Nr.«. BbonncmfntS'Bedingungfn: UbonnemoiUZ- Preis prÄmnierando! «intckiährl. S�M Mk, mmaL. 1,10 M?., WIchenUick, 2a Pfg. frei inä Hau?, Einzelne Nunimer 6 Sffl. 6onntag*> Nummer mit illustrierter ComitegZ. Beilage.Die Reue Welt" 10 Pig. Pest- KBoimcmcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen In die Post.Le!tung§. stZre.-?iiste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn SL0 Marl, für da! übrige ilusland t Marl pro Monat. Vostabonnementz nehmen an: Belgien! Dänemark, Holland. Italien, Luxeniburg. Portugat, «uuuuuen, Schweden und die Schweis 31. Jahrg. VIe snlektlonz-liebllhi' teirägt kür die lech!gespaltenc Kolonel- geile oder deren Raum 60 Psg.. fiit politische und gewerlschastliche Berein«. und VersaminIungZ-Anzeigen 80 Plg. ..Kleine Mmeigen", da! seltgedrurkte Wort 20 Psg. tiulässtg 2 settgednickie Warte), jede! weitere Wort 10 Pig. Stellengeiuche und echlafftclloiai:- zeigen da! erste Wort 10 Psg, jedes n> euere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buch. [laben zählen für zwei Worte. Insera-e ür die nächste Nuinnier müsten bi! ' Uhr nachmittag! I» der Erpeditinn gpgcgeben werden. Die Erpedilioit ist tis 7 Uhr abend! geossnct, lllchiliit tZgllch. Vevltnev Volksblotk. Delegramni. Adresse: „ZsgiZllleinsllksl kllli»", ZcntraXorqun der rozialdcmohratifchcn Partei Dcutfcblands. Redaktion; 8 LI. 68, Lindcnstrasac 69. Fernsprecher: Amt Moristplatz, Nr. ISSZ. Sonnabend, den 3. Januar 131-1. Expedition: 8LI. 68, Lindenstrassc 69. Fernsprecher: Amt Morikplati, Nr, 1981. Reichspleite und preußischer Ueberfluß. Der preußische Etat ist vor einigen Tagen in der ,.?locdd. WIg. Ztg." verössentlicht worden. Er trägt ganz den Charakter der Nutznießer unseres horussischcn Lunker- siaateS. Er ist wohlgebaut und robust, strotzr geradezu von Agrarischer Vollbackigkeit. Dem dürftig aufgepäppelten und durch allerhand finanzpolitisck)e Frisierkunste ausgepluster- ton Reichsetat gegenüber ist er von unverwüstlicher Solidität uud Gesundheit. Man darr sich nicht durch ein paar trügerische Aeußer- lichkeiten irreführen lassen. Wohl ist die preußische Staats- schuld doppelt so hock), als die Reichsschuld, und belänst sich auf 10 355337141 M.. gegen 1913->-153 768 046 M. Aber auch welch ein Unterschied zwischen den Aktiven, die in Preußen und dem Reich der Schuldenlast gegenüber- stehen. Im Reiche bestehen die Aktiven zum überwiegenden Teil aus alten Schiffsrumpfcn, Kanonen, mit einem Wort: dem Arsenal unseres Militarismus, dessen neueste Erzeug- nisse in einem Jahrzehnt noch knapp ihren Rohmaterialien- wert repräsentieren. Tie wirkliche Teckung der Reichs- schuldcnlast besteht in dem Inhalt der Portemonnaies der Reichs steuerzahler. Daher auch wiederum die immer neue Anspannung der Steuerschraube, um wenigstens dieVerzinsung der riesigen Reichsschuldensumme aufzubringen. In Preußen dagegen entfallen von der Schuldensumme von 16,3 Milliarden nicht weniger als 7,8 Milliarden allein aus die Eisenbahn- Verwaltung, toeitere 200 Millionen aus die Bergverwaltung, also aus zwei Betriebe, die einen weit höheren Wert darstellen als die entsprechende Schuldenlast, und über die Schnldenvprzinsung hinaus noch iehr erhebliche Uebcr- fchüise abwerfen. Tie übrigen 2 Milliarden Schuldenlast aber sind überreichlich gedeckt durch die ungeheuren Werte der Domänen und Staatsforsten. deren Reinübcrschuß für das Jahr 1911 nicht lveniger als 97.7 Millionen betragen soll. Trotzdem muß das Deutsche Reich zu neuem Schulden- wachen seine Zuflucht nehmen, zu einer Pumpwirtschaft, die noch viel schlimmer Vierden wird, wenn in den nächsten Jahren erst die Ucbcrschüsse aus den früheren Jahren und die Zu- fchüise aus dem einmaligen Wehrbeitrag aufhören werden. Preußen könnte demgegenüber gern, zumal zu werbenden Zwecken, ein paar hundert Millionen Anleihe ausnehmen. Aber das Junkerpreußen hat das gar nicht nötig. Es richtet feine Ausgaben, wenigstens die für Knlturzwecke, so spar- sam ein, daß es ohne jede Anleihe auskommen kann. Triumphierend meldet das norddeutsche offiziöse Blatt gleich zu Anfang seines Ueberblicks über den Entwurf des Staats- Haushaltsetats für das Jahr 1911:„Einnahmen und Aus- gaben halten, wie im Etat für 1913, ohne Anleihe das Gleichgewicht." Der preußische Etat stellt sich dem Unkundigen als ein fürchterliches Ungetüm dar, das durch feine hock? in die fünfte Milliarde gehende Bilanzsumme verblüfft. Noch viel riesigere Summen als im Rcichsctat werden hin und her ge- schoben. Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1 816 239 10t) M. ab. Diese Riesensimunen sind natürlich nicht reine Einnahmen und Ausgaben, sondern der Brutto- etat, dessen abenteuerliche Höhe durch die durchlaufenden Riesensummen der großen fiskalischen Verwaltungszweigc liervorgerufcn wird. Betragen doch allein die ordentlichen Einnahmen aus der Eisenbahnverwaltung 2642 Millionen, aus der Berg-. Hütten- und Salincnvertoaltung 352 Millio- neu, aus den Forsten und Domänen 181 Millionen usw. Der Etat entwirrt sich sofort, wenn wir die Ziffern des Nettoetats zugrunde legen. Dann ergibt sich, daß den wirk- lickzeii Reineinnahmen in Höhe von 892,3 Millionen der gleiche Betrag an Reinausgabcn gegenübersteht. Einnahmen und Ausgaben dieses Nettoetats für 1914 sehen dann sol- gcndermaßcn aus: Einnahme: Millionen Marl A. Reinerträge der einzelnen Einnahmezweige: I. Der Steuern: 1. der direkten Steuern........ 450,7 2. der Zölle und indirekten Steuern... 72,1 Äimme 1.. 522,8 II. Der Betriebsverwaltungen: 1. der Domänen.......... 15,9 2. der Forsten........... 81,8 97,7 ab: Kronfideikommißrente...... 7,7 bleiben............ 90,0 8. der Lotterie........... 12,4 4. der Seehandlung......... 4,5 ft. der Münze........... 9,2 6. der Berg» uiw. Verwaltung..... 18,0 7. der Eisenbohnen nach Abzug der Rücklage de» ÄuSgleichSfonds........ 344,4 Summe 2.. 369,5 Summe der Einnahme.. 89�8 Ausgabe: Millionen Marl B. Dotationen und allgemeine Finauzverwallung nacb Abzug der Einnahmen: I. Dotationen: 1. Zuschuß zur Rente des Kronstdcikoinmiß- fonds........ 10,0 2. Oeffentliche Schuld........ 105,6 3. Kosten des Landtags........ 2.4 II. Allgemeine FinanMrwaltung.. 69.4 Summe B.. C. StaatSverwallmigSausgaben— dauernde und einmalige— nach Abzug der Einnahmen: 1. Staatsininisteriuin......... 2. Ministerium der auswärtigen Angelegen- hellen............. 8. Finanzminisierium......... 4. Bauverwaltung.......... 5. Handels» und Gewerbeverlvaliung... 6. Justizverwaltung......... 7. Ministerium des Innern....... 8. Landwirtschaftliche Verivaltung.... 9. GestutsverwalUiiig......... 10. Geistliche und Unterrichtsverwaltung.. 11. ZeughauSverwaltung....__..._. 187,4 4,3 0,6 99,4 48,1 17.6 87,3 103,9 41.1 7,3 294,0 0,2 Summe 0. Summe der Ausgabe. Summe der Einnahme. 704,9 802,3 892,3 Interessant ist hierbei, daß den 450,7 Millionen Erträgnissen der direkten Steuern nicht weniger als 369,5 Millio- neu Reinerträgnisse aus den Staatsbetrieben zur c�citc stehen. Man sieht also, auf wie schwachen Füßen die Behauptung steht, daß wenigstens der preußische Staat im wesentlichen aus direkten Steuern erhalten werde. Dazu sind die Ueberschüsfe der Eisenbahnverwaltung noch weit größere, als sie an diesen Zahlen erscheinen. Zu den 244,1 Millionen an Eisenbahnübcrschüsscn sind noch 79,2 Millioiken hiiiFuznrcchneu, die aus dem Eisenbahnrein- Überschuß, des Jahres 1914 in den bekänntcn A 11 S g l e i chs- fonds fließen. Es standen somit den 450 Millionen direkter Steuern 369-H79— 448 Millionen an Betriebsuberschüssen gegenüber. Tie preußische Eisenbahnverwaltung bildet ja seit langem das finanzielle Rückgrat unseres Junkerstaates. Nach Ab- zug der auf die Verzinsung der Eisettbabnfchulden entfallen- denSumme von 338,7Millionen hat- die Eisenbahnverwattung nach den im Jahre 1910 ausgestellten Etatgrundsäpen 2,10 Proz. des statistischen Anlagekapitals zur Deckung all- gemeiner Staatsausgaben abzuführen. Das sind bei 11633 416 553 M. statistischem Anlagekapital 244,4 Millionen. Tie weiteren 79,2 Millionen für den Ausgleichsfoiids haben wir bereits erwähnt. Das sind also zusammen schon 323,6 Millionen Mark. Weiter aber werden 1,15 Proz. des statistischen Anlagekapitals— 133,8 Millionen Mark für einmalige und außerordentliche Ausgaben des Eisenbahn- ctats verwendet, von denen ein erheblicher Teil Neu- anlagen darstellt, für die etatrechtlich ebensogut eine Anleihe hätte aufgenommen lverden können. Bei einem solchen Reinüberschuß unseres Eisenbahn- bctriebs von sicherlich 400 Millionen wäre es der Eisenbahn- Verwaltung ein leichtes, sowohl die Ansprüche des uichtbc- sitzenden reisenden Publikums, als auch die der schlechlbe- zahlten Eiscnbahnunterbeamten und Eiseubahnarbeiter zu befriedigen. Aber daran denkt man so wenig, wie an die Erfüllung der Wünsche der Altpensionäre. Für Kulturzwecke hat der preußische Staat nun einmal kein Geld übrig. Kotatt dessen liegt unseren herrschenden Klassen kein Bedürfnis näher, als die im Jahre 1909 provisorisch eingeführten Steuerzuschläge wieder abzuschaffen, wodurch den Reichen ein jährliches Steuergeschenk von rund 50 Millionen gemacht würde! Die soziatdemokratischcn Forderungen, diese Steuer- zuschlüge für die unteren und mittleren Klassen zu beseitigen, und für alle Einkommen bis zu 1500 M. die steuerfrei heit einzuführen, werden im Jahre 1914 trotz des glänzenden Standes der preußischen Staatsfinanzen wieder genau so verstopften Ohren begegnen wie in den Jahren zuvor!_ von veutschlanös pensionierter Rrmee. Ein ebeinaliger Oftizier schreibt uns: Der„Lorwärts" hat in seiner Ar. 342 auf die«normen Lasten hingewiesen, die das Volk wegen der. vielen Offiziers- Pensionierungen tragen muß. Wir möchten dazu noch einige Be- mcrkungen machen. Durch die seit Jahren beliebte Art der Offiziersverjüngung werden die Offiziere der höheren Ehargen in verhältnismäßig frühem Alter in Pension geschickt und daher müssen ihnen ihre beträchtlichen, teilweise sogar lehr hohen Pensionen lange Zeit hindurch bezahlt werden. Das Durchschnittsalter, in dem die Bataillonskommandeure der großen Säge verfallen, ist 47 Jahre. Die Dnrchschnittspenjion eines BataillonskoinmandeurS beträgt 5000 M. Wird ein verabschiedeter SataillonSkouunandcur auch nur 65 Jahre alt. so muß ihm das Botk im ganzen 90 OD Mark Pensron zahlen. Verabschiedete BataillonSkonmiandeurc sind aber jetzt im Reiche inlliisive Bayern rund 2600 vorhanden. Tie R c g i m e n t s! 0 m m a 11 d e u r e werden durchschnittlich mit 51 Jahren pensioniert. Ihnen kommt gewöhnlich eine Pension von ungefähr 7000 M. zu. Erreicht ein pensionierter Regiments- kommandeur auch nur das Alter von 65 Jahren, so erhält er in Summa 98 606 M. Pension. Und pensionierte Regiments- kommandeurc existieren im Deutschen'Steiche rund 870. Die Bri- gndckommandeure bekommen im allgemeinen mit 53 Jabren den Abschied. Ihre Pension, beläuft sich auf zirka 9000 M. Mit 65 Jahren hat also ein Brigadckoinmandenr im Durchschnitt 108 000 Mark an Pension eingeheimst. Verabschiedete Brigadekomman- dcure marschieren im Deutschen Reiche annähernd 630 herum. Tic Divisionskommandeure verfallen durchschnittlich mit 56 Jahren der großen Säge. Die Pension beträgt hier ungefähr 13 000 M. Wer von ihnen 05 Jahre alt wird, bezieht in Summa 117 000 M. Pension. Verabschiedete Divisionskommandeure gibt es im Deut- scheu Reiche jetzt ungefähr 230. Die kommandierenden Generale werden durchschnittlich mit 61 Jahren pensioniert. An Pension er- hält jeder von ihnen die Kleinigkeit von 19 485 M. Bleibt eine solche verabschiedete Exzellenz auch mir noch vier Jahre lang am Leben, so muß ihr das Volk in Summa rund 78 000 M. Pension bezahlen. Das Deutsche Reich weist momentan 35 pensionierte kommandierende Generale auf. Historisch kann die jetzige Absägcrei nicht gut begründet wer- den, denn im Jahre 1870/71 waren die deutschen Stabsoffiziere und Generale im allgemeinen bevevtend alter als jetzt. Mottle wurde während des Krieges 70 Juhre alt, der kommandierende General des 2. bayerischen Armeekorps Hartmann zählte damals schon 75 Jahre. Wären die jetzigen Pcnsionicrungsprinzipicii in Preußen schon bor 50 Jahren maßgebend gewesen, dann hätte Mottle 1866 schon seit längerer Zeil statt des Degens den Regen- schirm und statt des Helmes den Zylinderhut getragen. Tie vielen Pensionierungen ziehen in rein militärischer Beziehung den großen Aachteil nach sich, daß die Kemmandenrc fortwährend wcch- seln und daher der Truppcnausbildung die Stabilität fehlt. Zu allem Ueberfluß herrscht in den Offizierspensionen auch noch ein ggnz widersinniges, vernunftwidriges Durcheinander. Es bestehen jcttz für die. einzelnen Chargen nicht weniger als drei verschiedene Pensionsbcträge, die wieder nach den zurückgelegten Dienstjahren variieren. Am wenigsten erhalten die vor dein 1. April 1897 verabschiedeten Offiziere, die nach diesem Tag ver- abschicdcten erhalten etwas mehr und am meisten bekommen die nach dem 31. März 1968 pensionierten. Dieses Tohuwabohu macht es möglich, daß früher pensionierte Offiziere bedeutend weniger Pension erhalten als später verabschiedete Kameraden der gleichen Charge, obwohl sie länger gedient haben als diese. Ja, es kommt sogar vor. daß Offiziere, die früher verabschiedet wurden, in bezug auf Pension wesentlich schlechter daran sind, als später pensionierte Offiziere, die an Rang unter ihnen sind und dazu auch noch weniger Ticnstjahre absolviert haben. Ein vor dem 1. April 1897 pensionierter Leutnant mit neun Dicnstjahren bezieht z. B. eine Pension von 487 M. jährlich, ein vor dem genannten Zeitpunkt verabschiedeter Oberleutnant mit 12 Dicnstjahren hat eine Pension von 603 M. Ein nach dem 31. März 1908 pensionierter Leutnant mit nur vier Dienstjahren erhalt aber 364 M. Pension. Einem vor dem 1. Llpril 1H97 pensionierten Hauptmann mit 25 Dienstjahrcn steht eine Pension von 2515 M. zu, ein nach dein 31. März 1908 pensionierter Hauptmann mit nur 20 Dienstjahrcn bekommt hingegen 2988 M. Einem vor dem 1. April 1897 pcn- sionicrten Bataillo-nskommandeur mit 28 Dienstjahren gebührt eine Pension von 3392 M., ein nach dem 81. März 1908 pensionierter. Hauptmann mit nur 25 Dienstjahren erhält 3777 M. Noch mehr solche Beispiele zu bringen wäre nicht schwer. Es werden aber die vorstehenden schon znvi Beweise für die rcchtigkeit" und„Vcrnünftigkeit" der PeiisionSgesctze genügen.< politische Uebersicht. Nochmals das Urteil im Kölner Gewerkschaftsprozest. Die antibachemitische, im Sinne der Roerenschen Auffassung rc- digierte„Kölner Korrespondenz" beschäftigt sich in ihrer letzten Nummer mit dem SlnSgang des Kölner GclverkschaftSprozeffeS und vertritt, wie dies schon wiederholt vom„Vorwärts" geschehen ist, die Ansicht, daß die christlichen Gewerkschaftsführer sich, wenn auch nicht durch irgendwelche vffeiulichen Erklärungen und Versicherungen. s 0 doch faktisch durch ihr Verhalten den Forde- rungen der Enzyklika Si 11 jjuliiri quadara dc§ gegenwärtigen Papstes unterworfen haben. Wörtlich heißt cS in dem Artikel der„Kölner Korrespondenz": „Die Verklagten im Kölner Gclvcrkschaftsprozcß hatten unter anderem behauptet, die Führer der christlichen Gewerkschaften hätten gelegentlich der Enzyklika Liuxulari qua dam ein Doppelspiel getrieben, indem sie den Bischöfen Erllärungen . gegeben halten, die mir ihrem in Essen öffentlich vertretenen Standpunlt nicht vereinbar gewesen seien. Da die Ver- klagten sich auch auf die„Kölner Korrespondenz" beriefen, so ist es bei dem besonderen Haß. deren sich die.Kölner Korrespondenz" von feiten der Organe Kölner Richtung erfreut, ganz selbstverständlich, daß die Kölner Richtung uns für den AuS- gang des Prozesses veranlwortich macht. Rechtsanwalt Dr. Heine hatte nicht Unrecht, als er behauptete, das geiichtliche Vorgehen der Gewerkschaften richte sich nicht so sehr gegen die verklagten sozialdemokratischen Redakteure, als gegen die verhaßte anii- kölner Richtung. Wir sind daher genötigt, auf den Prozeß zurück- zukommen. In der„Kölner Korrespondenz' war behauptet worden, daß die christlichen Gewerkschaften sich insofern lalholisiert haben. alS sie in Fragen, welche die Religion berühren sich aus den Ei»« klang mit den katholischen Grundsätzen der- vflichseten. Mr diese Behauptung erbrachten wir zwei durch- schlagende Beweise: Erstens verwiesen wir auf die Tatsache, daß Herr Steger- Wald, der Führer der christlichen Gewerkschaften, auf dem Essener Kongretz die bindende und offizielle Erklärung abgab, die christlichen Gewerkschaften würden von ihren katbolischen Mit- gliedern nichts verlangen, was im Widerspruch mit der katholischen Weltanschauung stände; sie würden also im Einklang mit dies e'r katholischen Weltanschauung bleiben. Stellen sie sich aber in den Einklang mit der katholischen Weltanschanung, so können der Papst, die Bischöfe und alle Katholiken mit ihnen zufrieden sein; mehr braucht man unter den obwaltenden Verhältnissen von ihnen wirklich nicht zu verlangen.— Im Prozeß wurde die Frage angeschnitten, ob die christlichen Geiverkschastcn sich durch ihren grundsätzlichen Einklang mit der katholischen Weltanschauung aus den Boden der katholischen Weltanschauung begeben haben. Diese interessante Frage, die während der Verhandlung leider nicht erschöpft wurde, ist hier irebensächlicher?Mtur, e s genügt dieFeststellung, daß die Gewerkschaften sich an den Einklang mit den l a t h o l i s ch e n Lehren durch den Mund ihres F ü h r e r s banden, und das haben sie in Essen und vorher schon am 2. März 1912 öffentlich getan. Zweitens hoben wir die Tatsache hervor, daß die deutschen Bischöfe die christlichen Gewerlschasten auch nach der Enzyklika teils stillschweigend billigten, teils� ausdrücklich förderten. Diese Tatsache ist schlechterdings nicht zn erklären, wenn man nicht annimmt, datz sich dieGelvcrkschaftcn de rEnzyklika gefügt haben. Was verlangt nun die Enzyklika? Sie verlangt, daß Gewerk- schaften, welchen Katholiken sich anschließen sollen, genau im Ein- klang niit den katholischen Lehren bleiben; und sie verlangt von den Bischöfen,„sorgfältig das Verhalten dieser Vereinigungen (tiämlich der christlichen Gewerkschaften) zu beobachten und darüber zu wachen, daß den Katholiken auS der Anteilnahme an ihnen lein . Schaden erwächst". Wenn nun die Bischöfe seit der Enzyklika nichts ..unternahmen, um die katholischen Arbeiter von den christlichen Gewerkschaften fernzuhalten, wenn im Gegenteil mehrere Bischöfe auch nach der Enzyklika öffentlich zum Anschluß an die Gewerkschaften aufförderten, so geht daraus für jeden Katholiken hervor, daß die christ- lichen Gewerkschaften ihr Verhalten in Dingen, welche die Religion berühre ir, auf den Einklang .mit den katholischen Grundsätzen eingestellt haben. Damit i st die e r st e Behauptung der .Kölner Korrespondenz" bewiesen, und sie wurde weder vom Gericht noch von der Partei des Privatklägers be- stritten. � In der„Kölner Korrespondenz" wurde serner behauptet, die christlichen Gewerkschaften hätten den Bischöfen über ihren Einklang mit den katholischen Lehren gewisse„Zusicherungen" ge- geben. In tvelcher Forin diese Zusicherungen gegeben wurden, - war in der„Kölner Korrespondenz" nicht gesagt, Es konnte dies in mehrfacher Form geschehen. Die nächstliegende, verbindlichste und für die durch die päpstlichen Kundgebungen ohnedies schwer- geprüften Gewerkschaften leichteste Form bestand darin, daß der Vorstand der Gewerkschaften die bischöfliche Interpretation der Enzyklika und damit die Enzyklika selbst akzeptierte. Letzteres ist geschehen, und diese Tatsache toar geeignet, die Bischöfe mehr zu befriedigen, als irgendeine verklausulierte formelle Erklärung. Tie Zaberner Militärgcwalt. Zaber«, 2. Januar. Der„Zaberner Anzeiger" erhebt in einer hängeren Ausnihrung iieuerbings J ch w e r e Beschul- dstgu ng en gegen die Leutnant» Böitge und- Freiherr von Forstuer solpie gegeil den Sergeanten Höflich von, Infanterie- regiment Nr. 90 wegen angeblicher schwerer Misthandlung tfim Soldaten und Zivilpersonen. Diese letzteren Misthandlungen sollen am Freitag, den 28. November, bei den be- kannten Vorfällen auf den Straßen von Zabern begangen worden lein. Weiterhin erhebt das Blatt gegen den Haupt- mann Kistowski von der 5, Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 99 Anschuldigungen wegen angeblichen Mist- brauchs der Ticnstgewalt, deren sich der Hauptmann durch Gebrauch oder Duldung beleidigender Worte und Anreden habe zuschulden kommen lassen. Der mysteriöse Schuft in Zaber«. Der Schuß, der vor einigen Tage» in Zaber» gefallen ist, macht den Militär« und Zivilbehörden noch immer Besorgnisse. Offiziös ivird gemeldet:„Die StaatSaiNvaltschaft hat am Dienstagabend am Iruischen Ort am Kanalbassin Schießversuche angestellt und läßt aus Grund eingehender Erhebungen als ihre Ansicht mitteilen, daß es beinahe sicher ist, daß die fraglichen Schüsse vom jenseitigen Holz- lager aus fielen und unter keinen Ilmständen vom diesseitige» Rande des Bassins herrühren löiineu. Ein Anschlag auf den Posten auf dein Kasernenhof wäre demnach Nach Ansicht der zuständigen Stellen unter keinen IlmstSiiden anzunehmen. Obschoii die Behörde und die Vollzugsorgane nach jeder Richtung ihre Schuldigkeit tun, und trotz der ausgesetzten hohen Belohnung ist die Ermittelung des Täters bisher noch nicht erfolgt." * Auf Grund eines schon vor einigen Wochen ergangenen Befehls ist das Zaberner Wachlommando deS sächsischen Infanterieregiments Rr- 105 am Mittwoch durch eine Ableilung des in Straßburg liegenden wllrttembcrgischeii JlifanterieregimenlS Nr. 126 unter Führung des HanptinannS Mnghofer abgelöst worden. Tie Zaberner Vorfälle im elsaft-lothrmgischen Landtage. Der„Straßburger Post" zufolge haben sich die Fraktionen der Zweiten Kammer über die Behandlung de? Zaberner Falles dahin gccmigt, daß die Interpellationen erst in der Woche nach der Er- vffnwig des Landtags besprochen werden solle». Mau wird am Er- öffumigstage nur die Bildung des Bureau-Z vornehmen und am daraus folgenden Mittwoch die Etatsdebatte ohne Berührung der Zaberner Vorfälle beginnen. Am darauf folgendeu Donnerstag, den 15. Januar, sollen dann die Jnterpellationeu über Zaber» auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die Begründung wird im Auitrag aller Fraktionen der Abgeordnete und Bürger, eister Knöpffter (Elsasser Zentrum) von Zabern übernehmen. Auf diese Weise wird es ermöglicht, vor Beginn der parlamentarischen Debatte das Urteil im Prozeß gegen den Obersten v. Reuter abzuwarten. Tie Welt will betrogen sein! Diesen Grundsatz macht sich jetzt auch der konservative Historiker und Herausgeber der„Preußischen Jahrbücher", Profesior Delbrück, zu«igen. Im Januarheft der„Preußischen Jahrbücher" behandelt c:;» seiner gespreizten, selbstgefälligen Manier auch den Fall Zabern. Tie ganze Geschichte ist ihm eine Bagatelle. Der KriegSminister und Bethmann Hollweg waren deshalb im Grunde genommen völlig im Recht. Eines nur hat er an ihnen auszusetzen: sie hätten„diplo- malischer", klüger handeln und den Schein wahren sollen, daß die Regierung dem Rechtsempfinden des Volkes in vollem Matze Rech- riung trüge, d. h. die Regierung hätte sich angelegen sein lassen sollen, das Volk nach alleir Regeln der Kunst cinzufeifeu. Der kou- fervative Geschichtsprofessor bringt diesen empfehlenswerten Rc- gieruiigsgrundsatz in folgender Weise zum Ausdruck: „Es ist gewiß ein ganz guter Grundsatz, die Autorität dadurch zu wahren, daß man. wenn man auch nachgeben will, das doch nickt sofort tut, sondern erst nach einiger Zeit. Im Elsaß er- zählt man sich, der Oberst v. Reuter habe zufällig bereits, als der Skandal begann, den Abschied gehabt, habe aber bleiben müsien, nur um nicht den Schein zu erwecken, als ob er dem Skandal gewichen und zum Opfer gebracht sei. Nicht schlecht gedacht— aber hat cS der Armee und ihrem An- fehen Vorteil gebracht? Wieviel Peinlickes wäre dem deutschen Volk und dem mit ihm so eng verwachsenen Heer erspart geblieben, wie- viel bereitwilliger wäre der Reichstag für HeereStorderungen gebljeben, wenn man wirklich den falschen Schein hatte entstehen lassen, als ob der Oberst wegen der Verfehlungen seines Leutnants wäre verabschiedet worden! Wer sich in der Welt bewegen und sie richtig behandeln will, muß sich sehr oft cnl- scheiden, von zwei Uebeln das kleinere zu wählen, und hier wäre, wie der Erfolg gezeigt hat, eine Nachgiebigkeit, die über- dies sogar n u r e t n e scheinbare gewesen wäre, gewiß das kleinere Uebel gewesen." Frivoler kann der BolkSbetrug kaum gepredigt werden. Auch die Arbeiter zahlen Wehrsteuer. Ein Bauunternehmer und vielfacher Hausbesitzer in M a n u- heim(Mich. Merkel) versendet in diesen Tagen an seine Mieter Briefe folgenden Inhalts: Mannheim, 22. Dezember 1913. Herrn..... Durch die Einführung der„Wehrsteuer" auf ersten Januar 1914— die für mich zirka M. 5696.— beträgt— fällt eine allgemeine Mietssteigerung nötig, die auch mich zwingt, fo leid es mir tut, dieselbe entsprechend zu erhöhen. Ihre Miete beträgt daher vom ersten April 1914 ab m o n a t l i ch M. 57,— sSiebentindfünfzig ivkark)— bisher bezahlte der Mieter für seine Drei-Zimmerwohnung 54 M.— also jährlich M. 684,—, wovon Sie gefl. Vormerkung nehmen wollen. Hochachtungsvoll M. Merkel. In dem Jahresbericht der Mannheimer Handels- l a in m« r für 1913, der zu gleicher Zeit wie dieser Brief das Licht der Oefsentlichkeit erblickte, heißt es hinsichtlich der Wehrsteuer: „Mit großer Opferwilligkeit haben Handel und Industrie, die Schichten der mittleren und größeren Ein- kommens- und VcrmögenSbesitzcr diese Lasten über- nommen und sich im Gedenkjahre deS Befreiungskampfes bereit erklärt, ihre n gewichtigen Anteil an dem Opfer zu übernehmen, das sich für die Hceresrüstung Deutschlands und seine Kriegsbereitschaft als notwendig erwiesen hat. Möge durch den einmütigen Entschluß der Nation der Friede erbalren bleiben. Zu bedauern bleibt es aber, daß nicht das ge- iamteVolk s ei n S che r sie in beige st euert hat, zum Beweise dessen, daß von Deutschlands Wohlergehen auch die iv i r t s ch a f t l i ckfie E x i st e n z selbst des ärmsten Mannes abhängig ist." Kann es eine hübschere Illustration zu dieser ruhmredigen Schwafelet der mittleren und größeren Vermögensbesitzer geben, als den Brief des Hausbesitzers, der sich auch wie die anderen seiner Klasse wegen der Wehrsteucr veranlaßt fühlt, seinen Mietern den MietSzins zu steigern?_ Zoll auf Milch und Rahm. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg wird demnächst im Reichsamt des Innern vorstellig werden, damit bei der Neuregelung des Zolltarifs ein Schutzzoll für Milch und Rahm ein- gestellt wird. Au der Einsuhr von.Milch und Rohm.erblicken die Agrarier emv-?tllmgehmig des Butterzollst:c. Tie Beihilfen au Kriegsteilttehmer. Am 1. Januar d, I. ist das neue Gesetz über die Gewährung von Beibilfen an Kriegsteilnehmer in Kraft getreten, durch das die Beihilfe auf 156 M. jährlich erhöht und den Witwen der Beihilsencmpfänger ein Gnadenvierteljahr bewilligt worden ist. Der Bundesrat hat nun zu diesem Gesetz AuSführuilgs- bestiinnrnligeu erlassen. Danach ist die Nnterstützungs« bedürftigkeit des Kriegsteilnehmers anzuerkennen, wenn seine Ein- kommensbezüge unter Hinzuziehung der auf rechtlicher Verpflichtung beruhenden Leistungen Dritter, insbesondere unterhaltspflichtiger Ver- wandter, den notwendigen Lebensunterhalt nicht sicherstellen und die Unzulänglichkeit des Einkommens nicht lediglich aus Umständen beruht, deren Wirkung ihrer Natur nach nur auf einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum beschränkt ist. A n e i n e b e st i m m t e E i n k o mme ns- grenze ist die Gelvahrung der Beihilfe nickt gebunden; vielmehr sind im Einzelfalle die wirtschaftlichen Lebens- bedingungen an dem Wohnort des Kriegsteilnehmers zu berück- sichtigen. Der Besitz eines kleineu Kapitals steht der Bewilligung der Beihilfe grundsätzlich nicht entgegen, wenn dessen Erhaltung im Interesse der Ehefrau oder erwerbsunfähiger Kinder geboten erscheint. Abgesehen hiervon ist im Einzelfall in wohlwollender Weise zu prüfen, ob die Aufzehrung des Kapitals den notwendigen Unterhalt sicherstellen würde und dem Kriegs- teilnehmer bei billiger Berücksichtigung aller Umstände zugemutet werden kau». Unter den gesetzlichen Juvalidenpensionen oder entsprechenden sonstigen Zuwendungen aus Reichsmitteln sÄrtikel III§ 2 zu a deS Gesetzes vom 22. Mai 1895). deren Bezug die Gewährung der Veteranenrente ausschließt, sind nicht Invaliden-. Alters- und Unfall- renien zu verstehen, sondern nur Militärpellst onen, Militärrenten und Unterstützungen an Kriegsteilnehmer aus dem kaiferlickeu DiSpositionS- fonds. Erreicht der MouatSvetrag einer solchen Pension, Rente oder Unterstützung die Summe von 12.56 W. nicht, so darf der Unterschiedsbetrag als Äriegsteitnehmerhilfe gewährt werden. Der Bezug von Invaliden-, Alters- oder Unfallrentsn sowie von Zivilpensiouen und den entsprechenden Zuwendungen kann nur für die Beurteilung der Unterstützungsbedürftigkeit von Erheblichkeit sein. Die Beihilfen sind monatlich im voraus zu zahlen. Als Unterlagen für die Gewährung!>e» GnadcnvierteljahrS an die Witwe» der nach dem 36. September 1313 verstorbenen Kriegs- teilnehmer sind die erforderlichen Bescheinigungen über den Tod des Kriegsteilnehmers und dafür beizufügen, daß die Ehe bis zum Zeitpunkt des Todes bestanden und die Witwe nicht getrcimt von dem Verstorbenen verlebt hat. Mit 156 M. jährlich glaubt das„dankbare Vaterland" seine Schuld an den alten Kriegsveteranen sühnen zu können. Welch herrliches Neujahrsgeschenk! Wahltermin für die Rachtuahl im Kreise Jerichow. Die NeickStagSersotzwahl im Kreise Jerichow ist auf Dienstag, den 16. Februar' 1914 angesetzt worden. Verbot der„Lustigen Blätter". Nach einer Mitteilung deS„Schwäbischen Merkur" in Stuttgart, sind die„Lustigen Blätter" wegen.ihrer Zabern-Nuinmer für den Bereich des 13. Armeekorps fwürttembergische«) verboten worden.— Di« kommandierenden Generäle haben in der letzten Zeit mehrfach ver- sucht, durch Verbote die Preßfreiheit zu beschneiden. Die BerbotSgewalt. dieser Herren erstreckt sich natürlich nur aus KUernen und andere milüärdienstliche Gebäude, in der Regel aber verbieten sie ihren Untergebenen das Lesen mißliebiger Zeitungen überhaupt, also auch außerdienstlich. Wenn nicht schleunigst dafür gesorgt wird, daß diese Aninaßung beseitigt wird, dann er- wächst der Preßfreiheit eine ernste Gefahr. Man braucht nur daran zu den'en, daß die Äriegervereiue geneigt sind, solche Verbote als auch für ihre Mitglieder verbindlich anzusehen. DaS Sweben gewisser militärischer Kreise geht dahin, jede Kritik an militärische« Dingen zu unterbinden. Italien. Unterstützungen für die Familien der Soldaten. Rom, 36. Dezember. sEig. Ber.) Der Abgeordnete M a r a z z i hat der Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt, in dem Unter- stützungen für die Familien der Soldaten festgesetzt werden, soweit die Soldaten ihren Unterhalt ausschließlich durch materielle Arbeit bestreiten. Die Höhe der Unterstützung soll von Jahr zu Jahr durch ein besonderes Gesetz festgesetzt werden Der Entwurf bestimmt Weiler, daß, falls ein Soldat der unterstützungsbercchtigten Familien schwer erkrankt, die Angehörigen telegraphisch zu benachrichtigen sind und einem Familienmitgliede die Hin- und Rückreise zur Garnison des Kranken gratis zu gewähren ist. Die Soldaten mit zweijähriger Dienitzeit haben im ersten Jahre Anrecht auf 36 Tage Urlaub in der Erntezeit. Schließlich sieht der Entwurf die Ausreckterhaltung des Einjährig- Freiwilligendienstes vor, den der Kriegsminister bekanntlich abzuschaffen versprochen hat. Zum Einjährigendienst sollen die zugelassen werden, die bereits Instruktion in freien SchlltzenkorpS erhalten haben, die Volksschule absolviert' haben und eine Abgabe von 666 Lire entrichten. Heute betragt die Abgabe 1666 Lire für die. Infanterie und 1566 Lire für die Kavallerie. Es ist wirklich kein Grund abzusehen, warum mau in einer Zeit, wo alle Abgaben erhöht werden, gerade diese herab- setzen sollte. Wohlverstanden handelt es sich nicht um einen vom Ministerium eingebrachten Entwurf. Spanien. Neuwahlen. Madrid, 2. Januar. Der König hat das Dekret über die Auf- lösung der Kammern unterzeichnet. Die Wahlen werden ansang März stattfinden, die neuen Kammern werden am 36/ März zusammentreten. � Englanö. Ter RüstuugSwahnsinn. London, 1. Januar. Schatzkanzler L l o N d George äußerte in zivanglofen Gesprächen, die„Daily Ghronicle" als Interview veröffentlicht, er halte den gegenwärtigen Zeitpunkr für den geeignetsten, um in eine genaue Prüfung der Rüstungsausgaben einzutreten. Als Gründe dafür führte er an, daß die Beziehungen zu Deutschland unendlich viel freundschaftlicher seien als seit Jahren, ferner daß die kontinentalen Nationen ihre Anstren- gungcn mehr auf die Armee konzentrierten, endlich, daß überall in Westeuropa eine Reaktion gegen den„ o r g a- n i s i e r t e n Wahnsinn" der Rüstungsvermehrungcn be- stehe. Lloyd George sagte weiter, England solle die vor- handene Ncberlegenheit der Flotte beibehalten, aber keine fieberhaften Anstrengungen zn weiteren Vermehrungen machen. Rußianö. Regierungsgaunerei gegen das politische Asylrecht. Im Falle des russischen Studenten BujalSki in Lütt ich hat die russische Regierung eine Niederlage erlitten. Ihr auf angeblichen gemeinen Mord, in Wahrheil auf die Hinrichlung eines nickts- würdigen Lockspitzels und Massenmordanstifters gegründetes Aus« lieferungsbegehren ist auf Antrag des Lülticher Gerichtshofes vom belgischen Ministerium des Auswärtigen abgewiesen worden. Von durchschlagender Bedeutung war dabei ein von der Verteidigung BujalSlis vorgelegtes Schriftstück: ein Rundschreiben des russischen I u st i z in i n i st e r S S ch t i ch e g l o w i t o f f, be« treffend die Auslieferung politischer Flüchtlinge. Im Jahre 1968 hatte, wie Genosse R u b a n o w i t s ch in der „Humanitv" erinnert, die russische Justiz die Auslieferung des zur sozialistisch-revolutionären Partei gehörenden V. P l. W a s s.i l i e f f in Genf gefordert. Er sollte den Polizeipräfekten von Pensa umgebracht baden. DaS Verlangen wurde abgelehnt, da auS dem Auslieferungsantrag nicht nur der polt- tische Charakter der Tat, sondern auch die Tatsache, daß Wassilieff vor ein Feldgericht gestellt werden solle und mit der Todesstrafe bedrobt mar, hervorging. Darauf änderte die russische Regierung ihr Begehren. Sic bestritt die Parleizugehörig- keit Wasfilieffs, versprach, er werde nicht vor ein Ausnahme-, sondern vor daS ordentliche Gericht gestellt werden(was nachher nicht ge- halten wurde), und erklärte, daß ihm nicht Tod, sondern nur Zwangs- arbeit drohe. Damit gelang es ihr merkwürdigerweise, die Schweizer Polizei zu täuschen. Um nun in Zukunft keine solchen Schwierig« leiten mehr zu haben, machte der Justizminister das geglückte Täuschungsmittel zum allgemeinen Prinzip. Er ließ den Staats- anwälten und Untersuchungsrichtern unterm 18 Juni sl. Juli) 1968 jenes Rundschrelben zugeben, das bisher� geheim geblieben ist und erst anläßlich deS Falles BujalSki au die Oeffentlichkeir kam. Darm heißt eS: „Die Erfahrung des Justizministeriums zeigt, daß bei Zu- sammentreffeu mehrerer Talen derselben Person die Auslieferungs- antrage der Untersuchungsrichter oft alle dem Auszuliefernden zur .Last gelegten Talen aufzählen, obwobl gelvisse Talen keinen Aus- lieferungsgrund bilden. ES kommt dann vor, daß in den Beweis« stücken zur Stütze dcS Antrages die Untersuchungsrichter Taten aufführen, die die Auslieferung nicht begründen. Das ist nicht allem unnütz: es vereitelt oft den Zweck der Justizverwaltung, da eS die auswärtigen Regierungen veranlaßt, den Antrag abzulehnen. In solchen Fällen müssen die von den Untersuchungsrichtern verfaßten Auslieferungsanträge besondere Schriftstücke bilden: sie müssen die Umstände anführen, die die Verhaftung des Ungeichuldigien rechtfertigen, aber sorgfältig alles fortlassen, was nicht in d a S Gebiet des Aus« l i e f e r u n g s a n s p r u ch s fällt. AndereN'eitS geht aus den Schriftstücken hervor, daß in inanchen Fällen die dem AuSlieferungö- antrag beigegcbeneu Alienstücke nicht allein Angaben über den poluiichen Charakter der dem Auszuliefernden zur Last gelegten Tat enthalten, sondern gar noch Hinweise auf die Abgabe der Sacke an ein Kriegsgericht. Nun wird nach der von allen Mächten beobachteten Regel die Auslieferung nur unter der Bedingung gewährt, daß der Ausgelieferte nicht von einem A u S ii a h m e g e r i ch i a d g e u r t e i l t werde, sondern von dem Gericht, das nach der allgemeinen Slraiprozeßordnunq des ver- folgenden Staates zur Aburteilung des betreffenden Verbrechens zuständig ist." Man sieht: Der russische Minister der„Justiz" fordert von seinen Beamten nicht mehr und nicht weniger als die Absendimg gefälschte r'AuSlreferuNgsa u träge: Anträge, die sorgfältig die politischen Zusammenhänge wie auch die in Frage kommenden besonderen Schönheiten der russischen Blutjustiz, die den Verfolgten bedroht, verschweigen. Nach dieser heute wohl in allen derartigen Fällen befolgten Vorschrift war auch der Antrag gegen Bujalsli abgefaßt. Glücklicherweise war es möglich, in diesem Falle die Fälschung als russisches Regierungsprinzip zu entlarven. So- wohl die Richter als der belgische Minister der Justiz waren über das Rundschreibe» des russischen Kollegen empört- DaS wird für alle auf politische Ehre und Reinlichkeit haltenden Regierungen gelten und sie veranlassen, die russischen Regierun�Sgaunereien ferner noch weit sorgfältiger zu kontrollieren und abzuweisen. Wir bemerken ausdrücklilb, dag wir dabei nicht an die preußische Regierung und die unter ihrer Botmäßigkeit stehenden Verwaltungen denken._ Eutlarvuug eines Polizeispitzels. Die Parteileitung der russischen Sozial- Revolutionäre macht öffentlich bekannt, daß in den Reihen dieser Partei wiederum ein Ägent der politischen Polizei entlarvt wurde. Diese Ockranakreatur hört auf den Namen Abram-Alexander Michajlowit'ch M a a ß; er ist zirka 30 Jahre all und lebt in Paris. Einzelheiten über seine Tälig- keit werden vorläusig nicht bekanntgegeben. Sulgarien. - Eröffnung der Sobranjc. Sofia, 1. Januar. Tie Session der Sobranje ist beute in Anwesenheit des Königs und der königlichen Familie eröffnet worden. Beim Erscheinen des Königs im Hauie rief ein sozialisti» scher Deputierter: Nieder mit der Monarchie! Der Ruf wurde durch Hurrarufe von Mitgliedern anderer Parteien und Be- suchern der Galerie übertönt. Tie s o z i a l i st i s ch e n De- putierlen verließen den Saal. Sodann verlas der König die Thronrede, worauf er unter lebbasten Zurufen deS Hauses die Sobranje verließ. Die Thronrede selbst bewegt sich in allgemeinen Phrasen, die'keinerlei Richtlinien einer künftigen Politik erkennen lassen. Softa, 2. Januar. Ministerkrise. (Meldung des Wiener k. k. Telegr.- Korresp.-Bureaus.) Ministerpräsident R a d o s l a w o w hat dem Könige die Demission des Kabinetts uberreicht. Es wird allgemein für gewiß gehalten, daß Radoslawow wieder mit der Kabinettsbildung betraut werden wird. Japan. Gefängnisgrcuel. Jrkutsk, 2. Januar. Fürchterliche Grausamkeiten, die Japaner an Koreanern verüben, die wegen politischer Vergehen sich im Gefängnis befinden, werden von hier ein- getroffenen ausländischen Missionaren berichtet. Tic Gc- fangenen werden bei bitterster Kälte mit kaltem Wasser bc- gössen, mit glühendem Eisen gebrannt und so lange aufgehängt, bis sie ohnmächtig werden. Diese Tatsachen werden durch Aeußerungen der ostasiatischcn Presse bestätigt, die äugen- blicklich eine heftige Kanipagne gegen das Vorgehen der japanischen Regierung in Korea führt. Mexiko. Ter Bürgerkrieg. New Jork, 2. Januar. Wie eine Depesche aus Presidio meldet, zeigten die Bundes truppen von D j i n a g a. nachdem sie drei Tage lang hefug von den Rebellen angegriffen worden waren, gestern abend zu vorgerückter Stunde die Neigung, auf amerikanisches Gebiet zu fliehen. Die Verluste auf beiden Seiten werden auf min- bestens tausend Tote und Verwundete geschätzt. Zahlreiche ver- wundcte Soldaten der VuadeStruppen gingen-auf- das ander« Fluß- ufer, wo sie vom Roten Kreuz verbimden wurden. Dreihundert bewaffnete Bundessoldatcu, die aber nicht verwundet waren, und den Fluß überschritten, wurden trotz ihres Widerstandes von den Llmcriknnern entwaffnet und gezwungen, auf mexikanisches Gebiet zurückzukehren. DaS Rote Kreuz benutzt eine kleine Kirche als Hospital. Nach einer Depesche aus L a r e d o machen sich Aufständische und Bundestruppen auch weiterhin den Besitz von Nuevo Laredo streitig! Während des ganzen gestrigen Tageö haben beide Teile dieselbe» Stellungen bis zum Abend behauptet. Auf dem Schlacht felde liegen 200 Tote._ Mus öer Partei. Protestversammlungen i» Elsafi-Lothriugen. Ter Vorstand der sozialdemokratischen Partei Elsah-Lothringcns bat zur Unterstützung d>'r Landtagsfraktion und zum Protest gegen die Nichtachtung der Wünsche und Forderungen des werktätigen Vplkcs Elsaß-Lothringens eine Bewegung gegen die Regierung und gegen die bürgerlichen Parteien eingeleitet. Am Sonnabend, Sonn- lag und Montag finden im ganzen Lande Protestversammlungen statt, die das Verlangen nach besseren politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen erheben sollen.__ ----..... Prcsse-Jobiläum. Unser Parteiorgan für den Reichstagswehlkreis Erfurt Schleusingen-Ziegenrück, die„Tribun e" in Erfurt, konnte am 1..Januar auf eine 2öjäbrige Wirksamkeit zurückblicken. AuS diesem Anlaß erschien die„Tribüne" am 1. Januar in stärkerem Ilm- sauge und in festlichem Gewand«.. Das Blatt war anfangs die einzige Parteizeitung Thüringens, der sich aber bald noch das Parieiblatt in«aal seid und dasWutge in Gera anschlössen. Mit freudiger Genugtuung blicken die Parteigenossen im Ersckcinungs- gebiet uiffcres Erfurter Partciblattes auf die 25jährige Wirksam- teil dieses Pioniers der Arbeiterbenxgung zurück. nationale wurde eine Resolution angenommen, in der der Parteitag den«ozialdemotratcn aller Nationen für die Anerkennung der Partei dankt, welche eine Rechtfertigung der Grundsätze fei, die die Partei verficht und ein Ansporn zur weiteren intensiven Tätig- keit. Die ökonomische Lage des tschechischen Proletariats, heißt es weiter, kann nur durch die internationale Gewerkschaslsorganisalion gehoben werden. Deswegen ist der Kampf gegen den Nationalismus und für eine nationale Verständigung der österreichischen Völker eine der vornehmsten Ausgaben der Partei. Für das gesamte öfter- reichische Proletariat ist die Uebcnwindimg des Separatismus eine Notwendigkeit, zumal da der Separatismus nicht nur die öfter- reichischen Gewerkschaften schwer geschädigt, sondern auch das sozial demokratische Programm verfälscht hat. Der Parteitag ersucht des- wegen die Internationale, daß sie alles tue, um den Kopenhagener Beschlüssen Geltung zu verschaffen. Die Debatte über Agitation und Organisation zeitigte die Er- höhung der Parteibeiträge von 20 auf 30 Heller monatlich und die Gründung eines Verbandes jugendlicher Arbeiter. In den Siele» gestorben! Am 28. Dezember starb im Spiral des Petersburger Kreuz-Gesängnisses der Redakteur der„Neuen Arbeiterzeirung" Genosse KuSma Petrow. Obschorr ziemlich bejahrt(53 Jahre all>, entschloß er sich doch, den Posten eineZ RedakreurS bei einem Arbeiter- brätle zu übernehmen, dessen Dornenweg ihm nur zu gut bekannt war. Die irr Rußland üblickerr Verfolgungen ließen deirn aurb nicht lange auf sich warten. Für acht Nummern der Zeitung wurden ihm drei Strafen zu je 500 Rubel und 0 Monate Gefängnis im Ver- wallungswege auferlegt! Die schauderhaften Zustände in dem Kerker übten ans die schwache Geiuiidherl deS Genossen Petrow eine mörderische Wirkung aus. Schon uacki Ablauf von V/a Monaten wurde er als Lungenschmmdsüchliger nach dem Gesängnisspital ge- schafft, wo cr nach 2 Monaten seinen Leiden erlag. Soziales. 25 Jahre österreichische Sozialdemokratie. An der Jahreswende 1g!3/ls sind es 25 Jahre, seitdem der Parteitag zu H a i n f e l d in Niederösterreich das Einigungswerk Vtllor Adlers zum Abschluß brachte und den verwüstenden Streit der„Radikalen" und„Gemäßigten" mitten unter den Verfolgungen des Ausnahmeziistandes beendete. Es bestand wieder, wie einst im Anfang der Bewegung, in den 70er Jahren eine einheitliche österreichische Sozialdemokratie, die sich ihr Piogramm im marxistischen Sinne gab, die die Kraft des österreichischen Proletariats vereinigte und es demnächst zu großen Erfolgen führen sollte. Die österreichische Pariciprefse gedenkt mit Freude deö Haiufeldcr Parteitages, zum Tetl. aber, ivie z. B. der Rcichenberger»Vorwärts", bedauert sie auck, daß die in Hainfeld dokumentierte Jnternationalität großen Teilen des Lsterreretnschen Proletariats in den Wirrsaleir des öfter- reichischen Völkerhäders abhanden gekommen ist. Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie. Iii der vergangenen Woche tagt« in Prag der zweite Partei- tag der tschechischen«ozialdemokratic. 167 Delegierte tvaren am wescn-d. Die Partei umfaßte am 31. Dezember 1913 404 Organi- � v.c fntionen mit 14 180 Mitgltedcrn, gegen 167 Organisationen mit- ,"1' �c£ tiorderung(entweder Honorierung der äanzc lkelstungen Versorgungsposten für Sozialistenfreffer. Mit dem 1. Januar 19>4 ist die Krankenversicherung in Kraft getreten und mit ihr die Vorschriften, die das Selbst- verwaltungsrecht der Krankenkassen einschnüren. Bekanntlich haben die Arbeiter für die sogenannte Versicherungsgesetzgebung über 5 Prozent ihres Einkommens als Reichseinkommensteuer beizutragen— ungerechnet die Beiträge,'die nominell der Arbeitgeber zahlt(l/3 bei der Kranken-, 1/2 bei der Invalidenversicherung), die aber tatsächlich nur einen von vornherein voinLohn genommenen Abzug darstellen. Dafür hat die Reichsversiche- rungöordnung, dieser Chimborasso von Ungerechtigkeiten gegen die Arbeiter und von PharisäismuS, das Selbstverwaltungs- recht der Arbeiter noch stärker wie ehedem eingeschnürt und die Möglichkeit eröffnet, aus Arbcitergroschen verpfuschte Offiziere und Unteroffiziere a. D., Reichsverbandsleute und sonstige gegen die Gleichberechtigung der Arbeiter eifernde Personen zu besolden. Diese Möglichkeit ist nicht auf dem Papier stehen ge- blieben. Sie ist seit deni Neujahrstage. Wirklichkeit geworden. Als einen der krassen Fälle bureaukratischen Eingriffs in die Selbstverivaltilng registrierten wir vor einigen Tagen die Be- stallüng cincS Leutnants a. D. zum mit 1200 M. dotierten Vorsitzenden der OrtSkrankenkasse zu Stolp i. Pomm. Weit über diesen Fall hinaus symptomatisch ist das Vorgehen des V e r s i ch e r u n g s a m t 3 i n L e t p z i g. Die OriSkrankelffasse iil Leipzig ist, als eine dev best gc- leiteten in Dentschlaiid bekamit. Vorbildlich und in bestem Einvernehmen arbeiteten in ihr Arbeiter- und Arbeit- gebervertretcr zum Besten der Kassenmitglieder. DaS paßte einigen der neu geivählten Ärbettgebervertretern der Kasse nicht. Sie lehnten zweimal ab, einen an- erkannt geeigneten Arbeitervertrcter zum Lorsitzenden zu bestellen. Darauf ernannte das Reichsversicherungsamt zum Borsitzenden den durch seine sozialtstenfresserischen Vorträge in Leipzig bekannt gewordenen Rechtsanwalt Professor Dr. W ö e r n e r. Es soll dieser Herr die nette Summe von 6090 M. jährlich als Entschädigung erhalten und zwar 300 M. monatlich für seine persönlichen Dienstleistungen und 200 M. monatlich für die„von ihm im eigenen Beruf zu leistenden Hilfskräfte". Das Gehalt soll er auch während eines Vierteljahres beziehen, während dessen er für die Kasse überhaupt nicht tätig sein kann, weil er eine achtwöchenige militärische Dienftübung zu leisten und im Sommer vier Wochen auf Urlaub gehen soll. Der bisherige Kassenvorsitzende erhielt 15t>0 M. Ungeheuerlich ist diese Bestallung und Besoldung, lieber- dies ist sie gesetzwidrig. Stach§ 329 R.-V.-O. kann zum Äassenvorsitzendeu ein Arbeitgeber vom Versicherungsamt nur bestellt werden, wenn die Mehrheit der Gruppe der Arbeit- nehmer Einspruch nicht erhebt, die Arbeitervertreter in Leipzig haben Einspruch erhoben. Das BersicherungSamt hat sich darüber hinipcggcsetzt, wiewohl Dr. Woerner als Rechtsanwalt. als Mitinhaber der Firma Johannes Woerners Verlag und als Beschästiger von Dienstboten dreifacher Arbeitgeber ist. Was kommt es aber auf das Gesetz an. luenn es sich um Belohnung für Sozialistcnfresserci handelt? Selbstverständlich ist gegen die eigenartige Bestallung Beschwerde eingelegt. Das Versicherungsamt Leipzig hat das neue Jahr aber nicht nur mit dieser gesetzwidrigen Handlung eingeläutet. Dasselbe Amt, das über die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu wachen berufen ist, hat angeordnet, daß eine auf den 7. d. M. einberufene außerordentliche Sitzung des KassenausschusseS nicht im Volkshaus, sondern in einem„politisch-neutralcn" Lokale abzuhalten ist. Dieser Beschluß entbehrt jeglicher gesetzlichen Unterlage. Der Beschluß, die Ausschußsitzung im Volkshaus stattfinden zu lassen, ist im Kasscnvorstnnd e i n st i m m i g ge- faßt. Der Vorstand hat die gesetzwidrige Verfügung ebenfalls im Beschwerdeweg angefochten. Kostbar ist die Eni- deckung des Begriffes„politisch-neutrales" Lokal. Was ver- steht das Versicherungsamt darunter? Ein Lokal, das nicht von Arbeitern erbaut ist oder ein Lokal, dessen Inhaber politisch gesinnungslos ist oder was sonst? Vom Kampf der Aerzte gegen die Krankenkassen. In Herford(Westfalen) ist es nun trotz alles Entgegenkommens des Krankenkassenausschusses zum Kampfe gekommen. Dessen letztes Angebot: Ein Pauschale von 4,50 M. und Honoxierung der Extraleistungcn, die 10 M. übersteigen, beantworteten die Aerztc ärztliche Behandlung Nichtärztcn übertragen, außer in Fällen dringender Lebensgefahr überhaupt nicht, und die Mitglieder der übrigen Kassen nur zu den diesen mitgeteilten Bedingungen be- handeln. » Die Acrzte der Osnabrückcr Ortskrankenkasse kündigten gestern ihre Perträge zum 1. April. Dadurch ist zwischen Aerzten und Krankenkasse ein Konflikt entständen, dessen Tragweite noch nicht abzusehen ist. * Trotz der am 1. Januar mitgeteilten Abmachungen wird in manchen Orten die endgültige Einigung noch nicht hergestellt sein. Aus Stettin wird gedrahtet, daß die Verhandlungen am LI. De- zember als gescheitert abgebrochen wurden. Auch in Elbing wird es zum Konflikt kommen, da der dortige Verband der Orts- und Betriebskrankenkass en entgegen den Zentralabmachungen an seinem mit acht auswärtigen Aerzten geschlossenen Vertrag festhält. Das Versicherungsamt hält die ärztliche Hilfe für ausreichend sicher gc- stellt. Die Aerzte haben daraufhin erklärt, daß sie jede Behand- lung von Kassenpatienten auch als Privatpatienten ablehnen, nur bei plötzlicher Lebensgefahr erklären sie sich zur Hilfeleistung bereit. In Brandenburg a. d. Havel ist ein Vertrag auf drei Jahre abgeschlossen worden. Es wurde ein Honorar von 6 M. für Jahr und Kopf mit Einschluß aller Einzelleistungen festgelegt. Außer- dem bleibt es bei dem System der freien Aerztcwahl. Gegen die Konkurrenzklausel. Der Arbeitsausschuß für das einheitliche Angcstclltenrccht hat am 30. Dezember b. I. zu dem Gesetzentwurf über die Kon- kurrenzklausel Stellung genommen. Die ihm zugehörenden kauf- männischen Bereine(Allgemeiner Verband der Deutschen Bank- beamten, Allgemeine Vereinigung Deutscher Buchhandlungsgehi!- fen, Verein der Deutschen Kaufleute, Zentralverband der Handlungsgehilfen) protestieren gegen die Anregung des Angestellten- ausschusscs der Gesellschaft für soziale Reform an den Reichstag, sich damit abzufinden, daß nur eine Gehaltsgrcnze von 1500 M. vorgesehen und von der Schadenersatzpflicht der Prinzipals für geheime Konkurrenzklauscln abgesehen werde. Die in dem Ar- beitsausschutz vertretenen nichtkaufmännischen Vereine(Bund der tcchnisch-industriellen Beamten, Deutscher Technikcrverband, Deut- scher Steigerverband. Verband der Bureauangestellton, Verband der Äuustgewerbezeichuer, Verband technischer Schiffsosfiziere) schließen sich diesem Protest an. Die gewerkschaftlichen Ange- stellten-verbändc sprechen jedoch erneut ihr Bedauern darüber aus, daß sowohl die Regierung, als auch der Reichstag die Regelung der Konkurrenzklauselfrage lediglich auf die Handlungsgehilfen be- schränkt haben. Sie erblicken darin eine durch nichts bcaründete Zersplitterung des heutigen Angestelltenrechts. Zahl der Aerzte. Die Zahl der Aerzte in Deutschland beträgt im Jahre 1313 nach dem von Geheimrat Schwalbe herausgegebenen„Rsichsmedizinal- lalender für Deutschland auf das Jahr 1914"(Leipzig, G. Thieme, 1914, abgeschlossen am 1. November 1913) 34136. Nach dem Sta- tistischcn Jahrbuch für das Deutsche Reich für 1918 war die Ein- wohnerzahl DeuifchlandS um die Mitte dieses Jahres 66 835 000, somit kommen auf 10 000 Einwohner 5,11 Aerzte. Von der Summe der Aerzte kommen etwa. 100 Aerzte in Abzug, die im Sommer in Badeorlen, im Winter in anderen Städten dre ärztliche Praxis aus» üben und daher zweimal aufgeführt werden müssen. Die Enlwick- läng der Zahl der Aerzte in Deutschland seit 1001 ist auS der fol« genden Zusammenstellung ersichtlich: ofil d-r Sl-r-t-. Zunahme gegen Aerzte auf ahl der Aerzte Vorjahr 10 000 Eiuw. — 4,92 5,00 5,08 L-> 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909 1910 1911 1912 1913 27 978 28 860 29 679 30 071 30 065 30 931 31416 31 640 31 969 32 449 32 838 33 537 34186 883 819 892 584 276 485 224 329 480 386 692 600 5,06 5.08 6,06 6,07 5,04 6,02 5,03 5,02 5,06 6,11 Unter den 34 136 Aerzten sind die Schiffsärzte und die Aerzte in den deutschen Kolonien nicht eingerechnet. Ani 1. November 1913 waren von der Hamburg-Amerikalinie 93, vom Norddeutschen Lloyd 75 Schifföärzte angestellt. In den deutschen Schutzgebieten waren 58 Amtsärzte und nrit amtlichen Funktionen betraute Zivilärztc, außerdem 105 SaniiätSoffiftere(42 in Ostafrika, 22 in Südwest, 26 in Kamerun und 15»n Kiautschou). Fast überoll findet man in Deurschland eine Zunahme der Aerzte, eine Ausnahme machen nur Westpreußen. Provinz Sachsen, Sig- maringen, Mecklenburg, Waldeck, beide Lippe. Während die Zahl der Aerzte in den Großstädten um 491 zu- genommen hat, lst sie im übrigen Deutschland nur um 118 ge- wachsen. In G r o ß- B e r l i n ist die Zahl der Aerzte jetzt 4151. Die Zahl der Aerztinncn beträgt jetzt 195 und war'in den Jahre» 1908 55 1911 IIS 1909 69 1912 151 1910 102 1913 195 Sic suchen mit Vorliebe die Großstädte auf; nach dem Reichs- medizinalkalender hielten sich 1913 138 Acrzlinnen(--- 70,8 Proz.) in ihnen auf. Auch die Zahl der weiblichen Medizin- studierenden nimmt in Deutschland von Jahr zu Jahr zu; ihre Zahl(mit Einrechnung der Ausländerinnen) war im Sommerhalbjahr im Winterhalbjahr 1911 510 566 1912 622 683 1913 773— 5469 Mitgliedern im Jahre 191l. Die Partei besitzt zwei Tage- s nach dem Aerztetarif oder eine Pauschale von 5,50 M. einschließlich blätter. ein Blatt, das dreimal wöchentlich erscheint, zwei Blätter, i Spezialärztc und alle Leistungen von 3 M. an und darüber nach die wöchentlich, zwei, die vierzehntägig und zwei, die monatlich den Mindestsätzen der Gebührenordnung extra. Ablehnendenfalls erscheinen. Der Parteitag beschäftigte sich u. a. mit der Gcwerk schaftsfrage. Er sprach die Hoffnung aus, daß jene Genoffcn, welche geioerftchaftlich in den Zen'tralverbänden. politisch jedoch bei den (Separatisten organisiert sind, den Widerspruch dieses Tuns ein würden sämtliche Herforder Aerzte die Mitglieder der Kassen, die die bisherige ärztliche Behandlung Nichtärztcn übertragen, nur in Fällen dringender Lebensgefahr behandeln. Darauf erhöhte der Letzte Nachrichten. Die Ministerkrise in Serbien. Belgrad, 2. Januar.(W. T. B.) Der König berief heute nochmals die oppositionellen Parteiführer ins Palais und erklärte, daß Neuwahlen gegenwärtig mit.Rücksicht auf die militärische Dienstleistung zahlreicher als Reservisten unter den Fahnen stehen- der Wähler sowie aus technischen Gründen nicht zweckmäßig cr- schienen. Die Parteiführer beharrten auf dem Standpunkt, den sie bei ihrer ersten Berufung ins Palais dargelegt hatten. In politischen Kreisen wird erwartet, daß der König Paschitsch die Bildung eines altradikalcn Kabinetts anvertrauen wird, und sich a� politisch' in der tMiAn Sozialdemokrat Krankenkassenausschuß d-n Panschalfatz auf 5 M. Doch auch dies prganisieren mögen, in der Partei, welche einzig und allein das. Ahnten die Aerzte am 1.� Januar ab.. r tschechische Proletariat zum KlassenbAvußtsein erziehen kann.— Sämtliche 15 Herforder Aerzte erlassen nun ein Inserat, wo-„—......----- Zur Anerkennung der tschechischen Sozialdemokratie durch die Jnter-I nach sie die Mitglieder von sechs Kranlenkassen, die die bisherige I begründet zurückgewiesen hatte. Freilassung mexikanischer Abgeordneter. Mexiko, 2. Januar.(28. T. 58.) 26 frühere Abgeordnete, die sich auf Huertas Befehl seit dem 10. Ottober im Gefängnis befan- Iben, wurden heute entlassen, nachdem der Richter deS Distrikts- ' gerichts die gegen sie erhobene Anklage wegen Aufruhrs als im«- her�ml Inventur- Preise E für einen grossen Posten �stslidsttstsilsn netoil- Bettstelle nait Zugfeder- Matratze. 24-imn- Pf osten, eingelassen. Füliungsstäben, Messing-Fussbundeu in Kopf- und Fussteil, 183 X 80 cm •L 1001 M. 190x00 cm 1S?° weise lackiert 30 PS. mehr. Jährlicher Umsatz ca. 3000 ZtTe Bettfedern u. 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Ncuß Neuwied Odenkirchen Rheydt Ruhrort Viersen Wesel Wechselstuben und Deposilenkassen in Berlin und Vororten; AU Moabit 109 Behrenstraße 21-22 Brückenstraße 14 Charlottenburg; Bismarckstraße 107 Kurfürstendamm 217 Stuttgarter Platz 13 Cöpenick: Schloßstraße 27 Qertraudtenstraße 20-21 Kronenstraße 24 Lindenstraße 3 Lützowstraße 34-36 Oranienburg: Bernauer Straße 30 Potsdam: Nauener Straße 27 Schmargendorf: Hundekehlestraße 3 4 Prinzenstraße 33 Rosenthaler Straße Warschauer Straße Schöneberg: Hauptstraße 5-6 Steglitz; Schloßstraße 25 Wilmersdorf: Prager Platz 4. 58 58 Hessinf-Betlstelle mit Zugfeder- Matratze 190 x 90 cm mit 5 Füllungsstäben 39" 200 x loo 43" Inventur-Rabatt ift 0/ von A HF 0 für gnrnlerte Bettwäsche mit Sticherei, KSöppei u. Hohlsaum gegen Vorzeigung des Inserats tarn Ajlgkumue OitsKranKknIillsse für Lerliil-Mmersdorf. Bekanntmachung über die Klaffen und Beiträge. Bein i. Januar 1914 Irctcn folgende BeitvayZ- nid Klafseuveränderungen in Kraft. Wir- bitten unsere verehrlichen Arbeitgeber und versicherten hicr- »oit gefl. Notiz nehmen zu wollen. Grund- lohn Mk. 1 Tägl. Verdienst Ml. v. 0,00—1,49 „ 1,50— 2,49 „ 0,50—3,49 . 3,50—4,49 „ 4,50—5,49 „ 5,50 u. dar. Klasscnzutcilnng U. wöchenti. Veilr. Mk. 7. Kl. 0,33 II. 0.03 III.. 0.90 IV.. 1,90 V.„ 1,59 VI.„ 1,89 wird Dom Lnoaliden- maiicit Mk. 0,16 0,32 0,40 0,48 0,48 0,48 La gl. Krankengeld Mk. 0,50 1.00 IwO 2,0-) 2,50 3,00 Die Krankenunterstützung wird vom 3, �age ab lur ieoen tzag, em- fchliehiich der Sonn- und Feiertage aus die Dauer rou 39 Wochen gemährt. Nähere �nsormationen. sind aus dem Erläntcrungsblatt, wetweS den Arbeitgebern zugestellt ist und auch bei den PorticrS der cinzeluen Häuser» zu haben ift, zu ersehen. Für Neu- und limmeldungen sind nur die von der Kasse borge- schricbencn Formulare zu benutzen. Bekanntmachung betreffend Borstandswahlcn. Gcmäiz unserer Wahlaufforderung voin 22. Dezember 1913 in der Wil- merSdorfer Zeitung und 23. Dezember 1913 in dem.Vorwärts- ist von den Arbeitnehmern nur ein gitiiger Wahloorichlag. beginnend mit dein Namen: Engelhardt, t-on Herrn Fritz Pieper, Wilmersdors, Lerlincr Str. 40, eingereicht worden. Dieic Lifte gilt nach S 9 der Wahlordnuna als aewäblt. Buchdrücke, ginnend r.......... W Oito Lübicn, Wilmersdors. Waghäuselcrsir. 19, beginnend mit dem Namen Lübsen als Liste II eingereicht worden. Die Wahl stndet, wie bekanntgegeben, am 15. Januar 1914 statt. Tie Wahloorschläge können täglich von bis 1 Uhr im Bureau der Kasse, Kaiser Allee Ulla, eingesehen werden. Berlin-WilmerSdors, den 2. Januar 1914. Der Vorstand Lübseu. Vorsitzender. Hertel..Schristsührer. Verkauf aar im Idabrikgcbaude! Sie sparen Geld!"r löiiel k: Mcbdtatink 35 I !M 'UMü�WIMldBSi I Wohlfahrtslose nur 1 Mark kaufen. Verkauf nnr im Fabrikgebände— eigene■ Tischlerei and Polstere!.— AufWunscb Teilzaiilung.® I Permanente Musterzimmer-Aussteliung.BB 35 35 V Ziehung schon 13. u. 14. Januar� cotterie �hlfahr rar i«uttche ArbtilerJnocn 4. V. Arbeit ennnesvohl Gcsararatgc winn werf; dabei solche i. Mark: Mk. 1000000 1 LOS 1 ML-0" ■ uuvi i Hin»» I9hli>llllek p#r,8 j�| Porto und Li.te 40 Pf. extro.( Los*.In- «ohli.j.llch P.'-o und Litt. B Mark. N Losa 10 Mark. Porto u. UM. JO PL exlra. Nochn. cjx X PI. teurer. Pofctanveisuog mit BcsteUung kostet bis 5 Mk. nur 10 PL Porta versendet EMIL HAASE, BERLIN, Alt-Moabit 84 a, ÄSSÄrÄ iciiuberfs �rmcesolilc � hydropli. Einlegsohie /TfS /fh!'* M Aerzilicli anerkannt bester Sekutz geg. Erkäitnag Für ältere Leute unentbelirlicü Sckont Schübe nsd Strümps Eiahoitepreis tür Herren und uamen 50 PL, für Kinder(bis Grösse 29) 30 Pf.,(bis Grösse 34) 35 PI. Zu haben in allen Schuh-, Orogsn- und einschlägigen Geschäften, wo nicht. verlange man»tu vom b'abrikanien Oswald Schubert Prosp. u. Probesohlen anter Angab«' d. Grösse franko innerliaib Deutschlands geg. Einsendung des Betrages �Beim Landheer u. Marine eingeführt� 'jvfrantw. Redakt.: Alfred Wiclepp, Neutölln. Lnjeratenteil verantw.- Th.(Lb»lerLerltN.2>rucku.Lerlag:LorwärtsLuchdr.u.VerlägScmftalt Paul Singer ACo.,LerUu d'iV. hierzu 2 Brilasen u. Unlcrhaituugsdl. srisu*,,.*. i Keilllge des Jonarts" letliner NslksblM. Gewerkschaftliches. t>k öeutfchen Gewerkschaften im Jahre 1 91 3. Tas„Corrcspondcnzblatt" der Gcneralkonlmission der Gewerkschafteil Teutschlands bringt, wie allicibrlich, in Nr. 1 einen Rückblick ans das verflossene Wirtschaftszabr. Nach einer Besprechung der tvirtschaftspolitischen Zustände des IabreS 1313 und einer statistischen Darstellung über den Be- schäftigungsgrad wird die gcwcrksckzaftliche Bilanz wie folgt erzogen: Tie Gewerkschaften konnten sich den ungünstigen Wir- kunacn der Wirtschaftslage nicht ganz entziehen. Wenn auch die ineisten Organisationen wacker standgehalten haben, hat -doch eine Minderzahl mit teilweise reckst erheblichen Mit- istiederverlusten kämpfen müssen. Bon 43 Verbänden, deren M i t g l i c d e r z a h l c n für das dritte Ouartal 1913 uns vorliegen, hatten 13 etilen Rückgang voil Mitgliedern zu be- klagen. Diese 49 Verbände(einschließlich der Landarbeiter und Haiisallgestelltcn) zählten am Ende des dritten Quartals 1312 2 035 339 Mitglieder, dagegen am Schlüsse des dritteil Quartals 1913 nur 2572 663 RDtglieder. Ter Rückgang be- trägt 19 676 Mitglieder oder �5 Proz. Äeine Angaben lagen von einem Verband mit 8517 Mitgliedern vor. Es ist mckst anzunehmen, daß das vierte Quartal des letzten Jahres günstigere Verhältnisse aufzuweisen hätte, so daß die Gesaust- initgliederziffer hinter der des Vorjahres, wenn auch nicht er- lieblich zurückgeblieben sein dürfte. Es wird die dringendste Aufgabe all�r»'Gewerkschaftler in dem neuen, vor uns liegen- den Jahre, sein, darin wettzueifern, daß der Verlust so bald als Nlüajgch wieder ausgeglichen wird. II 90er die Lohn- und Tarifbewegungen lesen wir: Ten Höhepunkt der gewerkschaftlichen Vorgänge im Berichtsjahre bild/sten die großen Lohn- und Tarifbewegungcn. N/omi auch die Voraussage, daß das Jahr 1913 ein Kampfjahr von oußerordentlickrer Bedeutung sein werde, sich nicht ganz erfüllt hat, da es gelang, die umfangreichsten Bewegungen friedlich zum Abschluß zu bringen, so wareil doch noch iininer- hin große Känrpfc zu verzeichnen, vor allem im Malergewerbc, dessen Unternehmertum es darauf abgesehen hatte, die Ar- bcitcrorganisationen Weißbluten zu lassen, nicht minder auch in der Werftindustrie, wo das unbesonnene Vorgehen der Ar- bchterschaft selbst schwere Organisationskonfliktc nach sich zog. Größere Kämpfe waren auch in der Binnenschiffahrt, in der .Krefelder Färberei, in der Stuttgarter Maschinenindustrie, in der Berliner Herrenkonfektion und im Stcttiner.Hafen zu verzeichnen; sie endeten mit Ausnahme des Berliner Schneider- strciks und des großen Kampfes der Maler erfolglos. Tarin .zeigte sich wiederum die der Arbeiterschaft nachteilige Wirt- fchaftslagc, die den Erfolg ihrer Lohnkämpfe fast völlig in Frage stellte. Freilich hatten auch die Arbeitgeber des Maler- gcwerbcs init ihrer großen Aussperrung kein Glück; sie be- zahlten ibr provokatorisches Drauflosgchen mit der Zer- fplitterung ihrer Organisation. Die Tarisbewegungen im Bau- und Holzgewerbe sind erfolgreich für die Arbeiterschaft beendet worden. Ein großes Vcrdieilst um die schiedlichc Aus- gleichung der Differenzen haben sich dabei die Herren Un- parteiischen erworben, denen der Tank der gesamten Beteiligten wie auch der Oeffentlichkeit gebührt. Dem koinmendcil Jahr— so schreibt das„Corrcspondenz- Kleines Feuilleton. Ein Dcnkmill Rubcspierrcs. In der Pariser Lorstadtgeineindc Saint-Quen, die von einer sozialistischen Mehrheit verwaltet wird, ist dein llnbestechlichen der großen Nevvlution ei» Standbild ge- »cibt worden. Das von dem jungeli Bildhauer Broquct ge- schaffene Werk stellt Robcspierre in der trotzigen, stolzen Haltung dar, in der er am 9. Thermidor der ihn umheulcnden Meute der Verschwörer die Stirn bot. DaS zwei Meter hohe Denkmal ist vor- läufig in Gips entworfen und wird bald in Bronze ausgeführt werden. Bei der Enthüllung sprachen u. a. die sozialistischen Depu- tiertcn Rouanet�ein ausgezeichneter Kenner der Nevolulionsgeschichtc, und Seinbat. Sembat sagte unter anderem: „Verehren wir nicht mit geschlossenen Augen! Aber erneuern wir freudig diese große Erinnerung! Das Licht, das wir schauen, wird uns helfen, besser unseren Weg zu überblicken und Irrtümer zu vermeiden.... Er wollte die Herrschaft der Tugend auf Erden errichten. DaS war zuviel gefordert. Aber sind wir nicht gar zu anspruchslos geworden? Er war ehrgeizig, aber sein vornehmer, hoher Ehrgeiz opferte den Ruhm der Persönlichkeit dem Triumphe der Idee. Er war ein Enthusiast. Und ach, wie welkt der Enthnsias- muS in unserer Zeit dahin! Die Krise von heute ist im Grunde die des Enthusiasmus. Der Enthusiasmus ist etwas so Kost- bares, daß man ihm seine Ausschweifungen verzeihen muß. Er riß Robespierre so weit fort, daß er die verfolgte, die nicht an das böchste Wesen glaubten. Vermeiden wir so viel als möglich solche Unduldsamkeit und verfolgen wir die nicht, die an dieses Wesen glauben! Aber bewahren wir Robespierre eine lebendige Erkennt- lichkeit dafür, daß er den ganzen Wert der sittlichen Kräfte und die tägliche Notwendigkeit eines hohen, strahlenden Ideals empfand I" Die Duldsamkeit, die Genosse Sembat hier predigte, hat den Gegnern der Revolution auch diesmal gefehlt. Die hämischen Glossen mancher bürgerlichen Blätter zeigen, daß der e g o i st i s ch e Haß der Mächtigen heule nicht milder ist als die doktrinäre Strenge des alten Revolutionärs und, vom schlechten Gewissen mit dem Schrecköild neuer Revolution beunruhigt, heute weniger denn je daran denkt, zu entwaffnen. Fortschritte der Pcllagraforschung. Dem amerikanischen Arzte Dr. William H. Harris, der die Pellagraforschung zu seinem Sonder- gebiete gemacht hat, ist es neuerdings gelungen, die furchtbare Krank- heit der italienischen Proletarier auf Affen zu überpflanzen. Er ging dabei von der Annahme aus. die Pellagra werde durch einen Mikroorganismus hervorgerufen, und zwar durch einen außerordem- lich kleinen, der selbst durch einen Berkefcld-Filter hindurckgeht. Bei feinen Versuchen hat er. wie die„Klinisch-Therapeutische Wochen- schrift' berichtet, Berkefcld-Filtrate des KrankheitSgifteS verwendet, die aus Organen(Haut, Darm, Zentralnervensystem) an Pellagra erkrankter Menschen gewonnen waren. Diese Filtrate wurden den Versuchstieren unter die Haut, in Venen oder in den Kopf einge- spritzt. Das Pellagragift, daS dem elften Versuchsaffen, einem SkhemZ-Affen, einverleibt wurde, stammte von einem Falle schwerer Pellagra mit tödlichem Verlaufe. Nach mehreren Monaten ent- wickelten sich bei dem Affen unregelmäßig-dunkle Hautflecke au verschiedenen Stellen, da? Tier magerte ab und ging scbließlich unter den Erscheinungen der Pellagra zugrunde. Die Leichenöffnung ergab außerordentliche Abmagerung, unregelmäßige Pigmentflecke an der Haut und Entzündungserscheinungen im Dünndarm, und die mikroskopische Untersuchung der betroffenen Hautstellen ergab die voll- ständige Uebcrcinstmnmmg mit der Hauterkrankung bei menschlicher platt"— wird die steigende Arbeitslosigkeit ihren Stempel ausdrücken. Aller Voraussicht noch gehen wir einer neuen Krisis, wenn auch vielleicht von kürzerer Toner, entgegen. So drückend ihre Wirkungen besonders in den Kreisen der Arbeiter empfunden werden, so muß doch aufs neue ein- geschärft werden, daß in solchen kritischen Zeiten ein vor- sichtig abgewogenes Vorgchcn der Arbeiterorganisationen, bei dein Einmütigkeit ans allen Punkten der Kampfeslinie Herr- scheu muß, doppelt notwendig ist. Ten wachsenden Anforde- rungen größerer Kämpfe wird die Schaffung einer zentralen Streikunterstützung durch den diesjährigen Geivcrkfckßzfts- kongrcß Rechnung tragen, so daß. wenn solche Kämpfe uns aufgezwungen werden, auch ihr Erfolg verbürgt werden kann. So können wir auch der dnnkelbewölkten Zukunft getrost ins Auge schauen und alle Kräfte für die weitere Stärkung unserer Organisationen aufwenden, denn nur in diesem Zeichen werden wir siegen!__ Serlin und Umgegend. Achtung, Buchbinder und Buchbiiiderriarbeitcrinncn. Die Firma „KiSmet-Registratur", Roscntaler Straße 13, ist wegen tariflicher Differenzen gesperrt! Das Personal ist entlassen worden, weil es die ihm nach Tarif zustehende Bezahlung der Feiertage beanspruchte. Vor Arbeitsannahmc wird gewarnt. Werde niemand zum Streikbrecher. Die Ortsverwaltung. deutsches Reich. Tarifbewegung in der Münchener Schuhindustrie. Der in der Münchener Schuhindustrie iRingfabriken) bestehende vierjährige Tarifvertrag ist am 3l. Dezember abgelaufen. Die vom Einigungsamte gemachten wiederholten Versuche zum Abschluß eines neuen Vertrages scheiterten an der Hartnäckigkeit der Unternehmer. Ihre Angebote sind geradezu ein Hohn ans die seit vier Jahren ein- getretene Teuerung. Wurde den Herren in einer der Sitzungen doch nachgewiesen, daß die Durchschnittslöhne der weiblichen Arbeiter 8, 9 und 19,59 M.. die der männlichen Arbeiter 16, 18 und 29 M. be- tragen, wobei in Betracht gezogen werden muß, daß München ein sehr teures Pflaster ist. Nur die b e st g u a l i f i z i e r t e st e n Ar- bester bringen es in der besten Geschäftszeit auf 39 bis 3t M. Die von den Unternehmern gemachten Angebote würden nur eine Erhöhung der Löhne von 29 bis 49 Pfennig in der Woche betragen, wobei noch zu bemerken ist, daß die Fabrikanten, die vorzüglich zu rechneu verstehen, nur jene Positionen erhöht- haben, in denen daS ganze Jahr über entweder gar nicht oder nur sehr wenig gearbeitet wird. Als darauf die Organiiationsvertreter nicht eingingen, stellten die .Fabrikanten an sie die Zumutung, entweder den seitherigen Vertrag ohne wettere Erhöhung auf ein weiteres Jahr zu verlängern, oder aber einen vierjährigen Vertrag mit den von den Fabrikanten ge- machten Zugeständnissen anzunehmen. Eine Versammlung der be- teiligten Arbeiter und Arbeiterinnen beschloß in geheimer Abstimmung gegen zwei Stimmen, die beiden Vorschläge der Fabrikanten ab- z u l e h ii e n und in Würdigung der gegenwärtigen schlechten Kon- junktur zunächst t a r i f l o s weiter zu arbeilen. Da die Fa- brikaisten durchblicken ließen, daß sie in diesem Falle eventuell zu Abzügen greifen würden, ist es nicht ausgeschlossen, daß es schon in den nächsten Tagen zu einem Kampfe kommen wird. In der größten Münchener Schuhfabrik M o u a, 3% oder 4 Proz. betrug, vom 1. April 1914 ab aus 4 Proz. bezw. 4% Proz. erhöht wird. Um die Wirkung dieser Maßnahme in der jetzigen Zeit allgemeiner wirtschaftlicher Depression abzuschwächen, hat sich die Kreissparkosse da«li einverstanden erklärt, daß für das Etatsjahr 1914 die Tilgungsraten um denjenigen Betrag gekürzt werden, um den sich die Zinsen erhöhen.— Auch für die privaten Schuldner der Spar- lasse wird die Erhöhung des Zinsfußes von ähnlichen Folgen be- gleitet sein._ Jugendbewegung. Vom deutschen„Jugrndschutz." Die Glashütten gehören trotz der anstrengenden und gesundheitsschädlichen Arbeiten, die darin geleistet werden müssen, zu den Betrieben, die nach unseren Jugendschutzbestünmungen auch zur Nachtzeit jugendliche Arbeiter beschäftigen dürfen. Besonders schlimme Zustande wurden anläßlich eines Streiks in der Ehren- selber Glashütte bei Köln bekannt. Seit Jabren werden durch gewissenlose Agenten für dieses Werk minderjährige, kaum den Kinderschuhen entwachsene Arbeitskräfte im Auslande ange- worbem Meist siird es der deutschen Sprache nicht mächtige Rnthenen. Diese Knaben und ihre Eitern haben einen mehr- jährigen Kontrakt zu unterschreiben. Selbstverständlich ist der Lohn außerordentlich niedrig und bei weitem ntcht so, wie er den armen Leuten von den Agenten versprochen worden ist. Es wird aber von diesem geringen Betrage immer noch etlvas zurückbe- hallen und erst nach Wlauf der Vertragsfrist ausgezahlt. Offenbar will die Firma die jungen Arbeiter dadurch zwingen, die ganze Tauer der Kontrakizeit auszuhallen. Die Knaben werden in einem Kosthause untergebracht, wo erst vor kurzem die Polizei- behörde einschreiten mußte, weil in den Schlafräumen die Betten der Arbeitsjungen übereinander aufgetürmt waren. Selbstredend werden die jungen Arbeiter auch in der Nachtschicht beschäftigt. Manchmal kommt es sogar vor, daß diese jungen Kerlchen eine auf- einandersolgende Tag- und Nachtschicht arbeiten müssen. Wird einer krank, so begrüßt er das wie ein Fest, denn der Aufenthalt in? Krankenhause dünkt ihm paradiesisch. Aerzte der Kölner Krankenhäuser haben schon wiederholt ihrer Entrüstung Ausdruck gegeben, wenn diese abgearbeiteten und unterernährten Jungen eingeliefert wurden. Es muß anerkannt werden, daß die Krankenhäuser den Aufenthalt der Knaben im Hospital verlängern, soweit wie es irgend geht, und meist können die jungen Leute jrur unter heftigem Sträuben zum Verlassen des Hospitals genötigt werden. Vor einigen Wochen ist ein 13thjähriger Ruthene im Krankenhaus gestorben und die Aerzte waren sich darüber einig, daß die Erkrankung(Ruhr) eine Folge von Unterernährung war. Um diese Zustände kümmern sich weder die Behörden, noch die große Anzahl bürgerlicher Jugendvereine in Köln und erst recht nicht der große Jugendpslegeausschuß. Die haben alle Hände voll zu tun, uin die ausgebeutete Jugend vor den„Gefahren" der freien Jugend zu belvahreu. Arbeiter- Jugend. Die soeben erschienene Nr. 1 deS sechsten Jahrgangs hat u. a. folgenden Inhalt: Ins neue Jahr hinein.— Der Degen deS Leutnants. Bon Bernhard Rausch.— Lebren deS Leben?. Von Fritz Sepp.— Die Ges-bilbte des Hühnereies. Von S. Drucker.(Mit Abbildungen.)— Der Fall Stoecker.— Aus der Jugendbewegung. Die Gegner an der Arbeit usw. Beilage: TaraS. Erzählung von Karl Busse.— Die Eni- Ivickelung der grieckische» Dramatik. Von Otto Koenig.— Von der Montgolfiöre zum Lenkballon. Von Erwin Neumann.» Ein anderer schwerer Eisenbahnunfall wird uns aus Ludwigs- Hafen gemeldet. Zwischen den Stationen K i n d S b a ch und Landstuhl stieß am 1. Januar ein ArbeitSzug mit einer Lokomotive zu- sammen. Der Führer und der Heizer der Lokomotive wurden schwer, das Lokomotivpersonal deS ArbcitSzuges leicht verletzt._ Schreckenstat eines geisteskranken Gymnasiasten. Wie aus Salmünster in Hessen gemeldet wird, zog dort der Gymnasiast Wolf am Silverstcrabend in einem Anfall von Wahn» sinn plötzlich einen Revolver und schoß auf seine Angehörigeu. Eine Kugel drang der Mutter in den Kopf, so daß sie schwerverletzt zusammenbrach. Eine Tante wurde ebenfalls schwer verletzt. Sein Bruder, der ihm den Revolver aus der Hand reißen wollte, trug einen Streifschuß am Halse davon. Der Gymnasiast verfolgte dann seine Schwester, die sich inS Freie rettete. Unter furchtbarem Schreien lief Wolf weiter in den Straßen herum und drang schließlich in die Kirche, wo er au- scheinend vollständig wahnsinnig festgenommen werden konnte._ Kleine Notizen. DaS Spielen mit der Schußwaffe. Arn Neujahrstage saßen einige Musketiere der 7. Kompagnie des III. Infanterieregiments in der LudwigSseste in Rastatt beim Kartenspiel. Der Musketier Bittmann, der vor einiger Zeit eine alte Hülse gesunden hatte, lud diese, in der Meinung, daß sie leer sei, in ein Gewehr, um damit die Anwesenden zu schrecken, drückte ab und schoß den ein- undzwanzigjährigen, auS Chemnitz stammenden Infanteristen Rux durch den Hals Rux war sofort tot. De» Bater erschlage». In Li e b e n a u in Ostpreußen erschlug der Viebhändler Horn in plötzli» ausgebrochenem Irrsinn seinen 53 Jabre alten B a t e r mit der Axt. Opfer der Arbeit. Freitag früh ist in Bebra der etwa 49jShrige Maschinenwärter Georg Febling im Elektrizitätswerk infolge Ausgleite»« in das Getriebe einer Maschine geraten und völlig zerstückelt worden. Ein Polizeidiener erstochen. In Salach bei Göppingen ist am Freitag ein Polizeidiener von zwei Italienern, die er wegen Ruhestörung zurechtgewiesen hatte, erstochen worden. Schwerer Unfall in der stanzösischci» Marine. Wie aus Roche- fort gemeldet wird, kenterte am Neujahrstage eine Dampfer- b a r l a s s e deS Kreuzers„CoSmae". Drei Matrosen er- tranken. Folgenschwere Explosion. In einem Steinbruch bei R o q u e- b r u n e in den französischen Alpen hat sich eine Explosion er- eignet. Mehrere Personen wurden verletzt, einige sind tot. Meiner jvceten Kundschaft K eio lrodliedes Neues Mr wünscht »gN8 l!088eilssiijgs, Schlächtermeister, G Reinickendorf- Ost, U, Sommerstr. 48. .�sZAsAHASKASSASKSZ Meiner werten Kundschaft zum Jahreswechsel ckiv dosten klttolitvtinscdv. Max Moritz Adlershof, Tednustrane 5. � Ein frohes «Kenes Iskr ? wünscht allen seinen Gästen und velannterl Otto Sfcnmann, H Charlottenburg, Leibnizstr. I. [Todes-Anzeigen j ' illilBIMWUmMMIMMMII■! IlWlff l.[1.6.ßerl.Reielistags-Walilkreis. Slm 30. Dezember u. I. verstarb unser Genosse, der Dreher Wfox Kunz (Rostocker Str. 6, Bez. 689a). Ehre seinem Aiideuken: Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, aus dem Friedhoje in Stahnsdorf statt. Um rege Beteiligung ersucht 224/1 vor Vorstancl. SoziaideiQGkraiiseiierWaiilvereiii Wölk Ain Donnerstag, beul. Januar, verstarb unsere Parteigenossin �ussuste �istdo Allerstr. 11. 21. Bezirl. Ehre ihrem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4 Januar, nach. mittags Vit Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Ge- meinde-Fricdhofes, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Deutscber Transportarlieiter-Vertianil. Bezirksverwaltung Graß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dasi unser Kollege, der Arbeiter Ivwi Büke am 31. Dezember, im Alter von 52 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. d. Mts., nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenballe des Neuköllner Gc< meinde-FricdhoseS, Mariendorser Weg, aus statt. 61/12 Den Mitgliedern zur Nachricht, dasi unser Kollege, der Arbeits- lutscher - ioton Karowski am 30. Dezember, im Alter von 40 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Januar, nach. mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des St. Michael-Kirchhoses, Neukölln, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht vis Bezirksverwaltung. Dentsehf BiHÄiier-YerbaDl (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, dag unser Mitglied, der Buchbinder Mol» AHo im Aller von 44 Jahren ver, starben ist. 23/1 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 3. Januar, nach- mittags 1I„3 Uhr. von der Leichen, Halle des'Zriedhoses in Stahnsdorf aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltnng. Mtete BolzarbEiterYErliaai Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Tischler todiitfiul Felsciiow Triitstraße 2. im Alter von SS Jahren gestorben ist. Die Beerdigung fand am Donnerstag, den 1. Januar, statt. 31/3 Die Qrtsverwaltung. VeM der Fabrikarbeiter Deutsehlantls. Zahlstelle Graß-Berlin. Am Mittwoch, den 31. Dezember, verstarb unser Mitglied Karl Jahn. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Januar, nach- mittags 2 Uhr, vom Restaurant Gobin, Roonstr. 2, nach dem Johannisthaler Friedhose statt. Rege Beteiligung erwartet 56/1 Die Ortsverwaltung. SoziaideniokratisetierWablTereii] Johannisthal. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse, der Arbeiter JKarl Jahn im Alter von 34 Jahren, nach langem, schwerem Krankenlager, am 31. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Johannisthaler Ge- meinde- Friedhofs aus stall. Die Genossen und Genossinnen trcfse» sich 10, Uhr im Restaurant Gobin, Roonstr. 2. Um rege Beteiligung ersucht 4543" Der Borstanb. Deutscher fiolzarheiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Tischler �lex Wtsdiel Lp Heiner Str. 47, im Alter von 37 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Januar, nach- mittags 2'/, Uhr. von der Halle des CmmauS-Kirchhoses in Neu- kölln, Hcrmannstrage aus statt. 81/4 Oie Ortiverwaltung ¥erb.d.ScbüeidEr,Sc!ineiderini!en iL Wäscbearbeiter Deutsehlands. Filiale Berlin. Sebastianstr. 37/38. Kachruf. Unseren Mtgliedcrn hiermit zur Nachricht, daß der Herren- mabschneidcr, Kollege Josef Knla am 29. Dezember 1913 im Atter von 45 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand ani Donnerstag, den 1. Januar 1914, aus dem Maiihäi-Kirch hose in der Grosjgörschenstrage statt. 162/1 Die Ortsverwaltung. Am 30. Dezember verstarb mein lieber Mann, unser guter Vater Hennann Schmidt. Um stille Teilnahme bitten Zfartha Schmidt, geb. Krüger, nebst Kindern. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 3. d. Mts.. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Obcrschöneweider FriedhoseS aus statt. A Yerb. d. Schneider, Schneiderinnen u. Wäsehearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. linieren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Wäsche« arbetterin, Kollegin Frau YVilhelmine Pösch am 29. Dezember im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken k Die Einäscherung sand am Donnerstag, den 1. Januar 1914, vormiitags 10 Ubr, im Krema- lorium, Gcrichtstr. 37/39, statt. 162/2 Die Ortsverwaltung. Plötzlich und unerwartet vor. starb unsere mnigstgeliebte Tochter vor!,. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachm. 20, Uhr, von der Halle des Neuköllner Ge- meinde- Friedhofes, Mariendorser Weg, aus still 4535 Willi Sachse nebst Frau. Weserftr. 44. Am Montag verstarb unsere liebe Kollegin und altbewährte Genossin 96A Wilheliüine Pösch. Emdcner S trage 38. Ehre ihrem Andeukeu! Das Personal der Konsum- genossenschait Lichtenberg, RittergutstraQe. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und Schwester Harle Schubert geb. Hansel sagen wir allen Verwandten, Be- kannten, Kollegen, Gästen, insbe- sondere dem Gesangverein Ltira, Charlottenburg, unseren herzlichsten Dank. 456b Paul Schubert. Otto Hansel. Dr.Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, JÄ 10— 2, 5—7. Sonnwies 10— 12. ■ n n » Vornehme a» Herren Klelduns fertig und nach Mass Garant. tTadelloa.SItz, feinste Verarbeitung! Zweigvemn Berlin. An alle Mitglieder! Im Hinblick auf die Notiz im„Grundstein" und im „Vorwärts", die Arbeitslosenkontrolle betreffend, teilen wir hierdurch mit. daß im Zweigverein Berlin die Meldekarten vorläufig noch nicht ausgegeben werden können. Alles hierailf bezügliche wird den Äollegen noch durch Flugblatt bekannt gegeben werden. Bis dahin bleibt im Zweig- verein Äerlin alles, wie eö bisher gewesen ist. Außerdem machen wir alle Kollegen, die noch Unter- stützung zu erhalten haben, sowie alle diejenigen, für die die Vorbedingungen zutreffen, darauf aufmerksam, daß die Unter- stützung bis zun: 10. Januar 1914 abgeholt werden muß, andernfalls sie an die Lokalkasse verfällt. Unterstützungs- berechtigt sind alle Kollegen, die in der Beitragszeit vom 1. März bis 30. November 1913 zehn Wochen arbeitslos ge- Wesen sind, was durch Kontrollstempel im Mitgliedsbuch nach- zuweisen ist oder unter denselben Bedingungen am 7. De- zember 1913 erstmalig fünf bis neun Wochen hintereinander arbeitslos waren. Ebenso ersuchen wir auch die beitragsfreien Kollegen, die ihre Unterstützung bisher noch nicht abgehoben haben, dies ebenfalls tun zu wollen.„ Der Borstand des Deutschen BanarbeiterverbandeS Swelg/verelu Berlin. ¥ Mass- Schneiderei GegrOndet 1898 ■ Auf Wunsch Wochen-Rate B ■■ ■"1 Unk»| ■»* B ■ Rosenthaler Str. 36 mt I. Etage(Ii» ■ FrankfurterAliee104« Ecke Frlcdesstrasse Reinickendorfer St.4_ Wcddiogplatz Eigene Kürschnerei. Reparaturen ihnell, billigst. gut, sc Eile zu Weile Spezialhaus für Pelzwaren Berlin S., 119 Dresdener Str. 119 am Oranienplatz. 1000 Pelzstolas Schals, Colliers, Müllen ofieriero ich infolge günstiger Abschlüsse zu hervorragend billigen Preisen. Eeht Skunks-Stola,.von 3h m. an üerzniurinEl-Slflla von 13.50 m. an mit Köpfen und Schweifen. ilaska-Fucbs-linitatlon... 1.50 m. Marder, Herz. Persianer, Oppossiun, Biber, Iltis etc. in allen modernen Formen stets am Lager. ♦ ö JAl_ genau auf die Firma UltK* Lile zu Weile Dresdener Str. 119 zu aobten. 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Je näher der Tag der Wahl heranrückt, desto deutlicher zeigt sich, wie auch hier von den Gegnern der arbeitenden Bevöllerung mit allen erdenklichen Mitteln gearbeitet wird, um eine Zusammensetzung deö Ausschusses zu verhindern, wie sie zur wirklich sozialen Hand- babung deS Gesetzes unbedingt erforderlich ist. Mau begnügt sich keineswegs damit, alle erlaubten Mittel der Gegenagitation gegen unsere Werbearbeit anzuwenden, denn dagegen uns zu wenden, Hütten wir nicht die geringste Ursackie. Nein, wir müssen vielmehr ofsentlich feststellen, daß unter Mißbrauch amtlicher Gigcnschastcit in durchaus unzulässiger Weise gegen uns gearbeitet wird! Der A m t S v o r st e h e r Buchholz, Ahrensfelde, hat in der ortsüblichen Weise durch Zirkular aus die Wahlen hingewiesen, Wahltermin und-lokal bekanntgegeben, dann aber lediglich die Namen der von ihm eingereichten Vorschlags- l i st e ll der Arbeitgeber und ebenso die V o r s ch I a g S l i st e II der Arbeitneh nrer angefügt! Unsere Vorschläge sind gar nicht erwähnt- nicht einmal die Tatsache, dag eine loeitere Vor- schlagSliste vorliegt, ist angedeutet und aus dem Wortlaut: „Als Mitglieder zur Wahl für die Arbeitgeber(Arbeitnehmer) sind aufgestellt.. geht unzweideutig die A b s i ch t hervor, den Anschein zu er- wecken, als ob die aufgezählten Namen die einzig be- stehenden Vorschläge wären. Dieses Schriststück ist amtlich und trägt Siegel und Unterschrift des AmtSvorsteherS. Es ist datiert vom 2S. Dezeniber 1313 und hat im Stimmbezirk Ahrensfelde zirkuliert, wie aus dem Ersuchen an die Herren Gemeindevorsteher, „vorstehende Bekanntmachung in der Gemeinde in ortsüblicher Weise schleunigst bekannt zu geben", auch erkennbar ist. Was aber hier in Ahrensfelde, Eiche, Mehrow geschah und dank der Aufmerksamkeit unserer Genossen zu unserer Kenntnis kam, das wird anderwärts sicher nicht besser gemacht worden sein, denn diese Erfahrung haben wir auch bei anderen Wahlen genugsam machen dürfen. Vont ilandratsamt ein Einschreiten gegen derartige ungesctz- lichen Wahlmanvver erwarten, hieße nicht nur dieser Institution ein unverantwortliches Maß von Vertrauen entgegenbringen, sondern würde auch eine gewaltige Ileberschätzung ihrer Macht bedeuten: die Amts- und Gemeindevorsteher machen doch was sie wollen. Einzig und allein unsere äußerste Abatmung aller Kräfte ist das Mittel, um auch dem Mißbrauch der Amtsgewalt gegenüber siegreich zu bleiben. * Wahlberechtigt ist am kommenden Sonntag jeder, der bisher einer Kranken- kasse(mit Ausnahme der Mitglieder freier HilfS- oder Ersatz- kassen) des Kreises Niederbarnim angehört oder v o m I. Januar Itll-I der neuen Allgemeinen Orts- kranken kasse Nied erbarni man gehöret! wird. Daher sind auch wahlberechtigt Landarbeiter und -arbeiterinnen. Portiers und Portiers- f r a u c n. R e i n m a ch e- und Aufwartefrauen, diese jedoch nur. wenn sie nicht in einem vorübergehenden, sondern in einem dauernden Beschäftigungsverhältnis stehen; natürlich wählen auch alle gewerblich beschäftigten Ar- beiterinnen. Voraussetzung zur Wahlberechtigung ist die Vollendung des 21. Lebensjahres und der Besitz der bürger- lichen Ehrenrechte.__ parteiangelegenheiten. Zehlendorf-Wannscebahu. Am Sonntag, den 4. Januar, vor- mittags 8 Uhr, findet eine Fluqblattverbreitung von den Bezirks- lokalen Wilh. Miel, Karlstr. 12, und Benno Millcy, Potsdamer Straße 25. aus statt. Nieder- Schönhausen. Heute Soimabciidabend findet eine wicknige FlugblaNverbreilung von den BezirkSlokalen aus statt. Die Genossen werden gebeten, sich daran zahlreich zu beteiligen. öerliner Nachrichten. Ter Grunewald im Schnee. Er war kaum wiederzuerkennen! Wer hätte gedacht, daß ein paar tausend Millionen Kubikmeter Schnee aus dem viel- mißhandelten Kieferngehölz so einen startlichen, bezaubernden Märchenwald hätten schaffen können. AuS dem blendenden Weiß ragten die braunen Stämme, auf der Windseite iveiß liniierr, mir weiß ausgelegten Aesten und Kronen. Der Wind aber war nicht mehr da, und sie standen stumm und still unter der schneeigen Last. Am reizvollsten waren die be- puderten Schonungen, am bizarrsten große Lichtungen mit ausgerodeten Baumwurzeln. Die nach allen Richtungen ragenden, beschneiten, toten Baumwurzeln und der auf- gerissene gelbe Sand darunter wirkten fast gespenstisch. In hellen Scharen zog am Vormittag die Jugend hinaus, mit Schlitten und Schneeschuhen beladen. Tie Wahl der Wege war, außer für Schneeschuhläufer, beschränkt; iinmerhin ivarcn mehr Wege ausgeschaufelt, als man ivohl erwarten konnte, Wo die Ausflügler am Teufelssee. in der Umgebung des Pech- fees usw. die steilen Abhänge im Walde erreichten, die die Tätigkeit alter Gletsckcrabivässer ihnen ahnungslos bereitet hatte, da lösten die stummen Scharen sich in muntere Gruppen aus. die aus Tod und Leben immer wieder Hinabs, nisten, hinaufkraxelten, wieder Hinabschossen und so fort, bis die Wangen glühten und der Wald von Uebermut widerhallte. Vielleicht der größte„Betrieb" dieser?lrt im Grunewald war am Aus- sichtsturm an der Havel zu finden. Hinter dem Turm ging eine Bahn bis gegen das Wasser hinab, die ihre Ecken und Kanten hatte. Karambolagen jeder Art waren hier an der Schneeordnung. Alan sauste teils einzeln, teils zu zweien oder dreien, teils bäuchlings, teils rittlings die Bahn hinunter, und so gefährlich die Zusammenstöße oft aussahen, so scheint es überall bei gelinden oder starken Püffen sein Bovenden gehabt zu haben. Auf der Chaussee zwischen dem Aussichtsturm und Schildhorn blieb manches Auto im Schnee stecken. Ging man aber an der Havel entlang, so mußte man stellenweise durch tieferen Schnee stapfen. In den trüben Schilfbüschen hausen die Schwanzmeisen(Sumpfmeisen). Das Gefieder in der Kälte aufgeplustert, sehen die munteren Kerlchen dicker aus als sonst. Aber es ist der Hunger, der ihre Beweglichkeit fördert. Wo die Grashalme aus dem Schnee ragen, suchen sie geschäftig vom Halm karge Samen zu erbeuten. Zaunkönige helfen ihnen dabei; die Schwäne am User aber sehen mißmutig drein. Als wir von Schildhorn gegen Bahnhof Grunelvald um- wandten, war es Nachmittag geworden. Immer neue Züge brachten nette Menschenfrachten. Aber jetzt weniger Jugend und mehr gesetztes Alter, das sich erst nach dein Mittagsmahl aufmachte, um sich mit den Sprößlingen den„Rummel" im Winterlvald anzusehen und sich dann in einem der Lokale für diese Anstrengung zu laben. Aber selbst Spießer schlimmster Ordnung konnten einem den Wald diesmal nicht verderben. Er war zu herrlich in seiner Schneepracht. Berlin im Matsch. So plötzlich wir mit einer Unmasse von Schnee über- schüttet wurden, so plötzlich ist ein neuer Witterungsnmschlag eingetreten. Unter Donner und Blitzen setzte am Freitag früh ein Regenschauer, mit Hagel vermischt, viele in großes Erstaunen. Tab Gewitter war indes nur von kurzer Dauer. Nachdem trat Tauwetter ein. Die Straßen starrten bald vor Sännutz, so daß die Fuhrwerke nur mit Mühe vorwärts kamen. Besonders schwer hatten es die kleinen Pferde der Omnibusse, die stets besetzt waren. Tic Berliner StraßenreinigungS- Verwaltung hatte abermals eine Menge Arbeiter aushilfstveisc angenommen, um wenigstens die Hauptverkehrsstraßen einigermaßen passierbar zu machen. Tie'besten Dienste verrichteten die mit 4 Pferden bespannten SchneeMige. Tag und Nacht im Betriebe, machten sie besser alS Menschenkräfte cS vermochten, freie Bahn. Ter Straßenverkehr wurde sehr erschwert. Die Straßen- bahn konnte vielfach ihren Fahrplan nicht einhalten, und viele Personen, die pünktlich an der Arbeitsstelle sein mußten, kamen zu spät, wie schon am Mittwoch. Tic Achtklaffenschule und der Magistrat. Ter Magistrat hatte in seiner letzten Sitzung im ver- gangencn Jahre beschlossen, zu der im letzten Augenblick noch vorgenommenen Abänderung in der Klassenzählung der Ge- meindeschnlcn Groß Berlins, durch welche die jetzt übliche Zählung von 8—1 beseitigt werden soll, zunächst die städtische Schuldcputation zu hören. Diese trat gestern dieserhalb zu einer Sondersitzung zusammen. Sic hat einstimmig beschlossen, bei dem Minister dahin vorstellig zu werden, daß die ur- sprüngliche Fassung im Grundlehrplan für die Gemeinde- schulen Groß-Berlins:„Es bleibt den Gemeindcschuten Groß- Berlins überlassen, die Klassen von 8—1 oder von 7—1 und In zu zählen" ivieder hergestellt werde; sollte dies nicht möglich sein, wolle der Uiiterrichtsminister der Stadt Berlin mit Rücksicht aus die im Jahre 1908 bereits eingeführte Zählung die Art der Zählung der Schulklassen überlassen. Dieser Be- schluß fand die einhellige Zustimmung des Magistrats.-- Die Lehrer und die achtklasfige Gemeindeschule Berlins» Vom Berliner Lchrervcrein und dem Verein Berliner Bolls- schullehrcrinnen ist jetzt eine unifangreiche Eingabe an den KultuS« rninister gerichtet loordcn, in der auseinandergesetzt wird, weshalb die achtklasfige Volksschule für Berlin jeder anderen unbedingt vorzu- ziehen ist. ES heißt u. a. in der Eingabe: Nach unserem Urteil muß jede KUsseubezeichiiung, in der keine achte Klasse oben oder unten ausdrücklich genannt wird, einen Rückschritt in d e r V o l l s« b i l d u n g herbeiführen. Jetzt zeigt sich— je länger, desto mehr— bei einzelnen Eltern die Neigung, schwache Kinder länger als acht Jahre zur Schule zu schicken, damit auch sie noch die erste Klasse besuchen können; dann aber wird dieser Zweck und damit auch die Talsache selber in Wegfall kommen. In den letzten zehn Jahren ist die vorzeitige Entlassung von Kindern immer seltener ge- worden; dann aber wird(wie eS früher der Fall war) bei alt und jung bald wieder die Meinung entstehen, daß mit der ersten Klasse, also bei regelmäßigem Ausrücken nach sieben Schuljahren, die Schule in der Hauptsache ihre Aufgabe erfüllt habe. In der heuligen Organisation liegt die Tendenz, möglichst viele Kinder in die nächst höhere Klasse zu bringen. Dann aber wird bei der soeben gekennzeichneten, durchaus verständlichen Auffassung der Oeffentlichleit die entgegengesetzte Tendenz an vielen Stellen vorhanden fem und mit den oben genannten Ursachen zusammen auf die Entvölkerung der Obcrklasi'en hinwirken. Daraus ergibt sich eine weitere Folge: Jetzt hat jede normal aufgebaute Schule eine erste Klasse, also in Wahrheit a ch t aufsteigende Sülsen; dann aber lvird so manche Schule wegen zu geringer Besetzung die Oberklassc eingehen lassen, also siebenstufig lverdcn- und ihre Schüler der Oberklasse einer Nachbarschule über- geben müssen. Während also jetzt jede Schule ihre Kinder bis zum Eintritt ins Leben behalten kann, werden dann viele Kinder gerade in den Entwickeluitgsjahren, wo sie den inneren Halt besonders not- wendig haben, in eine andere Schule übergehen müssen. Es liegt also die Zählung der Klassen von 7—1 und Oberklasse nicht im Interesse der Kinder. Daß der neue Plan auch mit der alten Klaffenbenennung in Berlür den 13 303 Kindern, die alljährlich zwischen Berlin und seinen Vororten ausgetauscht werden, in vollem Maße gerecht werden lann, wird durch die Ileberlegung erwiesen, daß die Kinder ja nicht mechanisch nach derÄlasie, der sie angeboren, sondern nach dem Schuljahre, in dem sie geistig angelangt sind, ein- gereiht werden. Wenn derselbe Plan in Berlin und den Vororlen gilt, so ist auch bei verschiedener Klassenbezeichnung volle Sicherheit gegeben, daß keinem Kinde bei einer Umschulung unrecht geschieht- Es sprechen also viele, darunter recht schwerwiegende Gründe für die alte und nur wenige, dazu leicht widerlegbare Gründe für die neue Z ä h I u n g. Außerdem läßt sich noch folgendes anführen: Mit der soeben vorgeschlagenen Klassenbenennung von 1 bis 8 oder der allen von 8 bis 1 müßte der Plan allerwärts will- kommen geheißen werden. Denn die Berliner Schule bliebe, was sie ist, und für die kleineren Gemeinden Groß-BerlinS wäre ein segensreicher Antrieb für die Weiierentwickelung zum achlstusigen Aufbau gegeben. Mit der achtstufigen Volksschule könnte Berlin nach seiner Bestim- mung auch lveiicrhin Weg und Ziel angeben für die Aufwärts- entwickelung der Schulen im ganzen preußischen Staate. Sonst aber müßten sich die vorwärtsstrebenden Gemeinden ihre Vorbilder aus Sachsen oder Süddeutschland holen, wo sich die achtklasfige Schule sckon länger bewährt. Im letzten Augenblick ergeht deshalb an Ew. Exzellenz uniere geborsamste Bitte, die Sacklage noch ein- mal zu prüfen und durck eine neue Entscheidung die Berliner Ge- meindeickule und weiter die preußische Volksschule vor dem drohen- den Rückschritt zu bewahren." Die Silvesternacht in Berlin ist wie üblich verlaufen. In- folge des abends einsetzenden Schneetreibens war der Verkehr erschwert. Um den Trubel im Innern der Stadt, Unter den Linden, in der Friedrich- und Leipziger Straße in gelvissen Grenzen zu halten, hatte die Polizei fliegende Wachen errichtet. Desto toller ging es vielfach in einzelnen Lokalen zu, in denen großer Andrang herrschte. Im Friedrichshain, tvo jetzt der Ehrengruber Ivieder eingekehrt ist, ging es, je näher die zwölfte Stunde kam, hoch her. Bald war das ganze Publikum von Konfetti eingekreist. Alle möglichen und unmöglichen Scherzartikel flogen umher, ein Papierregcn löste den anderen ab; Riechpulver, gutes und schlechtes, letzteres vorzugsweise zog in die Nase, daß einem davon allein benebelt � werden konnte. In den Lokalen der Fricdnchstadt war kein Platz mehr zu haben. Schlag 12 Uhr ertönte das übliche Prosit Neujahr! Alt und Jung gratulierten sich, bis es die Teil- nehmer satt hatten und den heimatlichen Penaten zustrebten. Die Straßenbahnen hatten für den Nachtverkehr gesorgt. Tiefstes Elend— höchste Stimmung. Und wieder hat man in Berliu iu der Silvesternacht annähernd V i c r in a l h u n d e r t t a u s e ii d Mark verknallt und verjuxt. Es war keine Not au Scherzartileln und für jedweden Ulk war Raum. Tauiendeu Ehampaguerflaschen wurde der Hals gebrochen, man stieg in Punschbowlen herab, man lag sich iu den Armen, vollgetrunken und satt bis oben hinauf. ES war an Scherzartikelu keine Not, aber am Silvestermorgen erhängte sich ein Arbeiter, weil er die schwerste litt. Für den dümmsten Ulk war Raum in dieser Stadt, aber nicht für ihn. Tausenden Ehampagnerflaschen wurde nächtlich der Hals gebrochen, er aber hat seinen schon am frühen Morgen in die Schlinge stecken müssen. Die Vornchrneu stiegen i« Punschbowlen herab, er aber mußte auf ciueu Stuhl steigen, er griff zum Strick, und nicht viele Stunden später war alles entfesselt. Ein Arbeiter konnte den Anfang eines neuen Jahres nicht mehr abwarten, er machte rasch im alten ein Ende. Er legte Hand an sich, weil der letzte Hoffnungstropfen aus ihm gewichen war, aber um Mitternacht flössen im Westen Ströme von Wein und Sekt. Die Wohnung hatte mau dem Manne auch gekündigt und die Einrichtung auf Raten Ivollte der Möbelhändler in den nächsten Tagen abholen lassen. O ja. cS ist recht göttlich ein» gerichtet in dieser Well. Am Silvestermorgen muß ein hungernder Arbeiter freiwillig aus dem Leben scheiden, und 24 Stunden später begrüßt der Landesherr, der alles hat, die braven Halloren, die ihm Eier bringen und hundert Schlackwürste. Arbeitslose und Schnccbeseitigung. Wir haben uns in der Donnerstagnummer mit einer Notiz der„Volkswirtschaftlichen Korrespondenz" beschäftigt, nach der sich am Morgen des großen Schneefalls(TicnStag) nickt sogleich ge- nügcnd Leute gemeldet haben sollten, ivoraus der Scklnß gezogen wurde, die Arbeitslosen gingen der Arbeit aus dem Wege. Wir haben die Grundlosigkeit der Notiz dargelegt und die infame Ver- dächtigung der Arbeitslosen zurückgewiesen. Wie recht wir mit unseren Bemerkungen hatfen. geht aus uns neuerdings gemachten Mitteilungen hervor, daß viele Arbeiter, die sich als Schneeschipper meldeten, zurückgewiesen worden sind. So wird uns berichtet, daß am Mitjwoch vor dem.Depot der Straßcnrcinigung in der Keibel- straße sich etwa 153 Männ zur Arbeit meldeten, von denen aber nur 13 angenommen worden seien. Die Abweisung soll damit be- gründet worden sein, daß die Anzunehmenden einen Schein vom Arbeitsnachweis in der Gormannstraße haben sollten. Von anderer Seite wird uns berichtet: Mit großer Verwunderung las ich in der NeujahrSnummer deS „Vorwärts" die Auslassung der Volkswirtschaftlichen Korrespondenz und ihre Angriffe aus die Arbeitslosen. Dagegen muß ich sagen: Am Dienstag waren viele der Meinung, daß nicht sebr viel Leute zum Fegen eingestellt werde». Daraufhin stellte ick mich auch am Mittwoch zur Verfügung. Und zwar war ich schön um 5 Ubr in der Chriftianiastraße am Depot. Da waren aber schon miiidc- stcns 53 Mann versammelt. Ilm 3 Uhr wurden von den sich in- zwischen angesammelten 333 Mann 33 eingestellt. Da ich nun nicht dabei war, so begab ich mich nach der Wiesenstraß«. Auch hier waren so ungefähr 153 Mann überflüssig. Bon hier ging ich mit einigen Arbeitsuchenden nach dem Innern der Stadt. Auch auf dem Friedhof an der Bergstraße wurde niemand mehr eingestellt. Wir gingen nach'dem Slettiner Bahnhof. Da bekamen wir um Bescheid, wir sollen bis um 3 Ilhr warten, dann könnte der Bahnmeister sagen, ob er noch Arbeiter brauche. So standen wir dann mit schon durchnäßten Stiefeln im Freien bis um 1(13 Uhr. Dann kam der Bahnmeister mit der Mitteilung, er brauche 53 Mann. 32 Mann waren aber nur noch zur Stelle, andere waren schon weitergegangen. Tie fehlenden lauten Mittag vorn Nachioc is. Nun soll das Schaufetn ja eine ganz gesunde Beschäftigung sein— wenn man trockene Füße hat. Aber nicht jeder, den der Hunger Plagt, verfügt über juchtenlederne Stiesel. So ging es auch mir in meinen Salontretern sehr mißlich wie noch vielen andern. Zur Mittagszeit geht es mit den 33 Ps. Verdienst in die Wirtschaft, um die Schmalzstullen zu verstauen. Da merkt man erst richtig die durchnäßten Stiefel und Strümpfe. So geht es bis um 3 Uhr und dann noch den Marsch bis zum äußersten Norden. Ich möchte mal die Schreiberseelen der Volks- wirtschasllichcit Korrespondenz fragen, ob sie es schon versucht haben, unter solchen Uiitstäitdeit Schnee zu schaufeln, wo man jede Schneeflocke merkt, die auf die Stiefel fliegt. Wenn nicht, so wollte ich ihnen nur den Rat geben, es einmal zu versuchen; vielleicht daß sie dann gescheiter werden. Soweit die Auslassung eines Arbeitslosen, die in ihrer nackten Darstellung die Gemeinheit der Verdächtigung der Arbeitslosen durch die„Volksivirtsch. Korrespondenz" und Blätter ähnlichen Schlages in ihrer ganzen Größe erkennen läßt. So wie diesem Arbeitslosen, der keine ganzen Stiesel hat, gebt es Hunderten. Selbst die mit der Arbeit vertrauten Stratzenreiniger haben cS jetzt nicht leichl, denn auch sie verfügen nicht tivcr Schaftstiefel. In Wirklickkcit sehen also die Dinge anders aus, als sie manche Tintenkulis sehen, die nur die Arbeitslosen schmähen, weil es ihr Beruf ist. Auch der„Lot'alanzeiger" beteiligt sich au dieser Venutglimpstutg der Arbeitslosen. In seiner Ausgabe von gestern— Freilagabend — meint er, daß gern noch 1333 bis 2333 Mann mehr hätten eingestellt werden können. Woher weiß der„Lokalanzciger" denn da»? Tann aber hätte es an verschiedenen Stellen nicht an Be- strebuttgcit gefehlt, eine Erhöhung des 3 M. betragenden TagelohncS durchzusetzen, und erst als der Aufseher erklärt habe, dann bleibe der Schnee liegen, sei weiter gearbeitet worden. Ferner heißt e? in diesem Blatte wörtlich:„Im Astsi weilten in der Nacht zum 1. Januar 4134, in der heutigen Nacht 4303 Mann. Man sieht: der Drang zur Arbeit ist im ganzen nicht allzu groß." Ter richtige „Lotalanzeiger", wie er leibt und lebt. Temgegemito: sei ans miscr« obigen Feststellungen verwiesen, die das direkte Gegenteil erweisen. Wenn der geringe Tagelohn von den Arbeitern bemängelt w ordert ist, so kann dem nur zugestimmt werden. 3 M. pro Tag ist kein Lohn für einen vollkräftigen Arbeiter, der obendrein bei dem Wetter in schlechtem Schuftzeug arbeiten soll. Dann der Hin- weis auf die Belegung des Asyls! Die Leute im„Lokalanzeiger" sind so weltfremd, daß sie nicht wissen, daß viele Personen, die im Asyl nächtigen, durch Unterernährung so kraft- und saftlos sind, oqtz sie oft zur leichteften Arbeit untauglich werden und daß nur ein Teil dieser Leute für das Schneeschaufeln in Frage kommen lamr. Wegen des großen Angebots von Arbeitern in Neukölln mutz ein Wechsel stattfinden, in dem heute dieser, morgen jener Teil der Arbeitslosen beschäftigt wird. Hoffentlich erkennen endlich auch die Arbeiter, die heute noch den Lokalanzeiger lesen, die Arbeiterfcindlichteit dieser Inseraten Plantage. Ter Kampf um die Lustbarkeitssteuer. Die am 1. April v. I. in Kraft getretene Lustbarkeitssteuer der Stadt Berlin hat, wie man lveitz, ebenso wie die Bierfteuer zahl- reiche BerwaltungSstreitklagen hervorgerufen. Als der erste dieser Prozesse sollte am nächsten Dienstag, den 6. Januar, vormittags 1l Uhr, vor dem vez irkSauSschu tz Berlin die Klage der Wntergarten-Gesellschast m. b. H. gegen den Berliner Magistrat ver- handelt werden, in dem die Rechtsungültigkeit der ganzen Lustbarkeits- steuerordnung mit der Begründung nachgewiesen werden sollte, datz die Minister deS Innern und der Finanzen am 20. Marz v. I. der Genehmigung der Steuerordnung durch den Oberpräsidenten vorläufig nur auf zwei Jahre mit dem ausdrürltichen Vorbehalt zugestimmt hätten, die Zeitbeschränkung geeignetenfalls auch vor Ablauf der Frist auf Antrag aufzuheben. Dadurch sei gegenüber den Beschlüssen der städtischen Behörden eine neue Rechtslage geschaffen worden; die Stadtverordneten hätten zum mindesten noch einmal über die mit Zeitbeschränkung versehene Steuerordnung beschlietze» müssen. Auf Antrag deS bellagten Magistrats wurde der Termin am 6. Januar aufgehoben und auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Anwalt der Klägerin, Rechtsanwalt Dr. Treitel, richtete infolgedessen an den Be- zirksauSschutz eine Anfrage nach den Gründen, die den Magistrat zu seinem Vertagungsantrag veranlatzt hätten; er wieS darauf hin, datz nach den gesetzlichen Bestimmungen eine Vertagung nur auS wichtigen rechtlichen Gründen er- folgen könne. Vom Bezirkausschutz ist darauf gestern folgende Antwort eingelaufen:„In der Verwallungsstceit- fache Wintergarten G. m. b. H. wider Magistrat Berlin wegen Lustbarkeitssteuer für 1313 wird auf die Anfrage mitgeteilt, datz der Termin aufgesckoben worden ist, weil der Beklagte zurzeit um- fang reiche Ermittelungen rechtlicher und tat« sächlicher Art anstellt."— Wie erinnerlich, hat der Berliner Stadlkämmerer bereits am 27. November in der Stadtverordneten- Versammlung infolge der sozialdemokratischen Interpellation über die Wirkungen der Lustbarkeitssteuer tatsächliche Mitteilungen gemacht, so datz man annehmen»nützte, datz der Magistrat sich über diese Seite der Frage bereits genügend unterrichtet hätte. Was die Rechts- frage anlangt, so dürften neue Ermittelungen des Magistrats hie- rüber zu spät kommen; derartige Feststellungen werden sonst immer Vor Erlaß einer neuen Steuerordnung getroffen. Ei» Streich gegen den Genossen Hetzschold. Es wird berichtet, datz gegen den Genoffen Hetzschold das Konkursversahren verhängt worden sei, und datz er deshalb nicht in der Lage wäre, sein Stadtverordnetenmandat ausüben zu komien, da bekanntlich m einem solchem Falle die Rechte des in Konkurs Geratenen ruhen. Wir möchte» hierzu bemerlen, datz ein Bäckermeister gegen Hetzschold, Schneider und den Vorstand des Bäckerverbandes eine Klage angestrengt hatte wegen Herausgabe eines Bohkott-FlugblatteS und datz das zuständige Gericht die Beklagten zur Zahlung von KLOO M. verurteilt hatte. Da die Beklagten vermögenslos waren, hatte der Bäckermeister das Nachsehen. Jetzt soll den Genoffen Hetzschold anschemend die Rache treffen durch den Antrag auf Ver- hängung des Konkurses. Erstens kann ein Gläubiger keinen Konkurs beantragen, ganz abgesehen davon, datz Hetzschold weder ein Geschäft noch Vermögen hat, zweitens aber dürfte selbst dann, wenn dem Antrage auf Ver- hängung des Konkurses stattgegeben sein sollte, dieser Antrag im Bejchwerdewege aufzuheben sein. Oswald Aysche. Einen eifrigen Parteigenossen hat die Berliner Parteigenossenschast durch den Tod verloren. Oswald Aysche ist an» 1. Januar, abends 10 Uhr, im Krankenhaus am Friedrichs Hain einer Bauchfellentzündung erlegen. Erst gm Dienstag erfolgte seine Ueberführung in das Krankenhaus, weil eine Operation des Blinddarms sich als notwendig herausslellle. Niemand, der den kraftstrotzenden Menschen noch in der letzten Zeit gesehen,»vird sich der tiefen Erschütterung erwebren können, die so plötzliches Sterben bereitet. Aysche war in der Berliner Parteiorgonisalion lange Zeit tätig. Im dritten Berliner ReichsiogSwahlkreiS fungierte er als Schrrftsührer. als AbteilungSsührer, und dem Zentralyorstand von Grotz-Berlin gehörte er als Mitglied der Agitalionskoinmission der Provinz Brandenblirg bis zur Trennung Berlins von der Provinz an. In der»nüi'dlichen Agitation entfaltete er seine Hauptlätigkeit. Eine volkStmnliche Beredsamkeit machte ihn zu einem, besonders auf dem Lande autzcrordentlich wirksamen Agitator für unsere Bewegung. I» zahlreichen Versammlungen ist er aber auch den Berliner Partei- genossen als Redner näher getreten und auch hier wirkte er durch seinen Ueberzeugungseifcr sleiS anfeuernd und belebend. Erst 40 Jadre alt ist er dahingegangen. Die Parteigenossen Berlins und der Provinz werden ihm ein ehrendes Andenken be- wahren. Die Beerdigung des Genosten Aysche findet statt am Soirntag- nachmittag um 3'/« Uhr auf dem Friedhof der Freireligiösen Ge- meinde'in der Pappelallee. Auf dem Stettin er Bahnhof erhängt hat sich, wie wir berichteten, vor acht Tagen ein unbekannter Mann von ungefähr 30 Jahren. Bis heute ist es noch»richt gelungen, die Persönlichleit des Toten fest- zustellen. Der Unbekannte, dessen Leiche nach dem Schauhause in Berlin gebracht»mirde, ist 1,65 Meter grotz und schlank, ba: rötliches Haar, einen kleinen rötlichen Schirurrbart, ein längliches Gesichts bramre Augen und eine gebogene Nase und»rüg ein schwarzes Jackett. eine schwarze Weste, eine ichwarzgraii gestreifte Hofe, einen Marengo- nberzieher. einen Umlegekragen mit rolschwarzgestreiflem Schlips, schwarze Schnürschuhe und einen schwarzen, steisen Hut, der mit einem K. gezeichnet ist. Besondere Kennzeichen an dein Toren sind Drüiennarben an der rechten HalSjeite und eine Narbe auf dem rechten Handrücken. Durch einen Sturz von der Treppe tödlich verunglückt ist der 15 Jahre alle ArbertSbursche Dsias Melber aus der Grenadierstr. 38. Der junge Mann wurde von Hausbewohnern auf dem unteren Treppenabsatz besinnungslos aufgefunden. Er war durch noch nicht aufgeklärte Ursache mehrere Stufen hmabgefallei». Er wurde sofort nach dem Jüdischen Krankenhaus in der Auguststratzs gebracht, doch verstarb er schon auf dem Wege dorthin. Arbeiter-Bildungsschulc. Sonntag, den 4. Januar und Sonntag, den 11'. Januar 1314, abends ll'/z Uhr, Vorträge der Genossin Dr. Sophie Liebknecht über„Met st erwerke der bildenden Kunst", mit Lichtbildern. Morgen, 4. Januar. 1. Teil. Mitglieder ohne Beitragsreste freien Eintritt. Beiträge können am Eingang entrichtet werden. Gäste zahlen 20 Pf. Apollv-Thrater. Die Direktion des Apollo-TheaterS setzt alles daran, am dem bekannten Barielö das frühere Prestige wieder- zugeben. Und man kann sagen, datz sie das nicht ohne Erfolg tut, DaS beweist das neue Programm, mit dem das neue Jahr begonnen worden ist. Im Mittelpunkt dieses Programms steht ein Gasispiel Hartsteins:„Der, Stolz der 3. Kompagnie", eine Militär- burleske in zioei Bildern. Hartstein ist kein Unbekannter. Schon früher hat er durch seine Mimik und durch seine trockenen Witze das Publikum trefflich unterhalten. DaS tut er auch diesmal in seiner Rolle als Musketier Distelbeck. Und als er im Hotel Kaiserhof, wo er die Uniform seines auf einer Bummelfahrt als Gemeinen be- ffndlichen Leutnants abliefern soll, selber in die Rolle seines Leutnants gedrängt wird,»nit anderen Osfizieren zusammen ein Saufgelage veranstaltet, so bleibt kein Auge trocken und der Beifall will kein Ende nehmen. Auch die übrigen Nummern sind gut gewählt. Bernhard M ö r b i tz als Blumenverkäuferin und als Briefträger übt immer noch dieselbe Zugkraft aus wie früher. Maud Kerry beherrscht musterhaft die Violine, während Claire Linet stimmlich Vorzügliches leistet. Van Dock stellt sich als äuherst gewandter Karikaturist vor. der mit der linken Hand seine Striche auf das Papier mit großer Geschwindigkeit hinwirft. Eine Radfahrertruppe und eine japanische Gymnastikergesellschaft vervollständigen das reichhaltige Programm. Vorortnachrichten. Lichtenberg. Wegen einer Benzincxplosion wurde die Lichtenberger Feuerwehr nach der Kraft- und Lichtgesellschaft„Wien" in der Herzbergstr. 74 von der Irrenanstalt Herzberge alarmiert. Die Explosion erfolgte, als der Verwalter Schohl den Kontorraun» betreten wollte. Er wurde an der Hand und im Gesicht verletzt, Fenster und eine Rabitz- wand wurden eingedrückt. DaS entstandene Feuer konnte auf einen Raum beschränkt werden. Entstanden war die Explosion durch Benzindämpfe, die sich dann beim Oeffnen der Tür an einem offenen Ga-Zofen entzündeten. Z?ricdrichsfclde. Morgen, Sonntag, vormittag pünktlich 8 Uhr findet von den be- kannten Stellen aus eine Kuvertverbreitung statt. Von 10—6 Uhr ist K r a u k e» k a s s e n w a h l im Schlotzrestaurant. Wahll Helfer wollen sich rechtzeitig im„Lindenpark" einfinden. Nahrungssorgeil haben den 48 Jahre alten Schuhmacher V., Luisenstr. 15, in den Tod getrieben. V. war bereits längere Zeit ohne Arbeit. Seine Bemühungen, solche zu finden, blieben ohne Erfolg. Aus Verzweiflung erhängte er sich. Remickendorf. Zu der morgen Soirntag, den 4. Januar, stattfindenden Wahl der Arbeiigeberausschuhmitglieder znr Orts- k r a n k e n k a s s e Riede r b'a t'n'l in hat der Wahlverein eine Kandidatenliste aufgestellt, die die Nummer 1 erhalten hat. Wir fordern alle Genossen und Genassinnen, die als Arbeitgeber Ver- ficherungspssichtige bei der Krankenkasse ge»neldet haben, auf. sich an der Wahl zu beteiligen und Liste Nr. 1 zu wählen. Die Wahl findet von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 6Uhr im Restaurant Fuhrmann, Haupt st r. 81/82, statt. Als Legitimation dient die letzte Beitragsquittung der Reinickendorfer OrtSkrankenlasfe. Bernau. Ucder die Bedeutung der Krankenkassenwahl für die Arbeiter spricht heute Sonnabend, den 8. Januar, abends 8>/z Uhr, bei Salzmann, Basdorfer Stratze, in einer öffentlichen Versammlung Reichslagsabgeordneter Genosse R. Schmidt. Da bereits am 4. d. Mls. die Wahl stattfindet, ist der Besuch der Bersaimnlung dringend notwendig. DicuStag, den ti. Januar, abends S'/j Uhr, findet bei H. Modisch, Kaiserstratze, der erste der vom Bitdungsausschntz arrangierten technischen Vorträge statt. Ingenieur Woldt spricht über:„Das Berufsschicksal der Industriearbeiter". Eintritt 20 Pf. Die Karten behalten zum zweite» Vortrag:„Die Maschine im Wirtschaftsleben" Gültigkeit. Jugendliche baben freie»» Eintritt. Wir ersuchen die Arbeiterschaft, diese interessanten Borträge zu besuchen und damit die Arbeit des Bildmigsausschusses zu unterstütze»». Nieder» Schönhause». Aus der Gemeindevertretung. Für die Reinigung des Bürger- steigeS infolge des Schneefalls»vurden 800 M. bewilligt. Zu dieser Arbeit sollen nur einheimische Arbeiter verwendet werden. Die Kosten für die Beleuchtung der Slratzen betragen für 1314 80 614 Mark. Für das Hypothekenamt machte sich wieder eii»e Aenderung des Statuts notwendig. Vom Ministerium wurde verlangt, datz der Passus: An Grundstücksgesellschaften dürfen Hypotheken nicht beliehen »verden, eingefügt wird. Die Vertretung stimmte dem zu. Da die Zahl der Schüler und Schülerinnen am Realgymnasium und Lyzeum »ii einzelnen Klaffen über 40 gestiegen ist, soll je ein Hilfslehrer an- gestellt werden. Die dadurch entstehenden Kosten betragen für das Realgymnasium 1230 M., für da« Lyzeum 2100 M. Bei dieser Ge- legenheit ersuchten unsere Genossen. datz den Gemeinde- schulen bezüglich der Schülerzahl dasselbe Wohlwollen enl- gegengebracht»verde»»»nöge wie den böheien Schulen. ivie Hundesteuer soll fortan mit den anderen Steuer» im November erhoben»verde»». Die Errichlung einer Direktorstelle am Real- progymnasium zeitigte eine imeressanle und scharfe Debatte. Bürger- »neisier Abraham machte die Mitteilung, datz die Regierung ersucht habe, dem Leiter des Gymnasiums, Oberlehrer Dr. Stolze zum 1. April 1314 den Titel Direklor zu verleihen. Das Kuratorium habe sich eingehend mit dieser Ailgelegenheil beschäftigt und sei zu dem Beschlutz gekommen, dem Gesuch der Behörde stattzugeben. Durch die Verleihung des Titels steigere sich das Gehalt des Ober- lehrcrs um 800 M. pro Jahr; trotz der schlechten Finanzlage habe sich daS Äuratoriun» aus den Standpunkt gestellt, datz der Titel Direktor das Ansehen der Schule ganz bedeutend hebe, ferner der Leiter der Schule sich als Direktor bei den Eltern der Schüler sowie bei der Lehrerschaft mehr Respekt verschaffe. In der Debatte be- zeichnete Genosse Hiege den Stondpunk» des Kuralorimns als höchst bedauerlich. Er. Redner, habe nicht die Auffassung, datz man sofort apportieren müsse,»venu eS die Regierung will. Genosse Breitmann beantragte, in anbelracht der schlechten Finanzen die Verleihung bis zum l. Oktober 1314 hinauszuschieben. Habe sich der Leiter der Schule als Oberlehrer die Achtung und das Vertrauen der Bürgerschaft erworben, so sei das erfreulich uitd beweise, datz der Titel nebensächlich sei. Verschiedene bürgerliche Redner vertraten dteselbejälnsicht wie unser Genosse. Der Bürgermeister versuchte wiederholt Stimmung für den Beschlutz des Kuratoriums zu machen, was ihm jedoch nicht gelang. Mi: erhobener Stimme machte er nochmals auf den Wunsch der Re- gierung und die eventuellen Folgen seiner Ablehnung aufmerksam. Hieraus wurde der Antrag unserer Genossen mit neun gegen sieben Stimmen angenommen._ Spiel unö Sport. Wanderer. Deutscher Arbeiter- Wanderbund„Die Naturfreunde». Am Sonntag, den 4. Januar, werden solgende Touren unternommen: Ortsgruppe Berlin I: Märkische Schweiz. Dabmsdorf-Müuchc- berg, Klobichsee, Lapnower Mühle, Buckow. Abfahrt Schlesischcr Bbs. 5.25 Uhr vorm.— Ortsgruppe Berlin II: Ludwigsielde, Mauer Berge, LudwigZselde. Aöjahrt Slnbaltcr xiernbhj, 6.15 Ubr vorm.— Ortsgruppe Berlin III: Jungsernäcide, Saatwinkct. Frohnau. Treffpunkt» Uhr vorm. Bhs. Jungseinheide.— Ortsgrupve Verl in IV: Frobnan, Tegel. Abfabrt Stetliner Vororlbds. 2.03 Ubr nachm.— Ortsgruppe Neukölln: Grotz-Bcsten, Paetz, Teupitz. Abfahrt Bhf. Neukölln 6.08 Uhr, Görlitz«: Bhs. 6.55.— Ortsgruppe Steglitz: Madlow, Rangsdorfer See, LudwigZselde. Abmarsch Rathaus 8 Uhr. Abfahrt Bhs. Mariendors 8.51 Uhr, Potsdamer Bbs. 8.37 Uhr.— Ortsgruppe Friedrichs Hagen: Köpenick. Rahnsdorf Krumme Lanke, Schulöckwitz. Abfahrt Bhs. Köpenick 12.16 Uhr nach. Nadfahrer. Arbeiter. Rndfahrerverein Groh-Berli». Am 4. Januar, nachm. 2 Uhr, nach Zllt-Vlienicke, Troppens. Anschlutzstart: Bhf. Treptow. Turner. Duruverein„Fichte». 8. M.-Adt.: Rodelpartie am Sonntag, den 4. Januar, nach den Pittbcrgen. Treffpunkt 7 Uhr, Schlefischcr Bhs., Madaistratze. Fußball. Märkische Spielvereinsgung. Bezirk Groß- Berlin. Des Setters wegen sollen am touunendcn Sonnlag sämtliche Fußballspiele aus. fsreireligiöke Gemeinde. Am 4. Januar, vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter Straß» 6: Vortrag von Herrn M. H. Böge:„Leben und Wlssenschast."— Damen und Herren als Gälte willkommen. Laudsmauuschaft Ueckermünde> Usedom- Wollin. Die Lands- mannschatt crincht Parteigenossen und Genossinnen, welche aus genanntem Kreise gebürtig sind und hier wohnen, an der am Sonntag, den 4. Januar, nachmittags 6 Uhr, im Lokal von Rodrigo. Boriigstr. 24, stattsutdeuden Versammlung aus Parteiinteresse recht zahlreich teilzunehmen. Eingegangene Druckschriften. Don der„Neuen Zeit» ist soeben das 14. Heft des 32. Jahrgang? erschienen. Aus dem Inhalt des HesteS beben wir dervor: Kirchenaus- trinsbewegung und Sozialdemokratie. Bon Paul Göhre.— Der amerikanische AgrarzenjuS. Bon I. Piletzky.— Jugend, Partei und Gewerk- schalten. Von Hugo Derne»(Elberfeld).— Der geheiligte Streitbruch. Von Franz Klühs,— Konkurrenzttausel, Zentrumspartei und Angestellte. Von Paul Lange. Die„Neue Zeil" erscheint wöchentlich einmal»md ist durch alle Buw- bandlungen, Poslanstallen und Kolporteure zum Preise von 8,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch tann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. DaS einzelne Heft kostet 25 Pf. „Der Kamt's.» Sozialdemokratische Monatsschrist. Wien, Jahrg. VII. rt 4: Otto Bauer; Erwachende Völker. Adolf Braun: Hainseid. Rjasanosf: Friedrich Engels Jugendarbeiten. Friedrich Engels: Deutsch» land und die Schweiz. Oda Olberg(Rom,: Die politische Lage in Italien. JulttiS Fischer(St. Pölten);' Das Auswanderungsgefetz Johann Schorsch i Arbeitsverdienst und Unsallrente. Otto Koenig: Zwei ülmerikabüchcr. Studie« und Skizzen zur Geuiöldckuude. Herausgegeben von Dr. Th. v. Frimmel. 4. Lieser. Verlag: Herold u. Co., Dien I. Marktpreise von Berlin am 31. Dezember 1t>l8, nach Ermitlellmgen des tgl. Polizewrändiiims. Mais(mixed), gute Sorte 16,60—16,80, mittel 00,00—00,00, geringe 00,00—00,00. Mais»runder), gute Sorte 14.80— 15,10, Rtchlstroh 0,00-0,00. Heu 0,00—0,00. Martthailenvreije. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Sveiscbobn«!. weiße 35,00—60,00. Linien 36,00—80.00. Kartofseln(Klembhl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2.40. Rindslench, Bauchfletsch 1,30-1,80. Schweinefleisch 1.40—2.00. Kalbfleisch 1.40—2,40. Hammelfleisch 1,50—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 4,60—7,20. 1 Kilogramm Kardien 1,40—2.50. Aale 1,60-3,20. Zander 1,10-3,20. Hechte 1.40—2,60.«arfche 1,00—2,20, Schlue 1.60—3,20. Bleie 0.80—1.60. 60 Stück«reble 3,00—30.00. Ycrwaltang Berlin. Einsetzer. Sonntag, den 4. Januar 1914, Dornt, 10 Uhr: Branchen- Versammlung im Geuierkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3. Tagesordnung: f. Bericht der Kommission. 2. Neuwahl der Kommission. 3. Verbands» angelegcnheiten.� 81/2» vis Qrt»vervr»Iti»»s;. Mebein Bier Kas lob ich mir sütüg, �«hBitvochbthimmlidl Speziatarzt fiir Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- störung. Mäßige Preise.* Dr. med. WockcnfnU, Friedrichstr. 125(Orawenb. Tor) Sprocbst. v. 8— 8. Sonntags 9—11, J. Baei* ßfll!Sir.28prinzC-Allee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. , Elegante Paletots, Ulster, Joppen. Großes StoHlager zur eleganten Maßanfertigung�:: ** Billigste, feste Preise. ist der schönste Ausflugsort? + Immer noch PichelsVerder, VZZl? beim Alten Freund. kaäien Sie von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz gewesene Jackett- u. Bock- nnzfige, Paletots, Ulster, Serie I: lO—lS M., Serie II: 30— 30 M„ größtenteils auf Seide. Ferner Gelegenheitskäufe in neuer flaßgarderobe enorm billig Riesenposten Kleider, Ko�tttme. Plüschmantel, auf Seide, früher 150, jetzt 80—35 M. 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Lange, Brunnenstr. 166 ddepe, Schoneberg, GnnevtldJlr.SO. R?everJP.,Xkll3.JBorlinerßtr.43— 50 H. Kfeusch, Breitest. 24, Spandau. •L Ch. Pollmanu. Uihriagerstr. 60. sPra�ger. Rcinickond. Str. 11. P. Lamla, Iramanuelkirchstr. 20 Ew. Liesegang, Danzieerstr. 42 Adolf Linde, licbtabg.. WilheünsU'.ia Carl Lindenberg, Lichenerstr. 4. H. LÖbS; Reiniekciid.-Ost, Ksmebertr.ll Fdh Lungwitz, Hohenlohestr. 3. W. Luzemann, 0.,GabrielMaxst.2 W. Mcgow, Lichtenbg., üärtfierst 5 H.Marli erat, Charl.,Go€iUcstr.49. R. Markwcrth, Pflügerstr. 11. R. Masdsler. Lichtrab�rq. Odendr?7 r AntonMeiynar,Landsbergerst.l7 Alfred Metzaer, Fuldastr. 55/6 Möhlstoff, Spandau, BiaBarcktlx. 5. G. Mosler, Weißenburgerstr. 42 E. Muhle. Manteuffelstr. 87 Max Mutn, Falkensteiustr. 37 Carl Neuendorff, Sidringerstr. 76 Wilhelm Niklau, Malplaqnetst.6. Cnstav Nielsen, Lindowers tr. 9 P. Nftsdike, Cadinerstr. 4. Paul Otto, Danxigerstr. 81 Robert PÖtachke.Sprengclstr. 4,5. J.UJ'opp, AmeiidMtr.lOd, Belniclcenl-Ost. 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Donner, Dunckerstr. 78. Rud.Duncker, Pankow, Mühleast7I Fritz Elchler, Bastianatr. 18. W. Ernst, Pücklerstr. 42. Franz Faulwetter, Manteaffel«tr.87. Carl Feist, Friedenstr. 101. Friedr.Flemn:Uig,Böxliagcncr«tr.27. Paul Freitag, Stuttgarterstr. 13. E. Freyer, Biazeaair.<2. E.Markusnr. R.Friedrich, Marienburgerstr. 38. KclnrichFrister,VaHk»w,Florast.50 Rob. Gebler, Wildenbruchstr. 68. F. George, Wilhelmshavcnerslr. 23. Fritz Glauner, Chausseestr. 80. Gnir.nlor, R. Posenerstr. 16. Wilh. Godt, Emdenerstr. 59. B. Gonsior, Treptow. Grätzstr. 65. O.Görfc.Wi«-nsrr.S I, br a.griinc Rbm. Grorc-KiiodoKeinickendorfcrst.99 Groß-Bäckerei Berelina" i.West. PauiGrlsard, Pankow, Florastr.lO. Paul Gärtner, Treskowstr. 44 A. Günther, Gr. Frankfurterst. 75 F.HaukO'ertr.W.MfLii« Marienbcrgersl.T KarlHeic!enre!ch,Münchener3t.44 Karl Hennig, St eininctzstr. 74 Gnat.4t Ints Jiel.lfavelberfieritr. 26. O.Henning, Schmidts tr. 8a. Job. Hildebrandt, Rykestr. 32 Paul Hoppe, Hcrmsdorferstr. 8 Hoppe'iNacbf.ffraniarekjAdalbortil.efi P.I;!nsgOD,ilfrfi:rth-,B.Lichtearö4ersl. L« Jhle, Gerichtsstr. 53. Max Jacob, Pflögerstr. 70-1. öe uh.Jahn, Uei,ideruöt. 75, T.5S2 Reinickendorf, Hauserntr. 3. Faul jarrasch, Sprengelstr. 33 Jen dr cy ko, I mmn mi cl kirchstr. 10 Fr. Jcncireyko, Ohmstr. 9. Max Jesse, Bai�delstr. 27. O. Jcskc, Lihaucrstr. I B. Kam hak, Liebton bergerstr. 21 Georg Kappe, Wffbe.-naUarenentr. 8. A. Kelb, Kostockeratr. 31. F. Mieseweiter, KchivclbeinerstT. 16. Frieur. KUnder, üttrbachstr. 37 R. Kiinlcc, Weißens.. Lehdcr8t.l20. LKluck, Residenzst.l�, KeüiickeQd. R. Kl ei a er. Schulst r. 102 I Sc�EfElliiliUliUH:! L.-in'ici.ir, Max Knittert, Land.sb. Allee 29. Frieüilch Knop, Bodestr. 31, P»»lK8bemlci,Wilh.8tolze8tr.J5' A.KosmebijA'kUu lDouau9tr.52-«3 F. Risieben, Samaritcrstr. 11» R. Riemer, Pannierstr. 4. Willy Rohde, Zeilestr. II Hubert RSsner, Triflstr. 4 Aifre'Rost, Reichenbergerst lSS F.Snndmonn, Tiept«*, Grätzstr.25. Wilhelm Saater, Oidmtdernr. lt. W.Sdiaaf, Ueisictsd.-Üit.Pr«Tin:,t.83 Emil Sdialler, Schreinerstr. 52. P. Sdiinauer, Ankiamentr. 15. P.ScIiirmer, Reioiclend-0.J'rovi«al.59 Cari Schleich. O., WQhliscUst. 3 Wilh. Schmidt, Ucbcnwaldenit. 10 Paul Schmoll, Amsterdamerstr.S. O. Schneider, NW.,S«aimeri«gitrI9. Willy Schneider, yclicchloistr. n. CustavScbfifisch, Dolzigorstr. 31 Paul ScfaSn, Kopenliagenerstr. 74. EberfaardSchBnwiese.Lideritutr 6 Paul Schröder, lieünersdarlerstr. 27 E, Schön, Kniproderstr. 8 W. Schönwiese, Roraintenerst.M Carl Schulz, Noukölin, Ilsestr. 26 Paul Schulz, Hufeiandstr. 2 Paul Sdiunert, Stolpischestr. 35, Adolf Schulz, Florastr. 78 Pauk. Paul Schörer, Tilsitcrstr. 12. Reinh.Scfaurwanz,Eutaiuta-AIIee46 Karl Schwarz, Thaeretr. 21 P. Sdiyarzhedc, Wiclefstr. 27. dSruno Schwarz, AndreaspUtz 3. Sdiwencke, Herrn. Rykestr. 23 E. Seelöuder, Lenaustr. 7. 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Klose, Kciuickendorlerstr. 86. F. tMÜ. ÜIÖiiePSlP.12. O. Kunze, Reinickendorfer St. 14 Carl Lange, Lindenstr. 2. F.Laufmann,Reiniekendorfarst92 0.puies,HoU.U7,Remickond.-0. WillyKoscnow.Camphaubenst.t. K. Schotte, Pankow, Florastr. 94 M.Torge, Schöneberg, Kolo5lieiit.6( Ch.Vosgeran, Pank.Berlinerst.il, ii-iionlehtion Fl leilcd- u. Uiurstyjaren M, Br58ling,Wsitia3M, Langbuiil UD Ctto Gülle, Prenzlauer Allee 27 Mariajahn, Sp3nd.,Putadameret.46 ainFWßiEEliaif Ifififll Reinickendorf lUGöl Hauptstr. 25-27. Rob. Lindner, MSSr. s. August Lincke. Alte Jacobs tr. 26. Locfamann, Malplaquctstr. 32. O.Loose, N'klln., Kaiset Friedtklistr.T# liinhk# Inn RestoekerstrsSe 43. LueuRe, Juii. Fleisch.« Wuratfabr. A,Haar,neialcliead.,Schsni»eliitr. 24. Rathaus Drogerle.Bastsv.Btsilssl. W. Rauhut, Goriolitsstr. 54. SchlvcIbeiner.DrogericlSclUvell<.SL2t Franz Rick, Sohliemannstr. 18. He?!rÄr.57G.KeÄei. Hugo Schultz, fiällerstr. 166».. Hyg.Gumniw., Photogr.-Artikel. E. 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E.Kogel, Ksii frifdr.Str.Sü Bäukerei R HüMtian Kerg«'1'->29. Fonrage lt. nülMIdll Spcz.: Geflügelfutter. Krause, K«is.Friedr.S».79Seliwe'u»aeh! Maöel,Troptowerst.l45cb Eeiaeaek! Fr.Panaedc, Bergst 135, Leder w. j E. Sdiiller.Garttbtrgpl. Posamutier*. g panflau J. Bode, Ficheisdorferst 98. W.Lntter, Fakir., Ficheladorfaiilr fl. O.Rauer.Picheladrfrat.l 17. Kbbelgawk. O. Wenzel, Picheisdorteffi.tr.S«. G.KesieI,Ikreno.GoIl..laptiaektWtr C. Klopfer, Möbelhandlung. Rotthovsky, Fleisch-, ffiritT.,Gr.St.l» 'eilend BeerdigaBga-Inal.SUwaiatr.lpud.Berj.* O.Kammer, Spandßargtl, Obat,Geslia,. K.Zarthe.Hscselerat.Ue.Obatc. Geld!«. ilfeiflenlee Wilh. Koch, Schlaebter. IcHenlr.» ! Mehlhdlg. Pastorino,Cost..Ad.-Str.l7, E.GlelsihgFl.s.wiirsro'.lMghMiiair. 1 4 9 Kaistr&RoxIau.Madaeka. Gast. Ad.>1. 1 7 w ilhelmsriilt cfiflneDerB W. Hübner, Bülovstr. 61 MSbel. O.Eurzweg, Schuhm. Fenrigstr. 37.. CarlGahUSchlichterei.EdflwfiSilr.S�. M.Kempe, Seif'ngwcl!., Haupt str.28 J.Lasdilnski, Bäck..Edelwei3st.11. P.MegowjMikhgich. Lindenalleel3 W. Silladr, Snrgmagw., Hauptstr. 28 A.Trenner,ührca«.6«idv.lHMptitr.l2 R.Wolsdorf,Kolonialw., IIaspUtr.8. ossen Kflnigsbcreer t Co.Lankwitzerstr.l Herrenartlkol und Konfektion. Buitertiandinng üflinopoi F.Scheller, Irl.-, BertikLBeriimialSd 1 Warenhaus S. Cohen. €bcater. Sonnabend, 3. Januar 1911. Anfang o'/n Uhr. Deutsches Schauspielhaus. PclerchenZ Mondsahrt. Anfang 1 Uhr. Urania. Mit dem Imperator nach New Jork. Theater des Westens. DaS tapfere Schncidcrlein. Thalia. Aschenbrödel. Luifen. Dornröschen. Walhalla. O Tanncbaum. Rose. Frau Holle. Anfang 6 Mr. Cftttcä Palost am Zoo. Variclö« Lichtspiele. Ansang 6'/, Mr. CiiiesRollendorf-Theatrr.Varietö- Lichtspiele. Ankang 7 Ubr. Lpernhaus. Geschlossen. Aniang 7ll, Ubr. «gl. Tchauipicldaus. Hamlet. Teutsches. Viel Lärm um Nichts. «oiiiggräher Strafte. König Richard III. Zirlus Busch. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Reichshltllen. Stettiner Sänger. Aniang 8 Ubr. Urania. Mit Ballon und Flugzeug über Berg und Tal. Deutsches Opernhaus. Der Trou» badour. Kawmerspiele. Androklus und der Löwe. Lessinq. Pygmalion. Deutsches Schauspielhaus. Der zulcpt lacht. Lustipielbaus. Die spanische Fliege. M ontis Operetten. Die verbotene Stadt. Deutsches Künstler- Theater. Schiri» und Gertraude. Schiller O. Die Grojistavtlust. Schiller«harlottenburg. Was ihr wollt. Theater am Nollendorsplatz. Freddy und Teddy. Theater des Westens. Polenblut. Berliner. Wie einst im Mai. .ttomödienhaus. Hinter Mauern. «letiteö. Jettchen Gebert. Triano«. Änatoles Hochzeit. Thalia. Die Tangopriuzeistn. llieiidenz. Hoheit— der Franz. Mcrropol. Die Reise um die Well in 40 Tagen. Friedrich. Wilhclmstadtisches. Die Kinokönigin. Rote. Schürzenjäger. Kasino. Ferdinand der Tugend- haste. .Herrnfeld. WaZ sagen Sie zu Lctbusch'i Folies Eavric«. Der Kuckuck. Manöverschwindel. Die Samuels. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Aniang 8h', Ilür. Luisen. DaS Milchmädchen von Schöncberg. Walhalla. Wolkcnbummlcr. Aniang 8'/, Ubr. Neues BolkStheater. Der Kaiser«. jäger. Ansang S Hb:. AdmiralSPalast. Die lustige Puppe. Berliner Eispalast. Gissport. EineSNollcndorf-Thcatcr.Baricts- Lichlspiei�. Sternwarte, Jnvalidenstr. b7— 62 TlieaieriniierKöDiggrltzerStralSe Abends 71/, Ubr: König Richard III. Komödienhaus. Abends 8 Uhr: Hinter Hauern. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Wie einst Im Hai. Schiller-Theater O.™«: Sonnabend, abends 8 Ubr: Die Oroßstadtlnft. Sonntag, nachmiltags 3 Ubr: Wi'schüft istrnrösschen. 8'/, Uhr: Milchmädchen v. Schöneberg. Heute Sonnabend, den 3. Jan. Abends?>/. Uhr Große Sport-Vorstellung Das neue JanuarPruafaniBi! bestehend aus 10 erstklassigen Attraktionen. Um O1/, Ubr: Die neue große Ausstattung in 7 Bildern „Tipp-4 der Derby- Favorit 1914. Sonntag, den 4. Januar: 2 gr. yorstelliiDgen 2 nachm. 3 u. abend; 7V2 Uhr. In beiden Vorstellungen Dio neue grobe Ausstattung «Tipp« der Derby-Favorit 1 1914. Neues Programm! ,Persien4 Ballettdlvertiasement ausgeführt vom Eusemblo des Alhambra-Theater, London Kostüme v. Paul Poiret, Paris. Willi Pantzer Co. Ivette Akrobat. Sketch Exz. Violinistin Robert 8tcidl u. eine Kette hervorragender Kunstkräfle! Morg. Nachm. 3. Uhr: Vorst. Kleine Preise! Allabendlich v Uhr. Gastspiel Hartsieln lo seinem besten Schlager: Oer btolz der dritten Kompagnie Nie dagewesene Lacherfo'ge! Ausserdem: Bernhard Mörbits und die Januar- AttraKtionan Sonntag 2 Vorstellunnen Nachm 37. Uhr klein« Prelae Vollständiges Abendprogr. uml abends 8 Uhr Metropol-Theater. Abende präzise 7 Uhr öö: Die Reise um hie Erde in 40 Tagen. TZ-'s Nuller!. V©igt- Theater Badftraftc 58. Sonntag, den 4. Januar 1914. Nachmittags 3 Ubr: Kasewienluft. Abends 7 Uhr: Der Herr Senator. Lustspiel in 3 Akten von Schönthan und Kadelburg. Kassenerösst:. 10 Ubr. Aus. 3 u. 7 llbr. W« I halta-Theater. Nachm. 4 Uhr(zu ganz kl. Preisen): 9 Tannebanm! 8'/« Uhr: Wotkenbnmmler. URANIA-™ 4 Uhr: Mit d.„Imperator" nach New York. SUbr(zum ersten Haie): Mit Ballon und Flugzeug Uber Berg und Tal. Das Programm der Hörsaal. Vorträge im I. Quartal 1914 ist er- schienen und kostenlos erhältlich. Zirtcus Busch. Heule Sonnabend, den 3. Januar, abends?>/, Uhr: vroös Gala-Sport-VorstellBDg. II, a.: Marino, der Bezwinger des AutoS. Mab. Sadaja, Schulreiterm. Novellos Dressur-Akt „Im Kindergarten-. 7h0 3 Ronards Gnmn. Lust-Att. Hupt. HuU»« mit seinen dressierten Seelöwe». Zum Schlug:„Pompeji". Orig. Üwsstatlungs-Pantomime des Zirkus Busch in ö glänz. Akt«:. Bvranzeige! Sonntagnachmsttag 3>.', Ubr 1 Kind frei._ Casino» Theater Lothringer Strafte 37. Täglich 8 Uhr. Dos neue Januar- Programm. Nur noch einige Ausführungen! Ferdinand der Tugendhafte. In Vorbereitung ein neues Voiksstück „Die olle Webern-. Sonnt. 4 II.: Gohoimnisso v New York. Foües Caprlce. Der Knclrack. HanöverschwIndeL Die Samueln. Relciishallen-Theater Stettiner Sänger Neu: No. 13! Urkomische Burleske. Ansang 8 llhr. , jl Sonntag 3 Uhr nu ermäß. Preis.; Eniree 39 Ps. ODEON Vergnüäcuiijts- Palast im- der 10 000 Potsdamer SU. 72 SSt'S X a e 1 1 c h: Die große Wiuterdekoraüon; Neu! Iniierta! Neu! Sluppjßjljalljl Eintritt 2 Opchester. TeuleM Komwalzen und andere Attraktionen! Anfang y/aUfirl—,.,.3(1 Pf Sonntag 4„ jLmtntt aUll. LkNMtwortlicher Redaiteur: Alfred Wielepp. Neukölln. Für de« Lnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Lerlagsanstalt Paul Singer k Co, Berlin SW. Kr. 2. 31. Jahrg. KeMs-KnlU kö für Mm-WM 3. Janvar 1914. Vorortnachrichten. Neukölln. Stadtverordneten-Ersatzwahl. Am Sonntag, den 4. Januar finden zwei Stadtberord- n e t e n- E r s a tz iv a h l e>i statt. In beiden Bezirken und zwar im S. und 43. kommt die dritte Abteilung in Frage. Die Wahl- zeit ist von 1l) Uhr vormittags bis 6 Uhr abends. Der 9. Kommunalwohlbezirk umfaßt folgende Straßen: Berg- straße 1— 42 und 127— 163, BerthelSdorferstraße, Donaustraßc 56 bis 84/85, Goethestraßc, Richardstraße 1—25 und 98—120, Rosenstraße. Gewählt wird im Schanklokal von Emil Lehmann, Richard- straße 25. Kandidat ist der Eigentümer Robert Dichte, Wipperstr. 6. Der 13. Kommunalwahlbezirk umfaßt folgende Straßen: Bcnda straße, Bruno-Bauer-Straße, Delbrückstraße. Edmundstraße, Glasow straße. Herthastraße. Juliusstratze, Knesebeckstr. 6—34 und 120—146, Kranoldplatz, Kranoldstraße, Reinholdstraßc, Ringbahnstraße, Walter straße. Gewählt wird ini Schanklokal Paul Laube, Kranoldplatz, Ecke Bcudastraße. Kandidat ist der Privatbeamte Rudolf Schulz, Siegfried straße 3. Versehe sich ein jeder mit ausreichender Legitimation. Die Parteigenossen werden ersucht, alles aufzubieten, um auch die Indifferenten an den Wahltisch zu bringen. Charlottenburg. Eine neue Marktvolizeiverordnung für die Stadt Charlottenburg. Der Magistrai Hai dem Erlaß einer Marktpolizeiverordnung für die s�tadt Eharlottenburg zugestimmt. Von den neuen Bestimmungen sei hervorgehoben, daß Anträge auf Ueberweisung von Monats- ständen /an den Magistrat, von TageSständen an den städtischen Marklmdizser zu richten sind, während bisher die Stände den Ver- käufern von dem aufsichtsführendcn Polizeibeamtcn angewiesen wurden. Lichterfelve. Mit den im kommenden Frühjahr stattsindenden Gemeiudewahle» beschäftigte sich die letzte Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Mit den Vorarbeiten wurde eine achtgliedrige Kommission betraut. Ferner wurde einstimmig beichlosscn, den Antrag auf Ausschluß des bisherigen ersten Vorsitzenden Heinrich Winike aus der Partei zu stellen. Fugeudvcransta.tuuge». tKeuküll». Sonntag, den 4. Januar: Schnecpartre nach dem Grunewald. Schlitten sind mitzubringen. Abfahrt Ähs. Neukölln Uhr. Fahrgeld 40 Pf. Pankow Tchö» Hausen. Die Arbeiterjugend veranstaltet morgen Sonntag, den 4. Januar, eine Rodel- und Schncepartic nach Hermsdors- Glienicke. Trcsspunlt 9 Uhr Nordbabttbof tWollanknraße.) Fahrgeld 20 Pj. Proviant sowie Rodelschlitten sind möglichst mitzubringen. Museen, Summlungeu, Zehenswürdigkeiten. (Zutritt ist unentgeltlich, wenn nichts anderes vermerkt ist.— Als Feier. tage gelten Weihnachten, Ostern. Psingilen, Neujahr, Karfreitag, Himmels« jahrtstag, Äuglag.) Altes und Neues Museum.<2ustgarlcn.) Gcösfnctl an Wochen- tagen(außer Montag) 10—4, im Oktober bis März nur bis 3 Uhr; an Sonntagen tauch an den zweiten WeihnachtS-, Ostern-, Psinastfcicrtagcn) 12—6, im Oktober und März nur bis 5, im November und Februar bis 4, im Dezeniber und Januar bis 3.(beschlossen: an Montagen und Feier- tagen(außer den zweiten Feiertagen«. Architekt»� Museum.(Evarlotteuburg, Berliner Straße 171/172, Technische.vwchschulc.) Gr öffnet i Montag und Freitag 10—3, Dienstag und Donnerstag 12—3, Mittwoch 10— 12. Geschlossen l Sonnabend und Sonntag. Ausstellung s«r Arbeiterivohlfahrt.(Charlottcnburg, Fraunhoscr- straße 11/42.) Geöffnet: an Sonn- und Feiertagen l— 5, an Wocheiitageii (außer Montag) 10-1, am Dienstag und Donnerstag auch abends 6— S. Geschlossen: an den ersten WeihnachtS-. Oster-, Psingslscicrlagen. Berg- und kdüttenniuseiim.(Jnvalidenstr. 44.) An Wochentagen wer und März Januar bis 3. >W.._ 6/8.) Geöffnet nur vom 1. Avril bis 15. Oktober: unentgeltlich Sonnlag, Dienstag. Mittwoch, Freitag 2—7: außerdem an Wochcniagcn oormitlagS gegen Eintritts- gcld, wosür der gedruckte.Führer" gegeben wird. Botanisches Museum.(Dahlem, Königin-Luisc-Slraßc 6/8.) Milt- wach 10— 5, im Oktober bis März nur bis 4. Baumuseum. Siehe BerkehrSmuseum. Eisenbobuuliiscum, siebe Vcrkehrsmuscum. HVgicuemiiscui». Hcjßschcstr. 4. Dienstag und Freitag 10—2; Sonntag: April bis September 1—6, Oktober und März 1—5, November und Februar 1— 4. Dezember imi Januar 1—3. Kaiser Friedrich- Museum.(Moiibijoustraßc.) Geöffnet: an den Wochentagen«außer Montag) 10— 6, an Sonntagen(auch au den zweiten WeihnachtS-, Öfter- und Psingstseicrlagcn) 12—6; an Wochen- und Sonn- tagen(auch zweiten Feiertagen) im Oktober und März nur bis 5, im No- vcmber und Februar bis 4, im Dezember und Januar bis 3. Geschlossen: an Montagen und Feiertagen(außer den zweiten Feiertagen). Zutritt un- entgeltlich, nur am Dienstag und Mittwoch gegen 50 Ps. Kunstgewerbe-ÄNuseum.(Prinz-Albrccht-Slraße 7.) Besuchszeit wie beim Alten Museum. Landtagsgelmube. Wochentags 9—12, außerhalb der Tagung. Landwirtschaftsmuseum.(Jiwalideiistr. 42.) Geöffnet: an Wochen tagen(außer Milnvoch) 10—3, an jedem dritten Sonntag im Monat 1l-3. Geschlossen; am Mittwoch und an Sonn- und Feiertage»(mit Ausnahme dcS dritten Sonntags im Monat). Märkisches Museum.(Wallstr. 50/54.-). Geöffnet: an Wochentagen (außer Sonnabend) und an Sonntagen(auch den zweiten WeihnachtS-, Oster-, Psiilgstseiertaacn) 10—3, an den Vorlagen vor Wcibnachtcn, Ostern, Pfingsten und am Silvester nur bis 1. Geschlossen: am Sonnabend und an Feiertagen(außer den zweiten Weibnachts-, Osler-, Psingslsciertagen). Mecreskundeuiuseuni.(Gcorgenslr. 34—36.) Am Montag. Mittwoch, Sonnabend im Sommer 11— 4, im Winter 10—3; am Sonntag im Sommer und im Winter 12—4. Museum für deutsche Bolkstrachteu und Bolkskunde. Kloster- straße 36. Besuchszeit wie beim Alten und Neuen Mujeuni. National-Galerie.(Wuseuinsinscl). Geöffnet: am Montag, DicnS- tag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend 10—6, am Donnerstag 1—6, am Sonntag (auch an den zweiten WeihnachtS-, Oster-, Psingslsciertagen) 12— 6; an Wochen- und Sonntagen(auch den zivcitcn Feiertagen) im Oktober und März nur bis 5, im November und Februar bis 4, im Dezember und Januar bis 3. Geschlosscii: an Feiertagen(außer den zweite» Weihnachts-, Oster-. Pfingslseicrtagen). Zutritt uncnlgettlich, nur am Donnerstag 1 M., am Freitag und Sonnabend 50 Pf. Naturkundemuseum.(Jnvalidcnstraßc 43.) Monkag, Mittwoch, Doimerstag, Sonnabend 10—4, im Oktober bis März nur bis 3. An Sonntagen und zlociten Feiertagen wie bcini Zllten Museum. Postmuseum.(Üeipzigcr-Strnße 16/18.) Montag, Dienstag, Donners- tag, Freiing 10—2, Sonnlag und an den zweiten Feiertagen 12—2. Rauch-Mufeum.(Werke von Christian Rauch. Klosterstraße 76.) An Wochentagen 10—4. im Oktober bis Mörz nur bis 3. Rathaus.(Königstraßc.) Täglich(außer Donnerstag und Freitag) 10-3. Reichstagsgebäude.(KönigSplah.) An Wochcniagcn vormittags 9 Uhr, wenn Plenarsitzungen staltsinden; vormittags 9, 9';,, 13, 2'/, Uhr, wenn keine stattfinden: an Sonntagen und zweiten Feürtagcn 1 und 1'/, Uhr: an anderen Feiertagen geschlossen. Eintrittsgeld 25 Pj. ' Stadthaus.(Jüdeustraßc.) Wochentags 10—3, Sonntags 11—2. Zutritt zum Stadtbaus täglich unentgeltlich, zum Turm gegen 20 Ps.(nur am Montag und Donnerstag unentgeltlich). Sternwarte. Enckeplatz 3 a. Mittwoch und Sonnabend, m Sommer 9—11. vormittags, im Winter 10— tl vormittags. Sternwarte im Treptower Park. Täglich von 2 Uhr nachmittags, im Sommer bis 12 Uhr nachts, im Winter bis 10 Ulir abends. Für Bc- sichtigung der stcrmvatte und dcS Astronomischen Museums 50 Pf. für Beobachtung mit dem großen Fernrohr 1 M. Sternwarte der..Urania".(Jnvalidcnstraße 57/62.) Täglich 7'/, bis 11 Uhr abends. 50 Pf. Urania, Sammlungen und wissenichasttiches Theater.(Taubcnstr. 48.) ägtich von 10 Uhr vormittags ab. Eintritlsgeld 50 Ps.(sür Abcndvor- stcllungcil von 1 M. an). Bertehrs- und Baumuscum.(Jnvalidenstr. St.) Dienstag, Mitt- woch, Donnerstag, Freitag 10—4, Sonnabend 2—7, Sonntag 11—4. An Feiertagen geschlossen, an zweiten Feiertagen geöffnet wie Sonntag, an daraus folgenden Tagen geschlvsscn. Bölkerkunde-Muscum.(Königgrätzer Straße 120.) Besuchszeit wie beim Sitten Museum. Zeughaus.(An der Schloßbrückc.) Geöffnet: an Sonntagen und zweiten Fcicrtagcn�S— 3. an Wochentagen(außer Sonnabend) im Sommer 10—3, ini Winter 10—2. Geschloffen: Sonnabend und an Feiertagen (außer zweiten Feiertagen). Zoologischer Garte». Eintrittsgeld an Wochentagen 1 Mark, an onn- und Festtagen 50 Pf.; Kinder die Hälfte. Am ersten Sonntag jedes Monats 25 Ps._ Wetterprognose für Sonnabend, de» 3. Januar 1013. Etwas wäianer. vorwiegend trübe, mit wiederholten Niederschlägen und sehr lebhajten südwestlichen Winden. Berliner Wette rbureau. WafferftaudS-Rachrichteu der Landesanstalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau ')-4- bedeutet Wuchs.— Fall.—') Unterpegel.—•) Eisstand. ) schwaches Grundcislreibcn.—°) Treibeis. Zeltungs-Azisgabe stellen und Anseraten-Anualsme. «ontt-un,: Albert H a b n i s ch. Ackerstr. 174, am Koppenplatz. Geöffnet von tO— 1 und von 4l/a— 7 Uhr.„ ,,.. S.«»Ulkrcl«: XV.: Gust. Schmidt. Kirchbachstr. 14, Hochparterre. Geöffnet von 10—1 und von 40,-7 Uhr. 2.: S. und SW.: G u st au Schmidt, Gneisenaustr. 72. Geöffnet von 9—2 und von 4'/,— 7'.ihr.._. 8. WalilUpeis: St. F ritz. Prinzenjir. 31, Hof rechts bart. Geöffnet von 10—1 und von 4—7 Uhr. 4i. IVi-IiIIii-vU: Osten: Robert W e n g e l Z. Gr. Franksurterstr. 120. Geöffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr.— Richard Hackelb usch, VelerSburgerplatz 4(Laden). Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. Südosten: Paul Böhm, Lansitzerplatz 14/15. Geöffnet von 9- 2 und von 4— 7 Uhr. 5. IVahlUreiN; Leo Zuckt. Jmmaimelkirchstr. 12(Hof). Geöffnet von 10—1 und von 4>/.,— 7 Uhr.___ 6. Walillircis(Moabit): Solomon Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. W o«Icking': I. H ö n i i ch, Müllerstr. 34a Ecke Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr. �_ ItoMcnthalcr und OranSenbnrgep Voratadt: A. Wolgast, Wattstraßc 9. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Gcsiimlbriinncn; Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr._ Schönlianscr Vorstadt: Karl Mars. Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. �cklrrsliok: Karl Schwärzt ose, Bismarckstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. -tzlt-GIionirleo: Wilhelm Dürre, Köpenicker Str. 6. Hannlsoknlonrrszx: H. Hornig, Marienthaler Str. 18, I. B emaa, llöntgental, ICepernlck, Schbnow, tScli#n- brück und Bnch: Heinrich Brase, Mühlenstr. 5. Laden. Bohnsdorf, Falkcnbers»nd Falkenhorst; Paul G e n s ch. BolmSdorj. GenofsenichastshanS.Paradies". llharlottenbnrg: Gustav Sckarnberg, SesenHeimcr Skr. 4. Ge> öffnet von 9—2 und von 4-7 Uhr. F.lchw alde. Schniöokwlt*: O S k a r M a b l e, Stuienrauchstr. 99. Frkncr, Vea-Xittan: E m i l I w a N g. Scharnweberstr. 10. Freckersdorl-Fetershasen, Fxxersdort: S. HöselbartH, PelcrShagen.... Frle«Ienan, Stegllts, Südende, Gre-B■ Ijlchterfeldc, FanktvltK: H. B e r u i e e, Alsenstr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 10— l und von 4'ls—7 Uhr. Fpicilrichshagren, Fichtenau, Rahnsdorf, Schönelche, Kl.-Sehö nebeck: Ernst Werkmann, FrieörichShagen, Köpe« nickcr Straße 18. Grünau: Franz Klein, Fricdrichstr. 10. Johannisthal. Rndon: Max K o n f ch U r, Parkstr. 6. liarlshorst: Richard Sliitcv. Rödeislr. 9, II. Künigs-IVnstcrhanscn, Wildau, Vlcderlchme: Friedrich söaumaun. BaHnbosslr. 8. Köpenick: Emil 23 i fei er, Kietzerstr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Fichten bcr|«, Fric«Iridis fehle. Hohenschönhaasen: Otto Settel, Wartenbergstraße 1(Laden). Geöffnet von ß'l,— 2 und von 41/,— 7 Uhr. Uahlsdorf, Kanlsdorf, Blesdorl: P. H e ß b e r g, Rauls« dors, Ferdinandslraße 17. Raricndorf: August L e i p. Chausseestr. 296� Hos. Haricnfeldc: Emil W e i n c r t, Berliner Str. 114 II. Kenenhagen, Hoppegarten: Gustav Loy, Wolterstraße. Kenköiln: M. Heinrich. Neckar sw. 2. im Laden. Geöffnet von 9—1 und von 4— 7 Uhr; Neukölln. Britz: Rohr, Sicgjriedstraße 28/29. 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