Nr. 12. Erscheint täglich außer Montags, Breis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Numme: 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit tluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. ber Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder Deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in be: Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Zur Reichs- Einkommensteuer. Würde das Kapital auswandern? P Dienstag, den 16. Januar 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Kundschaft gebundene Geschäfte besigt, auch er wird nicht Rapitale. Aber das mobile Kapital tritt dem immobilen feine Fabriken und Geschäfte ins Ausland verlegen können, gegenüber gewaltig in den Hintergrund, vor allem wenn feinen Besitz an Land veräußern, weil er hier eine höhere man berücksichtigt, daß das immobile Kapital, wie Aktien, Einkommensteuer zu bezahlen hat. Würden die Kapitalisten Pfandbriefe 2c. eng mit dem mobilen Kapitale ver Die progressive Reichs Einkommensteuer wird nicht sich verschwören und auswandern wollen, so würde ja das fnüpft ist, daß seine Unterlagen, die Fabriken, die mehr von der Tagesordnung verschwinden, dies ist der Vaterland nicht schwer leiden, man kann auch ohne verschuldeten Grundstücke 2c. nicht auswandern können, nicht gering zu schäßende Erfolg der Sozialdemokratie. Unternehmer produziren, wir ja das tag- deren Erträgnisse somit zu Lasten der im Auslande Vertreter fast aller Parteien, selbst der nationalliberalen, täglich sehen, leben doch zahlreiche unserer großen weilenden Aktionäre und Pfandbriefbefizer beliebig hoch haben sich nun für dieselbe, wenn auch nicht mit der er Unternehmer im Auslande, während ihre Arbeiter besteuert werden könnten, dasselbe wird sich ohne unüberforderlichen Entschiedenheit erklärt. Je mehr Boden der im Lande alles produziren. Niemand könnte eine windliche Schwierigkeiten auch bei den im Auslande lebenden Gedanke der Reichs- Einkommensteuer gewinnt, desto kräftiger solche planmäßige Massenauswanderung der Kapitalisten Besizern von Antheilen an Anleihen des Reichs, der und rücksichtsloser wird aber auch der Kampf gegen dieses lieber sein als der Sozialdemokratie, niemanden würde sie Kreise und Städte gegenüber bewerkstelligen lassen. Steuerprojekt geführt werden. Freilich überzeugende Gründe schwerer schädigen, als den Kapitalismus. Dekonomisch Nicht möglich wird dies aber sein den Besitzern von fehlen den Gegnern der Reichs- Einkommensteuer. Dem würde eine solche Auswanderung den ungeheuren Vortheil ausländischen Staats, Industrie, Eisenbahn- und anderen Prinzip der Gerechtigkeit, das in den Lehrbüchern der haben, daß die Eutbehrlichkeit der Kapitalistenklasse selbst Papieren gegenüber. Der letztere Einwand ist richtig, aber der bürgerlichen Finanzwissenschaft bei der Beurtheilung dem Blödesten klar würde, politisch würde sie eine große Ver- großen Masse des mit dem Deutschen Reiche unlösbar verknüpften aller Steuerprojekte im Vordergrunde steht, trägt ringerung des Einflusses der Kapitalisten und eine sprung- Einkommensquellen gegenüber spielen diese lumpigen paar die Reichs Einkommensteuer vollkommen Rechnung, hafte Steigerung des proletarischen Einflusses auf die Geschicke Hundert Millionen gar teine Rolle. Auch sonst wäre während die jetzigen Reichssteuern und die vor: Deutschlands bedeuten, die Zusammensetzung. des Reichstages, es selbst vom ehrlichen kapitalistischen Standpunkte aus tein geschlagenen Steuerprojekte dem Prinzipe der Gerechtigkeit die Haltung der Reichsregierung würde sich von Grund aus nationales Unglück, wenn unseren kleinen Kapitalisten in in's Gesicht schlagen. Deshalb schweigt man sich über ändern. Mit einem Worte, die Auswanderung der Höchft- Zukunft keine weiteren argentinischen, mexikanischen, portus dieses Prinzip aufs gründlichste aus und wendet alle mög- besteuerten wäre der Beginn einer durchaus friedlichen giesischen und italienischen Anleihen aufgehalft würden, wenn lichen anderen Gründe gegen das Reichs- Einkommensteuer- demokratischen und, wie die Verhältnisse in Deutschland mit deutschem Gelde nicht mehr schwindelhafte amerikanische Projekt ein. So erklärte unlängst anläßlich der Debatte nun liegen, auch einer sozialistischen Revolution. Eisenbahnen unter der Aegide der Herren Barth und über die Tabalsteuervorlage ein Redner, daß die Einführung Wegen einiger Prozente Einkommensteuer würde aber Siemens gebaut würden, wenn das deutsche Kapital seine der Reichs- Einkommensteuer die Auswanderung des deutschen selbst die egoistische und kurzsichtige deutsche Bourgeoisie Verwendung blos im Julande finden würde. Kapitals zur Folge haben würde, was dazu führen würde, dieses Risiko nicht auf sich nehmen. daß die Bedürfnisse des Reiches durch die Reichs- Einkommensteuer nicht gedeckt werden könnten. Betrachten wir uns diesen Einwand näher. Welches sind die Quellen der Einkommensteuer? Das Einkommen jeder Art, vor Allem die höheren, so die Gehalte der öffentlichen und privaten Beamten, die Erträgnisse des Grund und Bodens, der Fabriken, die Miethen für Wohnungen und Häuser, das Erträgniß von Handelsgeschäften, die Zinsscheine von Reichs, Staats- und städtischen Anleihen, die Dividenden von Aktiengesellschaften u. f. w. Die hauptsächlichste Quelle dieser Einkommen ist die Arbeit und die Verwendung von Kapital innerhalb der Reichsgrenzen. Ein Ausweg scheint aber doch den Kapitalisten zu Demnach hätte nicht das deutsche Volt, sondern einzig bleiben, die sich der fürchterlichen, sie endlich gerecht" und allein die Großbourgeoisie den Schaden von der Aus- treffenden Reichs- Einkommensteuer durch Flucht ins Auswanderung. land entziehen wollten. Sie könnten ihren Besitz in Betrachten wir aber nun, ob diese Leute wirklich aus- Deutschland, ihre Fabriken, Bergwerke, Landgüter, wandern würden. Angenominen die Reichs- Einkommen- Wälder, Staatspapiere, Aktien 2c. 2C. verkaufen, steuer würde blos von denjenigen erhoben, die innerhalb das Geld auf die englische Bank legen, oder des Deutschen Reiches wohnen und die Großkapitalisten wür wie der Papst und der König von Italien dem Schuße den in Masse auswandern, sich in Monaco, Paris, London, Rothschild's anvertrauen und von den Renten im Auslande Tourville, an der Riviera und sonst wo es schön ist und leben. Die Kapitalisten wissen aber sehr genau, daß dies üppig gelebt werden kann, niederlassen, sie würden aber nicht geht. Wenn eine solche Menge von Gütern auf den weiter ihre Fabriken, Bergwerke, Rittergüter, Handels- Markt gebracht würde, so wäre ein ungeheurer Preissturz betriebe besigen und den Mehrwerth sich einfach ins Aus- die Folge und jeder Käufer würde außerdem vom Kaufland senden lassen und dort verbrauchen. preise einen Abzug machen, der der Kapitalisirung der er " = Dies würde doch kaum lange gehen, die ge- höhten Einkommensteuer gleichtäme, so daß die auswandern Daß unsere Minister, vortragenden und geheimen änderten Machtverhältnisse im Reiche würden dann den Kapitalisten doch die Einkommensteuer zahlen müßten. Räthe, die Direktoren der Eisenbahnen und Aktiengesell- ihre Wirkung nicht verfehlen. Es bliebe der Also auch damit ist es nichts! schaften, die Leiter der Versicherungsgesellschaften und Pfand- Weg offen, das Einkommen der im Auslande Lieb' Vaterland kannst ruhig sein, Deine Kapitalisten briefsanstalten trotz der erhöhten Steuer auf ihr Einkommen lebenden Besizer von in Deutschland befindlichen Erwerbs- gehen Dir nicht verloren, wenn sie auch in ihrem genicht auswandern werden, versteht sich von selbst. Die ein- quellen viel stärker zu besteuern als die Einkommensquellen schwollenen Patriotismus“ drohen, bei Einführung der proträglichen Stellen, die sie sich, sei es durch Vetterschaften, der in Deutschland verbliebenen Personen, ja man fönnte gressiven Reichs Einkommensteuer und gleichzeitiger Abeinflußreiche Beziehungen, langjähriges Streberthum, sei es zu einem Mittel greifen, das wir aus der Geschichte der schaffung sämmtlicher anderer Steuern auszuwandern. durch Tüchtigkeit und genaue Kenntniß ihres Ressorts er französischen Revolution kennen, man könnte einfach die Die Drohung ließe uns falt, würde sie auch wahr worben haben, werden sie nur ganz ausnahmsweise im Landgüter, Wälder, Bergwerke, Fabriken 2c. der im Aus- gemacht werden. Wir und das gesammte deutsche Volk Auslande finden, sie werden ruhig im Lande bleiben, lande lebenden Großbourgeois einfach konfisziren. Also an werden uns Deutschland ohne Kapitalisten recht wohnlich weiter ihr Einkommen beziehen und die erhöhte Geld würde es der Reichstasse nicht fehlen, welchen der einzurichten verstehen. Einkommensteuer bezahlen. beiden Wege man auch einschlagen wollte. Sollten aber die wildgewordenen Kapitalisten wirklich auswandern, rufen wir ihnen deshalb zu: ,, Glückliche Reise!" Und wer im Deutschen Reiche Landgüter, Forsten, Es giebt aber noch andere Einkommensquellen, außer Häuser, Fabriken oder an den Ort und eine bestimmte dem unbeweglichen Besitz, dem sogenannten immobilen Feuilleton. Helene. Nachbruck verboten.] [ Alle Rechte vorbehalten. [ 17 Noman in zwei Bänden von Minna Rautsfŋ. Nachdem Erich den Brief in den Umschlag gesteckt hatte, lehnte er sich in den Sessel zurück und blieb mit verschränkten Armen sitzen. Er schien seinen Uebermuth mit diesen Zeilen erschöpft zu haben, mißmuthig blickte er vor sich hin. Er liebte seine kleine Frau, gewiß liebte er sie, aber er hatte sich das Zusammenleben mit ihr doch anders gedacht. Er hatte Ueberschwengliches davon erwartet. Er wollte die bis zur Raserei gesteigerte Sinneslust einer ersten Leidenschaft genießen, die mit ihrem Jugendfeuer ihn selbst entflammte, und darin, gerade darin, fand er sich getäuscht. Aber Helenen's Zärtlichkeit, ihre Hingebung, ihre vollständige Abhängigkeit von ihm, die sie wie eine Glorie trug, war doch auch etwas Süßes, ein Charme( Bauber), den er nimmer hätte entbehren wollen, und er sehnte sich nach ihr, weil jede ihrer Regungen ihm seine Macht über sie deutlicher zum Bewußtsein brachte. Aber schon fürchtete er, daß diese Sehnsucht Macht über ihn bekommen und ihn unterjochen könnte, und dieser Gedanke hatte für seinen Mannesstolz etwas Verlegendes. Das Stubenmädchen kam herein und übereichte dem Herrn ein stark duftendes Briefchen. Eine Flamme stieg in sein Gesicht. An dem starken Parfüm errieth er, woher dieser Brief fam, noch ehe er ihn geöffnet hatte. " Sie ist wahnsinnig," murmelte er. Er riß das Kouvert auf und überlas die wenigen Zeilen. Sie enthielten die Einladung zu einem Rendezvous. Frau von Lermina war von ihrem Landaufenthalte zurückgekehrt und wünschte auf eine an sie gestellte Frage ihm mündlich die Antwort zu geben. " Nun, das ist doch wirklich nicht so pressant, um deshalb hierher zu schreiben," dachte er, während er den Brief in seine Tasche steckte, aber er sah dabei sehr heiter und unendlich geschmeichelt aus. Die Langeweile und seine Mißstimmung waren verflogen. Er fuhr zusammen, als seine Frau, die unhörbar hereingekommen war, ihn von rückwärts um den Hals nahm und ihn auf die Wange füßte. " Du bists, na warte, Du Schelm," sagte er, " Habe ich Dich erschreckt?" " Natürlich; so einen Ueberfall auch, auf einen nichts ahnenden Menschen." Da werde ich also fünftighin immer anklopfen, ehe ich mich herein wage," sagte sie in einer so drolligen Weise, daß er lachen mußte. Er zog sie an sich und küßte sie. Deine Hände sind talt, wo warst Du denn?" " " In meiner Stube, ich schrieb an Mama. Aber wollen nicht vor Tisch einen Spaziergang machen? Es ist bewölkt und fühl, aber doch angenehm." Du willst, daß ich mit Dir gehe?" " Ja, ich will." Er mußte völlig frei bleiben, während er über jeden ihrer Gedanken, über jedes ihrer Gefühle Herr sein wollte, wir denn er erhielt sie, er gab ihr alles, und nur so schien ihm ihr gegenseitiges Verhältniß in richtiger Weise ausgeglichen zu sein.. " Und wenn ich nun was Anderes vor hätte?" " Fährst Du wieder nach München? D bann-" " Dann nimm mich mit, gelt? so lautet der Nachsah." Sie sah ihm bittend in die Augen, so tief mit einem reizenden Lächeln, als müsse sie ihn damit bezwingen. „ Ich wäre so glücklich, Erich, wenn Du es thätest." Er schüttelte den Kopf. " Nein, nein, ich will nicht, Du weißt es." Sie seufzte. Uebrigens, tröste Dich, ich gehe nicht nach München, ich habe eine Einladung zur Jagd erhalten." Für heute?" fragte sie. Erich zog sie auf seine Knie und legte den Arm um sie. Für heute und morgen, da wird meine Kleine wieder einmal vierundzwanzig Stunden von ihrem Männchen getrennt sein." Du kommst erst morgen wieder?" fuhr sie betroffen empor. „ Erscheint Dir das wirklich so fürchterlich?" fragte er mit einem überlegenen Lächeln, kannst Du es denn gar nicht mehr ohne mich aushalten?" Thränen tamen in ihre Augen und sie lehnte den Kopf an seine Schulter. „ Na, na, na," sagte er gutmüthig, unwillkürlich gerührt, während er sie noch fefter an sich preßte. Er schien in seinem Entschlusse wankend zu werden: Ich muß ja auch nicht gehen, wenn es Dir gar so leid thut, ich kann ja zu Hause bleiben." ,, D, dann bleibst Du auch," rief fie mit einer Freude, die sie plöglich energisch machte, und sie warf ihre Arme um seinen Hals. Und jetzt lass' ich Dich gar nicht mehr fort, jest halt' ich Dich fest." noch nicht erschöpst. Im Hintergrunde lauert ein| Offizierkreisen bestehenden, der Religion der Moral und ben Politische Leberlicht. neuer schwerer Schlag gegen die Tabakinduſtrie. Das Strafgesetzen widersprechenden Duellwesen Einhalt gethan Berlin, den 15. Januar. ist die ausgesprochene Neigung des Zentrums und der werde, insbesondere jene Einrichtung und Bestimmung Aus dem Reichstag. Den vierten Tag der Tabat- nationalliberalen Partei für eine Bollerhöhung auf Tabat. baldigst zu beseitigen, wonach den den Zweikampf grundsteuer- Debatte eröffnete Genosse Molkenbuhr. In Man spricht sogar von einer Erhöhung bis zu 60 M. Die fäßlich ablehnenden Offiziersaspiranten die Zulassung zum treffender Weise führte er den Nachweis, daß die sämmt. Regierung wird dieses Anerbieten faum ablehnen. Dieses Offiziersstand verweigert wird und den Offizieren bei ge lichen Kopfrechnungen" des Herrn v. Posadowsky auf Vorhaben bedeutet aber nach Ablehnung der Steuervorlage wissen Ehrenhändeln nur die Wahl zwischen Zweikampf oder gründlichen Frrthümern oder auf willkürlichen Verschiebungen einen Schlag gegen die Tabakindustrie von hinterrücks. Austritt aus dem Offizierstorps übrig bleibt. Das wird wieder den Kriegsminister zu einem netten der Zahlengruppen beruhen. Gegenüber den Vorwürfen Denn die Folge dieses Vorhabens wäre wiederum eine ein Rückgang des Eiertanz zwischen Standesehre und Strafgesch veranlassen.gegen die Agitation der Fabrikanten, bemerkte er, daß die Vertheuerung der Fabrikate und Arbeiter nicht im Interesse der Unternehmer, sondern in Konsums, denn bei einer solchen Höhe des Preises für ausEin Maulkorb- Landtag, das ist doch sicherlich etwas ihrem eigenen Interesse gegen diese ungeheuere Belastung ländische Tabaksorten kann die 5 Pfennig- Zigarre nur aus noch nicht Dagewesenes. Wohlgemerkt ein Landtag, der protestirt hätten. Denn es sei zweifellos, daß nicht nur viele inländischem Tabak hergestellt werden und damit tauchen noch nicht Dagewesenes. Wohlgemerkt ein Landtag, der Tausende Tabakarbeiter, sondern auch Tausende von Ar- die Gefahren, die durch Ablehnung der Vorlage beseitigt sich selbst einen Maulkorb anlegt. Den sächsischen beitern anderer Branchen, die für die Ausstattung beschäftigt schienen, aufs neue in anderer Form auf. Mögen die Ordnungsparteilern ist es gelungen, der Welt diese„ Neufind, um ihre Existenz gebracht. Aber die Regierung, die Wähler auch hier energisch ihren Einfluß ausüben, um bequeme Anträge, und da die Herren Ordnungsparteiler heit" zu bescheeren. Die Sozialdemokraten brachten unwie der Reichskanzler kürzlich bemerkte, nicht zugeben wolle, auch diesen Schlag von hinterrücks abzuwenden. nicht mit geistigen Waffen zu kämpfen verstehen, so faßten daß die Wohlhabenden allein herangezogen würden, der Herr Miquel sieht nicht, wie eine Reichs- Einkommen- sie den Beschluß, den Sozialdemokraten überhaupt nicht es nicht einfallen werde, auch nur zehn Millionäre steuer durchzuführen wäre es gäbe unentwirrbare Ver- mehr zu antworten und ihnen das Feld zu überlassen. übermäßig zu belasten, gebe mit leichtem Herzen Tausende wicklungen mit den Steuergesehen der Einzelstaaten u. s. m. So geschah es mit dem Antrage der Sozialdemokraten oon Arbeitern dem Elend preis. Die Schwachsichtigkeit des Herrn Miquel erinnert uns an auf Einführung des allgemeinen gleichen direkten und gegewisse Komödien, deren Held einen Uebelthäter trob heimen Wahlrechts für die Landtagswahlen. Der Antrag krampfhaftesten Suchens nicht sehen und nicht finden kann, wurde vom Genossen Schulze ausführlich begründet, die obgleich er über die Beine des jedem Zuschauer sichtbar Kammer wünschte jedoch in eine Erörterung überhaupt nicht Gesuchten stolpert. Das biblische:" Suchet, so werdet ihr einzutreten, und der Vizepräsident und Fortschrittler" finden", heißt in Miquel'sches Deutsch übertragen: Wolle Streit erklärte namens der nichtsozialdemokratischen Mitnicht finden, und du findest nicht. glieder, daß der Antrag ohne Grund gestellt sei und man Die Reichs- Einkommensteuer, weit entfernt die Finanz- daher selbst gegen dessen weitere geschäftliche Behandlung gesetzgebung der Einzelstaaten und des Reichs zu verwickeln, stimmen werde. Nachdem noch der sozialdemokratische Abg. wird im Gegentheil dieselbe wesentlich vereinfachen, wie Stolle dieses Vorgehen der Landtagsmehrheit kurz gekenn wir im Reichstag bereits dargelegt haben. Die Reichs- zeichnet hatte, stellte der Führer der sächsischen LandtagsEinkommensteuer, wenn richtig durchgeführt, würde zur ein- konservativen, Abg. v. Dehlschägel, den Schlußantrag, mit heitlichen Grundsteuer werden, an welche die Landes- dessen prompter Annahme die Sache erledigt war. und Gemeindesteuer, als 8usatsteuer sich anschließt, Den bösen Sozialdemokraten fönnte man feinen Maulwie jetzt schon die Gemeindesteuer vielfach an die Landes- forb anlegen, sie haben keine Hundenatur- so verfiel die Einkommensteuer. Kammermehrheit auf das geniale Mittel, sich selbst einen Maultorb vorzubinden und die Hiebe der angreifenden Sozialdemokraten mit demjenigen Körpertheil zu pariren, dessen Vorschiebung für das Gegentheil einer muthigen That gilt. Unsere Genossen reden, und der Ordnungsbrei schweigt aus Bosheit. Hierauf nahm der Urheber der Vorlage, Finanzminister Miquel, das Wort. Er brachte in seiner langen Rede aber nur die bereits früher gemachten Behauptungen auf's neue vor. Eine direkte Reichssteuer sei nicht durchführbar, weil das Reich kein Einheitsstaat wäre. Lurussteuern brächten nicht viel ein. Es bliebe also nichts anderes übrig, als die Tabak- Fabrikatsteuer. Wenn die Matrikularbeiträge erhöht würden, so könne der Unwille über diese Belastung in den Einzelstaaten nicht ausbleiben und man werde schließlich zu dem Tabakmonopol greifen müssen. Deshalb solle der Reichstag lieber die jetzige Vorlage an nehmen, damit der Tabak für alle Beit Ruhe" habe, die Ruhe des Kirchhofs", tönte es ihm entgegen. Der Welfe v. Arnswaldt Hardenborstel erklärte kurz und bündig, daß er gegen die Vorlage und auch gegen die Verweisung an eine Kommission stimmen werde. Die gleiche Ansicht sprach Eugen Richter aus, der über die Ausführungen Miquel's seine bekannte sarkastische Lauge goß, was letzteren zu nochmaliger langer, jedoch nichts Neues enthaltenden Rede veranlaßte. Der Nationalliberale Weber Heidelberg ist der dritte Redner dieser Fraktion und vertritt ihre dritte Meinung. Er ist im Wesentlichen einverstanden mit der Vorlage; wenn aber nichts daraus werden sollte, so hofft" er, daß eine eine hohe Deckblatt Steuer" an genommen wird. " Der konservative Elsässer Born v. Bulach machte den Schluß. Er hält dieses Gesetz für eine Wohlthat" und hofft", daß aus der Kommission etwas heraus" tommt. Die Vorlage wurde an die Kommiffion, welche bereits die Börsensteuer beräth, überwiesen. Nächste Sigung: Mittwoch 1 Uhr. Wahlprüfungen, Gesetz über Berufsgenossenschaften und Reform des Wahlgefezes. Freilich Herr Miquel ist in argen Schwulitäten, und man fann ihm ein bischen Vogelstrauß- Politit nicht verargen. Was zu sehen ist, ist gar wenig erbaulich. Da ist's besser nicht zu sehen. Die Wehrsteuer, eine übrigens sehr unvollkommene Art der Einkommenensteuer, ist nach Miquel blos in Einheitsstaaten durchführbar. Er vergißt aber ganz daran, daß dieselbe in der Schweiz und in Defterreich Ungarn längst durchgeführt ist. Sind das auch Einheitsstaaten? Blos aus Bosheit? urtheilt. Ei Herrjesses! Wenn der Ordnungsbrei etwas zu fagen wüßte, dann hätte er sich gewiß kein Papagenoschloß vor den Mund gelegt und sich zum Schweigen verDer geniale Plan, durch welchen die sächsische Rammer Der Appell an den Patriotismus verfängt nicht sich die Anwartschaft auf einen Platz im Pantheon mehr. Das mußte Herr Miquel heute erfahren. Als er( Ruhmestempel) von Schilda erworben hat, ist die Erdie Stimme pathetisch erhebend ausrief: ich wende mich findung des Urhebers der denkwürdigen An- und Abtrittsnun an die Patrioten im Haus," tönte ihm auch nicht die rede: des großen Ackermann. leiseste Aufmunterung entgegen und das Haus" war so Mit dieser Rede hat es folgende Bewandtniß. Es war eisig kalt, daß dem verzweifelten Steuersucher die Stimme vor 10 oder 12 Jahren. Herr Ackermann hatte Aussicht einfror und er den Patriotismus sein ließ. Vizepräsident des Reichstags zu werden. Ein gewählter Herr Miquel quält sich vergebens ab. Sein Steuer- Bizepräsident muß aber für die Ehre danken. Und Herr entwurf ist todt, und fein Hexenmeister kann ihn wieder Ackermann, der feine 5 Worte reden kann, ohne sie ausDie Tabakstener- Vorlage hat nach dem Ergebniß lebendig machen." Lott ist toot, Lott ist todt, Jule liegt wendig gelernt zu haben, ging also daran, seine Antrittsder bisherigen Debatte keine Aussicht auf Annahme. Schwer liegt im Sterben." Die Tabackssteuer iſt todt, und die rede vor der kritischen Sigung vorsorglich auszuarbeiten mag es den Herren vom Zentrum und der nationalliberalen einftener muß sterben. Und noch verschiedenes Andere. und zu memoriren. Dazu brauchte er eine ruhige Stätte. Partei geworden sein, diesen genialen Steuerentwurf der Begreift Herr Miquel denn gar nicht seine Lage? Sie iſt, Er suchte und suchte. Allein alle Sprechzimmer und sonRegierung abzulehnen. Wenn sie es dennoch thaten, so ist bei aller Verzwicktheit, doch einfach genug: stigen Räume waren besetzt. Da blißte ein rettender GeDie Patrioten des Hauses, die für die Militärvorlage banke durch das Hirn des Zukunfts- Bizepräsidenten. Giebt ihre Stellung nur erklärlich aus dem Einfluß, den die auf's höchste entrüsteten Wählermassen gegen dieses Steuerprojekt Bestimmt haben, und von Rechtswegen die Steuern bezahlen es nicht Stätten der tiefsten Zurückgezogenheit, wo man kundgegeben haben. Es schien den Herren gewiß ein boch sollten, wollen es nicht; und Herr Miquel selbst will es gegen jede Gesellschaft sich abschließen kann? Gedacht, ge zu bedenkliches Spiel mit der Gunft ihrer Wähler, ja auch nicht. Wie kann er denn den Nicht- Patrioten, than. Herr Ackermann stürmt nach einem derartigen zu bedenkliches Spiel mit der Gunſt ihrer Wähler, die gegen die Militärvorlage gestimmt haben, zu stillen Dertchen". Und nun umsomehr, als bei der begann der Schöpfungsgegenwärtigen politischen muthen, die Kosten derselben zu bezahlen? Das ist ja Situation zu erwägen war, ob man nicht ges bie geistige Arbeit Arbeit vollbracht vollbracht war, begann die nöthigt sei bald vor den Wählern Rechenschaft über widerfinnig. Hat Herr Miquel denn das Gefühl des Prozeß. Er vollzog sich anfangs geräuschlos. Als aber Lächerlichen verloren? sein Verhalten abzulegen. Die eifrige Agitation der Tabakdes Auswendiglernens, und sie konnte nicht geräuschlos arbeiter hat ein gut Theil des Verdienstes fich erworben, Gegen das Duell. Die Zentrumsfraktion der bayerischen verlaufen. Meine Herren, die Ehre, die Sie mir erwiesen für die Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere der Abgeordnetenkammer brachte, wie fich die ,, Bossische Zeitung" haben, ist so groß und hat mich so überrascht, daß ich nicht Zabatarbeiter durch die Darlegung der Gefahren, welche aus München telegraphiren läßt, den Antrag ein, die Staats- Worte finden kann, Ihnen meinen Dank genügend auszu für diese aus dem Gesetzentwurf entspringen. Sie haben regierung zu ersuchen, mit allen ihr zustehenden gesetzlichen drücken u. s. w.", so entfloh es dem Zaun der Ackermanns alles gethan, was in ihren Kräften stand. Mit dem Mitteln, mit der vollen Kraft ihrer Autorität und im schen Zähne. Die erstaunten Nachbarn denn er hatte Ueberweisen der Vorlage ist aber ihre Thätigkeit Disziplinarwege dahin zu wirken, daß dem auch in den Nachbarn spizten die Dhren. Immer lauter sprach der Er lachte. Wie diese Frauen jeden Moment unserer Schwäche zu nühen wissen, es ist wirklich unglaublich!" Er wußte was davon zu erzählen, er war so oft unterlegen und hatte sich dem gefügt, aber seiner Frau gegenüber war das was anderes, hier war er Herr und wollte es bleiben. Na, Schatz, mach' feine Dummheiten," rief er noch immer lachend; dann entschiedener: Nein, nein, ich muß wirklich fort, das Rendezvous ist bestimmt und ich habe eine Stunde zu gehen." " Dann geh!" sagte sie kurz. Sie löste ihre Arme und stellte sich auf die Füße. Er mußte über ihre Grimasse lachen: Höre, Liebfte, Deine Geruchsnerven find entweder frankhaft affigirt oder" er drohte ihr mit dem Finger, das Ganze ist nur ein Manöver, um meinen Zärtlichkeiten ein Biel zu setzen ich kenne Dich, Du Spröde, aber ich wollte Dir nur begreiflich machen, daß Dein Kleid schlecht sitt. Siehst Du, hier fehlt's, die Büste formt sich nicht," wieder tasteten seine Finger an ihr herum und Deine Taille kommt auch nicht zur Geltung." Helene war roth geworden und verlegen. stachlichen Disteln, die jeder Witterung troßten. Der Nadelwald erschien grauer, während das spärlich vorkommende Laubholz in seinen rothen und gelben Tönen, vordringlich daraus hervorleuchtete. Es war still ringsumher. Kein Vogelgesang, kein Gezirpe der Grillen, fein Schwirren geflügelter Insekten, nur das Rieseln der Wasser in ihrer ununterbrochenen Melodie, die die Einsamkeit noch einsamer machte und lautloser. Lene schritt rasch aus. Die Luft that ihr wohl und die Bewegung wirkte beruhigend auf ihr junges Herz, das in Sehnsucht nach dem geliebten Manne schlug, der sie soeben verlassen hatte. Sie bog von der Straße ab und stieg bergan durch dünnes Gehölz, bis sie zur Umzäunung des Gebhart'schen Halt. " Ich glaubte, es wäre gut so, weil ich doch-" " Ganz recht, mein Weibchen, aber dann muß das anders Ah, Du bist böse, das ist hübsch von Dir. Du arrangirt werden so ist's nicht chic( hochmodisch) willst also nicht einsehen, daß ein Mann nicht immer zu und auch die Farbe steht Dir nicht." Er hielt sie ein Hause fizzen kann, wie eine Frau, daß er Abwechslung wenig von sich und betrachtete sie mit einem ebenso zärt- Parkes gelangte. und Bewegung braucht, daß er sich nach einer Thätigkeit lichen als mitleidigen Lächeln:„ Na, Lene, kokett bist Du Vor dem darin angebrachten Thürchen machte sie sehnt?" ' mal gar nicht." " O ja, das sehe ich ein, glaube mir. Ich würde Dich Soll ich's denn sein? Wär Dir das recht?" gerne im Amte sehen und auch ich möchte eine Beschäfti" Ja, für mich sollst Du's sein. Ein junges Weib gung haben. Aber so thue ich gar nichts und Du..... muß ihrem Manne gegenüber immer etwas fofett sein, um sieh, Erich, ich will Dich gewiß an feiner Arbeit hindern ihm stets reizend zu erscheinen, und ihn immer auf's neue ... es beängstigt mich ja fast, daß da Tag um Tag und zu erobern." Woche um Woche vergeht, und Du Deine ganze Zeit an mich verzettelft." Er lachte hell auf. Aber ich habe sie nicht umsonst vergeudet, wie?" Er sah ihr in die Augen mit einem lasciven Blick. Sie sentte die ihrigen; ein leiser Zug der Ablehnung trat in dies reine Antlig, aber ihre Lippe blieb stumm. Gr aber hatte sie mit einem Ruck an sich gezogen und flüsterte ihr ein über müthiges Wort zu, während sich seine Finger an ihrem Halfe zu schaffen machten. Da fuhr sie zurück, mit einer Geberde des Widerwillens. Was hast Du heute für ein Parfüm?" Da hob sie den Blick und sah zu ihm empor," mit jenen ungewissen Augen, die nichts verstehen, die nicht wissen, ob er im Ernst spricht, oder im Scherz: " Sound ich habe mir gedcht, ich hätte Dich mir schon ganz erobert und für alle Zeit?!" Sie ist ein zu lieber Kerl, sagte er zu sich, als er bald darauf in seiner Jägertracht das Haus verließ, aber ich glaube, sie ist dumm. Herrliche, hochstämmige Rosen, in Gruppen geordnet, schimmerten ihr in leuchtenden Farben entgegen. Da erwachte in ihr die Lust, fein Stück Garten zu befehen. Der ältere Gebhart war gestern zum Besuch seiner Frau nach Trouville gefahren, sein Bruder May war in München, wie ihr Mann ihr gesagt hatte. Sie würde keiner Seele begegnen. Sie überlegte noch einen Augenblick, dann trat sie ein und schritt leichten Fußes über den Kies weg dahin. Vergnügt blickte sie um sich. Wie herrlich gepflegt war alles, ein Blumenflor voll Duft und Ueppigkeit. Das Terrain ging stark abwärts, als sie aber um eine Baumpartie herumgekommen war, hatte sie eine weite Grass fläche vor sich, in dessen Mitte sich ein zierlicher Pavillon erhob. Er war dicht vom Pfeifenstrauch und violett blühender Klematis umrankt, die die Glasthüren und Fenster beschatteten. Lene machte ihren Spaziergang allein. Die Straße führte, dem Walde entlang, langsam aufwärts. Der Himmel war bewölkt, die Luft feucht, ruhig und milde. Eine rechte Herbststimmung war über die Landschaft Neugierig spähend guckte sie hinein, dann überschritt gebreitet. Es hatte in den letzten Wochen häufig geregnet sie die Schwelle. Sie fühlte sich müde und ließ sich zunächst " Nein, das kenne ich, an Deinen Fingern hängt ein und von den steinigen, zum Theil abgeholzten Abhängen der Thür in einem bequemen Rohrsessel nieder, stützte den rieselte das Wasser in zahllosen selbstgebildeten Furchen Kopf auf die Hand und sah über den Garten hinweg in Duft, der mir zuwider ist." und Rinnen hernieder. Die Vegetation war noch üppig, die Ferne, nach den den Horizont begrenzenden Bergen. aber Glanz und Frische hatte sie eingebüßt. Sie waren tief herab in Nebel und Wolken gehüllt, " " Das gewöhnliche." „ Einbildung." „ Gewiß nicht." " Sollte es von dem Billet herrühren, das ich soeben erhalten habe?" und einem ausgelassenen Impulse folgend, nahm er das Billet aus der Tasche und hielt es ihr vor Ist es das?" Sie schüttelte sich:„ Abscheulich!" Die Gräfer waren in lange Halme geschossen, die der die von der Luft bewegt durcheinander wallten und bald Wind gebrochen oder gebeugt hatte; fie legten sich wirr hier, bald dort einen Riß zeigten, in dem auf Augenblicke übereinander. Die Farren begannen von der Wurzel aus die grauen, von einer fahlen Sonne erleuchteten Kuppen zu faulen und der Sauerampfer stand in braunen zausigen sichtbar wurden. Büscheln dazwischen, gemischt mit den hochaufstrebenden ( Fortsetzung folgt.) 群 " daran, daß der Reichstag durch Beschluß vom 2. Juli 1890 die Entscheidung 1. über den Plaz, auf welchem das Denkmal errichtet werden soll, 2. über die Gestaltung des Standbildes, und 3. über die Art, in welcher ein regerer Wettbewerb über den Entwurf auszuschreiben ist, der Entschließung des Kaisers anheimgegeben hat. Der Referent theilt aus der Begründung der Vorlage mit, daß die Gesammtkosten für die Denkmalsanlage auf 8 Millionen Mark veranschlagt sind, von denen die oben genannte Summe In Italien dauert die Krise fort. Das stereotype von 1 100 000 m. im Etatsjahre 94/95 für Gründungsarbeiten, 9 im Foyer ausgestellten Modells zu der Ansicht, daß die vorZukunfts- Vizepräsident, der in seiner Begeisterung Ort und laut, die eine Spaltung herbeiwünschen. Durch das EinBeit ganz vergaß. Eine Wiederholung folgte der anderen, treten mehrerer Anarchisten in die Partei, infolge der Grobis der Text richtig auswendig gelernt war. Und befriedigt ninger Resolution, dürfte die Entscheidung beschleunigt verließ der Zukunfts- Bizepräsident das stille Dertchen. Doch werden. Es sei noch erwähnt, daß in dem Organ des Ge die bösen Nachbarn und unfreiwilligen Lauscher hatten nossen Troelstra, der Bahnbrecher", ein Aufruf die Dankrede, die sie so oft hatten anhören müssen, eben- erschienen ist, zur Bildung eines sozialdemokratischen Wahlfalls auswendig gelernt, und sie theilten ihren Kollegen den vereins und daß von seiner Hand bald eine Broschüre toftbaren Text mit. Und als der große Ackermann wirklich erscheinen wird: Das Wahlrecht und die Sozialdemozum Vizepräsidenten gewählt war und seine Antrittsrede kratie". begann, da tönte es ihm aus allen Theilen des Hauses im Chor entgegen: Meine Herren!"- Die Ehre," welche Alles ist ruhig" wird praktisch kommentirt durch Berichte Beschaffung der Bildhauer Modelle und sonstige Vorarbeiten Sie mir erwiesen haben",- ist so groß" und hat über Dugende von Tumulten und Zusammenstößen in allen Verwendung finden soll. Der Redner streift in seinem Vortrage mich so überrascht" daß u. f. w. Und wildes Gelächter braufte durch das Haus, so daß die letzten Worte Theilen Italiens. Ein festes Urtheil läßt sich noch nicht die Frage, ob der Reichstag durch seinen Beschluß vom lächter braufte durch das Haus, so daß die letzten Worte der Ackermann'schen Abtritts- und Antrittsrede im Getöse noch gelingen wird, einen allgemeinen Aufstand zu ver- Ausführung zu bewilligen, und kommt bei einer Besprechung des der Ackermann'schen Abtritts- und Antrittsrede im Getöse gewinnen. Es scheint indeß, daß es der Regierung diesmal Jabre 1890 finanziell gebunden sei, die Kosten für die geplante verloren gingen. So verdugt war wohl selten ein Mensch. hindern. Damit ist jedoch nichts gewonnen. Die Politik, gesehene Säulenhalle für den in Aussicht genommenen Platz nicht Und der Held dieses grotesken Abenteuers ist der Urheber des noch groteskeren Maulkorbgesetes, vermittelst dessen die zu deren Durchführung Crispi die Regierung übernommen angemessen und den architektonischen Verhältnissen der Umgebung hatte, ist als gescheitert zu betrachten. Die nicht entsprechend fei. Referent schlägt vor, die Resächsische Landtagsmajorität sich selbst mundtodt gemacht Borkommnisse der letzten drei Wochen und die ungeheure gierungsforderung zunächst noch nicht zu bewilligen, sondern und ihre geistige Insolvenz erklärt hat. Aufregung, welche in diesen Ausbrüchen zu Tage getreten dem Reichstage die Annahme einer Resolution zu empfehlen, in Ein deutscher Innungs- und Handwerkertag wird ist, haben die Unmöglichkeit des Fortwirthschaftens in der welcher die von ihm entwickelten Bedenken zum Ausdruck gebracht in der letzten Märzwoche in Berlin tagen. Der Vorsitzende bisherigen Weise so klar und so überwältigend dargelegt, werden. Der Korreferent Abg. Singer beantragt die Ablehnung, der Des Zentralausschusses der Vereinigten Innungsmeister- daß das System Crispi als gestürzt zu betrachten W. Faster, Straußbergerstr. 18, spricht in einer vorläufigen Rücktrittsgedanken. Er wird jedoch keinen Nachfür das Denkmal zu bewilligen; er will jedoch die Entscheidung verbände Deutschlands", Herr Schornsteinfeger- Obermeister ist. Herr Crispi hat dies begriffen und trägt sich mit Regierungsforderung. Redner glaubt, daß der Reichstag burch seinen früheren Beschluß nicht gebunden sei, jede Kostenforderung Benachrichtigung an die Vorstände der Innungen und folger finden, und wohl oder übel sein Amt fortführen über diese Frage sowohl, als über die Art der Ausführung des sonstigen Verbände und Vereinigungen die Erwartung aus, mussen. Es wäre auch schade, wenn der Todtengräber Denkmals denjenigen Parteien des Reichstags überlassen, die ein daß durch Massigkeit der Theilnehmer" gebührend die tiefe der italienischen Monarchie nicht bis zum Ende Minister Bedürfniß nach dem Denkmal empfinden. Erregung bezeugt wird, welche gegenwärtig den Handwerkerstand in allen Gauen Deutschlands wegen der Ungewißheit der zukünftigen Gestaltung des Handwerkes ausnahmslos bewegt." " Die sozialdemokratischen Handwerker bedürfen diesen Kongreß nicht. Ihr Urtheil über den Berlepsch'schen Vorschlag stand von vorneherein fest. 0 Die Reichstags- Erfahwahl in Oberschlesien. Nach dem nunmehr vollständig vorliegenden Resultat der Reichstags Erfahwahl im Wahlkteise Neustadt( Oberschlesien) erhielt der Rittergutsbesizer Deloch( deutsch ultramontan) 3896 Stimmen. Bauerugutsbesizer Strzoda( polnisch- ultramontan) 3419 Stimmen, Stolpe( Sozialbem.) 619 Stimmen, Ondrusch( Zentrum) 81 Stimmen, Professor Dr. Virchow 57 Stimmen. Außerdem wurden 19 ungiltige Stimmen abgegeben. Es ist somit eine Stichwahl zwischen Deloch und Strzoda nothwendig. Sprengstoffversendung. Der„ Reichs- Anzeiger" veröffentlicht eine Polizeiverordnung, betreffend die Versendung von Sprengstoffen und Munitionsgegenständen der Marineund Militärverwaltung auf Land- und Wasserwegen. In Ungarn hat sich die Aufregung über die Regierungsvorlage über die Zivilehe noch immer nicht gelegt, eine Anzahl Abgeordnete sind demgemäß aus der Regierungspartei ausgetreten. Die Annahme der Vorlage soll trotzdem gesichert sein. Ueber die Verhältnisse in der ungarischen Arbeiterpartei berichteten wir schon vor wenigen Tagen. Es sei nachgetragen, daß das Hauptreferat auf dem Parteitage der Opposition Herr Paul Engelmann hielt, obgleich er Redakteur eines Bourgeoisblattes, des Neuen politischen Volksblattes" ist, und daß der offiziellen Parteileitung vorgeworfen wurde, daß sie sechs ihrer Mitglieder ausschließen müßte. Es scheinen demnach in keiner der beiden Rich tungen die Verhältnisse so zu liegen, daß die Sozialdemokratie der anderen Länder Ursache zu besonderem Stolz auf die Entwickelung des Sozialismus in Ungarn haben kann. Demonstrationen gegen schweizerische Offiziere. Auch in der Schweiz giebt es Anhänger des Militarismus, so unter den Offizieren, die sich dadurch recht unliebsam in der Bevölkerung, die am Milizsystem festhält, machen. Erst unlängst erklärte sich der schweizerische Offizierverein für ein stehendes Heer mit einjähriger Dienstzeit. Die Mißstimmung des Volkes fam am Sonnabend zum Ausdruck. Eine Drpesche meldet hierüber: In der Nacht veranstaltete eine aus mehreren hundert Menschen bestehende Menge vor dem Museumsgebäude, wo der Offiziersverein einen Ball abhielt, eine Demonstration, weil eine württembergische Militärmusit- Rapelle an ftelle einer einheimischen Kapelle engagirt worden war. Verschiedene Reden wurden gehalten und sämmtliche Fensterscheiben eingeschlagen. Der Lärm dauerte bis gegen 3 Uhr Morgens, doch gelang es der Polizei, die Menge an dem Eindringen in das Gebäude zu verhindern. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Waddington, der französische Staatsmann mit dem englischen Namen, früher Ministerpräsident und viele Jahre lang Botschafter der französischen Republik in London, ist gestorben. Weit hervorragender als seine politische Wirk samkeit waren seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiete der Alterthumswissenschaft. Der Abgeordnete Basly kündigte dem Arbeitsminister eine Interpellation an gegen die Nichtzahlung Entschädigungen an die Gruben von Inspektoren. Die 4% prozentige Rente Frankreichs soll in eine 31/2 prozentige verwandelt werden. Gelingt diese Operation, so bedeutet sie eine bedeutende Verminderung der Zinszahlung an die Staatsgläubiger. Die belgische Ministerkrisis. Ein Telegramm aus Brüssel meldet: Infolge der heute Vormittag stattgehabten Versammlung der Rechten ist die ministerielle Krisis vollständig beigelegt; die Regierung wird daher demnächst einen Gesetzentwurf über die proportionelle Bertretung einbringen. Also Herr Beernaert bleibt. An seine Demissionen glaubte so wenig ein politisches Kind, wie man an die Drohungen Bismarcks, zurückzutreten glaubte. Die nächsten Wahlen werden aber zeigen, ob Herr Beernaert nicht doch noch gehen muß. In der holländischen Arbeiterpreffe werden die Debatten über die Frage des Parlamentarismus rege weiter geführt. Die Mehrheit bedauert, daß der Groninger Kon greß sich gegen die Betheiligung an den Wahlen ausgesprochen hat. Man erwartet trozdem, daß die Resolution bei der Abstimmung durch das Referendum zur Annahme gelan gen wird. Angesichts der Sachlage wird auch die Frage, ob eine Spaltung erwünscht sei, lebhaft erörtert. Die Ansichten darüber sind verschieden. Von beiden Seiten werden Stimmen bliebe. " Die sozialdemokratische Fraktion empfinde dieses Bedürfniß nicht und könne sich daher solche Erwägungen ersparen. Redner Folgende Depeschen liegen aus Italien vor: Rom, 14. Januar. Der Agenzia Stefani" wird aus ist der Ansicht, daß die gegenwärtigen wirthschaftlichen Verhält Massa gemeldet, daß bewaffnete Banden das Land zwischen nisse es auch den anderen Parteien verbieten müßten, die BeMassa und Carrara durchziehen. Auf einige Gendarmerie- willigung eintreten zu lassen. In einer Zeit, wo in weiten Patrouillen wurde geschossen und dabei ein Gendarm getödtet Boltstreifen, wenn auch offiziell nicht anerkannt, so doch thatund zwei verwundet. Die Telegraphenverbindungen sind sächlich Nothstand herrscht, wo die Arbeitslosigkeit einen immer theilweise unterbrechen; man erwartet Truppenverstärkungen. größeren Umfang annimmt, wo eine bisher faum gefannte wirthWeitere Depeschen der„ Agenzia Stefani" aus Palermo fchaftliche Depression ihre Wirkung ausübt, sollte es doch selbstmelden wiederholt, daß auf Sizilien Ruhe herrscht. verständlich sein, von derartigen Ausgaben Abstand zu nehmen. Dazu tommt noch, daß die Kosten für die Heeresverstärkung nicht durch Einkommensteuern, sondern wieder durch eine Belastung der wirthschaftlich Schwachen beschafft werden sollen. Da das Reich seine Einnahmen wesentlich aus Zöllen und indirekten Steuern zieht, die ihrer Natur nach vorwiegend auf den breiten Volksmassen lasten, so nehmen die für das Denkmal beantragten Kosten ebenfalls diejenigen Klaffen der Bevölkerung in Anspruch, welche ihrer wirthschaftlichen Lage nach in heutiger Seit am allerwenigften im stande sind, diese Zumuthung zu er füllen. Aus allen diesen Gründen beantragt Rebner die Ablehnung der Regierungsvorlage. " Rom, 14. Januar. Der Agenzia Steffani"(??) wird aus Carrara gemeldet: In der letzten Nacht haben Anarchisten einen Anschlag ausgeführt, indem sie die Landstraße zwischen Carrara und Massa sperrten, die berittenen Gendarmen angriffen und in die Kaserne der Bollwächter eindrangen; lettere wurden entwaffnet. Gin Gendarm und eine Zivilperson wurden getödtet und ein anderer Gendarm schwer verwundet. Rom, 14. Januar. Nach weiteren Meldungen aus Carrara durchzogen gestern Abend aus Anlaß der Einberufung der Militärpflichtigen größere Arbeiterschaaren unter auf rührerischen Rufen die Stadt. Als Militär einschritt, erfolgte ein Zusammenstoß. Die Menge zerstreute sich schließlich, ein Theil derselben zog jedoch nach der Kaserne der Bollwächter und zwang die Letzteren, wie bereits gemeldet, ihre Waffen Waffen auszuliefern. Die Manifestanten zogen fodann auf die Landstraße, welche nach Massa führt. und versperrten dieselbe. Zwei Karabiniere, die ihnen in den Weg tamen, wurden verwundet. Aus Livorno und Pisa werden Truppen- Verstärkungen erwartet. Abg. Enneccerus( nationalliberal) tritt den Singer'schen Ausführungen insofern entgegen, als er glaubt, daß für das fein müsse. Finanziell ist der Reichstag auch nach Ansicht dieses Denkmal troß der wirthschaftlichen Nothlage Geld vorhanden Redners nicht durch den früheren Beschluß gebunden. Das in Frage stehende Modell findet den Beifall des Redners in teiner Beziehung. Von feiten des Sentrums sprach der Abg. Gröber die Meinung aus, daß sich der Reichstag durch den früheren Beschluß nicht für die Anlage einer Ruhmeshalle in Verbindung mit dem Dentinal engagirt habe. Wegen des Beginns der Plenarfigung wurde die Berathung abgebrochen und bis Mittwoch vertagt. Rom, 15. Januar. Der Agenzia Stefani" wird aus Carrara zu den gemeldeten Unruhen noch berichtet, daß auch bie Telephon- Verbindungen unterbrochen wurden, sowie daß der Versuch gemacht wurde, einen nach Avenza gehenden Eisenbahnzug zum Entgleifen zu bringen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der in der Nacht vom 13. zum 14. verwundete Gendarmerie- Brigadier ist seinen Wunden Sigung der IX. Rommission zur Vorberathung bes erlegen. Die Verstärkung der Garnison hat die Bevölkerung Gesetzes betreffend Erhebung von Reichswieder beruhigt. stempel- Abgaben.( Montag, den 15. Januar.) Gamp zieht seinen Antrag zu Nr. 1 zurück, nachdem Träger und Nichter sich dagegen wenden. Rom, 15. Januar. Wie aus Carrara gemeldet wird, verbleiben die Ruheſtörer im Gebirge, um einen Zusammenstoß mit der öffentlichen Gewalt zu vermeiden. Rom, 15. Januar. In verschiedenen Orten Siziliens fanden gestern neue Unruhen statt, bei welchen die Voltšmasse die herangerückten Soldaten auf das Heftigste angriff. Mehrere Soldaten wurden durch Steinwürfe getödtet. Die Aufregung ist eine um so größere, als man vor einigen Tagen annahm, daß die Ruhe vollständig wieder hergestellt sei. Rom, 15. Januar. Der„ Secolo" bestätigt die Nachricht, daß der Ministerpräsident bei Gröffnung der Kammer unumschränktes Bestimmungsrecht fordern werde über solche unumgänglich nothwendig erachtet. Secolo" daß die Kammer Reformen, bie er unnanging ich mer aufgelöst werden dürfte, falls sie die Forderung ablehnen sollte. Wie Afrika zivilifirt" wird. Wir lesen in ber Bossischen Zeitung" von heute Abend: " Bossischen Zeitung" von heute Abend: Nr. 1 a) und b) werden hierauf angenommen. Statt der Biffer 1 und 2 beantragt Gamp zu feßen. Befreit sind: 1. Alle vor dem Infrafttreten dieses Gesetzes ausgegebenen bezw. soweit ausländische Papiere in Frage kommen mit dem Reichsstempel versehenen Effekten und die vor diesem Zeitpunkte auf solche Papiere geleisteten Zah lungen werden nach dem Gesez vom 1. Juli 1881 beurtheilt. 2. Werthpapiere, die lediglich zum Zwecke des Umtausches ausgestellt werden, sind steuerfrei, wenn die zum Umtausch gelangenden Stücke ordnungsgemäß verſteuert oder ſteuerfrei sind, sofern den desfalls von dem Bundesrathe zu er laffenden Kontrollvorschriften genügt wird. Nr. 2a wird ohne fekretär Graf v. Posadowsky wünscht den Schlußfah, wie er in Träger stimmt den Anträgen Gamp zu. Der Reichs- SchatzNach einem uns übermittelten Drahtbericht aus Kapstadt der Vorlage steht, erhalten. Hierauf werden die Anträge Gamp sind einige vom Sambesi tommende europäische angenommen und damit Nr. I bis Schluß. Reisende von Matabele in Inyoya ermordet Diskussion angenommen( Besteuerung inländischer Renten und worden. Bisher hatten die Matabele sich Schuldverschreibungen mit 4 M. pro 1000). Bu Nr. 2b beantragt nie an Weißen vergriffen; selbst nach Au 3 Gamp, wie in Mr. Ib das Wort ,, beseffen" einzufügen. Ferner beanbruch des Krieges batte König Lobengula tragt Gamp, ausländische Papiere statt mit 6 m. mit 8 M. für je 1000 M. zu befteuern. Graf Arnim beantragt zu sehen 1 pet. die in Buluwayo wohnenden englischen Händler in Freiheit gelassen, sie nicht ein Nach dem geltenden Gesetz werden diese Papiere mit 2 M. per 1000 besteuert. Der Antrag Gamp wird angenommen. Richter mal als Geißeln mit sich genommen. Die brutale Art der Kriegführung durch die Süd beantragt in Biffer 2 einzufügen Rommunalverbände" und Kommunen". Schoenlant stimmt dem Antrage zu, er will den afrita Gesellschaft, die Labouchère im britischen Kommunen denselben Schuß zubilligen, wie ihn die BundesParlament in schärfster Weise kritisirte, die Niederschießung staaten und das Reich genießen. Nach längeren Erörterungen von 3000 Schwarzen durch die Maximgeschüße, scheinen für und gegen wird die Sigung abgebrochen. auch bei den Matabele einen Gesinnungs umschwung bewirkt zu haben, unter leider unschuldige Reisende büßen müssen. Ein Kommentar wäre eine Abschwächung. = dem Aus Hawaii. Nach einer in London vorliegenden Meldung aus Honolulu vom 6. d. Mts. protestirt die provisorische Regierung in ihrer Antwort an den Präfidenten der Vereinigten Staaten gegen dessen Einmischung in die Angelegenheiten Hawaii's und weist die von dem selben geforderte Demission des Kabinets entschieden zurück, indem sie erklärt, sie erwarte die Entscheidung des amerikanischen Kongresses. Parlamentarisches. " Parteinachrichten. Ein nachahmenswerthes Beispiel, wie sozialdemokratische Arbeiter in der Schweiz für die Ausbreitung ihrer Parteiblätter thätig sind, schildert die Berner Tagwacht" wie folgt: Einer unserer Genossen hat in drei Tagen 47 neue Abonnenten der Tagwacht" gesammelt. Und dies in der kurz bemessenen freien Zeit, die ihm seine schwere Tagesarbeit übrig ließ. Das ist Uneigennüßigkeit, Eifer und Aufopferung! Würde jeder Parteigenosse in der oben geschilderten Weise seine Pflicht thun, die Klage, daß unsere Organe im Allgemeinen zu theuer seien, dürfte bald verstummen, denn je mehr Abonnenten ein Blatt besitzt, desto billiger ist es abzugeben. Deshalb können wir unseren Genoffen nur zurufen: Gehet hin und thuet desgleichen! " Die Budgetkommission setzte heute die Berathung über den Etat des Reichsamts des Innern fort. Die Etats des Reichsversicherungsamts und der Physikalisch- Technischen ReichsFrauen als Mitglieder in Wahlvereine auf anstalt wurden anstandslos bewilligt und damit die fortdauernden nehmen zu dürfen, ist in Sachsen bekanntlich seit einigen Jahren gestattet worden. Von diesem Rechte machten in Ausgaben erledigt. Bei den einmaligen Ausgaben kam es eben- Dresden im verfloffenen Jahre 47 Frauen Gebrauch. Nachfalls zu keiner erheblichen Diskussion. Die Regierungsforderungen dem der Sozialdemokratische Verein" wurden bewilligt mit Ausnahme der Position für die erste Rate zur Errichtung eines Dienstgebäudes für das Gesundheitsamt, Dresden- Altstadt in feiner legten Generalversammlung die bis zur nächsten Sigung zurückgestellt wurde, weil noch beschlossen hat, den Beitrag für Frauen auf wöchentlich 5 Pr genauere Pläne und Kostenanschlag vorgelegt werden sollen. Der herabzusetzen, ist zu hoffen, daß noch mehr Frauen diesem Beispiel folgen werden. außerordentliche Etat des Reichsamts des Innern, der aus zwei Positionen besteht,( legte Rate zur Errichtung des Reichstags= gebäudes und achte Rate zur Herstellung des Nord- Ostsee- Kanals) wurde nach dem Antrage des Referenten genehmigt. = in Die Parteigenossen des Reichstagswahlkreises Branden burg Westhavelland halten am 21. Januar Rathenow im Lokal von Friesecke( Bur Erholung) eine Wil- Parteitonferenz ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Der Stand unserer Bewegung. 2. Organifation und Agitation. 3. Die Presse. 4. Bericht der Vertrauensmänner und Wahl eines Kreis- Vertrauensmannes. Nunmehr wandte sich die Berathung zu der Position, welche zur Errichtung des National Denkmals für Kaiser helm I als erste Rate 1 100 000 Mart in den Etat einsett. Der Referent Abg. Graf Limburg- Stirum erläutert in eingehender Weise die Entwickelung der Angelegenheit und erinnert Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Theater. Dienstag, den 16. Januar. Opernhaus. Margarethe. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Berliner Theater. Rönig Richard III. Leffing- Theater. Madame SansGene. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmkänt. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Sappho. Central- Theater. fall. Berlin 1893. Ein toller EinAdolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplat- Theater. Die lustigen Weiber von Berlin. Nach her: Bajazzi. National- Theater. Der Teufel in Berlin. Nachher: Charley's Zante. Thenter uter Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson u. Benno Jacobsen. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Nen! Neu! Nen! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Bantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und fämmtlichem TheaterPersonal. Anfang:{ Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. den finden. Präuscher's Museum. Tausende von anatomischen Präparaten. Schukkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Salon Pigelberger. Hierauf: Brahma. American- Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. = Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Wunder d. Ceroplastik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Reichshallen- Theater.Spezialitäten Dienstag und Freitag: Damentag. Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten- Alcazar. Banfmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Heute: National- Theater. Debüt Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Große parodistische Poffe mit Gefang und Tanz von Hugo Busse. Regie: Mar Samst. Mufit von Adolph Wiedecke. Borher: Der Teufel in Berlin. Große Posse mit Gefang und Tanz in 3 Aften von Eugen Prudens. Musik von A. Wiedecke. Regie: Mar Samst. Kaffeneröffnung 62 Uhr. Anjang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jafobstraße 30. Ein toller Einfall. Schwank in 4 Atten von Carl Laufs. Hierauf zum Berlin 1893. 24. Male: Revue in 2 Abth. von 2. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2, der Revue 914 Uhr. Mittwoch z. 25. Male: Berlin 1893. Hierzu: Ein toller Einfall. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen " Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel bes Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. Brunwald mit bewegter Vergangen heit. Martin Bendix. Täglich: Auftreten des e besten Bauchredners d. Jektzeit H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" Don Martin Bendix. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 1/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Unserm Kollegen Fritz Koboldt zu feinem 41. Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! 1259b Die Kollegen: F. C. W. R. C. R. Frige zeig'ste Muth? Achtung, V. Wahlkreis! Große öffentl. Volksversammlung Die Schlittenfahrt macht's gut!!! am Mittwoch, den 17. Januar 1894, Abends 8 Uhr, Am 14. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Saale des Schükenhauses, Linienstr. 5. starb nach schwerem Leiden mein lieber Zagesordnung: 1. Politische und gewerkschaftliche Drganisation Mann, der Bildhauer Otto Wolff Referent: Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr. 2. Diskussion. 3. VerDie Beerdigung findet Mittwoch Nach- schiedenes. Es ist Pflicht der Parteigenossen, in dieser Versammlung zu mittag 3 Uhr vom Trauerhause, Barnim- erscheinen. straße 3, aus statt. nebst 1250b 379/2 Die Vertrauenspersonen. Mathilde Wolff, geb. Schönſer Achtung! Charlottenburg! Achtung! Große Wander- Versammlung Danksagung. Allen denen, die meinem lieben Mann und Water, Schwieger- und Großvater des Frauen- u. Mädchen- Bildungsvereins des arbeitenden Volkes und Bruder, dem Restaurateur Karl Maultzsch, die letzte Ghre erwiesen für Berlin und Umgegend( Filiale Moabit) haben, sowie für die reichen Blumen- Mittwoch, den 17. Januar, Abends 9 Uhr, im Lokal ,, Bismarckshöhe", spenden unsern herzlichen Dank. 12526 Familie Maulisch. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasftraße 64. Donnerstag, ben 18. Januar: Grosse Soirée der Norddeutsch.Sänger. Auserwähltes Programm. Nachdem: Familien- Kränzchen. Familien- Billets und Passepartouts behalten Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. C. Saeger. 65/9 Moriz Plaz. Etablissement Morih Blas. Buggenhagen. Bas. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- n. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Paheuhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. 2c. Bismarckstraße 80. Zagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten lees: Magdeburg. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Herren und Damen als Gäste find willkommen. Zur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung statt. 460/6 Die Bevollmächtigte: Frau Lunau, Fennftr. 10. Verein der Lithographen, Steindruder und Berufsgenossen Deutschlands( Filiale Berlin). Donnerstag, den 18. Januar 1894, Abends 8½ Uhr, Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Philipp, Rosenthalerstr. 38. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Th. Glocke über:„ Die Ursachen der Arbeits losigkeit und ihre Wirkungen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Die Stellung der Verwaltung eventuell Neuwahl derselben. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung bittet um recht zahlreichen Die Verwaltung. Besuch 210/16 Freie Volksbühne. Heute, Dienstag, den 16. Januar 1894, Abends 8 Uhr, in den Konkordiasälen, Andreasstr. 64: Ordentliche Generalversammlung. # Zages Ordnung: 1. Berwaltungs- und Kaffenbericht. 2. Bewilligung von Mankogeldern an die Inhaber der Bahlstellen. 3. Bericht der Kommission über das geplante Concert. neuer Spezialitäten. Säle für Verſammlungen, kommerſe, Circus G. Schumann, mitgliedstarte legitimirt. Entree 15 Pf. B R. Winkler. Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Böhmisches Brauhaus, Dienstag, den 16. Januar cr., Landsberger Allee. Jeden Dienstag: Stettiner Sänger Abends 72 Uhr: Gala- Sports- Vorstellung. Aus dem reichhaltigen Programm ist hervorzuheben: Quadrille Noblesse mit 12 Schulpferden ger. v. 6 Damen und 6 Herren. 2 Athleten zu Pferde, Anfang 8 Uhr. dargestellt von Herrn Ad. Schumann Entree 50 Pf. und Aquimoff. Komische Entrees der Im Vorverkauf rühmlichst bekannten Klowns William 40 Pf. Olschansky und Little Fred. Spring( fiehe Plakate). Potpourry von sämmtlichen Klowns. Zum Schluss: Mr. Eugen Lecusson. Jockey- Reiter. Neu! Damen- Hurdle- race, ger. v. 14 Damen Eine Soirée mit englischen Halb- und Vollblutbei Lehmann's. pferden. Albert, in allen Gangarten der hohen Schule geritten von Frl. Adele Schumann. 12 Rapphengste in 3 Abtheilungen, die 4 Sonnenstrahlen nach der bekannten Melodie. Gr. parodistisches Ensemble von Mensel. Donnerstag: Sanssouci. sche ratweil' Bierhallen Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Ta- ra- ta- boom- de- ay. Original- Dressurd.Hrn. Max Schumann. Mittwoch, den 17. Januar: Große Vorstellung mit neuem Programm. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Oeffentl. SchneiderNeues Programm. und SchneiderinnenTäglich von 6 Uhr ab bei freiem Entree. National- Konzert D. Obenlandler in National- Tracht und Auftreten von Versammlung am Dienstag, den 16. Januar, Abends 81/2 Uhr, im Viktoria- Salon, Perlebergerstr. 13, Moabit. Bortrag des Kollegen Tim m. Aufnahme neuer Mitglieder in den VerZahlreiche Betheiligung ist Pflicht. Die Agitationskommission. Künstlern. Spezialitäten band. Distuffion. 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Borstellung verlooft wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Circus Renz, Renz, 275 Dr.med.( Parteigenosse) welcher mit der Naturheilmethode vertraut ist, wird zur Leitung einer KurBadeanstalt in einer großen Fabriktabt Mittel- Deutschlands gesucht, event. ist die Anstalt auch fäuflich zu er werben und sind zur Uebernahme Dienstag, den 16. Januar cr.: 6000. erforderlich. Auf Wunsch Abends 7/4 Uhr: ( Karlstraße.) Ein Künstlerfest. Boständig neue und glänzende Austönnte auch ein Kompagnon nachgewieſen werden. Off. bef. b. d. Exped. b. Borwärts" unter„ Kur- Badeanstalt". Ein oder auch zwei Genossen stattung und Einlagen. Ueberraschende Licht- und Waffereffekte. Außerdem: 6 Rappen und Karoussel von 30 Pferden, vorgeführt v. Herrn R. Renz. Das Schulpferd Prinz, ger. von Herrn R. Renz. Die hohe Schule können durch Uebernahme einer Badeger. von Frl. Oceana Renz. Pas de anftalt für Naturheilmethode, verbunden PassagePanopticum.deux, ger. v. Miß Rose und Herrn mit einem Nebengeschäft, nachweislich Der Deutsche Mann Franconi. Der urtomische Imitator: eine vorzügliche Existenz finden. Klown Mr. Ybbs. 3um ersten Baarpreis 6000 M., mit Nebengeschäft Male in dieser Saison: Geschw. Hoff- 8000 m. Off. bef. d. Exped. d.„ Vormann am schwebenden Trapez. wärts" unter B. A. 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Im Auftrag des Kongresses herausgegeben von der Kongresskommission. Preis 50 Pf., franko nach auswärts 60 Pf. Wiederverkäufern entsprechenden Rabatt. Auf 120 Seiten Großoktav wird in Text und zahlreichen Tabellen der ziffermäßige Nachweis für die elende und traurige Lage der Tabatarbeiter erbracht, deren Nothlage der Reich 3= schassekretär v. Posadowsky in der Reichstagssigung vom 11. Januar schlankweg mit der Behauptung wegdiskutirte, die Lebenslage der Arbeiter sei in den letzten Jahren durch die allseits gestiegenen Löhne wesentlich gehoben worden. Da das Material nach einzelnen Provinzen und Städten geordnet ist, Wochen- und Attordlöhne gesondert aufgeführt und daneben ausführliche Angaben über Wohnungsmiethe, Zahl und Beschaffenheit der verfügbaren Räume, Ernährung furz über alle Lebensverhältnisse der Zabalarbeiter mitgetheilt sind, so bietet die Broschüre gerade jetzt für die Beurtheilung der Zabatsteuer. vorlage und deren Folgen, für die soziale Lage der, Tabak: arbeiter das fachkundigste Material. Daneben ist sie aber auch ein werthvoller Beleg zur Frage der sozialen Lebenslage der Arbeiter überhaupt. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des ,, Vorwärts". !! Arbeiter!! Erhaltet Eure Kräfte, sie sind der einzige Reichthum, den Ihr besitzt. Trinket daher nur gute, der Gesundheit zuträgliche Branntweine. Der beste Magenbitter der Welt ist Engros Old Jack" ララ !! Probiret und überzeugt Euch!! 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Bachem(Z.) weist darauf hin, daß die Vorlage schon seit langer Zeit den Reichstag beschäftige, daß sie aber wegen der justifizirenden Ordres auf ein todtes Geleise gekommen sei; er bittet die Rechnungskommission, die Sache jetzt endlich zum Ab- schluß zu bringen. Abg. Rickert(freis. Vg.) führt aus, daß die Verzögerung der Erledigung dieser Vorlage eine Folge des Fehlens eines Etalsgesetzes sei; er fragt, ob die Regierung nicht bald ein solches Gesetz vorlegen werde. Staatssekretär Graf Posadowöki: Die verbündeten Re- gierungen sind zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Vorlage über die Einnahmen und Ausgaben erst in Preußen zur Verabschiedung gelangen müsie; dort müsse man sich über die prinzipiellen Fragen auseinandersetzen. Eine Anzahl von Vor- schlagen sind schon gemacht worden, man hat sich aber»och nicht einigen können, weil die Differenzpunkte sehr weit ausein- andergingen. Die verbündeten Regierungen sehen in dem Zu» slandekommen eines solchen Gesetzes ein nothwendiges Korrelat zum Budgetrecht des Reichstages. Ag. Bachem(Z.) hält es nicht für nothwendig, daß das Gesetz über die Einnahmen und Ausgaben erst in Preußen ver- einbart wird. Abg. Rickert: Die Erklärung des Schatzsekretärs ist be- dauerlich; warum soll das Reich erst auf Preußens Vorangehen warten? Es wäre wenigstens erfreulich, wenn der preußische Finanzminister erklären wollte, daß die Vorlage jetzt dem preußischen Landtage vorgelegt werden wird. Preußischer Finanzminister Miquel erklärt, daß an der Vor- läge schon seit mehreren Jahren gearbeitet werde; es schwebten jetzt noch Verhandlungen zwischen den verschiedenen Ressorts. Ob es gelingen werde, die Vorlage noch in der jetzt beginnen- den Landtagßsession zur Berathung zu stellen, sei aber zu be- zweifeln. Darauf werden die Rechnungsvorlagen der Rechnungs- kommission überwiesen. In der Fortsetzung der ersten Berathung des Tabak- steuer-Gesetzes erhält das Wort Abg. Molkenbuhr(Soz.): Der Abg. v. Stumm hat ziem- lich alle Gründe für das Gesetz vorgebracht, welche von den An- hängern des Gesetzes angeführt worden sind. Es ist seltsam. daß man für dieses Gesetz den Tabakbauer so gern mobil machen möchte, indem man behauptet, daß diese aus dem Gesetze den meisten Nutzen ziehen werden und hierbei auch eine große Masse Leute mehr beschäftigt werden könnten. Dies würde doch nur zutreffe», wenn der Beweis erbracht würde, daß das in Deutsch- land mit Tabak bebaute Area! und der Konsum inländischen Tabaks erheblich steigen würden. Diese Beweise können aber nicht erbracht werden. Als 1879 das Tabaksteuer-Gesetz vor- gelegt wurde, waren es gerade die Tabakbauer, die dieses Gesetz mit Fm'den begrüßten, weil sie glaubten, daß ihre Lage sich dadurch bessern würde, da der Zollschutz für sie ein bedeutender war. Die Thatsachen haben aber das Gegentheil bewiesen und mußten es, denn wenn durch die Steuererhöhuug eine Abnahme des Konsums eintritt, so sind es in den meisten Fällen die Aermsten, die meist inländischen Tabak konsumiren, welche ihren Konsum einschränken. Aehnliche Ersahrungen würden die Tabalpflanzer nach Annahme dieses Gesetzes machen und gerade sie würden schließlich nach dem Monopol verlangen. Das mag ja der Regierung sehr angenehm sein, aber ein Nutzen für die Bevölkerung kann daraus nicht hervorgehen. Abgeordneter v. Stumm meinte, daß infolge der 'Annahme der Militärvorlage zehnmal mehr so viel Leute Be- schäftigung finden, als bei der Tabakindustrie durch dieses Gesetz brotlos werden würden. Das könnte doch nur zutreffen, wenn die 90 000 Leute, die jetzt mehr eingestellt werden, vorher als Zivilisten überhaupt nichts gebraucht und damit keinen Arbeitern Beschäftigung gegeben hätten; aber die Zivilschuhe und-Kleider sind doch auch von Arbeitern angefertigt worden. Zur Empfehlung des Gesetzes wurde auch angesührt, daß es ein Glück sei, wenn Jndustrie-Arbeiter in solche Gegenden gedrängt würden, wo niedrige Arbeitslöhne sind. Diese sind jedoch gerade ein Unglück für die Nation, weil dadurch eine Abnahme des Konsums eintritt. Herr v. Stumm begrüßte es auch mit Freuden, wenn wieder ein Uebergang zur Pfeife stattflndet, weil er glaubt, daß diese die Leute zufriedener macht. Man bildet ja immer den deutschen Michel mit der Pfeife ab. Aber Sie brauchen nur in Ihre Werke zu gehen, um zu sehen, daß die Pfeife den Mann nicht immer und überall zufrieden macht. Die Regierung war in der Vertheidigung des Gesetzes keineswegs glücklich; sie hat zum Theil ganz seltsame Argumente vorgebracht und hervor- ?«hoben, daß zunächst ja die Mehrbelastung sehr leicht getragen werden önne. Graf Posadowsky rechnete aus, daß bereits 147 Millionen zu gunsten der Arbeiter infolge der Versicherungsgesetze aus- gegeben würden; was sich aber nicht ausrechnen läßt, ist das- zenjge, was den Arbeitern von den Arbeitgeber», die die Bei- träge zahlen, infolge dessen vom Lohn abgezogen wird. Das hätte doch auch der Regierung bekannt sein muffen, z. B. aus den Vorgängen auf der kaiserlichen Werft. Der Staatssekretär führte weiter aus, daß die Löhne der Arbeiter seit 1879 erheb- lich gestiegen seien und zwar für die Eisenbahn-Arbeiter um 17, die Landarbeiter um 33, die Industriearbeiter um 70 pCt. Er kam dann zu einem Gesammtdurchschnitt der Lohnsteigerung von 16 pCt. Wie diese Zahl zu stände kommt, ist mir nicht klar, es müßten denn diesen Lohnsteigerungen auch ganz erhebliche Lohnabzüge und-Herabsetzungen gegenüberstehen. Der Staatssekretär sagt nun zwar, daß dieses Mehr an Löhnen von den besitzenden Klassen, von den potenten Klaffen aufgebracht wird. Wenn er demgegenüber die Zahlen aufstellen würde, wie die Einnahmen der Kapitalisten, die Dividenden u. s. w. ge- stiegen sind, so würde er sehen, wie gewaltig sich auch die Ein- nahmen der Kapitalisten erhöht haben. Wenn man ausrechnet, wie hoch der Arbeitslohn zu dem Arbeitsertrag steht, so ergiebt sich, daß bei der Steigerung des Arbeitsertrags die Arbeiter in keiner Weise berücksichtigt sind. Ter Staatssekretär rechnet aus. daß die Löhne durchschnittlich um sechs Prozent gestiegen sind; die indirekten Steuern sind aber um 150 Prozent gestiegen. Ruu sagt der Staatssekretär, die in- direkten Sleuern treffen in demselben Maße nicht die Arbeiter, weil ein großer Theil von ihnen Kost erhält, er rechnet aber andererseits aus, daß von der Ermäßigung der Handelsverträge 20 Millionen dem Arbeiter zu gute kommen. Bei allen Steu»r- berechnungcn wird von der Regierung mit dem Kopftheit ge- rechnet. Wenn zwei Familien in einem Hause wohnen, die«ine von 3 Personen, die 300 M. bezahlt und eine von 10 Personen, die 500 M. bezahlt, so kann man leicht ausrechnen, daß die von 10 Personen billiger wobnt, denn sie zahlt nur 50 M. pro Kopf, während die andern 100 M. zahlt. Ferner kommen in Frankreich auf Tausend Einwohner rund 270 Dienstag, den 16. Januar 1894. und in Deutschland 347 Erwerbsunfähige unter 15 Jahren, also sind in Frankreich eine ganze Anzahl Erwerbsfähiger mehr. Weiter ist auch die Lage der Arbeiter in England und Frankreich mit derjeni- gen der deutschen Arbeiter gar nicht zu vergleichen. Nach Brentano verbraucht eine englische Weberfamilie von Man», Frau und drei Kindern von 7—11 Jahren ca. 1900 M. jährlich, während bei uns mehr als drei Weberfamilien davon leben. Wenn man von solchen falschen Voraussetzungen ausgeht, erhält mau natürlich auch falsche Resultate. Ter Staatssekretär hehauptete, daß in Frankreich infolge der Tabaksteuer- Erhöhung der Konsum nicht abgenommen habe; er konnte keine anderen Zahlen als die aus dem Jahre 1874 mittheilen. Im Vergleich zu dem im Jahre 1373 hatte allerdings kein Konsnmrückgang sich gezeigt, wohl aber im Vergleich zu 1872. Der Staatssekretär hat ferner einen Bundesgenossen von einer Seite erhalten, von der er sie nicht erwartet hat. Es ist die„Neue Zeit" zitirt worden, und die Artikel von Unus. Es wurde in der„Nord- deutschen Zeitung" so dargestellt, als ob von einem sozialdemokrati- scheu Zigarrenarbeiter dieselben geschrieben seien. Das konnte aber nur einer glauben, der von der Sache nichts versteht. In der „Neuen Zeit" werden Streitfragen behandelt, und sobald ein Artikel der Aufnahme werth ist, kommt es so genau aus die Tendenz nicht an. Aber auch dieser Artikel ist zu Ungunsten der Vorlagen geschrieben. Der Verfasser ist gar nicht einmal ein Deutscher, sondern ein ausländischer Gelehrter, der vom Grafen Eulenburg als staatsgesährlich ausgewiesen ist.(Hört! hört! links.) Der Staatssekretär hat gemeint, daß man im Falle der Abschaffung des Kaffee-, Petroleumzolles u. s. w. die reichsten Leute mit 16 pCt. direkter Steuern belasten müßte. Das hätte zunächst das Gute, daß diese reichsten Leute bei neuen Militär- forderungen etwas rebellisch würden.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Das will die Jiegierung verhüten, sie will, wie der Reichskanzler meinte, das Eigenthum schützen. Nun frage ich Sie aber, wer kann eher die 16 pCt. seines Einkommens bezahlen, der arme sächsische Weber, der für indirekte Steuern für Salz, Petroleum u. f. w. 12—15 pCt. von seinem jährlichen Einkommen von weniger als 500 M. abziehen muß, oder der Millionär. Aller- dings ist der Tabak kein Lebensmittel, gegessen wird er nicht, aber viele andere Jndustrie-Artikel. wie Tapeten, künstliche Blumen u. s. w. sind es auch nicht und sie vertragen eine Be- stcuerung ebenso wenig, wie der Tabak. Die Monopolländer Frankreich, Oesterreich und Italien beschäftigen kaum halb so viel Arbeiter wie Deutschland. Auch in England ist die Tabak- industrie nicht sehr entwickelt, weil eine sehr hohe Steuer auf ihr lastet. Amerika ist allerdings das Land der Fabrikatsteuer. aber es braucht solche Kontrollen nicht wie sie hier vorgeschlagen werden, weil es von der Werthsteuer sehr bald zurückgekommen ist. Ich glaube auch schwerlich, daß man bei uns die Kontrollen durch Fabrikanten würde ausüben lassen. Die ameri- kanische Steuer ist aber für uns deshalb wenig verlockend, weil sie zirka 32 Millionen Dollars einbringt. Man hat auf die Agitation hingewiesen. Ter Einfluß der Fabrikanten ist vorwiegend bei den Handelskammern hervorgetreten, nicht aus die Arbeiter. Beide sind sich nicht besonders freundlich gesinnt. Tie Frankfurter Resolution der Fabrikanten, welche sich gegen- zeitig beglückwünscht hatten, daß sie durch Hunger die Arbeiter gezwungen hatten ihre Organisation aufzugeben, hat in Arbeiter- kreisen eine große Erbitterung hervorgerufen. Gäbe die Regie- rung ein Gesetz, durch welches die Tabakfabrikanten ein wenig getroffen würden, ohne daß die Arbeiter in Mitleidenschaft ge- zogen zu werden brauchten, es würde keine Vergnügteren geben als die Tabakarbeiter. Das Gesetz von 1879 hat die Arbeiter schwerer getroffen als die Regierung glaubt. Gewiß ist der Kosum nicht erheblich zurückgegangen. Für die Arbeiter ist dies aber kein Wunder; sie wissen, daß sie die Zeche haben bezahlen müssen. 1378 waren in Deutschland 117 000 Personen in der Tabakbranche beschäftigt, 1882 nur 110 000. Damals trat eine gewaltige Geschäftsstockung ein und ein großer Theil der Zigarrenarbeiter ging ins Ausland. Dann trat ein Aufschwung ein, aber nicht etwa in Hamburg und Bremen, sondern in Baden. Dort hob sich die Zahl der Tabakarbeiter von 8000 im Jahre 1873 auf 11514 im Jahre 1882 und 24 000 im Jahre 1892. Die Zahl der männlichen ging von 39,4 pCt. im Jahre 1882 aus 32 pCt. im Jahre 1892 zurück. Der höhere Zoll und die höhere Steuer ist von den Fabrikanten einfach den Arbeitern am Lohn abgezogen worden. Da wundern sich die Finanzminister, daß der Konsum an Zigarren nicht zurückgegangen ist; er konnte nicht zurückgehen, weil eine Ver- lheuerung der Waare nicht eingetreten ist. Der Konsum des Rauchtabaks ist zurückgegangen, weil hier eine Abwälzung auf den Arbeitslohn nicht möglich war. Die neue Steuererhöhung kann nicht wieder auf den Lohn abgewälzt werden, weil bei den heutigen Löhnen die Arbeiter nur noch existiren können. wenn sie mit aller Kraft arbeiten und ihre Familienmitglieder zur Arbeit mit heranziehen. Die Fabrikarbeiter bringen des Abends noch Arbeit mit nach Hause und arbeiten noch auf eigene Rech- nung. Dabei müssen Kinder im zartesten Alter helfen. So bringen Mann, Frau und Kinder soviel zusammen, daß sie noth- dürstig leben können. In manchen Strafanstalten müssen die Fabrikanten höhere Löhne für die Gefangenen zahlen, als die freien Arbeiter bekommen. Die Tabakarbeiter sträuben sich daher mit aller Gewalt gegen die Steuererhöhung, weil wieder ganz gewaltige Lohnabzüge stattfinden und sie auf den Hungeretat gesetzt werden. Die Behauptung des Schatzsekretärs, daß in Frank- reich der Konsum nicht zurückgegangen sei, ist falsch und wird durch die Bestätigung des Herrn v. Stumm nicht richtiger. Bekommt der Arbeiter für dasselbe Geld in Zukunft 4 statt 5 Zigarren so raucht er nur 4, nicht weil damit sein Bedllrfniß befriedigt ist, sondern weil er nicht mehr Geld hat. Mancher Dienstmann wird in Zukunft bei seinen Gängen nicht mehr eme Zigarre ge- schenkt bekommen. Auch auf diese Weise wird der Konsum ab- nehmen. Die Regierung nimmt ja selbst einen Konsumrückgang von V« an. Der kleine Fabrikant kann keine Papiere bei der Steuerbehörde hinterlegen, wird also keinen Steuerkredit be- kommen. Die kleinen Fabrikanten, die oft nur aus Roth Fabri- kanten geworden sind, wenn sie keine Arbeit finden konnten, sind aber auf lange Kredite angewiesen. Und die Tabakhändler, die ihnen bisher das Rohmaterial gern auf Kredit gaben, weil sie sich immer an die Vorräthe hallen konnten, wenn einer nicht bezahlte, werden das fnicht mehr thun, wenn der Fiskus zuerst zugreist, sobald die Steuer nicht bezahlt wird. Die Kontroll- maßregeln sollen ebenso beim Branntwein und beim Zucker er- tragen werden können. Brennereien und Brauereien sind völlig abgeschlossene Räume bei kleinen Fabrikanten ist Wohnung und Fabrik dasselbe, er arbeitet in der Wohnstube und zieht im Sommer in einen anderen Raum um, wenn ihm die Sonne zu sehr herein scheint, er trocknet den Tabak bald im Hause, bald außer dem Hause. In Zukunft darf er es nicht mehr außerhalb, weil er sonst als Defraudant mit dem Gesetz in Konflikt kommt. In der Buchführung soll ja den kleinen tabrikanten Erleichterung gewährt werden, die nur bis zu vier rbeitern beschäftigen. Diese Ausnahme nützt ihnen aber nichts, wenn sie einmal wegen einer größeren Bestellung mehr Arbeiter brauchen. Die kleinen Leute führen einfach so Buch, daß sie, wenn einer nicht bezahlt,>'.s in der Kasse anschreiben und später bei der Bezahlung«inen S'rich durch machen. Die Eintragung in das Fakturenbnch soll erfolgen, sobald die Zigarren aus der 11. Jahrg. Fabrik entfernt werden. Mancher kleine Fabrikant geht Sonn- abends, wenn er nicht genug zur Lohnzahlung hat, mit einigen Hundert Zigarren bei Gastwirthen und 5baufleuten Hökern, und weiß bei der Entfernung aus der Fabrik noch gar nicht, ob er die Zigarren absetzt und wieviel er dafür bekommt, die Kon- sumenten sollen ihre Fakturen drei Jahre lang aufbewahren. Da kaufen sie lieber beim Händler und entziehen dem kleinen Fabrikanten ihre Kundschaft. Und wie wird das Gesetz auf dem Lande wirken! Der kleine Fabrikant, der bald in der Wohn- stube, bald in der Kammer arbeitet. bald auf dem Feuerherd, bald auf dem Boden seinen Tabak trocknet, soll alle diese Räume jedesmal anmelden, oder er ist Defraudant! Die kleinen Landkrämer wissen wohl den Pflug zu führen, aber nicht die Feder. Wenn einmal eine Rechnung bezahlt werden soll, müssen das Gesangbuch und alle sonstigen Bücher danach durchsucht werden, wo sie geblieben ist. Die Regierung hat eine so gute Meinung vom Volke, daß keine Defraudationen vor- kommen werden. Die einfache Gewohnheit wird schon zu solchen Verstößen gegen das Gesetz führen. Die Tabakbauern werden auch nicht mehr absetzen, denn wenn so viele kleine Fabrikanten ausscheiden und nur wenige Großbetriebe sich in Besitz der Fabrikation setzen, so kommen die Tabakbauern sogar in eine schlimme Lage, denn nicht die kleinen, wohl aber die großen Fabrikanten können sich drücken. So werden die neuen Lasten theils auf die Arbeiter, theils auf die Tabakbauern abgewälzt werden. Auch die Nebengewerbe, die Kistenmacher, Steindrucker, Vandwirker:c. werden in Mitleidenschaft gezogen werden, denn es wird an der Ausstattung gespart werden. Ter Erfolg wird folgender sein: Zunächst wird, wie Sie selber zugeben, die Zahl der in der Zigarrensabrikation beschäftigten Arbeiter um ein Sechstel zurückgehen. Es ist viel um die Zahl gestritten worden, ob es 160- oder 130 000 sind. Der Staats- sekretär nahm außer 103 000 Fabrikarbeitern nur 27 000 Haus- arbeiter an. Das iff aber falsch, da in der Hausindustrie nicht nur ein, sondern immer mindestens zwei Arbeiter gerechnet wer- den müssen, da die Frau doch auch mitarbeitet. Immerhin handelt es sich um eine Entlassung von 20—30 000 Arbeitern, die um ihre Existenz kommen. So würden Sie aber andere Ge- sellsckaftsklasscn nicht plagen. Sie würden wohl zurückscheuen, ein Gesetz zu machen, welches nur 10 Millionäre ihrer Existenz- bedingungen beraubt. Aber 20 000 Arbeiter können ja betteln gehe» und sich der Prostitution in die Arme werfen. Zur Zeit, als das Branntweinsteuer-Gesetz geändert wurde und man einen Konsum rückgang befürchtete, bewilligten Sie den Brennern 40 Millionen Mark Liebesgabe; als das Zuckersteuer- Gesetz geändert und dadurch eine Stener beseitigt wurde, die den Zuckerfabrikanten wider- rechtlich große Profite abwarf, so sorgte man für eine Entschädi- gung dieser Leute. Aber den 20 000 Arbeitern bietet man keine Entschädigung. Hiernach können Sie doch sehr leicht die Erregung begreifen, die in Arbeiterkreisen herrscht, und daß gerade die Zigarrenarbeiter mit großer Sorge in die Zukunft blicken. Jetzt wissen sie. daß sie schwer unter diesem Gesetz leiden werden. Diese Tausende Arbeiter, die verhungern müssen und als Vagabunden auf die Landstraße geworfen werden, verursachen aus Arbeitcrkreisen einen entschiedenen Protest gegen dieses Gesetz. Gerade dieser Umstand sollte Sie bewahren, das Gesetz erst in eine Kommission zu verweisen. Weisen Sie das Gesetz so schnell wie möglich zurück und geben Sie dadurch zu erkennen, daß der Reichstag sich nicht zum Mitschuldigen daran machen will, daß viele Tausende von Arbeitern ver- hungern oder auf die Verbrecherlaufbahn getrieben werden. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Preußischer Finanzminister Miquel: Ist denn nicht in den letzten 3, 4 Jahren das Verhältniß der Reichsfinanzen zu den Einzelstaaten sehr verschoben worden? Kann man dieser That- fache gegenüber in Nichtsthun verharren, zumal manche andere Vorlagen, welche hier zur Annahme gelangt sind, ohne Einnahme- verlust entstanden sind.(Sehr richtig! rechts.) Dieser Einnahme- verlust bedeutet eine Vermindenmg der Belastung der inländischen Bevölkerung und zwar an der empfindlichsten Stelle, in der Be- lastung der Nahrungsmittel. Man kann sich nicht damit trösten, daß in wenigen Jahren die Zolleiunahmen durch den größeren Im- port steigen würden. Bei einzelnen Artikeln kann der Import sich so steigern, daß der Einnahmeverlust ersetzt wird; aber bei den Artikeln, die hier von entscheidender Bedeutung sind, kann man das nicht erwarten, namentlich beim Getreide- und Viehzoll und auch z. B. beim Wein, wo trotz des gesteigerten Imports eine Verimnderung der Einnahmen sich ergeben hat. Für die preisgegebenen Einnahmen wünschen wir einen Ersatz. An die Stelle der Zölle auf Getreide und Fleisch stellen wir die Steuer auf Tabak. Dazu kommt noch die Steigerung der Militärkosten um rund 60 Millionen. Dadurch werden die Finanzverhältnisse des Reichs zu den Einzelstaaten entschieden alterirt. Deshalb wird man die Forderung der Regierung auf Vermehrung der Reichs- Einnahmen als berechtigt anerkennen müssen. Das Steigen der eigene« Reichs-Einnahmen wird mindestens auf- gewogen werden durch die Steigerung der nothwendigen Reichs- Ausgaben. Auf die Forderung einer regelmäßigen Schuldentilgung haben wir verzichten müssen. Das ist recht bös, wenn man in einem kurzen Zeitraum zwei Milliarden Schulden macht und zwar für Zwecke, die nicht unmittelbar eine Rente ergeben. Wie soll der vorhandene Fehlbetrag gedeckt werden? Sind hier im Hause in der Debatte praktische Gegenvorschläge gemacht worden, welche im Reichstag die geringste Aussicht auf Erfolg hätten? Ich verneine das. Man will keine indirekten Steuern, sondern eine ReichS-Einkommensteuer. Wenn ein An- trag eingebracht würde, würde man sich bald überzeugen, wie gering die Zahl der Stimmen dafür ist. Ich habe dargelegt, wie schon praktisch, abgesehen von unserem Föderativsystem, eine Reichs- Einkommensteuer undurchführbar est. Denn eine Reichs-Einkommensteuer neben den bestehenden staatlichen Steuern kann man doch nicht einführen. Sie als Zuschlag zu diesen Steuern zu erheben, ist noch unmöglicher. we»l einzelne Staaten keine solche Steuer erheben. Die Reichs- Einkommensteuer setzt unbedingt einen Einheitsstaat voraus; ich kenne keinen Föderativ- staat mit einer solchen Steuer. Wenn man sich über alle Schwierigkeiten hinwegsetzt, so kann die Einkommensteuer einen Einheitsstaat machen. Eine Wehrsteuer ist zweierlei: Kopfsteuer oder Einkommensteuer. Gegen die letztere Form sprechen dieselben Bedenken wie gegen die Einkomniensteuer. Eine Kopfsteuer aber wäre die größte Ungerechtigkeit. In unserem deutschen Staatswesen ist kciueswes alles möglich, was in einem Einhelts- slaate wie Frankreich und Italien möglich ist. Wir müssen unsere Verfassungsverhältnisse berücksichtigen. Eine Erbschaftssteuer für Erbschaften unter Ascendenten, Descendenten und Ehegalten würde»och am leichtesten vom Reiche eingeführt werden können, weil die ineisten Einzelstaate» bei so naher Verwandtschaft keine Erbschaftssteuer haben. Um einen erheblichen Betrag zu er- zielen, müßten aber die Steuersätze so hoch sein, daß sie sehr drückend werden, namentlich weil die Verhältnisse der Erben durch den Tod des Vaters, dessen Arbeitseinkommen wegfällt, meist schlechter, nicht besser werden. Herr von Hammerstein hat wieder auf das Bier verwiesen. Ich will die Frage un- beantwortet lassen, ob die Bedenken gegen die Erhöhung der Biersteuer eberso groß sind, wie gegen die Tabalfabrikatsteuer; aber es hat sich herausgestellt, daß in allen Parteien eine Gegnerschaft gegen die Biersteuer besteht, sodaß wir oitd) ohne die Erklärung des Reichskanzlers eine Biersteuer- Vorlage nur hätten niachen können. wenn wir uns um die Anschauungen dieser großen Körperschaft gar nichts gekümmert hätten. Die Biersteuer hätte namentlich Nord. deutschland getroffen. Es liegt mir dabei fern, eine Abrechnung zwischen den einzelnen Theilen des Reichs vorzunehmen, wie das vielfach in Süddeutschland noch geschiebt. Norddeutschland hat die Gesetzgebung über sein Bier dem Reich übertragen; die Süd deutschen haben dabei mitzureden. Man hat von Luxussteuern gesprochen. Das Rauchen ist nicht immer ein Luxus, es ist eine berechtigte Erholung; aber das übermäßige Rauchen ist kein Be- dürfniß; der Tabak bleibt immer nur ein Genußmittel. Für den größten Theil Teutschlands ist der Genuß des Weines auch nur ein Genußmittel der vornehmeren Klassen. Was lag näher, als daß nach dem Branntwein auch der Wein herangezogen wird. um so mehr, als man den Zoll auf Wein heruntergesetzt und den Gemeinden verboten hat, ihrerseits den Wein zu be steuern. Die Quittungs- und Frachtbriessteuer treffen die untern Klassen fast gar nicht.(Widerspruch links) Wir haben möglichst dahin gestrebt, solche Gegenstände zu be steuern, welche wesentlich die wohlhabenden Klassen gebrauchen Das Wort des Herrn Reichskanzlers ist also von den verbündeten Regierungen vollständig erfüllt worden. Nun komme ich auf die Frage, in welcher Form soll der Tabak, wenn er besteuert werden müßte, getroffen werden. Eine Erhöhung der Geivichtssteuer war unmöglich; die Gewichtssteuer trifft den geringwertigen Tabak am höchsten; eine Erhöhung dieser Steuer würde diese Ungerechtigkeit vervielfacht haben. Es würde auch eine ganz ge waltige Verschiebung in der Lage der verschiedenen Landes theile herbeigeführt werden. Die Tabakpflanzer würde» diese Steuer nicht tragen können, schon die bestehende Gewichts- steuer hätte über kurz oder lang den ganzen deutschen Tabakbau vernichtet. Aus die Lage der kleinen Tabak- Pflanzer mußten wir Rücksicht nehmen. Die Erhebung des Zolles nach Werthklassen ist eingehend erwogen worden, aber gerade die Darlegungen von Hamburg und Bremen haben uns überzeugen müssen, daß das ein vergebliches Unternehmen wäre Es blieb also nichts weiter übrig als das Monopol oder die Fabrikatsteuer. Daß wir nicht einen zweiten Versuch mit dem Monopol machen wollten, wird begreiflich sein; die Lage der Arbeiter wäre dadurch noch mehr verschlechtert worden. In Rußland und Amerika besteht die Fabrikatsteuer und in keinem der beiden Länder denkt man daran, sie aufzuheben. Eine gleichmäßige Steuer für billige und für lheure Waare kann man ertragen, wenn sie gering ist; je höher sie wird, desto unerträglicher wird sie. Es ist in den Debatten nichts vorgeschlagen worden, was leichter durchzuführen wäre Man will den Einnahmebedarf nicht von Reichswegen decken, fondern die Einzelstaaten heranziehen. Ter Abgeordnete für Bremen hat sehr richtig gesagt, daß seine Landsleute lieber eine Erhöhung der Malrikularumlage wollen als die Tabaksteuer. Bremen ist durch feinen Handel am Tabak sehr interessirt. Die Matrikularumlagen sind Kopfsteuern; dabei macht Bremen ein gutes Geschäft; die Reichs-Finanzverwaltung kann aber nicht die reicheren Landestheile begünstigen, sie muß eher die ärmeren be- günstigen. Welche Ungleichheit kann durch die Matrikular- Umlagen entstehen. Ob Bayern seine Umlage durch Zuschlüge zu den Brutto- Rcalsteuern deckt t oder Preußen durch Zuschläge zur Netto- Einkommensteuer ist ein gewaltiger Unterschied! Zu welchen Finanzzuständen muß das führen. Solange ich Finanz- minister bin, werde ich es für meine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit halten, für geordnete Finanzen zu sorgen. Wenn jetzt der Fehlbetrag auf die Matrikularbeiträge gelegt wird, wann will man denn gegen eine weitere Vermehrung der selben Stellung nehmen? Alan muß das doch jetzt bei einer so erheblichen Mehrbelastung thun; nachher, wenn es sich um wenige Millionen handelt, wird man kaum einen Anlaß dazu haben. Ich wende mich an die Patrioten. Welche Mißstände werden durch ein solches Verfahren hervorgerufen! Ich wende nrich an diejenigen, welche die Schicksale der Einzelstaaten vor Augen haben. Welche Zustände sollen denn dort entstehen, wenn Sie zurückkommen mit leeren Händen und mit der Steigerung der Matrikularbeiträge um 60 Millionen? Tie Interessenten wehren sich wie ein Mann; das ist begreiflich. ZI der es sragt sich, wer ist stärker, die Interessenten des Tabaks oder des Weines oder die großen Bedürfnisse des Reiches und der Einzelstaaten. Wenn das Votum des Reichstags ablehnend ausfällt, wird es dann Ruhe geben? Wenn die Zuschläge zur Einkommensteuer empfind- lich höher werden, wird man da nicht fragen, weshalb ist man am Tabak vorbeigegangen? Herr von Hammerstein hat für die Zeiten der Roth das Monopol angekündigt. Ist es da nicht zweckmäßiger, eine Fabrikatsteuer einzuführen, eine Belastung von 2 M. pro Kopf gegen 7 M. in Frankreich und S M. in Spanien? Wenn die Tabakinreressenten das ruhig erwogen hätten, wenn sie die Höhe der Steuer oder die Kontrolle bemängelt härten, aber mit der Reform der Steuer sich einverstanden erklärt hätten, so wäre Ruhe geworden. Wir thun dem Gewerbe eine Wohlthat, wenn wir die Frage nicht hängen lassen, sondern sie endlich ent- schloffen entscheiden.(Sehr gut! rechts.) Ein Konsumrückgang kann nicht erwiesen werden; darüber giebt es nur Vermulhungen. Ich bin der Ueberzeugung, daß kein Konsumrückgang eintritt, daß die Zahl der verwendeten Arbeiter nicht geringer sein wird als früher. In Deutschland wird sehr viel geraucht, daß ich mir einen Konsumrückgang auf die Dauer nicht vorstellen kann. Die Uebergangszeit wird schwierig sein; das wird sür die Fabrikanten und die Arbeiter sehr unliebsam sein. Aber der größte Theil dieser Nachtheile ist schon jetzt vorhanden, ob Sie die Tabak- steuer annehmen oder nicht. Denn die Fabrikanten, die so sieges- gewiß dastehen, als wenn die Fabrikatsteuer nicht angenommen wird, haben sich daraus eingerichtet, daß sie angenommen wird und Vorrälhe aufgehäuft.(Sehr richtig! rechts.) Auch die Privaten haben sich schon mit Vorräthen versorgt. Wenn bei Ablehnung der Vorlage ähnliche Vorlagen später wieder- kommen werden. denn Vertreter einzelner Staaten haben schon erklärt, daß sie sich dabei nicht beruhigen würden, ist es da nicht besser, die Vorlage jetzt zum SIbschluß zu bringen! Wenn Sie bezügltch der Kontrollvorschristen in der Kommission uns nachweisen, daß sie übermäßig sind, so»verden wir ent- gegenkommend uns verhalten. Ich fürchte aber, es wird nicht möglich sein, unnöthige Vorschriften nachzuiveisen. Das Streben der verbündeten Regierungen wird stets dahin gehen, daß die kleinen Unternehmer nicht beeinträchtigt werden. Ueber die Segnungen der Hausindustrie irrt man sich. Ich kenne dieselbe durch Augenschein; ich halte sie gesundheitlich sür sehr nach- theilig. Ein großer Theil dieser Hausindustrie ist durchaus nicht selbständig. In Bestfällen sind 7/8 der Hausindustriellen unselbstständige Arbeiter. Für die kleinen selbständigen Unter- nchmer, welche nicht über die uöthigen Räume und über die nöthige Kenntniß zur Buchführung u. s.w. verfügen, ist diePauschalirung vorausgesehen und die Regierungen werden dabei sehr entgegenkommend verfahren. Wenn nach IS79 der Rückgang ein so geringer war, der nicht einmal ganz berechnet werden kann, wenn der Rückgang so schnell überwunden werden könnte, wie viel leichter muß es diesmal geschehen. Damals wurde der Massenkonsum getroffen, während heute sich die Steuer dem Wcrthe anpaßt. Vorübergehend kann vielleicht eine kleine Vsr« Minderung des Konsums eintreten, vielleicht ergiebt sich aber auch blos eine kleine Verschiebung von oben nach unten. Die Raucher werden sich an eine geringere Sorte gewöhnen, was sehr leicht fein wird.(Heiterkeit.) Man sollte meinen, daß gerade die kleinen Fabrikanten Vorthcile haben werden; sie niachen doch nicht die feinsten Sorten Zigarren und der Massenkonsum wird nach dieser Vorlage zunehmen. Man wirft der Regierung vor, daß sie die Unzufriedenheit schürt und eine Menge einzelner Familim ruinirt. Man fragt, warum greift Ihr nicht zur Luxussteuer. Wenn eine Equipagensteuer eingeführt wird, werden die Wagenbauer nicht sehr bald dieselben Eiwendungenn erheben?(Sehr richtig! rechts.) Irgend ein» Steuer auf irgend einen Verbrauchsgegenstand wird immer von der betreffenden Industrie ertragen werden können, weil der Verbrauch sich nicht verringert. Bei Luxussteuern wird eine Ver- ringerung des Verbrauches eintreten. Damit will ich nicht sagew daß mau nicht in Zukunft auch zu Luxussteuern kommen könnte; prinzipiell sind die verbündeten Regierungen nicht dagegen ein- genommen. Vor einer Heranziehung der wohlhabenden Klassen scheuen wir uns garnicht; ich habe selbst unter der Abneigung dieser Klassen zu leiden gehabt, als den wohlhabenden Per sonen 40 Millionen Mark Steuern mehr auferlegt wurden man hat mir damals den heftigsten Widerstand ent gegengesetzt. Hier traten dieselben Leute für die Reichs- Ein- kommensteuer ein, die für das Reich allerdings nur eine Theorie ist. Ich würde die Lasten gern direkt auf die Schultern der reichen Leute legen; aber beim Föderativsystem ist das nicht möglich.(Widerspruch links). Das Verhältnis der indirekten Steuern zu den direkten bleibt immer noch ein günstigeres als in anderen Staaten. Von einer systematischen Belastung der unter» Volksklassen kann also nach meiner Ueberzeugung nicht die Rede sein. Herr von Hammerstein spricht von einer Verschiebung der Fabrikation nach Süddeutschland zu Ungunsten Preußens. Wenn Sie die Steuer akzeptircn, bringen Sie in die Tabakindustrie Ruhe(Heiterkeit links), Sie entlasten die Tabakpflanzer, ziehen den reichen Raucher entsprechend seiner Leistungsfähigkeit heran und entlasten den Raucher billiger Sorten, und Sie thun einen gewaltigen Schritt zur Ordnung unserer Finanzen, Sie entlasten die Matrikularumlagen. Ein zustimmendes Votum zu dieser Vor- läge wird Ihnen keine Reue bereiten.(Beifall rechts.) Abg. v. AruStvaldt-Hardenbostel(Welse) erklärt sich gegen die Vorlage, weil er noch auf dem Boden der Resolution Bennigsen von 1662 steht, wonach der Tabak keine weitere Belastung erfahren kann. Abg. Weber-Heidelberg(ntl.) hält es für zweckmäßig, die Kosten"der Militärvorlage durch eine Vermehrung der Ein- nahmen aus dem Tabak zu decken; aber es fei nicht gerade nothwendig, aus dem Tabak 40— 4ö Millionen Mark zu ziehen. Man könnte die Steuersätze wohl etwas herabsetzen, den Zoll aber erheblich erhöhen, und dadurch könne man wohl 30 Millionen Mark mehr erzielen. Redner bestreitet, daß ein Konsumrückgang eintreten wird. Welcher andere Artikel kann denn eine Mchrbesteuerung aushalten? Will man die Biersteuer erhöhen oder will man Alles auf die Matrikularbeiträge legen? Vorübergehende Arbciterentlassungen werden eintreten, schon weil große Vorrätke aufgehäuft sind. SIber eine dauernde Verminderung der Zahl der Arbeiter wird nicht eintreten. Deshalb sage ich: Prüfet Alles und behaltet das Beste zum Vortheil des Reichs und der Einzelstaaten!(Beifall bei den National- liberalen.) Abg. Richter(Frs. Vp.): Der Minister sprach von den Einnahme- Ausfällen infolge der Handelsverträge. Dabei rechnete er die iHusfälle infolge des russischen Vertrages auch schon mit ein. Hoffentlich tritt er nunmehr eifriger als bisher iür diesen Handelsvertrag ein(Heiterkeit) und giebt seine kühle Reserve auf. Als über die Handelsverträge verhandelt wurde, hat auf diesen Punkt niemand einen Werth gelegt; ja man hat nicht einmal eine Ermäßigung der Einnahmen aus den Getreide- zöllcn angenommen; die Einnahmen sind auch dieselben geblieben und die Regierung selbst hat kein Gewicht darauf gelegt. Der Minister hat von den Schulden gesprochen; wenn die Minister davon nur dann sprechen wollten, wenn neue Anleihen gemacht werden sollen! Was hat es denn mit der Schuldentilgung auf ich, wenn imnier neue Anleihen aufgenommen werden? Man muß immer mehr einmalige Ausgaben auf die laufenden Ein- nahmen verweisen; das ist auch jetzt schon in großem Umfange geschehen. Wenn der Finanzminister gefragt hat, wie die Aus- gaben gedeckt werden sollen, so haben wir von vornherein die Beseitigung der Liebesgabe und der Zuckerprämien verlangt. Herr Miquel meint, daß dafür keine Mehrheit vorhanden ist. Deswegen bleibt der Vorschlag immer so gut wie die Vorlage, ür welche auch keine Mehrheil zu finden ist.(Heiterkeit. Zuruf rechts: Abwarten!) Ach nein, da bin ich sehr sicher. Wenn man wieder solche Ausgaben macht, dann soll man erst hübsch vorher ür die Bewilligung der Einnahmen sorgen.(Sehr richtig! links.) hätte man gewußt, daß diese Steuer hinter der Mtlilärvorlage leckte, man hätte keine Mehrheit dafür gesunden. Die Steuer- vorlagen sollen nur die wohlhabenden Leute treffen. Das ist nicht richtig. Die Fracht- und Ouittungs> Stempelsteuer wird abgewälzt werden aus diejenigen, welche die transvortirtcn Maaren verbrauchen u. s. w. Daß beim Tabak die Gewichts steuer nicht wesentlich erhöht werden kann, ist richtig, weil durch den Zvllschutz ein so großer Tabakbau großgezogen worden ist. Das ttontrollsystem muß bei der Fabrikalsteuer in Kauf genommen und deshalb ist die Steuer doppelt ver- iverjlich. Die Ungerechtigkeit des Gewichtssteuer-Systems ist bei allen Konsumartikeln vorhanden. Kann der Minister die in einer schlechten Lage befindlichen Hausindustriellen in eine bcffere Lage versetzen? Er nimmt ihnen überhaupt die Existenz- ähigkeit. Das ist die Methode des Dr. Eisenbart, der die Leute »ach seiner Art kurirte. In der Maskirung des Agrariers ist der Minister erschienen und hat die Vortheile für die Tabak- pflanzer hervorgehoben. Tie Tabakpflanzer wollen gar nicht die Fabrikatsteuer, sondern höchstens einen größeren Schutzzoll. Wer hat denn die Agitation angefangen? Ter Finanz- minister selber hat durch seine Trabanten schon im August und September Lärm schlagen lassen. Man mußte beinahe annehmen, daß das ganze Volk die größte Sehnsucht nach der neuen Finanzreform hätte. Die Tabakinteressenten haben eher zu spät als zu früh mit ihrer Agitation begonnen. Der Minister meinte, die Ablehnung der Vorlage bedeute einen Verzicht auf ewig bezüglich der Tabak- teuer. An anderer Stelle meint» er, eine Beruhigung werde doch nicht eintreten. So bat Fürst Bismarck auch operirr; aber er wurde auch als Minister als etwas dauernder angesehen. Heute macht uns aber das Ministerium in allen seinen Theilen einen sehr schwachen Eindruck. Ruhe wird die Industrie viel- leicht bekommen, aber die Ruhe des Kirchhofes, die Arbeits- losigkeit für Tausende von Arbeitern. Die Tabakindustrie glaubt selbst nicht an die Ablehnung der Vorlage, meint weil sie sich für die Nebergangs- Produktion rüstet. Ich würde daraus die Vorlage sofort in zweiter Lesung im Diejenigen Herren, welche für die Kam- Mission stimmen, wollen ja nur ein schöneres Begräbniß, ein Be- gräbniß erster Klaffe, sür die Vorlage wählen. Vergegenwärtigen wir uns doch die Steigerung der indirekten Steuern im Reiche; je höher die Steuersätze sind, desto einschneidender wirken die- elben für die Industrie. Immer wieder hören wir, der Tabak ist nicht so nothwendig zum Leben. Es wird doch die Sache nicht besteuert, sonnern der Konsument. Die Perspektive der er- höhlcn Matrikularbeiträge schreckt mich garnicht. Die Umlagen ind keine vortreffliche Einrichtung; aber die Einzelstaaten habe sich die Ueberweisung der Ueberschüsse zu diesem System gefallen lassen. Die Einielstaaten werden sich doch erst überlegen, ob sie nicht die 'ehlende Summe decken können aus andern Einnahmen, ehe sie zur Erhebung von Zuschlägen zur Einkommensteuer schreiten: es könnten sich za auch verschiedene andere Steuerquellen finden. Wie kann man denn in Preußen einen Zuschlags zur Einkommen- teuer erheben, während ein Drittel der Einnahmen aus der Ein- vmmensteuer vorläufig beiseite gelegt und kapitalisirt wird. Ter Minister stellt die Abgeordneten der Einzellandtage dem Reichs- tage gegenüber. Es scheint jetzt die Absicht zu sein, in dem Land- tage demnächst größere Demonstrationen zu machen. Sind wir den» aus höheren Dimensionen gekommen? Wir sind doch in den Einzelstaaten gewählt worden. Der Standpunkt des Herrn Fritzen ist nicht der Standpunkt der Mehrheit des Hauses. Aber uit diesem Standpunkt konnte der Finanzminister vollständig zu- rieben sein; denn danach würden rußer den anzunehmenden Steuern nur noch 0 Millionen Mark zur Teckuno der Militär- Finanzminister, durch verstärkte den Schluß ziehen, Plenum abzulehnen. der zeit kosten erforderlich sein. Ter Finanzminister verlangt von den Patrioten geordnete Finanzen. Ja, schaffen Sie geordnete Er- werbsverhältnisse, dann kommen die geordneten Finanzen von selbst. Aber solche Steuerprojekte müssen ja die Unternehmungs- lust schwächen. Gewisse Zeichen einer Besserung sind vorhanden, wie Herr v. Stephan auf dem Bankett des Handelstages, dem ja auch der Herr Finanzminister Miquel beigewohnt hat, mitgetheilt hat. Da brauchen wir doch nicht zu verzweifeln. Die Gesammt- etats der Einzelstaaten belaufen sich auf Milliarden; eine Besserung um 1 pCl. beträgt also schon 50 Millionen Mark. Deshalb ist es nicht richtig, unter solchen anormalen Verhältnissen einen normalen Steuerplan aufzustellen. Allerdings wird man in Zukunft nicht so fehr aus dem Vollen wirthschaften dürfen wie bisher. Wenn das erreicht wird, so wäre das noch ein Nebenerfolg der Ablehnung dieser Vorlage. Ter Finanzunnistcr meinte, welcher Empfang würde den Abgeordneten zu Theil werden, wenn sie mit leeren Händen kämen. Der allerschlechteste Empfang wird denen zu Theil werden, die diese Vorlage an- nehmen würden.(Beifall links.) Finanzminister Miquel: Der Vorredner meinte, ich hätte mir für den Ausfall an Getreidezöllen schon einen Ersatz durch die Aushebung der Isx Huene gewähren lassen, und wollte jetzt noch einmal einen Ersatz haben. Die Einnahmen aus der lex Huene sind nicht der Kasse des Staates zum Vortheil geworden, sondern sie dienen nur zum Ersatz des Ausfalls an aufgehobenen Steuern. Herr Richter hat die Finanzen Preußens als glänzende dar- gestellt. Als ich 1690 die Reform der Einkommen- und Gewerbe- steuer vorschlug, hatten wir in Preußen einen Ueberschuß von 100 Millionen Mark. Da wandte sich Herr Richter gegen die Reformirung der Gewerbesteuer und verlangte deren einfache Aufhebung. Man hat aber die Gewerbesteuer reformirt und den Kommunen überwiesen; die preußischen Kommunen können zu- zrieden sein, daß man dem Rathschlage des Herrn Richter nicht gefolgt ist.(Zuruf R i ch t e r' s: Das habe ich' niemals gerathen.) Herr Richter hat ferner gesagt, man sollte in Zukunft nicht mehr Ausgaben bewilligen, als man Einnahmen bereits besitzt. Die Reichs-Finanzreforni hat eben den Zweck, ein anderes Ver- -ahren zu verhindern; in diesem Punkte stimme ich also einmal ausnahmsweise mit Herrn Richter überein. Wenn Herr Richter die mittleren Klassen nicht belasten, die Frachtbriese und Quittungsstempel nicht bewilligen will, dann muß er erst die Tabaksteuer bewilligen.(Heiterkeit.) Welche Besteuerung soll dann in einem Lande eingeführt werden, wo 95 pCt. der Äe- völkerung den Mittelklaffen angehöre». Ganz verwundert hat mich, daß der Vorredner meinte, daß wir den Tabakbau Unglück- licher Weise groß gezogen hätten. Darüber sollte sich doch alle Welt eingentlich freuen!(Sehr richtig! rechts.) Bei der jetzigen Steuer haben die Klagen der Tabakbauern niemals aufgehört, die Einfuhr fremden Tabaks hat sich ständig gesteigert. Ich denke darüber nicht gering. Was wir in Deutschland herstellen können durch eigene Arbeitskraft, wollen wir in Deutschland herstellen.(Zustimmung rechts.) Nach Einführung der Fabrikatsteuer wird die Frage des Schutzzolles eine ganz andere sein. Das fiskalische Interesse wird, da wir dieselbe Steuer vom inländischen wie vom ausländischen Tabak beziehen, nicht mehr davon berührt. Die Frage der Ueberweisungen und Matrikularumlagen kann nicht sür Preußen allein entschieden werden. Die anderen Staaten haben keine lex Huene gemacht. Die Ueberweisungen haben sich vermindert, in den letzten 5 Jahren um 60 Millionen und sind jetzt um 32 Millionen für Preußen niedriger als die Matrikularumlagen. Kann eine gesunde Finanz- wirthschaft bestehen bei Scbwankungen von 80 Millionen bis minus 32 Millionen? Was sollen die preußischen Abgeordneten dazu sagen? Es wäre ein schwerer sozialer, nationaler und politischer Schaden, wenn die Einzcllandtage gezwungen werde», sich in dieser Weise in Gegensatz zur Finanzpolitik des Reiches zu stellen. Die Mehreinnahme aus der Einkommensteuer in Preußen deckt nur den Ausfall aus der Aufhebung der Realsteuern. Das hätte doch Herr Richter auch wisse» können. Daß die Tabakpflanzer an der Sache kein Interesse hätten, werden wohl die Sach- verständigen aus der Pfalz besser verstehen als der Vor- redner und es ist nur zu bedauern, daß die Bauern durch die intelligente Agitation der Fabrikanten an ihrer Sache irre geworden sind. Wir werden sie aber darüber auf- klären, und dann werden sie auf unserer Seite sein, nicht auf Seite des Herrn Richter. Eines will ich dem Zentrum noch sagen: 'Es ist alle Zeit ein besonderes Kunststück der parlamentarischen Taktik des Herrn Richter gewesen, sich hinter das Zentrum zu verstecke», dasselbe in die Opposition hineinzureißen und vorzu- schiebe».(Heiterkeit.) Ob ihm das jetzt noch gelingen wird, ist mir doch sehr zweifelhaft; an so erfahrenen, das Ganze über- sehenden Männern, wie sie im Zentrum sitzen, gehen parlamen- tarische Kunststücke absolut wirktmgslos vorüber.(Große Heiterkeit.) Abg. Zorn v. konservativen) tritt für die Vorlag« ein. Bulach(Elsasser, Hospitant der Deutsch» im Interesse der elsässischen Tabakpflanzer Redner beantragt, die Vorlage der für die Stempilsteuer-Vorlagen eingesetzten Kommission zu überweisen. Damit schließt die Debatte. Die Zlbgg. Brünings und Siql beklagen sich darüber, daß ihnen durch den Schluß der Debatte das Wort entzogen ist. Die Vorlage wird darauf der Stempelsteuer-Kommisflon überwiesen. Schluß 6�/4 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr(An- träge aus dem Hause). lokKles. Die Arbeiter-BildnugSschule feierte am 13. Januar ihr drittes Stiftungsfest. In dem großen Saale der Brauerei Friedrichshain wogte und drängle sich eine ungeheure Menschen» menge. Der Saal war sinnreich dekorirt mit Fahnen und Sinn- sprüchen, und auf die herbeigeeilten Arbeilerscbaaren blickten von der Bühne, halb in einem reichen Palmenarrat.gement verborgen, die Büsten von Lassalle und Karl Marx herab. Das von 42 Herren des Zivil-Berufsmusiker-Vereins unter Leitung des Herrn schoncrl ausgeführte Konzert fand dankbare Anerltnnung, ebenso die Leistungen des mitwirkenden Gesangvereins Berliner Buch» drucker und Schriftgießer„Thpographia". Der von A. Witz gedichtete und von Herrn Winkler gesprochene melodramatische Prolog, welcher Herrn Kurz Gelegenheit gab, der Orgel Stimmen erbrausen zu lassen und der„Typographia". ihre Sangeskunst zu beweisen,«ntfeffelte einen wahren Beifallssturm. Doch das brausende und wogende Meer glättete sich alsbald, als Wilhelm Liebknecht die Festbühne betrat, um durch eine Ge- burtstagrede dem Feste die rechte Weihe zu geben. Wir feiern heute, so begann er, das dritte Stiftungsfest der Arbeiter- Bildungsschule. Gestern vor drei Jahren stand ich hier an der- selben Stelle. Der Saal war gedrängt voll, wie heule, von Ar- beitern, die herbeigeströmt waren, um eine Anstalt zu gründen, die ihnen die geistigen Waffen liefern soll, die zum Siege unent- behrlich sind. Groß war die Begeisterung, groß waren die Hoff- nungen. Diese haben sich nicht ganz und voll erfüllt. Das Werk war zu groß, um plötzlich fertig geschassen werden zu können. Wir haben die uns entgegenstehenden Schwierigkeiren nicht sofort ganz zu übersehen vermocht. Mancher Mißgriff wurde gemacht, manches Mißverständniß waltete ob. Es foll Niemandem daraus ein Vorwurf gemacht werden. Ein solches Werk muß langsam wachsen und reifen. Durch Irr- thümer nur lassen sich die richtigen Wege finden. Die Bildungs- anstalten der bürgerlichen Gesellschaft sind für diese berechnet, sie fälschen die Wissenschast. Wir sind berufen, eine neue Gesell- schalt aufzubauen, doch dazu bedarf es geistiger Waffen, und Per Masse unserer Arbeiter kehlt es an Bildung, und für unsere Schulen fehlt es an Lehrern. Die Lehrer sind an bürgerlichen Bildungsstätten herangebildet. Das befähigt sie noch lange nicht, an einer Arbeiter-Bildunzsschnle Arbeiter zu unterrichten. Es ist ein anderes Wert, Rinder zu bilden, als Arbeiter. Dort weiches| fünften Bogen muß der Verein sogar eine noch höhere Miethe bi3 am letzten Donnerstag Fräulein Th. entschieden vorging und Wachs, hier hartes Erz. Erwachsene Arbeiter müssen anders zahlen. Diese Maßregel muß allgemeines Aufsehen erregen. Der nun der Diebstahl entdeckt wurde. Als sie sich nach dem Vererzogen werden als Kinder. Hier gilt es, die Lücken im Wissen Gesammtvorstand des Zentralvereins hat beschlossen, bei dem bleib ihres Geldes erkundigte, wurde sie einfach an die Zuft gevon Männern, auszufüllen, die knirschend fühlen, daß die bürger- Minister für öffentliche Arbeiten wegen Aufhebung der Maßregel, fetzt. Nunmehr erstattete die Betrogene Anzeige, worauf Hübusch. liche Gesellschaft ihnen Bildung und Wissenschaft vorenthält. die den Wohlthätigkeitsdienst des Vereins ungebührlich erschwert, der noch äußerst frech war, am Freitag in Untersuchungshaft geDie Lehrer müssen selbst erzogen werden. Das war persönlich vorstellig zu werden. nommen wurde. Frau Hübusch wird wegen Hehlerei gleichfalls. unter Anklage gestellt werden. Die Vertrauensseligkeit des Dienstmädchens ist um so unbegreiflicher, als es bereits vor einigen Jahren durch einen Schwindler einen verhältnißmäßig hohen Betrag verloren hat. : die größte Schwierigkeit, mit der wir zu tämpfen Das wird nicht viel helfen, da in Geldangelegenheiten behatten. Dazu kommen die theueren Miethen für Schulräume, tanntlich auch beim arbeiterfreundlichen Staat die Gemüthlichkeit die weiten Entfernungen. In Leipzig war die Sache leichter. aufhört. Dort waren nicht die Miethkosten, die Entfernungen, wie hier. Doch alle Schwierigkeiten haben wir eine nach der anderen über: Eine rege Agitation gegen die Konsumvereine wird Polizeibericht. Am 18. d. Mts. Vormittags stürzte auf wunden. Ist der Bau auch nicht so großartig ausgefallen, wie jetzt in Berlin betrieben. Wir würden von derselben an dieser er gedacht war, so haben wir doch nun einen festen Grund, Er- Stelle keine Notiz nehmen, wenn diese Agitation nicht unter der dem Neubau des Reichstagsgebäudes ein Arbeiter von einer fahrungen, einen Stamm von Lehrern, einen festen Stamm in Flagge der Sozialdemokratie betrieben würde. Es hat eine Beit Leiter nnd schlug mit dem Kopfe derartig auf den Boden, daß der Arbeiterschaft, der einen noch größeren Bau auf seinen gegeben, die nun fast drei Jahrzehnte hinter uns liegt, als der er besinnungslos liegen blieb. Er wurde nach der Charitee geSchultern zu fragen vermag. Durch Irrthum führt der Weg als Schulze- Delisch die Konsumvereine und das sonstige in der Trunkenheit hin und verletzte sich derartig am HinterRampf gegen die Konfumvereine feine volle Berechtigung hatte, bracht. Gegen Mittag stürzte in der Kronenfiraße ein Arbeiter zur Wahrheit. Durch unsere Fehler haben wir gelernt. Heut Genossenschaftswesen als die Mittel nach drei Jahren haben wir Erfahrungen gesammelt, wir sehen, zur Lösung der topfe, daß er mittels Krantenwagens nach der Charitee gebracht nieman werden mußte, Abends erhängte sich ein seit längerer Zeit daß unser Bau jetzt auf festem Boden ruht, wir können nun mit sozialen Frage bezeichnete. Heute fällt dies den mehr ein, Die Konsum Vereine sind bescheiden geiftestranter Raufmann in seiner Wohnung, in der Elsasserstraße. ficherer Berechnung arbeiten. Aufgabe der Schule ist es, das zu geworden, sie begnügen sich damit in der Regel, Waaren reiner In der Nacht zum 14. d. M. erstickte ein Schloffer in seiner in lebren, was in den bürgerlichen Schulen nicht oder, was noch Qualität und zum Theil zu etwas billigerem Preise als die der Baulstraße belegenen Wohnung. Er ist gegen Mitternacht schlimmer ist, gefälscht gelehrt wird, das Wissen, dessen die Arbeiter zum Siege in ihrem Befreiungstampfe bedürfen. Es giebt meisten Raufleute zu liefern. Es liegt somit gar tein Grund nach Hause gekommen und hat wahrscheinlich durch eine brennende Fächer, die in den Fortbildungsschulen nicht genügend gelehrt por, gegen die Konsumvereine einen Kampf seitens der Sozial- Bigarre Kleidungsstücke in Brand gesetzt, die einen derartigen Qualm entwickelten, daß, als die Wirthsleute auf das entstandene werden. So die Nationalökonomie. Wo die bürgerliche Gesell- demokratie zu eröffnen. Wir leugnen nicht, daß durch die Konsumvereine so manche Feuer aufmerksam wurden, der Tod bereits eingetreten und ärztschaft durch ihre Organe dieſe lehrt, fälscht sie sie. Es giebt private Interessen geschädigt werden können und dies wird desto liche Hülfe vergeblich war. Am 14. d. M. Nachmittags fiel zwar feine Parteiwissenschaft, aber es giebt wahre Wissenschaft mehr geschehen, je besser die Konsumvereine geleitet gegenüber dem Hause Königgräberstr. 139 ein Arbeiter von einem und gefälschte Wissenschaft. Wahre Wiſſenſchaft zu lehren, ist werden, ie weniger fie verfälschte Waaren, je billiger in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen und erlitt dabei eine Aufgabe der Arbeiter- Bildungsschule. In engem Zusammenhange mit der Wissenschaft der Nationalökonomie steht die sie liefern, mit einem Worte, wenn ihre Konkurrenz eine so schwere Verletzung am Kopfe, daß seine Ueberführung nach wird. Wir begreifen vollkommen, der Charitee erforderlich wurde. Vor dem Hause Kaiserstr. 21 Geschichte. sehr wirksame sein Die bürgerliche Geſellſchaft lehrt sie als das baß die Geschädigten sich gegen die Konsumvereine organisiren, fiel ein Schlächtergeselle beim Besteigen eines in der Fahrt be Wert einzelner bevorzugter Menschen. Wie wir die Geschichte wir aber, als Sozialdemokraten, haben diesem Kampfe ruhig zu findlichen Pferdebahnwagens zur Erde, gerieth mit der Hand 3 lehren haben, ist sie durch und durch demokratisch, wir treiben Willfür und Zufall heraus, wir zeigen, daß unsere allerwenigften haben wir uns darauf einzulassen, daß unter b. M. Morgens versuchte ein Kaufmann, in einem Hotel sich zu zusehen, er geht die sozialdemokratische Partei nichts an, am unter ein Rad und erlitt eine schwere Quetschung. Am 15. beutige Kultur Kollektivarbeit, das Wert der gesammten d. Menschheit ist, zu der Jeder sein Scherflein nach Kraft und Bes unserer Firma dieser Kampf ausgekämpft wird. Dieser Kampf erschießen. Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. fähigung in Jahrtausende langer Entwickelung beigetragen hat ist die naturgemäße Folge des wirthschaftlichen Entwickelungs. Am 13. und 14. d. M. fanden neun Brände statt. und beiträgt. Jeder hilft Geschichte machen. Die heutige Kultur kampfes, der Großbetrieb vernichtet eben den Kleinbetrieb. Da wir zu dieser Sache uns so stellen, wie jeder Sozialist das Produkt der Entwickelung und nicht von einzelnen demokrat sich stellen muß, so entsenden wir zu diesen VersammMenschen, und wären sie auch sogenannte Säkularmenschen, gelungen keine Berichterstatter. Wenn uns heute jemand schreibt, macht. Eine Welt ist im Niedergehen, eine neue Welt ersteht. Der Kampf zwischen beiden ist ein gewaltiger und erheischt daß er deshalb aus der Partei austreten will, so überlassen wir Männer. Die führenden Personen haben keinen Einfluß auf den bas ruhig feinem politischen Gewissen. Gang der Entwickelung. Wir treiben feinen Personenfultus. Aufgehoben ist von der Direktion der Berliner StraßenWir sind die Partei der Freien und Gleichen. Personentultus reinigung die fürzlich von uns niedriger gehängte Verordnung. wird in jeder anderen Partei getrieben, in der unsrigen nicht. durch welche die Arbeitszeit der städtischen Straßenreiniger um Wer Personenfultus treibt, hat die geschichtlichen Entwickelungs- eine halbe Stunde verlängert wurde. gefete und die Prinzipien der Sozialdemokratie nicht begriffen. Wir arbeiten mehr mit an der Entwickelung der Menschheit, Ob denn solche Mätzchen auch zur Erstarkung des religiösen Gefühls für nothwendig erachtet werden? Oder sollten sie nicht vielmehr manchem die Augen öffnen? Drei berüchtigte Vogelfänger aus Nigdorf wurden am Freitag in Treptow bei ihrem Gewerbe abgefaßt und dingfest gemacht. Den gefangenen Vögeln wurde die Freiheit wieder geschenkt. B 1 Theater. trinken.... Leffing Theater. Madame Gans Gene. Lustspiel in 4 Aften von Victorien Sardon. Sardou wird alt und war er früher ein Schwerenöther, so zeigt er sich jetzt von seiner biedermännisch- gemüthvollen Seite. Im ersten Att seines neuesten Werkes focht und schäumt es zwar gewaltig, aber das liegt mehr an den äußeren Umständen, als an der Heldin des Stückes selber. Wer sollte auch am glorreichen 10. August 1792, als das Volk von Paris die Tuilerien stürmte und für die ganze Welt die Von den humanen Grundsätzen unserer Kirchenbehörden bürgerliche Freiheit eroberte, thatenlos und fühlen Blutes geal3 oft die Personen, die an der Spitze von Staat und Gesell- giebt wieder der folgende Borfall Kenntniß. Am 8. 6. M. sollte blieben sein? Höchstens Fouché, der Schlaufuchs, auf den aber auch, schaft stehen. Das lehrt unsere Geschichte. Es ist eine schein nach der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes überführt werden. trunken- prophetischer Schimmer fiel, als er bei dieser denkwürdigen schaft stehen. Das lehrt unsere Geschichte. Es ist eine schein- die Leiche des Grünframhändlers P. aus der Waldemarstraße mochte er sich schon fein säuberlich im Trockenen halten, insofern ein revolutionäre Lehre aufgetaucht, die da sagt: Meine Person ist das Höchste, ich stehe über Allen und Allem. Das ist der Nachdem alle die vielen gefeßlichen Formalitäten erfüllt waren, Gelegenheit zum ersten Male seinen fünftigen Beruf als PolizeiAnarchismus. Er ist nur eine andere Form des Individuas stellte sich zum Schluß nur ein Hinderniß entgegen, nämlich dies, minister ahnte. Katharine Hübscher, die Wäscherin aber, in lismus, welcher ist das Grundprinzip der heutigen Gesellschaft. daß der Todte anstatt mit einem Wagen dritter Klasse mit deren Raum so manche fünftige Größe herumbummelt, ist- verlismus, welcher ist das Grundprinzip der heutigen Gesellschaft einem solchen zweiter Klasse befördert werden mußte. Es war das gnügt und guter Dinge mit ihrem Sergeanten Joseph Lefebure Das anarchistische Grundprinzip, das absolute Recht des Ich, ist weniger die Schuld der Hinterbliebenen, als die des Fuhrwerts- und giebt ihm und seinem Kameraden am Abend des 10. August ein Zurückgreifen in die dunkelste Vergangenheit. Es ist der besizers, der, in Ermangelung eines anderen Wagens, dem Todten vom besten Wein zu trinken thierische Kampf ums Dasein. Das einzelne Individuum Das einzelne Individuum diese Bergünstigung zu theil werden ließ. Jedoch der Todten stellt sich über die Gesellschaft. Hier Despotismus, hier Die Jahre kommen und gehen und im September 1811 ist Anarchismus. Das wollen wir nicht. Nicht soll der Stärkere gräber dachte hierüber anders, durch die Thore seines Heiligthums mit manchem Lumpen von damals eine ebenso heillose Verände den Schwachen niederwerfen, zusammenschließen sollen sich alle Kirchenbehörde erfüllt und dieser war angezeigt, daß der Todte mit den Gläubigen von Reevlaar, von denen früher mancher auf kommt niemand, der nicht ganz genau die Formalitäten der derung vor sich gegangen, wie nach beendeter Wallfahrt mit als Brüder und Genossen, unterordnen soll der Einzelne sich unter einem Wagen 3. Klasse befördert würde. Deshalb blieben auch trotz Krücken ging, der jetzt flott auf dem Seil tanzt. Es wimmelt in die Gesammtheit und sich doch voll entwickeln; mitkämpfen sollen aller Versuche die Thore geschlossen und es erschien denn auch dem Paris und außerhalb der Stadt der Gloire von Herzögen und Alle an der Umbildung der heutigen Gesellschaft, mitwirken an Kutscher fein anderer Ausweg, als den Sarg vor dem Thore des Marschällen, die alle aus der schöpferischen Hand des größten dem Ausbau einer neuen Welt. So geeint sind wir eine Macht, Kirchhofs abzusetzen. Wie lange er dort gestanden hat, ist uns aller irdischen Götter, des ruhmreichen Kaisers der Franzosen gegen die alle Machtmittel der Gegner machtlos sind. Ebenso unbekannt, nachträglich scheint sich der Herr Todtengräber aber hervorgegangen sind. Welch' ein Glanz offenbart fich in den wird in der Naturgeschichte in den Fortbildungsschulen nicht die doch eines anderen besonnen zu haben, denn der Sarg war nach prunkenden Uniformen und den brillantbesäeten Toiletten, die materialistische Weltanschauung gelehrt, sondern das gerade das Empire seinen avancirten Soldaten und deren gleichfalls Gegentheil. Den höheren Schulen gestattet man wohl, die geraumer Zeit von der Stätte verschwunden. avancirten Frauen bescheert hat. Nur ein bischen steif und langWahrheit zu lehren, den Arbeitern giebt man sie nicht, weil man weilig ist es am Hofe, denn der Kaiser ist gar zu sehr mit Erfie da fürchtet. Darum muß auch dieses Fach gepflegt, muß die Arbeiter- Bildungsschule erhalten werden. Ebenso wenig wird obern beschäftigt, er hat auch nicht immer Zeit, den kleinen KorHygiene und Gesetzeskunde oder doch nicht ausreichend in den poral zu verbergen und geht daber wenigstens bei Sardu- recht Fortbildungsschulen gelehrt. Beides ist von größter Wichtigkeit rücksichtslos mit den aus der Revolution heraus zur feinen Familie für die Arbeiter. Die Partei ist nicht gegen die Arbeiter avancirten Damen fürstlichen Geblütes um. Nur Eine weiß den Bildungsschule. Wir brauchen sie sehr nöthig, wenn sie Raifer in Respekt zu sehen und das ist die Herzogin Katharina ihre Aufgabe erfüllt. Die Partei hat unter dem Sozialisten- Das fittliche Berlin. In dem nach der Straße Unter den von Danzig, früher Katherine Hübscher oder kurzweg Madame gesetz die theoretischen Arbeiten vernachlässigen müssen. Linden belegenen Schaufenster des Passage- Panoptikum war seit Sans- Gene geheißen. Sie hat aber auch im Gegensatz zu dem Wir haben gefunden und schwer empfunden, daß Lücken ca. 8 Tagen eine Episode aus dem Großstadtleben, und zwar anderen weiblichen Kroppzeug den Ruhm und die Siege ihres entstanden sind, sind, daß die Ausbildung unserer Streiter eine Szene aus dem ältesten Balllokal der Residenz( dem Ball- Mannes im Felde mit erfechten helfen und ist, ebenfalls im zum theoretischen Kampfe hinter der Ausbildung derselben zum pratti haus") in einer plastischen Gruppe, wie man sie in anderen Gegensatz zu ihren neugefürsteten Kolleginnen, ihrem Manne schen Kampfe zurückgeblieben ist. Aus den Kreisen der Arbeiter müssen Städten wie Paris, London, Wien 2c. nicht nur in Wachsfiguren- und ihrer alten Wäscherinnen- Derbheit treu geblieben. Sie darf Lehrer herangezogen, herangebildet werden. Unsere Gegner sagen, Kabinets, sondern auch in den Schaufenstern großer Magazine daher, weil sie reinen Herzens ist, sich schon etwas erlauben. unsere Partei verachte die Wissenschaft. Eine Partei, die sieht ausgestellt. Diese Gruppe ist nun seit Sonnabend plöglich, Dies hübsche historische Bild bearbeitet Sardou zu einem einen Mary und Lassalle zu Gründern hat, trifft dieser Vor- auf polizeiliche Anordnung, gegen eine Konventionalstrafe von Lustspiel, das zwar anders ausgefallen ist, wie zu erwarten war, wurf nicht. Begreiflich ist es, daß die Männer, die aus der bürger- 300 M. pro Tag den Blicken des Publikums entzogen und zwar aber doch recht anmuthend wirkt. In Frankreich soll es, dant lichen Gesellschaft zu uns kommen, mitunter einem gewissen Miß- dadurch, daß man die Scheiben dieses Schaufensters von innen der in der steuerlosen Bourgeoiste aufsteigenden Napoleonlegende trauen begegnen, eine Probezeit durchzumachen haben. Das ist verhängt hat. eine politische Tendenz haben; wir aber haben uns um diese aber nicht Berachtung der Wissenschaft. Die Bildungsschule foll Wenn das die Moral der Berliner Faschingsgigerl nicht eigenschaft auf uns wirken. Da giebt es denn Freude und Benicht zu fümmern und lassen es daher nur in seiner Lustspielgeistige Rämpfer heranbilden für die Partei. Eine Eifersucht fördert! dauern. Freude, daß es gar so sinnig- harmlos ist, und Bezwischen Partei und Schule hat nie bestanden. Dieser Glaube Schon wieder ein Unfall auf der Eisenbahn. Als am dauern, daß nicht mehr aus dem bübschen Stoff gemacht ist, als beruht auf Mißverständnissen, Die uns fernerhin nicht Sonntag Morgen der Schaffner W. auf der Hamburg- Lehrter ein gut- philiströses Stück mit gut philiftröser Moral, die das mehr in den Weg treten werden. Niemand ift in Bahn vom Trittbrett eines Wagens steigen wollte, trat er fehl findlich- naive Voltsthum selbst am Hofe wohl angebracht und der Partei, der nicht wünscht, daß die nicht wünscht, daß die Bildungsschule ihre Biele erreichen möge. Man begrabe alle Mißhelligkeiten. und gerieth unter die Räder. Dabei wurde ihm der rechte Arm gelitten erscheinen läßt. Das Lustspiel hat ein zahnloser Dichter Wir brauchen Handeln und Wissen. Was ist aber Handeln ohne Bermalmt, das linke Bein vier Mal gebrochen. Der Bedauerns gemacht, der historische Reminiszenzen der großen Zeit eines Wissen? Ein blindes Dreinschlagen, ein Zerstören. Was ist werthe wurde in das Augufta- Hospital eingeliefert, wo fofort großen Boltes Revue paffiren läßt und in altbekannten Knoten Wissen ohne Handeln? Todte Gelehrsamkeit. Wo ein Wille ist, eine Amputation des Armes vorgenommen wurde; das Bein Berwicklungen schlägt, deren Lösung der Zuschauer im voraus wird in einigen Tagen entfernt werden. findet sich auch ein Weg. Der Wille muß wissend, muß bewußt Der Jammer seiner leicht und sicher ahnen muß. Man ist dem Dichter ob seiner werden, das ist das Bestreben unserer Partei, die selber als benachrichtigten und sofort herbeigeeilten Frau soll herzzerreißend Sarmlosigkeit nicht böse, aber man bedauert, daß Ganzes eine große Bildungsschule ift. Was an poli- gewefen fein, welche nach fo wenigen Stunden der Trennung Sardou heißt. tischen und ökonomischen Kenntnissen, an befreiendem Wissen die ihren Mann in solchem Zustande wiederfand. Arbeiter seit Jahrzehnten gelernt haben, das haben sie von der Sozialdemokratie gelernt. Die Partei betrachtet die Bildungsschule, wie jede dem Bildungsbedürfniß der Arbeiter dienende Schule für nothwendig zur Erziehung der Arbeiterklasse, zur geiftigen Emanzipation, ohne die der politisch ökonomische Emanzipationskampf aussichtslos. Thun Sie alles, was in Ihren Kräften steht, um das Ideal zu erreichen, welches uns bei der Gründung der Schule vorgefchwebt und ftimmen fie mit mir ein in den Ruf: die Arbeiter- Bildungsschule lebe Auf dem Eise hat sich der 28jährige, zuletzt in Berlin hoch! Brausend ertönte der vieltausendstimmige jubelnde Hochruf lebende Agent Cohn erschossen. Er hielt sich bei Bekannten in durch den Saal als ein freudiges Gelöbniß, zu leben und zu Friedrichshagen auf und hatte sich am Sonnabend entfernt, um streben für die Arbeiter- Bildungsschule. Programmmäßig verlief Schlittschuh zu laufen. Bermuthlich ist er nach Köpenick geim Weiteren das dritte Stiftungsfest. Erst um 2 Uhr morgens gangen und hat von dort aus die Eisbahn der Dahme und des nahm der Zanz seinen Anfang. Langen Sees aufgesucht. Er wurde noch lebend nach Friedrichsbagen gebracht, starb jedoch wenige Stunden darauf. Er hinter läßt Frau und Kind, An die Genossen und Arbeiter Schönebergs. Die er Ein wesentlicher Theil des freundlichen Erfolges ist der Fräulein Jenny Groß, zu Mit der Zunge an eine Thürklinke festgefroren ist Darstellerin der Titelrolle, Ihr Spiel war als Wäscherin graziös und gestern Nachmittag der in der Brunnenstraße wohnhafte Schloffer- danken. lehrling Giese. Andere Knaben hatten ihn veranlaßt, doch ein- als avancirte Herzogin namentlich in den Szenen, wo mal die Klinke anzulecken. Als er dies that, fror die Zunge ste den hochmüthigen und spöttelnden Kolleginnen derb die natürlich sofort an. Auf das laute Geheul des Jungen stürzten Wahrheit sagte, sowie in der Konferenz mit dem Kaiser von Nachbarsleute herbei und erlösten den armen Schelm von seiner vollendeter Wahrheit. Nur dünkt uns, daß sie sich beim Einüben Qual, indem sie die Zunge mit warmem Wasser begossen und so und Probiren der Hoffünfte nicht gar zu tolpatschig hätte geben brauchen; derart ungefchickt benimmt sich keine Französin und von der Klinke loslösten. stamme sie auch aus dem Elsaß. Herr Reicher als Napoleon hatte gar wenig von der gebietenden Hoheit des neuen Cäsar auf die Bühne gebracht; ihm war Napoleon der kleine Korporal in einer fast preußischen Bedeutung des Wortes. Von den übrigen Darstellern wollen wir Herrn Sauer als Fouché lobend hervorheben. Licht", von Max Stempel. Ein Himmelstürmer, der Neues Theater. Sonntag, den 14. Januar, Schaffer des neuen Drama's, wollte Stempel werden und als er aus dem Geheimniß der Vereinsbühnen heraustrat, war es allen Wählerlifte zu den Gemeinderathswahlen liegt in der Zeit vom 15. bis einschließlich 30. Januar, von Morgens 8 bis Das Opfer eines frechen Spizbuben ist das in den Nachm. 3 Uhr, im Rathhause zur Einsicht aus. Für die Genoffen und Arbeiter, denen es an Zeit mangelt, die Liſten eingeworden, welche bei einem Schlächtermeister in der Friedrichs- dritter Hausdichter engagirt zu werden, falls er das Berliner Leben noffen und Arbeiter, denen es an Zeit mangelt, die Liſten ein- 40er Jahren stehende Dienstmädchen unverehel. Thomoscheit flar, daß er auf dem besten Wege ist, von Herrn Adolf Ernst als zusehen, sind bereit, dies zu thun, die Genoffen Siegler, felderstraße bedienstet ist. Durch jahrelange unermüdliche Thätig- noch genauer studirt. Hätte Herr Stempel sein Stück einer Bühne, Golgstr. 43, Soffmann, Sedanstr. 11; akelbusch, teit hatte sich die Th. 578 M. erspart und nach der städtischen die die Lokalpoffe pflegt, eingereicht, so hätte er sachverständigen Bahnstr. 45. Der Vertrauensmann. Spartaffe gebracht. Das Sparkaffenbuch übergab fie der Sicher- Rath erhalten, einige ernste Stellen ausgemerzt, ftatt Schauspiel Ein Beitrag zur staatlichen Arbeiterfreundlichkeit. heit halber einer entfernten Verwandten, der in der Erfstraße zu Lokalpoffe gesetzt, einige weitere Berliner Dialektszenen und Die in der letzten Stadtverordneten- Versammlung bei Be- Rigdorf wohnhaften Wittwe Hübusch, zur Aufbewahrung. Im etliche Mäßchen mehr hineingedichtet", einen anderen Titel gewählt rathung des Singer'schen Antrages wegen Errichtung von Wärm Laufe des vorigen Jahres übergab Fräulein Th. der genannten und sein Stück hätte dann, wenn es von fachkundiger Hand hallen vom Stadtverordneten Kalisch gemachte Mittheilung, daß Wittwe noch weitere 100 m. mit dem Auftrage, dieselben gleich- forrigirt worden wäre, Erfolg gehabt, da er aber noch immer ber Zentralverein für Arbeitsnachweis vom Eisenbahnfistus in falls bei der Sparkasse einzuzahlen. Der etwa 20 jährige Sohn höher hinaus will, so wurde er so gründlich ausgepfiffen, daß der Miethe der für die Wärmhallen benutzten Stadtbahn der Wittwe, Viktor Hübusch, der als Registrator bei einem selbst die überaus aufdringliche Claque den Muth vollständig bögen am Alexanderplatz gesteigert wurde, ist durchaus zu Berliner Rechtsanwalt beschäftigt war, eignete sich nun aber verlor. Kein Mensch wußte, weshalb das Stück Licht" heißt, treffend. Dem Zentralverein für Arbeitsnachweis find fämmt nicht nur die 100 M. an, sondern gab auch seine Stellung denn als der erblindete Hans Roloff sein Augenlicht wieder liche von ihm für den Arbeitsnachweis und die Wärmhallen be- auf und lebte fortan nur noch von den Ersparnissen des gewinnt, merkte man blos, daß Herr Stempel fein Dichter, nusten vier Stadtbahnbögen gekündigt worden; gleichzeitig aber bebauernswerthen Dienstmädchens, die er nach und nach bis sondern ein öder Poffenreißer ist. In dem Stücke fehlt es an jeder ist durch den Eisenbahnfistus die Bereitwilligkeit ausgesprochen auf 2,24 M. abgehoben hat. Obwohl Fräulein Th. wiederholt tieferen psychologischen Begründung. Alles, was auf den Brettern worden, einen neuen Miethsvertrag bei einem um 250 m. für ihr Sparkassenbuch verlangte, wurde ihr dasselbe von Hübusch vorgeht, ist durch das Vorangegangene nicht erklärt, erregt Gr jeden Bogen erhöhten Miethspreis abzuschließen. Für den und dessen Mutter stets unter allerlei Vorwänden vorenthalten, staunen, aber kein freudiges. Ganz unnöthige Episoden wurden blos vorgeführt, um mehr oder minder gute Wize anzubringen. I deutschen Jungfrauen geschlossen worden ist. Heil ihnen allen| ständigte. Die Zahl der Mitglieder der Omladina" betrug Das Bekenntniß einer älteren Frau, die sich Mutter fühlt, wird und ihrer Ballmoral! in der denkbar unpoetischesten Weise breit getreten, selbst den zufällig in die Wohnung Tretenden wird das erwartete intime Familienereigniß brühwarm erzählt. Die Heiterkeit auf der Bühne wird wenig gestört, jedenfalls aber nicht unter den Zuschauern, durch eine Trauernachricht. Es hieße den Raum verschwenden, wollten wir mit der„ Handlung" dieses Machwerkes, das bald von der Bühne verschwunden sein wird, unsere Leser behelligen. Als im ersten Afte von der Claque wüthend Beifall geklatscht wurde, zeigte Frl. Brock, die eine nach Rendezvous lüsterne fleine Berlinerin gab, so wenig Taft, daß sie das Weiterspiel störte, indem sie für den Beifall dankte. Das Publikum lohnte dem dankbaren Gemüthe mit wohlverdientem Zischen. Ginzelne Darsteller schienen das Stück von Anfang an als Posse aufzufassen und spielten dementsprechend, so vor allem Herr Gaspart ( der Kommerzienrath). Wie bei jedem blos durch die Schuld des Autors durchgefallenen Stücke ist den Darstellern das Beileid nicht zu versagen. Im Allgemeinen wurde weit besser gespielt, als das Stück verdiente. Herr Jarno bemühte sich sehr um die einzig schwierige Rolle des Stückes, die des Blinden, Herr Rittner als Liebhaber bot eine Mittelleistung, Frau Bertens als Kommerzienräthin in den besten Jahren und Frl. Gabri als junges Mädchen befriedigten. Auch die Nebenrollen wurden nicht schlecht gespielt. Gerichts- Beitung. 720. Der Verein hatte Ortsgruppen in Jungbunzlau, Pilsen, Budweis, Reichenberg und Kladno und unterhielt Beziehungen zur„ Omladina" in Wien, Galizien mit einzelnen Ruthenen, Serben und Slovenen. Nach den Aussagen einiger Angeklagter unterhielt die" Omladina" freundschaftliche Beziehungen zur Ueber den Prozek gegen die„ Omladina" bringt das jungczechischen Partei. Einige jungczechische Abgeordnete Wolff'sche Telegraphenbureau folgende Depesche aus Prag vom besuchten vertrauliche Sihungen der" Omladina". Zu den 15. Januar: eifrigsten Mitgliedern zählten Zieglofer, Holzbach, Ryback, " Die Anklagefchrift in dem heute begonnenen Prozeß der Weigert und Duda. In den Versammlungen wurde u. a. die Omladina", 326 Seiten start, lautet auf Hochverrath, Majestäts- Besudelung der Statue Raisers Franz I. beschlossen und zahlbeleidigung und Beleidigung von Mitgliedern des faiserlichen reiche Demonstrationen in Szene gefeßt. Die Anklageschrift führt Hauses, ferner auf Geheimbündelei, Beleidigung einer gefeßlich mehrere solche von der" Omladina" inszenirte Tumulte an. anerkannten Kirche, Diebstahl, boshafte Beschädigung fremden Publizistische Organe der Omladina" waren:" Zeitschrift der Eigenthums und Angeklagt find Anton Holz- fortschrittlichen Studentenschaft", später Neue Strömungen" bach, 19 Jahre alt, Journalist, und 75 Genoffen. Das die fortschrittlichen Blätter", und Neodvistlost." Die AnklageAlter der Lehteren variirt zwischen 21 und 16 Jahren, nur einer schrift führt sodann die jeden einzelnen Angeklagten belastenden ist über 30, 19 find über 20 Jahre alt. Dem Stande nach sind Momente an. die Angeklagten Handwerksgehilfen, Arbeiter, einige Journalisten, zwei Advokatur- Konzipienten und zwei Studenten. Als Zeugen sind 100 Personen, darunter 27 Polizeiorgane, vorgeladen. 1892 · Omladina- Prozeß. Die Verhandlung begann unter heftigen Protesten der Angeklagten und der Bertheidiger wegen Einschränkung der Zahl der als Zuhörer zugelassenen Vertrauens männer, sowie wegen der Enge des Verhandlungssaales. Seitens In den Gründen der Anklageschrift werden zunächst die De- einzelner Angeklagter wurden Anträge auf Absonderung des sie monftrationen am Vorabend des Geburtsfestes des Kaisers, betreffenden Verfahrens vom Hauptverfahren gestellt. Der 17. August 1893, geschildert, bei welcher Gelegenheit zahl- Gerichtshof lehnte alle diese Protefte und Anträge ab; der reiche, den Monarchen und die allerhöchste Familie Vorsitzende wieś energisch die aus dem Auditorium kommenden Bourgeoisie- Ballmoral. Der akademisch- literarische Verein beleidigende, zumeist hektographirte Zettel verbreitet wurden. Verfuche, die Ruhe zu stören, zurück. Hierauf begann die eigenthielt am Sonntag, wie schon des öfteren geschehen, einen Festball Diese Demonstrationen waren von mehreren Personen vor- liche Verhandlung mit dem Aufruf der Namen der Angeklagten; ab und zwar in den vier Jahreszeiten, das Souper zu 2 M. bereitet und hat dabei der Geheimbund Omladina" die Haupt- einer derselben war nicht erschienen. 50 Pf. Für bürgerliche Verhältnisse ist dies zwar nicht progig, rolle gespielt. Die Anklageschrift verbreitet sich des Längeren Der Gerichtshof beschloß den Ausschluß der Deffentlichkeit, aber doch hochanständig. Es tamen dann auch Bräutchen und über die Entstehung, den Zweck, die Organisation und die worauf die Vertheidiger ihre Vertrauensmänner- zumeist Bräutigam, Brautvater und Brautmutter und was sich sonst im Thätigkeit dieses Geheimbundes. Aus dem bei dem An- Zeitungsberichterstatter und Abgeordnete- ernannten. ausgedehnten Familienkreise zum sittsam- schwarzbefracten und geflagten Ziegloser fonfiszirten Tagebuche geht hervor, schüchtern- halbdekolletirten Vergnügtsein akademisch- literarisch zu- daß die Anfänge Im Prozeß Harden erfolgte Montag Mittag die Urtheilseines Verbandes zur Veranstaltung fammenfinden wollte. Und auch an Präparation fehlte es nicht. von Kundgebungen in die Zeit der Landes Jubiläums: Aus- verkündigung. Maximilian Harden, der Herausgeber der" SuEs ist nichts schöner, als wenn sich in solchem familiär- vertrautem ftellung 1891 zurückreichen und als Ausfluß der im Kongresse kunst", wurde in beiden Fällen für schuldig befunden und zu Kreise, der die Ehre hat, in literarischer Beziehung mindestens der slavischen Studentenschaft in Wien 1890 vollzogenen Ver- einer Geldstrafe von 600 m. verurtheilt. Das Gericht erkannte für seine Mitglieder und deren Ballmütter tonangebend zu sein, einigung dieser Studentenschaft mit der fortschrittlichen Arbeiter- an, daß der Angeklagte in Wahrung berechtigter Interessen geein bestimmter ästhetischer Mittelpunkt findet, auf den das geistige fchaft anzusehen ist. Dieser Kongreß afzeptirte das Programm handelt, aber den Schutz des§ 193 durch die Absicht der BeMonocle in den Ballpausen ruhen tann. Wohlangebrachtes der vollständigen Gleichberechtigung Wohlangebrachtes der vollständigen Gleichberechtigung, der föderativen Um- leidigung verwirkt habe. ästhetisch- literarisch- akademisches Ballthema war diesmal ein gestaltung Defterreichs und der Verbiüderung der Ar- Das Reichsgericht verwarf am 15. Januar die Revision, dreiattiges Lustspiel von Otto Krad, genannt Der Affe, das die beiter mit der intelligenten Bürgerschaft. Am 15. Sep- welche Pfarrer Stöd in Trier und die Wittwe Ludwig gegen Mitglieder der Vereinigung am Nachmittag des Ballabends für tember wurde beschlossen, beschloffen, einen Verein Om das am 4. Oktober v. J. von der Straffammer zu Koblenz gegen fich und ihre weiblichen Angehörigen im Neuen Theater" ladina" zu gründen, dessen Statuten jedoch von der Statt sie gefällte Urtheil eingelegt hatten. Das Urtheil gegen Pfarrer aufführen ließen. Der Affe handelt natürlich von Liebe halterei nicht genehmigt wurden. Deffen ungeachtet hat der Stöck lautete wegen Entziehung eines Kindes auf drei Monate, und Ehe und hat eine für höhere Töchter a. D. Verein seine Thätigkeit begonnen und als feinen Zweck die Ver- gegen Wittwe Ludwig, Mutter des Kindes, auf einen Monat geradezu entzückende Moral. Es fällt heutigen Tags auch der anstaltung von Straßen- Demonstrationen behufs Einschüchterung Gefängniß. bürgerlichen Jungfrau bekanntlich immer schwerer, einigermaßen der Polizei, die Veranstaltung von Aufläufen nationalen chic und schicklich an den Mann zu kommen und gar was und internationalen Charakters angesehen. Mit Ausnahme Herzensbündnisse anbetrifft, so ist auf diese fürs praktische Leben des ermordeten Mrva und vier Konsorten leugneten alle die rein gar nichts mehr zu geben. Wohl der Jungfrau, die von Angeklagten Existenz Geheimbundes unter einem reichen, wenn auch alten und ungeliebten Manne heim- diesem Namen und mit dem obigen Zwecke und erklärten blos geführt wird, sie kann lachen und Staat machen. Aber sie Fortschrittsfreunde zu sein, welche soziale Fragen im nationalen An die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend! Seit fann auch lieben, wenn sie es richtig anfängt und entzückend ist Geiste lösen wollten. Sie wollten blos das czechische Volt 1. Januar befinden wir uns im Streit gegen das Ausbeuteres, wenn sie ihren standesamtlich und kirchlich angetrauten Ghe- gegen die Deutschen vertheidigen und Straßenkundgebungen thum und sind fest entschlossen, bis zum legten Augenblick ausgemahl so elegant und ungenirt zum Hahnrei macht, wie es der gegen alle das czechische Volt beeinträchtigenden Maßregeln zuhalten. Wie Ihr alle wißt, handelt es sich um die Einfühakademische Literat Herr Otto Krack in seinem moralisirenden veranstalten. In einem bei dem Angeklagten Holzbach vor rung des weißen Hutes, und als Folge um die Knechtschaft Wie in allen Kämpfen Familienlustspiel lehrt. Rein zum Todtlachen war es für die gefundenen Briefe wurde jedoch als Ziel des thatsächlich in unserem Gewerbe. bei uns, gebildeten Jungfrauen im Parkett, als der abgestandene eristirenden Vereins die gemeinsame Umgestaltung der Staats- das Kapital, so auch der Gegner setzt uns Philosoph und Zynifer des Stückes in praxi zeigte, form und die Hervorrufung einer europäischen Revolution be- den größten Widerstand entgegen, und ist es unsere Pflicht, wie es gemacht wird, um als höherer Louis zu leben; zeichnet. Ueber Befragen erklärte Angeklagter Holzbach, daß er den die ganze Kraft anzuwenden, um den Gegner zu schlagen. Geund wenn an dem neuesten Kinde des akademisch- Termin bis zum Jahre 1898 für diesen Zweck als zureichend nossen! Einzeln sind wir nichts, vereint sind wir alles, und so literarischen Musenhains etwas verschnupfte, so war es der Aus- hält. Später erklärte Holzbach diese Aeußerungen als ersuchen wir Euch, Genossen, uns in unserem Kampfe, der von gang, an dem wider Erwarten der Held seine Geliebte als Ghe bloße Phantasiegebilde. Die Organisation der Omladina" jedem rechtdenkenden Menschen als ein gerechter bezeichnet werden mann und nicht als gebenedeiter Hausfreund heimführt. Sonst hatte die Zahl fünf zur Basis. Ein gemeinsamer fünfgliedriger muß, zu unterstüßen, und uns dadurch zum Siege zu verhelfen. war es aber, wie gesagt, himmlisch und selten haben wir deutsche Aufsichts- Senat nominirte die Vorstände von fünfgliedrigen Riegen. Es find bis jetzt ungefähr 220 Kollegen im Ausstand gewesen, Jungfrauen so glockenhell lachen und so handschuhverachtend Dieser Senat ernannte einen Diftator mit unbeschränkter Macht. noch einmal so viel kommen durch Versammlungsbeschluß vom flatschen hören, als während der Aufführung dieses an zynischen Organe der„ Omladina" waren„ Daumen" und" Finger". In 12. d. M. hinzu, nach welchem über sämmtliche Tarameter- Fuhrherrn, 3oten reichen, im übrigen aber, wie unnöthiger Weise erwähnt vertraulicher Sigung der Genossen" wurde der" Daumen" ge- die außer den Tarameterwagen noch andere Wagen im Betrieb werden soll, literarisch werthlosen deutschen Lustspiels. Die an- wählt, diefer cooptirte vier Finger", diese wählten wieder einen haben, die Sperre verhängt wordenlist. Wie Ihr erseht, erfordert gehenden Hausärzte, Hauslehrer und, last not least, Staats: Daumen" und dieser zweite Daumen" stellte sich dem Ersten vor. es unsere ganze Kraft, diefen Kampf zu einem siegreichen zu anwälte des akademisch- literarischen Vereins haben sich um die Der zweite" Daumen" wählte vier Finger", diese einen machen, und glauben wir auf Euer Solidaritätsgefühl rechnen Moral der Gesellschaft, die sie dereinst vor der heranbrechenden Daumen", der sich wieder dem ersten Daumen" vorstellte zu dürfen. Zur Beschlußfassung über die weiteren Schritte Götterdämmerung mit den Waffen des Geistes und der Sitte schüßen 1. f. 1. Der erfte ,, Daumen" tannte somit alle„ Daumen", aber findet am Mittwoch, den 17. d., Vormittags 10 Uhr, eine Ver sollen, ein geradezu pyramidales Verdienst erworben, als sie die übrigen Daumen" fannten sich gegenseitig nicht. Von den sammlung sämmtlicher Kutscher in den Germaniasälen ihren Balldamen und deren Ballmüttern dies zotenbeblümte Fingern" fannten einander nur immer jene vier, welche unter statt und ersuchen wir Euch, in dieser Versammlung recht zahlgemeinsamen hors- d'oeuvre servirten. Wir hoffen nicht fehlzugehen, wenn einem „ Daumen" waren. Alle Aktionen reich zu erscheinen. Die Agitationstommission wir annehmen, daß auf dem gestrigen Festabend gar manches dirigirte der erste Daumen", der somit Diktator war und die der Berliner Droschtentutscher. zartinnige Herzensbündniß zwischen deutschen Jünglingen und übrigen„ Daumen" von den geplanten Unternehmungen ver" Buchhandlung der ,, Vorwärts" Berlin SW., Beuth Straße 2. Als neue Agitations Broschüre empfehlen wir den Genossen: Begen den Militarismus und gegen die neuen Steuern. Zwei Reichstags- Reden von N. Bebel und W. Tiebknecht gehalten bei der Berathung des Reichshaushalts- Etats am 27. und 30. November 1893. 56 Seiten Grozoktav mit Umschlag. Preis einzeln 10 Pfg., für Colporteure 6 Pfg. franko. 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Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. r. 12. Die ausländischen Arbeiter in Frankreich. Dienstag, den 16. Januar 1894. Gerichts- Beitung. Paris, den 12. Januar 1894. Die Angelegenheit von Aigues- Mortes ist in Angoulème zur Aburtheilung gelangt: franzöfifche Arbeiter, die italienische Arbeiter angegriffen und verwundet haben, sind freigesprochen worden. Es fonnte nicht anders sein, denn in diesen Zwisten zwischen Arbeitern verschiedener Nationalität ist es unmöglich, den Schuldigen zu finden. Und die Staatsanwaltschaft hatte sich Gewerbegericht. Rammer VI. Sigung vom 12. Januar wohl gehütet, die moralischen Urheber, die wahren Schuldigen, Der Kellner C. hatte von seinem Arbeitgeber Andree die ErJustiz zu stellen. Statt die Ursachen des Zusammenstoßes zu worden war und der Chef entließ ihn deshalb. G. klagte auf nämlich die Eigenthümer der Ealinen, vor die Schranken der laubniß erhalten, auszugehen. Er blieb länger aus, wie erlaubt erforschen, bemühte man sich nur, die Aufmerksamkeit auf unter- Lohnentschädigung. Im Termin gab er ganz naiv zu, mit Willen geordnete Thatsachen zu lenten, wie z. B. einen Streit, der da- später zu Andree zurückgekommen zu sein, weil er sich über über durch entstanden war, daß ein italienischer Arbeiter sein einige Abzüge geärgert habe. Dies wurde vom Gericht als unHemd in einem Kübel gewaschen hatte, worin Trinkwasser auf- befugtes Verlassen der Arbeit, also als Grund zur sofortigen bewahrt war. Entlassung betrachtet. Art bauen. " Der rekeguoszirende Beamte. Wir haben unsern Lesern in der letzten Zeit schon mehrfach mit Gerichtsverhandlungen auswarten fönnen, in denen beschworene Aussagen von Beamten nachträglich in ganz überraschender Weise vom Gericht korrigirt werden mußten. Heute ein neuer Fall: 11. Jahrg. den der Arbeiter verschiedener Nationalitäten unter sich erhalten und und der belgische Verband und die freien Verbindungen von nähren, um die Arbeiter besser ausbeuten zu können. Und um Brüssel Und um Brüssel und Luxemburg. Der internationale Buchdruckerdie Frage zu lösen, beschließt die Kammer mit ungeheurer Verband zählt zusammen ca. 36 000 Mitglieder. Am genannten Majorität ein neues Polizeigesetz gegen die Ausländer, das Kongreß waren noch vertreten der dänische und norwegische die ausländischen Arbeiter noch mehr den Launen und der Will- Verein und die Londoner Segergesellschaft. Dieselben stimmten Gallus, für des Unternehmerthums preisgiebt. mit für die Kongreßbeschlüsse und wird ihr baldiger Beitritt zum internationalen Verband erwartet. Ueber dessen Zweck wird mitgetheilt, daß er hauptsächlich darin besteht, die Beziehungen der einzelnen nationalen Verbände durch die Vermittlung des internationalen Sekretariats zu freundschaftlich solidarischen zu gestalten, die Frage des Viatikums einheitlich a zu regeln und in die Art und Weise der Unterstützung bei Verbänden eingetreten wird, soll eine einheitliche Steuer von ohnlämpfen System zu bringen. Bei Lohnfämpfen, in die je doch nur nach erfolgter Verständigung unter den betheiligten Verbänden eingetreten wird, soll eine einheitliche Steuer von allen Mitgliedern bezogen werden. Unterstüßungsgesuche dürfen nur vom Sekretariat aus erlassen werden.$ 140 Schweizerischer Gewerkschaftskougreß. Das Bundesfomitee des schweizerischen Gewerkschaftsbundes In Aigues- Mortes, wie im ganzen Süd- Diten Frankreichs Keinen Lohn und kein Trinkgeld. Die Kellner beruft auf die Osterfeiertage 25. und 26. März haben wir die Ursache der Feindseligkeit, die zwischen den fran- K. und H. flagen auf Zahlung von rückständigem Lohn gegen statutengemäß alle zwei Jahre stattfindenden Gewerkschaftszösischen und italienischen Arbeitern besteht, und die zuweilen in Herrn Wiener, den Inhaber des ehemals unter dem Namen kongreß ein. Der Ort der Abhaltung desselben ist noch nicht bemörderische Kämpfe mit Dolch und Revolver ausbricht, nicht Teufelsteller" bekannten Herrenkeller" in der Kommandanten stimmt. Auf der Tagesordnung stehen außer den formellgeschäftlange zu suchen: es ist die Ausbeutung des Unterstraße. Beklagter wendet ein, er zahle Kellnern feinen lichen Punkten der Thätigkeitsbericht des Bundeskomitees, Antnehmerthum 3. Die französischen Industriellen bedienen sich Lohn. Durch die Beweisaufnahme wird Folgendes er- träge desselben auf Errichtung eines ständigen Sekretariats, der italienischen Arbeiter, um die Löhne herabzudrücken. Die wiesen. Die Kläger wurden am 11. Dezember engagirt; sie Vereinigung der Verwaltungs- mit der Streiffasse, die jetzt geitalienischen Arbeiter reisen in Trupps, geführt von Banden- sollten zunächst auf Probe arbeiten. Herr Wiener wollte dann trennt geführt werden, Genehmigung des Kartellvertrages des Häuptlingen- Padroni d. h. Herren- genannt, welche die Reise- fich mit ihnen über die Entlöhnung einigen. Als er nach drei Gewerkschaftsbundes mit dem schweizerischen Uhrenarbeiter foften bezahlen, für Wohnung und Kost- natürlich der niedersten Arbeitstagen von einem Kläger gefragt wurde, wie es denn nun verband und dem romanischen Arbeiterbund und Wahl des Vorforgen, und mit den französischen Unternehmern die Kon- mit dem festen" Engagement und mit Gehalt sei, gab er zur ortes des Gewerkschaftsbundes, sowie der Redaktionskommission. trakte über die Arbeit abschließen, die sie von diesen Unglück- Antwort:" Ich zable fein Gehalt". Jnsdem Herrenkeller" ist Boraussichtlich werden neben dem Gewerkschafts- Kongresse lichen verrichten lassen. Alle härtesten, abstoßendsten, gefährlichsten angeschlagen: Rein Trinkgeld", nach den Angaben der auch noch einige Berufskongresse stattfinden. Die Frage des VerArbeiten in den Zuckerraffinerien, in den Fabriken chemischer Kläger etwa dreißig Mal. Sie waren somit vollständig auf den hältnisses der gewerkschaftlichen zur politischen Bewegung dürfte Produkte, in dem Eisenbahnbau werden von diesen armen Proppen gefekt". K. hörte sofort auf, während H. noch einige faum ernstlich erörtert werden, da hierüber keine MeinungsItalienern zu Löbnen gemacht, die fein französischer Arbeiter je Tage weiter arbeitete. K. beanspruchte für die drei Tage, welche verschiedenheiten bestehen. Man ist nämlich einig darüber, daß annehmen würde. In Aigues- Mortes besorgen die Italiener er bei Wiener war, 22,50 M., H. pro Tag seiner Thätigkeit beide nur das in die Praxis umgefeßte Prinzip der Arbeitsdas Ausheben des Salzes) den schwierigsten Theil der 3 Mart Der Beklagte war im Termin nicht an- theilung darstellen und daß daher beide sich gegenseitig zu erArbeit. Im Süd- Westen wird das Hacken der Weinberge von wesend. Er wurde verurtheilt, an R. 22,50 M. und an gänzen haben. Indessen ist hier das bezügliche Verhältniß insofern den Bauern der spanischen Pyrenäen besorgt. Und überall find H. 9 M. zu zahlen, letzterer wurde mit seiner Mehrforderung ein anderes, wie in Deutschland, als ein großer Theil der es ortsfreride Arbeiter, denen die härteste Arbeit und der niederste abgemiesen. Gründe: Das Gericht sei davon ausgegangen, daß Gewerkschaftsmitglieder ausländische Arbeiter sind und als solche Lohn gegeben wird. Vor der regelmäßigen Masseneinfuhr der bis zum Abgang des Klägers K., dem Abend des 13. Dezember, nicht gleichzeitig den politischen Organisationen der schweizerischen italienischen Arbeiter- noch vor 40 Jahren waren es die Bauern nichts über Lohn zwischen Wiener und den Klägern vereinbart Arbeiter angehören können. Dahingegen dürfte wohl auf dem der Cevennen, die im Winter von ihren Bergen herabstiegen, worden sei, daß diesen Abend der Bellagte jedoch ausdrücklich allgemeinen Gewerkschaftskongreß, wie auch auf den eventuellen um die schmußigsten und ungesundesten Arbeiten der Del- und erklärt habe, er zahle keinen Lohn. Von diesem Tage habe H. Berufskongressen, die Frage erörtert werden, wie die große Wasse Seifenfabriken von Air und Marseille zu verrichten. Sie wurden mit Kenntniß der genannten Bedingung weiter gearbeitet. Das der nichtorganisirten Arbeiter zu den Gewerkschaften herangezogen in den Fabrikräumen selbst beherbergt und verließen ihr Ge- fei seine Sache gewesen, mit der entsprechenden Mehrforderung und auch dauernd festgehalten werden können. Das ist eine fängniß erst im Frühjahr, um ihr bischen steiniges Land zu be- habe er deshalb abgewiesen werden müssen. Beim Nichterscheinen Frage, die in den Gewerkschaften aller Länder beständig des Beklagten hätten die von den Klägern als angemessen an- aktuell ist. Deutsche Arbeiter werden auf ähnliche Weise in gegebenen, vom Beklagten unbestritten gebliebenen Lohnsätze von Paris ausgebentet. Im Faubourg St. Antoine, wo die Möbel 7,50 M. und 3 M. dein Urtheil als maßgebend zu Gründe gelegt läuft die Nachricht, daß das Thiele- Winckler'sche Forstrevier Der Kapitalismus verpestet die Welt. Durch die Presse fabrikation ihren Hauptfit hat, giebt es Werkstätten, in denen werden müssen. Myslowitz- Kattowig gegen eine größere Anzahl industrieller Annur Deutsche sind, meistens aus Luxemburg. Der Arbeitgeber lagen des Industriebezirts flagbar geworden sei, weil ihm ihre ( patron) holt sie bei ihrer Ankunft am Bahnhof ab, begleitet sie enorme Rauchentwickelung Schaden zugefügt habe. Die Vernach der Werkstatt und stellt sie sofort an die Arbeit er giebt waltung des genanten Forstreviers behauptet, daß durch die zum ihnen Kost und Wohnung und läßt sie nur Sonntags ausgehen; Theil giftigen Rauchniederschläge der zahlreichen Essen von und dann sorgt er dafür, daß sie sich möglichst rasch berauschen, vierundzwanzig Gruben, Hütten und Fabriken 2c. die Existenz damit sie mit niemandem außerhalb der Werkstätte in Berührung In einem überaus merkwürdigen Lichte erschien die Re- des gesammten Waldes über kurz oder lang in Frage gestellt kommen. Sie sind im wirklichsten Sinne des Worts zu Zwangs tognition eines Wissethäters durch einen Nachtwächter am fei. Die Beschädigung wird fast ausschließlich durch schweflige arbeit verurtheilte Gefangene. Die Pariser Arbeiter werfen diesen Unglücklichen vor, die Arbeitstöbne heruntergedrückt und Freitag vor der ersten Straikammer am Landgericht II. In Säure und Schwefelsäure verursacht. Der jährliche Schaden, die Möbelindustrie des Faubourg St. Antoine, die vor dem Spandau hatten eines Nachts mehrere junge Leute rubestörenden der dem etwa 3800 Hektar großen Forstbestande entsteht, wird Krieg eine beträchtliche Ausfuhr nach Süd- Amerika hatte, u liches Etrafmandat über 9 M. erhalten. Lärm und groben Unfug verübt und dafür ein jeder ein polizei- auf rund 68 000. berechnet. Ob der vielfache Millionär Grunde gerichtet zu haben. Das ist nun allerdings nicht richtig: der Arbeiter Paul Müller, hielt sich für zu Unrecht be- natürlich gleichgiltig. Nur einer derselben, Thiele- Winkler diese Summe jährlich einbüßt oder nicht, ist uns Anders aber steht es mit der Waldallein etwas Wahres ist dran; ein andermal werde ich daraus lastet und beantragte richterliche Entscheidung. Der Beschluß verwüstung, die der Industrialismus hervorruft. Hierbei ist die zurückkommen. Im ganzen Nord- Osten, welcher der industriellfie Theil über die Eröffnung des Hauptverfahrens vor dem Spandauer ganze Gesellschaft interessirt. Auf dem Züricher Kongresse hatte Im ganzen Nord- Osten, welcher der industriellsie Theil Schöffengerichte wurde ihm auch korrekt zugestellt, als der alte Bürckli in seiner Eröffnungsrede gesagt, daß der Frankreichs ist, führen die" Patrone" belgische Arbeiter ein; ihm aber die Ladung zur Hauptverhandlung zugestellt werden Kapitalismus das Klima verschlechtere. Die bürgerliche Presse fie ziehen sie ihren" theueren" französische Landsleuten vor, weil sie billiger sind und leichter unter der Fuchtel zu halten sollte, war er verzogen und zwar erfuhr der Briefträger, daß konnte damals nicht genug Spott über diese Behauptung Denn in diesem Norddepartement braucht ein Arbeiter der Polizei nicht richtig; in dem bezeichneten Hause wohnte nicht der" Ar- der Hand. Müller jetzt in der Falkenhagenerstraße wohne. Das war aber ausgießen. Hicr liegt der Beweis wieder einmal auf Vernichten die giftigen Gafe der Bergwerke nur bezeichnet zu werden, und er wird binnen 24 Stunden ohne beiter Paul Müller", sondern der" Töpfer Paul Müller". Diesem und Fabriken den mächtigen oberschlesischen Wald, so verändert weitere Prozedur über die Grenze geschickt. Sobald ein Belgier sich mit Gewerkschaften oder Arbeitseinstellungen beschäftigt, gänzlich Unbetheiligten wurde nun die Ladung zugestellt. Der sich der Charakter der ganzen Gegend, Wirkungen auf den meldet der„ Patron" feinen Namen dem Polizeikommissar, der selbe schrieb an das Amtsgericht, daß er mit der Sache nichts zu Feuchtigkeitsgehalt der Luft und des Bodens bleiben nicht aus, den Verbrecher auf sein Bureau ladet, ihm eine Strafpredigt hun habe, daß hier ein Irrthum vorliegen müsse und frug gleich das Klima verschlechtert sich. Die Technik ist vorgeschritten hält, und, wenn er nicht darauf verzichtet, sich um seine Klaffen zeitig an, ob er in dem Termine erscheinen müsse. Er wurde be- genug, die enorme Rauchentwickelung zu verhindern, ja den Interessen zu fümmern, ihn sofort auf die andere Seite der schieten, daß es ihm anheimgestellt werden müsse, ob er erscheinen Rauch vollkommen zu verbrennen. Aber die Anlagen kosten Die giftigen Gase Grenze befördert. Freilich ist diese Ausweisung nur eine formelle, wolle oder nicht, jedenfalls sei es besser, wenn er, um Weiterungen Geld und würden den Profit schmälern. denn der Arbeiter, der aus einer Stadt, z. B. aus Lille, gejagt zu vermeiden, persönlich erscheine. In der Hauptverhandlung mögen auch der Gesundheit der Proletarier des Reviers äußerst ist, tommt wieder nach Tourcoing oder nach Roubaix vor dem Echöffengericht stand denn auch wirklich der un echte nachtheilig sein, aber davon spricht man nicht. Würden nicht Müller vor den Schranken und der städtische jährlich 68 000 m. des Herrn v. Thiele Winckler bedroht sein, und wird, wenn er sich ruhig verhält, dort nicht belästigt. a cht wächter retognoszirte in dem falschen so wäre die Nachricht gewiß nicht in die bürgerliche Presse geIn den Industriestädten, die nicht weit von der Grenze Müller schlankweg den richtigen Müller, das kommen. liegen, fehren die belgischen Arbeiter den Sonnabend nach Hause zurück und kommen den Montag mit einem Theil heißt den Radaumacher. Auf grund dieser Rekognition dessen, was sie für die Woche bedürfen, zurück, wofür sie, weil bestätigte das Schöffengericht das polizeiliche Strafmandat. Altona stattfand und von genau 1240 Personen besucht war, Der unschuldig Berurtheilte wandte sich nunmehr an es zum persönlichen Gebrauch ist, keinen Eingangszoll zu zahlen den Rechtsanwalt Oskar Gabriel in Berlin mit der Bitte, Be- nahm einen ruhigen, würdigen Verlauf. Nach einem 1½½ftündigen haben. Man will in Tourcoing und Roubaix eine Dampf- rujung einzulegen und ihm bei der Führung des Alibibeweises packenden Vortrag des Genossen v. Elm wurde folgende Reſo Straßenbahn- Linie errichten, welche die Arbeiter jeden Abend nach Belgien zurückführen und am andern Morgen, mit allen behilflich zu sein. In der heutigen Hauptverhandlung vor der lution einstimmig angenommen:" Der zur Zeit überall bestehende, Lebensmitteln für den Tag versehen, wieder zurückbringen soll. Straffammer war der Nachtwächter bereits vorsichtig geworden. heute nur noch von einem bestimmten Bruchtheil der kapitalistischen Auf diese Weise werden die französischen Industriellen dem auf Er befundete, daß er seine frühere Refognition nicht mehr Breffe gelengnete Nothstand ist die nothwendige Folge der Kapitalden landwirthschaftlichen Erzeugnissen liegenden Zoll ein mit Sicherheit aufrecht erhalten tönne. Der wirthschaft, die auf der einen Seite unermeßlichen Reichthum, auf der anderen Seite bittere Armuth schafft und immer größere Schnippchen schlagen, für welchen zu stimmen sie genöthigt Vertheidiger hatte aber den richtigen Wüller zur Stelle gebracht, Schichten des Mittel- und Kleinen Bauernstandes ins Proletariat welcher bekundete, daß er das Strafmandat erhalten, dagegen waren, damit die Agrarier ihrerseits auch für den Schutzzoll auf Industrieprodukte stimmten. Diese Einfuhr von Arbeitern in das Einspruch erhoben und auch den Eröffnungsbeschluß empfangen hinabdrückt. Die Vertheuerung der Lebensmittel durch Zölle und Norddepartement ist übrigens vom politischen Gesichtspunkte aus habe. Der Vertheidiger plädirte in furzen Worten für Ein- indirekte Steuern, das Retentionsrecht der Hauswirthe und andere verfehlt, denn gerade diese Belgier, die aus Orten in der Nähe von stellung des Verfahrens und Erstattung der nothwendigen Aus nur der besitzenden Klasse Nutzen schaffende Gesetzesbestimmungen fagen und Bertheidigungsgebühren aus der Staatstafie. Der verschlechtern die wirthschaftliche Lage des Arbeiterstandes mehr Gent tommen, wo alles von den dortigen Sozialisten bearbeitet lagen und Bertheidigungsgebühren aus der Staatstafie. haben auch den Sozialismus und den Geist der Staatsanwalt unterstützte diese Anträge, kam aber mit dem Ver- und mehr und bewirken bei einem großen Theil desselben voll Organisation mit herüber gebracht. Viele Jahre hindurch sind Antheidiger überein, nicht die Einstellung, sondern die Freisprechung ständiges Versinken in Pauperismus. Die Versammlung protestirt ſeele, van Beveren und andere Kameraden zu beantragen, weil nur dem freigesprochenen Angeklagten" die deshalb gegen die geplante Einführung neuer indirekter Steuern jeden Sonntag aus Gent nach Mouscron und in andere fleine Auslagen ersetzt werden können. In diesem Sinne erkannte denn und fordert die Beseitigung der schon bestehenden. Als MaßGrenzstädte gekommen und haben in flämischer Sprache an die auch der Gerichtshof. Wahrscheinlich wird nun der Nacht regeln zur Linderung des Nothstandes fordert die Versamm Arbeitslosen aus Staatsmitteln. Keine Armenunterstüßung, in Frankreich arbeitenden belgischen Proletarier Reden gehalten. Wächter zum mindesten wegen fahrlässigen lung zunächſt: 1. Direkte und ausreichende Unterstüßung der Wie sich erwarten ließ, haben die boulangistelnden Chauvi- Meineides zur Rechenschaft gezogen werden. durch welche den Arbeitern ihr Wahlrecht verkümmert nisten sich der Frage der ausländischen Arbeiter bemächtigt; fie wird. 2. Gesetzliche Einführung der achtstündigen Arbeitszeit. forderten einfach ihre Ausweisung. Das erschien aber doch zu 3. Beseitigung der die industriellen Arbeiter schädigenden Zuchtstart, besonders den Unternehmern, die großen Gewinn aus den hausarbeit. 4. Vergebung aller Staatsarbeiten in Regie. 5. Gr fremden Arbeitern ziehen. Man schlug dann vor, den auslänrichtung eines städtischen Arbeitsnachweises unter Kontrolle der dischen Arbeitern und den Industriellen, die sie verwenden, eine Arbeiter. Diese Forderungen sind von den herrschenden Klassen Steuer aufzulegen. Während der letzten Legislaturperiode in unbegreiflicher Verblendung bisher hartnäckig ignorirt, ja beantragten Lafargue und Jourde bei zwei verschiedenen theilweise mit offenbarem Hohn zurückgewiesen. Immer offener Gelegenheiten, daß man bie fremden Arbeiter gegen und unverhüllter stützt sich der Rapitalismus auf Bayonnette und die Ausbeutung der Unternehmer schütze, indem Kanonen! In Waffen starrend stehen des Winks gewärtig die den Industriellen verbiete, denselben einen geringeren Internationaler Buchdruckerverband. Von Delegirten Söhne und Brüder der hungernden und frierenden Massen, um Lohn zu zahlen als den französischen Arbeitern. Hätte man der diesem Verbande angehörigen 16 nationalen Buchdrucker- da, wo das schreiende Glend die nicht in Disziplin und Organis diesen Vorschlag angenommen, so würden alle Streitigkeiten Organisationen fand bekanntlich Ende August in Bern ein Kon- fation geschulten Nothleidenden etwa zu Verzweiflungsausbrüchen zwischen den französischen und den fremden Arbeitern aufgehört greß statt, der die Errichtung einer Zentralstelle beschloß und hinreißt, dieselben mit grausamer Gewalt zerschmettern zu haben. Dies paßt den Herrn Unternehmern aber nicht in den mit deren Leitung den deutsch- schweizerischen Typographenbund müssen. Ausgehend von der Ueberzeugung, daß unter den Kram. Im Gegentheil, sie wollen die Eifersucht und den Haß sowie die westschweizerische Föderation betraute. Die von den heutigen Zuständen vereinzelte und unorganisirte Ausbrüche die beiden Vereinigungen bestellte Aufsichtskommission hat zum Leiter angemaßte Macht der Besitzenden nur zu stärken geeignet sind, *) Aigues- Mortes aus dem Lateinischen, eigentlich: todte des in Bern errichteten ständigen Sekretariats Reimannin erklären die in der heutigen Versammlung Anwesenden, mit Wasser war früher Seehafen; jetzt ist das mittelländische Biel gewählt. Dem internationalen Verbande gehören bis jetzt Weib und Kindern unter dem Glend der Arbeitslosigkeit Meer 4 Kilometer entfernt, hat aber unerschöpflich reichhaltige, unter- an: die beiden schweizerischen Verbände, der deutsche Buch- Seufzenden, nicht ruhen zu wollen, bis ernstliche Mittel zur Aufirdisch nach ihm fortwährend gespeiste Salzfümpfe zurückgelassen, bruder- Berband, der elfaß- lothringische Verband, der französische hebung der, momentan schreiendsten Nothstände ergriffen werden, aus denen das Salz abgeschöpft wird. Das Ausheben des Salzes Bucharbeiter Verband, der rumänische Gutenbergverein, der daneben aber die zur endgiltigen Beseitigung der ganzen tapita aus dem Eumpf ist eine ebenso widerwärtige als schwere Arbeit. ungarische Landesverein, der österreichische, holländische, spanische' listischen Mißwirthschaft allein wirksame politische und gewerk ist, man Tas Reichsgericht hat am 12. Januar die Revision des Anarchisten Leimert, welcher in dem bekannten Geheimbunds prozeß vom Landgericht Berlin am 27. September 1893 zu vier Monat Gefängniß verurtheilt worden war, verworfen. Soziale Ueberlicht. Eine Arbeitslosen- Versammlung, welche am Freitag in fchaftliche Organisation des Proletariats mit aller Kraft der Ueberzeugung fördern und stüßen zu wollen." Ackerstr. 67. = behufs Gründung einer Filiale im Norden. 3. Verschiedenes. Die zweite: deutscher Schuhmacher, welcher auf drei nachfolgenden Kongressen Montag, den 22. Januar, Abends 8 Uhr, in Moabit, Stromstr. 28 bet Lange. als die praktischste Organisation anerkannt wurde. Die Berliner Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Mattutat. 2. Diskussion. 3. Ver- Schuhmacher haben diesen Verein selbst mit ins Leben gerufen. Soziales Elend. In Izehoe hatten sich zur unentgelt- fchiedenes. Verein der Bureau- Angestellten und verwandten Berufsgenoffen. Da die Zahl der Streits im Schuhmachergewerbe und der Industrie lichen Speisung durch die Volksküche 311 arme Schulkinder ge- Mitglieder Versammlung jeden Dienstag nach dem 1. und 15. des Monats, zu jener Zeit groß war und oft mehrere zu gleicher Zeit aus. meldet, von denen aber 129 abgewiesen werden mußten, weil die aber ds 9 Uhr in der Lothringerstr. 63 bei Golisch. Mittel zu gering waren. In Magdeburg das gleiche SchauTurnverein Germania turnt Dienstag und Freitag, Abends 8%-10% Uhr brachen, ohne daß die nöthigen Mittel vorhanden waren, die Streifenden zu unterstützen, ging die Mehrzahl verloren, wodurch spiel; dort sollen 197 Gesuche um Frühstück abgewiesen worden Achtung, Schlächter! Große öffentliche Versammlung sämmtlicher die Bewegung arg geschädigt wurde. Es wurde deshalb besein, weil die zuständigen Armenvorsteher ermittelt haben, daß Schlächtergesellen und Mamsells am Sonntag, den 21. Januar, Nachmittags schlossen, einen Vertrauensmann für ganz Deutschland zu wählen, die Eltern der betreffenden Kinder sich in einer Lage befinden, stags- Angordneten Regien aus Hamburg. Berichterstattung der Statuten welchem zugleich alle Streifangelegenheiten und die Unter die eine solche Unterstüßung nicht nöthig mache. Wenn man berathungs- Kommission. Wahl eines provisorischen Vorstandes. bedenkt, in welcher Weise diese sogenannten Wohlthaten heute verabreicht werden, welchen Demüthigungen der Empfangende in der Regel ausgesetzt ist, dann muß man wohl zu dem Schluß kommen, daß zum Vergnügen sich gewiß Niemand meldet, um die Bettelfuppe in Empfang zu nehmen, sondern daß im Gegentheil nur die bitterste Noth dazu getrieben hat. Streits in Oesterreich. In Brünn stellten am 5. Jan. 76 Dampfstuhlweberinnen bei der Firma Neumark wegen Lohndifferenzen die Arbeit ein.- Der Streit der Sammt= weber in Mähr Trübau dauert ungeschwächt fort. In Römerstadt traten am 8. d. M. die Weber der Seidenfabrik der Gebr. Schiel in den Streik. Die Winderinnen und Echweiferinnen haben sich mit den Arbeitern solidarisch erflärt. Im Ganzen streifen 90 Personen. Schnelle Hilfe ist unbedingt nothwendig. Buzug ist fernzuhalten. Unterstüßungen find zu senden an Robert Krondorfer, Mühlgasse 47. Die Opfer der Lungenschwindsucht. Wie furchtbar diese Krankheit wüthet, zeigt wiederum der Bericht, den das " Desterreichische Sanitätswesen" über die Statistik der Todes: ursachen in den österreichischen Ländern für die Jahre 1873 bis 1893 bringt. Danach weist die höchste Zahl von Todesfällen die angeborene Lebensschwäche( Säuglingssterblichkeit) mit 96 694 Personen im Jahre 1888 auf. Dann folgt die Lungenschwindsucht mit 93 364 Sterbefällen im Jahre 1890! Jhr folgen die entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane mit 84 510 Opfern in 1892, die Altersschwäche aber erst mit 72 908 im selben Jahre. Leider fehlt der Statistik die für uns wichtigste Angabe über die Betheiligung der einzelnen Berufsklassen an den Todesfällen. Wäre dieses der Fall, wir würden wiederum bestätigt erhalten, daß die Arbeiterklasse am meisten von jener Krankheit betroffen wird. Der Kanton Schaffhausen will nach dem Beispiel der Kantone Zürich und Glarus nun ebenfalls die unent geltliche Beerdigung einführen. 5 Uhr, in Cohn's im Laufe des Semesters, eintreten. straße 25. Streitler, Grünauerstr. hauferstr.42. bei Werner. 1 bei Gütler. Mohr'sches Doppelquartett, Schon vor drei Jahren schrieb das Schuhmacher Fachblatt wie folgt über diese Misere: Arbeitslosen- Versammlung für Schöneberg am Dienstag, den stützung derselben übertragen wurde. Zu diesem Posten wurde der Unterzeichnete seit 1883 wiederholt gewählt und haben wir 16. Januar, Vorm. 9½ Uhr, in der Schloßbauerei zu Schöneberg. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% ühr. Nord- mit dieser Einrichtung schon manchen schönen Erfolg erzielt, weil Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in: Kaufm Rechnen. Korrespondenz. die Arbeitgeber vor dem Verein deutscher Schuhmacher Respekt oft- Schule, Markusstraße 31: Unterricht in: Deutsch( unt.). Südost haben. Als Beweis will ich hier nur anführen, daß der gleichSchule, Reichenbergerstraße 133. Unterricht in: Mathematit. Bei allen Unterrichtsfächern können Schüler und Schülerinnen auch jest, zeitig mit dem Berliner Zwickerverein ausgebrochene Streit der Mitglieder unseres Vereins der Fürstenheim'schen Arbeiter nach Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Ale Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an B. Bentet, einer längeren Verhandlung des Unterzeichneten und einer DeBergmannstraße 14,$ of 2 Tr. Dienstag. Louisenstädtischer Theaterverein putation der Streifenden zu gunsten der Arbeiter beigelegt Frohsinn bei Möhring, Admiralfir. 18c.- Musitverein Hoffnung, wurde, weil der Verein mit seiner Kasse hinter seinen Mitbet Treßler, Gisenbahnfiraße 6. Geselliger Musikdilettanten Verein Münstermann, bei Wilte, Hochstr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme gliedern stand. neuer Mitglieder. 2heaterverein Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Unsere Berliner Kollegen, welche es nie zu einer nennensTheater- Gesellschaft i berte, Kottbuser werthen Organisation gebracht, trennten sich später( 1889) von Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Tamm 103 bei Meier.-Theaterverein Freie Kunst, Blumenstraße Nr. 46 bei Went, 8% Uhr. Schüßenverein Freifugel, etaligerftr. 34 bet Sente dem Verein deutscher Schuhmacher und gründeten einen LokalGesangverein Alpenrose Abends 9 Uhr bei Tschentscher, Schönlein. verein. Unter vielen Anstrengungen und Opfern gelang es uns müller, Georgenkirchstr. 65. Rauchtlub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bet wieder, in Berlin eine Filiale des Vereins deutscher Schuhdiese Filiale wurde mit Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umg. Alle Aenderungen im Vereins- macher zu gründen, aber von tödtlichsten Hasse dem Lokalverein verfolgt falender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, dem Abds. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freundschaft, und bekämpft. Neben dem Lokal Verein gründeten Olympia, Adalbertfir. 8 bei bei Dewald Berliner, Brunnenstr. 114. nun noch die Zwicker in Berlin einen Zwickerverein, die Stepper Cauermann.- Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Mielte. Allegro, Wrangelstr. 141, bei Schmidt.- Alpenglo de, Grüner Weg 29, bei Saeger. einen Stepperverein, die Filzschuharbeiter einen FilzschuhBruderherz, Andreasfir. 26 bei Wilte Shn'scher Humor, Strauß- arbeiter- Verein. Alle zusammen aber repräsentiren nicht den bei Birk. Unverzagt 2, Moabit, Jagowftr. 20 bei Linke. bergerstraße atkapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Arbeiter- mat- hundertsten Theil der Kollegen und alle zusammen wollen fie bund, Newawes, Wallstraße bei Gärtner. Sängerfette, Rottbuser nichts wissen von dem Verein deutscher Schuhmacher, welcher Damm 74 bet A. Silte. Kreuzberg, Lichterfelderstr. 7-8 bei Winter. ca. 12 000 Mitglieder zählt. Vorwärts 4, Alte Linde, Mariannenstraße 48 Ginigtett 2 Dieser Verein vertritt die Tendenz, daß Streiks, wenn sie Rathenow, Restaurant Zur Erholung bei W. Friesecke. Weinstraße 11 bei Feind. Gesangverein der Böttcher Steinei che, nicht mit einiger Aussicht auf Erfolg geführt werden können, Jüdenstr. 55 bei Trieschmann. Vorwärts 8, Marwig, bei Wilhelm Nölte. wenn feine Mittel vorhanden sind, um die Streikenden wenigHilaria, Frantfurterstr. 30 bei Haberecht. Wiederhall, Röpenickerfiraße 191 tei Boge. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 10 stens die erste Zeit vor Hunger zu bewahren, ja die sichere bet Member. Gefangverein Rothe Melte 2, bei Rabe, Ruppiner- und Wabrscheinlichkeit zur Niederlage der Arbeiter führt, es besser Echönholzerstraßen- Ecke. Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Karlsgartenstraße ist, dieselben unterbleiben. Zeigen nun die Berliner Schuhbei Hilpert.- Geſangverein Eintracht, Nieder- Schönettel. 78 macher schon an sich ein trauriges Bild der Zerrissenheit und bei Hahn. Gesangverein Frohsinn in Stralau, Gräfl. Reischach' sche Brauerei. Berfahrenheit, so sind im übrigen Deutschland die Arbeiter der Friedrichshagen, Blant's Restaurant.- Epheu, Gerichtsstr. 10 bei Gehrandt. Deutsche Liebertafel, Grüner Weg 29 bet Eager. Sängergruß, mechanischen Schuhindustrie mit einigen rühmlichen Ausnahmen Gesangverein& cho 2 9 Uhr Abends uebungsfiunde bei Reimann, Alte Schön- absolut für keine gewerkschaftliche Vereinigung zu gewinnen. Gefangverein erechtigteit Westen, Bülowftr. 56 Was für unsägliche Anstrengungen hat der Verein deutscher Gefang und Theaterverein„ Acacie"( gemisch. Chor). Der Kongreß des schwedischen Maurerbundes, welcher Beughofstr. 8 bei Wehlendorf.- Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlers: Schuhmacher nach dieser Richtung gemacht, welche kolossale Freies died 1, Friedrichsberg, Friedrich- Opfer gebracht, alles vergeblich. Dabei kommen zwei Drittel vom 6. bis 8. Januar in Goteborg tagte, faßte eine Reso- bof, Restaurant Ruble. Karlstraße 11 bei Heinecke. Wacht auf Schwedterstraße 23 bei aller Streits auf mechanische Betriebe. Freiheit 3, Blumenlese, Sebastianstr. 3, bei Meier. Iution, in welcher anerkannt wurde, daß die Invalidität 3- Nagels. Freie Gloden, Mariannenstraße 31-32 und Altersversicherung, sowie auch die Unfa II Bernau, im Schüßenhaus. persicherung zu den Forderungen gehöre, welche die Arbeiter- bei Doberstein.- Senefelder, Landsbergerstr. 31 bei Seehausen.-Echo 3, Zehlendorf, Karlstraße bet Regler. Männergesangverein„ Wa ch' Auf", Wie oft haben wir schon erlebt, daß die Arbeiter dieser tlasse an die bürgerliche Gesellschaft zu stellen habe. Die Arbeiter- Bantow, Wollantstr. 115 bei Hermann Sonntag.- Männergesangverein„ Eichen oder jener Schuhfabrik um keinen Preis der Welt zu bewegen parteien aller standinavischen Länder sollen womöglich gleichzeitig frana". Brenzlau, im Kaisergarten.-Männergesangverein„ kottbuser Har Weddinger Harmonie, waren, sich unserer Organisation anzuschließen. Da wurden sie monie", Böthstraße 8 bei Albert Möwes. die obligatorische Einführung dieser Gesetze verlangen. Ferner Müllerftr 7.- Gesangverein der Klempner und Berufsgenossen plöglich von einer Lohnreduktion heimgesucht oder sie versuchten, beauftragt der Kongreß die Bundesleitung, im kommenden Jahre Siemensfir. 17 bei 2. Biet.- Männerchor Nord- Oft, Landsberger- allee ihre schlechten Löhne um etwas zu erhöhen; es tam zum Koneine Statistik über stattgefundene Unglücksfälle aufzunehmen. bet Ferd. Krause.- Harmonie Rirdorf, Bergstr. 120 bei Bartha( Deutsches flikt mit den Fabrikanten, und nun wußten sie ganz plötzlich Wirthshaus). Heimathtlänge, Röpenick, Rosenstraße bei Troppenz.Hinsichtlich der Attordarbeit wurde die Erklärung an Almenrausch, Manteuffelstraße 9 bei Nowack. Sängerfreiheit den Verein deutscher Schuhmacher zu finden, in der höchsten genommen, daß dieselbe für die Arbeiter als durchaus schädlich Maunynstr. es bei gubeil. Arion, Wittenberge, Thurmstr. 23, Bentral: Noth schlossen sie sich demselben an, sie wußten jezt auch, zu verwerfen fei. Bei etwaigen Streits soll die gegenseitige halle. Liedesfreiheit 2, Strausberg, Wilhelmstraße, Weber's Kaffeedaß es ein„ Fachblatt" giebt, in dem man einen Aufruf verFroh' Hoffnung( B. W.) Kulinstr. 36 bet Raumann. Bu= Unterstützung der gesammten Arbeiterschaft der drei skandina- haus. tunit 1, Steglig, Ahornstr. im Gambrinus. Edelweiß 1, im Restau- öffentlichen kann und sie wandten sich dann auch an vischen Länder als Verpflichtung anerkannt werden. rant Kasch, Oranieustr. 190. das Solidaritätsgefühl der Arbeiter, das sie sonst nie Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein nächste Kongreß findet 1895 in Landskrowa statt. Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bet Keßner, Annenstraße 16.- Gesangverein in sich verspüren. Und in der That, niemals haben sich die Kottbuser Harmonie, Boechstr. 8 bei Albert Möwes. Musikverein Fabriksschuhmacher umsonst an uns gewandt, niemals wurden Nord 8-11 Uhr, Wriezenerstr. 6, bei Sendte. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von sie im Stiche gelassen, man half ihnen treulich in jedem Falle zur Durchführung ihres Kampfes. Und wenn der Kampf zu 8-10 Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Ende, was that die Mehrzahl dann? So rasch, wie sie in den Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Verein gefommen, liefen sie wieder davon und sie kümmerten Die Steinsetzer und Berufsgenossen hatten in der öffent- Theater- Verein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. lichen Versammlung am 14. d. M. die Tariffrage zu erledigen. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Sumor, Abends 9 Uhr, köpnicer sich den Teufel mehr um Verein, um Fachblatt", um Kollegen Privattheaterverein Crescendo. Abends, bei schaft und Solidarität bis sie abermals in einen Konflict Kollege Knoll berichtete über die Verhandlungen seitens der Straße 158 bei Buchs. Nicolay, Elisabethkirchstr. 14. Theaterverein Bultanta, Abends 9% Uhr, mit dem Fabrikanten kamen. Das ist eine verrätherische, eine Lohnkommission mit der Innung, die bis jetzt resultatlos ver- bet Schütte, Alte Schönhauserstr. 23-24, Sigung mit anschließendem Tanz. laufen sind. Die Innung unter Führung des Herrn Obermeisters Theaterverein Vultania 2, Abends 9% Uhr, Acterstr. 144, Borstädtisches gemeine und schmuhige Handlungsweise, die wir immer und Theaterverein Freundestrets", Sigung 9 Uhr, Restaurant immer wieder, Jahr für Jahr, aufs Neue erleben und Kuhlbrodt hat einen alten Kniff versucht, indem sie 12 Per- Safino. Razorte, Solmsstr. 1. die endlich zum Anlaß genommen werden sollte, zu er sonen aus dem Gesellenstande" beliebig auswählte, die einen Vergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. ihr genehmen Lohntarif aufstellen sollen. Kollege Arlt wünscht Bergnügungsverein Nordwacht, abends 9 Uhr, im Lotale bei Sermerwägen, ob man für die Zukunft gegenüber jenen Arbeitern schmidt, Perlebergerstraße 28. Geselliger Verein Brüderschaft, in Fabriken, die nur im Augenblicke der Noth zu uns dem Tarif noch beizujügen, daß die Arbeitgeber verpflichtet sind, abends 9 ühr, im Restau ant Dittmann, Perlebergersir. 9.- Vergnügungs fommen, noch fernerhin Solidarität bethätigen sollte. Wir unsererden Kollegen, welche außerhalb arbeiten, Fahrgeldentschädigung verein Saturnalia, Abend 9 Uhr, Andreasfir. 8, Sigung.- Bergnügungsseits stehen nicht an, zu erklären, daß wir mit Zustimmung der Sigung mit Damen zu gewähren, und daß von ihnen die Benutzung des Arbeitsnach verein Fidelio, Abends 9 Uhr Geselliger Verein Mehr Licht", Abends 9 Uhr, organisirten Kollegen für die Zukunft nur die Fabritsschuhmacher weises verlangt werde, zieht aber aus praktischen Gründen Oranienfraße 21.-Große Frankfurterstr. 138 bei Golds." Touristentlub Wander bei Konflikten mit ihren Brotgebern" ihrem Schicksale überseinen Vorschlag zurück. Folgende Resolution wurde hierauf ein- Iuft", Abends 9 Uhr, Fransedijır. und Schönhauser- Allee- Gce. stimmig angenommen: Die 2c. Versammlung der Steinfeger Geselliger Arbeiterverein Hoffnung. Vereinslokal bei Gittler, Mariannen- lassen, welche dem Verein deutscher Schuhmacher nicht angehören. Geselliger Verein Dasselbe gilt natürlich auch von den Orten, wo die Schuhmacher14 Tage Dienstags, Abends 8 Uhr. die Art straße 48. Alle gegen und Berufsgenossen protestirt energisch Regina Gigung mit Damen Oranienstr. 153 bei Schönwalder. Vergesellen erst furze Zeit vor dem Ausstande sich dem Vereine an und Weise, wie die Unternehmer im Steinfeggewerbe, gnügungsverein& una. Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterstraße 30, schließen. Wenn sie wissen, daß sie von keiner Seite eine UnterMännerchor Waldesrauschen in Restaurant Hohen besonders die Berliner Steinseher- Innung die Bestrebungen Fidelitas. Bergnügungsverein Berolina Abends 9 uhr stützung erwarten können, wenn sie nicht der Organisation angenannter Arbeiterschaft zur Aufrechterhaltung geregelter Arbeits- sollen", Seydelstraße. im Restaurant Broz, Annenstr. 9. Geselliger Verein unter uns", gehören, so werden sie sich ohne Zweifel entschließen müssen, ents verhältnisse glauben nicht beachten zu dürfen. Ganz besonders Abends 8 Uhr, bei G. Fischer, Beuffelstr. 66, Moabit. weder sich uns anzuschließen oder dann dem Kapitalisten sich auf spricht dieselbe sich mißbilligend aus über die Nichtbeachtung der Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Rauchflub Dammermolte, Gnade oder Ungnade zu überliefern. gewählten Lohnkommission. Die Versammlung erblickt darin Reichenbergerstraße 24, bei Schröder. Böckhstr. 51. Nauchklub Bruderbund. Abends 9 Uhr, bet Stabernack, Kollegen in den Fabriken! Entscheidet Euch, was Ihr thun eine Nichtachtung der gesammten Arbeiterschaft und lehnt aus Bücklerfir. 49. Rauchtlub Beitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant wollt. Wenn Ihr mit uns nach Verbesserung Euerer wirth Rauchflub Unverzagt bei G. Ruppin, diesem Grunde jede Verantwortung für die Folgen dieser wenig zum Beitgeist, Bernauerstr. 72.Rauchtiub Portorico, Abends-9 Uhr, bei schaftlichen und sozialen Lage streben wollt, reichen wir Euch anständigen Handlungsweise ab. Des Weiteren erklärt die Ver- Blumenstraße 49. Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. Rauchflub Gemüthlich feit 2, von Herzen gerne die Bruderhand und heißen Euch in unserem Rauchtlub Blaue Luft, Bunde sammlung, daß eine Verhandlung über die Lohnfrage nach wie abends 9 Uhr bei Achsel, Köpeniderstraße 161. dem Verein deutscher Schuhmacher willkommen. Rauchtlub Abguß, 8% Uhr, vor nur auf Grund des vorgelegten Lohntarifs stattfinden fann. Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowftr. 65. Rauchflub Abguß 1. Abends 8½ uhr bei Wollt Ihr aber wie bisher uns ferne bleiben, keine Solidarität Andere Personen als die gewählte Lohnkommission sind nicht bei Schulze, Weberstr. 10.Nawrod Martusstraße 23. Rauchflub Grüne Quaste", Abends mit uns anerkennen, dann werden wir, wenn Ihr von Eueren berechtigt, Verhandlungen in dieser Frage einzuleiten." Kollege 9 uhr, Münchebergerstr. 29, Restauration Schmeift. Rauchflub Eldo: Fabrikanten bedrängt seid, auch unsererseits teine Solidarität Knoll wurde beauftragt, diesen Beschluß der Innung zu über- ra do Abends 8% Uhr bei Gayer, Ballisadenstraße Nr. 66-67. mit Euch anerkennen und Euren Bitten und Aufrufen kein mitteln. Bei der Berichterstattung des Delegirten zur Gewert- tlub Tabats blüthe, Sigung, Abends s uhr, Blumenstr. 19.tlub Columbus, Abends 8% Uhr, bei A. Utfe, Oppelnerstr. 23. Gehör geben, Euch dem wohlverdienten, bitteren Schicksale überschaftskommission wurde der Schuhmacherstreik gestreift und die stattlub Gintracht Abends 9 Uhr bei Grande, Lausitzerstr. 50. Lassend. Handlungsweise des Abg. Bock von den meisten Rednern gemiß Stattlub Rother Junge, Sigung alle Dienstage nach dem 15. und billigt. Genoffe Dr. Pinn hielt dann einen Vortrag über: Spielabend alle Dienstage von 9-11 Uhr im Restauraut Boechstr. 7, bei Herrn Herrath. Büglerverein Norden". Jeden Dienstag, Abends " Pharisäer einst und jetzt", dem allseitig in der Diskussion zu s uhr, Sigung, Kastanien- Allee 40, in Reſtaurant. gestimmt wurde. Versammlungen. -O " Der 1 " Sprecisaal. Rauch Rauch Die Redaktion stellt die Benuzung des Sprechiaals, soweit der Raum dafü: abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dera Inhalt desselben identifizirt zu werden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns! Dieselbe Erklärung ist auch auf dem letzten SchuhmacherRongreß abgegeben worden. Die Arbeiter der mechanischen Schuhfabriken, also auch die Berliner Zwicker, waren gewarnt, und was haben sie gethan? Nichts, gar nichts, sie liegen noch auf der Bärengaut und nur einige Dutzend Berliner, halb unabhängig, halb konfus, betrachten es als eine ihrer vornehmsten Aufgaben, den Verein deutscher Schuhmacher weiter zu bekämpfen. Charlottenburg. Am 10. d. M. tagte hier eine Generalversammlung der Filiale der deutschen Maler und Berufsgenossen. Die zunächst vom Kassirer verlesene Abrechnung vom legten Quartal giebt zu feinen Ausstellungen Veranlassung. In den Arbeitsnachweis wählte bie Versammlung die Kollegen Steinhäuser, Dieke, Flemming, Göbel, Arbeit und Plohmann als Da haben wir uns denn nun entschlossen, eine andere Taktik Arbeitsvermittler. Nachdem erstattete der Vorsitzende einen kurzen einzuschlagen, und zwar die obige, daß wer nicht für uns ist, ist Jahresbericht über die bisherige Thätigkeit unserer Filiale. Bezugnehmend auf den Sprechsaal- Artikel in Nr. 8 des gegen uns. Sollen wir für die seit Jahren an den Tag gelegte Taraufhin wurde zur Wahl des gesammten Vorstandes geschritten. Borwärts" vom 11. Januar d. J. theilt die unterzeichnete Gutmüthigkeit und die dafür erhaltenen Schläge auch noch die Das Resultat war folgendes: Rutter, erster Bevollmächtigter, Lokalkommission mit, daß der Vorstand des Vereins Berliner andere Backe hinhalten? Und gar etwa weil es die Berliner Busse, Kassirer, Flemming, Schriftführer, Krahnert, Hansdiener im vorigen Jahre der Lokalfommission gegenüber sind? So riefig imponirt uns der Berliner an sich nicht. Die Beisitzender, Göbel und F. Drömert, Revisoren. Der Be- das Versprechen abgegeben hat, nicht mehr in boykottirten Lo- Berliner Zwicker ernten die Früchte ihrer Eaat. Aber, sagt richt des Kollegen Flemming über den Stand und die Benutzung falen zu verkehren. Da nun der betreffende Verein sein Ver- man uns in Berlin, Ihr hättet mit Eurem Vorgehen warten unserer Bibliothek wurde mit Befriedigung entgegengenommen. Sprechen nicht gehalten hat und den Beschlüssen der Lokal- sollen bis der Streit vorüber war. Abgesehen davon, daß es Hierauf wurden die Kollegen Diete, F. Drömert und Schiller kommission zuwider gehandelt hat, indem der Verein Berliner nach dem Streit, gleich viel ob er gewonnen oder verloren wird, in die Bücherkommission gewählt. Hausdiener am 27. Januar d. J. in der Philharmonie einen sehr schwer sein wird, noch Berliner Zwicker in einer Versamm" 1 Marienfelde. In einer öffentlichen Versammlung, die Maskenball abhält, erklärt die Lokalkommission, daß der Verein lung zu sehen, würde man uns einfach verhöhnen und verlachen, namentlich von der ländlichen Bevölkerung aus der Umgebung Berliner Hausdiener nicht als eine Vereinigung zu betrachten ist, wie man es so häufig gethan, und dazu haben wir keine Luft. Marienfeldes stark besucht war, sprach Reichstags- Abgeordneter die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht. Wir Wenn man nun mit Schimpfen widerlegen könnte, so wäre ich Zubeil über die neuen Steuervorlagen. Zubeil bemerkte zunächst, ersuchen aber, nicht den obengenannten Verein mit dem Verein von den Berliner Versammlungsrednern, von denen der größte daß er zu der einige Tage vorher veranstalteten Versammlung der Haus- und Geschäftsdiener zu verwechseln; der letzt- Theil, was beiläufig bemerkt sei, gar feine Schuhmacher sind, in letter Stunde durch dringliche Angelegenheiten am Erscheinen genannte Verein steht auf dem Boden der modernen Arbeiter- gründlich widerlegt. verhindert worden sei. Nach dem beifällig aufgenommenen Vor- bewegung. trage forderten mehrere Redner die Anwesenden zum Abonniren auf das„ Volksblatt" auf, da das„ Volksblatt" allezeit die Interessen der werkthätigen Bevölkerung vertrete. Mit einem träf= tigen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung zeschlossen. Deffentliche Versammlung im Bereinshaus, Annenftr. 16, Die Berliner Lokal- Kommission. J. A.: S. Gumpel, Barnimstr. 42. Lump, Bourgeois, Arbeiterfeind, Berräther, Hochstapler 2c. sind mit gehöriger Lungenkraft mir an den Hals geschmettert. Toch kann ich darauf nur erwidern, daß diese saftige Schimpferei sowie die gegen mich gefaßten Beschlüsse mir nur ein mitleidiges Lächeln abgezwungen haben. Nicht den garnicht zu uns gehörenden Zwickern und sonstigen Berliner Radaubrüdern bin ich verantwortlich, sondern den organisirten Schuhmachern Deutschlands. Und diese haben, wie bereits mitgetheilt, dieses Vorgehen gebilligt. 3um Berliner Schuhmacherstreit. Die Art und Weise, wie sowohl die Mitglieder des Zwider Gauverein der Berliner Bildhauer. Dienstag, den 16. Januar 1894: vereins, als auch die bürgerliche Presse sich des SchuhmacherOrts- Krankenkasse für Handlungsgehilfen und Lehrlinge. Am streits bedient, um mich in der öffentlichen Meinung zu disfreditiren, zwingt mich, aus meiner Reſerve an die Deffentlichkeit Dienstag, den 16. Januar, Abends 8% Uhr, eigung des Vorfiandes. Achtung, Schmiede! Swet große öffentliche Versammlungen für zu treten und mein Verhalten gegenüber dem Streit flar zu legen. Männer und Frauen. Die erfte: Mittwoch, den 17. Januar, Abends 8 Uhr, Die Schuhmacher Deutschlands gaben sich im Jahre 1883 auf im Wedding- Part, Müllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags: Abgeordnet en Legien- Hamburg. 2. Tie Nothwendigkeit unserer Organisation dem Echuhmacherfongreß in Gotha eine Organisation, den Verein dem Verein bei. Berantwortlicher Redakteur: Nobert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Ja ich wiederhole, in Zukunft werden von uns bei Schuhmacherstreits nur Mitglieder des Vereins deutscher Schuhmacher unterstützt und wer sich diese Unterstützung sichern will, der trete W. Bock.