Nr. 17. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzeine Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. ou 10x19 Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Eine Utopie. Sonntag, den 21. Januar 1894. des Gueux, des Königs der Bettler und Proletarier, der von Gottes Gnaden und durch hundertjährige Ueberlieferung des Hohenzollerngeschlechts die geschichtliche Mission hat, den Klassengegensatz zu beseitigen, die Armen, das aus gebeutete Volk der Arbeit gegen die Reichen, gegen das Bolk der Ausbeuter zu schützen.-- – Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Und Bismarck drückte den Stempel des Königthums auf den Schmuz des Klassenstaats. Herr von Caprivi ist zwar nicht der bestgehaßte, aber Das thut Caprivi nicht, und das wird er nicht thun. vielleicht der falschest beurtheilte Mann seines Jahrhunderts. Er ist ein Idealist, wie er seit den Zeiten des großen Die Einen erklären ihn für einen Zwerg an Geist und Ritters der Mancha nicht wieder gelebt hat. Er glaubt an seine Wissen verglichen mit Bismarck. Und in Wirklichkeit ist Dame: die lilienreine über den Parteien stehende Monarchie, und er demselben an Geist mindestens ebenbürtig, an Wissen Wir wissen, was daraus geworden ist. Der moderne bricht Lanzen und Lanzen für sie. Mit bewunderungswürdiger hundertfach überlegen, wozu freilich bei der säkularen Ün- Dedipus, der auf dem Boden der Monarchie und des Christen- Kraft sucht er sich der Saugarm des großen Tintenfisches wissenheit des Sätularmenschen nicht viel gehört. Die thums das Räthsel der Sphyny: die soziale Frage Klassenstaat zu erwehren, und stößt die Junker zurück, die Anderen werfen ihm Mangel an Kühnheit vor und in lösen und sie aus der Welt schaffen wollte, hat sich zum ihn erobern" oder erdrosseln wollen. Wirklichkeit hat er die Kühnheit eines Löwen, er hat sogar antisemitischen Sozialdemagog und sozialen Kurpfuscher C'est beau mais ce n'est pas de la guerre. Es ist den Muth, der Lächerlichkeit zu trotzen, und mit dem niederfter Corte gemaufert". Aus dem Prophet des sozialen schön, aber es ist kein Krieg, sagte der französische General Stoizismus eines heiligen Sebastian sich von den Pfeilen der Königthums wurde der Hohepriester des goldenen Kalbes, beim Anblick des englischen Todesritts von Balaclava( im Kritik durchbohren zu lassen. Wieder Andere klagen ihn an, kein der Millionäre züchtete und er, der„ Eiserne", abwechselnd Krimkriege). Es ist schön, aber es ist keine Regierung. festes Ziel zu haben und in Wirklichkeit hat er ein Ziel in Blut und Gold watete. Und der König der Bettler" Der Klassenstaat ist allmächtig, und der Klassenstaat ist undem er treu anhängt und unverdrossen nachgeht, wie ist von der historischen Kritik in blauen Dunst aufgelöst erbittlich. Es giebt wohl eine Zauberformel, vermittelst ein Troubadour der Dame seines Herzens, und das worden. deren er zu bannen ist, aber sie lautet Sozialismus, er mit einer Ausdauer und einem Glauben verfolgt, Herr v. Caprivi hat sich durch das Treiben und Ende und vor ihr graut es dem Herrn v. Caprivi. Er fürchtet die des berühmtesten, edelsten und tapfersten aller Ritter seines Amtsvorgängers nicht irre machen lassen. Er den Sozialismus mehr als er die Junker und die übrigen würdig sind: des großen und unsterblichen Don Quixote, flammert sich nur um so fester an das Ideal. Wenn Priester des goldenen Kalbs haßt und verachtet. Und so dessen Ehrenrettung, nachdem die philisterhafte Menschheit Bismarck es nicht erfüllt hat, so trägt nicht das Ideal die gewinnt denn der Schollen- und Schlotjunker mehr und ihn Jahrhunderte lang schmählich verkannt hatte, von dem Schuld, sondern Bismarck. Gut Caprivi will die persön- mehr an Boden, und die Saugarme des fürchterlichen größten der modernen Dichter so glorreich bewirkt wurde. lichen und politischen Fehler Bismarck's vermeiden. Er ver- Tintenfischs Klassenstaat werden von Tag zu Tag länger Auch für Herrn von Caprivi wird dieser Tag kommen. abscheut den Giftbaum der Börse, er verachtet den Großwucher und stärker. Der arme Caprivi! So wenig der edle Ritter Und wir wollen hier prophetisch schon auf ihn hinweisen. des Junkerthums, die Begehrlichkeit der Schlotbarone. Er meint Don Quixote von der Mancha das tausendjährige Reich Herr von Caprivi hat möglicherweise keine Ideen, aber es wir zweifeln nicht- gut mit den Arbeiterner des idealen Nitterthums fand, ebenso wenig wird er das er hat weit mehr: er hat ein deal. Sein Biel ist will niemand Unrecht thun, fein Unrecht dulden. Das tausendjährige Reich des über den Parteien stehenden sozialen ein Ideal- das hat die Welt nicht begriffen und darum Königthum soll über den Parteien stehen, die sozialen Gegen- Königthums- oder Kaiserthums- finden und wenn auch sätze versöhnen, der Menschheit den sozialen Frieden geben. der praktische Sancho Pansa Miquel pfiffig lächelnd hinter Sein Jdeal ist die Verwirklichung des Königthums, Gewiß, es ist ihm ernst mit dem Ziel. Gewiß, es ist ihm ihm drein trottet. das über den Parteien steht, des sozialen Königthums", ernst mit dem Entschluß, sich und die Regierung rein zu Je schärfer die Klassengegensäße sich zuspizen, je näher das den Klassenkampf und den Klassenstaat beseitigt, und halten von Bismard'schen Prattiken. Er hat keinen Ar der Entscheidungskampf zwischen Sozialismus und Kapitadas Wohl Aller anstrebt und herbeiführt. und keinen Halm" er gehört nicht zu den gemeinen lismus heranrückt, desto unbehaglicher und unmöglicher wird Naturen, welche die Staatsmacht benutzen, um sich zu be- die Lage Caprivi's, desto dringender das Werben des reichern oder zu erhöhen. Junkervolts und eines schönes Tags wird Don Quixote in den„ Pott" hineinspringen- nachdem der schlaue, findige Sancho Pansa ihm vorgesprungen. hat sie ihn nicht verstanden. Gewiß ein hohes Ideal. Und der edle Ritter Don Quixote von der Mancha, welcher da auszog, das reinste wahrste Ritterthum zu entdecken und zu üben, alles Unrecht aus der Welt Er will, was er sagt, und weiß auch, was er will. zu schaffen, die Schwachen gegen die Starken zu beschützen- Schade nur, daß das, was er will, eine Unmöglichkeit ist, er hatte fürwahr kein höheres Ziel. ein schöner Traum, wie der weiland des Ritters von der Freilich das Ideal ist kein neues es haben sich in traurigen Gestalt kurz eine Utopie. Frankreich und Deutschland schon verschiedene Staatsmänner Das Kunststück, Jemanden den Pelz zu waschen, ohne ihm hingegeben und mit heißem Bemühen an der Erfüllung ihn naß zu machen, ist eine Kleinigkeit gegen das Kunststück, gearbeitet, allein das macht dem Unerschrockenen nur Ehre, im Klassenstaat eine parteilose Regierung zu schaffen, die der trotz der schlimmen Erfahrungen und Mißerfolge seiner über den Parteien, das heißt über den Klassen steht. Vorgänger den tückischen Sisyphusstein wieder angepackt hat und im Schweiße seines Angesichts emporschiebt. Aus England. London, 18. Januar 1894. In Leicester, das als ein Zentrum der Bekleidungsindustrie es in den letzten Jahren bis auf gegen 180 000 Einwohner ges. Daß Fürst Bismarck diesem Ideal so bald und so bracht hat, tagt zur Zeit der Jahrskongreß der Bergarbeiter schnöde untreu ward, ist nicht blos die Schuld seines federation. Aus der durch Sam. Woods erlassenen Ansprache Jusbesondere der Amtsvorgänger hatte für das soziale gewaltthätigen und habsüchtigen Naturells, es war auch, des Präsidenten der Federation, B. Pickard, geht hervor, daß der Königthum" geschwärmt. Ehe derselbe in dem Morast seiner und in erster Linie, die zwingende Logik der Thatsachen. große Kampf im Sommer und Herbst v. J. der Federation außer Bluts, Eisen- und Goldpolitit versant, und als er noch den Er sah ein, daß der Klassenstaat mächtiger ist, als das den unsicheren Kantonisten in Durham und Northumberland nur Rathschlägen seines gescheidtesten Rathgebers, des Herrn Königthum daß das Königthum, gleich jeder anderen einen Distrikt gekostet hat: den von Süd Wales her beeinflußten von Wagener Dumerwig zugänglich war, hatte er das politischen Einrichtung, nur das Produckt der Verhältnisse Forest of Dean Distrikt in Gloucestershire. Sonst haben überall Ideal des sozialen Königthums sich als Herzensbraut und der wirthschaftlichen Entwickelung ist. Er begriff, daß deutlicher spricht als die große Summe, die während des Lockout erforen. Man kennt ja die Idylle mit Lassalle, die nicht das Königthum den Klassenstaat beherrscht, sondern von Bergarbeitern, die wieder in Arbeit getreten, als Extrasteuer Deputation der schlesischen Weber, die Kriegserklärungen der Klassenstaat das Königthum und nicht blos beherrscht, an die Zentraltasse abgeliefert wurde. Sie beläuft sich auf über an die Bourgeoisie, die mystische Verherrlichung des Roi sondern nach seinem Willen zurechtknetet. 1/2 Millionen Mark( 83 000 Pfd. Sterl.), und es heißt, daß einzelne Feuilleton. Helene. Nachdruck verboten.] [ Alle Rechte vorbehalten. [ 22 plöglich so eilig, daß sie ihn zu bezahlen vergaß und sich ins Gewühl stürzte. Er schien nicht im Geringsten davon betroffen zu sein, lächelnd sah er ihr nach. Helene bemühte sich an die Seite der Russin zu kommen und hatte sie bald erreicht. Es gelang ihr, die noch immer Vorwärtsdrängende am Arme zu fassen, und sie flüsterte ihr ins Ohr:" Sonja". Da fühlte sie eine Hand, die nach der ihrigen langte; schob ihr die Tasche entgegen. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Die junge Frau wand die blonde Flechte, die sie gelöst hatte um ihren Kopf und nahm die Nadeln, eine nach der anderen wieder auf, um sie feft zu stecken. Und sie wieder telegraphirte sie auf diese Weise eine Frage: Abwarten?" Ein Nicken wie vorhin war die Antwort. Sie lächelte, und voll in den Spiegel blickend, grüßte sie den Mann darin mit den Augen. Der Portier fam herein und rief laut in den Saal: Schnellzug nach Stuttgart, Straßburg, Paris-" Sofia Alexandrowna hatte in größter Ruhe ihr Müzchen wieder aufgesetzt und begab sich auf ihren früheren Platz zurück. Jetzt wurden die bisher geschlossenen Thüren nach dem Perron wieder aufgemacht und alles drängte dahin. Helene pochte das Herz; der entscheidende Moment war gekommen. Sie ergriff die Tasche und schloß sich den nach dem Ausgange Zustrebenden an. Als sie sich umfah, bemerkte sie Sonja noch immer am Tisch stehen, ihre Handschuhe anziehen. Es regte sie auf. Warum tam sie nicht? Erwartete sie eine Weisung! Sollte sie zu ihr treten, ihr sagen? Nein, sie mußte thun, was man ihr geheißen, nichts anderes. Und jetzt rief der Portier ein zweites Mal: Nach Stuttgart, Straßburg, Paris, höchste Zeit!" Die Nussin rührte sich nicht. Da trat der Zeitungsverkäufer an sie heran, ihr ein Blatt überreichend. Sie nahm es, und nun hatte sie es Jetzt erst sahen sich die beiden Frauen ins Gesicht. Grüßen Sie die Freunde von mir," flüsterte die Russin, sich Helene zuneigend, und seien auch Sie gegrüßt und bedankt." Helene nickte:" Glückliche Reise." Sie waren bei der Thür angelangt und Sofia Alexandrowna Dodukoff trat auf den Perron und stieg in den bereit stehenden Bug. Als Helene wieder in den Saal zurückkam, war er fast leer, Lazar und Konrad verschwunden. Der Personenzug nach Holzkirchen, mit der Abzweigung nach Miesbach- Schliersee, ward angezeigt. Helene wußte, daß sie sofort einsteigen tönne und begab sich dahin. Es erschien ihm undenkbar, aber er fand in der Wohnung hinlängliche Belege dafür. Ihr Sonnenschirm lag am Schreibtisch und Frau Lermina's Bild am Boden, zugleich mit dem Briefchen, das Helene aus dem Kouvert genommen hatte. Bebender Zorn brannte in ihm auf. Gegen sein ausdrückliches Verbot hatte sie gehandelt. Allein war sie nach München gefahren, und war in seine Wohnung gekommen, wohl nur, um ihre Neugier au befriedigen. Er hätte ihr das nicht zugetraut, niemals hätte er bas von ihr geglaubt! -Sie mußte ihn auf der Jagd vermuthen, vielleicht wat sie so dumm zu glauben, daß er es nicht erfahren werde, daß sie ihm nachgespürt. Und nun hatte sie den Brief gelesen und ein ängstliches Unbehagen erfaßte ihn sollte sie errathen haben, daß er von Henriette war? Gie mußte mindestens einen Verdacht haben. Warum hätte sie sonst ihr Bild mit solcher Vehemenz auf den Boden ges schleudert, daß Glas und Rahmen zerbrochen waren? Er warf sich in einen Stuhl and nagte an seinem Barte. Es war doch sehr, sehr unangenehm; was sollte er thun, was ihr sagen? Dann fuhr er mit Ungeduld in Sie nahm im Koupee Play, 30g ihren Schleier herab und schloß die Augen, der Augenblick, der sie eine rettende die Höhe. That vollbringen ließ, hatte sie über ihr Leid hinweg- Stand er denn wirklich schon unter dem Pantoffel? gehoben, jetzt zuckte der Schmerz von Neuem auf. Und weil er verheirathet war, sollte er deshalb BeAber ihre nervöse Energie war verbraucht und sie verziehungen aufgeben, die für seine Karrière unerläßlich brachte die Stunden der Fahrt regungslos in halber Dhn waren? Hatte er deshalb ein Mädchen ohne Vermögen, macht. Sie hatte keine Ahnung, daß ihr Mann sich in ohne Familie geheirathet, um sich vor ihr zu fürchten? demselben Zuge befand. Der Handel wäre zu ungleich. Er war in seine Garçonwohnung gekommen, um für den Abend Toilette zu machen, als er von den Portiersleuten erfuhr, daß seine Frau hier gewesen und in seine Wohnung hinaufgegangen sei. Mit großen Schritten ging er im Zimmer auf und nieder. Als ihm aber jetzt das Bild seiner Frau vor die Seele trat, lächelte er. Distrikte bis zu 30 000 und 40 000 Mark pro Woche an die Zentralfaffe abgeliefert haben. Das heißt Organisation und. Solidarität! Pickard meint, daß es schwerlich in nächster Zeit zu größeren Kämpfen im Kohlengewerbe kommen wird. Der Lockout habe beiden Parteien so tüchtig zugesetzt, daß sie bis auf weiteres genug daran hätten. Er giebt dann einige interessante Zahlen über die Profite der Kohlengruben zur Zeit, als nach Angabe der Unternehmer dieselben nur noch mit Verlust arbeiteten, an Politische Leberlicht. Berlin, den 20. Januar. Aus dem Reichstage. Endlich ist die WeinsteuerDebatte zu Ende geführt, nicht ohne vorher noch zu einem recht interessanten Zwischenfalle Anlaß zu geben. zug W Jetzt ist Herr Mittnacht wieder oben auf. Und seltsamer Wechsel der Dinge! jetzt ist Niemand im Deutschen Reich, der sich über seinen Partitularismus mehr freut als Fürst Bismarck, der dem Rebellen ja vorigen Sommer in Kissingen eine Lektion in partikulariſtiſcher Opposition und im Frondiren ertheilt haben soll. Der württembergische Minister von Mittnacht nahm Der unglückliche Schildknappe Bismarck's, Herr v. Karerkennt Lord Rosebery's Mitwirkung beim Friedensschluß und nämlich eine Bemerkung des Abgeordneten Payer über Zu- dorff, dessen Geist stets in den höheren Spiritusregionen empfiehlt, den energischsten Druck auf die Regierung auszuüben, sagen, welche 1870 gelegentlich der Berathung der Reichs- Schwebt, hatte dies seltsamer Weise vergessen: er benutzte daß sie den Achtſtundentag für Bergarbeiter in der nächsten verfassung der württembergischen Regierung in bezug auf einen, mit wunderbarem( jedoch bei ihm nicht verwundernden) die Weinsteuer gemacht sein sollen, zum Anlaß, um sich te i ch 3 tag 3 zu einer Attacke auf den württembergischen Session als eigene Vorlage auf die Tagesordnung setzt. ungeschick gestellten Antrag auf Bertagung des Der Kongreß hat in diesem Sinne auch Beschluß gefaßt mit sowohl über diese Busagen, als auch über die Stellung Partikularismus, der doch blos nach Bismarck'schem Rezept Reichstags dem Zusah, daß wenn die Regierung diesem Verlangen nicht ent- seiner Regierung zur Vorlage zu äußern. sprechen sollte, die Bergarbeiter- Abgeordneten ein dahingehendes Amendement zur Thronrede beantragen sollen. Ein solches daß Württemberg im Jahre 1870 allerdings in be Stunde in Erregung versetzte, ist politisch ohne jegliche Was die Zusage betrifft, so fonstatirte der Minister, handelt. Das Incidenz", das den Reichstag auf eine halbe Amendement bedeutet nämlich ein Mißtrauensvotum und hat, wenn angenommen, den Rücktritt der betreffenden Regierung zur Erklärungen erhielt. auf feine Weinsteuer Bedenken. beruhigende Folge, und da die Bergarbeiter über eine ziemlich große Anzahl Dieselben hätten freilich feine Tragweite. Stimmen im Haus verfügen, so ist die Drohung keineswegs bloße rechtsverbindliche Kraft, ob aber auch keine mora- Der Vertagungs- Antrag Kardorff's fand nicht einmal auch feine mora die nöthige Unterstügung Deflamation. - der Reichstag ließ sich in lische darüber schwieg sich der Herr Minister aus. Weiter wurde ein Protest gegen das Berhalten der Lords in Indeß das ist der nebensächlichere Punkt an der ministeriellen seiner nützlichen Arbeit, der Weinsteuer den Hals umzubezug auf die Haftpflichtreform beschlossen, sowie eine Resolution, Rede. Das Hauptgewicht ist auf die Erklärung des Ver- drehen, nicht aufhalten. die das Aufschichten unverhältnismäßig großer Kohlenlager auf treters des süddeutschen Staates zu legen, wonach die Lage Die Verhandlungen über über den deutschden Grubenhöfen verurtheilt und die Verbandsexekutive auffordert, der Weinbauern eine solche ist, daß sie an der Grenze der russischen Handelsvertrag scheinen dem AbSchritte dagegen zu ergreifen. Die Bildung dieser Lager ist in Existenzmöglichkeit stehen. Einer solchen Bevölkerung aber, schlusse nahe zu sein, wenigstens hat nach der Ansicht von der That ein Unfug, der der schlimmsten Spekulation Borschub die hart arbeitet, aber genügsam ist, noch neue Lasten Mitgliedern des Zollbeirathes der letztere gestern in Sachen Federation beigetreten sind, sehr vermehrt hat, so wurden auferlegen, welche ihre wirthschaftliche Lage unerträglich des deutsch- russischen Zollvertrages seine letzte Sigung abrages feine Leste dieselben aufgefordert, fich als nationaler ſchottischer geſtalten würden, dazu kann keine württembergische die gehalten. lichen Zoll ReVerband unter einander zu verbinden. Das auf der sog. Rosebery- Konferenz beschlossene Einigungstomitee der Unternehmer und Arbeiter des gederationsdistrikts ist schon mehreremal zusammengewesen, indeß noch nicht über die vorbereitenden Diskussionen hinausgekommen. Da man sich über den unparteiischen Vorsitzenden nicht einigen konnte, so wird Herr Peel, der Sprecher des Parlaments, dieser Tage einen solchen ernennen. Die Vertreter der Arbeiter bestehen darauf, daß in den zu vereinbarenden Sagungen der Minimallohn, wie er während des Lockout verstanden war, für bindend erklärt werde. Das " gierung jezt oder in Zukunft ihre Zustimmung gebeit." Der preußische Landtag. Im Abgeordnetenhause Diese Erklärung, von der Linken und dem Zentrum ist eine Uebersicht über die Parteien des Hauses zusammenlebhaft applaudirt, wirkte verblüffend, besonders bei den gestellt worden. Danach zählt die konservative Partei 139, paar anwesenden Bundesraths- Mitgliedern, unter denen das Zentrum 94, die nationalliberale Partei 88, die freisich auch der Graf von Posadowski befand. fonservative Partei 63, die Polen 17, die freisinnige Boltspartei 14, die freisinnige Vereinigung 6 Mitglieder. Bei feiner Partei sind 11 Mitglieder. Ein Mandat ist erledigt. Die stärkste Partei des Deutschen Reiches, die Sozialdemotratie, ist im Landtage aber gar nicht vertreten, obgleich dort über die wichtigsten Dinge, wie das Steuer, das Schulwesen, Bergarbeiter- Angelegenheiten und tausend andere überaus wichtige Angelegenheiten verhandelt und beschlossen wird. Um die Aufregung noch zu steigern, beantragte das Schreckenskind der Rechten, Kardorff, Vertagung der Verhandlung, denn die Rede des Herrn Ministers von Mitts nacht werfe eine traurige wie betrübende Perspektive auf die Zustände, die jetzt im Bundesrathe herrschen". Bei dieser Gelegenheit sei ein ziemlich verbreiteter Irrthum Dümmeres konnte von einem Reichsfreund" im geberichtigt. Es herrscht vielfach die Ansicht, daß, wo fog. gleitende gebenen Moment wohl nicht leicht gesagt werden, als die Lohnliften bestehen, der Standard- Sah" derselben das ver- Begründung war, die Kardorff seinem Antrage gab. Richter, einbarte Lohnminimum für die betreffende Industrie bilde. Gröber und Singer traten energisch gegen den VertagungsEinfuhr in das Deutsche Reich. Zufolge der der gleitenden Liste schließt noch nicht die eines Lohnminimum ein. antrag ein, Hammacher, der für seine Freunde erst dafür Budgetkommission des Reichstages zugegangenen Uebersicht Als„ Standard"( Norm) wird gewöhnlich der zuletzt vereinbarte sprach, wechselte später seinen Standpunkt; am Bundesraths- der Einfuhr der wichtigsten Waarenartikel in das deutsche Taris aufgestellt; ist derselbe ein sehr niedriger, so mag er in tisch aber herrschte helle Verzweiflung. Nur Herr v. Bötticher, Bollgebiet seit 1890/91 sowie des dafür eingegangenen der Praxis lange Beit die untere Grenze bilden, unter die nicht der nebst dem Staatssekretär v. Marschall und mehreren anderen Bolles betrug der letztere 1890/91 389 424 000 m., heruntergegangen wird, aber eine Garantie dafür bildet oder preußischen Bundesräthen herbeigeholt worden war, er stand 1891/92 404 359 000 m., 1892/93 377 822 000 M., April bietet die gleitende Liste nicht, es steht die Möglichkeit offen, daß auch bei dieser Gelegenheit still pergnügt und lächelnd da. bis November 1893 238 882 000 m., b. h. gegen den gleichen die Löhne noch unter den Standardsatz fallen. So standen 3. B. Nach einer endlosen Geschäftsordnungs- Debatte fiel Rar Beitraum des Vorjahres weniger 22 662 000 m. Ende Juni vor. Jahres im Rohlengewerbe im Federationsdiftrift dorff's Antrag schon bei der Unterstützungsfrage. Es er- In den einzelnen Monaten tamen ein 1893/94: April 40 pCt. über der Standard, dagegen in Südwales 42 pet. hoben sich die nothwendigen 30 Abgeordneten nicht für den 23 606 000, Mai 25 240 000, Juni 24 717 000, Juli in Northumberland 164 pCt., im Durham 15 pet. unter dem Standard, der in jedem Distrikt ein anderer ist. Die Forderung selben. 38 074 000, August 27 562 000, September 29 181 000, Oftober 35 027 000, November 35 520 000 m. Der Federation, daß die„ living wage" im ganzen Gebiet als Das Interesse an der Debatte war damit natürlich Minimalsatz anerkannt werde, ist in eben demselben Grade ein vollständig erschöpft. Die folgenden Redner, darunter auch Bruch mit der Ueberlieferung als ihre Forderung des gesetzlichen unser Genosse Jöst, sprachen vor leeren Bänken. Schließlich Achtstundentages. wurde der Entwurf der Steuerkommission überwiesen. Dort Ob das Ministerium Gladstone dem Verlangen der Federa- mag er begraben bleiben. Die Worte des Ministers Mitttion entsprechen wird, muß abgewartet werden. Bekanntlich sind nacht werden ihm als Grabschrift dienen, zugleich aber von den Bergarbeiter- Abgeordneten im Hauſe drei so entschiedene werden sie als das vernichtendste Urtheil über die Steuer Gegner der Maßregel wie die orangistischen Ulsterleute Gegner von Homerule sind. Aber die Herren Burt, Fenwick und Wilson politik unterm neuen Kurs im Gedächtniß des Volkes haften vertreten eben. auch nur ein Ulster" ihrer Industrie, eine auf bleiben. gewiffe Privilegien erpichte Minderheit, und die Logit der ThatAm Montag steht die Nothstands- Juterpellation unserer fachen wird das Gladstone'sche Kabinet zwingen, mit dem neuen" Abgeordneten an erster Stelle auf der Tagesordnung. gegen den alten Trade- Unionismus zu marschiren sei es auch Rebellion im Bundesrath? Ein Bundesrathsmit dem Hintergedanken, daß das Haus der Lords ihm den Gefallen thut, das Gesetz abzulehnen, wie sie das den Trade- Unio- mitglied, der Vertreter Württembergs, in entschiedener Rede nisten zu Liebe eingebrachte Haftpflichtgesetz nicht ohne Konzeffion vor versammeltem Reichstags- Kriegsvolk sich gegen eine an die Freiheit des Kapitals passiren laffen wollen. Die Rabi- Vorlage der Reichsregierung erklärend( die Weinstener) talen donnern öffentlich gegen das Haus der Lords, aber das ist im Deutschen Reich noch nicht dagewesen. Und im Stillen mag gar mancher es feguen- es ist ebensowenig ist schon dagewesen, daß dieser Vertreter einer unter Umständen ein gar verläßlicher Blizarbeiter." Bundesregierung die übrigen Bundesregierungen anklagt, Uebrigens haben sich auch Arbeiter gefunden, die in der durch Einbringung jener Vorlage zwar nicht ein BerAngst, einen momentanen Vortheil aufgeben zu müssen, öffentlich sprechen verlegt, wohl aber deutlich formulirte Forderungen für die Amendements der Lords gegen die Haftpflicht- Borlage einer Bundesregierung nicht beachtet zu haben, und zwar der Regierung demonstrirt haben. Aber es sind hier fast nur Leute, die außerhalb der Arbeiterbewegung stehen: Angestellte Forderungen, deren Annahme 1870 gewissermaßen die Vorvon Eisenbahn-, Gas- 2c. Gesellschaften, die durch das Mittel bedingung zum Eintritt dieser Regierung in das Deutsche anscheinender Wohlthätigkeits- Einrichtungen von dem Anschluß Reich bildete. Der Vertreter des Partikularismus war der an ihre Klassengenossen abgehalten werden. Württembergische Minister von Mittnacht derselbe, der schon im Zollparlament von 1867 der Zentralisationspolitik des Fürsten Bismarck so scharfe Opposition machte, daß er für längere Zeit in Reichsungnade war. Was machte er sich doch für unnöthige Sorgen. Ist die Lene nicht die Liebe und Ergebenheit selbst? Geradezu albern in ihrer Naivetät. Und glaubt sie nicht alles, was man ihr sagt? krantes Kind verlangte sie voll Sehnsucht nach Vater und Mutter. 41 377 000 Wi ,, in den folgenden Jahren bis 1891/92: An Salzsteuer und Salzzoll tamen ein 1883/84 41 735 000, 41 490 877, 42 140 000, 42 105 000, 43 806 000, 43 073 000, 44 512 000, 45 363 000 m., im Jahre 1892/93 nur 44 897 000 W., also ca. 400 000 weniger. Aus dem bayerischen Landtage. Unsere Parteigenossen im bayerischen Landtage haben einen Antrag auf Abänderung des Gemeinde Wahlrechts gestellt. Genosse Löwenstein begründete in einstündiger, treffender Rede den Antrag. Für die Genossen im Reiche ist interessanter, als diese speziell bayerische Angelegenheit, die Feigheit der großen" Parteien im Landtage. Nachdem Löwenstein ge= sprochen hatte, beschloß das Haus auf Antrag der Abgg. Lerno( Zentr.) und Dr. Hahn( lib.), das heißt die beiden großen" Parteien, den Schluß der Debatte. Genoffe Grillenberger bemerkte hierzu: Man hat sich fürzlich in der Presse aller Parteien darüber aufgehalten, daß in der sächsischen Kammer ein derartiger Antrag so von kurzer Hand abgethan wurde. Einen Antrag von solcher Wichtigfeit, wie der unsere, einfach so abzuthun, das ist ein unerhörtes Vorgehen, das noch in feinem Parlamente dagewesen ist. In dem Antrag ist kein Grundfat enthalten, von dem Herr Lerno wieder hätte annehmen können, daß er ein Schritt zum sozialistischen Staate fei. Diese Grundsäge waren schon vor 25 Jahren in diesem Hause ver treten und werden auch heute allgemein anerkannt, so daß ich fagen muß, es muß als unerhört bezeichnet werden, so ohne In Erich's Armen war Helene an diesem Abend eingeschlafen. Aber im Traume seufzte sie wiederholt und die zuckenden Lippen flüsterten: Ach, ich hab' ihn so lieb gehabt." XII. Man schrieb den 7. März des Jahres 1877. Sie wollte sich ihnen an den Hals werfen und sich daran festklammern. Nur, daß sie die Kourage hatte, hierher zu kommen, Sie wußte nicht, was sie ihnen sagen sollte, ließ sich befremdete ihn, aber, da hieß es nun, ihr den Standpunkt ihr Leid denn in Worte fassen? flar zu machen und ihr die Lust an dergleichen selbständigen Aber sie würden ihr Kind in die Arme nehmen und Das eben erst gewählte Komitee eines Frauen- ReformHandlungen ein für allemal zu vertreiben. es halten und schützen. Vereines mit Frau Sidonie Gebhart, geb. v. Morre, an Bater, Mutter," rief sie, als die Kräfte sie zu verder Spize hatte für diesen Tag eine Sigung einberufen, lassen drohten, und rannte weiter. wobei Frau Sidonie den Vorsitz führte. Und nun konnte er es faum erwarten, seine kleine Frau ins Gebet zu nehmen; die sollte ihm ordentlich beichten. Aber er mußte sich sputen, wenn er den Zug noch erreichen wollte. Statt des schwarzen Fracks legte er rasch seine Lodenjoppe an. Es befümmerte ihn wenig, daß er Henriette das Versprechen gegeben hatte, den Abend in ihrer Gesellschaft zu verbringen. Sie alterte merklich, und weil sie au Reiz eingebüßt hatte, kam er sich völlig schuldlos vor. Seine Entrüftung gegen seine Frau nahm eine immer kräftigere Färbung an. Er suchte sie am Bahnhofe, aber er fand sie weder im Wartesaal noch im Koupee erster Klasse, das er sofort bestieg. Daß seine Frau sich in einer anderen Wagen Klaffe befinden könne, fiel ihm nicht einmal ein: er vers muthete, daß sie zu dem Zug, der 5 Uhr 30 Minuten abging, noch zurecht gekommen und auf dem Wege nach Hause sei. Als der Zug in Miesbach hielt, sprang er sofort aus dem Koupce. Helene aber mußte erst von dem Schaffner, der sie auf die Schulter tippte, darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie ihr Ziel erreicht habe und aussteigen müsse. Als sie heraus irat, sah sie sich nach einem Wagen um. Der einzige auf der Station befindliche war soeben von einem Herrn in Beschlag belegt worden, der mit ihm eilends davonfuhr. Seufzend sah sie ihm nach. Sie mußte nach St. Agath zu Fuß gehen. Es war Nacht, als sie den einsamen Wiesenweg dahinschritt. Rein Stern feuchtete hernieder. Wind hatte sich er hoben, der die Wolken immer dichter zusammentrieb und ihr ranh ins Gesicht blies. Sie hüllte sich dichter in ihren Umhang und wie ein " Es schlug zehn auf dem Kirchthurm von St. Agath, als sie endlich die erleuchteten Fenster ihres Hauses vor sah. Die Eltern waren da und erwarteten sie. sich Die Dame befand sich in dem unbestimmbaren Alter zwischen dreißig und vierzig und wenn sie cach weit entfernt war hübsch zu sein, so weit, daß sie selbst keinen Ai spruch darauf erhob, so wollte sie doch interessant erscheinen Das Stubenmädchen stand im Vestibül und erblickte und war es auch. Sie war groß und schlank von Gezuerst. sie Sie schlug die Hände zusammen, lief in die Stube und schrie: Gnädiger Herr, sie ist da, die Gnädige ist da!" Und von Jnnen wiederholten mehrere Stimmen: Sie ist da sie ist da sie ist da!" Der Mann, der Vater, die Mutter stürzten ihr in heftiger Erregung entgegen. Die quälende Angst und Sorge, die alle Drei, als Erich nach Hause kam und sie nicht vorfand, um sie gelitten hatten, machte sich nun, wo sie heil vor ihnen stand, in zornigen Vorwürfen Luft: " Was Du mir heute angethan hast, Lene-!" Wie konnte Dir so etwas einfallen!" Und stalt, ihr brünettes, intelligentes Gesicht hatte etwas Kühnes, das man nicht leicht vergaß. Ihre raschen, eckigen Bewegungen thaten ihrer Vornehmheit allerdings Abbruch; sie wußte es, und es hatte eine Zeit gegeben, wo sie sie genau überwachte und zur Anmuth dressiren wollte; jetzt hatte sie sich über diesen Mangel hinweggefeht, wie über so vieles andere. Ihr Eheleben war nicht glücklich, obwohl sie einen schwachen und gutmüthigen Mann hatte, der eine hohe Meinung von ihr besaß. Ihr, wenn auch noch junger Adel ihr Vater war in glücklichen Spekulationen ergraut, als man ihn zum Baron machte und noch mehr ihre literarische und philosophische Bildung imponirten ihm ungemein. Sie hinwieder schätzte in ihm den geschickten und korrekten Geschäftsmann, der ihr beiderseitiges großes Vermögen klug verwaltete und durch glückliche Unternehmungen stetig zu vermehren verstand. unb bie Angst, die wir um Dich ausgestanden!" Und nun spielte sich eine jener großen dramatischen Familienszenen ab, wo die Autoritäten von Mann und Vater fich zusammen thun, um einer Unmündigen klar zu machen, daß Alles, was sie gesehen und gefühlt und gedacht Diese gegenseitige Schäßung war der kitt, der diese und gefolgert hat, ein Irrthum sei. zwei Menschen, die sonst nichts Gemeinsames hatten, zuUnd man predigte ihr von Freiheiten und Vorrechten sammenhielt. des Mannes, die ihm von der Natur selbst verliehen seien, Ihr erschien eine gewisse Sprödigkeit der Frauenund von seiner Kraft und besseren Einsicht. Für ihn gab würde angemessen, er hinwieder war eine ganz sinnliche es keine Gefahr, aber die Frau würde straucheln, sobald sie Natur, dazu gemacht, von den Weibern genasführt zu sich seiner Leitung entziehen wolle. Und es folgten Thränen werden, sobald sie das Eine gewährten, das für ihn das und Bitten, Rührung von allen Seiten und schließlich groß- Einzige war. müthiges Verzeihen. ( Fortsetzung folgt.) Diskussion über den Antrag wegzugeben. Es ist uns privatim mitgetheilt worden, daß auf keiner Seite des Hauses eine Ge- neiglheit bestehe.� irgend einen Punkt unseres Antrages anzu- nehnien, als höchstens die Abschaffung der nummerirten Stimm- zettel. Wenn Sie sonst nichts als diese ganz untergeordnete Sache annehmen wollen, dann können Sie ganz ruhig auch die nummerirten Stimmzettel noch be- hallen. Es geht daraus hervor, daß Sie die unterdrückten Volksklassen nicht zu ihrem Rechte kommen lassen wollen. Wir konnten das schon daraus erwarten, was Dr. Orterer bei der Wahlgesetz Debatte gesagt hat. Das beweist nichts Anderes, als daß Sie auf beiden Seiten an dem Klassenregiment, durch »velches eine große Anzahl von Leuten in seinen Rechten ver- kürzt wird, festhalte». Das wollte ich feststellen, damit man in, Lande draußen sieht, warum Sie von unfern Anträgen nichts wissen wollen. Der Antrag Löwenstein wird hierauf mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Volksparteilers Wießner abgelehnt. Tie„Frankfurter Zeitung" bemerkt hierzu ganz treffend: Die Art, in der heute die Abgeordnetenkammer die sozial- demokratischen Anträge aus Beseitigung effektiver Mißstände in der B ü r g e r r e ch t s f r a g e und in Sache» der Gemeinde- wählen abgelhan hat, ist in der Geschichte des bayrischen Parlamentarismus noch nicht vor- gekommen. Man spricht doch über eine Sache, wenn sie vernünftig ist. Aber die Kammer schloß die Diskussion nach der Begründung des Antragstellers, also ohne Diskussion, und lehnte dann den Antrag einfach ab. Weder aus dem Wesen des Antrages, noch aus dem Tone der Ausführungen des An- tragsiellers ist ei» Milderungsgrund für dieses gewallthätige Verfahren abzuleiten. Wenn ein bischen Liberalismus noch in unseren Liberalen steckte, hätten sie einen ähnlichen Antrag längst stellen müssen und nicht erst die Sozialdemokraten kommen lassen sollen. Daß sie nun gar den Antrag derart mitbegraben halfen, ist ein nicht geringer Makel für sie. Der bayerische Liberalismus macht sich im Schlepptau der Kleri- kale» von Tag zu Tag hübscher. Einerseits selbst garnichts leisten, andererseits den reaktionärsten Bestrebungen Beihilfe stellen, das ist das Wesen der heutigen Kammerliberalen. Von einer Partei kann man da kaum mehr reden.— Ultramontaue Flunkerei. Tie.Germania" brachte in ihrer Nr. 13 vom 18. Januar eine Korrespondenz aus Schlesien über die Nachwahl im Reichstags-Wahlkreis Neu- sladt i. Sehl., in der von der Agitation unserer Genossen folgendes behauptet wurde: „Es wurden sogar Zettel vertheilt(ein Original liegt uns vor), auf welchen es hieß:„Wählt nur Stolpe(Kandidat der sozialdemokratischen Partei), dann dürft Ihr nicht mehr arbeiten, dann kostet das Brot nur 20 Pf., ein Pfund Fleisch 10 Ps. ic., dann seit Ihr alle glücklich." Tie„Germania", deren Korrespondent sich für seine Angaben auf die„Fra,lkenstein°Münsterer Zeitung" beruft, bezeichnet eine solche Agitation als„ordinären Gimpelfang" und„frevelhaftes Spiel". Wir müssen dem frommen Blatte recht geben, die Frage ist nur, von wem ver Gimpelsang versucht wurde und das frevelhafte Spiel ausging. Daß unsere Genossen den plumpen Täuschnngsversuch nicht gemacht haben, davon waren wir von Anfang an überzeugt; trotzdem wandten wir uns an unseren Genossen H. S t o l p e, der in Neustadt kandidirte, und baten ihn um Auskunft. Dieselbe ist jetzt eingegangen und lautet: .Werther Genosse! Selbstverständlich ist an der Geschichte kein wahres Wort. Sollten wirklich derartige Zettel verlheilt worden sein(ich erhalte gleichzeitig von Neustadt «inen Brief, indem sicher etwas erwähnt worden wäre, wenn es auf Wahrheit beruhte), so sind dieselben z weisels- ohne von den schwarzen Gesellen selb st ver- theilt worden, um uns lächerlich zu machen. Es könnte dies höchstens aus den entlegenen Dörfern geschehen sein. In der Stadt und Umgegend sind uns keine zu Gesicht gekommen. Sie können die Angaben der„Germania" ruhig als eine ganz gemeine Lüge brandmarken. H. Stolpe." Jetzt hat die„Germania" das Wort!— Das Manchestcrthum ist in Deutschland mausetod t, dies wird nun feierlich zugestanden, indem das„wissen- schaftliche" Organ dieser wirthschaftlichen Richtung, die Vierteljahrsschrift für Volkswirtschaft, Kulturgeschichte und Politik ihr Erscheinen eingestellt hat.— Tie Macht des Sozialismus i» Frankreich hat sich von neuem gezeigt: die sozialistische Kammerfraktion, die zu Beginn der Session das Ministerium Tupuy stürzte, hätte vorgestern um ein Haar das Ministerium Casimir Perier gestürzt. Und wieder war es I a u r ö s, der als Redner die Sozialisten vertrat. Es handelte sich um einen Fraktions- Autrag, welcher die„Ersparnisse" der Rcntenkonversion im Betrage von 67 Millionen Franks für die E n t l a st u n g des ländlichen Besitzes, und zwar der Klein- und Mittelbauern zu verwenden heischt. Dieser Antrag wurde in zwei Theile getheilt, die hinter- einander von der Kammer angenommen wurden; er blieb aber bei der Gesammtabstimmung in der Minorität, weil das Ministerium, ganz konsternirt, die Vertrauensfrage stellte. Die Wirkung in der Kammer und im Land war eine ungeheuere. Der Vaillant'sche Kochtopf ist vergessen und Herr Casimir Perier hat seine ersteWarnung erhalten. Der Korrespondent der„Kreuzztg.'sagt über das Ereigniß: Der Antrag Jaurüs ward in zwei Theile getheilt; der erste fordert, daß die erzielten Ersparnisse zur Entlastung des Grundbesitzes verwerthet werden; der zweite, daß die Be- stimmung des ersten auf die, welche ihren Besitz verpachten, nicht anzuwenden sei. Für beide Theile fand sich eine Mehr- heil, für den zweiten sogar eine große. Als indessen über den Gesaiumtantrag abgestimmt werden sollte, hatte der Umstand, daß der Finanzminisler im Namen der Regierung die Ver- trauenssrage stellte, daß der herbeieilende Easinnr Perier gegen die Verquickung einer rein finanziellen Frage mit einer wirrhschastSpolitischen Steuerfrage Einspruch erhob, daß ein Ministerium Goblet drohte, seine Wirkung nicht rerfehlt. Der Gesammtantrag ward abgelehnt. Aber es ist nicht zu leugnen: Das Ansehen der Regierung ist geschwächt worden, die Kammer hatsich gründ- l i ch b l a m i r t, sich kopsloser gezeigt, als die vorhergehende, was viel besagen will. Die„Umwandlung" der Kammer, die ihre eigene Abstimmung nach kaum fünfzehn Minuten kassirt, ist weit erstaunlicher, als die der Rente. Nur die Sozialisten haben in der gestrigen Sitzung ge- erntet, vor allen: Jaurßs. der sich als«inen Redner ersten Ranges erweist. Besonders interessant war seine Bemerkung, daß er gegen die Rentenumwandlung durchaus nichts habe, da sie in erster Linie den Sozialisten zu gute komme; werde doch der kleine Rentner durch die Verringerrung seiner dürf- tigen Einnahmen imnier mehr zum Proletarier herabgedrückt. Mit ihm aber verschwinde der mächtigste Wall, den die Bourgeoisie dem Ansturm des vierten Standes entgegenzu- setzen habe. Die gestrigen Abstimmungen in der Kammer, bei denen sich die Monarchisten und der linke Flügel der Republikaner. wie in der guten alten Zeit, wieder zusammengefunden halten, zeigen jedenfalls aufs klarste, daß die Situanon der Ministerien seit den Neuwahlen sich nicht so verändert hat, wie die Optimisten, mit dem„Temps" an der Spitze, hofften und daß von der vielbegehrten zuverlässigen Regierungs- Mehrheit noch immer nichts zu spüren ist. Man sieht, wie richtig unfer Korrespondent(Zallus die Situation tn der französischen Kammer geschildert hat. Die„feste Majorität" fehlt heute, ebenso wie sie vor der Wahl gefehlt hat. Der Unterschied ist nur der: seit der Wahl ist ein fester Kern vorhanden: die sozialistische Gruppe, die jeden Augenblick diese schwankende Majorität durchbrechen und zerstäuben kann.— Von den französischen Grubenbesitzern. Aus Paris wird uns geschrieben: Wenn die Arbeiter zu ihren Gunsten auch nur die mindeste Intervention vom Staat oder den Gemeinden verlangen, sei es auch nur, daß es sich darum handle, Kindern keine längere Arbeitszeit als Pferden aufzubürden oder etwa eine Gemeinde-Apolheke zu errichten, welch ein Sturm erbebt sich da nicht gleich in allen kapitalistischen Blättern. Wie wird da nicht über den Sozialismus, den Kollektivismus, die Verletzung der Prinzipien von 1789 und sonst dergleichen gewettert. Sobald sich aber nur ein paar große Unternehmer zusammenthuu, um für ihre Interessen die Hilfe des Staates oder der Gemeinden in Anspruch zu nehnien, da können sie dreist verlangen, es solle ihnen alles tributpflichtig werden, und es wird sich in all den plutokralischen Blättern kein Lüftchen dagegen regen. Freilich, wenn irgendwo die Unternehmer die Intervention des Staates verlangen, um ihre Kassen leichter zu füllen, dann thun sie dies beileibe nicht in ihrem eigenen Interesse. So selbstsüchtig ist kein Unternehmer. Nein, sie erfüllen mit ihrem Verlangen viel- mehr eine patriotische Pflicht, denn nicht um ihre Interessen handelt es sich da, sondern um die der n a l i v n a l e n A r- b e i t, des n a t i o n a l e n R e i ch t h n m s. O, wir scherzen nicht und übertreiben auch nicht. Im Pas de Calais hat sich ein aus Grubeninteressenten bestehendes Aktionskomitee gebildet, das dieser Tage eine Delegation an den Arbeilsminister entsandte, um ihm darzulegen, daß es an der Zeit sei, den Produkten ihrer Industrie neue Absatzmärkte zu eröffnen und sobald als möglich aufzuböre», den Nachbarländern, die jährlich über 10 Millionen Tonnen Kohlen in Frankreich einführen, tribut- pflichtig zu sein, um solcherart— wie sich Herr Deprez, Senator von Pas de Calais und Führer der Dele- gation ausdrückie—„die nationale Arbeit und den öffentlichen Reichthum zu fördern." Zu diesem Behufe verlangen diese patriotischen Herren blos: I. eine allgemeine Herabsetzung der Eisenbahn-TransOorttarife für französische Steinkohlen; 2. die Einführung von Spezialtarifen zu ermäßigtem Preise für die Zonen, innerhalb deren die ausländische Konkurrenz sich am meisten fühlbar macht; 3. die Verpflichtung für alle Eisenbahn- Gesellschaften und Staatsverwaltungen nur ein- heimische Kohle zu verwenden und 4. die Erbauung des Nord- kanals. Die Erfüllung der ersten drei Forderungen würde zwar die Reineinnahmen der Eisenbahnen bedeutend schmälern, aber dafür hat ja der Staat die Zinsengarantie über- nommen, so daß die Herren Eisenbahn-Aktionäre in keinem Falle� zu kurz kämen, und im Nothfalle könnten ja die Eisenbahnbediensteten etwas intensiver angestrengt werden und dadurch nicht nur Entlassungen vorgenommen, sondern diese auch zugleich zur Drückung der Löhne der verbleibenden Arbeiter benutzt werden. Und da dies ja nur geschähe, um die nationale Arbeil und den nationalen Reichthum zu fordern, könnten die dadurch belroffe- nen Arbeiter, sofern sie keine„Vaterlandslosen" oder«Anti- Patrioten" sind, kaum etwas einzuwenden haben. Auch der vierte Punkt, die Errichtung des Nordkanals, bietet keine Schwierig- keit. Bedarf es hierzu auch vieler Millionen, so bleibt doch die Hauptsache, daß sie vorhanden seien oder wenigstens die Quelle, aus der sie geschöpft werden können. Auch dafür haben die Grubenbesitzer gesorgt, indem sie durch ihre Delegation auf die Rentenkonversion hinweisen ließen, bei der einige sechzig Millionen abfallen werde». Im Nothfalle sind sie patriotisch genug, sich gegen einen Extraprofit mit einer gewiffe» Summe am Kanalbau zu betheiligen. Was thuu die Herren nicht, wenn es der Förderung des öffent- lichen Reichthums gilt, besonders wenn die Förderung gleich- bedeutend mit einem Steigen ihrer Aktien ist? Kann es darum rechtmäßigere Forderungen geben, als die. welche die Gruben- gesellschnstcn a» die Regierung stellen? Der Sprecher der Dele- gation konnte darum mir Recht schließen: �.Die Regierung der Republik, die eine Regierung der Gerechtigkeit ist, wird unseren rechtmäßigen Forderungen gerecht werden." Ja, sie wird dies um so mehr, als der reichste Grubenaklionär Ministerpräsident ist und die Kanimerniajorität wie die kapitalistische Presse vor allem für„Geschäfte" sind. Crispi a» der Arbeit. In Sizilien und Mittel- italien Belagerungszustand, Kriegsgerichte und rücksichts- lose Anwendung der äußersten Gewaltmittel. Von stand- rechtlichen Erschießungen verlautet noch nichts— aber auch diese Blüthe ueuitalienischer Königspolitik wird uns nicht erspart bleiben. Wie es im Lande aiiIsicht, davon wissen wir nicht mehr als wir von Rußland wissen. Keine Depesche, keine Nachricht wird fortgelassen, die nicht die Zensur passirt hat. Von den verheißenen„sozialen Reformen" ist es ganz still; und Herr Crispi läßt durch eins seiner Reptilien� in der„Kölnischen Zeitung" ganz ungcnirt erklären:„Gegen die Anarchisten (Herr Crispi stenipelt hartnäckig jeden Gegner der Regie- rung zum„Anarchisten." R. d. V.) giebt es nur c i n Mittel.: die rücksichtslose Anwendung der Gewalt, und damit wird es der Regierung auch gelingen, des anarchistischen Verbrecherthums Herr zu werden-, ohne daß sie an soziale Reformen in jenen Gegenden zu denken braucht." Was heute von Massa-Carrara gesagt wird, wird morgen von Sizilien gesagt werden. "Wer noch an der Mission Crispi's, die Monarchie zu Grunde zu richten, zweifelte, der wird jetzt von seinen Zweifeln geheilt sein.— Die„Jndependent Labor Party" wird Anfang Februar, wie uns aus London geschrieben wird, inManchester ihren zweiten Kongreß abhalten. Nicht alle Erwartungen, die ihre Gründung erweckt hat, sind in Erfüllung gegangen, ihre Agitation hat unter der für eine junge Partei zu stark föderalistischen Organisation und dem infolge dessen unvermeidlichen Geldmangel sehr gelitten und ihrer Aus- breitung hat der Verdacht, sie sei nur eine von Champion mit Torygcld lancirte Gründung sehr geschadet. Trotzdem hat sie vor allem im industriellen Norden recht Tüchtiges geleistet und, ebenso wie die Sozialdemokratische Föderation, eine ganze Anzahl von Sektionen ins Leben gerufen, die zum Theil eine rege Thätigkeit entfalten. Es steht daher zu hoffen, daß der Kongreß ein gut besuchter sein und das Werk der Agitation und Organisation ein gutes Stück weiter fördern wird. Ich glaube im Namen der Leser des „Vorwärts" zu sprechen, wenn ich den Delegirten dazu von Herzen Glück wünsche.— Vclvkeinclckriihken. Enlcnburgerei. Mit Recht hat der sekrete Erlaß des preußischen Ministers des Innern gegen die Sozialdemokratie, den der„Vorwärts" unlängst abgedruckt, Auffehen erregt. Wir .freilich waren darüber nicht erstaunt, denn wir wissen, daß im Geheimen manche Fäden gesponnen werden, die dann als Ney zusammengefllat zum Fang benutzt werden sollen. Bei all diesen Haupt- und Staatsaktionen haben wir die Wahrnehmung ge- macht, daß die Kleinstaaten dem preußischen Kamaschenthum noch über sein wollen. In welcher Weise im Großherzogthum Hessen die Verwaltungs- behörden inspirirl— oder instruirt?— sind, mag ausfolgendem Aktenstücke der Bürgermeisterei Vixhausen bei Darmstadt hervor- gehen: Vixhausen. Betreff: Die Beschwerde des Adam Melk I zu Vixhausen. An Großherzogliches Kreisamt Darmsiadt. Bericht der Großherzoglichen Bürgermeisterei Vixhausen. Infolge inskrib.'Verfügung Gr. Kreisamts vom 11. d. M. haben wir die beiden Nachtwächter vernommen, das deßfallsige Protokoll liegt bei, das übersendende(?) Aktenstück geht eben- falls zurück und berichten wir folgendes: Die hiesigen Nachtwächter sind gewissenhafte dienstwillige Männer, und wir haben noch keine Veranlassung gehabt, die- selben wegen ihres Dienstes zur Rechenschaft zu ziehen. Was ihre Anzeigen betreffen, so sind wir überzeugt, daß sie auf Wahrheit beruhen. Daß dennoch mancher Denunzirter der Strafe entgangen ist, beruht auf der Zeugenaussage ihrer Genossen. Was nun die Persönlichkeit des Rubricirenten Adam Melk 1 anbelangt, so ist derselbe als der Hauptanführer der hiesigen Sozialdemokraten in der ganzen Umgegend weit und breit bekannt, welcher nebst Genossen schon seit vielen Jahren danach strebt, den Umsturz der bestehenden Regierunge» herbeizuführen. Daß er Gemeinderathsmitalied bei der letzten Ortswahl geworden ist, verdankt er nur dem Bündniß mit den hiesigen Antisemiten. Schon seit langer Zeit arbeitet p. Melk bei den Ortswahlen sehr eifrig und thätig, um in unserem Orte seine Umsturzpartei an die Spitze der Gemeindeverwaltung zu bringen. Auch bei der Reichetagswahl hat sich Melk und Konsorten als Aufwiegler und Feind der bestehenden Ordnung offen ge» zeigt. Da nun p. Melk selbst Gemeinderath ist, so scheint es uns, derselbe halte sich berechtigt, eine Ausnahme machen zu dürfen, auch stünde ihm wohl das Recht zu, der Nachtwache Vorwurfe ertheilen zu dürfen. Daß die Nachtwächter bei den letzten Ortswahlen zu seinen Gegnern gehalten haben, ist ein gutes Zeichen für diese Leute. denn welcher ordentliche Mann will mit Melk und Konsorten halten? Melk beschwert sich, daß schon oft der übergroße Diensteifer der Nachtwächter manche» Bewohner in ungerechte Strafe ge- bracht hat, was aber die Unwahrheit ist. Die Nachtpolizei thut stets nur ihre Schuldigkeit und wir haben derselben noch imer empfohlen, diesen(?) Leuten etwas nachzusehen, lieber einmal ein Aug' zuzudrücken, um denselben keine Gelegenheit zu geben, aus dem Parteigetriebe der letzten Wahlen Kapital schlagen zu können. Melk und Genossen, sowie ihre Bundesgenoffen, die hiesigen Antisemiten, sind stets ans der Lauer und erhaschen begierig jede sich ihnen darbietende Gelegenheit,(— also bietet sich doch Gelegenheit dar—) um den seit den letzten Orts- wählen hier bestehenden Parleihaß von neuem anzufachen und wach zu halten. Sie sind es gerade, welche unfern Ort so durch« einander geschafft haben, den Parteihaß förmlich pflegen, schüren, vergrößern und den unbedeutendsten Vorfall als Parteihaß hinzustellen suchen. Ihr unwürdiges Treiben ist jedem ordentlichen, fried- liebenden Menschen zuwider. Wir und alle friedliebenden Bewohner unseres Ortes sind stets bestrebt, beruhigend und versöhnend auf die Gemüther einzuwirken, allein p. Melk und Genossen suchen immer dem Parteigetriebe frische Nahrung zuzuführen, damit ja nicht der unserer Gemeinde so sehr erwünschte, wohlthuende Friede ein- kehren kann.(gez.) Frey. Eine allzu hohe Meinung von den Kenntnissen über unsere Ziele darf man bei unseren Gegnern(auch bei Bürgermeistern) bekanntlich nicht haben, immerhin dürfte man voraussetzen, daß ein Bürgenneister, der doch ohne Zweifel zu den„Gebildeten" gezählt sein will, heute schon wissen müßte, daß unser Kampf nicht gegen Personen, somit auch nicht gegen Regie- r u n g e n, nicht gegen Formen, sondern gegen das ganze iv i r t h s ch a f t l i ch e S y st e m sich richtet. Unsere französischen Genossen bekämpfen die republikanische Regierung mit genau demselben Eifer als die Vertreterin des Systems, als wir die nionarchische. Der„Umsturz" einer Regierung bringt uns noch lange keine veränderte bessere Wirthschaftsordnung. Welch' eigenthümliche Kombinationsgabe der Bürgermeister sein eigen nennt, davon folgender Beweis: Es waren in Bixhausen vier Gemeinderathsmitglieder zu wählen. Eine Anzahl' Wähler stellte neben 3 anderen Bürgern cnKt) Melk auf. Das fand bei der Bürgermeisterparlei keine Gnade; die 3 Kandidaten wurden zwar aufgestellt, für Melk aber ein Landwirth nominirt. Unser Genosse Melk erhielt trotz- dem von 12S abgegebenen Stimmen 84 und war gewählt. Diese 34 Bürger die Melk gewählt, sind demnach keine ordentlichen Leute. Wo der Kamps so lichtscheu gegen achtbare Männer, blys weil sie Sozialdemokraten sind, geführt wird, da darf sich der Bürgermeister Frey nicht wundern, wenn kein Friede in seinen Ort einzieht. Oder hält gar der Mann den vorliegenden Be- richt als einen Ausfluß beruhigender und versöhnender Ein- Wirkung?!?, Soztale üebctllrfjl. An die Parteiflenossen aus den Kreisen Witten- berg, Schweinitz, Torgau und Liebe nwerda! Genossen! Wer von Euch noch Interesse hat an der Land- agilation und die bestehende Organisation erhallen will, den ersuchen wir, am Mittwoch, den 24. d. M., Abends 8 Uhr, bei Lehmann, Neue Grünstr. 14, in der Versammlung zu erscheinen. Die dort einberusene Generalversammlung soll über die Auf- lösnng des Vereins beschließen. Gleichzeitig laden wir alle Gegner der Landsmanns-Organisationen als Gäste ein, um uns einen besseren und praktischen Weg zur Erreichung unseres Zieles zu zeigen. Im Auftrage des Vorstandes: Karl Lohse, Weißensee, Straßburgerstr. 83 I. I» der Fabrik von Ottenheimer Söhne in Ludwigs- bürg haben sämmtliche 1t Zigarrenniacher und 4 Wickelmache« rinnen wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Des'esckren. (Wolff's Telegravheu-Vurean.) Amsterdam, 20. Januar. Aus Sappemeer(Provinz Gro- Hingen) wird gemeldet, daß infolge einer Demonstration von Arbeitslosen eine Proklamation veröffentlicht wurde, welche jede Ansammlung von mehr als fünf Personen untersagte. Der Zug der Arbeitslosen wurde von der Polizei zerstreut, ohne daß jemand verwundet wurde. Mass«, 20. Januar. Die Bevölkerung drängte sich auch heute zu den für die Uebergabe der Waffen bestimmten Lokalen. Die Truppen setzten die Vevsolgung der flüchtigen Anarchisten fort. General Hensch hat sich nach Carrara begeben. Für den Inhalt Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Theater. Sonntag, den 21. Januar. Freie Volksbühne. III. Abtheilung. Lessing Theater. Nach D mittags 22 Uhr Das Fallissement von Björnstjerne Björnson. Opernhaus. Lohengrin. Montag: Tie Entführung aus dem Serail. Schauspielhaus. Théâtre paré. Neu einstudirt: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Die Jungfrau von Orleans. Leshing Theater. Madame SansGêne. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner Theater. Wallenstein's Tod. Montag: Minna von Barnhelm. Wallner- Theater. Geschlossen Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Montag: Dieselbe Vorstellung. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen.„ Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter VergangenMartin Bendix. Täglich: Auftreten des Brunwald heit " Todes- Nachricht. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß mein innigft geliebter guter Mann, unser Vater der Maurer Gustav Freyer in Schöneberg im Alter von 34 Jahren nach furzem schwerem Krantenlager infolge eines Bau- Unfalles am 16. Januar Nachmittags 2 Uhr ge= storben ist. Die Beerdigung findet am 21. Januar Nachm. um 2 Uhr von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Kirchhofes aus in 1335b der Marstraße statt. Die tiefbetrübte Wittwe nebst Kindern. Todes- Anzeige. Allen Genossen die traurige Nachricht, daß der in seinem Berufe verunglückte Maurer Gustav Freyer Fünf Versammlungen der Arbeitslosen Berlins am Montag, 22. Januar, Vormittags 10 Uhr. Tages- Ordnung: Die Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen, und die Haltung der Behörden. 479/8 und in Schöneberg am 16. d. M., Nachmittags 2 Uhr an seinen Wunden gestorben ist. Seine unermüdliche Thätigfeit für unsere gerechte Sache sichert ihm ein dauerndes Andenken. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Januar, Nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle neuen Schöneberger Rehdenz- Theater. Der Mustergatte. besten Bauchredners d. Jchtzeit irchhofes aus statt. Um tege BeMontag: Dieselbe Vorstellung. Nenes Theater. Gläubiger. Flattersucht. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Ein toller Einfall. Berlin 1893. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernkt- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Diefelbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplat Theater. Die lustigen Weiber von Berlin. Nach her: Bajazzi. Montag: Othello, der Mohr von Venedig. National- Theater. Der Teufel in Berlin. Nachher: Charley's Tante. Montag: Dieselbe Vorstellung. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. = Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 1, Uhr, Sonntags 61/2 Uhr. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Men! Neu! Nen! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. 1 Kaufmann's Variété. Spezialitäten Morit Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gesang und Tanz von Hugo Busse. Regie: Mar Samst. Musik von Adolph Wiedecke. Vorher: Der Teufel in Berlin. Große Posse mit Gesang und Tanz in 3 Aften von Eugen Prudens. Musik von A. Wiedecke. Regie: May Samft. Kaffeneröffnung 2 Uhr. Anfang 712 Uhr. 2 Uhr 2 Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Kassenöffnung Boltsvorstellung zu ermäßigten Preisen. Etablissement Play. theiligung ersucht Der Vertrauensmann für Schöneberg. Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 16. d. M. unser trenes Mitglied, der Maurer 108/15 Gustav Freyer nach einwöchentlichem Krantenlager an seinen Wunden verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Januar, Nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Kirchhofes aus statt. Versammlungs- Lokale: 2. Wahlkreis: Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Referent: Reichstagsabg. R. Fischer. 3. Wahlkreis: Brochnow's Festsäle, Sebastianstr. Referent: Reichstagsabg. E. Vogtherr. 4. Wahlkreis: Böhm. Brauhaus, Landsberger Allee. Referent: Reichstagsabg. P. Singer. 5. Wahlkreis: geligting ber mit Lips' Brauerei, Am Friedrichshain. Un zahlreiche Mitglieder ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und für die vielen Kranzspenden sage ich allen Verwandten und Bekannten, sowie seinen Kollegen und deren Chef und den Herren Berufsinusitern meinen innigften Dant. 1817b Wittwe Dietrich und Kind. Den Herren Kollegen meinen besten theiligung am 13186] Ww. Eruft. Panzer. Referent: Reichstagsabg. R. Schmidt. 6. Wahlkreis: Eiskeller, Chauffeestraße Nr. 58. Referent: Reichstagsabg. W. Liebknecht. Die Vertrauenspersonen. Moritz Dank für die Unterfüßung sowie Be Sozialdemokratischer Wahlverein für den meines Buggenhagen. Mannes Hugo Panker. 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Dienstag, den 23. Januar, Abends 8½ Uhr, in der Norddeutschen Brauerei, Chausseestr. 58: General- Versammlung. Play. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pateuhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurations: räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versammlungen, Kommerje, Festlichkeiten 2c. ratweil'sche Bierhallen Kommandantenr.77-79. RAUER FRIEDRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain am Königsthor. pente, Sonntag: Großes Konzert Der Kapelle des Königin AugustaGarde- Grenadier- Regiments Nr. 4 ( Coblenz). 53562* Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Kinder frei. Programm unentgeltlich. Neues Programm. Täglich von 6 Uhr ab bei freiem Entree. Kabale und Liebe. National- Konzert Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich von Schiller. Regie: May Samst. Montag: Charley's Tante. Borher: Der Teufel in Berlin. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Sonntag und Montag: Ein toller Einfall. Schwank in 4 Atten von Carl Laufs. Sierauf zum Berlin 1893. 28. Male: D. Obenlandler in National- Tracht und Auftreten von Künstlern... Spezialitäten 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Borstellung verlooft wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Revue in 2 Abth, von L. Leipziger Concordia- Festsäle Anfang der Vorstellung 71/2, der Revue 9/4 Uhr. Dienstag: Diefelbe Vorstellung. ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Sonntag, den 21. Januar 1894: Stettiner Sänger Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. 3. Schluß neu: Gine Soiree bei C. Saeger, 64. Andreasstraße 64. Heute, Sonntag: Grosses Arnold- Concert. Nachdem: Grosser Ball. 2 Orchester. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. p Jeden Donnerstag: Grosse Soirée der Norddeutsch. Sänger verbunden mit Tanzkränzchen. Familien- Billets und PasseLehmann's. partouts haben Giltigkeit. Montag: Viktoria- Brauerei. Dienstag: Böhmisches Brauhaus. 65/10 Anfang 8 Uhr. C. Saeger. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Das sensationelle, grossartige Kolossal- Programm beginnt am Sonntag um 5% Uhr. Wochentags 15 Pf. Entree. R. Winkler. 241/18 Tages Ordnung: 1. Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Hoffmann. 3. Diskussion. 4. BereinsDer Vorstand. angelegenheiten und Verschiedenes. Das Stiftungsfest des Vereins findet am 11. Februar in den Germania- Sälen statt. Diejenigen Genossen des 6. Wahlkreises, welche Abonnenten des Vorwärts" sind, ersuchen wir im Interesse unserer guten Sache, sich dem Wahlverein anzuschließen, denn nur durch enges Zusammengehen sind wir im stande, Großes für die Partei zu leisten, nur in geschlossener J. A.: M. Riesel. Phalang können wir dem Gegner imponiren. Circus G. Schumann, All. Kranken- u. Sterbekasse Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. der Metallarbeiter Sonntag, den 21. Januar cr.:( E.§. 29. Filiale Berlin 1.) 2 gr. Brillant- Vorstellungen. 2 Nachm. 4 und Abends 72 Uhr. Beide Vorstellungen sind mit verschiedenen vorzüglichen Programmen ausgestattet. In beiden Vorstellungen Versammlung Sonntag, den 21. Januar cr., Vormittags 10/2 Uhr, bei Poppe, Lindenstr. 106. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. Auftreten fämmtlicher Spezialitäten, 2. Jahresbericht. 3. Aufstellung der KanDamen sowie Herren. Reiten und didaten zur Generalversammlung. Vorführen der bestdressirten Schul- 224/7] und Freiheitspferde meines Marstalles. Romische Entrees sämmtlicher Klowns. Zum Schluß der Nachmittags- Borstellung: Rübezahl. Circus Renz, Phantastisches Tanzmärchen,' arrangirt ( Karlstraße.) Sonntag, den 21. Januar cr.: 2 Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter zehn Jahren frei): Gr. Komikervorstellung. Vorführen der bestdressirten Freiheitsund Schulpferde. Auftreten sämmtlicher Klowns in ihren besten Nummern. Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. Vollständig neue und glänzende Ausstattung und Einlagen. Ueberraschende Wassereffekte. Licht- und Großes Brillant- Feuerwert. Außerdem: Der ostpreußische Hengst Blondel und Monstre- Tableau von 60 Pferden, dress. und vorgef. vom Dir. Fr. Renz. Colmar und der Steiger Alep, geritten von Frl. Oceana Renz. Die Afrobaten auf dem Telephondraht Zalva, Espana und Alvar. irtomische Imitator- Klown Mr. Ybbs. Die Akrobaten Gebr. Frediani 2c. Preise wie gewöhnlich. Der Circus ist gut geheizt. Montag: Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. von der Balletmeisterin Strigelli, aus: geführt von 40 Kindern und dem gefammten Balletkorps. Zu dieser Vorstellung hat jeder Besucher das Recht, ein Kind unter 10 Jahren frei einzuführen. Zum Schluß der Abendvorstellung: Die Fuchsjagd bei Bolton. Ballet- Einlage: La Postillone- Mazurka, arrangirt vom Balletmeister R. Riegel. getanzt vom Corps de ballet. Morgen: Große Vorstellung. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor, Märkischer Hof, Admiral Strasse Nr. 18 c. Jeden Sonntag: Der Großer Fest- Ball. G Ende 2 Uhr. 5521L Die Ortsverwaltung. Oeffentliche Versammlung der polnischen Arbeiter heute Nachm. 3 Uh. im Lokale Bolz, Alte Jakobstr. 75. Frauen willkommen! 1321b Der Einberufer. Präuscher's Museum. Tausende von anatomischen Präparaten. Schußkanal durch fünf Körper. Gladiatoren- Kampf. Wunderd. Ceroplastik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag: Damentag. PassagePanopticum. Der Dentiche Mann mit dem Steinkopf. Ohne Extra- Entree. Entree 50 Pi. Kinder 25 Pf. Jeden Donnerstag: Grosser Bäcker- Patentanwalt Ball. Anfang 14 Uhr. Die beiden Spiegel- Säle sind zu allen Festlichkeiten A. Dammann, Ingenieur, Oranien und Versammlungen zu vergeben. strasse 61 a. Morigpl. Aust. fostenfrei. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 17. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 31. Sigung vom 20. Januar 1894, 1 Uhr. Am Bundesrathtische: v. Bötticher, Graf Posaoowski, v. Mitt a cht. In die Reichstemmision für Arbeiterstatistik werden auf Vorschlag des Abg. v. Buol die Abgg. Hize, Kropatscheck, Letocha, Merbach, Molfenbuhr, Schmidt- Elberfeld und Siegle durch Attlamation gewählt. Sonntag, den 21. Januar 1894. 11. Jahrg. nommen wurde. Dieses Vertrauen rächt sich jetzt; wir haben dreitägigen Verhandlungen die Ueberzeugung gewonnen haben eine Reichs- Weinsteuer vorgelegt bekommen, welche um ganzer müssen, daß es sich höchstens um ein Duhend Stimmen handeln 12 Millionen willen so sehr die alten Zusicherungen verleugnet. wird, die für die Vorlage sein würden, dieselbe sich wird die Mit Ausnahme Bayerns, das in neuerer Zeit der getreue Schild- Frage vorlegen müssen, ob es nicht besser ist, diese Vorlage zurückEnappe Preußens ist, haben die süddeutschen Regierungen zuziehen. gegen dieses dieses Projekt Verwahrung eingelegt. Das ist Württembergischer Ministerpräsident v. Mittnacht: der Weg nicht, den Reichsgedanken im Reiche zu festigen! Redner hat geglaubt gehört zu haben, daß ich erklärt habe, das Gehen Sie hinaus ins Deutsche Reich und sehen Sie sich an, wie Versprechen, welches der württembergischen Regierung im unheilvoll diese Vorlage im Süden gewirft hat. 1887 rief Herr Jahre 1890 gegeben fei, fei nicht gehalten. Ich habe im GegenMiquel nach der Reichstags- Auflösung in einer Rede vor seinen theil gesagt, die Erklärung von 1890 habe nach meiner UeberWählern in Kaiserslautern aus: Mein Herz gehört der Pfalz!" zeugung keinen rechtlichen Inhalt, namentlich fein eigentliches Möchte er doch jetzt in die Pfalz gehen und sich von der Stim- rechtsbeständiges Versprechen enthalten. mung dort überzeugen; sein Herz würde ihm mit Protest zurückgegeben werden!( Große Heiterfeit.) = nun die überfe Darauf wird die erste Lesung der Weinsteuervorlage fortgesetzt. Abg. Gröber( 3): Ich muß dem Kollegen v. Kardorf Abg. Payer( südd. Vp.): Auch der Abg. Gamp, den man widersprechen.( Zustimmung.) Gin rechtlich bindendes Verals den einzigen Freund der Vorlage bezeichnet hat, ist für die Württembergischer Ministerpräsident von Mittnacht: Als sprechen, das gebrochen sei, ist, wie eben noch einmal fonstatirt, Borlage keineswegs unbedingt eingetreten, und auch er hat einer der damaligen württembergischen Bevollmächtigten bei den von uns nicht gegeben. Es handelt sich lediglich um einen Vordie Hoffnung, daß aus der Vorlage der wesentliche Kern von dem Vorredner erwähnten Verhandlungen bin ich in der gang, wie er an sich nichts ungewöhnliches enthält, daß eine gerettet werden würde, bereits aufgegeben und beschränkt Lage, authentische Aufschlüsse über dieselben zu geben. Der Bundesregierung im Bundesrath überstimmt wird. Das kann sich auf die Hoffnung, daß wenigstens eine ergiebige Be- württembergische Finanzminister hatte seine Bevollmächtigten an- im Bundesrath jeden Tag vorkommen, das muß sich jede Regiesteuerung des Kunst- und Schaumweins übrig bleiben möchte. gewiesen, gegenüber dem Bevollmächtigten des norddeutschen rung jeden Tag gefallen lassen. Dem Vorgang ist nicht eine so Durch dieses geradezu unbedachte Gesez ist eine ungeheure Bundes geltend zu machen, daß Württemberg aus finanziellen große Bedeutung beizumessen, daß, wenn Summe von Erbitterung und Unzufriedenheit im deutschen Volfe und volkswirthschaftlichen Interessen den Uebergang des Besteue- stimmte Regierung von ihrem Recht Gebrauch macht und hervorgerufen worden. Für uns giebt es gar keine andere rungsrechts für Wein auf das Reich sehr schwer emfinden würde. innerhalb der Plenarberathung ebenfalls ihren Standpunkt Wahl als das Gesetz sofort in zweiter Lesung und dort zur un- Sie sollten darauf hinwirken, daß entweder die württembergische darlegt und nun der ganze Reichstag in ein Entfeßen gerathen mittelbaren Entscheidung zu bringen. Der Naturwein aber soll Weinsteuer von der Reichsgesetzgeber ausgenommen oder die Ein- und sagen sollte, das sei ein außergewöhnlicher Vorgang, und nach der allgemeinen Meinung nicht weiter getroffen worden; führung einer Reichs- Weinsteuer von der Zustimmung Württem- daß nun der Reichstag sich sofort vertagt. Die württembergische weshalb wollen wir also die Beunruhigung fortdauern lassen? bergs abhängig gemacht würde. Die Bevollmächtigten des Nord- Regierung hat von ihrem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch Ich würde das den Interessenten gegenüber für ein großes Un- deutschen Bundes erklärten, zu einem solchen Zugeständniß nach gemacht und wir unterstüßen dieses Recht, wenn wir lediglich in recht halten. Unter den 58 Paragraphen des Gesetzes sind nicht einer der beiden Richtungen nicht in der Lage zu sein; doch seien der Berathung fortfahren.( Bustimmung.) Deshalb bitte ich, weniger als 17 Strafparagraphen; das fagt genug. die Eigenthümlichkeiten des Weines als Besteuerungsgrund der den Antrag abzulehnen. Der Gedanke, den Großhändler als Puffer zwischen art, daß Württemberg sich beruhigen könne, da das Reich von Abg. Hammacher( natl.): Herr v. Mittnacht hat nur in den Produzenten und Konsumenten in das Gesez hin- diesem Rechte keinen Gebrauch machen würde und zwar weder Ausübung seiner verfassungsmäßigen Rechte gehandelt, wenn er einzubringen, ist wunderschön, aber nur in der Theorie. bezüglich einer Besteuerung der Weinproduktion, noch des Wein- hier Aufklärung über die Gründe gab, welche die württembergische Da wäre es doch viel praktischer, die Steuer vom Trinker zu verbrauchs. Jene Verhandlungen haben keine bindende Zusage, Regierung veranlaßt haben, ihr Votum gegen diese Vorlage ab erheben in dem Augenblick, wo er sich zum Schlucken anschickt; fein rechtliches Versprechen enthalten; sie waren aber deswegen, zugeben. Ich erkenne auch nicht den Gedanken des Abg. Rickert vielleicht ließe sich auch eine Weinstempelsteuer im Momente besonders da die Zusicherung abgegeben wurde von der Autorität an, daß die württembergische Regierung gegen die Vertreter und des Genusses erheben( große Heiterkeit); vielleicht läßt sich der eines Delbrück nicht ohne Bedeutung. Die württembergischen die Begründer der Reichsverfassung den Vorwurf hat erheben Gedanke in Form eines Markenbüchleins verwirklichen, in welches Bevollmächtigten haben im Vertrauen darauf, daß der nord- wollen, durch die Vorlegung eines Reichs- Weinsteuergesetzes set der Trinker jedes Mal, wenn er einen Schoppen trintt, eine deutsche Bundesrath sie später offiziell bekräftigen werde, ein der württembergischen Regierung gegebenes Versprechen geMarte einklebt. Das hätte den doppelten Vortheil, daß er dann die Sache nicht weiter verfolgt. Eine Bekräftigung, wie brochen worden. Ich halte es für nothwendig, daß dem Reichsauch am Ende des Jahres in der Lage wäre, das Register sie in Württemberg erwartet wurde, ist aber nicht erfolgt. fanzler Gelegenheit geboten wird, fich hierzu zu äußern. Dieser seiner Thaten zu übersehen.( Große Heiterkeit.) Der Wein-( Hört! links.) Heute, nach 25 Jahren, nachdem das System der Gesichtspunkt ist es, der mich und meine Freunde bewegt, dem Großhändler unterscheidet sich vom Kleinhändler nur dadurch, Getränkesteuer von der Gesetzgebung nicht unberührt geblieben Bertagungsantrag zuzustimmen. daß er die Steuer nicht sogleich zu zahlen braucht; aber wenn ist, kann es wohl nicht verwundern, wenn Württemberg einer Abg. Richter: Wenn von seiten der Regierung, ins er seinen Wein hat drei Jahre lagern lassen und der Reichs- Weinsteuervorlage gegenüber an seinen alten Bedenken besondere des Schatzsekretärs, der Wunsch nach einer Vertagung Wein dadurch veredelt worden ist, hat er oder seine festgehalten und der Vorlage, wie sie liegt, die Zustimmung nicht ausgesprochen wird, so werde ich einem solchen Wunsche willAbnehmer, wenn der Wein in den Konsum übergeht, die viel gegeben hat.( Hört! links.) Gegen die Einführung einer Schaumfahren, ganz ohne Prüfung, ob an sich nach meiner Ansicht die höhere Steuer doch zu erlegen. Dieser Umstand allein beweist ein- und Kunstwein- Besteuerung hat auch die württembergische Sache berechtigt ist, denn ich bin der Meinung, daß man bei schon, daß die Großhändler fich in Kleinhändler werden ver- Regierung nichts einzuwenden. einer solchen Gelegenheit immer dem Wunsche eines Regierungswandeln müssen. Wer die Steuer zahlt, das wird durch die Abg. Roeren( 3.): Ein Vergleich zwischen Wein, Bier und vertreters auf Vertagung Rechnung tragen muß. Wird ein Umstände entschieden werden, es wird von Angebot und Nach- Branntwein, wie er hier gezogen worden ist, ist gar nicht zu solcher nicht geäußert, so haben wir gar keine Veranlassung, uns frage abhängen. Das Resultat wird sein, daß die Steuer min lässig. Wein ist rein landwirthschaftliches Produkt, Bier und in diese Interna des Bundesrathes einzumischen. Herr v. Mittdestens zum allergrößten Theil auf die Schultern des Produzenten Branntwein sind mehr gewerbliche Produkte, deren Herstellung nacht hat nur von einem verfassungsmäßigen Rechte Gebrauch übergewälzt wird. Nur sehr wenige find in der Lage, unter ganz andere Voraussetzungen und Bedingungen sich voll gemacht, wie das schon früher bei anderen Gelegenheiten geihren eigenen Bedarf an Kelter einzukaufen; diese Dinge zieht. Die vorgeschlagene Steuer wird unweigerlich auf schehen ist: Ich erinnere nur an den hessischen Ministerpräsidenten spielen fich nicht ab, wie Herr Gamp meint, weil es den Winzer fallen. Der Winzerstand besteht aber in der Haupt- v. Hofmann und an den Widerspruch der preußischen Regierung, für diese Dinge nur sehr wenige Sachverständige giebt. fache aus kleinen, wirthschaftlich schwachen Glementen; es ist ein als es sich um die Verlegung des Obertribunals, des jetzigen Der kleine Winzer kann sein Produkt nicht längere Zeit halten; Grundirrthum der Vorlage, wenn sie davon ausgeht, daß die Reichsgerichts nach Leipzig handelte. Ich würde es für er hat weder Keller noch Fässer, wo er ihn einlagern tönnte. Weinbauer lauter kapitalfräftige, potente Leute seien. Die ganze ganz falsch und nach außen ganz falsche Vorstellungen Im Herbst braucht der Weingärtner Geld; er muß sich also mit Redlichkeit und Schlichtheit, der ganze fromme Sinn des erwirkend halten, wenn wir in diesem Augenblick verden Preisen begnügen, die ihm geboten werden. Hauſirengehen Winzers gehört dazu, sich und die Seinen in den heutigen tagen wollten, wo ein Vertreter einer Regierung auch einmal fann er mit seinen Weinproben nicht, schon weil es die Herren schlechten Zeiten überhaupt noch aufrecht zu erhalten, man soll eine selbständige Ansicht hat. Ich wünschte, daß das vom Zentrum nicht dulden, die dagegen mit einem Reichsgesetz sich hüten, diese schwere Situation des Winzers durch solche viel öfter vorfäme und in Deutschland ein gewiffer Servilismus vorgehen wollen. Man übersieht hier nur zu sehr, wie groß die Steuermaßregeln zu einer verzweifelten zu machen. Redner geht weniger Platz griffe, als es den Anschein hat; es handelt sich Menge der wirthschaftlich Schwachen unter den Winzern ist dann ausführlich auf die Kontrollmaßregeln der Vorlage ein, hier keineswegs um etwas außergewöhnlich Sensationelles. Wir Ju bezug auf Verschuldung kann es der süddeutsche Weinbau mit die thatsächlich den größten Zweifel an der Behauptung der ver- haben daher keine Veranlassung, eine Bertagung eintreten zu dem norddeutschen Großgrundbesitz aufnehmen;( Große Heiterkeit) bündeten Regierungen wachrufen müssen, daß es sich hier um lassen. Aber ich finde, daß es nicht angebracht ist, nach einem aber dadurch unterscheidet er sich von diesem, daß er nicht schreit, eine Maßnahme der ausgleichenden Gerechtigkeit handle; er solchen Widerspruch im Bundesrathe, solche schlechten Steuerdaß er sich durch eigene Kraft aus seiner schlechten Lage heraus bittet, die Vorlage einfach abzulehnen. gefeße einzubringen und nach einer solchen Diskussion noch aufarbeiten will. Ein Wein von 51 Pf. für das Liter soll Lurus Abg. v. Kardorff( zur Geschäftsordnung): Es ist ja wohl recht zu erhalten. Ich würde es erklärlich finden, wenn der sein! Was treibt da der Berliner erst für Lurus! Er muß schon vorgekommen, daß Bundesrathsmitglieder hier gegen Vor- Schatjekretär die Bertagung beantragen wollte, um die Vollschon für einen halben Liter Bier 30 Pf. bezahlen!( Heiterkeit.) lagen des Bundesraths gesprochen haben; die Art aber, wie der macht des Bundesraths dafür einzuholen, diese ganze Vorlage Ist erst die Grenze von 50 M. eingeführt, so werden die Bevollmächtigte für Württemberg hier soeben gesprochen hat, er zurückzuziehen. Finanzminister der süddeutschen Staaten doch nicht zaudern, den öffnet eine so traurige Perspektive über die Zustände, wie sie sich Wein unter 50 M. für die Landessteuer heranzuziehen. jetzt im Bundesrathe eingeschlichen haben, daß ich, zumal diese Bei den Vorverhandlungen mit Württemberg und dessen Beitritt Aeußerung in Abwesenheit des Reichstanzlers geschehen ist, hier zum Deutschen Reich im November 1870 ist erklärt worden, daß mit die Vertagung beantrage, um dem Reichstage und den verdas Reich von seiner Befugniß zur Besteuer des Weines mit bündeten Regierungen Gelegenheit zu geben, gegenüber dieser Rücksicht auf die Weinländer nicht Gebrauch chen werde, und vollständig veränderten Sachlage Stellung zu nehmen. diese Ueberzeugung überwog damals so, daß. einer ausdrückAbg. Rickert: Ich bin auch für die Vertagung der Sigung. lichen Festlegung dieses Punktes in einem Protokoll Abstand ge- Ich glaube, daß, nachdem die verbündeten Regierungen aus den Sonntagsplauderet. " Abg. Singer: Was die Vertagung anlangt, so widerspreche auch ich dem Antrage des Herrn v. Kardorff. Der Reichstag hat gar feine Veranlassung, aus dem Umstande, daß nicht mehr Bundesrathsmitglieder hier sind, als dasjenige, welches sich wiederholt als den Vater und Vertreter dieser Vorlage gezeigt hat, in die Vertagung einzutreten. Die Begründung des Abgeordneten v. Kardorff ist geeignet, den allerlebhaftesten Protest hervor zurufen. Er hätte sich diese zum Vortheil des Landes ersparen Gesellschaft hat sich ruhmreich bewährt. Erst hat diese Volksbewegungen tröstet sie sich leichtlich hinweg. Das seien liebevolle Gesellschaft einen Theil ihrer Mitbrüder ausgestoßen Utopien und Epidemien, die vom Volksgeist Besitz Alexander, der heroische Draufgänger des Alterthums, und zu Krüppeln gemacht und dann hebt sie ein edles" nehmen, um in ein paar Jahren wieder zu ver war noch ein Knabe; aber der fünftige Welteroberer wollte Borforcejagen gegen diese Krüppel, gegen diese schwinden. Aber tritt dieser Bourgeoisseele irgend schon damals selbst im Jugendspiel nicht seine Kraft Unglücklichsten der Unglücklichen an; die doch ein harmloser Gegner vor's Gesicht, δα arbeitet an den Kräften von Spielgenossen messen, die ihm nicht nichts wollen, als was dem wunden sie in umgekehrtem Maße. Da vergrößert sie wie der ebenbürtig, nicht gewachsen waren. Von solchem König- Wild im Forst gegönnt ist: zu schreien, wenn die Wunde spanische Don Quixote ins Groteske, ins Uebertriebene; prinzen- Hochmuth weiß sich unsere herrschende" Gesellschaft es plagt. und wenn sie gegen Windmühlen losgebrochen ist, da meint anderes von einer Art den den frei. Eine Löwenpranke hat sie nicht hervor zu stecken und Es ist kein Wunder, daß die öffentlichen Fürsprecher sie Riesen überwunden zu haben und wärmt sich am sie möchte doch so gerne auch einem solchen Vieh ähn- dieser Gesellschaft keine Scham über solches Heldenthum be- freudigen Troste. Halberfrorene, ausgehungerte Menschen, lich sehen und Furcht um sich verbreiten. Das liegt in funden, daß sich kaum ein ernsthafter Warner unter ihnen die mit unheimlicher, nur aus ihrem Elend erklärlicher ihrem Trieb zur Selbsterhaltung. Sie greift zum Knippel regt, der ihre trostlose Feigheit rügt. Ein freimüthiges Geduld fich dem Gummischlauch ohne Mucken unterund zum Gummischlauch, fährt damit zwischen einen Wort und die ganze Kläglichkeit der Lage ist offenbar. werfen, wurden überwunden; das wurden überwunden; das ist so recht ein Trupp blutarmer, im Lebenskampf ermatteter, aus Nothwendig, wie das tägliche Brot, braucht man die Triumph für diese Bourgeoisseele. Das gewährt die Wie verzagte Feldherren gepumpter Leute, haut grimmig drein und kehrt, Siegesbulletins. Hengstlichen Vertrauen. In Brüssel schließt von solchen Heldenthaten" befriedigt, mit den Siegesrufen moralischen Muth ihrer Truppen dahin schwinden sehen, man den gelehrten Ideologen Professor Reclus von der wieder: Hei, wir haben ein glorreiches Echlagen gewonnen durch aufgeblasenen Jubel zu imponiren suchen, wie sie Universität aus; die Bourgeoisseele athmet erleichtert auf. und unsere Gegner sind zu Paaren getrieben. Der als Heldengewinn jedes Treffen ausposaunen, und wäre der Wieder ein Don Quixotischer Jubel mehr. Wieder ist die Gummischlauch hat sich bewährt. Ihm sei Preis" Sieg" selbst über die armseligste Falstaff'sche Garde er- Welt einer schwarzen Gefahr ledig; und blos darum, weil und Ehre! Er werde zum geweihten Symbol ge- rungen, so geht es den Wortführern der heutigen Herr Reclus ein Grübler ist über anarchische Philosopheme, In sellschaftrettender Kraft! Wie er durch die Lüfte sauft! Bourgeoisie. Nachtwandler- ein Dichter, der in schönen Träumen schwelgt, ein Mann Wie er mit dumpfem Krach niederfällt auf Menschenglieder, leben müssen sie die geschlossene Menge, die hinter mit einer Künstlerseele und voll warmer Humanität, der Aber Nachtwandler die durch die Noth zermürbt sind! Will sich die Kanaille ihnen steht, erhalten. darf gewiß den barbarischen Muskelmenschen nicht beizuzählen noch erfrechen zu klagen, was sie leidet? Bravour be- man durch Anrufen nicht wecken; sonst ist es mit ihrer ist, die ohne Sinn und Verstand Verderben und Unheil wiesen und Echneid gegen dies Heer von Arbeitslosen! nachtwandlerischen Sicherheit vorbei. stiften. Zersprengt die feindliche Armee, Ihr Männer mit den Gleiche Beweggründe zeitigen auch anderswo ähnliche Am schroffsten vielleicht kennzeichnet sich dieser CharakterGummischläuchen! Die sind's im stande, diese arbeits- Erscheinungen, wie in Berlin. Ob man hier brutal mit zug der Bourgeoisseele in dem seltsamen Kreuzzug gegen scheuen" Gesellen und ziehen durch die stolzen" Straßen dem Gummischlauch, dort mit Gesetzesparagraphen und Ver- den nahezu findischen Geheimbund der„ Omladina" im Berlins und zeigen ihre Lumpen und ihre ausgehungerten ordnungen dreinschlägt, überall enthüllt sich ein und der alten Prag. Ein neunzehnjähriger Diktator, der Journalist Leiber, und brüsten sich ihrer Schwären, wie Hiob that. selbe Charakterzug. Man feiert Siege über Gegner, die Holzbach, steht an der Spitze des staatbedrohenden UnterKourage, Freunde! Zwar scheint es, als drückten sie sich man mit der Phantasie eines Don Quixote zu wahren nehmens. Ein siebzehnjähriger Knirps, der Lehrling Isidor Die hat. und als ballten sie sich verschüchtert und verängstet zu Ungeheuern aufgebauscht Bourgeoisseele Stern, heckt entsegliche Umwälzungen in seinem Hirn aus. flüchtenden Gruppen zusammen. leidet unter ängstlichen Beklemmungen. Zu schwach Der neunzehnjährige Futteralmacher Rudolf Malina Aber nur tein Mitleiden an falscher Stelle. Das ist und zu feige, um der vollen Gefahr, die ihr droht, offen bricht kläglich weinend vor dem Gerichtstribunal zuVerstellung und Tücke von diesen Hungerleidern! Immer ins Auge zu schauen, hält sie sich au nebensächliche Er- sammen. Ihn quält der Hunger, er ist obdachlos und drauf los, bis wir fie in ihre letzten Schlupfwinkel verfolgt scheinungen. Sie will die Wahrheit nicht schauen, weil sie hat keinen Kreuzer Geld. Er beneidet jene seiner haben! ahnt, daß es ihr gehen könnte, wie dem Jüngling vor dem Mitangeklagten, die nicht, wie er, auf freiem Fuße sind. Der Gummischlauch hat seine Arbeit gethan. Die verfchleierten Bilde zu Saïs. Als er die Wahrheit er- Ach, wenn er's doch auch so gut hätte, wie die im GeSchlacht ist geschlagen. Der Heldenmuth der Stüßen der kannte, sank er zu Tode getroffen nieder. Ueber machtvolle fängniß. Der achtzehnjährige Jellinek hat gar sich des 20 00 Die Abgg. Siegle, Munckel, v. Heyl, Hilpert und Lender führen Klage darüber, daß ihnen durch den Schluß der Debatte das Wort abgeschnitten iſt. Sunen. Wir müssen diesen Vorgang des Widerspruchs inner[ regierung, daß fie diese Borlage bis zu diesem Stadium gebracht hat.| Man hat gesagt, wenn die billigeren Weine durch die Steuer ges des Bundesraths gerade als einen Vorzug betrachten gegen Nachdem die Regierungsvertreter uns heute schon gefagt haben, drückt würden, sollte man nur Qualitätsweine bauen. Aber der Herr, Ber dem Verhältniß, wie es bisher geherrscht hat, wo noch die was sie uns am Montag sagen könnten, fann die Aufrecht- Echatjekretär sollte doch wohl selbst wissen, daß der Bau solcher eiserne Fauft auf allen Bundesrathsmitgliedern gelegen hat. erhaltung des Vertagungsantrages nur ein Gegenstand der all- Weine nicht blos vom Winzer, sondern auch vom Boden und Wenn das, was Abg. v. Kardorff will, in Deutschland zur Gel- gemeinen Heiterkeit innerhalb und außerhalb des Hauses sein. Klima abhängt. Wie wir uns immer gegen jede indirekte Steuer tung fäme, dann hätten wir keinen föderativen Staat mehr, dann Abg. Lieber( 3.): Wenn Herr v. Kardorff seinen Antrag erklärt haben, so werden wir auch dies Mal gegen wären die außerpreußischen Mitglieder des Bundesraths nur aufrecht erhält, damit die Regierung den Gesetzentwurf eventuel den vorliegenden Entwurf stimmen.( Beifall bei den Sozialnoch Statistiken.( Sehr richtig! links.) Die Erklärung des Abg. zurückziehen kann, so ist das allerdings nur ein Verlegenheits- demokraten.) kann, it has m v. Kardorff zwinge den Reichstag in seiner Berathung fort- behelf, der wirklich Heiterkeit erregt. Abg. Colbus( Elsasser) erklärt, daß er in Uebereinstimmung zufahren. Was die Regierung zu sagen hat, kann sie uns auch Abg. v. Kardorff: Ich verstehe es sehr wohl, wenn die mit allen elfäffischen Abgeordneten und ihren Wählern die Vorspäter mittheilen. Die Erklärung des Herrn v. Mittnacht war Partitularisten vom Zentrum, von der Sozialdemokratie und lage ablehne, weil sie den deutschen Weinbauerstand ruinire und für feinen Menschen, der Zeitung liest, ein Geheimniß. Aus vom Freifinn( Oho! links und im Zentrum) gegen die Ver- die Branntweinpest, den Alkoholismus befördern werde, der dieser Ursache sich zu vertagen, halte ich des Reichstages für tagung sind. Ich will den Bundesstaaten ihr Recht wahren, tausend Mal schlimmer als Influenza, Typhus und Cholera die unwürdig und bitte in dem ehrlichen Begräbniß fortzufahren. aber bei der Ungewöhnlichkeit der Situation und der Abwesen- Bevölkerung verwüste.. Staatssekretär Graf v. Pofadowsky: Der Abg. Richter heit des Reichskanzlers( Fortdauernder großer Lärm links und Darauf wird der Schlußantrag angenommen und die Vorerklärt einer Vertagung zustimmen zu wollen, wenn der Reichs- im Zentrum) würde es richtig sein, wenn das Haus sich lage an die Stempelsteuer- Kommission verwiesen. Schatzsekretär einen solchen Antrag befürworten will. Die vertagte. Regierung hat teine Veranlassung, einen solchen Antrag zu Abg. Richter: Die schärfste Front gegen die Regierung ftellen. He württembergische Regierung ist durchaus loyal ver- geht gegenwärtig nicht von dieser Seite, sondern von der des fahren und hat auch nicht einen Augenblick einen Zweifel darüber Abg. Kardorff aus, und zwar in Vertretung nicht eines allgegelassen, daß ihr dieses Gesetz nicht sympathisch ist und daß sie meinen, sondern eines vermeintlichen Sonderinteresses. Wenn nicht dafür stimmen tann. Sie hat also in diesem Fall nur von Herr v. Kardorff jetzt mit mir den Wunsch theilt, daß die Reeinem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch gemacht.( Sehr gierung den Entwurf zurückzieht, so wird dieser gemeinsame richtig!) Daß alle Beschlüsse im Bundesrath stets einstimmig Wunsch vielleicht seinen Eindruck auf die Regierung nicht vergefaßt werden, ist nicht möglich. Andererseits fann die Regie fehlen.( Heiterkeit.) Dazu bedarf es teiner Bertagung, wir sind rung sich nicht auf den Standpunkt stellen, daß sie ein Gesetz sehr gern bereit, den Entschluß der Zurückziehung auch brieflich dann nicht einbringt; wenn einige Mitglieder dagegen gestimmt in den Druckfachen entgegenzunehmen.( Heiterkeit.) Herr v. Karhaben. Trotz ihres Widerspruches aber hat die württembergische dorff ist sehr erregt( Abg. v. Kardorff: Gar nicht!), aber Regierung einen Beamten zur Vorberathung des Gesetzes eine größere Autorität als ich, Fürst Bismarck, bat jüngst geschickt. Interviewern gegenüber lebhaft bedauert, daß die Mitglieder des Württembergischer Ministerpräsident v. Mittnacht: Ich Bundesraths ihren besonderen Standpunkt nicht frant und frei bin dem Herrn Schatsekretär zu hohem Danke verpflichtet für im Reichstag zum Ausdruck brächten. Das ist geschehen, und die Anerkennung der Loyalität. Ich möchte nur noch hinzufügen: nun ist es den Jüngern des früheren Reichskanzlers auch wieder Ich habe sowohl dem Herrn Reichskanzler als auch dem Herrn nicht recht. Staatssekretär des Auswärtigen Amts vorher mitgetheilt, daß ich im Reichstage auch über das Protokoll von 1870 sprechen werde.( Staatssekretär v. Marschall nicht bestätigend.) Ich habe also mit Wissen des Reichskanzlers die Sache hier zur Sprache gebracht.( Rufe: Was will denn Kardorff nun noch? Große Heiterkeit links.) Staatssekretär Frhr. v. Marschall: Die württembergische Regierung hat uns schon seit längerer Zeit Kenntniß von ihren Ansichten gegeben, und auch davon, daß sie ihre diffentirende Anschauung bezüglich der Weinsteuer hier zum Ausdruck bringen wolle. Selbstverständlich ist von unserer Seite nichts geschehen, um fie an der Ausübung ihres Rechtes zu hindern. Schluß gegen 5 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr. ( Interpellation Auer betreffend den Nothstand der Arbeiterbevölferung; erfte Lesung der Vorlagen, betreffend den Schutz der Waarenbezeichnung, der Abzahlungsgeschäfte und den ReichsInvalidenfonds.) Einige Presstimmen Bis Sin über die glorreiche Polizei- Attacke des 18. Januar verdienen noch vorgeführt zu werden. theil von Schamgefühl zurückgekehrt, wenn sie auch ihrer frei Zu der Vossischen Zeitung" ist endlich wenigstens ein Bruch sinnigen Natur nach die schnöde verleumdete Polizei nach Gebühr zu schützen sucht. Thatsächlich scheint festzustehen, meint sie, daß die ArbeitsAbg. Lieber: Herr v. Kardorff sucht meine Freunde mit lofen im Begriff waren, ruhig auseinander zu gehen, als die den Freifinn und den Sozialdemokraten zusammen als Parti- Polizei auf sie eindrang; von einem Widerstande gegen die fularisten an die Wand zu malen. Ich wundere mich, daß er Anordnungen der Polizei ist nichts bekannt geworden. erst hente dahinter kommt, daß wir uns stets als eine födera- Db wirklich, wie der amtliche Polizeibericht schreibt, liftische Partei bekannt haben. Mit dem Hinweis auf die Abvon einer Anzahl Personen der Versuch gemacht ist, wesenheit des Reichskanzlers ist er päpstlicher als der Papst, sich zu einem Zuge zusammenzuschließen, reichskanzlerischer als der Schatzsekretär, nach welchem die nur eine voreilige Annahme der dort aufgestellten PolizeiRegierung fein Interesse daran hat, wegen der Erklärung des mannschaften war, möge unentschieden bleiben. Bon unbetheiligten württembergischen Ministers zu vertagen. Dabei fönnte sich auch Personen, die als Berichterstatter oder in anderer Eigenschaft der Herr v, Kardorff beruhigen. Bersammlung beiwohnten, wird aber einstimmig ausgesagt, daß Präsident v. Levehow stellt hierauf die Unterstützungsfrage ein Grund zu dem schroffen Auftreten der Polizei in der Haltung für den Antrag v. Kardorff, wobei sich nur die wenigen der Arbeitslosen nicht gefunden werden konnte. Zum anwesenden Mitglieder der deutschkonservativen und der Reichs- Theil wurden Personen, die ruhig ihres Weges gingen, mit partei und die nationalliberalen Abgg. Böttcher und Gummischläuchen und Stöcken behandelt. Nachdem nun von feft, daß diese Unterstützung nicht die erforderliche Zahl von 30 Mitgliedern ausmache. Der Antrag v. Kardorff ist damit erledigt. Abg. Rickert: Ich wollte nur den Vertretern der Regie rung Gelegenheit geben, nochmals zu erwägen, ob es nicht beffer wäre, die Vorlage zurückzuziehen, nachdem sie in diesen Tagen a asche erheben. gesehen hat, daß sie im Reichstage fast gar keine Zustimmung findet. Jedenfalls werden wir aber dasselbe erreichen, wenn wir heute nach Schluß der Generaldiskussion den Gesezentwurf nicht erst in eine Kommission verweisen. Abg. Graf Mirbach( dk.): Die Begründung des Antrages Hammacher entspricht ganz unserem Standpunkt, wir bitten, die Bertagung zu beschließen. " lints.) das Fell gestreichelt wird, meint die Bossin schließlich, daß es wohl an der unrichtigen Leitung gelegen haben möge, wenn die Polizeibeamten ohne ersichtlichen Grund dazwischen schlugen. Abg. Dr. Blankenhorn( natl.) erhält darauf in der Forts Etwas energischer als die vorsichtig tastende Tante Voß sehung der Debatte über das Weinsteuergesetz das Wort, während behandelt zu unserer Ueberraschung die Rölnische Zeitung" das Haus sich start leert und die Zurückbleibenden in lebhafter den Angriff vom Donnerstag Morgen. Sie hält zwar den maßUnterhaltung verharren. Redner tritt als Vertreter Badens vollen Bericht, den wir am Freitag brachten, für übertrieben; Abg. v. Kardorff( Rp.): Von verschiedenen Seiten des und als weinbaut reibender Grundbesitzer ebenfalls gegen die ihre Meinung geht aber doch dahin, richtig ist es, schreibt sie, daß Hauses ist gewünscht, daß die Regierung die Vorlage zurückzieht. Borlage auf. In Baden sei mit ganz verschwindenden Aus die Polizei wieder einmal an falscher Stelle ein Uebermaß Dazu ist erst ein Beschluß des Bundesraths nöthig.( Abg. nahmen der Weinbau in den Händen der kleinsten Leute; fast von Eifer gezeigt hat, das in hohem Grade bedauerlich Hirschel( Antisemit) ir können uns doch aussprechen!) jeder Tagelöhner habe seine Rebe und sei auf deren Ertrag an ist. Gerade in unsern Zeiten sollte die Polizei es sorgsamſt verMir ist es nicht im Traum eingefallen, das verfassungmäßige gewiesen. Der Staat suche selbst das drückende der Landes- Wein- meiden, sich den Arbeitern gegenüber moralisch ins UnRecht eines Bundesstaates zu bezweifeln( Lachen links), aber ich teuer thunlichst zu mildern; er stelle Staatsmittel zum Bezugerecht zu setzen und dadurch Erbitterung zu erregen habe noch nicht gehört, daß eine Vorlage der verbündeten Regierungen fünstlicher Düngemittel zur Verfügung und habe gewiffe und die Möglichkeit zu aufregenden Uebertreibungen zu in solcher Weise im Reichstage angegriffen ist. Wenn eine solche Steuerbefreiungen in Betracht gezogen. Wie folle man es geben, die dann von den Führern der Sozialdemokratie mit Vorlage trotz des Widerspruchs Württembergs gemacht wird, so nun verstehen, wenn auf der andern Seite eine so drückende bekanntem Gefchick ausgebeutet werden. Schon sehr oft hat find die Zustände im Bundesrath nicht so, wie wir wünschen. Neubelastung in Gestalt einer Reichs- Weinsteuer aufgelegt wird? Darauf hingewiesen werden müssen, daß die Berliner Polizei, Daß unsere Wünsche mit denen der Herren Singer und Richter Komme die Weinsteuer zur Einführung, so würden die guten was Menschenbehandlung betrifft, nicht auf der Höhe nicht zusammenfallen, ist doch wohl flar. Weine über 50 M. einfach verschwinden müssen, weil der der Zeit steht und daß sie es namentlich nicht zu begreifen Abg. Hammacher( ntl.): Nach den Erklärungen vom Re Händler die Steuer dafür nicht würde entrichten wollen. Der scheint, swelcher Unterschied besteht zwischen einer ruhigen gierungstische, daß der Vertreter Württembergs die zuständigen Anbau guter Sorten werde dadurch zur Unmöglichkeit gemacht. Menschenmenge und einer Ausschreitungen begehenden Bande. Stellen in Kenntniß gesezt hat von seiner Absicht, das Votum Baden habe bereits eine solche Werthsteuer auch gehabt; mit Daß sie lektere in der rücksichtslosesten Weise auseinandersprengt, Der württembergischen Regierung mitzutheilen und dabei Bezug diefer sei es aber so gekommen, daß trotz aller Kontrollmaßregeln finden wir begreiflich und durchaus am Orte, ruhige Leute soll sie on nehmen auf die Verhandlungen des Jahres 1870, ist für einen die Defraudationen an der Tagesordnung waren. Die badische aber in Ruhe lassen und namentlich nicht von ihnen das Unmögliche großen Theil meiner Freunde der Grund hinweggefallen, der Weinproduktion sei bereits hart betroffen durch das eingesetz verlangen. Unmöglich ist es aber, daß eine von Menschen dicht Bertagung zuzuftimmen. von 1892, welches der Kunstweinfabrikation geradezu Vorschub gedrängte Straße sich auf Befehl der Polizei in einem Augenblick Abg. Nichter: Wenn der Abg. v. Kardorff absolut nichts geleistet habe, mehr aber noch durch die Herabjegung der Wein entleert. Dazu muß Zeit gelaffen werden, und wenn die Polizei, mehr zu sagen weiß, dann sagt er, die Sache muß unrichtig sölle in den Handelsverträgen und die dadurch vermehrte Ron statt das zu begreifen, sofort gegen die Leute gewaltsam vorgeht, fein, weil Herr Richter und Singer dafür sind( Heiterkeit). furrenz nicht blos des italienischen sondern auch des öfter- fo giebt fie felbst den Anlaß zu den Unordnungen, So sucht er sich auch heute herauszuziehen, perrn Grafen Mirbach reichisch ungarischen und französischen Weines. Im Interesse die sie zu verhüten berufen ist. G3 fönnte nicht schaden, wenn entgegne ich, ich habe überhaupt keine einzelne Bundesregierung der Weinproduzenten und des reellen Weinhandels bitte er um die Spitze unserer Berliner Polizeiverwaltung einmal von Tritifirt, sondern nur das Verhalten Herrn v. Kardorff's und die Reichs- möglichst einmüthige Ablehnung des Gesehentwurfes.( Beifall oben her darauf aufmerksam gemacht würde, daß in dieser Beziehung eine beffere Anweisung unserer Schuhleute durchaus Abg. Hirschel( Antis.): Meine Partei wird ebenfalls gegen nöthig ist. Verbrechens unterfangen, über die Einrichtung des Eigen- die Steuer stimmen, weil sie einen Zweig der Landwirthschaft Anerkennend äußert sich die„ Volts Zeitung" über die Be thums" seine besonderen Gedanken zu haben, wie es ganz und weite Boltsklassen schwer belasten würde. Weit verbreitet sonnenheit der Arbeitslosen, die es allein verhütet hat, daß es ernsthaft in der Anklageschrift heißt. Ist das alles nicht ist die Meinung im Volte, daß diese ewigen neuen Steuervor am Donnerstag Morgen nicht zu dem von reaktionärer Seite so fürchterlich! Coll man vor so schrecklichen Ausgeburten lagen nur gemacht würden, damit neue Beamtenstellen geschaffen sehnlich erwünschten großen Aderlaß gekommen ist. nicht das Gruseln lernen? Leicht empfänglich und würden, um die stets Jahr für Jahr wachsende Zahl der Dem Ordnungsfinn der Berliner Arbeiter, so lautet ihr regsam ist die Phantasie in der Zeit, da der Knabe Militäranwärter unterzubringen. Hier sehen wir einen Finger Urtheil, stellen die sich an die Arbeitslosen- Versammlung vom zum Jüngling reift. Ich kenne den nationalen Kriegsschau- zeig mehr für die Dringlichkeit der Ablehnung der Vorlage. Donnerstag anknüpfenden Vorgänge ein ehrenvolles Beugplay in Böhmen. Ich habe selber mehr als ein Jahr Um so eifriger sind wir für eine möglichst hohe Besteuerung des niß aus. Daß es nicht zu einem größeren„ Putsch" gekommen ist, ist ihrer rühmlichen Besonnenheit zu danken. auf ihm zugebracht und erst als ich zum Manne reifte, Kunstweins. Die Vorlage aber lehnen wir ab. Abg. Joeft( Soz.): Nach§ 21 des Entwurfes sollen die Um das anerkennenswerthe Verhalten der Arbeiter richtig zu fonnte ich die Größe der wirthschaftlichen Werthe überschauen, die dort im nationalen Bwist zerrieben und ver- Steuerbeamten jeber Beit Eintritt in die Keller und in die Lager würdigen, so meint sie weiter in einer drastischen Gegenüberschauen, die dort im nationalen wist zerrieben und ver- der Weinhändler haben. Daraus geht hervor, daß die Kontroll- ftellung, braucht man sich nur einmal die Frage vorzulegen, gendet werden. Ich weiß, welchen Jammer die Bour- behörden auch des Nachts zu jeder Zeit unter Zuziehung der welchen Verlauf wohl die Sache genommen geoiselemente heraufbeschwören, die in der Jugend den Ortspolizeibehörde eine Revision der Keller vornehmen können. wenn beispielsweise bei der berühmten Tivoli- Verengherzigsten nationalen Fanatismus schüren, auf czechio Wo finden Sie wohl eine gleiche Bestimmung? Nur nach der sammlung der ,, nothleidenden" Agrarier sich Vorslavischer, wie auf deutscher Seite; und ich weiß, wer die Strafprozeß- Ordnung fann unter gewissen Voraussetzungen eine gänge ähnlich denen am Donnerstag abgespielt hätten. Waffer trübt und dann in ihnen fischt. Die Lokalpotentaten, Durchsuchung der Wohnung in der Nacht erfolgen. Eines Ber- Dort, in der Tivoliverfammlung, waren die Gemüther durch das kleinstädtische Patriziat, die Gutsherrschaft, sie üben brechens verdächtiger Personen also, bei denen solche nächtlichen aufregende Reden, durch Demonstrationen aller Art, wie Hochkraft der Herrschaft exklusiv- nationaler Gesinnung die Hausfuchungen vorgenommen werden, würden die Wein- rufe auf Ahlwardt'sche Gesinnungsgenossen 2c., durch Bier- und händler gleichgestellt. ES ist viel darüber gestritten, Weingenuß aufs äußerste erhigt. Es hätte beilcher Stimmung anmaßendste Tyrannei, die ich bisher zu beobachten Ge- ob Wein eigentlich ein Luxus sei. Lurus ist eigentlich nichts. Der Versammlung, in der namentlich auch Anhänger des Berliner legenheit hatte. Sie behalten immer zwei Eisen im Feuer, G3 kommt immer darauf an, wie es produzirt und konsumirt Radau- Antisemitismus zahlreich erschienen waren, nur eines ganz sie sind der Hemmschuh gegen die proletarische Einigung. wird. Wenn man die Wein produzirenden Provinzen in Be- geringen„ Mißverständnisses" bedurft, um möglicherweise recht Die überhitte Phantasie in den Knabengemüthern der tracht zieht, so ist die Beantwortung der Frage sehr leicht. In unheilvolle Konsequenzen zu zeitigen. GlücklicherOmladinisten warf nun wunderliche Blasen. Aus- Rheinhessen ergiebt die Weinsteuer einen Ertrag 1 223 000 W., weise ist damals alles ohne Unfall abgelaufen, zum schweifendster Nationalismus mengte sich bei ihnen mit und diese Stenerlast wird getragen von rund 307 000 Personen. Theil auch wohl deshalb, weil die Polizei eine ganz dunklen, unklaren sozialistischen Begriffen. Ihr Es ist schon mit Recht von dem Abg. Payer darauf aufmertfam große 8urüdhaltung beobachtete. Es ist dringend nationales Ungeftim merkte, daß die altezechische Bour- gemacht, daß die Einführung der Reichs- Weinsteuer zur noth- zu wünschen, daß die Polizei bei allen ähnlichen wendigen Folge eine Landes- Weinsteuer haben müsse. In Hessen Massenversammlungen sich so weit im Hinter= geoisie im Verband mit den Feudalherren nicht von würde sich eine Belastung von 6 M. auf den Kopf jährlich er- grunde hält, wie irgend möglich. Der heilig- patriotischen slavischen Flamme" erfüllt fei, geben. Man streitet darüber, ob der Winzer von der Steuer Das ist richtig. Will die Regierung einen neuen 18. März wie sie es erwarteten. Von den kleinen Leuten hoffte getroffen werden wird. Aber auch hier gilt der Saß, daß der möglichst weit hintenan halten, und die aus den berühmten die Omladina wärmeren Enthusiasmus. Daher ihre sozia- wirthschaftlich Starte immer schließlich über den wirthschaftlich Mißverständnissen" refultirenden, bekanntlich sehr zweischneidigen. listische Veimengung. Echwachen siegen wird. Der große Weinhändler, der Rapitalist, Unruhen ernsthaft vermeiden, so ist es das erste Erforder nicht daß sie Versammlungen überhaupt Das hat aber nichts zu schaffen mit den Anschauungen wird dem Winzer vorschreiben, unter welchen Bedingungen er niß, Der Klaffenbewußten czechischen Arbeitergruppe, die ja wider verkaufen kann. Die Ningbildung wird in Zukunft noch leichter mehr mit Polizei beläftigt. Möge fie, fo lange ben Sinn der jungezechischen Bourgeoisie besteht. Nun fam fein. Obgleich in diesem Jahr der Wein wesentlich sie noch besteht, sich da nühlich erweisen, wo es im Interesse der beffer ist als in dem Vorjahr, so ist doch der öffentlichen Ordnung wirklich von nöthen sein mag. das unselige Ausnahmegesetz, das die Regierung erließ. In Breis ein erheblich geringerer. In den Motiven ist Ins Komische verfällt übrigens die Volts- Zeitung", wenn jungen Menschenherzen flammt die Empörung gegen die Ver- erklärt, daß die ausgleichende Gerechtigkeit es erheische, den sie ihren kurzen Artikel mit folgendem Sermon schließt: fuche, Ideen zu unterdrücken, doppelt heiß auf; und aus Wein zu besteuern. Wir sind aber erstens Gegner aller indirekten Der Einzelne, der schuldlos unter etwaigen Uebergriffen der Leuten, über deren Demonstrationen man sich faum sonderlich Steuern und die Ausbildung dieses Systems bedeutet die Ver- Erefutivorgane zu leiden haben sollte, wahre sein gutes Recht erregt hätte, wurden jene Verbitterten geschaffen, die den wirk- stärkung und Befestigung des Kapitalismus und dem können wir durch Geltendmachung der ihm zu stehenden gesetzlichen lichen oder vermeintlichen Agent provocateur Mrva tödteten. Sozialisten selbstverständlich nicht zustimmen. Mein Freund Dieß Ansprüche und sorge im Uebrigen dafür, daß der Schuldige Run konnte der große Geheimbundprozeß begonnen werden. hat ganz recht: Würden diese Neben auf dem Grund und Boden seiner Strafe nicht entgehe! des Rittergutsbesitzers wachsen, so würde der Reichstag sich nie- Ei der Tausend! Sind der Bolts- Zeitung" denn die ver Nun durfte man das Schauerstück vor den weit auf mals mit einer solchen Vorlage zu beschäftigen gehabt haben. schiedenen Affären unterm Sozialistengesez, so z. B. die Frankgeriffenen Augen des bürgerlichen Publikums enthüllen; So aber mußten Sie erleben, daß der königlich preußische Finanz- furter Friedhofsmetelei mit ihren Folgen für die Schuldigen nun ist abermals mit Glanz ein Don Quixotischer Preis minister, auf den diese Vorlagen wohl doch schließlich zurück- fchon gänzlich aus dem Gedächtniß entschwunden? gewonnen gegen eine Echaar knabenhafter Träumer und geführt werden müssen, nicht annähernd dasselbe Wohlwollen Energisch wahrt übrigens die„ Berliner Zeitung" den StandEchwärmer. Heil, dreifaches Heil der fürsorglichen Staats- gezeigt hat, das er für die Großgrundbesiger des Westens gezeigt punkt des Rechts. Unter der Ueberschrift:" Die schneidige Tunst, die solche Wunder zu stande bringt! Alpha. hat. Ich würde bedauern, wenn unfere Agitatoren es versäumten, Attacke" bringt sie folgenden Artikel: bie Kontrollvorschriften dieses Gesetzes als abschreckendes Produkt des gegenwärtigen, nicht etwa des Zukunftsstaates, zu verwenden. „ Der Herr Polizei- Präsident hat eine genaue Untersuchung angeordnet", nun ist ja alles gut und die Gemüther tönnen B1 1 M 24 Im Laufe des sich beruhigen. In der That, in die stürmenden Mogen gelegenheit aus. Jedenfalls recht bezeichnend für das Polizei- den Mehrbetrag auch auszahlen ließ. Der Prinzipal hat die einer Entrüftung, die nachgerade aller billig und menschlich blatt selbst und seine„ objektiven Berichte". Empfindenden sich bemächtigen mußte nach dem glorreichen Summe, um die er betrogen ist, auf 3000 M. festgefeßt, dabei Gefecht der Polizei gegen die ruhig ihres Wegas dahinziehenden Wahlen. In den sechs östlichen Provinzen Preußens scheiden handelt, offengelaffen. Ferner ist ein Dr. jur. B. verhaftet, Zu den demnächst bevorstehenden Landgemeinderaths- aber die Möglichkeit, daß es sich noch um einen höheren Betrag Arbeitslosen, in die Mogen gießt man das Del der Beruhigung: jegt in allen Landgemeinde Vertretungen je ein Drittel der der bereits wegen Betruges mit 6 Wochen Gefängniß bestraft Der Herr Polizeipräsident hat eine genaue Untersuchung an- Gemeindevertreter aus. Für diese Ausscheidenden werden neue war. Er wird beschuldigt, einen über 2000 m. lautenden Wechsel, geordnet". Und gegen wen wird sie sich denn richten, diese Vertreter( oder auch die alten wieder) gewählt. Untersuchung? Mit Berlaub, Herr Polizeipräsident, wenn einmal gänzungs- und Ersahwahlen finden im März d. 3. geeignet zu haben. Endlich sind noch zwei Burschen zur Haft Die Er der ihm zur Diskontirung übergeben war, sich rechtswidrig an ein Schußmann gelegentlich eine Ueberschreitung seiner Amts- tatt.- Die Wählerlisten liegen in allen Land: gebracht worden, die kaum das strafmündige Alter erreicht haben befugnisse sich zu Schulden kommen läßt, dann mag man eine gemeinden der sechs Provinzen an der zuständigen Stelle und mit zwei Altersgenossen eine Diebesbande gebildet haben. Landgebracht Untersuchung anordnen. Viel kommt dabei in der Regel freilich in den meisten Fällen wohl im Gemeinde- Amtshause) in der Die jugendlichen Verbrecher haben besonders in der Zentralnicht heraus, wenigstens nicht für den Schuhmann, da bei uns Beit vom 15. bis 30. Januar zur Einsicht der Wähler aus. markthalle gewirkt, dann aber noch zahlreiche andere Diebstähle über den gegen Polizisten gerichteten Beschwerden ein mert er nicht in der Liste steht, ist nicht wahl durch Abhängen von Schaukästen ausgeführt. Die legteren Orte würdiger Unstern schwebt. Untersuchung den obersten Stellen der Berliner Polizei Neues ob er in die Wählerliste eingetragen ist. Aber was soll denn jetzt diese berechtigt! Versäume daher Niemand, sich zu überzeugen, wollen sie nicht näher bezeichnen können. bringen? Wahlberechtigt ist Jeder, der Bolizeibericht. Am 18. d. Mis. Abends wurde ein Mann Ein Schuhmann handelt wohl einmal versehentlich gegen zwanzig) Jahre alt ist, einen eigenen Hausstand( d. i. darauffolgenden Tage Mittags ein Böttcher auf seiner Arbeits( vierund auf dem Boden eines Hauses in der Chorinerstraße und am eine bestimmte Unterweisung. Aber ein Massenaufgebot von eigene Wohnung) besitzt und nicht durch richterliches Erkenntniß stelle in der Weißenburgerstraße erhängt vorgefunden.- Am berittenen und von Fuß- Schuhleuten und von Kriminalbeamten die Verfügung über sein Vermögen verloren hat( Schlafleute, 19. b. Mts. Vormittags wurde im Landwehr- Kanal, gegenüber in Zivil entwickelt sich doch nicht von selber. Und es muß doch Knechte, Haussöhne und Aftermiether sind nicht wahlberechtigt). dem Försterhause, die Leiche einer Frau aus dem Waffer, ge= in diesen Polizistenmassen ein einheitlicher Geist gewesen sein, als Außerdem muß jeder Wähler Angehöriger des Deutschen zogen. In der Fruchtstraße ging Abends das Pferd eines fie auf der ganzen Linie zu Pferde und zu Fuß in die Schaaren Reiches( nicht nur Preuße) sein, die bürgerlichen Ehrenrechte Geschäftswagens durch und rannte, nachdem es einen Arbeiter der fich ruhig fortbewegenden, nicht die Spur eines Widerstandes besigen, seit einem Jahre im Gemeindebezirk wohnen, teine zu Boden gerissen, vor dem Hause Nr. 21 gegen eine Laterne, aufweisenden Arbeitslosen hineindrangen und mit blanter Waffe Arm enunterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen so daß der Führer des Wagens auf den Straßendamm ge und mit Gummischläuchen blind einhieben. Und wenn man und die auf ihn entfallenden Gemeinde- Abgaben gezahlt haben. schleudert wurde. Der Arbeiter wurde erheblich verlegt, während wehrlose, ruhige Leute im Eiser des Heldenthums weit verfolgte, um dem Einzelnen die Kraft der Polizei schlagend" zu der Gemeinde befizen, oder von seinem gesammten, innerhalb Tages fanden drei kleine Brände statt. Schließlich muß jeder Wähler entweder ein Wohnhaus in der Führer nur geringe Verlegungen erlitt. beweisen, und wenn bereits, gewissermaßen auf Vorrath, blank der Gemeinde belegenen Grundbesiße einen Jahresbetrag von gezogen wurde, ehe noch die geringste Möglichkeit einer gefeß- mindestens drei Mart an Grund- und Gebäudesteuer bezahlen, widrigen Kundgebung vorlag wie berichtet worden sage man uns doch gefälligst, was denn die genaue Unter den Gemeinde- Abgaben nach einem Jahreseinkommen so oder zur Einkommensteuer veranlagt sein, oder zu fuchung" noch ergeben soll! Die Berliner Polizei mag manches von mehr als 660 Mart herangezogen sein. Omladina Prozek. für und manches. gegen sich haben, jedenfalls steht sie nicht in Mittags wird das Verhör des dem Rufe, daß Anarchie in diesem an Macht und Umfang geThue jeder seine Pflicht! artis 17jährigen Schriftfehers Runer fortgesetzt. Derselbe wird bewaltigen Betriebe besteht. Für Pankow liegt die Wählerliste vom 15. bis 30. Januar schuldigt, außer den in der Anklage enthaltenen Verbrechen, in Man hat bisher angenommen, dieses Jahres im Gemeindeamtshause in Bankow, Breitestr. 5, der Untersuchungszelle hochverrätherische Aeußerungen gethan zu daß die staatspolizeiliche Thätigkeit der Berliner Polizei während der Geschäftsstunden zur Einsicht aus. Für diejenigen haben, leugnet dies jedoch. Der 21jährige Komptorist Rudolf ven einer Stelle aus einheitlich und zielbewußt geleitet Genossen, welche verhindert sind, die Liste selbst einzusehen, haben erklärte sich als Revolutionär, jedoch nicht als Revolutionär neide, und man hat noch niemals die Meinung gehegt, daß die sich erboten einzusehen die Genossen Karl Hoffmann, der That. denkbar schwerste Herausforderung friedlicher Staatsbürger zum Raiser Friedrichstr. 15 und Bilz, Schulzestraße. Der Angeklagte entwickelte sein sozialistisches Widerstand gegen die Staatsgevalt, zu gewaltthätiger VerProgramm, das nicht verbrecherisch sei, wogegen er die verübten theidigung das unverbindliche Privatunternehmen etlicher mehr 80. Januar während der Dienststunden im Gemeindebureau aus. treffen die Veruntreuung höherer Geldbeträge.) Angeklagter erIn Stralau liegen die Listen gleichfalls vom 15. bis Betrügereien als verbrecherisch gelten lassen will.( Dieselben be oder minder schneidiger Echusleute sein tönne. Sollte die Parteigenoffen welche zum Einsehen der Listen keine Beit haben, flärte, er habe nur an der Demonstration am weißen Berge genaue Untersuchung" darüber eine andere Ansicht herbeiführen, wollen ihre Adresse bei der Vertrauensperson Karl Seit, theilgenommen, was die Pflicht eines jeden Czechen gefollte sie ergeben, daß in der That diese Massen von Schuß- Dorfstr. 46a III einreichen. Letzterer wird in solchen Fällen gern wesen. leuten die bündigste Weifung gehabt haben, nur bei Gesetzes die Listen nachsehen. Der 16jährige Porzellanmaler Feyfar giebt zu, Fenster in der Redaktion verletzungen und insbesondere bei offenem Widerstande eindes Altezechenblattes Blas zuschreiten, fo wäre es doch sehr zu beklagen, daß der Herr meidet, offiziell anzuerkennen, daß ein Nothstand unter der Haltung dieses Blattes beleidigt gefühlt habe. Das Betragen Sum Nothstand. Während der Magistrat es ängstlich ver- Naroda" eingeschlagen zu haben, weil er sich durch die gemäßigte Polizeipräsident ron Berlin mit einem Beamtenmaterial arbeiten arbeitenden Bevölkerung Berlins vorhanden ist, sprechen die des Angeklagten ist so unziemlich, daß der Präsident erklärt, muß, welches so leicht etwas mißverstehen kann. Erwähnenswerth sei zum Schluß noch eine interessante Mit. Thatsachen so deutlich dafür, daß ein Junbredestellen selbst dem eine solche Frechheit fei ihm noch niemals vorgekommen, und Erwähnenswerth ſei zum Schluß noch eine interessante Mit- dreistesten Bourgeois, sofern er ernst genommen sein will, nicht Befehl ertheilt, den Angeklagten sofort abzuführen. Hierauf Harmonie zwischen Poft und Polizeibehörde treffend beleuchtet: die Ueberfüllung des Asyls für Obdachlose und der Wärmehallen bittet für den Angeklagten um Nachsicht, während theilung, die der„ Bolkszeitung" zugegangen ist und die die schöne mehr möglich ist. Wir wollen hier gar nicht zurüdtommen auf entsteht großer Lärm unter den Angeklagten. Die Vertheidiger Ueber die gestrige Versammlung der Arbeitslosen und das Ein- es ist das nicht nöthig, der nun einmal herrschende Nothstand springen von ihren Bläzen auf; Vertheidiger Tokales. Gerichts- Beitung. V die Just schreiten der Polizei gegen die von dannen ziehenden hat das Wolff'ice Bureau nach außerhalb einen offiziösen, farblosen Be- der Orts- Krankenkasse der Maler, Spandauerstr. 2 a, mußten heute Partei für Feyfar nahmen. Der Präsident erklärt, noch einmal Wolff'sche Bureau nach außerhalb einen offiziösen, farblosen Be- tritt in immer neuen Formen in die Erscheinung. Im Bureau anderen Vertheidiger sich gegen Just wenden, und die Angeklagten ridt verbreitet. Mit diesem Bericht stimmten die Telegramme, breihundert Kranke statt des Krankengeldes, das sie erheben wollten, Nachsicht walten laffen zu wollen, worauf das Verhör Feyfars nelche mehrere hiesige Vertreter fremder Zeitungen abschickten, nicht mit der Mittheilung vorlieb nehmen, e3 gebe fein Geld, weil feins beendet wird. Der 19jährige Handlungsgehilfe Legler, welcher ganz überein. Bei einigen Depeschen war die Abweichung sogar in der Kasse sei. Der Reservefonds der Kasse ist aufgezehrt, wegen Waarenverschleppung verhaftet wurde und in der Unterwird. eine so wesentliche, daß das hiesige Haupt- Telegraphenamt den Inhalt bear standete und die Beförderung der so abgefaßten Beiträge von Mitgliedern kommen nicht ein, weil tein fuchungshaft die ersten Angaben machte, die zur Entdeckung der Telegramme verweigerte. Das Amt begründete diese Maßregel bat, und an den Magistrat scheint das Ersuchen um Hergabe den Kerkermeister berauscht worden zu sein und daher nicht geMaler oder sonstiger Berufsgenosse Arbeit Omladina führten, erklärt heute, bei jenem ersten Verhör durch damit, daß die Depeschen Uebertreibungen und Entstellungen des eines Vorschusses vergeblich gewesen zu sein. Daß ein solches wußt zu haben, was er aussagte. Er wisse nichts von der Omwahren Sachverhalts enthielten. Eine Entstellung wurde z. B. Gesuch gestellt war, berichteten am Anfang dieser Woche mehrere ladina und kenne keinen der Angeklagten. Der Präsident ersprachen, welche eine Anzahl Leute durch das Borgehen der Zahlungsunfähigkeit der Zwangskaffe hervor. Die städtische verhört, welche alles widerriefen, was sie bei der Polizei zu darin gefunden, daß die bewußten Depeschen von Verwundungen hiesige Blätter; wie wenig es gefruchtet hat, geht aus der mahnt ihn, keine Märchen aufzutiſchen. Polizei erlitten hatte. Im ferneren Lauf der Verhandlung wurden zwei Angeklagte Gine amtliche Aufklärung über die Affäre ist auch heute becken und dergleichen, aber nicht für arbeitslose Bürger, ob Protokoll gegeben hatten, da sie in der ersten Angst und VerVerwaltung hat Geldmittel wohl für Fürstenempfänge, Forcken- verhört, noch nicht erschienen. Das spricht Bände! dieselben nun gefund oder krank find. wirrung nicht gewußt hätten, was sie aussagen. Anläßlich der Eine Reorganisation des Stadtbahn- Verkehrs in Ber- neuerdings Erkrankung eines Angeklagten protestirten die Vertheidiger bindung mit dem Vorortverkehr wird seitens der Direktion der neuerdings in einem Telegramme an den Justizminister gegen Stadt- und Ringbahn geplant, und dürfte das Projekt voraus die gesundheitswidrigen Räume. Der Borsitzende schickte Die Arbeitslosen- Versammlungen, die am Montag, sichtlich am 1. Oktober d. I. zur Ausführung gelangen. Go wie den Gerichtsarzt zu dem Erkrankten, welcher aber nicht zu So Hause war. Morgens 10 Uhr, in fünf größere Lokalitäten abgehalten bereits jetzt der Vorortverkehr der Görlitzer Bahn über die werden, bieten den Berliner Arbeitslosen Gelegenheit zu Station Treptow Charlottenburg als Stadtbahnzüge ein Stadtbahn geleitet, die Vorortzüge Grünau- Grunewald zwischen Versammlungen. zeigen, wie groß die Noth in Berlin ist und wie dringend geschaltet werden, sollen auch von diesem Zeitpuntte ab alle In betreff der Magdeburger Schuhmacher- Versammlung die Verpflichtung der Gesellschaft ist, derselben abzuhelfen. anderen Züge nach den verschiedenen Vororten, soweit die geht uns von dem Unterzeichneten folgende Berichtigung zu: Jch Jeder Arbeitslose, der es versäumt, an der Versammlung selben durch die Extrageleife in Bahnverbindung mit habe nicht behauptet, daß Karl Fleischer hinter dem Rücken der theilzunehmen, versündigt sich an den Interessen seiner wie die Vorortzüge der Görlitzer Bahn. Wenn dieses Projekt sprochen. Auch habe ich nicht gefagt, man fann ohne Geld Stadt stehen, in derselben Weise behandelt werden, Streifenden geschmust hat, sondern von August Fleischer geKlaffe! zur Durchführung gelangt, würde man zu einer Fahrt nach streiken, sondern als die Hauptaufgabe einer Organisation die Wie kam es nur? Wie von den Sonnabendblättern über Potsdam, Spandau, Friedrichshagen nicht mehr die Fernbahn- geistige Aufklärung bezeichnet; dies treffe auch beim Streit zu. einstimmend gemeldet wird, ist die von dem Metalldreher Litfin höfe, wie Schlesischer Bahnhof, Alexanderptat, Friedrichstraße Ferner habe ich nicht behauptet, daß mich ein Glazer Rollege in der Arbeitslosenversammlung vom Donnerstag gemachte Mit- u. f. w. aussuchen müssen, sondern man würde auf jedem mit dem Messer bedroht hat. Dieser Vorfall hat sich in Mittentheilung, daß der Einberufer der Versammlung, Rodrian, ver- beliebigen Stadtbahnhof, wie Jannowig Brücke, walde abgespielt. haftet worden sei, eine irrthümliche gewesen. Litfin Börse, Lehrter Bahnhof u. f. w. die Züge nach den Vorortsts- Vergnügungsverein Sonntag, den 21. Abends ist düpirt worden; Rodrian war nicht verhaftet. Wie ferner stationen besteigen fönnen. Außerdem soll in fürzerer Zeit- 6 Uhr, im großen Saal von Roland, Elsasserstr. 26: Fidelitas, Tanz. Entree übereinstimmend bekundet wird, war der angekündigte Referent, vielleicht schon mit Beginn des Sommer- Fahrplans eine theilfret. Gäste willkommen. Am 27. Januar: Wiener Mastenball. Vergnügungsverein Heitere Gesellschaft". Dr. Gumplowicz, in der Versammlung nirgendwo weise Ermäßigung der Vororts- Fahrpreise eintreten. Heute, Sonntag, den 21. Januar, Abends 6 Uhr, im Grottensaal bet Pallacz, Raupachstraße Nr. 6: zu entdecken. Fidelitas, Lanz. Flüchtig ist, wie eine hiesige Korrespondenz meldet, der aus der Bewegung der Berliner„ Unabhängigen", resp. Anarchisten Abends 6½ Uhr, Gesellschaftsabend bet Herrn Dietrich, Alexandrinenstr. 32. Vergnügungsverein Ascania". Seute, Sonntag, den 21. Januar, bekannte Maler Victor Buhr, welcher am 3. August 1868 zu den 21. Januar, Gizung bei Dresler, Barnimftr. 16. Herren und Damen als Theater- und Vergnügungsverein ,, Fritillaria". Heute, Sonntag, Köln a. R. geboren, mithin 25 Jahre alt ist. Da gegen ihn mitglieder erwünscht. eine durch vollstreckbares Urtheil des königl. Landgerichts I Berlin vom 30. Mai vorigen Jahres erkannte Gefängnißstrafe von 6 Monaten vollstreckt werden soll, hat die königliche Staatsanwaltschaft I Berlin gegen ihn einen Steckbrief unter dem 16. d. M. erlassen. Wie reimen fich diese seltsamen Dinge zu fammen? Wie reimt sich diese Thatsache namentlich mit dem oftentativen Aufgebot der Schuhmannschaft, der Kriminalbeamten und der Achtgroschen- Jungen zusammen, die nachher Mann für Mann an der wehrlosen Menge so tapfer ihr Müthchen zu tühlen wußten? Werden die Wissenden Antwort auf diese Frage geben? Sie werden fich hüten!!! der M Festgenagelt zu werden verdient auch die Stellungnahme des Ein schwerer" Diebstahl ist vorgestern Mittag in einer Berliner Intelligenz- Blatt" zu den Vorgängen im Friedrichshain. Weißbierstube am Hohen Steinweg ausgeführt worden. Der Das Blatt, deffen Redaktion fich kürzlich soviel auf seine ob jettiven BersamIungsberichte"(?!) einbildete und damit Hof Klempnermeister P. war dort zufällig als Gast anwesend die Arbeiter zu födern sucht, schrieb in seiner Freitag- Nummer: Die daß der Brenner einer großen Intensivlampe schief saß. Auf und bemerkte, als er seinen Blick nach der Zimmerdecke richtete, Polizei wäre durch das Johlen der Menge zu ihrem Borgehen Veranlassung des Wirthes ließ P. einen Arbeiter tommen, der veranlaßt worden. Das ist direkt gelogen. Selbst die etwa 50 Pfund schwere Lampe abschraubte und vorläufig in die Staatsbürger- Beitung" erklärt in ihrer Abendausgabe einen Nebenraum legte. Diefen Augenblick hat ein Dieb benutzt, vom Freitag, daß die Menge einander ging, gleichwohl aber ubig ausum sofort den schweren Gegenstand an sich zu nehmen. Die aber von der Polizeimacht angegriffen worden sei. Sie er- Polizei hat den dreiften Spizbuben bisher nicht ermitteln können. halte von ganz zuverlässiger Seite geschilderte Einzelheiten, die Verhaftet ist der Handlungsgehilfe Hans K., der sich bei so unglaublich flingen, daß sie aus preßgefeßlichen Bedenken mit einem hiesigen Kunstschmiedemeister in Stellung befand. Ihm deren Veröffentlichung zurückhalten müsse. Das Intelligenz- lag es ob, die Lohnlisten aufzustellen; er hat dabei seinen Blatt", statt seinen etwaigen Irrthum zu berichtigen, schweigt Brinzipal in der Weise geschädigt, daß er den Gesammtbetrag sich in seiner Sonnabend- Nummer vollständig über diese An- der Löhne höher angab, als sie in Wirklichkeit waren, und sich 620M 534 Schlächtergesellen und Mamfells! Sonntag, den 21. Januar, Nachm. Uhr, in Cohn's Festfälen, Beuthstr. 22, 1 Treppe: Große öffentliche Ber fammlung. T.- O.: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Legien Hamburg. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Heut, Sonntag, Arends 6% Uhr, im Lofale Sum Freischüg", Fruchtstr. 86a: Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Vortrag des Genossen Dr. Pinn über:„ Die Pharifäer einst und jetzt". Vergnügungsverein Eichenlaub". Heute, Sonntag, Nachm. 5 Uhr, Vergnügungsverein ,, Einigkeit". Heute, Sonntag, Nachm. 5 Uhr: rang about, Ransbergerit. 92: Gigung mit Damen, Stdelttas. Gigung im Engl. Sof", Neue Roßftr. 3. Nachher: Fidelitas. Bersammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und kassirers. den 22. Januar, Abends 10 Uhr, bei Röllig neue Friedrichstr. 44: GeneralFreie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure etc. Montag, Bureau: D., Holzmarttſtr. 67. Montag, den 22. Januar, Abends 8% Uhr, im Nationale haufmännische Kranken- und Sterbekaffe( E. H. Nr. 71) Restaurant P. Bodenburg, Kommandantenstr. 10/11. Vorstands- Sizung. Freie Vereinigung der Graveure und Biseleure. Montag, den 22. Januar cr., Abends 8 Uhr, Dresdenerstr. 45: Bersammlung. Bortrag des Genoffen Jahn über:„ Gefängnißweſen". Große öffentliche Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen des Schneidergewerbes am Montag, den 22. Januar, Abends 8½ Uhr, in wir die Frage des Gewerbegerichts- Ausschusses bezüglich der Schädlichkeit der den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: Wie beantworten Arbeitszeit im Schneidergewerbe"? Referent: Kollege 2. Pfeiffer. Storreferent: Schneidermetfter Angreß. Borm. 9% Uhr, in der„ Schloßbrauerei" zu Schöneberg, Hauptstr. 112-114. Arbeitslosen- Versammlung für Schöneberg am Dienstag, den 23. d., vorzügl. u. Garantie, schmerzt., Zahnschmerz Brb. eines und broffmarte per- baltene Möbel, wie Ausziehtisch, Künstl. Zähne, loses Banziehen. Sheilabung ulastel, Dentist, schmerz controllmante ser: wie Zitherspiel. 1323b Unterricht erth. 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Vortrag der Genossin Frau Rohrlack über: Die Nothwendigkeit der Anstellung weiblicher Fabrikinspektoren. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes, Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Verband der Möbelpolirer Berlins u. Umg. Morgen, Montag, Abends 81/2 Uhr, bei Wilte, Andreasstr. 26: General- Versammlung. Tages Ordnung: 449/5 1. Bericht des Vorstandes, der Kassirer, vom Arbeitsnachweis, von der Bibliothek 2c. 2. Abrechnung vom Vergnügen und Anträge. 3. Mittheilungen und Erledigung der Vorstandsaufträge. Mitgliedsbuch legitimirt. Alle Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Aufnahme von Mitgliedern vor Beginn der Versammlung. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung Das sprechend eingerichtete, seit der Neuzeit ent 16 Jahren bestehende, große Uhrenund Goldwaaren. Lager von Bock- Brauerei Max Busse sämmtl. Mitglieder d. Orts- Krankenkasse f. d. Wäsgefabrikation Brunnenitr. 175 am Montag, den 22. Januar 1894, Abends 8 Uhr, im Saale der Brauerei ,, Friedrichshain" vor dem Königsthor. Tages Ordnung: 256/18 1. Die Zustände in der Orts- Krankenkasse für die Wäschefabrikation. Referent: E. Möhring. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen zur Gründung einer freien eingeschriebenen Hilfskaffe sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche- und Kravatten- Branche? Zu dieser Versammlung werden hiermit sämmtliche Arbeitgeber und Arbeitnehmer obiger Rasse eingeladen und ist es die Ehrenpflicht der Vorstandsmitglieder sowie des Rendanten Herrn Donath, in dieser Versammlung zu erscheinen. 256/18 Die Einberuferin: Fr. Schulz. Achtung! Achtung! Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg u. Umg. General Versammlung 108/16 am Montag, 22. Januar, Abends 8 Uhr, in der Schloßbrauerei. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Rassenbericht. 8. Bericht der Revisoren. 4. Bericht des Bibliothekars. 5. Neuwahl des Vorstandes. Mitgliedsbuch legitimirt. Mitglieder werden in dieser Versammlung aufgenommen. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Große öffentliche Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen des Schneidergewerbes am Montag, 22. Januar, Abends 82 Uhr, in den ,, Arminhallen"( großer Saal), Kommandanten- Straße 20. Tages Ordnung: 0 neben der Invalidenstraße Pferdebahn- Haltestelle empfiehlt: Sonntag, den 21. Januar: Brinkmann- Konzert Uhren jeden Genres, Broches, 1. Wie beantworten wir die Frage des Gewerbegerichts Ausschusses bezüglich der Schädlichkeit der Arbeitszeit im Schneidergewerbe. Referent: 2. Pfeiffer. Korreferent: Schneidermeister Angreß. 2. Diskussion. Die Kollegen und Kolleginnen der Maaß-, Militär-, Konfektions- und Lieferungsbranche werden aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. Die ver schiedenen Interessenvereine werden ersucht, ihre Mitglieder auf diese Verfammlung hinzuweisen. Namens des Ausschusses des Gewerbegerichts: Die Unterkommission. J. A.: 2. Pfeiffer. 898/12 Verband deutscher Korbmacher ( Filiale Berlin). Ohrringe, Armbänder, HalsAnfang 5 Uhr. Entrée 30 Pf. H. 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Klaffe 4,9 26,9 Deutschland Desterreich Rußland 68,2 7,5 27,6 64,9 6,2 15,1 78,7 Schweiz 11,4 34,4 54,2 Großbritannien 12,4 10,6 77,0 Belgien 14,8 25,1 60,1 Italien 17,5 36,6 45,9 Holland Frankreich 16,6 36,2 47,2 21,0 27,0 52,0 sind in der Schweiz berufsthätig, und zwar zumeist in Handwerk Ausländer in der Schweiz. Rund 100 000 Ausländer und Handel, in geringerer Zahl in den Fabriken und in der Landwirthschaft. Nach der Statistik ist in einer Anzahl Berufen das Verhältniß zwischen den Ausländern und den Schweizern folgendes: Ausländer Schweizer 850 Musik und Schauspielerei Eisenbahnbau Brauerei Maurerei Hausbesitzern boykottirt werden sollen. Die Listen werden natürDie Agitationstommission lich geheim gehalten und bieten somit Gelegenheit, der Rachsucht der Schneider und Schneiderinnen Berlin 3. und Verleumdung freien Lauf zu lassen. Dieser Schutz" der Bericht über die erste halbjährige Thätigkeit. Unter 147 hinsichtlich ihrer Bedürfnißräume untersuchten Uugenügende Bezahlung der niederen Angestellten ist Hausbesitzer gegen die mittellosen Zahler ein Beleg mehr für Restaurationen wurden nur sieben gefunden, welche den in schon vielfach die Veranlassung gewesen zu Unregelmäßigkeiten, die Auffassung, welche die in der Regel sehr frommen Hausbesitzer sanitarer Hinsicht z über praktisches Christenthum haben. die sich dieselben haben zu Schulden kommen lassen. Das trifft stellenden Ansprüchen vollständig genügten. Die Namen der bet: Wirthe sind: Hoffmann, Berlinerstraßen- sowohl für privatkapitalistische Unternehmen, als auch für die Personenverkehr auf Eisenbahnen. Unter dieser Ueberund Hermannplatz- Ecke; Hilpert, Hermannstr. 25; Just, Hermannheim- Ludwigshafen dient als Fahrausweis ein Koupon, der am ftellung über die Vertheilung des Personenverkehrs auf die einstaatlichen Betriebe" zu. Bei der Rheinüberfahrt Mann- schrift bringt die" Deutsche Verkehrs- Zeitung" eine Zusammen straße 149; Gerber, Hermannstr. 33; Jenner, Hermannstr. 142; Billetschalter gelöst und beim Betreten des Bootes dem Kapitän zelnen Wagenklassen der Eisenbahnen in den europäischen Fichtner, Berlinerstr, 115; Blisse, Ziethenstr. 58; Kramer, Berg- um Bernichten übergeben wird. Der bei der Ueberfahrts- Gefell- Ländern, sowie über das Verhältniß der aus dem Verkehr in ftraße 71. Außerdem wurden gute und saubere Anlagen schaft als Stapitän angestellte Peter Gröverath aus Gues- Bern- den verschiedenen Wagenklassen erzielten Einnahmen, entnommen gefunden 53, primitive Anlagen und sauber 58, nicht desinfizirt, castel an der Mosel hat nun seit Jahresfrist täglich an 100 dieser dem wo es Noth that 81, gute Anlagen und unsauber 8, primitive Roupons nicht vernichtet, sondern die Billetverkäuferin Christine„ Bulletin de Statistique et de Législation Comparée". Dom französischen Finanzministerium herausgegebenen Anlagen und unfauber 35. Abhülfe wurde in 48 Fällen ver- Maus aus Mannheim veranlaßt, die Scheine nochmals zu ver sprochen. Priegnig, Bergstr. 115, verweigerte die Besichtigung. faufen. Den auf diese Weise erzielten Raffenüberschuß theilten Personen beträgt, in Prozenten ausgedrückt, in: Die Zahl der in den verschiedenen Wagentlassen beförderten Die Untersuchung der obigen Angaben bezieht sich auf den Tag Der stattgehabten Besichtigung. Besondere Mißstände wurden vordie Beiden unter sich. Um welche Summe die Eigenthümer der gefunden bei Behrendt, Rollkrug. Das Pissoir hat keinen Abfluß; über- Trajektboote geschädigt worden sind, läßt sich nicht mehr festfüllter Eimer. Der Abort war nicht desinfizirt und sehr übelriechend. stellen. Das Gericht nahm rund 1000 M. an. Cröverath führte Schulze, Hermannstr. 3: Unsauberes Pissoir, unsauberer Abort, Gehalt von 80 m. seine Familie nicht habe ernähren können. als Entschuldigung Nothlage an, da er mit seinem monatlichen unsauberer Hof. Nichts desinfizirt.- Becker, Knesebecitr. 82 Unsauberes Pissoir, unfauberer Abort, sehr schmutziger Hof. Er wurde zu sechs Monaten, die Billetverkäuferin Maus zu drei Nichts desinfizirt. Becker, Knesebeckstr. 83: Monaten Gefängniß verurtheilt. Gartenlokal. Bretterbucht als Abort und als Pissoir. Letzteres ohne Abfluß, Aus dem Reichs Versicherungsamt. Eine drastische Erdreich mit Jauche überfüllt. Abort: Eimerfystem, vollständig Jllustration zu dem Leben und Treiben auf manchen Seeschiffen beschmußt und überfüllt. Fuchs, Göthestr. 7: Pissoir ohne gab am 13. d. M. eine interessante Verhandlung vor dem ReichsAbfluß, Becken voll jauchehaltigen Urins, offener Abort, voller Bersicherungsamt. Der Kapitän Pahl befand sich vor einiger Extremente, am Boden grünlich- graue Jauche. Pissoir und Beit mit seinem Schiffe und seiner Mannschaft auf hoher See Abort beides stark riechend. Seeger, Wißmannstr. 26: Kein und befahl dem Matrosen Bremer, er solle sofort in die Tatelage Pissoir vorhanden. Rohrbeck, Berlinerstr. 26: Pissoir un- klettern, um dort etwas am Tauwerk in Ordnung zu bringen. fauber, offener Abort voller Erfremente, start riechend. Hier Bremer führte den ihm ertheilten Befehl nur mit Brummen und erklärt Restaurateur sowohl wie Vizewirth, nicht für die Widerwillen aus; als er sich aber oben im Tafelwerk befand, Reinigung verantwortlich zu sein. Eigenthümer Gebrüder ließ er dem Kapitän die bekannte freundliche, durch Göz von Schlegel, Berlinerstr. 2. Wulf, Biethenstr. 24: Abort unzweck Berlichingen literaturfähig gewordene Aufforderung zu Theil mäßig und im höchsten Grade unsauber. Eigenthümer Möwes werden, welcher der Kapitän indeß begreiflicherweise nicht nachhat für die Reinigung zu sorgen. Schönweiderstr. 11: Auf fam. Ueber das Benehmen des Matrosen wurde der Kapitän dem Hof zwei Schweine und ein Pferdestall; dicht daran ein furchtbar ergrimmt, suchte nach einem tüchtigen Knüppel und offener Abort, durch den Zufluß von Schweinejauche start fragte sodann den Matrosen, als dieser wieder auf das Deck riechend. Ebenso das dicht daranliegende Pissoir. Auf wieder herabgekommen war, was für eine unflätige Redensart er holte Bemühungen der Arbeiter Sanitätskommission sind die gegen seinen Vorgesetzten ausgestoßen habe. Der Matrose Es bleibt zu bedauern, daß in den Ländern, wo eine Mißstände theilweise beseitigt. Steinmeßstr. 21: Schlechtes wollte sich indessen an nichts mehr erinnern, trotzdem IV. Klasse besteht, diese nicht ebenfalls getrennt behandelt, Brunnenwasser, Brunnen nur 3/4 Meter von der Sentgrube erhielt er sogleich einige Hiebe Don Pahl, infolge sondern das auf sie entfallende Ergebniß der III. Klaffe zuentfernt.- Berlinerstr. 28: Hof gesundheitsschädliche Keller deren er einen Zahn einbüßte. Erbittert ergriff er ein gerechnet worden ist, und es bleibt weiter zu bedauern, daß in wohnung 1 Meter 55 Zentimeter unter dem Niveau. Messer und stieß dasselbe dem Kapitän in das eine Auge, so daß dieser Tabelle die auf die einzelnen Wagentlassen Steinmenſtr. 47, Hof Kellerwohnung. Fenster im schlechten Bu- es unbrauchbar wurde. Die Angelegenheit beschäftigte sodann entfallenden Ausgaben nicht auch einen Plaz gefunden stande. Fußboden in der Küche und der Stube unter den Fenstern auch das Strafgericht; der Matrose wurde freigesprochen, da er haben. Man hätte dann sehen können, daß die Einnahmen der verfault. Thüren in defektem Zustande. Wohnung durchgängig in Nothwehr gehandelt habe, der Kapitän wurde zu 50 M. Strafe I. und II. Klasse lange nicht ihre Kosten decken und sehr feucht, 1 Meter unter dem Niveau. Leffingstr. 28: Dach- verurtheilt. Auf grund des See- Unfallversicherungsgesetzes vom daß ihre Eristenz nur möglich ist durch den Ueberschuß, den die wohnung. Thüren und Fenster in defektem Zustande. Auf Ver- 13. Juli 1887 beantragte darauf Kapitän Pahl von der See- III. und IV. Klasse abwerfen. So wie es in den anderen anlassung der Arbeiter- Sanitätskommission ist Abhilfe geschaffen berufsgenossenschaft für seine verminderte Gehkraft eine an- 3weigen unserer Volkswirthschaft ist, so ist es auch hier: Die Bergstr. 6: Feuchte, nasse Kellerwohnung, 2 Bewohner gemessene Rente. Die Berufsgenossenschaft lehnte aber jede Ent- Großen leben auf Kosten der Kleinen. und 1 Schlafbursche. Prinz Handjeryftr. 65: 3 Hofwohnungen, schädigung ab, da der Berletzte nicht infolge eines Betriebswelche von den Miethern sehr wenig gelüftet werden( 30 Stbm. unfalles, sondern bei Begehung einer strafbaren Handlung zu Luftraum) für 4 resp. 2 Personen. Eine Wohnung wird als Schlaf, Schaden gekommen sei. Hiergegen legte Pahl Berufung beim Wohn- und Arbeitsraum gebraucht. Namentlich die Backhof'sche Schiedsgericht Stettin ein, jedoch um einige Tage zu spät. Die Wohnung von Schmuh starrend, Bett seit einem Jahre nicht Berufsgenossenschaft machte aber den Einwand der Frist bezogen. Hermannstraße 47 Hof 4 Treppen. Gesundheits- versäumniß nicht geltend, sondern verzichtete absichtlich darauf, Schädliche Wohnung, Bewohner sehen troß guter, förperlicher um in der Sache selbst eine prinzipielle Entscheidung zu er Veranlagung leidend aus.- Hof 2 Treppen rings an den langen. Das Schiedsgericht entschied sodann zu Ungunsten der Scheuerleisten starke Pilzbildungen, Wände unweit der Fenster Berufsgenossenschaft und verurtheilte sie zur Rentenzahlung. Durchgängig. naß. Prinz Handjerystraße 60. Wohnung für Gegen diese Entscheidung ergriff die Berufsgenossenschaft Rekurs zwei Gesellen des Schlächtermeisters Näcke jun., Kellerwohnung, beim Reichs- Versicherungsamt und machte geltend, daß der Kläger Luftraum 17,46 Rubifmeter, erforderlich sind 40 bis 50 Rubit den Matrosen zuerst angegriffen habe und deswegen sogar gemeter. Nicht heizbar, sehr feucht und unsauber. Fuß- richtlich bestraft worden sei. Der Senat unter dem Vorsize des boden Ziegelstein. Zwei sogenannte Betten mit feuchtem Geheimraths Dr. Sarrazin wies jedoch den Rekurs als unbegründet Strohsack ohne Unterbett. Kein Stuhl, fein Tisch, tein zurück und ließ dem Kapitän Pahl die zuerkannte Rente. Die Spinde, 1,45 Meter unter dem Straßenniveau. Bergstr. 5: Berletzung, so hieß es in der Begründung, steht in der That in Auf dem Hofe 5 Meter von dem Wohnhause entfernt 10 bis ursächlichem Zusammenhange mit dem Betriebe. Gin Kapitän 15 Rubikmeter Pferdedung, untermischt mit Thiertadavern, faulen muß seine Autorität wahren und bestrebt sein, die Disziplin auf Eiern und menschlichen Exkrementen. Auf Veranlassung der dem Schiffe aufrecht zu erhalten. Die Streitigkeit zwischen dem Arbeiter Sanitätskommission beseitigt. Lessing- und Kopf Rapitän und dem Matrosen ist auch hier aus dem Betriebe erstraßen- Ecke( Neubauten), Maurermeister nicht bekannt. Abort: wachsen und wurde lediglich verursacht, um den untergebenen 4 vollständig überfüllte Ralftonnen. Die Arbeiter sind deshalb Matrosen zur Zucht zurückzubringen. Auch der Einwand, daß gezwungen, auf freiem Felde ihre Nothdurft zu verrichten. Pahl sich die Verlegung bei Begehung einer strafbaren Handlung Ebendaselbst: Abort ohne Dach. Die Arbeiter sind beim Be- zugezogen hat, ist unerheblich. Der Anspruch des Klägers stützt wird aus Basel geschrieben: Die dem Arbeiterbunde angehörenArbeiterbewegung in der Schweiz. Dem„ Grütlianer" nuten desselben allen Unbilden der Witterung ausgesetzt. fich lediglich auf das See- Unfallversicherungs- Gesetz, welches keine den Gewerkschaften haben unter der Leitung des Ausschusses des Hermannplay 7: Hauseigenthümer Thierarzt Keßler. Klosets Bestimmung enthält, nach der die Entschädigungsberechtigung Arbeiterbundes beschlossen, das Herbergswesen selbst in die Hand in allen Etagen ohne Wasserspülung. Dieselbe wird verweigert. eines Verletzten bei dem Vorliegen einer strafbaren Handlung zu nehmen und den damit verbundenen Arbeitsnachweis zu ausgeschlossen ist; der Anspruch eines Versicherten steht daher regeln. Es kann dieses Vorgehen nur begrüßt werden und wird, überall nur unter den Schranken, welche das Unfallversicherungs- wenn gut geleitet, viel beitragen, unsere Organisationen zu Gesetz selbst zieht. stärken und den reisenden Handwerksburschen eine Wohlthat An die in der Königl. Artilleriewerkstatt in Spandau in Breslau unter den Namen Wir haben in Basel auch den schlagenden Beweis, daß Eine verkappte Miethssteuer beabsichtigt man deninächsterbergsväter" vom fauren Arbeitergroschen fett geworden und Kanalsteuer" beschäftigten Sattler! Kollegen! Ihr habt Euch bisher von führen, um die entstandenen großen Defizits der Stadt zu decken. Besitzer der ersten Hotels sind. jeder Organisation ferngehalten und dieses damit begründet, daß Die Wohnräume sollen mit je 4 M. pro Jahr besteuert werden; man Euch nicht erlaubt einer solcher beizutreten. Leider maßen die Räumlichkeiten für gewerbliche Zwecke sollen mit 20 Pf. pro sich verschiedene Leiter von Staatswerkstätten das Recht an, den Quadratmeter, Gastwirthschaften, Schantlokale, Theater und ihnen unterstehenden Arbeitern die Theilnahme an ihrer Berufs- sonstige Vergnügungslokale sogar mit 30 Pi. Steuer belegt organisation zu verbieten. Es ist dieses eine Anmaßung, aber werden. Dabei ist nach dem Entwurf keinerlei Rücksicht ge= niemals haben die Betreffenden ein Recht dazu. nommen auf die Grüße der Zimmer. Der Reiche zahlt für seinen Eine Verbandsversammlung der in Holzbearbei Es ist nothwendig, energisch zu betonen, daß auch die Salon, sein Bade-, Speisezimmer u. f. w. nicht einen Pfiffer- ung 3- Fabriken und auf Holzplägen beschäf in Staatswerkstätten Arbeitenden das Recht verlangen, sich ihrer ling mehr, als der Arme, der fein einziges Zimmer, vielfach nur tigter Arbeiter und Arbeiterinnen( Filiale 11) Berufsorganisation anzuschließen, zu diesem Zwecke findet am ein erbärmliches Loch, mit seinen Angehörigen zusammen be- fand am 16. Januar statt. Kollege Fischer erstattete einen einMittwoch, den 24. Januar, Abends 7 Uhr, in Spandau im wohnt, darin schläft und tocht. begehenden „ Wenn man die kleinen Leute gehenden Bericht über die Generalversammlung, die am 25. und Lokale von Bord, Staatenſtr. 14, eine öffentliche Sattlerver- steuerfrei lassen wollte," so äußerte sich der Oberbürgermeister, 26. Dezember v. Js. hier tagte. An der Diskussion betheiligten fammlung mit folgender Tagesordnung statt:" Ist für die Ar- dann werde dem„ Gebühren- Prinzip Gewalt angethan." Bei den sich mehrere Kollegen. Sodann verlas der Kassirer, Kollege beiter der Staatswerkstätten die gewerkschaftliche Organisation demnächst in Breslau nattfindenden Stadtverordneten- Wahlen Schulz, die Abrechnung vom 4. Cuartal; Rollege Gerlach gab überflüssig? Haben die Leiter der Staatswerkstätten das Recht, wird hoffentlich die Arbeiterschaft von Breslau die Antwort den Spezialbericht. Ferner wurde bekannt gemacht, daß die den ihnen unterstehenden Arbeitern die Zugehörigkeit zu einer auf diese ungerechten Maßnahmen nicht schuldig bleiben. Bibliothek jeden Sonntag Vormittag geöffnet ist und den MitOrganisation zu verbieten?" gliedern zur Verfügung stehe. Desgleichen wurde vom VorKollegen! Wir verlangen nicht, daß Ihr in dieser Ver- Der Knappschaftsbezirk Bochum zählt 147 000 Berg- figenden angeregt, das Vertrauensmänner- System in jeder Fabrik jammlung das Wort nehmt, rechnen aber ganz bestimmt auf leute, 12 500 Invaliden, 9500 Wittwen und 28 000 Kinder bezw. einzuführen. Den Kollegen wird es anheim gegeben, die Adressen Euer Erscheinen. Die Arbeiter anderer Berufe, Waisen. Für das laufende Jahr ist an Ausgaben in Anschlag der Vertrauensmänner mitzutheilen. Im weiteren wurde bedie ja an dieser Frage das gleiche Intereffe gebracht: 3 275 000 M. Invalidengeld, 1 500 000 M. Wittwen richtet, daß der Maskenball am 10. Februar bei Hensel, Inhaben, werden ebenfalls um ihren Besuch gegeld, 1 250 000 M. Kindergeld, 2 400 000 Krankengeld, 375 000 validenstr. 1, stattfindet. Billets à 50 Pfg. find beim Vorstande beten. Der Direktor der Artilleriewerkstätte ist brieflich ein Mark Krankenhauskosten, 575 000 M. für Arznei und Verbands zu haben. Am 28. Januar findet eine Versammlung in Weißengeladen. tosten und 461 000 m. Honorar für Aerzte. Insgesammt be- see statt. Die nächste Versammlung ist am 20. Februar. Die Versammlung findet so frühzeitig statt, damit die in tragen die Ausgaben zehn Millionen Mart. Der Verein Berliner Droschfenkutscher hielt am 19. JaBerlin Wohnenden daran theilnehmen können; es wird daher Schwarze Listen, die bisher nur Anwendung fanden nuar seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Der gebeten, direkt von der Werkstätte zum Versammlungslokale zwischen Arbeitgebern, die sich dadurch in den Stand seßen, über erste Borjizende W. Schütte erstattete zunächst den Geschäftshinzukommen. renitente" Arbeiter die Hungerpeitsche zu schwingen, soll nun brricht für das vierte Quartal 1898 und im Anschlusse hieran J. Sassenbach. in Wien auch zwischen Hausbesigern in Umlauf gefeht werden. den Jahresbericht, aus welchem folgende Einzelheiten hervorzuAchtung, Schneider und Schneiderinnen! Die Unter- Unter den sozialpolitischen Schutzgesehen der letzten Jahre ist heben sing: Im Vereinsbureau, Schüßenstr. 58, wurden im Laufe fommission des Ausschusses des Gewerbegerichts beruft zum eines, Exekutionsnovelle genannt, den Wiener Hausherrn be- des Jahres 1893 im Ganzen 547 Protokolle in FahrangelegenMontag, den 22. Januar, Abends 81/2 Uhr, nach dem oberen fonders unangenehm geworden. Das Gesetz nimmt nämlich die heiten, Strafsachen, Gesuche 2c. aufgenommen. An Korrespon Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine große öffent- allernothwendigsten Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände, als denzen, Briefen und Karten wurden 2860 Stück erledigt. An liche Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen des Betten u. a. von der Pfändbarkeit aus und bringt dadurch den Fundsachen wurden 1732 eingeliefert, von diesen von den VerEchneidergewerbes ein. Kollege 2. Pfeiffer, Mitglied des Aus- Hausherrn gegenüber den ärmsten Miethefchuldnern völlig um lierern 874 reklamirt und für diese 1431,95 m. Finderlohn schusses, wird in der Versammlung über das Thema: Wie fein Pfandobjekt. Das hat die Hausherrn verdrossen, fund 8000 gezahlt. Der vom Verein für seine Mitglieder und in den beantworten wir die Frage des Gewerbegerichts- Ausschusses be- von ihnen haben sich, zum gemeinsamen Schuh, in einen Truz- Droschkentutscherberuf neu eintretende Personen unterhaltene züglich der Schädlichkeit der Arbeitszeit im Schneidergewerbe?" verein, genannt Hausherrnverein, zusammengethan, der nunmehr Dienstuachweis wies 285 offene gemeldete Stellen auf, von referiren. Schneidermeister Angreß, Ausschußmitglied der Arbeit zu Neujahr die Wiener Wohnungsmiether mit einer schwarzen welchen 105 durch Vereinsmitglieder besetzt wurden. Neu geber- Beisiger, ist Korreferent. Die Kollegen und Kolleginnen Liste aller nicht empfehlenswerthen", d. h. mit der Zahlung der eingetreten find im Laufe des verflossenen Jahres 191 der Maaß, Militär, Konfektions- und Lieferungsbranche werden Miethe fäumigen Miethparteien überrascht hat. Die Liste enthält Mitglieder und zählte der Verein zu Beginn dieses hier durch aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. Die verschiedenen etwa 2700 Namen, deren Träger, weil sie das unverzeihliche Jahres 1477 Mitglieder. Berstorben sind 13 Mitglieder, deren Soziale Ueberlicht. Haar- und Bartpflege Gartenbau Schneiderei, männlich weiblich Schreinerei und Glaserei Spenglerei Bauschlosserei Buchdruckerei Gastwirthschaft Handel 310 1950 800 1000 1200 6000 12 000 580 1650 1260 4760 2250 7500 2750 23 000 3500 14 800 870 3800 800 3800 600 3300 5600 8000 24 400 45.000 Versammlungen. 00 wurde. Andenken von der Generalversammlung in üblicher Weise geehrt ihm selbst Menzel mit seiner langathmigen Rede nicht rauben schaft erhob auch Anklage. Sechs Mitglieder der Kommission Der Rechtsschuß wurde in 19 Fallen bewilligt. Dem tönne. Maurer Gröpler erkannte den Streit als durchaus wurden zu je 15 M., ein Mitglied zu 25 M. Strafe verurtheilt. ferner erstatteten Jahres- Rassenbericht ist zu entnehmen, daß die berechtigt an, die Behandlung der jetzt Streifenden feitens der Gegen dieses schöffengerichtliche Urtheil wurde von Seiten der Gesammt Einnahme 15 026,87 W., die Gesammt Ausgabe Fabrikanten war unmenschlich. Er rieth jedoch den Zwickern, Angeklagten, sowie vom Staatsanwalt Berufung eingelegt. Das 13 984,11 M., der verbleibende baare Kassenbestand 1042,76 M., fich in Zukunft mehr nach den Beschlüssen der organisirten Ar- Landgericht zu Düsseldorf sprach alle Angeklagten frei, weil, um das gesammte Vereinsvermögen ausschließlich der rückständigen beiter zu richten und ihren Eigendünkel den allgemeinen Inter- den Begriff Verein" als zutreffend erachten au fönnen, eine Mitgliederbeiträge 2934,87 M. betrug. Hieran schloß sich die essen zurückzustellen. Ihrer Sonderstellung verdanken sie die ge- Organisation dieser sieben Personen, also eine Vorsitzende, Wahl des gesammten Vorstandes wie auch der sonstigen ringe Sympathie der deutschen Schuhmacher und übrigen Ar- Kassirerin, d. h. überhaupt eine Leitung vorhanden sein müsse. Vereinsbeamten. Der langjährige Vorsitzende des Vereins, better. In einer Resolution erkannte schließlich die Versamm Es tönne das lose Zusammenarbeiten dieser sieben Personen nicht Herr Schütte, gab vorweg die Erklärung ab, daß er lung auch den Streit der Schuhmacher als berechtigt an und als Vereinsthätigkeit betrachtet werden. Wenn aber ein Verein fernerhin das Amt des Vorsitzenden wegen Ueberlastung verpflichtete die Gewerkschaften zur thatkräftigsten moralischen nicht vorhanden, so kann auch die Theilnahme der Frauen an feinerseits nicht bekleiden könne. Zudem würde es für den und materiellen Unterstügung. Der 3. Punkt der Tagesordnung dieser Kommission und deren Thätigkeit, sowie das nicht erfolgte Verein nur von Vortheil sein, wenn eine jüngere, tüchtigere betraf die, Stellungnahme der Berliner Gewert Anmelden und Statuteneinreichen nicht strafbar sein. Kraft an seine Stelle träte. Dem allgemeinen Drängen nach- schaften zur Feier des 1. Mai". Schneider Timm Gegen dieses Urtheil, das in allen betheiligten Kreisen mit gebend, enfchloß sich Schütte indessen schließlich, noch einmal auf als erster Redner führte aus, die Arbeiterschaft der ganzen Welt Genugthuung begrüßt wurde, legte die Staatsanwaltschaft cin Jahr das Amt des ersten Vereinsvorsitzenden anzunehmen, habe jubelnd dem Beschluß des Pariser internationalen Arbeiter- Revision ein, welche am Donnerstag vor dem Kammergericht zur vornehmlich in anbetracht der jetzigen bewegten Verhältnisse im fongresses 1889 zugestimmt, der sich für eine gemeinsame Berhandlung fam. Was man nicht erwarten sollte und Fuhrgewerbe. Daraufhin wurde Schütte einstimmig zum Demonstration für Erringung des Achtstundentages aus- fonnte, geschah: Das Urtheil wurde verworfen, ersten Vorsitzenden wiedergewählt. Die Wahl zum stellvertreten- sprach. Der 1. Mai ist aber nicht das geworden, was er die Kommission für einen Verein erklärt! Die den Borsigenden fiel auf den Kollegen Banse. Zum Kassirer werden sollte. Der Brüsseler Kongreß faßte einen Be Sache tommt nun zwar zur nochmaligen Verhandlung beim wurde Stiller, zum Stellvertreter Hohmann, zum Schrift- fchluß in derselben Sache, der in derselben Sache, der an Inkorrektheit an Inforrektheit nichts Landgericht zu Köln, aber dieses Gericht hat nur eine Nebenführer Da blow, zum Stellvertreter Andrea 3, zu Beisitzern zu wünschen übrig ließ. Wäre er aufrecht erhalten frage zu erledigen, während die Hauptfrage: Ist eine Komwurden Barth, Schreiber und F. Plus cher gewählt. worden, die ganze Maifeier wäre bald begraben. Er ließ eine mission ein Verein?" endgiltig entschwieden wurde, und zwar mit Zur Annahme gelangte noch der Antrag, fernerhin die Abgabe Feier des 1. Mai selbst am 2. oder 3. Sonntag im Mai zu. folgender Begründung: an den Verein von dem Finderlohne für Fundgegenstände, welche Erfreulicherweise habe der Züricher Kongreß eine einigermaßen Wenn auch bei den meisten Vereinen eine Organisation von Nichtmitgliedern des Vereins im Bureau eingeliefert werden, iefte Norm geschaffen. Bekanntlich waren auch selbst die Eng( Leitung durch Vorsitzende, Kassirer u. s. w. vorhanden ist, auf 20 Pf. zu erhöhen, d. h. zu verdoppeln, da dem Verein mit länder dafür, daß wenigstens der Anstoß zu einer allgemeinen fo ist doch diese innere Organisation des Vereins den Fundsachen viele Arbeit erwächst. Merkmal des Arbeitsruhe gemacht werde, mit der Zeit werde sie denn schon nicht als ein gefeßlich erforderliches populär werden. Redner verlas die auf dem Züricher Kongreß Vereins zit betrachten, sondern es tann auch Vereine Die Berliner Gewerkschaftskommission hielt am in dieser Frage angenommene Resolution. Von einer politischen im Sinne des Vereinsgesetzes geben, ohne eine solche Leitung. 19. Januar im Louisenstädtischen Klubhaus" eine öffentliche Stellungnahme fönne teine Rede sein. Die Gewerkschaften G3 genügt das Zusammenwirten mehrerer Per Versammlung der Delegirten ab. Jns Bureau wurden Möbel- werden die Frage ihrer Verwirklichung näher bringen müffen. fonen zum gemeinsamen 3wed auf längere Daher trifft hier die Reichsgerichts- Entscheidung zu, polier Frant, Hilfsarbeiter Thal und Zigarrenfabrikant Wohl sei die Zeit nicht besonders rosig, doch muß alles versucht Dauer. Börner gewählt. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas werden, die Kräftigung des Proletariats zum Ausdruck zu bringen. welche einen Ausschuß, öffentlich gewählt, als einen Verein be der Delegirte der Buchdrucker, Massini, folgende Erklärung, Die heutige wahnsinnige Produktionsweise dränge zu einer trachtet habe. Das Landgericht zu Köln hat daher wesentlich die er in je einem Exemplar dem Ausschuß, sowie den anwefen- Aenderung. Er ersuche die Kommission, daß sie einen Aufruf die Frage zu beantworten: Welche Thätigkeit hat die zuden Vertretern der Presse aushändigte; gleichzeitig die Ver- erläßt, worin die Gewerkschaften aufgefordert werden, die An- gestandener Maßen in öffentlicher Versammlung gewählte Rom sammlung erfuchend, zu deren Veröffentlichung ihre Zustimmung gelegenheit in die Hand zu nehmen. Vormittags folle man mission( Verein) zu vollführen", und danach das Strafmaß zu geben, was auch ohne Debatte geschah. Versammlungen abhalten und wenn selbst nur bie Arbeits- festzusehen." Die Erklärung lautet: lofen dadurch demonstriren, so bedeute es einen Fortschritt und sich Abends den Arrangements der politischen Partei anschließen.( Beifall). Maurer Gröpler und Uhrmacher Mäther äußerten sich im selben Sinne. Lederarbeiter oft hielt die Nach diesem Urtheil fönnen nun thatsächlich die meisten in Lösung der Frage für nicht so leicht, die Feier des 1. Mai ge- öffentlichen Bersammlungen gewählten Rommissionen, sobald sie höre mehr ins Gebiet der politischen Bewegung. Die Hauptfeier Frauen als Mitglieder haben, Politik treiben und in Verbindung müsse angesichts der Verhältnisse wie bisher auf den Abend ver- treten, als Vereine betrachtet und bestraft werden. Die Gerichte aber Bu ad 1 hätte ich zu bemerken, daß Herr Blauroc eine legt werden.( Buruf: Immer rüdwärts!) Börner zweifelte, gerathen damit vor diefelbe Kalamität, in welcher die Düsseldorfer Behauptung aufgestellt hat, die er schlechterdings nicht beweisen ob wir weiter wären, wenn statt der politischen Partei die Ge- Gerichte sich befanden: Vereine, also Kommissionen vorbezeichneter Ja, es fann, sondern das Gegentheil ist gerade der werkschaften die Sache in die Hand genommen hätten. Dieselben Art sind aufzulösen, die Leiter derfelben zu bestrafen. Fall; als Beweis diene folgendes: Die letzte Abrechnung der Vorwürfe fielen alle Jahre. Die politische Partei hat ein gewiffes find ja aber feine Leiter da! Es ist ja auch niemand in den Allgemeinen Kasse des Verbandes der Deutschen Buchdrucker giebt Recht, die Angelegenheit für sich in Anspruch zu nehmen. Er erklärte Berein aufgenommen worden alle wurden ja gleichzeitig folgende Bilanz: Reifeunterstügung 121 164,67 M., Arbeitslosen- fich für eine inzwischen eingelaufene Resolution. Die Feier müsse gewählt! Hat fie die Voltsversammlung etwa„ aufgenommen" unterstütung 235 528,40 M., Sonstige Unterstützungen 218 041,83 würdiger als bisher( ohne Tanz) vor sich gehen. Einheitlichkeit Wer soll denn nun bestraft werden? Da haben wir ein Mark, Kosten für Rechtsschutz 1048 M., zusammen 576 788,90 M.; fei jedoch vor allen Dingen nöthig. Thal vertrat den Stand( in unserem" Rechtsstaat" freilich nicht unerhörtes) dazu kommt noch ein Kassenbestand von 21 000 m., und dies punkt Näther's, daß nur die Gewerkschaften eine Feier, und Kuriosum". Es find Vergehen gegen das Gesetz begangen, alles ein Jahr nach einem verlorenen" Streit! Bielleicht war durch firifte Arbeitsruhe, soweit es jedem möglich, inszeniren Strafbestimmungen sind vorhanden, die Personen zu ermitteln, beweist uns Herr Blaurock," ob seine Organisation mit den follten. Ain 1. Mai müiffe die Arbeiterschaft durch Maffen- und doch fönnen fie nur bestraft werden, wenn der scharfsinnig: freiwilligen Beiträgen und unter seiner Leitung schon etwas demonstration die Antwort auf den 18. Januar geben. Es Jurist sich das Urtheil herausflügelt. Das Rechtsbewußtsein des Aehnliches geleistet hat?! sprachen noch Töpfer Habanz, Faber, Droschkenkutscher Boltes wird sie nicht bestrafen, selbst nach unseren Gesetzen ad 2 wirft derselbe Herr den Buchdruckern vor, daß sie Schulz, Büttner, Millarg und Timm. Bildhauer nicht! während des Streits Arbeitergroschen vergeudet hätten, eine inter ftellte folgenden Antrag: Die Kommission erwartet, Sollte das Urtheil Allgemeingiltigkeit erlangen, so können Behauptung, die, wenn sie wahr wäre, geeignet sein tönnte, uns daß die Feier in einer würdigen, der Bedeutung und dem Zweck für die Folge nur noch 2 Personen mit denjenigen Aufgaben bein den Augen der allgemeinen Arbeiterschaft herabzuwürdigen. des Tages entsprechenden Weise von den Gewerkschaften vor traut werden, welche bisher die Kommissionen, deren Thätigkeit Die Ausgaben bei dem Neunstundenkampfe betrugen laut revidirter Abrechnung 385 092,03 Mart, von dieser Summe genommen werde und daß den Arbeitslosen zu jeder Versamm von längerer Dauer ist, verrichtet haben, das merke man sich bei fung freier Gintritt gestattet wird". Mit diesem Antrage ge- Beiten. find von den Berliner Arbeitern 42 764,05 Mart auffangte ebenfalls nachstehende Resolution zur einstimmigen gebracht worden; die Restsumme von 342 327,98 Mark wurde Annahine: Burch Zuschuß vom Unterstützungsverein, dem Verein Berliner Buchdrucker und Echriftgießer und durch freiwilligen Extrafteuern ber in Berlin arbeitenden Kollegen aufgebracht; diese Extrasteuern betrugen, abgesehen von den laufenden ordentlichen wöchentlichen Beiträgen, 67 988 m., zusammengebracht von etwa einem Häuflein von 1000 arbeitenden Buchdruckern. Am 13. Januar berichtete der Vorwärts" über eine Wersammlung der Maurer und Pußer unter anderem folgendes: 1. Der Maurer Blaurock will an der BuchdruckerOrganisation beweisen, wie werthlos die Zentralisation fei. 2. So hätte auch diese Organisation beim Streit die Arbeitergroschen vergeudet. Wer hat nun die Berliner Arbeitergroschen vergeudet, Herr Blaurock? Können Sie uns den Beweis erbringen, dann bitte! - Ich erwarte nun von Ihnen, der Sie eine gute Sache in oben erwähnter Weise verdächtigt haben vielleicht irrthüm lich? daß Sie in öffentlicher Versammlung oder durch die Presse Ihre Behauptungen zurücknehmen oder beweisen. " 1 Die Berliner Gewerkschaftskommission beschließt ten Gewerkschaften und Arbeitern Berlins, die es möglich machen können, die Arbeitsruhe am 1. Mai zur Durch führung zu bringen, zu empfehlen, am 1. Mai Vormittag öffentliche Versammlungen abzuhalten, um durch diese den öffentlichen Gewalten, fowie der herrschenden Rafte zu er flären, daß sie nicht länger gewillt sind, die unermeßlichen Schähe zu schaffen für diejenigen, welche nicht arbeiten, während sie selbst um Elend verkommen. Es soll in diesen Versammlungen erklärt werden, daß es die Pflicht die Gesellschaft sei, endlich zu gunsten des wirthschaftlich Schwachen gegen den wirthschaftlich Starken einzugreifen. Außerdem beschließt die Gewerkschaftskommission, die Arbeiter Berlins aufzufordern, am Abend des 1. Mai sich den allgemeinen feierlichkeiten der politischen Partei anzuschließen. = nommen. $ der Don Das Landgericht in Köln kann aber nur die Leiter des Vereins" bestrafen; da solche nicht da sind, müßte also Freisprechung erfolgen! Sprechzfaal. Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Zum Bontott der Philharmonie. Da die diesbezügliche Aufforderung der Lokalkommission an Klarheit zu wünschen übrig ließ, sehen wir uns nochmals veranlaßt, in der Angelegenheit des Vereines Berliner HausDiener betreffend den Maskenball am 27. d. M. in der Philharmonie das Wort zu ergreifen. " * " Albert Massini, Delegirter der Berliner Buchdrucker Nur vereinzelte Gastwirthe haben die Plakate aus ihren und Schriftgießer in der Gewerkschaftskommiffion. Schaufenstern entfernt, weshalb wir die zielbewußte Arbeiter Der Delegirte der Droschkenkutscher, Stiller, gab hierauf schaft Berlins in ihrem eigenen Interesse nochmals ersuchen, einen Bericht über die Entstehung, den weiteren Verlauf und Ebenfalls eine längere Debatte rief folgender von Körst en ganz energisch zu verlangen, daß Plakate, die für gesperrte augenblicklichen Stand des Streits der Taxameter- Drofchtenkutscher. gestellter Antrag hervor:" Die Gewerkschaftskommission ersucht Lokale Propaganda machen, sofort entfernt werden. Eine Wiedergabe seiner Ausführungen erübrigt sich, da der die Verwaltung des Vorwärts", eine beffere Kontrolle einzu- Ferner stellen wir richtig, daß die einzige, auf dem Boden Vorwärts" feine Leser von allen Begebenheiten, die er mit führen, damit nicht derartige Fälle wie bei Quantmeier der modernen Arbeiterbewegung stehende Organisation der vollster Aufmerksamkeit verfolgte, bereits eingehend unterrichtet und Gife in Zukunft sich wiederholen." Die in einer Brief- Handels- Hilfsarbeiter Berlins der Verband der Geschäftshat. Bemerkt sei, daß zur Zeit 248 Ausständiige mit ins faften Notiz enthaltene Entschuldigung darüber hielt er biener, Pader und Berufsgenossen, Neue Grüngefammt 583 Kindern zu unterstützen sind und ersuchte der für null und nichtig. Der Redakteur R. Schmidt gab straße 10, ist, worauf wir genau zu achten bitten. Redner alle Delegirten, in ihren Gewerkschaften für reafte Be- die Zuficherung, daß alles geschehen werde, solch höchst un- Unserer Ansicht nach kann nicht scharf genug gegen diefe thätigung des Solidaritätsgefühls einzutreten. Droschkentutscher liebsamen Vorkommnissen in Zukunft vorzubeugen. Daß böse Solidaritätsverlegung vorgegangen werden, wenn das Beispiel Schulz bemerkte, die Bewegung stehe günstig, der Geist der Absicht vorgelegen babe, fönne wohl Niemand annehmen. Nach- des Vereins Berliner Hausdiener nicht etwa andererseits NachStreifenden sei ein guter, Streifbrecher find nur wenige vor dem noch Berniki( Former) und Schulz( Schneider) mit ahmung finden soll. handen. Franke theilte mit, die Kommission der Droichten aller Entschiedenheit für den Antrag ausgesprochen Die Agitationstommission futscher habe sich am Anfang der Bewegung an den Ausschuß hatten, wurde derselbe mit großer Majorität ange- der Haus- und Geschäftsdiener Deutschlands. gewandt, der aber zunächst verlangte, daß auf jedem Fuhrhof die Höhe Die Besprechung über ein Vertrauensmann ernannt werde, welcher regelmäßig über den den Gewerkschaften aufzubringenden Beiträge für das Etand des Etreils berichte. Das sei aber versäumt worden. Gewerkschaftsbureau, sowie die Halbjahres- Abrechnung wurden Die Redaktion des Vorwärts" ersuche ich um Aufnahme Trittelwis( Metallarbeiter) legte den Droschkenkutschern vertagt. Gin Antrag der Schlächterversammlung vom 17. Dezember folgender Grwiderung: dort nahe, ihre Fachzeitung wo drucken zu lassen, Daß ich mich aus Gründen der Reinlichkeit nicht an den v. J.: über das Geschäft des Schlächtermeisters Brochnow auch der Tarif der Buchbrucker bezahlt werde, überhaupt Linienstr. 10, die Sperre zu verhängen, fommt gleichfalls auf Sozialist" wende, werden Sie begreifen. In feiner legten sollten sie sich mehr als bisher um die allgemeinen Biele die Tagesordnung der nächsten Versammlung. Die Verlesung Nummer thut mir der sog.„ Sozialist", das internationale der modernen Arbeiterbewegung kümmern, das erhöhe die der Präsenzliste abgab die Anwesenheit von 72 Delegirten. Organ aller Revolutionäre", die allerdings etwas sehr zweifelSympathie der übrigen Arbeiter für sie und gewähre ihnen auch Ohne Entschuldigung fehlten die Vertreter der Barbiere, bafte Ehre an, sich mit meiner Person zu beschäftigen. für spätere Zeiten den nothwendigen Rückhalt.( Sehr richtig.) Buzer, Dachdecker, Musikinstrumenten Ar Er widmet mir einen Nachruf, der, wenn er auch( natür Raug( Droschkentutscher) gab zu, daß die Leitung des Bereins beiter, Stereotypeure, Glasschleifer und der lich!) unwahr ist, mir doch insofern lieb ist, als er mich manches zu wünschen übrig lasse. Nach längerer Debatte gelangte Firmenschilder Branche. Zum Schluß wurde von dem wenigstens davor bewahrt, ferner mit Leuten identifizirt zu ein Antrag von Rörsten und Masfini zur fast ein Vertreter der Brauer bekannt gegeben, daß die im Referat des werden, die ich mir redliche Mühe gebe zu meiden. Ferner stimmigen Annahme, worin der Streit als gerecht: Herrn Dr. Freund, betreffs Errichtung eines städtischen Ar- werden in einer allerdings harmlos scheinenden Aufforderung fertigterflärt und der geschäftsführende Ausschuß mit der beitsnachweises über den Arbeitsnachweis der Braner enthaltene alle diejenigen, welche die vorjährigen antiparlamentarischen Abstempelung von Sammellisten für die Streifenden beauftragt Bemerkung nicht zutreffe, derfelbe erfreue fich keineswegs der Flugblätter von uns bezogen und bereits bezahlt wird. Auch die Echuhmacher ersuchten um Ganttionirung Sympathie der Arbeitnehmer. Gegen 1 Uhr erfolgte Schluß der haben, dringend aufgefordert, fich zu melden. Die Sachlage ihres Streife. Den Situationsbericht ist furz folgende: Link und ich waren Vertrauensleute der Ungab Menzel Versammlung. wäre der Ausstand längst beNach seiner Meinung abhängigen Sozialisten". Es wurde zur Wahl ein Flugblait endet, mit " Schuhmacher- Fachblatt" feinen herausgegeben. Ich zeichnete als Verleger, an Link sollte die Bezahlung geleistet werden. Zu dieser Zeit kam die Trennung Erörterungen über die Frivolität der Berliner" nicht die zwischen uns Sozialdemokraten und den Anarchisten. Werner Fabrikanten in ihrem Starrjinn bestärkt hätte, sondern damit mindestens bis nach Beendigung des Streits gewartet hätte. brang in das von uns gemiethete Expeditionslofal, nahm die Geschäftsbücher des Sozialist" heraus, ebenso die Versandtzettel von Der Vorsitzende äußerte fich in scharfer Weise über den Vorfizenden des Zentralverbandes der Schuhmacher und stellt richtig, Ist eine Agitationskommission ein Verein? Eine Ent- den Flugblättern. Auf unsere Vorhaltungen reklamirte er alles als daß 75 pet. der Sireitenden keine Anarchisten sind. Nicht einzelne scheidung, welche für unser ganzes Vereinswesen, speziell für die fein Privateigenthum, und speziell den Versandtzettel gab er nicht Führer, sondern die gradezu erbärmlichen, schier unerträglichen Frauenbewegung, von der allerhöchsten Wichtigkeit ist, beraus unter der Motivirung, daß es sein Eigenthum set. In Berhältnisse hätten die Arbeitsniederlegung hervorgerufen. Redner wurde am Donnerstag vom Stammergericht, also in legter der nächsten Nummer des Sozialist" machte er bekannt, daß an bat, die Telegirten möchten zu erkennen geben, daß sie Bod's Instanz, getroffen. G8 handelte sich um die Festsetzung des Be- uns teine Gelder mehr geschickt werden sollen. Vor einiger Zeit Sympathie mit den Fabrikanten aufs schärfste verurtheilen. griffes Verein", und zwar speziell darum ob eine von einer erhielt ich nun von Werner die gerichtliche Aufforderung, die ( Vereinzeltes Bravo.) Franke glaubte, der Vorredner werde öffentlichen Versammlung gewählte Kommission ein Verein ist, Flugblätter zu bezahlen nebst 6 pet. Zinsen. Trotzdem Werner einen genauen Bericht über den Stand des Streits geben, statt oder nicht. Der Entscheidung lag folgender Thatbestand zu weiß, daß wir mit der jetzigen Bewegung absolut nichts zu thun deffen habe er den Streitfall des Berliner Lokal- Vereins mit dem Grunde: In Düsseldorf wurde im Dezember 1892 in einer haben und trotzdem er den Bestellzettel als sein Eigenthum Zentral- Verband vorgetragen. Diefen zu schlichten fei nicht öffentlichen Boltsversammlung eine aus 7 weiblichen Mitgliedern reklamirte, macht er mich persönlich haftbar. Wer Herrn Werner Sache der Gewerkschaftskommission, sondern gehöre vor einen bestehende Frauenagitations- Kommission gewählt, welche die fennt, wird sich darüber nicht wundern; es hat mich also auch Kongreß der deutschen Schuhmacher.( Lebhafte Buftimmung.) Agitation in den Kreisen der Frauen zu fördern hatte, und der diese Aufforderung nicht überrascht. Herr Werner weiß wohl, Nunmehr werde er den Bericht liefern. Er verbreitete fich namentlich die Einberufung öffentlicher Versammlungen und daß wir keine Gelder empfangen haben, aber er mußte eben hierauf über den Beginn und die Ausdehnung des Ereits, die Ermittelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der wieder einmal fein altes Mittel, die Verleumdung, gebrauchen, streifte den Streitfall betreffs der Regelung der Unterstützung Arbeiterinnen zur Aufgabe gemacht wurde. Im Frühjahr und da waren wir ihm recht. Daß ich vom sog." Sozialiſt" und ersuchte schließlich um die nachträgliche Buftimmung der 1898 wurde von der Düsseldor er Polizei an die Staatsanwalt mit feinen gewöhnlichen Mitteln angegriffen werde, alterirt mich Delegirten zut der vom Ausschuß schon früher vor schaft Anzeige erstattet, daß die Kommission( welche nach Ansicht nicht weiter, ich befinde mich da in ziemlich anständiger Gesell genommenen Abstempelung der Streit- Sammellisten. Massini jener Behörden ein Verein ist) Frauen aufgenommen, die An- schaft, in viel anständigerer, als wenn ich von ihm gelobt worden Eugen Ernst, Schriftseher. brückte den Streifenden seine vollste Sympathie aus, die meldung des Vereins versäumt hätte u. f. w. Die Staatsanwalt. wäre. wenn das Gerichts- Beitung. " Buchhandlung des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen und von uns für den buchhändlerischen Alleinvertrieb übernommen worden: Die soziale Lage der Tabakarbeiter Deutschlands zusammengestellt nach den Ergebnissen des Kongresses der Labakarbeiter zu Berlin vom 19.- 25. November 1893. Im Auftrag des Kongresses herausgegeben von der Kongresskommission. Preis 50 Pf., franko nach auswärts 60 Pf. Wiederverkäufern entsprechenden Rabatt. Auf 120 Seiten Großoktav wird in Text und zahlreichen Tabellen der ziffernmäßige Nachweis für die elende und traurige Lage der Zabalarbeiter erbracht, deren Nothlage der Reich 3= fchafetretär v. Posadowsky in der Reichstagssigung vom 11. Januar schlankweg mit der Behauptung wegdiskutirte, die Lebenslage der Arbeiter sei in den letzten Jahren durch die allfeits gestiegenen Löhne wesentlich gehoben worden. Da das Material nach einzelnen Provinzen und Städten geordnet ist, Wochen- und Affordlöhne gesondert aufgeführt und daneben aus führliche Angaben über Wohnungsmiethe, Zahl und Beschaffenheit der verfüren Räume, Ernährung kurz über alle Lebensverhältnisse der Tabakarbeiter mitgetheilt sind, so bietet die Broschüre gerade jeht für die Beurtheilung der TabatsteuerVorlage und deren Folgen, für die soziale Lage der Tabakarbeiter das fachkundigste Material. Daneben ist sie aber auch ein werthvoller Beleg zur Frage der sozialen Lebenslage der Arbeiter überhaupt. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des ,, Vorwärts". Ethische Gesellschaft. Sonntag, 21. Januar, Nachmittags pünktlich 4 Uhr, in Gratweil's Bierhalleu, Kommandantenstr. 79: 149/20 Forts. der Generalversammlung vom Mittwoch, 10. Januar. Tagesordnung: Vortrag über Religion. Anträge und Verschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt. Nachdem: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Die Mitglieder werden gebeten recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. J. A.: M. Möschke. Inventur- Ausverkauf. Kur- Bade- Anstalt und Massage Gardinen- Reste bon H. Mania, Brunnenstr. 16. zu 1-4 Fenstern passend, spottbilligst Dampf- und Heißluft- Kastenbäder, Wannen- und medizinische Bäder. in der Fabrik Grilner Weg 80, Eingang Flur. Roh- Tabak prt. 5490* A. Goldschmidt, 4485L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigite Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtavate sind am Bager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Das Kinderwagen- Fabriklager Don A. W. Schulz, Brake145 Brunnen( Ecke Rheinsbergerstraße) verkauft jetzt nach beendeter Saison zu außergewöhn lich billigen Preisen,( auch auf Theilzahlung) sein bedeutendes Lager in Kinderwagen, Puppenwagen, Rohrseffeln, Kinderstühlen, Binmentische, Korbwaaren, sowie Holzwaaren jeder Art. Spezialität: Kinderklappstühle. 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Da ich dadurch schwer geschädigt werde, ist es mir erwünscht, wenn jeder Genosse den Verbreitern folcher Lügen entgegentritt. Meine Druckerei wird während dieser Zeit nicht geschlossen, weil ich dann auf die Unterstützung der Genossen rechne.. M. Schrinner. 53772* Vereins- Brauerei Rixdorf. Das Lagerbier der Vereinsbrauerei ist das malzreichste Berliner Lagerbier, Stammwürze 14,26 pCt. ,, Berliner Kind'l" Stammwürze 14,78 pCt., also malzreicher wie die echten Pilsener Biere. with ,, Spalter- Bräu“ Stammwürze 15,81 pCt., mithin malzreicher wie die echten Münchener Biere. 560M Der Gehalt der Biere ist festgestellt und wird dauernd konrollirt durch den vereidigten Gerichts- Chemiker Hrr. Dr. Bischoff. Zur bevorstehenden Saison 50 Mk. empfehle meine hocharmige Singer- Familien- Nähmaschine à 50 t. . Wheeler& Wilson mit Verschluß Medium, hocharmig, 9 à 55 M. à 75 1. • . Kein Feilschen fein Handeln, sondern streng feste, sehr billige Preise. 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Fortsetzung der Debatte vom 10. Dezember 1893 über Zentralisation sämmtlicher Orts- Krankenkassen Berlins und Umgegend. 2. Wahl resp. Ergänzung der Kommission zu den Vorarbeiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 462/19 Die Kommiffion. Den Mitgliedern der Kraufen-) faffen mit freier Arztwahl zur Sozialdemokratischer Wahlverein Nachricht, daß meine Wohnung fich für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, nicht, wie in den Aerzteverzeichnissen steht, Oranienstraße 51, sondern Oranienstrasse 55 befindet. am Moritzplatz 54912* Zahnarzt Semmel. Spr. 8-6. Sonntags 9-1. Dann's SpezialSozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Trauer- Magazin Sonntag, den 21. Januar, Abends 6 Uhr, im Lokale ,, Bum Freischük", Fruchtstraße Nr. 36 a( oberer Saal): Große öffentliche Versammlung für Männer u. Frauen. 1. Vortrag des Genossen Dr. Pinn über: Die Pharisäer einst und jekt. 2. Diskussion. 1306b Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. Der Einberufer. Achtung! Töpfer! Achtung! Versammlung Stempel! Neanderstraße 38 empfiehlt sämmtliche Artikel zur Trauer. Bitte genau auf Firma zu achten. Vereins- Abzeichen. * H.GUTTMANN Stempel-, ( Schablonen-, SchilderFabrik Berlin N., Brunnenstr. 9. * Stempel! Gravirung von Inschriften etc im Lokale der ,, Urania", Wrangelstraße Nr. 9-10: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer über: Die politische Thätigkeit des Reichstages im vergangenen Jahre". 2. Diskussion. 3. Diskussion über die Anschaffung einer Vereinsbibliothet. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 377/19 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Versammlung Dienstag, den 23. Januar, Abends 81/2 Uhr, im Saale des Grand Hotel am Alexanderplah, Eingang Alte Schützenstraße 14-15. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Brühne über:" Die wirthschaftliche und politische Lage". 2. Diskussion. 3. Kassenbericht des Kassirers. 4. Neuwahl der Revisoren. 5. Verschiedenes. 379/4 Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei R. Richter, Neue Königstraße 90; Achilles, Greifswalderstraße 210; F. Weber, Landsbergerstraße 41; Fr. Krüger, Hirtenstraße 10; E. Wittchow, Kl. Hamburgerstraße 27. fämmtlicher Mitglieder der Orts- Krankenkasse des Töpfer- Fertige Betten, großer Stand Achtung! Oberbett, Gewerbes zu Berlin am Montag, den 22. Januar 1894, Abends 5 Uhr, im Lokale des Herrn Pyrtek, Gipsstraße 3( im Garten- Saal). Tages- Ordnung: Besprechung von Stassenangelegenheiten. 470/9 Der Einberufer: Eduard David, Ackerstr. 186. Verein zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Am Mittwoch, den 24. Januar, Abends 5½½ Uhr, im Lokal des Herrn Philipp, Rosenthalerstraße 38: Außerordentliche General- Versammlung. Zagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Rechtsschutz- Kommission. 2. Neuwahl des Gesammtvorstandes und Ergänzungswahl der Rechtsfchutz- Rommission und der Revisoren. 3. Gewerkschaftliches. Unterbett, 2 Kopfkissen, m. gerein. neuen Federn, v. 12 k. an, fertige Inlets Bettwäsche, Matratzen jeder Art, Stepp, Schlaf, Bettdecken u. PolsterBettstellen empfiehlt billigst das als streng reell bekannte, 1870 begründete Spezial Geschäft von S. Pollack, Oranienar. 61, am Morigplay. Teppiche' mit kleinen Webefehlern Sopha- Grösse 5, 6, 7, 8-10 M. Salon- Grösse 12, 15, 20-50 M. Portièren 3, 4, 5, 6-10 M. Bettvorleger à Stück 1,00, 1,50, 2,00, 3-5 M. Läuferstoffe 0,50,0,60-1,50 M. Tischdecken 2, 3, 4, 5-10 M. Steppdecken 4, 5, 6, 7-10 M Fabrik A. Michaelis, Berlin, Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Friedrichstr. 7, am Belle- Alliancepl. Mitgliedes zu erscheinen. 470/8 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. E Der Vorstand. Allgemeiner Deutscher Tapezirer- Verein. Filiale Berlin. Montag, den 22. d. Mts., Abends 8 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstr. 75: General- Versammlung. 2. Neuwahl der gesammten Ortsverwaltung. 3. Stellungnahme zur Handlungs Tages- Ordnung: 1. Vierteljahresbericht. Bericht des Vorstandes. weise des Hauptvorstandes. 4. Verschiedenes. 1334b Die Ortsverwaltung. Achtung! Maurer! Achtung! * 6. Wahlkreis( Moabit). Achtung! Montag, 22. Januar, Ab. 8 Uhr, in Arend's Brauerei, Thurm str. 26-27: Große öffentliche Volksversammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr über: Der jezige Reichstag und die deutsche Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Vertrauensperson. 854/1 Verband deutscher Gold- und Silberarbeiter u. verw. Berufsg. ( Zahlstelle Berlin). Am Montag, den 22. Jaunar, Abends 8½ Uhr, im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Große Versammlung mit Frauen. Sing- Piston 185/5 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Augenarztes Herrn Dr. Wurm über: Die Erhaltung der Eehkraft mit Demonstrationen am fünstlichen Auge". 2. Diskussion. Original 616M B. Raffenbericht. 4. Verschiedenes. Gäste haben Butritt. Zu dieser wichtigen Versammlung ladet die Kollegen dringend ein Der Vorstand. ist das einfachste, eleganteste, Zu dem am Sonntag, den 21. d. M., Mittags 1 Uhr, stattfindenden ff. vernickelt ausgef. Musit: Besuch der Urania sind sämmtl. Billets vergriffen. Nächster Besuch Ende Februar. Instr. Ein Kind kann die schönsten Melodien spielen. Piano u. Instrum. begleiten. Pass. f. rere Personen. Nach beigel. Anweisung Salon u. Landpartien für ein u. mehOeffentliche Versammlung für Männer und Frauen in 10 min. erlernbar. Preis 2 Mart am Sonntag, den 21. Januar 1894, Nachmittags 6 Uhr, bei Röllig, Wwe. Mertens, Pankow bei Berlin. Detailverkauf jämmtl. Sorten Roh- Tabat Verein zur Wahrung der Jnteressen der Maurer Berlins. Rud. Völcker& Sohn, Gr. Wiener Maskenball Köpnickerstr. 45.[ 1270b Neue Friedrichstraße. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Thierbach. 2. Diskussion. 12826 Zur Dedung der Unkosten Tellersammlung. Ueberschuß erhält die Parteikasse. Der Einberufer. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein und Tanz. Achtung! Holzarbeiter. Achtung! 3737 Lischler, Drechsler, Bürstenmacher 2c. billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für am Sonnabend, den 3. Februar, Abends 8 Uhr, im Schweizer- Garten, Am Friedrichshain( Königsthor). Billets& 50 Bf. find in sämmtlichen Zahlſtellen der Berliner Maurer, Gold-, Silber-, sowie bei sämmtlichen Borstandsmitgliedern und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Da wir infolge vorzüglich getroffener Arrangements ein genußreiches, amüsantes Fest versprechen können, ladet alle alten Kämpfer, Freunde, Gönner und Kollegen freundlichst ein 476/3 Der Vorstand. J. A.: E. Blaurod, Oberbergerstr. 18. Das vom Parteitag in Köln beschloffene Zentral- Wochenblatt erscheint am 1. Februar 1894 unter dem Titel: Der Sozialdemokrat Wochenblatt der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Mar Schippel. Abonnements- Preis pro Quartal Mh. 1,20. Abonnements werden allerorts bei den bekannten Partei- Kolportenren entgegengenommen, alle Einzelbestellungen aber sind, da die Post innerhalb eines Quartals auf neuerscheinende Wochenblätter teine Bestellungen entgegennimmt, vorläufig für die Monate Februar und März an die Expedition des„ Sozialdemokrat", Berlin SW., Beuthstr. 2 zu richten. Bis zum 1. April liefert daher die Expedition direkt unter Kreuzband an die einzelnen Abreffaten pro Februar und März zum Preise von Mark 1,- fürs Inland und Mark 1,20 fürs Ausland. Den vorauszubezahlenden Abonnementsbetrag bitten wir in Briefmarken an die Erpedition einzusenden. Vom 1. April ab sind alle Einzelabonnements direkt bei der Post zu bestellen; Einzelfreuzbandsendungen können vom 1. April von der Expedition zu erhöhtem Preise besorgt werden. Bet Partienbezug tritt je nach der Zahl der bezogenen Exemplare eine Ermäßigung der Bezugsbedingungen ein. Zahlreichen Bestellungen sehen entgegen Redaktion und Expedition des„ Sozialdemokrat" Berlin SW., Beuth- Straße 2. Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Großer Ausverkauf meines ganzen Winterlagers bis 20. Februar. Verkaufe jezt hochelegante Jaquets 8-12 M., früher 20 M. Seidenplüsch- Jaquets, bisher 60, jetzt 30,-. Capes, herrliche Ausführung, jetzt 12,50. Große öffentliche Versammlung am Montag, 22. Januar, Abds. 81/2 Uhr, bei Buggruhagen( oberer Saal), am Morigplatz. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Vertreter in der Gewerkschaftskommission. 2. Diskussion. 431/19 3. Stellungnahme zu dem Zentral- Arbeitsnachweis nach dem Vorschlage des Herrn Dr. Freund. 4. Gewerkschaftliches. Bei der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden oben be zeichneten Holzarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Achtung, Schuhmacher! Oeffentliche Versammlung 200 Hochelegante Straßen- und Abend aller in der Schuhindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen räder, alle Farben, jetzt 10, 12, 16 M., Regenmäntel, Modelle fürs Frühjahr, 10-18 m. Leipzigerstraße 91, 1 Treppe. Konversations- Lexikon von Meyer und Brockhaus kauft Lederer, Kurstr. 37. 55032* bei Seefeldt, Grenadierkr. 33, am Montag, den 22. d. Mts., Abends 8% Uhr. Tages Ordnung: 1. Bericht und die Lage des Streifs. 2. Diskussion. 8. Wahl eines Stellvertreters zur Gewerkschaftskommission und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 463/1 Der Einberufer: Daniel Wagner. Erbsen, Bohnen, Linsen, Bereinigung aller in der Schmiederei beschäftigten Personen. vorzüglich im Kochen, Tafel- Reis, hochfein, à Pfd. 20 Pi. Backobst, türkisches Pflaumen Mus, deutsch. 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