Nr. 3. HbonnemcntS'Bedingung«n: Slonnemenlä- Preis pränumerando! fUerteljähd. 3,30 SKI, monatl. 1,10 Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Somltags- nummcr mit Mustricrtcr Sonntags- Vellage»Die Neue Well' 10 Pia, Post- «tonnement: 1,10 Marl pro Monat. Singetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Kumänien, Schwede» und die Schweiz. 31. Jahrg. Crfdidnt tZgllch. * ♦ Derlinev Sie Inkei'tionz-kebilhi' keirägt für die sechsgespaltene Kolonel- zclle oder deren Raum ti0 Pfg.. für politische und gcwcrlschastlichc Lcrcins. und VcrfnnnnlungS-Anzeigcn 30 Pm. „Kleine Mnreigcn", das settgeorucl.c Wort 20 Pfg. izulässtg Lfeilgedrua-e Wortel, jedes weitere Wort 10 P'g. Stelleiigesuchc und Schlafstellcnaü. zeigen das erste Wort 10 Pfg, jcdes wettere Wortö Pfg. Worte über lSBuM- ftaben zählen für zwei Worte. Jnfernre für die nächste Numiner müsicii bis b Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegrainm- Adresse: „SoziallUmckrat Fkrlin", Zentralorgan der rozialdemokratifcben Parte» Deutfcblands. Redaktion: SRI. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Moritiplati, Nr. 1983. Sonntag, den 4. Januar 1314. Expedition: 8M. 68, binden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Morikploli, Nr. 1984. Nemesis. Nur noch zwei Jahre trennen uns von der Erneuerung des Zolltarifs und der Handelsverträge. Alle üblen Wir- kungen der Zollgesetze sind in fast noch stärkerem Maße ein- getreten, als sie damals von der Sozialdemokratie vorausgesagt wurden. Es war ein Wahnsinn, höhere Zollmauern gerade in dem Moment aufzurichten, als die bisherigen Getreideausfuhr- länder, vor allem Amerika, ihre Getreideproduktion in vermehrtem Maße selbst aufzubrauchen begannen. Aber es wird ein noch tollerer Wahnsinn sein, an diesen Zollmauern über 1916 hin- aus festzuhalten, da die ivirtschaftliche EntWickelung eine weitere Verteuerung der Lebensmittel bringen muß. Im Jahre 1962 konnten sich die Agrarier bei der Beratung des Zolltarifs noch darauf berufen, daß in den 96er Jahren eine Preissenkung für Getreide stattgefunden habe und daß man eine weitere Abwärtsbewegung verhindern ivollc. Heute aber vermag niemand zu leugnen, daß die Tendenz der Lebens- mittelpreise nach oben geht. Die breite Masse der.Konsumenten muß in: Interesse der Selbsterhaltung alle Kraft daran setzen, jede Verschlimnierung dieser Tendenz durch zollpolitische Maß- nahmen zu hindern. Das Proletariat hat diesen Kampf um billigeres Brot und Fleisch allein führen müssen. In den bürgerlichen Parteien fand es nur mehr oder weniger entschiedene Gegner. Der Kampf war bisher äußerlich erfolglos. Kann man eS dem Proletariat da verargen, wenn es die Kräfte be- grüßt, die sich im Auslande regen, uni in die deutschen Zoll- mauern Bresche zu schlagen!? Soweit die ausländischen Staaten Nahrungsmittel nach Deutschland einführen, haben auch sie ein Interesse daran, daß die deutschen Zollmauern fallen. Nun hat der künstliche Schutz der deutschen Land- Wirtschaft dazu geführt, daß Deutschland selbst in größerem Umfang als früher Getreide auf dem Weltmarkt abgibt, iso liefert es Roggen selbst nach Rußland, dem Hauptproduzenten an Roggen, und Weizen selbst nach Frankreich. Einem Teil des Auslandes, der auf die Getreideproduktion angewiesen ist, wird der deutsche Markt nicht nur versperrt, sondern er wird auch selbst durch deutsches Getreide bedroht. Kein Wunder, wenn sich das Ausland gegen die deutsche« Taktik zu wehren sucht und schon jetzt Gegenniaßnahmen trifft, um bei dem Abschluß der neuen Handelsverträge seine eigenen Interessen besser zu schützen. Als Angriffspunkt dient dem Ausland dabei vornehmlich das Einfuhrscheinsystem, das den deutschen Agrariern und Gctrcidehändlern ErPort- Prämien gewährt. Da das Reich für jeden Doppelzentner Getreide eine Ausfuhrvergütung in Höhe des Zolles zahlt, wird es den deutschen Produzenten natürlich leichter, mit ausländischen Produzenten ans dem Weltmarkt zu konkurrieren. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wehren sich nun seit einiger Zeit gegen diese Aussuhr- Vergütung, indem sie auf solche begünstigten Waren bei der Einfuhr Strafzölle legen. Rußland, das unter der deutschen Konkurrenz besonders leidet, plant die Einführung von Zöllen ans Roggen. Die Sozialdemokratie ist zwar grundsätzlich gegen die Einführung von Konsumzöllen, aber hier könnte sie es fast begrüßen, daß vom Ausland Gegen- maßnahmen getroffen werden, die zu einer Beseitigung oder Linderung des deutschen Zollwuchers führen können. Der zollpolitischc Kampf zwischen beiden Ländern würde dem deutschen Proletariat nur von Nutzen sein. Die Aufhebung des Einfuhrscheinsystems würde dabei nur ein altes Versprechen der Regierung einlösen, die Ausfuhrprämien nur so lange zu gewähren, als die Getreidepreise nn Inland sinken. Außer der Waffe, die si'ch direkt gegen die Zollgesetz- gebung Teutschlands richtet, verfügt das Apsland iiber einen zweiten Pfeil, der das Agraricrtum noch viel cinpfindlicher treffen könnte. In Oesterreich und Rußland geht man mit dem Plane um, die Auswanderung nach Teutschland ejnzu- schränken und gegen die völlige Rechtlosigkeit der fremden Ar- beiter geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen. Aus Galizien, Polen, dem gesamten russischen und österreichischen Osteuropa strömen Jahr für Jahr Tausende von Wanderarbeitern nach Deutschland, die als Landarbeiter in der Landwirtschaft, als ständige Arbeiter in der Industrie tätig sind. Die Sperrung der Grenzen für diese Proletarier wiirde zivar das Unternehmertum in Teutschland nicht dadurch treffen, daß unausfüll- bare Lücken in die Betriebe gerissen würden. In Deutsch- land gibt es Scharen von Proletariern, die sich danach drängen, Arbeit und Brot zu finden. Aber die Agrarier und Schwerindustriellen müßten bei solcher Sperre auf die billigen, unaufgeklärten Lohnsklaven verzichten, die sich heute noch leider oft ohne Murren in die Fron fügen. Das„nationale" Unternehmertum müßte auf die Landesfremden verzichten, bei denen jede gewerkschaftliche oder gar politische Regung mit der Ausweisung bestraft wird. Heute sind die Hunderttausende von ausländischen Arbeitern infolge ihrer Entrechtung schwere Hemmnisse des politischen Befreiungskampfes der deutschen Arbeiter. Auch dann wäre den Fremden und den inländischen Arbeitern schon gedient, wenn die ausländischen Regierungen ein Gesetz für die Auswanderer schaffen würden — wie es in Oesterreich geplant ist—, das die schlimmste Rechtlosigkeit der Auswandernden beseitigt. Heute ist der österreichische Arbeiter völlig schutzlos der Willkür des deutschen Unternehmers und der deutschen Behörden ausgeliefert. Müssen sich doch die Ausländer sogar dem unmoralischen Kartenzwang der Feldarbeiterzentrale unterwerfen, da die Behörden ohne Genehmigung der Zentrale keinen ausländi- schen Arbeiter ins Land lassen. Würden die Kontrakte auf gesetzliche Anordnung stets im Heimatsland des Auswanderers ausgestellt und damit der heimischen Gerichtsbarkeit unterworfen, dann gewänne der Fremde einen Rückhalt, der ihn vor der schlimmsten Ausbeutung und Uebertölvelung schützt. Das Ausland würde nur seinen moralischen Ruf und poli- tischen Einfluß stärken, ohne wirtschaftliche Einbuße zu er- leiden, wenn es seinen Söhnen diesen Schutz auf deutschem Boden gewährte. So kann dem Agrariertum im Auslande ein Rächer der Knebelung deutscher Arbeiter und Ausbeutung deutscher Kon- sumenten erstehen. Tie ostelbischen Junker haben durch ihre Knutenpolitik das platte Land von Einheimischen entvölkert und nun entfremden sie sich auch die Ausländer, deren Hilfe sie sich unentbehrlich gemacht haben. Sie zwingen weiter das Ausland, gegen Deutschland Zollmauern zu errichten, um sich gegen Ausfuhrvergütungen und Zollsperren zu wehren. So flechten die Agrarier sich selbst Ruten, mit denen sie gezüchtigt werden können. Die deutsche Sozialdemokratie wird diese Bestrebungen des Auslandes stärken, indem sie immer wieder die Fälle un- gesetzlicher und roher Behandlung von Ausländern auf deut- schein Gebiete an den Pranger stellt. Sie weiß zugleich, daß die Genossen im Auslande den Regierungen den Rücken steifen werden in der Abwehr gegen solch unwürdige Behandlung ihrer Landesangehörigen durch einen fremden Staat. Viel- leicht wird auf diesem Wege, der über das Ausland führt. endlich auch in Deutschland dem Agrariertum ein Paroli geboten._ das sogenannte Mentat in Aabern. Die Gegensätze zwischen der Militärverwaltung und den Zivilbehörden in den Reichslanden werden allem Anschein nach immer gespannter. Nachdem erst vor wenigen Tagen die Zivilbehörden auf Grund sorgfältiger Nachforschungen durch das Wolffsche Telegraphen-Bureau erklären ließen, daß von einem Attentat auf einen Militärposten in Zaber n keine Rede sein könne, kommt nun das Generalkommando des 15. Armeekorps in Straßburg und verkündet durch dasselbe Telegraphen-Bureau auf die Aus- sage eines Käser nenpo st en und zweier Zivil- Personen hin mit aller Entschiedenheit, daß doch ein sehr gefährliches Attentat stattgefunden habe. Das Telegramm lautet: Straßburg, 3. I a n u a r. Das Generalkommando des 15. Ar- insekorps teilt mit: Die Meldung, daß auf einen Wachtposten des Infanterieregiments Ivo im Schloßgarten von Zaber» am 26. Dezember 1913 zwei sckarfe Schüsse abgegeben worden seien, hat zur militärgerichtlichen Feststellimg de? Tat- bestandes geführt. Die Aussagen des Postens und zweier Zivilversonen haben zweifelsfrei ergeben, daß zwei scharfe Schüsse aus nicht großer Entsernung vom Posten gefallen sind. Beide Geschosse sind über dem Bereich des Postens weggeflogen, das eine und erste so nahe, daß der Posten überzeugt war, es werde auf ihn geschossen. Die Annahme verschiedener Zeitungen, es handele sich um einen Ilnsug unter Verwendung einer Schreckpistole, ist nach den an- gestellten Versuchen und den Aussagen der Zeugen vollständig haltlos geworden. Das ist eine direkte Dementierung der Zivilbehörden. Werden sie diese Abfertigung ruhig hinnehmen? Gegen öas Wettrüsten. London, 2. Januar.(Privattelegramm des.Vor- wärtS*.) Wie die„TimeS" heute versichern, nimmt die Bewegung unter den liberalen Parlamentsmitgliedern gegen die er- höhten R ü st u n g S a n s g a b e n schnell an Umfang zu. Die Deputation, die kürzlich Asquith aufsuchte, um ihm ihre Ansichten über eine Rüstungseinschränkung vorzutragen, soll schon 100 liberale Parlamentarier für ein Komitee gewonnen haben. Es soll sich, wie ein ähnliches, vor fünf Jahren bestehendes Komitee, das 144 libe- rale Parlamentarier umfaßte, zur Aufgabe machen, die Regierung zur Sparsamkeit anzuhalten und sie zu bestimmen, gemeinsam mit den anderen Mächten ein Abkommen über die Rüstungen zu treffen. An der Spitze de? neuen Komitees stehen die Parlamentarier Möllens und Gordon Harvey. Seine unmittelbare Auf« gäbe soll darin bestehen, die Regierung zu bewegen, in diesem Jahre den letztjährigen Flottenetat nicht zu überschreiten. In den kommen« den Wochen wird das Kabinett den Flottenetat festlegen. Während dieser Zeit sollen die liberalen Parteiorganisationen überall Reso- lutionen zugunsten einer Rüstungseinschränkung fassen. Die jetzige Bewegung ist zweifelsohne durch die Feiertagsbetrachtungen des Schatzkanzlers LlohdGeorgcs angefeuert worden. Merkwürdiger- weise finden die gefühlvollen Klagen des Schatzkanzlers über den Rüstiingslvahnsinn, die der„Daily Chroniclo" am NeujahrStage wiedergab, in der konservativen Presse mehr Beachtung als in der liberalen. Im allgemeinen kann die? nicht wundernehmen, denn ein neuer Flottenrummel käme den Konservativen heute recht gut zustatten, zumal der Schatzkanzler gegenüber der Kritik der Konservativen, die ihn an seine kriegerische Rolle in der Agadirkrise erinnern, keinen leichten Stand hat. WaS aus diesem radikalen Ansturm gegen die rechtsliberalen Whigs werden wird, ist nicht schwer zu erraten. Der Hinweis auf das noch unentschiedene Schicksal von Homerule und bieler anderer liberaler Vorlagen wird die Radikalen bald dem Ministerpräsidenten und seinem Liebling Churchill gefügig machen. Die„Daily Mail" will übrigens aus liberalen Kreisen wissen, daß die Lage Churchills kritisch ist und daß er beabsichtigt, entweder zu den Konservativen überzugehen oder eine neue Partei zu gründen. Das klingt aber sehr unwahrscheinlich. politische Uebersicht. Ter Kronprinz als Frondeur? Die plötzliche Versetzung des Kronprinzen aus Tanzig nach Berlin ließ unter Berücksichtigung aller Begleitumstände vermuten, daß wieder irgend etwas hinter den Kulissen vorgegangen sein muß. Die„Tägliche Rundschau" bringt nun folgende sensationell« Meldung: „Gleich nach dem 28. November trat in Siraßbnrg mit großer Bestimmtheit das Gerücht auf, der Kronprinz habe dem General v. Deimling telegraphiert, um ihn zu seiner und des Obersten v. Reuter Haltung zu beglückwünschen und ihn zum Ausharren zu ermutigen. Als dann die plötzliche Versetzung des Kronprinzen nach Berlin in Straßburg bekannt wurde, u»o!l!e man darin eine Wirkung jenes Telegramms sehen. Wir Vaben über diese Ge- rüchte bis jetzt geschwiegen, weil eine Bestätigung nicht zu er- langen war." Die berufenen Stellen werden nicht umhin können, schleunigst zu sagen, ob diese Meldung den Tatsachen entspricht. Es wäre ja nicht da» erstemal, daß der Kronprinz auf die Seite der Alldeutschen tritt, und sein Verkehr mit dem Junker v. Oldenburg-Januschau ließe ein solches Eingreifen recht wohl als möglich erscheinen. Vor- erst bleibt allerdings die amtliche Ausklärung abzuwarten. Zu früh gejubelt! „Für die christlichen Gewerkschaften ist die Bahn jetzt frei" schrieb der Generalsekretär Stegerivald jubelnd in einem Artikel über den Ausfall des Enzyklikaprozesses. Er bat aber Wohl zu früh gejubelt, denn ein unabhängiges katholisches Blatt kündigt soeben mit großer Bestimmtheit einen neuen Schlag deS Papstes gegen die christlichen Gewerkschaften an. In der„Westfäl. Rundschau"(Nr. 362 vom 36. Dezember) veröffentlicht ein Pfarrer B. einen ungewöhnlich scharfen Artikel gegen den Redakteur Ivos von der„Westdeutschen Arbciter-Ztg." Pfarrer V. nimmt 11. a. Bezug auf einen An- griff dieses Blattes gegen den Redakteur 51l ostermann von der„W. Rundschau", dem vorgeworfen Worden war, er hätte sozialdemokratische Blätter geplündert(was soeben der„Westd. Arbeiterzeitung" nachgewiesen Wurde!) und meint, Klostermann müsse diesen Angriff übersehen haben, Weil er anderenfalls darauf geantwortet hätte. Klostermann bemerkt dazu, daß diese Ansicht irrig sei und fährt dann Wört- lich fort: „Gar zu gern hätte ich die denkbar schönste Gelegenheit wahr- genommen, dem Redakteur der„Westdeutschen Arbeiterzeitung" die Hosen straff zu ziehen und ihn gründlich obzustrafen, doch iniißls ich zu meinem Vedanern darauf verzichten, gemäß dem aus- 'drückliche 11 Wunsch, oder richtiger gesagt, Befehl eines christlichen Herrn, dessen Stellung im ganzen Reich und darüber hinaus prominent ist. Dieser sandte mir gleichzeitig in Abschrift den Brief eines Kardinals an einen westfälischen Bischof, damit ich mich aus dieser Korrespondenz zuverlässig informicrin könne über die Auffassung, welche der Papst und die höchsten kirchlichen Würdenträger in bezug auf Richtung und Ziele der„Westdeutschen Arbeiter- zeitung" hegen, jv i e endgültige Entscheidung wird kommen; aufgeschoben ist nicht aufgehoben- DaS scheint man auch in M.-Gladbach zu ahnen. Daher die innere Wut. Ein dem Redakteur der„Westdeutschen Arbeiter- zeitung" befreundeter„christlich-nationaler" Gewerkschaflsführcr hat zu Anfang dieses Jahres, als der Papst lebensgefährlick, erkrankt war und mit dem Tode rang, die bnitale Aeußcrung getan: „Wenn PiuS X. nur bald verreckte, er hat schon Unheil genug angestiftet." Zwar besitzt der Hl. Vater eine außerordent« liche Langmut, aber zur rechten Stunde wird er das erlösende Wort sprechen und dem Wirr- warr ein Ende bereiten. Dann, aber nicht eher, habe auch ich noch etwas zu reden init dem»nationalen" Herrn Ivos, D!e borstehenden Angaben sind, da? verhehle ich mir selbst nicht, so eigenartig, das; mancher hersucht sein wird, sie ins Reich der Fabel zu verweisen. Um jedes Mibtrauen auszuschlietzen und dem Redakteur Ivos alle Einwendungen und Seitensprünge un- möglich zu machen, erkläre ich mich gern bereit, auf Wunsch des Herrn Ivos die erwähnten Briefschaiten im Original einer Ver- trauensperson, z. B. dem Herrn Pfarrer Strumann in Waren« darf vorzulegen. Eine Veröffentlichung ist selbst- verständlich zurzeit ausgeschlossen, weil die eine frevelhafte An mastung im Hinblick auf die bevorstehenden Entschliestungei» des Ober- Haupts der Kirche bedeuten würdet Das hcis> also mit anderen Worten, daß über die christ- lichen Gewerkschaften, deren Wortführer Ivos in der„Westd. Arb.-Ztg." ist, das letzte Wort des Papstes noch aussteht, aber bald fallen wird. Die Bahn ist also noch nicht frei, wie Stegertvald meinte, sondern der Kampf geht erst los. Die Anklage gegen den Oberst v. Rcnter» die vom nächsten Montag ab vor dem Straszburger Kriegsgericht verhandelt wird, ist sehr umfangreich. Zunächst wird ihm zur Last gelegt, durch eine fortgesetzte Handlung gegen Z 132 des Reichs« strafgesetzbucheS verstoßen, sich die Exekutivgewalt in Zabern wider. rechtlich angeeignet zu haben. Die Anklage stützt sich ferner anf die (jZ 239 und 240 deS Reichsstrafgesetzbuch, nach denen die Ein-' sperrung der Zaberner Bürger in den Pandurenkellcr als Freiheits- beraubung mit Gefängnisstrafe zu belegen wäre. Neben der An- klage wegen Nötigung ist der Oberst endlich auf Grund deS Z 115 des Militärstrafgesetzes wegen Anstiftung zur Freiheitsberaubung an- geklagt. Die Revision im Prozeß Forstner findet am 10. Januar statt. Bisher sind 123 Zeugen geladen. Die Verhandlung wird vor- auSsichtlich vier Tage dauern.___ Der Lohn der Königsmacher. Aus München wird berichtet, daß der Ministerpräsident Frei- Herr v. Hcrtliirg am 10. Januar in den Grafensiand erhoben werde. Diese Auszeichnung stelle den Dank des Königs stir die Bemühungen Hertlings um die Uebertragung der Ltönigswurde dar. Auch die anderen beteiligten Minister und Parteiführer, so der Justiz- minister Thcleinann, der Landtagspräsidcnt Orterer, die Abge- ordneten Pichler und Lerno sollen Auszeichnung erhalten. Ter liberale Führer Casselmann, der in der Zivillistenfrage zugunsten des Königs seine Partei im Stich ließ, war auch für die Aus- Zeichnungen vorgesehen, er soll aber gebeten haben, aus Rücksicht auf die Prügel, die er bisher schon im liberaleir Lager erhalten hat, ihir aus dem Spiele zu laßen. Kein Notstand. Der Magistrat in Erfurt hatte eine Eingabe de? Gewerk« schaftskartells abschlägig beschieden, in der Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit gemacht worden waren. Allerdings hatte sich der Magistrat zu dieser Entschließung ein Vierteljahr Zeit genommen. Darauf fand eine öffentliche Volksversammlung statt, die den Vor- stand des Sozialdemokratischen Vereins beauftragte, erneut Schritte bei den städtischen Behörden zu unternehmen. In einer Petition an die Gemeindeverwaltung wurde nun die Einsetzung einer gemischten Kommission beantragt, die unter Hinzuziehung stimmfähiger Bürger die Maßnahmen zur Linderung der schweren Volkswirtschaft- lichen Schäden der Arbeitslosigkeit beraten solle. Am Dienstag stand die Petition zur Beratung. Ter Referent der Petitionskommisfion, ein Rechtsanwalt, beantragte Ablehnung: Ein Notstand, außer der regelmäßig um diese Zeit wiederkehrenden Arbeitslosigkeit, sei nicht vorhanden, die Arbeitslosenversicherung könne nur vom Staate durchgeführt werden. In seiner Erwiderung auf Ausführungen unseres Genossen Nowatj meinte dann noch Oberbürgermeister Dr. Schmidt, es sei nicht angängig, städtische Gelder zur Stärkung der Gewerkschaften, We Kampforganisationen gegen die Unternehmer seien, zu verwenden. Auch eine Arbeitslose nzählung lehnte er ab. Obwohl also ein.Notstand" geleugnet wurde, beantragte der Magistrat und bewilligten die Stadtverordneten dennoch 24 000 M. zu.Winterarbeiten" für die Arbeitslosen. Das Wort Notstands- arbeiten vermeidet man, um dadurch nicht die Tatsache eines Not- standeS einzugestehen._____ Konservativer Wahlschachcr. Bei den letzten Gemeindevcrtreterlvahlen in Groß-Moch- b e r n bei Breslau kämpften Sozialdcnwkraten und konservative Gutsbesitzer gegen die in der Gemeindevertretung großen Einfluß besitzende Zuckerfabrik. In eineni kurzen Bericht über die Wahlen »Ein Milizschwärmer'. Bon Karl Bleibtreu. I. Unter diesem reizenden Titel ließ am 9. Dezember in der„Tag- lichen Rundschcul" ein ungenannter Militär seine Erbosung über meinen hier(stehe„Vorwärts" vom 21. und 22. November 1913) veröffentlichten Artikel los. Unschwer mag man in ihm einen Gcneralstabsgeneral vermuten, der einiges Belanglose über den amerikanischen Bürgerkrieg zum Ausdruck brachte und sich durch verschiedene Bemerkungen meines Buches verletzt fühlte. Dies bc- chauptet er gelesen zu haben, und obschon man aus bestimmten Gründen das Gegenteil entnehmen müßte, glaube ich es ihm gern, Zu gut kenne ich die Unarten militärischer Polemik, um daran Anstoß zu nehmen, daß er regelmäßig falsch, weil unvollständig, zitiert. Der verstorbene bekannte Militärschriftsteller General v. Lettow-Vorbeck bezeichnete«3 als die größte Unanständigkeit, willkürlich herausgerissene Worte und Sätze als Zitate auszugeben. � Ich stelle also anerkennend fest, daß mein liebenswürdiger Gegner dies redlich besorgt. Wenn er aber schnodderig verleumdet:„Den Beweis für seine Behauptungen bleibt er in der Regel schuldig, Quellenangaben verschmäht er grundsätzlich", mährend auf jeder Seite meines Textes die verschiedensten Quellen zitiert werden, statt sie in Annrerkungen zu verweisen— aha, hat«r mein Buch vielleicht mix angeblättert?—, der stellt sich für mich außerhalb des Anspruchs auf ernsthafte Diskussion. Diese verweigert er mir näm- lich, weil ich heutige„winzige Epigonen" nicht als Sachverständige anerkenne. Es sollte ihm freilich schwer fallen, mit mir eine fach- liche Debatte zu führen. Um jedoch die Oberflächlichkeit und die mangelhaften � Kenntnisse, die heut als„fachmännische" Weisheit angebetet tvcrden, nicht so straflos zu lassen, wie es solchen Leuten in i h r e n Kreisen natürlich durchgeht, möchte ich die Oeffentlichkeit wie so oft schon aufklären, in welcher feinen Form und in welcher gründlichen Weise der Militarismus sein« Befehder abführt. Einen kleinen freundlichen HuNveis möchie ich übrigens seinem Satze an- knüpfen:„Karten und Gefechtöskizzen sind bis auf eine dürftige Uevcrsichtskart« dem Buche nicht beigegeben". Abgesehen davon, daß die genannte Karte in der von mir gebotenen satzlichen und IwiWichen Art schwere technische Mühe erforderte, frage ich den werten Herrn, ob mir vielleicht ein offizieller Fonds zur Verfügung seht wie den Generalstabshistorikern, die mit Staatsmitteln ihre Ergüsse in die 5tnppc des Mittlerschen Verlags hineinströmen lassen. Durch meist sehr unnötige Karten und zwecklose, weil meist imaginäre, Gefechtsskizzen werden nämlich die Bücher unend- lich teuer, wie ich zu meinem Leidwesen als Käufer dieser General- siabAverbk duldend erfuhr. Den dicken Packen solcher Kunstleistun- in der Breslauer„VolkSwach i" wurde mitgeteilt, daß die konservative Wahlleitung durch eine Mittels- Person um ein Wahlbündnis bei den Sozialdemo- kratcn nachgesucht hätte. Tatsächlich hat auch ein Maurer namens K i t t l a u s nicht bloß mehreren Genossen, son- dern sogar auch einem bürgerlichen Bäckermeister erzählt, daß er von den Konservativen den Auftrag habe, wegen Wahlhilfe mit den Sozialdemokraten zu verhandele. In einer Berichtigung an die„Volkswacht" bestritten darauf drei Gutsbesitzer, die angeblichen Auftraggeber des Kittlaus, diesem einen solchen Auftrag gegeben zu haben. Daraufhin behauptete die Volksmacht' im Anschluß cm die Berichtigung, die übrigens nicht klar erkennen ließ, daß keine Annäherungsversuche stattgefunden hätten, die Absender der Berichtigung hätten wohl kein gang reines Gswiffen. Hierdurch und durch die Mitteilung, daß sie um Wahlhilfe bei den Sozialdemokraten nachgesucht hätten, fühlten sich die drei Herren der konservativen Wahlleitung in ihrem konservativ-patri» tischen Herzen schwer beleidigt und verklagten den Verant- wortlichen der„Volkswacht", Gcnosse-n F ö r st e r. Am Mittwoch fand die Verhandlung vor dem Breslauer Schöffengericht statt. Genosse Förster wollte einen umfangreichen Wahr- heitsbeweis führen, ob es für ein Mitglied der konservativen Partei, wie die Kläger behaupteten: ehrenrührig sei, mit der Sozialdemokratie ein Wahlabkommen versucht zu haben. Zu diesem Zwecke beantragte er die Ladung des konservativen Maler- meisters W e h m a n n aus Löwenberg, des Rittergutsbesitzers von Bolko aus Sagau. Beide sollten bekuirden, daß sie mit sozialdemokratischen Vertrauensmännern über Wahlhilfe für die Konservativen verhandelt haben. Ferner war noch die Ladung des inzwischen aus der Partei ausgeschlossenen Uhrmachers Walter aus Arnswalde be- antragt, der bekunden sollte, daß er im Auftrage des kon- servatiben Reichstagskandidaten für Friede- berg-Arnswalde, v. Schnckmann, verschiedenen Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei Geld gegeben habe, damit diese ein für die Wahl des konservativen Kandi- daten eintretendes Flugblatt unterzeichnen sollten. Tie Verhandlung verlief so, wie es sich die ehrlichen See- männcr aus der konservativen Partei nicht so bald wieder wünschen werden. Genosse Förster konnte unter Zustimmung des Gerichts nachweisen, daß die„Volksmacht" korrekt vorgegangen ist. Der Maurer Kittlaus, der mit mehreren Genossen wegen der Wahlhilfe für die Konservativen Rücksprache geuommeei hatte, erklärte auf einmal im Termin, daß er allen aus freien Stücken etwas vorgelogen habe. Nach der mehr als merkwürdig en Aussage konnte aber durch den Verteidiger des Genossen F ö r st e r, dem Rechtsanwalt Bandmann, auch f e st- gestellt werden, daß, sobald die Geschichte mit der Wahlhilfe bekannt wurde, die drei Kläger, die Gutsbesitzer Scholz, H a m p e l und G e i s l e r, dem Zeugen Kittlaus ein Schrift. stück vorgelegt haben, in dem dieser bescheinigte, nicht in ihrem Auftrage gehandelt zu haben.(!) Es wurde ferner festgestellt, daß sich der„Entlastungszeuge" Kitt- laus in einer, wenn auch nicht direkt von den Klägern a b h ä n- g i g e n Stell un g befindet. Das Gericht kam nach verhältnismäßig kurzer Beratung zu der Ueberzeugung, daß in dem Vorwurf der Annäherung an die Sozialdemokratie nichts Ehrenrühriges zu erblicken sei. Damit und mit einer Wendung in dem angeblich beleidigenden Artikel, daß die„Volksmacht" ihren Gewährsmännern mehr Glauben schenke, als den konservativen Wahlmachern, blitzten die ollen, ehrlichen, zu politischen Schachergeschäften„niemals" ge- »zeigten Reaktionäre ab. Hier erkannte das Gericht auf Frei- sprechuug, verurteilte aber Förster zu 3 0 M. Geldstrafe, weil er in Zweifel gestallt hvtte, daß der Einsender der Berichti- gung, in der die Annäherungsversuche an die Sozialdemokratie bestritten wurden, ein reines Gewissen habe. Drei Viertel der Kosten müssen die Kläger, die einen Rechtsanwalt hatten, der im Gerichtssaal fast eine Stunde lang den ReichSverbandsgaul tummelte, bezahlen. Ein Viertel der Kosten bezahlt Gemosse Förster. Da die konservativen Wahlmacher Berufung einlegen wollen, so läßt sich noch vielleicht vor der Strafkammer der Nachweis führen, auf welchem Wege die Aussage des Eni- lastungSzeugeu Kittlaus zustande gekommen ist. Fliegende Konservative. Graf Westarp wird sich nächstens, mit einem eisernen Besen bewaffnet, nach Bruchsal in Baden begeben müssen, um dort gen, über die ich aus guten Gründen lächle, können die Verfertiger als meist uneröffncten Ballast bei mir abholen. Jedenfalls kümmert es aber die Herren nicht, ob ihre Bücher vom Publikum gekauft werden. Die Osfiziersbibliotheken müssen sie Pflicht- schuldigst anschaffen, das Defizit trägt der Staat id. h. die Steuer- zahler), die Verfasser und der Verlag sind natürlich finanziell ge- deckt und machen ihr Geschäft. Mit Neid und Bewunderung ver- folge ich die Sicherheit solcher amtlichen Literaturfabrik und kann als schäbiger Privatmann mir wirklich den industriellen Betrieb von Kartenfabrikation nicht gestatten. Denn wenn mein« Bücher auch 15 M. kosten würden und daher nur ein kleiner Kreis sie kaufen würde, dann dürften auch meine ehrenwerten Gegner nicht den Preis dafür erschwingen und ich müßte ihrer taktvollen Rügen verlustig gehen. Das wäre doch zu schade! „Ter Verbreitung offenbarer Irrtümer in weiteren Kreisen entgegenzutreten", wie der Anonymus es als fein offizielles Amt erachtet, scheint auch mir löblich. Ich muß mich also wohl oder übel mit seiner Schreiberei beschäftigen, Schritt für Schritt. Also „es ist feststehend, daß der Süden über einen verhältnismäßig stärkeren Prozentsatz von Berufsoffizieren verfügte als der j Norden." Die blanke Unmöglichkeit springt schon dadurch ins Auge, daß der Norden mehr als doppelt so viel Einwohner, daher auch Offiziere, zählte als der Süden, daß die Kriegsakademie West- Point im Norden liegt, daß alle Nordstaatler des Offizierkorps für die Union fochten, aber lange nicht alle Südstaatler.(So war der bekannte Nordstaatlergeneral Thomas ein Virginier, andere Ge- nerale aus Kentucky und Tennessee.) Es befand sich auch die ganze Marine in den.Händen der Union, was auf den KriegSgang so großen Einfluß übte, freilich die Südstaatler nicht hinderte, durch Privatnautiker und Reeder neuförderische Formen der Seetechnik einzuführen.„Auf beiden Seifen haben alle wirklich be- deutenden Führer ehedem" der Regulärarmce angehört? Das ist eine wissentliche Unidrehung der Wahrheit, besonders nachdem ich ausdrücklich den Viehhändler Forrest hervorhob, den Feld- Marschall Wolseley sogar übertrieben das bedeutendste Militär- genie Amerikas nannte. Desgleichen leistete der Astromon Mitchell hervorragendes, Sigl und Karl Schurtz mag man zu sehr gefeiert haben, jedenfalls wirkten sie in oberen Stellungen. Und wie steht es mit dem Bischof Polt, der so lange Armeekorps führte? Als Armeeführer kommen überhaupt nur Lee und Jackson, allenfalls die sehr überschätzten Grant und Sherman in Frage. Letztere drei waren bei Kriegsausbruch seit langer Zeit Zivilisten, obschon in ihrer Jugend Subalternoffiziere. Daß Lee allerdings Militär- spezialist war, läßt sich nicht leugnen, das ist aber gar nicht der springende Punkt, sondern daß er nie größere Verbände führte. Wenn er einige Zeit zwischendurch Kavallerist war—_ seines Zeichens Ingenieur—, warum beschäftigte er sich denn nicht mit dieser Waffe, überließ sie ruhig dem Rittmeister Stuart? Weil er als.Fachmann" sich doch keine Begabung dafür zutraute, sondern gründliche Auskchr borzunehmen. Ilm die Wahl eines ultra- montanen Bürgermeisters zu verhindern, haben dort nämlich, nach Mitteilung bürgerlicher Blätter, Nationalliberalc, Fortschrittler, Konservative und Sozialdemokraten ein Bündnis geschlossen. Nach den vom Grafen Westarp im Reichstag proklamierten Grundsätzen müssen diese Konservativen- von der Partei ausge- schlössen werden, um so mehr, als sich das Bündnis gegen daS Zentrum richtet. Soldatenselbftmord wegen Mißhandlung. Aus Frankfurt a. M. wird berichtet, daß sich dort am Dienstag in der Wohnung feiner Eltern der auf Urlaub befindliche Soldat Schwalbach vom 174. Infanterieregiment in Forbach erschossen habe. In einem Abschiedsbrief teilt der Soldat mit, er sei beim Militär mit Fußtritten mißhandelt worden. Man habe ihn an den Unter- leib getreten und er sei deshalb ins Lazarett gekommen, habe sich aber nicht getraut, zu melden, was die Ursache seines Krankseins sei. Seine Kameraden könnten die ihm zugefügten Mißhandlimgen be- schwören, wenn sie keine Feiglinge seien. Ein Mensch von Charakter könne sich das nicht gefallen lassen: lieber in Zuchthaus, da wüßte man wenigstens warum.— Die Leiche wurde nachts gegen 12 Uhr von der Militärbehörde abgeholt. Der Brief, in dem besonder» ein Unteroffizier beschuldigt wird, wurde beschlagnahmt. Frankreich. Die Regierung gegen Börsenmanöver. Pari?, 3. Januar. Der R a d i c a l, welcher als das Blatt deS Finanzmimsters Caillaux gilt, deutet an, daß' gewisse Finanz- kreise durch Beeinflussting der Börse die'Aufgaben der gegenwärtigen Regierung erschweren und die Wiederbelebung des Goldmarktes für einen„geheimnisvollen Zeitpunkt" aufsparen wollen, um die rad i ka l e Regierung zu diskreditieren. Solche Manöver wären für ihre Urheber ge fahrt icher als für das Land. In einer Republik könne ein solcher Tespo- tismus nicht geduldet tvevden. Es werde genügen, die ö f f e n t- liche Meinung aufzuklären, um ihve Entrüstung über derartige Machenschaften hervorzurufen. Rußland. Schärferes Anziehen des Presseknebels. Petersburg, 2. Januar. Ter Ministerrat hat folgendes Per- zeichniS von Nachrichten, deren Veröffentlichung der Presse auf Grund des Spionagegesetzes vom 18. Juli verboten ist, begutachtet: Ueber geplante und einzuführende Aenderungen in der Bewaffnung der Armee und Flotte, über Formierung neuer Militärkadrcs sowie Aenderungen ihres Bestandes, über Bewaff- nung im Bau begriffener oder noch geplanter Kriegsschiffe, über Reparaturen auf Kriegsschiffen, über das Quantum Munition und anderer Vorräte für den Kriegsfall, über die Kriegsbereitschaft und Bedeutung von Festungen, Kriegshäfcn usw. im Kriegsfälle, über daselbst vor sich.gehende Arbeiten und Pläne für Neubauten bzw. Erweiterung oder Aufhebung bestehender Befestigungen, über Truppenmanöber oder Schießübungen der Flotte, über den Gang sowie die Ergebnisse von Probeinobilisationcn in den Grenzgebieten, über Nichterteilung von Urlaub an Militärchargen sowie die Ein- berufung von Beurlaubten und Reservisten, über die Nicht- entlassung ausgedienter Militärs zur Reserve, über Dislokation von Truppen zur Grenze und über Befrachtung oder Zusammen- ziehung von Handelsschiffen nach Kricgshäfen. Dieses Verzeichnis tritt am 14. Januar 1914 für Jahresfrist in Kraft. Türkei. Enver Bey Kriegsminister. Kvnstantinvpel, 2. Januar. Kriegsmimster Jzzed Pascha hat demissioniert. Das Kriegsportefeuille ist Enver Bey übertragen worden. Oulgarien. Die Ministerkrise. Sofia, 3. Januar. Bei Beginn der Sitzung der Sobranje kündigte Ministerpräsident Radoslawow die Demission des Kabinetts am Die Sobranje vertagte sich darauf bis zur Bildung des neuen Kabinetts. Soviel bekannt ist, lehnen die Bauernbündler und Soziali st en die Teilnahme an der Regierung ab. Die übrigen kleinen oppositionellen Gruppen kommen jedoch nicht in Betracht, so daß das liberale Koalitionskabinett voraussichtlich am nur für das, was er irgendwo lernen konnte: das Feldherrntum im Großen.„Da der Krieg lange währt, wuchsen sie a l l m ä h l i g injhre Aufgabe hinein." Diesen Kohl wärmt der Herr geduldig wieder auf, nachdem ich ausdrücklich betonte: wer bedeutend, war es schon im ersten Augenblick, wie Jackson, Stuart, Forrest, wie in beschränktem Sinne auch Grant, wie vor allein Lee selber. Leute wie Mc. Clellan, Pope, Hooker, Burnside, �Meade blieben immer die gleichen, auch der gepriesene Haudegen Sheridan, zuge- lernt hat höchstens Shermann, weil er eben mit allen Mängeln doch Talent besaß. Wenn übrigens Lees Adjutant Togler aussagt, Lee habe viel auf„Disziplin" und„Befolgen gegebener Befehle" gehalten, so zeigen die unerhörten Gehorsamsverfehlungen seiner Unterführer bei Chettysburg. wie es damit stand, ferner zahl- reiche Episoden aus Lees und Jacksons Leben, wie sie bescheiden jedes Abzeichen ihrer Würde verschmähtem wie kordial die Mann- schaften mit ihnen verkehrtem Mit keiner Silbe geht der Anonymus auf die Hauptsache ein, daß von„Disziplin" im preußischen Sinne nirgends weniger die Rede war als gerade bei den Südstaatlern, wo die Offiziere sagten:„Das einzige Mittel, uns Respekt zu verschaffen, ist Vorbild zu sein." Lese doch der Herr, der bei mir Quellenangaben vermißt, das Buch des englischen Qberst Henderson über Jackson und sein Korps! Im übrigen mißverstehen wir uns gründlich, wenn man bei mir Anempfehlung schlechter Disziplin herausliest. Es handelt sich nur um den Unterschied �zwiscken echter Kriegsdisziplin, die sich schon von selbst vcrstebt, und Soldütle- spielen des Kasernendrills. Denn die 12 000„Nachzügler" bei den Gewaltmärschen 1802(Lee— Jackson muteten ihren Truppen eben Unglaubliches zu. Reguläre schneiden in solchen Fällen nicht besser ab) habe ich deshalb erwähnt, weil diese Verirrten doch eben alle wieder sich bei der Fahne einfanden und immer zum Schlagen bc- reit waren. Weil er überhaupt kein anderes Beispiel auftreiben kann, ver- steift sich unser Polemiker darauf, die Regulärtrupyeu der Union hätten bei Bull Nun und Gaims Mill eine bessere Haltung' gezeigt als die Freiwilligenbataillone, wobei er naiürlick verschweigt, daß es sich hier um Kriegsbcginn handelt. Doch selbst hier ist keinem Sachkenner- das Geringste von solchen Fabeln bekannt.. Die paar Mann Reguläre bei Bull Run nahmen am heftigsten Kampf auf dem Plateau gar nicht teil, bei Gaims Mill übertrafen jedenfalls die stürmenden Südstaatlermilizen, die kein schwerstes Opfer scheuten, alle Verteidiger verschanzter Linien, mögen auch hier die paar Regulärbataillone sich anständig gehalten haben! In der Manassas-Schlacht focht ausnabmsweise eine ganze Regulär- division leidlich brav, die blutigsten ausdauerndsten Kämpfe aus beiden Flügeln fielen allein den Milizen anheim.� Von da ab ver- schwinden die Regulären so gut wie ganz, nirgends in einer Hauptschlacht werden sie erwähnt. Dagegen maß sich die reguläre Unionskavallerie öfters im Westen mit Forrests Milizschwadronen, daS Ergebnis war für sie kläglich 3fu6crBIet5t, weil keine cnSetc Partei mit£cr zetzigcn Kammer regieren könnte und eine Anflöspng der Kanimer jedenfalls ver- mieden werden soll. Die Kabinettskrise dürfte in wenigen Tagen beigelegt sein. Serbien. Ein neues Ministerium Paschitsch. Belgrad, 3. Januar. Ter König hat Paschitsch mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut, in welches alle bisherigen Minister mit Ausnahme des Kriegsministers Bojanowitsch ein- treten. /lus See Partei. Religion und Sozialdemokratie. Getreu dem Grundsatz, dast Religion Privaisache ist, wurde bis- her in unserer Partei niemand nach seiner Religion gefragt. In Breslau aber haben unsere Genossen vor einiger Zeit den Be- schlug gesagt, unter den Mitgliedern des sozialdemokratiichen Ver- eins eine Ilmfrage nach der Religionszugehörigkeit zu veranstalten. Agitatorische Gründe waren hierzu die Veranlassung, denn die ewigen Behauptungen der Zentrumspresse, katholische Arbeiter könnten nicht Sozialdemokraten sein, sollten durch Zahlen widerlegt werden. Das Ergebnis der Umfrage liegt setzt vor. Von 9312 Mitgliedern haben 7676 die Fragebogen zurückgeliefert. Unter diesen waren: Evangelische... 4323 Katholiken.... 2145 Dissidenten.... 399 Freireligiöse... 367 Juden..... 49 388 Fragebogen enthielten hinsichtlich der Religion keine An- gaben. Das Verhältnis zwischen evangelischen und katholischen Mit- gliedern entspricht fast genau dem gleichen Zissernverhältnis in der Gesamtbevölkerung von Breslau. Die katholische Religion ist also gar kein so festes Bollwerk gegen die Sozialdemokratie, wie sie vom Zentrum immer hingestellt wird. Aber auch das Gerede von der Religionsfeindlichkeit der Sozial- demokratie überhaupt wird durch die Zahlen ins rechte Licht gerückt. Den 766 Dissidenten und Freireligiösen stehen 6522. Mitglieder von Kirche und Synagoge gegenüber. Jugenöbewegung. Der Kultusminister auf dem Holzwege. Zurzeit wird von den L a n d r ä t e n an die Bürgermeister ein Erlast des preustischen Kultusministers vom 27.' Oktober 1913 herausgegeben, worin eine Jugendzeilschrift„Werden, Ein Blatt für die deutsche Jugend aller Stände' empfohlen wird Das Blatt wird von der orthodox-protestanlischen .Schriftenvertriebsanstalt in Berlin' herausgegeben. In dem Ministerialerlast heistt es: Die möglichst weite Verbreitung einer gediegenen Jugend- schrist hat sich je länger, je mehr als ein wichtiges Mittel der Jugendpflege und als dringendes Bedürfnis herausgestellt. Zur Befriedigung dieses Bedürfnisses empfiehlt es sich nicht, die au diesem Gebiete schon vorhandene Zersplitterung durch Gründung eines neuen Blattes zu vermehren. Es verdient vielmehr den Vorzug, ein bereits vorhan- denes gutes Blatt, das von leistungsfähiger Seite herausgegeben wird und weiterer EntWickelung fähig ist, zu fördern, in w eite st e Kreise zu verbreiten, und da- durch seine Herstellung zu einem tunlichst ge- ringen Preise zu ermöglichen. Gegebenenfalls kann auch in Frage kommen, solche schon vorhandenen Jugendschriften, deren Bedeutung für landschaftlich oder provinziell begrenzte Ge- biete oder sür besondere Arten von Jugendvereinigungen ihre Er- hallung erwünscht scheinen lästt, in geeignet ekscheiuender. Weise mit einem Blatt der vorbezeichneten Art zu ver- schmelzen. Das„bereits vorhandene gute Blatt' ist eben das„Werden', das demnach als staatlich-offiziöse Jugendzeitschrift gedacht ist. Der Herr Kultusminister scheint aber mit seiner Absicht arg daneben getroffen zu haben, denn er findet für sein„Werden' nicht viel Gegenliebe. Die„Kölnische Volkszeitung'(Nr. 1132) winkt ihm deutlich ab: Unverhohlener kann der Plan, mit Hilfe der Negierung allen bereits erscheinende ir Jugendzeitschriften den Garaus zu machen und sie durch ein interkonfessionelles mattes Organ zu ersetzen, gar nicht zum Ausdruck kommen. Die Ortsausschüsse für Jugendpflege werden dann durch den Londrat gebeten, die Anschaffung des Jugendblattes„Werden' zu beschliesten. Hoffentlich werden die Ortsausschüsse für Jugend- pflege ein derartiges Ansinnen überall rundweg ablehnen. Wir Katholiken haben eine Anzahl vorzüglicher Jugendzeitschristen. die, was Inhalt und Jllustrierung anlangt, teilweise hoch über „Werden', nie aber darunter st ehe n. Das rheinische Zentrnmsblatt macht bei dieser Gelegenheit der Behörde den Vorwurf, dast sie sich zur Empfehlung von Schundlitera tur hergebe: „Seit einiger Zeil werden die Bürgermeisterämter, OrtS- ausschüsse sür Jugendpflege usw. mit derartigen Empfehlungen geradezu überschwemmt. Vielfach werden Werke empfohlen— zumeist auS protestantischen Verlagen— deren Inhalt so nichts- sagend ist, dast man den Verdacht nicht abweisen kann: „Weil das Buch auf dem sonst üblichen Wege keine Verbreitung findet, soll die Behörde rettend ein greisen.' Richtig und schön. Nur wäre noch zu bemerken, dast die Empfehlung von literarischem Schund durch die Behörden an die bürgerlichen Jugcndvereine schon deshalb unnötig ist, weil deren Büchereien mit Schundlilerarur schon reichlich gesegnet sind. /tos Industrie und Handel. Auflösung des Morgan-Konzerns? Aus New Uork wird plötzlich gemeldet, dast die Firma I. P. Morgan u., C o. ihre Verbindungen mit einigen ihrer größten Unternehmungen lösen will. I. P. Morgan, Sohn des im vergangenen Jahre verstorbenen Milliardärs Picrpont Morgan und Chef des Bankhauses I. P. Morgan u. Co., will aus dem Di- rektorium von 18 Unternehmungen ausscheiden. Darunter be- finden sich die Vanberbilt-Linien, das New-Vork-Ncwhaven-Systcm, die New Aork-Ontario- und Western-Bahn und die Rockland-Bahn. Tie Firma Morgan kontrollierte diese Systeme gemeinsam mit der Western Union Telegraph Company. Andere Mitglieder der Firma Morgan sind aus dem Direktorium der Jersey Central Railroad, der American Telephone Co., der Wcstinghouse Electric und Manu- facturing Co. uird verschiedenen lokalen Bahnen und Trusts aus- geschieden. Ein Mitglied der Firma Morgan ist auch aus der Verwaltung des Stahltrusts ausgeschieden. Doch ist dieser ausge- sprochen ein Morgan-Unternehmcn und hat auch ferner einen Ver- treter der Firma im Direktorium. Die Firma wird im Direktorium folgender Unternehmungen bleiben: Western Union Telegraph Co., Northern Pacific, International Mcrcantile Marine, Atchison Topcca u. Sta Fe, Lehigh Valley, Erie, Southern Railw. Co., General Electric, International Harvcster sowie von anderen Ge- scllschaften.— An die völlige Aufgabe der Kontrolle über die Unter- nehmungen wird wohl der Morgankonzern nicht denken, sofern nicht einzelne Unternehmungen unrentabel sein sollten. Weshalb aber die formell«, in alle Welt posaunte Trennung vorgenommen wird, ist vorläufig nicht recht ersichtlich. Der Morgankonzern ist vielleicht der von ibm kontrollierten Unternehmungen so sicher, daß es der Vor allen Äugen offenkundigen Kontrolle nicht mehr bedarf. Mor- gan hat aber Interesse, die offenen Beziehungen zu lösen, um den unangenehmen Debatten über Verstöße gegen das Anti-Trustgesetz durch die Mitgliedschaft der gleichen Personen in verschiedenen Auf- sichtsräten zu entgehen. Präsident Wilson soll zudem die Absicht haben, gegen die Trusts schärfer vorzugehen. Vielleicht will Morgan durch seinen Schritt diesen Wilsonschen Plänen zuvorkommen. -* Biergewinne. Daß die Brauereien die Steuern abzuwälzen verstanden haben, das beweisen ihre Geschäftsabschlüsse. Die Patzenhofer Brauerei in Berlin macht in einem Prospekt über die Begebung neuer Aktien bekannt, daß ihr Absatz im Jahre 1911/12 1 008 993 Hektoliter betragen habe, der für dieses Jahr festgesetzte Reingewinn stellt sich auf 1 330 081 M. Demnach hat das Unter- nehmen an jedem Hektoliter glatt 1,32 M. Reingewinn erzielt. Das ist ein Profit, der wahrlich nicht berechtigt über ungenügende Rentabilität zu klagen. Schutzgesetz für Salzgewinnc. Die Saliuenbesitzer befürchten, daß ihnen in Zukunft die Kalibergwerke eine starke Konkurrenz bereiten könnten. Deshalb verlangen sie ein Schutzgesetz, das die Erzeugung von Koch- und Viehsalz kontingentiert und aus die be- stehenden Werke verteilt. Für se 100 Kilo Salz, die über das Kontingent hinaus, oder von nicht kontingentierten Werken abge- setzt werden, ist nach dem vom Verein deutscher Salinen dem Reichs- tag unterbreiteten Gesetzentwurf eine Abgabe in Höhe von 1,50 M. an die Reichskasse zu zahlen. Der Zweck der Uebung ist, einer Konkurrenz das Aufkommen zu erschweren, eine Preisherabsetzung, die den Konsumenten zugute komme, zu verhindern. Soziales. „Welcher Esel hat das geschrieben?" Mit diesen Worten herrschte vor etwa einem Jahrzehnt der Abgeordnete Freiherr von Stumm sein« Kulis auf der Redaktion der„Post" an. Eine ähnliche Frage wurde er stellen, wenn er den Leitartikel in der„Post" vom 3. d. Ml lesen würde. Vorsichtshalber gibt die„Post" den Artikel als von der Redaktion nicht geschrieben, sondern„aus ärzt- lichen Kreisen" ihr zugesendet an. Muß ein eigenartiger Medikus sein, der den„Die Sozial- demokratie in den Ortskrankenkassen" iiberschriebenen Ar- tikel eingesandt haben soll. Fern von aller Wahrhaftigkeit und Wissenschaftlichkeit bellt der Verfasser auf drei langen Spalten gegen die Sozialdemokratie los, um am Schluß die Regierung anzuwinseln, ihm, dem gesinnungstreucn Arzt, die Konkurrenz sozialdemokratischer Aerzte fernzuhalten.„Dem Staat muß daran liegen", schreibt der angebliche Arzt,„daß gerade die gelehrten Berufe von der Sozialdemokratie unbe- rührt und ihnen eine unerschütterliche monarchische Gesinnung erhalten bleibt, die jederzeit nach außen hin zu be- tätigen sie in der Latjc sein müssen." Der Verfasser beginnt seinen Artikel niit Appor- tiening der alten Lüge, daß von den Sozialdemokraten die Ortskrankenkassen zu Parteigenössischen Agitationen viel- fach benutzt worden seien. Die Reichsversicherungsordnung habe trotz der Verhältniswahl den Sozialdemokraten das Heft in den Händen belassen, ja, die Verhältniswahl habe der Sozialdemokratie sogar„geradezu die Wege geebnet". In Berlin hätten sich hundert sozialdemokratische Aerzte zu einer Vereinigung zusammengeschlossen und sich den Ortskranken- kassen Berlins zur Verfügung jzestellt. Den Berliner Ortskrankenkassen sei es gelungen, die Aerzte in Abhängigkeit zu bringen. Beim„Fortbestehen der zeitigen Verhältnisse in den Ortskrankenkassen" seien„die politischen Gefahren für den Aerztestand sicher keine geringen". Was will denn eigentlich der Verfasser? Er sagt es nicht direkt, aber läßt deutlich durchblicken, was er will: die Gelder der Ortskrankcnkafsen sollen allein für Aerzte verwendet werden, die zwar von der Heilung einer Krankheit nichts ver- stehen, aber„unerschütterliche nionarchische Gesinnung jederzeit nach außen hm" zu markieren sich bestreben. Wer am besten schweifwedeln kann, soll die fettesten Happen erwischen. Welche Eselei der„Post" gehört dazu, die Leser glauben zu machen, solch Zeug habe ein Mann geschrieben, der Arzt ist! Oder sollte sie recht haben? Gibt es in der Tat Aerzte, die so stark auf den Hund gekommen sind? Von den Krankenkasse». Einen köstlichen Reinsall erlitten bei der Vorstandswahl zur Ortskrankenkaffe Mülhausen-Land(Mülhausen i. Elf.) die christ- lichen Gewerkschafter. Bei der Vertreterwahl zum Ausschuß vor ein paar Wochen siegten in der Arbcitnehmerklasse(Versicherte) die Christlichen mit 1013 gegen 334 Stimmen, welch letztere für die Kandidaten der freien Gewerkschaften abgegeben waren. Im Ausschuß erhielten die freien Gewerkschaften 28 Sitze, die Christ- lichen 32. Dieser„'Erfolg" war dem Umstand zu danken, daß die Christlichen u. a. Kandidaten auf ihre Liste gesetzt hatten, die den freien Gewerkschaften oder gar der sozialdemokratischen Partei angehörten, ohne sie zuvor um ihre Zustimmung zur Aufftellung anzugehen. Bei der Vorstandswahl rächte sich dieser Trick. Von den 55 abgegebenen Stimmen entfielen 33 aus die freigewerkschaft- lichen Bewerber und 22 aus die Liste der christlichen oder„unab- hängigen" Arbeiter, wie sie sich offiziell benannten. Von sechs Ver- tretern der Versicherten im Ausschuß entscrllcn auf die freien Ge- werkschaften vier, auf die christlichen zwei Vertreter. Aus ähnlichen Gründen �Streichungen auf dem christlichen Zettel) ging bei der Vorstandswahl für die Allgemeine Orts- krankcnkasse des 5t reifes Gcbweiler die Mehrheit von 35 christ- lich-sozialen Ausschußmitgliedern gegenüber den 26 Freigcwerk- schaftlern in die Brüche, indem hier von acht Vertretern der Ver- sicherten im Vorstand vier freie Gewerkschaftler den ebenfalls nur vier Vertretern starken Christlichen gegenüberstehen. * Bekanntlich behaupten Führer des Leipziger Aerzteverbandcs und andere Scharfmacher, daß es sich bei dem Streit zwischen Aerzten und Krankenkassen lediglich um eine sozialdemokratische Kraftprobe handelt. Wie wenig davon die Rede sein kann, beweist die Tatsache, daß die Allgemeine Ortskrankenkasse in Militsch, im Bereich des ungekrönten Königs von Preußen, in der weder ein sozialdrmo- kratischer Arbeitnehmer noch cin solcher Arbeitgeber ein Vorstands- oder Vertrcteramt bekleidet, die Verhandlungen, die mit den Aerzten am 31. Tezenrber v.I. ilnter dem Vorsitz des Landrats und des Bürgermeisters von Militsch stattfanden, einstimonig ab- gebrochen haben, weil die Aerzte unerfüllbare Forderungen stellen. Also mit der„sozialdemokratischen Mache" ist es in diesem Falle nichts._ Betriebsunfall beim Trinkwasserholcn. Die unverehelichte B. war als Küchenmädchen in etaern Schulheitzrestaurant in der Neuen Jakobstraße beschäftigt. Als die B. am 18. Oktober nachts ihre Schlafftube verließ, um sich Trmk- Wasser zu holen, stürzte sie eine eisenbeschlagene Treppe— zivka 15 Stufen— herab und zog sich eine Verletzung des Kopfes sowst: des Rückens zu. Die NahrnngSmittelindiillrie-Bcrufsgcnosscnschaft, bei der die Verletzte Anspruch aus Enffchädigung erhob, lehnte denselben ab. Bon der Genossenschaft wuvde erklärt, daß sich der Unfall nach beendeter Arbeitszeit ereignete, Frl B. sich Trinkwasser zu eigenem Gebrauch holen wollte, infolgedessen die Merkmale eines Betriebs- Unfalles nicht gegeben sind, es sich vielmehr um eine eigenwirtschaft- liche Tätigkeit, nicht um eine solche handelt, die mit dem Betrieb im Zusammenhang steht. � Die Berufung beim ObervcrsichcrungSamt hatte Erfolg. Die Genossenschast wurde verurteilt, die Klägerin zu entschädigen aus den Gründen: „Die Klägerin hat den Unfall zivar erlitten, nachdem sie ihre Tätigkeit in dem unsallbringenden Betriebe, nämlich ihre Arbeiten in der Küche des Restaurants„Zum Schultheiß" beendet hatte. Da sie jedoch aus dem Wsge verunglückt ist, den sie von ihrer Schlafstube stets machen muß, wenn sie von dort sich zur Arbeitsstätte begibt, so ist der Unfall immerhin auf eine mangelhaste Einrich- tung im Bereich des Betriebes zurückzuführen. Die Treppe zur Kegelbahn mutz als zu den Betriebsräumen der Restauration ge- hörig betrachtet werden. Die Klägerin war häufig gezwungen, auch während der späten Abendstunden, an der gefahrdrohenden Stelle vorbeizugehen, sie hatte sich auch des Abends noch zur Ver- sügung zu halten, da sür Beschäftigte ihrer Art eine bestimmte Stunde, in welcher die Arbeit stets beendet sein muß, in der Regel nicht festgesetzt zu Iverden pflogt. Wenn sie nun auch am Unfalltage nicht mehr nach der 5iüche zur Arbeit, sondern, wie sie angibt, um für sich Wasser zu holen, ihr Zimmer verlassen hat, so hat sich der Unfall gleichwohl noch im Bereiche des Betriebes er- eignet, da er auf einen Mangel der Betriebseinrichtungen zurückzuführen ist." Diese Entscheidung entspricht durchaus der Rechtslage und dem Volksempfinden, geht konform mit früheren Entscheidungen des Reichsversicherungsamtes. Da die Genossenschaft auf die Einlegung des Rekurses verzichtete, ist die Enffcheidung rechtskräftig geworden. Konkurrenzklausel gegen Arbeiter. Die Notwendigkeit jeden Konkurrenzklauselvertrag mit Ar- beitern ausdrücklich für nichtig zu erklären, zeigt folgender der neuesten Numer der„Sozialen Praxis" entnommener Fall. Eine Glasplakatefabrik hatte ihre Arbeiter bei einer Vertrags- strafe in Höhe von einem halben Jahresgehalt verpflichtet, inner- halb eines Jahres nach dem eventuellen Austritt aus der Firma in einem bestimmten örtlichen Umkreis in kein Konkurrenzgeschäft einzutreten. Der Beklagte trat mit ordnungsmäßiger Kürrdigung aus und ging alsbald in die Dienste der Finna über, gegen die sich die Konkurenzklausel eigentlich richtete. Die erste Firma be« gchrte darauf Zahlung der Vertragsstrafe. Der beklagte Arbeiter vertrat den Standpunkt, die Konkurrenzklausel mit Arbeitern sei schlechthin nichtig, da sie den iz§ 134 und 138 BGB. widerstreite. Das folge schon aus der Tatsache, daß sich eine gesetzliche Regelung der Malerie für Arbeiter nirgens finde, während die Fr ige für andere Angestellte eingehend gesetzlich normiert sei. DaS Gesetz habe also loohl die Möglichkeit einer Klausel mit gewerblichen Ar- beitern verneint. Das Landgericht Darmstadt, dem das Ober- landesgcricht mit dem Urteil vom 2. Juli 1913 beigetreten ist, hat in dem Urteil, das die Zulässigkeit einer solchen Konkurrenzklausel anerkennt, folgende Grundsätze ausgestellt: „Die Erwägung, daß besondere gesetzliche Bestimmungen, ivie sie das Handelsgesetzbuch für die Handlungsgehilsen und die Ge» iverbeordnnng für die aufsichtführenden Betriebsbeamten enthält, für gewerbliche Arbeiter nirgends getroffen sind, berechtigt zu dem von dem Beklagten eingenommenen Standpunkt. Dcrnburg(2. Bd. § 101) ist auch tatsächlich der Ansicht, daß eine Konkurrenzklausel mit Arbeftern verboten sei, da das Gesetz jede Erschwerung des Fortkommens eines solchen Arbeiters als unsittlich ansehe. Dazu kommt, daß die'Gesetzgel, ung selbst in der Tat den Beschränkungen der Freiheit wirtschaftlicher Selbstbetätigung an sich keineswegs günstig gegenübersteht. Das ergibt sick) schon daraus, daß man die Aufnahme der Konkurrenzklausel in die sonst den Arbeitsvertrag ersetzende Arbeitsordnung als schlechthin unzulässig erklärt, überhaupt jede derartige Beschränkung des Arbeiters an bestimmte, eng umgrenzte Bedingungen geknüpft hat uird auch gegenwärtig wieber mit einer weiteren Neuregelung zugunsten des Arbeit- nehmers befaßt ist. Dessenungeachtet kann sich das Gericht der zu weitgehende» Anficht Dcrnburgs nicht anschließen. Die Frage, ob ema Konkurrenz kl ausel sür der gewerblichen Arbeiter aus den§§ 134 und 138 BGB. nichtig ist, ist vielmehr für jeden einzelnen Fall besonders zu prüfen und nach den jeweils gegebenen desonderen Umständen zu entscheiden. Hierbei ist davon auszugehen, daß die Klausel dann als unverbindlich zu betrachten ist, wenn sie weder durch das berech- tigtc Interesse des Arbeitgebers erheischt wird, rroch mit der unvcr- äußerlichen persönlichen Freiheit des Arbeitnehmers vereinbar ist, sich vielmehr als ein gegen Srttlichkeit und öffentliche Ordnung verstoßende Beseitigung der Freiheit wirtschafticher Selbstbetätigung oder doch als eine überdas zulässige Maß hinausgehende Be- schrankung dieser letzteren darstellt. Ist die Klausel dagegen durch ein anzuerkennendes Interesse des Arbeitgebers veranlaßt und in einer der Billigkeit entsprechen- deir Weise nach Zeit, Ort und Gegenstand begrenzt, dann werde gegen ihre Gültigkeit und Rcchtswirsamkeit mit Fug nichts einge- wendet werden können. So aber lägen die Umstände deS vorliegenden Falles." Nach diesen Grundsätzen ist also die Lahmlegung der Arbeits» kraft des Arbeiters zulässig, loemi cin Gericht ein„berechtigtes Interesse' hierfür herausfindet. Wir vermögen uns dieser Ansicht nicht anzuschließen. Die Arbeitskraft des Arbeiters lahmlegen heißt ihm die Existenzmöglichkeit rauben oder erschweren. Das ver- stößt stets gegen die guten Sitten. Ein dahin gerichteter Antrag ist stets nichtig. Im Interesse der Rechtssichetcheit liegt es aber, dies durch Gesetz ausdrücklich festzulegen. Letzte Nachrichten. Die Felle schwimmen weiter fort. Zaber», 3. Januar. Bon feiten der Staatsanwaltschaft am Kaiserl. Landgericht Zabern wird dem W. T. B. mitgeteilt: Die Ermittelungen haben zweifellos ergeben, daß die Schüsse nicht, wie die Militärpersonen angenommen haben, ans einer Entfernung von 30 Metern hinter der Käscrnenmauer her, sondern aus einer Entfernung von über 90 Meter jenseits des Kanalhafens abgegeben worden sind. Daß es allerdings scharfe Schüsse toaren, steht fest. AuS den, ganzen Umständen muß aber geschlossen weroen, daß ei» Attentat auf den Posten nicht in Frage kommen kann. Es dürfte sich lediglich um eine unüberlegte ziel- und zwecklose Knallmi handeln. Schwere Unfälle in einem Kohlenbergwerk. Senftenbcrg, 3. Januar.(W. T. B.) Auf der Grube„Ilse" fanden gestern zwei Arbeiter im Grubenbetriebe der Grube Marga durch Verschütte» infolge Nirdergehens eines Kohlenstoßes ihren Tod. Außerdem fuhr ein Abraumzug in dem Abraumbetricbe eine Böschung hinunter und stieß gegen eitle elektrische Maschine, ivodurch der Maschincnfiihrcr schwer verletzt wurde. Ein Geistlicher von einem Einbrecher rrschosscii. Reepsholt(Regierungsbezirk Aurich), 3. Januar.(W. T. B.) Gestern abend wurde der zweite Geistliche der Kirchengemeinde Reepsholt, Pastor Loets, von einem Mann, den er bei er bei einem Einbruch in der 5lirche überraschte, erschossen. Die Lyiche wurde später von den Söhnen des Ermordeten in der Kirche aufgefunden. 22 Arbeiter durch herabstürzende Felsen getötet. Rabat(Marokko), 3. Januar.(W. T. B.) Durch eine von einem Felsen herabstürzende Steinmasse sind 22 eingeborene Ar- bcitcr getötet und mehrere andere verletzt worden. Man fürchtet, daß noch mehr Opfer unter den Trümmern liegen. Die Aufräu- mnngsarbeiten werden durch Schneefall aufgehalten und dürften infolgedessen mehrere Tage dauern. Einige der herabgestürzten Fesisblöcke wiegen über hundert Tonnen. Ein Posten Summiscliulie 85. Oamvn, Grösse 30 n. 37 Paar A.3andorf&€ Spittelmarkt Belle-Alliancestrasse Grosse Frankfur. erstrasse Brunnenstrasse Kottäuser Gamm Soweit �Vorrat. Verkauf nicht an'Wiederverkaufet. 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Ter B r o o k l a u d- V c r t r a g, der mehr als 2ll Jahre lang die Arbeitsstreitigkeiten in der großen Textil- industrie Englands geregelt hat, ist durch den Beschluß des Äerbandes der Kreinpler mit dem Anfang dieses Jahres endgültig beseitigt worden, und die Industrie befindet sich zurzeit ohne ein Mittel, die gerade in der Tcrtilindustric so häusig auftauchenden Differenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern nach festen, von beiden Parteien anerkannten Regeln auf friedlichem Wege auszugleichen. Dieser in der Per- gangenheit so oft zitierte Vertrag wurde in den Jahren 1892— 93 geschaffen und bestimmte, daß kein streik und keine Aussperrung stattfinden dürfe, ehe nicht zuerst eine lokale imd dann eine zentrale Körperschaft versucht hätte, die Streitigkeiten auf friedlichem Wege beizulegen. Jni Lauf der Jcit erfuhr der Vertrag verschiedene Veränderungen, namcnt- lich infolge der Klagen der Arbeiter, daß das Verfahren zu siiuftändlich und langwierig fei. Die Spinnereiarbeiter zogen sich von der Abmachung schon vor einigen Jahren zurück; die Krenipler blieben ihm jedoch treu. Was sie am 31. Dezember veranlaßte, den Vertrag siir den 1. Januar 1914 zu kündigen, war die Haltung der Unternehmer im September des ver- flossenen Jahres, als diese drohten, alle ihre Arbeiter auszu- sperren, weil der Besitzer ciliar Fabrik mit seinen Arbeitern, die sich das tyrannische Treiben eines Werksührers nicht länger gefallen lassen wollten, in Streit geraten lvar. TaS war wenigstens der Grund, der angegeben wurde; in Wirk- lichkeit handelte es sich nur darum, durch eine allgemeine Aus- sperrung den Markt zugunsten der Unternehmer zu bccin- fkussen. Die Krempler erklärten darauf, daß es docl) nicht angehe, sie ohne weiteres aufs Pflaster zu setzen; es bestehe doch ein Vertrag zwischen ihnen, den man einhalten müsse. Aber die Unternehnier zuckten nur mit den Schultern und fanden keine Antwort. Taraus bemerkten die-Krempler, daß ein Vertrag, den die Unternehmer nur einhielten, wenn es ihnen paßte, siir sie keinen Zweck habe. Man ließ auch Be° merkungen fallen, daß der Vertragsbruch ein zweischneidiges Schwert sei, daß zum Beispiel die Arbeiter, die sich ver- pflichtet ffaben, bis zum Jahre 1915 keine Lohnerhöhung zu verlangen, wohl nicht ohne Lohnerhöhung zur Arbeit zurück- kehren würden, wenn die allgemeine Aussperrung verhängt werden sollte. Eine gegenseitige Aussprache, die am 31. De- zember stattfand, führte zu keinem Resultat, und am selben Tage� kündigten die Krempler den Vertrag. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß der Mustervertrag, der allen eng- tischen Arbeitern beständig von der kapitalistischen Presse vor- gehalten wurde, durch den beabsichtigten zynischen Vertrags- bruch der Unternehmer zu Fall gebracht worden ist. Die kapi- talistische Presse hat in den letzten Jahren ungeheuer viel Lärm geschlagen, wenn kleine Arbeitergruppen unter einem unerträglichen Druck einmal die bestehenden Verträge brachen. Hier aber ist ein krasser Fall, in dem sich die Unter- nehmer einer ganzen Industrie mit Ueberlegung anschicken, die eingegangenen Verpflichtungen zu brechen, weil es ihnen Gewinn verspricht. Ratürlich wird in der bürgerlichen Presse von dieser Angelegenheit nicht viel Wesens gemacht: mit einer kurzen Notiz und den kleinsten Buchstaben, die im Setzer- kästen zu finden sind, ist die Sache abgetan, wenn man sie, überhaupt erwähnt. kleines Feuilleton. Ter neue van der Goes. Dem Kaiser-Fricdrich-Museum ist jetzt die„Anbetung der Könige" von van der Goes dauernd einvcr- le.ibt._2as Bild, das über eine Million gekostet hat, steht auf einer Staffelei in dem»saal des Gcntcr Altars, in einer Nach- barschaft, die ihm sehr vorteilhaft ist, die aber zugleich wesentlich dazu hilft, den Charakter der Neuerwerbungen zu erkennen. Van der Goes gehört dem IS. Jahrhundert an; er starb 1482. Die Anbetung hat er etwa fünfzig Jahre später gemalt, als der Gcnter Altar durch Jan van Eyck vollendet wurde. I» diesen fünfzig Jahren hatte sich die flandrische Malerei von der Gottseligkeit immer mehr zu ei icm nüchternen Naturalismus"cnt- wickelt. Es war eine solche Wandlung zu einem Teil unter dem Einfluß der Italiener und deren kühler Klarbeit vor sich gegangen. Während die Eycks noch eine Art von Mönchs- maler waren, wirkte van der Goes schon vollkommen als Hand- Werksmeister, als ein Wcltkind, das zwar im religiösen Wahnsinn starb, das aber die Probleme der Malerei in technischen Uebungen, in geschickten Arrangements und in der Vollkommenheit des Details erschöpft glaubte. Gerade unser neues Bild bestätigt die Eni- Wickelung vom Pathetischen und Musikalischen zur nüchternen Meisterschaft des Handwerks, fast möchte man sagen: zum Ata- demischen. Es hängt im Kaiser-Jriedrich-Museum noch ein früheres Bild des Goes, eine �Hirtenanbetung". Dies Bild zeigt uns noch einiges von dem Stürmen und Drängen, von dpm Schluchzen und Träumen der gottesminniglichen Zeiten die„Anbetung der Könige", die Goes in seinen letzten Jahren gemalt haben dürfte, ist fast völlig frei von Leidenschaft und Melancholie. Während das Altarbild der Eycks noch so etwas ist, wie ein kultischer Akt, wie eine Vcrsinnlichuiig des Mcßiwfcrs. ist das Bild des Goes eine frühe Art impressionistischer Porträlmalerei, belebt durch einige Versuche, hell und impressionistisch die Landschaft zu erfassen. Während der Genter Altar aus dem Kollektivbewutztscin seiner Zeit, aus der Frömmigkeit heraus gemalt worden ist, und so einen monumentalen Rhythmus bekam, stehen in unserer neuen„Königs- anbetung" die Figuren einzeln nebeneinander, ihre Beziehungen sind jedenfalls weit mehr äußerlicher Art und mehr koloristischer Natur. Das ist zugleich ein Nachteil wie ein Porzug. Ein Nachteil, weil dem Bilde dadurch die Wucht, die überzeugende Ge- fühlsnote verloren geht. Ein Vorzug, weil nun das einzelne mit einer weit größeren Virtuosität behandelt werden konnte. Die beiden Landfchastsausschnittc. die man zwischen dem Gemäuer der konventionellen Ruine erblickt, sind von sommerhafter Kraft; die deutsche Gotik kehrt sich zur italienischen Renaissance. Die Maria mit dem Kinde im Schoß, trägt noch am ehesten ein wenig von dem Erbe der älteren Zeit. Aber auch sie ist schon Mcnschenmalerci, irdisch, fleischlich. Und nun gar der König, der von scharlachencm Gewand umwallt vor ihr kniet, und vor allem der hellhäutige Mohrenfiirst, der rechts am Bildrand steht, das sind vollendete Proben einer Kunst, die in der Natur ihr höchstes Vorbild er- wählte. Das neue Bild ist so ohne Zweifel ein sehr interessantes Stück für die Entwickelungsgcschichte der Malerei; es ist aber kaum «t« Bild, das eine entscheidende Bereicherung der Menschheit bc- Serlin unü Umgegenö. Achtung, Bauauschliigcr! Die Firma Gebr. Raabe, Usedom- straße 31, ist wegen Nichtinnehaltung des Tarifs für Bauanschläger gesperrt. Deutscher Metallarbeitcrverband. Die Ortsvcrwaltung. Ttreikbrcchergesuchc nach Oesterreich sindcn sich in der bürgerlichen Presse nach wie vor. In der „Morgenpost", im„Lokalanzcigcr" und nicht zn allerletzt auch wieder in der„Volkszeitung" werden arbeitswillige Buchdrucker nach Oesterreich gesucht. Unter den Agenten befindet sich auch der bekannte Keiling. Herr Koch zieht es jetzt vor, anonym auf- zutreten. Er sucht Schriftsetzer, Maschinenmeister und Schweizer- degen nach der Schweiz und Tirol. Ob der Herr wirklich glaubt, intelligente und brauchbare Buchdrucker wüßten nicht, daß Tirol zu Oesterreich gehört? Als Adresse wird angegeben Jnvalidcnstr. 116, Hotelrestaurant. Wer dort hinkommt, findet Herrn Koch, assistiert von 2 Schutzleuten. Höher geht's wirklich nicht! Auch im„Typograph", dem Organ der Gutenbergbündler, wer- den christliche Streitbrecher nach Innsbruck gesucht„zu den mit dem Gutenbergbunde vereinbarten Bedingungen"! In Berlin wurde verschiedentlich österreichische Strcikarbeit angeboten, aber überall zurückgewiesen. Am hart- nackigsten wehrte sich gegen die Unterlassung der Streikarbeit Herr Buchdruckereibcsitzer Stadtrat Gertz in Charlottenburg. Es be- durfte in seiner Offizin erst eines recht energischen Auftretens der Gehilfenschaft, um dem Herrn klar zu machen, daß die Leistung von Streikarbeit sich mit der Arbeiterehre der Buchdrucker nicht vereinbaren lasse.* Die Arbeitswilligen werden übrigens in Oesterreich noch um einen Teil des Judaslohnes betrogen. So wird z. B. den Ro- tationsmaschinenmeistern, welchen ein Lohn von 86 Mark ver- sprachen wird, in Wirklichkeit ein solcher von nur 48 Kronen ge- zahlt,'von welchen noch 7 Kronen auf Kost abgehen, so daß nur 41 Kronen übrigbleiben! Von jenem den Flachdruckern verspräche- neu Lohne von 56 Mark werden nur 34 gezahlt. Den Maschinen- setzern verspricht man einen Lohn von 54 Mark, in Wahrheit zahlt man ihnen aber nur 4ö Kronen, den Handsetzern, welchen man 34 Mark zu zahlen verspricht, zahlt man nur 34 Kronen. Ein angeblich Betrogener wandte sich an die Organisations- lcitung der Buchdrucker in Prag mit folgendem Jammcrbricf:. „Mutz Ihnen die Mitteilung machen, daß ich durch Teufels- Hände nach hier engagiert bin, durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen. Mir wurde nichts gesagt, daß hier gestreikt wird, sondern ander Bedingungen gemacht, die leider durch den seinen Herrn, olles hier nicht erfüllt werden, so stebc ich mit meine Familie in sehr traurigen Verhältnissen, denn ich habe noch Ehre im Leibe, und will kein istreikbrechcr sein. Wenn der Herr Vor- stand geneigt ist, mir ein Darlehen von... Kr. zu bewilligen, damit ich mich und meine Familie retten kann, so reise ich sofort von hier ab und will mein möglichstes tun, noch andere Kollegen dazu zu überreden, ich bitte daher recht höflichst um gütige Antwort und zeichne mit besonderer Hochachtung W.......... S..... Prag." Ob sein Wunsch auf ein Darlehen erfüllt wurde, ist uns nicht bekannt. Im allgemeinen darf man wohl sagen, daß die deutschen Buch- druckcr unterrichtet sind über die Bedeutung der Inserate in Blättern a la„Morgcnpost",„Lokalairzciger" und.Volkszeitung". Tie Oesterreicher täten gut, ihr Geld für die streikenden Kollegen zu behalten und die„nützlichen Elemente" in der ungewohnten Tätigkeit aui 5lastcn und au der Maschine zu belassen, bis sie diese selbst ausgeben. Das wird in der Regel nicht lange dauern. Anders ist es mit Arbeitswilligen aus Gegenden mit zurück- gebliel'enen Organisationsbedinguugcn. Bei diesen wird es sich in der Tat um einen Mangel an Aufklärung handeln, der durch die Streikenden zu beheben wäre. Alle anständigen deutschen Buchdrucker meiden jetzt Oesterreich! Deutsthes Reich. Tavifvertragskiindigungen im Tapcziercrgctvcrbe. Dem Täpezicrervcrbandc, Gau Rheinland-Westfalen, wurden vom Arbeitgeber-Echutzverband am 31. Dezember alle küudbareu Tarii- Verträge gelündigt. Die beteiligten Zwangsinnungen schlössen sich der Kündigung au. Es lausen am 1ö. Februar die Verträge ru Düsseldorf, Duisburg, Bochum, Dortmund, Hagen und Elberfeld- Barmen ab. In Oberhausen kündigte die Firma E. Hemmers den bestehenden Vertrag ebenfalls zunr 15. Februar, der Betrieb bcschüf- tigt 66— 70 Polsterer. Die Arbeiter kündigten den Tarif bei der Firma HeuvclS in Viersen, die 46—56 Arbeiter beschäftigt. Dort läuft der alte Vertrag am 1. März ab. Da der Unternehmerverband sich mit der Absicht trägt, Bestim- nlunge» in den neuen Verlrag hineinzubringen, die als Verschlechte- rungen bisher von der Organisation glücklich abgewebct wurden, muß man sich auf eiuen scharfen Kampf gefaßt machen. Jeder Tapezierer sei vorsichtig bei Arbeitsangeboten aus den in der Abwehr stehenden Tariforteu.___ Musikerstrcik in Görlitz. Am Nachmittag deS NeujahrstageS sollte in der Stadthalle zu Görlitz, dem größten dortigen Konzertsaal, ein Konzert des städlischen Orchesters stattfinden. Es wurde nichiS daraus. Der städtische Musikdirigeut„Kgl." Kapellmeister— seit Weihnachten auch Pro» f e s s o r— Schcilschneider eröfsuete den Abend mit einer Ansprache, in der er erklärte, das Konzert könne in der programmäßigen Form nicht stattfinden, weil dieHälfte seines Orchesters streike. Die Ursachen deS Streiks liegen darin, daß die Musiker am vorigen Sonntag während der Pause eines Konzerts sich zur Probe eines Konzertstückes einfinden sollten. Als der Vertrauensmann der Musiker diescrhalb vorstellig war, wurde er von dem Musikdirektor mit Aufwiegler und AufHetzer beschimpft: außerdem sollte er sofort eutlasjei! werden. Da die übrigen Musiker sich, darauf nnt ihrem Vertrauensmann solidarisch erklärten, nahm der Direktor die Slbimpfworte und auch die Entlassung zurück. Die Sache schien da» durch erledigt zu sein. Als die. Musiker tags darauf mit einigen leichi erfüllbaren Wünschen, darunter die Freigabe eines TagcS in der Woche, schriftlich beim Musikdirektor einkamen und um eine Unterredung bei nächster Gelegenheit baten, wurde dein Vertrauens» mann aufs neue angedroht, daß er der erste sein werde,„der fliege". er, der Direktor, würde jetzt„andere Saiten aufziehen". Am Neu- jahrstage, vor dem Beginn des NachmittagslonzertS, baten die Musiker erneut um eine Unterredung, um den Direktor zur Zurücknahme der Beleidigungen zu bewegen. die er zuletzt gegen die drei Vertrauensleute ausgesprochen hatte. Slatr � dessen ließ der Musikdirektor den Musikern sogen, daß die drei Vertrauens» l e u t e entlassen seien, die anderen sollten zuni Dienst er» scheinen. Das taten die anderen aber nicht, sondern sie erklärten sich niit ihren Kollegen solidarisch. DaS„Sinfoniekonzert" wurde schließlich mit verändertem Programm von den etwa achtzehn beim Orchester verbliebenen Musikern ausgesührt. Der Musikerstreik ist ein Akt der Verzweiflung imd bezweckt die Erringung einer anständigen Behandlung, deini_io lange Herr Scheltschneider den Dirigenteiistab am städlischen Orchester schwingt — das sind ll/4 Jahr— so lange sind die Klagen der Musiker wegen unwürdiger Behandlung nicht verstummt. Eisenbahnterrorismus. Die Direktion Mainz der preußiscki-hessischen Eisenbahnv er» waltung hat am Sonnabend den Eiienbahnarbeiter Heinrich, den Vezirksvorsitzendcii des Verbandes Deutscher Eisenbahn-Handwerker und Arbeiter, gekündigt. Es ist ihm auserlegt, unter Vorausbezahlung des täglichen Lohnes sofort auszutreten. Die Bezirksorganisation des Verbandes zählt im Bezirk Mainz zirka 5666 Mitglieder. Ter Zeniralvorsitzende des Verbandes ist der nationalliberale Reichstags» abgeordnete Jcklcr. Der Gemaßregelte war in sehr energischer Weise für die Interessen der Arbeiter eingetreten, was die Direktion mit der Kündigung beantwortete.— Die Organisation hat bckamitlich auf das Streikrecht verzichtet. Ihre Versammlungen tagen unter der Aufsicht der Direktion, und fcotzdcrn diese Maßregelung. Wahrscheinlich wird die Entlassung im preußischen und hessischen Landtag zur Sprache kommen. deutet.'Auch ist erst noch zu erweisen, daß es gerade von Goes und nicht von cincni anderen Maler der Zeit stammt.) vbr Lustige Brüder. In den traurigen Lustigen Blättern findet sich ein Bild zweier versoffener Landstreicher mit einer Unter- schrift, die ungefähr so lautet:„Weitste jetzt leenc Arbeet krichsl. denn wirste vom Staat versichert."—„Aber wer versichert nur gegett Arbeet?"— An Pointenlosigkcit ist man bei dem.Konfektionswitzblatt ge- wöbnt, an diese Robeil nickt immer. Aus den Arbeitsnachweis- stellen Orückcn die Arbeitslosen Türen und Fenster ein, um zuerst drau zu kommen, die lustigen Brüder halten immer noch den Typ des arbeitsscheuen Gesellen aufrecht, der in den Gräben der Chausseen in süßem Nichtstun mit der Flasche hinlebt. Für sie ist der Arbeiter, scheint's, immer noch ein saufendes und lumpen- des Individuum, das an Dbeaterausfahrten allenfalls als Staffage dient und das mit zerrissenen Jacken und roten Nasen würdig das Volk repräsentiert. Dabei weiß die ganze Konsektion, aus der sich die Leserschaft des Blattes rekrutiert, sehr gut, daß jeder froh ist, wenn er nur ein Zipfelcken Arbeit erwischt. Aber beim Barbier und in der Untergrundbalm lesen sich diese Klischees von den Arbeitsscheuen glatt und mühelos, und wenn diese witzlose Gesellschaft, die nie die Satire, sondern immer nur den Uli, die Wortspiele und die Situationskomik sieht, den dummen Hirnen lange genug solche Sckiablonen eingeprägt hat, dann glauben die's am Ende selber und sind fest überzeugt, der Arbeiter fliehe die Beschäftigung. Wovon er dann leben soll, darüber zerbrechen sie sich kaum den Kopf. Sturmflute» in der Ostsee. Die Sturmflut, die am 36. De- zember und in den daraus folgenden Nächten die ganze Küste von Schleswig bis Ostpreußen heimgesucht und die pommerschen und inecklenburgischen Teile am härtesten betroffen hat, lvar eine der schwersten Fluten der letzten hundert Jabre, eine Katastrophe, die an vielen Stellen nur von dem beispiellos gewaltigen Ereignis des 13. Novembers 1872 übertroffen wurde. Sturmfluten"der Ostfee von so verheerendem Charakter sind verhältnismäßig nicht häufig: während die Geschichte der Nordsee mehr als 566 mehr oder weniger verderbliche Sturmfluten auszuzählen vermag, sind für die Ostsee nur wenig mehr als 56 bedeutende Sturmfluten bekannt. Das 26. Jahrhundert freilich ist bereits unverhältni's- mäßig reich daran; die jüngste Flut war bereits die dritte große dieses Jahrhunderts. Die beiden vorgehenden fanden statt am 13. April 1863 während eines gewaltigen Schneesturms, die zweite am 36./31. Dezember 1364, also aus den Tag genau 9 Jahre vor der letzten. Beide haben llnheil genug angerichtet. Was die jetzige Sturmflut angerichtet hat, durfte man erst nach und nach erfahren. Schon jetzt ist zu erkennen, daß das Unheil ungemein groß ist. Vor allem scheinen die Steilufer schwer gelitten zu haben. Der Sturm selbst war nur mäßig stark u-nd hatte über- dies die Eigentümlichkeit, daß er im Augenblick höchster Gefähr- dung der Küste abflaute. Tic für die deutsche Ostseeküste gefährlichen Stürme kommen durchweg aus Norden bis Nordosten und sind schon aus diesem Grunde weniger heftig als die Weststürme und Nordweitstürme, die an der deutschen Nordseelüste besonders verhängnisvoll zu sein pflegen und ungleich häufiger vorkommen. Eine Eigenheit der jüngsten Flut ist ihre sehr große Ausdehnung. Tiesmal sind alle Gebiete der Killte iu Mitleidenschaft gezogen worden, wenn auch die Mitte entschieden den Hauptstoß auszuhalten liatle. Selbst sie Äurischc Nehrung, deren Seeküste nach Westen schaut uns daher gegen Nord- und Nordoststürme gesichert ist, hat den 30. Dezember als llnglückstag zu buche». Die fünf schwersten Sturursluten, von denen die deutsche Ost- sceküstc in historischer Zeit betroffen wurde, fanden statt an einem Allerheiligentage«1. November) im Anfang des 14. Jahrhunderts — wahrscheinlich war es 1364— ferner am Andreastage(36. No- vcmber) 1320, am 17. Oktober 1418, 8. März 1625 und 13. No- vcrnber 1872. Tie Fluten von 1364 und 1872 waren die ver. derblichsten und verheerendsten, die bekannt sind. Ter Untergang der sagenhasten Vineta, d. h. der ehemals mächtigen wendischen Handelsstadt Imune, die offenbar in der Nähe der heutigen Swine- mündung gelegen haben muß, ist jedoch nicht, wie die Sage will, durch eine Sturmflut bedingt worden, sondern durch kriegerische Vorgänge zur Zeit der Däneneuifälle, entweder im Jahre 1633 oder wahrend des Krieges zwischen 1115 und 1126., Notizen. — Die Parsifalitis hat ihren Siegeszng durch ganz Europa angetreten. In zahlreichen deutschen Großstädten, in Paris, in Spanien und Italien ist— trotz der Bannflüche des großen Zaubermeisters von Bayreuth— die christliche Oper aufgeführt worden. Zumeist nicht gerade als Weihefestspiel— sondern als gesellschaftliches Ereignis mit einer einstündigcn Pause — fürs Diner. Die Weihcstimmung bedurfte also einer sehr weit- lichcn Auffrischung; die Gralssüchiigen wurden von den Bühnen- Unternehmern ganz richtig eingeschätzt. Geschäft und Sensation ist heute alles. Wagners Schwärmerei, Religion und Kunst zu einen, findet nirgends Widerhall. — Ein T h c a t e r k o n k n r s. In dem Konkurse des frühe- rcn Direktors des Nürnberger StadttheatcrS Balder könncn liur zwei Prozent verteilt werden. Das Nürnberger Stadttheatcr, dem Richard Strauß einen längeren Brief gewidmet hat, wie ein Stadttheatcr verwaltet werden müßte, scheint danach ans einer ungesunden Basis zu stehen.. 6060 0 Studenten(genau 59 6011 studieren setzt auf Teutschlands hohen Schulen, darunter 3686 lveibtichcn Geschlechts. Arbeiterkinder find natürlich nicht- darunter. — Das T e�n k m a l für d e n' ll n r i ch t i g e n. Vor einiger Zeit fand in Gegenwart von S. M. die Einweihung eines Denkmals für den„Jäger aus Kurpfalz" �statt, als der der kur- pfälzische Förster Utsch.zu Eutcnpfuhl im Soouwalde iu Anspruch genommen wurde. Tie ganze Theorie hat aber jetzt eiuUi schweren Stoß bekommen, so daß man sagen kann, das Denkmal ist einem Unrichtigen gesetzt worden. Ter selige Herr lltsch wird aber wegen dieser Feststellung nicht von seinem Postament herabzusteigen brauchen, denn er ist weder der erste noch der letzte derer, oie zu Unrecht bcdenkmalt wurden. Immerhin ein ganz netter Bei- trag zu der offiziellen Tenkmalswut. — Eine russische N o r d p o l c x p e d i t i o n. Gleich nach dem russischen Wcihnachtsfcstc begibt sich eine Expedition nach dem hoben Norden, um auf der Marsckroute der Expedition Sedows nach dem Nordpol zu gelangen. An der Spitze steht Dr. Urusso.o, der bekannte Polarforscher. Auch drei gelehrte Frauen, zwei Tot- torcu der Naturwissenschaft und eine Medizinerin, beteiligen sich. Ausland. Tarifabschluft im holländischen Buchdruckergewerbe. Von dem erfreulichen und schnellen Wachstum der holländischen Gewerkschaftsbewegung in den letzten Jahren zeugt erneut die Tat« fache, dafe zum ersten Male ein Tarifvertrag für das ganze Land in einem wichtigen Gewerbe zustande gekommen ist. Es ist der Buch- druckerverband, der zusammen mir den kleinen religiösen Organi- sationen mit dem größten der beiden Unternehmerverbände in diesem Gewerbe einen Vertrag abgeschlossen hat, der den maximalen Arbeitstag auf S'/, Stunden festsetzt und insbesondere in der Provinz eine beträchtliche Lohnsteigerung durchführt. Der beiderseitige Organisationszwang ist im Vertrag aufgenommen worden. Jedoch haben die Arbeiterorganisationen dem Vertrag nur unter der Be- dingung zugestimmt, daß es dem Unternehmerverband in kurzer Zeit gelingt, einen größeren Prozentsatz Unternehmer als bisher in seinen Reihen zu organisieren. Gerichtszeitung. DaH Vcrkinsgesetz gegen die Bestrebungen der Arbeiter- Sportvereine. Am 12. Oktober v. I. veranstaltete der Kartellver- band für Sport und Körperpflege eine Anzahl von Versammlungen, in denen die Bestrebungen der Arbeiter Sportvereine propagiert wurden. In dieser Hinsicht wandte inan sich namentlich an die Arbeiterjugend und warnte sie vor dem volksfeindlichen Treiben des Iungdeutschlandbundes. Die Versammlungen waren von vornherein als unpolitische bezeichnet, es lag auch gar nicht in der Absicht der Veranstalter, den Versammlungen einen politischen Anstrich zu geben Aber was kümmert das die Polizei. Für sie ist alles politisch, was von klassenbewußten Arbeitern ausgeht, niag es ein Spaziergang, ein Radfahrerausflug, ein Fußballspiel oder ein Kaffeekränzchen sein. Also erschien die Polizei auch bei diesen Versammlungen— innerhalb und außerhalb der Lokale— auf dem Plan, um in ihrer, Weise gegen die„staatsgefähr« lichen" Veranstaltungen vorzugehen. Die Behauptung der Polizei, die Versammlungen seien politisch, gab den Beamten Anlaß, in mehreren Versammlungen die Entfernung der Jugendlichen zu verlangen, auch wurden die Versammlungs- leiter mit Strafmandaten bedacht, weil sie die nicht politischen Versanmilungen, die aber nach polizeilicher Annahme politisch sein sollten, nicht angemeldet hatten. Einen Fall dieser Art hatte gestern das Schöffen» gericht Berlin- Mitte zu entscheiden. Wegen Ueber- tretung des Vereinsgesetzes hatte sich der Mechaniker Bla u zu verantworten, der in einer der genannten Ver- sanrmlungen den Vorsitz geführt hatte. Polizeileutnant Be h r e n d. der die Versammlung überwacht hatte, sagte als Zeuge, er hätte die Versammlung ain liebsten aufgelöst, aber das Vereinsgesetz bot dazu keine Handhabe, denn der Referent Däumig sei wohl hart an die Grenzen des politischen Gebiets gegangen, aber überschritten habe er sie nicht. Wie der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosen» f e l d, feststellte, hat, Polizeileutnant B e h r e n d in seinem schriftlichen Bericht an das Polizeipräsidium ausdrücklich gesagt, d i e Versammlung habe keinen poli- tischen Charakter gehabt.— Trotzdem hat der Ver- sanimlungslciter aber sein Strafmandat erhalten. Auf dem Polizeipräsidium, Abteilung VII, glaubt man also besser zu wissen, was in der Versammlung vor sich ging, als der Be» amte, den man zur Uebewachung hingeschickt hat. Oder aber man handelt nach dem Schema: Arbeiterversammlungen, die sich an die Jugend wenden, sind immer politisch.— Uebrigens hat sich Polizeileutnant B e h r e n d inzwischen der„besseren" Einsicht von höherer Stelle angeschlossen. Im Widerspruch zu seinein Bericht sagte er vor Gericht, die Versammlung könne doch wohl als politisch angesehen werden, es sei ja schwer, zu sagen, wann die Grenzen des politischen Gebiets überschritten würden. Tatsachen für die Annahme, die Versammlung sei politisch gewesen, konnte der Zeuge allerdings nicht an« führen. Er konnte nur angeben, daß Däumig über den Gegen satz zwischen dem Jungdeutschlandbund und den Arbeiter Sportvereinen gesprochen, vor dem Jungdeutschlandbund, der unter dem Anschein der Neutralität volksfeindliche Bestre bungen betätige, gewarnt und die Jugend zum Eintritt in die Arbeiter-Sportvereine aufgefordert habe. Obgleich die Beweisausnahme nichts für den angeblich politischen Charakter der Versammlung ergeben hatte, bo antragte der A m t s a n w a l t. den Angeklagten mit 5 0 M. zu bestrafen. Wenn man aus den Gründen, die der Anklage Vertreter geltend machte, den Kern herausschält, so heißt er Wer sich gegen die nationale Jugendbewegung wendet und für die von der Sozialdemokratie unterstützte Jugendbewegung eintritt, der treibt Politik. In einer längeren Rede legte Rechtsanwalt Dr. Kurt R o s e n f e l d dar, daß der Angeklagte freigesprochen werden müsse, weil in der Versammlung nichts gesagt worden sei, was nach dem Gesetz und der herrschenden Rechtsprechung als politisch angesehen werden könne. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1 0 M. Der Vorsitzende, Amtsrichter Ahls d o r f. begründete dies im wesentlichen so: Tie Versammlung war eine eminent politische. Denn die Arbeiter wurden auf» gefordert, ihre Kinder von den nationalen Bestrebungen des Jungdeutschlandbundes fernzuhalten und sie den Arbeiter- Sportvereinen zuzuführen, die nach der Rechtsprechung des Kammergerichts politische Vereine sind, die der sozialdemo- kratischen Partei Stimmen zuführen wollen. Auch daß die Versammlung ini„Vorwärts" angezeigt war. spricht. nach Ansicht des Gerichts dafür, daß es sich nicht lediglich um sport- liche Angelegenheiten handelte. anklage der„nationalen" Jugendvereine ein Verbrechen. Der Justizminister hat dann die Verpflichtung, schleunigst dafür Sorge zu tragen, daß auch die„nationale" Jugendbewegung angeklagt und daß ferner das Strafverfahren gegen die- jenigen Polizeibeamten und Staatsanwälte eingeleitet wird. die die Erhebung der Anklage unterlassen, wiewohl sie die von uns kritisierten Urteile für zutreffend halten. Wird der Justizminister dem Gesetz Achtung verschaffen? Wenn die sonderbaren Gründe, welche der Gerichtsvor- itzende und der Amtsanwalt anführten, um die Versammlung zu einer politischen zu stempeln, allgemeine Geltung haben 'ollen, dann muß das Vereinsgesetz in der hier beliebten Weise auch gegen den Jungdeutschlandbund angewandt werden, öenn der wendet zur Bekämpfung der Arbeiterjugend- bewegung tatsächlich politische Mittel an. wie wir schon oft nachgewiesen haben. In nationalen Jugendvereinen werden ohne Bedenken politische Reden gehalten und wird die Jugend politisch— allerdings im sogenannten staatserhalten» den Sinne— beeinflußt. Dagegen vermeidet man in der Arbeiterjugendbewegung mit Rücksicht auf das Gesetz forg- ältig alles, was als Politik angesehen werden könnte. In den Schlingen des„liberalen" Vereinsgesetzes fängt man die Arbeiterjugend. Wenn es sich aber um„nationale" Jugend- vereine handelt, dann sind die Maschen des Vereinsgesetzes so weit, daß der ganze Jungdeutschlandbund, unbehelligt von Polizei und Staatsanwalt, hindurchschlüpfen kann. Und das verträgt sich mit dem Grundsatz: Gleichheit vor dem Gesetz. Derartige Urteile schlagen dern gesunden Rechtsempfinden ins Gesicht. Entsprechen sie aber dem Gesetz, so ist die Nicht- Bcrbnnbsmarkenschwindel. Zu einer dreisten Urkundenfälschung zum Schaden einer Ver- bandskasse hatten sich die Bäckergesellen Friedrich Brandstactter und Alfred Hartmann vereinigt, die sich gestern vor der S. Strafkammer des Landgerichts l zu verantworten hatten. Der Verband der Bäcker und Konditoren Deutschlands erhebt von seinen Mitgliedern Bei- träge, die in Gestalt von Beitragsmarken, die vom Verbände ver- kauft und in die Mitgliedsbücher einzukleben sind, bezahlt werden. Die eingeklebten Beitragsmarken sind den Beamten des Verbandes vorzulegen und von diesen abzustempeln. Auf Grund dieser Mit- gliÄsbücher erhalten die Mitglieder erforderlichenfalls Unter- slützungen aus der Verbandskasse und freien Arbeitsnachweis. Auf die Initiative des zweiten Angeklagten bestellten beide bei einer Firma in Frankfurt a. M. nach einem eingesandten Muster der Berbandsmarken 1000 Stück solcher Marken, die auch ange- fertigt und den Angeklagten zugesandt wurden; sie erhielten sogar irrtümlicherweise 1600 Marken. Von diesen Falsifikaten klebten die beiden Angeklagten für rückständige Verbandsbeiträge eine An- zahl in ihre Mitgliedsbücher. Brandstactter erhielt seine Marken auch im Verbandsbureau abgestempelt, ohne daß die Verbands- beamten etwas von der Fälschung bemerkten. Als aber Hartmann lein Buch zur Abstempelung einreichte, wurde die Fälschung cnt- deckt. Die bei Hartmann vorgenommene Haussuchung förderte dann den übrigen Vorrat von falschen Marken zutage. Es war der Verdacht rege geworden, daß die Angeklagten einen schwung- haften Handel mit diesen Marken ins Auge gefaßt hätten. Man fand außerdem auch noch einen Stempel vor, den sie sich hatten an- fertigen lassen und der evcnt. für die Versicherung gegen Arbeits. losigkeit in Anwendung kommen sollte. Das Gericht verurteilte Hartmann, der geständig war, zu 8 Wochen, den Brandstaettcr da- gegen, der kein Geständnis ablegte, zu 10 Wochen Gefängnis. Ein Gesundbeter. Vor dem Spandauer Schöffengericht klagte ein„Heilmagneti- seur" Weißenberg wegen Beleidigung gegen den Gemeindevorsteher Rönicke aus Seegefeld, weil dieser im„Nauener Kreisblatt" von dem„schtvindelhaften Treiben" des Klägers gesprochen und vor ihm gewarnt hatte. Der Kläger erklärte, er sei von Gott begnadet und könne durch Streichen und Gebet heilen. Die Beweisaufnahme ergab folgende ärztliche Behandlung" durch den Kläger. Zu seiner Kundschaft zählte der„Prophet" hauptsächlich junge Mädchen. Diese erschienen in sehr leichter Bekleidung bei ihm. Er bestrich sie und murmelte etwas, was wie ein Gebet klang, prophezeite auch einigen, daß sie bald„Engel" erhalten würden. Und siehe da— der Prophet hatte recht. Eines der Mädchen gab 9 Monate nach dem Bestreichen einem Engel das Leben, für das der Prophet 30 M. monatlich Ali- mente zahlte. Und nach einem Jahre und reichlichem Bestreichen löste ein zweiter Engel sich aus des Mädchens Innern. Und aber- mal? zahlte der Prophet 30 M. Alimente. Bei anderen Mädchen blieben trotz reichlicher Bestreichungen und Prophezeiungen die Engel aus. Das Gericht wies die Klage ab und sprach den Beklagten frei. Ihm stehe§ 103 Str.G.B. zur Seite. Das Treiben des Klägers ei ein gemeingefährliches. Werden nun die Anbeter der Gesundbeter aussterben? ..!lir mm Fabrik" Stefan Esders Kaiser-Wilhelm-Sfr. 55 (vormals Heini ich Weltmann) BERLIN C Ecke Spandauer Strasse »»»»»»»»»»»«»»»»»»»W Inventur-Verkäufe Ganz besonders preiswert! Damen- Konf aKsion Damen• KonteKtion Herren- u. Knaben-KonfeRtion In allen Abteilungen! Bis 12. fanuar KoStttme la Tuche and Fhan- laeie-Stoüo.............. Leinen-Kostüme moderne Form........>.•. PaletOtS marine Flauscbstoff, offen und geschlossen tu tragen. P&letOtS Phantasie- n. original englische Stoffe........... Abendmäntela.Kimonos la. Tuche und Eskimos...... Leinen-Paletots mit und ohne Stickerei............ Schwarze Rockeia. Tuche, Salin und Sorga........... KoStÜm-RÖcKe marine oder weisser Cberiot........... 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Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Heilig-Jrcuz-- Kirchdoses, Eisenacher Straße 62, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 200/1 Der Vorstand. yerband der Buch- und Stein- druckerei-BiUsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltang Berlin. Am 1. Januar verstarb ganz plötzlich unser Mitglied Hermaim Kronenberg im Alter von 44 Jahren. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet morgen Montag, nachmittags 3 Uhr, aus dem Heilig> Kreuz» Kirchhof in Mariendors statt. 27/2 vis llrUvonraltung. Deutscher flolzarbeiter-Verband. Zahlstelle Vcrliu. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Franz Nagl Neukölln, Weichselstr. 30, im Alter von 35 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Januar, nachmittags 2 Uhr, aus dem Anstalts- Friedhos in Teupitz statt. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Oswald Aysche im Alter von 42 Jahren gc- starben ist. Die Beerdigung findet am Sonnlag, den 4. Januar, nach- mittag» 3'/, Uhr, von der Halle der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel-Allee aus statt. Den Mitgliedern serner zur Nachritt, daß unser Kollege, der Itockarbeiter Kurt Ltelnert Neukölln, Jägerstr. 61, im Alter von 28 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Januar, nach- mittags VI, Uhr, von der Halle des Neuköllner Gcmeinde-Fried« hoseS aus statt. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht 81/3 vi» Oi-Uverwaituni). SozialdemokratischerWahlferein f.d. iBerl. Reichstagswahlkreis. Landsberger Viertel. Bez. 396 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Klavier- arbeiter Oswsld Aysche Wilhelm-Stolze-Str. 42 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag nachmittag 3>/, Uhr, von der Halle des Freireligiösen Fried- hoses, Pappelallee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 210/4 Der Vor>«tnnd. Sozialdemokratischer Wahlyerein I. d. 4. Bert. Reichstagswahlkreis Köpeniiker Viertel. Bezirk 184 II. Ziaelsrnk. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler Alex Witschel Oppelner Str. 47, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat Sonnabend- nachmittag aus dem Smmaus- Kirchhose in Neukölln, Hermann- straße stattgesunden. 210/3 Der Vorstand. Deutscher Bauarheiteryerhand. Zweigverein Berlin. Am 1. Januar starb unser Mitglied, der Rabitzspanner >ViIbelm(irotfie (Bezirk Rcinickendors). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den S. Januar, nach- mittags 3 Uhr, aus dem Anstalts- griedhose in Eberswalde statt. Ferner starb am 1. Januar unser Mitglied, der Stukkateur Wilhelm Krüger (Bezirk Neukölln). Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. Januar, nach- mittags 2'/, Uhr, aus dem Gc- meindc- Friedbose in Neukölln, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/2 Der Vorstand. Deutscher Metailarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Sf a c h r n f. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Max Kunz serner der Kernmacher Walter Heppen gestorben ist. Ferner starb unser Mitglied, der Gürtler Iirnst Quaatz Neukölln, Weisestr. 45, am 31. Dezember 1913 an Magenleiden. Die Beerdigung findet am Montag, den b. Januar, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- halle deS neuen Jakobi-Kirchhoss in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 110/3 Die Ortsverwaltung. f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Petersburger Viertel. Bez. 349 1. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unsere Genossin, Frau hülse Henschke Liebigstraße 11 gestorben ist Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 5. Januar, nachm. 2'/, Uhr, von der Leichenalle des Zentral-Friedhoses in Friedrichs- selbe aus statt. 210/5 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Unerwartet nach kurzem Krankenlager starb am 31. Dezember meine liebe Frau, unsere gute Mutter hülse henschke im Alter von 46 Jahren. Um stilles Beileid bitten Gustav Henschke Ella Henschke Margarete Henschke. Liebigstraße 11. Die Beerdigung findet Montag, den 5. Januar, nachm. 2'/. Uhr, von der Halle des Zentral-Fried- hoseS in Friedrichsseide aus statt. A Verh. d.Schneider, Schneiderinnen u. Wäscbearbeiter Deutschlands. . Filiale Berlin.■ Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß die Kollegin (Branche Damenlonsektion) Marie Friisch am 2. Januar im Alter von 40 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 5. d. Mts., nachm. 2'/, Uhr, von der Halle des neuen Nazareth- Kirchhoses, Remickcndors- West, Kögelstraße, aus statt. 162/3 Die Ortsverwaltung, Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GroS-Berlin. Den Mitgliedern jut Nachricht. daß unser Kollege, der Haus- diener Christian Mattick am 1. Januar, im Alter von 61 Jahren verstorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Januar, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- balle des St. Marien-Fricdhoses, Prenzlauer Allee, Ecke Frieden- siraße, aus statt. 61/3 Ole Bezirksverwaltung. Deutscher Buchbinder-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Buchbinder Clemens l�elchelt verstorben ist. 23/2 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle der St. AndreaS-Gemetnde in Wilhelmsberg auS statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Lrtöverwaltung. Verband der Haler. Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Gustav Semmler (West) am 30. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 136/1 Die Ortsverwaltnng. Danksasnnx. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzipenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten BaterS sagen wir hier- mit allen Freunden und Bekannten, dem Wahlverein, dem Nietallarbeiter- verband und den Kollegen der Deutschen Telephon- Werke unseren besten Dank. 106A Witwe Galinowski nebst Kindern. Fertig am Lager; UMzOgel�;40M Catawayu. Weste iBinkleifler i'°. V«. Fertige eedwarre Kleidung für Knaben und Jünglinge ;; in größter Auswahl:: Feine Maß- Anfertigung :: in ca. 10 Stunden Danksap-iinjg. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes B'i-aaig sagen wir allen Verwandten und Freunden herzlichm Dank. 7a Itamllic Rettig, Adlcrshos. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters, des Kürschners liiti-I Knappert sagen allen Beteiligten, Verwandten und Bekannten, insbesondere dem Soz. Wahlvercin des 6. Berliner Reichstagswahlkreises und den Mit- gliedern des 347. Bezirks unseren herzlichsten Dank. S2A Witwe Marie Knappert u. Sohn Dunckerstr. 2a. Danksagung. Allen, die fich an der Beerdigung meiner lieben Frau beteiligt haben, sage ich meinen besten Dank. lh'rlvdrlclk Posch 44a nebst Tochter. Danksagung. Für die Teilnahme und kkranz- spenden bei der Beerdigung meines Vaters sage ich allen Teilnehmern sowie dem Wahlverein und dem Deutschen Bauarbeiter- Verbände (Sektion der Putzer) herzlichen Dank. 29a Hubert Conrad. Kranzspenden sowie siimtliche* ßlutncnarratigcmentö liefert schnell und billig Punl (JrosB, llinsonstr. 69, Tel. Mpl. 7203 mit allem Zubehör u. Gebühre» i 105 Mark. imtltiit„Flamme" Mantauflelstrasss III. Broschüre gratis.] Fernept.; Moritzpl.{(82. „Königsbank" 117 GroBe Franklurter Straße 117 Sonnabend, 28. Februar 1914\ der große Saal frei geworden.£ \ Werte Bestellung erbittet E Curt Breuer; i Kgst. 1374.! ReutersWerke . z Lände 4 Marl. 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Te!.: Mpl.95t& ,i«''iiii�, '»ermitwortlichcr Rcdctteur: Älfr«d Wseleppl Neukölln. Für den Jnscratenicil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck A.Berlag:Borwärt»Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer 6c Co« Berlin SW. Nr. 8. 31 IahrMg. 2.$rilM( des Jorroärts" Knlim WIKsM Ssvnlas. i. Ilinnar I9li ?luf zur Mssihußvertreterwahl für Sie Grtskrankenkasse Nieüerbarnim! 8£m heutigen Tage vormittags von 10 Uhr bis nach- mittags 6 Uhr finden im Kreise Niederbarnim die Ausschuß- Vertreterwahlen für die am 1. Januar 1914 inS Leben getretene Ortskrankenkasse für den Kreis Niederbarnim statt. Nachstehend lassen wir nochmals die Wahlbezirke und die Ordnungsnummern, die die Listen der organisierten Arbeiterschaft des Kreises erhalten haben, folgen: Wahlbezirk I Liebenwalde und Umgegend, Liste Nr. II , II Wandlitz,,„ ,11 , IV Bernau,„,, II » � 2�0*1» n»» I „ VII Rosenthal,,,, III » IX Alt-LandSberg„,, I , X Buchholz»»»» in , XI Mahlsdorf»,,, m , XEI Stralau u. Ober-Schöneweibe.„ n „ XIU Erkner und Umgegend,, H » XTV Kalkberge,»„111 Ebenso sei nochmals darauf hingewiesen, daß in den Wahl- bezirken HI sOranienburg und Umgegend). V sBerlin-Wittenau) und Vm sBerlin-Remickendorf) keine Wahl stattfindet, da für diese Be- zirke nur eine Liste eingereicht und diese nach 8 10 des Wahl- reglementS ohne weiteres als gewählt gilt. Srbeiterl Parteigenossen RiederbarnimSl Die heute stattfindende Wahl hat ein über den Kreis hinaus gehendes Interesse. Den Listen der organisierten Arbeiterschaft stehen zum Teil Listen der Gelben, der Lieblingsschutztruppen scharfmacherischer Unternehmer, und auch solche, die von den'Ge- meindebehörden zusammengestellt und empfohlen werden, gegenüber. Lasse sich kein organisterter Arbeiter und namentlich kein aufgeklärter klassenbewußter Landarbeiter dadurch täuschen. Nur der Stimmzettel mit der Ordnungsnummer, der die Vorschlagslisten der modern ge- werkschastlich und polttisch organisierten Arbeiterschaft enthält, ist ab zugeben. Die sozialdemokratisch und fteigewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft hat im Laufe der Jahre, solange eine deutsche Sozial Politik existtert, stets bewiesen, daß eS nur ihr allein ernst ist mit dem weiteren Ausbau derselben. Da« Wort Bismarcks.Ohne eine Sozialdemokratie gäbe es keine Sozialreform' gilt auch heute noch. Es gäbe auch keinen lebendigen Geist in den Einrichtungen dieser Sozialpolitti ohne die moderne Arbeiterschaft. Der heute zu wählende Ausschuß, dessen Amt vier Jahre läuft, wählt den Vorstand für die neue OrtSkranken» lasse. Der Vorstand einer Krankenkasse hat nach dem Gesetz wichtige Aufgaben zu erfüllen. Er kann diese Aufgaben erfüllen, wenn er auS Personen zusammengesetzt ist, denen auch sonst im wirtschaftlichen und politischen Leben Erfahrung, Kenntnis der Sozialpolitik und Weitblick zur Verfügung stehen. Der Vorstand kann seine Aufgaben im Interesse der Versicherten nicht er- füllen, wenn er auS den Gemeindebehörden oder dem Landrats« amt gefügigen Personen oder auS solchen Arbeitern besteht, die, wie die.Gelben', durch die Gnade, durch daS Geld und die Autokratie der Unternehmer existierend, sich zwar auch„organisiert' nenjun, in Wirklichkeit aber gröbsten Verrat an den Bestrebungen der Arbeiterklasse begehen. Weise daher jeder am heuttgen Tage die Sttmmzettel, deren Vorschlagslisten solche Personen als Vertteter enthalten, mit Ent- fchiedenheit zurück! Die gestrige Veröffentlichung im.Vorwärts' über die mehr als eigentümliche Art der Agitation des Amtsvorstehers Buchholz in Ahrensfelde, der al» preußischer VerwaltungSbeamter amtlich die Wahl einer von ihm bezeichneten und daher wohl auch amtlich zu« stände gekommenen Liste empfiehlt, ist nur ein Ausschnitt au» dem Bilde, wie in manchen Köpfen sich daS freie Wahlrecht der Ver- sicherten malt. Arbeiter, Parteigenossen von Nicderbarnim! Tue deshalb am heutigen Tage jeder seine Pflicht, stelle jeder, der eS möglich machen kann, sich zur Hilfeleistung bei der Wahlarbeit zur Verfügung, da- mit die Hoffnungen unserer Gegner, ihnen gefügige Personen in den Ausschuß und damit auch in den Vorstand der neuen Kasse hinemzubringen, von vornherein zuschanden werden. Der Ausschuß der GewerkschaftSkommission von Berlin und Umgegend. Die Parteileitung deS Kreises Niedervarnim. Parteiangelegenheiten. Zur Lokalliste. In Ladedurg 0.-13. stehen uns folgende Lokale zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: Restaurant zum Rollberg»« Uhr abends statt. Jeder für de» Brieflaste» desttmint»»«lnsrage ist et» Bnchftade und eine Zahl als Merlzetchen brtznfüge». Briefliche»ntwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Adannemrntsinttttnng detgrfstg« ist. «erd-n nicht beantwortet. Eilige Frage» trage man t» der B»rechftnude vor. Sch. SÄ. 1. An sämtlichen Berliner Fortbildungsschulen wird aus- schließlich das System Stolze-Schrey unterrichtet, auch ist«S w Norddeutsch« land am verbreitesten. 2. Jedes System rühmt sich, da» best« zu sein. 3. UnS nicht bekannt. 4. Gewerbcsaal, Straßmannstr. 6.— K. 8f. 101. Stistungsdcputation des Magistrats, Berlin, Poststr. IS.— 8. Hann. Lichtenberg. 1. Verwaltung der gesamten öffentlichen Walsenpsteg«, Alte Jakobstr. 33/35. 2. Ebenfalls Alte Jakobstr. 33/35.— Münm. Erkundigen Sie sich in einem Münzengeschäst.— A. G. 7.1. A Bern»— B Hannover(seit 1878 ausgelöst)— C Franksurt o. M.(seit 1880 aufgelöst)— D München— B Dresden, seit 1887 Freiberg— F Stuttgart— 0 Karlsruhe— H Darmstadt(seit 1883 ausgelöst)— J Hamburg. Marktpreise von Berlin am 2. Januar 1014, nach EnnttteUmge» des kgl. Polizeipräsidiums. Mais(mixed), gute Sorte 16, SO— 16,90, mittel 00,00— 00,00, geringe 00,00— 00,00. MaiS(runder), gute Sort« 14,80— 16,10, Richtftroh 0,00- 0,00. Heu 0,00-0,00. Martthatlenvreise. 100 Kilogr. Erbse», gelbe, zum Kochen 34,00— 50,00. Speiseboimen, weiße 35,00—60,00. Linsen 86,00— 80,00. Kartoffeln(KleinhdI.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30— 1,80. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleisch 1,40—2,10. Hammelfleisch 1,50— 2,40. Butler 2,40—8,00. 60 Stück Eier 4,60—7,20. 1 Kilogramm Karoten 1,40—2,50. Knie 1,60—3,20. Zander 1,40—3,20. Hechte 1,40—2,60. Barsche 1,00—2,20. Schleie 1,60—3,20. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 8,00-80,00. «SitternngSSberstcht vom 8. Januar 1S1B. f'tftflflncw Swinemde, Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien 1S 2 s Ms te- II if 760 NNW 765 762 771 771 764 W NW NW SW l-j euer 4 heiter 4 halb bd. tzbcdcckt WK t* mS> 8 3 3 •2 1—3 _ 2 « Sattem en Haparanda Petersburg Scilly Aberdeen Paris 748 777 763 773 ij NNO W Still bedeckt woMg bedeckt bedeckt ** B-« »I -10 H « i Wetterprognose für Tonntag, den 4. Januar 1018. Zunächst etwas kühler, zeitweise, heiter bei srischeu westlichen Winden; nachher neue Erwärmung, Trübung und Niederschläge. Berliner W e tter bnr e»n. WafferstandS-flkachrtchten der LandeSanstalt sür Gewässerkunde, mitgetellt vom Berliner Betterbureau Wasserstand Kemel, Tilsit Pregel, Jnfterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor . Kroflen , Franksurt Warthe, Schrimm , Landsberg- Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby . 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Bereits im Jahre 1912 fanden sich Anzeichen dafür, daß die Hochkonjunktur ihr Ende erreicht habe und einem wirtschaftlichen Niedergange Platz zu machen beginne. Wenn damals noch die Hoffnung bestehen konnte, die Be- endigung des Balkankrieges und der mit ihm zusammen- hängenden politischen Verwickelungen könnte eine Neubelcbung des wirtschaftlichen Lebens hervorrufen, so ist diese Hoffnung durch den Verlauf des Wirtschaftsjahres 1913 widerlegt worden. Ter Balkankrieg hat sich nach einer Pause in einem zweiten nicht weniger blutigen Teil bis über die Jahresmitte hin- gezogen und auch nach dem Friedensschluß trat keine Auf- wärtsbewegung ein. Nur in Oesterreich, das unmittelbar von dem Kriege auf dem Balkan berührt wurde, könnte die Wirt- schaftliche Krise als Folge des Krieges angesehen werden. In Deutschland ist gerade nach Beendigung des Krieges die Ab- schwächung der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung in Still- stand und Rückgang umgeschlagen und in außerdeutschen und außereuropäischen Ländern, die durch den Balkankrieg so gut wie gar nicht berührt ivurden, machen sich ebenfalls Anzeichen der Krise deutlich bemerkbar. Die gegenwärtige Krise ist zwar in ihren Formen durch den Balkankrieg be- einflußt worden, aber sie ist im wesentlichen durch rein öko- nomische Vorgänge bestimmt, die im allgemeinen den Wechsel des wirtschaftlichen Auf und Ab hervorrufen. Auch sie unter- liegt der Gesetzmäßigkeit, die Marx über die Ursachen und den Verlauf von Krisen aufgestellt hat. Betrachtet man zurückschauend das Wirtschaftsjahr 1913, so läßt sich allerdings nicht unbedingt sagen, daß es ein Krisenjahr gewesen ist. Wir stehen auch jetzt noch erst am Beginn der Krise. Schaut man nur auf die Ziffern, an denen man für gewöhnlich die Intensität wirtschaftlichen Lebens mißt, so war danach das Jahr 1913 sogar noch ein Hoch- konjunkturjahr: der Außenhandel erfuhr eine Steigerung um mehr als eine Milliarde Mark, die Kohlenproduktion um 14 Millionen Tonnen, die Roheisenerzeugung um 1,5 Millionen Tonnen, der Güterverkehr im Jnlande war ebenfalls wesentlich höher als im Vorjahre. Aber schon wenn man diese Zahlen zergliedert, zeigt sich, daß das Mehr den ersten Monaten des Jahres zufällt, daß von Monat zu Monat der Vorsprung gegenüber d�m Vorjahre geringer wird und in den Monaten am Ende des Jahres zum Teil sogar einem Rückgang Platz macht. Dazu kommt, daß schon seit Jahresbeginn die Preise im Weichen waren, zunächst für die Fertigfabrikate, dann aber auch für Halbfabrikate und Rohstoffe, daß erst die Einzel- Unternehmungen, dann aber auch die Kartelle und Syndikate zu Preisreduzierungen gezwungen worden sind. Für die Arbeiterschaft brachte das Jahr 1913 schließlich einen Stillstand der Lohnerhöhungen(soweit überhaupt solche eingetreten waren), Schmälerung des Lohneinkommens durch Arbeitszeitverkürzungen und Einlegung von Feier- schichten und vermehrte Arbeitslosigkeit. Den günstigen Momenten für die Beurteilung des Jahres 1913 stehen also schwerwiegende ungünstige Faktoren gegenüber. Was beweisen einzelne Rckordziffern im Außenhandel, in der Produktion der Schwerindustrie und Elektrizitätsindustrie, wenn die breite Masse der Bevölkerung von jeglichem Anteil an dieser Kon- junktur ausgeschlossen ist! Die allgemeinen Ursachen für den Beginn der gegen- wärtigen Krise sind in der gewaltigen Expansion zu suchen, die in den Vorjahren die deutsche Industrie erfuhr und auf die nun der notwendige Rückschlag folgen mußte, weil dem Angebot keine Nachfrage mehr gegenübersteht. Gerade durch den modernen Konzentrationsprozeß sind der Industrie Kapitalien zugeflossen und haben dort Anlagen geschaffen, deren Produkte sich nicht im vollen Umfang und zu den früheren hohen Preisen absetzen lassen. Absatzstockung und Preis- rückgang trafen daher am ehesten und stärksten die Industrie, die in den letzten Jahren die rascheste und intensivste Aus- dehnung erfuhr: die E i s e n i n d u st r i e. Die starken Er- Weiterungen und Neuanlagen von Eisenwerken im Rheinland. in Lothringen und in Luxemburg steigerten bis zur Fertigstellung noch den Bedarf und regten daher die Hochkonjunktur an. In diesem Jahre nun sind auch die letzten großen Erweiterungsbauten(von Thyssen und Gelsenkirchen) vollendet worden und statt als Abnehmer treten sie jetzt als Abgeber auf dem Eiscnmarkt auf. Es ist interessant, daß schon einmal, im Jahre 1990, die rasche Entwickelung der Industrie Lothringen-Luxemburg die Krise verschärft hat. Wenn die Krise nicht die Intensität früherer Zeiten er- reicht hat, so ist das andererseits mit darauf zurück- zuführen, daß in einem großen Industriezweige noch inimer und ungeschwächt eine gewaltige Expansion stattfindet: in der Elektrizitätsindustrie. Hier dringt die Tendenz zu betriebstechnischer Konzentration immer mehr zur Schaffung von Ueberlandzentralen, die durch Erweiterung und Zu- sammenschmelzung alter Betriebe und als völlige Neuanlagen entstehen. Dorthin fließen deshalb fortgesetzt neue Kapi- talien, wobei die in dieser Industrie vollendete Konzen- tration zu zwei Monopolfirmen(A. E.-G. und Siemens- Schuckert) noch besondere Anziehung für die profithungrigen Kapitalisten bildet. Der Verwertung der elektrischen Energie erschlossen sich dazu immer neue Gebiete(er- innert sei nur an die Elektrisierung von Bahnen), so daß die Entwickelung der Elektrizitätsindustrie von den Hemmnissen einer Krise zurzeit weniger beeinflußt werden kann. Ein gewisser Stillstand in dem flotten Tempo des Zuwachses an Beschäftigung hat sich trotzdem auch hier be- obachten lassen. Im Jahre 1912 konnte es so scheinen, als ob die ein- setzende wirtschaftliche Depression in erster Linie vom Geld- markt aus beeinflußt sei. Die große Geldknappheit führte gewiß mit zu einer Hemmung des Wirtschaftslebens, besonders� soweit sie herbeigeführt war durch die Geldfurcht, die Geld-! aufhäusung im privaten Haushalt und Geldsendungen ins Ausland zur Folge hatten. Aber die Geldknappheit hatte auch die vorhergegangenen großen Anforderungen der Industrie «ur Ursache und war so geradezu ein Zeichen der Hoch- konjunktur. Im Durchschnitt des Jahres 1913 ist die Geld- knappheit nicht größer gewesen als im Jahre 1912. Die letzten Monate des vergangenen Jahres brachten auch die gewünschten Zinsermäßigungen. Aber eine Belebung des wirtschaftlichen Lebens ist dadurch nicht eingetreten. Die zur Verfügung stehenden Kapitalien sind gar nicht der Industrie zugeflossen, weil sie dort nicht beansprucht »vurden; und sie sind ihr nicht übergeben worden, weil man fürchtete, unter dem Konjunkturrückgang iverde die Verzinsung sinken. Es ist charakteristisch, daß von den zum Handel an der Berliner Börse zugelassenen Papieren in Summe von 2,1 Milliarden fast die Hälfte auf aus- l ä n d i s ch e Staatsanleihen entfielen. Die Zahl der zu- gelassenen Schuldverschreibungen und Aktien von Industrie- Unternehmungen sank dagegen gegen das Jahr 1912 von 1251 Millionen auf 551 Millionen. Auch in der„Verbesse- rung" des Reichsbankstatus drückt sich gerade der Wirtschaft- liche Niedergang aus. Die Erhöhung des Metall- und Goldbestandes ist eine Folge künstlicher Auf- schätzungspolitik, die wesentlich nicht wirtschaftliches., sondern militärischen Interessen dienen soll, und der Rückgang des Bestandes an Wechseln und verpfändeten Waren ist vie.'vhr ein Zeichen verminderten Warenumsatzes. Uebrigens muß auch hervorgehoben werden, daß der Reichs- bankzinssatz im vergangenen Jahre nur die Höhe von 6 Proz. erreichte, während er in den Krisenzeiten 1997/08 bis auf 7»/, Proz stieg. Wohl blieb der Zinssatz in der Höhe von 6 Proz. recht lange in Geltung(von Mitte November 1912 bis Ende Oktober 1913), aber eine Geldkrisis bestand trotz- dem in geringerem Grade als in früheren Krisenjahren. Die Uebcrzeugung von dem industriellen Rückgang drückt sich auch in derBewegung der Börsenkurse aus. Der Kurs stürz bei Beginn des Balkankrieges war gewiß auf dieses Ereignis zurückzuführen. Aber auch nach Friedensschluß sind die Aktienkurse selbst der großen deutschen Industrie� Unternehmungen weiter gesunken, als für die Bewertung nur noch rein wirtschaftliche Momente in Frage kommen konnten. Noch mehr als in früheren Jahren des wirtschaftlichen Auf- und Niedergangs ist es diesmal zutage getreten, daß alle Vorteile der Hochkonjunktur vornehmlich das kapitalkräftige Unternehmen, alle Nachteile der Depression den kleinen Unter nehmer treffen. Nur der Großbetrieb vermag die Expansion nach seinem Wunsch zu betreiben; ihn berühren wenig die höheren Löhne, er verfügt über die nötigen technischen An lagen, er genießt den höheren Kredit. Ebenso vermag er der Krise besser Stand zu halten; er braucht nur einen Teil seiner Produktion einzuschränken, wo der Kleinbetrieb zur völligen Einstellung gezwungen wird. Er verfügt über Reserven, während der kleine Unternehmer den ganzen Ueberschuß in seinen Betrieb stecken mußte. Ucber Zahlungs stockungen hilft dem Großbetrieb Bankkredit hinweg, den er auf Grund seiner engen Verbindung mit einer Großbank leicht erhält. Dort in Krisenzeiten höchstens ein Rückgang des Ge- winns, der Dividende— hier Konkurs und Bankrott. Gegen das Jahr 1911 ist die Zahl der Konkurse im Jahre 1913 um mehr als 1999, auf 9999 gestiegen, worunter sich natürlich kein einziger eines größeren Unternehmens befindet. Neben dieser Stärkung, die die Kapitals- und Betriebs konzentration dem Großbetrieb verleiht, wirkte in mehreren Industrien noch die Kartellierung mit ihrer Bevorzugung der Großbetriebe. Im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat und im Deutschen Stahlwerksverband sind die kleinen, reinen Werke gegenüber den großen, gemischten Betrieben(die Kohlenbergbau und Eiscnverarbeitung verbinden) stark im Nachteil, der jetzt zur Krisenzeit besonders lebhaft empfunden wird. Trägt- hier die Kartellierung zur Verschärfung der Krise für die kleinen Werke des gleichen Industriezweiges bei, so ver- stärkt die Preispolitik der Monopolverbände gewöhnlich die Krise auch für die weiteren Industrien. So hat das Kohlensyndikat im vergangenen Jahre die Lage der Eisenindustrie ver- schlimmert. Obgleich bereits im Winter 1912/13 die Preise für Eisen nachgaben, verteuerte das Kohlensyndikat noch im April 1913 das wichtige Rohmaterial der Eisenindustrie, die Kohle, so daß bei sinkenden Verkaufspreisen die Produktions- kosten der Eisenindustrie stiegen. Das mußte natürlich eine Expansion der Eisenindustrie völlig hemmen. Schon von diesen» Gesichtspunkte aus scheint es absurd, daß Kartelle Krisen lindern können. Soweit die Kartelle Krisen nicht direkt verschärfen— was bisher bei jeder Krise beobachtet worden ist—, können sie weder die Ursachen der Krise aufheben, noch sich selbst den Wirkungen der Krise entziehen. Auch im ver- gangenen Jahr haben ja die großen deutschen Monopol- verbände Preisredultionen und Produktionseinschränknngen vor- nehmen müssen. Unter den Ursachen des wirtschaftlichen Niederganges im vergangenen Jahr wird auch die Schwächung der Kaufkraft der breiten Massen genannt. Teuerung und Arbeitslosigkeit haben allerdings die Kaufkraft wesentlich eingeschränkt. Doch war die Teuerung in den Hochkonjunkturjahren 1911 und 1912 fast noch größer als im vergangenen Jahre, das nur eine ganz geringe Erleichterung, keineswegs eine Be- frciung von dieser internationalen Geißel gebracht hat. Die günstige Welternte, die auch Rekordergebnisse der deutschen Getreideernte einschloß, wirkte verbilligend auf die Getreidepreisc, und die Fleischpreise erfuhren wenigstens keine neue Steigerung. Aber das Niveau der Lebensmittel- preise ist seit Jahren ein so hohes, daß die Teuerung natur- gemäß bei den arbeitenden Klassen zu immer stärkerer Ein- schränkung in der Lebenshaltung führen muß. Die Teuerung wurde um so schwerer empfunden und wirkte um so mehr auf die Höhe des Konsums ein. als Arbcitseinschränkungen und Arbeitslosigkeit das Lohneinkommen kürzten. Teuerung und Arbeitslosigkeit haben also dazu bei- getragen, den Rückgang in einzelnen Industrien zu verschärfen. Besonders die Äonfeklionsbranche und das Textilgewerbe haben das empfinden müssen. Die Arbeitslosigkeit spielt unter den Ursachen für den Konjunkturrückgang nur mittelbar eine Rolle; sie ist vielmehr selbst eine Wirkung des wirtschaftlichen Rückgangs und als solche zu würdigen. Die Konkurrenz der als Lohndrücker von den Unternehmern herangezogenen Ausländer und die Zu- nähme der Frauenarbeit haben schon bei normalem Beschäftigungsgang zur Ueberfüllung des Arbeitsmarktes geführt. So zeigte bereits das Jahr 1912 trotz steigender Be- schäftigtenziffern recht hohe Arbeitslosenzahlen. Im Jahre 1913 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen weiter, so daß gegen Ende des Jahres der Tiefstand des Krisenjahres 1998 fast erreicht war. Die Mehreinstellungen hatten eben nach- gelassen und mehr und mehr wurden bereits Entlassungen vor- genommen. So stieg das Angebot von Rtonat zu Monat; im Monat November wurden bereits 219 Angebote auf je 199 Stellen gezählt. Im Januar 1912 und 1913 war der Andrang von Arbeitsuchenden noch ungefähr gleich groß; im November 1913 dagegen betrug er 46 Proz. mehr als im gleichen Monat 1912. Auch in künftigen Krisenjahren wird die Arbeitslosigkeit das rascheste und beste Maß für den Grad des wirtschaftlichen Rückganges geben. Den Arbeiter trifft jedes Nachlassen der Konjunktur sofort und in voller � Schwere. Die geringste Arbeitskürzung fühlt er bereits am Wochenschluß als Lohn- ausfall. Der Unternehmer räumt bei Betriebseinschränkung seine Lager, ihm fließt der Erlös früherer Verkäufe noch nach- träglich zu. er lebt von den Reserven aus Jahren günstiger Konjunktur. Von diesen allgemeinen Gesichtspunkten aus betrachtet, geben die„Rekord"ziffern aus der Handels- und Produktions- statistik nicht ein ohne Schatten günstiges Bild. Gewiß der bloßen Zahl nach ist der A u ß e n h a n d e 1 im vergangenen Jahre gewaltig angewachsen. Während von 1911 auf 1912 die Einfuhr um 1199 Millionen Mark stieg, ist von 1912 auf 1913 die Ausfuhr um 1199 Millionen Mark gewachsen. Es betrug(von Januar bis November): Einfuhr. Ausfuhr. Einsuhr. Ausfuhr. lsil ISlZ 1912 in Millionen Mark 8661 8779 8760 7324 8018 8122 in Millionen Doppelzentnern 626 664.8 678.2 635,8 682,3 678,7 Die Einfuhr ist von 1912 auf 1913 der Menge nach nicht erheblich gestiegen, dem Werte nach sogar etwas zurück- gegangen. So ist sogar im Jahre 1913 ein Ausfuhrüberschuß (der Menge nach) zustande gckonimen. Aber die Export- steigerung hat offenbar ihre Ursache darin, daß der Waren« absatz im Jnlande nicht eine der Produktion entsprechende Steigerung erfuhr. Der Export mußte forciert werden, um die bereits produzierten Waren bei dem sinkenden Bedarf des Inlands überhaupt unterzubringen. Daß Steigerung der Produktion und Abnahme des Bs- darfs gleichzeitig vorhanden sein können, zeigt deutlich die Lage des Eisenmarktes. Die Roheisenerzeugung Deutschlands war in jedem Monat des vergangenen Jahres höher als im Jahre 1912, trotzdem sanken die Preise von Monat zu Monat. (Die Gesamtproduktion stellt sich auf etwa 19 Millionen Tonnen gegen 16,3 Millionen Tonnen im Jahre 1912). Auf dem Eisenmarkt läßt sich übrigens die Konjunktur- abschwächung auch direkt verfolgen. Der Versand des Stahlwerksverbandes ging(in den ersten elf Monaten) gegen 1912 von 5,999 auf 5,889 Millionen Tonnen zurück. Der Rückgang würde noch größer sein, wenn nicht der Bedarf an Eisenbahnmaterial im Jnlande eine Steigerung erfahren hätte. Für die Gruppe Halbzeug ging der Versand noch unter den des Jahres 1911, für die Gruppe Formeisen unter den des Jahres 1919 zurück. Der Minderversand von Formeisen ist dabei wesentlich auf die schlechte Lage des Baumarktes zurückzuführen. Der Stahlwerksverband hat denn auch bereits voni dritten Quartal ab Preis- ermäßigungen vornehmen müssen, während der Roheisen- verband noch am 1. Juli teilweise die Preise erhöhte. Noch günstiger als in der Eisenindustrie fielen die Produktionsziffern im Kohlenbergbau aus. Die För- derung von Kohle stieg in den ersten elf Monaten 1913 gegen die gleiche Vorjahrszeit von 162 auf 176 Millionen Tonnen, die Aussuhr von 28 auf 32 Millionen. Entsprechend hoch war auch die Steigerung bei der Koksförderung und Koks- ausfuhr. Aber gerade bei dem Koksabsatz des Kohlcnsyndikats läßt sich schon die im Laufe des Jahres eingetretene Depression gut verfolgen. In den ersten drei Monaten des Jahres hielt sich der Koksabsatz auf der Höhe der den Syndikatsmitgliedern zustehenden Beteiligungsziffer. Vom April sinkt von Monat zu Monat der Äoksversand, bis er im Novenrber nur noch 57,8 Proz. der Beteiligung beträgt. Um so erbitterter mußten die Koksverbraucher die Erhöhung der Koksprcise im April 1913 aufnehmen. Eine starke Stütze fand das Kohlen- syndikat bei seiner Preispolitik an der Haltung des Fiskus, der zwar zum Jahresbeginn von dem Syndikat zurücktrat, aber seine Preise nicht niedriger als das Syndikat bemaß. Für das Jahr 1914 find nun die Aussichten recht trübe. Der Konjunkturrückgang wird schärfer werden. Auch die Industrien, die sich bisher noch eines guten Beschäftigungs- gangeS erfreuten, werden von ihm erfaßt werden. Die Arbeitslosigkeit wird zunehmen, Hunger und Elend im Proletariat größer werden. So lange auf kapitalistischer Basis produziert wird, lassen sich Krisen nicht beseitigen. Das Bürgertum, das alle Vorteile der gegenwärtigen Produktions- weise genießt, erträgt auch die Schäden der Depression leichter als das Proletariat, das durch die moderne kapitalistische Entwickelung in eine immer ungünstigere Lage gedrängt wird. Das Proletariat ist um die Vorteile der Hochkonjunktur ge- kommen: um so bitterer empfindet es jetzt, daß es alle Nach- teile der Depression auf sich nehmen muß. So treibt die moderne wirtschaftliche Entwickelung, die politisch durch den Imperialismus charatterisiert wird, zur Zuspitzung des Klaffest- kampfes. Dienstag, den 6. Januar 1914, abends 8Vj Uhr: in den Konzert- nnd Festsälen(früher Keller), KoppenstraHe ÄS. Tagesordnung: Herein mit der Fra« in die Gemeindeverwaltung! Stadtv. Dis Kurt Rosenfeld. � Wey,. Freie Diskussion. Wir erwarten, daß unsere Genossinnen vollzählig in dieser Ver- sammlung erscheinen. Es gilt, dafür einzutreten, daß die sehr un- zulänglichen Rechte der Frauen in der Gemeindeverwaltung er- weitert werden und den Wünschen nach Gleichberechtigung Aner- kennung verschafft wird. Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins nnd Umgegend. Im Auftrage: Eugen Ernst, Lindenstrahe 2. Tegel-Borsigwalde Am 7. Januar 1914, abends 8 Uhr, in den Borsigwalder Featsblen, Konradslraße 42; Oeffentliche Versammlung. LJiÄ'ÄÄ Adolf Holfmann; Mehr Soldalea, mehr Kirchen! 2. Diskussion. Kinberufer: Eintritt lO Pf.[54/1] A. Harndt, Berlin, Pappel.llee 15. ir Yerwaltnng; Berlin. Einsetzer. Heute Sonntag, den 4. Januar 1914, vorm. 19 Uhr: Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3. Tagesordnung: I. Bericht der Kommission. 2. Neuwahl der Kommission. 3. BerbandS« angelegenheitin._ 81/2*___ l»|o Ortwverwaltung. Zweigremn ßerUn. An alle Mitglieder! Im Hinblick auf die Notiz im„Grundstein" und im „Vorwärts", die Arbeitslosenkontrolle betreffend, teilen wir hierdurch mit, daß im Zweigverein Berlin die Meldekarten vorläufig»och nicht ausgegeben werden können. AlleL hierauf bezügliche wird den Kollegen noch durch Flugblatt bekannt gegeben werden. Bis dahin bleibt im Zweig- verein Äerlin alles, wie eS bisher gewesen ist. Außerdem macheu wir alle Kollegen, die noch linier� stützung zu erhaltet: haben, sowie alle diejenigen, für die die Vorbedingungen zutreffen, darauf aufmerksam, daß die Unter- stützung bis zum 10. Januar 1911 abgeholt werden muß, andernfalls sie an die Lokalkaffe verfällt. UnterftützungS- berechtigt find alle Kollegen, die in der BeitragSzeit vom 1. März bis 30. November 1913 zehn Wochen arbeitslos ge- Wesen sind, was durch Kontrollstcmpel im Mitgliedsbuch nach- zuweisen ist oder unter denselben Bedingungen am 7. De- zember 1913 erstmalig fünf bis neun Wochen hintereinander arbeitslos waren. Ebenso ersuchen wir auch die bettragsfrcien Kollegen, die ihre Unterstützung bisher noch nicht abgehoben haben, dies ebenfalls tun zu wollen.» Ter Borstand des Dentschen Bauarbeitervcrbaudcs Evel�vereln Berlin. Bad Reinerz Winterkur Br. Stern.• Achtung? Arbeitslose! Warenfabriken, ganz gleich ob organisiert oder unorganisiert und welcher Richtung dieselben angehöre», dieser Versammlung eingeladen. Ausschank findet während der Versammlung nicht statt. 40/i Ter Bertranensmann. Achtung! Kacker, KoMoreu, Arbeiter n. Arbeitcrinile» der Schoboladeil- u. Zuckerfabribe«. Dienstag, den 6. Januar, vormittags 10 Uhr: Große ölfentl. Arbeitslosenversammlung im Gewerkschastshause, Eugelufer IS. Tagesordnung: Die Arbeitslosigkeit in unseren Bernsen und im allgemeinen, die ungeheuere Teuerung und das große Elend infolge der Arbeitslosigkeit. Referent: Kollege Schneider. Diskussion und Berschiedeues. Alle �arbeitslosen Bäcker, Konditoren. Arbeiter und Arbeiterinnen der Schokoladen- und Zucker- sind zu Allgemeine Orts- Krankenkasse für Berlin- Tempelhof. Einladung zu der am Montag. 12. Januar 1914, abends Punkt 8>/, Uhr, Im Restaurant Stuhlmann(Eenoflenschaftshaus), Berlin-Tempelhof, Dorjftrasie Nr. 51, stattfindenden 2SS/5 Austerordentlichen General-Versanunliing. Tagesordnung: 1. Genesungsheim. 2. Zahnklinik, Badeanstalt und HauS- angelegcnhetten. 3. Aerztevertrag. 4. Krankenordnung. 5. Verschiedenes. Belchwerden und Anfragen sind spätestens bis Mittwoch, 7. Januar cr., bei der Kassenverwaltung schrtslllch einzureichen. Der Borstand der Allgemeinen Ortskrankcnkasse für Berlin-Tempelhof. Albert George, 1. Vorsitzender. voderstl erhSItlich Ein Pieschen auoreichaad für viel« Bider LEIkau Erben an.h.H., Berlin-Westend 101 Willi Ernwt. KSpenicker StraBe 65 b, I. Ami Moritzplatz 11 314, Gr. Auswalil! Bill. Preise! Vorzeiger dieler Annonce er- hälllvProz. Preisennätzigung. Achtung, Vereine! Saal noch einige Tage frei! Georg kelLMSva �uisenstnät-Lssinv Ornnlenntr. 180. IM Verwaltungsstelle Berlin, N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 186. Montag, den 5, Januar 1914, abends S1/« Uhr, in Böters Festsitlen, Weborstr. 17: Versammlung sämtlicher in den Jnnnngsbetrieben beschäftigten Schmiede. Tagesordnung: 1 Vortrag des Kollegen tMerln«? über: „Das neue Statut der Jnnungskrankeukafse." 2. Ausstellung von Kandidaten zum Ausschuß der Kasse. Kollegen! Mit dem Jnkrasttreten des neuen Statuts erhöhen sich die Unterstützungssätze, aber auch die Beiträge werden um ein beträchtliches erhöht. Um über die neuen einschneidenden Bestimmungen miterrichlet zu sein, ist es Wicht eines jeden Kollegen, in der Bersamnstung zu erscheinen. .ActitunZ!"WU gaf Achtung! Bauanschläger. Dienstag, den 6. Januar 1914, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engelufer IS, Saal 1: Kranchen Uersamwlnng. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Ngitationskommtsston. 2. Kassenbericht. 3. Neu« wähl der Agitationslorninisfion. 4. Branchenangelegenhelten, Verschiedenes. - Mitgliedsbuch legitimiert.•■■= In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das erscheinen eines jeden Kollegen notwendig. 110/2 Die Ortsyerwalt nng. Verwaltung Kerlin. Mittwoch, den 7. Januar: NkrtrmlrllsiniWtt- KersiimmlWgk« der Bezirke und Branchen. Die Versammlungslokale verde« am DienStag bekanntgegeben. Dienstag, den 6. Januar, abends 81/« Uhr, bei Warnecke, Wilhelminenhofstraße 18: ItHtgllcder-Ycrfatnniliitig Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Bezirksleitung.'S. Verbands- angelegenheiten. Das Erscheinen aller Mitglieder von Ober- und Rieder-Tchineweide, Johannisthal und Baumschulenweg ist erwünscht. Kamm- und yaarichmucllarbeller. Donnerstag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, bei Bringmann, Andrcasstr. 2«: Branchen-V er f am m tun g. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der am 1. und 2. Februar stattfindenden Konseren.z der Kamm- und Haarschmuckarbeiter Deutschland». 2. Wahl der Delegierten. 3. Verbands- und Branchenangelegenhelten. > Die Mitgliedsbücher sind mitzubringen k" Bezirk Neukölln.* Bau- und Möbeltischler. Dienstag, den 9. Januar, abends« Uhr, bei Kutzner, Weichselstr. 8: Versammlung llllkr Mitglikder, welche der Krandtukasse der Neu- köllner Tischler-Innung angehörtli. Tagesordnung: Stelluugnabme zur Wahl deö Ausschusses der Kasie nach de» Borschrtsten der Reichsvrrsicheruugsordnung. 81/S__ Die Ortuverwaltang. llexanderplalz j'.'i.'Ä Dircksenstr. 20, Weiatneisterstr. 2. Chausseestr. 92, Gr. Frankfurt. Str. 144. == Neukölln:---------- Bergsfr. 4, Hermannplatz 6. Großer Inventurverkauf ca, 3000 Heroldplatten, 30 cm groß, doppelseitig,|et«t 05 1*1*.� „Grammophon- Tanzmusik" Für Festliclikeiten und zum langolernen werde» Apparate und Platten zu kulanten Bedingungen leihweise abgegeben. Neu= Aufnahmen: Xum ersten Haie: Serliner philharmonisches Orchester unter Leitung von Alfrod Hertz, Kapellmeister der Metropölitan Opera Comp., New York 5? PASSIFAl" Woihefesispiel von liichatd Wagner.- Verlangen Sie Verzeichnis: «5- der 100 besten Platten.- Sonntags von 1Ä— S Uhr scttffnctk Plötzenseo estaurant Klostergarten = am Spantlnuer Scliilfabrtskannl.— Am 6. Januar übernehme ich das Restaurant Klostergarten und empfehle dasselbe Gewerkschaften und Vereinen.— GroBer Saal und Garten.— 2 Kegolbahiien. 30571! siemmU: 3. LefAsov Siöhmer,«aotwirt. Eröffnnngsfeler am 10. Januar 1914. WG Cutaway und W esten 33— 40.- 45.— 50.- 60.- S m o k i n g-A n z ü g e 40.- 50.- 60— 70— 80- Gehrock-Anzüge 40— 55— 65— 75— 85— Mod. Frack-Ajizüge in vornehmster Ausführuna Obige Angebote sind Er- rengnisse unser, rühmlichst bekannten Kleiderwerke Anfertigung nach Maß ohne Preis-Aufschlag modernste Ausführung innerhalb 9 Stunden! Lagermäßige Arbeit Ball- Westen, Frack-Westen Cutaway-Westen Oberhemden, Frackhemden, Frack- und Cutawoy-Kragen crwemc Spezial-Haus größten Maßstabes für Herren- u. Knaben-Kleidung Chausseestraße 29-30 BERLIN H Brückenstraße 11 Gr.FrankfurterStr.20 CeBr 181)1 Schöneberg, Hauptstr. 10 Sonntag utir von 12— 2 Uhr geöffnet Hauptkatalofl Hr. 48(Heucil« Hoden) koitcnfi« StuhlflSMii* (T* das hefte in Berit», Preiswert, alle Qualitäten, hei, C. 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Meyer und andere,— Der Einfluß des Auslandes.— 6. Die Literaturrevolution der achtziger Jahre.— Der Naturalismus.— 7. Liliencron, Falke, Dehmel und andere. — 8. Das neue Drama.— 9. Der Roman der letzten zwei Jahrzehnte.— 10. Ddr Sozialismus in der neueren Dichtung. Vortragender: Ernst Daum ig. Dienstag: XatBrerkeiintnis.(Beginn 27. Janaar 1914.) Zweiter Teil: Geschichte dar Erde. 1. Dio Kräfte der Erdontwicklung.— 2. Die geologischen Zeitalter.— 3. Theorien über die Entstehung des Lebens auf dor Erde. Vortragende: Käte Dunoker. lUttwoch: Geschichte(rOmisehe Geschichte). 1. Italien in ältester Zeit.— 2. Rom zur Zeit der Könige.— 3. Der Ständekampf und die Eroberung Italiens.— 4. Punische Kriege, Weltreich.— 5. Das Zeitalter der G raechen.— 6. Die Zeit der Bürgerkriege von Marius bis auf Gatilina— 7. Vom ersten Triumvirat bis zur Schlacht bei Actium.— 8. Das erste Jahrhundert der Kaiserzeit. Römische Literatur.— 9. Das römische Reich vom Ende Neros bis zum Siege des Christou- tums.— IQ. Dio Zeiten der Völkerwanderung und des Ausgangs der antiken Welt. Vortragender: D r. A. C o n r a d y. Donnerstag;: Volkswirtschaft. II. Teil. Wirtschaftsthearie(theoretische Nationalökonomie). Die Gütererzougung: Faktoren, Formen und technische Entfaltung der Produktion. Methoden der Produktivitätssteigerung.— Der Wertbildungsprozoß. Kapital und Arbeit.— Akkumulation und Konzentration.— Lage der Lohnarbeiterschaft: Arbeitsgestaltung, Arbeitszeit, Lobnformen, Reservearmee. Verelondnngstheorio.— Dor Güteraustausch: Zirkulation. Wert und Preis.— Ausgleich der Profitrate.— Geld-, Krocjit- und Bankwesen.— Der Güter vorbr auch: Verteilung des Froduktionsertragos.— Arten des Einkommens.— Wirtschaftskrisen.— Das Problem dor Beseitigung der Massonarmut.— Dio kollektivistische Theorie. Vortragender: Dr. E. David. Freltax: Gewerkachattswesen(Theorie and Praxis der Gewerkschaften. I.). Geschichtlicher Rückblick auf dio Ösworkschaftsbowegung in Deutschland.— Grundsätze und Theorien der freien Gewerkschaften.— Gewerkschaftliche Schulung und Disziplin.— Taktik bei Lohnbewegungen und Streiks.— Kartelle und TJntcmeUmerverbände.— Tarifverträge.— Die wichtigsten gewerkschaftlichen Strömungen des Auslandes.— England.— Frankreich.— Italien.— Skandinavien.— Oesterreich.— Schweiz.— Amerika.— Australien. V ortragender; EmiiDittmor. Sonnabend: Geschichte des Soxialisnins. 11. Teil. Die grofien Utopisten.— Sozialistische Strömungen in England, Frankreich, Deutschland.— Marx, Engels, Lassalle. L Thomas Morus' Utopio.— Thomas Carupanollas Sonnen- »toat.— 2. Dio kommunistischen Ideen um die Zeit der englischen Revolution.— 3. Französische Kom munisten vor de großen Revolution. Babeuf. Buonarotti.— 4. St. Simon und die St. Simonisten. Charles Fourier. Viktor Considerant.— 5. Robert Owen. Dor Chartismus.— 0. Die sozialistische Bewegung in Frankreich von der Eebruorrevolntion bis zur Kommune 1871.— 7. Kommunistische Ideen in Deutschland. Will». Weitling.— 8. Der Kommunistonbund. Das kommunistische Manifest. Der Sozialismus während der Jahre 1848/49.— 9. Marz und Engels,— 10. Die deutsche Arbeiterbewegung vor der Gründung dos Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Lassallo. V ortragendor: Emil Eichhorn. Sonntas: Itedncrschnlc (mit schriftlichBti und mündlichen Ucbunaen). Dio notwendigen Voraussetzungen für die öfientllehe Rod» tätigkeit.— Das allgemeine und das Spozialwissen dOs Redners, — Bammeln und Ordnen des Materials.— Die Bibliothek.— Allgemeines über Vereins- und Versamtnlungswescn.— Die ver- schiedenen Arten der Vortrüge.— Vortrag.sdispotionen.— Di« Diskussion.— Praktische Vortrags- und Diekussionsübungen Vortragender: Emil Eichhorn. Unterrichtsbeginn: Montag, den 5..lanuar: l-iteratarxcachichtc. Mittwoch, den 7..launar: Geschichte. lionncrrjtag, den 8. Januar: Voiknwiirtsehaft. Freltac:, den O. Januar: Gewcrkschaftswruen. Monnaboml, den lO. Jan.: Geschichte des SoxiaUsiiina. Monntag-, den 11. Januar: Rcdncrsehnle. llicnstaK, den 87. Januar: lyntnrcrkenntuis. Jeder Kursus erstrockt sich auf zehn Abende. Beginn pünktlich 8'/, Uhr, Ende 10 lihr. Sonntags; Beginn lO Uhr, Ende 11-/, Uhr._____ Die reichhaltige Rihliothck ist an den UntorrichtEabcnden von 7't, bio»-/, Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 23 Pf., das Unterriohtsgeld für jedes Fach pro Kursus t Mark und ist spätestens am zweiton Abend zu zahlen. Dio Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt bei Boginn jedes Kur.sus im Schullokal Grenadlersttr. 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfk. Schulz. Adiüfral- strnße 40a; Heul, Barnimstraßo 42; Vogel, Lortzingstr. 37: W. Kacgorowski, Ravenistr. 6; HorMch, Engelufer 13. Itcsondere Veranstaltungen: Sonntag, den 4. Januar, und Sonntag, den 11. Jasuar, abends 7 Uhr im Schullokal, Grenndieratraße 37: Zwei Vorträge der Genossin Dr. Sophie Liebknecht über:„Meisterwerke der bildenden Ktmst" mit Lichtbildern. Sonntag, den»8. Januar: Btiftangafcnt in Obiglos lest- HÜlen, Koppenstraße. Hans Sachs-Abend. Sonntag, den 25. Januar, abends 7 Uhr: Vortrag über:„Jehanl Gotttiob Fichte". Sonntag, den 15. Februar, abends Tühf, Versammlung im„König s ladt- Kasino", Holzmarktstr. 72.— Referent und Themas werden durch Inserat bekanntgegeben. Sonntag, den 15 März, abends 7 Uhr: Uchtblldervortras; un Gcwerksehaftsliaas, Engelufer 15.— Das Nähere wird durch Inserat bekanntgegeben._ d/lö Alle Zuschriften sind an den Versitaenden Hermann I.amnie, It er 11 n- Lichte. uberg, Hitterxntwtr. 27» 1, Geldsendungen an den KaJSiörer H. KOnlgs, Barlin S. 39, Hasan- beide 36, zu ribhten. Dor �•iwiaiMt. Partei- twb Gewerkschaftslokal itt Halle a.®., Saal, 2 Vereinsziimner, chatten und Kegelbahn. Umsatz 325 Hektoliter. 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UlflOFItslifllttfltP* Miltwoch, den 7. Januar, abends 8'/, Uhr, im zyllvrU'S"Ui!Uyr. Gewerkschaftshanse, Engeluser 15. Kjsenmöbkl- ll. FtderSuhlpotsterer: im Graphische» Bereiushausc, aileraitbrinenftr. 44.' Zahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwarten 156/1 Die Hranehenieitungen. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse Montag, den 5. Januar 1914, abends S'/a Uhr, i« Kellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Str. 99/97: Vortrag über: August Strindberg. Nesereui: Herr Uriedrich Mampf er. Gäste, Dame» und Herren, willkommen. 52/1 Der Vorstand. Wahlausschreibe» der AifgeNkineil Grfskriiilltiilüist der Sfndf Kerlill-Ilheiltbng. ®ic_ Wahlen der Vertreter im Ausschuß der Kasse sinden statt w Lcrlin-schäneberg für die Versicherten°m Sonnabend, den 7. Februar 1914, in der Zeit vo« 3— ö'/e llhr nachmittags in den städtischen Turnhallen der II.«emeindeichule,«Nffhäuserstr. 33, der Mittelschule, Mühlenstr. 15, der IV. Gemeindeschule, Solouuenftr. 21. Die Versicherten werden ersucht, dasjenige Wahllokal auszusuchen, welches ihrer Wohnung am nächsten liegt. es wählen die Arbeitgeber°m Montag, den 9. Febrnar 1914, von 4—8 Uhr nachmittags w der städtische» Turnhalle der VI. Gemeindeschule am Wartburgplatz. Die Wahlen sind geheim und ersolgcn nach näherer Bestimmung der Wahlordnung sowie der Satzung, lieber die Wahlberechtigung sowie über die Wähibartell enthält der§ 97 der Satzung die näheren Bestimmungen. Für die derzeitige Wahl gelten bezüglich der Fristen die UebcrgangS- bci'.iiiimungc» deS§ 38 der Wahlordnung. Die Amtsdauer der zu wählenden Vertreter währt bis zum ZI. Dezember 1917. ES sind zu wählen: sür die Versicherten 60 Vertreter und 120 Ersatzmänner, fftr die Arbeitgeber 30 Vertreter und 60 Ersatzmänner. Die Dahiberechtigten werden hierdurch ausgesordert, schrtftttche Wahlvorschläae. und zwar: die Versicherten vis spätestens zum 23. Januar 1914, die Arbeitgeber bis spätcslcnS zum 25. Januar 1914 »ei dem Vorstände der Lasic cinzurcicheii. Die Stimmabgabe ist an gemachte Wahioorschlägc gebunden. Die eingehenden Wahivorichlägo werden intens des Vorstandes mit einer lausenden Nummer versehen. Bei der Wahl genügt es, Stimmzettel ab»u- geben, ivelche eine lausende Nummer enthalten. Die Wahioorschlägc müssen von mindestens je zehn Wahlberechtigten der betressenden Gruppe mit zusammen mindestens 30 Stimmen unterzeichnet sein. Jeder Wahioorslblag dars höchstens dreimal so viel Bewerber benennen, als Vertreter zu Wöhle« sind. Die einzelnen Bewerber sind unter sortlauscnder Nummer auszu« sichren, welche die Neihensolge ihrer Benennung ausdrückt und nach Fa- nillien- und Vor-<3t»s-) Namen, Berus und Wohnort zu bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbestgeber, bei dem sie beschästigt find, anzugeben. Mit den Wahlvorschläge» sllr Versicherte ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, basj er zur Annahme der Waht bereit ist. Bei den Wohivotschlägen sür Arbeitgeber ist eine solche Erklärung nur er- sorderlich, soweit elu vorgeschlagener Bewerber nach§ 17 der ReichS- vcrsicherungSordnung zur Äbiehnung der Wahl besugt ist. In jedem Wahworschlag ist serner ein Vertreter deS WahivorlchiagS und ein Sicllverirrier iür Ujn aus der Milte der Unterzeichner zu be- nennen. Ist dies unterblieben, so gllt der erste Unterzeichner als Vertreter des Wahloorschiog« und, soweit eine Rcihcnsolge erlennbar ist, der zweite als sein Stellvertreter. Der Wahlvorschlagsvertreter ist berechtigt und ver- pflichtet, dem Vorstand die zur Beseitigung etwaiger Anstände ersorderlichen Erklärungen abzugeben. Die zugelassenen Wahlvorichläge liegen spätestens eine Woche bor der Wahl im zrasseniolal, Grunewaldstr. 30(8—1 Uhr) zur Einsicht aus. Bis zu diesem Zeitpunkt tonnen auch Wahlvorschläge zurückgenommen werden. DaS Wahlrecht ist in Person auszuüben. E» kann gefordert werden, datz sich die Wäbier über ihre Person und Wahlberechtigung ausweisen. Die Wähler müssen das 31. Lebensjahr vollendet haben. Die Kasscnmitgiieder erhalten durch Vernnttelung ihrer Arbeitgeber einen MitgliedSauSiveis, weichem daS neue AerzteoerzeichniS angehängt ist. AIS AuSwciS bei der Wahl genügt auch eine Bescheinigung des Artest- acberS, dab der Betreffende ani Tage der Wahl noch in Beschäftigung steht. Den Arbeitgebern wird aus Antrag eine Wahllarte zugestellt und hier. bei denjenigen Arbeitgebern, welche bei der Wahl mehr als eine Stimme führen können, dt- Anzahl dieser Stimmen bescheinigt. AIS Nachweis genügt auch die Lusttun g über die zuletzt gezahlten Beiträge. Ist der Name eines Wähler? in dem Arbeitgeber, und Mitglieder- Verzeichnis nicht enthalten, jo wird er zur Wahl nur zugelassen, wenn er in einer sämtliche Wstglieder deS Wahlausschusses überzeugenden Weise seine Wahlberechtigung nachweisen kann.: Die Arbeitgeber- und Mttgliedervcrzeichnisse können im Kassenlofal eingesehen werden und sind Einsprüche gegen die Richtigkeit der sich er- gebenden Wahl- und Stimmberechtigung bei Vermeidung de» AuSichluffeS spätestens zwei Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung von Beweis- mittein bei dem Borstand einzulegen. Die Wahl deS Ausschusses erfolgt in der Form der Wahlen zum SieichStage. Lrrltn-Schtzneberg, den 2. Januar 1914. Der Borstand. F. Srulow. K. Thielicke, Vorsitzender._ SchriMhrcr. 266/6 nerman und andere Gelesenheltsposten hemmen enorm billlh zum Verkauf Kleiderstoffe Restbesiande Wollmousspline.. v«»»w», ca. SO cm breit...... Meter wW p' Blauer. Schotten P{ ■ollde QualiUt...... Meter F Sdl-ZPS pt- Reinwollene Kreoeline med. 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Mittwoch: Die Reuvermählleu. Die zärtlichen Verwandten.(Ansang 7'/, Uhr.) Donnerstag: Maria Stuart. tAnsang 7 Uhr.) Freitag: Die Journalisten. Sonnabend: Die Jungfrau von Orleans. Sonntag: Der Schlagbaum. Montag: Der Kaufmann von Venedig.(Anfang VI, Uhr.) Deutsches Dhcaeer. Sonntag: Der Ltanfmann von Venedig. Montag: Ein Sommernachtstraum. Dienstag: Der Kaufmann von Venedig. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig. Freitag: Ein«ommenrnchtstraum. Sonnabend: Viel Lärm um nichts. Sonntag: Ter Kausmann von Venedig. Montag: Hamlet.(Auf. 7'/, Uhr.) Sommerspiele. Sonntag: Die Pariserin. Montag: Wetterleuchten. Dienstag: Die Pariserin. Mittwoch: Wetterleuchten. Donnerstag: Die Pariferm. Freitag: Wetterleuchten. Sonnabend: Die Pariserin. Sonntag: Wetterleuchten. Montag: Frühlings Erwachen.(Ansang. 8 Uhr.) Lessing-Dbeater. Sonntagnachmittag 0 Uhr: Professor Bernhard!. Abends, sowie Montag und Dienstag: Pygmalion.(Ansang 8 Uhr.) Mitt- woch; Peer Ghnt.(Ansang VI, Uhr.) Donnerstag; Wozzek. Lconce und Lena.(Ansang 71/. Ubr.) Freitag, Sonnabend und Sonntag: Pygmalion. (Ansang 8 Uhr.) Montag: Peer Gynt.(Ansang VI, Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bummelstudenten. Allabendlich: Wie einst im Mai.(Ansang 8 Uhr.) Theater ip der Söniggrätter Straße. Sonnlag: König Richard III. Montag: Brand. Dienstag: König Richard III.(Ansang VI, Uhr.) Mittwoch: Die Kronbraut.(Ansang 8 Uhr.) Donnerstag: König Richard III. (Ansang Vi, Uhr.) Freitag: Die Kronbraut.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabend und Sonntag: König Richard III.(Ansang V/, Uhr.) Montag: Die Äron- braut.(Anfang 8 Uhr.) Deutsches Künstler- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Biberpelz. Abends: Schirin und Gertraude. Montag: Glaube und Heimat. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Schirin und Gertraude. Freitag: Gastspiel Dunranschulc. Sonnabend und Sonntag: Schirin und Gertraude. Montag: Gastspiel Duncanschule.(Ansang 8 Uhr.) Deutsches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Allabendlich: Wer zuletzt lacht.(Anfang 8 Uhr.) Deutsches Opernhaus. Sonntag: Parsisal.(Ansang<5 Uhr.) Montag: Unoine. Dienstag: Mauon Lescaut. Mittwoch: Der Troubadour. Donnerstag: Das Nolhemd. Freitag: Der Waffenschmied. Sonnabend: Tiesland.-Anfang 8 Uhr.) Sonntag: Parsival.(Ansang 6 Uhr.) Mon- tag: Fidelio.(Anfang 8 Uhr.) Komödienhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Filmzauber. Allabendlich: Hinter Mauern.(Ansang 8 Uhr.) Luftipielhaus. Sonntagnachmittag 3'j« Uhr: Hosgunst. Allabendlich: Die spanische Fliege.(Anfang 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3»/, Uhr: Gräfin Fiji. Allabendlich: Polcnblut.(Ansang 8 Uhr.) Thalia> Theater. Allabendlich: Die Tangoprinzessin.(Ansang 8 Uhr.) Nefideuz-Theater. Sonntagnachmittag 3 Allabendlich: Hoheit— der Franz.(Ans. 8 Uhr.) Trianou-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Webe wacht. Allabendlich: Anatoles Hochzeit.(Ans. 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Liebelei. Allabendlich: Jettckien Gebert.(Anfang 8 Uhr.) Schiller-Tbeater 4>. Soniitagnatmittag 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Abends: Der Pfarrer von Kirchseid. Montag: Wenn der neue Wein blüht. Dienstag: König Lear. Mittwoch: Zwei Wappen. Donnerstag und Frci Uhr: In Vertretung. tag: König Lear. Sonnabend: Häsemanns Töchter. Somitag: Rosen- möntag. Montag: König Lear.(Ansang 8 Uhr.) Schiller-Thcater Gharlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Andreas Hoser. Abends: Meyers. Montag: Andreas Hofer. Dienstag: Meyers. Mittwoch: Andreas Hofer. Donnerstag und Freitag: Meyers. Sonnabend: Die Jungfrau von Orleans. Sonntag: Wenn der junge Wein blüht. Montag: Meyers.(Anfang 8 Uhr.) Luisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Milchmädchen von Schöneberg. Allabendlich: Deines Bruders Weib.(Ansang S1/« Uhr.) Neues Bolkstheatcr.-Reue Freie Volksbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der ledige Hos. Abends sowie Montag und Dienstag: Der Kaiser- jägcr. Mittwoch und Donnerstag: Der Gras von Cliarolais. Freitag tpH Sonnabend: Michael Kramer. Sonnlag: Der Gras von Charolaia. (Anfang 81/. Uhr.) Walhalla Theater. Allabendlich: Wollenbumtnlcr.(A»sang 8'/, Uhr) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Moiitis Operetten-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Allabendlich: Die verbotene Stadt.(Anfang 8 Uhr.) Rose Theater. Allabendlich: Der Schürzenjäger.(Ansang 8 Uhr i Sonntagnachmittag 3 Uhr: Im weißen Röß'l. Theater am Nollendorsplah. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Allabendlich: Freddu und Teddh.(Ansang 8 Uhr.) llrania-Thcater. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Mit dem.Imperator" nach New Jork."Allabendlich: Mit Ballon und Flugzeug über Berg und Tal.(Ansang 8 Uhr.) Kasino-Theater. Sonntagnachmittag 4 Ubr: Geheimnisie von Ncio Dorl. Allabendlich: Ferdinand der Tugendhafte.(Anfang 8 Uhr.) FolieS Eaprice. Allabendlich: Der Kuckuck. Manöverschwindel.(Ansang 8'/, Uhr.) Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die keusche Susanne. Allabendlich: Die Kinokönigin.(Ansang 8 Uhr.) Apollo. Sonntagnachm. 3 Uhr sowie allabendlich: Spezialitäten. (Ans. 8 Uhr.) Metropol. Sonnlaauach mittag 3 Uhr:'S Nullerl. Allabendlich: T:e Reife um die Erde in 40 Tagen.(Änfang 7 5b Uhr.) Wintergarten. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich: Speziali» täten.(Ansang 8 Uhr.) Reichsballen-Tdeater.-sonnlagnachmiltag 3 Uhr sowie allabendlich: Stettiner Sänger.(Ansang 8 Uhr. Sonntags 71/» Uhr.) Zirtus Busch,-sonntagnachmittag 31/, Uhr und allabendlich VI, Uhr: Galavorstellung. Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 2lls Uhr und allabendl ch 7lJ, Uhr: Galavorstellung. Admiralspalast. EiSballett: Die lustige Puppe.(Ansang 81, Uhr.) Berliner Eispalast. Eissvorl.�(Ansang S Uhr.) Eines Palast am Zoo. Variete-Lichtspiele. Täglich: 6 Uhr. EineS Nollcndorf Theater. Varielo.Lichtspielc. Täglich: 6l/j und 9 Uhr. (Siehe Wochen Spielplan.) Freie Volksbühne. Sonntag, 4. Januar 1914, nachm. 3 Uhr: Schiller Theater 0.: Geschäft ist Ge- Ichäst. Künstler-Theater: Der Biberpetz. Lessmg-Thcater: Professor Bcrnbardi. Theater a. Nollendorsplatz: Orpheus in der Unterwelt. Hcrrnseld-Lheater: Hinterm Zaun. Abends 8 Uhr: Neues Volksthcater: Der Kaiserjäger. Dienstag, 8. Januar, abends 8'/, Uhr; Neues Volks theater: Der Kaiserjägcr. Freita g, 9. Januar, und Sonnabend. 10. Januar, abends S'l, Uhr: Neues Vollstheak.: Michael Krämer. Neue Freie Bolksbühne. Sonnlag, 4. Januar 1914, nachm. 2'/, Uhr: KammcrspielhauS; Die Einnahme von Berg-op-Zoom. Deutsches Theater: Der lebende Lcich- nam. Nachm. 3 Uhr: NeucS Volls-Theatcr: Der ledige Hos.- Schillcr-Theatcr Charlotlenb.: Andreas Hoser. Thalia-Theater: Vater und Sohn. Mctropol-Thcatcr:'s Nullerl. Berliner Theater: Bummelstudenlen. MantiS Operetten- Theater: Die Fledermaus. Trianon-Theater: Unttcu. Theater in der Kömggrätzerstraße: Das Ledensfesl. AbcndS 8 Uhr: Neues Volks-Thcater: Der Gras von Charolais. Hochschule für Musik: Kammermusik- abend. Neues Volkstheatcr: Mittwoch und und Donnerstag: Der Gras von Charolais. Abends S'i, Uhr: Neues VoIkStheater: Montag: Der .Kastel jäger. Sehiller-IheaierO.IS: Sonntag, nachmittags 3 Ubr: Geschäft l»t Gesclittft. Sonntag, abends 8 Uhr: Der JPttrcrec von Kirchfcld Montag, abends 8 Ubr: Wenn«lerneneWein blüht Dienstag, abends 8 Uhr: König; I.ear, Sehiller-Theater Chabrü;r' Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Andreas Holer. Sonntag, abends 8 Uhr: Meyers. Montag, abends 8 Uhr: Andreas Hofer. DicnStoa. abends 8 Uhr: 'Meyers�__ AbendS VL Ubr: König Richard III« Komödienhaus. Abends 8 Uhr: Hinter Mauern. Berliner Theater. AbendS 8 Uhr: Wie einst lni Mal. Theater am(lolleiiilorfplatz 5. Nchm. 3 Uhr: vrpdsu» t. d. Unterwelt. Abends 8 Uhr: Freddy und Teddy. DeatschesSchauspieltaanM 3 Uhr: Romeo und Julia. 3 Uhr: Wer zuleüt lacht.... k Tiianou-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Anatole« Hochzeit. URANIA Tai,*ein».tr- Sonntag 4 Uhr: Mit d.„Imperator" nach New York. Sonntag und Montag 8 Uhr: Mit Baiion und Flugzeug Uber Berg und Tal. Das Programm der Hörsaal- Vorträge im I. Quartal 1914 ist er- schienen und kostenlos erhältlich. ZOOLOG ischer Garten Täglich ab 4 Uhr: Qrojtes Konzerl. Kintrittspreise heute; ZOO: Aqnarinm: |>f> 5« Pf. Kinder d. Hälfte. Ken! Bien! AQUARIUM 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblnt. Heute nachm. 3>/< Uhr: Gräfin Fifi. Mittwoch«. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Oos tapfere Schneiderlein. Msebes Kunstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Sonntag 3 Uhr; l>er Biberpelz. 8 Uhr: Schirin n.Gertrande. Montag 8 Uhr: Glaube und Heimat. Dienstag 8 Uhr: Sehirin and Gertraade. 8 Uhr 8 Uhr. Allabendlich: Hoheit— der Fron;! Musikalische Groteske in 3 Akten von Artur"andSbeeger und Willi Wolfs. Musik von Robert Winterberg. Nachm. 3 Uhr: In Vertretung. OSE=THEATEI Große Frankfurter Str. 132. Nachm. 3 Uhr: Im sveiBea Röli'l. Abends 8 Uhr: Her SehürzenjAcer. Montag: Der Schürzenjäger. Letzter V olkstag. Jeder Ervacbseoe hat Ein Kind frei! 50 wilde Weiber Männer and Kinder. Der anersättllche FroschscHlackcr. Alles obne Extra-Entree. Germania-prac'ntsäle\ H., Chausseestr 110. Karl Richter.» -— Heute 9 Sonntag;: PaulManlheys lustige Sänger Anfang ti1!, Uhr. Xachdem: Familien-Kränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab gM- GroUer Ball. Morgen Montag: Hoffmanns Säng;er. 8 Arbeiter- Sildungsschule. ( Sonntag;, den 18. Jannar 1914: 3 23. StiftungssFest in Obig;los Pestsälen, Ivoppcnstraße 29. sksss:: Hans=Sachs=Abend unter Mitwirkung erster Künstler. Vortrag; des Reichstagsabgeordneten Eduard Bernstein: „Hans Sachs und seine Zelt." I-iedcr zur Eante: Hr. Heinz Schall-Easpnry. Zur Aufführung gelangen: I 2. Kälberbrüten. 1. Das heiße Eisen.| 3. Der tote Mann. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Xachdem; F©St— BsII» Billetts a OO Pf. sind in der Schule. Grenadiorstr. 37, und in folgenden Geschäften zu haben: Gottfr. Schulz, am Kottbuser Tor; Mörsch, Engelufer 15; Reul. Barnims tr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Koczorowski, Ravenestr. 6. An der Kasse 75 Pf. 6/1* Wot Vereinigte Berliner Volksbühnen. I, ui seil-Theater. Nachm. 3 Uhr(zu tteiiieu Presten): Gas Küehmädeheo von Schöneberg. Tägl. 81/, Uhr: Deines Bruders Weib. Metropol-Theater. N�mittag ,s Biiil8ep8. Abends präzise 7 Uhr 5ö: llio lleiee am die Eide in 40 Tagen, Reiebshallen-Theater Stettiner Sänger Heute nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: „Der Compagnieball". (Logen 1 M., Batk. 0,75, Entree — um die Billett- steucr zu sparen - 39 Pf. ZlbcndS 8 Uhr: No. 13. Walhalla-Theater. Nachm. 3 Uhr(zu kleinen Preisen): Homeo und Julia. 8'/, Ubr: Wolkenbutnmler. Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis Donnerstag, den 15. Januar: Ferdinand der Tugendhafte. Freitag. 10. Jan., zum 1. Male: „Die olle Webern�. Somit. 4 U.: Geheimnisse v. New York. Frieilr.-TOeliMilL Tieatef. Zum 269. Male: Die Kino-Königin. Operette in 3 Akten. Kasseneröfsti. 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. 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Heute Sonntag, den 4. Jan.: 2 gr. Vorstellungen 2 nachm. 3 u. abends 71/2 Uhr. In beiden Vorstellungen Die neue große Ausstattung in 7 Bildern „Tipirfc der Derby Favorit 1914. Besonders hervorzuheben: 1. Das Verbrechen am Tunnel. 2. Die Katastrophe. 3. Tipps Sieg. 4. Flucht der Rennbesuchor. Vorher Die neuen Januar- Spezialitäten! Zur Xachmittags-Vorstellung hat jeder Erwachsene 1 Kind unter 10 Jahren frei auf allen _ Sitzplätzen._ Heute: 2 Vorstellungen 2 Nm. S'/j Uhr: Kleine Preise. Abends 8 Ehr. uut »Persien4 Ballettdlvertissemcnt ausgeführt vom Ensemble des Alhambra-Theater, London Kostüme v. Paul Poirat, Paris, sow. d. neuenJanuar-AKraktionen. Hänchen gestattet! THEATER — Tel. LÜtzOW 2757- 2 Heute. Sonntag Vorstellungen! 4» Nachmtltags 3' Uhr bei kleinen Preisen ungeklirztos Programm wie abends und abends S Ubr. In beiden Vorstellungen■ .Karfssem [ Der Stolz d. 3°. Kompagnie ! Denkbar grosster Ucherfolg! 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Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. VerlagSanstalt Paul Singer Lc Co., Berlm SW.