Ar. 335. Rbonnemente'Bedingungen: TOomtemenlä• Preis ptänucteronio: etracIjöW. S,30 20, tnonaü. 1,10 M, wöchmLich isä Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nunwier ö Psg. SonMags- numrner mit illustrierter SenmagZ- Beilage„Die Neue Weit* 10 Psg, Post- ttSonnemenl: 1,10 Mark pro Monat. «ingetragen in die Post-ZeitungS. PrelÄiste. Unter Kreuzband für Dcutschiand und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, für da- übrige Ausland « Marl pro Monat, Postabouu-uieiüs nehmen aiu Belgien, Tänemarl, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, «umänicn. Schweden und die Schireiz. 30. Jahrg. CrlitiDl täglich. Verltnev VolkesblaK. Sie fnlerttonz-Sebilhi' beträgt für die fechSgeipaltene Kaloncl« gelle oder deren Illaiun 00 Pig„ für politische und gelvcrlschaftnche BercinS- imd Bcriamnll, lug--Anzeigen 30 P'g. ..Kleine tsnreigen", das fettgedruckte Wort A Pfg, fzuläfsig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Cchlafitcllenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jede- wettere Wort 5 Pfg. Zgortc über löBuch- 'iahen zählen für zwei Worte, Inserate ilr die nächste Äutiimer inüsscn bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben Ivcrdcn. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Stdresse: „SeiialtXmelint Rtrlia". " Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8Rl. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt ZNoriftplan, Nr. 1383. Sonnabend, den ÄO. Dezember 1913. expeditton: SRI. 68, Lindenstrassc 69. Fernsprecher: Amt MoriPPlatz, Nr. 1381. Das erste stachspiel von Zabern. Vor dem Kriegsgericht in Straßburg gelangte am Freitag einer der militärischen Exzesse des Leutnants v. Forstner zur Verhandlung, v. Forstner wurde wegen seines Säbel-- attentats auf den Schuhmacher gesellen Blank in Dettweiler zu einer Gefängnisstrafe von 43 Tagen der- urteilt. Es iit das die M i n d e st str a fe, auf die unter den obwaltenden Umständen wider ihn erkannt werden konnte. Der Gerichtshof hob in seinem Urteil hervor, daß der Königsleutnant v. Forsmcr sich des gesetzwidrigen Gebrauchs seiner Dienstivaffe und dcrKörperverlctzung schuldig gemacht habe und daß er sich dabei nicht in der Putativnotwehr befunden habe. Das heißt, daß er sich angesichts der gerichtlich fest- gestellten Tatsachen nicht in dem Glauben befunden haben k ö n n e, in Notwehr zu handeln. Auf die gesetzlich mögliche Mindeststrafe sei jedoch deshalb erkannt worden, weil Forstner noch sehr jung sei und sich infolge der ihm zugefügten Be- leidigungen und der Angriffe der Hetzpresse in einem Zustande erklärlicher Gereizheit befunden habe. In Betracht sei ferner gezogen worden, daß der verletzte lschuhmachergesclle keine allzu schweren Verletzungen davongetragen habe, da er bereits nach acht Tagen wieder seiner Arbeit nachgehen konnte. Gleich dem Leutnant v. Forstner, der sofort gegen das Urteil Berufung einlegte, wird auch die Scharfmacherpresse behaupten, daß die Strafe eine recht schwere sei. Aber auch die übrige bürgerliche Presse wird sich jetzt so gebärden, als ob durch diese Verurteilung die Zaberner Exzesse bereits eine Sühne gefunden hätten. Denn die Verurteilung des Leutnants zu einer Gefängnisstrafo von sechs Wochen beweise, daß die Militärbehörden den ernsten Willen hätten, jede militärische Verfehlung ernsthaft zu ahnden. Von einer strengen Verurteilung kann freilich nur der sprechen, der die Begleitumstände der empörenden Tat voll» siändjg.außer acht läßt. Denn wie g e l i n d 0 schon nimmt sich die Strafe aus. wenn man sie in Vergleich stellt zu dem Stettincr Urteil, das die beiden Arbeiter Kunschnitz und 5tugel zu 1 resp. Pfa Jahren Gefängnis verurteilte, obgleich der B e w e i s für ihre Schuld in keiner Weise erbracht war. Aber selbst wenn dieser Beweis ebenso zweifelsfrei er- bracht gewesen wäre, wie er nicht erbracht worden ist, selbst wenn von den beiden Arbeitern während der tumultuarischen Szene Revolverschüsse als Antwort auf die Revolverschüsse, die von Schreiberlehrlingen aus der Fabrik abgefeuert wurden, ab- gegeben worden wären, so hätten doch auch ihnen jene mildernden Umstände zugebilligt werden müssen, die man dem Dettweiler Säbelhelden in Offiziersuniform zu- gute kommen ließ. Denn der Tumult war doch entstanden infolge der Ermordung eines Arbeiters durch einen Arbeits- willigen, war entstanden, weil man des Glaubens war. daß man den Mörder durch eine Hintertür hätte entschlüpfen lassen. Und einer der beiden Stettincr Verurteilten war der Schwager des Ermordeten, hatte also nach der Straßburger Kriegsgerichtslogik allen Grund zur Erregtheit. Nichtsdestoweniger in S t e t t i n die schwere Verurteilung bisher völlig unbescholtener Arbeiter, und in S t r a ß b n r g das m i l d e st e Urteil, das nach den Bestimmungen des Militärstrafgesetzbuchs überhaupt zulässig war! Dazu kommt, daß Leutnant v. Forstner seinen brutalen, gesetzwidrigen Ueberfall gegen einen Wehrlosen und Un- schuldigen verübte, ohne irgendeine Entschuldigung für sich zu haben. Ergab dock) die Zeugenvernehmung, daß die von dem offiziösen Wolfsschen Tepeschenburau verbreitete Meldung, der mit dem Säbel traktierte Schustergefellc habe Miene ge- macht, sich mit dem Taschenmesser gegen die Soldaten zu wehren oder gar dem Leutnant v. Forstner zu Leibe zu gehen, auf einer blanken Erfindung beruhte! Das Wolsssche Bureau hat in seiner zweiten Meldung be- hauptet, der Schuhmacher Blank habe, als ihn ein Fahnen- junker verhaften wollte, die Drohung ausgestoßen,„warte, jetzt wirst Du gewetzt", und dabei nach der Tasche gegriffen, in der nachher ein Messer gesunden worden sei. An dieser Darstellung war kein wahres Wort! Zwar be- hauptete der Fahnenjunker, Blank habe ihm zugerufen: „Warte. Junge, Du wirst noch gewetzt," aber dieser Zuruf sollte nicht bei der Verhaftung und bei der sich dabei abspielenden Szene erfolgt sein, sondern viel früher, lange, bevor Blank verhaftet werden sollte. Denn Blank wurde erst viel später verhaftet, nachdem der Fahnenjunker, der von seiner ersten Verfolgung Blanko wieder zu Forstner � zurückgekehrt war, aus eine Anfrage bei Forstner die Weisung erhalten hatte, den Blank festzunehmen. Zudem Vermochte keiner der Soldaten der Forstnerschen Abteilung zu bezeugen, daß jener angebliche Zuruf des Blank überhaupt gefallen sei! Auch von dem Taschenmesser war während der Verhandlung keine Rede. Und endlich standen nicht der Fahnenjunker und der Leutnant v. Forstner bei der Ver- Haftung dem Blank allein gegenüber, sondern Blank hatte es außer mit diesen beiden noch mit 4 oder 5 Soldaten! jjw tun. die das Bajonett aufgepflanzt und den sich sträubenden Tchuhmachergesellen bereits mit Kolbenstößen trak- tiert hatten!> Leutnant v. Forstner behauptete auch nur, daß Blank sich en seine Verhaftung gewehrt und den einen Arm frei be- 'wen hätte, mit dem er»eine Vorwärtsbewegung nach ihm- hin" gemacht habe. Darin habe cr einen Angriff des Blank vermutet und ihm deshalb den Säbelhieb über den Kops versetzt. Auch der Anklagevertreter hielt es nach der Beweisausnahme für ganz unmöglich, daß Forstner sich irgendwie habe bedroht fühlen können. Hätte der Schuh- inachergesellc wirklich den total unwahrscheinlichen Versuch ge- macht. Forstner anzugreifen, so würden ihn die Soldaten— wie diese auch sämtlich bei ihren Zeugenaussagen zugaben— sofort unschädlich gemacht haben. Das wäre ihnen um so leichter gewesen, als sich, wie ebenfalls festgestellt wurde, auch nicht ein einziger Zivilist in der Nähe befand, der dem Blank hätte zu Hilfe kommen können. Aber Forstner wagte ja selbst nicht eininal die Behaup- tnng aufzustellen, daß ihm von Blank irgendwelche Gefahr gedroht habe. Er wollte nur mit der Möglichkeit gerechnet haben, daß ihm Blank einen Schlag hätte versetzen können — und um diese Gefahr abzuwenden, hieb er dem Wehr- losen mit dem Säbel über den Kopf! Er habe das getan, weil er den Blank habe unschädlich machen müssen, bevor cr ihn nur berührt habe. Denn nachher sei es z u spät für ihn gewesen, sich S a t i s s a k t i 0 n zu verschassen. Um diese wundersame Darstellung zu begreisen, muß man den niilitärischen Ehrenkoder kennen. Nach diesem Ehren- kodex wird ein Offizier auch durch den leichtesten Sckag, den er von einem Zivilisten erhält, insamiert, wenn er nicht sofort den Angreifer über den Hausen sticht oder schießt. Dieselbe Auffassung vertrat ja auch das famose Wort des Kriegs- m i 11 i st e r s, daß es besser sei, durch die schwersten, sei es aiuff ungesetzlichen Maßnahmen eine Beschimpfung des vor- nehmsten Rockes zu verhüten, als daß nachher ein Offizier einem Zivilisten den Säbel durch den Leib renne! Dieser militärische Ehrenkoder schlägt nicht nur jeder vernünftigen Auffassung, sondern auch dem Gesetz ins Gesicht. Auch der Anklagevertreter konnte nicht umhin, den in seiner Offiziers- moral befangenen Königsleutnant Forstner darüber zu be- lehren, daß das Gesetz unter Notwehr etwas ganz an- deres verstehe, und baß einzig die Gerichte berufen seien, einen beleidigten Offizier„Satisfaktion" zu ver- schaffen. Und damit sind wir an dem Kernpunkt der Affäre angelangt: bei der Feststellung der Tatsache, daß das Militär bei den Zaberner Vorgängen nur systematisch jene Gesetzesverachtung betätigt hat. die ihm durch eine alte Tradition in Fleisch und Blut übergegangen ist und die bei den jüngsten Exzessen im Elsaß den Ossizieren und Mann- schasten von den Vorgesetzten noch ganz be- sonders eingeschärft worden war. Ter Ver- teidiger des Forstner wollte seinen Klienten denn auch einzig deshalb freigesprochen wissen, weil er ja nur Instruktionen seiner Vorgesetzten, insbesondere des Obersten v. Reuter, gefolgt sei. Oberst v. Reuter selbst aber hat durch seine Zeugenaussage den bündig st enBeweis dafür gebracht, daß er seine Untergebenen direkt zur rücksichtsloseste): Gesetzes- Verletzung aufgefordert Hatte. Er hatte ihnen— immer nach seiner eigenen Zeugenaussage— befohlen, bei der Ahndung ihnen zugefügter Beleidigungen„s 0 s ch n e i d i g w i e m ö g- l i ch" vorzugehen. Er hatte dem Forstner selbst geraten, stets eine geladene Pistole mit sich zu führen, um da- von sofort den rücksichtslosesten Gebrauch zu machen. Er hatte den Ossizieren angedroht, daß sie bei Nichtbesolgung seiner Instruktion vor ein Ehrengericht gestellt werden würden. Die Säbelattacke des Forstner auf einen Wehrlosen war also nur die unmittelbare Folge des ihm von Reuter gegebenen Befehls. Aber Oberst v. Reuter hatte nicht nur die Offiziere aufgereizt, Beleidigungen— und es konnten natürlich nur Beleidigungen durch Zurufe in Frage kommen— sofort mit der blanken Waffe zu rächen, sondern er hatte auch von den Unteroffizieren ver- langt, daß sie Angreifer unbedingt„zur Strecke zu bringen" hätten. Oberst v. Reuter hat also in aller Form zur Säbeldiktatur und zu militärischen Exzessen aufgefordert. Aber nicht nur von ihm, sondern auch von dem General- k 0 m m a n d 0 war die Weisung gekommen,„scharf vorzn- gehen" und sich„nichts gefallen zu lassen". Selbst wenn also Leutnant Forstner statt zu sechs Wochen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden wäre, würden die wirklick, Schuldigen jetzig erst recht zur Rechenschaft zu ziehen sein. Wer die wirklich Schuldigen sind, stebt nach dem Ergebnis dieses Prozesses außer Frage. In erster Linie ge- hören O b e r st Reuter und General Deimling auf die Anklagebank. Wäre die Rede des Kriegsministers vor den Militärexzessen erfolgt, so hätte unbedingt auch Herr v. Falkenhayn den beiden Herren Gesellschaft zu leisten. Aber auch so trifft ihn das volle Maß der Verantwortung, und wenn unser Bürgertum auch nur eine Spur von Selbst- und Rechtsgefühl besäße, so existierte für es keine dring- sichere Pflicht, als die A ni t s e u t s e tz u n g dieses Kriegs- m i n i st c r s zu erzwingen, der sich ffrupellos über Ver- fassung und Gesetz hinwegsetzen zu können glaubte! Wir müssen es uns für heuie versagen, noch wettere unter lärmendem Absingen eines zotigen und zyni- scheu Liedes, dessen Text sich nicht wiedergeben läßt. Als es zu den angeblichen Beschimpfungen des Leutnants Forstner kam, war es noch dunkel, so daß sich also erst recht gar nicht feststellen ließ, wer eine Beleidigung aus- gestoßen hatte. Trotzdem fiel man mit Kolbenstößen über den hinkenden Schustergesellen her, der zur Arbeit gehen wollte und sich mit Recht— das gab ja auch der Anklage- Vertreter unumwunden zu— dagegen wehrte, daß er von der Soldateska„wie ein Vieh" Hinweggeschlevpt werden sollte. Als der lahme Schustergeselle sich nach Kräften gegen den skandalösen Gewaltakt zur Wehre setzte, bekam er den Säbel des heldenhaften Leutnants zu kosten. lliü) mit 43 Tagen Gefängnis soll diese unerhörte Freveltat gesühnt sein? Ach nein: dieser erste schüchterne Strasakt kann nur das sänftigliche Vorspiel gewesen sein. Ter Ernst der Sache hat jetzt erst zu beginnen! Tie Herren Vorgesebtcn gehören jetzt aus die Anklagebank, damit endlich der Geist der Gesetzes- und Verfafiungsvernchtung ans dem Heere verbannt wird!_ Zum ßanltveritebr der Gewerkschaften. Tie Deutsche Bank hat bekanntlich einen Angestellten, der für den Allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten agi- tatarisch wirkte und als Beauftragter seiner Zlollegen der Di- rektion die Wünsche der Angestcllen unterbreitete, gemaßregelt. .Jener Vorgang hat das Interesse der Oessentlichkeit in hohem Maße wachgerufen. Die Versuche, durch Maßregelungen die Privatangesiellten ein- zuschüchtcrn und sie zum Verzicht auf das gesetzlich gewährleistete Äoalittonsrecht zu veranlassen, sind in neuerer Zeit immer häufiger geworden. Ein freies Koalitionsrecht ist aber die wichtigste und unerläßlichste Voraussetzung für einen erfolgreichen Kamps um eine bessere Lebenshaltung und die Freiheit der PcrsönlWeii. Alle Arbeitnehmer, ohne Unterschied ihrer politischen oder religiösen Ansichten haben in dieser Frage das gleiche Interesse. Tie deutschen Gewerkschaften haben den Kamps um ein freies Koalitionsrecht stets mit allen Kräften geführt. Wo es galt, das bedrohte Koalitionsrccht zu sichern, waren sie stets zur Crellc. Es war also selbstverständlich, daß die Generalkommission als. Ver- tretung der gewerkschaftlichen Zentralverbände dem koalitions- feindlichen Verhalten der Deutschen Bank gegenüber nicht un- tätig bleiben durfte. Ein erheblicher Teil der gcwerkschastlichcn Organisationen steht mit der Tcutschen Bank in Geschäftsper- bindung. � Diese Verbindung kan natürlich nicht auftechtcrhasien werden, wenn die Deutsche Bank auf ihrem koalitionsseindlichei! Standpunkt bcharrt. Um hierüber Aufklärung zu schaffen, hat die Generalkommission mit der Deutschen Bank verhandelt. Es fand eine längere Aussprache zwischen Vertretern der Generalkommission und zwei Direktoren der Tcutschen Bank statt, die aber zu keinem für die Gewerkschaften befriedigenden Resultat führte. Die Bei- trcter der Deutschen Bank versicherten zwar wiederholt, daß die Bank nicht die Absicht habe, das Koalitionsrecht ihrer Angestellten zu beeinträchtigen, sie konnten sich aber nicht dazu verstehen, eine ausreichende schriftliche Erklärung hinsichtlich der Sicherung des Koalitionsrechts abzugeben. Verschiedene andere Banken bemühten sich um die Kundschaft der Gewerkschaften. Diese kann natürlich nur solchen Institute» zugewandt werden, die keinen Zweifel darüber lassen, daß dao Koalitionsrecht der Angestellten nicht angetastet, wird und dem- entsprechende Erklärungen abgeben. Tics ist von mehreren Groß- banken gegenüber der Generalkommission bzw. dem Allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten geschehen. Es können nunmehr folgende Banken empfohlen werden: Berliner Handelsgesellschaft, Berlin>V. S, Behrenstr. 32/33. Mitteldeutsche Crcditbauk. Schaasshaus enscher Bankverein. Die gewerkschaftlichen Organisationen werden in Zukunft diese Banken bei der Anlage ihrer Gelder bevorzugen. Drei weitere Banken: die Dresdner Bank, die Com- merz- und Tiskontobank und die Diskonto-Ge- s e l l s ch a f t haben Erklärungen der oben bezeichneten Art nicht abgegeben. Nach Angabe des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankbeainten sind aber in diesen.Instituten den Angestellten bis- her keine Schwierigkeiten hinsichtlich der organisatorischen Be- tätigung gemacht worden. pol'tilcbe(leberllebt. Die Sorge um de« Profit. Die Berliner Handelskammer hat an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe und an den Staatssekretär des Neichsamts des Innern eine Eingabe gerichtet, in der das Krankenkaffenwcsen »ach seiner neuen Gestaltung durch die ReichSversicherungSordnung als eine Gefahr für Handel und Gewerbe hingestellt wird. Die allgemeinen Ortskrankenkassen würden sich nunmehr in den Groß- städten zu Körperschaften ausdehnen, die gegenüber all den Beruft- ständen eine übermächtige Stellung einnehmen, deren Aufgabe die Streiflichter auf die mancherlei interessanten Feststellungen � Versorgung und Heilung von Kranken ist. Die Lieferanten zu werfen, die. der Straßburger Prozeß gebracht hat. So von Erzeugnissen der Chimrgie-Mechanik und Optik, sowie Wurde durch die Aussage eines Lehrers und des Bürger- � Krankenpflegeartikeln fühlen sich bedroht, weil sie mit der Mög- Meisters von Dettweiler festgestellt, daß die Mannschaften des � lichkeit rechnen, daß die Kassen zur Selbstlieferung bezw. Forstner in überaus provozierender Weise durch den Ort ge- Herstellung der bisher von den Gewerbetreibenden bezogenen Waren zogen waren, nämlich, obwohl erst der Tag zu grauen begann,! übergehen werden. Es gewinne der Plan an Wahrscheinlichkeit, daß die Lrtskassen z. B. in Berlin kleine Fabriken iibernehtticn, ,bie bisher im Besitze eingehender Kassen waren. Einer Aufnahme der Fabrikalion durch die Krankenkassen iin großen Maßstabe itiütbeit aber Bedenken sowohl im Interesse der Versicherten(?) wie in dem der Gelvcrbeireibenden entgegenstehen. Die Eingabe schließt mit der Bitte an den Minister und an den Staatssekretär, dafür Sorge zu tragen, daß in den Statuten der Krankenkassen die Frage der Selbst- Herstellung und des EigenoerkaufS eine Regelung erfährt, durch die die Interessen der bisherige» Lieferanten der erwähnten Waren ge- schützt werden. Wir sind der Anficht, daß eine Fabrikation durch die Kranken- ka'sen ganz besonders im Interesse der Versicherlen liegen würde, daß also das Bestreben der Krankenkassen, ihren Bedarf an Heil- Mitteln durch eigene Fabrikation zu decken, nicht durch engherzige Maßnahmen unterbunden, fondern gefördert werden müßte. Die Kajsey sind verpflichtet, mit den Geldern der Lersicherten höchst spar- sanr umzugehen, ganz besonders nach den kolossalen Forderlingen der Aerztc. Tie Rerchstagsersatzwahl im Wahlkreise Roseuberg-ltöbau für den verstorbenen Ateichsparteiler Pfarrer Zürn findet am 21. Januar stall. Kirche und Staat. Staat und Kirche sind in Hamburg verfassungsmäßig gekrennt Trotzdem beantragte jetzt der«eiwt. die Erhebung der Kirchensteuer der staatlichen Steuerbehörde zu übertragen, nwraus den Kirchen- gemeinden eine jährliche Ersparnis von-10000 M. erwächst. In der Bürgerschaft stimmten alle bürgerlichen Fraktionen dem Senats- antrage zu mit der Maßgabe, daß auch mit den imderc» Rcligiöns- gememschaften ein entsprechendes Abkommen getroffen tverde. Dagegen stimmte nur die sozialdemokratische Fraktion, in deren Namen Genosse Stalten den Liberalen vorhielt, daß sie hier wieder ein altes liberale» Prinzip grundlos preisgegeben haben. Erklär», ig der Religio». zur Geschäftssachc. In der NitolauSkirche zu Köln. wurden in den letzten Wochen voil Patres des Oblate nordenS Missioiisporiräge gehalten, das sind Veranstaltungen, die der besonderen Seelenreinigung der Gläubigen dienen. Am Schlüsse der letzten Predigt, die nach dem kirchlichen Bericht besonders„ergreifend" gewesen sein soll,, wurden in der Kirche Karte» dieses Inhalt» verteilt: Kalholikcuk Soll die segensvolle Wirkung der hl. Mission eine dauernde sein, dann haltet auch nur eine Eure Weltanschauung vertretende und unsere hl. Religion mutig verteidigende täglich erscheinende katholische Zeitung. Diese ist eine vorzügliche Waffe gegen G la ub e n s I o si.gke it und Sitten- v e r d e r b n i,... Für uns Kölner Katholiken kommen als solche nur die Kol- nische V o l k s z e i t u ii g ,- Kölner L o k a l- A n z e i g e r und Rheinischer Merkur in Betracht. Diese Geschäfiemacherei katholischer Zeitungskapitalisten, die nur mit Wissen und Willen der Geistlichen.in der Kirche geschehe» sein lanii, war selbst manchen gläubigsten Katholiken zu stark. Mehrere Teilnehmer der Mission protestieren in einem Schreiben an unser Kolner Parteiblall und schlagen vor, die ZenlrumSpartei möge in ihr Programm den Satz aufnehmen t. Erklärung der Religion zur GeschästSsach e."__ Wichtige Entscheidung des Reichsgerichts für das Zeitnngswesen. Da» Landgericht Stuttgart. hatte am 11. März fünf Angeklagte wegen Vergehen» gegen da» Postgesetz verurteilt, und zwar den Expedienten der„Göppmger Volkszeitung" Max Lasser zu 8381,66 M., den Expedienten der Stuttgarter„Schwäbischen Tagwacht" Schinunel zu 8113,6k M.. den Redakteur Herpich von der„Gvppinger Boll»- zeitung" zu 7-170,83 M. und zivei weitere Mitangeklagte wegen Uebertretung zu je HS, 32 M. Die Redaktion der„Göppinger Volks- zeitung" wird teilweise in Stuttgart besorgt, wo damals die Zeitung auch gedruckt wurde. Herpich, der Redakteur, nahm aus dein Rück- Wege mit der Bahn einen Teil der Auflage freiwillig, ohne be- sondere Entschädigung mit nach Göppingen, von wo auü der Versand der Zeitung an die Aboimenteu erfolgte. Ter Post in Göppingen war die Art de» ZeitungStransport» bekannt. Plötzlich, nach neunmonatigem Transport, beanstandete die Post die Art des Transport» und erblickte darin eine Hinterziehung des Palelportos. Das Landgericht erkannte aus die genannte hohe.Strafe. Das Reichsgeiicht hat am Montag da» Urteil gegen Laser, Schimmel und Herpich ausgehoben und diese Angeklagten freige- sprachen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß im vor- liegenden Falle Stuttgart uiid Göppingen Erscheinungsorte der „Göppingcr Volkszeitung" waren. Es handelte sich also bei der Beförderung von Paketen von Stuttgart nach Göppingen nicht uin postzwangspstichtige Gegenstände. Dabei komine nicht in Betracht, ob Herpich die Palcte unentgeltlich mitnahm. Anders lag die Sache bei den mitangeklagicn Suha und Brenn- stuhl. Diese haben sich gegen da» Postgesetz vergangen, indem sie Zeitungen von Schorndorf nach HauberSbroim beförderten. Diese Beförderung ist nach dem Poftgesetz Privileg der Post. Zwaugsbeiträge zum Hansabund. Ein Mitglied des Hansabundes suhlte sich durch die plötzliche Schwärmerei dcS hansabüudlerischeu Vorstandes für eine Zuchthaus- gesetzvorlage gegen Arbeiter und Iiiduftriebeamte so unangenehm berührt, daß es dem Vorstand des Hansabundes seine Austritts» crklärung einreichte. Dies Mitglied war aber nicht wenig der» wunderr, al» c» folgende Antwort erhielt: Sehr geehrter Herr: Wir beiitzen Ihr gefälliges Schreiben vom..... � sind jedoch satzungsgemäß nicht in der Lage, von Ihrer Abmeldung für das Jahr!Sl3 Lormelkung nehmen zu können. Wie Sie aus Sj 5 Abiatz 2 der beiliegenden Satzungen zu er- sehen belieben, mug der Austritt spätesten» bis znm 1. Juli für den Schluß des bctrefienden Kalenderjahres angezeigt sein; wii müiien«ic daher der Ordnung haber darauf ausmerksam machen, daß der Beitrag auch für 101-J von Ihnen noch zu entrichten ist. In vorzüglicher Hochachtung HvN'abund für Gewerbe, Handel und Industrie. Kaufmännische-Abteilung. I. A.: Böhm. Das mit der Tätigkeit des HaniabundeZ nicht mehr ein- berstandsne Mitglied sollte alio, trotz seiner Austrittserliäruilg. noch für ein Jahr ZwangSbeiträge leisten. Und da das dem betreffenden Mitglied zugesandte Schreiben des Vorstandes des Hansabuiides nur eine mit Dalum mid Adresse ausgefüllte Vervielfältigung dar- stellt, so dürkte die Zahl derjenigen, denen vom Haniabund trotz ihrer AustrittSerklärung die weitere Zahlung eines vollen IahreS- bsitrages zugemutet wird, nicht oll,u gering sei». DaS betreffende Mitglied des HaniabundeS will allerdings die Pflicht zur Zahlung solcher ZwangSbeilrLge nickt gelten laffen, da ihm die Stalulen eist jetzt nach seiner AuStriltserklänmg zu- gegangen sind, statt zur Zeit seine» EintritrS. In der Tat ist es ein stärl-S Stück und erinnert an die ZwangSbeitragSleisiungen von Kirchensteuern nach erfolgtem Austritt, daß man auch von solchen Personen noch Mitgliederbeiträge fordert, die von den Zielen und Zwecken des Bundes nichts mehr wissen wollest. Sicherlich werden die durch ähnliche Schreibebriefe überraschten Mitglieder es genau so macken wie unser Gewährsmann, nämlich die Beitragszahlungen einfach verweigern. Der Hansabund kann danu versuchen, ob er auf dem Klagewege etwas erreicht. Er wird dadurch zu seiner Popularität noch ein übriges beitragen. Germanisiurung. Vor dem Kriegsgericht der 12. Divifion in B e u t h e n O.-S. wurde ein Prozeß gegen den Rekruten G o c z o l l vom 1S6. Infanterieregiment vechandelt, der zeigt, mit welchen Mitteln ,g er- manijicrt". wird. Goczoll. der polnischer Abstammung ist, soll ffch der AchtungSverletzung und de» Ungehorsam» gegen eine» Befehl. weder im noch außer Dienst polnisch zu sprechen, schuldig gemacht haben. Em zufällig in die Stube des Angeklagten koiiimeiider Unteroffizier will wahrgenommen haben, daß die'er sich mit Kameraden polmich unterhielt. Aus die Erinnerung de» Unteroffiziers, daß nicht polnisch gesprochen werden dürfe, erwiderte G.:„Im Dienst nicht, aber m der Stube und außerdienstlich wohl". In diesen Worten soll nack Meinung des Kriegsgerichts eine so schwere Achtungsverletzung gegen den Unteroffizier und ein so großer Ungehorsam graeu einen Dienstbefehl liegen, daß dieses auf die Strafe von drei Monaten und zwei Wochen G'efängin-Z und Versetzung in die zweite Klasse des S o l d a t e n st» n d e s erkannte. Ohne Zweifel sind solche Urteile geeignet, die Liebe de» polni- fchen Volles zum„deutschen Balcrlande" zum Siedepunkte zu bringen.____ Arbeitslosenfiirsorge. Im hessischen Landtage hat die sozialdemokratische Fraktion eincii Antrag eingebracht, der die Regierung ersucht: 1. im Bundes- rat für die Einführung der ReichsarbeilSlosenv-rficherung zu wirken.' 2. im- nächsten Budget den Betrag von bOOOO Marl bereitzustellen, au-Z dem denjenigen Gemeinden ein Zuschuß gewährt wird, die eine Arbeitslosenunterstützung znr Einführung bringen. Zlbdeckereifleisch als Nahrungsmittel. Mit' einer recht„anrüchigen-' Materie hatte sich gestern das Kriegsgericht der Garde-Kavallerie-Division zu beschäftigen. Unter der Anklage, NahrungSmiltel. die für die menschliche Gesundheit ge- fährlich sein können, in den Handel gebracht zu haben, halte sich der Sohn dcZ AbdeckereibesitzerS von Wernigerode, der jetzt beim Regiment der Gardes du EorpS dienende Rekrut Heumann zu ver- antworten. Wie in der gestrigen Verhandlimg zur Sprache kam, gingen in Wernigerode schon lange Gerücht«, wonach Fleisch, das der Abdeckerei überwiesen war, als Nahrungsmittel weitergegeben wurde. Man halte aber leine bestimmten Beweise. Im August konnte nmt von der Polizei eine Sendung von tt Pfund Fleisch beschlagnahmt werden, das sich in einem Zustand be- fand,, der aller Beschreivung spottet. Das Gutachten des Tier- arzteZ und des Fleisckbeschauer» lautete dahin, daß sich das Fleisch, das im weiten Umkreis«inen peiwtranten stinkenden Geruch ver- breitete, in einem Zustand totaler Fäulnis befand, so daß es für die menschliche Gesundheit als hochgradig gefährlich angesehen werden muhte. Die Farbe war bereits braun. Nach dem Gut- achten war da? Fleisch bereits am Tage der Abl'cndung derart ,n Fäulnis übergegangen, daß es beim Genuß für die Ge- sundheit gefährlich' werden konnte. Während des zweitägigen Transportes wurde die Sendung natürlich noch ekelerregender. Wie der Angeklagte vor Gericht bekundete, hatte er im August eine Kuh und ein Schwein, da» der Abdeckerei überwiesen war, aus einem Dorfe abgebolt. Bezahlt hatte er dafür nichts, weil ja die Ver- sickcrung aufkommen mußte. Das tote Vieh habe nur einen„kleinen Fehler" gehabt, aber das Fleisch, das aus dem Lande der Abdeckerei nberwiescn werde, gelange in der Stadl ja noch auf der Freibank zum Verläufe' Auf dkm Lande'habe man leine Freibank. Von den fraglichen Tieren habe er selbst ein Siück gekostet. Die. 11 Pfund Hobe et dann, damit die Eltern nichts erfahren sollten, im Koffer unter der- WäW versteckt-und es nach zwei Tagen zu der verheirateten Schwester, die in Not gewesen' sÄ, gemndt.''- Der Angeschuldigte' bestritt, daß das Fleisch etwa durch die Schwester weiter verkauft werden sollte. DaS Kriegsgericht kam nach längerer Verhandlung zu einer Verurteilung des Angeklagten. Es nahm aber-blo-Z ein fahrlässige» Vergehen gegen den§ 11 deS Nah- rungSmittelgesetzes an und erkannte nur aus 30 Mark Geld- straf e._ Oeftcmicb. Eine Korrnptionsafsstrc. Wien, tS..Dezember. Abgeordnetenhaus. Zu Beginn der heutigen Sitzung beantwortete- der Ministerpräsident Graf Stürgkh die Anfragen-betreffend eine, angebliche Zuwendung einer RegiernngssubventioU an- den Abgeordneten S t a p i n s k i. In einer Versammlung hatte der polnische Landsmanmnimfier T.l ü g o s z dem Führer- der polnischen Volkspartei vorgeworfen, daß er als oppositioneller Parteiführer von der Regierung für sein in Krakau erscheinendes Blatt G eld genommen habe, während Stapinski bchauplet, Minister Tlugosz babe ihm das Geld aus seiner eigenen Tasche gegeben, es aber dann ohne Vor- wissen Stapinskis der Regierung verrechnet und ffch den' Betrag aus dam Dispositionsfonds der Regierung zurückzahlen 'lassen.- Der Ministerpräsident erklärte heute, so wenig er hier etwas zu verschweigen habe, müsse er doch bedauern, daß in einer poli- tischen Parleiversämmlmig Mitteilungen gemacht worden seien, die mindestens zum Teile durch amtlich gebotene Diskretion vor einer össentlichen Erörterung hätten bewahrt sein sollen. Auf Anregung von angesehener, politisch befreundeter polnischer Seite habe er aus dem Dispositionsfonds einen zum Ankauf eines gegen. den Polenklub opponierenden Blattes erforderlichen Betrag bereitgestellt, damit dieses Blatt unter der Führung Stapinski» eine der bestehenden Majorität des Polenklubs und deren traditionell freundlichen Verhältnis zur Regierung einhalte. Mit Htapinski sei er wegen irgend einer Rcgierungssübvention nie in Berührung gekommen. Es sei ihm nicht bekannt, ob«ta- pinSki etwas davon gewußt habe, daß der Betrag für den Ankauf des Blattes aus dem Dispositionsfonds der Regierung stammte. Auf Antrag des polnischen Sozialdemokraten D a s z y n s k i be- schloß das Haus mit 1öO gegen 110 Stimmen, über die Beant- wortung der Interpellation in der nächsten Sitzung die Debatte zu eröffnen.> Zwischenrufe.) Da« Haus setzte hierauf die Erörterung des Uebcrweisungsgesetzes fort. Amerika. Japan gegen das Einwaudcruugsgesetz. Loudöu, 19. Dezember. Die„Times" melden aus Tokio: DaS geplante amerikanis che Einwanderungsgesey. daS die Zulassung von Fremden erschweren soll, erregt hier kl n« willen. Die Regierung boffr. daß sie nicht zu einer, wenn auch inoffiziellen diplomatischen Vorstellung genötigt werden wird. zumal angesichts ihres Versprechens, sich an der Panama-AnSstellung zu beteiligen und ihrer Bemühungen, die Abneigung der Geschäfts- weit gegen die Beteiligung zu überwinden. Zui' flerztefMfraae. lieber die V Ermittelung des Staatssekretärs Delbrück im Kon- siikt zwischen Krankenkassen und Äerzten wird eine ofsiziöse Nanz verbreitet. Danach hat am Donnerstag die erste Konferenz starr- genliiden. Es nahmen daran außer dem Staatssekretär Delbrück teil: der preußische Handelsminister, Landwirtschtstsminister und Minister des Innern, als Vertreter der A'erzte Dr. Passow, Dr. Orth und Dr. Kraus, lieber eine Vorbesprechung kam man nicht hinaus Falls die- Beteiligten bereit sind, in Verhandlungen einzutreten, müßte, so heißt es in der offiziösen Notiz, überall, wo c-s zu Vertragsabschlüssen zwischen Aerzten und Kassen noch nicht gekommen ist, zunächst mit Geltung vom l. Januar 1914 ab, xin dreimonatiges Interimistikum tuf der» Balis der zwischen den.Kapeii und den Aerzten gegenwärtig geltenden Vereinbarungen geschaffen werden, damit Zeit zur Verständigung gewonnen wird. Tie Ver- tretcr der medizinischen Fatulläien übernahmen es, in diesem Sinne mit den ärztlichen Organisationen in Verbindung zu treten. -st Ta» Streben, möglichst viel zu verdienen, verwehrt niemand, zu allerletzt die Krankenkassen einem Arzt. Aber die Krankenkaöen haben keine unerschöpflichen Mittel uiid bestehen nicht, um dem Arzt, sondern um dem erkrankten Arbeiter zu helfen. Wir haben schon wiederholt daraus hingewiesen, daß der Krankenkasse zwar die Verpflichtung auferlegt ist, die Kranken ärztlich behandeln zu lassen, daß aber da» Reich, das diese Verpflichtung den Kassen auferlegt, lvedcr die Kossen für die Behandlung zahlt, noch den Aerzten die Verpflichtung zur Behandlung auferlegt, noch eine Versraat- lichung der Aerzte eingeführt hat. Durch diese Lücke wird die Kasse in eine sehr üble Lage gebracht. Für heute möchten wir einmal die vom Leipziger Aerzie- verband ausposaunte Behauptung untersuchen, der Arzt werde durch die schlechte Bezahlung in den Krankenkassen proletarisiert. Das direkte Gegenteil ist der Fall: die Aerzte haben, durch die Krankeukai'seu mehr Vorteile erhalten als die Arbeiter. Die von Uns mehrfach vcroffeisslichten Angaben aus der Statistik über die Krankenkaffenleiftungen zeigen das. Wie steht es mit der Bezahlung der Aerzte im Verhältnis zur Bezahlung anderer Personen mit akademischer Bildung, und wie sieht das Verhältnis der Bezahlung von Aerzten in Kassen im Verhältnis zu amtlich a n g e st e l l t c n Aerzten aus? In Reich, Staat und Gemeinde werden au angestellte- Aerzte Gehälter bezahlt, wie man sie sonst keinem Menschen mit akadenn- schcr Bildung bietet. In der Armee gibt man den Assistenz- und Oberärzien ein Jahrcsgehakt von 1700— 2400 M., den Stabsärzten 3400—5100 M.. den Oberstabsärzten und Generaloberärzten öS5'2 Mark. Erst die Generalärzte bringen es auf 8872 M. Ein ähn- liches Bild geben die Gehaltsstalen in den Proviuzialetat» und in den Gemeindeetats. Gerade beschämend niedrige Summen aber werden den Aerzten in Provinzial-JrrenanstaUen, in Kranken- Häusern, als Armenärzte usw. geboten. Das scheinen aber die Aerzte ganz in der Ordnung zu finden. Nur dem Arbeiter gegen- über wirb gefordert, obwohl sie wissen, daß jeder Erfolg nur aus Kdsten der kranken Arbeiter erstritten werden kann. 1910 bestand die Bevölkerung des Deutschen Reiche» aus 44 068 740 über 14 Jahre alten Personen und 20 862232 unter 11 Jahre alten Personen. Von den über 11 Jahre alten Personen waren 1911 14 518764 gegen Krankheit versichert. Die Kranken- und Änappschastökassen zahlten 1911 89 129 024 M. an Arzlhonorar. Dazu kommt noch das Arzthonorar, welches in den Verpflegungssätzen in Anstaltsbehand- lung enthalten ist. Rechnet man nur die direkt an Aerzte gezahlte Summe, dann zahlten die Kranken- und Knappschaftskassen 1911 für jeden Versicherten 6,14 M., also eine Summe, die daS Reich nicht annähernd an Arzthonorar für die Soldaten aufwendet. Aber auch die n: ch t v e r s ich e r t e Zivilbevölkerung zahlt viel weniger. Würde für jeden über. 14 Jahre alten Einwohner 6,11 M. und für jedes Kind die Äälsre, also 3,07 M., an Arzthonorar bezahlt, dann hätten die rund 32 000 Aerzte zu- sammen eine Einnahme von 331598 477 M.. also ein Durch- s ch n i t t s e i N k o m m e n von über 10000 M. Damit ständen •hie Aerzte übsr den- Leuten mit"ähiikickjct- Vorbildung. Sie hätten mehr als die akademisch gebildeten Lbcrlohrer, diese hekommeii in Preußen in den staatlichen Anstalten 4000— 8600 M., also im Durchschnitt 6200 M. Etwas besser sind einige Iüristen besoldet; aber sie bringen es als Reichsgerichtsrat nur auf 13 000 M.' oder als Senatspräsident beim Reichsgericht aus 15 000 M. Freilich muß man bei den Beamten noch rund 10 Vroz. als Wert für die Pension und Reliktenversorgung hinzurechnen. Aber selbst nach Hin- Zurechnung dieser Summen werden die Oberlehrer. Direktoren der höheren Lehranstalten und die Juristen im Gerichts- und Ver- waltungsdienst nicht auf 10000 M. durchschnittliches Jahresgehalt kommen. Nun haben die Aerzte jetzt keine 10 000 M. Jahreseinkommen. Wenn jie ein solches Einkommen nicht erreichen, dann' liegt es aber nicht an den Krankenkassen, sondern an den niedrigen Bezügen, die die Aerzte von den N i ch t v e r s i ch e r t c n haben.— Tie Herren vom Leipziger Verband sagen: In den Kranken- und Knapp- schasiSkassen werden rund 430 Millionen Mark Beiträge- eingc- nommen. Wenn sie davon noch 100 Millionen Mark mehr als bis- her für Arzthonorar erhalten können, dann reicht es vorläufig. Kann man von dem Rest den Kranken nicht den halben Arbeitsverdienst als Krankengeld geben, dann möge man es auf ein Drittel reduzieren. Wozu braucht ein kranker Arbeiter und dessen Familie auch etwas zum Leben! Der Arzt will natürlich standesgemäß leben. Von Reich, Staat, Provinz und Gemeinde, wo Aerzte angestellt find, kann der Arzt nicht mehr fordern, und wenn es nicht bewilligt würde, nicht mit Streik drohen. Streikende Militär- ärzte oder streikende beamtete Aerzte, das paßt nicht zum Militär- und Bnreaukratenstaat. Bei solchem Streit würde die ganze bürgerliche Welt in größte Erregung versetzt und gegen die Aerzte Partei nehmen. Aver den Krankenkassen kann man fchon noch etwas abnehmen.. Das wird ja höchstens kranken Ardeltern enkzogen. In solchem Kampfe können die Aerzte auf die Unter- stützung fast der ganzen bürgerlichen Presse rechnen. Fast ein- mütig steht die bürgerliche Presse auf Seiten der streikenden Aerzte und verbreitet die hübschen Rechnungen über die Bezahlung der E i nz ell ei st u n g e n. DaS ist das schöne Rechenkunst. stück, mit dem man Jahreseinkommen eines Kassenarztes von 15 000 M. als zu niedrig erscheinen lassen kann. Tie Jahresleistung eines solchen Arztes wird in 150 000 EinzelleijtuNgen zerleg: und dann hat er für die Einzelleistung 10 Pf., also weniger als ein Dienstmann. Man sollte aber einmal rechnen, wie hoch finanziell guigestellte Städte solche Einzelleistungen der Aerzte in Kranken- hausern bezahlen. In den Krankenhäusern wird in der Regel jeder Kranke täglich zweimal vom Arzt besucht. Da kommen also in einem Krankcnhause mit tausend Betten im' Jahre 730 000 und mehr solcher Einzellcistungen heraus. Wenn nun in solchem Krankenhause 20 Aerzte angestellt sind und jeder Arzt 6000 bis 10000 M., also durchschnittlich 8000 M. erhält, dann wird die Einzelleistung doch noch nicht mit 22 Pf. dezahlt und für die großen Operationen gibt es dann gar nichts. Aehnlich wie die Ein«!- leistungen der Krankenhausärzte sind auch die Einzelleistungen wer Kassenärzte einzuschätzen. Würde man in einem Krankenhause über die E i n z c l l e i st u n a e n der Aerztc so buchführen, wie die Kassenärzte es müssen, dann würde man bald erkennen, wohin es führen würde, wenn diese Einzelleistungen nach der Taxe bezahlt werden sollt«:, wie sie von den Krankenkassen gefordert werden. Tie Krankenhausärzte würden allesamt mit ihren Bezügen uper die Gehälter der Oberbürgermeister und der Minister hinaus- kommen. Hiis der Partei. Du Partemu chuh hat in einer Sitzung am 16. d. Mt». dein Borschlag de« Partei- Vorstandes zugestimmt, den nächsten Parteitag in Bürzburg abzuhalten. In die Kommission zum Studium der Ägrar- frage, die nack» einem Beichlusie de» Parteitags in Jena eingesetzt tverden soll, hat der ParteiauSschuß di« Genossen Hofer, KautSky, Dr. David, Otto Braun, S ch u l z e- Cossebaude, Hofmanna Kaiserslaui«». Leine r Geprg Schmidt- Berlin und Geißler« München gewählt. Der nächste Frauentag, zum Zwecke der Demonstration für daö Frausnwal?lrccht, wurde auf den 8. März 191t festgesetzt. Gegen den Genossen Leutert in Apolda, den Reich-StagS« abgeordneten für den dritten weünariswen Wahlkreis sJena). wird zurzeit von der bürgerlichen Presse ein Bericht des.Apoldaer Tage- blaitcS" über eine Scböffengerichtsverhandlung, bei der er als Zeuge in einem gegen ein Gastwirtsehepaar angestrengten Kuppeleiprozesse fungierte, aosgeschlachtet. Eine Kellnerin hatte ihn in der Per- Handlung des intimen Berlehrs mit ihr bezichtigt, waS vom Ge- noüen Leutert bestritten wurde. Auf eine entsprechende Frage dcS Borsitzenden verweigerte er die Auslage. Wie Genosse Leutert der „Weimarischen Volkszeitung" mitteilte, hat er bei der StaatSamvali- schaft Strafanzeige gegen die Kellnerin erstattet; auch die Partei- instanzen werden zu der Angelegenheit Stellung nehmen, die also ihre Aufklärung finden wird. Geineindcwahlsicg. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Det- mold wurden von unseren Parteigenossen in der dritten Wähler- klasse vier Mandate neu gewonnen. Volirciliche», Gerichtliches ufw. ReichSgerichtlichcr Schutt der Str eikbrecherverträge. Bor der Strafkammer in Halle a. S. war am Donnerstag der Redakteur des„ B o l k S b l a t t S" Genosse K o e n e n wegen unerlaubten Nachdrucks angeklagt. Er hatte im Mai d. I. Verträge. die der bekannte Arbeilswilligenageltt �Adols H e ß b e r g von Blankenese mit den Ilnternebmern der Saale- Reederei über die Verschacherung von Arbeitswilligen gelegentlich des Hafenarbeiter- streiks abgeschlossen hatte, inr„Volköblatt" abgedruckt. Die Ber- träge wurden natürlich im„Bolksblatt" kräftig kritisiert: die Straf- kanimer erachtete aber unerlaubten Nachdruck nicht als vorliegend und sprach den Genossen Kocnen frei. Hiergegen hatte der Staatsanwalt bei dem Reichsgericht Revision eingelegt und damit erzielt. daß die Sache zur nochmaligen Prüfung an die Strafkammer Halle zurückverwiesen wurde. Das Hallefche Landgericht sollte prüfen, ob die Hcßbergschcn Vorträge besonderer Art wären und ob zur Abfassung dieser Vorträge geschäftliche Erfahrungen, Gewandtheit und Rechtskenntnisse erforderlich wären.— Der Staatsanwalt bejahte dies und ließ den Grund seiner Klage ziemlich ungeniert durchblicken mit der Bemerktmg:.Die Ver- offen tlichung der Verträge sei ein unerlaubtes Kampfmittel der Gewerkschaften." Beantragt wurde diesmal eine Geldstrafe von 50 M. DaS Gericht kam diesmal zu der Ansicht, HeßbergS Verträge feien als selbständiges Schriftwerk, die eines besonderen Schutzes bedurften, anzusehen und verurteilte Genosse Koenen zu einer Geldstrafe von 3 0 Mark. "Ziigeuäbewegimg. Behördlich gestattete Waldvcrwüstung. In Nr. 23 der„Bundcs-Zeitschrist Jungdeutschlands' berichtet Hauptmann Giehrl über ein Kriegsspiel, das zur Belehrung der Teilnehmer des zweiten Führerkursus im Grunewald veranstaltet wurde. Hierbei teilt er mit, daß die Forslverwaltung zur Benutzung einer Schonung die Erlavbnis erteilt hat. Das.dichte, mitten im Walde gelegene Jungbolz" diente der der- folgten Partei zur Verteidigung, die.von den umliegenden A e st e n usw. den be st en Gebrauch ge- macht hatte, so daß in kurzer Frist ein wohl- befestigtes, wahres Schmugg lernest entstanden war"................ Hier wurde also durch eine Behörde, die zum Schutze der Natur da ist, einer Naturverwüstung direkt Borschub geleistet, lind aus» gerechnet im Grunewald, wo im Sommer an jedem schönen Sonn« tagnachmittag Gendarmen eine förmliche Jagd auf harmlose Spaziergänger machen, die sich auf sogenannte verbotene Wege per- irrt haben. Der Jungdeutschlandbund aber darf ganze Horden be- geisterter Kriegsspieler in Schonungen treiben. Hm Indurtne und ftandeL Zur Dividendenherabsetzung bei Schaaffhause«. S. Werner-Essen iwreibl uns: Die Ursachen der Herabsetzung der Dividenden sind aus Betäti- gung de» Söhaaffhausenschen Bankvereins im Bergbau zurück- zuführen� Zwar waren die letzten Jahre glänzende Geschäftsjahre für den Steinkohlenbergbau. Aber diese glänzenden Geschäfte wur- den von jencnWerken gemacht, die auf der vollen Hohe ihrer Leistung standen; nicht aber von jenen, die sich erst hoch arbeiten mußten. Und gerade der Sch. B.-B. ist es gewesen, der im Ruhrrevier die sogen. Dutsider lAußenieilei), die ihre Werke ausbauten, prolegiert hat. Ferner ist er in der Kaliindustrie an sehr schwachen Werken stark beteiligt und leidet infolge dessen mehr an der dort herrschenden Uebcrproduktion an Schächten als andere Großbanken. Die tiefere Ursache des Rückganges der Dividende liegt vor allem in der Verbindung des Schaaffbauienichen Bankvereins mit der Internationalen B o h r g e s e l l s ch a s t, deren Aktien zu 80 Proz. in seinen Händen sind. Durch die Bohr- täligkeit dieser Geiellschan gelangte er in den Besitz zahlreicher Grubenfelder. WaL lag für daS Bankinstitut näher, als diese Felder zu verwerten. ES wurden Tochlergeiellschailen gegründet, an denen sich die Multergeiellschaft stark beteiligte. Die neugegründcten Berg- werksunternebmen aber brauchen stets und ständig noch Geld. Geld aber ist heule rar und wenn die Ansprüche gar zu große werden. wird es auch einer solchen großen Bank wie dem Eck. B.-V. schwer, die Ansprüche zu befriedigen. So ist die Sch. B. a» dem Deutsch- österreichischen Kohlenbergbauverein und der Asta Roniana in Bukarest be'.eiligt. Beide sind in der Entwicklung und brauchen die errechneten Ueberichüsse selbst. Bei letzter Gesellschaft sind die Di- viden den in den zwei letzien Jabren auch ganz erheblich gesunken. Die Neilgründungen baben in den letzten Jahren auch aufgehört. Jnfolgedesseii erzielt die Jnleriialioiiale Bobrgesellschaft, die sonst durch den Feldcro.nkaus bis zu d00 Proz. Dividende zahlte, nicht mehr diese dohen Ucberschüsse. DaS aber kann der Sch. D.-B. spüren. Die Neugründtingen im Rubrrevier wollen auch nicht wie ge- wihticht florieren. Eine davon ist die Bergwerksgesellschast Trier mit den Schächten Baldur und Radbod. Diese Gesellschaft bat nach der Bilanz vom 8l. Dezember 1911 in ibre Werke eine Summe von 40,6 Millioncti hineinaesteckt. Von dieser ist natürlich ein ganz erheblicher Teil dem Sch. B.-V. als Gewinn zugeflossen, ober vor- läufig steht er noch tm Buch. Diese im Buch stebenden Gewinne müssen natürlich auch verzinst werden. Dadurch wird die Summe der Schulden der Gclvcrks vast bezw. das Guthaben der Bank immer größer, obet vorläufig sind es nur Buchgewimte. Jetzt nachdem die Schächte sich dem vollständigett Auöbou nähern, wird die Frage für den Sch. B.-B..akut, ob die Gesellschaft Trier je in die Lage lommctt wird, so viel zu verdienen. um tämtltche Anlagewerte in genügender Höhe� zu verzinsen. Und die Antwort scheint nach der Lage der Sache eher„nem" als„ja" zu lauten. Die beiden bis beute fertiggestellten Schachtanlagen werden, wenn sie vollständig im Betriebe sind, zirka 2 Millionen Tonnen Kohlen fördern. Ehe sie aber soweit sind, müssen mindestens noch mehrere Millionen tn Jit hineingesteckt werden. Hinzu kommt der Zinsverlust des Ankagek-vltals für diese Zeit, so daß man SO Millionen Mark Kosten bei�Z Sinti onen Tonnen Förderung rechnen kann Ob diese 2 Millionen Förderung die hineingesteckten 50 Millionen ober genügeinp verzinsen werden, daS ist die Frage, die den Herren vom SefcMDDMopsichmerzen macht. Diese hier angeschnittene Frage der ÄerzinsnnK zeigt wieder etnmai, wie man den Begriff Rentabilität verschied«» auslegen kann. Wenn dte Gewerkschaft Trier nur iVi Millionen Mark Ueberschuß pro Jahr, tnacht, klagen die Kapttalisten über nicht genügende Ren- tabililät. Dabei werden pro Arbeiter zirka 200 M. im Jahre Ueber- schuß gemacht, außerdem wird dem Nationalvermögen durch die Förderung von 2 Millionen Tonnen eine ungeheure Summe zu- geführt. Hier scheiden sich die Begriffe. Beim Nachdenken über diese Frage gelangt man unfehlbar zur Verstaatlichung der Berg- werke. Aehnlich wie bei der Bergwerksgesellschast Trier liegen die Ver- bältnisse auch bei anderen Werken, so z. B. bei der BergwerkSgesell- schaft H e rm an n. Auch hier sind große Kapitalien festgelegt,� bei denen es fraglich ist, ob sie die von der Bank gewünschte Verzinsung bringen werden. Ferner ist der Sch. B.-V. ziemlich stark an der Deutsch- Luxemburger Bergwerls-Akttengesellschaft be- teiligt. So sitzen allein vier seiner Aussichisratsmitglieder bezw. Direktoren im Aufsichtöral dieser Gesellschaft. Die D. L. B. B. G. hat sich nun in letzten 10 Jahren ganz erheblich ausgedehnt. Sie zählte im Jahre 1901/2 10 885 Angestellte und Arbeiter, 1911/12 waren es 38 419. Diese Steigerung beruht an der Angliedernng anderer Werke, weiter aber auch aus dem Ausbau der Anlagen. Bis jetzt hat zwar die Gesellschaft stets Dividende gezahlt. Aber sie hat fortwährend neue Summen in die Werke hineingesteckt. Ein klares Bild über den reellen Werl der Gewinne ist daher nicht möglich. Ob aber die verbauten Summen in der Zukunft die von den Banken erhofften Zinsen aufbringen werden, ist eine andere Frage, die mancher nicht mit„ja" beantworten wird. Die von der D. L. B. A. G. immer so in den Vordergrund geschobene Steigerung der Produktion ist nock, lange nicht ein Zeichen dafür, daß sehr rentabel gearbeitet wird. So zeigt z. B. eine Gegenüberstellung derLetstung pro Mann und Schicht in den Gruben der Gewerkschaft Deutscher Kaiser und der D. L. folgendes Bild: ZIame des Zahl der Kohlen- Leistung pro Werkes Arbeiter sötderunq Arbeiter u.Jahr Deutscher Kaiser. 14834 4 027 450 To. 285 To. Deutsch-Luxemburg. B.-A.-G... 22 574 4 859 401, 215. Die Leistung ist bei der D.-L. B.-A.G. um 24 Proz. niedriger. Sie muß um 31 Proz. steigen, ehe sie der Leistung der Gewerkschaft Deutickier Kaiser gleich ist. Die Differenz ist sehr groß. In den Fachkreisen war man schon lange der Ansicht, daß die rücksichtslose Forciertittg des Ausbaues der Zechen nicht nur durch das Treib- iystem die Gesundheit der Arbeiter und Beamten ruinierte, sondern auch verhältnismäßig viel Geld kostete. Vielleicht rechnen die Direktoren von Schaaffhaufttt auch schon heute damit, daß in Zu- kunft auf die Aktien von Deutsch-Luxemburg etwas viel wird ad- geschrieben werden müssen. Ganz besonders faul steht es aber mit den Werken der Kali- Industrie an denen Eck. B.-V. stark beteiligt ist. Bei der Aktiengesellschaft Adler sank der KurS von 127,5 im Jahre 1911 auf 98 im Jghre 1912, Adolfsglück stand 1911 auf 88, 1013 auf 35. Von Gewerkschaften notierte der KurS pro Kux bei Aller-Hammonia 1911 920 1912 gesunken bis auf 5 Aller-Nordstern. 1911 5850 1912„.„ 900 Oberröblingen. 1911 1375 1912„»„ 800 Auf einige dieser Werke sind nun noch Zubußen ausgeschrieben. die gezahlt werden sollen. Dabei sind die Aussichten auf Verzinsung der hineingesteckten Summen in der Kaliindustrie ganz besonders trübe. Man kann daher das Verhalten des Sch. B.-V. verstehen. Wenn mau bedenkt, daß die Neugründuitgett im Steinkohlenbergbau sowohl wie im Kalibergbau zum allergrößten Teil nicht notwendig waren, weil der Bedarf an Kohlen und Kali durch die be- stehenden Werke mehr als gedeckt werden kann, fo braucht man vom Standpunkt der Allgemeinheit den Rückgang der Dividende nicht zu beklagen. Wenn man auch der Verstaatlichung des Bergbaues durch solche Vorgänge näber rückt, so hat unter den jetzigen Verhältnissen der Rückgang der Dividende doch das tveitere Güte, daß dte Gründer im Bergbau' jetzt ein wenig aushören werden zu gründen, denn sinkt der Prosit, dann bleibt das Kapital ohne weiteres aus dem Bergbau heraus. Und das ist heute sehr wünschenswert. Verlängerung des Rhewisch-Westfälischeu Zementsqudikats. Aach langen Verhandlungen ist Freilag nacht 4 Ubr das Shndikat auf 12 Jahre verlängert worden. Nur zwei kleinere Werks haben sich die Zustimmung zur Verlängerung noch für einige Tage vorbehalten. Die Satzungen des neuen Syndikats sind noch nicht bekannt, doch treten wahrscheinlich folgende Aenderungen in Kraft: die Kontingentierung wird auch auf Zemeni-Surrogate sdie»Extra- marken") und den Auslandsverkauf ausgedehnt. Mit der Erneuerung ist sofort eine Preiserhöhung von 10 M. beschlossen worden. Der SyndikatspreiS wird sich damit auf 210 bis 230 M. stellen. Vor wenigen Wochen, alö die Erneucrungsverhandlungen vorüber- gebend gescheitert waren, boten die Werke zu einem Preise von 110 bis 120 M. an. also um 100 Prozent niedriger! Der Vorteil der Syndikatserneuerung für die Zementwerke ergibt sich daraus recht deutlich. 8o2iales. Das Schicksal der Ersatzkassen. Die Retchsversichsrungsordnung sieht vor, daß neben den Orts-, Betriebs- und Landkrankenkasscn auch svcic Hilfskassen zugelassen werden können, falls der Antrag hierzu bis zum 31. Dezember 1913 gestellt ist. Ter nationalliverale Rsichstagsabgeordnetc Marquart hat nun jüngst eine Anfrage an den Reichskanzler gerichtet, weshalb bisher noch keine Ersatzlasse durch das ReichSversichcrungsamt zuge- lassen ist. Der Staatssekretär des Innern hat auf diese Anfrage eine schriftliche Antwort erteilt, in der er ausführt, daß bereit» in den nächsten Tagen die Entscheidung für eine Anzchhl solcher Er- satzkajsen getroffen wird. Tie Rechtslage der freien Htlfskassen gestaltet sich vom 1. Januar 1914 ab nach den Darlegungen de» Staatssekretärs wie folgt: „Bis zur Zulassung als Ersahkasse, längstens bis zum 30. Juni 1914, bleibt die Bescheinigung tn Krast, so daß die Mitgtiedcr der ehemaligen Hilfskasse außerhalb der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. sobald die Zulassung als Ersatzkajse erfolgt ist, erlischt die alte Bescheinigung, die Mitglieder treten in die gesetzliche Krankenkasse ein, sie selbst oder für sie ihre Versicherungsvereine auf Gegenseitig- keit haben aber noch bis zum zweiten Zahltage der gesetzlichen Krankenkassen Zeit, den Antrag auf Ruhen ihrer Rechte und Pflichten bei der gesetzlichen Krankenkasse zu stellen. Wird der Antrag tttchk rechtzeitig gestellt, so sind die Mitglieder bis zum Be- ginne des nächsten Äalendcrvierteljahrcs mit Kündigungsfrist von einem Monat an die gesetzliche Krankenkasse gebunden und beitrags- pflichtig Iis 520 der Reichsversicherungsordnung'». Die vom Gesetz vorgesehene Frist bis zum zweiten Zahltage muß als ausreichend angesehen werden. Eme Verlängerung der- gestalt, daß etwa sämtliche Bescheinigungen nach ß 75a des Kranken- verstcherungsgeseycs. ohne Rücksicht auf den Tag der Zulassung deS Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit als Ersatzkasse, bis zum 30. Juni 1914 gelien würden, kann nicht in Aussicht gestellt werden." Ueberwinbung von Unfallgefahren. Im Reichsanzeiger"— Nr. 298— liest man: „Die Statistik der Dampfkessel- und Dampffaßexplosionen in Preußen seit dem Jahre 1890 weist, wie sich aus der folgenden Uebersicht ergibt, in recht überzeugender Weise nach, wie die Ge- fährltchkcit des TampfeS trotz der stetig erhöhten Dampft'pannung, der Erhöhung dcS Atmosphärendruckes der Dampfkessel und Dampffässer abgenommen hat, offenbar dank der verbesserten Bauart, des festeren Materials der Dampfkessel und Tampfsässer. Es sind in dem Jahrzehnt 1890—1899 123 Dampfkessel explodiert; auf etwa 6000 Dampfkessel traf jährlich eine Explosion. Für das Jahrzehnt 1900—1000 betrug die Zahl der ExplosionSfälle nur 99; es explodierte jährlich ein Kessel von je 10300 Kesseln. In den füns letzten Jahren 1908—1912 explodierte gar nur jährlich ein Dampfkessel von je 17 000.'Aehnlich steht es bei den Dampf- fässern: aus das Jahrzehnt 1800—1899 entfallen im ganzen 35 Dampsfaßexchlosionen, mithin jährlich eine Explosion auf 1370 Tampfsässer; das Jahrzehnt 1900— 1909 zählt nur 31 Explosionen, es entfiel jährlich eine Explosion auf 3800 Dampffässer; in den 5 Jabren 1908—1912 traf gar nur jährlich eine Explosion auf 5500 Danrpssässer." ES wäre wünschenswert, wenn der„Reichsanzeiger" einmal darlcmen würde, warum man nicht auch in anderen Betrieben, im Bergbau, in den Stahlwerken, im Baugewerbe, in der Schiffahrt usw.. in so erfolgreicher Weise wie bei den Dampfkesseln die Unfall- gefahren überwunden hat. Technisch sind die meisten übrigen Un- fallgefahren mindestens ebenso leicht zu beheben wie Explosionen. Es können demnach nur wirtschaftliche Gründe sein, die eine erheb- ltchc Verminderung der gewerblichen Unfälle verhindern. Gegen Wohnungsnot. Um der anhaltenden Wohnungsnot in Wilhelmshaven- Rüstrungen zu begegnen, beschloß am Mittwoch die Wilhelms- havener"Spar- und Baugesellschaft die'Aufnahme einer Anleihe von einer Million Mark und Bebauung eines 6500 Quadratmeter großen Grundstücks mit 212 drei- und vierräumigen Arbeiterwohnungen nach dem Vorschlage de« Architekten Gores daselbst. Mit dem Bau soll im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden. Langwieriges Jnvalideitrentenverfahren. Der Droschkenkutscher H> erkrankte am 2. November 1910 und wurde erwerbsunfähig. Der von ihm bei der LandesversicherungS- attstall Berlin gestellte Antrag auf Bewilligung der Invalidenrente wurde durch Bescheid vom Iß. Juli 1911 abgewiesen, weil H. noch nicht invalid im Sinne des Gesetzes, vielmehr noch imstande sei, das gesetzliche Lohndrittel zu verdienen. Auf eingelegte Berufung holte das damalige Schiedsgericht für Arbeiteroersicherung, Stadtkreis Berlin, vom Sanitätsrat Tr. W. ein Gutachten ein und sprach dem H. durch Entscheidung vom 29. Oktober 1911 die Invalidenrente vom 1. Mai 1911 ab zu. Hiergegen»vurde von der Landesversicherungsanstalt Revision ein- gelegt und geltend gemacht, daß H. noch als Droichkenkutscher an verschiedenen Tagen, 4 bis 5 in der Woche, tätig fei. Auch habe das Schiedsgericht bei der Rentenberechnung Marken in Anrechnung gebracht, die von dem Arbeitgeber schon einmal in anderen Karten verwendet worden und demzufolge als ungültig anzusehen waren. Das Reichsversicherungsamt hob die Entscheidung auf und wies die Jache an die Borinstauz zurück, um die tatsächlichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufzuklären und die gemachten Einwände be- züglich der doppelt verwendeten Marken zu prüfen. Dem kam das Obeeversicherungsamt nach und vernahm den Arbeitgeber. Derselbe erklärte, daß H. erheblich in seinen Leistun- gen hinter dem anderen Kutscher zurückbliebe, daß eine Reihe von Arbeiten von H. nicht ausgeführt werden konnten. Es wurde ein weiteres Gutachten von Dr. E. eingefordert, der bei H. folgende Krankheiten feststellte: Lungcnblähung mit chronischem Bronchial« kartarrh, Herzm uskelschiväch e. Gefäßverhärtung, Krampfadern und Altersverättderungen. Dieser Arzt hielt Invalidität vom 2. No- vember 1910 an für vorliegend. Das ObervrrsicherungSamt ent- schied am 18. März 1913, daß dem H. die Invalidenrente, und zwar bereits vom 2. November 1910 an zusteht. Wiederum legte die Landesversicherungsanstalt Revision ein. DaS Reichsversicherungsamt gab derselben insoweit statt, als cS sich um den Beginn des Jnvalidenrentenbezuges handelte, im übrigen wuvde die Re-ijion zurückgewiesen. Begründend wurde u. a. ausgeführt:„Das Reichsversicherungs- amt nimmt daher keinen Anstand, gleich dem Oberversicherungsamt seiner Beurteilung den Betimg von 592 M. zugrunde zu legen. Zieht man davon 200 M. für Hilssleistungen ab, so verbleibt ein Reinverdienst von 392 M. Mag auch dieser Betrag das matzgebende Lohndrittel erreichen oder sogar etwas übersteigen, so hat doch der Senat angenommen, daß der Kläger einen so hohen Ver- dienst nur unter Hintansetzung seiner Gesundheit und infolge der besonderen Rücksichtnahme des Arbeitgebers erzielen konnte. Da nur die Landesversicherungsanstalt Revision eingelegt hatte, konnte nicht der 2. November 1910 als Rentenbeginn angenommen werden. Bezüglich der Doppelverwendung der Marken wurde ausge- führt:„Ter Umstand allein, daß die Marken in Quittungskarte 16 von Feld 40 ab auf der Rückseite keinen Glanz zeigen und bis auf die Marlen auf Feld 46, 48 und 52 anscheinend schon einmal ent- wertet waren, reicht zu der Annahme nicht aus, daß die Marken bereits einma' in einer anderen Karte verwendet waren, zumal da eine strafrechtliche Verurteilung nicht erfolgt ist." Mit dieser Entscheidung hat nunmehr ein zirka zwei Jahre schwebender Jnvalidenrentenstreit zugunsten des Versicherten sein Ende erreicht. Letzt* Nachrichten. Eine Parlamentskrise in Oesterreich. Wien, 19. Dezember.(P. C.) Durch die heute erfolgte W- stiMmung über den Antrag auf Eröffnung der Debatte über die Be- autwortung der Interpellation seitens des Ministerpräsidenten in der'Angelegenheit Dlugoez-StapinSki ist eine Krise im Parlament ansgebrochen. In politischen Kreisen glaubt man, daß morgen daS Abgeordnetenhaus vertagt und daß der 8 14 wieder ein- mal als Retter aus der Not angewandt werden wird, wobei die Regierung den Finanzplan sowie das Budgetprovisorium mit Hilfe dieses Notparagraphen erledigen würde. Die Ursache der Schlappe, die die Regierung heut« bei dieser Abstimmung erlitten hat. ist darauf zurückzuführen, daß die Majoritätsparteien im Haufe zu schwach vertreten waren; insbesondere wiesen die Bänke der Deutschen zahlreiche Lücken auf. In parlamentarischen Kreisen ver» lautet, daß morgen ein Antrag gestellt werden wird, dir Regierung in den Anklagezustand zu versetzen. Kämpfe zwischen Mexikanern und Amerikanern. New Jork, 19. Dezember.(P.(£■) Aus P r e s i d i a an der inexikauisch-amerikanischen Grenze wird gemeldet, daß«S zwischen amerikanischen und mexikanischen Soldaten zu einem Feuergefecht gekommen sei. Zwei Soldaten der mexikanischen Bundestruppen wurden getötet. Die Mexikaner haben zugegeben, dah sie zuerst auf die Amerikaner geschossen hätten. Die Regierung der Ver- einigten Staaten hat die mexikanische Regierung dringend aufge» fordert, dafür zu sorgen, daß in Zukunft derartige Zwischenfälle nicht mehr vorkommen, da die Konsequenzen unabsehbar sind. Der Untergang des Dampfers„Narvik". Emden, 19. Dezember. sW. T. B.) Heute wurde daS Wrack des untergegangenen Dampfers„Narvik" angebohrt- um zu er- künden, ob sich noch Leute von der Mannschaft innerhalb des Schiffes befinden. Der Werftdampfer„Kraft" aus Wilhelmshaven, ferner ein Torpedoboot und einige Dampfer aus Emden sind an der Unfallstelle eingetroffen. Es ist festgestellt worden, daß das Schiff keine Menschen mehr birgt. DaS Erdbeden auf der Insel Ambrym. Sydney, 19. Dezember.(W. T. B.) Der Dampfer„Pacifique" ist hier eingetroffen und meldet schrecklich« Einzelheiten über di« vulkanischen Ausbrüche auf den neuen Hebriden. 490 bis 500 Em» geborene fe'en bei ber Katastrophe»m? Leben gekommen. AJandorfeG Spittelmarkt Belle-Aiiiancesfrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm cö S Wurstwaren Soweit Vorrat, Verkauf nicht an Wiederverkäufer, Weht an Spttuimirku Die mit H bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgeschlossen. ! Cervelat-od.SaiamiwurstptTmdi.35 Quediinburger Teewurst mnd 1,35 ff. Leberwurst............. wimd 1,10 Landleberwurst.............»und 95?.. Rot- od. Zwiebeiwurst. Ftund 55 pl Nusschinken................ pf�d 1,35 L Schinkenspeck........... 1,15 � Speck pLd 78»- pfMd 95? Gänsebrust im auzes......?k°»d 1,85 f8 Weine— Liköre � Ranschbacher...........-/.?i«ed° 85 pl Mörzheimer.............. 95?.. Roter Tischwein—. ZO Samos......................'hnuche 90 F Halb u. Halb t/jFiasch« 1,10 Tafelkürnrnei........... 1,20 Stonsdorfer............. V; Fische 1,20 Alpenkräuter........... �Fuscbs 98� Kognak-Verschnitte 1.35, 1.85 Rum-Verschnitt Ä. 1.35, 1.85 +» © SO © s » 'S Kolonialwaren Weizenmehl 000 5 mud-Bentd 95?,. 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Pfund l.oo Kaibsrücken im Ganzen, Pfund 1.00 Kaibsbup oder-Kamm p/und 80 pl Kalbsbrnst.......... p�d 90 pl Pfund 95 PL Pfund 80 PI. Schweineschulterblatt�S 75 pl Schweinebanch... p�nd 70?.. Schmorfleisch B KnÄ 90 Suppenfleisch...... p�d 75 pl RUckenfett.......... Pfund 60?.. Liesen................. p/und 70 pl Butter und Molkereibutter..... i/jPtundPaket 65?* Schweizer Käse.... Ftund 85,95 EmmenthaSer Käse....... Ftund 1,10 Tilsiter Käse......... �d 85,73 L!mburger Käse............«»-« 38pl Brie-Käse.....................«und 55?-. Romatour Käse............. stuck 29� Konserven Stangenspargel...........'i.vo-e T8 Staügenspargel III.... vo-e 1,20 Stangenspargel II...... 1,40 Gemüsespargel...........-!.v°-o 78 Bruchspargel mit Ko?...... 1,00 Gemüse-MeSange•/. v«.- 43, 48? Schoten... i, v»-- 38, 45, 55?-. Melangefrüchte �55 doU 1.00 Erdbeeren........ v-U 49 Diu 88?-- Kirschen d�c 40 doU 70?-- Mirabellen........ d'L 42 v'�- 75?-- Pflaumen mit suin................... 45?-- 4* I 6 © SS S. » s1 Ml » (0 4 IS* »S S? © ©I Sonntag: von 12 bis 8 Uhr g>e6ffnet Fröhliche Weihnachten verschaffen Sie eich, wenn Sie Ihren Bedarf in Herren- u. Damen-Garderobe AUF KREDIT entnehmen. Um mit den Wintervorräten In Ulstern engl. u. Winter-Paletots D zu räumen, vergüten wir 4g 0 iUö bis zum Feste iUö auf die Anzahlung, trotzdem erhält ein Jeder Kunde ein praktisches Geschenk sofort ausgehändigt Hövel und Wohnunes-EinrlcMiineen für Ein und Zwei Zimmer Näh'Tische, Paneelbretter, Bauern- Tische, Flur- Garderoben Waren- und Möbel-Kredit-Haus C. Wachsmann& Co. 15 Reinickendorfer Strasse 15 Ecke Ravendstrasse neben der Feuerwache Morgen, Sonntag, bleibt das Geschäft von 8 bis 10 und 12 bis 8 Uhr geöffnet Fest-Zigarren Kein laden, nne t Tr. W Pretathte Iranbo. 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Druck u.«erlag: Vorwärts Buchdr. u. sertagsanstaU Paul Singer L � IV . �) l-cke �Ite 8ol>olliiau„ SW, Hierzu bveilagen u. Unterhält i.. 335. 30. m w i Keilage des„Usmarts" Kerlitter Uolltsdltttt. JlatttiocBoIfcn! Glwerlislhoflsmitzlikder! Die vom Ausschuß der Berliner Gciverkschaftskonmnssiou und vom Verband der Wahlvereine eingesetzte Kommission hat beschlossen, daß die zur WcihnachtSbcschernng herausgegebenen Bons auch in allen Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft Gültigkeit haben. Ter geschäftsführende Ausschuß der Wahlvereine. Eugen Ernst. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission. Alwin Äörstcn. GewerKfcKaftlicKes. Sine)V[achtprobc der Selben. Aus Oberhausen i. Rhld. wird uns geschrieben: Früher haben Wortführer der ultromontaucn, unter- konfessionellen" Gewcrkvercine den Zeitpunkt, wo die„Christ- lichen" den„sozialdemokratischen Verband" einfach„ausgc- sogeir" haben und die M.-Gladbachcr die„Herren im Rnhr- 43 ob i et" sein würden, als nahe bevorstehend bezeichnet. Heute ertönt es ans dem„interkonfessionellen" Gewerkvereinslager mit sebr gedämpftem Trommelschlag. Ter„schöne Sieg" beim Streikbruch hat, wie der gelbe„Wcrkvercin" triumphierend schrieb, dein„christlichen Gewerlverein" das Rückenmark fa stark„ramponiert", daß er, das Organ der Gelben de- hauptet es,„im Todesröcheln" liegt. Während es sich in den Reihen des Bergarbciterverbandes nun wieder nach langer, verderblicher Ruhezeit erfreulich regt und bewegt, die Neuaufnahmen sich mehren, teilt der „Bergknappe" m i t, 9 7 Z a h l st c l l e n d c s„ch r i sl- l i ch c n" Gewerkvcreins hätten im Oktober gar nicht abgerechnet, 25 seit August und 4 seit Juli nickt m ehr! Wie rasend die Mitgliederflucht aus dem„siegreichen" Gcwerkverein geschieht, ist allgemein nicht mehr zu kontrollieren, weil die Vereinslcitung schon seit Februar d. I. keine Abrechnungen mehr veröffentlicht! Ter überkatholischc„Arbeiter"(Berlin) versichert, der„christuche Gewerkverein" Hobe in diesem Jahre über 19 999 Mitglieder im Saargebiet, in Lothringen und in der Pfalz verloren. Tas ist so gut wie ein Zusammenbruch. Ter„nationale" Massenstreikbruch wirkt total anders als wie die„überlegen- den Taktiker" kalkuliert haben. Tie Zentrumsprcsse, die jeden der sozialdemokratischen Partei ungünstigen Wahlaus- gang als eineir„Rückgang der Sozialdemokratie" ausposaunt, schweigt sich über den starken, anhaltenden Mitgliedervcrlust des„christlichen" Mustergewcrkvereins beharrlich aus. Tiefer Tage hat nun im hiesigen Bezirk eine interessante Ärankenkassei'wabl stattgefunden, die auch lehrt, Nxis von dem prätentiösen Auftreten der Gelbe n zu halten ist. Die Ar- beiterverhältnisse in diesem Bezirk sind wie geschaffen für die Ausbreitung der Gelbsucht. Früher dominierten hier die „Christlichen", dann drang der Bergarbciterverband vor. Aber die Hauptflut der aus den kulturell rückständigen Landesteilen herangeschleppten Arbeiter ergoß sich in das hiesige Revier, wo die großen Werke der Unternehmer T h h s f c it, S t i n n e s, H a n i e l liegen. Das war Futter für die Gelben. Nach dem Strcikbruch wanderten eine große. Zahl unserer besten Anhänger, vorzugsweise Niedcrschlesier und wachsen, ab nach dein Gladbecker Bezirk, und es trat eme empfindliche Lähmung unserer Bewegung ein. Viele„Christ- liche", darunter sogar ein Bezirksleiter des Gewerkvereins, traten zu den Gelben über, auch von den Uirserigen desertierte eine Anzahl. Tic Gelben prahlten mit großen Mitglieder- ziffern. Auf der Zeche Neumühl allein sollten die„Wirt- kleines feuiUeron Großstadlsimlzeug. Elektrische Zahnradbahnen, die an kam- fortablen � Bahnhöfen vorbei um die Abgründe eines Papiermachs- gebirgeS saufen, eines Gebirges mit Dörfern und Hotels und Bieh- Herden: Aeroplanc nach allen Systemen, mit Gunimi- oder Preßluftmotorcn: Puppen, die lachen, reden, wie Fürttinneir soder richtiger, wie Kokotten) gekleidet und von Künstlern entworfen sind iuud wirklich und wahrhaftig keinen anderen Fehler haben, als den, daß man eben nicht'mit ihnen spielen kann),— das alles ist„Gcoßstadtspielzeug". So wie eS jetzt wieder in allen Warenhäusern aufgebaut ist, umringt, umstanden, umstarrt. Wie mutz es in seiner herrlichen Bollkommenheit dein armen Teufel imponieren, dem die Arbeitslosigkeit vielleicht gerade jetzt Zeit verschafft hat, sich all die Wcihnachtsausstellungen in Mutze zu be» trachten! Und wie schöne Begriffe von der Parität des.Ehristkinds" mutz der Arbeiterjunge bekommen, der sich jetzt am Anblick der Leipziger Schlacht(mit garantiert SO 000 Bleisoldaten) delektieren darf_ und der das Friede-auf-Erden-Gcbimmel am Vierundzwanzigsten mit hungrigem Magen anhören wird...! Von„Grotzstadtspielzeug" haben wir gesprochen. Nun wohl—: es gibt auch anderes. Da war ich vor ein paar Tagen irgendwo im Osten drautzen: und fand in einer grauen Vorstadtstratze zwei Kinder mit winzigen gelben Karton buch st abe n spielen. Winzige N'S und L S und W» und L s legten sie in einem schmutzigen Hausflur zu Figuren: zu Sternen, Häusern, zu allerlei Merkwürdigem.» „Woher habt Ihr denn das?" „Mutter hat eS uns mitgebracht." So das ältere von den beiden, ein Kind mit frühernsten Augen. Mehr wutzte es nicht. Ich überlegte: wo hatte ich diese winzigen Buchstaben doch schon gesehen? Es wollte mir lange nicht einfallen. Es fiel mir erst später ein— auf der Heimfahrt—: als mich der Strom det Aussteigenden durch die Sperre der Untergrund bahn prctzte— als ich mechanisch mein Billett weggab— und auf dem Boden eür gelbes Häuflein ausgestanzter Kartonbuch» staben sah. Ich stockte und bergatz mich... Hier also hatte eine Mutter das Spielzeug für ihre Kleinen aufgelesen.— Grotzstadti'pielzeug!— Abfall des Verkehrs, auf den wir so stolz sind,— Kehricht, den Liebe und Armut in Spielzeug verwandelt haben. Einen Augenblick hatte ich vergessen, weiter zu gehen— da 'uars mich die Brandung der Herausströmenden hart durch die Sperre. Der Atlantisfilm. Ein neues, luxuriöses Filmtheater, die «ammerlichcfpjeie aus der Tauentzienstratze, wurde am Donnerstag «nt dem Atlantis film jnach Hauptmanns gleichnamigem Roman) eröffnet. i?05 falj man in diesem Film? »n weixgedeckten Tischen sitzen ein paar Leute: Männer und schaftsfriedlichen" über mehr als 999 Mitglieder verfügen. Tic Sage ging, alsbald würde Nenmühl„ganz gelb" sein. Große Sprüche wurden dementsprechend geklopft. Nun fanden ans Neumühl die Vertreterwahlen zu der für die Belegschaft Neumühl bestehenden Sterbe- und Familienkasse statt, zum ersten Male nach dem Verhältniswahlsystem. Bisher befaß der Bergarbeiterverband die Majorität der Arbeitervertreter- sitze in der Kasse. Um die Sitze bewarben sich jetzt wieder Bergarbeitervcrband. Polen,„Christliche", Gelbe. Tie Gelben entfalteten eine riesige Agitation— mit Hilfe der Werks- beamten natürlich. Alles wurde aufgeboten, um die sieghafte Macht der Gelben zu dokumentieren. Es verstand sich von selbst, daß alle der Kasse auch angehörenden Vorarbeiter, Fabrbauer usw. gelb wählen würden. Ta von 999 gelben Mitgliedern geredet wurde und der Brotbeutel tüchtig geschwungen worden ist, nahm man an, die Gelben würden die � Kasse„im �-turm" erobern. Das Resultat war eine „glänzende" Niederlage der Gelben! Es erhielten Stimmen: der Bergarbeiterverband 1259, die Polen 979, die Gelben 289, die„Christlichen" 136. In 6 Wahlbezirken wurde gewählt, wie vorjährig. 1912 beteiligten sich die Gegner nicht in allen Bezirken an der Wahl, diesmal in allen. Tie„Christlichen" erhielten 1912 in 2 Bezirken 44, jetzt in allen 6 Bezirken 136, die Gelben bekamen 1912 in einem Bezirk 57. jetzt in allen 289, die Polen beteiligten sich jetzt auch in allen 6 Bezirken und erhielten 18 Stimmen weniger als 1912, wo sie nur in 4 Bezirken Kandidaten auf- stellten, Ter Bergarbeiterverband ging diesinal wie früher in allen Bezirken vor und erhöhte seine S t i m m e n- zahl von 838 auf.1 2591 Ter Verband erhält wieder die meisten Vertreter, mit den Polen bilden die Verbändler die Mehrheit in der Kassenverwoltimg, auch unter Berücksichti- gung der Vertreter des Zechenbesitzes. Ueberraschend kläglich schnitten die einst so stolzen„Christ- lichen" ab. Sic sind derart heruntergerutscht, daß sie an letzter Stelle gar nicht mehr mitzählen. Aber wo blieben die angeblich 999 gelbe» Mitglieder? Nicht der dritte Teil der angeblichen Mitgliederzabl bekannte sich bei der Wahl als gelb! Entweder ist die nach dem Streikbruch rasch gewonnene Mitgliederstärke ebenso schnell verloren gegangen oder es zeigt sich, daß es sich um„blinde Passagiere", Muß-Mitglieder, bandelt. Tic„gewaltige Bekoegung" der„Wirtschaftsfried- lichen", die auf Neumühl eine die„Roten" vernichtende Macht- probe ankündigte, hat ein glänzendes Fiasko gemacht. Dabei sind hier, wie gesagt, die Vorbedingungen für die Ausbreitung der Gelbsucht weit besser erfüllt wie aus den meisten anderen Werken. Folgen die Ruhrbcrgleute alle dem Beispiel ihrer Kameraden von Neumühl, so wird die gclbc Seuche überall ausgerottet werden._ Berlin und Omgegcnd. Die Solidarität der Unternehmer. Wie das deutsche Unternehmertum seine Solidarität mit den österreichischen Buchdruckunternehmern zum Ausdruck bringt, geht aus folgender Kundgebung des Vereins deutscher Zeitungsverlegcr hervor: „Die österreichischen ZeitungSverleger haben sich an den Verein deutscher ZeitungSverleger mit der Bitte gewandt, datz er die deutschen Zeilungövcrleger veranlassen möchte, ihnen in dein der- zeit schwebenden Lohnkampfe mit ihren Gehilfen nicht in den Rücken zu fallen, insonderheit also bis zur Beilegung der An- gelegenheit sich jeder Abonnementspropaganda in Deutich-Oestcr- reich und Tirol zu enthalten— und überhaupt in bezug auf das Zeitungswesen nichts zu unternehmen. waS die Lage der öfter- reichischen ZeitungSverleger erschweren könnte. Wir bringen diesen Wunsch zur allgemeinen Kenntnis, indem wir der Uebcrzeugung Ausdruck geben, datz jeder ZeitungSverleger eS als selbstverständlich erachlen wird, dem Ansuchen unserer österreichischen Kollegen zu entsprechen." Aber nicht nur die ZeitungSverleger scheinen ihr Solidaritäis- gefühl entdeckt zu haben, sondern wie wir hören, versuchen eine Frauen. Ein Herr geht auf eine BuchSbaumhecke zu, bekommt von einein humpelnden Briefträger ein Schreibe», Wagen fahren hin und her, der Herr bewegt sich in einer Hotelhalle, ivieder werden Kutschen von Pferden gezogen, eine Tänzerin tritt auf. der Herr sährt aus einem Dampfer nach Amerika, verliebt sich, da« Schiff versinkt, der Herr wird gerettet, kommt nach New Jork und erlebt amerikanische Landschaften. Das ist ungefähr der Filmeindruck. Aber, wird der Herr Filmdirektor sagen, dann haben sie eben die Psychologie nicht entdeckt. Nein, aber gelesen Hab' ich sie. Auf vielen, vielen Tafeln wurde mir erklärt, ivornm eS sich hier handelt.„Er bewohnt mit seiner Fainilie ein HauS.. Diese dramatische Tätigkeit des BewohnenS bollzog sich dergestalt, datz endlos lange die gesamte Familie im Garten hockte Aber, wird der Herr Filmdirektor sagen, tvie soll man denn das Bewohnen darstellen V— Gar nicht, Herr Direktor, gar nicht. Mein Nachbar kannte den lmätzigen) ZeitungS- ron,an nicht, er wollte ihn sich kaufen,— bevor er diesen Filin ge- sehen hatte. Jetzt denkt er nicht mehr daran, denn er hat, wie wir alle, einen verworrenen und schwachen Eindruck an allerlei alltäg- liche, zusanimeiihanglose Geschehnisse mit nach Hause genommen. Nichts war zum Typischen gesteigert, nie hatte ein Maler die Szenen arrangiert oder ihnen Raumwirkung gegeben: sondern irgend ein Inhalt, der uns einen Teufel anging, lvnrde von teilnahmslosen Spekulanten und mätzigen Schauspielern gestellt. Das Ganze wirkte wie eine schlechte Reportage, bei der man auch nie weih, loaS eigentlich bor sich gegangen ist. Wodurch ivurde sie hier hervorgerufen? Durch Tain-Tain init dem Ramcn Hauptmanns. Herr Hauptmann hat Geld gebraucht, und sie haben eS ihm gegeben. Waö sie ihm gegeben haben, kann er sobald nicht wieder hereinbekommen. DaS Haus strahlte in allen Prächten des modischsten Kunstgewerbes. Einzelheiten waren ganz hübsch, aber die BelcuchtnngS- körper sahen anS wie moderne Brotchen, und goldenes, blaues und silbernes Licht spritzte ans das verschwenderischste»iinhcr. Zur Ouvertüre hatte man Beethoven bemüht, dann trat ein kleiner Junge auf und sagte einen Prolog ans, die Wochenchroni! schnatterte vorüber inid dann eilte die Atlaiilismnse ans grotzcn Fützen rasch bis zur Schiffskalastrophe und erregte allerlei ironisches Gelächter (mit Dcnkinalsenthüllungen und so.) Aber der Elou. der Schiffs- Untergang, enttäuschte. Wie da die Heizer sinnlos, noch im Wasser watend, die Kessel bedienten, die in Wirklichkeit längst explodiert wären. wie ganz kitschige Verse mittendrin auftauchten, wie beim Untergang deZ Dampfers das Meer spiegelglatt ivar____ Aber wie das Nebelhorn geheult hat, das war doch eine Sache, waS?— Nein, da? war eine Kindcttrompcte, kein Ncbclbont. Und die Leute bei dem Unglück, wie?— Alles ging so gemütlich vor sich. Herr Direktor, datz man's direkt hätte mitmachen wollen. Aber der ein- armige Artist?— Das war das einzige, was wirklich interessierte. Eine Varietönummer, losgelöst von allem andern: ein Mann ohne Arme, der alles Erforderliche mit feinen Beinen besorgt, und in seinen Zehen ist wahrhaftig die Physiologie der Hand, ihre Gesten und alle ihre Bewegungen. So blieb alles im Acutzerlichen. Beim besten Willen wird man in diesem Zeugs nicht inehr sehen können' als Mittelmäßigkeit. ganze Reihe Berliner Buchdruckereibejitzer ihren bedrängten öfter» reichischen Kollegen dadurch beizuspringen, datz sie für diese Arbeiten übernehmen. Datz die Berliner Bnchdruckergehilfen für diese Art von Unternehmersolidarität kein Verständnis haben, ist selbst- verständlich. In einer VertrauenSinännerversammlung der Buch- drucker ivurde diese Angelegenheit lebhaft diskutiert und zum Aus- druck gebracht, datz die organisierte Gehilfenschaft Berlins jede Arbeit ablehne ir wird, die von Oesterreich herüberkommt. Wie Wolffs Telegr.-Burcau mitteilt, hat daS T a r i f a in t der deutschen Buchdrucker in seiner gestrigen Sitzung mit Bezug auf den Streik der Buchdrucker in Oesterreich einstimmig beschlossen, den beiden streitenden Parteien seine V e r in i t t e l u n g anzubieten. Tic Wahle» zur Krankenkasse der Gastwirtcinnung haben mit einem respektablen Erfolge der freiorganisierten Gastwirtsgehilfen abgeschlossen. Die Schivnrz-Gelben halte» unter Führung der Jnnungswirtc de» Feldzug gegen die bösen „Roten" llilternontinen. Die Unternehmer, die sonst, wcim_ irgend möglich, den Angestellten den ganzen Tag keine Ruhepause ein- räumen, schickten abwechselnd ihr gesamtes Personal zur Wahl. In einem Flugblatt, das gegen den Verband die unflätigster Anwürfe erhob, tvurden die Angestellten aufgefordert,„in Massen zur Wahl- urne" zu kommen. In der Tat, sie kamen in Massen; die Beteiligung erreichte eine noch nie dagewesene Höhe. Mit dem Resultat aber werden die„Ehristlich-nationalen" weniger zufrieden sein: Tie Liste I(Verband) erhielt 730; Liste II(Gelbe) 203: ungiltig waren 10 Stimmen. Und das trotz aller Verleumdung und trotz allen Druckes, der auf die Angestellten, namentlich die weiblichen, ausgeübt worden ist. Die Kiiloangcslclttr» und der freie Heiligabend. In einer Notiz, die wir über diese Frage brachten, war mirgeteilt, datz besonders die Kinobcsitzcc in der Münzsträtze ihren Angestellten Schwierigkeiten ivegen des freien Heiligabends machten. Der Inhaber des„Münz- lhe'ater". Münzstr. 10,' bittet uns um die Mitteilung, datz er am Heiligabend, wie schon iininer an diesem Tage, um 8 Uhr schließt, obgleich deswegen niemand an ihn herangetreten sei. Er habe seinen Leuten auch von dem beabsichligteii früheren Schluß Mitteilung gemacht. Aus wiederholte Anfragen aus Partei-»nd GewcrkschaftSkrciscn teilen wir bicrdurch mit, daß wir init der Firma H. Joseph in Neukölln— Warenhaus— seit Jahren inr� Tarifverhältnis stehe», daß dieselbe in jeder Beziehung tariflrcu ist �rind den Be» stimmunge» des Tarifs volle Beachtung schenkt. Im Oktober dieses JahrcS wurde ein neuer Tarifvertrag mit der Firma H. I o s c p h vereinbart, welcher am 1. Dezember er. in Kraft trat. Der Anfangs» lohn deträgt für Diener über 23 Jahre 28, SO M. und der Höchsllohn SS.llO M. pro Woche. Uebcrstunden werden mit 60 Pf. bis 1 M. pro Stunde vergütet. Sommerurlaub wird bis zu 14 Tagen gewährt. Neueinstellungsn werden nur durch den Arbeitsnachweis des Transportarbeiterverbandes vorgenommen. Der Tarif hat bis zum 30. November 1016 Geltung und ist in bezug auf die Lohn- und Arbeiisbedingmigen für die Hausdiener und Packer usw. der güiistigste der Branche. Deutscher Transportarbeiterverband. Branche der Kauf- und Warenhäuser. veutkcbes Reich. Der nächste Gewerkjchaftskongrest. Die Generalkonrmission der Gewerkschaften Deutschlands wird den 7. ordentlichen GelverkschaftSkongreß Ann 22.-27. Juni nach M ü n ch c n einberufen. Die Tagesordiinng für den Kongreß wird später festgesetzt.___ Tic Ehrengäste der Gewerkschastschristen. Die Macher des„deutschen Arbeiterloiigresies", der kürzlich in Berlin tagte, haben dem sozialdemokratischen ReickStagsabgeordneten Dr. Er d mann, der über die Verhandlungen für die sozialdemo» kratische Presse zu berichten gedachte, den Zutritt verweigert.� Den unbequemen Vertreter der Arbeiter presse loies man hinaus, während man Angehörige der a r b e i t e r f e i n d I i ch st c n Parteien, Konservative, ReichSparteiler und Nalionalliberale als Ehren» Diese Kapitalisten können einem leid tun. Nun geben sie all das viele Geld aus, und es wird doch nichts. Denn das ist ein Fluch und ein Segen zugleich: der Kapitalismus kann aus sich b»raus keine geistigen Wette schaffen, er kann uns nicht einen Augenblick zur Teilnahme veranlasse», auch wenn er sich Hauptmann und noch so viel Statisten kaust,___ J. W. Notizen. Eine Berliner Volkshochschule als- PreiSanf» gäbe. Der Berliner Architektcnverein schreibt für ISIS als Preis» ausgäbe den Entwurf einer Berliner Volkshochschule aus. ES ivird verlangt ein Festsaalbau mit einer Fesrhalle, ein Nebensaal, zwei große Raumanlagen für Schausammlungen, eine für Kunst, eine für Technik. Dann ein Hörsaalgebäude mit 18 Hörsälen, ein Verwal» tungsgebäude, ein Bibliotheksbau, der als größere Filiale der ander» wärts von der«adt zu errichtenden Zentralvolksbibliothek gedacht ist. ein Lehrgebäude für Geisteswissenschaften mit Seminarräumen, Zeichensälen und dergleichen, ein zweites Lehrgebäude für Natur- Wissenschaften und Technik, endlich ein Gabändc für rhythmische und eines für tnrnerische�Gymnastik. Die Räume sind auch für politische und musikalische Veranstaltungen gedacht.— Ein schönes Programm; nur schade, daß eS vorläufig nur ein Programm bleibt. — Im Friedricb-Wilhelmstädtischen Theater wird da? Märchenspiel„D o r n r ö S ch e mit Kurt Boi§ in der Hauptrolle am Sonntag, den 2l. Dez. und Sonnaben, den 27. Dez., nachmittags 4 Uhr, bei kleinen Preisen wiederholt. — P a r s i f a l i n B e r I in. Zu Ansang des nächsten Jahres ivird Berlin WagnerS Spätwerk Parfifal, der vom 1. Januar zur Aufführung frei ist. in zweifacher Aufmachung erleben. Die k g l. Oper wird Parsifal vom 4. bis 17. Januar laglich zu den üblichen (aber je auch schon sehr hohen Preisen) spielen.— Die vom Deutschen Opern hause vorgesehenen Aufführilugen nur 1. und 4. Januar sind bereits ausverkauft. Der Vorverkauf für die dritte Aufführung am lt. Januar ist eröffnet.— Zur Einführung in den Parsifal hält Pros. R. S t c r n f c l d am 23. Dezember mittags 12llhreinen E i n s ü h r n n g s v o r t r a g im Deutschen Opern- Hause. Einlaßkarten von 2S Pf. bis 1 M. werde» schon jetzt ausgegeben. — E d i s o n s K i n e t o p h o n Ivurde in, Admirals-Theater vorgeführt, ein neuer Versuch, dem bislang stummen Kinematho- graphcn die Sprache zu geben. Das Zusammenwirken von Phono- graphen und Kinematographen wies entschieden Fortschritte auf, aber voll bestiedigcnde Leistungen stehen doch noch aus. Aber auf dem Wegs zu einem für Wissenschaft und Kunst bedeutungsvollen Ziel sind wir entschieden. — Neue K n n st d i e b sr ä h l e im L o n v r e? Ein Pariser Wochenblatt will scsigestellt haben, daß von den früher im Louvre befindlichen 16 Gemälden des Malers Lenain nur noch eines vorhanden sei. DaS Blatt fordert die MuseumSlcrtmig auf, umgehend darüber Aufschluß zu geben, wo sich die übrigen neun Gemälde befinden und deutet dabei an, daß sie vielleicht den Weg der'„Gioconda" gc- gangen sein könnten. — Eine Schutzimpfung gegen Windpocken ivurde von einem Stockholmer Arzt mit gutem Erfolge erprobt. ft ü II c ßcfliüBte. Unter biefen Ehrelmästen besauden sich auch die Herren Graf von Carmer issieserwitz), von Graefe 'Güstrow) und von M a s s o w, die nämlichen, deren Namen unter dem folgenden, am 13. Januar 1Sl3 von den Konservativen im Reichstage eingebrachten Antrag standen: „Arnstadt und Genossen. Der Reichstag wolle beschließen: die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, alsbald und noch vor der allgemdiien Revision des Strafgesetzbuchs dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welche ii das Streikpostenstebcn verboten toird." �Dcr Antrag wurde„alsbald" vom Reichstag mit 282 gegen 82 Stimmen abgelelmt. Nur die allerärgstcn Volks- und Arbeiter- feinde stimmten dafür, darunter die genannten drei Ehrengäste der Stcgerwald-VchrcnS-Gewerkschafteu. Li» genchlliche» iZachspiel zm chnstlichen Gewerkiebaflsitreit. Köln, 10. Dezember. sTelegr. 23er.) Vor dein Schöffengericht in Köln begann heute der große Be- leidiaungSprozeß, über den der„Vorwärts" bereits gestern einen Vorgericht brachte. Es handelt sich um die bekannte päpstliche I-iuzv- klika singulare quadam. die seinerzeit erlassen wurde, um den Streit Zwischen den christlichen Gewerkschaften der Kölner Richtung und den katholischen Zachabteiluugcn der Berliner Richtung zu beendigen. £ie Enzyklika stellte sich bekanntlich auf die Seite der katholischen iachabteilungerr, ivas zu den Heftigsien Erörterungen in der Oesfent- lichkeit, in der Presse und auch in den Parlamenten führte. Auch innerhalb der christlichen Gewerkschaften selbst kam eS darüber zu sehr lebhaften Auseinandersetzungen. Es wurde 'chließlich ein Kongreß nach Essen einberufen, auf dein der General- iekretär Steg erwald«Köln eine Auslegung der Enzyklika vor- trug, die von dem Biichof Dr. Schulte in Paderborn her- rührte und wonach der Papst nicht die Absicht gehabt habe, sich so 'charf gegen die interkonfessionellen christlichen Gewerkschaften zu wenden. Aus dieser Interpretation wurden darauf in der Zeitschrift Wartburg" des Pfarrers Mix- Stargardt(Niederlaiisitz) und einige Monate später in der„Bcrgarbeiterzeituug", sowie in einer Reihe sozialdemokratischer Blätter sowohl dem General- sekretär Stegerwald. als' dein Gesamtvorstand der chrisi- lichen Gewerkschaften heftige Vorwürfe gemacht. Sie wurden des Toppclspiels, der Täuschung ihrer Mitglieder beschuldigt, zugleich wurde ausgeführt, daß die christlichen Gewerkschaften von den rhei- uischcn Großindustriellen als Gegengewicht gegen die Sozialdcmo- kratie betrachtet werden und sich als solches auch beim Ruhrberg- arbeiterstreik und bei den Reichstagswahlen von 1012 in den Wahl- kreisen Bochum und Duisburg bewährt hatten. Wegen dieser Bc- 'chuldigungen haben nun die Führer der christlichen Gewerkschaften, darunter die ReickiStagSabgeordneten Behrens und Schiffer-Düsseldorf. Privatklage angestrengt. Die heutige Verhandlung leitet Amtsrichter Buhe. Die Privat- iläger, denen"sich Frl. Margarete Beb m vom Verband der christliche:'. Heimarbeiterinnen angeschlossen hat, sind zum größten Teil nicht erschienen. sind iämtlich durch den Generalsekretär des Verbandes christlicher Gewerkschaften Adam Stegerwald-Köln ver- trete», dem als Rcchtsbeistand Justizrat Dr.«Schreiber- Köln zur Seite steht. Auch die Angeklagten sind nur soweit erschienen. als da» Gericht ihr persönliches Erscheinen angeordnet hat. ES sind dies Pfarrer Mix- Stargardt mit seinem Verteidiger, Rechts- auwalt Grundschöttel- Köln, und die Redakteure Theodor Wagner- Bochum von der„Bcrgarbciter-Zeitung" und Sollmann-Köln von der sozialdemokratische»„Rheinischen Zeitung". Freiwillig sind weiter noch zwei weitere Angeklagte, die Redakteure Schädlich und Stcinoichcl, erschienet!. Die angeklagten Redakteure werden von dem Siechtsanwnlt und Reichstagsabgeordneten Wolfgang Heine- Berlin verteidigt. Unler den �geladenen Zeugen sind die Reichstags- nbgg. Triniborn, GieSbertS, Sachse, Landlagsabgeordneter Jmbusch- Esten und �andlagsabg�Hue, der Herausgeber der„Kölner Korrespondenz". Dr. Kaufmann, der»ach seiner Ausweisung aus der Erz- diözese Köln in Frankfurt a. M. wohnt, der christliche Bergarbeiter- siihrer Effert, daS Vorstandsmitglied des alten Bergarbeiterverbandes Hiisemann-Bochum, inehrere Domkapitulare und andere katholische Geistliche sowie einige Sachverständige für llebersetzunge», da es sich uni den Urtext der Enzhklika in lateinischer Sprache haudelt. Der Vorsitzende hielt es zunächst für notwendig, dem Gericht einen allgemeinen Ueberblict über den Sachverhalt zu geben. Daraus werden die Artikel verlesen und die Angeklagten persön- lich vernommen. Die Zeugen werden bis nachmittag sämtlich entlassen. Nach Verlesung der unter Anklage stehenden Artikel äußert sich der angeklagte Pfarrer M i x Sargnrdt. Niederlausitz, über die Ar- tikel in der„Wartburg": Wir waren, erklärt er, in der„Wartburg" niemals gegen die christlichen Gewerkschaften voreingenommen, wir haben vielmehr sie wohlwollend behandelt und sie zu fördern versucht. Im Sommer 1012 erging noch ein Rcdaktionsbcschluß. der ausdrücklich forderte, daß die christlichen Gcwcrl schuften gegen die Berliner Richtung und deren Anwürfe zu niiterstutzen seien. Das geht aus dem damals veröffentlichten Artikeln deutlich hervor. Wir haben uns immer auf die Seite der christlichen Gewerkschaften gestellt, bis der Esse- ncv: Kongreß kam. Auch da habe ich noch in einer Wochenschau meiner Freude darüber Ausdruck gegeben, daß die Gelverkschaften so mannhaft Stellung genommen hatten gegen die Einmischung der Geistlichkeit in Gewerkschastsfragen. Nun setzten aber die An- grine zunächst in der römischen vatikanischen Presse und in der Kölner Korespondenz gegen de» Kongreß ein. Ich habe lange zu- gewariet, ob nicht eine Erklärung von den Gewerkschaften kommen würde, dann aber hielt ich es für meine Pflicht, vorzugeben, weil in meinem Leserkreis von diesen namentlich aus Italien stammen-. den Mitteilungen und Vorgängen schon vor dem Kongreß Gerüchte verbreitet waren. Ich hielt das aber auch für notwendig im Inter- cste der evangeliichen Mitglieder der christlicheri Gewerkschaften, die ich doch vor dem weiteren Verbleiben in einer sich unter bischöfliche Leitung stellenden Organisation zu warnen alle Ursache hatte. Vors.: Diese Artikel stimmen zum Teil i» weitem Maße über- ein mit den Artikeln des„spectsic-r aller" in der Münchener Zeit- schritt„JarniS". Angckl.: Diese Artikel sind mir vorher nicht bekannt gewesen. Der Angeklagte fährt dann fort: Run schrieb mir Reichstagsabg. Behrens, ich haue ihm geantivortet, daß mir nichts lievcr sei, als ivcirn die christlichen Gewerkschaften alles berichtigen könnten, ich würde gern einen Widerruf aufnehmen. Abg. Behrens antwortete mir, daß er das nicht könne, da er nur in seinem Raine» schricvc, und daß er, obwohl Vorstandsmitglied, von diesen Dingen nichts wisse. Am 5. Januar schrieb ich darauf: Herr Rcichslagsabg. Franz Behrens bestreitet UNS gegenüber, daß die Gewerkschaftsführer vor dem Kongreß in Esten in aller Heimlichkeit sich deui oüpftlichen Willen unterworfen haben und daß ihm als zioeiten Vorsitzenden nichts davon bekannt sei. Dazu setzte ich, daß man ihn als Vrostetanteu natürlich nicht mit hinzugezogen hätte zu einem päpstlichen Gericht. Unser �-Korrespondent stützte sich aus italienische Duellen. Er hielt seine Behauptungen ausrecht. Ich ersuchte unseren Äorre- spondentcn dann im Interesse der Aufklärung die Tatsachen noch einmal zu untersuchen. Taraus schickte er mir die Angriffe»och einmal in drei Thesen formuliert zu. Das Wort vom Doppelspiel K' nur ein Zitat des Dr. Eisen in München, der davon gesprochen hau'. Ich hielt es für notwendig, aus gerichtliche Klarstellung zu drinäen. Eine persönliche Beleidigung der Herren lag mir vollkommen fern Uebrigcns kann ein guter Katholik doch auch keine Beleidigung darin finden, wenn von ihm gesagt wird, daß er sich dcm Papit unterwerfe r � r, Vori".; In dem Zusammenhang aber, daß es geichehe». aber m Esten abgestritten worden fei, ist es doch ehrentränkeiid._ Angckl Pfarrer Mix: Waren dm Verhältnisse ,o, dann inißlc ich die evangelischen Arbeiter davor warnen, in einer Organisation zu bleiben, die sich den Bischösen unterwmV. wenn sie ehrlich und selbständig bleiben sollten. Eine Ehrenkränkung des Herrn Stegerwald sollte das nicht sein, aber als evangelischer Pkarrcr hatte ich die Psticht, Klarheit zu schassen, dann auch als Redakteur der„Wartburg", eines Organs für evangelische und protestantische Interessen und auch als evangelischer Staatsoürger. Vors.: Wollen Sie Ihre Behauptungen auch heute noch aufrecht erhalten? Angekl.: Ja, bis jetzt mutz ich das.— Auf Befragen seines Ver- ieidigers Rechtsanwalt Grundschöttel erklärt Pfarrer Mix noch, daß in der Lausitz, wenn auch nicht in seinem Pfarrbezirk, christliche Gewerkschaft«» sich bemerkbar machten, was einen weiteren Grund bedeute, Klarheit zu Privatkläger Stegerwald: Herrn Pfarrer Mix konnte ich nicht antivorten, Weil mir die Aeußerungen der vatikanischen Presse und der Kölner Korrespondenz erst aus den Akten des Rechtsanwalts Heine vor acht Tagen vetanntgewordcn sind. Ter Angeklagte Wagner, Vorstandsmitglied des sogcnann- len alte» Bcrgarlieitervcrbandcs und Oiedakteue seines Organs erklärt: Der Kampf zwischen uns und dem christlichen Gewerkvcr- ein ist sehr alt. Wir sind angegriffen worden, und wir wurden mit den schwersten Schimpsworten belegt, als Auswurf der Mensch- Veit bezeichnet usw. Die christlichen GewcrkschaktsMrcr haben eine Zeitlang außerordentlich scharfe Töne angeschlagen. Aus dcm Züricher Kongreß hat einer von ihnen den Bischöfen noch zugerufen: ..Bis hierher und nicht weiter!" 1000 liefen sie Sturm gegen den Zwangsarbeitsnachweis und die Ausbeutung der Zcchenhcrrcn, und Effert hatte sogar einen internationalen Generalstreik in Aussicht genommen. Die Ehrikilichen gebürdeten sich so radikal, daß der Ilmschwung nachher uns sehr überraschte. 1910 hatten wir den Ehrisiliohen eine Arvcitsgemeinschaft angeboten, die sie aber ab- lehnten. Bei den ReichstagSwnhlen find sie für Heckmann ein- getreten. Tann kam der Streit von 1012 und ihr Kampf gegen uns. Für all das fanden wir keine Erklärung und sagten uns, da müssen hinter den Kulissen sich Dinge abgespielt haben, die die Schwenkung veranlaßte». Wir haben alles getan, um ein gemein- faineS Vorgehen beim streik zu ermöglichen. Aber die chrift- lichen Führer machten es uns unmöglich. Die Konjunktur war beim Streik die denkbar günstigste. Wenn die Ehristlicheii mit uns gegangen wären, hätten wir auch ohne Streik Erfolge für die Arbeiter erzielt. Für die außerordentlich arbciterschädigende Taktik der christlichen Gewerkschaften gibt es keine Erklärung. Als die Artikel im„Janns" und in der„Berliner Volkszcitung" er- schienen, habe ich gewartet, ob nicht eine Erklärung erfolgt, che ich sie abdruckte, qn diesen Artikeln fanden wir die einzig mög- liche Erklärung für die Taktik der christlichen Gewerkschaften bei der Reichstagswahl in Bochum und beim Streik. Wenn auf dcm Essener Kongreß gesagt wurde, eS bleibe alles beim alten, so mußte das irreführend wirken. Wir konnte» zu keinem anderen Schluß kommen, als daß man sich der Enzyklika unterworfcn�habe, die jedes radikale Auftreten verbot, unzweifelhaft auch jeden Streik, denn„es soll kein Streit zwischen den Ständen herrschen". Das steht im Widerspruch mit den Tönen, die 1011 angeschlagen wurden, wie sie schärfer der roteste Revolutionär und der schlimmste Anarchist nicht anschlagen konnten. Vors.: Sie schieben die Sache auf ein anderes Gleis: wenn gesagt wurde, alles bleibe beim alten, so betraf das die kirchliche Aufsicht. Augekl.: Dem Geist der Enzyklika haben sich die christlichen Gewerkschaften unterworfen, da nützen alle Intrepreiationen nichts. Vors.: Aber Sie wurden auch in der Form beleidigend. Sie sprechen von Komödie und von einem Betrug der Oeffentlichkcit. Angckl.: Tie Leute, die unS Auswurf der Menschheit nennen, können nicht verlangen, mit Handschuhen angefaßt zu werden. Vors.: Gegen Beleidigungen stand Ihnen der Rechtsweg offen. R.-A. Schreiber: Wer im Glashaus sitzt, darf nicht mit Steinen werfen, ich habe hier acht Seiten Schimpfwörter ans der „Bergarbeiterzeitung". Vert. R.-A. Heine: Ich habe hier Hunderte von Schimpf- Wörtern aus dem christlichen„Bergknapven". R.-A. Schrei bcr: Ilnd wir Taufende aus der„Bergarbeiter- zeitung". Vors.: Wollen Sic aufrecht erhalten, daß die Grubenbesitzer Gelder hergegeben haben, um den Papst umzustimlnen, und daß infolgedessen die Wahl des Abg. Heckmann erfolgt sei? Angckl. Wagner: Wir können bei der Lage der Dinge nichts anderes annehmen, im Interesse der Arbeiter mußten die Ehrist- lichen für Hue und nicht für Heckmann stimmen. Vors.: Das ist Ihre Ansicht; Heckmann ist doch auch Arbeiter. Angekl. Wagner: Er hat sich für erhöhten Arbeitswilligen- schütz ausgesprochen. Privatkläger Stegerwald: Heckmann hat sich in den letzten Tagen in Bremen in der entschiedensten Weise gegen erhöhten A r b e i ts w il l i ge nsch u tz ausgesprochen; er ist Mitglied des christlichen Gewerkvereins und es ist selbstverständlich, daß unsere Mitglieder für ihren Kollegen eintreten. Der Gewertverein hat überhaupt keine Parole für die Wahl ausgegeben, denn er ist politisch neutral, die Parole und die Abmachungen sind ausschlicß- lich von der Zentrumspartei getroffen worden. Nachdem alle Angeklagten sich geäußert haben, erklärt Ver- leidiger Otechtsanwalt Heine: Wir können nicht Beweis führen, mit welchen Zechenbesitzern die Herren gesprochen haben und was uincr vier Augen verhandelt wurde, wir werden aber den Leweis der inneren Wahrscheinlichkeit erbringen. Die Unterwerfung unter die Enzyklika iverden wir aus Reden vor und nach ihr vctoeisen. Stegerivald mußte als genauer Kenner der Verhältnisse wissen, daß im Sinn« der Enzyklika unzweifelhait eine energische Gewerkschafts- Politik sich nicht führen lasse. Herr Giesberts hcst ja bereits vorher erklärt:„Wenn wir uns mit den Evangelischen zusammen nicht so organisieren dürfen, dann werden wir uns als getreue söbne der Kirche erweisen." Es wurde also«in Doppelspiel gespielt nach außen, in dem man den wilden Mann mimte und auf den Tisch schlagend sagte: man werde sich nichts gefallen lassen, nach innen, indem in einer gewundenen Erklärung gesagt wurde, alles bleibe beim alten. Ein Beweis dafür, daß es anders ist, liegt darin, daß heute die Mitglieder der christlichen G e w e r t- s ck, a s i e n m i t S o ch d r il ck a u f g e f o r d e r t w e r d e n. i n d i c katholischen F a ch v e r e i n e e i n u t r e i e n. ohne daß von einer Gegenleistung die Rede ist, daß nämlich die Fachvercine ihre Mitglieder ziun Eintriit in die Gewerkschaften auiforder» würden. Auf eine Bemerkung stcgerwalds erklärt« Rechtsanwalt Heine: Herr Stegerwald, Sie können sich darauf verlassen, daß ich nickt die Rechte Roms gegenüber deutschen Arbeitern vertrete. , Zurui: O ja!) Ich erkläre weiter, daß den christlichen Äewerk- schaftsführern nicht vorgeworfen werden sollte, daß sie persönlich Schmier- und Schweigegelder empfangen hätten. daS bezieht sich mir auf die Organisationen, die Gelder empfangen haben. Klageverireter Rechtsanwalt Schreiber: Wir werden unS nicht abspeisen lassen damit, daß das Wort„Judaslohn" so gemeint sei. Privatkläger Stegerwald: Justizrat Trimbonl wird aus- sagen, ob irgend«in Zusammenhang zwischen dem Ruhrbergarbeiter- streit und der Reichstagswahl bestand, und Generalvitar Kreutzwald, ob zwischen diesen Dingen und der Enzyklika ein Zusammenhang besteht. Durch das Zeugnis der Gewerkschaftsführei: werden Wir beweisen, daß unter keinen Umständen die Situation für den Ruhr- bergarbeiterstreik so günstig lag. Es war vorher eine Konferenz zwischen Staatssekretär Delbrück und den Ükbggeordneten Behrens und Gicsbcrts abgehalten worden, wobei der Staatssekretär Per. Mittelung zusagte. Wir waren der Meinung, daß noch nicht alle friedlichen Mittel ersckwpft waren. Privatkläger Behrens erklärt dann noch, daß die Gewcrk- scharten auch aus volkswirtschaftlichen Gründen die Beteiligung am Streik hätten ablehnen müssen, der den Arbeitern geschadet, dem Ausland aber genützt habe. Stegerwald: Seit 1891 Taben die christlichen GeWerk äußert sich dann über die Verhandlungen mit dem Bischof Schulte Über die Enzyklika. Ter Bischof hat ihn beruhigt und nun eine schriftliche Interpretation gegeben, über die er ihm mitteilte, daß cr sie als die Interpretation des Episkopats des ganzen Deutschen Reiches erklären könne. Darauf habe er«Stegerwald) seine Rede ausgearbeitet. Vors.: Es wird behauptet, daß Ihre Rede im Kölner erz- bischöflichen Palais ausgearbeitet worden sei. Stegerwald: Ich habe iie selbst verfaßt und niemandem zur Genehmigung vorgelegt. Für uns handelte es sich darum, daß keine Ausnahmestellung der christlichen Arbeiter in der Ver- folgnng ihrer Interessen eintrete, daß volle Entschließungsfreiheit bei Lohnforderungen und Streik weiter deitebe, daß keine Beaufsichtigung der Gnverkschaficn und ihrer Aktionen stattfinde. In diesen Punkten habe die Enzhklita, so sagte mir Bischof Schulte, nichts geändert. Das hat sich auch dadurch bestätigt, daß in den letzten Iahren wiederholt Streiks von christlichen Arbeitern jiat:- gefunden haben, ohne daß ein Bischof ein Aufsichtsrecht vcanipruchtc. Wir mußten ehrlicherweiie und im Interesse unserer evangelischen Mitglieder auf unserer Selbständigkeit bestehen. Wir haben kein anderes Fahrwasser eingeschlagen. Daraus trat die Mittagspause ein. In der Nachmittagssitzung wird die Aussage des Bischofs Schulte von Paderborn, der gestern, in Gegenwart der Partei- Vertreter vom Vorsitzenden Amtsrichter Bichc kommissarisch ver- schaften 11 Millionen Mar! Streikgeldcr ausgegeben, ohne daß ein- kirchliche Stelle Verwahrung dagegen eingelegt hätte. Stcgcrwald Brief des Reichstagsabg. Kuckhoff aufmerksam gemacht, daß in den Reihen der chnftlichcii Gewerkschaften über einige Sätze der Enz» ilika Beunruhigung herrsche. Stegerwald sagte, daß sie durch Vor- becktung einzelner Sätze der Enzyllika von den Gegnern, Sozial- dcmokraten sowohl wie Anhänger der Berliner Ritchung. ve- nnruhigt würden. Die Sätze, die er dabei anführte, habe ich dann in der Interpretation erörtert. Er sagte dabei, angefichts dieser Angriffe könne er über diese Sätze nicht hinweggehen. Ich sprach mit ihm über einige dieser Stellen und erläuterte sie so, wie es nachher in der Interpretation niedergelegt wurde. Ich sagte ihm dabei, daß die gegnerische Auslegung falsch sei. Tiefe mündlichen Erläuterungen fixierte ich später schriftlich und übersandte sie dein Kardinal Fürstbischof Kopp in Breslau zur Kenntnisnahme, indem ich dazu bemerkte, bei der in der Interpretation enthaltenen Er- klärung hätte sich stegerwald beruhigt. Kardinal Kopp teilte mir mit, daß von der Interpretation vielleicht auch öffentlich Gebrauch gemacht werden könnte, und am nächsten Tag jchrico er mir noch, daß die Iiitcrpretativn zutreffe und Stegerwald von ihr auf dem Kongreß in Köln Gebrauch machen könne. Wenn auch nur zwei Bischöfe a» der Interpretation beteiligt seien, so würden ibr doch auch die anderen Bischöfe, denen cr davon Mitteilung machen würde, zustimmen. Dementsprechend übersandte ich sie Herrn Stegerwald mit der Befugnis, sie als die Ansicht aller Bischöse loeiterzugebcn. Mir ist nichts davon bekannt, daß sich einer der anderen Bischöfe bei Kardinal Kopp oder bei der Kurie offiziell gegen die Interpretation ausgesprochen hat. stegerwald sagte, meine Erklärung sei gut, lieber aber sei es ihm. wenn er wisie. daß sie auch die Meinung aller Bischöfe wiedergebe. Es war nicht etwa eine ausdrückliche Unterwerfung stegerwalds unter die Enzn- klika eine Bedingung oder Voraussetzung der Ausfertigung der Interpretation gewesen. Irgendeine Erklärung nach dieser Rick- tung wurde weder gefordert, noch gegeben. Stegerwald hatte viel- mehr betont, er würde auf dem Kongreß in Essen bei der Hervor- tehrung der Unabhängigkeit der christlichen Gewerkschaften bis an die Grenze des Zulässigen gehen. Was damit gemeint war, weiß ich nicht, ich nehme an. daß da nur die Form seiner Ausführung eu iii Frage stand, und habe deshalb nochmals in erneut Briefe nn stegerivald Besorgnisse ausgesprochen. Davon, daß andere Ge>o«r!- schastSführer, insbesondere auch die Privatkläger irgendeiner tirch» l-chcn Instanz ihre Unterwerfung unter die Enzyklika erklärt hätte», ist mir nichts bekannt. Auf Befragen des Rechtsanwalts Grund- schöttcl«rttärtc der Zeuge, daß ibm nichts davon bekannt sei, daß einzelne Gewerkschaftsführer den Grundsätze», wie sie später in der Interprelatioii der Enzyklika ausgesprochen wurden, sich ausdrücklich unterworfen hätten. In der JntcrpretaLion liabe der Zeuge nicht etwa auch verneinen wollen, daß die K i r ck e in wirtschaftlichen Fragen, soweit sie das Sitten- gesctz berühren, also Charakter lind Dauer der Arbeit. Lohnzahlung, A r b e i t e r st r e i k, nicht das R« ch t habe und unter Umständen auch für sich' n Anspruch nehme, in Einzelfällen bindende E n t- scheidungen für ihre 2l»gehörige n zu treffen, um sie vor Schädigungen ihrer sittlich-religiösen Interessen zu be- wahren. Tie Kirch« hat nach ihrer Auffassung dieses Recht nicht nur nach Befragung durch die Gläubigen, sondern auch auf ihre eigene Initiative. Dieses Recht h a t mein« Interpretation jedenfalls nicht verneinen wollen; sie vctrifst weniger diese theoretische Seite; sie sucht viel- mehr mit dem Bedenken aufzuräumen, als ob die Kirche zu den ge- nannten gewerlschaftlichen Fragen praktisch von nun an«ine vec- änderte Stellung einnehmen würde. Gegenüber den Aeußerungen, die durch die Presse gegangen sind und mir soeben entgegengehalten worden sind iBayer, Uditore. Heiner), halte ich diese Meinung auf- recht. Ans Stegerwalds besonderes Befragen, od die Kirche«in Mitbestimmungsrecht in jedem Einzelfall beanspruche, erklärte der Zeuge, das wisse er nicht, jedenfalls aber läge«ine Ver- neinung einer solchen Frage nicht in seinem Sinn.. Die katholische Moraltheologie verbietet nicht in allen Fällen den Streik. Die Be- ovachtungspflicht der Bischöfe und Geistlichen überhaupt ist durch die Enzyklika wohl aufs neue eingeschärft worden, aber eine Aus- dehnung der schon immer bestehenden und selbstverständlichen Beobachtungspflicht ist dadurch nicht eingetreten. Diese Bcobachtungs- Pflicht, die gegenüber den christlichen Gewerkschaften durch die Enzy» klika vorgeschrieben ist, besteht ebenso gegenüber allen übrigen Er- scheinuiigen des öffentlichen Lebens, selbstverständlich ist die in der Enzyklika vorgeschriebene Beobachlungspslicht in vezug auf das Verhalten der einzelnen Gewerkschaften nichr ausge- s ch l o f sc», doch ist es, so iagte der Bischof weiter, meines Er- achtens nicht der sinn der Enzyklika, daß die Gewerkschaften bei den einzelnen wirtschaftlichen Fragen, bei denen Liebe und Ge- rechtigkeit in Frage kommen, beauffichtigt werden sollen. Verteidiger Rechtsanwalt Heine fragt an dieser Stelle: Wenn eine christliche Gewerkschaft, z. B. der Gewerkverein der Berg- arbeiter, in einen weitere Kreise umfassenden Streit für Lohn- erhöhung oder Besserung der Arbeitsbedingungen eintritt und sich zu diesem Zweck mit anderen Gewerkschaften, z. B. dem alten Lei- band, zusammentut und über Werke und Personen den Streik oder Boykott verhängen würde, wäre dann der Zeuge nach der Enzyklika nicht verpflichtet, zu prüfen, ob die Forderungen des Gewerkvereins und die Art ihrer Durchführung mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Liebe und der ArbeilSbetätigung in Widerspruch stehen, und würde er dann nicht jedenfalls einschreiten? Tarauf antwortete Bischof Schulte: Eine Lerprlich- tung. solche Aktionen zu beobachten, erkenne ich a n, ob einzuschreiten ist, hängt von dem konkreten Fall ab. Marktpretie von Berlin am 18. Dezember lvlZ. nocki armilielllnecn deö kgl. Volizeivräsidiums. Mais lmiredj. gute Sorte 11.80—17.10. mittel 00.00-00,00. geringe 00,00—00,00. Mais irunder). gute Sorte 11.80— lö.-zg. Richtstroh 0,00. Hen 0,00—0,00 artt h a U c n p r e i j e. 100 Kilogr. Erbsen, gewe, zum Kochen 31,00— j0, 00. speisebobnen. weiße 35,00—60,00. Linien 36,00—80.00. Kartoffeln(Kl-uwdl) 1,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchsieilch 1,30—1.80. Schweinefleisch 1.40— om Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelsleisch 1,50—2,40. Butter 2.40—3 00. 60 stück stier 4,60-7.20. I Kilogramm Karpi-ii 120—2,40. jüii 1,60—3,20. Zander 1,20—3,20. Hechte 1.20—2.10. Aars che 1.00—2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,90. 60 Stück Krebse 2,00—24,00. Hoch In er Stunde vor dem Weihnachtsfesf raten wir Ihnen, wenn Sie bedeutende Ersparnisse machen wollen, Ihren Bedarf an Herren- und Knaben-Bekleidung jeder Art in unserem Ausverkauf zu decken. Wir lösen unsere Firma auf und haben deshalb unsere Preise durchweg auf alle Waren bedeutend ermässigt. Vertriebs-Gesellschaft(Qr Herren- und Knaben-Bekleidung H. 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Deutsches Riiostler- Theater. Schwill und Gertraude. «ammcrspiele. Betterleuchten. Theater am Nollendorfplatz. Der Mikado. Thealer des Westens. Polenblut. Perliuer. Wie einst im Mai. Deutsches Schauiptelhaus. Die heilere Rcfidenz. Ttln.ia. Die Tangoprinzesfin. Komödie»!, aus. Hinter Mauern. Bioiltis Operetten. Tie ideale Gattin. Residenz. Hoheit— der granz. Roie. Frühllche Weihnacht. Mctropol. Die Reljc um die Welt in 40 Tagen. Äosiuo. üerdmaud der Tugend» haste. Deutsches Opernhaus. Der Freischütz. Schiller«t. EygeS und fem Ring. Schlller«harlotrcndurg. Hase- mannS Töchter. Kleines. Velinde. Lustipirldous. Die spanische Flstze. Trianou. Seine Gelieble. Ariedrich- WilhelmstädtischeS. Die Kinolönigill. Herrnfrid. Bas sagen Sie zu Leibusch? Apollo. Spezialitäten. Wlliirrgnrlen. Spezialitäten. Reichst) iillell. Stettwer Sänger. Aniang d'/. lldr. Luisen. Prcciosa. Walhalla. Woilenbumuller. Zolles stsavrlce.- Der Kuckuck. Manöver, chwinücl. Die Samuels. Admiralspalnst. Die lustige Puppe. Aniang S'l, Udr. Neues Poltsrueaeer. Berg Eyviud mid sein Weid. .'iniaillj g Wr. Berliner Gispalast. Eissport. EiucoNollendorf-Thcater.Varietä- LichlspietA Sternwarte, Auvalideustr. b,— 6s; DentschesSchansplelhantt »aqm.3Ul>r: Peterohens Mondfahrt e icht; Die heitere Residenz. �Lessing-Theater' « Uhr- Pygmalion., Lustspiel von Vernard Shaw Zeliille!'- Idealer o.A-met' Sonnabend, abends 8 Uhr: fiygCH and Nein King. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Freiwild. Sonntag, abends 8 Uhr: Ilaria Htaart. Montag, abends 8 Udr: ,4a> Tage des Gericht«. SMle�ThMleP�6"7 Sonnabend, abends 8 Udr: Hasemanns Töchter. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Zum l. Male:.Indreas Hoter. Sonntag, abends 8 Udr: Geschäft Ist Geschäft. Montag, abends S Uhr: Freiwild. S llhr: Die Kronbraut. Komödienhaus. 8 uht: Hillter Mallem. Berliner thealer. 8 Uhr: Wie einst im Mai. 8 Uhr Mdenz-Theateri Hoheit— der Franz! Mustkalische Groteske in 3 Akten von Zwtur Landsberger und Willi Wolff. Musik von Robert Winterberg. Allabendl. 8 Uhr:liohe!l— der Prsnr! toter m Nollemiorfplatz i 8 Uhr. Mikado.«Uhr. Rachm. 4 Ufa- zu ilcinen Preisen: Fraa Holle. Bentsehes Küustlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nauendorf 1383. Sonnabend 8 Uhr: �«chlrla and Gertraade. wunniag a Uhr: Ha. Prinzip« Sonntag 8 Uhr: »n/.U.:»er liehe Sogusiln. osc-in�ic I(Sicav » (£i 1 Grone rfrantiuasv■gtr. 132. RachmitiagS-i U&r: Eiskönig und Gold- —' prinzeftche». AbdS.8Uhr: fröhliche Wechnacht. WcchnechtS.Bolt>Sstück in süns Akten von.Oltonreyer. Sonntag nachm. 3 Uhr: Das tirr?, änderte Schlaft. Cify-Park am Bahnhof Friedrichstraao Größte Volksschau Berlins 50 Schaugeschäfte Sehenswert!! die neuen Attraktionen Ein Vergnügen für Jung und Alt) Geöffnet täglich naclunitt. 4 Uhr Sonn« o Feiert aachir.itt 8 Uhr bis 11 Uhr abends.— Eintritt trei Vereinigte Berliner Volkshühneu. LalNcn-Theatcr. I Walhalla Theater. 4 Uhr: Zum 1. Male: I 4 Uhr: Märchenspiel: O Tannebanm. Weihnachtsmärchen. LnesNittohen und die sieden Zwerg». 8'/. Uhr: PrccioNa.| 8>/, Uhr: SS'olheat»an»aiter. äf«0»*" MaiiAPtitrAPA 89_> :: Berliner:: Konzerthaus Mausrstraße 82.— Zimmerstraße 38,81. Großes Moppel-Konzert! Berliner Koazertliaus-Qrchester � �«rt�t.ka1' Leitung: Konaponist Frz. v. B 1 o n, Musikc. 4. Garde-Regiments z. F. Dirigent: Obena. Schräder. Anfang 8 Ubr. Eintritt 50 Pt Anfang 8 Uhr. Morgen: Grolle» Uoppel-Konzcrt. Anfang l',1. Uhr. Brauerei Friedrichsbain. Sonntag, den 81. Dezember 1013: Konzert des Berliner Sängerchors AlitgL des Arb.-Sängerbundes, Cbormeister Franz Bothe, und des Philharmonischen Orchesters Dirigent Camillo Hildebrand. Billetts im Vorverkauf ÖO Pf., Kasscupreis 75 Pf., bei den Vonvilrts-Spediteuren Zucht, Immanueikirch- straCe 12, und Hanisoh, Ackerstr. 174. URANIA TaubenstraBe 48/43. L Ustr; Mit dem„Imperator" nach New York. UT Lichtspiele l'nlon-l'alaat Kurfürsten dämm 28 Bava riu-Hnus Friedrich- E. Taubeastr. Unter den Linden 21 M o r H z p 1 at z Hasenheide Sohöneberg, Hauptstr. 49 Das rosa Pantöff eichen Der be»to l/ast»piel-8clilager der 8al»on. Passage-Panoplituai 50 wilde Kongoweiber Männer und Kinder. Der Froscbschlueker. DM- Voranzeige!~WH Vom Sonntag, 21. Dezember: Volkstage. Weinb erga wog 16-17 Reiniokendorforstr. 14 Die Hand fdes Schicksals Drama in 3 Akten. Heute 4 Uhr« Weihnachts- Jugend-lorstellung im C. T. Kurfürsteudamm 26, Weinborgsweg 16—17. Schöneberg. Hauptstr. 49, KciniokeudorfcrsU-. 14. Zirkus ilb. Schumann. Heute Sonnabend, d. 20. Dez., abends 7'/, Uhr; Gala-Prciulero des großen Ausstattungsstückes vom Turf in 7 Bildern: „Tipp" der Derby-Favorit 1914. Entworfen und auf das glänzendste inszeniert vom Kommissionsrat Albert Schumann. Vorher das große 8port-Prograniiu. Sonntag, den 21. Dezember; 2gr. Vorstellungen A nachm. S'/jU-abds�VcU.* kM-WeliMt. Tbeater. Operetten-Gastspiel Zum 2M. Male: Die Klno-Känigln. Operette in 3 Alten von Georg Olonkowski u. Julius Freund. Musik von Jean Gilbert ttasseneröjsn. 7 Uhr. Zlnf. 8 Uhr. Morgen 4 lchr: TornröSchen. Voranzeige: An beiden, seier- tagen nachmittags 3 Uhr: Die keusche 8asaane. Metropol-Theater. Slbends präzise 7 Uhr SS: llie»eise m die Erde in 40 Tagen. SS-.5S's Wullerl. Voigt- Theater Ladstrafte 5S. 2'lorgen Sonntag, den 21. Dezember: Nachmittags: Keine Vorstellung. Abends 8 Uhr: �eimg'wnäen. Weihnachtskomödie in 3 Akten von Ludwig Anzen gruber. Kaffenerössnung 16 Uhr. Ans. 8 Uhr. ODEON Vergnügung�-Palastl der 10 000"W Po1sdainerStr.72gSl:0hwbsthrn| Heute zum eisten Male: In Eis und Schnee. I Feenhafte Ausstattung und Beleuchtung d.Rieseuraumes Weihnachtsstimmung! Volks- belustigungen! Tangotänzer! I. Konzert d. berühmten ital. Kcrsagllerl-Kapelle. Anfang 7'/., Uhr.\„ Sonntags 4 Uhr. j Eintritt 30 Pf. Jeder Erwachsene IKind frei. Voranzeize. Große Silvesterfeier mit Tanz. Num. Tischplätze a 1,10 M. werden schon jetzt ausgegeb. an d. Kasse des Odeon von PJÜ.mittags an u. bei Rüden- Theatork., Pete damer Str. 4, und Tauontzionstr. 7. Zirkus Busch. Heute Sonnabend, den 26. Dez., abends 7'/, Uhr: GroBe Gala-Sports-Vorstellung. „Pompeji" Original-Ausstattungspantomime. Vorher Auftreten der groften Tezember-Attraktioue«. Kapt, Hullng. Eine Nordpolszene im Zirkus Busch. 31ad. Smaragd» mit ihren dressierten Katze» und Tauben. Qa Oorando, Ionglier-Akt. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: ,.AuS unsere» Kolonien-, 1 K i ti d unter 16 Jahren frei. Uiös�ßgpnll. Anfang VU Uhr Der Kacback. /ttanOverschwlndcL Die Saninels. Volkstbeater Neukölln. Hermannstrafte SO. Sonntag, de» 21. Dezember: Mnttersegen. VollSsiück in 3 Akten von Friedrich. Montag, deit 22. Dezember: _ chelchlosfen.__ Trianon-Theater. Täglich abend« 8 Uhr: 8eiao Gellebte. Sonntagnachm. 3 U.: Die Liehe wacht. Casino« Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Das glänzende Dezember-Fest-Progr. Gastspiel derAmerilanischen Sensation »Jui Lulldogg-Tingel-Tangel." Dazu seit Oktober total auSvertaust: Ferdmand der Tugendhafte. Sonntag 4 Uhr: Der Denunziant. Admiralspalast. Eis- Arena.— AUabendllcIi das neue mit durchschlagendem Erfolg aufgeführte Eisballett Nie lustige f uppe. Beginn der Vorstellung 8'/. Uhr. Bis 6 Uhr und von l0,/4 Uhr halbe Kassouprois«. Heute nachm.'LS Uhr: Der Zwerg Gacklndicwclt als Eobensretter. Großes Weihnachtsmärchen in 2 Akten. Halbe Kassenpreise. Schlittschuhlaufen vor und nach der Vorstellung ohne Zuschlag gestattet.' Reiehshallen-Theater Stettiner Sänger MDSikaDteoweibDaehien oonMipset. Aus. 8 Uhr. Nächste Nachm.- Barstellmigen: SS. Dezember, LS. Dezember. L8. Dezember. Der Kam- paguieball. 0 Adr.: Neukölln rjUmstr.?«!. Für Ben Jntial« der Jnieraee »vernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Veranrwortuna. Lanirsl-Nsus ISxkrslr. 13 1. Ooac. Evlhhaa» Von Kavalieren wenig getragene sowie in Versatz gewesene .lachettauzäg«. Kockanztigc, Paletot» u. Elster, 12, 15. 18, 20, 25 bis 36 M., Prima. 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Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Zentral-FriedhojeS in Friede richsselde ans statt. 219/2 Dvi- V«»i-st»ii«I. SGzjaideffloMcIiepWatilvepein LdJ-BepLHeiclistags-WalilkrEis. Am 18. d. Mts. verstarb unser Genosse, der Hutmachrr tiermsan LcKulie Reinickendorser«tr. 28. Bez. 797. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung sindet am Montag, nachmittags 2'/< Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen s�riedhoses, Sccslrage, Eingang Müllerstraßc, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 222/11 De? Vorstand. DeutsclierKetaüaplieitep-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, da» unser Mitglied, der Metall- arbeiter Georx Köhring gestorben ist. Die Beerdigung sindet heute Sonnabend, den 20. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr. von der Leichenhalle des Zentral- Fried- hoseS in FriedrichSsclde, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Former Wiüidm Nünnicke Schulftrafec 102, am 16. d. Mts. an Herzleiden. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. Dezember, nachm. 2°/« Uhr, von der Leichen- balle des PhilippuS-Apostcl-Kirch- hoses in der Müllerstraßc aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 121/12 Die Drtsverwaltung. Vepliandd. Gemeinde- D.Staalsarl). Filiale GroQ-Berlln. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege KsrI Passow welcher im Betriebe deS städtischen Gaswerks, Gitsckincr Straße, bc- schästigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Man- tag, den 22. Dezember, nachm. 3'/. Uhr, von der Leichenhalle des Kreuz> Kirchhofes in Mariendors aus statt. 26/8 Die Drtsverwaltung. Am Freilag. 19. Dezember, srüh 2 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann,| unser guter Vater, der Maurer Gustav parclemaun im 29. Lebensjahre. Um stille Teilnahme-.'lten Die trauernden Hinterbl>e>ip.Ren: Wwe. Hartha. Pardcmunn nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Dezember, nach- mittags 2-/. Uhr. von der Halle des II. städtische» FricdhöjeS, Blanke Hölle, aus statt. 493t üir Seböneberg. Bezirk 3. Am 19. d. W. verschied nach kurzem schweren Leiden unser langjähriges Mitglied, der Maurer Gustav parckemanu im 59. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung sinbet am Montag, den 22. Dezember, nach. mittags 2-/, Uhr. von der Halle deS zweiten städtischen Friedhoses, Blanke Hölle, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 16/8 Der Aoritand. Treffpunkt sür Mitglieder deS Gesang- Vereins„Schöncbcrger Männerchor" 2'/« Uhr auf obigem Friedhof. Deotsehep Holzapbeitepvepband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler August fjscker- lBohnsdon) im 3lltcr von 27 Jahren gestorben ist. �Dic Beerdigung findet morgen Sonntag, den 21. Dezember, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle des Gcmcindc-Friedhoscs in" BohnS- dorj bei Grünau aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Lkristian Bielstein lChorincr Slr. 70» im Alter von 27 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 20. Dezember. nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Zions-KirchhoseS in 3!iedcr- Schönhauscn-3!ordcnd aus statt. Ehre ihrem Andenken: Um rege Beteiligung ersucht 92/9 Die Lrtsvcrwallung. Zentpalverband der Maschinisten u. Heizer sowie Beruisg. Deutschl. Geschäftsstelle GroB- Berlin. Bezirk Friedrichshagcn. Am Donnerstag. 18. Dezember, verstarb unser Mitglied, Kollege Uermsnn Ldiülke. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung sindct am Sonntag, den 21. d. Mts.. nach- mittags 3'/., Uhr, von der Leichen- balle deS Ecmeinde-FricdhosS in Friedrichshagen. Kirchstr., aus statt. Die Gescbättssteiienverwaitung. Deatscbep Tpansportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Kassierer Gtto Gesatis am 14. d. Mts., im Zllter von 24 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken: 72/9 Die Bezirksverwaltung. Danksagung. Für die Vielen Bcwcilc' herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Mannes 96a Max Zydel sage ich allen Verwandten. Freunden und Bekannten, dem Wahlvercm des 4. KreiscS, dem Zbntralverband der Töpser, dem Sparverein„Letzter Heller", sowie dem Gesangverein und dem Redner am Grab- meinen innigsten Dank. y/y/c. Martha Zydel. Ortskrankeukasse der Klempner. Bekanntmachung. Die durch die Generalversammlung beschlossene neue Satzung der Orts- lro.nkenlassc der Klempner zu Berlin nebst der Wahlordnung ist vom Kgl. Obcrversichcrungsamt Groß° Berlin untenn 4. Dezember dieses Jahres genehmigt worden. Sic tritt am 1. Januar 1914 in Krast. 328b Druckeremplare der Satzung werden in ausreichender Zahl den einzelnen Betrieben übcrsandt und können vom 1. Januar iommcndeii Jahres ab dort eingefordert werden. Freiwilligen Mitgliedern wird die Satzung im Kasscnlolal. Sebastian stragc 27/28, in den Kässenitunden von 8—1 Uhr eingehändigt werden. Ferner geben wir bekannt, daß unsere Kasse vom 1. Januar 1914 dem Gewcrkolrankenverein angehörl. Erkrankte Mitglieder wollen von da ab nur einen Arzt des Gcwerks Iranlenverciiis in Anspruch nehmen. Der Borstand der Ortskrankrn kaffe der Klempner. lesepb Hartmann, Kaspar Latzer, ""orfitzcnber. Schriftführer. Keine Filiolen. iMark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante Herren- Moden fertig und nach Mass Garantie für tadellesen Sitz. Jonas Kurzbeitt Oranienstr.1601- zwischen Moritz- u. Oranienplatz. genau auf Strasse I |u Hausnummer zu aehfcn.l B e r l e i h- I n st i t u t A, Borohardt, Friedrichs!. 1 15, ranb.Tor. Tel. Nrd. 10654, Verl. Flack-, Smoking-, Gchrockanzügc in verschied. Prcislag. bis z. clegaiitest. Genre. Sehr große AuSw. Maß. Preise. Früll!? ! 4—500 getragene ZInzüge sür Herren: Smoking. Frack- und Gchrock- Slnzüge(auch zu vcr- leihen), Winterübcrziehcr sowie v. 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Anzahlung 8 TIark 1 Ulster 58 TIark, Anzahlung 18 TIark 1 Mark. Daimn-©/z Uhr: Hand- g«ttelverbreitung von Witte aus. Am 3. Feiertag�, abends 6 Uhr: Märchenabend mit Lichtbildern in„Sanssouci", Jnh. Grahhoff. Eintrittskarten für Erwachsene 25 Pf., für Kinder 10 Pf. Anschließend gemütliches Beisammensein mit Tanz. ßcrllncr IVacbncbtcn. Konzerte des Philharmonischen Orchesters. Für die am 36. Dezember und 2. Januar stattfindenden Konzerte, die in der Brauerei„Friedrichshain" bezw. Happoldts Brauerei in der Hasenheide stattfinden, sind für das Konzert im erstbezeichneten Lokal außer bei der Gewerkschaftskommission, Engelufer 15, noch an folgenden Stellen zu haben: Restaurant Paersch, Oldenburger Str. 16; Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11; Heyse, Boyenstr. 19, und Hcnckel, Stralsunder Str. 17. Für das Konzert in Happoldts Brauerei sind Billetts in der Zeitungsspedition von Schmidt, Kirchbachstr. 14, zu haben. Gute Bücher als Weihnachtsgeschenk. In immer weiteren Kreisen bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß «in gutes Buch bei Erwachsenen wie bei Kindern ein stets will- kommeneS Geschenk ist.«i Für den Arbeiter ist cS abät schwer, aus der Fülle der Bücher, die den Büchermarkt Lberschwermnen, das geeignete herauszufinden. Den Arbeitern kann aus diesem Grunde nicht dringend genug geraten werden, sich nicht in einer beliebigen Buchhandlung ein Buch aufreden zu lassen, daS oft nicht nur keinen Wert besitzt, sondern durch seinen Inhalt eher geeignet ist, Schaden denn Nutzen zu stiften. Unsere Parteibuchhandlungen haben sich stets bemüht, nur in- haltlich gute Bücher zu verkaufen, und können wir unseren Lesern nur empfehlen, in den Bücherverkaufsstellen des„Vorwärts" den Bedarf zu decken. Klassiker sowohl wie Romane, geschichtliche Werke wie auch sozialistische Literatur sind in reicher Auswahl vorhanden. Aber auch sür unsere Jugend ist für reiche Auswahl von Bilder- büchern, Märchenbüchern und Unterhaltungsbüchern aller Art in den verschiedensten Preislagen Sorge getragen. Um nun unseren Genossen und Genossinnen den Einkauf zu erleichtern, werden die Läden des„Vorwärts" in allen Stadtteilen und Vororten wie auch die Buchhandlung Vorwärts am morgigen Sonntag nachmittags von 1—7 Uhr geöffnet sein. Mehr Kinderkrankenhäuser! Die Notwendigkeit, für Berlin mehr Kinderkrankenhäuser zu bauen oder in den vorhandenen Krankenhäusern die Betten sür Kinder zu mehren, wird wieder durch folgenden Fall dargetan. Das Kind eines Berliner Einwohners, ein dreijähriger Knabe, der an Diphtherie schwer erkrankt war und laut Bescheinigung eines Arztes der Aufnahme in«in Krankenhaus bedurfte, wurde in einen Krankenwagen dem an der Reinickendorfer Straße gelegenen Kinderkrankenhaus der Stadt zugeführt. Vorher anzufragen, ob Aufnahme erfolgen könne, hatte jener Arzt dem Vater als unnötig bezeichnet, in der Meinung, chaß ein so schwerkrankes Kind jederzeit aufgenommen werde. Im krankenhause untersuchte ein Arzt das Kind, hinterher aber erklärte er, man könne es nicht auf- nehmen, weil in der Diphtheriestation nur noch ein ein- zig es Bett frei sei, das für ein etwa einzulieferndes schwer- krankes Kind bereitstehen muffe. Die Bitte des Vaters, sein doch sicherlich sehr schwerkrankes Kind dazubehalten, blieb erfolglos, und sein Versuch einer Weigerung, es wieder mitzunehmen, führte zu einer erregten Auseinandersetzung. Nachdem durch telephonischc Anfrage festgestellt worden war, daß man im Friedrichshain- Krankenhaus das Kind aufnehmen wollte, fuhr der Vater schleunigst dorthin. Hier wurde das Kind ohne tveiteres aufgenommen und sogleich für so schwerkrank erklärt, daß wohl keine Hoffnung mehr sei, eS am Leben zu erhalten. Als nach Beendigung der Ausnahme- Verhandlungen der Vater noch einmal sein inzwischen bereits in die Diphtheriestation geschafftes Kind sehen wollte, konnte man ihm nur noch die traurig« Mitteilung machen, daß es soeben verstorben war. Wie krank soll eigentlich— so müssen wir hier fragen— ein Kind sein, damit es im Kinderkrankenhaus für das bereitgehaltene letzte Bett reif scheint? Daß Eltern mit ihren kranken Kindern in Angst und Not von Anstalt zu Anstalt umher. fahren müssen, käme weniger oft vor, wenn wir mehr Kinder- krankenhäuser hätten. Im übrigen aber sollte auch jeder Arzt wissen, daß im Rathans eine Tag und Nacht geöffnete Meldestelle für Krankenhausbetten besteht und durch Telephon angerufen werden kann. Falsches Geld. Wegen Falschmünzerei ist der aus Luckenwalde gebürtige Graveur Hohann Detzel verhaftet worden. Infolge schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse kam Detzel auf den Gedanken, selber Geld zu machen. Er stellte Zwei- und Fünfmarkstücke auf galvanoplastischem Wege her. Lange Zeit wollte es nicht gelingen, die Herkunft der überall auftauchenden falschen Münzen zu ermitteln. Langwierige und schwi-ttge Ermittelungen führten endlich zu der Feststellung, daß der Verfertiger der Falschstücke Detzel war, ein bisher ganz unbescholtener Mensch. Nun war auch bald festgestellt, daß Detzel seine Werkstatt in Luckenwalde hatte. Als man ihn aber dort festnehmen wollte, war er verschwunden. Bei seiner Flucht aus Luckenwalde hatte er aber noch Zeit gefunden, auch alle seine Werkzeuge und Anlagen wegzuschaffen und mitzunehmen. Die Falschslücke tauchten nach wie bor in Berlin und anderen Städten in so großer Anzahl auf, daß nicht daran zu zweifeln war. daß sie nicht aus altern Borrat herrühren konnten, sondern immer wieder neu angefertigt werden mußten. Detzel mußte also seine Werkstatt irgendwo neu aufgebaut haben. Zu finden war sie aber bisher nicht, bis jetzt in Lichtenberg wieder ein Vertreiber der Falsch- stücke ermittelt und festgenommen wurde. Beamte des Kriminal- dezernatS durchsuchten sofort die Räume des Verhafteten, fanden aber nichts Verdächtiges. Dagegen trafen sie außer der Frau des Verhafteten auch einen Mann an, der dem Festgenommenen einen Besuch hatte machen wollen. Die Beamten sahen sich diesen Mann etwas genauer an und prusten seine Papiere sehr gründlich Obwohl sie m Ordnung zu sein schienen, nahmen sie sie zur Nachprüfung nach dem Polizeipräsidium mit und brachten einstweilen auch den Mann dorthin. Es ergab sich, daß die Papiere zwar regel recht ausgestellt waren, aber nicht dem gehörten, der sich mit ihnen ausweisen wollte. Der Verhastete war niemand anders als Detzel, dessen Aeußeres sich gegenüber den Beschreibungen, die man von ihm erlangt hatte, so verändert war, daß man ihn zunächst nicht wiedererkennen konnte. Als der Mann sah, daß xS für ihn kein Entrinnen mehr gab, legte er dann auch bald ein volles Q ständniS ab. Seine Werkstatt hatte er zuletzt, nach seiner Flucht aus Luckenwalde, in einem Keller in der Höchstenstraße. Diesen hatte er zu gewerblichen Zwecken gemietet, ohne seinen Namen anzugebe». Er lag für seine Zwecke sehr geeignet. Detzel konnte in diesem Raum, der sein Licht vom zweiten Hof erhielt, ganz ungestört arbeiten, ohne befürchten zu müssen, daß man ihm auf die Finger sehe oder ihn überraschen könnte. Alle Werkzeuge und Anlagen wurden in dem Raum vorgesunden. Sie stellen eine Falschmünzerwerkstatt dar, wie sie wohl kaum zum zweiten Male bestanden hat. Alles wurde beschlagnahmt, auch noch eine ganze Anzahl Falschstiicke, die schon fertig oder noch in Arbeit waren. Opfer der Strafte. Von einem Kraftwagen überfahren und getötet wurde gestern nachmittag kurz nach 4 Uhr die 6 Jahre alte Tochter des Kammerdieners Händel. Das Kind wollte vor dem Hotel Bristol die Strotze Unter den Linden passiere».� Dabei geriet eS in ein Privatautomobil hinein, das vom Brandenburger Tor herkam. Der Wagenführer vermochte nicht mehr rechtzeitig zu bremsen und so gingen die Räder des AutoS über das Mädchen hinweg. E« wurde so schwer verletzt, daß es noch auf dem Wege»ach der Charitö verstarb. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Ein Reklametrick. Gestern wurde in den Straßen Berlins ein Extrablatt verbreitet, das mit fettem Druck die Ueberschrift enthielt:„Ein großer Ozean dampfer gesunken". Im Text folgte die zweite Sensationszeile: Ueber 1000 Passagiere kämpften mit dem Wellentode". Das Ganze war eine Darstellung des„Roland"- Unterganges nach dem Roman„Atlantis" von Gerhart Hauptmann. Die Leser waren von der vermeintlichen UnglückSbotschasr erschüttert, griffen noch den Blättern, warfen sie aber, nachdem sie sie überflogen hatten, zum großen Teil entrüstet weg, weil zum Schluß sich herausstellte, daß eS sich um einen besonderen Reklametrick der Kammer-Lichtspiele handelte, der auf die Sensationslust des Publikums spekulierte. Wir halten das Ganze für einen groben Unfug. Mit dem„Fahrgeld nach Potsdam" betreibt ein junges Mädchen seit einiger Zeit einen einträglichen Schwindel. Die Gaunerin, die den Eindruck eines Dienstmädchens macht, geht mit trübseligem Gesicht auf der Straße umher, wendet sich an andere Piädchen, die sie trifft und aus dem Publikum heraus sucht, erzählt ihnen, daß sie in Potsdam in Stellung sei, und klagt zuletzt, daß sie ihr Portemonnaie verloren und könne nun nicht mehr »ach Hause kommen. Die angesprochenen Mädchen helfen bereit- willigst mit dem Fahrgeld auS und geben nicht selten auch noch über diesen kleinen Betrag hinaus. Scheinbar beglückt über die freundliche Aushilfe läßt sich die Schwindlerin jedesmal die Adresse ihres Opfers aufschreiben mit der Bersicherung, daß sie daS Geld sofort zurücksenden werde. Daran denkt sie aber nicht. Den Namen eines jeden Opfers benutzt sie vielmehr für neue Schwindeleien, indem sie ihn wieder einem anderen Mädchen als ihren eigenen angibt. Im Hotel vergiftet hat sich gestern ein noch unbekannter Mann, der' sich als Gastwirt Richard Hoffmann aus Stettin in daS Fremdenbuch eines Hotels in der Jnvalidenstraßc eingetragen hatte. Seine Angaben im' Fremdenbuch scheinen jedoch falsch zu sein, denn seine Kleidungsstücke stammen alle aus Berliner Geschäften. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Berliner. Der unbekannte Tote, dessen Leiche nach dem Schauhause gebracht wurde, ist mittel. groß und kräftig, hat einen grauen Schnurrbart und spärliches, graues Haar und trug einen blauen Anzug, einen dunklen Ueber- zieher und einen schwarzen steifen Hut. Ein Portemonnaie mit Inhalt und ArbeitsnaäilveiSslbein ist ge- funden worden. Abzuholen bei Lillge, Graetzstraße 50, Garten- haus III. Arbeitcr-Bildungsschulc, Grenadierstraße 37. Bis zum Wieder- beginn der neuen Kurie am 5. Januar 1914 ist die Bibliothek am Montag, den 22. und 29., abends von 8—9 Uhr geöffnet. Sericdrs-Teining. Allgemeine Spar- und Kreditbank. In dem Prozeß gegen die Leiter der Allgemeinen Spar- und Kreditbank wurde gestern in der sechsten Abendstunde das Urteil gefällt. Das Gericht verurteilte wegen Betruges: Rosenbaum und Eisenbeiß zu je 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und zu je 1000 M. Geldstrafe, Kaiser zu 6 Monaten, Goldstein zu 4 Monaten Gc- fängnis. Rosenbaum und Kaiser wurden je 5 Monate, Eisenbeitz 4 Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Der Gerichtshof hielt für erwiesen, daß cs sich um ein Schwindelunternehmen gehandelt habe, das von Anfang an gar nicht den Zweck verfolgte, den Genossenschaftern Darlehen zu ge- währen, sondern daß es den beiden ersten Angeklagten, die die Hauptmacher waren, nur darauf ankam, viel Geld in die Kasse zu bekommen und dies den Vorstands- und AuffichtSratSmitgliedern zugute kommen zu lassen. Tic paar Darlehen, die gegeben wurden, waren Renommicrdarlchen. Die beiden ersten Angeklagten sicher, aber auch die beiden letzten Angeklagten wußten ganz genau, nach welchen Prinzipien die Gcnossenschasl aufgebaut Ivar und handelte. Bei der Strafabmessung ist berücksichtigt. Laß es sich um ein groß- zügiges«chwindeluntcrnehmen handelte, bei dem namentlich Leuten, die selbst Geld haben wollten, mit großer Geschicklichkeit auch der letzte Pfennig aus der Tasche gezogen wurde. Ein Doppelleben. Ein Toppclleben hat der Schlosser Hans Piatek aus Friedrichs- Hägen geführt, gegen den die 4. Straftammcr des Landgerichts II eine Anklage wegen schweren Diebstahls im strafschärfenden Rück- falle zu verhandeln hatte. Ter aus der Untersuchungshaft vorgeführte Angeklagte ist toiederholt als� gewerbsmäßiger Einbrecher schwer bestraft worden. Seine letzte Strafe, die er Ende der 90er Jahre verbüßt hatte, betrug 9 Jahre Zuchthaus. Nach seiner Entlassung aus der Straf- anstatt fing er ein nenes Leben an. Er arbeitete als Schloffer und brachte es sogar durch Sparsamkeit zu einem gewissen Wahlstand. Vor mehreren Jahren heiratete er die Tochter anständiger Bürgers- leute in Friedrichshagen, die von dem Vorleben ihres Schwicger- sohnes keine Ahnung hatten. Da der Angeklagte fleißig und strebsam war, konnte er bald das Leben eines gutsituierten Bürgers führen, und als Kinder kamen, war er auch ein guter Familien- vater. Seit Februar d. I. liefen bei den Polizeibehörden in Friedrichshagen, Köpenick und Karlshorst sortgesetzt Anzeigen von Geschäftsleuten ein, in welchen über das nächtliche Treiben eine? wie alle Anzeichen bemiesen gewerbsmäßigen Einbrechers Klage geführt wurde. Ter Dieb plünderte in erster Linie die Schau- kästen, drang aber auch mittels Dietrichs und Brecheisen in die Läden ein und suchte sich die wertvollsten Waren au?. Anfänglich glaubte man, daß diese geheimnisvollen Diebereien, die allmählich der Schrecken der Geschäftsleute wurden, auf die Tätigkeit einer Berliner Einbrecherbande zurückzuführen seien. Sdjließlich wurden diese fortgesetzten Diebstähle in einer recht eigenarttgen Weise auf- geklärt. Am 19. Oktober d. I. beobachtete ein Polizeibeamter in Köpenick einen Mann, der sich an dem Schaukasten eines Kauf- inanns Mandel zu schaffen machte. Da der Beamte sah, daß die Scheibe zertrümmert war, ging er auf den Unbekannten zu. Dieser ergriff die Flucht. Er wurde eingeholt und zur Wache gebracht, Ivo cs sich ergab, daß der Festgenommene der in Friedrichshagcn wohnhafte Schlosser Piatek war, der sich dort eines sehr guten Rufes erfreute. Der Festgenommene behauptete, daß er sich nur die zerbrochene Scheibe angesehen habe, dann aber weggelaufen sei, weil er fürchtete, in einen falschen Verdacht zu geraten. Als ein Beamter des Erkennungsdienstes der Berliner Kriminalpolizei von der Festnahme eines Mannes namens Piatek hörte, erinnerte er sich, daß ein Mann gleichen Namens vor einem Jahrzehnt eine Rolle in der Berliner Verbrecherwelt gespielt hatte. Die Geburts- baten des Festgenommenen niit denen des alten Zuchthäuslers Piatek stimmten zwar nicht überein, dagegen ergab ein Vergleich der Fingerabdrucke des Verhafteten mit den vor 15 Jahren für die Mcßkarte aufgenommenen Fingerabdrücken des Einbrechers Piatek eine völlige Uebereinstimmung. Als man dem Festgenommenen auf den Kopf zusagte, daß er jener Piatek sei, brach er zusammen. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß der Angeklagte, nachdem er sich über 10 Jahre von jeder Straftat ferngehalten hatte, plötzlich wieder von jener Dicbesleidenschaft ergriffen worden war. die ihn zwang, des Nachts, mit Dietrich, Stemmeisen und Blend- laternc bewaffnet, heimlich auf Schleichwegen auf Räubereien auszugehen.— Mit Rücksicht auf die große Anzahl der Einbrüche und die Vorstrafen des Angeklagten beantragt der Staatsanwalt eine Zuchthausstrafe von 10 Jahren. Da? Gericht erkannte auf 6 Jahre Zuchthans, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht._ Ungültige Gcmeindevertreterwahl. Die Wahl des Gärtnereibesitzers Schwarz zum Gcmeindevcr- treter von Weißens« bei Berlin, die am 5. März 1912 erfolgt war, wurde auf die Anfechtungsklage hin vom KreisauSschnß und vom Bezirksausschuß sür ungültig erklärt. Neben dem Vorsitzenden deS Wahlvorstandes hatten rechts zwei Beisitzer Platz genommen, und links zwei Sekretäre, die der Gemcindevorstand zur Protokollführung herangezogen hatte. Es waren nun zahlreiche Vollmachten zur Abgabe von BollmachtS- stimmen eingegangen. Der Wahlvorsteher überwies die Prüfung der Vollmachten den beiden Beisitzern, die während eines großen Teil» der Wahl lediglich dadurch in Anspruch genommen waren. Während dieser Zeit wurden die Stimmen der Wähler nur gegen- über dem als Protokollführer fungierenden Sekretär abgegeben. Die Wahlvorstandsmitglieder waren von der Prüfung der Voll- machten derart in Anspruch genommen, daß sie die Stimmenabgabe gar nicht verfolgen konnten. Ter Wahlvorstand hatte also meist gar nicht gehört, von wem Stimmen abgegeben wurden, und für wen sie abgegeben wurden. Deshalb erachtete der Bezirksausschuß die Wahl für ungültig. Das ObcrverwaltungSgcricht bestätigte am Donnerstag da« Urteil. Das Gesetz verlange, daß die Stimme» vor dem Wahl- vorstände abgegeben werden. TaS sei nach den obigen Fest- stellungen zweifellos während cineS großen Teiles der Wahlhand- lung nicht geschehen. Huö aller Alelt. Die Preise der Nationalflugspende. DaS Kuratorium der Nationalflugspende hat jetzt die Verteilung der für den Weltflug ausgeworfenen 300 000 M. vorgenommen Der Flieger Viktor Stoeffler hat mit seinem Fluge über 2079 Kilometer den 100000 M.-Preis errungen. Als zweiter Sieger folgt E. Schlegel mit 1497 Kilometer und einem Preise von 60 000 M. Dann folgen W. Caspar 1381 Kilometer. 60 000 M.. R. Tb eleu 1373 Kilometer, 40000 M., Kästner 1228 Kilometer, 25 000 M.. Geyer 1173 Kilometer, 15000 M., und Stiefvater 1170 Kilometer, 10 000 M. Leider erhalten die Flieger nur einen Teil des Geldes, der Löwenanteil fließt in die Taschen der Ftugzeugfabriken, in deren Diensten die beteiligten Flieger stehen._ Tollwutepircmie. Die in Chamberry zum Ausbruch gelonnnene Tollwut« epidemie unter den Hunden hat im ganzen Departement Savohen eine panikartige Furait der Bevölkerung bor dem vierbeinigen Freund des Menschen hervorgerufen. Da die Hunde, die vor einiger Zeit vier Offiziere in Chamberry gebissen hatten, nicht unschädlich gemacht werden konnten, hat sich die Seuche ganz ungewöhnlich verbreitet. Mensch und Tier sind von den Krankheitsträgern angefallen und infiziert worden, so daß sich die Gendarmerie veranlaßt sah, eine Razzia auf tollwütige Hunde abzuhalten und alle kranken Tiere niederzuschießen. Gestern haben sich im ganzen 3 3 P e r s o n e n, die gebissen worden sind, ins Pasteur-Jnstitut nach Lyon begeben, um sich dort impfen zu lassen. Eine Reih« anderer Personen, die die Reise nach Lyon scheuen, be- finden sich in Behandlung von ländlichen Kurpfuschern. Die Wut» auch in dem Badeorte Aix-leS-BainZ aus- kraiikhcit ist jetzt gebrochen.____ Bombenattentat in London. In der Nacht zum Donnerstag ist der Versuch gemacht Morden das Hollo waygefängnis in, Ziorden Londons in die Luft zu sprengen. Zwei Bomben sind dicht bei einer Mauer in demjenigen Teile des Gefängnisses. wo die gefangenen Suffra- etten für gewöhnlich untergebracht werden, explodiert. Die ' plosionen waren heftig, richteten jedoch keinen ernstlichen Schaden an. Vermutlich handelt eS sich um die Tat einer Suffragette. Kleine Notizen. Schweres Bootsunglück auf der Oder. �Bei einer von drei Ober- tertianern aus O h l a>» unternommenen Segclpartie auf der Oder kippte das Boot um. Zwei der jungenLeute ertranken, der dritte konnte sich durch Schwimmen retten. Eine Millionenschcnkung. Der bekannte englische Finanzmann Sir Ernest Cassel, ein geborener Kölner, hat seiner Vaterstadt eine Schenkung in, Werte von 1 0S0 000 Mark gemacht. Die Zinsen des Kapitals sollen kranken Frauen und Kindern zugute kommen. Nnter den Trümmern eines Neubaues begraben. In Paris stürzte am Freitag nachmittag ein Neubau zusammen, unter den Trumniern befanden sich etwa fünfzehn Arbeiter. Bisher ist es gelungen, sieben von ihnen lebend hervorzuziehen, von denen zwei lebensgefährlich, die anderen leichter verletzt sind. Revolverattentat eines Geisteskranken. In Offenbach ließ sich der plötzlich irrsinnig geivordene Lederzuschneider L u tz am Donnerstag abend aus seiner Wohnung mittels Seiles herab, band sich in halber Höhe fest und schoß mit einem scharf- geladenen Revolver auf die vorübergehenden Leute herab, glücklicherweise ohne jemand zu treffen. Alle Versuche der Polizei, ihn von seinem verwegenen Tun abzubringen, scheiterten. Als er des Hängens zwischen Himmel und Erde müde war und keine Munition mehr hatte, kam er freiwillig herab und ließ sich ohne Widerstand ins Krankenhaus bringen. Der Un- glückliche soll der Landesirrenanstalt überwiesen werden. Frctrelkgiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Dezember, vormittags 9 Uhr, Pahhelallee 15/17, Neukölln,„Idealpassage", Tegel, Bahnholstr. 15, und Ober-Schöneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung, Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag von Herrn M, H. Vage: „Haben die Tiere eine Seele?"— Damen und Herren als Gaste will- kommen, Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. (B. a. G.) zu Hamburg. Filiale Berlins. Heute Sonnabend, den 20, Dezember, abends 8'/. Uhr, Alitgliederversammlung bei Bringmann, Andreasstr. 2S,_ Bnefharten der Redafttton. TN turtfttiche Tprc«stunde findet Ltndenstrastc 60, vorn vier Zrr»»e« — Fahrstuhl—, wochentaglich von bis 7>z, Uhr abends, Sonnabends, »on 4V, bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den iSrtettaften bestimmten Anfrage ist ein Luchstade und ein- Zahl als Mcrlzeichen betjnfügen. Briefliche Antwort wird nicht erteUt. Anfragen, denen keine AbonnementSijuttwng drtgefstg» t», Verden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. A. Z. 89. Tic Erklärung kann aus dem Polizcirevicr abgegeben werden. Das Formular müssen Sie selber ausfüllen,— G. B. 1. I. Nein, aber die gegnerischen Kosten, 2. Nein, 3, und 4. Für jede Person muß ein Bett belassen werden, 5. Ja,—(5. V. 82. Der Mann ist nicht hast- bar,— B. H. 1s. Sie können am t. April ausziehen. Damit Ihnen nicht Sachen cinbehalten werden, empfiehlt es sich, vorher die Klage aus F ststellung, daß der Miclsvertrag am 1, April sein Ende erreicht, zu er- heben,— E. R. 11. Ja,— A. u. M. 8. Der Anspruch verjährt erst mit Ende dieses Moiiats,- Hermann 001. Die Ortspolizeibehörde. — A. Z. 18. 12. 13. Ein Strasanlräg erscheint aussichtslos. Im übrigen ist nach Ihrer Darstellung die Gcsamtaussage für Sie auch nicht ungünstig. — Z. Z. 70. 1. Tain- oder Konsirmationsschei» kann verlangt werden. 2, Ja, 3, Amtsgericht Bcrlin-Mitte, Neue Friedrichsw. 12/l5.— K. K. 7. Sie haben alsdann sofort Anspruch an die neue Kasse.— A. C., Marien- dors. Sie können abwarten, bis die Polizei an Sie herantritt.— P. F. 31. 1, Bis etwa 11 Uhr, morgens von K Uhr an, 2. In der Regel nicht, Sie können aber verlangen, daß fchalldämpsende Unter- lagen unter die Maschine gelegt werden,— F. Z. 187. 1. und 2. Ja. — Elvira 82 83. Sic tönnen beim JnnungsschiedSgericht, Belle- Alliance-Straßc 5, klagen und zwar gegen den Inhaber des Betriebes. — H. Z. 31a. Die Klage können Sie erheben. Eine Beschlagnahme des Lohnes ist aber nicht zulässig,— L. K. 100. Die Frau sowohl wie auch das Mädchen jalls der Bräutigam Bcihilse geleistet hat, auch dieser. Witterungsübersicht vom 19. Dezember 1913. iS Slatwnen '1" S$® iiLlsi Setter Swinemde, 775 A Hamburg[l'TS Berlin: 776 NW Franks, a.M 775 NO München i773O Wie»'770, Still 2Dunst 2 Nebel 1 bedeckt 3 heiter 5 bedeckt ■achnec s i? mS> 1 5 -3 Stationen issi o i£ läS!« i?'s = s|S aS |S Ii Haparandw'iv'ßSW Petersburg 767jS Scilly 774, 0 Werdeen I778IW Paris 771 NNO Setter 4| halb bd 1 Nebel 4 halb bd. 1- 3' wölken!—2 I I ** sk t —7 7 1 Wetterprognose für Sonnabend, den 29. Dezember 1913. Vorwiegend nebelig oder wolkig bei mäßigen nordwestlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge; Temperatur in der Nähe des Gefrierpunktes. Berliner Wetterbureau. k. ll 4. Kerl. ReiElistagswalilkreis. Görlitrer Viertel. Bezirk 198 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maurer Fritz Pau Wiencrstr, 26 gestorben ist. Ghre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 21. Dezember, vor- mittags'll'/, Uhr, vorder Leichen- balle des Zentral-FriedhoseS in Friedrichsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Vorstand. Prima jnnge 297/12* Lrig.Äiste Hafermasl-Cänse �rig-Kist« 12 et., Psd, 65 Pfg, ab. Besichtigung und Kauf 11—1. ttühlbaus Köpenicker Str. 41. Transchkc, Gäiife-Grost-Haudlung. .»«. 1 Mark m 0 wSehentllche Teilzahlung � liefere elegante : Herren iModen* Eigene Kürschnerei. snt Reparaturen schnell, billigst. Eile zu Weile Spezialhaus für Pelzwaren Berlin S., 110 Dresdener Str. 119 am Oranienplatz. 1000 Pelzstolas Schals, Colliers. Mafien iurFett™ offeriere ich infolge günstiger Abschlüsse zn hervorragend hilligen Preisen. Echt Skunks-Stola.. von 3§ m. an Herzmurniei-Stola von 13.50 m. an mit Köpfen und Schweifen. Älaska-Fuchs-Iinilation... 1.50 m. Marder, Herz, Persianer, Oppossum. Biber, litis ete. in allen modernen Formen stets am Lager.* _ genau auf die Firma afllle Site zu Weile Dresdener Str. 119 zu achten. Jedermann erhält die im Fenster ausgestellten Gegenstände sofort für den bezeichneten Preis. 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Von E.Däumig., ■ Außerdem enthält der» ' Kai ender imteranderem:■ j Alle für Arbeiter wichtige! ■ Adressen— Reichhaltiges■ ■ statistisches Material über■ 2 dieReichstagswahlenT9I2 J ■ und die Nachwehlen— m ■ Biographische Notizen der■ j sozialdemokr. Reichstags- J| ■ abgeordneten— Die Ge-■ J werkschaften i.JahreTQl 2. J B Kalendarium, Geschichts-, ■ kalender.Portotaxe.Merk-■ tafeln, Notizbuch. | Preis oeh.SOPf- Z B.■ ■ Zu beziehen durch: S Buchhanillung Vorwärts ■ Lindenstraße 69. Klnmen- nni) Kran�iuderti von Roberl Meyer,' Anh.: P« Golletz Mari-nnenstr. 2. Tti.MH-M Erscheint 2 mal wöchentlich. | BeaugscgMeilew�e�eSchniSe| Untenstehende Geschäfte empfehlcßsioh b. Einkauf. BMmagazM �llgemein-usrlcliieijenes Cninow'% Kaffti-Vcrsd. Dresdnersi.IO P KiCPh LiBtlenstr. 105 U* lilüüil Speck- and LckinkesiAlzerel. Franz Abraham JlaiEb. Messina-u-Römertrank-KcIl. C.lh Bartelarr. 8a, Forr.sp. Kgst. 1 3708 BHEmSISM s Karl Kllüsrle Max Kühl, Triftstr. 9 Felix Kynast, Danenstr. 5. 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Druckexemplarc der Satzung können von den Betriebsinhabern sür die bei ihnen bcschästigten Mitglieder vom 27. Dezember d. I. ab im Kassen- lokale abgefordert werden. Freiwillige Kassentniiglieder er- kalten die Satzung bei der ersten Beitragszahlung ausgehändigt. Vor Vorstaml der Ortskrankinkasse der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerhe z» Berlin. 261/6 I.?t.: Mar Guischc, Vorsitzender. Das nützlichste Weihnactits-Geschenk ist für JeOsn Arbeiter, Jeden Handwerker unsere berühmte Lederhase Herkules :: Unerreichte:: Leistungsfähigkeit. Allein-Verkauf. Starkes.sogenanntes englisch Leder, grau od. braun gestreift od. einfarbig. Äm Bund aus einem Stück, Feste Kappnähte. Taschen aus schwerem Pilot. Gr. Flicken umsonst. für normale Mannes- �50 6.75 245 235 Prei: grülle Jünglingsgrößen entspr. billiger Manchester-Anzüge Marke Gambrinus. Strapazienest. ioppe, 2reih., warm gefütt. 11.90 Weste... 3.60, Hose.. Blaue Monteur-Jacken. Marke Siemens, waschecht Köper od. Drell, M. 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Firma Henkert u. Söhne: 2. 18866 23,26. 2. 18861 55,—. 3. Kreis auf Listen 493,86. 2. 19661 27,25. 2. 19662 5.25. L. 19611 7,65. 2. 19612 16,56. 2. 19613 2,—. 2. 19614 2,86. 2. 19615 6,46. 2. 19616 28,35. 2. 19617 6.—. 2. 19618 2,16. 2. 19619 8,50. 2. 19626 2,85. 2. 19622 8.—. 2. 19636 6,55. 2. 19632 5,—. 2. 19633 6,66. 2. 19634 8,26. L. 19635 4,-. 2. 19646 16,56. 2. 19611 2,65. 2. 19643 4,40. L. 19644 6.25. 2. 19615 6,25. L. 19647 5.—. 2. 19648 8,16. 2. 19049 6,55. 2. 19650 7,—. 2. 19651 14,46. 2. 19655 9,40. 2. 19056 12,65. L. 19057 6,60. 2. 19058 1,45. 2. 19059 7,25. 2. 19060 22,50. Jugend. Beim Neukölln I und II 2. 19256 5,55. Durch Werner 2. 19263 4,75. L. 19212 16,50. 2. 19230 6,80. 2. 19232 13,80. 2. 19239 1,20. 2. 19240 4,—. L. 19361 3,—. 2. 19362 0,50. L. 19365 6,35. 2. 19366 3,80. 2. 10370 3,—. 2.19400 5,—. 2. 19407 2,-. 2.19408 1,75. 2.19409 0,90. 2.19410 5,10. Koll. bei Lochmann 2. 19112 26,—. Personal bei Jaffe 2. 19422 30,56. Mitgl des Transport, Arb.-Verb, in der Redaktion deZ„Vorwärts» und ein Stcnotvpist L. 19443 21.—. Koll. bei Falbe, Manreunelstr. 77 2. 19427 26,—. Koll. bei Hartmann 2. 19661 19,96. Personal KönigSbergcr 2. 19268 14,25. I'lrbelter-Jugend Neukölln 2. 19267 5.80. 6. Kreis, 1. Abt.: 2. 12661 4—. 2. 12003 6,50. 2. 12004 3,—. 2. 12005 6,45. 2. 12008 1,—. 2. 12021 4,—. 2. 12022 3,40. 2. 12025 5,—. L. 12030 1,35. 2. 12031 3,10. L. 12032 3,85. 2 12034 6,30. 2. 12035 16,—. 2. 12036 3,50. 2. 12037 3,75. 2. 12039 1,—. 2. 12012 1,50. 2. 12043 19,50(B. E.-W.. Monteure. Schmbauerdamml. 2.12044 1,10. 2.12015 2,90. 2.12016 2,—. 2.12050 4,20. 2. 12651 1,75. 2. 12057 1.—. 2. 12058 1,50. 2. 12059 3,55. 2. 12060 2,-. 2. 12061 0,50. 2. 12062 1,50. 2. 12063 4,15. 2. 12064 2,25(■Poliere u. Tischler von Bock). 2. 12066 2,75. 2. 12068 0,50. 2. 12069 1,50. 2. 12070 1,90, 2. 12071 6,40. 5. Abt.: 2. 12434 6,05. 2. 12449 16,92. 2. 12452 5,90. 2. 12354 6,50. 2. 12460 0,50. 2. 12462 0,50. 2. 12469 4,50. 2. 12482 3,—. 2. 12494 30,65(Koll. der Karoiseric„Neutz»), L. 42499 10,50. 2. 12500 5,90. 2. 12501 6,45. 8. Abteilung: 2. 12705 4,80. 2. 127l5 6,60. 2. 12724 5,95. 2. 12725 1,36. 2. 12726 4,90. 2. 12727 9,10. 2. 12728 7.20. 2. 12729 13,30. 2. 12730 17.—. 2. 12731 16,86. 2. 12732 6,—. 2. 12733 4,05. 2. 12734 23,35. 2. 12735 6,75. 2. 12786 2,30. 2. 12740 9,40. 2. 12743 13,05. 2. 12744 2,90. 2. 12745 2,05. 2. 12746 3,—. 2. 12747 2.50. 2. 12749 1,—. 2. 12750 3,—. 2. 12753 5,25. 2. 12754 11,10. 2. 12755 2,80. 2. 13758 11,50. 2. 12759 8,15. 2. 1276-1 1,-. 2. 12766 22,—. 2. 12767 6,25. 2. 12781 22,50. 2. 12782 20,40 Arbeiter der Neuen Verl. Mctallwcrkc, Chausseestr. 59. 2. 12784 30,50. 10.«btettung: 2. 12926 30,65. 11. Abteilung!: 2. 12991 9,75. L. 12996 2,70. 2. 12998 4,55 Schleis««! und Galvanik Keyling u. ThomaS. 2. 13021»,—. L. 13023 8,90. 2, 13024 11,— 2. 13032 5,60. L. 13033 33,50 Koll. von Luaschning ausser Groschenlape. 31o5 ß,—. 14TÄb- teilung: 2. 13345 12.56. 2. 13372 IIIS. 2. 13376 7,70. 2. 13383 11,—. 2. 13401 16,30. 8. 13403 15,90. 2. 13404 7,—. 2. 13405 23.15 Aich, von Freund u. Co, Charlottcnburg. 2.13406 6,—. 2. 13408 1,50. 2. 13409 8,50. 2. 13416 7,25, 2. 13418 26,60. 2. 13421 10,25. L. 13423 17,50. 2. 13430 9,50. 15. Abteilung: 2. 13191 8,30. 2. 13492 1,90, 2. 13493 2,55. L. 13499 5,25. 2. 13500 5.25. 2. 13506 18,50. 2. 13511 3,—. 2. 13512 12,90. L. 13513 7,50 2. 13514 3,—. 2. 13515 1,75. 2. 13516 5,—. 2. 13521 9,50. 2. 13524 3,65. 2. 13525 2,30. 2. 13526 2,60. 2. 13527 6,—. 2. 13523 2,95. 2. 13543 8,50. 2. 13544 22,80„BorwärtS'-AuSgabe- stelle Moabit. 2. 13545 6,80. 2. 13546 12,30. 2 13550 2,50. 2. 13561 4.—. L. 13565 6.56. 2. 13566 18,70 Sohn. 2. 13567 8.56. 2. 12571 5.—. 2. 13572 32,— Maschmensabrit„Prometheus". 2. 13573 5,55. 18. Abteilung: L. 13781 2.45. L. 13782 1,10. 2. 13783 3.75. 2. 13784 3.86. 2. 43793 5.-. 2. 13794 8.40. 2. 13795 22.25 Koll. d. Silberwarensabrik Freund. 2. 43796 6,70. L. 13801 23,70 Hauptwerlsl. d. Gr. Verl. Strahen- oabn. 2. 13305 14,50. 2. 13808 9.85 Banarbeiier am BerwaltungSgcbände Siemens u. Salske. 2. 13809 9,20. 2. 13810 10.—. 2 13811 1,50. 2 13812 5,90. 2. 13825 5,—. 2 13828 2,45. L. 13829 14,30. 2. 13833 2,70. 2 13834 22,75. L. 13836 19,57. 2. 13841 0,70. 2. 13842 3,65. 2. 13843 4.50 vier Koll. bei Gefiroy. 2' 13844 5,85. 2. 13353 11.50. 2. 13854 18,70 Lederarbeiter Filiale Berlin I. 2. 13855 14,-10. 2 13856 29,10. 2 13858 12,95.- 19. Abteilung: 2. 13861 23.20 Arbeiter bei Dr. P. Meier. 2 13862 6,25, 2. 13863 7.25 Gr, Berliner. Userftratze. 2. 13864 3,—. 2. 13865 1,25, 2. 13866 10,40, 2. 13873 8,50 GeburtStagsieicr der GlaSblöker, Koloniestv. 4. 2. 13874 4,60. 2. 13875 28,15, 2 13877 24,60 Gr. Bert. Straszenbahn, 2. 13878 1,50. 2. 13885 14,85. 2 13886 26,55 Gr. Bert. Straßenbahn, Kastenbau. 2 13887 2,20. 2 13891. 2 13892 3.—. 2. 13893 8,40. 2 13894 0,50. 2 13895 6,30. 2. 13897 15,30. L. 13899 2,05, 2. 13900 2,30. 2. 13902 13,10. 2. 13903 4,55. 2. 13904 5,75. 2. 13905 3,90. L. 13908 4,30. 2. 13909 18,85. 2 13910. 11,70. 2. 13911 9.20. L. 13912 12,50. 2. 13913 12,— Edison A».>Comp. Füllramn. 2 13914 5,75 Vcrgolder bei Neitzner. 2. 13924 14,60 2 13926 17,40 A. Roller. 2. 13927 1.20. 2>.3029 4,50. 2. 13930 6,86, 2. 13931 9,60. 2. 13932 10.— Schleifer bei Panzer. 2 13933 3,75. 2. 13934 2,60. 2. 13938 21,55 Lederarbeiter bei Karplirs u. Herzberger. L. 13940 6,50. 2. 13942 2,—. 2. 13945 11,—. 2 13947 1,-. 2. 13948 11»0 Knopfsabrit Schäffer u. Pichrnr. 2. 13957 29,50. 2 13953 2,—. 2. 13959 2,50. 2. 13960 8,40. 2. 14772 5,25 Kistensabrik Eckert. Teltow-Becskolv 2963,60, darunter Wahlverein Neukölln: Koll. bei Butzke, Abt. Kuhnert 20.75. Aktienges. Gladcnbea, Ervedition 8,10.„Roter Bürger- verein" 14,—. Durch Paul Hergeth 16,45. Union, Klaviaturenfabrik durch x Altmann 14,—. Roll, der Klstensabrik Zinkmann durch Esser 19,50. Koll. .oer Tischlerei Komenie u. Lindemann 10,—. Zlllgem. Berl. OmnibuS. Akt.- Gef., Zenlralwerkstatt 11,45. Durch Heratfch 8,25. 5. f. Bezirk durch Menz 9,50. 5. Bezirk 10,—. Tischlerei Wilke u. Clausnitzer 15,—. Kupierthai ll,35. Sattler und Schlosser der Wagensabrik Neust 22.—. Arbeiter bei Alb. Rodrian 13,20. Arbeiter der Pianoiortcsabrik Geil u. Co. 8,70. Getdner u. Bogel.. Urbanstraste 16,30. Transportarbeiter der Kupjerdruck-Abt.„Ro- tophot" A. E.-G., Älcxandrincnstraste 13,70. Durch Mühlcnhaupt 7,90. Tapezierer von I. C. Psaff 18,65. ertuhlsabrik Chr. Heim u. Sohn 24,25. Bezirk 8a 5,—. Dreher und Schleifer Gundelach, Tempelhof 23,75. Koll. bei Gaus u. Goldschmidt 14,50.'Arbeiter der Bäckerei-Gcn. Berlin, Urban- stroste 70A 135,—, Gesammelt in der Druckerei Ringer n. Sohn 8,25. PräzifionStcchnik, Alcxandrwenstr. 11 12,35. 9a. Bezirk 16,25. Pianofabrik Werner 11,30. Sparverein„Bergißmeinnicht", Neukölln 3,20. spar- verein„Vergnügte ArMut 1912" 20,15. Koll. bei Spaeter 23,50. Koll. bei Bratz u..öertslet 9,85. Ila.-Bezirk 4,90. Durch Gustav Zück»er 16.—. Eleetro Pläted, Rilterftr. 41 36,75. Sparverein„Elster-Eck" durch Paul 11.—. Tischlerei Lindemann 8,05. Koll. bei Armin Tcnner, Zimincr- strastc 18,70.. Zeitungsfrauen Neukölln II M5. Vcrgolder bei I. Kristen 3,20, Sparv erci»„Gemütliche Sparer", Neukölln, d. Liebchen 12.—. Koll. bei Karl Hecht und JuI. Schröter, Berlin 7.25. Sechserkaffe deZ 6b. Bezirks 5,—. Koll. bei Trettin, Berlin 12,15. Arbeiter bei Mar Grch u. Co, 14,90. Firma Otto Müller. Akt,-Ges. 24,45. Otto Winter, Neukölln, Falkstr, 11 23,65. Koll. bei Rister u. Gerlinger 9,60. Personal von H. Hardorss u. Co. 28,10.„Ungenannt" 100,—. Personal des Warenhauses Foseph u. Co. 22,65. Firma Joseph u. Co. 100,—. Umbau Hohenzöllernstr. 23 10,45. F. Hontemamt, Neuenburger Str. 7 29,10. Wahlv. Jodairnisthal, 5 Koll. bei A. Biehstädt 7,50. Koll. bei Siegel u. Co. 13,05. Koll. bei Louis Beyer 21,10. Wahlv. Mariendors 2. 15461 15,90. 2. 15487 4,75. 2. 15488 13,-. 4. Kreis aus Listen 1983,31. 2. 11512 Tischlerei von Eimke. Weidcnweg 64 17,20. 2.11531 Betr. der Diamanten-Gasglühtichtgesellsch., Gubener Str. 47 14,25. 2. 11529 u. 11546 Sanatogenwerke 21,80. 216t. 4. 37. Bcrkauss- stelle der Konsumgcnossenschast 2. 10144 8,—. Knopssabrik C. H. Roehle 2. 10145 14,—. Hausdiener 2. 10142 12,21.'Arbeiter- Athletenbund Deutschlands 50,—. 2lbt. 39, 2. 11654 Pers. HeUbrnnn n. Co. 10'60. 2. 11964 Zlngestellte bei Firma Colani u. Co. 9,—. L. 11726 Maschinen- und Fahrpersonal der Brauerei Gabriel u. Richter 25,50. 2. 11681 Personal bei Mauste, Kreisstvaldcr aatraste 13,80. 2. 11729 Lackierer u. Stellmacher der Hauptwerlstatt der Gr. Berk. Strastenbahn 15,65. 21bt. 38 Koll. der Tischlerei E. Schmidt 13,—. Maschinensabrik Otto Allner 2. 11626 7,—. Kreieldcr u. Kaleta 2. 11625 30,60. Transvortarbeiter bei Felix Lande 2. 11624 28,55. Koll. d. Möbeltischlerei E. Hausmann 2. 11604 15,25. 2. 11599 88,50. Koll. bei Grahle, Schulz u. Co. und vom Svarverein Bleib Treu 2. 11591 14,75.'Abt. 37, Metallarbeiter bei MoSler Nachf. 2 11576 21,95. Arbeiter der Pianofabrik H. Schütze, Dieffenbachstr. 37 11,50. Tovezicrer bei Ackermann 2. 11174 3ö.75. Tischlerei JkeS 2. 11176 8,50. Schlostsabrik Leser 2. 11200 9,55. Extra: Vom Herbst- vergnügen der 16. Abteilung, 4. Kreis 10,—. Hebers chust vom Freiliprath-Wend, Abteilung 36 29,90. Bezirk 389 Sechscrkasse 5,-. Möbelfbk. Rich. Beier, Romiittenerstr. 23, 2. 11353 21,25. Koll. bei Thiele u. Bertling 10201 2. 7,50. Lindström. Abt. Lücke 2. 10198—200-12,85. Arbeiter bei David 2 10214 10,—. Arbeiter bei Karl Duckom Jvbit 2. 10213 6,65. Raucherkl. Hvhcnstausen 10212 1,75. 2.10210 10,75. 2. 10207 8,45. Schmidt n. Co. 2 10222 8,—. 2. 10229 22,—. Kokoski 2. 10608 8,70. Autvck Franlsurter Allee 2. 10629 15,80. Werkstatt Peschel u. Söhne 2. 10633 15,80. 2. 10817 12,50. 2. 18818 13,—. Koll. der Rohrmöbelsabrik 2. 10319 12,—. 2 10821 10.-. 2.>0824 28,—. 2. 10830 13,50. 2. 10831 9,30. Tischlerei Bollin, Posen« Str. 29, 2 11140 13,75. 2. 11141 11,85, Holzarb. C.'Beck, stein, Schönhauser Str. 2. 11142 44 60, Zahlabend d. 28. Wt. 2. 11146 18,20. 2. 11157 13,30. 2. 11162 20,60.„ 2. 10524 1,40, Standinhaver Markth. 8 2 10602 22,75. 2 11933 3,30.' Firma Weyen 2 10366 12,75. 2: 10367 13,60. Firma Hoog u. Hubrich'2. tHltSK 4:--:— 2"10373"11,35. L. 10375 9.93. LuxuS-Möbelsabrik Ernst Wagner 2 10377 3,25. 2. 10378 5,25. Tischlerei Thyross 2 10385 10.—, Firma Redelsheim«, Neu- lvlln 2. 10386 27,20. 2. 10388 23,25.'■ 2 10389 7,90. 2,—. Handwerker bei Schlesinger 3,—. F. BreSla 3,—� E. TUlenda 5,—. Setzer o« Triickerci P. Lenz 5,—. Sparverein Onkel Franz 7,—. spar« verein Hoffnung 8.30. G. F. 9,—. Werlzeugmacherei Dr. May« 10,—. Sparverein„Lustige Brüder" 20,—, Schlosserei Schütte u. Deichen 30,—. Uitgenannt 100.—. Ordnerschast d. Neuen Freien Loltsbühne 100,—. L. 76 Zenlralverb. d. Aspbalteure Ortsvcrw, Berlin 14,60. 2. 58 Xylographen Berlin 26,85. P. Winkelmann 1—. 2 VI Borsei u. Wagner mkl. Ches 22,85. Tapezierer bei Rosien 2,- 4342 Druckerei G. Ascher (Rich. 51ahl) 30,25. Verband verband der Handlungsgehilfen 2. 265 8,50. 2. 266 9,50. 2. 11,90. 2 6962 16,20. 2 270 Schneider bei Vandsburg« 5,15. Frau Ryschock 3,—. M. G., Charlotten bürg 3,—. Georg Andree, Liqucurfabrik, Preitzlaüeritraste 5,—. ExpeditionS- versonal Ssttenseld 5.—. Handwerl« und»pausdien« Berliner Hotelgesell- ickatt 11,30. Vom Verband der Lithographen und Stcinorucker: 2. 3606 Lithographen Hugo Senfch 10,40. 2. 3620 Lilhographen Moriz u. Barschall 3,50. 2. 3639 Chemigrapheu Fisch« u. Bröckelmann 6,—. 2. 3646 Chemi- gräphen Bau« u. Gcmberg 22,50. 2. 3675 Pholograpika Charlottenburg 5,20. 2. 3701 Steindruck« SS. Haaelbcrg 21,20. 2. 3604 Frasseck 3,—. IN«band der Mater! 2. 0397' Angestellte in Berlin und Gauleiter 80,—. 11,55. 2 6276 15,-. 2. 6232 15,50. 2. 6301 Verband der Maler 2 6263 24,20. 2. 6267 10.—. 2 6310 1,—. 18,50. 2 6319 6,—, 2,20. 2. 6330 1,—. 4,45. 2. 6349 1,75. Filiale Steglitz 22,85. 6,70. 2. 6373 7,80. 1,70. 7/ 6312 1,60. 2. 6321 7,70. 2. 6382 1,70. L. 6058 15,80. 2 6365 5,05. 2. 6374 0,50. 2. L. 6387 2,80. 2 6388 11,50. 2. f. 6394 10,15. L. 6395 5,45. 6314 4,25. 2 6317 3.-. 2 6318 2 6326 1,25. 2. 6328 1,—. 2. 6329 2. 6336 2,30. 2. 6337 3,15. 2. 6338 2. 6359 Kranzüberschust der Hilsskasse 2 6366 4,50. 2. 6369 4,05. 2. 6372 2. 6381 1,80. 2. 6382 1,60. 2. 6383 6390 3.75. 2. 6391 0,50. 2. 6393 2 6398 41,—. 2. 6261 6.—. 2. 6298 2,20. 2 6299 15,25. I. Znnda. 3.50. O. Süstbier 4,05. W. Trieglaff 5,05. Tapezier« bei 2. 6268 7,—. 2. 6281 10,25. Paul Peter 0,—. Finna D. H. 3,05. 2. 7740 Neumann 4,50. O. G. 5 5,— Schmidt 6,05. Svarverein Pünktlich 6,50. Sechseriaffe der vereinigten Elektromotorwerle 7,05. GlaSrasfinerie Lehrer 7,20. Tischlerei Röhle 10,—. Verband der Friseure 27,85. 2. 30 Dr. Herzseld 30,—. O. P.£>0,—. „Dwarsgat" 100,—.„Crucible" 4,—. 2 2. 10,—. L. 4043 Druck«« Wallmann in Lankwitz 15,—. F. Roeber 1,—. Fr. Hoppe 2,— A. Susi Verband der Gastivirtsgelsilfen 1000,—. 3 50. 2. 4242 Druckerei Znnamvn der Textilarbeiter 1,—. Zentral« auf solgende Listen: 2. 252 20,55. 267 12,30. 2. 6941 13,85. 2. 6944 3,50. 2. 6947 12,80. 2. 6954 9,15. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeit« aus Samuielüsteit, 4. Rate: Gaswerk Danzigerstr. 2. 3105 990,—. 2 3217 9.60. 2. 3152 15,65. Koll. Blankenburg 8,40. Gaswerk Tegel 2. 3238 8,35. L. 3266 8,15. L. 3271 16,55. Röhrensvstem 2. 3126 5,-10. 2. 3128 4,10. 2. 6215 2,90. Kanalisation 2. 3310 9,75. 2. 6204 14,—. Riesetsclder 2 6226 6,80. 2. 6227 5,20. Wasserwerk Friedrichshageu 2 6216 11,15. 2. 6217 11,80. 2. 6218 10,85. 2. 6219 11,55 Englische Gasanstalt 2. 3311 5,30. L. 3312 12,10. 2. 3317 2,50. 2. 3406 10,15. OeffenUiche Beleuchtung 2. 3120 4,65. Berliner Strastenrcinigung 2. 3189 16,05. 2. 3224 4,80. 2. 3226 8,25. 2. 3296 9,70. Vieh- u. Schlachthos 2. 3t59 10,75. 2. 3160 17,20. 2. 3166 1,90. L. 8577 5,90. Revierinspektion 2. 3133 16,10. 2. 3192 19,65. Heilanstalt Herzbergo 2. 6211 10,80 2. 6242 18,60. L. 6243 16,65. 2. 6244 15,80. Stadt. Badeanstalt 2. 8578 8,25. Friedhof(seestr. 2. 8580 3,—. Sekt. Britz 2 3432 11,40 Städt. Elektrizitätswerke Charlottenburg. lleberlchust der Kantinentasse>00.—. Städl. EIcktrizitätsivert Charlotten- bürg 2. 3287 5,50. 2. 3304 10,—. L. 3305 10,50. 2. 3370 5,50. Sekt. Cbarlottenburg 2. 3256 11,25, L. 3302 13,20. 2. 3306 5,25. 2, 3307 6,10. 3358 8,50. 2. 3359 7,60. 2. 3366 14,—. L. 3373 2,50. L. 3375 5,40. 3378 4,65. Seit. Lichtenberg 2. 3135 5.30. 2. 3136 5,25. L. 3137 0,20. 2. 3139 7,35. 2. 3140 3.70. 2. 3141 5.85. 2. 3143 12,50. 2. 3144 8,—. 2. 3145 15,—. 2. 3146 7,50. L. 3171 6,15. Sekt. Neukölln 2. 3417 19,85. 2. 3435 5.50. Summa 720,10 M.— 2. 4343 Personal Druckerei Gülzow u. Ltorublum 8,25. Verband der GlaS- arbeit« II auf Listen 24.30. Groschcntässe bei Eitel u. Glienicke 10,—. Tischler der Maffai- u. Schivartzkopff-Verke 10,—. 2, 4024 Druckerei Axt 3,80, Unterlommission Neukölln; 2. 9102 9,—. 2. 9121 16,30. L. 9123 12,70, 2. 4232 Druckerei Lunz u. Co. 5,20. 2. 4109 Allgem, Stereotypie. 'Anstalt u. V«b.-Milgl. d. Berl, u, Kunitanst. 17.—. Sechserlasse Leisten- sabrik D. Meyer 10,—. Verband der Tapeten-, Wachstuch- und Linoleum- drucker aus Listen 175,50. 2. V. Herta 10,—. Verbandsmitglieder der Druckerei Liebheit u. Tistes ett, 2. Rate 14.—. Pianosabrit Schmidt u. John 15,—. 2. 7678 2,—. 2. 4327 Verbandsmitglieder der Druckerei Trowitzsch tt. Sohn 50,—. 2. 40 Angestellte vom Verb. d. Gasttvirtsgehilfcn 51,—. 2. 39 Zenttalbureau der Friseurgehilteit 9,—. Sparverein„Eiche" 9,—. Gesangverein„Kreuzberger Harmonie" 25,—. R. G. 0,50. A. Mäuster 1,—. R. Peysch 10.-. 2.4085„Lokal-Aitzeiger", Abt. Z'ttung 17,50. Geist 3,—. Verband der Kuvsevichmiede. Lokalkaffe 100,.. B«. and der ktupserschmiede aus solgende Listen: 2. 27l- 2.75. 2. 27 1?-— 2. 275 7,75. 2. 6984 6985 2,—. 2. 6987 20,25. 1 6990 7,20. 2. 6996 22.30. 2. 8599 19,75. Sechtcrkasse der Kupferschmiede 10,—. 2. 16 Rathaus gesammelt 206,—. Per» 82,88. Pslanzerverein Dammweg, 1,—. Verband der Metallarbeiter: 38,20. 2. 784 47,20. 2. 785 26,30. Emallier-Werk Borsch 2. 792 101,30. 58,25. 2. 795 13,15, 3. 796 53,10. 2a, 00. 2. 8598 5,25. v. R. A. G. einiguug der Ortskrankenkassen Treptow 50,—. Julius Engel Zwictusch 2. 782 20 30. 2. 783 2. 786 71,85. 2. 787 57,15. Zwictusch 2. 793 24,85. L. 794 2. 850 59,05. 2. 1761 17,80. 2. 2073 60.2?). Groschenkaise 2- L. 2080 8,55. 2. 851 17,—. Bergmann: 2. 2074 7,50. 2077 20,-. 2081 19,90. L'oeroe ist Co, 2. 807 11,50. 2. 810 12,75. Waffen- u. Munitionsfabriken Ueberschust einer Kranzspende Art, heim 2070 15,20. 2. 2071>4,45. 2. 2072 72,25. 2. 2075 27,50. 2. 2076 5,70. Aus der Bergmann 2. 2076 59.—. 2. 2079 25 45. 2. 2082 10.-. 2. 2083 9,10. 2. 2084 5,—. Bcilsch L. 2089 4,50. 2. 2101 24,80. G. Bischof 2. 2102 24,—. Dr. P. »Never 2. 2104 25,25. 2. 2105 35,—. 2. 2106 42.—. 2. 2108 12,80. 2109 3,—. 2. 2111 41,75. 2. 2112 18,20. 2. 2113 19,30. SelaS A,-G. 2114 27,50. Lanz 2. 2115 30,90. Auto-Betriebs-Gesellsch. 2. 2116 41,85. 2117 19,80. 2. 2118 2.20. 2 2110 13,60. 2. 2120 9,65. Keyling it. Thomas 2. 2125 20,45. Fleck u. Co.-2. 2126 17,10.«chwarykopff 2. 2127 31,—. 2. 2128 58,05. 2. 2129 42,30. 2. 2130 75,—. L. 2131 120,-. 22132 55,—.""27 2133'22,—. 2.2134"Bl—."27 2135 50,—."L. 2157" 23,75. 2. 2138 14,—. 2. 2139 34,—. 2. 2140 20,70. 2. 2141 21,85. L. 21 4-2 91,25. L. 2143 21,—. 2. 2144 3.75. 2. 2145 5,50. L. 2146 43.50. ». 2147' 37,35, 2. 2148 81,25. 2. 214 9 65,20. L. 2150 33,50 2. 2151 35,—. L. 2152 34,50. Huhn u. Flammersfeld L. 2229 20,50. BellerS 2. 2290 4,25. Flohr 2. 2313 69.75. Keyling u. Thomas 2. 2317 12,55. 2. 2310 15,95. Tob!« 2. 2320 9,80. Otto Döring 2. 2331 32,50. Dwse 2332 8,60. Bergmann 2. 2333 22.50. 2. 2334 11,25. 2. 2335 13.75. 2. 2336 8.—. 2. 2337 26,40. 2. 2659 2,75. 2. 2661 3.25. L. 2663 17,30. 2. 2664 5,80. 2. 2665 10,—. 2. 2666 2.3S. L. 2669 4 40. 2. 2670 3.—. 2. 2672 2.15. L. 2809 50 Ps. 2. 1957 26,30. 2. 1958 7,30. 2. 1960 5,50. L. 1972 14,85. 2. 1973 16,30. Sängerstor Med ding 50,—. Sparverein 1906 18,50 2. 78 Engelhardt 26,50. Betrieb Förster 5,—. Plate 2,—. 13. Kommission der Allgem. OrtS- kranlenkaffe 150,34. 2. 4221 Druckerei Hanna 10,75. Matrose 1,—. Liste 83 Hauptburean der Bildhauer 27,50. In Summa 13 901,43 M. Bisher sind veröffentlicht 206 779,49 M. Dazu kommen 13 901,43 M. In Summa ÄÄV M. Die Listen sind dort abzurechnen, wo sie entnommen sind. Die Listen 31S1. 3643. S78S. 6706. 6948. 6959, 7763, 8106 und 8273 sind eeiloicu gegangen und sind beim Borzeigen anzu» halten. Sonstige Beiträge sind zu richten an Äwin Körste», Engel« ufcr 16 und Emil BoeSke, Lindenstr. 2 I. 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Division gegen die Zaberner Rekruten verhandelt und das gefällte Urteil durch den Verzicht des Gerichtsherrn auf das Rechtsmittel der Be- rufung an das Obcrkriegsgericht Rechtskraft erlangt hat, wird am heutigen Freitag vor dem gleichen Gericht gegen den viel- genannten Leutnant v. Forftner vom 99. Infanterieregiment, das bis vor kurzem in Zabcrn lag, verhandelt. Zur Llntlage steht zunächst nur der Zwischenfall von Dettweilcr, bei dem Leutnant v. Forstner dem Fabrikschuster Charles Blank eine 10 Zentimeter lange Kopfwunde beibrachte. Außer diesem Verfahren schwcbt�gcgcn Leutnant v. Forftner noch ein Ermittclungsversahren in Sachen der verletzenden Aenßcrungcn gegen die fran- zösischc Fahne und gegen den Obersten v. Reuter der dem Umfang nach wohl größte Prozeß, der sich aus den b c- kannten Z a b c r n c r Vorgängen c n t>v i ck c l t hat, wegen der am 28. November vorgekommenen widerrechtlichen Vcr- Haftungen und Freiheitsberaubungen. Beide Verfahren sollen gleich- falls so beschleunigt werden, daß sie noch in diesem Jahr in erster Instanz zur Verhandlung kommen. Ter der heutigen Anklage gegen Leutnant v. Forstner auf Körperverletzung zugrunde liegeirds Dettweilcr Zwischenfall spielte ain 2. Dezember, also zeitlich später als die Vorfälle in Zabern selbst. Nachdem Kriegsminister v. Falkenhahn im Reichstage die turze Anfrage des elsäjsifchen Abgeordneten Thumann tvegcn der ersten„Wackes"-Affäre beantwortet hatte, hatte der Clfässer Haegy im Reichstag eine zweite kurze Anfrage eingebracht wegen der stürmischen Zaberncr Vorfälle vom 28. November. An demselben Tage, an dem als Vertreter des Kriegöministcrs Generalmajor Wild v. Hohenborn den Anfragenden im Reichstag auf die unmittcl- bar bcvorftohcnde große Intcrpellationsdebatte verwies, ereignete sich der Zwischenfall in Dettweilcr, einer kleinen, etwa 2200 Gin- wohncr zählenden Ortschaft in der uninittelbarcn Nähe von Zabern. Tie Verhandlung findet in demselben kleinen Saal des neuen Straßburger Militärgerichtsgcbäudes statt, in dem gegen die drei Rekruten verhandelt wurde. Der Zutritt ist wiederum nur gegen Karten gestattet, die ausschließlich von den zahlreichen Vertretern der Presse mit Beschlag gelegt worden sind. Leutnant v. Forftner bzw. seine in Rinteln in Hannover lebende Mutter hatten die Ver- teidigung zuerst denr bekannten alldeutschen Politiker und Vorsitzen- den des Alldeutschen Verbandes, Rechtsanwalt Claß-Mainz, übertragen wollen. Inzwischen aber hatte bereits Leutnant v. Forftner den Rcchtsanlvalt Steinel-Karlsruhe mit seiner Vertretung betraut. Der Angeklagte Günter Karl Wilhelm Eberhard v. Foritner ist am 1ö. April 1893 in Rhein in Ostpreußen geboren. Er entstammt einer alten Militärfamilic. �xcin Vater war Hauptmann in verschiedenen Garnisonen des Ostens, sein Großvater General- major in Detmold. Er ist der Jüngste von drei Geschwistern und bat seine militärische Ausbildung auf der Kadettcnanjtalt in Groß- lichterfelde bei Berlin genossen. Er ist evangelischer Religion und gerichtlich unbestraft. Tic weitverzweigte Familie des Freiherr», v. Forst», er ist Mitte des 17. Jahrhunderts aus Oberösterrcich in. folge der Gegenreformation, die die Prökestantcn vertrieb, nach Preußen ausgeirandert. Den Vorsitz in der heutigen Kriegsgerichtsverhandlung führt Oberstleutnant z. T. Bauer, die Anklage vertritt KriegSgerichts- rat Becker, als Pcrhandlungsführer fungiert Kricgsgcrichtsrat v. Jean. Zahlreiche Offiziere wohnen der Verhandlung bei. Das Hauptinteresse ist aus den Angeklagten Leutnant Freiherr» d. Forstner gerichtet, der sich schon lange vor Beginn der Verband- luiig eingefunden hat und sich mit seinem Verteidiger eingehend unterhält. Er ist ein»nitlclgroßcr, noch recht jugendlich aussehender Offizier, mit wenig energischen, fast noch knabenbaftcn Zügen. Es sind 18 Zeugen geladen, darunter Oberst v. Reuter und der Schuster Blank, der ein stark hinkender junger Mann aiifnngs der zwanziger Jahre ist. Der Bcrhandlungssührcr richtet eine Ermahnung an die Zeugen, sich streng an die Wahrheit zu halten und diese schwere Pflicht zu erfüllen, indem sie sich frei mache»» von allem, was nachher in der Kaserne oder in der Fabrik gesprochen»vurdc, nur dann könne das Gericht ein gerechtes Urteil fällen. Ter Verhandlungsführcr stellt dann aus den Akten fest, daß der Angeklagte seine erste Erziehung iin elterlichen Hause er- halten hat. Im April 1911 wurde er Fahnenjunker und am 18. August 1912 Offizir. Pcrhandlungsführer: Sic sind zwei- mal disziplinarisch bestrafte— Angeil.: Ja.-- Vcr- handlungsf.: In Ihren» Führungszeugnis steht, daß ü-ie ein sicheres Auftreten und einen gewandten Blick hätten, dagegen wird eine gewisse Unüberlegtheit im Handeln und ein Mangel an W c I t e r f a h r e n h e i t konstatiert. Tic Anklage lautet auf vorsätzliche Körperverletzung und rechtswidrigen Waffen- gebrauch. Vergehen gegen die§S 223a des Strafgesetzbuchs und 119 des Militärslrafgesetzbuchs.— Angckl. Leutnant v. Forftner: An, Morgen des 2. Dezember, cliva 0 Uhr 1o voriniltags, es»vor n o ch dunkel, zog ich»nit meiner kriegsstarken Truppe durch Dett- Weiler durch. An der Brücke fixierte mich ein Mann, wenigstens»nachte mich Fahnenjunker Wieß darauf aufmerksam, ich sah es dann auch. SO Schritte später wurde» uns <2 ch i m p f w o r t c nachgerufen, wie„Betisch....." und hcigl. n» ehr. Ich ließ darauf Kehrt machen, aber die Leute waren in der Dunkelheit schon»viedcr in die Häuser hineingelaufen und es gelang keine Festnahme Da meldete Wieß, daß er beinahe einen Mann festgenominen hätte, der gerufen habe:„Warte nur Jung, bald wirst Du g c m e tz t!" Auf der Straße bc- zeichnete er uiir später Blank als den Mann, der ihn» das gesagt hatte. Er fragte mich, ob er ihn fcstnehnien solle. Ich sagte: S e l b st v c r st ä n d I i ch. Er legte darauf dem Mann die Hand auf die Schulter, und ich tat das später auch. Der Mann schlug aber um s i ch und den» Fahnenjunker zweimal ins Genick. Meine Leute griffen nun auch zu, der Mann riß sich aber los und bekam die rechte Hand frei. Er wollte sich ans mich stürzen und mich schlagen. In diesem Augenblick zog ich den Degen und schlug ihn über den Kopf. Nun setzte er seiner Festnahme keinen Widerstand mehr entgegen.— Bcrhand- lungsführer: ES war wohl sehr viel Leben aus der Straße?- Angckl.: Jawohl, ungewöhnlich viel.— Vcrhandlungsf.: Sie wußten wohl nicht, daß gerade um diese Zeit in den Tcttivciler Schuhfabriken die Arbeit beginnt und die Leute alle zur Arbeit wollten. Hatten Ihre Soldaten das Seite ngcivchr auf- gepflanzt?— Angekl.: Erst später.— Verhandlungss.: Was- hat Ihnen der Fahnenjunker wörtlich gemeldet?— Angckl.: Gr sagte, er habe" beinahe einen Mann scstgcnomiilc»», der gerufen habe'„Warte nur. Junge, Du wirst bald gemctzt." Taraus habe der Mann i»!Kc Tasche gegriffen, und dcr� Fahuenj nicke r fragte mich ob er ihn festnehmen solle. Ich sagte: Selbstverständlich I Ich habe' dem Mann gesagt,»renn er Widerstand leistet, würde ich von meiner Waffe Gebrauch machen. Ter Fahnenjunker hat ihm daS auch gesagt.—- Verhai,dlungSf.: Haben Sie sich für berechtigt ac halten, den Mann zu verhaften?— Angckl.: Jawohl.— Verbandlungsf.: Aus Grund welcher B c st i m m u n g e»? — Angekl.: Wir haben gegen j c d c Sch i m p s e r c i und B c- lc i d i g u», g von selten der Z» vi l i fte n energisch vor- ?u gehe n.— Verhaicklungsf.: Wußten Sie. wann Sic eine Vcr- baftung vornehmen dursten?— Angekl.: Jawohl.— Verband- lungsführer: In»vclchcin Fall denn?— Angekl.: Wenn Zivilisten tätlich werden. Leutnant v. Forftner spezialisiert dann seine Ausfassung über die Berechtigung, eine Verhaftung vorzunehmen dahin, daß er dazu � berechtigt sei, wenn Soldaten tätlich angegriffen werden, wenn tät- sichc Drohungen fallen oder in einem solchen Fall, wie bei den Zaberncr Ausschreitungen, wo»vir beleidigt wurden.— Verhandlungss.: Glauben Sie berechtigt zu sein, einen Beleidiger auch festzunehinen, längst nachdein die Beleidigung gefallen ist?— Angekl.: I a iv oh l. wir sind berechtigt, einen Beleidiger auf der B e rfo lg uii g festzunehmen.— Verhandlungss.: Das ist wcscnt- lich. Sie ivußtcn also, daß Sie nur aus der Verfolgung den Blank festnehmen konnten, nun können ja Zweifel bestehen, ob Blank wirklich verfolgt wurde. Wollen Sie diese Ansicht äußer»,?— An- gekl.: Jawohl, denn er lvnrdc von dein Fahnenjunker dauernd im Auge behalten.— Verhandlungss.: Und Sic meinen, daß nur eine ganz kurze Zeit verflossen sei zwischen der Beleidigung und der Festnahme?— Angckl.: Jawohl.— Verhandlungss.: Haben Sic den Befehl bekoininen, daß Sic scharf vorgehen sollen?— An- gekl.: Jawohl.— Verhandlungss.: Wie waren diese Befehle?— Angekl.: Wir sollten uns keine Beleidigungen und Ausschreitungen von der Zivilbevölkerung gefallen lassen. Es waren mehrfach Befehle gekommen von, Generalkommando und auch vom Regiment, scharf vorzugchen und sich nichts gefalle», zu lassen. Wenn Blank sich nicht geivchrt hätte, so bäite ich ihn dein Bürgermeister übergeben und es iväre weiter nichts geschehen. — Vcrhandlungsf.: Meinen Sie, daß Blank Sic vorsätzlich ge- schlagen hat oder wehrte er sich nur gegen die Festnahme?— Angckl.: Daraufhabe ich nicht geachtet, ich sah nur, daß der Fahnenjuitker»nit dem Gewehrkolben um sich schlug, weil Blank sich ivchrtc und ich habe auch gesehen, das» Blank»ncbrerc Schläge mit dem Kolbe», bekommen hat.— Vors.: Weshalb habe», dem, dann. noch Sie eingegriffen?— Angekl.: Weil Blank die rechte Hand losbekam und eine kräftige Vorwärtsbewegung n, achte, so daß ich a», nehmen mußte, daß er im nächste», Moment auf mich losstürzen würde. Hätte ich»acht von der Waffe Gebrauch gemacht, so hätte er sich auf mich gestürzt und es lvar»inr jede Möglich- k c i t genommen, in i r selb st Satisfaktion zu per- scha ffen.— VerhandlungSf.: Wieviel Soldaten waren dabei?— Angekl.: Bei der Festnahme etwa vier bis fünf.— Verha>,dlungsf.: Hatten Sie das Seitengewehr aufgepflanzt?— Angekl.: Ja, später auch der Fahnenjunker.— Verhandlungss.: Blank sagt nun, er hätte gar nicht daran gedacht, Sic anzugreifen, er hätte sich nur freilnachc», wollen.— Angckl.: Den Eindruck hatte ich nicht, sondern, daß er sich im nächsten Moment auf mich stürzen loürde.— Ver- handlungsf.: In welcher Entfernung lvar Blank von Ihnen?— Angekl.: Etwa drei bis vier Schritte.— Vcrhandlungsf.: Mußten Sie sich nicht sagen, daß, wen»» Blank sich wirklich freimachen würde, die Musketiere ihn ivicdcr fassen würden?—'Angekl.: Jawohl, aber dann hatte ich inzwischen den Schlag wegbekommen.— Ver- bandlungSs.: Hätten denn die Soldaten, die herumstanden, den Schlag nicht verhindert?— Angekl.: Nein. Blank hatte sich schon mehrfach losgerissen, er sagte, er brauche sich nichts gc- falle», zu lassen, er habe nichts getan, er brauche nicht mitzugelicii. Ich sagte ihm beruhigend, wenn er nichts getan hätte, dann könnte er sa ruhig mitkommen, er würde dann sofort freigelassen werden. Aber er ließ sich nicht beruhigen. — Verhandlungss.: Es soll auch die Aeußerung gefallen sein! „Immer feste auf de», Bcngel".— Angckl.: Davon habe ich nichts gehört.— Verbaiidlungss.: Haben Sic das nicht selbst gesagt?— 'Angckl.: Das ist»nir nicht in Erinnerung. Es ist möglich, daß ich gesagt habe:„Run aber feste, daß der Kerl festgenommen wird!"— Verhandlungss.: Sie haben Ihren Degen gezogen, war er geschliffen?— Angell.: Nein.— Verhandlungss.:'Aus welchen Rechtsstandpunkt stellen Sic sich, daß Sie in Notwehr gehandelt haben?— Angckl.: Ja.— Verhandlungss.: Oder wollen Sie zu- geben, daß Sic vorsätzlich»nit der Waffe Mißbrauch getrieben haben?—'Angeil.: Neil».~ Verhandlungss.: Haben Sic diese Slotwehr zu Ihrer Verteidigung für unbedingt notwendig gehalten? — Angckl.: Jawobl; der Angriff konnte ja im nächsten Moment er- folgen, da Blank nur»oeiiigc Schritte von»nir entfernt stand.— Verhandlungss.: Im Gesell steht aber, daß Notlvchr nur dann erlaubt ist,»venu es sich um einen momentane», rechtswidrige», An- griff handelt. Hier aber befürchteten Sie doch i,ur einen Angriff.— Angckl.: Ter Angriff selbst war schon geschehen, der Mann war bloß noch nicht zum Schlage», gekommen.— Verhandlungss.: Diese Notwehr lvar auch nur dann gegeben, wen», ei», solches Abwchrinittel wirtlich erforderlich ist.— Konnten Sie Ihren Leuten nicht sagen: Packt den Mann, es»varen doch vier bis fünf grosse starke Soldaten da, die den Mann packen konnten.— Angckl.: Ich hielt in dem Moment den Wasfengebraiich notwendig.— Vcrhandlungsf.: Sic glauben. daß Sie auch nicht in Bestürzung, Furcht oder Schrecken gehandelt und in diesen Gefühlen die Notlvehr überschritten haben?— Angekl.: Nein. Erst nachdem der Mann den Hieb bekommen hatte, hat er sich nicht mehr gewehrt.— Verhandlungss.: Nein, da war cr ganz ruhig!— Verteidiger: Ist cs richtig, daß sich alles sehr rasch abgespielt hat, daß der Leutnant bestürzt war und cr deshalb zum Degen gegriffen hat?— Angckl.: D i c ganze Sache hat drei bis vier Minuten gedauert.— Verhandlungss.: Das ist aber immerhin eine ganze Weile; der Verteidiger»vill wissen, ob Sic so bestürzt waren, daß Sic aus Bestürzung zur Waffe gegriffen haben?— Angckl.: Ich war natürlich erstaunt, daß der Mann aus mich zugestürzt ist.— Verhandlungss.: Waren sonst noch Zivilpersonen zugegen?— Angekl.: Nein.— Veit.; Ist nicht später von den» Bürgermeister festgestellt worden, daß Blank ein Messer in der Tasche hatte?— Verhandlungss.: Es war ein ganz gelvöhnliches Taschenmesser. Damit ist die Vernehmung des Angeklagten beendet und es be- gil,i,t die der Zeugen. Als erster wird der FabriksÄustcr Blank vernommen: Von Schimpfereien habe ich nichts gehört und ich war sehr erstaunt, daß ich verfolgt wurde.— Verhandlungss.: Haben Sie»sicht dein Sol- baten, der hinter Ihnen hergelaufen ist, gesagt:„Warte Du Junge, Du loirst noch gcinetzt!"— Zeuge: Davon habe ich nichts gehört, ich habe c s auch n i ck» t g c f a g t.— Verhandlungss.: Was geschah weiter?— Zeuge: Ich wurde von dem einen Solda- ten gepackt, dann kam auch der Herr Leutnant und dann die andc- re:: Soldaten. Ich sagte, daß ich nichts gemacht habe und versuchte mich z u befreien.— Verhandlungss.: Wurden Sie nicht auch mit dein Gcwchrkolbc», geschlagen?— Zeuge: Das w c i ß i ch g a r n i ch t.— Verhandlungss.: Und unter»vclchen Um- ständen haben Sic den Säbelhieb bekommen?— Zeuge: Das weiß ich im cinzelucn auch nicht mehr, ich habe mich eben gewehrt und lv o l l t c nicht mit, denn ich hatte ja nichts gemacht.— Verhandlungss.: Sic sollen einen Arm freibekommen habe,».— Zeuge: Das weiß ich auch nicht mehr.— Verhandlungss.: Der Herr Leu»- nant sagt das und dann sollc»� Sic versucht haben, sich ans den Leutnant zu stürzen. Wollten Sic auf den Leutnant losgehen?— Zeuge: Ree,»ce, ich wollte zur Arbeit »nid loskoiiimcn,»vcitcr»»ichts.— Verhandlungss.: Es ist lvichtig, ob Sie auf den Leutnant losgehe», wollten.— Zeuge: Nee, nee.— Vcrhandlungsf.: Haben Sic sich über den Leutnant geärgert, der doch befohlen hatte, daß Sie festgenommen»verde»» solle»?— Zeuge: Zeuge: Nee, nee.— Verhandlungss.: Es ist wobl alles scbr schnell gegangen?— Zeuge: Ja. Ter nächste Zeuge ist der Kommandeur des 99. I n- f a n t c r i c r e g i m c n t s. Oberst v. Reuter. Er wird über die Bcsehlc und Jnstruttionen vernommen, die er in jenen Tagen den Offizieren, Untcroftizieren und Nrnuischaftcn erteilt hat. Oberst v. Reuter gibt. an: Es war mir zu Ohren gc- kommen, daß Offiziere meines Regiments auf der Straße b e- lcidi gt wurden, besonders Freiherr v. Forstner; es waren auch Sachen in die I c i t u n g g c k o m in c n, die in keiner Weise bewiesen»vare». Da»nir ferner schmutzige aiionhinc Briese zugegangen waren, auch dem Leutnant Freiherrn v. Forftner, habe ich mich veranlaßt gesehen, den Offizieren verschiedene Instruktionen zu geben. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen so schneidig wie möglich vorgehen, ein preußischer Offizier dürfe sich nichts g c- fallen lassen. Ich habe auch Herrn v. Fovswer, der besonders belästigt»vurdc, empfohlen, seine Pistole stets bei sich zu tragen ilnd gegebenenfalls von der Pistole oder dem Säbel Gebrauch zu inachen. Ich habe den Offizieren gesagt: sie müßten befürchten, vor ein Ehrengericht gestellt zu»verde»»,»venu sie im richtigen Moment nicht täten,»vas ich ihnen gesagt hatte. Ich hatte schon früher bemerkt, daß zlvischcn Zivil und Militär Tifsc- rcnzen vorkaute»» mid habe den» Bürgern» ei st ervon Zaber»» gesagt, daß ich»icincu Offizieren Instruktion gegeben habe: sie sollten sich unter allen Umständen Oiespett verschaffen. Ich habe den Bürgermeister bei dieser Gelegeirhcit auch ersucht, dafür zu sorgen, daß mcii»e Mannschaften von Zivilsten nicht belästigt würde». Den Unteroffizieren und Mannschaften habe ich In- struktion erteilt, daß, wenn sie angegriffen»vürdci», sie von der Waffe energisch Gebrauch machen miisstrn und gegebenenfalls die Angreifer zur Strecke bringen müßten. Es werden dann ei»»ige Zivilpersonen als Zeugen vernommen, die bekunden, daß de»» Schuhmacher Blank lediglich A b»v c h r b c>v e g n n g c n gemacht habe, um s r e i z n ton» in c n. Diese Zeugen haben n i ch t den Eindruck gehabt, daß Blank auf den Leutnant Forstner losgehen»volltc, und sie sind der Meinung, daß so viele Soldaten da»varen, daß der Leutnant keinen Gebrauch von der Waffe hätte machen müssen.— Verteidiger: Blank soll gesagt haben: er schlage dem Leutnant eins in die Fresse, wenn cr ihn nicht loslasse.— Ein Zeug: betundet darauf, daß Blank nur gesagt habe: Lassen Sie mich IvS oder ich schlage Ihnen eins auf die Schnussel. Zeuge Fahnenjunker Wieß bekundet, daß hinter der Truppe Schiiupfivortc hergerufen wurden. Er sei der M c i n u n g gewesen, daß auch Blank gerufen habe, und Blank habe ja später auch noch gerufen:„Warte, Du Junge, Du lvirst iioch gemetzt." Der Zeuge blcidt trotz der Vorhaltungen des Verhandlungsführers, ob nicht ein anderer diese Drohung ausgestoßen habe, dabei, daß nach seiner Meinung B I a r», k dies gerufen habe und deshalb auch festgenommen lvurde.— Gefreiter Schweinib bekundet, daß der Fahnenjunker ihm Blank als denjenigen bezeichnete, der ge- schimpft habe und der festzunehmen sei. Blaut habe» sich aber govehri.— Vcrhandlungsf.: Haben Sic den Eindruck gehabt, daß sich Blank auf den Leutnant stürzen wollte?— Zeuge: Tiefen Gedanken habe ich nicht gehabt. — Verhaiidlungsf.-: Hätten Sic zugelassen, daß der Mann sich auf den Herrn Leutnant gestürzt hätte?— Zeuge: Das hätte ich natürlich niemals zugelassen, da hätten wir sofort zugegriffen. Eine Reibe»veiterer Zivilzcugen bekunde»», daß die Soldaten gegen Blank sehr scharf vorgegangen sind.— Ein Zeug: erklärt: die Soldaten hätten Blank schlechter behandelt, wie ei» Stück Bich. — Zeuge Lehrer Z i c g c m e i e r- Dettweilcr»vird gefragt, ob ihm bekannt sei, daß Blank ein zu Geivalttätigkeitcn neigender Mensch sei. Der Zcngc erklärt, davon nichts zu Wissen und macht »veiter Angaben darüber, daß die Soldaten unter Absingung eines unschönen Liedes durch Dcttlvciler gezogen seien.— Zeuge Schlossermcister Claß bestätigt das.— Verhandlungss.: Was war denn das für ein Lied?— Zeuge(zögernd): Es hieß:--(Der Zeuge gibt ein nicht wiederzugebendes zotiges und zynisches Lied au.) Zeuge Oberst v. Reuter tritt noch einmal vor und erklärt, daß nocb seiner Meinung die Offiziere berechtigt seien, gegen Zivilisten vorzugehen und Zivilisten zu verhaften, die die Offiziere beleidigen oder durch Schläge die Uniform beschmutzen.— Verhandlungss.» Es handelt sich hier aber darum, ob Offiziere bc- rechtigt sind, Zivilisten noch f c st z u n c h m e n, wenn sie sie längst aus den Augen verloren haben. Die Berechtigung soll nur dann borliege», wenn Zivilisten aus frischer Tat ertappt werden.— Zeuge Oberst v. Reuter: Ich bin der Ansicht, daß ein Offizier Zivilisten auch später festnehmen kaiiu; cr muß nur die lieber- zeugung haben, daß der Mann als Beleidiger il> Frage kommt. ES»Verden dann mehrere Soldaten a»ls der Truppe des Lcut- nants v. Forftner vernommen, die sämtlich bekunden: sie hätten den Drohruf mit dem„Metzcn" nicht gehört, sondern der Fahnenjunker habe ihnen nur gesagt, daß Blank daS gerufen hätte. Der Verhandlungsführcr fragt sie: ob Blank auf den Herrn Leutnant losgegangen sei und ob die Situation für Leutnant v. Forstner bedrohlich war.— Einer der Soldaten b e st ä t i g t das.— Vcrhandlungsf.: Nun. Ihr standet dock» dabei, wieso war die Situation für den Leutnant bedrohlich, was hättet Ihr dann da gemacht?— Zeuge: Natürlich hätten wir ein- gegriffen, ich hätte de» Mann sofort erledigt. Vor der Vereidigung richtet der Berhandlungsführer noch ein» mal an den Fahlrenjunker Wieß die eindringliche Frage, ob er unter dem Eid aufrechtcrbaltcn könne, daß Blank gerufen habe.—> Zeuge Fahnenjunker Wieß: Nach meiner Meinung kann nur der gerufen haben, der später festgenommen»vordcn ist.— VerHand- lungsf.: Es ist nun anffällig. daß Sic niemals gesagt haben, daß der Mann hinkt, das hätten Sic doch sehen»nüssen. Sic sollten ihn doch»in'Auge behalten, und da gibt cs doch gar nichts Auf- fälligeres, als den Ilmsland, daß einer hinkt.— Zeuge: Das war mir damals nicht aufgefallen, auch nicht bei der Verhaftung: ich habe cS erst in der Zeitung gelesen. (Heiterkeit.) Aus Aufforderung deS Verhandlmigsführers geht der Zeuge Blank dann mehrmals durch das Zimmer; man sieht daß er ziemlich stark hinkt.— Zeuge Wieß: Ich möchte bcschwörci», daß es nach meiner Meinung teil» anderer gewesen sein kann. Nach der Vereidigung säintlichcr Zeugen wird die Bcwcisauf- nähme geschlossen und es beginnen die PlaidoycrS. Anklagevertreter Kricgsgerichtsrat Becker: �Ter Sachverhalt ist außerordentlich einfach. Am Sezembcr zog Leutnant v. Forstncr mit der Truppe unter Ab- singung eines Liedes durch Dettweilcr. Die Truppe machte einen ziemlichen Lärm. Gerade um diese Zeit gehen die Arbeiter in die Fabrik, unglückscligcrweise ist hierbei Leutnant v. Forstner erkannt worden. Diese unglückselige Berhebung, die durch cinc gewifsenlose Presse in die Bevölkerung getragen war, hatte sich nicht nur auf den Ort Zabcrn selbst beschränkt, sondern diese Presscvcrhetzung hatte sich auch der Uliigebuiig von Zabern mitgeteilt, so daß auch in Dettlvcilcr dem Leutnant v. Forstncr d'cse Schiinpsworte zugerufen wurden, wie»Bett Warfes, 10 und o macht 13 und andere Sachen. Darüber hat cr sich empört und gemäß den erhaltenen Befehlen die Weisung erteilt, die Schreier herzuiuchmen. Die«otdatcn sind hinter ihnen Zugelaufen, und de? Fahnenjunker Kietz insbesondere ist einem Menschen nachgelaufen� von dem er annadm, daß er gerufen habe, „warte nur Junge, Du wirst noch gemctzt!" Es mag dahin- gestellt bleiben, ob die« eine Blank wirklich gerufen h n t o d e r n i ch t, für die Beurteilung der Sache ist es vollkommen gleichgültig. Jedenfalls loar der Fahnenjunker fest überzeugt, daß kein anderer den Ruf ausgestoßen hatte als Blank, er hat ihn daraufhin verfolgt. Leutnant v. Forstner sagte dem Fahnenjunker auf dessen Meldung, daß er den Manu fesinehmen solle. Blank aber, der ein gutes Gewisse» hatte, daß er nichts getan habe, wehrte sich, er wolle in die Fabrik gehe«, er hat das fortgeseht betont, er hat sich ganz energisch gewehrt und um sich geschlagen, und plötzlich wurde er von dem Leutnant mit dem Säbel über den Äopf geschlagen. Daraus hat er sich ruhig abführen lassen. Als die Anzeige kam, hat die Anklagcbehörde zunächst erwogen, ob gegen Forstner auch wegen der F c st nah m c vorzugehen sei. Es ist aber deshalb kein Verfahren eingeleitet worden, weil der Leutnant lediglich den Befehl seiner Borgcsetzten ausgeführt hat, der sich außerdem im Rahmen des Gesetzes befand. Dem Leutnant war vom Kommandeur befohlen worden, daß er, wenn er weiter beschimpft würde, mit aller Energie dafür sorgen sollte, daß die Beleidiger zur Feststellung ihrer Person der bürgerlichen Polizei übergeben würden. Das war Recht und Pflicht des Leut- nants nach den ihm gewordenen Befehlen. Der Leutnant >v a r aber nicht berechtigt, den Mann mit dem Säbel zu schlagen und deshalb ist er angeklagt. Es iit an sich ohne weiteres strafbar, wenn jemand einen anderen Menschen körperlich mißhandelt. Der Angeklagte sagt, er sei in Notwehr gewesen, dagegen spricht aber die Tatsache, daß der Leutnant selbst bekundet hat, er habe dem Mann gesagt, wenn er Widerstand leiste, dann würde er die Waffe gebrauchen. Das ist doch keine Notwehr. Dann sagte der Leutnant, er hätte auf einem anderen Wege nicht Satisfaktion er- langt. Das ist eine Auffassung, die sich mit unsere» Gesehen nicht»ereinbarr» läßt, um für Satisfaktion zu sorgen, suw die Gerichte und Behörden da. Es ist nicht b e>o i e s e n. daß Blank überhaupt beab- s i ch t i g L habe, dem Leutnant b. Forstner etwas zu tun. Man muß sich die ganze Situation vor Augen halten, Btank, der sich mit Recht dagegen wehrt, als ein Krüppel bezeichnet zu werden, den» er ist ein kräftiger Mensch und hat nur den einen Zehler, daß das eine Bein zu kurz i st, wird festgenommen, wehrt sich, schreit, daß er nichts gemacht habe und nicht mitzugehen brauche, von aggressiven Gelüsten kann man bei der Um- gcbung mit vier bis fünf Soldaten doch nicht gut sprechen, die ihn schon vorher mit dem Kolben bearbeitet hatte». Wenn«r in dieser Situation die Absicht gehabt hätte, auf den Leutnant loszustürzen, so würde er damit haben rechnen müssen, daß ihn die Soldaten halbtot schlagen. Die Verteidi gung mit Notwehr ist also nicht zulässig, der Au geklagte»ruß bestraft werden. Bei der Strafzumessung ist zu berücksichtigen, daß der Angeklagte ein ganz junger Offizier ist, daß das Milieu aus dem er kam, damals außerordentlich erregt ivac durch zahl- reiche Angriffe aus die Ehre der Ossizicre, in.Fabcru war das ganze Osfizierkorps in etwas erregtem Zustand. Der Regimentskommandeur hatte deshalb Beraulassung genommen, den Offizieren sogar mit ehrengerichtlichem Verfahren zu drohen, wenn sie nicht ihre Ehre wahren würden. Der Angeklagte defand sich durch die fortgesetzte» Schimpfereien sowie durch die anouyuicu Briefe in einem Zustand hochgradiger Nervosität, er war gereizt und ver- ärgert, mW man kann es ihm daher nicht verübeln, wenn bei ihm einmal die Nerven versagt haben. Dazn kommt als straf- mildernd, daß die Körperverletzung mit dem stumpfen Säbel keine schwere war, denn der Mann trug ein paar Tage nur einen Perband und geht jetzt wieder in Arbeit. Anderer- seit» hat das Gesetz die Mindeststrafc für rechtswidrige» Waffengebranch schon sehr hoch, nämlich auf 43 Tage angesetzt. Es muß auf Frei- heitsstrase erkannt werde», weil der Gesetzgeber nicht will, daß leichtfertig mit der Waffe umgegangen werde. Die Waffe soll dem Soldaten heilig sein, er darf sie nur benutzen, wenn kein anderer Ausweg gegeben ist. Da gleichzeitig auch Anklage aus§ 226d St.-G.-B. erhoben ist, kann nicht auf Festung er- kannt werden, die in diesem Fall außerordentlich augezeigt wäre. Es muß eine Gefängnisstrafe verhängt werde», und unter Berücksichtigung all dieser Umstände beantrage ich eine Gefängnis- strafe von 43 Tagen. Verteidiger Justizrat Dr. Stcinel-Karlsruhe bittet das Ge- richt, gar nicht darauf einzugehen, ob Notwehr vorliege oder nicht, darauf komme es nicht an, sondern nur darauf, daß der Angeklagte einem Befehl seiner militärischen Borgesebten gr- folgt sei. Nach einer kaum 20 Minuten langen Beratung verkündete das Gericht folgendes Urteil: Der Angellagte v. Forstner wird wegen gefährlicher Körperverletzung und rechtswidrigen Waffengebrauchs zu lit Tagen Gefängnis verurteilt. Die Beweisaufnahme ergibt, daß er sich strafbare Handlungen gegen die-23u des Strafgesetzbuchs und 149 des Militärstrafgesetzbuchs hat zuschulden kommen lassen. Strafausschließungsgründe liegen nicht vor. ebenso liegt auch Putativnotwehr nicht vor. Der Angeklagte hatte Soldaten zu seiner Verfügung, er war nicht mehr verpflichtet oder berechtigt, seinerseits mit dem Säbel zu schlagen. Gr hat sich strafbar ge» macht, denn er hat nicht aus Bestürzung oder Furcht ge- handelt. EL muß Bestrafung eintreten. 43 Tage erscheinen als eine ausreichende Sühne, denn es handelt sich um einen jungen Offizier, der sehr st a r k g e r e i z t war durch die verhetzenden Schreibereien von Zci- tun gen und Einzelpersonen. Außerdem kam in Betracht, daß die V e r l e tz u n g nicht sehr schwer war, da der Verletzte nach acht Tagen wieder arbeitsfähig war. Auf die Frage des Verhandlungsführers, ob er das Urteil annehme oder Berufung einlegen»volle, antwortete der An- geklagte laut und fest: Ich lege Berufung ciu. WeihnacWs-Gefchenke ....................................................................................................................................................................................................................................... Zentrale: Berlin C. 19, Jerusalemer Strafe 32-35 1 Pottdamer Strafe Nr. 2 Tauentzien-Stratzc 19a Tauentzien-Stra.fje 7b Friedricb-Strage Nr. 75 Kfinig-Sfa-atze Nr. 25-26 Rot enthaier StrahcNr.5 Oranlen-Strage Nr. 161 Gr. Frankfurier Str. 123 Chauttee-. Strafe 114-115 Sdiönebg., Haupt-Str. 146 Neukfilln, Berg-Str. 25 CbarL, WUmertdorfcr 5tr.45 Zweigniederlassungen: Magdeburg• Halle• Cassel Rostock• Danzig• Königsberg i. 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Angela Wilms und der Prinz vo» Oranien. Zwei Novellen von Dincklage.— 1518. Die Hose des Herrn Maryuis. Humoreske von E. Heliai.— 5619—5620.(Llara, oder über den Zusammenhalt der Natur mit der Gristerwelt. Gespräch von F. SB. J. Schclling.— 5621. Die Reichsgeseiic über die Reichs- und Staatsangehörigtcit und die Freizügigkeit. Heraus- gegeben von 5k. Pannier.— 5622. Ilebermindcr. Drama von G.'Hirsch- ield.— 5623, 24. Kreislerina. Ter Dichter und der Komponist. Bon E. T. 2l. Hossmann.— 6625. Der romantische OedtvuS. Lust- spiel von A. Grasen v. Platen.— 5626, 27. Tantchen Mohnhanpt uud anderes. Geschichten von Ä. Schlas.— 5628. Ei» Todesflug uud andere Novellen. Von H. Hauptmann.— 5629. Der Hochzeitsabcnd. Lustspiel von P. Nansen.— 5630. Aus den Erzählungen des Barons Kablebutz. Bon P. Steinmüller.— Einzelnummer geheftet 20 Ps. Ph. Reclam, Leipzig. Fnsel-Bücherei: 91. Leonce und Lena. Lustspiel von G. Büchner. 92. Wozzect-Lenz. Zwei Fragmente von G. Büchner. Je 1 W. Insel» Verlag, Leipzig. Till Enle. Lustspiel von R. A. Dohauer. 1,50 M.„Orion", Schöneberg I. KatechiSmuS der Musik. Von I. C. Lobe. 1 M., geb. 1,50 M. Breitkops u. Härtel, Leipzig. Nachbarsleute. Erzählungen von L. Thoma. 2,50 M., geb. 3,50 M. — Ter Unfug des Lebens. Von Prenticc Mulsord. 1,50 M., geb. 2,50 M.— DaS Glück. Erzählungen von Martin Andersen Nerö. 1,50 M., geb. 2,50 M. A. Langen, München. BSilhelm Fensen zu seinem Gedächtnis. Von Dr. O. Fraß. 1 M. H. Schmidt, München. Neueste Ersinduugen und Erfahrungen auf dem Gebiete der praktische» Technik. Elektrotechnik usw. Herausgegeben von Tr. L. Vaninv. 1. Hcst. 70 Ps. A. Hartlcbens Verlag, Wien I. Die Bibel. Eine moderne Bearbeitung und Nachdichtung von P. Kaegi. 5,50 M., geb. 7,50 M. Delpbin-Verlag, München. Aus dem Vogelleben uitscrer Heimat. Plaudereien von M. Brach. 2,50 M., geb. 3,50 M.-- Tiere unserer Heimat. Von M. Braetz. 3 M., geb. 4 M.(Beide Bücher herausgegeben vom Dürcrbuud.) Verlag: G. D. W. Callwep, München. Die Weiberherrschaft in der Geschichte der Menschheit. Von Ed. Fuchs u. Sl. iiinb. Lieferung 11—20. Erscheint in 30 Liescrungen a 1 M. A. Langen, München. Hanna und ihr Kamps. Erzählung von H. Ostwald.(Kürschners Büch-rscha« Nr. 925.) 20 Ps. H. Hillger. Berlin W 9. Politik der Gewerkschaften. Ein Kapilel aus den Kämpsen der Gewerlschasien mit Polizei und Justiz. Herausgegeben vom Vorstand des DeMschen Holzarbeitervrrbandes. 1 M. Selbstverlag, Berlin SO 16. Der deutsche Nic derrheiu als Wirtichaftsgcbict. Von F. Brückcr (Soziale. Studienjahrten 5.) Geb. IM.— Die deutsche Hausindustrie. Von H. Äoch.-S. I. Geb. 3 M. VolkSuereiiisoerlag. M.-Gladbach. Arbeitslosigkeit und Armut in Deutschland und England ISllt. (Wirtich. Zeit- u. Streitsr. Bd. 1 Hest 3.) Herausgegeben vom Vorstand der Soziologischen Gesellschast, Berlin. Jährl. 12 Hejte je 50 Ps. Verlag Eharlottenburg 5. Hedwig Dohm als Borkämpferiu und Voiweukeriu neuer Frauenideale. Von Adele Schreiber. Kart. 1,40 M. Märkische Verlags» anstatt, Berlin\V 15. Fit das— das Leben? Roman von Mite Kremnitz. 1 M.(Kronen- Bücher Bd. 9.) Kronen-Verlag, Berlin SW 68. Stnrm-Gesang. Proletarische Gedichte von W. Möller. 50 Pf. Molkenbuhr u. Co., Barmen. Brauchen wir eine staatliche Arbeitsloseuversicherung oder uicht? Von Dr. E. Kühn.„Görlitzer Nachrichten", Görlitz. Fachblatt für Holzarbeiter. 8. Jahrg. 1913. 240 Seiten gebunden. Herausgegebe!! vom Deutschen Holzarbeiterverband, redigiert von F. Zkistner. Verlag des Holzarbcitcrverbandcs, Berlin, Am Köllnischcn Park 2. Ausführungsbestimittungcn vom 15. September 1913 zum Reichs- stempelgejetz vom 3. Juli 1913. 50 Ps.— AuSführuugsbcsttuimuiigen vom 8. November 1913 zum Gesetz über einen einmaligen austcrordentlichen Wehrbeitrag vom 3. Juli 1913. 40 Ps. E. H. Beck, München. Die RrichS-Kiiiderreute. Eine Fordern»« sozialer Gerechtigkeit. Von Sl. Schultz. 50 Pf.— A. Hofmami, Lörrach(Baden). Deutsche Fürsorge- Erziehungsanstalten Band 2. Von Pastor Seisfe» In Halbleder 16 Vl.— E. Marhold. Halle a. S. Deutscher Buch- und Steindrnckcr. Weihnachten 1913. 2,50 M.— E. Morgenstern, Berlin W 57. |)Il»ll|||||Ullllllllllllllllllll||||!lll!lllilllIIII!lll!lllllIllllllllllllll|l!l||lllIIIIIIl!|lllllllllllllll||||lillllllllH R. M. Maassen Exfra-Änqebot illlllllllilllllllltlillillllllllllllilltllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllll unseres Stammhauses Am Oranienplatz c. 1 m. U b. 1 H. M ./( Sliga" idchen- Kleide) von l-14Jahren DireKt aus der beitsstube. Ärtur Seebaeh Uhrmacher �leiikOlln, Pflügerstr. 11 sagt vor jeder Reparatur an l rhren, Goldsacuen uud Unsik werten den genauen Preis an. 2 Jahre Garantie. ä KottbuserDammTS Ecke Lenau Str NacWiasä, auch mit 8(oft,: billig, Ein Posten Kostüm-Röcke m.590 825 1050 Rind- n. Schweine- Schlächterei -»»„iv tt. Wuratwaren empfiehlt 186b* Utax Kühne Berlin- Schmargendorf, Brcitestr. 24 V Ml Lr. Auswahl. 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Bcrlagsanstalt Paul Singer&. Co..»esiin SW. hhü.» Wüs-KtilU if6 Jormitls" ffit Vorort- JVad�nd�tett* Charlottenburg. Ctn herzzerreisiendeS Bild großstädtischen Wohnungselends cntrollt uns der Bericht der Charlottenburger Armendirektion über die Wohnungsverhältnisse der Armenbevötkerung im Jahre 1912. Befanden sich doch unier den überhaupt gezählten 2869 Wohnungen von Armen nicht weniger als 131, die nur aus einem einzigen Raum bestanden, entweder nur aus einer Kammer oder nur aus Küche oder nur aus einem Zimmer ohne Küche. Und von diesen nur aus einem einzigen Raum bestehenden Wohnungen hatten sechs außer den eigentlichen Mietern sogar noch Aftermieter auf- genommen. Seine volle Beleuchtung aber erhält dies traurige Bild erst, wenn man noch die Zahl der Bewohner, die auf den einen Raum entfallen, hinzunimmt. Auch von den Wohnungen mit zwei Räumen(Stube und Küche) waren 1S7 von 5 Personen, 86 von 6 Personen, 46 von 7 Personen, 32 von 8 Personen, 13 von 0 Personen, 2 von 10 Personen und eine von 12 Personen bewohnt.„Was sollen aber," so sagt der Bericht wörtlich,„diese im Interesse der Gesundheit und Sittlichkeit sicher bedauerlichen Zahlen besagen gegenüber der Tatsache, daß eine aus einem einzigen Raum, ohne Küche bestehende„Wohnung" zwei- mal von 5 Personen, einmal von 6 und einmal sogar von 9 Per- sonen bewohnt war, und daß in einer nur aus einer Küche bestehenden„Wohnung" 7 Personen hausten!" Das Bild einer Wohnungsnot wird vervollständigt, die vorhanden« Not aber auch erklärt durch die Preise, die die Armenbevölkerung in Charlotten» bürg für ein aus dem denkbar geringsten Raum bestehendes Unterkommen zu zahlen gezwungen tvar. Wir unterlassen es, an dieser Stelle einzelne Zahlen vorzuführen. Ganz allgemein aber sei bemerkt einmal, daß der Mietpreis sofort in di« Höhe getrieben wird, sobald dem Mieter gestattet ist, in der Wohnung noch After- mieter aufzunehmen, und zweiten?, daß mit einer einzigen AuS- nahm« die Wohnungen aller Arten im Hinterhause teuerer sind alz die im Vorderhause, ein Zeichen, daß es sich bei den Wohnungen im Vorderhause fast immer um minderwertige Wohnungen handeln muß, für die trotzdem noch solch« hohen Preise gefordert werden. Dabei ist von einem Herabgehen der Mietpreise gegen das Vorjahr nicht die Rede, im Gegenteil: es zeigt sich im großen und ganzen eine noch immer steigende Tendenz. Der anhaltende Rückgang der Bautätigkeit hat bei den Kleinwohnungen geradezu zu einer Woh- nungsnot auch im eigentlichen Sinne geführt. Die Zählung der leerstehenden Wohnungen im November 1913 hat nur 1,35 Proz. leerstehende Wohnungen von 2 Zimmern und gar nur 1,12 Proz. leerstehende Wohnungen von 1 Zimmer ergeben— Zahlen, die hinter dem als normal anzusetzenden Satz von 3 Proz. weit zurück. bleiben. Sie erklären auf. der anderen Seite auch das weitere Anziehen und di« Höhe der Preise überhaupt. Die hohen Miet- preise beweisen, daß und weshalb die Armenbevölkerung häufig gezwungen ist, sich entgegen den Interessen der öffentlichen Gesund- heitSpflege und der Sittlichkeit auf den denkbar geringsten Wohn- räum zu beschränken. Sie geben aber weiter auch die Erklärung für die Höhe wenigstens eines Teiles der Aufwendungen für die öffentliche Armenpflege. Bei so hohen Mietpreisen muß, wenn eine Familie infolge von Krankheit, Alter oder au? sonstigen Grün- den Armenunterstützung bedarf, auch die Unterstützung naturgemäß höher sein als anderwärts, wo die Mieten wesentlich niedriger sind. Höher als anderwärts, ohne daß die arme Familie selbst davon irgend«inen Vorteil hat, da ihr auch mit der höheren Unterstützung wicht mehr zuteil wird als das Minimum dessen, was sie zum unentbehrlichen Obdach bedarf. Lichtenberg. AuS der Stadtverordnetenversammlung. Die Rückgradfestigkeit der bürgerlichen Mehrheit erfuhr gleich zu Beginn der Sitzung eine treffliche Beleuchtung. Bekanntlich waren unsere Genossen Grauer und, nach dessen Nichtbestätigung durch die Regierung. John e i n st i m m i g zu Mitgliedern der Schuldeputation «wählt worden. Dem Letzteren versagte nicht nur die Aufsichtsbe- örde die Bestätigung, sondern sie ernannte entgegen dem klaren Wortlaut des Gesetzes ein bürgerliches Mitglied der Deputation. Die Selbstachtung gebot der Stadtverordnelenversammlung gegen diesen Eingriff in ihr gutes Recht vorzugehen. Es kam zu dem Beschluß, gegen die Regierungsverfügung alle gesetzlichenMittelanzuwenden. Der Magistrat aber lehnte es ab, sich diesem Beschluß anzuschließen. Das bot dem Genossen Grauer Gelegenheit zu einem energischen Aufruf an das Bürgertum zur Wahrung seines Rechts. Obwohl er sich jeden Lngriss» auf den Magistrat enthielt, war doch jede« seiner Worte em gutsitzender Hieb gegen denselben, der, katzbuckelnd nach oben, gegen die Stadtverordnetenversammlung desto rücksichtsloser sein kann. Die bürgerliche Mehrheit aber zeigte sich in ihrer ganzen Jämmerlichkeit. Unser Redner hatte namens der Fraktion beantragt. die Stadtverordnetenversammlung möge die Abwehr gegen den un- gesetzlichen liebergriff der Regierung allein führen. Das wurde mit Ä gegen 29 Stimmen abgelehntl So lange es sich darum handelte, hochtönende Worte zu gebrauchen, gab es keine tapferen Kämpen als unsere Bürgerlichen. Aber nun, wo eS ernsthast gilt, aufrecht allen weiteren Einschränkungsversuchen das SelbstverwaltungS- rechts der Regierung gegenüber zu bleibeu, da knicken sie allmählich zusammen. Wie in früheren Jahren, zeigen auch diesmal wieder die Schul- arztberichte ein äußerst trübes Bild. Genosse Grauer beantragte, drese Berichte der Gesundheitskommission, von der an Wirksamkeit seit Jahren auch nicht eine Spur zu bemerken gewesen sei, zu über- werten. Veranlassung bot ihm dazu die im Bericht aufgeführte Tattache, daß in einer Schule allein 37 Fälle von Kopfläusen festgestellt wurden. Mit Recht nahm er hier das Vorliegen einer epidemischen Erscheinung an, deren Ursachen schleunigst aufgedeckt und beseitigt werden müßten. Er verwahrte die von bürgerlicher Seite ange- gnffenen Eltern dagegen, daß man ihnen ein Verschulden beimesse, ohne den geringsten Beweis dafür zu haben. Er richtete weiterhin an Pen Magistrot die Anfrage, wie es mit der längst versprochenen Einrichtung von Schulzahnkliniken stehe. Bürgermeister Unger sagte Erfüllung� für die allernächste Zeit zu. Zu festge- setzten Tagesstunden würden besondere Zimmer für Zahnbehandlung der Volks, chuler offengehalten werden. Die Behandlung würde sich vor°llem auf Kon, ervierung und Ziehen der Zähne beschränken. Genostr Pa, sie warkvtr sich gegen eine kürzlich erkolgre Ber» öffentüdmng de».Lichlenberger Tageblatts", wonach die Tiefbau- Verwaltung recht trübe Erfahrungen mit den Arbeitern gemacht hätte, die an den NotstandSarbeuen beschäftigt würden. Er wie« an Hand der Tatsache, daß die Beschäftigten 40—50 Pf. Stundenlohn erhalten, die Unwahrschemllchkeit des von genanntem Blatt Bc- haupleten nach. War der Maglstrat. leid« gestützt von der: bürgerlichen Mehr- h«it. in dem Konflikt der Stadtverordnetellversanimlung mit der Regierung wegen Besetzung der Schuldeputation glatt auf den Bauch gefallen, so rückte er m emem anderen Falle seine Weste zurechü d«nn jetzt mußte er männliche Poie spielen, galt ec, doch, seine «echte gegenüber der« t a d t v e r o r d n c t e n v e r s a m in- lung zu wahren! ES handelte stch um die Anstelluug eines kettenden»rzte« für die innere Abteilung des Krankenhauses. Die emgeietzte Kommission wünschte, daß sie vor der endgülligen An- stellung zu den Bewerbungen Stellung nehmen könne. Das hatte der Magistrat entschieden abgelehnt. Vergeblich versuchte Genosse Grauer klar zu inachen, daß der Grundgedanke dieses Wunsches das Bestreben sei, einen Arzt zu bekommen, der vom Vertrauen der Geiamtheit getragen sei. Dem stimmte auch die bürger- liche Mehrheit rückhaliloS zu. Oberbürgermeiftee Ziethen aber wandle sich in höchster Erregung gegen da» Unterfangen der Stadtverordnetenversammlung, den Magistrat in seinen Rechten be- schränken zu wollen. Diese bei ihm allein vorhandene Fiktion zog natürlich nicht, und weil er das selbst fühlte, suchte er die Schuld an dem Konflikt von dem Magistrat abzuwälzen und der Stadt- verordnetenversammlung aufzubürden. Palhetisch schloß er:»Der Magistrat muß auf seinem Standpunkt bestehen bleiben. Was daraus wird, ist Ihre Sache." Noch einmal versuchten die Genossen John und Grauer darzulegen, wie wenig von einer Beschneidung der Rechte des Magistrats geredet werden könne. ES blieb kein anderer Weg, als den vom Magistrat offensichtlich gewollten Konflikt durch Ab- lehnung der Vorlage perfekt werden zu lassen. Einstimmig folgte diesmal die Stadtverordnetenversammlung dem Antrage unserer Genossen. Ein OrtSstatut wollte den Hausbesitzern die Verpflichtung am- erlegen, die Bürgersteige von Eis und Schnee zu reinigen. Hier stand einer der Interessenten nach dem andern auf, um gegen ein solches Vorhaben Sturm zu laufen. Einer war fogar so tollkühn, von einer Rückkehr zur Leibeigenschaft zu sprechen. Freilich, es könnte dem Einzelnen ein paar von den„sauererworbenen" MietS« groschen kosten! Was hat es demgegenüber zu bedeuten, wenn die Gesundbeit und die heilen Gliedmaßen von Tausenden aufs Spiel gesetzt werden? Hier setzten sich unsere Vertreter für die Magistrats- vorläge ein. Bedauerlicherweise wurde die Vorlage dennoch auf sechs Monate vertagt. Eine weitere Vorlage betraf die Festsetzung der Abschreibungen in den Bilanzen der städtischen Werke. Es wurde beschlossen, vom Gaswerk 4 Proz., vom Elektrizitätswerk 4 Proz. und vom Wasser- werk 3 Proz. vom A n lag e w e rt, nicht vom Buchwert zur Ab- schreibung zu bringen. Wir dürfen diesen Beschluß, der in der Rich- tung einer gesünderen Finanzpolitik liegt, als einen Erfolg unserer Vertreter buchen, die sich durch den Genossen John gegen die bis- her geübte Praxis wendete. In der folgenden geheimen Sitzung wurden die Strom- und WasserlieferunaSverträge mit Friedrichsfelde und dem Grunde nach der Vertrag mit der Großen Berliner Straßen- bahn, die Angestelltensiedelung betreffend, angenommen. Erwähnt sei noch, daß Genosse Griese, Angesessener, sein Mandat niedergelegt hat, weil seine Arbeitsverhältnisse ihm die Teilnahme an den Verhandlungen unmöglich machen. Storkow. Rote Pferde. Daß gut bürgerliche Lokale schon durch die An- Wesenheit von Sozialdemokraten verseucht werden, ist auf dem Lande nicht» Neues. Daß aber auch Pferde einen Stall mit sozialdemo- kratischem Gift infizieren könne», wenn sie vor einen Wagen mit sozialdemokratischen Insassen gespannt waren, ist wohl das höchste, wa§ der Phantasie eine« Gastwirt« entspringen kann. Im schönen Städtchen Storkow trug sich folgende Geschichte zu: Als vor kurzem die Wahlen zum Ausschuß der Kreiskrankenkasse vollzogen wurden, kamen aus Ketschendorf einige Genossen mit einem Fuhrwerk nach Storkow, sie beabsichtigten, letztere» während der Wahl im „RathauShotel", Jnh. Giebecke, auszuspannen. Da hatten sie aber den Plan ohne den Wirt gemacht. Herr Giebecke erklärte ihnen,.rote Pferde" dulde er nicht in seinem Stall. Sozialdemokraten sind natürlich dem Herrn ebenso verhaßt, hat der- selbe doch schon häufig erklärt, daß er auf ihre Groschen verzichtet. Deshalb meiden die Storkower Genossen diese Gastwirtschaft schon lange. Den zahlreichen Industriearbeitern ist es aber dort trotz aller Bemühungen nicht gelungen, auch nur ein einziges VersammlungS- lokal zu bekommen, weil die Gastwirte behördlicherseits Nachteile befürchten. Diese Nachteile können aber nicht eintreten, wenn die Gastwirte, wie ihnen unsere Genossen borschlugen, einen Beschluß ihre» Verein» herbeiführen, der die Gleichberechtigung der Arbeiter- schaff anerkennt und sich verpflichten, auch den Arbeitern ihre Säle zur Verfügung zu stelle». Statt diesem vernünftigen Vorschlag zu folgen, teilten sie aber dem Vorsitzenden des dortigen Wahlvereins mit, daß sie von einer Beschlußfassung in der Angelegenheit vorläufig abgesehen hätten; sie stellen nun die neugierige Frage an denselben, warum ein einzelner Gastwirt boykottiert und was damit bezweckt wird. Gemeint ist Herr Giebecke. Nach obiger Schilderung über das Gebaren dieses Herrn ist wohl eine Beantwortung der Frage überflüssig. Interessant wäre dagegen zu erfahren, warum, wie geschehen, sich die Storkower Gastwirte vom Vorsitzenden des KriegervereinS verbieten lassen, daß einige Lokale den Berliner Arbeitern und Ausflügler» als Einkehrlokale durch die Lokalliste empfohlen werden. Tempelhof. Ein berufener Richter. Die„Berlin- Tempelhofer Zeitung" widmet der Verwaltungsstreitsache Ewald kontra Gemeindevertretung jetzt noch einen„Leitartikel". Wir würden die Ergüsse mit der heiteren Gelassenheit hinnehmen, die sie verdienen, wenn die Re- daktion nicht allerlei dunkle Andeutungen gegen einzelne Partei- genossen machen würde, die natürlich nur den Zweck haben, die Benannten in der Oeffentlichkeit herabzusetzen. Eine sachliche Auseinandersetzung mit der Redaktion der„Tempel- hofer Zeitung" müssen wir einstweilen ablehnen, bis Klarheit über daS Nachstehende geschaffen ist. Wir erlauben un» die öffentliche Anfrage: Ist jener Rechts- konsulent Hermann Wegner, Mariendorf. identisch mit dem Redakteur der„Tempelhofer und Mariendorfer Zeitung" gleichen Namens, von dem das«Tellower Kreisblatt" im Jahre 1906 in dem Bericht über die Terminesitzungen des KreisauSschusseS in der Klage- fache des Amtsvorstehers Mariendorf gegen den Rechtskonsulenten Hermann Wegner, Mariendorf. folgende Personalbeschreibung brachte: Die Tatsachen, die zur llntersagung deS Gewerbebetriebes wegen Unzuverlässigkeit deS Beklagten führten, waren: ... 2. mangelhafte Führung der Geschäftsbücher:... 4. die zahlreichen(etwa 30) und zum Teil schweren Bor st rasen des Beklagten(Geld- und Gefängnisstrafen) wegen Betrüge« im Rückfalle, Urkundenfälschung, Kuppelei, Wider stand gegen die Staatsgewalt. Wir können nicht annehmen, daß ein Mensch mit solchen Eigen« schaffen e« wagen wird, oie Ehre anderer anzutasten. Wir erwarten von der Redaktion der Tempelhofer bczw. Mariendorfer Zeitung klare und unzweideutige Antwort. Mit Maßnahmen aus Anlaß der Arbeitslosigkeit beschäftigte sich die letzte Gemeindevertretersitzung. Bürgermeister Wiesener erkannte an, daß eine Arbeitslosigkeit im gewissen Uinsange�vor- handen sei. Dieselbe werde jedoch von einem Teil der Presse über- trieben. Die Arbeitslosigkeit in der Baubranche sowie in den mit der Bautätigkeit in Verbindung stehenden Gewerben sei in Anbetracht der traurigen Lag? des Baumarttes nicht anders zu erwarten ge- Wesen. AuS diesem Grunde habe die Gemeinde mit Arbeiten begonnen; den beteiligten Unternehmern zur Pflicht gemacht, Orts- ansässige besonders zu berücksichtigen. Wenn dies nicht immer innegehalten worden sei, so habe dies einerseits an vertraglichen Abmachungen gelegen, andererseits wurd« darauf hingewiesen, zu welch schweren Nachteilen die strikte Durchführung einer solchen Per- pflichtung führen könnte. Von einer wesentlichen Besserung könne nicht gesprochen werden, ganz abgesehen� von der Frage, wie weit Staat und Reich durch die Gesetzgebung sich beschäftigen müßten, die Not der Arbeitslosigkeit zu mildern. Herr Wiesener schlug zu» nächst vor, daß die der Armenkommission zur Verfügung stehend« Summe von 1899 M. auf 2599 W. erhöht werde. Die Maßnahme» gegen die Arbeitslosigkeit möge man einer Kommission überweisen. Von sozialdemokratischer Seite wurde durch Genossen Schmidt diese» Manöver als ein« Verschleppung bezeichnet. Man habe geglaubt, daß anläßlich des Weihnachtsfestes den Arbeitslosen wenigstens eine kleine Freude bereitet werde. Wenn man über die Höhe der Ar» beitSlosenzahl im unklaren sei, so möge man sich an die Gewerk» schaften wenden oder, wenn es noch leichter sein soll, so möge man sich bei der Steuerkasse erkundigen, wie viele um Stundung ein- gekommen sind. Auch hätte man, wie Genosse Müller sich aussprach, eine klare Ucbersicht am Ort, wenn ein bereits vor zwei Jahren von der Gewerkschaftskommission gefordertes Arbcitsvermitkelungs- bureau eingerichtet worden wäre. Es mach« einen«gentümliehe» Eindruck, wenn zur harmonischen Ausschmückung einer Kirche 19 999 M. beantragt werden, und denen nicht einmal eine kleine Freude zu Weihnachten bereite, die hungern müssen. Die Einrich» tung eines Arbeitsnachweises unter sozialdemotratischer Leitung, wie ihn der Bürgermeister auffasse, sei niemals angeregt, wohl 1«, aber paritätischer Nachweis gefordert worden. Wenn der Bürgermeister Wiesener nicht daran denke, sozialdemokratische An» träge bearbeiten zu lassen, so handele er nach zweierlei Matz. Genosse Frantz meinte ganz richtig: der Bürgermeister soll über den Parteien stehen! Nachdem Syndikus Seyffarth gebeten, die Frage des Arbeitsnachweises hier ganz auszuschalten, fragte Schösse Jung, wie man denn die Arbeitslosen von den Arbeitsscheuen unterscheiden könne, oder ob denn die sozialdemokratische Fraktion wolle, daß den Arbeitsscheuen noch eine Prämie gegehen werde? Von unseren Genossen wurden dies« Ausführungen in der richtigen Weife beurteilt. Alsdann wurde folgender Antrag der sozialdemo- kratischen Vertreter einstimmig angenommen: 5999 M. zur Unter» stützung der Arbeits- und Beschäftigungslosen zu bewilligen. Jeder Arbeitslose, welcher ein Jahr am Ort ansässig und verheiratet ist oder Angehörige zu unterhalten hat, und seit dem 1. Oktober sechs Wochen arbeitslos ist, erhält 10 M., für jede? eheliche Kind unter 14 Jahren 1 M. extra. Die Jahresrcchiinng für 1912 ergab einen Ueberschuß von 70 009 M.(rechnungsmäßig 52 313 M.) gegenüber 122 765,50 M. im Vorjahr«, Alsdann nahm die Versammlung Kenntnis von der Annahme einer Erbschaft de? verstorbenen Rentiers Max Kreide» weiß in Höhe von etwa 30 000 M. Länger« Zeit wurde noch über die Umtaufe der Dorfstratze diskutiert. Di« Grundbesitzer er» klärten, daß sie und ihre Mieter bisher keinen Anstoß an dem Namen der Straße genommen haben und selbst die Millionen, „bauern" sich dort wohl fühlen. Der Antrag aus Aendcrung„An d«r Aue" wurde abgelehnt. Wittenau-Borsigwalde. AnS der Gemeindevertretung. Unsere Genossen hatten drei An- träge eingebracht: erstens Notstandsarbeiten seitens der Gemeinde ausführe» zu lassen, zweitens 3000 M. für sofortige Unter« stützung an Arbeitslose bereitzustellen und drittens im kommenden Jahre bestimmt festzusetzende Unterstiitzuuaen his auf die Dauer von zehn Wochen zu genehmigen, Genosse L i e b e l t begründete diese Anträge in eingehender Weise, indem er auf die bekannten Fest- stellungen über den Umfang der Krife in Groß-Berlin, wie auch auf die Maßnahmen zur Linderung der größten Not, die seitens der Arbeiterorganisationen bereits getroffen seien, hinwies. Aber auch die Gemeinden seien verpflichtet, hier etwas zu tun. In Rücksicht aus die Finanzen der Gemeinde hätten sich seine Freunde mit den vorliegenden Anträgen auf das aller» notwendigste beschränkt. Notstandsarbeiten aufzunehmen sei wohl möglich, hierdurch könnte in etwas die Not gelindert werden. Die sofortige Unterstützung denke er sich gewissermaßen als eine Weih« nachtSfreude für die leidenden Familien. Der dritte Antrag be- absichtige die Lebensfreudigkeit der notleidenden Familien zu er» halten, indem zur Unterstützung arbeitsloser Familienväter em be- sonderer Zuschlag von 50 Pf. für jedes Kind gefordert wird, um die Kinder nicht, wie so häufig, ohne Frühstück zur Schule schicken zu müssen. Um aber die Empfänger nicht in ihren politischen Rechten zu schmälern, dürfe die gewährte Unterstützung keinesfalls als Armenunlerstützung angesehen werden. Auch wünschte Liebelt, daß diese Hilfe noch vor Weihnachten, etwa bis zum 20. Dezember gewährt werden möge. Herr Bürgermeister Witte gab in seiner Erwiderung zwar eine größere Arbeitslosigkeit zu, meinte aber u. a., daß sie doch wohl nicht so erheblich sei, wie Liebelt geschildert. In der Tat seien nicht mehr Gesuche wie sonst um Unterstützung, aber desto mehr um Steuer- stunduna zu verzeichnen; auch habe er vielen zu ihm Gekommenen nach Möglichkeit Arbeit, auch in den am Orte zahlreichen Industrie- betrieben verschafft, und schließlich empfahl er, gleich wie in anderen Gemeinden, die Bewilligung der 3000 M. und Erledigung der AiUräge durch die bestehende Armenkommission. Wenn dem An- trage m vollem Umfange entsprochen würde, dürfte ein Steuer- Zuschlag von 10—15 Proz. zu erwarten sein. Betreffs Notstands- arbeiten wüßte er nicht, was er ausführen lassen sollte. Am Orte selbst sei keine allzu große Arbeitsnot, wie die Steueraufstellungen ergeben hätten, aber allerdings seien die Löhne herab- gegangen. Genosse Liebelt erwiderte, daß wenn wirklich keine allzu große Arbeitslosigkeit in Wittenau vorhanden sei, dann erst recht seine Anträge angenommen werden könnten. Nachdem noch die Herren v. Borsig und Dr. Rosin ebenfalls die Notlage an- erkannt, aber auch die Hilfe des Staates als nötig erachtet, ferner eine Statistik über die örtlichen Arbeits- Verhältnisse als Unterlage weiterer Entschließungen ge- fordert hatten, wurde die Unter st ützungssumme auf 6000 Mark erhöht mit der Maßgabe, daß Empfänger min- bestens ein Jahr am Orte wohnhaft sein müssen. Die Unterstützung will Herr Witte eventuell als Mietsunterstützung betrachtet wissen, nicht als Armenunter st ützung, um nötigenfalls auf Rückzahlung sehen zu können. So erfolgte unter Zurückziehung der ursprünglichen sozialdemokratischen Anträge, allerdings unter Voraus- setzung weiterer Verfolgung seitens der Gemeindeverwaltung, ein« stimmige Annahme.— Im weiteren stimmte die Vertretung jder Uebereignung einiger Gemeindelandflächen an die Interessenten zu sowie der Rückerstattung von 10 481 M. Kosten für Kabelverlegungen an die GaSanstaltSverwaltung aus dem vorhandenen Fonds von 15 000 M.— In die Kassenrevisionskommission wurde Genosse Trapp gewählt.— Vor Beginn der Sitzung hatte eine Besichtigung der Gemeindegrundstücke Oranienburger Str. 135/86 stattgefunden: der Vorstand schlägt Abbruch vor, um die seinerzeit beschlossene Zweckbestimmung des Ankaufs jener Grundstücke zu emem Bahnhofs» Vorplatz resp. Sckimuckplatz als imposantes„Entree" der Ge« meinde endlich in Angriff nehmen zu können. Die Herren BodengesellschaflSdirektoren legten sich besonder» hierfür inS Zeug. Eine Kommission möge in Gemeinschaft mit dem Bauamt die Sache weiter verfolgen, die Bodengesellschaften wollen selbst Skizzen und Projekte antertigen; zum 1. Januar soll den Mielern -gekündigt und die Gebäude möglichst zum Frühjahr abgerissen werden.— Herr Witte machte u. a. auch noch Mitteilung davon, daß verschiedene Vorortgemeinden die Wertzuwachssteuer beseitigten und wolle er dies auch hier anregen in Rücksicht auf die schlechte Entwicklung des Ortes, die sich infolge dieser Steuer gezeigt habe. Er glaube dadurch die Bautätigkeit(soll wohl heißen Spekulation!) mehr zu fördern. Natürlich war bei den GrundstücksverweuungZ- gesellschasten resp. deren Direktoren hierüber gleich große Freude, daß sie am liebsten sofortigen Beschluß herbeigeführt hätten Zu« Herren-Ulster 52, 46, 42, zs. zs. 33, 29, 2«, 23, 19 m. Herren-Paletots 60. s«. 49, 43, 39, 35, 32. 29, 26, 22 m. JaCkett-AnZÜge 52. 48, 44, 39, 36. 33. 29, 26, 24, 21 m. MarengO-AnZÜge mit gestreiftem Beinkleid 60, 54, 49. 43, 39, 35, 32, 28, 25, 23 M. Cutaway-Anzüge mit gestreiftem Beinkleid 69, 63, 58, 52, 48. 44, 40, 39, 36, 32 M. Smoking- Anzüge..• 78, 72, es, 59, 52. 48, 42 m. Gehrock-Anzüge 72, 66, 60, 56, 52, 49, 45, 39,36, 32 m. Knaben-Ulster........ 21, is, 16, 14, 12, 9 m. Knaben-Pyjacks........ 14, 11, 9, 7, s, 31? Knaben-Anzüge neue Formen, 15, 12, 10, 8. 6, 4 J? Beinkleider SÄ»8. 16, 14. 11. 9, 7. 6. 5, 4. 3 m. Phantasie-Westen.... 10, 8, 7. 6, 5, 4, 3, 21? Winter-Joppen. 24, 21, 19, 17, is, 13, 11, 91? Eislauf- u. Sportjoppen 56, 32, 26,22, 19, 16, 13, 1 01? Schlafröcke..... 38, 34, 29, 24, 19, 16, 12, 101? Haus-Smoking 26'«7, is, 13, 1 1. 91? PistonuSstr.24, Zimmer 8, von 12— 2 Uhr vorzutragen. Als Legitimation sind mitzubringen die Jnvalidenkarte und das Kranfenkasienbuch.— In der gestrigen Hochbau-Kommissionssitzung wurden verschiedene fommunale Arbeiten zur sofortigen Erledigung beschlossen, u. a. soll der Platz an den früheren Eisschuppen gärtnerisch hergerichtet werden, die erforderlichen Erdarbeiten werden sofort in Angriff genommen. Der Kühlturm des EleltrizilätSwerks soll mit einer Staletenstellage umgebe» werden. Die Hinterfront der Marmorwarenfabrik von Zachä am Schwanenteich soll in Gestalt einer Stadtmauer mit zwei Türmen verdeckt werden und sofort zur Aus- sührung kommen; auf dem neuen Friedhofgeläude in Hohen- Schönhausen soll die Umzäunung vorgenommen und mit den Erdregulierungsarbeiten begonnen werden. Aus dem Tiefbauamt liegen Anträge auf schleunige Arbeiten noch nicht vor, cS hat den Anschein, als ob die Tiesbauverwaltung resp. dessen Leiter die Beschlüsse der Gemeindevertretung einfach ignoriert. Reinickendorf-Ost. Eine Märchenvorstellung für Kinder veranstaltet der BildungS- ausschutz morgen, Sonntag, nachmittags 2 Uhr, in den„Hubertus« Sälen", Provinzstr. 76/79. Die Kinder versammeln sich zum Besuch dieser Veranstaiiung um 1 Uhr an der Seestraße, Ecke Residenzstraße, an der Thuner Straße, Ecke Holländer Straße, am Seebad und an der Provinzstraße, Ecke Geselbichaftsstraße. Billetts zum Preise von 10 Pf. sind bei den Bezirksführern zu haben. Spandau. Stadtverordnetenversammlung. Zum unbesoldeten Stadtrat an Stelle des verstorbenen Stadtverordneten Schob wurde Ober- meister Hannemann gewählt. Bei dem Bericht des Wahlprüfungs- ausschusscs über die gegen die Gültigkeit der auf dem Nonncndamm erfolgten Wahlen des Obermeisters Stärke und des Architekten Tilgner vom sozialdemokratischen Wahlverein und vom Bezirks- verein Nonnendamm erhobenen Einsprüche gab es einige Ueber- raschungcn. Der Stadtverordnctenvorsteher gab bekannt, daß ein Schreiben des Bezirksvereins Nonnendamm eingegangen sei, wonach derselbe seinen Protest zurückziehe. Stadtv. Mathias beantragte als Mitglied des Wahlprüfungsausschusses, welcher ursprünglich beschlossen hatte, die Wahlen für ungültig zu erklären, die Wahlen als gültig zu betrachten. Ergötzlich war es, daß jetzt plötzlich die feindlichen Brüder, die Liberale Fraktion und die Kommunale Ver. einigung, die sich bei der Stadtverordnetenwahl so scharf bekämpft hatten, gerührt in den Armen lagen. Genosse Pieper sprach seine Verwunderung darüber aus, daß jetzt die beiden Wahlen für gültig erklärt werden sollen, nachdem der Wahlausschuß die Un- gültigkeit beschlossen hat. Es lägen hier so wichtige Protestgründe vor, daß man nicht so leichtfertig darüber hinweggehen dürfe. Während auf dem Nonnendamm einige Herren, die gar nicht zum Wohlvorstand gehörten, eine große Anzahl Wähler legitimierten, habe ihn Stadtrat Schröder als Wahlvorsteher des 8. Bezirks ohne Legitimation nicht wählen lassen. Redner nahm an, daß Stadtrat Schröder ihn nur provozieren wollte, als er erklärte, er kenne ihn nicht. Er ersuchte daher den Magistrat, den Stadtrat Schröder nicht wieder als Wahlvorsteher zu bestimmen. Das Wahllokal des 8. Bc- zirks sei vom Magistrat so ungünstig gewählt worden, daß die meisten Wähler einen großen Umweg machen mußten. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurden die Wahlen für gültig erklärt. Gleichzeitig wurde eine Entschließung angenommen, wonach der Magistrat ersucht wird, ein Wahlveglement aufzustellen, den Wahl- Vorstehern Vorschriften über Legitimationsprüsung usw. zugehen zu lassen, in Zukunft richtige Wählerlisten aufstellen zu lassen, ge- eignete Wahllokale zu bestimmen sowie eine gleichmäßigere Ein- teilung der Wahl- und Abstimmungsbezirke vorzunehmen. Bei der Beratung über den ersten Nachtrag zum Sparkassen- statut richtete Genosse Pieck an den Magistrat das Ersuchen, dem Beispiel der anderen Groß-Berliner Gemeinden zu folgen und den Zinsfuß von 3'/, aus 3% Proz. zu erhöhen. Bei der Beratung des Etats will Redner einen dahingehenden Antrag stellen. Weiter stimmte Redner einem AbänderungSantrag Bender zu. wonach die Bestimmung über die Höhe des Zinssatzes für Spareinlagen nicht dem Sparkassenvorstand, sondern den städtischen Verwaltungskörper- schaffen überlassen bleibt. Die wenigen Rechte, die die Stadt habe, würden ja sonst verkümmert werden. Ter Antrag Bender wurde angenommen und im übrigen der erste Nachtrag genehmigt. Mit der Landkrankenkaffe hatten sich die Stadtverordneten zum viertcnmal zu beschästigen, da eine Magiftratsvorlage die Auf« Hebung des Beschlusses der letzten Versammlung beantragte, nach dem von der Errichtung einer Landkrankenkasse Abstand genommen werden soll. Die Angelegenheit soll dann in einer gemischten Kom- Mission weiterberaten werden. Der Stadtverordnetenvorsteher be- antragte, um den Konflikt zwischen Magistrat und Stadtverordneten zu beseitigen, die Vorlage einer gemischten Kommission zu über. weisen. Da der Magistrat aber erst Ansbebung des früheren Be« schlusses verlangt, so wurde in der Beratung der Vorlage fort« gefahren. Ter Referent, Stadtverordneter Walter, führte unter Heiterkeit aus den Akten an, daß der Magistrat im Juni 1912 sich gegen die Errichtung der Landkrankenkasse aus denselben Gründen ausgesprochen habe, die für die Mehrheit der Stadtverordneten maß- gebe d sind. Das Oberversicherungsamt habe jedenfalls die frühere Ansicht des Magistrats nicht gekannt, denn sonst hätte es nicht am 15. Dezember die Errichtung der Kasse innerhalb dreier Tage ver- langt. Ter Magistrat hatte inzwischen einen neuen Antrag ein- gereicht, wonach er von der Aufhebung des früheren Beschlusses ab- sieht und die ganze Angelegenheit einem gemischten Ausschuß über- weisen will. Diesem Antrag wurde zugcsiimmtt.• Zur Verlegung einer HochspannungStabelleitung zum Anschluß des an der Pionierstraße gelegenen Wasserwerks an das Leitungs- netz der städtischen Elektrizitätsanstalt wurden 37 000 M. bewilligt. Ter hiesigen Tischlerirmung wurde in Anbetracht der großen Arbeitslosigkeit im Tischlergewerbe der Zuschlag erteilt auf Liefe- rung und Herstellung der inneren Türen und Wandbekleidungen für den Neubau der 3. Gemeindeschule zum Preise von 6903 M. Mindestfordernde war eine Firma aus Neukölln, die 6383 M. ver- langte. Angenommen wurden die Beschlüsse des eingesetzten Schieds- gerichts über die Festsetzung der Taxwerte für die von den Berliner Elektrizitätswerken anzukaufenden HochspannungSkabel, Trans- sormatoren und Apparate und die geforderte summe in Höhe von 275 000 M., die bei einer neuaufzunehmenden Anleihe berücksichtigt werden soll, bewilligt. Hierauf folgte geheime Sitzung. Treptow-Banmschulenweg. Arbeitslosenunterstähung der Gemeinde. Die gestrige Sitzung der Gemeindevertretung hat beschlossen, Arbeitslosen, die ein Jahr in Treptow wohnen und in der Regel mindestens vier Wochen arbeitslos und bedürftig sind, auf die Dauer von sechs Wochen eine Unterstützung von wöchentlich 10 M. und 1,50 M. pro Kind für Verheiratete und 6 M. für Ledige zu gewähren. Nachsuchende, die auf eine Unterstützung noch vor Weihnachten rechnen, haben sich unter Beibringung der Nachweispapiere in der Zeit von 8 bis 3 Uhr auf dem Raihaus, Neue Krugallee, zu melden. Adlershof. Diejenigen Pees»«»«, welche sich zum Austritt aus der Landes- kirche gemeldet haben, werden ersucht, sich am 27. Dezember<3. Weih« nachtSfeiertag), vormittags 10 Uhr, im Lokal von Feyerstein, Bis« marckstr. 82 einzufinden, um gemeinsam nach Köpenick zu gehen. Legitimation ist mitzubringen. Die Kosten betragen 3.50 M. pro Person, diese werden am selben Tag« eingezogen. Sitzungstage von Stadt« und Gemeindevertretungen. Neuenhage« a. Oftbahn. Montag, den 22. Dezember, abend» 6 Uhr, im Ncmcindebureau, Dorjstraße. Tagesordnung:.Arbeittlosenunter- stützung". Diese«itzungen find IfsenUlch. Jeder Ge«elndc»ngeh»rlge II de- rrckNgt. ihnen«l» Anhörer beizuwohnen. Schluß der Sitzung brachte der Bürgermeister«wch die tmt einer Borsigwalder Versammlung ihm übermittelte Resolution, die die Schulverhältnisse scharf kritisierte, zur Kenntnis, indem er die Schul deputation zu rechtfertigen suchte: ihm pflichteten natürlich ver schiedene Herren der Vertretung bei. Genosse Liebelt kritisierte in einer längeren Entgegnung die Borsigwalder Schulverhältnisse vom Standpunkte der Eiterig und rechtfertigte die Resolution. Es folgte noch eine vertrauliche Sitzung. Lveihensee. Aus der Gemeindevertretung. In öffentlicher Sitzung wurde das früher bereits angenommene Ortsstatut über die Errichtung einer Gemeindeanstalt für zweite Hypotheken»ach den Wünschen dreier Ministerien geändert. An Grundstücksgesellschaften dürfen Hypotheken nicht gegeben werden. Die Beleihung eines Grund- stückes darf nur mit 50 bis 75 Proz. des Wertes erfolgen, statt wie beantragt bis 80 Proz. Die Beleihung darf die Summe von 50000 M. nicht übersteigen. Die Grundstücke' müssen bei einer öffentlichen FeuerversichernngSanstalt oder bei einer von der Hypothekenanstalt bezeichneten Feuerversicherungsanstalt versichert werden. Der Dar- lehnSberrag darf nicht mit 1 Proz., sondern muß mit 1>/z Proz. amortisiert werden. Wenn die Mieten nicht mehr den früheren Wert ergeben, kann die Anstalt die Hypothek kündigen. Während in der vorigen Sitzung aus Anlaß der Arbeitsloseninterpellation die Herren Hausvesitzer sich ausschwiegen, hatten sie bei diesem Punkte alle möglichen Fragen zu stellen, sie erklärten sogar, daß die ganze Vorlage nichts tauge und der neugebackene Vorsitzende des Grundbesitzervereins, Herr Teichert, gab die Erklärung ab, daß diese Einrichtung ganz und gar„unsozial" sei.— In der ge- Heimen Sitzung wurden in fast vierstündiger Beratung die Verhält- nisie der Weißenseer Bank besprochen und die neuen Anträge des Bankvorswndes und Aussichtsrats ohne Diskussion abgelehnt, da nach dem jetzigen Stande eine weitere Hilfe unmöglich geworden ist. Die Finanzkommission hatte sich in fünf Sitzungen mit Liquidationsvorschlägen besckästigt und der Gemeinvertretung zur Beschlußfassung vorgelegt. Danach soll eine Kommunalbank errichtet werden. Wenn die Weißenseer Bank ihre sämtlichen Hypotheken- und Bürgschaftsgläubiger der Gemeinde angibt und ein öffentliches Aufgebot der Gläubiger veranstaltet: wenn ferner nämtliche Debitoren und Wechsel- schuldner der Gemeinde bekannt gegeben und nachgewiesen werden, die Abzahlungen auf ihre Konti bezw. Wechsel in den letzten drei Jahren geleistet haben und weiter die Genossenschafter sich ver« pflichten, innerhalb sechs Jahren ihre Geschäftsanteile auf 2500 M. aufzufüllen, Ivenn dann die Gläubiger der Weißenseer Bank in rechtsverbindlicher Form auf einen noch zu bestimmenden Teil ihrer Forderungen verzichten, dann wird die zu errichtende Kommunal« bank die festzusetzende Ouote übernehmen und zwei Monate nach Er- öffnung an die Gläubiger auszahlen, vorausgesetzt, daß die Aussichtsbehörde ihre Zustimmung gibt. Es sind noch eine Reihe weiterer Punkte festgesetzt, die natürlich von der Weißenseer Bank und den Genossenschaftsmitgliedern in einwandfreier Weise erfüllt werden müssen. In der Debatte wurde von fast allen Rednern be- tont, daß diese Bestimmungen von den Genossenschaftern nicht erfüllt werden können und die Gläubiger nicht alle unter einen Hut zu bringen seien, so daß der Konkurs unausbleiblich wäre. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß bei dem angeführten Liquidationsvergleich die Gläubiger bei ihren Forderungen mit 25—30 Proz. befriedigt werden können, nach anderen Berechnungen jedoch mit weit weniger, während bei einem Konkurse nichts mehr zu retten sein wird: außer- dem würde im letzteren Falle für die Genossenschafter die Haftsumme von 5000 M. per Anteil in Anspruch genommen. Die Hilfsaktion für die Arbeitslosen. Der Gemeindevorstand veröffentlicht den Beschluß der Gemeindevertretersitzung vom 12. De- zember, wonach den Arbeitslosen, die seit einem Jahre ununter- brachen in Weißensee wohnen und seit acht Wochen arbeitlos sind,� entweder nach Möglichkeit Arbeitsgelegenheit im Bereiche des Hoch- bau«, des Tiefbauamtes und der Rieselfeldverwaltung verschafft werden soll oder ihnen Darlehen bezw. Speisemarken gewährt werden- Die Antragsteller haben ihr Gesuch persönlich auf dem Wohlfahrtsamt, Ganz ausserge wöhnlich grosse Vorteile bietet mein diesjähriger enorm billiger (Deihnnchts-Uerkiiuf! Im eigenen Interesse liegt es, die Vorteile dieses Angebots zu prüfen.— Dem verwöhntesten Geschmack werden seine Ansprüche an guten Sitz, moderne Stoffe und Preise befriedigend gelöst. Meine 9 Schaufenster enthalten Teile dieses � Spezlal-Angebotes! R. M. Maassen G. m. b. H. 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