Ur. 19. flbonnemcntS'BedingunQtn: JUbsratemertlS- PrciZ ttänumaronbo: SieüdjäJjtl 3,30 MI, moncü. 1,10 MI. wöchenllich 23 Psg, fr« in6 Hau!. Einzelne Shimtncr 5 Pfg. Sonntag)- nuimnet mit illustrierter SonmagS- ?-iIagc.Die Neue Well' 10 Psg, Pos!- ktibcnncment: 1,10 Marl pra Monat. kingctragen tn die Post-Zeitung)- Vrel-Iistc. Unter Kreuzband nir Deutschland und Oesterreich» Ungarn 2,50 Marl, für das übrige lluslan» 4 Marl bro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Tänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Siutnänicn, Schweden und die Schweig. 31. Jalirg. vis fnfertions-- Gebühr Etlrägi für die iech'gespaltene �olonel- geile oder deren Raun, eo Kg., tut Hr.lttiichc und gewerlschaftlichc JScrcii'O- Wortes, ledc! weitere Wort IN P'g, Clcllenaesuaic und Echlasstellenan. zeigen das erste Wort 10 Pig.. jede« weitere Wort 3 Pfg. Worte über löNti.d. staben zählen sür zwei Worte. Auscrale für d.e nächste Nuilnner vlüsscn bis k» Uhr nachmittags in der irxpediiion abgegeben werden. Tic Exvedition rjt bis Ubr abends Bcöffnot Crtdjcint täglich. Verliner Volltsblnkl. Telcgranini- Ndrcsss: „5o?!»lilemdl!li» RilHa*. Zcntralorgan der rozialdemohratifchen Partei Deutfchlands. Redahtion: SÄl. 68, Ltndenatraasc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Rr. 1983. Dienstag, den 20. Jannar 1914. expeditton: SÄl. 68, Llndcnstraosc 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1981. Mars oder öie Ochsentour: Wie war'S doch? Pfiff man nicht seit einigen Tagen, wenn man an Wilhelm und seinen hoffnungsvollen Sproß- ling dachte, die Melodie Zwischen den Zähnen: Wenn der Vater mit dem Sohne Auf dem Zündloch der Kanone Ohne Sekundanten paukt— Tann adc! Und wußten nicht einige von einem schweren FamiUenkoirfliüt im Hause Hohenzollern zu wispern? Die Telegramme von Danzig nach Zabern, die den tapferen Oberst v. Reuter zu weiteren Heldentaten anfeuerten, hätten, so hieß eS, in Berlin oder Donaueschingen arg verschnuvft. Zur„Strafe" sei der Kronprinz von seinem lustigen Reiterregiment nach Berlin versetzt worden, was bekanntlich beinahe einen Herzbruch zur Folge hatte. Und dramatisch wußte man die Gegensätze ein-- ander gegenüberzustellen, wie der Vater als Ermye des zu Zabern gemordeten Rechts Sühne fordere von den„Vor- brcchern in Uniform", während der Sohn umgekehrt den „Kameraden" von Zabern antelcgraphicrt: Immer feste draus! Und nun?— Am vorgestrigen Ordensfeste hat der Oberst v. Reuter einen Orden bekommen, einen Kronenordcn dritter Klasse mit der Schleife. Wo sind jetzt die Verleumder, die von einem Familienkonflikt bei Hohcnzollerns faselten? Vater und Sohn sind völlig einig in der Beurteilung der Zaberner Affäre. Und wenn sie je verschiedener Ansicht gewesen sein sollten, so beweist dieser Orden, daß der Frieden wiederhergestellt und daß der Vater der Ansicht des Sohnes rückhaltlos beige- treten ist. Früher war's anders? Früher machten Kronprinzens in Liberalismus und es- ist ihnen- immer schlecht bekommen. Jetzt machen sie in Reaktion und cS bekommt ihnen ausge- zeichnet. Früher mußten sie sich wegen ihrer liberalen An- fälle bei Kaiser und Kanzler entschuldigen, heute entschuldigen sich Kaiser und Kanzler bei ihnen. Anno 1863 tvar's— Kaise» und Kanzler waren noch nicht erfunden, die Firma lautete noch ganz schlicht: 5iöing und Ministerpräsident—, da vollführte Bismarck mit seinen Preßordonnanzen ein genau so frivoles Attentat auf Recht und Gesetz, wse jetzt Reuter mit seinen Bajonetten. Auch damals erscholl die Stimme des Kronprinzen von Danzig her. Nur im umge- kehrten Sinne wie jetzt. In einer öffentlichen Ansprache ver- urteilte der spätere Kaiser Friedrich scharf Bismarcks politi- scheu Banditenstreich. Was war die Folge? Auf einen Wink Bismarcks flog der Kronprinz nach Berlin, um Wilhelm den Großen um Verzeihung wegen seiner polizeiwidrig liberalen Seitensprünge anzuflehen. Ursprünglich hatte ihn der Helden- greis auf gut altprcußisch auf Festung schicken wollen, Bis- marck erinnerte ihn aber daran, daß der alte Fritz durch nichts so pupulär geworden sei, wie durch die Festungsstrafe, die er in seiner Jugend habe abbriunmeu müssen.„Verfahren Sic säuberlich mit dem Knaben Absalom!" rief ihm der bibelfeste Bismarck zu, und Wilhelm der Große, der die Konkurrenz des Sohnes fürchtete, begnügte sich damit, daß sich der Krön- Prinz bei ihm und Bismarck in aller Form entschuldigte. Das ist nun just 50 Jahre her, und nun sage noch einer, daß es in Preußen keine Entwickclung gebe! Heute mar- schiert der Kronprinz an der Spitze nicht des Liberalismus, sondern der Reaktion, aind der Vater muß sich alle Mühe geben, wenn er mit ihm Schritt halten will. Immerhin muß zugegeben werden, daß er ihn eingeholt, ja daß er ihn über- troffen hat! Nach dieser Ordensverleihung kann niemand mehr zweifeln, daß der Vater genau so cchtpreußisch gesonnen ist wie der Sohn. Tie Festung ist als Gefängnis für liberale Kronprinzen in Preußen abgeschafft, nicht etwa weil es jetzt keine Gefängnisse, sondern weil es keine liberalen Kronprinzen mehr gibt. Schon aber hören ivir die liberalen Spatzenköpfe zwit- schcrn: stimmt ja nicht! stimmt ja nicht! Die Dekorierung des Obersten v. Reuter hat gar keine politische Bedeutung! Er war gerade dran in der Ochsentour, sein Orden war fällig und die Verleihung soll nicht im geringsten eine ausdrückliche Billigung seines nicht zu billigenden Vorgeyens in Zabern bedeuten.— Also nicht Mars regiert die Stunde, sondern die Ochsen- tour. Die guten Liberalen, die immer königlicher sein wollen, als der König selber, scheinen nicht zu begreifen, daß sie mit dieser ihrer Version der Dekoricrung des Obersten Reuter den Royatismus in Grund und Boden ruinieren. Solange der Adler an der Brust des Obersten ein politisches Programm bedeutet, eine bewußte, ausdrückliche Billigung jener Offi- zierSrevolte, solange kann man sagen: nun gut! Der Adler hat zwar nicht Hand und Fuß, aber doch Klauen und Zähne, wir wissen, woran wir sind. Wenn aber jetzt diese resoluten Klauen und Zähne der Reaktion in dem Phrasenschleim des Liberalismus zu Brei gekocht tocrden sollen, wenn das. was als Ausfluß eines ganz bestimmten politischen Aktions- Programms erscheint, als Ausfluß der— Ochsentour hingestellt werden soll, dann erhält die Sache ein ganz anderes Gesicht: dann ist sie die frivolste Verachtung des deutschen Volkes, die ihm jemals von seinen Machthabern ins Gesicht gespien wurde. Wie? Die Dekorierung des Freigesprochenen von Zabern soll keine ausdrückliche Billigung seiner Taten I sein? Und man ließ diese Dekorierung zu, obwohl man wußte, daß sie wie ein neuer Fußtritt ins Gesicht empfunden wird? Man ließ diese Dekoration zu, obwohl man wußte, daß bei dem Worte Zabern sich in allen Kulturländern immer neue Ströme des Hohns, des Mitleids, der Verachtung über den deutschen Namen ergießen? Das alles wußte man und das alles ignorierte man? Lediglich zur höheren Ehre der Ochsentour? Weil er„grade dran" war, der trefslichc Oberst? So wenig achtet man das Empfinden der öffentlichen Meiiiuug in Deutschland? In der Tat: die Ochscntour-Theorie, mit der die Libe- ralen die Bedeutung der Zaberner Dekoration mildern wollen, verschärst sie erst. Sie besagt, daß die regierende Clique das Volk verachtet, in Wirklichkeit aber besagt sie, daß diese Clique das Volk fürchtet. Es bleibt dabei, Mars und nicht die Ochseiiiour regiert die Stunde I_ Cröroffelung öes Koalitionsrechts. OberberivaliinigsgenÄl-Zral Blüher in Dresden hatte im September 1012 dem Verband sächsischer Industrieller ein Gutachten über die Krage erstattet, wie man dein KoaliiionSrecht der Arbeiter an den Kragen könne. Derselbe Herr veröffentlicht jetzt in der Sonnabend- und Sonntagnummer des„Tag" einen Artikel, in dem er unter der Uebcrschrift„Schutz der Arbeitswilligen" sich gutachtlich darüber äußert, ob es zweckmäßiger sei, das Koalitionsrecht der Arbeiter durch ein reichsgesetzliches Verbot des Streikposten- stchenS zu spießen oder ob das Koalitionsrecht der Arbeiter nicht bester durch polizeiliche Streikpostenverbote und durch Ausdehnung der Strafgesetze über Nötigung und Bedrohung totgeschlagen werden könne. Er entscheidet sich für den zweiten Weg. Einen Beweis dafür, daß eine„Verstärkung der Abwehr und des Schutzes Arbeitswilliger" erforderlich fei, hält er nicht für nötig.„Nahezu allgemein" lvcrde ja solcher Schutz verlangt. Eine selbst bei einem Verwaltungsrichter erstaunlich oberflächliche und der.Wahrheit ins Gesicht schlagende Methode. Wer die Sachlage kennt und wem nicht der Rest von Objektivität abhanden gekommen ist, weißimd wird deshalb zugeben: an Ausschreitungen, die aus Anlaß eines Streiks vorgekommen und als angebliche Bedrohungen Arbeitswilliger ausgeschriccn sind, sind nicht die Streikposten, sondern das arbeitsscheue Gesindel schuld, das unter dem Namen Arbeitswilliger von Arbeit- gebern aus Verbrecherkreisen angeworben ist. und die Polizei, die sich in ArbeitSstreitigkeiteii zu Ungunsten der Arbeiter einmischt. Das haben zum Greifen klar auch für Fernstehende die Moabiter sogenannten Krawallprozesse erwiesen. Schutz gegen diese Elemente ist dringend erforderlich, die nach dem Zeugnis ihres Obersten Hintze danach sich sehnen, einmal ungc- straft Verbrechen ausüben zu dürfen, Schutz gegen diese Sorte PiukertonS, die ehrliche Arbeiter erstochen und erschossen habe», ohne die gering st e Strafe zu erleiden. Dieser Schutz wird nahezu allgemein, nämlich von allen Arbeitern ohne Unterschied ihrer politischen Richtung und von allen anständig denkenden Menschen, ali'o von über 90 Proz. der Bevölkerung gefordert. Entschieden abgelehnt wird aber von derselben übergroßen Mehrheit der unter dem Motto ArbeitSwilligenichutz von Kapitalisten und von Herrn Alüher als Vertreter kapitalistischer Interessen geforderten Erdrosselung des Koalitionsrechts. Streikpostensiehen soll nach dem Bliiherschen Rezept— ähnlich lautete das vom preußischen Polizeiminister jüngst empfohlene— durch Polizeiverordnungen verboten werden. Der Oberverwaliuiigs- gerichtörai meint, trotz des nenlich wieder von uns zitierten Erkennt- niffeS des Reichsgerichts vom 4. Februar 1901 sei das möglich. Man brauche nur die Polizeiverorduung anders formulieren, etwa so: mit Rücksicht auf die auf Grund früherer Erfahrungen zu be- fürchtende Gefährdung des freien Verkehrs wird für die Dauer des Streiks Strcikpostenstchcn in den besonders in Betracht kommenden Straße» und Plätzen verboten. Das wäre ein offener Verstoß gegen das Reich-Zrecht. der keine geringere Verletzung der Reichsvcrfasiüng wäre, als es die Lübecker, vom Reichsgericht für rechtsungültig er- achtete Beroidnung war. Herr Btüher wüuscht weiter, daß besonders geeignete Beamte für den Slieikdienst ausgebildet werden, was er darunter versteht. verrät er nicht. Hält er etwa die Polizeibeamten sür geeignet, die den wehrlosen, ruhig seines Weges schreilenden Arbeiter Hermann am 27. September 1910 zur höher cn Ehre der Hintze-Gardc und der Prostle von Kupfer u. Eie. erschlugen und deren Persön- lichkeit bis heute noch nickt festgestellt ist? Der NöligungS- und BedrohungSparagraph soll— natürlich gegen Arbeiter wie Arbeilgeber— im Sinne des Borentwurs� esiies, Klasseii-StrafgesetzbuchS ausgebildet tverden. Ist dem VerwalrungS- gerichlsrat unbekannt, daß seitens Arbeitgeber heute Nötigungen, Bc- drobungen und Erpressungen begangen werden, ohne daß Strafe eintritt? Ist ihm beispielsweise unbekannt, daß daö Statut derTexlilunternelMer. denen er nicht fern zu sieheu scheint, glatt und klar Erpressuiig denen androht, die einem Aussperrungsbeschluß sich nicht beugen? Eine Ahnung hiervon scheint der Verfasser doch zu haben, denn er meint: ist der Ciitwnrf zum Strafgesetzbuch Gesetz geworden, dann ist der § 152 Abiatz 2 der Gewerbeordnung nicht mehr nötig. Wie liberal! Nach 8 152 Absatz 2 der Gewerbeordnung sind nämlich die Wechsel und andere Versprechungen sür den Fall deS NichtmitlunS bei einer Aussperrung rechtsungültig und daher heute der Vorstand eines Arbeitgeberverbandes, der solche Wechsel sich aus- stellen oder gar sie beitreiben läßt, der Erpressung schuldig. Bon diesem Alp möchte Herr Blüher die armen Kapitalisten befreien. Er mag sich beruhigen: tatsächlich werden die Arbeitgeber ebenso wenig auf Grund des Erprcssungsparagraphen wie deS§ 153 G.-O. verfolgt— die Verurteilung des Obermeisters Schmidt wegen schwerer Bedrohung seiner Kollegen im Bäckerstreik ist eine wohl allein dastehende Ausnahme. Für die Arbeitgeber stehen die Strafandrohungen— wie die preußische Regicning i» ihrer Vorlage vom Februar 1806 klar und offen zugab— nur auf dem Papier und würden auch die neuen Strafgesetze nur auf dem Papier stehen. Des Blüherschen Artikels Zweck ist Erdrosselung des Koalition?» rechts der Arbeiter. Das zeigt auch der Schluß des Artikels, in dem zum Ausbau der Unternehmer- und Arbeitgeber- Organisationen, zum„Ausbau und Unterstützung der b ü r g e r- lichen Arbciterverbände zum gemeinsamen Kampf gegen die freien Gewerkschaften" aufgerufen wird. So töricht ist kein Ar« beiter, um nicht zu merken, worauf der Fuchs mit seinem Lockruf„Arbcitswilligcnschutz" hinaus will: er will volle Per- nichtmig der Ausübung des KoalitiousrcchtS der Arbeiter. Gegen diese immer kühner austretenden Umsturzbestrebungen gegen die Menschenrechte der Arbeiter kann es für die Arbeiter ohne Unter- schied der polnischen Richtung nur die eine Forderung geben: Ans- dehuung und volle Sicherung des Koaliiiousrechts der Arbeiter. Ein Panama öer Polenpolirik. Hunderte von Millionen Mark preußischer Sicucrgelder sind von der preußischen Regierung und ihrem Landtag aufgewendet worden, um einen systematischen crbiitericn Kwmpf gegen einige Millionen„gleichberechtigter" Staatsbürger zu führen, die das Un» glück gehabt haben, sich als Eltern— Polen auszusuchen. Man kennt die unendliche Liste der Polizeischikanen und Justiztatcn, die jahraus, jahrein gegen die preußischen Polen verübt werden. Man weiß auch, daß die ganze sogenannte„AnsiedelüngSpolitik" in der Hauptsache nur den Effekt gehabt bat, zahlreichen verschul» dctcn Grundbesitzern oder glücklichen Spekulanten zu ermöglichen, ihre Güter mit enormen Gewinnen an die Ansiedclungskominission zu verkaufen. Das hat im Osten eine gewaltige Steigerung der Grundpreise im allgemeinen hervorgerufen, wodurch der Wert der landwirtschaftlichen Güter gewaltig erhöht wurde. Da somit die Ansiedelungspolitik in letzter Linie darauf hinausgeht, den Reichtum der Großgrundbesitzer zu vergrößern, ist es nur selbstverständlich, daß diese Politik als ein wahres Palladium preußischer Siaais« Weisheit in den Himmel gehoben wird! Aber nickst von diesen ziemlich bekannten Dingen soll hier die Rede sein, sondern von neuen Erscheinungen auf dem Gebiet der P 0 l e n p 0 1 i t i k, die allerdings die Aufmerkiain- kcit der großen Ocffcirtlichkeit in weitestem Umfang verdienen und die geeignet find, den durch und durch korrumpierenden Charakter dieser systematischen Verfolgung einer ganzen Ration auch solchen Leuten klarzumachen, die bisbcr immer von dem„Kul- turwerk im Osten" sprachen. Ter polnische Abg. Korfanty hat in seiner Rede in der Etatsberatnng des preußischen Abgeordneten- Hauses ani 11. Januar eine Reihe von Mitteilungen über das intime Zusammenwirken der preußischen Regierung mit dem Ostmarken- verein und über die politischen Milte! der Hakatistcn gemacht. Ter polnische Parlamentarier wies zunächst darauf hin, daß die Hakatistischen Redner im preußischen Dreiklassetchaus, vor allem der freikonscrvative Abg. v. Kardorff und der uationallibcrale Führer Dr. Friedbcrg, seit einiger Zeit ans die Klagen der prcußi- scheu Polen damit antworten, daß die Polen, selbst dort wo sie herrschen, eine andere Ration unterdrücken. Es war dabei beson- dcrs von der Verfolgung des rnthenischen Bauern- und Felda rbciter- volles in Ostgalizien durch die polnischen Großgrundbesitzer, die Schlachzizen. die dort das Heft in der Hand baben, die Rede. Korfanty teilte mit, daß diese Informationen über Angelegenheiten der iuucrcn Politik Oesterreichs den preußischen Hakatistcn von eigenartigen Bundesgenossen gekommen sind: nämlich von der r n t h c n i s ch- u k r a l n i s ch e n Partei in Oesterreich. Es ist immerhin interessant, wenn Leute, die ihr Deutschtum nicht scharf genug betonen und eS nicht hoch genug rühmen tönn.en. zur Be- kämpfung ihrer slawischen Landslcutc mit einer— slawischen Partei des Auslandes in Verbindung treten! Es ist aber noch eigenartiger, daß— nach den Mitteilungen des Abjw Korfantp — der von der preußischen Regierung als staatserbalimd, monarchisch und patriotisch in jeder Weise unterstützte Oslmarkcnvcrein mit einer Partei zusammenwirkt, von der ein Angehöriger, der Siudent Siczynsky, den Statthalter von Galizien, Grafen Patocki, ermordet hat. Korfanty bemerkte hierzu, daß die ruthc- nische Partei dieion politischen Mord auch tn ihren Zeitungen und im Wiener Parlament verherrlicht habe. Auch eine Reihe von polnischen Profcflaren habe die ukrainische Partei au? politischen Gründen ermordei; sie habe die Universität in Lemberg gestürmt und Tiierfici eine N«he von Kultur- und KunsttSertep vcr- nichter.'Der' LstmarkenvereiN unterstütze diese Partei nicht nur moralisch, sondern auch materiell, und an den gemeinsamen B e ra t u r. g e n des r u tl) en isch e n N a t i o n a l k o m i t c e o mir dem B o r st a n d des Deutschen Q st m a r k c n v e r- e i n s zu Verlin Hachen auch holse S t aa t s Ii e a in t e'teilgenomincn. Ter Litmarkenderein mische sich also in die inneren Angelegenheiten des mit dem Teutschml Reich verbündeten Oesterreichs ein, waS Äorfanty als eine grobe Taktlosigkeit und als eine Perfid ie bczeich- ncic. Der polnische Redner stützte die Behauptung von der Ein- Mischung des Ostmarkendereins in österreichische Angelegenheiten u. a. auf einen Brief des früheren Generalsekretärs Dr. Baven- i ch e n des OstmarrenivereinS an seinen Vorsitzenden, den Majvr V. Tiedemänn, vom 13. Oktober 1903, worin es heißt:„Mit Rück- s i ch t a.u f eventuelle d i p l o ni a t i s ch c Auseinander. s e tz u n g e n zwischen O e st e r r e i ch und Preußen d ü r- s e n diese Verhandlungen nicht a n d i c O e f f e n t I i ch- 1 c t t kommen!" Weiter führte Korsanty aus, daß die Gründung der preußischen Feldarbeiterzenirale den Aweck hatte, die deutschen Bauern aus Galizien und Ungarn zur Rücksiedelung nach Deutschland zu veranlassen. Das gelang nicht. Tie Feld- arbeitcrzcnlrale sollte dann nicht nur an Stelle von Polen Ruthe neu nach Teutschland bringen, sondern man war auch bestrebt, die Organisation der galizischen Ruthenen zur Schwächung des polni- schen Regiments in dieser österreichischen Provinz nach Kräften zu stärken. Herr v. Tiedemänn schrieb am 13. Oktober 1903: „Tie deutsche Regierung kann sich natürlich in diesen nationalen Kamps nm den befreundeten Rachbarstaat hichf mischen; aber der Ostmärkcnverein hat diese Rücksicht nickt zu nehmen." In einem weiteren Brief heißt es:„Im Ausland wird die Feldarbeiterzentrale als ein Privatunternehmcn ausgegeben, damit die Regierung jeder-' zeit in der Lage ist, o f f r z i e l l j e d e B c t e i l i g u n g a n d i es e r Aktion abzuleugnen." Hieraus schließt Korfanip, daß die Regierung' in alle Machinationen des Ostmartent'Zreins und der Ruthenen eingeweiht war. Korfanth teilte ferner mit, daß die 1903 aufgetauchte Nachricht von einem Ausgleich zwischen Polen und Ruthenen den Ostmarkenverein sehr beunruhigt und zu einer Anfrage an den Vertrauensmann des rutheni schon Rationalkomi- tees,'Pfarrer Hanitzky,' veranlaßt habe. Am 13.' Februar 1901 schrieb nun Hanitzky an Herrn v. Tiedemänn:„TaS r uthe n i sche Komitee der Tat beschloß, die polnischen Gutsbesitzer durch AgrarstreitS zu vernichten. Tie Verbreitung von AgitationS- Material und von Broschüren zur Schürung eines?lgrarstreiks ist bei uns in Oesterreich verboten; sie wird mit Kerker bis zu zwei Jahren bestraft." Und de-chalb habe sich der- Vertrauensmann der Ruthenen an den hochkonscrl'ativen, monarchischen, den Staat stützenden Herrn V. T i e d c m a n n um Unterstützung eines Agrarstreiks gegen die galizischen Grundbesitzer gewandt. Scheinbar nicht vergebens, denn in einem späteren Briefe dankt Hanitzky für Schriftstücke und für die erteilte Hilf«. Es scheint also hier, so schließt Korfantp-aus diesen Vorgängen, der O st m a r k c n v e r c i n B e i h i l f e zur Begehung eines Verbrechens in einem verbündeten Staat g e l e i st« t zu habe n. Hanitzky erbat auch die Hilfe des Oümartcuverciiis dazu, hier in Berlin eine Broschüre zu berlegew, die die Hab Sb urger wegen ihrer Polenpolitik in der ganzen Welt lächcrli-ch machen würde. Gegen den Verfasser dieser Broschüre schwebte damals, wie Hanitzky mitteirre, in Oesterreich �bercitß.� das P.erschh�en nvegen- Hochverrats.. Und doch hone man' zir dem' chdchp«triüti.fch«lr''Oik«riiKeni>erciN"bSS' Vertrauen, daß er dsche Bestrebungen nnterftützen iverde! Am V.. August/ 1910'bittet..Ha'yjtzfy..den'Hc'rrivi p. ÄÄSüiqBi.'.vin 11 nf er st ii tz un g d e r W e i ß r u th e n e n in Rußland in thrtzui Kampf gegen die r u s s, s ch e R e g i c r u n g und gegen die Polen, sowie der L i t t a n e r in Rußland gegen die gleichen Gegner. ES wurde ein großer Briefwechsel über den Verkauf einiger Kunst- werke an den Ostmärkcnverein geführt, dessen Erlös für diesen Kampf verwendet werden sollte. Weiter beschuldigte K'vrfaniv, dessen Angaben im Landtag nicht widerlegt wurden, den Ostmarkcirvcr- e y,"daß er die Deutschen in Galizien durch Beamte des deutschen Konsulats in Lemberg gegen die Landesregierung aufhetzen lasse. Wenn der Abg. Korfanty aus all diesen Ereignissen den Schluß zog. daß in'der Polenpolitik der Zweck die Mittel heilige, daß diese. Polstik ein Muster von praktischer Anwendung der unsittlichen Grundsätze des Macchiavellisnnis sei,, so wird man ihm darin nicht ganz unrecht geben können. Wir entrüsten uns natürlich, nicht dar- über, daß die Ruthenen in Galizien zogen ihre polnisch-junkerlichen Bedrücker kämpfen, und wir sind gewiß die Letzten, die den rutheni- icken Fgloarbeitern aus ihrem Streik einen Vorwurf machen wür- den. Aber es muß doch als ein wertvolles Dokument„preußisch- nationaler Politik" bezeichnet werden, baß dieselben Leute, die in Deutschland den Landarbeitern das KoalitionSrecht verweigern, die jede oppositionelle Betätigung der Arbeiter oder der Polen mit Feuer und Schwert ausrotten möchten, in dem verbündeten Oester- reich die gleichen Bestrebungen unterstützen! politische Lcderficht. Wirtschafte!, und Sozialpolitik. Dir. am Sonnabend cjetroffene Verembavuiig. daß bei der Generaldebatte bell Etats des Innern zuerst die sozial- politischen fragen erörtert werden'sollen, ist gestern wieder aufgehoben worden. Die Debatte über das ganze umfang- reiche Gebiet geht also auch in diesem Jahre ohne besondere Scheidung vor sich: in Zukunft soll die geeignete Trennung der- Materien im Seniorenkonvent vorbereitet werden. In der gestrigen Sitzung kamen nur Redner der bürgerlichen fraktionell zu Wort. Aber wenn auch die sozialdemo- kratische Partei ihre Forderungen nicht geltend machen konnte, die Notwendigkeit einer beschleunigten und gewissenhafteren Sozialpolitik ergab sich doch vielleicht selbst wider Willen des einen oder anderen Redners. So hat der nationalliberale Herr K e i» a t h, wenngleich er die übliche Einschränkung von der Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit unserer Industrie machte, selbst soviel Forderungen aufführeu müssen, daß die Konsequenz daraus sich ipm selbst aufzwang. Fast ebenso stark wirkte zugunsten unserer Auffassung die Polemik, die der Redner der 5tonservativen gegen die Grund- läge und die Loraussetzung jeder Sozialpolitik, nämlich gegen das Koalitionsrecht, führte. Herr v. G r a e s e, der dafür be- kennt iill daß er seinen jungen Adel durch eine möglichst staatserhaltende Gesinnung zu rechtfertigen sucht, will selbst- verständlich beileibe kein. Gegner des Koalitionsrechts sein. Auö reiner Liebe will er es durch den berühmten„Schutz der Arbeitswilligen" zu Tode drücken. Und aus demselben edlen Gefühl will er es den Landarbeitern versagen. Die sckmeidigen Ausführungen dieses Takmijunkers fanden in der Heiterkeit deck Hauses die einzig geeignete Antwort. Auch für die großen Tenderizeir der deutschen Wirtschasts- Politik war die heutige Erörterung durchaus ertragreich. Es war in diesem Sinne schon interessant und lehrreich genug, als zit' Leginn der Legislaturperiode der Staatssekretär des Innern die EntwüMung andeutete, die, sich vom privaten zum Staatsmonopol vollzieht. Gestern niußtö das gleiche unfreiwillige Bekenntnis von Rednern der bürgerlichen Parteien abgegeben werden. Herr Dr. M aper vom Zentrum lehnte ziv'ar für seine Partei" den Willen zur Schaffung von Staats- monoPolen ab, aber er war doch genötigt, eine weitgehende staatliche Aufsicht über die großen Monopolvereinigungen zu verlangen, unv Herr Keinath erklärte sogar, daß feine Freunde unter Umständen vor Verstaatlichung eines von der Ver- trustung bedrohten Industriezweiges nicht zurückschrecken würden. Gewiß entspricht' diese Auffassung weder in ihren Gedanken- gängen noch in ihrem Ziel der sozialistischen Anschauung von der Lergcsellschastung der Produktionsmittel. Aber sie liegt doch in der Richtung eines organischen Eingriffs des Staates in die Produktion und schafft dergestalt ein Argument für die sozialistische Theorie und Politik.. Die Debatte geht heute ivciter. Man erwartet, daß nunmehr auch der Staatssekretär selbst sich zu den ivichtigen Problemen äußert, die in der bisherigen Debatte behandelt worden sind. Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung. Der Etat der landwirtschaftlicken Verwaltung, um dessen Beratung das Abgeordnetenhaus am Montag begann, übte in früheren Jahren eine große Anziehungskraft auf die„Volksvertretung", ins- besondere auf die Herren von der Reckten und vom Zentrum aus. Bot sich da doch die beste Gelegenheit, gegen die Regierung vom Leder zu ziehen und ihr unter allerhand mehr oder weniger ver- steckten Drohungen Versprechungen für die notleidenden Agrarier zu erpressen. Jetzt ist es anders geworden. Das HauS ist schlecht besetzt, und namentlich die Bänke, die unseren lieben Agrariern reserviert sind, weisentlaffendeLückenauf. Die Herren halten eS nichtmehr für nötig, sich persönlich nach der Prinz-Albrecht-Straße zu bemühen. Wozu auch- Tie Regierung besorgt ihre Geschäfte so gut, daß sie ihr getrost ihr Ge- schick anvertrauen' können. Besser als der Landwirlschaftsminifter, der sogar über den bedauerlichen Tief st and der Futter- preise klagt, könnte selbst Herr Dtederich Hahn sich der Interessen der Agrarier nicht annehmeu. So fehlte denn der diesmaligen Debatte ihr charakteristischer Zug, das Betteln um toeilere Liebesgaben. Die Verwaltung erfreut sich in jeder Beziehung des vollsten Vertrauens der Mehrheit, und wenn auch von feiten des Zentrums dem Minister ein Vorwurf daraus gemacht wird, daß er sich der obligatorischen Ein- f ü h r u n g des Religionsunterrichts in den Lehrplan der FonbildnngSschulen noch immer widersetzt, so darf man daraus leine- falschen Schlüsse ziehen. Nur ossiziell einführen will Herr V. Schorlcmer-Lieser den Religiousunlerricht nicht; gegen sein heim- tickcs'E i n s ch m u g g e l n hat er nichts einzuwenden. Im Gegen- teil, der gesamte Unterricht soll davon durchdrungen sein. Kein Wunder, daß sich unter solchen Umständen die Diskussion in Einzelheiten verlor. Bon großen allgemeinen Gesichtspunkten ließen sich nur die Redner der Linken leite», der Fortschrittler Hoff, der die heulige Wirtschaftspolitik krilisiieric und zwar'keine Aufhebung, aber doch den Grundsätzen seiner Partei entsprechend, einen allmählichen Abbau der Zölle forderte. und Genosse B r a u n. der- in seiner mehr als zweistündigen Jungfernrede einen vorzüglichen Beitrag zu dem sozialdemokrattschen Agrar- Programm lieferte. Mit vollem Recht stellte er an die Spitze seiner Aussührunjzeti dpu Satz: Die ttändtvirtschäft krankti weil sie'nicht die Äufgabe her VoikSernährung in den'Vordergruiid sckrebt, sondern hie Pripat'Mterch'sen' der'zeitigen-Besitzer.-Än der Häild"der'Tat- fache, daß weite' Flächen Landes nicht'- urbar gemacht werden, weil cS den Besitzern nicht gefällt, illustrierte er die Kultur- Widrigkeit des Privateigentums an Grund und Boden, und sein Vorschlag, gegen Privatbesitzer, die ihre Pflicht der Allgemeinheit gegenüber vernachlässigen, auf dem Wege der Enteignung vorzugehen, verdient volle Beachtung. Im weiter» Verlauf seiner Rede streifte Ge- nosse B raun.Großbetrieb oder Kleinbetrieb", er ivieS statffnsch nach. daß trotz Vermehrung des Kleinbesitzes in der Landwirtschaft der Vieh- bestand nickt zugenommen hat und tadelte es, daß der Minister nur auf eine so kurze Zeit zollpolitifche Erleichterungen für die Einfuhr russischen Fleisches gewährt hat. Nachdem er dann die Steigerung der Grundrente durch unsere Zollpolitik erklärt hatte, beschäftigte er sich eingehend mit der bäuerlichen Arbeiterfrage. Seine auf Grund eigener Anschauung gewonnenen Erfahrungen über die Rechtlosigkeit, die Drangsalierung, die unwürdige BeHand- lung bäuerlicher Arbeiter waren unser» Junkern sichtlich unan- gelte bm; nun suchte die Rechte nach bewährten Rezept durch höhnisches Gelächter und lärmende Zwischenrufe die Wirkung der Worte deZ sozialdemokratischen Redners abzuschwächen, aber gelungen ist ihr das nickt. Was Genosse Braun vorgetragen hat, bleibt wahr, und wenn es die, an deren Adresse eS gerichtet ist, auck noch so gerne hinwegstreiten möchten. Nicht von Lust am Hetzen, sondern von Liebe zu den Landarbeitern, deren Interessen einzig mrd allein die Sozialdemokratie wahrnimmt,' war die Rede unseres Genossen diktiert, und das werden mit der Zeit mich in den rückständigsten Gegenden alle Landarbeiter einsehen. Di« Debatte wird am Dienstag fortgesetzt. AIS zweiter sozial- demokratischer Redner ist Genosse Hofer gemeldet. Klerikale �riedensschalmcicn. Tie klerikale Regierung Bayer ns fühlt sich veranlaßt, eine lanae wohl hauptsächlich an das Zentrum gerichtete Mahnung ergehen zu lassen, in der die Politiker ersucht werden. bei der Besprechung der Jntetpellationen über die Lorgänge in Zaber» und die Freisprüche des Straßburger Mititärgerichts im Reichstage ihre Kritik möglichst einzuschränken,' damit die Zaberner Affäre� uuo die durch diese hervorgerufenen Zwrstigkeite'n möglichst schnell begraben werden. Tie„Bayerische Staatszeitung" veröffentltcht nämlich einen langen Appell an das Gewissen der sogenannten vaterländischen Kreise, in welchem es heißt: Es ist dringend zu wünschen, daß die Erörterung über die hier in Betracht kommenden Fragen sich in jenen Grenzen halten möchten, die allein schon der Gedanke an das zu schadensroher Beobachtung bereit. stehende Ausland j e de in Patrioten zieht. Es mag sein, daß in jenen trüben Wochen militärische Maßnahmen vorkamen, die als Härte, als Verstoß empfupden werden tonnten. Daß das subjektive Schutdmoment bei den in Frage stehenden Persönlichkeiten ausscheidet, ist durch die inzwischen rechtskräftig gewordenen Urteile festgestellt worden. Was etwa noch an un- erfreutichen Erinnerungen übrig, geblieben sein mag, das wird mehr als reichlich ioettgemacht durch die Eindrücke, die die Ver- Handlungen gegen den Obersten v. Reuter der gesamten Nation vermittelt haben. Gerade und ausrichtig, mit seiner vollen Ber- ailtwortung für alles einstehend, was er angeordnet Halle, ist dieser Mann dagestanden. Was aus ihm sprach, war der Geist soldatischen Mutes und. entschlossener Männlichkeit. Es ist dies der Geist, den unsere Armee, den unsere Offizier- korp? braucht. Daß er in ihm lebendig ist, davon hat Oberst v. Reiller'eine Probe gegeben, die ihre tiefe. Wirkung auch ans jeue' Kreise des deutschen Volkes, geäußert hat, die die Schuld an den Zaberner Borgängen ausschließlich beim Militär suchten.... Mit welch freudiger Gieu sich der uns feindlich zzesinnte...Teil per Auslandspresse auf jede abfällige Kritik stürzt, die in Deutsch- land gegen die Armee gerichtet wird, davon haben die letzten Wochen wahrhaftig Proben genug gegeben. Es ist zu wünschen, daß die bürgerlichen Parteien', bei allem berechtigten Bestreben, sich über ihre gegenseitigen.Wünsche und Anregungen- zu einer Klarstellung der Militär- und ZivilkolNpetenzen auszusprechen, sich der Gemeinsamkeit der vaterländischen Interessen bewußt zeigen, die sie mit der Armee verbindet. Bei Beachtung dieser Grenzlinie werden die in Aussicht stehenden parlamentarischen Verhandlungen sich besonders fruchtbar und nutzbringend ge- stalten. Zaber» i» der Erste» Kammer des �eichsiändischc» Parlaments. Am Montagnachmittag begann in der Ersten Kammer in Elsaß-Lothringcn die. Interpellation über Zaber».. Zur Debatte stand folgende Resolution: „Die Erste Kammer beklagt auf das tiefste die Vorkommnisse in Zaber», welche geeignet sind, ein völlig falsches Bitb- der Stimmung in der elfaß-lothringischen Bevölkerung und ganz be- sonders über das Verhältnis zwischen Militär und der Landes- bcvölkerung hervorzurufen. Ohne irgend wie die in Zabern von Zivilpersonen begangene» Ausschreitungen und das zur Auf- regung der Bevölkerung führende Verhalten einzelner Preßorgane zu entschuldigen, ist sie der Ansicht, daß die bedaucr- lichcn Vorgänge vermieden Ivorden wären, wenn das unwürdige, die Bcvölkerung verletzende und herausfordernde Benehmeu eines jungen Offiziers seitens feines Vorgesetzten sofort die entsprechende Remedur erhalten und letztere bekannt gegeben worden wä�c. Sie ist ferner der Ansicht, daß der militärische Befehlshaber, auch Zoe im er sich zum selbständigen Eingreifen befugt erachtet, jedenfallch.bci der in maßloser, das rechtliche Empfinden verletzender Weise er- folgten Ausführung sich schwere Ausschreitungen seiner Befugnisse hat zuschulden kommen lassen. Sie ist alsdann der Ansicht, daß gegen die Wiederholung solcher Vorgänge eine sichere GaraMie gegeben werden muß, insbesondere auch dafür, daß die.in Elsaß- Lothringen zu Recht bestehende Gesetzgebung von den in tplsoß- Lothringen garnisonierenden Militärbehörden genau beachtet Wierde. Die Kammer ersucht die Regierung, an maßgebender Stelle eine Entscheidung in diesem Sinne herbeizuführen." Die Resolution wurde zunächst von dem Vorsitzenden der Deutschen Friedensgesellschaft. Konsistorialrat Dr. E u r t i u 6, begründet. Nach ihm sprach der Professor Dr. La band. der die Kabinettsorder von 1820 als rechtsgültig für Elsaß- Lothringen ansieht, da sie für preußische Regimenter gegeben wurde, ganz gleich,.in welchen Landesteileii sie sich befinden. Dr. Schwander, der Bürgermeister von Straßburg, ging scharf mit dem LorkvmiitNis. und den Ausschreitungen' des Mllitärs ins Gericht. Auch die weitereu. Reduer, der Straß- burger Abg. Ungemach, der konservative Abgeordnete Graf V. Andlaw und der Kolmarer Bürgermeister Blumenthal, stellten sich entschieden auf den Standpunkt der Resolution. Verteidigt wurde die Haltung der Militärbehörde soivie. die freisprechenden Urteile des Kriegsgerichts nur vom General v. Arnim und vom General v. Moffner. «"! Die' Reiolulivu wurde init 83'Ssimuren gegew drei istimme«.. derjenigen des Präftdenten der'Reichseiienbshn Fritsch. des Pxpfessvrs Laband und-des'Generals vi Moffner a n g eno m in e n, Justizrat Dr. Muland und der- Ptäffdrnt des Oberlandesgerichts Dr. Molitor enthielten sich der Ab- stimmung..____ Hans v. TLrochem. Unter den inaktiven Generälen, die sich auf polüiichsnt-Gebiet versuchen, ist neben Keim und.Liedarp besonders der Generalmajoc z. D. V. 23£ o ch c m hervorgetreten. Seine ersten rednerischen Sporen verdiente er sich in konservativen Vereinen, wo er wütende Reden gegen die Sozialdemokratie.hielt. Das Material dazu stammte aus den Schriften' des— Reichsvcrbandes. Aber sein Ehr» geiz ging weiter, die parlamen'arischen Lorbeeren— so zweifelhafter Art sie auch waren—, die sein Freund Liebert' im' Reichs» tag sick erworben halle, mögen ihn zu dem Versuch veranlaßt.haben. auch Mitglied„dieser gemischten G e se-l l s ch a f t ,d i e sich Reichstag nennt", zu werden. Ein hannoverscher Wahl» kreis stellte iftn als Reichstagskandidaten aus. und zum Entsetzen seiner Anhänger suchte er den engen Zusammenhang, der ziptschen ihm und der Provinz bestehe, durch die Mitteilung zu erweisen. daß cr stets mit Vorliebe hannoversche Pferde geritten habe. Nach dieser Rede stand bereits fest, was dann auch eintrat: der Genera! fiel durch. Vielleicht bat daS mit dazu beigtiragsn. daß er am Sonntag bei den„echt preußischen Leuten" den Reichstag in so unerhörter Weise beschimpfte. Ter Krupp-Prvzest. bot an: Montag wenig Interessantes. Er konnte es ja auch,, ab» gesehen davon, daß wiederum nur die alten Zeugen vernommen wurden, schon deshalb um so weniger, weil diesmal der größte Teil der Sitzung unter Ausschluß der Oefsenklichkait stattfand. Nicht weniger als achtmal wurde die Oeffentlickkeit vor- übergehend ausgeschlossen. Auffälligerweise wurde dabei der Aus» schlug der Oeffentlichkeit diesmal auch aus die Vernehmung solcher Zeugen ausgedehnt, die vor dem Kriegsgericht und der Strafkammer in voller Oeffentlichkeit vor sich gegangen war. Man ist also noch geflissentlicher als bisher bestrebt, die Kruppmyftcrivn sorgfältigst vor dem Lichte der Oeffentlichkeit zu schützen. Ten größten Teil der öffentlichen Verhandlung nahm die Vernehmung des Zeugen Brandt ein, der troß seiner schweren Erkrankung aus dem Sanatorium in der Schweiz zur Vernehmung nach Berlin gereist war. Von dem katastrophalen Zusammenbruch dieses Zeugen, von dem seine Frau in so beweglichen Worten gc- sprachen hatte, loar wenig zu bemerken. Daß sein Gedächtnis gelitten hat, ist ja eine Erscheinung, die bereits in früheren Ver- Handlungen hervorgetreten war. Aber diese Gedächtnisschwäche war ja auch früher nur eine partielle. lieberall, wo er zugunsten der Firma Krupp Bekundungen machen konnte, funktionierte sein Erinnerungsvermögen noch ausgezeichnet; nur da, wo es belastende Aussagen zu machen galt, proklamierte es beständig den Generät- streik. Aver das find ja Symptome, k e bei der Rolle,- die Herr Brandt heute als Zeuge, morgen als Angeklagter und übermorgen wieder als Zeuge zu spielen halle, durchaus erklärlich sind- und keineswegs von schwerer Nervenzerrüttung zu zeugen brauchen. Herr Brandt markierte diesmal noch. wirksamer den Harm- losen als in den früheren Verhandlungen. Seine- Geheimdienste für die Firma Krupp find noch belangloser geworden, als sie sich ihm im Frühjabr darstellten. Seine Extragratifikationen wurden ihm nicht gezahlt für sein Spionagehandwerk, sondern nur für. die außerordentlichen Bureauarbeiten, die ihm aufgebürdet wurden, da ja der eigentliche Vertreter der Firma Krupp niemals zur Stalle war. Die Liebesdienste, die ihm die Zeugosfiziere durch de» Verrat militärischer Geheimnisse leisteten, waren natürlich nach semer ZcHigcli Darstellung vollends nur persönliche LiebenswürLigkeüen, die ihm auch erwiesen worden wären, wenn er niemals in die Tasche gegriffen halte, niemals ein Mittag- oder Abendbrot spendiert, ein Tbeaterbillett bezahlt, ein Zwanzigmarkstück oder einen Hundert- markschein herausgerückt hätte. Er war ein harmloser, gutmütiger Gentleman, der von seinem Ueberflug jüngeren Kollegen gern -niitteiltc, und von jüngeren, in militärischen Diensten stehenden Kollegen mit der gleichen Liebenswürdigkeit behandelt wurde, nur daß die Gegenleistungen für die Doppelkronen und die Hundert- inarkscheine in dem Verrat von militärischen Geheimnissen be- standen, die firr die Firma Krupp von besonderem Geschäftsinter- esse waren. Schade, daß der vielverkannie Mann gegen. die ihm zudiktierte Strafe von drei Monaten Gefängnis keine Revision ein- gelegt hat, denn bei solcher Harmlosigkeit hätte er doch nimmer- mehr mit einer so ehrenrührigen Strafe behaftet werden dürfen! Vielleicht bekommt das bedauernswerte Opfer unserer Justiz aber demnächst doch noch einen Orden als Pflaster für seine ram- ponierie Ehre! Ter„austötzige" Preuf 4 Proz. In den letzten drei Jahren betrug die Dividende 5 Proz. Der Lierabsatz ist zurückgegangen; er betrug 1011/12 rund 121000 Hektoliter. Die Schultheiß-Brauerei A.-G. wurde 1871 gegründet. Zu ihrem Besitztum gehört die frühere Ad. Roesickesche Lagerbier» Brauerei, die Brauerei Tivoli(18911. die frühere Brauerei Zum Waldschlößchen A.-G. in Dessau(1896), die frühere Brauerei Bo- russia in Nieder-Schöneweide(1808), die frühere Brauerei Pfeifferhos Karl Scholtz in Breslau(1909). Die Firma besitzt zwei eigene Malzfadrilen in Fiirstenwalde und in Pankow. Das Aktienkapital beträgt 14 Millionen Mark. Räch Einverleibung der beiden Unrer- nehmungen wird Schulheiß die größte L a g e r b r e r« Br a u e rc i d e r W e l t werden. Der Absatz, der schon jetzt mehr als 1>/z Millionen Hektoliter beträgt, wird sich dann auf 1,9 Millionen Hektoliter er« höhen._ Der Tabaktrust in Fiuuland. Der neueste Geschäftsbericht der British American Toba«v--Co. (der europäischen Finanzierungsgesellschoft des amerikanischen Tabak» trusis) weist eine Beteiligung dieser Gesellschaft auch an der sinn- ländiichen Zigarctlenindustrie nach, so daß nunmehr in allen skandinavischen Ländern der Tabaklrust vertreten ist. Die Art seines Eindringens in Finnland ist besonders charakteristisch. Eines Tages entstand in Finnland ein neues Zigarettenunternehmen, dessen Propaganda sich sofort von der bis dahin landesüblichen unterschied. Zunächst wurde um die Zigarettenraucher mit der Ankündigung ge- worbcn. daß in den Zigarettenpackungen sich Gutscheine im Werte von 0,30 bis 100 M. befänden. Man brauche also leine Lotterie- lose mehr kaufen, sondern nur Zigaretten der neuen Firma raucken, um Geld zu gewinnen. Dann wurde an den Sammclinstinkt appelliert, indem den Packungen seidene Fähnchen in den National- färben Finnlands und auch anderer Länder— beigefügt wurden, und ein wenig später rückte die Firma mit den.Bons" und„Kupons" ins Feld. Angesichts dieser Stufenleiter, die in der Tabalindustrie als das„Tiusticheina" bekannt ist. wurde die finnländifche Industrie stutzig und begamr. sich für das Wesen des neuen Unternehmens stärker zu intereisieren. Die Handelsregistereintragung der Firma wurde geprüft und siehe da. unter den Gesellschaftern befand sich Herr Generaldirektor E. F. Gütschow, ein ouS Deutschland bekannter Vertreter LeS Tabaktrusts. AIS notwendiger Abschluß des Kupon» systemS erschien auch in Finnland ein Katalog der„Orientalisls Cigarettfabriks A.-B." Der Katalog zeigt große Uebereinstimmungen mit dem Warenverzeichnis deutscher, vom Trust abhängiger Gesell- schaften. Auch'che Glashütter Präzisionsuhr 333 echr Gold, in elegantem Originaletui ist da. die man gegen 26 000 Kupons ein- tauichen kann. Die Jnfizierung der finnländischen Tabakindustrie ist alio genau so vor sich gegangen wie diejenige der deutschen, und es ist besonders beachtenswert, daß auch in Finnland daS Kupon- und Zugabewesen in der Angriffsmethode deS TabaltrusteS eine Hauptrolle spielt. Letzte Aachrichten. Adbs Lemire legt fem Amt nieder. Paris, 10. Januar.(W. T. B.) Der katholisck-radikalc Depu- tiarte Abbe Lemire richtete an den Kammerpräsidenten Deschanel ein Schreiben, in welchem er mitteilt, daß er sein Amt als Vizepräsident der Kammer niederlege. In den Wandelgängen der Kammer erklärte Abbe Lemire, daß sein Ruck- tritt keineswegs unter einem Drurck erfolge und ebenso lvenig eine Unterwerfung bedeute. Er erblicke in der auf ihn gefallenen Wahl eine herzliche Sympathiekundgebung der Kammer, aber er befürchte, daß er, wenn er den Präsidentensitz auch wirklich einmal einnehmen sollte, bei den Deputierten auf der einen Seite Zustimmungs-, aus der andern Mißbilligungskundgebungen hervorrufen würde. Er wolle weder ein Gegenstand des Mitleids noch des Tadels sein, denn der Vorsitzende der Kammer müsse über derartigen Kundgebungen stehen. Zudem sei er auch von kirchlichen Disziplinarstrafen be» droht und wünsche nicht, daß dies zu irgendwelchen Aeußerungc» jn der Kammer Anlaß gebe. Noch kern Ende des Tubliner Streiks. London, 19. Januar.(P r i v a t tele g r am m des ,.V o r w ä r t s".) Tie Meldung aus Dublin, daß der Streik abgebrochen ist.»at sich als falsch erwiesen. Die Streikleitung beschloß nur. den D o ck e r n zu erlauben, heute wieder anzufangen. Dies ist geschehen, und die� Streikbrecher sind entlassen worden._ Ein Raubmord. Wiesbaden, 19. Januar.(W. T. B.) Als der Küfer Valentin Schweitzer heute gegen 1 Uhr mittags zum Essen nach Hause kam, iand er seine Frau am Bettpfosten hängend auf. Als des Morde» verdächtig kommt ein Schlafbursche in Betracht, der seit 8 Tagen bei Schweitzers wohnte und stellenlos war. Tie Leiche wies am Halse mehrere Messerstiche auf. Der Täter hat dann versucht, mit einem Stemmeisen eine Kommode aufzubrechen, in der 200 Mark aufbewahrt wurden. Da ihm dieS nicht schnell genug gelang, so raffle er nur das in der 5!ähe befindliche Geld zusammen und entfloh._ Eisenbahnerstreik in Nordamerika. Albany, 19. Januar.(W. T. B.) Ter Verkehr auf der Dela» wäre and Hudson-Eiscnbahn ist durch einen Streik ihrer fünftausend Ange st eilten infolge der Entlassung von ein paar Leuten lahmgelegt. Vertreter des Bundesvermittelungs- amtes aus Washington haben ihre Vermittelung angeboten; es heißt, die Sache werde einem Schiedsgericht unterbreitet werden. Sechstel* Wahlkreis. Dienstag, den 20. Januar 1911, abends S1/, tthr, in Frankes Festsälen, Badftraste 19: Seffentliche frauen-Versammlung. Tagesordnung: i. İrir-g.d°,©cnoffc« Fxauenleid, Franenkampf, Frauenerlösung. Linil roxor: Zahlreichen Besuch erwartet 224/1' 2. Di-kusfion. vi«; Diadeeilt«»-!»: Frau Rosa Schmidt, Koloniestr. 5. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5. Dienstag, den XO. Januar: Gastspiel desBoigt-Theaters: kt Bajazzo und seine Familie. Votisschausp. in 5 3ltt. von D'Cnnery und Fournier. Kafleneröffnung 7 Uhr. Ans. 8'/, Uhr. Sarassia-feslsäle Jnh. Georg Wolffgramm Ackerstraße No. 6/7. Telephon: Norden 2674. Emvsehle den Vereinen und Gewer!« sodastcn meine Säte für Bcrlamm- lungen und Fesllichteiteu. Kulantes Entgegenkommen.- XL. Umständehalber ist der große «aal am SS. fedruar frei geworden. Frack- Wer bat eine Idee? Angebote an Jng. Dudenhösfer. Berlin W. 30 E. Rosenheimerstr. 22. ,-B e r l ei ti-I n st i t« t ! A. Borchardl. Friedrichst. 115, 'Oranb.Tor. Tel. Nrd. 10S54, nerl. Frack-, e-moling-. Gehrockanzüge in verschied. Preislag. bis z. elegantest. Genre. Sehr groge AuSw. Mäh. Preise. Heines Werke « z Lände 4 Llark Buchhandlung vorwärts r»i Filiale GroB-Berlln. Tonnerstag, den 22. Januar 1914, abends 8V2 Uhr, im Gewerkschaftshaus(gr. Saal). Engelufer 15: General- Versammlung. Tage Sordnung: 1. VerbandSangelegenheuen.— 2. Kassenbericht für OktoSer-Dezem- bcr 1913.— 3. Anträge aus Ausschlug gegen zwei Mitglieder.— 4. Wahl eines Vurcauangestellten.— 5. Ersatzwahl zum Verbandsvorstand.— S. Wablen: a) Orlsverwaltung; b) Revisoren; c) BUdungSauSschutz: d) Bibliothekskommisfion. 33/2 Es wird dringend vitnl tlicheS Erscheinen erwartet. Nur Mit- glieder haben.Zutritt!_ Die OrtsverwaUang. Deutscher Kürschner-Verband. Filiale Berlin. Bureau u. Arbeitsnachweis: NO. 43, SSeinftr. 8. Fcrnspr.: Königstadt 6789. Mittwoch, den 21. Januar, abends Punkt 8 Uhr, in den„Haslker-SSIea", Kaiscr-Wilhelm-Str. 31: General-Uersammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung von« 4. Q-uartal 1913.— 2. Jahresbericht der Orts-{ Verwaltung und Neuwahl.— 3. VerichiedencS. 100/1 1 DBS" Ohne 3Iitslledsbach kein Eintritt."SM Zahlreiches Erscheinen erwartet Oic Ortaverwaltanf. Theater, ®tw nstag, 20. Januar, Aniang 6 Ubr. UineS Palast am Zoo. Variete- Lichtspiele. Aniang 6V, Uhr. EinesNollcndors-Tcheater.Varietb- Lichtspiele. Anfang 7 Uhr. Lvernbaus. Parsifal. Deutsches Opernhaus. Parsisal. Aniang 71/, Ubr. «gl.«chanipielhaus. Doktor Klaus. Deutsches. Viel Lärm uui Nichts. Deutsches Künstler< Dheater. Der Vogen des Odysseus. Kötiiggräuer Ltrasie. König Richard III. Se«il»a. Peer Ghnt. Zirkus Busch. Galavorstellung. Zirkus Zchamaiiil. Galavorstellung. Aniano 8 Ubr. Urania, lieber die Phhsik der Sonne. Höriaal: Pros. Dr. Lindner: Der Nachweis der unsichtbar in der Lust schwebenden Milrobenkeime. «anliiieripiete. Die Pariserin. Deutsches Schauspielhaus. Wer zuleht lacht. Pnilipielbaus. Die spanische Fliege. Moutiö Operetten. Die verbotene Stadt. Schiller O. WaZ ihr wollt. Schiller Eharlottenburg. Die Jungfrau von Orleans. Theater am Nollendorfplab. Freddy und Teddy. Theater des Westens. Polenblut. Berliner. Wie einst im Mai. Komödienbaus. Hinter Mauern. Kletiies. JeUchen Gebert. Trianon. Anatoles Hochzeit. Tvnlia. Die Tangoptwzessin. Residenz. Hoheit— der Franz. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Friedrich- Wilhelmstädtischeö. Die Kinokönigin. Rose. Ter Schürzelijäger. Kasino. Die olle Webern. Herrnfeld. Was sagen Sie zu Leibusch? Reichshallen. Stettincr Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kam- pagnie., Aniang 8'-, Ubr. Luisen. DaS erste E! Walhalla. Tangosieber. Folies Eaprice. Der Kuckuck. Manöverschwinde!. Die Samuels. Admtralspnlast. Die lustigePuppc. Aniang 8'/,j Uhr. Neues Volkstheorer. Der Kaiser» Aniang 9 Ubr. Berliner Eispalast. Eissport. CinesNollcndors-Theater.Lariete- Lichtipiere. Eternwarte, Jnvaltdenstr. 57— 62 Sciiiller-Iheater 0. (W allner-Theater). Dienstag, abends 8 llhr: Was ihr wollt. Mittwoch, abends 8 Uhr: Wrch' dem, der Iftgt. Donnerstag, abends 8 llhr: Meyers.■__ Sohiller-Ihsaler Charlottenbarg. Dicnstaa, abends 8 Uhr: Die Jangfraa von Orleans, Mittwoch, abends 8 Uhr: Meyers. Donnerstag, abends 8 Uhr: Web' dem. der lilet. URANIA TaubenstraSe 48/49. 8 Uhr: Geh. Eeg.-Rat Prot Dr. K. Sohwarzschild: lieber die Pbysik der Sonne. Hörsaal S Uhr: Prof. Dr. Lindner: Oer Nachweis der unsichtbar in der Lust schwebenden lllkrobuikaime. IheateF am Ncüentlorfpiatz l AbendS 8 Uhr: Freddy und Teddy. Dcatscheaiüctaansplelhaas AbdS. 8 Uhr: Wer zuletzt lacht! Abends?>/, Ubr: KüniK RiciiarS III. Komödienhaus. Abends 8 llhr: Hinter Mauern. Berlinep Thealer. AbendS 8 llhr: Wie einst im Mai. Deutsches Jlünstlertheater « Sozietät. Nürnberger Strafie 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendori 1383. Heute, abends 71/, llhr: Der Sogen des Ödyssens. Mittlvcch, abends TU Uhr: Der Bogen des Odyssens. Uhr HCdlUCIIi'l IICQICI Uhr. Hoheit— der Fram! Musikalische Groteske in 3 Allen von Artur Landsberger und Willi Wolfs. Musik von Roberl Ainterberg. Morgen n. f. Tage: Hoheit- der Franz! Sonntagnachm.; Scblafwagenkontrol. Theater des Westens. * uyr: Polenhlui. Sonnt, nchm. 3'/4U.: Der liebe Augustin Metropol-Theater. AbendS Präzise 7 Uhr 55: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Der nnersätt liehe r. Halbstündlich eine Mahlzeit lebender Fische und Frösche. Cola Experimente: Aus dem Jenseits NM" Lebend!"MBE Ohne Extra-Eotree. Frieilp.-WilhelBisläili. Theater. Stur noch 1 Tage: Die Kino-Königin Operette in 3 Akten. Kasseneröffn. 7 Uhr. Ans. S Uhr. Sonntag, den 25. Jan., nachm. 3 Uhr: Die Klno-Kjjnigin. IOSE=THEATE Arotze Frantwner Str. 132. Anfang 8 Uhr: Dst Schürzenjäger. Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. Musik von Waller Zacher. Morgen: Oer»ebSrnenj�ger. Casino«Theater Lothringer Strane 37. Täglich 8 Uhr. Ein neues Berliner Bolls stück: Die olle Webern. tlr-öerl. Figuren, Ur-Berl. Humor I Einziges Theater in diesem Genre! Im Stile der alten Wallner-BQhne. Sonnt. 4 U.: Gehelmnisse v. New York. Trianon-Theater. Tägllch abends 8 Uhr: Anntole« Hochseit. %'ereiniste Berliner Volksbühnen. Lnlwen-Tfaeater.| Walhalla-Theater. 8'/. llbr: Einmalige Ausjührung: I Täglich 8'/, Uhr: Taugofieber. Das erste Ebejahr. Gr. Posse m. Ges. u. Tanz in 3 Akten Schauspiel in 5 Akten von E. Bitterseid.| von E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch. :: keriiner:: fcConxertiiaiis iMlon« ***- MauerstraB# 82.— Zimmerolraße 90/91. Großes Doppel-Konzert! Musikkorps Kai8er-Franz-Garde-Grenad..Regt*. Oirig. Oberm. A. Bocker und Tegernscer nnd Zlllerttaaler Musikanten, Dirig. Hans Starp. Anfang 8 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 8 Uhr. Wochentagen: Gf.«SeitMMgS'ElMXert Svauerei triedrichsham Täglich außer Sonnabends: Das stlmmnngsyollsto Bayr. Bockbier-Fest. Mittwochs u. Donnerstags: Elite-Tag. Neues Opern-Tbeater(Kroll/. Abends 8 Ubr: Martha.__ ÜeronttD. Redaft.: Alfred Wielepp, Neuföllw. Jnseratenietl verantw� Th. Glocke» Berlin. Bruck n-Berlaz: Neue Well. .Arnold Scbois. Hasenheide 108/114. Heute Dienstag, den 20. Januar: Elitetag! Prämiierung! Prämiiert wird: Das eleoanteste Tango-Tänzer- Paar! 8 bare Geldpreise: 50.-, 80.-,«O—- Mark. 9V Anmeldungen nur bis'/zw Uhr abends an der Kasse. Anfang 7 Uhr. Entree SO PI. Morgen, Mittwoch, den 21. Janaar: EllteoTagl Prämiiert wird Der originellste Ämateur- Kapellmeister. 8 bare Geldpreise; 80.—, TO.—, 10.— M. Anmeldungen bis 10 Uhr an der Kasse."WW Heute Dienstag, den 20. Januar, abends 71/] Uhr; Große Elite-Vorstellung. U. a: Crescendo und Forrest komischer Musical-Act. Original Eittle Freds kunstreitende Hunde. Therese Renz dress. Elefanten u. Ponys. Ceven-Trnppe akrobat. Tanz-Drahtseil-Ait. OES" Um 9l/4 Uhr; IHM Die neue große Ausstattung in 7 Bildern; »»Tipp" der Derby-Favorit 1914. Zirkus fiuseh. Heute Dienstag, den 20. Januar, abends 71/, Uhr: Extra-Gala-Abend. Marino, der Bezwinger des Autos. »Im Reiche der Mitte». Chinas erste Jongleur- u. Gaufler. Äuppe. 8 Renards antun. Lust-All, sowie Austrete» aller grosteu Spezialitäten. Zum S ch l u tz: „Pompeji" Orig. Ausstattmigs-Pantomime Bowden u. Stol. Robert u. Roberl. Charlene a. Charlene. Farben- Ballett. Hau• Fing• Chien-T ruppe. Paris-Trio. Wysto u. Whyss. Kinematograph. — Ranchen gestattet!— THEATER 8 Uhr. Tel.:l.fitzow 2757. 8 Uhr. Riesen- LachstUrrae! Harlsleinl DerStolz(1.3. Kompagnie. Kommen! Sehen! Jubeln! und das gr Januar-Progr. u.a. Bernhard Mürbltz Oskar Schivarz mit seinen 6 American Girls. i Rauchen gestattet. '«■•«■•■•••aaaawaMvHao-»»»—»»MMMM» Iii iUCHT/PIELF Täglich: Die Land- strasse im i lJ.T. WrinbiToswoa 16-17. U. T. Beinickrndorfer- Strasse 14. Folies Gaprice. Anlang präzise 8'/, Uhr Der KncUnck. Manöverschwlndel. Die Samuels. Admiralspalast. Eis- Arena. Heate 2 Vorstcliangen nachm. Uhr, abends st,9 Uhr; Vis lustige?uppe. Großes Ballett auf dem Eise. Kachmittugs und von 10"/, Uhr ab halbe Kassenpreise. Eeichsliailen'Tliealer Stettiner Sänger Neu: No. 13! Urkomische Burleske. Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr zu ermätz. Preisen: Eine Mzeit in derHüliEFSlraße, rwärtsBuchdr. u-LerlagSanstait Für de» Inhalt der Jnieeate adernimmt die Stedaktiou de» Bublttum gegeauber keinerlet ________________ PäulS Ingers Co., Berlin LlV. Hierzu 3 Lc« lagen v. Unktrhaltimg»«, Nr. t9. 3t.Zührgailg. t. Knlqc i>tg Lomörls" Kerlim NxlksM Dienstag, W. Januar t9l�. Gewerkschaftliches. Die Grönmrgsbeftie in Süüafrika. London� 18. Januar 1911.(Eig. Bcr.) Was gebt in Südafrika vor sich? Eine strenge Zensur wacht darüber, daß nichts, was die Oeffentlichkeit über den wahren Stand t�cr Dinge aufklären könnte, an das Licht des Tages gelangt. Wir hören nur den delirischeu Jubel der den Goldgrubenbeutzern ergebenen Londoner Äapitalistenpresse über die Wirkung des in den Streikgebicten feit Ticnstag Vroklainiertcir Standrechts, das dem Streik das Genick gc- brachen habv aus 80 Pf. pro Tag. Die Angestellten der Ber- lincr elektrischen Straßenbahn A.-G. dagegen erhielten diese Ver» gütung nicht, obgleich die Aktien des Betriebes ebenfalls der Stadt Berlin gehören. Die Bediensteten der Bahn sind denn auch ebenfalls der Rnhegehaltskasse der Stadt angegliedert und die Uebcrnahme in die Krankenkasse steht unmittelbar bevor. Sowie der Unterschied beim Kabrpersonal bestellt, so ist es auch beim tcch» nischen Personal. Im Betriebe der städtischen Straßenbahn sind die Lohn- und Arbeitsbedingungen durch den VerkehrsauSschuß festgelegt. Im Betriebe der Berliner elektrischen Straßenbahn Meines Feuilleton. Jugow, wo bist Tu? Eine für die Erhaltung der staatlichen Autorität überaus gefährliche Organisation ist entstanden. Es hat sich ein Verein abstinenter P o l i z c i b c a m t e r gebildet. Hat man höheren Orts sie möglichen Folgen einer solchen Organisierung bedacht? Man müht sich mit Äuslvendiing aller staatlichen Machtmittel, die Arbeiterjugend ans den alkoholfreien Jugendheimen zu verdrängen, sie der sehr alkoholfreundlichen nationalen Jugendbewegung zuzuführen oder sie doch wenigstens in die Kneipen und Tanzlokale abzutreiben— und die wichtigsten Stützen der staatlichen Autorität geben ein solches Beispiel! Abstinente Polizcibcamte müssen doch ständig in die schwersten Gewissenskonflikte kommen. Spitzel erhalten, während, sie leut- selig eine Einvernahme zu Protokoll geben, ein paar Pullen Bier und eine Zigarre. Wohl, damit der Mund besser übergeht. Ein abstinenter Polizeibeamter wird nun sicher versuchen, Milch statt de§ Bieres einzuführen. Die für unsere Staatsgewalt unentbehr- liche Gilde der Spitzel, die viel besser an den Schnapsgennß gc- wöhnt ist, würde bei der allgemeinen Durchführung einer solchen Reform zweifellos in den Streik treten. Auch die verchrlichen Bordcllbesitzcr und Konzessionserwerber und dergleichen werden durch solch einen Abstinentenvcrband be- unruhigt und in Verlegenheit gebracht. Geschenke an Beamte zu geben ist offiziell verboten. Wenn man auch kein Gaitmahl mehr geben, keine Scktslaschc auftischen soll, weil die Beamten Absti- ncnten sind, was bleibt dann noch übrig? Man kann einem Be- amten doch zum Teufel nicht statt des Trinkgeldes eine Apfelsine in die Hand drücken! Vidi gefährlicher ist aber die direkte Untergrabung der Autori- tat durch abstinente Beamte. Kann sich jemand vorstellen, daß ein Abstinent imstande wäre, mit Püffen und Nackenstößen die nun mal erforderliche heilige«cheu vor der Staatsgewalt zu erwecken? Abstinenten kennt man gewöhnlich als ruhige, anständige Menschen von großer Selbstbeherrschung. Ter gewöhnliche Staatsbürger lvulgo Plebs), der das Unglück bat, mit einem Vertreter der Polizei in Berührung zn kommen, wird also von jetzt ab von dem Zweifel geplagt sein, er könnte es zufällig mit einem netten Menschen zu tun haben. Was soll aus Deutschland werden, wenn selbst seine Polizei- bcamten nicht mebr gedankenlose, bissige und gefährliche Werk- zeuge der oberen Gewalten sind, sondern klardenkende Menschen? Die heiligsten Güter der Nation geraten ins Wanken, der Staat ist in Gefahr. Wir erwarten ein Rechtsgutachten Jagows gegen die gefährliche Vereinigung. Wir fordern den Polizciministcr zum raschen, energischen Einschreiten auf. Die Würdenträger und die Hyäne. Es ist keine Legende, was hier erzählt werden soll, sondern nur ein kleines Erlebnis aus dem Berlin von Heute, aus dein Berlin des OrdenSfesteS. Auf der Plattform des gelben AutoS, das von den Linden nach Halensee säbrt, fing es an. Zwei Würdenträger standen da, ein älterer mit gelassener, hochfahrender Miene und ein jüngerer mit strahlenden Augen. Sie trugen ergreifend schöne Uniformen, die sich nach meiner Meinung in einer Oper vortrefflich ausnehmen, die aber im hellen Lichte des Tages und in einem ganz modernen Auto tvi« ein wunderlicher Spuk wirken. Die beide» kamen vom Ordensfeste, und sie erzählten sich ihre Erlebnisse und Beobachtungen. Der Jüngere sagte, in seiner Erzählung fortfahrend:. Und wie ich mich denn umsehe, sitzt da neben mir ein Mensch mit dem roten Adler dritter Klasse. Der halte eben Dusel gehabt. Man hätte ihn ja wegschicken lassen können, aber schließlich dachte ich mir.. Der andere fiel ihm ins Wort und sagte—:„Das wird ihm siir immer eine schöne Erinnerung bleiben." Und dann beeilte er sich, auch von seiner Großmut ein Exempel zu geben, und er sagte nach einem längeren Ausholen über seine osiessorliche Vergangen- beit—:„Ich traf da also meinen ehemaligen Bureauvorsteher.... Allgemeines Ehrenzeichen, wissen Sie.... Ich winkte ihn heran und konnte ihn dem Kaiser vorstellen, der dann auch mit ihm gesprochen hat. Das ist doch nun für diesen Mann einfach der höchste A u g e n b l ick seines Lebens." Die andere hatte feine Auge» noch viel strahlender werden lassen und sagte:„Gewiß.... Ach, es gibt doch nichts Schöneres, als wenn man fördern und Helsen kann." Nun wurde mir angst, und ich sprang schleunigst ab. lind war nach einer Weile im Zoologischen Garten, wo ich im kleinen Naubtierhause dem sehr seltenen Nebelparder einen Besuch machen wollte. Der erwies sich denn als ein in wunderbar vor- nehrneS Grau gekleideter Teufel, der sehr schlechter Laune war und sich kaum zu einer kurzen Audienz herbeiließ, die er sehr schnell mit Fauchen' und anderen Unfreundlichkeiten beendigte. Ihm schräg gegenüber wohnte eine Hyäne. Mein Gott, an wie vielen Hyänen bin ich schon in meinem Lebe» vorübergegangen, ohne diesen Tieren allzu viel Aufmerksamkeit zu schenke». Sie ivarc» mir nicht besonders sympathisch. Mir widerstrebte, daß sie sich vo» Leichen nähren. Man ist ja so un- geheuer einfältig und in die dümmsten und albernsten Vorstellungen eingewickelt.... Den Aal, der doch auch von Leichen lebt, lieben wir. Wahrscheinlich, weil wir ihn essen können.... Aber daß die Hyäne nur tut, was sie ihrer Natur nach tun muß, hatte ich mir bislang noch nicht gesagt, und mir war noch nicht ausgegangen, daß sie ja ganz einfach fressen muß, was die anderen ihr übrig lassen. Also, da wohnte dem Nebelparder eine braune Hyäne gegen- über, die sehr seltsame Bewegungen machte, die mich mit großen Augen, von denen ich plötzlich bemerkte, daß sie schön waren, ansah. und ich halte mit einem Male die Empfindung, dieses Tier da suche aus dem dunklen Drange nach Zärtlichkeit und Liebe einen Anschluß an einen Menschen, der sich die Mühe geben möchte, mit ihm gut und freundlich zu sein. Ich entschloß mich also, meine Hand durch das Gitler zu strecken und fing an, die Hyäne zu streicheln und sie, so gut das bei den hindernden Stäben gehen wollte, hinter den Ohren und an der schwarzen Schnauze zu kraulen, wie nian das bei Hunden und Katzen tut, die man gern hat. Und nun geschah das Verwunderliche, daß sich diese? so ver- achtete Tier plötzlich als ein gutes, liebebedllrftiges Wesen, als ein Spielkamerad zeigte, mit dem man eine ganze Weile hätte ver- bringen können, denn diese Hyäne hatte eine so hübsche Art sich zu drehen, sich hinzulegen, sich der liebkosenden Hand hinzugeben und sich dabei den neuen Freund mit so wunderlichen Augen anzusehen, daß sich die merkwürdigsten Gedanken regten. Wird'S denn aber nicht von Menschen mit den Menschen gerade so gemacht, daß die niedrig eingeschätzt werden, die sich mit dem zu bescheiden haben, waS die andern übrig lassen? Mein Bruder Hyäne, du hast mir da eine gute Lehre erteilt die ich nicht vergesien will. Mag sein, daß die roten Adler dritter Klasse auch ganz nett« Tiere sind—: aber ich will mich doch lieber mit den Hyänen an» freunden. In. Ei» französischer„Wilhelm Tcll". DaS Pariser Odeon führt jetzt eine Bearbeitung des Schillerschen Dramas auf. Die Erst« auffiihrung leitete der bekannte Kritiker Henry B i d o u mit einem Vortrage über die Tellsage und ihre dichterischen Bearbeitungen ein. Von besonderem Interesse war sein Hinweis auf ein Drama von Lemierre, das 1766 in der Comödie Franyaise ausgeführt und dann 1796 mit einigen zeitgemäßen Veränderungen wieder auf« genommen wurde. Der Wilhelm Tell Lemierres ist ein Vorkämpfer der republikanischen Ideen. Die Vaterlandsliebe vereinigt sich bei ihm mit dem Eintreten für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und mit der Anerkennung des LebenSrechtS aller Völker. Er-will ausdrücklich„ein Volk, das wehrhaft ist, ohne ehrgeizig zn sein" und nicht abhängig sein, aber auch nicht erobern will. Bidou stellt dem „individualistischen" Helden Schillers den„Bürger" LemierrcS entgegen, der die später von der konstituierenden Versammlung an« erkannten Prinzipien verkündigt habe. Notizen. — Richard Wagners Werke werden noch im Laufe dieses MonatS in einer Auslese des Wichtigsten auch im Jnsel-Berlag erscheinen. Als erster Verlag bringt R e c l a in in seiner Universal« Bibliotbck sämtliche Wagnerschen Operntexte. Jede? Bändchen bringt eine historische Einführung von G. R. Kruse und kostet 26 Pf. tauch die Meistersinger). Auch i» Heises Volksbücherei erscheinen die gleichen Opern: vorläufig liegt der Parsifal vor mit einer Ein« leitung von JuliuS Kapp. Für die musikalische Einführung in die Wagneropern empfehlen sich die Erläuternngsbändche», die von Max Chop für Rcclam be« arbeitet sind. lIcde Oper 26 Pf.) — Thealerchronik. An LortzingS Todestage wird am Mittwoch im Deutschen Opernhause eine Vorstellung der„Undine" in erster Besetzung gegeben. — K u n sl a b c n d e. Dichtungen aus der Welt der Arbeit wird Richard D e h m e l, von der VersnchSbühne veranlaßt, am 2l. Januar im Theatcrsaal der königlichen Hochschule siir Musik vortragen. — Vorträge. Im großen Auditorium der Urania spricht beute Dienstag Professor Dr. Schwarzschild, Direktor des Kvnigl. Observatoriums bei Potsdam.�in der Reihe der Gelchrtenvorträge über:„Die Physik der Sonne". — Der Dresdener Theaterskandal Hot zu einer Abstimmung des KünstlerpersonalS des Albcrt-TheaterS über den vergewaltigten Direktor Rens geführt. Eine Anfrage des AufsichtS» ratsvorsitzenden der Thealergescllsckiaft führte die Abstimmung herbei, bei der neun Zehntel der Künstlerschaft sich für Rena erklärten. Man hofft, daß ein Machtsprnch der Aktionäre die erschütterte Rentabilität des Theaters wieder einrenkt. — Das Gleichnis. Der„Simplicissimus" berichtet: Ein Apotheker einer preußischen Kreisstadt liefert Arzneimittel für die Krankenkasse der Postbeamten. Eines Tages erhält er von der spar- samen Postverwaltung die Anfrage, ob er leere Arzneiflasckicn und Pulver schachteln gegen Entgelt znrücknchmc, womit er sich ein« verstanden erklärt, wenn ihm die Postverwaltung gestatte, einmal benutzte Briefmarken wieder auf die Briefe zu kleben. A.-G. besteht derartiges nicht, wenigstens nicht, soiveit die Be- zahlung in Frage kommt. Hier hängt die Zulage von der Gunst des Meisters oder Vorarbeiters ab. Ohne dessen Zustimmung gibt es keine Lohnzulage, und wenn es sich um den tüchtigsten Arbeiter bandelt. Es sei deshalb wohl nicht zu viel, wenn gleiche Lohn- und Arbeitsbedingungen, wie sie im städtischen Straßenbahnbetriebe durch den Verkehrsausschuß festgelegt sind, für den Schwesterbetrieb ebenfalls verlangt iverden. In der Diskussion wurde der Vorschlag des Referenten lebhaft unterstützt und nachstehende Resolution ein stimmig angenommen: „Tie in den„Musikersälen" tagende Versammlung der Stratzenbahnangestellten, Handwerker und Arbeiter der Berliner elektrischen Straßenbahn A.-G. sind der Ansicht, daß auf Grund der Betriebsveränderung es gerechtfertigt erscheint, den Ange- stellten sowie Handwerkern und Arbeitern gleiche Lohn- und �Arbeitsbedingungen, wie sie im städtischen Straßenbahnbetriebe durch den Verkehrsausschuß geregelt wurden, gegeben werden. Tie Angestellten, Handwerker und Arbeiter der Berliner clek- irischen Straßenbahn A.-G. halten es in Anbetracht der schwie- rigcn wirtschaftlichen Verhältnisse im Interesse ihrer Familien für ihre Pflicht, dieses Ersuchen an den Magistrat der Stadt Berlin zu richten. Da die Angestellten dieser Bahn schon der Ruhcgehaltskasse angehören und die Uebernahine in die Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin spruchreif ist, so liegt nichts näher, als daß auch diese Angestellten sowie Handwerker und Arbeiter den Angestellten der städtischen Straßenbahn vollständig gleichgestellt werden müssen. Tie Versammelten sind der Ansicht, daß dieser Wunsch von feiten des Magistrats leicht zu erfüllen ist und bei gutem Willen in der allerkürzesten Zeit erfüllt werden kann. Tie Versammelten beauftragen deshalb ihre zuständigen Organisationen in dieser Angelegenheit die nötigen Schritte zu unternehmen und verpflichten sich gleichzeitig für den Ausbau derselben nach besten Kräften Sorge zu tragen." Deutsches Keich. Aussperrung iu der Münchener Schuhindustrie. Die Münchener Schuhfabrikanten haben den organisierten Arbeitern u n d A r b e i t e r i n n e n d i e K ii ii d i g n n g für den 23. Januar zugehen lassen. Als Grund der Kündi- gung bezeichnen die Herren Unternehmer, daß die örtliche Leitung des Schuhmacherverbandes ihre Aufforderung, bis.U. Januar neue Tarifverträge abzuschließen, unbeantwortet gelassen habe. Ja in der neuesten Nummer des„Schuhmarkl", dem Unternehmerorgan, wird sogar die Behauptung aufgestellt, daß die Gehilfenorganisation trotz Aufforderung ihre Forderungen nicht eingereicht habe. Beides ist unwahr. Die Organisationsleitrmg hat sowohl in ihrem ersten wie in ihrem neuesten Antwortschreiben in der höflichsten Form initgeteilt, daß sie jederzeit bereit sei. neue Verträge abzuschließen, wenn diese den berechtigten Interessen der Arbeiter und Arbeilerinnen entsprechen. Die Herren Unternehmer haben aber auch neue Vorschläge von der Gehilfenorganisation gar nicht verlangt, ganz abgesehen da- von. daß ihnen in der letzteil Sitzung des Einigungsamtes von den Vertretern der Organisation die reduzierten Forderungen bereits unterbreitet wurden.— Die wenigen nicht organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen haben sich mit ihren orzanisierlen Kollegen sali- darisch erklärt und haben ebenfalls die Kündigung eingereicht.— Der Streik in der N e g e n st e i ir e r scheu Schuhfabrik dauert nach wie vor fort. Die Ausständigen hier befinden sich in der Abwehr be- deutender ihnen zugemuteter Verschlechterungen. Die verzweifelten Anstrengungen der Unternehmer, Arbeitswillige zu be- kommen, waren bisher vergebens— Es wird dringend ersucht, deir Zuzug von Fabrikschuhmachern, Stepperinnen usw. nach wie vor feriiznhalten.___ fluslanü. Der Kampf der österreichische»! Buchdrucker. Trotz des Terrorismus, der von den Wiener Scharsmachern aus die Buchdruckereibcsitzer, die zum Frieden mit den Arbeitern ge- neigt sind, ausgeübt wird, hat sich nach der„Wiener Arbeiter- zeituilg" die Zahl der Betriebe, in denen schon nach den Grund- sätzcn des Gehilsentarises gearbeitet wird, auch gestern wieder ver- mehrt. Es sind in Oesterreich rund 3 Ü ll Betriebe mit nahezu 3600 Gehilfen und mehr als 000 Hilss- a r b e i: e r n, für welche der Kampf mit dem Siege der Ar» bei t er beendet ist. Rechnet man die 2 290 Gehilfen dazu, die in Wiener Zeltungsbetrieben» in wchrift- giehereicil und Stereotypien und in den� Staatsbetrieben arbeiten, so begreift man, daß die Scharfmacher über den Erfolg ihrer Aussperrung keineswegs erfreut sind. � Nun könnte ihnen allgemach die Erkenntnis aufdäinmern, daß es ihnen niemals gelingen wird, die Kraft der Arbeiterorganisation zu brechen.____ provinzialkonferenA öer Lagerhalter. Alljährlich iin Januar halten die Konsunigcnossenschafts- Lagerhalter der Provinz Brandenburg eine Konferenz ab, um in Gemeinschaft mit Vorstands- und Verwaltungsmit- gliedern Genossenschaftsfragen zu besprechen. Tie diesjährige, voik der Lagerhaltersektion des HandlungS�zehilfenverbandes ein- berufene Konferenz tagte am Sonntag im Berliner Geiverkschafts- Hause. Auf der Tagesordnung stand das Thema: Genossenschaftliche Zeit- und Streitfragen. Ter Referent D ö h n e l wandte sich gegen den von Müller, Kauf mann und Professor Stau d ige r vertretenen Stand- puntt der Ueberneutralität und betonte, die Konsumgenossenschaften seien Arbeiterorganisationen, die Arbeiterinteressen tvahrzunehmen haben,«ic müssen von sozialistischem Geist erfüllt sein. Nur iu arger Fühlung mit den genvcrkschaftlichcn und politischen Organi- sationen der Arbeiterklaffe können die Koitsumgenosseuschafteii ihre Aufgabe erfülle». Gemeinsam haben diese drei Zweige der Ar- beilerbavegung, jeder in seiner Art und auf seinem Gebiet, den Kapitalismus zu bekäinpfcu.— Ferner besprach der Referent die Einrichtung der Bezirts-Kousumvereine. Er bezeichnete es als begrüßenswert, wenn sich kleine örtliche Vereine zu leistuiigs- fähigen Bezirksvereinen zusammenschließen, erklärte es aber als notwendig, daß mit dem Zusammenschluß eine innere Reorgani- sation bor sich gehe. Eine zu weit getriebene Zentralisation in der Verwaltung bringe mancherlei Uebelständc mit sich. Vor allem wirke sie in der Richtung, daß die demokratische Verwaltung verdrängt und durch eine bureaukratisckie. ja autolratische ersetzt werde. Tie Entwickelung in dieser Richtung»verde durch die Leituilg des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine begünstigt. Der Entwurf deö Musterstatuts für Bezirks-Konsuinvereinc, welcher dem Genoffenschaftsrat des Zeutralverbandes zur Beratung vorliegt, lasse die Verdrängung der Teuwkratie durch die Bureau- kratie deutlich erkennen. Insbesondere verwies der Redner auf die Bestimmungen des Entwurfs über den Genoffenschaftsrat, auf dessen Zusammensetzung und Tätigkeit dem Vorstände ein großer Einfluß eingeräumt werde. Ter Entwurf sei den Bezirlsvereinen zugesandt und manche derselben hätten die Bestimmungen des Entwurfs bereits in die Praxis übergeführt. Ter Redner ist der Meinung, daß der Genoffenschaftsrat, dem hauptsächlich die agitatorische Tätigkeit obliege, nicht notwendig sei. Das beste Agitationsmittcl seien gute und preiswerte Waren. Ter Konsum- verein Leipzig-Plagwitz habe keinen Genoffenschaftsrat, aber er babe pro Kopf der Mitglieder eisten weit größeren Umsatz als die Genossenschaften in Hamburg und Berlin. Die von Zeit zu Zeit im Interesse der Agitation veranstalteten Warcaausstellungen hätten auch eine bedenkliche Seite, denn das gute Aussehen einer Ware sei nicht immer maßgebend für ihren Wert. So sehr der Zusammenschluß zu BezirkS-Konsumvereineu begrüßt werden werde durch ein Zurückdrängen der Demokratie und ein Ueber wiegen der Bureaukratie, die schließlich zur Autokratie der Verwaltung führe.— Es müsse die Aufgabe aller Freunde der< nossenschastsbewegung sein, den Ansichten entgegenzutreten, welche in der Leitung des Zentralverbandes herrsche». Ein anderer Geist müsse in den Genossenschaften zur Geltung gebracht werden. Die Genossenschafter müßten erzogen werden in demselben Sinne wie die Mitglieder der Partei und Gewerkschaft. Alle drei Zweige der Arbeiterbewegung müßten gemeinsam kämpfen für die Befreiung der Arbeiterklasse aus den Fesseln des Kapitalismus. Dem mit Beifall aufgenommenen Referat folgte eine mehr stündige Diskussion. Alle Redner stlmmten den vom Referenten vertretenen Grundästzen zu. Besonders wurde betont, daß der Konflikt mit den Buchdruckern in Hamburg und den Tabakarbeitern in Frankcnthal geeignet wäre, die Genossenschaftsbewegung zu schädigen. Tie Verwaltung hatte es nicht dahin kommen lassen dürfen, daß diese Konflikte ausbrachen. Auch die Haltung der „Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" und des„Konsumgenossen- schaftlichcn Volksblattes" entspreche nicht dem Empfinden der Arbeiter. M i r u s iVorstaudsmitglied der Konsumgenossenschast Berlin und Umgegend) sagte, er wolle aus die Ausführungen des Refe renteil über bestimmte Personen in der Leitung des Zcntralver- bandes nicht eingehen, da es nicht angebracht sei, über Abwesende die sich nicht verantloorten können, zu oiskutiere». Die betreffenden Perfonen vertreten ihre Ueberzeugung, gegen die sich gewiß manches sagen lasse, nach der man aber nicht die ganze Genossen- schaftsbewegung beurteilen dürfe. Bian beurteile ja auch nicht die ganze Partei nach den Aeußerungen einzelner extremer. Mit glieder. Eingehend beschäftigte sich der Redner mit den" Aus führungen des Referenten über den Geiwssenschaftsrat und die Bezirksvercine. Das Musterstatut sei ja erst eine Vorlage, die bon einer Kommission beraten werde. Ehe es in endgültiger Fassuilg vorliege, könne man sich nicht auf dessen Bestimmungen berufen. Der Genossenschaftsrat sei eine notwendige Einrichtung, die gerade ini Interesse der Mitglieder liege. Der Genosscnschafts- rat sei eine Vertretung der Mitglieder, also eine durchaus dcmo- kratischc Einrichtung. Bis jetzt habe noch kein Mitglied des Ge- nossenschastsrates sich abhängig von der Verwaltung gefühlt. Die Verwaltuilg denke auch nicht daran, den Genossenschastsrat zu einem von ihr abhängigen Organ zu machen. Die vom Referenten so gedeuteten Vorschläge des Musterstatuts sollten nur eine Zu- sammeusetzuug des GcnoffcnschaftsrateS durch sachkundige Per sonen und ein harmonisches Zusammeiiarbciteli mit den Lager Haltern ermöglichen. Wenn der Referent meinte, der 5konsuliiverein Leipzig-Plagwitz habe deshalb einen größeren Umsatz, weil er keinen Genoffenschaftsrat habe, so sei das ein Jrvtnm. In Leipzig Plagioitz würden Waren geführt jKonfeklimi, eigene Fleischerei), die in Berlin nicht im Äoiisumverein geführt werden; also müsse dort auch der Umsatz pro Kops entsprechend Ijöher sein. Dazu komme, daß Berlin in den letzten Jahren einen so rapiden Auf- schwung der Mitgliederzahl erfahren habe, daß ein großer Teil wegen weiter Entfernung von den Verkaufsstellen noch nicht Käufer dcS Konsumvereins geworden sei.— Weiter bemerkte der Redner, er stimme dem Referenten darin zu, daß bei größerer Aus dehiiung eine gewisse Dezentralisation Platz greifen müsse und daß die Genossciischaftsbeavegung in Fühlung bleiben müsse mit den anderen Zweigen der Arbeiierbewe-juilfl. In Berlin sei das ja der Fall. In ähnlichem Sinne sprach G ü t t l c r(Mitglied des Aus sichtSrateS). Unter anderem sagte er, es sei kein Zeichen von ge- stossenschastlichem Geist, daß bei der Weihnachtsunterstützung der Arbeitslosen Gutscheine für Warenhäuser ausgegeben wurden. Dohne ljkrnerkte in seinem Schlußwort, Mirus sei aus den Hauptpunkt: Stellung der Genossenschaften zur Arbeiterbewegung leider nicht eingegangen. Was die Personen vertreten, die an leitender Stelle im Zentralverband stehen, das könne doch nicht als deren Privatmeinung angesehen werden. Solange solche Per- sonen an der Spitze stehen, müsse ihr Standpunkt als der der Zentralverbandsleitung angesehen werden. Im Gegensatz zu diesen Aeußerungen aber müsse immer wieder betont werden, daß nichts sehnlicher zu wünschen sei als ein Hand-in-Hand-arbeiten der Konsumgenosseiischasten mit den Gewerkschaften und der Partei. Eine probe aus öer gestillten Komp»«- ichüssel. In der'Bandage, Uverkstcitt des„B o ch n m e r Ver- e i n s" war im April 1913 der Arbeiter M. von einem schweren eisernen Hebel, der zurückschnellte, a n d c n H i n t e r- köpf geschlagen worden. M. taunielte, wurde von seinen Mitarbeitern aufgefangen und fortgebracht. Der Arzt hatte eine Quetschung der rechten Kopfseite, eine Wunde und Ge- schwulst festgestellt und Bettruhe verordnet. Ta M.» der erst kurze Zeit vorher mit seiner Familie aus Thüringen zugewandert, in sehr schlechten Verhältnissen sich befand, ver- suchte er schon nach einigen Tagen wieder zu arbeiten. Er ver- mochte jedoch die Arbeit nicht auszuhalten, und da er die er- betene leichtere Arbeit nicht erhielt, sah er sich genötigt, zu kündigen. Noch vor Ablauf der Kündigungsfrist mußte er den Arzt wieder aufsuchen, öer ihn ins Krankenhaus überwies. Als er sich ein wenig besser fühlte, wurde er auf seinen Wunsch entlassen, damit er eine, ihm vermutlich passende Arbeit, die er sich ans einem anderen Werk besorgt, auf- nehmen könne. Als M. nach etwa einen: halben Jahr einmal bewußtlos umfiel, stellte er Antrag a u f U n f a l I r e n t e. Ter Antrag wurde von der Sektion 7 der Hütten- und Walz- werksberufsgenossenschast. deren Vorsitzender der Direktor des Bochuiner Vereins ist, abgelehnt. Als Grund wurde an- gegeben, daß M. schon vor den: Unfall über Kopfschmerzen geklagt habe und daß der Unfall erwerbsbeschränkende Folgen nicht hinterlassei: hätte. M. versäumte ans Unkenntnis, gegen den Ablehnnngsbescheid Berufung einzulegen, und damit war er seines Anspruches cichgültig verlustig. Aber das dicke Ende kau: noch nach. Er erhielt obei:- drein eine Anklage wegen versuchten Betruges. Die Anklage wurde damit begründet, daß M. nach den: Pro- tokoll, das während einer der Krankenhausbehandlnngen auf- genommen worden war. gesagt haben sollte, er hätte vor dem Unfall nie Kopfschmerzen gehabt und sei gesund gewesen. Da- mit sollte er arglistig verschwiegen haben, daß er zwei Jahre zuvor über neurasthenische Kopfschmerzen geklagt und dieser- halb bei der Militärbehörde Anspruch auf Entschädigung ge- stellt hatte. Zun« anderen sei durch das Gutacktei: des Kreis- arztes und eines Krankenhausarztes erwiesen, daß der Unfall erwerbsbeschränkende Folgen nicht hinterlassen habe. In der Verhandlung vor den: Bochum er Schösse w g e r i ch t erklärte der Angekelagtc, daß er die bei der Ver- nehmung im Krankenhaus gestellte Frage in dem Sinne auf- gefaßt und beantwortet habe, daß er Schinerzen der Art, wie er sie seit dein Unfall in: Hinterkopf habe, vor dem Unfall nicht gekannt. In: übrigen seien seine früher beklagten nervöser, Kopfschmerzen schon lange vor dein Unfall ge- schwunden gewesen. M. verwies zur Bekräftiguilg dieser An- gäbe auf eii: ärztliches Attest aus dem Jahre 1911. in welchem er von einem Kantonalarzt als gesund und für den Zivil- dienst tauglich erklärt wird. Er beklagte sich, daß der Kranken- Hausarzt, der mit dem Kreisarzt gemeinsam das ungünstige Gutachtei: abgegeben, seine Bitte, eine Röntgendurchleuchtung �_.W..... M„„„„_______ vorzunehmen, lachend abgelehnt und die dann ausgesprochene kömiej so müsse man sich doch dagegen wenden, daß"cr erkauft j weitere Bitte, um Untersuchung durch einen Spezialarzt, mit seiner Verweisung aus den: Krankcnhaus„wegen Ungebühr" beantwortet worden wäre. Die beiden Aerzte waren als Gutachter geladen. Sie hielten die Verletzung für eii:e sehr leichte und glaubte,: nicht, daß die Beschwerden, die M. gehabt haben möge, erwerbs- beschränkende!: Umfang gehabt haben oder noch haben. Bei der neurasthenischen Anlage des Angeklagten möge er seine Kopfschmerzen auf den Unfall zurückführen. Die Anträge des Angeklagten um Vernehinung der Unfallzeugen und An- hörung- eines anderen Gutachters wurden abgelehnt, seine Tarstellung vorn Unfall als richtig unterstellt. Antrag des Staatsanwalts: 40 M. Geldstrafe. Urteil: 5 M. Geld st rase. Ter Angeklagte, der 30 Jahre alt und noch nicht vor- bestraft ist, kratzte sich das Geld für einen Verteidiger zu- sammen und legte Berufung ein. Ueber diese wurde am Freitag verhandelt. M. wurde von: Vorsitzenden in ein un- gewöhnlich scharfes Verhör genommen, wobei der Vorsitzende immer wieder aus die W o r t e in den: Protokoll hinwies, mit Ausdrücken, wie: da haben Sie doch gelogen! Und obwohl der Kreisarzt zugeben mußte, daß M. bei der ersten Untersuchuilg voi: selbst seine früher gehabten nervösen Kops- schmerzen erwähnt, schnitt der Vorsitzende die weiteren Recht- fertigungsversuche, wiederholt mit der Hand auf den Tisch schlagend, ab: Die Sache i st aufgeklärt! Eii: Glück für den Angeklagten, daß er diesmal einei: Verteidiger hatte, der die Sache wieder aus die Beine stellte. DaS U r- teil lautete denn auch auf Freisprechung. Die bürgerliche Ehre ist also das einzige, was der arme Teufel aus seiner Bekanntschaft mit der Berufsgenossenschaft gerettet hat.— Um Haaresbreite aber wäre wieder einer der „berühmten" Betrugsfälle fertig gewesen, mit denen die Scharfmacher gegen die Unfallversicherung hetzen. ** ♦ Vor fünfzehn Jahren leitete die Brauerciberufsgcnossei:- schaft gegen einen Unfallverletzten das Versabrei: wegei: Be- truges ein. � Sie hatte ihn durch einen Privatdetektiv beobachten lassen. Der verletzte Arbeiter hatte unzweifelhaft. wiewohl er voll erwerbsunfähig war und die Vollrente bezog. leichtere Arbeiten gegei: Entgelt verrichtet. Die Berufs- genossenschaft nahm an, Siinulation läge vor. Das Gericht kam zu einer Freisprechung. Es nahm auf Grund zahl- reicher ärztlicher Gutachtei: als unzweifelhaft festgestellt an, daß der Verletzte infolge des Unfalles erwerbsunfähig, ja zi:- rechnungsunfähig geworden war. Damals nahmen wir gegen solche Versuche, durch Strafverfahren die Renten abzujagen, entschieden Stellung. Auch im Reichstag Wurde diese Miß- Handlung der Rechte der Unfallverletzten und des Betrugs- Paragraphen gegeißelt. Einige Jahre sah mai: von ähnlichen Manövern ab. Drmn wurde in Frankfurt a.M. vor einigen Jahren ein K r a i: k e r in zweiter Instanz wegen vermeint- lichen Betruges bestraft, weil er seinen Zustand schlimmer hingestellt haben sollte als der Wahrheit entsprach. In neuerer Zeit mehren sich die Fälle, in denen auf den: Gebiet der ge- samten Versicherungsgesetzgebung in ähnlicher Weile wie in eben geschilderter versucht wird, kranken oder invaliden oder Unfallverletzten Arbeitern eine Verurteilung wegen Betruges anzuhängen, weil sie ihr Leiden übertrieben oder weil sie falsche Behauptungen ausgestellt hätten. Ein sol6)es Versa hren widerspricht unter allen Umständen dem Recht und dem Rechts- empfinden. Betrug liegt dann nie vor. wenn es an dem kausalen Zusammenhang zwischen der Erregung eines Irrtums und der Vermögensbeschädigimg fehlt, solcher Zu- ammenhang fehlt aber in a l l den Fällen der gedachten Art, vweit nicht etwa bewußte Erfindungen vorliegen, dem: die Kranken-, Unfall- oder Jnvalideuunterstützung ist nicht auf Grund der Angaben des Arbeiters, sondern auf Grund der ächgemäßen von Amts wegen zu erfolgenden jllrüfimg der zuständigen Organe zu zahlen. In: gleichen: Sinne hat das Reichsgericht und das Kainmergericht in den Fällen cnt- 'chieden, in denen ein Beamter(z. B. ein Gerichtsvollzieher) ich durch unwahre Angaben von seiner pflichtgemäßen Hand- lung(z. B. der Durchsuchung der Wohnung) abhalten läßt. Geht inan arbeiterfeindlichen oder auch nur bureaukratisch- iskalischen Interessen zi: Liebe von dieser Praxis ab, dann ist "ein Kranker, kein Unfallverletzter, kein Invalide vor Betrugs- anklagen sicher, insbesondere keii: Neurasthemker oder Hysterischer, dessen krankhafter Zustand häufig Uebertre:- Hungen hervorruft. Stellt man sich auf einen anderen Stand- Punkt, so sei man konsequent. Dann gäbe es kaum noch einen Kassen- oder B e r u f s g e n o s s e n- ch a f t s v o r st a n d, d e r n ich t w e g e n B e t r u g e s z:: verurteilen wäre. Deni: Betrug verübt auch der. der durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen eine Verinögensbeschädigung des Arbeiters herbeiführt.. Und liegt solche Vermögensbeschädigung nicht in den Tausenden von Fällen vor, in denen der Berechtigte erst in letzter Instanz zu seinem Recht kommt, weil die Tatsache der Erkrankung oder des Unfalles zu unrecht bestritten oder der Grad der herbeigeführten Erwerbsminderung zu niedrig von den Instanzen eingeschätzt war. wiewohl die WcWheit zu er- mittel:: ihre A m t s Pflicht:st? Soziales. Streik in einer Lungcnhcilanstalt. In der bei dem heisiscben Dorfe Winterkosten belegene» Lungen. beilanstalt kam es am Sonntag zu einer Selbstbilse der etwa 80 Intasien. Sie hatten sich wiederholt über die schleckte BeHand- lung beschwert, die ihnen von feiten der Anstaltsangestellten zuteil wurde. Die Leitung der Lungenheilstätte schenkte aber diesen Klagen der Patienten keine Beachtung. Da die Patienten keinen anderen Ausweg mehr fanden, beschlossen sie einmütig, mit ihren Habselig- leiten die Anstalt zu verlassen. Diesen Beschluß setzten sie auch so- fort in die Tat um. ohne daß das Personal sie trotz eifrigster An- trengungen daran zu hindern vermochte. Recht erbauliche Zustände müssen in der Anstalt herrschen. Patriarchalisches Arbeitsverhältnis. Kürzlich berichteten wir über einen Fall, in dem ein ostpreuhi- :cher Agrarier sein Dienstmädchen zum Meineid verleitet hatte. Heute haben wir über einen gleichen Fall aus Gr. Lichtenau(Kreis Marienburg) zu berichten. Der dort ansässige Gutsbesitzer Grothe ulftcrhielt»lit einem Stubenmädchen ein Liebesverhältnis. Da? -ührte zu Differenzen mit der Wirtschafterin des Agrariers. Die Folge war, daß die Wirtschafterin die Stelle verließ und verklagt wurde, weil sie den Gutsbesitzer Grothe„beleidigt" haben sollte, als sie von dessen intimen Verkehr mit dem Stubenmädchen erzählte. Vor dem Marienburger Schöffengericht beschworen Grohte und sein Stubenmädchen, daß sie keinen intimen Verkehr miteinander gehabt hätten. Aber die Sache war doch wahr. Jetzt sind Gutsherr und Stubenmädchen verhaftet» Gerichtszeitung. Dreizehn Jahre Irrenhaus. Einer gegen den Polizeipräsidenten von Berlin gerichteten Berwaltungsstreitsache, die den hiesigen Bezirksausschuß deschäftigte, lag eine erschütternde Dors-Tragödie zu Grunde. Der Ackerwirt Zimmel in Westpreußen führte im Jahre 1893 einen Zivilprozeß um Rückzahlung eines Darlehnsrestes� von 100 M. Er wurde von dem Beklagten dann in einer Straf- anzeige beschuldigt, in dieser Sache versucht zu haben, zum Meineid zu verleiten. Zimnicl, der behauptete, daß eS sich nur um eine hannlofe Redewendung handelte, wurde in Unter- suchungshast genommen. Als er nach fast einjähriger Dauer dieser Haft zur Verhandlung vor dem Schwurgericht in Könitz vorgeführt wurde, st ü r z t e er sich zum Fenster hinaus und erlitt schwere Verletzungen. Nach längerer Krankenhausbehandlung entlassen, blieb er bis zum 13. De- zember 1900 auf seiner Wirtschaft. An diesem Tage wurde er auf Anordnung der Staatsanwalt- schaft zum Zwecke der Beobachtung seines Geisteszustandes auf 6 Wochen der Irren- a n st a l t in Neustadt in W e st p r e u ß e n über- wiesen und am 26. Januar 1901 wieder aus der Anstalt entlassen. Das schwebende Strafverfahren wurde auf Grund des Gutachtens der Anstaltsdirektion eingestellt, weil Zimmel inzwischen in Geisteskrankheit verfallen sei. 14 Tage darauf wurde Z. auf polizeiliche Anordnung von seiner Wirtschaft nach der Irrenanstalt zurück- gebracht da er durch das Gutachten der Anstaltsdirektion •auch für gemeingefährlich erklärt worden war. Im Jahre 1902 wurde er ohne jeden Zeugenbewcis lediglich auf Grund des Gutachtens des Anstaltsdirektors entmündigt und seine Eheftau ihm zur Vormünderin gc- stellt, damit diese die notwendig gewordene Auflassung der Ackerwirtschaft an die Kinder bewirken konnte. Alle seit einem Jahrzehnt gestellten Anträge der Ehefrau auf Ent- lassung des Internierten scheiterten an dem auf das Guiachten der Anstaltsdirektion gestützten Widerspruch der Polizeibehörde. Im Jahre 1912 wurde dann bei dem Polizeipräsidenten in Berlin der Antrag gestellt, die Zu- stimmung zur Entlassung des Internierten zu seinen i» Berlin wohnhasten Töchtern und Schwiegersöhnen zu erteilen. Aber auch dieser Antrag wurde auf Grund einer Aeußerung der Anstaltsdirektion vom 28. Oktober 1912 zurückgewiesen. Nunmehr erhob Rechtsanwalt Dr. Ehrenfricd als Prozeßbevollniächiigter der Frau Klage beim Bezirks- ausfchuß auf Aufhebung dieser polizeilichen Verfügung. Eine nochmals eingeforderte gutachtliche Aeußerung des Anstaltsdirektors schloß mit der Erklärung, daß er den Zimmel„zwar noch für geisteskrank, aber nicht mehr für gemeingefährlich halte, da er so gut wie gar nicht von seinen Wahnideen in feindlichem und gewalttätigem Sinne beeinflußt werde, friedlicher und milder gestimmt und vor allem körperlich sehr schwach und hinfällig geworden sei." Der Polizeipräsident von Berlin ließ nun- mehr auch seinen Widerspruch gegen die Ent- lassung des Z. fallen, beantragte jedoch, die K o st e n des Rechtsstreits dem Kläger aufzuerlegen, da die an- gefochtene polizeiliche Verfügung auf die Aeußerung des An- staltsdirektors vom 28. Oktober 1912 gestützt worden war. Der Prozeßbevollmächtigte des Klägers widersprach diesem Antrage, da die Berechtigung zur Jntcrnierung und zur Ver- sagung der Freilassung nicht dargetan sei.— Der Bezirks- ausschuß erkannte:«Die angefochtene Verfügung des Beklagten vom 6. November 1912 wird außer Kraft gesetzt. Die Kosten des Ver- fahrens werden dem Beklagten zur La st ge- l e g t." Die Entscheidungsgründe führen aus, daß die an- gefochtene Verfügung der erforderlichen tatsäch- lichen Voraussetzungen ermangeln und deshalb nicht auftecht erhalten werden können. Der obsiegenden Partei können nur insofern Kosten auferlegt»Verden, als sie durch ihr eigenes Verschulden entstanden sind. Dies komme aber hier nicht in Frage. Mit Rücksicht auf dieses Urteil wurde Zimmel nach fast 13 jähriger Jntcrnierungsdauer auf Anordnung des Landes- Hauptmanns der Provinz Westprcnßen aus dem Jrrenhause entlassen. Ter„BcrtraueilStrick". Eine mysteriöse Persönlichkeit ist der angebliche Rentier Jacques O'Connor, gegen den gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts 1 folgenden, etwas sonderbar klingenden Besckluß faßte:„Das Gericht beschlieht, dem Angeklagten den Boll- bart abnehme» zu lassen." Mit diesem Beschluß hatte eS folgende Bewandtnis. Am 26. Mai 1911 wurde der Sprach- lehrer Silvio Sisia qus East- Boston in der Friedrich- straße von einem eleganten Herrn in englischer Sprache ange- sprachen, der ihn nach einer Straße fragte. Beide gerieten in ein längeres Gespräch, in dessen Verlauf sich der Fremde als„Major Norton" vorstellte und angab, in einein englischen Regiment in Schanghai zu dienen. Er sei zu der Krönungsfeier in London ab- kommandiert und wolle sich bei dieser Gelegenheit einmal Berlin ansehen. Als beide am nächsten Tage die Taucntzienstratze entlang- gingen, ließ ein vor ihnen gehender Herr scheinbar versehentlich einen versiegelten Brief fallen. Der angebliche Major Norton hob ihn auf und iibcrreickte ihn dem Verlierer, der„zufällig" auch ein Ausländer war und sich als„Plantagenbesivcr L'Brien aus Ceylon" vorstellte. Im„Romamscken Cafe" erzählte O'Brien, daß er nach Deutschland gekommen fei, um hier eine Erbschait von 16 999 Pfund gleich 329 999 Mark zu erheben. Nack dem Willen des Erb- lassers solle die Hälfte hiervon an mittellose Engländer und Amcri- kaner, die sich im Auslände aufhalten, verteilt werben. Am nächsten Tage im„Cafe Bauer" trat der angebliche O'Brien mit dem An- suchen hervor, ob nicht Dr. Siisa und der„Major Norton" ihm die mühevolle Ausgabe der Verteilung der 199 999 M. abnehmen woll- tcw Außerdem solle Dr. S. für feine Studenten und der Major ?korton für seine Soldaten je 1999 Dollar erhalten. Er, O'Bricn, müsse aber eine gewisse Sicherheit dafür haben, daß das Geld auch richtig verteilt würde. Major Norton entfernte sich darauf und kam nach einigen Minuten mit einem Briefumschlag zurück, der an- geblich 16 999 M. enthalte. Diesen Brief bändigte Norton dem an- geblichen O'Bricn auS so daß sich Dr. Sissa, Jnerdurch sicher gemacht, verleiten ließ, ebenfalls 3999 M. als Sicherheit zu geben. Wenige Minuten später entfernte sich O'Brien, um einen Teil der deponierten Erbschaft von der Bank zu holen, ebenso verließ der Major Norton unter einem Vorwande des Cafe, um natürlich auch nicht wiederzukommen. In einem zweiten Fall war der Zigarrenfabrikant Henry Garnaß auS San Franziska einem auf ähnliche pluurpe Weise arbeitenden Schwindlerpaar in die Hände gefallen und mußt« seine Vertrauensseligkeit mit einem Verlust von 6499 Mark büßen. Etwa VA Jahre später wurde der jetzige Angeklagte O'Couiwr von einem der Hereingefallenen auf dem Bahnhof in Heidelberg erkannt und seine Sistierung veranlaßt. Wie die Kriminalpolizei annimmt, soll auch auch der Name O'Connor falsch sein. Nach Auskunft der englischen Polizei handelt es sick um einen inter- nationalen Verbrecher, der in London wegen Tiebstabls und Falsch- spiel» zu 1)4 Jahren bezw. 7 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Ferner sprechen bestimmte Momente dafür, daß der Angeklagte mit dem in dem Stallmann-Prozefi genannten internationalen Falschspieler„Kaptnin Norton" identisch ist.— Die von der Krimi-. nalpolizei angefertigte Photographic des Angeklagten wurde durch Vermitteluug der amerikanischen Polizei auch dem zweiten Opfer, dem Zigarrenfabrikanten Garnaß in San Franziska vorgelegt, der ihn sofort als den Betrüger wiedererkannt«. Ebenso erkannten sämtliche Hotelangestellte sowie die Pcnsionsinhaberin, bei der Dr. Sissa seinerzeit gewohnt hatte, den Angeklagten als den angeb- lichen„Major Norton" wieder. In der gestrigen Verhandlung erschien der Angeklagte, offenbar in der Absicht, seine Rekognoszierung durch die Zeugen zu er- schweren, mit einem Vollbart auf der Anklagebank. Das Gericht faßte deshalb den obenerwähnten Beschluß und von einem schnell herbeigeholten Barbier wurde O'Connor seines Bartschmuckes ent- ledigt.— Durch die vielfachen Ausreden des Angeklagten, der bc- ■hauptete. das Opfer einer Personenverwechsclung geworden zu sein, waren schon wiederholte kommissarische Vernehmungen von Zeugen im Auslande notwendig geworden. Auch in der gestrigen VerHand- lung ließ der Angeklagte durch Rechtsanwalt Bahn eine Reihe von Schriftstücken überreichen, nach welchen er sich zn der Zeit, als er hier angeblich die Betrügereien verübt haben sollte, in London beziv. Brüssel und Ostende ausgehalten habe. Da der Angeklagte, der nur mit Hilfe des Dolmetschers der englischen Sprache, Rechts- anwalt Dr. Locwcnthal, vernommen werden konnte, ganz detail- ierte Anaaben mackte, blieb dem Gericht rnchl, anderes uor'g. ars die Verhandlung nochmals zu vertagen und die von dem Angeklag'cn angebotenen Beweise zu erheben. Versammlungen. Die Rohrleger und Helfer im Metallarbeiterverbande hielten am Sonntag eine Branchenversammlung ad. Der von Friedrich erstattete Bericht der Agitationskommisiion umfaßt die Zeit vom Ab- schluh des Tarifs bis Januar, das sind vier Monate. Bei Abschluß dieses Tarifcs lvären manche Mitglieder ja nicht einverstanden ge- Wesen mit den Ergebnissen. ES zeige sich aber nunmehr, daß es gut sei, einen Tarif zu haben. Ter Arbeitsnachweis in der Linien- straße mußte geschlossen werden, da der Verband sich sonst einer Umgehung des Tarifs schuldig gemacht hätte. Bei den Unter» nehmern, die dem Tarif nicht angehörten, mußten die neuen Lohn- und Arbeitsbedingungen erst durchgedrückt werden. Auch in einzelnen Betrieben, die dem Tarif unterstehen, mußte die Organisation dafür sorgen, daß die fällige Zulage ausgezahlt wurde. Manche Unternehmer versuchen auch, infolge der schlechten Geschäftslage den Tarif zu umgehen. Unter der Krise haben die Rohrleger bc- sonders stark zu leiden. Ueber die Branchenfontrolle berichtete Schulz. In vielen Fällen konnte die Kommission feststellen, daß selbst die nötigsten Schutzvorschriften nicht eingehalten wurden und es mußte erst die Organisation eingreifen. Ein Unternehmer meinte, vor zwanzig Jahren habe kein Mensch an Schutzvorrichtungen gedacht. Ueber- Haupt stellen sick immer noch manche Unternehmer der Forderung auf Schutzvorrichtungen in schroffster Weise entgegen. Aus einigen Bauten ist es teils deswegen, teils auch wegen Lohnsragen zu Differenzen und Arbeitseinstellungen gekommen. Ter Redner forderte die Anwesenden auf, die Organisation stets über alle Bauten aus dem Lausenden zu erhalten. Hierauf erfolgte die Neuwahl der Branchenkommission. Eine hochinteressante Weltreise sür nur 15 Pf. die Woche Aas regt den Geist von neuem an, bringt Frohsinn und Schaffens- smide wieder-- V Reiselust und Reisen! Wir wollen erfahren, wie die Weit in Wirklichkeit mit all dem Reichtum ihrer Natmschönhciten aus- sieht, und wie die Menschen daraus leben. Wer Zeit und Geld bat, der reist. Aber wie vie r können dieses Überhaupt und sollen sie es sich ver- sagen? Nein!— Trete daher jeder mit uns getrost die Weltreise an nnd lerne die Macht der Natur, die Sitten nnd Gebräuche der verschiedenen Menschenrassen ohne Rciscbeschwerden, teure Ausrüstungen und Reise- Todes-Anzeigen �ilälileivolii'Mcliei'VsIiImelii Ii l Herl. HeiclislagswalilkFeis, Bezirk 113. Am 16. Januar verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Lmil Kleiber Die Beerdigung findet heute DienSlag. den 29. Januar, nach- miUug« 1 Uhr. von der Halle des Hellig- Kreuz- Kirchhofes in Ma« ricndorj aus statt. 295/2 Der Vorstand. lleiitzelier Transportarbeiter-Verliaiiii. Bazirksverwaltung Groß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Lager- arbeiiec EmW Kleiber am 19. d. Mts. im Aller vou 4L Jahren verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. Januar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des HeUig-KreuzIirchhofS, Marien- dorf, ans statt. 61/9 Die Bezirktverwaltung. Deutseber Dauarbeitemrband. Zweigverei» Berlin. Am 16. Januar starb unser Mitglied, der Maurer Ulbert Ohm (Bezirk Wcdding). Ehre seinem Andenken 2 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. Januar, nach- mittag» 2>/z Ubr, von der Halle des DankeS-KirchhoseS in Rei- nickendorf-West, Blankestratze, aus statt. Um rege Betelligung ersucht 149/7 Der Vorstand. Allen lieben Verwandten und Freunden hiermit die traurige Nachricht, dasz mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- Vater und Grotzvatcr Emil Wonnenberg am 18. d.M. nach kurzem schwerem Leiden sanft entschlasen ist. Una Wonnenberg Familie Richard Wonnenberg Familie Karl Thomas Familie Paul Scherff. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- balle de» Zentral-Friedhoss in FricdrichSselde auS statt. 623b Am Sonntag, den 18. Januar, verstarb nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Freund und Kollege, der Schriftsetzer Emil Wonnenberg geboren in Saalseld(Ostpr.), im 63. Lebensjahre. 621b Em dauernde» Andenken werden ihm stets bewahren Berlin, den 19. Januar 1914. Die Kollegen der Norddeutschen Buchdruckerei. Tie Beerdigung siudet am Mittwoch, iiachmiltag» 4 Uhr. von der Halle des Zentralstied- dose» in FriedrichSfelde aus statt. Typogrsphin. Am Sonntag morgen verstarb unerwartet unser langiährigeSMst- glied, Kollege Emil Wonnenberg im Aller von 63 Jahren. Seine langjährige Mitgiiedschaft und sein biederer Cbai alter sichern ihm ein bleibendes Gedenken. Beerdigung siebe vorstehend. Die Mitglieder werden gebeten. unserem braven Kameraden mög- lichst vollzählig das letzte Geleit zu geben. 23/2 Vor Torntand. eldcr kennen. Er kann alle» im gemütlichen Heim sür nur 15 Ps. pro Boche durch unsere illustrierte Zeitschrift„Durch alle Welt- gcnichen. Um der Reise besser folgen zu können, erhalten alle Zlbonncntcn außerdem in Licserungen csticn großen Universal-Handatlas gratis. Derselbe enthäll über 329 Voll- und Nebenkarten. Verbani! der Maler, Lacklerer, Anstreieber usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Willi Engel (Westen) am 16. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 29. d. Mts., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle deS Luther-KirchhofeS in Lankwitz, Maricnielderstraße, aus statt. Um rege Beteiliguug ivird er- sucht. 136/3 Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maler Emil 8chul? (Süden) am 17. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. d. Mt»., nach- mittags 3>/, Uhr, von der Halle des SimeonS-Kirchhoses. Tempel. hoser Weg(Britz-Tempelhos), aus statt. Die OrtSverwaltunq. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle«troß-BerUn. Am 18. Januar verstarb unser Mitglied �rtnr Falkenhein. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. Januar, nach- mittag» 3 Uhr, vom Trauerhauie, Johannisthal, Kaiser- Wilhelm- Straße 9, aus statt. 56/4 Die ertsverwaltuug. ReukersMerke - i BSnlie 4 Blatt■ Buchhandlung vorwärts Deutscher Bauarheitenrerband. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Friedrich Pflieger gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. Januar, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle deS Emmaus-Friedhofe« in Neukölln, Hermannslraße, auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 149<8»er Vorntand. Deutscher Dolzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Den MUgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Emil Narftvich Grünauer Str. 2, im Aller von 32 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 22. Januar, nachmittags 2 Uhr. von der Halle des Zentral-'Friedhofes in Friedrichsselde au» statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachriivt, daß unser Kollege, der Kistenmacher Karl Franke von Waldemarstr. 28, im Alter 32 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. Januar, n> mittags S'/a Ubr, von der H des Zentral-FriedhofeS in F richsfelde auS statt. Ehre ihrem Andenke«! Um rege Beteiligung ersucht 82/1 die Ortsverwaltung. 3n Stelen stnnüen - Die- Sobald Sie de» Bestellschein auSgesüllt und eingesandt haben, wird die Reise angetreten. Bestellschein. Vw. An die Expedition von„Durch alle Welt-'. Berlin-Schöneberg, Am Park 11. Ich abonniere hiermit„Durch alle Welt- a 15 Ps. pro Hest wöchentlich durch Boten frei ins Hau». Name:.......................................... Ort, Straße:...................................... Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 pf. Am Sonnabend, den 17. Januar, vormittags, entschlief nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Bruder, Onkel und Schwager, der Kastwirt 614b Karl Bock im tzllter von 62 Jahren. Frau Berta Book geb. Lange, Maaßenslr. 37, namens der Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den. 21. Januar, nach- mittag» 3°ft Uhr, von der Leichen- balle des neuen Zwöifapostel- Kirchhofes, Schöneberg, Tempel- hoser Weg, aus statt. �lnu/mUitÄAs 2/C' Am 16. Januar verstarb nach kurzem Krankenlager unser Vater und Großvater, der Maurer Karl Eieneck im 80. Lebensjahre an Alterzschwäche. 829b Dies zeigen tiesbetrübt an Die Hinterbliebene«. Die Einäscherung findet am Mittwoch 3 Uhr im Krematorium, Gerichtstraße, statt. Danksagung. Für die liebevolle Tellliahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben, unvergeßlichen Frau spreche ich hiermit allen Freunden und Bekannten, den Genossen de» 396. Be» zirkS deS 4. Wahllreise«, dem Verein sür Frauen und Mädchen der Llr- beiterklasse, den Sängern und in»- besondire der Frau Fahrenwald sür ihre trostreichen Worte am Sarge der Dahingeschiedenen meinen herz- lichsten Donk. 613b Pank VVchlan. ttr Maml Her Masittn Ii Iber DeuMHs Ks Mittwoch, den 5}1. Januar 1914, abends 6 Uhr: Mitglieder-Versammlung für alle in den Betrieben der Stadt Berlin Beschäftigten in den Sophien-Tälen» Sopienstratze 17/18. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Schütte über:„Japan und seine Kultur." 2. Stellimguahme zn der bevorstehende» Ver» treterwahl der Betriedskraukenkaffe der Stadtgemeinde Berlin. 3. Aufstellung von Wahlvorschlägen. 111/1 :—-— t Mitgliedsbuch legitimiert.■-- HM- Die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter-Verbande». de? Deutschen Transportarbeiter-Berbandes und des Verbandes der Maschinisten und Heizer Deutschlands werden gebeten, sich mit der Kassenmitglirds- nummer zu verseheu und sür den Besuch dieser Versammlung die leb, has.este Agitation zu entfallen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Mit kollegialem Gruß vir Ortayertraltanfen, |iiiimmimmirannninmiHiiiiiiiiimiiiiiiniiimiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniuiiiiiiiiraniimiini Ich war krank haHe ffcfimcrten. Üttralt.?«!>« kleine SrMlluna fiep mein beiden(larfrr In die Seschelnung treten. Oft konnte Ich vor Schmerze» In der Ikterenzegend nicht(eben. Schließlich bekam ich An« schweiinngen an den Wße», so daß ich keinen Schritt mehr gehen konnte. Oazu aefelifen sich bald die gräßlichsten Schmerzen in den Armen. Ich hatte schon alle Onst zum ieben verloren. Da machte Ich eine Entdeckung. Zch fand ein einzigartiges Mittel iiMiiiiiiiiiiiiitiiiitiniiiiiiiiiiniii Diese« Mittel hat mir geholfen, �tb hatte erkannt, daß mein Anstand nur auf den Übermäßigen Sennp von fsleisch, Kaffee und Tee zurflchzuführen war. wodurch sich Im Oaufe her Zahre eine ungeheure Menne Harnsäuregist in meinem Körper ange- sammelt hatte. Heute bin ich wieder frisch auf dem Posten, meine Schmerzen haben stch verloren und ich fühle mich wie neugeboren. Diese« einzigartige Mittel Heß Ich durch Deuischeck IHcichZ-Pnieni gesehlich schuhen, e« erhielt hen ZIamen„lSoiano". stlei Znekerkranklicit,«ich», Rheumatismnd, Herzkcideu, Nierenlcidcn, Blasenleiden, Wasserfucht»sw. trinken Sie nur„Batana". Doiano ist ärztlich begutachtet und besten« empfohlen. Diele glänzende Anerkennungen liegen vor. probieren Sie Boiano, es kostet Sie nicht» und lassen Sie sich sofort ein Probepäckchen sowie die Auf- kiärungöfchrift„Batana— Ter ireind der Harnsäure" gratis kommen. 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Stellmacher- innung und der Wagenfadri- kanten, Kaiser-Franz-Krenadier- Platz. 81/1* Zuzug ist streng sernzuballen. stie Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Hoizarbeiterverbaode* Keranlwortlichcr Nedakteur: Alfred Wiclrpp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Bcrlagsanstall Paul Singer ät Qov Berlin SW, Dr. 19. 31 Jahrgang. Z-Seilm des LmSrls" Kerlim WsM ?lt»kz>Z0.Z«m«IStt. Parteiangelegenheiten. Erster Wahlkreis. Heute Dienstag, abends S'/c Uhr, in Hader- landS Festsälen, Neue FriedriMr. 35, Generalversammlung. Tie Bedeutung der Gewerkschaften. Referent Genosse E. Eichborn. Zahlreichen Besuch erwartet Der Lorstand. 4. Kreis, GiirliNcr Viertel. Am Sonntag, den LZ. Januar 1314, findet bei Graumann, Naunynstr. 27, ein heiterer Abend statt. Mit- ivirkende find Frl. Käthe Pürschel lÄeder zur Laute) und Herr A. H. Burger lRezitationen). Ansang 6 Uhr. Tanz findet eben- falls statt. Billetts a 40 Pf. Pf. inkl. Garderobe sind bei den Funktionären und beim Genossen Eichberg, Naunynstr. 07, zu haben. Vierter Kre-S.� Am Dienstag, den 20. Januar, abends ZV» Uhr, findet im Lokal Südost, Äaldemarstr. 75, eine Versammlung der 8. Abteilung statt mit der Tagec-ordnung: 1. Vortrag des LandlagS- nbgeordnelen Dr. Karl Liebknecht. 2. Wahl der Abteilungsführer. 3. Verschiedenes. Guten Besuch erwartet Die Abteilungsleitung. Vierter Wahlkreis. Der Kursus zur„Einführung in die Ge- dankengänge des wissenschaftlichen Sozialismus" für den Stadtteil Süd-Olt findet statt am Mittwoch. 21. Januar, abends 0 Uhr, im "okal Süd-Ost. Waldemarsir. 75. Vortragender ist Schriftsteller Genosse Emil Eichhorn. Teilnehmerkarten a 30 Pf. sind noch zu haben. Adlcrshof. Heule Dienstag, abends L'/z Uhr: Ertra-Zahlnbcnd in den Bezirkslokalcn. Maricndorf. Heute Dienstag, S'.t, Uhr: Protesiversammlung bei Herold, Chausseestr. 283. Referent:' Genosse Max Hecht. Tempelhof-Maricndorf. Mittwoch, 2l. Januar, im Lokal von Beeker, Tempelhof, Berliner Str. 80: Versammlung der sozialdemo- kralischen Jugendsektion. Bortrag des Genossen Ewald:„Warum sind wir Sozialdemokraten V ES wird daö Erscheinen aller jungen Parteigenossen und Genossinnen erwartet. Borsigwalde- Wittenau. Heute Dienstag, den 20. d. MtS., von den bekauiiten Stellen aus: Wichtige Flugblattverbreitung. Friedrichsfelde. Mittwoch, abends 8'/» Uhr: Mitglieder" Versammlung bei Haberland. Vortrag des GcineindevertreterS Genossen Oehlert über: Unser Gemeindeetat. Zossen. Mittwoch, den 21. d. MtS., abends S'/g Uhr: Wahlvereinsversammlung bei Scherler. Wichtige TageSordmmg. Donnerstag, den 22. d. MlS., abends 8 Uhr: Oeffenrtiche Protest Versammlung gegen die Verschlechterung des«oali- tionSrechtS im Lokale des Herrn Scherler. Referent: Georg Ucko. Teltow. Mittwoch, den 21. Januar, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Donnerstag, den 22. Ja- nuar: Handzettelverbreitung zu der am Freilag, den 23. Januar, stattfindenden Prolestversanimlung mit der Tagesordnung:„Der geplante Raub des Koalitionsrechts und die Hetze der Scharsmacher". Referent: ReichStagSabgeordnetcr Genosse Pens. Serliner Nachrichten. Schweres Automobilunglück in Treptow. Am Sonntagabend und in der Stacht zum Montag haben sich in Berlin und in der Umgebung orch Automobilunfälle abgespielt, . von denen der eine vcrbängnisbolle Folgen haben dürfte. Aus der ..Unglückschaussee", die von Oberschönaweide über Treptow nach ( Berlin führt, und auf der sich bekanntlich zahlreiche Unfälle er- eignen, kam ein Privatautomobil, in dem der Chauffenr mit seiner Frau und drei Kindern saß, aus dem glatten Boden ins Schlcu- dorn, in der Ncuen-Krug-Allee rannte das einem in Lberschöne- weide wohnenden Architekten gehörige Autonwbil mit cincin Flugzeug-Transportwagen zusammen. Tie 14 Insassen dieses Kraftwagens wurden ans den Tamm geschleudert, wobei sechs Personen schwere Verletzungen erlitten. Uebcr diesen Unfall erfahren wir folgende Einzelheiten: Der in Oberschöneweide wohnende Architekt Georg Siebert, der mit seinem Bruder zusammen ein Baugeschäft betreibt, besitzt einen großen 40 PS Benzwagen, den er zu Privatzwccken benutzt. aber auch gelegentlich vermietet. Das Automobil hat sechs Sitz- Plätze, doch können zur Not auch sieben bis acht Personen befördert werden. Am Sonntag hatte nun eine aus sechs Personen be- stehende Gesellschaft den Wagen gemietet und am Nachmittag Spazierfahrten unternommen. Kurz nach 1% Uhr nachts wurde die Heimfahrt angetreten, nachdem man unterwegs noch einige Personen mitgenommen hatte. Tic Fahrt war sehr'schwierig, da der übermäßig besetzte Wagen auf dem schlechten Pflaster der Köpenicker Landstraße andauernd schleuderte. Infolge der Kälte hatte sich auf den Straßen Glatteis gebildet, so daß die Kraft- ivagcnführer nur schwer vorwärts kommen konnten. Dazu lagerte über der Chaussee, wie dies im Treptower Park häusig der Fall zu sein pflegt, Nebel. Zwischen Baumschnlcniveg und der Eichbuschstraße fuhr in der Mitte der Chaussee etwa einen halben Meter von den Straßcnbahnschiencn entfernt ein aus Johannis- thal kommender Flugzeug-Transportwagen, auf dem eine für Töberitz bestimmte Taube verladen war. Der Efaruffcur erkannte in dem Nebel die Gefahr erst im letzten Augenblick. Da das Fuhr- werk keine Hinterbelcuchtung hatte, war es erst aus wenige Meter Entfernung sichtbar. Der Chauffeur bremste zlvar im letzten Augenblick noch ab, konnte aber das Automobil nicht mehr zum Stehen bringen, und so fuhr der Kraftwagen mit voller Gewalt gegen den Lastwagen, wobei er buchstäblich zertrümincrt wurde. Die Insassen waren vor Schreck gelähmt und vermochten sich nicht mehr zu retten. Alle wurden auf das Straßenpflaster geschleudert, wobei sie mehr oder minder schwere Verletzungen erlitten. Tic sofort alarmierte Treptower Feuerwehr schaffte die Verunglückten in das Krankenhaus Bethanien, Ivo sie schwer daniederliegen. Schwer verletzt sind: Großkopf, der einen Schädelbruch und innere Verletzungen davongetragen hat, Gustav Munke, Dreher Neumann, Kaufmann Fiedler, Lederarbeiter Reiser und Kaufmann Ehrlich. Diese erlitten Knochcnbrüche und innere Verletzungen. Bis auf Großkopf, dessen Befinden sehr besorgniserregend ist, dürften sie jedoch mit dein Leben davonkommen. Der Chauffeur Mohr, der unverletzt blieb, wurde von der Treptower Polizei gestern morgen vernommen und aus freiem Fuß belassen.— • E i n zweites schweres Automobilunglück, bei dem zwei Personen schwer und zwei Kinder leicht verletzt wurden, hat sich wenige Stunden vorher ebenfalls in Treptow zugetragen. Der Chauffeur Otto Kerber aus Charlottenburg wollte am Sonntag ein seinem Chef gehöriges Privatautomobil, an dem einige Aenderungen vorgenommen worden waren, er- proben. Er unternahm deshalb mit seiner Frau und seinen vier Kindern gegen ö Uhr Nachmittags eine Ausfahrt mit dem Kraft- wagen nach Johannisthal. Auf dein Rückwege fuhr das Auto in der Neuen-Krug-Allee auf den Gleisen vor einem Straßenbahn- wagen her. Auf das Signal des Führers wollte Kerber nach rechts ausweichen. Die Vorderräder des Autos waren aber in die Rillen der Schienen geraten und als der Chauffeur scharf das Steuer nach rechts hinüberriß, geriet infolgedessen das Hinterteil des Wagens ins Schleudern und stieß mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß der Kraft« wagen fast vollständig zertrümmert wurde. Tie Insassen mehrerer vorbeikommender Automobile eilten sofort zu Hilfe und befreiten zunächst die vier Insassen aus den Trümmern. Frau Kerber war besinnungslos, der zehnjährige Sohn blutete aus ver- schiedenen Schnittwunden, während die beiden jüngeren Kinder nur ganz geringfügige Hautabschürfungen erlitten hatten. In einem Privatautmnoüil wurden Mutter und Sohn nach dein Krankenhause Bethanien gebracht, wo sich hcrausstellte, daß die Verletzungen der beiden nicht schwerer Natur sind. Ein schnell herbeigeeilter Mannschaftswagen der Treptower Feuerwehr be- sorgte die Ausräumungsarbeiten. Tic Neue-Krug-Allee hat nun in diesem Teile in den letzten Jahren schon mehrfach Automobilunfälle Herborgerufen, dabei einen besonders blutig verlaufenen, und immer wieder lassen sich Wagenlenker durch die schöne gerade und oft wenig belebte Straße verleiten, eine hohe Gcschivindigkeit anzunehmen. Eine besondere Gefahr bietet die kurze Bieguuss der Strahenbahngleise an der Kreuzung der Baumschulcnstraße. Während der Ortsunkundige aus dem Lauf der OberlcitungSdrähte leicht schließt, daß auch die Straßenbahn geradeaus nach der Berliner Straße in Niederschöne- weide fahre, schwenkt sie plötzlich rechts ab nach dem Bahnhof Baumschulenweg. Ein großes Schild macht zwar aus diese Gefahr aufmerksam,-wird aber bei allzu schnellem Tempo unter Ilm- ständen übersehen. Man muß hoffen, daß die Automobillenkec sich durch die häufigen Unfälle auf dieser Straße zu größerer Vorsicht veranlaßt sehen. » Ein dritter A u t om ob i lu n fa l l, bei dem zwei Per- soncn verletzt wurden, hat sich am Sonnabendabend gegen iilO Uhr in Charlottenburg zugetragen. An der Ecke der Berliner und Rosincnstraße stießen eine Kraftdroschke und ein Gemüsewagen zusammen, wobei das Auto umgeworfen wurde. Von den drei Insassen des Kraftwagens erlitt die 17jährige Buchhalterin Else Barthmann aus der Scbarrenstr. 22 Ausrenkung der rechten Schütter und erhebliche Hautabschürfungen. Ter Chauffeur Richard Krüger, Am Bahnhof Westend Rr. 3 wohnhaft, zog sich Schnittwunden im Gesicht und an den Händen sowie leichtere Ouctschungen an den Beinen zu. Die beiden anderen Insassen der Droschke kamen mit dem Schrecken davon. Die beiden Verunglückten erhielten auf der Unfallstation in der Berliner Straße Notverbände und wurden dann nach ihren Wohnungen gebracht. In der BekchLftigungsanstalt der städtischen Blindenanstalt werden gegen 200 Blinde bauptsächlich mit Flechten von Stühlen und der Anfertigung von Bürsten, und Korbwarcn beschäftigt. Ob- wohl die Anstaltsleitung nach Kräften bemüht ist, die von den Blinden hergestellten Waren abzusetzen und das Absatzgebiet auch nockz zu erweiteru, so ist es doch nicht möglich, alle Abteilungen ständig mit Arbeit zu versehen. In der SiuhUlechterei, in welcher gegen 65 Blinde arbeiten, ist Arbeitsmängel eingetreten. Um das völlige Aussetzen oder Einschränken de? Betriebe? zu vor- hindern,� wird darauf hingewiesen, daß die Änstott das Giuflochten von Stuhlsitzen und-Lehnen übernimmt. Die große Anzahl der in diefimr-'Bemebe beschäftigten Arbeiter gestattet auch größere Aufträge zum Aus flechten von Saalftühten usw. Zu den Arbeiten wird gutes, dauerhaftes Material verwendet. Jeder Auftrag wird in schirellfter und sorgfältigster Weise aUSgefithrt. Der Transport der Stühle geschieht kostenlos.(Telephonifche ftvkagistrat Berlin NW 266) und schriftliche Aufträge werden jederzeit gern entgegen- genommen und umgehend ausgeführt. Rcichstagskarteu. Wie Genosse Ewald uns mitteilt, ist die Nachfrage nach Tribüncnkarten so stark, daß er außer Stande ist, den Bewerbern um Karlen Nachricht zugehen zu lassen, wenn nicht den Gesuchen um Einlaßbilletts eine adressierte Rückantwortkarte bei- gefügt ist._ Eine Razzia. lieber eine Razzia der Polizei in einer Gastwirtschast in der Danzigcr Straße meldet eine polizeilich inspirierte Korrespondenz: „30 Kriminalbeamte erschienen plötzlich mir einigen Polizeihunden und brachten über hundert Gäste der Wirtschaft nach dem Polizei- Präsidium vor de» Erkennungsdienst. Eine große Anrahl wurden als geiucht festgestellt und in Gewahrsam behalten. Ein Deseneur wurde der Militärbehörde übergeben. Bon den Freigelassenen wurden die älteren verwarnt, die jüngeren dem Verein„Dienst an Arbeits- losen" in der Ackcrstraße 52 zugeführt." Beim Eisen ertrunken. Beim EiSschnciden ertrunken ist gestern nachinittag gegen 6 Uhr der 24jährige Arbeiter Paul Bruhns aus Hohcn-Neuendorf. BruhnS war mit mehreren Arbeitskollegen damit beschäftigt, auf dem Groß- schiffahrtSkanal zwischen Stolpe und Hohen-Neuendorf zu eisen, als plötzlich eine angeschnittene Scholle nochgab und BruhnS in den Fluten versank. Kameraden, die sogleich mit Stangen herbeieilten, konnten ihm keine Hilfe mehr bringen, da das Eis, auf dem sie sich befanden, ebenfalls einzubrechen drohte. Bruhns war erst seit Oktober verheiratet. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden. Der Greis am Strick. Dieser Tage hakten die Hurr apatriotcn wieder mal herrliche Zeiten, sie konnten die Gründung deS-„herrlichen" Deutschen Reiches wieder fest und festlich begehen und begießen; und im Berliner Schloß fanden mit dem üblichen Pomp und Prunk Ritterschläge und Ordensauszcich nungen cn gros statt. Um ungefähr dieselbe Zeit schlug der fünfund- siebzigjährige Kutscher August Klissat in der Adolfstraße im Berliner Norden in den Türpfosten seiner Schlafstelle einen Haken, befestigte daran einen Strick und erhängte sich. Schon lauge gebrechlich, arbcits- und mittellos, batte er die deutsche Hmlichteit endlich satt, weil die kärgliche Altersrente ihm nicht mal satt-u essen gab. Wilhelm II. aber wähnt noch immer, die Existenz des Arbeiters sei gesichert bis ins höhe Alter und die Kompottschlüssel voll bis zum Ueberlaufen.— Eine Reise durch die Arbeiterviertel seiner Residenz Berlin könnte ihn eines Besseren belehren. Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich gestern abend gegen S'A Uhr in der Kommaltdantenstratze. Dort wurde vor dem Hause Nr. 26 der 60 Jahre alte Hauseigentümer Karl W e r s i g aus der Pflügerstraßc 73 von einem Straßenbahnwagen überfahren und lebensgefährlich verletzt. Die Aerzte der Charit-, wohin der Verun- glückie gebracht worden war, stellten außer schweren inner- n Ver- letzungen einen Schädelbruch. Leinbrüche und eine Gdhirnerschüttc- rung fest. Sein Befinden ist besorgniserregend, Die ausgerissene Daube. Ein komisches Intermezzo, wie man«s sonst nur i» gtrkuS zu sehen gewohnt ist, hat sich am gestrigen Montag nachmittag tn Johannisthal abgespielt. Bei dem ruhigen, windstillen Wetter war viel geflogen worden und auch der Flieaer b'Ballod hatte mit setner Jeannin-Stahlstaube mehrere Aufstiege gemacht. Gegen 4 Uhr, bei Einbruch der Dunkelheit, landete er mitten im Felde, drosselte jedoch den Motor so stark ab, daß er stehen blieb. Um nun»licht den schweren Eindecker über das breite Feld hinweg bis zum Schuppen schieben zu müssen, stieg d'Ballod aus der Karosserie heraus und warf den Motor wieder an. Unglücklicherweise stand der GaS- Hebel, der die Benzinznfuhr regelt, jedoch auf„HalbgaS" und so sauste die Taube plötzlich los. Der völlig überraschte Flieger hatte gerade noch Zeit, sich beiseite zu werfen, um nicht von der Schraube gefaßt zu werden, als das Flugzeug auch schon mit 40 bis 60 Kilometer Geschwindigkeit an ihm vorübcrbrauste. Infolge eine? glück- lichen Zufalls war das Seilensteuer scharf angezogen und so raste das führerlose„Täubchen" im Kreise herum. Der arme Flieger war ratlos, wie er den Durchgänger wieder in seine Gewalt bringen könne. Schließlich nahm er nach Art der Trampolinspringer einen gewaltigen Anlauf und versuchte, als der Eindecker wieder in seiner Nähe vorbeikam, sich festzuklammern und auf seinen Sitz zu kommen. Der tückische Zufall ließ jedoch in diesem Augenblick den Apparat einen Luftsprung machen und so griff der „abgeworfene" Flieger in die leere Luft. Inzwischen raste die Taube weiter im Kreise umher. Schließlich erbarmten sich 8 oder 10 Meckianiker des vor Angst und Anstrengung trotz der Kälte schwitzenden Fliegers. Wie bei einer regelrechten Treibjagd postierten sie sich am Rande dcö Kreises, den die Taube unaufhörlich beschrieb und suchten einen glücklichen Augenblick abzupassen, um den AuSreißer cinzufangen. Wirklich geriet der Eindecker nach einer etwa 10 Minuten währenden Jagd in eine Bodenvertiefung, au« der er sich nicht wieder herausarbeiten konnte. d'Ballod schwang sich behend auf seinen Sitz und konnte so seine Taube heil und unver« sehrt in den Schuppen bringen. Ein Veteran seiner Organisation. Auf eine SOjährige ArbeitStäligkeit als Buchdrucker konnte am 14. Januar der im Betriebe der„Vor»>ärtS"-Druckeret beschäftigte Schriftsetzer Emil Länger zurückblicken. Da der Jubilar bereits 42 Jahre der gewerkschaftlichen Organisation, dem Verbände der deutschen Buchdrucker angehört, bei allen Wirt- schastlichen Kämpfen der Buchdrucker seit dem Jahre 1872 jederzeit seinen Mann gestanden,»ahmen seine Arbeitskollegen Veranlassung, den Jubilar nach einer am 14. Januar in den ArbeitSräumcn vor- genommenen Ehruno durch eine kleine Feier am Sonntag noch be- sonders zu ehren. Es war eine rechte Arbeiterfcier, getragen von dem Grundgedanken der Arbeiterbewegung, der Solidarität aller für einen und des einzelnen für alle! Tiktiermaschinen bei Gerichten. Bei verschiedenen Land- rrnd Amtsgerichten sind seit einiger Zeit Diktiermaschinen zur Einführung gelangt, die den Richtern zur Ver- füglmg stehen. Die Neuerung hat eine ganz bedeutende Verein» fachung und Beschleunigung deS GeschäflSganges zur Folge gehabt, da es dem Stichler möglich ist, in der Zeit, die zur handschriftlichen Ausfertigung eines Urreils verwendet lverden muß, mindestens fünf Urteile der Dikriermaschine auzuvertraueü. Die für den Entwurf der Urteile benötigte Zeit kommt Irenig in Betracht. Eine weitere Folge ist. daß durch die Zeilersparnis die Gerichtsschreibereien im- stände sind, die Urteile cbeiifallS binnen kürzester Zeit in Urschrift und Abschriften mittels Vervielfältigung auszufertigen, so daß sie beim Verküildigungstermin fertig vorliegen und uiiinitteibar darauf den Parteien zugestellt werden können. Eine ganz natürliche Erscheinwtg ist nach Ansicht der sich der Diktier- Maschinen bedienenden Richter die Verbesserung des sogenannten Juristendeutsches, da Perrodensätze beim Schreiben öfter vorkommen, wie beim Diktat. Sobald erst gerichtlich aufgestellte Statrstiken über die Vorteile der Benutzung von Dlktiermaschinen im Eerichtsweseir vorliegen, dürfte unstreitig der Frage näher getreten werden, Diktier- Maschinen bei den Gerichten allgemein einzuführen. Verloren. Ein Portcmoimaie mit Ring E. S. gezeichnei und Inhalt ist verloren worden. Gegen Belohnung abzugeben bei Kloß, Neukölln, Reinholdstraße 15 III.— In der Plantagcnstvaße 5 ist ein Trauring verloren gegangen. Ter Finder wird um Abgabe gebeten an Wilh. Nüske, Prinz-Eugerrstraße 18 III. Tie Arbcitcrbildnngsschulc beging am Sonntag ihr 23. Slif- tungsfest durch die Veranstaltuilg eines„Hans-Sachs-AbendS") Eduard Bernstein führte in dem EinleitMtgsvortrag die aufmert- samcn Hörer um etwa 31- Jahrhundert zurück, iir die Zeit, in der Nürnberg als bedeutender Handelsplatz zu hoher Kultur ge- langt war, um dann überzugeben zu einer Schilderung des Lebens und der Bedeutung des Dichters Hans Sachs. Die künstlerischen Darbietungen, die folgten, waren der Zeit des Dichters streng angepaßt. Lieder zur Laute, wie die Hans Sachsschcn Fastnachtsspiele:„Das heiße Eisen",„Der tote Mann" und„Das döse Weib" ließen erkennen, welcher Scheint in dem Dichter steckte, aber airch welche Rolle in der damaligen Zeit die soviel besungene Frau spielte. Vielleicht war es zu reichlich, lediglich die Ueberlegenheit des Mannes über die Frau aus den Dicktungen Hans Sachs zu deir Hörern spreche« zu lassen, denn Hans Sachs konnte auch anders. Aber immerhin verstanden es die Darsteller, den Zuhörern den Dichter Hans Sachs näher zu bringen und ihnen einige froh« genußreiche Stunden zu bereiten. Kleine Nachrichten. In einem Hotel in der Elisabethstraße wurde gestern ein Mädchen, das dort abgestiegen loar, vergiftet aufgefunden. — Zwei große WobnungSeinbrüche bescbäftigen die Kriminalpolizei. In der Joüystraße 3 stalteten Klingelfahrer der Wohnung des Kaufmanns Lachctzki im ersten Stock des Vorderhauses einen Besuch ab, während diese am Nachmittag kurze Zeit unbeaufsichtigt war, und stahlen außer 500 M. barem Geld, für ungefähr 1500 M. chmuck- und Wertsache», darunter ein Brillantkollier, das allein' 800 M. wert ist.— Für über 1000 M. Silberzeug, das meistenteils C. C. gezeichnet ist, sowie Betten und Kleidungsstücke erbeuteten Diebe in der Wohnung des Kaufmanns Cohn in der Naupach- straße 13._ Vorortnachrichten. Charlottenburg. Eine Ncueinteiluug der städtischen Wahlbezirke bezweckt ein sozialdemokratischer Antrag, mit dem sich die nächste Stadt- verordnetenversammlung am Mittwoch, den 21. Januar, nach- mittags 6 Uhr, zu beschäftigen haben wird. Dieser Antrag lautet: 1. Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, biZ zu den nächsten Stadtverordnetenergänzungswahlen eine den veränderten Bevölkerungsvcrhältnissen entsprechende BczirkSeinteilnng vorzunehmen.— Ein zweiter Antrag unserer Genossen fordert:„Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, in Gemeinschaft mit dem Magistrat bei beiden Häusem des Landtags um Einführung'der geheime« Stimmabgabe bei den Stadtverordneten- Wahlen und UM Beseitigung d c ö H a u s'b e s i tz e r- Privilegs zu Petitionieren". Ein Nachweis für weibliches kausmäuuifches Personal ist der Frauenableilung Osten des städliichen Arbeitsnachweises CKorlotten- bürg, Augsburger Strohe 13, angegliedert. Die Anmeldung offener Stellen kann werktäglich in den Stunden von 9-�12 und 3—7 Uhr, Sonnabends von 8—3 Uhr, mündlich, schriftlich oder durch Fern- sprecher, Lmt Lützow 8832 und 8810. erfolgen. Der Nachweis erfolgt vollkommen kostenlos. Neukölln. Die Wahlen zum ÄaufmannSgrricht der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeisitzer finden für Neukölln am Sonntag, den 1. März, von 12�-3 Uhr nachmittags siqtt. Wahlberechtigt ist als Arbeitnehmer jeder über 25 Jahre alte am Orte beschäftigte Handlungsgehilfe, sofern sein Einkommen 5000 M. nicht übersteigt. Wahlberechtigt ist als Arbeitgeber jeder über 25 Jahre alte Kauf- mann, der im Stadtbezirke Neukölln seine Handelsniederlassung hat und mindestens einen Angestellteil daS ganze Jahr hindurch resp. zu gewissen Zeiten deS Jahres beschäftigt. Es werden vom Magistrat besondere Wählerlisten aufgestellt, die vom Dieustag, den 20., b i S z u m D i e n s t a g, den 2'7. Januar, wochenläglich von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags im alten' NathauS- gedäube Erkstr. 23/ Erdgeschoß, Zimmer 157 zur Einsicht ausliegen. Wer nicht in der Wählerliste steht, v.erliert sein Wahlrecht! Daher versäume niemand. Einsicht in die Wählerliste zu nehmen und falls er nicht eingetragen, sofort die Eintragung beim Magistrat zu beankragen. Am Mittwoch, den 21. Januar, finden bei. Bartsch. Hermann- straße 19, hie L i ch t d i l d e r V o r t r ä g e für die Kinder statt. An- fang 5 Uhr. Eintritt für Kinder 10 Pf. und Erwachsene 2V Pf. Billetts sind zu haben im Bureau des WahlvereinS Neckarstr. 3, in der Spedition Rohr, Siegfriedstr. 28/29, im Restaurant Bartsch, Hermannslr. 19 und bei der Genossin Lieisch, Wildenbrnchstr. 80. Adlershof. Aus der Gemeindevertretung. Die Abrechnung des ersten und zweiten Erweiterungsbaues der 2. Gemeindeschule zeigt folgendes Bild. Die reinen Baukosten deS ersten Erweiterungsbaues betragen 203 258,71 M.; veranschlagt waren 205 000 M. Durch nicht im Voranschlag vorgesehene Nebenarbeiten stellen sich die Gesanukosten des.Baues auf 305.051.30 M. Die aufgenommene Anlelhe von 235 085 M. ist mithin um 18 850,30 M. überschritten worden. Ter zweite ErweiterungSban kostet insgesamt 200 773,85 M. Die auf- genommene Anleihe betrug 221 555 M.. so daß hier 20 781,05 M. übrigblieben t von dieser Summe soll die Mehrausgabe beini ersten Erweiterungsbau bestritten werden. Die neue Fcueralarinanlage wurde abgenommen. Von unseren Genossen wurde bei dieier Getcgenbeit nochmals darauf gedrängt, daß noch mindestens die Wohnungen von 10 Feuerwehrleuten an das Wcckeriystem so bald als möglich angeschlossen werden. Dem illgte der Bürgermeister zu. Von der Köoenicker städtischen Straßenbahn lag ein Antrag vor, die HäUcstelle„Amtsbiireou" aufzuheben. da dieses Bureau verlegt worden ist. Die Genossen Büttner und Zabel plädierten dafür, daß die Haltestelle nach der Metzer Stiaße verlegt und die an der Friedenstraße— unter Borbehalt— aufgehoben wird. Damit würde einem schnelleren Verkehr gedient und dein Wunsche Köpenicks Rechnung getragen sein. Mit 8 gegen 7 Summeu wurde der Antrag Köpenicks und der unserer Genossen abgelehnt. Ebenso wurde der Antrag der Köpenickcr Straßenbahn auf Erhöhung der Preise für die MonalS-, Wochen- und Schüler- fahrkarten abaelehnt. Eine rege Debatte entstand bei dem Punkt �Ausbau der höheren Schule". Nach einem Vorschlage des Kuratoriums sW'Pie Schule zum I, April cht I. die Untrrlerria und zum I.April 1915 eine Obertertia erhallen. Die Mebrtosten belaufen sich auf etwa 3000 M. Von den bürgerlichen Vertretern wurde die höhere Schule als einzigste WerbuttgSanlage am Ort bezeichnet, durch welche bessere Steuerkräite hcrangezogeu würden. Unsere Genossen wider- sprachen dem. Genosse Zabel meinte, die höhere Schule belaste sie Gemeinde derart, daß die Werbekrafl mit den Lasten in keinem Ver- hälmis stehe. Im Jahre 1913 habe diese Schule einen Zuschuß von 41 000 M. bei einer Schülerzahl von 180 gelostet. Aus den Kopf nmgerechnet bedeute es, daß jeder Sdiüter bezw. Schülerin der Gemeinde mehr als 227 M. koste. Werde die schule ausgebaut, io würden die Kosten noch steigen und diese Ausnahmestellung einer kleinen Gruppe der Bevölkerung auf Kosten der Allgemeinheit lehne er und seine Ge- Nossen ab Der Antrag des Kuratoriums wurde gegen 5 Stimmen angenommen. Bei den Eratberaiungen wird es sich zeigen, ob die bürgerliche Mehrheit für die Volksschulen ebenso warm eintreten, al! es bei der höheren Schule der Fall war. Als ein„Gegenstück" kann der Antrag des Gemeindevorstandes,„Erhöhung des Fremden- schulgeldes" bezeichnet werden. Im Adlershof wird zurzeit für die- jenige» Kinder, deren Eltern nicht im Orte wohnen, für den Besuch der'Gemeindeichule ein Schulgeld von 21 M. pro Jahr erhoben. Der Gemeindevorstaiid schlug vor. dieses Schulgeld auf 36 M. zu erhöheu. Der Bürgermeister begründete den Antrag damit, daß Adlershos lein Geld habe, ganze 550 M. würde» pro Jahr mehr cinkommen, ivenn das Schulgeld wie vorgeschlagen erhöht würde. Geradezu komisch berührte es als der Bürgernrnsier sagte, und mir dieser Summe muß ich rechnen bei der-Ausstellung des Etats". Genosse Zabel wies den Bürgermeister daraus hin, daß bei dem vorangegangenen Punkt S0Ö0 M„ die für die höhere Schule benötigt werden, für den Etat keine Rolle spielen, aber ohne die 550 M., welche teilweise von den Aermsten der Armen kommen, könne der Etat nicht balanciert werden, Eine derartige Maßnahme müsse als ein Schlag gegen die Gemeindeschulen angesehen werden. Aber alles Rede« unserer Genossen half nichts. Die Mehrheit einigte sich auf einen Vermittelungsvorschlag deS Schöffen Mendelssohn, das Fremdenschulgeld auf jährlich 30 M. zu erhöhen. Gegen die Stimmen miserer Genossen wurde dieser Antrag angenommen. Der Bürgermeister gab»och bekannt, daß nach dem Beschluß vom 8. Dezember an Arbeitslose insgesamt 1300 M. für zinslose Darlehen ausgegeben wurden. Die Angelegenheit betreffend den Bau der Gemeindeturnhalle wurde nochmals vertagt: unsere Genossen ersuchten um Kenntnisnahme des mit der Regierung ge- pflogenen Schriftwechsels. Kaplsdorf. Tie Grmeiudcvertretersitzung stimmte dem Erlaß eines Nach- träges zum Ortsstatut über die Erhebung der durch Neuanlaga von Bürgersieigen entstehclidcn Kosten zu. Alsdann gab der stell- vertreten!« Gemeindevorsteher vekannt, daß der-(Schöffe, Herr «schulze, wegen Krankheit sämtliche Gemeiitdeämtcr niederlegt. Die Neuwahl oines Schöffen findet am Montag, den 20. d. M., statt. An Stelle des Herrn schulze, als Vorsitzender der Grunderwerbs- und Armenkommission, wurde vis 31. März Herr Toß gewählt und als Mitglied in die� Grnnderwerbskommission Genosie Sehfert aus die gleiche Dauer.— Unter Verschiedenem wurde beschlossen, eine Petition au den Landtag zu senden, worin dieser ersucht wird, bei Beratung des neuen Kommunalabgabengesetzes den g 25 in feiner jetzigen Form bestehen zu lassen. Die neue Fassung «stattet, daß Grundstücke, die dauernd chand- oder forstwirtschaftlich betrieben werde», statt nach ihrem. gemeinen, d. h. derzeitigen Kaüfwert, nach dem 25fctchcrt Ertragswert besteuert werden. Wird dieser /Paragraph Gesetz, so ist zu befürchten, daß u. a. die Riesel- guter der Stadt Berlin, sowie andere große Landsirecken, die setzt Steuern nach dem gemeinen Wert ausbringen, als große Steuerzahler ausfallen und die Gemeinde dadurch leicht in Ver- legeuheit kommen kann, den minder stcuerkräftigcn Elementen erhöhte Lasten aufzubürden.— Unsere Genosse» machten noch daraus aufmerksam, daß unter den Schulkindern der sogen. Ziegenpeter grassiert, sie ersuchten den ciK'meindcgorstand, mit dem Schularzt deswegen in- Verbindung zu treten._________[ KtzvantworMcher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Oranienburg. � Tw Gemeindeeinkomtnenstcucr von 180 auf 180 Prozent er- höht» das ist das Resultat unserer Kinanzwirtschast. So bietet denn auch der Etat für 1911 für die werktätige Bevölkerung kein erfreukiwes Bild. Der Etat schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 021 000 M. Tie Einnahmen stellen sich u. a. wie folgt zu. fmnnten: Es sind vorgesehen: Aus Grundbesitz und den Gerecht- samen der Stadt 13 673 M., während im Vorjahre für den gleichen Posten 30 803,50 M. eingesetzt waren; aus Kapitalvermögen 10 370,32 M.; Armenverwaltung 1167,61 M.(im Borjahre 1167,61 Mark); Kronkenhausverwaltung 21120 M.; Z riedho fsve rwal tun g 1000 M.: an Beiträgen, Gebühren, Polizeistrafgeldern us>». 7211,62 M.(8410,12 Tl.); G-meindeabgaben 190 534,98 M. 1434 275 M.). An Ausgaben sind n. a. vorgesehen: Gemeindeverwaltung 94 316 M. 1,86 366 M.»i Schuldenverwaltung 123 902,41 M. (136 578,17 M.)z Schulverwaltung 197 350 M.(125 960 M.);. Armeiwerwaltung 26 910 M.(22 380 M.); Krankenhansverwaltung 29 691,40 M.(27 856 Tl.); Polizeivcrwaltung 31159 M. 130 647,50 Tlattj; Straßenbeleuchtung 17 000 M.(16 500 M.); für Grundstücke und Gerechtsame der Stadt 39 508 M.(39 221 M.); für kirchliche Zwecke und Gemeindediakonie 1800,88 M.(1624,88 Tl.); Kreis stener 45 000 M.(43 300 M.).— In der Kommissionsberatung des Etats sowie auch bei der zweiten Lesung werden unsere Gerrosseii nicht versäumen, im Interesse der besitzlose» Bevölkerung alle Mittel anzuwenden, um zu verhüten, daß auch bei dieser neuen Steuercrhöhung die Hauptlast wiederum aus dieicuigen abgewälzt wird, die heute schön unter der vestehenden Wirtschaftsordnung am meisten zu tragen haben. Vor allen Tingen wird es sich unsere Fraktion angelegen sein lassen, die bei dem letzten Stadtverordnetenwahlkampf so stark im Vordergrund getretene Steuerstaffelung durchzudrücken. Daher mag den bürgerliche» Ver- tretern heute schon das Versprechen ins Gedächtnis zurückgerufen werden, das sie den Wählern im letzten Wohlkampf mit folgenden Worten gaben:„Unsere Kandidaten haben als ihre wichtigste Auf- gäbe eine V.c r m i ade r u n g der hohen Steuerlasten ins Auge gefaßt. Je höher die Steuern, je geringer der Zuzug. Haben wir erst 180 und 200 Proz. Geincindeitenerzuschlag, so hört überhaupt jeder Zuzug und damit der Geschäftsverkehr auf. Wir sehen enzen Ausweg ebenfalls nur in einem Staffeltarif, wie er bereits m 81 preußischen Etemeindcn eingeführt ist. Wir gehen hier nach dem. Grundsatz,- d, a ß � die stärkste n Schulter n e b e i> a u ch am st ä r k st en belastet w e r d e n. k ö ii n e n." — Schon. in den kommenden Tagen wird es sich zeigen, ob es leere Worte waren oder ob auch unsere bürgerlichen Vertreter diesmal den Worten die Tat folgen lassen werden. Potsdam. Von der gewerbliche» Pflichtfortbildungöschnlc. Tie Stadt- verordnelensitzung hatte durch Beiedluß vom 13. Juni 1913 einem Nachtrag zum Ortsstätut der gewerblicken FortbildungSichule nur unier der Bedingung zugestimmt, daß der§ 1 den Znsatz erhalte, daß Lehrlinge, deren Wohnung und gelegentliche Arbeitsstätte mehr als 8 Kilometer von einander entfernt sind, während der Dauer dieses ZustandeS vom Schulbesuch befreit sind. Dieser Zusatz wurde vom Bezirksausschuß nicht genehmigt, weit dadurch die Enticheidung über den Dispens allein ,in das Ermesse» des Arbeitgebers gestelli sei. Die Stadtverordneten gaben sich seinerzeit mit diesem abschlägigen Bescheide nickt zufrieden, sondern wählten eine besondere Kommissio», die sich nochmals mit dieser Sache befaßte. Schließlich wandte man sich an das Kuratorium mit dem Ersuchen, entweder den Zusatz aufrechtzuethatlcn oder denselben dabin abzuändern, daß der Arbeitgeber dem Kuratorium durch Postkarte Mitteilung machen müsse, daß die Voraussetzungen bezüg- sich der 8 Kilometer eingetreten seien und der Schüler die Schule nicht Besuchen könne. Das Kuratorium hat jedoch dieses Ansinnen der Stadtverordneten abgelehnt, aber iir Aussicht gestellt. in weitgehendstem Maße Dispens zu erteilen. Wenn auch die Stadtverordnetetl in ihrer Sitzung über den abschlägigen Bescheid grollten, so sahen sie sich doch genötigt, auch ohne diesen Zusatz den Nachtrag zu. genehmigen. Do die Arbeitgeber in den meistett Fällen die Lehrlinge nach Möglichkeit auszunutzen suchen, wäre wobl mancher Unfug mir dieser Bestimmung getrieben worden. Auch ist das Bestrebe» im Gange, den Sonntagsunterricht an Stelle des Wocheniagsuntemchts nach Möglichkeit wieder einzuführen. Von den Innungen find entsprechende Ersuchen an den Bezirksausschuß eingereicht, welche vom Magistrat befürwortet worden find. Seitens des Schulleiters ist jedoch gegen das Verlangen der Innungen Ein- spruch erhoben worden.__ Einsichtnahme in die Gemeindewählerliste. Mahlsdorf a. d. Ostbuhn. Vom 17. Januar bis 1. Februar während der Dienststunden werktags von 8—3 Uhr und an den Sonntagen von 11—12 Uhr, im Ratbause, Zimmer 3. Außerdem kann in folgenden Lokalen Einsicht in die Liste genommen werden: E. Sanders. Bahnhofstraße: Fr. Müller, Berliner Straße: K. Linke. Gtunowstraße; Mader. Köpenicker Allee. Da allem Anschein nach viele Wähler nur mit dem von ihnen gezahlten statt mit den, ver- anlagten Steuersatz eingetragen sind, so ist eine genaue Kontrolle der Wählerlisten dringend notwendig. Scheickendorf. Im Gemeindebureau während der Diensssinnden. Ferner beim Gastwirt Otto Paetsch sowie den Genossen Wilh. Petzold und C. Wilh. Oestreich._ Sitznngs tage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Pankow, Heute Dienstag, nechnlittagS 5 Uhr. im Ralhause. Nieder Schonhause». Heute Dienstag, den 20. Januar, nachmittags ö Uhr, im Ralhause. Wilmersdorf. Am Mittwoch, den 21. Januar, nachmittags<3 Uhr, in der Aula der Viltoria-Luisenschixle. In öjfentlichec Sitzung: Tages- ordnung u. a. Petition des Vereins der Lebmmnen von Berlin-Wilniers. dorf und llmgebüng um Maßnadmcii gegen die Mißstände in de» Jugend- Vorstellungen der blenden Lichl'piellhealer. B-schluhsassung iiber den An- trag aus Bereitstellung von Rranlenbetten innerhalb der Stadt. Lichieuberg. Donnerstag, de» 22. d. M., abends ö Uhr, im Rat. haus, Möllcndorsftraße. Diese Sitzungen sind öfscinlich. Jeder Eemeiadcangehörigc ist de- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnr». Mus aller Welt. Mittelalterlicher Spuk. Die russischen Freunde der preußischen Junker sind vor kurzem in P o l t a w a zu einer Gouvernements-Adelsversammluiig zu- sammeilgekommen. Viele hohe Würdenträger verschönten die stark besuchte Tagung durch ihre Anwesenheit. Da es den russischen Junkern gleich ihren preußischen Betteln herzlich schlecht geht, wurde auf die Tagesordnung das hochaktuelle Thenia gesetzt: Die Ver- teidigung der Lebeusinteressen und Rechte des russischen Adels als des ersten Standes. Die Versammelten betonten einmütig, daß ungeachtet aller Be- giinstigungen seitens der Regierung der russische Adel zurückgeht, in mancher Hinsicht geradezu verkommt. Fortwährend büßt er im Reiche an Bedeutung undAnsehen ein und seine maierielleLageverschlech- tcre sich Immer mehr und mehr., Das ganze öffentliche, insbesondere das wirtschaftliche Leben des Landes nehme einen Charakter an, der den Lehensinteressen deS Adels direkt zuwiderläuft. Zu diesen bedauernswerten Erscheinungen gehöre vor allem die Eni- Wickelung von Jndustrie und Handel und ganz speziell der Ausbau des Eisenbahnnetzes. Das internationale Kapital gewinne im Reiche immer größere Ausbreitung und Mächt und der grundbesitzende Adel gerate in Abhängigkeit von ihm. Die Staatsgewalt fördere sogar diese für den Adel verderbenbringende Entwickelung und unterstütze die feindlichen Elemente durch uu- beschränke Kreditgewährung._________________ Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Alles dies müsse aufhören.' D e r Ei s e nb a h n b a u m2 ss e eingestellt oder auf ein gewisses Mimmum cingeschräntr werden, soweit es für strategische Zwecke notwendig sei. Die Zoll- Politik müsse einer weiteren Jndustrialtsierung des Landes entgegen- arbeiten, die Reichsbauk dürfe nur dem Adel Kredit gc- währen, lemeswegs aber Kausleuteu und Fabrikanten. Die gegen die Inden, Finnländer, Polen und andere„minderwertigen" Volks- stämme des Landes gerichteten Rechisbeschränkungen müssen unverzüglich erheblich verschärft und mit rücksichtslosester Strenge durchgeführt werden. Also man höre auf, Eisenbahucn zu bauen, man bekämpfe Industrie und Handel und zermalme jede lebendige Regung deS Volkes— auf andere Art ist der russische Adel nicht mehr zu retten! Wohl niemals hat ein ganzer Stand mit solcher Schärfe und Klar- heit über sich selbst das Todesurteil ausgesprochen! Der Hauptmann als Lebensretter. Eine heldenmütige Rettung dreier Mensche» vollführte am Sonntag ein Hauptmann v. Grone in Riddagshausen bei Braunschweig. Auf einer abgeeisten Stelle eines Teiches brach ein zwölfjähriger Knabe ein, den der Hauptmann unter großen Anstrengungen ans Land brachte. Unmittelbar darauf ver- sank an einer anderen Stelle Desselben TeickeS ein 13 j ä h r i g e s M ä d ch e ii, welchem Hauplmami v. Grone ebenfalls sofvrt zu Hilfe eilte. Er selbst und ein älterer Herr, der sich am ReltungS- werk beteiligte, brachen zunächst gleichfalls ein. Es ge- lang dann aber Hauptmann V.Grone, zuerst den älteren Herrn zu retten und darauf d a s K i n d au Land zubringen. Gänzlich ermattet, mußte der Hauptmann mit fremder Hilfe in ein Privathaus gebracht werden, von wo aus er mittels Automobils in seine Wohnung nach Braunschweig übergeführt wurde. Kleine Notizen. Drei Menschen ertrunken. Aus einem Weiher bei Gladbach brachen gestern die beiden 12- und ILsährigen Söhne des Schmiede- meisterS Fink- Gladbach b e hm Schlittschuhlausen auf dem Eise ein und ertranken. Bei dem Versuch,.sie zu retten, geriet auch ein 17jShriger junger Mann namens Schlemmer uirter daS Eis und erlrank. Vergebliche Suche uach dem gesmikcneu llutersceboot. Die Ver- suche, das gesunkene englische Unterseeboot A. 7 aufzufinden, wurden am Sonntag ohne Erfolg fortgesetzt. Mau glaubt, daß das Boot durch die Meeresströmung fortgeschwemmt worden ist. Ein tödlicher Unfall. Als am Sonnabendabend der Oberss- leutnant v. Gottberg vom 9. lothringischen Infanterieregiment Nr. 173 in St. A v o l d mit geladenem Gewehr über einen Graben springen wollte, entlud sich die Waffe. Die Schrotladung drang dem jungen Leutnant Falsche in den Kopf und führte seinen sofortigen Tod herbei. Grossfeucr in Mittwcida. Am Sonntagabend gegen 10 Uhr brach, am Markt in M i t t w e i d a ein Großfeuer aus, das in kurzer Zeit zwölf Häuser vernichtete 32 Familien sind obdachlos geworden. Ein weiteres Umsichgreifen des Feuer» konnte nur mit großer Mühe verhindert werden. Irauen-Lefeabenöe. Potsdam. Heute, Dienstagabend 8'ls Uhr bei Hausmann. Adlershof. Mittwoch, den 2l. Januar, abends 8>(, Uhr, Bismarck- straße 31. Bortrag der Genossin Siedel-Neulölln. Jugeudvcrauttaltttng««. Pankow— Schönhaofeu. Mittwoch Mädchcnabeiid: Donnerstag Diskutierabend: Freitag, den 23. d. M., Vortrag deS Herrn Ingemenr Meitzner über„Das alte Testament". tzlm Montag, den 26. Januar, abends 8 Uhr, beginnt der Stenographie« kursuS für Jugendliche. Monatlich 10 Ps. und Material, Arbeiter- Abftincuieu- Bund. Ortsgruppe Berlin- West. Morgen Mittwoch, abends 8>.l Uhr, Versammlung im Volkshaas Cimr- lottenburg. Rojincnflt. 3. Vortrag. Diskussion. Jahresbericht. Gäste willkommen._ öriefkaften üe? Reüaktion. Tie juristische Sprechstunde findet bis auf weiteres von 7—0 Uhr abends statt. Sonnabends Sprechstunde von i'/.—G Uhr nachmittags. (£. I., Taucha. 1. Sie tonnen hier dienen, sind dazu jedoch nicht vecpiiichtct. 2. Von der MUitärpslicht ui Oesterreich sind Sic dadurch nickt entbunden, 3. Die deutsche Rcichsangchörigkcit erwerben Sie lediglich durch die Ableistung deS militärischen Dienstes nicht. ES muß ein besonpercr Antrag uns Naturalisation gestellt werden, welchem � auch, sosern Sie mindestens ein Jahr allio gedient dabcn. entsvrochen werden muß. — C. L- ÄV.!■ Taus- oder Konsirmatioiisichem 2. Religionslos. — 110. G. Ja.— B. 100. 1. Sic müssen die Ehefrau noch. mal- oerklagen. 2. Rechtsanwälte Behnle. Fleischer, Gebauer, Hasse, ptopicki. Maschkc, Niwolinski, Dr. Bogel. Dr. Wein.— St. St. Nein. — Setz. SlO. Kapitel 7a, Titel 17a des Etats des Rcichsaints des Innern. — AK. B. 00. 1. Sie haben Anspruch aus WilwcnreMc. Stellen Sie einen entsprechenden Antrag an daS BersichcrungsanU,'Am Köllnischcir Park 3. 2 Nein—«. H.»00. Nein.— Gh. R. W. 1. Ja. 2. DaS mühen wir Ihne» überlassen.— Zt.-Z. 100. 1. bis 4. Sofern der Verein weiter besieht und eine Besllmmung im Statut das Verhalten des Kassierers nicht rechtfertigt, müßten sämtliche Mitglieder des Vereins. iosern nickt die Forderung an emen abgetreten wird, beim Amtsgericht klagen. Vir raten jedoch zu einer gütlichen Einigung.— Schwarz. Ja. — R. U. 100. Läßt sich leider nicht seststelle».— P. 1414. t.-Rein. 2. Ja. 3. Durch die zuständige Berussorgmiisatton.— Schweiz 100. Sozialdemolratischc LandeSorganhatton der mternaiionalen Arbeitervereine in der Schweiz, Zürich. Remnarlt 5. Dort erfahren Sie näheres.,— G. U. 4011. 1. Wir kennen die Gelellichast nicht. Lei privaten Versichc« rungSinstituten ist Vorsicht immer geboten. 2. Ja.— K. F. 28. Bei einer regelmäßigen Geburt für die Dauer bis 12 Stunden 7,50 M. bis 30 M Für jede folgende Stunde 0,50 bis 2 M.— P. 30. Königl. Charitö, Berlin. Schumannstraße.— G. G. 4« Berlin, Blücherstr. 32.— Atr. 100». 2 071257 Einwohner. Marktprelie von Berlin am 17. Januar 1014, nach Ermittelungen des tgl. VolizeidräsidiumS. Mais(mired), gute Sorte 16,00—17,00, Doiiau 16,00—16,30. Mais(runder), gute Sorte 14,90— 13,30. Richtstroh 5,50. Heu 6,80—8,40. Marilhallenvreis«. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Svelsebobiien. weiße 35,00— 60,00. Linien 36,00—80,00. Kartohein(KIcmhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule t.60— 2.40. Rmdstciich, Lauch fleisch 1,88-.1,80. Schweineidäsch 1,40—2,00. Kalbileilch 1,40— 2,40. Hammel iieiich 1,50— 2,40. Lutter 2,40—8,00. 60 Stück Eier 4,80— 7,20. 1 Kilogramm Karpscn 1,20—2,40. Aale 1.60—3,20. Zander 1,40-3,20. Hechle 1,40—3,00. Barsch- 1,20—2,40. Schleie 1,60—3,30. Bleie 0.80—1,60. 60 Stück Krebie 3,00—21,00. Wttierungsuvcrsichl vom 19. Januar 1914. Wetterprognoie für TieuStag, de» 39. Januar 1914- Zeitweise nebeliges, vicliach heiteres Frojiwcllcr mit mäßige» östlichen Winden, leine wesentliche» Niederschläge. Berliner Wette r b u r e a u. iüchdruckNlei u. VerlagsaustältHmkl Singer� U BecIstTSW. Dienstag. 20. AannartM. -♦ Reichstag. 194. Sitzung. Montag, den 19. Januar 1914, nachmittags 2 Uhr. Stm Bundesratstisch: Dr. Delbrück. Die zweite Beratung des Etats des ReichSamtS des Inner» wird fortgesetzt. In einer Geschästsordnungsdebattc verlangen die Abgeordneten Bassermann. Gröber und S ch e i d e in a n n Aufhebung des Beschlusses, wonach die Debatte über den Etat nach b e- stimmten Materien vor sich gehen soll. Der Beschlutz wird aufgehoben. Abg. Maher-Kaufbeurcn(Z.): Die deutsche Volkswirtschaft steht im neuen Jahre vor einer Senkung der Wirtschaftskurvc. Das beweisen am besten die sinkenden Einnahmen aus dem Eisenbahngüterverkehr. Dies« Depression ist keineswegs aus die Balkanwirren und die daraus folgende Versteifung des Geldmarktes allein zurückzuführen. Die Krise ist i n t e r n a t i o n a l, sie beruht zu einem sehr grotzen Teil auf einer Neberproduktion des Weltmarktes und es lätzt sich nicht voraussehen, wie lange diese Weltwirtschaftskrise anhalten wird. Von der Erholung des Geldmarktes erhofft man eine baldige Gesundung. AVer von der Erholung des Geld- Marktes ist heute ein viel grötzerer Schritt bis zur Erholung des Kapitalmarktes als früher. Die Gesundung wird gefährdet durch die« i n t f l u t von Ä o m m u n a l a ir l c i h e n, die den Markt in Anspruch nehmen; in der letzten Zeit betragen sie mindestens eine Millarde Mark, wovon die Hälfte schon genehmigt ist. Es ist aber nicht zu billigen, datz der Geldmarkt vielfach für Bergnügungs- und Luxusbauten in Anspruch genommen wird und die zuständigen Ministerien sollten bei der Genehmigung den Blick stets auf das große Ganze gerichtet halten. Dasselbe gilt auch von den Auslandsanleihen, von denen weitere in dieser Zeit nicht zugelassen werden sollten.— In unserem Auslands Handel sind starke Verschiebungen eingetreten, die Einfuhr von Rohstoffen und Nahrungs- mittel» hat sich vermindert, die Ausfuhr von Fertigfabrikanten vermehrt. Infolge dessen ist im Jahre 1913 zum erstenmal seit Bestehen des Reiches unsere Zahlungs- und Handels- bilanz aktiv gewesen. Wir verdanken das unserer Landwirt- schaft, die dafür gesorgt hat. datz unser Liehstand sich erheblich vermehrt hat. Die Theorie vom Niedergang der Viehzucht zufolge der Handelsverträge und unserer Wirtschafts- politil ist dadurch schlagend widerlegt, ebenso die Theorie der beständig steigenden Fleischpreise; die Schlachtvieh- preise für Schweine sind so gesunken, datz die Züchter kaum noch b e st e h e n können. Ebenso unrichtig ist die Behauptung, datz die Getrcidepreisc um den Zollsatz höher sind als auf dem'Wellmarkt. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Hemmend auf die Aussuhr unserer Ferligindustrie wirkt die Preispolitik unserer R o h sto f fv e rb ä n d c. Das Kohlensyndikat hat eS zuwege ge- bracht, datz wir in Deutschland die höchsten Kohle»preise in der ganzen Welt haben.(Hört I hört l)«o wenig die preutzische Regierung hier helfend eingegriffen hat, so wenig hat sie es verstanden, trotz ihres grotzen Schienenbedarfes Bresche in dw Preispolitik des iutcr- nationalen Stahlwerks- und Schienen verbau des zu legen. Der Staat mutz ein A u f s i ch t s r e ch t über die Kartelle und Trusts erhalten. Die Tendenz freilich, die bei der Regierung vorhanden zu sein scheint, zu Staatsmonopolcn überzugehen. halten wir für sehr bedenklich, nun und nimmer werden wir solche stark sozialistischen Experimente mitmachen�(Zuftiinmung im Zentrum.) Der Staatsbankrott in Mexiko zieht uns sehr in Mitleidenschaft, denn vor einem Jahre wurde. der drohende Staats- bankrott hauptsächlich mit deutschem Geldc abgewehrt. Was gedenkt die Reichsregierung zum Schutze der geschädigten deutschen Interessen zu tun? Ist es wahr, datz Besprechungen zwischen den Grotzmächten stattgesunden haben, und datz Deutschland sich an die Spitze dieser Altion stellen will?— Eine sehr wichtige Aufgabe ist die Vorbereitung der neuen Handelsverträge. Hierbei mutz über alle Sonderinteressen die Wohlfahrt des Ganzen gestellt werden. (Bravo! im Zentrum.) Abg. Keinath(natl.): Die Lage unseres Geldmarktes hat sich verbessert. Die An- gewöhnung des Publikums an das Papier wird hoffentlich weiter zunehmen. Beitragen dazu würde die Beseitigung des Scheckstempels. (Sehr richtig! links. j Die K a l i i n d u st r i c leidet infolge der ge- wältigen Ueberproduktion, die das Kaligcsctz nicht verhindern konnte, — Die Auswüchse der Kartelle bedauern auch wir, aber man darf auch nicht verkennen, datz diese grötzere Organisation der Unternehmer in der heutigen Zeit eine Notwendigkeit ist und datz sie eine gewisse Stetigkeit der Produltion gewährleisten. Gegenüber Auswüchsen, wie in Amerika, haben wir bei uns eine er- beblich stärkere Staatsgewalt. Um dem Eindringen amerikanischer Trusts entgegenzutreten, werden wir auch vor der Verstaat- lichung einer Industrie nicht zurückschrecken. Unsere chemische Industrie findet zu 80 Proz. Absatz im Auslände. Schlietz- lich will ich auch nicht vergessen, zu erwähnen, datz an dem grotzen Aufschwung der Jndustie auch die deutsche Arbeiterschaft ihren Anteil hat. Ein Stück Verdienst an der besseren Organi- sationSfähigkcit unserer Arbeiter trägt zweifellos auch die allgemeine Wehrpflicht.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der deutschen Sozialpolitik spricht man neuerdings eine entnervende Wirkung zu. Das kann ich nicht anerkennen. Ein Gegenbeweis ist ihre vorbildliche Wirkung auf das Ausland. Zweifellas hat sie auch wirt- schaftliche Vorteile gebracht, z. B. eine Entlastung des Armen- Wesens, eine Eindämmung der Volkskrankheiten. Allerdings mutz Rücksicht genommen werden auf die LeistungS- fähigkeit des Gewerbes, auf die Expansionsfähigkeit unserer In- dustrie. Sonst hätte auch die Arbeiterschaft recht wenig Gewinn von einer zu sehr gesteigerten Sozialpolitik. Au der alten Forderung der Herabsetzung der Altersgrenze auf 63 Jahre halten wir fest. Auch ein bessererSäuglings schütz wäre dringend notwendig: die Witwen- und Waisenrenten sollten erhöht werden. Die Bcrhältniffc der Gehilfen der Rechtsanwälte und Notare und des Theaterpersonals bedürfen dringend der Auf- besserung.— Bei dem Eingreifen in grötzere Lohnbewegungen vernnssen wir eine grötzere Elastizität der Verwallung. Die Schuld liegt wohl an dem Mangel geschulten Personals. lSehr gul l links.) Heute findet man in solchen Fällen daher meist im Anfang zu langes Zögern und nackher nervöse II« b e�r h a st u n g.«Sehr richtig! links.» Immerhin haben wir in der Sozialpolitik auch einzelne er- sreuliche Fortschritte zn verzeichnen.Jch erinnere an den Entwurf über die Sonntagsruhe. Der Jugendpflege wird erfreulicherweise immer mehr Beachtung geschenkt. Ilm so bedauernswerter ist die Ablehnung der Förderung zur Vorbereitung der Olympischen Spiele. « Bravo! bei den Nationalliberalen.) Ferner wünschen wir ein besseres Eingreifen des Reiches in der Frage der WanderarbeitS- st S t t e n. die über das ganze Reich lückenlos ausgebreitet werden sollten. Auch gegen die Tuberkulose mutz das Reich einheitlicher und umsaff'ender vorgehen. Die Regelung deS E r b b a u- rechts ist ebenfalls dringend. Weiter wünschen wir eine reichS- gesetzliche Regelung des S u b m i s s i o n s w c s e n s. Das Zugabe- unwesen mutz energisch bekämpft werden. Die Landwirtschaft be- findet sich im allgemeinen jetzt in einer besseren Lage, ü, einer sehr ungünstigen aber befindet sich der deutsche Weinbau. Wir wünschen für ihn Aufwendung grötzerer Reichsmittet; aber auch die vorhandenen, z. B. der Äalifonds, sollten dem Weinbau nutzbar gemacht werden. Gegenüber den Ge- rüchlen, datz unsere Partei nicht zuverlässig sei in bezug auf unsere Zollpolitik für die Landwirtschaft betone ich mit aller Entschiedenbeit, daft wir an den Richtlinien unserer nationalen Zoll- und Wirtschaftspolitik festhalten.(Bravo! rechts und im Zentrunl.) Bei der Behandlung auswärtigce Ausstellungen soll der Reickstag nicht immer vor vollendete Tatsachen gestellt werden, wie bei der in San Francisco; sondern so zeitig gefragt werden, datz seine Stellungnahme von Bedeutung ist. Der Giftmorddrozetz Hopf sollte dem Reicksamt des Innern Veranlassung geben, zu erwägen, ob das Publikum nicht besser vor der Gefahr durch Bazillenkulturen geschützt werden kann.(Zu- stimmung.) Abg. v. Graefe(k.): Meine politischen Freunde rusen keineswegs nach einem Schlutz der Sozialpolitik, wie der Abg. Schmidt vorgestern behauptete; aber die sozialpolitische Gesetzgebung ist nicht lediglich Arbeitergesetz- aebung, sondern mutz sich danach richten, welche BevölkcrungS- schichten zurzeit eines besonderen Schutzes bedürfen. Aber auch gegen eine Arbeiterschntzgesetzgebung sind wir nicht, nur gegen ein übertriebenes Tempo dieser GesetzeSmacherei. Der Abg. Schmidt sprach auch von dem Wohnungselend der Landarbeiter. Wer das tut, kennt die Verhältiiisse nicht; denn im allgemeinen wohnt der Landarbeiter besser, wie der industrielle Arbeiter in den Grotzslädten, wo die Herren Sozial- demokraten und ihre Nachbarn matzgebenden Einflutz haben. (Lebhaftes Sehr richtig! rechts.» Die Arbeiter sollten sich nicht immer auf die Gesetzgebimg verlassen, sondern aus eigener Kraft Mistände beseitigen. Wozu werden denn die ungeheuren Rapilalien in den Gewerkschaften angesammelt? L9,l0 M. zahlt der organisierte Arbeiter durchschnittlich an seine Gewerkschaft, und nnr 8 M. davon werden stic Unterstützungen ausgegeben: der englische Arbeiter zahlt allerdings 33 M. an seine Gewerkschaft, davon werden aber 18 M. Unterstützungen verwendet. Der Vorwurf des Abg. Schmidt, seit 1833 sei für die Jugend nichts geschehen, ist ganz unberechtigt: bei der Jugend- fürsorge werden wir auch weiter das ReichSamt des Innern unterstützen. Allerdings darf man nicht jede B e- s ch ä s t l g u n g von Kindern in gleicher Weise einschätzen, ländliche Arbeit z. B, ist keineswegs in derselben Weise schädigend für Kinder wie Fabrikarbeit.— Der Abg. Schmidt verlangte vor- gestern für den Arbeiter das Reckt fich zu koalieren, wo er will, er verlangte für den Arbeiter das Recht der freien Persönlichkeit. In Konsequenz dieses Standpunktes müßten die Sozialdemokraten für den Schutz der Arbeitswilligen eintreten. l.Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Das Recht auf Organisation erkenne ich auch stir die Arbeiter natürlich an und begrütze daher die christlichen und nationalen Gewerkschaften, diese wirtschaftsstied- lichen Verbände. Angesichts des Tcrrorismus der Sozialdemokraten gehört oft ein großer Mut dazu, diesen Verbänden beizutreten.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Was die Organisalion der Land- arbeiter anbelangt, so traue ich niemand die Frivolität zu, absichtlich eine Mitzernle herbeizuführen, die nicht die Besitzenden. sondern die Arbeiter selbst treffen könnte. Aber die Gefahr eines solchen Slrciks liegt trotzdem immer vor— wenn man dem Land« arbeiter das Äoalilionsrecht gibt. Auch ist eine Koalition der Land- arbeiler gar nicht nötig, weil der Steigerung der industriellen Löhne die Erhöhung der Löhne der Landardeiter auf dem Lande aus dem Fuste folgt.(Lachen bei den Sozialdemotralen.» Wahre Not, datz Leute verhungern wie in den Städten, gibt eS auf dem Lande überhaupt nicht.«Sehr richlig! rechts.» Auf» schärfste verurteilen müssen wir aus jeden Fall die Mitzbräuche des Koalitionsrechts. Ick begrütze in dieser Beziehung die Einsetzung der Kam- misfton zur Prüfung dieser Fragen seitens der Naiionalliberaien, die allerdings recht langsam zu arbeiten scheint. Auch Herr R ö ch- ling hat ja im Abgeordnetenbaiis unter Zustimmung der National- liberalen einen besseren Schutz der Arbeitswilligen verlangt. Allerdings neigt er zu der Auffassung, datz die jetzigen Gesetze ausreichen. Ich bin kein Freund von Umwegen. Weny wir überzeugt sind, datz Schäden vorliegen, verbieten wir besser das, was verboten werden soll. Dies Herumkriechen mit Polizeivcrorimungen um das Ttreikpostrnstehen gefällt mir nicht, man sollte es einfach verbieten. Ich be- dauere die ablehnende Haltung der christlichen Gewerkschaften, zumal es gerade die christlichen Arbeiter sind, die am meisten unter dem Terrorismus der sozialdemokratischen Gewerkschaften leiden. Wir werden unentwegt, zielbeivutzt für die Beseitigung des KoalitionS- zwanges kämpfen. Damit glauben wir auch dem gewerblichen Mittelstand am besten zu dienen, der am stärksten unter dem Tcrrorismus der Arbeiter leidet. Die straffere Organisation der Handwerkerkreise begrüßen wir. gerade hier ist eine einheit- liche Organisation aller Gewerbe, wie sie der reichSdeulsche Mittelstandsverband darstellt, sehr nötig. Mit W a r e n h ä us e r n und Großbanken zusammen sollte sich der Mittelstand aller- dings nicht organifiercn! Da mit besserer Organisierung auch eine bessere Ausklärung Hand in Hand geht(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten», wird der Mittelstand dann erkennen, datz er seine wahren Freunde bei dm Liberalen nicht zu suchen hat. Die Sozialdemokraten sind ja nicht einmal platonische Freunde des Mittelstandes. Das haben die Ausführimgen des Abg. P e u s vom 25. November vorigen Jahres bewiesen. Er führte au§, datz die Konsumvereinsbäckerci in Desiau die Existenz von 30— 40 selb- ständigen Bäckermeistern ruiniert Hobe; das sei geschehen von'4000 Arbeiter- und Mittclstandssa.nilien. die durch die Konsumvereins- bäckerei den ungeheuren Vorteil einer ErwarniS von 40 000 M. jährlich, also pro Kopf im Durchschnitt 10 M. hätten. Die 10 M. im Jahre sind es dem Abg. Pens wert, daß 30 bis 40 selbständige Existenzen deshalb zugrunde gehen. Ja er sagte,„Es ist Wirtschaft- lich und sozial durchaus gar kein Unglück, wenn die armselige», durch und durch abhängigen, elenden wirtschaftlichen Existenzen deS sogenannten kleinen Mittelstandes verschwinden".»Hört! hört! rechts.) Das ist die sozialdemokratische Menschen- liebe.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das offene Bekenntnis zu dem Grundsatz„Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein". lErneuteS Gelächter bei den Sozial- demokraten.) Im Interesse der Erhaltung des Mittelstandes ist die Bekämpfung einer derartigen Gewaltspolitik der Konsumvereine eine überaus dringende Aufgabe der Regierung. Wir wünschen eine be- sonnene ausgleichende, den praktischen Verhältnissen gerecht werdende Sozialpolitik. �Bravo! rechts.) Abg. Pospiech(Pole): Nirgends in Deutschland wird die persönliche und bürgerliche Freiheit so mit Füßen getreten, wie in den o b e r s ch l e s i- t'chcn Bergbaubezirken gegenüber den polnischen Arbeitern. Auch außerhalb der Arbeitszeit müsse» die Leute ihr Fühlen und Denken dem ihrer Arbeitgeber anpassen. Es sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen polnische Arbeiter aus der Arbeit en t« lassen worden sind, weil sie sich sozialpolitisch betätigt haben oder nicht so bei der Reichstagswahl wählten wie der Kohlenbaron es will. Diese Leute mutzten ihr Anwesen verkaufen, weil sie in ihrer Heimat überhaupt leine Arbeit mehr fanden. »Hört! hört! bei den Polen und bei den Sozialdemokraten.) Das Bauernlegen durch Großgrundbesitzer ist gewiß schädlich; aber mcht minder schädlich, ja noch schädlicher ist das Bauernlegen durch die Industrie. Der Unternehmer erwirbt alle« Eigen- tum im ganzen Bezirk, der Arbeiter arbeitet nicht nur bei ihm, son- dern wohnt bei ibm, kauft alle feine Bedarfsartikel bei ihm und wird in jeder Weife von ihm abhängig. Dieser EntWickelung sollte der Reichskanzler durch eine feste und stetige Sozialpolitik ent« gegentreten.(Bravo! bei den Polen.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag 1 Uhr(vorher: Kurze Anfrage). Schlutz ß'/t Uhr.______ Mgeorönetetchaus. 6. Sitzung. Montag, den 19. Januar 1914» mittags 12 Uhr. Ain Ministertisch: v. S ch o r l e in e r. Zweite Lesung des LandwirtschastsetatS. Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte wird gegen die Linke und den Abg. v. Pappenheim(k.) einem Vorschlag de? Prä- sidenten zugestimmt, sämtliche BesoldungSfragen au» der Etatsberolung auszuscheiden und ans die Besoldungsvorlage zu verschieben.— Gegen die Linke und einen Teil de? Zentrums wird weiter beschlosien, die Frage der inneren Kolonisation zunächst au§ der Erörterung auszuscheiden. Abg. Goebel(Z.) wünscht bei den Einnahmen, datz die Erlaubnis zur Einfuhr russischer Schweine nach Oberschlesien verlängert werde. (Der Präsident mahnt den Redner, diese Sache später vorzubringen.) — Die Einnahmen werden bewilligt. Beim Titel„Ministergehalt" findet die allgemein« Besprechung statt. Abg. Dr. Busse(k.) wünscht höhere Dotierung des LandwirtschaftSratS, klagt über di« niedrigen Getreidepreise, die Viehseuchen und ersucht um stärkere Förderung der Viehzucht. Landlvirtschaftsministcr Dr. Frhr. v. Tchorlemer: Ich würde geWitz höhere Aufwendungen für den LandwirtschaftS» etat gern sehen. Es wird großer Anstrengungen bedürfen, die Land« Wirtschaft auf der jetzigen Höhe zu erhalten, namentlich, da die Er» höhungen der L ö h n e f ü r W a n d e r a r b e i t e r die Schwierig- leiten steigern. Rußland scheint durch polizeiliches Vorgehen die Kontrakte der Wanderarbeiter genau zu prüfen. Aber es ist wohl ausgeschlossen. datz Rußland die Grenzen für die Wanderarbeiter nach Deutschland sperren wird, da es nicht in der Lage ist, den Ileberslutz seiner Arbeiter bei sich völlig zu beschäftigen. Seine Wirtschaft ist dazu noch nicht genug entwickelt. Das infolge der Agitationen der grotzen SchiffährlSgesellschaflen in Oesterreich vorgelegte Gesetz be- absichtigt nicht nur de» auch von uns für gut gehaltenen Aus- Wandererschutz, sondern auch eine Beschränkung der Abwanderung. Die bereits eingeleiteten Verbandlungen mit der österreichischen Regierung geben die Aussicht, datz wir auch weiterhin den not- wendigen Zuzug von Wanderarbeiter it aus der Donaumonarchie erhalten werden. Immerhin müssen wir mit einem Rückgang des Zustroms von ausländischen Arbeitern rechnen. Umso mehr mutz man ans die Ansehung von Landarbeilern für die innere Kolonisation bestehen. Unsere Bemühungen für die Hebung der Viehzucht sind nicht erfolglos geblieben. Der Viehstand hat um 3.3 Proz. zugenommen. Trotz der Seuchen und der Dürre im Jahre, 1911 ist der Höchststand noch überschrilten worden. Diese Ergebnisse sind mit besonderer Befriedigung aufzunehmen. Die Wege, die wir zu rHebung der Viehzucht eingeschlagen haben, scheinen richtig ge- wesen zu sein. Wir haben bei der neuen Jnvasjion der Maul- und Klauenseuche von Rußland her Gebrauch von den uns zur Verfügung stehenden Bestimmungen des Viehseuchengesetzes gemacht und einzeln« Viehbestände, namentlich in Schlesien, z iv a n g s»v c i s e abtöten lassen. Damals find von fortsihriltlicher Seite Vorwürfe gegen die Veterinärpolizei erhoben worden, als ob von dem Vorgehen dieser Polizei hauptsächlich nur die kleiuere» Viehbesitzer betroffen ivorden wären. Diese Vorwürfe sind grundlos. Die Einfuhr russischen Fleisches hat allgemein aufgehört; da die F l c i s ch p r e i s« gesunken sind, so liegt kein Anlaß mehr zu besonderen Matz- nahmen vor. Sollten später neue Schwierigkeiten unerwartet ein- treten, so werde ich dafür Sorge tragen, datz vor allem die grotzstädtische Bevölkerung darunter nicht zu leiden habe. Was die Einfuhr russischer Schweine nach»Schlesien betrifft, so sind wir bestrebt, das Kontignent der Einfuhr herabzusetzen. Der Minister gehl dann auf die Ausführungen der Abgg. Herold(Z.) und v. H e y d e- b r a n d(kons.) bei der ersten Lesung des Etats betreffend den Religionsunterricht in den Fortbildungsschulen ein. Er erklärte im Anschluß au frühere Erklärungen der Regierung, daß die Aufnahme dcS Religionsunterrichts in den Fortbildungsschulen nicht zulässig sei. Dagegen liegt es ganz im Sinne und in dep Wünschen der Regierung, datz autzerhalb des LehrPlanS, aber im Anschlutz an ihn, eine religiös-srilliche Einwirbmg auf die Fort- bildungSschüler anzustreben sei. Den dahingehenden Bestrebungen wird die Regierung stets ihre Unterstützung leihen. Das Zentrum möge also nicht darauf dringen, einen Zwang zum Besuche dcS Re- ligionSunterrichts zu verlangen. Abg. Wallenborn(Z.): Wir fordern obligatorischen Religionsunterricht. Die Kräftigung der Landwirtschaft ist von allgemeiner Wichtigkeit, deshalb fordern wir ausreichenden Zoll und Seuchenschutz. Für die Schwsine« mast könnten die Kartoyelabfälle aus den Großstädte»» verwendet werden. Auch in» Westen sollte man mehr landwirtschaftliche Winter» schulen errichten.(Beifall im Jentrum.) Abg. Ecker-Winsen(natl.): Wir befinden uns in einer A g r a r k r i,s i S, die kleinen Betriebe und die Zahl der Landarbeiter nehmen' ab. Datz wir jährlich 400000 ausländische Arbeiter heranziehen müssen, be- droht uns geradcz»» mit einer Katastrophe. In Oesterreich drängen die Polen und Tschechen darauf, die Abwanderung nach Deutsch- land zu beschränken. Rußland wird bei künftigen Handelsverträgen die Landarbeiterfraqe benutzen, um Vorteile für sich heraus- zuschlagen. Die russische Landwirtschaft entwickelt sich so, daß sie die Leute bald selb st brauchen wird. Wir müssen daher vom Ausland unabhängiger werden und«inen ausreichend starken Arbeiterstamm seßhaft machen. Die kleinen Betriebe müssen bedeutend vennehrt werden. Die privaten GrundteilungSgesellschasten leisten mehr, als die gememnützigen. Den Zoll- und»Seuchenschutz wollen»vir beibehalten, unseren Bauernstand erhalten und kräftigen. Für Geflügelzucht. Obst- und Gemüsebau mutz mehr geschehen. (Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Johannsen(fk.) stimmt dem Vorredner zu, ebenso hinsichtlich de? ländlichen Fort« bildungsschulivesenS den Ausführungen deS Ministers. Dem Ver- langen der Linken nach Herabsetzung der landwirtschaft- lichen Zölle, besonders der Futtermittelzölle, treten wir c n e r- gisch entgegen. Ein Zoll auf Gemüse ist in Aussicht genommen und zu begrüßen.(Beifall rechts.) Abg. Hoff(Pp.): Dein Anwachsen deS Volkes mutz ein Wachsen der Landwirtschaft entsprechen, aber gerade unsere Wirtschaftspolitik hat dazu beigetrageir, datz die landwirtschaftliche Bevölkerung sich im Rück- gang befindet, der namentlich bei den landwirtschaftlichen Srbeilern festzustellen ist. ES handelt sich deshalb darum, den Groß grundbesitz zurückzudrängen. Wir werden alles für. eine Hebung der bäuerlichen und ländlichen Bevölkerung tun. Es handelt sich darum, das deutsche Volk in seiner Ernährung möglichst unabhängig vom Ausland zu machen. Aber der früheren Zeit gegenüber ist die Einfuhr voir Lebensmitteln aus dem Auslande erheblich g e st i e g e n. Ebenso verhängnisvoll ist die Abhängige keit der Landwirtschast vom Ausland hinsichtlich der ländlichen Ar heiter. DaS Wachstum des Viehbestandes, von dem der SWimster gesprochen hat. kann nicht in Betracht kommen gegenüber dem Wachs tum der Bevölkerung. Im Vergleich damit ist vielmehr der Viehbestand gegen früher zurückgeblieben. Wir fordern eine Beseitigung oder eine Herabsetzung der Futtermittelzölle. Seitdem die Einsuhrscheine Deutschland zu � einem GetrcideauSfuhrland gemacht haben, was man bei ihrer Schaffung nicht voraussehen konnte, stagniert die Vermehrung des ViehstandeS. Heute ist deutsches M e h l i in Ausland billiger als i ni Inland. Mit der Fortdauer des Zustroms ausländischer Saisonarbeiter ist nicht zu rechnen; mit fest haften Landarbeitern ist dem Großgrundbesitz aber nickt gedient, da er zum saisonweisen Betrieb übergegangen ist. Man sollte eine Enguete über die verteuernden Wirkungen der Herr schenden Zollpolitik veranstalten. In O e st e r r e i ch hat man das getan und die Ergebnisse waren ein so scharfes Urteil, daß man sie geheim gehalten hat und sie erst zufällig durch den Abg. v. Pantz veröffentlicht wurden.(Hört! hört! links.) Schließlich frage ich den Minister, was er dazu sagt, daß in einem schleswigischen Dorf durch Polizeiverordnung das Halten von mehr als 4 Schweinen Verboten wurde.(Hört! hört! und Beifalls links.) Abg. Braun(Soz.): Der Landwirtschaftsetat spielt im Gesamtetat eine nickt zu große Rolle, eine um so größere aber die Landwirtschaft in der Gesamlwirtschaft. Sic ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste volkswirtschaftliche Betätigung, denn sie hat für die Volksernährung zu sorgen. Heute aber dient sie weniger diesem Zweck, als den Profi hinteressen der Grundbesitzer und dieser Zustand hat die Agrarfrage aufgeworfen. Ein Beweis für die falsche Zweckbestimmung der heutigen Landwirtschaft war, daß der M i n i st e r heute von .bedauerlich niedrigen Getreidepreisen* sprach. Wenn man die Ernährung des Volkes als obersten Zweck der Landwirtschaft ansieht, dann kann man so nicht sprechen, denn je niedriger die Getreidepreise sind, desto besser erfüllt die Land' Wirtschaft rhre Aufgabe der Volksernährung.(Sehr wahr! b. d. Soz., Lachen rechts.) Nach dem heutigen Stand der Wissenschast und tiach dem Umfang der zur Verfügung stehenden Fläche müßte die Landwirtschaft die zur Ernährung der inländischen Bevölkerung not wendigen Produkte erzeugen; sie tut eS aber nicht. 6,4 Prozent des preußischen Grund und Bodens bestehen aus Moor- und O e d l a n d. Schon 1LS6 hat eine Kommission theoretisch sehr vcr- dienstvoll für die Kultivierung der Oedlqndereien gearbeitet, aber erst seit 1894/96 bat man damit in der Praxis begonnen. ES steht heule in dem Belieben der Privatbesitzer, ob sie ihre Moore kultivieren lassen wollen oder nicht. In England gehl man jetzt dazu über, alle Oedländereien, die der Besitzer nicht urbar macht, zu enteignen. In Bayer» wurde schon im 18. Jahrhundert mit einer solchen Maßregel gedroht, aber in Preußen wird niemals danach ver- fahren. In einer Zeit, wo man absolutistische Kadinettsorderö in Kraft setzt, wäre es ganz gut, auch einmal solche kulturellen Zwecken dienenden Akte des Absolutisinus in Kraft zu setzen, allerdings in legaler Weise.(Zustimmung bei den Sozialdemokr. Abg. Adolf Hosfmann: Man wird sich schwer hüten!) Als der Staat Mittel zur Kultivierung der Oedländereien zur Verfügung stellte, hat die Privatspekulation sofort große Moorflächen auf g e k a u s t, um durch sie Profit zu erwerben. Wir unterstützen alle Bestrebungen, die auf energische und schnelle Verwertbar machung von Oedland hinzielen, auch der Staat muß viel mehr auf diesem Gebiete tun. er besitzt die Hälfte aller Moorfläcken Sie sind ja nicht davor zurückgeschreckt, die Enteignung gegen einen VolkSstamm anzuwenden, dem Sie seinen Patrio tismuS durch eine schikanöse Politik nicht aus dem Herzen reißen können und jetzt wollen Sic vor der Enteignung zurückschrecken, wenn Sie kulturellen Zwecken dienen soll?(Sehr wahr! links. Lachen reckts.) Daß es übrigens mit der SlaatShilfe für kleine Besitzer bei der inneren Kolonisation hapert, beweist ein Brief mehreker Ansiedler auS der Provinz Sachsen, die sich darüber beschweren, daß sie den Versprechungen der Re gierung gefolgt sind. Sie haben für einen sehr minderwertigen Boden, der ihnen nur eine sehr geringe Ernte liefert, schweres Geld bezahlen müneu, find ihre Ersparnisse losgeworden und standen kurz vor Weihnachten im größten Elend und obdachlos da.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Die Zahlen des Ministers über die Vermehrung des Vieh bestandeS beweisen, daß diese Vermehrung weit hinter der der Bevölkerung zurückgeblieben ist. Nun muß aber auch festgestellt werden, daß die Vermehrung deS Viehbestandes in früheren Jahren nicht dem Kleinbetrieb allein zuzuschreiben ist, sondern daß sie in den Großbetrieben viel stärker war. Von einer Vermehrung der Kleinbetriebe kann man eine große Vermehrung des Viehbestandes nicht erwarten.(Zuruf rechts: Also keine innere Kolonisation?) O ja. für die Zerschlagung der großen Güter sprechen eben andere, auch politische Gründe!— Bedauerlich ist es, daß die zollpolinschen Erleichterungen für die Einfuhr russischen Fleisches am 1. April aufhören sollen.— Wenn man darauf hinweist, daß nur wenige Städte hiervon noch Gebrauch gemacht haben, so liegt das daran, weil die Nachfrage nickt gedeckt werden konnte; denn es ist klar, daß die Viehzüchter in Rußland sich nur dann auf eine dauernde Vermehrung der Pro- duktion einrichten können, wenn ihnen der Absatz in Deutschland niindestens für längere Zeit gesichert ist. Tatsache ist, daß die Zufuhr russischen Fleisches preisdrücke nd gewirkt hat und deshalb ist ihre Einstellung vom Konsumentenstandpunkt aufs tiefste zu bedauern. Wir verlangen, daß bei der Abschätzung des durch Viehtötungen wegen Seuche ngefabr verursachten Schadens und bei der Entschädigung nicht nur zwischen kleine» und großen Grundbesitzern kein Unterschied gemacht werde, sondern daß hierbei auch die p o l i t i s�h e Richtung der Grundbesitzer keinen Unterschied mache!(Sehr wahr! links.) Unsere Politik hat dazu geführt, daß, obwohl in Deutschland nicht so viel Getreide gebaut wird, als notwendig ist, doch im letzten Jahr 613 006 Tonnen mehr aus- als eingeführt wurden. Die Einfuhrscheine wirken als eine anreizende Export- Prämie und es soll ja auch vorkommen, daß deutscher Roggen in Rußland veriiiahlcn und das Mehl dann wieder eingeführt wird! Die herrschende Zollpolitik hat aber auch die Grundpreise kolossal gesteigert und den Gruudbeiitz zur Handels- und Spekulationsware gemacht. Auf dem städtischen Grundstücksmarlt wird nicht eut- scrnt so viel gehandelt, wie auf dem Laude. Die Ausiedluuas- kommisjion hat diese Erscheinung reichlich feststellen können. Wo bleibt da Ihre Bodenständigkcit, Ihre Liebe zur eigenen Scholle? Das alles wird durch Ihre Wirtschaftspolitik beseitigt!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Sie bekämpfen aber auch auf das schärfste alle Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, weil ihre Erfüllung ja die Grundrente herabdrüclen, und dadurch zur .Gesundung der landwirtschaftlichen Verhältnisse beitragen würde. Ihr Widerspruch gegen jede Verbesserung der Lage der länd- lichcn Arbeiter verschuldet aber die Landarbeiternot, die in dieser Debatte eine so große Rolle spielt. Was haben die Nutz- uießer der Landwirtschaft getan, um sick leistungsfähige Menschen zu erhalte»? Weuu Sie es verstanoen hätten, könnten Sie leistungsfähige Arbeiter haben. Aber solange man nicht die Ur- fachen der Erscheinung bekämpft, wird man nichts erreichen. Eine Hauptursachc der Entvölkerung �>eS Landes ist die niedrige Be 1 zahlung der Landarbeiter. Ihr Niveau ist allerdings nicht so niedrig, lote es oft scheint und— wie nach den von der Regierung sc stgc setzten ortsüblichen Tagelöhnen angenommen werden müßte. (366 bis 466 Mark.) Indem man diese so niedrig festsetzt und dann bei der Berechnung der Unfall- und Invalidenrenten zugrunde legt, schädigt maii die Arbeiter in der schlimuistcn Weise. Auch die übermäßige Arbeitszeit ist eine bedenkliche Erscheinung. Obendrein ist der Lohn nicht einmal rechtmäßig gesichert, er besteht aus vielen einzelnen Teilen und insbesondere aus den Naturalien, deren Qualität vom Wohlwollen des Arbeitgebers bestimmt wird.(Sehr richtig! links.) Ein wesentlicher Teil des Deputats wird dem Landarbeiter als Geschenk gegeben für den Fall, daß er bestimmte Loraussetzungen erfüllt. Ich habe hier ein gedrucktes Vertrags formular mit einer solchen Bestimmung. Das bringt den Arbeiter in ein vollkommcncs Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber. (Zuruf rechts: Gibt's ja nicht!) Wenn es so etwas nicht gäbe, bätten Sic mehr Landarbeiter.(Zuruf H o f s ni a n n s: Bleiben Sie nur beim Lachen, das können Sie!) Ganz schlau ist ein Guts' besitzer, der den Leuten einen Gutschein, der sehr schön gedruckt ist, aushändigt, wonach sie ein viertel Jahr die„Königsberger Neuesten Nachrichten" erhalten. Diese Zeitung ist gegründet, um in Arbeiter- kreisen für die konservativen Ideen Propaganda zu machen.(Ge- lächter bei den Sozialdemokraten.) Oft wird aus den Naturalien herausgerechuct, daß die Leute 1666 bis 2666 M. verdienten. Wenn sie das wirklich verdienten, dann brauchte nicht so oft darauf hin- gewiesen zu werden, daß bei der Ansiedelung das Geld zur An- zahlung fehlte und deshalb davon Abstand genommen werden muß. Ein Gutsbesitzer in Pommern hat sogar seinen Gutsarbeitern an- befohlen, bei Strafe der Entlassung, die Gutstutsche zu grüßen. (Heiterkeit.) Er ist nämlich einmal ausgefahren worden und nicht gegrüßt worden. Um das zu vermeiden, hat er angeordnet, daß auch dann gegrüßt wird, wenn niemand darin sitzt.(Widerspruch rechts.) Es ist der Gutsbesitzer von Herzbcrg, der sich auch sonst durch terroristische Handlungsweisen bekannt gemacht hat. Im November hat in Jnstcrburg ein Großgrundbesitzer einen Landarbeiter durch eine Flintenkugel zur Strecke gebracht. Ter Mann sitzt jetzt noch auf seinem Gut.(Zuruf Hoftmann: Wie in Zaber»!) In einem anderen Fall erschoß ein Gutsbesitzer einen Stallschweizer. Auch da hat das aus Berufskollegen des Besitzers be stehende Schwurgericht Notwehr angenommen und ihn freigesprochen. Das sind Einzelfälle, aber doch typisch und charakteristisch für das, lvas auf dem Lande vorkommt. Der Leutnant Forstnrr hat ja einen armen Krüppel(Widerspruch rechts), einen armen Krüppel, oer von vier kräftigen Musketieren mit aufgepflanztem Gewehr be- wacht wurde, einfach mit dem Säbel über den Kopf gehauen (Lachen rechts), das ist zweifellos eine Roheit und doch ist er auch freigesprochen worden.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Im Kreise Königsberg mutzte ein kranker Mann drei Tage und Nächte lang in einem Schweinestall liegen, in den mau ein Bett gestellt hatte, eS stank darin und regnete dort hinein. Der Mann war eben erst aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Frau benachrichtigte mich, cs wurde dann anders, der Landrat hat den Besitzer bestraft. Ich verallgemeinere das nicht, es wäre geradezu grauenhaft, wenn so etwas allgemein wäre. (Unruhe rechts.) Ter Mann hatte längst Anspruch auf Invaliden- reute, aber ein halbes Jahr vorher war ihm auf seinen Antrag vom Landratsamt eröffnet worden, sein Anspruch sei unbegründet, da er sich noch in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befinde und mehr als ein Drittel deS ortsüblichen Tagelohnes ver- diene. Wenn er seinen„aussichtslosen" Antrag geltend machen wolle, möge er auf eigene Kosten ein ärztliches Zeugnis beibringen, andernfalls gelte der Antrag als zurückgezogen. Dabei ist bereits 1899 vom Minister für Handel und Gewerbe eine Ausführnngs- anweisung erlassen worden, wonach die Berlvaltungsbehöroe in diesem Falle die Untersuchung und Beschaffung des Attestes her- beizusühreu hatle. Binnen sechs Wochen hat er schließlich seine Rente bekommen. Daß so vielfach gegen die Landarbeiter vor- gegangen�wird, bewies das hcktographierke Formular.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)' Ter Bund der Landwirte hat seinen Mitgliedern in einem Formular angeraten, bei allen Deputatsarbeitcn den Antrag auf AeitragSermäßigung zu stellen.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Das läuft darauf hinaus, die Krankenversicherung für die Landarbeiter unwirksam zu machen. Die Rechtsfrage in den Ar- beitsverhältnisien läßt zu wünschen übrig. Arme Weiber, die etwa 66 Pfennig Tagelohn beziehen, werden wegen Ungehorsams mit Strafmandaten über 6 bis 6 Mk. beleget, weil sie einer Anordnung des Verwalter? nicht Folge geleistet haben. ES sind sogar Leute bestraft worden, die am Sonntag nicht arbeiten wollten, weil sie zur Kirche gingen. Zuruf Hoftmanns: Tu sollst den Feiertag heiligen!) Ter„Kreuz- zeitung* wird ja diese Bestimmung noch nicht genug angewendet. Sie hat in einem Artikel geraten, es möchte von ihr noch mehr Gebrauch gemacht werden und sagt am Schluß: Es ist jedes Men- 'chen freier Entschluß, in den Dienst eines anderen zu gehen. Das ist es eben nicht. Auch die Wohuungsvcrhältnisic auf dem Lande liegen sehr im argen und bedürfen einer Verbesserung, wenn der Landflucht gesteuert werden soll. Vor allen Dingen darf nicht mit dem Aufhören des Dienstverhältnisses der Wohnanspruch wegfallen. Ich habe selbst in unzähligen Fällen die schwierigsten Anstren- wngen machen müssen, um Familien, womöglich mit kranken Kin- >ern, unterzubringen, die direkt auf der Landstraße lagen. Gute Dienstwohnungen auf dem Lande tun not. Die mecklenburgische Regierung ist oa mit gutem Beispiel vonangegangen, indem sie den Gemeinden 2 Millionen zur Verfügung gestellt hat, um Miet- Wohnungen für die Landarbeiter zu schaffen. Mit allen Mitteln sucht man die landwirtschaftlichen Arbeiter von anderen Arbeiten fernzuhalten. Bei den Kanal- und Bahn- bauten und neuerdings auch bei den Befestigungsarbcitrn hat man zur Bedingung gemacht, daß keine Arbeiter der Landwirtschaft ent- zogen werden dürften.(Hört! hortl b. d. Soz.) Da ist cs kein Wunder, daß die Arbeiter lieber in der Stadt bleiben, wo ihnen nicht solche Schwierigkeiten, besseren Verdienst zu erzielen, ge- macht werden, wie auf dem Lande. Von den 466 666 ausländischen Arbeitern, die Sie alljährlich für Ihre Landwirtschast heranziehen, find mindestens dreiviertel Polen— Angehörige derselben Nation, >ie Sie unter Aufwendung von 766 Millionen Mark mit Stumpf und Stiel ausrotten wollen! Letzthin erst mußte auf einem Gut das Quartier der Polen desinfiziert, die Matratzen verbrannt werden, damit die ansteckenden Krankheiten der Leute nicht wefter verbreitet werden. Sie schließen die Grenzen gegen Fleisch und Vieh aus dem Aus- lande, aber Sie ziehen selbst die Träger ansteckender Krankheiten ins Land. Das nennt man in Preußen nationale Politik.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ich glaube ja nicht daran, daß die russische Regierung bessere Verhältnisse für die russischen Arbeiter in Pveutzen wirklich will; denn iBCiui sie daS wollte, hätte sie in Rußland genug zu tun. Aber ie benutzt die unwürdige Behandlung dieser Arbeiter bei uns, um bei den Handelsvertragsverhandlungen Repressalien auszuüben. Gerade die Landwirtschaft im Osten hat ihre Bettiebe aus die Saisonarbeiter zugeschnitten.(Zuruf rechtS: Weil Sie unsere Ar- bester verhetzen!) Da ist unser Hetzen gar nicht notwendig. Wenn die Leute sich aus dem Lande wohl fühlen würden, dann könnten wir hetzen, soviel wir wollten, sie würden nicht das Elend der jtädti- 'chen Industriearbeiter massenhaft auf sich nehmen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir begrüßen es gar nicht, haß die Landarbeiter in die Städte strömen, da sie mindestens in der ersten Zest, bis sie aufgeklärt und organisiert sind, als Lohndrücker wir- ken. Im Interesse einer gesunden Landwirtschaft würden wir es begrüßen, wenn die Verhältnisse auf dem Lande so gestaltet werden, daß die Leute dort blieben. Es ist auch ein Kulturbild für Preußen. daß ausgerechnet die russische Regierung für ihre Staatsbürger bei 'uns bessere Verhältnisse zu erstreben sich anschickt!(Zuruf der Sozialdemokraten: Preußen hinter Rußland!) In der„Deutschen Tageszeitung* hat ein ehemaliger Offizier vorgeschlagen, daß alle über 16 Jahre alten, vom Landi. stammenden Arbeiter durch militärischen Zwang auf das Land gebracht werden sollen, damit die Landwirtschast Arbeiter habe und es einer 'Revolution in den Städten an Leuten fehle!(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Ein solcher Zwang wäre ja ein netter Kultur- fortschritt! Ta könnten wir zu den vielen Regimentern aller Art noch Jnstmannsregimenter und Kuhmagdbataillone bekommen, und irgendein fachkundiger Forstnrr könnte die Leute zur Landarbeit anlernen! Man muß sich wundern, daß eine Zeitung eine der- artige Kateridee ernst nimmt.(Sehr gut! bei den Sozialdemo- kraten.) Daß man durch Besserung der Verhältnisse der Land- arbeiternot wirksam entgegentreten kann, ist in manchen Fällen bewiesen und auch mein Fraktionsgenosse Hofcr, der ein großes Gut im Osten besitzt, hat niemals Russen beschäftigt und immer genügend Arbeiter gehabt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es muß also doch schon etwas Wahres daran sein, daß die Be- zahlung, Behandlung, die Wohnungsverhältnisse usw. die Leute vom Lande wegtreiben. All Ihre Vorschläge werden daran nichts ändern, wenn Sie nicht endlich das Los der landwirtschaftlichen Arbeiter durchgreifend bessern. Anerkennung der Landarbeiter als gleichberechtigter wirtschaftlicher Faktor, nur dadurch werden Sie die Leutenot, die ein schweres Verhängnis für die gesunde Fortenttoickelnng der Landwirtschaft ist, beseitigen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Das Hans vertagt sich auf Dienstag, vormittags 11 Uhr: Vor- läge betreffend Erweiterung des Stadtkreises Tanzig, dritte Lesung der Vorlage über die Beglaubigung von Unterschriften, Fortsetzung der Etatsberatung. Schluß 6 Uhr._ parlamentarisches. Die Arbeitsverhältniffe in der Biuueuschiffahrt. Die sozialdemokratische Frattion des Reichstags hat zum Etat deS ReickSamtS des Innern folgende Resolution eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage baldigst einen Geietzeniwurs vor- zulegen, durch welchen eine Acnderung und Erweiterung der Be- stimmungen über das Vertrags» und Arbeitsverhältnis der Binnen- Ickiffer und Flößer im Gesetz für die B i n n e n i ck i f f a b r t und Flößerei vom 16. Juni 1896 und 26. Mai 1899 herbeigeführt wird. Insbesondere find für die gesamte deutsche Binnen- schif fahrt reichsgesetzliche Bestimmungen über daS BemannungS- Wesen zu treffen. Weiter ist eine Regelung der Arbeitszeit bezw. Nacht-, Sonn- und Feiertagsruhe für die in der Binnenschiffahrt und Flößerei beschäftigten Personen herbeizuführen. Ms öer Partei. Das Offizierskafino als GewerkschastShaus. Die Partei« und Gewerkschaftsbewegung in Bromberg hat einen beachtenswerten Fortschritt zu verzeichnen. Die Bewegung hatte lange Jahre darunter zu leiden, daß für Versammlungen kein geeig- neteS Lokal zur Verfügung stand. Die Säle wurden durchweg ver- weigert, und der Inhaber des Lokals, das Partei und Gewerkschoflen bis jetzt noch zur Verfügung stand, stellte nun Bedingungen, die absolut nicht zu erfüllen waren. Die Gewerkschaften hoben deshalb das frühere Kasino der feudalen Offizier« des Dragonerregiments käuflich erworben, und damit ist jetzt die Lokalfrage in Bromberg zum größten Aerger der Gegner gelöst. Aus Stuttgart. Wir lesen in der„Schwäbischen Tagwacht*: „Vor einiger Zeit wurde in Stuttgart und im Lande eine ano- nyme Schmutzschrift gegen den Genossen Westmeyer verbreitet. Das Machwerk ist so schmutzig, daß auch die bürgerliche Presse ohne AuS- nähme es abgelehnt hat, sich zum Komplizen des anonymen Verleumders zu erniedrigen. Wir stellen gern fest, daß sogar bürger- liche Politiker, die der Partei und insbesondere dem Genossen West- meher nichts weniger als freundlich gesinnt sind, diese hinterhältige Leistung als Schuftigkeit bezeichnet haben. Die Parteiinstanzen haben sich pflichtgemäß mit der Angelegenheit besaßt. Nach den uns gewordenen Informationen basiert die Schmähschrift auf einem — übrigens vor mehr als Jahresfrist passierten— absolut barmlosen Borgang, den nur die schmutzigste Phantasie in solcher Art verwerten konnte. Es ist dringend zu wünschen, daß es noch gelingen möge, die Berfertiger und Verbreiter des Pamphlets fest- zustellen und zur Rechenschaft zu ziehen. Die bürgerliche Presse hat sodann Mitteilungen über die Be» Handlung der Angelegenheit in den Parteiinstanzen gebracht, die der Wahrheit nicht entsprechen. Es ist nicht richtig, daß Genosse Bullmer mit seinem Rücktritt drohte und die Partciinstanzen so- dann die Kündigung beider Sekretäre ins Auge gefaßt hätten. Richtig ist, daß Genosse Westmeyer, wie den Parteigenossen bekannt ist, schon seit einiger Zeit dem Kreiboorstand die Absicht mitgeteilt hat, seinen Posten als Sekretär aufzugeben. Richtig ist auch, daß Genosse Bullmer, der ausdrücklich jegliche Beziehungen mit den Verfassern des Pamphlets ablehnt, im Verlaufe der Verhandlungen gleichfalls seine Kündigung eingereicht hat.* polizeiliches, Gerichtliches ufw. Staatsgefährliche Kranzschleifen. Nachdem die Breslauer Polizei fast ein ganzes Jahr lang die roten Kranzschleifen ungehindert bei Begräbnissen voran- tragen ließ, wurden am Sonnabend bei der Beerdigung einer Ge- nosfin wieder einmal diese auf dem Wege zum frei reli- giösen Friedhos beschlagnahmt und die Namen der Träger festgestellt. Das Vorgehen der Polizei exregte bei dem zahlreichen Trauergefolge große Erbitterung, zumal die staats- gefährlichen roten Kranzschleifen schon mehrere Schutz- mannsposten ungehindert passiert hatten. WasiersiandS-Rachrichte» der Land-SanNall lür Gewäiierwnde. mUgeleill vom Berliner Wetterburean Wafferl! and M e m e l, Tilsit P r c g e l, Jnilerburo Weichiel. Thor» Oder. Raiibo: , Kroffen Frantiurl Warthe, schrimm . Landsber« Netze. Vorvamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Bardo , Magdeburg am j ieit 18. 1. 17. 1 orn cm') 373')!—17 195')—6 104»)—16 193«)—12 201«)—14 212«)-8 178»)'+6 119')+1 —40 47 -176»):—10 128«)—12 112')!—6 Waflersiand Saale, Srochlitz Havel. Svandau») , Raldenow») Spree, Soremberg') . Beeskow Weser. Münde» , Rinden Rhein. Maximiliansau » Kaub Köln Neckar, Heilbronu Rain, Hanau M viel, Trier am 18 1. am 214'» 10,)') 12«») 108 152') 187') 328») 470 328 398») 139») 190 192») fett 17.1. cm l) -18 +1 +4 —2 +2 0 —8 —28 —53 —52 —15 —10 -16 «) 4 bedeute. Wuchs,— Fall.—») Unterpegel.—») Eisftand.— <) Oberhalb der Stadt Eisstand.—') Treibeis._ Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den" Jnserat-mkcil veranftv.: Th. Glocke. Berlin. 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