Nr. 18. Erfcheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Eingeine Nummer 6 Bfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Preuz band: Deutschland u. Deiterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Poft Zeitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6910. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Vfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Bfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition in an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Terrorismus in Lumpen und Uniformen. Was bezweckten Ravachol und Vaillant mit ihren Bombenwürfeit? Sie wollten der Gesellschaft einen Schrecken einjagen, damit sie aus Furcht vor der Wiederholung solcher Unthaten fich die Durchführung von Maßregeln gefallen ließe, die den Wünschen der Attentäter wegen Gesellschaftsverfassung entsprächen. Was bezweckten Napoleon III, und seine Helfershelfer mit ihren Dezembermezeleien? Sie wollten der Gesellschaft einen Schrecken einjagen, damit sie aus Furcht vor der Wiederholung solcher Unthaten sich die Durchführung von Maßregeln gefallen ließe, Dienstag, den 23. Januar 1894. 10as Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. facher als das, man produzirt eine Emeute und läßt dann wenn die Zeichen der Zeit zu ihrer Beachtung mahnen, unter den Pöbel schießen. Jules Favre Jules Favre foll ganz muß aller Vorfämpfer der sozialistischen Gesellschaftserneue sprachlos den Chef angeftarrt haben, dem rung stete Aufgabe sein. Kein Proletarier, der die Noth Chef nur ein mitleidiges Lächeln über diesen und die Hoffnungen seiner Klasse mit empfindet, kein Advokatenschwächling entlockte, der sich anmaßte, Staats- Sozialdemokrat, der entschloffen für das große Ziel arbeitet, mann spielen zu wollen. das die Gesellschaft sich gesteckt, sollte der geschichtlichen Diese Bismärckische Formulirung terroristischer Staats- Lehre uneingedent bleiben, daß die Terroristen in Lumpen mannskunst bringt auch noch eine andere Art von Be- und die Terroristen in Uniform, die ersteren unbewußt, die ziehungen zwischen den Terroristen in der Uniform und den letzteren bewußt, sich gegenseitig in die Hände arbeiten zur Terroristen in Lumpen zum Ausdruck, eine andere Art der Beförderung der Reaktion, der kulturvernichtenden GewaltBeziehung als nur die Methodengleichheit dieser beiden herrschaft, die stets entsprießt aus dem Schrecken. Und tritt Sorten von Menschheitsrettern. Sie arbeiten sich in die deshalb ein phrasenhafter Biedermann an ihn heran mit Hände. Die einen werden von den andern gebraucht, die Dynamitrezepten und Attentatsplänen, so wird er ihn dummen Teufel von den schlauen. Die terroristischen Ge- träftig und unzweideutig seine Wege weisen. sellschaftsretter in der Uniform brauchen für ihr Ansehen bei den Philisterschaaren den Nimbus, als seien sie die echten tochter", und zu diesem Nimbus verhelfen ihnen die schülerhaften Attentate der Terroristen in Lumpen. So ein die den Wünschen der Attentäter wegen Gesellschafts- Söhne der heiligen Ordnung", der„ segeusreichen Himmels Politische Leberlicht. verfassung entsprächen. Die Methode beider Arten von Gesellschaftsrettern ist Berlin, den 22. Januar. die nämliche; der Unterschied zwischen ihnen liegt nur dummer Teufel merkt es gar nicht einmal, wenn er Die Nothstands Interpellation wurde heute von in der Gesellschaftsform, die sie durch Schreckmittel begründen in seinen wüsten Phantastercien schwelgt, daß er unserem Genossen Liebknecht mit der Bemerkung eingeleitet, wollten, in der Zahl der Opfer, die sie ums Leben brachten, nur als Puppe an den Drähten eines geschickteren daß es charekteristisch für unsere parlamentarischen Verund im Erfolg. Terroristen hinter den Staatsmanus- Koulissen zappelt; hältnisse sei, daß die Interpellation vor fast leeren Bänken Napoleon HI. hat Tausende geopfert, um als er merkt es nicht, daß die Furcht und der Schrecken, verhandelt werden müsse. Kaiser von Gottes Gnaden die französische Gesellschaft für die er ausübt, nur dazu dient, dem Philisterheere die Sinne Der Abg. Stumm glaubte diesen Vorwurf später mit sich und seine Helfershelfer ausbeuten zu können. Das so zu ummebeln, daß es jeder Mezelei zujauchzt, die der dem Hinweis pariren zu können, daß an dem schwachen Schreckmittel verfing; er erreichte sein Ziel. Die beiden Reaktion die Wege ebnet. Besuch auch die sozialdemokratischen Abgeordneten Schuld durch Noth und Elend herabgekommenen Geschöpfe, die das Will das Glück dem Terroristen in der Uniform wohl, trügen, von denen bei Beginn der Sigung nur 14 Mann löbliche Beispiel dieses Gesellschaftsretters im letzten und so finden sich freiwillig Terroristen in Lumpen, die durch anwesend gewesen seien. Letztere Angabe ist richtig, erklärt vorlegten Jahr in Paris mit ihren eigenen beschränkteren kleine Schreckensthaten ihm Gelegenheit zu Schreckensthaten sich aber sehr einfach damit, daß unsere Abgeordneten in den Mitteln nachzuahmen versuchten, haben nicht erreicht, was im größeren Maßstabe geben. Bietet das Glück dem Ter- Nothstands- Versammlungen waren und erst später von dort sie bezweckten. Ihr Beispiel lädt nicht zur Nachahmung roristen in Uniform nicht so bereitwillig die Hand, dann im Reichstag eintraffen. ein, es müßte denn sein, daß ein Verzweifelter zu einer pflegt er sich selbst solche Philisterscheuchen zu schaffen. Der solchen auffälligen Art des Selbstmordes durch die beiden Herr der Ihring- Mahlow und Naporra hat auch in dieser Pariser Bombenwerfer verlockt werden sollte. Aber Na Sorte der terroristischen Diplomatie fich versucht. Sein Verpoleon III hat 18 Jahre lang die Früchte seines terroristi sehen war es nicht, daß wegen Plumpheit der unter schen Staatsstreiches genießen können. Das verlohnt geordneten Werkzeuge die Drahtpuppenmaschinerie nicht sich schon der Mühe. Wie manchem Gewaltsmenschen, richtig fungirte. der sich in irgend in irgend einer Verlegenheit nicht aus Das in Madrid geplante Parlamentsattentat hat genoch ein wußte, mag es nicht schon in den Fingern zeigt, daß die Art der Buttkamerei nicht blos gejuckt haben, um den Blutbefehl zur Nachahmung des im neuen Reiche der Gottesfurcht und neuen Reiche der Gottesfurcht und guten Sitte, napoleonischen Beispiels zu schreiben. Damit soll nun allerdings nicht gelengnet werden, daß wir manchen von unseren Abgeordneten heute gerne anwesend gesehen hätten, der nicht da war. Wir kennen die Gründe, welche es vielen unserer Abgeordneten unmöglich machen, regelmäßig in Berlin anwesend zu sein, sehr wohl und wir würdigen sie auch; aber an Tagen, wo so wichtige ParteiAnträge zur Verhandlung stehen, wie heute die NothstandsInterpellation, da sollte unsere Fraktion nicht die großen Lücken aufweisen, wie sie es leider heute that. sondern auch auf castilischem Boden Nachahmung findet. In der Begründung der Interpellation wies Liebknecht Findige Schüler des französischen Talmi- Cäsars haben Die terroristische Staatsmannskunft ist überall von eintönigſter den Vorwurf, daß wir mit derselben Reklame für unsere dessen terroristische Methode zur Errichtung und Befestigung Gleichart. Partei machen wollen, energisch zurück. Unsere Sache beder Gewaltherrschaft systematisirt und das gewonnene Auch die Ementenprovokation nach napoleonischem Vor- darf solcher Mittelchen nicht. Resultat gelegentlich anderen Machthabern freundschaftlichst bilde und bismarckischem Rezept ist sicher nicht in den Liebknecht zeigte, wie der Nothstand eine nothwendige zur Nachachtung empfohlen. Das bekannte„ Büsch'chen", Schlächtereien des 2. Dezember 1852 in Paris zum letzten Folge unserer Produktionsweise sei und wie derselbe nicht das den Grafen Bismarck auf dem französischen Feldzuge Mal versucht worden. Wenn aber das erfolgreiche Beispiel durch Almosen, sondern durch tiefgreifende wirthschaftliche als Sekretär begleitete, erzählt von der Unterredung seines Napoleon II. ihm gelehrige Schüler geschaffen hat unter Maßnahmen zu mildern sei. Das was bisher aber auf dem Chefs mit dem französischen Minister Jules Favre: Als den Uniformträgern an europäischen Fürstenhöfen, so ist Boden der Wirthschaftsgesetzgebung geschehen sei- SchutzLetterer Besorgnisse wegen des Ausbruchs von Unruhen diese geschichtliche Lehre doch auch nicht verloren gegangen zölle und Liebesgaben für die Besizes der Arbeitsmittel, in Paris geäußert, habe Bismarck gesagt, nichts fei ein bei den Bölkern. Und sie stets in Erinnerung zu bringen, indirekte Steuern für die Arbeiter und leere VerFeuilleton. Nachdruck verboten.]: Das Loos der Frauen ist beklagenswerth," sagte sie mit Iphigenia, und sie wollte daran gehen, es zu bessern. Sie trat energisch als Vorkämpferin für Frauenrechte Alle Rechte vorbehalten. auf, und alsbald hatte sich ein Kreis unzufriedener, ehr [ 23 geiziger und beschäftigungsloser Damen um sie gebildet, die danach dürfteten, in die Deffentlichkeit zu treten, um die Frau aus ihrer Hörigkeit zu befreien. Helene. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. " Erhöhte Bildung, Freigebung der Universitäten für die Frau," war ihr enthusiastisches Feldgeschrei. Jn Vorträgen und Diskussionen sollte die Möglichkeit und Nothwendigkeit dieser Bestrebungen eingehend erörtert und klar gelegt werden. Ihr Stolz redete ihr ein, daß seine Ausschreitungen nach dieser Richtung hin sie nicht berühren könnten. Sie schin auch wirklich darüber hinweg zu sehen, aber unmerklich und sicher verschlechterte sich ihr Verhältniß immer mehr. Eine gewiffe boshafte Neugier war ihr erstanden, die fie antrieb, fich Kenntniß von seinen Siegen zu verschaffen, Aber schon bei den ersten Sizungen zeigte es sich, daß nur um sich an den Niederlagen zu weiden, die ihnen rasch die Mehrzahl dieser Vorkämpferinnen etwas ängstlich war zu folgen pflegten. Eie fand, daß er, je älter er wurde, und es erhoben sich warnende Stimmen: Man möge doch um so leichter zu betrügen war, und um so erpichter seine ja niemandem wehe thun und nach oben hin nicht anstoßen Tummheiten fortzusetzen. und verletzen. Sie verschlangen ungeheure Summen und das konnte sie dem„ Geschäftsmanne" nicht verzeihen. Er gab sich zwar die erdenklichste Mühe, fie vor der Gattin geheim zu halten, aber sie errieth ihn in seinem Glück, wie in seinem Mißgeschick. War er à bonnes fortunesim Glück- dann wurde er wißig, nonchalant und eigenwillig, hatte er hingegen Malhör, dann zeigte er sich demüthig, liebenswürdig und zärtlich gegen seine Gemahlin, ohne daß es ihm gelungen wäre, sie damit zu rühren. So wurde der Antrag eingebracht und sofort zum Beschlusse erhoben, alle Schritte zu thun, um eine allerhöchste Protektorin für den Verein zu gewinnen. aber sie mußten sich dem Erlasse fügen. Da wurde diesen Frauenrechtlerinnen von einsichtigen Gönnern der Rath ertheilt, auf die Staatshilfe zu verzichten und wenn sie durchaus eine Universität haben wollten, sollten sie sie aus eigenen Mitteln erbauen. Dieser Gedanke wirkte zündend. Selbsthilfe!" Diese fonnte den Frauen nicht verübelt werden. Selbsthilfe, ja," rief Frau Sidonie Gebhart. Aber dazu braucht man Geld, denn„ Geld ist aller Dinge Hintergrund," erklärte sie mit Emphase und diese Sentenz war von allen verstanden und bejubelt worden. Da keine der Damen aber daran dachte, es selbst herzugeben, wollte man wieder einmal die kleinlichste Eitelkeit der guten Gesellschaft und ihr Bedürfniß, sich öffentlich hervorzuthun, um öffentlich genannt zu werden, für die gute Sache ins Treffen führen. = Der Antrag, eine Wohlthätigkeits Vorstellung zu arrangiren, war gestellt und angenommen worden. Man Man gedachte eine Auslese unter den schönsten Damen zu treffen und für ihre Mitwirkung etwas besonders Sie hatten leider keinen Erfolg. Man erzählte zwar pifantes" zu erfinden, etwas das zieht". Sie würden von den großen Sympathien einer hohen Frau für den in den Blättern genannt, außerdem photographirt und in Verein, aber es sei ihr nicht gestattet, diese öffentlich zu be- den Kunstläden ausgestellt werden, um so die Blicke aller thätigen. Sie war unfrei wie andere Frauen auch. Um die Vorübergehenden zu fesseln; welch' eine Lockung für Alle. Freigebung der Mittel- und Hochschulen an das weibliche" Wir werden einen großen Erfolg haben", resümirte Geschlecht zu erwirken, beschloß man, sich an den Reichstag Frau Gebhart am Schlusse ihrer Rede, nur müssen wir zu wenden, und man begann Unterschriften für eine Petition die Sache so vornehm als möglich gestalten. Ais Mutter fühlte sich Sidonie kaum glücklicher. Ihr zu sammeln. muß sich zu diesen Vorstellungen drängen, die Kartenausgabe Töchterchen, das sie sehr geliebt hatte, war ihr gestorben Man erhielt sie. Die Petition wurde eingegeben, aber werden wir selbst besorgen, um aber unserem Zweck eine und ihr Knabe, als das einzige schwächliche Kind, war so als urfüllbar zurückgewiesen. möglichst große Einnahme zu sichern, werden wir den Preis verhätschelt und mit vierzehn Jahren ein so unausstehlicher" Die Delikatess, die Reinheit, der Adel der Frau einer Karte auf 20 Mart festsetzen. Zugleich spreche ich die Bursche geworden, daß die Eltern übereinkamen, ihn einer würden darunter leiden, wenn sie so viel Wissen erwerbe," Erwartung aus, daß jede unserer Vereinsdamen mindestens jener berühmten Erziehungsanstalten zu überantworten, wo hieß es in der Begründung, und zugleich könnten die 20 Karten zum Vertrieb übernehmen wird. Verstand und Charakterbildung gegen Erlag einer hohen fundamentalen und geheiligten Einrichtungen der Familie Gumme garantirt werden. Da nun Frau Sidonie in ihrem erschüttert werden." Diese Stelle fand weniger Anklang. Gie wurde mit Stillschweigen aufgenommen, und eine Anzahl Mitglieder Hause nichts fand, das ihren lebhaften Geist beschäftigt Selbst die beschränktesten unter den Bittstellerinnen suchten sich heinlich davon zu schleichen. Frau Gebhart behätte, richtete sie den Sinn auf das allgemeine. hatten die Unzulänglichkeit dieser Motivirung eingesehen, merkte es und fuhr mit erhöhter Stimme fort: fprechungen für die Kleinbauern und Handwerker- das j trugen das Gepräge der Lüge und böswilligen Erfindung hebe den Nothstand nicht, sondern schärfe ihn nur. Der so sichtbar an der Stirne, daß wir es für ausgeschlossen Redner ging dan auf den Gegensah zwischen Antisemitismus hielten, daß ein ernst zu nehmender Gegner denselben und Spiritismus ein, geißelte die Polizeiübergriffe gelegent- irgend eine Beachtung schenken könnte. Wie Figura zeigt, lich der Nothstandsversammlung am vorigen Donnerstag haben wir uns getäuscht. und verlangte positive Maßnahmen, gesetzlichen Achtstunden- Sobald es sich um unsere Partei handelt, ist nichts so tag 2c. für die Arbeiter. Was bis jetzt von der viel- dumm und gemein, daß Leute vom Schlage eines Stumm gepriesenen Sozialreform von oben zu Tage gefördert wor- und Konsorten demselben nicht blinden Glauben entgegenden, sei nur der Kanossagang der Staatsgewalt nach dem brächten. Schloßhof von Neunkirchen( Stumm). Staatssekretär von Bötticher erklärte sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit. Derselbe gab einen partiellen Nothstand in einigen Bezirken zu, aber dieser sei nicht derart, daß von Reichs- oder Staatswegen eingegriffen werden müßte. Die Gemeinden hätten in einzelnen Fällen mit Erfolg intervenirt. Was die Polizeiübergriffe am Friedrichshain anbetrifft, so ist amtlich davon nichts zur Kenntniß des Herrn Ministers gekommen. Von den Mißhandelten hat sich weder auf dem Polizeipräsidium, noch beim Minister des Innern noch beim Reichskanzler jemand beschwert. Der Minister weiß also nichts. Es ist eben die alte Geschichte. Beschwert sich jemand über die Polizei, so dreht diese den Spieß um und veran laßt den Staatsanwalt Klage gegen den Beschwerdeführer zu erheben. Sehen die Mißhandelten aber aus diesem Grunde vom Beschwerdeweg ab, so erklären die maßgeben den Organe: es liegt ja keine Beschwerde vor, ergo ist niemanden Uebles widerfahren. Um aber unseren Lesern und allen ernst zu nehmenden Gegnern zu zeigen, welchen Blödsinn unbesehen hinzunehmen Freiherr v. Stumm bereit ist, sobald derselbe nur gegen uns ausgeheckt ist, lassen wir nachstehend die Aufstellung folgen. Dieselbe lautet: Zwei Millionen deutscher Arbeiter steuern jährlich 10 Millionen Mark für die Sozialdemokratie. Diese Millionen werden folgendermaßen verwendet: Gehalt für 50 der oberen Führer à jährlich 10 000 M. macht Desgleichen für 300 solcher zweiter Güte à 5000 M. Desgleichen für 500 folcher, die zu Wanderpredigern und Reichstags- Abgeordneten ausgebildet werden sollen, à jährlich 3000 M. Diäten an à 3000 m. · 40 Neichstags. Abgeordnete 500 000 m. 1 500 000 1 500 000 au bearbeiter. 120 000 350 Wahlbezirke te jährlich zu bearbeiten à 10.000 m. Insgemein zur Gründung von Zeitungen, Zuschuß zu Büchern, Broschüren, Flugblättern, Streits. 1021 3 500 000 1880 000 " " " " " Da in dem anstehenden Falle es außerdem nur ArbeitsIose waren, welche geschlagen und vergewaltigt wurden, so fümmert sich auch tein sonstiges Staatsorgan um die Sache. of 6 Summa 9 000 000 m. Thierschutzvereine bestehen Menschenschutzvereine wären nothwendiger, die giebt es aber nicht. In der auf Antrag Singer stattfindenden Diskussion sprachen Richter, Stumm, Bebel und Möller( Dortmund). Der König“ von Neunkirchen hielt seine schon oft vorgetragene Rede über die Sozialdemokratie, welche Mord und Todtschlag predige und in keiner Weise sich vom Anarchismus unterscheide, heute wieder einmal. Die Rechnung schließt mit folgender bodenloser Niederträchtigkeit: bleibt demnach noch übrig zu freier Verwendung rund eine Million! Was damit geschieht, geht Euch Arbeiter nichts an, wollt Ihr es aber durchaus wissen, so müßt Ihr die Schatz meister der Partei fragen. Jedenfalls aber werden damit noch Schaaren von jenen Leuten bezahlt, die sich zwar ,, Arbeiter" nennen, aber nichts dann speziell auf die Ursachen des Nothstandes, die wunder- und mit solchem Gesindel muß man sich herumschlagen. bare Art, wie der preußische Staat denselben bekämpfe, ein. Unser Genosse Bebel antwortete kurz darauf und ginganderes als Partei- Bummler" find." Mit solchen Argumenten bekämpft uns Herr v. Stumm Das Vorgehen der Polizei gegen die Arbeitslosen griff Bebel in schärfster Form an, was den Minister v. Bötticher veranlaßte, dagegen Verwahrung einzulegen. Nach der Rede Möller's wurde die Sigung auf morgen vertagt. Heute, nach drei Jahren, sei die beschlossene Sonntagsruhe Ein neues Sozialistengesetz ist das Ziel aller Heulfür die gewerblichen Arbeiter nicht durchgeführt, in den meiereien, zu denen die sogenannten„ anarchistischen" Staatswerkstätten, besonders beim Eisenbahnbetrieb, werden Attentate der letzten Zeit Anlaß gegeben haben. Im Lande die Löhne gedrückt und Arbeiter entlassen. des Blümchenkaffees ist das Geheimniß, das übrigens für uns nur ein Geheimniß war, von den Mitgliedern des Papagenolandtags und dem Leiter des Ministeriums ausgeplaudert worden. Den Anlaß gab die bekannte Angstpetition der 42 ordnungsparteilichen Gemeindevertretungen aus der Umgegend von Dresden. Die erste Kammer, vor welche die Petition vorigen Freitag kam, drückte ihr EntWo war Graf Euleuburg, der Vorgesetzte des Herrn zücken über den Inhalt der Petition aus, die jedem ehrvon Richthofen, der parlamentarisch einzig für die Vor- lichen Ordnungshafen aus der Seele geschrieben sei, gänge am Friedrichshain verantwortliche Mann? Man erklärte eine Vermehrung der Landgendarmerie und fah ihn nicht am Bundesrathstische des Reichstages, kein sonstigen Regierungsgewalten für nothwendig, und wurde preußischer Minister war da zu sehen, alle glänzten sie von dem Ministerpräsidenten Herrn v. Metzsch durch eine durch Abwesenheit, auch Miquel, dessen Steuerprojekte, die Rede beglückt, in der derselbe die Versicherung abgab, daß Quellen weiterer Arbeitslosigkeit, mit in die Debatte ge- die sächsische Regierung nicht blos die bestehenden Geseze zogen wurden. Dagegen lenkte ein anderer Mann die Auf- aufs schärfste gegen die Umsturzpartei, soll heißen die merksamkeit des Reichstages auf sich, ein Vorgänger des Sozialdemokratie in Anwendung bringen werde, sondern Grafen Eulenburg, jetzigen preußischen Ministers des Innern, auch auf Vermehrung der gesetzlichen Machtmittel beHerr von Puttkamer, der wohl mit anhören wollte, wie die dacht sei. Thaten der Männer im Reichstage beurtheilt werden, an deren Erziehung er so wesentlichen Antheil hat. Die sächsische Regierung ist also für ein neues Sozia listengesetz was wir freilich schon längst wußten. Und Herr von Stumm greift in seiner ohumächtigen Wuth auch andere sind dafür nur daß der Plan noch nicht so darüber, daß die Reichsregierung fich noch immer nicht ent- offen dargelegt worden ist. Man sieht, wie schlecht es um schließen kann, ein neues Sozialistengesetz einzuführen, zu die Sache unserer Gegner, nach deren eigener Meinung, Kampfesmitteln gegen uns, deren Wahl wirklich Befürch- steht. tungen für die Zurechnungsfähigkeit des Allgewaltigen von Neunkirchen nahe Jegt. mir zu antworten, und dieser habe keinen Anlaß, mit mir den Kampf, den er gegen meinen Vater geführt, fortzuführen. Unter diesen Umständen wird es vielleicht für manchen, der meinen Brief auf die Autorität der Hamb. Nachr." hin für unhöflich hält, von Interesse sein, daß ich in formeller Beziehung den Rath eines Herrn eingeholt habe, der die Schule der Höflichkeit in der Wilhelmstraße, noch bevor Fürst Bismarc deren Leitung aufgab, besucht hat. Dieser hielt den Brief für formell forrekt. Wenn die Thatsachen, die ich mittheilte, eine unhöfliche Sprache reden, so ist das natürlich nicht meine Schuld. Der Kampf gegen mich ist trotz der Antündigung der Hamburger Nachrichten" mit Energie seitens des Fürsten Bismarc Bismarck in denjenigen Blättern, Die von ihm inspirirt werden, aufgenommen worden. Bunächst wurde der arme Hans Blum anonym desavouirt. Fürst Bismarck, so hieß es, es, habe einzelne Stellen ( welche?) für ungenau erklärt, oder durch die Rhein. Westf. 3tg." verbreitet, es sei wohl möglich, daß sich Fürst Bismarck in seinem Urtheil über die finanziellen Verbindungen des Grafen Arnim damals geirrt habe." Wenn dieser Say einen Sinn haben soll, so bedeutet er, daß damals, als Fürst Bismarck dem Dr. Blum von den Spekulationen des Grafen Arnim mit Baron Hirsch erzählte, er sich geirrt hat. Damit wird zugegeben, daß Fürst Bismard moralisch für Blum's Fabeln verantwortlich ist. Nachdem diese Versuche, die Verantwortlichkeit des Fürsten Bismard zu beseitigen, feinen durchschlagenden Erfolg erzielt hatten, wurde ver sucht, die öffentliche Aufmerksamkeit von dem Punkt, auf den es antommt, abzulenken, nämlich daß Fürst Bismarck die Ehrenpflicht hat, selbst die Wahrheit zu sagen. Es wurden neue Märchen zu diesem Zweck in Umlauf gesetzt, wie z. B. daß Feldmarschall Manteuffel und mein Vater gegen Fürst Bismarck sich verbündet hätten. Ich habe nicht für nöthig gehalten, diefen Eintagsfliegen, deren defensiven Werth Fürst Bismarck wohl auch nicht sehr hoch geschätzt hat, Beachtung zu schenken. .. Ich bin der Ansicht, daß, wo es sich um die Erfüllung einer Ehrenpflicht handelt, Fürst Bismarck fein Vorrecht hat, vielmehr gerade von ihm verlangt werden kann, daß er in allen Dingen ehrenhaft handelt. Fürst Bismarck hat meinen Vater in jeder denkbaren Weise gerichtlich verfolgen lassen, außergerichtlich ihm und den Seinigen jeden möglichen Schaden zugefügt. Selbst nach dem Tode meines Vaters haben die Chikanen nicht aufgehört. Die Verfolgungen dehnten sich auf die allergleichgiltigsten Angelegenheiten aus und weder die Rücksicht auf die Beziehungen Deutschlands zum Auslande noch auf die dem föniglichen Hause geschuldete Achtung und Dankbarkeit haben ihnen Echranken gesetzt. Jahrzehnte hindurch wurde, obgleich Fürst Bismarck wußte, daß auch nicht ein Atom Wahrheit daran sei, in der dem Fürsten Bismarck ergebenen Presse die Fabel verbreitet, daß die Hofpartei mit meinem Vater gegen ihn intriguirt habe. Obgleich jeder Kenner der Verhältnisse weiß, daß auch nicht eine einzige Persönlichkeit bei Hofe angestellt war, die geeignet oder willig gewesen wäre, ein so gefährliches und ungehöriges Spiel zu verfuchen, ist diese Geschichtsfälschung, die jedes ernsthaften Hintergrundes entbehrt und für die, abgesehen von den Anschuldigungen des Fürsten Bismard, nirgends eine einzige Thatsache angeführt werden konnte, allmälig eine fable convenue geworden. Wiederholt mußten leitende Staatsmänner und Vertreter befreundeter Großmächte über das Ungehörige ihres und ihrer Familien Verkehr mit meinem Vater und seinen Angehörigen sich Belehrungen gefallen lassen und dann die offi ziösen Zeitungsschreiber sich den Kopf zerbrechen, um Gründe für unerwartet eintretende Bestimmungen zu erfinden. Ich meine, alles, was Fürst Bismarck, ohne jeden Nutzen für sich und Deuschland, uns zu Leide gethan, tönnte seiner Ranküne genügt haben; er tönnte nun den Verunglimpfingen aller derer, die einst seinen Haß erregten, in der ihm ergebenen Presse, hinter deren Anonymität er seine moralische Verantwortlichfeit vergeblich zu verstecken sucht, endlich Salt gebieten. Alle Nebendinge, worauf die öffentliche Aufmerksamkeit in letzter Zeit abgelenkt worden ist, entbinden den fgl. Generalobersten Fürsten von Bismarck nicht der Ehrenpflicht, einfach die Wahrheit zu sagen. Wenn er bei dieser Gelegenheit noch hinzu. fügen wollte, daß ihm seit 1876 bekannt ist, daß mein Vater nicht der Verfasser von Pro nihilo" ist, so würde nicht bloß in der ihm ergebenen Presse, sondern in der ganzen Welt unendlicher Beifall diese That lohnen. " Friktionen im Bunde der Landwirthe. In der Ueber die Sonntagsruhe in den chemischen Fabriken Organisation der nothleidenden Agrarier gährt es, man So behauptete er heute gelegentlich der Nothstands- ist der Entwurf im Reichsamt des Junern nunmehr fertig will dies freilich nicht zugestehen, darum wird wacker los debatte, die Führer der Sozialdemokratie feien alles reiche gestellt. Im nächsten Jahrhunderte dürfte die Sonntags- dementirt, so wurde auch in Abrede gestellt, daß MißLeute geworden, und zwar aus den Beiträgen, die sie den ruhe in der deutschen Industrie durchgeführt sein. helligkeiten zwischen dem ersten und zweiten Direktor, den Arbeitern angeblich zur Agitation u. s. w. abnehmen. Graf Arnim- Schlagenthin übersendet den Zeitungen Herren Suchsland und Aschendorf vorgekommen sind. Wir Als Beweis für seine Behauptung berief sich Stumm eine Erklärung zur Abwehr der Angriffe, die in der wissen aus authentischer Quelle, daß der zweite Direktor auf eine schon während der Wahlbewegung von Gegnern Bismarckpresse infolge seines Briefes an den Fürsten Aschendorf nun seine Stellung auf den 1. April gekündigt verbreitete Aufstellung über angebliche Einnahmen der sozial- Bismarck veröffentlicht wurden. Aus der Erklärung theilen hat. Sicher ist, daß die Herren sehr großen Werth darauf demokratischen Führer, welche Angaben der Vorwärts" wir Folgendes mit: legen, daß die Meinung obwalte, im Bunde der Landwirthe nicht widerlegt habe. Letzteres ist richtig; die Angaben herrsche volle Einigkeit, nun sollen aber außer Herrn jener Aufstellung waren so handgreiflich übertrieben und Aschendorf auch die geistigen Leiter, die Herren Dr. Gebel, Möge fich Niemand schämen zu betteln, sobald es sich um eine hohe wichtige Sache handelt. Wir werden Alle betteln meine Damen, mit Begeisterung werden wir betteln!" Das wirkte; dröhnender Applaus folgte. Die folgende Rednerin war die Schwester Hartmann's, die kleine reizende blonde Frau Betty Lufft. Sie versicherte, sie werde nicht allein Geld, sondern auch die künstlerische Mitwirkung ihres Gatten erbetteln. " " Die Hamb. Nachr." haben erklärt, die Unhöflichkeit der Sprache, die ich geführt, verbiete dem Fürsten Bismarck Leut'," schwäbelte sie wieder und lächelte überlegen. Sidonie nickte ihr zu. In der That, es mußte so sein. So oft sich Frau Lufft mit ihrem Gatten öffentlich zeigte, und sie versäumte keine dieser Gelegenheiten, pflegten alle Blätter davon Notiz zu nehmen. Da fonnte man lesen:„ Meister Lufft mit seiner liebreizenden Gattin wurden vielfach bemerkt," oder: Die schöne Gemahlin unseres genialen Lufft wurde von Sr. Hoheit mit einer Ansprache ausgezeichnet," oder:" Frau Lufft trug ein weißes Brokatkleid en coeur geschnitten. Ihre formenschönen Arme entbehrten des Schmuckes, eine stilvolle Neuerung, der Antike abgelauscht" u. s. w. mit Grazie... Die Arbeit ihres Mannes hatte die Frau berühmt gemacht und in die Mode gebracht. Ihrer Meinung nach war der Fall umgekehrt zu nehmen, und vielleicht hatte sie nicht ganz Mein Mann ist zwar viel beschäftigt, er wird nicht wollen, aber dös nutzt ihm nix," fügte sie, in den süddeutschen Dialekt übergehend, heiter hinzu. Damit wir Fraue emal eine Universität friege, mag er sich nur ä biffle plage und i garantir für ihn." Wenn Frau Betty Lufft scherzhaft oder drollig sein wollte, und sie liebte das, dann schwäbelte sie. Es stand ihr allerliebst, sie. wußte es. Auch diesmal war der Unrecht. Effekt nicht ausgeblieben. Die ganze Versammlung bejubelte das Versprechen, wie die lustige Art, in der es gegeben wurde. Die Präsidentin aber wie die Schahmeisterin konnten sich nicht enthalten, Frau Lufft um den Hals zu fallen und fie zu füssen, worauf die Sigung geschlossen wurde. Frau Gebhart's Wagen erwartete sie am Thore. Darf ich Sie nach Hause bringen, liebe Betty?" fragte Sidonie ihre Freundin. Die aber zog es vor, ein wenig in den Straßen zu bummeln. " Well, dann schicke ich den Wagen nach Hause und gehe mit Ihnen." Langsam wandelten sie dahin. Die eine groß und schlank, die andere klein und üppig. Beide die Hände in die Muffe gesteckt, mit ihren Schleppen die Straße fegend und lebhaft plauderud. Alle Arbeit würde bei diesen Veranstaltungen auf sie entfallen, darauf mußten sie sich gefaßt machen, aber beide waren gewandt und energisch. Wir werden die Tagesblätter für unser Unternehmen gewinnen müssen," meinte Sidonie. " Gelbstverständlich," erwiderte Betty, aber bitte, über Lassen Sie das nur mir- guck, dafür han i schon meine Sie war jung, schön und amüsant. Sie verstand zu schmeicheln, zu lächeln, zu bitten selbst, aber auch, sich Airs zu geben und zu repräsentiren, wie es der Augenblick verlangte. Ihr Mann hingegen war einfach und wahr und in gewissem Sinne auch einfältig. Ganz mit seinen Entwürfen beschäftigt, glaubte er, naiver Weise, seine Arbeit, sein ernstes Streben müßten genügen, ihn vorwärts zu bringen. Aber seine besten Schöpfungen waren unbesprochen nnd unbemerkt geblieben, es fehlte ihm an Aufträgen und Er munterung. Betty hatte indeß bald herausgefunden, was man thun müsse, um Erfolg zu haben. Mit anerkennenswerther Geschicklichkeit war sie ihm zu Hilfe gekommen, und hatte sich Mühe und Kosten nicht verdrießen lassen. versammeln pflegten, und wohin es ihr sonst noch Spaß machte. Jmmer wohl ausgeruht, voll munterer Laune, von Huldigungen umgeben, unterhielt sie fich prächtig. Sie lächelte, wenn er versicherte, daß er nach diesen durchschwärmten Nächten schlecht arbeiten könne. Es war ja doch nicht wahr, er arbeitete viel und immer mehr. Die Auf träge häuften sich und er mußte verdienen, dan die Haushaltung verschlang große Summen. Frau Betty hatte begounen ihr Haus auf einem vornehmen Fuß einzurichten, wie es der Bedeutung ihres Mannes entsprach. Die Damen waren in die Brienner Straße ge kommen und noch immer plauderten sie von ihrem Unternehmen. Betty versicherte, daß ihr Mann die Bilder stellen werde, aber sie wolle ihn auch dazu bringen, daß er die Kostüme und Stoffe auswähle. Wir dürfen ihn nicht mehr locker lassen", sagte sie voll Eifer, ei, er soll nur auch einmal d'ran, er soll nur etwas zur Hebung der Frauenrechte thun, das ist er mir schuldig, ich hab' schon so viel für ihn gethan." Das wird herrlich," sagte Sidonie vergnügt.„ Und ich hoffe, wir werden die Karten unter der Hand verkaufen und gar nicht affichiren müssen. Das Affichiren ist so gemein," setzte sie mit auffallender Bitterkeit hinzu, während sie sich einer Affichensäule näherten. Unwillkürlich blieben ihre Blicke auf dem daselbst aufgeklebten Farbendruck haften, der in Lebensgröße das Bild einer spanischen Tänzerin zeigte. Es war Signora Oliva, der Star der Saison, der im Kollosseum täglich für seine Bewunderer aufging. so Sie liebte ihren Mann nicht, sie hatte kaum Verständniß für seinen Genius, aber sie liebte seinen Ruhm und bewachte ihn mit eifersüchtiger Strenge. Stets bedacht, sind ihn weiter auszubilden, gestattete sie nichts, das ihn gefährden konnte. " D' Leut müsset stets von Einem was 3'schwäge habe," war ihr Wahlspruch. So schleppte sie den Mann überall mit, wo die Korpphäen der Wissenschaft und Kunst sich zu Betty blieb in luftiger Neugier davor stehen und zwang ihre Freundin, ebenfalls Halt zu machen. Weiß Gott, ein Mordsweib diese Oliva, die Männer aber auch wie Besessene hinter ihr her." Betty lachte unter den sich ihr aufdrängenden Gedanken, dann fragte fie plöglich, ob Sidonie den neuesten Genies streich der Oliva kenne. ( Fortsetzung folgt.) Dr. Bovenschen und der Redakteur des Bundesblattes Horn in den letzten Tagen gekündigt haben. Das sind Beichen einer rajch fortschreitenden Bersehung in der Dr ganisation des nothleidenden Großgrundbesizes TONDI Das ungarische Ministerium Wecherle soll wegen le foff des Austrittes zahlreicher Abgeordneter ſeine Demiſſion eingereicht haben. Die brutale Diktatur Crispi's wird jedenfalls bis zum 20. Februar dauern, bis dahin sind nämlich die parlamentarischen Körperschaften vertagt worden. Folgende Telegramme liegen vor: Rom, 20. Januar. Nach Meldungen aus Carrara haben Abtheilungen von Alpenjägern die Operationen im dortigen Gebirge begonnen. Die Entwaffnung der Bevölkerung geht ohne Zwischenfall vor sich. Maffa, 20. Januar. Die Bevölkerung drängte sich auch heute zu den für die Uebergabe der Waffen bestimmten Lokalen. Die Truppen setten die Verfolgung der flüchtigen Anarchisten fort. General Hensch hat sich nach Carrara begeben. Die schlechte Witterung hält an. sah daran, daß die radikalen Minister ihm in vielen Sozialdemocraten" und den Reichstagsabgeordneten der Fraktion | ber Dingen auch sonst nicht zu Willen sein konnten und auch mit vier Droschten bis zur Thüre des Gefängnisses begleitet. nicht wollten, da sie ihn blos als Sprachrohr Milans be trachteten, das Bürschchen, das als 17jähriger den Eid auf bereit, burch einen schamlosen Verfassungsbruch sich des die Verfassung geleistet hatte, war als 18jähriger schon Omladinaprozeß. Prag, den 20. Januar. Der Vers Meineids, schuldig zu machen. Er wollte ein Militär- theidiger Kliment theilt mit, er habe die Bertheidigung des fabinet einsehen und zwang dadurch, daß er seinen des gelehnt habe, sich weiter von Dr. Just vertheidigen zu des Angeklagten Fejfar übernommen, nachdem Lehterer es abLandes verwiesenen Vater Milan nach Belgrad berief, das lassen, weil dieser die Würde des Angeklagten preisradikale Ministerium zum Rücktritt und setzte sich und seinen gegeben, indem er wegen dessen exzessiven Benehmens verhaßten Vater ins Unrecht. Heute war hier das bis zur Stunde bei dem Präsidenten um Nachsicht gebeten und die strafnicht bestätigte Gerücht verbreitet, daß Milan bei seiner An- weise Abführung Fejfar's verhindert habe. Unter den ferner funft in Belgrad ermordet worden sei. Würde der wort- verhörten Angeklagten befand sich der Anarchist Modracet, brüchige, elende Bursche, der Mörder der edelsten Serben welcher nach Erledigung des Prager Prozesses nach Wien wegen das Opfer eines Attentates werden, so würde dies Nie- Hochverraths ausgeliefert werden wird. Sodann fand das Verhör manden bei der Heißblütigkeit des Serbenstammes und bei derjenigen Angeklagten statt, welche den Steinhagel gegen das adelige Kasino eröffnet hatten. Dieselben fagen aus, die der vollständigen Unmöglichkeit, den Mann zur Rechenschaft Steine feien ihnen durch Zufall aus den Händen geschleudert zu ziehen, wundern können. Die nächsten Tage dürften worden. Die Fortsetzung der Verhandlung findet Montag statt. Klarheit über die Zukunft Serbiens bringen. Vielleicht Montag, den 22. Januar. In der heutigen Verhandlung reift Herr Milan mit seinem hoffnungsreichen Söhnchen auf wurde mit dem Verhör derjenigen Angeklagten, welche sich auf Nimmerwiedersehen nach Paris. Von den zahlreich ein- freiem Fuß befinden, begonnen. Einer derfelben wurde sofort sien ni falls seinen Dienst verlieren würde und seine Eltern zu unterstützen habe. Verhör sofort entlassen, weil er tränklich ist und schon während Ein Anderer wurde gleichfalls nach dem der Untersuchungshaft fünf Wochen im Gefängnißhospital untergebracht war. Dieser Angeklagte ist derselbe, welcher am Freitag den Vertheidiger veranlaßt hat, an den Justizminister einen neuerlichen Protest wegen des angeblich gesundheitswidrigen Zustandes des Verhandlungssaales zu richten. Massa, 21. Januar. Der heutige umliegenden gelaufenen Depeschen theilen wir die beiden folgenden Herold- nach dem Verhör wieder entlassen, weil er erklärte, daß er andernMaffa, 21. Januar. Der heutige Tag verlief rubig. Ein Detachement Alpenjäger durchstreiste Höhen. Von amtlicher Seite wird die am M. breitete Nachricht, daß auf einen Eisenbahnzug von Epezia nach Pontremoli ein Attentat versucht wurde, dementirt. Der große Steinblock, welcher an dem Ausgange des Tunnels von Saligolo gefunden wurde, war von dem Berge herabgestürzt, was in der dortigen Gegend namentlich zur Regenzeit fich häufig ereignet. Die Diktatur Crispi's wird den Bersetzungsprozeß in Italien nicht aufhalten. Das Mißtrauen der Bevölkerung nähert sich dem Höhepunkte. Die Sparkassen werden überlaufen, jedermann will seine Einlagen zurückhaben, auch das sind Zeichen des Verfalles. Militär- Strafprozeßverfahren in Belgien. Zu den meldungen mit: Belgrad, 22. Januar. Heute Nachmittag traten die Führer der Radikalen zu einer Konferenz zusammen, in der über die gegenwärtige Situation berathen wurde. Auch die vom König bekannt gemachten Bedingungen waren Gegenstand der Berathung, ohne daß jedoch nach irgend einer Seite hin ein Entschluß gefaßt worden wäre. Pafic wird morgen hier eintreffen; man erwartet von ihm eine endgiltige Lösung aller schwebenden Differenzen. Im Konak wird an den gestellten Forderungen festgehalten und soll man entschlossen sein, falls fich die Radikalen Position Für diesen Soziale Ueberlicht. balten, die Bertaff immer in Fall hat man ein Militärtabinet in Aussicht genommen, Gewerkschaften auf die am Mittwoch, den 24. d. M., VorWir machen die Kollegen und Arbeiter sämmtlicher Justizreformen, welche der Minister Lejeune nächstens bet welches die Leitung aller Geschäfte wahrnehmen soll und dem mittags 10 Uhr, in den Konkordia- Sälen stattfindende Versammder Kammer beantragen wird, gehört, wie der Kölnischen Volks- Zeitung" geschrieben wird, auch die Einführung der bedingten Bestrafungen im Militärgerichtswesen, das in Belgien gleichfalls dem Justizminister untersteht. Und wir müssen noch die Deffentlichkeit des militärgerichtlichen Ver fahrens fordern. Petrovic als Finanzminister beigegeben würde. Die Bildung eines& oalitioner eines Roalitions Ministerium3 ist nach dem Urtheil maßgeblicher Personen undurchführbar. Belgrad, 22. Januar. Das Hauptfomitee ber rabitalen Partei hat an alle Ortsausschüsse des Landes die Aufforderung gerichtet, dahin zu wirken, daß der in Aussicht genommene Anschlag auf die Verfassung und die Volksrechte die Nadikalen nicht unvorbereitet und wehrlos vorfindet. Die Ankunft Milan's wurde von den Radikalen mit Erbitterung aufgenommen. Ein Ministerium Simitsch Nikolajewitsch soll in Aussicht stehen; besonderes Aufsehen erregt die Berufung der angeklagten liberalen Minister. Nach allgemeiner Ansicht handelt es sich bei den gegenwärtigen Zuständen um eine Dynastiekrisis.In Tonking rumort es wieder. mells Parteinachrichten. Das englische Parlament ist, nachdem es die Kirchspiel und Distriktsvertretungs- Bill durchberathen, auf einige Wochen in die Ferien gegangen. Kommt es zurüd, so findet es Arbeitsstoff die Hülle und Fülle. Die Bergarbeiter, die Temperenzler, die Welschen, die Schotten wollen, so schreibt man uns aus London, ihre Bills, die Wahlregistrirungsreform soll durchberathen werden, die Jingo's wollen Kriegsschiffe, und die Regierung hat sich breitschlagen lassen, einige dieser theueren Spielzeuge zu versprechen, die Radikalen wollen ein demokratisches Budget, während der Schazsekretär Mindereinnahmen zu vermelden hat. Da heißt es für eine liberale Regierung, nach allen Richtungen Sozialdemokratische Redakteure dürfen keine Waffen hin zu laviren, aber so geschickt der alte Gladstone auch in tragen. Mit Rücksicht auf die unseren Lesern bekannten Ueber dieser Kunst ist, so kann er doch bei der ersten besten Gefälle von Redakteuren durch Revolver- und Knüppelhelden hatte Legenheit festfahren. Dann heißt es Neuwahlen, und ob der Redakteur der Königsberger Boltstribüne" ein Gesuch an die wieder eine Gladstone'sche Majorität ergeben werden, ift, nachdem im Kreise Horncastle trotz der auf die Landarbeiter berechneten Gemeindevertretungs- Reform der Tory mit größerer Mehrheit als vorher gewählt worden, sehr zweifelhaft geworden. Indeß will ich mich nicht aufs Prophezeien verlegen, auch sehe ich in einem allzubald er folgenden Siege der Tories feinen Vortheil für die sozialistische Agitation. 15.01 m lung sämmtlicher Droschkentutscher aufmerksam und ersuchen jeden rechtlich denkenden Arbeiter und Kollegen, in dieser Vers streben, bis zum Ende standhaft auszuhelten und sind wir auch sammlung zu erscheinen. Genossen! Es ist unser festes Beüberzeugt, daß Ihr Euch auch solidarisch mit uns erklären werdet, um diesen Kampf fiegreich zu Ende zu führen. Also, Genossen, erscheint alle Mann für Mann in dieser Versammlung. Das Agitationstomitee der Droschtenkutscher Berlins und Umgegend. ให้ J. A.: A. Stiller. Achtung, Linoleumarbeiter! deren Ueber die Firma Quantmeier u. Gife ist von den streikenden Arbeitern die Sperre verhängt worden und es werden daher namentlich die auswärtigen Kollegen dringend vor Zuzug nach Berlin gewarnt. Zur ferneren Besprechung der gegenwärtigen Lage findet heute, Dienstag, bei Engel, Zimmerstraße 79, eine öffentliche Versammlung der Linoleumarbeiter statt, zu der jeder PAULON Kollege hiermit dringend eingeladen ist. J. A.: Oberschmidt, Nollendorfstr. 25. Erstattung von Beitragsmarken. Wir wollen nicht verfehlen, diejenigen Antragsteller auf Gewährung von Altersund Invalidenrenten bezw. deren Erben, die mit ihrem Rentenantrage deshalb abgewiesen worden sind, weil ihre Beschäftigung Waffenscheines. In dem Gesuche war auf die oben erwähnten dem Beitragsmarken verwendet worden sind, darauf aufmerksam das dortige Polizeipräsidium gerichtet um Ausfertigung eines nicht für versicherungspflichtig erachtet wurde, und für die troßVorkommnisse hingewiesen und betont, daß der Redakteur eines zu machen, daß dieselben, am besten gemeinschaftlich mit ihren Arbeiterblattes, welches die Aufgabe habe, die Rechte der Arbeitgebern, bei denjenigen Versicherungsanstalten, armen und bedrückten Boltstlassen zu vertheidigen, Marten sie verwendet haben, die Erstattung des Werthes dieser vielfach in die Lage versetzt werde, Uebelstände und Ungehörig Marken beantragen fönnen. Der Antrag fann auch profeiten behuss Abstellung zu veröffentlichen und sich durch solche tokollarisch bei der Polizeibehörde des Wohnortes gestellt werden. Beröffentlichungen Leute beleidigt fühlen könnten, eines Verhältnißmäßig bedeutende Summen sind hierdurch unSchutzes gegen eventuelle me u chlerische Ueberfälle mehr gerechtfertigt in die Kaffen der Versicherungsanstalten gefloffen als jeder andere bedürfe. Diese Schlußfolgerung und sind, da die Erstattung der irrthümlich verwendeten Beitrags: Der Achtstundentag in England. Unser Londoner müssen auch wir als richtig anerkennen, umfontehr, marfen nur auf Antrag erfolgt, dem Vermögen der Einzelnen Rorrespondent schreibt: als die geringe Strafe von 14 Tagen Festungshaft und dem Wohle der Gesammtheit entzogen. Gleichzeitig wollen Daß der Kriegsminister sich entschlossen hat, in den Arsenal als nicht hinreichend nicht hinreichend erscheint, andere höhere oder wir bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen, nochmals auf das werkstätten den Achtstundentag einzuführen, und daß man niedere Rodwies abzuhalten, gegebenen Falles das Faustrecht letzte Rundschreiben des Reichs- Versicherungsamts an die Verim Marineminifterium dem Beispiel folgen will, hat Ihnen in gleicher Weise zu üben. Das Polizeipräsidium von Königs- ficherungsanstalten hinzuweisen, in dem den letzteren empfohlen der Telegraph längst gemeldet. Dieser Tage haben sich auch die berg scheint hierin jedoch anderer Meinung zu sein. Nach Ver- wird, den Arbeitgebern und Arbeitnehmern den Werth noch nicht Zuschneider in der Monturfabrik in Pimlico( Südwest- London) lauf einiger Tage erhielt der Genosse Redakteur Dentmann verwendeter Beitragsmarken, falls derselbe den Betrag von einer an den Kriegsminister um Einführung des Achtstundentages ge- den Besuch eines Schuhmanns, der den auf der anderen Seite Mart erreicht, auf Antrag zu erstatten. wendet und einen sehr zufriedenstellenden Bescheid er des Gesuchs halten. Ferner hat vor einigen Tagen der Staatssekretär der dürfe er Achtung. Korbmacher! Zuzug nach Greifswald ist das Schreiben nicht), strengstens fern zu halten, da über die Werkstätte von Jäckel das Waffentragen mit Rücksicht auf§ 367 die Sperre verhängt ist. den Firmen, welche die Schlösser für die Marine anfertigen, des Reichs Strafgesetzbuches nicht gestattet werden könne. Achtung! Schneider und Schneiderinnen! Die nächste angekündigt habe, wenn sie fortführen, die Schlösser Schwitz War der Polizei- Präsident der Anschauung, daß sich ein Werkstatt- und Geschäftsdelegirten- Versammlung findet am Mittmeistern zu übergeben, statt sie in den eigenen Werkstätten und sozialdemokratischer Redakteur besser mit der Feder, als mit woch, den 24. Januar, Abends 8 Uhr im Restaurant Freygang, unter den vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen herstellen zu dem Knüppel vertheidigen fann, so hat er darin unsere Bu- Schüßenstraße 18/19 statt. In Anbetracht der wichtigen Tagesbattery mit ale 8½ lassen, ihnen der Auftrag werde entzogen werden. stimmung. Damit ist aber immer die Thatsache noch nicht aus ordnung ist das Erscheinen von Kollegen und Kolleginnen aus Alle diese Verfügungen kommen natürlich nur einem winzigen der Welt geschafft, daß in unserem Kasernenstaat Glemente sich allen Werkstätten und Geschäften nothwendig. Namentlich erBruchtheil der Arbeiterschaft zu gute, aber es sind doch immerhin heranbilden, die nur verstehen, mit dem Schießprügel und dem suchen wir die Kollegen und Kolleginnen der Geschäfte: mindestens 40 000 Arbeiter und ihre Familien, die davon pro- Knüppel umzugehen und nur zu leicht sich versucht fühlen, bei. Weltma It mani Kollegen per Brophete Mannu fitiren und indirekt ist die Wirkung natürlich noch eine größere. dem geringsten Anlaß wehrlose Leute zu überfallen, um sich auf Fuß" Morigplay, American Pants Snit Fad Darum darf man fich dieser Thatsachen wohl freuen und diese Weise wohlfeile Lorbeeren zu verdienen. Soll durch das tory, Deutsche Kompagnie" Oranienstraße, sie als einen Erfolg der politischen und gewerkschaftlichen Verbot des Waffentragens der leichteren Ausführung solcher Arbeiterfreund" Drantenstraße, sowie sonstiger Arbeiterbewegung feiern. Die Gerechtigkeit gebietet es, an- Heldenthaten entgegengekommen werden? Reklamegeschäfte, anwesend zu sein. zuerkennen, daß der Beschluß des Herrn Campell Bannermann zum nicht geringen Theil bem unabläſſigen Bemühen und der Den Beisigern und Hilfsbeisigern Sachkenntniß von John Burns, sowie der Befürwortung durch Münchener Gewerbegerichts( Arbeitgeber) ist der Regierungsliberale Fabrikanten, die bei sich den Achtstundentag mit Erfolg Entscheid, betreffend die Ablehnung ihrer Wahl, zugegangen. eingeführt, zuzuschreiben ist, aber ohne die unablässige agitato: Gegen den Entscheid steht das Recht der. Berufung an das rische Arbeit der Sozialisten außerhalb des Parlaments würde Staatsministerium des Innern als Oberaufsichtsbehörde offen. alle Ueberredungskraft Burns' vergeblich gewesen sein, und Das Recht der Berufung wird seitens der hierzu Berufenen ebenso war es der Einfluß der politischen und gewerkschaftlichen selbstverständlich ergriffen werden. Die bezüglichen Schritte sind Organisation der Arbeiter, der die betreffenden Fabrikanten*) bereits eingeleitet. sovie bewog, den Achtstundentag bei sich einzuführen. 3 der Schuhmacheid vorzeigte( aushändigen des Angesichts des schlechten Geschäftsganges wird es überhaupt Die Stuttgarter Genossen beabsichtigen den Boykott gegen immer mehr Gebrauch unter den Gewerkschaften, sich hinter die Liederhalle", den größten Saal Stuttgarts, einer der größten die politischen Körperschaften Grafschaftsräthe, Armenbehörden, Säle Deutschlands, mit erneuter Kraft aufzunehmen. Bisher Munisipalitäten 2c. zu stecken und von ihnen das zu verlangen, war es nicht gelungen, die Arbeiter von der Liederhalle" gänz was sie im rein ökonomischen Kampf durchzusehen heute nicht lich fernzuhalten, insbesondere haben die Buchdrucker nach wie in der Lage find. Und vielfach mit Erfolg, sintemalen vor deren Räumlichkeiten benußt. Grund des Boykotts ist der eben die Stimme des Arbeiters immer mehr in der Politik ins Umstand, daß die Liederhalle" den Sozialdemokraten bei VerGewicht fällt. fammlungen verschlossen ist, während alle anderen Parteien den Saal auf Wunsch erhalten. Parteien ben Polizeiliches, Gerichtliches ze. Die Agitationstommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. fchaftlichen Arbeiter betragen im Bezirk der AmtsDie Durchschnittslöhne der land- und forstwirth hauptmannschaft Döbeln( Sachsen) pro Jahr: 1. für erwachsene männliche Arbeiter 500 m., 2. für erwachsene weibliche Arbeiter 350 M., 3. für jugendliche männliche Arbeiter 250 M., 4. für jugendliche weibliche Arbeiter 200 M. Wenn der Mann und die Frau vereint arbeiten, so verdienen sie immer noch nicht Herr Hofrath Ackermann zu einem menschenwürdigen" Leben die Summe von 909 m. jährlich, welche bekanntlich sogar der für nothwendig hält. Bedauernswerthen leben. Wie menschenunwürdig müssen jene Derlammlungen. Dienstags und Freitags. Turnverein Fichte"( Mitglied des deutschen Arbeiter Turnerbundes). Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8 bis 10% Uhr Staligerstr. 55-56. Gauverein Berliner Bildhauer. Siehe Inserat in dieser Nummer. im Restaurant Daase, Havelbergerstr. 82: Sizung. Nachdem Fidelttas. Privat- Theater- Gesellschaft, nion". Heute, Dienstag, Abend 9. Uhr Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Amsterdam, 20. Januar. Aus Sappemeer( Provinz Serbisches. Dem kleinen Alexander wird das Regieren schon schwer, er dachte es sich leichter und einfacher, er spielte mit Szepter und Krone, ließ sich auf Reisen an- Wie bei uns, so wird auch im Rechtsstaat" Dänehochen, befahl auf Hofbällen die Hoffräuleins zum Tanze, markt die Gleichheit vor dem Gesetze geübt. Der Redakteur des verlieh Orden und Titel, ließ sich Majestät ansprechen und Kopenhagener Sozialdemocraten" hatte eine dreiauschmeicheln. Ja, das wäre Alles ganz schön, wenn das monatige Gefängnißstraße zu verbüßen, weil er in seiner Kritik Regieren darin allein bestände, aber es giebt doch auch einer Arbeitsanstalt beleidigend" geworden war. Durch and in Serbien hier und da weniger amüsante Augenblicke. einer Gingabe hatte er nun das Ersuchen gestellt, seine Haft nicht gestrengte geistige Thätigkeit war er sehr leidend geworden; in Der Zar von Rußland wollte nicht dulden, daß gegen die einer Der Bar von Rußland wollte nicht dulden, daß gegen die in dem als überaus ungesund bekannten Gefängniß zu Groningen) wird gemeldet, daß infolge einer Demonstration Mitglieder des liberalen" Kabinets Avinkumovits der Prozeß Christians- 3avn, sondern in Nytoro abbüßen zu von Arbeitslosen eine Proklamation veröffentlicht wurde, welche eingeleitet wird. Dies ließ sich aber, nicht verhindern, er dürfen. Während diese Vergünstigung nun aber Gaunern und jede Ansammlung von mehr als 5 Personen untersagt. Der Mördern zu theil wurde und während man regierungsfreund- Bug der Arbeitslosen wurde von der Polizei zerstreut, ohne daß hr als Zwei davon, die Herren Allen und Mather, sind Befizer lichen Redakteuren, welche ein unvorsichtiges Wort der heiligen jemand verwundet wurde. großer Eisenkonstruktions- Unternehmungen, der dritte, Herr Gerechtigkeit in die Arme geführt hat, den Aufenthalt in ihren Brunner, Direttor eines großen Kaliwertes. Alle drei vertreten Hallen möglichst angenehm zu machen sucht, mußte der gesund Angestellten der Tramway- Gesellschaft Bridgeport- Connecticut New- York, 22. Januar. Infolge der Entlassung von fünf Wahlkreise des nördlichen England. Herr Brunner war lange heitsgeschwächte, aber staatsgefährliche" Redakteur natürlich in stellten 100 Bedienstete die Arbeit ein, besetzten gestern den Zeit der Gegenstand bitterer Angriffe in der Arbeiterpresse wegen die falten und halbdunkeln Bellen zu Christianshavn. Fahrweg und verhinderten den Verkehr. Ein Wagen der Zustände in den ihm unterstehenden Werken, bis er sich ent- Was geht es die Gefängnißverwaltung an, wenn die Gesundheit wurde in Brand gesteckt. Im Laufe des Tages fanden schloß, es mit dem Achtstundentag zu versuchen, bei dem, nach eines sozialistischen Redakteurs durch den Aufenthalt im Gefäng- verschiedene Zusammenstöße zwischen den Streikenden und der feinen eigenen Erhebungen, unter dem Einfluß befferer Ma- niß leidet; die Bourgeoisblätter rühmen Herrn Polizeiinspektor Boltsmenge ftatt, bei welchen mehrere Personen ernstlich vers schinen und befferer Arbeitseintheilung, ebensoviel geleistet wird Korn deshalb doch als einen gegen Journalisten besonders liebens- wundet wurden. Der Bürgermeister verlas die Aufruhratte; als zuvor. würdigen Mann! Herr Wiinblad wurde von der Reda ttion deszwölf Personen wurden verhaftet. Für den Inhalt der Juierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 23. Januar. Opernhaus. VII. Sinfonie Abend der königlichen Kapelle. Schauspielhaus. Die Journalisten. Leffing- Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Das Räthchen von Heilbronn. Berliner Theater. Aus eignem Recht. Wallner- Theater. Geschlossen Friedrich- Wilhelmätädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Flattersucht., Vorher: Nach 2 Jahren. Central- Theater. Ein toller Einfall. Berlin 1893. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplak- Theater. Maria Stuart. National- Theater. Der Teufel in Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gefegt von Adolph Ernst. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Nen! Neu! Neu! Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. vou den spanischen Clowns Hermandos. Beiso und sämmtlichem TheaterPersonal. Anfang: Berlin. Nachher: Charley's MorigTante. = American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Theater Unter den Linden. Salon Pihelberger. Nachher: Brahma. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenBorstellung. M Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Etablissement Morit Plas. Buggenhagen. Play. Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühtücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurations räumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Apollo Theater. Spezialitäten Säle für Versammlungen, Kommerje, Vorstellung. Baufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Festlichkeiten 2c. ratweil'sche Bierhallen GE Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Todes- Anzeige. Allen Freunden, Bekannten und Sozialdemokratischer Wahlverein Genoffen die traurige Mittheilung, daß für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Defftl. Mitgliederversammlung mein lieber Mann, unser guter Vater, der Gigarrenarbeiter Friedrich Hatzki. am Mittwoch, 24. Januar, Ab. 81/2 Uhr, im Louisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tages Ordnung: = am 19. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Januar, Nachm. 1 Uhr, vom Trauerhaufe, Oppelnerftr. 22, aus statt. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Kühn. 2. Diskussion. Verschiedenes. Die trauernde Wittwe nebst Kindern. 1372b Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters Friedrich Bencker sagen wir allen Freunden und Be tannten, sowie den Kollegen der Dottiſchen Fabrik und dem Gefangverein Collegia I unseren innigsten Dank. Wittwe Louise Bender nebst Kindern. 1374b Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Die 8 Wunderhunde. Truppe Hassoni. Mr. Goswin. Louise Bonné und das gesammte neue Riesenprogramm. Entree 15 Pf. R. Winkler. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Jeden Dienstag: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. 3. Protokolle können in der Versammlung beim Raffirer in Empfang genommen werden. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale der ,, Urania", Wrangelstraße Nr. 9-10: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Paul Singer über: Die politische Thätigkeit des Reichstages im vergangenen Jahre". 2. Diskussion. 3. Diskussion über die Anschaffung einer Vereinsbibliothet. 4. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 377/19 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Versammlung Dienstag, den 23. Januar, Abends 8½ Uhr, im Saale des Grand Hotel am Alexanderplak, Eingang Alte Schühenstraße 14-15. Tages Ordnung: " 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Brühne über: Die wirthschaftliche und politische Lage". 2. Diskussion. 3. Kassenbericht des Kassirers. 4. Neuwahl der Revisoren. 5. Verschiedenes. 879/4 Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei R. Richter, Neue Königstraße 90; Achilles, Greifswalderstraße 210; F. Weber, Landsbergerstraße 41; Fr. Krüger, Hirtenstraße 10; E. Wittchow, Kl. Hamburgerstraße 27. Entree 50 Bf. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Im Vorverkauf 40 Pf. ( fiehe Blakate). Am Dienstag, den 23. Januar, Abends 8½ Uhr, in der Zum Schluß ( höchster Lachherfolg): Kommandantenr.77-79. Eine Soiree bei Lehmann's. Gr. parodistisches Ensemble von Menfel. Donnerstag: Sanssouci. bri Neues Programm. Große parodistische Posse mit Gesang Täglich von 6 Uhr ab und Tanz von Hugo Busse. Regie: May Samst. freiem Entree. E Musik von Adolph Wiede de. National- Konzert Concordia- Festsäle Der Teufel in Berlin. D. Obenlandler Vorher: Große Posse mit Gesang und Tanz in in National- Tracht von A. Wiebede. Regie: Max Samit. Rasseneröffnung 61/2 Uhr. Anfang 712 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm. 3 Uhr, Voltsvor: ftellung: Don Carlos. Central- Theater. Alte Jafobftraße 30. Ein toller Einfall. und Auftreten von C. Saeger, 64. Andreasßrake 64. Donnerstag, den 25. Januar: Grosse Soirée der Norddeutschen Brauerei, Chausseestr. 58: General- Versammlung. 241/18 Tages: Ordnung: 1. Rassenbericht. Bericht der Revisoren. 2. Bor trag des Reichstags- Abgeordneten Hoffmann über: Die neue Steuervors lage. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorkaud. Das Stiftungsfest des Vereins findet am 10. Februar in den Germania Sälen statt. Diejenigen Genossen des 6. Wahlkreises, welche Abonnenten des Vorwärts" sind, ersuchen wir im Interesse unserer guten Sache, sich dem Wahlverein anzuschließen, denn nur durch enges Busammengehen sind wir im stande, Großes für die Partei zu leisten, nur in geschlossener Bhalang tönnen wir dem Gegner imponiren. Gauverein Berliner Bildhauer. Künstlern. Spezialitäten Norddeutsch. Sänger Dienstag, den 23. Januar 1894, Abends. 8½ 1hr, 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgeinälbe malen, welches nach Schluß der Borstellung verlooft wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Präuscher's Museum. Auserwähltes Programm. Nachbem: Familien- Kränzchen. Familien- Billets und Passepartouts haben Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. 65/11 C. Saeger. Taufende von anatomischen Bräparaten. Circus Renz, Schwank in 4 Atten von Carl Laufs. Schußkanal durch fünf Körper. Hierauf zum Berlin 1893. 31. Male: Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2, der Revue 9/4 Uhr. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Gladiatoren- Kampf. Wunder d. Ceroplastik u.Mechanik. Täglich von 9 früh bis 10 Abends für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag: Damentag. American- Theater. Circus G. Schumann, Dresdener- Straße 55. Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Barodistisch- realistisches Traumbild aus Seni Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin". ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müll winkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. Brunwald mit bewegter Vergangenheit " Martin Bendix. Täglich: Auftrefen des besten Bauchredners d. Jehtzeit H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 7, Uhr, Sonntags 612 Uhr. PassageFriedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. Dienstag, den 23. Januar cr., Abends 72 Uhr: ( Karlstraße.) Dienstag, den 23. Januar cr., Abends 714 Uhr: Ein Künstlerfest. Neue Ausstattung; neue Einlagen, u. a. Signorina Varotti, die kleinste Solotänzerin der Welt. Kinderorchester. außerdem: Der ostpreußische Hengst Blondel vorgeführt vom Dir. Fr. Renz. 6 Rappen und Karoussel v. 30 Pferden, vorgeführt von Herrn R. Renz. Das Schulpierd Prinz, ger. v. R. Renz. Grom Große Brillant- Borstellung. well, geritten von Frl. Oceana Renz. im Lokale des Herrn Ehrenberg, Auneuftr. 16: Versammlung. Tagesordnung: 148/8 Geschäftliches.- Wahl eines Schriftführers, eines Beisigers und eines VerSteinbildhauer= Abend. Revisors für den Zentral Vorstand. schiedenes. Es ist vielfach unter den Kollegen die Meinung verbreitet, daß an fogen. Branchen Abenden nur die Kollegen der betreffenden Branche zu erfcheinen brauchen; dem ist aber nicht so; es ist vielmehr Pflicht eines jeden Mitgliedes, auch an solchen Versammlungen zugegen zu sein. Denn einmal werden häufig Fragen von Wichtigkeit verhandelt, und weiter bieten die Branchen Abende die beste Gelegenheit, die Kollegen der verschiedenen Branchen in nähere Berührung zu bringen. Sonntag, den 25. Februar cr., Vormittags 10 Uhr, Hrania"," Invalidenstraße( Ausstellungspart) statt. Gröffnung 9 Uhr, findet eine Sonder- Ausstellung im Wissenschafftlichen Theater, der Beginn pünktlich 10 Uhr. Einlaßkarten sind bei den Kollegen Otto Meyer, Streligerstr. 28, und Karl Stöger, Waldemarstr. 65, zu haben. Große öffentliche Versammlung Der Handequilibriſt Mr. Nelson. Die Sämmtl. Droschkenkutscher und Arbeiter Besonders hervorzuheben: 12 Rapp- Afrobaten auf dem Zelephondraht hengste in 3 Abtheilungen, die vier Zalva, Espana und Alvar. Mr. Lavater Sonnenstrahlen, eigene Erfindung und Lee 2c. Original- Dressur des Herrn Max Schumann. Mr. Eugen Lecusson als Saltomortal- Reiter. Fidibus, SpringDirektor. pferd, vorgeführt vom Original Klown William Olschansky mit seinen drefjirten Ratten und Kazen. Schulquadrille, geritten mit 4 SchulMax und Adolf Schumann und Aquimoff Preise wie gewöhnlidj. Der Circus ist gut geheizt. Mittwoch: Ein Künstlerfest. Sonnabend: Parade- Festvorstellung. Fri Renz, Direktor. pferden vom Direktor, den Herren Sozialdemokr. Agitationsverein Romisches Entree des beliebten Klowns für Wittenberg, Lorgan 2c. zum Schluß der Vorstellung: Little Fred 2c. 2c. Die Fuchsjagd bei Bolton. Hochinteressantes Jagd- Bild in 2 AbMorgen, Mittwoch, den 24. Jamar, Abends 8 Uhr, bei Lehmann, Neue Grünftr. 14: General- Versammlung. Tagesordnung: Theil 24 Damen und Herren mit eng- bes Vereins. 4. Bericht des Borstandes, lischen Halb- und 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. AnAn der Jagd nehmien trag Schmidt u. Genossen: Auflösung Bollblutpferden. des Raffirers und der Revisoren. Ballet- Einlage: La Postillone- Mazurka, 440/3 Der Vorstand. arrangirt vom Balletmeister R. Riegel. getanzt vom Corps de ballet. Morgen: Große Vorstellung. Freitag, 26. Januar: Benefiz- VorPanopticum. ellung für den beliebt. Klown William Der Deutsche Mann Olschanski. Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Arbeiter Bildungsschule Südost- Schule. Der Unterricht in Mathematik Etablissement ,, Süd- Ost", fällt heute Dienſtag aus. ( Inhaber C. Ulrich) mit dem Steinkopf. waldemar- Strasse 75. Ohne Extra- Entree. Der Vorstand. Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 24. d. M., Vormittags 10 Uhr, in den ,, Konkordia- Sälen", Andreasr 64. Tagesordnung und Referent werden in der Versammlung bekannt gemacht. Sämmtliche Kollegen und Arbeiter sämmtlicher Gewerkschaften find hierzu freundlichst eingeladen und werden ersucht, recht zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen. 148/9 Das Agitations- Komitee der Droschkenkutscher Berlins und Umgegend. J. A. A. Stiller. Deffentliche Volks- Versammlung für Männer und Frauen 82 Fam Mittwoch, den 24. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreasßtr. 21. Tages Ordnung: 13836 1. Vortrag über: Gesetzliche Gewissensfreiheit und thatsächliche Vergewaltigung. Referentin:" Frl. Jda Altmann. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten sindet Tellersammlung statt. A. Jänide,( Pötting), Usedomstr. 21. erein zur Wahrung der Intereſſien der Gaft- u. Schaufwirthe Berlins und Umgegend. Der vom Verein beschlossene Herren- Abend findet am 簡 e Donnerstag, den 25. d. Mts., beim Kollegen Ehrenberg, Annenstraße 16, ftatt. Die Mitglieder werden ersucht, sich recht zahlreich zu betheiligen. Gäfte tönnen durch Mitglieder zu diesem genußreichen Abend eingeführt werden. Die in der letzten Versammlung entstandenen Differenzen sind nach rechtlicher Prüfung der Sachlage zu rechten des Kollegen Ehrenberg aus Der Vorstand. J. A.: Lorenz. gefallen. Umständehalber sind Sonnabend der 1. Berl. Homöopath. Heil Institut, 10. und 17. März frei geworden; auch Syft. Dr. Deventer, jent Steinmeßftr. 2, ist der Palmsonntag zu haben.[ 58158 an der Kurfürstenstr. 10-12, 42-62. Berantro rtlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 18. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Dienstag, den 23. Jaunar 1894. 11. Jahrg. Arbeiten den Achtstundentag einführen. Dieser schafft zwar nicht befinden sich in einer schlechten Lage. Gut beschäftigt ist die für so viele Arbeiter Plaz wie mancher glaubt, weil bei fürzerer Buckerindustrie, die chemische und die Schuhwaaren- Industrie, Arbeitszeit intensiver gearbeitet wird, aber er schafft immerhin der Kohlen- Bergbau, die Textilindustrie; für die Sammet- und 32. Sigung vom 22. Januar 1894. 1 Uhr. für mehr Arbeiter als heute play. Darum sollte die Reichs- Seidenindustrie und für die Tuchindustrie der Mark wäre besserer Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher. regierung endlich ihren Wiederstand gegen den Normal- Arbeits- Geschäftsgang zu wünschen. Es ist anerkennenswerth, daß trot Auf der Tagesordnung steht zunächst die Berlesung tag aufgeben, den wir so oft erfolglos beantragt haben, daß wir des Rückgangs der Geschäfte die Arbeitgeber bemüht gewesen der Interpellation der Sozialdemokraten: es jetzt nicht mehr thun. Bei dem chronischen Nothstand sollte find, troß großer persönlicher Opfer die Löhne zu halten, daß nur Die Unterzeichneten richten an den Herrn Reichs- sich die Regierung nicht länger ablehnend verhalten. Es gilt, ungern Arbeiterentlassungen stattgefunden haben. Es ist ein fanzler die Frage: Welche Maßregeln haben die ver- Arbeit zu schaffen, die Arbeitslosen verabscheuen Almosen und ungerechter Vorwurf, daß die Arbeitgeber ein Vergnügen daran bündeten Regierungen ergriffen oder denken sie zu ergreifen, Armenunterstüßung. Aber das Reich nimmt den Leuten das finden, die Arbeiter auf das Pflaster zu werfen. Es ist nicht um dem notorisch vorhandenen Nothstande entgegen- bischen Arbeitsgelegenheit fort. Bei der Post sind Soldaten gut, daß solche Aeußerungen in die Welt geschleudert werden; zuwirken; der infolge andauernder Arbeitslosigkeit, sowie zur Aushilfe verwandt worden, die so wie so versorgt sie wirken nach der Seite des Arbeitgeberthums nicht günstig, sie der allgemein gedrückten Erwerbsverhältnisse in den weitesten find. Ich nehme nicht an, daß der Staatssekretär fönnen, wo Herzlosigkeit besteht, dieselbe nur fördern. Boltstreifen herrscht?" v. Bötticher auf dem Standpunkt des Berliner Stadt Bauraths Die Nachfrage nach Arbeit ist in vielen Distrikten eine erhebliche Staatssekretär v. Bötticher erklärt: Ich bin gern bereit, Hobrecht steht, der da sagte, man dürfe den Nothstand nicht ein- gewesen; aber es fehlt nicht an Distrikten, wo die Nachfrage die Interpellation sofort zu beantworten. gestehen, denn dann würde der Arbeitsscheu und der Begehrlich nach Arbeitern nicht hat befriedigt werden können. Auf dem Abg. Liebknecht( Soz.): Es ist sehr charakteristisch, welches feit der Arbeiter Borschub geleistet. Dessen halte ich Herrn von Gebiete der Landwirthschaft in den preußischen Ostprovinzen Interesse eine Interpellation, welche den sozialen Nothstand be- Bötticher einfach nicht für fähig.( Heiterkeit.) Man hat gefagt,( Heiterkeit links), in der Pfalz, in Mittelfranken, Schwaben, handelt, bei den Massen der Voltsvertretung hervorruft. Es ist unsere Echilderungen feien zu grell, die Berichte der Handels- Königreich Sachsen herrscht Arbeitermangel. Arbeitermangel ist gesagt worden, daß wir dieselbe nur eingebracht hatten, um einem fammern ergäben ein weit günstigeres Bild. Die neuesten Be- ferner in der Bernsteinindustrie, in der Textilindustrie der ProReklamebedürfniß zu genügen, um wieder einmal agitatorisch richte der Handelskammern ergaben aber ein viel schlechteres vinz Hannover, Westfalens und Württembergs festgestellt; ferner thätig zu sein. Ein solches Bedürfniß haben wir keineswegs Bild als die vorjährigen. Das Weihnachtsgeschäft war diesmal in der Zementfabrikation in Schlesien, beim Handwerk in verempfunden, denn die Herren von der Regierung und von der so erbärmlich, daß die kleinen Handwerker und kleinen Geschäfts- schiedenen süddeutschen Landstrichen. Es sind Aeußerungen Rechten haben die Geschäfte der Sozialdemokratie in der legten leute zu neun Behnteln latent bankrott sind und nach dem strengen eingegangen, welche darauf schließen lassen, daß die Zeit so vortrefflich besorgt, daß wir es gar nicht besser thun Buchstaben des Gesetzes wirklich sich für bankrott erklären müßten. Löhne nicht im allgemeinen eine weichende Tendenz ver founten; außerdem haben wir auch draußen sehr viel zu thun. Die Hoffnungen auf Aufhebung der Mac Kinley- Bill und auf folgen, und auch die Rechnungsübersichten der BerufsgenossenNothstandsdebatten haben wir schon zur Genüge gehabt; unsere Chikago sind unerfüllt geblieben. 200 000 Arbeitslose giebt es schaften haben ergeben, daß die Arbeitslöhne sich in aufsteigender ganzen Debatten in dieser Session sind eigentlich nur Nothstands allein in Chikago und viele Tausende deutscher Arbeiter sind Linie bewegen. In einzelnen Industriezweigen und Betrieben ist Debatten gewesen. Für den Nothstand der Reichen haben Sie von dort nach Hause zurückgekehrt oder im Begriff es zu thun. man freilich aus Mangel an Arbeit genöthigt gewesen, Lohndurch Liebesgaben, Zölle zc. genug geleistet. Veranlassung zur In Amerika ist die Krisis noch schlimmer als bei uns, in Eng- reduktionen eintreten zu lassen. Den Beweis für das Steigen Einbringung der Interpellation hat uns der in ganz Europa und land, Frankreich und der Schweiz ist Ueberproduktion und der Löhne ergaben die Begräbnißgelder, welche nach dem Inin Amerika herrschende Nothstand mit seinen nothwendigen Folgen Unterkonsumtion und man entledigt sich der fremden Ar- dividualverdienst des Verunglückten berechnet werden; diese Ve gegeben, der gerade dazu ausgenutzt werden soll, um das Spiel beiter. Antisemiten und Zünstler haben allerhand Rezepte gräbnißgelder sind von Jahr zu Jahr gestiegen. 1886 betrug Ser Reaktion zu fördern. Ueberall begegnen wir dem an- gegen den Nothstand. Nun, wenn Sie einen reich der durchschnittliche Lohnfat 732 m., 1892 aber 867,90 m. archistischen Gespenst und dem Versuch, dieses Gespenst zu ver- gemachten Bauer oder glücklichen Handwerker auf den Tisch( Hört! rechts.) Unter den Gründen, welche den Nothstand zwar treiben im Interesse der Reaktion. Das beweisen auch die Vor- des Hauses( Heiterkeit) niederlegen können, dann werde ich sofort nicht erzeugen, aber doch befördern, befindet sich auch der, daß gänge in der ersten sächsischen Kammer. Da hat man Antisemit resp. Zünstler( Abg. Kropatscheck: men haben Sie von Agitatoren auf die Fluftution der Bevölkerung eingewirkt denn wieder angekündigt, daß es nothwendig sei, entweder denn glücklich gemacht?). Sie können es nicht, Sie müssen die fa- wird.( Aha! rechts. Wiederspruch bei den Sozialdemokraten.) strengere Gefeße zu schaffen oder die gegenwärtigen Geseze pitalistische Produktionsweise abschaffen, ändern oder zurückschrauben Ich behaupte ja nicht, daß das Sozialdemokraten sind. ftrenger zu handhaben gegenüber der Sozialdemokratie. Eine tönnen Sie sie nicht. Darum verlangen wir vom Staat nicht, Man bestimmt die Arbeiter, welche nicht einen bestimmten geradezu wunderbare Geduld der arbeitenden Klassen gehört da- daß er hier sofort eingreift, aber er soll, durch diesen Nothstand Minimallohn erhalten, die Arbeit zu verlassen. Das geschieht zu, um das Blutvergießen bei dem brutalen Auftreten der Polizei belehrt, die neue Gesellschaft vorbereiten, in die wir hineingehen und da die Leute nicht gleich neue Beschäftigung finden, wird zu verhindern. Was die Vorgänge am letzten Donnerstag be-( Lachen rechts). Sie glauben ja selbst nicht an die heutige Ge- die Zahl der Arbeitslosen vermehrt. Ich habe mich bemüht zu trifft, fo fonnte gerade hier in Berlin auf seiten der Polizei ein sellschaft. Die bürgerliche Gesellschaft in Frankreich ist wahrlich prüfen, ob eine Statistik der Arbeitslosen möglich ist. Aber ich Irrthum in bezug auf das, was Anarchismus und was Sozial- so start, vielleicht stärker organisirt als in Deutschland, wenn habe gefunden, in dem Augenblick, wo die Statistik fertiggestellt demokratie ist, nicht vorliegen, und ich muß sagen, es hat mir man aber sieht, wie durch einen Kochtopf, der von einem Wahn- ist und nutzbar gemacht werden soll, wird sie ihren Werth meist zur Genugthuung gereicht, daß ein Führer der Nationalliberalen finnigen geschleudert ist, die ganze Gesellschaft in Frankreich in verloren haben und für die Gesetzgebung nicht mehr brauchbar vor einigen Wochen in seinem Aerger über eine Rede von mir Echrecken geräth, auf den Bauch sich wirft und nach der Polizei schreit, sein. Dazu kommt, daß es an einem bestimmten Begriff der fich hat hinreißen lassen, uns als die Urheber des Pariser dann muß man sagen, diese bürgerliche Gesellschaft verachten wir, Arbeitslosigkeit oder des Arbeitslosen bisher gefehlt hat. Man Attentats zu erklären und dann eine Gegenerklärung abzugeben. vor der braucht man überhaupt feine Furcht zu haben, sie glaubt wird sich auch darüber nicht so leicht einigen können. Ist blos Den Grafen Caprivi, der hier erklärte, der Anarchismus sei ver- nicht an sich selbst. In England und Frankreich stockt seit dem derjenige arbeitslos, der feine Arbeit findet, trotzdem er arbeiten wandt mit der Sozialdemokratie, möchte ich ersuchen, fich eine vorigen Jahre in zweien der wichtigsten Industriezweige die will, oder auch derjenige, welcher nicht arbeiten will. fleine Lektion von Herrn v. Bennigsen geben zu lassen. Go Arbeit vollständig. Man hat dort so viele Kohlen zu Tage ge- Die Zahl der letzteren dürfte nicht so ganz unbedeutend weit bei uns hier der Anarchismus existirt, existirt er nur als fördert, daß die Gesellschaft sie nicht auftaufen konnte, die sein. Daß der Arbeiter heute größere Bedürfnisse hat als früher, eine Kuriosität, als eine Spezialität. Es sind hier hunderte von Arbeit mußte vollständig eingestellt werden. Herr v. Stumm verdenke ich ihm nicht; ich gönne ihm auch die Mittel zur BeVersuchen gemacht, einen Anarchismus zu erzielen, um der warf uns vor, wir seien die Urheber der Streifs. Versteht er friedigung aller seiner Bedürfnisse. Steuerrückstände sind nicht Sozialdemokratie einen Stock zwischen die Speichen des Rades englisch, so muß er in den englischen Zeitungen gelesen haben, in größerer Zahl als sonst eingetreten; Steuererlasse sind nicht zu werfen, aber es ist nie gelungen. Die Polizei hat daß seine Kollegen es gewesen sind, welche im Kohlenbergbau in höherem Maße als bisher angebracht worden und auch die am Donnerstag wohl gewußt, daß man nicht versuchen würde, und in der Baumwollenfabrikation auf Einstellung der Arbeit Armenpflege ist nicht mehr als bisher angerufen werden. Ebenso mit dem Echädel gegen die Bastille der heutigen Gesellschaft zu gewirkt haben. In Deutschland, Belgien, Frankreich, England hat die Thätigkeit der Pfandleihen sich vermindert.( Buruf links: rennen. Wenn die Straßen Berlins vom Bürgerblut unbefleckt und in Amerika sind die großen Streits zum Theil bewußt und Die Leute haben nichts mehr!) Auf diesen Einwand war ich geblieben sind, so haben Sie das der Sozialdemokratie zu ver- ausgesprochenermaßen von den Arbeitgebern provozirt worden. Ich gefaßt. Es ergiebt sich, daß die arbeitenden Klassen an dem Danken.( Gelächter rechts.) Wenn Sie lachen, so beweisen Sie mache daraus keinen Vorwurf gegen die Arbeitgeber, höchstens Pfandleihgeschäft immerhin noch betheiligt sind. Jm vorigen nur, daß Sie von der Sache eben nichts verstehen.( Abg. gegen diejenigen, die heuchlerisch sagen, die Sozialdemokraten Jahre wurde der Rückgang der Sparkassengelder angeführt; jetzt Kropatsched: Nur nicht immer so aufschneiden!) Der Noth- hätten die Streits angefangen, aber ich erhebe eine Anflage gegen zeigt sich eine nicht unerhebliche Vermehrung der Steuereinlagen. stand, der schon im vorigen und vor zwei Jahren bestand, besteht die bürgerliche Gesellschaft, daß sie solche Zustände verschuldet Der Nothstand wird vielfach übertrieben. Aus Hamburg wird auch heute noch. Für uns ist das nichts Wunderbares, aber und es ermöglicht hat, die Arbeiter auf's Pflaster zu werfen und berichtet, trotzdem von dort vielfach über den Nothstand geklagt Ihnen mußte das doch zu ernstem Nachdenken Anlaß geben. Hungers sterben zu lassen. Es muß gebrochen werden von seiten wird, daß für die Straßenreinigung und Baggerei keine Ar Zer franke Stoff ist noch nicht ausgetrieben aus dem Organis- des Staates mit dem kapitalistischen Systems. Man hat viel beiter zu finden waren.( Widerspruch links.) In Bremen ist mus der Gesellschaft. Große Massen von nothleidenden Ar- geredet von dem sozialen Königthum, welches über den Klaffen Geld zur Unterstützung von Arbeitslosen nicht zu verwenden gebeitern giebt es auch in diesem Jahr wieder, und wenn sie nicht und Parteien stehe, von dem roi des gueux, dem Könige der wesen.( Widerspruch links.) In Mannheim meldeten sich von ganz so groß sind, wie im vorigen, so liegt das nur daran, daß der Bettler, der Armen. Das soziale Königthum hat seinen Kanossa- Arbeitslosen 300, später sogar nur 200. Schneeschipper wurden Winter ein wärmeres Herz für das leidende Volf gehabt hat, als Sie! gang gemacht in den Schloßhof zn Neuenkirchen, es hat sich ge- vergeblich verlangt.( Buruf links: Zu was für Löhnen!( AehnWir haben diesmal einen milden Winter, das Wetter fann aber beugt vor dem König Stumm.( Lachen rechts.) Der heutige lich verhält es sich in Karlsruhe, Stuttgart u. s. w. Redner noch in dieser Woche umschlagen. Hunderttausende sind in Staat wird vom Volte erhalten und der Staat darf das verweist auf die betreffenden Artikel des„ Sozialpolitischen ZentralDeutschland ohne Arbeit, ich meine nicht solche, die wie die Volk nicht blos als corpus vile der Vivisektion be- blatts". Ich kann die Angaben des Blattes nicht kontrolliren. Maurer, die allerdings jetzt auch arbeiten können, im Winter trachten, das Soldat wird, Steuern zahlt und den( Buruf links: Aber Sie benutzen sie! Zuruf rechts: Warum vorübergehend ohne Beschäftigung sind, sondern solche, Mund hält. Nein, der Staat hat auch Pflichten, er hat für das denn nicht?) Die Arbeitslosenversammlung vom Donnerstag ist die wegen der allgemeinen Geschäftsfrisis ohne Arbeit sind. Die Volk zu sorgen, dem Nothstande abzuhelfen, und ich sage schon gar nicht zu Stande gekommen. Der Unternehmer, ein bekannter allgemeine Wirthschaftskrisis erstreckt sich über die ganze Welt. im voraus für den Fall, daß Herr v. Bötticher entgegnet, das Anarchist, hatte die Anmeldebescheinigung befommen; es war auch In Amerika sind 2 Millionen, in England 1 Million arbeitslos, Reich tabe nicht die Mittel dazu, wenn das Reich und die Re- Alles geschehen, um die Verfommlung großartig zu gestalten, in Frankreich, Belgien, Italien haben wir dieselben Bersamm gierungen das nicht können, wozu haben wir sie denn? Der aber der Arrangeur erschien nachher nicht; er war wohl anderen lungen von Arbeitslosen, überall find Menschen am Verhungern. Staat hat hier einzulenken in andere Wege.( Hört! hört! rechts.) Sinnes. Was die Ausschreitungen der Polizei angeht, so fann Die englische Regierung allein hat sich bereit erklärt, zu thun, Was ist der Grund Ihrer Furcht vor dem Anarchismus? Ihr ich sagen: Weder beim Polizeipräsidium, noch beim Minister des was fie tann. In den vom dortigen Kriegsministerium ab- schlechtes Gewissen!( Lachen rechts.) Man spricht von dem Innern, noch beim Reichsfangler ist eine Beschwerde darüber einhängigen Betrieben ist der Achtstundentag eingeführt worden, die Rigigespenst, einem tolossalen Riesen von fürchterlichem Aussehen. gegangen, daß die Polizei sich Ausschreitungen erlaubt hätte. Regierung will Land urbar machen lassen und hat den Graf- Dieses Gespenst ist der Anarchismus. Bannen Sie ihn, aber( Lachen links.) Wenn man unter Ausschreitungen der Polizei zu schaften dazu Mittel von Staats wegen gegeben. Die Frage der benutzen Sie ihn nicht, um eine Politik der Reaktion zu treiben, leiden hat, muß man doch an die vorgesetzte Behörde Beschwerde Arbeitslosen betrifft nicht allein das Reich, sondern auch Staat die Ihnen zunächst wohl nußen könnte, aber für Deutschland und führend sich wenden.( Buruf: Lesen denn die Herren feine Zeitungen!) und Gemeinden; sie ist auch von sehr vielen Gemeinden, wie schließlich für Sie selbst und für die Welt zum schwersten Ver- Wir können doch nicht auf jede Beschwerde in der Presse einElberfeld, Mainz, Berlin u. a., behandelt worden. Meine derben werden könnte.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) gehen! Dann müßten statt eines Direktors und des einen Raths Parteigenossen haben überall wenigstens eine Statistik der Staatssekretär v. Bötticher: Ich befinde mich wohl im mehrere bewilligt werden.( Abg. Frohme macht verschiedene Arbeitslosen gefordert, aber die Organe der öffentlichen Einverständniß mit der überwiegenden Majorität des Hauses, Zwischenrufe und wird deshalb vom Vizepräsidenten v. Buol Gewalt haben sich geweigert, diese Statistit aufzunehmen. Falsch wenn ich sage: Unsere Wege werden nicht diejenigen sein, zur Ordnung gerufen.) Ich erkenne alfo an, daß ein Nothstand wäre es, zu sagen, diese Sache gehe über die Kompetenz welche der Borredner vorgeschlagen hat. Auch der sozialistische vorhanden ist, aber ich erkenne nicht an, daß der Nothstand so des Reiches, denn das Eintreten des Reiches ist nothwendig, Staat wird keine Abhilfe bringen, wir müssen bessern auf dem umfangreich ist, daß das Reich einschreiten müßte. Die Kultiwenn dem Nothstand wirksam zu Leibe gegangen werden soll, Boden der heutigen Gesellschaftsordnung und uns nicht auf virung der Lüneburger Haide von Reichswegen ist nicht möglich. das Reich muß für Staat und Gemeinde das Muster aufstellen Experimente einlaffen, deren Erfolg erst geprüft werden muß. Es ist anzuerkennen, daß die Staats- und Gemeindeverwaltungen für deren Vorgehen in dieser Frage, die für das Allgemeinwesen Diefelbe Interpellation ist vor einem Jahre eingebracht worden; alles thun, was sie zu thun im stande sind.( Widerspruch links.) die größten Gefahren in sich birgt. Der jezige Staat, in welchem sie enthält nichts Neues, der Vorredner hat auch nichts Neues Das Wetter begünstigt ja jetzt die Vornahme von Arbeiten die kapitalistische Produktionsweise den Mittelstand vernichtet, vorgebracht und ich werde mich auch kaum auf andere Gründe am Nord- Ostsee- Kanal wird fleißig weiter gearbeitet, und wenn die Arbeit intensiver ist und daher die Zahl der Arbeitslosen einlassen tönnen als im vergangenen Jahre. Daß Noth- es heftig friert, werden wir auch die Lüneburger Haide nicht stetig vermehrt wird, kann allerdings durch seine organische Gesetz- stand innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches unter den bearbeiten tönnen. Sowie die Unterstützung der Regierung von gebung die Ursachen der Arbeitslosigkeit nicht in einem Tage be- arbeitenden Klassen an verschiedenen Orten besteht, das zu den Gemeinden in Anspruch genommen wird, wird sie nicht fehlen. seitigen, das wissen wir, das wissen auch die Arbeitslosen, deren leugnen fällt mir nicht ein, ebenso wenig, wie ich es im vorigen Im übrigen kann ich nur sagen: Bessere jeder an sich selbst, dann Magen der Hunger gernagt, aber sie verlangen, daß der Staat Jahren gethan habe, obwohl mir auch vor einem Jahre ent- wird's beffer werden.( Lachen links.) heute thut, was er thun fann. Der Staat kann und muß gegengehalten wurde, wie ich den Nothstand leugnen könne. Auf Antrag des Abg. Singer tritt das Haus in die Be Arbeitsgelegenheit schaffen. Sind nicht sehr viele Bauten noth. Nothstand ist vorhanden und drückt unter Umständen den einzelnen sprechung der Interpellation ein. wendig im Interesse der Gesellschaft, die aber nur nicht geleistet recht hart. Was allein Gegenstand der Erwägungen sein fann, Abg. v. Stumm( Rp.): Die stete Wiederholung immer derwerden, weil es sich für den kapititatistischen Betrieb nicht ver- ist das Auf welchem Wege fann das Reich die Mittel schaffen, selben Interpellation, trozdem nichts neues vorgebracht werden lohnt? In der Grunewaldfolonie ist ein kleines Paradies um dieser Noth zu begegnen? Darüber haben mich die heutigen kann, heißt schließlich doch nur leeres Etroh dreschen. Man emporgewachsen mit herrlichen Gärten, weil Menschenarbeit den und vorjährigen Ausführungen des Vorredners nicht flüger ge- will dadurch nur wieder die Aufmerksamkeit der Leute mälischen Sandboden fruchtbar gemacht hat. Ter Süddeutsche, macht. Herr Bebel bat bereits bei der ersten Lesung des Etats draußen auf die sozialdemokratischen Bestrebungen lenken, die der hierher kommt, wundert sich über den reichen Blumenflor diese Frage angeschnitten; ich bin daher bemüht ge bisher fein praktisches Ergebnis für die Arbeiter gehabt haben. und die herrlichen Kornäcker in der ganzen Mark, diefer Streu- wesen, mir ein flares Bild über den Nothstand zu verschaffen, Die Sozialdemokraten haben den Antisemiten vorgeworfen, daß sandbüchse des Reichs. Das ist ein Produkt intensiver mensch- Ich habe das Ersuchen an die Regierungen der Hauptindustrie- fie noch keinen Bauern reich gemacht hätten; die Sozialdemo licher Arbeit. Das ist noch in großen Theilen Deutschlands länder gerichtet, mir Angaben zu machen über die Lage der Ar- traten sollten doch einmal einen von ihnen reich gemachten möglich. Die Lüneburger Haide tönnte fruchtbar gemacht werden. beiter u. f. w., um ein Bild zu gewinnen, ob das Reich einzu Arbeiter vorzeigen( Heiterkeit), während die Führer sich ganz Das ist nicht nur eine folossale Arbeit, die die Kräfte des ein- schreiten nöthig hätte. Ich habe nichts in den Berichten er- hübscher Gehälter erfreuen. Warum verwendet man die der zelnen Individuums übersteigt und dem Kapital, das seinen halten, was ich mir nicht schon vorher hätte ausmalen können. sozialdemokratischen Partei zur Verfügung stehenden Summen Profit augenblicklich haben will, nicht gefällt. Warum soll hier Der Nothstand auf industriellem Gebiete zeigt sich hauptsächlich nicht zur Linderung des Nothstandes? Es giebt noch Arbeiter das Reich nicht eintreten? Wir haben ja ähnliches in Holland in den großen Städten; nicht nur industrielle Arbeiter, sondern genug, die sich nicht von den sozialistischen Bestrebungen haben gehabt, die Zuiderfee ist zum großen Theil wiedergewonnen und auch der Arbeitgeber wird betroffen von dem Nothstande. umgarnen lassen, die sehr wohl wissen, daß alles, was für die ier Rest wird wiedergewonnen werden. Die Urbarmachung des Folgende Industriezweige liegen besonders ungünstig: das Bau- Arbeiter geschehen ist, auf die allerhöchsten Personen zurückgeführt Landes tann sich hundertfach verlohnen. Und möglichst rasch gewerbe liegt meistens darnieder, ebenso die Ziegeleien, nur in werden kann, welche Abg. Liebknecht vorher in die Debatte gemuß tas Reich solche Arbeiten in Angriff nehmen, um dem Ost- und Westpreußen, Echlesien und Hannover liegen die Ber- 30 gen hat.( Sehr richtig! rechts.) Der Militärvorlage ist doch ein Nothstand zu steuern. Ferner sollte man für die öffentlichen hältnisse günstiger. Der Erzberabau, die Spiegelglasfabrikation ganz besonderes Verdienst um die Verminderung der Arbeitslosigkeit CO so = zuzuschreiben; denn wenn die Arbeiter nicht dienen müßten, 1892 deckt sich vollkommen mit unseren vorjährigen Ausführungen. Auch in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung haben wir würden sie die Zahl der Arbeitslosen vielleicht noch vermehren. Ich bin überzeugt, daß der Bericht pro 1893 zu ähnlichen Re- eigenthümliche Anschauungen gehört. Stadt- Baurath Hobrecht ( Lachen links.) Die Vermehrung der Armee hat aber auch noch fultaten tommen wird. Es ist mir überhaupt unbegreiflich, wie fagte: Man muß sich hüten, den Nothstand öffentlich anzuerkennen die Herstellung einer Menge von Bedarfsgegenständen nothwendig man angesichts der verschiedensten Kundgebungen nur von einem( Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten), weil dadurch nur die gemacht, wodurch Arbeit geschaffen worden ist. Die Annahme partiellen Nothstand reden kann. Lesen Sie den finanziellen Arbeitsschen und die Begehrlichkeit gesteigert wird. Aus der Statistik Der Tabalsteuer würde 100 000 Menschen mehr beim Tabakbau Wochenbericht der Bossischen Zeitung" vom gestrigen Tage. der Berufsgenossenschaften folgert der Staatssekretär, daß sich beschäftigen. Allen diesen Maßregeln hat aber die Sozialdemo- Dieses Blatt malt nicht schwarz in schwarz, es hat ja auch das die materiellen Verhältnisse der Arbeiter nicht verschlechtert haben. fratie entschiedenen Widerstand entgegengesetzt. Man braucht allergrößte Intereffe als Blatt der Berliner Bourgeoisie daran, Wir tönnen nicht tontrolliren, wie diese Statistiten aufgestellt nicht an die Kultivirung der Lüneburger Haide zu gehen; die nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß nicht allzu düstere find. Zunächst fragt es sich, ob die Grundsäße dafür 1886 und Landwirthschaft in allen Landestheilen braucht Arbeiter. Schilderungen über die gegenwärtigen sozialen Verhältnisse in 1892 dieselben gewesen sind. Es ist geradezu undenkbar, daß die Aber diese Arbeit paßt den Leuten nicht, welche in die Deffentlichkeit dringen. Es heißt in dem Bericht, noch durchschnittliche Lohnhöhe 1892 nahezu um 100 M. höher war Berlin das sozialdemokratische Gift eingesogen haben. immer sehen wir nichts von dem angeblichen Aufschwunge der als 1886. Aber ich könnte mir auch diese Veränderung erklären. Man müßte den Zufluß nach den großen Städten unterbinden, Industrie, man zehrt einstweilen nur von Hoffnungen. Aehnlich Das Jahr 1892 war bereits ein großes Nothjahr. Bei Arbeiterdadurch wird am ersten einem Nothstande entgegengearbeitet. lauten die Handelskammer- Berichte aus den verschiedensten entlassungen werden zuerst die niedrig gelohnten, die ungelernten ( Widerspruch links.) Vielleicht machen die in Preußen neu ein- Gegenden Deutschlands. Die industriellen Unternehmungen Arbeiter entlassen, die gelernten Arbeiter, die schwerer wiederzurichtenden Landwirthschaftskammern praktische Vorschläge in weisen einen niedrigen Kurszettelstand auf wie zubekommen sind, und die Vorarbeiter werden behalten, und Dieser Beziehung. Der Schutz des Handwerks müßte ehrlich seit Jahren nicht. Darunter müffen natürlich die dann steigt natürlich der Durchschnitt des Arbeitslohnes. Auch durchgeführt werden und auch das 50 Pfennig- Porto müßte Löhne leiden. Der Staatssekretär berief sich zwar zum von der Sterbegelder- Statistik gilt dasselbe. Dazu kommt in reformirt werden; denn unter diesem Packetverkehr leidet der Beweise des guten Geschäftsganges auf die Zuckerindustrie, aber Frage, wie sich die Sterblichkeitsverhältnisse in den verschiedenen Heine Handwerker. Bezüglich der Vorgänge am Donnerstag fann er weiß doch fo gut wie ich, daß wir mitten in der Kampagne Jahren gestaltet haben. Alle Thatsachen, die beweisen, daß 1892 ich konstatiren nach meiner genauesten Information, daß die stehen, auch ein gewisser Aufschwung der Koblenindustrie ist ein außerordentlich ungünstiges Industriejahr war, sprechen nicht Polizei die Grenze ihrer legitimen Aufgabe durchaus nicht mitten im inter nicht auffallend. Die Textilindustrie aber dafür, daß die materiellen Verhältnisse der Arbeiter günstiger Die Industriellen selbst schreien am lautesten, überschritten hat. Die Polizei mußte ähnliche Ausschreitungen leidet mit Berschwindenden Ausnahmen unter der allgemeinen waren. In einzelnen Gegenden und wvie im vorigen Jahre erwarten. Es sind weder bei Arbeitslosigkeit. Die Kohlensyndikate schränken die Produktion lauter als die Arbeiter. der Polizei Beschwerden eingelaufen, noch in den fünftlich ein; die Aktionäre machen gute Geschäfte, aber auf einzelnen Industriezweigen soll Arbeitermangel gewesen sein. Sanitätswachen Unfälle zur Behandlung gekommen, sodaß Stosten der Arbeiter. Die Syndikate haben immer eine Reserve- Ja, zu welchen Zeiten, in welcher Industrie, wie groß war die man daraus ersehen kann, daß die Polizei rücksichtsvoll Armee von Arbeitern auf dem Pflaster und können bei dem Ver- Bah!? Man kann doch nicht jeden Arbeiter in jedem beliebigen vorgegangen ist( Lachen links). Die Polizei fann es Ihnen nie langen nach Arbeit die Löhne beständig nach unten drücken und Industriezweig gebrauchen, wenn er nicht die nöthigen Fähig recht machen, oder vielmehr, sie macht es Ihnen immer recht: die Preise der Produkte in der Höhe erhalten. Wir verlangen feiten oder förperlichen Kräfte hat. Zum Schneeschippen foll Sie erheben auf grund jedes Vorkommnisses Vorwürfe aller Art. vom Reich, daß es die ihm zu Gebote stehenden gesetzgeberischen man nicht genug Leute haben auftreiben können. Ja, SchneeDie Sozialdemokratie verwahrt sich immer gegen den Zusammen Maßregeln auch wirklich zum Wohle der Arbeiter ausführt. Drei fchippen in falter Jahreszeit ist keine leichte Arbeit( Lachen rechts), hang mit den Anarchisten. Wenn auch der Anarchismus nicht Jahre sind verflossen und noch immer ist die Sonntagsruhe für die Leute müssen warme Kleidung anzuziehen haben, müssen die die logische Konsequenz des Sozialismus ist, so bleibe ich doch die industriellen Arbeiter nicht ausgeführt. Die Herren sind sehr nöthige Nahrung zu sich genommen haben. Viele wollen sich dabei, daß beide dasselbe sind. Sie unterscheiden sich nur in eifrig dabei, jedem Nothschrei der Agrarier sofort Gehör zu nicht von ihren Bekannten als Schneeschipper sehen lassen. Sie bezug auf die Frage, ob früher oder später losgeschlagen werden schenken. Es ist noch immer feine Aussicht vorhanden, daß diese lachen freilich darüber, weil Sie feine Ahnung von den Zusoll. Und selbst bei so gemäßigten Sozialdemokraten wie Bebel lumpige Sozialreform durchgeführt wird. Herr v. Bötticher und ständen haben. Eine Menge Umstände läßt es begreiflich erfinden sich Aeußerungen, die der Anarchisten würdig sind. Die Reichsregierung fann eigentlich einen Nothstand nicht zu scheinen, daß in solchen Fällen nicht genügend Arbeitskräfte sich Herrn v. Bennigsen's Auslaffung über Anarchismus und geben, denn wie könnten sie es sonst verantworten angesichts eines finden, obwohl die Zahl der Arbeitslosen weit größer ist. Sozialismus fann ich durchaus kann ich durchaus nicht als richtig an allgemeinen Mothstandes mit neuen Steuervorlagen zu kommen? Könnte man den Leuten bei ihrer bisherigen Beschäftigung erkennen. Jede Schandthat der Anarchisten ist mehr oder Unbestreitbar werden die neuen Steuervorlagen, die Tabak- und Arbeit geben, ständen die Dinge anders. Das Reich muß hier weniger eine Konsequenz dessen, was die Sozialisten lehren. Weinsteuer die Nothlage in Industrie und Landwirthschaft in mit Maßregeln vorangehen, damit Tausende und Abertausende Es muß eine interfraktionelle Vereinbarung in Deutschland ge- hohem Grade steigern, wenn sie nach dem Vorschlage der Regie- von der Straße wegkommen. Der Staatssekretär erkennt selbst an, schaffen werden, daß wir unbedingt nicht dulden wollen, daß rung verwirklicht werden; sie werden Zehntausende von Ar- daß die Zahl derer, die nicht arbeiten wollen, verhältnißmäßig gering die öffentliche Ordnung gestört wird, und daß wir dienigen, die beitern, die heute noch nothdürftige Arbeit und Verdienst haben, ist. Das muß auch ich zur Ehre unserer Arbeiterschaft sagen. Aber bewußt oder unbewußt auf eine Revolution hinarbeiten, se: es aufs Pflaster werfen. Auch aus diesem Grunde begreife ich die ich kann mir auch erklären, wie diese Leute unter dem monate durch ein neues Sozialistengesetz oder auf andere Weise, in ihre Schönmalerei, wie man sie am Regierungstische durchzuführen langen traurigen Zustande moralisch und physisch so degenerirt Schranken zurückweisen.( Beifall rechts.) sucht. Reich und Staat sind heute die größten Arbeitgeber, fie find, daß sie verbummelte und verkommene Subjekte werden Eine Regelung der mußten. Wenn Sie viele Monate lang ohne Existenzmittel Abg. Richter: Die Sozialdemokraten sind der Meinung, beschäftigen mehrere Millionen Arbeiter. daß der Staat imftande sei, den Nothstand zu beseitigen. Dieser Arbeitszeit innerhalb dieser Reichs- und Staatsbetriebe resp. auf die Straße geworfen würden und wegen Ihres verfominenen Ansicht sind wir nicht. Was Herr v. Stumm vorgebracht, will Verwaltungen muß nothwendig förderlich oder schädigend wirken Aeußern von jeder Thür abgewiesen würden, wie würde es dann mir doch nicht richtig scheinen. Von den projektirten neuen auf die gesammten industriellen Verhältnisse, je nachdem sie vor mit Ihrem hohen moralischen Gefühl aussehen!( Sehr gut! bei Junkerparlamenten, den Landwirthschaftskammern, will ich hier genommen wird. Herr Miquel hat bei der Einbringung des den Sozialdemokraten.) Es ist leicht, über verkommene Menschen nicht reden. Alle agrarische Intelligenz ist schon vertreten im Etats im preußischen Abgeordnetenhause von einer Besserung zu raisonniren, Sie vergessen, daß all das Lumpenthum das Herrenhause, Abgeordnetenhause und hier; bringen Sie doch der Staatsfinanzen Mittheilung gemacht insofern, als die Staats- Produkt der Verhältnisse ist, die Sie vertheidigen, die Sie her ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) alles, was Sie wissen, hier vor, und warten sie nicht auf die eisenbahnen 30 Millionen Mehrüberschuß gegen den Anschlag auf- beigeführt haben. neuen Rammern. Um den Zuzug nach den Städten zu verhindern, wiefen und zwar beständen diese aus 17 Millionen Mehr Die Landwirthschaft kann im Winter nur eine verhältnißgiebt es ein sehr einfaches Mittel: die Beschränkung des Groß- einnahmen und 13 Millionen Ersparnissen. Diese 13 Millionen mäßig geringe Anzahl von Arbeitern gebrauchen. Daran gehen grundbesizes, die Schaffung fleinen Grundbesizes. Was jest fommen zum allergrößten Theil auf gedrückte Löhne und ent- Sie( rechts) und namentlich der Latifundien besig zu grunde, daß geplant wird, ist das gerade Gegentheil davon. Man will die lassene Arbeiter! Derfelbe Staat, der die Sozialreform auf seine Sie eine große Zahl von Arbeitern nur in den wenigen ErnteTheilbarkeit und Veräußerlichkeit des Grundbesizes erschweren Fahne geschrieben hat, der die Staatsbetriebe zu Musteranstalten monaten beschäftigen tönnen. Daher gehen die Arbeiter in die und die bestehenden Verhältnisse verschlechtern. Es fehlt eine umschaffen wollte, steht heute an der Spize der Lohndrückerei; Städte.( Widerspruch rechts. Zuruf: Forsten!) Auch im Forst intensive Landwirthschaft, wozu aber Kapital gehört, welches die Herr Minister Thielen hat alles aufgeboten, um in dem aus ist soviel Arbeit nicht vorhanden.( Widerspruch rechts. Abjetzigen verschuldeten Besitzer nicht haben. Von der Beseitigung gedehnten Bereich seiner Verwaltung die Löhne nach Möglichkeit geordneter Kro patsched: Davon versteht er ja nichts, er bes 50 Pfennig- Portos schwärmte auch Herr Miquel; er hoffte herabzusehen; er hat am 2. März 1893 im Abgeordnetenhause versteht ja bloß die Industrie!) Und dann kommt es vor allen mehr Geld daraus zu ziehen, scheiterte aber an dem Widerstand erklärt, es ginge nicht, daß der Staat bessere Löhne zahle als die Dingen darauf an, was Sie den Leuten gewähren. Herr des Herrn v. Stephan, der noch daran glaubt, daß wir in Privatindustrie, der Staat müsse sich nach den allgemeinen Lohn- von Manteuffel sprach von verhungerten Landwirthen. Wir diesem Jahre unter dem Zeichen des Verkehrs ständen. Nach fäßen der Privatindustrie richten, er habe seine Beamten zwar sprechen nur von hungernden Arbeitern, von verhungerten ist Herrn v. Stumm tönnte man sagen: Je mehr Soldaten, nicht angewiesen, die Löhne zu drücken, aber sie darauf aufmerk- nicht die Rede, obwohl die Zahl dieser sicherlich größer ist, als desto besser geht's im Lande. Das wäre richtig, wenn die fam gemacht, die Lohnsätze der Privatindustrie zu studiren und die der verhungerten Landwirthe. Daß Landwirthe verhungert d. h. herabzusehen. In sind, ist bis jetzt noch nicht bewiesen und wird nicht bewiesen werden. Mittel zur Unterhaltung aus der vierten Dimension tämen. danach die staatlichen zu reguliren Die Vermehrung der Steuerlast bringt aber einen geringeren den Eisenbahn- Werkstätten zu Liegnih wurden bald darauf that: Die Behandlung, die den Arbeitern im Osten zu Theil wird, erKonsum mit sich und dadurch eine Verminderung der Fabrikation. fächlich alle Löhne reduzirt. Ferner wurde daneben eine erhebliche flärt zur Genüge, warum die ländlichen Arbeiter feine Neigung Mit solchen Ideen, wie Herr von Stumm vertheidigten die Anzahl von Arbeitern entlassen und die Zurückgebliebenen wurden haben, in diesem östlichen Eldorado sich länger als nöthig auffranzösischen Könige ihren großen Lurus und General v. Stein- gezwungen, die Arbeitsleistung der Abgelegten mit zu zuhalten. Daß aber Leute, die Jahre lang diesen Arbeiten entmet bezeichnete in diesem Sinne die Vermehrung der Armee als übernehmen, wie das namentlich auf den Bahnhöfen und Güter- freindet sind, auch Ihnen das nicht leisten können, was Sie einen befruchtenden Regen für das Land. Ich hätte nicht er- böden eintrat. Wenn solche Maximen allüberall in Reich und beanspruchen müssen, liegt wohl auf der Hand. Aber was steht wartet, daß Herr v. Stumm trotz seiner parlamentarischen Er- Staat beobachtet werden, müssen sie selbstredend den Nothstand denn dem im Wege, daß, wenn in der That, wie Herr von fahrung auf dem Standpunkt des Herrn v. Steinmetz zurück weiter steigern. Die 13 Millionen sind erspart worden an Bötticher behauptete, Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden ist, geblieben wäre.( Heiterkeit.) Die Steuerprojekte tragen dazu Beamtengehältern, an Arbeitslohn! Was bedeutet diese Summe endlich einmal mit einem Arbeitsnachweis von Reichs wegen bei, die ungünstigen Erwerbsverhältnisse nur noch mehr zu ver- für die Arbeiterklasse für einen Ausfall! Welcher Schaden auch vorgegangen wird. Das ist doch der leichteste Weg, um Arbeitsschlechtern. Durchgreifende Maßnahmen erwarte ich von der für die Kleingewerbe, für die Nahrungsmittel- und Verkehrs- fräfte dorthin zu dirigiren, wo Nachfrage vorhanden ist. Wie Regierung nicht, desto mehr erwarte ich aber, daß sie das thut, industrie! Wenn Sie für die kleinen Gewerbetreibenden etwas tönnen Sie einen Mann, der früher einmal im Often gearbeitet hat, was sie thun tann. In erster Linie würde ich erwarten, daß thun wollen, so müßten Sie zuerst dafür sorgen, daß die staatlich dann in Mittel- oder Westdeutschland in der Judustrie thätig ge die Regierung die aussichtslosen Steuergeseze zurückzieht. Solche angestellten Arbeiter gut bezahlt werden, denn wenn eine Klaffe wesen ist, zumuthen, nun völlig mittellos die weite Reise nach Vorlagen, für die eine Mehrheit nicht zu finden ist, hätte man unserer Industriellen durch gutgelohnte Arbeiter Vortheil und dem Osten anzutreten und dort vielleicht doch feine Arbeit zu nicht erst mitbringen sollen. Der Zollfrieg mit Gewinn hat, dann sind es die Kleingewerbetreibenden, die finden. Schon vor Jahren haben wir die staatliche Organisation gar Rußland hat auch die Verhältnisse verschlechtert, das Fleischer, Bäcker, Schuhmacher, Schneider, Wirthe. Hier aber wird eines Arbeitsnachweises gefordert, sie ist aber an Ihrem Wider zeigt ein Zirkular der Handelskammer meines Wahlfreises, wo dieser Gesichtspunkt gänzlich außer Acht gelassen, hier ist nichts als spruch gescheitert. Aber bei allen Gelegenheiten zeigen Sie, daß nach die Bestellungen aus Rußland diesmal fast vollständig aus- Fiskalität, gleichviel ob und welche Nothlage der Arbeiter Sie nicht einmal bereit sind, mit leichter Mühe die Uebelstände ist. Die Minister schließen die Augen, zu heilen, die in der heutigen Gesellschaft ihren Grund haben. geblieben sind, die sonst in der Zeit der stillen Wintermonate vorhanden Beschäftigung brachten. Aehnliche traurige Nachrichten kommen sie haben keine andere Ordre, als so start als möglich auf die Für die Arbeiter, sie mögen noch so elend sein, tritt man nicht aus anderen Gegenden, so aus Oberschlesien. Je länger der Löhne zu drücken, damit möglichst hohe Staatsüberschüsse erzielt ein, aber wenn die herrschenden Klassen den Nothstand für sich Bollfrieg dauert, desto schlimmer wird es werden. Sobald das werden. Nach Zehntausenden zählen die Postverwaltung, die reklamiren, dann herrscht auf allen Seiten Bereitwilligkeit zu Uebereinkommen mit der russischen Regierung hergestellt ist, Marine- und Militärverwaltung, die Bergwerk- und Forstbetriebe helfen. Als ein weiteres Zeichen der allgemeinen Verschlechte sollte man zunächst den alten Zustand zwischen Rußland und ihre Arbeiter; welchen riesenhaften Einfluß kann die Verwaltung rung der materiellen Lebensverhältnisse betrachte ich z. B. auch Deutschland wiederherstellen. Damit wäre den Verhältnissen von den Staatsbetrieben aus auf die gesammten Industrieverhält den Umstand, daß der Getreidet̃onsum auf den Kopf der Bewenigstens die äußerste Schärfe genommen. Dann muß aber niffe ausüben, wenn sie verständige Reformen einleitet. So lange völferung feit den legten 15 Jahren in Abnahme begriffen ist. bald die Entscheidung über den russischen Handelsvertrag der Staat aber als Lohndrücker mit schlechtem Beispiel vor: 1881/82 betrug er 230 Rg., 83/84 184, 88/89 154, 91/92 151 Kg. tommen. Die Herren von der Rechten werden gar nicht im angeht, ist nichts zu hoffen. Nicht nur aber verlangen wir, daß Das sind Thatsachen, die zum Nachdenken auffordern sollten. stande sein, ihren Widerspruch gegen diesen Handelsvertrag auf Staat und Reich zu den anständigen Arbeitgebern gehören, sie Die große Masse lebt heute viel schlechter als vor 15 Jahren. rechtzuerhalten. Es muß biegen oder brechen.( Zustimmung links.) follen auch Maßregeln treffen, nach Möglichkeit mehr Arbeiter Auch der Fleischkonsum pro Kopf geht zurück. In Berlin betrug Das Daniederliegen des Bauhandwerks ist begreiflich bei der als bisher zu beschäftigen, und das ist möglich durch Abkürzung der Konfum 1888: 180 fb., 1889: 170, 890: 147, 1891: Verschlechterung des Realtredits. Um so mehr wird man sich der regelmäßigen Arbeitszeit. Gine Herabsetzung der Arbeitszeit von 140,6 Pfd; in München 1889: 180, 1890: 162,72, 1891: hüten müssen, den Kredit zu verschlechtern, wie man es im Herren- 10 oder 11 Stunden auf 8 würde durch die Steigerung der Nachfrage 158,44 Pfd.; in Leipzig 1890: 108,14, 1891: 98,28, 1892: hause geplant hat. Herr v. Manteuffel hat dabei ohne weiteres nach Arbeitern sofort die Verhältnisse wesentlich verbessern. In Eng- 95,12 Pfd., und in Nürnberg 1890: 132,1, 1891: 127,2, 1892: eine partielle Vermögenstonfiskation der Hypothekengläubiger land wurde im März 1893 von dem Konservativen Gorst ein Antrag 120,3 Pfd. Das sind Zahlen aus verschiedenen Gegenden verlangt, wozu sich noch nicht einmal die einflußlosen Sozial- eingebracht, wonach in den Staatsbetrieben Niemand beschäftigt Deutschlands. Der Konsum von Pferdesleisch und Hundefleisch demokraten aufgeschwungen haben. Ich bedauere, daß die werden solle für einen Lohn, der nicht zum ordentlichen Lebens hat in den letzten Jahren bedeutend zugenommen. Freiherr von Minister sich nicht entschieden ablehnend gegenüber einer solchen unterhalt hinreicht, Arbeitszeit und sonstige Arbeitsbedingungen Stumm meinte, die Gründe, die wir hier vorbrächten, seien Zumuthung verhalten haben. Je nebelhafter ihre Antworten sollten derart sein, daß sie den Privatunternehmern zum Muster immer ein und dieselben. Dasselbe kann ich auch ihm vorhalten. waren, um so mehr geben sie Veranlassung zu Befürchtungen im dienen können. Der Antrag wurde vom Parlament einstimmig Nur eine wunderbare Frage hat er heute zum ersten Male ge fie außerordentlich naiv, ob wir Publikum, die nur zur Verschlechterung des Realtredits führen angenommen und anläßlich seiner Berathung erklärte der Kriegs- stellt, freilich war fönnen. Der Reichsbank- Präsident Roch hat das Festhalten an minister Campbell- Bannermann, er stelle sich vollkommen auf das ihm einen einzigen Arbeiter zeigen könnten, der durch einer soliden Goldwährung als nothwendig bezeichnet; um fo Prinzip des Antrages, welches auch noch auf andere staatliche Unter die Sozialdemokratie reich geworden wäre. Abg. v. Stumm bedauerlicher ist die Erklärung des Ministers, die, wenn sie auch nehmungen ausgedehnt werden müsse. Vor einigen Jahren noch, liebt es, bei allen Gelegenheiten sich mit der Kenntniß nicht so ausgelegt werden muß, so doch so ausgelegt werden kann, erklärte der Minister, würde man es für genügend gehalten haben, der sozialdemokratischen Literatur zu rühmen. Mir scheint, daß als ob die Regierung ihren Standpunkt verändert habe. Die wenn er gesagt hätte: Zu dem Lohn, den wir geben, bekommen er noch sehr wenig Verständniß für diese bekommen hat, sonst Die Meinungen haben sich ge hätte er eine solche Frage unmöglich stellen können. Wir wollen Regierung sollte sich hüten, durch solche Dinge auf eine weitere wir Leute genug. Berschlechterung der Verhältnisse hinzuwirken.( Buruf des Abg. ändert; ich für meinen Theil glaube, daß Hungerlöhne feinen einzelnen Arbeiter reich machen, wir wollen die soziale Rropatscheck: Das war eine Nothstandsrede!) nur Hungerarbeit zur Folge haben; es liegt hier gar feine Frage Lage der gesammten Arbeiterklasse und der ganzen Menschheit Abg. Bebel: Es ist weder Liebknecht noch uns Anderen je der Wohlthätigkeit oder der Menschlichkeit, sondern einfach der bessern. Herr v. Stumm muß sich heute in großer Verlegenheit eingefallen, den heutigen Staat oder das Reich für die sozialen Geschäftstlugheit vor( Hört, hört! links)." Die Folge ist, daß befunden haben, sonst hätte er sich ganz unmöglich auf Mitthei Verhältnisse, wie sie bestehen, verantwortlich zu machen. Wir in den gesammten Staatsbetrieben Englands troß der allgemeinen lungen beziehen können, die im vorigen Jahre bei der Wahlhaben umgekehrt Staat und Reich als nothwendigen politischen Nothlage nicht blos eine allgemeine Lohnerhöhung, sondern auch agitation durch die Presse gingen, und auf die Behauptung, daß Ausdruck, als Produkt bestimmter ökonomischer Verhältnisse allgemein die achtstündige Arbeitszeit eingetreten ist( Hört, hört! die Sozialdemokratie alljährlich immense Einnahmen habe und hingestellt. Wir meinen auch nicht, daß Staat und links). Das Interessanteste für mich ist dabei, daß am 10. Januar daraus eine sehr große Zahl von Leuten sehr gut dotire. Es Reich im Handumdrehen den Nothstand aus der Welt die Kreuz- Zeitung" einen Bericht ihres englischen Korrespondenten wird ihm sehr schwer fallen, auch nur einen reichen Mann in schaffen können, wohl aber, daß sie als große Arbeitgeber darauf über die Sache brachte, der mit den Worten schließt, man habe unferer Partei ausfindig zu machen.( Buruf rechts: Singer!) hinwirken konnten, so viel in ihren Kräften steht, den Nothstand auf Drängen der Sozialdemokraten den achtstündigen Werktag Ich habe ja natürlich nicht die Erlaubniß mich hier über zu beseitigen. Der Staatssekretär will nur einen partiellen Noth- zugestanden, diese Maßregel werde ohne Zweifel Handel und die Vermögensverhältnisse des Abgeordneten Singer auszulassen. stand zugeben, daß er sich aber gemäßigt fah, bei den einzelnen Wandel heben und England auf den Weg des Heiles führen Aber das kann ich sagen: Singer ist kein reicher Mann. Hätte Regierungen in der Eile Erhebungen vornehmen zu lassen, beweist( Große Heiterkeit und Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wenn er für die Wahlen die 10- und 100 000 m. nicht geopfert, die doch, daß er dem Nothstand in diesem Jahre eine größere Be- doch die konservative Partei hier einmal diese Bahnen beschreiten er geopfert hat, dann tönnte man ihn reich nennen. Wo find deutung beilegt, als im vorigen. Im vorigen Jahre stüßte man und Hand in Hand mit uns für den achtstündigen Arbeitstag nun aber die anderen? Das sind also alles Uebertreibungen. fich lediglich auf den Bericht der sächsischen Fabrikinspektoren, eintreten wollte! Aber das gilt ihnen nur für das Ausland, für Da sollen weiter die Einnahmen der sozialdemokratischen Partei welcher nachweifen sollte, daß von einem besonderen Nothstand das Inland sagen Sie: Ja, Bauer, das ist ganz was anders! jährlich 9 Millionen Mart betragen. Unsere Parteigenoffen in Deutschland feine Rede fein tönne. Heute fonnte der Staats- Wir wissen auch warum. Sie fürchten mit einem gewissen Recht, wären viel zu mißtrauisch, wenn wir ihnen nicht öffentlich eine sekretär sich auf diesen Bericht nicht stüßen, denn der Bericht pro daß Ihnen dann noch mehr Arbeiter vom Lande weglaufen. so gründliche und ausführliche Abrechnung gäben, wie sie taum " bier im Reichstage statlfindet. Nicht einmal SOOtKK) M. betragen die Einnahmen. Wie sollen die nun verpulvert werden?! 500 000 M. sollen allein die Gehälter der Redakteure betragen. Wenn jemals eine freche Lüge in die Welt gesetzt ist, so ist dies eine. Nicht ein einziger Redakteur bezieht 10 000 M. Der erste Redakteur des„Vorwärts" bekommt nur den 4. Theil dessen, was der erste Redakteur der„Kreuz-Zeitung" bekommt. In der ganzen deutschen Sozialdemokratie gicbt es keine dreiLeute, die SOOOBt. jährlich haben, und wir sollen 800 solcher haben! Ferner sollen 500 zu Wanderpredigern und Abgeordneten ausgebildet werden, die jährlich 3000 M. beziehen. Eine größere Lügenhaftigkeit, wie in diesem Rechenexempel dem deutschen Publikum geboten ist, ist noch nicht dagewesen. Unsere Redakteure wären sehr froh, wenn sie zährlich 3000 M. hätten, statt 500 giebt es deren jedoch nur 5. L Millionen sollen in lauter derartigen Gehältern verpulvert sein! Ja, glauben Sie denn, daß die deutsche Arbeiterklasse eine solche Geschäftsführung dulden würde? Die Debatten auf dem Berliner Arbeitertag sollten Sie doch eines Besseren belehrt haben. Wie heule ein Mann von der Intelligenz und der Kenntniß wie Herr v. Stumm hierauf verfallen kann, hat mich überrascht. Durch Verwerfung der Militärvorlage sollen wir den Nothstand und die Arbeitslosigkeit vergrößert haben. Also je mehr Sol» daten, desto mehr Wohlstand für die Nation! Dahin führt diese Theorie. Daß aber die Armee wiederum von den Arbeitern er- ballen werden muß, davon spricht Freiherr von Stumm nicht. Seine Gesetzgebung zur Rettung der kleinen Gewerbetreibenden, der Landbevölkerung u. f. w. werden wir dann unterstützen, ivenn wir ernsthaft einmal werden glauben können, daß der Zweck, den Sie erreichen wollen, auch erreicht werden kann. Ten Nachweis hierfür haben Sie noch nicht erbracht. Zunächst sollten Sie so rasch wie möglich Gesetzcsvorlagen, wie sie jetzt wieder vorliegen, beseitigen, um dem Handwerkerstand das Leben nicht noch schwerer zu machen, wie es ihm schon jetzt gemacht wird. Krisen können natürlich nicht aus der Welt geschafft werden. Schon seit dem Sommer 83 haben wir die jetzige Krise und noch ist keine Aufsicht, daß sie sich heben wird, und sollten wir wieder eine Zeit der Prosperität bekommen, so wird sie auch nicht lange dauern, und das ist es, woran Sie zu Grunde gehen werden, das wird Sie kaput machen. Daß solche Zustände, infolge der zu- nehmenden Vervollkommnung der Maschinen zc. eintreten müssen, weiß Jeder, der das vollswirthschaslliche ABC kennt. Wir mit unserer Partei werden wachsen, Sie aber, Freiherr von Stumni werden mit ihrer Partei immer kleiner werden. Es kann sich nur noch darum handeln, wann der große Kladderadatsch kommt, er wird viel früher kommen, als Sie es erwarten. Freiherr v. Stumm ist auch aus die Vorgänge hier in Berlin am Donners- tag zu sprechen gekommen.'Mir ist nur eins überraschend: Herr v. Stumm als einfacher Abgeordneter weiß mehr als der Staatssekretär!(Sehr richtig!) lin�s.) Der Staatssekretär hat sich in einer großen Reserve gehalten; er hat nur ge- sagt: amtlich ist uns nichts bekannt, ergo sind keine Mißhandlungen vorgekommen. Das ist ein außerordentlich bequemes Mittel, sich aus der Affäre zu ziehen. Daß sich die Leute, welche mißhandelt sind, nicht bei der Polizei. beschweren, ist ganz selbstverständlich, das hieße den Teufel bei seiner Großmutter verklagen!(Heiterkeit.) Tie ganze Sache hat den Eindruck gemacht, als ob sie von langer Hand vorbereitet ist.(Abg. Kropatscheck: Die alte Geschichte I) Ja wohl, die alte Geschichte!(Abg. Kropatscheck: Und immer noch nicht bewiesen! Präsident v. Levetzow: Herr Abgeordneter, ich bitte den Redner nicht fortwährend zu unterbrechen!) Soll ich Ihnen das alles wiederholen, was ich Ihnen zur Zeit der Erneuerung des Sozialistengesetzes hier vorgetragen habe und was vom Bundesrathstisch nicht widerlegt werden konnte? Soll ich Sie erinnern an die Ihring-Mahlow, Schröder, Kauismann, Friedmann und Ober- nindcr, der jetzt hier Redakteur am„Volk" ist.(Ruf links: Parteigenoffe von Kropatscheck!) 1883 haben wir es erlebt, daß in einer Anarchistenkonferenz von 13 Mann, 4 königlich preußische Beamten waren, als die Mordlhaten beschlossen wurde», die in Stuttgart Wien u. s. w. verübt wurden. Schröder, der der Konserenz präsidirte, bezog damals schon 230 Mark Monatsgehalt vom Polizeidireklor Krüger. Wenn solche Tinge vorgekommen sind, so ist es erklärlich, daß wir außerordentlich mißtrauisch geworden sind, und wenn wir die Vorgänge der letzten Tage betrachten, so müssen wir auch heute glauben, daß sie von der Polizer provozirt sind. Einer meiner Parteifreunde hat am Donnerstag in der Pferdebahn ge- sessen, in welcher sich auch zwei Garde-Ofsiziere befanden, die sich darüber unterhielten� was heute im Friedrichshain vorgehen sollte. Ter«ine meinte, heute würde es etwas geben, Militär sei konsignirt. Mit einem Blick auf den bedeckten Himmel sagte der andere: Heute ist's feucht, heute wird's nicht.(Grope Heiterkeit) (Ruf rechts:' Was soll das bedeuten?) Es ist eine alte bekannte Sache, daß eine Revolution nicht an einem Regentage gemacht wird.(Ruf: Was wolle» Sie damit beweisen?) Das soll beweisen, daß unter den Oifizieren bereits bekannt war, daß irgend ein Plan bestand, die Massen zu provoziren.(Gelächter.) Man muß nur die Rede des Freiherrn v. Stumm von heute und sonst hören, um zu begreifen, was die Herren wollen. Sie wollen ein Sozialistengesetz und ärgern sich, daß die Sozial- dcmolratie so vernünftig ist. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß die Vorgänge der letzten Zeit, die Dynamitaltenlate in Frankreich, Italien und Spanien, in hobem Grade die bürgerliche Gesellschaft beunruhigen und das Gefühl wachrufen: wie lange wird es dauern, da haben wir in Deutschland dieselben Zustände. Sie, Freiherr v. Stumm, sprechen das aus, was die Herren dort drüben zusammen denken. Sje sind der Draufgänger(Heilerkeit). Es ist unser aller Gefühl, daß die Polizei mit Absicht provozirt hat und sie hat es gewünscht, daß die versammelte» Arbeitslosen sich den Brutalitäten der Polizei gegenüber widersetzen möchten, um eine Gelegenheit zu haben, einmal ordentlich dreinhauen zu können, um den Eindruck hervorzurufen: Da seht Ihr. wohin die sozialdemokratische Agitation führt. Hätten die Arbeitslosen die Provokation sich nicht ruhig gefallen lassen, dann wären im Augenblick aus den verschiedenen Gehöften und Häusern ha: fenweise versteckte Schutzleute ge- kommen' und hätten mit der blanken Waffe dreingehaue». Man hätte endlich gehabt, was man sich lange gewünscht hat. In der gesamnite» Berliner Presse ist nicht ein einziges Organ, das behauptet hätte, daß die Arbeitslosen ihrerseits provozirt hätten. Die Polizei mag ja geglaubt haben, es möchte zu ähn- lichen Assären wie im vorigen Jahre kommen, das will ich nicht bestreiten, aber das war kein Grund ohne jede Veranlassung auf die Massen loszufahren und sie mit Gummilchläuchen zu trakliren. Es ist mir erst heule berichtet worden, daß in großer Zahl, zum Theil in zerlumpter Kleidung die Geheimpolizisten unter die Massen gesteckt wurde», um dann auf diese zu schlagen. Nicht anders ist es in voriger Woche in Schöneberg gewesen. Dort ist eine Versammlung ausgelöst aus grnnd des§ 5 des preußischen Vereinsgesetzes, obgleich dieser gar keine Handhabung zur Auflösung bietet. Eine Stunde vor der Versammlung erzählte mir ein Parteigenosse, Freitag Nachmittag habe die Polizei in allen Häusern Unier- suchungen angestellt und es habe ihm ein Polizist auf die Frage was er in dem Hause suche, geantwortet, wir brauchen einen Raum, nm ca. 20 Mann unterzubringen, es ist etwas im Werk (hört! hört! links). Man sieht, daß überall die Polizei ihre Maßregel» trifft, um nach Möglichkeit die Massen provoziren zu können. Sie dürfen versichert sein: die deutsche Sozialdemokratie läßt sich nicht provoziren; sie wird alles aufbieten, damit die deutsche Polizei und die deutsche Bourgeoisie keine Möglichkeit bekommt, gegen sie mit Ausnahmegesetzen vorzugehen. Wir sind uns vollkommen bewußt, wie unendlich zahlreiche Bürgerherzen Tag für Tag puppern, wenn sie die Zustände sehen. welche mit jedem Tage schlimmer werden, wie alles daraus hinausgeht die Unzufriedenheit mit jedem Tage stärker zu machen und damit die Gefahr einer Kala- strophe näher rückt. Wir werden uns hüten,' Wasser für Ihre Mühlen zu liefern. Anderseits müssen wir energisch ver- langen, daß die Staatsbehörden die Gesetze innehalten, welche zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung entlassen sind, daß sie selbst diese Ruhe und Ordnung nicht stören. Das haben sie aethan, und wir verlangen deshalb, daß die höheren Staats- behörden eine strenge und genaue Untersuchung einleiten, wie es kam, daß sich die Berliner Polizei aus die Arbeitslosen stürzte und zahlreiche Personen verwundete. Wir verlangen endlich, daß die Staatsbehörden den Nothstand zwar nicht beseitigen. aber mildern, denn wir sind so objektiv, daß wir von Ihnen nicht mehr verlangen, als Sie zu leisten vermögen. Aber was Sie zu leisten vermögen, das sollen Sie auch leisten. Wollen Sie dies nicht, die Folgen kommen auf Ihr Haupt!(Beifall bei den Sozialdemokraten). Staatssekretär v. Bötticher: Hat der Vorredner Abhilfe- mittel, dann mag er sie in Form von Anträgen bringen und dann wird das Haus darüber befinden. Bezüglich des Angriffs auf die Polizei kann ich nur erklären, daß ich den Bericht der Polizei so lange für richtig halten muß, bis mir das Gegentheil bewiesen ist. Mich können die Berichte der Presse, deren Ur- sprung ich nicht kenne, nicht bestimmen, die Polizei einer Ver- letzung der Ordnung zu zeihen. Wenn man die Beweisstücke prüft, die Geschichte von dem Gespräch zweier Offiziere in einem Omnibuswagen, die Erkundigung der Polizei nach Räumen, um Schutzleute unterzubringen, lassen diese aus eine Provokation schließen. Bei den Bürgern werden Sie dafür keinen Glauben finden. Ich verwahre die Polizei dagegen, daß sie ihre Pflichten verletzt hätte.(Beifall rechts.) Abg. Möller(natl.): Die Arbeitslosigkeit gehört zur Sig- natur der jetzigen Jahreszeit; namentlich stellen die Bauarbeiter ein großes Kontingent der Arbeitslosen. Was Herr Bebel über den Rückgang des Fleisch- und Getreidekonsums angiebt, erscheint mir nicht recht glaubhaft Ich weiß nicht, worauf er seine Statistik begründet; sie muß falsch sein. Mit Herrn Richter stimme ich ganz überein in Bezug auf die Frage der Arbeits- losigkeit. In gewisser Beziehung herrscht immer Arbeitslosigkeit; das wird nicht einmal durch den sozialdemokratischen Staat zu ändern sein. Daß innerhalb gewisser Grenzen ein Nothstand be- steht, wird niemand bestreiten, der im geschäftlichen Leben steht; aber der Nothstand besieht in viel höherem Maße bei den Unter- nehmern als bei den Arbeitern, trotzdem der Absatz viel- leicht ein größerer gewesen ist als früher, wofür die Statistik des Post- und Frachtverkehrs spricht. Daß der Nothstand jetzt größer sein soll als im vorigen Jahre, trifft nicht zu. Aus Stuttgart wird gemeldet, daß bei Nothstandsarbeiten diesmal nur 167, im vorigen Jahre aber 330 Arbeiter beschäftigt waren. Zu einem Abschluß über die Frage der Arbeitslosigkeit kann man nur durch eine gewissenhafte Statistik kommen. Was bis jetzt vorhanden ist, ist nur Stückwerk. In Mannheim haben sich über 500 Arbeitslose gemeldet, aber nur 100 haben die Arbeit angenommen; daß die Uebrige» kümmerliche Existenzen, die nicht kräftig genug zur Arbeit sind, sein sollten, kann man doch nicht annehmen, es werden Viele darunter sein, die nicht arbeiten wollen; Und diesen Faulen will man ja auch im Zukunftsstaat den Brot- korb Höher hängen. Daß die Lebensverhältnisse der Arbeiter sich gebessert haben, ist statistisch festgestellt, es wird nur beklagt, daß die Wirkung dieser Steigerung aus das Land sich nicht schnell genug vollzieht, trotzdem schon jetzt die Landwirthe unter den steigenden Löhnen leiden. Geht aber mit der Lohnsteigerung nicht eine Steigerung der Arbeitsleistungen Hand in Hand, dann werden wir der Konkurrenz der Nachbarländer unter- liegen. Tie achistündige Arbeitszeit ist in England eingeführt in Staatsbetrieben und geivissen Betrieben der Privatindustrie. Aber es hat sich herausgestellt, daß durch die allzu große Ab- kürzung der Arbeitszeit die Intensität der Arbeit zum Schaden der Arbeiter gesteigert wird. Daß England uns etwas voraus sein kann, liegt in seiner älteren industriellen Entwicklung; wir sind auf dem Wege, England baldigst zu solgen. Vor einem zu schnellen Vorgehen muß aber gewarnt werden, weil sonst die Arbeilslosigkeit in erheblichem Maße gesteigert werden könnte. Um 51/4 Uhr wird die weitere Berathung bis Dienstag, I Uhr, vertagt. LoltQles. Sie leben noch! Eine große öffentliche Protest- Versammlung gegen die jüngsten Ausschreitungen der Berliner Polizei am Friedrichshain ist zum nächsten Mittwoch nach Hensel's Saal, Jnvalideustr. 1, einberufen worden. Ja, aber von wem denn? Staune, Berlin, ob der aufsässigen Gewalten, die die glorreichen Thaten des 16. Januar auch bei polizeisronimen Naturen geweckt haben. Diese Protestversamm- lung wird einberufen nicht von Sozi'ldemokraten, sondern von Leuten, die noch nicht den Glauben an die Gerechtigkeit in der Welt verloren haben. Der d e u t s ch f r e i s i n n i g e Arbeiterverein Berlins rafft sich auf aus seiner Veilchen- blauen Verborgenheit und reckenhaft emporgehobenen Hauptes kündigt er an, daß in der besagten großen Prolest- versanunlung Abgeordnete und andere hervorragende Redner der freisinnigen Aolkspartei das Wort nehmen und im übrigen Mitglieder aller Parteien Zutritt haben werden. Woher dieser Muth? Wiv glauben nicht fehlzugehen in der Annahme, daß es der Wagemuth der Verzweiflung ist, der die freisinnigen Volksparteiler zu so ungeheuerlichen Thate» treibt. Weiter kann es mit ihnen nicht heruntergehen, also schnell die lahmen Beine erhoben und den Volkslribnnen herausgekehrt! Die Sache liegt insofern ja auch höchst günstig, als wirklich ernsthafte Zusammenstöße mit der Regierung ja voraussichtlich ausgeschlossen sind. Denn mit der Anführung der bedauerlichen Thalsache, daß die Landrathskammer amTönhoffsplatz der Frei- sinnigen nicht genug zähle, um die zu einer Interpellation wegen der Polizei-Attacke nöthigen Stimmen zusammen zu bringen, werden die braven Helden sich jedenfalls jedes Versuchs, den Minister des Innern vor die Schranken zu fordern, von vorn- herein entheben. Lieber eine Volksversammlung, vor der man nicht zu fürchten braucht, daß man an seiner Reputation leide, wenn man sich zu einer„Aktion" aufrafft. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, und wäre es den Freisinnigen ernsthaft darum zu thun, dem System auf die Finger zu klopfen, sie könnten schon im Abgeordnelenhause Mittel und Wege finden. � Freisinn und Feigsinn sind aber Begriffe, die sich decken— wenigstens im Polizeistaat Preußen. Arbeiter-Bildungsschule. In der Südost-Schule fällt am Dienstag Abend der Unterricht in der Mathematik aus. Als Schacher bezeichnete vor einiger Zeit Genosse Singer in der Stadtverordneten-Versammlung das Gebahren der Stadt Berlin bezüglich der Gaspreise. Auch in Bezug auf die Wasser- preise kann man schwerlich ein anderes Wort finden, wenn man bedenkt, daß die Stadt sich den Kubikzentimeter mit durchschnitt- lich 20 Pf. bezahlen läßt, während sie die Selbstkosten zu 10—11 Pf. angiebt. Hier hat die Stadt übrigens noch, genau wie beim Gas, den Preis des im öffentlichen Interesse ver- brauchten Wassers zu den Herstellungskosten geschlagen; thut man das nicht? so ergiebt sich bei einer Einnahme von 6»/« bis 7 Millionen Mark der ungeheure Reingewinn von 4 Millionen Marl. Für die angeschlossenen Häuser stellt sich das Verhältniß im Durchschnitt: Einnahme der Stadt für Wasser 301 M. Ausgabe„„„ k32„ Also ein wucherischer Gewinn von ISS M. oder 128 pTt. Bepiepmaht wurden beim vorgestrigen Krönungs- und Ordensfeste drei der auserlesensten Führer des Berliner Frei- sinns. Es sind dies die Herren Oberbürgermeister Zelle, Stadtbaurath H o b r e ch t und Herr Alexander Meyer, der berühmte Eier-Meyer. Ihre bewundernd und neidisch zugleich zu ihnen emporblickenden Parteigenossen zerbrechen sich die Köpfe darüber, ob eine sanfte Haltung in der Ententeich- Frage oder die forsche Haltung bei den Nothstands- Verhandlungen eher zn so hohem Glück verhelfe. Hoffentlich hilft beides zum fröhlichen Gedeihen und sehnsüchtig blicken auch wir auf die Zeit, wo jeder brave Freismnsmann in der Stadtverordneten-Bersamm- lung das mangelnde Licht in seinem Kopfe durch die strahlenden Sterne an seiner zottigen Mannesbrust ersetzt findet. Hallelujah! Der Mann mnßte es ja besser wissen! Zu der Thätig- keit der Telegraphenbeamten als Depeschenzensoren sei noch an- geführt, daß ein solcher Mann die auf die Schrcckensaffäre vom Donnerstag bezüglichen Telegramm eines hiesigen Depeschen- büreaus mit dem Bemerken beanstandete, es herrsche in Berlin keine Aufregung über die denkwürdige That des 13. Januar! Ob der brave Beamte seine Informationen aus amtlicher Quelle geschöpft hat? Im Zirkus Schumann gelangte seit einigen Tagen vor stets vollbesetztem Hause„Die Fuchsjagd a la Bolton", welche aus zwei Abtheilungen, dem Rendezvous- Platz im Busch und der eigentlichen Jagd besteht und welche ein höchst inter- essantes, mit komischen Intermezzos verbundenes Jagbbild ist, mit neuer Ausstattung zur Ausführung. Die Jagd, in welcher sich Adolf Schumann als Fuchs auf seinem phänomenalen Spring- pferdei„Ri>lglert" besonders auszeichnet, wird in allen ihren Evolutionen von allen dabei betheiligten Reitern und Reiterinnen' schneidig zur Ausführung gebracht. Mit kaum glaublicher Sicher- heit nehmen die dabei betheiliglen Springpferde die ihnen dar- gebotenen Hindernisse, wie Hecken u. s. w.— Der Mazurka ä la Postillon, von dem Balletmeister Riegel nach der beliebten Melodie aus dem Ballet„Excelsior" arrangirt, verlangte bei seiner Schwierigkeit nicht allein eine große Aufmerksamkeit, sondern vor Allem auch eine vollendete Technik der Tanzenden und wurde tadellos ausgeführt. Wenn man in der Nummer von der Jagd Liltle Freed in der Vorführung seiner so vor- züglichen eigenartigen Dressur seiner Hunde, Schwein und Esel bewundert, so soll man nicht glauben, daß der schmucke, galante Oberförster, der die anmuthige Gastwirthstochter(Frl. Wolf) nimmt, Little Freed ist. Olschanski karrikirte den dummen, be- stechlichen Hausknecht ganz vortrefflich. In der Vorstellung, die wir besuchten, wurde nach Schluß der Jagd Direktor Schumann stürmisch gerufen und ihm beim Erscheinen in der Manege lauter Beifall zu Theil. Mit der Jagd, die ein Zugstück bilden wird, hat Direktor Schumann einen glücklichen Griff gethan und dürfte ohne Zweifel stets ein volles Haus haben. Eine sogenannte Razzia, welche die Polizei Freitag Abend in der Oranienstraße veranstaltete, erregte berechtigtes Aufsehen. Um 6 Uhr erschienen in dem Lokal Oranienstraße 103 unter Führung eines Lieutenants mehrere Polizeibeamte und unter- suchten, nachdem sie die Ausgänge versperrt, die im Lokal be- findlichen Gäste auf ihre Personal-Legitimationen hin. Die als verdächtig erklärten wurden in Trupps von ca. 20 Mann unter starker Bedeckung nach der Wache in der Alexandrinenstraße eskortirt.— Die Polizei mag vielleicht die Prüfung der Legiri- mation rechtfertigen, aber sollte sich das nicht anders bemerk- stelligen lassen, als daß sie die armen Teufel durch Schutzleute rechts und links flankirl durch die Straßen transportiren läßt? lieber den Selbstmord eines Kindes geht uns wiederum ein Bericht zu. Sonnlag Morgen gegen 7 Uhr rannte ein Kind durch die Regentenstraße und stürzte sich dann kopfüber in den Landwehr-Kanal. Das Wasser wurde sofort abgefischt und es gelang auch, die Leiche des Krudes zu landen. In ihr ist die 15 Jahre alte Tochter Anna der Schwerinstr. 15 wohnenden Arbeiter Wolfram'schcn Eheleute erkannt worden. Das Mädchen hatte die Nacht in der elterlichen Wohnung zugebracht, war aber frühzeitig aufgestanden und hat, ohne daß eine äußerliche Ver- änderuna an ihm bemerkt worden wäre, den Sprung in das Wasser gemacht. Ueber die Veranlassung dazu soll den Eltern jede Erklärung fehlen. Mord? Gestern(Montag) Nachmittag um 5l/s Uhr kam der Maschinenschloffer Eimncyer aus das Bureau des 7. Polizei- reviers mit der Meldung, daß in der Borsigstraße 31 vier Treppen hoch belegenen Wohnung seiner Schwägerin, der unverehelichten Schneiderin Kohagen, eine Prostituirte in ihrem Bette ermordet aufgesunden sei. Der Polizeilieutenant Hennedie begab sich so- fort an Ort und Stelle und ermittelte den folgenden That- bestand. Vor etwa 4 Tagen zog ein Mädchen zn der Kohagen, das sich Anna Winkler nannte und Dresdenerstraße 104 gewohnt haben wollte. Anna Winkler gab an, daß sie unter Aussicht der Sittenpolizei stehe und miethete ein Zimmer mit besonderem Eingange vom Treppenflure aus. Dies Zimmer hat zwei Fenster nach der Straße zu; an der linken Längswand steht das Bett mit dem Kopsende am Fenster. Hier lag die Winkler halb angekleidet mit halb geöffnetem Schnür- leib als Leiche. Der Kops befand sich am Fußende der Bettstelle und war mit einem Kissen zugedeckt. Erne Freundin von der Ermordeten, die unverehelichte Günther, ist mit ihr aus den Straßen auf und abgegangen und hat dann bemerkt, daß die Winkler mit einem ziemlich stark beleibten Herrn, der den linken Fuß etwas nachschleppte, einen hellblonden Schnurrbart hatte, einen goldenen Kneifer trug und an der linken Wange eine Warze oder einen Leberfleck hatte, nach Hause gegangen sei. Die Günther hat auch beide Per- sonen vor dem Hause Borsigstraße 31 getroffen, wo der Un- bekannte auch sie gebeten hat, in seiner Gesellschaft zu bleiben. Die Günther hat sich dann aber von Beiden getrennt. An der Leiche sind bis jetzt Verwundungen, die auf einen gewalt- samen Tod schließen lassen, nicht wahrgenommen worden; anderen- seils scheint das über die Tobte gedeckte Kissen auf einen Ge- waltakl schließen zu lassen. Die ganze Sachlage ist noch etwas verworren und läßt ein auch nur annähernd klares Urtheil noch nicht zu. Die Mnsterpatriote», die die Schloßwache �regelmäßig in Ballonmützen oder auch Cylinderunisorm begleiten, gaben am Sonntag Mittag bedenkliche Anzeichen einer Fronde zu erkenuea. Als ein Schutzmann an der Ecke der Wilhelmstraße und der Straße Unter den Linden dem ausziehenden Militär Platz machen wollte, wurde seine Antwort mit einem Radau beantwortet, der fast an den Lärm der nothleidenden Agrarier in der Tivoliversammlung erinnerte. Der Schutzmann verfuhr aber weniger glimpflich mit den Patrioten zu Fuß, als man mit den gröhlenden Champagner- unkern verfahren war, und verhastete zwei der hauptsächlichsten kandalmacher. In schrecklich verstümmeltem Zustande wurde am Sonnlag früh bei der Stalion Großbeeren ein Eisenbahnbeamter durch den Maschinenführer des Güterzuges 507 auf dem Geleise aufgefunden. Bei näherem Nachsehen ergab sich, daß dem Un- glücklichen, der bereits todt war, beide Beine vom Körper ge- trennt waren. Durch drahtliche Anfrage auf dem Güterbahnhofe in Teinpelhof wurde festgestellt, daß der Bremser E., der den Güterzug 502 begleitet hatte, vermißt wurde. E. muß etwa um 1>/4 Uhr Nachts von dem Zuge, aus dem er saß, heruntergefallen und Übersahren worden sein. Ob er eingeschlafen war oder aus einer anderen Veranlassung herabgestürzt ist, hat sich bisher nicht feststellen lassen. Ein von dem Polizei-Sekretär a. D. Mündel verübter Ueberfall auf eine Dame fand vor einigen Tagen vor dem Schöffengericht des Landgerichts I in einer Anklage wegen Körper- Verletzung seinen Abschluß. Am Abend des 11. November v. I. Herr Brandenburg, Albertstraße 10 theilt uns zu dem türzlich gemeldeten Selbstmorde des Kohlenhändlers Wagner mit, daß die Tochter des Verstorbenen nicht die Ursache zu dem Selbstmorde gegeben habe. Gründe für die That seien nicht vor: handen gewesen. überfiel der Angeklagte in einem dunklen Theil der Elbingerstraße| Gesellschaft in diesem Gebäude eine Sigung hielt. Verursacht| zerschmettert.- Nachmittag? wurde eine Frau in ihrer Woh eine Dame und schlug sie mit einem Spazierstock derart über den wurde dies Malheur dadurch, daß der Treibriemen der nung, in der Köpnickerstraße, erhängt vorgefunden.- Abends Kopf, daß fie eine flaffende Wunde am Auge davon trug. Die Maschine riß. wurde vor dem Hause Danzigerstr. 2 ein Mann anscheinend Dame flüchtete in ein in der Nähe des Thatortes belegenes Geschwer betrunken auf der Straße liegend vorgefunden und nach schäftslokal, wo ihr die erste Hilfe zu Theil wurde. Troß seines der Wache des 88. Polizeireviers gebracht, wo er nach zwei Leugnens wurde der Angeklagte in der betr. Verhandlung für Stunden, ohne zur Besinnung gekommen zu sein, plöglich starb. überführt erachtet und zu 150 M. Geldstrafe verurtheilt. Am 21. d. M. Vormittags wurde im Landwehrkanal, gegenüber dem Hause Königin- Auguftastr. 29, die Leiche einer etwa 25 Jahre alten Frau angeschwemmt. Vor dem Grundstück einen umfallenden Thürflügel getroffen. Es erlitt einen Bruch Sloedenstr. 6/7 wurde Mittags ein sechsjähriges Mädchen durch des Oberschenkels. Brände statt. Am 20. und 21, d. M. fanden zwölf Ein Mordprozeß, dem ein Sachverhalt zu Grunde liegt, ähnlich den düstern Bildern, die Zola in seinem bekannten Roman Mutter Erde" entwirft, wurde am Donnerstag und Freitag vor dem Schwurgericht zu Breslau verhandelt. Der Stellenbefizer Wilhelm Rösler aus Romoltniß hatte mit seiner Ehefrau die ihm lästige Leibdingerin Schmidt, eine 77jährige Wittwe, zu vergiften versucht und schließlich erwürgt. Rösler wurde zum Zode und zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe verurtheilt, seine Frau erhielt sechs Jahre Zuchthaus. Die mitangeklagte hoch betagte Mutter der Angeklagten wurde freigesprochen. beim Berlaffen eines Schanklokals in der Gartenstraße von drei Polizeibericht. Am 19. d. M. Abends wurde ein Arbeiter unbekannten Personen überfallen und derartig geschlagen, daß er mit schweren Verlegungen, insbesondere am Kopfe, nach der Klinit in der Ziegelstraße gebracht wurde. Am 20. d. M. früh wurde im Thiergarten, auf einer Bank in der Nähe des Brandenburger Thores, ein Mann todt vorgefunden, der sich nach vorgefundenen Schriftstücken zweifellos selbst vergiftet hatte. Auf dem Grundstück Schulstr. 43 wurde einem fünf Das elektrische Licht verlöschte am Sonnabend Abend im Jahre alten Knaben, der ein zum Beschlagen bereitstehendes Pferd Museum für Völkerkunde plöglich, während die Anthropologische geneckt haben soll, durch einen Hufschlag der Unterkiefer Die Stelle des Bürgermeisters Der Stadt Mainz ist mit Wirkung vom 1. April 1894 qb nach Maßgabe Der Bestimmungen der Städte- Ordnung für das Großherzogthum Hessen anderveit zu besetzen. Die Wahl des Bürgermeisters erfolgt zunächst auf eine Amtsdauer von zwölf Jahren durch die Stadtverordneten- Versammlung und unterliegt der Bestätigung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Heffen. Das pensionsberechtigte Jahres gehalt der Stelle wurde auf 10 000 m. bestimmt, wozu weiter noch ein Repräsentationsgehalt von 2000 m. jährlich gewährt wird, das bei Berechnung eines etwaigen Ruhegehalts aber nicht in Betracht genommen wird. Der Bürgermeister ist berechtigt und verpflichtet, sofern er bei seiner Anstellung das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, der Wittwen= und Waifen- Anstalt für die Angestellten der Stadt Mainz beizutreten. Bewerber, welche die Befähigung für Das Richteramt oder den höheren Verwaltungs- oder Finanz- oder technischen Staatsdienst nachzuweisen vermögen, werden hiermit eingeladen, ihre Bewerbungen, welche eine ausführliche Schilderung des Lebenslaufes und der bisherigen Wirksamkeit, sowie die erforderlichen Unterlagen für die Beurtheilung der Vorbildung enthalten müssen, mit der Aufschrift: Bewerbung um die Bürgermeisterstelle", versiegelt, bis längsteus den 15. Februar 1894 bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. " Mainz, den 17. Januar 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainz. Neinach, Beigeordneter. AD11 efund Albrecht's 2 Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8 Langestr. 26, Falkensteinstr. 28 KRONE 1000 37 54 GARN YARDS 50589* Bestes Nähgarn! 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen: Internationales aus dem„, Volksstaat" ( 1871-1875). Bon Friedrich Engels. 72 Seiten 8° Peris 30 Pf.- Wiederverkäufer Rabatt. Inhalt: Vorwort. II. Die I. Abermals Herr Vogt( 1871). Bakunisten an der Arbeit( 1873). III. Zwei Flüchtlingskundgebungen: a) Eine polnische Proklamation( 1874). b) Programm der blanquistischen Kommuneflüchtlinge. IV. Soziales aus Russland 1875. Nachwort hierzu 1894. -Die Neuauflage der hier gesammelten, f. 3. im Boltsitaat" und zum Theil noch in Broschürenform erschienenen Abhand lungen ist gerade im gegenwärtigen Moment von besonderem Interesse. Namentlich trifft das zu auf, Die Bakunisten an der Arbeit" und das Programm der blanquisti: schen Kommuneflüchtlinge". In ersterem Aussage schildert Engels das schmähliche und die Interessen der Arbeiterflasse schädigende Treiben der Anarchisten und liefert in der Geschichte des 73er Aufstandes in Spanien den Nachweis, wie die auch heute von einer gewissen Seite immer wieder erhobene Forderung der Enthalung vom politischen Kampf in der Praxis stets darauf hinauslause, die Interessen der Bourgeoisie und der Reaktion zu fördern, und wie die Deklamationen vom allgemeinen Weltstreit auch in jenem spanischen Ausstande an den politisch- ökonomischen Thatsachen scheitern mußten. Die Kritik des Blanquistischen Flüchtlings- Programmes von 1874 ist gerade jetzt um so interessanter, als die Gruppe der Blanquisten, die damals zum ersten Male sich zum jezigen deutschen Kommunismus bekannten, daneben aber den Standpunkt der„ revolutionären That" einnahmen, heute unter Führung ihres bedeutendsten Kopfes Baillant in die französische Deputirtentaminer eingetreten und mit den„ Marxisten" in die gleiche Kampflinie eingeschwenkt sind. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des Vorwärts". Frauen und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 24. Jannar, Abends 8 Uhr, im Kolberger Salon ( oberer Saal), Kolbergerstr. 23: Versammlung der Filiale Gesundbrunnen. Tages- Ordnung: 460/8 1. Vortrag des Genossen Adolf Hoffmann aus Pankow über:„ Die Frau in der Dichtung und in der Wirklichkeit." 2: Diskussion. 3. Ausnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Gold-, Silber-, findet ellersammlung statt. Alfénidewaaren( Eig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Herren und Damen als Gäste willkommen. 3nr Deckung der Unkosten Avis! Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß unsere Filiale Gesundbrunnen" von jest an Filiale„ Nord" heißt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Montag, den 29. Januar cr., Abends 8½ Uhr bei Bolt, Alte Jakobstr. 75( oberer Saul): !! Roh- Tabak!! General- Versammlung. Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, in billigster Preislage, empfiehlt Tages- Ordnung: = 432/2 1. Abrechnung von 4. Quartal 1893. 2. Bericht der Ortsverwaltung, der Beisitzer, der Werkstatt Kontrollfommission und des Arbeitsvermittlers. 3. Ergänzungswahl der Ortsverwaltung. 4. Verbandsangelegenheiten und Heinr. Franck, andlung, Verschiedenes. RohtabakBrunnenstr. 185. Formen( Bockfoorn) wieder vorräthig. Roh- Tabak A. 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Vortrag des Rollegen Wiedemann. 2. Diškussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen in allen Versammlungen ist erforderlich. Die Ortsverwaltung. 431/20 Altes Schüßeuhaus, Lintensir. 5, Betten, schöner Stand, neu, 22 M., 1381b empfiehlt seine Säle. Sonntag, den zu vert. Reichenbergerstr. 176, vorn H. Jankowski, Gastwirth. 118. März, ist noch zu vergeben.[ 12866 2 Tr. r. 1322b Am Freitag, den 12. Januar, hat einer unserer Mitarbeiter eine grauleinene Brieftasche mit mehreren an den Vorwärts" gerichteten Briefkasten- Anfragen verloren. Vermuthlich ist die Tasche in einer Droschke liegen geblieben. Der ehrliche Finder wird gebeten, sie auf der Redaktion abzugeben. Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Rum, echt und Façon, Literflasche 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Inhaber: 609M Eugen Neumann& Co., Conrad Neumann, 6a. Belle- Alliance- Platz 6a. E Neue Friedrichstr. 81. Oranienstr. 8. Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. 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Jkaria Speranza. -Schlußbemerkungen.- Ans bang: Stommunistisches Glau bensbekenntniß. Literatur. Dem Werke ist ein sehr schönes Porträt Cabet's vorgeheftet. ReichstagswahlStatistik ist soeben erschienen unter dem Titel: Die Parteien des Deutschen Reichstages, ihre Programme, Entwicklung u. Stärke. Von Dr. Adolf Braun. 40 S. Großquart. Preis 40 Pf. Bei den früheren Ausgaben der Reichstagswahl- Statistit wurde es, besonders seitens der agitatorisch thätigen Genossen, als eine bedauerliche Lücke empfunden, daß die Programme der verschiedenen politischen Parteien, die bei den Wahlen werbend auftreten, nicht ihrem Wortlaute nach beigefügt waren. Diesem Mangel ist in der neuesten Ausgabe abgeholfen und nicht blos das, sondern durch kritische Vorbemerkungen und Gegenüberstellung der früheren Programme, ziffernmäßige Darstellung der Stärke der Parteien, Wachsthum oder Abnehmen der Parteien, ist der Werth diefer neuen Ausgabe wesent lich gesteigert worden, so daß eigentlich jeder politisch thätige Staatsbürger im Besige dieses historisch statistischen Nachschlageheftes sein sollte. Buchhandlung des ,, Vorwärts". = Empfehle mein Geschäft in friscдen Blumen und Kränzen. 5441 L* Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. 5437 1.* РЕКГІЙ HECH R.HECHT BERLIN Stempelfabrik - von: R. Hecht BERLIN S. Oranienstr. 55 liefert schnell und billig alle Arten Stempel. 500 Gelegenheitskauj für Wiederverkäufer. billigste Bezugsquelle. moderne Frauen- u. 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Die Versammlung ist der Ueberzeugung, daß Krisen, wie die gegenwärtige, mit dem bestehenden kapitalistischen Wirthschaftsfyftemuntrennbar verbunden sind und nur beseitigt werden können, wenn an Stelle der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein auf Gleichberechtigung Aller beruhendes Gütererzeugungs und Austausch System Platz greift, wie es der Sozialismus erstrebt. Die gegenwärtig herrschende Noth, welche bei den meisten der Betroffenen durch die lange Dauer der Arbeitslosigkeit, wie durch die Härten des Winters den höchsten Grad erreicht hat, erheischt jedoch gebieterisch fofortige und ausreichende Hilfe. Die Versammlung verlangt daher, daß in erster Linie die Behörden in Reich, Staat und Gemeinden der Verpflichtung nachkommen, der zu einer öffent lichen Ralamität gewordenen Arbeitslosigkeit dadurch nach Möglichkeit zu steuern, daß sie durch sofortige Inangriffnahme von Arbeiten im allgemeinen Interesse Beschäftigung schaffen und durch die Verkürzung der Arbeitszeit der in den Gewerbebetrieben des Reichs, des Etaats und der Gemeinden beschäftigten Arbeiter die Einstellung bisher unbeschäftigter Personen ermöglichen. Eine Weigerung der in Frage kommenden Behörden, in dem verlangten Sinne vorzugehen, erachtet die Versammlung als schwere Schädigung der allgemeinen Interessen und weist die zuständigen Gewalten auf die große Verantwortung hin, die sie dadurch auf sich nehmen. Die Versammlung protestirt gegen das Auftreten der Polizei Organe gegenüber der letzten Arbeitslosen Versammlung am Friedrichshain ein Auftreten, das geeignet war, das Volk zu gewaltsamer Vertheidigung seiner Rechte herauszufordern und einen Zusammenstoß herbeizuführen, der unter ben obwaltenden Verhältnissen nur den Feinden der Arbeiterklasse erwünscht sein konnte." Dienstag, den 23. Januar 1894. " 11. Jahrg. ( Beifall.) lichem Boden bewegten, welche v011 ihrem Recht, eine scharfe Kritik an den Vorgängen am 18. Januar. Ginge es welches ihnen genau so zusteht, wie den Konservativen, nach der Polizei, so hätte der Bürger nur noch das Recht, Steuern wie den nothleidenden Großgrundbesitzern, Gebrauch machten. zu zahlen, Soldat zu werden und das Maul zu halten.( Stür Die Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und die Haltung Im Reichstage wird heute die Sozialdemokratie Gelegenheit misches Bravo.) Den Militarismus bekämpfen wir wegen seines der Behörden", lautete das Thema, welches am 22. Januar nehmen, die Vorkommnisse vom Donnerstag beim richtigen unheilvollen Einflusses auf den wirthschaftlichen Niedergang des in fünf öffentlichen Versammlungen der Arbeitslosen Berlins Namen zu nennen, da es hier nicht möglich ist. Gewiß Volkes, die Polizei dagegen tann als nothwendiges Uebel zur Tagesordnung stand. giebt es Leute, die ein Interesse daran haben, blutige Zusammen- angesehen werden, doch doch habe der 18. Januar gezeigt, In allen Versammlungen wurde folgende Resolution anstöße zu wünschen. Fraglich ist, ob der Befehl zum unbedingten daß sie aber gut kontrollirt werden müsse. genommen: Dreinbauen ausdrücklich von Oben gekommen ist. Die Polizei: Der Redner besprach hierauf die Haltung der Presse zu den mannschaften, deren Erfahrungen in Erlebnissen in der Kasernen- Vorkommnissen im Friedrichshain am 18. Januar. Es haben wachtstube bestehen, deren Thätigkeit von dieser nur nach der sich zur eigenen Schande ihrer selbst einige Zeitungen dazu her: Polizeiwachtstube verlegt wird, die amtlich gezwungen sind, mit dem gegeben, die Vorgänge in anderem Lichte darzustellen und das Abschaum der Gesellschaft zu verkehren, denen erscheint es natürlich Borgehen der Polizei zu entschuldigen. Welcher Widerspruch Arbeiter, Sozialdemokraten als Bürger zweiter Klasse zu beliege nun aber im Handeln desjenigen Arbeiters, der die Ur trachten und behandeln. Charakteristisch ist, daß die Nord- sachen seiner Noth wohl tennt und dennoch seine sauer verdeutsche Allgemeine Zeitung" am Tage vorher in einem Leit dienten Groschen zum Abonnement einer Zeitung wie der artikel Anarchisten mit Sozialdemokraten in einen Topf wirft. Lokal- Anzeiger" hergiebt, der ihn obendrein dafür geradezu vers Redner beleuchtet zum Schlusse das geringe Entgegenkommen höhnt. Derartige„ unparteiische" Lektüre ist ein langfames Gift, der Berliner Stadtverwaltung gegenüber allen Anträgen Linde- welches aufgeklärte Arbeiter wieder zur Gedankenlosigkeit erzieht. rung des Nothstandes zu schaffen. Es wäre aber Verrath und Die gemeine Schreibweise dieser Reptile ist ein Schlag ins Betrug, wollte man sagen, die Sozialdemokraten könnten den Gesicht der Arbeiter, die denselben hoffentlich nicht so leicht vers Nothstand unter heutigen Verhältnissen beseitigen, doch Mittel und geffen werden.( Bustimmung.) Gigenthümlich berühren auch Wege sollen gezeigt werden, wie abzuhelfen ist, die Genossen sollen die Maßnahmen der Regierung. Einen Nothstand erkennt sie agitiren, für unsere Jdee immer neue Streiter werben, um durch nicht an, trotzdem er jedem, der ihn sehen will, offenkundig die Macht zum Recht zu gelangen.( Brausender Beifall.) vor Augen liegt. Genosse Fritsch nahm Bezug auf das Ergebniß der vor- In demselben Augenblick, wo in Berlin 15-20 000 Arbeitsjährigen Petition der Arbeitslofen und erklärt, wie feine ernstesten, lose sich versammeln und Hunderttausende von ihnen durchs unermüdlichsten Bemühungen Arbeit zu bekommen, gleichviel in ganze Land ziehen, hat die Reichsregierung die Stirn, ein Gesetz welchem Zweige, gänglich erfolglos waren, er dann gezwungen( die Tabaksteuer- Vorlage 2c.) einzubringen, was geeignet ist, noch war, der Frauenarbeit Konkurrenz zu machen, indem er seiner weitere Tausende arbeitslos zu machen. Nicht den Vorgängen Frau, die durch Waschen und Plätten einigen Verdienst erwarb, vom 18. Januar allein gilt unser Protest, sondern dem ganzen behilflich sein mußte. Ahlfeld geißelte scharf, daß Steuer heutigen System. Nicht Almosen fordern wir, sondern eine groschen, an denen viele Schweißtropfen fleben, in das bodenlose Stelle, wo sich jeder, der arbeiten will, sein Brot ehrlich ver Faß der Verschwendung geworfen werden( zu Bundeschießen, Aus dienen kann.( Brausender Beifall.) Das ist aber der Fluch schmückung der Straßen u. f. w) Folgende zweite Resolution der heutigen Gesellschaft, daß sie unfähig ist, genügend Arbeit zu fand hierauf einstimmige Annahme: schaffen. Diese Arbeitslosen- Versammlungen sollen dazu dienen, Die heutige Arbeitslosen Versammlung verurtheilt mit die Indifferenten aus ihrer Lethargie aufzurütteln, auf daß sie Entrüstung die Schreibweise des Berliner Lokalanzeiger" sich mit ihren Arbeitsbrüdern zur Erringung befferer, vernunftüber die letzten Ausfälle der Polizei gegen die Arbeits- gemäßer Gristenzbedingungen in politischen und gewerkschaftlichen lofen. Für den zweiten Berliner Reichstags- Wahl Die Versammlung macht sich zur Pflicht, überall Organisationen reinigen. Zum Schluß empfahl Redner die freis hatte der Reichstags- Abgeordnete R. Fischer bas auf die erbärmliche Haltung dieses Blattes hinzuweisen, Annahme der Refolution. damit dieses leider in Arbeiterfreifeu noch viel gelesene Schund- Der Vorsitzende Börner verlas hierauf noch zwei weitere Referat übernommen. In einem zweistündigen Vortrage führte blatt als Auswuchs der kapitalistischen Korruption anerkannt Resolutionen. Redner den Versammelten, welche den großen Saal der Bock wird. Gleichzeitig macht sich die Versammlung zur Pflicht, 1. Die heutige, in Brochnow's Saal versammelten Arbeitss Brauerei dicht gedrängt bis auf den letzten Platz füllten, etwa mit Entschiedenheit für unser Zentralorgan den Vorwärts" zu losen, sprechen ihre Entrüstung über die Schreibweise einiger Folgendes aus: agitiren." bürgerlichen Beitungen aus, welche sich angemaßt haben, in ver Wie die Partei im vorigen Jahre gezwungen war, zur BeEinem weiteren Antrage, für nächste Woche abermals eine höhnender und lügenhafter Art den Arbeitslosen gegenüber von sprechung der Rothstands- und Arbeitslosenfrage Versammlungen Arbeitslosen- Versammlung einzuberufen, wurde durch den Ge- der Polizei- Affäre am Friedrichshain zu berichten. Ist es an einzuberufen, so auch in diesem Jahre. Die Versammlungen noffen Antrick im Hinweis auf taktische Gründe entgege jetreten sich schon tief traurig, daß unter der gegenwärtigen Klaffens sollen dazu dienen, Anträge, wie diesen permanent gewordenen und trotz warmer Befürwortung des Antragstellers Fritsche ab herrschaft hunderttausende von Arbeitern zur Arbeitslosigkeit Buständen abzuhelfen sei, zu besprechen und an zuständiger Stelle gelehnt. ( d. h. zum Hungern, Darben und Frieren) verurtheilt sind, so ift Aenderungsanträge zu unterbreiten. Gegenüber den Thatsachen, Die Versammlung der Arbeitslosen im dritten Ber es geradezu abscheulich, wenn eine derartige Presse vom Schlage daß viele durch wochen und monatelange Arbeitslosigkeit zu einer unerträglichen Lebenshaltung gezwungen sind, ist es nicht liner Reichstagswahlkreis fand in Brochnow'3 Gaal, Des Lotal- Anzeigers" noch ihren Spott und Hohn über diese Opfer ausschüttet. nöthig, wie von unsern Gegnern stets behauptet wird, die Massen Sebastianstraße 39, statt. Gleich nach 10 Uhr war der Saal Jeder Arbetter begeht deshalb einen Verrath an seiner aufzuheben zur Unzufriedenheit. Die Maffen müssen naturnoth bis auf den letzten Winkel gefüllt, es mochten gegen 900 Personen eigenen Klasse, wenn er eine solche Zeitung mit seinem Abonnement wendig ganz von selbst unzufrieden werden, an uns liegt es, anwesend sein und viele Hunderte mußten vor dem polizeilich noch unterſtügt, er giebt dadurch seinen Gegnern die Waffe in Aufklärung zu verschaffen, die Unzufriedenheit in richtige Bahnen gesperrten Thor wieder umkehren. Der Dekonom F. Müller von die Hand, mit der er gezüchtet wird. zu leiten, damit sie auch zu einem Resultat führen. Die am meisten Buggenhagen's Etablissement am Morißplay hatte in letzter Die hier Versammelten verpflichten sich daher, mit aller Unzufriedenen sind diejenigen, welche ftets im größten Ueberfluß leben Stunde sein Versprechen, seinen Saal zu der betreffenden Ber- Kraft für die Verbreitung des Vorwärts Berliner Boltsblatt" und immer weitere Forderungen um neue Millionen auf Kosten der fammlung hergeben zu wollen, zurückgezogen und so mußte der nothleidenden Bevölkerungsschicht stellen. Warum sollen nach Ginberufer fich leider mit dem sich als zu klein erweisenden Lokal einzutreten und somit die Ideen der modernen Arbeiterbewegung in die weitesten Voltskreise zu tragen." diesem Beispiele die wirklich Nothleidenden nicht unzufrieden begnügen. Die Ruhe in der Versammlung war musterhaft. sein? Warum sollen sie nicht das Recht haben, ihre Forderungen Gegen 10 Uhr wurde die Versammlung eröffnet und der an Staat und Parlament zu richten? Wenn sich die Arbeiter Reichstagsabgeordnete des Kreises, Genosse Vogtherr, einig find, tönnen sie ihre Forderungen in demselben Maße mit erhielt das Wort. Der Redner führte ungefähr ungefähr aus: Nachdruck erheben, wie jene, dann wird auch ihnen gegenüber Der Klassenstaat, in dem wir leben, begründet seine Macht auf die Regierung gefügiger sein. Daß die Versammlungen auch den Unterschied, welchen die Bürger je nach ihrem Erwerb ein Barteizwecken dienen, wie Gegner behaupten, trifft in gewissem nehmen. In unserem Erwerbs- und Produktionsleben richtet sich Einne zu. Immer neue Kämpfer follen gewonnen werden, um nicht das Einkommen nach Fleiß und Wissen. Unser Wirth: diesen Zuständen ein Ende zu machen, das ist nicht nur Recht, schaftsleben ist ein anarchisches, es läßt jeden Kapitalisten soviel sondern Pflicht der Partei. produziren, als den Interessen seines Geldsacks frommt. Das Der Thatsache, daß viele Tausende nicht so viel haben, Maß der Verwendbarkeit der Arbeitskraft des Proletars ist ab- Tischler König, Maler Maler Schübeck und Korbmacher fich vor dem Verhungern zu schützen, sich fleiden zu hängig von dem Willen des Unternehmers, es entstehen die Brückner nochmals die Vorgänge im Friedrichshain" eintönnen, stellte der Referent die namenlose Verschwendung der Krisen, die ihre Wunden auch den fähigsten und geschicktesten gehend besprochen und die vorgelegten Resolutionen zur Anbesitzenden Klasse gegenüber. Redner beleuchtet sodann die Bu- Arbeitern schlägt. Die Arbeitslosigkeit ist nicht die Folge einer gehend besprochen und die vorgelegten Resolutionen zur Annahme empfohlen. Vogtherr ermahnte die Versammelten in stände in Spanien, England und Amerifa. In Amerika ist die augenblicklichen, vorübergehenden Krise. Wir Sozialdemokraten höchste Bollendung politischer Korruption zu verzeichnen. Es ist wissen, daß die eine Krise die andere ablöst und daß die folgende seinem Schlußwort zur Ruhe und Besonnenheit beim Verlassen das reichste Land und hat die stärksten Krisen zu verzeichnen. immer größer wie die vorhergehende wird, wir verlangen des des Lokals, damit beweise die sozialdemokratische Arbeiterschaft, Hier ist alles fäuflich, Richter, Regierung und Beamtenstand. halb auch, daß die ganze Produktionsweise eine geregelte werden Gegner. Die Annahme der Refolutionen erfolgte einstimmig. daß sie besser sei, als ihr Ruf, aber, auch besser als Redner erinnert an die Wahlfälschungen 1884-1885 müsse. Für alle Mißstände sind wir in der Lage, die Ursachen sest mit einem dreifachen braufenden Hoch auf die internationale in Chikago, zu diesem Zwecke wurden einfach die zustellen. Das ganze heutige Produktionssystem muß beseitigt werden. Stimmtäſten erbrochen. Kein einziger Richter im Lande fand zu dieser Erkenntniß müssen auch die Arbeiter gebracht werden, völkerbefreiende Sozialdemokratie erfolgte gegen 1 Uhr der Schluß der imposanten Versammlung. In einigen Minuten hatte sich fich, diese That zu ahuden. Das Umherziehen der Arbeitslosen die bisher noch den sogenannten Ordnungsparteien folgten. Der der imposanten Versammlung. In einigen Minuten hatte sich von einer Gegend in die andere, um Arbeit zu finden, Busammenschluß aller unter der heutigen Produktionsweise ohne Hilfe der bereitgehaltenen Schutzleute" die Straße geleert. ist nach Ansicht der Unternehmer zur Landplage geworden. Leidenden ist die einzige Waffe gegen die Uebergriffe des Jm 4. Wahlkreise war der große Saal des Böhmischen Diesem gegenüber greift die Bourgeoisie die Bourgeoisie zu denselben Kapitalismus. Nicht nur räfonniren, sondern die Ursachen des Brauhauses" als Versammlungslokal bestimmt. Dasselbe war brutalen Gewaltsmaßregeln, wie solche Mary in seinem„ Ka- Glends verstehen und seinen Theil zur Bekämpfung des heutigen bereits vor 10 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß es pital" unter„ Blutgefeße" schildert, aus der Zeit Heinrich VIII., Systems beizutragen, ist die Pflicht des Proletariers. Die polizeilich abgesperrt wurde, infolge deffen eine große Zahl Dreizehn Jahre später, und aus den Beiten der Königin Elisabeth wenigsten Arbeiter merken es, wie aus ihrem Echweiß Gold ge- von Arbeitslosen umkehren mußte. Der Versammlung mochten Charakteristisch ist, daß heut noch ähnliche Erfahrungen auf preßt wird, und wenn sie es einsehen, so gewöhnlich erst dann, etwa 2000 Personen beiwohnen. Nachdem Genosse Zubeil, deutschem Schuhgebiet in Afrika gemacht werden. Hätte die wenn sie alt und ausgepowert der Armenpflege anheim fallen. der zum Vorsitzenden gewählt worden war, die etwa Sozialdemokratie durch Parlament und Presse die Arbeiter nicht Auch die Kleinhandwerker, Kleingewerbetreibenden, kleinen anwesenden Kriminalbeamten aufgefordert hatte, den Saal geschult, wer weiß wohin wir hier noch kommen. Dem per- Beamten zc. müssen sich mehr als bisher dem großen Strom der zu verlassen, begann Genosse Singer sein Referat manenten von femer Jahreszeit mehr abhängigen Massenelend allgemeinen Arbeiterbewegung anschließen. Die fortschreitende über die Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und die Haltung der steht der Kapitalismus rathlos gegenüber; wollte er Konzentration des Großkapitals wirft fie ebenfalls unnachsichtig Behörden und führte etwa Folgendes aus: Diese fünf Arbeits. dasselbe aus der Welt schaffen, hieße das auf seine in's Proletariat. Während auf einer Seite ein kleines Häuflein losen- Versammlungen haben einen doppelten Zweck, näm Existenz verzichten. Genau 10 wie dem Kapitalis: Menschen im Ueberfluß schwelgt, fehen wir Hunderttausende, die lich den, der herrschenden Klasse, die dem Nothstande mus im Kleinen, geht es dem Staat im Großen. Alle mit gefunden Gliedern und dem besten Willen dieselben zur An- gegenüber so gerne Vogelstrauß- Politik treibe, klar zu machen, Kulturaufgaben gehen unter durch den Militarismus. Diesen zu wendung zu bringen ausgestattet sind, auf der Straße. Für sie wie groß die Arbeitslosigkeit ist, und fern den Zweck, Proteft fördern sieht sich der Staat gezwungen, fortwährend neue Steuern hat diese" göttliche Weltordnung" keine Arbeit und darum müssen zu erheben gegen die Behandlung, welcheitslosen, die sich zu ersinnen, ist aber auch gezwungen, die weiteren Steigerungen sie in Elend und Kummer verkommen. Die wenigsten der Besitzen- friedlich versammelten, zu Theil geworden. Was den Noth derselben ebenfalls auf die Schultern derjenigen zu legen, die am den haben eine Ahnung von der furchtbaren Noth der Arbeitermassen. stand, die Arbeitslosigkeit, betreffe, so sei derselbe eine Folge des wenigsten zu tragen im Stande sind. Alle Staatsmänner sind sich Für das Wohlergehen der Besitzenden sorgt die Gefeßgebung, Kapitalismus und könne nur verschwinden durch Beseitigung des darin einig, und es ist ein nothwendiges Muß, daß kein Einziger während die Arbeiter nicht einmal mit Brosamen bedacht Kapitalismus. Die Behörden haben in früheren Wintern immer dafür stimmen wird, die Steuern aus eigener Tasche zu bezahlen. werden. Der Staat sucht zu verhindern, daß das Volt den Nothstand geleugnet und feien auch im heurigen zu einer So lange nun die Arbeiter für diese ihre Gegner stimmen, so lange seine Forderungen verwirkliche. Er bedient sich dazu des Milis Anerkennung desselben nicht zu bewegen. Die von den Gegnern fie gegnerische Pressen, wie z. B. den„ Lokal- Anzeiger", unterstützen, tarismus, der von keiner Partei aus innerster Ueberzeugung von so gern zur Schau getragene Auffassung, daß die Arbeitslosen geschieht den Arbeitern die Behandlung recht, welche ihnen von seiner Kulturwidrigkeit mehr bekämpft werden kann, als von der nur arbeitssche u wären, würde durch die Thatsachen für jeden, jenen Beiden und deren Beschützer, der Polizei, zu Theil wird. Sozialdemokratie, die feinen wahren Zweck voll erkannt hat. der fehen will, Lügen gestraft. Die Arbeitslosigkeit fei bei der Alle Vorgänge, der Panama- Standal, die bankräuberischen Als Bestandtheil des bürgerlichen Klassenstaats hat er die Auf- fortschreitenden Entwickelung der modernen ProduktionsVorgänge im Ausland, und der Welienfonds- Skandal in gabe, die Intereffen des Großkapitals bis aufs Aeußerste zu weise eine Folge der Ausbeutung der Arbeiter durch Deutschland, der Hannoversche Spielerprozeß, alle liefern die schüßen. Angesichts des augenfälligen Elends der breiten Bolts- die Besitzer der Produktionsmittel. Ueber die Größe des Ueberzeugung, daß die Nothlage mit dem Wesen des Kapitalismus massen hielt es die Regierung dennoch für angebracht, durch eine Nothstandes könnte man sich leicht unterrichten, wenn " 2. Die Versammlung der Arbeitslosen verlangt nach den Vorgängen vom 18. Januar im Friedrichshain eine Be strafung derjenigen Beamten, welche in solch unerhörter Weise über wehrlose, friedlich daherziehende Bürger herfielen und mit ihren Waffen bearbeiteten. Unter tiefiter Entrüstung über solche Sandlungsweise spricht die Versammlung diesen Beamten das Recht ab, thre Funktion als Organe der Sicherheitsbehörde weiter auszuüben, fordert vielmehr deren Absetzung von ihren In der Debatte wurden von Filzschuharbeiter Willner, Posten." " thre Wir müssen uns diesen Erscheinungen gegenüber neue Hundertmillionen- Steuervorlage" die Kosten der Heeres- wir eine Arbeitslosen- Statistit hätten. Aber eine solche aufzu= unsrer Aufgabe flar bewußt sein. Unsere Vorwürfe richten sich vermehrung Groschenweise aus den Taschen der Besiglosen herausnehmen, dazu sei man, troß wiederholter Anträge der Sozial nicht gegen die Männer der Regierung, sondern gegen das zunehmen. Redner hegte keinen Zweifel, daß die Regierung ihre demokraten, nicht geneigt. Der Stadtrath, der es fertig bekam Syſtem, wir müssen uns der politischen Macht bemächtigen. Absicht, durch Vermehrung des Militärs das Volk zu„ militari zu erklären, man dürfe deshalb keinen Nothstand anerkennen, Die Klinke der Gesetzgebung müssen wir in Händen haben, um firen, demnach nicht erreichen werde, sondern das Gegentheil wird weil dadurch nur die Begehrlichkeit" und Arbeitsschen der sie für unser Interesse, für das Interesse der Allgemeinheit genau eintreten. Sie werde damit nur die Kaserne sozialisiren Massen gereizt werden, würde sich daran genügen lassen müssen, fo zu handhaben, wie es unsere Gegner bisher in ihrem Interesse und den Untergang der heutigen Gesellschaft beschleunigen. daß er gestern beim Drdensfeste die verdiente Aus einzelner Wenige gethan haben.( Brausender Beifall.) Die heutige Gleichsam als Filiale des Militarismus besteht nebenbei in unserm zeichnung erhalten habe. Zur Bekämpfung der ArbeitsArbeitslosen- Versammlung hat aber auch noch einen ganz besonderen Klassenstaat die Polizei, deren Aufgabe neben der Aufrecht losigkeit verlange die Sozialdemokratie als erstes Mittel die Grund, sie bedeutet einen energischen Protest gegen die Maß- erhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit der Bürger" auf Verkürzung der Arbeitszeit. Gebe es etwas Einfacheres, als diese nahmen der Polizei gegenüber den Arbeitslosen der Donnerstag der Straße es auch ist oder sein müßte, für Erhaltung der Achtung Verkürzung in den städtischen Betrieben eintreten zu laffen Versammlung. Nicht die Handvoll Anarchisten sind das vor ihr selbst Sorge zu tragen. Manchmal ist es aber noth- Sogar bei dem alten Harmoniedusler Max Hirsch sei neuerdings durch getroffen, sondern durch die kapitalistische Produktions- wendig, daß die Polizei von den Bürgern überwacht wird. die Erkenntniß von der Nothwendigkeit der Verkürzung der weise arbeitslos gewordene Arbeiter, welche sich auf gefeß- Redner übte bierauf, häufig von brausendem Beifall unterbrochen, Arbeitszeit ausgedämmert. In England habe der Kriegsminister tomme, als Menschen zu leben. -O der Lokal- Anzeiger" sich erdreistet habe, in bezug auf die eine Verkürzung der Arbeitszeit, tie Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten und fechte. Vor allem aber sei erforderlich, daß die Arbeiter und Arbeitslosen vom vorigen Donnerstag vom„ Mob" zu sprechen. ebenso nicht zwar nur in den ihm unterstehenden Betrieben den Achtstundentag ein- 1 gegenüber. Nur eine Gesellschaft, wie sie von der Sozialdemo- Igelte es, in die Hand zu bekommen. Und dies werde der imme geführt, und was in England möglich, sollte doch auch fratie erstrebt wird, kann Arbeit und Brot für Alle schaffen. weiter umsichgreifenden, immer mehr anwachsenden Sozial bei uns zu erzielen sein. Der Staatssekretär des Innern Mit der Mahnung, die Ruhe auch außerhalb des Saales gegen- demokratie auch gelingen. Zwar dominire heute noch der Klassenin England habe ferner in diesen in diesen Tagen erklärt über der Polizei zu bethätigen, schließt der Vortragende seine staat, aber schon sei die Sozialdemokratie von bedeutendem Ginauf eine Anfrage John Burns, daß daß die Regierung mit stürmischem Beifall aufgenommene Rede. flusse. Die großen Volksmassen seien zwar noch indifferent, aber ein Gesetz vorbereitet für die Verkürzung der Arbeitszeit in den Arlt schildert einzelne Episoden aus dem Kampfe vom man gehe hinaus in das Volk und kläre es auf; dann werde chemischen Betrieben, und nannte dabei die zwölfstündige Arbeits- 18. Januar. Dort sei es dem Arbeiter plausibel gemacht, daß er auch der Tag kommen, wo die Sozialdemokratie das entscheidende zeit eine unvernünftig lange. Er wies auch nach, daß die Ver- eigentlich nur Anrecht auf Steuerzahlen und Schläge habe. Die soge- Wort sprechen werde.( Stürmischer Beifall.) Frau Gürtler fürzung der Arbeitszeit das Arbeitsprodukt und damit den nannten verschämten Armen werden von dem liberalen" Magi- trat für Verkürzung der Arbeitszeit ein und geißelte, daß SolUnternehmergewinn nicht vermindere, aber die gesundheitlichen strat bedacht, für die ehrlichen Arbeiter, die ihre Kräfte theilweise Daten zu Privatarbeiten verwendet werden. Das Schlußwort nahm Verhältnisse der Arbeiter bessere. So anerkennenswerth dieses im Dienste der Stadt aufgerieben, sei nichts übrig.( Bravo.) sodann Liebknecht: derselbe stimmte der Vorrednerin vollständig Vorgehen der englischen Regierung sei, so beschämend sei es für Sichter und Thater äußern sich im gleichen Sinne. zu. Er war weiter der Ansicht, daß heute schon die Sozialdemokratie uns, daß wir das Bravo nicht der deutschen Regierung zu Spohr( Anarchist) wendet sich gegen den Kampf mit dem eine ausschlaggebende Macht bilde. Auch die Sozialdemokratie rufen tönnen. Die Verkürzung der Arbeitszeit verringert nicht Stimmzettel", ist im übrigen aber mit der Kritik der Herrschenden würde zur vollständigen Macht gelangen, wenn die Mehrheit blos die Zahl der Arbeitslosen, sondern ermöglicht auch eine Gesellschaft, wie sie der Referent gegeben, einverstanden. In des Volkes erst hinter ihr stände. Im Handumdrehen gehe das beffere Ausrüstung des Proletariats mit geistigen Waffen. bezug auf die Affäre vom vorigen Donnerstag äußert sich der nicht, mit dem Kopf durch die Wand rennen könne man nicht. Neben der Verkürzung der Arbeitszeit fordern wir Verbot Redner dahingehend, daß Rodrian in der vorigen Woche von Eins nach dem anderen sei dem Staate abgetroht worden, der Sonntags- und Kinderarbeit und Gleichstellung der Frauen- bekannter Seite start. belästigt worden sei, augenscheinlich müsse ihm abgetroht werden. Aber nur geschlossen bilde die arbeit, um zu vermeiden, daß die Frau dem Manne zum Lohn- um einen Vorwand zu seiner Verhaftung zu finden. Sozialdemokratie eine Macht. Auf gewaltsame Weise sei heute drücker wird. Die Art, wie die bürgerliche Gesellschaft die Rodrian habe darum sicherheitshalber die Anmeldung zur nichts zu erreichen. Früher sei dies möglich gewesen. Die Beis Nothstandsfrage behandelt, zeige den Mangel an Verständniß Versammlung einem gewissen Wittkowsky gegeben, dem es spiele der französischen Arbeiterkämpfe, deren Niederlagen seien und an gutem Willen, was Redner an der Behandlung der aber ebenso wenig wie dem Referenten Gumplowicz und ihm lehrreich. Auf die eine Karte des Erfolges einer Straßenschlacht sozialdemokratischen Nothstandsanträge im Plenum und in der( Redner) gelungen sei, in das schon abgesperrte Lokal zu ge- dürfe das Schicksal des Proletariats nicht gesetzt werden. Ein Kommission der Stadtverordneten- Bersammlung und an der Vor- langen. Seine Freunde hätten Material in der Hand, welches solches Verlangen dürfe man an die Führer, die es ehrlich mit Thäten sie dies, so liebe beweist, mit welcher die Regierung immer neue Millionen das Vorgehen der Polizei in ganz eigenthümlichem Lichte er den Arbeitern meinen, nicht richten. Steuern für den Militarismus dem Volte auferlege. Den Ge- scheinen lasse. Rob. Schmidt: Spohr hat ebenfalls zur Geduld wären sie wahnsinnig, unehrlich. Die Sozialdemokratie strebe fallen, sich zu unbesonnenen Schritten hinreißen zu lassen, thut mahnen müssen, da ja auch kein anderer Weg offen steht. Das danach, die Mehrheit des Volfes zu gewinnen. Diese Taktik die Arbeiterschaft der Bourgeoisie nicht. Solche Unbesonnenheit Wahlrecht ist nicht das Alpha und Omega unserer Partei. fei von Mary anerkannt worden. Jedes Arbeiters Pflicht sei möchte leicht zum Vorwand dienen, um der Arbeiterschaft Im übrigen wird es nicht gelingen, denkende Arbeiter von dem es, in die Organisation der Sozialdemokratie einzutreten, Pflicht das Koalitionsrecht zu rauben. Alle Berichte über die Gebrauch ihrer schon so wie so geringen politischen Rechte ab- jedes Genossen sei es, dem Volfe an seinem eigenen Hunger die Donnerstag Bersammlung ftimmen darin überein, daß die zuhalten.( Beifall.) Nothwendigkeit des sozialdemokratischen Staates nachzuweisen. Arbeitslosen in der größten Ruhe auseinandergingen. Troh Die Resolution wird hierauf mit allen gegen drei Redner schloß: Wir thun, was wir können, wir lassen uns dieser Ruhe erlebten wir auf der Straße ein Schauspiel, das Stimmen angenommen. Der Vorsitzende Drescher schließt die nicht provoziren. Wer das will, ist entweder ein Dummwahrhaft beschämend für einen Kulturstaat ist. Kann es einen Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie, das topf oder ein Agent unserer Gegner.( Beifall.) Die Verblutigeren Sohn geben, als daß die Gummischläuche und Säbel, brausenden Widerhall findet. An überwachenden Polizeifräften handlungen hatten hiermit ihr Ende erreicht. Die beiden Re die Pferde, mit welchen die Polizei in die Wehrlosen hineinritt, war fein Mangel, trotzdem ist alles ohne Zwischenfall verlaufen. folutionen fanden einstimmige Annahme. Mit einem dreifachen von dem Gelde derjenigen mitbezahlt sind, welche von ihnen getroffen wurden? Der Polizeipräsident solle eine Untersuchung der Die Verfammlung für den 6. Wahlkreis fand im brausenden Hoch auf die Sozialdemokratie endete die Versammlung. In musterhafter Ordnung entleerte sich der Saal. Auf Gisteller" statt. In großen Zügen tamen die Arbeitslosen der Straße war eine große Polizeimacht aufgeboten worden. Eache angeordnet haben. Was solle dabei aber Neues herauskommen? Ein starkes Aufgebot von Polizeibeamten könne doch herbei und bald füllte, Kopf an Kopf gedrängt, eine mehr als Dieselbe verhielt sich ziemlich maßvoll und es tam demzufolge zu nicht ohne Kenntniß der Behörden geschehen sein. Auch heute breitausendköpfige Menge den Saal. Nachdem die Versammlung keinerlei Zwischenfällen. feien ganze lange Poftenketten von Schuhleuten im Friedrichs eröffnet worden war, richtete der zum Vorsitzenden gewählte Ginberufer, Genoffe Augustin, an die versammelten Ge- Die Berliner Droschkenkutscher fangen allgemach auch bain und in den Nebenräumen selbst untergebracht, demnach habe sich jedenfalls der Landtag zu befragen, ob nicht die Zahl nofsinnen und Genossen die Ermahnung, sich nicht provoziren zu an, sich der besonderen Fürsorge der Polizei zu erfreuen. der Schuhleute für Berlin herabzusetzen sei, denn das sei doch lassen. Hierauf ertheilte Augustin dem bei seinem Erscheinen Wenigstens waren anläßlich der am 21. d. M. in den Germanialebhaft begrüßten Reichstags- Abgeordneten des Kreises, Sälen( Chausseestraße) stattgehabten Streitversammlung die Thorfeine zived mäßige Verwendung der Polizei. Die letztere sollte sich bei solchen Versammlungen gar nicht sehen lassen. Den Arbeitern Wilhelm Liebknecht, das Wort zum einleitenden Referat. wege der umliegenden Häuser mit Schuhleuten dekorirt, vier predigt man Ruhe und Besonnenheit; das Verhalten der Polizei Liebknecht wies nach, daß Nothstand und Arbeitslosigkeit feine Berittene" hatten in unmittelbarer Nähe Bosto gefaßt und auch Erscheinung, sondern die nothwendige, ein Polizeilieutenant hatte an der Ecke der Invalidenstraße einen am Donnerstag sei aber das Gegentheil von Ruhe und vorübergehende unausbleibliche Folge der heutigen Wirthschaftsweise sind. scheinbar unfreiwilligen Aufenthalt genommen. Die zahlreich in Ordnung gewesen. Redner schlägt darauf die Resolution, die in Ter Nothstand sei ein allgemeiner, die Lösung der sozialen Frage der Versammlung erschienenen Rutscher und Arbeiter waren allen anderen der fünf Versammlungen zur Abstimmung gelangt vor und fordert dann die Anwesenden auf, ihre unfreiwillige müsse innerhalb der einzelnen Staaten erfolgen. Wir wissen sehr durch diese polizeiliche Fürsorge sichtlich erfreut, wenngleich über Arbeitslosigkeit dazu zu benutzen, sich mit den Prinzipien der wohl, daß die Regierung die soziale Frage nicht über Nacht dieselbe nicht wenig erstaunt. Die Verhandlungen wurden einSozialdemokratie vertraut zu machen und neue Anhänger für lösen kann, aber wir können verlangen, daß sie die erforderlichen geleitet durch einen Vortrag des Genoffen Rohrlac, in welchem dieselben zu werben, damit endlich die Arbeiterklasse in die Lage Maßnahmen hierzu vorbereite. In erster Reihe hätten die Ge- derfelbe den Streit im allgemeinen und den Streit der Droschtenmeinden zur Linderung des Nothstandes beizutragen. Unsere futscher im besonderen behandelte und den Anwesenden die aus Der lebhafte Beifall, der während des Vortrages wieder- Genossen im rothen Hause" hätten sich redlich in dieser Be- dem Streik zu ziehenden Nuganwendungen vor Augen führte. holt und am Schlusse desselben erschallte, legte Zeugniß siebung bemüht, allerdings nur mit halbem Erfolge. Die Worte Sierher gehöre, nur die Arbeiterpreffe zu lesen, welche allein die ab, wie sehr der Redner den Zuhörern aus dem Herzen des Stadtbaurath Hobrecht, daß man den Nothstand nicht öffent- Interessen der Arbeiter vertrete: ferner die Erkenntniß, daß die gesprochen hatte. Bur Diskussion nahmen mehrere Redner das lich anerkennen dürfe, weil dadurch die Arbeitsscheu gefördert Interessen von Kapital und Arbeit sich direkt gegenüberstehen Wort. Genosse Sonnenburg, Schriftsetzer, hielt der Ver- werde, sei ein Frevel. Zu fordern sei ferner eine Arbeitslosen und daß demzufolge auch die Kutscher in die Reihen der Sozialsammlung vor Augen, daß von allen Berliner Blättern allein statistit durch Gemeinde und Staat. Ferner haben wir zu fordern demokratie gehören als der einzigen Partei, welche aufrichtig einen Normalarbeitstag, und wahr die Interessen der breiten Massen des Volkes ver Gemeinden, durch einzelne sondern auch die Kutscher sich den auf dem Boden der modernen ArHiernach würden diejenigen Arbeiter, welche sich nicht vom ganzen Reiche. Anstatt unfruchtbare Kolonialpolitik zu beiterbewegung stehenden Organisationen anschließen. Würden felbst als Lumpen erklären wollen, den Lotal Anzeiger" nicht mehr halten. Kretzel bemerkte, wie die Arbeits- treiben, folle man fruchtbringende Kulturarbeiten innerhalb der die Kutscher alle organisirt gewesen sein, so würde man mit losigkeit gefördert werde, das zeige u. A. das Verhalten der eigenen Landesgrenzen ausführen. Das hierzu erforderliche Geld ihnen haben rechnen müssen und es hätte nicht der schweren Firma Schuhr, die bei Besorgung des Umzuges der Sparkasse jei vorhanden. Allerdings werde dies heute gebraucht für Mili- Opfer bedurft, um die Rechte der Rutscher zu wahren.( Großer 1. f. w. nicht freie Arbeiter, sondern Leute aus dem Rummels tarismus. Zweck des Staates sei, für die Wohlfahrt jedes Beifall.) Im Anschlusse hieran stellte Schütte folgenden den Militarismus. Für die Antrag: burger Gefängniß beschäftigte. Genoffe 3u beil cutimette einzelnen zu sorgen, nicht aber für belt hie Die heutige in den Germania- Sälen tagende öffentliche daran, daß an den Tagen der Krawalle vor zwei Jahren in der richtigen Armen geschehe nichts. Die„ armen nothleidenden Naunynstraße eines Nachmittags die Kriminalbeamten zu allen Landwirthe" schreien, daß ihnen geholfen werde und ihnen werde Versammlung der Droschkentutscher Berlins und Umgegend Geschäftsinhabern gingen und sie aufforderten, die Läden zeitig geholfen durch Liebesgaben aller Art. Wenn das arbeitende beschließt: Volk schreie, habe es gleich die Polizei beim Wickel. Wenn die In Erwägung, daß die Berliner Gewerkschaftskommission zu zu schließen, denn am Abende würde der Krawall in der Naunyn- Millionen, die der Militarismus verschlingt, verwendet würden dem Streit der Kollegen in dem Taxameter- Droschtenfuhrbetriebe ftraße beginnen. Das habe also die Polizei bereits vorher gewußt, was über den Ursprung jener Krawalle tief blicken lasse. Am letzten zur Anbahnung kultureller Arbeiten, so würde schon heute keiner jetzt endgiltig Stellung genommen und denselben als gerecht anDonnerstag seien unbestritten die sogenannten Achtgroschenjungen Noth zu leiten brauchen. Für den herrschenden Noth- erkannt, auch beschlossen hat, denselben sofort durch Aufbringung es gewesen, welche einen Krawall herbeizuführen suchten. Gegenstand herrsche in maßgebenden Kreisen kein Verständniß. von Geldmitteln fräftigst zu unterstüßen und auch solche bereits Man lebe wie in der Zeit der Attentate. Das zur Auszahlung angewiesen hat; in Erwägung, daß die Kollegen, ein derartiges Handeln müsse man entschieden Protest einlegen. rothe Gespenst" werde wieder hervorgesucht, um Veranlassung welche in Arbeit stehen, und aus deren Mitteln die bisherigen Heute habe er bereits um 9 Uhr ganze Abtheilungen von Schutzzum Erlaß von Zwangsgesehen zu finden, um die kapitalistische Unterstützungen fast ausschließlich bestritten werden konnten, in Leuten nach dem Versammlungslokal rücken fehen, die zur Gesellschaft in Angst und Schrecken zu versetzen. Der„ Kochtopf" ihren gerechten Bestrebungen fortfahren und immer mehr Geld= Aufrechterhaltung der Ruhe nicht nöthig sind. In seinem in der französischen Kammer, die That eines Wahnsinnigen, sei mittel zusammenbringen; in fernerer Erwägung, daß die Schlußworte erzählte Genoffe Singer, daß er an die Stadtverord- charakteristisch hierfür. Anstatt den Wahnsinnigen als Wahn- Streifenden nunmehr vorläufig bedeutend bessere Unterstüßungen neten- Bersammlung einen Antrag gerichtet habe, gegen die Polizei- charakteristisch hierfür. Attaque der vorigen Woche zu protestiren und Vorkehrungen zu sinnigen zu behandeln, verurtheilte man ihn zum Tode, erließ erhalten, als dies bisher der Fall war, so wird dieser Streik so veranlassen, daß eine Wiederholung solcher Angriffe wehrloser Ausnahmegesetze und Knebelte die Presse. Der angebliche Kampf lange aufrecht erhalten, bis entweder die polizeiliche Bekanntmachung veranlassen, daß eine Wiederholung solcher Angriffe wehrlofer gegen den Anarchismus sei gegen die fortschreitende Sozial- vom 10. November 1898 aufgehoben ist oder aber die TarameterMitbürger unmöglich gemacht würde. Nach kurzem Eingehen auf die Bemerkungen der Vorredner schloß Genosse Singer mit demokratie gerichtet. Daraus hätten wir zu lernen, daß wir Apparate aus den Droschken entfernt worden sind, wodurch die einem Hoch auf die Sozialdemokratie, in das die Versammlung dieſem heuchlerischen Spiele nicht Vorschub zu leisten haben. obige polizeiliche Bekanntmachung von selbst zweck- und wirkungsDreimal träftig einstimmte. Dieselbe nahm alsdann die Reso- Redner fam bei dieser Gelegenheit auf die letten Vorgänge im los werden würde. breimal kräftig einstimmte. Dieselbe nahm alsdann die Reso: Friedrichshain zu sprechen. Hier gelte es, nicht herauszufordern Sämmtliche Kollegen verpflichten sich, die jetzt zu Droschken lution einmüthig an und trennte sich hierauf, wobei sie diesmal und sich nicht herausfordern zu lassen. Wir werden dieses futschern gemachten Leute, deren Unfähigkeit als Droschken= weder von den zahlreichen Polizisten noch von den Achtgroschen Spiel vereiteln. Wir werden alles daransehen, diejenigen, futscher zwar längst bekannt, die aber als Ersatz auf die Jungen belästigt wurde. welche noch heute ein solches Spiel, wie seiner Zeit Bismarck, Tarameter- Droschten gesetzt worden sind, über die Ursachen dieses Jm 5. Wahlkreis fand die Versammlung in der Brauerei zu spielen gedenten, bloszustellen und zu beseitigen. Redner ver Streits aufzuklären und diefelben höflichst zu ersuchen, sich dem Friedrichshain statt, wo am vorigen Donnerstag die befannten wies noch auf die bevorstehende Interpellation im Reichstage Streit sofort anzuschließen." Prügelszenen sich abspielten. Um 10 Uhr wurde die polizeiliche und empfahl zum Echlusse die Annahme der Resolution. In seiner eingehenden Begründung dieses Antrages be Absperrung des Lokals vorgenommen, in dessen Innern eine nach Der Vortrag wurde mit donnerudem Beifalle aufgenommen. leuchtete Schütte wiederum die Droschkentutscherfabrik, welche Tausenden zählende Menge in geradezu musterhafter Ruhe den In der folgenden Diskussion schilderte Genosse Obligo die es fertig gebracht habe, 80-85 Weißlackirte" auf die Straßen Ausführungen des Abgeordneten Robert Schmidt Vorgänge im Friedrichshain. Der Redner übte eine vernichtende zu bringen, führte an verschiedenen drastischen Fällen die Lauschte. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde der Berichterstatter Kritik an dem Lokal- Anzeiger" wegen dessen Berichterstattung gänzliche Unfähigkeit dieser Kutscher vor Augen und ersuchte des, Lokal- Anzeiger" auf einstimmigen Beschluß der Versammlung aus über die Vorgänge im Friedrichshain und protestirte ganz ent- nochmals um zuverlässiges Material zu dem Zwecke, mit dem Saale gewiesen. Der Rejerent verwahrte zunächst die sozial- ichieden gegen die schamlose Bezeichnung der Arbeitslosen als diesem einen Druck auf die Polizeibehörde auszuüben. Des weiteren theilte Echütte das nunmehr aus dem Ministerium des demokratische Partei gegen den Vorwurf, daß sie beabsichtige, die Mob". Bu dieser Angelegenheit lief folgende Refolutioe ein: Noth der Arbeitslosen in demagogischer Weise für ihre politische Die heutige Arbeitslosenversammlung nimmt mit Entrüstung Innern auf die diesbezügliche Eingabe eingela.fene Antwort Parteizwecke auszuützen, wie das wiederholt von den Gegnern Stellung gegen das gemeine Verhalten des Berliner Lokal- Anzeiger" schreiben mit, in welchem der Minister des Innern( im Auftrage behauptet ist. Der Partei des arbeitenden Volfes ist nur darum betreffs der letzten Ausfälle der Polizei gegen die Arbeitslosen. Die Ver- Haase) kund und zu wissen thut, daß er feine Veranlassung habe, zu thun, ihrerseits zur Feststellung des Nothstandes, der von den sammlung verpflichtet sich, auf die erbärmliche Handlung dieses die vorgedachte Polizeiverordnung vom 10. November 1893 ab: staatlichen und städtischen Behörden geleugnet werde, beizutragen, Blattes hinzuweisen, damit dieses leider in Arbeiterkreisen noch zuändern oder aufzuheben. Trotz alledem ermahnte Schütte zum um durch diese Versammlungen Einfluß auf diese zu gewinnen. viel gelesene Echundblatt als Auswuchs der kapitalistischen unentwegten Ausharren und um einstimmige Annahme seines Die total unzulänglichen sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen, Rorruption erkannt wird. Gleichzeitig verpflichtet sich die Ver- Antrages( Beifall). Die folgende Diskussion bewies den festen Asyle, Wärmehallen u. s. w. möchte man ja am liebsten dem sammlung, mit Entschiedenheit für den Vorwärts" zu agitiren." Willen hierzu und gelangte der Antrag Schütte zur einstimmigen Auge des Philisters entrückt, außerhalb der Stadt haben. Der nächste Redner war der bekannte Anarchist Dr. Gumplowicz. Annahme. Die Vorgänge anläßlich der Versammlung vom 18. d. M. geißelt Der Herr erging sich in Ausfällen gegen die Sozialdemokratie der Referent aufs schärfste. Die Arbeiterschaft ist noch nie von und den Referenten und beunruhigte die Versammlung durch der Berliner Polizei besonders höflich behandelt worden; angesichts seine provokatorischen Phrasen derart, daß der Vorsitzende ihn solcher Herausforderung ist die Geduld der Maffe bewunders mehrfach ermahnen mußte, seine Sinne beisammen zu halten. Die fozialdemokratischen Stadtverordneten haben am werth. Es ist unerhört, daß der Arbeiter, den die Gesellschaft Als dessen ungeachtet der Redner sich weiter in bombastischen Sonntag dem Stadtverordneten Vorsteher folgenden Antrag für ausschrie, nahm einer der von ihrem Tisch gestoßen, zu allem Leid noch die körperliche Deflamationen Büchtigung ertragen soll. Mögen die Veranlasser dieser That Polizisten dessen Phrasen ernst und wollte ihn verhaften. die Stadtverordneten- Versammlung überreicht: Scheuniger Antrag. bedenken, daß noch ein Tag kommen wird, wo Rechenschaft Dr. Gumplowicz ftemmte sich jedoch an den Tischen Die Versammlung wolle beschließen: für diese Thaten gefordert wird.( Stürmischer Beifall.) und Stühlen fest, sodaß eine aufregende und peinliche Szene ent Die Stadtverordneten- Versammlung protestirt im Namen Leider kann die sozialdemokratische Partei den Arbeitslosen nicht stand, die erst ihr Ende fand, als einige weitere Polizeiorgane der Berliner Bürgerschaft gegen das Verhalten, welches seitens in der Weise gegenwärtig helfen, daß sie denselben Arbeit an den Verhafteten mit Gewalt aus dem Saal gezerrt hatten. Wir der Polizei an den Theilnehmern der am 18. d. Mts. in der weift. Sie fann dies nur von den heutigen Machthabern fordern. laffen es dahingestellt, ob es nothwendig war, den Mann Die Behandlung des Antrages Singer seitens der städtischen Be- wenn seine Verhaftung nun einmal dem Polizeibeamten erforder Brauerei Friedrichshain stattgehabten Arbeitslosen- Versammlung hörden hat aber deutlich gezeigt, wie wenig die herrschende Gefell- lich schien bereits während der Tagung der Versammlung geübt worden ist, und ersucht den Magistrat, bei den königlichen schaft sich ihrer Pflicht, die Arbeitslosen zu unterſtüßen, bewußt beim Stragen zu packen. Den vereinten Anstrengungen des Vor- Staatsbehörden um Erlaß von Maßregeln vorstellig zu werden, ist. Man hat fogar den traurigen Muth, An- fihenden und einiger Genoffen gelang es auch bald, die auf welche die Wiederholung solchen Verhaltens unmöglich machen. träge auf Berkürzung der Arbeitszeit im Intereffe geregten Gemüther zu besänftigen und die vorige Ruhe wieder der Freiheit der Arbeiter" höhnend zurückzuweisen. Immer herzustellen, sodaß die Versammlung nach diesem Zwischenfalle höher steigt unterdeß die Biffer der Arbeitslosigkeit ihren Fortgang nehmen konnte. Reichstags- Abgeordneter Dr. Bruno in allen Industriestaaten. Deutschland, dessen Industrie auf den Schoenlant gab in treiflicher Rede der allgemeinen tiefen EntExport angewiesen ist, büßt immer mehr und mehr Abfahgebiete rüstung über den Streich eines unreifen Burschen Ausdruck. Wenn ein, während im Inlande bei den gedrückten Löhnen immer wir, so meinte er weiter, Abhilfe der bestehenden Uebelweniger fonsumirt wird, wo soll das hinaus? Die bürger- ftände vom Staate verlangen, so verlangen wir nicht mehr, als liche Gesellschaft steht traft- und willenlos dieser Erscheinung derfelbe zu leisten im stande ist. Die Klinke der Gesetzgebung! 1. " anwesenden der " = Kommunales. M Briefkaften der Redaktion. F. B., Rigdorf. Wenn die Explosion durch die Einführung des Rohrs verursacht war, werden Sie zahlen müssen, auch wenn Wirth die Einwilligung gegeben hat. B. Mittelalter. Muß oezahlt werden. P., Rummelsburg. Wirth ist im Recht. Verantwortlicher Redakteur: Nobert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beutbstraße 2.