|tt. 4. f 5 Pfennig) MotttagSlMSgaite( 5 Pfennig) kdonnemeiitz-keSingungen: Wonnement-» PrciZ pränumerando: Lierteljährl. S,Z0 Mk� N!0N!IÜ> l.lv Mk, wöchentlich LS Psg> frei WS Haus. Einzelne Nummer S Psz. Sonirtogs- nummer mit illmtriertcr Sonntag-. BeUage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Wonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs< Prelsline. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2ch0 Mark, für da» übrige Ausland i Mark pro Monat. PostabonnsMents nehmen cur Belgisn, Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, »itlmätiien. Schweden mrd die Schweiz. Crldiclnt Wich. 31. Jahrg. Die Mert!ons*Geö!il)r beträgt für die fech-gespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum ISO Pig„ für politische und gewerlschaftliche BcreinS» und BersainmlnungS-Slnzetgen Li> Psg. „kleine Znrcigen", da- fettgedruckte Wort 20 Psg. tzulässig 2 fettgedruckte Worte), jede- wntcre Wort lv Psg. Elellcngcsuche und SchlafsteUenan- zeigen da- erste Wort 10 Pfg„ jedeS weitere Wort ü Psg, Worte über lö Buch- stabcn zählen für zwei Worte, Inserate fiir die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abend- geöffnet. Telegrainm. Adresse: „Z»zizitiem»llräl Rtrlii". Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8Rl. 68, Lindcnftraßc 69. Fernsprecher: Amt Mvriüplat!, Nr. 1983. Montag, den 3. Januar 1914. Expedition: 8M. 68, t-indenitraße 69. Fernsprecher: Amt Moritiv!nckl»a>- Wochenschrift für Arbeilersamiliea wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Abhandlungen und Vorträge zur sozialistischen Bildung. Herausgegeben 248/19' von lklax Gransvald. Heft«: M! Bon Conrad Haenisch. Breis 40 Pf. Aj auf sämtliche in den Verkaufsräumen befindlichen Waren für Winter und ==—== Sommer, mit Ausnahme von Maßanfertigung.======= Parterre: Knaben- u. Jünglingskleidung. Herrenhosen u. Westen. Herrenartikel u. Sport. I. Maxe: Herrenanzuge, Paletots, Ulster, Loden- u. Pelzkonfektion, Schlaf- u. Morgenröcke, Gummiröcke etc. II. Etage: Damen= Konfektion. Der Invenlur-Äusverkauf beaiiiiil hente Montau, te 5. Janaar. Esders& Dyckhoff Qertraudtenstraße 8-9(Petrikirche). verantw. Siehatt.:»lkrrd Wiele»», Reutölln. Jnferatentetl verantw..- TS- Älockc, Acrlin. Truck u. Lerlag:«orwärts Buchdr. u. BerlagSanstalt Paul Singer& C.. Berlin SW, Hierzu 1 Beilage. Nr. L 31. Iahrgavg. Ktilxlik i>ks Lmärls" Kerlim MM Molitag, Z. Januar t9l�. -szzzä Polizeipräsiöent v. Jagowst, herausgegebenen Sozialwifienschaftlichen Jahrbuch ganz kuriose Dinge: Die Partei habe unicchterweise sich als eine Arbeiter- Partei hingestellt, sich das Sozialistengesetz durch unnötige Angriffe gegen die Bourgeoisie selbst zugezogen, es handle sich nicht um Revolution, sondern um lange friedliche Eni- Wickelung uiw. Dieser feige Blödsinn ist natürlich Wasser auf Mösts Mühle. Und er ist bei der Hand, ihn aus- zubeuten, wie Du aus den letzten Nummern der„Freiheil" siehst. Man hatte uns von Leipzig aus aufgefordert, mitzuarbeiten am»tuen Organ, und wir halten auch zugesagt; aber seitdem wir wtsien, wer die höchste Leitung erhalten soll. haben wir wieder abgesagt, und seit diesem Jahrbuch hört vollends aller Verkehr mit den Leuten auf, die diesen Blödsinn und diese Arschkrieckerei in die Partei einschmuggeln wollen, mit Höchberg und Genossen. Die Leipziger werden bald merken, was sie da für Bundesgenossen ergattert haben. Ueberhaupt wird es bald einmal Zeit, aufzutreten gegen die philanthropischen Groß- und Klein- bürger, Studenten und Doktoren, die sich in die deutsche Partei eindrängen und den Klasienkampf deS Proletariats gegen seine Unterdrücker in eine allgemeine Menschenverbriiderungsanstalt ver- wässern wollen, und daS im Augenblick, wo uns die Bourgeoisie. *) Briefe und Auszüge aus Briefen.... an Sorge. Stutt- gart IlKB. Verlag von I. H W. Dietz. S. 1ö2—67. kleine Pflegerin mit der unappetitlichen Arbeit beichättigl war. Sie spürte ein unerträgliches Jucken angesichts der krabbelnden, bäßlichen Tiere, und sie dachte schweren Herzens an die armen, verlassenen Kranken in ihren Betten. „Wir sind in erster Linie Erziehungsanstalt für Blöde," erklärte die Oberin dozierend. Ihr kalter Blick forschte durchdringend in dem zuckenden Gesicht der Pflegerin.„Bettlägerige Kranke haben wir— Gott sei Dank— nicht viele. Sie müssen so mitdurchgehen." „Aber Herr Pastor hat mir geheißen—* Ein böseS Funkeln glomm in den Augen der Oberin auf, und die„Neue" merkte, daß sie einen Fehler gemacht. Pastor und Oberin lagen sich stets in den Haaren. Eisiges Schweigen trat ein. Vom Hofe her tönte Fräulein GädeS helle, nicht unschöne Stimme:„Ein Jäger ouö Kurpfalz, der reitet durch den grünen Wald—" Sie exerzierte mit den Schwach- sinnigen. Sie fang absichtlich laut. Herr Pastor harte einige junge Herren, Bolkswirtschasiler, mitgebracht und zeigte ihnen seine Muster- anstatt. Aus dem Klasienzimmer der„Vorgeschrittenen" drang das plärrende Nachgeplapper eines Kirchenliedes. Das Johlen der Blöden erklang wie ferner Donner, dazwischen ein schrilles, monotones: „Schnuckelchen Pfefferkuchen haben!" Tie Oberin ging mit rauickenden Röcken zur Tür hinaus. Sie hatte durch das Fenster die Küchcnschwester mit wohlgefülltem Tablett über den Hof kommen seben. „Die haben'S gut," sagte die verschüchterte, kleine Pflegerin zur „Neuen".„WaS die alles zum Frühstück piäpeln: Belegre Bröechen. Eier, Wein und so schönen Mayonnaiiensalat: Wir dagegen mit unseren kahlen Bolzen! Aber man mutz froh sein--!" Sie seufzte.— Die„Nene" antwortete nickt. Sie lauschte auf den Flur hinaus, wo das Getrappel der Männerschrille verklang. Der Pastor halte seine Gäste wohlweislich an dem Kranken- und Wanzensaal vorbeigeiührt. „Ich mutz zu meinen Kranken!" rief die„Neue" ängstlich. „Schwester Irma kommt gewiß noch lange nicht wieder, und— wenn die nun was wollen!" Sie rannie hinaus. Die andere rief ihr ein böses:„Na, warten Sie man!" nach. Als die„Neue" die Tür zum Krankenzimmer öffnete, schlug ihr penetranter Geruch enigegen. Sie wußte: Typhuskranke waren unter den Patienten. Der eine Brunnen dicht an der großen Zisterne war verseucht. Die Pflegerin stieß das Fenster weit auf, ermittelte und beseitigte die Ursache des Geruchs. AuS ollen Bellen klang Wimmern. Wie ein ungetümer Gnom hockle der augenlose, bucklige Knabe Heinz auf seinem Lager. Seine fürchterlich großen, warzenbedecklen Hände griffen wie Krallen nach dem Nachbarbett, wo ein spinnweb- mit der man uns verbrüdern will, außer dem Gesetz erklär� unsere Presse zerschlagen, unjcre Versammlungen gesprengt und der Polizeiwillkür!?auz xkrass ausgeliefert hat. Die deutschen Arbeiter werden diese Art Kampagne schwerlich mit» machen." Genosse Bernstein will jetzt die verstorbeueu Höchberg und Schramm„in Schutz nehmen, der Partei einen so unsinnigen Vorwurf gemacht zu haben, wie der Verfasser von dem er- wähnten Aussatz behauptet". Das ist sein gutes Recht, leider aber ist es nicht meine Wenigkeit, die dies behauptet, sou- dern Marx, Engels und viele andere, alles Leute, die deutsch sehr gut verstanden haben. Liest man jetzt— fünfunddreißig Jahre später— den „Dreigestirn-Aufsatz", so versteht man sehr gut, rrarum Ge- nosse Bernstein noch � jetzt Wert darauf legt, zu wieder- holen, daß er nur'„gerade 18 Zeilen" in diesem, wie er selbst noch jetzt zugibt,„unzeitgemäß" veröfs-uitlichteu Artikel, der so„viel Anfechtbare»" enthielt, geichricbeu hat. Und doch stellte sich der Aufsatz, wenn Genosse Bernstein jetzt den Inhalt dieses Artikels richtiger wiedergibt als früher, nur das Ziel, die Notwendigkeit einer viel umfangreicheren Lildungsarbeit zu beweisen! Eine Nachprüfung der ganzen Kontroverse ist gewiß not- wendig, es wird aber schwer sein, den Beweis zu liefern, daß die damalige Auffassung, die nicht nur von Marx und Engels, sondern auch von allen führenden Genossen geteilt wurde, nichts als ein„Mißverständnis" war, daß alle Maßnahmen, die gleich darauf getroffen worden waren, um den Geist, der aus dem Dreigestirn-Artikel atmete, in Zukunft nicht aufkommen zu lassen und der Kritik der„Mostianer" jeden Anlaß zu nehmen, nur die Frucht eines gänzlich aus der Lust gegriffenen„Miß- trauens" waren. Ten besten Beweis gegen Bernstein liefert eben der „Sozialdemokrat", der nie seine Bedeutung erreicht hätte, wäre er nicht in einem Geist redigiert, der ebenso weit vou dem rückgratlosen Opportunismus des„Dreigestirn"-Aufsatze«» wie von der revolutionären Phrasendrescherei der„Freiheit" ent- fernt war. Daß dieser„grundsätzliche Charakter" nicht ohne Mit- Wirkung eines Engels lind eines Marx sich in der Redaktions- führung des„Sozialdemokrat" festsetzte, ist eine Tatsache, die jetzt auch Bernstein bestätigt. Und mir ist es nie eingefallen, Bernsteins große Verdienste um die Redaktionsführung des „Sozialdemokrat" zu bezweifeln. Wie er selbst zugibt, war der„Sozialdemokrat" dem Inhalt nach im hohen Grade Pro- dukt von Kollektivarbeit— Produkt der„Hilfe" eines Marx, eines Engels, eines Kautsky. eines Bebel, eines Liebknecht, ebenso wie der„Hilfe" eines Motteler und all jener Namen- losen, die hinter dein„roten Postmeister" standen. Und war Bernstein seit 1881— bis zum Fall des Sozialistengesetzes— der geschickte Steuermann des„Sozialdemokrat", so nur, weil er sich gänzlich von dem Geiste des„Treigestirn"°Aufsatzcs befreit hatte und das Blatt, wie er sagt,„theoretisch, soweit dies im Bereich seines Könnens lag, ini Geiste der Lehren von Marx und Engels" hielt. Nur das— und nicht„ziemlich zweideutig", sondern ganz klar— ist in meinen einleitenden Worten zu Bebels Brief an Marx gesagt. Geschichte eines Wajchkubels. (Neue Auflage.) Kn. London, 1. Januar 1311. Ein wütender theologischer Streit ist im Jahre des Heils 1L13 in England ausgebrochen. Man sollte meinen, daß Jonathan Swift der theologischen Kontroverse schon vor mehr als 266 Jahren mit seiner„Geschichte eines Waschkübels" den Gnadenstoß versetzt habe. Aber die Welt hat nun mal einen harten und gefühllosen Hintern, wie der witzige irische Dechant in seinem Meisterwerk bemerkt. Der Titel seines Werkes hängt mit der Gewohnheit der alten Seeleute zusammen, die dem Walfisch ein Faß zum Spielen hinwarfen, da- mit das Ungetüm das Schiff in Ruhe ließ. Nun aber befindet sich der theologische Ichthyosaurus gar nicht mehr wohl in der Kreide- feines, blondes Mädchen lag. Die Pflegerin brachte die zarte. kleine Annie außer Gefahr.„Halb verhungert!" konstatierte sie mit Schrecken. Daneben war es still. Ein bandagierter Kopf lag unbeweglich in den Kissen.„Blind, taub, stumm und fressenden LupnS dazu!" dockte das junge Mädchen mitleidig.„Daß es soviel Elend in der Welt gibt!" Wunderschöne Beilchenaugen lugten auS dem nächsten Bett heraus. Die Pflegerin iübrte liebreich den Becher, den die verbundenen Finger der Kranken nickt halten konnten, an die dürstenden Lippen deS Kindes. Das Arme! ES wollte auS der Anstalt entfliehen und hatte sich dabei io arg verletzt. Am letzten Bett machte die junge Pflegerin erschrocken Halt. Die Hanne!— Und wie sie aussah I Ganz blau im Gesicht und die Augen tief in den Höhlen! Die„Neue" nahm die wachsbleichen, kalten Hände, die so still auf der Decke lagen, beinahe zärtlich in die ihren.„Willst Du waS, Hanne?" Die schweren Lider hoben sich langsam. „Mudder!" hauchten die blauen Lippen,„Gröt min Mudder I* Die starren Augen brachen. Friede senkte sich auf das blinde Gesicht.— Die Pflegerin sank weinend an Hannes Bett in die Knie. Die Hanne starb, und sie allem mit ihr I— Sie hatte noch nie einen Toten gesehen. Je länger sie aber in das plötzlich seltsam vornehm gewordene Antlitz der Blinden schaute, je ruhiger wurde sie. Ein Entschluß leimte in ihr aus. Sie ging festen Schrittes die Treppe binunter und trat— ohne anzuklopfen— in das für den Herrn Pastor reservierte Zimmer ein. Um den gemütlichen, runden Tisch herum saßen Pastor und Oberin, mit ihren Gästen tafelnd. Der Wein und die Speisen dufteten. „Hanne Repke ist soeben gestorben," meldete die Pflegerin, und ihr tränenfeuchter Blick tauchte surcktloZ in die sich ihr entrüstet zu» wendenden Gesichter.„Offenbar hat man sie zu Tode gequält." Der Pastor schnellte in die Höhe.„Sie sind eine Pflichlvergesicne. Warum rufen Sic nicht rechtzeitig Herrn Doktor? „Weil das Wanzenvertilgen wichtiger war als die Kranken!" antwortete die„Neue" mir einer Handbewegung nach der Oberin hin. Mit wogendem Busen satz die auf ihrem Stuhl.„Sie paffen wohl nicht in unsere Anstatt", keuchte sie endlich, und ihre Blicke sunlelten wie geschliffene Dolche. „Allerdings nicht!" gab die Pflegerin mit hochroten Wangen zurück.„Ich glaubte, hier wäre eme Institution christlicher Liebe, aber ich sehe--" „Hinaus!' rief der Pastor mit sich überschlagender Stimme. „Entschuldigen Sie, meine Herren, doch diese Person—— fonnafion; er ist wieder an die Oberfläche gekommen und spielt schnaufend und brüllend mit seinem Fa� daö diesmal die Inschrift ..Kikuyu" trägt. Wer, wie oder was ist Äiiuhu? Äikuyu ist eine Ortschaft in Britisch. Ostairita, wo letzten Juni -etwa 60 Missionare der verschiedenen protestantischen Kirchen und eckten zusammenkamen, um zu beraten, ob es nicht möglich sei, die Konkurrenz untereinander auszuschalten. Zweifellos ein lobend- werter Zweck; denn wenn die Schwarzen nun einmal Christen wer- den müssen, so ist es doch jedenfalls besser, daß ihnen die bekannten gehässigen Zänkereien über Dogma usw. erspart werden. Vielleicht 'war dieses Wohlwollen nicht der einzige Antrieb zu der Konferenz; an der Küste macht nämlich der Mohammedanismus dem Christen- rum eine sehr gefürchtete Konkurrenz. Anglikaner, Presbyterianer, Baptisten, Methodisten und Quäker kamen also zu einem bis jetzt noch unverbindlichen Kompromiß, nach dem jeder religiösen Gemeinschaft ein gewisses Gebiet eingeräumt werden sollte. Jedes Mitglied des vorgeschlagenen Verbandes sollte sich verpflichten, das apostolische und nicäische Glaubensbekenntnis und die Bibel loyal anzuerkennen; eine Schwierigkeit entstand fedoch, als es sich darum handelte, unkonfirmierte Personen zu dem Abendmahl der anglikanischen Kirche zuzulassen. Aber auch darüber kam man mit Hinweisen auf das sogenannte Lambether Quadrilateral, das das Verhältnis der anglikanischen Staatskirche zu anderen reformierten Kirchen regelt, hinweg. Wahrscheinlich hätte auch diese Konferenz nichts Bedeutsames geboren, wie denn -auch ähnliche Konferenzen, die in den Jahren 1807 und 1908 ab- gehalten wurden, im Sande verliefen, wenn nicht am Schluß etwas ganz Unerhörtes passiert wäre. Als Abschluß der Konferenz, auf der die sich einander befehdenden christlichen Missionare die Streit- .irt begraben hatten, zelebrierte der anglikanische Bischof von Mom- dasa das Abendmahl im Beisein aller Konferenzteilnehmer, und zwar in einer presbykerianischen Kirche, der einzigen Kirchs in Kikuyu. Ergrimmt hatten sich die Vertreter der angli- konischen Universitätsmission von dem ganzen Treiben abseits ge- halten. Denn was soll aus der theologischen Fakultät werden, wenn die Kirchen und Sekten einmal anfangen, die Bruder- und Friedensliebe ernst zu nehmen? Hier bot sich den Herren von der Universität eine famose Gelegenheit, nach derber theologischer Weise dreinzuschlagen. Ihr Wortführer, der Bischof von Zansibar, veröffentlichte einen flammenden Protest gegen die Konferenz und beschuldigte in einem Briese an den Bischof von St. Albans die Bischöfe von Mombasa und Uganda der Ketzerei in bczug auf ihre Lehren über den Episkopat. Nun war, wie der englische Volks- mund so ausdrucksvoll sagt, das Fett im Feuer. Tie Flamme sprang von Ostasrika nach England über und bald lagen sich die drei miteinander rivalisierenden Parteien der Staatskirche grimmig in den Haaren. Man warf sich Schmeicheleien wie„Brunnen- v e r g i f t c r" an die ehrwürdigen Köpfe und kramte das ganze Arsenal des Mittelalters wieder aus. So liegen die Dinge heute. Ter Kampf tobt rechts und links und in der Mitte, und den streitbaren Geistlichen, die in der „Times" kein Plätzchen zum Polemisieren erwischen können, zit- tern die Nüstern, wie dem Kampfroß, das von weitem die Schlacht riecht. Inzwischen hat man die schwarzen Brüder in Afrika vcr- gessen. Was wird aus ihnen? Wahrscheinlich werden die An- Hänger des Abkommens von Kikuyu verlieren. Und dann wird wieder unser oslafritanischer Anglikaner mit überlegenem aristo- kratischen Lächeln auf den bedauernswerten Dissidenten herab- blicken, und der rabenschwarze Quäker wird bei dem einfachen Lendenschurz seiner Bäter schwören und die importierten Lackstiefel und Zylinder für eine Erfindung des Gottseibeiuns er- klären. Freilich für die Staatskirche steht in diesem Streit der Gottesmänner am meisten auf dem Spiel. Tie Dissidenten be- finden sich in der Lage des Fuchses in der Fabel, der in einer Falle den Schwanz verloren hatte und dann hinging und das religiöse Dogma erfand, daß sich jeder rechtgläubige Fuchs, de: in den himmlischen Hühnerstall kommen wolle, den Schwanz am- putieren lassen müsse. Doch in Wirklichkeit sind wir in England gar nicht so erregt nird wild, wie es den Anschein hat. Man hat nur den theologischen Ungetümen ein neues Faß hingeworfen, das sie sich einander zu. werfen und an dem sie sich den Rücken reiben können. Der eine der Herren, der daS junge Mädchen bisher bewundernd angeschaut, erhob sich unwillig.„Ich bitte doch, hier eine Dame nicht zu beleidigen!" Seine Begleiter standen gleichfalls auf.„Wir enq-fehlen uns, Herr Pastor k" Die Oberin erhielt eine stumme, steife Verbeugung.---- Hanne RrvkeS Tod versetzte alle Geniüler in Aufregung. „DaS kommt davon, wenn man einer Neuen die Krankenpflege überläßt", erklärte Fräulein Gäde.„Die Hanne war recht kräftig. Aber wenn Herr Doktor nicht rechtzeitig gerufen wird! l" Schwester Irma weinte, daß in ihrem Saal einer ohne die Segnungen der Kirche gestorben. Di- verschüchterte, kleine Pflegerin half beim Kränzewinden für die Hanne, und sie dachte:„Die hat's gut!" Tie„Neue" aber, die nach dem Glauben sämtlicher Anstalts- iniaffen am ganzen Unglück schuld war, durfte nun—„fern von Madrid"— über ihre Sünden nachdenken. Vorläufig saß sie im Warteraum deS VorortbahnhoseS und hielt die Hände eines kleinen BauernweibleinS, dem die Tränen über daS runzlige Gesicht kugelten, in den ihren. Sie mußte doch Hannes Mmter die letzten Grüße der armen Toten ausrichten! Spiritiftenblö'üsinn. Wenn man allen Verunglimpfungen nachgehen wollte, mit denen eine unfähige Sorte von Gegnern das Andenken großer Männer heimsucht, so täte man jenen Großen damit den geringsten Gefallen. ES kann ihrem Namen wirklich nichts schaden, wenn sie nach ihrem Tode von Leuten angegriffen werden, die sie zu ihren Lebzeiten so wenig beachteten, als sie es berdienten. Wessen Werk weiter reift und seinen Schöpfer überlebend sich als wahr- Haft lebendig erweist, für den sind posthume Beschimpfungen nicht viel m?hr als Nebengeräusche, wie sie auch bei der besten Maschine unvermeidlich sind. Manchmal aber verbindet sich die Dummheit doch so eng und widerlich»lit der Geschmacklosigkeit, daß man das Ergebnis dieser Verbindung tiefer hängen muß, damit die Kampfes- ort dieser Gegner nicht ganz in Vergessenheit gerät. Sönst könnte am Ende doch noch irgend jemand auf den Gedanken kommen, die Erzeugnisse dieser Herren hätten mit geistigen Hervorbringungen etwa» zu tun. Wir geben hiermit der Oeffentlichkeit, soweit sie nicht aus Redakteur, Drucker und Verleger des vorzustellenden Blattes be- steht, zum ersten Male Kenntnis von der Existenz einer Halb- Monatsschrift, die sich„Wahres Leben" nennt und die Seelen- forschung sowie die höheren geistigen und sittlichen Interessen der Menschheit auf Grundlage spiritualistischer Weltanschauung seit vom Jahrmarkt öes Lebens. Iochimke, hüte öi! Tie modernen Stcgrcifrittcr sied auf dem KriegSpfade. Einst als es noch keine Gazetten gab, schrieben die Spießgesellen ihre Drohungen dem Fürsten von Gottes Gnaden an die Kammertüre. Ihre Nachfahren haben es bequemer. Wenn ihnen die Regicrerci ihres geliebten LandeSbaterS und seines.HauSmeierS nicht paßt, veröffentlichen sie ihre Drohungen in der frcikonservativcn„P o st". So auch jetzt wieder. Ter Kanzler der gottergebenen Möglichkeiten und ein anderer — der junge Herr, der sich deS„Post"wohkwollens erfreut, steht schon vor der Tür— sind den modernen Stcgrcisrittern seit langem schon ein Dorn im Fleische. Anstatt in der inneren Po- litik Kanonen gegen die verdammten Sozialdemokraten auszu- fahren, fängt man jetzt schon an, Händeerücke mit ihnen zu tauschen. Und was man äußere Politik nennt, ist nicht viel besser. Nicht einmal ein lumpiger Krieg mit England wird gewagt. Aber: Jochimke, hüte dU Wor.n heute der monarchische Gedanke so sehr zurückgetreten und die demokratische Flut so gewaltig angestiegen ist, so liegt dies vor allem an den Persönlichkeiten in den maßgebenden Stellungen. Ter muß aufrichtig aber»vahr festgestellt werden, daß es an echten Hcrrschcrnaturcn zurzeit fehlt. Wir denken dabei nicht so sehr an die Könige und Fürsten als an ihre Staatsmänner, die bei der ungeheuren Ausdehnung der Staats- Verwaltung die Regierung zu führen haben. Wir möchten uns auch nicht auf das eigene Vaterland beschränken, sondern geben gern zu, daß mit Ausnahme einiger Präsidenten, die die Vereinigten Staate» von Amerika sich er- koren haben, Männer mir echten Hcrrschertugcnden seit Bismarcks Abgang nirgends ein Staatsrudcr gestanden haben. Der Wille zur Macht, die Freude am Kampfe, die Erkenntnis hoher Ziele und die Begeisterung des Eintretens dafür hat be- sonders in Teutschland nur zu sehr gefehlt. Statt dessen mußten wir nur zu oft einen Mangel an Zielen, eine Unlust zum Kampfe und das Fehlen jeder Begeisterung für die Erhaltung der bestehenden Zustände feststellen." TuS schickt die bis auf die Knochen königstreue„Post" Herrn von Bcthmann Hollwcg und seinem kaiserlichen Herrn als zarten Neujahrsgruß. Wenn Herr v. Stumm noch lebte, würde er mit einem Tonnerwetter dareinfahrcn und den „Postesel" schön anlappen. Denn wie kommt der dazu, Hcrrschernaturen zurzeit nur in Amerika zu entdecken, wo wir doch unseren I a g o w und F o r st n e r haben. Und dann der junge Herr! Ter hat doch das Herrschen studiert! Jochimke, hüte di! Kleine Geschenke.... Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft! So dachte die Zoppoter Stadtverordnetenversammlung und beschloß„mit freudiger Begeisterung" in geheimer Sitzung den Ankauf einer Villa, die dem Kronprinzenpaare für den Sommcraufenthalt zur Verfügung gestellt werden soll. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft! So dacküe die Tanziger Drechslerinnung und ernannte den Krön- Prinzen, der außer in Bonn auch als Drechsler studierte, zum Ehren milgliede. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft! So dachte der Kronprinz und hat dem Danziger Magistrat zwecks Verteilung 45 Stück deS von ihm verfaßten WerleS„Aus meinem Jagd- t a g e b u ch e" überwiesen. Solche kleine Geschenke können noch öfter gemacht werden, denn die Auslage wird so bald nicht ver- griffen!__ Die neue Taktik. Dem Gewerkverein christlicher Arbeiter im Saargebiet und in der Pfalz geht es schlecht. Er leidet hoffnungslos an Mit- gliederschwund. Die alte Taktik der Verleumdung und Dcmm- ziation freigewerkschafllich organisierter Arbeiter verfehlt auf die Dauer ihre Wirkung, auch das„Gesundbeten" der geistlichen Bei- stände vermag das Siechtum nicht zu beheben. Doch Not macht erfinderisch! Wie einst sie Gänse durch ihr Schreien das Kapiwl retteten, so soll jetzt ein Fräulein H a r t m a n n aus Köln die 15 Jahren zu vertreten vorgibt. Dieses„Wahre Leben" einiger Infusorien veröffentlicht den Bericht über eine spiritistische Sitzung, der„Bebels Neue" überschrieben ist und dessen Tatsache die Be- teiligten an dieser Sitzung erforderlicherweise eidlich zu erhärten sich bereit erklärten. Es wird darin ganz in dem Stil einer delirierenden Unfähigkeit erzählt, wie sich der Geist Bebels bei einer Sitzung gemeldet habe, wie er die Anwesenden auis stürmischste ersucht habe, für sein Scelenheit zu beten und schließlich folgendermaßen ein astrales Glaubensbekenntnis abgelegt habe: „Verstoße die suchende Seele nicht! O, was muß ich leiden! Auf allen Wegen rommen sie mir mit drohend erhobenen Händen cnt, gegen und fluchen mir. daß ich zwar für ihr materielles Woh> sorgte, aber ihnen ihr geistiges Teil genommen und sie dadurch unglücklich gemacht habe. Tut Euch zu einem Bunde zusammen und schreit es laut in alle Welt hinaus: Gott lebt! Ter kindlich einfache Christenglaube ist die lautere Wahrheit. Ich hoffte, daß daS Glockengeläutc, welche» ich durch Beeinflussung der Meinigcn veranstalten ließ, mir von Nutzen sein sollte, aber es hat mir nichts geholfen! Habet Mut und Kraft! Ich will Euch beistehen in dem Kampfe gegen die Irrlehren, die ich verbreitet habe." Man könnte an diesem allzu deutlichen Wahnsinn vielleicht vorbeigehen, wenn er von seinem Erzeuger nicht politisch angewendet werden würde. Dieser Herr erzählt nämlich, er habe den Geist Bebels verwarnt, ihm bestätigt, sein posthumeS Jammern sei allerdings nur zu begründet, weil er wirklich großes Unheil an- gerichtet Hab«, und weil der Mann schließlich vorschlägt, diese Selbsianrlagcn Bebels von allen Kanzeln herab verkünden zu lassen, worauf die von Bebels Irrlehren beeinflußte Welt ein Anrecht habe. Eine Art von Christentum schlimmster Sorte, mit dem un- angenehmen Zusatz von übersinnlichem Dilettantismus verun- glimpft hier eines Mannes Andenken, das Millionen das Teuerste und Ehrwürdigste ist. Natürlich wird selbst in konservativen Hirnen eine Ahnung da- von leben, daß man einen solchen Blödsinn politisch nicht verwenden kann. Sie werden, wenn auch schweren Herzens, auf dieses Agi- tatlonsmaterial verzichten, um hinten herum und in ihren ge- Heimen Konventikeln um so inniger mit dieser„Selbstanllage" hausieren zu gehen. Daß diese Herren ohne Geist wenigstens den gcträumten Geist Bebels auf ihrer Seite haben wollen, kann man verstehen. Dort aber, wo fein wahrer Geist, der Geist seines Werkes lebt, wird man auch solcher Ammenmärchen lachen, selbst wenn ibr Irrereden sich mit dem Klang eines teuren Namens vermischt. Wir verstehen besser Geister zu zitieren, die sich von denen deS Zauberlehrlings dadurch unterscheiden, daß nicht wir, sondern unser« Gegner sie nicht mehr loswerden, selbst wenn sie von den Kanzeln ihrer immer mehr sich leerenden Kirchen die gefälschten Ausgeburten ihrer angstvollen Träume herunterrufen. Christen mit einer neuentdeckten M.-Gladbacher Weltanschauung erretten. Fräulein Hartmann hat'S in sich. Eine funkelnagelneue Taktik, die sie beim seligen Anzengruber nachgelesen hat, empfiehlt sie den saarabischen Frauen und Mädchen. Sie ist Propagandistin für den Streik der Liebe. Inständig bittet sie in ihren Reden alle Mädchen, ja keinen Bergmann zu heiraten, der nicht Mitglied des christlichen Gewerkvereins ist. Bei den Frauen aber zieht sie schärfere Register: sie sollen keinen Mann ins Schlafzimmer oder gar ins Bett hineinlassen, der einen Wochcnbeitrag im Gewerkverein christlicher Bergarbeiter schuldig ist! Wenn nun noch zur Streikkontrolle ein Kaplan ans Ehebett gestellt wird, dann werden wohl die liebeslüsternen Ehemänner und Junggesellen den süßen Reizen holder saarabischcr Frauen und Jungfrauen noch weniger widerstehen können, als ein Hein- riai VIII. von England den schönen Augen einer Anna Boleyn. Und dem Gewerkverein ist— wenn der LiebeSstreik klappt— ge» holfam_ Der Scharfmacher Neujahrswunsch. Da das Sehnen nach einem durckgrei senden Zuchthausgesetz zurzeit noch unerfüllt bleibt, haben die sächsischen Scharfmacher zum Jahreswechsel nur einen ganz kleinen Wunsch. Ihr Wort- führer Dr. Stresemann hat im Auftrage deS Verbandes sächsischer Industrieller eine Eingabe au da» Mi» nisterium gerichtet, in der gefordert wird, daß bei den 20 Polizei- dienstbehörden und dcr Landgendarmerie Sachsens geeignete Beamte ausgebildet Verden, um den örtlichen Polizeibehörden bei Streits und Aussperrungen zur Verfügung zu stehe n. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß die örtlichen Polizeibehörden sich über den Umfang ihrer Befugnisse nicht allenthalben klar seien und da- her vielfach geeignete Beamte fehlen, denen die äußerst schwierige Aufgabe der Ueberwachung dcr Streikposten anvertraut werden könne. Ganz unsere Meinung! So kommt es auch, daß entgegen den gesetzlichen Bestimmungen Slrerkpostcn von örtlichen Polizei- beamten, die da glauben, dem Unternehmer helfen zu müssen, belästigt und schikaniert werden. DaS wollen die sächsische» Industriellen wohl verhindern oder wollen sie etwa eine Ausbildung der Beamten nach Moabiter Muster? Theater. Neues Volks. Theater: Der Kaiserjäger. �Von Hans Brennert und Hans O st w a l d. Wenn ein etück wie diese gegenwärtig im Neuen Volks-Thea!«r zu sehende Land- streicher-Komödie noch nach zehn Jahren fasff nichts von dcr von Anfang an erzielten Realitätswirkung eingebüßt hat, dann muß es doch stoffliche und auch künstlerische Qualitäten von einigem Belang besitzen. So ist es; und die Aufführung hat es erwiesen. Natürlich wiegt hier daS stoffliche Interesse vor. Denn einmal hat das Prole- tariat der Landstraße infolge dcr allgemeinen Auspowerung dcr Arbeiterklasse eher zu- als abgenommen; zum anderen Male, aber baben die beiden Verfasser dcr oben genannten Komödie wirkliche Stromcrtypen und wirtliche zusländüche Milieuschilderungen ge- geben, woran selbst gewisse Verschiebungen, sollten sie unterdessen eingetreten sein, nicht viel zu ändern vermöge». Alle jene Unglück- lichen, ob sie nun aus eignem Verschulden oder sonstwie heimatlos geworden sind, nehmen unser Hauptinteresse in Anspruch. ES gibt da verschiedene Gruppen. Seßhaft werden eigentlich nur wenige. Einen Stromer in Reinzüchlung sozusagen führt uns Hans Qstwald in dem ehemaligen Tiroler Kaiseriäger vor, der vor Zeiten Qber- kellner in einem feinen Wiener Restaurant war, ras er einem Erzherzog die Bratensauce über die„allerhöchsten Hosen." schüttete. Er hält nirgends lange aus; er muß wandern, ihn treibt ein Dämon von Land zu Land, von Ort zu Ort. Wird dieser Zigeuner von einem waschechten Qesterreicher gespielt, der zugleich als vor» züglicher Charakterdarsteller sich erweist, wie cS Hans Felix ist, dann erlebt man eine tiefgehende Tragikomödie. Auch die anderen Landstreicher sind gut vertreten; und m»t ihnen die Bauernthpen aus Berlins nächster Umgegend, und nicht zu vergessen der„Herr Landrat"(Hugo Werner-Kahl ei. Das Spiel von Stromervolk und Dorffassen dreht sich um zwei bäuerlictie Schönen, näntlicki um die„mannstolle" Krugwirtswitwe Marie Werder und um Anna, des Schulzen Plalh von Alt-Lank« jugendliche Tochter. Jene hat sich den Kaiserjäger geangelt; diese ist einem der Landstreicher, dem„Pomavenalex"(Otto Moni u n) ins Garn gegangen. Else Bäck gibt von jener, als eine der Haupl- figuren. eine erschöpfende Charakteriitik. während Toni Willens der Anna als schnöde verlassenem Mädel und dann als bis über die Ohren verliebte Frau des„Kopsschuuers" gut schauspielerisch gerecht wird. Außerdem sind noch Richard Feist(Großknecbt Malte) und Max Schulz lToriarmer) zu nennen. Der dritte Akt ist etwas sentimental angelegt. Er wirkte diesmal aber doch herzhaft— weil durchweg herzhaft gespielt wurde. cl<. Ter gekränkte Justizrat. Herr Justizrat und Notar Sensf, der bekannte Berliner Rechtsanwalt, hat bei der� Direktion des Deutschen Schauspielhauses Einspruch erhoben, daß die von Albert Paulig in der Posse„Wer zuletzt lacht�..!"�dargestcklt«.' Figur eines JustizratS und Notars den Namen„Senf" führt. Tic Direktion hat diesem Einspruch Folge gegeben, trotzdem gerade vor wenige« Tagen dcr Syndikus des Verbandes Deutscher Bühnenschrinstener in einer ähnlichen Affäre ein obsiegendes Urteil fiir die Autoren erstritten hat. Die Direktion hat nunmehr den Justizrat Senf in der Posse in einen Justizrat Pfeffer umgetauft, nachdem sie sich zuvor davon überzeugt hat, daß ein Anwalt dieses Namens in Berlin nichr existiert. 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