Ar. 9. SdsnnementZ-KeSwgittigeo: Abonnements- BreiZ tirmtmneiimi)»; SicrteljägrL S,30 Ml. monatl. UO MI, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Hau-. Einzelne Nummer k Pfg. Sonntag?« nummer mit iLuürierter Sonntags« Beilage.Die Neue Well" ll> Pfg. Post« Abonnement: 1.10 Marl vre Monat. Eingetragen in die Post.Zcitungz« Preisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich, Ungarn 2.50 Marl, für da? übrige Ausland i Marl pro Monat. Boftabonnemems nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland. Italien. Luremburg. Pormgal, «umänien, Schweden und die Schweiz. 31. Jahrg. trktclal täglich. Verlrnev VolksblAK. Die Tnferfions-- Gebühr beträgt für die fcchsgesdalleue Kolonel- geile oder deren biamn 60 Pig.. für politische und gewcrlichaflliche Bereins- und Berfnmmlungs. Anzeigen"0 Pfg. „Uletne Anreizen", das fettgedruckle Wort 20 Pfg.(zuläfftg stfcilgedrucllc Wortsi. fedcS weitere Wort 10 Pfg Stellengesuche und SchlafNellcnai!. zeigen das erste Wort 10 Pfg...jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über löBuch. stabsn zählen für zwei Woric. Infer.ue für die nächiie Nummer iilüstru bis ti Ul>r nachniiiiaqs in der Erpedition odgcgebcn werden. Tie Erbcdiuon ist bis 7 Uhr abends, geöfsnet, Telegramm- Adreffe: „Sczialdcmdlirat Rcrlia". —'S! Zentralorgan der roztaldcmokratifchers Partei Deutfchlands. Redaktion: 8M. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moristplast, Nr. 1983. Her mit dem koalitionsrecht! Tie �Vare„Arbeitskraft" ist die uational ivertvollste Ware. Sie wird aber aufs schwerste heute misthandelt. Der Arbeitsvertrag ist nach einem zutreffenden Worte Professor Lotmars die„ökonomische Zufluchtsstätte" für Millionen und. Gebrauch�machen. Abermillionen, für mehr als zwei Tritte! der gesamten Bc-! völkerung. Nur durch Verwertung ihrer Arbeitskraft ist es ihnen möglich, zu existieren. Die Arbeitskraft mag im rein juristischen cainne nicht zum Vermögen gerechnet werden. Na- tionalökonomisch ist die Ware Arbeitskraft der wertvollste, oft der alleinige Teil des Vermögens von Millionen und Aber- Millionen. Ist im juristischen Sinne Vermögen nur ein Haben, etwas, lvas von der Person getrennt werden kann, so ist das Eigenartige der Ware Arbeitskraft, daß sie von der Person des Arbeiters untrennbar ist. Sie erfaßt sein S? e i n. Auf dem Arbeitsmarkt sucht der Kapitalist, der aus der Arbeitskraft anderer Profit herauszuschlagen sucht, den Preis der Arbeit möglichst zu drücken. Soll die Arbeitskraft und ihr Verkäufer nicht schlechter behandelt werden, als der Verkäufer irgendeiner anderen Ware, so ist dringend erforderlich, daß der Arbeiter das Recht hat, sich mit anderen zur Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungeli zu vereinigen. Die Tatsache, daß die unserer Produktionsweise immanente Rc° servearmec naturgemäß zuungunsten des Arbeitslohns wirkt, macht das unbedingte Koalitionsrecht, das heißt das Recht der Arbeiter, sich zwecks Erlangung menschenwürdiger Arbeits- bedingunge« mit anderen zu vereinigen, zu einem unab° we i s I i chen. Ter von Bismarck unter dem 10. Februar 1866 vorlegte auf Aufhebung der Koalitionsbestrebungen— auch gegen die bei Landstraßen, Eisenbahnen, Festungs- bauten und anderen öffentlichen Anlagen beschäftigten Arbeiter sowie gegen die Landarbeiter— gerichtete Entwurf, hat die dringende Notwendigkeit der Freiheit zum.gemeinsamen Handeln der Arbeiter eventuell durch Arbeitseinstöllung folgendermaßen anerkannt: „Der Satz, daß die Menge des Kapitals, welches Arbeit zu kaufen bereit ist, im Verhältnis zu der Menge derjenigen, welche Arbeit zu verkaufen bereit sind, den Preis der Arbeit be- stimme, ist eine Wahrheit, welche ihren konkreten Ausdruck für den einzelnen Fall nicht unmittelbar und von selbst, sondern mittelbar durch ein Handeln zwischen Käufer und Verkäufer er- hält und diesen Ausdruck in dem Matze schneller und sicherer er- halten mutz, in welchem das Handeln zwischen den Parteien frei von jeder äutzeren Beschränkung ist. I n d i e s e m S i n n e i st es von Wert, datz die Arbeiter in der Vcr- cinigung die Kraft suchen können, welche dem einzelnen abgeht und durch die Androhung gemeinschaftlicher Arbeitseinstellung ein richtigeres Verhältnis in der Bemessung des Lohns zum Untcrnehmergewinn hcrbeizu- führe n." Eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter enthält, wie an derselben Stelle mit Recht ausgeführt ist, eine Beschränkung in der Wahl der Mittel, welche aus die Bestimmungen der Arbeitsbedingungen, namentlich des Ar- bcitslohneS und der Arbeitszeit einwirken können, da sie die Verabredung deS geineinschaftlichen Han- delns durch das allein dem Annehmen der Bedingungen?tach- druck verschafft werden kann, einengen. Durch das Koalitions- recht kommt der Arbeiter erst in annähernd gleiche Lage wie jeder andere Warenverkäufer. Koalitionseincngungcn gefähr- den bei der U n t r c n n b a r k e i t der Ware„Ar- beitskrast" von der Person ihres Eigen- t ü ni e r S die v e r s ö n l i ch e Freiheit des sozial ab- hängigen Arbeiters. Das Koalitionsrecht ist ein Kampsmittel ini Kamps gegen die ökonomische Hörigkeit der Arbeiter. Wer das Koalitionsrecht antastet oder einengt, fei es durch Vertrag oder durch Rechtsprechung oder durch Gesell, beschränkt die per- sönliche Freiheit des Arbeiters, beeinträchtigt seine rechtliche Freiheit und mißhandelt die Arbeitskraft. Er ist es also, der sich gegen die herrschende Gesellschaftsordnung.auflehnt, die auf der Arbeit rechtlich Freier aufgebaut ist. Er ist es, der die Arbeiterklasse in Verhältnisse zurückzudrängen sucht, die für den einzelnen schliinmer zu ertragen sind, als die Lage des Sklaven in einem Sklavenstaat. Existiert hcute ein Koalitionsrecht der Arbeiter? Leider ngin. Allerdings hat ß 152 der Ge- Werbeordnung alle Verbote und Strafbestimmnngen gegen gewerbliche Arbeiter wegen Verabredungen pnd Vereimgun« gen zum Behuse der Erlangung günstiger Lohn- und Ar- beitsbedingungen, insbesondere mittels Einstellung der Ar- beit. aufgehoben. Aber der 8 152 bezieht sich nicht aus alle Kategorien von Arbeitern und sichert dem Arbeiter keines- wegS das Koalitionsrecht. Wir heben hervor, daß noch der Herr- schenden Rechtsprechung die Arbeiter nicht vom ß 152 der Ge z heiter und Dienstboten mit harter Strafe, Gefängnisstrafe bis � zu einem Jahre bedroht, wenn sie die gemeinsame Einstellung der Arbeit verabreden. Und dies partikularrechtlichc Aus- nahmegesetz ist durch 8 2i des liberalen Reichsvcreinsgesetzes voni 16. April 1968 gar aufrecht erhalten. Dasselbe Gesetz, welches scheinbar in 8 152 ein Koali- tionsrecht einräumte, hat im 8 153 den Galgen errichtet, an dein die gehängt werden sollen, die von dem Koalitionsrecht Der 8 153 ist eins der brutalsten Aus- nahmegesetze gegen die Arbeiter. Er bedroht sonst straflose Handlimgen mit Strafe, wenn sie bei Aus« Übung des Koalitionsrachts verübt werden. Durch ihn wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten bedroht,„wer andere durch Anwendung körperlichen Zwanges, durch Drohungen, durch Ehrverletzung oder durch Verrusserklärung bestimmt oder zu bestimmen sucht, an solchen Verabredungen(8 152) teilzunehmen oder ihnen Folge zu leisten oder andere durch gleiche Mittel hindert oder zu hindern versucht, von solchen Verabredungen zurückzutreten". Wie sich die Klassenjustiz im wachsenden Maße des 8 153 bedient hat, um das Koa- litionsrccht trocken zu legen, haben wir häusig darzulegen Gelegenheit gehabt. Die Rechtsprechung ist weit davon ent- fcrnt. die Arbeitskraft zu schützen und das Koalitionsrecht als ein Recht, wie es das Gesetz will, anzusehen. Hat sich doch gar das oberste Gericht(am 4. Dezember 1889) erdreistet. das Koalitionsrecht als„strafrechtliches Privilegium" anzu- sprechen. Beinahe jeder Streikprozeß zeigt zur Evidenz, von welchem Haß gegen das Streben der Arbeiter nach Gleich- berechtigung diejenigen erfüllt sind, die in der Interessen- sphäre des Kapitalismus ausgewachsen sind. In ihnen ist das Interesse des Kapitalisten lebendig, der da verlangt, daß lediglich nach seinem Diktat der Arbeiter schufte Und sich im Schweiße seines Angesichts abmühe, um den Unternehmer- gewinn zu einem größtmöglichen zu machen. Nicht gleich- berechtigt erscheint dem Unternehmertum der Arbeiter, sondern als noch minderwertiger, als irgendein eiserner Sklave. Die Rechtsprechung hat es nicht bei der Anwendung des 8 153 der Gewerbeordnung gegen die Arbeiter bewenden lassen. Wir erinnern daran, wie aus hex.Aufforderung, und der Nichtbeachtung der Kündigungsfrist die Arbeit nieder- zulegen ein nach 8 116 des Strafgesctzbuckps strafbarer Ungehorsam gegen die Gesetze herausgelesen ist. Wie oft sind noch andere Paragraphen gegen das Koalitions- recht der Arbeiter zur Auwendung gebracht, insbesondere die Paragraphen über Beleidigung, über N ö t i g u n g. ja gar über Erpressung! Daneben hat man versucht, durch allerlei Verordnungen gegen die Arbeiter mobil zu machen. Wir erinnern an die Lübecker Verordnung, die das Streikpostenstehen bei Strafe verbot. Das Reichsgericht erklärte diese Verordnung für ungültig. mit dem Reichsgesetz nicht vereinbar, weil das Streikposten st ehe 11 aus§ 152 als Recht d e�s A r» b e i t e r s folge. Wie oft hat man seitdem durch iachleich- wege, durch sogenannte Straßenpolizeiverordnungen dennoch das Streikpostenstchen verhindert und nicht die Hinderer dieses Rechts, sondern die Streikpostensteher bestraft! An Stelle des Gesetzes ist des Schutzmanns Majestät getreten, der ohne daß das Gericht ein Recht der Nachprüfung hat, gar oft entschieden hat, daß �das Streikpostenstehen auf einer m e 11 s ch e n- leeren Straße den Verkehr behindere! Neben der Mißhandlung des KoalitionsrcchtS durch ausdrückliche Gesetzesbestimmungen und die Tüfteleien einer Rechtsprechung, haben Arbeitgeber— entgegen dem Gesetz— durch Verträge das Koalitionsrecht der Ar- heiter eingeengt, durch Aussperrungen und schwarze Listen die Arbeitskraft und das Fortkommen des Arbeiters lahmgelegt und erschwert, wiewohl offensicht- lich die Vorschriften im 8 113 in der Gewerbeordnung über den Inhalt von Zeugnissen und andere Gesetzesbestimmungen es verhindern wollen, die Arbeitskraft und das Fortkommen des Arbeiters lahmzulegen oder zu erschweren. Ohne Schutz steht das Koalitionsrecht da, soweit es über- Haupt dem Deutschen Reich gegeben ist. Bereits bei Beratung der Gewerbeordnung im Jahre 1869 und in ihrem ersten Ar- beiterschutzgesetz vom April 1877 hat die sozialdemokratische Fraktion im Reichstage verlangt, daß die Hinderer des Koali- tionsrechts bestraft werden sollen. Und in der Tat ist es nicht widersinnig, denjenigen zu bestrafen, der ein Recht anwendet, und nicht den, der es hindert? Das ist genau so unsinnig, als ob man etwa zum Schutze des Eigentums nicht den Dieb, sondern den Eigentümer mit Strafe belegen will, der sich sein Eigentum nicht rauben läßt. Die schamlosen Angriffe, die das niit dem Großgrundbesitz vereinigte ScharsmachertuiMerneut zur vollständigen Erdrosse- lung des Koalitionsrechts unternehmen, machen dringend er- forderlich, daß endlich die berechtigte Forderung der Arbeiter erfüllt werde: das Koalitionsrecht ist auf alle Arten von Ar- beitern auszudehnen und gegen Angriffe durch straf- rechtlichen Schutz zu sicher n. Tie Arbeiterklasse bat über ein Jahrhundert unter furcht- baren Kämpfen um das Koalitionsrecht kämpfen müssen. Die Werbeordnung erfaßt werden, die für Eisenbahnen oder andere herriebend? Klasi'e bat das Äoasst onsrecht heute nahezu trocken öffentlich? Anlagen beschäftigt werden, welche nach der Herr- gelegt und erdrosselt. Jetzt muß es heißen: Auf zum Kampf schenden Rechtsprechung nicht unter die Gewerbeordnung zur vollen Erringung des KoalitionSrechts um jeden Preis! fallen. Vor allem trifft der 8 152 auf Landarbeiter Aus zum Kampf Zur Herbeiführung von Staatsgesetzen, die und das Gesinde nicht zu. In weiten Teilen Deutsch- verhindern, daß die Arbeiterklasse sich in Tod und Sklaverei Kmds. insbesondere in Preußen, werden sogar ländliche Ar- 1 dem Kapital verkaufen muß! Expedition: 8Äl. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. veutsihlanS, Sie große Kinder- stube. Die Einmischung deS Kronprinzen in die Zaberner Angelegenheit, seine Solidaritätserklärnng mit den Reuters ist eine politische Angelegenheit von Bedeutung. Denn sie zeigte aufs neue dem deuischen Volke die Notwendigkeit, solche verfassungsmäßige Ein richiungen zu schassen, die den Gdng der Politik von dem Belieben eines Einzelnen unabhängig machen. Beseitigung jedes persönlichen Regiments, demokratische Selbstbestimmung des Volkes, das war die Aufgabe, zu deren Leistung das Verhallen des Kronprinzen aufforderte. Aber diese Aufforderung wird fast ausschließlich von der Arbeiterklasse verstanden, die bürgerlichen Parteien könne» zwar„heulen", aber nicht handeln. Und statt sich mit Politik zu beschäftigen, sind sie glücklich, wenn sie ihre Anhänger von dem Wichtigen ablenken und sie mit Nebensachen unterhalten können. Solchen Uiiterhaliungsstoff tischt die„Tägl. Rundschau" ihren Lesern auf, indem sie ausführlich erzählt, daß der Kronprinz gegen seinen Willen aus Danzig versetzt worden sei auf Betreiben seiner vorgesetzten Generäle, die sick» als seine militärischen Berater höchst unbehaglich fühlten. Das Blatt veröffentlicht auch den Regimentsbefehl, mit dem der Kronprinz Abschied nimmt. Er lautet: ■„Husare« meines Regiments! Ueber zwei Jahre habe ich mit Euch denselben Rock getragen und derselben Standarte treue Ge- folgschaft gehalten wie Ihr. Seine Majestät der Kaiser und König hat mir ein neues militärisches Arbeitsfeld zugewiesen, und so habe ich zu gehorchen. Es wird mir verflucht schwer, und das Herz will mir brechen, daß ich nun nicht mehr an Eurer Spitze durchs Leben reiieir soll; das werdet auch Ihr in dieser Stunde fühlen, dessen bin ich sicher. 1 Die beiden glücklichsten Jahre meines' Lebens habe ich in Euren Reihen verbracht, meine Jugend trage ich' beute zu Grabe. Wohl kann man mich von Euch trennen, aber mein Herz und mein Geist bleibt unter Euch. Wenn einmal der König ruft und das Signal„Marsch, marsch!" wird geblasen, so beult an den, dessen sehnlichster Wunsch cS stets war. diesen Augenblick des h ö ch ste n soldatischen Glück 0 an Eurer Seite miterleben zu dürfen. DaS feste und innige Band aber, das Euch, meine Kinder vom Regiment, mit mir unlöslich verknüpft, wird erst- dann zcr- rissen werden, wenn auch für mich die Stunde des Abmarsches zur großen Armee dort droben geschlagen haben wird. Mein altes, heißgeliebtes Regiment Hurra! Wilhelm, Kronprinz." Das ist nun freilich ein menschliches Dokument, das mit heiterem Staunen aufgenommen werden tvird. Daran können auch die herzerweickenden Töne nichts ändern, die darin angeschlagen � werden. Wenn Wilhelm, Kronprinz versichert, seine Jugend zu Grabe zu tragen, so wird diese Versicherung, fürchten wir, wenig Glauben finden. Denn gerade dieses Dokument zeugt für die unverwüstliche Jugend des Verfassers. Ter Kronprinz ist jung, blul- jung, viel jünger als der Geburtsschein ausweist und er besitzt die glückliche Gabe, auch als Lbcrft zu fühlen und zu denken, wie ihm als Kadetten gelehrt worden. Und selbst die gräßliche Stunde des Völkermordes erscheint diesem glücklich organisierten Gehirn als Augenblick höchsten soldatischen Glücks. Nur früheste Jugend ficht alles so rosig. Aber was geht uns Alten das an? Es kommt darauf an. Es geht uns sehr viel an. daß der künftige deutsche Kaiser in Ansichten — jung bleibt, die mit denen der überwiegenden Volkömehrheit in völligem Widerstreit stehen. ES geht nnS an, weil und solange wir eine Verfassung haben, die diese Ansichten der Volksmehrheit nullifiziert zugunsten der Ansicht eines Einzelnen. Es ginge uns sehr wenig an, sobald die Souveränität des Volkes endlich das oberste Gesetz würde. Solange dies aber nicht der Fall, solange bleibt Deutschland die politische Kinderstube. Solange kann, wie die Vorgänge in Zaber» so ausreizend und eindringlich aufs Neue bewiesen haben, eine Schar Bevorzugter Soldaten spielen, mit jenen spielen, die in harter Fron ihr Dasein fristen, damit die andern spielen können. Wann wird cS Ernst? « Tic Begegnung. Der„Frankfurter Zeitung" wird aus Berlin gemeldet: _„Der e i n ft ü n d i g e Besuch, den gestern der Kronprinz beim Reichskanzler abgestattet hat. hat, wenn er nicht direkt durch das vielbesprockene Telegramm des Krön- Prinzen an den Oberst v. Reuter veranlaßi war, jedenfalls dem Reichskanzler und Ministerpräsident Gelegenheit gegeben, seine des verantwortlichen Leiters Ansicht über diese Angelegenheit zur Geltung zu bringen, das auch in ähnlichen früheren Fällen geschehen ist." Bekanntlich war der Erfolg solcher Unterredungen bisher stets sehr vorübergehend. das Mgenblatt öes Säbel- absolutismus. Der Vertreter der Aiitlage in Straßburg, der seine Anklage in so verblüffender Weise fallen ließ, hat cS wohlweislich unterlassen, die Vorwände des Reuterschen Verfassungsstreiches einer juristischen Analyse zu unterziehen. Er wußte warum! Denn ein Eingehen auf die Verfassung und das Gesetz wiirde ihn ja gezwungen habe», seine Anklage aufrecht zu erhalten, ja noch zu erweitern! Das allzu brenzliche Thema der famosen Kabinettsorder von 1820. aus der Oberst v. Reuter sein vermeintliches Recht zur Etablierung der Säbeldiklatur in Zaber» herleiten wollte, wurde also von dem Anklagevertreter in ebenso geflissentlicher wie befremdender Weise vorsichtig gemieden. Dagegen bringt es die reaktionäre Presse jetzt fertig, die allem KonstitutionalismuS inS Gesicht schlagende Behauptung aufzustellen, daß die vorsintflutliche Kabineitsorder von 1820 noch Gültigkeit gehabt habe! Künftigen Anmaßungen und Rcchtsbriichcn der Soldateska soll dadurch Tür und Tor geöffnet werden! Selbstverständlich herrscht unter ollen Juristen nur eine Meinung darüber, daß die vermoderte Kabinettsorder längst ungültig war, daß sie bereits ungültig war, noch bevor Oberst v. Reuter geboren wurde. Die halsbrecherischen Deduktionen der reaktionären Presse beweisen nichts, als den wilden Haß unserer Gewaltpoliliker gegen selbst die kümmerlichen BolkSrechte, die den deutschen Staats- bürgern durch die Verfassung und die Gesetze garantiert sind. Und besäßen wir ein Bürgertum, dem auch nur das w i n z i g st e Fünkchen von Ehrgefühl innewohnte, so würden sich jetzt alle bürgerlichen Parteien(mit einziger Ausnahme der Konservativen und Freikonservativen) schleunigst zu jener gesetzgeberischen Aktion aufraffen, zu der die Sozialdemokratie sie schon seit Jahren und in den letzten Wochen erst wieder mit erneuter Energie aufzupeitschen versuchte. Aber immer wieder hat eS ja unser dreistes Scharfmachertum frohlockend erleben können, daß unser Bürgertum nicht aus Männern, sondern aus Memmen besteht. Und wir fürchten, daß selbst der blutige Hohn von Zaber» und Straßburg aus unseren lieben Philisterseelen keinen Zornesfunken herauszuschlagen vermag. Die unglaubliche Schlappheit, mit der sich selbst die liberale Presse die Unglaublichkeiten von Straßburg gefallen ließ, läßt das schlimmste erwarten. Da sind unsere Junker und Scharfmacher doch andere' Kerle. Schließt doch die„Deutsche Tageszeitung" ihren neuesten Erguß über Zaber» mit der wilde» Drohung: „lieber alles das aber, was. dieser Prozeß und was die lon- stigen Nachrichten der letzten Zeit über die Zustände in den Sieichs- landen zutage gefördert haben, wird n o ch e i n e r n st e S, ein sehr er n st e s Wort zu reden sein. ES steht ja dort viel schlimmer, als selbst die größten Pessimisten bisher befürchtet haben! Was an systematischer Hetze gegen daS Militär wie gegen das Deutschtum, an Unord- irung und Zuchtlosigkeit, zugleich aber an Niedertracht und Gemeinheit hervorgetreten ist, daö schreit geradezu zum Hstnmel. Wenn nicht endlich eine f est e F a u st in Eliaß- tkolhringen eingreift, dann verdiente daS Deutsche Reich, diese Grenzlande— zunächst wenigstens innerlich— wieder zu verlieren!" *« *, Dajz die famose bkabmettsorder pon Anna.1820 auch noch m anderer Beziehung nichts ist als das Feigenblatt dcS Säbelabsolutismus, erhellt aus folgender Zuschrift, die wir von einem Stabsoffizier a. D.(n i cki t dem Oberst a. D. v. Gädkc, wie wir der reaktionären Preßmeute gegenüber ljeber gleich bemerken wollen) erhalten: „Die Bezugnahme des Oberst v. Reuter auf eine Kabinetts- order von 1820, welche das eigenmächtige Einschreiten des Militärs unter gewissen Umständen zuläßt, veranlaßt mich zu nachstehender Information: Die Kabinettsorder von 1820 ist böckst wahrscheinlich bis zun: Zaberner Fall keinem noch am Leben befindlichen Offizier zu Gesicht gekommen. Ich habe 30 Jahre lang militärpolitische und Militär- rechtliche Angelegenheiten zu meinem Spezialstudium gemacht, die Akten vieler Truppenteile daraufhin durchgesehen nnd sie nirgends gefunden. In den Akten des noch jungen Infanterieregiments 00 ist sie gewiß nicht vorhanden. Die älteste Kabinettsorder(oder sog.„Gesetz") in diesem Ge- biete, lvorauf seit der Geburt der Oberst v. Reuter in irgendeiner Dienstvorschrift Bezug genommen wird, ist vom Jahre 1865. Diese und daS Gesetz von 1837 sowie alle späteren stehen mit dem Inhalt der Kabinettsorder von 1820 in direktem Widerspruch. Jeder Offizier weiß» daß letztere dadurch aufgchobeu ist, denn aus- drücklich aufgehoben wird nie eine solche. Es ist anzunehmen. daß der Oberst bei seinen Ausschreitungen die Order von 1820 gar nicht gekannt hat, sondern daß sie für ihn zu seiner Instruktion erst aus den Akten des Kricgsmiiiisterinms nachträglich ausgegraben worden ist, denn beim 1871 gegründeten Generalkommando in Straßburg befindet sie sich selbstverständlich so wenig als beim Jnfanteriereginient 00." Die verschimmelte antiquarische Rarität von einer Kabinetts- order ist also erst mühsam aus dem Aktenstaub des Kriegs» Ministeriums ausgegraben worden, um den Deimling und Reuter wenigstens eine Ausrede an die Hand zu geben. Das reaktionäre Preßgelichter aber besitzt die Dreistigkeit, jetzt gar noch die Gültigkeit dieser archivalischen Kuriosität zu vcr- fechten!_ Ein Militärrichter! Die Straßburger Presse brachte gestern die Meldung, daß der OberkriegSgerichtSrat Dr. Medien S, der Vorsitzende des Kriegsgerichts, daS am Sonnabend die Berufungsinstanz für den Leutnant v. Forstner bilden lorrd, erklärt habe: „Donnerstag wird Ober st v. Reuter freigesprochen und Sonnabend werde ich Le utnant v. Forstner freispreche n." Dieser Beitrag zur Psychologie der Kriegsgerichte ist leider nicht aus der Luft gegriffen gewesen, hat vielmehr völlig der Wahrheit entsprochen. DaS offiziöse Depeschenbnreau hat zwar zunächst ein höchst gewundenes und merkwürdiges Dementi versucht, dann aber am Tage darauf durch eine weitere Erklärung den von der Straßburger Presse behaupteten Tatbestand indirekt vollauf bestätigt. Die beiden Depeschen des Wölfischen Telegraphenbureaus mögen hier folgen: Straßborg, 8. Januar. Lon zuständiger Seite wird Wolffs Tele graphischem Bureau geschrieben: Hiesige Blätter bringen heute die Nachricht, daß OberknegSgerichlsrat Dr. Medicus geäußert habe:„Donnerstag wird Oberst v. Reuter freigesprochen und Sonnabend werde ich Leutnant V. Forstner freisprechen." Selbst wenn dieseAeußerung gefallen sein sollte, wäre sie für den Verlaus der KriegSgerichtSver- Handlungen ganz ohne Belang, denn Oberkriegsgerichtsrat Dp. Medicus hat weder mit der Verhandlung gegen Oberst v. Revier dienstlich etwas zu tun gehabt, noch wird er mit der Gerichtsverhandlung gegen Leutnant Frh. v. F o r st n e r irgendwie befaßt. Straßburg, 9. Januar.(W. T. B.) Bei der morgigen Berufungs- Verhandlung gegen Leutnant v. Forstner vor dem Korpskriegsgericht - wird Oberkriegsgerichtsrat Stud, nicht Oberkriegsgerichtsrat Dr. Medicus, der in einer Privatangelegenheit be» u r l a u h t ist, als Verhandlüngsleiter tätig sein. Oberkriegs- gerichtsrat Dr. Medicus ist ab März d. I. auf Grund einer schon vor einiger Zeit erfolgten kriegsministeriellen Verfügung zum 10. Armeekorps in Hannover verletzt worden. Diele beiden Meldungen find überaus charakteristisch für die ge- radezn unverfrorene Art, wie man die Oeffeittlichkeit amtlich zu beschwindeln versucht. Mußie es doch nach der Wolffichen Depesche vom 8. Januar so scheinen, als ob zwar der KriegSgerichtsrat Dr Medicus die ihm zugeschriebene zynische Aeußerung getan habe, aber mit der Verhandlung gegen Forstner überhaupt nichts zu tun gehabt habe! Nach der Wölfischen. Depesche vom 0. Januar dagegen war Kriegs- gerichtsrat Dr. Medicus in der Tat zum VerhandlungSleiier des KorpSkriegSgerichts in Sachen Forstner bestimmt. Erst daS Bekanntwerden seiner unglaublichen Aeußerung hat ihn unmöglich gemacht und Veranlassung gegeben, daß der Oberkriegsgerichtsrat Stud für Sonnabend an seine Stelle getreten ist. Tie Straßburger Zeitungsmeldungen hatten also— so unglaublich sie immer schienen— vollauf der Wahrheit entsprochen und die zuständige Stelle bat eS gleichwohl versucht, die Oeffentlich- keit in der plumpesten Weise zu täuschen. Nach all diesen Vorkommnissen wird man gut tun. stets das Gegenteil von dem für wahr zu halten, was offiziös behauptet wird. politische Uebersicht. Tas Herrenhaus hielt am Freitag eine kurze Sitzung ab. in der die neu eingetretenen Mitglieder, darunter Ternburg, vereidigt wurden. DaS Fideikommiß- gesetz, das Ausgrabungsgeictz und das Verwaltungsgesetz wurden an besondere Kommissionen verwiesen. Am Sonnabend kommt der so- genannte Preußenanträg des Grafen Ioil von Worlenburg— die staatsrechtliche Stellung Preußens zum Reich— zur Verhandlung. Dabei wird sich der Groll der junkerlichen Fronde gegen die Reichs« finanzreform Lust machen._ Tie Herren Obersten. Wenn wir nicht unsere Obersten hätten! Von dem der Toten» kopfhusaren über den Sieger von Zabern bis zu dem des Trierer Jägerregiments zu Pferd, den die Lorbeeren der anderen nicht schlafen ließen. Am 1. Januar hat sich Wilhelm II. bekanntlich der huldvollen Tätigkeit hingegeben, allerhöchst eigenhändig Standarten zu nageln und eine solche wurde auch in Trier übergeben. Stil- vollerweise hielt dazu der erwähnte Oberst(v. Baumbach! Wir wollen dem Herrn seine Unsterblichkeit nicht vorenthalien) eine derart vernagelte Rede, daß sie iir den königstreuen Blättern als kernig bezeichnet werden konnte. Dabei sprach er die Hoff-' nung oüS, daß eS ihm und dem Regiment vergönnt fein Werve, die Fahne im Gefecht zu tragen, damit die kommenden Ge- schlechter an ihrem Schaft die Zeichen des SiegS vermerkt fänden: „Wenn der Kaiser ruft, sind wir bereit". Möge er bald rufen! So sprach Baumbach, und man darf als sicher annehmen, daß durch diese Fanfarenklänge eine leise Trauer zitterte, nicht auf dem Schlacht- feld in Zabern den Rock des Königs wenigstens gegen äußere Be- schmutznng schützen gekonnt zu haben. Für die innere sind, einem nenen geflügelten. Wort zufolge, andere Faktoren maßgebsud. Möge er bald rufen! seufzte v. Baumbach vor der Front, und wir können den Wunsch dahin erweitern: Möge er bald abberufen! Tann wird der Herr zu der Großen Armee stoßen können, die. nicht wie der Oberst(noch ein Oberst!) in Saarbrücken den Redakteur ohrfeigt. sondern ihm in den... Redaklionsstunden das HauS einläuft, um die neuesten Äriegsschreie gegen bar drucken zu lassen. Wenn übrigens die Fahnennagelung des Kaisers solche Aus- schweifungen kriegerischer Seelen nach sich zieht, so möchten wir den Monarchen untertänigst erstichen, auch fernerhin dieier bürgerlich- bandwerklichsn Tätigkeit sich zu enthalten und nach königlicher Weise die Kreatur in Donaueschingen oder anderswo zur Strecke zu bringen. DaS wird ja zwar wieder ein anderer Oberst als Aufforderung be- trachten, den Pöbel zur Strecke zu bringen, aber vor dem Oberst kann man sich eben im heiligen preußischen Reich nicht reiten. Man kann nur in Demut sich die Frage vorlegen: Welcher Oberst ist dir der liebste: det Depeschen- oder der Panduren- oder der Fanfaren-Oberst Z_ Fort mit der Verfassung in Elsatz-Lothringen! Dieser Ruf wird nicht nur von der„Post" und ihrem reaktionären Anhang, sondern auch von der kleinen Provinz» presse erhoben, damit die clsässischen„Wackes" eS nicht wieder wagen, gegen Beschimpfungen durch unreife junge Leut- nants zu protestieren. Am ungeniertesten fordert wohl der frühere Korvettenkapitän v. F l o t t w e l l zum gewaltsamen „In Scherben schlagen" der Verfassung auf, der in der in Sangerhausen erscheinenden frcikonservativen ,. K y f f- h ä u s e r- Z e i t u n g" bei Besprechung des Reuter-Prozesses ungestraft folgendes schreibt: „Jetzt hat man den Querulanten dort unten die Verfassung gegeben, hat ihnen Freiheiten über Freiheiten eingeräumt, und die maßlosen Unbotmäßigkeiten werden von Tag zu Tag unerträglicher.... Die Zustände sind dort unten so unhaltbar geworden, daß es höchste Zeit ist, endlich einmal energisch Wandel zu schaffen. So kann eS nicht weitergehen. Die ewige Gegensätzlichkeit zwischen den zivilen und mili- tärischen Kommandostellen schädigt das Ansehen der Staats- Hoheit. Besser wird es erst werden, wenn sämtliche Z i V i l b e a m t e, die sich als unzulänglich erwiesen haben bezüglich Aufrechterhaltung der Ordnung, d u r ch p r e u tz i s ch e ersetzt worden sind. Fort mit der Verfassung für Elsaß- Lothringen, fort mit allen Gnadenbcweisen für diese Be- völkernug, die nur Strenge verdient, und Wiederherstellung des Diktarurparagrapheu[" Ei, was würden die landrätlichen Kollegen Graf Westarps sich freuen, wenn sie die preußische Himmeldonnerwetter- Politik„dort �unten" etablieren und in Elsaß-Lothringen wie in einem ostclbischcn Gutsbezirk Hausen könnten. Ter braunschweigische Staai�minister v. Hartwig ist, wie telegraphisch aus Braunschweig gemeldet wird, in der Nacht vom 8. zum 0. Januar gestorben. Es wird ihm eine besondere Ehrung dadurch zuteil werden, daß seine Beerdigung auf Kosten der Staatskasse erfolgen soll. Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus. Der bekannte Antrag ans Verschlechterung der Geschäftsordnung ist dem Abgeordnetenhause sofort bei seinem Zusammentritt wiederum zugegangen. An erster Stelle bat diesmal anstatt des nicht wieder- gewählten Herrn v. Brandenstein> der Abgeordnete v. Ditfurth den Antrag unterzeichnet. Es wird verlangt, daß die Geschäftsordnung durch neue Borschriften in der Fassung des Entwurfs ersetzt wird. den die Geschäitsordnungslommiision in der vorigen Session vor» geschlagen hat, der aber nicht mehr an das Plenum gekommen ist. Im Abgeordnetenhause haben Abgeordnete verschiedener Parteien in Fonn eines schleunigen Antrages die Regierung ersucht, ans» reichende Mittel bereitzustellen, um dem Notstände entgegenzuwirken der durch die letzte Sturmflut die Bevölkerung und die Gemeinden der Küstengebiete aufs schwerste geschädigt hat. Den gleichen Gegen- stand behandelt eine fortschrittliche Interpellation. Freikonservative Anträge im Abgeordnetenhaus. Die freikonservative Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat gestern nachmittag folgende I n t e r- pellation eingebracht: Was gedenkt die königl. Staatsregierung angesichts der Unmöglichkeit und Schädlichkeit der staatlichen Arbeils- loienversicherung zu unlernehmen, um durch Verhütung des übermäßigen Zuzuges zu den Großstädten und grotzstadtähnlichen Wohnplätzen eine der Hauptursachen der periodischen größeren Arbeitslosigkeit zu beheben? Ferner hat die freikonservative Fraktion folgende Anträge gestellt: 1. die königl. Staatsregierung zu ersuchen, iin Bundesrat für reichsgesetzlichen wirlsamen Schutz der Arbeitswilligen einzutreten, 2. die Staatsregierung zu ersuchen, zur Sicherung des Handwerks, Bekämpfung des Bauichwrndels und Besserung der Lage des notleidenden städtischen Hausbesitzes un- verzüglich geeignete Maßnahmen zu treffen und hierbei die Jnkraft- ietzung des zweiten Teiles des Reichsgesrtzes über die Sicherung der Bausorderungen vom 1. Juni 1009 in Erwägung zu ziehen;£1 die Staatsregierung zu ersuchen, im Interesse der E r h a l t u n g d e S Bauern st andes Erhebungen darüber zu veranstalten, in welchem Umiange in den letzten zehn Jahren bäuerlicher Grundbesitz in größerem Maße zusammengekauft oder bestehendem Großgrundbesitz zugelegt worden ist. Schließlich ist seitens der freikonservativen Fraktion noch die Interpellation eingebracht worden: Was gedenkt die könig- liche Slaalsregierung zur Abhilfe der bei der Dienstboten- Versicherung in Ortskrankenkassen hervorgetretenen Mißstände zu tun?_ Stauuing darf nicht in Flensburg reden. Zum Verbot des Stauningichen Vortrages wird uns noch nach- träglich geschrieben: Die Regierung zu Schleswig läßt wieder einmal von sich hören. Auf Veranlasiung der Flensburger Parteileitung halte der bekannte Führer der dänischen Sozialdemokratie, Abg. Stauning in Kopenhagen, versprochen, in Flensburg einen Vortrag über die Vor- züge des preußischen Wahlrechts im Verhältnis zum dänischen zu halten. Dem scharfmacherischen Regierungspräsidenten Ukerl gefiel aber die vergleichende Würdigung des Dreillasienwahlrcchtiystems nicht; als man ihn nämlich ersuchte, die Erlaubnis zum Vortrag zu erteilen, verbot er eS nicht nur, den Gegenstand in dänischer, sondern auch in deutscher Sprache zu behandelii, bei der bekannten Strafe der Ans Weisung des„lästigen Ausländers". Obwohl man sich von einer Beschwerde nicht viel verspricht, hat die FlenS- burger Parteileitung selbstverständlich den schleswig-holsteinischen Oberpräsidcnten mit dem Verbote des Regierungspräsidenten bekannt gemacht. Es kann in diesem Falle zweifelhaft erscheinen, ob das Verbot gegen den Dänen oder gegen den Sozialdemokraten Stauning gerichtet ist. Die dänische Presse in NordichleSwig nimmt das erstere an, da in letzter Zeit mehrfach ausländische Sozialdemo- lraten als Redner auf deutschen Parteiversammlungcn geduldet worden seien. Bekanntlich haben die ichleSwigschen Behörden aber auch das famose Prinzip, Dänen in Nordschlcswig überhaupt nicht austreten zu lassen, das(Amundsen!) mit staunenswerter Konsequenz durchgeführt wird. Doch auch der gewählte Gegenstand wird nicht dazu beigetragen haben, deu schleSwigichen Regierungspräsidenten gegenüber dem ausländischen Sozialdemokraten milde zu stimmen, den am Reden zu hindern ja leider die preußische Behörde die Macht hat. Wie dem auch sei— den Vortrag selbst zu ver- eiteln, ist der eifrige Herr Ukert nicht in der Lage, denn ivenn der dänische Redner nickt zu Worte kommen sollte, wird selbstverständlich ein preußischer Staatsbürger sich der Aufgabe uuterzieben, den der schleswigschen Regierung so unangenehmen Vergleich zwischen preußischem und dänischem Wahlrecht zu ziehen. Hamburgische Steuerpolitik. In Hamburg hat man es sehr eilig gehabt, die Inanspruchnahme der großen Gcldiäcke durch das Wehrstcuergesetz nach Kräften zu mildern. Eine VcrmögenSzuwachssteuer(leine Vermögenssteuer) hatte Hamburg bisher schon in seiner EinkonimeNsteuer, die auch von Spekulationsgewinnen erhoben wurde. Da nun diese Gewinne auch durch die neuen Reichssteuergesetze betroffen werden, hat oer Senat ein neues Einkommensteuergesetz vorgeschlagen, das dieie Doppelbesteuerung des Bermögeiiszuwachses vermeidet. Nebenher vrachle der Gesetzentwurf auch einige Erleichterungen für die unteren und mittleren Einkommentlasien. insbesondere durch Erweiterung des Kinderprivilegs und der Abzugsfähigkeit von VersicherungSdeiträgen. Ein bürgerichafilicker Ausschuß, der den Entwurf zu prüfen hatte, fügte noch einige Verbesserungen hinzu, konnte sich aber nicht ent- sckließen, die von uin'eren Genossen beaittragte Aufhebung der uitteisten Sleuernufe<000— 1200 M.) anzunehmen. Es wurde nur die Grenze des steuerpflichtigen Einkommens von 900 auf l000M. erhöbt. Auch die Sonderbesteuerung der Konsumvereine, die einer Toppelbesteuerung des Einkommens der Genossensckaflsinitglieder gleichlommr, wurde beibehalten. DaS gab unseren Gcnosien Veranlassung, in der Milt- wochsitzung der Bürgersckast, die über das Gesetz zu eiitscheiden hatte, gegen das Gesetz zu stimmen. Die bürgerlichen Fraktionen stimmten geschlossen dafür, auch die Liberalen, die vorher allerdings mit unseren Genossen gegen die Annahme ou Kloo gestimmt hatten, um noch einige Verbesserungen im Plenum durchzudrücken. DaS wurde durch den„Block der alten Fraktionen"' verbindert, der als Hemmickuh gegen sozialen Forlschritt in der Hamburger Bürgerschaft sich noch immer bewährt bat. DaS neue Gesetz soll schon am 15. Januar in Kraft gesetzt werden. Da Hamburg neben der staatssieuer keine städtische Einkommen- steucr kennt, werden alio künstig Einkommen unter 1000 M. in Ham- bürg völlig steuerfrei sein. Der Steuersatz bei 1000 M. beträgt 7ssz M. und steigt bei je 100 M. Mehreinkommen progressiv. Ge- meindesteuern werden nur noch un Landgebiel erhoben, es ist aber auch dort eine lebhafte Bewegung im Gange, die Doppelbesteuerung abzuschaffen.__ Wofür wir kein Geld haben! Schweres Unheil ist über weite Fläcken Ostpreußens herein- gebrochen! DaS Hochwasser hat ganze Dörfer überickwemmt. Am sckwersten zu leiden hat die Niederung am Kurischeu Haff. Hier war infolge des Hochwassers der Verkehr unterbrochen, die Dörfer ragten wie kleine Inseln aus dem Wasser hervor. Den Leuten sind die Holzvorräle. die Futtermiuel. die Kartoffeln, die Arbeitsgeräte fortgeschwemmt. Manche Familien hoben tagelang in den Häusern sitzen und daZ V i e h in die Stuben nehmen müssen, um es nichl zu verlieren. Ja. die Toten haben nicht einmal begraben werden können. In viele FamUien ist große Rot eingekehrt; insbesondere die Fischer sind hart betroffen, da sie. ihrem Erwerbe nickt nackgehcn können und durck das Hochwasser zum Teil auch ihre Netze und Boote verloren haben. Und dieses Elend ist nicht zum erstenmal über die Leure gekommen. Wiederholt sind sie von furchtbaren Ueberschwemmungen heimgesuckt worden. Seit vielen Jahren sind immer wieder Wasserschäden zu der- zeichnen gewesen, aber bis jetzt hat die Regierung die Ursachen nicht beseitigt. Durch EindeiSung der ganzen Niederung am Äuriichen Haff wären die Bewobner von dem Hockwasser befreit, doch der Deich wird nicht gebaut, obwobl er feit langen fahren dringend gefordert wird. Als einst die Dörfer unter Wasser standen, Uetz sich auch ein Regierungsdampfer mit dem Regierungs- Präsidenten sehen, und später wurden sogar Vermessungen vor- genommen, und die Leute glaubten schon, der Deich würde endlich kommen, doch er wurde nicht gebauü Und jetzt beitzt es, das Projekt sei lange fertig, nur die notwendigen Mittel fehlten, und deshalb werde der Deich nie gebaut werden. Der Staat werde fordern, datz die Fischer einen Teil der Kosten übernehmen, und die Fischer,' die schon gegen WO Proz. Zuschläge zahlen müssen. würden sich dagegen wehren. Alsdann werde es heitzen, die Leute wollten gar nicht den Deich... Für'so Ich wichtige Kulturaufgaben, die erfüllt werden inüssen, um wenigstens die Leute vor dem Erlrinken zu bewahren, fehlen im Deutschen Reiche die Mittel. Aber in den letzten Jahren ist Jahr für Jahr eine Militärvorlage angenommen worden.- 2� Milliarden Mark werden für militärische Zwecke in diesem Jahre ausgegeben. Das Deutsche Reich baut in Afrika die schönsten Kunststrotzen und füttert die Agrarier mit hohen Schutzzöllen und Liebesgaben dick und fett. Doch zu einem Deich fehlen die Mittel. Die Dörfer können ja im nächsten Jahre wieder überschwemmt werden. Was tut'S! Die Regierung fühlt sich dabei ganz wohl, und es sind ja auch meist arme Leute, die von dem Unglück verfolgt werden. Ausbeutung der Handwerksburschen. Unlängst erlietzen der Landcsdirektor der Provinz Hannover lnrd der Landeshauptmann von Westfalen einen Aurruf air die mildherzigen Bürger, keinem Handwerksburschen mehr eine Gabe zu reichen, sondern sie an die Wanderarbeitsstätten zu verweisen. Wie dort für die Handwcrksburschen gesorgt wird, geht aus solgen- der Schilderung hervor: Wer als mittelloser Wanderer Westfalen oder Hannover be- tritt, wird von der Polizei angehalten. Entweder mutz er sich als Landstreicher bestrafen und schlietzlich ins Arbeitshaus schicken lassen, oder er ivird für seine ganze Wanderung unter ständiger Kontrolle gehalten. Hierzu wirb ihm auf der nächsten Wander- arbeitsstätte ein Wanderschein ausgestellt. Damit mutz er sich am Abend jedes Tages auf einer der 2ß Stationen melden. Aber nicht bei einer beliebigen— er mutz ein Wanderziel angebu:; die nächste Tagesreise wird ihm genau vorgeschrieben. Wenn er vom vor- geschriebenen Wege abweicht, wird er als Landstreicher behandelt. Stimmt alles und ist der Wanderer rechtzeitig in seiner Kontroll- station eingetroffen, so erhält er Abendessen, Nachtlager und Frichstück. Solche pompöse Bezeichnungen liebt die amiliche Wohl- tätigkeit, obwohl sie nicht zutreffen. TaS„Abendbrot" besteht entweder aus Kartoffeln und Hering oder einer dünnen Suppe, das Nachtlager aus einem Strohlager von zweifelhafter Güte und das Frühstück ans Kaffee und einem Butterbrot. Für alle diese Herr- lichkeiten müssen die Wanderer dann von früh bis Mittag arbeiten. Die Art der Arbeit ist verschieden, meistens wird Holz gespalten oder es werden steine geklopft, doch werden die Leute auch zu Feld- und Bauarbeiten verlvendet. Mittags gibt cS dafür noch als Mittagen en eine Suppe und eine Scheibe Brot. Hieraus wird den Leuten der Wanderschcin eingehändigt mit der Weisung, daß sie abends 6 llhr aus der nächsten und im Scheine vermerkten Station eintreffen müssen. Tic Kontrollstationen liegen sämtlich eine gute halbe Tages- reise voneinander entfernt. Für die an den Wanderstratzen wohnen- den satten Bürger ist das sehr praktisch. Denn wenn der arme Reisende ein paar Stunden gelaufen ist, könnte ihn ja der Hunger verleiten, sich ein Stück Brot zu betteln. Dazu fehlt ihm aber die Zeil— er mutz unablässig laufen, um nur rechtzeitig auf der Station einzutreffen. Dort angekommen, gibt der Wanderer den Kontrollschein ab. um ihn am nächsten Mittag nach getaner„an- gemessener Arbeitsleistung" wieder 20— 30 Kilometer weiter zu trägen. So geht es tagaus, tagcin, bis er die fürsorgliche Provinz durchwandert hat. Natürlich kommt der Arbeitslose hierbei aus Heu Hund. Seine Kleider gehen kaput. seine Kräfte lassen bei der ungenügenden Ernährung nach, er wird bei aller Fürsorge zum„Stromer". Die Behörden aber machen ein gutes Geschäft. Während sie de» Anscheftl erwecken, als ob dem arbeftSlosen W andersmann mit der Fürsorge etwas geschenkt würde, kommt man bei näherer Be- trachiung zu dem Resultat, datz der Wanderer nicht der Emp- fangende, sondern der Gebende ist. Seine tägliche„Verpflegung" hat vielleicht einen Wert von 40—50 Pf., während seine Arbeits- leistung doch mindestens mit 1,20 M. bewertet werden muh. Nicht einmal aus ein klägliches Almosen langt es also, die „Wohltäter" lassen sich von ihnen noch Gewinne erarbeiten. Es wird höchste Zeit, datz die Gesetzgebung des Reiches dieser„Für- sorge" ein Ende bereitet._ Gefterreich-Ungarn. Eine Arbeitslosendcmonstratiou. In' P r e tz b u r g, Ungarn, verhafteten die Polizisten in brutalster Äommitzweise eine Abordnung, die im Auftrage einer Arbeits- losenversammlung zum Bürgermeister gehen wollte. Daraushin strömten Arbeiter und Bürger vor daöKomitalSsÄreiS-)hauS, wo der Genieinderat tagte. Hier und auch von der Galerie des Sitzungs- saaleS wurde stürmisch demonstriert. Gcmeinderat und Magistrat besdblos'en, sofort 8000 Kronen zur Linderung der Not zu bewilligen und weitere Matznahmen zu erwägen. Türkei. Ein Büuduis mit Bulgarien. Paris, 9. Januar. Die„Agence Havas" meldet aus Äonstantinopel. zwischen Bulgarien und der Türkei finden sortgesetzt sehr rege Unterhandlungen statt, die die Unterzeichnung eines Offensiv- und Defensiv- Bündnisse s zum Gegenstand haben, die Verhandlungen werden gleichzeitig von Feth Bei in Sofia und von Toschew in Konstantinopel geführt. Mus öer Partei. Stadwerardneteuwahlerfolg. Bei der am Donnerstag in Eilen bürg(Besirk Halle) vor- genommenen Stadtverordnerenwahl. die infolge Vermehrung der Sladtvei ordnetensitze von 24 auf 30 nötig geworden war, errangen untere Genossen einen glänzenden Sieg. Wie bei der Haupt- wähl im November vorigen Jahres wurden zwei Genossen wieder mit geradezu erdrückender Mehrheit gewählt. Sämtliche zehn Sitze der dritten Abteilang sind mit Sozialdemokraten besetzt._ Die P. P. S. m Oesterreich. hielt im neuen Arbeiterheim zu Krakau ihren 13. Kongreß ab. 1S2 Delegierte vertraten 16 000 politisch Organisierte, 30 000 Ge- werkiwoslSmilglieder und die BildungS- und Agitalions- vrganisalionen. Bei den letzten Parlamentswablen ISIl hat die Partei 70 000 Stimmen erhatlen. Die iurchibare Krise in dem stets triegsbedrohlen Galizien hat die Parlei nicht geschwächt. Die deulich-österreichische Partei war durch Abgeordnelen Dr. Ellen- b o gen- Wien verlreien. Die P P. S. in Posen vertrat P i l s u z k i, die tschechische(zentralistische) Soziaidenwkratie Abgeordneter Cinger, der im Abgeordnetenhaus als Hospitant dem polnislben sozialdemo- kralischen Klub angehört, da der ischechislde separanstiich ist. Mit einer Trauerkundgebung für Bebel eröffnete Abgeordneter Dr. D i a in a n d- Lemberg den Kongreß. Man beschäftigte sich mit der Sozialversicherung, die von der bürgerlichen Parlamenismehrheit verschleppt wird und protestierte gegen die Wahlresormseindlichkeit der golizii'chen Landtagsjunker, sowie gegen die zarenfreundlichen Bestrebungen der ostgalizischen Aliruthener. DaS Tageblatt der Partei, der Krakauer„Naprzod"(Vorwärts) wird ver- grötzert und eine Lerbreitungsaktion unternommen. Das seinerzeit in Lemberg herausgegebene illustrierte Tageblatt„Glos" („Stimme") erscheint nicht mehr. Der seil Jahren bestehende jüdisch- sozialistische Separatismus in Galizien wurde erneut abgelehnt. Abg. DaSzvnskt- Krakau teilte mit, datz die Partei in der Zeil der KriegSgeiahr der auS allen polisiichen Parteien errichteten Kommission zur Abwehr eines russischen Angriffs beigelrcten ist. (Es dandelle sich um Organisierung deS Volkskrieges gegen den Zarismus.) Vorsitzender Dr. Diamond teilte mit, datz eine P. P. S.-Konferenz aus den drei Gebieten des ehemaligen polnischen Staates ihn als Vertreter der P. P. S. im Jmernalionalen Bureau beauftragt hat, gegen den Jenaer Parteitag Sbeschlu.tz in Sachen der P. P. S. Protest zu erheben und beschlotz, einen Ausruf an die polnischen Arbeiter wegen Verbreitung des K a tt o w i tzer„Dziennik Robotniczt)"(„Arbeitertageblalt")zu erlassen. Der Äongretz billigte dieseMatznahmen. Am Schluß forderte Daszynsli zu starker Beschickung des Internationalen Kongresses in Wien 1914 auf._ Das Begräbnis Fourniercs. Paris, 8. Januar 1914. Heute nachmittag ist Eugen FournivreS' Leiche auf dem Pore Lachaii'e eingeäichert worden, in Gegenwart von einigen Hundert Personen, unter denen sich neben alten und jungen Parleigenossen viele Angehörige der Gelehrtenwelt befanden. Einen merkwürdigen Anblick bei dieser Leichenfeier, die im ganzen doch einen ausgejprochen sozialistischen Cbarakicr trug, bot die starke Abordnung der Polytechniker in Militärunisor m, die die Reden, die in der Halle gehalten wurden, bis zur S ch l u h° anspräche Jaurös', der in den Theorien Fournieres die Syn- ihm von idealistischer Utopie und heroischem Wulltchkeitssinn feierte, anhörte. Man stelle sich etwa preuhisch? Offiziere oder Kadetten vor, die zum Anhören sozialistiicher Reden oder auch nur zur PierälS- bezeugung für einen Sozialisten kommandiert werden! Vor Jaurös sprach eine lange Reibe von Vertretern verschiedener Körperschaften und Anstalten, so die Direktoren der Polytechnischen Schule und der Ecolo des Arts et Metiers, ein Gemeinderaiskollege Fourniercs aus Arsueil. Herr Rene Worms für das internationale loziologiiche Institut, Rouanel für die ehemaligen Gemeinderats- Wähler FournisreS aus Montmartre und Alberl- ThomaS für die „Revue Socialiste". Ein Jahrbuch der belgischen Partei. Man schreibt uns aus Brüssel: Zum erstenmal hat der Generolrat ein„Jahrbuch der belgischen Arbeiterpartei" herausgegeben, das dazu bestimmt ist, dem sozio- listischen Arbeiter und Kämp'er ein Ueberi'ehen über das Parteileben des Jahres zu bieten und ihm gleichzeitig das notwendige Auf- llärungs- und Agitationsmaterial und überhaupt allgemein Wissenswertes für den täglichen Bedarf an die Hand zu geben. Dem 234 Seilen starken Bändchen ist die Prinzipienerklärung der Arbeiterpartei vorangesetzt. Dann folgen Artikel über den verstorbenen Hectvr Denis, über Bebel, über die Presse und vor allem über das wichtigste Ereignis des ver- flossenen Jahres: den Generalstreik und seme politischen und moralischen Ergebnisse. Ausführliches statistisches Material begleitet die Abhandlung über die Gewerkschaftsbewegung; weitere Angaben zeigen die Entwickelung der Genossenichaftsbeweguug, der politischen und Fachpresse, der Bildungsarbeit uiw.; Tabellen über die Zusammensetzung des Parlaments, der Provinzial- und Gemeinde- räle, Notizen über die polltische Organiialion der Parlei, über die Arbeits- ämier und die Fabrikinspeltion, die parlamentarische Arbeit des Jahres, das belgische Wablrechtsiystem u. a. vervollständigen den Band. Auch dem ausländischen Parleigenossen, der sich über innere Ge- staltiing, über Formen und Entwicklung des belgischen Parteiwesens informieren will, wird das Jahrbuch mit seinem statistischen und sonstigen Material sehr gut als Nachschlaqebuch dieuen können. Es ist im Verlag des Generalrats vom Parteisekretär Vandersmijsen herausgegeben und tostet 75 Centimes. Soziales. Pastor Rohr. Am 21. Dezember vergangenen Jahres wiesen wir da- rauf hüi. Pastor Rohr in SieverSdorf habe nach Veruntreuung von Geldern, die Waisen und Fürsorgetindcrn zustanden,, sich das Leben genommen. Dieser Hinweis war infolge mehr- facker Mitteilungen an uns erfolgt. Wie sich jetzt heraus- stellt, beruhten die uns zugetragenen Behauptungen jedoch nur auf Gerüchten, die nach dem Tode des Pfarrers Rohr auftraten. Diese G'e r ü ch t e entbehren, wie wir uns überzeugt haben, jeglicher Grundlage. Pastor Rohr hat weder Gelder veruntreut, noch sich das Leben genonimen. Er erlitt am 7. November 1911 einen Schlagaiifall und ist dann am 92. November 1911 in Bad Nauheim, wo er vergeblich Heilung suchte, au Arteriosklerose eines natürlichen Todes verstorben. Wir bedauern, daß wir das Opfer irreführender Mitteilungen geworden sind. Kaum glaubliche Zumutungen an Handelsangestellte. Der 5taufmann Anton Sutatsch in Halle a. S. batreibt ein weitverzweigtes Handelsaeschäsi, durch das er an polnische Arbeiter, die in Deutschland beschäftigt sind, Gebetbücher, Rosenkränze, Uhren, Schmucksache» usw. durch Reisende verschlcihen lätzt. Da- bei macht er seinen Angestellten die stärksten Ansinnen. Einer dieser Reisender, der sich über starke Ausbeutung beschwerte, klagte vor dem Kaufmannögericht wegen Wiedererlangung seines sog. Cutaway-Anzugs, der ihm neu 75 M. gekostet hatte. Der Unternehmer Sukatsch hatte nämlich dem Reisenden, als dieser in das Geschäft eintrat, die Bedingung auferlegt, ihm für einen Reife- vorschuss von 30 M. seine entbehrliche Ülarderobe zu verpfänden. Der Angestellte in seiner Not war tatsächlich bereit, dem Unter- nehmer den guten Cutaway als Pfand zu übergeben. Als sich das Verhältnis bald wieder löste, verlangte der Reisende vergeblich seinen. Anzug zurück. Der Unternehmer wollte ihn nur gegen Zurückzahlung des Vorschusses ausliefern, sandte ihn dem Reisen- den schlietzlich per Nachnahme nach Leipzig zu. Da der Reisende aber den Cutaway nicht einlöiie, lagert er nun schon drei Monate auf dem Postamt und der Unternehmer soll sogar die Postver- waltung angewiesen haben, den Anzug zu versteigern. TuS Gericht bezeichnete den Fall als„austergewöhnlich eklatant" und verurteilte den Unternehmer, den Anzug an den Reisenden ohne Nachnahme-, Porto- und Lagerkosten auszuliefern. Sollte der Anzug aber bereits versteigert sein, dann soll Beklagter einen Schadenersatz von 75 M. an den Kläger zahlen.— Dem Unternehmer, der wütend das Gericht verließ, wurde gesagt, daß sein Verfahren durchaus gegen die guten Sitten verstostr. Aus der Fürsorge. In das Elend der preustifchen Fürsorgeerziehung leuchtete ein Beleidigungsprozetz. der am 8. d. M vor dem Dortmunder Land- gericht verhandelt wurde. Angeklagt war der Redakteur Fritz Heustler von der Dortmunder„Arbeiter-Zeitung" wegen Brleidi- gung des Amtsrichters Hülsmann in Unna. Der Anklage lag folgender von uns schon früher geschilderter Sachverhalt zugrunde. Der Sohn Felix des Bergmanns Beer aus Unna hatte im Jahre 1011 als Schulkind 7 M. bares Geld, eine Krawatte, ein Halstuch, einen Äragcnschoner und eine Brieftaube entwendet. Obwohl er vom Vater streng bestraft wurde, leitete der Magistrat zu Unna da-s Verfahren aus Unterbringung in Für- sorgecrziehung ein. Am 15. Juni 1912 wurde aber das Verfahren auf sechs Monate ausgesetzt, weil der Unternehmer, bei dem der Junge inzwischen in Arbeit getreten war, ihm ein gutes Zeugnis ausstellte. Ueber ein Vierteljahr war Felix Beer hier zur Zu- friedenheit tätig. Weil ihm die Hänseleien durch einige Kollegen nicht patzten, ging er dann zu einem anderen Unternehmer. Bald beschuldigte ihn dieser, mehrere Kohlköpfe ruiniert und beschmutzt und einige Fensterscheiben zerschlagen zu haben. Der Junge be- stritt das entschieden, und ein Mitarbeiter bestätigte, datz die Scheiben schon vorher zerbrochen waren. Ä. verließ diese Arbeits- stelle und wurde Laufbursche bei einem Kaufmann, dessen volle Zufriedenheit er in fast einjähriger Tätigkeit erwarb. Er hatte hier Gelder in größeren Summen von der Bank zu holen und nach dort zu bringen und mißbrauchte nie das in ihn gesetzte Ver» trauen. Wegen der ruinierten Kohlköpfe und der Fensterscheiben wurde aber das Fürsorgeverfahren gegen ihn aufs neue aufgenommen und am 13. Februar 1913 beschlotz das Amtsgericht in Unna die Fürsorgeerziehung. Die Angaben des Fabrikanten wurden alZ erwiesen betrachtet; dann aber hieß es in dem Beschlutz weiter: „Auch spricht er im Verkehr mit seinen Arbeitskollegen schon viel von der Sozialdemokratie und hat erklärt, datz er dem sozial- demokratischen Verbände beitreten wolle. Die Estern haben nicht die Macht, den Sohn von seinen schlechten Handlungen zurückzuhalten. Mit Rücksicht auf die Straftaten und die übrigen Lebensverhältnisse des F. B. erscheint daher seine Für- sorgecrziehung zur Verhütung weiterer sittlicher Bcrwahrlrsung erforderlich." Dieser Beschlutz, den der Amtsrichter Hülsmann erließ, stellte also den Beitritt zu einer Gewerkschaft(die geWitz mit dem„sozial«. demokratischen Verbände" gemeint ist) einer„weiteren sittlichen Verwahrlosung" und„schlechten Handlung" gleich. Auch der Hin- weis auf die„übrigen Lebensverhältnisse" wird nur verständlich, wenn man weiß, datz der Vater Sozialdemokrat war. Dieser war über den Beschlutz ganz untröstlich. Er legte sofort Beschwerde ein und machte geltend, datz seine politische Anschauung für den Beschlutz bestimmend gewesen sei. Das wollte das Bcrufungs- gericht nicht gelten lassen; es destritt auch, datz der zitierte Satz ein Urteil über den sittlichen Wert der Sozialdemokratie enthalte. Es blieb also bei der Fürsorge. Dem Vater war schon früher ein Sohn in Fürsorge genommen worden. Dieser entfloh aber aus der Anstalt und ist seitdem verschollen. Verzweifelt über den neuen drohenden Verlust, griff der Bater zum Revolver und nahm sich das Leben! Der Sohn aber mutzte fori, obwohl die Mutter twch einen letzten Bittgang zum Mrgermeister unternahm. Diese entsetzlichen Folgen der Fürsorgeerziehung hatte die „Arbeiter-Zeitung" in zwei Artiteln gebühreird kritisiert. Dadurch fühlte sich der Amtsrichter Hülsmann beleidigt. Die Anklage lautete aber nicht etiva auf Behauptung unwahrer Tatsachen, sondern auf formelle Beleidigung nach!j 185, begangen durch Ausdrücke wie„empörender Richterspruch",„Tcndenzurteil" usw. In der Verhandlung wurde nachgewiesen, datz der Beschlutz auf Verhängung der Fürsorge eine ganz oberflächliche Arbeit dar- stellte. Unzutreffend war die Angabe, daß der Junge eine Arbeits- stelle„verlassen mutzte"(er ging vielmehr freiwillig), und für die zerbrochenen Fensterscheiben und die zerschnittenen Kohltöpfe war auch nicht ein Beweis für seine Täterschaft zu erbringen. Falsch war ferner die Angabe, datz der Junge bei Begehung der Straf- taten noch nicht straimündig gewesen sei, er war vielmehr 14 Jahre alt und besaß auch nach dem Zeugnis fernes Lehrers die notwendige Einsicht in die Sirafbarkcit seiner Handluirgen. Datz seine Redensarten vom„sozialdemokratischen Verband" auf den Beschlutz bestimmend gewesen seien, wollte das Gericht nicht wahrhaberi. Reichstagsabgeordneter Stadtbagcn, der den erstinstanzlichen Beschlutz der Kommission zur Vorberatung des Jugenderziehungsgcsctzes vorgelegt hatte, bekundete aber, datz fast alle Kommissionsmitglieder diese Auffassung aus dem Urteil selbst gewonnen halten, aber der Meinung waren, daö Urteil würde in der zweiten Instanz aufgehoben werden. Das geschah jedoch nicht. Der Verteidiger des Angeklagten nannte das Urteil eine glatte Gesetzesvrrletzung und die Kritik der„Arbeiter-Zeitung" eine durchaus berechtigte. Trotzdem kam daS Gericht zu einer Verurteilung zu 506 M. Geldstrafe. Es nahm einfach an, daß die Auslassung über die Sozialdemokratie keinen Einfluß auf die Verhängung der Fürsorge darstellen sollte. Der Artikel enthalte in den Ausdrücken„cm- pörender Richterspruch",„objektive Unwahrheit".„Tendenzurtcil"" formelle Beleidigungen, weshalb trotz der Zubilligung des K 193 Bestrafung erfolgen müsse. Beantragt waren sechs Wochen Ge» fängnis. Es ist schlechterdings unverständlich, wie in der durchaus be- rechtigten und wie die Beweisaufnahme ergab, zutrafsenden Kritik eine Beleidigung erblickt werden konnte. Erwiesen ist, daß kein« einzige der Voraussetzungen vorlag, derentwegen ein Kind in Für- sorgecrziehung genommen werden darf und trotzdem Bestrafung der berechtigten Kritik. Das Gerickst nahm an. der Amtsrichter habe dchr angezogenen PossuS nicht zum Anlaß bcr Fürsorge- einleitung genommen, er habe ihn nur aus einem Bericht ab- geschrieben. Und weshalb? Zu welchem Zweck? Der Fall zeigt, wie vorsichtig unsere Genossen den Fallstricke» des Entwurfs eines Jugendgerichtsgesetzes gegenüber fein müssen, Letzte Nachrichten. Reichstagsersatzwahl in Leobfchütz. Leobschüv, 9. Januar.(W. T. B.) Bei der durch den Tod des Reichstagsabgeordneten Klose(Z.) im Wahlkreise Oppeln 9 not- wendig gewordenen Reichstagsersatzwahl erhielt Pfarrer Nathan- Branitz(Z.) 7591, Landrat Dr. Jtzmer-Leobschütz(kons.) 180 Stimmen, somit ist Nathan gewählt. Chauffeurstreik iu Brüssel. Brüssel, 9. Januar.(W. T. B.) Die hiesigen Taxameter- chauffeure sind teilweise ausständig wegen Differenzen über die Berechnung des Benzins und der defekten Pneumatiks. Eine folgenschwere Benzinexplosion. Haag, 9. Januar.(W. T. B.) Auf einer hiesigen Werst ex« plädierte ein im Bau besindliches Motorboot. Ein Mechaniker wurde getötet, vier Personen wurden schwer verletzt. Ouvertüre zum südafrikanischen Eiseubahuerstreik. Johannesburg, 9. Januar.(W. T. B.) Der Arbeiterführer Wade ist unter der Beschuldigung der Aufreizung zum Aufruhr verhaftet worden. In dieser Woche; Inventur- Ausverkauf Es kommen ausser bei der Inventur zurückgesetzte Waren grosse Posten andere besonders vorteilhafte Artikel enorm bSiiig 2um . Verkauf Spittelm&fkt Beile-Aiiiancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Billige Lebensmittel Soweit Vorrat. Verkauf nicht an Wiederverkäufer. Qächt am Spittetmarto Die mit H bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgeschlossen. Wurstwaren Kolonialwaren Räucherwaren Gerveiat-od.Salamiwursti nmd 1.35 Schinkenwurst.............->�1.35 Thüringer Knoblauchwurst 1.40 Landleberwurst............. ffanu 95?-. Edile ßrauosöiweiser Mwarst?�ä 1.30 Edite Ualletdie leierwiint.......**** 1=30 Rot- od. Zwiebelwurst. pn-nd 55� Schinkenspeck............. 1.15 Nusschinken................ rnmd 1.35 Speck SSao 7Qpt«tager Pfund 95 Pt- Victoria-Erbsen............ p-u-d 18?-. Erbsen glasiert................ Pfund 23 Pf. Bohnen................. p�nd 16, 23?-- Linsen........ p-und 16, 20, 25� Reis........... p-ond 16, 20, 25 et ErbSen Zr»n.................. P-und 16 PL Gries................... pfu-d 18, 23 Pflaumenmus................ pf°-.° 25 p»- Pflaumen getrocknet.......... Pfand 2 5 Pf Backobst..............Pfand 38, 46 p Bücklinge....................... stuck 5?-. Sp.ottenbücklinge....... p-nnd 45?-. Sprotten...................... p-nnd 58 Pf Flundern..................... Pfand 48?>. LaChS in Stacken.............. Pfand 88?'- Oel-Sardinen......... vo-°'38,48pc Bismark- od. Bratheringe d™ 45? Kräuterheringe. 2 LiterDoso 98? Sardellen............. Pfand 85, 1.10 Roi möpse................. 5 stock 20? ICäSSlCB0....Pfund 95V 1*00 j G@nS6 gefroren....... Pfund 6S Pf. Konserven Brscfi- oder Schnittbohnen— v.do» 33� Gerrtüse-Meiange v, Dose 43, 48� Spinat.........................!ii ßoce 42pf- Kohlrabi i» Scheiben.........''i Lese 30� Suppenschoten............'/.vc« 38?-. Junge Schoten............-/.v«- 45 f-. Gemüsespsrge!...........-/.v-« 78� Bruchspargel mit Kopf.— p°�1.00 Stangen spargel-------/.vc-e AI?-. Pflaumen-oft stein...........>/» dos« 45 Pf Mirabellen................... 78 p«. Kirschen mit Stein........... Dose 70 Pf. Butter«ad Käse"Obst und Gemüse Moikereibutier...� V8Pftuid-Patrt 85?-. Schweizer Käse— p-nnd 85,05 Tilsiter Käse......... p-nnd 65,78» L;mburger näse............ pt-md 39?-. Romatour Käse............. stach 29?-. Harzer Käse............. s stac 10 Mee�ss in 15 1■.-Pfnnd-Paket Ullf/ V|# W Kohso........... �35,95 pi. pf. Apfelsinen ont--enc 28, 38, 48» Zitronen.................. 30, 40pt. Mandarinen.......... Pfand20, 25?-. Tiroler Essäpfel............ p-und 18 Essb rnen(Amoretten)........ Pfund 25 Pf Rot- oder Wirsingkohl..... p-und 5 Pf. Weisskohl........................ p-und 4?-- Blumenkohl............ �»?- 18, 25?- Schwarzwurzeln—....... p-und 9?-. Mohrrüben............... 3 Pfand 10? Kohlrüben............. stack 8, 12 Sellerie............... 5n°ue 5, IT? s krisckss klej5ck LedmortteisvK° �'d 95?. LllppLlltteiseK...... Hund 80 pi Roastbeef Pfund 95 h. Gehacktes.......... p-nnd 65 h Schweineschulterblatt�Hnnd 80 h. Ohren und Schnauzen...Hund 35 n. Kalbshup oder-Kamm n�d 90 p- Kalbsbrust.......... pwnd 95 pl Hammeldünnung...Hund 70, 80 h. Rückenfett.......... pfund 60 h. Liesen................. p-und 65 h. Bratenschmalz... Hund 68 h. Mlllott Hasen BrotiiDlmer r . Pfund Stück SHck Stück 60» 3.25, 4.00 1.50. Z.ZS 1.75. Z.50 |[E§�i||i Todes-Anzeigen WM Berliner Schubert» Chor. (Schildhorn-Thoraas-Chor.) AHen Sangesbrüdem zur Nachricht! Am 7. Januar verstarb nach schwerem Leiden unser Elurenmitglied, der Sangosbruder Otto Hein im 57. Lebensjahre. Stets werden wir seiner in Ehren gedenken. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 10. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Haile des Kirchhofs der Friedensgememde in Nordend aus statt. 08/1 Der Vorstand. | Soziaidemokratiscber Wablverein Mm Am 7. Januar verstarb unser Parteigenosse Oswald Wohlfeld (Pannierstr. SS— 3. Bezirk). Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet mergelt Sonntag, den 11. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichen- halle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 236/2 Ter Vorstand. Verband der Fabrikarbeiter Deulscblands. Zahlstelle GroS-Brrlln. Am Montag, den 5. Januar verstarb unser Mitglied NIsx Posener. Ehre seinem Andenken- Die Beerdigung findet heute Sonnabend. den 10. Januar, nachmittags 3-/, Uhr, vo-i der Leichenhalle in Stahnsdorf aus stall 56/2 Die Lrtsverwaltung. Dr. Simmel Spezial-Arzl für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41, ÜZZz 10— 2, 5— 7. Sonntags 10— 12. t/T" Speziatarzt Dr. med. Wockenfnß, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlicn-Hata-Kur(Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- Störung. Mäßige Preise. Sprachst, v. S— 8. Sonntags 9— 11 ja Sielen üinnden - Die——— Wochenschrift für Arbeiterfamilien wöcheutlich t Heft für 10 M. Soziaidemokratiscber Wablverein i. d.y erl. Reichstags- Wallte. Am 6. Januar verstarb unser Genosse, der Arbeiter August Halfpap (Sickingenstr. 2— Bez 693a). Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Sonntag, oormitiags'1,10 Uhr, aus dem Zentral- Friedhose in griedrichsseide statt. Um rege Betelligung ersucht. 221/3 vor V«r»tr»od. Zillen Verwandten und Be- kannten zur Nachricht, datz meine liebe Frau und Mutter �uxuste Zacher geb. Bröslre plöhlich ve, starben ist. SSA Emil Zacher nebst Kindern, Landsberger Allee S7/5S. Die Beerdigung findet am Montag, den 12. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle'des AuserstehungS-'Kirchhoss in Weitzensee aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben sohneS Wilhelm Gärtner sage ich allen Bekannten, inS. besondere dem Deutschen Metallarbeiterverband und den Kollegen der A. S. G. sowie dem Gesangverein weinen Herzlichsten Dank. 6LA Der trauernde Vater Heiurteli Gärtner. Am Montag, den S. Januar, abends, verschied plötzlich am Herzschlag unsere langjährige Mitarbeiterin Mldelwine Herold. Ehre ihrem Andenke«: Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 23/4 Uhr, von der Halle des St. Thomas. Kirchhofes, Neukölln, Hermann- stratze 179, aus statt. Die Spedition des„Vorwärts" Prinzenstr. 31. u MAh OeutseberHetallarbeiter-Verbaiid Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, dag unser Mitglied, der Schmelzer ?sul Tlnempol kSlalitzer Straße 110) am 8. d. M. an Lungenlcidcn gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Moirtag, den 12. Januar, nachmittags 3 Ubr, von der Leichen. balle des Zentral- Friedhofs in Friedrichsseide aus statt. Rege Beteiligung erwartet llO/9 Oie Ortsverwaltung. Man meide Nachahmungen! Husten, Heiserkeit I renken Hals] beseitigen Belehel' liustentropfen schnell und sicher. Nur echt mit Marke .Hedlco" 1 In Zirngerieiiu.Mvothrk.wc nicht, durch Otts Relcbel, Berlin 43. Elsenbahnslr.i. res® [Mohren- str. ' 37a 'Gr.FrankfurteL strais. /K MMM fi'': WtmKk KS! Tage 10. 11.12. 13.14. l!i.]6.Janoor Versand nach aucacrhalb gegen Nachnahme Nichtken.enierendea wird zurückgenommen oder umgetauscht, je nach Wunsch! darunter UodrHe .. für M. seW-PIüschmönteloir •ose« 80— bis 178.—. für koibcpane Ulster eonst 16.— bis 25.— res Jn unfepep rfändi�en Abteilung für Izurücktfefelzte$alamandermefel N.Mullerftraße 4 verkaufen wfp jedes Paap für Damen für Herren. 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Einen typischen Fall dafür, wie die Tcrrorismusschreier arbeiten, liefert die„Konservative Korrc- spondenz". Sic� produziert den folgenden handgreifliä) dick aufgetragenen Schwindel: „Hört man ferner die Vertreter der Link-Zparteien die Frage des A r b e i t s w i I l i g e n sch u tz e S erörtern, so möchte man glauben, in weiten Kreisen des Volkes, insbesondere der Arbeiter, bestehe eine Besorgnis wegen Gefährdung des gesetzlich ge- währleisteten Koalitionsrechts. Hält man jedoch vertrauliche Umfrage in Kreisen der Arbeiter, so klagen sie über den Terra- rismus der organisierten Arbeitskollegen oder der ineist nicht mehr dem Arbeiterstande angehörenden berufsmähigen Aufwiegler und Streikverführer. Man hört nicht selten Anklagen gegen die Regierung und die Behörden, daß sie in unbegreiflicher Schwäche die Arbeiter nicht schützen, daß sie ihre Arbeit nehmen können, wo und bei wein sie wollen: daß sie durch mangelnden Schutz der persönlichen Freiheit so viele durchaus nicht vaterlandsfeindlich oder revolutionär gesinnte Arbeiter zwingen, um nicht Lobn und Brot zu verlieren, sich gewerkschaftlichen und parteisozialistischen Organisationen anzuschließen, sie mit Geldmitteln und durch ihre Stimmabgabe zu unterstützen." Der Schreiber dieser Räubergcschichtc würde arg in Verlegenheit geraten, wenn er mit hieb- und stichfestem Akaterial für seine Behauptungen gradestehen mühte.„Man" hat einfach kombiniert und gedichtet. Das ist man bei den Widersachern der Arbeiterbewegung gewohnt. Das bekundete dichterische Gemüt verrät daher keine besondere und bemerkenswerte .vaterländische Tugend"! aber sie zeugt von einer seltenen Frechheit. Bis in die letzten Tage hinein gab die konservative Presse_ ihrem Aerger über den christlich-nationalen Arbeiter- kongreh Ausdruck. Ganz gleich, aus welchen Beweggründen der Kongreß einberufen ivorden war, jedenfalls hat er den Scharfmachern das Konzept arg verdorben, das Terrorismusmärchen gründlich zerstört. Das war um so bemerkenswerter, als die christlichen Gelverkschaftsleitungen an der Entstehung des Märchens vom sozialdemokratischen Terrorismus und der Notwendigkeit eines sogenannten Arbeitswilligenschutzes nicht unschuldig waren. Nun die Christen und Nationalen Farbe bekennen muhten, verwiesen sie die Terrorismusgeschichten im allgemeinen ins Reich der Fabel und erteilten den Scharfmachern eine strikte Absage. And was geschieht jetzt lk Die„Konservative Korrespondenz" streicht� die Angehörigen des chnstlich-nationalen Arbeiter- Kongresses einfach von der Liste der„vaterländisch Gesinnten" und wirft sie zu den„vaterlandsfeindlichen und revolutionär gesinnten Arbeitern". Während so die Christlich-Nationalen konservative Fußtritte empfangen, bemüht sich die führende ultramontane Presse, die christlichen Gewerkschaften für konservative Politik und Bestrebungen zu begeistern. Ein reizendes Spiel! Die obige Auslassung bedeutet aber nicht nur einen Summ frechen Ausfall gegen die Ehristlich-Nationalen, ihrer Frechheit Höhe liegt in der Denunziation, die Regierung fei nicht genügend scharfmacherisch. Vertreter der Regierung vernahmen von christlich-nationalen Arbeitern, daß sie einen sogenannten Arbeitswilligenschutz entschieden ablehnen, dahinter steckten Attentatsgelüste gegen das Koalitionsrecht. Die Konservativen wollen trotzdem der Regierung gebieten, zu tun, als glaube sie an die� von Scharfmachern und Hintzegardisten aus- gebrüteten Schwindeleien. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen, wollen wir gern bestätigen, daß die gewerbsmäßigen Streikbrecher und Lebiusbrüder im Bunde mit„man" keine Besorgnis wegen ihres Koalitionsrechts hegen. Das ist sicher- lich gut genug geschützt. Woraus weiter zu schließen ist, daß es eines besseren Schutzes dieser Elemente nicht bedarf. Gespannt darf man darauf sein, was die christlichen Gewerkschaften nach dem neuen typischen Fall konservativer Ar- beiterfreundlichkeiten zu den Bestrebungen sagen werden, sie ganz offenkundig vor den konservativen Jnteressenkarren zu spannen. Serlin und Umgegend. Aus dem Flcischergewcrbc. Im Bezirk Südosten hat der Zentralverband der Fleischer wieder einige Tarife ab- geschlossen. ES geschah mit den Firmen W. R e s ch k c. Waldemar- straße 11, Rohloff, Raunynftr. 8, Rohte, Naunynstr. 0(3, Köhler, Manteuffelstr. Cli. Im Nord e n wurden mit den Firmen H a b a n, Fleischzentrale, Grünthaler Str. 32, B a r t e n st e i n, Soldiner Str. 70, und Wirtschaft Jacher,„Hackepeter", Brunnen- straße III, Tarife abgeschlossen. Die Sperre für organisierte Fleischergesellen hat die Oraanisation über die Firmen Otto S p e r l i ch, Brunnensir. 70. Wirt, Aeischerei, Mattcrnstr. 5 und Wirtschaft August S ch e r n i ck, Hackepeter, Frank- furter Allee 2ö, verhängt. In N e u k ö l l n ist die Sperre über die Firmen Schlegel, Thüringer Str. 38, Kaschunke, Hobrechtstr. kl, Wozeuiki, Wipperstr. 20, Greiling, Kottbnser Damm 7, Sabrmann, Jägerstr. 70, Exner, Weichselstr. 49. und Hahn, Lessingstr. 24, wegen Nichtanerkennung des Tarifvertrages verhängt worden. Die Tarifkommission der organisierten Fkcijchcrgesellen. Deutsches Reich. Tcrrorismus schlimmster Art. Zu den Lieblingsthemen aller kleinen und großen Philister, der Scharfmacher aller Grade gehört das über den Terrorismus der Gewerkschaften. Nun gibt es allerdings eine wirtschaftliche Ver- einigung. die den TerrorismuS als Mittel zur Wahrung von Porte- monnaieintereffen in der rücksichtslosesten Weise ausübt. Aber diesem TerroriSmuS dieser Vereinigung gilt die Entrüstung der Liebhaber eines sogenannten Arbeitswilligenschutzgesetzes nicht. Wir haben die Organisation der Aerzle, den Leipziger Verband im Auge. Angeb- lich hat er bei seinen monopolistischen Bestrebungen das Wohl des Volkes im Auge, aber alle feine Forderungen haben einen eigen- artigen metallischen Beigeschmack, das„Votkswohl" deckt sich stets mit den finanziellen Interessen der Aerzte. Einen recht interessanten Beitrag zu diesem Kapitel liefert das„Zentral- blalt für Parität der Heilmethoden". ES berichtet über Fälle, nach denen die Aerzte sogar den Nezepturzwang für— Bäder erstreben. In der Nr. 7(vom 1. Januar 1914) berichtet ein Jurist über seine Er- fahrungen in dieser Beziehung. Nach einer Wanderung wollte er in EberSbach lPfalz)„zur Reinigung und Abkühlung ein Bad nehmen, bezw. sich einen Guß geben lasten. Der Bademeister verweigerte das mit dem Bemerken, daß er vhne ärztliche Be scheint- gung absolut keine Bäder verabreichen dürfe".— Wenn die Geweikschaft der Aerzte so weiter arbeitet, dann kommt es noch so weit, daß ohne ärztliche Verordnung kein Pfefferminztee verabreicht, kein Hühnerauge beschnitten, kein Abführ- und kein Stopf- mittel gegeben werden darf. Daß' gegen den ärztlichen TerroriSmuS sich irgendwo jemals die Staatsanwaltschaft bemühte, davon hörte man noch nie etwas; welch einen Eifer würden sie aber fast alle entwickeln, wenn die Gewerkschaften in ähnlicher Weise wie die Aerzte vorgehen wollten. Ausland. Ter Eisenbahnerstreik in Südafrika. London, 9. Januar.(P r i v a t t c l c g r a m m des„Vor- wärt S".) Die kapitalistische Presse Londons berichtete heute morgen mit vielem Vergnügen, daß der Streik der südafrikanischen Eisen- bahncr ein Fiasko sei; die Züge liefen ohne große Unterbrechung und die Nataler Eisenbahner weigerten sich, mitzumachen. Heute läuft aus Südafrika Nachricht über Nachricht ein, daß das ganze E i s e n b a h n s y st e in Transvaals und der Orange- flußkolonie vollständig desorganisiert sei; keine Züge fahren von Pretoria, Germiston oder Johannesburg ab. In Pretoria streiken alle Lokomotivführer außer drei und die Rangierer und Zugführer schließen sich den Streikenden an. Bc- waffncte Polizisten bewachen die Stationen und Truppen werden am Rand zusammengezogen. In Natal wird noch gearbeitet, doch sollen die Eisenbahner für den Streik sein und stimmen heute darüber ab, ob sie mitmachen Wösten. Der Rat deS GewerkschaftS- bundes hat für morgen eine Sitzung einberufen, zu der die Ar- bciterdelegicrtcn aus Automobilen und Motorzweirädern aus allein Teilen Transvaals herbeieilen. General S m u t s sagte gestern in einer Versammlung der Spczialkonftabler, daß er kein Blut- vergießen wünsche, daß er es, wenn möglich, durch Vorsichts- maßregeln verhüten würde. Wenn aber die Streikenden den Kampf begännen, würde cS ein größeres Unglück geben als letzten Juli, denn die Regierung sei entschlossen, die Arbeiter- Organisationen diesmal nieder- zuwerfen. Im dritte» Monat im Streik befinden sich Arbeiter der Auto- mobilfabrik K. K r ü m m c l, St. Petersburg, Kovensky percnlok ö. Die Fabrik sucht Streikbrecher nach allen Seiten. Aus Moskau kamen einige Dutzend Arbeiter, sind aber sofort zurückgefahren, nachdem sie erfahren haben, daß es sich um Slrcikbrecherdienste handelt und nachdem Genossen der streikenden Fabrik das Geld für das Fort- reisen zusammenbrachten. Wie man u»S iniiteili, wendet sich Krümmel jetzt nach Deutschland. Zuzug muß unbedingt ferngehalten werden.__ Eine australische Geivcrkschaftskonfcrcnz. Nach mehrjähriger Unterbrechung fand Mitte November 1913 in Adelaide wieder eine Kvnfereliz der Vertreter der Gewerkschaften aller australischen Bundesstaaten statt. Tie anwesenden Dclcgicrlen vertraten rund 709 990 Arbeiter. Die Konferenz betonte energisch die Notwendigkeit eines engeren Zusammenschlüssen der Gewerlschastcn und beschloß, eine Zentrale zu bilden, die aus den zentralen Gcwcrk- schaftSkartellen der einzelnen Staaten bestehen soll. Diese Kartelle dürfen in Zukunft nicht yichr lvie eine Organisation deöselbcii Berufs zulassen und sind alle diesbezüglichen Streitigkeiten dem neuen Zentralkörper zu überweisen. Dieser soll nach Möglichkeit die Verschmelzung der Organi- sationen verwandter Berufe hcrbcifübren. Eine Reihe sozialpolitischer Forderungen wurden aufgestellt, darunter die Forderung eines gesetzlichen MinimallohneS für alle weiblichen Beschästigte», deS A-vtstnndentaacs für die ersten fünf Tage der Woche und einer höchstens vierstündigen Arbeitszeit am Tage vor Sonn- und Feier- tagen usw. Zur Forderung der Organisationsarbcit in schlecht oder nicht organisierten Berufen, besonders unter den Frauen, sollen ge- meinsame Organisatoren angestellt werden. Die Konferenz sprach sich ferner für ein engeres Zusammenarbeiten der Geiverkschaften und der Arbeiterpartei aus. Für daS Ausland besonders wichtig ist der Beschluß, die nächste Konferenz des Internationalen GcloerkschaftSbunbes, welche 191ö in San Francisco statt- findet, zu beschickeu. ES darf wohl angenommen werden, daß dieser Beschluß recht bald zum festen Anschluß an die Internationale führen wird, was angesichts der rapiden Industrialisierung mancher Teile des Landes, das zudem als Einwanderungsland eine große Rolle spielt, für die Gewerkschaften aller Länder Bedeutung hätic. Die Zahl der ans der Konfercilz vertretenen Arbeiter schgilit nicht ausschließlich aus Gewerkschaftsmitgliedern zu bestehen. Zwar haben die Gewerkschaften deS australischen Festlandes auch im ver- floycnen Jahre rapide Fortschritte gemacht. Aber zu Beginn deS- selben zählten sie nach den amtlichen Berichten erst 488 224 Mit- glieder in über 600 Gewerkschaften. Wie rasch ihre Entwickelung war. geht aus folgenden Zahlen hervor: Die Gewerkschaften zählten 1891: 04 838 Mitglieder in 72 Gewerkschaften, 1901: 97 174 Mit- glieder in 139 Gewerkschaften, 1911: 304 739 Mitglieder in über 599 Gewerkschasten. Kleines Feuilleton. Der Schädel. Das deutsche Bürgertum ideallos? Und o b das deutsche Bürgertum Ideale bat! Beweis: Professor August fc. F r o r i e p hat eben ein Werk erscheinen lassen, betitelt„Der E.bäsel Friedrich von Schillers und des Dichters Begräbnisstätte", nur 18 Lichtdrucktafeln und 71— cinundsiebzig!— Abbildungen. In diesem Buch wird gar erbaulich geschildert, wie dem Herrn Pro- fessor der Gedanke keine Ruhe ließ, daß der Schädel des Kollege» von Schiller verschollen war. 1820 haue man zwar eineii Schädel aus der Begräbnisstätte des St. Jakobs-Kirchhofeö in Weimar als den des Dichters erkennen wollen und ihn in der Fürstengruft zu Weimar beigesetzt, aber 1888 hatten— o GrauS l— genauere wissenschaftliche Untersuchungen dargelan, daß dieser mit Ehren allerhand überhäufle Schädel nie das Gehirn umschlossen, in dem der„Tell" keimte und der.Wallenstein"— kurz und gut, ein falscher Schädel war als der Schillers beigesetzt worden. Nun ivars sich Herr v. Frort ep mit dem Spürsinn eines Sherlock Holmes und der Pedanterie eines deutschen Professors auf die Aufgabe, uiitcr anderen Schädeln den rechten Schädel herauszufischen, stöberte in Kirchenbüchern, wühlte in altem Grustmoder, reihle Schädel neben Schädel, ordnete, sichtete, maß. verglich, und eines Tages— Lob und Dank der anthropo- logischen Aiiatomiel— konnte er auf einen Totenkopf deuten, der ihn just so verlegen angrinste wie die andenr�auch, und sagen: DaS ist der Schädel des Herrn von Schiller! Seinen Triumph kündet er der Mitwelt in oben genanntem Schmöker. Der deutsche Mastbllrger erfährt von dem vergossenen Pro- fessorenschwciß und von des Strebens Preis aus dem Feuilleton der Tageszeitungen und befriedigt dreht er sich nach der Wand: Wir haben jetzt Schillers Schädel! Und des Dichters Geist, die lebendige Flamme, sein Haß gegen die Tyrannen, sein Zornruf gegen die Knechlschaft. sein Appell an die ewigen, uiiveränßerlicheu Menichcnrcchie, wie steht es damit, deutscher Bürger? Laßt den deutschen Maslbürger schnarchen: er hat den Schädel Schillers I Totentanz. Den Pariser Tingektangeliänger Fragson hat sein steinalter Vater in alkoholischer Wut erschossen, und den Toten haben zehntausend Menschen zum Grab geleitet. Mau nehme das Wort nicht in seinem gewöhnlichen pathetischen Stimmungsgchalt. Weiber zer- rissen gierig die Kränze, eS wurde gestoßen, gebort, getreten, ge- kreischt und sagar gesungen. EamelotS boten gröhlend die letzten Schlager oeS Toten aus und die Horden deS Leichengefolgcs stimmten lustig ein. Aber über dieses Begräbnis moralisieren, hieße die Moral ver- keimen, die sich aus den Erfolgen des lebendigen Fragson ergibt. Der Mann hat seit Jahren zwanzig- und dreißigiauscnd Frank im Monat verdient. Für diese Riesengagc, die ihn zum mehrfachen Millionär mochte, halte er nichts zu tun, als drei oder vier entsetzlich alberne ChansonS oder armselig humoristische„Monologe" vor- zutragen, für deren Einführung er von den Verlegern natürlich noch extra honoriert wurde, denn das Fragsonsche Repertoire wanderte bis in die letzten Provinz- Chantanls und in den Zwei-Sous-Ausgaben in den Liederschatz der kleinen Arbesterinnen und gesangslustigen «omniis. Welches waren die Mittel dieses Triumphs! Am wenigsten das Talent. Fragson halte wenig Stimme, wenig Witz und wenn er einmal Gefühl und Humor besessen hat, so hatte sich längst die verkalkte Mimeneitelkeit darüber gelegt. Aber da war vor allem die Aufmachung. Die wilde Jieklame und der sanftgelönte Frack. Und dann:„FragsonS Klavier". Es gibt Kapellmeister, die„Tristan und Isolde" ohne Partitur dirigieren, und Virtuosen, die alle Sonaten BeelhobenS auswendig spielen. Fragson aber wandte dem Instrument, worauf er sich beglesteie. den Allerwertesten zu und die erhabene Nachlässigkeit, womit er, während er ins Publikum zwinkernd hineinpointierte, zu der klimpernden Linken ab und zu die Filigcr der edlen Rechten stoßen ließ, demon- strierte sich seinen Zuhörern als ein Gipfel souveräner Kunstübung. Dazu kam noch etivas anderes: Er war ein Sänger der Liebe, oder was so in der Tingellangclatmosphäre ihren Platz einnimmt. Ein ordentlicher Schuß Sentimentalilät, genügend Frivolität, aber von Schweinigelet nur soviel, daß eine aus den Schein der An- ständigkcit ballende Frau nicht gerade davonlailfen mußte. Und wenn sich Fragson einmal in das Gebiet der Politik begab, waren die Dosen ebenso klug abgemessen. Zum Beispiel einige Sticheleien gegen daS unbeliebte Parlament, gelegentlich patriotisches Fahnen- schwenken— Fragson selbst als geborener Engländer präsentierte sich kokett als die sleischgcwordene Entente— und etwa harmlose, respektvolle Späßchen über Herrn Poincarvs großen Appetit, zum Behagen freßlustiger Spießbürger. Also alles ut allem glich die Fragsonsche Geschäftspraktik der der„großen" Presse, die den Pariser mit falscher Sensation, sentimentalen Woraliiäten. Schnüffelei in parfümierter Unterwäsche, perfider Herabsetzung des politischen BürgcrbewußtseinS und skeptisch tuendem Byzantinismus füttert. Sie spielt den Hymnu» der aus- gereisten Bourgeoiskultur auf„Fragsons Klavier". Kinokultur! Die Runde durch die Kinotheatcr macht jetzt ein Film(„Bruder und Schwester" heißt er), in dem streikende Arbeiter toie räuberische Apachen dargestellt werden. Der Ehef nimmt aus Furcht vor den streikenden Arbeitern sein Geld mit nach Hause in seine Villa. Arbester haben dies beobachtet. Sie rufen den Ehef telephoniich von Haufe fort und brechen inzwischen in die Villa ein. Sie hausen wie die Vandalcn. Mehrere Türen werden gewaltsam eingeschlagen. Wenig fehlt und eS wird an der Frau des Fabrikanten gar noch ein Mord begangen. Also echte Apachen.— Von der Not ausgesperrter Arbeiter natürlich nichts. Das Publikum, teils selbst dem Arbeilerstande angehörig, läßt sich das rnhig bieten, als wenn das ganz so in der Ordnung wäre. Das Blut steigt einem in den Kopf, ivenn man diese Gemeinheit sieht. Der Zorn sollte jeden anständigen Menschen packen, wenn er sieht, loie Leute, die aus gesetzlichem Wege ihr trauriges Dasein um ein Geringes verbessern wollen, von diesem Kuio„dichter" in io un- erhörter Weise verhöhnt und beleidigt werden, indem man sie als Banditen darstellt. Das ist die Schauerromantik und„Lo!al-Aiizeiger"-Kultur, die uns das Kino vermittelt! Humor und Satire. Die Siegerin. Beim Bockbiertrubel. Es war ein Klamau Wie immer bei solchen Schosen: Spießer und so, viel Dicheulclniän» auch Und viele gebügelte Hosen. Dazu die Meechens— na, man kennt* ES ist ja immer das Aste. Das Alpenglühn, die Schuhplattlertänz',-- Daß sie der Herrgott erhalte! „Ach, Freileinche, sein Se doch»ich doof!" ttosschmellert das Blcchgebläse, Die Herzen glühn, es steigt der Schwoof (Und der Staub Dir in die Reese). Dann aber der Clou—; der Wettbewerb x Um die dünnste(geschnürteste!) Talljc 1 Himmel, Wetter,— so ein Gcsundheitsverdcrb.. � ---„ha, was hast Du deim bloß, Amalie?" Die heult. Was ist los?— Lieber Gott, nun ist Unierlegen das arme Wesen... DaS kommt nu mal vor. Eine andre, wißt, Ist noch eingeschnürter gewesen.... Nu sei schon hübsch still. Wer hat denn gesiegt? War sie hübsch? Wie hat sie geheißen?— „Ach Gott-- ich weiß nicht-- ich glaube, cS war Ein Fräulein J u st i t i a. AuS Preußen..." ___ Oswald. Notizen. — Der aufgeteilte Literaturlehr stuhl. Unauf- sindbar bleibt der Mann, der Lust hat und genehm �väre, Erich Schmidts Lehrstuhl für deutsche Literatur von der Vcrwaistheit zu befreien. Nun soll, wie das„Berliner Tageblatt" gehört hat, ein Triumvirat aus der Verlegenheit retten, bei Ivelcher Lösung Professor Gustav Roethe flankiert von zwei kleinereu Göltcrn, in die Posten- mitte, Vorlanzen soll. Schweiß hats gekostet, schweren JahreSschwcitz, aber das Ziel der Sehnsucht wäre erreicht. — T h c a t e r ch r o n i k. Als fünftes Stück des Shakespeare- Zyklus geht im Deutschen Theater demnächst„König Lear" in einer Neueinstudierung in Szene. Die Nolle des Lear wird— wie der Shylock im„Kaufmann von Venedig"— abwechselnd von A l b e r r B a s s e r m a n n und Ltudolf Schildkraul gespielt. In der Rolle des Narren alternieren Alexander M o i s s i und Alfred Abel.— Maria Hösl, früher ain Hamburger, jetzt am Rigaer Stadttheater, gastiert am Deutschen Opern- hause auf Engagement, am Sonnabendabend als Martha im „Tiefland", am Montag als„Fidelio". — Verfolgung eines I u st i z r a t S. Von einem merkwürdigen Schicksal wird die Figur cineS JustizratS in der neuen Posse deS Deutschen Schauspielhauses„Wer zuletzt lacht" verfolgt. Ursprünglich hieß der Mann Justizrat csenff. Auf den Einspruch des Berliner Anwalts gleichen Namens änderten die Autoren den Namen in Justizrat Pfeffer. Nun hat sich heute ein Rechtsanwalt Pfeffer mit einer Beschwerde an die Direllion gewandt und aber- malige Abänderung des NamenS verlangt. Jetzt ist der Figur der Name Pfeffersenff erteilt worden. — K u n st ch r o n ik. In dem von dem Verem der Plakat- freunde veranstalteten Wettbewerb erhielten je einen der vier Preise von je 150 Al.: Karl Sigrist, Stuttgart-Kaltental: Richard Herrlich. Dresden; Albert Seiffcrt, AscherSleben; Karl Bültmaun, Berlin. Hmülmg. Im Monat Dezember gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: I. Hennig-Argenlinien 5,—; Bez. Frankfurt a. M. 2. Qu.(Höchst- Usingen 893.98, St. Goarshausen 44,52. Diez-Limburg 47,94, Dillkrer 26,94, Frankfurt a.M. 2383,32, Hanau-Gelnhausen 1688,48, Fulda-Hers feld 18,13, Wetzlar-Altenkirche» 92,—, Marburg-Kircbhain 19,44, Siegen-Wittgeiistein 59,—) Sa. 5254,99; Ä. 14. sächs. LLahlkr. Restvetr. 1. Halbs. 774,29; Meske-Schlachtensee 20,—; Bez. Hannover 1. u. 2. Qu(Osnabrück 518,38, Melle-Diepholz 73,25, Nienburg 195.84, Hannover 3888,—, Hameln-Springe 958,—, Hildesheim 606,51; Einbeck-Osterode 269,04, Güttingen 362,45, GoSlar-s)ellerfeld 251,32, Celle 550,96, Lüchow-Uelzen 247,29, Lüneburg 537,51) Sa. 19 517,56; 3. Bez. Oberlangenbielau 2. Qu.(Waldenburg 404,61, Franlenstein- Münsterberg 5,52, LandeShut-Jauer 163,40, Striegau-Schweidnitz 422,58, Hirfchberg-Schönau 158,16, Glatz-Habelfchtverdt 13,86, Reichen- bach-Neurode 312,65) Sa. 1480,78; 4. Köln Reg. W. 29.— Bez. Oberrhein 2, Qu.(Köln Stadt u. Land 1699,99, Mülheim-Wipper- fürth 399,—, Trier 42,—. Fürstentum Birkenseld 90,—, Bonn- Rheinbach 92,68, Aachen-Land 87,60, Koblenz-St.-Goar 60,76, Kreuz uach-Simmern 31,82, Neuwied 27,10, Düren-Jülich 23,39, Berg Heim-Euskirchen 19,59, Sieglreiö-Waldbroel 19,36, Berein obere Rheinprovinz 4,92) Sa. 2499,53; 5. C. H. Lhck 30,—; Ü.Bez. Oberrhein f. Binnenschiffer 138,80. II. A. L. Falkenberg O.-S. 3.—. »S. Bez. Nordbayern 2. Qu.(Schwcinfurt 288,06, AnSbach-Schwabach 315,66, Eichstätt 28,06, Aschaffenburg 199,41, Bayreuth 453,29, Würz- bürg 391,28, Hof 442,86. Kitzingen 44,99, Neumarkt 8.82, Kronach 156,44, Neustadt a. W.-N. 61,29, Forchheim-Kulmbach 133,14, Neu- siadt a. S. 19,44, Erlangen-Fürth 958,98, Dinkelsbühl 43,26, Lohr 24,72, Bamberg 117,94,'Nürnberg 3342,06, Amberg 49,99, Nöthen- bürg 22,86, Neunburg 1,56), Summa 7594,75; Bez. Mecklenburg. 2. Qu.(Hagenow- Grevesmühlen 134,31. Schwerin- Wismar 330,66, Parchin,- Ludwigslust 160.71, Malchin- Waren 98,67, Nostock-Doberan 559,30, Güstrow-Ribnitz 189,03. Mecklenburg- Strelitz 97,77) Sa. 1552,95. 13. Bez. Pommern, 2. Quartal (Anklam-Demmin 19,11, Randow-Greifenhagen 485,46, Usedom- Wolliii 119,22, Stettin 692,58, Pyritz-Saatzig 14,49, Naugard- Regenwalde 19,83, Greifenberg-Kainin 12,45, Stolp-Lauenburg 38.79. Bütow-Schlawe 8,40, Bclgard-Dramburg 7,11, Neustettin 14,49, Rügen-Stralsund 293,61, Grimmen-Greifswald 91,20) Sa. 1636,74. Lübeck 2, Qu, 1183,29, Lübeck f. Binnenichiffer 7.20, P. L. Benr 100—. 15. Gr.-Berlin a konto f. Kreise 10 090—. Darunter: Möller 3,50, Nutz d. Fuß 19,—. E. B. d. Fuß 19—, Höppner 2,—. A. B. Mister Nov., Dez. 2,—, Sparverein„Rote Nelke" 5 ,—, Sechserkasse 256 10,—, Sparv.„Einigkeit" 6.—. Gutenberg 23,99. Z. 19,—, Dost 2. Kreis 29,—, Krematoriumsbesichligung d. Lange 4,59. I«. Bez. Württemberg 2. Qu.(Freudenstadt 116,98, Aalen-Ellwangen 42,42 Blaubeuren 27,84, Biberach 22.07, Ravensburg 38,86) Summa 248,17. 24. Berlin, Dr. L. A. 190,—.»tt. Bez. Ellaß-Loth- ringen 2. Qu.(Straßburg-Land 98.76. Zaber» 9,72, Erstein-Molsheim 17,79, Schlettstadt 47,73, Kolmar 62,19, Mülhausen i. E. 237,30, Altkirch-Thann 11,70, Gebweiler 18,27. Saargemünd-Forbach 49,89, Diedenhofen-Bolchen 1. Qu. 9.03. 2. Qu. 4,95. Metz 63,—) Summa 624,24; Berlin. MacheteS 19.—;»I. Bez. Thürmgen 2. Qu. tReuß ä. L. 295,32. Rudolstadt 426,77, Weimar I 209,19, Gotha 369.54) Sa. 1399,73; Bez. Pfalz 2. Qu.(Speyer 993,44, Landau 258,24, Germersbeini 62,86, Zweibrücken 291,59. Homburg 77,49, Kaiserslautern 157,56) Sa. 1751,-; Paris, Deutsch, soz. Leseklub f. 4. Qu. 1913 50.—; Berlin H. H. 50,—. Berlin, den 8. Januar 1913. Für den Parteivorstand: Otto Braun, Lindenstr. 3. Unser Posrjcheckkouto lautet nicht mehr: A, Gertsch. F. Eberl, O. Bramr, sondern:_„ 7918»r. Bartels. F.«bert. O. Braun. Berlin, Lindenstr. 3, beim Postscheckamt Berlin. Der Kölner Polizeiprozeß. In der Freitagssitzung wird, nachdem Inspektor Kautz zum Dienstag vorgeladen wurde, die Beweisaufnahme fortgesetzt, die wieder tolle Dinge zutage fördert. Polizeipräsident W e e g in a n n betont, er habe deshalb seine Inspektoren mit der Umfrage, ob Geschenke angenommen worden seien, betraut, um� den Verdacht der Beeinflussung zu vermeiden. Am Donnerstag fei erst wieder ein Geschenk von 500 M. vom R e n n v e r e i n eingelaufen. — Der Angeklagte stellt ausdrücklich fest, daß auch er immer nur von Geschenken gesprochen habe, und daß in seinem Artikel von nichts anderem die Rede sei.— Die Verlesung der Aussagen der Polizeibeamten, die die Verteidigung für höchst ungenau erklart, nimmt dann längere Zeit iiv Anspruch. Polizeikommissar An t o n y äußert sich über die Konzeisions- fache Rasquin. Er gibt zu, hier von K l ü n gel gesprochen zu haben.— Rasquin bekundet, daß die verheiratete Tochter des Inspektors Kautz jetzt die 100 M. zurückge- zahlt habe.,. Der Zeuge K r e ck e l L. Buchhalter bei Bardenhauer, beffatigt, daß er die Frau Gockel aufgesucht habe, um ihr wegen ihrer Aus- sage über Bardenhauer Vorhaltungen zu machen. Er will die Aussage verweigern, ob an die Polizei Geschenke gemacht worden seien, er gibt aber die Möglichkeit, zu. Auf die Frage, ob seine Firma Geschenke gemacht habe, verweigert er die Aussage.— Rechtsanwalt Heine: Der Zeuge hat dazu kein Recht.— Der Vorsitzende ist der gleichen Meinung und der Zeuge gibt in ausweichender Weise die Möglichkeit solcher Geschenke zu. Er wird nach Geschenken an Inspektor Kautz gefragt und der- weigert aufs neue die Aussage. Zeuge Ettelt verweigert die Aussage auf die Frage, ob er für die Erlangung einer Wirtschaftskonzession oder durch einen Mittelmann Geld gegeben habe. Ter Zeuge Pott, der Schwager Ettels, schildert die Versuche, aus das von ihm erbaute Haus für seinen Schwager die Konzession zu bekommen. Ein Mitglied des Stadtausschusses hat ihm gesagt, daß der Ausschuß nicht über die Entscheidung der Polizei hinaus- gehe; daraus hat der Zeuge die Frau des Inspektors Votsch gebeten, aus ihren Mann einzureden. Die Frau ist später zu ihm ge- komme», hat über G e l d s ch w i e r i g k e i t c n geklagt und um 5 0 0 M. alsDarlehn gebeten; das Geld ist gegeben worden, die .Konzession war aber noch nicht erteilt; erst nach einem Besuch des Dezernenten im Präsidium hat er sie bekommen. Das Darlehn- ist bis heute noch nicht zurücker st attet worden. Auf die Frage, ob Inspektor Votsch zugunsten der Konzcssionserteilung tätig gewesen sei, bemerkt Pott, daß dieser wohl ein gutes Wort für ihn eingelegt habe. Das Geld ist nicht verschenkt worden.— Vorsitzender: Sie nennen«s Darlehn, kann es nicht auch Geschenk genannt werden?— Zeuge: Vielleicht.— Aus die Frage von Mertz und Sollmann, ob nicht auch noch ein zweiter ziemlich hoher Betrag— es handelt sich um 500 M.— gegeben worden sei, ant- wortct Votsch, er könne das nicht mehr bestimmt sagen. Der Zeuge Rosenthal hat Kanzessionssuchenden wiederholt enchsohlcn, sich an den Gastwirt Kirf ch zu wenden. Einmal seien bei Kirsch 1000 oder 1500 M. deponiert worden. Kirsch wisse den Weg zu Konzessionen. Inspektor Votsch versucht sich gegen die Aussagen des Zeugen Pott zu wehren. Er wisse von dem Darlehn nichts.— Pott bestreitet, von dem Inspektor energisch abgeschüttelt worden zu sein. Dieser gibt schließlich zu, daß ihm Pott 300 M. angeboten und seine Frau ihm später erzählt habe, dag Pott ihm nun das Geld habe geben wollen. Zeuge Parner wurde von Rosenthal zu Kirsch gewiesen. Ersterer bar Kirsch gefragt, was denn die Konzession koste; er hat dann 1500 M. bei Kirsch deponiert. Ueber die Verwendung hat Kirsch nichts gesagt. Da die Konzession nicht erteilt wurde, forderte der Zeuge später das Geld zurück und erhielt es.— Vorsitzender: Ist Ihnen bekannt, daß die auf der Bank deponierten 1000 M. vorzeitig abgehoben worden sind?— Zeuge: 1907 oder 1908 sind 500 M. abgehoben worden, weitere 500 M. hat der Zeuge von den 1500 M. damals unmittelbar an Kirsch gegeben. Als er von Kirsch die ganze Summe zurückverlangt habe, soll Kirsch gesagt haben, er möge nicht so viel Lärm machen, denn der eine, .Kautz, sei schon fort nach Hannover. Der Zeuge weicht der Ant- wort aus und will Kirsch niemals nach der etwaigen Verwendung des Geldes gefragt haben. Unter allgemeiner Spannung wird darauf der Restaurateur Kirsch aufgerufen. Er hat mit Kautz beim Militär gedient und einen freundschaftlichen Verkehr mit ihnr unterhalten. Auf die Frage, ob er eine Kouzessionsfabrik gehabt habe, sagt Kirsch, daß viele K o n z e s s i o n s s u ch e n d e zu ihm gekommen seien. Alle Inspektoren haben in seinem Lokal sehr häufig ver- kehrt. Es sei richtig, daß er wiederholt Geld angenommen habe. Er babe zum Zweck der Konzessionserteilung den Beamten niemals Geld gegeben. Zeuge gibt aber zu, an Beamte, u. a. an Kautz, Darlehn gegeben zu haben, die später zurückgezahlt wurden. Kirsch räumt dann ein, auf die zuständigen Beamten eingewirkt zu haben, Konzessionen zu erteilen. Bei dem Restaurateur Wolfs hat er wiederholt mit Votsch und Kautz Wein und auch Sekt ge- trunken, wobei sehr hohe Zechen bis zu 60 M. gemacht wurden. Der Zeuge ist sich nicht bewußt, die Beamten zu pflichtwidrigen Handlungen durch Geschenke verleitet zu haben. Er wird gefragt, ob diese Zechen eine Entschädigung für die Gefälligkeiten in Kon- zessionssachcn darstellen sollen. Der Zeuge antwortet darauf ausweichend. Nach einer kurzen Pause wird neben anderen Zeugen der Direktor N ö r t l i n g c r von dem großen Etablissement„Groß- Köln" vernommen. Nach längcrem Zögern gibt er zu, daß dreimal 296 M. an die Schubmannskasse abgeführt ivurden. Das Geld erhielt das erstemal der Inspektor Kautz. Durch die Verteidigung wird festgestellt, daß eine Genehmigung des Prä- sidcntcn zur Annahme dieser Geschenke hätte eingeholt werden müssen.— Der Angeklagte stellt fest, daß in diese Kasse der Schutz- männer häufig allerhand Beträge flössen. Zeuge hat den Inspektoren wiederholt Frühstücks- und Frucht- t ö r b e ins Haus geschickt. Auf die Frage, ob die Unterwirt- schafteu seines Etablissements Geschenke gegeben hätten, antwortet der Zeuge sehr ungenau. Er gibt zu, daß er die Kosten eines großen Festessens im Gürzenich, bei dem die Polizeiinspck- t o r e n besonders saßen, allein bezahlt habe. Der Rentier Steinhausen, früher Wirt des großen Etablissements„Karl der Große", hat vor längerer Zeit an einen Jnsepktor zweimal für Ueb erwach un g 100 M. geschickt, die er nie zurückerhielt.' Der Zeuge S ck w a l b« ch bekundet, der Stadtverordnete Kommerzienrat Leiendecker hat einmal Beamten 500 M. für U eberwachen der Wohnung während der Zeit der Sommerfrische geschickt. Dieses Geld ist. wie der Zeuge selbst sah, unter höheren Be- a m t e n verteilt worden. Ter Zeuge Häuser kam in das Hotel Klinckhammcr zu einer Zeit, als er um eine lwuzessiou nachgesucht hatte; er wußte, daß er dort die Inspektoren Kautz und Votsch treffen würde, setzte sich zu ihnen und bezahlte ihnen ihre Zeche. sensationell gestaltet sich die Vernehmung des Zigarren- Händlers Marwick. Der Zeuge ist eng befreundet mit dem In- spektor Votsch und kommt sehr oft mit ihm im Restaurant Fischer zusammen. Viele wenden sich an den Zeugen, damit er ihnen Konzessionen besorge. In einem Falle hat er 500 M. bekommen, damit er Fürsprache für den Betreffenden einlege; die Konzession sei erteilt worden. Mehrfach sind ähnliche Fälle vorgekommen. Der Zeuge hat Geld genommen und sich dann um die Konzessionen be- müht. Er erklärt, daß er an Votsch niemals bares Geld gegeben habe, wenn er auch manchmal die gemeinsame Zeche bezahlt habe. Die Verhandlung wird dann auf Sonnabend vormittag vertagt.'_ Gerichtszeitung. Der Totschlag in der Koppcnstraßc. Nach dreitägiger Verhandlung endete die Verhandlung gegen den Gastwirt Mühlan, der beschuldigt war, in der Nacht zum 23. August vor dem Hause Koppcnstr. 100 den Schlächtermeister Stanislaus Sledz vorsätzlich getötet zu haben. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage wegen vorsätzlicher Tötung und bejahten nur die Frage der Körperverletzung mit Tadesersolg. Sie billigten dem Angeklagten mildernde Umstände zu. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis- strafe von zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von drei Mo- naten der erlittenen Untersuchungshaft. raubt zu haben. Ter Oberkellner Hinze eives hiesigen Hotels ist der Behilfc angeklagt. Tie Angelegenheit geht aus einen Eharlottcnburger Knaben- selbstrnord zurück, der seinerzeit großes Aufsehen in der Reichs- Hauptstadt erregt hat. Am 21. Oktober 1912 wurde der Gymnasiast Ernst Tiemann in der elterlichen Wohnung von dem Dicnstmäd- chen Elisabeth Heinrich tot aufgefunden. Er hatte sich erhängt. Tic Ermitteluiiaen ergaben Selbstmord. Die Angehörigen des Verstorbenen nahmen aber ein Verbrechen an und hatten einen Verdacht gegen Fräulein Heinrich. Sic beauftragten den Privat- dctektiv Schwarz, Recherchen anzustellen. Er erhielt reichliche Mittel und begab sich nach Rummelsburg in Pommern, loa Iran- lein Heinrich bei ihrem Vater, einem Musikdirigcnten, weilte. Zunächst befreundete er, der als reicher Möbclfabritant austrat, sich mit dem Vater der Heinrich, dann brachte er es zum Verlöbnis mit ihr. Als„Verlobter" trat er mit ihr in intime Beziehungen — hierin wird die Beleidigung gefunden—, mit Hinze setzte er ihr nächtelang durch„Verhöre" im vcrschloffeiicn Zimmer zu, dn er als Verlobter doch volle Aufklärung haben müsse, ob seine Braut etwa gar eine Mörderin sei. Aus Furcht, die„gute Partie" zu verlieren, gestand die Heinrich endlich, sie sei zugegen gewesen, als ihr Geliebter den Tiemann umgebracht habe. Auch vor dem Amtsgericht, dem gegenüber sich Schwarz, wie schon dem Bürger- meisteramt und vielen Bürgern gegenüber, auf einen königlichcri Kriminalbeamten hinausgespielt hatte, wiederholte sie dieses Ge- ständnis, wurde nach Berlin transportiert und erst hier enthaftet. Der stellvertretende Bürgermeister hatte dem eine Blechmarke vor- weisenden Schwarz Polizeimannschast zur Verfügung gestellt. Schwarz hatte der Heinrich Schriften„beschlagnahmt" und auch sonst polizeiliche Handlungen vorgenommen. Die Vernehmung des Angeklagten Schwarz ergab, daß er sechsmal wegen Betrugs und Diebstahls vorbestraft ist. Er ist gelernter Tischler, mußte infolge einer Operation den Beruf auf- geben, wurde Angestellter in einem Abzahlungsgeschäft und ließ sich 1911 als Privatdetektiv nieder. Die Befugnis, ein Rechts- bureau zu halten, ist ihm im Jahre 1912 abgesprochen worden. Dem Schwager des verstorbenen Tiemaiiii, Wolfs, erklärte er. er sei berechtigt, Verhaftungen vorzuiiehmen und zeigte als Legitimation eins Blechmarke mit der Nr. 14011 und der Auf- schrift Paul Schwarz, Privatdetektiv, zugelassen beim Polizei- Präsidium zu Berlin. Der Tiemannschen Familie bat der An- geklagte insgesamt 2800 M. abgenommen. Dem Dienstmädchen schenkte er eine goldene Uhr mit Kette, ein Armband und einen Anhänger im Gesamtwerte von 400 M. Auch ließ er ihr für 28 M. Zähne einsetzen. Nach Vernehmung des Angeklagten und Beginn der Beweis- aufnähme mußte die Verhandlung vertagt werden, weil der Angeklagte Schwarz infolge Krankheit nicht mehr verhandlungsfähig war._ Mus Industrie und yandel. Preise und Löhne. DaS kürzlich erschienene Statistische Jahrbuch für da-Z Königreich Sachsen(1913) bringt einige Uebersichlen über die Entwickelung der Preise und Löhne, die interessante Schlüsse auf die Entwickelung des Reallohnes in diesem Lande gestatten. Das Bild leidet freilich an einer gewissen Einseitigkeit, da wir nur die Preise einer Stadt— Dresdens— und die Löhne eine» Berufes— der Bergarbeiter— einander gegenüberstellen können. Doch ist wohl der Schluß erlaubt, daß sich die Entwickelung in anderen Städten und bei anderen Arbeiterkategorien in ähnlichem Sinne vollzogen hat. Nachstehend die Ergebnisse für die Jahre 1904 und 1911, für die wir in letzter Kolonne die prozentuale Steigerung berechnet haben. Es kostete im Dresdener Kleinhandel das Kilogramm in Mark Weshalb der Fiskus verklagt. Um ganze 5 Pfennige handelte es sich in einem Strafverfahren, Ivelches in zweiter Instanz vor der 5. Strafkammer des Land- Gerichts I zur Verhandlung kam. Wegen Betruges toar der Kauf- mann Hans Dieckmann angeklagt, der beschuldigt wurde, den FiökuS um die„Summe" von 5 Pfennigen geschädigt zu haben. Der Angeklagte ist in Schöneberg wohnhaft und fährt jeden Morgen mit der Ringbahn nach dem Potsdamer Bahnhof. Eines Tages wurde D. von einem Kontrolleur mit seinem Abonnement dritter Klasse in einem Abteil zweiter Klasse entdeckt und heraus- geholt. Die Folge war eine Anklage wegen Betruges. Das Schöffengericht verurteilte ihn mit Rücksicht auf seine bisherige Unbescholtenheit nur zu 16 M. Geldstrafe. Gegen dieses Urteil legte D. unter Beistand des Rechtsanwalts Dr. Tavidsohn Be- rufung ein. Vor der Strafkammer machte der Verteidiger geltend, daß kein Grund dazu vorliege, dem Angeklagten nicht zu glauben, daß er nicht die Absicht gehabt habe, den Eisenbahnfiskus zu schadigen. Der Angeklagte sei an jenem Tage etwas verspätet auf dem Bahnsteig angelangt und schnell in das erste beste Abteil hinein- gesprungen, da sich der Zug schon in Bewegung setzte. Von einem Vorsatz, den Eisenbahnfiskus zu schädigen, könne keine Rede sein. Die nach seiner Sistierung von ihm verlangten 6 M. Strafe habe der Angeklagte deshalb nicht gezahlt, weil er nicht soviel Geld bei sich hatte. Das Gericht kam zu einer Freisprechung des Angeklagten mit der Begründung, daß eine vorsätzliche Schädigung nicht nachweisbar sei. Die Entdeckung, ein Eiscnbahngast„betrüge", wenn er eine höhere Klasse, als sein Billett aufweise, benutze, hat vor einigen Jahrzehnten das Reichsgericht gemacht. Vergeblich waren die Remonstrationen gegen diese Auffassung, insbesondere durch den Rechtsgclehrten Professor Jhering. Das Reichsgericht blieb bei seinem Irrtum und die Gerichte fügten sich der neuen Rechts- konftruktion. Aber stets ist auch des Reichsgerichts Ansicht er- forderlich, daß die Umstände ergeben, der angeblich Betrügende habe das Bewußtsein und die Absicht gehabt, den Fiskus um den Fahrpreis zu prellen. Daß der FiskuS wegen vermeintlichen Be- trugS um 5 Pfennig ein Strafverfahren einleitet, zeigt, wie gering er von seinen Fahrgästen denkt. Ter falsche jiriminalbcamtc von Charlottcnburg. Stolp i. P., den 9. Januar 1914. Vor der hiesigen Strafkammer begann heute die Verhandlung gegen den Privatdetektiv Paul Schwarz aus Berlin, der angeklagt ist, betrogen sowie sich unbefugt mit Ausübung eines ösfcntlichcn Amtes befaßt, Amtshandlungen vorgenommen, ferner das frühere Dienstmädchen Frqulein Heinrich beleidigt und ihrer Freiheit be- Rindfleisch, Brust.. Keule.. Kalbfleisch. Keule.. Hammelfleisch, Keule. 1911 Steigerung 1904 1,30 1,60 23.0 Proz. 1,70 2,10 23,5„ 1,66 2,15 29,5 1,76 3,07 17,5„ Kochfleisch 1,47 1,75 19.0. Schweinefleisch, Keule. 1,56 1,86 19,3„ Bauch. 1,29 1,49 15,5„ Speck, geräuchert... 1,69 1,98 17,2„ Schmalz, inl..... 1,75 2,00 14,3, Sauerkraut..... 0,18 0,26 44,4„ Weizenmehl 1..... 0,39 0,47 20,5„ Roageumehl L..., 0,36 0,39 8,3, Kaffee(CampinaS)... 1,61 2,50 55,3„ Zucker(Würfel).... 0,55 0,59 7,3„ Die Liste ist allerdings ziemlich unvollständig. So fehlen vor allem Kartoffeln. Hülsenfrüchte, Obst. Gemüse. Für die wichtiqstq? Produkte: Fleisch und Mehl, zeigen die Zahlen eine Aufwärtsbe»»- gung, die im Durchschnitte einem Werte von 20—25 Proz. entsprechen dürfte. Vergleichen wir damit nun die Entwickelung der Löhne. ES erhielten einen JahreSlohn in Mark im Steinkohlenbergbau erwachsene männl. Arbeiter „ weibl.„ jugendliche männl.„ Braunkohlenbergbau erwachsene männl. Arbeiter „ weibl.„ jugendliche männl.» Erzbergbau erwachsene männl.„ „ weibl.„ jugendliche männl. Aus diesen Ziffern geh: hervor, daß die Steigerung der Löhne mit der der Presse im sächsischen Steinkohlenbergbau eiwa gleichen Schritt gehalten hat, im Braunkohlenbergbau vielleicht etwas stärker gewesen ist, im Erzbergbau aber weit dahinter zurückgeblieben ist. Ist doch der Lohn der erwachsenen weiblichen Arbeiter in diesem Zweige des Bergbaues sogar noch, und zwar erheblich, zurück- gegangen. Man sollte es kaum für möglich holten, daß noch im Jahre 1911 eine erwachsene weibliche Arbeitskraft im Jahre 367 M. erhielt, so daß sie genau nur eine Mark pro Tag zu verzehren und damit ivomöglich noch ein oder mehrere Kinder zu erhalten hatte. Auf olle Fälle kann keine Rede davon sein, daß sich die Lebens- hallung der Arbeiter, wenn überhaupt, dann irgendwie wesentlich gebessert hat._ Die kgl. Sechandlung, die preußische Staatsbank, hat im Jahre 1912/13 durch den Rückgang der Kurse von StaalSpopteren 3.7 Millionen Mark verloren. Tie Seehandlung interveniert an den Börsen, d. h. kauft Staatspapiere auf, um noch größere Kursstürze zu verhindern. Mus aller Welt. furchtbare familienkataftrophe. Acht Personen tot. Durch eine entsetzliche Kunde wurden am Freitag vor- mittag die Bewohner des ostpreutzischen Städtchens S o l d a u in Aufregung versetzt. In der Wohnung des Baumeisters Alfred Bratz hatte man in früher Morgenstunde die g e- samte Familie, bestehend aus Mann, Frau und fünf Kindern im Alter von vier bis achtzehn Jahren tot aufgefnnden. Die fünf Kinder lagen mit durch- ") 1905. schnitiener Kehle In den Betten, während die Eltern in Trauerkleidern aneinandergelehnt auf dem Sofa saßen. Auch die S ch w e st e r des B a u m e i st e r s wurde tot aufgefunden, ebenso lag der Hund mit durchschnittener Kehle in der Wohnung. Am Wohnungseingange fand man einen Zettel mit der Aufschrift„Vorsicht. Gas!" Samt- lichc Gashähnc der Beleuchtungsanlage wurden geöffnet vorgefunden. Anscheinend haben mißliche pekuniäre Verhält- nisse die Eheleute Bratz veranlaßt, ihren Kindern das Leben zu nehmen und dann selbst freiwillig aus den: Leben zu scheiden. Wie aus hinterlassenen Briefen hervorgeht, haben Bratz, seine Frau und seine aus Danzig stammende Schwester Atargarete Bratz im Einverständnis gehandelt. Ebenso steht fest, daß zunächst die ganze Familie mit Gas vergiftet werden sollte, und daß Bratz. als die Wirkung nicht schnell genug eintrat, mit einem Taschenmesser seinen Kindern und seiner Schwester die Kehlen durchschnitt. Die Leiche des ältesten Sohnes weist außer der Schnittwunde eine Stich- und Schuß- wunde auf. die Leichen des Ehepaares tragen Schußwunden an Stirn und Schläfe. ** * Noch eine Familientatastrophe. Eine der obigen sehr ähnliche Bluttat wird aus H a m- bürg gemeldet. Dort hat der in der Schumannstraße wohnende Schutzmann Schmidt in Abwesenheit seiner Frau seinen drei Töchtern im Aster von zwei, vier und sieben Jahren die Kehle durch- ichiutten und sich dann selbst erhängt. Das Motiv der Tat soll tu F a m i l i c n z w i st i g k e i t e n zu suchen sein. Schneeverwehungen in Sachsen. Heber Sachsen sind neuerdings große Schneemassen nieder- gegangen. Durch Schneeverwehungen sind am Freitogmorgen niehrere Züge im Schnee stecken geblieben. Aus dem Erzgebirge wird gemeldet, daß sich einmal zwischen den Stationen Scheibenberg und Elterlein und das andere Mal bei Meinersdorf eine derartige VerlehrSstörung zugetragen hat. L» der Nacht zun» Freitag ist zwischen Schönberg und Reuth der Personenzug Nr. 2t4 gleichfalls im Schnee st ecken ge- blieben und war bis 10 Uhr vormittags noch nicht wieder frei, obgleich sofort ein Schneepflug und ein HilfSzug mit Personal von Werdau dorlhin abgegangen war. Bei starkem Sturm verwandelte der später fallende Regen den Schnee sofort in Eis. Die Reisenden wurden noch in der Nacht von einer Lokomotive nach der Station Reuth gebracht.___ Die Fflucht des Schwiegersohnes. Bekanntlich gibt es neben guten auch böse Schwiegermütter! Ein wahres Musterexemplar der leyleren Gattung aber scheint ein Engländer namens Archibald Coppin sein eigen zu nennen. Besagter Archibald wurde, wie ein Telegramm aus London meldet. am Donnerstagabend auf dem Puffer des letzten Wagens des Expreßzuges von London nach Liverpool bei der Station Nottingham halberstarrt aufgefunden. Erhatte im ganzen ISO Kilo- nieter bei seiner Fahrt auf dem Puffer zurück- gelegt. Mit der einen Hand hatte er sich an einer Stange des Eisenbahnwagens fest angeklammert. Es gelang erst nach langen Bemühungen, den Halberstarrten wieder ins Leben zurückzurufen. Auf die Frage, was ihn zu dieser gefahrvollen Fahrt veranlaßt hätte. erwiderte er, daß er nur die Absicht gehabt habe, sich von seiner Schwiegermutter soweit als möglich zu entfernen. Armer Junge! Das wird ein rührendes Wiedersehen werden I Da wird fich mancher freuen: In eine recht unangenehme Situation ist Frau Justitia durch einen Brand in Lichtenau(Westfalen) gedrängt worden. Ein Feuer hat am Freitag das dortige Amtsgerichts- gebäude vollständig niedergebrannt. Die samt- lichen Akten und Dokumente gingen dabei in Flammen auf. Ueber die Entstehung des Verhängnis- vollen Brandes kormte bisher nichts ermittelt werden. Kleine Notizen. Eine neue Hochflut. Wie aus Swine münde gemeldet wird, seit Freilagnachmiltag wieder eine neue Hochflut einge- treten. Da? Bollwerk und die angrenzenden Neben- straßen st eben unter Wasser. Opfer des Frostes. In der Umgegend von Lissa wurden in den letzten beiden Tagen drei Männer, die im Freien genächtigt hatten, erfroren aufgefunden. Aus Seenot gerettet. Die Rettungsstation Stolp münde hat in der Nachts zum S. Januar von dem in Seenot befindlichen Frachtdampfer.Stolp" zehn Personen mit dem Rettungsboot der Station gerettet. Opfer der Arbeit. Bei Herstellung eines für die Stuttgarter Kläranlage bestimmten Durchlast«?, der bei dem Eisenbahnviadukt unter dem Neckar hindurch geführt wird, sind am Freitag zwei Arbeiter auf einem über den Fluß gebauten Uebergang aus« geglitten, ins Wasser gerutscht und ertrunken. Rettungsversuche blieben erfolglos. Die Explosion in der Filmfabrik. Bon den bei der Explosion in der Filmfabrik G au m o nt in Wien stbwerverwundeten An- gestellten sind der Beamte N e m e tz und die Kontoristin B u r g e r ihren Verletzungen erlegen. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich damit auf Pier. » ( Unserem lieben Kollegen» ! Franz Malcü Frl. Braut j 1 die herzlichsten Glückwünsche zur> � heutigen Vermählung![ i Die Agitationskammlssion der t i Rohrleger und Helfer. i I fwwwmwwwwwwwwmwwwmm,> ist Juwelier-, Gold- und Silberschmiede- (Zwangs) Innung zu Berlin. Hiermit bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß die Genehmigung für die in der Juli-Quartalsversammlung ISIS angeregte, und in der außer- ordentlichen?!nnungSversammlung vom 30. Dezember 1913 beschlossene Gründung einer Jmiungs-Kranlen- lasse unter deni 31. Dezember 1913 seitens des Königlichen Oberverfiche- rnngSamtes für Groß-Bcrlin erfolgt ist. Die Kasse tritt mit dein l. Ja- nuar 1914 in Krast und werden alle zur Innung gehörigen Betriebe von der neuen Kasse übernommen. Mit- glieder, welche der nunmehr aus- gelösten Ortskrankenkasse als frei- willige Mitglieder angehörten, könne» sreiwillige Mitglieder der JnnungS- ttrantenlaffe werden, wenn sie bis zum t. Januar 1914 erklären, Ihre Mit- giiedschasl in der Jnnungs-Kranken- lasse fortsetzen zu wollen. Diesbezüg. Uwe Erklärungen sind bis zum an- gegebenen Termin schrlstlich an den Obermeister der Innung, Herrn Rudolf Menzel, Berlin W 57, Dennewitzftraße 11, welcher bis zur Wahl eines solchen den Kranken. kassenvorstand vertritt, zu richten. Das Kasscnlotal, wo auch die Beiträge zu cntrichie» find, besindet sich bis auf weiteres in den Räumen der aufgeiöilen OrtSlranlenlasse, Engel- user 19. Die in der außerordcnk- lichen OuartalSversanimiung vom 30. Dezember 1913 angenommenen und unter dem 31. Dezember 1913 mit geringen Aenderungen seitens des Kgl. OberversicherungSamtcS ge- nehmigten Satzungen gehen den Mitgliedern nach Ferttgstellung des Drucke» zu, ebenso solgen zur ge- gebenen Zeit die Einladungen zur AuSschußwahl, welche nach der dem Statut beigegebenen Wahlordnung zu erfolgen hat. LfjfylS Berlin, Januar 1914. Max Merte«S> Schriftführer. Rudolf Menzel, Obermeister. se Vornehme« i «ilcmii £ Kleidung fertig und nach Mass I Garant. tTadellos.SIti, � feinste Verarbeltuntz! ! Ilmton» Mass-Schneiderei Gegründet 1898 ü Auf Wunsch Wochen-Rate B J ml HOtkn 1. ■...» ■ Rosenthaler Str. 38 I. Etage ■ FrankfurterAllce104 Ecke Fricdeoatrasse __ Reinickendorfer St.4_ BS Weddingplals % BJHMjgr .-Berleitz-J n« i t u t A. 8orchardt,gciebrichft.ll5, 'Oranb.Tor. Tel. Rrd. 10654, Ziehung 13. u. 14. Januar LWohlfahrts- otterie des Vereins Arbeiterluncn-W�W. Aorahl der iiCße yor 100000 10000 5000 l Eo» 1 Mark, Porte und Elite 20 Pf 5 Lose 4.80 M„ franko Porto o. Eiite auch uoter Naebnahroo otnpfiehlt Carl Hemtze, Berlin W. Unter Pen Linden 3. - s - s s? st 8« s � L* «« sa Heues Jahr-Heues Glück! Ziehung schon 15. Januar i Forster otterie 3469 Gewinne Im Werte Ten Mark 60000 120000 - 10000 i 6000 M 11>.»«» au« Ter-« A LOS* IM. achied.Tauiend IV M. Potte and Liste 80 PL extra. H. C. Kröger, Berlin WS. Fhedrlchstr. 1938 sowie In ollen durch Plakate kenntliebea Verkaufsstellen Stuhlflechtrohr DM- das beste in Berlin, Preis- wert, alle Qualitäten, bei» C. 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I Stcglitz-Lichkcrfeldc: ISSS; I Weiße» sie: Schloß itiftsfit. Referenten: Redakteur Bergmann. Dr. 31. Berusteiu. Klara Böhm- Schuch. Dr. Brie. Stadtv. Bruckner. Redakteur Däumig. Stadtv. Tupont. Schriftsteller Anton Fischer. Adoli Hoffmann, M. d. A. Lily Jannasch Oehme Lichtenberg:'»KKS'a,.- 6. Otto Lchmann-Ruftbüldt. Redakteur Leid. Hans Leuft. Dr. Karl Liebknecht. M. d. R. Waldeck Manasse. Walter Heinrich Pöns, M. d. R. Lina Reichert. Ernst Reuter. Regina Rüben. Schriftsteller Emil Unger. Dr. Westphal-Stuttgart. Die Geistlichkeit ist zur Diskussion eingeladen und hat ihr Erscheinen zugesagt.— Gegen 40000 Kirchenaustritte sind 1913 in Berlin erfolgt. Der Kirchenaustritt muß zu einer Volksbewegung werden, die uns von der Reaktion der Staats- und Polizeikirche und einer mittelalterlichen Jugenderziehung befreit.— Nieder mit der Reaktion! Es lebe� der Freiheitskampf des Volkes! miv Für Unkosten 10 Pf.- Ueberschust für den Austritt Unbemittelter. Die DmiNtgteN Komitees für KirchettlMStritt. ItvxtttiiUe, �ItiaeliiiiNntel, auf Leide, früher 150, jetzt 80—85 M. Große Posten Pels- wtolaw in tSbaak«, Härder. Är'crz. Cttehwen, früher bla 800, jetzt 80—75 JJ. Große Auswahl in Herrcn-Gebpelnea, Gelegenheitskäufe in Damen-, Reise- und Wagen-. Pelzen. IMra- Angebot in Lombard gewesener Teppiche« Gardinen, Portleren« Betten« Wabche, BrlUaaten« Uhren und Claldwnrea zu enorm billisoa Pidiaon,— Torwartaleser erhalten 10 extra« Kichd ruck I Sonntag nur von »•rtofca. J 12—2 Uhr geöffnet. Ausverkauft werden: Winter-Ulster Flausch- und PhanUBie»toa«, 18.90 24.30 32.40 40.50 45— 49.50 58.50 67.50 76.50 81— Winter-Paletots 6.25 1 0.80 1 6.20 21.60 27— 35__ 45.- 54__ 63— 72— Herbst-Ulster und-Paletots .»erechiedene Stoffe und Ausführungen 13.50 1 8.90 24.30 27— 32.40 40.50 49.50 54__ 67.50 81— Jackett- AnZUge neuieitige Stoffe u. 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Januar 1914. Parteiangelegenheiten. sechster Wahlkreis. Morgen Sonntag, ß'/z Uhr: OeffentliKe pölitisK e Versammlung in Puhlmanns Theater, Kastanienallee 147. Genosse Ströbel resericrt über:„Die Säbeldiktatur in Zabcrn und im Reiche". Nachdem gemütliches Beisammensein und Tanz. Tchtineberg. Die Flugblattverbreitung am Sonntag, den 11. Ja- nuar. sällt aus. Friedrichsfelde. Sonntagvormittag von den bekannten Stellen aus Flu gblattvcrbr eilung. Dienstagabend öffentliche Versammlung bei Bürger. Lln Stelle des Zahlabends findet acht Tage später, am Mittwoch, den 21. d. M., eine Mitglieder- vers a m m lung bei Haberland statt. Nieder-Schencwcidc. Am Montag, den 12. Januar, abends S'/z Uhr, P r o t e st v c r s a m m l u n g im Lorelei- Restaurant, Berliner>str. 101. Zeuthen- Micrsdorf. Die Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins findet Sonntag abend 7 Uhr in Zeuthen bei Hermanowski statt. Genosse Barth- Eickwalde spricht über das Thema„Brot genug für alle". Nachdem Geschäftliches. Nicder-Schönhausen. Der Bildungsaus'chufi unternimmt am Sonntag, den 11. Januar, unter sackverständiger Führung eine Besicktigung der Ausstellung für Arbeiterwoblsabrt in Charlottenburg, Fraunhoferstr. 11—12. Gemeinsamer Treffpunkt mittags 1 Uhr am Kirchplatz. Nowawes. Mittwoch, den 14. Januar, abends S'/z Uhr, findet im Lokal„Deutsche Festsäle" sJ. H. Wolfgramm), Wilhelmstr. 41/43, eine Protestversammlung gegen das geplante Attentat der Scharf- macher auf die Arbeiterorganisationen statt. Reserent: Genosse Adolf Cohen, erster Bevollmächtigter deS Deutschen Metall- arbciterverbandes. Zahlstelle Berlin. Die an diesem Mittwoch fällige Mitgliederversammlung des Wahlvcreins sällt auS. öerliner Nachrichten. Weistc Welt. Das neue Jahr hat nun doch noch den Winter gebracht. In der Stadt wird man sich freilich vergebens nach ihm um- schauen. Höchstens daß er weißes Polster auf einer wenig der Sonne zugänglichen Dachstelle zurückließ. Draußen aber hat er um so ungebundener der Natur seinen Stempel auf- gedrückt. Ein Sonntagsspaziergang über die Felder, durch einen Wald, oder an eineni Flußufer entlang zeigt auch in der Nähe der Großstadt prächtige Winterbilder. Weiß überstäubt steht das Ästwerk der Kiefern. Die Risse ihrer braunen Rinde sind dick mit Schnee bepudert. Der Waldboden ist dicht mit Flockenanhäufungen übertupft, aps denen die braunen Fäden des vorjährigen Grases in spitzen Büsckeln hervorlugen. Wo ein Wasser fließt, da schillert an den Rändern bläuliches Eis. Grau und glucksend treiben die schwerfälligen Wogen. Und grau und vergrämt lugt auch der Himmel hernieder auf die winterliche Eintönigkeit. Ein fahles Licht verglimmt am westlichen Horizont. Dort muß die Sonne sinken. Scharfe.Mmkrtchc�chchinm-�ftch�liw dort dtHlrÄnge, wo Weiß und Schwarz.grell aufeinanderstoßen. Sonst per- schwimmen alle Umrisse in dem Schneedunst des WintertageS. Aufgeplustert, mit eingezogenen Köpfen hockt ein Spatzen- schwärm int Geäst einer Uferweide. Sie schelten in lasen Zwitschertöncn vor sich hin. Nicht, wie cS sonst ihre Art ist, alle gemeinsam, sondern jeder für sich, bald hier einer, bald dort einer. Ihre kleinen, schwarzbräunen Körper kleben wie leichte Federbälle an dem schneeüberstäubten Gezweig. In der Nachbarschaft machen sich?Ncisen zu schaffen, die emsig unter dem Schnee die rissige Baumrinde nach Insekten ab- suchen. Auch sie gehen möglichst wenig lärmend ihrer Nah- rungssuche nach. Nur die plumpen, schwarzen Krähen, die sichtlich schweren Fluges über die verschneiten Felder streichen, füllen mit heiserem Sckrei die Luft. Sie scheinen sich wohl zu fühlen in dieser Fülle von Tod und Starrheit. In den Kronen der Bäume aber spielt der Winterwiud. Er wiegt sie hin und her, daß der frostüberharschte Schnee sprühend nach den Seiten und nach unten stiebt und mit seinem gekörnten Wein auch die Stellen des Erdbodens überwuchert, die bisher nock kein Flockenpolster getragen. Organisation der Schulen für schwachfinnige und für schwerhörige Kinder. Am 1. April d. I. wird die Organisation unseres HilfS- schulwesens mit der Errichtung der XIX. Hilfsschule zu einem vorläufigen Absckluß gelangt sein. Die sonst noch bei 7 Gemeinde- schulen vorhandenen aufsteigenden Nebenklassen für schwachsinnige Kinder sie drei bezw. zwei) werden poraussicktlich vorläufig nicht zu selbständigen Systemen entwickelt werden können, well dazu nicht genug Klnder vorhanden sind. ES können aber andererseits diese Klaffen nickt mit sckon bestehenden Hilfsschulen verbunden werden. weil die Kuider einen zu weiten Schulweg bekommen würden. Nach den Bestimmungen über den Unterricht in den Berliner HilfS .schulen gellen diese Nebenklassen als Klaffen der Unter- bezw. Mittel stufe der nächfigelegenen Hilfsschule. Die fortgeschriltenen größeren Kinder, denen ein weiterer Schulweg zugemutet weiden darf, sind aus diesen Nebenklassen den entsprechenden Klassen der nächst- gelegenen Hilfsschulen, die die Schuldeputation jetzt bekannt gibt, auszuweisen. Der fertig gestellte und demnächst der Auffichtsbehörde einzu- reichende neue Lehrplan für die H i l f s s ch u l e n Berlins wird nach seiner allgemeinen Einführung den Uebergang der schwachsinnigen Kinder aus den Nebenklassen in die Hilfsschulen erleichtern. Auch die Orgmiiiation der Schulen für schwerhörige Kinder macht gute Fortschritte. Es bestehen bis jetzt 3 Schulen für Schwerhörige(Brandenburgstr. 78/70. Straßmannstr.ö und Gethsemane str. 4). Es wird, um den vollenBedars zu decken und möglichst die Vorhan- denen einzelnen Klassen für Schwerhörige zu beseitigen, die Errichtung einer vierten Schule für Sckwerhörige im Nordwesten oder im Norden auf der Grenze deS Nordwestens erforderlich werden. Den Kindern bedürftiger Eltern, die weile Schulwege erhalten, mutz, wie dies schon geichiehl, Fahrgeld bewilligt werden. Da die schwerhörigen Kinder meist normal begabt sind, genügen für die Schulen für Schwerhörige fünf aussteigende Klassen wie bei den Hilfsschulen nicht. Es wird ein Plan für sechs aufsteigende Klaffen aufgestellt werden müssen, der demnächst in Angriff ge- nommcn werden wird; eine sieben- oder achtktassige Gliederung ist wegen der Hemmungen, die das Leiden der Schwerhörigen naturgemäß mit sich bringt, und wegen der verhältnismäßig gering?» Zahl der Kickder, die in einer Schule für Schwerhörige vereinigt werde« können, uicht möglich. Zahltag der OrtSkrankenkasse für Niederbarnim. Gestern haben die Zahlstellen der Allgemeinen Ortskrankenkasse für Niederbarnim zum crsteirmal daS Krankengeld ausgezahlt. Als Zahlstellen fungieren die GeschäftSsiellen der Kreissparkasse, die sich in manchen Orten in den Händen von Geschäflsleuten befinden und so nebenbei verwaltet werde». Wenn da in der Erledigung der Krankenkassengeschäfte nicht alles klappt, so kann man d«s verstehen. Aber die Auszahlung des Krankengeldes hat selbst da nicht ordent- lich funktioniert, wo die Kreissparkasse eigene Geschäftsstellen mit be- sonderen Beamten hat. Eine solche, mit drei Beamten besetzte Geschäftsstelle besteht in Ober-Schöneweide. Wer da gestern als Ärankengeldempfänger erschien, der mußte viel Zeit und Geduld haben. Man sah eS der Tätigkeit der Sparkassenbeamten an. daß ihnen die Erledigung der Kranken- kasiengeschäfte durchaus nicht geläufig ist. In jedem Einzelfalle wurde erst ein Stoß Papiere durchgesehen, Bücher durchblättert, hin und hergelaufen, ehe endlich die paar Mark Krankengeld in der Hand ihres Empfängers klimperten. Das an sich sehr einfache Geschäft des AuszablenS wickelte sich äußerst langsam ab. Infolgedessen hatte sich im Kassen- lokal bald eine Menge von SO— 60 Personen angesammelt, und noch immer kamen mehr hinzu, als abgefertigt wurden. Wer nach halb- stündigem Warten im dichtesten Gedränge„schon" in den Besitz seines Krankengeldes gelangt war, konnte sich glücklich p, eisen. So mancher hat eine Stunde und länger ausharren müssen, che er ab- gefertigt war, und nicht jeder war dann im Besitz des ihm zu- stehenden Geldes. Nicht selten mußten Patienten nach langem Warten heimgehen mit der tröstlichen Zusicherung, malt werde ihnen das Geld mit der Post zuschicken, denn der Krankenschein sei von der Hauptiaffe in Berlin noch nicht eingetroffen. Andere Krankengeld- einpfänger aus'Nachbarorten hatten in ihren Wohnorten von amtlicher Stelle die Auskunft erhalten, daß sie ihr Krankengeld bei der Zahlstelle in Ober-Schöneweide erheben mußten. Hier aber wurde ihnen der Bescheid, die amtliche Auskunft sei unzutreffend, sie hätten ihr Geld bei der Hauptkasse in Berlin zu erheben. Manches Wort des Unwillens über eine solche Irreführung wurde laut. Aber den Betreffenden blieb doch nichts übrig, als nochmals' einige Stunden Zeit und einige Groschen Fahrgeld zu opfern, um schließlich zu dem ihnen zustehenden Krankengelde zu gelangen. Unzuträglickkeiten, wie sie bei der Auszahlung in Ober-Scköne- weide vorgekommen sind, haben sich sicher auch in anderen Orten ereignet. Es hat sich dadurch gezeigt, was von sachkundiger Seite vorausgesagt worden ist: die Organisation der Geschäftsführung der Allgemeinen Ortskrankenkasse für Niedcrbarmm ist eine völlig verfehlte, sie schädigt die Interessen der Krankenkaffenmitglieder. Die Fraktionen im Rathausc. Obwohl im Rathausc dar Kommunalfreisinn regiert, sind diese Herren doch in einige Gruppen oder Fraktionen getrennt. In der Sache kaum verschieden, gruppieren sich die Stadtverordneten in die Gruppe der Alten Linken mit Herrn Cassel als. Vorsitzenden(37 Mitglieder mit einem Hospitanten), Freie Fraktion mit Herrn Momnisen als Vorsitzenden mit 29 Mit' gliedern und Neue Linke, die Herrn Rhsenolv zu ihrem Vorsitzenden erwählt hat und die 17 Mitglieder zählt. Die sozial demokratische Fraktion zählt, wie wir mitgeteilt haben, 43 Mitglieder. Das Mandat des Genossen Hetzschold r u h t vorläufig/......•' Unterstützung mit„Naturalien" ist bei vielen Armenkommissionen der Stadt Berlin sehr beliebt. Die außerordentlichen Uitterstützungen, die an Stelle laufender Unterstützungen oder auch neben diesen als Zusatz be- willigt werden, bestehen oft in Milch, Fleisch oder andere» Lebens Mitteln und manchmal auch in Kleidung. Auf diese sogenannten „Naturalunterstützungen" kamen im letzten Etatsjahr(1. April 1912 pis 31. März 1913) allein 2S4 84S M. von überhaupt 1S49 33K M., die für außerordentliche Unterstützungen aufgewendet wurden. Im besonderen wurden bewilligt: auf armenärztliche Verordnuiig für 128 0ö7 M. Milch und für 12 702 M. Fleisch, direkt von den Armenkommissionen für 84 661 M. andere Lebensmittel (hauptsächlich Brot, Schmalz. Mehl, Gries, Graupe usw.) und für 26 428 M. Kleidung. Es scheint, daß bei den Armenärzten die Meinungen über die Notwendigkeit des FleischgeiiusfeS für Arme sich in neuerer Zeit sehr geändert haben. Gegenüber den lö 702 M. für Fleisck in 1912/13 standen z. B. in dem um ein Jahrfünft zurückliegenden Etatjahr 1907/08 noch Aufwendungen für Fleisch in Höhe von 27 716 M., während damals für Milch 102 124 M., für andere Lebensmittel nur 44 V71 M.. für Kleidung 16 828 M.. im ganzen für Naturalien 190 739 M., überhaupt für außerordentliche Unterstützungen 1 0ö8 219 M. ausgegeben wurden. Ob Geld oder Naturalien bewilligt werden sollen, darüber gelten in den einzelnen Armenkommissionen sehr verschiedene Anfichten und Bräuche. In 1012/13 waren die 22� 848 M. für Naturalien rund 16 Proz. der überhaupt für außerordentliche Unterstützungen aus- gegebene» 1 249 336 M. Der Anteil des Aaiuralicnwcclcs an dem Betrag der außerordentlichen Unterstützungen wich aber in den meisten Armenkommissioneu recht weit von diesem Durchschnitt ab. Die Anteilziffer blieb in vielen Kommissionen noch unter 10 Proz., andererseits ging sie in manchen über 30. 40. 20. ja über 60 Proz. hinaus. Woraus mögen diese bcdeuienden Unterschiede zu erklären sein? Nicht selten wird gegen einen Hilfeheischenden die Bewilligung von Naturalien statt baren Geldes als eine Art D iszip lin a rm a ßr e g el angewendet. Uns sind übrigens von Armen schon Anweisungen auf Naturalien gezeigt worden, die an Dürftigkeit wirklich nichts zu wünschen übrig ließen._ Zahl- und Meldestellen für die Berliner Ortskrankenkasse find: Zentrale für Melde- und UnterstützungSweien: Klosterstraße 71/72. für Zahl- und Rechnungswesen: Köpcnickcr Straße 80/82. 1. Klosterstraßc 71/72, Part., 2. Turmstraße 19, 3. Gerichtstraße 12/12. 4. Usedomstraße 7, 2. Lottumstraße 9, 6. Huselandstraße 42. 7. Rigaer Straße 27, 8. Große Frankfurter Straße. 137, 9. Engeluser 8, 10. Neukölln, Berliner Str. 21/23, 11. Blücherstraße 62/33, 12. Potsdamer Straße löc. Vorschriftsmäßige Meldesormulare sind in den Zentralen und in den Zahl- und Meldestellen unentgeltlich zu beziehen. Zum Zwecke der ordnungsmäßigen Erledigung von An- und Abmeldungen der Kafiemrnlglieder find die nachstehenden Borschtisten genau zu beachten. Anmeldungen und Abmeldungen find getrennt einzureichen. Beginn und Ende der Beschäftigung sowie Lohnänderuugen sind binnen drei Tagen zu melden. Für jedes Mitglied ist ein Meldeformular einzureichen. Die Benutzung anderer als der vorgefchricbcnea Mcldeformulure ist nach§ 12 der Satzung unzulässig. Die Bestätigung der Rieldnngeit erfolgt nur dann, wenn den Meldescheinen zur Rücksendung ein sranlierteS, mit Adresse versehenes Kuvert beigefügt wird._ Betriebsunfall bei Ludwig Löwe. In der Eisengießerei der Ludwig Löweschen Fabrik in der Huttenstraße in Moabit hat sich gestern morgen gegen 7'/� Uhr ein schwerer Unfall ereignet. Durch die UnvorsichiigkeU eines Arbeiters sprang eine mächtige, den Zugang zu einer Trockenkammer ab- sperrende schmiedeeiserne Tür aus ihren Rollen und begrub drei Arbeiter unter sich, die mit schweren Verletzungen in die nächst ge- legenen Krankenhäuser geschafft wurden. Wir erfahren darüber folgen- deS: Ueber der Eisengießerei der Fabrik von Ludwig Löwe u. Co. iu der Huttenstraße befinden sich die sog. Trockenkammern, mächtige Säle. in denen die halbfertigeu Gußstücke untergebracht werden und die durch riesige, zirka fünfzehn Zentner schwere schmiedeeiserne Türen nach außen hin abgeschlossen werden. Die Türen laufen auf Rollen in zwei Schienen und müssen infolge ihres großen Gewichtes stets von fünf bis sechs Arbeitern geöffnet und geschlossen werden. Gestern morgen war wiederum eine aus sechs Männern bestehende Kolonne mit dem Oeffnen einer solchen Tür beschäftigt. Die Ar- beiter stemmten sich gegen den Verschluß, dabei glitt die Tür aus de» Schienen heraus und stürzte mit lautem Krachen zu Boden. Während es drei von den Arbeitern gelang, sich noch im letzten Augenblick in Sicherheit zu bringen, gerieten die Arbeiter Preuß, Beussel- straße 42 wohnhaft, Grünberger aus der Emdener Straße 38 und Tiedicke, obensalls dort wohnhaft, unter die schwere Eisenmasse. Auf das Signal der unverletzt Gebliebenen eilten zahlreiche Arbeits- kollegen hinzu und mit vereinten Anstrengungen vermochte man schließlich die unter den Eisenmassen Begrabenen hervorzuziehen. Alle drei hatten das Bewußtsein verloren und wurden zunückst in die Unfallstation der Fabrik geschafft, wo der Arzt Schädelbrüche, Quetschungen des Brustkorbes und innere Verletzungen feststellte. Pa das Befinden der Verunglückten besorgniserregend war, wurde« Preuß und Grünberger in das Krankenhaus Moabit geschafft, während Tiedicke im Krankenhause Westend Aufnahme fand. Berliner Fleischprcisnotierung im Kleinverkehr. Die Frage: Wie ist die PreiSnolierung des Fle sckes im Klein- verkehr zu gestalten? wurde gestern in einer unier Leitung des Ge- Heimen Regierungsrats Vurkhardt im Polizeipräsidium einberufenen Konferenz eingehend verhandelt. Erschienen waren dazu die Ber- tretcr der Handels-, Handwerks- und Landwirtichaftskammer. des Statistiscken Amtes. Vom Fleischcrgewerbe waren anwesend Ober- ineister Kricscke, die Altmeister Burg und Fabienke und die Vorsitzenden des Fleischermeister-BezirksvercinS A. Fucks. Hoff- mann und Reuter. Man einigte sich, wie die„AUgemeiue Fleischer-Zeitung" berichtet, dahin, Berlin, gemäß dein Borschlage des Statistischen Amtes, in sechs Bezirke zu teilen. In diesen Bezirken sollen insgesamt etwa 120 Fleischermeister nach einem ganz de- stimmten Schema aAmonatlich die Preise für mittlere Fleisch- qualität angeben. In der Anleitung zur PxeiSnotierung heißt es: „Preise, die für ausnahmsweise besonders zurecktgescknirtcne oder durch Eutserming von Fett und Knochen usw. beionderS zureckt- gemachte Stücke vereinzelt gefordert und bezahlt werden, sind nicht anzugeben. Die von den einzelnen Meistern gemachten Angaben werden dann in einer Notierungökommission, in der das Statistische Amt, das Polizeipräsidium, die Landwirtsckasts-, Handels- und Handwerks- kämmer vertreten sind, bearbeitet. Welchen Wert die so gestalteten Notierungen für die Praxis haben werden, muß die Zeit lehren. Wie die Ergebnisse weiter gestaltet werden sollen, ob ui„höchst". „mittel" und niedrige" Preise eingeteilt, oder ob auch Durchschnitts- preise berechnet werden sollen, konnte noch nicht bestimmt angegeben werden. Die für die Abgabe von Preisnötierungcn vorzuschlagenden Fleischermeister werden von den einzelnen Bezirksvereineit demnächst der Polizeibehörde namhaft gemacht werden. Die Berliner Hochbahn ISIS. Die Hochbahn hat im Jahre 1913 rund 71 323 OtX) Personen befördert. Das Jahr zuvor waren cS rund 63,732000 Personen. Es hat also eine Zunahme von nicht ganz neun Millionen stattgefunden. Die beiden Zahlen lassen sich aber nicht vergleichen. Auch die von 1913 enthalten nicht die Ein- nahmen aus dem Verkehr der Schöneberger und der Wilmers- dorf-Dahlemcr Bahn und nicht den Lokalverkehr dieser Bahnen. Außerdem ist das Netz im Laufe des Jahres bekanntlich be- trächtlich erweitert worden. Am 1. Juli wurde die Linie Spittelmarkt— Alexanderplatz, am 27. Juli die Linie Alexander- Platz— Rordring eröffnet, am 12. Oktober die Linie Witteil- bergplatz— Uhlandstraße sowie die Linie Wittenbergplatz— Nürnberger Platz mit der Verlängerung nach Wilmersdorf— Dahlem. Vor zehn Jahren, im Jahre 1903 beförderte die Hochbahn noch nicht 30 Millionen Personen, nach dem cnd- gültigen Ergebnis 29628 443 Personen, also weit weniger als die Hälfte von heute. Die Straßenbahn der Hochbahn- gyseflschaft, die sogenannte Flachbahn Warschauer Brücke- Lichtenberg, beförderte im Jahre 1913 insgesamt 2151300 Fahrgäste gegen 2 235425 im Vorjahre. Sie vereinnahmte 154 909 M. gegen 139 704 M. im Vorjahre. Die Einnahmen der Hochbahngesellschaft haben sich in den zehn Jahren fast verdreifacht. 1903 vereinnahmte sie 3660814 M., im Jahre 1913 vorläufig 9373000 M. ohne die Anteile der Neben- bahnen._ Zeugen des Autouwbilunfalles am 13. August 1913 nachts in Charlottenburg, Hardenbergstraße(Nähe Knie), sucht der Verletzte. Steindrucker Max Pommert, Charlottenburg, Goethestraße 68 ill. Besonders der Kutscher des Kastenwagens, der im Augenblick des Unfalles die Unfallstelle passierte, wird um Angabe seiner Adresse gebeten. Zeugen gesucht? Personen, die am Sonntag, den 19. Oktober 1913. die Verhaftung eines Mannes in der Chausseestraße, direkt an der Panle, um zirka y.ß Uhr. gesehen haben, werden gebeten, ihr- Adressen an W. Goexn," Berlin X. 39, Pasewalker Str. 6, einzusenden. Bekleidet war der Mann mit braunem Ulster und hellen: Schlapp- Hut mit breiter Krempe. Die Leiche eiucs jungen Mamres im Alter von etwa 22 Jahren wurde gestern vormittag in der Havel am Ufer der Halbinsel Schild- harn aufgefunden. Man fand bei dem Toten eine Visitenkarte, die auf den Namen Ernst P r i e b e lautete. Anscheinend hat der Unbekannte Selbstmord begangen. Arbeiter-Bildnngsschule, Grenadierfiraßc 37. Morgen Sonntag. den 11. Januar, abends 6� Uhr. hält Frau Dr. Sophie Liebknecht den Schlußvortrag über„Meisterwerke der bildenden Kunst" im Schullokal. Eintritt für Mitglieder ftei, Gäste 20 Pf. Verloren. Ein brauner Holzkasten, enthaltend 31 Perbandsbuchcr des Deutschen Holzarbeiterverbandes, ist in der Gegend des Süd- ostenS verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, den- selben im Bureau deS Holzarbeiterverbandes, Orrsverwaltung Berlin, Rungestraße 30, oder im Lokal von Hermel, HolzmarU- jtraße 21, abzugeben. ÄB-SSiES AiSSSSS Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Parti ewareng., Tegel, Brnnow8t.49 F. Ziilat, Waidemarstr. 64 a. iauio-Fstirtctiüie B£ Annallen Arkona-Ead, Anklamer-Str. 34, Eiifllllt-SöaliitmÄÄ. Landsbergerstr. 107 OoUnowttr. 41. CEßtral-Bail Aa«?Äk IBad Frankfurt, Gr.Frkft.Str. 136. Lieferant sämtl. Krankenkaeaen Lad Hufeland, Hnfelandslr. 45. Kalier-Frledrl cha-Bad.Chirl.aüh, Kur-Bad Treptow, Bouchdgtr. 18 109 Soolqoeil« LIUUKIlUdu Friedriclist 8. Lief. a. Kail. National-Bad, Brunnenstr. S. Bad Ostend Original Lohtanair- Bad Waüatr..70 71 früh. Hansel Smtl. Bäder, auch, f. Krqnkenk. Passage- Bad ��7-7 Reform-Bad, Wiener Str. 65. Reform-Bad Wel&ensec, LatidersUOt Sciillier-ß3!SI»rstr.153a. Silesia sSSSkSe"" e Guramiivarcn R. Bänke, Stralauer Str. 66. Berkholz, KSpenickeratr. 70. A> E. Lange, Brunnenstr. 166 Liepe, Scbönoberg. Gnoevrildstr.lO. Mever,P.,Slilla.,BorIinerstr.49— 60 H. Neuach, Breitest. 24, Spandau. J. Ch. Pollmann, LoUrtegentr. 60. M. Spranger, Remickend. Str. IL Piacher- o. Hcntiitopoien C. Adameck, Nklln., Jonasatr. 23 A-Albat,Markt8t-12 13,ReiD!ekendort Aifcretht, E., Frnchtatr. 29. Landbrotbäcker. Herrn. Albrecht P. Andersdi, Zionskircbstr. 17. R. Anderson, Thüringerstr. 32 Asmus, Wilh., l'ici ermiiadentr. 11. K. Anst, Drontheimer Str. 40. U'llh. Easjje, Wiolefstr. 55,6. Willy Bär, Stromstr. 48. Faul Berger, Mirbachair. 23 P. B ethge, N Win, Kais. Fritdrieh! tili E. Beyer, XhornerBtr. 6. Josef Brelka, Kirchholstr. 46/47 AJickel, EllisgeM 33. Otto BUlepp, Kaslaciea-Allee 21 a. 69 Reinh. Blenkle, Wieaenstr. 19a' R. Block, Sorauerstr. 18. AIv. B amer, Romintenerstr. 40 Brotfabrik Helnersdorfer Mühle F.Bockenkamp,Camphauseust.6 PBulBochnlg.Kinkow.Garschatr.Il Rudolf BrechlIn,Ockerat. 3 Nklln. F. Breitkopf, Ezerzieratr. 19 a. Waldemar Brose, Drieseuerst.3 Hermann BuB, Grünauorstr. 12. Ewald Buchler, Waserstr. 47. Ernst Buller, Brüsseleretr. 43. Gust. Böhm, Gnbenerstr. 26 G. Büchner, Nordhauaenerstr.SS Alb. Dachwib, Kamerunerstr. 16. Davids Lumiiirot.itiidersdsrletS.r.Jä falis«dea»tr.41.tVaCiiisiui-. E.Elinttiktl. Paul Delly, Markusstralie 15. Albert Denkewitz, Jabloaskia'.r. 14 Doliwa, Ferdinand Torellstr. 4 Otto Donath, Stolpiscbeetr. 22. H. Donner, Dunckerstr. 78. Rud.Duncker, Pankow, liüklenst."! Fritz Eichler, Baatianstr. 18. W, Ernst, Pücklerstr. 42. Franz Faul wetter, Uanltallelitr.t7. Carl Feist, Friedenstr. 101. Frledr.Flemming, Boiliageaeritr.27. Paul Freitag, Stuttgarterstr. 13. E. Freyer, UnmeDslr. 72.£.Msrkuailr. R.Friedrich, Marienburgerstr. 38. HelnrlchFrlster.Faokow, Florast. 50 Roh. Gebier, Wildenbruobatr. 08. F. George, ifUdsimtkarsasriir. 23. Fritz Glauner, Chausseestr. SO, Oumnlor, K. Posenerstr. 16. Wllta. Oedt, Emdenerstr. 69. B. Gonsior, Treptow. Grltzstr. 65. 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Ernst Seifert, Reuterstr. 75 Robert Seil, Mainzerstr. 15 Reinbold Sperling. Jahna tr. 19. ESplettst5Scr,CharTottb.,Kantst.83 Otto Stieler, Warachauerstr. 69. P. Sygusch, Schönh. Allee 150 Georg Tank, Cbristburgerstr. 30 Carl Tänlges, Wildenowstr. 17 Carl Tennert, Schlesischestr. 19. E.Tcssmer.Betldeiuil.I23,8t!aleknl Emil Thomas, Voigtstr. 17 R. Tlttel, Nklln., Salchower»tr.23 Johann Troffer, Alleestr. 46 T..»tsnM Filialen in allen I Ul Dan Stadtteilen. F. Tzschetzsch, Wrangeist. 45 A. Unkrodt, Nklln., Weaerstr. 47. Otto Wagnitz, Mülleratr. 28 37. c Wackerhagen, PaDk.Bre1UQeatr.61 Max Waltor, Sebastianstr. 82 E.Weber, IToriizit.tg, Eeiaickenil.-O. KarIWelnholz, Kamerunerstr. 57 W.WcÜDitz.KopetDilciait.äWiüllseliat!? ArtburWesser, 8ckiUeipTcmeDade39 Clemens Welse, Jablonskustr. 1 Otto Winkler, Nsnnynstr. 73. Fr. Wittig, Nordhauseneretr. 23. O. Wolschendorf, Walieaaeratr. 23. Otto Wowerlers, Oldenburgatr. 8 Zachan, Gr.-Licbtert.,ClisiuueiL85s Faul Zaatrow, Stromstr. 33. 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Theater m Rolleatlorlplalz 5. Allabendlich 8 Uhr: Freddy nnd Teddy. Nachmittags 4 Ubr lll. Preise): Fran HöUe. Ideater des Westens. 8 Uhr: Folenhlnt. Mittwoch n. sonnobend nachm. 4 Uhr: 086 taploe« Lehn« idorlsin. 8 Uhr Kesills!ii-Ilisglösu?- Hoheit— der Franz! Musilalische Krotesle in 3 Alten von Artur LandSbtrger und Willi Wolff. Musik von Robert Winterberg. Morgen u. f. Tage: tiohstt. dse Frsiir! Sonntagnachm.: Lehlatsszsn kontra!. Trieiir.'MellvMllt. Theater. Zum 275. Male: Die Kino-Königin. Lverelie in 3 Allen. Kaiseneröffn. 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Heule nachm. 3 U.; Klassikarvorst.; Emllia Galotti. Morgen Sonntag. nachm. 3 U.: 0. 1(eu*ehe Susanne. OSE=THEATE (Sirene irrankiurter Str. 132. Nachmittags 4 Uhr: Hünsel und Gretel. Abends 8 Uhr: Der Schttrsenläger. Sonntag, 3 Uhr: Lenor«. Somnag, 8 Uhr: vor Sclitlrrenjllger URANIA TaubenstraBe 48/43. 8 Ubr: Hit Ballon und Flugzeug über Berg and Tal. Das Programm der Hörsaal- Vorträge im I.Quartal 1314 ist er- schienen und lost enios erhältlich. Veut8elie5 M8tlertdeater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse; Nollendorf 1383. Sonnabend, 8 Uhr: Sctiirin und Gertraude. Sonntag 3 Uhr: Der Biberpelz. 8 Uhr: Schlrln n. Gertraude. Letzte Tage: SO wilde Weiber Männer nnd Kinder. Der unersättliche Froschschlucker. -- Eintritt 50 Pf. Soldaten und Kinder 35 Pf. Neues Programm. Yvette— Robert Sleidl— Willi Pantzer Co.— Hau-Ping-Chien- Truppe— Paris-Trio— Charlene ii. Charlene. Farben-Ballett. Wysto». Whyss. Robert u. Robert. Bowden u. Stol. „Perslen" Ballettdlvertlsscment Kostiime v. Paul Poiret, Paris. Morgen; Nachmittagl»'s, Uhr|. yorstellg. Kleine Preise! Bauchen gestattet! Metropol-Theater. Abends präzise 7 Uhr 55: Hie Heise ooi die Erde in 40 Tagen. S*S"'s Nuilerl. HetUlein-gy- Der Stolz der drillen Kompoinle EinLaehcrroIcchnCj (Iclcben Sonntag 31/} I hr i Vollständiges Abendprogramm Kleine Preise. Vereinigte Berliner Volkabülmeu. Lniscn-Theater.| Walhallzs-Theater. 4 Ubr: Aschenbrödel. Täglich 8»/. Ubr: S'i.U.:DelnesBradcA*» Weib. Nur noch wenige Ausführungen: Schauspiel in S Bildern.| Wolkenbnmmler. :: Berliner:: Konzerthaus Jg„CIob" - Hauerstrafle 82.— Zimmerstraße 88/81 Großes Doppel-K-onzert! Musike. 4. Gardc-Reglraents z. F. Dirigent: Obenu. Schräder und Tcgernseer nnd Zillcrthaler Masikanten, Dirig. Hans Starp. Anfang 8 Uhr._ Eintritt 50 Anfang 8 Uhr. Morgen: Oroßes Triple-Konzert! ~jgä Srsusrel Trlefirichshaln Gr iflk Täglich: ®as stImmnngaiToUstc 9 chRD Bayr. Bockbier-Fest. Mittwoch: E 1 1 1 e- T a g. B 2 Pf erde- Wettrennen. Donnerstag: Elite-Tag; Geschenkhagel und Ueberraschungen. Zlftgs i. Sctiiimii. Heute Sonnabend, den 18. Januar, abends 7'/, Uhr: Hlgh-Iiife-Evenlng. U. a.; Dir. Alb. Schaniann mit seinen neuesten Original- Schul- u. Freiheitsdressuren. -Afacher Jockey- Akt Lamkin-Remsoh-Xruppe. Original Elttle Freds mit ihren kunstroit. Hunden. Cevcn-Trnppe 3 Damen, 3 Herren, in ihrem akrob. Tanz- u. Drahtseil-Akt. der Derby-Favorit 1914. Sontag, den 11. Januar, nachmittags 3 Uhr; Aufführung d. neuen Ausstattuhgsst..Tipp'. Folies Gaprice. Anlang präzise «-/.Uhr Der Kncknck. ManöTerschwlndel. Die Samnels. Casino= Theater Lothringer S träne 37. Täglich 8 Uhr, Rur noch bis TouuerStag. de» 15. Jauuar: Ferdmand der Tugendhafte. Freitag. 16. Jan., zum t. Male: „Tie olle Webern". Sonnt. 4 U.: Geheimnisse v New York. Volkstheater Neukölln. Hermliunstraste 130. Sonntag. 11. Januar: � Der Schwur od, Im russischen Kerker. Schausp. in 4 Alt. von Karl Helmin. Ansang 8 Uhr. Montag. 12. Januar: Tagebuch einer Verlorenen. Lebensbild in 5 Akten. Ansang 8'/. Uhr. ODEON Vcrgiiägnngs- Palast NT der 10 000 imä Potsdamer Str. 72 mÄ" Uente Sonnabend: leginn der lockbier-Saison. und andere Attraktionen! Kabarett) frei" TaUZ in der großen Arena. Humorist. Oberlandler-Kapelle. Italien. Bersagiieri-Orohester. Anfang 7'/, Uhxl.... 3(1 Pf Sonntag»„ j Eintritt tvl l Zirkus Buseb. Heute Sonnabelid.den 10. Januar, abends 7'/. Uhr Große Gala-Vorstellung. II a.: Marino, der Bezwinger| des Autos. Ferner die egneftr. Neuheiten: Movellos Drefsur-Akt sowie Herr dcaii Bono mit 1K Schimmelhengfte». Z u»l S ch l u si: „IPompvjji". Orig. AuSitattungS»Pantomime des Zirkus Busch in 5 glänz. Akte». I Voranzeige. Sonntag 2 gr. Porst. I Nachm. 1 Kind unter 10 I. frei. Trisnon-Theater. Täglich abends 8 Uhr: Anatoles Bochzcit. Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Neu: No. 13! Urkomische Burleske. Ansang S Uhr. Sonntag nachm 3 Uhr zu ermäf). Preisen: Eine Hochzeit in derlliersiraSe, Voigt- Theater Badftraste 58. Morgen Scimlag. den 11. Januar.' Nachmittags 3 Ubr: Don Beza- Senator. AbcndS 7 Uhr: Der Trompeter von SOkkingen. Romant. Schausp. m. öcf. in(5 Bildern. Kassenerösfn. 1p Uhr. Ans. 3 u. 7 Uhr. Admiralspalast El«- Arena Heute I. Admirals- Redoute. Die 2 besten T anzcrchoster Berlins Einfidsholer u. 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Bclbandsangelegcnheitcn. � Mitgliedsbuch legitimiert.---------- Der wichtigen Tagcsordnnng wegen ist es Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen, zahlreich zu erscheinen. Montag, den iri. Januar 1911, abends S1/- Uhr: Branchen- Versammlung sämtlicher in den Wagen- u. Karosserie- Fabriken beschäftigten Metallarbeiter im Gewerkschaftshause, Engelufer 13, Saal 3: Tagesordnung: 110/8 1 Lorlrag des Kollegen A. Wuschick über:»Der Kampf um das KoalitionörechP. 2. Branchenangelegcnheitcn. Zahlreichen Besuch erwartet_ Pie Ortsvcrwaltnng. Verwaltung Berlin. Theater-Tischler. Sonntag, den 11. Januar 1911, vormittags 1« Uhr, bei Greive, Rungestr. 39: Vertrauensmänner- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes. 2. Bericht der Werkstativertrauensleute. 8. Ausstellung der Kandidaten für die Delegiertenwahlen zur General- Versammlung, i. Bcrbandsangelcgcnheitcn. l—r— Jede Werkstatt mus: vertreten sein.---------- Mitgliedsbuch und BcrtraueuSmänuerkarte legitimiert. 81/13 Die Ortsvcrwaltnng. Zweigvemn Berlin. Sektion der Bauhilfsarbeiter» Sonntag, dc« 11. Januar 1911, vormittags 10 Uhr; Mitglieder-Versammlung in Anton BoekcrS Festsäle». Weberstraszc Nr. 17. Tagesordnung: 1. Ple Arbcltslosennnterstiitznng Im Banarbclter- Terhand.— 2. Lahresbericht.— 3. Neuwahl btt Eettwnsleitung.— 4. isettionSangelegenheiten. 110/3* Leder Hiljsarbeiter, gleichsicl welcher Gruppe, muß erscheinen. Per Vorstand. Bekanntmachung betreffend die Wahlen der Berlrctcr und Ersatzmänner zun: Ausschuß der OriskmkeililFe für die Graittbe der Tislhier und Piallsstrttsrbeittr w Kerli«. Auf Grund des Z t>3 der neuen Kassmiatzung find für die Wahlperiode vom 1. Januar 1914 biS zum»1. Dezember 1917 von den Ver- sicherten und den bei der Kasse zuständigeu Arbeitgebern Vertreter zum Ausschuß zu wählen und zwar: -10 Vertreter der Versicherten und 80 Ersahmänner, SO Vertreter der Arbeitgeber und 40 Ersahmänncr. Die Wahl hat in getrennter Wahlhandlung nach den Bestimmungen der der«Satzung beigegebencn Wahlordnung zu erfolgen. Wahlberechligt sind volljährlge Arbeilgeber und Versicherte, welche der Kasse angehören. Die Versicherten, sowie die Arbeitgeber müssen das Wahlrecht in Person aus- üben. Wählbar sind nur vollsährige Deutsche. Die Arbeitgeber können auch als Vertreter und als Ersatzmänner zum Ausschuß bevollmächtigte Betriebs- leiter, Gcschäftssührer und Betriebsbeamte der beteiligten Arbeitgeber wählen. Die Wahl der Versicherten sindet statt am Montag, den 23. Fcbrnar 1914, in der Zeit von 3 bis 9 Uhr nachmittags im Gewcrkschaftshans, Engcluscr 15; die Wahl der Arbeitgeber an: Montag, de» 33. Februar, in der Zeit von 5 bis 8 Uhr nach- . mittags, Oranienstr. 173 bei Herrn Bruno Wildlöf. Jeder Wähler, welcher an der Wahl teil: ehmen ivill, erhält aus sein Verlangen an den dem Wahltag vorangehenden 11 Tagen nachmittags von 1 bis 7 Uhr in: Kassenlokal eine W'hlkarte ausgehändigt, die am Wabltagc als Ausweis über seine Wahl- und Stimmberechtigung dient und welche er dem Wahlausschuß oorz weisen hat. Aäliler, die nicht im Besitz einer Wahl- tarlc sind, können nur zur Wahl zugelassen werden, wenn sie in einer samt- liche Mitglieder des Wahlausschusses überzeugenden Weise ihre Wahl- berechtiguug nachweisen können. Freiwillige Mitglieder können sich durch ihr Mitgliedsbuch legitimieren. Der Wahlausschuß am Tage der Wahl ist besugt, die Wahl- und Slimv'.bcrechtigung jedes Wählers bei der Wahl Handlung zu prüfen. Die Wähler können die Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnifse während der Zeit vom 13. Januar bis 30. Januar, nachmittags von Ä vis 4 Uhr. im Kossenlokal einsehen. Einspr che Hegen die Richtigkeit der'ich aus dem Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnis ergebenenden Wahl- und Stimmberechtigung sind bei Vermeidung des Ausschlusses spätestens bis 4 Wochen vor der Wahl unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Äaffcnvorstand einzulegen. Der Wahlvorschlag des Vorstandes, zu dessen Ausstellung der Vorstand nach§7 der Wahlordnung verpflichtet ist, liegt in der Zeit vom 47. Januar biS zun: 20. Januar im Kaisenlokat zur Einsicht aus. Wir fordern nunmehr die Wähler(Vcrsichei lc und Arbeitgeber) auf, bis spätestens den 20. Januar Wahtvolschläge bei dem Kastenvorstand, getrennt sür Versicherte imd hlrbcitgcbcr, einzureichen. Die Stimmabgabe ist an diese Wahlvorschlägo gebunden. Die Wahivorschläge müssen von mindestens je 10 Wahlberechtigten der betreffenden Gruppe mit zusammen mindestens 30 Stimmen unterzeichnet sein. Die einzelnen Bewerber sind unter sortlauiender Nummer aufzusühreii, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt und tiach Familien- und Vor-(Ruf-)i:amen, Beruf und Wohnung zu bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den -Wahlvorichlägcn sür Versicherte ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. Bei den Wahlvorschlägen für Slrbcitgcbcr iit eine solche Erklärung nur erforderlich, soweit ein vorgeschlagener Bewerber nach sj 17 der Reichsver- sichcrungsordnung zur Ablehnung der Wahl besugt i't. In jedem Wahlvorschlag ist senier ein Vertreter des Wahluorschlages und ein Stellvertreter zu bezeichnen. Ist dies unterblieben, fo gilt der erste Unlerzeickmete als Vertreter und, soweit eine Reihensolge erkennbar ist, der zwecke als Slellvertreler. Der Wahlaorschlagsverlreter ist berechtigt mid verpflichtet, dem Vorstand zur Beseitigung etwaiger Anstände ersvrderliche Erklärungen abzugeben. Tic Wahivorschläge sind ungültig, wenn sie ver- spätet eingereicht werden. Die zugelassene» Wahlvotschläge liegen 11 Tage vor der Wahl im Kassenlokel aus und löimen von den Wählern in der Zeit von 2 bis 1 Ahr nachmittags eingesehen werden. Berlin, den 9. Januar 1914. 266/18 Der Vorstand. E. Boeskc, Vorsitzender. O. Llube, Schriftsübrer. Inventur- Ausverkauf! 20000 Paar Schuhwaren Damen- Lackstiefel Herren- Lackstiefel moderne Formen moderne Formen Q®® erslaunllth heraftftesetzt O O Kinder- Stiefel 27/30 065 Kinder- Stiefel 31/35 Ol5 Bahnhof Börse RosenMetStr.SC-u Sonntag» von IS bis 2 Uhr geStinet. Hackescher Markt «t Qewerkschaftshans Sockbier-jlnsticb GMOGMSGGMMl P. q ist ber schö liste Ausflugsort? U � Immer noch Ptchelstverderz a$ecrÄ" beim Alten Freund. Jedes Wort 10 Pfennig. 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Redakteur nlit umfassender politischer Erfahrung und hervorragender journalistischer Fähigkeit wird für die„Dres- bener VolkSzeitung" gesucht. Meldungen bis 20. Januar an Kaden u. Co., Tnesdeu-A., Wettinor Platz 10, erbeten. �rbeitsmarkt. SlellenALsuche. HauSbnrsche. Suche sür meine» Sodn, 17 Jahre att. ehrlich und fleißig, eine Stellung als HauSburlche. gleichviel welcher Branche, bis jetzt iu Restauration tälig gewesen. Offerten erbeten an Ernst Dalibor, Teltow, Hoher Steinweg 11. lÖäUl • itraße).__ 7/3 zu achten._ lauia" svaucn u.-...... Alfred Wielspp, NeuMu. Für den LnseraLemteÜ verantw.: Th.Glock-, Berlin. Druck u-BerlaglBerwärtS Buchdruckerei u. Bcrlägsanstalt Paul«slnger Li Co, Berlin dW. M.a.w» KM-SeilM in„Potniarlo" fiir Sikn-Itlfllfii.»—«■ Nnbaild der fosiflliifinoktnt. Wchlmkinc Knliiis»nii Umgrgrnd. Parteigenossen! Die neuerdings immer schärfer einsetzende Hetze um die Berschlcchterung des Koalitionsrechts fordert zu energischer Abwehr heraus. Um die Bevölkerung Berlins und der Um gegend über däs verbrecherische Treiben der Scharfmacher auf- znklären nnd um die Forderungen der organisierten Arbeiter- schaft zu präzisieren, findet am Sonntag, den 1t* Jannar, eine allgemeine Flugblattverbreitung in den sechs Berliner Wahlkreisen und in folgenden Vororten statt: Köpenick, Neukölln, Lichtenberg-Friedrichs- felde, Pankow und Weihensee. In allen übrigen Orten der Kreise Teltow-Beeskow «nd Niederbarnim wird die Flugblattverbreitung noch besonders bekannt gemacht. Anschließend an die Flugblattverbreitnng werden am Dienstag, den tZ. Januar, in den vorbenannten Orten Versammlungen abgehalten. In Adlershof und Weihensee finden die Versammlungen am 14. Januar statt. Weitere Versammlungen sind in Vorbereitung und werden den Genossen rechtzeitig bekanntgegeben. Der Akrionsausschuh. Vorortnachrichten. Lichtenberg. Aus der Stadtverordueten-Vcrsammliing. Ueber die Vorlage, betreffend die Arbeitslosen- Fürsorge, haben wir bereits gestern berichtet. Zu Anfang der Sitzung h-kr, wie alljährlich, die Bureauwahl vorzunehmen. Wie- dergewählr wurden zum Vorsteher Direktor P l o n z, zum Stell- Vertreter Genosse Grauer, als Beisitzer Genosse A. Becker und Stadtv. B. Becker. Bei der Vorslchcrwahl gaben unsere Vertreter weiße Zettel ab, während bei Gr a u e r S Wahl die Mehrzahl der bürgerlichen Vereinigung unbeschriebene Zettel in die Urne warfen. In den Wahlausschuß wurden wiederum die Genossen Becker, Grauer, John und Linke gewählt. Der Magistrat hatte eine Vorlage unterbreitet, durch die er Zustimmung zur Gründung einer Betriebskrankenkasse für die in städtischen Diensten befindlichen Personen beantragt. Er empfiehlt seine Vorlage durch einen Hinweis auf die guten Erfahrungen, die in anderen Städten mit abnlichcn Einrichtungen gemacht worden seien, sowie auf den Umstand, daß die projektierte BetriebStasse von vornherein— nach den„mit großer Vorsicht" aus- gestellten Berechnungen des Magistrats— mit einem„nicht un- ivcsentlich geringeren Beitragssatz, als die Allgemeine Ortskranken. kasse auszukommen vermag" und daß begründete Aussicht vorhanden fei, die Beiträge noch weiter zu ermäßigen oder die Leistungen über die der Ortskrankenkasse zu erhöhen. Daß aber et>va die Versicherten-Vertreter im Ausschuß oder Borstand der Kasse Ent- lassungen zu gewärtigen hätten, wenn sie mit ihren Ansichten in Gegensah zu denen veS Arbeitgeber-Vertreters kämen, oder daß längere Zeit Erkrankte entlassen würden, seien grundlos« Be- fürchtungen. Die Versicherten selbst hatten in einer vom Bureaudirektor Krüger geleiteten Versammlung am 14. November e i n st i m m i g eine Entschließung gefaßt, durch die sie die Errichtung einer Bc- triebskrankenkasse ablehnen. Zu der Versammlung war kein einziger bürgerlicher Stadtverordneter erschienen, wohl aber von unserer Fraktion die Genossen Grauer, Ritter, Kreh- sing, Kertscher und Cohn. Trotzdem nun die Tatsache vorlag, daß sich Versicherte strikt ablehnend verhielten, hat der Magistrat dennoch die Vorlage unterbreitet. Genosse Peter- Hansel legte in sachkundiger Weise die Gründe dar, die unsere Fraktion vcranlaßten, sofortige Ablehnung der Vorlage zu empfeh- len. Auch die Bürgerlichen schienen wenig Gefallen an der Vorlage zu finden und wünschten sie in einer Kommission begraben zu sehen. So wurde auch nach Anficht des Bureaus beschlossen. Nach- träglich stellten sich jedoch Zweifel ein, ob diese Feststellung richtig sei, doch lehnte der Vorsteher, der kaum eine Stunde vorher„un- parteiische Geschäftsführung" von neuem gelobt hatte, eine noch- malige Abstimmung entschieden ab. Festgehalten zu werden ver- dient, daß es ihm„unangenehm aufgefallen">var. als Genosse Witzle durch Befragen festzustellen versuchte, welches tatsächlich das Ergebnis der„öffentlichen" Abstimmung war. Herr P l 0 n z! War denn Ihrem Gedächtnis so ganz jene Erklärung entschwunden, die, mit 32 ilnterschriften versehen, sogar da? Wahlgeheimnis öffentlich preiszugeben beabsichtigte?— Ehavlotteuburg. Sturz aus dem vierten Stockwerk. Ein aufregender Vorfall hat sich vorgestern in dem Hause Sophie-Charlotte-Straße 84 abgespielt. Die dort wohnenden Eheleute G. waren vor einigen Tagen in einen heftigen Streit geraten, der zur Folge hatte, daß der Mann schließ- lich die Wohnung verließ und nicht mehr nach Hause zurückkehrte. Das Fernbleiben ihres Mannes versetzte Frau G. in hochgradige Aufregung. Als auch vorgestern ihre Nachforschungen nach dem Auf- enthaltSort des Mannes vergeblich blieben, schloß sie ihre drei Kinder in der Stube ein und stürzte sich aus dem Küchcnfenster der in dem vierten Stockwerk gelegenen Wohnung auf den Hos hinab. Die Be- dauernswerte erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und ivurde in sehr bedenklichem Zustande nach dem Krankenhause Westend geschafft. Der Kinder nahmen sich Verwandte der Frau an. Neukölln. Aus Leserkreisen geht uns folgende Beschwerde mit der Bitte um Veröffentlichung zu: „Auf Grund der Bekanntmachungen an den Anschlagsäulen so- wie der Mitteilung des„Vorwärts" bezüglich des von der Stadt Neukölln veranstalteten Vortrags„Mit Film und Kamera durch Spanien" begab ich mich nach der Realschule. Es war 8 Uhr. An der inneren EingangStür prangte folgendes Plakat:„Wegen Ueber« füllung des Raumes können Zuhörer nicht mehr zugelassen werde»'. In dem freien Vorraum an der Straße hatten sich etwa 2 nr c r S t t. 5 1, versammelt, finden in der nächsten Zeit folgende Veranstaltriligeir statt: Sommdend, den 10. Jäinmr, abends 8'/- Nür; Heiterer Abend im Stadtpark 1 Donnerstag, den lö. Januar: Lcscabend(Lesstngs„Minna von Barnhelm"): Eomrtag, Warenhaus Lachmann& Scholz TurmstraRe 76 Ottostraße I Ein Posten Spitzen Meter I Pt. Großer Inventur»Ausverkauf! Verkauf billiger Gelegenheitsposten! Enorm billige Preise! MM" Enorm billige Preise! Viktoria-Erbsen... dm.[Iti Geschälte Erbsen.. m 22 pi Grüne Erbsen.... pm. ITpi Kleine Unsen.... pm 17pf Weizenmehl...... pm. Iöpi Kleine Bohnen.... m jjpf. Billige Lebensmittel! Prima Rotwurst... pm. 48 pf Zwiebelleberwurst. pm. 58 pi Berliner Mettwurst, pm 80h Landleberwurst.... pm 95 n Fleischwurst..... pm 95 h. Brüh-Polnische.... pm 70 pf Holst. Zervelatwurst pm 1.25 Stettiner Teewurst. m 1.35 Meckl. Zervelatwurst pm 1.45 Thür. Salami..... pm 1.55 Knoblauchswurst... pm, 1.30 Braunschw.Mettwurst pm. 1.15 Türk. Pflaumen.. pm. 33 n Bosn. Pflaumen... pm 45 n Backobst....... pm. 38 n. Birnen......... pm 58 h. Ringäpfel....... pm. 55 n. Aprikosen....... pm. 78 w. Apfelsinen.... Dtzd. 40 Pf., 30 Pf. Mandarinen, große Frucht.. Pfd. 25 Pf. Zitronen........ Dtzd. 35 Pf. Kasseler Rippespeer. Pökelkamm..... Rflckenfett und Liesen Pfd. 96 u. 88 Pf. .. Pfd. 85 Pf. .. Pfd. 68 Pf. den 18. Januar: Führung ijurrff iti Zsawrklmde-Museurn sZiShereS über Sicfffunft ist im Jugcn&bpm zu erfnfjven); DienSlag, den 20. Januar: Bortraa des SchrntstellcrK Herrn. E. Keuter� über Geschichtsauffassung; Donnerstag, den 22. Jaiiüar: Leseabend; Sonntag, den 25. Januar: Ausslug nach Machnower Schleuse(Treffpunkt'l£ Uhr im Jugendheim); Donnerstag, den 29. Januar Leseabend. " JI Biershof. Sonntag, den 11. Januar: Besuch de» Bau- und Verkehrs« mwduni�. Treffpunkt 10 Uhr. MUtwoch, den 14. Januar: HandarbeitZabend für MZdchen. SS ist dies deid erste der eingeführten Handarbeilsabende. Dieselben sollen regel- mäßig Mittwochs fortgesetzt werden. Die Eltern werden gebeten, ihre erwachsenen. Töchter hierauf ausmerksam zu nmchen. Deutschs Slrheiter-Wanderbunp»Tie Siaturfrennde«. Segen der ain Sonntags, den 11. Januar, stattfindenden Flugblatioerbreitimg fallen sämtliche Touren d(ir Groß-Lerliner Ortsgruppen� aus. Z?reiret!gtoIc.Geinetnde. Sonntags 11. Januar. oonnittagS 9 Uhr. .Pappcl-Allee lö/17:>Nevlölln,.Jdealpassagc�; Tegel, Babnhosstr. 15, und Lder>Schönewcidc, Alinastr. 2: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags lt Uhr, Kleine Fraitkfurter Straße 6: Vortrag von Herrn Dr. M. Sric: .Die Bildungvdes Willens und die Disziplin der Affekte."— Damen und Herren als Gäste willkommen. Allgemernc.«ranken- und Sterbrtaffc, der Metallarbeiter. (B. a. G.) zu lki�mburg. Fi l i a I e- P a nk o w. Sonnabend, de» 10. Januar, abends!» Uhr: Milgliederversammlutkz bei Schröter, Flora« ftraße 5/S. Sonnabend, den 17. Januar, fällt der Zahlabend de» Stüter- sestes wegen auS. Oriefkasten öer Reüattion. -> rte t-rtstische epreqitvn»« ftadet ttiud-akl»»«« SS, ,»r» vier rreppe» Fahr stuhl—, wochentästich von tth bis 7V, Uhr-deud», S-n-atend», Vau tth»ts 6 Uhr atcnds statt. Zeder für deu Bttcfkastrn»cftttamteu A»fr-«r t» eio Buchstade und eine Zahl cht« Mertzrichru detzufü»-».«rtefftche itutwott wir» nicht erleilt. Antragen, denen leine»»onnementSqniwtns beigetüs« ist. ,rrd-n nicht denntwortet. Eilige Fragen trage man t» der Svrcchftnnde vor. St. W. I3V. Schicken Sie die Karte mit erneuter Anfrage ein.— Pfleating Nr. 1. Ein Erbrecht haben Sie nicht, jedoch einen Anspruch aus Mielsentschädigung bis zum f- Oktober. Diese, Ansprüche machen Sie dem Nachlaßpfleger gegenüber geltend.— Wu Stt. 100. Ja.— F. R. Ihr Betrieb ist meldepflichtig, und zwar bei der Nordöstlichen Eiken- und StahtberusSgenossenschast in Berlin, Gartenstr. 16/17.— H.®. 9. 1. In vollem Umfange nur dann, wenn die Ausnahme in die Klinik mit Zu« stimmung der Kasse geschehen ist. Andernfalls haftet die Kasse nur für die statutarischen Rcqellcistungen. 2. Nein. 3, Voraussichtlich an die Mutter des Kmdes.— H. P. 36. Ja.— E. D. Falls die eidesstattliche Ver« sicherung falsche Tatsachen enthält und bei der Behörde eingereicht ist, kann Bestrafung eintreten— H. X. 84. Bor dem 1. 1. 1912.— 04. B. T14. Falls Sie die Aeußerung des Wirts beweisen können, können sie vorzeitig ausziehen und Schadenersatz verlangen.— Gas 33. Leider ja. Wir haben die Angelegenheit auch bereits im.Vorwärts" besprochen.— O. S. 34. 1. Zu gleichen Teilen. 2. Nein.— W. II. W. Nein. — P. 32. 1. Ja. 2. Die Einbehaltung ist unzulässig. Wegen der Jnvalidcnkarte wenden sie sich an den Amtsoorsteher. Wegen Herausgabe der übrigen Sachen bleibt nur Klageerhebung übrig.— G. H. 47. Ja.— St. 47. Es bedais keiner neuen Erklärung,— R. S. 36. 1. Zlein, sosern das Testament sormgültig ist. 2. Ja.— A. B. 100. Wir müssen es ablehnen, Ihnen einen Detektiv nachzuweisen.— N. S- 100. Falls Ihre Familie ihren Wohnsitz hier behalten hat, nein, andernsalls ja, soweit die Gemeinde- einkommenfteuer in Frage kommt. Ein Antrag wäre bei der Stcuerdepu- tation zu stellen.— I. G. 7,5. Falls die Hypothekenforderung im Grund- buch eingetragen ist, sind weitere Schritte" nicht erforderlich. Die Ein- tragung erfolgt aus Grund einer notariell beglaubigten Urkunde. — S. P. 105. Ja.— 300 Neukölln. 1. Artikel 40 der preußischen VersafsungSurktlnde 2.§ 53 Absatz 3«trasgefetzbuchs. 3. Ja.— H. 101. Unseres Erachtens nein.— W. F. Neukölln,"l. Ja. 2. Nein. — 201. K. 55. Falls die Ware zum Privatgebrauch geliefert ist, ist Verjährung eingetreten. Hat der Schuldner die Ware aber in einem Gewerbebetrieb verwandt, liegt Verjährung nicht vor. — M. W. 2. Im Berliner Adreßbuch Test II finden Sie die gewünschten Adressen. Private Geschäfte empfehlen wir prinzipiell nicht.— 201. B. Beantwortet in der Nummer vom 8. Januar 1914.— W. Tch. 100. .Nicderrheinische Voltstribüne" Kreseld. Breitestr. 62. Alles Nähere daselbst. — BS. 91. 5. Wir können nur immer wieder raten, fich an einen Arzt zu wenden. Nicht quacksalbern l— E. H. 4. Rechnungsstelle I der Volks. jürsorge, Berlin SO. 16, Engeluser 18 III. Dort erhalten Sie die ge- wünschte AuStunst.— N. S., Gnesen. Wolle Sie, bitte, genauer an« geben, welche sozialpolitische Zeitungen Sie meinen, ob liberale, demokratische oder Arbeiterblätter. Ob auS Städten oder Provinzen und hauptsächlich aus welchen. Ferner bitten wir um genaue Angabe Ihrer Zldresse. um Ihnen dann per Post dienen pt Ornat. — St. 46. 1. Innerhalb 3 Monaten, von der Rechtskraft des Bescheides der Staatsanwaltschaft ab gerechnet. 2. Nein. 3. Eine Vollmacht ist nicht notwendig.— O. 91. 36. 1. 1200 Beitragswochen, sosern nicht eine Ab- kürzung der Bartezeit eingetreten ist. Ob das der Fall ist oder nicht, läßt sich nur nach Kenntnis der näheren Umstände beurteilen. 2. Berufung kann beim Oberversichcrungsamt eingelegt werden, erscheint aber, wenn nicht ein gegenteiliges Gutachten beigebracht werden kann, ausfichtslos. 3. Ja, Zlllgememe Ortskrankenkasse.— K. Cl. 22. 1. Das Gesetz läßt das zu. In der Regel werden aber Anträge nach so kurzer Zeitdauer ab- gelehnt. 2. Lindenstr. 2, Obmann E. Böske.— R. 12. Ihre Angaben reichen nicht ans, kommen Sie in die Sprechstunde.— C. X. 50. Unseres Erachtens nein.— 91. I. 30. Sie sind versicherungspflichtig, der Arbeit- geber muß Sic anmelden.— K. L. 11. Nur dann, wenn die Frau In- baberin des GewcrocdetriebcS ist.— C. T. 6. Falls rechtsrheinischer Baner, ein Ehefähigkeitszeugnis der Hcimatbehördc.— K. V. 103. Anmeldung bei der Ortskrantenkasse in Charlottenburg, Rosinenftraße 3.— A.E■ j Juli . 2.«■-Hv-,,■. ■ S,, v- A-i«-v.■- .MM .-'i.9�'-...'. v' 016 jS. OiK t-- KMÄl■■■ " 1. ä-'-.v. n i i Geld Vte;:'■ ■; M; Ü-:..V. �'■/-."■•�4 V,'; Wir fanden bei der letzten Inventur* Aufnahme teilweise HJesenläger vor und werden diese Waren zum Teil unterm Einkaufspreis abstossenl Kleider- und Seidenstüfle Wiener Blusenstoffe»n.« won., früherer Preis Ms S.85..... Meter Wollene rfusenstoffe früherer rreis Ms ZJO.. Meter 1.25, Streifen- und Schottenstoffe reineWoUe, Iriib. Preis b 1.95, Mtr. 1.10, Kostüm- Stoffe en»u. eher Art. früherer Freie hie 1.85... Meter 95, Kostüm- Stoffe e». u»«-> dren. früherer Preis hie 8.50.. Meter 1.95, Kleider-Volle.».rt. str.it.a, früberer Preis bis 3-25..... Meter Blusen- und Kleiderseiden früherer Preis bis 3.O0.. Meier 1.95, Cräpe d6 Chine tmit. reine Seide. schöne Farben........... Meter Eolienne Jacquard eebsneFerhea. ea. 110 cm br.t früh. Preis bis 8.50, Mtr. Satin Grenadine rem. seid«. doppelthrelt............. 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