Kr. 340. Bbonncmcn tS'Bedingungen: SJiomtemaüü• Preis pränumerando! Mertcijährl. S�c> Mk, monatl. 1,10 MI, wöchenllich 2S Psg. frei ms Haus. einzelne Siummer 5 Pfg. Sonnlag?» Nummer mit illm'trierler Soimwgs- PeLage»Die Neue Welt" 10 Pin, Post- WonnemeM: 1.10 Muri pro Monat. Einoetragcn i» die Post-Zeilunas- Preisliste. Unter Kreuzband für T cutschland und Oesterreich- Iwgarn 2L0 Mark, für da» übrige Nusiand . Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis. 3V. Jahrg. CridKiat täglich. Verlinev VolkesblAkk. die MeriioitS' Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeüe oder deren Raum m Pfg.. für polinsche und gewerkfcha'tstche Aereins- und AerfaminiungS-Anzeigei! so Pfg. „Kleine Mnreigcn", das fettgedruckte Wort so Pfg.(zuläfstz 2 fettgedruckte Worte), jedes weilere War! 10 Pfg. Ltellengcsilchs und Schlafitellenan. x eigen das erste Wart 10 Ptg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Such- t laben zählen für zw-t Worle. Infepme är die nächste NiMimer müfien bis > Nhr nachmittags in der IrxpedMon -abgegeben werden. Die Crpebitivn iit bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegranmi- Adresse: „S»isläklnol!iäl Rtrlia*« Zcntralorgan der fozialdemokratifcben Partei Dcutfcblands. Rcdahtion: SRI. 68» Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 138 3. Kampf auf Erden! Während von allen Kanzeln Roms und Wittenbergs das: Friede auf Erden! in eine Welt hineingerufen wird, die von Bajonetten starrt wie ein Igel von Stacheln, erklingt auch an diesem Tage zukunftsfroh und siegesgewiß unser Ruf: Kampf auf Erden! Daß wir so den Kampf dem Frieden ent- gegenstellen, und noch dazu an dem angeblichen Geburtstag des Friedensringers, des Friedensfllrsten oder wie immer der Mann aus Galiläa genannt wird, das scheint für die Partei ein Widerspruch in sich selber zu sein, die wie keine andere den Weltfrieden, den Menschheitsfrieden ersehnt und erstrebt. Aber es scheint nur. Auch der Fortschrittler Haußmann glaubte einmal in einem offenen Briefe an Bebel der Soziall demokratie vorhalten zu tonnen, daß sie zwar von einer Aufhebung aller Klassenherrschaft schwärnie, aber durch Ver- kundigung des Klassenkampfes von Tag zu Tag die Klassen- gegensätze verschärfe und verbreitere. Er konnte und wollte nicht begreifen, daß wir zur Aushebung der Klassenherrschaft erst komnien durch den Klassenkampf, und so steht es auch mit unserem Verhältnis zu der christlichen Heilsbotschaft vom Frieden aus Erden: wer diesen Frieden wirklich will, der muß ehrlich den Kampf wollen. Denn wer heute schon diesen Frieden zu sehen glaubt, ist ein frommer Lügner, ob er nun sich belügt oder andere, und wer an das: den Menschen ein Wohlgefallen Z glaubt, der spricht von einem übertünchten Grab. Friede auf Erden! Vor einem Jahre spiegelte sich der Stern von Bethlehem noch in den grausiigen Blutlachen des Balkankrieges, und wenn in dem ablausenden Jahre der Balkankrieg nicht zum Weltkrieg geworden ist, wenn sich nicht ganz Eu�pa in einen Leichenhügel und einen Trümmerhaufen verwandelt hat, so ist das natürlich nicht dem Christentum und seinen staatlich besoldeten Bienern zu danken, sondern ganz anderen, ganz unchristlichen Mächten. Dafür hat sich Europa aufs neue gepanzert und auf Milliarden beläuft sich, was in diesem Jahre der Rüstungswahnsinn in Deutschland und Frankreich, in Oesterreich, Rußland und England gc- schluckt hat, und der Weihnachtsbaum, den sich Europa ent- zündet, steht in einer Pulverkammer— spritzt ein Funke zur Seite, so fliegt mit unendlichem Getöse der ganze Erdteil in die Lüste, so nahe ist ständig die Weltkriegsgesahr herbei- gerückt durch die kapitalistischen Interessengegensätze der Großmächte. Und den Menschen ein Wohlgefallen! und dabei schleicht gls ein unheimlicher Würgeengel die Wirtschaftskrise durch die Lande. Zchntausende um Zehntauseude, Hunderttausende um Hunderttausende aus Fabrik und Werkstatt aufs Pflaster werfend und dem Hunger überantwortend, nicht dem Hunger, in Gestalt der Unterernäbrung, der in dem Deutschland der künstlich heraufgepeitschten Lebensmittelpreise in Permanenz erklärt ist, sondern dem Hunger in seiner unerbittlichsten Form, der nicht beten, wohl aber stehlen lehrt. Und so folgen denn dieser Wirtschaftskrise, tvohin ihr Fuß tritt, nicht nur Rot und Elend, sondern auch Verbrechen und Selbstmord, und neben den Krankenhäusern und Kirchhöfen füllen sich die Gefängnisse und Zuchthäuser mit den unschuldigen Opfern der Krise. Es ist da ein mehr als widerliches Schauspiel, die satten Nutznießer des Hungers der anderen, die Pfründner des Brot- und Fleischwuchers salbadern zu hören, nachdem sie sich das Fett des Weilmachtsgänsebratens vom Maul ge- wischt» von der unendlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit dessen, der auch nicht wußte, wohin er sein Haupt legen sollte, und von Christenpflicht, Christendemut und Christenart. Nein! Wir wären elende Wichte, wenn wir in diesem Weihnachtsevangelium, das den Hungernden verkündet wird von den Satten, etwas anderes sehen wollten als das alte Eiapopeia vom Himmel, womit man einlullt, wenn es greint, daS Volk, den großen Lümmel. Aber dieser große Lümmel oder mit einem ähnlichen Ausdruck des englischen Staats- Philosophen Hobbes zu reden, der puci- robustus ac mali- fiosus-', der Knabe stark und trutziglich, greint nicht mehr, sondern fordert, und läßt sich erst recht nicht mehr einlullen, sondern kämpft. Darum weisen wir auch die matte Limonade der christlichen Liebe zurück, die in den Staatskirchen zu diesem Tage verschenkt wird. Liebe zu aller Kreatur, Liebe zu allem, was da kreucht und fleucht— gewiß! es ist ein hohes, beseligendes, die Brust weitendes Gefühl, aber die Liebe, die von den Lobrednern der herrschenden Zustände ge- predigt wird, ist die Hundedemut des Gepeinigten vor seinem Peiniger, ist der kraftlose Verzicht auf Vergeltung, ist die Liebe, die die schlagende Hand küßt und den tretenden Stiefel leckt, ist in einem die Kanailleneigenschaft des noch nicht er- wachten Sklaven, die ein Hauptstützpfeiler jeder Gewaltherr» schaft ist. Wir aber wollen, wenn ein frecher Ostelbier uns auf die Wange schlägt, nicht auch die andere ihm demütig dar- bieten, sondern uns nach dem guten Spruche bewähren: Und wer mich haut auf die linke Wang' dem hau ich zwei auf die rechte. So will ich's Halten mein Leben lang im irdischen Gefechte. Und statt der Weihnachtsliebe wollen wir den Weihnachts» ' haß preisen, denn jene Liebe duckt den Nacken und löscht das Feuer des Trotzes in Blicken und Herzen, aber dieser Haß richtet den Kopf einpor und füllt die Adern mit Mut. Der Haß macht frei. Der Haß ist der rechte Erlöser. Auch Christus war ja ein guter Hasser, freilich nicht der gezähmte und verwässerte Christus, dem die staatserhaltenden Theologen die Schmachtlocke und die sanften Veilchcnaugen gegeben haben, sondern der Christus des urchnstlichen Kommunismus, der zum Schwert und zum Kampf ausrief. In aller Weltliteratur gibt es kein Dokument, das so den fanatischen und unauslöschlichen Klassenhaß des Besitz- losen gegen den Besitzenden ausströmte, wie die Legende vom armen Lazarus und dem Reichen, die Christus seinen Jüngern erzählte. Mit Schwären bedeckt, ein Bild des Jammers, ein lebendes Gerippe, liegt Lazarus auf der Schwelle eines Pracht- Hauses, und drinnen tafelt, umgeben von allen irdischen Genüssen, ein Mann mit klingenden Dukaten in der Tasche und läßt es sich wohl ergchen. Sonst nichts. Kein Wort, daß der Arme ein guter, der Reiche ein schlechter Mensch gewesen, daß dieser jenen mit Hohn und Spott von bannen gejagt, sondern mir dieser Gegensatz Zwischen arm und reich. Und nur deshalb, weil Lazarus ein Ausgestoßener ist. darf er stch's nach dem Tode in Abrahams Schoß mollig einrichten, und nur des- halb, weil er seine Truhen voller Schätze hat, muß der andere im höllischen Feuer schmoren. Ein ungerechter und sinnloser Klassenhaß. ist das, zu dem sich nie ein moderner Proletarier bekennt, denn wir hassen niemanden, weil er des Seins Güter und Genüsse nicht entbehrt, sondern nur, was uns bindet und schindet, was uns niederzieht und niedertritt und uns ehestens zersiampscn möchte, dem gilt unser Haß, dem gilt unser Kampf. Diesen Kampf werden wir durchfechten bis zum sieg- reichen Ende, indes uns nicht der Stern von Bethlehem, fon- dern der Stern des Sozialismus zu Häupten steht, strahlend, beleuchtend und den Weg weisend. Denn die Sturmglocken, die die frohe Botschaft der sozialen Revolution hinausrufen in die Lande, sie sind die wahren Weihnachtsglocken für die hungernde, darbende und gedrückte Menschheit, und in ihrem Geläut klingt schon als Erfüllung, was als Verheißung in den Worten des Dichters lebt: Wohin du blickst, ist Kampf auf Erden. Wohin du blickst, kann Friede werden. Lsto ßriand. Paris. 22. Dezember,(giß. Ber.) Im Bewußtsein des Mißtrauens, das die Massen der franzö- fischen Bürger und Bauern gegen zäsaristischc Regicknifse hegen. hatte Briand die angekündigte«tasfage seiner Haupt- und Staatsaktion in St. Etienne abgestellt. Statt des glänzenden Gc- solgcs von vierzig Parlamentariern, von denen manche bei der Proklamierung des„wahren" Republikanismus eine recht ver- dächtige Figur gemacht hätten, erschien nur die engere Klientel des „Apostels der Beruhigung", wie ihn das nationalistisch-klerikale „Echo de Paris" von seinem Hausjuden hatte taufen lassen: un- geduldige Porteseuillewcrber und ausgehungerte Trinkgeldjourna- listen. Im übrigen war der Rahmen groß und effektvoll. Die reaktionäre und„unparteiische" Presse, die Briand eine grenzcnloic Ergebenheit bezeigt, schildert, wie in der Menge von 1400 Bankett- gästen schlichte Arbeiter neben bescheidenen Meistern und glänzen- den Persönlichkeiten der leitenden Gesellschaftsklassen gesessen hätten. Die Arbeiter sollen die überwiegende Mehrheit gehabt haben. Da gleichzeitig berichtet wird, daß für die Banietitarten, die 4 Frank gekostet hatten, bis 200 Frank geboten wurden, könnte man annehmen, daß zumindest im Wahlkreis Briands die soziale Frage gelöst sei. 200 Frank lassen sich sonst kaum Millionäre eine Karte für Caruso kosten— wiT beneidenswert die„schlichten Ar- beiker", die einem solchen Angebot widerstehen können. Zwei Absichten sind es, die Briands Rede charakterisieren. Vor allem ist es der Versuch, sein Republikanertum— oder genauer gesagt sein L i n k s rcpubliianertum— gegen die Beschuldigungen der äußersten Linken zu verteidigen. Briand leugnet nicht, daß die Rechte ihn unterstützt hat, aber er will unschuldig daran sein. Die: Reaktionäre hätten die Popularität seiner Politik wahrgenommen und so hätten sie sie unterstützt, um von der Popularität mitzu- 1 profitieren. Das Argument ist nicht stichhaltig. Die gemäßigten und antirepublikanischen Parteien können ihre Existenz nur recht- fertigen, wenn sie behaupten, daß die antiklerikale, radikale Rc- publik zur Auslösung der sozialen Ordnung und zum Untergang der Nation führe. Wäre Briand, wie er behauptet, der Verfechter einer entschlossenen radikalen Politik, wäre seine Unterstützung durch die Gemäßigten deren Selbstpreisgabe gleichzusetzen. Nun beruft .er sich auf seine Treue gegen die Politik Waldeck-Rousseaus. Expedition: SM. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt wtoribplab, Nr. 1981. und Comb es. Mit demselben Recht könnte er sich ans seine Generalstreikreden berufen, um die Anklage des Verrats am Co- zialismus zu widerlegen. Datsächlich hat er ebenso wie diesen auch seinen Combismus preisgegeben und dies.sogar schon als Minister Clemenceaus in einer öffentlichen Mmmerfitzung, als er von einem Jahrzehnt verfehlter Politik sprach. Richtig ist nur, daß er es wahrscheinlich vorgezogen hätte, mit einer Mehrheit zu regieren, die den Schwerpunkt mehr links hätte. Vielleicht wäre ihm dies ohne den Eisenbahnerstreik gelungen. V i v i a n i hat es damals vorgezogen, zu gehen. Briand wollte bleiben und da k 0 im t c er nur eine Politik der Klassendiktaiur machen, die ihn den sozialreaktionären Parteien als den Mann der Vorsehung er- scheinen ließ. Auch heute möchte er die bürgerlichen Linksrcpubli- kaner in seine Mehrheit bekommen, weil eben ein Minister, der sich offen als Gefangener der reaktionären Parteien zeigt, derzeit noch nicht möglich ist. Die Voraussetzung dafür aber ist. daß die Radi- kalen keine durch ein Programm und durch eine feste Organisation zusammengehaltene Partei sind. Darum ist natürlich das Moralisieren Briands über die eigen- nützige Klüngclpolitik der radikalen Komitees pure Heuchelei. Die Korruption der„stagnierenden Sümpfe" mag zum Himmel stinken, aber die der Bcutcmacher des Parlaments und der Presse, die setzt gegen die Parteiihrannei deklamierend als Briands Klopftechtcr auftreten, riecht nicht besser. Für diese Leute braucht er kein Pro- gramm, sondern er kommt da mit. offenen Händen aus. Was er tu St. Etienne als politisches Bekenntnis borgelegt hat, waren Redensarten, von denen einige— wie die in der Polemik gegen Caillaur' Finanzprogramm gebrauchte Wendung vom„Stemm- eisen"— die Verteidiger der Kapitalistenprivilegien mit Freude erfüllen müßten. So unbestimmt und vieldeutig Briands Rede in ihrem sachlichen Teil war, so leidenschaftlich und heftig war sie im persönlichen. In dem aus Caillaux zielenden haßerfüllten Aussall gegen die „demagogischen Plutokraien" brachen die Empfindungen des aus der Tiefe eniporgcstiegenen, von ihrem Druck und ifiren Flecken innerlich nicht freigewordenen Ehrgeizigen gegen den im Glück ge- boreneu, wohlgepflegten und gesellschaftlich virtuosen Aristokraten der Bönrgeoisrepublik hervor, der Kheinhürgcrneid, der es nicht ver- zeihen kann, daß. seine Profite mühseliger, unergiebiger und we- nigcr großzügig sind.. P 0 li ti s.ch— als motorisches Element genommen— bedeutet die Rede gar nichts. Daran ist aber vor allem die Schwäche der Radikalen schuld. Es hätte doch wirklich nicht der gestrigen Rede bedurft, um Briand offen als den Führer der gemäßigten Pölttik,'als den gefährlichen Feind der Republik zu behandeln. Das Ministerium Toumergue ist notorisch gegen Briand konsti- tuiert worden. Aber den Radikalen ist der Applaus, den er gleich bei seiner ersten Attacke auf das Kabinett aus den Bänken der Linken. gefunden hat, so in die Glieder gefahren, daß sie nicht den Mut aufbringen, den Manu, auf den alle reaktionären Parteien als auf den Totengräber und Erben der Regierung blicken, ohne Rücksicht anzugreifen. Noch heute früh schreibt das osfizielle Partei« organ, der„Radical", daß er eine Rede erwartet bätte, worin er sich klar und entschieden auf die linke Seite gestellt hätte. Und er schließt wehleidig mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Rede von St. Etienne nicht das letzte Wort Briands sein und sich schließ- lich alles doch als„Mißverständnis" auslösen werde. Diese Jämmerlichkeit der Radikalen ist Briands größte Stärke. Deshalb konnte seine gestrige Kritik an ihnen oft so durchschlagend sein,' zum Beispiel dort, wo er zeigte, daß die dreijährige Dienstzeit im Zusammenhang mit der imperialistischen Politik in Marokko ist, die radikale Minister gefördert— freilich aber, was Briand ver- schweigt—, seine eigenen großkapitalistischen und militaristischen Protektoren angezettelt haben. Im Grunde ist der Unterschied zwischen Briand und seinen radikalen Tadlern nickt allzu groß. E r hat kein Progranim— sie haben eines, aber führen es nickt aus. Und die Zweideutigkeit und politische Konfusion, von der er profitiert, könnte nicht besser bekämpft lverdcn, als wenn eine Wahlresorm eine scharfe Differenzierung und Befestigung der Par- teien bewirkt hätte, die es ausschlösse, daß ein politischer Glücks» jägcr zur Erbauung und Kräftigung der Reaktionäre ein an- geblich„wahrhaft republikanisches", radikales Glaubensbekenntnis darlegte, umgeben von den Würdenträgern einer angeblich „sozialistischen" Föderation. Line seltsame nilnisterrede. Das Wolsssche Bnrcan hat gerade zwanzig Zeilen übrig geliabt für die Rede, mit der der f ch w e d i s ch e P r e m i er« minister am Sonntag in Karlskrona die kommende sdiwe- difche A r m e e r e f 0 r m besprochen hat. Nachdem diese Rede jetzt im Wortlaut vorliegt, findet man eine Erklärung rür diese Zurückhaltung des Walfischen Bureaus. Die Rede des Herrn Staasr paßt nämlich absolut nicht zu den An- schauungen der offiziellen und offiziösen Kreiie Deutschlands. so daß der offiziöse Nachrichtcnvermittler. sich mit einigen wenigen nichtssagenden Redensarten begnügen mußte. Herr Staass begann mit einer Wiirdiamig der letzi- jährigen A u s l a n ds p 0 l i t i k der Großmächte. Er untersuchte die Frage, ob jene Recht haben, die einen Zu- sammenstoß zwischen den Großmächten voraussagen. Im Balkankriege haben diese den großen Zusammenstoß für un- ausbleiblich gelfalten. Das Prestige der Großmächte im fernen Osten hätte deren Eingreifen in den Krieg erforder- lich gemacht. Auch wenn sie wollten, könnten sie sich nicht fernhalten.„Die Geschehnisse widerlegten aber die scheinbar so Wohl begründete Lehre. Die Großmächte, mehr als ein- mal vor die Wahl zwischen„Prestige" und Frieden gestellt, opferten das erstere� um den letzteren zu be- wahren..... Natürlich darf man die Haltung der Großmächte nicht so auslegen, als ob sie ausschließlich oder auch nur hauptsächlich in einer edlen, moralischen Begriffen entsprungenen Liebe zum Fried en begründet wäre. Ach nein, sicher ist es vielmehr die Furcht vor den Folgen des Krieges, als eine richtige Ab- scheu gegen den Krieg selbst, die im großen gesehen, ihre Handlungen geleitet hat." Das hat kein Festredner im liberalen Bezirksverein gesagt, sondern der schwedische Premierminister, als er die militaristischen Hetzer im eigenen Lande zurechtsetzen wollte.' Es versteht sich, daß' unsere Offiziösen davon keine Nachrichten bringen wollten. Ebenso klar sprach Herr Staaff über die Frage einer �Älliance mit einer Groß Machtgruppe, die in den letzten Jahren von konservativer Seite propagiert wird. Demnach soll Schweden in einer A l l i a n c e m i t D e u t s ch- l a n d Schutz gegen eine befürchtete russische Invasion suchen. Staaff lehnte diese Forderung entschieden uh. Die Stellung der Kleinstaaten fei die der Neutralität, nicht die der Alliancen, erklärte er. Ein Anschluß Schwedens an die Tripelalliance würde nur eine Abkühlung des Verhältnisses zwischen Schweden und England, Frank- reich und Rußland zur Folge haben. In ausgezeichneter Weise wies der Premier„die unbedachten Reden vorlauter Unruhestifter" zurück, die das Verhältnis zwischen Norwegen und Schweden zu trüben suchen, und er betonte mit größter Entschiedenheit die unzerstörbare Freundschaft der beiden Bruderländer. Also auch diejenigen kamen auf ihre Rechnung nicht, die Schweden als den Verbündeten Deutschlands schon in, der Tasche hatten, und die Dänen- hetze im Scherischen„Tag" hat eines ihrer Fundamente ver- loren. Noch übler freilich war die Rede Staaffs, immer noch Vom Standpunkte des deutschen offiziösen_ Telegrammbureaus. als er sich mit den Landesverteidigungs- p fl ich t e n det verschiedenen Klassen, der„beiden Nationen" im Staate, befaßte. Herr Staaff will wesentliche Teile der Heeresreform bereits denp kommenden Reichstag zur Lösung unterbreiten, aber er weigert sich bestimmt, die Uebungszeit der Infanterie schon von diesem Reichstage verlängern lassen. Die Wahlprogramme aller Parteien, sagt er, haben bei den letzten Wahlen den W ä h- lern entsprechende Zusicherungen gegeben und diese Versprechungen dürfen nicht gebrochen wer- d e n. Aber man habe genug, das schon jetzt gelöst werden könne. Und hier stellt er sein Prinzip auf: Die Besitzenden sollen durch ihre Opferwilligkeit erst beweisen, daß sie ihren Teil an der Landesverteidigung tragen wollen, sie sollen in der Form von erhöhter Ver- mögens- und Erbschaftssteuer sowie einem direkten Wehrbeitrage(wie der deutsche) ihre Bereitwilligkeit zeigen, nachher wird man den arbeitenden Volksmassen das Opfer an Zeit und Knochen zu- muten können. Dazu will der Premier eine stärkere Her- anziehung derjenigen Kreise zum Militärdienst,„die von dsr Gesellschaft größere Vorteile genossen haben", in erster Linie die Studenten, deren Uebungszeit auf 5l)st Tage zwecks Ausbildung als T r u p p e n i n st r u k t e u r c festgesetzt werden soll, während die unteren Truppenführer aus dem .Jahreskontingent entnommen und 365 Tage ausgebildet wer- den sollen. Während also in Deutschland schon das Ein- jährigenzeugnis ein militärisches Privilegium begründet, wird in Schweden das Abiturium irach der kommenden Vorlage erhöhte Pflichten hinsichtlich der Landesverteidigung im Gefolge haben. Und zivar wohlbegründete Pflichten, entstanden als Gegenleistung für die größeren Opfer, die die Gesellschaft als Ganzes diesen Bevorzugten gebracht hat. Derartige ketzerische Anschauungen im Munde eines Premierministers— kein Wunder, daß alle offiziösen Telegrammdrähte außer Funktion gerieten! Herr Staaff hat bereits einen Gesetzentwurf fertig, der dem Reichstag sofort zugehen wird. Dieser Entwurf sieht eine Reform der Kriegsgesetzc vor: er verlangt die Beseiti- gung aller unzeitgemäßen Strafarten, wie dunkler Arrest usw., ferner der Willkür der Vorgesetzten; das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Gemeinen 10II auf Gerechtigkeit tm la! Die Schüsse auf Dakowymokre haben in der bürgerlichen SensationSpresie lauten Widerhall geweckt. Ein Graf und Reichs tagsabgeordneler, der seine Gattin, eine Gräfin aus dein berühmten Geschlecht der Potocki, mit ihrem Neffen nächtlickierweise im Schlaf- »immer der Frau findet und kurzerhand beide mit Schrot über den Haufe» schießt— heil das ist in dieser politisch stillen Zeit um Weihnachten ein gefundenes Fressen für unsere Schmocks, und so servieren sie, mit pikanter Brühe übergoiien, die ganze Geschickte flugS ihren Lesern, die sich um so heißhungriger darauf stürzen, als ihnen von der um den Weihnachtsbaum herum grassierenden Pfeffer- luckensentimentalität schon ganz flau im Magen ist. Da aber die Tatsachen des Falles tief im Dunkel lagen, mußten sich unsere Schmocks die ganze Fülle der„spannenden" und„romantischen" Einzelheiten aus den Fingern saugen, und so sah man bald so, bald so die Films vorüberscbnurren. auf denen der Graf MielzhnSki einmal in der Unglücksnackt von einer Fesilickkeit in Posen mit dem Auto beimkehit. eüi andermal den ganzen Abend vor der Tat mit seiner Gattin und dem Gast in traulichem Ge- plauder zu Hause verbringt, aber auf denen er in jedem Fall mit der Jagdflinte und der elektrischen Taschenlampe gespenstisch die Treppe von seinem zu ihrem Zimmer hinabsckleicht. Mit gutem Grunde hält sich die sozialdemokratische Presse seit jeher von dergleichen ekler Sensationsmache fern und in diesen Be- trachtungen, die sich a» die Bluttat auf Dakowymokre anschließen. soll von dem Täter und den Opfern auch gar nickt viel die Rede sein. In die Herzen könnte man ja dann nicht einmal hineinsehen, wenn der Tatbestand der düsteren Sckloßgeschichte so ausgehellt wäre, wie er heute noch dunkel ist. Man weiß nicht: Hatte sich der Graf Ai i e l z y u S k i aus tiefer Zuneigung wieder mit feiner Gattin versöhnt oder, da ihr ein reiches Erbe zugefallen, aus Gewinnsucht? Verknüpften wirklich enge Bande die Gräfin mit dem jungen Grafen oder drang hier nur ein betrunkener stürmischer Werber m daS Schlafgemach einer! begehrten Frau? Lebte hier die alte wundersame Legende von der berückende» Königin und dein zarten Pagen wieder auf oder handelte eS sich nur um ein banales«lkovenabenteuer zwischen einer leichtherzigen Schönen und einem gierigen Lebejüngling? Trug sich der Graf Matthias schon lange mit dem finsteren Plan oder hob er in der jähen Ueberraschung des Augenblicks die Waffe? So viel Fragen, so viel Rätsel, so viel Deutungen! Ein Freund, det MielzhuSkis Wesen näher kannte, erzählt: „ES war ein Unbewußtes in ihm, das ihn willenlos machte", und «an denkt an«in rührgrausiges Trauerspiel B eer- H o ff» basieren, die Pflicht des Gehorsa ms soll in ver- künftigen Grenzen gehalten werden; juristische Elemente sollen bei der d i S z i p l i n ä r e n Bestrafung heran- gezogen werden und in den Kriegsgerichten solldas z i v i I e E ke m e n t U e b e r g e w i ch t bekommen. Ferner soll ein Mi I i t ä r a n w a I t s a m t eingesetzt werden, das die Beachtung der Gesetze und Verfassungen beim Militär überwachen soll. Was Herr Staaff hier gibt, ist ein Schlag ins Gesicht aller militaristischen„PreußeN", wie man den gesinnungs- tüchtigen Militarismus ini Norden nennt. Darüber schwei- gen die ossiziöseii Nachrtchlenbureaus. Heber die militärtechnischen Fragen konnte Herr Staaff noch keine endgültige Darstellung geben. Er will das militärpflichtige Alter um ein Jahr zurückschrauben, von 21 auf 20 Jahre, um eine neue Jahresklasse zu gewinnen. Tie Uebungszeit der Artillerie soll von 240 aus 365 Tage, der Küstenartillerie und Marine von 300 auf 365 Tage er- höht, die des Trains von 240 auf 210 Tage herabgesetzt werden. Tie Flotte soll auf den Schutz gegen' Landung feindlicher Streitkräfte an den Küsten zugeschnitten werden, die Landung in den Schären soll sie verhüten, an der Küste hindern können. Zu diesem Zweck sollen Torpedo- und Unterseeboote in erster Linie gebaut werden, aber auch sechs bis sieben Panzerschifse. Die wichtigste Frage ist nach dein Premier die Be- schaffung genügender und genügend ausge- bilde ter Offiziere und Unteroffiziere. Die letzteren teilt er in Truppenführer und Instrukteure. Zehn Prozent des Jahreskontingents der Wehrpflichtigen sollen zu Truppenführern ausgebildet werden("365 Tage Ausbildung), sie können durch ein weiteres freiwilliges Dienstjahr zu In- strukteuren aufrücken. Die einmaligen Kosten sollen durch einen Wehrbeitrag von 60 Millionen Kronen erhoben werden. Die weiter entstehenden laufenden Kosten durch Erhöhung der direkten Steuern(Erbschafts-, Vermögens- usw. Steuern). Zweifellos zeichnet sich diese Rede des Herrn Staaff durch große Klarheit und durch den festen Willen aus, eine Heeresreform auf demokratischer Grundlage in Schweden durchzuführen. Die Behandlung der Offiziers- frage sowohl als die Reform der Kriegsgesetze entspringen durchaus demokratischen Grundsätzen. Auch die Deckung der neu entstehenden Kosten ist dem bisherigen System in Schweden, den Löwenteil auf den Massenkonsum abzu- wälzen, schnurstracks zuwider. Kein Wunder, daß die kon- servative Presse Schwedens vor Wut schnauft, und daß die offiziösen■ Telegrammbureaus schweigen. pobtifebe Cleberfiebt. Jagotvs Geist. Die Umsturzgelüste des Junkertums gegenüber Recht und Ler- fassung, die in der famosen Kriegserklärung des Herrn v. Jagow gegen das Straßburger Kriegsgericht einen so unverfrorenen Aus- druck fanden, haben auch einen Staatsanwalt(„vorsichtiger- weise nennt sich der Mann nicht) veranlaßt, in der„Deutschen Tageszeitung" einen Artikel zu veröffentlichen, der ganz Geist vom Geiste der Jagowschen GesetzeSuntennwiS und Gesetzes- Verhöhnung ist. Der Herr Staatsanwalt behauptet, daß nicht nur Forstner zu Unrecht verurteilt worden fei, sondern daß umgekehrt der mit Kolben- stoßen mtd dem Säbel mißhandelte Schustergeselle Blank wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verurteilt werden müßte:„Die Festnahme des Schusters mochte tausendmal ungerecht- fertigt sein, für den Ofstsier war sie es nicht, da sie ihm be- fohlen war." Blank hätte sich dem Willkürakt unbedingt unter- werfen müssen. Sein Widerstand sei eine strafbare Hand- lung gewesen und der Leutnant Forstner sei durchaus berechtigt gewesen, den sich Widerstrebenden mit dem Säbel zu traktieren, da er sich Widersetzlichkeiten zuschulden kommen ließ. Der Herr Staatsanwalt ist offenbar ein ebenso rechtskundiger Herr wie der Herr Dr jur. v. Jagow. der noch immer Berliner Polizei- Präsident ist, obwohl seine Amtshandlungen einen ununterbrochenen Feldzug gegen das Gesetz darstellen. Haben wir doch schon daraus hingewiesen, daß auch seine berühmte Ansprache an die Berliner Schutzleute einer offenen Gesetzesverhöhnung und Desavouierung der Moabiter Richter gleichkam. Der ungenannte Herr Staatsanwalt weiß nicht einmal, daß das Militär-Straf- gesetzbuch einen ß 47 enthält, der besogt, daß für die g e s e tz- widrige Ausführung eines Befehl» in Dienstsachen nicht allein der manns„Der Graf von CharolaiS". Auch hier ein Ehebruch, auch hier Blut und Tod. und auch hier sind die Menschen willenlos, gc- trieben von einer Macht im Innern, von der ihr Bewußtsein nichts weiß.. Der Graf von CharolaiS hat den Liebhaber seines Weibes, einen Fant und Lasten, erwürgt wie eine Katze und sie zur TodeS- strafe verdammt, die sie selbst an sich vollzieht, und nun steht er da, entsetzt wie von etwas Unfaßbarem: Ich trieb sie ja wohl in den Tod, Ick„trieb" fiel „Trieb" ist daS Wort— nicht wahr? Ich trieb sie nicht! „Es" trieb uns— treibt uns!„ES!"— Nicht ich— nicht Du! So. in diesem Gefühl, daß eine fremde Macht ihm den Arm führte, stand vielleicht auch der Graf MielzynSki vor den beiden Leichen, und auf jeden Fall ist es Torheit und Schlimmeres, schon jetzt zu urteilen, überhaupt zu v e r urteilen. Denn als ein Unding will es erscheinen, daß Menschen über Menschen richten, die ewig Unvollkommenen über die ewig Unvollkommenen, die im Bann der Verhältnisse Handelnden, und eine spätere Gesellschaft wird sich wohl zu schützen suchen vor dem Schaden, mit dem der sogenannte Verbrecher der Allgemeinheit droht, aber sie wird nicht richten, ver- urteilen und strafen. Freilich, der Graf MielzynSki hat auch gerichtet, und hier beginnt sein Fall die individuelle Beschränkung zu verlieren und soziale Bedeutung zu gewinnen, zumal da manche Blätter die Tragödie auf Dakowymokre mit Ueberschciflen verseben wie„Der Rächer seiner Ehre". Der Rächer seiner Ehre? Zwar zu Ausgang des achtzehnten Jahrhunderts durfte der geistreiche Franzose C h a m f o r t noch den hübschen Satz prägen:„Der Ehebruch ist ein Bankrott, jedoch mit den, Unterschied, daß nicht der Bankroltierer. sondern der durch den Bankrott Geschädigte der Entehrte ist", und weite Kreise nicken noch beute zu dieser Meinung Beikall. aber uns, die wir auf die gesell- schasiliche Gmndlage aller menschlichen Einrichtungen, auch der Ehe. hinabblicken, erschein' die Ausfassung, daß deS Mannes Ehre im Schoß de» Weibes rubt. wie die Stimme aus einer anderen Welt. Uns ist ja die heutige Einehe nichts Heiliges oder Unbedingtes, nichts Ur- sprüngliches oder Endgültiges, sonder» ibrer Entstehung nach lediglich eine Folge des Privateigentums zu dem Zweck, dem Manne, legitime Erben zu gebären. Zu diesem Ende mußte in der ganzen Gesell- schaft. deren stolzer Bau sich auf dem Boden des Privateigentum« erhebt, die Frau in der Ehe und auch außerhalb der Ehe minderen Rechtes sein, wie sie es bis auf diesen Tag ist. Wenn der Beamte am Altar die Braut salbungsvoll mahnt:„Vergiß nicht, daß ge- schrieben steht: Er soll dein Herr sein so ist das nichts als ein Widerball aus dem bürgerlichen Gesetzbuch, das, vom römischen Recht über den Code Napoleon biS zu unseren Paragraphen, daS Weib stets ins Unrecht setzt vor dem Manne. Die Frau ist Eigentum deS Mannes, der Mann hat volle Vorgesetzte verantwortlich ist, sondern daß auch den gehorchen« den Untergebenen die Strafe deS Teilnehmers trifft. wenn er den ihm erteilten Befehl überschritten hat, oder wenn ihm bekannt gewesen, daß der Befehl deS Vorgesetzten einer g e s e tz« widrigen Handlung gleichkam. Forstners Vorgehen gegen Blank war aber eine Gesetz- Widrigkeit, wie das Straßburger Kriegsgericht ja festgestellt hat. Er handelte nicht einmal in Ausführung des Befehls eines Vorgesetzten, der ihn freilich angesichts der offensichtlichen Gesetzwidrigkeit seiner Handlungsweise vor der Strafe des Teilnehmers nicht geschützt haben wurde. Forstner hatte nicht nur kein Recht, den Blank festnehmen zu lassen, er hatte erst reckt kerne Entschuldigung dafür, daß er einen Wehrlosen mit dem Säbel über den Kopf hieb. Dagegen handelte Blank durchaus korrekt, als er gegen den gesetzwidrigen Ueberfall der Forstnerschen Manm'chaften sich zur Wehr setzte. Dieser Zusammenhang müßte einem Staatsanwalt, der auch nur einen Schimmer der verfassungsrechtlichen zivil- und Militärgericht- lichen Bestimmungen hat, ebenso klar sein, wie er dem Siraßburger Kriegsgericht bei seiner Urteilsfällung klar gewesen ist. Aber die Tadler des Straßburger KriegSgerichtsurterls pfeifen eben auf alle Gesetzmäßigkeit, indem sie die Beamtenwillkür und Militärdiktatur als daS oberste aller Gesetze proklamieren. Es Handel! sich eben um nichts anderes, als einen bewußtenVorstoß gegen den Rechts- staat zugunsten deS souveränen W i l lkü r r e g im en t S der Soldateska! Wir werden ja sehen, ob diese Rebellion energisch niederge- schlagen wird oder ob die Umstürzgelüste der kleinen aber mächtigen Terroristenpartei den Sieg davon tragen! An die Adresse v. Jagotvs. Köln, 24. Dezember.(Privattelegramm des ,.V o r w ä r t s".) Die„Kölnische Zeitung" verur- teilt weiterhin in schärffter Form das Auftreten des Ber- liner Polizeipräsidenten v. Jagow und erklärt, Jagow lyolle die letzte, wenn auch geborstene Säule des aufgeklärten Despotismus markieren, dessen Grundsatz wqr: alles für das Volk, aber nichts durch das Volk. Wie die Vertreter einer solchen Meinung über den Fall Forstner dachten, brauchte er, nicht erst durch die„Kreuz-Zeitung" mitzuteilen. Wenn er es aber doch tat. so wirkte nur überraschend das schlechte Vorbild, welches damit ein hoher Beamter aufstellt, indem er das Gericht in seinen Entschließungen zu beeinflussen sucht. Daß ihm dieses gelingen könnte, befürchten wir nicht- aber dieses schlechte Beispiel, dieser Mangel an st a a t l i ch e r G e s i n n u n g u n d D i s z i p l i n ist von solcher Stelle ans höchst bedauerlich. Die Sache wird auch dadurch nicht besser, daß Jagow jetzt erklärt, er habe nur seine Privatmeinung ausgesprochen. Auch das zeugt von einem Mangel an Augenmaß in öffentlichen Angelegt nbeit»n oder soll nur eine Ausrede sein. Was Jagow, der Privat- mann, denkt und tut. ist der Oefsentlichkeit gleichgültig und entbehrt des allgemeinen Interesses. Es geht die Oessent- lichkeit nur insofern an. als Jagow Polizeipräsident von Berlin ist. Hätte er den Drang in sich gefühlt, als Privat- mann lediglich durch das Gewicht seiner Gründe auf die öffentliche Meinung zu wirken, so hätte er. wie auch wir Journalisten es tun, getrost in Namenlosigkeit bleiben sollen. Der Prozeh des Zdriegsmiuisters gegen das„Journal d'Alsaee- Lorraine". In dem Prozeß des ÄriegsministerS gegen das„Journal d'AIsace-Lorraine" wegen dessen Bemerkung, die preußische HcereS« Verwaltung gedenke im Fall eines Krieges die elsaß-lochringische» Soldaten als Kanonenfutter zu verwenden, wurde gestern mittag in Stratzburg das Urteil verkündet. Der Angeklagte Jung, der den inkriminierten Artikel verantwortlich gezeichnet hatte, wurde zu 3 Wochen Haft verurteilt, außerdem wurde auf Veröffentlichung des Urteil« in den„Straßb. Neuest. Nachr.", der„Straßb. Post' sowie dem„Journal d'Alsace" erkannt. Bezüglich des Angeklagten Min! wurde das Verfahren abgetrennt und die Vertagung aus- gesprochen, da der Staatsanwalt im Verlaufe seines PlaidoyerS erklärte, er werde den Beweis antreten. daß Miak der Ver- sasser deS mit dem Pseudonym„i,ixxo rnernmi" unterzeichneten Artikels sei. Das Urteil gegen Jung wird damit begründet, daß der An- geklagte den Kommandostellen deS preußischen Heeres in dem Artikel den Vorwurf ehrloser Gesinnung gemacht habe. Der Staatsanwalt hatte gegen Jung einen Monat Gefängnis. gegen Mink secks Wochen Gefängnis beantragt. Gewalt über die Frau, der Mann darf zu Gericht sitzen über die Frau— in diesen primitiven Vorstellungen auS der Zeit deS Braut- raubes bewegt sich noch der Gedankenkreis der herrschenden Gesell- schast. Während darum der Ehebruch des Mannes nur als eine neckische Tändelei gewertet wird, ist der Ehebruch der Frau daS fürchterlichste aller Verbrechen, und für sie gilt die grausige Losung: Tusz! lal Tötet sie!, die auch in dem Drarna der polnischen Grafen- familie so prompt befolgt wurde. Dieses schreckliche Wort: Dusz la! wurde berühmt als der Ver- zweiflungSschrei einer auS den Fugen gehenden Gesellschaft, deren Aujlösungsprozeß am sichtbarsten wurde durch die Auflösung der Ehe: durch eine Kette von Ehebrüchen, die zur alltäglichen Er« scheinung geworden waren. Damals rief in die parfümierte Sumpf- luft des zweiten Kaiserreichs der jüngere DumaS auf der Bühne den gehörnten Ehemännern sein: luve la! zu, und die gehörnten Ehemänner im Leben gingen hin und bald knallte hier ein Schuß. blitzte dort ein Dolch. Die Schwurgerichte aber, aus der Ueberzeugung heraus, daß die Ehe die Keimzelle der zivilisierten Gesellschaft sei und geschützt werden müsse, sprechen regelmäßig die„Räcker ihrer Ebre" frei, und auch Gras MielzynSki, vor die Pariser Ainssen gestellt, würde einen geradezu iriumphhaften Freispruch er- leben. DaS mag man beklauen oder bedauern, aus jeden Fall ist daS Richter- und' Räckeramt. das sich der betrogene Gatte anmaßt, nicht nur eine mittelalterliche Brutalität sondern auch eine nutzlose Kurpfuscherei an einer Erscheinung, die das Zeichen des Verfalls offen an der Stirn trägt. Mit Pfftolenkugeln und Messerstichen läßt sich die Ehe nicht retten, sie ist in ihrer bestehenden Gestalt zum Untergang bestimmt und wird anderen Formen des Zusammenleben» von Mann und Weib weichen muffen. Alle Eh-traaödien klingen deshalb in die eine Mahnung au». durch eine Erleichterung der Ehescheidung den Uebergangsprozeß zu erleichtern und den Todeskampf zu verkürzen. Aber es ist eine falsche Folgerung aus der Tragödie auf Dakowymokre, wenn ein konservatives Blatt kapuzioerhait beschwörend die Hände hebr: ES ist wieder einmal die ungezügelte, wilde, olle Schranken überspringende Leidenschaft, die zu grauenhafter Bluttat aufgepeiticht bat. Die fürchterlichen Vorgänge auf dem polnischen Grafenschloffe sind ein ern st e« Menetekel für alle, die mit dem Feuer der Leidenschaft spielen zu dürfen meinen und die in den Sünden der Leidenschaft entschuldbare oder gar liebens- würdige Berirrungen erkennen zu dürfen glauben. Nein, die echte Leidenschaft verdient keine Schmähung, denn nur im Sturm der Leidenschaften stäuben die Saatkörner über die Erde. aus denen Neues und Großes erblüht. Ohne politische Leidenschaft kein Fortschritt, ohne wissenschaftliche Letdenichafr keine Entdeckung und keine Erfindung, ohne erotische Leidenschaft keine Kunst Darum: Bahn frei der Leidenschaft! Die Regierung und der Fall Jagow. Zu der in der-Kreuz�Ztg." veröffentlichten Zuschrift des Po- lizeipräsidenten v. Jagow schreibt die„Rordd. Allgeur. Ztg." offi- ziöS:„Zn einer Zuschrift an die„Kreuz-Ztg/* hat der Polizeipräsident von Berlin nicht in seiner amtlichen Eigenschaft, sondern als Privatperson zu dem lriegsgerichtlichen Verfahren gegen den Leutnant v. Forstner Stellung genommen. Bei der politischen Bedeutung der Angelegenheit wird selbstverständlich die Staats- regierung zu entscheiden haben, ob und inwieweit im vorliegenden Falle die freie Meinungsäußerung die Grenzen Überschreitet, die dem politischen Beamten auch als Privatperson durch seine Stellung gezogen sind, und nötigenfalls die erforderliche Korrektur eintreten lassen." Wir werden abwarten, in welcher Form Herr von Jagow .korrigiert" werden wird. Der Leutnantsstreik. Das Organ der ostpreutzischen Junker, die„Ostpreuß. Ztg.", veröffentlicht eine Zuschrift, in der es heißt: .... Selbstverständlich wollen wir die Majestät des Para- graphen Soundso nicht beleidigen, auch wenn man sich an den Kops fassen und sagen muß, man versieht die Welt nicht mehr. Aber wir behaupten, daß in diesem Falle ein Mißver- ständnis vorliegt, daß die Berufungsinstanz unter allen Umtzänden zu einer Freisprechung gelangen wird. Gesckähe das nicht, so würden fortan alle Elteru heranwachsender Söhne sich fragen müssen, ob man sie einem Berufe zuführen dürfe, in dem niwt einmal Notwehr gestaltet ist. sll) Niemand macht seine Kinder gern zu Parias. Nicht nur unter den aktiven, sondern auch unter den Offizieren des Beurlaubtenstandes aber würden viele sich dafür bedanken, noch weiter einen Rock zu trogen, der von Rowdies unbestraft befpien werden kann. Leutnant v. Forstner mag begangen haben, was er will, würde man ihn aber wegen deS.Dettweiler Falles eine infamierende Strafe absitzen lassen, dann köwne das deutsche Volk sich bald in Werbeplakaien an den Straßenecken die nötigen Offiziere für die Verterdigung des Landes suchen." Es scheint also so, daß, wenn nicht das Recht gebeugt und Leutnant v. Forstner freigesprochen wird, in konservativen Kreisen mit aller Kraft für den Lcutnantstreik Propaganda gemacht werden soll. Wir haben sicherlich nichts gegen eine solche Pro- paganda einzuwenden; denn es kann nur vorteilhaft sein, wenn ein Teil der jungen Leute nützlicheren Berufen zugeführt wird. Die Landtagsuachwahl in Tuttlingen (Württemberg) für den aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Vollsparteiler Starz endete mit dem Siege des Kandidaten der verbündeten Volksparteiler und Nationalliberalen, Stengelin. Er erhielt 8U7 Stimmen(irn 1. Wahlgang am 6. Dezember: 2487). Unser Genosse Schwald steigerte seine Slimmenzahl von 2216 auf 2607. Der Bauernbund, der im 1. Wahlgang 358 Stimmen auf- brachte, hatte seine Kandidatur zurückgezogen. Seine Stimmen dürften größtenteils dem Kandidaten der Liberalen zugefallen fein. Das Zentrum hatte, wohl um ein Abschwenken seiner Arbeiterwähler zur Sozialdemokratie zu verhindern, seine Kandidatur aufrecht er- halten. S. Auch die Bibliothek der Brüsseler Föderation wird in diesem Saal untergebracht sein. Im selben Stockwerk residiert auch das Internationale Bureau.— Und noch eine Treppe und wir sind auf der Terrasse, wo der Blick die weilgedehnte Stadt mit Türmen und Kuppeln um« fängt. Hier wird später«in Scheinwerfer angebracht werden, um weithin zu künden, daß hier der Sozialismus und die proletarische BildungSarbeit ihren Sitz haben. Arbeiter-Bildungsscliiile Berlin. Grenadlersfraße 37, Hof geradezu, 1 Treppe. Lehrplan für das I. Quartal 1914. Zlvntax: Geschichte der deutscheu l itei utui von 1848 bis zur Gegenwart. Bio Koattionszeit der füot- ziper Jahre.— Hebbel. Otto Ludtrifr.— 2. Der iUinchener Bichtorkreis.— 3. Gottfried Keller. Theodor Stonn.— 4. Gust. Breitafr. Spielhagen, Heute r, Wilhelm Raabe und andere.— 6. Bio Literatur kurz vor und nach der Eoichsgrimdung.— Theodor Fontane, 0. F, Meyer und andere,— Bei- Einfluß dos Auslandes.— 6. Bio Literat urrevolution der achtziger Jahre.— Ber Xaturalismus.— 7. Laliencron, Falke. Behmel und andere. — 8. Bas neue Drama.— 0. Der Hornau der letzton zwei Jahrzahnte.— 10. Der Sozialismus in der neueren Dichtung. Vortragender: ErnstDäumig. Dienstag: Xutnrcrkenntni».(Beginn 27. Januar 1914.) Zweiter Teil: Geschichte der Erde 1. Die Kräfte der Erdeutwioklung.— 2. Die geologischen Zeitalter.— 3. Theorien über die Entstehung des Lebens auf der Erde. Vortragende: KätoDuncfcer. üllttn-och: Geschichte(römische Geschichte). 1. Italien in ältester Zeit.— 2. Rom zur Zeit der Könige.— 3. Der Ständckampf und dio Eroberung Italiens.—-1. Funische Kriege, Weltreich.— 5. Das Zeitalter der Gracchen.— 6. Die Zeit der Bürgerkriege von Marius bis auf Oatilina.— 7. Vom ersten Triumvirat bis zur Schlacht bei Actium.— 8. Das erste Jahrhundert der Kaiserzeit. Römische Literatur.— 9. Das römische Reich vom Ende Neros bis zum Siege des Christentums.— 10. Dio Zeiten der Völkerwanderung und des Ausgangs der antiken Welt. Vortragender: Dr. A. Conrad y. Donnerstag: Volkswirtschaft. II. Teil. WirtschaRstbeorle(theoretische Nationalökonomie'). Die Gütererzeugung: Faktoren, Formen und technische Entfaltung der Produktion. Methoden der Produktivitätssteigerung.— Der WertbildungsprozeC. Kapital und Arbeit.— Akkumulation und Konzontranou.— Lage der Lohnarbeiter- schaft: Arbeitsgestaltung, Arbeitszeit, Lobnfonncn, Reserve- annee. Vereiendnngstbeorie.— Der Güteraustausch: Zirkulation. Wort Und Preis.— Ausgleich der Profitrate.— Geld-, Kredit- und Bankwesen.— Der Güter verbrauch: Verteilung des Produktionsertrages.— Arten des Einkommens.— Wirtschaftskrison.— Das Problem der Beseitigung der Massenarmut.— Dio kollektivistische Theorie. Vortragender: D r. E. D a.v i d. l'reilag; Geworkschaftswesen(Theorie und Praxis der Gewerkschaften. I.). Geschichtlicher Rückblick auf die Gewerkschaftsbewegung in Deutschland.— Grundsätze und Theorien der freien Gewerkschaften.— Gowerkschaftüoho Schnlnng und Disziplin.— Taktik bei Lohnbewegungen und Btroiks.— Kartelle und Untornehmerverbäude.— Tarif- vertrage.— Die wichtigsten gewerkschai'tüchen Strömungen des Auslandes.— England.— Thaukreich.— Italien.— Skandinavien.— Oesterreich.— Schweiz.— Amerika.— Australien. Vortragender: EmilDittmcr. fetounabend: Geschichte des Sozialismus. 11. Teil. Die groten Utopisten.— Sozialistische Strömungen in England, Frankreich, Deutschland.— Marx, Engels, Lassalle. 1. Thomas Morus' Utopia.— Thoraas Campanellas Sonnen- staat.— 2. Die kommunistischen Ideen um dio Zeit der englischen Revolution.— 3. Französischo Kommunisten vor der großen Revolution. Babeuf. Buonarotti.— 4. St. Simon und die St. Simonisten. Charles Fourier. Viktor Oonsideraut.— 5. Robert Owen. Der Chartismus.— 6. Die sozialistische Bewegung in Frankreich von der Kebruairevolution bis zur Kommune 1871.— 7. Komüiunistische Ideen in Deutschland. With. Weitling.— S. Der Kommunistenbund. Das kommunistische Manifest. Der Sozialismus während der Jahre 1848/49.— 9. Mars und Engels.— 10. Die deutsche Arbeiterbewegung vor der Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Lat-salle. Vortragender: Emil Eichhorn. tdonntas: Redncrschule (mit schriftlichen und mSndllchen Uebungen). Die notwendigen Voraussetzungen für die öffentliche Redetätigkeit.— Das allgemeine und das Spezialwissen des Redners. — Sammeln und Ordnen des Materials.— Die Bibliothek.— Allgemeines über Vereins- und Versammlungswesen.— Dio verschiedener Arten der Vorträge.— Vortragsdispotionen.— Dio Diskussion.— Praktische Vortrags- und Diskussionsübungen. Vortragender: Emil Eichhorn. Krise und Zukunftsstaat nationaläfonomtjdj« iOortragdturfus in 3 e fj n Abenden von Julian Borchardt. Die Vorträge finden statt: sür den Norden jeden Montag v. 26. Jan. bis 30. Marz in der Sölnenbrnucrci, Hochstr. 31—24: für den Südosten jeden Freitag v. 30. Jan. bis 3. April bei Granmann, Nountmftr. 37; für den Iudweiie» jeden TonneriL tag v. 29. Jan. bis 2. April bei Thiel, Stegiii,. Aibrechtstr. B7. Der Inhalt ist m allen drei Lofalen der gleiche. Beginn pünltl. S'/a Uhr abends. Eniichiiestl. einer Paule von 10 Min. dauert der Vortrag bis 10 Uhr: hieraus freie Diskuliion. Die K n-te fünämiliche 10 Vorträge kostet 1,30 M. und ist an folgenden Miellen zu haben: in den drei Vor- tragSIokaien, bei Frau Feist, Arbeiter, Bildungsschule,(Srcnadierftr. 37, bei allen Kolporteuren der„Lichtstrahlen", bei Fritz Krüger, Muskauer Str. 21 (SeL Äoritzpl. 4121), bei Julian Borchardt. Lichterselde, rtedmigstr. 1 (Tel. Lichterselde RIO). Unterrichtsbegiiin: Hontag. dei> 5. Janasr: IiitcraiargoHcfaicbte. Rlttwoch. d« i» 7. Janaar: Gehchichte. Donnerstag,-, den 8. Jannnr; Volkswirtschaft- I reit»?, der 9- Januar: Gowcrkschaftswcsen. 8onnabcn: Cbausseestraßo 17. Schönhauser Allee 8 Reinickendorfer Straße 2..., Brunnenstraße 34. Badstraßo 40/41.. tenkassen in Berlin-Lichtenberg: F rankfurtcr Chaussee No. 152 a.... Kasse RS* Venkölln: Berliner Straße 102„ S Potsdam: Am Alten Markt 17" Harkt 4 Spandan: .•••. SP* BerlSn-Stegllts: Schloßstraßo 83.. Kasse GH- Berlin-WcSBenscc: Berllner Allee 216. Kasse LMa Berlin- Wilmersdorf: Uhlandstraßo 57. Kasse W* Schaporstraße 1._ RCS Uhlandstr. 89-90., UV* Kaiserplatz 11—12., VW* Berlin-Schöneberg: Kaiser-WUhelm- Piatz 2.... Kasse ü' Martin-Luther-St. 5„ AB* Bayerischer Platz 1„ ST* Die mit einem* bezeichneten Kassen besitzen Stahlkammcrelnrlchtnng. Die Depositenkassen eröffnen Geschäftstreibenden, Industriellen und Privaten laufende Konten für den Depositen- nnd Scheck- Verkehr und besorgen den An- und Verkauf von Wertpapieren, fremden Geldsorten, Schecks und Wechseln auf das Ausland, die Ausschreibung von Kreditbriefen. die Ausgabe von Welb-Zirfcular-Kreditbriefen, zahlbar an all. Haupiplätren der Welt, etwa 2000 Stellen, dio Diskontierung sowie Einziehung von Wechseln, die Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren, die Versicherung von Wertpapieren gegen Kursverliis t im Falle der Auslosung, die Einziehung der abzutrennenden Coupons. Besebaffung und Unterbringung von Hjrpothekengeldern. .oupons. NaehliB- und Vermögensverwaltung, Uebernahme von Testamentsvollstreckungen. Sonderabteilung für Buchforderungen. Stahlkammern. Die Stahlkammeriächer der Depositenkassen stehen unter eigenem Verschluß der Mieter und eignen sich zur iullievalining von Wertpapieren, Hypottieken-Dolnimenten, Drknnden, Wertgegenständen nndSelwlisaciien. Die Vermietung dieser Schrankfächer erfolgt je nach Wunsch auf beliebige Zeit. Bedingungen für den Depesitenverkebr nnd dje Benutzung der Stahlkammern werden an den Schältern der Kassen ausgehändigt Die Deutsche Bank ist mit ihren sämtlichen Filialen und Zweigstellen amtliche Annahmostelle von Zahlungen für Inhaber von Scheck- Konten bei dem Kaiserl. KönigL Ocsterroichichen Postsparkassen- Amte in Wien. Die Deutsche Bank ist auf Wunsch bereit, zum Zwecke der Wehrbeitraies- wie der Etn- kommcnscrkllirnna: die Aasrcchnungr von Wertpapierbeetinden und deren Erträgen gegen eine geringe GebBIm zu übernehmen. w/lrkeÄ�-e/ir» cJcico 2$ Kapitän- Kautabak (zefctzl grichätzt)* Kapitän-Uauch- u. 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Denn solcher Vorwurf liegt doch in der Behauptung, dte Arbeits- losenzählungen der Gewerkschaften seien nicht einwandfrei, gäben ein bewußt trüb gefärbtes Bild. Tie Apportenträgcr solch alberner Unterstellungen— die offiziöse„Nordd. Allgcni. Ztg." gehört auch dazu— müssen wissen, daß die meisten Gewerkschaften für die von ihnen fest- gestellten Fälle von Arbeitslosigkeit Entschädigungen zahlen, sie also mit der künstlichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit ganz ungerechtfertigter Weise ihre Kassen plündern würden. Wenn's dann wieder anders Paßt, behaupten die Ordnungsstützen und -Retter aber: die Gewerkschaften betrügen die Arbeitslosen um ihr eigenes Geld! So sieht es mit der Logik der Behaup- tungcn freiwilliger und bezahlter Scharfmacher aus. In Wirk- lichkcit zweifeln sie kaum daran, daß die Gewerkschaften auf Grund ihrer statutarischen Bestimmungen über die Ertverbslosigkcit ihrer Mitglieder sehr genau Buch führen. Und danach ist nicht zu zweifeln, daß die Arbeitslosigkeit wächst und schon einen bedrohlichen Charakter angenommen hat. Räch den von den Fachverbänden au das„Rcickisarbcitsblatt" gc- lieferten Angaben erhält man dieses Bild über die Arbeits- losigkeit im ß. Quartal 191l! im Vergleich mit den Ergebnissen der Parallclzeit 1912: 1912 1913 Zahl der Mitglieder....... 2147 9iG 2 046 696 Arbeitslosentage überhaupt..... 1 841 042 3 197 376 davon Unterstiitzungsmge..... 1 091 674 1 848 126 Zahl der unterstützten Personen... 68 292 103 613 Summe der gezahlten Unterstützung M. 1 629 614 2 682 8S1 Es entfallen demnach auf IG) Mitglieder: Arbeitslosentage überhaupt........ 85,7 156,2 IlnterstützungStage........... 50,8 90,3 Unterstützte Personen.......... 3,1 5,0 Unterstützung........... M. 75,9 131,— Bei dieser Aufstellung handelt es sich, wohlgcmcrkt, nur um die Arbeitslosen am Ort. Die auf der Reise befindlichen Organisierten sind nicht eingeschlossen. Auch ihre Zahl erfuhr eine beträchtliche Steigerung. Die an sie gezahlte Unter- stützungssumme erhöhte sich von 327 808 M. auf 43 786 9 M. Die Differenz zwischen den überhaupt fest- gestellten arbeftslosen Tagen und den Tagen, für welche Unterstützung gezahlt worden ist. erklärt sich aus der für den Anspruch auf Unterstützung vorgeschriebenen Karenzzeit. Das dritte Quartal 1913 zeigt nach den vorstehenden An- gaben schon ein recht trübes Bild. Mittlerweile ist es noch viel trüber geworden. Die fortschreitende Verschlechterung der Lage am� Arbeitsniarkt kommt schon in den Ziffern für den Monat September zum Ausdruck. Ende des Monats Sep- tcmbcr wurden nämlich ortSanwesende Arbeitslose gezählt: Tie Satten aber, die Nutznießer Werktätiger Arbeit, die Häuser des Reichtums, die nichtstuenden Zehrer vom Profit, sie lassen die Arbeitslosen verhöhnen und verspotten und plärren nun das verlogene Lied von:: Frieden auf Erden! Wir sagen: Kampf, unablässigen Kampf gegen diese brutale, widersinnige Wirtschaftsordnung! 1912 1913 27 525 49 067 Hiernach ergibt sich eine Zunahme der Arbeitslosen um rund 86 Prozent. Erfahrungsgemäß erfolgen nach Weihnachten und Neujo> zahlreiche Entlassungen. Aller Voraussicht nach schwillt da�yi das Heer ter Arbeitslosen noch ganz gewaltig an. Für viele, viele Proletarier und Proletarierinnen, die schon seit Wochen, manche seit Monaten auf Beschästigungs- gclegenhcit warten, rückt die Hoffnung darauf in immer weitere, graue Ferne. veotkcbes Reich. Die P. P. S. und die Gewerkschastsfragc. Am 7. Dezember fand i:x Essen eine Konferenz der P.P.S. für Rheinland und Westfalen statt. Dort wurde zur Geiverk- schaftssrage eine Resolution angenommen, worin der Vorstand der P.P.S. aufgefordert wurde, bei der polnischen Aerussvereinigung anzufragen, ob diese ihre Taktik in bezug auf die sozialistischen Grundsätze ändern, sich ehrlich auf den Standpunkt des Klassen- kampfes stellen und in religiöser und politischer Hinsicht Neutralität üben wolle. Wenn diese'Anfrage in bejahendem Sinne beant- wartet würde, dann sollten Vorbereitungen getroffen werden, daß alle polnischen Arbeiter, welche unter der Fahne der P.P.S. stehen und mit ihr sympathisieren, zur polnischen Berufsbereinigung über- treten. Der Vorsitzende der P.P.S. hat sich darauf mit der polnischen Berufsvereinigung in Verbindung gesetzt und diese ersucht, sie möge Zeit und Ort bestimmen, um eine Aussprache in Sachen der P.P.S. herbeizuführen. Die Polnische Berufsveretni- gung hat nun dem Vorstand der P.P.S. eine Antwort gegeben, die diese sich nicht hinter den Spiegel stecken wird. In dem Brief lesen wir u. a.: »Die Herren dürfen nicht vergessen, daß die PoÜ.'.ische Be- rufsvereinigung ihre Grundsätze, welche sie über 11 Jabre zum Wohle der Organisation und mit Erfolg für die polnischen Ar- beiter anmendet, nicht aus den Wunsch einer kleinen Gruppe von Leuten aufgeben kann, welche jetzt den Uebertritt zur Polnischen Berufsvereinigung als angängig bezeichnen, dieselben Leute, welche noch vor kurzem die Polnische Berufsvereinigung hart- näckig bekämpft haben. Ferner müssen wir in Rücksicht auf die im öffentlichen Leben angenommenen Grundsätze der Taktit und Ehrlichkeit solche Anträge, wie sie die Essener Konferenz gestellt hat, als wunderlich bezeichnen. Die Herren huldigen äugen- scheinlich dem Grundsatz, daß Bescheidenheit eine Tugend sei. doch daß man okme diese weiter käme. Bei dieser Gelegenheit können wir die Ausführungen des Herrn Paterok aus Bochum nicht vermissen, welcher ohne Protest von irgendeiner seite aus der genannten Konferenz gesagt hat, daß an die Ehrlichkeit der Polnischen Berussvereinigung nicht geglaubt werden könne. Zu was soll man mit unehrlichen Leuten zu irgendeiner Aussprache zusammenkomitten. Zum Schluß unterstreichen wir, daß wir, wie bisher, auch in Zukunft sorgen werden, um die durch die deutschsn Verbände irregeführten polnischen Arbeiter zu organi- sieren. Wir nehmen an, daß uns das gelingt.... Mit Hochachtung Der Zentralvorstand der Polnischen Berufsvereinigung." Diese Autwort hat der Vorstand der P.P.S. verdient. Run wird die Gründung einer eigenen politisch-sozialistischcn Geiverk- schaft betrieben. Darüber soll der Parteitag, der am 25. und 26. Dezember in Oswiecim(Galizien) tagt, beschließen. Daß in diesem Sinne dort beschlossen wird, ist nicht zweifelhaft. Die Lohn- und Arbeitsverhältniffe in den Bromfilber- druckanstalten. Die Zentralkommission der Photograpben im Verbände der Lithographen. Steindrucker und verwandten Berufe hat vor einiger Zeit eine Statistik in den in Deutschland vorhandenen Bromsilber» druckanstalten aufgenommen, soweit solche für die Luxuspapierbranche und für Reklame oder Kunstdruck produzieren. An Firmen sind ins- gesamt 14 zu verzeichnen. Statistische Angaben waren von 12 Be- trieben zu erhalten, die zwei fehlenden kommen aber bei der Be- urteilung der Verhältnisse nicht in Betracht, da sie nur wenige Per- sonen beschäftigen. In den 12 Betrieben wurden 193 gelernte Arbeiter und Arbeiterinnen— 148 männliche und 45 weibliche— beschäftigt. Darin sind Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen nicht mitgezählt, weil sie für diese Organisation nicht in Frage kommen. Hingegen sind verwandte Berufsangehörige, die mit den Photographen zusammen arbeiten, besonders aufgenommen, und zwar 30 Lithographen, 4 Chemigraphen und 19 Zeichner und Maler. Obwohl diese Industrie verhältnismäßig jungen Datums ist— Mitte der achtziger Jahre wurden die ersten Versuche gemacht— und die Erzeugnisse sind jetzt in vielen Millionen vqn Exemplaren in allen Weltteilen eingeführt, sollte man annehmen, daß die Zahl der gelernten Arbeiter in dieser Industrie größer wäre. Daß zu diesen Arbeitsleistungen zum Teil besonders gutgualifizierle Arbeits- kräfte notwendig sind, dürften die Erzeugnisse beweisen. Wohl auch deshalb sind die Löhne sehr unterschicdiich. Die niedrigsten Löhne sind die der kaum Ausgelernten, während die Höchstlohne nur von äußerst tüchtigen Kräften erreicht werden. Die Lohnzahlung selbst erfolgt in sehr verschiedenen Zahlungs- Perioden, lim die Löhne einheitlich zum Vergleich einfügen zu können, sind diese in HalbmonatSIöHne umgerechnet. Dieselben schwanken für männliche Arbeiter zwischen 115 Dt. und 35 M.: der Durchschnittslohn beträgt 76 M. 9 Pf., stets halb- monatlich gerechnet. Für Arbeiterinnen schwanken die Löhne zwischen 65 M. und 22 M. 50Pf.: der Durchschnittslohn bei diesen beträgt 63 M. 60 Pf., auch halbmouatiich gerechnet. Hiernach werden die weiblichen Arbeitskräfte zum Teil sehr schlecht bezahlt, das dürste vor allem in der Gleichgültigkeit gegen die Organisation seinen Grund haben.— Die Lohnzahlung erfolgt bei 7 Firmen balbnronatlich, bei 5 Firmen wöchentlich, darunter ist eine Firma, die einem einzelnen Angestellten ausnahmsweise den Lohn monatlich auszahlt. Ein Grund hierfür ist nicht angegeben.— Die Arbeitszeit der Beschäftigten ist sehr verschieden und schwankt zwischen 7>/z und S'/j Stunden täglich. Die DurchschniüsarbeitSzeit stellt sich auf 8.35 Stunden für männliche und 8.31 �stunden für weibliche Personen. Sodann zeigt sich, daß die Arbeitszeit der Lithographen und Chemigraphen in einzelnen Firmen kürzer ist wie die der Photographen. Bei 2 Firmen arbeiten die Lithographen und Chemigraphen 8 Stunden, die Photographen aber 9 Stunden. Ueberstunden werden bei den meisten Firmen nicht gemacht, da, wo e-Z sich hin und wieder notwendig macht, werden sie mit cnt- sprechendem Ausschlag bezahlt. Nicht bei allen Betrieben richtet sich die Größe desselben nach der Zahl der Beschäftigten: in einzelnen kommen die Bromsilber- Abteilungen nur als Rebenbetriebe in Frage. Die Zahl der Be- schäftigten in den einzelnen Betrieben schwankt zwischeu 91 und 4 Arbeitern und Arbeiterinnen. Der Organisation gehören zirka 50 Proz. der Beschäftigten an, mithin bleibt auch noch besonders bei den Weib- licheu Branchenangehörigsn manches zu tun. Berücksichtigt mau ferner, daß vor einiger Zeit eine der größeren Firmen an den Höchst- löhnen Reduzierungen vornahm, ist es wohl notwendig, daß sich alle Arbeiter und Arbeiterinnen dieser kleinen Gruppe der Organisation anschließen, um für einheitlichere bessere Entlohnung und Arbeitszeil wirken zu können._ HusUna. Streik im Kopcnhagcner Freihafen. Wie tclegraphich schon gemeldet, sind die Arbeiter Fm Aopcn- hagcner Freihafen in den Ausstand getreten. Die Ursache dieses Äusstandes ist das schofle Verhalten der Frethafengescllschaft, die cinc erhebliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen durch- führen will und bei den recht langwierigen Verhandlungen keiner- lei Entgegenkommen zeigte. Die Gesellschaft sucht nun Streikbrecher, wo sie solche finden kann. In Dänemark ist das Geschäft nicht lohnend und so wendet sie sich durch ihre Agenten an ausländische H ä f e n. Damit die Arbeiter in den deutschen Häsen diese Agenten gebührend zurückweisen können, sei hier auf die hauptsächlichsten Differenzen hingewiesen. Abgesehen von der Frage der Nacht- arbeit, in der eine Einigung möglich wäre, spitzt sich der Konflikt auf die Regelung der Lohn frage zu. Die Gesellschaft vel- spricht den Streikbrechern einen Arbeitsverdienst von 1800 bis 2000 Kranen pro Jahr. Das ist kompletter ischwindel. Denn in Wirklichkeit beträgt der Lobn in den Wintermonaten 25,50 Kr. und in den Sommermonaten 28 Kr. wöchentlich. Da aber in Akkord gearbeitet wird, soll dieser Wochenlohn nur die Lohngarantie dar- stellen. Gerade beim Akkordlohn aver will die Gesellschaft ihr Geschäft machen und darum drehen sich die Differenzen. Ter Akkordloh» soll nach den Forderungen der Gesellschaft fortan monatlich abgerechnet werden, während wöchentlich c-brn- genannte Abschlagszahlung erfolgt. Bei der monatlichen Abrach» nung will die Gesellschaft nicht mehr den von den Arbeitern er- zielten Afforduberschnß restlos auszahlen, sondern sie für die Wochen, in denen der Arbeiter die 25,50 resp. 28 Kr. nicht verdient hat, die Differenz vom Akiordüberschuß in Abzug bringen. Somit hört oie Abschlagzahlung auf. eine Lohngarantie zu sein. Durch dieses Verfahren erfolgt eine Reduktion der bisherigen Löhne um 400 bis 500 Kr. pro Arbeiter und Jähr. CHcihnacbt. Die Reichen schliefen alle im wannen Bett, da Maria den Heiland entbunden hätt. Keiner hat in der kalten Nacht an den Sohn einer armen Mutter gedacht. Drei arme Hirten nur waren dabei, als eS hieß, daß der Christ geboren sei.— Zweitausend Jahr ist es wohl schon her und ist doch noch immer die gleiche Mär: Dem Volke nur, daS im dunkeln sitzt, strahlt der Stern, der auf Bethlehem einst geblitzt. Den armen Hirten tiur winkt er zu; die Reichen schlafen in guter Ruh. Und Armen nur ist die Botschaft gesagt, daß ein Heiland kommt und ein Morgen tagt, der aus Zeiten der Not und aus Nöten der Zeit seine harrenden, armen Brüder befreit. Drum ist Weihnacht der armen Leute Fest, weil der Arme'den Armen nicht verläßt. _ Karl B r ö g e r. Pariser Leben in der Schreckcnszcit. In den landläufigen Ge- schichtSdarstellungcn. und zwar in den großen wissenichaftlickien Werken der bürgerlichen Historiker der Revolution wie in den „populären" Klitterungen und in den Schulbüchern wird das Leben in Paris während der Schreckenszeit in einer Weise geschildert, daß man glauben könnte, eine bleierne Angst habe jede Lebens- sreude erwürgt und jede Aeußerung der freien Meinung cr« stickt. Wie Professor Mautouchet in einem Vortrag in der„Eeole des hauteS Stüdes sociales" gezeigt hat, entspricht diese Vorstellung durchaus nicht der Wirklichkeit. Die Pariser ver- bargen sich keineswegs au» Angst vor den Terroristen des Konvents und der Kommune hinter ihren vier Mauern. Vielmehr lebte man damals viel außer Hause, auf der Straße, im Cafv und überhaupt an öffentlichen Orten und hielt mit seiner Meinung, auch wenn sie den Herrschern deS Tages ungünstig war. nicht im geringsten zurück. Auf den Galerien des Konvents folgte eine leidenschastlich er-- regte Menge den Verhandlungen und begnügte sich nicht zuzuhören, sondern bezeugte überaus laut thre Zufriedenheit oder Unzuftiedcn- beit mit den Rednern. Die Sitzungen des JalobinerklubS und die Verhandlungen des Revolutionsgerichts zogen ebenso das Publikum an, vor allem die Frauen, die ihrer Meinung unverhohlen Ausdruck gaben. Besonders die Lebensmittel- teuerung regte sie auf und sie beschimpften da» Regienmgs- system, dem sie die Schuld daran zuschrieben. 1793 wollte man den Frauen da» Tragen der Nationallokarde auferlegen. Da» führte zu täglichen Zusammenrottungen und Prügeleien in den Straßen. Je nach dem reaktionären oder revolutionären Charakter des Stadtviertels peitschte man die Frauen auS, die sie trugen oder die sie nicht trugen. Das Volk— d. h. die Kleinbürger— beschwerte sich über die revolutionären Komitees, über die allzu zahlreichen Verhaftungen, auch über den Unfug. den manche Nationalgardisten auf ihren nächtlichen Patrouillengängen gegen Passanten verübten. Die öffentliche Sicherheit war damals nicht groß, was zum Teil damit zusammenhing, daß die Straßenlaternen nicht die ganze Nacht brannten. Diebstähle lvaren ziemlich häufig, auch die Bettelei stark. Daran aber rrug das furchtbare Elend die Schuld. Vor den Bäckereien mußte man manchmal 7 Stunden warten, um Brot zu bekommen. Offenbar nach spartanischem Vorbild wurden„Bcudennahle" veranstaltet, bei denen die Bürger ohne Unterschied ihres Gesellschaft- lichen Ranges an den auf der Straße aufgestellien Tischen Platz »ahmen. Diese Mahlzeiten hatten �einen großen Erfolg und riefen schließlich sogar, trotz ihrer zur Schau getragenen gleichheitlichcn Tendenz, da» Mißtrauen der Kommune und des Konvent» hervor. Die bürgerliche Gleichheit sollte auch durch das allgemeine Duzen demonstriert werden. Das.Sie" galt als Beleidigung. In dem noch heute existierenden.Cafö Procope", einem beliebten Rendezvous der Nevolutionäre, wurde einmal ein alter Kellner von zwei Gästen. die er mit.Sie" angesprochen hatte, als Sklavenseele wüst beschimpft — nach dem bekannten Motto:»Und willst du nicht mein Bruder sein.. Im ganzen sieht man, daß trotz der rücksichtslosen Diktatur der Revolutionäre die Dieinungen viel freier zur Geltung kamen, als nach dem 9. Thermivor, wo dann unter Leitung der«goldenen Jugend" eine rücksichtslose, rachedursiige Verfolgung aller radikalen Gesinnungen anhob, freilich auch eine Ungebundenheit des Lebens- genusseS, der gegenüber das Leben der Schreckcnszeit als düsterer PuritaniSmu» erscheinen kann. Der himmlische Tarock. In den Schnurren des Rochus Mang, Baders, Mcßners und LcichenbcschauerS zu Fröltinannsau, die bei R. Piper in München erschienen sind, erzählt Georg Queri dem Volksmnud folgende Legende nach: Der Herr Pfarrer und der Krautschneider und der Lüften Marl! spielen ihren Tarock am Sonntag nachmittag beim Obern Wirt in Mittcrmanning. Sagt der Lüften Marth glaubt mir. Herr Hochwürden, das ist im Himmel nicht viel änderst wie in'Mittcrmanning. Da tun sie auch einmal das Maul aufsperre» zum Gähnen, im Himmel. und haben auch Zeitlang und meinen: ja, was könnt man jetzt ansangen vor lauter Langweil? Und der heilig Sankt Paulus sagt: Allweil die Engelmanndcrl mit der Geigen und die Engerlweibcrl mit den Gsangl— Tarockcn wär auch was und Kcgelscheibcn war auch was. Ter liebe Gott: mir ist's recht. Der heilig Sankt Peter: Tarockcn wär mir lieber; ich bin ein bisset müd und in der Früh um Viere sind noch ein Dutzend arme Seelen kommen und waren lauter Weidete. Tic dischkurieren halt viel. Ja, einen Tarock, sagt der heilig Sankt Paulus. Geht also grad ein schöner Tarock zusammen, sagt der liebe Gott. Das erst Solo hat der liebe Gott kriegt; hat Herz geheißen und hat nur fünf Trumpf gehabt. Der heilige Sankt Petrus spielt's gut und hat den lieben Gott trumpfarm gemacht. Hat schon die Herzatz heimstechen müssen, der liebe Gott. Der heilig Sankt Paulus sagt: das wirst halt auch Teiner Lebtag nicht gewinnen I und spielt die Schellatz aus. Sticht der liebe Gott wieder mit der Herzatz. Paß auf, Peterll wischpert der heilig Sankt Paulus. lind die zwei passen scharf auf wie die Hafielmacher. lind wieder Schell»! schreit der heilig Sankt Peter. Gestochen! sagt der liebe Gott und haut den Brief mit der Herzatz zusammen. Aber da schmeißt der heilig Sankt Peter die Karten aus den Tisch und schreit: lieber Gott, wann wir tarockcn, dann magst Deine Wunder schon daheimlasscn! Sfchauts, Lcutl, drum ist's ini Himmel nicht änderst, wie in Mittcrmanning, sagt der Lüften Maril; und der Krautschneider und ich passen auf wie der Peter und der Paulus Da mutzt schon das Bemogeln sein lassen, Herr Hochwürden. Das Wort Weihnachten ist der dritte Fall der Mehrzahl von dem Worte Weihnacht. Der Gebrauch der Mehrzahl hat seinen Grund in der alten kirchlichen Sitte, die ztvvlf heilige Nächte und zwar uom 25. Dezember bis zum 6. Januar, dem Feste der heiligen drei Könige, zählte und sie ckiu ivivs nahte nannte. Ein Rest des alten Ansehens dieser Nächte hat sich noch jetzt im Volksglauben er- halten. Denn viele Leute meinen, daß sich alle» erfüllt, was man in ihnen träumt, und daß das Wetter, wie e» sich in diesem Zeit- räum zeigt, so auch während de» ganzeti Jahres vorwiegend bleibt. Daß man auch die Tage Weihnachten nennt, findet wohl in dem allgermanischen Verfahren seine Erklärung, wonach man nicht nach Tagen. sondern nach Nächten zählte. Liben naht, üdsr vierzehn naht sind Fristbestimmungen, die Häufig in alten Rechtsdenkmälern vorkommen. Warum braucht man aber auch noch heut den dritten Fall der Mehrzahl in dem Won Weih« Gegsn Hefe iiii�eiicucrltdje Vcrschlechrsrung tftei- Lsonvee» Hiltniffe wenden sich die Arbeiicr im Äopenbagener Freiüafeii. sie txmaaittt, datz ihr« organisierten ArveitSbrüder überall dafür sorgen, daß der Zu�ug ferngehalten wird. Eine Gewerkschaft der Londoner Polizisten. 2o«;don, 23. Dezember 1313. iEig. Ber.) llnter deti Londoner Polizisten locht und gärt ed. Teilweise sino es Lohns ragen, Sie die Äeiuüter erregen, weit mehr jedoch nat die unerträglich gewordene Tyrannei der Vorgesetzten zu der tlnruho beiget,.'agen. Es hat sich eine Union der Polizisten ge- inldet, die sich das Motto gewählt hat:„Tyrannei ist keine Tis- zipli«." Der: Perband, der von dem früheren Polizeiinspektor < vr.re i«S L�ben gerufen worden ist, soll schon gegen 13l)(t Mitglieder haben wnd in schnellem Bachstum begriffen sein. Nor- iänsig sollen die Äamen der Mitglieder geheim gehalten werden, bu'' der Berhand stark genug ist, um es mit den Behörden aus- nehmen zu können. Dann soll Philip Snowden im Parlament dt? Anerkennung der Organisation oerlangen. Daß es mit der Organisation der Polizisten wirtlich borwärts geht, beweisen die N«i?ereie», die in der vergangenen Aoctie ans mehreren Polizei- stallianen zwi säten Äorgesetzten und Mannsct>aftel, stattgestlnden Hagen Alto die man mit allen Mitteln vertuschen möchte, und vor altem Dingen die Tatsache, daß sich der Londoner Polizeioberit gc- nötigh gesehen'hat. einen Erlaß zu veröffentlichen, in dem es den stonsrchstcrn ve'rvoten wird, siai dein Äeroande anzuschließen, wenn sia nicht entlassen werden»vollen. Was in der letzten Wowe besonders die ihlulizisten aufregte, war das„WeihnaclstsgesMcnk", aas ihnen die Behörden in Gestalt einer Getmltszulage gemacht haben. Mau bat den Polizisten mit einer� lbjährigen Dienstzeit >i»d darüber eine Gehaltszulage von 2 st.' Schilling die Woche bewilligt; die große Mehrheit der Beamten bekommt überhaupt nichts. Das hat natürlich viel Murren in den Reihen der Blau- rocke verursacht. Gdieru treck die Union der Polizisten mit einer Nersum nstirng ans d-nr Trasaegar Souare z>rm erstenmal an die Oefsentlichteit. Nack!. Landessitte hatte die Eiewerischast ihre Kahne» und Plakate mitgebracht, liiia� tgs:„Ehrlickx' Poliziite»>vcrdeii in dteusington nicht verlangt." Oder:„Tic Zitterer von Scotland Rard." Auf einer roten Kahne war zu lesen: ,. Meute Kurcht— Die Union der Polizei" Gegen ICOC Menschen hatten siai eingefunde». von denen etwa Mi Polizisten in Zivil»varen. Die Redner ertlärten den Pveck der Organismion. schilderten die mißliche Lage der unteren Pclizeibeauueit und geißelten die tuierträgtiche Tyrannei, der die ganstabler seitens ihrer Norgesetztcn aus,,esetzt seien. Der Sekretär der Organ isati an erklärte müer anderem: „Wir müßeil vMkrnmileu unparteiisch sein. Wir dürfen weder für die Arbeiter»ach für die Arbeitgeber Partei er- greifen. Und uui diese Unvaneilichleit attfrecliierhalten zu können, kann man von uns nicht verlangen, daß wir nns einer Köderation oder einer-Gewartschaft anschließen. Wir werden dem bestehenden korrupte« System Einhalt gebieten, nntcr dem die Polizei gezwungen trmrd, Partei zu ergreise». Wir tverdeil nicht Helsen,«tretls zu getviunen oder t-tretks zu berlieren. Wir werden nicht streiken. Der Polizist trägt einen tinKppel, nicht weil er ihn brauchen will, zu brauchen hofft oder zu brauchen crivartet. sonoern; um ihn bei der Hand zil haben, ivenn ihn di: Notweudtgteit. zwingt, thtt zu beimtzen. So ist die Streiktaktik der Union zu verstehen. Wir wollen nicht streiken, wir hoffen nicht zu siraiken und>bir wollen nicht gezwungen werden zu streiken; aber wenn die Behörden mit ihren Ungerechtigkeiten fortfahren und sich ioeigern. wnsere gerechten Beschwerden auzuhüreu, dann werdeir wir den Ilnüppel unserer Iknion nickst wegwerfen. Wir werden ihn gebrauchen und unsere löache der öffentlichen Meinung unterbreiten. Kür das Publikum ist es zu gefährlich, wenn der Polizist streikt." Unter den verteilien Klngblättern befindet sich ein Aufruf an die Polizisten, der mit den Worten endet: „Kameraden! Die ganze Polizeiwelt blickt auf die Metropole. Betragt euch wie Männer. Tut eure Pflicht gegen euch selbst und gegen das Publsttum." Auch in anderen Städre» regt eö sich unter den Polizisten. In Liverpool ist die Bowegung schon so stark, daß die Behörden den Mannschaften di« Erlaubnis erteilt haben, Versammlungen ab- zuhalten, in denen sie ihre Beschtverden erörtern und ihre Forde- rangen formulieren können. In London scheint man eS darauf abgesehen zu haben, die Polizisten zu zwingen, sich im geheimen zu"verschwörend Der Aufschrei der Londoner Konstabler, die unter dem Namen Disziplin von bei, Vorgesetzten wie die Sklaven be- bandelt werde», hat in den Reihen der Reaktionäre nicht wenig Bestürzung hervorgerufen. Man verlangt scho» die llbschaffung des Koalitionsrechts für alle Staatsarbeiter und befürchtet, daß die allgemeine Unruhe eaich auf das Heer und die Klvtte über- greifen wird. Namentlich bar maß Angst, daß die freier denkenden Seeleute, die sich infolge der Konzentration der Kriegsflotte in den heimischen Gewässern fast alle in England befinden, von der nachten? Weil. man ursprünglich rv ckou Mckticu nahten d. h. zu den geweihten Nächten sagte, später die ersten beiden Wärter weg, ttcß und die letzten beiden zu einem Wort zusammenzog. Die Er- iunerung daran, daß man es mit de», dritten Kall zu tun hatte, der von dem Verhältniswort abhängt, tourde vergessen. So kam >w. daß das zusammengezogene Wort als iin ersten Fall stehend t Nominativ) angesehen wird. Auck sagen wir heute meistens bei Nacht, aber noch Bartholomäus Ringwald, der gegen 1630 starb, jagt in einem Gedicht: O hütet euch zu Tag und Nacht, daß ihr nicht Hebel ärger macht. Weih, der erste Bestandteil des Wortes Weihnachten, kommt bon einer Wurzel, die in, Gotischen weihe, im Llllhochdeutscheu wih und im Mittelhochdeutschen wich lautet, als einfaches Wort schon früh untergegangen ist und nur in Zusammensetzungen wie Weihbischof, Weihwasser, Weihrauch borkommt. EL bedeutet heiligend zueignen, Zn gottesdienstlichem Sinne bezeichnete man damit Personen wie Pciester und Nonnen, oder Gegenstände ivie Altäre, Glocken, Friedhofe, Gebäude oder Zeiten wie Weihnachten. Ostern und Pfingsten. In allgemeinem Sinne kommt es auch in den Wendungen: sich dem Leben oder Tode weihen, vor. tlhland braucht es auch von der Sprache, wenn er sagt: sie weihe sich dahin, daß der Freie für Recht. für Freiheit spricht. Theater. Kleines Theater: Jettchen Gebert, Schauspiel von Georg Hermann. G. Hermann, der als Novellist zu jenem Häuslein von Schriftstellern zählt, die bescheiden stolz sich rühmen dürfen: ihr Glas fei klein, doch tränken sie aus eigenem Glase, weiß eS natürlich selbst an, besten, daß seine Eigenart im schillernden Gewebe von Stimmungen und Reflerionen am reichsten sich ent- satte» kann, und daß mit diesen guten Dingen wohl im Roman, doch wenig im dramatischen Rahmen anzufangen ist. Seine Per- sonen werden lebendig, nicht so sehr durch das, was sie selber sagen als dadurch, was er. ihr freundlich ironischer Begleiter, von ihnen über sie zu sagen hat. Und vollends liegt es außer seiner Sphäre, das Innere von Menschen im Äefüge einer ineinander grerfenden geschlossenen Handlung zu entwickeln. Daß er bei alledem doch den Versuch gemacht, die Typen seines populärsten Romans, in dem er jüdisch- kaufmännisches Familienleben aus Alt-Berlin intim und liebenswürdig darstellt, zu Figuren eines Schauspiels herzurichteu, hat offenbar init einem inneren Drange nichts zu tun. Die Rechnung war wohl, daß das Titeletikette des weit bekannten Buches, auch wenn die Auöschlachtuiig zum Drama den Geist hinausgelrieben, Zugkraft genug besitze, ein zahlungs- kl ästiges Publikum heranzulocken. Ob diese Rechnung stimmt, bleibt abzuwarte». Der lebhafte Applaus, mit den, das geschmacklose Rupfungswerl begrüßt wurde, beweist noch nichts. Gibt es doch in Berlin überhaupt kaum mehr Premieren, bei denen nicht geklatscht wird. Bon einer semfinnigen, witzig charakterisierenden Ausmalung jüdischen Milieus, wie in des Dänen Ratanion Drama»Hinter Mauern", Bewegung angesteckt" werden könnten- Taisackstuh ist auch die Zahl der englischen Matrosen, die mit der Arbeiterbewegung tief sympathisieren, beträchtlich groß. Em Induftne md ftendel. Das Wirtschaftsjahr 1913. In'der letzten Sitzung der Aeltesien der Kaufmamlschast oott Berlin gab der Präsident des Aeltesten-Kollegiums einen Rückblick aus das Wirtschaftsjahr Illlß, dem wir u. a. folgendes entnehmen: „Der Schluß des Jahres 1912 hatte einige, wenn auch vielfach be- strittene Anzeichen dafür gebracht, daß die industrielle Konjunktur ihren Höhepunkt erreicht oder schon überschrilteu habe. Die Ent- Wicklung des Jahres 1919 läßt keine Zweifel, daß wir uns in einer, zum Teil st a r k rückläufige» Bewegung auf iudusirielleni Gebiete befinden. Dieser Umschwung fiel mit der tiefen Be- umubigiing zusammen, toelche die Balkanwirren hervorgerufen hatten. Die direlten Schäden, die unser Handel und unsere Industrie durch die Stockung der Geschäfte in den von, Kriege betroffenen Ländern erlitten haben, waren eS nicht ausschließlich, die so ui, günstig einwirkten, Ju erster Linie hatten Handel und Industrie unter den Besürcknungen vor europäischen Verwickelungen zu leiden. Dieie Bofürchtuiigeu er- reichten teilweise einen fv hoben Grad, daß Erscheimingen hervor- traten, die, wie RunS auf Sparkassen und Aufspeicherung großer Beträge baren Geldes bei Privatpersonen, sich sonst nur in Zeiten von Mobilmachungen im eigenen Lande einzustellen pflegen- Zu gleicher Zeit mußten Handel und Industrie sich auch noch mit dem einmaligen Wehrbeiiräg und der dauernden Erhöhung der Steuern abfinden- Die Gefahren, die i» den politischen Verhältnissen für den europäischen Frieden lagen, sind bis jetzt überwunden loorden. In den letzten Monaten des Jahres ist eine gewisse Beruhigung ein- aetreien, die von Bedeutung sein wird für die Beseitigung der ivirt- ichaftlicheu Schäden, die mit der rückläufigen Konjunktur verbunden sind. Zu dieser Beruhigung wird auch die außerordentliche gute Ernte dieses Jahres beizutragen geeignet sein. Bis jetzt hat die rückläufige Konjunktur, ja beklagenswert ihre Folge» auch find und so schmerzlich fie empfunden werden mag, den Eharakter einer KcifiS im wirtschaftlichen Leben nicht angenonunen. Die Berhäliiiijse auf dem Baumarkte allerdings, die schon im vergangene» Jahre als krisenhaft bezeichnet werden mußten, haben sich nicht gebefiert. In Verbindung hiermit sind die Klagen aller Erwerbs- zweige, die mit dem Baugeschäft zusammenhängen, ganz allgemein. I» den Berichten der übrigen Berliner Industriezweige kehren fast gleichmaßig die Klagen über die verminderte Kauf- kraft, infolge der hohen Lebensmittelpreise, über den teuren Geld- stand und die politische Beunruhigung während deS Jahres 1913 ivieder sowie zum Teil darüber, daß die Materialpmfe unverhältnismäßig hoch feien gegenüber den für die Fabrikate zu er- zielenden Verkaufspreisen. Diesen Klagen begegnen wir namentlich in der Textilindustrie. Die E l« I t r i z i t ä t s g r o ß f i r in e n waren während deS Berichtsjahres gut beschäftigt, doch ließ auch hier gegen Jahresschluß die Nachfrage nach- Ter Stroinabiatz hat weitere Korischritte ge- macht. In den Eiseiigießereien herrschte lebhafte Tätigkeit, dock ließ gegen Ende deS Jahres der Auftragsbestand nackt. Die fitz a- schinen Industrie war den größten Teil deS Jahres hindurch ausreichend bcsckäftigt, doch flaute das Geschäft gegen Ende des Jahres ab. Dasselbe gilt von der Lokomotivfabrikution. Die Be- schäftigutta der Wertzeugindustrie litt gegen Ende des Jahres unter dem Nachlassen der Nachfrage der kleineren»Kundschaft. Verbreitung der Elektrizitätsversorgung- Wie sich auS der Statistik der Elektrizitätswerke in Deutschland für 1913(Verlag von Julius Springer, Berlin) ergibt, deträgt gegen 1911 die Zunahme der Zentralen IBM, sodaß zurzeit etwa 4100 Werke Strom liefern und bereits 17B00 Ortschaften mit Elektrizität versorgt werden. Zu Beleuchtungszwecken find 22 Mill. Glühlampen und 232 000 Bogenlampen angeschlossen. Die Zahl der stationären Motoren hat eine halbe Million bereits überschritten: ihre Gesamtleistung be« trägt rund 2 Millionen Pferdekräfte. Daß auch elektrische Heiz- und Kochapparata immer mehr in Aufnahme kommen, zeigt die Steige- rung des Stromverbrauches von 73000 auf 33 000 Kilowatt. Von Interesse ist eS ferner, daß 103 Werke eine Leistung von mehr als 2000 Kilowatt besitzen, während es vor zwei Jahren nur 23»varen. An der Spitze dieser Riesenwerke stehen die Berliner Elektri- zitätSwerke mit 193 000-Kilowatt, an zweiter Stelle steht Düsseldorf- Reisholz mit 65 000 Kilowatt und an dritter die Oberfchlestschen Elektrizitätswerke Gleiwitz.. Zu Riesenzahlen gelangt man. wenn man den Gesanstanschlußwert aller Werke zusammen betrachtet. Waren es 1911 sckon 2,2 Millionen, fo sind es nach der neuen Statistik bereits 3,8 Millionen Kilowatt. Die Zahl der abgegebenen Kilowattstunden hat sich ferner in zwei Jahren um 2ö,4 Prozent vergrößert. Aus diesen Zahlen kann man erkennen, welch ein bedeutender Faktor die Elektrizität und auch die Elektroindustrie in unserem wirtickaftlichen Leben ist, besonders wenn läßt sich nichts spüren, Der erste Akt beider Stücke gruppiert sich bezeicknenderweise um eine Tafelei, bei der auch obendrein vom Essen irnt Behagen geredet wird. Aber schon in diesen analogen Szenen der Expofilion welch ein linterschied! Dort in dem Dialog alles individuell geprägt, mit überlegenem Humor zum plastisch Bildhaften gerundet. Hier breites, unbeholfenes Tappe«, das seine Langeweile durch forcierte Possensprüge des kleinstädtischen Julius, Jettckens späteren Bräutigams, etwas zu mildern trachtet. Und in derselben Art geht's weiter. JettchenS Liebe zu Dr, Kößling, ihre lächerlich unmotivierte Unterwerfung wie �endlich ihre Flucht beim HochzeitSfest, alles(in eine Tunke billiger Sentimenialftät getaucht) bleibt gänzlich interesselos. In der Darstellung, die es in ihrer Gesamtheit zu keiner echten füdischen Rasieechtheit brachte, traten die Herren Paul B i l d t(Onkel Jason). Paul Otto, Lttpi Pick und Max Adalbert mit stärkeren Leistungen hervor. 6t. König Richard III. Der schöne Ehrgeiz, den das Theater an der KöniggrätzerStraße zuiveilen empfindet, hat uns zu Weihnachten Shakespeares blutbeflecktes Königs- drama beschert. Paul Wegen er, der ja im Reinhardtverbande bc- reits mit starkem Eindruck Heinrich IV. dargestellt hatte, war wohl der Anlaß dazu, das Wagnis zu unternehmen. Ein großer Apparat war aufgeboten: Künstler hatten die Kostüme zeitgemäß bunt entworfen und der kleinen Bühne angepaßte Dekorationen gaben voller Reiz farbige Raum- und Bildwirktingen(so besonders des Totver). Bernauers Regie war emsiggetckickt, aber manches blieb doch unbelebt oder mißlang«wie die«chlachti, „Der Fürst" sollte dieses von Moralisten viel beschrieene Trauerspiel heißen, sowohl in Anlehnung an Macchiavells Anleitung für Fürsten, die zur Macht gelangen wollen, wie zur Bezeichnung des Typischen, das eS in einem grandiosen Einzelfall vor Augen fübrt. DaS Stück brutalen, rohen Mittelalters, das in Richard III. lebendig wird, zeigt aufs anschaulichste, wie der Aufstieg zum Thron vor sich ging— mit List und Gewalt, über Äerwandtenmord und Verrat am Freund hinweg. Die Anfänge der späier legitim gewordenen und schließlich zum Gouesgnadentum verklärten Königsmacht sind überall dieselben, Richard IH. ist ein Beispiel nur für viele, wenn auch in ihm alles gehäuft und gesteigert erscheint. Das ist die historische Bedeutung, die dies Königsdrama f ü r uns hat, Wie ist Richard III. zu spielen? Natürlich nicht als Bühnenscheusal. Aber soll der überlegene Willensmensch in ifrnr entscheidend hervortretem der auö Machtgier alle Künste und Verwandlungen des Schmeichlers, Heuchlers, Philisters benutzt, um das Ziel zu erreichen? Oder soll das Dämonisch- Satanische hervorstechen,• das ihm vor keiner Schandtat zurück- schrecken läßt und den Hörer mit Entsetzen vor dieser kaltblütigen Mordlust erfüllt? W eg cn e r. der all' das äußerlich Häßliche stark betonte, gab seiner Charakteristik keine scharf ausgesprochene Bestimmt- beit. Er exzellierte in vielem, und als Gesinntlefftung ist fem Richard bedeutend. Aber er war doch wohl zu glatt lmd heuchlerisch- mau noch derückfichtigt, daß die dielen Zentralen- welche Strom nur für elektrische Bahnen liefern, in der Statistik des Verbandes Deutscher Elektrotechniker nicht enthalten sind. Soziales. Kann ein Wrihtiachtogcfchent wegen Undanks zurückverlangt werde»?, Nack) einer Entscheidung der 2. Kammer deS Berliner Kauf» marmsgerichtS gehört das Weihnachtsgeschenk, das der Prinzipal seinem Angestellten macht, zu derjenigen Art von Gejchentcn, die auf keinen Fall zurückverlangt werden können. Der betreffende Arbeitgeber, der Anlaß zu diesem Urteil gab, hatte seiner Buch- halterin, der er zum 1. Januar gekündigt hatte, ein Wcihnachts- gescheut von 30 M. gemacht. Später wollte er das Geld vom Gehalt wieder abziehen, weil die Buchhalterin krankheitshalber von Weihnachten an fehlte. In dem Verhalten der Klägerin liege grober llndank; er habe das Weihnachtsgeschenk nur in der Erwartung gegeben, sie werde sich nach dem Fest so gut führen, daß er die Kündigung zurücknehmen könne. Das Kauftnannsgericht stellte sich auf den prinzipiellen Stand- Punkt, daß Beklagter auf leinen Fall berechtigt war, das einmal gegeben� Geschenk zurückzufordern oder gar vom Gehalt abzuziehen. Denn nach fi 534 des Bürgerlichen Gesichbuchs, so sagt das Gericht, kann eine Schenkung, durch die einer auf den Anstand zu nehmen- den Rücksicht entsprochen wird, überhaupt nicht zurückgefordert wer- den. Ibre Gewährung entspricht dem geschäftlichen Anstände. Sie ist der Höhe nach bescheiden bemessen, und die Klägerin durfte, feit eine, n halben Jahr in Stellung, sie in der gewährten Höhe zum mindesten erwarten. Die Klägerin war in der Tat krank, das ist aber für den vorliegenden Fall ganz unbeachtlich, denn auch eine Rückforderung wegen Undanks nach§ 530 des Bürgerlichen Gesetzbuchs könne ifichl stattfinden. Steuereinfchäyungen. In Preußen und auch anderen Bundes, i-aeteir besteht für di« Unternehmer die gesetzliche Verpflichtung, die Lohnbezüge der bei ihnen beschäftigten Arbeiter den Steuerbehörden anzugeben. Diese geseplicktc Bestimm ung IkN bei all den davon Betroffenen steten Unwillen erregt; ist es doch eine Aiisnahnrebeitimmung der ärmeren Bevölkerung gegenüber. Daß diese Maßnahme für Arbeiter und Unternehmer entwürdigend ist, hebr die Handelskammer zu Mül- hausen im Elsaß hervor. Sie schreibt darüber n. a.:„Wenn der Angestellte oder Arbeiter verpflichtet ist, sein Einkommen noch Pflicht und Gewissen zu deklarieren, so darf seine Erklärung nicht einer Kontrolle auf Grund drrfenigen seines Prinzipals unter- morfen werden, der dadurch zum Agenten des Fiskus gestempelt und zum Angeber herabgewürdigt wird, während andererseits der Angestellte sich als Steuerzahler zweiter Klasse fühlen muß, dessen Erklärung grundsätzlich unglaubwürdig erscheint. Abweichung zwischen der Selbsteinschätzung und den Lohnlisten, welche z. B. bei der Bewertung bon Naturalbezügen denkbar sind, würden leicht den Verdacht der Steuerhinterziehung auflommen lasten und jeden- falls zu unerträglichen Nachforschungen durch die Steuerbcamteu führen, welche unserem Voltscharakter durchaus zuwider sind." Es tväre gut, wenn die Regierungen und die Parteien, die diese Aus- nahmebestimmungen geschaffen haben— zu Ahnen gehört in erster Linie die fortschrittliche Volkspartci— sich diese sehr vernünftigen Worte merken würden. Tatsächlich werden infolge dieser Denun- ziationspflicht die Arbeiter in der Regel über ihr Einkommen hinaus besteuert, weil ihnen selten die Arbeitslosigkeit biS zu 4 Wochen in Fortfall gebracht wird. Alimentenklagen in England. Wie das Zentralblatt für Vormundschastswesen mitteilt, schtvebeU zwischen der National Society for the prevention of cruelty to cliildren in London und dem Arcknv deutscher Berussvormünder in Frankfurt a. M. Verhandlungen über die Geltendmachung von Ansprüchen deutscher unehelicher Kinder gegen ihre Väter in England, die bisher auö verschiedenen Gründen nicht möglich war. Der Direktor der National Soeieth hat sich mit freundlichem Entgegen- kommen der Angelegenheit gewidmet. Dem Archiv liegt viel daran, möglichst reichliches Btaterial über solche Fälle zu bekommen, die bisher von ihm stets ablehnend beschieden werden mußten und daher neuerdings naturgemäß in geringerer Zahl einliefen. Das Archiv deutscher Berufsvormünder(Frankfurt a. M.. Snftstr. 30) bittet daher dringend die Berufsvormünder, Bormundschaftögerichte und Pereine, ihm Fälle mitzuteilen, wo sie Rechte ihrer Mündel in England hätten verfechten können. Auch die Armenämter werden vermutlich vielfach Fälle dieser Art in Händen haben, die im Intel- esse der Sache möglichst mit den Akten dem Archiv mitzuteilen wären. freundlich, sodaß das gewaltsam Wilde und Dämonische nicht genug hervorschimmerte. Die Größe fehlte diesem verschlagenen und boö- haften Ränkeipinner; in den letzten Szenen, die er klug steigerte, ließ Wegener natürlich den wahren Richard sehen.(Die Angst- bellemmungen im Traum sind nur Zugeständnis Shakespeares an sei» abergläubisches Publikum-) In der gefährlichen Szene, da Richard die Witwe des von ihm gemordeten Eduards a» dessen Bahre zur Frau gewinnt, hatte Wegener Irene Driesch zur Partnerin. Sie sang ihr Leid in ihrer bekannten Klageweise. Die Frauenrollen waren überhaupt bis auf die Elisabeth, die Frl. Weihrauch allzu unbedeutend hübsch spielte, gut geraten. Maria PoSpischil gab ihre große Fluch- szene in heroischem Stil, ergreifend war die Söneland als Richards Mutter. Die Prinzen waren sehr nett. Und auch die große Schar der Gegner und Freunds Richards konnte sich sehen lassen. H a r t a u(als Eduard IV.). Henrich als Clären«, Z e l u i k S geprellter Buckingham, GebührS ahnungsloser HasiingS hatten Farbe. Unter dem Publikum der oberen Ränge machte sich ein lebhafter HervorrufenthusiaSmuS geltend, dadurch ivurde die Vorstellung gar bis Vz12 Uhr ausgedehnt.— r. Notizen. — P a r s i f a l im Deutschen Opernhaus e. Da die ersten drei Vorstellungen ausverkauft sind, eröffnet die Direktion am 30. Dezember den Vorverkauf für die weiteren Borstellungen. die am 14., 18. und 20. Januar zu den üblichen Wagnerpreifen stattfinden. Die Vorstellungen am 14. und 20. Januar sind bereits AbonnementSvorstellungeii. — Vorträge. Prof. Wilhelm Förster wird am Montag, den 29. Dezember, abends SVj Uhr, im Bürgersaale deS Berliner Rathauses, in der Deutschen Gefellschaft für Erhische Kultur über den„Beginn der gemeinsamen Verwaltung der Erde" sprechen. Gäste willkommen.— Amunds«» hält am 18. Januar in der Singakademie seinen Vortrag noch einmal. — Hauptmanns neues Drama(in Versen) DerBogen deS O d y s e u s. das im Künstlertheater zur Uraufführung ge- langen wird, erscheint soeben in dem bereits ausgegebenen Januar- Heft der„Neuen Rundschau"(S. Fischer. Verlag, Berlin). — Eine Hochschule für Bühnenkunst wird mit städtischer Subvention am Düsseldorfer«schauipielhause errichtet. DaS Künstlerpaar Dumout- Lindemann wird die Anstatt leiten.— —» Räch berühmtem Muster. Die Entführung der Mona Lisa findet Nachahmung. In der M ü n ch o» e r neuen Pinakothek wurden drei Bilder lohne erheblichen Wert) gestohlen. Ein Strick, der plötzlich nachrs an einem Fenster der Piuakochet sichtbar wurde, kündigte die Tat an. nno DDD □□□ Theater und Vergnügungen BOB (Siehe Wochen- Spielplan.) Freie Volksbühne. nachm. 3 Uhr: Dpev LhaeloUeiib.: Donnerstag: Die lustigen Weiber. Arcitaz: Zar und Zinunermmm. Schiller Theater O.: Doimcrstaa und «onntag: Geschäjt ist Geschäsi. Äünfller-Theater: Tonnerztag und Äamitag: Der Biberpelz. Les'wg-Theater: Donnerstag und Sonntagt Proselsor Bernbardi. Lbeater a. Nollendoriplatz: Donner»- !ag und Sonntag: Orpheus w der Unterwelt. Herrnseld-Theater: Freitag it. Sonntag: Hwtenn Zaun. •Xcuc Freie Volksbühne. Donnerstag. 25., n. Freitag, 28. Dez.. nachm. 2'!, Uhr: Deutsches Theater: Der lebender' eich. »am. Aammerspiele: Die Eilmahme von Lerg-op-Zoom. Nachm. 3 Uhr: Sit utä VoUS-Theater: Die Siebzehn. jährigen. SNetropol-Thcatcr:'i Nullerl. 5Koniic> Operetten»Theater: Die Fledermaus. Trianon-Thcater: Die Liebe wacht. Theater in der itönigguitzerslratze: Das Lebeitsfest. Schiller. Theater Charlotiend.: 3Z. 12.: Stndreas Hojer. 28. 12.: lSötz voll Lerlichingen. Berliner Theater: 25. 12.: Bummel- jludenten. 28. 12.: Groge Rofinen. Deutsches Obernhaus: 28. 12.: Zar und Zimmermann. Schiller Theater 0; 28. 12.: Frei- wild. Lelftng-Theater: 28. IL.: Und das Licht scheinet ül der Finsternis. T&eater- am Ziollendorivlah- 28. 12.: Orpheus in de« Unterweli. SldenbS S Uhr: Neues Bolls. Theater: LS. 12.: Der ledige Hof. 28. 12.; Di« sieb- zehnjährigen. Donnerstag, 2ö. Dczb r. ISIS. NnsangUUbr. S�png. Professor Lci-nhardi. Freitag: Und das Licht scheint in der FüisterntS. Deutsche»«uuftler-DH enter. Der Biberpelz. Freitag:«''taube und Heimat. Berliner. Smnmelstudenlen. Freitag: Trotz« Roiwen. Skomödienhaus. Filmzauber. Freitag: Dieselbe Borstellusa. Meines. Beiinbe. Freitag: Dieselbe Borstellung. Deutsche« Dchauspielh. Romeo und Julia. Freitag: Der gute Ruf.(Ansang Sonnabend: PeterchenS Rondfahrt. (tlnsang 3 Uhr.) vionti» Operette». Die Med«. mauS. Freitag: Dieselbe Borstellung. Deutsches Opernbau«. Di: lustigen Weiber von Äindioi. Freitag: Zar und Zimmermann Theater am«olleudorsplotz. OipheuS in der Unterwelt. Freitag: Dieselbe Borstellung. Sonnabend: Frau.-'oll., fllnsang i Uhr.) BesibenH. Die Frau Präsibentni. Freitag: Dieselbe Borslellung. Lustspielhau»." Frntag: 717: 1 Triauon. Die Liebe wacht. Freitag: Dieselbe Borstellung. Dhatia. Puppchem Freitag: Dieielve Borstellung. Sonnabend: Sischenbrödel.(Ansang 4 Uhr.) Schiller C. Seschäst ist Geschäjt. Freitag: Freiiolld. Schiller-Lharlottenburg. Andreas Hafer. FreUag: töotz von Berlichmgen. Sonnabend: Wilhelm Teil. Friedrich Wilhelstädtische«. Di« keusche Spanne. Freitag: Dieselbe Borstellung. Luisen. Die AUwördenS. Freitag: Pre�osl Sonn ade >end: Rübezahl.(Anfang 1 UKr.) «alhalla. Heimat. � Freitag: Bon Stuse zu Stufe. Soanäbend: DornroSche«.(Avj. »ose. fröhliche Weihnacht. Freitag: Der Reineidbaner. Sonnabend: Schneewillchc».(Ans. i Uhr.. Metropol.'S Nullerl. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettwcr Sänger. Freitag: Dieselbe'Vorstellung. Ansang Uh Theater de» Westeus. ___>W_______ Der liebe Augnstin. Freitag: Gräfin Fifi. Sonnabend: Das tapiere Schneiderleiu,(Anfang 1 Uhr.) Aniang N/, Ubr. 2tpollo. Spezialitäten. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Zirlue Busch. Gala-Borslellung. Freitag: Dieselbe Borstellung. Zirkus"Schumann. Gala-Borstell. Freitag: Dieselbe Vorstellung. �Anwngl�Ihr. Eafino. Eebeimniiie von New Zorf. Freitag: Dieselbe Bo-rstellung. Ansang« Ubr. Zoo. Bartete» Eine» Palast Lichtspiele. Sreitax Dieselbe Borstellung. 'Ansang 8'/, Uhr. CincsRollenborf-Theater.Vanetv- Lichtspiele. Feitaz; Dieselbe Borstellung. Aniang 7'/, Ubr. Overnhauö. Der Ziosenkavalicr. Freitag:'Alba. Sonnabend: Aignon. Sgl. Schauspielhaus. Ariadne auf Freitag: 1812. Sonnabend: Götz von Berlichmgen. (Ansang 7 Uhr.) Deutsches. Hamlet. Freitag: Der Saustnanu von Venedig. Somiabend: Ein Sommernachts- traum. Zirkus Busch. Ealavorstellung. Freitag imd Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Zirkus Sch»ma»u. Galavorstellung. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Aniang S Ubr. Urania. Mit dem Zmperator nach New Aorl. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Voritellimg. clc. gindroklus nnd der Sr-i Sammcrfpicl Löwe. Freitaa: Wetterleuchte«. Sonnabend: Der verlorene Sohn. Lrising. Pygmalion. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend: Aozzel. Leoncc und Lena.(Ansang Tl, Uhr.) Deutsche»«ünstler- Ddeater. HanneleS Hwimelsahrt. Der zer- brochenc»rüg. Freitag: Schiri» und Serlraudc. Sonnabend: Dieselbe Vvrstellmlg. Sleines. Fettchen Gebert. Freitag nnd Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Moteis Operette». Die verbotene c�ag� und Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Theater am Rollendorfplatz. greddh und Teddv. Fruitaa und Sonnabend: Dieselbe Bochellnng. Ddeater be»«leiten». Poienblut. Fitlloj und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Perltner. Wie einst im Mai. Freitag und Sonnabend:'Dieselbe Borstellung. Deutsche« Schauspielhaus. Di« heitere Residenz. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Ddaiia. Die Tangoprinzesfin. Freitag und Sonnabend: Dieselbe "Borftkllung. llomödieuhau». Hinter Mauern. Freitag und Sonnabend: Dielelbe Vorstellung. Restdenz. Hoheit- d« Frtmz. Freitag und Goimabenb; Dieselbe Vorstellung Rase. Schürzenjäger. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Metropol��ie Reife um die Welt in 40 Tagen. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. «asino. Ferdinand der Lugend» haste. und Sonnabend; dieselbe Mono» Vorstellung. Deutsches Opernhaus. Lescaut. Freitag: Di« i>üdk. Sonnabend: Kanon LeScaut. Schiller v. Heimg'funde». Freilag: Die Grotzstadtlust. Sonnabend: Rosenmontag. Schiller Tharlotteuburg. Was ihr wollt. Freiing: Jugendsreunde. isonnavend: Wa» ihr wollt. Sustiptetdan«. Dt« spanische Fliege. Freitag und somiabend: Dieselbc Vorstellung. Triauon. AnatoleS Hochzeit. Freitag imd Sonnabend: Dieselbe Boritellung. Friedrich-«ilbelmftüdtisches. Die AInolönigin. FreUag nnd Sounabenb: Dieselbe Vorstellung. Herrnfeld. ÄaS fage» S» zu L-ibufch? Freiiaa und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. «Poll». Spezialität««. Freiiag und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Reichshallon. Stettiner Sänger. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Aniang W/t Mr. Luisen. Preziosa. Freilag und Sotmabeud: Das K.ichmädchui oou Schöneberg. Walhalla. Woltenbummler. Freitag und Sonnabend: Dieselbc Vorstellung. Folies Eapriee. Der Rnckuik. Manöveriibwmdel. Die Samuels. Freitag urid Sonnabend: Dieselbe Borste iv-.� i.liUr. 9 Ukr. Admiral. nalast Di« lustige Puppe. Freitag und SoanabeuL: Dieselbe Vorstcllung. Verlin«: GSpalast. Eissport. Freitag und Sounabenb: Dieselbe Vorstellung. CinesNollcndorf'Theater.Barieto» LichUpielc. Freitag und Sonuabeud: Tieselbe Vorstellung. '.» Sternwarte. Anvalidenstr. b7— 82 - Beniner— Seliiller-TbeaierO.liSS: DonuerStag. nachmittag? 3 Uhr: Oeachttft Int GcBchHft. Donnerstag, abends L Uhr: Hvliuw'tnnelvn. Freitag. nachniittagS 3 Uhr: It'rvt«!leniauni> TUcbtcr, Sonnabend, abends 8 Uhr: _ Roüctunouias. Schiller-Theater Chabrü?g.en Donnerstag, nachmittags 3 Uhr: AndfuaM Uofcr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Was Ihr wollt. Freitag, nachmittags 3 Uhr: Götz von Berlichingcn. Freitag, abends 8 Ubr: JugcndfiMMindt... Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Teil. Sonnabend, abends 8 Uhr: Was Ihr wollt. DentschesSchansplclhans 1. Feierlag 3 Uhr: Romeo und Julia. „ 8 Ubr: vi« heiter» Resident. 2.„ 3>/,Uhr: ver gute Rut. 8 Uhr: llie Keilers Rezidene. t. Feiertag und 2. Feiertag T/0 Uhr: König Richard Iii, Komödienhaus. Ii Feiertag und 2. Feiertag 8 Uhr: Hinter idauern. Berliner Theater. 1, Feiertag und 2. Feiertag 8 Uhr: Wie einst Im Rai. 1 Für die nächste» Vorstellunpiea gelaugt zur- Aufführung im 1 De» Tolstoi: Deutschen Theater per lebende Leichnam .Vrtur 8chiiit»Icr; Lessing- Theater Professor Bernbardi 1 Otto Mcolai! Deutsches Opernhaus Die IlI5t!MW>U V.WißliSOF( Gcrhart Hauptmann: Künstler= Theater flep Biberpelz Octavc. Rirabeau: Schiller-Theater Ost GeSChäft Ist GeSCttöft Herrnfeld- Theater Karl RöBlcr: Hinierm Zaun OSE-THEATEI Gröfie�ran�urterStr�ST Nachmittags 3 Uhr: Arälilichc Weidnacht. Täglich abends 8 Uhr: Dur SchüPncnlHj-ep. sireitag ll Uhr: Der Wcttietbbance, Sonnabend 4 Uhr: Schneewittchen. I'üv stjonntax. den 28. Dogomher, sind Uastkwten u. 1,30 IL beim Obmami crhältiicb. l Gcrhart Hauptmann: i Neues Volks» Theater Michael Krämer .laconen Oircnbach: 1 Theater am Nollendorf platz gppjW jj|jgf Du�ffglt i für tiäwüiche Nachmittags- und gemischte Abteilungen. Der Spielplan d»r Abend.Abteilungen bringt suaachtt im SfcHen Volks-Tbcatcr: Beer Hofhuann...... Oral Charolais Breunert........ Der Kalserjftger Hauptmann....... Michael Kramer >cnc Mitglieder können»tcb in allen Zahlstellen melden. I. V.f G. WinkJcr. iOiflJwseiSrJb Sozialdemokratifcber Mahlverein für den 4. Berliner Rcichstagswablhr. Freitag, den 26. Dezember(2. Feiertag), in Kellers Festsälen, Koppcuntraßc Bio. ÄS: \ Heiterer Hbend ff Lachende Bilder—- weitere Vorträge. Mityirttfflfc Itostlcr* Vo1'-_Fr,1, � obit*(mu), Vokslqnartett: Herr Springer(lenor), Herr Willi Dum(Baritoo). Herr Albert Heinrieh Bürger(liezitationea). 219/1 In» zweiten Teil: Die»tttttelie Fordernug. Hin hinafcter von Otto Erich Hurtieben, Person e n: Bitu Keverm Internat. KotuartöÜHgerin. Friedrich Stierwahi, Kaofmanv, Inhaber der Firma C.\V. Stierwald Söhne. Berta, Eittts KammermSdohu». Ort: Ein sroßee doutschos Modebad.— Leitung: Herr Albert Helurloh Bürger- Naoh der Vorstellung; T A. uN X» L& Eintritt 50 Pf. tiaajöffniuig 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billetts sind in den mit Blnkaten belegten Geschälten zu haben. Sozlaldcmokratifchcr Qfahlverein für den 6* Berliner Relchstagsvahlkr« Beute Donnerstag, den 85. Dcsembcr(1.'Weihnachtsfeier tag); \ Zwei Weihnachtsfeiern 1. In den Pharussälen, Mülierstr. 142. «Weihaaoht und Proletariat*. Mitwirkende: Herr Emst Reuter: Vortrag: Stclnor-Rothstcln-Trio.— Iiä Präuloin Gustel Tatler, Gesaug. Anfang ptoktlioh 7 Uhr. Tanz Wir Herren 60 Pf. äuleu» Margot Ooltki, Rezitationen. Einlaßkarte 50 Ff. 2. In Ballschmieders Kastanienwäldchen, Inh. Walter, Badstr. 16. Mitwirkende: Vokalqnartctt: T'Vl. Meta Zlotnika, Sopran; Erl. Durra, Alt; Herr Springer, Tenor; Herr Willi Durra, Bariton.— Keaitationen: Herr Richard Ooltz.— KonvertkapoUe Jischke. Anfang pünktlicli'L7 Uhr. Einlaßkarte 50 Pf. Tanz für Herren 50 Pf. A rhtnrtfr t BiUetta zur Urania-Vorstellung am Ä Feiertag, vormittags /ACULUlig. jo Uhr, sind noch bei Nietzschman», Goriohtetr. 74. sowie vor der Vorstellung an der Ka�sa i,u haben. Preis inklusive Garderobe 66 Pf. Vortrar: Zum Hochflrn der Jungfrau. 233/8* Der Bildaugsausschuß. Hausarzt verein Charlotten bürg i Sonuabeud. den 27. Dezember, nachmittag» 5 Ubr, im Volksbaase, Rosiueostraßo 3 W eih nachts= Vergnügen Tanz □ Kindepmärchen □ Verlosung* [297/13]- Erwachsene 50 H. Kinder 10 Pf Theater des Westens. Abend» 8 Uhr« Poienblut. Donnerst. 3'/- U.: Oer liebe Auguttin, Freitag»'/, Uhr: lleRln Rist. Sbd.ä Uhr: Da» tapfere 8chneidarlein; Uesslug-Thonter. Nachm.."> Uhr: Pvoteeeor llernliaräi. Abend« 8 Uhr: Pygmalion. Freitag 3 Uhr: Uad da* Licht echeio«! ia der Finsternis... Abend» 8 Uhr; P� giualion- IMw m Höllemlorfpläöl t. und 2. Feiertag, nachm.!j Uhr: Orphen» In der UnterwelG 1. mid 2. Feiertag, abends 8 Uhr: ___ Freddy und Teddy. JentsehesÄstleillieater �usietttt. Dmmeröt. 3 U.:»oo»Iherpols. Donnerstag 8 Uhr: Rannel«» Himmelfahrt. Der»erhroehene Krug, Freitag U Ubr: Glaube und Heimat. Freitag und Sonnabend 8 Uhr: vG'hlrln und Gertraude. N Uhr Residflnz-Theater». Hoheit— der Franz! �nstkaUsche Groteske in 3 Akten von Ariu? Landsberger und LSilli Aolsf. '.Nufil von Robert Ättiterbcig. Alladendb 8 Uhr: Hoheit— aor Frankl 28, Dezember nachmittags 3 Uhr: (In Vertretung. FneilF.-WieliiistMt Tlieater, Operetten-Gastspiel Zum 256. Maie: Die Kino-Königm. Operette in b Allen van Georg Olonkowski u. Julius Freund. Musik von Fean Gilbert. »lasselterästn. 7 Uhr. Ans. ist Uhr- Vuruuzeige t An beiden Feier. lagen und Sonntag, den 2s. De zember, nachmttlaaDMMWW Dß« kensehe«snAanue. Sonnabend, den 27. Dezember, Nachm. t Ubr; Dornröschci!. wymmimnawi.im Maauu iny-rw Metropol-Thaater. 'st«'''« Nullerl. Mendt präzis« 7 Uhr SS: Ria Reise um die Erde in 40 Tagen. An do» beiden Feiertagen 2 Vorstellungen 2 INm. 3% Uhr: Kleine Preise. Abends 8 Uhr. mit Rita Sacchetto und den Beneationelle« Bauchen gestattet: THCATCR Frleöiiebatraase SIS — Tel. Lüttow tili— Cosfanllno Bernardi und das grosi* VarietB- Programm! Raucben»beraU Bestattet t Seslan: S Ubr. An beiden Feiertagen nachmittags S l'hr; das vollständige Abend-Programm zu kleinen Preisen. Zoologischer Garten. Am I, 2. u. 3. WeihnaohUtage ZOO... Xft fbf Aqnariam: ATA« Kinder unt. 10 Jahren d. Hälfte. An allen Foiertagan nachm. 1—10 Uhr: Groß. MIlitär-KoDzerl Sien! 3feu t AQUARIUM 10 Uhr morgeM bis S Uhr abends. URANIA TaubenstraBe 48 49. BonnerEtag, Freitag, Sounab end, 4 und 8 Uhr: Mit dem„Imperator" nach New York. Zirkus ilb. Schumann. An allen 3 Weihnzchtsfeiertagen: Donnerstag. den'Jö. Dezember, Freitag, den 26. Dezember, Sonnabend, den 27. Dezember, finden täglich 2 große Fest-Vorstelluogeii 2 statt. Anfang der Nachm.-Vorstellungen: 3 Uhr-- und abends U/. Uhr. In allen Vorstellungen'ausnahms- weise die neue grolle Ausstattung in 7 Bildern: „Tipp46. Nachmittags ein Kind unter 10 Jahren Ire i auf allen Sitzpl. Kaslamcnallec 7— ö. Zaptenftreki). Trama in i Akten von Lcizerlein, Morgen, 2. Feiertag: Die Minohöniflin. Operette in 3 Akt. Musik v. F. Gilberl. _ Ansang 8 Uhr.__ Voigt- Theater " Badstrahe 58. L Feiertag, nachmittags 3 Uhr: Ter deutsche Michel. 1. Feiertag, abends 8 Uhr: Rückkehr am Wcihnachtsadend. 2. Feiertag, nachmittags 3 Uhr: Die Waise aus Lowood. 2. Feiertag, abends 7 Uhr: Heüng'funden. S. Feiertag, abends 8 Uhr: Kaserneuluft. Kasseneröfsn. 10 Uhr. Ans. 3, 7, 8 Uhr. �ssage anoptiknm liireoiiderWeiliDaeiitslerien vom Sonntag, il.2].Dezbr. 1913, bis inklusive 1, Januar IDH Es soll■nieder ein Fest sein für Taasende! Jedermann soll kommen! Jeder Ervaebsene bat dasRecbt Ein Kind frei einzulübren. Jedes Kind erhält ein it»MI Vorstellnngen Säle Scbaastelluogen Konzerte Darbietongen m frei! [ein Extra-Entree Abnormitätensaal VSIkersaal ffji' Sehreckenskammer Anatomisches Museum(vergrBB.) so wilde; WVmVÜ Männer ffulDCill Kinder Aus dem Innersten Afrikas, von den Ufern des Kongo in ihren interessanten[ Kriegstänzen und hei- i mothohon Sitten und> Gebräuchen. 9er unersättliche Frosehsehlueker. (Halbstündlich eine Mahlzeit lebender Frösche u. Fische) 20 Säle mit plastischen Kunstwerken in LebensgroBe und Sehenswürdigkeiten aller Art. Alles ohne Extra-Eotree eintritt fördie gesamten Räume tlllllllldes Panoptikums inkl. aller Nebenräume und Cfl Df Sehenswürdigkeiten WU Soldaten u.Kinder Zirkus Busch. An allen 3 Weihnachtsfeiertagen: Donnerstag, d. 25., Freitag, d. 26., und Sonnabend, d. 27. Dezember: 2 gr. Gaia-Fest-VorsleiluDgefl nachm. 3'/. Uhr, abends?'/» Uhr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein angehör. Kmd unter 10 Lahre» auf allen Sitzplätzen frei. Jedes wcilcreKind unter 10 Jahren zahlt die Halste aus den Sitzplätzen. In allen Vorstellungen: Kapt. Huling. Eine Nordpolszenc im Zirtu-Z Busch. Had. Smaragda mit ihren dressierten Katzen und Tauben. JjH, Dorando, Jonglier-Akt. Neu! Neu! Karl Xovcllcs Dressur-Akt. Ferner in den Nachmiltags- Vorslellungen: Tic gr. Ausstatlungs-Pantomime Zgz oizem Mm. Abends 7'/» Ehr: Pompeji. Casinos Theater Lothringer Strasic 37. Täglich 8 Uhr. Allabendlich jubelnder Beifall! Ferdinand der Tugendhafte. An allen Feiertagen: t Uhr: Geheimnisse von New York, 8 Uhr: Ferdinand der Tugendhafte und das grandiose Fest- Programm. Volhsthester Neukölln. HermlNlnstrasse Äv. Donnerstag, den 25. Dezember: Zlein Eeopold. Volksst. mit Ges. in 3Akt.v.LÄrronge. Freitag, den 26. Dezember: LvrUner Kinder. Gesangsposse in 4 Akten v. Salingrs. Sonnabend, den 27. Dezember: Napoleon und seine Frauen. Seusationskomödie in 8 Bildern von Howard und Lulz.— Ansang 8 Ubr. Folies Gaprice. Anfang 8'/, Uhr J>er Knchnck, Man ö versch w indcl. Die Samnels. CSBendix Oranlcnstrafic 68. Gr. Weihnacht»- Proijr. Gr. Silvester-Trubel unter Leitung von Paul und Martin Bendlx. Reichshalleo-Theater Stettiner Sänger Am 1. und 2. Feiertag nachm.SUhrz. ermatz.Pr.: „üerCorapagnie- Ball- und das Weih- naohtsprogram m Logen 1 M., Balkon 75 Bf., Entree 39 Pf. Abends 8 Uhr: „Zickenbeens Künstler-Agentur" und..Musikanten-Weihnachten", Vfm 31. Dezember 1913: Gr. Silvester-Ulk- Soiree und TanzkränzcheiK_ ODEON Vercxiügungs- Palast Um- der 10 00« Potsdamer Str. 72 BBiowStr" An allen 3 Feiertagen: Gr. Welhnachtwprosr. In Eis und Schnee. Feenhafte Ausstattung und Beleuchtung d.Eieseuraumes Volksbelnstignngen! Kabarett ohne Entree. Am 2. u. Tahw in der 3 Feiertag lÄilii Arena, 3 Kapellen. Anfang-1 Uhr. Eintritt 40 Bf- inkl. Programm. Voranzeige: Groöe SlivesterfeieF mit Tanz. Num. Tisohplätzo a 1,10 II. werden schon jetzt ausgegeb. I an d. Kasso des Odeon von f 12 U. mittags an u. bei Rüden-| Theater!:., Potsdamer Str. 4, und Tauentzienstr. 7. ts Kommandalücnstrajze 72. Ä. u. 3. Weihnachtsseiertag: Gr. BALL tut Asrikattischen Urwald!! Entr. mti.Tanz u.Gard.Dam. 50 Pf. ,.»„ ,..Herren 75 Ps. Ansang 5 Uhr. Ende 2 Uhr. Grgsie Kapelle. Silvester und Neujahr: Um 12Uhv Gratis-Punsch-Polonäse Großer Ball. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Enlscn-Theater. Donnerstag, 23. Dezember 1913 nachm. 3 Uhr zu kleinen Preisen: Die Allwörden». Abends S','A Uhr: Preciosa. 2. Feiertag 3 Uhr zu kleinen Preisen: Preeiosa. S'j, Uhr: Da» Milchmädchen von Schöneborg. 3. Feiertag 4 Uhr zu ganz klein. Preis.: Der Berggeist Rübezahl. Walhalla-Theater. Donnerstag, 25. Dezember 1913 3 Uhr zu kleinen Preisen: Heimat, 2. Feiertag 3 Uhr zu kleinen Preisen. Von Stnle zu Stufe. 3. Feiertag 4 Uhr zu ganz klein. Preis. Domröschen. An allen Feiertagen 8'/, Uhr: Woikenbumiuicr. Posse in 3 Alten von Herrn. Stein. Musik von Karl Krüger. lelltrsIverdAväö.Senudmkeder Beute Donnerstag, den lSo». Dezember 1913, im„Schweizer-Garten4', am Königstor: Hr. Vokal- n. Jnstruitiental- Konzert unter Mitwirkung der Gcsangsabtellnng de» Verbandes. Auftreten der„Berliner Spottvögel". Mach dem Konzert: Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung S Uhr. Anfang 6 Uhr. Eintritt 30 Pf. 4 Ortsgruppe Mittwoch, den 31. Dezember, in Obiglos Festsälen(früher Keller) Koppenstr. 29: Großer Silvester- Ball. Reigeolaliren x Bmnoristiselie Vorträge x Tombola Anfang 9 Uhr. II Eintritt 30 Pf.(keine Nachzahlung). i »mmmmmmm* »»-»»MMM« »»MMMMMM» Freitag, den 26. Dezember(2. Weihnachtsfeierlag), in sämtlichen Räumen der Industrie-Festsälen, Beuthstr. 201: QIcihiiacbtsfeft. Mitwirkende: Frl. Gustel Tatler, Gesang.— Frl. Margot Oolski, Bezitation.— Frl. Hanna Engel, Klavier.— FrL Elsa Colman, Bieder zur Baute. Nach dem künstlerischen Teil; CjrfOlSd? Btlll.« Saalöfinung 6 Uhr.— Boginn 7 Uhr. „Glon" »■-- Mauerstraße 82.—- Z :: Berliner:: Konzerthaus MauerstraBe 82.— Zimmerstraße 90/31. IM- An allen 3 Feiertagen:"VQ Großes Öoppel-Konzert! Musikkorp» Kaiser-Franz-Garde-Grenad.-Regts. Dirig. Oberm. A. Becker. Musikkorp* des f. Garde-Dragoner-Regiments, Dirig.: Oberm Anfang 4 Uhr. Eintritt oO Pf. Anfang 4 Oroße Silvester-Feier! Karten ä 1,50 M. im„Clou"! Baarz. Uhr. Wo speisen und verleben wir die Feiertage? | Inden Ppachtsälen des Ostens! H Frankf. Allee 151,52. Inh.; O. Cranz. Frankf. Allee 151<52. ~ An allen drei Pelertagen im Restaurant! Großes Künstler s Konzert mit Ge san gsvorträgen.— Anfang t üb r. Tanz= Reunion. Anfang 4 Uhr._ Am 2. Feiertag; Im weißen Saale: Anfang 4 Uhr. Schneidige BaUmusik._ Am 31. Dezember: Großer Silvester- Hall. Uro 12 Uhr; Gr. Festpolonaise w. Ueberrasehungen. Auf- 8 Uhr. Am 1. Jan. 1914, im weißen Saale: Tanz-Reunion. Anf. 4 Uhr. Brauerei Friedrichsbain Am Königstor. Größter Konzertsaal Berlins. I., 2., 3. Feiertag sowie Sonntag, den 28. Dezember, Silvester und Neujahr: Größte Sehenswürdigkeit Berlins. Schönste Festdekoration. Sin tannenduftenden Sehliersee. Große humoristische Festkonzerte 3 bayerische Kapellen unter persünlicher Leitung des rühmlichst bekannten Ifestwirts Sehorseh Shrengruber mit seinen 100 Oberbayern au» München. MW Weihnachtsüberraschungen.-M» Mnnchcncr Hetz, VVasKcrfalJ, Alpenzauber, ÄO bayerische Mädeln, Schneetreiben. Alpen- glübn, Kraxelsteg. A murd» Gaudi. Rodelbahn usw. Arbeiter- Bildnngsschule. Sonntag, den 18. Januar 1914, in Obiglos Festsälen(früher Keller), Koppenstr. 29; □□ 23. Stiftungs- Fest gg Hans Sachs-Abend unter Mitwirkung hervorragender Künstler. Nachdem: B �V. Ii lt. Eröffnung& Uhr. Boginn 7 Uhr. Billetts im Vorverkauf an den bekannten Steifen a 60 Pf. Neue Welt. Arnold Scholz. Hasenheidc 108,11. Am Ii., III. u. IV. Weihnachtsfeiertage: In sämtlichen Festsälen: r* Großer Salt � Anfang am 2. und 4. Feiertag: 4 Uhr, .. y.,. ö, mRtSsFi2etSrg; Matinee der Buchdrucker. Voranzeige! Mittwoch, den 31. Dezember 1913: In sämtlichen Räumen: Großer Silvester- Ball. ---------, Anfang S Uhr.---- TT—- Berliner Klndi-Brauer ei- Ausschank Hermannstr. 214/18 Neukölln Fernspr.: Neukölln 79. 1. u. 2. Weihnachts=Feiertag: Gr. Kflnstler-Extra-Konzert ausgeführt von dor beliebten Sieile'scben Kapelle. Gr. Weihnachts- Programm. 3i DAezbr.: �r. 8 ß K vester JFeier. Bestellungen aul Tische werden im Tagesrestäurant entgegengenommen. Bohert Bergner, Oekonom, Cöwenbraucrci»SpezialauskbanH Landsberger Allee 137. i Täglich groQc Münchener OUtoberfestc.------ Täglich abends Künftlerkonzert, ausgeführt von Tiroler Kapellen. I. und S.- Feiertag: Große Matinee von IL— 3 Uhr mittags bei freiem Enfree. (Srosicr bürgerlicher Mittagstisch— Kuvert 60 Pf.• Um geneigten Zuspruch bittet Artnr Rosenberg.__ «««»g«»««T««TT«TZZXIXTTTTXXXXXZXZ Germania- Pracht- Säle N, Chausseestr. 110. Karl Richter. Sehenswert.————■ In aU. Sälen Biesen-Weihnachtsbäume feenhaft elektr. boleucht. An allen 3 Weihnachtsfeiertagen: k M M M « »» N Paul Mantheys Instige länger. ___ Großes Weihnachts-Programm. Anfang der VorsteUungeu am 1. und 2. Feiertag 61/. Uhr, am 3. Feiertag 7 Uhr. Beginn des Konzerts 7 Uhr Am 2. und G|*oßd* Bsll � stark besetztem 3. Feiertag: Orchester. Concordia'Pestsäle. ------------------ 64, Andrcasstr. 64.—------------: Am 1. und 2. Weihnachts-Feiertag; :: Mililär-Streieh-Konzert u � Hoffmanns Sänger. Anfang 6 Uhr. Anfang 6 Uhr. Am L and 3. Feiertag im oberen Saalo von 5 Uhr ab: Großer Ball. Die größten Weihnachtsbäume Berlins. Mittwoch, den 31. Dezember: Gr. Silvesterfeier nnd Hall. Trianon-Theater. Au allen 3 Weihnachtsseiertagen abends 8 Uhr: Anatolcs Hochzeit. I.u. 2. Feiertag 3Uhr: Die Liebe wacht Jldmiralspalasf Eis- Arena An beiden Eclcr tagen 2 Vorstellungen nachmittags'/-ö Uhr abends �.9 Uhr Die lustige Puppe. Großes Ballett auf dem Eise. Nachmittags und von Iff", Uhr ab halbe Kassenproise. Neukölln. Allen Genossen, Freunden und Gönnern zur Nachricht, dag am 25. Tejembcc d. I., vormittag» S Uhr. in Adolf Partschs Fest» fälen, Hermannstr. Ii», ein groker Kommers veranstaltet wird. 288>2 �reie Turnerschaft. Neuköllner Liedertafel. Alusikverein Einigkeit. � Artistenverei« Union.____ Ii rania,|0iħf Wt- ü An sämtlichen Feiertagen Theater mit Lall u. WeivnachtSbescheruug. Silvester und Neujahr: Groster Ball.— Saal taglid) kostenlos ab. »uaeben.___________ 3655 ffar Ben 3»l)oU ver 5» erare üverniiumt vre Redaktion dem Publikum gegenüber keiuerlei ZZcrantiporkuuq. Iieulölln, Für d-ll Inseratenteil verantw.: Th.Glocke, Berlin. Druck u.Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co., Berlin SW. ».» 2. Scilize des Jomfitts" Kerlim MlksM i— Erzwungene Feiertage. Bon der Kanzel und im festlichen Kreise der Gesättigten wird man in diesen Tagen mit den alten abgebrauchten Worten von dem Glück reden, daS die Weihnachtstage als eine Feierpause im arbeitsreichen Jahre bringen. Aber in ungezählten Herzen weckt das Wort „Feiertage" ganz andere, sehr trübe Empfindungen. Hunderttausende von Arbeitern haben genug der„Feier"tage und sie wünschen sich nichts sehnlicher als Arbeit— ununterbrochene harte Arbeit. Bon dem langen Feiern find die Gesichter schmal, ihre Wangen blaß, ihre Muskeln schlaff geworden und daß sie Frau und Kinder mit- hungern mußten, hat ihre Nerven zerrüttet. Erst wenn Arbeit gefunden ist, wenn die unfreiwilligen Feiertage aufhören, zieht wieder Freude und Hoffnung in die mutlos gewordenen Herzen ein. Dieser Wunsch nach Arbeit ist rege im ganzen Reich. Nicht nur in den Großstädten drängen sich Arbeitsuchende vor den öffentlichen und privaten Arbeitsnachweisen. In allen Industriezentren mehren sich die Scharen der Arbeitslosen. Selbst die Unternehmer können sich dieser Tatsache nicht verschließen, wie die Situationsberichte einzelner Industrien im„ReichSarbeitSblatt" beweisen. Die Lage des Bergbaus im Ruhrkohlengebiet wird seit Monaten als wenig er- freulich geschildert. Die Förderung von Kohlen hat abgenommen. Schon mußten wegen Absatzmangels Feierschichten eingelegt werden. Die geringe Steigerung der Löhne ist zum Stillstand gekommen und wird wohl bald einer Lohnverkürzung Platz machen. Sehnlich ist die Lage im Aachener Revier. Auch im Königreich und in der Provinz Sachsen zeigt der Beschäftigungsgang für den Steinkohlen- und Braunkohlenbergbau eine Verschlechterung gegenüber dem Vor- jähre. Noch schlimmer als im Kohlenbergbau sieht es in der Roh- eisenindustrie Westdeutschlands und Schlesiens aus. Ebenso bezeichnen die meisten Stahlwerke den Beschäftigungsgrad als schlecht und ungenügend und erheblich schlechter als im Vor jähre. In den Eisengießereien besteht allerorts Ueberangebot von Arbeitskräften. In Eüddeutschland mußten bei einem Drittel Itc Werke Feierschichten eingelegt werden und. bei einem »eiteren Drittel wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit durch Herab setzung der Arbeitsdauer vorgenommen. Aus Schlesien wird weiter über besonders schlechte Beschäftigung in der Röhrenindustrie geklagt; Bestellungen und Absatz waren um mehr als die Hälfte schwächer als im Borjahre. In der Emaillier- und Metallwarenindustrie hat «ine erhebliche Abnahme der Beschäftigten stattgefunden und auf der anderen Seite besteht ein außergewöhnliches Ueberangebot von männlichen und weiblichen Arbeitskräften. Was in der Industrie von Wirtschostswaren gilt, zeigt sich natürlich erst recht in der Bleck) fpielwarenindustrie. Auch hier wurde vielfach eine Verkürzung der Arbeitszeit vorgenommen. In der Industrie für BeleuchtungS- gegenstände weiter haben in großem Umfang Arbeiterentlassungen statt- gefunden. Im Maschinenbau zeigt sich ebenfalls eine Verschlechterung gegenüber dem Borjahr. Bei den Arbeiterfachverbänden hat sich hier die Arbeitslosigkeit gegen den November 1912 verdoppelt. Selbst in der elektrischen Industrie, die von der technischen und wirtschaftlichen EntWickelung am meisten begünstigt wird, macht sich ein Mckgang gegenüber dem Vorjahre bemerkbar. Die Betriebs- krankenkasien dieser Industrie berichten über einen absoluten Rück- gang der Mitgliederzahl. Die Textilindustrie, die sich im letzten Jahre etwas erholt hatte, leidet unter den Folgen des Balkan- krieges und den allgemeinen TeuerungSverhältnisten schwer. Arbeits- einschränkungen, selbst togeweiser Stillstand der Maschinen, wird aus verschiedenen Gegenden Deutschlands berichtet. In der Bekleidungs- industrie sieht eS noch schlimmer auS. In zwei Arbeiterverbänden wuchs die Zahl der Arbeitslosen gegen das Vorjahr um mehr als daS Dreifache, von 4,3 auf 15,1 Prozent! In der Gewerkschaft der Kürschner wurden IS, 7 Prozent, bei den Hutmachern 15,3 Prozent Arbeitslose gezählt. In der Holzindustrie liegt, zum größeren Teil infolge der Lage des Baumarktes, der Geschäftsgang sehr danieder. Die Zahl der Arbeitslosen in vier Arbeiterfach- perbänden stieg gegen das Vorjahr von 3,4 auf 5,6 Prozent. In der fteien Gewerkschaft betrug der Prozentsatz der Arbeits- losen S Prozent. Im Baugewerbe selbst zählten drei Srbeiterverbände S.7 Proz. Arbeitslose sim Vorjahre„nur" 6.3 Proz.). Bei den Glasern sind 13,2 Proz.. bei den Bildhauern 11.9 Proz., bei den Tagelöhnern 15,8 Proz. arbeitslos. Bezeichnend für die allgemeine Konjunkwrlage ist schließlich der Beschäftigungs- gang bei den Transportarbeitern. So betrug bei 24 möglichen Arbeitstagen die durchschnittliche Zahl der wirklichen Arbeitstage in Harburg(Homburg) bei den Hafen- und Lagerhausarbeitern nur 15, bei den Speicherarbeitern nur 14. Diese Situationsberichte aus einzelnen Industrien werden be- ftätigt durch die Rachweise der Krankenkasien über die Zahl ihrer Mitglieder. Vom 1. November bis 1. Dezember ergab sich danach eine Abnahme der Beschäftigungsziffer, die sich zusammensetzt auS einem Abgang bei den Männern um 0,7 Proz. und einer Zunahme bei den Frauen um 0,3 Proz. Die Berichterstattung der Arbeitsnachweise vervollständigt daS Bild; bei 897 Nachweisen nahmen die Arbeitsgesuche um 32 999 zu, während die Zahl der als offen gemeldeten Stellen um 36 999 sank. Mit Ausnahme von Gärtnern und Gartenarbeitern ist nach deren Ausweisen der No- vember-Beschäftigungsgrad insämtlichenBerufen schlechter als im Oktober dieseSJahreS oder im November des Jahres 1912. Auch bei den land- und forstwirtschaftlichen Arbeitern hat sich der Arbeitsmarkt wesentlich verschlechtert, wie gegenüber dem reaktionären Geschrei„Zurück aufS Land" betont werden muß. Die Lage des ArbeirsmarkteS ist so ernst, daß Abhilfe für die gezwungen Feiernden bittere Notwendigkeit geworden ist. Seit 1993 gab eS nur in der Zeit vom November 1998 bis März 1999 eine größere Arbeitslosigkeit, als sie gegenwärtig besteht. Aber die fttzt bestehende Arbeitslosennot bleibt nur wenig hinter der des KrisenjahreS 1993 zurück. Im November 1998 waren 3,2 Proz. der gewerkschaftlich Organisierten arbeitslos; im November dieses Jahres find eS bereits 3,1 Proz. Dabei stehen wir erst am Anfang einer Krise, während der Winter 1998/99 den Tiefpunkt des wirtschaftlichen Stückganges darstellte. Noch schlimmere Zeiten hat die Ar- berterschaft daher zu erwarten. Während die Glocken Frieden I und Wohlfahrt verkünden, sehen die Proletariermassen neuem Unfrieden, neuem Elend entgegen. Auch vor die, denen noch die Festtage als eine erwünschte Feierpause kamen, kann nur zu leicht das Gespenst der Arbeitslosigkeit treten und auch bei ihnen wird dann Not und Hunger einziehen. Das Bürgertum achtet der drohenden Zeichen nicht. Eben noch hat es im Parlament die Bor- beugungmaßnahnien rundtveg abgelehnt. Rur auf seine eigene Kraft ist das Proletariat angewiesen, und eS wird diesen Kampf um Brot so lange führen, bis es keine erzwungenen Feiertage, sondern nur noch freiwillige Festtage gibt. AeihnachKfeiern für die arbeitende fugend und deren Ungehörige finden statt am Sonnabend, den 27. Dezember 1913, abends 8 Uhr, in den Union-Festsälrn, Greifswalder Sir. 222, und am Sonntag, den 28. Dezember 1913, abends 6 Uhr, in den Phanis-Sälen, Müllerstr. 142, in Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 148, und im Gcwerkschaftshause, Engelufer 15. Die Eintrittskarte kostet für jede Feier 25 Pf., dafür ist die Garderobe vollständig frei. Das Programm ist der Feier entsprechend ausgewählt und ver- spricht einen ftohen und genußreichen Abend. Die Lrbeitereliern werden daher mit ihren Söhnen und Töchtern zu zahlreichem Besuche dieser Feiern eingeladen. Gäste sind willkommen. Partei- EtogelegenKeiten. Zur Lokalliste. Im vierten Kreis stehen uns NümannS F e st s ä l e und Garren zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. Das„Berliner G e s e l l s ch a f t s h a u s", Lichtenberger Str. 16, das den Besitzer gewechselt hat, ist nach wie vor frei. In Hermsdorf ki..v. steht uns daS Lokal„Zum Schultheiß". Kaiser-Wilhclm-Str. 19, Inhaber Otto Bartsch, zu den bekannten Be- dingungen zur Verfügung. Spandau. Das neue Stadttheater„Roter Adler" ist auch ferner für die organisierte Arbeiterschaft gesperrt. Der Boykott muß nun« mehr von der Arbeiterschaft in der schärfsten Weise durchgeführt werden. Wir ersuchen daher die gesamte Arbeiterschaft von Groß- Berlin und Spandau, uns in diesem Kampfe zu unterstützen und bei eventuellen Besuchen während der Weihnachtsfeiertage unter keinen Umständen irgendwelche Veranstaltung in diesem Lokale zu besuchen. Wir bitten die Lokalliste genau zu beachten. _ Die Lokalkommisfion. Vierter Wahlkreis. Am 2. Weihnachtsfeiertag findet in Z Festsälen. Koppenstraße 29, ein Heiterer Abend statt. ES! KellerS kommt unier anderem zur Aufführung„D i e sittliche Forderung", ein Einakter von O. E. Hartleben. Lachende Lieder— heitere Vorträge. Billetts a 59 Pf. sind noch in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Saalöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Die Besichtigung des KrllppelheimS Am Urban findet am 29. Dezember nicht statt. Näheres wird noch bekanntgemacht. Schöneberg. Märchen mit Lichtbildern werden un- sercr Jugend am Sonnabend, den 27. Dezember, nachmittags 4 Uhr, in der„Schlotzbrauerei", Hauptstr. 121, geboten. Frl. Wally Kussel als Vortragende wird durch ihr reichhaltiges Programm den Kleinen wie auch den anwesenden Großen einen genußreichen Nachmittag verschaffen. Ein„Heiterer Abend" ist für den dritten Feiertag, abends 8 MI Uhr, vom Bildungsausschuß in der„Schloßbrauerei" arrangiert. Neben Klaviervorträgen von Frl. Kenzie und Cello- spiel von Frl. Hohlvard werden Herr A. H. Bürger humoristisch- satirische Vorträge und Herr Marcusson Rezitationen aus Fritz Reuter geben. Nach den Vorträgen Tanz. Mühlcnbeck. Am Sonntag, den 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr. findet im Lokal zur„Mönchsmühle" eine Zusammenkunft der Genossen und Genossinnen aus den Orten Mühlenbeck, Summt, Schönfließ, Schildow und Blankenfelde statt, in welcher Genosie Schramm einen Vortrag über die neue ReichsversicherungSordnung halten wird. Spandau. Am Sonntag, den 28. Dezember, vormittags 8 Uhr, findet im ersten Bezirk(innere Stadt) zur bevorstehenden Stadt- verordneten-Ersatzwahl eine wichtige Flugblattverbreitung statt. Die Genossen sämtlicher Bezirke werden zu diesem Zweck ersucht, sich um die angegebene Zeit im Lokal von Wilke, Lindenufer 17, einzu- finden. Bcvlmcv Nachrichten, Weihnachtsbescherungen. Die letzten Tage standen im Zeichen der Weihnachts- bescherungen. Arme und Notleidende gibt es in Berlin in unendlicher Zahl. Hier, wo der Reichtum und Wohlleben herrscht, ist auch die Not und das Massenelend zu Hause. Und es ist verständlich, wenn die besitzende Klasse ihr Gewissen zu beschwichtigen sucht, indem sie zu Weihnachten von ihrem Ueberfluß einige Brocken den Darbenden hinwirft, wofür sie obendrein noch als Wohltäter gefeiert wird. In Moabit besteht seit Jahren ein Weihnachtsbe- scherungsverein unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Wilhelm Gericke, der in Stadtverordnetenkreisen als der „König von Moabit" bezeichnet wird. Herr Gericke ist in Moabit ein wohlhabender Mann geworden, weil er in der dortigen'Gegend gute Grundstücksgeschäfte gemacht hat. Außer Herrn Gericke gehören eine ganze Reihe wohlhabender Moabiter Bürger dem Weihnachtsbescherungsverein an. Dieser Verein umfaßt den ganzen Stadtteil Moabit und übt infolgedessen einen großen Einfluß aus. Das geht daraus hervor, daß dieser Verein nach einem Zeitungsbericht am Dienstag 1200 Schulkinder von armen Leuten beschert hat. Daß diese Bescherungstätigkeit unter den Bescherten ein ständiges Dankgefühl auslöst, ist verständlich, verständlich dürfte auch werden, daß unter solchen Umständen das Selb- ständigkcitsgefühl der solchermaßen Beschenkten arg leidet. Rechnet man hinzu, daß in Moabit zu diesem von waschechten Kommunalfreisinnigen geleiteten Vereine noch andere, speziell für bestimmte Stadtbezirke Moabits gegründete Wohltätig- keitsvereine hinzukommen, die sich mit der Versendung von Kindern der Bezirke in Ferienkolonien befassen, so bekommt man eine kleine Ahnung von der Abhängigkeit, in der sich viele arme Familien in Moabit befinden. Mancher begreift vielleicht auch die Indifferenz und die Scheu mancher Ar- beiter bei öffentlichen Wahlen oder die oft unbegreifliche Ab- stimmung vieler Arbeiter. Sehr oft müssen eben auch Wohl- tätigkeitsvereine politische Geschäfte verrichten, auch dann, wenn anscheinend ohne jede Bedingung gegeben wird. Solche Vereine wirken in letzter Linie vielfach korrumpierend und direkt verseuchend. Ein anderes Gesicht hat die alljährlich im Gewcrk- s ch a f t s h a u s e stattfindende Bescherung der auf dcr� Reise befindlichen Arbeiter. Für olle, die am Heiligabend in der Herberge des Gewerkschastshauses einkehrenden Handwerks gesellen wird von der Verwaltung des Hauses ohne Unter- schied der Tisch gedeckt. Arbcitersolidarität ist es, die das zuwege bringt und den auf der Reise und der Suche nach Arbeit Befindlichen einen Weihnachtsabend fern von der Heimat bereitet. Nach alter Weise waltet hier seit mehr denn einem Jahrzehnt unser Freund Sassenbach, bemüht, den Arbeitslosen auf der Reise einige angenehme Swnden zu bieten.— ♦ Recht ideale Weihnachtsfeiern veranstaltet alljährlich auch die Verwaltung unseres Waisenhauses. An dem einen Tage erscheinen die Pfleglinge mit ihren Pflegeeltern in der Jakobstraße, um Geschenke in Empfang zu nehmen. Am Heiligabend sind die hier in D i e n st befindlichen Waisen nach dem Waisenhause geladen, um Kleidungsstücke oder Wäsche in Empfang zu nehmen und auch in den eigenen Anstalten für Fürsorgeerziehung in Lichtenberg. Birkholz und Kleinbeeren wird den dort befindlichen Zöglingen der Tisch gedeckt. -» Eigenartige Weihnachtsfeiern finden in den G e f S n g- nissen statt. Die Gefangenen werden zur Kirche geführt, wo sie beim brennenden Weihnachtsbaum eine Mahnpredigt entgegennehmen müssen. In Tegel Werden von einem aus Gefangenen gebildeten Gesangschor Weihnachtslieder im Flur des Gefängnisses gesungen, die wie Hohn auf die christliche Weltordnung weithin vernehmbar sind und oft schweres Herze- leid auslösen. ch Wie das Mädchen aus der Fremde, kehrt in der bürger- lichen Presse alljährlich auch die Mitteilung über den Wci nachtsspaziergang des Kaisers wieder „Der Kaiser unternahm am Morgen des Weihnachts- Heiligabend seinen gewohnten Spaziergang durch den Park von Sanssouci in der Umgebung des Neuen Palais. Die Posten vor dem Schilderhause und die Passanten, die den Weg des Kaisers kreuzten, Wurden mit Geldgeschenken bedacht. Als das mitgenommene Bargeld verausgabt war, kehrte der Kaiser gegen 1 Uhr mittags ins Schloß zurück." Pflichtgemäß wird das registriert, obwohl jedem bekannt ist, daß die Passanten, die den Weg des Kaisers kreuzen, genau durchgesiebt sind. ch Die aufstrebende Arbeiterklasse Weiß, daß Weihnachten in die Zeit fällt, in der das Licht die Finsternis besiegt. Und sie weiß, daß für die Menschheit eine wirkliche Weihnachtsfeier möglich ist, wenn auch im Völkerleben das Licht über die Finsternis triumphiert._ Der stempelfreie Leichenpast. Der Polizeipräsident von Berlin hat durch Verfugimg vom 10. d. Mts. die Bestimmung über die Beförderung von Leichen aus dem Landespolizeibezirk Berlin, umfassend die Gemeinden Berlin, Lichtenberg. Schönebcrg. Stralau, Wilmers- darf, Charlottenburg. Neukölln usw. geändert. In Zukunft bedarf es dort keines Leichenpasses mehr; es genügen viel- mehr stempelfreie Bcerdigungsscheine. so daß nunmehr bei der Ueberführung von Leichen aus dem Landespolizci- bezirk Berlin nach der Feuerbcstattungsanlage in Treptow ein stempclpflichtiger Leichenpaß nicht mehr erforder- lich ist._ Bom Bau der Nord-Südbah«. Die Arbeiten beim Bau der Nord-Südbahn gehen rüstig vor- wärtS. DaS Los 1 zwischen Ungarn- und Lindower Straße(rund 1599 Meter lang) ist seit Dezember 1912 im Bau und wird von der Firma Siemens u. Halskc ausgeführt. Die Schachtarbeiten sind noch im Gange zwischen Ungarn- und Seestraße, sowie zwischen Amsterdamer und Utrechtcr Straße. Auf den übrigen Strecken ist der Tunnelrohbau mehr oder weniger fertiggestellt. Und zwar ist er einschließlich der Decke, teilweise nur mit Ausnahme gering- fügiger Nacharbeiten(Sohlenabwäfferung, Sohlenrinne, Eisen- anstrich) fast vollendet zwischen Utrechter und Burgsdorfstraße; eS fehlen hier nur noch einige Rohrkastenfelder und die Decke des Bahnhofs Leopoldplatz. Die Verfüllung und EinPflasterung des Tunnels folgt der Deckenherstellung in kurzem Abstände und ist zwischen dem Garnisonftiedhof und dem Courbiäreplatz bewirkt. Abgesehen von der Decke und den über dieser liegenden Arbeiten ist der Tunnel in Sohle und Wänden fertig für die Bahnhöfe Leopoldplatz und Ringbahn sowie für die vorgenannten eisernen Rohrkastenfelder. Halbfertig in den Wänden und fast ganz fertig in der Sohle ist der Tunnel zwischen See- und Amsterdamer Straße. Nach dem Vorgesagten ergibt sich für die rund 1599 Meter lange Strecke folgendes Bild für den Bauzustand: rund 390 Meter Tunnel sind in der Ausschachtung begriffen, rund 1299 Meter Tunnel sind in den Betonierungvarbeiten mehr oder weniger fertiggestellt. Für die Ausführung und Abdeckung der Baugrube, welche letztere großen- teils schon wieder beseitigt ist, mutzten rund 6999 Kubikmeter Holz und 2999 Tonnen Eisen verbaut werden. Daß Los III zwischen Wöhlert- und Tieckstraße(rund 1199 Meter lang) ist seit April 1913 im Bau und ist an die Tiesbaufirma Berger übertragen. Die Nordstrecke zwischen Wöhlert- und Kessel- straße ist aus Rücksicht aus Leitungsarbeiten und auf das davon beeinflußte Bauprogramm des Unternehmers noch nicht in Angriff genommen. Der künftige Bahnhof Jnvalidenstraße zwischen Kessel- und Jnvalidenstraße ist etwa zu zwei Drittel ausgeschachtet, am Nordende dieser Strecke an der Kesselstraße ist mit den Betonte- rungsarbeiten soeben begonnen worden. Die Kreuzung der Chaussee- und Jnvalidenstraße mit den anstoßenden Dückerhäuptern ist in sehr schwieriger und zeitraubender Arbeit jetzt fertig abgerammt und eingedeckt. Der südlich der Jnvalidenstraße gelegene Teil des Loses III, etwa ein Drittel seiner Länge umfassend, ist vollständig ausgeschachtet. Es wurden hier die Sohlschutzschichten, die Wand- schutzschicht in 2]/4 Meter Höhe und entsprechend die Abdichtung fertiggestellt. Der Wert der geleisteten Arbeiten und der Liefe- rungen beträgt: Los l rund SSM 000 M., Los II rund 500 000 M., Los III rund 260 000 M., Leitungsum legungen rund I 300 000 M., im ganzen 4 760 000 M. llv Proz. Gemeindesteuer i« Charlottcnbnrg. Der Magistrat der Stadtgemeinde Charlottenburg hat noch vor Weihnachten seine EtatssitzAngcn beendigt. An Zuschlägen sollen nach seinen Beschlüssen zur Gemeindeeinkommen- steuer 110 Proz. erhoben werden. Die Realsteuern sollen dieselben wie bisher verbleiben, lediglich bei der Kanalisations- gebühr tritt eine kleine Erhöhung infofern ein. als diese von 1 Proz. des Gebäudenutzungswertes auf 1,2 Proz. erhöht worden ist. Gleichzeitig hat der Magistrat beschlossen, von jeder Revision des Normaletats abzusehen. Gegen die Verschlechterung der Volksschulen. Das vom Kultusministerium unternommene Attentat auf die Achtklassenschule in Berlin wird auch von den Lehrern und Rel- toren unserer Gemeindeschulen als ein schwerer Schlag gegen unser Schulwesen empfunden. Der Vorstand des Lehrcrvereins hat kürzlich ein« entschiedene Erklärung gegen die Rückwärts- revidierung der Achtklassenschule veröffentlicht. Ihm folgt jetzt der Berliner Rektorenverein, der folgende Auslassung bekannt gibt: »Nach Pressemeldungen, die durch Zuschrift von zuständiger Seite bestätigt worden sind, ist die ursprüngliche Bestimmung des neuen GrundlehrplaneS für Berliner Voltsschulen dahin abgeändert worden, dast an die Stelle der.Klassenbezeichnung 8— 1 eine solche von 7— 1 und Oberklasse tritt. Der Vorstand des Berliner Rettorenvereins erblickt in der Durchführung dieser veränderten Bezeichnung eine große Gefahr für die Lntwickelung des Berliner �Voltsschulwesens und einen Rück- schritt zum sieben stufigen System. Das bisherige achtstufige System hat sich nach dem Urteil der städtischen Schulbehörde und dem sachkundiger Männer wohl bewährt und würde nach Ein- führung des verbesserten Lehrplanes zweifellos zum voll- kommenen Ausbau gelangen. Der Vorstand erwartet, daß die städtischen Behörden sich aufs entschiedenste gegen einen Abbau ihres Volksschulsystems zugunsten einiger Vororte Wendern werden und hofft mit Bestimmtheit, daß es ihren Bemühungen gelingen wird, der Reichshauptstadt das beste Schulsystem zu erhalten." Arbeitshaus als Armutsstrafe. Vach jenem berüchtigten, von Preußens Junkerparlament im Jahre 1S12 beschlossenen Gesetz, das zur Entlastung der Armen- pflege dienen soll, kann durch die Verwaltungsbehörden die Ueber- Weisung in ein Arbeitshaus angeordnet werden gegen Personen, die nach Ansicht der Armenpflegeorgane sich der Pflicht entziehen, selber für ihren Lebensunterhalt oder für den ihrer Angehörigen das Nötige zu erwerben. Von den Machtmitteln, die hiernach den Gemeinden gegenüber Unterstützungsuchenden oder Unterhalts- Pflichtigen zur Verfügung stehen, scheint man bei der Armen- direktion der Stadt Berlin sich Vorstellungen zu machen, die doch wohl ein bißchen zu weit gehen. Vor uns liegt ein Schreiben der Armendirektion, das einen Streit zwischen einem Armenkommissionsvorsteher und einem Unterstützungsuchenden ent- scheiden will und dabei aus einem sehr sonderbaren Grunde mit Arbeitshausübcrweifung droht. ' Im Bezirk der Armenkommission 52A(Stadtbezirk 100, Teile der Köpenicker Straße, der Manteuffelstraße, der Wran- gelstratze) wohnt seit Herbst dieses Jahres ein Arbeiter P., der vor 5 Jähren für invalide erklärt wurde und seitdem eine Rente von 15,80 Mk. pro Monat bezieht. Seine Bemühungen, etwas dazu-. zuverdienen, hatten wenig Erfolg, so daß er immer wieder noch die Hilfe der Armenpflege in Anspruch nehmen mußte. Als ihm in der Kommission 52 A der Vorsteher Suppenmarken anbot, bat P., ihm auch Brot zu bewilligen. Darüber kam es zu einem Streit, r der— nach P.s Darstellung— so endete, daß der.Vorsteher ihm sagte:„Sie wollen die Suppenmarken nicht? Dann . kriegen S i e gar nichts." P. wandte sich an die Armen- direktion, aber auch dadurch erreichte er nicht, daß der Vorsteher - anderen Sinnes wurde. Schließlich erhielt P. von der Armen- direktion folgenden schriftlichen Bescheid: „Nach eingehender Prüfung und Berücksichtigung Ihres Per- Haltens gegenüber dem Herrn Vorsteher der Armenkommission finden wir keinen Anlaß, dessen Verfahren zu beanstanden. Die Ihnen verabfolgten Suppenmarkcn haben Sie zurückgewiesen. Sollten Sie Ihr Verhalten gegenüber den städtischen Ehren- beamten nicht ändern, so sind wir genötigt, für einige Zeit Ihre Unterbringung in das Arbeitshaus herbeizuführen. Doflein." Wofür wird hier dem Beschwerdeführer die Arbeitshausüber- Weisung angedroht? Ins Arbeitshaus will man ihn stecken, wenn er sein Vsrhalten gegenüber den Ehren- beamten der Stadt nicht ändert. Ja, was hat er denn verbrochen?! Hat er den Vorsteher ankrakeelt, beleidigt, gar attackiert? Oder hat er ihn nur durch immer wiederholte Bitten belästigt? Uns ist wirklich nicht klar, wie man Ueberweisung ins Arbeitshaus begründen will. Soll etwa sein schuldhaftes Ver- halten darin liegen, daß er, wie die Armendirektion, auf die Auf- fassung des Armenvorstehers sich stützend, sagt, die Suppen- marken zurückgewiesen habe? Will man ihn mit Ar- beitshausübcrweisung dafür bestrafen, daß er eine ihm angebotene Unterstützung— nicht habe annehmen wollen? Zu solchen Ver- mutungen muß man kommen, wenn man das Schreiben der Armen- direktion liest. Die Armcndirektion hätte besser getan, dem Be- schwerdesührer begreiflich zu machen, welches Verhalten nach ihrer Ansicht eine Ueberweisung ins Arbeitshaus rechtfertigt. Viel- leicht holt sie das noch nach. Wir nehmen nach dem bisherigen Verhalten des neuen Vor- sitzenden der Armendirektion an, daß erdferne Unterschrift unter das oben gekennzeichnete, ihm vorgelegte«schreiben im Drange der Geschäfte gegeben hat. N-vch ei« Opfer der Gesundbeter? Die Sekte der Gesundbeter hat den Tod der bekannten Schau- spielerin Nuscha Butzc auf dem Gewissen. Die Dame stäno an- fänglich in Behandlung eines erfahrenen Arztes, durch dessen Be- Mühungen sich das Befinden der Künstlerin stark besserte, bis sie in die Hände der Gesundbeter geriet. Weil sie nun dem Rate dieser gemeingefährlichen Sekte folgte, mußte sie schließlich dran glauüon. Jetzt weiß die„Nationalzeitung" von einem neuen Fall zu berichten. Danach ist Fräulein v. Arnauld von: Königlichen Schauspielhause, die sich ebenfalls in den Händen von Gesund- betern befand, auf Initiative des Grafen Hülsen-Haeseler deren Einflüsse entzogen und in ein Sanatorium gebracht worden. Das Befinden der Künstlerin gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Der rätselhafte Tod eine« russischen Auswanderers beschäftigt gegenwärtig die Oberschöneweider Kriminalpolizei. Als ein Zug, der russische Auswanderer nach dem Auswandererbahnhof Ruh- leben brachte, d'e Strecke Sadowa— Äarlshorst passierte, bemerkten Bahnbeamte, die auf der Station Äarlshorst Dienst taten, daß ein Mann aus einem Abteil herausstürzte. Sie gaben dem Lokomotiv- führer ein Zeichen, der seinen Zug zum Halten brachte. Beim Absuchen der Strecke fand man die zerstückelte Leiche eineS Mannes, der nur mit Rock und Hofe bekleidet war. Der Kopf und die Beine waren vom Rumpfe abgetrennt. Neben der Leiche lag ein grüner Sonnenschirm mit weißem Seidenfutter. Der Tote ist etwa 33 Jahre alt, hat ein rundes volles Gesicht und trug einen englisch geschnittenen Schnurrbart. Bei dem Verstorbenen wurden weder Legitimationspapiere noch Wertsachen vorgefunden. Dieser Umstano und die mangelhafte Bekleidung des Toten lassen die Annahme zu, daß der Unbekannte das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Die Oberschöneweider Polizei hat eine Unter- suchung eingeleitet. Heute entdeckten Bahnarbeiter in der Nähe der Stelle, an der der Leichnam gefunden wurde, eine Visiten- karte mit dem Namen einer deutschen Dame. Die Kriminalpolizei ist jetzt bemüht, die Dame zu ermitteln, um festzustellen, ob sie mit dem Tode des Russen in Verbindung zu bringen ist. Die Per- sonalien des Toten konnten bisher noch nicht ermittelt werden. Ein Prostituiertenverband. In den Straßen der Reichshauptstadt werden an Prostituierte gedruckte Handzettel nachstehenden Inhalts verteilt: Achtung! Achtung I Wichtig für Prostituiert«. Der Verband der Prostituierten befindet sich Berlin O 34, E.... stratze.., Schankwirt..... Der Verband zahlt allen Prostituierten, welche Mit- glieder sind, von Anfang an Unterstützung in jeder Not- läge bis 20 M. die Woche. Eintrittsgeld 1,50 M., Beitrag 1 M. pro Woche. Das Bureau ist ständig geöffnet. Eintritt und Besuch erwünscht. Geschäftsführer Rudolf Kindt. Es handelt sich offenbar um den Trick eines raffinierten Ge- schäftsinannes, der auch noch aus diesen bedauernswerten Geschöpfen Kapital schlagen möchte. Unangenehme Weihuachtsüberraschung. Eine sehr unangenehme Weihnachtsüberraschung, so wird uns berichtet, �ist dem Verlage der„Täglichen Rundschau" zuteil ge- worden. Zunächst wurde bei der Jnseratenabtcilung entdeckt, daß mit der Kasse etwas nicht ganz in Ordnung sein müsse. Eine Prüfung ergab, daß ein größerer Betrag, man spricht von 1500 bis 2000 M., fehlte. Natürlich flog der ungetreue Angestellte sofort an die frische Luft. Eine noch schlimmere und bösere Ueber- raschung bereitete aber eine Prüfung der Hauptkassc. Auch hier wurden Mankos entdeckt, die die Höhe von über 20 000 M. hatten. Der langjährige Hauptkassierer kehrte nach Entdeckung der Unregel- Mäßigkeiten natürlich nickt wieder auf seinen Platz zurück. Nach einer anderen Version soll sich die Gesamthöhe des fehlenden Be- träges in der Hauptkasse auf etwa 35 000 bis 40 000 M. belaufen. Für einen größeren Teil der veruntreuten Summe ist der Verlag vorläufig infoweit gedeckt, als eine Police über eine Lebensver- sicherung einbehalten wurde. Die Versicherung ist in einigen Jahren fällig." Wir gehören wicht zu den Leuten, die jede Unregelmäßigkeit in gewerkschaftlichen und politischen Organisationen oder Jnstitu- tionen der Sache selber zur Last legen. Für Einzelfälle kann man die Allgemeinheit und auch nicht bestimmte Parteien verantwortlich machen. Das tut aber ständig die„Tägliche Rundschau", die jede Verfehlung einer Vertrauensperson der Gewerkschaft oder Partei an die Rockschöße hängt, um so besser verleumden zu können. Wie Figura zeigt, tut die„Tägliche Rundschau" gut, vor eigener Türe zu kehren. �Anschneidende Aenderungen für de« Stadtbahnverkehr auf Bahn- bof F r i e d r i ch st r a ß e wird die bevorstehende Verbreiterung dieses Bahnhofes mit sich bringen. Gegenwärtig handelt es sich lediglich um Vorarbeiten, die schon jetzt hergestellt werden mußten, weil die in Ausführung begriffenen Baulichkeiten unter dem künftigen Bürger- steig der neuen Zufahrtstraße fallen. Diese Arbeiten sind nahezu fertiggestellt so daß die Straße Anfang Januar dem öffentlichen Verkehr wird übergeben werden können. Zu Beginn des Februar wird mit der Freilegung der Bau- st e l l e angefangen und zu diesem Behuf zunächst daS Haus Friedrich st r. 99, das gegenüber dem Stadtbahnhof, zwischen Bahnkörper und Monopolhotel liegt, abgebrochen. Damit wäre dann der Zeitpunkt gekommen, an welchem der„Franziskaner" die'alte Stätte seines Wirkens verlaffen muß. Auf der Flucht verunglückte Einbrecher. Gestern früh gegen 414 Uhr bemerkten Passanten, daß auf dem Grundstück Ritterstr. 1, Ecke Luisenufer 37, Einbrecher in die Galanterie- und Lederwarenfabrik von Hugo Spciermann ein- gedrungen waren. Der Geschäftsinhaber setzte sofort telephonisch das 42. Polizeirevier in Kenntnis, das umgebend drei Beamte nach dem Hause entsandte. Bei der Durchsuchung der Räume wur- den im 1. Stockwerk die Einbrecher bemerkt, von denen zwei, nach- dem sie mehrere Schüsse abgegeben hatten, die der eine Schutzmann erwiderte, kurz entschlossen durch ein offenes Fenster auf die Straße sprangen. Da sie sich nicht wieder erheben konnten, wurden sie von den Beamter: nach der Hilfswacke V und oann als Polizei- gefangene nach der Charit« geschafft, wo sich herausstellte, daß beide Unterschenkelbrüche erlitten hatten. Jnzwifchen hatte man noch einen dritten Einbrecher entdeckt. Die beiden Verletzten sind�zwei schon bekannte Einbrecher namens Paul«uder und Siebel. suder war früher Mitglied der berüchtigten Kolonne Kirsch Dieser ge- hörte auch sein Bruder Hugo an, oer vor einiger Zeit bei einem Einbruch ertappt wurde, zum Fenster hinaussprang und einen Beinbruch erlitt. Der dritte ist ein gewisser Schumann. Seinen 70. Geburtstag feierte gestern der Genosse August Hirsckfeld. Er ist einer von denjenigen, welche seit ihrer frühesten Jugend, speziell unter dem Ausnahmegesetz, der Partei große Dienste geleistet haben. Seine erste Tätigkeit entfaltete Hirschfeld in Nord- hausen. Später, nachdem er in seinem Beruf als Zimmermann einen Unfall erlitten hatte, fiedelte er noch Berlin über, wo er nock heute allen Arbeiten der Partei sich zur Verfügung stellt. Mögen sich die jüngeren Genossen an ihm ein Beispiel nehmen. Im Jnsektarium des Berliner Aquariums ist seit einigen Tagen eine hochinteressante Merkwürdigkeit: ein sogenannter Heer- wurm, ausgestellt. Solcher Heerwurm wird durch eine Unzahl von Larven der winzigen Trauermücke gebildet, die unter modern- dem Laube leben und gelegentlich, zu vielen Tausenden vereint, durch Nahrungsmangel- oder ihnen nicht zusagende Feuchtigkeits- Verhältnisse gezwungen, in Gestalt eines weißlichen Bandes Man- derungen antreten. Dieser Heerwurm gab früher zu vielen aber- gläubischen Vorstellungen Veranlassung; je nach seiner Marsch- richtung bedeutete er Krieg oder Frieden, Mitzwachs oder Segen oder er verkündete das Schicksal eines einzelnen Menschen. Nicht immer wandern hier die winzigen, in einem Terrarium unter- gebrachten Larven umher; vielfach sitzen sie fressend in der erdigen Laubschicht oder sie bedecken flächenhaft eine Glasscheibe. Bei der vermutlich nur kurzen Haltbarkeit der interessanten Tierchen ist es empfehlenswert, sich recht bald von dem Zustandekommen d,eses Orakelwesens zu überzeugen. Arbeiterbildungsschule. Am Sonntag, den 28. Dezember: Aus- flug nach Grünau-Eichwalde. Abfahrl mittag« Wz Uhr vom Alexanderplatz und Schlesischen Bahnhof. Fahrpreis 3. Klasse: 20 Pf. Bei trockenem Wetter Fahrt bis Grünau, sodann zu Fuß bis Elch- walde, anderenfalls Fabrt bis Eichwalde. Hier Treffpunkt tn Wittes Waldschlößchen zum Kaffeekochen und Schlachtfest. Vorort- JSadmcbtem Tempelhof. Tic„Enthüllungen" der„Tempclhofer Zeitung". Unter der sensationellen Ueberschrift:„Neue Enthüllun- gen zum Falle Ewald" widmet die„Tempelhofer Zeitung" dem„Vorwärts" noch einen weiteren„Leitartikel". In dem üblichen Genre der Vorortpresse werden lokale Vorgänge, denen fast jede öffentliche Bedeutung abgeht, aufgeputzt, um doch dem Leser etwas aktuell und pikant Erscheinendes vorsetzen zu können. So auch hier! Nur über eines schweigt sich die sonst so redselige„Tempel- hofer Zeitung" aus. Wir fragten, ob jener Rechtskonsulent Her- mann W egener, Mariendorf, identisch ist mit dem R e d a k- t e u r und Verleger der Tempelbofer und Mariendorfer Zeitung, der schon etwa 30 Vorstrafen und darunter sehr schwere hat und zwar weg?» Betruges im Rückfalle, Urkundenfäl- schung, Kuppelei und Widerstand gegen die «Staatsgewalt. Was erhalten wir darauf zur Antwort? Eine wüste Schimpfkanonade über die unfaire Kampfesweise des „Vorwärts", der auch zitiert wird. Allen anständigen Menschen soll über die Kampfesweise des„Vorwärts" das Urteil überlassen bleiben. Dann hätte doch die ehrsame„Tempelhofer Zeitung" un- sere höfliche Anfrage abdrucken müssen. Das hat sie nicht getan. Und merkwürdig! Obgleich unsere Notiz vom 20. d. M. zitiert wird, bricht das Zitat gerade an der Stelle ab, wo unsere An- frage beginnt. Uns wird mit dem Strafrichter gedroht, um im gleichen Atemzuge das als Tatsache selbst verschämt zuzugeben, wo- nach wir fragten. Es erscheint uns demnach festgestellt zu sein, daß der so schwer bestrafte Rechtskonsulent identisch ist mit jenem Redakteur� und Verleger beider Zeitungen. Wozu also der Hinweis auf den Strafrichter? Damit wären wir, da die Voraussetzungen für eine sachliche Polemik unter diesen Umständen nicht erfüllt sind, der Antwort enthoben, die der neugierige Frager der„Tempelhofer Zeitung" stellt; wir könnten daher die Akten in der Verwaltungs- streitsache Ewald gegen die Gemeindeverwaltung. schließen. Kurz wollen wir folgendes feststellen, da die Gegenpartei, deren Sprack- rohr die„Tempelhofer Zeitung" ist, von„Scheinverträgen" spricht und behauptet, daß die Wahl Ewalds erschlichen sei und ähnliche Liebenswürdigkeiten mehr. Nach Auffassung der Kläger waren die Bedingungen der Landgemeindeordnung erfüllt. Das wurde auch von keiner Seite bestritten. Angefochten wurde die Sache deswegen, weil dem Kläger damit nicht die wirtschaftliche Verfügungsfreiheit und Selbständigkeit über das Grundstück zuerkannt wurde. Wenn sich dieser Auffassung das Gericht auch angeschlossen hätte, ist damit dem Kläger der gute Glaube, die gesetzlichen Bestimmungen Pein- lichst genau erfüllt zu haben, nicht abzusprechen. Einwandfrei steht fest, daß die formellen Anforderungen, die das Gesetz verlangt, nach jeder Richtung beachtet waren. Wenn an diese Dinge alle möglichen Kombinationen geknüpft werden, so liegt für uns deswegen noch keine Veranlassung vor, diesen.Knäuel phantastischer Vorstellungen zu entwirren. Und wenn die Angabe der„Tempelhofer Zeitung" zutreffend ist. daß ein Parteigenosse, der namentlich benannt ist, der subjektiven Auffassung tllstr, daß der Ausgang der Klage eine „Blamage der Tempelhofer Sozialdemokratie" war, so beneiden wir denselben nicht um seinen Geschmack, diese Auffassung zunächst einem gegnerischen Publizisten mitzuteilen. Aber das ist einmal seine persönliche Geschmackssache, die wir nicht zu teilen vermögen. Sachlich würde mit diesem Ausspruch nur bewiesen sein, daß ihm die Materie fremd ist. Im übrigen ist die Behauptung der„Tempelhofer Zeitung", dgß der Genosse Happel von seinen Parteigenossen gezwungen wurde, seine Einwilligung dazu zu geben, den Genossen Ewald als Miteigentümer eintragen zu lassen, eine glatte Unwahr- h e i t._ Lichterfelde. Abgestürzt. Durch Absturz vom Dache verunglückte am 28. De- zember auf dem Neubau der Genossenschaftshäuser in Gr.-Lichterfelde- West der Dachdecker Fritz Schmidt aus Zehlendorf. Die Ursache des Unglücksfalles war ein Fehltritt des Verunglückten. In schwer- verletztem Zustande wurde er nach dem Krankenhause in Gr.-Lichter- felde gebracht. Ober-Schöneweide. Die Gemeindevertretung hat mit dem Beschlüsse, eine Melde- stelle der neuen Krankenkasse für den Kreis Niederbarnim nicht zu übernehmen, sondern beim VersicherungSamt die Errichtung einer Nebenstelle dieser Kasse am Orte zu beantragen,— keinen Erfolg gehabt. Aus dem jetzt veröffentlichten Verzeichnis der Melde- und Zahlstellen der Kasse ist ersichtlich, daß für den Ort nur die Neben- stelle der Kreissparkasse in der Schillerrpomenade als Melde- und Zahlstelle fungiert. Sollte denn dem Versicherungsamte, das alle diese Kopfschütteln erregenden Einrichtungen hervorbringt, niemand bekannt sein, der den Betrieb einer Kasse mit 80 000 Mitgliedern beurteilen kann. Unser Ort, der mindestens 6000 Kassenmitglieder aufweisen dürfte, wird durch solche Maßnahmen vor unhaltbare Zustände gestellt. Wenn z. B. an dem einen Tage in der Woche, an welchem nur Krankengeld gezahlt wird, zirka 350 Personen vor dem Lokal der Sparkasse ihrer Abfertigung harren sollen, so ist das eine starke Zumutung. Wer gibt ferner allen denen, die irgend- welche Auskünfte nötig haben, die nötige Aufklärung, sollen daS etwa die Sparkassenbeamten so nebenher erledigen? Wer erledigt schnell Krankenhauseinweisungen, Krankentransporte usw.? Auch die zirka 600 Arbeitgeber bedürfen einer Stelle, die sofort alle im Meldewesen und anderen Angelegenheiten sich ergebenden Un- stimmigkeiten regelt. Da bis jetzt noch keinerlei Aufklärung vom Versicherungsamt gegeben ist. herrscht am Orte allseitige Unzu- friedenheit über eine solche Rücksichtslosigkeit. Es zeigt sich hier aber, wohin bnreaukratische Ueberhebung führt, die es fertig ge- bracht hat, bei dieser weite Kreise so interessierenden Sache die zur Beratung Berufensten, als Kassenvorstände und Kassenbeamten, vollständig auszuschalten. Die am 4. Januar stattfindenden Kassen- wählen sollten daher jedem Veranlassung geben, seiner Unzufrieden- heit Ausdruck zu verleihen. Uebrigens ist die Bekanntmachung zu dieser Wahl ebenfalls ein Kuriosum; sollte es denn wirklich nicht möglich sein, anzugeben, zu welcher Zeit Arbeitgeber oder Arbeit- nehmer wählen, da nur ein Wahllokal und ein Wahltermin bekannt- gemacht wurde. Würden Kassenvorstände ihren Mitgliedern so etwas bieten, so würde ihnen mit Recht arg heimgeleuchtet werden; so aber kommt eine königliche Behörde in Frage, zu deren Rektifi- zierung sich bis jetzt noch niemand bereitgefunden hat. j?riedrichsfelde. Die Freie Turnerschaft veranstaltet am ersten Feiertag in den Kesamträumeu von Oskar Bürger, Prinzenallee 30. eine WeihnochlS- feier, bestehend in Konzert, turnerischen Vorführungen und Thealer. Anfang 5 Uhr. Karlshorst. Erschassen hat sich am Dienstagabend gegen 10 Uhr der auf dem Polizeipräsidium angestellte Kanzleibeamte Ernst Albert, Roedelstr. 6 wohnhaft. Wie verlautet, hat A. mit der Frau eines Kollegen ein Verhältnis unterhalten. Als es am Dienstagabend zwischen ihm und seiner Frau deshalb zu Auseinandersetzungen kam, ging A. in das Nebenzimmer und machte durch einen Schuß in die Schläfe seinem Leben ein Ende. Allem Anschein hatte Albert den Selbstmord bereits vorbereitet, denn er hatte die Schlüssel zu den Schränken in dem Bureau, in welchem er auf dem Polizei- Präsidium beschäftigt war, schon in ein Kuvert gepackt. Potsdam. Ein Geldschrankknacker hat in der gestrigen Nacht im Kontor der Firma Liepe u. Co. den eisernen Äassenschrank seines Bargeld» inhaltes entleert. Die Polizei nahm sofort die Spur des Täters. die über eine Gartenmauer hinwegführte, auf. Die Beute betrug zirka 1000 M. Vorher hatte derselbe Einbrecher vergeblich ver- sucht, sich in dem benachbarten Druckereikontor von Stichnote in der Nauener Straße in den Besitz von Geld zu bringen. Tort ging er jedoch mit leeren Händen aus. Biesdorf. Eine Vermehrung der Gcmcindcvcrtrcter von 9 auf 12 wurde in der letzten Gemeurderatssitzung beschlossen. Ein vorliegender Antrag, die Vertreterzahl von 9 auf 15 und die der Schöffen von 2 auf 3 zu erhöhen, wurde abgelehnt. Nach längeren Verhandlungen kam der Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Aufteilungs- Unternehmer Heine zum Abschluß. Als Entschädigung übereignet Heine der Gemeinde Grund und Boden im Werte von zirka 79 990 Mark. Spandan. Eine Weihnachtsfeier für die Kinder der Arbeitslosen fand Dienstagabend im Lokale von Köpenick statt. Eingeleitet wurde die schlichte Feier durch das stimmungsvolle Lied„Stille Nacht, traurige Nachl*, vorgetragen vom Arbeitergesangverein„Hoffnung". Genosse Stahl hielt eine Ansprache. Nach Vortrag einiger weiterer Lieder und kurzem geselligen Beisammensein beim brennenden Weihnachts- bäum zogen die Kinder mit ihren Geschenken befriedigt heim. Weihnachtsveranstaltungen. Steglitz. Am 3. Feiertag veranstaltet der Dablvercin im Birken- Wäldchen, Echützenstrasie, eine Weihnachtsfeier sür die Kinder der Partei» genosicn. Beginn 5 Uhr. Bis 6 Uhr kann Kasse« gekocht werden. Weitzeusee. Der Arbeiter-Zuruverein veranstaltet am I. Weihnachts- seiertag seine Weihnachtsfeier in der Gemeinde-Turn- und Feslhalle. Mit- wirkende sind: Zlvilberufsnrusiker. Dir. A. Schütz, Berliner Kunstsänger- Vereinigung und Mitglieder des Arbeitcr-TurnvereinS. Ansang 6 Uhr. Eintritt 55 Pf. Lichtenberg. Die Weihnachtsfeier der Freien Turnerschast Lichtenberg findet in Otto Steuers Festsälen. Frankfurter Chaussee 123. statt. Tegel. Sonnabend, den 27. Dezember, abends 7 Uhr(Saalöffnunz 6 Uhr) Weihnachtsfeier des Wahlvercins in Zieas Festsälen, Bahnhosstr. 1. Mitwirkende: Gesangverein„Immergrün" und Turnverein„Eiche"; außer- dem musikalische Unterhaltung, Kinderauffübrung:„Schneewittchen", ein Märchenspiel von Zh. Stoim; Ncigenaussübrung?„Weihnachtszaubcr", unter Leitung des Tanzlehrers Herrn Reisschneider. Nach den Vorführungen gemütliches Beisammensein und Tanz.— Eintrittskarten a 39 Ps. sind bei den Bczirkssührern zu haben. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Neukölln. Die Jugcndsektion veranstaltet am 27. Dezember(3. Feier- tag) bei Bartsch. Hermannslr. 49, einen Unterhaltungsabcnd, bestehend aus Vortrag des Genossen Dr. Hanauer über„Die deutsche Ballade in der Musik", Rezitation, Gesang und Tanz. Beginn VI, Uhr abends. Eintritt frei. Die jugendlichen Genossinnen und Genossen werden ersucht, nebst Familienangehörigen recht zahlreich zu erscheinend Eichwalde. Am 3. Feiertag, abends 8 Uhr: Märchenabend mit Licht- bildcrn in„Sanssouci", Ind. Graßhoff. Eintrittskarten für Erwachsene 25 Pf., sür Kinder 10 Ps. mit Tanz. Anschließend gemütliches Beisammensein Jugendveranstaltunge». Pankow. Niederschönbausen. Am Sonntag, den 28. Dezember, nachmittags 4 Uhr, findet in den Räumen des Jugendheims Pankow, Maximiiianftr. 43», eine Weihnachtsfeier statt; bestehend in Konzert, aus- geführt von einigen Jugendlichen, Gesang, Rezitationen, Ansprache und Bescherung. Jeder Fugendliche wird ersucht,-in kleines Geschenk mitzubringen. Die Geschenke werden wahllos vertellt. Hieran anschließend ist abends zirka 8 Uhr ein gemütliches Beisammensein im„Türmchen", Kaiser- Friedrich-Str. l2 i» Pankow. Die Parteigenossen werden ersucht, mit ihren jugendlichen Söbnen und Töchtern an dieser Feier teilzunehmen. Ncuköll». Heute, l. Feiertag: Weihnachtsfeier w beiden Heimen. > Festrede, Geiang," Konzert.) Heim I befindet sich in der Jdealpassage, Fuldastr. 55,56. Ausgang 4; Heim II Nogaistr. 15. Steglitz-Friedenau. Heute, 1. Weihnachtsseiertag, nachmittags s Uhlg bei Heizmann. Florastr. 4: Weihnachtsseier der Jugendorganisation mit Bescherung. Emtritt frei.. Britz. Heule abend findet im Heim eine kleine Weihnachtsfeier statt. Vortrag der Frau I e e tz e über„Die Entstehung und Bedeutung des Weihnachtsfestes".„. Alt-Glienicke. Am Sonntag, den 28. Dezember, veranstaltet der Jugendausschuß eine Jugendseier, verbunden mit Theatervorstellung und Wethnachtsbescherung der Jugendlichen, im„Terassen-Restaurant"(Inhaber Rodenbusch), Rudower Str. 54.— Die arbeitslosen Parteigenossen werden ■--—' auch die schulpflichtigen, an dieser Feier teilnehmen ersucht, ihre Kinder, W...... lassen, da dieselben ebenfalls beschenkt werden. mittags 4 Uhr. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. iPBft» Beginn der Feier nach- Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 29. Dezember. Weihnachtsfeier w den Sophiensälen, sophienftr. 15/17. Ansang 6 Uhr. Kassenöffnung 5 Uhr. Eintritt 20 Ps. Arbeiter- Radfahrerverein Grotz. Berlin. Am 26. d. M., nach. mittags I Uhr: Mablsdors-Süd, Heidekrug.— Am 28. d. M., nachmittags 2 Udr: Nach Groß-Lichterfelde, Wahrendors. Anschlußstart Viltoriapark.— Am 1. Januar 1914, nachmittags 2 Uhr: Köpenick(Schweizergarten). Vriefkaften cler Redaktion. Sie iurtftlsche Spretbftunde findet Ltndenftratze SS, vor» vier Irrwen — F-hrftudl—, wochentüglia von vis IV, Uhr abends, Sonnadend«, «an 4>z> bis 6 Uhr ahend» statt. Jeder für den Brieflaften beittmmten Aufragt ist ein Buchst ade und eine Zahl als ZN-rlzeicheu dctzufkgen.«rtefttche Antwort wird nicht cttrllt. Anfragen, denen leine ÄdonncmentSautttung deigesügt tft. oced-n nicht bcautwortct. iiUige Fragen trage man t» der Shrechftnnde vor. F. S. 10«. Nein.— W. 49. 1. und 2. Ja. 3. Nein.— H. L. 69. Nein, iosern nicht etwa in dem Ueberlassungsvertrag etwas anderes bestimmt ist.— E. 21. Beantragen Sie die Uebersendung einer solchen Bescheini- gung bei Gericht.— W. Nr. 70. Miele kann ausgeklagt werden, auch ist eine Lohnbeschlagnahme zulässig, soweit der Schuldner mehr rfs 28,85 ZT wöchentlich verdient.— F. 74. 1. Verlangen Sie von dem Vorsitzenden der Einkommensteuer-Veranlagungskommission-in Veranlagungssormnlar. Bis zum 20. Januar müssen die Fragen beantwortet sein. 2. und 3. Eine Bestrajung oder Steuernachsordcrung ist alsdann nicht zu erwarten.—- E. E. 33. 1. Unseres Erachtens ja. 2. Falls-in neuer UnterstützungSsall. d h eine neue Krankheit eintritt, nach Abiaus von 13 Wochen, von der Gssundmclduiig abgerechnet. 3. Beim Landrat des Kreises Teltow-BeeSkow. Eingegangene Druekrehnfwn. für Alkoholgegner 1914.(Notizkalender). 80 ff.— ErdeulebeuS. Von Carls en. Jahrbuch Deutichlands Großloge 2, Hamburg 30. , Die bevorstehende Verherrlichung des Gf. Schuster. 59 S.— selbilv erlag. München. Evas Tagebuch. Ein Brief. Novellen. Von Frank (Kürschners Bücherschatz 926.) 20 Pf.— H. Hillger. Berlm W 9 Infam kassiert und andere Ausschnitte aus dem Filmbaude des Lebens. Von M. Maubecker. 3 M., geb. 4M.— B. Volger, Leipzig. Der Weg zum Weltfrieden im Jabre 1913. Pazifistische Chronik. Von A. Fried. 22«.— Friedens-Warte, Wien. M arttpretse von Berlin am 23. Dezember 1913, nach Srunttelungen deS kgl Polizeipräsidiums. MaiS(mixed), gute Sorte 16,60— 16,90, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais(runder), gute Sorte 14,80—15,10. Richtstroh 4,80- 5,00. Heu 6,20—7,40. Marklhallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelb-, zum Kochen 34,00— 50,00. Sveisebobnen. weiße 35,00—60,00. Linsen 36,00— 80,00. Kartoffeln(Kleinhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch. Bauchfleisch l.30— 1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,60—7,20. 1 Kilogramm Kardien 1,40—2,50. Aale 1,60—3,20. Zander 1,40—3,20. Hechte 1,40—2,60. Barsche 1,00—2,00. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 2,60—38,00. WitterungSüberiiebt vom 24. Dezember 1913« etaflsncn iL- 6 i| ii B? Swinemde. j 749@SS Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien 749.SW 751SW 75531© 757iSW 757|S «taNonen L E 's e Bf Haparanda 750NW Petersburg 751 Still Scilly 1760»® Aberdee» 75991® Paris 755iItill Vetter wolkenl Nebel wolkig heiter bedeckt ** B* Ii & 16 —12 6 8 1 Wetterprognose für Donnerstag, den 25. Dezember 1918. Zunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe und nebelig mit weitere« Niederschlägen und ziemlich frischen westlichen Winden; später langsam aufklarend und neue Zlbwhlung. Berliner Wetlerbureau. V s r I o d t s Alma Friesicke Otto Roll. 3765 W » V w «s W Unserem lieben Kollege» Otto Kock AdlerShas) und seiner Braut Klar» Kühne die herzlichsten Glückwünsche zur Verlobung. 366b Olo Kol), d. Fa. Lindström. —»»»SA-SAA W Meinem lieben Freunde Otto Rock "x und seiner Braut Klara Kühne V die herzlichsten Grüße zurVer- lvbung. 367b 1» Klieter-Maxe Todes-Anzeigen Zo�isIllmiilii'stizeliei'VsIiIvefieiii l.ll. M. Reictistanswahlkpeis. Landsberger Viertel. Bez. 391 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unlere Genossin WHisIminö Lewandowski Pintfchstr. 23 gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k � Die Beerdigung sindel am Sonnabend, den 27. Dezember, nachmittags l'/i Uhr, von der Leichenhalle des Zenttal- Fried- hoseS in FriedrichSfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht| Der Vorntand. Sozialdemokrat. Wablversin liir dieiehsl-Wahikr. Hiederharalm. Bezirk Pankow. Nachruf. Bor einigen Wochen oerstarb unser Mitglied, der Genosse l>u8ts? Zimmermann im Alter von 38 Jahren an der Proleiarierlrankheit. Ehre seinem Andenken k 241/16 Die Bezirksleitung. Dienslagnachmittag erlöste ein saniier Tod meinen Neben Mann, unseren guten Vater Mtox Cosber von seinem schweren Leiden. Beerdigung 2. Feiertag nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle des Luther- Kirchhofes in Lankwitz aus. 372b Luiie Eosber und Kinder Äirchdachstr. 14. Sozialdemokratischer Wahiverein Treptow-Eaumschuleoweg. Am 23. d. Mts. verstarb unser Genosse Wilhelm Linke Graetzstr. 25(Bezirk 9). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 26. Dez., nachmittags 3 Ubr, ans dem Gemeinde- F, iedbos Baum- schulcuwcg. Kiesbo z raße, statt. Um rege Beteilig mg ersucht 203/15 Der Vorstand. Verband der Haler, Lackierer, Änstreicher usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur'Nachricht, d ß unser Mitglied, der Lackierer Otto krohmgnn (Sektion der Lackierer), am Dienstag, den 23. Dezember, verstorben ist. Ehre>ei»em Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 27. d. Mts., nach- mittags 3'/, Udr, von der Halle des Himmelsahrls-Kirchhoses in Niederschönhausen aus statt. t 33/10 Der Vorstand. VoIks-FeDertEStattuDis-Vereiii Am 23, Dezember verstarb unser Mitglied, Herr /Vuxllst Zdimil-stein Schleifer. Die Bestattung findet morgen (2. Weihnachtsseiertag), vormittags 11 Uhr, im Krematorium Berlin, Gcrichtstraße 37, statt, Ziege Beteiligung erwartet 296/tl Der Vorstand. Soziaidenickratiseher Wahlverein I.d. Zierlieicbstass-Wahlkreis. Bezirk 64. Am 23. ö. Mts. verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Mitglied Ilax Cosber Kirch bachslraße 14. Ehre seinem Audcnken! Die Beerdigung findet am 2. Feiertag, nachmittags 3'/, Uhr, vo» der Halle des Luthcr-Kirch- hoses in Lankwitz aus statt. Um rege Beteitigung bittet l!i4/7 Der Vorstand. Am 22. d M.. früh 2-/, Uhr. verschied mein lieb- r guter Mann. unser herzensguter Bater, Schwieger- und Großvater Franz Meier nach jchwcrcm Leiden, im Alter von 57 Jahren. 377b Um stille Teilnahme bittet Anna Zieler nebil Kindern. Die Beeidigung findet Sonnabend. den 27. D. M. nachm. 3 Ubr. von der Leichenhalle des St. Sebastian-Kirchhoses aus statt. VodeNansr.eiixe. Hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege Augnst Sciinreiteiii vcrslorben ist. 52 A Die Bestattung sindel am 26. Dez lt Ubr rom Krematorium, Gericht- slraßc statt. Kollegen der Firma Guiidelach. Zenlrai-Rranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenhauer. E. H. Filiale 5. Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer /�uxust Schmil-stein am 23. Dezember im Virchow- Ärankenhausc verstorben isL Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag(2. Feiertag), vormittags I l Uhr, im städtischen Krematoriuin, isciichtstraßi statt. 259/ 10 Rege Beteiligung erwartet Tie OrtSvcrwaltnng. Sozialdemokratischer Wahiverein Ld.yeri. Reichstags- Wahlkreis. Am 22. Dezember verstarb uuier uienoffe, der Barbier k�ran? Dziuba Schliemannilr. 33. Ehre seinem Andeuten! Die Beerdi ung findet morgen Freitag, nachmittags 3 Uhr. von der Halle des.Hedwigs. Kirch. hoses in Weißeniee, Wörthstr 17 aus statt. Am 22. Dezember verstarb unier langjähriges, braves Mitglied, der Genosse Karl Na�ler an der Proletarier-Krankheit. Ehre seinem Andenken! Di« Beerdigung findet am Sonnabend, den 27. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Fried- hoses in der Seestraße aus statt. Uw rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Reuiscber Keiallarheiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, dag unser Mitglied, der Kern- macher Franz Meier Liesenslr 10, am 23. d. Mis. gestorben ist. Ehre seinem Aiidrnten! Die Beeidigung findet am Sonnabend, den 27. Dezember, »achmillags 3 Udr, von der Leilvendalle des«t. Sellaltian Kirchboies in Berlin Reiliickeiidorf. Humboldtslr. 68 aus smli. 131/20 Rege Beteiligung erwartet 0ie Ortsverwaltung Nach kurzem, schiverem Leiden oerstarb am 21. Dezember, nach- mittags 11'/, Uhr, unier guter Bater. Ur-, Groß- und Schwieger- vater. der Maler Gustav Ferdinand Growitz sHermannslr. 206) im Alter von 66 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Gnftav Growitz, Wartbestt. 16. Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. Dezember, nach- mttla ,s llJp Uhr. von der Halle des Neuköllner Gemeinde-Fried- böses, Mariendorser Weg, aus statt 83A Sozialdemokratischer Wahiverein Teltow. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genaffe Xuxust 8sxert verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am zweiten Feiertag, nachmittag 3 Uhr, von der hiesigen Leichen- halle auS statt. 203/16 Um rege Beteiligung ersucht Der Borttaud. Hierdurch die traurige ridsi. daß am Mittwochiischinitläg 21/, Uhr nach langem Krankenlager mein lieber Mann, der Maurer Heinrich Hillebrand in der Cdaritö Verschieden iiL Helene Hlllcbrand. Die Beerdigung wird noch be- könnt gegeben. Kranzspenden sowie sämtliche* ßlumenarrangements liefert ichncll und billig Panl Oross, Llndenstr.69, TcI.Mpl.72o3. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter Kathi Fuhrmeister geb. Hellner sage allen Bekannten und Verwandten meinen herzlichsten Dank. Fulirmeister Ä Danksagung Für die kiebeoollc Teilt der Beerdigung «ahme bei meiner lieben Frau Paula Neuh aus besonders für die trostreichen Worte des Stadto. Küter sage ich meinen innigsten Dank. 373b Küdmnnd Venhans. Ich bin zur Rechtsanwaltsohait bei dem Königlichen Amtsgericht in Zabrze zugelassen. Dr. Kopfstein, Wir üben gemeinschaftlich die A nrvaltstätigkeit aus. L-lchtensteln Or.Kopfwteia Eechtsanwalt Rechtsanwalt Zabrse. Tischlem und Dredislerei. Elektrischer Bettieb, 40 Jahre be- stehend, aitershalbcr und wegen Zur- � ruhcletzung, preiswert Nälieres bei Löwe. Eauiphauseustr. 25. Verwaltung Berlin. Botlenleg/er. Am Sonntag, den 38. Dezember, abends 6 Uhr: » Versammlung mit Beteiligung der Frauen im Oewerkschaftshanse, Engekufer 15, Saal b. Lichtbildervortrag: Die internationale Baufach- Ausstellung in Leipzig". Referent: E. Roscmann. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammenfein. 93/11" Die Orte Verwaltung. Ausfloß Weihnachten pf. Sylvester-Punsch Punsch Royal........... i Flasche I60 und von Rum, Arrak, Glühwein...ü Pkasche 2 50 und l35 dl Sherry u, Schlummer-Punsch.& nasche g50»nd l60 m. Ananas, Burgunder-Punsch.. ä nasche 400 und 2 10 m. ■ Jamaika-Rum, Arrak, Kognak Franz. and deutsche Schaamweine.== Bowlen- Roael, Bowlen- Extrakte, Tlzchwelne empfiehlt und versendet in bekannt ausgezeichneter Qnalität Prenzlauer Str. 1-2. Georg Andrae, Berlin c, ist der schönste Ausflugsort? 40 � Immer noch Pichelswerder, "»«rstr-fte" beim Alten Freund. 60 Herren-Paletots Marengo-Cheviot Ausnahmepreis Eskimo oder raarengo Melton- Q/100 Cheviot Ausnahmepreis OO 21 Herren-Ulster Plausch und Pbantasiestoffe 0040 Ausnahmepreis Blau, braun, grau u. oliv Cbev. C/l 00 Ausnahmepreis Herren-Anzüge d Kammgarnarten Ausnahmepreis Cheviots und Kammgarnarten*��30 Kammgarne u. engl. Art, Cheviots nach OO40 Ausnahmepreis Ote Gehroch-Anzüge schwarz Tuchkammgarn Ausnahmepreis l/VJ Tuchkammgarn mit Seiden- C>l00 Spiegel... Ausnahmepreis für nachfolgende Gegenstände: Knaben- Anzüge Dunkelgemusterte Buckskins A75 NurQröß 7-9 Ausnahmepreis v Schöne Muster in Cheviot|Ol5 Größe 7.. 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Von offizieller»eite wird das Einigungsprotokoll und das Abkommen uns zur Verfügung gestellt. Wir veröffentlichen nachstehend beides: I. Protokoll vom 2Z. Dezember. Zur Herbeiführung einer Einigung in den ztvischen.den Organi- sationen der Aerzte und der Kasten bestehenden Streitigkeiten sind folgende Herren heute im Reichsamt des Innern erschienen: Vom Reichsamt des Innern: Staatssekretär des Innern, Staatsminister Dr. Delbrück, Exzellenz, Ministerialdirektor Dr. Caspar, Exzellenz; vom Ministerium für Handel und Gewerbe: Staatsminister Dr. Spdow, Exzellenz, Ministerialdirektor Neuhaus, Exzellenz; vom Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten:: Geheimer Regierungsrat Eggert.. Von Seiten der Kasten: Justizrat Wandel aus Esten vom Verband zur Wahrung der Jnter- essen der Deutschen Betriebskrankenkassen, Heineinann aus Essen, desgleichen; Reichstagsabgeordneter Becker aus Köln vom Gesamt- verbaird Deutscher Krankenkasten in Essen, Verwaltungsdirektor Meher in Essen, desgleichen, Landtagsabgeordneter Frätzdorf aus Dresden, vom.Hauptverband der Ortskrankenkasseu für das Deutsche Reich. Von feiten der Aerzte: Sanitätsrat Dr. Dippe, Vor- fitzender des Deutschen Aerztevereinsbundes, Dr. Hartmann, Vor- sitzender des Leipziger Aerzteverbaudes, Sanitätsrat Dr. Mugdan, Mitglied des Geschäftsausschusses des Deutschen Aerztevereinsbundes, Sanitätsrat Dr. Munter, desgleichen. Von feiten der medizinischen Fakultäten der deutschen Univer- sitäten: Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Pastow, Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Orth, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Kraus. Es wurde das weiter unten folgende Abkommen abgeschlossen. Dazu ist folgendes zu bemerken: 1. Zu Nr. 7 der Vereinbarung besteht Einigkeit unter den Vertragschließenden darüber, daß die Bestimmung auch aus Ber- träge Anwendung findet, welche ohne Kenntnis dieser Verein- barnng bis zum Ablauf des 28. Dezember 1913 abgeschlossen worden find. 2. Die beteiligten Regierungen werden bemüht sein, die ordnungsmäßige Durchführung dieses Abkommens in den Grenzen ihrer gesetzlichen Befugnisse nach Möglichkeit zu fördern. 3. Herr Justizrat Wandel erklärte: Der Verband der Junuugs- Krankenkassen in heute nicht vertreten. Ich habe zivar früher immer Vollmacht gehabt, diesen Verband zu vertreten, habe aber für die gegenwärtige Verhandlung mit Rücksicht auf die Kürze dcr Zeit keine ausdrückliche Vollmacht herbeischaffen können. Die Zustimmung dieses Verbandes wird deshalb uocki eingeholt werden müssen. 4. Dcr Herr Minister für Handel und Gewerbe wird bis zum 27. Dczeulbcr 1913 die Stellungnahme der Königlich Preußischen Regierung zu dem Abkommen herbeiführen. ö. Der Herr Staatssekretär des Innern verpflichtet sich, das Gleiche bezüglich dcr übrigen Bundesstaaten sckbald als niöglich zu bewirken. 6. Herr Fräßdorf hatte sich vor der Vollziehung des Protokolls und des Abkommens entfernen müssen; er bat aber die anderen Herren Vertreter der Krankenkassenverbande ermächtigt, in seinem Namen die Zustimmung zu erklären. gez.: Dippck. Wandel. Hartmann. Orth. Mugdan. Heine- •mann. Becker. Meifcr:- KtÄüS.''Shdöw." SkeükastZ."'■ Pastow. Eggert. Delbrück.. Caspar.___________________ D...... II. Abkommen. Im Reichsamt des Innern haben�heute unier dem Vorsitz des Staarsfekretärs des Jimern Herrn �staatsministcr Dr. Delbrück Verhandlungen mit Vertretrn der Organisationen dcr Aerzte und dcr Krankenkassen stattgefunden. Eö ist eine Verständigung auf folgender Grundlage erzielt worden: Zwischen dem Deutscheu Aerztevereinsbuud(E. V. Berlin) und dem Verbände der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer Wirt- schaftlichen Interessen in Leipzig und dem Verband zur Wahrung dcr Interessen dcr Deutschen Betriebs krankenkasfeu in Essen, dem Gesamtverband deutscher Krankenkassen(E. V.), Sitz Essen iRuhr), dem Hauptverband Deutscher Ortskrankenkassen sE. B.) in Dresden wird, unbeschadet der nach Maßgabe abweichender landesrechtlicher Vorschriften getroffenen oder zu treffenden Regelung als Grundlage für weitere Verhandlungen folgendes vereinbart: !. Bei dem Versicherungsamt oder bei einer anderen Behörde wirb ein Aerztorcgisrcr eingerichtet, in das sich jeder Arzt, der Kassenpraxis betreiben will, einerlei, ob er einer Organisation angehört oder nicht, einzutragen hat. Nähere Bestimmungen über die Eintragung bleiben örtlicher Vereinbarung vorbehalten. Nur die im Register eingetragenen Acrzte dürfen zur Kassen- prarrs zugelassen werden. Tie Auswahl der Zulassenden erfolgt von Fall zu Fall durch Verständigung der Vertreter der Kassen und der Vertreter der im Acrzteregister eingetragenen Acrzte nach Maßgabe vorher vereinbarter, im Einvernehmen mit dem Ober- versicherungsamt festzustellender Regeln. Dabei gelten diejenigen Aerzte, welche bisher Kassenpraxis ausgeübt haben, als im Aerzte- rcgtster eingetragene Aerzte und sind in demselben von Amtö.wegcn zu führen. Beb Streit über die Zulassung, entscheide: unter Vor- fitz eines Beamten(z. B. des Vorsitzenden des VersicherungSamls) ein paritätisch besetzter Ausschuß, dessen Mitglieder aus dem Aerzte- stände in ihrer' Mehrheit zur Kaffcnpraxis zugelassene Aerzte sein müssen. Ein eingetragener Ai�t, der dreimal ohne wichtigen Grund eine ihm angebotene Arzistelle bei einer Kasse ablehnt, kann im Arztregister gestrichen werdein 2. Soweit nicht bei einer Kasse oder einem Kasscnverband (§§ 406 bis 413 der Reichsversicherungsordnung) grundsätzlich alle im Acrzteregister eingetragenen Acrzte zur Kassenpraxis zugelassen sind, sind soviel Aerzte anzustellen, daß mindestens auf je 1320 Versicherte, bei Familicwbehandlung auf je 1000 Versicherte, ein Arzt entfällr. llutcr den bei einer Kasse oder einem Kassenverbande zuge- lap'enen Aerzten soll, wenn nichts anderes bestimmt ist, de» Ver- sicherten�die Auswahl freistehen. 5� Slrt!)er Vergütung dcr ärztlichen Leistungen ein- schließlich der Fuhrkosten wird der Regelung durch die Einzel- vertrage überlassen. Bei der Festsetzung der Vergütungen ist daran festzuhalten, daß dieselben unter Berücksichtigung dcr ört- licheu Verhältnisse sowohl dcr Leistungsfähigkeit der Kassen als auch den Ansprüchen der Aerzte aus etue nach Form und Höhe angemessene E iltschädiguiig Rechnung tragen müssen. 4. Die Kassen innerhalb des Bezirks eines Verficherungsanits und die innerhalb dieses Bezirks zur Kassenpraxis zugelassenen Aerzte bilden ie eine Vereinigung zur Wahl eines Vertrags- ausschusscs, dem nur zur Kasscnpraxi� zugelapenc Aerzte angehören dürfen, und dem die Vorbereitung der Arztverträgc obliegt. Tie Verträge selbst werden zwischen der Kasse(oder dem Kassenverbaiidi und dem einzelnen Arzte geschlossen. Die Gültigkeit eines solchen Vertrages darf nicht von der Genehmigung einer anderen Organisation als der in AHfatz 1 erwähnten abhängig gemacht werden. � 5. Satoeit über den Abschluß neuer Verträge keine Einigung erzielt wird, unterwerfen sich die Aerzte und Kassen dem Spruche eines paritätisch besetzten Schredsamts mit beamtetem Vor- fitzenden darüber, welche Bedingungen als angemessen dem Vor- trage zugrunde zu legen sind. Hinsichtlich des Arztshftems bewendet es unbeschadet der Be- stiounung unter Nr. 7 bei dem jeweils bestehenden Zustand. Eine ch'enderuiig des Arztsystems soll eintreten, wenn beide Teile, die Kasse und die bei der Kasse zugelassenen Aerzte darüber einig sind, oder, wenn bei mangelnder Einigung beider Teile ein wichtiger Grund vorliegt. Bein: Widerspruche der bisher bei einer Kasse zugelassenen Aerzte gegen eine von der Kasse erstrebte Aenderung des Arztsystems kann die mangelnde Zustimmung der Aerzie�durch einen Mehrheitsbeschluß der dem Vertragsausschusse(Nr. 4 Absatz 1) augehörigen Aerzte ergänzt werden. Bei Streit darüber, ob ein wichtiger Grund vorliegt, entscheidet das Schiedsamt(Absatz 1). Die Entscheidung des Schiedsarnis bindet beide Teile. 6. Bei Streit aus abgeschlossenen Verträgen entscheidet ein paritätisch zusammengesetztes Schiedsgericht cichgülng und für beide Teile bindend; für vermögensrechtliche Ansprüche kann dcr Rechts- weg vorbehalten werden. 7. Bestehende Verträge zwischen Kassen und Aerzten bleiben, soweit nicht die Bestimmungen in Nr. 11 Platz greifen, unberührt. Tie Bcstimmuiyzcn dieses Abkommens sind in den Fällen nicht anzmvcndcn, in denen vor dem 24. Dezember 1913 zwischen Aerzten und Krankenkassen eine Vereinbarung, vorbehaltlich der Geneh- migung der Zentrale des Leipziger Verbandes, zustande ge- kommen ist. 8. Aus die Siegelung der Beziehungen zwischen Aerzten und den Bctriebskrankeukasscn der Eisenbahnverwaltung und auf die Regelung dcr Beziehungen zwischen Aerzten und den knappschaft- lichen Krankenkassen finden die Bestimmungen dieses Abkommens keine Anwendung. 9. Es bleibt vorbehalten, bei der Ausführung dieses Abkommens im Einvernehmen mit den Beteiligten zu prüfen, inwieweit die Verhältnisse der Landkrankeukassen und der an ihre Stelle treteitden Ortskrankeistaffen noch besondere Bestimmungen erforderlich machen. 10. Di e�v ertrag schließenden Teile verpflichten sich, die Stellungnahme ihrer Organisationen z u diesem Abkommen bis zum 29. Dezember 1913 vormittags dem Retchsamt des Innern anzu- zeigen. Ist beiderseits Zustimmung erfolgt, dann wird die ärzt- liche Vertragszeutrale(Leipziger Verbaich), a) den Abschluß von Verträgen dort, wo Aerzte und Kassen über die Vertragsbedingungen einig sind, sofort zulassen. b) bei neu errichteten Kassen eine vorläufige Ordnung der ärztlichen Versorgung fördern. c, daraus hinwirken, daß dort, wo bei schon bestehenden Kassen eine Einigung zwischen Aerzten und Kassen noch nicht erzielt ist, die Vertragsverhandlungeii gefördert lverdcn und bis zu deren Abschluß die alten Verträge Ivciter gelten, 11. Beide Vertragstcile werden bemüht sein a) auf die alsbaldige Entbind, uig derjenigen Aerzte von der kassenärztlicheu Tätigkeit am Orte Bedacht zu nehmen, welche die Kassen während der setzigen Vertragsstreitigkeiten von auswärts zugezogen haben, und mit denen sie rechtsgültige Verträge geschlossen habe», b) für die andcrweitc Unterbringung dieser Aerzte zu sorgen, c) auf eine möglichst baldige Lösung der Verträge hinzu- wirken, ck) die dabei notwendig tverdenden Abfindungen zu verein- baren. Diese Verhandlungen sollen von beiden Vertragsteilen gemein- schastlich geführt werden, wobei vorausgesetzt wird, daß die Regie rungcn deren Bemühungen unterstützen worden. Die entstehenden Kosten übernimmt der Leipziger Verband unter der Voraussetzpug, daß die Verbände der Kassen ihren Einfluß dahin geltend Machen, daß allenthalben die Kassen zu dem Arztbonorar für. diesen Zweck. einen Zuschlag von jährlich 2 Pf. aus den Kops der Versicherten bewilligen. Durch diesen Zuschlag soll die Hälfte der Kosten gedeckt werden. 12. Zur Durchführung dieses Abkommen und zur Entscheidung von Streitigkeiten, die daraus entstehen, wird ein paritätisch bc- setzter Zentralausschuß in Berlin eingesetzt, dessen Vorsitzenden der Staatssekretär des Innern ernennt. Bei der Besetzung des Aus- schusscs wird aus entsprechende Mitwirkung des beteiligten Bundes- staats Bedacht genommen werden. 13. Dieses Abkommen gilt vom 1. Januar 1914 bis zum 31. Dezember 1923 und von da an auf unbestimmte Zeit weiter unter dem Vorbehalt einjähriger Kündigung, die nur auf den 1. Januar zuständig ist. Im Falle einer Kündigung soll der Zentralausschuß alsoald Verhandlungen einleiten, um ein neues •Abkommen vorzubereiten. gez. H. Dippe, Hartmann, Mugdan, D. Munter, Wandel, Heinemann, Meycr, Becker. Nartki- nnb GrmrWfisMlseii! Um eine schleunige Abrechnung zu ermöglichen, bitten wir, die noch ausstehenden Listen so schnell als möglich abzurechnen, ES gingen ferner ein: Sl, Käding 10,—. Bruno Lciyrmg 1,—. C. Krüger 1,03. Emil Pape 1,50. Ö.(5, Kranzspende 1,60. H. Biester 2,05. 3 Kollegen bei Leonliardt u. Ficgel 3,—. Stammgäste bei ZIlbert Goebel 2,—. Adolf am Bahnhof Hermannstrade 16,—. Sparvcrcin Veilchen'20,—. Tanz lehrcrverband colidarilät 183-2 25.—. Hein 10,—. L. 4073 Druckerei Tischler Steinte 420. Skatklub(Semütlichtctt 5,—. H. Sch. 3,50. R. Nehden 3,—. M. Stresow 10,—. Reederei G. Zachow 25,—. Mitglieder der Ortskrankenkafse der Graveure 10,—. L. 8 Arau Kulicke 6.—. Tante Löte 5,—. Lilli 2,—. L. 6854 Handwerker, Maschinisten u. Heizer der Schultbeidbraucrei, Abt. IV 17,—. Zentralvercin dcr Bildhauer aus stifte 3305 3.05. st. 3239 8.50. L. 3263 8.75. st. 3278 3,73. L. 3303 2,—. st. 3301 7.—. L. 3302 3,—. L. 3306 3,55. Ji_fl284 3,25..Bremer -rchlüssel" durch Curas 2,—. Fenglcr durch Schüler 3,-—. Kranz- Überschuß Gumniiwalzwcrk K. W. O. durch Nim; 7,52. st. 6115 5,—. Verband dcr Brauerei- u, Müblcnarbeiter und veno Becnssgenoisen. Zahl- stelle«erlin, L, 6461 Brauerei skriedrichShain durch Schäser 3.35. L. 6462 d. Schäfer 3.30. L. 6463 durch Obst 4,35. L. 6464 Brauerei Patzenboicr I durch Pcnther 16,75. L. 6465 durch Penther 32,—. L. 6466 durch Schulze 4,95. st. 6467 durch Schulze 7,—. L. 6468 durch Schulze 4,80. L. 6463 durch Werner 34.60. st. 6471 Brauerei Vabenhoser kl durch Becker 26,60. st. 6472 durch Becker 21,20. st. 6173 durch Jakob 18,13, st. 6474 durch Bergschloßbrauercr durch v. �.omoggy IkfbO. st. 6183 durch Rosin 2.30. L. 6484 Bockbraucrei Abt. I durch Gerhardt 9,70. st. 6485 durch Kalwert 14,10. st. 6486 durch KSbler 620. st, 6487 Abt. II durch Wölfcl 14,50. st. 6488 durch Jahner 8.30. L. 6430 Bcremsbrauerei Teutonia durch Majewski 5,50. L. 6491 durch Alt« mann 8,—. L. 6492 Unionsbrauerei d. Quade 14.—. st. 6438 d. Rabazus 6,75. L. 6434 Böhm. Brauhaus durch Bldi 1185. L. 6495 Böhm. Brauhaus durch «Särtke 7,15. st. 6436 Böhm. Brauhaus durch Drcn le 10,—. L. 6438 Böhm. BrauhauS durch WaichinZki 9,75. st. 6499 Ar. OSw. Berliner durch Baron 6,50. st. 6500 Br OSw. Berliner durch Nah 11.50. st. 6501 Löwen- Brauerei 8Ibt. 1 durch Micklei 22.50. st. 6503 Löwenbr. Abt. stichterfeldc d. Speer 1,50. st. C5C4 stöwenbr. Abt. II durch Gabriel 11,60. st. 6505 stöircnbr. Abt. II durch KaminSli—.30. st. 6306 Löwenbr. Abt. II durch Thurau 12,20. st. 6507 Br. Happatdi durch-ichieltanz 17,15. st. 6508 Br. yappoldt durch Wilsti 6,40. st. 6509 Br. Königitadt durch Fein 19,50. st. 6510 Br. Königstadt durch Timm 2,80. 2. 6511 Br. Königstadt durch Maaß 2,90. st. 6512 Br. Bsefferberg durch Weudler 9,80. L. 6513 Br. Psesserbcrg durch Wojtezak 9,65. st. 6516 B. Schweizergartcn durch Ernst 7,60. L. 6517 Vikioriabraucrci durch Breuer 6,50. st. 6518 Biktoriabraircrei durch Krüger 2,50. L. 6519 Brauerei Wanninger durch Matussek 7,30. L. 6520 Brauerei Wanninger durch Zander 12,50. st. 6521 Brauerei Habel durch Mix 7,30. st. 0522 Br. Habel durch Lehmann- 3,45. � st. 6523 Münchcncr Brauhaus durch Kcillähnc 15,55. st. 6525 Spalldauer- bergbrauerci durch Mühe 15,66. L. 6526.Kiudlbraucrci durch Milke 4,10. st. 6527 Kindlbraucrci durch Brcnzcl 20,23. L, 6329 durch Rottinann 9,50. L. 6330 Hochschulbrauem durch Bock 7,63. Schultheißbr. 916t. 1 2. 6532 durch Klinke 15,30. L. 653) durch Gante 37,90, L. 6534 durch Gautz 23,60. Schultheißbr. Abi. II L. 6534 durch Schwcik- Hardt 44,80, L. 6537 durch staucas 20,50, st, 6538 durch LaucaS 24,70, st. 6539 durch staucas 30,05, L. 6541 durch Hemke 9,55. L. 6344 Brauerei HUscbein 81V. durch Etzweiler 17,—. L. 6545 Brauerei Gabriel u. Richter durch Niggemann 12,—.' Deutsche Bierbrauerei L. 6547 durch Hornemann 32,35, L. 6549 durch Kujath 16,35. L. 6553 Brauerei Bötzow durch Greb 3,50. st. 6354 Schullheiß, Pankow durch Dobkc 12,50. Engelhardt, Wt. Charlottenb. L. 6555 durch Sämer 12,35, L. 6556 durch Wegener 1,—. Brauerei Ricbeck L. 6559 durch Kratz 11,50, st. 6360 durch SSendk 5,30. st. 6562 GcnossenschastSbr. Frisdrichsbagcn durch Kalähne 35,95. Engelhardt Abt. Pankolv st. 6565 durch Berg 4,10, S. 6566 durch Rauthmann 3,50, L. 6567 durch Tietz 1,20.(Aenosienschastsbrauerei Groß-Berlin L. 6570 durch Rcttschlag 6)50, L. 6574 durch Schmidllc 8,75. st. 6572 Starick durch Jcroch 5,35. st. 6574 Weißbierbrauerei standrs A.°G. durch Haut 4,50. L. 6575 Mälzerei Gabriel u. Richter durch Klotz 4,40. st. 6570 Niederlage Leykum durch Lemke 1,50, st. 6577 Weißbierbr. Breit- hautet durch Murglat 3,60. L. 6578 Borussiabr. dllrch Hoffmanit 6,75. L. 6579 Bontsstabr. durch Volke! 4.75. st. 6580 Weißbier- Genojsenschast durch BIuhm 2,10. L. 6581 Weißbierbr. Bolle durch Zach 2,—. L. 6562 Brauerei Groterjahn durch statzel 3.50. st. 6584 Brauerei Groterjahu durch Nöttc 27,65. st. 6585 Pscsfcrbcrg Niederl. Gr. stichtcrsclde durch Kügler 3,50. L. 6588 Bertheiminühle durch Sasse 12,63. st. 6583 Bertheimmühlc durch Schmidt 5,60. L. 6590 Humboldtmühlc durch Ehelcben 4,—. st. 6393 Beroeimmühlc Eöpcnick durch Schuhmacher 0,50. st. 6592 Salomonmühlc durch Jdcelis 1,75. L. 6596 Schultheißbr. Abt. 4 durch Sichert 10.—. L. 6597 Schultheißbr. Abt 4 durch Rau 48,45. st. 6538 Schultheißbr. Abt. 4 durch Brohschcyl 8,10. st. 6599 Brauerei G. M. h. tz. durch Dobrick 6,—. st. 6600 Von den Angestelltcu der OrtSverwaltuug 36,20. L 6601 Brauerei Silsebein O. durch Maranke 5,50. st. 6470 Patzcnhofer Slbt. 2 durch Tbaler 25,50. st. 6477 Patzenhoser Abt. Spandau durch Pohl- mann 16,—. L. 6478 Schloßbrauerei Schöneberg durch Krause 10.60. Zentraloerband der Zimmerer Deuischlands, Zahlstelle Berlin und Um- gegcnd, aus: L. 6666 1,75. st. 6667 1,50. st. 6672 3,60. L. 6673 4,70. 6674 st. 6690 8,20 st. 6704 18,70. st. 6724 1,50. st. 6761 2,50. L. 6758 5,10. L. 6764 6,—. L. 6769 8,50. 6676 2,30. st. 6691 1,80. st. 6709 2.60. L. 6746 6,00. st. 6753 4,20. st. 67 59 1,30. L. 6765 1,23. 13,60. L. 6780 3,—. L. st. 6785 1,50. L. 6789 8,10. st. 6793 8,30. L. 6800 3,40. st. 6814 6,10. st. 6819 2, st. 6677 1,—. st. 6692 0,95. st. 6711 1,30. st. 6747 7,50. L. 6754 3,75. st. 6761 10,40. L. 6760 3,50. st. 6770 2.80. L. 6773 6782 3,—. L. 6790 12,30. st. 6795 4,-. st. 6308 11,40. L. 6816 31,65. S. 0820 4,50. L. 6821 0,50. 6794 2,90. st. 6801 4,—. st, 6815 8,35. 6681 4,60. st. 6693 6,50. st. 6712 5,-. st. 6749 8,15. L. 6756 12,20. st. 6762 10,—. L. 6767 2,—. 6,20. L. 0777 6783 2,—. st. 6791 2,—. st. 6796 3,—. st. 6809 0,50. st. 6817 7,50. L. 6683 5,70. st. 6694 16,50. st. 6722 0,20te st, 6750 6,—. L. 6757 5,—. st. 6763 0,40. st. 6768 2.50. 6,90. L. 6779 st. 6784 3,—. L. 6792 4,90. L. 6798 2,70. st. 6813 2,05. L. 681 S 10,10. ggog 6,_. st. 6823 3,—. st. 6827 8,65. st. 6828 2,25. st. 6847 1.05. L. 0851 6,25.— Verband der Schneider. Schneiderinneti und Wäschcarbeiter Deutschlands, Filiale Berlin. L. 4603 Wäschejabril Eohn it. Samuel 28,10. L. 4604 Zu- slbneiderei von Eobn u. Ellcnburg 7,50. st. 4607 10,25. st. 4610 Kall, von Kunz u. Koriezek 6,80. L. 4614 Kall, von Falleck 12,40, K 4618 Kall, von Heckcnberger u. Becker 5,55. L. 4627 durch Bottin 4,30. 2.4648 Gesammelt vom Sparvcrein„Selbsthilfe" 10,—. st. 4647 Aäschefabrik Witthaus 10,20. L. 4651 Wälchcsabrik Grünbaum 35,45. st. 4652 Plätlerei der Firma Gott- beim 14.25.' st. 4654 20,50. st. 4655 4.55. st. 4659 9,50. st. 4663 4,10. st. 4683 1,90. st. 4681 14,05. st. 4688 4,55. st. 4692 6,55. 2. 4697 Kall. von Manhcimer 10,—. st. 4698 3,50. L. 4699 durch Gcnewski 33.—. st. 4700 4,—. 2. 4703 3,25. 2. 4704 12,70. 2. 4705 2,50. 2. 4706 8,35. st. 4707 8,70. 2.4708 5.35. st. 4709 5,90. 2.4710 2,—. 2.4712 5,—. 2. 4713 13,15. 2. 4714 durckz Eichhorn 7,50. st. 4715 Werkst. Berger u, Collani 11,—. 2. 4716 Werl l.-Motzr u. Speyer 13,—. st. 4717 Schneider von' Wellhausen 10,—. 4718 Werkst. Osfizierverein 10,—. st. 1721 4,50. 2. 4722 Firma Grüder l0,S0. 2. 4725 Plätlerei' von Schwärt»'U. E0..8.45. 2. 4730 durch 'Petz 10.50. L. 4735 durch Heuermänn 2,50. 2. 4737 Tagschneidor von Baer Söhn, Brückenfiraßc 10,—. 2. 47.38 durch Hossmann 8,45, Kollegen der Firma 2achs 10,—. Werkstättkasse Kunz u. Koriezek 15,—. Durch Kroll 15.50. Durch Genewsti. Landau u. Bandmann 4,80. Verband der Metallarbeier: 2. 1348 A. E. G. Schreibsebier 14,80. 2. 143) Krcmencr 14,85. 2. 1437 Mägdesrau 49,—. 2. 1139 Sachse 11,30, L. 1441 Belricbsbahnhos Panlvw 75,—. st. 1443 Wedcler 4,—. L. 1111 Läutcnschläger 1,85. Bergemann L. 1479 11,75. 2. 1189 17,20. 2. 1493?lrnbeim 34,65. 2. 1510 Slrnhedn 25,50. st. 1502 Hein stehmann 22,20. st. 1582 Kremener 16,20. st. 1754 Borstg 18,10. st. 1755 28P0. st. 17.56 8,85. st. 1757 7, 60. 2. 1758 16,50. 2. 1765 GillischclvSti 7,50. st. 1766 Kaufmann 5,50. st. 1767 von W. Ufclig 1,—. st. 1768 Kranzüberschuß R. P. 31. Schulze 7.50. 2. 1769 Laboratorium Auer 3,50. st. 1827 3,50. 2. 1831 7,50. 2. 1853 Vulkan- Werke 85,50. st. 1874 11,50. st. 1926 20,75. 2. 1928 5.00, L. 1929 Projektion Union 12,—. st. 1977 2,55. 2. 1981 10,15. st. 2217 A. E. 05. Turbine 39,50. st. 2781 33,30. L. 2865 7,15. Deutscher Transportarbeiter- Verband.-'Nachtrag 19. 12. 13 0,30. st. 7004 13,20. st. 7040 1 50. 8,20. st. 7101 2,10. st. 7108 1,50. st. 7110 4,—. durch Großkops 7,85. st, 7137 8,30. st. 7139 8,75. zu st. 7501, quittiert am 7047 durch F. Grimm st. 7122 8,55. st. 7128 st. 7140 gesammelt von 2 Voi slandsmitgliedern der Konium-Gcnossensch. u. Handwerkern 11. Arbeitern der Gr. Beel. Straßenb. 46.30. st. 7529 Mülllüticher Mvabit 40,50. 2. 7532 Müllkutschcr bei Scheller, Manlcusielstr. 10,—. L. 7549 Bergmann u. Rosenthal durch Wicsncr 16,85. 2. 7578 0,80. 2. 7639 Krastdroschtcu- sührcr Gr.-Berlin 30,20. 2. 7619 16,65. st. 7652 10,20. st. 7653 13,60. st. 7654 gesammelt von den Verbaudsmstglicdern deS„Sonntag«- blattes" 19,10. 2. 7655 20Mb st. 7681 L. Gchrs Ww. 10,10. L. 7703 Bierlabrcr d. Brauerei Pfesserberg 4,25. 2, 7716 Koll. d. Brauerei Kienz 6.70. Krastdroschlcnmhter Bezirk Weddinq st 7720 3,65. st. 7721 18,90. st. 7722 6,80. st. 7723 19,75. st. 7721 15,50. st. 7730 1,80. st. 7732 Kutscher- der Genoffenschastsbäckerci Rcinickeudorf 20,70. st. 7743 2.50. L. 7754 Nährnuttclsabril„Milka", Niederlage 8,90. st. 7786 6,50. L, 7788 4,25. st. 7795 2.55. st. 7805 35,25. st. 7821 Betr. J.ilob Valentin, Hotz- mar ttstraßc 16,90. st. 8013 5,90. ArbeisSkulscher. bei W. Dreisch st. 8030 durch Rackow 1. Rate 12,50. st. 8052 durch Winkler 2. Rate 8,85. L. 805t Sparvercin„Denke dran" 12,25. st. 8060 durch Kollmann von Wcidner 4,—. st. 8071 1.60. st. 8074 10,45. st. 8089 3,10. st, 8119 5.10. st. 8121 2,—. st. 8127 Chauffeure im„Vorwärts" 20.—, st. 8146 Betr. A. E.-G.. Lb.-schöneweide, darunter Sechscrkassc d. Lagerarbeiter 19,20. L. 8151 2,—. 2. 8153 3,45. st. 8160 4,40. L. 8169 Bon den Gelchä tsdienern und Fahr- lmhlsührern bei Jandors, Spittelmarkt 9,05. st. 8l84 13.50. L. 8187 14,—. 2., 8191 14,30, 2. 8218 Koniumgeiiosseuichafts-Angestelltc 24,—. st. 8219 Angestellte der Vcrbandsloffjobrik O. Maller 8,45. st. 8219 Fensterputeer bei Schäser n, Co. 25,—. 2. 8257 Koll. bei Archimedes 12,75. L. 8267 „Jugend", Gesundbrunnen 2,25. L. 8275 6,25. 2. 8283 2,20. 2. 8284 8297 .„. H ��I�WW�W��Wukölln 1,—. st. 8393 138,—. 2. 8395 Packer und Boten von H. S. Hermann 7,—. 2. 8396 10,—. 2. 7007 A. E.-G., Grünthaler Str. 11,35. 2. 7506 1,—. st. 7535 A. E.-G., Grünthaler Str. 9,05. st. 7712 Fahr- pcrlonal ilnd Flaschenkcllerarbciter Br. Borussia 16,30. 2. 8037 1,—. 2. 8280 Etu Jgdl. 1,—. st. 8175 Betr. Gnst. Cords, Rate 1 8.25. st. 82 i8 3,50. st. 8346 Betr. Deutscher Holzarbeitcrverband st. 5716 6,15. st. 5711 21,25. st. 6119 1.75. st. 5911 2.70. st. 5950 6,10. st. 5949 '----------------------- st. 6140 5.—. st. 5838 12,45. st. 6117 12. 6105 5,10. L. 5839 6.45. st. 5980 2.65. st. 5757 10,—. V 5995 11,65. steifer 6,65. st. 6120 4,—. st. 5918 13,85. st. 6091 3,30. st. 5844 4,95. st. 5982 3,—. st. 5S32/ 1,—. L. 5876 11,—, 2. 5912 10,75. 6141 6,80. st. 6090 5810 5,65. st. 5815 9,55. 5846 2,90. st. 5841 2,70. st, 5709—,50. 5979 1,50. st, 5981 6,10, L, 5978 5.30. st. 5834 1,45. L. 5875 4.40. st. 6131 11,60. st. 5784 55,40, 2. 6197 3,70. st. 5980 12,65. st. 5913 3,20. 2. 6012 22,30. st. 601? 12,—. 2. 6007 17,80. L. 5909 10)05. 2. 5902 4,—. 2.6129 5,50. 2.6120 7.70. 2.6165 1,—. 2.5916 21,—. 2.5915 4,—. 2. 6170 6,25. Tischlerei Weiß Nachf. 10,50. Tischlerei Röster jun. 10,—> Dcutlcher Buchbinderverband, Zahlstelle Berlin. L. 7208 Block Co, 3,75. st. 7210 Bteddin 1,40. st. 7218 Eichhardt 4.50. st 7221 Fichte 2.50. st 7254 Stcgcmann 7,—. st 7256 Ernst Co. 15,—. st. 7259 Hirsch 5,50. 2. 7261 1,70. st.<277 Lüderite u. Bauer 43.65. st 8905 Bernhard 5,50. st 8903 Schwertsegcr it. Co 25.55. st. 3912 Zumpe 0,50. L. 0014 Pittrus 30,35. st. 9025 Hamburger-Fuchs 15,15. L. 6028 Marquardt 4,60. L. 0030 Pohle 7,50. st 9037 Otte 1.65. st. 9039 Dübben 14,40. st 9040 Wübbei! 30,—. st. 9042 Wunderlich 13,50. st. 9045 Pittius 14,25. st 9047 Sperling 48,25. st 9048 Petsch 3,60. st 89SS W. Büxen stein 5,—. st 7290 Jürgens 14,25. 2. 7291 Albrecht Aachs. 7,05. st 7292 Laquer 4.30. 2. 7295 Fritsche 20,10. st 8902 Haake u. Co. 5,75. st 8920 Krause 7,75.. st. 8942 Schneider u. Ziegler 6,40. L. 8944 Planes u. Co. 29,—. C. 8961 Patuit-Kartonnagen 8,33. S, 9017 Reichsdruckerei 32,13. Verband d.(Zemeinde- u. Staatsarbeiter auf Listen, 5. Rate: Gaswerk Tegel L. 3262 9,20. Röhrensystem L. 3176 7,30. Oeffentliche Beleuchtung L. 3239 8.85. Engl. Gasanstalt 3179 3,50. L. 3339 11,75. Wasterwerk A.-G. L. 3329 2�0. Desinfektion L. 3447 7.35. Marvhalle L. 82 2,30. L. 83 i,—. L. 6230 3,50. Reo.-Inspektion L. 3115 18,—. Huncholdthafen 2. 3210 6,—. Friedhof Friedrichsfei.de Ii. 3148 10,60. iAausfeearbeiter L. 3443 1L3. VermetsungSanit L.319S 3.20. Parkverwaltung L. 3232 1,—. L. 3233 11,63. Sekt. Charlottenburg 2. 3344 21,55. 2. 3360 9,80. L. 3362 9,30. L. 3376 2,65. Sekt. Neukölln L. 3420 8,70. L. 3425 5,60. L. 3420 3Pö. L. 3431 4.—. L. 3433 6.—. Sekt. Reinickendorf L. 3213 1.50. Augusta-Vlktoria-Krankenhans Schönelerg L. 3327 35,—. Sekt. Weitzenfee L. 3187 1,95. Von Koll. der Bctriebskrankenkasfe durch Gl 8,—. Irrenanstalt Buch L. 6249 48,05. Städt. Obdach L. 3117 29,05.- Krankenhaus Gitfchiner Straße L. 86 14,20. Irrenanstalt Dalldorf 2. 6231 38,70. 2. 6233 38,70. Städtische Badeanstalt L. 3300 11,30. Prwat>Bade- anstallen L. 3119 4.50. L. 3195 1,—. L. 3354 11,50. L. 8579 18,50. Differenz zu Liste 6205 3,60. Summa 445,85 Mari. L. 4954 und 4957 Verband der Töpfer 9,50. Kaufmann Orthci 2,90. Ar. beller und Arbeiterinnen bei„Sarorti* auf Listen 37,15. Zentralverband der Handlungsgehilfen auf die verlorene Liste 6948 26.35. L. 253 6.25 L. 2ö| 9.—. L. 268 6.—. L. 6945 10,35. 2. 6953 1,50. Unterkommiffion Neulolln auf Litten 20,40. H. L. Schandauerftr. 3,—. Rieder-Barntm Liften a konto 300,—. Gustav und Hennh 2,—. Freundeskreisen ge. sammell Mathilde Wurui 20,—. Heise, Badstr. 59 10,—. Felix Lehrend und Frau Anna Simon 20.—. G. A. 3,—. Johannes Matthci 1,55. M. Pohl, S. 30. Schwäbischestr. 3,—. Löwe durch W. E. 5,—. Arbeiter« Schwimmverein Berlin 20,—.«ermann Heller, Wilmersdorf 10,—. R. L. 3,—. Gentmer Kartonpapiersabrik Abt. Bahnstr. 13,40. Luidtke, Riigener- Str. 23 1,25. Siemens-schuckert Charlollenburg, Franllinstr. 10,75. M. B. 10,— i H. Ruhland, Gitschinerstr. 2 5,—. Dr. A. F. 10,—. Neuköllner Männer« und Frauenchor 2. R. 25,—. Gustav Hochftälter. Redakteur der Lustigen Blätter 10,—. Arbeiter-Schwimmklub Neptun. Weißensee 10,—. Paar Koll. der A..E.-G., Luisenstraße, Abt. L. 3,—. Wilhelm Marlens, Ouitzow. stratze 114 10,—. Wilhelm Lukas. Neukölln, Weichfeistr. 48 20,—. E. SIä< dinger und G. Lecker-Schrödcr 3,05. Ncumanu, Berlvi-Steglitz. Marien. dorferstratze 1,—. Dubbers, Luilpoldstr. 20 3,—. Angestellte bei Roth u. Sohn 8,25. Ernst Kelch 3,05. Koll. bei Sticike 7,25. F. Schulte, Lackiererei 20,—. G. u. B. Pätzel 5,—. Dr. Siegsried Weinberg 10,—. Von beiden Kollegen bei Blumenfeld, Neukölln 2,—. H. Dieffenbach, Friedenau 10,—. Richard Brandt, Maricndorf, Steglitzer Str..3 5,—. Italienische und deutsche Koll. bei Nutini u. Co. 26,50. Familie Gesch 5,—. Radtie 1,50. Freiwillige Spende der Heizkörper-Geselllchast Tempelhof durch O Kuhnau 12,40. Alfred Schri, SW. 23 6,50. F. Scharnow, Teltower str. 10 3,—. Sammelliste v. ArdellerauSschuß Abt. 0., Landsberger Allee 17,30. Pächter 5,—. 2. KrciS aus Listen 31,25, darunter L. 18306 7,20, L. 18362 5.50. L. 18363 1,50. L. 18391 8,—. L. 18389 5,—. L. 18391 4,05, 3. Kreis aus Listen 310,60, darunter Schleiferei Butzke, Ritlerslratze L. 19010 11L5. Angestellte der Lrtslranlenkasse d. Drechsler 2. Rate L. 19241 12.—. Tischlerei Jerich L. 19237 24.—. Sechserkasse A. Friedrich. Metallgießerei L. 19372 5.—. Sechserkasse der Firma C, Müller, Alle Jakobsir. 78 L. 19136 10,—. L. 19071 3,—. L. 19080 0,50, L. 19081 4,70. L. 19082 2P0. L. 19084 L. 19087 2,05. L. 19088 1,30. L. 19089 1,50. L. 19090 6,—. L. 19091 1,50. L. 19092 3,-. L. 19093 1,70. L. 19094 3,—. L. 19095 2,50. L. 19101 0L0. L. 19111 6,80. L. 19112 5,25. L. 19395 4,—. L. 19396 2,05. L. 19397 5,95. L. 19411 3,—. L. 19415 1,—. L. 19419 2,40. L. 19121 2,90. L. 19122 3,90. L. 19123 4,45. L. 19124 0,50 L. 19130 1,—. L. 19138 3,—. L. 19156 1,60. L. 19158 0�0. L. 19062 15L0 L. 19063 5,—. 2. 19064 4,40. L. 19068 2,40.& 19069 11�0. L. 19170 1.—. L. 19021 3,-. 2. 19036 0�0. L. 19039 4,75. Ü. 19242 3,10. L. 19243 3,50. L. 19211 3,35. L. 19213 0,80. L. 19214 3,50. L. 19215 3,45. L. 19216 1,40. L. 19217 2,50. 2. 19218 7,45. 2. 19220 5,-. 19225 17,90. L. 19228 2,90. 2. 19233 4,10. L. 19234 9,95. L. 19236 31,50. L. 19371 0,70. L. 19373 0,50. 19374 1,30. 19375 7,85. L. 19381 6,80.— i. Kreis auf Listen 340,-, darunter L. 10572 21,—. L. 10566 9,50. L. 10336 8.—. L. 10340 9,45. Tischlerei Lukat u. Wciselberg L. 10341 10,55. Kollegen bei AppelbeS, Nrumann u. Koldheim 8,05. Koll. b. Karl Fräustein L. 10348 7,—. Ges. durch Kahl L. 10350 4,55. Ges. d. Georg Fielitz L. 10351 8,90. H. Jaenicke 2. 10352 10,-. L. 10360 GM 2. 11936 6.-. 2. 11937 8,—. 2. 11938 30,-. 2. 10051 15,55. L. 10061 6.-. Tischlerei Gleichmar, Zossener Straße L. 10077 8,20. 2. 10100 8,45. 2. 10607 12,10. Spar. verein Falscher Züniziger L. 11513 3,60. 2. 11934 8.—. 2. 11401 11,85. Sparvereln Pfennigfuchser Kuitzweg Rudols L. 11428 12,50. 2. 11416 7,80. 2. 11736 Klischeear, stall Sxceisior 4,—. Möbelfabrik Sachse u. Hesse L. 11737, 11738. 11739 13,90. Lifte 11743 Bau Hochschule, Hardenbergstrabe, von Slrcubel 7,80. L. 11748 40. Abt. Bez. 407 aus der Sechserkasse 20,—. 2. 11757 Sparvereln Kolonie.WilhclmSdöhe- 7,10. L. 11761 Kall, bei Ga tsch Bronze, d. Rojadn 10.—. L 11763 Bereinigte Modellsabr. Berlin« Landtberg 12,60. L. 11764 Tischler d. Norddeutschen Ban-AkuGes. und Einsetzer bei Gebr. Schaar 15,70. 2. 11934 3,—. Berichtigung: Es muß heißen: 2. 10144 gesammelt m der 7. Berfauss- stelle des Konsumvereins 15,30, nicht 8,— M. In Summa 7 048,26 M. Bisher sind veröffentlicht 239 041,31 M. Dazu kommen 7 048,26 M. Ott Summa 216 089,67 M. Die Listen sind dort abzurechnen, wo sie entnommen find. Die Listen 3161. 3643. 6785. 6706. 6948, 6969. 7763, 8105 und 8273 sind veiloren gegangen und find beim Vorzeigen anzu- hallen._________ Gerichts-Zeitung Rotkoller beim Oberverwaltungsgericht. „Vor dem Gesetz sind alle Preußen gleich", sagt Artikel 4 der preußischen Verfassung. Die Verfassung ist auch von den Mitgliedern des preußischen Oberverwaltungsgerichts be« schworen. Seine Mitglieder beachteten die preußische Der« fassung auch noch im Jahre 1891. Sie haben damals in der Klage des Genossen Stöven zu Altona gegen den Oberpräsi« deuten zu Schleswig-Holstein das Polizeiverbot alS gesetzwidrig aufgehoben, in Altona die rote Fahne der Sozialdemo- kratie bei der Feier anläßlich der Aufhebung des Sozialisten- gesetzes zu entfalten. Sie nahmen mit Recht an, nachdem daS Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie gefallen war, seien die Sozialdemokraten völlig gleichberechtigte Staats- bürger. Inzwischen ist das Oberverwaliungsgericht mit immer mehr der konservativ gerichteten Regierung genehmen und außerhalb wissenschaftlicher Leistungen stehenden Mitgliedern durchsetzt. Erinnert sei daran, daß der ehemalige Polizei- Präsident von Schöneberg Mitglied des Oberverwaltungs- gerichts ist. und daß der jetzige Polizeipräsident von Jagow ein Anrecht auf die gleiche Ernennung durch seine Theorie zu erwarten hat, es sei ein Akt der Staatshoheit, einem lahmen von ein halb Dutzend Soldaten gehaltenen Schuster den Schädel zu spalten. Trotz alledem muß es wundernehmen, daß das Oberverwaltungsgericht Urteile erlassen hat, die in schärfstem Gegensatz zu dem in Artikel 4 der Verfassung aufgestellten Grundsatz stehen. Wir erinnern an das am 4. Juni 1907 auf Dienstentlassung gegen den ersten Schöffen, der Landgemeinde Liortlum ini Kreise Rummelsburg in Pommern mit der Begründung ge- fällte Urteil, der Angeklagte sei Sozialdemokrat, die Ziele der Sozialdemokratie ständen aber in Widerspruch mit der be- stehenden Staats- und Rechtsordnung, mithin verletze ein Beamter durch Beitritt zur Sozialdemokratie seine Amts- pflichten. Der Disziplinarsenat hat durch dies Urteil die Achtung vor Charakterfestigkeit und Lauterkeit der Gesinnung von preußischen Beamten so tief wie denkbar untergraben. Denn die Logik der Urteilsgründe besagt nichts anderes als: ein preußischer Beamter hat den Eid auf die von ihm be- schworene Verfassung nicht zu halten, im Gegenteil, zu seiner Amtspflicht gehört die Verletzung des Eides, den Grundsatz der Verfaffung zu achten: Vor dem Gesetz sind alle Preußen gleich. Auf dem Wege abwärts von diesem Standpunkt des OberverwaltungsgerichtS ist kein Halten. Neuerdings ist das Oberverwaltungsgericht denn auch dazu übergegangen, es als eine Amtspflicht zu erachten, die Sozialdemokratie zu be- kämpfen und in dem Kampfe soweit zu gehen, daß man bei- spielsweise für die Wahl eines unfähigen Schul kommissiönsmitgliedes eintreten müsse. wenn dadurch die Wahl eines Sozialdemo kraten verhindert würde. Der kürzlich vor dem Disziplinarsenat verhandelte Fall lag folgendermaßen: Der Gemeindevorsteher einer Landgemeinde hatte sich seiner Stimme bei der Wahl von Schulkommissionsmitgliedern enthalten. Die Folge war. daß auch sozialdemokratische Mit glieder in die Schulkommission, beziehungsweise in den Schul vorstand gewählt wurden. Auf eine Anzeige wurde gegen den Gemeindevorsteher das Disziplinarverfahren ein- geleitet. Der Disziplmarsenat des preußischen Oberverwal t u n g s g e r i ch t s hielt zwar eine Dienstentlassung nicht für angebracht, verurteilte aber in der gesetzlich vor- geschriebenen nichtöffentlichen Sitzung immerhin den Gemeinde- Vorsteher zu einer Disziplinarordnungsstrafe von 30 Mark. Der Disziplinarsenat ging davon aus, daß der Ge- meindevorsteher im vorliegenden Fall, wo es sich um die Wahl von Schulvorstandsmitgliedern Handelle, auf keinen Fall durch Stimmenthaltung den Sieg der sozialdemokratischen Partei ermöglichen durste. Er mußte damit rechnen, daß die Feinde der heutigen Gesellschaftsordnung und des Staates nicht in den Schulvorstand gehörten, die ein Organ dieses Staates sei. Es komme in Betracht, daß die Schule nicht nur die Kinder für den Lebensweg vorbereiten, sondern sie auch zu gottesfürchtigen und monarchisch gesinnten Menschen erziehen sollte. Der Gemeindevorsieher hätte hier für die bürgerlichen Kandidaten stimmen müssen, wenn sie ihm persönlich auch ungeeignet erschienen oder unangenehm waren. Seine Bedenken gegen sie hätte er nach der Wahl der Aufsichtsbehörde mitteilen können. Was die gewählten Sozialdemokraten angehe, so hätte er sich auch nicht durch die Erwägung beeinflussen lassen dürfen, daß die Aufsichtsbehörde sie doch nicht bestätigen würde. Urteil im Prozeß Koghea. Das Urteil im Prozeß gegen Koghen und Genossen wurde gestern durch Landgerichtsdirektor Baumgarten dahin verkündigt: Der Gerichtshof hat den Angeklagten Koghen des fortgesetzten, teils vollendeten, teils versuchten Betruges für schuldig erachtet, die beiden Mitangeklagte« dagegen freigesprochen. Wenn Koghen' von Ansang an nicht die Absicht gehabt haben mag, seine Gläubiger zu schädigen; wenn er aber auch bis zu einem gewissen Grade Optimist ge- Wesen sei, so sei er doch bei Eröffnung des Berliner Geschäfts 40 Jahre alt gewesen: Er habe eine größer« trübe Erfahrung hinter sich gehabt und konnte gar nicht im Zweifel darüber sein, daß bei seiner ganzen Geschäftslage seine Gläubiger schließlich geschädigt werden mußten. Das sei also ein Schulsall des Dolus eventualis. Koghen Hab« zahlreiche falsche Borspiegelungen gemacht, teils un- nrittelbar selbst, teils mittelbar durch drille Personen. Der Gerichts- Hof sei-mit dem Staatsanwat der Ueberzeuguitg, daß die Auskunfteien dem Angeklagten sein Treiben wesentlich erleichtert haben. Der Inhalt der Auskünfte, die von den Auskunfteien erteilt wurden, sei geradezu empörend und es sei tief bedauerlich, daß durch Aus- kunsteien solche leichtfertigen, absolut falschen Auskünfte in die Welt gefetzt worden seien.— Bei der Strafabmeffung habe sich das Gericht gesagt, daß dem Angeklagten Koghen eine ganze Menge von Momenten zu seinen Gunsten anzurechnen sind: Er ist un» bestraft, er ist zweifellos in erheblich«» Matze ein Opllmtst, er ist von Jugend auf verwöhnt und verzogen als der Sohn reicher Eltern, die es offenbar an einer strengen Erziehung und strengen kaufmännischen Lehre haben fehlen lassen. Der Gerichtshof habe von dem Angeklagten Koghen den Eindruck gewonnen: er ist mehr ein leichtfertiger Mensch, als ein verbrecherischer Charakter. Es spricht zu seinen Gunsten, daß er zum Teil von den bedenklichsten Geltgebern umgeben war. die ihn in exorbitanter Weise geschröpft und bewuchert haben. Diese Leute haben keinen erheblichen Schaden erlitten. ES ist ihnen vielleicht eine gute Lehre, daß sie hinein- gefallen sind. Auf der anderen Seite ist strafschärfend berücksichtigt worden: Eine Meng« Gläubiger sind um hohe Beträge geschädigt worden. Der Gerichtshof hat sie zusammengerechnet und ist auf rund eine halbe Million Mark gekommen. Sodann die Gemein- gefährlichkeit eines solchen Kreditschwindlers, der aus dem Aus- lande kommend, dem deutschen Publikum Sand in die Augen streut. Schließlich muß auch der redliche Zigarren- und Zigarettenhandel in energischer Weise geschützt werden. Aus allen diesen Erwägungen hat der Gerichtshof den Angeklagten Koghen zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt und darauf Jahre der ungewöhnlich langen Unter- suchungshaft angerechnet.— Die beiden Mitangeklagten wurden freigesprochen._ Haftung für Unfälle im Schlafwagen. In den soeben herausgegebenen Urteilen des Reichsgerichts be- findet sich ein Urteil, welches zu der in der Theorie strittigen Frage Stellung nimmt, ob der EisenbahnfiSkus für einen Unfall haftet, den ein Reisender im Schlafwagen erleidet. Der Kläger, der Bergingenieur St. in Hamburg, benutzte in der Nacht vom 7. zum 8. August 1912 einen Schlafwagen des D-Zugcs Berlin— Petersburg. Nach der Station Landsberg a. W. wollte er wegen eines plötzlichen Bedürfnisses das ihm zur Ver» fügung gestellte obere Bett seines Abteils verlassen, hierbei ist er aller Wahrscheinlichkeit nach zu Fall gekommen. Er ist später schwer verletzt auf dem Boden des Abteils vorgefunden worden, so daß der Hergang des Unfalls nicht genau festgestellt werden konnte. Das Landgericht Bromberg hat den Kläger mit seinen gegen den preußischen Eisenbahnsiskus gerichteten Schadensersatzansprüchen abgewiesen, das Oberlandesgertcht Posen hat die Ansprüche zu drei Vierteln als berechtigt anerkannt. Das Oberlandesgericht nimmt an. daß der Kläger entweder beim Wsteigen von dem oberen Bett infolge des Mangels von Licht und Leiter gefallen, oder daß er am Boden über das Gepäck der Mitreisenden gestürzt ist. Das Reichsgericht hat die vom Oberlandesgericht vorgenommene Schadensteilung gebilligt und zur Begründung ausgeführt: Zur Frage, ob es sich um einen Betriebsunfall im Sinne des§ 1 des Reichshaftpslichtgesetzes handelt, ist das Berufungsurteil dahin aufzufassen, daß, wenn der Kläger beim Herabsteigen verunglückt sein sollte, die Beweguno des fahrenden Zuges das Verlassen� dcS Bettes derart schädlich beeinflußt habe, daß dadurch der Absturz des Klägers verursacht oder mitverursacht worden sei. Das Be- rusungsgericht hat aber ohne Rechtsirrtum angenommen, daß der beklagte EisenbahnfiSkus wegen schuldhafter Verletzung des Be- fördcrungsvertroges ersatzpflichtig sei. Zum Verschulden ist dem Beklagten die unzweckmäßige Anbringung des Lichtschalters anzu- rechnen, der vorn oberen Bett aus nicht erreichbar war, so daß der Kläger in der Nacht kein Licht machen konnte. Der Beklagte haftet aber auch nach§ 278 B.G.B, für das Versehen des Schlafwagen- schaffners, der es schuldhaft versäumt hat, den Kläger, als er nachts in den Schlafwagen einstieg, auf die Einrichtungen des Schlafwagetis, namentlich auf die Klingelanlage für den Fall eines nächtlichen Vorkommnisses hinzuweisen, ihm eine Leiter zum Verlassen des Bettes bereit zu stellen und für Entfernung der Kajlltenkoffer des Mitreisenden, die vorschriftswidrig auf dem Boden des WteUs standen, zu sorgen. Der Beklagte hat auch keineswegs geleugnet, daß Gepäck auf dem Boden stand, sondern nur bemerkt, soweit der Schaffner gesehen habe, sei da» Gepäck des anderen Reisenden ordnungsmäßig untergebracht gewesen, im übrigen aber dem Kläger in weitläuftger Ausführung zum Vorwurf gemacht, daß er nicht den Mitreisenden zur gehörigen Verstauung seiner Koffer veranlaßt habe. Dies war. zumal dem Schaffner gerade seine geringe Aufmerksamkeit zur Last gelegt werde, keine prozeßgerechte Bestreitung der von dem Kläger vorgebrachten Tat- fache. Wie und wo diese Gegenstände in dem Abteil hätten unter- gebracht werden können, hat der Beklagte gar nicht auseinander- gesetzt.— Ohne Rechtsirrtum zeiht das Berufungsgericht auch den Kläger des Mangels an der erforderlichen Sorgsalt, weil er beim Betreten des Schlafwagens sich nicht über die Klingel- und Licht- anlag« unterrichtet habe. Hätte er dies getan, so hätte er mittels der Klingelleitung, deren Knopf ihm bequem zur Hand war. den Schaffnet herbeirufen und den Unfall verhüten können. Wegen dieses Verschuldens läßt das Gericht den Kläger ein Viertel de? Schadens selbst tragen._ Hus aller Melt. Das Land der Lugend. Ein Bautechniker Sperling hatte in der fürstlich lippisöben Residenz Bückeburg eine Stellung gefunden, die ihm das weniger fürstliSe Gehalt von 150 M. im Monal einbringen sollte. Er stellte jedoch auch keine fürstlichen Ansprüche ans Leben und wollte auf dieser nicht sehr festen Unterlage eine Familie gründen- Aber sein Gründungsplan sollte gründlich scheitern. Er bekleidete die Stelle nur secbS Tage, da wurde er urplötzlich davon gejagt und bekam auch sein Gehalt nur auf die sechs Tage mit auf den Weg- Nach dieser betrogenen Hoffnung baute der Bautechniker auf das fürstlich lippische Gericht, bei dem er die Firma auf Auszahlung des Gehalts bis zum Schluß des Vierteljahres, dem Ablauf der gesetz- lichen Kündigungsftist. verklagte. Doch auch in dieser Hoffnung wurde er elend enttäuscht. Warum? Darum: „Sperling hat mit einer Dame, mit der er noch nicht öffent- lich verlobt ist, zwei Nächte in einem hiesigen Hotel, wenn auch in getrennten Zimmern, zugebracht, er hat dann in einem Privathause hier Zimmer gemietet, in denen er die Dome wohnen läßt und zeigt sich mit ihr öffentlich. Alles da« v e r st ö ß t gegen die hier herrschenden Begriffe von Wohlan st ändigkeit und guter Sitte— derart, daß dem Beklagten nicht zu- gemutet werden kann, den Kläger als Angestellten auch nur noch einen Tag zubehalten, wenn er nicht den guten Ruf seiner Firma gefährden will. Also entschied der Bückeburger AmtsgerichiSrat Habersang Ende des Jabtes 1913 1 Die verhängnisvolle Dame war die Braut des Herrn Sperling, mit der er am Weihnachtsfest sich öffentlich verloben und nach Neujahr in den Stand der heiligen Ehe treten wollte. Er hatte sie. um die Kosten für die bei Liebenden unausbleiblichen Besuche zu ersparen, gleich nachkommen lassen und eine Wohnung ge- mietet, die sie inzwischen zum gemeinsamen Heim ausstatten sollte. Nicht etwa eine Gesellschaft von alten Jungfern und Betschwestern nahm furchtbares Aergernis und gaben dem jungen Manne den Laufpaß, sondern eine Baufirma, die recht weltliche Geschäfte betreibt. Und ein deutsches Gericht. daS menschliches und bürget- licheS Recht sprechen soll, bestätigte ihre mittelalterliche, muckerische Auffassung._ Ein Riesenbrand. Durch eine Explosion ist in Georgetown(Briffsch-Guahana) ein Feuer ausgebrochen, das sich mit großer Schnelligkeit ausbreitet« und in kurzer Zeit sechs Häuserblocks vollkommen zerstörte. 23Personen sind in den Flammen umgekommen, eine ganze Anzahl wird noch vermißt. Der Schaden beläuft sich auf mehrer« Millionen Dollar. Eine Reihe von Familien sind obdackilos geworden, für die die Regierung und die Heilsarmee Zelte hat errichten lassen. Unter den Gebäuden, die der Feuers- brunst zum Opfer gefallen find, befinden sich auch die Saget sckmppen der Demerara Company, in denen über 3200 Tonnen Roh- z u ck e r aufgestapelt waren._ Liebe Berwaudte. Auf recht eigenartige Weife gibt in der Fürstenwalder Zeitung ein tiefbetrübter Schwager seinem Groll über eine entgangene Erb- schaft Ausdruck. Im Inseratenteil der Zeitung ertönt folgender SchmerzenSschrei: Für die herzliche Teilnahme bei dem Begräbnis meiner Schwägerin Anna Orth besten Dank. Allen Erben wird Wohl sei»; mir bleiben die Kosten! Albert Demuth, Altona-Ottensen. Nimm dieses Kreuz! ES ist der Lohn der Demut, die fich selbst bezwungen! Kleine Notizen. Berhaftung eines Werbers. Die Münchener Polizei der- haftete auf dem Karlsplatz einen etwa dreißigjährigen Fron- z o s e n. der sich als Gärtner Franz Burleire ausgab. Der Ver- haftete hatte versucht, in der Herberge zur Heimat vi der Landwehr« slraße einen dort übernachtenden, auf der Durchreise befindlichen Handwerker zum Uebertritt in die französische Fremdenlegion zu veranlassen. Schweres AutomobUunglück in Frankreich In der Räbe von Chateau SalinkS überschlug sich ein Automobil, wobei die llljäbrige Tochter de« Hotelbesitzers W o i z a r d aus Chateau SalinS sofort getötet und die drei übrigen Insassen, ein Bruder des Mädchens und die Eheleute Bock schwer verletzt wurden. Zusammenstoß zweier Aut«busse. Ein schwerer Straßcnunfall hat sich Dienstag nachmittag in London zugetragen. Zwei aus ent« gegengesetzter Richtung kommende Automobilomnibusse, die sich in voller Fahrt befanden, fuhren mit solcher Wucht gegeneinander. daß der eine Omnibus umstürzte und mit den Rädern nach oben zu liegen kani. Fünf Personen wurden sehr schwer verletzt, während die übrigen Insassen deS verunglückten Omnibus leichlere Verletzungen erlitten. Dampfcrtollifion auf der Unterelbe. Der von Afrika kommende Hainburger Dampfer Emir kollidierte auf der Elbe bei Juelesand mit dem ausgehenden Bremer Dampfer Vulcan. Der Vulcan. der schwer leck wurde und voll Wasser lief, mußte aus Strand gesetzt wetdeu. Emir ist mit schwerem Bugschaden im Hamburger Hafen eingetroffen. Der zweite Offtzier des Vulcan wurde verletzt und ist an Bord des Emir nach Hamburg zurückgekehrt. WafferstaudS. Rachrichte» der LaitdeSanftalt für Gewäffertunde, milgetetll vom Berliner Wetterbnreau Wasserstand M-m-l, TUM P r e g e l, Jnsterburg Beichiel. Thorn Oder. Ratibor . Kroffe» , Frantiurt Warthe, schrinun , LandSberz Netze, Vordainm Elbe. Leitmeritz , Dresden , Bardo Magdeburg Wasserstand Saale,!uerftraße.)f Städtische Straßenbahn.) Einzige Filiale: Kott- buscr Tamm 41(Hermannplatz). Die allbekannte, in Berlin alleinige P!n- baberperson Böttcher verbürgt gas- dlchtcVerarbeitung.brcnnhartcLöiung. 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