahl der für die weitere Vermittelung der Eini- gung erwünschte» Personen überläßt. Dem Amt steht das Recht zu, einen Schiedsspruch zu fällen, über dessen Annahme die Parteien selbst entscheiden. _ Bisher haben wir gesetzlich in Deutschland nur die Einigungsämter der Gewerbegerichte gehabt, deren Beden- tung naturgemäß nur eine mehr lokale sein kann. Ein Verhandlungszwang besteht hier nicht: die eine oder andere Partei kann die Verhandlung ablehnen, Ter Richter hat lediglich das Recht, das Nichterscheinen her Parteien mit einer Geldstrafe zu bedrohen, lveiterc Befugnisse stehen ihm auf diesem Gebiete nicht zu. Und auch diese Befugnis hat keinerlei praktische Bedeutung, weil die Geldstrafe beispielsweise unseren großindnstriellen Scharstnachern wenig imponiert. Auch hat der Erscheinungszwang einem prinzipiellen Gegner des VerHandelns gegenüber keine Bedeutung, weil er zum Verhandeln nicht gezwungen werden kann. Haben also die bisherigen gesetzlichen Vorschriften in Teutschland nur dann eine Bedeutung gehabt, wenn die beiden Parteien, Gewerkschaften und Unternehmerverbände, den Willen hatten, vor dem Einigungsamt zu verhandeln, so ist das durchaus nicht zu beklagen gewesen. Vielmehr haben die Arbeiter daraus lernen können, nur ihrer eigenen organisa- torischen Kraft zu vertrauen. Wo sie mächtige Organisationen sich schufen, haben sie die Unternehmer nicht nur zur Ver- Handlung, sondern, was mehr wert ist, auch zu Zuge- ftändnissen gezwungen. Tie Zuspitzung der Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit hat es allerdings in' vielen Fällen notwendig gemacht, unparteiische Verhandlungsleiter zu den Verhandlungen hinzuzuziehen. Auf lokaler Grundlage haben die Einigungsämter der Gewcrbegerichte in dieser Be- Ziehung gewiß dem gewerblichen Frieden manchen Dienst ge- leistet. Bedeutungsvoller noch sind aber die von den Parteien selbst in den großen zentralen Auseinandersetzungen im Bau- gewerbc, Malergewerbe,>ck>chneidergewerbe. in der Holz- industrie usw. herangezogenen Unparteiischen geworden. Und man darf wohl die Forderung der bürgerlichen Sozialreformer nach einem Reichseinigungsamt im wesentlichen auf die Vorgänge ini Bangewerbe zurückführen, wo das unparteiische Dreiniännerkollegium schon seit 1908 bei den großen zentralen Auseinandersetzungen mitwirkt. Mit der Hinzuziehung solcher Unparteiischen muß man für die Zukunft auch in anderen Gewerben rechnen, obgleich man im Zweifel darüber sein kann, inwieweit es nicht viel zweckmäßiger wäre, wenn die Parteien ohne Hilfe außenstehender Personen sich einigen würden. Die Vermittelungsvor- schlage der Unparteiischen werden doch im wesentlichen sich nicht auf berufliche Sachkenntnis stützen, sondern�niehr einem ehrlichen Maklergeschäft ähneln. Eine gewisse Schablonisie- rung also, die der einen Partei etwas nimmt und der anderen etwas gibt, gegenseitige Zugeständnisse auszutauschen und wenn möglich beide Parteien nachgiebig zu stimmen sucht, um auf keinen- Fall einen Kampf ausbrechen zu lassen. So lange diese Vermittelungspraris sich auf freiweilliger Grundlage aufbaut, hat sie keine Gefahr, sie kann vielmehr manchmal von großem Nutzen sein. Mit der Errichtung eines Reichseinigungsamtes aber wird der Weg der Bureaukratisierung des Verfahrens beschritten. Und dieser Weg birgt nicht zu unte-rschätzende Gefahren. Solche Gefahren sind in den Konsequenzen enthalten, die aus dem relativ ungefährlichen Anfang mit einer bureaukra- tischen Regelung des Einigungswesens sich ergeben. Wir müssen mit der Tatsache rechnen, daß die gewerkschaftlichen Kämpfe in der Zukunft von einer ganz anderen Schärfe wer- den als bisher. Das Baugewerbe und andere haben ja schon zentrale Kämpfe, die sich auf das ganze Reich erstreckten, geführt. Diese werden in Zukunft nicht weniger, sondern mehr und umfangreicher werden. Tos liegt in der Natur der Sache. Je größer die Gewerkschaften werden, je umfang- reicher werden auch ihre Kämpfe. Vor allein aber wird die Organisation des deutschen Unternehmertums von Tag zu Tag vervollständigt. Das laufende Jahr hat die Verschmelzung der beiden H a u p t 0 r g a n i s a- t i 0 n e n, der Hauptstelle und des Vereins beutscher Arbeit- geberverbände gebracht. Die ausgemachten Scharfinacher haben in der neuen Vereinigung das Heft in Händen und das Ziel ihrer Politik ist sehr durchsichtig: sie wollen die GeWerk- schaften an die Wand drücken. Dazu soll ihnen neben dem er- strebten gesetzlichen Raub des Koalitionsrechts die M a s s e n- aussperrungstaktik dienen, die außerdem auch die Konsequenz ihrer im Laufe Iveniger Jahre aufgebauten S t r e i k v e r s i ch e r u n g darstellt. In ber neuen Vereini- gung findet eine Zentralisierung der Streikvcr- sichern ng statt und es wird schließlich auch bei den Unter- nehmern eines Tages heißen: wer zahlt, entscheidet. Je größer die Ansprüche an die Streikversicherung werden, je mehr wird die zentrale Unternehmerorganisation sich bc- mühen, den Einfluß auf die Kampfesfiihrung der Unter- nehmer zu gewinnen. A u s d e h n u n g der Kampfesfront bedeutet für sie, so paradox es klingen mag, eine Ersparnis in der Streikversicherung, weil sie eine Abkürzung der Dauer der Kämpfe zur Folge hat. Wir brauchen den Teufel nicht an die Wand zu malen, können aber mit einer künftigen Zentralisierung der Kampfesführung der deutschen Unter- nehmer als mit einer gegebenen Tatsache schon heute rechnen. Das soll uns jedoch nicht um die Zukunft unserer Gewerk- schaften bange machen. Die deutschen Gewerkschaften sind auf einer viel zu gesunden Grundlage aufgebaut, als daß sie durch eine schärfere Kampfestaktik der Unternehmer um ihre Er- folgsmöglichkeiten gebracht werden könnten. Die Aussper- rungstaktik der Unternehmer hat von Jahr zu Jahr eine Ver- schärfung gefunden, aus der Betriebsaussperrung ist lokale, regionale und schließlich die Reichsaussperrung geworden. Aber im gleichen Maße haben die deutschen Arbeiter ihre ge- werkschaftlichen Kampfesmittcl gestärkt und ihre Taktik dem- entsprechend eingerichtet. Nach der Richtung hat es keine Ge- fahr, wenn die Arbeiterschaft in dem gleichen Geiste wie bis- her für die Stärkung ihrer Organisation sorgt. Viel größer ist die Gefahr,' die aus dem gesetzlichen Ausbau des Einigungswesens droht. Je größer die gewerkschaftlichen Kämpfe werden, hin so größer wirb auch ihr Einfluß auf die öffentliche Meinung. Die zahlreichen Mittelschichten im Volke fühlen sich in ihrem täg licheii Erwerb benachteiligt, wenn die Machtkämpfe zwischen Unternehmerorganisationen und Gewerkschaften ausgefochten werden. Und bürgerliche Sozialreform und Bureaukratie werden schließlich den Boden finden für die Ausgestaltung des Reichseinigungswesens zu einem„Bollwerk" gegen die wirtschaftlichen Kämpfe zwischen Unternehmern und Ar- beitern. Auf das scheinbar unschuldige Reichseinigungsamt folgt das bnreaukratisierte Einigungsverfahren, und auf dem gleichen Wege findet sich die Idee des Schiedszwanges, des obligatorischen Schiedsgerichts. Die Gewerkschaften haben alle Ursache, hier auf der Gut zu sein. Der Gedanke des„gesetzlichen Minimallohnes", das heißt des obligatorischen Schiedsspruches möge für die burger- liche Sozialreform etwas Erstrebenswertes seiu, für die Ar- beiter n i ch t. Ter gesetzliche Minimallohn ist lediglich eine Bureaukratisierung auch der Lohnregelung und bedeutet in dieser Hinsicht eine Lahmlegung der Aufwärtsbewegung der Arbeitslöhne. Tie bureaukratischen Vorsitzenden der Schieds- gerichte werden sich nach Grundsätzen für ihre Entscheidungen umsehen, nach einer Schablone. Und diese Schablone liefert dann die P r e i s b e w e g u n g s st a t i st i k der Lebens- mittel einerseits, die Rentabilität der Industrie andererseits. Wird für die Berechnung der letzteren der Handelswert der Aktien zugrunde gelegt, was zweifellos erscheint, dann wird nie eine Erhöhung der Ren- tabilität herausgerechnet werden, weil der Handelswert der Aktien im gleichen Maße steigt wie die Dividende. Tie Be- Messung der Löhne nach der Bewegung der Lebensinittelpreise wiederum fesselt den Arbeiter an eine bestimmte Lebensbal- tung, über die er nicht hinauskommt, weil die bureaukratischen Schiedsgerichtsvorsitzenden sich an die Schablone: Lebens- mittelpreise— Arbeitslohn halten. Es ist offenkundig, daß in Neuseeland, dem Vaterlande der gesetzlichen Minimallöhne, die Einrichtung an diesem Widersvruch zwischen Arbeiterinter- essen und bureankratisthem Srhablonisieren gescheitert ist. Und als die Arbeiter sich nickst gefallen ließen, daß ihre Löhne sogar hinter der Lebensmittelpreisbewegung zurückblieben. sondern in den Streik traten, wurden sie und ihre Gewerkschaften auf Grund des Streikverbots zu schweren Strafen verurteilt.. Wir haben keinen Anlaß, uns dieie Verhältnisse nach Deutschland importieren zu lassen. Und daher ist Vorsicht am Platze schon gleich beim ersten Versuch, das Einigungswesen zu bureaukratisieren. englische SiiiliingUragen. London, kg. Dezember.(Privattelegramm des„Bor- w ä r t§".) Gestern suchte eine aus 24 liberalen Parlaments- Mitgliedern bestehende Deputation den Ministerpräsidenten A s q u i t h auf, um gegen die befürchtete neue Steigerung des Flottenetats zu protestieren. Allem Anschein nach hat die Deputation von Herrn ASquith einen tüchtigen Rüffel erhalten. Die meisten der ver- öffentlichten Berichte über die Zusammenkunft sind freilich nichts- sagend. Doch der„Daily Citizen", das Organ der Arbeiterpartei, bringt heute folgenden, aus bester Quelle stammenden Bericht: Herr Asquith sagte, daß das Kabinett die Sparsamkeit in der Flotte bis an die äußersten Grenzen getrieben und nicht weiter in dieser Richtung gehen könne. Es werde keine Ausdehnung des schon vom Parlament genehmigten Flottenprogramms stattfinden, aber das gegenwärtige Programm werde beschleunigt werden. Er habe wenig oder keine Shm« pathie mit der Forderung, das bestehende Programm zu verringern. Es sei gänzlich falsch zu sagen, es sei Churchills Programm. Es sei vielmehr das Programm des ganzen Kabinetts. Sie alle träten dafür ein. Er deutete an, daß wenn das der Deputation nicht passe/ so könne er nichts dafür und schloß mit' den Worten, daß wenn sie die Regierung davonjagen und die TorieS ans Ruder ließen, sie sich in einer noch weit schlimmeren Lage befinden würden." Herr ASquith kennt offenbar seine Pappenheimer. Die 24 Mitglieder der Deputation und die weiteren b8 liberalen Parlamentsmitglieder, die hinter ihnen stehen, werden wie ge- wohnlich prompt zusammenknicken, wenn cS zum Treffen kommt, auch in England ist heute das Proletariat der einzige ernsthafte Gegner des JmperialiSniuS und seiner Begleiterscheinungen. Das Bürgertum kennt nur Wortproteste und hat Angst vor Taten. „Daily Citizen" meint zu den Drohungen Asquiths, daß das Kabinett nicht abdanken würde, wenn alle Gegner der Flotten- Vermehrung fest zusammenstünden. Wahrscheinlich müßte das Kabinett dann Churchill fallen lassen und daS werde mit jedem Tage notwendiger._ ein Prozeß um die Gewcridchafts- enzyhiika. E. Köln, 18, Dezember. Heute, am Freitag, beginnt in Köln am Schöffengericht der Prozeh, den die christlichen Gewerkschaftsführer Steger wald, Schiffer, Behrens, Wieber u. a. gegen den Pfarrer G. M i}•■, Redakteur der„Wartburg", Theodor Wagner, Re- dakteur der„Bergarbeiter-Zeitung"(Bochum) und Wilh. Soll- m a n n, Redakteur der„'Rheinischen Zeitung"(Köln) angestrengt haben. Die Beklagten erscheinen„hinreichend verdächtig, über die Kläger nicht erweislich wahre Tatsachen verbreitet zu haben, die geeignet sind, dieselben verächtlich zu machen und in der öfscnt- lichen Meinung herabzusetzen". Wagner und Sollmann sollen außerdem die Kläger auch noch wörtlich beleidigt haben. Tie Straf- tat soll begangen sein durch einen Artikel der„W a r t b u r g" in Nr. 16 vom 18. April 1213, worin mit Bezug auf die von Sieger- wald und Genossen auf dem außerordentlichen Kongreß der christ- lichen Gewerkschaften gegebenen Versicherungen bezüglich der Selbständigkeit und Unbeugsamfeit der christlichen Gewerkschaften gesagt wird: 1. Die Gewerkschaftsführer Gicsberts, Jmbusch und Steger- wald haben kurz vor der Essener Tagung Erklärungen über die richtige Auslegung und Anwendung der Gewerkschaftscnzyklika in die Hand des Bistumsvcrwcsers Kreutzwald gegeben. 2. Die Katholiken Giesberts, Stegcrwald und Jmbusch haben in schriftlicher Form Gehorsam gelobt, den Weisungen des Epi- skopats und den Ratschlägen der zuständigen Ueberwachuugsbe- Hörden geistlichen Standes, wie sie die Gewcrkschaftsenzhklika vor- sieht, jederzeit zu folgen.— Außerdem ist in dem Artikel die Rede von einem„Doppelspiel" der katholischen Gewerkschaftsführer. Der beanstandete Artikel der„Bergarbeiter-Zeitung" findet sich in Nr. 27 vom b. Juli 1213 unter dem Titel:„Mit durchschnittenen Sehnen an der Kette Roms." Darin wird bezüglich des Essener Kongresses von einer„großartigen Demonstrationskomödie" geredet; in Essen sei ein abgekartetes Spiel getrieben worden, indem tags vorher die christlichen. Führer sich zu Köln in aller Heimlichkeit den papstlichen Anforderungen unterworfen hätten; es stehe einwandfrei fest, daß die Rede, die Stegerwald in Essen abgelesen habe, im erzbischöflichen Palais in 5rölii verfaßt, mindestens aber zensiert und genehmigt worden sei. Die„Rheinische Z e i t u u g" hat zu derselben Sache zwei Artikel gebracht. In de:» einen(Nr. 154 vom 7. Juli) heißt es, daß in Essen die christlichen Führer nur geschauspielert hätten, während sie tatsächlich den deutschen Bischöfen gegenüber Ver- pflichtungen eingegangen seien, die einer Unterwerfung unter die lvichtigstcn Forderungen der Gcwerkschaftsenzyklika gleichkämen. In dem zweiten Artikel(Nr. 155 vom 8. Juli) ist die Rede von der Heuchelei, die von den Führern der christlichen Gewerkschaften gegen die Mitglieder begangen werde. Die 5ilage, die sich anfangs nur gegen die genannten drei Blätter richtete, ist dann ausgedehnt worden auf eine größere An- zahl Blätter der sozialdemokratischen Partei und der freien Ge- werkschaften. Der Prozeß, dem allenthalben mit großer Spannung entgqag'igesehen wird, findet im grosse Schwurgerichtssaale statt. Als Zeugen werden eine Anzahl Bischöfe(Hartmann von Köln, Korum von Trier) erscheinen. Die Vernehmung des Bischofs Schulte von Paderborn ist bereits heute in dessen Palais erfolgt. Weiter sind geladen die Abgeordneten Trimborn, Pieper und Giesberts, sowie mehrere der Berliner Richtung angchörigc Geist- liche aus dem Saarrevier. Für den Prozeß sind zwe/Tage vorgesehen. Die Verteidigung der„Wartburg" hat Rechtsanwalt Grundschöttel(Köln), die der übrigen Blätter Rechtsanwalt Wolf-' gang Heine(Berlin) übernommen, poUtifche üeberlicht» Die Zaberner Vorgänge auf dem Grammophon. Die Graminophonfirma Cromer u. Schröck hatte eine Grammo» phonplatte anfertigen lassen, auf der die Zaberner Vorgänge von dem bekannten Freitagabend mit Trommelwirbel und Aufforderung zur Verhaftung wiedergegeben sind und außerdem ein Gespräch zwischen zwei Offizieren im Restaurant„Zum Karpfen". Diese Platte ist nun auf Antrag des Generalkommandos durch die Polizei be- schlagnahmt und der Staatsanwaltschast übergeben worden, die die Beschlagnahme aufrechterhalten hat, so daß eine gerichtliche Ent- schcidung angerufen werden muß. Das Generalkommando bat aber mißerdem wegen Beleidigung und Verächtlichmachung der Offiziere �-trafantrag gegen die genannte Firma gestellt. Giesbcrts und Lieber. Herr Gicsbcrts glaubt an die Parität. Er sieht im Geiste schon die Koalitionen der Arbeitgeber gefangen in den Maschen des Arbcitswilligcnschutzgcsctzes, das Herr von Bcthmann .Hollweg plant. Eine gute Seele! So glaubensstark waren früher die Zentrumsabgeordnctcn nicht. Herr Giesperts lese einmal nach, was die Zentrumsredner im Jahre 18S9 bei Beratung der ,.Z u ch t h a u svo r l a g e" im Reichstage gesagt Haben. Auch die übrigen sogenannten„Arbeitervertreter" des Zentrums würden an solcher Lektstre keinen Schaden nehmen. Der Hauptredner der Zcntrumspartei war damals Herr Lieber. In seiner Rede vom 20. Jüni 1899 erbrachte er zunächst den Nachweis, daß die Ar- bcitcr in Deutschland eine Koalitionsfreiheit überhaupt noch nicht hätten, und der(j 153 der Gewerbeordnung ein Ausnahmegesetz„schlimmster Art" sei, das aufgehoben werden müsse. Ehe man sich anschicke, die Koalitionsfreiheit zu schützen, müsse diese zunächst erst verwirklicht werden. Und wie beurteilte der skeptische Herr Lieber die famose Parität, für die Herr G iesber ts schwärmt? So absprechend, daß er sich von seinem Parteigenossen, dem Präsidenten von B a I l e st r e m einen Ordnungsruf holte. Herr Lieber sagte nach dem stenographischen Berichte: „Aber, meine Herren, ich will gleich hier hinzufügen: An- gcsichts der auch nach unserer Meinung nicht gar selten haar- sträubenden Urteile(Sehr richtig! links), die deutsche Straf- gerichte schon mittels unseres 8 153 der Gewerbeordnung und der in der Begründung aufgeführten und gestern von dem Herrn Abgeordneten Bebel im einzelnen durchgegangenen Paragraphen des Strafgesetzbuchs über Arbeiter, die in irgendeinem dieser Punkte mit dem Gesetz in Widerspruch gerieten, gefällt haben, angesichts aber namentlich der geradezu h i m m e l s ch r c i- enden Parteilichkeit(Sehr richtig! links), mit der die- selben Vergehen auf der einen Seite auf das Härteste und auf der anderen Seite auf das milde st e ge- ahndet werden(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), sind wir durchaus nicht leichten Sinnes geneigt � Präsident: Der Herr Abgeordnete Dr. Lieber hat die deut- scheu Gerichte einer„himmelschreienden Parteilichkeit" geziehen. Dies kann ich nicht zulassen; ich rufe ihn deshalb zur Ordnung. (Heiterkeit.) Abgeordneter Lieber: Meine Herren angesichts der von mir geschilderten Zustände unserer Rechtsprechung, sage ich, sind wir am allerwenigsten geneigt, leichten Sinnes in eine Verschärfung von Strafbestimmungcn zu willigen; das mutz ich gleich heute schon ankündigen. Ich bin vielmehr der Meinung, datz wir ange- sichts so manchen Urteils, das auf diesem Gebiete ergangen ist, allen Anlas; hätten, darüber in Erwägungen einzutreten, o b n i ch t d i e b e st c h e n d o n B e st i in m u n g c n i n d e r W e t f-c abzumildern oder wenig st cns einzuschränken seien, datz Urteile in Zukunft nicht mehr möglich wären, die ' offenbar in der Absicht des Gesetzgebers, als er die Strafbe- srimmungen erlietz, nicht gelegen haben." So sprach der Führer des Zentrums im Jahre 1899, aber seitdem, bgt freilich das Zentrum gar seltsam sich gewandelt; es ist zum Schleppenträger des Krautjunkertums geworden. Zlttch-Fricdensfreundc. Bor einigen Tagen fand in Stuttgart eine von der Freireligiösen Gemeinde einberufene Volksversammlung statt. Zweck der Ver- sammlung war die Förderung der KirchenanstrittSbewegung. Die Versammlung verlief recht stürmisch, und zwar waren es die von kirchlicher Seite aufgebotenen Jünglingsvereinler usw., die Skandal machten. In dieser Versammlung nahmen Mitglieder der ver- schiedensten Parteien das Wort, nicht als Parteivertreter, sondern als Privatpersonen. So auch ein Herr Dr. Wcstphal, Geschäfts- führer des Vereins der Friedensfreunde. Der Unglückliche liest sich beikommen, gegen etliche Ausführungen geistlicher Herren scharf zu polemisieren und zmn Austritt aus der Kirche aufzufordern. Tie Folgen haben nicht lange auf sich warten lassen. Dem Mann wurde seine Stellung zum 1. Januar 1914 ge- kündigt. Der Verein der Friedensfreunde sucht Anhänger in allen Kon- fessionen und Parteien, unter Juden, Heiden und Christen zu werben. Die Matzregelung dieses Mannes— nebenbei gesagt kein Sozial- demokrat— der von seinem Recht der freien Meinungsäutzerung Gebrauch machte, hat in Stuttgart ziemliches Aufsehen erregt. Einen besonders pikanten Beigeschmack erhält �»aS terroristische Vor- gehen der„Friedensfreunde" noch durch ein Schreiben, das seiner- zeit von dem geistigen Leiter der wllrttembcrgischen FriedenSbcwe- gung Pfarrer ll m f r i d-Stnttgart im Verein mit dem Pfarrer Lic. Webe r-München-Gladbach und Pfarrer a. D. Professor Dr. Rade- Marburg an die Herren Geistlichen gerichtet wurde. Der Brief,'in dem die Herren Geistlichen zum Beitritt zu Friedensbewegung auf- gefordert werden, enthält folgende bezeichnenden Stellen: „Die im Vordertressen stehenden Arbeiter auf dem Gebiete der deutschen Friedensbewegung... versichern uns, datz auch bei uns die Mitwirkung der Geistlichen soivohl von Freunden als von Gegnern zunächst als etwas Selbstverständliches vorausgesetzt wird, und datz die Tatsache der ablehnenden Haltung, wie sie bis in die neueste Zeit von den meisten deutschen Pfarrern eingenommen wurde, auf ein sehr bezeichnendes Befremden, ja Nicht-Berstehen- Können stötzt. Man hält es geradezu für unnatürlich, datz in Deutschland die berufenen Prediger des Friedens die Arbeit für den Weltfrieden den Sozialdemo- kraten und Freigeistern überlassen� und ihrerseits der an sich so eminent dienstlichen und für dte Kultur- geschickte bedeutsamen Bewegung gleichgültig oder gar feindlich gegenüberstehen.... Man hat heute zuweilen den Eindruck, als ob die Kirche immer nur wie der hinkende Bote hinter der Ent- Wickelung sich herschleppe." Das von diesem kirchlichen Sachverständigen gezeichnete Bild der Kirche ist auffallend gelungen. Auch heute noch ist die Kirche die Verteidigerin des Krieges, der Schutzengel der völkerverhetzenden Chauvinisten. Weil nun der Geschäftsführer der„Friedensfreunde" mit dem hinter der Entwickclung herhinkenden Boten sich nicht weiter- 'chleppcn will, sondern ins„Vordertreffen" zu den eifrigsten und tat- kräftigsten Vorkämpfern für den Weltfrieden, zu den„Freigeistern" geht, wird er von den Friedensfreunden aus Stellung und Brot gejagt! Ei» weißer Rabe. Die„Franks. Ztg." veröffentlicht eine Zuschrift, die folgendes Gegenstück zu Zubern enthält: „Vor elf oder zwölf Jahren wurde die Bevölkerung durch einen Bericht in der sozialdemokratischen„Pfälzischen Post" über Soldatcnmitz Handlung c n in einem bayerischen In- fantcrieregiment beunruhigt. Im wesentlichen handelte es sich um Klopfgeisterbcsuche bei den Rekruten und um sonstige außer- dienstliche Willkürlichkcitcn und Brutalitäten der Vorgesetzten, vom Gefreiten bis zum Leutnant. Aber welch gewaltiger Unter- schied in der Auffassung über„Disziplinbruch" und„militärisches Geheimnis" bei der damaligen bayerischen Militärbehörde, vom Hauptmann aufwärts bis zum Kriegsminister Frhrn. von A s ch und den Zaberner„Gerechten" bis zmn preußischen Kriegs- minister Frhrn. von Falkenhayn! Frhr. von A s ch hat damals in der bayerischen Kammer strengste Untersuchung und Bestrafung der Prügelhelden zugesichert und getreulich durch- geführt. Kein Wort hörte man damals von einer Untersuchung gegen die„Disziplinbrecher", gegen diejenigen, die die Vor- kommnisse der„Pfälzischen Post" übermittelt hatten. Aber auch bei der Untersuchung der Sache selbst wurde auf diese Seite der Ermittelung gar kein Gewicht gelegt. Einen„Disziplinbruch" der niitzhandeltcn Soldaten gab es nicht. Nach erfolgter Voruntersuchung versamincltc der Major des Bataillons die Mannschaften der betreffenden Kompagnien im Excrzierbause. Dann begann der Major eine grimmige Rede gegen Soldaten Mißhandlungen zu halten, wie sie besser noch in keinem Parlament gehalten worden ist. Ich sehe ihn noch heute, bebend bor Erregung ausrufen:„Ihr tragt des Königs Rock, den Ehrenrock, und wehe dem, der Euch beleidigt oder gar E u ch mißhandelt!" Und an die prügelnden Unteroffiziere und Gefreiten gerichtet, fnbr er also los:„Ehrenmänner wollt Ihr sein?! Räuber seid Ihr— Wegelagerer, die wehrlose Menschen im Schlafe überfallen, feige, traurige Kerle seid Ihr! Pfui Teufel über eine solche Gesellschaft! Jchweitze Euch Eure Tressen und Knöpfe vom Kragen! Des Königs Rock habt Ihr g e- schändet! Ihr verdient ihn nicht zu tragen!" Und so ging's weiter. Und dann fuhr er, sich an uns wendend, fort:„Das Gefühl, das ich über die traurigen Vorkommnisse empfinde, ist ebenso schmerzlich, wie die Mißhandlungen, die Ihr überstehen mutztet. Ich oersichere Euck aber, datz die Strafe, die die Uebeltäter trifft, empfindlicher und nachhaltiger wirken wird, als unser gemeinschaftlicher Schmerz.",.. Dann sagte er:„Aus dein Zeitungsartikel geht hervor, datz Ihr Eure Klagen in Briefen an Eure Eltern und Angehörige mitgeteilt habt. Hiergegen habe ich nichts einzuwenden. Eure Eltern und Angehörigen sollen wissen, wie es Euch in der Kaserne er- geht. Hier soll es nur rechtschaffen und ordentlich zugehen. Das ganze Volk soll wissen, wie es beim Militär zugeht. Von diesen bedauerlichen Vorgängen hatten wir, Eure Offiziere und Führer, nichts gewußt. Hätten wir es gewußt, wären diese(auf die Unteroffiziere deutend) schon längst nicht mehr Eure Vorgesetzten.... Der Soldat soll stets mit Freude und Lust seinen Dienst tun. Dazu ist aber vor allein erforderlich, datz er hier menschenwürdig bc- handelt, geachtet und geehrt wird und nicht mit Roheit und Gemeinheit die Anhänglichkeit, Liebe und Treue zur Armee zerstört wird."... lieber die Rekrutenschinder wurden von; Kriegsgericht G e f ä n g n i s st r a f e n bis zu v i e r Rt o n a t e n verhängt, und die D i s z i p l i n a r st r a f e n. die der Major und Oberst verhängten, entsprachen den Gcrichtsstrafen durchaus. So hatte ein Unteroffizier einein Rekruten, der sich Sonntag nachmittags zum Ausgang zu melden hatte; befohlen, fünf Spucknäpfe zu reinigen. Ter Major diktierte diesem Helden für jeden Spucknapf drei Tage Mittelarrest zu, insgesamt fünfzehn Tage. Wäre dieser Major nicht ein weißer Rabe, die Soldaten- mißhandluiigon hätlcft längst aufgehört. Tie ergrimmten Ulottenpatrioten. Unlängst erschien ein Buch„Der Zusammenbruch, die Seeschlacht bei Borkum und Helgoland", das nach der Ankündigung des Verlages von einem nicht genannten Marineoifizier stammen sollte. Das Buch enthielt nach dem bekannte» Klischee eine Reihe von Seeschlachten- schilderungen; auch waren allerhand phantastische Taten von Luft- schiffen und Flugzeugen geschildert. Die Tendenz des Buches ivar nach dem Vorwort die, das Unsinnige und Frevelhafte einer deutsch- englischen Verbetzung zu kennzeichnen. Der Inhalt des Buches ver- suchte zu zeigen,'daß zwei so starke Gegner wie Deutschland und England sich im Kriege die furchtbarsten gegenseitigen Schädi- gungen zufügen ivürden, ohne einen entscheidenden Borteil über- einander davonzutragen. Während in dem Buch nämlich England durch seine Unterseeboote die deutsche Flotte vernichtet, revanchiert sich Deujchland durch Vernichtung der englischen Arsenale, Docks und DreadnougthS. Gegen die» kriegstechnisch vielleicht nicht einwandfreie, aber gut gemeinte Buch wendet sich voller Entrüstung die Presse unserer Panzerplattenpatrioten, deren Rüstungs- und Kriegsgeschichte in der Schrift hier und da unter die Lupe genommen wird. Aber nicht nur Blätter wie die„Rheinisch-Westfälische Zeitung", die„Post" und die „Tägliche Rundschau" wettern gegen das harmlose Buch, sondern auch eine Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins wendet sich mit Entrüstung gegen das Schriftchen, als dessen Verfasser man den Kapilän zur See a. D. v. PersiuS bezeichnet. Die ganze Aktion der Flottenpatrioten wird durch eine Mit- teilung des„Berliner Tageblatts" noch origineller. Das jetzt vor- liegende Buch soll nämlich im wesentlichen den Abdruck einer durch Luftflottenphantasien ergänzten Broschüre darstellen, die bereits vor zwei Jahren erschien und damals von der ganzen flotten- patriotischen Presse aufs höchste gepriesen wurde. Damals richtete die Schrift ihre Tendenz nämlich hauptsächlich gegen die deutsche Untätigkeit im Bau von Unterseebooten, während sie heute durch Vorwort und eingestreute Glossen eine Tendenz gegen die deutsch-cnglische Verhetzung erhalten hat. Und um dieser Tendenz willen werden nun alle die marinetechnischen und Seeschlachtenschilderungen als gänzlich verfehlt und stümperhaft verurteilt, die seinerzeit das höchste Lob der Flottcnpatrioten erhalten hatten! Wie das„Berliner Tageblatt" übrigens mitteilt, will Herr v. Persius die„Tägliche Rundschau" wegen ihrer Herunterreitzerei verklagen._ Helden im Königsrock. I DaZ Kriegsgericht der IS. Division in Trier verurteilte den Unterofsizier B o u t l e r vom 69. Infanterieregiment wegen schwerer Körperverletzung zu fünf Monaten Gefängnis. Der Anklage lag ein so brutaler RoheitSalt zugrunde, datz das Urteil als außerordentlich milde bezeichnet werden mutz, umsomchr, als nicht auf Degradation erkannt wurde. In der Nacht zum 16. Oktober kam ein Feldwebel desselben Regiments von einem Fest; als er an einem städtischen Straßenkehrer vorbeikam, soll ihm dieser„Spinner" zugerufen haben. Der Feldwebel versetzte ihm dafür ein paar kräftige Ohrfeigen. Da kam der Angeklagte hinzu und ohne jeden Anlatz fiel er über den Mann, einen jungen, schwächlichen Menschen her. zog sein Seitengewehr und bearbeitete ihn in der rohesten Weise. Selbst als der Mitzhandelte am Boden lag. hieb er unbarmherzig auf ihn ein, bis ein anderer Feldwebel hinzukam und den Angeklagten mit folgenden Worten von dem Opfer abbrachte: „Schämen Sie sich denn nicht, Sie roher Patron, auf diesen wehrlosen, schwäch- lichen Menschen so ein zuhauen!" Der Verletzte hatte neun Wunden davongetragen und war vier Wochen arbeitsunfähig. Oeltcirdcb. Gegen höfischen Nedereifer. Zu Beginn der Donnerstagssitzung des. Abgeordneten- Hauses hielt der deutschnationale Präsident Dr. Sylvester eine Glückwunschrede anläßlich des 50. Geburtstages des Thron- folgers. Die Sozialdemokraten, die sich zuerst in der Meinung. es handle sich um einen Nachruf, von den Sitzen erhoben hatten, protestierten gegen die Byzantinerei in Zwischenrufen und verließen zum Teil den Saal, zum Teil nahmen sie wieder ihre Plätze ein. Bcbweiz. Budgetverweigerung. Aus Zürich wird uns geschrieben: Die sozialdemo- k ratiscke Fraktion des schweizerischen Nationalrats hat gegen das Budget gestimmt. Dieser Wendepunkt in der Ge- schichte der schweizerischen Sozialdemokratie ist deshalb von Be- deuwng, weil unsere schweizerische Partei grundsätzlich auf dem Standpunkt steht, datz das Budget einer rein demokratischen Republik anzunehmen sei. Die Ratsmehrheit und in letzter Stunde noch vom Bundesratstisch aus der Leiter unserer Staatsfinanzcn Guiseppe Motto zwangen aber unsere Fraktion zu dieser Stellungnahme. RatsmcHrHeitz und Bundesrat haben das sozialdemokratische Postulat der Einführung einer direkten Steuer als Grund- läge der Militärlasten nicht einmal als Material für Vorstudien ent- gcgengenommen. Eine unheimliche Stille herrschte im Ratssaal, als daraufhin Genosie S i g g die kurze und scharfe Erklärung abgab, datz die Sozialdemokratie vor dem Volke die Verantwortung für diese Finanzpolitik nicht übernehmen kann, das Budge; ablehnt und mit dem Postulat direkt vor das Volk treten wird, um es im ge« gebenen Moment in der Form einer Verfassungsinitiative über die Köpfe des RateS und der Regierung hinweg Gesetz werden zu lassen. Die Totenstille war der Ausdruck des schlechten Gewissens der Rats- Mehrheit, die Genosie P f l ü g e r noch in letzter Minute vor der Ab- stimmung an ihre patriotische Pflicht, die Arbeiterschaft nicht von der staatlichen Mitarbeit auszuschließen, ermahnte. Die Redeschlacht im Parlament ist nun geschlagen, jetzt geht es hinaus vor'S Volk. franhmeb. Die Deckung der Militärlasten. Paris, 18. Dezember. Das„Echo de Paris" will wissen. datz Finanzminister C a i l l a u x die Absicht habe, die durch da« M i l i t ä r g e f e tz notwendig gewordenen Ausgaben auf drei Jahre zu verteilen. Er veranschlage die Aus- gaben dcö ersten Jahres auf etwa sechshundert Millionen, zu deren Deckung Schatzscheine in diesem Betrage ausgegeben werden solle». Der weitere Bedarf solle durch die von Caillaux geplante Steuer aus das erworbene Vermögen gedeckt werden, die jedoch erst sechs Monate nach der Bewilligung durch das Parlament in Kraft treten würde. Die Grundlage dieser Steuer würde eine alljährlich zu erneuernde Erklärung der Steuer» träger über die Höhe ihres Vermögens bilden. Rußland. Gegen die Gefängnisgreuel. Der europäische Protest gegen die russischen Gefängnis- grcuel tut allmählich seine Wirkung. Allerdings hat er noch nicht vermocht, den russischen Liberalismus aus seiner Jndo- lenz zu wecken und zu einem energischen Austreten für die elementarsten Menschenrechte der politischen Gefangenen zu veranlassen. Aber die linken Gruppen in der Duma, die „Arbeitsgruppe" und die Sozialdemokraten haben, unter Bc- rufung auf den Protest der europäischen Oeffentlichkeit. es doch durchgesetzt, daß die seit einem Jahr in der Kommission bc- grabene Interpellation wegen der Greuel in den Katorga- gefängnissen demnächst zur Erörterung gestellt werden soll. Wir sind zwar gewohnt, daß derartige Interpellationen in der Duma des Staatsstreiches niedergebrüllt und zurückgewiesen werden. Wir sind aber gespannt, ob ein so abgekürztes Ler- fahren sich auch jetzt als möglich erweisen wird. Eus der parteu Taktlosigkeiten. Wilhelm II. hat in diesen Tagen dem neuen bayerischen Könige in M ü n ch e n einen Besuch abgestattet. Dabei haben der Kaiser und der Kaiserin auch das Rathaus besichtigt. Die bürgerliche Presse berichtet hierüber: „Beim Empfang im Rathaus sprach der Kaiser auch mit den Ehrengästen, besonders mit Deftegger und Frau Dr. Paul Heyse. Der Stadtverordnetenvorsteher Schwarz kredenzte den Ehrenwein „Perle der Pfalz", über den der Kaiser und die Kaiserin ihre Be« wunderung aussprachen. Beiden wurde auch der sozialdemo- kratische zweite Stadtverordnetenvorsteber Witti, Expeditionschef der„Mllnchener Post", vorgestellt. Der Kaiser schüttelte dem Sozialdemokraten die Hand und sprach zu ihm:„Walten Sie hier Ihres Amtes?" Worauf der Sozialdemokrat erwiderte:„Jawohl, Majestät." Auch die Kaiserin zog den Sozialdemokraten in ein längeres Gespräch und erkundigte fich bei dieser Gelegenheit »ach den Kindern, die dem Kaiserpaar beim Eintritt in den Sitzungssaal den Chor:„Lob sei depi Herrn" als Begrüßung gesungen hatten. Die„Münch euer Post", die einen lkuigen, ironisch ge« haltenen Bericht über den kaiserlichen Besuch auf dem Rathaufe bringt, läßt über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der obcnstehenden Meldung im unklaren. Sollte die Nachricht auf Wahrheit beruhen, und eS ist daran nach dem bisher vom Genossen Witti bewiesenen Repräsentationseifer kaum zu zweifeln, so wird die Haltung diese» Genossen die schärfste Mißbilligung in der Partei finden. Im kommunalen Pflichtenkreis der Sozialdemokratie können die Re- Präsentationsaufgaben nur eine sehr bedingte Rolle spielen. Partei« und Taktgefühl hätten den Genosien Witti davon abhalten müssen. einem Monarchen gegenüber zu treten, der der Sozialdemokratie mehr als einmal in der allerschärssten Weise seine Ztichtachtung aus« gesprochen hat._ Zur Ungültigkeitserklärung der Stadtverordnetenwahlen in Görlitz. Eine Parteiversammlung in Görlitz beschloß, gegen die Un« gültigkeitserklärung der Wahl unserer neun am 3. November in da« Görlitzer Stadtverordnetenparlament gewählten Genossen den Klage» weg nicht zu beschreiten, um sobald als möglich die Neuwahlen herbeizuführen._ Personalien. Zum politischen Redalteur der„Nieder« rheinischen Arbeiterzeitung" in Duisburg an«stelle des nach Elberfeld übersiedelnden Genossen Niebuhr wurde von der Kreispretzkommission der Genosse Wilhelm Minster, Redakteur an der„Bergischen Arbeiterstimme', Solingen, gewählt. polireiliches, 0crichtUchca ulv». Prehprezesse. Die Mainzer„Volközeitung" ss ipert, daß der Pfarrer Rachor in Bechtheim Kinder mißhandelt hatte, die den Früh» gottesdienst versäumten. Das StrasversaHren gegen den verantwortlichen Redakteur wegen Beleidigung des Pfarrers wurde ausgesetzt, ba gegen den Pfarrer Strafantrag gestellt worden war. Dieser wurde vom Gericht zu 30 M. Strafe verurteilt, da es annahm, daß dem Pfarrer ein Züchligungsrecht nicht zustand. Nunmehr hatte sich der verantwortliche Redakteur der„Bolkszeitung", Genosse B. S ch i l d b a ch, vor dem Schöffengericht zu verantworten da sich der Pfarrer beleidigt fühlte..Das Gericht kam jedoch zu einer Frei- sprechung und belastete obendrein den Pfarrer mit den sämtlichen Gerichtsiosten. Der Verantwortliche Redakteur des„ H a m b u r g e r E ch o Genosse P e t e r s o n, hatte sich am Donnerstag vor der Straf- kammer in Hamburg wegen zweier Artikel zu verantworten. In dem ersten Artikel war ein Urteil des MarineknegsgerichlS in Wilhelmshaven kritisiert worden, weil dieses Gericht einen Matrosen. der sich weigerte, sich Mut abzapfen zu lassen, zu Strafe verurteil! hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Redakteur drei Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 800 M. Geld- st r a f e. Im zweiten Falle handelt es sich um eine Betrachtung über Soldatenmißhandlungen. Es wurde konstatiert, daß die Soldaten- Mißhandlungen an Zahl vielleicht nachgelassen, an Bestialitgt aber ganz bestimmt zugenommen haben. Wegen dieses Artikels wurde auf 600 M. Geldstrafe erkannt. Huö InduTtrie und Dandel Also doch— große Arbeitslosigkeit. Es gibt keine große Arbeitslosigkeit I Besondere Maßnahmen, um Arbeitslose zu unterstützen, sind nicht erforderlich I Wer arbeiten will, der sindet Beschäfliaung I Die Landwirtschast hungert nach Arbeitskräften!— So tönt es aus dem Chor der. kleinen und großen Scharfmacher. Nun aber verrät die entschiedet agrarisch gesinnte Deutsche Arbeiterzentrale, daß tatsächlich die Arbeitslosigkeit groß ist und auch der Landwirtschaft überreich viel Kräfte zur Verfügung stehen. Nach Angaben im„Reichsanzeiger" berichtet die Arbeilerzentrale über ihre Tätigkeit u. a. folgendes: Da der Bedarf der deutschen Land- Wirtschaft an Arbeitern in diesem Jahr für die Wintermonate Verhältnis- inäßig klein ist, war auf dem kandwirtschaftlichen Arbeitsmarkt überall ein U e b e r a n g e b o t zu beobachten, sowohl im Osten des Reiches, wo die nachgefrogtcn Arbeitspersonen ohne Mühe ans den Reihen der in die Heimat Zurückkehrenden angeworben werden konnten, als auch im Westen, wo sich der Laudwirlschafr viele Ar- beiter anboten, die den Sommer über in der Industrie beschäftigt waren. Im Westen war die Arbeitsmarktlage in der Industrie wenig verändert. Die Gruben- und die gesamte Montanindustrie zeigten beide nur eine geringe Aufnahmefähigkeit, und auch das Baugewerbe, die Steinbrüche, die Ziegeleien und Tierbauunter- nehmen, die bisher noch mäßig beschäftigt waren, nahmen neue Ar- beitskräfte nicht mehr an, schränkten vielmehr ihren Betrieb teilweise bedeutend ein. Diamanten. Der Beschluß der Reichsregierung, die südwestafrikanische Diamantenproduktion zu beschränken, hat bei den Förderern lebhaften Widerspruch hervorgerufen. Die Regierung verteidigt nun ihre Maßnahmen in einer Erklärung: Die am 1. Januar tgl4 in Kraft tretende Verordnung des Reichskanzlers über Beschränkung der Diamantenverwcrtung ist da? Ergebnis umfangreicher Feststellungen über die jetzige Lage und die Aussichten des Diamantenmarktes. Die Notwendigkeit, Maßnahmen zu treffen, wurde von den Förderern in mündlicher Besprechung mit dem Staatssekretär des Reichskolonial- amts anerkannt. Die mit jeder Kontingentierung notwendigerweise verbundenen Nachteile treffen den Fiskus und die Förderer gemein- schaftlich, weil an der Steigerung der Gestehungskostcil der FiskuS mit 70 vom Hundert und die Förderer inil 30 vom Hundert be- teiligt sind. Um die Förderer zu schone», nimmt die Regierung mehrere hunderttausend Karat Diamanten auf Lager gegen Ge- Währung von Borschüssen an Förderer, trotzdem eine Verwertung siir absehbare Zeit nicht Ivahrscheinlich ist. Ohne, dieses Eintreten der Regie hätte die Kontingentierung mit Rücksicht aus die Marktlage weit schärfer sein müssen. Bei der Kontingentierung ist auf die schwächeren Gesellschafle» besonders Rücksicht genommen, die großen, billig arbeitenden Gesellschaften tragen die Hauptlast. Geldkrisis in Mexiko. Die politischen Wirren in Mexiko haben zu einer Erschütterung des Geldwesens geführt. Täglich versammeln sich in der Stadt Mexiko große Menschenmengen mehrere Stunden vor der Eröffnung vor der Zentralbank, um die Staatsbanknoten gegen bares Geld einzuivcchseln. Es ist bekanntgemacht worden, daß die Zentral- dank nur die Hälfte der von einem jeden Besitzer vorgelegten Staats- banknoten zurückkaufen würde. Auf diese Weise soll möglichst vielen Besitzern �solcher Noten zu ihrem Recht verHolsen werden. Auch ist der Rückkauf der Noten davon abhängig, ob die Zentralbank genügend Depositen in barem Gelde der betreffenden Staats- banken� besitzt, um die vorgelegten Noten zu decken. Der Betrag der staatsbanknoten hat durch die Ankunft neuer Flüchtlinge aus dem Norden des Landes zugenommen. Für mindestens 5000 Millionen Pesos laufen bereits Banknoten um. Täglich treffen zahl- reiche Flüchtlinge ein, die besorgt waren, ihr Papiergeld gegen bar einzutauschen. In den meisten Fällen sind die Noten gut. aber die Notenbanken find nicht imstande gewesen, Silber zur Auffüllung ihrer Depositen zur Zentralbank zu senden, da sich die Paketpost- gesellfchaslen weigern, das Rffiko des Transportes durch ein von den Aufständischen unsicher gemachtes Gebjet zu llbernehmeii. Die Staatsbanknoten sollen zur Beseitigung der Bargeldnot im Bereich der Republik für ein gesetzliches Zahlungsmittel erklärt werden. Konkurrenzliuie. Der Norddeutsche Llohd eröffnete am 17. d.M. seinen neuen Frachtdampfer dien st nach Ostafien. Diese Maßnahme ist eine Folge des Konkurrenzkampfes zwischen Lloyd und Hamburg-Amerika-Linie. Bisher bestand zwischen beiden Ge- scllschaften eine Regelung dahin, daß der Lloyd nur den Personen- verkehr und die Hapag nur den Frachtverkehr nach Ostsinsien be- sorgte. Da« internationale Zinksyndikat ist bis April ISIS verlängert worden und damit gilt auch der deutsche Zinkhüttenverband bis zum glerchen Zeitpunkt als fest geschlossen. Der Verband nahm in ,emer Generalversammlung sofort eine Erhöhung der Preise um 50 Pf. vor. Rückgang der Eisenproduktion. In der Hauptversammlung deS Roheiienverbandes wurde über die Marktlage berichtet: Der Ver« fand im November hat gegen den Vormonat mn zirka 10 Proz. abgenommen und betrug 81,57 Proz. der Beteiligung. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Monat November nur 24 Arbeitstage gegen 27 des Oktober hatte. 8o2iales. Aus dem Gewcrbcgcricht, Kammer 6. (Vorsitzender: Tr. Löwcnstein.) 1. Ein Arbeitgeber, der durch Geschlechtsverkehr Lohn ersehen will. Eine Wirtschafterin klagte gestern gegen den Gastwirt Tamm, Pappelallcc 65, auf Zahlung von 42 M. wegen kündigungsloser Entlassung. Der Betlagt« wendet ein, ein Dienstverhältnis habe nicht vorgelegen. Er habe vielmehr der Klägerin angeboten, mit ihm Zusammenzuleben, da seine Frau von ihm getrennt lebe und die Scheidung demnächst zu erwarten sei. Er brauche für sein Kind eine Mutter. Lohn sei nicht vereinbart gewesen. Während der ? �uge, an denen die Klägerin bei dem Beklagten war, fand zwi- fchen beiden intimer Verkehr statt. Als die Klägerin einmal Geld verlangte mit dem Bemerken, es möge vom Lohn abgezogen werden, sunt Bruch, denn Lohn wollte der Beklagte nicht zahlen. - Vorsitzende erinnerte sich, daß eine ähnliche Sache im «elf-., lncl't hatte. AuS den Akten ging hervor, daß damals der 6lS gegen den Klageanspruch eingewendet hatte, zwischen ihm und der damaligen Klägerin habe ein Verlöbnis bestanden. Er war damals verurteilt worden. Diese Tatsache sprichr für die Richtigleit der Aussage der Klägerin, daß Tamm schon mehrfach in ähnlicher Weise gehandelt bade. Die Klägerin willigte in einen Vergleich in Höhe von 30 M. 2. Unpünktliche Zahlung berechtigt zur Vertragslösung. Eine Tänzerin klagte gegen den Direktor des Walhalla- Theaters aus Zahlung von 33 M. rückständiger Gage und weiierer 35 M. für eine 14tägige Kündigungsfrist. Die Klägerin war mit 70 M. Monatsgage als Tänzerin mit Chorverpflichtung angestellt. Die Gage war vertraglich am 16. und 1. jeden Monats postmime- rando zu zahlen. Am 1. Dezember wurde ihr die Gage trotz zwei- maligen Verlangens vorenthalten. Aus diesem Grunde hielt sie sich für berechtigt, sofort das Engagement zu lösen. Der Beklagte wendete Unzuständigkeit ein. Die Klägerin als chorvcrpflichtete Tänzerin stehe in so engem Zusammenhange mit dem künstlerischen Ensemble, daß ihre Tätigkeit als künstlerische anzusprechen sei. Die anscheinend im Widerspruch dazu stehende niedere Gage erkläre sich aus dem großen Angebot engagemcntsloser Kräfte in Berlin. In Dresden oder Breslau würde für eine gleich- wertige.Kraft erheblich wehr gezahlt werden müssen. Das Gericht bejahte jedoch die Zuständigkeit mit der Begründung: Die niedere Bezahlung wie auch die Tatsache, daß die Klägerin keine Solo- Partien spielte, sprechen dafür, daß sie als gewerbliche Angestellte zu betrachten ist. Hinsichtlich des Klageanspruchs macht der Beklagte geltend, ihm sei zu Ohren gekommen, daß die Klägerin nach Empfang der Gage weggehen wollte, ohne die vereinbarte Kündigung einzuhalten. Sie habe auch bereits mit einem anderen Unternehmen in Engagements- Verhandlungen gestanden. Deshalb wollte er selbst mit ihr sprechen und hatte Anweisung gegeben, die Gage nicht auszuzahlen. Daraus entnehme die Klägerin jetzt den Vorwand, das Vertrazsverhältnis unter einem Schein des Rechts sofort zu lösen. Das Gericht vertrat mit Recht die Auffassung, der Beklagte habe durch sein unkorrektes Verhalten zu dem Vorwand, den die Klägerin dielleicht auch gesucht habe, verholfen. Denn nach K 124 4 der Gewerbeordnung sei Die Klägerin zur sofortigen Lösung des Dienstverhältnisses berechtigt. Diese Bestimmung müsse aber ganz strikt eingehalten werden, weil der Angestellte von seinem Lohn lebt und damit rechnen muß. daß er ihn pünktlich ausbezahlt erlfält. Aus diesem Grunde rechtfertige sich die Verurteilung zur Zahlung der eingeklagten 70 M._ Aus der Hanseatischen Versicherungsanstalt. Am 16. Dezember beschloß der Vorstand und Ausschuß der Hanseatischen Versicherungsanstalt, für baldige Herabseyung der Grenze für den Bezug der Altersrente von 70 auf 65 Jahre cinzu- treten. Zur Förderung gemeinnütziger Unternehmen, insbesondere für den Bau von Arbeitcrwohnungen, wurden 2{A Millionen Mark in den Etat eingesetzt. Beschloffen wurde, ein Erholungoheim für die Waisen der Versicherten in Groß-Hansdorf zu schaffen. Religionsbekenntnis. Die soeben erschienene Zeitschrift des preußischen statistischen Landesamts enthält eine ausführliche Mitteilung über die in Preußen bei der Volkszählung von 1910 ermittelten Religions- bezeichnungen. Zum erstenmal sind bei der Volkszählung auch die kleinen und kleinsten Bekeimtnisgruppen festgestellt. Die Auszählung erfolgte auf Grund euies Schemas, das auf Grund einer Konferenz der amtlichen Statistiker des Reiches aufgestellt wurde. Dies Schema enthält vier große Gruppen: Christen, Israeliten. Bekenner anderer nichtchristlichen Religionen und Personen anderen Bekenntnisses. Jede dieser Gruppen enthält eine große Zahl Untergruppen. Die Gruppe„Christen" weist auf 24 830 547 Angehörige deS evangelischen Bekenntnisses mit 87 Untergruppen, 14531829 Angehör.ig�ch.es römisch-katholischen Be« kenntnifses mit 10 Untergruppen, 155546 andere evangelische Christen mit 55 Untergruppen, 8750 andere katholische Christen mit 23 Untergruppen, 23 700„sonstige Christen" mit 35 Untergruppen ldarunter 21 746 christliche Dissidenten), 415 926 Israeliten mit 7 Untergruppen, 859 Bekenner nichtchristlicher Religionen(ohne Israeliten) mit 13 Untergruppen lAnhönger Zarathustras, Brahmanen, Buddhisten, Chinesen usw., wohl meist Ausländer) und 145 336 Per- sonen anderen Bekenntnisses mit 43 Untergruppen(wohl meist Kon- fessionslose). Trotz der reichlichen Zahl von 278 Bekenntnisarten, die hiernach das offizielle Schema für Preußen aufstellte und er- mittelte, sind noch 110 im Religionsschema nicht enthaltene Religions- bezeichnungen für Preußen ermittelt, so daß demnach 338 ver- schiede ii artige Bekenntnisartcn in Preußen gezählt wurden. Wie viele KonfessionS- oder Religionslose wies Preußen auf? Die meisten hierhin zu rechnenden finden sich nicht in der Gruppe„Personen anderen Bekenntnisses". Von den Untergruppen dürften hierhin zu rechnen sein: 70 154 Dissidenten und freie Dissidenten. 36 727 Konfessionslose. 20 579 mit der Bezeichnung: ohne Religion, religionslos, Atheist, religionsfrei, ohne Glauben, kein Glaubenszwang. 13 224 Freireligiöse. 2 163 Freidenker. 460 aus der evangelischen Landeskirche Ausgeschiedene. 376 aus der Landeskirche ausgeschieden. 459 Monisten. 144 102 In der Gruppe„Personen anderen BekenntnisieS" befinden sich noch außerdem 55 Untergruppen mit insgesamt 1234 Personen. Der größte Teil aus diesen(z. B. 489 Freievangelische, 174 Mormonen, 28 Freiprotestanten, 6 Spriritisten) dürften wohl zu den Bekennern einer Konfession oder Religion zu rechnen sein. Diese 53 Gruppen lassen wir außer Rechnung. Hiergegen dürfte ein Teil der unter „sonstigen Christen" als„christliche Dissidenten" aufgeführten 21 746 Personen noch zu den Konfessions- oder Religionslosen zu rechnen sein. Demnach weist Preußen im Jahre 19t0 rund 150 000 bis 160 000 Konfeisionö- oder Religionslose auf. Es wäre zu wünschen, daß bei der nächsten Zählung diejenigen, die mit einem Gottes- glauben gebrochen haben, eine einheitliche Bezeichnung— etwa religionslos— bei der Angabe der Religionsbezeichnung wählen, um die Zahlen genauer ermitteln zu können. SericKts-Leitung. Streikjustiz nach dem„gemeinen" Recht. Die Treiberei der Scharfmacher nach verstärktem Arbeits- Willigenschutz scheint an den grünen Tischen mancher Gerichts- säle nicht unbeachtet vorüber zu ziehen, denn«lle Streikurteile werden jetzt immer wieder und wieder nüt dem energisch zu fordernden Arbeitswilligenschutz begründet. Man„arbeitet" sich in die Steigerung der Strafen derartig hinein, daß der Allgemeinheit der bereits vorhandene Ausnahmezustand gar nicht mehr besonders auffällt. Die Justiz von Mansfeld und Halle a. S. zieht dabei zuweilen an einem Strang. Gelegentlich des Maurer- srreiks in Hettstedt soll der bisher unbescholtene Maurer Friedrich Marguardt dem Arbeitswilligen Kloß auf dem Wege nach der Arbeit die Worte zugerufen haben:„Arbeitet nur, wenn wir mit dem Streik durchdringen, dann werden whr Euch die Maße schon nehmen." K. machte darauf die nicht besonders geschmackvolle Bemerkung: „Dazu hast Du den A.... ywl zu weit hinten." Das Hettstcdter Schöffengericht entrüstete sich über die Äeußerung des Streikenden in der üblichen Weise und ver- hängte gegen ihn auf Grund des§ 158 der Gewerbeordnung die Klemigkeit von zwei Wochen Gefängnis. Die Straf- kammer i n H a l l c a. S. a l s B e r u f u n g s i n st a n z wurde um Aufhebung des Urteils ersucht. Obwohl der Ar- beitswilligc aussagte, er habe die Drohung nicht ernst aufgefaßt, seitens des Angeklagten nichts befürchtet und die Sache auch nicht s e l b st angezeigt, kam die Straf- kammer doch zur B c st ä t i g u n g des Urteils erster In- stanz.— Also zwei Wochen Gefängnis wegen solcher Be- mcrkung. Wohin soll der Arbeitswilligenschutz eigentlich noch führeil?_ Aussperrung entbindet nicht von der BertragSpflkcht. Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung vom Dienstag das Ansinnen eines Unternehmers, von seiner Konventionalstrafe entbunden zu werde», weil er die Arbeiter infolge Vereinbarung mit seinen Kollegen habe aussperren müssen, zurückgewiesen. Am 11. Februar 1910 kam zwischen dem Baumeister V. in Leipzig und dem Bauvcrein zur Beschaffung preiswerter Wohltun» gen in Leipzig ein Vertrag wegen Herstellung von Maurerarbeiten für zwei Häuser zustande, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertiggestellt und für den 30. September 1910 schon vermietet wer- den sollten. Die rechtzeitige Fertigstellung der Maurerarbeiten wurde durch eine Konventionalstrafe garantiert. Es beschloß der Arbeitgeberverband die Aussperrung der Bauarbeiter. Diese Aus. sperrung dauerte vom 16. April bis zum 16. Juni 1910._ Da B. auch dein Arbeitgeberverbande angehörte, hat er sich der Aussperrung angeschlossen. Das hatte die Verzögerung in der Fertigstellung der Maurerarbeiten über die vertraglich festgesetzte Zeit hinaus zur Folge. Es konnten die Häuser zum Oktober 1910 nicht bezogen werden. Der Bauvcrein brachte deshalb die Konventionalstrase von dem ausbeduiigenon Wcrklohn in Abzug. Infolgedessen �hat der Rechtsanwalt Schäfers in Leipzig, der Nachlaßverwalter über das Vermögen des inzwischen verstorbenen B., gegen den Bauvercin Klage auf Feststellung erhoben, daß die. Konveiitioitalstrase nicht verfallen ist, weil B. durch den Aussper�ungsbeschluß des Arbeit- gebervcrbaridcs verhindert war, die Bauarbeiten rechtzeitig fertig- zustellen. Das Landgericht Leipzig und Oberlandesgericht Dresden haben zugunsten des Bauvercins erkannt und den Kläger mit seiner Klage abgewiesen. Aus den Entscheidungsgründen, die das Oberlandes- gericht zur Begründung feines jetzt vom Reichsgericht bestätigten Urteils gibt, interessieren folgende Ausführungen: Durch das Ver- hältnis des V. zum Arbeitgeberverband wurden seine Verhältnisse zum beklagten Bauvcrein nicht berührt. Verpflichtete sich B. zur Fertigstellung des Baues in bestimmten Fristen, so tqt er dies aus seine Gefahr. Als erfahrener Baumeister hätte er das Eintreten von Lohnstreitigkeiten in den Kreis seiner Erwägungen ziehen können. Den Anschauungen des Verkehrs entspricht es keinesfalls, daß ein Unternehmer, der sich zur Erfüllung verpflichtet hat, die Erfüllung seiner Verpflichtung lediglich wegen eines Streiks ver- weigern dürfe. Die Streikklausel würde dann regelmäßig über- flüssig sein. Aber auch die moralische Verpflichtung, die den V. zur Einhaltung der Beschlüsse des Arbeitgeberverbandes zwang, kann ihn nicht entschuldigen. Im vorliegenden Falle mußte V. sich sagen, daß er durch die Nichterfüllung der vertraglichen Pflicht dem Be- klagten erheblichen Schaden zufüge. Er mutzte deshalb die dem Be- klagten gegenüber eingegangene Rcchtspflicht höher veranschlagen, als die Befolgung der ihm dem Arbeitgcberverbande gegenüber ob» liegenden Sittlichkcits- und Anstandspflicht. Die vom Kläger gegen dieses Urteil eingelegte Revision ist vom Reichsgericht zurückgewiesen.(Akt eng. III 346/13). Letzte N�thrfchtcn. Tic srauzo sische Wahlresorm. Paris, 18. Dezember.(W. T. B.� In der heutigen Kammer» sitzung trat der Deputierte G r o u s s i e r als Berichterstatter über die Wahlreformvorlage für einen Antrag ein, der drei vorher- gegangene Äammerab-stimmungen bekräftigt, in denen die Regie» rung aufgefordert wird, vor dein Senat den Grundsatz der Liste n- wähl und der Minoritäisvertreiung zu verteidigen, wie er von den acht vorhergehenden Ministerien• gebilligt worden sei.— Ministerpräsident Dou mergne erinnert daran, daß die Regie- rung die Kammerabstimmungcn achte und den Senat bitten werde, sich so schnell wie möglich auszusprechen: die Regierung werde zusammen mit der Scnatskommission einen Ausgleich suchen. Wenn der Antrag Groussier keinen Hintergedanken verberge, so habe er nichts dagegen.(Beifall seitens der Anhänger der Verhältniswahl und auf der Linken.) Doumcrgue fügte hinzu, daß er von Ansang nächster Woche ab sich bemühen werde, einen Ausgleich zu finden und seine Verpflichtungen streng einzuleiten. Der Antrag Groussier wurde von der Kammer mit 330 gegeü 161 Stimmen a n g c n o in m e n. Arisis im bulgarischen Kabinett» Sofia, 18. Dezember.(P. C.) Nach Meldungen der„Bäk- kanska Tribuna" und der..Gambana" ist die Situation in Bul- garien eine kritische, da die Regierung weder mit der gegen- wärtigcn Sobranje' arbeiten kann, noch die Zustimmung des König? zur Auflösung der Sobranje und zur Ausschreibung von Neu» Wahlen, von denen sich Ministerpräsident Radoslawow einen besseren Erfolg verspricht, erhält. Der König befürchtet, daß eventuelle Neuwahlen noch ungünstiger ausfallen würden und daß dadurch die Krise dann noch verschärft werden könnte. Der Tag der Eröffnung der Sobranje ist daher noch vollkommen unbestimmt. Die oppositionellen Parteien haben der Regierung ein Pro» gramm vorgelegt, das 15 Punkte enthält, von deren Erfüllung sie ihre Teilnahme an der Regierungsmajorität abhängig Machen. Sie drohen ernsthaft, für den Fall, daß ihren Forderungen nicht entsprochen wird, in der Eröffnungssitzung der Sobranje«inen Antiag auf Absetzung des Kön'gs und Einführung der Republik zu stellen. Da ein derartiger Antrag unschwer die Majorität in der jetzigen Sobranje sinden könnte, sind die Folgen desselben unübcr- sehbar. Gin Bolksmuscum. Frankfurt a. M., 18. Dezember.(H. B.) Als erstes Museum seiner Art wurde heute in den hiesigen Räumen des Ausschusses für Volksvorlesungen mit Unterstützung der Stadt und zahlreicher wissenschaftliche!: Körperschaften ein Volksmuseum eröffnet. Tie erst im Werden begriffene Anstalt soll an der Hand medizinischer Präparate und hygienischer Anschauungsmittel ein Füyrungs- museum sein, in dem den breitesten Volksmasscn unter der Leitung von Medizinern und Sachverständigen Gelegenheit zum Einblick in die Kompliziertheiten der Naturerscheinungen und Volkskrank- heiten gegeben»vcrden soll. Das Museum umfaßt vorläufig Anatomie und vergleichende Anatomie, Mikroskopie, Fortpflanzung usw., etile Ausstellung über Kurpfuschcreiwcscn, Voltskrankheiten und Antialkoholismus. Ein ausgedehnter Zigarettcnschmuggel. Prag, 18. Dezember.(W. T. B.) Im Erzgebirge wurden seit einem halben Jahre Nachahmungen der österreichischen Zigaretten- forte„Sport" verkauft. Diese wurden in einer Dresdener Fabrik hergestellt, an die Grenze geschafft und durch Schmuggler verbreitet. Der Schmuggel ist jetzt in Karlsbad entdeckt worden. Die Ziga- retten nxiren sehr gut nachgeahmt, doch ivar der Tabak minder- wertig. In den letzten sechs Wochen sind allein 3 Millionen falscher Sportzigarcttcn gepascht worden. Auch falsche Trabuco und Britanikazigarren sind nach Oesterreich ringe- schmuggelt worden. deffottliebe politische Versammlungen. Sechster Mahtkrris. Sonntag, den ÄI. Dezember, abends GV2 Uhr: für Männer«nd Franc« in GSISttiiens FesisäSen, Schwedter Straße Nr. ÄA/Ä4. Vortrag des Stadtverordneten Waldeck Uanasse nber: Kciil Flieht mis Erden und den Menschen kein WoHlgcsnIlcn. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensei» und Tanz. 233/7* Ter Einberufer: Albert Höppncch Veteranenftraße 26. Zentralverband der Zimmerer. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Hiermit machen wir bekannt, das; am Sonntag, den AI. d. Mts., vormittags von 10 bis 11 Uhr, die Aus- zahlung der Weihnachts-Unterstützung in den Bezirken erfolgt. Alle arbeitslosen Mitglieder, deren Namen in de» Listen verzeichnet stehen, ersuchen wir, sich zur an- gegebenen Zeit in ihrem Bezirkslokal zur Empfang- nähme der Unterstützung und Gutscheine einznfinden. 254/;? Der Borstand. Achtun«! lifttofen, GkliMiim! 2(rfttuiin_! Der Verkauf des Christbaumschmuckes der Thüringer Heimarbeiter, welcher im Vestibül des Gewcrlschastshauses, Engelufcr 13» und Usedom- strafte 3S im Lokal von Koch täglich von 3 bis abends 8 Uhr stattfindet, wird Tonntag, den 2t. Dezember, abends geschloffen. 108/5' Aethnachts-Eetchenke Djt Vartkien der großen ftansölischen Revolution und ihre Presse. Bon Heinrich Cunow. Mit zahlreichen Porträts. Zweite erweiterte Ausgabe des in erster Auslage unter dem Titel.Die revolutionäre Zeitungsliteratur Frankreichs während der Jahre 1789 bis 1791' erschienenen Werkes. Preis K M., gebunden 7.3O M. Ursprung der Religion und des Gotttsglanbeus. Von H. Cunow. Preis Leincnband 1,3V M. IMottte Uililialllol, Kurze, volkstümliche Abhandlungen aus NlkiNk Ulvltviistt!. allen Wissensgebieten. Preis jeder Band broschiert v,73 M., gebunden 1 M. Bd. 1 Braun, Die Tarifverträge«nd die deutschen Gcwerk- fchaften. Tscherewanin. Das Proletariat«. die rnisischc Revolution KautSly, Die Klaffengegensäfte im Zeitalter der fran- fischen Revotution. Gorter, Der historische Materialismus. Dunckcr, Käte, Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung. Duncker, vr. H., Volkswirtschaftliche Grundbegriffe. Plechanow, Die Grundproblcme des Marxismus. Cngels, Ludwig Beuerbach. Linke, Ist die Welt bewohnt? Reitz, Die Bakterien. Woldt, Der industrielle Groftbetrieb. tkautskli. Parlamentarismus. Frank, Dr., Die bürgerlichen Parteien des deutschen Reichstages. Linke, Kann die Erde untergehe»? Bommeli, Wie Berg und Tal entstehe». Deutsch, AuS alten Tage». Woldt, Das groftindustrielle Beamtentnm. Levin-Dorsch u. Cunow, Technik der Urzeit. Teil I. Reitz, Dr.. Chemie im Alltag. Lipschütz, Dr., Die Arbeit der Muskel«. Bommeli. Die Weltalter. Cunow, Nahrungsbeschaffung und Ernährung. Rühle, Grundfragen der Erziehung. Cunow, Entstehung der Waffen, Körperschmuck, Technik der Bekleidung. Mehring, 18V7— 1813. Bon Tilsit bis Tauroggen. 1813— 181V. Bon Kalisch bis Karlsbad. Bommeli. Riesen und Drachen der Vorzeit. Walter, Tic Wetterkunde. Stcklow, N. Tschernhfchewskh. Ein Leb-nsbild. Michael Bakuiiin. Ein Lebensbild.* . 2 m 3 . 4 . 5 . 6 .? .« . 9 . w . 11 . 12 m 1s . 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Der Preis für diese Ausgabe beträgt 2 Mark pro Monat. Die Expedition wird dann jcweilen am Schlüsse eines Monats oder Quartals die bestellten Exemplare komplett an den Auftraggeber übersende». Bestellungen erbitten wir direkt an die Expedition bis spätestens ÄS. Dezember d. I. zu richten. Expedition des„Vorwärts". GewevKscKaftUcKes. Voranleuchtendc JMuftcr! »Sind diejenigen, die sich weigern, in die Organi- sation einzutreten, die hell voranleuchtenden Muster, oder sind es die anderen, die oft unter persönlichen Opfern und materiellen Nachteilen der Sache des Ganzen dienen?" Ticsc Frage tvirft Herr Kommcrzienrat Hermann B a m- b c r g, einer derer vom Hansabund, ini„Berliner Tageblatt" «Nr. 640) auf. Und er beantwortet sie auch. Um es gleich zu sagen: die Antwort ist gut, Bambergs Argumente darf sich der Hansabund merken. Er erklärt unumwunden, daß den Organisationen unbedingt das Recht zustehen müsse, die „allgemeinen Jnteresien gegen die Sonderinteressen von Eigenbrödlcrn zu vertreten, die sich nicht anschließen, weil sie sich zu stolz imd vornehm glauben oder zu starrsinnig sind oder nicht über ihre engsten persönlichen Interessen hinaus zu sehen ver- ntögen oder aber im Trübe» fischen wollen." Die Leser werden denken, wir erlaubten uns einen schlechten Scherz, so etwas könne ein Hansabundmann und noch dazu ein Kommerzienrat nicht schreiben. Aber es stimnit doch, wir haben wörtlich zitiert. Allerdings— einen Haken Hat die Sache: Bamberg tritt mit den herausgestellten Gründen nicht für Arbeiterorganisationen ein, er wendet sich nicht gegen die Zunft der Hintzegardisten, o nein, er verteidigt mit feinen Darlegungen vielniehr nur die Zwangs- o r g a n i s a t i o n c n in der T e x t i l b r a n ch c. An dieser Stelle schrieben wir vor einigen Tagen darüber. Für diese Zwangsorganisationen fordert Bamberg sogar das Recht des Terror! Er läßt sich dazu wie folgt ver- nehmen: „Daß aber eine Konveikiion nicht dabei stehen bleiben darf, bestimmte Verkaufsregeln aufzustellen und es jedem einzelnen Branchegenossen zu überlassen, diese Regeln zu befolgen oder nicht, das wird mir jeder Kenner der Verhältnisse bestätigen: das erhellt schon daraus, daß auf Grundlage eines solchen Prinzips iveder eine Konvention, noch nberhaupi Berkaussregcln jenials zustande kämen. Schon diese Verkaufsbedingungcn sind kleines feuiUeton Potsdamer Platz. Ueber den Potsdamer Platz rauscht, braust und prasselt der sinneverwirrcnde Verkehr der Großstadt. Vier Karawanenzüge von Elektrischen, Autos. Droschken, Lastfuhrwerken, bestimmt nach Nord und Süd, Ost und West, treffen sich hier, stauen sich hier, fließen, geordnet von winkender Schutzmannshand, weiter. Sic stehen, diese Schutzleute, da wie Götter, die' all diese Wagenkolonnen aus der Erde gestampft haben und sie nun mit gnädigein Wohlwollen dirigieren, wie sie«vollen, ein misterblich Geschlecht.... Der Wachtuteister in der Mitte, der Napoleon des Potsdamer Platzes, übersieht den ganzen Erdkreis, Nord und Süd, Ost und West, er tutet, wenn s ihm beliebt, auf einer Fanfare und drüben fährt eine weißbehandschuhtc Polizistenfaust in die Höhe, hüben winkt eine andere gewährend, dann staut sich dort die Flut, wie das rote Meer einst, als der Herr Zebaoth den aus Aegypten abziehenden jüdischen Staatsbürgern Durchlaß mit trockenen Füßen verschaffen wollte, und hier tobt und lost entfesselt der Strom los, Elektrische, Autos, Droschken. Last- fuhriverke mit kühnen schenkelstraminen Gäulen aus der Normandie — vorwärts stürzt alles, voiwärts! Nur ein Gefährt kann nicht so recht mit, ein melancholisches Vehikel, grün und gelb lackiert, ein alter Dragonergaul, der längst seilten Zivilversorgungsschein verdient hat, klappert davor, keucht, hustet, müht sich und bleibt doch zurück, Autos schnurren vorbei, Elektrische lassen die Kutsche hinler sich, �Lastwagen johlen an ihm vorüber, mißbilligend sehen selbst die Schutzleute ans das unzeit- gemäße Gefäbrt. Es ist, wie gesagt, grün und gelb lackiert und protzt mit einen« breiten Spruchbande um den viereckigen Leib: K ö n i g l. Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Daher also? .Ja. freilich l Theater. 2 c Ising. Theater; Georg-Büchner- Abend. Ter hundertste Geburtstag Georg Büchners, des Revolutionärs, der mit dem Verfolger im Nacken das Trama„Tantons Tod" fiebernd auss Papier warf, hat nun auch in Berlin die crlvünschte Wirkung gehabt, daß zlvei Werke des Dichters auf größerer Bübiic erprobt wurden, lrae Barnowskpsche Ausführung im Lessing-Theaicr brachte das Trauerttagment„Wozzcck" und die romantische Koinödie „Leonce und Lena", der ein unerwartet großer Erfolg bc- schieden war. Tic Wozzeckszencn, in denen tiefstes Mitgefühl mit den Armen und Erlliedrigtcn wll|i— für Büchners eigentliches Wesen un- endlich choraktcri|tt|chcr als das satirisch tändelnde Märchcnspicl— brachten es zlt� keiner ftarkei« Bühnenwirkung. Alle paar Minuten wechselt der Schauplatz. Büchner schwebt da etivas wie ein im- Ptessionistischer Notizenstil vor, der, auf zusammenhängend aus- bauende Entivickelnng Verzichtend. Eindrücke und Bilder gleichsam 'w Fluge ausfäirgt. Alles wird gleichermaßen Episode. Kasernen-, �ncipszenen, Volkslieder, Kinderlänze usw. gleiten im losen Zuge vorüber. Unp daS Verwirrende der Buntheit wird dadurch nock, gcstelgert, daß Büchner in den naturalistischen Grundton allerhand zremdartig Bizarres(besonders in der Figur des tollen ArzteS, zumeist die mittlere Linie zwischen sehr widerstreitenden Interessen, und schon ihre Durchsetzung erfordert oft neben Geschicklichkeit und llcberredungskunst die lleberftimmung der Minorität. Dazu ober muß" bereits eine Organisation vorhanden oder im Entstehen begriffen sein. Eine solche Organisation jedoch wird in kaum einem eiirzigen Falle zustande kommen, wenn ihr nicht Macht mittel an die Hand gegeben werden, um den ihr Beitretenden ihre weitere Existenz zu garantieren. Die bisher zum Teil an den Schlendrian ge- wohnte Kundschaft wird nur dann darauf verzichten, nach Willkür zu regulieren und zu disponieren, wenn ihr die Möglichkeit hierzu genommen wird, und die Lieferanten werde«« nur dann einer Konvention beitrete««,«venu sie wissen, daß auch ihre Kon- kurrenten sich ihnen entweder anschließen oder aber nicht«««ehr in der Lage sein werden, diesen Willkürgelüslen der Abnehmer zu entsprechen. Diese unerläßlichen Voraussetzungen für die Schaffung einer Konvention sind nicht herzilstellen ohne das Mittel der Sperre, Sie involvieren die Verpflichtung der Verbandsmitglieder, nur noch an solche Abnehmer zu liefern, die sich ihrerseits verpflichten oder bereit erklären, nur von Mitgliedern des Verbandes zu kaufen! und sie involvieren schließlich die lveitere Verpflichtung, nur von solchen Lieferanten Ware zu beziehen, die sich ihrerseits verpflichten, nur an Mitglieder der Konvention Ware zu liefern." Die Gewerkschaften beanspruchen kein Recht auf Zwangs- organisatioy, nicht das Recht, Unorganisierte auszuhungern. Sic sind also viel bescheidener, als die Leute von der Zwangs- organisation im Textilgewcrbc. Das hindert uns aber nicht, eine Frage aufzuwerfen:„Herr Koinmerzienrat! Wenn wir in den vorstehenden, von Ihnen geschriebenen Sätzen die Worte „Konvention" durch„Gewerkschaft" ui«d„Verkaufsregeln" durch„Lohntarise" ersetzen, hat dann Ihre Argumentation an Beweiskraft eingebüßt?" Oder ivollen Sic etwa behaupten, die durch bezahlte und bestochene Streikbrecher in ihreui Eristenzkampf bedrohten Arbeiter, die nichts zu verkaufen haben als ihr bißchen Ware Arbeitskraft, bedürften des Selbstschutzes weniger als die Herren Großkoitfektionäre. Wenn nicht, warum nehmen Sic und Ihre Freunde nicht Stellung gegen das scharfmacherische Vorgehen des Hansa- bandest Oder billigen die Konfektionsmitglieder, die Anhänger von Zwangsorganisationcn, die Scharfmachereien? So oder so, die Arbeiter werden jedenfalls nicht ver- säumen, den Scharfmachern die Argumente des Herrn Kom- mcrzienrats Bamberg gründlich unter die Nase zit reiben. kerlin und Umgegend. Herr Gastwirt K, Koch, Nieder-Schönhausen. Waldowstr. 17. Ecke Schillerstraße, bittet uns um die Mirteilung, daß er mit den« Streik- brecheragenten Koch, der die Vermittclung von arbeitSlvilligen Buch- druckcrn nach Oesterreich betreibt, nicht identisch ist. Deutkekes Reich. Ter Kampf im Stcttincr Flcischergclverbe erfolgreich beendet. Bekanntlich hatten die Stettiner Flcischerinnungen die AuS- sperrung oller organisierten Fleischergesellen verfügt, weil diese es gewagt hatten, bei einem Fleischermeister, bei dem besonders trost- lose Arbeitsverhältnisse bestanden, zu streiken. Den Gesellen wurde ein Revers unterbreitet, in welchem sie sich verpflichten sollten, aus dem Zentralverband der Fleischer auszutreten und ihm nie bei- zutreten. Wer den Revers nicht unterschrieb, wurde sofort ent- lassen, auch wurde der Jnnungsnachweis für organisierte Gesellen gesperrt. Das Gelverkschaftskartell verhängte infolgedessen den Boykott über eine Anzahl Fleischermeister. Nach acht- wöchentlichem Boykottkampfe kam es am 17. d. Mts. vor den« Land- gericht, aus Anlaß der Berufung gegen die einstweilige Verfügung, die die Fleischcrmeister gegen die Bohkottkommission erwirkt hatten, zu Einigungsverhandlungen. Es kam ein Vergleich zustande, wonach die Fleischermeister erklären, ihren Gesellen den Beitritt zum Zentral« verband der Fleischer freizustellen. Die Fleischerinnnngen heben ferner ihren Aussperrungsbeschluß auf, und im Jnnungsarbeits- Nachweis wird kein Unterschied zwischen organisierten und unorgani- dcr sich den Wozzeck gegen einen Groschen täglich als Expcriinental- objett für seine Kuren gemietet hat) einsticht. Der arme Teufel, scheu und gedrückt, der als einfacher Soldat ans Heiraten nicht denken kann, gibt seine ganze Löhnung dem Mädel, die. ihm ein Kind geboren. Aber auch sie— das einzige Wesen, das einen Schimlncr Glück in seines Daseins dunkle Enge trug— soll er verlieren. Ter Hunger, den er um sie erleidet,«nackt ihn zur sreudloscn Jammergestalt, und ein strammer Tambourmajor, ein brutaler Kerl, fischt ihn« das lebensbegehrliche Geschöpf schnellen Griffes«lieg und höhnt noch den Betrogenen. � Mit den letzten paar Gulden kauft Wozzeck sich ein Messer. Aber er zückt es, so haben Elend und Not seinen Willen gebrochen, nicht gegen den«nsainen Beleidiger. Er erstich«««ur die Geliebte, das leichtsinnige t�schöpf, das ihn gciviß nicht tränken wollte. Erst die gräßliche Vision des Mordes, die er erst im Zechgelage zu betäuben sucht, jagt ihn dem erlösenden Selbstmord i«, die Arme. Die animalisch triebhafte Gebundenheit, Verworrenheit und Oual, der Grnbeldrang, der tief im Hintergründe des Bewußtseins gärt, kam in dem Spiele S t e i n r ü cfs vorzüglich zur Erscheinung. Jedoch das Wesentliche des Charakters«s« in«vcnigcn Szenen ausgeschöpft. Das andere schwächt den Eindruck eher, als daß es ihn erhöht. Insbesondere bleibt die Figur des Mädchens so gut wie völlig farblos. Warum strich die Regie die Jahrmarktsszcnen? Die scharfei« Farben, die sie setzen, fehlten der Anssührung sehr. In„Leonce und Lena" läßt Büchner der phantastischen Lauire frei du- Zügel schießen. Im Dialog abint er die witzelnde Manier und Gleichnisjagd Shakespeareschcr Narren und Lustspiel- Helden nach. Entscheidende Anregungen«nögcn die damaligen romantisch-philosophischen Doktrinen, die eine mit der Wirklichkeit willkürlich spielende, alle festen Grenzscheidcn auflösende und ironi- sierendc Einbildungskrart als höchste Stufe künstlerischer Geistes- freihcit feierten, gegeben haben. Ein jnitgcr Prii«z, der gai«z die Züge eines romantisch sich bespiegelnden, unausstehlich eitlen Aestheten träg«, schließt Kameradschaft mit einem fahrenden Ge- sellci« Valeria. Mag auch der Bursche ruppig ausschauen, zum mindesten— das gewinn« ihm die prinzliche Achtung— hat er den gleichen Abscheu vgr der Arbeit und fröhlich unbekümmerte«« Humor. Vor einer Heirat entfliehend, zieht Leonce mit dem Freunde in die«veitc Welt. Und die Prinzessin, die ihm bestimmt mar, ebenso romantisch) unter der Obhut ihrer Gouvernante, tut desgleichen. Natürlich trerscn sich die beiden Paare. Der Prinz verliebt sich in die Unbekannte und führt sie in einer ulkigen Marionettenszcne seiner königlichen Majestät dem Vater zu. Allerliebst originelle Dekorationen Karl W a l s c r s, H a n s Schindlers launig akkompagniercnde Musik und �ine glänzend temperamentvolle Darstellung hielten trotz mancher Scklvächen des Textes die lustige Stimmung bis zum Schlüsse aufrecht. Es kann ein Zugstück«verde««! Ueberlvättigend«virkte Jlka Grünings groteske Gouvernantcnkarikatur. Heinz Salsner als Valeria ivar ein prächtiger Naturbursch. Karl Müller sehr fein in der Figur des hockimütig blasierten Prinzen, Fräulein v. H a n s c ,« eine reizende Märcheuprinzessin. dt. Notizen. — Thcaterchronik. In den Kammerspielen des Deutschen Theaters befindet sich Henry Becques drciaktiges sierten Gesellen mehr gemacht. Dafür wird der Boykott über die Fleischermeister aufgehoben. Die Flcischermeister haben wieder ein- mal einsehen müssen, daß sie mit der Perloeigeru««g des Koalitions- rechtes heute nicht m-.chr weit komme«. Weihnachtsstimmung auf der Reichswcrft Wilhelmshaven. Abzüge vom Arbeitsverdienst in Höhe eines ganzen TagelohncS sind auf der Rcichslverft Wilhelmshaven nichts UngeivöhnlicheS. Vor einigen Tagen schon wurde von« Schiffbauressort dieser Werft eine Verfügung erlassei«, nach«velcher derjenige Arbeiter mit den« Verlust eines Tagesverdienstes bestraft wird, der es versäumt, seine Militär- papiere an einem bestimmten Tage der Ressortverlvaltung vorzulegen. Dieselbe Verwaltung hat jetzt folgenden Tagesbefehl erlassen: Die Lohnzahlung für die 38. Lohnperiode findet am Mittwoch. den 2t. d. M., mittags 12 Uhr statt. Sämtliche Arbeiter habe«« sich nach Empfang des Geldes sofort wieder an ihre Arbeitsplätze zu begeben. Nichtbefolgung dieses Befehls wird mit neun Stpnden Lohnabzug bestraft. gez. Schirmer. Also«vieder eine horrend hohe Strafe für eine Lappalie; ein fühlbarer Schlag auf den schlappen Magen des Arbeiters— noch dazu am Vorabend des Weihnachtsfestes. In der Reichstagssitzung vom 3. März 1313 meinte der Staatssekretär v. T i r p i tz ans die Kritik unseres Genossen Brandes über die Werftarbeiterverhält- nisse:„Ja, meine Herren, ich möchte einmal frage««, was wir wobl t««n müßten, um keine Kritik von dem Herrn Vorredner zu hören?" Nun, Herr Staatssekretär, sorgen Sie u. a. dafür, daß solche dra- konischen Strafandrohungen und Strafe««, die in gar keinen« Ber- hältnis zu den« Vergehen stehen, endlich aufhören. Starker Mitgliederverlust im christlichen Bergarbeiter- verband. Der„Bergknappe", das Organ des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, teilte kürzlich schoi« die für die christliche Organisation sehr betrübende Tatsache mit. daß für Oktober 97 Zahlstellen««ich« mehr abgerechnet haben, 2ö Zahlstellen seit August und 4 Zahlstellen seit Juli nicht. Danach muß es in dieser Organisation recht trübe aussehen. Der Oeffentlichkeit wird allerdings kein Einblick in die Organisationsverhältnisse dieses christlichen Verbandes gewährt, denn der Gelvcrkberein hat seit mehr als dreiviertel Jahr leine Abrechnung gegeben. Wie es aber sonst bei ihn« aussehen mag, dajür bietet die Mitteilung des katholischen„Arbeiters" einen Beleg, der mitteile«! kann, daß der christliche Gelverkverein allein im Saarrevicr 10 000 Mitglieder verloren haben soll._ Ausland. Bon den Separatisten in Oesterreich. lieber die Stärke der tschechisch-feparatistischen Gewerkschaften schreibt Abgeordneter Njeniez in der Präger„Akadeillie", daß der separatistischen Gewerkschaftskommission zurzeit mehr als 197 000 Mitglieder angehören, daß diese Geiverkichaften in« Jahre 1912 über anderthalb Millionen Kroircn an Unterstützungen ausgegeben habe«« ni«d daß ihr Permögen bereits über zwei Millionen Kronen Betrage. — Im Jahre 1915 veransialten die tschecho-slawischen Sozialisten eine große ArbeiterauSstellung in Prag, die in ihren verschiedeiien Gruppen einen vollen Ileberblick über die politische,«virtschastlichc und kulturelle tschechische Arbeiterbewegung iin In- und Auslände, solvie über ihre lünstlerischen und sportlichen Bestrebungen, über die Produktion und die Selbstverwaltung geben soll. Die vor- bereitenden Arbeiten werden von der Arbeiterakademie in Prag besorgt._ Ein Scharfmacherschtvindcl. Die Hallptstelle der Arbeitgebervereinigung verschickt au die bürgerliche Presse einen Artikel, worin bemerkt wird, daß bie öster- reichische Buchdruckerorganisation den Tarifvertrag ge« brachen habe und woraus allerlei Schlüsse in tarifvertragS- und gewerkschaftsfeindlichem Siirne abgeleitet werden. Diese Schars- macherbehaupt nng schlägt aber der Wahrheit ins Gesicht, denn die Tarifverträge im österreichischen Buch- druckgewerbe gehen erst am 31. Dezentber dieses Jahres zu Ende. Lustspiel„Die Pariserin" in Vorbereitung. Die Premiere wird am 29. Dezember stattfinden.— Das Deutsche Volkstheaicr in Wien hat das Drama„Der F l ü ch t l i n g" von I o hu G a I s- w o r t h Y zur Aufführung erworben.— Die Vortragskünstleri>« Mary« Delvard gebt v«m Brettl zur Bühne über. Sic will dio»i>cuc Tätigkeit mit der Verkörperung Jbsenschcr Frauengcstaltcn beginnen. — Freie Hochschule Berlin. Das neue Programm für daS Winterquartal ist soeben erschienen. Es enthält 125 Vor- tragsreihen. Tie Kurse finden in den Abendstunden von 7 bis 10 Uhr statt und sind jedermann zugänglich. Das Programm «oird in allen Bibliotheken. Lesehallen und bei Loeser u. Wolfs kostenlos ausgegeben. Die Vorlesungen beginnen am 12. Januar und folgende Tage. — Das Preisausschreiben der Goethcbünde. lieber das auf der letzicn Tagung der Goethebiinde'beschlossene Preisausschreiben wird näheres mitgeteilt. Das Ausschreiben fordert die Beantwortung der Frage:„Was hat zur Milderung der Klassengegensätze zu geschehen, welche he-nte die auseinander an- gewiesenen Kreise unseres Volkes«veit mehr trennen, als in' den natürlichen Verhältnissen begründet ist?" Drei Preise.von 5000, 2000 und 1000 Marl werden für die besten Arbeiten, die einen mäßigen Umfang haben sollen, ausgesetzt. Bis zum 31. Dezember 1914 müssen die Arbeiten an den Württembergischen Goclhcbund in Stuttgart ciugeschickt sein. — Drahtlose Telcgraphie am Himalaja. Tie italienische Expedition nach dem westlichen Himalaja und dcnt Kara- korum unter Dr. de Filippi wird zum erstenmal eine Ausrüstung mit drabtloser Telcgraphie im Hochgebirge benutzen. — T i c preisgekrönte Berliner Posse. Da? Er- gebnis des Preisausschreibens zur Erlangung einer Berliner Posse, das von den Vereinigten Berliner Volksbühiten(Direktion Hans Ritter) zusammen mit dem Verlage Oesterheld u. Co., Berlin W. 15, veranstaltet wurde, steht jetzt fest. Ter Preis lvurdc der Posse„Der verschwundene Berliner" von A l s o n s Fedor Cohn zuerkannt. Unsere Leser kennen den Autor aus einer Reihe Beiträgen, die das Unterhaltungsblatt brachte. — Eine einzigartige Münze«st, wie aus London berichtet wird, mit Hilfe einer privaten Subskription für das Britische Museum erworben worden. Das kostbare Stück ist eine Goldmünze, das eiitzigc bekannte Beispiel eines goldenen Geldstückes, das von dem angelsächsischen König Osfa«757— 796) geschlagen wurde. Tie Müi«zc ist bemerlcnslvcrt auch deshalb, weil sie, obwohl von einem christlichen jiönig geschlagen, eine mohammedanische Inschrift in arabischer Sprache trägt. — Die B u g r a nennt sich die Korrespondenz der Jntcr- «taten Buchgclverbeausstellung Leipzig 1914, deren erste Nummer soeben erschienen ist. — Das Pech der Unersättlichkeit. Der staatsanwalt- lichc Postkartcnzorn bat sich immer noch nicht gesättigt. Jetzt hat er sich auf die Wiedergäbe einiger plastischer Werke von Martha Bauer und Arthur Lewin-Funcke gestürzt. Die Plastiken selber — nackte Mädchengestalten— blieben unangetastet,«ind eine davon — ein tanzendes Mädchen von Martha Bauer— spielt der siaats- anwaltlichen KonsiSkationshlst den nicht üblen Streich, dem Bruder der Kaiserin zu gehören und in Schloß Primkcnau zu stehen. Rache ist süß! Trotzdem haben die Unternehmer jetzt schon den Kampf eröffnet und eine partielle Aussperrung beschlossen, in der Hoffnung, die Buchdruckerorganisation zertrümmern zu können. Wenn also von einem„Vertragsbruch" gesprochen werden kann, dann nur auf seiten der Unternehnrer. Und wenn die Scharf- inacher wollen, dab nian an die Vertragstreue der Unternehmer nicht mehr glaubt, dann kann den Gewerkschafte» ja eine solche Schluß- solgerung recht sein.______ Die von Veltheim. Vor der 5. Strafkammer des Landgerichts III wurde am Mitt- woch noch ein Prozeß beendet, dessen Vorgeschichte mehrere Jahre zurückreicht und schon längere Zeit die Gerichte beschäftigt. Das intcrcffanteste an diesem Prozeß, in dem ein früherer Forstbeamtcr Grost des Kammerherrn Freiherr» von Veltheim, der im Norden Verlins große Terrains und Jagdgüter besitzt, wegen versuchter Verleitung zum Meineid und Beleidigung angeklagt war, ist weniger der Anklagefall, als die Begleitumstände, die in den Prozeß hineinzielen, und die auf die„patriarchalischen" Zustände auf den Velthcimschcn Gütern ein recht eigenartiges Licht werfen. Ter Angeklagte war zu Unrecht sofort entlassen worden. In der Erregung darüber hatte er sich dazu hinreißen lassen, in Briefen an den Kammerherrn und auch mündlich bei mehreren Gelegenheiten zu äußern, daß der Amtsvorsteherstellvertretcr Resin zu Schönsließ, auf dessen Treibereien er seine Entlassung zurück- führte, der Begünstigung und des Meineides zugunsten des Ober- leutnants von Beltheim, eines Lohnes des Kammerherrn, schuldig sei, und in bezug auf diesen Oberleutnant zu behaupten, daß er sich mehrfacher schwerer Mifihandlungen verschiedener Zivil- Personen in der Forst schuldig gemacht, aber einer Bestrafung wegen dieser Handlungen entzogen habe. Wegen dieser Briefe wurde die Entlassung des Groß nachträglich für gerechtfertigt er- klärt, ohne daß über die Richtigkeit der darin enthaltenen Bc- zichtigungen ein Belveis erhoben wurde. Groß, der sein ganzes geringes Vermögen in Baumpflanzungen und einer Wohnungs- einrichtung im Interesse und auf Veranlassung der Veltheims in seiner Stolper Förste rwohnung angelegt hatte, lag mittellos aus dem Pflaster. Mehr Ungemach folgte. Im Jahre IS11 hatte gegen Groß ein Strafverfahren wegen Körperverlevung einiger Aus- flügler geschwebt, in dem er schließlich freigesprochen wurde. Diese Sache wurde neu ausgegraben. Es fanden sich zwei Personen, die behaupteten, daß Groß sie danrals unter Berufung auf die Pflichten der Kameradschaftlichkeit zu einem falschen Zeugnis für sich babe veranlassen wollen. Einer dieser Zeugen war ein scharfer Feind des Groß, der andere, ein Herr Eohn, war wegen Geistesschwäche entmündigt. Der letztere sollte gleichfalls Augenzeuge der Tat des Angeklagten gewesen sein. Diesem geistesschwachen Menschen war Jagdschein und Gewehr gegeben worden? er hatte sich mit Kenntnis der Polizeivcrwaltung wie ein Forstelcvc aufspielen können. Der Angeklagte, der von Rechtsanwalt Dr. Liebknecht der- icidigt wurde, bestritt jede Körperverletzung und das Unternehmen der Verleitung zum Meineid begangen zu haben. Auf die Einzel- hciten dieses Teils der Verhandlung soll hier nicht eingegangen werden. Hervorzuheben ist nur, daß es das Gericht für angängig biclt, den wegen Geistesschwache entmündigten geistesschwai�n Zeugen ohne jede weitere Untersuchung feines Geisteszustandes, nur auf Grund des Eindrucks, den der Zeuge in der Hauptverhand- lung auf das Gericht gemacht hatte, zu vereidigen. In bezug auf die Beleidigung trat der Angeklagte den Wahrheitsbeweis an. Bei dem gegen Rcfin erhobenen Borwurf des Meineides handelt es sich um folgendes? Ein Zivilist war von mehreren Personen in der Veltheimschen Forst schwer mißhandelt worden, u. a. mit einem Sägestock. In Frage kamen nur die wenigen Veltheimschen Forstangestcllten und der Oberleutnant von Beltheim. In dem eingeleiteten Strasver- fahren wurde Resin, dessen Untergebene die Veltheimschen Forst- angestellten waren und in dessen Amtsbureau der Leutnant bon Beltheim aus- und einging, als sei die Verwaltung der Amts- gcschäfte eine Familienangelegenheit derer von Beltheim, als Zeuge eidlich darüber vernommen, wer der Täter sei. Resin gab zwar auf Erfordern der Staatsanwaltschaft die sämtlichen in Frage kommenden Personen an, beschwor aber, das, er nicht wisse, wer der Täter sei. Das Versahren wurde cingeslelll. Es ergab sich noch eine große Anzahl anderer Fälle ähnlicher Mißhandlungen. Von ganz seltenen unerheblichen Ausnahmen abgesehen, wurden die Tater niemals gefaßt: die Sachen verliefen im Sande, Die jetzige Verhandlung ergab, daß in diesen Fällen der Oberleutnant vvn Beltheim, der Forstangcstellte Rohrbeck nnd der Angeklagte, die alle dem Resin auf der Nase gesessen hatten und fast mit Händen zu greifen wareu, dir Täter waren, die durch Resin nicht gefaßt werden konnten. Nach Darstellung des Angc- klagten wurden vom Oberleutnant von Beltheim geradezu Ueberfälle nach Jndianerart gegen die für die Jagd unbequemen Zivilisten unternommen. Der Oberleutnant befahl seinen Untergebenen, bei dem Urberfall nicht zu sprechen und nach vollzogener Tat schleunigst das Weiie zu suchen. Der Oberleutnant gab zu, der Führer bei diesen Heldentaten gewesen zu sein. In einem Falle hatte et einen jungen Burschen böse zugerichtet. In einer früheren Verhandlung gab er dies lächelnd mit den Worten zu: „ja freilich, ich habe dem Jungen den Arm znschanden geschlagen". In einem anderen Falle hatten ein paar Jungen mit Deschings nach Krähen geschossen. Der Oberleutnant rief sie an, sie rissen aus, der Offizier schoß hinter ihnen her, angeblich zum Zwecke des Erschreckens. Einer der Jungen wurde getroffen. Der Oberleutnant kümmerte stch nicht im geringsten um das Ergebnis seiner Schüsse. Der Verwundete wurde nach längerer Zeit halb erstarrt von zufällig Vorübergehenden im Chausseegraben liegend aufgefunden. In diesem Falle hatte der Oberleutnant den Mut— etwa um sich die Vorhand oder guten Glauben zu sichern—, Strafanzeige wegen Wilderns zu erstatten. Schließlich zahlte er der Mutter des Knaben eine Abfindung. Daraufhin und auf Zureden des Bataillonstommandcurs des Oberleutnants legte Rest» die Sache, ohne sie überhaupt an die zuständige Behörde abzugeben, eiyfach beiseite. Bis heute ist dem Oberleutnant wegen dieser schweren Ausschreitung kein Haar gc- krümmt, und zwar obwohl sein militärischer Vorgesetzter unter- richtet war. In welch ungeheuerlichem Grade die militärische Sonder- gcrichtsbarkeit zur Herabminderung des Verantwortlichkeitsgefühls führt, zeigte der überlegene, fast könnte man sagen Spott, mit dem der Oberleutnant den Gedanken zurückwies, als hätte ihm wegen seiner Bravourstücke vom Militärgericht etwas am Zeuge geflickt werden können. Interessant war eine Bemerkung Resins in der Verhandlung: Er, Resin, habe doch wirklich keine Ver- anlassung gehabt, eine ihm bekannte Täterschaft des Oberleutnants zu verschweigen, der wäre ja doch vor das Militärgericht gekommen und dort wäre die Tat doch nur als ein Zeichen besonderer Schneid>gkeit betrachtet worden? er habe auch den Leuten stets gesagt, sie sollten die Wahrheit sagen, wenn cttoas geschehen wäre, dann tommr der Oberleutnant vor das Kriegsgericht, und das fei nicht schlimm. Es soll setzt, da die Zeugenaussage des Rohrbeck als glaub- würdiges Geständnis anzusehen ist, gegen ihn s Rohrbeck) das Wiederausnahmeversahren wegen der Körperverletzung eingeleitet werden. Das Verfahren gegen den Oberleutnant v. B. wird der Militärbehörde überwiesen werden.(Tie konnte doch schon damals eingreifen, wenn sie wollte.) Bei dem Leutnant scheint das patriarchalische Empfinde» be- sonders stark ausgeprägt zu sein: Als in einer früheren Verchand- lung der Angeklagt« eine Frage an ihn richtete, gebrauchte er hierauf das Wort„Unverschämcheit". Als der Verteidiger das monierte, meinte er: Ra, ich werde dock, wohl»och mit einem meiner früheren Jäger so reden können, Beide Zeugen bekundeten, daß Resin nichts davon gavußt habe. daß sie in Frage kommen, so daß er seine damalige Aussage in gutem Glauben abgegeben habe. Ter Angeklagte hatte auch die ungeheuerliche Behauptung aufgestellt, daß wiederholt, wenn Anzeigen gegen einen Forst- beamten bei Resin cinliefcn, der beschuldigte Forstbcamte ver- anlaßt wurde, eine Gegenanzeige zu schreiben, die von einem früheren Tage als die erste Anzeige datiert wurde. Das er- weckte natürlich den Anschein, daß die Forstbeamten zuerst ange- zeigt hätten und ihnen konnte dadurch eine günstigere Stellung in dem Verfahren werden. In einem Falle lvaren die Akten, wie sich genau nachweisen ließ und von den Zeugen schließlich zu- gegeben werden mußte, in diesem Sinne geradezu ge- fälscht. Der in Frage kommende Amtssekretär hatte als möglich zugegeben, daß dergleichen Dinge öfter passiert seien, so daß die dahin gerichtete Behauptung des Angeklagten zutreffen könne. Obwohl die Akten durch die Hände Resins_ gegangen waren und Resin mindestens eine im Datum gefälschte Ver- sügung unterzeichnet hatte, bestritt er, Kenntnis von den Machen- schastcn gehabt zu haben. Der Verteidiger behauptete und stellte unter Beweis, daß der Oberleutnant wegen keiner der von ihm erwiesenermaßen ver- übten Straftaten bisher zur Verantwortung gezogen sei. Das Gericht lehnte merkwürdigerweise die Erhebung dieses Beweises ab. Nach Schluß der Beweisaufnahme, in der etwa 50 Zeugen vernommen wurden, beantragte Staatsanwalt Dr. Linde gegen ocn Angeklagten tvcgen zweier Verbrechen, der Verleitung zum Mein- eid und Beleidigung, eine Zuchthausstrafe von Z Jahren und 3 Monate» und 5 Jahren Ehrverlust. Von der etwa Ilmonate- langcn Untersuchungshaft wollte er nichts angerechnet wissen. R.-A. Dr. Karl Liebknecht!vics in seinem Plaidoher daraus hin, daß dieser Antrag vermutlich von dem Wunsche des zustän- digcn Landrats diktiert sei, der in einem in den Akten befind- lichen Schreiben an die Staatsanwaltschaft den Wunsch ausgc- sprachen habe, das Verfahren möglichst zu beschleunigen und auf eine möglichst Hobe Bestrafung des Angeklagten hinzuzielen. Als der Verteidiger die Zustände auf dem Amt Schönsließ und das Verhalten des Offiziers deutlich kennzeichnete, wurde er wiederholt vom Borsitzenden unterbrochen, der schließlich im voraus versprach, die vom Verteidiger zu Unrecht angegriffenen Zeugen bei der Urteilsverkündung zu rechtfertigen. Wie der Vorsitzende in der längeren Urteilsbegründung zum Ausdruck brachte, hat das Gericht einen Fall der versuchten Ver- leitung zum Meineide, gegenüber dem Forstaufseher Rohrbeck, und zwei Fälle der Beleidigung für festgestellt angesehen. Bezüglich des von dem Angeklagten angetretenen Wahrheitsbeweises, der in allen Hauptpunkten mißlungen sei, sei zu bemerken, daß allerdings fest- gestellt sei, daß in zwei Punkten die Amtsvcrwaltung versagt habe. Es sei erwiesen, daß in einein Fall ein falsches Datum eingesetzt sei, der Amtsvorstcher Resin habe diese Verfügung auch unter- schrieben, jedoch liege die Möglichkeit vor, daß er, wie z. B. viele Rechtsanwälte, die kleine Verfügungen unterschrieben, sich den In- halt des Schriftstücks gar nicht durchgelesen und nicht gemerkt habe, daß ein falsches Datum eingesetzt sei. Es handele sich um eine von dem Oberleutnant von Veltheim begangene Körperverletzung? von V. habe damals einen Jungen angeschossen. In diesem Falle konnte Resin vielleicht der Meinung sein, daß die Sache erledigt sei, da sich von V. mit dem Betreffenden geeinigt und eine sehr erheb- liche Geldzahlung geleistet hatte.. Das Verfahren des Amts- Vorstehers war jedenfalls inkorrekt. Ein Staatsanwalt hätte die Sache jedenfalls nicht so behandelt. Resin hat auch selbst zugegeben, Haß er inkorrekt gehandelt hat. Bezüglich des von dem Angeklagten behaupteten Meineids, den Resin in Sachen Rohrbccks geleistet haben sollte, ist nichts erwiesen. Bezüglich des Strafmaßes sei zu bemerken, daß das Gericht zu einer viel milderen Auffassung kom- inen würde, wenn es sich hier um die von dem Angeklagten verübte Körperverletzung handeln würde, da ja sein Vorgesetzter, der Ober- lrutnant von Beltheim ganz ähnliches getan habe. Das Gericht habe aber hier nicht nachzuprüfen, ftuvicweit sich der Oberleutnant von V. strafbar gemacht habe. Unter Berücksichtignug des Umstandes, daß der Angeklagte den Vcrleitungsversuch zieinlich hartnäckig betrieben habe, es sich andererseits um schwere Beleidigungen eines Beamten handele, habe das Gericht auf 2 Jahre und 2 Monate Zuchthaus unter Anrechnung von 2 Monaten der erlittenen Untersuchungshaft erkannt. Ferner wurde dem Landrat des Kreises Niederbarnim und dem Amtsvorstcher Resin die Publikationsbefugnis des Urteils in dem„Niederbarnimer Kreisblatt" zugesprochen. §ts�30 Ausnahmepreis engl. Art.. 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Sämtliclie Orts-, Betriebs- und Innungs-Krankenkassen der Stadt Hildesheim. Die Kommission. I. A.« SS. SScntit. Hildesheim. Goscheitftr. 24 II. Äerzte-Gesuch! Zum 1. Januar 1914, euent. später, suchen wir S Kassenärzte. Garantiertes aasseiieinkommen 8—12 000 M. Privatprari» gestattet. Gisenberg hat 11 0(10 Einwohner und liegt in einem der schönsten Teile Thüringens. 261/4* Gest. ausführliche Angebote erbittet baldigst Ortskrankenkasse der vereinigten Handwerker. Eisenberg, S.-Alt. Karl Prüfer. Vorsitzender. «lavierst immer. Fast erblindeter «Senosse empfiehlt stch als Klavier- i'iimmer. Hasselbach. Neukölln, Niemetz. itraße HT___—____ IUI OCIIUUHICL------- w------------■-—»-'--------- �~......-----—__________________________—:----------—-------------(Trt SWorT»»» Cllf Lerantwortlicher Redalteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Borwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Swger s.„« um sw. Plattnabfälle, Gramm 5.60, Ali« gold, Silber, Zahngebifse,«vtannioi, Quecksilber lauft höchstzahlend Blümel, Schmelzerei, Zlugufinraße 19 III. Zahngebifse. Goldsachen, silbern lachen, Plalinabfälle, sämtliche Metalle höchstzahlend, schmelzerei Christiouat. Kövenickeri'lraße 20 a(gegenüber Manteuffelstraße). 111/1* Zahugebisse, Platinabfälle. AU« gold, Silbersachen, Quecksilber. Stanniolpapier, höchstzahlend Schmel- zerei Müller, Teltowerstr. 10. 286b* Kupfer. Messing, Zinn, Zink, Blei, Stanniolpapier, glaschenkapseln, Goldsache». Silbersachen. Platin, Zahngebisse,«Metallschmelze* Cohn. Brunnenstraße 25. 2996* Briefmarken, Münzen kauft Kroßmann, Spandauerbrücke Id.* gahrradaiikauf üinienstraße 27. Gebrauchte, gute singermaichinen kaust L.veld>e am 20. November, abends 11'/« llhr, den Zusammenstoß zweier Krafi- droschle» Motz-, Ecke Lutherstraße, ge- sehen haben, werde» gebeten, ihre Adresse Schöneberg, Gleditschsttaße 18. Runge, abzugeben.__ 315b Waschanstalt� Niichan, Köpenick. 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Die Füh- rungcn finden an jedem Sonntage statt, beginnen 1I29 Uhr vormittags und dauern etwa 2 Stunden; an jeder Führung können. 39 Personen teilnehmen. Die Teilnehmer karte kostet49Pf.. während der Eintrittspreis für das Aquarium sonst 39 Pf. beträgt. Organisationen, die für ihre Mitglieder eine oder mehrere Führungen belegen wollen, rnögen uns davon Mitteilung machen. Die Organisationen haben für jede Führung 12 M. an den Bezirks- bildungsausschuß zu zahlen, Ivofür sie 39 Teilnehmerkarten erhalten, durch deren Verkauf die 12 Mark voll wieder eingenommen werden. Das Honorar für den wisscw schaftlich geschulten Führer zahlt dann der Bczirlsbildungs ausschutz. Die erste Führung findet am Sonntag, den 18. Januar, statt. Wir machen sodann noch einmal auf die Lichtbilderzentrale des Zentralbildungsausschusses aufmerksanr und ersuchen die Genossen, sich bei der Veranstaltung von Lichtbildervorträgen dieser Einrichtung zu bedienen. Die Firma Ibach bittet uns, an unsere Vereine das Er suchen zu richten, der Firma von jedem Konzert, für das sie den Flügel stellt, eine Eintrittskarte für das Archiv zu senden. Wir bitten die Genossen, diesem Wunsche der Firma zu entsprechen. Ferner möchten wir den Organi- sationen empfehlen, stets dafür zu sorgen, daß ein Flügel der an einem Sonnabend oder Sonntag für ein Konzert ge braucht wird, schon am Sonnabend aufgestellt und am Montag wieder abgeholt werden kann. Ganz besonders not wendig ist das bei den für die Weihnachtsfeiern an den beiden Feiextagcn von uns bestellten Instrumenten. Diese müssen schon am 24. Dezember aufgestellt werden und bis zu in 27. Dezember in den Lokalen stehen bleiben können. Durch eine rechtzeitige Rücksprache mit dem Inhaber des Lokals läßt sich das wohl möglich machen. Diese Maßnahme empfehlen wir, weil ein Transport am Sonntag wesentlich teurer ist als der bekannte übliche Satz. Ter Bezirks-BildungsausschM Groß-Berlin. li. Wahlkreis. Am Sonntag, den 21. Dezember, nachmittags pünktlich l'/z Uhr Märchenvorlesungen für Kinder im Kastanienwäldchen, Inhaber Walter, Badstraße 16, und im Patzen- hofer Ausschank, Turmstraße 26. Billett 13 Ps. Am 1. Weihnachtsfeiertag: Weihnachtsfeiern iudcnPharussälen, Müllerstr. 142 und inr Kastanienwäldchen, Inhaber Walter, Badstr. 16. Mitwirkende: Herr Ernst Reuter, Vortrag über:„Weihnacht und Proletariat". Steiner-Rothstein-Trio. Frl. Margot Dolski, Rezitationen. Frl. Gustel Talter, Gesang. Vokalquartett: Frl. Meto Zlotnika, Frl. Durra, Herr Springer, Herr Willi Durra. Rezitationen: Herr Richard Goltz. � Konzcrtkapelle Jischke. Eintrittskarten zu beiden Feiern je 56 Pf. Nach den Lonzerteu: Tanz. Am 2. Feiertag, vormittags 10 Uhr: Urania-Vor st eilung. Vortrag:„Zum Hockifirn der Jungfrau." Billett inkl. Garderobe 65 Pf. Nichtverkaufte UraniabilleltS müssen bis zum 26. Dezember zurückgegeben sein, sonst gellen dieselben als verkauft. Johannisthal. Sonnabend, den 26. Dezember, findet im Saale des Restaurant„Lindenhof" eine Weihnachtsfeier, verbunden mit musikalischen Darbietungen und Rezitationen statt. Da Entree nicht erhoben wird, ist jedem Gelegenheit gegeben, das Fest zu besuchen. Gleichzeitig erfolgt zur selben Zeit im gleichen Lokal die Ausgabe der auf der Jugendschriften-Ausstellung bestellten Bücher und Bilder. Dabendorf. Sonnabend, den 26. Dezember, Uhr: Mitgliederversammlung bei Wiese. illowawes. Eine Weihnachtsfeier, verbunden mit Bescherung der Kinder verstorbener Mitglieder, veranstaltet der Wahlverein am Sonn- abendabend. beginnend um 8 Uhr, im Singerscbcn Lokal. Die Feier, die leit Bestehen des Wahlvereins zum ersten Male stattfindet, wird durch die gebotenen Musikvorträge, Deklamationen, GesangSvorträge deS.Freien Männerchors" und die Mitivirkung des Mandolinenklnbs .Espana" einen ihrer Bedeutung entsprechenden würdigen Charakter erhalten. Ter Eintritt ist für Mitglieder des Wahlvereins frei. öerlmer i�acbrickten� Was tut die Stadt Berlin für die Arbeitslosen? Bis jetzt hat Berlin für die Arbeitslosen noch nichts getan. Geredet wird ja im Rathaus über die Frage der Ar- beitslosenfürsorge schon seit einer reichlichen Reihe von Zähren. Aber so oft die Vertreter der Sozialdemokratie zur Tat aufriefen, macht der Berliner Freisinn immer wieder nur Worte. Auch der neueste Antrag unserer Genossen, der Mtcrn die S t a d t v e r o r d n e t e n p c r s a ni m l u n g be- schaftigte, findet den Beifall der Mehrheit des Freisinns nicht. Der Antrag fordert, den Magistrat zu ersuchen, daß schleunigst zur Unterstützung der Arbeitslosen ö 0009 9 M a r k zur Verfügung gestellt werden. Mit ihm wandten sich uniere Genossen unmittelbar an die Stadwerordnetenver- sammlung, weil von der bekannten gemischten Deputation, die sich lange genug mit der Verschleppung der Arbeitslosen-' fache abgeinüht hat, nichts zu erwarten ist. Wie groß gegen- wärtig die Arbeitslosigkeit ist und was zur sofortigen Linderung d e r ä r g st e n Not getan werden kann und muß, zeigte Genosse D u p o n t in einer breit angelegten Rede. Er behandelte darin sehr eingehend auch die Frage der Arbeitslosenversicherung, für die ja jetzt die Geineinden Groß-Berlins eintreten, wenn das Reich sie schaffen will. Daß bis dahin die G e in e i n d c n es als ihre Pflicht ansehen sollen, selber einzugreifen, das isfis, was dem Freisinn Bein macht. Gegen die Forderung, angesichts der herrschenden Not sofort das Nächstliegende zu tun, brachte Stadtverordneter E a s s e l seine Bedenken vor. Eine Ausschußberatung will dem Antrage nicht versagen, aber er kündigt im voraus an, daß seine Fraktion wohl nicht IL®' u r stimmen werde. Für den Magistrat versprach Stadtrat F i s ch b e ck, daß zur Bekämpfung der Arbeits- �lglmt„geschehen solle, ivas geschehen könne". Stadt- verordneter R o s c n o lu sab darin eine„wohlwollende Bc- des Antrages. Offen, wie immer, bekannte sich �raotverordneter M o m m s c n als Gegner. Er will nicht zu- lassen, daß die Stadt Berlin durch Hergabe von Geld an- erkennt, sie habe für die Arbeitslosen einzutreten. Man solle nicht, die Begehrlichkeit wecken, warnte er. Stadt- verordneter G o l d s ch m i d t war der einzige Freisinnsredner, der für Bewilligung der 300 000 M. eintrat. Aber nach lieber, alter Gewohnheit konnte er es sich nicht versagen, dabei Reklame zu machen für seine paar Hirsch-Dunckerschen Ge- werkvereinslcute. Genosse D u p o n t wies in seinem zu- sammenfasscnden Schlußwort die vorgebrachten Einwendun- gen kurz zurück/ Im übrigen stellte er fest, daß die Redner des Freisinns es diesmal fertig gebracht hätten, wenigstens sachlich zu diskutieren. Gegen den Vorwurf, dem Aus- s ch u ß von vornherein den Weg zur Ablehnung des Antrages gewiesen zu haben, versuchte Herr Cassel sich zu ver- wahren. Warten wir das Ergebnis der Ausschußberatung ab. Wenn es gilt, für die Arbeitslosen nichts zu tun, wird der Berliner Stadtfrcisinn um Worte nicht verlegen sein. Mietsvertragskündigung. Jeder, der seine Wohnung zum 1. April ändern will, sehe seinen Mietsvertrag durch. Unsere Hauswirte haben es durch straffe Organisierung in den Grundbesitzervereinen ver- standen, den Mietern Verträge aufzuzwingen, durch welche die geringen Rechte, die das Gesetz den Mietern bietet, aus- geschaltet sind. Das ist möglich, weil— leider— die gesetzlichen Bestimmungen nicht zwingendes Recht darstellen. All die oft schikanösen Bestimmungen können hier nicht erörtert werden, nur die Frage der Beendigung des Mietsverhält- nisses soll gestreift werden. Nach 564 B. G.-B. endigt das Mietsverhältnis mit dem Ablauf der Zeit, für die es eingegangen ist. Ist also z. B. ein Mietsvertrag für die Zeit voni 1. April 1913 bis dahin 1914 geschlossen und über die Notwendigkeit einer. Kündigung nichts gesagt, so endet der Vertrag ohne Kündigung am 1. April 1914. Das trifft auch zu in Fällen, in denen zwar im Mietsvertrag ein Vordruck über die Kündi gungsdauer enthalten, die Kündigungsfrist aber in die cnt sprechenden Lücken nicht hineingeschrieben ist. Die in Berlin vertragsmäßig übliche Kündigungsfrist ist eine solche von 3 Monaten und 3 Tagen vor Ablauf des Mictsvcrtrages. Hiernach muß die Kündigung, um recht zeitig bewirkt zu sein, spätestens am 28. D e z e m b e r im Besitz des Vermieters sein: man sendet also die Kündigung spätestens am 27. Dezember ab. Man braucht aber nicht bis zu diesem äußersten Termin zu warten; die vorzeitige Kündigung ist zulässig. Nun schreiben viele Wirte eine andsre, häufig längere Kündigungsfrist in den Vertrag, z. B. eine solche von 3 Mo naten 8. Tagen. In solchen Fällen muß der Vermieter die Kündigung spätestens am 23. Dezember erhalten. Selbst wenn man annimmt, daß nach allgemeinem Sprachgebrauch unter„8 Tagen" eine Woche verstanden wird, auch ini Streit fall das Gericht sich auf diesen Standpunkt stellen kann, so sind doch Entscheidungen ergangen, nach denen eine solche Bestimmung wörtlich genommen wird. Ist im Vertrage vorgesehen, daß die Kündigung durch eingeschriebenen Brief erfolgen so IE so muß dies beachtet werden; eine mündliche oder eine Kündigung durch einfachen Brief kann zurückgewiesen werden. Bemerkt sei noch, daß bei stattgcfundener Kündigung während der Dauer der Kündigungsfrist die Wohnung Miets- lustigen gezeigt werden muß und zwar nach einer Entscheidung des Kammergerichts werktäglich in der Zeit zwischen 19 und 6� Uhr. Für den Fall der Abwesenheit ist der Wohnungsschlüssel an den Wirt oder Verwalter abzugeben. Im Interesse der Mictslustigen wird man aber verständiger- weise auch Sonntags auf einige Stunden die Wohnung zum Zwecke der Besichtigung zur Verfügung halten. Man würde sonst gegen das Interesse derjenigen Arbeiter und Ar beiterinnen handeln, die in der Woche für den Kapitalismus fronden müssen. Ist im Mietsvertrag eine andere Besichtigungszeit festgesetzt, so ist diese maßgebend. Die Verlängerung deS Gasvertrages der Gemeinde Pankow mit der stadt Berlin benbästigte die letzle Gemeindcvertretersitzung in Pankow in mehrstündiger geheimer Beratung. Wie wir hören, be- steht keine Neigung, den im Jahre 1926 ablaufenden Vertrag zu er- neuern. Vielmehr soll der Errichtung eines eigenen Gaswerkes oder anderweitiger Regelung der Gasversorgung des Ortes näher getreten werden, sür welchen Zweck die Summe von 16 666 M. für Vorarbeiten, Sachverständigengutachten usw. bereitgestellt wurde. Ergebnisse der städtischen Schlächterei in Hobrechtsfelde. Die in der Gutsverwaltung Buch zur Versorgung der außerhalb der Stadt Berlin— mit einer BersuchsauSnahme— liegenden städtischen Anstalten betriebene Schlächterei, welche im Jahre 1916 einen Bekriebsüberschuß von etwa 116 666 M. und im Jahre 1911 einen solchen von etwa 103 666 M. hatte, schloß am 31. März 1913 mit 1385 963,19 M. in Einnahme und 1 389 893,69 M. in Ausgabe. so daß sich eine Mindereinnahme von bar 3992,56 M. ergibt- Wird der Minderwert der Vorräte in den Abschluß mit einbezogen, so ergibt sich eine Mindereinnahme von rund 85 606 M. Diese Mindereinnahme ist dadurch verursacht, daß mit den städtischen Anstalten, den Hauptabnehmern, nicht zu beweglichen Preisen, sondern zu Preisen, die aus Grund der viel geringeren Vieh- preise de« Vorjahres festgesetzt waren, Abschlüsse getätigt waren. Da nun die Viehpreise, welche den.das Schlachtvieh liefernden städti- scheu Gutsverwaltungen seitens der Schlächterei bezahlt wurden, gemäß der Marktlage sehr hohe waren, ist der ungünstige Abschluß erklärlich. Der gesamte Betriebsüberschuß der städtischen Güterver- waltung war im Jahre 1912 mit rund 744 666 M. der bisher höchste. Dabei wurden an Inventar rund 180 666 M. abgeschrieben. Die Geiarnterntemengen ergaben rund 85 660 Doppelzentner Getreide, 126 666 Doppelzentner Kartoffeln, 216 666 Doppelzentner Rüben, 217 666 Doppclzentner Rieselgras, 13 666 Doppelzentner Korb- weiden. Der Ertrag an Obst,„hauptsächlich Aepfel und Birnen", be- trug im Jahre 1912 rund 3966 Doppelzentner, wofür 123 666 M. erlöst wurden. soweit es sich um die Schlächterei in HobrechtsfelLe handelt, o ist der Abschluß nur ein rein rechnerischer, da die Fleisch- und Wurstwaren nur an städtische Anstalten geliefert werden. ES geht, wie nian zu sagen pflegt, aus einer Tasche in die andere. Was eine Verwaltung zusetzt, kommt der anderen zu gute. Leider wird dem Bestreben, städtische Betriebe zu errichten, sie insbesondere zur Versorgung der Berliner Bevölkerung mit billigen Lebensmitteln zu benutzen, von dem im Rathause herrschenden Kommunalfreisinn lebhafter Widerstand entgegengesetzt, der natürlich seinen wahren Grund in der Förderung von Privatinteressen findet. Das Attentat auf die achtklasfige Volksschule. Die Stadt Berlin besitzt seit 11 Jahren die achtklasfige Volks- schule. Immer deutlicher ist in den Jahren die Nützlichkeit dieses Schulsystems in die Erscheinung getreten. Es zeigte sich, daß die Zahl der Kinder, welche die erste Klasse erreichten, immer größer geworden ist und eS bestand die Aussicht, daß das jetzige Schulsystem mit der Zeit immer mehr Kindern zugute kommen würde. Aber wir haben die Rechnung ohne die Schul- aufsichtsbehörden gemacht. Der herrschenden Klasse ist es schon immer ein Dorn im Auge, daß die breiten Massen des Volkes zu viel lernen könnten. Das darf nicht sein! lind so setzte die Regierung für Groß-Berlin eine Konimission ein mit dem Auf- trage, den Lehrplan zu„revidieren". Das erste Ergebnis war zu- nächst die Beibehaltung des jetzigen Schulsystems. In neuerer Zeit hat sich aber doch noch ein Umschwung zum Schlechteren vollzogen- Wie wir erfahren, ist die Beseitigung der Achtklassenschule perfekt- ES soll in Zukunft die Siebenklassenschule eingerichtet werden mit einer Oberstufe. Das bedeutet eine erhebliche Verschlechterung des Berliner Volksschulwcsens, wie es schlechter nicht gedacht werden kann. Gegen diese Bestrebungen zur Volksverdummung muß cnt- schieben Protest eingelegt werden. Wir wissen uns eins auch mit der Berliner Lehrerschaft, ivenn wir uns gegen dieses Attentat auf die Volksschule wenden. Bezeichnend ist es, daß diese dunklen Pläne in geheimen Konventikeln unter dem Siegel der Amtsverschwiegen- heit ausgeheckt worden sind. Diese reaktionären Pläne haben aller- dings das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen. Verhaftung von vier Sittlichkeitsverbrecher«. Vier Wüstlinge, die sich in unmenschlicher Weise an eiuein jungen Mädchen vergangen haben, sind von der Schöneberger Kriminalpolizei festgenommen worden. Vor einigen Wochen lernte die Buchhalterin R. aus Berlin einen jungen Mann kennen, der sich als Koch Werner Schön vorstellte. Die beiden jungen Leute trafen sich mehrmals und vor drei Tagen unternahmen sie eine Bierreise. Die beiden besuchten mehrere Lokale m Berlin und dann ein Cafs in Schöneberg, wo Schön mehrere Freunde antraf. Das junge Mädchen wurde durch Alkoholgenuß willenlos gemacht und in diesem Zustande von ihren Begleitern schließlich nach einem Laubengelände verschleppt. Dort vergingen sich die vier Burschen an dem wehrlosen Mädchen in schwerster Weise und beraubten es außerdem. Erst nach mehreren Stunden kam die Be- dauernswerte zur Besinnung und konnte sich mühsam nach Hause schleppen. Die Eltern des Mädchens erstatteten sofort Anzeige und der Schöneberger Kriminalpolizei ist cS nun gelungen, vier der Verbrecher festzunehmen. Der angebliche Koch Schön, der von den Verhafteten als der Anstifter bezeichnet wird, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Die R. liegt schwer krank danieder. Berliner Sängcrchor. Unter Mitwirkung des Philharmonischen Orchesters lDirigeul: Camillo Hildebrand) veranstaltet obengenannterg Verein am Sonntag, den 21. Dezember, in der Brauerei Friedrichs�' Hain, ein Konzert, dessen gewähltes Programm auch den ver- wöhmesten Kunstkenner interessieren dürfte. Das Programm, welches� u. a. die„Leonorcn-Ouvertiire Nr. 3" von Beethoven,„Tod und Verklärung" von Richard Strauß enthüll, bringt auch drei Männer- chorwerke mit Orchester:„Der Gondelfahrer" von Schubert,„Hym- nus, Sieg der Freude" von Büttner und„Erntelied" von Fried. (Siehe heutiges Inserat.) Vorort- l�ackrickrtem Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung vollzog am Mittwoch die Wahl eines besoldeten Stadtrats anstelle des am 1. Januar 1914 aus dem Amte scheidenden Stadtrats Samter. Ter Ausschuß hatte die Berliner Maoistratsräte Dr. Gordan, Tr. Brühl und den Landesrat Augustin-DZiesbadcn vorgeschlagen. Bei der ersten Abstimmung erhielt Augustin 34, Gordan 27, Brühl 46 Stimmen; in der Stichwahl wurde A u g u st i n mit 38 gegen 34 Stimmen, welche auf Dr. Gordan ficlcii, gewählt. Die am 9., 46. und 1 l. November vollzogenen Stadtverordneten- wählen wurden ohne Debatte für gültig erklärt. Mit Mücksicht daraus, daß unsere doppelt gewählten Genossen Klick und Scharnberg die Mandate im dritten Bezirk nicht annehmen, müssen hier zwei Neuwahlen stattfinden. Der Termin ist aus den 44. Januar anberaumt. Ter Bezirk ist uns sicher, doch müssen die zu Wählenden Hausbesitzer sein. Tie zur Beratung stehenden Vorlagen, soweit sie die Erhöhung verschiedener Elatspositionen betrafen, wurden debattclos bclvilligl; ebenso genehmigte die Versammlung die Magistratsvorlagc bc- treffeitd Erhöhung des Zinsfußes für Spareinlagen bei der städti- scheu Sparkasse von 3 auf 3K- Proz. Die Erhöhung tritt am 1. Januar 4914 in Kraft.— Eine weitere Magistratsvorlage bc- trifft die Ausführung von Straßcnunterhaltungsarbcitcn zur Ver- Minderung der Arbeitslosigkeit, und zwar fordert der Magistrat die Summe von 39 006 M. zur Erhöhung der Etatsposition„Ersatz an Arbeitslöhne» an andere Vcrloaltnngszwcige bei Verwendung minderwertiger Arbeitskräfte einschließlich Notstandsarbcitcn". Diese Summe soll schon jetzt bereitgestellt werden, damit, falls die Lage des Arbcitsmarktcs es fordert und die Witterung es er- möglicht, sofort mit den Arbeiten begonnen werden soll. Es handelt sich dabei um Fuhr- und Arbeitslöhne für bereits in Aussicht ge- nommenc Straßenunterhaltungsarbeiten. Auch diese Vorlage fand die Zustimmung der Versammlung. Eine lebhafte Debatte entfesselte der Bericht des Ausschusses über die Vorlage betreffend den Neubau der Sophie-Charlotten- schule nebst Frauenschule. Es lvurde von fachmännischer Seite lebhaft über die zu luxuriösen Bauten der Stadt geklagt und eine größere Sparsamkeit empfohlen. Speziell an dem vorliegenden Projekt hat der Ausschuß insofern eine Aenderung vorgenommen, als er von den als Dienstwohnung des Direktors vorgesehenen Zimmern eins gestrichen hat, damit es für Schulzweckc verwendet werden kann. Die Magistratsvorlagc wurde schließlich mit der vom Ausschuß beschlossenen Aenderung angenommen. Eine weitere Magistratsvorlage bezog sich auf eine Aenderung des mit der Automobil-Verkehrs- und llebungsstraße Äktiengcscll- schaft abgeschlossenen Vertrages. Ter Magistrat will der Gesellschaft ein weiteres Entgegenkominen erweisen, indem die Stadt- gemeinde anstelle der in dem bisherigen Vertrage vorgesehenen bedingten Bürgschaft eine unbedingte selbstschuldnerische Bürgschaft übernehmen soll. Weiter lvill er die Verpflichtung der Gesellschaft zur Einrichtung eines Krastlvagenschnellverkchrs dahin einschränken, daß die Gesellschaft berechtigt ist, diesen Betrieb ein- zustellen, wenn er zwei Jahre hintereinander mit einer linier- bilanz von mehr als 5666 K. gearbeitet hat. Endlich sollen der Gesellschaft Vergünstigungen in bezug ans die Kündigung des Vertrages eingeräumt werden. Die Vorlage, die einem Ausschuß zur Vorberatung überwiesen wurde, begegnete bei allen Fraktionell lebhaftes Bedenken. Namens der Sozialdemokraten übte Genosse Gebert scharfe Kritik an derselben, und dieser Kritik schlössen sich eine nanze Reibe Redner der bürgerlidben Parteien an. Cvnt wcsenllichen in der Farm des Ausschntzarttrages wurde die Vertage betreffend die Versorgung von Hinterbliebenen unver- beirateter städtischer Bediensteten angenommen. Es handelt sich hierbei um die Einführung ganz neuer Grundsäsie filr städtische Beamte. Lehrpersonen. Privatdienstverpflichtete und städtische Ar »veiter. Solche Personen sollen, wenn sie unverheiratet sind, min bestens 20 Jahre im Dienste der Stadt Charlottenburg tätig waren und bis zu ihrem Tode seit m!ndeste»s W) Jahren entweder einer unverheirateten Schwester oder einer verioitweten Schwester während ihres Witwenstandes oder der verwitweten Mutter oder Großmutter während ihres Witwenstaudes Wohnung und Unter- halt im eigenen Haushalt gewährt haben, insofern eine Vergünfti- gung erfahren, als den Hinterbliebenen eine Pension gewährt wird. Tebattelos gemehmigt wurde die Vorlage den Bauentwurf für die PulSsche Altersversorgungsanstalt betreffend. Die Anstalt soll auf deiw-zwischen dem Schloßgarten und dem neuen Kranken- Hause für Geburtshilfe an der Sophie-Charlotten-�otraße gelegenen Grundstücke errichtet Iverden. Borgesehen ist eine Belegung mit löst Insassen. Jeder Insasse der Anstalt erhält nach den Be- stimmungen des Testaments jährlich 200 M. an barem Gelde, Ehe paare das Doppelte. Ein Antrag Baumann(lib.) und Genossen, der den Magistrat ersucht, die Einrichtung und Unterhaltung von Kinderlesehallen in Erwägung zu ziehen und über das Ergebnis der Erwägungen zu berichten, iourde nach kurzer Erörterung angenommen. Schließlich nahm die Versammlung noch die Mitteilung des Vorstandes, betreffend die Kontrolle über die Ausführung der Be- schlüsse der Stadtverordnetenversammlung entgegen. Von allge- meinem Interesse ist hiervon die Mitteilung, daß die VerHand- lungen wegen Anlage eines Gemeindefriedhofs immer noch nicht abgeschlossen sind, und daß weitere Mitteilungen darüber voraussichtlich erst im Sommer 1914 gemacht werden können. Was den Stand der Errichtung eines Krematoriums und einer Urnen- balle für Charlottenburg betrifft, so hat der Magistrat am 2ll. Januar 1913 beschlossen, diese Frage auf ein Jahr zu vertagen, weil das von der Stadt Berlin auf dem Friedhof in der Gericht- straße erbaute Krematorium seit dem 1. Dezember 1912 den Ein- ivohnern Charlottenburgs zur Einäscherung von Leichen unter den für Berlin gültigen Bedingungen zur Verfügung gestellt und damit dem Bedürfnis vorläufig genügt ist. Die Frage wird dem Ma- gistrat Anfang�nächsten Jahres erneut beschäftigen. Die erste«itzung im neuen Jahre findet am 7. Januar statt. NeuköNn. Arbeitslosigkeit und Steuerstundungen, lieber die hiesige Steuer« deranlagnngskommission werden Klagen laut, aus denen zu ent- nehmen ist, daß dieselbe bei eingelaufenen StundungSonträgen eine sonderbare Praxis anzuwenden scheint. So hatte sich ein in diesem Jahre wiederholt arbeitslos gewordener Arbeiter K. aus der Böhmischen Str. 5n schriftlich an den Magistrat gewendet mit der Bitte, ihm die fälligen Steuern zu stunden. Er erhielt von dem Vorsihenden der VeranlagungSlommission ein Schreiben, worin mit« geteilt wird, daß dem Slundungsantrage keine Folge gegeben werden kann, da er nach den Ermittelungen unbegründet ist. Der Adressat war über diese Antwort um so erstaunter, als bei ihm niemand Erkundigungen eingezogen hat, er tatsächlich ohne Arbeit »nd bereits infolge der eingetretenen Notlage mit der Miete im Rückstände ist. Bemerkenswert ist noch, daß dem Antragsteller früher Stundungsgesuche bewilligt wurden. Hätte der Arbeitslose nicht mit einem einsichtsvollen Hauswirt zu tun, so wäre er durch die wenig entgegenkommende Art der Steuerbehörde in eine recht mißliche Lage gekommen. In der gegenwärtigen Zeit sollte die Steuerbehörde die gebührende Rücksicht walten lassen. Die vom BildungSausschuß arrangierte Bücher- und Wand- schinuckausstellung in Bartschs Festsälen(oberer Saal) ist an den Wochentagen abends von 1l3Q—0 Uhr, Sonntags von 2—9 Uhr geöffnet. Bilderbücher für die Kleinen, vom einiachsten bis zum besten, unzerreißbaren, Jugendlektüre, Märchenbücher, Reisebeschreibungen usw. für die größeren Kinder liegen zur Ansicht und zum Verkauf aus. Parteiliteratnr sowie Klassiker in verschiedenen Aus- gaben weisen eine reiche Auswahl auf. Erwähnen wie noch die reichhaltige Bilderausstellung, Steinzeichnungen(Verlag: Callwey, München, und Boigtländer, Leipzig) sowie die Meisterbilder, heraus- gegeben vom„Kunstwort�- Verlag, Einzelblätter 25 Pf. oder zu größeren Mappen vereinigt, als da sind: Dürer-, Böcklin-, Rembrandt-, Meunier-, Thoma-, Kollwitz-Mappen, so glauben wir, daß die Ar- beiterschaft die aufgewendete Mühe durch zahlreichen Besuch lohnen wird. Das Amtsgericht Neukölln und der Kirchenaustritt. Unter Bezug- nahine auf unsere in der gestrigen Nummer veröffentlichte Notiz teilt uns das Komitee Konfessionslos mit, daß nach Weihnachten das Amtsgericht an jedem Tage Austritlserklärnngen bis zum 1, Januar entgegennimmt, also auch am 30. und 31. Dezember. Es dürfte im Interesse der Beteiligten liegen, da der Andrang sehr groß sein wird, nicht erst am letzten Tage zum Amtsgericht zu gehen. Die Bauarbeiten für die Einrichtung des Sportplatzes auf dem ehemals Pllschelschen Gelände sollen einem Beschluß des Magistrats zufolge ltzich in diesem Rechnungsjahre in Angriff genommen werden. — Des weiteren beschloß der Magistrat den Ankauf von Grund- stücken in Schönefeld in Gesamtgröße von ungefähr 52 Morgen. Das Gelände soll zur Abrundung des RieselguteS WaßmannS- dorf verwendet werden.— Von den Vorschlägen der Schul- depntation und der zur Beratung der Schularzt- und Schulzahnarztfrage eingesetzten Kommission wegen Einrich- lung einer Schulzahnklinik zum 1. April 1914 nimmt der Magistrat Kenntnis. Die endgültige Beschlußfassung über die Einrichtung der Klinik wird der Etatsberatung vor- behalten. Der Magistrat nahm davon Kenntnis, daß der Verbands- ausschutz des Zweckverbanbes Groß-Berlin dem Bebauungsplan für das Luisenstädtische Kirchengelände zugestimmt hat, und beschloß, nunmehr mit dem Ausbau der Straßen auf dem Gelände zu be- ginnen. Mit der Abhaltung von Vorträgen über die körperliche Er« ziehung des Kindes durch die Aerzte der Säuglingsfürsorgestellen erklärte sich der Magistrat einverstanden. Für diese Borträge soll der alte Sitzungssaal des Rathauses zur Verfügung gestellt werden. Wilmersdorf. Stadtverordnetenversammlung. Die Magistratsvorlage über Pflasterung von Straßen wurde in zweiter Lesung debattelos angenommen. Dann stand die Vorlage betr. Errichtung einer städtischen Anstalt für zweite Hypotheken zur Beratung. ES sollen nach dem Neuköllner Vorbild 5 Millionen aus städtischen Mitteln bereitgestellt werden umer Verwaltung einer gemischten Deputation aus Magi- stratsmitgliedern und Stadtverordneten, von denen zwei Jahre in Wilmersdorf wohnenden Hausbesitzern für den zwischen 50 und 80 Prozent liegenden Wert Hypotheken zur Verfügung gestellt werden sollen. Gewiß eine sehr energische Aktion. Allein Dr. Leidig äußerte prinzipielle Bedenken. Es sei eigenartig, wenn eine Ver- sammlung, die gesetzlich aus wenigstens 50 Prozent Hausbesitzern bestehen müsse, eben dem so privilegierten Hausbesitzer- stände auö Mitteln der Allgemeinheit helfe. Es sei besser, an die Selbsthilfe zu appellieren und unter städtischem Beistand eine eigeneHauSbefitzerorganisation zuzulassen. Mit demselben Aecht könnten ja auch der Kleinbürger und Arbeiter Hilfe verlangen, denen eS auch schlecht gehe. Da aber der Magistrat den Weg nicht gehe wolle, so stimme er trotz feinet Bedenken zu. Die Vorlage wurde einstimmig angenommen. Ebenso wurde in zweiter Lesung der Entwurf betr. Pflichtfortbildungsschule für Mädchen erledigt. In der kurzen Debatte ergab sich, daß man demnächst eine baupt» amtliche Kraft für das genannte Fortbildungöschulwesen anstellen will und nur aus finanziellen Gründen jetzt davon abgesehen hat. Als Material überwiesen an den Magistrat wurden Petitionen des Haus- und Grundbefitzervereins Wilmersdorf-Kurfürsten für Weiterbau der Untergrundbahn von der Uhlandstraße nach Halenfee bei warmer Unterstützung aus der Versammlung und die des Schutzverbandes Schwerhöriger. Eine Petition für Freilegung des Hochmeisterplatzes wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, da nach Mitteilung des Magistrats die Sache 1914 geregelt wird. Da für die Verminderung der Arbeitslosigkeit und für die Einführung der Arbeitslosenversicherung der Slaai als zuständig gehalten wurde, ging die Versammlung über eine dahingehende Petition dSs Reichs Verbandes liberaler Arbeiter und Angestellten zur Tagesordnung über. Eine Viertelstunde vorher hatte die Kommune für Hausbesitzer fünf Millionen bereitgestellt. Der Gegensatz sagt wohl genug: es fand sich nicht einer unter den Herren, der es für nötig hielt, für die Arbeitslosen einzutreten. Der Berichterstatter gebrauchte bösliche Worte— schweres Problem— Krankheit am sozialen Körper, aber— wir können nichts tun. Unter den Arbeitern. denen man Arbeit nachwies(es war von 30 bis 40 die Rede) sind nach seiner Meinung auch eine ganze Reihe Arbeitsscheuer! Das ist die ganze Weisheit!! ES wurden dann Rechnungslegungen genehmigt und Entlastung erteilt für die Sparkasse, Anbau an der Oberrealschule Berliner Straße, Neubau der Feuerwache, Erweiterungsbauten an der drittten Gemeindeschule. Zum Schluß wurde die Vorlage über Erhöhung des Zinsfußes von 3 auf S1/., Proz. erledigt; dieselbe tritt auch in Wilmersdorf vom 1. April 1914 in Kraft. Daran schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung. Lichterfelde. Bei der Ortskrankenkassenwahl erhielt die Liste I der freien Gewerlschaiten 349 Stimmen; auf Liste II entsselen 832 Stimmen. Ungültig waren 10 Stimmen. Liste I erhält somit 21 Ausschuß- und 42 Ersatzmänner; Liste II 19 Ausschuß- und 38 Ersatzmänner. Adlershof. Eine Märchenvorlesung mit Lichtbildern veranstaltet am Sonn- tag, den 21. Dezember, nachmittags 2 Uhr, im Saale des„Gesell- schaflShauses", Bismarckstr. 29, der Bildungsausschuß gemeinsam mit der Rinderschutzkommission. Eintritt für Kinder 5 Pf., für Erwachsene 10 Pf. Arbeitslose und deren Kinder haben freien Zutritt. Diese werden ersucht, sich am Saaleingang Freibons geben zu lassen. Die Arbeitslosen werden gebeten, ihre Kinder an diesem Märchennach- mittag teilnehmen zu lassen, sie werden sicher freudestrahlend heim- kehren und sich sowie die Eltern von dem Gesehenen und Gehörten erfreuen. Schöneberg. Bücher- und Wandschmuck- Ausstellung. Kommenden Sonntag von nachmittags 4 bis abends 9 Uhr, sowie am Montag von 0 bis 9 Uhr abends ist die Schriften- und Wandschmuck-Ausstellung im kleinen Saale der„Schloßbranerei". Hanplstiaße 121, geöffnet. Am Sonntag wird sie eingeleitet durch ein Referat der Frau Regina Rüben. Durch die Reichhaltigleit der Ausstellung ist noch jedem Gelegenheit zum Ankauf guter Weihnachtsgeschenke gegeben. Zachsenhausen i. M. Eine Auseinandersetzung mit dem hiesigen Ortsgeistlichen Pastor Messerschmidt gab es in einer öffentlichen Versammlung, in welcher Genossin Regina Rubcn über Religion und Sozialdemo- kratie referierte. Die Versammlung war einberufen worden, um eine Antwort zu geben auf die vom Herrn Pastor Messerichmidl von der Kanzel herab gemachten Aeutzerungen, die dieser in seiner Büß- tagSpredigt über August Bebel und die Sozialdemokratie gemacht hatte. In der Diskussion suchte sich der Herr Pastor gegen die ihm von der Referentin gemachten Vorwürfe zu verteidigen. Ins- besondere meinte er, daß der Bußtag gar kein christlicher, sondern ein landesgesetzlicher Feiertag sei. Es könne daher gar nichts chaden, wenn in der Predigt solche nicht völlig zur Religion ge- hörenden Dinge verknüpft würden. Im übrigen sei zu bedauern, daß selbst im kleinen Sachsenhauien bereits 26 Personen ihren Austritt aus der Kirche angezeigt haben.— Sowohl die Refcreniin wie auch Genosse Rühle fertigten den Herrn Pastor unter dem Beifall der Bersammellen gehörig ab. Der Seelsorger wird hieraus die heilsame Lehre gezogen haben, daß er nicht so ganz ungestraft von der Kanzel herab sich in der Bekämpfung der Sozialdemolratie be- tätigen darf. Spandau. Die Erschießung bei Arbeiter? Kowalski durch den Polizei- sergeanten Pixngel, die in der Nacht zum 13. September in der eigenen Wohnung des K. erfolgte und damals großes Aufsehen erregte, läßt auch jetzt die öffentliche Meinung noch nicht zur Ruhe kommen. Der Polizeibcricht vom 13. September meldete damals folgendes:„Das Haus Wilhelmstraße 153 war vergangene Nacht der Schauplatz eines blutigen Rekonters eines Polizeibeamten mit einem Arbeiter, der festgenommen werden sollte. Der Polizei- sergeant Püngel hatte um 1 Uhr nachts auf dem Exerzierplatz den Arbeiter Kowalski festgenommen. Auf dem Wege zur Wache ergriff K. aber die Flucht. Er flüchtete in seine Wohnung Wilhelm- straße 153, wo ihn der nacheilende Beamte nochmals festnehmen wollte. K. versuchte aber wieder zu flüchten und dabei kam es zu einem Kampf mit dem Polizeibeamten, in dessen Verlauf dieser aus Notwehr drei Schüsse aus seinem Dienstrevolver auf K. abgab und ihn schwer verletzte. K. starb bald darauf.�— Das von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Verfahren gegen den Polizeibeamten Püngel ist nach Vernehmung einiger Zeugen wieder eingestellt worden, da der Untersuchungsrichter zu der An- ficht kam, daß der Beamte in Notwehr handelte. Nach uns zu- gegangenen Mitteilungen sollen jedoch einige wichtige Zeugen von dem Untersuchungsrichter nicht vernommen worden sein, so daß es angebracht wäre, wenn noch einmal eine gründliche Untersuchung über diesen in vielen Punkten noch ungeklärten Fall eingeleitet würde. Ueber den Vorgang wurden uns nachträglich folgende Angaben gemacht: Der Arbeiter Kowalski, der im Hause Wilhelm- straße 153 bei Sch. in Schlafstelle wohnte und allgemein als ruhiger und nüchterner Mensch galt, kam an dem betreffenden Abend gegen \2'/i Uhr nach Hause. Als er etwa 3 Minuten in seiner Wohnung war, erschien plötzlich der Polizeisergeant Püngel vor dem Haufe. Letzterer verfolgte einen Mann, der kurz vorher auf dem nahe- liegenden großen Exerzierplätze mit einem Revolver geschossen halte, dann aber flüchtete und im Hause Wilhelmstraßc 153 verschwand. Vor dem Hause stand zu der fraglichen Zeit die Tochter deS Hausverwalters mit dem gleichfalls im Hause wohnenden Sattler Neumann. Trotzdem letzterer anders gekleidet und auch größer wie K. war, schien der Beamte ursprünglich erst ihn für den Täter zu halten, denn er frug ihn, ob cr eben gekommen sei. Das Mädchen sagte dem Beamten: der Mann, der soeben das Haus betreten habe, wohne Hochparterre bei Sch. Nach mehrmaligem Klingeln bzw. Klopfen des Polizeisergeanten öffnete K. selbst dem Beamten die Korridortür, weil er wohl der Meinung war, daß sein Logis- Wirt von der Arbeit nach Haufe käme. Nach kurzem Wortwechsel begaben sich beide in die Schlafstube des K., wo der andere Mit- bewohner des Zimmers, Schlosser W. Scheerschmidt, der sich bereits zu Bett begeben hatte, inzwischen wach geworden war. C-ch., der mit K. zusammen bei Loewe arbeitete, beobachtete nun, daß sein Arbeitskollege ruhig am Tisch saß, während der Beamte denselben mit vorgehaltenem Revolver aufforderte, den Revolver heraus- zugeben, mit dem er vorher auf dem Exerzierplatz geschossen habe. Sch. sprang vor Schreck sofort aus dem Bett und holte seine Logis- Wirtin herbei. An(beide richtete der Beamte das Ersuchen, die zwei vor dem Hause stehenden jungen Leute zu beauftragen, von der Polizeiwache noch einige Beamte zu holen. Die beiden Zeugen hatten sich zu diesem Zweck nur einige Minuten aus der Wohnung entfernt, in der Zwischenzeit war der Beamte mit K. allein ge- blieben: plätzlich krachte auf dem Korridor der erste Schuß, der jedoch fehlgegangen war und die Tür zu der Schlafstube durchschlug. Als die beiden Zeugen wieder die Wohnung betraten, rang K. mit dem Polizeibeamten auf dem Korridor. K. forderte den Beamten auf, die Wohnung zu verlassen; er hatte denselben wohl zu diesem Zweck an der Brust gefaßt, um ihn hinauszudrängen. Da die Korridortür zu war, gerieten beide Ringenden in die Schlafstube der Wirtin; letztere befand sich in hochschwangerem Zustande, und sie war so kopflos geworden, daß sie die in ihrer Hand haltende brennende Lampe auf den Korridor mitnahm und dadurch die Situation noch gefährdete. Ter Beamte, der in einer Hand den Revolver hielt, forderte den K. auf, ihn loszulassen, was letzterer aber nicht tat. In dem Bett lag der 3 Jahre alte Sohn der Wirts- leutc, auch Sch. befand sich in demselben Zimmer, als der Polizei- bcamtc kurz binwreinandcr vier Schüsse abgab. Eine Kugel war dem K. in das Schulterblatt gedrungen, während die drei anderen die Brust durchbohrten und nach etwa einer halben Stunde den Tod desselben herbeiführten. Hätte Sch. sich bei der Schießerei nicht gebückt, so hätte ihm eine Kugel den Schädel zerschmettert, denn gerade über seinem Kopf schlug eine Kugel in die Wand. Bei dem Erschossenen wurden keine Waffen gefunden. In einem Schrank versteckt fand man einen Revolver, mit dem K. angeblich auf dem Exerzierplatz geschossen haben sollte.— Nach dieser Zuschrift gewinnt es den Anschein, als ob eine Täuschung des Be- a inten in der Person des K. vorliegt. Jedenfalls erscheint der Vorgang durchaus nicht so geklärt, wie das aus den amtlichen Mitteilungen zu schließen war. Sitzungstage von Stadt- und Gemeiudevertremngeu. Hohenschönhausen. Freitag, den 1V. Dezember, abends 6 Uhr, i» VervmttungSgebäudc. Hauptstr. 50. aäöeificnfec. Freitag, den 19. Dezember, nachmittags 5 Uhr, im Rathause, Älbcrtmenstr. 6. Diese Sitzungen sind issemlich. Jeder Gcmeindeangehirige il de» rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Spiel unci Sport. Der nächste Sportkalender erscheint am Mittwoch. Wanderer. Arbeiter-Douristenverein„Die Naturfreunde«. LrtsgrnpdeBerlm. onntag, den 21. Dezember: i. Geologische Exkursion nach Rüdersdorf, Stienitzsec. Abfahrt nach Rüdersdorf Schlei. Bbs. 7.19. II. Exkursion durch All-Berlin. Trcsspmilt am Roland am Mark. Museum, Wallftraße, um 19 Uhr. Deutscher Arbeiter-Wauderbund-Die Naturfreunde«. Lrts- gruppc Berlin. Am Zonntag, den 21. Dezember, findet in ObigloS Festsälen, Koppcnstr. 29, ein Lichlbildervortrag„Durch die Märkische Schweiz« nach Originalausnahmen statt. Einlaß 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. EinlrittS- preis 30 Pf. Ortsgruppe Neukölln: 21. Dezember: Malchow, Lanke, Bernau. Abfahrt Bahnh. Neukölln S.0« Uhr, Stettiner Babnh. 5.59 Uhr vormittags. Radfahrer. Ardeiter-Radfahrerbund.Solidarität«. Touren zum Sonntag. den 21. Dezember. Ortsgruppe Berlin. 2. Abt.: 12—2 Uhr Besichtigung des PostMuscums, Leipziger Straße. Ecke Mauerstiaße. Treff. punlt im Vestibül.— 4. Abt.: Wllbelmsrub(Milbrodt).— 5. Abt.: L Uhr Adlershos(Wöllstein).— 7. Abt.: Wittenau(Gesellschastshaus).— 8. Abt: 1 Uhr Glienicke a. d. Nordbahn(Altermann». Start: Levetzowftraße.— 9. Abt.: 1'/, Uhr Reinickendors-Rosenthal(Feind). N e u l ö I l n. Während der Wintermonate werden regelmäßige Tauren nicht gefahren. Bei trockenem Wetter t> essen sich die Mitglieder, welche sahren wollen, Sonntagsnachmittags 1 Uhr bei Bartsch, Hermannftr. 49. Weißensec. Am 29. Dezember, abends 8 Uhr: WeihnachtSjcier mit Kindel bcschcrung bestSschnirichler, LanghanSstr. 196. Ortsgruppe Ober-Schönewcide. Am Sonnabend, den 29. Dezember, abends 8'/, Uhr: Weihnachtsbescherung im Lereinslolal Schiffler. SiemenSstr. 23. Arbeiter-Radfahrervereiu Groß. Berlin. Sonntag, den 21. d. M., nachmittags 2 Uhr, nach Tempelhof. WilbelmSgarte», vervner Sw. 9. Turner. Turnverein-Fichte«. 15. Männer- Abt. Sonniag. d-n 2t. Dezember: Tu>njahrt nach Wannsee, Kohlhasenbrück, Drewitz, Potsdam. Treffpunkt: 7 Uhr Wannseebahnhos. « Arbeiter-Samariterbund.«reis Brandenburg. Be r I i n. Sonntag, 21. Dez.. vorm. 9— 11 Uhr; Sonderknrsus 6tl.ffiaberland. Neue Friedrichsiv. Zü. Erscheinen jedes einzelnen ist Pflicht. Ii c h r a b e n d haben in dieser Woche(Beginn 81/, Uhr): »erlin, 5. Abt. Freitag. 19. Dez., Ideal kafino, Neukölln. Weichsel- straße 8. Ober-Schöneweide. Montag, 22. Dez., SiemenSswaße 13, bei Schulz. Wilhelmsruh. Montag. 22. Dez., Rewickendorf-Oft, Ztesidenzsir.• bei Hirsch._ Jugendveranstaltuuge». Neukölln. Heim II. Nogatstr. 15. Heute Freitag: Sortrag be» Herr» Gottschar über.Aus der Vorgeschichte der Mark«. Sonnlag, den 21. Dezember: Große Sonnenwendseier in d«m"w'cner Bergen. Milwirlende: Gesaug: Männerchor Neukölln. Festrede: Frau Bohm-Schuch. Rczilation: W. Winguth. Treffpuntt aller Teilnehmer nachmittags 4 Uhr ,m Restaurant„Berliner Schweiz». 1. Abfahrt 9.13 Uhr stüh Babnhos Neukölln bis Johannisthal. 2. Abfahrt 1.18 Uhr mittags ebenso bis Schmöckwitz-Eichwalde. Ellern und Freunde der Jugend find cbcnialls herzlichst eingeladen. cber-Schöneweide. Am Sonnabend, den 29. Dezember, siudei i» Tabbcrts Waldschlößchen eine von den Jugendlichen oeranstalletc und aus- geführte Weihnachiss-irr mit anschließendem Tanz statt.— Sonnlag. vormittag 9 Uhr im Jugendheim: Freireligiöse Jugendvorlesung(Märchen- ooi lcsung), woraus wir die Arbettereltern besonders ausmerlfam mache» möchten.__ Hus aller Welt. Ein wichtiger Vorgang. Wie die liberale.B. Z. am Mittag", die unter der Rubrik„Aus der Gesellschckft" tagtäglich die neuesten Verlobungen. Hochzeiten, Kindtaufen und Ehescheidungen in den Kreisen der.oberen Zehn- tausend" getreulich registriert, zu melden weiß, wurden zu Bor« t a n z e r n für die diesjährige Hofsaison ernannt: Oberleutnant Hans von Bock und P o l a ch im 1. Garderegiment und Leutnant Graf Kraft Henckel von Donners marck, zweiter Sohn des Grafen Guido Henckel. Fürsten von Donnersmarck. So gleichgültig der Allgemeinheit die Ernennung der Tanz« leutnantS ist, so bedeutungsvoll ist das für die Vortänzer. Denn allgemein wird behauptet, daß die Vortänzer auf dem Parkett in der Regel auch Vortänzer in der Beförderungsliste werden._ Au» russischen Kerkern. Bei einer vom Polizeidepartement angeordneten Unter« suchung ivurde festgestellt, daß im Gefängnis der P e t r i« kauer Geheimpolizei die Häftlinge Folterungen unterworfen sind, um sie zum Geständnisse zu bringen. Man hat die Häftlinge Hunger und Durst erleiden lassen, barbarisch behandelt und unbekleidet in kälte D u n kelzellen eingesperrt. Der Gouverneur ver- fügte die Entlassung der Schuldigen. Misibrauch der Hypnose. Die Polizei in Rom verhaftete einen gewissen Umberto L e o n a r d i. der u. a. beschuldigt wird, ein iSjäkstiges junges Mädchen drei Tage lang in der Hypnose g«hafsen und sie so zu seinem willenlosen I n st r u m e soll. Bei dem ersten gerichtlichen Verhör antwortete oas atadchen, daß sie nichts sagen dürfe, da ein stärkerer Wille als der ihnge fte daran hindere._ Neues vom Baueruschreck. Seit Wochen war der-Baueruschreck" auf der Stubalpe nicht bemerkt worden. Man glaubte schon, er fei an iL ist eingegangen, weil zahlreiche Strychnin- und Arsenikbrocken ausgelegt worden find. Da tauchte er plötzlich am Pratenkoget bei»st. Vinzenz auf, wurde zweimal eingekreist und aus seinem Lager Vertrieben. Er streifte dann in der Nähe von Graz herum und wurde zuletzt bei MooSkirchen von dem Verwalter eines dortigen Hofes auf wenige Schritt Entfernung gesehen. Wie nachträglich bekannt wurde, baben auher diesem Verwalter noch weitere fünf Personen damals das Tier gesehen. Sie geben davon folgende Beschreibung:„Körper lang- gestreckt und vorne höher als rückwärts: Kopf plump und hätzlich, von einem Haarwust umgeben: Farbe gelblichrot, oben mehr braun, an der Unterseite heller." Da die betreffenden Leute nie in einer Menagerie gewesen sind, so konnten sie das Tier nicht klassifizieren: man hält es aber für einen Lötven, namentlich wegen der Mähne und seines katzenartigen Springens. Auch hat man schon öfters in der Nacht das Brüllen des Raubtiers gehört. Diese Bestie ist jetzt wieder zu ihrem alten Quartier auf die Schwanberger Stub- alpe zurückgekehrt, wo sie schon den ganzen Herbst über gehaust und viele Rinder zerrissen hatte. Am 14. Dezember bemerkte man dort eine krallenlose Fährte von 12 Zentimeter Breite und 1b Zentimeter Länge. Die Schrittweite des Tieres war 120 Zentimeter lang, also so lang wie die eines Hirsches. Der Stubalpenwolf dagegen hat nur 92—96 Zentimeter Schrittweile und viel klemere Tatzen. Da der Schnee auf den Alpen bereits einen Meter hoch liegt, aber wegen der Föhnluft noch nicht fest geworden ist, so ist die Verfolgung des Raubtieres selbst für geübte Skiläufer vorläufig zu gefährlich. Der Löwe dagegen kommt durch Springen leicht vorwärts und kann die einsinkenden Hirsche rasch einholen, wenigstens auf den kahlen Hochflächen: die gcsundenen Kadawer zeigen das zur Genüge. Die Bevölkerung in dem bedrohten Gebiet ist noch immer in. grotzer Unruhe. Kleine Notizen. Zum Eisenbahnunglück am Harrasfelsen. Wie aus Chemnitz gemeldet wird. sind die Auiräuinungsarbeiten in dem ein- gestürzten Eisenbahntunnel am Harrasfelsen so weit ge- fördert, datz ein Durchgang durch den Tunnel geschaffen werden konnte. Unter den Trümmern wurden keine Leichen mehr ge- funden. Explosion in einer Spiritusbrennerek. In der Spiritusrcrffinerie des Großgrundbesitzers Ritter v. Wasilewski in Mar« k i n z o w a(Galizien) explodierte aus unbekannter Ursache ein Kessel. Durch den herausströmenden siedenden Spiritus wurden Direktor Schulz und dessen Gehilfe sofort ge» tötet. Ein Arbeiter erlitt tödliche, mehrere andere leichtere Ver» letzunaen. Wiener WeihnachtSelend. Die sechs Wiener Wärmestuben wurden in den letzten 14 Tagen von 161888 Personen, bei Nacht von 9138 U n t e r st a n d s l o s e n aufgesucht und seit Ib. November von 299 40S Personen mit 121 380 Kindern bei Tag und von 17 073 Unterstandslosen bei Nacht. DaS SchiffSunglück an der Nordsceküste. Die vermißten neun Mann der bei Borkum gestrandeten norwegischen Bark„Ama- zone" sind nach einer in Cuxhaven eingegangenen Meldung s ä m t- lich gerettet, so datz kein Verlust an Menschenleben zu be- klagen ist. In den Flammen umgekommen. In der Nacht zum Donnerstag wurde in New Jork ein großes, hauptsächlich von Arbeitern be- wohntes Haus durch eine Feuersbrunst zerstört. Ungefähr 100 Ar- b e i t e r mutzten bei größter Lebensgefahr mit Springtüchern und Leitern gerettet werden. Vier Personen sind in den Flammen umgekommen, darunter die Frau eines italieni- schen Arbeiters mit ihren zwei kleinen Kindern. Die Frau hatte versucht, die Kinder aus den Flammen zu holen; dabei ist sie selbst in den Flammen umgekommen. Singegangene Druchfchriften. Von der„Neuen Zeit- ist soeben das 12. Heft des 32. Jahrgangs erschienen. AuS dem Inhalt des HesteS heben wir hervor i Ein treuer Knecht... Von Max Cohen(Renz).— Das ausländische Kapital im WirtschastSieben Rußlands. Bon G. AlexinSky.— Der Kamps um die B. E. W. Von Kurt Heinig.— Die Wanderarbcit in der Landwirtschaft. Historisch-statistücher Ueberblick unter besonderer Berücksichtigunq Deutsch- landS. Von Stephan Schultz.(Schluß.)— Der wöchen'.liche Ruhetag und der GcsetzeMwurs über die Sonntagsruhe im HandelSgewerbe. Von Paul Lange.— Der inteniationale Nachrichtendienst' und die' Presse. Von E. Prager. sozialdemokratische iSttterungsüdersicht vo« 18. Dezember 1818. II lO» Ii BS Swinemde. 775!N Hamburg 776ND Berlin 1775(0 Franks. a.M( 772 NO München Wien 770NO \m.ms B D(tM 2 loolfi 2 balb 6b. iDunst ßbedeckt SNcbcl Lbedcckt »K p k Havaranda764 P-terSburg770-NW Scilly I77SV Aberdeen Pari» 77SiWNW 77ÄN bedeckt bedeckt »(halb bd t! bedeckt 3: molkig Ii 6 -7 8 1 2 Wettervrognoie kür Freitag. Etwas käller, zeitweise nebelig, soll mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterburrai den 1». Dezember ISIS. sonst trocken und vielfach heiter bei WoiserftandS-Nachrichte« der LandeSanstalt für K-wästertunde. mitgetetlt vom Berliner BeUerburean Wasserstand M-mei, Tilstt P r e g e l, Jnsterbur« Weichsel. Thorn Oder. Ratibor , Krossen , Frantsurt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze. Vordamm Elbe. Leitmeritz , Dresden . Bardo Magdeburg ') 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—*) Unterpegel. Etwös1 Reffondeifeff btcfef unser weihnachfr dieräUmder •Verkauf! Achtung! Raucher! Achtung! Beachtet bei Euren Weihnachts-Einkäufen die roteil Tarif plakate mit der Unterschrift Wilhelm TsctieUSChnei*. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die grünen Plakate ungültig sind. Arbeiter! Parteisenossen! Uebt Solidarität, unterstützt die Tarif bewesuns der Tabakarbeiter! Der Vertrauensmann der Tabakarbeiter Groß-Berlins. c>>: Freitag, IS. Dezembe r 1S1Z. Ansang 12 Uhr. K gl. Opernhaus. Sinsonic-Matmee. Ansang g Ubr. Eines Palast am Zoo. Vancte- Lichtspiele. Anfang K'/, Ubr. CinesRollendorf-Zheater.Varicts- Lichtspiele. Ansang 7'!, Ubr. Sgl. Opernhaus. Sinsoniclonzert. «gl. Schauspielhaus. Doktor KlauS. Deutsches. Viel Lärm um Nichts. Zirkus Busch. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Aniang 8 Ubr. Urania. Mit dem Imperator nach New Aork. Sesslng. Wozzek. Leoncc und Lena. Königgrnvcr Strafte. Die süns Franksurter. Deutsches Künstler- Theater. «chirin und Gertraude. Kammerspiclc. AndrokluS und der Löwe. TUsatcr am Nollendorfplaft. Der Mikado. Theater des WeftcnS. Volenblut. Berliner. Wie einst im Mai. Deutsches Opernhans. Der Troubadour. Deutsches Schauspielhaus. Die heitere Residenz. Tlmlia. Die Tangopriuzessin.! Komödienhaus. Hinter Mauern. MoutiS Operette». Die ideale Gattin. Schiller O. Heimg'sunden. Schiller Charlottenburg. Was ihr wollt. Residenz. Hoheit— der Franz. Rose. Fröhliche Weihnacht. Metropol. Die Reise um die Welt in iO Tagen. Kasino, gerdniand der Tugendhafte. Kleines. Die Sippe. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Triauon. Seine Geliebte. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Die Kinolönigm. Hcrrnseld. Was sagen Sie zu Leibusch? Apollo. Spezialitäten Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang S'/j Uhr. Luisen. Kasernenlust. Walhalla. Wolkenbummler. Folies Caprice. Der Kuckuck. Manöverschlvindel. Die Samuels. Admiralspalast. Die lustige Puppe. Ansang 3'/, Ubr. Neues Bolkstheatrr. Der ledige Hos. Ansang 9 Uhr. Berliner Eispalast. Eissport. EincsNollendorf-Dheater.Barietö- Lichtspiele. Stcrumart«, Jnvalidenstr. 57—62 DentschcsSchanspielhanB 8 Uhr: Die heitere Residenz. fdemiiiltki'WgMei'Zli'äöe 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Komödienhaus. s u§r: Hinter Mauern. BerlineTTbeater. S Uhr, zum 75. Male: Wie einst im Mai. Residenz-Theater i Hoheit— der Fram! Musikalische Groteske in I Akten von Artur Landsberger und Willi Wblff. Musik von Robert Winterberg. Allabcndl. 8 Uhr: llobeit— der Franz! Lessing-Theater. snhr- Wozzeck. Leonce u. Lena. Von Georg Vüchncr. Lebitier-Tbealerv.Themel' Freitag, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: (itysea und nein Klnt;. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: nnria Stuart. Schiller-Theater Chab«?�"• Freitag, abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Sonnabend, abends 8 Uhr: Masemanns Töchter. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Andrea*. Hofer. Sonntag, abends 8 Uhr: fteachmt ist Ceachttft. " Tiieater am Nolleoilßrfplatz 8. 8 Uhr. Mikado, s Uhr. Morgen Sonnab. kleinen Preisen: nachm. 4 Uhr zu Fran Holle. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger StraSo 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1363. Freitag 8 Uhr; Schlrin und Gertraude. Sonnabend 8 Uhr: Schlrtn und Gertrande. Theater des Westens. 8 Uhr: Polcnblnt. Mittwoch u. Sonnabcndnachm. 4 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. Sonnt. Nm. 3';4U.: Derliebe Augustin. OSE=THEATE Grohe Frankiurter Str. 132. Fröhliche Weihnacht. WeihttachtS-Bolksstllck in 5 Akten v. Ottomcyer. Ansang 8 Uhr. Sonnabend: Froblicite Weihnacht. Sonnabend 4 Uhr: Eiskönig und Goldprinzeftchen Sonntag nachm. 3 Uhr: Das verzauberte Schlaft. 131 Lichtspiele Fnlon-P�Iast Kurfürstenclamm 26 Bavaria-Ilans | Priedrich- K. Taubenstr. i Unter den Linden 21 Moritzplatz Hasenheide j Schoneberg, Hauptstr. 49| Heute Premiere Das rosa Pantöff eichen Der beste liUstspiel-Schiaser der Saison. Weinbergsweg 16-17 ■Reinickendorfer Str. 14 Die Hand* des Schicksals Drama in 3 Akten. □ □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ □□□□□□ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ M. d. D. A.-S.-B Berliner Sängerchor Chormeister: Franz Bothe. Sonntag, 21. Dezbr., im Konzertsaale der Brauerei Friedrichshain, Am Königstor: � KONZERT Mitwirkende; Das Philharmonische Orchester, Direktion: Camillo Hildebrand. 1. Ouvertüre„Leonore III'' L.Beethoven 2. Krster Satz aus d. H-moll- Konzert für Violoncello (Violoncello Herr Reitz) Dvorak o.Tod und Verklärung.. E. Strauß. 4. Ouvertüre z. Op. ,Der Ereischütz".....#. C.M.v. Weber 3. Ungar. Ehapsodie Nr. 2 F. Liszt 6. Männerchöro m. Orchester a) Der Gondelfahrcr.. Schubert Vortragsfolge: 6. b) Sieg der Freude.,. 7. a) Ungarischer Marsch, b) Svlphenballett, cl Tanz der Irrlichter aus„Fausts Verdammnis...... 8. Männerchöre: a) Nachtzauber..... b) Das heilige Feuer.. c) Erntelied(m. Orchester) F. Büttner Berlioz Storch Uthmann Fried XXX Konzert-Anfang 7 Ihr. X X X X Einlaß 6 Ihr. XXX 'Einlaßkarten, im Vorverkauf SO Pf., sind bei den Mitgliedern, in den mit Plakat en belegten Handlungen und bei den Vonvarts-Spediteuron Zucht, Irnmanuelkirchstr. 12, und bei Haniscn, Äckerstr. 174 zu haben.— An der Kasse 75 Pf. 60/20 Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. XXX Rauchen nicht gestattet. □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □□□□pppp.q.g.c URANIA TaubenstraSe 48/49. 8 Uhr: Mit dem„Imperator" nach New York. Täglich Anfange Uhr. Sonntags 3 Uhr: Matinee Kompl. Programm großer Variete-Akte sowie unsere renommierten Lichtspiele. Preise von 65 Pfennig an. □ □□□□. □n.DDnDnnDDDnDDDDDG Voigt- Theater Badftrafte 58. Freitag, den 19. Dezember 1913; fteimöffunden. WeihnachtSfomödie in 3 Alien von Ludwig Anzengruber. Kaflenerössnung 7 Uhr. Ans. 81/, Uhr Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Ueyle: Fest-Soiree zum Besten einer Weibnaokis- bescherung wahrhaft Bedürftiger. Der volle Ertrag ist z. wohl- tät. Zwecken best. Ansang 8 Uhr. Yereinigtc Berliner Tolksbühnen. Euisen-Thcater. I Walhalla-Theater. 8'/< Uhr: Hoplcnraths Erben. 1 7'/, Uhr: Gr. Kinder-WcihnachtS-Bor- VolkSstück mit Ges. u. Tanz in ö Alten 1' stellung: Rotkäppchen. von Heinrich Willen.| Märchensp. in 5 Akten v. S. Hennig Kit» Lscedetlo Mrt SM und die von Publikum und Presse glänzend beurteilten ir-iii Raochen gestattet 1 ak«Clon" ■■ � �"| MauerstraBe 32.— Z :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— ZimmerstraBe 90/91. Oroßes Roppel-Konzert! Berliner Konzerthaus-Orchesler mit q!.»rt7t?.'"" Leitung; Komponist Frz. v. Bio n. Musikkorps des 1. Garde-Dragoner-Reguncnts. Dirig.; Oberm. Baarz. Anfang S Uhr. Eintritt öO Pf. Anfang 8 Uhr. Wochentagen: Gr. Nachmittags-Konzert beiEStm Brauerei Friedrichshain. Sonntag:, den SSI. Dezember 1013: Konzert des Berliner Sängerchors Mitgl. des Arb.-Sängerbundes, Chormeister Franz Bothe, und des Philharmonischen Orchesters Dirigent Camillo Hildehrand. Billetts im Vorverkauf 5© Pf., Kassenpreis 75 Pf., bei den Vorwärts-Spediteuren Zucht, Immanuelkirch- straße 12, und Hanisch, Äckerstr. 174. Friedrich strajis« 218 - TeU LQtzow S757— Costaniino Bernardi nnd das gross«, Variete- Programm! Ranehen flberaU gestattet! Beginn: 8 Ubr. Ab 7'/j Uhr: KONZERT Folies Gaprice. Anfang 6'/« Uhr Der Knehnck. HanSvcrschwindel. Die 8amnels. Fmilk.-MeliiM. Theater. Operetten-Gastuplcl Zum 259L®iale: Die Kino-KfinigiD. Operette in 3 Alten von Georg OlonfowSki n. Julius Freund. Musil von Jean Gilberl Kasseneröftn. 7dlhr. Ans. 8 Uhr. Sonntag 4 Uhr: Domröschen. Voranzeige:?ln beiden Feier- tagen nachmittags 3 Uhr: Die kensehe 8Dsanne. Zirkus Eusch. Heute Freitag, den 19. Dezember abends"i1!, Uhr: Pompeji Die bisher grögie u. prunkvollste> Original-2lusstattiingspanlomimc i des ZirkuS Busch in 5 glänzenden 1 Allen. Vorher das grofte Gala- Programm. Hupt. Huling. Eine Nordpolszenc im Zirkus Busch. I Zlad. 8mnragda mit ihren s dressierten Katzen und Tauben. Da Dorando, Jonglicr-A -Akt. Zirkus Alb. Schumann. Heute Freitag. 19. Dezember, abends 7'/» Uhr: Gr. Sport-Vorstellnng. Neri! U. a.: Neu! Therese Renz mit ihren dressiert. Elefanten und Ponnys. Neu! Bibenn. Hob Neu! V okal-Imitatoren. Neu!.3ArIeyS Neu! Perche-Balance- Akrobaten. Neu! He. Soverelgn Neu! Matador im Diabolospiel. Alice Collin die phänomenale Kreolin mit ihren Partnern und weitere 10 Attraktionen. Metropol-Theater. AbcndS präzise 7 Uhr 55: Die Reise um in 40 Tagen. Casino- Theater Lothringer str. 37. Täglich 8 Uhr. Das glänzende Dczember-Fcst-Progr. Gastspiel der AMerilanischcn Sensation »Im Vulldogg-Singel-Tangel.- Dazu seit Oktober total ausverkauft: Ferdinand der Tugendhafte. Sonntag 4 Uhr: Ter Denunziant. �.clmiralspaZast. DIn-Ai-caa.— Allabendlich das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Sie lustige?uppe. Beginn der Vorstellung 8'/. Uhr. Bis 6 Uhr und von lO"/, Uhr halbe Kassenpreise. Irianon-Iheater. Täglich abends 8 Uhr: 8cinc Gellebte. Sonntagnachm. 3 U.: Die Liebe wacht. Passage-Pancplikum 50 wilde Kongoweiber Männer und Kinder. Der Frosehsehlueker. gM- Voranaelc« Vom Sonntag,'-1- D Volkstage. »ür Ben Inhal« ver Juieratr nbernimmt»ie Revaktlon dem Publikum gegenüber keinerlei Verannvoreunq� e: MW» ezember: r lernen Hsieticn: r r«u«ujac-----—-ör ,--n g�rrTm�iv" � p��nWnr.riffir'iffrhoffeiiTrglftet. Witleyp, Neukölln. Sät den Lnseratentcil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag-Borwärt» Buchdruckerei u. Vcrlagsanstalt Paul Singer i vb.,«er NN bW. ilr.334. 3V. Jahrgang. 3. ßtilnjt de» JaraWo" Setlinet folbWatl. Freitag, 19. Dezember 1913. DM- und GrmrWstsgknOli! Denkt an die Weihnachtsbeschernng der Arbeitslosen und ihrer Kinder. Licfett so schnell als möglich die Listen ab. schnelle Hilfe ist döbelte Hilfe. Es gingen ferner ein: Warenhaus Wilhelm Stein, Chausiccstratze ÖO,—. 2. 4231 Druckerei Riese», tahl, Zumpc u. Ca, lt.—. r.', 4244 Druckerei A, Schlicke u. Cie. 2t,—. Druckerei A. Schalem 13,—. 2. 6334 Tischlerei Wildenhain u. Schwabe 2,80. Sparocrcin„Bleibtreu" 11,35. Arbeitcr-Radsahrerbund.Solidarität", Lrts- gruvpc Berlin 300,—. Tischlerei Diese 7,—. Schlosser der Televhanwerke tGroschenkassc) 10,—. I. Meyer, Ga'. misch i. Oberbaycrn 5.—. T. D eiste, Müller i. 2oisch 2,—. Sparuercin.Zukunft" 1.50. Verein.Sparbüchse" 4.50. 2. 26 Dr. Rosenfeld 45,—. Tifchlerci 2aatz 20,—. 2. 46 Zeniral- vcrband der Kupferschmiede 12,—. Verband der Stcinarbeiter, Ortsver- waltung Berlin 300,—. Verband der Steinarbeiter(2. Rate): L. 4751 Schilling 5,80. 2. 4762 Kästner 2,75. 2. 4765 Czarnilaw, WaidmannSlust 4,50. 2. 4770 Wimmel 15,80. 2. 4771 Wincklcr, Heidestraße 5,50. 2. 4780 Kürschnerverb and: 2. 301 Radtke 7,10. 2. 303 Beil 13,—. L. 318 Jacob . 2. 319 Adamschet 3,40. 2. 321 Frl. Kiliansly 7,55. 2. 6879 Georg Becker 20,35. 2. 6881 Knüttel 6,10. 2. 6883 BreSlin 11,50. 2. 6888 Heil- dran 5,05. 2. 6889 Mantel 2,—. 2. 6892 Friedland 4,70. 2. 6893 Grothchenn 6,65. 2. 6897 Griefche 3,35. 2. 6896 Schwarz 7,40. 2. 6901 Lmdcmann 2,30. 2. 6903 Henoch 2.45. 2. 6911 Garbe 7,50. 2. 6912 König 12,—. Deutscher Tran-Sporlarbeitcr-Verband: 2. 7011 23,25. 2. 7015 30,40. L. 7018 31,80. 2. 7025 23,—. 2. 7026 25.10. 2. 7027 19,—. L. 7039 11.30. if. 7044 von d. ZIngcstcllten der Firma H. Gründet. Frankfurter Allee 61 11,75. 2. 7045 3,50. 2. 7051 darunter aus d~ Groschkenkafse d. organisierten Kall. der Firma Rotophot 39,35. 2. 7057 von den Kall, der Buchbinderei Frydrychowicz 34,—. 2. 7059 13.—. 2. 7065 16,90. 2. 7069 2,90. 2. 7080 7,50. 2. 7082 7,75. 2. 7084 22,50. 2. 7093 6,85. 2. 7098 15,95. L. 7099 den Kall, des Betr. St. Blieiencr 11,50. L. 7112 durch Höfler 8,—. 2. 7113 durch Höfler 19,75. 2. 7120 1,10. L. 7125 d. Wagner 18,75. S. 7149 7,80. 2. 7501 13,45. 2. 7503 13,10. Kutscher und Arbeiter bei V. Dorf 2. 7512 20,90. Kutscher und Arbeiter der V. B. Platz Aorck- stratze 2. 7514 23,20. 2. 7519 17,—. 2. 7527 Ir.OO. 2. 7530 18,50. Kall. bei Dreiteilung 2. 7533 14,30. 2. 7536 11,70. 2. 7553 11,10. Soll, bei Ovteffen u. Nölle 2. 7588 17,—. Automobilhos Hannoversche Str. 5 2. 7600 LI. 50. 2. 7601 19.—. 2. 7602 12,20. 2. 7603 11,45. 2. 7604 4,85. 7613 7,50. 2. 7651 3,—. 2. 7672 5,50. 2. 7679 14,10. 2. 7684 13,80. S>. 7701 18,-. 2. 7702 7,25. 2. 7705 13.50. Stull, der Brauerei Willner. Pankow 2. 7708 13,—. 2. 7709 3.25. Kall, der Bäckcrei-Zentrale 2. 7736 20,«0. Slott. der Zentral-Markthallc la 2. 7753 21,30. 2. 7755 26,05. C. 7756 4,50. 2. 7759 11,—. 2. 7773 5,70. L. 7779 9.50. 2. 7782 9,50. L. 7785 darunter Versammlung der Transportarb. Wilmersdorf 1 1 ,25. St 7792 4,25. 2. 7793 20,-. 2. 7794 8,-. L. 7804 Betr. Bartz u, Co.. -schief. Bahnh. 13,—. 2. 7807 Vetr. Bergmann u. Co. 13,20. 2. 7814 Betr. Gerhardt u. Hey 4,—. 2. 7816 Gütersammelstelle I durch PeterS 31,65. 2. 7822 Betr. Fakob u. Valentin, Heideitr. 11,80. 2. 7824 Betr. G. Knauer. Spedition 11,—. 2. 7825 Betr. Adolf Koch 5.60. 2. 7826 5.—. 2.7827 Betr. Montag u. Schäff-r 12.30. 2. 2830 Betr. G. Silbcrftein u. Co. 16.35. 2. 7832 15,90. 2. 783.3 14,50. 2. 7835 Betr. P. Schur-, Alte Jakob. ftraße 8,30. 2. 7841 Betr. R. Dictert 7,50. 2. 7843 Betr. E. Hertling, Charlotlcnburg 17,05. 2. 7844 18,—. 2. 7846 12.—. 2. 7848 Betr. Sibülte u.'Rölte 11,10. 2. 7849 Betr. W. Schwinski, Holz. marktitraße 8,20. 2. 8009 Betr. Fuhrgcschäft K. Dahlke 4,50. 2. 8023 4,50. St 8025 3,25. 2. 8043 8,—. 2. 8047 Betr. O. Schwinkendors 12,50. 2. 8049 3,45. 2. 8072 Aus der Sechferkassc des Betr. A. B. A. G 10.-. 2. 8075 15.—. 2. 8081 1,70. 2. 8082 4,65. 2. 8086 8,40. 2. 8087 Betr. Maggj 32,:». 2. 8088 3,25. 2. 8093 16,35. 2. 8094 4,85. 2. 8098 8,75. 2.8100 Betr. Kimbcl u. Friedrichicn 4,50. 2. 8104 6,30. 2. 8106 Packer bei A. Wcrlmeistcr 22,60. 2. 8118 Hausdiener, Packer und Kutscher der Firma Wolluec 8.—. 2. 8120 Betr. Schmidt u. Brückmann 9,50. 2. 8123 9,90. L. 3126 Betr. 2aborcnz 20,70. 2. 8130 Einkassiercr der Aktien-Gesellschast sür automatischen Verkauf Köpenicker Str. 113 9,40. 2. 8137 Einkassierer bei M. Prenzlauer, Reinickendorfer Str. 117 7,75. 2. 8138 Cinkasnercr bc! M. Friedcderg, Bülowstr. 24 3,50. 2. 8143 Einnehmer der Victoria, Im kasfostelle 11 12,80. Einkassierer bei Feder, Kottbuser Damm 2. 8144 7,25. Brunncnstr. 1 2. 8147 16,50. 2. 8148 Angeslcllte der Singer-Comp. 22,25. L. 7849 6,25 2. 8167 34.10. 2. 8172 9,10. 2. 8179 19,50. 2. 8181, Haus- dicner u. einige laufmännifchc Angestellte bei Hermann Engel 27,10. 2. 8182 12,55. 2. 8185, Betr. Warenhaus Stein, Chausseestr. 9,75. 2. 8188 10,25. 2. 8197, die AngestcUteii bei 2achmann». Pincus, Wall- ftraße 9/1.! 30,25. 2. 8203 8,50. 2. 8204 9,—. 2. 8209 8,50. 2. 8212 16,90. 2. 8226 2,95. 2. 8231 2,85. 2. 8234 8,50. 2. 8236 7,65. 2. 8238 8,50. 2. 8244 5,—. 2. 8246, Sott, des FensterreinigungS-Jnstituls K. Zimmer. mann 9.70. 2. 8270 1.—. 2. 8285 1,50. 2. 8290 8,70. 2. 8292 8.30. L. 8307, Betr. All cmcine Glüblicht-Werke 17,55. 2. 8309, Kollegen der Firma F. Salomonis 35,». 2. 8313 6,85. 2. 8316, An- gestellte des Fabrrad- Haufes„Frisch aus" 40,—. L. 8317 12,40. 2 8319 9,-. 2. 8321 13,10. 2. 8325 17,70. 2. 8329 Nachtrag zu Liste 7019 6.—. 2. 8335 11,65. 2. 8338 0,75. 2. 8341 2,25. 2. 8345 Betr. Hermann Lecher, Knabenkonletlion 15,». 2. 8347 5,50. 2. 8351 16,25. x. 8352 Hausdiener von Mannheimer 20,60. 2. 8353 7,». 2. 8354 An- gestellte und Hausdiener der Firma G. Benedict t 1,05. 2. 8355 8,05. 2. 83» Fensterputzer Betr. Arnheim 52,—. 2. 8361 Fenslerputz-r der Charlottenburger GlaSreinigungs. Bctiicbc 15.—. 2. 8363 3,—. 2. 8.365 Fensterputzer der Glascrinnung 74. 2. 8372 Betr. Kirschner 11,—. 2. 8373 3,20. 2. 8376 Fensterputzer bei B. Neumann 14,— 2. 8379 5,». Druckerei Alb. Behrendt Nachf. 12,50. Verband der Metallarbeiter a conto auf Listen durch Koblank 1000,—. Sparvcrein„Weihnachtsfreube" 3,—. Verband der sreicn Gast- und Schankwirte Zahlstelle Tegel u. II. 20,—. Verband der Metallarbeiter n conto aus 2istcn durch Koblank 1000.—. »Volontär" 1,50. P. Krüger 2,—. Ungenannt 2,—. Kall, bei Borgmann 2.10. Sparvcrein»Blauer Lappen" 3,— Kartonsabrik Gelb 3,50. R. 3» 4,—. Kall, bei Frommholz 5,50. M. C. 4. 10,05. Spingcr durch(Söhre 10.05. Sparvcrein.Freude" 10,05. 2. 43 Zciitralocrband der Handlungsgehil cn 11,—. Soll, bei Nockstroh u. Schneider ll,50. Bildhauer ä.A izvcha 17,05. Verband der Schuhmacher Filiale Spandau 20,—. Blcrkasfc Firma Panzer 50,—. Konsumverein der A. G. Mix u. Genest '~D"i*'"4 Druckereien t. d. Vororlen aus Listen 40.65. Leilincr schwimm- verein�„Welle" 10,—. 2. 4182 Druckerei Wucherpfenuig 4,50. 2. 4145 Dorwartsdruckerci 7-. 2. 4504 Druckerei Hayn'« Erben 26.-. Sechlcrkastc der Maschmenabteilung Firma Mengcrs u. Söhne 15.—. 2. 4339 Druckerei»Olermania" 3l,—. 2. 4233 Druckerei Hermann Schmidt 7,30. 2. 4146 Akzidenzableilung Ullstein 22.50. 2. 4083'Druckerei.-raber. tandt 4,75. 2. 4197/98 VerbandSmitgtiedcr der Deutschen TageSzeitungSL— 2. 4061 Flachdruck bei Ullstein u. Eo. 14,65. 2. 4040 Verbandsmilglie'der > RolationSmasch______ mcisler R. Masse 28,—. 2. 4128 Druckerei Gembeck u. Beyer 16,50. L. 4334 Druckerei Streisand 22,—. 2. 4191 Druckerei Wagner it. Eo. 14.50. 2. 4338 Druckerei Ahrens 4,—. 2. 4272 Druckerei Greve� Abteilung Setzerei 24,05. L. 4249 Druckerei V. Sala 4,05. 2. 4258 Arends u. Moßner 8,—.— Verband der Metallarbeiter: A. E. G. Brunnen- und Ackerslr. 2. 1233 24,». 2. 1234 9.». 2. 1235 20,80. 2. 10» 18,90. 2. 1237 15,25. 2. 1233 20,70. 2. 1239 2l.40. 2. 1240»,10. 2. 1241 41,—. 2. 1242 21,05 2. 1243 25,—. 2. 1244 20,—. 2. 1245 50,20. L. 1246 50.—, 2. 1247 22,05. 2. 1248 46,80. 2. 1249 2,35. L. 1251 10,95. 2. 1252 11,50. 2. 1253 18,20. 2. 1254 7,». 2. 1256 5,90. 2. 1257 11,35. L. 1263 26,95. 2. 1264 38,25. 2. 1265 40.». 2. 1266 14,15. 2. 1267 36,35. 2. 1268 21.25. 2.1269 25,». 2.1270 7,». 2.1271 1289 57,10. L. 1290 27.95. 2. 1291 14,20. 2. 1292 13,45. 2. 1293 13,95. L. 1294 8,». 2. 1295 16,75. 2. 1296 17,50. 2. 1297 17,70. 2. 1300 10,85. 2. 1301 6,». L. 1303 14.15. 2. 1304 9.25. 2. 1305 14 40 L. 1306 21.». 2. 1310 27,—. 2. 1311 11,». 2. 1312 10,10. 2. 1213 16 40 2 1214 17,50. L. 1216 14,90. L. 1217 5,25. 2. 1218 31,40. L. 1329 ll'sö' S. 1330 23,95. 2. 1331 43,70. 2. 1332 10,10. 2. 13»»—. 2. 1334 J'cjO- 2. 1335 46,25. L. 1336 28,56. 2. 1337 28,40. 2. 1338»,25 ~ �J39 35,—. L. l.UO 113,90. L. 1342 50,20. L. 1343 36�5. 2. 1344 L. 134J 13,95. 2. 1349 42, 5o. 2. 13» 24.75. 2. 1351 18,95. 11 13o2 80,60. L. 1353 23,». L. 13o4 80,-. 2. 1355 47.». 2. 1357 30/66. 2. 1358 19,90. 2. 1361 9,25.»T 1362 42,15. 2. 1363 16,20. 2. 1365 16,20. 2. 1366 13,20. 2. 1369 18,40. 2. 1370 34,30. 2. 1373 44,55. 2. 1375 37,93. 2. 1377 20,65. 2. 1367 15,70. 2. 1389 13,15. 2. 1391 27,20. 2. 1393 11,10. 2. 1397 12,80. 2. 14» 19,75. 2. 1404 25,60. 2. 1406 19,55. 2. 1407 21,80. 2. 1409 11,70. 2. 1410 14,20. 2. 1416 12,—. 2. 1417 31,65. 2. 1418 30,—. Klingereit-Werke 2. 907/8»,35. 2. 910 11,—. Elektromotor 2. 1081 9,55. Siemciis-Schuckcrt 2. 1082 19,—. 2. 1038 14,—. 2. 11» 25,50. 2. 1115 26,40. Angestellte des D. 2». V. 2. Rate 2. 1119 155,—. 2. 1123 6,—. 2. 1128 3,65. Heike 2. 1172 23,50. 2. 1173 8,50. Reiniger Gebbert u. Schall 2. 1644 8,—. Lumtz 2. 1646 14,». Zachmann-Borsigwaldc 2. 1674—77 88,75. Flohr-WiUenau 2. 1681—84 71,45. Stolzenberg- Wittenau 2. 1686—88 80,10. Siemon 2. 1921 5,03. Durch Ebel 2. 1953 4,15. 2. 1954 32,50. 2. 1953 8,95. 2. 1956 6,50. 2. 1960 5,—. Lautenschlager 2. 1961 57.». Guttmanu 2. Rate 2. 1964 21,75. L. 1968 38,30. Mehlich, Schleifer 2. 1970 5,—. 2. 1975 2,-. 2. 1976 12,». Abraham- sohu 2. 1978 27,—. Adam Schneider 2. 1979 30,90. L. 1990 13,70. Freud u. Eo. 2. 1991 14,10. 2. 1992 1,—. Bach u. Mahlow 2. 1993 15.10. 2. 1994 20,05. 2. 1995 15,10. 2. 1996 20,15. A. E.-G., Turbine 2. 2157 37,05. 2. 2161 43,75. 2. 2162 46,30. 2. 2165 47,—. 2. 2170 48,—. 2.2171 37,50. 2.2173 28,25. 2.2176 38,20. 2.2177 21,20. 2.2179 27.05. ». 2180 42,». 2. 2183 44,». 2. 2191 40.35. 2. 2195 54,». 2. 2196 17,50. 2. 2199 29,—. 2. 2201 24,15. 2. 2206 30,50. 2. 2208 17,—. Zyklop-Wittenau 2. 2613-15 50,45. Otis 2. 2616 16,20. 2. Klaus; 2. 2752 11,50. Maschinen-Zentrale 2. 2760 6,70. Bierkasje Schulcnburg 2. 2765 15.—. 2. 2768 11,60. Gebr. Jonas 2. 2772 5,—. 2. 2774 26,20. L. 2775 8.90. 2. 2776 15,10. Durch Brandt 2. 2»1— 2805 38,». Argus 2. 2»8 56,—. A. E.-G., Turbine 2. 2832 28.70. 2. 2833 57,25. 2. 2834 25,55. 2. 2835 42.—. 2. 28» 27.—. 2. 2837 11,20. 2. 2838 23,25. 2. 2839 14.—. 2. 2840 15.—. 2. 2841 16,—. Pupvel 2. 2853 20,—. E. Bange 2. 2902 9,». Siemens 2. 1093 13,». L. 1094 24,85. 2. 1096 26,75. 2.1114 21,—. 2.1116 4,». S.J. Arnheim, Kantinenüberschuß 2. 1922 5»,—. Verband der Böttcher, Weinküser und Hilfsarbeiter: 2. 451 Brauerei Habet 3,50. 2. 452 Schultheiß' Brauerei Abt. 1 8,50. 2. 453 Böhmisches Brauhaus 5,75. 2. 454 Bürgerliches Brauhaus 7,20. 2. 455 Löwen- Brauerei 7,50 2. 4» Münchencr Brauhaus 3,15. 2. 457 Patzenhofcr Brauerei Abt. II 6,—. 2. 458 Schuhmacher u. Skoch 13,». L. 459 Patzenhoser Brauerei, Spandau 5,». L. 460 Brauerei Cngelhardi. Char- lottenburg 4,». 2. 461 Chemische Fabrik Behringer 3,». 2. 462 Faß- Handlung E. Dietcrt 5,». 2. 463 Union-Brauerei 3,—. 2. 464 Happ oldt- Braucrci 4,». 2. 465 Löwen-Brauerei Abt. I 6,—. 2. 466 Geißlcrs Werkstelle 4,—. 2. 467 Genosseiischaftsbrauerei Friedrichshagcn 14,75. 2. 468 HinzeS Wcrkstclle 4,50. 2. 469.Königstadt-Brauerei 8,—. 2. 470 Margarinewerke Berolina 13,60. 2. 471 Vereinigte Faßsabrikcn 7,». 2. 472 Patzenhoser Brauerei Abt. I 6,10. 2. 413 Bötzow-Brauerei 5,—. 2. 474 Böttcherei Hack u. Lange 3,20. 2. 475 Schloßbrauerc: Schöneberg 3,40. 2. 476 Svandaucrberg-Braucrei 3,75. 2. 477 Kindel- Brauerei 5,20. 2. 478 Schuitheiß-Brauerei Nieder-Schönewcidc 23,10. Böttcherei Hauboldt 2. 979 3,20. Böttcherei Struthoff 2. 480 7,—. Stadt- Brauerei 2. 481 4,85. Schultbeiß-Brauerci, Abt. II 2. 482 17,—. Deutsche Bierbrauerei Pichelsdorf 2. 483 6,». E. Aittig, Gastwirt 2. 484 50 Ps Psefferberg-Brauerci L. 485 16,70. Bergschloß-Braucrci. durch Frocse, 2. 487 17,20. Chemische Fabrik Schering. Jungfernheide L. 488 12,25. Essigfabrik C. Kühne L. 489 5,—. Böttcherei Barttikowski L. 490 4,10. Chemische Fabrik Kabtbaum 2. 491 2,20. Faßhandlung M. König 2. 492 2,». Spritfabrik Kahlbaum 2. 493 2.—. Riebeck-Braucrei 2. 494 3,—. Essigsabrik Timncr 2. 495 2,45. Brauerei FriedrichShain 2. 496 4,—. Bock- Brauerei, Abt. I 2. 497 3,25. Nordstem-Braucrci 2. 498 3,». Bockbrauerei, Abt. II 2. 499 5,—. Teutonia-Brauerei 2. 5» 2.—. 2. Klapschus 3,—. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeitcr Deutschlands Filiale Berlin. 2. 46ll 23,25. 2. 4612 3,20. 2. 4613 18,». 2. 4615 Koll. von Ebenstein 14,—. L. 4616 Koll. von Adam, Engros- und Gimmi-Abteil., 40,40. 2. 4621 gesammelt ans der Arbcitsstubc Krebs 6,». 2. 4629 Koll bei Luttmann u. Co. 17,50. 2. 46» durch Schmidt 13,—. 2. 4634 durch Doritz 5,». L. 4644 Wäschesabril Kirjchstein u. Michaelis 22,—. 2. 4658 durch Schlösinger 11.65. 2. 4661 Koll. von Romann, 2. Rate 50,—. 2 4674 10,—. 2. 4679 10,50. 2. 4685 Kolleginnen Kaufbaus d. Westens 13,70. 2. 4691 Koll. v. Grllnbaum 19,—. 2. 4724 durch Kalbcrlab 16.45. 2. 4726 Zuschneider u. Tagschncidcr v. Cobn u. Sohn 16,—.■2. 4727 Werkstatt Cohn u. Sohn, dar. 10 M. v. d. Firma 48,70. Werkstättc v. Ebenstein 75,—. Deutscher Hotzarbeiterverband: 2. 6122 5.75. 2. 5992 23,20. L. 6065 7,». 2. 6151 91,70. 2. 5966 4,60. L. 5969 8.». 2. 5970 4,05. 2. 5965 7,55. 2. 5799 18,50. 2. 6139 13,». 2. 6181 12,50. 2. 5771 15,-. 2. 6168 2,40. 2. 6169 4,40. 2. 5866 9,40. 2. 5872 6,45. 2. 587t 5,25. 2. 5923 14,65. 2. 5924 2,—. 2. 5922 5,15. 2. 5921 16,». 2. 5929 7,10. 2. 5927 1,90. 2. 5925 4,25. 2. 5928 8,75. 2. 6094 62.75. 2. 5713 19,50. 2. 5717 8,45. L. 5714 10,». 2. 5715 5,50, 2.»95 7,». 2. 6097 28,30. 2. 6098 10,». 2. 6099 25,». 2. 61» 15,». 2. 5805 9,70. L. 5807 17,—, 2. 58» 4,25. 2. 5806 14,—..2. 5812 11,75. 2. 5810 8,». 2. 5811 6,—. 2. 5943 10,—. 2. 5944 4,». 2. 5940 50,—. 2. 6945 2,25. 2. 5939 11,20. 2. 5941 2,75. 2. 5942 5,30. 2. 5946 32,20. L.»46 2,25. 2. 6136 20,25. 2- 6188 71,55. 2. 5723 8,70. 2. 5726 15,35. 2. 5728 12,—. 2. 5729 6,30. 2. 57» 4,60. 2. 6144 22,». 2. 6047 4,». 2.»43 1,50. L. 6171 13,». 2. 5845 13,25. 2. 5856 29,35. 2. 5853 8,». 2. 5847 1.85. 2. 5855 35,—. 2. 5854 6,—. 2. 58» 3,10. 2. 5803 3,70. 2. 5801 2,45. 2. 5802 3,80. 2. 5798 31,05. 2. 5831 12.». 2. 6183 3,75. 2. 5748 7,20. 2. 5746 1,85. 2. 5743 8,55. 2. 5741 9,». 2. 5747 5.35. L. 5744 4,—. 2. 6076 5,75. 2.»77 14,20. 2. 6079 8,». 2. 6101 10,85. 2. 5976 7,20. 2. 5974 7,». L. 5973 1,—. L. 5972 17,—. 2. 5971 18,85. 2. 6196 98,33. 2. 6054 u. 6064 Holz- u. Metallarbeiter der Schirinstvcksabrik B. Raa 84,10. 2. 6053 Stockarbeiter Rcmack u. Silber 5,». 2.»55 Münch u. Eo. 14,55. Stocksabrikcn: 2. 6056 Boschwitz 7,55. 2.»57 Rctzlasf 5,». 2. 6058 Gold- dach 8,—. 2.»59 Ludwig u Eo. 22,30. 2. 6060 Goldmann 3,50. 2. 6061 Schirmsabril Daus 9,». 2. 6062 Stockiabrit Schulte Nachs. 14,80. Kamm- sabriken: 2. 6063 Jahn 11,30. 2. 6066 Block 5,65. 2. 6123 Brahn 32,25. 2. 6125 Norddcutiche 22,—. 2. 61» Norddeutsche 9,25. Tischlerei Klinke, Pankow 10,—. Eugen Meinbardt 1,—. 2. 5808 Tischlerei Benno Segall 20,75. 2. 6096 Rahmcnmachcr Firma Gensichcn u. Eo. 69,36. Verband der Lithographen. Stcindruckcr u. verw. Beruse gesammelt: 2. 3616 Lithographen Alsr. Marquardt 12,70. L. 3619 Lithographen Paris 3,10. 2. 36» Ehcmigraphcn tlcltzen 24.—. 2. 3651 Chemigraphen Langen- brück 8,». 2. 3679 Pholographcn Sajiicidci, U. d. 2. 11,50. 2. 3693 Litbograpben R. Barnick 6,05. 2. 3695 Steindrucker Nauck n. Hartman n 3,». 2. 3702 Steindrucker R. Barnick 11,75. 2. 3707 Stcindruckcr Moritz u. Barschall 14,--. 2. 3725 Stcindruckc.rei Stcntz 6,—. 2. 3727 Per- sonal ReichSdruckerei 48,75. Liste 3736 Personal Reichsdruckerci 16,—. 2. 3737 Personal Reichsdruckerci 2,25. 2. 3739 Chemigraphen Grack u. Sobn 2,50. 2. 3738 Stcindruckcr Marlin Schlesinger 9,50. Zentralverband der Handlungsgchllsen, Bezirk Berlin. Lagerhalter und Per- käuscrinncn der Konsum-Gcnosscnschast Berlin und Umgegend: Abt. I, Moabit und Charlvttcnburg 73.—. Abt. II, Wedding, Rcinickendors. Tegel 248,35. Abt. III. Rosenthaler Vorstadt, Schönhauser Vorstadt und Pankow 120,—. Abt. IV, Osten und Weißensee 137,85. Abt. V, Ocstliche Vororte 19.50. Abi. VI, Schlesische Bahn und Görlitzcr Bahn 77,—. Abt. VIF, Berlin SO, Neukölln und Trcptow-Bauistichulciiweg 228,65. Abt..VIII, Berlin SW, Schöncbcrg und ivestliche Vororte 149,». L. 4075 Maschinensetzer bei Ullstein, II. Rate 42,». ZeitungSbandsetzcr bei Ullstein. II. Rate 24,.50. 2. 4254 Stcmpclsabrtk K. Lcbnc 22,85. Spczial- Order-Bureau der Aucrgesellschast 5,60..2.4271 Druckerei A. Haß 9.50. 2. 4166 Druckerei H. Bergmann 12,25. 2. 4262. A.-G. sür Blichdruckerei u. Zeilschristcn 8,75. 2. 4192 Druckerei Hartmann 4.—. Druckerei Lehmann 8,85. 2. 4193 Druckerei F. A. Günther u. Sohn 37,25. 2. 4051 Wilmers- dorscr Zeitung 11,25. L. 4048 Druckerei Gartmann 3,—. Buchdruckerei Otto, Etsncr aus Listen 206,—. 2. 4089 Druckerei A. Wolff 4,—. Verband der Glaser aus Listen 11,80. 2. 4283 Druckerei Mier u. Glalemann 12,50. Organistertc bei Becker u. Froiveln 5,—. L. 4245 Buchdruckerci Bertinetti 13,25. L. 4028 Typograph, Sctzmaschinensabrit 11,». 2. 65 Ed. Bernstein 2. 4251 Buchdruckerci Gu't. Witze! 28,—. 2. 4287 Druckerei Löwcn- 2. 4289 Personal kl. Druckereien durch Beutlcr 110,45. 2. 4207 Maschinen mcistcr Lindendruckerei 31.25. 2. 4246 Hausdruckerei Remmler 6.—. 2. 4290 Ucberjchuß vom Jubiläum Hauke 2.35. Druckerei Pcilag Sporn 15,50. Scchserkasse der Tischler bei«lern. Seeliger u. Eo. 20,—. P. d. Sattler u. Porteseuiller lJaßlmick-BohnSvm-f) 3,—. L. 4163 kt. Druckereien durch Pfeiffer 94,95. L. 4026 Druckerei Gebhardt, Jahn u. Laudt 44.». 2. 4»8 Druckerei M. Lichtwitz 12,75. L. 4280 Druckerei H-ckcndors 10,20. 2. 42» Drucker bei Denier u. Nicolas 4,05 M. 2. 4279 Druckerei Gebr. Maurer 7,50. Versammlung am 16. 12. Straiikenkaffe sür Frauen u. Mädchen 8,—. L. 4059 Pielcckc(Buchdrucker) 2,-.. 2. 4168 Druckerei H. Harwitz 14,25. Milglicdcr d. jüd. Arbciterbundcs 15.—. Bicrtasse der Tiichlcrci A. Wilhelm 9,—. 2. 4086 Druckerei«rang u. Hering 2/—. 2. 4333 Drucker Thormann u. Goctzich 3,». Olftzin R. Amelung 4,». Liste 4157 Druckerei A. Winzer u. Jßleib 31,—. 2. 4312 Druckerei Allg. Fleischcr-Ztg. 41,—. 2. 4325 Druckerei Kuno Bergmann 4,75. L. 4263 Druckerei Felgen- trcff n. Co. 7.75. Sparvcrein Wohlwollen 12,05. 2. 4194 Druckerei P. Stankiewicz 11,05. 2. 4256 Druckerei Barth. Lcwy 10,—. 2. 4184/85 Druckerei W. u. J. Löwcuthai 43,—. Möbclsabr. Harschte u. Co. 6.—. 2. 4104 Druckerei ffi. Ziemsen 20,—. 2. 4248 Druckerei Kraatz 3,75. 2. 4340 Druckerei Braunbeck Gulenberg 40,—. 2. 4067 Druckerei H. A. Weber 2,50. 2. 4247 Druckerei Norden 8,». 2. 4281 Sctmar Baier Druckerei 10,—� 2. 425/ Druckerei Schmitz u. Bukoszer 12,—. 2. 4220 Druckerei 2. Schumacher 32,75. 2. 4337 Druckerei Th. Abb. 8.—. 2. 4068 Druckerei Oswald Dietze 6,10. 2. 4306 Druckerei Otto Dreher 8,10. 2. 4195 Druckerei Gebr. Ilnger 65,20. Buchdrucker bei Büxenstein 2. 4006 12,90. L. 4007 26,10. L. 4»8 8,50. 2. 4009 11,50. 2. 4010 21,25. L. 4105 Schristgicßcrci E. Gurich 86,». Sechserkasse der Messingabt. der Schriftgießerei E. Gurich 10,—. 2. 4162 Druckerei R ehscid 7,50. 2. 4041 Druckerei bei Florian 4.». 2. 9252 Verb, der Lederarbeiter II 8,70. L. 41» Ullstein u. Co. Zeitungsstercotypie 14,50. L. 4080 Druckerei R. Stähit_ 15,2.). Unterlommisston Steglitz auf Listen 68,75. Druckerei Mittler u. Sohn aus Listeu 1»,—. Unterkommission Köpenick: 2. 406 7,». 2. 407 11,». 2. 408 6,65. 2. 4» 10.—. 2. 411 4,». 2. 412 17,85. 2.413 21.—.� 2.414 3,—. 2.417 9,85. 2.410 14,75. 2.419 13.70. 2.420»,—. 2.421 4,65. 2. 422 14,55. 2. 423 6,». 2. 424 29,25. 2. 428 48,70. 2. 427 13,80. 2. 425 23,—. Vom Verbände der Litbographen. Steindrucker u. verw. Beruse aus Listen gesammelt: 2. 3601 Ortsbureau 23,—. 2. 3602 Ortsbureau 19,10. 2. 3603 Ortsbureau 16,50. L. 3614 Lithographen S. Bayer 7.». 2. 3625 Personal Stein drnckereiabtcilung Anton Bertinetti 24,35. 2. 3636 Chemi- graphen Deutsche Warte 6,». 2. 3637 Chemigraphen W. Büxenstein 22,55. 2. 3638 Chemigraphen Ullstein u. Co. 12,20. 2. 3641 Chemigraphen Frisch 11.10. 2. 3647 Chemigraphen Mcisenbach, Risfarth u. Co. 32,55. 2. 3649 Chemigraphen Ullstein u. Co. 17,25. 2. 3652 Personal von Labisch 43,30. 2. 3653 Chenngraphcn Mittler u. Sohn 11,—. 2.»54 Chemigraphen Hellriezel u. Semnier 19,—. L. 3661 Formstecher 17,25. 2. 3662 Formstecher 19,10. 2. 3663 Formstecher 14,50. 2. 3664 Formstcchcr 11,50. 2. 3665 Formstechcr 11,—. L. 3657 Formstccher 12,—. 2. 3374 Photographen 3,65. 2. 3676 Photo- graphen d N. P. G. 50,—. 2. 3677 Ncrkehrsabend der Photographen 9,55! 2.»78 Photographen schwerdtieger u. Ca. 15,10. L. 36» Photo- graphen Gerlach u. Co. 7,95. 2. 3684 Lithographen und Steindrucker Kretschmer u. Oellrich 2,—. 2. 3698 Abteilung Steindruckerei R. Winkel- mann 15,80. 2. 3699 Steindrucker A. Weylandl 13,25. 2. 3706 Stein- druckcr C G. Röder 17,75. 2. 3715 Steindrucker Gebr. Hartkops 8,15. 2. 3719 Steindrucker Prager u. Lojda 10,25. 2. 3729 Steindrucker Kleffel u. Sohn 4,50. 2. 3732 Steindrucker Wolff 9,50. 2. 3735 Pan-Presse 7,—. 2. 3742 Chemigraphen~ Meisenbach, Riffarth u. Co. 37,—. 2.»24 Prag er u. Lojda 3,15. 2. 3613 Personal A. Sala 22,80. 2. 3705 Kartcndruckcrei H. Sensch 4,50.— Deulscher Holzarbeitcrverband: 2. 6048 4,40. L. 6052 2,». 2. 6050 9,—. 2.»49 4.—. 2. 5910 18,50. 2. 5907 2,—. 2. 5906 2,95. 2. 5905 1,80. 2. 5904 0,50. 2. 5903 15,45. L. 5901 20,—. 2. 6028 15,30. L. 6031 10,». 2. 6026 1,—. 2. WM 3,—. 2. 5795 5,80. 2. 5793 5,55. 2. 5787 9,70. 2. 5759 7,20. 2. 5758 4,25. 2. 5771 24.60. 2. 5849 23,70. L. 5762 4,05. 2. 5754 11,25. 2. 5785 16,15. 2. 6051 2,50. 2. 5723 11,35. 2. 5734 9,75. 2. 5962 8,10. 2. 5961 12,-. 2. 5964 15,55. 2. 5919 6,45. 2. 5975 7,15. L. 5776 5,—. 2. 5774 19,35. 2. 5709 3,15. 2. 5768 23,—. 2. 5775 12,95. 2. 5766 11,50. 2. 5877 7.». 2.»91 134,80. 2. 5788 12,15. 2 5786 3,35. 2. 5783 43,30. 2. 5782 10,05. 2. 5778 10,—. Deutscher Transportarbeiter-Verband: 2. 8394 Chauffeure der Konsumgenossenschaft Berlin- Lichtenberg,„Tagesverdienst, erste Rate" 102,—. 2. 7010 12,85. 2. 7014, gcs. v. d. Dienern bei Pccck u. Cloppenburg 63,». 2. 7019 Betr. Herpich Söhne 19,10. 2. 7043 Betr. A.Brandt 5,35. 2.7046. gef. d. Liebschcr 13,75. 2. 7058 3.95. 2. 7070 11,—. L. 7077 Betr. Ivel- söhn u. Brünn 26.—. 2.7094 8.85. 2. 7t» 4,-. 2.7105 25,60. 2.7126 Koll. d. Gr. Bert. Straßenb., Bhs. 14 7,25. 2. 7127 5.50. 2. 7133 durch Kiutzel 16.-. 2. 7135 20,50. 2. 7521 8.—. 2. 7539 14,10. 2. 7567 L. 7627 4,10. 2. 7628 7.35. 2. 7629 12,45. 2. 7630 15,55. 2. 7931 17,85. 2. 7632 von den oraan. Dienern bei W. Werthcim, Potsdamer Straße 11,—. 2. 7650 7,10. 2. 7685 Fahrer der Schuitheiß-Brauerei Abt. I 18,75. 2. 7692 5,». 2. 7694 Fatzsahrer u. Mitfahrer der Brauerei Friedrichshain 15,—. 2. 7698 Fahrer der Löivcnbrauerei, Abt. I 13,05. 2. 7704 14,05, 2. 7714 Fahrpcrsonal der Brauerei Engelhardt 38,45. 2. 7751 6,». 2. 7791 1.». 2. 7797 18,30. 2. 78» Betrieb Bartz u. Co., Kaiserftraße 50,». 2. 7823 12,80. 2. 3837 Bodenarbeiter der Anhalt-Dresdener Bahn 6,95. 2. 8»2 6.». 2. 8»3 6,85. 2. 8018 6,». 2. 8070 2,15. L. 80» 31,70. 2. 8097 28,». 2. 8099 6.—. 2. 8156 4,80. 2. 8170 Zeiwngssraucn der Zcilunqsspedition Bastianstr. 6 13.35. 2. 8176 Äugest, bei R. Hcrtzog.3.Nate 8.05. 2. 8213 7,». 2. 8233 11,10. 2. 8241 Betr. Genschhoff 10,70. 2. 8243 Stall, der Druckerei des Soiintagsblattes 3,—. 2. 8245 10,10. it 8254 4,—.. 2. 8256 Kutscher u. Arbeiter der Brotfabrik Cords u. Co. 7,». 2. 8261 Lesehalle Rcichenberger Str. 1 1,-. 2. 8278 1,05. 2. 8279 IM 2. 8282 5,—. 2. 8302 Geschästsdiciicr u. Packer bei Raddatz u. Co. 14.90. 2. 8311 11,20. 2. 8323 Betr. Hecht, Pfeiffer u. Co. durch Lange 24,50. 2. 8336 2,60. 2. 8362 8.-. 2.' 8385 4,—. 2. 7048 6,20. 2. 7996 8,—. 2/ 7103 Sparvcrein Wafferkanic 7,—. 2. 7531 17,50. L 7583 Betrieb Dell'chau 31,20. 2. 7537 3,75. 2. 7764 2,75. 2. 7808 6,40. 2. 7845 5.—. 2. 80» 2.80. 2. 8079 7.05. 2. 80» 15,—, 2. 8084 12,60. 2. 8110 15,80. 2. 8113 6,75. 2. 8114 Betr. Glasmosaiksabril Neukölln- Treptow 43,». 2. 8129 Betr. Glasreiniguirgsüistitut R. Lehmann 14,—. 2. 8152 3,50. 2. 8171 1,—. L. 8191 15,80. x'. 8208 Von den Botensrauen der VorwärtSspcdition Wolgast 13,—. 2. 8259 4,25. 2. 83» Von den jugendl. Stall, bei Ullstein u. Co. 10,95. 2. 8364 3,35. 2. 8375 2.55. 2. 8385 GlasrcinigungSinst. Rodewald 20,—. 2. 7114 6,». 2. 7524 11,55. 2. 7612 18,75. x'. 7839 11,10. 2. 8021 3,50. 2. 8116 3,50. 2. 8033 10,40. 2. 8139 2,—. 2.8369 2,60. 2.8382 Hahn 1,—.— Verband d. Metallarbeiter« 2. 620 4.70. 2. 726 11,75. 2. 760 17,25. 2. 764 Dreherei Gradcnwitz 6ch0. 2. 768 17,60. 2. 773 19,55. 2. 775 Favorit Vergaser 24,». Stock» 2. 776 15.». 2. 777 10,50. Kandclhardt: 2. 928 17,40. 2. 929 16,50. 2. 980 9.50. 2. 1255 A. E. G., Ackerslr. 23,85. 8t. E.«., Brunnen- und Ackerstraße: 2. 1315 28,10. 2. 1345 28,90. 2 1359 31,40. 2. 1372 55,50. 2. 1390 15,45. 2. 1392 13,65. 2. 1394 12,10. 2. 1401 9,45. 2. 1402 27,30. 2. 1403 9,—. 2. 1405 22,75. 2. 1408 25,15. 2. 1415 31,50. L. 2280 2,25. Ö. 2285 Urban 6,70. 2. 2288 10,—. 2. 2289 Heidcnhaiu 20,—. 2. 2292 Gotiaich 10,—. Auto, Obcrschöncwcidc: 2. 2413 8,70. 2. 2414 20,-. 2. 2420 23.». 2. 2422 11,05. 2. 2423 41,90. 2. 2424 16,—. 2. 2425 4,». 2. 2426 20,40. 2. 2427 20,10. 2. 2428 23,50. 2. 2429 38,—. 2. 24» 13,95. 2. 2431 30,59. 2. 2432 21,50. 2. 2436 5,—. X!. 2437 1 9,35. 2. 2438 10,». 2. 2439 44,—. 2. 2440 22,—. 2. 2441 19,05. 2. 2442 47,73. 2. 2443 66, 2. 2444 27,50. 2. 2445 35,50. 2. 2446 13,80. 2. 2818 Stander 5,50. Stock: 2. 2821 22,75. 2. 2825 11,55. 2. 2826 6,35. 2. 2827 7,». 2. 1583 Klicmt 23.—. 2. 1584 Talking 60,36. 2. 1385 Odeonwerke 15,45. 2. 1586 Horn 101,—. 2. 1587 Kuppler 30,—. 2. 1583 Grüber 10,85. 2. 1589 Magnesia 19,50. L. 1390 CS. Müller 10,—. 2. 1591 X'uHcc Prismen 12,25. 2. 1592 Bernhardt 39,05. X'. 1593 Scherbel 18,60. 2. 1594 Liiicntbal 7,20. 2. 1595 städt. Straßenbahn 23,50. 2. 1596 Ricwe 14,30. 2. 1597 M. Louis 10,». 2. 1598 Lobcck 16,05. 2. 1599 Siädt. Gasanstalt 13,». 2. 16» Gossen 8.50. 2. 1601 Psroitzbeim 10,75. 2. 1602 Vakuum Preßgut 36,25. 2. 1603 Talking 13,75. 2. 1605 Luxscr Prismen 4,25. 2. 16» Weise 2,50. 2. 1607 Riebe 56,85. 2. 1608 Elster 44,70. 2. 1609 Schulz u. Co. 13,25. 2. 1610 Louis 8,». 2. 1611 Lindner 8,80. 2. 1612 Zjhl Abcgg 15,85. 2. 1613 Kasiske 11,50. 2. 1614 Magnet 27,30. 2. 1613 Scholz 6,55. 2. 1616 Alrcp 3,90. 2. 1617 Riebe 20,—. Auer: 2.1803 24,45 2.1804 7,90. 2. 1805 B. E.-W., Rummelsburq 7,80. 2.18» Auer 27,». 2. 1307 Schulze u. Freund 77,75. L. 1808 Bertoch 9,65. 2. 1809 Saeloff u. Sohn 4,05. 2. 1810 Luft-P er kehr«-Ges. 37,25. Auer: 2. 1811 10,55. 2. 1812 18,65. 2. 1813 11,15. X'. 1814 7,40. 2. 1815 O.-K. d. Schlosser 20,50. Auer: L. 18lS 8,60. 2. 1817 2,—. 2. 1818 42,60. 2. 1819 33,—. 2. 1820 22,50. 2. 1821 7,95. 2. 1822 24.30. 2. 1823 24,80. L. 1824 18,55. S. 1825 W. Fritze 8.35. Grauer!: 2. 1826 34,60. 2. 1828 3.—. 2. 1829 Auer 4,70. 2. 1830 Bcrgcmanu u. Westphal 30,85. 2. 1832 B. E. W. Rumnleisburg 12.—. 2. 1833 AnUinwcrke 16,90. Auer 2. 1834 4,70. 2. 1835 10,45. 2. 1836 Hanschild 14.10. 2. 1837 Hix 27.». 2. 1838 Hauschild 14,10. Auer 2. 1839 24.—. 2. 1840 9,». 2. 1841 13,20. 2. 1842 10.». 2. 1843 34,35. L. 1844 32.35. 2. 1845 9,35. 2. 1846 3,90. 2. 1847 3.70. L. 1848 3,05. 2 1849 20.40. 2. 1850 26.». 2. 1851 16.». 2.1852 9,—. 2. 1858 32.». 2. 1865 Höckel u. Pichl 20,». 2. 1877 14,10. 2. 1881 5,». 12. 1887 27,85. 2. 1888 14.60. 2. 18» 11.45. 2. 1891 4.05. 2. 1892 12.». 2. 1893 10,30. 2. 1894 7.60. 2. 1895 6.—. 2. 1896 13,». 2. 1898 6.». 2. 1899 5,10. 2. 19» 7.35. 2. 1»! 11,40. 2. 1902 12.10. 2 1903 6,85. 2.1924 10,». 2.1927 2,20. Auer L. 2780 5,20. 2. 2783 10,30. 2.2786X20. Flugzeugwerke E. Jcannin G. m. b. H.: 2. 2379 42,45. 2. 2409 13,—.— Kabelwerk Obersprcc L. 2448 30.». 2. 2449 18,». 2. 2454 11,35. 2.2455 12,70. 2. 2458 12.40. 2. 24.59 13.40. 2. 2460 14,45. 2. 2462 6,85. 2. 2463 6,10. 2. 2464 14,30. 2. 2465 7,85. 2. 2466 12 10. 2 2467 22» 2. 2468 3,60. 2. 2469 13,». 2. 8470 17,20. 2. 247' 16,—. 2. 2472 27 10 L. 2473 3,55. 2. 2474 10,70. 2. 2475 12,». 2.2476 8.85 2. 2477 12,95. 2"478 11,». 2. 2479 18.». L. 24» 33,80. 2.2481 8.90. 2.24821U0. 2.2483 4 55 2. 2484 10,45. 2. 2485 14,20. 2. 2486 11,—, 2. 2487 6,40. 2. 2488 9 15 2. 2189 11,05. 2. 24» 6,80. 2. 2491 18,20. 2. 2492 17,». X' 2493 23,55. 2. 2494 6,50. 2. 2495 5,60. 2. 24» 13,55. 2. 2497 8.» 2.24» 10,85. 2. 2500 11,—.' 2. 2501 2,55. 2. 2502 17,15. 2. 2503 10,—. 2. 2504 9,20. 2. 2505 2,60. 2. 2506 8,93. 2. 2507 23,».— MaschinenhauS Treptow 7.». Verband der Schneider aus Listen 18,25. Schneider bei Toriler u. Sohn 30,—. Spaivercin Nickel 10,—! Verband der Sattler u. Porteseuiller aus Listen 114,75. Verband der Steinarbeiter, ü. 4760, Saalburger 6,—. L'. 4775, Zeidler 15,45. 9. 4804, Elleu 15,—. Konsunigenossenschaslsrat 98,05. 9. 4501/3,. Buchdrucke», aus Spandau 34,15. 9csc- u. Dislulierklub.Ailhclin üiebknccht" 10,—. G. Älanke 1,50. „Latschcnkarl" 200,—.®t. K. 1,50, Allgemeiner Deutscher Gärtnerverei», L. 4993 20.23. L. 4978 32,80. 9. 4991 5,70. 9. 4994 10,50. L. 4987 12,30. 9. 4990 3.50. L. 4983 10.—. 9. 6861 7.20. 9. 6862 11,60. 9. 4984 14.—. L. 4989 21,75. L. 4992 12,62. Angestellte b. B. fr L. St.»®. 2.—. Betr. E. Runisch 4,—. Buchbinderei Kroll u. Straug 2,50. In Summa 23 324,17 M. Bisher sind vei össcntlicht 183 455,32 M. Dazu kommen 23 324,17 M. In Summa 30« 779,49 M. Die Listen sind dort abzurechnen, Ivo sie entnommen sind. Die Listen 3151, 3643. 5735, 6706,«948.«959. 7582, 7763 und 8273 sind verloren gegangen und sind beim Borzeigen anzuhalten. Berichtigung. Die in Nr. 332„Vorwärts* Liste 8348 quittierten 11,40 M. sind vom Personal l5arl Stiller jun. Sonstige Beiträge sind zu richten an Alwin Körsten, Engel- ufer 15 und Emil Bocske, Lindenstr. 2 I. Das Zimmer 23 der Gewerkschaftskommission ist täglich ge- öffnet von 9—1 und 4—8 Uhr. jiugencibevvegung. Wie man für den Jungdcutschland-Bund Mitglieder gewinnt. Die Telephon- und Telegraphenbauanstalt Mix u. Gc n c st in Schönederg, die sortgesetzt grohc Aufträge vom Staate er- hält, beschäftigt ein Heer von Lehrlinge», die für die Lehre, wenn sie 1 Jahre beträgt, 300 M., bei 3 Jahren 400 M.und bei 2 Jahren 800 M. zahlen müssen. Man mühte nun annehmen, dah die Firma die Heranbildung der Lehrlinge zu fachmännisch tüchtigen Arbeitern als ihre Hauptaufgabe ansieht: statt-dieser ihrer verdammten Pflicht nachzukommen, verschwendet die Firma die den Lehrlingen und ihren Eltern so kostbare Lehrzeit mit Dingen, die mit dem Lehrzweck nichts zu tun haben. Der Obermeister Kersten, dem die Lehrlingsabteilung unterstellt ist, erlaubte sich, am Dienstag, den 11. November die Lehrlinge zu vechammeln, um ihnen einen reich- lich mit patriotischen Redensarten gespickten Vortrag über die Not- wendigkeit der körperlichen„Ertüchtigung* zu halten. Im Glauben, dah die Rede den gewünschten Eindruck gemacht hatte, richtete Herr Kersten an die Lehrlinge die Frage, ob sie sich dein Sportklub „Teutonia* oder„Wartburg" anschlietzcü wollten: es wurde auch eine Abstimmung darüber herbeigeführt, wer keinem der Klubs angehören wolle. Als sich daraufhin etwa 10 Lehrlinge, die dem Liebeswcrben des Meisters mißtrauisch gegenüberstanden, meldeten, wurden sie von ihm nicht gerade mit liebevollen Augen betrachtet. Endlich entschied sich die Mehrzahl der Lehrlinge„aus freien Stücken* für einen eigenen Sportverein. Dem Meister wird von Zeit zu Zeit eine größere Geldsumme zur Verfügung gestellt, man spricht von dreihundert Mark, uin Prämien an besonders tüchtige Lehrlinge zu verteilen. Kersten schlug nun vor, einen Teil dieser Summe für Vcreinszwecke zu verwenden. Der Eharaktcr wurde dem Verein aber dadurch verliehen, dah er sofort dem Jung- deutschland-Bund angeschlossen wurde. Stolz wird v. d. Goltz ein weiteres Fortschreiten des Bundes konstatieren. Auf diese Mit- glieder kann er gewiß stolz sein. Denn wehe deni armen Jungen, der sich nicht„freiwillig" diesem Verein anschließt! Wie beim Mili- tär das Schicksal der Rekruten in die Hand des Unteroffiziers, so ist das Schicksal des Lehrlings in die Hand des Meisters gelegt. und die Erziehungsmethoden des Lehrlingsausbildners haben oft eine recht vcrziveifelte Aehnlichkeit mit den noch vielfach heute beim Kommiß üblichen. Die Eltern der Lehrlinge sollten der Firma energisch bedeuten, daß sie das schwere Lehrgeld nichtfür die Pflege patriotischen Klimbims, sondern für eine gründliche sachliche Ausbildung geopfert haben._ Die ,�ungdeutschlaud-Post". In der letzten Sitzung der Bundesleitung des Jungdeutschland- Hundes machte der erste Gesckiäftssührer, Generalmajor Jung, eine Mitteilung über den Abonncntenstand der„Jungdeutschland-Post", die entgegen den Gepflogenheiten des Bundes peinlichst geheim- gehalten wurde. Danach zählt die„Jungdeutichland-Post*„über* 12 000 Abonnenten, ihr Ableger für den Kreis Niederbarnim„Vor dem Tore"„über" 2000 und ein weiteres Kopfblatt, die„Nationale Arbeiter- jugend", dasOrgan des gelbev Jugendbundes fürRheinIand und Westfalen „über* 3000 Abonnenten, in Pommern etwa 1800. Wenn man bedenkt, daß der Jungdeutschlandbund eine halbe Million jugend- licher Mitglieder besitzen will, und daß ihm die festgefiigte Organisation der deutschen Turnerschafi mit allein 200 000 Zöglingen, angeschloffen ist, so ist dies Resultat mehr noch als kläglich. Es verrät die innere Hohlheit der Bundesorganisation und die pädagogische Unfähigkeit der Leiter. Es ist eine vernichtende Kritik der Bundesfreunde selber über ihrJDrga». Dessen ist sich auch die Bundesleitung bewußt geworden. Sie hat eine Umgestaltung der Zeitung beschlossen. Sie. die bisher wöchentlich 8 Seiten sdavon 2 für Inserate) stark erschien, soll im neuen Jahre im doppelten Umfange monatlich zweimal herausgegeben werden. Für die einzelne Nummer sind HVj Seiten Text, 2 Seiten Bilder und 2l/3 Seiten Annoncen vorgesehen. Der AboimementspreiS soll vierteljährlich 50 Pf. betragen. Billiger könne man, so meinte der erste Geschäflsführcr, die Zeitung nicht abgeben.(Unsere„Arbeiter- Jugend", die alle zwei Wochen erscheint und pro Nummer 1« Seiten Text und keine Inserate enthält, kostet bekanntlich schon im Einzelbezug 50 Pf. vierteljährlich.) Geheimer Oberregiernngsrat Dr. Hinze, der Vertreter des preußischen Kultusministeriums regte an, eine Vereinigung aller auf nationalem Boden stehenden Jugendzeitungen, die sich jetzt gegen- seitig Konkurrenz machen, anzustreben. Zunächst soll eine Fusion mit der christlichen Zeitung„Werden" angebahnt werden. Die Schaffung einer einheitlichen Zeitschrist für die gesamte bürgerliche Jugendbewegung dürfte bei dem Konkurrenzneid der einzelnen Jugend gruppen, der den verschiedenen Interessen entspringt, undurchführbar sein. Der Gedanke tauchte bereils vor Jahren zum ersten Male auf. Seitdem hat sich aber die Zahl der bürgerlichen Jugendzeitschriften nicht verringert, sondern vermehrt. Wie die übrigen bürgerlichen Jugendgruppen ivill nun auch der Jungdeutschlaudbund für seine neugestaltete Zeitschrift eine heftige Werbearbeit entfalten. Sorgen wir dafür, �aß er bei Proletarierlindern kein Glück hat._ Marktpreise von Berlin am 17. Dezember 1913, nach Ennitlelungen des kgt. Volizeipräüdimns. Mais(mired), gute Sorte 16,80—17,10, mitiel 00,00— 00,00, geringe 00,00— 00,00. Mais«runder), gute Sorte 14,80—15,20. Richtstroh 4,70. Heu 6,20—7,80. M a r l t h a l l e n v r e i I e. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Koche» 34,00—50,00. Sveiscbobnen. weihe 35.00—60,00. Linien 36,00—80.00. Kartofieln(Kleinhdl) 4,00— 7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.60-2,40. Rindfleisch, Bauchfieisch 1.30—1.80. Schweinefleisch 1.40—2.00. Kalbfleisch 1.40-2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40. Butter 2,40—3.00. 60 Stück Eier 4.60— 7,20. 1 Kilogramm Karpsen 1,20—2,40. Aale 1,60—3,20. Zander 1,20-3,20. Hechte 1,20—2,40. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1.60—3.20. Bleie 0.80—1,60. 60 Stück Krebie 2,50—24.00, Todes-Anzeigen 1 1.1 4. Herl. Relctistanswahlkpeis. Petersburg. Viertel. Bezirk 346 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Genosse, der«Schleiser iiugiiZt SQnderbauf Weidcnwcg 54, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Ost-Kirchhoses in Ahrensfelde aus statt. 219/2 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorntand. Deutscher Bolzarbeiter-YeM. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Kamm- arbeiter iupst SQnderbauf Wcidenweg 54, im Alter von 30 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des OstsriedhofcS in SlhrenS- fetde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 98/8 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahivereln 1.18. Bert. Reichstags-Wahlkreis. Am 15. d. MtS. verstarb unser Genosse, der Schlosser Mo Ceiling Wiesenstrahc 29. Bezirk 791. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 3'/. Uhr, von der Leichenhalle des Städttschcn Friedhofes, Secstrahc, Eingang Müllcrstrahc, aus statt. U« rege Beteiligung ersucht Der Ver«t»«d. Am 17. Dezember verstarb unser Genosse, der Steindrucker kerdinandSebuebard! Lllderitzstrahe 6. Bezirk 771. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 2'lt U6r, von der Halle des webasttan- KtrchhoseS in Reinickendors aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 233/10 Der Vorsttzusd. Am 17. b. Mts. verstarb unser Genosse, der Tischler Cbristian Bielstein Ehoriner Str. 70. Bezirk 486. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sinket am Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Zions-Kirchy-ses in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein liir Britz-Buckow. Den Mitgliedern zur Nachricht, dav unser Genosse, der Handels- mann Mannes Haußmann nach langen Leiden am 17. d. M. im 48. Lebensjahre gestorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, de» 21. Dezember, nachmittags'1,3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- KirchhoscS, Hermannstrahe, aus statt. 203/12 Der Vorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Baters �nanat Meinefeld sagen wir allen Freunden. Bekannten u.Kollegen unseren herzlichsten Dank."wb Auguste Memefeld nebst Sohn. Steindniekeru.verwandtenBeruie /Deutscher Senefelder-Bund). Am 17. Dezember verstarb unser Mitglied, der Stcindrucker Ferdinand Sebuebardt im Alter von 37 Jahren an Blinddarmentzündung. Seine eifrige Mitarbeit in unserer Filiale fichcrt ihm ein dauerndes Andenken. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. d. Mts., nach- mittags 2'l, Uhr, auf dem Fried- hos«t. Sebastian in Rcinicken- dors statt._ Ferner starb unser Mtglied, der Stettidrucker Willi Böhm im Alter von 34 Jahren an Kehlkopsleiden. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des 2. Schönebcrger städtischen FriedhojcS(Blanke Hölle), Sachsendamm, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 109/20 Die Ortsverwaltung. Beutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Bierjahrer Peter Bexiner am 17. d. Mts., im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle de» Pius- KirchhoscS in Hohenschönhausen auS statt. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Autojührer Brimo Petruschke am 17. Dezember tat Alter von 30 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sanntag, den 21. d. M., nach mittags 3 Uhr, von der Leichen- halte des alten Thomas- Kirchhofes in Neukölln, Heimannstrahe, aus statt.%!8 Die Bezirksverwaltung. Am Mittwoch früh 8>/, Uhr ver- schied nach kurzem, schwerem Lei- den mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater. Bruder und Schwager, der Handelsmann M. Haußmann im 48. Lebensjahr. 3176 Die trauernden Hinterbliebenen. Frau Martha HauBmann u. Kinder. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Dezbr.. nachm. 2L, Ubr. von der Halle des neuen Jakobi-Kirchhoss in Neukölln, Her- mannstrahe, aus statt. Am Dienstagabend starb Plötz- lich mein lieber Mann, der Former Wilhelm HQnnieke im 62. Lebensjahre. Um fülle Teilnahme bittet Anna Vünnte.ke. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. Dezember, nachmittags 2si« Uhr, von der Halle des PhilippuS-Apostel-Kirch- hojes aus statt. 115A Knabenanzüge | Ulster, Paletots, rinzelneHosen am preiswertesten direkt in der Fabrik Dcrtiia PrUstel 50, Andrcasstr. 50. L Etage. Kein Laden. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, dah unser geliebtes öchterchen 40A Hedwig am Mittwoch, den 17. Dezember, im zarlcn Alter von 4 Jahren plötzlich verstorben ist. Dies zeigen üejbetrübt an Willi Mücke nebst Frau. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle deS Gemeinde-Fried- Hofes in Ober-Schönewcidc aus statt. ole-lamval» PrlllwitzES Bad„Süd-Ost'* 40 Manteulfelstr. 40 a. d. Oranienstr. SV Alle Arten Bäder.-WM Täglich: Russisch- römische und elektrische Ääder für Damen und Herren. Lieferant sämtl. Kranken- lassen sür Berlin und Vororte.* »«aaMO« Spezialarzt für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- Störung. Mäßige Preise. 283/6* Dr. med. WockentnB, Friedrichstr. 128(Oranienb. Tor) Spreohst. v. 8— 8. Sonntags 9— 11. 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