Nr. 15. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreic Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitunas- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Grpedition if an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Polizei Freitag, den 19. Jaunar 1894. Wollte sie provoziren? Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Unbesonnenheiten hinreißen zu lassen. Diese Aufforderung wurde Wir wissen, daß unter dem Sozialistengesetz von Seiten von den Versammelten buchstäblich befolgt. In geradezu Arbeitsder reaktionären Parteien Alles aufgeboten ward, um die musterhafter Ruhe verließen die Massen der Arbeiter und die Sozialdemokratie zu Butschen und losen, bei denen auf jedem Gesicht Hunger und Sorge ihre Züge gegen die Arbeitslofen! Endlich eine That! Nachdem das Reich und die Re- vor die Flinten und Kanonen der gerüsteten tief eingegraben hatten, die Brauerei, und gingen, ohne zu singen gierungen der Einzelstaaten durch ihre berufensten Ver- Gesellschaftsstüßen zu treiben. Wir wissen, oder sich laut zu unterhalten dem Ausgang zu, um sich auf der treter sich dem herrschenden Nothstand gegenüber für in- daß Fürst Bismarck noch in den letzten Tagen seiner Haus oder sich laut zu unterhalten dem Ausgang zu, um sich auf der fompetent erklärt hatten, haben die Stüßen des Klassen meierschaft diesen Plan hatte, um sich wieder in den Sattel Straße zu zerstreuen. Daß dies nicht sehr schnell ging, da die staats sich endlich zu einer rettenden That aufgerafft: Zwei zu schwingen. noch draußenstehenden Gruppen erst von dem Stand der Dinge Tausend der Arbeitslosen Berlins, die von ihrem gesetzlichen" Der Kurs bleibt der alte", ist uns nach Bismarc's unterrichtet wurden, konnte uns zwar nicht weiter verwundern Recht, sich zu versammeln, Gebrauch machten, sind heute Morgen, Sturz gesagt worden. Ist auch in dieser Beziehung der wohl aber mochte der aus für uns anfangs nicht ersichtlichen Gründen als sie den Saal, in welchem die leider verhinderte Versammlung, Kurs der alte geblieben? Oder wird wenigstens von zahlreich aufgebotenen Schußmannschaft die Säuberung nicht schnell stattfinden sollte, in musterhafter Ruhe und Ordnung Personen in der Regierung, oder in einflußreichen Stel- genug vor sich gegangen sein. Denn plößlich sah man einige verließen, von einer starken Polizeimacht überfallen worden, lungen die Bismarck'sche Provokationspolitit noch gepflegt? Berittene in die sich fortbewegenden Gruppen der völlig wehrso daß es der eisernen Disziplin unserer Berliner Arbeiter Das verlangen wir zu wissen. bedurfte, um eine Straßenschlacht zu verhüten. Wir haben Die Sozialdemokratie läßt sich in feine Falle locken, lofen Versammlungsbefucher hineinfahren und in einem Nu hatte uns nach den verschiedensten Richtungen hin auf das Ge- und sie hat die deutsche Arbeiterschaft zu gut erzogen, als sich die ganze Szene in einer Weise verwandelt, die jeden, der naneste erkundigt, wir haben nicht blos Männer unserer daß diese sich je dazu hergäbe, dem Junkerthum und der noch keinen Begriff vom Polizeistaat Preußen bekommen hatte, Partei, sondern auch Männer aus bürgerlichen und fapitalistischen Gesellschaft durch eine aussichtslose Straßen- in namenlose Aufregung versetzen mußte. Von allen Seiten her sah sogenannten höheren" Kreisen, darunter selbst ausschlacht aus der Patsche zu helfen. Aber wir wollen man Schußleute zu Fuß und zu Pferde auf die Wehrlosen mit gesprochene Gegner, befragt, und alle stimmen und müssen die Urheber der heutigen blanter Waffe einbauen fund neben den Schuhleuten schwangen darin überein, daß die Versammlung( in der das an- Polizeiorgie kennen, und wir fordern von die berühmten Achtgroschen- Buben ihren wohlerprobten Gummiarchistische" Element beiläufig eine verschwindende Minder der Regierung, daß sie die Schuldigen erfchlauch. Es gab kein Halten und teine Rast, jeder, der nicht heit bildete) sich geradezu unheimlich still" mittelt und unnachsichtlich zur Strafe zieht. mit Windeseile sich in Sicherheit bringen und in Läden oder verhalten hat, wie ein hochgestellter, unserer Partei nicht Hausflure hineinflüchten konnte, erhielt einen Hagel von Hieben angehöriger Mann, welcher der Versammlung beiwohnte, Schon zu früher Stunde sah man Schuhleute zu Fuß und auf Kopf, Arme und Rücken. Der Eifer der Beamten kannte sich uns gegenüber ausdrückte. Diese geradezu unheimliche Stille"( eine natürliche Folge der dumpfen Verzweiflung!) 3 Pferde truppweise nach einer dem Königsschlosse entgegen- weder Maß noch Ziel; bis in die abgelegensten Straßen und in die Wehrlosen verfolgt wurde, wie derselbe Gewährsmann uns erzählt, auch dann gesetzten Richtung die Straße ziehen. Weiter dem Osten zu die Hausgänge hinein wurden nicht unterbrochen, als man erfuhr, daß die Versammlung waren dem Auge fleine Gruppen von Arbeitern bemerkbar, bie und wehe dem Ununterrichteten, der harmlos stehen bliebe und nicht stattfinden könne; und diese Ruhe dauerte fort schweigend ihres Weges gingen, ebenfalls der Richtung nach dem nach dem Grunde des ungeheuerlichen Verfolgungseifer fragte. während und nach der Räumung des Saales. Königsthor zu. Was war los? Auf der Pferdebahn hörten Bahlreiche Mittheilungen, die bei der Redaktion eingingen, geben wir zwei Lieutenants von der Garde im eifrigen Gespräch Beugniß von der namenlosen Wuth und Aufregung, die sich ob Heute wird es wohl was geben, Militär und Schuhmann- diefer Polizei- Attion auch der Ruhigsten bemächtigt hatte, und schaft ist konfignirt!"" I, wo denn, das Wetter ist nicht als ein wahres Wunder muß es betrachtet werden, besonders aufgelegt!" meinte die andere phlegmatischere daß es bei der Affäre nicht สิน gewaltthätigen Natur. In der Brauerei Friedrichshain sollte Auftritten folgenschwerer Art gekommen ist. Beim Niedereine Versammlung der Arbeitslosen stattfinden. Die Massen schreiben dieser Zeilen drängt sich immer mehrten sich in der Nähe des Lokals und füllten dasselbe bald wieder Staunen und Verwunderung in uns auf, daß die Männer, Daß die Arbeiter- oder Arbeitslosen- die Polizei derartig, daß schon ziemliche Zeit vor dem zu 10 Uhr angesagten die von der Gesellschaft durch Arbeitslosigkeit und Hunger einer nicht provozirten das steht fest, das wird von der Beginn der Versammlung der geräumige Saal abgesperrt wurde. nur zu erklärlichen dumpfgrollenden Verzweiflung überantwortet Preffe aller Parteien zugestanden. Warum aber, aus Unter den Arbeitslosen, die den großen Raum eng füllten, ver- sind, sich auch einer empörenden Provokation gegenüber die welchem Grund und in welcher Absicht hat breitete sich bald das Gerücht, daß der Einberufer der heutige Macht- und Sachlage vor Augen gehalten haben und die Polizei friedliche Männer, die auf dem Versammlung plötzlich verhaftet worden sei, und daß, ruhig und besonnen geblieben sind. Boden des Gesezes sich bewegten, in dieser da der Verhaftete die Anmelde Bescheinigung = Weise angegriffen, so daß, wenn die Angegriffenen in der Tasche trage, die Versammlung vielleicht garnicht statt, nicht ein wahrhaft riesiges Maß von Geduld und Selbstbeherrschung hatten, gewaltsamer Widerstand finden könne. Dies Gerücht erhielt seine volle Bestätigung, als und damit ein blutiger Busammenstoß unum 10 Uhr ein Herr Litsin das Podium bestieg und an die vermeidlich war? Versammelten, unter furzer Darlegung der peinlichen Sachlage, die Aufforderung richtete, in aller Ruhe den Saal zu ver laffen und durch teinerlei Provokationen sich zu " Wenn eine Sigung des Reichstages zu Ende ist, gehen Ihre Herren Kollegen nicht so ruhig nach Hause, wie diese Arbeitslosen," sagte der nämliche Gewährsmann, dessen Empörung über das Vorgehen der Polizei keine Grenzen tennt. Und dies gilt von allen, die Zuschauer dieser unerhörten Szenen gewesen sind. Auch in den Berichten der uns feindlichsten Blätter findet sich ein mehr oder weniger direkter und kräftiger Tadel der Polizei. -Welche Befehle hatte die Polizei? Sollte die Polizei provoziren? Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. [ Alle Rechte vorbehalten. [ 20 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Lene ergriff ihre Hand in warmer Theilnahme. Das muß für Dich wohl recht ängstlich sein?" " Bewahre!" Luisens blaue Augen blitten in einem 1 ganz jugendlichen Feuer. So was macht nicht ängstlich, aber rebellisch." -O " noch Sie nickte lächelnd und ein wenig verwirrt. Seine elegante Haltung und eigenartige Schönheit überraschten sie. So hatte sie sich ihn nicht vorgestellt. Sie tauschten, Röder betreffend, Fragen und Antworten, aber so liebenswürdig er sich auch zu geben suchte, sie merkte wohl, seine Gedanken waren anderswo und sein Lächeln war zerstreut wie seine Augen. „ Er mag wohl an seine Frau denken," dachte sie und das machte ihn ihr noch sympathischer. Da zog er plötzlich die Brauen in die Höhe, die Spannung eines Horchenden tam in sein Gesicht, dann sagte er aufathmend: Es ist Konrad." Gleich darauf hörte man den Schlüssel ins Schloß stecken und Konrad trat ein. Eie lachte. Uebrigens finden sie bei uns gar nichts - nicht so viel der Konrad sagt, ein Revolutionär muß alles im Kopf und nichts am Bapier haben aber diese Russenach, ich wollte, der Lawrow hätte seine Sachen," Dieser that einen Schritt zurück, als er Helene beund unwillkürlich blickte sie nach dem anstoßenden Gemache, dessen Thür verschlossen war. Ju dem Augenblicke vernahm man Geräusch an der außeren Thür. Lene erbleichte. merkte. Die Ebner erhob sich und sagte lächelnd: Das ist der Lazar. Er will herein und kann nicht, Helene aber kam mit einem lauten Ausruf der Freude auf weil ich den Riegel vorgeschoben habe." Rasch ging fie in die Küche und öffnete. Auch Selene war aufgefianden. Sie lauschte hinaus und hörte eine tiefe männliche Stimme fragen, ob Konrad zu Hause sei. Noch nicht, aber er muß gleich kommen." Sonst etwas vorgefallen?" Nichts, doch, Frau Hartmann ist hier, Röders Tochter." Gleich darauf trat Lazar Alexandrowitsch Dodukoff in die Stube. Er begrüßte Helene in weltmännischer Weise, fich selbst als Dr. Tempsky vorstellend, als ein Bekannter ines Vaters. und immer schweren und plöglichen Probe bewährt und die Arbeiterschaft Die sozialdemokratische Schulung hat sich selbst angesichts dieser schweren und plößlichen Probe bewährt und die Arbeiterschaft bat, flammenden Auges und mit verbisfenem Grimm allerdings, gezeigt, daß sie sich nicht provoziren läßt. Wir erhalten von einem Berichterstatter noch folgende Mittheilung über den Vorgang dieses Morgens: Und wie sie ihm herzlich beide Hände entgegenstreckte, drückte er sie vielleicht allzu heftig in den seinen. Sie war roth geworden und entzog sie ihm rasch. Und nun waren sie Beide linkisch und verlegen und die Worte, die sie zu einander sprachen, klangen fremd und zurückhaltend. Die Mutter suchte mit einem Scherz das Gleichgewicht wieder herzustellen, aber es wollte ihr nicht gelingen. heraus. Lazar war in seine Stube getreten und kam nun wieder Auf sein bezeichnendes Räuspern wandte sich Konrad nach ihm um, und seine Augen befragten ihn. Lazar nickte bejahend. " Wirklich?" rief Konrad, und wann"? Heute," stieß der Andere hervor, in dem kurzen Wort Aufregung und Ungeduld verrathend. Wie verändert erschien sie in Haltung und Kleidung, seine wie elegant. Sie hatte sich vollständig zur Dame um- Helene griff nach dem Hute. Sie hatte die Empfindung, gewandelt. Die Ueberraschung war so plößlich und er als hätte sie Unrecht gethan, so lange zu bleiben und sie konnte es nicht hindern, daß eine dunkle Flamme in seine empfahl sich rasch. Wangen stieg und sein Herz stärker zu flopfen anfing. Heller Abendsonnenschein begrüßte sie, als sie die Straße betrat. Das Gewölk hatte sich völlig zertheilt, der Regen war ftrichweise niedergegangen und hatte die Luft merklich abgekühlt. Rasch ging sie dahin, in Sinnen verloren. Gedanken drängten sich in ihrem Kopfe und gingen nach den verschiedensten Richtungen. ihn zu. Sie hatte an diesem Tage mächtige Anregungen erhalten; Theilnahme und Interesse waren ihr für Dinge entstanden, um die sie sich bisher nie gekümmert hatte, auch Konrad war ihr in einem neuen Lichte erschienen und es war der Ausdruck einer naiven Neugier, mit dem sie zu ihm emporfah, als müsse sie ihn darauf erst näher ansehen. Auch er hatte sie näher angesehen, und als er die frühen Anzeichen der Mutterschaft in dem so veränderten Gesicht zu erkennen glaubte, überkam ihn Mitleid mit ihrer Jugend. Am Bahnhof blieb sie stehen und überlegte, was sie mun thun solle. Langsam und zögernd wandte sie sich der Luisenstraße zu, in der Erich wohnte. Sie kannte das Haus, wenn sie auch niemals darin gewesen war. 00 Der Friedrichshain war gestern( b. 18. d. M.) um die nicht bemerkt, daß ein Arbeitsloser auf der wohl nie dagewesen. Das war aber heute mit dem WeinMittagszeit der Schauplatz standalöser Vorgänge. Jm großen Straße irgend eine Ungehörigteit begangen hätte. steuergesetz der Fall. Saale der Brauerei Friedrichshain" sollte eine Versammlung Ein gewisses Gedränge war bei dem Hinausströmen so vieler Selbst der konservative Redner hatte so viele Bedenken der Arbeitslosen Berlins stattfinden. Bald nach 9 Uhr machte Menschen indeß nicht zu vermeiden. Die vielen hundert Schutz- gegen den Entwurf, daß seine Befürwortung deffelben sich in den benachbarten Straßen ein zahlreiches Aufgebot von leute sorgten dafür, daß niemand stehen blieb und daß der Strom einer Ablehnung so ähnlich sah wie ein Ei dem anderen. Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde bemerkbar; nach Ver- fich theilte. Berichterstatter sah von weitem am Königsthor ein ficherungen von Bewohnern jener Gegend waren außerdem in Handgemenge, das sich jedoch alsbald wieder auflöfte, wo- Ja sogar das Wunder ist mit dieser Vorlage bewirkt, daß verschiedenen Gehöften größere Refervetrupps derselben bei die Arbeitslosen in eine Art Flucht geriethen. Plöglich der Redner der Nationalliberalen namens seiner gee bereit gehalten. Nachdem der Saal sich leidlich ge galoppirte eine leine Abtheilung berittener Schuhleute die sammten Parteigenossen reden und eine ablehnende füllt hatte, es mochten gegen 2000 Personen an Friedenstraße entlang, weshalb die daselbst abziehenden Arbeiter Stellung einnehmen konnte. " wesend sein, wurde von Einzelnen der Versuch gemacht, aus Furcht ebenfalls in eine schnellere fluchtartige Gangart ge- Die Debatte, welche von dem Staatssekretär der Reichs Tische und Stühle aus dem Saale zn entfernen, um weiteren riethen. Dann kamen drei reitende Schuyleute den Promenaden finanzen eingeleitet wurde, dem zunächst der freiEchaaren Einlaß zu ermöglichen. Der Dekonom verhinderte weg an der Friedenstraße im Friedrichshain, der ebenfalls mit dies, worauf der Saal polizeilich abgesperrt wurde. Gegen Arbeitern und Passanten belebt war, entlang gejagt; doch kamen sinnige Schmidt folgte, nahm einen recht schleppen11 Úhr betrat ein junger Mann das Podium und gab bekannt, feine Unglücksfälle dabei vor.() Dagegen tam es zu Schlägereien feit in etwas durch die Gewohnheit des Zentrumsden Verlanf. Unterbrochen wurde diese Eintönigs daß die Versammlung nicht stattfinden könne, da der Ginberufer in der Neuen Königstraße, wobei indeß das Publikum feit in etwas durch die Gewohnheit des Zentrums( Rodrian) in dessen Besitz fich die Bescheinigung über nach untrüglicher Beobachtung des Bericht- redners, Dr. Braubach, welcher Herr jeden Satz seiner Rede die erfolgte erfolgte polizeiliche Anmeldung befinde, ant selben erstatters lediglich der leidende Theil war. mit„ Meine Herren" beginnt und schließt. Diese zahlMorgen verhaftet worden sei( er hatte im„ Sozialist" Die Poft" giebt threm Berichte folgenden charakteristischen Losen Meine Herren" wirkten schließlich so auf die Lacheinen Aufruf zu dieser Versammlung erlassen, der das Miß- Schluß: muskeln, daß der Redner bei den ernstesten Stellen unter fallen der Behörde erregte), nächste Woche werde eine neue Ber Troß der großen Rube, mit der sich alles abspielte, brochen wurde, ohne daß er sich klar darüber wurde, worin fammlung einberufen werden. Die Anwesenden verließen in tam es schließlich durch den Uebereifer einiger Unterbeamten der der Grund für diese anscheinend deplazirte Fröhlichkeit zu größter Ruhe das Lokal, nun aber geschah schier Unglaubliches. Polizei zu einigen Szenen, die allgemein mißbilligt fuchen sei. Als der Menschenfnäuel sich langsam die enge Straße Am wurden. Viele Hunderte begaben sich auf dem nächsten Wege Friedrichshain" nach dem Königsthor zu bewegte, wurde er auf in die Wärmehalle am Alexanderplate. Als letter Redner, vor der Vertagung erhielt unser Befehl des kommandirenden Polizeihauptmanns, ohne daß eine Auch die berufenste Anbeterin des Säbel- und Polizei- Genosse Dieß das Wort. Aufforderung zum schnelleren Gehen letzteres wäre übrigens Regiments, die Kreuz- Zeitung", läßt sich in einer Weise über In vortrefflicher, mit Sachkenntniß vereinter Weise in der schmalen Gasse eine Unmöglichkeit gewesen erfolgte, den Fall aus, der nur zu deutliche Spuren der Verlegenheit er- schilderte der Redner das Loos der kleinen Weinbauern, en Der Berlegenge von der inzwischen schnell zusammengezogenen Schußmannschaft tennen läßt. die unter der Ungunst der klimatischen Ver überfallen uod regelrecht attaquirt. In ihrer Angst wußten die Die Verfammlung trennte sich, so berichtet sie, in durchhältnisse, dem Mangel an Kapital, der Verschuldung Gehetzten weder vor noch rückwärts zu kommen. Hageldicht aus ruhiger Weise und vertheilte sich in die angrenzenden schon schwer genug leiden und auf deren Schultern fausten die Schläge der Säbel und- Gummischläuche der Poli Straßen. Natürlich machte das Hinausströmen der Menschen- bie neuen giften auf die Wehrlosen nieder. Wem es gelang die Park menge aus dem Brauereigarten Friedrichshain zunächst einen Lasten des Entwurfes gewälzt würden. anlagen zu erreichen, wurde auch dort von entgegenkommenden geschlossenen Einbruck; rotten und massenweise zogen die unser Genosse wies darauf hin, daß für diese Produzenten Schuhleuten gemishandelt oder von den„ Berittenen" über Stock Arbeitslosen" von dannen. Wo indessen die Kolonne" sich die Bestimmung des Entwurfes, wonach der Haustrunk und Stein gehetzt. Die Rafenflächen, die sonst kein Hund betreten darf, nicht alsbald auflöste, dorthin sprengten die berittenen Schutzsteuerfrei bleibe, keine Bedeutung habe, denn diese armen ohne daß nicht sein Herr eine ziemlich hohe Geldstrafe zu ge mannschaften, um die Waffen zu zerstreuen. Das ging natürlich Winzer bauen zwar den Wein unter unfäglichen Mühen wärtigen hätte, dienten heute als Tummelplatz der förmlich nicht durchweg glatt ab. Der Polizei Hauptmann Feist, aber zu trinken bekommen sie dann nichts. Dazu sind sie toll gewordenen Schuhmannspferde. Das Gros der Arbeitslofen, der die Schuhmannschaft tommandirte und der selbstverständlich zu arm. Der steuerfreie Haustrunt wäre also ein Privi das mittlerweile die Ede der Friedenstraße erreichte, wurde hier nicht allerwärts zugegen sein konnte, lenkte die Ordnung selbst legium nur für die wohlhabenden oder reichen Weinbergsnochmals von einem bereit gehaltenen Haufen von Zivilbeamten mit in die gewiesenen Bahnen. Er fonnte es aber nicht ver und Buträgern der Kriminalpolizei in Empfang genommen hindern, daß der gutgemeinte Eifer feiner Mannschaften hier befizer. und mit Stöcken und Gummischläuchen in einer Weise und da wohl etwas zu eilig vorging, was von Treffend schilderte Diez die rapid vor sich gehende bearbeitet, die jeder Beschreibung spottet. In allen Baffanten allerdings nicht gerade angenehm empfunden wurde. Proletarisirung des Weinbauernstandes, dessen Kinder in möglichen Verkleidungen, felbft direkt zerlumpt, hatten sie Bisweilen machte der scharfe Ritt, der übrigens die Sicherheit die Fabriken gehen müssen, um den väterlichen Hausstand sich, wie Augenzeugen berichten, zwischen die Schaar der Arbeits- und Festigkeit der Reiter und die Zuverlässigkeit der staatlichen mit ihrem Verdienst über Wasser zu halten. In diesen lofen gedrängt und schlugen mit einem Eifer um sich, die be- Schußmannspferde auf dem immerhin glatten und feucht- schlüpf- neuen Arbeitsstätten werden die Bauernfinder freilich auch zweifeln ließ, ob es vernünftige Menschen foder Wahnsinnige rigen Pflaster giltig und schneidig in die Erscheinung treten ließ mit den Lehren der Sozialdemokratie bekannt, die sie ihrer waren. Süte, Müßen und abgeriffene Kleiderfeßen bedeckten die( diese Frivolität des Junkerblattes tommt so ziemlich bem feits wieder in die Dörfer ihrer Heimath tragen. So Straße. Biele Mißhandelte mußten sich in ärztliche Behandlung prachtvollen Reiterangriff" gleich, von dem Anno 70 berichtet finden die Lehren unserer Partei auch auf dem Lande begeben. Verhaftungen find wenig vorgenommen worden, da wurde), den Eindruck einer Attacke. fich selten Jemand zur Wehr sehte. 1 M Die Abendpost bringt folgende Darstellung: Auf der Straße immer mehr Eingang und der Bauer fange an, fam es jedoch zu einem blutigen Zusammenstoß mit der Polizei, aus feiner politischen Indolenz zu erwachen. Die von uns gebrachte Darstellung der Polizei- Attacke findet welche zur Unterdrückung einer etwaigen Ruhestörung abtom Nicht ferne mehr sei die Zeit, wo diese Bauern gleich ihren eine Bestätigung selbst in den Berichten der gegnerischen Presse. mandirt war. Als die Versammlungstheilnehmer den Saal ver- Vorgängern im Jahre 1625, ihre zwölf Artikel" präsenDas Kleine Journal" schreibt; ließen, nahmen die Polizeimannschaften zu Fuß und zu Pferde tiren, dann aber in den Städtebewohnern nicht mehr treu Die Szenen, die sich nach dem Berlassen des Bersammlungs- sofort eine Säuberung des Platzes vor dem Königsthor mit lose Bundesgenossen, sondern in den organisirten sozial Lokals vor demselben, in der Straße Am Friedrichshain, im blanker Waffe vor, ohne irgendwelche Aufforderung zum Aus- demokratischen Proletariern ehrliche und opferbereite BundesFriedrichshain, in der der Brauerei Friedrichshain" ent- einandergehen zu erlassen. Wie der Berichterstatter, gegenfetten Seite sich entlang ziehenden Friedenstraße, am Königs- der sich in ein benachbartes Botal retten genossen finden werden. Redner weist darauf hin, daß die thor und in der daranstoßenden Neuen Königstraße abspielten, mußte, um nicht niedergeschlagen zu werden, württembergischen Korsetweber für Löhne arbeiten und bildeten einen grellen Kontrast zu Ruhe und Ordnung, die gefehen hat, find viele unbetheiligte Paffanten mit unter Verhältnissen leben müssen, wie sie trauriger im während der Versammlung der Arbeitslosen und bei dem Ber- blanter Waffe und mit Gummischläuchen ge- Eulengebirge nicht vorherrschen. Diese Korsetweber sind lafsen des Versammlungelofals geherrscht und zwar nicht schlagen worden. Unter den obwaltenden Verhält aber die Söhne jener Winzer, auf deren Arbeitsprodukt die durch die Schuld der Arbeitslofen. Die Leute, die, wie das nissen war ein solches Eingreifen der Polizei neuen Millionen für die Weinsteuer gelegt werden sollen. nicht anders möglich war, in Trupps und geschlossenen Bügen auf keinen Fall nothwendig. Nachdem Die unter dem lebhaften Beifall der Linken die Brauerei verlassen hatten, wurden, noch ehe sie Beit gehabt, seine Rede geschlossen, wurde die Verhandlung auf morgen sich zu zerstreuen, von Polizeibeamten in Zivil mit Gummis vertagt. schläuchen und Stöcken ohne wahrnehmbare Ursache geschlagen. Fortwährend ertönten die Aufforderungen, sich zu zerftreuen, doch das war in der nicht breiten Straße nicht sofort zu befolgen. Der Auffordernng folgten sofort Schläge, die so hageldicht Berlin, den 18. Januar. fielen, daß viele Unschuldige, die sich in dem Menschenknäuel be Aus dem Reichstage. Ob der Graf v. Posadowski fanden, in den von allen Seiten reitende Schuhleute nicht schon manches Mal die Stunde verwünscht hat, welche blindlings hineinritten, getroffen wurden. Alles Protestiren gegen eine derartige Behandlung half nichts und ihm die Nachricht brachte, daß es mit dem beschaulichen hatte nur zur Folge, daß außer dem Beamten in Zivit Leben seiner landräthlichen Herrlichkeit zu Ende und er zu drei oder vier Schußlente in Uniform mit blanter Klinge großen Dingen bei den Reichsfinanzen berufen sei? auf den armen Wehrlosen einhieben. In großen Schaaren Zwar hat der Herr Reichs- Schatzsekretär schon wiederflohen die Menschen die Straßen entlang und durch die Anlagen holt erklärt, daß er die Waterschaft der neuen Steuerbes Friedrichshains, verfolgt von Polizisten zu Fuß und entwürfe für sich in Anspruch nehme, aber einmal hat schon zu Pferde, die mit der blanken Klinge, mit Stöcken Goethe gesagt, daß es mit dem Glauben an die Baterschaft und Gummischläuchen dreinhieben. Selbst einzeln gehende an- fo feine besondere Bewandtniß habe, dann aber bleibt ein ständig gekleidetete Personen erhielten plöglich von hinten und von vorn Stockschläge. Diejenigen, die sich den Schlägen durch die Flucht zu entziehen suchten, wurden verfolgt und wenn sie fich in ein Haus flüchteten, aus dem Hausflur herausgeholt und von Neuem geschlagen. Der fromme ,, Neichsbote" läßt die Affäre sich folgender maßen abspielen:...... Die Anwesenden verließen nunmehr durchaus ruhig und still das Lokal und wir haben auch Vielleicht traf sie ihn selbst in der Wohnung an, er würde über ihr Kommen nicht böse sein. Und nun erwachte plöglich die Neugier, die Räume kennen zu lernen, die ihr Liebling bewohnte und die noch immer sein Absteigequartier bildeten. Sie betrat ein großes, elegantes Haus, das einen Portier hatte und fragte in der Loge nach Dr. Hartmann. " Nicht anwesend", hieß es kurz. War er nicht heute schon hier?" fragte fie, gewiß, er muß hier gewesen sein." " Freilich war er da und es ist nicht lange, daß er fort gegangen ist," bemerkte die dicke Portiersfrau. " So," sagte Helene und blieb zagend und unschlüssig ftehen. " Na, die kann ja gar nicht mehr fortkommen," ließ sich der Portier aus dem Hintergrund seiner Loge in unangenehmer Weise vernehmen. „ Ich bitte, geben Sie mir den Schlüssel zur Wohnung, ich möchte hinauf," sagte Helene leise und verlegen. Die Portiersfrau lachte ihr ins Gesicht. Nein, so etwas, das ist doch schon frech." " Ich bin Frau Dr. Hartmann," rief Helene, unter der Jujulte erbleichend. Dann all ihren Wuth zusammen faffend, ich glaube wohl, daß ich die Wohnung meines Mannes betreten kann, und und berechtigt bin, den Schlüssel dazu zu verlangen. Die Portiersfran hatte sie betroffen angesehen und schlug dann die Hände zusammen: " Jesus, freilich Frau Doktor, ich bitt' tausend Mal um Berzeihung. Ich hab' ja schon die Ehre auf der Photographie, aber in der Wirklichkeit sieht man immer ein Bissel anders aus." Sie nahm den Schlüssel und bat die Dame vorauszugehen, sie werde ihr selbst die Wohnung aufsperren. Eie bedauerte, daß Madame es nicht so schön finden werde, als es ehemals hier war, aber der Herr Doktor spendire jetzt nichts mehr auf die Wohnung. Sehr unangenehm war die Gute berührt, als fie, nach dem sie die Thür aufgeschlossen hatte, von der jungen Frau entlassen wurde. Politische Leberlidit. Con Wechselbalg ein Wechselbalg, gleichgiltig wer auch dessen Vater sein mag. Als wahre Wechselbälge erweisen fich aber die Produkte der Miquel Posadowski'schen Finanzkunft von Tag zu Tag mehr. Der deutsche Reichstag hat schon allerhand erlebt, aber daß für einen neuen Steuerentwurf der Regierung aus dem Hause sich nicht eine Stimme ausspricht, das ist bisher Helene trat ein. Sie durchschritt ein Vorzimmer und betrat ein großes Gemach, trat einige Schritte über einen dicken Smyrnaer Teppich, blieb stehen und sah sich um. Der Bundesrath. In der heutigen Plenarsizung des Bundesraths wurden die Beschlüsse des Reichstages zu den Anträgen der Abgeordneten Aichbichler und Genossen bezw. Standy und Steppuhn auf Revision des Gesetzes betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung, ferner der Entwurf einer Gemeindeordnung für Elsaß- Lothringen, sowie der Entwurf eines Gesetzes über Menderungen und Ergänzungen des Gerichtsverfassungs- Gesetzes und der Straf prozeßordnung an die zuständigen Ausschüsse verwiesen. Die Mittheilung betr. die Kündigung des zwischen Deutschland und Italien einerseits und der Schweiz andererseits zur Ausführung des deutsch- italienischen Auslieferungsvertrages getroffenen Abkommens vom 25. Juli 1873 wurde zur Kenntniß angenommen. Dem Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung des Landeshaushalts- Etats von Elsaß- Lothringen für 1894/95 wurde die Zustimmung ertheilt. Die Berechnung der nach dem Entwurf des ReichshaushaltsEtats für 1894/95 zur Deckung der Gesammtausgabe des ordentlichen Etats aufzubringenden Matrikularbeiträge wurde genehmigt. Keine Aufschrift, feine Ueberschrift, nur zum Schluß ein eigenthümlicher Schnörkel. Aber was brauchte sie mehr zu wissen; er hatte ihr von einer Einladung zur Jagd gesprochen und eine Unwahrheit gesagt. Warum mozu?" Fremdartig und phantastisch sah es da aus. Ein großer Divan mit schwellenden Polstern und orientalischen Teppichen reich belegt stand fast in der Mitte. Sie hatte sich niedergesetzt, in plöglicher Ermattung Zwei Paravents von Seide mit japanischer Hoch- Stickerei des Herzens, ihre Hand, die das Briefchen mit einer Gebildeten seine Rückwand, die im Verein mit zwei hoch- berde des Widerwillens auf den Tisch zurückwarf, zitterte aufragenden Palmen einen Theil des Gemachs den Blicken heftig. der Eintretenden entzogen. Die Palmenblätter waren be- Mit aufeinander gepreßten Zähnen starrte sie vor stäubt und welt, sie waren wohl erstickt in dem Raum, sich hin. dessen Fenster geschlossen, dessen Vorhänge herabgelassen Es dauerte eine Weile, ehe es ihr zum Bewußtsein waren und in dem eine dicke Luft herrschte, die, mit den kam, daß ihre Augen auf dem Bilde einer Frau ruhten, feinen Düften einer Havanna und verschiedener Parfüms das in einem zierlichen Bronzerahmen vor ihr auf dem Tische geschwängert, auf Helene eine betäubende Wirkung übte. aufgestellt war. Da wohnte er," dachte sie und wieder schweifte ihr Blick über die vielen, vielen Teppiche hinweg, die dem Zimmer einen so weichlichen Charakter gaben und über bie Bierschränke, auf denen die Nippes sich häuften. Ein Gefühl des Unbehagens ergriff sie, und wieder that fie einige Schritte da führte eine Thür in ein zweites Gemach. Sie war um die Paravents herumgegangen und bemerkte einen zierlichen Schreibtisch, nahe beim Fenster. Darüber hing ein Delbild: badende Mädchen. Nicht die teusche Schönheit des Weibes wollte der Maler versinnlichen, nur ihren berückenden Reiz. G Helene senkte den Blick davor, er fiel auf die mannig fache Ausstattung des Tisches. Ein ihr unangenehmer Dust leitete sie und sie streckte die Hand nach einem hier offen liegenden Billet aus. Es war dasselbe, was er heute erhalten hatte. Das Kouvert trug den Boststempel des Tages und St. Agaths. Aber sie hätte es schon nach dem Parfüm erkannt, den es ausströmte. Mit einer raschen Bewegung hatte sie das Billet vor ihre Augen gebracht und las:" Ich werde Ihnen die Antwort auf Ihre Frage mündlich geben. Erwarte Sie bald nach fünf." Es war eine nicht mehr ganz junge Dame, in einem kostbaren Kleibe mit tiefentblößten Schultern. Sie zog es näher, um jede Linie dieses schönen Gesichts zu analysiren und bemerkte, daß am Rande des weißen Kartons etwas geschrieben ftand. Es war jene bei Widmungen gewöhn liche Phrase, aber darin ein Wort, über das ihre Augen nicht hinwegkamen: der Name ihres Mannes, dem man dies Bild zur Erinnerung" geschenkt hatte. Saftig sah sie nach dem Kouvert des Briefes, um die Schrift zu vergleichen. Richtig, der gleiche Name zeigte die gleiche Schrift, und hier wie dort der Schnörkel. Alles war ihr mit einem Male verständlich geworden, alles erschlossen. Die Einladung kam von dieser Frau... Sie er wartete ihn und er war zu ihr gegangen er war bei ihr. Und ihr hatte er es verheimlicht er hatte sie be logen, belogen! Unter Nervenschauern erbebte sie und fühlte doch ein so heißes, brennendes Weh im Herzen, das versengend wirkte. Aber war es denn möglich? Nein, es fonnte nicht sein, nein, nein, sie hatte sich getäuscht. Und wieder griff sie nach dem Bilde und wieder nach dem Brief, um beide im nächsten Augenblick von sich zu schleudern. ( Fortseßung folgt.) Clemencean's Die Enthüllungen über b Im Herrenhause schlugen die Herren Agrarier einen dehnung des Kontumazial- Verfahrens; veränderte Vorsehr versöhnlichen Ton gegen die Regierung an, fie formu- schriften über die Beeidigung der der Zeugen; Ein französische Marine betreffen nicht blos den Br lirten schon die Bedingungen, unter denen sie den Handels- führung eines abgekürzten, summarischen Verfahrens für stand der Kriegsschiffe, sondern auf Verproviantirung der vertrag mit Rußland anzunehmen gewillt sind. Läßt sich gewisse, eine schleunige Behandlung erheischende Strafthaten Flotte. Sierbei, wie überhaupt in der Flottenverwaltung, das deutsche Volk zu gunsten des verschuldeten Grundbefizes( délits flagrants); Veränderung in der fachlichen zu werden skandalöse und ausgedehnte Unterschleife nachge feine Währung ruiniren, dann wollen die Herren auch auf ständigkeit der Gerichte, und anderweitige Regelung der wiesen. Es ist ganz russisch" zugegangen, woraus allerdie Verbilligung der Getreidezölle eingehen. Der Land- Geschäftsvertheilung und Geschäftsbehandlung bei den dings zu schließen, daß die französisch- russische Allianz doch wirthschaftsminister v. Heyden wählte den Agrariern im Kollegialgerichten. nicht ganz so unnatürlich" ist, als vielfach geglaubt wurde. Herrenhause gegenüber einen ganz anderen Ton als Caprivi Wir kommen auf diese Vorlage noch zurück. Es fehlt an Vorräthen und Munition aller Art; und wenn und Marschall im Reichstage anschlugen. Der Gegensatz Die Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine haben an ein Krieg plöglich ausgebrochen wäre, hätte die französische des oft- und westelbischen Grundbesizes in Preußen trat den Reichstag eine Petition gerichtet, worin sie aber blos Flotte sich ebenso wenig vorbereitet gezeigt, wie 1870 die in der Rede Schorlemer- Alst's klar zu Tage. Interessant für die Industriebetriebe des te ich es und der Einzel- französische Armee. Alles was Clemenceau sagt, ist durch waren die fachkundigen Darlegungen Koch's über die Wäh- staaten eine Statistik der gesammten Arbeiterverhältnisse, Kammer kommen und der Mann der Enthüllungen, der amtliche Aftenstücke erwiesen. Die Sache wird vor die rungsfrage. Aus den ganzen Verhandlungen gewann man die Einführung des Neunstundentages und die Beschäftigung fich durch sie wieder populär gemacht hat, jedenfalls bald den Eindruck, daß der Angriff Manteuffel's ein Lufthieb der Arbeiter während des ganzen Jahres fordern. Es hat sich durch sie wieder populär gemacht hat, jedenfalls bald war, daß die Reichsregierung das Spiel gewonnen hat; lange gedauert, bevor sich die Gewerkvereine zu der großen die Konservativen sind auf dem besten Wege, wieder gou- That", dieser harmlosen Petition an den Reichstag entschloffen Die französische Rentenkonversion hat auch die vernemental zu werden. haben, sie sind aber weit entfernt, die Sozialdemokratie zu Zustimmung des Senats gefunden. Man erwartet in Reunterstützen, welche, gestützt auf das Vertrauen der gesammten gierungskreisen ein vollständiges Gelingen der Operation. Arbeiterschaft, die gleichen Forderungen für die gesammte Elisée Reclus hat, um dem Streit über seine Industrie Deutschlands in entschiedenster Weise seit Jahr: Brüsseler Professur ein Ende zu machen, die Stelle einfach zehnten vertritt, ja sie suchen uns unausgesetzt, wenn auch niedergelegt. Ob es recht war, vor den Gegnern vergebens, Steine in den Weg zu werfen, unsere Partei die Segel zu streichen, das bleibe dahin gestellt. Jedenfalls zu verleumden und ihre Anhänger über uns zu täuschen. Warum wendet sich übrigens nicht der freisinnige Ver- müssen wir der Nachricht verschiedener Blätter widersprechen, bandsanwalt Dr. Hirsch mit einer gleichen Eingabe an die daß Reclus in Brüssel abgesezt worden sei. Das ist freisinnige" Stadtvertretung Berlins und anderer Städte. nicht geschehen blos der Termin seiner Vorlesungen, der freilich auf Er will wohl seinen Parteigenoffen keine Schwierigkeiten jetzt beginnen sollte, wurde hinausgeschoben bereiten und nicht in den Verdacht kommen, daß er es ernst unbestimmte Zeit. meint? Jm Abgeordnetenhaus sprachen heute blos zwei Minister, Miquel und v. Heyden. Der preußische Finanzminister wollte mit seiner Rede auf den Reichstag wirken. Er stellte die Annahme seiner Steuervorlagen im Interesse des Reiches und Preußens als unbedingt nöthig hin und schilderte den Stand der Landesfinanzen als überaus traurig. Es kann heute auf die Einzelheiten seiner Etatrede nicht eingegangen werden, ebensowenig auf die Rede v. Heyden's. Der Landwirthschafts Minister zeigte den Agrariern ein ganzes Füllhorn von Geschenken, Landwirthschaftskammern, Umwandlung der Hypothekenschulden in Rentenschulden, Aenderung des ländlichen Erbrechtes und viele andere schöne Sachen, die die bösen Buben alle bekommen sollen, wenn sie endlich brave Kinder werden wollen und vor allem, wenn sie den deutsch- russischen Handelsvertrag annehmen. Die vielen Bravos, die nach den Reden der Minister von der rechten Seite des Hauses ertönten, lassen erwarten, daß Konservative und Regierung sich vertragen wollen. Herr Miquel ist seiner Absicht, Preußens finanzielle Verhältnisse möglichst düster erscheinen zu lassen, auch bei Aufstellung des Etats treu geblieben. Die beabsichtigte Wirkung auf die Entschließungen des Reichstages liegt flar zu Tage. " in die Kammer. Zur Situation in Italien wird aus Rom telegraphirt: Die allgemeine Situation ist, infolge des Zusammenbruchs der Banca Generale, eine außerordentlich düstere, durch den Fall der genannten Bank ist der gesammte Handelsstand Italiens in die größte Verlegenheit gebracht worden. Man befürchtet, daß eine große Anzahl Fallissements folgen könne. Die gesammte Geschäftswelt und alle italienischen Börsen befinden sich in größter Erregung. An eine baldige Wiederauf nahme der Zahlungen der Banca Generale wird nicht geglaubt. Aus Italien. Das Crispi'sche Reptilvolt verbreitet noch immer, de Felice habe einen förmlichen Infurrektionsplan gemacht, und zwar in Gemeinschaft mit Cipriani, der die finanzie Unterstützung der französischen Sozialisten in Aussicht gestellt habe. Wir sind, auf genaue Kenntniß der Personen und Verhältnisse hin, in der Lage, diese Behauptung nochmals und formell für eine Lüge erklären zu können. Beachtenswerth ist das Urtheil der Frankfurter Beitung" über die Situation in Italien. Das Blatt schreibt: " tung" von heut Morgen einen Artikel über Anarchismus Pindter hat in der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeiund Sozialismus veröffentlicht, der so blechernes Blech enthält, daß er nur von dem Blechschmied par excellence geschrieben sein kann, oder von Pindter selbst. In üblicher Weise wird Anarchismus und Sozialismus verwechselt und Der preußische Etat. Der dem Abgeordnetenhause diese bewußte Fälschung zu den demagogischsten Schlüffen vom Finanzminister Dr. Miquel vorgelegte Staats- Haus- ausgenügt. Kaum ohne Absicht erschien dieser Artikel am Auf der einen Seite die Geldkrise, auf der andern die haltsetat für 1894/95 beziffert die ordentlichen Einnahmen Morgen der Polizeiattacke am Friedrichshain. Hungerrevolution, der Beamtenstand und die leitenden Pomit 1879 449 391 M., gegen das Vorjahr mehr um ,, Neben einer kräftigen leistungsfähigen Land litiker korrumpirt, das ist heute das Bild Italiens, die 43 936 131 M., die ordentlichen Ausgaben mit 1891 612410 wirthschaft" wünscht die Kreuz- Zeitung" eine gesunde Frucht der Politik Crispi, Rudini, Giolitti. Keiner der Mark, gegen das Vorjahr mehr um 47 509 155 M., die Industrie". Unter einer gefunden Industrie versteht sie leitenden Politiker des Landes wird hier Ordnung schaffen außerordentlichen Ausgaben mit 58 036 981 M., gegen das Schußzzölle für die industriellen Magnaten und Innungen können. Nach neuen Personen, selbstlosen, im Volte wurVorjahr mehr um 8 826 976 M. Es betragen somit die für das absterbende Kleingewerbe; und die kräftige leistungs- zelnden, nach neuen Grundsägen ruft das Volt. Blos der gesammten Ausgaben 1949 649 391 M., der Fehlbetrag fähige Landwirthschaft sind Hunger- Kornzölle, die das Volt Sozialismus tann da noch Ordnung schaffen. 70 200 000 M., also um 12 400 000 M. mehr. Derselbe den Junkern, und Hungerlöhne, welche die Junker ihren" wird durch eine Anleihe zu beden fein. wird durch eine Anleihe zu decken sein. Der Beitrag Landarbeitern bezahlt für letztere noch die Peitsche Preußens zu den Reichsausgaben ist um 37 058 915. mit Feffelung an die Scholle und für die Herren Junker höher als im Vorjahre. noch Liebesgaben aller Art. Man muß sich nur richtig auszudrücken wissen denkt Herr von und Bu Hammerstein. zu Bochumerei. Die bürgerliche Gesellschaft, weil auf Eigennuk gegründet, erzieht ihre Glieder zu allen Handlungen des Eigennutes; und die hübsche Moral, die sie in der Theorie hat, wird durch die Praxis Lügen gestraft, wodurch Herr Miquel ist ein bedauernswerther Mann. Er jene widerliche Heuchelei entsteht, welche die Signatur unserer fühlt aufs Intensivste das Peinliche und Lächerliche seiner modernen Gesellschaft ist. Mit welch' tiefer sittlicher EntSituation. Wie hilflos verzweifelt muß ein Mann von rüstung verurtheilt nicht jeder Bourgeois den Betrug. Und feinem Berstand und seiner Findigkeit" sein, wenn er wie viele Bourgeois giebt es, die nicht bochumern? Ervor dem Reichstag, also vor einer Versammlung von Leuten, wischt werden natürlich nur die wenigsten. Und bei Lebunter denen es doch auch gescheidte giebt, das verbrauchte, zeiten fast keiner. Die Fusangel sind selten. Nach dem höchstens einem Bennigsen erlaubte Zirkus- Kunststück des Tode kommt es aber mitunter an den Tag, freilich auch Appells an den Patriotismus ausführt. Das war, wie nur in Ausnahmefällen, und meist nur, wo es sich um wenn ein großer Echauspieler ein Seidelmann oder große Vermögen handelt. So berichten jetzt die Dresdener Tevrient auf der Bühne mitten in der Vorstellung plöglich Nachrichten", daß in Sachsen von dem Vermögen eines ver einen Clownstreich oder Clownwit verübt hätte. Und in storbenen Großkaufmanns 500 000 M., und von dem eines welcher Berrüttung müssen die Nerven des sonst so start verstorbenen Großrestaurateurs 400 000 m. hinterzogene" nervigen Mannes sein, daß er durch eine Grobheit feines Einkommensteuer nachgezahlt werden müssen. reindeutschen Namensvetters vollständig aus der Fassung Diese zwei Verstorbene waren jedenfalls bei Lebzeiten gebracht werden konnte! Das zeugt von tiefem, marterndem geachtetfte Stüßen der Gesellschaft. Wehe dem, der ihre Seelenschmerz; und wenn ein Mann wie Miquel, der sonst Ghrenhaftigkeit bezweifelt hätte. Und auch wer sie heute alles lächelnd ertragen konnte und lächelnd, auch bei den hals- als Betrüger erklärte, wäre vor Strafe nicht sicher. brechendsten, freiwilligen und unfreiwilligen Sprüngen, stets Aus dem Hamburgischen Staatshaushalte. Die fatzengleich auf einem Fuße zu stehen kam, zu solchen tragischen, faft laotoonartigen, freilich nicht tlaffisch- schönen Schmerzaus Hamburger Bürgerschaft genehmigte ohne Debatte den Anbrüchen gedrängt wird, dann muß er auch dem Hart trag des Ausschusses auf Bewilligung von 4566 000 m. herzigsten Mitleid abzwingen. Es ist das ewig Menschliche, für die Regulirung des Fahrwassers der Elbe, von und das gemeinsam Menschliche, das in Momenten, 1708 000 m. für Errichtung von Löschpläßen und von wo es elementarfräftig berührt wird, und auch den 334 000 M. für Verbesserung des Fahrwassers im Köhlschwersten Verbrecher und den virtuosesten Finanz- fleth; insgesammt wurden 6 608 000 m. bewilligt. " Hier, wo es sich um Handelsinteressen handelt, beund Steuerminister als unseres Gleichen betrachten und bedauern läßt. Wir heben dieses psychologische willigen die Bevorrechteten Hamburgs Millionen spielend, Moment, obgleich es an sich wenig interessant ist, deshalb als es sich aber um die Wasserversorgung der Hansestadt, hervor, weil es auf die Situation mehr Licht wirft, als um die Heilung der durch die Cholera- Epidemie verursachten alle Reden zusammengenommen, die in der viertägigen Tabaks- Schädigung der ärmeren Bevölkerung und um die Regelung debatte, und auch in den vorherigen Debatten des Reich der Wohnungsfrage handelte, da waren die Hamburger tags gehalten worden sind. Herr Miquel hat den Kopf Patrizier sparsam bis zum Geiz, fleinlich und furzsichtig. Er hält und die Laune verloren das spricht Bände. aljo sein Spiel für verloren, auch wenn er es noch nicht verloren giebt. Und unter dem Miquel'schen Spiel ver stehen wir weit mehr, als seine Reichsfinanzpläne. Wir verstehen darunter die ganze herrschende oder da sie nie herrschte wenigstens fortwurstelnde Politik, die gar feinen festen Rurs hat, weder einen alten noch einen neue. Die Reichskommission für Arbeiterstatistik soll, wie Herr v. Rottenburg vorschlagen will, ihr Thätigkeitsfeld ausdehnen, so daß auch die Verhältnisse von Arbeitern, wie die der Bureau Angestellten, untersucht werden könnten. Eo erfreulich dies ist, es genügt nicht. Die Kommission müßte die Aufgabe erhalten, die Verhältnisse aller Arbeiterfategorien zu untersuchen, vor allem auch die der Landarbeiter. Dagegen werden sich aber der Reichskanzler, Bundesrath und die Agrarier sträuben, denn den Landarbeitern geht es bekanntlich bei den nothleidenden Großgrundbefizern und unter der Herrschaft der Gesinde- Ordnung so gut, daß nicht die mindeste Veranlassung vorliegt, mit der Leuchte der Statiüit etwas hineinzuleuchten. Die bürgerlichen Darvinisten werden in dem letzten Hefte. der Grenzboten" treffend folgendermaßen charakterisirt: Sie bewähren sich als stramme Ordnungsmänner und sie halten es mit der Partei, die, konservativer als Luther, der Papst und die Jesuiten zusammen genommen, für die Gesellschaft den absoluten Stillstand als heiligstes und unverbrüch liches Gesetz. proklamirt; gleich einer angenagelten Straßburger Gans darf diese unglückliche Gesellschaft feinen Schritt vorwärts, rückwärts oder zur Seite thun, sondern muß still halten, bis sie bei schwindendem Gehirn an ihrer ungeheuern Fettleber frepirt sein wird. So will es der große Eugen, der ja allemal die fortgeschrittenfte Wissenschaft vertritt, und seine Freunde unter den Naturwissenschaftlern haben kein Wörtlein Dagegen einzuwenden. Denn mit den Megatherien( Großthiere) der Epcänperiode zwar kann die Wissenschaft nach Be lieben umspringen, ihnen nachweisen, daß sie für unsere heutige Welt nicht organisirt sind, und sie aussterben lassen, wenn ihre Zeit herum ist, aber die Megatherien der kapitalistischen Periode find weit gefährlichere Wesen; sie beißen den, der sie nicht höflich genug behandelt, wogegen sie einen Gelehrten, der sie artig zu streicheln versteht, mit Professuren, Orden, Geheim rathstiteln und wirksamer Empfehlung auf dem Büchermarkte zu lohnen wissen. So weit hat es also der glorreiche Militarismus glücklich gebracht, daß er den ruhigen Bürger nicht mehr wirksam schüßen und den Aufruhr nicht mehr sofort nachhaltig unterdrücken kann. Begreiflich ist dies allerdings. Die Regierung hat zuerst 56 000 Mann nach Sizilien schicken müssen, dann mußte sie für Verstärkungen in Unteritalien sorgen, und da es in ganz Italien gährt, fann sie nirgends Soldaten entbehren, ohne fich in hohem Grade zu schwächen. Bemerkenswerth ist, daß es bis jetzt nur in den alten Gebietstheilen zu Unruhen gekommen ist; in Sizilien, im Königreich Neapel und in den Herzogthümern; außerdem gährt es am meisten im ehemaligen Kirchenstaat, in Toscana, zum Theil auch in der Lombardei und in Benetien. Das will heißen, daß die Leute dort sich dem durch das Haus Savoyen gegründeten neuen Italien be geistert angeschlossen haben, weil sie von ihm eine Besserung ihrer Lage erhofften, daß sie dann aber auch zuerst die Geduld verloren, als sie sich nach langem Warten überzeugt hatten, daß sie in einer schweren Täuschung begriffen waren. Darin liegt die große Gefahr der gegenwärtigen Krisis. Es handelt sich nicht um vereinzelte Putsche, sondern um einen allgemeinen höchst bedenklichen Zustand, dessen Aeußerungen, wenn sie sich nun schon einmal in Thaten umaufehen beginnen. leicht den Anfang zu historischen Umwälzungen bilden können. Man soll sich in der Konsulta und auch im Quirinale nur nicht einreden, daß irgend etwas erreicht sei, wenn wieder einmal, wie man in den letzten Tagen so oft lesen fonnte, bie Ruhe wieder hergestellt" ift. Die Wiederherstellung der Ruhe ist das Geringste, was die Staatsgewalt leisten muß; die Hauptfache ist, solche Zustände zu schaffen, daß es den Leuten nicht mehr einfällt, die Ruhe zu stören. Bis jetzt aber wartet die Welt immer noch auf den Beweis, daß man in Rom bis zu dieser Erkenntniß durch gedrungen ist. Aus Italien liegen heute die folgenden Depeschen vor: Rom, 17. Januar. Die Stadt Massa wurde in der ver gangenen Nacht von Truppen bewacht; in Carrara find drei weitere Rompagnien eingetroffen. Die Munisipalität von Garrara hat eine Proklamation an die Einwohnerschaft erlaffen, in welcher sie dieselbe zur Ruhe und Achtung vor den Gesetzen auffordert. Die streifenden Marmorarbeiter zwingen die noch arbeitenden, die Arbeit einzustellen. Infolge des geftrigen Zusammenstoßes vor den Stadtthoren verbargen sich 80 Anarchisten" in den Häusern von Massa, wo sie verhaftet wurden. Die Truppen verfolgen die Ruhestörer ins Gebirge. Auf Sizilien herrscht weiter Ruhe; die Entwaffnung wird fortgesetzt. " Rom, 18. Januar. In politischen Kreisen wird die Verhängung des Belagerungszustandes über Maffa nicht übereinstimmend beurtheitt. Die Tribuna" schreibt, es mache sich im Rabinet eine starte Strömung gegen die neuen Steuern bemerkbar. Man befürchtet, daß noch vor Beginn des Par laments eine partielle Krisis ausbricht. Die Finanzen der Vereinigten Staaten sind vornehmlich wegen der verfehlten, blos im Interesse einer kleinen Anzahl überaus reicher Silbergruben Befizer eingeschlagenen Silberpolitik in Unordnung gerathen. An Stelle der früher sehr hohen Ueberschüsse ist das Defizit Justizreform. Der Entwurf der Novelle, betreffend Burschenschaft und Sozialdemokratie ist ein großer und die Nothwendigkeit, Staatsanleihen aufzunehmen ge Aenderung und Ergänzung des Gerichtsverfassungs- Ge- Artikel in den burschenschaftlichen Blättern betitelt. Gegen treten. So wurde gestern die Subskription einer Anlage setzes und der Strafprozeß- Ordnung, ist nunmehr nebst denselben zu polemisiren, hieße das Hans Blum'sche Lügen von 200 Millionen Mark in Gold vom Schatsekretär der einer umfangreichen, 70 Quartseiten füllenden Begründung buch einer Erwiderung würdigen, sind doch sämmtliche An- Vereinigten Staaten ausgeschrieben. an den Bundesrath gelangt. Der Reichs- Anzeiger" be griffe gegen die Partei diesem den Studenten warm empfohginnt in heutiger Nummer die Veröffentlichung dieses gesetzlenen Buche entnommen. Es genügt, darauf hinzuweisen, geberischen Materials. Die wichtigeren Abänderungs- daß der Verfasser des Artikels schreibt: vorschläge bezwecken: die Einführung der Berufung gegen Urtheile der Straffammern in erster Instanz; Entschädigung unschuldig Verurtheilter und Einschränkung des Wiederaufnahme Verfahrens; AufJemand, der dieser Meinung ist, die sozialistischen hebung einiger der zum Ersatz für die mangelnde Studenten Catilinarier" nennt, ist würdig, Hans Blum's Berufung eingeführten Garantien des Verfahrens; Aus- Schüler zu sein. Niemand wäre wohl berufener, der Burschenschaft ihre Aufgabe gegenüber der Sozialdemokratie klar zu legen, als gerade Herr Dr. Blum." " Depelthen.niano ( Wolff's Telegrapheu- Bureau.) Massa, 18. Januar. General Henfch hat die Einsehung eines Kriegsgerichts, sowie die Abgabe der Waffen seitens der Bevölkerung verfügt und das Versammlungsrecht aufgehoben. American- Theater. Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung unserer beiden Kinder Achtung! 6. Wahlkreis( Moabit). Achtung! Für den Inhalt der Inferate über Dresdener- Straße 55. sagen wir allen, insbesondere dem Ge- Montag, 22. Januar, Ab. 8 Uhr, in Arend's Brauerei, nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. = Freitag, den 19. Januar. Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Schiller Zyklus. Wallensteins Tod. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen.„ Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. " Berliner Theater. Julius Cäfar. Brunwald- mit bewegter VergangenMadame SansLeshug Theater. Gêne. Wallner- Theater. Geschlossen. heit Martin Bendix. Täglich: Auftreten des Friedrich- Wilhelmäädt. Theater. besten Bauchredners d. Jehtzeit Der Lieutenant zur See. Rehdenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Jugend. Central- Theater. fall. Berlin 1893. Ein toller EinAdolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria- Theater. Kapitän Grant. Die Kinder des Alexanderplat- Theater. Die Iuftigen Weiber von Berlin. Nachher: Bajazzi. H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 7, Uhr, Sonntags 62 Uhr. National- Theater. Der Teufel in MorigPlay. Zante. Etablissement Moriz Play. Berlin. Nachher: Charley's Buggenhagen. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Patenhofer Theater Unter den Linden. Salon Pigelberger. Hierauf: Brahma. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Berlin. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Borstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Neue freie Volksbühne im Wallner Theater, 2/2 Uhr: Die Kreuzelschreiber von Anzengruber. 453/9 Sonntag, 21. Januar, II. Abtheilung. 28. " III. " " National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu bedeutend er mäßigten Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gesang und Tanz von Hugo Busse. Regie: Mar Sam st. Musit von Adolph Wiebede. Vorher: Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Reſtaurations räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., jtatt. Säle für Versammlungen, Rommerje, Festlichkeiten sc. fangverein Bieber'scher Männerchor" unferen verbindlichsten Dank. 1294b Thurmstr. 26-27: G. Thiele nebi ra. Große öffentliche Volksversammlung. Danksagung. 12916 Allen Freunden und Bekannten Tages- Ordnung: 354/1 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr über: Ter sprechen wir hierdurch für die Liebe jezige Reichstag und die deutsche Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Ver und Theilnahme, welche sie uns beim schiedenes. Heimgange unseres lieben Bruders Carl Stargard erwiesen haben, unseren herzlichsten Dank. Die Schwestern. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung Men! und Konzert. Neu! Neu! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. ratweil'sche Bierhallen Kommandantenftr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 6 Uhr ab freiem Entree. bei PassagePanopticum. National- Konzert Der D. Obenlandler Deutsche Mann in National- Tracht mit dem Steinkopf. Ohne Extra- Entree. Entree 50 Pi. Kinder 25 Pf. und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Circus Renz. Derfelbe wird innerhalb 13 Minuten ( Karlstraße.) Freitag, den 19. Januar cv.: Abends 74 Uhr: Ein Künstlerfest. Vollständig neue und glänzende Ausstattung und Einlagen. Ueberraschende Licht- und Wassereffekte. Außerdem Königsquadrille, ger. v. 8 Damen und 8 Herren; 6 englische Herrn Der Teufel in Berlin. Springpferde, vorgeführt von Deten R. Renz. Schulpferd Cyd, ger. Große Posse mit Gesang und Tanz in von Herrn R. Renz. Die hohe Schule, 3 Atten von Eugen Prudens. Mujit geritten von Frl. Oceana Renz. Die von A. Wiedecke. Regie: Max Samst. unübertrefflichen Akrobaten auf dem Rajseneröffnung 6% Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag Nachmittags 8 Uhr BoltsBorstellung: Kabale und Liebe. Central- Theater. Alte Jalobstraße 30. Ein toller Einfall. Schwant in 4 Utten von Carl Saufs. Hierauf zum Berlin 1893. 27. Male: Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2, der Revue 9/4 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alvar. Der urfom. Imitator- Klown Telephondraht Zalva, Espana und Mr. Ybbs. Die weltberühmten Reck fünftlerinnen Geschwister Hoffmann etc. Preise wie gewöhnlich. Sonnabend: Ein Künstlerfest. Sonntag: 2 Vorstellungen, 4 Uhr Nachm. und Abends 7½ Uhr. Der Circus ist gut geheizt. Fr. Renz, Direktor. Circus G. Schumann, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Freitag, den 19. Januar cr.. Abends 72 Uhr: Gr. außerordentl. Borstellung. Aus dem reichhaltigen Programm Adolph Ernst-Theater.it besonders bervorzuheben: 3 EtagenRiesen- Karoussel mit 25 Pferden, Original Dressur des Herrn Max Charley's Tante. Schumann. Grand pas de deux, ger. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. von Frl. Emma Rohde und Herrn Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Großartiges neues Riesen- Programm. Mr. Goswin, Mlle. Bonné, Troupe Hassoni, Die Wunderhunde etc. 1 Entree 15 Pf. R. Winkler. E 4O " ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Borstellung verlooft wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Bi Victoria- Brauerei, Lüßowstraße 111-112. Jeden Freitag und Montag: Stettiner Sänger Infang 8 Uhr. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Vertrauensperson. Oeffentliche Bersammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 21. Januar 1894, Nachmittags 6 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstraße. Tages Ordnung: 1282b 1. Vortrag des Genossen Thierbach. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Ueberschuß erhält die Parteitasse. Der Einberufer. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein und Tanz. Große öffentliche Versammlung der Leder- Arbeiter Berlins ( Weissgerber, Lohgerber, Lederzurichter, Lederfärber u. Berufsg.) am Sonntag, den 21. d. M., Vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Hensel, Invalidenstraße 1. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Der Kampf ums Dasein". Referent Genosse Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Unsere Organisation. 4. Bericht der Revisoren. 5. Verschiedenes. 12926 Der Vertrauensmann. Freie Bereinig. aller in der chirurg. Brauche beschäft. Berufsg. Sonntag, den 21. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadierstrasse No. 33: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Antrag Behnte: Herabsetzung der Wochenbeiträge. 4. Vereinsangelegenheiten. Gleichzeitig findet die Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest statt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 130/20 Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonnabend, den 20. Januar 1894, Åbends 8½ Uhr, in Th. Balh Grosser Wiener Maskenball. Fetsäle, Alte Jakobstraße 75: Billets à 40 Pf. inkl. Tanz find bei W. Hinz, Dresdenerstr. 48, 3 r., marktstraße 61; J. Lenz, Alte Jakobstraße 69, zu haben.- Landsleute, sowie Gäste willkommen. 1288b Der Vorstand. und in den Restaurants von H. Sass, Martgrafenſtr. 102; W. Voss, HolzAchtung! Zimmerer. Achtung! Verein der Zimmerer Berlins u. Umgegend. General- Versammlung 100 am Sonntag, 21. Januar, Vorm. 10 Uhr, bei Norbert's, Beuthstr. 22, 1 Tr. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1893 und Bericht der Revisoren. 2. Vereinsangelegenheiten: Wahl eines Kassirers. 3. Vortrag: Wann beginnt die Revolution? Referent Genosse Hoffmann. 4. Diskussion In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung( Abrechnung) werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Entree 50 Pi. 428/10 Der Vorstand. Im Vorverkauf 40 Pf. ( fiche Blatate). Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe Großes Ult Programm Zum Schluß neu. Gine Soiree bei Lehmann's. Gr. parodistisches Ensemble von Mensel. Donnerstag: Sanssouci. Charlottenburg. Sonntag, den 21. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale Bismarckshöhe: Quartals- Versammlung der Zentral- Krankenkasse der Maurer u. S. W. Grundstein zur Einigkeit." Tages- Ordnung: Abrechnung. Die wichtigsten Be Adolf Schumann. Paul und William, ftimmungen des Statuts für die Mitmusital. Klowns. Mr. Eugen Lecusson glieder und Kassenaugelegenheiten. als Jockey. Das Schulpferd Nelusco, 255/18 Der Vorstand. geritten von Frl. Eugenie Lecusson. Original- Klown William Olschansky Miss Margerithe, Reitfünstlerin. KoLittle Fred. Fidibus", Springpferd, = mit seinen dressirten Ratten und Ragen. Kranken Unterstügungs- und mitſches Entree des beliebten Klown Begräbnißkasse d. Lederzurichter Berlins( E. H. Nr. 50). General- Versammlung in Freiheit vorgeführt vom Direttor Zum Schluß der Vorstellung: Die Fuchsjagd bei Bolton am Sonntag, den 28. Januar cr., Vormittags 11 hr. 12846 bei Feindt, Weinstr. Nr. 11. Genre- Bild in 2 Abtheilungen mit Tagesordnung: Abrechnung vom 4. Quartal 1894. großen Ballet- Einlagen. Die Jagd geht über bedeutende Hindernisse, als 2. Revisorenbericht. 3. Wahl des ersten 4. Wahl der SchriftHecken, irische Mauern und Wasser: Vorsitzenden. graben. An der Jagd nehmen 24 Damen führer. 5. Wahl der Beisizer. 6. Wahl der Ersatzmänner. 7. Geschäftliches. und Herren Theil, etc. Morgen: Große Vorstellung mit Der Vorstand. J. A.; G. Busse. neuem Programm. Präuscher's Museum. Sonntag 2 Vorstellungen: Nachm. 4 Tausende von anatomischen Präparaten. Schuhkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Freitag, 19. d. M., Nachm. 41/2 Uhr, bei Roll. Ehrenberg, Annenstr. 16. Tages Ordnung: 9 1. Vortrag des Kollegen Jubril über die Gewerbesteuer- Beranlagung Rommission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Beschlußfassung über die und Diskussion. 2. Vierteljahresbericht des Kassirers und der Rechtsschutzobligatorische Beibehaltung des„ Gastwirthsgehilfen". 5. Vereinsangelegen heiten und Verschiedenes. 169/7 Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird die Versammlung früher wie fonft und pünktlich eröffnet und ist es Pflicht eines jeden Kollegen recht zeitig zu erscheinen. Billets zu dem am 25. d. M. stattfindenden Herrenabend werden in der Versammlung aufgegeben. Der Vorstand. J. A.: W. Lorenz. Achtung! Maurer. Zentral- Verband deutscher Maurer. Zahlstelle Berlin II. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, 21. Januar, Vorm. 10% Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegirten zum Verbandstag. 295/5 4. Abrechnung. 5. Gewerkschaftliches. Ersuche die Mitglieder in dieser Versammlung zu erscheinen, auch die Die örtliche Verwaltung. Kollegen vom Westen. Die nächſte Bersammlung findet Bülowſtraße ſtatt. also alle Mann auf Deck! Tischler- Verein. Versammlung mit Damien am Sonnabend, den 20. Januar, Abends 9 Uhr. 428/10 Tages Ordnung: Vortrag des Herrn Dr. Pinn. Ausgabe der Billets zum Maskenball. Der Vorland. Vereinsangelegenheiten. Billets sind zu haben bei: Löschel, Dieffenbachstr. 27; Wolff, Pringenstraße 8; Hache, Staligerftr. 66; Lehmann, Koppenstr. 78; Birte, Heimsftr. 9. Achtung! Böttcher. Achtung! Oeffentl. Versammlung mit Frauen und Abends 71/2 Uhr.( Nachmittags 1 Kind frei): Rübezahl. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Die gegen den Carl Gräß, Oppelnerftraße 35, am 26. v. M. ausgesprochene Beschuldigung nehme ich hiermit zurück. Frau Klembt. 1283b Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Zur Betheiligung a. Maskenball suchen einen Verein, welcher Saal hat, möglichst im Süd- Ost Mitte Februar. Ges. Verein Wiederhall". Adresse an F. Stöchel, SO., Sausigerstr. 3, v. 2 Tr. am Sonnabend, 20. Januar, Abends 8 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstr. 21. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Wurm über: Die Arbeitslosigkeit durch die Spiritussteuer im Böttchergewerbe. 2. Berschiedenes. Nach der Versammlung: Vergnügtes Beisammensein. 113/2 Wunder d. Ceroplastik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag: Damentag. Altes Schüßenhaus, Linienstr. 5, empfiehlt seine Sale. Sonntag, den 18. März, ist noch zu vergeben.[ 12866 Der Einberufer. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 15. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Freitag, den 19. Januar 1894. das 11. Jahrg. Süden und Westen des deutschen Vaterlandes. Die steuer- hereinstrahle!" Wenn das hier ein Strahl der Morgenröthe sein technische Durchführung ist ein weiterer Grund gegen das ganze soll, dann danke ich! Die Klagen der Landwirthschaft über einen Projekt, auch wenn die Weinsteuer die gerechteste Steuer von der Nothstand mögen nicht ganz unberechtigt sein. Wenn die Land25. Sigung vom 18. Januar 1894. 1 Uhr. Welt wäre. Daß der Wein das Getränk der Wohlhabenden ist, wirthschaft unter guten Verhältnissen prosperirte, wäre ja Am Tische des Bundesraths: Graf von Posadowsky, ist in dieser Allgemeinheit auch nicht richtig, er ist im Süden manches von dem, was wir wollen, falsch daß es aber mit der bon Bötticher, Miquel, von Riedel, von Mittund Westen ein Volksgetränk im eminentesten Sinne des Wortes. Landwirthschaft so tommen mußte, wie es gekommen ist, hat nacht, von Jagemann, Aschenborn. Nun hat man die Wertygrenze von 50 m. pro Hektoliter er schon Karl Mary in den vierziger Jahren nachgewiesen. Er Nachdem der Antrag des Abg. Auer, betr. die Einstellung funden, um den Wein zum Luxus- Verbrauchsgegenstand zu sagt, die Landwirthschaft muß zu Grunde gehen, denn die Rente des Strafverfahrens gegen den Abg. Klees für die Dauer der machen. Herr Buhl hat in Mainz nur von dem sogenannten wird immer mehr sinken; der Werth des Landes richte sich jedes Ecffion ohne Debatte genehmigt ist, tritt das Haus in die erste was aber Luruswein ist, davon der herangezogen werden könnte; Mal nach den Getreidepreisen. Bei so niedrigem Preisstand Lesung der Weinsteuer- Vorlage. hat er damals nicht wie heute, hat das Land faum noch einen Werth. Die Schuld Staatssekretär Graf Posadowsky: Die verbündeten Re- gesprochen; er legt die Grenze ſehr viel höher als die Vorlage. Daran liegt an der Entwickelung unserer heutigen Gesellschaft gierungen erachten die Weinsteuer als eine durchaus rationelle Die Grenze ist viel zu niedrig gegriffen, um Luxus- und Volks- und der kapitalistischen Produktionsweise. Die Landwirthschaft Steuer als Ergänzung unseres Getränke- Steuersystems überhaupt getränk, Qualitäts- und gewöhnliche Weine scharf zu trennen. ist das erste, was zu Grunde geht und nichts kann helfen, sonst etwas. Sie werden langsam und als Luxussteuer.( Widerspruch links.) Ich werde das nach- Die Weine von 50-80 M. werden in der Pfalz in allen Volks- weder Zölle noch Glauben Sie nicht, daß auf her weiter ausführen und berufe mich vorerst auf eine Rede treifen bei allen Kirchweihen aus Schoppengläsern getrunken. Doch aufgefressen werden. Dr. Buhl's. Der Hauptvorwurf gegen die Vorlage liegt in der Aber man mußte so tief greifen, weil sonst nichts heraus- die Dauer die eine Hälfte der Menschheit sich von Ihnen Behauptung, die Steuer würde auf den Winzer zurückgewälzt gekommen wäre aus der ganzen Besteuerung. Das fünftige durch hohe Getreidepreise ausbeuten lassen wird. Die Latifundienwerden und so die Landwirthschaft neu und schwer belasten. Weinsteuergesetz hat den Winzern schon jetzt einem Herbste gegen- befizer werden sich ja noch halten, aber die kleinen und mittleren Wir haben die Steuer so weit wie möglich vom Winzer ab- über, der vielleicht seit 20 Jahren der beste ist, schwere Ent- Besitzer werden aufgefogen. Nachher kommt die Industrie heran. halten wollen, der Verbraucher oder Kleinhändler soll sie tragen. täuschungen bereitet. Die Werthsteuer wird gerade in ihrer Was auf die Landwirthschaft zutrifft, trifft um vielfaches auf Daß der Winzer durch die Reichs- Weinsteuer schlechter gestellt schärfsten Form als prozentuale Steuer den Winzer ruiniren; den Weinbauer zu, denn seine Lage ist viel unsicherer und er ist sein würde als bisher, können wir nicht zugeben. Die Be- der Handel wird sich mit der äußersten Zähigkeit zu schützen viel zu ſehr auf die Witterung angewiesen. In Württemberg steuerung des Schaumweins und des Kunstmeins ist als Rom- suchen. In dem Kampf wird der Winzer als der schwächere ist in den letzten Jahren kaum der dritte Theil einer Vollernte romiß in Vorschlag gebracht worden. Auf dem großen Mainzer Theil unter allen Umständen unterliegen, denn der größte Theil erzielt worden. Die Arbeit des Winzers ist so anstrengend, wie Interessententage wurde von einem Schaumwein- Interessenten er- der Winzer muß den Wein in den ersten Tagen des Herbstes es sich der Landbauer im Osten nicht vorstellen kann, und es ist Härt, dem deutschen Schaumweine hafte allgemein der Fluch an, nolens volens verkaufen. Ein Kunstweinsteuergesetz haben wir zu bewundern, daß die Leute überhaupt noch bei den fortals Lurusartikel zu gelten; diesem Fluche verdanke er in der neu in Baden; es hat bisher ganz fümmerliche Erträge geliefert. währenden Mißschlägen die Weinberge bearbeiten. Der Winzer beabsichtigten Vorlage die Ausnahmestellung einer höheren Das liegt daran, daß gewisse Formen der Kunstwein hat auch mit allen möglichen Krankheiten, wie der Reblaus 2c., Steuerbelastung. Darin liegt ein Körnchen Wahrheit. Man denkt Die Kunstweinfabrikation wird sogar nach meiner Meinung aus Erträge weg. Daß das Erbitterung erzeugen muß, ist selbstverständ. außerordentlich schwer zu fassen find. zu kämpfen und zuguterletzt kommt der Miquel und nimmt ihm seine beim Schaumwein immer an Champagner. In der Besteuerung des Kunstweines sind alle Interessenten einig, dieser Vorlage und natürlich sehr gegen ihre Absicht einen neuen lich, es erzeugt geradezu einen Preußenhaß in Süddeutschland. die bietet man uns großmüthig an. Wir würden auch gern Impuls erhalten. Ich würde ein Gesetz nicht verstehen, welches Das mögen fich die Herren hinter die Ohren schreiben! Die darauf eingehen, wenn wir nur die Unterscheidung genau wüßten. Der schwierigen Lage des Winzergewerbes eine neue Erschwerung Leute sind lange geduldig geblieben, aber jetzt fönnen Sie bösNach unseren Forschungen wird sehr wenig Kunstwein fabrizirt, hinzufügt. Ich finde vollständig begreiflich, wenn der badische artige Redensarten über die Reichsregierung hören, wenn Sie und es wäre gar nicht wunderbar, wenn es schließlich gar Minister im badischen Landtage erflärt hat, daß, wenn Baden sie hören wollen. Im großen und ganzen wird die Steuer auf feinen Kunstwein gäbe.( Heiterkeit.) Ich möchte nur wünschen für diesen Entwurf eingetreten wäre, es sich in Widerspruch ge- den Wein so drücken, daß doch der Winzer und nicht der Konund hoffen, daß die Mehrheit des Reichstags dieses Weinsteuer- setzt haben würde mit der ganzen Politik der Fürsorge für die sument sie bezahlt. Das Steuerprojekt wirkt schon jetzt auf die geset mit Freuden begrüßt. Landwirthschaft, der wir uns seit 15 Jahren hingeben( Hört! Preise des Weines zu Ungunsten der Winzer ein. Abg. Schmidt- Elberfeld( frs. Vg.): Die Einzelheiten der hört! links.) Die Kontrolle muß eine geradezu widerwärtige sagen, der Winzer hat noch einen Nebenerwerb. Leider! und Vorlage und die thatsächliche Lage der Dinge müssen doch zu sein, und troß der schärfsten und straffsten Kontrolle wird der das ist eine der traurigsten Erscheinungen. Der Weinbauer ist ganz anderen Schlüsse führen, als sie der Schatzsekretär gezogen Zweck des Gesetzes doch nicht erreicht werden. Wie soll der Zoll- nicht das ganze Jahr beschäftigt und muß seine Töchter und hat. Bier und Wein werden nicht neben dem Branntwein in beamte einen Wein richtig tariren können? Wie soll er die Söhne in die Fabriken, in die Städte schicken, wo sechs bis sieben Mittel- Deutschland und im Süden getrunken, sondern statt des Qualitäten auseinanderhalten? Das ist ein Ding der Unmög- Mart Wochenlohn noch etwas Außerordentliches sind. Bei schlechten Branntweins.( Sehr richtig!) Man beabsichtigt doch nur eine Be- lichkeit. Daß die Wingerbevölkerung des Deutschen Reichs Weinjahren, wie den letzten, und bei solcher wirthschaftlichen steuerung der befizenden Klassen, und die tann man haben ohne aus partikularistischen Rücksichten gegen die Vorlage eintritt Depression veröden die Dörfer der Weinbaugegenden langfam. Diesen großen neuen Steuerapparat, ohne die Unmasse neuer ist eine agitatorische Uebertreibung; aber man soll diese auf den Die arbeitsfähigen Leute ziehen fort und nur die Alten bleiben Steuerbeamten, durch eine Besteuerung der höheren Einkommen. Reichsgedanken eingeschworene Bevölkerung nicht ohne Noth ver- zurück. Beim Unterstützungswohnsitz- Gesetz sagte Freiherr von Von einer Liebesgabe für die Winzer habe ich auch in der Vor- stimmen, und das würde durch dieses Gesetz gefchehen. Ich halte Gültlingen: Auch der Landwirthschaft werden durch dieses lage nichts gefunden.( Heiterkeit.) Von ausgleichender Gerechtig- die Vorlage für undurchführbar, sie wird nicht einbringen, was Gesez Arbeiter entzogen, und diese gehen in die Fabriken in der feit kann man wirklich bei dieser Vorlage nicht reden. Wenn die Regierung erwartet, was aber eingebracht wird, wird von Stadt, um dort einen lockeren Lebenswandel zu führen". Das der Wein schon einmal bluten soll, braucht man doch nicht den Winzern, den Produzenten genommen werden entgegen der ist ja das Unglückselige, die Leute müssen fort, und nun ruft man gleichzeitig drei Bader an drei verschiedenen Stellen zum Ader- Absicht der Regierung; es wird wesentlich eine Produktions-, ihnen nach, daß sie einen lockeren Lebenswandel führen. Es laß schreiten zu lassen. Wenn im Südwesten des Reiches der nicht eine Konsumtionssteuer sein. Die Nationalliberalen find wird gar nicht lange dauern, so sind die Bauerntöchter und Weinkonsum noch vorhanden ist bis in die untersten Klassen einig in der Ablehnung der Vorlage; Ginige aber wollen den Söhne Sozialdemokraten. Das lernen fie in der That.( Sehr hinein, dann soll doch auch dafür gesorgt werden, daß dieses ge- Luxus auf dem Gebiet des Weinkonsums, soweit es ohne Be- richtig! bei den Sozialdemokraten.) Kommen die Leute dann funde Volksgetränk erhalten bleibt.( Sehr richtig!) Der Wein- lästigung des Winzers geschehen kann, besteuern; hauptsächlich zurück in heimathliche Dorf und sprechen mit bauer ist auch keineswegs allgemein ein wohlhabender Grund- den feinen Flaschenwein und die Schaumweine wollen diese be- den Alten, so sind sie unsere besten Agitatoren. Die Bauern besitzer; gerade bei den fleinen Qualitätsweinen ist das am steuern. Die Möglichkeit davon ist näher zu untersuchen, wird werden aufgeklärt, und daher haben wir in Süddeutschland auf wenigsten der Fall. Im Rheingau giebt es 3000 Besitzer, von Aufgabe der Kommission sein, welche bereits die Steuergesetze den Dörfern so viel Stimmen bekommen, in manchen sogar die denen über 2000 unter 1 Heftar haben und nur 87 über 3 hektar. beräth; an diese Kommission beantrage ich die Vorlage zu über- Majorität. Bald werden die Dörfer mit Kleinwirthschaft durchDie kleinen sind am unsichersten daran, weil ihre Reben die weisen. weg sozialdemokratisch sein. Denn der Bauer sieht ein, daß er empfindlichsten sind, und sie würden durch die Steuer in ihrer Staatssekretär Graf Posadowsky verwahrt die verbündeten ausgebeutet wird von Juden und Christen. Ich mache da keinen ökonomischen Lage unbedingt verschlechtert werden. Ein Theil Regierungen dagegen, daß das Gesetz ohne genügende Kenntniß Unterschied. Der Bauer ist eben aufgewacht und es kann noch der Steuer wird ganz zweifellos auf die Winzer der Materie gemacht worden sei; es sei unter Heranziehung von kommen, daß er wie 1525 seine 12 Artikel der Gesellschaft vor. abgewälzt werden, das giebt die Vorlage selber zu. Sachverständigen vorbereitet worden, welche ganz genaue Kenner legt, die werden dann aber einen bitteren Beigeschmack nach Ein Theil des Verbrauchs wird fortfallen, und dieser waren. Der Haupteinwand, daß die Winzer von dem Gesetz sozialdemokratischen Grundsägen haben. Damals stand ihnen Konsumausfall muß nothwendig den Winzer schädigen. getroffen würden, wird schon dadurch widerlegt, daß 55 pt. der Bürgerstand zur Seite, heute die wohlorganisirte ArbeiterEs wird Quantitätsverringerung oder Schmiererei eintreten. aller Winzer an dem Gesetze gar tein Interesse haben, weil sie schaft, die ihm erkämpfen wird, was ihm böswilliger Weise Die Kunstweinfabrikation fann man nicht eindämmen durch hohe nur eine unter 50 M. produziren, also nur der Landessteuer vorenthalten wird. Lehnen Sie das Gesez auch ab, wird damit Besteuerung, sondern lediglich durch ein Verbot. Die Keller unterliegen. In Baden und Württemberg besteht ja doch schon viel geschehen sein? Daß das Gesetz eingebracht ist, genügt fontrolle ist auch lange nicht so harmlos, wie die Begründung eine Weinsteuer mit fast ganz denselben Kontrollen, wie sie die schon, das hat die Leute topfschen gemacht, und Sie fie ausgeben will. Jeder Weinhändler muß seine Keller Borlage auch enthält. Im überwiegendsten Theil von Deutschland bringen es nicht mehr aus ihrem Kopf heraus, wie einrichtung genehmigen lassen und fann bis zu 25 000 M. Geld- wird das Boltsgetränk besteuert, im Süden, wo es der Wein ist, nicht. sehr man sie mißhandelt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) buße aus diesem Anlaß verurtheilt werden; auch sonst sind Eine solche Ungleichheit fann man nicht bestehen lassen wollen. Wir haben in nächster Nähe von Stuttgart Beispiele, die sich Ordnungsstrafen bis zu 1000 m. zugelassen, und der Steuer- Daß die Steuer unter allen Umständen auf den Winzer abgewälzt von dem Nothstand im Gulengebirge nicht mehr viel unterbeamte hat es in der Hand, mit solchen Summen die Be- werden wird, behaupten zwar sämmtliche Redner aus dem Westen scheiden. Wenn der Ministerpräsident v. Mittnacht sich darum theiligten zu strafen, ebenso find auf Uebertretungen jeder be- und Süden, aber bewiesen hat es teiner. Der Charetwein soll gefümmert hat, wie es seinen Landestindern bei der Parzellenliebigen Verwaltungsverordnung, die nicht einmal allgemein, deshalb nicht als Kunstwein angesehen werden, damit der Elsässer wirthschaft und dem Weinbau ergeht, dann hätte er zweifellos sondern direkt einem bestimmten Manne gegenüber erlaffen ist, Winzer die zweite Pressung noch als Naturwein verwerthen fann. im Bundesrath gegen die Weinsteuer stinmen müssen. Wie bei Ordnungsstrafen bis zu 1000 m. gesetzt, etwas geradezu Unerhörtes! Dagegen, daß die Abwälzung stattfinden wird, hat eine den Weinproduzenten, so sieht es auch in den Kreisen der WeinGanz gleiche Chifanen sind bei der Besteuerung zu erwarten. offizielle Aufklärung einer Handelskammer ausdrücklich Wider- händler aus. Die prozentuale Werthbesteuerung nußt dem kapiDer Steuerbeamte hat in jedem Privatkeller das Recht der Unter- spruch erhoben. Wenn Sie diese Weinsteuer ablehnen, wird der talistischen Großbetrieb. Und dann die Kontrollvorschriften. Es suchung, und der betheiligte Konsument muß sich dem fügen. nothwendige Schluß daraus sein, daß Luxussteuern in Deutsch giebt gar feine Sachverständige, die all die Proben machen Die Bezeichnung Kellerratten", wie der Volksmund diese staat- land überhaupt keine Aussicht auf Annahme haben.( Zustimmung können, oder will Herr Miquel es unternehmen, in die Keller zu lichen Revisoren genannt, besagt genügend, welche Werthschätzung und Widerspruch.) steigen( Heiterfeit.) Ein Gesetz, das so unvollkommen ist, solchen steuerlichen Maßnahmen beigelegt wird. Die ErtragsAbg. Dietz( Soz.) Wenn der Staatssekretär von Posa- follten wir nicht erst in die Kommission schicken. Beschließen berechnung in der Vorlage ist ganz oberflächlich, sie fann auch dowsky sich die Wirkungen dieses Gesetzes näher ansehen würde, Sie, daß die zweite Lesung im Plenum erfolgt, und lehnen Sie nicht zuverlässig aufgestellt werden, jedenfalls ist sie um so würde er bald einsehen, wie verkehrt die vorgeschlagene Steuer dann das Gesetz ab.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) weniger ausschlaggebend, als eben der Kunstwein in der Vor- ist. Wir sind aus zwei Gründen gegen das Gesey: einmal, Nach 1 Uhr wird die weitere Berathung auf Freitag lage vollständig fehlt. Die Verwaltungskosten werden blos mit weil wir grundfäßlich die Mittel zur Deckung der Militärlasten 1 Uhr vertagt. 15 pt. berechnet, während die Wiesbadener Handelskammer verweigern, und zweitens, weil durch dieses Gesez sehr viele mindestens auf 30 pet. tommt und die Erhebung in Elsaß- Menschen existenzlos werden. Wären die Vorlagen bekannt ge Lothringen nach einer dort aufgemachten Berechnung von wesen vor der Wahl, so wäre die Militärvorlage nimmermehr 3. Sigung vom 18. Januar. 12 Uhr. dem Bruttoertrage der Steuer 2/3 in Anspruch nehmen soll. durchgegangen. Es ist gewissermaßen ein blutiger Hohn auf Das Großkapital ist besonders an der Ablehnung des Gesetzes das Versprechen, die Lasten auf die stärkeren Schultern zu wälzen. Am Ministertische: v. Heyden, Miquel, v. Berlepsch. intereffirt. Die Umgehung des Gesetzes wird auf die einfachste Es wird auch die Moral ins Feld geführt. Es ist gefagt Die Abtheilungen und Kommissionen haben sich konstituirt. Weise erfolgen; vor allem wird man durch den erlaubten Busay worden, man müsse den Lotteriestempel erhöhen, das schade nichts; Gingegangen ist eine Vorlage wegen Aenderung des allgemeinen von Zuckerwasser den Werth des Hektoliters unter 50 m. herab die dem Menschen innewohnenden Leidenschaften könnten auch Berggesetzes, die der Justizkommission überwiesen wird. drücken und so den Wein steuerfrei machen. Die prozentuale besteuert werden. Der Finanzminister hat damals, als das vor- Zur einmaligen Schlußberathung steht der Antrag Adicke 3 Werthsteuer ist eine Prämie auf die Abgabe falscher Angaben geschlagen wurde, sehr geschmunzelt; ich habe sein Gesicht genau auf Annahme des Entwurfes eines Gesetzes betreffend Stadtund auf die Ueberwälzung auf den Produzenten. Wir können beobachtet. Er hat aber nicht allein den Spielteufel eingefangen, erweiterungen und Grundenteignungen. Wir sind nicht deshalb für das Gesetz nicht stimmen, und sind auch gegen eine ießt will er auch den Saufteufel einfangen. Der Berichterstatter Oberbürgermeister Becker- Köln verKommissionsberathung. Geben Sie dem Gesetze nicht ein Be- abgeneigt, den Leuten, die Champagner und theure Weine weist darauf, daß der Antrag nur den Zweck hat, die Materie gräbniß dritter Klasse, sondern hier im Plenum eine schöne trinken, erheblichere Lasten aufzuerlegen. In vielen Gegen- wieder dem Abgeordnetenhause zur Berathung zu unterbreiten. würdige Bestattung.( Beifall links.) den aber ist der Wein ein nothwendiges Genußmittel Der Antrag wird darauf ohne Debatte angenommen. Abg Bürklin( ntl.): Ich komme nach den Ausführungen des des Mittelstandes und der arbeitenden Klassen. Der Wein Es folgt die Interpellation des Freiherrn v. Manteuffel: Borredners, denen ich ganz beistimme, in Verlegenheit und hätte wird wesentlich theurer, alfo werden auch diese Klassen Anknüpfend an die allerhöchste Thronrede, welche die schwierige lieber gesehen, daß vor mir ein Freund der Vorlage mehr belastet werden. Es ist ganz interessant, daß wir einen Lage der Landwirthschaft anerkennt, richten wir an die königliche gesprochen hätte. Aber unter der großen Menge der gemeldeten Paragraphen finden, nach welchem der Kommunionwein frei sein Staatsregierung die Frage, ob diefelbe außer den angekündigten Redner befindet sich nur ein einziger Freund der Vorlage, und soll. Warum hat man denn nicht den Wein für die Kranken Maßnahmen noch fernere Schritte zur Beseitigung des stetig das Präsidium scheint denselben für ein späteres Stadium der frei gelaffen? Wenn man den Wein frei läßt, der gewissermaßen wachsenden Nothstandes in der Landwirthschaft zu thun ge Debatte aufsparen zu wollen( Heiterkeit). Die Erregung in den zu Seelenheil gehört, dann sollte man doch ebenso verfahren mit denkt? betheiligten Streifen ist feine fünstlich gemachte, wie der Schatz- dem Wein, der zum förperlichen Wohl gehört. Wenn man ferner Der Interpellant führt aus, daß er schon die Schaffung sekretär anzunehmen scheint, sie dauert in unvermindertem Maße den Wein nicht besteuern will, den der Winzer für seinen eigenen eines besonderen Agrarrechtes, wie ein solches besonderes Recht an; dieser Weinsteuer gegenüber ist Landwirthschaft und In Bedarf gebraucht, so wird der kleine Weinbauer doch nur sehr für den Handel bereits bestehe, früher angeregt habe. G3 läßt dustrie, Norden und Süden darin einig, daß hier ein Mißgriff selten für sich seinen Wein gebrauchen, meistens wird er ihn ver- fich nicht leugnen, daß der allgemeine Nothstand der Landwirth gemacht ist, der noch dazu nicht einmal für den Fistus etwas faufen, um feine Schulden damit bezahlen zu können. Wenn schaft seit dem Juni v. J. sich erheblich verschlechtert hat.( Sehr Ertlecliches abwirft. Der Gedanke, der als optatio bene- Sie den großen Weinbergs- Besizer, wie meinen speziellen Freund, wahr!) daß es die höchste Zeit ist, wenn man die beffernde Hand volentiae den Motiven voransteht, daß der Wein vom Stand- den Kommerzienrath Siegle, besteuern wollten, so wäre ich dabet; anlegen will, das jetzt zu thun, sonst stirbt der Kranke. Die punkte der ausgleichenden Gerechtigkeit besteuert werden müsse, der ist freilich gegen das Weinsteuer- Geseb. Würde in Ostpreußen Kommission für das bürgerliche Gesetzbuch hat den erfreulichen wie Bier und Branntwein besteuert seien, hat etwas für sich, Wein gebaut, so würden wir eine solche Vorlage zweifellos nicht Beschluß gefaßt, daß die Rentenschuld zugelassen werden soll. und diesem Satze verdankt die Weinsteuer auch eine gewiffe haben. Jegt glaubt man aber diesen Zweig der Landwirthschaft Das ist noch nichts besonders Hoffnung Erweckendes, denn wie Popularität, die unleugbar vorhanden ist; aber bei näherer Be- noch packen zu können. Als Herr v. Plötz seine große Rede am viele werden das Fertigwerden des neuen Gesetzbuches erleben? trachtung erweist sich der Gedanke, wie die ihm in der Vorlage 7. Dezember hielt, fagte er:„ Die Interessen der Landwirthschaft seien( Heiterkeit.) Immerhin ist es aber bemerkenswerth, daß in einer gegebene Ausführung als unrichtig. Bier und Branntwein überall diefelben; gleichviel ob fie Zuckerrüben, Getreide oder Wein Kommission, in welcher viele Gelehrte fizen, ein solcher Beschluß werden im ganzen Deutschen Reiche produzirt, Wein nur im baut. Es scheine als ob ein Strahl der Morgenröthe wieder gefaßt werden konnte. In der Thronrede ist die Nothlage der Herrenhaus. Etat in den Präsident v. Köller dankt darauf dem Alterspräsidentent Landwirthschaft offen anerkannt und der Weg gewiesen, der] enquete verspreche ich mir teine wesentlichen Erfolge; dies eingeschlagen werden soll. Dafür sind wir wirklich dankbar. Echwindelbörse wird man doch nicht treffen. Die Aufhebung im Namen des Hauses für die gehabte Mühewaltung; die AnGegen die erst geplanten fakultativen Landwirthschaftskammern des Identitätsnachweises ist unmöglich ohne Beseitigung der wesenden stimmen dem durch Erheben von den Plätzen zu. habe ich mich von Anfang an ausgesprochen, fie müssen Differentialtarife, und für solche halte ich, dem Herrn Borredner Zu Schriftführern werden die Abgg. Bode, Hartmann, Vopelius, obligatorisch sein, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen. gegenüber, die Staffeltarife, denn sie begünstigen den Osten gegen- Weyerbusch, Imwalle, Jerufalem, Olzem, Worzewsti ebenfalls Minderwerthige Landwirthschaftskammern, deren Gutachten nur über dem Westen. Wir im Westen wollen nicht aus unserer durch Zuruf gewählt. angehört aber nicht beachtet werden, haben keinen Nugen. Wenn Haut die Riemen schneiden lassen zu gunsten des Ostens. Von Damit ist das Haus konstituirt; davon wird sowohl dem bei den Subhastationen so schlechte Ergebnisse erzielt werden, so den Landwirthschaftskammern verspreche ich mir teinen großen Rönig als dem Herrenhause Anzeige gemacht werden. liegt das an der geringen Publizität; denn die Amtsblätter Erfolg. Wir machen damit auch einen Sprung ins Dunkle, Bu Quäftoren beruft der Präsident die Abgg. Bartels und liest meist tein vernünftiger Mensch; nur die Güter während wir alte bewährte Einrichtungen beseitigen. Bedenklich Sattler. ausschlächter erfahren davon. Hier muß, so bedauerlich auch sind mir auch die ziemlich weit ausgedehnten Wahlen zu den Der Präsident schlägt vor, die Fachkommissionen wie in Subhastationen sind, dafür gesorgt werden, daß das Juteresse Landwirthschaftskammern, die ein Zummelplatz für die politischen früheren Jahren zu wählen. Das Haus beschließt demgemäß. der Betroffenen gewahrt wird. Was über die Verwandlung der Parteien sein werden und es ist das Schlimmste für die Lands Darauf erhält das Wort berus beſchließt demgemäß. Finanzminister Miquel, welcher dem Hause die Rechnungen Hypothekenverschuldung bisher offiziös bekannt geworden ist, wirthschaft, wenn ihre Interessen verquickt werden mit denen der ist recht erfreulich. Wenn die kundgegebenen Grundsäge wirklich politischen Parteien. Die Landwirthschaftskammern sollen sich über den Staatshaushalts- Stat für 1890/91, die Uebersicht der zur Einführung gelangen, dann haben wir einen guten Schritt mit dem Agrarrecht und mit der Regelung des Kredits befassen. Staatseinnahmen und Ausgaben des Jahres 1892/93 und vorwärts gethan. Denn namentlich die Mobilifirung des Grund- Wie man sich das Erstere denkt, weiß ich nicht. Einige Herren, den für 1894/95 nebst Anleihegesetz vorlegt und besitzes und die Einführung der Grundschuldbriefe, die ohne allen die sich dafür interesfirten, fragte ich, wie sie sich die Sache dann fortjährt: Ich muß zu meinem Bedauern mit der beginnen, daß der vorliegende Nußen eingeführt sind, ist die Hauptursache aller Schäden. Die dächten, sie aber fagten mir: Ja, das ist doch noch näher unerfreulichen Thatsache gesammte Hypothekenschuld wird man taum in eine Rentenschuld zu überlegen. Einige haben mich auf den Minister Etat mit einem Fehlbetrag von 70 200 000. abschließt. gesagt, der würde zu verwandeln vermögen. Aber so weit es durchführbar ist, wird Miquel verwiesen und gesagt, es fchon Der Fehlbetrag gegen das laufende Jahr ist also um 12 Millionen ( Heiterkeit.) Ich denke mir als es leichter durchzuführen sein, als die Gegner denken. Man machen. Haupt- gestiegen. Das ist hervorgerufen durch die Rückwirkung der spricht von einer Konfiskation. Was ist es denn gefährlich, aufgabe des Agrarrechts die Schaffung eines ordentlichen obli- Reichsfinanzen auf den preußischen Etat.( Sehr richtig! rechts.) wenn der Hypothekengläubiger die Rente zu 95 übernimmt gatorischen Erbrechts, das sich auch auf den mittleren und Ginigermaßen tröstlich ist dabei die Thatsache, daß der Fehl und nur zu 93 an den Markt bringen fann? Er wird nicht so kleineren Grundbesitz erstreckt. Wenn das nicht geschaffen wird, betrag, der sich ergeben würde ohne die Mehrleistung an das viel Schaden haben als die Landwirthschaft, die jetzt unter den so helfen Kreditmaßregeln nichts, sie könnten dann nur dem Ein- Reich, also aus der eigenen Verwaltung Preußens, sich um etwa Hypotheken seufzt. Bedauerlich ist es, daß die Heimstätten- zelnen helfen, dem Grundbesitz als solchem nicht. Die Hilfe auf 20 Millionen niedriger stellt, als der im Vorjahr erscheinende frage nicht gefördert ist. Alle diese Maßregeln reichen dem Gebiete des Kredits kann nur in der Umwandlung der Betrag. Dagegen übersteigen die Matrikularumlagen die veraber nicht aus; wenn man gründlich heilen will, muß man ein Hypothekenschuld in eine Pfandbriefschuld bestehen. Wie diese anschlagten Ueberweisungen um mehr als 32 Millionen. Ohne Anerbenrecht einführen. Die Versuche mit der Höferolle sind zu bewerkstelligen ist, das ist eine schwierige und nicht schnell zu diese Steigerung würde der eigene preußische Etat um rund nur daran gescheitert, daß man die Sache freiwillig gemacht hat; lösende Frage. Es kommt vor allem darauf an, wie das Ka- noch 20 Millionen günstiger abschließen. Während wir von rund 80 Millionen fie muß obligatorisch gemacht werden. Die ganze agrarische pital sich dazu stellt. Nothwendig ist weiter die Beseitigung des 1889-90 Mehrüberweisungen Gesetzgebung wird eine Reihe von Jahren dauern, ihre Wirkung Grundbuchsystems, um den leichten Besitzwechsel zu verhindern. vom Reich hatten, verminderten sich dieselben wird erst sehr viel später eintreten, deshalb muß man im Reiche wir aber müssen uns vor übergroßem Pessimismus hüten; zum folgenden Jahren auf 46, 41 und 25 Millionen und haben sich mit schnellen Mitteln helfen. Da ist das Nächste die Währungs- Verzweifeln ist die Lage der Landwirthschaft noch nicht. nunmehr in Mehrleistungen Preußens an das Reich von über frage, die einen schnellen Nutzen bringen kann. Den Identitäts- Ober- Bürgermeister Bräficke( Bromberg): Wir sind mit 32 Millionen verwandelt. Bei solchen schwankenden Mehrübernachweis will ich nicht berühren, sondern nur erklären gegenüber den Landwirthschaftskammern einverstanden und auch damit, daß weisungen und Mehrleistungen fann eine geordnete planmäßige einer Zeitungsnachricht, daß wir und am allerwenigsten ich nicht fie obligatorisch eingeführt werden. Das Gold ist wegen seiner Finanzverwaltung in den Einzelstaaten faum geführt werden. umfallen werden beim russischen Handelsvertrage. Auch bezüglich verschwindenden Schwankungen der richtigste Werthmesser. Es( Sehr richtig! rechts.) Eine Voraussicht in der Finanzgebarung des Börsengesetes thut Gile noth. Denn was an der Börse an entspricht dem reellen Handel und Wandel des deutschen Volks, ist dabei fast vollständig ausgeschlossen. Sie werden es daher Geschäften befummelt wird, ist doch nicht mehr schön. Der während die Doppelwährung mit ihren Schwankungen zu un- als eine Pflicht der verbündeten Regierungen anerkennen, daß Kampf gegen die Sozialdemokratie tann reellen Preisen und unreellen Werthen führen muß. Gegen die sie bestrebt gewesen sind, in diesen bedenklichen Zuständen Die einstimmige Ueberzeugung aller nur von einem träftigen gesunden Bauernstand Enquete haben wir nichts einzuwenden, einen Erfolg mögen sich Wandel zu schaffen. geführt werden. die Herren davon jedoch nicht versprechen. Dem Vorstoß verbündeten Regierungen in Deutschland geht dahin, daß tönnen wir nicht es die höchste Beit ist, ein festeres Verhältniß Landwirthschaftsminister v. Heyden wiederholt den auf die gegen die Handelspolitik des Reichs Reichsfinanzen den aut Einzelstaaten herzustellen. Landwirthschaft bezüglichen Theil der Thronrede, und hält dann zustimmen. Berechtigt sind die Forderungen auf Ausdehnung ber im wesentlichen die in der heutigen Sigung des Abgeordneten der Staffeltarife und Beseitigung des Identitätsnachweises. Die Einzelstaaten müssen auf die Zuführung unbestimmter Ueberhauses gehaltene Rede noch einmal, weshalb wir nur das Gr Schließlich möchte ich noch meine Stimme für den russischen weisungen verzichten und sich mit einer bestimmten Summe be heblichste zum Abdruck bringen: Es ergeben sich bei der Um Handelsvertrag erheben; für diesen Preis sind wir bereit, die gnügen; das Mehreinkommen wird dem Reiche überlassen werden müssen, welches dadurch in die Lage kommen könnte, endlich zu wandlung der Hypothekenschulden in Rentenschulden so weite Interessen der Landwirthschaft nach Möglichkeit zu fördern. Aufgaben, daß es unmöglich ist, ohne Inanspruchnahme der Oberbürgermeister Becker( Köln): Ich konstatire, daß der einer mäßigen Schuldentilgung au fommen. Es ist richtig, daß wir in einer allzu optimistischen Weise die Ueberweisungen an Landwirthe selbst diese Dinge zum Abschluß zu bringen und sie Vorredner lediglich für seine Person gesprochen hat. den Verhältnissen der Landestheile anzupassen. Indem die Oberbürgermeister Bräficke: Ich habe ausdrücklich im Preußen für dauernde Einnahmequellen angesehen und darauf Andererseits ist aber auch Staatsregierung anerkennt, daß die Lage des ländlichen Grund- Namen„ weiterer Volksfreife", liberaler und konservativer, ge- dauernde Ausgaben basirt haben. besiges keine genügende ist, will sie an dem Punkte ein- sprochen, die auf dem Boden der Wirthschaftspolitik der Regie- richtig, daß die Vermehrung der Reichseinnahmen von 1879 an ist. feßen, wo es am nothwendigsten Deshalb ist der rung stehen. gerade die Bestimmung hatte, Ueberweisungen an die EinzelEntwurf von obligatorischen Landwirtschaftskammern dem Freiherr v. Durant: Die Landwirthschaft leidet vor allem staaten eintreten zu lassen, damit diese drückende Abgaben aufIn Landtage vorgelegt worden. Bezüglich der Rentengüter an der unbeschränkten Verschuldbarkeit des Grundbesizes. Eine heben oder die Gelder nützlich verwenden können. wird frisch und fröhlich vorgegangen; 5000 Renten der nächsten Aufgaben wird eine scharfe Kontrolle der Börse Preußen ist von diesen Ueberweisungen der Staatskaffe wenig zu gute gekommen. Die Aufhebung der untersten güter sind von den Besitzern bereits übernommen worden. und der Erlaß eines Börsengesetzes sein. Nach der jezigen Lage hat die Staatsregierung auf den Reichsbankpräsident Koch: Ich darf es als völlig klar be- Stufen der Klassensteuer, die Aufhebung des Schulgeldes, Gang dieser Entwicklung nur einen geringen Einfluß. Ob der trachten, daß man auf dem Wege der Währungsänderung die Ueberweisungen an die Kreise nach Maßgabe der lex Huene Gerade diese sind Verwendungen aus diesen Geldern. Wir hoffen, daß es Regierung abei ein weiterer Einfluß noch eingeräumt werden eine schnelle Hilfe sich gar nicht verspricht. denn jeder soll, muß der weiteren Entwicklung überlassen werden. Der Frage verträgt Experimente nicht, miß den verbündeten Regierungen gelingen wird, mit dem Reichstage Interpellant ist auf Reichsangelegenheiten gekommen. Er hat die glückte Versuch hat bald den Ruin von Hunderten und Taufen zu einer Vereinbarung darüber zu gelangen. Erst wenn ein Börsenenquete erwähnt und den baldigen Erlaß eines Börsenden von Existenzen zur Folge. Das Beispiel von Amerika flares Verhältniß der preußischen und der Reichsfinanzen erreicht gefeizes verlangt. Nachdem die Enquete aber erst abgeschloffen muß uns warnen. Es ist bekannt, daß da in letzter Zeit eine ist, wird es möglich fein, eine sichere Uebersicht über unsere ist, wird man kaum die sofortige Vorlage eines Börjengesezes Srije von ganz koloffaler Ausdehnung eingetreten war. Man eigene finanzielle Zufunft zu gewinnen; bis dahin werden eine beanspruchen tönnen. Was dabei die Landwirthschaft zu wünschen schäßt die Zahl der großen Banterotte auf 15 000, 4 Eisenbahnen Reihe von Maßregeln ausgesetzt werden müssen, die an sich Es wird kaum möglich sein, dem Wunsch hat, dafür ist von meiner Seite Fürsorge getroffen worden. Wenn sind fallit geworden, und nach autoritativer Angabe den Verlust nützlich sind. der Interpellant glaubt, daß mit der Währungsfrage schneller an Nationalvermögen auf eine Milliarde Dollars, d. h. vier des Hauses und der Regierung nachzukommen, durch eine geholfen werden taun als mit jeder anderen Maßregel, Milliarden Mart. Ich stehe auf dem Standpunkte des Präsidenten Revision des Eisenbahn Garantiegesetzes zu einem festeren so glaube ich, daß er die Sache überschäßt. Was in neuerer Cleveland, der erflärte eine stabile Währung, das ist der beste Finanzsystem bezüglich der Eisenbahn- Einnahmen zu gelangen. Beit durch die Presse gegangen ist, das Schreiben der Schatz eines Staates. Ich möchte Sie bitten, fich feiner Hoff Sollte die Hoffnung, zu einer Einigung mit dem Reichstage zu Ostpreußen an den Reichskanzler und die Antwort des legteren, nung hinzugeben, daß es zu einer internationalen Regelung gelangen, nicht erfüllt werden, dann bleibt nichts anderes übrig, so fann ich erklären, daß die Staatsregierung der Ansicht, daß fommen wird. Der Brüsseler Kongreß lehrt uns das, und es ist als uns selbst zu helfen, d. h. die Mehrleistungen an das Reich das bauernde Sinten des Silberpreises mit schweren Schädi ja bekannt, daß der englische Deputirte mit der gebundenen aufzubringen durch Eröffnung neuer Einnahmequellen in Preußen gungen für alle Erwerbsverhältnisse verbunden ist. Es wird Marschroute erschien, daß in der Währung Englands nicht ge- selbst. Der Fehlbetrag des abgelaufenen Etatsjahres ist wesentnicht beabsichtigt, die gesammte Währungsfrage, wie sie sich dar ändert werde. Der französische Minister Tirard erklärte, die lich entstanden durch die Einnahmeausfälle der Eisenbahn- Verfiellt im Gegensaze zwischen Gold und Doppelwährung, von Franzosen hätten so viel Silber, daß es ihnen nicht einfalle, waltung. Bei der Forst- und Bergwerfverwaltung wird sich Grund aus zu erörtern. Dafür liegt Material genug vor, ihren Vorrath noch zu vermehren. In der Schweiz giebt es eine eine Mindereinnahme, beim Landtage eine Mehrausgabe wegen welches jetzt für die praktischen Maßregeln in Indien und große Partei für die Goldwährung und Ablösung vom lateinischen der langen Sigung( Große Heiterkeit) ergeben. An den AnAmerika geprüft werden, inwieweit von Deutschland aus und Münzbunde, und der holländische Finanzminister, eine der Säulen theilen an den Zöllen und Verbrauchssteuern, bei den StempelDurch internationale Verhandlungen eine Steigerung des Silber des Bimetallismus, hat sich dahin geäußert, daß von einer abgaben wird sich ein Minderertrag ergeben, und die Ueberwerthes herbeigeführt werden kann. Eine alte Beschwerde der Wiederherstellung des Verhältnisses von 151/2: 1 nicht die Rede weisungen an die kommunalen Verbände werden sich höchstens Landwirthschaft, die Toppelbesteurung, ist in der Beseitigung be sein könne. Das schließt ja aber nicht aus, daß die Kommission auf 30 Millionen stellen, während sie auf 34 Millionen angefeßt griffen. Die Eteigerung der Produktion muß gefordert werden; auch in praktischer Richtung Vorschläge zu machen im Stande find. Ohne die Mehranforderung des Reichs Dafür werden neue Mittel vom Landtage gefordert werden. Daß ist. Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, daß die würde sich unser Stat sehr viel günstiger ge zut einer Versöhnung stalten. Bei der Finanz- und Justizverwaltung dürfte sich Fälle eintreten können, wo der einzelne sich nicht mehr halten Enquete die Ansichten flären und tann, ist zweifellos. Wenn diese Fälle nicht mehr vereinzelt, führen wird. Aehnlich wie mit der Währungsfrage liegt es ja eine Mindereinnahme, bei der landwirthschaftlichen und Gestüts sondern vermehrt eintreten, so bedauert das die Staatsregierung mit der Börsenfrage. Wer sich die Mühe gemacht hat, die verwaltung sowie beim Kultusministerium dürfte sich eine Mehrebenso wie Sie; ich will helfen dem entgegenzuarbeiten. Wenn Arbeiten der Enquetekommission durchzustudiren, der wird ausgabe ergeben. Im ganzen dürfte sich danach der Etat um auf diesem Gebiet etwas geleistet werden kann, so werden die wenigstens anerkennen, daß wir uns die größte Mühe gegeben 9 Millionen günstiger, der Fehlbetrag also auf 48 Mill. Mark stellen. Landwirthschaftskammern der geeignete Ort sein, um Vorschläge haben. Ich habe mich dabei bestrebt, der Sache möglichst auf Die Einkommensteuer ist den gesetzlichen Vorschriften entsprechend den Grund zu gehen. Die Vorschläge, die gemacht werden, sind um etwas über drei Millionen Mark erhöht worden. Daraus zu machen. Graf Pfeil- Hausdorf beantragt die Besprechung der Inter- ja zwar von den beiden extremen Seiten angegriffen worden, ich folgt nicht, daß die Einkommensteuer entsprechend gestiegen ist, pellation. hoffe aber, daß die Enquete doch dazu führen wird, den Schäden im Gegentheil, es hat sich eine den ungünstigen wirthschaftlichen Graf v. Klinkowström: Ich kann nur meine Genugthuung auf dem Gebiete der Börse ein Ende zu machen und das Wohl Berhältnissen entsprechende Verminderung der Einnahmen bereits geltend gemacht. Wenn sich aus den Getreidezöllen etwas mehr über die Erklärungen des Herrn Ministers aussprechen. Was des Vaterlandes damit zu fördern.( Beifall.) die Entlastung der Landwirthschaft anlangt, so müssen wir anals vierundzwanzig Millionen Mark ergeben sollten, so ist das erkennen, daß die preußische Staatsregierung das Mögliche genur eine sehr berechtigte Kompensation dafür, daß der Staat verzichtet hat auf die Steigerung der Gebäudesteuer und der than hat. Das Invaliditäts- und Altersversicherungsgeseß müßte im Prinzip geändert werden, etwa dergestalt, daß die Beiträge Graf v. Mirbach: Das Beispiel Amerikas in der Silber- Gewerbesteuer, die den Kommunen anheim fällt In dem neuen als Buschläge zur Einkommensteuer aufgebracht werden; das frage beweist gar nichts, höchstens, daß der Sturz des Silber- Etat ergeben die indirekten Steuern, die Bergwerksverwaltung, würde dazu führen, daß auch der Kapitalbesitz herangezogen preises einen schweren Schaden für ein Land herbeiführt, den die Forstverwaltung und die Domänenverwaltung Minder würde. Was die Verschuldung anlangt, so ist das wir von uns abwenden wollen. Amerika hat die freie Bewegung einnahmen, die Domänen wegen der niedrigeren Pachtgelder, die Nöthige schon gefagt worden. Bezüglich der Währungs- des Silbers gehindert und dadurch die Gestaltung der Relation Forstverwaltung wegen der niedrigeren Preise, während die frage hat die preußische Regierung, abweichend von zwischen Gold und Silber unmöglich gemacht. Ich würde es Werbungskosten nicht zurückgegangen sind. Wenn die Verhält der bisherigen Haltung der Reichsreichsregierung, an bedauern, wenn eine internationale Konferenz teinen Erfolg nisse des Reiches sich so weiter entwickeln, wie bisher, wird es erfannt, daß etwas geschehen muß, und zwar balo. Sollte uns haben würde, schon darum, weil wir dann unsere Stellung zum nicht möglich sein, zu einer richtigen Bilanz zu fommen.( Sehr richtig! rechts.) Hoffentlich wird der veranschlagte Antheil etwa die Aufhebung des Identitätsnachweises nur gegen die russischen Handelsvertrage nicht ändern tönnten. Damit ist der Gegenstand um 54 Uhr erledigt. Preußens an den Höllen und Verbrauchssteuern erreicht, obgleich Beseitigung der Staffeltarife geboten werden, so würden wir darauf verzichten. die Einnahmen aus Zöllen im Reiche bisher um zweiundzwanzig Nächste Sigung unbestimmt. Die Wunden, welche der Landwirthschaft Millionen zurückgeblieben sind.( Hört! rechts.) Das beruht wohl durch die Reichsgesetzgebung geschlagen worden sind, müssen auf den verhältnißmäßig guten Ernten der beiden letzten Jahre. durch die Reichsgesetzgebung wieder geheilt werden. Wenn eine Die Bauverwaltung erfordert ein Mehr von 2 Millionen Mark, so rubige Bevölkerung, wie die landwirthschaftliche, in eine so 2. Gigung vom 18. Januar 1894, 10 Uhr. das Ordinarium derselben beträgt 16 Millionen Mart. Das starte Bewegung geräth, wie wir sie heute sehen, so muß das tief liegende Ursachen haben. Am Ministertische: Miquel, Thielen, v. Heyden. Ministerium für Handel und Gewerbe erfordert für die VerGraf v. Mirbach: Ich bin mit dem Herrn Borredner Der Alterspräsident Dieden eröffnet die Sigung mit der mehrung der Fabritaufsichtsbeamten und deren Bureaufosten ein einverstanden, daß die Aufhebung des Identitätsnachweises unter Mittheilung, daß eine die Beschlußfähigkeitsziffer übersteigende Mehr, während bei der Justizverwaltung sich ein Minderbedarf feinen Umständen für die Staffeltarife eingetauscht werden soll. Bahl von Wandaten geprüft und für giltig erachtet worden ist. ergiebt.( Hört! links.) Für das Ministerium des Innern ist Wir verlangen ja mit den Staffeltarifen feinen Differential- Zur Wahl der Präsidenten und Schriftführer schlägt Abg. ein Mehrbedarf von 1131 000 m. veranschlagt, davon für die tarif. Eins aber muß ich besonders hervorheben: wir werden v. Benda vor, die Abgg. v. Röller, v. Heereman und Polizeiverwaltung in Berlin über 500 000 W., für die Provinzen einem russischen Handelsvertrage nie zustimmen ohne weitgehende Graf Elberfeld durch Zuruf zu Präsidenten zu wählen. Der 49 200 M. Die landwirthschaftliche Verwaltung erfordert ein Mehr von 3/4 Mill. Die Kultusverwaltung fordert 2 278 000 M. Kompenfationen in der Währungsfrage. In dieser Beziehung Vorschlag findet lebhaften Beifall. Abg. v. Köller wird durch Zuruf zum ersten Präsidenten mehr für Universitäten, höhere Lehranstalten und außerdem für ist der heutige Tag für mich ein freudiger, weil der Herr Minister seine Erklärung hier sicher nicht abgegeben hat ohne gewählt und beim Betreten des Präsidentenplatzes mit lebhaften den Patronatsbaufonds. Auch die Kosten des Medizinalwesens 11m 94 000 M., namentlich zur Abwehr Einverständniß mit den leitenden Kreisen des Reiches. Ich hoffe Bravorufen empfangen. Er nimmt die Wahl an, indem er für sind gestiegen Wir haben haben verzichten müssen auf die auf eine baldige Verständigung, und erfolgt dieselbe, so fönnte das seit 14 Jahren ihm geschenkte Vertrauen dankt und um der Cholera. ich die Garantie übernehmen, daß die gesammte tonservative Nachsicht bittet wegen seines zunehmenden Alters, welches ihn Fortführung der durchaus berechtigten Ausbesserung der Beamtengehälter. Wir haben aber, so viel als möglich war, für Partei auch einem russischen Handelsvertrage zustimmen weder jünger noch leistungsfähiger macht. Zum ersten Bizepräsidenten wird Abg. v. Seereman ge die Beamten auch in diesem Jahre gethan. Das System der würde. Aber ein Mißlingen solchen Vorgehens ist doch nicht ausgeschlossen, und deshalb müßten wir in einem solchen Ver- wählt, der mit dem Ausdruck freundlichen Dankes die Wahl Dienstaltersstufen ist jetzt ausgedehnt auf 148 706 Beamten und zwar an 1721 böbere, 49 861 mittlere, 3928 Kanzlei-, 91 136 trage eine Stala des Rubelpreisjes verlangen. Bei ernstlichem annimmt. Willen wird sich diese schwierige Frage in relativ furzer Zeit Zum zweiten Bizepräsidenten wird Abg. Graf. Elberfeld Unterbeamten. Da bei der Berechnung der Dienstzeit der Diätare gewählt, welcher die Wahl annimmt mit der Bitte, einen Theil die Zeit der diätarischen Beschäftigung, soweit sie vier Jahre Löfen lassen. angerechnet foll, hat eine Freiherr von Schorlemer- Alft: Auch mir ist die Erklädes Wohlwollens und Vertrauens, welches feinem Vorgänger übersteigt, 1 222 000 Mark erforderlich erforderlich gemacht. rung des Herrn Ministers höchst erfreulich. Von der Börsen Herrn v. Benda zu Theil geworden sei, auf ihn zu übertragen. Mehrausgabe von Graf zu Enlenburg- Braffen schließt sich den Ausführungen des Ober- Bürgermeisters Bräside in bezug auf den Identitätsnachweis und die Staffeltarife an. = Abgeordnetenhaus. mit M werden Aus alledem geht hervor, daß wir uns in der Annahme, die bayerische Regierung habe ganz unparteiisch, ohne Rücksicht auf den Ausgang der Wahlen, nur aus purem Gerechtigteits: Stadv. Singer: Ich möchte nur eine Berichtgung des gefühl für Aufhebung der Wahl sich entschlossen, arg getäuscht stenographischen Berichts eintreten laffen über die Sigung, in haben. Man will vielmehr den Wahlmachern, die durch ihre welcher zuerst über die Angelegenheit verhandelt wurde. Es liegt Manöver gründlich hereinfielen, Gelegenheit geben, ihre Schlappe mir daran, festzustellen, daß ich gerade das Entgegengesette von nun vielleicht einmal auf ehrliche Weise nochmals zu versuchen. dem ausgeführt habe, was mich der Bericht sagen läßt. Ich Wir bitten unseres Irrthums wegen gütigst um Entschuldigung. habe mich auch nicht gegen die Absicht der Regierung, den Fortbildungs- Schuluntericht am Sonntag zu verbieten, gewendet; ich habe erklärt, daß mir diese Absicht sehr sympathisch ist, daß der Sonntag für die jungen Leute frei bleiben müsse, daß die Absicht der Regierung um so mehr auf die Meister dahin wirken werde, den jungen Leuten während der Zeit der gewöhnlichen Beschäftigung für den Besuch der Fortbildungsschulen Zeit zu gewähren. * 28ir wollen hoffen, daß die Folgerungen, die wir aus den Be- 1 Bettel durch Dritte absichtlich gekennzeichnet werden Der Ausschußantrag wird angenommen. schlüssen des Reichstags ziehen dürfen, für uns günstig sein sollten. Die Namen seien auch äußerlich unleserlich gewesen. Den Betrag von 6610 M., um welchen die Staatss werden.( Beifall rechts.) Dazu kommt noch der Umstand, daß die gleichen Bettel in der beihilfen für 8 verschiedene Fachschulen nach Mit Landwirthschaftsminister v. Heyden: Ich erlaube mir, dem überwiegenden Zahl der Wahlbezirke als ailtig betrachtet wurden. theilung des Ministeriums für das laufende Jahr getürzt hohen Hause den Entwurf eines Gesezes über die Landwirthschafts- So seien diese Bettel im 1., 3., 9. und 10. Bezirke über- worden sind, hat der Magistrat durch Entnahme entsprechender fammern zu überreichen. Eigentlich wird von keiner Seite mehr haupt nicht, im 2. und 5. Bezirke aber ohne Erfolg beanstandet Beträge aus dem Dispositionsquantum von 500 000 m. extrabestritten, daß die Grundbesitzer aller Klassen sich in einer worden. ordinär zu bewilligen beantragt. Der für die Vorlage schwierigen Lage befinden. Es besteht auch kein Zweifel darüber, Deshalb und da die Wahl der Beisitzer und Hilfsbeisiger aus niedergesetzte Ausschuß ist mit der Bewilligung einverstanden daß ein kleiner Grundbesizerstand für unser Vaterland unentbehr- der Bahl der Arbeitgeber einen einheitlichen Akt bilde, sei die am und schlägt außerdem vor, in einer Reſolution zu beschließen, lich ist. Die wirthschaftliche Unabhängigkeit eines Theiles der 10. Dez. 1893 in sämmtlichen Bezirken vorgenommene Wahl als un- den Magistrat zu ersuchen, der Versammlung bei Vorlegung des leinen Grundbesiger ist im Schwinden begriffen. Den Gründen giltig zu erklären. In der Verfügung, welche diese Entschließung Etats Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und deren Ver dieser Erscheinung muß die Regierung nachgehen. Der Entschluß, begleitete, wird der Magistrat aufgefordert, das nöthige, d. h. die wendung von denjenigen Innungen mit vorzulegen, welche dieser Frage ernsthaft näher zu treten, ist jetzt gereift. Ich will Vornahme von Neuwahlen nach Eintritt der Rechtstraft an- städtische Zuschüsse zu den Fachschulen empfangen. In der nicht sagen, die Nothlage der Landwirthschaft, sondern die zuordnen. Gegen diesen Regierungsentscheid steht jedem Be- Ausschußberathung hat der Magistrat sich gegen den Vorschlag schwierige Lage mancher Landwirthe( Heiterfeit) ist hervorgerufen theiligten innerhalb 14 Tagen das Recht der Beschwerde beim ausgesprochen, auf die minimalen Beiträge der Innungen zu dem durch die Verschuldung der Landwirthe. Alle Gründe derselben t. Staatsministerium des Innern zu. Jedem Gewählten wird Zwecke zu verzichten, um die von diesen mit unterhaltenen und tann die Regierung nicht abstellen; die Abstellung derselben aber dieser Bescheid in Abschrift zugestellt. beeinflußten Fachschulen ganz in die städtische Verwaltung zu würde ohne Weiteres eine Erhöhung des Werthes des Grund übernehmen. Auch in dem Verhältniß zu den Staatsbehörden und Bodens herbeiführen, welche bei allen Rechtsgeschäften zur wünscht der Magiftrat nichts geändert zu sehen. Erscheinung kommen. Als Gründe der Verschuldung fommen ernsthaft nur Resttaufgelder und Erbantheile in Betracht; Meliorationétosten und verschwenderische Lebensweise der Besizer wird manchmal dazu beitragen( Widerspruch rechts). Dazu fommt, daß für den Grundbesig vollständige Verschuldungsfreiheit besteht; deshalb schreitet die Verschuldung von Jahr zu Jahr fort. Eine bescheidene Verschuldung ist erträglich folange die Gutswerthe steigen; sie wird unerträglich, wenn dieselben fallen. Nicht blos die Höhe der Verschuldung, sondern auch die Art derselben lastet auf der Landwirthschaft. Wir haben nur die Hypothenverschuldung. Durch das Rentengutsgesetz ist ein Versuch gemacht worden, dem entgegenzuarbeiten. Es muß daran gedacht werden, die tünd bare Hypothekenschuld zu ersetzen durch eine nicht tündbare Rentenschuld. Man muß darauf kommen, daß der Gutsüber- Auf die Beschwerde vom 25. v. M. gereicht Ihnen hiermit Der Ausschußantrag wird darauf ohne weitere Debatte an nehmer das Gut zu einem mäßigen Anschlage übernehmen kann, zum Bescheide, daß ich dieselbe als begründet nicht anerkennen genommen. bei dem er bestehen kann; man muß die übrigen Erben nicht kann. Es handelte sich um eine vom Vereine einberufene öffent- Die Petition des fortschrittlichen Vereins Waldeck" um mit Kapital, sondern mit Renten abfinden, die Rente muß liche Versammlung, die mit Eintritt der Polizeistunde zu schließen, Stellungnahme der Versammlung gegen die Einführung einer amortifirbar und ablösbar sein. Der mit der Rente abgefundene war. Da solches nicht geschehen ist, so hat der überwachende ab al- Fabrikatsteuer beantragt der Petitionsausschuß Erbe muß in der Lage sein, die Rente in Kapital umsetzen zu Polizeibeamte forrekt gehandelt, wenn er sie auflöſte. Schmieding." dem Magistrat behufs Ginreichung einer Tönnen. Es muß aber auch verhindert werden, daß der Guts- Bemerkenswerth ist, daß der Oberbürgermeister seinen Bescheid Petition in Gemeinschaft mit der Stadt übernehmer nicht diese Uebernahme sich eigennüßig schleunigst zu durch keine gefeßliche Bestimmung zu stützen versucht. Es würde verordnete Versammlung gegen den beim ReichsNuyen macht. In einer für mich selbst überraschenden Weise ihm allerdings auch unmöglich gewesen sein, eine solche anzu- tage eingebrachten Geseßentwurf zur Berücksichtigung zu übersteigt von Jahr zu Jahr die Zahl derjenigen, welche zu der ziehen, denn es besteht keine derartige Bestimmung. Das Ver- weisen. Für diesen Standpunkt ist im Ausschusse geltend ge Meinung fommen, daß bei der Vererbung von Grund- sammlungsrecht in Preußen beruht auf der bekannten Verordnung macht worden, daß es in Berlin ca. 500 Fabritbetriebe der besitz und bei der Verschuldung eine Aenderung in von 1850. Nur aus den in dieser Verordnung angegebenen Tabatindustrie meist tleiner Art gebe, daß die nach Einführung dem dargelegten Sinne nothwendig ist. Die Regierung Gründen ist ein Polizeibeamter befugt, eine Bersammlung der Steuer voraussichtlich eintretende Abnahme des Konsums tann hierbei nicht allein vorgehen, sondern bedarf dabei aufzulösen. Von der Polizeistunde ist in der Verordnung aber für einen großen Theil der Berliner Bevölkerung von nicht zu der Mitwirkung des organisirten Berufsstandes der Landwirthe. nicht die Rede. Der Oberbürgermeister Schmieding befindet sich unterschätzender Bedeutung sein würde und daß ein spezifisches Deswegen ist die wirthschaftliche Vertretung obligatorisch ge- also im Irrthum, wenn er auch der Meinung ist, daß ein Berliner Interesse noch insofern vorliege, als ein Rüdgang der macht. Es ist gedacht für jede Provinz eine Landwirthschafts- Berein seine Sigung schließen müsse, wenn die Polizeiftunde ein- Tabalindustrie auch eine nachtheilige Wirkung auf die Immobilientammer zu bilden. Die Landwirthschaftskammern als folche tritt. Daß diese Ansicht nicht zutrifft, ist bereits mehrfach in werthe erwarten lasse. find möglichst unabhängig gedacht; es ist ihnen ein beschränktes höheren Instanzen entschieden worden. Da der Dortmunder Besteuerungsrecht beigelegt. Erkennt man die Nothwendigkeit Verein sich weiter beschweren will, so wird ihm ja wohl sein Der Erhaltung eines unabhängigen Grundbesizerstandes an, so Recht werden. ergeben sich die weiteren Schritte von selbst. Ich bitte deshalb, dem Gesetzentwurf eine wohlwollende Aufnahme zu gewähren. ( Beifall rechts.) Damit ist die Tagesordnung erledigt. Schluß 124 Uhr. Nächste Sigung Dienstag, den 23. Januar, 11 Uhr.( Erste Lesung der heute eingebrachten Finanzvorlagen.) Parlamentarisches. In Dortmund wurde am 14. Dezember v. J. eine Versammlung des sozialdemokratischen Vereins um 11 Uhr Abends durch den Vertreter der Orts- Polizeibehörde, einen Polizei fommissar unter Berufung auf die eingetretene Polizeistunde aufgelöst. Auf die Beschwerde des Vorstandes des Vereins hat der Ober- Bürgermeister jetzt folgende Antwort ertheilt: * * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der Genosse Gustav Stengele war als Redakteur des Ham b. E ch o" gleich so vielen sozialdemokratischen Redakteuren von Hans Blum wegen Beleidigung verklagt worden. Blum hatte sich beleidigt gefühlt durch einen Bericht im" Hamb. Echo", der unter Anderm besagte, daß er( Blum) in einer Gerichtsverhandlung eine„ tlägliche Rolle" gespielt habe. Als beleidigend war auch die Stelle, wir freuen uns anderer feits aber auch, daß die sächsische Bourgeoisie bereits auf den Hans Blum gekommen ist", sowie die Redewendung, daß Stempelsteuer Kommission. Sigung vom 18. Januar. Hans Blum im Behaupten sehr frei sei, unter Anklage gestellt Ter erste Theil des Tarifs( Effettenstempel) wurde erledigt. worden. Hans Blum hatte Gefängniß strafe und, wie das bei Ueber die Umsatzsteuer( auf Rauf- und Anschaffungsgeschäfte) ihm, der bei jeder Klage noch ein Ge- schäftchen machen entspann sich eine sehr lebhafte Generaldebatte, die sich haupt möchte, üblich ist, 1000 M. Geldbuße( an ihn zu zahlen) besächlich mit dem Arbitragegeschäfte befaßte. Da eine große An- antragt. Der Gerichtshof verurtheilte Stengele zu 75 M. Geldzahl von Abänderungsanträgen vorliegen, die zumeist die strafe wegen formeller Beleidigung. legitime Arbitrage schützen wollen, soll nach Abschluß der Generaldiskussion eine Subkommission eingesetzt werden, die auf Grund der Amendements Kompromißvorschläge machen soll. Nächste Sigung am 20. Januar, Vormittags 101/2 Uhr. 9 " Genosse Diehl, Wurzen, der wegen Beleidigung eines Wurzener Stadtraths zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden war, hatte Berufung eingelegt. Die Berufungsfammer des Leipziger Landgerichts hat am Donnerstag die Berufung des Genossen Diehl verworfen. Das gleiche Schicksal Die Wahlprüfungs. Kommission prüfte in der Sigung hatte die Berufung des Genoffen Thiele, der wegen des anam Mittwoch Abend die Wahlen der Abgeordneten Gescher läßlich des Jubiläums des Königs von Sachsen in der Wurzener ( 7. Düsseldorf) und Pichler( 3. Niederbayern). Gegen beide Zeitung" veröffentlichten Jubiläumsrausch Artikels" von der Wahlen liegen Proteste vor. Herr Landrath Gescher soll seine Borinstanz zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt worden war. Wahl seinem Kollegen, dem Landrathe in Moers, verdanken, der Der Genoffe Stapel in Bergedorf erhielt vom durch amtliche Birkuläre an die Bürgermeister seines Bezirks zur dortigen Schöffengericht eine Geldstrafe von 10 M. zudiktirt, Wahl des Gescher direkt aufforderte. Außerdem wurden im weil er als Vorsitzender der Kommission des dortigen Gewerk Kreise die Militärvereinler mobil gemacht und gelang es so, die schafts- Kartells die Anmeldung der Kommissionsmitglieder unter Zentrumspartei aus ihrem alten Besißstande zu verdrängen. Da laffen. Das Schöffengericht erblickte in dem Gewerkschaftskartell, Moers- Rees der einzige Wahlkreis ist, den das Zentrum an die welches bisher nur in öffentlichen Versammlungen tagte, einen fatholisch konservativen Gegner verloren hat, so gäbe die Verein und erkannte auf oben erwähnte Strafe. Berufung ist ein Kassirung der Wahl Gescher's Gelegenheit zur Probe darauf, gelegt. wie die katholische Wählerschaft jest, nachdem sie mit dem Bu bemerken ist noch, daß das Hamburger Gewerkschafts: metallischen Nachgeschmack der Militärvorlage näher be fartell, welches schon im Jahre 1890 auf ähnlicher Grundlage fannt geworden ist, über dieselbe denkt. Die Wahl des Ab- gegründet wurde, wie das hiesige und bis vor Kurzem ungeordneten Pichler ist gegen einen Bauernbündler und die Sozialgeschoren blieb, neuerdings sich auch eine Anklage wegen Nicht Demokraten mit nur 8 Stimmen Majorität erfolgt. Von diesen anmeldung der Kommissionsmitglieder zugezogen hat. Jeßt end8 Stimmen find in der Wahlprüfungs- Kommission noch 6 weg- lich wird man gewahr, daß ein Kartell eine höchstgefährliche gezählt worden. Da gegen diese Wahl im Protest auch noch Sache ist, der man erhöhte Aufmerksamkeit schenken muß. Sonstige schwere Verstöße gegen das Wahlgesetz 2c. unter Beweis gestellt sind, so dürfte der Vice- Bischof von Passau die längste Zeit dem Reichstag angehört haben. " In ihrer heutigen Sitzung. prüfte die Kommission die Wahl des Abgeordneten Dr. Goertz( Lübeck). Auch gegen diese Wahl liegt ein Protest vor und beschloß die Kommission in einer größeren Zahl von Fällen Erhebungen. Die Entscheidung über die Giltigkeit der drei Wahlen wurde bis zum Eingang der beschlossenen Erhebungen ausgesetzt. Parteinacridiken. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 18. Januar, Nachmittags 5 Uhr. Auf Antrag des Rechnungsausschusses wird für eine Reihe von Rechnungen aus den Jahren 1891/92 und 1892/93, sowie für eine Reihe von Baurechnungen die Entlastung ertheilt, von den Jahresabschlüssen der Stadthauptkasse und der Haupttasse der städtischen Werfe pro 1892/93 Kenntniß genommen und die vorläufige Genehmigung der stattgefundenen Etatsüberschreitungen ausgesprochen. Referent Stadto. Sa ch 3 II bedauert, daß die Berathung der Petition in eine Zeit fällt, wo mehrtägige Verhandlungen über die Vorlage im Reichstage bereits stattgefunden haben. Dennoch habe man keinen Anlaß, von dem Petitionsrecht der Versammlung teinen Gebrauch zu machen. Man schäße die Bahl der durch die neue Tabakbesteuerung brotlos werdenden Arbeiter auf 50 000; die Regierung habe eine Verminderung um 20 000 selbst schon zugegeben. Aus diesen Gründen bittet die Ausschußmehrheit um Annahme ihres Antrages. Stadtv. Cassel bringt folgenden Antrag ein: in Ers wägung, daß nicht blos die in der vorliegenden Petiton erwähnte, sondern auch andere in das Erwerbsleben und die Interessen vieler Berliner Bürger außerordentlich eingreifenden Steuervorlagen zur Beschlußfaffung dem Reichstage seitens des Bundesraths unterbreitet sind, und daß bei dieser Sachlage eine Petition der städtischen Behörden gegen ein einzelnes Steuerprojekt ungeeignet erscheint, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. Stadtv. Singer: Ich muß mich gegen diese motivirte Tagesordnung erklären, deren Begründung wir leider noch nicht vernommen haben. So weit ich verstanden habe, motiviren die Antragsteller ihren Wunsch damit, daß sie in Rücksicht darauf, daß noch andere schwer das Erwerbsleben beeinträchtigende Vorlagen im Reichstage zur Verhandlung stehen, nicht für angemesser erachten, gegen ein einzelnes dieser Projekte zu petitioniren, Das ist eine eigenthümliche Auffassung. Verstehen würde ich, wenn die Antragsteller den Ausschußantrag in entsprechender Weise erweitert hätten. Jedenfalls vertheidigen sie das Tabaksteuer. Gefeß nicht, sondern wollen es mit uns bekämpfen; ich fann daher ihrer Logit nicht folgen. Ein Kollege von unseren Bänken, der spezielle Fachkenntnisse besitzt, hat sich noch zum Worte gemeldet. Ich kann daher den Antrag auf motivirte Tagesordnung nur abzulehnen bitten; es würde seine Annahme verhindern, daß das Plenum überhaupt ausspricht, wie es über das Steuerprojekt denkt. Wie die Dinge jett liegen, ist nicht ganz bestimmte Aussicht vorhanden, daß die Vorlage ohne weiteres abgelehnt wird, und daß sich die Befürworter der Vorlage es nicht entgehen lassen werden, wenn die Berliner StadtverordnetenVersammlung um die Entscheidung herumgeht, steht fest. So weit die Berliner Vertretung im Reichstage in Frage tommt, hat Berlin nicht zu befürchten, daß auch nur Einer davon für die Steuer stimmt, Berlin ist also Dant den direkten Reichstags= wahlen und dem vernünftigen Sinn seiner Bevölkerung( Heiterfeit) sicher vor der Unterstüßung dieses Projekts. Wenn aber die Versammlung die Stimmung gegen die Fabrikatsteuer durchy eine Petition unterstützen will, so wird Sa seine Wirkung nicht verfehlen, und sie sollte es also mit alle Entschiedenheit ablehnen, über die Petition des Vereins Waldeck zur Tagesordnung überzugehen. Stadtv. Cassel: Ich rechne mich zur freisinnigen Volkspartei, und auch diese gehört feineswegs zu den Anhängern, sondern zu den Gegnern der Vorlage. Troßdem befürworte ich die Annahme der motivirten Tagesordnung. Der Reichstag hat ein ganzes Bouquet von Steuervorlagen erhalten. Es ist garnicht zu ersehen, warum wir eine einzelne Steuer herausgreifen. Wenn Herr Singer sagt, dann sollten wir doch gegen alle Vorlagen petitioniren, so erwidere ich, daß wir doch nicht in erster Linie Ueber die Ungiltigkeitserklärung der Münchener Gedazu da sind, die politischen Geschäfte des Landes zu führen werbegerichtswahlen, entnehmen wir der Münchener Post" ( Buftimmung und Miderspruch). Das wollen jedenfalls viele noch einige Details, die unsere gestrige Notiz ergänzen mögen. Es folgen Berichte des Petitionsausschusses. derjenigen nicht, die in dieser Versammlung gegen die sämmtIn einigen Bezirken waren mehrere Wahlzettel der dem Ge- Derselbe beantragt, über die Petition des Gemeindekirchen- lichen Vorlagen sind. Es ist doch auch mit einer furzen werbevereine angehörigen Wähler für ungiltig erklärt worden, raths von Emmaus um Gewährung eines Beitrages von Resolution nicht abgethan, sondern wir müßten eine ausführ weil der aufgedruckte Name des Kandidaten durch den Bettel 37 000 M. zum Bau einer Reichenhalle zur Tagesordnung liche Begründung unseres Standpunktes geben, und das erscheint durchschien; in einigen anderen Bezirken hatte man Wähler des überzugehen. Referent Stadtv. Frengel bemerkt, daß der mir bei der eifrigen Agitation der Interessenten, bei der gleichen Umstandes wegen zurückgewiesen. Von seiten der Ge- Ausschuß namentlich deshalb zu seinem Antrag gekommen sei, Stellungnahme der Handelskammern und so weiter nicht erforderwerbevereinler wurde die Kompetenz des Wahlausschusses in weil der bisher vorhandene Leichenhaus- Baufonds aufgezehrt fei, lich; es tönnten sonst unsere eigentlichen Geschäfte dabei zu Zweifel gezogen. In der Regierungsentschließung heißt es nun: und giebt eine längere Darstellung der Geschichte dieses Fonds. furs tominen.( Bustimmlung). Ich glaube, die Tabatsteuer kurz Sollte aber Herr Singer recht 1. Es seien die am 10. Dezember 1893 vorgenommenen Das Bedürfniß einer definitiven Leichenhalle neben der schon wird nicht angenommen. Wahlen der Beisiger und Hilfsbeisiger des Gewerbegerichts provisorisch eingerichteten hat der Ausschuß auch bezweifeit. behalten, daß die Vorlage irgendwie zu stande kommt, so wird München für die Wahlperiode 1894/96 aus der Zahl der Arbeit- Stadtv. Schmeisser beantragt, die Petition dem Magistrat die Petition Berlins daran nichts ändern. Mögen sich doch die geber für ungiltig zu erklären, zur Berücksichtigung zu überweisen. Die Versammlung möge sich Petenten an die Abgeordneten Verlins, an den Reichstag felbst 2. es seien die Kosten des Verfahrens den Beschwerdeführern gegenüber den Petenten nicht von Vorurtheilen leiten laffen. wenden! Wozu sollen wir uns ohne jede Noth auf das rein als veranlassendem Theile zu überbürden, wobei für gegen Namentlich für das ärmere Publikum seien die Leichenhallen ein politische Gebiet begeben? Die Einstimmigkeit wie bei der wärtige Beschwerde eine Staatsgebühr nicht in Anfaz zu Segen, und die Emmausgemeinde umfasse hauptsächlich die Tabatsteuer möchte in dieser Versammlung bei den anderen bringen fei." ärmere Bevölkerung des Südostens. Die Gründe des Petitions- Steuervorlagen vielleicht nicht so ganz vorhanden sein. Sollen ausschusses seien unhaltbar. Berlin sei reich genug, der Ge- wir uns nur fontradiktorisch über den Werth dieser Vorlagen unterhalten? meinde den verlangten Beitrag zu leisten. Stadtv. Gericke bemängelt den Standpunkt des Magistrats, solche Mittel nicht hergeben zu wollen, blos weil jener Fonds erschöpft sei. Den armen Gemeinden müsse auch ferner in diefer Beziehung Hilfe geleistet werden, Leichenhallen seien ein bürgerliches Bedürfniß. Der Grund für bie Ungiltigkeit der Wahl liegt nach Ansicht der t. Regierung darin, daß in vier Wahlbezirken eine Anzahl von Wahlzetteln zu Unrecht" für ungiltig erklärt und mehrere Wähler zu Unrecht" mit solchen Zetteln zurückgewiesen worden sind. Diese Ansicht stützt sich auf§ 15 des Reichsgesetzes fiber die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1890 und auf§ 22 des Drtsfiatuts, wonach Stimmzettel von weißem Papier sein müssen Stadtschulrath Fürstenau weist darauf hin, daß neuer und fein äußeres Kennzeichen tragen dürfen. Das Durch dings der Stadtgemeinde zugemuthet werde, die ganze firchliche fcheinen der aufgedruckten Namen sei aber fein äußeres Baulast zu tragen. Seitdem das eingetreten sei, tönne die Stadt Rennzeichen(!!!), wenigstens liege bei den beanstan- zu Leistungen, zu denen eine Verpflichtung nicht fonstruirt werden beten Betteln teinerlei Anhaltspunkt dafür vor, daß diese tönne, sich auch nicht bereit finden lassen. Stadtv. Schulz II: Es ist nicht das erste Mal, daß sich die Städte mit derartigen Steuervorlagen beschäftigen. 1878 be= rief sogar der Berliner Magistrat einen Städtetag ein, auf welchem ein Botum gegen die drohenden Korn- und Fleischzölle abgegeben wurde. Im Jahre 1879 wurden durch die damalige Tabatsteuer 30 000 Arbeiter dieser Industrie brotlos. Die jeßige Vorlage ist ebenfalls eine trockene Guillotine( Heiterkeit), welche Tabatarbeiter umbringen wird. Дь Sie dazu die oder nicht, es ist die Wahrheit. Der Kleine lachen Geschäftsmann tann die Steuer nicht zahlen, er fann Die vorgelegte Stizze zum Neubau einer Turnhalle auf dem Grundstücke der Victoriaschule, Prinzenstr. 51 wird genehmigt. trag Schwalbe an einen Ausschuß. AnDie bezügliche Mittheilung des Magistrats wird darauf zur Kenntniß genommen. von worden dem ja bei der heutigen schlechten Geschäftslage faum die empfehlen, diesen Gedanken in nähere Erwägung zu nehmen. I findlichen Genossen und verlangten Unterbrechung der Miethe erschwingen. Mit einem Schlage werden in Berlin( Beifall.) Sigung wegen Hungers, wobei sie von der Ver1500 tleine Zigarrenhändler ihre Läden zumachen müssen. Das Stadtv. Gerstenberg: In unseren Partanlagen haben theidigung unterstützt wurden. Der Präsident willfahrte ihrem Gesez ruinirt den kleinen Gewerbetreibenden, es führt direkt zum wir nicht genügenden Raum dafür. Hat das Turnfuratorium Wunsche, indem er die Sigung unterbrach und bemühte sich, Monopol. Es könnte uns ja politisch ganz recht sein, wenn die erst besondere Spielpläge, dann ist nur ein geringer Schritt, auf durch wiederholte energische Mahnungen die Haltung der AnVorlage Gesez würde, aber wir sind nicht der Meinung, daß die diesen Turnplägen im Winter Eisbahnen anzulegen. Wir werden geklagten und Vertrauensmänner, welche einander unausgesezt heutige wirthschaftliche Noth durch die Gesetzgebung noch ver- bei der Etatsberathung bereits beantragen, Mittel dazu zu ge- haranguirten und sich selbst gegen den Präsidenten herausgrößert werden soll. Ich bitte Sie, für den Petitions ausschuß währen und werden event. schon im nächsten Winter in der Lage fordernd und ungebührlich benahmen, in den Grenzen sich zu erklären. sein, an zwei oder drei Stellen zum Eislauf Gelegenheit zu zu halten. Der Präsident rügte energisch die PereatDamit schließt die Debatte. geben. Wir theilen die allgemeinen Anschauungen des Stadtv. rufe und gehässigen Worte, welche dem Berichterstatter Referent Stadtv. Sa ch 3 II ftellt fest, daß man überein- Singer in dieser Beziehung durchaus. des Altczechenblattes ,, Hlas Naroda" beim Betreten und Verstimme in der Meinung, daß die jetzige Vorlage nicht Gesez lassen des Saales zugerufen wurden. Bei der Fortsehung des werden soll. Was also auch beschlossen werde, ein Präjudiz Einzelverhörs sagte der 18 jährige Tischlergeselle Ziegloser, bei lasse sich daraus nicht ableiten. Wenn es richtig sei, daß eine Bei Gelegenheit der Verhandlung über einen event. aufzu welchem Material zur Herstellung von Schriften vervielfältigen solche Arbeitslosigkeit die Folge des Gesetzes sein werde, so sei es stellenden Etat für die städtischen Abladeplätze giebt auf und anderes gravirendes Material vorgefunden aus, er habe dieses Material angezeigt, daß auch die städtischen Behörden ihr Votum in die Anfrage des Stadtv. Spinola Stadtrath Bobm die Aus- war, Mrva Der erhallen. funft, daß die Müllverbrennung nach englischem Muster durch ermordeten Präsident bemerkte, Wagschale werfen. Bei der Abstimmung wird die motivirte Tages- ihn und einen Techniker in England studirt worden sei und daß Mrva sei todt und könne nicht verhört werden. Nach deni ordnung angenommen. man demnächst einen Versuchsofen aufstellen werde. Stadtrath Angeklagten Ziegloser wurde der 20 jährige Typograph Wangert verBeelig theilt mit, daß die Verhandlungen wegen Beschaffung hört. Derselbe ist der Bruder der Helene Waygert, welche dem anderer Einladepläge zur Abführung des Mülls nach Spreen- ermordeten Mrva fein Notizbuch entlockt und dem Abgeordneten hagen noch nicht zum Abschluß gelangt seien. Herold übergeben hatte. Der Angeklagte leugnet alle ihm vordie ihm als einer leitenden Stadtv. Gericke bedauert, daß die Angelegenheit nicht vom gehaltenen Hauptaktionen, der Omladina zur Last gelegt werden. Flecke kommt; die schönen städtischen Grundstücke würden durch Persönlichkeit Er Die Nachbarschaft der Abladepläge immer mehr entwerthet. war Administrator des Vereinsorgans der Omladina aus der Zelle des verordneten an den Magistrat eine Anfrage gerichtet, wann der Untersuchungsgefängnisses die Briefe zu versenden versucht mit zu Anfang Dezember hatten die sozialdemokratischen Stadt. Pokrokove Listy" und hat noch in September 1892 beschlossene Bau einer Brüde im der Aufforderung zur Fortsetzung der strafwürdigen Handlungen. 3uge der Altonaerstraße in Angriff genommen werde. Der Angeklagte bestreitet dieses sowie die Betheiligung an der " In Beantwortung der von der Stadtverordneten- Versammlung Befudelung der kaiserlichen Adler und gesteht nur zu, intergeftellten Anfrage" ist unter dem 13. Januar der Versammlung nationale(?) 3wede verfolgt zu haben. Bei der heutigen eine Vorlage des Magistrats zugegangen, wonach die früher be- Fortsehung des Verhörs der Angeklagten ermahnte der Präsident fchloffene Regulirung der Straße 36a bis zur Gottowsky- Brücke die als Vertrauensmänner anwesenden Zeitungsberichterstatter nicht durchgeführt werden kann, weil die damals vorbehaltene auf das dringendste, objektiv zu berichten und sich subjektiver Hierauf las der Präsident das Zustimmung der Spiekermann'schen Erben noch immer nicht zu Bemerkungen zu enthalten. erlangen gewesen ist. Die Regulirung der Straße foll nunmehr Schreiben vor, welcheß Zieglofer aus der Untersuchungshaft nach nach der neuen Vorlage nur bis zur Grenze des Spiekermann'schen außen zu schmuggeln suchte, und in welchem er seinen Vater Grundstücks unter Anschluß an die Jagomstraße erfolgen. Der Bau der und den Hausmeister bittet, zu seinen Gunsten auszusagen. Holzbrücke über die Spree im Zuge der Altonaerstraße fönne sofort Der Staatsanwalt bezog diefe Handlung als Verbrechen und beantragte die in Angriff genommen werden, da die Geldmittel zur Verfügung des Betruges in die Anklage ein ständen, und es werde damit einer nicht geringen Anzahl von Vorladung von Zeugen in dieser Sache. Neue Unruhe im Sigungsfaale veranlaßte den Präsidenten auf das energifcheste Arbeitern Verdienst gegeben werden. Stadtv. Vogtherr: Der Magistrat spricht in der Vorlage von anzukündigen, im Falle der Wiederholung von Ruhestörungen in einer Anfrage der Stadtverordneten- Versammlung; die Anfrage Abivesenheit der Angeklagten zu verhandeln. Der zwanzig rührt aber von meiner Partei her. Die Vorlage begrüßen wir nament- jährige Angeklagte Wenzel Cizek( Advokatenschreiber) gab lich im Interesse der Bewohner des südwestlichen Theiles von an, daß in einigen Sigungen der Omladina die jungund Kaizl anMoabit. Nach den erneuten Darlegungen des Magistrats und czechischen Abgeordneten Graf Kauniz nach früheren Ausschußberathungen scheint uns eine neue Aus- wefend waren, und daß ihnen von der jungczechischen Partei schnßprüfung zu erübrigen. Den Bau der Brücke glaubt der hundert Gulden angeboten worden seien, damit die InterMagistrat selbst in der jetzigen Jahreszeit vornehmen zu können. nationale(??) die Juugczechen bei dem Kampfe um das allgeWenn die Bauverwaltung das selbst zugiebt, follten wir dazu meine Stimmirecht unterstüße. Der Angeklagte Hoch ist nach London geflüchtet. Der beitragen, daß nicht erst durch Ausschußberathung diese Arbeitsgelegenheit, sei es auch nur um 8 oder 14 Tage hinausgeschoben Staatsanwalt beantragte die Verlesung eines Schriftstückes Auch neues Material fann wird. der Ausschuß faum über Herstellung von Petarden aus den Atten Cizets. Gegen noch herbeischaffen. Die Mittel sind bewilligt, die Pläne ge- die Angeklagten, welche sich durch geheime Zeichen ver nehmigt, es steht der Ausführung nichts im Wege. Allerdings ständigten, schritt der Präsident mit energischen Rügen ein. hat der Magistrat nicht einmal für nothwendig erachtet, die Die Omladina bestände aus 22 Vereinen, die auf verschiedene erforderlichen Zeichnungen der Vorlage beizugeben, obwohl die Gebiete verstreut seien. Schult wurde von einem GefangenenBersammlung oft genug ein derartiges Verlangen ausgesprochen aufseher beschuldigt, daß er von der Zelle aus zu verbrecherischen hat. Wird die Erledigung der Vorlage dadurch verzögert, dann Thaten aufzuheben suchte und zur Rache gegen Mrva aufreizte. trägt der Magistrat die Schuld. Der Angeklagte Schultz leugnete dies ab. Auf dem städtischen Grundstücke zwischen der Urban- und Wilmsstraße beabsichtigt der Magistrat eine Realschule zu erbauen; er legt die Stizze und einen mit 400 000 Mari abschließenden Kostenüberschlag vor. Die Vorlage geht auf Au: Der Feuersozietäts.Beitrag für das Geschäftsjahr 1. Oftober 1892/98 soll auf 5( bisher 4) Pfennige für je 100 M. der Versicherungssumme festgesetzt werden, da sowohl die Zahl der Brandschäden als auch die Summe der zu zahlenden Brand Entschädigungsgelder erheblich( letztere von rot. 600 000 auf rot. 900 000 9.) gestiegen ist. Zu Gemeindeschul- 3wecken soll von der Grundrenten Gesellschaft ein Zerrain von 5178 qm., zwischen Wicleffund Siemensstraße östlich der Emdenerstraße in Moabit gelegen, zum Preise von 38 M. für den qm erworben werden. Stadtv. Geride beantragt Ausschußberathung. Stadtv. Sentig verlangt größere Voraussicht bei der Be friedigung namentlich der Schulbedürfnisse der Stadt. In Moabit herriche cine unglaubliche Schulnoth. Jahrelang sei der Stadt ein großartiges Terrain zu billigem Preise in günstigster Lage zwischen Strom- und Birkenstraße angeboten gewesen, ohne daß sie davon Gebrauch gemacht habe. Stadtschulrath Bertram entgegnet dem Vorredner, daß gerade die in Rede stehende Vorlage sehr weitschauend sei und der angeblichen Schulnoth in Moabit gründlich abhelfen werde. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 10 Mitgliedern. Die Stadtv. Michelet u. Gen. beantragen: Die Einhaltung des bisher üblich gewesenen akade mischen Viertels bei Beginn der Abtheilungs- bezw. Plenarsizungen in Zukunft aufzugeben und die betreffenden Sitzungen zur angebenen Zeit pünktlich zu beginnen. Der Antrag wird darauf abgelehnt. Direktor Dr. Schwalbe hat den Antrag eingebracht: Den Magistrat aufzufordern, Schritte zu thun, daß der Betrieb der instruktiven Einrichtungen der Urania säulen wieder in Thätigkeit tritt, mit dem Ersuchen, eine entsprechende Position in den Gtat einzusetzen. Der Antrag wird auf Vorschlag des Antragstellers einem Ausschuß von 10 Personen überwiesen. In Betreff der Verinehrung der städtischen Spiel= plätze für die Jugend und die zweckmäßige Beaufsichtigung der vorhandenen Spielpläge ist das Turnfuratorium mit der Grundeigenthums Deputation in Verbindung getreten, um namentlich im Westen geeignete Plätze zu ermitteln und die Aujficht anderweit zu regeln. Unter Ablehnung eines Antrags Pintussohn auf Ausschußberathung wird die Vorlage, die auch Stadtv. G3 mann empfiehlt, unverändert angenommen. Schluß gegen 8 Uhr. Gerichts- Beifung. Aus diesen Berichten geht hervor, daß die Absicht besteht, den Omladina- Prozeß gegen die Sozialdemokratie auszunüßen, da diese Partei doch nur international ist. Wie wenig international aber die Omladinisten sind, geht aus ihrer ganzen Haltung, Taktik, ihren Zielen und nicht zuletzt aus dem Umstande hervor, daß sie sich entschieden weigerten, Deutsche zu Vertrauensmännern zu bestellen. Leipzig, 18. Januar. Das hiesige Landgericht verurtheilte heute die Anarchisten Bigarrenarbeiter Hentschel und Kürschner Rabe wegen Theilnahme an dem Anarchistenklub„ Autonomie" zu 6 bezw. 10 Monaten Gefängniß. Stadtv. Singer: Ich bin erfreut, daß die Vermehrung der Spielplätze in Aussicht genommen ist, und benuke die GeYegenheit, eine Anregung zu geben, welche hoffentlich auf Ueber den Omladinaprozeß liegen blos dem Wolff'schen fruchtbaren Boden fallen wird. Diese sind so ge Es sollte nämlich auch ein Bureau entstammende Drahtmeldungen vor. entsprechender Theil der Spielplätze im Winter zu fünstlichen bässig gegen die Angeklagten, daß wir ausdrücklich für Inhalt Gisbahnen hergegeben werde, um die Gelegenheit zu die Gelegenheit zu und Ton die Verantwortung ablehnen müssen. Die Depeschen An unsere Lejer. Das gleichzeitige Tagen des Reichsdem so sehr gesunden Schlittschuhlaufe zu erwecken. Zur Zeit lauten: ist das Schlittschuhlaufen wie so viele andere Dinge Omladinaprozeß. Während der heutigen Verhandlung tages, der beiden Häuser des Landtages, der Stadtverordnetenein Privilegium der Besitzenden; wir haben Ursache, in der von zeigten die Angeklagten einen ungewöhnlichen Zynismus versammlung und die Vorgänge am Friedrichshain zwingen uns, mir angegebenen Richtung vorzugehen, um auch der ärmeren und große Widerseßlichkeit. Sie begrüßten die ihnen eine Heihe von Einsendungen und einen Theil der politischen Es würde sich sehr' Nahrungsmittel Bevölkerung diesen Genuß zu verschaften. mitbringenden, auf freiem Fuße be- Uebersicht zurückzustellen. Die Stelle des Bürgermeisters der Stadt Mainz ist mit Wirkung vom 1. April 1894 ab nach Maßgabe der Bestimmungen der Städte- Ordnung für das Großherzogthum Hessen anderweit zu besetzen. Die Wahl des Bürgermeisters erfolgt zunächst auf eine Amtsdauer von zwölf Jahren durch die Stadtverordneten- Verfaminlung und unterliegt der Bestätigung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Heffen. Das pensionsberechtigte Jahresgehalt der Stelle burde auf 10 000 m. bestimmt, wozu weifer noch ein Repräsentationsgehalt von 2000 m. jähr lich gewährt wird, das bei Berechnung eines etwaigen Ruhegehalts aber nicht in Betracht genommen wird. Der Bürgermeister ist berechtigt und verpflichtet, sofern er bei seiner Anstellung das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, der Wittwen: und Waisen- Anstalt für die Angestellten der Stadt Mainz beizutreten. Bewerber, welche die Befähigung für das Richteramt oder den höheren Ber waltungs- oder Finanz- oder technischen Staatsdienst nachzuweisen vermögen, werden hiermit eingeladen, ihre Be werbungen, welche eine ausführliche Schilderung des Lebenslaufes und der bisherigen Wirksamkeit, sowie die erforderlichen Unterlagen für die Beurtheilung der Vorbildung enthalten müssen, mit der Aufschrift: Bewerbung um die Bürgermeisterftelle", versiegelt, bis längstens den 15. Februar 1894 bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Mainz, den 17. Januar 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainz. Reinach, Beigeordneter. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L* am hiesigen Blaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Straße 2. Den Parteigenossen empfehlen wir zur Anschaffung: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Köln vom 22.- 28. Oktober 1893. ca. 18 Bogen 8° elegant broschirt Preis 40 Pfennig. Die Verhandlungen des Kölner Parteitages dürften wegen ihrer Bedeutung das lebendigste Interesse eines jeden Parteigenossen in Anspruch nehmen. Die erschöpfenden Verhandlungen über die Gewerkschafts- Bewegung sind überaus wichtig und ihre Kenntni nach dem stenographischen Bericht jedem Parteigenossen nothwendig. 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Der Berliner Thierschutz- Verein( zur Bekämpfung Tosigkeit, die ja den bürgerlichen Städteverwaltungen von die im Familienobdach Befindlichen, deren tägliche Durch der Massen Thierquälereien im Deutschen unseren Genossen auch nur aufgedrungen werden, besteht schnitts- Frequenzziffer 150-350 ist) belief sich auf durchschnittlich Reich) hat vor einiger Zeit ein Bittgefuch an sämmtliche mit verschwindenden Ausnahmen darin, daß sich die Be- täglich: Oberkirchenbehörden des Deutschen Reiches, zugleich aber auch sitzenden möglichst lange um irgendwelche Ausgaben für die an alle frommen, edlen, sittlich ernsten Menschen" gerichtet. Hungernden und Frierenden herumdrücken. In WärmeDas Gesuch, dessen Wortlaut wir der von dem antisemitischen ballen, Volksküchen und Armensuppen wird ja in den GroßReichstags- Abgeordneten Prof. Dr. Paul Förster geleiteten Beitstädten manches gethan, das freilich der vorhandenen schrift Der Thier- und Menschenfreund" entnehmen, wünscht Noth Beseitigung der verrohenden Gebräuche, die in bezug auf die gegenüber ein Tropfen auf den heißen Behandlung der Thiere, besonders beim Tödten derselben, im Stein ist. Zu Almosen kann man sich dann und wann Deutschen Reiche noch immer geduldet werden". Es schildert entschließen, denn die bekräftigen nur den unentwegt hochDie Besuchszahlen an den einzelnen Nächten schwanken sehr: Die übliche Art des Schlachtens der Thiere, das Fangen der Vögel gehaltenen Grundsatz, daß man eigentlich" gar nichts zu wie neulich dargelegt, wird in der Nacht vom Sonnabend zum in Schlingen, der Fische und Aale in Legangeln, die Gewinnung thun brauchte und nur aus reiner Gnade und Barmherzig- Sonntag durchschnittlich die höchste Besuchsziffer erreicht. Selbst der Froschschenkel von lebenden Fröschen. Damit ist jedoch die keit die milde" Hand öffnet. Aber gegen Maßnahmen, verständlich ist auch die Temperatur und Länge der arbeitslosen Liste der Thierquälereien, wenigstens in dem Bittgesuch des welche den Beschäftigungslosen mehr als Almosen, die Zeit von wesentlichem Einfluß auf die Frequenz des Asyls. Im Berliner Thierschutz- Vereins", erschöpft. Der Leser wird sich ihnen ordentliche Arbeit verschaffen, sträubt man sich mit Monat Dezember erreichte in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember verwundert fragen: Wo bleiben die Pferde, die in Distanzritten Händen und Füßen. Damit würde ja ein Einbruch in die die Besuchsziffer den Höchstbestand mit 2894 nächtlich Obdach- und Wettrennen von Offizieren zu Schanden geritten werden, heilige und fegensreiche Ordnung" geschaffen, welche den ofen. Die Zahlen der ersten Woche des Januar 1894 wo die Tauben, die dem Sport adliger Schützen geopfert werden, gingen gar noch weit hierüber hinaus. So suchten am wo das Wild, das in Treibjagden bis zur Erschöpfung gehetzt Befitlosen sagt:„ Warum waret Ihr so unvorsichtig in 5. und am 6. Januar je über 3000 die offizielle Biffer foll wird? Seine Verwunderung wird sich jedoch bald legen, wenn der Wahl Eurer Eltern; wenn Ihr kein Kapital und 3324 sein Personen das städtische Asyl auf. Neben diesem er weiter liest und den Worten begegnet: Unter dem Einfeine Arbeit habt, so seht selbst, wie Ihr durchkommt!" städtischen Asyl gewährt der von Privaten aus Privat- drucke dieser in einem gesitteten und christlichen Volke So sind zweifellos auch die Berichte der Berliner mitteln gegründete und geleitete„ Berliner Asylverein für Ob- unmöglich scheinenden Grausamkeiten Grausamkeiten wachsen Millionen Baudeputationen zu erklären, die gar keine, absolut feine dachlose" in seinen beiden Grundstücken( Büschingstraße und Menschen auf. Welche Gefahr in einer Zeit, da die wilden Arbeit für Beschäftigungslose haben. Merkwürdig! Einige Füfilierstraße) allnächtlich durchschnittlich 300 Männern und Leidenschaften so mächtig erregt werden! Wo könnte die ausviel Kleinere Städte, die zu den löblichen Ausnahmen ge- 75 Frauen, Mädchen und Säuglingen Aufnahme. Werden noch gestreute Saat des Hasses besseren Boden finden, als in abgehören, z. B. Mainz, München, Mannheim und Magdeburg, durchschnittlich 250 im städtischen Familienobdach Untergebrachte ſtumpften und verrohten Gemüthern?" zugerechnet, so ergiebt sich, daß etwa 4000 Menschen schuh- Verein", in dem die Antisemiten das große Wort führen, haben wirkliche Arbeit schaffen können, natürlich aber nur in Berlin bei der furchtbaren Kälte als obdachlos und befürchtet von den Quälereien und Grausamkeiten beim Fangen zu den erbärmlichsten Lohnbedingungen das große Berlin völlig mittellos in Asylen aufgenommen werden. Wieviel und Tödten der Thiere eine Verrohung besonders des findet dagegen in seiner Riesenverwaltung keinen einzigen mögen außer dem in Berlin ohne eigenes Heim sein! Auf niederen" Volkes und infolge deffen ein besseres Aufgehen Punkt, auf welchen es die Armee der Brotlosen zu nüßlichen fallend ist zunächst der Umstand, daß im Durchschnitt faum der der ausgestreuten" Saat des Hasses", will sagen: eine weitere Kulturarbeiten lenken könnte. Schon diese Feststellung wäre 60. Theil der im städtischen Obdach Aufnahme Nachsuchenden und schnellere Ausbreitung der Sozialdemokratie. Dabe ein Verdienst der Anträge des Genossen Singer im rothen dem weiblichen Geschlecht angehört. Hinzu tritt, daß das Asyl greift es sich allerdings, daß das Bittgesuch Wettrennen, Hause! Mannheim hat schon im Herbst und zeitig den Staat an der alleräußersten Grenze von Berlin( Fröbel- und Danziger, Thierquälereien rechnen dürfte. Im Uebrigen bitten wir unsere und Taubenschießen Jagden nicht unter die Massenveranlaßt, ihm Bauarbeiten zuzuweisen, welche eventuell straße) liegt. Wie Viele kennen dessen Existenz überhaupt nicht! Thierquälereien rechnen dürfte. Im Uebrigen bitten wir unsere von Frost und Hunger entfräitet auf Leser, zu bedenken, daß das Gesuch ja an alle frommen" mit Arbeitslosen ausgeführt werden können; die Berliner den Straßen Berlins umher, suchen in Hausfluren, auf Treppen, Menschen gerichtet ist, vor allem aber an die Ober- KirchenStadtväter hatten vor Monaten andere Dinge zu thun, als in Ställen ein schüßendes Nachtunterkommen! Wie Wielen end- behörden. In einem solchen Gesuch durfte nichts gegen die fich um solche Lappalien zu kümmern. Aber selbst in dem lich wird gegen einige Pfennige in den obstursten, überfüllten, Bergnügungen der Aristokratie und verwandter Kreise gefagt Falle, in welchem wirklich für den Augenblick keine städtische stinkenden Löchern eine, Herberge" oder eine sog.„ chriftliche Heimath" werden, mögen sie, nach dem Urtheil anderer Kreise, noch so Unternehmung zur Beschäftigung Arbeitsloser vorhanden in Anstalten geboten, deren roher Charakter in so mancher Gerichts- thierquälerisch sein. Die meisten Ober- Kirchenbehörden haben wäre, bliebe in Berlin und anderswo noch ein weites Feld verhandlung eine erhebliche Rolle gespielt hat. Rechnet man all dem Bittgesuch, in welchem, wie gesagt, Wettrennen, Tauben für die helfende Thätigkeit. Man hat in Mainz im Hin- diese unglücklichen Opfer der heutigen anarchischen Gesellschafts- schießen und Treibjagden fehlen, Unterstützung gewährt und blick auf den Nothstand Verwaltungsmaßregeln getroffen, ordnung zusammen, so wird man mindestens abermals 4000 er haben wegen der Bedeutung der Thierschutz- Bestrebungen für welche wenigstens die Vermehrung des Heeres der Arbeits- auch kein scheinbar eigenes Heim besigen, die nur mit zerrissenen mahnt, diese Bestrebungen zu unterstützen. Wir nehmen an, halten. Insgesammt also etwa 8000 Menschen in Berlin, die das religiöse und fittliche Leben auch die Geistlichen erlosen durch den Zuzug städtischer Arbeiter möglichst verhüten Fezzen bekleidet, oft selbst barfuß, der bittersten Kälte daß jeder edle, fittlich ernste Mensch, auch wenn er nicht zu sollen. Man bestimmte kürzlich auf Betreiben unserer Ge- ausgesetzt sind! Und was thut die Stadt hiergegen den Frommen gehört, den auf den Schutz der Thiere gerichteten nossen folgendes: Noch gellt des verstorbenen Oberbürgermeisters Fordenbeck Bestrebungen freundlich gegenübersteht. Aber aus diesem BittHinweis in den Ohren aller anständigen Bürger wider, daß gesuch scheint uns sehr wenig fittlicher Ernst zu sprechen, wie 1. Die Entlassung der ständigen städtischen Arbeiter ist ein Nothstand nicht vorhanden, es biete ja Raum genug die überhaupt die Bestrebungen der Kreise, welche sich der Thiermöglichst einzuschränken. 2. Jehlt es bei eintretendem Frost Etadt. Dieser Hinweis wurde ausgesprochen zu einer Zeit, als schuß- Free in erster Reihe bemächtigt haben, und von denen wetter an Gelegenheit zu anhaltender Beschäftigung aller Ar in dem zur Aufnahme von höchstens 1400 Personen bestimmten dieses Gesuch ausgeht, sehr viel Pharisäerhaftes an sich haben. beiter, so soll für alle diejenigen Arbeiter, welche nicht durch städtischen Obdach 2090 frierende Personen zusammengepfercht Sie überliefern jeden Droschkentutscher, der seinen störrischen die besondere Art ihrer Beschäftigung ohne Unterbrechung in waren! Die Stadtverordnetenmenge heulte der Ablengnung des Gaul die Peitsche fühlen läßt, dem nächsten Schuhmann, hüten Thätigkeit zu bleiben haben, wie die Obleute, Vorarbeiter, Nothstandes jubelnd Beifall. Das war im Winter 1891/92. sich aber, Sportsleute, die ihre Pferde zu Schanden reiten, zu Magaziniers, Kanalreiniger, Meßgehilfen 2c. einheitlich eine Doch Thatsachen lassen sich auch vom Berliner Froschte ich nicht denunziren; sie machen streng darüber, daß fein Ziehhund zu Verkürzung der Arbeitszeit unter gleichzeitiger Kürzung des durch Leugnen oder Beifallsgejohle aus der Welt schaffen. Der sehr angestrengt wird, und thun, als hätten sie nie etwas von abLohnes eintreten. Es ist hierbei dem Ermessen der Verwaltung überlassen, entweder a) jeden einzelnen Arbeiter entfeßliche Nothstand zeigte sich so grimmig, so flar, gehegten Jagdhunden gehört; sie jammern über die Frösche, denen daß selbst diese reaktionäre Stadtvertretung in eine man bei lebendigem Leibe die Schenkel abschneidet, und decken an einem oder einigen vorher zu bestimmenden Tagen Vergrößerung des Obdachs um die Hälfte willigen mußte. die Wunden des Wildschweins, das man vor der Sauhaß seiner der Woche feiern zu lassen oder aber b) eine Kürzung Schneckenlangfam schritt trot aller Versuche seitens Hauer beraubt, mit dem Mantel der Liebe zu. Solche Leute der Arbeitszeit an allen Wochentagen für sämmtliche Ardes Obdachkuratoriums, eine Beschleunigung herbeizuführen, der haben wahrhaftig herzlich wenig Grund, sich als die allein„ edlen, beiter vorzunehmen. 3. Entfällt auch die Möglichkeit, die Bau infolge des bekannten Schlendrians, der in der Berliner sittlich ernsten" Menschen auszuspielen, gegen Rohheit, GrausamArbeiter mit den unter 2 besprochenen Einschränkungen in voller Bauverwaltung herrscht, vorwärts es handelte sich ja keit und Blutgier" zu eifern und auf die Lehre von der christBahl zu beschäftigen, so sollen entlassen werden: in erster nicht um Ausstellung eines aus fremden Taschen geschenkten lichen Barmherzigkeit" hinzuweisen. Sie haben um so weniger Linie: die alleinstehenden Arbeiter, in deren Haushaltung ver-" Fordenbecken" oder um eine bordellähnliche Gestaltung eines Grund dazu, weil gerade diese Streise es sind, die den Kapitalis sorgungsbedürftige Angehörige nicht vorhanden sind; in zweiter Schüßenfest- Platzes oder um Straßenklimbim- Bauten, die vielleicht mus, der das genaue Gegentheil von christlicher Barmherzigkeit Linie: die zum Bezug von Altersrenten Berechtigten; in dritter einen italienischen Piepmatz heranhüpfen lassen könnten. Der iſt, am eifrigsten vertheidigen. Und die Grausamkeit und BlutLinie: die außerhalb Mainz Wohnenden. Die vorstehend auf- Neubau ist seit diesem Winter voll in Anspruch genommen und er- gier des Kapitalismus richtet sich nicht gegen Thiere, sondern gestellten Bestimmungen sollen in Ergänzung der unlängst beweist sich bereits als zu flein. Der Neubau enthält gegen Menschen, von denen Jahr aus Jahr ein Hundertschlossenen Arbeitsordnung den städtischen Arbeitern mitgetheilt werden. Die Bestimmungen sind von allen Arbeitern zu unter- genau so viele Räumlichkeiten und so große Schlafsäle, wie der tausende dem Siechthum und einem frühen Tode überliefert ältere Bau: je 70 Schlaffäle. Jeder Schlafsaal ist nach den werden. schreiben und erhalten danach, nach Ablauf von 14 Tagen, Bauanschlägen, den Verwaltungsberichten des Magistrats und Daß Frömmigkeit und Kuppelei einander harmonisch nach für beide Theile auf die Winterszeit bis 1. April 1894 em Loblied, das er auf seine hygienische Fürsorge dem 10. medi- ergänzen können, zeigt folgende Annonce aus dem Mittwochs= zinischen Kongreß fang, auf 60 bis höchstens 70 Bewohner blatt der„ Vossischen Zeitung": berechnet. Das gesammte Obdach saßt also 2800 Schläfer, ist Dame von frommem Wesen, im Besize ihrer feinen Hier wird der freilich äußerst schwache Versuch ge- mithin bereits jetzt wieder zu klein. Allerdings: wenn jeder Saal Wohnung, wünscht die Bekanntschaft eines älteren Herrn macht, eine Regelung der städtischen Betriebsweise derartig mit 80 und mehr belegt, wenn ferner auch die geräumigen Flure behufs Heirath. Verm. ausgeschl. Adr. unter T. G. 165 in der herbeizuführen, daß in erster Linie die Verkürzung der belegt werden, dann lassen sich auch 4000 und mehr in das Exped. dieser Zeitung. Herr Hobrecht, der Ober- Baurath Obdach hineinpferchen. Arbeitszeit Aller an Stelle der Entlassung Einzelner gesetzt Berlins, Teugnet natürlich ganz nach dem Vorbilde feines Ein Familiendrama. Auf eine Verlobung zurückzuführen wird. Bezüglich der gleichzeitigen Kürzung des Lohnes ist früheren Chess das Vorhandensein eines Mothstandes, trotzdem ist der Selbstmord des Kohlenhändlers W. in der Adalbertstraße. zu bemerken, daß kurz vor Einführung obiger Bestimmungen die vorgeführten 3 ahlen beweisen, daß die Stadt noch nicht Seine achtzehn Jahre alte Tochter Gertrud hatte sich Weihwiederum auf Betreiben unserer Genossen eine namhafte einmal der ihr gefehlich obliegenden Pflicht genügt, ein den nachten gegen den Willen des Vaters verlobt und war nun nicht Erhöhung der städtischen Löhne vorgenommen worden war. Mindestforderungen der Hygiene entsprechendes Unterkommen zu mehr zu bewegen, ihm in dem staubigen Geschäft hilfreiche Hand Tie ganzen Bestimmungen sind ja auch weiter nichts, als beschaffen und das nicht zum geringsten infolge der jämmer zu leisten. Vorgestern Abend tam es deshalb zwischen Bater cin erbärmliches Palliativmittel; aber sie zeigen doch, daß lich schlechten Verwaltung, der sich insbesondere das Ressort er- und Tochter zu ernsten Auseinandersetzungen, und die Lettere felbft bürgerliche Städteverwaltungen nach und nach kleine freut, dem Herr Hobrecht angehört.- Herr Hobrecht leugnet fand bei Bekannten für die Nacht Unterfommen. Das nahin Zugeständnisse an unsere Forderungen machen müssen. In den täglich, stündlich sichtbaren so ungeheuren Nothstand und sich der Vater derart zu Herzen, daß er an demselben Abend Berlin freilich trabt man der Zeit pflichtschuldigst meilen- och herrscht selbst in dem magistratlichen Ententeich und im gleichfalls die Wohnung verließ und gestern Morgen auf dem weit nach. Für die Verwaltung der Reichshauptstadt gilt droschteich des rothen Hauses ein erheblicher Nothstand aller- Stohlenplatz an einem Baum hängend todt aufgefunden wurde. bings nicht, weil es dort mangelt an Geld, an Lebensmitteln, nach dem Ausspruche des Oberbürgermeisters Belle der an Wohnungsgelegenheit, sondern weil es dort fehlt an Hu- Einer Schießprügelei ist, wie der Vossischen Zeitung" Grundsatz, daß die Stadt ihre Arbeiter in Krisen- manität, an Umficht, an Verantwortlichkeitsgefühl, an Einsicht aus München gemeldet wird, ein Berliner Student zum Opfer zeiten genau so aufs Pflaster werfen muß, wie und an Aufrichtigkeit. gefallen. Der Mann wurde vor einigen Tagen in einem bei Großhefsellohe abgehaltenen Pistolenduell schwer verwundet und jeder beliebige Privatunternehmer. Wenn dieser Weisheit ist nicht ein tüchtiger Schneefall zu Hilfe kommt, steht sie gestorben. rathlos und verlassen dem Gespenst des Nothstandes gegen über, oder sie leugnet überhaupt das Vorhandensein dieses Gespenstes. als aufgehoben." In die Zivilabtheilung. Nachdem kürzlich erst Landgerichts direktor Schmidt in die Zivilabtheilung übergegangen ist, wird am Mittwoch an den Folgen der standesgemäßen Bestialität heute gemeldet, daß der Untersuchungsrichter in den Strafsachen gegen Black- Badgorski, Schwennhagen und Ahlwardt, Dr. Jung, fich gleichfalls in eine Zivilabtheilung hat versehen lassen. Vierhundert Mark für vierzig Pfennig. Vor ungefähr einer Woche verkaufte eine Frau L. aus der Alten Jakobstraße Unter diesen Umständen wird die Noth der Wintersan einen herumziehenden Produktenhändler einen Sack Lumpen. Nicht weniger als 54 Züge sind vorgestern infolge des In der Eile hatte sie einen alten Unterrock, worin sie ihre Erund Krisenzeit immer wieder nur negativ weiter wirken: Busammenstoßes am Schlesischen Bahnhofe auf der Strecke liegen sparnisse( 400 m.) eingenäht hatte, dem Händler mitgegeben. sie wird Tausende und Abertausende verkommen und vergeblieben und haben insgesammt 240 Stunden Verspätung er- Als sie nun dieser Tage wieder etwas Geld in ihre sonderbare derben lassen, damit die übrig Bleibenden nur desto besser litten. Der entgleiste Waggon des Vorortszuges, dessen Ent. Sparbüchse einnähen wollte, fand sie den Rock nicht mehr vor. einschen, daß mit dieser" Ordnung" der Dinge aufgeräumt fernung vom Geleiſe dadurch sehr erschwert wurde, daß er an Da sie den Namen des Produktenhändlers nicht anzugeben weiß, werden muß. Positives zu schaffen zur Linderung der Noth Ort und Stelle reparirt werden mußte, statt der abgerissenen so wird sie wohl schwerlich wieder in den Besitz ihres Geldes in nennenswerthem Maßstabe ist den großen und kleinen Achse eine neue untergelegt erhielt, fonnte infolge der mühseligen gelangen. Für den Sack Lumpen hatte sie 40 Pig. erhalten. Machthabern von heute nicht mehr gegeben. Der eine oder Arbeit erst um 1/42 Uhr Nachmittags nach der Reparatur- WerkPolizeibericht. Am 16. da. Mts. Abends wurde ein Arandere beweist nur mit einem schwachen Anlauf sein gutes stätte überführt werden. Dann aber entwickelte sich ein reges Leben auf der Strecke der gesammten Stadtbahn; um beiter, als er sich in seiner Wohnung, in der Blumenstraße, von Herz. Und so bilden auch die gegenwärtigen Nothstands die angesammelten Züge möglichst schnell fortzufchaffen, feinem Wirthe die Einrichtung eines Revolvers erklären ließ, aftionen wieder nur einen Theil des Todesurtheils, das wurden immer mehrere Trains an einander gekoppelt, die durch einen Schuß in die Schulter verletzt.- Am 17. d. M. fich die heutige Gesellschaft nach und nach selbst schreibt. in gleicher Richtung aus Berlin fuhren. Die Strecke nach Bormittags fiel eine Frau in der Markthalle VIII infolge eines Köpenick passirten gegen 2 Uhr wohl 200 Waggons, die auf Fehltritts zur Erde und brach den Oberschenkel. Vor dem dieser Station zu Zügen rangirt nach ihren Bestimmungsorten Hause Lindenstraße 16 wurde Abends ein taubstummer Mann entsandt wurden. Der Verkehr wurde durch den Eisenbahn- durch eine Troschke überfahren und im Gesicht erheblich verletzt. unfall empfindlich gestört, da ein großer Theil der Postfendungen Im Laufe des Tages fanden fünf kleine Brände statt. auf der Strecke liegen blieb. Die Frühpost aus Schlesien, Posen und Preußen konnte erst am Nachmittag, diejenige aus der Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. verhüten, an etwa 50 Truppentheile folgendes heftographirte| Massen für die sozialdemokratische Bewegung bedeuten, sind Rundschreiben: Den mir gewordenen gelegentlichen Mit Maßregeln zu verlangen, welche die Lage der Arbeiter unter theilungen zufolge hat der damalige Premierlieutenant und Ad- dem gegenwärtigen Wirthschaftssystem zu heben geeignet sind. Rammer 111. Borsigender: Assessor Cuno. Sigung vom wärtig Rittmeister im 9. Dragonerregiment zu Metz), durch hebungen über die Zahl der Arbeitslosen. 2. Dirette, ausjutant der 9. Kavalleriebrigade zu Glogau, Herr Lübbert( gegen Folgende Forderungen sind daher zu stellen: 1. Statistische Er13. Januar. Das Gericht habe immer angenommen, wenn Beit entstandene geschäftliche Berwürfniß durch Vermittelung 3. Gesetzliche Einführung der achtstündigen Arbeitszeit. 4. Be schristliche Mittheilungen über das zwischen ihm und mir seiner reichende Unterstützungen der Arbeitslosen aus Staatsmitteln. Arbeiter ausfeben sollen, aber Buch und Karte der Difiziertasinos p. p. mich bei seinen Herren Kameraden feitigung aller, die industriellen Arbeiter schädigenden Gefängnißerhalten, daß dies eine verschleierte Entgeschäftlich geschädigt. Gines Mannes Rede ist bekanntlich und Buchthausarbeit. 5. Vergebung der Staats- und kommunalen Iassung sei. Mit diesen Worten begründete der Borsigende feines Mannes Rede, man muß sie hören alle Beide. Im Ver Arbeiten in Regie. 6. Errichtung eines städtischen Arbeits die Verurtheilung des Maurermeisters Petermann zur Zahlung trauen, das.... Regiment werde diesen bewährten deutsch nachweises unter Kontrolle der Arbeiter. 7. Sicherstellung des einer Lohnentschädigung von 54 M. Der Kläger hatte megen rechtlichen Grundsatz ebenfalls anerkennen und dementsprechend Koalitionsrechts. 8. Beseitigung aller den Konsum belastenden unrechtmäßiger Entlassung( ohne Kündigung und gefeßlichen auch meine Rechtfertigung geneigtest zur Kenntniß der betreffenden Bölle und Verbrauchsabgaben. Nach dem mit lebhaftem Beifall et Brund) geklagt. Herren Offiziere und Militärbeamten bringen, gestatte ich mir aufgenommenen Referat ergriff der Vorsitzende Metzner das Kammer 11. Dem Maurer Hannemann, welcher bei dem folgende fireng fachliche Darstellung zu liefern. Ich hatte das Wort, um in einer ausführlichen Darlegung der Verhandlungen Maurermeister Großer in Arbeit stand, wurde eines Donnerstags zwei Möbelwagen und drei Waggons füllende, also sehr umfang in der Stadtverordneten- Versammlung über die Nothstands. Abends gesagt, er müsse aussehen". Als er nach zwei Tagen reiche Lübbert'sche Umzugsgut in zwei Theilen von Militsch nach vorlage zu zeigen, wie wenig die Arbeiter von dieser Seite zu anfragen fam, sprach der Meister seine Entlassung aus. Glogau zu befördern und zwar Anfang November 1889 bezw. erwarten haben. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten Sannemann flagte darauf, die Bezahlung der beiden Tage ver- Mitte März 1890, für eine vorher vereinbarte Gesammtvergütung erfolgte der Schluß der Versammlung. Tangend, die erausgeseht" hatte. Das Urtheil lautete auf Ab- von 1100 M., einschließlich des Umräumens der zuerst beförderten weisung der Klage, unter folgender Begründung: Der Kläger Hälfte aus der interimiſtiſchen in die demnächst zu beziehende große Wahlkreis beschäftigte sich am 16. Januar mit der von den Der sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten habe keinen Anspruch an den Beklagten. Er hätte wenigstens Wohnung. Obschon Herr Lübbert hinsichtlich des ersten Transports fragen müffen was Kläger nicht that- ob ihm die Zeit des weder Ersatzansprüche erhoben, noch Ausstellungen benannt hat, ver. Genossen P. Böhm, G. Ledebour und H. Mattutat Aussehens bezahlt werde. Da die Kündigung ausgeschlossen war, weigerte derselbe befremdlicher Weise die Ausfertigung des üblichen ausgearbeiteten Vorlage, betreffend die Reorganisation der hätte der Kläger sich jeden Tag andere Arbeit suchen können. Ablieferungsscheines und zahlte statt der fälligen 550 M. nur 300 M. Berliner Wahlvereine. Dr. Arons hatte das Referat überEmpfehlenswerth wäre es allerdings gewesen, wenn der Unterm 20. November 1889 richtete Herr Lübbert an mich ein nommen. Einleitend bemerkte Redner, von beachtenswerther Beklagte, und das treffe auch für viele andere Unternehmer zu, Echreiben, in welchem er mich ohne Grund der Stellung eines Seite sei gesagt worden, man solle doch Reorganisationspläne den Kläger klar und deutlich darüber informirt hätte, daß er anderen Möbelwagens, als angeblich verabredet, beschuldigte und wie den Ledebour'schen Parteitagen zur Berathung überlassen. teinen Lohn bekomme, wenn er aussete." Assessor Dr. Freund weiter wörtlich sagte, er sei nicht der Mann, sich auf der Nase Das sei grundfalsch, die Wahlvereine haben nicht das Geringste hat, im Gegensah zu Affeffor Cuno, folgendes in der Begründung herumtanzen zu lassen; ich hätte viermal so viel genommen, als mit der Partei- Organisation zu thun, sie müssen ihre Maßeines Urtheils seinerzeit ausgeführt: Das Aussehen der Arbeit der Unternehmer eines anderen, von Glogau nach Militsch ver: Die Erfolge der Berliner Wahlvereine feien noch lange nicht nahmen treffen nach den lokalen Verhältnissen der Kreise. sei nicht mit der Aufhebung des Arbeitsverhältnisses identisch. fetten Offiziers, welcher doppelt so viel Sachen gehabt habe! groß genug, ihre Organisation noch nicht die beste. Bezüglich Wenn daher ein Arbeitnehmer auf Verlangen seines Arbeit- Endlich versteigt Herr Lübbert sich zu der unqualifizir lekterer stellt Redner einen Vergleich an zwischen der Betheiligebers ausfete, fei ihm die Zeit seines Feierns zu ent- baren Drohung, daß er die vorgekommenen Unregelmäßig- lezterer stellt Redner einen Vergleich an zwischen der Betheilischädigen. feiten ausposaunen würde, wenn ich mich nicht ganz gung der sozialdemokratischen Wähler in Hamburg an den poliDer Bimmerpolier Lindenberg flagt gegen den und gar beruhigte. Einen Ablieferungsschein zu geben, läge tischen Organisationen, den Wahlvereinen, und der in Berlin. Restaurateur Weimarshausen; er beansprucht eine vierzehntägige feineswegs in seiner Absicht. Da sich Herr L. hierdurch min- Dann streift Redner das sich in bestimmten Genossenkreisen Lohnentschädigung. Die Klage wurde abgewiesen. Gründe: Der destens als ein seinen vermeintlichen Rechtsstandpunkt schroff geltend machende Streben nach Beseitigung der kleinen Vereine, Betlagte sei als Gewerbetreibender Restaurateur. Der Kläger wahrnehmender Herr zu erkennen gab und ich den hiernach Landsmannschaften und dergleichen, vornehmlich Bildungs- und Debattirklubs. Durch ein Dekret, durch Verhabe, als er für ihn thätig war, nicht in einem gewerblichen drohenden Prozeß vermeiden wollte, schrieb ich ihm untern Betriebe gearbeitet. Beklagter habe in Bergfelde sein Restaurant 17. März 1890 unter Bezug auf sein erwähntes Schreiben Folgendes: Sammlungs- und Kongreßbeschlüsse lassen sich diese nicht bebauen lassen, wobei er selbst den Bauherrn spielte und wohl ich hätte an diesem Tage den Rest seines Umzugsgutes in ſeitigen, so lange sie auf bestimmten Bedürfnissen beruhen. Im Arbeitgeber des Klägers, aber nicht Unternehmer im Sinne eines Militsch verladen und ersuchte um baldige Uebersendung meiner Prinzip ist ja dem Genossen Antrick beizustimmen, daß der WahlGewerbetreibenden gewesen sei. Nach dem allgemeinen Land- Restforderung von 800 M. und 5 M. Zinsen für die feit No- verein auf Kosten dieser Vereine und Vereinchen gestärkt werden recht habe aber jeder Arbeiter, der bei einem Nichtgewerbe- vember rückständigen 250 M. oder Zahlung dieses Betrages vor möge; dazu sei aber Voraussetzung, daß der Wahlverein, was treibenden in Arbeit tritt, das Recht, ohne Kündigung auf- Ablieferung der Restladung an meinen Packmeister, da ich andern- er bisher nicht that, den Bedürfnissen gerecht werde, welcher zur zuhören; entgegengesetzten Falles sei der Arbeitgeber nicht ver- falls von der Ausübung meines mir nach Artikel 382 uud 409 Gründung jener politischen Zirkel und jener Debattirklubs pflichtet, zu fündigen. H.-G.-B. zustehenden Pfandrechtes Gebrauch machen müßte. Da führten. Das könne er bei seiner heutigen Organisation nicht. Rammer III. Wie sehe denn das Vereinsleben im zweiten Wahlkreise jett Sigung vom 15. Januar. Borsitzender Herr Lübbert dessen ungeachtet sowohl am 20. März bei der zu aus? In jedem Viertel des weit verzweigten Kreises fände Assessor Cuno. erst versuchten Zustellung der Restladung, als auch einige Wochen In einem Lohnentschädigungs- Prozeß des Malers Seidel später im Zahlungsverzuge war, sah ich mich zu meinem Leid- nur alle acht Wochen eine Versammlung statt; vier Säle würden gegen den Malermeister Noack gelang es dem Beklagten nicht, wesen genöthigt, ihm die zweite Hälfte seines Umzugsgutes ein- nach einander benutzt und alle 14 Tage halte der Verein eine feine Behauptung zu beweisen, die Kündigung sei ausgeschlossen mal ganz und demnächst theilweise zu pfänden, weil ich mir die Versammlung ab. Bei den weiten Entfernungen sei es öfter gewesen. Als erwiesen durch die Verhandlung nahm das Gericht feinerseits beabsichtigte Preisermäßigung nicht fonnte gefallen sogar den näher interesfirten Genossen nicht möglich, jede Veraber an, daß Beklagter acht Tage vor der Entlassung des Klägers laffen. Die zutreffendste Beleuchtung erhält das mir gegenüber ammlung zu besuchen. Infolgedessen feble es an einem richtigen, zu diesem geäußert hat, wenn die Arbeit zu Ende sei, wäre beobachtete Berhalten des Herrn 2. aber erst durch die unerhörte innigen Zusammenhang zwischen den Mitgliedern. Wie lasse es alle"( mit dem Arbeitsverhältniß nämlich). Diese Aeußerung Thatsache, daß derselbe durch Rechtsanwalt Pohl zu Glogau ich nun die Thätigkeit des Wahlvereins erfaßte das Gericht als Kündigung auf auf und verurtheilte( der von ihm zuerst befragte Justizrath Dr. jur. Altmann hat gebnißreicher gestalten? Redner verliest den oben erden Beklagten in anbetracht der achttägigen Weiterbeschäftigung sich mit der Angelegenheit nicht befaßt) unterm 28. Mai 1890 wähnten Entwurf und bemerkt, daß er auf die darin vorgesehene des Klägers zur Zahlung einer Lohnentschädigung für die übrige binnen acht Tagen bei Androhung weiterer Schritte( also der Eintheilung der Wahlvereine in Bezirke nicht den größten Werth Hälfte der Kündigungsfrist. gerichtlichen Klage) folgende enormen Beträge für kleine Beschä- lege. Von Vortheil wäre die Institution der Bezirksvereine, die digungen von mir verlangt: 1. Beschädigung eines Kronleuchters sich zu einer Arbeit, wie der Flugblattverbreitung, Helfer heran1000 M., 2. eines Kerzenkandelabers 100 M., 3. eines Ofenvorziehen könnten, sodaß' möglicherweise jedes Haus vertreten sei. Diese Art der Organisation habe in Hamburg der Partei große Tutscher Priebusch tlagt gegen den Droschkenbesitzer Meier auf jegers 50 M., zusammen 1150 M., während die Beseitigung Dienste geleistet, sei so gut gewesen, daß sich sogar die Polizei Zahlung einer Lohnentschädigung für 5 Tage, die er infolge dieser Beschädigungen laut Rechnung des Echwertfegers Richter bei Gelegenheit der Cholera- Epidemie zweimal an die SozialDer Beklagte wendet ein, zur Entlassung ohne Kündigung friedenheit mit der Ausführung schriftlich bewesentlich ste schienen ihm, Referenten, an dem Entwurf die bat, nur 20 M. und 20 Pf. hat!- Jeder Einstellung in seinen Betrieb Buch und Karte nicht besaß, gleich vorurtheilefreie Difizier oder Militärbeamte dürfte meiner Auf- Weise zu sein, in der sie abgehalten werden sollen. Die Eingejagt, menn er beides nicht nachbringe, würde er entlassen. faffung zustimmen, daß Herr 2. jeden Anspruch auf Schonung theilung des Wahlkreises in ein Friedrichstädtisches, ein BotsKläger habe nach drei Tagen diese wichtigen Papiere nicht bei meinerseits verwirkt hatte und Rammer VII. Vorsitzender: Assessor Meiner. Interessante Entscheidung. Der DroschtenA = derselbe es selbst Wenn ich nun Mit M gebracht, und um sich vor Strafe zu schüßen, habe er, Beklagter, schuldet hat, wenn ich mich genöthigt gesehen habe, diese Vor- damer, ein Kreuzberg- und ein Hafenhaide- Viertel ermögliche es benfelben entlassen. Durch Vernehmung eines Zeugen wird nicht tommnisse zur Kenntniß seiner Vorgesetzten zu bringen. Eelbst- jedem Genoffen, die Versammlungen seines Viertels regelmäßig zu besuchen, sich an die anderen regelmäßigen Besucher derselben der Beweis erbracht, daß Beklagter dem Kläger beim Engagement verständlich macht der Spediteur von dem ihm gefeßlich zu- aus Viertel näher anzuschließen und ein inniges Band angedroht hat, ihn zu entlassen, insofern Buch und Karte aus- ftehenden Pfandrecht selbst einem einflußlosen Privatmanne gegen zwischen sich und ihnen herzustellen. Bei Annahme des Entwurfs blieben. Grwiesen wird, daß Beklagter bei der Entlassung über nur widerstrebend Gebrauch. Einem Offizier gegenüber zu würde für die Viertelsversammlungen die unangenehme Rezum Kläger gesagt hat, es ginge nicht an, ihn weiter zu be- diesem Zwangsmittel zu greifen, wird er fiets nur im Falle ferentenjagd fortfallen. Das einleitende Referat zur Diskussion, schäftigen; er, Betlagter, jei schon einmal hereingefallen". einer wirklichen Zwangslage thun. Da ich mich leider in einer Wenn Kläger das Verlangte beschaffe, tönne er wiederfommen. solchen befand, so sollte die mir aufgenöthigte Wahrnehmung auf welche diese Versammlungen den meisten Werth legen sollen, und der Referent würden zu der voraufgegangenen ViertelsHerr Meier wurde zur Zahlung der Klagesumme verurtheilt. meiner Rechte mir nicht nachgetragen werden. Begründet wurde das Urtheil, das Fehlen von Buch und Karte Pflichtmäßig versichere, daß ich jedem Offizier gegenüber nach versammlung bestimmt worden sein; vielleicht auch Referenten, fei an sich fein gefehlicher Entlassungsgrund. Nach dem Kranten wie vor das entsprechende Entgegenkommen bethätigt habe und wenn sie sich finden, die Referate brauchten nicht lang zu sein. versicherungs- Gesetz habe der Arbeitgeber einfach den Arbeiter in bethätigen werde, wie aus der Neuzeit u. a. der Herr Oberst Mancher Genosse würde sich bereit finden, mit Rücksicht auf den der zuständigen Krantentasse anzumelden, es könne sich dabei von Desfeld zu Graudenz bestätigen kann, deffen Umzug ich An- ihm mehr oder minder bekannten Streis seiner Zuhörer neuen Ginschreibegeldes handeln. Dann habe der Arbeitgeber habe, so glaube ich mich dem Vertrauen hingeben zu dürfen, daß bildung als die, welche durch das Anhören einzelner, noch so höchstens um Ausstellung eines neuen Buches und Zahlung eines fang Juli d. J. von hier zu seiner vollen Zufriedenheit bewirkt ein kurzes Referat zu übernehmen, was er für eine andere Verfammlung ablehnt. Das Resultat wäre eine ganz andere Durchallerdings die Pflicht, dem Arbeiter die Marken der Alters. und die Herren Offiziere ihr sehr geschätztes Bertrauen meinem auch bedeutender Redner und angesehener Parteigenossen erzielt Invaliditätsversicherung zu kleben und dazu gehöre selbstverständ- hohen Anforderungen genügenden Umzugsgeschäfte wieder wie werden kann. Die Selbständigkeit im Urtheilen würde gehoben lich die Karte. Ein Paragraph des Alters- und Invaliditäts- vorher zuwenden werden, zumal ich äußerst empfehlenswerthe und das selbständige Urtheil geschärft. Der Entwurf bietet einen versicherungs- Gesetzes gebe aber dem Arbeitgeber das Recht, für Packmeister, sowie vorzüglich beschaffene und sehr geräumige Schritt dazu, dies zu erreichen, ist das Maßgebende in dem von einen Arbeiter eine neue Karte zu beschaffen und die Kosten ihm Möbelwagen befize.. Bei Stadtumzügen bewillige ich den Herren Böhm, Ledebour und Mattutat gemachten Organivom Lohn abzuziehen. Das mache wohl Umstände, Beklagter Offizieren und Militärbeamten 10 pet. Preisermäßigung. sations Vorschlag. An den Vortrag Vortrag schloß sich eine Dieses Schreiben fandte hätte es jedoch thun müssen. Anders verhielte es sich, wenn der der Zusicherung 2c. M. Bettführ." Dieses Schreiben sandte flager, wie behauptet worden, nur unter der Bedingung engagirt der Rittmeister Lübbert mit einigen die Sache in anderem Lichte lange, zum Echluß etwas hißige und persönlich werdende Diskussion. Ihre Sympathie mit dem Reorganisationswäre, daß er bestimmt innerhalb dreier Tage die gewünschten darstellenden Randbemerkungen nebst einem Strafantrage an die Entwurf, hauptsächlich bezüglich der Viertels Versammlungen, Papiere beibrächte. Dieses sei durch die Aussage des einzigen Staatsanwaltschaft, und infolge dessen wurde gegen Bettführ sprachen die Genossen Wach, Rosenthal, Eieg, Boldersky und öffentliche Antlage wegen Beleidigung des Offiziers erhoben. Die Schneider aus, während ihn die Genossen Kizing, Kleinert, Zeugen des Engagements nicht erwiesen worden. Sache lag heute der unter Vorsitz des Landgerichts Gaede tagen Jakob, Werner, Antrick, Lange, Silberschmidt, Legeler, Auer, Breslau, 13. Januar.( Gin militärischer Boy den 1. Straſkammer zur Entscheidung vor. Als Vertheidiger Böhm und knüpfer bekämpften. Auer trat dem Entwurf, dessen tott.) Im Herbste des Jahres 1889 wurde der Premier- trat Rechtsanwalt Cohn II auf. Die Beweisaufnahme er: Einbringung durch die betheiligten Genossen er auf die allerbeste lieutenant Lübbert vom Ulanen Regiment Raiser Alexander III gab, der daß Eachverhalt in dem Schreiben des Absicht derselben zurückführte, aus formalen Gründen entgegen. ( Westpreußisches Nr. 1) aus Militsch nach Glogau in eine höhere Angeklagten im Wesentlichen richtig dargestellt war. Adjutantenstelle versezt. Er beauftragte mit der Bewerkstelligung Die überraschende Reparaturforderung des Sich auf seine praktischen Erfahrungen aus der sozialistengesetzRittmeisters lichen Zeit stübend, war er der Meinung, Der Staatsanwalt feines Umzuges den damals in Breslau ansässigen Epediteur fand darin ihre Erklärung, daß die genannten, sehr wertvollen tönnte aus den regelmäßigen Viertels Versammlungen mit den Max Bettführ. Da der Offizier genöthigt war, in Glogau vor: antiken Gegenstände nicht beschädigt, sondern daß nur Stücke im Voraus beſtimmten Referaten sehr leicht selbständige Vereine übergehend eine unzulängliche Wohnung zu beziehen, wurde die davon verloren gegangen waren, die sich dann wiedergefunden herausdefiniren und preußisch- deutsche Richter sich dem anUeberführung der Sachen in zwei Transporten vereinbart und hatten, so daß nichts als die Kosten der kunstgerechten Zusammen- fchließen. Gegen Bezirksführer, die jedoch seiner Ansicht nach dafür eine Entschädigung von 1100 M. mit gegenseitiger Uebersetzung erforderlich wurde. Der Staatsanwalt beantragte eine nicht zusammenkünfte haben dürften, hat er nichts einzuwenden. einstimmung festgesetzt. Nachdem die größere Hälfte bereits nach Geldstrafe von 100 M. Der Gerichtshof erkannte jedoch auf Genoffe G. Ledebour trat in längerer Ausführung den Glogau spedirt war, versuchte der Spediteur, dafür die Zahlung Freisprechung. Der Angeklagte möge so führte der Vor- Einwänden der Gegner des Entwurfes entgegen. Um 1/22 Uhr von 550 9. zu erlangen. Der Lieutenant verweigerte diefelbe, zahlte fihende publizirend aus die Sache in einigen Punkten einM. die Sache in einigen Punkten ein300 M. und beantwortete das schriftliche Ersuchen des Spe- feitig, vielleicht sogar unrichtig dargestellt haben. Er habe aber Morgens nahm die Versammlung die Wahl einer Kommission vor, die einer nächsten Versammlung Vorschläge zur Reorgani biteurs um gelegentliche Berichtigung der fehlenden 250 M. ohne allen Zweifel in Wahrnehmung vollberechtigter Interessen ation des Wahlvereins machen soll. Gewählt wurden die Gedurch das vorschlägliche Schreiben vom 20. November 1889, gehandelt, und da weder aus der Form des Schreibens, noch nossen Dr. Arons, Kizing, Mews, Woldersty, welches weiter unten auszugsweise wiedergegeben wird. Der aus den Umständen, unter denen es abgefaßt wurde, die Absicht Silberschmidt, Antrick und knüpfer. Spediteur, welcher auf sein Recht der Vorausbezahlung nicht zu beleidigen gefolgert werden könne, so liege gemäß§ 193 des verzichtet hatte, verlangte diesmal vor der Ablieferung der St.-G.-B. eine strafbare Handlung nicht vor. In einer stark besuchten Versammlung des 5. Berfleineren Nesthälfte volle Bezahlung in Höhe von 800 M. liner Wahlkreises sprach der Genosse Molkenbuhr Da sich Lübbert tazu nicht verstehen wollte, machte der Speüber„ Die politische und gewerkschaftliche diteur seine dem Lieutenant drei Tage vorher mitgetheilte Drohung Organisation". Der Redner bemerkt zu Beginn seines wirklich wahr, indem er auf grund des dem Spediteur im Referates, daß es von vornherein ein vergebliches Streben sei, Handelsgesetzbuche zugeftaudenen Retentionsrechtes die Herauseine dieser beiden Strömungen auf Kosten der anderen vorgabe der Sachen verweigerte. Der Offizier wurde nun gegen Für den 1. Berliner Reichstage Wahlkreis fand am zuziehen. Die Gewerkschaftsbewegung bezweckt im Wesentlichen, ihn flagbar, und Bettführ wurde in zwei Instanzen zur Aus 15. Januar eine öffentliche Vereinsversammlung statt, in der die Waare Arbeitskraft zu möglichst vortheilhaften Bedingungen lieferung der retinirten Gegenstände loko Glogau gegen sofortigen Genosse Timm über das Thema: Nothstand 3- zu verkaufen. Haben die Arbeiter es hier zumeist mit einzelnen Empfang von 800 m. verurtheilt. Nun wurde zwar das Trans- Attionen" referirte. Redner führte etwa folgendes aus: Unternehmern zu thun, so ist die politische Bewegung weiterportgeschäft erledigt, aber der Friede zwischen den streitenden Die auf dem Boden des Klassenkampfes stehende Sozialdemokratie gehender Natur. Der Kampf richtet sich dann gegen die ganze Parteien war doch noch nicht endgiltig hergestellt. Der sieht den bestehenden Nothstand als eine soziale Krankheit an, Gesellschaft. In ihrem Endziel verwirklicht die politische BeLieutenant machte eine Reihe von Adjutanturen und entstanden durch die in der fapitalistischen Produktionsweise zum wegung ein hohes deal. Redner behandelt nunmehr eingehend Offizierskafinos von dem Streitfalle Mittheilung, um seine Ausbruch kommenden Krisen. Die bürgerliche Gesellschaft beweist die Geschichte der englischen proletarischen Bewegung und beKameraden vor der Geschäftverbindung mit Bettführ zu warnen, durch alle die Pflasterkuren, die sie uns unter den sogenannten merkt, daß die englische Gewerkschaftsbewegung, weil sie vorund der Spediteur betrat wegen verschiedener ihm zugefügten Nothstands Aktionen darbieten, daß die Produktivkräfte der wiegend an die Zünfte anknüpfte, und ferner, weil Beleidigungen 2c. den Beschwerdeweg, welchen er in alle In- beutigen Gesellschaft über den Kopf gewachsen sind. Diese Er- England als erster Weltmarktstaat damals wenig Konkurrenz franzen verfolgte. Der Spediteur wurde in allen Instanzen ab- fcheinungen mahnen das klaffenbewußte Proletariat an feine zu fürchten hatte, ein leichteres Fortkommen haben mußte. Daß schlägig befchieden, der Lieutenant aber hatte mehr Erfolg, denn Kulturmission: Die Besitzergreifung der Produktionsmittel der Kontinant erst später von der Bewegung erfaßt wurde, ist Bettführ merkte sehr bald, daß seine militärische Kundschaft sich zum Wohle der Gesellschaft. Dem Gefühl der Solt bekannt. Versammlungen. " mit auffallender Schnelligkeit verringerte. Er richtete daher am barität entspringend, entspringend, und feineswegs die Gefahren ver- Das Koalitionsrecht in Deutschland ist beschränkt, zunächst 11. Dezember 1892, um eine weitere geschäftliche Schädigung zu tennend, welche Die durch Arbeitslosigkeit degenerirten weil Dienstboten, Seeleute, ländliche Arbeiter nicht daran partizipiren, dann auch durch die verschiedenen deutschen Vereinsgefeße. " Eine Versammlung der Konfektionsschneider tagte am] völkerung zwingt, den paar Kapitalisten hohe Preise für die 15. Januar. Der Referent Wiesemann erläuterte in einem aus- Waaren zu zahlen. Unter diesen Umständen müsse man, so beEs war unmöglich, daß sich die deutschen Gewerkschaften so führlichen Referat den Werth der für die Aufnahme einer Sta- tonte Redner, die im Vortragsthema aufgeworfene Frage verschnell entwickeln konnten, wie das toalirte Kapital. Handel und tiftit ausgegebenen Fragebogen. Kulick schildert hierauf die in neinen. Die Arbeitslosigkeit, die in den letzten Jahren einen Industrie können vermittelst der Börse Angebot und Nachfrage der Herrenkonfektion herrschenden Zustände und meint, wenn erschreckenden Umfang angenommen hat, werde erst aufhören, genau kontrolliren, auch die Arbeiterklasse muß sich über die Lage man die Händler veranlasse, Betriebswerkstätten einzurichten oder wenn das Recht auf Arbeit proklamirt und die gegenwärtige Des Arbeitsmarktes genaue Kenntniß verschaffen. fie dahin verpflichte, die Arbeit außer dem Hause, direkt an die Gesellschaft beseitigt ist. Um dieses Ziel zu erreichen, müßten Mögen die Arbeiter um ihre gegenwärtige Position in den Schneider ohne Benutzung von Mittelspersonen zu verausgaben, sich aber die Arbeiter organisiren, da sie einzeln nichts vermöchten. Verbänden kämpfen und für Erringung der politischen Macht die Verhältnisse gebessert würden. Die nachfolgenden Redner In der Diskussion warf zunächst Genosse Kasper einen Blick auf thätig sein.( Lebhafter Beifall.) führen Beschwerde über schlechte und unwürdige Be das furchtbare Elend, das der Kapitalismus erzeugt hat, und In der sehr lebhaften Diskussion bemerkte der Genosse handlung seitens der Unternehmer. Von anderer Seite werden geißelte die Herzlosigkeit, mit welcher das Unternehmerthum es Griepentrog, manche Kampfesmittel der Gewerkschaften, z. B. die Angriffe, die gegen den deutschen Schneiderverband resp. noch fortwährend vermehrt. Genoffe Freigang erwähnte, daß die Kontrollmarke schädige die kleinen Händler, indem dieselben gegen die Leiter desselben gemacht wurden, zurückgewiesen und die Gemeindeverwaltung in Schöneberg gegenwärtig zum Aufihre bürgerliche Kundschaft verlieren. Die folgenden Redner, besonders betont, daß die lokale Bewegung keinesfalls Erfolge stellen der Wählerliste Soldaten beschäftigt, als ob es arbeitsHübner, Schulz und Müller kritisiren den egoistischen Standpunkt zeitigen könne, nur durch Verbindung mit den anderen Berufs- lose Zivilpersonen, die diese Arbeit machen könnten, gar nicht des Vorredners und vertheidigen das Vorgehen der Gewerkschaften. genossen würde man in der Lage sein, etwas zu erreichen. gäbe. Mehrere Redner erzählten, wie wenig im vorigen Jahre Jost bezeichnet es als eigenthümlich, daß ein Anschwellen der politischen Bewegung mit dem Niedergang der Gewerkschaften maler, Anstreicher und Berufsgenossen, die am Arbeitslosen bereit gezeigt haben. Die Steglizer Genossen klagten In einer gutbesuchten öffentlichen Versammlung der die Behörden in Steglitz und Schöneberg sich zur Unterstützung der zufammentrifft. Die einzelnen Berufe sollten mehr aus eigener 16. Januar in Grat weil's Bierhallen stattfand, wurde die eines Gewerbegerichts nicht zu bewegen fei. Folgende Resolution zur Kraft thun und nicht bei den verschiedensten Anlässen die Ar- 16. Januar in Gratweil's Bierhallen stattfand, wurde die außerdem darüber, daß ihr Gemeindevorstand zur Errichtung beiterklasse zur Hilfe heranziehen. Es ist hohe Zeit, daß in Diskussion über den am 12. Dezember v. J. im selben Lokal vom fand einstimmige Annahme:„ Die Versammlung erklärt, daß es Berlin endlich bestimmte Formen geschaffen werden, damit solche Reichstags- Abgeordneten Herbert Stettin gehaltenen Vortrag Pflicht der öffentlichen Behörden ist, für die Beschaffung von Streitereien wie die bei den Schuhmachern unmöglich werden. über: Die Bedeutung der Gewerkschafts( Sehr richtig!) Die Genossen Jahn und Drescher plädiren Bewegung" fortgesetzt. fortgesetzt. Ebenso wie in der vorigen Ver- Arbeit zu sorgen, und ersucht die Gemeindevertretungen von für Unterstützung beider Bewegungen. Feder tritt wie ſammlung, fam es auch in dieser zu einem interessanten Friedenau und Stegliz derartige Beschlüsse zu fassen, welche dem immer für den rein wirthschaftlichen Kampf ein und meint, da Meinungsaustausch mit einigen ,, Unabhängigen“ und„ Anarchisten". Schreienden Nothstande Abhilfe schaffen." Unter Verschiedenem die Gewerkschaften alle Themata( 3) behandeln, seien die Wahl- 3um Unterschied von der vorigen Versammlung wurden dies- forderte Genosse Kaspar die Parteigenossen von Steglitz 2c. auf, vereine überflüssig.( Widerspruch.) Genosse Molkenbuhr mal die Debatten sehr sachlich geführt, und betheiligten sich an jetzt zwischen dem 15. und 30. Januar die Wählerlisten einzuweist dem Vorredner nach, daß in dem sehr gelobten England derselben Reichstags- Abgeordneter Herbert, Maler Riesop, Lint, fehen, damit sie bei der Gemeindewahl ihre Stimme abgeben die Arbeiter noch nicht allgemein den Achtstundentag haben. Die Zimmer, Venzel, Hübner und Schweizer. Nach Beendigung der önnen. Nach einigen weiteren Mittheilungen schloß die Verfammlung. Nachtheile des rein gewerkschaftlichen" Systems zeigen sich sehr ausgedehnten Debatte gelangt gegen 8 Stimmen ein Antrag drastisch in Amerika, wo die Bourgeoispolitiker zum Theil die zur Annahme, der sich mit den Ausführungen des Referenten einGewerkschaften sehr stark beeinflussen. Die deutschen Arbeiter verstanden erklärt. haben zunächst energisch dafür einzutreten, daß der Die Schmiede hielten am 17. Januar im Lokale, Weddinganderen Hälfte ihrer Brüder das Koalitiosrecht erst gewährt Park" eine öffentliche Versammlung ab. Reichstags- Abgeordneter wird.( Beifall.) Die Versammlung setzte die anderen Punkte egi en besprach die augenblickliche politische und wirthschaftvon der Tagesordnung ab und nahm zum Schluß folgende liche Lage". Die heutigen Zustände, meinte Redner, feien auf Resolution einstimmig an: Die 2c. Versammlung bekundet ihr die Dauer durchaus unhaltbar und drängen mit Naturnothschaftliche und politische Bewegung Hand in Hand arbeiten längst erkannt und erstrebe die Umgestaltung auf legalem Wege. Einverständniß mit dem Referenten und betont, weil gewert- wendigkeit zu einer Aenderung. Die Sozialdemokratie habe dies müssen, nochmals die Pflicht jedes Genossen, die bestehenden Um zu diesem Ziele zu gelangen, ist die Erringung der politischen Organisationen nach Kräften zu unterstützen. Macht, die sich zur Zeit in den Händen der Bourgeoisie befindet, nothwendig, und hierzu die gewerkschaftliche und politische Or Organisation ist die Schule, welche den Arbeiter zum Klassenbewußtsein erzieht. Es gelte zunächst die Arbeiter aufzuklären und heranzubilden, damit sie die ihrer wartende Aufgabe ver steben und später erfüllen können. Die Pflicht eines jeden auf geklärten Arbeiters ist die Zugehörigkeit zur politischen und gewerkschaftlichen Organisation.( Lebhafter Beifall.) In der Debatte, die dem Vortrag folgte, sprachen mehrere Kollegen für die Gründung einer eigenen Filiale der Vereinigung aller in der Schmiederei beschäftigten Personen" im Norden Berlins. Gin dahin gehender Antrag fand Annahme, worauf sofort die Wahl der Verwaltung vorgenommen wurde, die folgendes Resultat ergab: 2ettmann und Krach a gel. Vorsitzende; Richter, Kassirer; Förster, Schriftführer; Niminrich, Bilite und Tippel, Revisoren. Degen forderte die Versammlung auf, Beschwerden über sanitäre Misstände in Werkftätten und Wohnungen Herrn Dr. 3 adet, Annenstr. 46, mitzutheilen. Am 22. Januar findet eine Versammlung in Moabit, Stromstr. 28 bei Lange, statt. Der Verein deutscher Schuhmacher( Filiale I) tagte am 8. d. M. Nachdem der Vorsitzende, Kollege Sperber, der Verfammlung den ausführlichen Kassenbericht gegeben hatte, vollzog man die Wahl des Vorstandes. Es wurden gewählt: Sperber., Rott 2, Wosowsky 3. Bevollmächtigter. Gerlach und Lindholz zu Revisoren. Nach Erledigung einiger unwesentlicher Angelegen heiten erfolgte der Schluß der Versammlung. 2001 Der Verein Deutscher Schuhmacher( Filiale B) tagte am 8. d. M. Der vom Vorstand erstattete Kaffenbericht weist ein geringes Defizit auf, was bei der erst vor kurzem erfolgten Gründung der Bahlstelle erklärlich ist. Die bierauf vollzogene Neuwahl der Ortsverwaltung ergab die Wiederwahl sämmtlicher Mitglieder der bisherigen Verwaltung. Hierauf folgte eine sehr lebhafte Diskussion über den Schuhmacherstreit. Die Unter ftigung der Kollegen bei Fürstenheim wurde als selbstverständlich betrachtet, und am Schluß zum Abonnement auf das Schuhmacher- Fachblatt" aufgefordert. Holzgrefe, Wasserthorstr. 45a III nimmt Abonnements entgegen. Der Fachverein der Uhrmacher und verwandten Be. rufsgenossen hielt am 18. Januar seine ordentliche Generalversammlung ab, in derselben sprach Genosse Jahn über die französischen Arbeiter- Assoziationen und das Recht auf Arbeit". Der interessante Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. Hierauf erstattete der Kassirer Lätsch den Kassenbericht für das verflossene Quartal. Danach beliefen sich die Einnahmen auf 114 M., die Ausgaben auf 69,05 M.; der Kassenbestand betrug am 30. September 1893 150,24 M., am 31. Dezember 1893 195,19 M. So dann wurde die Neuwahl des Vorsitzenden vorgenommen und Kollege Lüderitz einstimmig mit diesem Amt betraut. Zum Beifitzer wurde Kollege Weigelt gewählt. Das neugewählte Bergnügungskomitee wurde aus den Kollegen Lüders, Glauer, Scholz, Wilk und Schulze gebildet, dieselben haben das am 14. April stattfindende Stiftungsfest zu arrangiren. Unter" Verschiedenem" forderte Kollege Näther die Mitglieder zu besserer Agitation in den Kreisen der Berufsgenossen auf. Die nächste Versammlung findet am Sonnabend, den 27. Januar im Vereinslokal, Alte Jakobstr. 83, statt, zu derselben haben auch Nichtmitglieder Zutritt. = der " Eine Bersammlung der Barbiere, Friseure und Verrückenmacher tagte in der Nacht zum 18. Januar für den Norden Berlins im Lokale Brunnenstr. 34. Kollege Liere sprach über den Nutzen der Berufsorganisation und den Zweck des Verbandes deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. Nach kurzer Diskussion erklärte sich die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichtete fich, dem Verband beizutreten. Es wurde hierauf beschlossen, eine Filiale des Verbandes für den Norden zu gründen, und das Bureau der Versammlung erhielt den Auftrag, in acht Tagen die erste Filialversammlung einzuberufen. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H Nr. 29 Hamburg), Filiale Berlin 5. Sonnabend, den 20. Januar, Abends 9 Uhr, Mitglieder Versammlung bei Reimann, Alte Schönhauserstraße 42. Tagesordnung: Kassenbericht. Photographen! Freitag, den 19. Januar, Abends 9 Uhr: Deffentliche Bersammlung bei Gratweil, Kommandantenstraße. Tagesordnung: Die Sonntagsruhe der Photographen. Referent:§. Sanfen. nr. 29 Hamburg), Filiale Nixdorf. Sonnabend, den 20. Januar, Abends 8% uhr, Versammlung bei Schaller, Berlinerstraße 117. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Aufstellung von Kandidaten zur General- Versammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 3. Verschiedenes. Schule, Süd- Ost- Schule: Reichenbergerstraße 133. Unterricht in Gefeßestunde und Buchführung. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: NordMüllerstraße 179a: Unterricht in Gesundheitslehre und Buchführung. Ost Schule, Markusstr. 31: Unterricht in Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern fönnen noch Schüler und Schülerinnen, Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends 8% Uhr, Lese- und Distutirtlub Otto Reimer, Abends 8% Uhr, Wilhelmshavener auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. I bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Westen, bei H. Werner, Bülowstr. 69. fraße tube ud. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. Arbeiter Hängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender straße 68, Keller. = Vorwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bei Roll. 1 1 Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Freitag. uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern.& aiferfrage 30, bet erchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey.- Nord, BergSummer's cher Gesangverein, Langeftraße 65, bet Tempel. Buch= Mai= binder Männerchor Berlins, Solzmarktstraße 3, bet Deter. glöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthlich feit Puter, Seydelfir. 30. Balme, in Velten, bei Schröder. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bet Held. Karthaus'scher Gesang= Charlottenburg, Bismardstr. 74. verein, Lichtenbergerstr. 21, bei Heife. Gesangverein Morgenroth 2, Buchdrucker und Schriftgießer, Alte Jakobftr. 74.- Gesangv. Nor dwacht, Typographia, Gesangverein Berliner Müllerstr. 7, bei Reichert. Gesangverein Schmargen dorf in Schmargen. dorf, Wirthshaus.- Butunft 1, Stegliz, Ahornstraße, im GambrinusGesang Gefangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bet Nowiacs. verein Freiheit Moabit, Waldstraße 8 bet Johnte. Vereinte Sangesbrüder Moabit, Stromstraße 28 bet Lange. Sängerverein Sorgenfret Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Gefange verein osalta Gr. Frankfurterstr. 81 bet Müller. Nord- West= Stern, Altonaerstraße 27 bei Zipte. Vineta, Sminemünderstr. 3, bei Queitsch. Freie Liedertafel, Neue Königstr. 73 bei Hahn. mengert's Boltsgarten. Rothe Fahne, Görligerstr. 52 bei Vogel. Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Johanni, Gesangverein Gerstenä bre, Alte Jatobftr. 83 bei Wienece. Am Ostbahnhof 7 bei W. Schulze. Ginigteit 3, Groß- Lichterfelde bei Gries, Giesensdorf. Gefelligkeit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus. Matengruß, Köpenick, Grünftraße 53 bet Gaul. Freiheit 1, Bülowstr. 65 bei Richter.- Männerchor Süd Ost, köpniderstr. 191 bet Foge. Maiglöckchen 2, Reichenbergerstr. 16 bei Päzold. Arion, Wittenberge, Thurmstr. 23, Bentralhalle. Oberon, Kaiser Franz- Grenadierplay 7.armonie 2, Weinstr. 11 bet Feindt. Fris, Naunynftr. 86 bei Frig Bubeil.- Felsenfest( gem. Chor), Badstr. 19 bei Ulty. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Almgegend. Brandenburger Männer Gesangverein in Brandenburg a. H., Uebungsstunde. BrauerMusikverein Frischauf, Restaurant Schröder, NeichenBerliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Waldemarstr. 42. Dranienstr. 183 p. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen ArGeselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, ftraße 35-37 bei Schneider. Der Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale Gesundbrunnen) hielt am 13. d. M. in Pankow eine Wander- alle zuschriften sind zu senden an P. Sentel, Bergmannstr. 14, Hof 2 Fr. versammlung ab. Das Referat hatte Frau Emma Ihrer über- reitag: Bergnügungsverein Frisch auf Abends 9 Uhr, Ohmgaffe 2 bet Stattlub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flick, Simeonstr. 23. nommen. The aber die Referentin zu Wort kommen konnte, Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefangspielte sich eine der bekannten, von der überwachenden Polizei Bedding, Abends 8% Uhr, bet Schäfer, eue Hochstr. 49. verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei.- Quartettverein Männerchor beliebten Szenen ab: Der Gendarm verlangte, daß der Einberufer al desrauschen, abends 9 Uhr, bei Weigt, Weartgrafeuftr. 87. Privat( die Wanderversammlung eines Frauenvereins war näm- Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Purrouſerstr. 35. lich von der Behörde nicht gestattet worden, so hatte man zu Mufit- Dilettantenverein onita, Abends 8½ Uhr bei Schent, strautnr. 39, Eine von etwa 800 Personen besuchte öffentliche der Form einer öffentlichen Versammlung greifen müssen) bergerfir. 24. Bolts Versammlung, einberufen Don die Versammlung eröffne. Der Einberufer war aber nicht anwesend. Frauen- Agitationstommission, tagte am 15. Ja- Darauf löfte der Gendarm die Versammlung auf, weil" Minder- turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des nuar in den Germania- Festsälen. Auf der Tagesordnung stand jährige und Kinder sich im Saal befinden". Echon hatte die Ver- die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turnein Vortrag des Genossen Rohrlad:„ Das Werkzeug als sammlung sich in ihr Schicksal gefunden und tröstete sich wohlgemuth balle des Lessing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10.- Kraft- und ArtistenKulturträger". Der Redner suchte mit seinen Ausführungen den durch Absingung eines Liedes, als der Ginberufer erschien. Nun lub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Nachweis zu führen, daß an stelle der heutigen Gesellschafts- fand die aufgelöſte Versammlung dennoch statt. Der Vortrag beiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% Uhr ordnung eine andere und zwar die von der Sozialdemokratie der Frau Ihrer über Frauenbildung und Frauenrecht wurde Ackerstr. 67. Vergnügungsverein Weilchen, Abends 9% Uhr, bei Brauns, erstrebte Platz greifen muß, in der die„ Arbeit" die erste Stelle mit begeistertem Beifall aufgenommen. Die Vortragende führte einehmen werde. An den sehr beifällig entgegen genommenen aus: 40 pCt. aller Frauen seien ſelbſtändig Erwerbende, dennoch alte Jakobftr. 128( 20genhaus).- Unterhaltungsflub iller, Abends Vortrag schloß sich eine ausgedehnte Debatte, in der die Redner bedeuten sie vor dem Gesetz so gut wie nichts. Die Erfüllung 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfestraße 3. Lepidopt. Vereinigung und Rednerinnen an drastischen Beispielen das Elend der ar- ihrer Pflichten sollte ihnen ihre Rechte garantiren, aber dem ist Orion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenstr. 95, Restaurant Effenberg. beitenden Bevölkerung schilderten und zur ungeschwächten Agitation nicht so. Auch im Unterrichtswesen ist es sehr mangelhaft be- uitverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde ProskauerVergnügungsverein Berolina, für die Ideen des Sozialismus und zum Beitritt in die politische stellt. Nicht einmal die Fortbildungsschule hielt man nöthig für abends 9 Uhr im Restaurant Sur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Tanzlehrer- Verein Solidarität, Mit einem fie, denn für die jungen Mädchen ist der Besuch einer solchen Sigung. Nach derfelben Tanz. wie gewerkschaftliche Organisation ermahnten. Abends 8½ Uhr im Lokale von Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, fräftigen Hoch auf die Sozialdemokratie fand die Versammlung firte Frau. Eine Anzahl imponire doch schon eher, als die Cuvryfir. 48 bei Kricheldorff. nicht obligatorisch. Immerhin etwas mehr bedeute die organi- Sigung. Nauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr, Ruderverein Vorwärts, Sigung gegen 11 Uhr ihren Schluß. Einzelnen. Darum empfiehlt die Vortragende die Organisation Abends 8 Uhr, in der Spreeterraffe, Jannowigbrücke. Gefangverein Die Agitationskommission der Bäckereiarbeiter Berlins und so den unermüdlichen Kampf für ihre Gleichstellung durch Freya( gemischter Chor) Nixdorf, Abends 9 Uhr, bet Barta, Bergstr. 120. English Conversational Club Shakespeare. erstattete in der am 16. d. M. stattgehabten öffentlichen Ber- das Mittel der Bildung und des Wissens. Eine Resolution, in Meeting every Eriday at 9 p. m. at Behrens Restaurant sammlung die Abrechnung für die leßten beiden halben Jahre. der Stellung gegen das Benehmen des Beamten genommen Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Die Gesammt Einnahme belief sich auf 771 M. 57 Pf. Die wurde, fand einstimmige Annahme. In der Diskussion sprachen Gefammt- Ausgabe auf 693 M. 80 Pf., der verbleibende Bestand die Genossen Hoffmann, Bilz, Kunkel, Freiwald, Fri. Löwenherz beträgt demnach 71 m. 77 Pf. Die Richtigkeit der Abrechnung und Mesch. Bilz meinte, der Umstand, daß die Polizei gerade wurde von gewählten Revisoren bestätigt. Stollege Most be die Frauen in ihren Organisationsbestrebungen fortwährend richtete sodann über die Thätigkeit der Agitations-Kommission, hindert, lasse tief blicken. Die organisirte und aufgeklärte Frau die sich vornehmlich auf die Sonntagsruhe und die Kon- scheint der Polizei wohl besonders gefährlich zu sein. trollmarke erstreckte. Letztere gelangte wie Most sich Reinickendorf. Der hiesige Arbeiterbildungs- Verein hielt am ausdrückte, auf Drängen der Berliner Arbeiterschaft 14. d. M. eine Versammlung ab, in der Näther in einem beizur Einführung. Dieser Annahme trat Mansfeld fällig aufgenommenen Vortrag über die Malthus'sche Theorie" 10 Uhr, findet in Norbert's Salon", Beuthstr. 22 1, die General direkt entgegen, gleichzeitig gleichzeitig darlegend, daß die Kon- sprach. Die Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats. trollmarte ihren Zwick gänzlich verfehlt hätte, indem durch Bom Genossen Gramm wird hierauf bekannt gegeben, daß der versammlung des Vereins der Zimmerer statt. In Anbetracht fie die bestehenden Mißstände nicht beseitigt seien. Die Aus- Amtsvorsteher Herr Wilte das Stiftungsfest verboten hat, da jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Wir der wichtigen Tagesordnung( Abrechnung) ist es Pflicht eines führungen des Vorrebners geben Kretsch mar Veranlassung nach einer Verfügung des Landraths Vergnügungen politischer wissen wohl, daß Viele von uns arbeitslos und infolge dessen zu einer energischen Richtigstellung. Besonders betonte derselbe, Vereine als Versammlungen angesehen werden, deshalb auch nicht in der Lage sind, etwas zu verzehren; es ist dies auch nicht daß die Inhaber von Kontrollmarken den an sie gestellten Be Damen zu einem derartigen keinen Zutritt haben dürfen. nöthig, da ein Bierzwang nicht herrscht, sondern die Hauptsache dingungen nachkommen. Die Sonntagsarbeit könne durch die Zum Schluß wird auf den vom Verein eingerichteten steno- bleibt, daß ein Jeder am Plaze ist und unseren Ausbeutern durch Rontrollmarte nicht abgeschafft werden, nur durch Organi- graphischen Unterricht aufmerksam gemacht, der alle Dienstag den starten Besuch unserer Versammlungen vor Augen geführt sation der Bäckerei Arbeiter. Die verschiedenen Ge Abends 1/29 Uhr im Lotale des Herrn Lüdicke stattfindet. nossenschaften warfen sich gegenseitig ihre Sünden vor, wird, daß wir gewillt find, uns im neuen Jahre um das Banner Be wogegen Versammlung schließlich protestirte. Eine Arbeitslosen- Versammlung tagte für Friedenau, der Einigkeit zu schaaren, um gegen die übermäßigen Ausschlossen wurde sodann, die noch vorhandenen Broschüren, be- Steglig und Umgebung am 18. Januar im Kurhaus" zunuzungen unserer Arbeitskräfte Front zu machen. treffend die Mißstände in Bäckereibetrieben an die Verbandsmit- Friedenau. Genosse Stabernack hielt das Referat über das Die Zahlstellen und Verkehrslokale unseres Vereins, in glieder, sowie an die übrige Arbeiterschaft zu vertheilen. Die Thema:" Ist die heutige Gesellschaft im stande, der Arbeits- welchen jeden Sonntag Vormittag von 10-12 Uhr Beiträge Versammlung vollzog hierauf die Neuwahl der Agitations- lofigkeit Einhalt zu thun?" Redner führte der Versammlung entgegen- und Mitglieder aufgenommen werden, sind für den kommission. In diefelbe wurden gewählt Dally, Kar! vor Augen, in wie hohem Grade in den letzten Jahrzehnten das Often: Andreasstr. 26 bei Wilke; Süden: Mariendorferstr. 5 bei Schmidt, Scholz, Waffer, Pfeiffer, Dietrich und Rapital sich in den Händen einer sehr fleinen Zahl von Be Grube; Westen und Schöneberg: Bahnstr. 23 bei Pominierehnke; Probst. Zu Revisoren wurden Klamming, Spring- figenden Konzentrirt hat, und zeigte, daß dies unter der herr- Norden: Schulstr. 43 bei Fritz Lehmann; Nord- Often: Tresckowborn und Abnig auf ein Jahr gewählt. Im Anschlusse schenden Ausbeutung eine ganz natürliche Folge der großartigen straße 24, Ecke Diedenhoferstraße bei Schmidt; Moabit: Birkenhieran erstattete der Kollege Kretschmar als Delegirter zur Entwickelung unserer Produktionsweise ist. Aber nicht genug, ftraße 24 bei Gebauer; Reinickendorf: Sausotterstr. 81 bei NeuGewerkschafts- Rommission Bericht. Die Bersammlung beschloß, daß die Kapitalisten die Vortheile der Entwickelung der Technit bauer; Steglitz: Ahornstr. 15, Gasthof Gambrinus". bei der Gewerkschafts- Kommission die Einführung einheitlicher allein einheimsen, suchen diese Leute noch durch übermäßige Wünschenswerth ist es, daß die Mitglieder die VerkehrsBons für alle Gewerkschaften zu beantragen, deren Erträgniß Ausdehnung der Arbeitszeit und durch Heranziehung der Frauen zur Hälfte der Gewerkschafts- Kommission, zur Hälfte den Gewerk- und Kinder zu der früher allein von Männern verrichteten schaften zufallen solle. Als Delegirter zur Gewerkschafts- Rom- Arbeit weiteren Profit zu erhaschen, und der Staat tommt mission wurde Prüfer gewählt. ihrer Profitgier zu Hilfe, indem er durch Schutzölle die Be die # Soziale Meberlicht: An die Zimmerer in Berlin und Umgegend! Arbeitsgenossen! Am Sonntag, den 21. Januar, Vormittags " " lokale in der oben angegebenen Beit recht rege befuchen, um eine ständige Aussprache über die nothwendige Agitation für die Erstartung unseres Vereins und über die Mißstände in unserem Beruf herbeizuführen. Der Vorstand. 00 Achtung, Holzarbeiter! An die Tischler, Drechsler, beiterschaft, die diese sich selbst erwählt haben und somit ihr Bürstenmacher u. f. 1. Kollegen! Wie seit Jahren die vervolles Vertrauen genießen. schiedenen Berufsorganisationen statistische Erhebungen über die Ein Lohnzettel, der Thränen redet, wird in unsern Lage der Arbeiter in ihren Berufen veranstalten, so ist auch der Frankfurter Parteiorgan veröffentlicht. Es ist der Lohnzettel Ein Lohnzettel, der Thränen redet, wird in unserni Deutsche Holzarbeiter- Verband im Begriff, wiederum eine der einer. 21jährigen Arbeiterin und stammt aus der„ Mannartige Erhebung vorzunehmen, um damit den Kollegen die Geheimer Wollfabrik." Aus dem Zettel geht hervor, daß legenheit zu geben, ihre Lage begreifen zu lernen und ihr Han- Bas arme Mädchen für 11 Tage Arbeit ganze 4 M. Lohn erhielt. deln danach zu richten. Von der hiesigen Zahlstelle des Verbandes und deren Kommissionen wurden nun sämmtliche oben- Treffen also auf den Arbeitstag etwa 36 Pfennige Verdienst und bezeichneten Holzarbeiter aufgefordert, sich an diesem zum Vor- auf den Tag zu leben 28% Pf. seinen Lebzeiten an zuständiger Stelle noch keinen Rentenantrag gestellt hatte, so stehen den Erben feine Ansprüche auf Renten fiches ist und daher, wenigstens nach landrechtlichen Grundſäßen, nicht vererbt werden kann. zahlung zu, da das Recht der Antragstellung ein rein persön Briefkaffen der Redaktion. 3. 500. Gie haften nicht für die Schulden Ihres Mannes. Wird bei Ihnen gepfändet, so müssen Sie schnell eine Interventionstlage anstellen. M. Sch. Wenn es verlangt wird, ja, falls nämlich die Mißhandlung keine sehr starfe war. G. S., Schöneberg. Das entbindet nicht von der Alitationspflicht. Recht. Wenn nichts anderes vereinbart ist, fann er nur zum Quartalswechsel entlassen werden nach vorausgegangener sechswöchentlicher Kündigung.§ 132 a Gew.-D. theil Aller gereichenden Unternehmen lebhaft zu be= Der gemaßregelte Lehrer R. zu Danzig, der wegen theiligen. Wir sehen aber, daß eine große Anzahl Kollegen Agitation zu gunsten eines liberalen Reichstags- Kandidaten durch teine Fragebogen ausgefüllt haben. Womit läßt sich nun die königliche Regierung zu Danzig seines Amtes entsegt Diese Gleichgiltigkeit rechtfertigen? Es wäre doch geradezu un- worden war, hat bie Entscheidung des Kultusministers nachgesucht. verantwortlich, wenn sich so Biele gegen das wenden, was eine Da der betreffende Lehrer bis zu endgiltigen Entscheidung nur so flare Erkenntniß ihrer eigenen wirthschaftlichen Lage ermög- das halbe Gehalt bezieht und der größten Noth ausgesetzt ist, lichen würde. wandte sich derselbe an die königliche Regierung mit der Bitte, ihm doch zu gestatten, zwecks Erlangung einer Nebenbeschäftigung einen anderen Wohnplah wählen zu dürfen. Dieses Gesuch ist St. E. W. Erfundigen Sie sich beim Amtsgericht I ob durch die königliche Regierung zu Danzig abgelehnt worden. die Frau die Steuer angetreten hat. Wann ja, können Sie die So sieht die preußisch- deutsche Freiheit aus. Und da wundert Frau verklagen, nach Kräften des Nachlasses zu zahlen. Von man sich über das ftete Umfichgreifen der sozialistischen Ideen selbst haftet sie nicht. unter der deutschen Lehrerschaft. Jeder aufgeklärte Arbeiter weiß, daß es unbedingt noth: wendig ist, mehr Verständniß für unsere wirthschaftlichen und gewerblichen Verhältnisse durch Aufnahme von Statistiken zu verbreiten; deshalb fordern wir unsere organisirten Kollegen auf, mit ganzer Energie dahin zu wirken, daß die gleichgiltigen Kollegen aufgerüttelt werden, und ihre traurigen Arbeitsverhältnisse wahrheitsgetreu im Fragebogen wiedergeben. Fragebogen sind in allen Bezirks- und VertrauensmännerVersammlungen, sowie auf dem Arbeitsnachweis, Wallstr. 7/8, zu haben. Kollegen, sorgt für recht baldige Zurücksendung der ausgefüllten Fragebogen. Die Ortsverwaltung. Aufruf! An die Mitglieder sämmtlicher Orts. Krantentassen Berlins! Am Sonntag, den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, findet in den Konkordiasälen, Andreasstr. 64, eine Versammlung sämmtlicher Mitglieder, sowie der Vorstände und Beamten obiger Kassen statt; Unterzeichneter fordert daher alle diejenigen Arbeiter, die sich für eine Zentralisation sämmtlicher Kassen interessiren, auf, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Arbeiter Berlins! Da eine Zentralisation sämmtlicher Raffen ein Bedürfniß geworden ist, so erachten wir es an der Zeit, so schleunig wie möglich diese Zentralisation in Angriff zu nehmen und appellire ich hiermit in erster Linie an das Solida ritätsgefühl sämmtlicher sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter, uns in dieser Sache fräftig zu unterstützen. A. Meyer, Schlosser. 〃 in 18 4 Die Zahl der subhastirten Grundstücke betrug: 1889 1890 1891 1892 1893 Brandenburg 10 Stettin Posen. 8 12 24 25 14 19 11 40 9 7 13 17 Bromberg 11 8 9 14 9 Danzig 39 38 19 28 31 Königsberg 58 60 65 40 43 Breslau 56 77 105 79 98 Görlig 6 13 17 32 28 Magdeburg. 59 65 137 185 179 28 42 75 108 98 10 15 16 30 39 Halle Hannover In den letzten 5 Jahren haben sich also in 8 Städten von die Verhältnisse ganz bedeutend verschlechtert, worunter der Arbeiter am meisten leidet. 11 M A. S. Wenn der Lohn dem Mädchen abgezogen wird, muß es flagen beim Amtsgericht in Charlottenburg. Wenn der Schade ohne ein besonderes Versehen des Mädchens entstanden war, darf ihr der Betrag nicht abgezogen werden. 1000. 1. Innerhalb 6 Monaten nach Erwerb des Spindes müssen Sie Abänderung und wenn dadurch der Mangel nicht zu haben ist, können Sie statt dessen Rücknahme und Rückzahlung fordern. 2. Beleidigungen unter Verwandten und unter vier Augen sind auch strafbar. G. Kt. Fragen Sie bei der Lotterieverwaltung selber an. Edmund Renter. Der Lohn ist wegen der Alimente der ehelichen Kinder pfändbar. Wegen der der unehelichen nur soweit, als sein Gesammtbetrag 1500 M. für das Jahr überit eigt und das Arbeitsverhältniß mindestens auf ein Jahr bestimmt oder bei unbestimmter Dauer die Kündigungsfrist mindestens drei Monate beträgt. Paul Lehmann. Nein. S. E. 10. Sie haben keinen Anspruch; denn bei der Verheirathung weiblicher Personen besteht der Anspruch auf Erstattung der Hälfte der für die Invaliditätsversicherung geleisteten Beiträge erst, wenn dieselben für mindestens 5 Beitragsjahre entrichtet worden sind. G. Heine. Das Gewünschte können Sie durch ein wechselErklären Sie und Ihre Frau seitiges Teftament erreichen. dasselbe vor dem Testamentsrichter, Neue Friedrichstr. 18, Bimmer 2. W. N. 1. Nein. 2. Nein. 1005. Ja, die Ladung zum Sühnetermin wird unentgeltlich in der Anmeldestube des Amtsgerichts I Berlin, Neue Friedrichstr. 13, aufgenommen. Wenden Sie sich dorthin unter Vorlegung Ihrer Heirathsurkunde. F. G. C. 27. 1. Beim Innungs- Schiedsgericht, falls ein solches besteht, sonst beim Gewerbegericht. 2. Mündliche Aufforderung genügt 3. Erkundigen Sie sich im Arbeitsnachweis, An der Stadtbahn, Bogen 103/104, oder bei Kollegen. N. N. 100. Der Miethsvertrag mit dem neuen Hauswirth ift giltig, falls er schriftlich geschlossen. Falls er blos mündlich ve reinbart, nur wenn der Miethzins für die Kontraktsdauer 150 M. nicht übersteigt. Erbansprüche auf bereits beantragte Alters: und In. valideurenten. In den betheiligten Kreisen scheinen die letzten Entscheidungen des Reichs Versicherungsaints über die Rechtsbeständigkeit der Erbansprüche auf die seitens der Versicherten Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutsch noch bei ihren Lebzeiten in Antrag gebrachte Gewährung von lauds macht bekannt, daß alle Geldsendungen von jetzt ab zu Alters- und Invalidenrenten noch wenig bekannt zu sein, worauf richten sind an: A. Demuth, Hamburg, Poolstr. 41 II. die in dieser Hinsicht bisher sehr spärlich bei den Versicherungsanstalten eingebenden Anträge schließen lassen. Da hierdurch Kirchliche Stellen sind immer die einträglichsten für diejenigen nämlich, die bei ihrem Posten nicht zu arbeiten ziemlich erhebliche Summen dem allgemeinen Wohlstande entzogen werden, so wollen wir die fraglichen Entscheidungen und brauchen, für Leute, die arbeiten, hat die Kirche kein Geld übrig, bas von den Interessenten zur Verfolgung ihrer Ansprüche zu auch wenn die geleisteten Arbeiten ihr zu gute kommen. So sucht gegenwärtig der Gemeinde- Kirchenrath zu Schmoditten bei beobachtende Verfahren in Folgendem kurz besprechen: Br. Eylau einen Glöckner, Küster, Todtengräber, Balgentreter sicherte bereits bei seinen Lebzeiten den Antrag auf Ge Zunächst kommt es darauf an, daß der verstorbene Verund- Postboten! Das heißt, sie sucht für alle diese Posten währung einer Alters- beziehungsweise Invalidenrente bei einen Mann, nicht etwa für jeden Posten einen, wie unsere der zuständigen Stelle( Amts: beziehungsweise Gemeindevorsteher, Leser vielleicht glauben möchten. Magistrat, Landrath) gestellt hat. Wenn dies geschehen Der Mann hat alle mit der Stellung eines Glöckners, Küsters, ist und der Antrag durch die von dem Versicherten bezw. Todtengräbers und Balgentreters verbundenen Funktionen zu be forgen bezw. für deren Besorgung Sorge zu tragen. Außerdem seinen Recht snachfolgern beigebrachten Unterlagen( Taufschein, muß er das Amt eines Postboten versehen. Er empfängt dafür Arbeitsbescheinigungen, Quittungskarte u. f. w.) ausreichend geDas Riesen Jahresgehalt von 220 m., von welcher Summe er lichen Erben des Antragstellers unzweifelhaft Anspruch auf die seblich begründet ist, so haben die testamentarischen bezw. gesetzauch noch einen Balgentreter honoriren muß, falls er bei seinen dem Verstorbenen bis zu seinem Todestage zustehende Altersvielen Aemtern dies nicht mehr besorgen kann. Wie viel Gehalt mag wohl der Herr Pfarrer in Schmoditten bekommen? Auch vom Tage der Vollendung des 70. Lebensjahres und bei Inbezw. Invalidenrente und zwar bei Altersrenten in der Regel validenrenten vom Tage des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit Militärischer Boykott gegen Gastwirthe. Wie von ab. Um nun zu ihrem Grbtheil zu gelangen, haben sich, falls Neumünster mitgetheilt wird, soll das dortige Garnisons: der Verstorbene kein Testament hinterlassen hat, die gesetzlichen tommando den Militärpersonen den Besuch von mehreren Hotels, Erben nach dem für den Sterbeort zuständigen Amtsgericht zu Restaurants und Weinhandlungen verboten haben, weil die In- begeben und dort unter Ueberreichung der Sterbeurkunde des haber dieser Etablissements bei der Bürgermeisterwahl gemeinsam Rentenberechtigten, ihrer Taufscheine, etwaiger Trauscheine, somit den Sozialisten für den Bürgermeister Röer gestimmt haben. wie der Sterbeurkunden der vorher verstorbenen Miterben die Diese Maßregel würde mehr die Offiziere berühren, da diese Ausfertigung eines Erbes- Legitimationeattestes zu beantragen. meist in den betreffenden Lokaleu verkehren. Sämmtliche zu diesem Attest erforderlichen oben erwähnten Ber Welchen zweifelhaften Werth die von der Regierung fonenstands- Urkunden werden den Erben auf grund de§ 140 des Gedurch die Polizei gemachten Erhebungen im Allgemeinen haben, feges vom 22. Juni 1889 foftenfrei ausgestellt. Dieselben haben demist von feinem Geringeren, als dem badischen Fabrikinspektor nächst das ihnen ausgefertigte Erbes- Legitimationsattest nebst einem Dr. Wörrishoffer fonstatirt worden. Terfelbe gab in Bezug auf Antrage auf Auszahlung der dem Rentenberechtigten bis zu die in Baden verausgabten Müller- Fragebogen zu, feinem Todestage zustehenden Rente dem Vorstande derjenigen daß 60 pet. derselben sich als„ ungenügend beantwortet" heraus- Versicherungsanstalt einzusenden, in deren Bezirk der Verstorbene Königsberg 32. Der Abzug für die Invalidenmarken ist gestellt hätten. Die Unternehmer machen vielfach Angaben, zuleht Lohnarbeiten verrichtet hat. welche die Lage der Arbeiter in rosigem Lichte erscheinen lassen, Falls mehrere Erben vorhanden sind, empfiehlt es sich noch, nicht berechtigt, falls für die Zeit vom 24. Dezember bis eine große Anzahl der Arbeiter sind zu ängstlicher Natur, um daß fämmtliche Erben einen unter ihnen zur Empfangnahme des 2. Januar fein Lohn bezahlt wurde. Genosse Kayser. Der Hauswirth. die volle Wahrheit zu Papier zu bringen und doch sollen diese Rentenbetrages durch eine Vollmacht ermächtigen, die hinsichtlich P. Kr., Weberstraße. Ihr Büchlein läßt nicht ersehen, mangelhaften Erhebungen die Unterlage bilden für Gesetzent der Unterschriften durch eine zur Führung eines öffentlichen würfe, die bestimmend sein sollen für das Wohl und Wehe der Siegels berechtigte Person beglaubigt fein muß. Hat der Ver- von wem diese Versicherung ausgeht. Schreiben Sie uns doch arbeitenden Klasse. Wir können deshalb auch hier nur wiederum storbene ein Testament hinterlassen, so ist statt des Erbes: näheres oder besuchen Sie uns zwischen 1-2 oder 7-8. unsere Forderung wiederholen, die Arbeiter mündlich über ihre Legitimationsattestes die Testamentsausfertigung der VersicherungsLage vernehmen zu lassen freilich solche Vertreter der Ar- anstalt einzureichen. Wenn dagegen der Rentenberechtigte bei 220 M.? Berlin). Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenoffen Deutschlands.( Mitgliedschaft Berlin). Mitglieder- Versammlung am Sonntag, 21. Januar, Borm. 10 Uhr, in Bühler's Saal( fr. Philipp), heiten. Rosenthalerstr. 38. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Verein angelegen ( 386/8) Der Vorstand. „ Zum Prophet" 1. Etage. Am Dönhoffplatz. 1. Etage. Ecke Leipziger- und Kommandantenstrasse. Winter- Paletots von 8 Mt. an Hosen in Buytin 2c. von 4 Mr. an Bauch- Paletots Pelerinen- Mäntel Hohenzoll.- Mäntel Hochfeine Paletots in Frisé, Montag= Raiser- Mäntel Warnung. 55119 Jch Endesunterzeichneter warne hiere mit Jedermann, meinem Sohne Hermann Hinckeldeh zu borgen, indem ich nicht mehr dafür aufkomme. Johann Hinckeldeh. 11a. 1. Der Ehemann hat kein Verfügungsrecht. Nach der Scheidung kann ihm aber 14 des Erbtheils seiner Frau zu gesprochen werden. 2. Der Gläubiger muß den Termin beantragen. Stein- Oberberg. 1. Präventiv bedeutet vorbeugend. 2. Ja, die Möglichkeit liegt vor. Reffelstr. 20. Gütertrennung herrscht in der ganzen Mark Brandenburg. F. G. 15. Das Testament fönnen Sie vor dem Testaments. richter, Neue Friedrichstraße 13 Zimmer 2, zu Protokoll erklären. J. W. 40. Sprechen Sie in der Redaktion 72 // 2-81/ 2 1hr Abends vor. J. K. Griebenowftr. 22. Fordern Sie die Leute auf, die Sachen abzuholen. Sie haften 30 Jahre lang für die Rüdgabe, falls dieselben nicht ohne Ihr grobes Versehen abhanden Von der Verbindlichkeit können Sie sich befreien, fommen. wenn die Sachen auf Grund einer einstweiligen Verfügung des Amtsgerichts, die Sie beantragen, einer Gerichtsperson zur Verwahrung übergeben werden. Verband Verband der Sattler und Lapezirer. Versammlung Friedrichsberg, den 17. Januar 1894. am Sonnabend, den 20. Jannar, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Wienecke, Alte Jakobstraße 83. Tagesordnung: Otto Naether, Uhrmacher, Anklamerstr. 44, an der Brunnenstr. Reparaturen an Uhren jeder Art solid und preiswerth.[ 54179* Gesucht wird von uns: Jahrgang 1890 der Neue Zeit" ( Monatshefte) in Heften. 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Mitglieder- Versammlung am Montag, den 22. Januar, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Lokal, Alte Jakobstr. 48a. Zages Ordnung: = 474/7 1. Vortrag des Herrn F. Hansen über: Materialismus und Ethik. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen. 4. Vereinsange legenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden auf§ 6 des Statuts aufmerksam gemacht. Ferner werden diejenigen, welche noch nicht mit den Weihnachtsfest- Billets abgerechnet haben, aufgefordert, dies bis Sonntag Nachmittag 5 Uhr bei Rohr zu regeln, eventuell werden die Namen bei der Abrechnung in der Versammlung bekannt gegeben. Der Vorstand. Große helle Tischlerwerkstellen Sonnabend, den 10. Februar 1894, im Elysium, Apfelsinenverkäufer Landsberger Allee 40-41: Großer Maskenball finden größte Auswahl befter Frucht, Musik von der Freien Vereinigung der Berufsmusiker". ausgezählt und tistenweise billigst im Keller Friedrichsfelderstr. 15.[ 1220b Institut, Schönholzer straße 17. 8-9, 4-5. 113761 Homöopath. Sonntags 9-10. Anfang 8 Uhr. Billets à 50 f. Demaskirang 12 Uhr. Billets find zu haben für den Süden beim Kollegen E. Koch; Böckhstr. 12, H. 2 Tr.; Südosten bei Rohr, Restaurant, Naunynstr. 78, Osten bei P. Scholz, Am Ostbahnhof 7, 3 Tr. vorn und bei F. Wilke, Restaurant, Andreasstr. 26. Der Vorstand. Um recht zahlreichen Besuch bittet Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.