Nr. 58. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 m., monatl. 1,10 mt, toöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Post. elbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. S Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Leuchtölmonopol und Zentrum. Sonnabend, den 28. Februar 1914. zu schaffen, das das Leuchtöl in Deutschland verteuertdieser Vorwurf, den die Zentrumspresse erhebt, ist so lächerlich, daß er einer Widerlegung gar nicht wert ist. Die Abwehr der Verteuerung des Leuchtöls das ist die Aufgabe, die unseren Genossen in der Leuchtöl( fommission gestellt ist. Daher ist die Befürchtung der Zentrumspresse geradezu blödsinnig, die Sozialdemokratie Seit über Jahresfrist ziehen sich die Beratungen über den habe nur verlangt, daß der Preis des Leuchtöls gefeßlich auf von der Regierung vorgelegten Leuchtöl- Gesezentwurf hin. zwei Jahre festgelegt werde, gleichzeitig aber der Regierung Bei der ersten Lesung im Plenum des Reichstages fanden die die Vollmacht gegeben, das Gesez erst nach Ablauf dieser zwei Vorschläge der Regierung nirgends Zustimmung. Wollten Jahre in Kraft treten zu lassen, so daß die Festsetzung des fie doch nichts anderes, als an Stelle des amerikanischen Höchstpreises nur noch eine vorübergehende Dekoration zur Welttrust Rockefellers, der insbesondere den deutschen Markt Beschwichtigung der Verbraucher bilden würde." fast völlig beherrscht und die Preise diktiert, die Petroleumunternehmungen der Deutschen Bank setzen, wobei der deutsche Leuchtölverbraucher genau so gerupft worden wäre wie vom amerikanischen Trust. In der Kommission wurden die Vorschläge der Regierung allseitig abgelehnt, und nun entstand die Frage, soll überhaupt nichts geschehen, also alles so bleiben, wie es ist, oder soll der schlechte Entwurf der Regierung durch einen bessern ersetzt werden. Nun die Sozialdemokratie wird für kein irgendwie gestaltetes Monopol stimmen, das den Preis des Leuchtöls höher festlegt, als er nach Lage des Weltmarktes sein darf. Dieser Schuß der Konsumenten ist es, den die Sozialdemokraten erstreben, und wenn ihnen die Regierung dabei behilflich ist nun, wir handeln stets nach dem Grundsaß, daß wir das Gute nehmen, wo wir es finden, auch im Bundesratszimmer. Charakteristisch aber ist die Perfidie, mit der diese Zentrumsheze gegen das Reichsschazamt betrieben wird. Verlangt ja das Zentrum nichts weniger, als daß die sozialdemokratischen Abgeordneten nicht als gleichberechtigt von der Bureaukratenregierung angesehen werden darf. Die Regierung darf die Existenz einer sozialdemokratischen Fraktion überhaupt nicht kennen. Und das sind dieselben Leute, die dann ihren Wählern vorlügen, die Sozialdemokratie wolle überhaupt keine„ positive Arbeit" leisten. Die großen Fraktionen des Reichstages stellen abwechselnd die Vorsitzenden der Kommissionen. Beim Leuchtölgeseß war die Reihe an der sozialdemokratischen Fraktion; geren Kommissionsmitglieder bestimmten den Genossen Burm, der die Fraktion als erster Redner im Plenum vertreten sollte, zum Vorsitzenden. Nun liegt es nach altem Brauch dem Vorsitzenden ob, so wie das der Präsident des Reichstages für die Plenarsizungen tut, die notwendigen Besprechungen mit der Regierung über den Gang der Verhandlungen in der Kommission zu führen. Bei der Leuchtöl- Und zu der Perfidie die Heuchelei! Mit Sozialdemofommission waren solche Besprechungen um so notwendiger, fraten darf nicht verhandelt werden, dekretieren diese Leute, als nach Ablehnung der Regierungsvorlage neue Unterlagen die bei so vielen Wahlen so eifrig mit uns verhandelt haben. für die weiteren Verhandlungen erst geschaffen werden mußten, Oder darf nur im Dom zu Speyer mit Bischöfen und nicht und zwar durch Anträge aus der Mitte der Kommission, im Reichstag mit Geheimräten gesprochen werden? da die Regierung in den Kommissionsverhandlungen Anträge nicht stellen darf. Die Beratungen hatten ergeben, daß in der Kommission zwei Richtungen sich gegenüberstanden: Die eine war vertreten durch das Zentrum, das weder von irgend Dallwih, Jagow und Keiling. einer Art Monopol unter staatlicher Aufsicht, noch von einem Staatsmonopol etwas wissen wollte ihn schlossen sich zum Weise bewiesen, was auf amtliche Erklärungen zu geben ist. Der Fall Keiling hat wieder einmal in geradezu klassischer Teil die Konservativen an, die andere Richtung bestand aus Sozialdemokraten, Nationalliberalen und Fortschrittlern, Am 10. Februar hatte Genosse Adolf Hoffmann im Abdie es für erforderlich hielten, Mittel und Wege zu suchen, um geordnetenhaus an dem Fall des Streitbrecheragenten, Gezu verhindern, daß der amerikanische Trust Rockefellers die wohnheitsverbrechers, Zuchthäuslers und preußischen PolizeiHerrschaft über den deutschen Petroleummarft behält und noch agenten Steiling gezeigt, welch verkommener Subjekte sich die verstärkt. Die von den Freunden einer Weiterarbeit geBerliner Polizei zur Verfolgung anständiger Büger bedient. planten Aenderungen des Gesezentwurfs führten wie un der Polizeiminister v. Da II wit auf diese schwere BeschuldiZehn Tage später endlich, am 20. Februar, antwortete Dallwig bedingt erforderlich zu Besprechungen der Regierung in den dabei beteiligten Parteien. Nun aber, wo ein jozialdemo- gung. So lange Zeit der Herr Minister aber auch gebraucht kratischer Vorsitzender der Kommission mit Regierungs- hatte, Informationen einzuholen, so unrichtig waren die kratischer Vorsitzender der Kommission mit Regierungsbertretern Rüdsprache über neue Grundlagen zur Weiter- ihm gewordenen Auskünfte. Die Gegenüberstellung der Erberatung des Entwurfs nehmen mußte, geriet die Zentrums- lärung des Ministers nach dem amtlichen Stenogramm und preſſe in heiligen patriotischen Zorn. Die Köln. Bolks- der Aussage Seilings vor dem Schwurgericht in Zeitmerik zeitung" vom Donnerstagabend bringt einen Artikel aus eigt am deutlichsten, welchen Wert polizeiliche Informationen Berlin, der voll Jammer über der Zeiten Verderbnis ist, weil besigen, die der preußische Polizeiminister erhält und leichtdie Regierung mit Genossen Wurm Rücksprache über den gläubig weiterverbreitet: weiteren Gang der Kommissionsverhandlungen genommen v. Dallwit am 20. Februar: hat. Die Köln. Volkszeitung" schreibt: Keiling am 25. Februar: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1984. " Ich habe am 10. Februar gesagt, dieser Mann wäre nicht zum Mörder geworden, wenn die Berliner Polizei und die Staatsanwaltschaft ihre Schuldigkeit getan hätten. Er ist von der Staatsanwaltschaft hier angeblich gesucht worden, und die Berliner Staatsanwaltschaft hat geschrieben, das Strafverfahren müßte eingestellt werden, weil der Mann unauffindbar wäre, und der Mann, der unauffindbar war und gegen den aus diesem Grunde das Strafverfahren eingestellt werden mußte, wohnte och str. 28, im Hause des Polizeireviers Nr. 82! Er ging als Streitbrecherlieferant in diesem Revier ein und aus, und in feiner Wohnung hielten fich, angeblich zit seinem Schuge, fast dauernd Kriminalbeamte auf. Diesen Mann konnte die Staatsanwaltschaft nicht finden, um ein Strafverfahren gegen ihn durchzuführen. Da mußte erst in Böhmen der Mord passieren, und dann hat ihn die österreichische Polizei gefaßt. Die preußische Polizei fonnte ihn nicht finden, weil er ihr zu nahe stand; sie sab wahrscheinlich immer über ihn weg. Nun sagt der Herr Minister, dieser Mann wäre kein Polizeispizzel. Ich bitte den Herrn Minister, sich von seinen Räten besser informieren zu lassen und die Akten herbeizuziehen. Die letzte Strafe, die der Mann in Deutschland erhalten hat, und zivar wegen Nötigung und Freiheitsberaubung 1 Monat Gefängnis, diese Strafe hat er als Polizeiagent erhalten, weil er einen un schuldigen Mann verhaftete und ihn fesselte. In den Termin- und Gerichtsaften ist festgestellt, Herr Minister, daß der Mann Bolizeiagent gewesen ist. Das ist unter Eid vor Gericht festgestellt. Und nun tritt der Herr Minister hier auf und sagt: der Mann ist nicht Polizeiagent. Jawohl, er ist Polizeiagent! Der Mann hat sich damit gerühmt; er hat sogar gefagt, er habe schon wiederholt Leute niedergeschoffen, ihm passiere nichts. Er hat den Leuten mit allerlei Redensarten, die ich schon das letzte Mal wiedergegeben habe, gedroht. Der Mann hat im ganzen als Vorstrafen 6 Jahre 5 Monate Gefängnis, 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, 14 Jahre Ehrverlust, 3 Jahre Polizeiaufsicht erhalten. Die Ehrverluststrafe läuft noch bis 1915. Und dann kann die Berliner Polizeibehörde ihn nicht finden, obwohl sie täglich mit ihm zu tun hat. Ein solcher Zuchthäusler, ein solcher Dieb, Betrüger, Kuppler, Mörder, der gehört zu Ihren Hilfsmitteln, mit denen Sie anständige Menschen, anständige Arbeiter bekämpfen!" Die Wahlen in Bulgarien. Von Janko Sakajoff Sofia. Unter allen Umständen die Majorität in der Kammer zu erlangen, das ist das Ziel der Regierung des Königs Ferdinand. Deshalb hat sie den neu eroberten Gebieten das Wahlrecht gegeben, bevor noch die Vorbedingungen zu einer wirklichen Befragung der Wähler vorhanden sind. Denn sie rechnet, von den 41 neuen Mandaten mindestens 30 für sich zu erhalten. und im Weutterland selbst geht sie in der gewalttätigſten Weise vor, um die Wähler zu beeinflussen oder sie wenigstens Weise vor, um die Wähler zu beeinflussen oder sie wenigstens von der Stimmabgabe abzuschrecken. Die erste Probe dieser Gewaltherrschaft mußten die Sozialisten aushalten. Die öffentlichen Versammlungen, die Wie unzuverlässig derartige R.-A. Knöpflmacher: Wie sind unsere Partei in verschiedenen Städten Bulgariens veranstaltet ..Staum jemals hat sich die Sozialdemokratie für die Er- auf unkontrollierbare Nachrichten Sie in den Besitz des Waffen- hatte, wurden fast alle von der Polizei und den Regierungsledigung einer parlamentarischen Aufgabe so sehr ins Zeug bin hier vorgebrachte Fälle viel scheins gekommen? Nach unieren agenten angegriffen, um sie zu sprengen, aber überall haben gelegt, wie jest für das Petroleummonopol. Der sozialdemo- fach zu sein pflegen, das ergibt Gefeßen dürfen nur einwandfreie unsere Genossen standgehalten. In einigen Orten haben kratische Führer Wurm ist Tag und Nacht beschäftigt, um das sich daraus, daß er heute wieder Personen einen Waffenschein er- blutige Zusammenstöße stattgefunden, in anderen Gesetz zustande zu bringen. Regierungsrat Kestner vom Reichs- ling, der in Desterreich verhaftet Ihre von einem Mann namens ei halten. Ich vermute, daß Sie Borstrafen verschwiegen haben sich alle oppositionellen Elemente vereinigt, um gcschazamt, der Vater des Petroleummonopol- Entwurfs, konferiert ist, gesprochen hat und behauptete, haben?- Angekl.: Nein. Ich meinsam Widerstand zu leisten. mit den Führern der Sozialdemokratie in den Bundesrats- daß er ein Polizeispitzel gewesen besitze ja auch einen Waffenschein Schwieriger aber ist es, unseren Agitatoren die Sicherheit gemächern des Reichstags und im Reichsschazamt selber, und fei. Ich habe inzwischen, weil, in Berlin, wo man mich ganz ihres Lebens und ihrer Freiheit zu verbürgen. Der Minister Abg. Wurm creifert sich dabei, als ob es sich um die wichtigste wie ich glaube, der andere Herr genau kennt. R.-A. Knöpfl- des Innern, Dr. Radoslasoff, hat ein Rundschreiben an Parteiangelegenheit der Sozialdemokratie handelte. Mit Recht Hoffmann fürzlich schon einmal macher: Dort werden Sie gewiß alle Präfeften, Streishauptleute und ländlichen Ortsältesten konnte die„ Kreuz- Zeitung" dieser Tage feststellen, daß in der den Namen genannt hat, den auch Ihre Vorstrafen verschwiegen gerichtet, keine Versammlungen in den Städten und Dörfern Petroleummonopolfrage und bei den Debatten darüber die Sachverhalt feststellen haben!- Angell.: Nein. Ich zu erlauben, die nicht 24 Stunden vorher angemeldet sind, Sozialdemokratie führend sei. Der Reichskanzler Polizei mit dem Mann in feiner Polizeireviers und stehe ständig und jeden Agitator festzunehmen, der den König beleidigt lassen und erfahren, daß die wohne ja im Hause meines hat allerdings erst vor wenigen Wochen erklärt:„ Mit der Sozial- Weise etwas zu tun gehabt hat. im Dienste der Polizei, die mir oder der behauptet, daß die Handlungen der Regierung zu demokratie gibt es kein Paktieren, sondern nur Kampf." Die Der Mann, der hier bestraft bei jedem Streit die Aufgabe zu einem neuen Striege führen würden. Väter des Petroleummonopols im Reichsschabamt denken offen- worden ist und die Strafe ver- weist, die Unruhestifter zu erbar anders, denn es dürfte noch nie das Zusammenarbeiten büßt hat damit hat die Polizei mitteln." eines Amtes mit der Sozialdemokratie intimer und eifriger nichts zu tun vermittelte gewesen sein, als jetzt beim Petroleummonopol." Arbeitswillige und ist mit einem Transport Arbeitswilliger nach Dieses Rundschreiben des Ministers des Innern, das in seinen Hauptpunkten verfassungswidrig ist, wie auch das banditenartige Benehmen seiner Polizeiagenten in den Versammlungen der Opposition, haben einen Entrüstungssturm in allen Schichten der Bevölkerung entfacht, die sich auf einen gewaltigen Widerstand vorbereitet. Auf die Initiative der radikalen Partei hin hat in Sofia eine Zusammenkunft der Vertreter der Oppositionsparteien stattgefunden, in der beschlossen wurde, einen gemeinsamen Protest gegen die Regierungsmaßregeln zu erlassen und die Bevölkerung aufzufordern, sich den ungeseglichen Anordnungen der Regierung nicht zu fügen, gegen jeden Regierungsagenten oder Bürger, der auf Grund diefer ungesetzlichen Anordnungen die Freiheit der Agitatoren Das Zentrumsblatt schvelgt so spöttelnd in der Sebe Desterreich gegangen. Dort ist er gegen das Reichsschabamt, verschweigt aber geflisfentlich, von Streifenden überfallen, er daß Genosse Wurm Vorsitzender der Kommission hat sich zur Wehr gesetzt und mit ist und daß Zentrumsabgeordnete als Vorsitzende der Kom- feinem Revolver einen Streifenden mission stets in dieser Weise mit der Regierung Rücksprache verlegt oder erschossen. Jebenfalls nehmen, wenn es der Gang der Verhandlungen erforderlich ist er dann wegen dieser Straftat macht. Aber das Zentrum ist eben nicht sehr erbaut davon, in Desterreich verhaftet worden. daß es diesmal nicht selber die führende Rolle hat und seinem Etwas Weiteres ist der Polizei Herzenswunsche gemäß das Zustandekommen eines Monopol- über Keiling nicht bekannt." gesetzes von vornherein vereiteln kann. Unsere Genossen da- Allerdings bedurfte es gar nicht erst des Geständnisses und der Versammlungen zu verlegen sich anschickt, sogleich die gegen haben, wie auch Genosse Wurm bereits in seiner Rede Keilings in Leitmeriz, um die Unwahrheit der Ausfunft fest. Anzeige zu erstatten und drittens sich zu verständigen, um gemeinbei der ersten Lesung des Entwurfs im Plenum erklärt hat, zustellen, die man dem Polizeiminister zu geben gewagt hatte. sam eine Schuhwehr gegen die Anschläge der Regierungsagenten das lebhafteste Interesse daran, das bestehende Privat- Nach den Gerichtsaften stand die Tatsache unanfechtbar fest, und gegen die ungefeßlichen Forderungen der Polizei zu organimonopol des amerikanischen Trust zu stürzen und an dessen daß die Polizei des Herrn v. Jagow den Keiling als Agenten sieren. Diese Schritte der Opposition haben die Regierung ein wenig Stelle eine Organisation der Leuchtölversorgung zu schaffen, benutte. Das wurde denn auch in der Sigung des Ab- zum Einlenten veranlaßt. Aber die Verfolgung der einzelnen die den deutschen Konsumenten davor schüßt, daß der ameri- geordnetenhauses vom 20. Februar durch den Genossen Adolf oppofitionellen Agitatoren dauert fort. Jeden Tag bekommen fanische Trust die unumschränkte Herrschaft erlangt und das Hoffmann nachdrücklichst festgestellt. Unser( Genosse gab nach wir Nachrichten von arretierten Genossen, die man nach ihren Leuchtöl so hoch wie nur möglich im Preise steigert. Daß dem amtlichen Stenogramm Herrn v. Dallwiz folgende Wohnorten abschiebt und dann freiläßt. In Sofia selbst die Sozialdemokraten sich dazu hergeben fönnten, ein Monopol Antwort: wurden Versuche gemacht, einige Versammlungen zu sprengen. Aber da unsere Genossen ihr Versammlungsrecht tapfer verteidigt hatten und große Protestdemonstrationen vorbereitet wurden, so entschied sich die Regierung, einstweilen die Haupt stadi in Ruhe zu lassen. Und so fonnten letzten Sonntag drei große Massenversammlungen an drei Punkten der Stadt stattfinden, die ruhig und ohne jede Störung verliefen. Die Oppositionsbewegung im Lande ist sehr starf, die Bauern und die städtische Bevölkerung sind sehr rührig, aber die Gewaltherrschaft der Regierung und der Mangel einer energischen und fortschrittlichen regierungsfähigen Partei im Lande lähmt die freiheitliche Bewegung und nimmt ihr ein festes und bestimmtes Ziel. Die So zialisten find entzweit, die Bauernbündler wirken isoliert, die Radikalen haben feinen nennenswerten Einfluß und die einzige regierungsfähige Partei, die Demokraten, haben seit ihrer Herrschaft in den Jahren 1907-1911 ihr ganzes Prestige verloren. So steht der unorganisierte Teil der Bevölkerung ratlos und unentschieden vor der Frage, wem sie ihr Vertrauen geben soll. Das Scheitern des Versuchs, in der aufgelösten Sobranje eine regierungsfähige Koalition der Links parteien gu bilben, wirft lähmend lähmend auf die Ent schlüsse der Bevölkerung und.venn die Gewalt maßregeln der Regierung sie nicht bewegen, für die Sozialisten und die Bauernbündler zu stimmen, so wird die zukünftige Sobranje sich nicht viel von der aufgelösten unterscheiden, Zwar ist es noch zu früh, um bestimmtes über die Wahl ergebnisse voraussagen zu können der Wahltag ist der 23. februar( 8. März), aber wenn feine Müdigkeit sich in die Bevölkerung einschleicht, so wird die Regierung faum ihre frühere Stärke behalten können. Dann werden die neu hinzu tommenden Mandate der neuen Bänder zu entscheiden haben. Politische Uebersicht. Die Reichseisenbahnen. In der Freitagjigung des Reichstags wurde die Eisenbahndebatte fortgefeßt und vor allem Bersonalfragen erörtert. Verschiedene bürgerliche Abgeordnete brachten eine Reihe von Wünschen vor freilich in jo devoter Tonart, daß sie auf den strammen Eisenbahnminister kaum Eindrud gemacht haben dürften. Herr v. Breitenbach hob denn auch mit seinem üblichen Selbstbewußtsein hervor, wieviel er schon für die Arbeiter getan hat. schulen und Privatunterricht beim Oberpräsidenten Beschweren Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat am Freitag die zweite Beratung und gegen dessen Beschluß die Revision( nicht etwa die Klage, des Etats der Bauverwaltung fortgesezt. Die Debatte erstrecte sich sondern nur die auf Mängel des Verfahrens oder irrige Gefegesmeist auf Einzelheiten lokaler Natur, doch wurden auch eine Reihe anwendung zu stützende Revision) beim Oberverwaltungsgericht Fragen von allgemeiner Bedeutung angeschnitten. Der abgefchmadten ergreifen fann. Ach, zu bitter sind die Erfahrungen, die die verAeußerung des fonfervativen Abg. Frhrn. v. Malzahn, daß fassungsmäßig gleichberechtigten Arbeiter bisher gemacht haben, als Arbeiterkontrolleure aus dem Baugewerbe nur sozialdemokratische daß fie da nicht an die Krähen denken sollten, die einander schon Agitatoren wären, trat mit Gefchid Genoffe ue entgegen, der nicht die Augen aushaden!... schlagend nachwies, daß es den Konservativen und ihren Freun Nächste Sigung-wenn die Kommission das Fideikommißgefes den weniger auf Arbeiterschutz als auf Parteipolitik ankommit. In genügend her und hingerichtet haben wird. der Tat ist ja der Mehrheit des Landtages an einem wirklichen Bauarbeitericus noch weniger gelegen als der Regierung. Furcht, es fönnten sich unter den Arbeiterkontrolleuren auch Sozialdemokraten befinden, weisen fie das ganze System von der Hand, obwohl sich in andern Ländern die Arbeiterkontrolleure durchaus bewährt haben. Aus Der Forderung des Abg. b. Bülow( natl.) auf Erlaß von gefeßlichen Maßnahmen gegen das Ueber handnehmen von Miets tafernen auch in fleineren Drtfchaften trat der Unterstaatssekretär mit dem Bemerken entgegen, daß es Sadie der Gemeinden fei, auf dem Wege von Polizeiverordnungen das Mietstafernenwesen zu be fämpfen. Echt preußisch! Aus dem Seniorenkonvent. Der Seniorentonvent befand am Freitag in seiner Sizung über die Einteilung der Geschäfte in der nächsten Zeit. Die Regierung will eine Besoldungsnopelle einbringen, auf die bei der Etatsberatung Bezug genommen werden muß. Wenn demnächst der Bostetat auf die Tagesordnung fommt, so werden die Bofitionen, die mit der Besoldungsnovelle in Beziehung stehen, bei der zweiten Beratung ausgeschaltet. Am Montag soll die Befoldungsnovelle die' erite Lesung passieren und dann an die Budgetfommiffion verwiesen werden. Es soll eine Beschleunigung der Beratung stattfinden, damit die Besoldungsnovelle mit den zu= Leider war es unserem Genossen Hue, nachdem ihm in der rückgestellten Positionen der einzelnen Stats in zweite Lesung geGeneraldebatte das Wort abgeschnitten war, nicht möglich, sich zu nommen werden kann. Sollte inzwischen vom Stat in der Budgetder Tarifpolitik im allgemeinen zu äußern. So mußte er fich denn kommission noch nicht genügend Beratungsstoff vorliegen, so wird darauf befchränken, Verkehrsverbilligungen zu fordern, die aber nicht der Bostschedgesehentwurf mit auf die Tagesordnung gesetzt, dann einzelnen Interessenten, sondern der Gesamtheit der Bevölkerung das Gesetz über den Luftverkehr, eventuell der Entwurf über die zugute fommen müßten. Mit Recht beklagte er es, daß bisher die Stonkurrenzklausel. Zwischen zweiter und dritter Lesung des Etats Berkehrsverbilligungen feine Verbilligung der Produkte gezeitigt foll dann die Besoldungsnovelle auch die zweite Lesung in dem baben, fondern daß die Konsumenten nach wie vor gezwungen find, Plenum passieren. Bucherpreise zu zahlen. Beherzigenswert ist auch feine Anregung, zu den Wasserstraßenbeiräten, den Bezirks- und Landeseisenbahnräten Arbeiter hinzuzuziehen, einer Anregung, die in diesem Hause natürlich auf unfruchtbaren Boden fält. Die Beratung wird am Sonnabend fortgesetzt. Fortschritte nach Herrenhausbegriffen. Zentrumsheuchelei. Am Schlusse eines längeren Artikels, der die Haltung des Zentrums in der Zabern- Kommission verteidigen soll, schreibt, wie uns ein Telegramm aus Köln meldet, die Kölnische Volkszeitung": Damit ist einstiveilen im Reichstage mit Zabern Schluß gemacht worden. Nachdem die Freisinnigen und Sozialdemos fraten das Zentrum gezwungen hatten, alles abzulehnen, war auch eine zweite Lesung nicht mehr möglich, an die sich nun die Linke flammern wollte. Die Kommission hat ihre Aufgabe nun erfüllt und ist damit erledigt. Ein großes Nichts ist der Erfolg ihrer Tagung. Das bedauert man auch im Zentrum, wo man allen Ernstcs ciwas zustande bringen wollte." Unsere Vermutung, daß die vor einer Woche vom Herrenhaus befchloffene Rüdverweisung des Landesverwaltungsgejeges an die Kommission nur den Oberbürgermeistern eine Freude machen, sonst aber den Belz zwar waschen, aber ihn nicht naßmachen sollte, hat sich bestätigt. Am gestrigen Freitag wurde das Gefeß unter dem höchst interessierten Zuidbauen eines Mädchenpensionats von der Tribüne genau so verabschiedet, wie es schon vor acht Tagen vor gelegen hatte. Selbst die bescheidensten Abänderungsanträge des Weiter läßt sich die Heuchelei wirklich nicht treiben! Hat Königsberger Oberbürgermeisters Körte, dessen meiste Kollegen in doch gerade das Zentrum seine partikularistischen Prinzipien" dem schwach besuchten Haufe fehlten, und des Professors Löhning nur deshalb entdeckt, um die reichsgesetzliche Regelung, wie wurden auf Bunich des Polizeiministers v. Dallwig abgelehnt. sie die Fortschrittler und Sozialdemokraten wollten, tot zu Dabei beeilte sich Herr Löhning, der eine Heine Garantie gegen machen- der Regierung und den Konservativen zuliebe. landjunkerliche Somogenität der Beschlußienate in das Gefes Uebrigens wird ja das Zentrum Gelegenheit haben, zu zeigen, batte hineinbringen wollen, dem Berichterstatter v. Sydow wie weit, es ihm mit seinem Bedauern Ernst ist. Die Stolzenfelbe zu versichern, daß ihm nichis ferner liege als ein wie weit es ihm mit seinem Bedauern Ernst ist. Die Mißtrauen gegen die Provinzialanschüsse und die Abficht, einen 3a bern- Kommission wird demnächst noch eine Sigung Gegenſaz zwischen Stadt und Land zu behaupten... Und schließ. Dieser Bericht geht alsdann an das Plenum, das sich ebenabhalten, in der ein schriftlicher Bericht festgestellt wird. li ftimmte auch die Linke samt dem fortschrittlich- volksparteilichen falls nochmals mit der Angelegenheit beschäftigen wird, um Herrn Dernburg für das nach ihrer Meinung doch schlechte und falls nochmals mit der Angelegenheit beschäftigen wird, unt die Rechtssicherheit schmälernde Gejez: auch zu den Anträgen der Elsässer und Sozialdemokraten, die nicht zurückgezogen find, Stellung zu nehmen. Dann fann also das Zentrum sich an der Arbeit beteiligen und helfen, daß etwas Brauchbares doch noch zustande kommt. Von der sozialdemokratischen Fraktion sprach Genosse Beirotes, der die Rechte der Eisenbahnarbeiter mit der Entschiedenheit vertrat, die allein Erfolg bei der Zentral behörde bewirken kann. Und es war troß aller Einwendungen des dienstfertigen nationalliberalen Parade arbeiters 3dier- durchaus berechtigt, daß unser Redner das Verdienst an den bisherigen Verbesserungen für die sozial demokratische Kritik in Anspruch nahm. Genosse Veirotes zeigte auch Herrn v. Breitenbach an einer Reihe gutgewählter Beispiele, daß in seiner Verwaltung durchaus nicht alles so tadellos und wunderbar sei, wie der Eisenbahnminister gern glauben machen möchte. Im Laufe seiner Rede tam Beirotes noch einmal auf die bekannte Grafenstadener Affäre zu fprechen, die vor zwei Jahren im Reichstag soviel Aufsehen ettegt hatte. Er bewies an der Sand der Tatsachen, wie zu treffend damals die sozialdemokratischen Angriffe gewefen waren, und er fonnte namentlich auf die Feststellung hinweisen, daß der Buchdruckereibesizer in Grafenstaden, der da mals die Lokomotivfabrik denunziert hatte, nur aus Rachsucht gehandelt hatte, weil ihm teine Drudaufträge gegeben worden waren. Das war der inoffizielle Vertrauensmann des Herrn v. Breitenbach! Gegenüber den Versicherungen staatstreuer Gesinnung, die die Herren Idler und Konsorten im Ueberfluß abgegeben hatten, wirkte die Forderung nach dem unein geichränften Koalitionsrecht der Arbeiter billige Arbeiter zu erhalten! geradezu erfrischend.. Peukerts Memoiren. III. Die Propaganda der Tat". 4 " Die natürlich auch angenommene Borlage über die Auflösung der Generalfommiffion in Königsberg und die llebertragung der ihr obliegenden Grundteilungsgeschäfte zeigte ein Herrenhausmitglied als Füripreder eines gewissen grartommunismus! Es war der feudale Landrat a. D. mit dem urbeutichen Namen Zortilowicz von Batodi Friebe, der die völlige Aufteilung des Gemeindelandes in Ostpreußen als die schwerste Schädigung der Kleinen Leute auf dem Lande er flärte und zum Ausgleich dafür Almenden und Mietland für die Häusler fordern. In Wirklichkeit liegt den Herren natürlich nur daran, diese armen Teufel durch Grundbesig" als Debattelos wurde ein Gesez über Zuständigkeiten in In der morgigen Debatte wird die Frage der Mosel- und Schulfachen angenommen. Es bringt den herrlichen Fortichritt, Saarfanalisierung zur Erörterung gelangen. daß man sich gegen die Berfagung von Genehmigungen für Privat Die Merstallingerei war also einer dieser allerhand Pläne". Aber doch nur ein Gewitterleuchten. Bald folgte der zweite Aft der von Peufert gepredigten Propaganda der Tat". Ende 1883 3ogen die Anarchisten" am merer aus Bern, Stellmacher aus Zürich und Sumicz aus St. Gallen nach Deutschland. In Straßburg erschossen sie einen Soldaten, der auf Posten stand. Warum? Das weiß heute noch niemand. Sogar Peutert schreibt ( S. 183) nach seiner Unterredung mit Kammerer, den er doch gefragt haben muß: lleber die Tat in Straßburg wurde ich nicht recht klug. Nur soviel entnahm ich, daß sie verfehlt war." dieser Seldentat an dem armen unschuldigen Soldaten fuhren die drei Revolutionäre" nach Stuttgart, beraubten und ermordeten dort einen Bankier Heilbronner. Sumicz wurde gefaßt, Kammerer und Stelmacher enttamen. Einen Teil des geraubten Geldes joll Stellmacher nach Zürich gebracht haben, wo sein Freund, der Anarchist und Spigel Kaufmann, das Geld in Empfang nahm, es aber nicht in die anarchistische Parteitasse ablieferte, fondern für sich behielt. Fur Stuttgart" so berichtet Beutert hatte Stellmacher einen ganz anderen Plan zur Ausführung gehabt; derselbe sei jedoch nicht ausführbar gewesen." Kammerer floh nach Wien und erschoß dort einen Bolizeifekretär Slubet. Dann juchte er Beutert auf, der ihm begreiflich zu machen suchte, wie bei solchen Atten unter den bestehenden Verhältnissen durch rohe brutale Gewalt der Propaganda eber geschabet, als genügt wird". Und notabene hier handelt es sich um einen Polizisten, dem er( Stammerer) schon immer für seine Schändlich feit Rache gelobt. Der nächste Schuß aber würde höher gehen". Der nächste Schuß" war der Raubmord an dem Banfier Eifert und feinen zwei Kindern! Die ganze Doppelzüngigkeit und innerliche Berlogenheit Peuterts zeigt sich in seinen Erinnerungen" bei Besprechung des Merstallingerschen Raubüberfalls und der Stellmacher- Rammererschen Raubmorde in Stuttgart und Wien. " Beufert war der Prediger dieser Propaganda in Wien und nachher in der Autonomie". Wenn er später sagen wir nur den Wahnsinn dieser Taktik eingesehen hätte, gut; aber daß er in feinen Grinnerungen" sich hinstellt, als babe er damals schon das Verderbliche seiner Tattit für die Arbeiterbewegung eingesehen und sei deshab damit nicht einverstanden gewesen das erregt geradezu physischen Etel. Die ganze Schlammflut der Beschimpfungen gegen die Sozialdemokraten entsprang der Wut dar über, daß die Züricher" diesem Zumpentum in der Arbeiterbewegung von Anfang an entgegengetreten und auf reinliche Scheidung brangen. Die Stellmacher, Kaufmann, Kumicz ste mußten alle aus den sozialdemokratischen Organisationen, in die sie sich eingeschlichen hatten, hinausgeworfen werden und sie wehrten fich dagegen mit allen Waffen der Lüge und Heuchelei. Die erste Tat der Propaganda der Tat" wurde im Jahre 1882 in Wien in Szene gejezt. Ein Schuhmachermeister Merit al Tinger wurde in seinem Laden niedergeschlagen, chloroformiert und beraubt. Wiener Anarchisten", Berndt, Engel und Pfleger, waren die Täter, der Redaktionstollege Peuterts in der Zukunft", Sobe, war Mitwisser, wenn nicht mittäter. Gine Beute von 20 000 bis 30 000 Gulden war erwartet, aber nur ein paar hundert Gulben und etwas Schmudiachen waren erbeutet worden. Mit dem Bargeld von 96 Gulden ist dann Hoze nach Amerita entflohen. Beutert fagt, er habe erst später davon erfahren. Ich war aufs beinlichste davon berührt." Jch befürchtete einen großen Schlag gegen unsere Bewegung" und" bestand darauf, daß sofort alle Wertpapiere und Schmudgegenstände vernichtet werden sollten, um nicht zum Verrat zu führen". 3m übrigen wollte ich meiter nichts mit der Geschichte zu tun haben." Das war zweifellos das bequemste, nachdem die Sache schief gegangen war. Eine Seite vorher( Seite 108), wo Beutert von dem Aufschwung der radikalen" Bewegung, ihrer wachsenden Bropa ganda spricht, hat er den lapidaren Sah geprägt: Aber auch allerhand andere Pläne tauchen auf." Nach Die Tat mar". so schreibt Beufert ,, unter den gegebenen Verhältnissen geradezu wahnsinnig!... Meine Stellung war hierbei eine furchtbare. Eine Tat verteidigen, die ich selbst verdammte, da sie gewissermaßen mit einem Schlag vernichten konnte, was ich mit dem Aufgebote meines gangen Fühlens und Dentens, mit meiner ganzen Energie und Aufopferung müh sam aufgebaut!" Das schreibt der Mann, der diese Propaganda der Tat" gepredigt und die Sozialdemokratie beschimpft und berdächtigt hat, well sie diese Taktik mit denselben Argumenten von Anfang an befämpft hat. Und nun hören wir, wie dieser selbe Beutert wenige Tage nach dem Wiener Raubmord und wenige Tage nach diesen angeb lichen Erwägungen in Winterthur über diese selben Afte tatsächlich geredet hat. " Man kann danach ermessen, was es zu bedeuten hat, wenn Nach dem Stellmacher- Kammererschen Raubmorde wurde in er fünf Seiten später spreibt: die Partei hatte mit diesem voll. Wien der Ausnahmezustand" verhängt. Massenausweisungen er ständig individuellen Att nicht das mindeste zu tun." Mein Anteil folgten furz der kleine Belagerungszustand", wie wir ihn in on der Werstallinger Affäre war also schon von Anfang an rein Deutschland kennen lernten. Einen oder zwei Tage vor Verhängung negativ." Gewig die ganze Propaganda der Tat" follte ja diejee Ausnahmezustandes fonnte Beutert aus Bien abreifen. Das rein individuel" fein. Damit sie von der Partei ab. hat damals großen Verdacht gegen Peutert erregt und ich habe es geleugnet werben fonnte. Denn Beutert will schon damals„ teinen ihm in Winterthur ins Gesicht gesagt, daß das höchst verdächtig genblid im Zweifel gewesen fem, daß, sobald die Täter als jei. Aber man kann heute offen zugeben, die Darstellung, die Barteiangehörige fefigeftellt wurden, bie Affäre gegen die ganze Beutert in seinen„ Erinnerungen" gibt, daß er zu feiner Zeugen. Bartei zu einem nieberschmetternden Schlage ausgeschlachtet bernehmung nach Hanau in einem Prozesse gegen Neve vorgeladen werden würde". war und dafür das Reisegeld durch Vermittelung des Wiener Ge-| Sind Sozialdemokraten vogelfrei? Das Vorgehen gegen den Genossen Stocder, bent das Recht zum einjährigen Militärdienst entzogen worden ist, weil er sich in der sozialdemokratischen Agitation betätigte, zeugt von einer fo empörenden Verlegung des gleichen Rechts der Bürger, daß die reaktionären Blätter verzweifelt nach Rechtfertigungsgründen dieses unerhörten Winfürattes suchen. Die„ Deutsche Tages8citung" macht sich, um den Gewaltfireich rechtfertigen zu tönnen, eine eigene Theorie zurecht. Nicht um ein Klassenprivileg handele es sich beim einjährigen Dienst, sondern um eine Ein richtung, die ausschließlich die Pflege des militärischen Geistes in richts erhalten habe, tann glaubhaft sein; ein Gegenbeweis ist jedenfalls nicht vorhanden. aber nicht Von Hanau ging Peutert nach Oesterreich zurid nach Wien, sondern auf angebliches Anraten der Linzer Genossen floh er nach der Schweiz. Auch hier gehen wir zu, daß die Dare stellung Beuterts richtig sein fann Beutert braucht wirklich nicht im Dienst der Polizei gearbeitet zu haben. Er tam nach Winter thur, wo ich ihn in einer Versammlung stellte. Peukert schildert das fo( S. 192): Auf eine direfte Interpellation Fischers über meine Stel lung zu den Raub- und Meuchelmorden in Stuttgart, Wien usw. erflärte ich aus physischen Gründen nicht in der Lage zu sein, den Abend zu sprechen, sei aber nächsten Abend bereit, meinen Standpunkt flarzulegen. Fischer aber donnerte in einer anderthalbstündigen, von Lügen, Verdrehungen und Verleumdungen stroßenden Rede gegen mich und die radikale Bewegung Ips, pobei er die bezeichnende Aeußerung tat...er habe sofort, als man ihm die Photographie des in Wien verhafteten Attentäters Wohlgezeigt habe, dieselbe als die Stellmachers erfannt". gemerkt, bis dahin war der Gefangene in Wien noch nicht erfannt worden!" Am nächsten Tage fand Beutert in Bern im Depeschenteile der Frankfurter Zeitung" eine Notiz, wonach er in Winterthur 311gegeben haben soll, an den Merstallinger Attentat beteiligt gewesen zu sein. Dazu fügt er in seinen„ Erinnerungen" das fleine, niedliche Denunziationchen: Wie ich erfuhr, hatte Fischer diese Depesche an die " Frankfurter Zeitung" gesandt." Was hatte nun Beutert in Winterthur wirklich gejagt? Darüber gibt die Züricher Arbeiterstimme" folgende Darstellung, für deren sachlichen Inhalt ich heute noch jedes Wort perantworte. Der Sozialdemokrat" hatte in Nr. 7 des Jahrgangs 1884 die Notiz abgedruckt. " Nach einer polemischen Einleitung heißt es gegen Beutert: Sein erstes Debut in Winterthur verunglückte indeß. Genosse R. Fischer bersalzte ihm seine fünforertelstündige Anarchisterei und seinen Heldennimbus so unangenehm, daß er auf eine Entgegnung zuerst zu verzichten erflärte, um eine Viertelstunde später, da ihm das Allzublamable eines solchen Rüdzuges wahrscheinlich aufzudämmern begann, doch noch einen mißlungenen Versuch zu machen. In Winterthur erklärte Beutert mit zynischer Offens heit: Die Merstallingerei ist zu dumm, als daß man sie ver teidigen fann," und gerade so sprach er sich über die bekannte Wiener Demonstration aus, vpn der er als von einer Dumme heit" immer abgeraten habe, weil die Opfer nicht im Verhältnis zum Erfolg seien. In einem Bunkt dagegen unterschied er sich vorteilhaft von feinen Freunden( die damals alle Beziehungen zu den Attentaten und Attentätern leugneten. F.) in bezug auf seine Meinungsäußerung über Merstallinger Raubattentate und die Beseitigung von Polizisten usw.... Der Frankfurter Zeitung" wird sogar von ihrem ** Korrespondenten aus Zürich telegraphiert, Beutert habe zugestanden, daß er von dem Merstallinger- Attentat vor seiner Inszenierung Kenntnis gehabt, es aber mißbilligt tex Armee und die Schaffung geeigneten Offizierersatzes bezwecke. Da nun die Sozialdemokratie selbst nicht von sich babaupten wende, daß die sozialistische Weltanschauung mit der Pflege militärischen Geistes zu vereinigen sei, könne sie auch kein Recht beanspruchen, von dem Privileg des Einjährigendicnstcs Gebrauch machen zu duofem Diese Theorie des Llgrarierblattes ist innerlich unwahr und gewaltsam g e k ü n st e l t. Wenn die.Deutsche Tages- zeitung" selbst behauptet, daß der Einjährigeitdienst deshalb kein Klassenvorrecht sei, da er„jedermann zugänglich" sei,„sobald er nur bestimmte wissenschaftliche Anforderungen erfülle", so schlägt sie damit ihrer Behauptung, daß der Einjährigendienst in erster Linie aus militärischen Gründen eingeführt sei, selbst ins Gesicht. Das Einjährigenprivileg ist in Wirklichkeit nickt» als ein Zu- gesrändnis an die besscrsituierten Schichten, die sich den vor- geschriebenen Reifegrad erwerben können. Weil man diesen Eleinenten nicht zumuten wollte und konnte, drei oder zwei Jahre zu dienen, hat man das Privileg eingeführt. Daß die Einjährigen an sich ein besonderes militärisches Element seien, kann im Ernst nicht behauptet werdeiu Daß aus den Einjährigen die Reserve- offizicre hervorgehen, ist nur ein neues Klasse»Privileg der besitzenden Klassen, keineswegs aber ein Beweis dafür, daß der Einjährigeitdienst die geeignetste Vorschule des Offiziers sei. Be- trachtete man nicht das Heer als das gegebene Mittel zur Nieder- Haltung der ausgebeuteten Klassen, so würde man auch unter den nichtbesitzende« Schichten, die kein Einjährigenprivileg erworben baben, genug und übergenug tauglicher Personen für die Reserve- osfiziersstellen finden. Aber die Masse der„Gemeinen" soll eben nur ein Werkzeug iu der Hand der der prwilcgierten Klassen eut- nommenen Offiziere sein. Wenn einmal jedermann, der das Einjährigenexamen abzulegen vermag, das Anrecht auf den einjäbrigen Militär- dienst besitzt, ist es ein beispielloser Willkürakt und nackte st c Rechtlosmachung mißliebiger Volks- elemente, wenn man jungen Leuten, die sich zur Sozialdemo- tratie bekennen und für sie agitiert haben, das Recht zur Erwerbung des Einjährigenzeugnisses rauben oder die bereits erworbene Quali- fikation entziehen will. Wenn die„Deutsche Tagesztg." die Frage der Qualifikation zum Reserveoffizier mit der Frage des Einjährigcndienstes verquickt, so beweist das nur ihr böses Gewissen. Sicherlich wird kein Sozialdemokrat den Ehrgeiz besitzen, in einer Zeit, wo die Reuter und Forstner als Musteroffiziere gelten. Rescrveosfizier werden zu wollen. Aber ebensowenig sind die Reize des Militärdienstes so verführerisch, um einen Soldaten zu be- stimmen, daß er sich, obwohl er im Besitze des Einjährigenzeugnisses ist, das Recht aus nur c i n jährigen Dienst durch grobe Willtür- akte rauben lasfen würde., die man nicht einmal früher anzuwenden wagte! Die Sozialdemokratie wird diese neuesten militärischen Willkür- akte gebührend brandinarken und die Volksvertretung vor die Eni- scheidung stellen, ob auch sie solche empörende Willkür gutheißt. Billigt die Mehrheit der Voltsvertretung die unserem Genossen Stoccker zugefügte Gewalttat, so stehen die dafür verantwortlichen Parteien wenigstens vor aller Oesfentlichkeil da als Mitschuldige unerhörter Rechtsbeugung! Ein echtrussischer Student als Denunziant. Wie nickt anders zu erwarten war, nimmt sich ein Vertreter dcS Häufleins echt russischer Studenten in Berlin, der in der Lunchscharskiafsäre blamierten Berliner Polizei an. Herr Maximilian v. Hamm verteidigt in der„Deutschen Tageszeitung" f größter Wärme den brutal«, Gewallstreich der Polizei, den als„nickt besonders aufregend" erklärt. Nicht genug damit, benutzt er die Gelegenheit, um den Verein russischer Studenten. der durch die polizeilichen Ausschreitungen schon hinreichend ge- schädigt ist, zu verleumden.„Gewiß— erklärt er— es sind russische Untertanen, die in dem Verein sind, doch sind seine Tendenzen nicht immer so, wie sie wären, wenn sich der Verein. aus Russen, worunter ich in diesem Fäll in Rußland geborene Studenten verstehe, zusammensetzte." In aller Form also eine Denunziation, aus der Grundlage des echt russischen Nationalltätenhasses. die um so schmachvoller ist, als sie von einem Studenten selbst ausgeht. Wir halten es unter unserer habe. Wir haben wähl nicht nötig, ausdrücklich zu konstatieren, daß w i r mit diesem Telegramm, das offenbar nur aus Hören- sagen beruht, absolut n i ck t S z u tun haben. Wohl aber hat Herr Peukert, als ihm die Merstallingerei und seine in- tellektuelle Urheberschaft daran auf den Zahn gelegt wurde, rück- haltlos zugegeben,«r habe tatsächlich dafür plädiert. daß für Parteizwecke Gelder„requiriert" werden; aber er habe da immer große Summen im Äuge gehabt, nicht so Bagatellen wie bei M« r st a l l i n g e r. w c l ch e d e n V e r I u st v o n M e n s ch e n- leben nicht rentieren. Darum dürfe man nickt zu Kleinkrämern gehen, sondern in Bank- geschäfte, wo täglich große Summen ein- und a u S l a u f en. Auch der Beseitigung von Polizisten und Beamten redete er ungeschminkt daS Wort, weil„die Äosellschastsorganisation nur gestürzt werden kann, wenn die Träger derselben beseitigt sind," weshaib er auch lebhaft„Iv ü n s ch t e. daß der Schuß (ans Blöch) höher, viel höher gegangen war e." Also: schon damals erfuhr Peukert. daß die Urheberschaft Kisch-rs an der Depesche an die„Frankfurter Zeitung" energisch abgelehnt wurde.— i50 Jahre später schreibt Peukert mit eiserner Elirnc:..Wie ich erfuhr, hatte Fischer diese Depesche an die „Frankfurter Zeitung" gesandt." In Winterthnr am 5. Februar 1883 bekannte er sich offen zur Raub- und Diebstahlstaktik, w e n n sie nur genügend einbringe, in seinen, ein Menschenalter später geschriebenen„Erinnerungen" will er schon 1883 das Per- derbliche dieser Taktik für die Arbeiterbewegung erkannt und sie bekämpft haben. Diese Gegenüberstellung genügt.*) ES genügt auck, daraus hinzuweisen, daß Herr Peukert im ganzen Buche verschweigt, wie der edle Stellmacher in Ge- nieinichaft und unter der Aegide seiner Genossen, der beiden Spitzel Kaufmann und Schröder, sich der österreichischen Gesandt- schaft und dem Mülhauser Polizeiinspektor Kaltendach als Spitzel angeboten hatte, und daß ii, der Gerichtsverhandlung diese Briefe Verlesen wurden, wonach Stellmacher mitteilen wollte: 1. wo die„Freiheit" bis Nr. 39 hergestellt wurde und wer sie herstellte, 2. wo sie jetzt hergestellt werde, sowie Name und Wohnort dsS Herausgebers. *) Wie ehrlich es Peukert sogar in seinen..Erinnerungen" mit der Ablehnung der.Propaganda der Tat" 1883 gemeint hat, be- weisen zwei andere Stellen. Seite 239 berichtet er. daß einer setner Genossen sKirschner) in London„eine kleine furchtbare Waffe er- fanden, die wir den„Skorpion" tauften. Ein winziges Instrument mit einer feinen bohlen Nadel, die, wenn mit einem starken Gifte gefüllt, durch einen leichten Stich zu tüten vermochte!" Auch wegen dieser Nadel wollte er seine bekannte Reise zu Nevc gemacht haben. Und Seite 285 konstanert er mit Vergnügen, daß auch Schnaubelt tder angebliche Bombenwerfer in Chicago) an dem„Skorpion" arbeiten hals.— Zu welchem ritterlichen und der Partei nütz- lichen Zwecke wohl dieses niedliche Instrument dienen sollte! Uebcrall also dieselbe Verlogenheit: Würde, uns mit einem solchen Herrn öffentlich auseinander zu setzen. Zur Information unserer Leser sei lediglich folgendes ge- sagt: Der Verfasser der Denunziation, Maxi- milian von Hamm, i st der Sobn des hiesigen russischen Generalkonsuls, eines der Häupter der Landsmannschaft russischer Studenten, deren Eharakter aus der Affäre des zum Selbstmord getriebenen Studenten Dubrowski hinreichend bekannt ist. Tic Berliner Polizei und das Bündlerorgan sind um ihre russischen Freunde wahrlich nicht zu beneiden. Bevorzugung der Lssizieraspirante». Wie wir erfahren, ist soeben eine Verfügung des preußischen Kuliusministeriums an die höheren Schulen ergangen, nach der jungen Leuten, die die Seecisizierlaufbahn ergreifen wollen, und die eine Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung beibringen, gestattet werden soll, das Abiturientenexamen nach einem halb- jährigen Besuche der Oberprima abzulegen. In die- fem Fall sollen den Prüflingen entsprechend mildere Bedingungen gewährt werden, als sie bei dem eigentlichen Abiiuricntencxamen gellen. Vom Standpunkte der Schlagfertigkeit der deutschen Marine mag es ja gleichgültig sein, ob der Offizier die oberste Ghm- mrsialklasse ein ganzes oder nur ein halbes Jabr besucht hat. Wer dann mag sie eben den achteinholbjährigen Besuch einer Höberen Lehransiali vorschreiben. Jedenfalls ist es unter allen Umständen zu verwerfen, daß für junge Leute Ausnahmen von der allge- meinen Prüfungsordnung gemacht werden, wenn sie Offizier wer- den wollen. Ter anhaltinische Landtag trat am Donnerstag zu seiner diesjährigen Tagung zusammen. Unter den Vorlagen befindet sich ein Gesetzentwurf, der die G e- schäftsordnung des Landtages revidieren will. Der Entwurf ist ein würdiges Pendant zu der Geschäftsordnung des preußischen Wgeordnetenhauses, aus der der berüchtigte § 6 1 f a st wörtlich übernommen worden ist. Durch die Verschlechterung der Geschäftsordnung will man die Opposition, die infolge des neuen Wahlgesetzes im nächsten Landtage eine wesentliche Verstärkung erfahren wird, von vornherein mundtot machen. Ferner kündigte die Regierung eine neue Gemeinde- o r d n u n g an, die sicherlich eine Verschlechterung des Gemeinde Wahlrechts bringen wird. Die Nationalliberalen und Konservativen, die die Mehrheit im Landtage haben, empfinden es als eine„nationale Schmach", daß in verschiedenen Stadtpar- lamenten des anholiischen Ländchens die Soziaidemolraten die Mehrheit haben. Dieser Zustand soll durch die angekündigte neue Gemeindeordnuvg beseitigt werden. � Angriff auf Militärpcrsonen im Elsaff. DaS Wölfische Telegravhenbureau meldet aus Straßburg: Von zuständiger Seite werden heute drei weitere Fälle von Angriffen auf Milirärpersoncn mitgeteilt: Am vergangenen Sonnabend- abend wurde ein llnterofiizier des Feldartillerie-Regimcnts Nr. 51 von 8 Zivilisten, die ihm folgten, in der Nähe des Metzger-Platzes auf daS gemeinste beschimpft und dann zum Stehenbleiben auf- gefordert. Der Unteroffizier erklärte, sie sollten ihm vom Leibe bleiben, sonst mache er von seiner Wafic Gevrauch. Als trotzdem einer mit offenem Messer auf ihn losging, zog er den Säbel und schlug, noch bevor der Messerheld zusteche» konirte, ihn so kräftig auf den Kopf, daß er blutend und schreiend Reißaus nahm, eocine Begleiter ergriffen gleichfalls die Flucht.— Am Montagabend wurde ein Sanitätssoldat m der Näbe der Neuen Ortskrankcnkasse von vier Zivilisten ohne jeden Anlaß angegriffen und geschlagen.— An demselben Abend hörte der Posten vor dem Stallzelt aui dem Polhgon auf seinem Patrouillengang vor seinem Zelt die Worte: „Ich bringe den Posten beute abend noch um". Aus seinen Haltrus erhielt er keine Antwort, wurde vielmehr von zwei Personen, die sich ofienbar im Zelt ausgehalten hatten, angefallen und gestoßen.. Ter Versuch, während dieses Angriffes sein Gewehr zu laden, miß- lang dem Posten, so daß die Angreifer ungestraft entkamen. Ans Grund der letztgenannten Vorkommnisse ist nunmehr von dem Gouvernement angeordnet worden, daß alle außerhalb der Stadt stehenden Posten von jetzt ab mit geladenem Gewehr dort zu stehen haben. 3.„Ich kann mich anheischig machen, jede Sendung des „Sozialdemokrat", welcher hier in Zürich erscheint, in die Hände der Regierung zu liefern" usw. Peukert verschweigt, daß der Druck der„Freiheit" damals durch den Freund Stellmachers, den Spitzel Schröder in Zürich, mit dem Geldc der preußischen Polizei bezahlt wurde. Melo- dramatisch aber schildert Peukert, daß Stellmacher, um die„Frei- heit" in Zürich drucken lassen zu können,„alles, bis auf sein Bettzeug, ins Pfandhaus brachte".(Nebenbei: Sie wurde nie in Zürich, sondern in Schaffhausen gedruckt und stets durch Schröder bezahlt, bei dem sich dann auch eine Kiste preußisches Dynamit gesunden hatte!) «°* * Noch ein Hcldeustückchcn des Landauerschen„Ehrenmannes" sei hier charakterisiert: Peukert schreibt S. 193: „Nachdem die Wiener Polizei durch R. Fischer in Zürich erfahren hatte, daß der gefangene Attentäter Hermann Stellmacher von Zürich sei..." Ich weiß nicht, wann und wie die Wiener Polizei die Jden- tität Stellmachers feststellte; dos steht aber fest, daß ich der Wiener Polizei keinerlei Mitteilung zugehen ließ, daß ich m. W. niemals von irgendeiner Behörde oder Privatperson vefragt worden bin. Hätte aber die Behörde von jener Bemerkung in der Versammlung etwas erfahren(immer nock vorausgesetzt, daß sie überhaupt gefallen ist, wer soll sich nach 39 Jahren an so etwas erinnern!), so müßte sie es durch eine drifte Person erfahren haben. Aber es ist 19: 1 zu wetten, daß auch diese Behauptung von Peukert zu dem nichts- würdigen Zweck,: frech e. f u n d c n worden ist, einen Sozial- demokraten zu verdächtigen. Dabei soll gar nicht verschwiegen werden: wäre ich damals be- fragt worden, ich hätte aus jener allgemein bekannten Tatsache wohl kaum ein Geheimnis gemacht. Denn es hat sich nicht um eine Photographie gehandelt, sondern um ein in einer Wiener Zeitung gebrachtes Bild des verhafteten Raubmörders an Eifert. Zch Hab: Stellmacher und seinen Eharakter sehr genau gekannt und eben deshalb Stellmacher niemals als politischen Helden angesehen. sondern stets als einen beschränkten, rohen Patron, den nicht edle Motive zu einem politischen Attentate, sondern rohe Instinkte zur „Pravaganda der Tat" und damit zum Raubmord geführt haben. Und gerade ich hätte auch am allellv:nigsten Anlaß zum Per- schweigen gehabt, hat doch der Komplice Stellmachers selbst in einem Verhöre zugestanden— wie ich später erfahren habe— daß Stellmacher(bevor er zu jenem feigen Mord nach Straßburg abreiste) mebrerc Abende am Hottinger Ashlwätdchcn in Zürich mir mit seinem Revolver aufgelauert habe, um mich„abzuschießen"! Und warum wollte er" diesen feigen heimtückischen Meuchelmord inszenieren? Weil ich in der Mit- gliedschast der Züricher deutschen Sozialisten mit aller Energie darauf gedrungen war, daß die Kaufmann, Stellmacher und Konsorten aus der Mitgliedschaft entfernt würden, weil sie als..Sozial- revolutionäre" oder„Anarchisten" bei den Sozialdemokraten nichts zu tun hätten. Richard Fischer. Sächsische Eisenbahnsorgen. Dresden, 37. Februar. Die Zweite Kammer bewilligte heute aft" erste Rate zur Erweiterung des Bahnhofs Alt«, bürg 859 999 M. Dabei kam der Finanzminister v. Sehdewitz auf die Aeußerunqen des Präsidenten des Rcichseisenbahnamtes zu sprechen, die dieser gestern und vorgestern im Reichstags getan hat, wonach die sächsische Linie Leipzig— Hof für Luxuszüge schwier?- ger zu befahren sei, als die preußische Linie über Probstzella. Es könne keine Rede davon fein, daß die Leistungsfähigkeit der sächsi- scheu Strecke geringer se?. als d?c der preußischen. Es sei aller- dings richtig, daß die sächsische Linie eine größere Anzahl Statio- nen besitze, die keineswegs bei allen Schnellzügen ausgeschaltet werden könnten, i?idessen hielten die Luxuszüge in Sachsen nur außerordentlich selten. Der Expreßzug halte nur in Leipzig und Hof. Andererseits sei eine Steigung von 1:49, wie sie auf der preußischen Linie längere Zeit vorhanden sei. auf der sächsischen Strecke nicht zu verzeichnen. Hier beträgt die Steigung nur 1: 199. Tie sächsische Cisenbahnverwaltung tue alles, um die Linie Leipzig— Hof auf der Höhe zu halten. Auf Jagows Spure». Verboten hat die Hamburger Polizei den Anschlag von Plakaten, auf welchen die am Sonntag stattfindenden Kirchen- auStrittSversammlungen angezeigt werden. Maffeuerkrankungen vo» Soldaten. Dem„Deutschen Kurier" wird zu den Massenerkrankungen im Trainbataillon Nr. 13 in LudwigSburg gemeldet: In der Zeit vom 16.— 19. Februar erkrankten 31 Mann des Bataillons an Darm- kaiarrh. Nack den ärztlichen Feststellungen ist die Erkrankung auf den Genuß von Leberwurst zuriickzusühren, deren chemische Unter- suckung bis jetzt aber noch nicht durckgeführt werden konnte. Die Erkrankten sind in einer Sonderbaracks abgetrennt und befinden sich den Umständen nach wohl. Ihre Entlassung ist für die nächste Zeit vorgesehen._ Sieg ües Kabinetts Doumergue. Paris, 27. Februar.(Privattelegramm des „P o r w ä r t s".) In der Krimmer unternahmen die B r i- andisten einen entscheidenden Angriff auf das M i n i st e r i u m, der aber glänzend abgeschlagen wurde. Die Regierung stellte für die Steuerreform, die end- lich die Einkommenbesteuerung bringen soll, die Vertrauens- frage und erhielt 113 Stimmen Mehrheit. Die Stellung des. Kabinetts scheint jetzt gesichert und der Wunsch der Ra- dikalen, daß ein Ministerium ihrer Partei die Wahlen leite, erfüllt zu fein. Englanö. Eine Wahlniederlage der englischen Regierung. London, 26. Februar. Bei der Ersatzwahl im Wahl- kreise L c i t h wurde C u r r i e(Unionist) mit 6159 Stimmen gewählt. Smith(Liberal) erhielt 5143 und Bell(Ar- b e i t e r p a r t e i) 3346 Stimmen. Der Wahlkreis war bis- her durch den Liberalen Munro-Ferguson, der zum General- gouverncur von Australien ernannt worden ist, vertreten. Militaristische Agitation. London, 27. Februar. Ministerpräsident Asquith empfing heute eine Abordnung von Vertretern verschiedener Parteien, darunter die Keldmarichälle Roberts, Grensell und Wood, die Admirale Ilocl und SeiMiour, Verirrt er der Kirche und verschiedener BerufSstälide. die sich für eine allgemeine Wehrpflicht in England aussprach. Der Ministerpräsident erklärte, das Unter- komitec des Reichsverteidigungsausschusses sei in dieser Krage' ein. mütig zu der Ansicht gekommen, daß die Flotte wie bisher im- stände sei, daS Land gegen einen Einfall zu schützen. Er selbst glaube, daß im Hinblick auf den gegenwärtigen Zustand der Flott« und des Heeres die Befürchtungen bor einem Einfall grundlos feie?« Er sei nicht für eine obligatorische Dienst- Pflicht und glaube nicht, daß diejenigen Länder, in denen sie seit ein oder zwei Generationen durchgeführt sei, prozentiial körperlich oder geistig höher sränden als England. Ehtna. Ein neuer politischer Mord? Tientsin. 27. Februar. Lhaopinachun, der Tutu von Tschili und frühere Ministerpräsident, der einer der treuesten An- Hänger Juanschikais und dessen rechte Hand war, erkrankte gestern abend und ist heute nachmittag gestorben. ES besteht Verdacht, daß er vergiftet worden ist. Letzte Nachrichten. Ein Protest gegen das Frankfurter Urteil. Stuttgart, 27. Februar.(Privattelegramm des „V o r w a r t S".) Heute abend fanden im ZirkuSbau zwei große Demonstration»Versammlungen mit der Genossin Luxemburg als Rcferentin statt. Der Zirkus war überfüllt. Lange vor Beginn der Versammlung wurde er polizeilich gesperrt. Tause?ids warteten geduldig auf der Straße. Die Versammlung»- leitung behals sich damit, daß sie nach einer Stunde den Zirkus räumen tietz und eine zweite Versammlung veranstaltete. Nach Schluß der Versammlung begleitete die Menge die Genossin Luxem- bürg unter dem Gesang der Marseillaise heim. Der Protest gegen die Deportation. London, 27. Februar.(Privattelegramm des „V o r w ä r t ä".) Die Protestbewegung g e g em'd i e Deportierung der südafrikanischen Arbeiterführer wurde heute abend mit einer machtvollen Versammlung i m L o n d o n c r O v c r n h a u s e eingeleitet. Die Südafrikaner wurden mit minutenlangem Beifall begrüßt. Die Teil- nehmer erhoben sich von den Sitzen und sangen:„I'o r i s u jelly go od feile w." Einstimmig gelangte eine R c» s o l u t i o n zurjälnnahme. in der sich die Versannnlung ver- pslickitete. den Südafrikanern mit allen Mitteln zu helfen, nach Südafrika zurückzukehren. Zahlreiche ähnliche Versamm- lungen werden in den nächsten Wochen in allen Teilen des Landes abgehalten werden. Ein Dementi. Frankfurt a. M., 27. Februar. Wie der Straßburger Kor- respondent der„Frankfurter Zeitung" i?ach Erkundigungen an zu- ständiger Stelle erfährt, ist dem Kreisdirektor M a h I bis jetzt noch kain Bescheid zugegangen. Die Meldung, daß Kreis- direktor Mahl von der elsaß-lothringischen Regierung gerechtfertigt wurde, beruht auf einer glatten Erfindung. Knaben- Woche Dauer vom 28. Februar bis 9. März Extra billige Ausnahme- Angebote! Manchester- Anzüge verschiedene Farben, 285 nur Größen 1 und 2... Nur ein Preis Sport- Anzüge in verschiedenen Stoffarten, für 3-8 Jahre. .. Nur ein Preis 365 Sport- Anzüge aus Resten hergestellt, 435 für 3-8 Jahre. Nur ein Preis Manchester- Anzüge gute Qualität, sehr haltbar, für 3-8 Jahre.... Nur ein Preis Sport- Anzüge gute haltbare Stoffe, verschied. Macharten, für 3-8 Jahre.. 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Heinrich, Nedarstr. 2, im Laden. Gcöffnet von 9-1 und von 4-7 Uhr; Neukölln. Briz: Rohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet von 7-1 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. Nowawes: Wilhelm Jappe, Lutheritr. 2. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: Rißmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet bon 11-1, und von 4-7 Uhr. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gurich, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1% u. 4-7 Uhr. Rummelsburg. Boxhagen, Stralau: A. Rojen tranz, iltBorhagen 56. Geöffnet von 11-14, und von 4-7 Uhr. Schenkendorf b. Königs- Busterhausen: Chr. antichte, Dorfstr. 10 Schöneberg: Bilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 69, im Raden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Stanken, Seegefeld und Falkenhagen: toppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Geöffnet von Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslust, Hermsdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Baul sienant, Borsigwalde, Rauschstraße 10. Geöffnet von 11-12 t. von 4-7 Uhr. Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Joh. Krohn, Borussiastr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Stiefholzstraße 412, Laden. 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf:. Fuhrmann, Sedanstr. 105, part. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Baul Schubert, Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Miersdorf: Ernst Hüttig, Zeuthen, Miersdorfer Str. 14 Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert Sonntags find die Ausgabestellen geschlossen. Hut- Arnold Dresdenerstr. 116 ( Kein Laden) am Oranienplatz Sehr grosse Auswahl in Strohhüte u. Mützen Ausserordentlich niedrige Preise! Leibhaus Moritzplatz 58a :: Erstklassige Briketts:: Michel 1000 Stück M. 7.60. Riesenformat 7". 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Der Streit der Brüsseler Chauffeure. Man meldet uns aus Brüssel: In der Montagssigung be fchäftigte sich der Brüsseler Gemeinderat mit der sozialistischen Interpellation über den Streit der Chauffeure. Nach längerer der die Gemeinde verpflichtet, die Einhaltung der im Bachtvertrag der Debatte wurde einstimmig der Antrag der Sozialisten angenommen, Stadt vorgesehenen Bedingungen streng zu fontrollieren. Bei der gestrigen Auszahlung erklärte die Direition der Mictautogesellschaft sämtliche Streifende für entlassen. Der Streik dauert unvermindert weiter. Die Gesellschaft läßt ein Dugend Autos herumfahren, um den Anschein zu eriveden, als Es waren Der Verband deutscher Arbeitsnachweise Wujiler, alte Familienväter, die bisher dort in der Operette Bolen Gelben 11 und die Polen 1 Vertreter. Der Wunsch der Firma, die Die Freien Gewerkschaften erhalten 20, die Christlichen 18, die und die Scharfmacher. blut" als Bauernmusikanten verkleidet tätig waren, ab 1. März Kasse völlig in ihre Gewalt zu bekommen, ist noch nicht in Erfüllung nicht weiter engagiert werden. An ihre Stelle treten angeblich gegangen, da dazu mindesteus 13 gelbe Wertreter gehörten. Das Sammelbecken der ertremen Scharfmacherelemiente welche die Direktion des Theaters teine Versicherungsbeiträge zu Reichsbeamte, Mitglieder des Patentamtes. Diese Beamten, für in Hamburg, die jugendliche Hamburgisch- konservative Ver- zahlen braucht, und die außerdem noch weniger Gage beziehen als einigung, ließ sich am 26. Februar von einem namhaften Ver- die Zivilmusiker, sollen von nun an im Bühnendienst die lustigen treter des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise, dent Ober- Bauernweisen im letzten Aft von Bolenblut" ertönen lassen. Die Landesgerichtsrat Dr. Naumann einen Vortrag über Direktion des Theaters des Westens wird gut tun, sich öffentlich Arbeitslosigkeit, Arbeitsnachweis und Arbeitslosenversicherung" dazu zu äußern, was an dieser Mitteilung richtig ist und was halten. Dr. Naumann betrachtet das ganze Problemt aus eventuell Veranlassung zu dieser unverständlichen Maßnahme gab. dem Gesichtswinkel der Arbeitsvermittelung. Die wirkliche baß diese nicht nebenberuflich anderen das Brot nehmen müssen, um Aufgabe der Behörden aber ist es, ihre Angestellten so zu entlohnen, Arbeitslosigkeit werde lediglich durch Strifen hervorgerufen. felbft leben zu lönnen. Die Volkswirtschaft sei auf dent besten Wege, durch eine um faffende Warenverteilung die Krifen zu überwinden. Eine Arbeitslosenversicherung sei zurzeit nicht vonnöten. In DeutschYand herrsche vorläufig noch ein Arbeiter mange I! Das Köln, 27. februar.( Privattelegramm des„ Borob der Streit abbrödele. Die legte Versammlung der Streifenden beweise die große Zahl der ausländischen Arbeiter, zumal in der Landwirtschaft. Das Ziel einer ausgedehnten Arbeits- wärts".) Bei der Köln- Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft hat indes gezeigt, daß völlige Einigkeit herrscht. nachweisorganisation müsse sein, diesen Arbeitermangel durch find Differenzen ausgebrochen. Aus Anlaß der Tariffündigung 482 Chauffeure anwesend, also so viel ungefähr, als die Gesellschaft eine zweckmäßige Verteilung der Arbeitskräfte zu beheben. seitens des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer haben die regulär beschäftigt. An dem Gemeindekollegium ist es nun einzu Die beste Form der Organisation sei der öffentlich- Reeder den gesamten im Hafen tätigen zweiten Maschinisten und greifen, zumal da ihm bestimmte Artikel des Vertrages unter den gegebenen Umständen Entlassung von 400 Bediensteten rechtliche Arbeitsnachweis, getragen von Selbstverwaltungs. Heizern mitgeteilt, daß sie falls sie nicht zu dem alten Sage Handhabe zu einem Einschreiten bieten. förpern. Darunter versteht Dr. Naumann ein Ausschalten soweiterarbeiten wollen mit morgen entlassen feien. Die Kölner wohl der Arbeiter als der Arbeitgeber und die Uebernahme Direktion ist in einigen Punkten bereit, in Berhandlungen mit den der Verwaltung durch eine- felbstverständlich kapitalistisch Leuten einzutreten; nur in puncto Lohnerhöhung steht sie auf einem orientierte gemeinnützige Gesellschaft". Der paritätische berneinenden Standpunkte. Nachweis habe den Unwillen der Unternehmer hervorgerufen, die klagten, er arbeite in Interesse der Gewerkschaft. Er könne das nicht widerlegen"! Mit solchen Formen des Arbeitsnachweises habe der Verband deutscher Arbeitsnachweise nichts zu schaffen. Einer Verstaatlichung der Arbeitsnachweise könne er auch nicht das Wort reden. Kein Wort gegen die Unternehmernachweise, obwohl die standalösen Ereignisse nach dem letzten Werftarbeiterstreit noch in aller Erinnerung sind und selbst von Dr. Naumann ein Wort des Bedauerns hätten erwarten lassen. " 1 Kleines Feuilleton. " Das Koalitionsrecht der Straßenbahner. Sich bei den Werkstättenarbeitern auf das Kleinbahngefez zu berufen, ging wohl doch nicht an, deshalb der Staub des Koalitions Blutapfelfinen. Parlamentarisches. Das Petroleum- Monopol. - bie Die Straßenbahngesellschaft in Hamburg verweigert ihren An- Die Kommission des Reichstages führte in der Sizung am gestellten seit jeher das Koalitionsrecht. Das konnte nicht hindern, Freitag die Beratung über die Versorgungsfrage weiter. daß Lohnbewegungen trozdem stattfanden, die sich zwar nicht fieg- Abg. Müller- Fulda( 3.) vertrat die Meinung, der Verbrauch reich durchführen ließen, aber die Straßenbahngesellschaft doch zu von Leuchtöl werde infolge der Entwickelung der Elektrizität und freiwilligen" Zugeständnissen zwangen. Den Straßenbahnern wird durch die Verwertung der Hochofengase start zurückgehen. Sachdas Koalitionsrecht unter Berufung auf das Kleinbahngejek ver- verständige behaupten, in zehn Jahren werde in Deutschland. nur weigert. Der Straßenbahner, so heißt es, unterstehe nicht der Ge- halb so viel Leuchtöl gebraucht werden, wie heute. Abg. Gotwerbeordnung. Doch beschäftigt die Hamburger Straßenbahngefell- hein( Bp.) bestreitet, daß der Verbrauch in einem solchen Maße fchaft auch Straßenbauarbeiter und in ihrer Wagenbauanstalt Ar- zurüdgehen wird. Durch das Einbringen der Monopolvorlage sei beiter aller Berufe. Auch dort waren Maßregelungen teine Selten der Preis für das Petroleum gesunken, wir hätten gegenwärtig So konnte denn auch Herr v. Reis wit, der bekannte heit. Nun geht die Gesellschaft in jüngster Zeit einen Schritt den billigsten Preis von allen Ländern. Scheitere das Gesez, dann Sekretär des Arbeitgeberverbandes, in der weiter und legt jedem Arbeiter folgenden Revers zur Unter- würden wir infolge der Vertrustung des Weltmarktes zu steigenden Debatte die Erklärung abgeben, daß er dem Vorschrift vor: Preisen kommen. Abg. v. Schulze Gäbernih( p.) fragt tragenden ,, von Herzen dankbar" sei. Er Unterzeichner erklärt hiermit durch Namensunterschrift, daß an, wie es mit der Belebung des Bezuges von Petroleum auf der zog dann über die Gewerkschaften und insbesondere er weder dem Transportarbeiterverbande oder dem Zentral- Donau stehe. Der bayerische Staatsrat se o hI erwidert, die DonauDie Gewerkschaftsführer her und pries den Unternehmerverbande der Steinfeger( Pflasterer und Berufsgenossen), noch dem straße sei für den Verkehr mit Osteuropa von großer Bedeutung. nachweis als die Ursache der hohen Löhne und Holzarbeiter oder Metallarbeiterverband angehört, auch während Aus Rumänien könne Petroleum die Donau heraufgebracht werden, guten Arbeitsverhältnisse im Hamburger Wirtschaftsseiner Tätigkeit bei der Straßen- Eisenbahngesellschaft in Hamburg man rechne mit 150 000 bis 200 000 Tonnen jährlich. Die Wasserdiesem oder einem gleichartigen Verbande nicht beitreten wird. verhältnisse seien nicht ungünstig und die Hafenanlagen, besonders Ieben. In der Landwirtschaft müsse den ausländischen ArbeitsDerjenige, welcher bezüglich vorstehender Erklärung unwahre Ans die von Regensburg, ausreichend. Abg. Erzberger( 3.) hält fräften ein Gegengewicht geschaffen werden. In der Industrie gaben macht, wird auf Grund des§ 123 der Gewerbeordnung den durch die Kommissionsbeschlüsse vorgeschlagenen Weg, um ein seien die Ausländer nicht zu entbehren. Eine Verstaatlichung ohne Kündigung und ohne Entschädigung entlaffen." Privatmonopol auszuschalten, für den denkbar ungünstigsten. und etwaige Auflösung der Unternehmernachweise sei eine Richtiger sei es, die Einfuhr von Leuchtöl, Treiböl, Schmieröl usw. große Gefahr, deren Konsequenzen nicht abzusehen seien. Ein zu kontingentieren. Er fürchtet, daß durch die Regierungsvorlage das Betroleum teuerer wird. Er erwähnt dabei ein sozial Dr. Nagel forderte eine Einschränkung oder Aufhebung der rechts auf diesem nicht sehr ungewöhnlichem Wege. demokratisches Flugblatt aus dem Wahlkampfe in Jerichow, das Freizügigkeit. Es genüge vielleicht auch, wenn die Regierung jagte, die Konservativen seien für das Petroleummonopol und Das Recht habe, zeitweise für einzelne Gebiete die Freizügigwollten damit dem armen Manne fein Lampenlicht verfeuern. feit aufzuheben. Dr. Naumann tann sich für solche MaßBei der Firma Krupp haben die Wahlen zur Betriebstranten Interstaatssekretär Jahn hält nach der erfolgten Aussprache die regeln nicht erwärmen; sie erzeugten das Gefühl der Un- laffe stattgefunden. Für die Wahl hatte die Firmo fünf Wahl- Versorgungsfrage für geklärt. Antrid( Sog.) erinnert an freiheit. Mit anderen Mitteln werde dasselbe abteilungen eingerichtet, deren Rechtsgültigkeit noch nachzuprüfen fein die früheren Erklärungen seiner Parteifreunde, sie würden der Biel erreicht, wenn nämlich die Arbeitsnachweise den wird. Es erhielten Simmen: Freie Gewerkschaften 11 395( 1910: Vorlage nur dann zustimmen, wenn die Gewähr gegeben ist, da iz Buftrom zur Stadt dadurch aufhalten, daß sie die Zuziehenden 11 689), Christliche 9260( 1910: 8670), Gelbe 5820( 1910: 5042), eine Verteuerung des Petroleums cintritt. Gr Hirsch- Dunckersche 390( 1910: 244), Bolen 682( 1910: 0). nicht vermitteln. Herrn v. Reiswig versicherte er, daß richtet an die Regierung die Frage, welche Preise für das LeuchtDer Verlust der Freien Gewerkschaften erklärt sich aus dem öl sie in das Gesetz einstellen wolle?-Regierungsrat feineswegs die Absicht bestehe ,,, bewährte" Einrichtungen, also separaten Vorgehen der Polen, das vornehnilich auf Betreiben der Dr. Sest ner erklärt, daß mit einem Breise von 17% Pf. pro die Unternehmernachweise, in andere Hände zu bringen. P. P. S.- Leute zurückzuführen ist. In den Stimmen der Gelben Liter ab Tantanlage oder 19 Pf. pro Liter frei Haus des DeMehr werden auch die Scharfmacher nicht verlangen. Der find zirka 1500 Beamtenstimmen enthalten, die 1910 auf die taillisten für die nächsten zwei Jahre nach Infrafttreten des GeVerband Deutscher Arbeitsnachweise wird ihnen mit solchen Beamtenliste abgegeben wurden. Ferner find von über 300 Stimmen fezes zu rechnen sei. Abg. v. Flemming( f.) erklärt, für Wortführern nicht gefährlich werden! der weiblichen Neuversicherten die meisten den Gelben zugefallen. ihn und seine Freunde hänge alles davon ab, welche Preise für da man den Frauen Kuverts mit Stimmzettel in die Hand steckte das Leuchtöl gesetzlich festgelegt werden und zwar müßten für alle und sie bei der Stimmabgabe kontrollierte. Von den angeblich über| Detallisten im ganzen Reich dieselben Preise festgesezt verden. zu bemessen. Um die Produktionskosten auf ein Minimum zu re-| fäen Sie Zwietracht zwischen Mann und Frau! Und da ich kein duzieren, wird es in einer ungeheuren Massenauflage auf den anderes Mittel habe, mich zu rächen, so bestelle ich von heute Markt geworfen; es wirkt durch Reklame und schreienden Umschlag an Ihr Blatt ab!" Eine andere Frau ging nicht ganz so weit. acht oder vierzehn Tage lang, unt einem neuen Erzeugnis Plaß Sie schrieb:" Angenommen, es sei möglich( es ist aber nicht Das Buch des Tages. Diese neueste Stulturerrungenschaft zu machen. möglich), einen anständigen Hut für 50 Pfennige herzustellen, so gibt Paul Schlesinger Anlaß zu einigen Glossen, die er im MärzKann man das menschliche Wachstum beeinflussen? Das wird sich keine einzige Frau finden, die es wagen würde, sich damit heft der Zeitschrift„ Der Greif" veröffentlicht: Ein fortgeschrittener Wachstum der Menschen und der Tiere ist ein verschiedenes je nach aus ihrem Hause zu begeben, wenn der Preis befannt ist. UeberVerleger brachte es jüngst fertig, ein eben erschienenes Werk als Rasse und Geschlecht. Die Erfahrung der Tierzüchter lehren den dies ist es vollkommen absurd, zu behaupten, daß die Hüte, deren Das Buch des Tages" anzupreisen. Man liest über solche Re- Einfluß des Milieus. Krankheiten tönnen Wachstumsverände. Abbildungen sie veröffentlichen, für alle Frauen passen, für schöne Hamen oft hinweg, ohne in ihnen die unbewußte und deshalb rungen veranlaffen, es gibt ferner erbliche Wachstumsabweichungen, und häßliche, für magere und dide, für blonde und braune. Augen- mit diesen bitteren Worten schließt die erzürnte grimmigste Zeitfatire zu ahnen, die in Wirklichkeit in ihnen stedt. wie Riesen- und Zwergenivuchs. Alles dies läßt erkennen, so führt scheinlich wird Ihre ganze Zeitung von Männern geschrieben, Noch vor einiger Zeit pflegte man den„ Schlager" des Bücher- Friedenthal- Berlin aus, daß die Konstanz der Wuchsform des Leserin Gine Menge Anklagebriefe" marktes als das Buch des Jahres zu bezeichnen. Dann faßte man Menschen in der Natur auch ohne bewußtes Eingreifen teine ab- einschließlich der Frauenbeilage!" fich fürzer und sprach vom Buch der Saison. In den biblio- folute ist und daran anknüpfend erörtert er das Problem, ob es sind natürlich auch aus dem Kreise der Hutkünstlerinnen eingegraphischen Notizen der Wochenschriften findet man die Bücher nicht möglich ist, das Wachstum des Menschen willfürlich zu beein- gangen, und auffälligerweise stimmen die Hutkünstlerinnen alle der Woche, und nun wird man wohl vom Buch des Tages zu dem flussen. Fragen wir uns, welche Wuchsform für Erreichung des darin überein, daß eine Dame, die etwas auf sich hielte, keinen der Stunde geleitet werden. Schlägt man hundert Jahre zurück, Menschheitszieles die geeignetste ist, so ist es erstaunlich zu sehen, ut tragen könne, der nicht wenigstens feine 20 M. toite! Die so erinnert man sich, daß die Bücher für die Ewigkeit geschrieben mit wie sicherem Instinkt die griechischen Künstler im Altertum ganze Antwort des englischen Blattes auf alle Briefe bestand darin, wurden. Geht man den Ursachen dieser Entwickelung nach, so für die einzelnen Lebensalter des Menschen Vorbilder gegeben daß es in einer der nächsten Nummmern wieder die Abbildung fieht man, daß das Publikum, Autoren und Verleger im Grunde haben, deren Körper auch nach den Anforderungen der Physiologie cines Damenhutes brachte, der( nach männlichem Urteil) durchaus 10 Pfennige foſtet! vollkommen aufeinander gestimmt sind. Man darf die Zahl derer, zur Leistung der menschlichen Lebensarbeit am geeignetsten ist. Die anmutig ist, dabei aber nur die für ihre Lefebedürfnisse nur noch den Aufenthalt in Straßen- griechischen Götterbilder werden noch lange hinaus als Vorbild zu Notizen. und Eisenbahnen zur Verfügung halten, nach Tausenden nor- dienen haben bei der Lösung der Aufgabe, die Wuchsform des mieren. Aber wie kann eine solche Lektüre beschaffen sein? Die Menschen mit der menschlichen Arbeitsleistung in Einklang zu Theaterchronit. Im Neuen Bolts Theater Besten sieht man in diesen Stunden nach der flüchtigen Unter- bringen, denn unabhängig von jeder ästhetischen Betrachtung be- findet am 28. Februar die erste Aufführung von Frau Warrens haltungsleftüre greifen, nach einer Fortsetzung der Tageszeitung, deutet jeder Fehler im menschlichen Wuchse eine Erschwerung der Gewerbe", Drama in 4 Aufzügen von Bernard Shaw statt. mit der man eben rasch zu Ende gekommen ist. Nach Handlung studiert den Einfluß der Funktion und des Milieus, namentlich Redon und Rösler geschlossen. Die neue Ausstellung, die mehr als Arbeitsleistung des Menschen. Der Physiologe und Hygienifer Kunstchronit. Bei Paul Cassirer ist die Ausstellung schreit die breite Leserwelt, und die Autoren, die bereit sind, solche der Ernährung auf das Wachstum und sucht durch Förderung der dreißig Werte von Camille Pissarro, ferner Kollektionen von Benno Bedürfnisse zu erfüllen, bringen im Grunde nichts als den auf Leibesübungen Einfluß auf das Wachstum der jungen Generation Berneis und Hans Michaelion und neue Arbeiten von August Gaul dreihundert Seiten verdünnten Inhalt einer Lokal- oder Gerichtsnotiz. Ein solches Buch will auch an einem Tage gelesen sein. zu gewinnen. Hat man bisher hauptsächlich nach der Geburt ver- enthält, wird Sonntag eröffnet. Es berträgt durchaus nicht die Verteilung auf längere Zeitspannen. in Zukunft der Frage nach der Wachstumsbeeinflussung der im Wochen ein vollständiger Umbau der Bühne des Wissenschaftlichen sucht, das Wachstum in bestimmte Bahnen zu lenten, so wird man 150 000 olt. In der Urania hat in den letzten Das gute Buch läßt sich zumeist gar nicht in einem Zuge fon- Mutterleib teimenden Frücht auf klinischem Wege und dem Wege Theaters stattgefunden. Es ist u. a. eine Anlage geschaffen worden, fumieren, da es nicht zum Verschlingen, sondern zum Lesen ge- der Ernährung erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden. schaffen wurde. Es enthält sehr deutliche Abschnitte, über die der VerDie Be- die mit Hilfe eines großen Transformators Experimente mit stehende nicht hinweghüpfen kann; er wird, wenn ihm die Lektüre herrschung der Wachstumsvorgänge würde zugleich auch Befreiung Spannungen bis zu 150 000 Bolt gestattet. Die höchste technisch ernst ist, sie auch als eine Arbeit betrachten und von ihr ruhen von einer der schlimmsten Geißeln der Menschen, nämlich den bisher verwendete Spannung beträgt 110 000 Bolt. Benutzt wird müssen. Das Buch des Tages aber hat keinen lebhafteren Wunsch bösartigen Geschwülsten in Aussicht stellen. die Anlage zum ersten Male bei einem Vortrag von Artur Fürst. als den, sein Publikum für einige Stunden in irgendeine Bewußt Der Fünfzigpfennighut. Eine englische Tageszeitung, ber Einen städtischen Theaterzuschuß von 800000 losigkeit zu versehen, und dieses Publikum selbst greift nach dem Daily Mirror", hat dieser Tage in ein Wespennest gestochen, in- Mark erhalten die Leipziger städtischen Theater. Es waren Roman, wie nach einem Narkotikum. Man bedient fich eigentlich dem er in seiner Modespalte ein paar wunderhübsche und moderne 900 000. beantragt, aber die Stadtverordneten strichen 100 000 M. feiner nur noch in den Notfällen, da kein Kinematographentheater Süte abbildete, nach Photographien, die wie der Tert fagte, Die Rückkehr der Südpolexpedition Mawson. zur Hand ist. Denn dieses bietet die sehnsüchtig geforderte Hand- nicht mehr und nicht weniger als 40 bis 80 Pfennige das Stüd Die australische Südpolexpedition Mawson, die zur Erforschung des lung ohne alles störende sprachliche Beitverk. Die öden landschaft- kosteten. Die unmittelbare Folge war, daß aus dem Kreise der Kaiser- Wilhelm- II.- Landes ausgezogen war, ist auf ihrem Schiffe lichen Schilderungen sind durch ein paar mehr oder weniger ge- Leserinnen eine wahre Flut von Zuſchriften über diesen Fünfzig- Aurora" in Adelaide eingetroffen. Mawson erklärte, die Expedition Tungene Aufnahmen erfest, an Stelle der gefährlichen Psychologie pfennighut an die Redaktion gerichtet wurde. Für die Psychologie fei sehr erfolgreich gewefen. Das Absuchen des Meeresgrundes habe tritt die Grimaffe des Filmschauspielers, die dazwischen geworfenen der Damenwelt sind manche dieser Briefe recht interessant. Eine eine außergewöhnliche biologische Sammlung von Fischen und See Terte geben das Nötigste für das Verständnis der Handlung, und Dame war augenscheinlich vollständig aus dem Häuschen, als fie tieren ergeben, von denen einige aus großer Tiefe erlangt worden die Gedanken macht man sich vermutlich selbst. schrieb: So glauben Sie das Wohlwollen Ihrer Leserinnen zu feien. Viele diefer Funde seien für die Wissenschaft noch neu. Auch Sier ist eigentlich schon das Buch der Stunde, und es ist gewinnen? Mein Mann hatte kaum ihre indistrete Photographien eine großartige Vogelsammlung sei angelegt worden. Ferner feien im Grunde nur der verzweifelte Stampf einiger Verleger, wenn zu Gesicht bekommen, da hielt er mir eine lange Predigt über reiche Lager von Kohlen und anderen Mineralien entdeckt worden. fie fich heute noch an den Tag" halten. Denn auch ihr verlege- Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit im Hause, ja, er verlangte allen Ein Teil der Expedition hat furchtbar zu leiden gehabt. Zwei Mitrisches Geschäft rechnet ja nach Tagen. Sie denten nicht mehr Ernstes, ich solle mir einen solchen Fünfzigpfennighut taufen. In glieder tamen um, Mawson felber hatte dreißig Tage allein ohne baran, den Erfolg und die Wirksamkeit des Buches nach Jahren unzähligen Familien hat sich sicherlich das Gleiche abgespielt. Sol Hilfsmittel zurüczuwandern, dem Hungertode nahe. " Er wendet fich weiter gegen die von Graberger erivähnte Behaup: Die Ankunft der Verbannten.ottenham Court Road Unterfunft fanden. Das Ausſehen der tung in dem sozialdemokratischen Flugblatt, die er als unwahr bezeichnet.( Der Irrtum des Jerichower Flugblatt ist erklärlich durch das wiederholte Bestreben der Konservativen, das Leuchtöl durch Brennspiritus zu verdrängen, auch durch Erhöhung des Petroleumzolls. So hat z. B. der fonservative Parteitag zu Brandenburg eine Resolution angenommen, in der es ausdrücklich hieß: Eine stärfere Verwendung der Kartoffeln für Brennerei amede zur Berstellung von Spiritus für Beleuchtung und Kraft erzeugung ist im Interesse der vaterländischen Landwirtschaft dringend angustreben. Dieselbe wird erreicht durch einen hohen Boll auf Petroleum und wesentliche Verbilligung des Spiritus für technische Verwendung.")- Die Beratungen werden am nächsten Freitag fortgefeht. Schut militärischer Geheimnisse. London, 24. Februar 1914.( Eig. Ber.) Im Anschluß an unseren delegraphischen Bericht bringen wir noch folgende ausführliche Schilderung unseres Londoner Korrespondenten über das historische Ereignis, das sich am 24. Februar im Londoner Hafen, zuirug. in London an, wo die Verbannten im Grafton- Hotel in dent Gäste verriet die Umstände ihrer Gefangennahme. Zwei hatten nicht einmal einen Hut auf. Einige Kleine Handtaschen bildeten das ganze Gepäd. Giner hatte seine ganzen Habjeligkeiten in einer Bigarrentiste untergebracht. Poutsmas Gepäck bestand aus einer Sandtasche, die er mit sich führte, als er auf dem Wege von einer Der 24. Februar wird ein Gedenktag in der Geschichte der bri- braunem Papier, Er lam in einem Sommeranzug im englischen Versammlung zur anderen verhaftet wurde, und ein Patet aus tischen Arbeiterbewegung sein. Wohl noch nie ist ein Dampfer mit Winter an. So wie man sie auf der Straße, in der Versammsolcher Spannung erwartet worden wie die Umgeni", die heute lung oder in der Wohnung ergriffen, hatte man sie bei Nacht und morgen die neun verbannten Arbeiterführer aus Südafrika brachte. Rebel fortgeschafft. Acht der Verbannten sind typische englische GeDie ganze vorhergehende Nacht hindurch herrschte auf der Themse werkschafter, die sich körperlich und geistig nicht von den sozialistisch ein ungewöhnliches Leben und Treiben. Jeder ankommende bentenden Arbeitern dieses Landes unterscheiden. Der in Holland Dampfer wurde von neugierigen Booten umringt. An den Ufern geborene sprachkundige Boutsma verrät auf den ersten Blick den spähten Laufende in die Nacht hinaus. Niemand mußte, wo oder Kontinentalen; seine politischen und gewerkschaftlichen Ideen sind Die 19. Kommission des Reichstages behandelte am Mittwoch wann die Umgeni" ankommen würde; selbst die Regierung verbie der deutschen Sozialdemokratie. Der Sekretär der südafri zunächst die Frage der Nichtbestrafung dessen, der durch Anzeige ficherte den Vertretern der britischen Arbeiter, von den Eigen- tanischen Eisenbahner ist ein gebildeter, belesener und bedächtig bei der Behörde die Verhütung eines Verbrechens veranlaßt. Nach längerer Debatte wurde die betreffende Bestimmung der Re- tümern nichts erfahren zu haben. Die Ursache dieser Geheimnis- urteilender Mann. Wer mit ihm in Berührung kommt, wird sich gierungsvorlage(§ 6 Abs. 2) gemäß einem Zentrumsantrage wie främerei lag vielleicht lediglich in der Angst der Besizer der Um- wundern, wie sich die tapitalistische Presse erdreisten Lonnte, ihm folgt gfaßt: Wegen der Vorbereitung eines Berrats militärischer gent", die sich durch die Fortschaffung der neun Depotierten als den Charakter anzudichten, der nach Smuts' Erklärung die MrGeheimnisse wird nicht bestraft, mer zu einer Zeit, in welcher Selfershelfer in dem jüdafrikanischen Gespaltaft schuldig gemacht fache seiner Berbannung ist. Der alte Bain sieht wie ein Badie Verhütung des vorbereiteten Verbrechens noch möglich ist, frei haben und denen die Burengewehre vor den britischen Gerichten triarch aus, dessen glühende Liebe zur sozialistischen Arbeiterbewemillig Anzeige bei der Behörde erstattet. Dies gilt nicht für den wenig nügen werden. Wir waren so glücklich, uns mit den Ver- gung den Jüngeren Mut und Vertrauen einflößt. Auf der Lanjenigen Beteiligten, der den anderen zur Vorbereitung vorjäßlich tretern des„ Daily Citizen und der Dumanité" dem Empfangs- dungsbrüde in Gravesend gab er in warmen Worten seiner Freude §7 der Vorlage wird gegen die sozialdemo fratischen Stimmen in folgender Fassung beschlossen:„ Wer mit fomitee anschließen zu können, das aus den Genossen Henderson, über die Anwesenheit der Vertreter der tontinentalen sozialistischen einer Berson, die im Interesse einer ausländischen Regierung tätig Anderson, Seddon, Appleton und Bowerman bestand und dem sich Presse Ausbrud. ist, Beziehungen anknüpft oder unterhält, welche die Mitteilung noch Middleton, der Sekretär der Arbeiterpartei und McKerrell, militärischer Geheimnisse oder solcher Nachrichten, deren Geheim- der Bruder eines der Deportierten zugefellten, baltung im Interesse der Landesverteidigung erforderlich ist, zum Rach einer in Tilbury im Tilbury Hotel durchwachten Nacht, Gegenstande haben, wird mit Gefängnis bestraft."§ 8 der Bor in der es nicht an falschen Meldungen und plöslichen Streifzügen lage will denjenigen, der innerhalb einer militärischen Anlage unrichtige Angaben über seinen Namen, Stand, Gewerbe usw, macht, nach den Landungsstellen und den Dods fehlte, fam etwas vor mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu einem Jahre oder mit 8 Uhr die Nachricht, daß die Umgeni" angekommen sei. Fast geGeldstrafe bis 1000 M. bestrafen, sofern nicht nach den Umständen rade gegenüber dem Hotel lag sie, von dem leichten Rebel eines die Annahme ausgeschlossen ist, daß die falsche Angabe mit landes- schönen Februarmorgens umhüllt, vor Anter.. Wir bestiegen ein verräterischen Zweden zusammenhängt. Von jozialdemo- fleines Motorboot und fuhren auf den Dampfer zu, auf dem zufratischer Seite wird eingewendet, daß durch diese Bestimmung erst kein menschliches Wesen zu sehen war. Aber bald brachten Strafverfahren und Berurteilungen gegen harmlose Personen eintreten würden; mindestens müsse der Nachweis verlangt werden, unsere Surrarufe die Passagiere aufs Berded. Der erste der ver= daß sich aus den Umständen ergibt, die falsche Angabe hänge mit bannten Genossen, den wir sahen, war David McKerrell, ein Mitlandesverräterischen Absichten zusammen, Auch ein Zentrums- glieb des Vorstands der südafrikanischen Arbeiterpartei. Sein vertreter, desgleichen ein fortschrittlicher Redner äußerten starte Bruder, der bei uns im Boote war, erkannte ihn sofort wieder. Bebenten gegen diesen Paragraphen, der jedenfalls gründlich um David! David! David!" rief er zu ihm hinauf. David blidte gearbeitet werden müsse. Ein anderer fortschrittlicher Redner verdust auf das Knäuel von Booten, das sich inzwischen bei der fritt im Gegensatz zu feinem Fraktionsfollegen für die Regierungs Umgeni" angejammelt hatte. Dann schallte es zurüd: Tom! vorlage ein und ereifert sich für möglichste Berschärfung und Aus Tom! bist du das?" Nun tamen auch die anderen Südafrikaner behnung des Spionagegejebes. Die Debatte über diese Frage herbei und Senderson nahm das Wort: wurde noch nicht zu Ende gführt. bestimmt hat." Aus der Gewerbeordnungskommission. Die Regierung berlangt, den Handel mit Pfandscheinen vom Wandergewerbebetriebe auszuschließen, obwohl sie gar nicht in der Lage war, den Nachweis zu erbringen, daß ein solcher befreht. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde trokdem dem Verlangen zugestimmt. Die Regierung verlangt ferner auch das Verbot des Handels mit Gemüse- und Blumenfamen im Wanbergetverbebetriebe, Den Regierungsentwurf belämpften scharf die Sozialdemokraten, ebenso die Freifinnigen, sowie der Sentrumsabgeordnete Poppe. Auch die Rationalliberalen hegten Bedenken, sie wollten der Regierung eine Blantovollmacht geben, Die Regierungsvorlage wurde abgelehnt, dagegen ein Antrag Naumann angenommen, der bestimmt: Gemüse und Blumenfamen dürfen nur in geschloffenen Behältnissen, feigeboten werden, auf denen die Art und Menge des Samens, das Jahr der Erzeugung und der Name und Wohnort des Wandergewerbetreibenden anzugeben sind." Abgelehnt wurde ein Antrag Behrens, daß auch Gemüse, Blumen und Waldpflanzen im Wandergeiperbebetrieb nicht feil geboten werden dürften. In§ 56 Abs. 11 der Gewerbeordnung ist es generell verboten, Schmudfachen und Bijouterien im Wandergetperbebetrieb zu verkaufen. König und Genoffen beantragten, das Verbot nur bei solchen Gegenständen eintreten zu laffen, deren Verkaufspreis 1 M. pro Stüd übersteigt. Der Antrag wurde ebenfalls abgelehnt. herbei und Henderson nahm das Wort zur Begrüßung der Antömmlinge. Die Berbannten zogen sich zurüd, erschienen aber bald wie. der, und dann wandte sich der von ihnen zum Redner erforene Genoffe Bain an uns mit der Erklärung, daß sie gegen ihren Willen und ohne ihre Einwilligung an Bord des Schiffes geschafft wor den feien und nicht beabsichtigen, es zu verlassen, che sie nicht nach Südafrika zurüdgeschafft worden sind. Hier befanden wir uns nun in einer seltsamen Situation. Was soll nun aus dem ganzen Feldzug werden, der in so großartiger Weise eingeleitet worden ist? Was aus dem Empfangseffen im Barlament, mit dem die britische Arbeiterklasse der Ceffentlichkeit beweisen will, was sie von den gemeinen Berun. glimpfungen, mit denen die fapitalistische Presse unsere füdafri fanischen Genossen überschüttet hat, hält? Das waren die Gedanten, die uns alle beschäftigten. Henderson versuchte, die Südafrifaner von ihrem Entschluß abzubringen. Bain wies auf die Borteile hin, die ihnen ihr Verhalten in dem kommenden gerichtlichen Berfahren bringen werde. Bain bat den Kapitän, den Genoffen Henderson und ein oder zivel seiner Kollegen an Bord au laffen; aber der Kapitän hatte strengen Befehl, dieses Er. suchen abzuschlagen. Es blieb dem Komitee nichts anderes übrig, als sich zurüdauziehen und die Lage zu beraten. Vorher warfen die Afrikaner noch eine gemeinschaftliche Erklärung zu uns hinab, die der Breffe mitgeteilt werden sollte, s Wir geben ihren Wortlaut weiter unten. Wir erfuhren von den Berbannten, daß sie nicht uten, wo man fie ausschiffen würde und daß fie auf der„ Umgeni" gut behandelt worden seien. Ehe wir von der„ llmgeni" abftießen, rief Genoffe Anderson den Verbannten zu: Kennt Ihr noch die Rote Flagge"?" Und bevor wir noch mit einstimmen fonnten, hatten die neun die Hüte abgesezt und begeistert und mit erhobenem Haupt das Kampflied der englischen Sozialisten angestimmt. Arbeiterfrage und Haussklaverei in Ostafrika. Am Freitag kam in der Budgetkommiffion des Reichstages der Etat von Ostafrika an die Reihe. Im Vordergrunde der Geneveldebatte stand die Arbeiterfrage und das System der Haus. fflaberei. Von verschiedenen Seiten wurde Material beigebracht, das die raffinierte und brutale Ausbeutung der farbigen Bevölkerung durch Pflanzer unter Beihilfe der Kolonialbehörden und Polizeitruppen beleuchtete. Die Genossen Noste und Ditt mann wandten sich scharf gegen die Denkschrift über die Haussklaverei, die den Verlangen der Pflanger nach Verlängerung diente, von einem Meister im Bilde festgehalten zu werden. Wir Es war ein ergreifender und malerischer Anblick, der wohl verder Sklaverei über 1920 hinaus Rechnung trägt und gegen die amt lichen Begünstigungen und Förderungen des Sllavenhandels; fonnten längst den Gefang von der Umgeni" nicht mehr hören, Noste verwies auf Lostaufscheine vom Bezirksamt Tapora über als wir noch das häuflein Soldaten der Internationale wahr. 130 Rupien und Inserate in der„ Usambara- Bost", in denen Pflan- nahmen. Sie standen in Reih und Glied, in der Mitte ihr Führer zungsarbeiter zum Kauf und Verkauf angeboten werden, und be- mit dem schneeweißen Haar, und sangen entblößten Hauptes und tonte, daß die Sozialdemokratie ihre Haltung in der Bahnfrage mit einem Grnste, der den Spöttern das Wort auf den Lippen ervon Garantien abhängig mache, die sie dafür erhalte, daß Borgänge, wie sie vor Jahren in Urundi vorgekommen find sterben ließ. Daran war nicht zu zweifeln: Sie meinten es mit ( Fall Schleinis) nicht wiederkehren. Abg. Graberger( 3ir.) gangem Herzen, wenn fie fangen: berichtet über wahre Menschenjagden, die veranstaltet worden sind, Mögen auch die Feiglinge zurücweichen und die Verräter um Arbeitskräfte für die Pflanzungen zu gewinnen. Der Staats- höhnen, wir wollen hier die rote Fahne doch im Winde flattern sekretär mußte an der Hand amtlich angestellter Untersuchungen laffen." bestätigen, daß schwere Uebergriffe und Grausam Nachdem das Empfangskomitee beraten hatte, fuhr es wiefeiten von Unteroffizieren und farbigen Soldaten mit derum nach der Umgeni" hinaus. Nun machten die Deportierten Wissen und Duldung weißer Offiziere und Beden Vorschlag, die Befizer des Schiffes telephonisch zu ersuchen, amten vorgekommen sind, und daß man in mißverständlicher Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen" bei Anwerbung pon pei Mitglieder des Komitees zu erlauben, an Bord zu kommen. Gingeborenen für Arbeiten in Pflanzereien Zwangsmaßnahmen Die Befizer gaben die Erlaubnis und Henderson und Bowerman zur Anwendung gebracht hat. Der Forderung des Staatssetretärs, fletterten, nachdem sie vorher ein juristisches Gutachten eingeholt der Kolonialverwaltung Vertrauen zu schenken, da sie mit Energie hatten, nachmittags an Bord. Sie fonferierten mit den Vergegen alle Berfehlungen und Uebergriffe einschreiten werde, trat bannten, die sich bereit erklärten, die Umgeni" au berlassen. Ghe Genoffe Ledebour in scharfer Bolemik entgegen. Er beklagte sie ans Land gingen, schidien fie einen schriftlichen Brotest an den des weiteren den Mangel fanitärer Einrichtungen in den Kapitän und ließen sich von diesem eine Quittung darüber geben. Pflanzungen, der die Epidemien verschulde, und wandte sich gegen die von der Regierung vertretene Auffassung, daß eine zu rasche Der Proteft lautet: Aufhebung der Stlaberei Aufstände unter den Eingeborenen her vorrufen werde. Als Staatssekretär Dr. So If sich auf Artikel des Abg. Dr. Duessel in den Sozial. Monatsheften" berief, um fie gegen die Sozialdemokraten in der Kommiffion auszuspielen, bedeutete ihm oste, daß er mit diesem Trid ebensowenig Glüd Gezeichnet ist der Brief von J. T. Bain( Sekretär des Trans. hoben werde, wie sie in früheren Jahren. Den Abg. Brabandt ( Bp.), der sich zur Verteidigung der Regierung berufen fühlte, baaler Gewerkschaftsbundes), N. Watson( Worfizender des Transfeste Roste mit giffernmäßigen Nachweisen über schamlose Ein paaler Gewerkschaftsbundes),. J. Boutama( Sekretär ber geborenenausbeutung auf den Sand. Genosse Dittmann Eisenbahner Südafrikas), R. B. Baterston( Sekretär der füd. forderte alljährlich dem Reichstage barzulegenbe llebersichten über afrikanischen Arbeiterpartei), G. W. Mason( Borstandsmitglied den Wechsel in den Befiz- und Bachtverhältnissen der Pflanzungen des Gewerkschaftsbundes), 2. S. Morgan( Organisator der in Ostafrita. Eine diesbezügliche Resolution wurde ange: Transvaaler Bergarbeiter). A. Crawford( Borstandsmitglied nommen, ebenso eine Resolution Mumm, die für nächstes Jahr Mitteilungen verlangt über die Maßregeln, die zur Un des Gewerkschaftsbundes), W. Livingstone( Arbeiterunion), bahnung voller Beseitigung der Hausfflaberei bis 1920 getroffen D. Mest errell( Vorstandsmitglied der südafrikanischen Arbeiterpartel). Nachdem noch beim Kapitel Militärverwaltung eine vom Nachdem die neun Verbannten in dem Motorboot Des Abg. Waldstein( Vp.) angeregte. Debatte über die berangiebung Empfangskomitees ans Land gebracht worden waren, marschierten des nitafrikanischen Schußgebietes aux Tragung der Militarlasten, wir im Zuge nach der Station Gravesend. Auf der Station wurde bie Genosse oste als Maßregel aur Milderung der Reichs. foloniallajien lebhaft begrüßte, geführt worden war, wurde die Genoffe Poutsma gleich von den englischen Eisenbahnern um Weiterberatung auf Sonnabend berjagt, ringt, die ihm herslich die hand schüttelten. Um 5 Uhr lam ber worden sind. Werter Herr! Wir te'len Ihnen mit, daß alle Unterzeich neten bereit sind, unter Brotest und ohne Beeinträchtigung irgendwelcher fünftiger Schritte, die wir zu tun beschließen, zu landen." Die Erklärung, die die neun Berbannten der Presse übergaben, lautet: Die oben genannten Beamten wurden wegen ihrer Teils nahme an dem Eisenbahnerstreit vom 8. Januar und an dem Generalstreit, der von dem Transvaaler Gewertschaftsbund am 13. Januar 1914 erflärt wurde, verhaftet und deportiert. Wir sind der Ansicht, daß der Inhalt dieser Mitteilung für jeden Bürger von solch hoher Wichtigkeit ist, daß wir jedermann, in deffen Hände fie fallen mag, ernstlich ersuchen, fie in sorgfäl tige Erwägung zu ziehen. Es ist hier notwendig, zur Information des Publikums fest zustellen, daß der Transvaaler Gewerkschaftsbuns in den Eisenbahnerstreit vom 8. Januar verwidelt wurde und gemäß der Abstimmungsresultate aller angeschlossenen Gewerkschaften am Dienstagabend, den 13. Januar 1914, einen Generalstreit erklärte. Wegen der großen Zahl der in Betracht kommenden Bergarbeiter und der eigentümlichen Art ihrer Arbeit wurde bcschloffen, daß diese am Abend des folgenden Zages, 14. Januar, die Arbeit einstellen sollten. Am selben Tage wurde von der Unionsregierung das Kriegsrecht proflamiert. Zu gleicher Zeit wurde die Verteidigungsstreitkraft mobilisiert und die Burenstreit. macht, die fich fait gang aus Hinterwäldlern zusammenfest, wur den zu den Waffen gerufen und dazu benutzt, um britische Ar beiter, die in Streif getreten waren, zu terrorifteren. In dem Distrikt Germiston benahmen sich diese Leute wie wahrhafte Laschi- Bosuts, ritten unbetpaffnete Leute nieder, verhafteten wahllos Hunderte von Personen, drangen in Privathäuser ein und verhafteten die Bewohner und warfen sie ins Gefängnis, ohne daß diese ein Verbrechen begangen hätten; gegen 1000 Personen, die meist den verschiedenen Gewerkschaften der jüdafrikanischen Arbeiterpartei angehörten, wurden verhaftet. Der ganze Vorstand der Maschinenbauer wurde während einer Vorstandssibung berhaftet und ins Gefängnis gesperrt Viele der Verhafteten wurden auf 21 Tage, andere auf unbe stimmte Zeit eingesperrt. Ganz Johannesburg und das Reef ivurde von der bewaffneten Macht befeßt und am Donnerstag, den 13, Januar, wurde die Trades Hall, die sich in einem inneren Teile Johannesburgs befindet und wo sich das Hauptquartier des Gewerkschaftsbundes, des Generalftreitfomitees und verschic dener anderen gewerkschaftlichen Organisationen befand, und wo ise das Streiffomitee ununterbrochen saß und von wo aus der Streif geleitet wurde, von 5000 bewaffneten Truppen umzingelt und Geschüße wurden auf das Gebäude gerichtet. Der Gewerkschaftsbund protestierte dagegen, daß man unbewaffnete Männer mit der bewaffneten Streitmacht der Regierung bedrohe. Troh der Tatsache, daß weder von dem Militär noch von der Polizei vorher Einlaß begehrt worden war, drohte der befehlshabende Offizier, Major Douglas, daß er, wenn sich das Streiffomitee nicht ergäbe, die unter seinem Kommando stehenden Streitkräfte gebrauchen würde, um das Gebäude anzugreifen. Um Blutver gießen zu vermeiden, ergab sich das Streiftomitee, das sofort von einem starten Aufgebot von Leuten mit aufgepflanztem Bajonett umringt wurde und mit anderen, die vorher verhaftet worden waren, ins Gefängnis im Fort gestedt wurde. Eine Anzahl der bei der Trades Hall Verhafteten wurden ein paar Tage später vor ein lokales Gericht gestellt und da man fie feines Verbrechens überführen konnte, wurden sie freigejezt. Um Mitternach am 26. Januar wurden die oben genannten Leute aus dem Schlafe geweckt, aus ihren Zellen geführt und im Glauben, daß man sie nach Pretoria bringen würde, aus dem Gefängnis genommen und unter starter militärischer Bewachung im Gefängniswagen nach dem Bahnhof eines Vororts gefahren, wo ein Sonderzug auf sie wartete. Während sie unter dem Eindrud standen, daß sie nach Bretoria bersetzt wurden, fand sie der Morgen auf der Nataler Eisenbahnlinie, nach Durban fahrend, wo der Zug am folgenden Tage( 27 Januar) um Mitternacht eintraf. Hier wurden sie wieder von einer starten bewaffneten Begleitung in Empfang genommen und geivaltsam troß ihrer Proteste an Bord des Dampfers Umgeni" geschafft, eines der Natal- Linie gehörenden Dampfschiffes, das von den Behörden zu dem zwed zurüdgehalten worden war, um die Gefangenen nach England zu schaffen. Trotz der Tatsache, daß der Offizier, der die Abteilung befehlighe, versprochen hatte, daß ihnen nach der Ankunft in Durban gestattet werden würde, ihren Rechtsbeistand zu befragen, wurde ihnen nach der Ankunft dieses Recht vorenthalten. Nachdem sie an Bord der Umgeni" geschafft worden waren, wurde jeder von ihnen in seine Kajüte gebracht, in der und vor deren Tür ein Bewaffneter Wache hielt, und dort gehalten, bis das Schiff die Dreimeilenzone erreicht hatte. Erst als sie im Salon der Umgeni" dem Major Trew und anderen die Regierung vertretenden Offizieren begegneten, wurden fie offiziell benachrichtigt, daß fie nach England deportiert werden. Die von dem Regierungsvertreter Major Trem den Gefangenen gemachte Erklärung lautete: Sie werden auf Befehl der Regierung nach England deportiert. Ich warne Sie, daß Sie, wenn Sie nach Südafrika zurückkehren sollten, verhaftet werden. Ich kann Ihnen den Grund Ihrer Deportation nicht angeben. Ich weiß nicht, weffen Gie angeflagt find. Ich habe nur meine Befehle auszuführen. Wenn Sie es wünschen, wird Ihren Frauen und Familien freie Fahrt nach England gegeben werden und die Summe von brei Pfund für feden Mann ist dem Kapitän des Schiffes eingehändigt worden und wird Ihnen bei der Anfunft in England ausbezahlt werden. Sobald das Schiff die Dreimeilengone hinter sich hat, werden Sie freie Männer fein." Als der Major Trew fertig var, legten alle Gefangene einen Protest gegen die ungefeßliche Handlungsweise der Regierung ein, die Ihnen das Recht, sich an die Gerichtshöfe des Landes zu wenden, und das Recht, zu erfahren, wessen Verbrechens fie an getlagt jeien, borenthalten habe. Dann gab man den Gefangenen ein paar Minuten, in denen sie ihren Frauen und Vermandten schreiben fonnten. Da nun die Dreimeilenzone überschrit ten war, berlichen der Major Trem und andere Offiziere ber Alles wurde von den Behörden während der ganzen Zeit äußerst geheim gehalten; wäre die Absicht der Regierung einen Tag vorher bekannt geworden, so hätte man sich an die Gerichtshöfe gewandt, um die Regierung daran zu hindern, Personen zu deportieren, ehe diese eine Gelegenheit hatten, ihre Sache in Den ordentlich zusammengesetzten Gerichtshöfen des Landes zu verfechten. Sieben von den deportierten Männern sind verheiratet und in dem Lande ansässig. Alle wohnen zwischen 12 und 25 Jahren in Südafrika; alle ihre Interessen sind dort konzentriert. Sie haben dort nach langen Jahren Arbeit und unter viclen Mühen, die das Leben des Arbeiters in allen neuen Ländern mit sich bringt, ihr Heim aufgeschlagen. Trotz der Tatsache, daß sie in den Personen ihrer Frauen und Familien und Heimstätten Südafrifa Bürgschaft gestellt haben, werden sie jetzt nicht wie bri tische Bürger und Ansiedler, sondern schlimmer wie verworfene Geschöpfe behandelt. " Polizei und des Militärs das Schiff und die Umgeni" sekte| steuergesetzes haben die Unternehmer gründlich auf die Stonsumenten und nicht eine polizeiliche Auflage, Statuten und Mitgliederber ihre Reise nach England fort. und die armen Arbeiter abgewälzt. Dabei ist die Volkspartei" zeichnis einzureichen. Das Verbot hätte aber nur ausgesprochen Zentrum noch stolz auf dieses ihr Machwert. werden können, wenn die Polizei in der Lage gewesen wäre, TaiIm einzelnen gehen die Löhne noch sehr weit auseinander. Die sachen festzustellen, woraus ein öffentlicher Charakter der LuftbarWochenlöhne für Männer schwanken zwischen 20,44 M. in Afen feit zu entnehmen gewesen wäre. Die Polizeiverwaltung habe das ( Prov. Sachsen) und 12,04 M. in Banow( Pommern). Den höchsten aber nicht festgestellt, sondern sie habe gerade erklärt, daß sie das wöchentlichen Durchschnittslohn für Arbeiterinnen weist Schmiede- erst nachprüfen wolle und dazu Statuten und Mitgliederverzeichnis berg( Prov. Sachfen) mit 12 m. auf; mit dem niedrigsten brauche. Das Verbot sei demnach als ungerechtfertigt aufzuheben. Durchschnittslohn von 5,24 M. parabiert Königsberg( Ost- Im allgemeinen wäre aber darauf hinzuweisen, daß nach der preußen). Daß solche Jammerlöhne in einer der gesundheit- Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts die Polizeibehörden schädlichsten Industrien gezahlt werden könnten, sollte man berechtigt wären, auch von Vereinen, die festliche Veranstaltungen wirklich taum für möglich halten. Dabei sind die Arbeitszeiten, anmelden, Auskunft zu verlangen, sowie daß es möglich sei, daß die das Erlangen eines der angeführten Wochenlöhne vorausfegt, auch die Auskunft in Form von Einreichung von Statuten und nicht etwa gering. Wie Dr. Zürn feststellt, betrug die tägliche durch eines Mitgliederverzeichnisses gefordert werde. Die Vorausseßung schnittliche Arbeitszeit für Arbeiter 9,7 Stunden, für Arbeiterinnen liege aber hier nicht vor, weil der Senat ja die Verfügung nicht 9.4 Stunden. Diese Zahlen färben aber mit hellen Farben. Die als eine Verfügung in diesem Sinne, sondern als Berbot der LuftErhebung erfolgte nämlich zu einer Zeit, als infolge des Bünd- barkeit auffaffe. warensteuergesezes die meisten Fabriten nur bei verkürzten Arbeitsschichten tätig waren. Eine Erhebung der preußischen GewerbeFünf Kutscher der Firma Schmiediger in Berlin waren in den Was wir verlangen, ist das Recht, daß jeder britische Bür- inspektoren für das Jahr 1912 ergab, dok von 1493 Bündholzger, Ansiedler und Arbeiter in Südafrika, der irgendeines Verarbeiterinnen fast 60 Prozent täglich 10 bis 11 Stunden Streit eingetreten, weil die Firma einen Vertrauensmann ent10 bis 1 brechens gegen die Geseze des Landes beschuldigt wird, berechtigt Tassen hatte. An Stelle der Streifenden waren Arbeitswillige gesein soll, in gebührender Weise aufgefordert zu werden, bor Dr. Zürn hat einige der besser bezahlten, meist im Afford treten. Eines Nachmittags begegnete den Angeklagten der arbeitsAls dieser den Streifenden höhnische einem der anerkannten Gerichtshöfe des Landes zu erscheinen, tätigen Arbeiter, deren Einkommen über den Durchschnittsjazz hinaus- willige Stutscher Neumann. um von diesen Gerichtshöfen entweder verurteilt oder entlassen geht, in ihren Heimen aufgesucht. Wie die bestbezahlten Arbeiter Worte zurief, fielen fie in großer Grregung dem Pferde in die ( Einleger) in Stassel nicht leben, sondern ihr Dasein verbringen, Bügel, so daß der Wagen nicht weiter fonnte. Die Angeklagten davon geben wir nach den Schilderungen von Dr. Zürn ein paar sollen die Leine des Wagens zerschnitten haben. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte beantragte der StaatsProben: au werden. Wegen der Tatsache, daß das Recht, uns an die Gerichtshöfe des Landes zu wenden, uns vorenthalten worden ist, wenden wir uns jest an das Volk Großbritanniens und an die Arbeiter der Welt mit der Bitte, uns beizustehen in dem Versuch, die jetzige Regierung daran zu hindern, die richterlichen Befugnisse der füdafrikanischen Gerichtshöfe Südafrikas zu usurpieren und Südafrita, morauf man augenscheinlich bedacht ist, zu einer Burenfolonic anstatt zu einer britischen Niederlassung zu machen, die unter einer aufgeklärteren und gerechteren Regierung noch die Seimat vieler Tausender britischer Männer und Frauen werden wird. Mit dieser Hoffnung übergeben wir diese Erklärung der Presse und mit dieser Hoffnung erwarten toir vertrauensvoll die Entscheidung zwischen der unwissenden Reaktion der Unionsregierung und dem Gerechtigkeitssinn des britischen Volkes. Angenommen am 23. Februar 1914." Die Rechtsfrage der Deportation. London, 27. februar. Heute fand im Unterhause eine Konferenz zwischen der englischen Arbeiterpartei und den Führern der südafrikanischen Arbeiter statt, in der beschlossen wurde, die Rechtsfrage der Deportation der südafrikanischen Arbeiterführer bis zur Entscheidung des höchsten Ge= richts durchzuführen und den Deportierten in dieser Beziehung jede Unterstützung angedeihen zu lassen. Aus der Partei. Von der schweizerischen Sozialdemokratie. arbeiteten. Ein Streifprozek. Der Mann im Alter von 29 Jahren verdient wöchentlich 22 anwalt je eine Woche Gefängnis mit Rücksicht darauf, daß Arbeitsbis 23 M. Er ist erst ein halbes Jahr in der Zündholzindustrie willige besonders zu schüßen seien. Der Verteidiger, Rechtsanwalt beschäftigt und hat während dieser Zeit bei dieser anstrengenden Dr. Frey, suchte nachzuweisen, daß die Schuld der Angeklagten nicht Einlegerarbeit schon 38 Pfund abgenommen. Er ist außerdem boll erbracht sei, daß auch eine Nötigung nicht vorliege, wenn man nerbenleidend und will sobald als möglich wieder aus der Zünd- dem Pferde in die Zügel falle. Nach längerer Beratung verurteilte holzfabrik. Die Wohnung befizt 3 Zimmer und Küche, wofür das Gericht Bauer wegen Sachbeschädigung zu 50 M., Hechel wegen 350 M. jährlich Miete gezahlt werden müssen. Ein Zimmer davon bersuchter Nötigung ebenfalls zu 50 M. Strafe und sprach die ist für 6 M. pro Woche abvermietet. In den übrigen beiben anderen brei Angeklagten frei, da ihre Schuld nicht genügend erZimmern schlafen die Eltern mit ihren fünf Kindern. Sie ver- wiesen sei. Erwiesen sei nur, daß Bauer die Leine zerschnitten fügen über 3 Betten. Fleisch gibt es nur am Sonntag, in der habe und Hechel dem Pferde in die Zügel gefallen sei. Es liege Woche werden Hülsenfrüchte gefocht. nicht nur eine unmittelbare, sondern eine mittelbare Rötigung vor. Bei der Strafzumeffung wurde erwogen, daß die Angeklagten wohl gereizt worden seien, es andererseits aber die Pflicht der Gerichte sei, die Arbeitswilligen zu schützen. Der Bodenprozeß vor dem Reichsgericht. Der Mann verdiente zeitweilig im Winter 1910 während 14 Tagen 22 M. Jetzt steht er sich vieder auf 20 M. pro Woche. Seine Tätigkeit als Einleger wird im Altorblohn bezahlt, und alvar erhält er für einen Wagen mit 15 Preffen 8 Bf., während der Satz vor der Steuer 10 Pf. betrug. Die Frau arbeitet mit in der Zündholzfabrik an der Füllmaschine. Für Stube, Kammer und Das bereits gestern auf Grund eines Telegramms gemeldete Küche werden 120 m. jährlich bezahlt. In der Kammer schlafen Urteil des Reichsgerichts in der Straffache gegen die Frankfurter die Eltern und zwei Kinder. Die Stube, die eine Treppe tiefer Aerzte Dr. Spohr und Dr. Mag Bochem wurde wie folgt begründet: liegt, wird für 2,50 m. pro Woche abvermietet. Der Mann ist In der Revision der Staatsanwaltschaft spielt eine erhebliche Rolle lungentrant und start nervös. Seine Hände zittern, außerdem die Ausführung, daß der Angeklagte Dr. Spohr seine Tochter fo sagt er, daß er fchiver höre. Die Einleger müßten bei ihrer Arbeit wohl wie feine Cousine Frau Dr. Stründmann hätte impfen lassen laut schreien, um sich verständlich zu machen, und könnten, wenn müssen, bevor er, der selbst an den Boden ertranft war, sie in seine fie aus der Fabrit heraustämen, infolgedessen nicht gut hören. Nähe kommen ließ. Ob diese Einwendungen gegenüber den AusDer Mann ist 48 Jahre alt. Sein durchschnittlicher Wochen führungen der Straffammer durchschlagen, fann dahingestellt berdienst beträgt 18 m., während er vor der Steuer 20. ber bleiben, weil das Urteil auch sonst einen Rechtsirrtum erfennen dient hat. Er hat ein Auge eingebüßt. Die Wohnung besteht aus laffe. Der Angeklagte Dr. Spohr hat bereits am 4. oder 5. Mai Stube, Stammer und Stiche, wofür 156 m. jährlich gezahlt werden. gewußt, daß er die echten Boden habe. Gleichwohl hat er geduldet, Es wohnen darin die Eltern mit drei Kindern. Sie ist sehr un- daß seine Cousine Frau Dr. Stründmann sein Krankenzimmer begefund. Die Kammer stößt direkt an das Dach, durch deffen offene trat und ihm die Hand reichte. Er hat zweifellos als Arzt gewußt, Fugen der Wind hereinbläft und im Winter die Kälte dringt. Die daß er dadurch eine Gefahr der Ansteckung hervorrufe und die ganze Familie ist lungentrant. Für die Woche bleiben ihnen nach Boden auf seine Cousine übertragen tönne, mas ja dann auch der Abzug der Miete 15. zum Unterhalt. Deshalb fann es täglich Fall gewesen ist. Der ursächliche Zusammenhang und die Fahr nur Suppe und höchstens einmal Sonntags Fleisch geben. lässigkeit scheinen demnach gegeben zu sein. Was die Ansteckung der fleinen Tochter des Dr. Spohr betrifft, so steht jedenfalls die Tatsache fest, daß er, bevor er nach der Schweiz reifte, das Kind nach Hause hat zurückkehren lassen, nachdem er es vorher, was durchaus angemessen war, daraus entfernt hatte, und daß diese Rückkehr zu einer Zeit erfolgte, als Frau Dr. Stründmann noch im Hause war. Tatsächlich ist ja nun allerdings das Kind dadurch angestedt worden, daß es, vom Turnapparat zu Boden gefallen, von der Mutter aufgehoben worden ist, welche die Frau Dr. Stründ. mann gepflegt hatte. Es wird Sache der tatsächlichen Feststellung sein, ob der Angeklagte Dr. Spohr diese Möglichkeit der Ansteckung boraussehen konnte. Die Geschäftsleitung der schweizerischen sozialdemokratischen Partei fordert in einem in ber Parteipreffe veröffentlichten Aufruf die Drganisationen auf, die diesjährige Maifeier z ur ahrung einer würdigen form ohne Alkoholausschant zu begehen, wie dies bereits im vorigen Jahre die Arbeiterschaft Wie mögen nun dort die armen Teufel haufen und fich ber in Basel und Burgdorf getan hat. Nun hat die Delegierten göttlichen, von Junkern und Pfaffen verteidigten Weltordnung erversammlung der Arbeiterunion Zürich mit 110 gegen 26 Stimmen freuen, bie nur halb so viel als die hier herausgestellten Arbeiter bereits beschlossen, die diesjährige Maifeier ohne Altohol durchzu verdienen? Wie der Verfasser versichert, haben die Leute den führen und voraussichtlich werden zahlreiche andere Drte sich dem Glauben an eine beffere Zukunft verloren. Das Elend machte sie guten Beispiel anschließen. Der Aufruf schließt:„ Die Maifeier fann hoffnungslos. Den stärksten Schlag berfegte ihnen das Bündwaren dadurch nicht verlieren, sondern nur gewinnen. Fort mit dem steuergesetz. Auch die Tabatarbeiter wissen, daß die Gaben der Alkohol am 1. Mai, dem Tage der Erkenntnis, der Sammlung, des Junter und Ultramontanen Schmerzen und Glend für die Arbeiter Zornes, der Forderungen und des Protestes der Arbeiter, fort mit im Gefolge haben. Das Steuergefes des schwarzblauen Blods ihm am Ehrentage der Arbeit und der internationalen Sozial- brachte über viele Arbeiter namenloses Weh. demokratie!" Aus Industrie und Handel. 1911 1912 1914 Gerichtszeitung. Zum Prozeß Keiling. Ein Bücherrevisor wegen Berführung von Schulkindern verurteilt. Das Landgericht in Hamburg verurteilte gestern den Bücher. revisor Achilles wegen Verführung von Schulkindern zu einem Jahr sechs Monaten und dessen Haushälterin Sahlmann wegen Beihilfe zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrberlust. Versammlungen. Staatskirche und Sozialdemokratic. Die norwegische Sozialdemokratic im Jahre 1913. Auch das vorige Jahr weist ein fräftiges Vorwärtsichreiten auf. Die Zahl der Parteimitglieder stieg von 43 500 auf rund 50 000. Trog der schwierigen Verbindungen im Innern gibt es jetzt Barteiorganisationen in jedem Teile des Landes. Auch die Preise Der telegraphische Bericht über das Urteil gegen Steiling hat sich träftig weiterentwidelt. Es gibt 32 Parteiblätter; 24, enthielt eine unrichtigkeit bei der Uebermittelung des Wahr darunter 9 Tageszeitungen, find Eigentum der Partei, 4 gehören spruches der Geschworenen und des Urteils. Die Geschworenen Genossenschaften und 4 Privatpersonen. Große Erfolge brachten verneinten die Fragen auf Mord, auf Todschlag und die die Gemeindewahlen. Die Bahl der Gemeindevertreter stieg Frage berechtigter Notwehr, und bejahten allein die Frage um die Hälfte: von 1209 auf 1808, worunter 45 Frauen. In wegen Vergehens gegen die Sicherheit bes 3 Städten und 21 Landbezirken hat die Partei die Mehrheit in Lebens. Steiling wurde darauf zu acht Monaten den Kommunalvertretungen. schweren Arrest( nicht Kerker) auf Grund des§ 335 des Strafgesetzbuchs verurteilt. Der Wahlverein für den fünften reis veranstaltete am Schwerer Arrest entspricht Dienstag eine Mitgliederversammlung, in der Genosse Unger ungefähr in der Art der Strafe dem deutschen Gefängnis. über das Thema„ Staatskirche und Sozialdemokratie" sprach. Das Die von uns angestellten Recherchen haben ergeben, daß Verhältnis unferer Partei zur Kirche bezeichnete der Redner dem Teure Eier. Die Eier haben im Januar des laufenden Jahres der durch Steiling auf eine Annonce in der Morgenpost" hin Sinne nach so: Bei aller Toleranz, die wir der religiösen Empeinen in diesem Monat sonst nicht wahrgenommenen hohen Preis vermittelte Arbeitswillige nicht Hinz sondern Richard Genz findung jedes einzelnen schuldig sind, haben wir die Kirche, wo erreicht. Im Kleinhandel stellte sich nach den Berichten von funfzig heißt und aus Oranienburg stammt. Er ist ein durch sie im Dienste der Herrschenden unseren Bestrebungen entgegen. preußischen Städten nämlich der Durchschnittspreis für ein Hübnere den Alkoholteufel leider bis zum Streitbrecher gefuntener tritt, entschieden zu bekämpfen. Dem beifällig aufgenommenen auf 10,7 f. oder 0,9 Bf. höher als in Januar 1918. Im Monat Januar der Jahre 1910 und 1911 wurde das Ei im kleinhandel Mann. Seine sechs Brüder sind sämtlich gewerkschaftlich und Vortrage folgte eine rege Diskussion, hervorgerufen durch die für 9 Pf. verlauft. Seitdem ift alio eine Berteuerung um 1,7 Bf. politisch organisiert und bedauern lebhaft, daß ihr Bruder so Ausführungen eines Redners, welcher verlangte, daß die Bartei auch die Kirchenaustrittsbewegung propagieren müsse. Von diesem eingetreten. Die höchsten Preise wurden während des Berichtsmonats aus der Art geschlagen ist. Standpunkt ausgehend, verurteilte dieser Redner den Aufruf des im Rheinland bezahlt, wo in einzelnen Städten fogar 15 Pf. pro Parteivorstandes, welcher besagt, daß die Partei mit der PropaStüd erzielt worden sind. Dagegen stellte sich der Durchschnittspreis Aufgehobenes Verbot der Abhaltung eines Bereinsvergnügens. Dem für Berlin auf nicht mehr als 9 Bf. Der Bedarf an Etern hat ganda des Komitees Konfessionslos" nichts zu tun hat. In einem Verwaltungsstreit, der am Freitag das Oberver- gegenüber betonten andere Diskussionsredner sowie der Referent, im Januar wieder eine größere Ausdehnung erreicht als im Vor- waltungsgericht beschäftigte, spielte auch die Frage hinein, inmie- daß die Parteibewegung mit der Bewegung für den Kirchenaustritt jahre. Die Einfuhr entwidelte sich im ersten Monat der Jahre 1911 weit die Polizei von Vereinsvorsißenden auf Grund allgemeiner nicht verquickt werden könne. Es sei nicht Sache der Partei, ihren bis 1914 in nachstehender Weise: polizeilicher Befugnisse Auskunft verlangen könne. Un sich handelte Mitgliedern das Ausscheiden aus der Kirche zur Pflicht zu machen. es sich um die polizeiliche Verhinderung eines gewerkschaftlichen Selbstverständlich bekämpfe die Partei bie Kirche als eine staatVereinsvergnügens. Deege, der Vorfizende des Zweigvereins Halle des Deutschen liche Einrichtung, welche den Interessen der Herrschenden bient, Bauarbeiterverbandes, hatte der Ortsbehörde in Landsberg( Kreis und demgemäß fordert die Partei Trennung der Kirche vom Staat Delitzsch) angezeigt, daß die Zahlstelle Delisich am 29. Juni 1913 und Befreiung der Schule von der Kirchlichen Bevormundung. im Ratskeller zu Landsberg ein geschlossenes Vereinsvergnügen Marktpreise von Berlin am 26. Februar 1914, nad Ermittelungen abhalten werde und daß die Vergnügungssteuer von Schmist in des fgl. Bolizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 16,90-17,20, Donau Landsberg entrichtet werden würde. Man hielt sich zu dieser An- 00,00-00,00, Mais( runder), gute Sorte 14,60-14,90. Richtstroh 0,00 zeige verpflichtet, mit Rücksicht auf den geplanten geschlossenen bis 0,00. Seu 0,00-0,00. Charakter des Festes aber nicht zur Einholung einer Genehmi Martthallenbreise 100 Milogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen gung. Bei Deege meldete sich nun die Polizeibermaltung von 34,00-50,00. Sveisebohnen. meiße 85,00-60,00. 40,00-80,00. 100 Landsberg, indem sie anheim ſtellte", ihr die Statuten bes Ber- Startoffelt( Steleinbbl.) 4,00-7,00. i stilogramm Rindfleisch, von der Keule eins und ein vollständiges Verzeichnis der Landsberger Mitglieder 1,60-2,40. Rindfleisch, Baufleif 1,80-1,80. Schweinefleisch 1,40-2,00. Unter Mitwirkung des Fabritarbeiterverbandes hat Dr. Zürn einzureichen. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 1 Silogramm Starbien 1,20-2,40. Male eine Erhebung über die Arbeitsverhältniffe in den Zündholzfabriken D. bestritt jede gefeßliche Verpflichtung dazu. Die Polizeiveranstaltet. Seine Darlegungen stüzen fich auf 600 von Arbeitern beriwaltung erklärte darauf, daß sie bei ihrer Aufforderung ver- Schleie 1,60-3,20. Bicie 0,80-1,60. 60 Stud Strebje 3,50-24,00. ausgefüllte Fragebogen, der größte Teil der ausgegebenen Bogen bleiben müsse, sonst dürfte das geplante Sommervergnügen im fam nicht zurüid. Daß die Unternehmer Grund haben, die Auf Ratskeller nicht stattfinden. Es läge die Vermutung nahe, daß das bedung der bei ihnen herrschenden idyllischen Zustände zu ver- beabsichtigte Sommerbergnügen nur unter dem Namen und Dedhindern, bewiefen manche von ihnen, indem sie durch Anschläge in mantel eines Vereinsvergnügens der Zahlstelle veranstaltet werde, ber Fabrit vor einem Ausfüllen der Fragebogen warnten. Die um die Vorschriften über öffentliche Tanzluftbarkeiten zu umgehen. Deege beschwerte sich vergeblich beim Landrat und beim Ratrobem bekannt gewordenen Zustände erklären die Angst vor Licht. Nach Ermittelungen auf Grund des Zündwarensteuergefeßes waren gierungspräsidenten in Merseburg. Dann klagte er gegen den am 1. April 1912 in 76 3ündholzfabriken in Deutschland 3935 Personen Regierungspräsidenten beim Oberverivaltungsgericht und beanbeschäftigt, davon 1764 männlichen und 2171 weiblichen Geschlechts. tragte die Aufhebung jener polizeilichen Verfügung. In der KlageDas Uleberwiegen des weiblichen Geschlechts läßt schon darauf schrift wurde geltend gemacht, es handle sich um einen geschlossenen Samburg schließen, daß die Löhne mindestens nicht übermäßig boch seien. Verein, dessen geschlossenes Bergnügen feiner Genehmigung be Sie find fogar übermäßig schlecht; in den lezten Jahren wurden die dürfe; es dürfe nicht verhindert werden und die Polizei dürfe seine Franti. a. 765 O fchlechten Löhne noch weiter verschlechtert. Durch eine Erhebung des Zulassung auch an teine Bedingung fnüpfen. Den Kläger vertrat München Fabritarbeiterverbandes im Jahre 1907 wurden folgende Durch vor dem Oberverwaltungsgericht Rechtsanwalt Dr. H. Heinemann. Bien nittswochenlöhne ermittelt für Arbeiter 17,89 m., für Arbeite Das Oberverwaltungsgericht gab der Klage statt und setzte die rinnen 9,98 m. Nach den Feststellungen von Dr. Zürn ist seitdem polizeiliche Verfügung außer Kraft. Gründe: Hinsichtlich des Chader Durchschnittslohn für männliche Arbeiter auf 15,84 9., für Ar- rafters der polizeilichen Verfügung sei der Senat zu der Ansicht beiterinnen auf 8,69 M. gefunten. Die Schäben des gündwaren- l gelangt, daß sie das Berbot der gepianten Luftbarkeit ausspreche Januar 1913 Wenge in Doppelzentner 104 762 118 288 102 015 120 988 Wert in Millionen Mart 11,81 12,23 11,68 13,79 Die diesjährigen Einfuhrziffern gehen also über diejenigen der Borjahre ganz erheblich hinaus. Während bisher Defterreich- Ungarn an erster Stelle die deutschen Märkte mit Eiern versorgte, hat dies mal Rußland die höchsten Einfuhrziffern aufzuweisen. Soziales. Bom Elend der Zündholzarbeiter. Kalbfleisch 1.40-2,40. 60 Stud Gier 4.20-6.00. 1,60-3,20. 8ander 1.20-3,20. Hechte 1,40-2,80. Barje 0,80-2,20. Stationen Witterungsübersicht vom 27. Februar 1914. Barometer Rand m Bind Swinembe. 765 92 766 973 7659 Berlin cichtung Bindflärte Better Temp. n. 4. 5° E.= 8°. Stationen Barometer fland mm 1 Dunst 2 Haparanda 759 QUI Винфр Bindstarte Better Xemp. n. 6. bebeat-8 2 bebedt- 1 1 Rebel halb bb. 1 1 bedeckt 2 10 1 wolfig 1 Betersburg 760 SG 2bebedt 1 Scilly 762 3bebedt 2 Aberdeen 7632393 763 23 39ebel 1 Baris 7669D 760 1 bebedt Wetterprognose für Sonnabend, den 28. Februar 1914. Stemlich frübe und nebelig bei wenig veränderter Temperatur und mäßigen nordwestlichen Winden; teine erheblichen Niederschläge. Berliner 29 etterburea Kaffee frisch gebrannt, 1- Pfund- Paket 1.10 Kakao garantiert rein, Pfund 68 PL. A.Jandorf& C Spittelmarkt Verkauf nicht an Wiederverkäufer. Nicht am Spittelmarkt. Wurstwaren Rot- od. Zwiebelwurst..... Pfund 55 PL. Sülzwurst Landleberwurst ff.Leberwurst Belle- Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Lebensmittel Kolonialwaren Erbsen Erbsen geschalt... Bohnen Pfund 65 Pf. Pfund 85 Pf. Pfand 1.05 Mettwurst nach Braunschweiger Art 1.00 Jagdwurst Teewurst Pfund 1.00 Pfund 1.10 Gervelat- od.Salamiwurst Ptund 1.20 Schinkenspeck........ Pfund 1.05 Nusschinken ....... Pfund 1.35 t Speck P 78PL mager Pfund 85. Pfund * Hirschblatt....... Pfund 18, 20 PL Konserven Schnittbohnen.............. Dose 28 PL Pfund 24 P Kohlrabi in Scheiben mit Grün Dose 28 PL Pfund 17, 20 Pt. Spinat Dose 40 Pt. Linsen Pfand 16, 20 25 Pf. Gemüse- Melange% Dose 43, 48Pt. Reis Piand 16, 20, 25 Pt. Gemüse- Erbsen....... Dose 38 PL. Hartgries Pfund 23 Pt. Pfefferlinge............. Pflaumen getrocknet........... Pfund 28 PL Stangenspargel Backobst...... Pfand 38, 48Pt. Kirschen mit Stein...... Haushalt- Schokolade..... Pfund 68 Pt. ..... Pfund 68 PL. Mirabellen Kaffee frisch gebrannt 60, 65, 70 PL Pflaumen mit Stein........ Pfund 60 Pf. 12- Piund- Paket Frische Eier... 90, 95.. Mandel Pf. Kottbuser Damm Die mit bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgenommen. Rückenfett 50 PL Pfund Liesen Pfund 60 PL. * Obst und Gemüse Apfelsinen Dutzend 20, 30, 40 PL. Zitronen Mandarinen Dose 75 Pl. Essäpfel Dose 1.10 Musäpfel Dose 70 Pt. Dose 78 Pt. Rosenkohl.. Dose 42 PL Dutzend 25, 35 PL. Pfand 18, 28 Pt. Pfund 15 Pt. Pfund 18 Pf. Blumenkohl... Kopf 10, 15 Pf. Pfund 45 PL. ....... Pfund 4Pt. Rot- oder Wirsingkohl...... Pfund 6PL Weisskoh!.... Mohrrüben * Hühner * Kaninchen85, 1.10 Kassler 73, 78 Kartoffeln Butter and Käse 6000 Molkereibutter...../ Pfand- Paket 63 PL Schweizer Käse Pfund 85,95 Pt. Tilsiter Käse....... Pfund 68, 78 Limburger Käse............ Pfund 38Pt. Camembert......... ........ Stück 18 PL. Pf. Harzer Käse........... 5 Stück 10 Pt. Faust- od. Spitzkäse 3 Stack 20 Pt. Todes- Anzeigen Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Willi Muhme Swinemünder Str. 55 gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. Februar, nachmittags 2, 1hr, von der Reichenhalle des Friedens- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Metallarbeiter Bruno Ende Grellstr. 2 am 23. d. Mts. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, vormittags 11 Uhr, von der Zeichenhalle des Gemeinde- Kirchhofes in Mühlenbed aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schleifer August Sonnenberg Neukölln, Ningbahnstr. 16 an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 113/15 Die Ortsverwaltung. Beerdigungsverein der Zimmerleute Groß- Berlins. Am Donnerstag, den 26. Febr., berschied nach langem, schwerem Leiden im Virchow- strantenhaus unser ehemaliger langjähriger Vors figender, der Stamerab Karl Plötz Samariter Str. 6 im 68. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 2. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes, Landsberger Alec, aus statt. Der Vorstand. 10926 i.Ganzen Pfund Pfund * Frisches Fleisch Schweineschulterblatt: 65 Pi. Kotelettes Pfund 85 Pt. Schweinebauch Pfand 65 Pi. Schweineköpfe Pfund 35 PL. Goulasch od. Gehacktes Pfund 65 Pf. Verband der Sattleru. Portefeuiller Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 25. Februar verstarb unser Mitglied der Militärbranche, Karl Sitz Werkstatt Guiremand. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. Februar, nachmittags 23 Uhr, auf dem Heiligkreuz- Kirchhof, Mariendorf, Eisenacher Straße, statt. 156/7 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Droschtenführer Gustav Faustmann am 25. d. Mts. im Alter von 62 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 2. März, nachs mittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhojes in Friedrichsfelde aus statt. 62/17 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Buchbinder-Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Kollege Hugo Ahner plöglich gestorben ist. am Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. März, nachmittags 4 Uhr, auf dem Simeons: Kirchhof in Briz, Tempelhofer Weg, statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 23/9 Die Ortsverwaltung. Am 26. Februar verschied nach furzem, schwerem Leiden eine innigftgeliebte Frau, unsere gute Mutter Martha Altmann geb. Schrader am im 50. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Joseph Altmann nebst Kindern. Die Beerdigung findet Montag, den 2. März, nachmittags 3 11hr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhojes in Friedrichsfelde aus statt. Am 26. Februar entschlief sanft nach schwerem furzen Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater und Bruder, der Polier Rudolf Roestel. Dies zeigt tiefbetrübt an Emma Roestel und Kinder. Lichtenberg, Tasdorfer Str. 57, den 27. Februar 1914. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, nach mittag 3 1hr von der Leichenhalle des Friedhofs in Marzahn aus statt. 969 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich hiermit allen Freunden und Bekannten, sowie den Bereinen meinen herzlichsten Dank. 10815 Fr. Hedwig Löwenhagen, Mariendorf. Dr.Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. **** Pf. Pfund Querrippe Pfund 70 Pf. Kalbskeule im Ganzen 95 PL. Kalbskamm oder Bug... ... Pfund 75 PL Kalbsbrust.......... Pfund 85 PL. Hammelkeule im Ganzen Pfand 90 Pl. Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin. Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl des Aus. schusses der Arbeitnehmer am 23. Fes bruar 1914. Abgegeben waren 5027 Wahlumschläge, davon waren gültig 5004 Stimmen. Es erhielt Liste I 4313, Liste II 99, Liste III 533 und Liste IV 59 Stimmen. Es sind danach von Liste I die in derselben an erster Stelle benannten sechsunddreißig Arbeitnehmer als Ausschußmitglieder bis 31. Dezember 1917 und die in derselben Liste weiter benannten 72 Mitglieder als Ersatzmänner für die gleiche Zeil gewählt. Liste III erhält die in der Liste zuerst benannten vier Arbeitnehmer als Ausschußmitglieder und die in der Liste weiter benannten acht Arbeitnehmer als Ersaßmänner für die Zeit bis 31. Dezember 1917. Die Gültigkeit der Wahl tann innerhalb eines Monats nach der Bekanntmachung des Wahlergebnisses Stück Zentner 3 Pfand 10 Pt. 1.50, 2.25 1.95 2.35 frei Räucherwaren Sprotten ... Pfund 45 PL Bücklinge.......... 4 Stück 10 PL Makrelen- Bücklinge.... 3 Stack 20 PL. Flundern Lachs geräuchert...... Sardellen Matjes- Heringe Pfund 38 Pt. Pfand 30 Pt. Pfand 58 Pf. Stück 9,12PL Frankfurter Herren- Moden Gediegene Mass- Anfertigung guter Sitz garantiert. Vornehmer Anzug oder Paletot zu 3 Einheitspreisen 35.- 42.- 48.am Alexanderplatz Eingang Prenzlauer Str. 32 Hautleiden Jezt bin ich in der Lage, Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihre wundervoll heilende Medizin, die mich vollständig von dem schauder: haften Hantleideu befreit hat, voll und ganz zu zollen. Gustav Sichting, Mücheln( Bez. Halle). geschütten u. allen Vororten in allen Apotheken zu haben. Bersand nach auswärts durch Bismarck- Apotheke, Berlin, Wrangelstraße 47. Bostkarte genügt. bei dem Staffenboran tabt Berlin Die patentati Hautpillen Versicherungsamt der Stadt Berlin angefochten werden. 269/11 Der Vorstand. Emil Boeste, Borsigender. Otto Kube, Schriftführer. Westmann Mohrenstrasse 37a, nahe Jerusalemer Str. Gr. Frankfurter Str. 115, nahe Andreasstr. Sonder- Angebot Für 3 Tage! Mode'l- Kostüme mit 25% Ermäßigung Aparte Neuheiten aus feinsten Kammgarnstoffen, Tailor made. Blusenfassons mit Volants, reizend ausgeführt. für 3 Tage 24,33,48, 60-150 M. ( reg. 32 41 64 75 bis 200 M.) für 3 Tage 45, 58, 72-250 M. ( reg. 60 Entzückende Seiden- Kostüme und Gesellschafts- Kleider( Modelle). Eolienne. Moiré, Bengaline auf reinseid. Paillette mit Volantröcken, in den herrlichsten Farben 85 102 bis 325 M.) Sport- Jacketts u Sport- Röcke, für 3 Tage: 8, 12. 15, 18-33 M. beste Qual., reiz. ausgef. í ( regulär 25% teurer!) Konfirmanden Kleider schon von 12 M. an! Plüschmäntel, beste Qual., v. 33 100, sonst 70-120 M. Pelzmäntel, nur echte Felle, v 100-600. sonst 320-1400 M. V mouleuse, weiche Stoffe, v. 8-30, sonst 24-90 M. Winter- 1 konfektion Ulster, echt engi. Stoffe, von 35-75, sonst 70-180 M. 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Einsturz der Trümmerrcstc. Die Aufräumungsarbeiten in der Aktiengesellschaft für Anilin- fabrikation mußten am Donnerstagabend gegen 1» Uhr wegen drohender Einsturzgefahr von der Lichtenberger Feuerwehr eingestellt werden. Die Mannschaften, die im Scheine von Fackeln und improvisierter elektrischer Anlagen gearbeitet hatten, meldeten wieder- holt, daß die beiden Giebel, die Nur noch von zwei Brandmauern notdürftig gehalten wurden, zum größten Teil aber überhingen, verdächtig knackten und daß ein Einsturz drohe. Man beschloß des- halb, die Feuerwehrleute, um Unfälle zu verhüten, zurückzuziehem Kaum hatte der letzte Mann die wüste Brandstätte Verlasien, als die beiden gefährdeten Giebel unter donnerähnlichem Krachen in die Tiefe stürzten, wobei riefige Klumpen von Mauerwerk über das ganze Grundstück geschleudert wurden. Die Fabrikfeuerwehr, die auch während der Nacht an dem Schutthaufen Wache hielt, vermochte sich noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, so daß glücklicherweise niemand verletzt worden ist. Gestern morgen besichtigten Berlreter der Polizeibehörden und der Feuerwehr nochmals die Unfallstätte und gaben dann, da für die Arbeiter keine Gefahr mehr drohte, die Erlaubnis, die Aufräumungsarbciten in vollem Umfange aufzu- nehmen. Auch die Nebengebäude haben durch die furchtbare Explosion schwer gelitten. In der benachbarten Schlosierei sind massive Werk- zeugmaschinen aus ihren Lagern gerissen worden. Auch die Stütz- ballen sind durch die gewaltige Hitze, die da? Feuer entwickelte, zum Teil deformiert, zum Teil verkohlt worden. Die Mauern selbst haben Risie erhalten, doch scheinen die Fundamente selbst nicht erschüttert zu sein, so daß die Arbeiten in diesen Gebäuden gestern morgen wieder aufgenommen werden konnten. Die Lichtenberger Feuerwehr war gestern nachmittag noch mehrere Stunden auf der Unfallstätte tätig. Sie legte die noch stehenden Mauerreste nieder und wurde hierbei von den Arbeitern der Anilinfabrik unterstützt. Erst in der sechsten Abendstunde waren die AufräumungSarbeiten soweit gediehen, daß die Lichten- berger Feuerwehr in ihr Depot zurückkehren konnte. Die Wl räumung der Trümmer wird nun von der Fabrikfeuerwehr und den Arbeitern der Fabrik ausgeführt werden. Wann der Betrieb der Anilinfabrik wieder aufgenommen werden kann, läßt sich noch nicht sagen. Im Laufe des gestrigen Spätnachmittag» sind endlich auch die Leichen der beiden noch vermißten Arbeiter Bottke und Paw- lowski in dem Trümmerhaufen aufgefunden und geborgen worden. Beide Verunglückte lagen nebeneinander, mit dem Gesicht nach unten gekehrt, und waren schrecklich verstümmelt. Nach dem Befund sind beide durch eine eiserne Treppe erschlagen worden. Die Leichen der zehn Todesopfer sind noch beschlagnahmt. Ueber ihre Beisetzung sind noch keine Bestimmungen getroffen worden. Die Schuldfrage bei der Explosion beschäftigt die Behörden sehr lebhaft. Wie fest gestellt werden konnte, ist der Unfall, entgegen den Mitteilungen der Fabrikleitung, doch durch die neue, erst vor einigen Tagen aufgestellte Nilriermaschine hervorgerufen worden. Einer der Arbeiter, der der Explosion durch Zufall entronnen ist, gab an. daß die Maschine nicht zur Zufriedenheit deS Ingenieurs Borsch arbeitete und daß dieser ver- schieden« Beanstandungen beim Zusammenbau gemacht habe. Der betreffende Arbeiter befand sich erwa 10 Minuten vor dem Unglück in dem Nilrierraum, als plötzlich scharfe Dämpfe aus der neuen Maschine hervordrangen. Der Mann entfernte sich, da ihm übel ge- worden war und begab sich inS Freie. So wurde er gerettet, da nach wenigen Minuten die Explosion erfolgte, die alles vernichtete. Parteiangelegenheften. Vierter Wahlkreis. Am Sonntag, den 1. März, findet in den llnions-Festfälen f großer Saal), GreifSwaldcr Str. L22. ein Ver- gnügen von der 20. Abteilung statt. 1. Vortrag der Genossin Martha Demmning und 2. Aufführungen ernsten und heileren In- haltS und Tanz. Ansang 4 Uhr. BillettS a 20 Pf. sind noch zu haben bei Fr. Köbbcl, Büschingstr. 27. Tto Sie westlichen Vororte! Am Sonntag, den 1. März, mittags 12 Uhr, finden im »AlbrechtShof� in Steglitz, Albrechlstr. 1a, zwei Sffeutliche Versammlungen statt, in der Genossin Luxemburg und Genosse Rosenfeld über da« Thema: Militarismus, Krieg und Tvir sprechen werden. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der westlichen Bororte werden ersucht, die Versammlungen zu einer kraftvollen Demonstration gegenüber dem unerhörten Tendenzurteil der Frank- furter Strafkammer zu macheil. Es gilt dem Kampfe für den Vökkerfrieden gegen Militarismus und Kriegshetzerei. Dem Volke allein muh das Recht zustehen, über Krieg und Frieden zu ent- scheiden. Kein Arbeiter und keine Arbeiterin fehle deshalb, um ihre Stimmen für dieses wichtige Volksrecht zu erheben. Niederbarnim. Die Genossinnen, die an dem Kursus teilgenommen haben, treffen sich zur Besichllgung des MusemnS für Völkerkunde morgen Sonntag, mittags 12 Uhr, im Wartesaal III. Klaffe deS Anhalter Bahnhofes._ Lichtrrfelde Am Sonntag findet zu den Gemeindewahlen eine allgemeine Flugblaliverbreiiimg siait. Ferner wollen alle Genossen und Genossinnen an der am Sonnlag, miliag« 12 Uhr, in Steglitz, Llbreltilshot, slatifindeiiden Versammlung teilnehmen. Steglitz. Sonniagmorgen 8 Uhr findet im ersten Gemeinde- Wahlbezirk von den Bestrkslolalen auS das Austragen der Küveris für die Gemeindewahl stall. Die Genossen der AgitationSbczirke 8 bis 13. die sämilich zur Hilfe verpflichtet sind, kommen um 8 Uhr früh zu Clement, Düppclstr. 7. Die Recherchierkarlen sind nach Beendigung der Tour sofort den Bezirksiühlcrn wieder zuzustellen. Alle Wahlhelfer treffen sich nach Schluß der MittogSversammlung bei Element. Schmargendorf. Die Genossen werden ersucht, sich am Sonntag, mittags 12 Uhr. an der Proteslversainmlung im Albrcchtshof in Steglitz zu beteiligen. Johannisthal. Heute Sonnabend, abends 7l/.j Uhr, von den bekannten Stellen aus wichtige Klugblattverbreitung für die Semeurdewahle«. Tabendorf. Heute Sonnabend, abends Vs9 Uhr, bei Wiese Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Aufstellung der Kandidaten zur bevorstehenden Gemeindewahl. Ober-Schöneweide. Sonntag, den 1. März, früh 8 Uhr, von den bekannten Stellen aus Handzettelvcrbreitung. Dienstag, den 3. März, abends 81/3 Uhr, im Wilhelminenhof, öffentliche Gemeinde- wählerversammlung. Tagesordnung: Auf zur Gemeindcwabl. Referent: Parteisekretär Paul Brühl. Aufstellung der Kandidaten. Diskussion. Pankow. Morgen Sonntag, d. 1. März er., früh 8 Uhr, Flug- blattvcrbreitung von den Zahlabendlokalen aus. Nirder-Schönhausen. Morgen Sonntag öffentliche Gemeinde- wählerversammlung in Mühlenbeck. Die Parteigenossen treffen sich um 2 Uhr bei Bratvogel zum gemeinsamen Abmarsch. Bernau. Die am heutigen Sonnabend fällige Mitgliederver- sammlung findet erst am Donnerstag, den 12. März statt. Mühlcnbeck. Morgen, Sonntagnachmittag 4 Uhr, im Gasthaus zur Sonne, öffentliche Gemeindewählerversammlung. Referent: Stadtv. Eugen Brückner-Berlin. öerliner Nachrichten. Mittagstisch für Ausländer. Die rapide EntWickelung Berlins im letzten Vierteljahr- hundert hat es mit sich gebracht, daß neben den heimischen Arbeitern auch eine zahlreiche Schar qualifizierter Ausländer in den Jndustrieburgen an der Spree ihr Brot suchen und finden. Ein bestimmtes Kontingent gibt Südosteuropa her: Ungarn und die Balkanländer. Schneider, Kürschner und Zigarettenarbeiter sind es meist, die sich schon rein äußerlich durch Haar, Hautfarbe und Gesichtsschnitt von ihren Berliner Kollegen auszeichnen. Und verschwinden diese Leute auch sonst im Menschenmeere der Großstadt, so haben sie doch bestimmte Sammelpuntte, wo man ihnen leicht und regelmäßig begegnen kann. Mitten im Herzen der Stadt, auch an ihrer nörd- lichen Peripherie, gibt es eine ganze Anzahl von Speisehäusern und Privatmittagstischcn, die nicht nur neben der deutschen Speisekarte auch eine französische führen, sondern auch ein nach Nationalitäten geordnetes Stammpublikum ihr eigen nennen. Die schlvarzäugigen Ungarn trifft man in dem einen Lokal, die schlanken Serben im andern, die dunkelhaarigen Bulgaren im dritten, die ver- schmitzt dreinschauenden Griechen im vierten. Wenn man in diese Gastwirtschaften als Fremder hinein- schneit, umschwirren unbekannte Laute das Ohr. Und vielfach unbekannt sind auch die Speisen, die man dort vorgesetzt be- konimt. Sie beschränken sich nämlich nicht nur auf Gulasch und Serbisches NeiSfleisch. Auch einen Paprikafisch, eine Pilav, ein Porhölt fehlt selten auf der Speisekarte. Die das Diner eröffnende Suppe weist stets viel Tomate auf. Und die Mehlspeisen am Schlüsse des Mahles erfordern schon einen etwas widerstandsfähigen Magen. Kohlstrudl, Krautschmarrn, Speckfleckerln find gewöhnlich arg papriciert und scharf mit Ziviebel gewürzt. Aber nicht das Essen ist das Anziehende in diesen Lokalen die Menschen interessieren sicherlich mehr. Nur selten fällt ein deutsches Wort, dann aber erhascht das Ohr gewöhnlich immer etwas, was auf einen eigenartigen, oft recht bewegten Lebensgang schließen läßt. Und gelangt man dann gar. wenn man häufiger ein und dasselbe Lokal aufsucht, in ein Gespräch mit einein dieser Balkauier, dann bekommt man oft von wirtschaftlichen Verhältnissen in dem jo weiligen Heimatlande Dinge zu hören, daß man sich schaudernd vor Grauen schüttelt. Allein die Leute wissen fesselnd zu plaudern und die Dinge so lebendig und anschaulich vor zutragen, daß man ihnen bei aller vorgetragenen Kraßheit doch gern lauscht. Allzu rasch verrinnt dann gewöhnlich die kurz bemessene Mittagspause. Jeden drängt es zu neuer Arbeit. Die schmale Zeche ist bald beglichen. Das geräumige Lokal, in dem noch kurz zuvor kaum ein freier Platz zu haben war, ist rasch leer geworden. Ein scharfer Geruch von Speiseresten haucht von der Küche her; aber er wird schnell erstickt von dem Aroma süßlichen Zigarettenrauches, der noch lange in blauen Schwaden über den Tischen zittert, wenn die letzten Gäste längst die Tür hinter sich zugedrückt haben, und der Wirt die frisch eingetroffenen Zeitungen mit den wunder lich verschnörkelten fremdartigen Lettern in die an den Plakat- übersäten Wänden hängenden Rohrhalter einspannt. Volksvorstcllung im Lesfing-Theater Sonntag, den L März, nachmittags 3 Uhr. Zur Aufführung gelangt: Professor Bernhardt. Schauspiel von Artur Schnitzler. Das Stück ist der Berliner Arbeiterschaft warm empfehlen. Es gibt ein Bild von dem Leben in den Hofrats-, Minister- und Universitätskreisen Wiens, leuchtet hinein in die Kleinlichkeiten des nach außen so respektabel erscheinenden Lebens der Honoratioren. Die Karten kommen in folgenden Stellen zum Verkauf: Gustav Schmidt, Gneisenaustr. 72. Zigarrengcschäft Harsch, Engelufer 15. Bureau deS 4. Wahlkreises, Stralauer Platz 10/11, vou 9 bis 1 und 5—7 Uhr. „Vorwärts"-Spedition, Petersburger Platz 4. Restauration Dieseler, Brunnenstr. 145. Bureau des 6. Wahlkreises, Gerichtstr. 71, von 3 bis 1 und 6 bis 7 Uhr. Restauration Paersch,. Oldenburgcr Str. 10. In Tempelhof sind Billetts bei Jrrgang, Dorfftr. 72, zu haben. Preis des Platzes 1,10 M. inkl. Zettel und Garderobe. Der Bezirks-Bildungsausschuß Groß-Berlin. zu Umleitung bei der Straßenbahn. Die Westliche Berliner Vorortbahn muß wegen Gleisbaues in der Nacht vom 2. zum 3. März von 1.30 an die Kreuzung Grunewald-, Akazien- und Goltzstraße sperren. Die Linie 69 wird deshalb dann von der Ecke der Grunewald- und Martin-Luther-Straße über die Martin-Luther- und Motzstraße sowie den Nollendorfplatz und umgekehrt geführt. Die Linie 8 geht nach dem Westen über die Kurfürsten- und Motzstraße, den Nollendorfplatz, die Motz-, Martm-Luther- und Grunewaldstraße. Ein sonderbarer Bescheid der Schuldeputation. Zur Warnung für alle Erzieher in Schule und Familie teilten wir im Dezember 1013 ein Vorkommnis mit, das aufs neue die Gefahren des Prügelns zeigte. In der 208. Mädchen- Gemcindeschule(Scherenbergstratze) hatte eine Lehrerin in einer 8. Klasse öfters zum Stock gegriffen, weil sie mit den Kindern des ersten Schuljahres anders nicht fertig werden konnte. Nachdem sie einer Schülerin trotz einer von der Mutter vorgebrachten Be- schwerde wiederholt Stockhiebe auf die Hände gegeben hatte, trat bei dem von Angst vor der Lehrerin erfüllten Kind eine nervöse Störung auf, die ein Arzt für Anfang von Veitstanz erklärte. Er vermutete einen Zusammenhang der Erkrankung mit dieser Erziehungsmethode der prügelnden Lehrerin und riet den Eltern, das Kind bis auf weiteres dem Schulunterricht fcrnzu- halten. Auf einen bei dem Rektor der Schule eingereichten Antrag wurde damals eine Tispensierung bis Ostern 1914 bewilligt. Inzwischen haben die veitstanzähnlichen Zuckungen nachge- lassen, und auch die Vcrschüchterung des Kindes ist geschwunden. Da aber die Eltern mit dem Arzt eine Umschulung für wünschenswert hielten, so richtete Ende Januar der Vater an die Schuldeputation ein diesbezügliches Gesuch. Zur Begründung sagte er» der Arzt führe die Entstehung des Veitstanzes auf die körperlichen Züchtigungen oder auf die Furcht vor solchen zurück und hege Besorgnis, daß die Erkrankung sich wiederholen würde, wenn das Kind in diese Schule zurückkehren müßte. TaS Gesuch beantragte schließlich noch, nach Prüfung der Angaben des Kindes disziplinarisch gegen die Lehrerin einzuschreiten. Jetzt hat die Schuldeputation dem Vater folgenden Bescheid erteilt: „Auf Ihr Gesuch vom 28. Januar er., die Umschulung Ihrer Tochter Mechthild betreffend, erwidern wir Ihnen, daß die Um- schulung am 1. April er. nach der 51. Schule, Schönhauser Allee 103, erfolgen wird. Gegen Fräulein Baumann auch nur das Geringste zu ver- anlassen, haben wir keinen Grund. Auch würden wir es ablehnen, falls wir eine Maßregel der Lehrerin gegenüber für notwendig erachtet hätten, Ihnen von den unsererseits getroffenen Maß- nahmen Mitteilung zu machen. Hirsekorn." Was sollen die Eltern sich bei einer derartigen Antwort denken? Das mit den Gefahren der Erziehungsmethode jener prügelnden Lehrerin begründete Umschulungsgesuch wird bewilligt, aber auf die gegen die Lehrerin erhobenen Vorwürfe geht die Schuldeputation mit keinem Wort ein! Warum sagt sie nicht den Eltern, was davon zutrifft und was sie für unzutreffend hält? Gegen die Lehrerin„auch nur das Gering st e zu veranlassen," hat die Schuldeputation„keinen Grund". Ja, billigt sie denn, daß eine Lehrerin den Rindern— und obendrein denen des ersten Schuljahres— Stockhiebe auf die Hände gibt? Billigt eS die Schuldeputation, daß in dem vorliegenden Fall diese Strafen, wie sie das Kind angegeben hat, für Fehler im Diktat verhängt worden ist? Und wenn sie das gutheißt, hat sie dann nicht wenigstens für nötig gehalten, zu„veranlassen", daß die Lehrerin ihre Hiebe mit mehr Vorsicht austeilt? Das Gesuch hob hervor, daß die prügelnde Lehrerin mit ihrem Stock sogar die Fingerspitzen getroffen habe. Auch hierzu schweigt die Schuldeputation. Ebensowenig geht sie auf die Frage ein, ob die Erkrankung des Kindes mit der in der Schule erlittenen Be- Handlung zusammenhängen kann. Ganz rätselhaft ist der Beschluß des Bescheide?. Der Wunsch eine» Beschwerdeführers, ihm die etwa gegen die Lehrerin„fiir notwendig erachtete" Maßregel zu ernennen, wäre gar nicht mal unberechtigt. Aber der Vater hatte mit keiner Stelle auch nur angedeutet, daß er das wünschte oder erwartete. Sein Gesuch schloß wörllich so:„Ich bitte, mit dem Bescheid auf meinen Umschulungs- antrag mir auch das Ergebnis der Prüfung der gegen Fräulein Baumann vorgebrachten Beschuldigungen mitzuteilen." Da hat Wohl der Vorsitzende der Schuldeputation, Stadtrat Hirsekorn, der den Bescheid zurückschrieb, das Gesuch nicht richtig gelesen? Gegen- über dem von Anfang bis zu Ende ruhigen Ton des ganzen Gesuches, das jedes scharfe Wort vermied— wenn s verlangt wird, wollen wir es vollständig abdrucken—, fällt der durch nichts ge- rechtfersigte letzte Satz des Bescheide» um so mehr auf. Vielleicht erklärt sich die S ch r o f f h e i t, mit der hier etwa»„abgelehnt" wird, was gar nicht gefordert worden war, aus einer gewissen Erregung über die der Schuldeputation sehr verdrießliche Ange- legenheit. Wir hören, daß infolge jenes„Vorwärts"-ArtikelS sich sogar das Unterrichtsministerium mit ihr beschäftigt hat. Auf die Eltern hat der Schuldeputationsbescheid mit seinem Schlußsatz wie eine BrüSkierung gewirkt, weil sie au? rhm eine Geringschätzung herauslesen zu sollen glauben. Wir wollen eS uns versagen, bekanntzugeben, wie jetzt die Eltern über die Erziehung�- Methode jener Lehrerin und über die weder daS UntersuchungS- ergebniS mitteilende, noch„auch nur das Geringste veranlassende" Schuldeputation denken. Den Eltern die Auskunft über das Ergebnis der Untersuchung zu verweigern, halten wir für sehr unklug. Die Lehrerschaft hat wirklich keinen Grund, es der Schuldeputation Dank zu wissen, daß sie einen solchen Bescheid gibt. Diese Art, den Eltern zu antworten, kann auch nicht zu einer Besserung der Beziehungen zwischen Schule und Familie beitragen. Eine nützliche Stiftung. Der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Magnus, Hierselbst wohnhaft, hat zugunsten der Berlin anläßlich seines am 1. März d. I. � 70. Geburtstages eine mit einem Kapital von 40 000 M. ausgestattete Stiftung errichtet, die dem Andenken seines am 11. Februar 1883 verstorbenen VaterS, des unbesoldeten Stadt- rats Meyer-MagnuL, gewidmet ist. Die Zinsen des Stiftungö- kapitals sollen satzungsgemäß dazu verwendet werden, für olche Personen, die als Erben oder Unterhaltspflichtige von »er Armendirektion zur Erstattung der durch Verpflegung ver- 'torbener Verwandter in den Berliner städtischen Kranken» Häusern entstandenen Kosten in monatlichen Raten von einer oder zwei Mark herangezogen werden, die Zahlung dieser monatlichen Raten zunächst auf drei Jahre, bei nicht eingc- tretcncr Besserung der Lage den betreffenden Personen auf ernere drei Jahre und so fort eventuell bis zur völligen Tilgung der Schuld zu übernehmen. Die Verwaltung der Stiftung, die noch der Allerhöchsten Genehmigung bedarf, ist der Armendircttion übertragen. Elefantenjagd in Berlin. Auf dem Bahnhof Weißensee entsprang gestern vormittag gegen ll Uhr ein Elefant, der ausgeladen worden war und nach der Stallnng GmsSwalder Str. 80 gebracht werden sollte. Das Tier lief am Bahndamm entlang bis zum Bahnhof Prenzlauer Allee, wo es von den ihn verfolgenden Wärtern und dem Menageriebesitzer Artur Kreiser, dem Besitzer des Elefanten, eingeholt und festgemacht werden konnte. Das gewaltige Tier ließ sich dann ruhig nach de» Stall« fü&m faul Wilhelm tadtgemeinde stattfindenden Seltiame Reklame. Ein Reser sendet uns folgende Zuschrift: Als ich mit mehreren Kollegen am Montag, den 23. d. M., von der Arbeit lommend, die Wilhelminenhofstraße in Ober- Schöneweide entlang ging, begegnete uns ein furioser Aufzug. Hinter einem Schlächterwagen wurde ein Pferd sozusagen nachgezogen. Es war ein schwerer Gaul, nur etwas schwach auf den Beinen. Leib und hals befränzt, zwischen den Kränzen, zu beiden Seiten des Pferdes, je ein großes Schild, worauf zu lesen stand: Heute wird dieses Pferd in der Roßichlächterei von N. N., Dieser Aufzug erregte großes Aufsehen. Von mehreren Kollegen hörte ich am anderen Tage, daß der Mann mit seinem Gaul noch abends um 6 Uhr in Nieder- Schöneweide herumgezogen ist, bis ein Gendarm der Sache ein Ende machte und ihn nach Hause schickte. Nieder- Schöneweide, Berliner Straße, geschlachtet." „ Hoher" Besuch überraschte uns gestern mittag in unseren Redaktionsräumen. Teddy Bobs, ein erst 19 Lenze zählender, 2,67 Meter hoher englischer Ricje meldete in Begleitung eines Führers, daß er sich im Passage- Panoptikum in seiner respektablen Erscheinung zeigen werde. Der junge Mann stammt aus London von normal großen Eltern. Auch seine Geschwister sind nicht übergroß. Er war bisher als Farmarbeiter tätig. Den Riesen Machnow überragt Teddy um 16 Zentimeter. Zur Verstadtlichung der B. E.-W. Der Berliner Stadtverordnete Bry sprach am Donnerstagabend in einer vom liberalen Kommunalen Verein Schöneberg einberufenen sehr gut besuchten öffentlichen Versammlung, zu der auch Magistrats mitglieder und Stadtverordnete erschienen waren, über die Elektrizitätsversorgung der Kommunen. Der Vortragende stellte sich auf den Standpunkt, daß die Elektrizitätsversorgung eine noch viel größere Bedeutung, erlangen würde wie heute. Neue Einnahmequellen müssen erschlossen und dazu die städtischen Werke leistungsfähiger und rentabler gemacht werden. Ten oft erhobenen Einwand bureaukratischer Verwaltung wies der Redner mit dem Hinweis auf die preußischen Eisenbahn- und Forstverwaltungen zurück. Der Charakter der Wohlfahrtseinrichtung sei mit schuld an den geringen finanziellen Ergebnissen der städtischen Werte, die er im einzelnen beleuchtete. Falls es in Berlin zur Berstadtlichung der„ B. E.-W." kommen sollte, würden diese nicht ichlechter gestellt sein als die Gaswerke mit ihren ansehnlichen leberschiffen. Das Risiko sei nicht bedeutend. Auch in Zukunft würden Gas und Elektrizität sich wie bisher ergänzen. Die„ B. E.-" hätten hente rund 45000 Abnehmer, darunter etwa 100 Großabnehmer, die städtischen Gaswerke dagegen zehnmal so viel. Der Konsum von Gas nehine zu und deshalb sei der Bau eines neuen Gaswerks an der Oberspree schon geplant. Es sei angebracht, der Verstadtlichung der B. E.-W." ernstlich näher zu treten, um sie der Stadt zu sichern, ehe es zu spät sei. Berschiedene Diskussionsredner stimmten der Ansicht des Redners zu. Das Ende des Maulkorbzwanges für die„ Groß- Berliner Hunde" steht am nächsten Sonntag, den 1. März, bevor. Vom nächsten Montag ab können sich die Hunde wieder ihrer vollen Freiheit erfreuen, nachdem Ende Januar bereits der Leinezwang gefallen ist. Mit dem Aufhören des Maulforbzwanges erreicht die längste Hundesverre, die Groß- Berlin überhaupt zu verzeichnen hatte, ihr Ende. Am 20. Februar v. J. wurde die Hundesperre verhängt; sie wird also am Sonntag genau ein Jahr und neun Tage gedauert haben. ,, Die politische Karifatur". Einen Lichtbildervortrag ber dieses Thema hält der Genosse Robert Breuer am Sonntag, den 1. März, abends 6 Uhr, in den City- gestiälen, Dresdener Straße 52/53, im Auftrage des Arbeiter- Abstinenten- Bundes. Der Eintrittspreis beträgt nur 30 f. Einlaßkarten find nur in der Bundesgeschäftsstelle. Engelufer 19, und bei den Mitgliedern zu haben, da eine Abendkasse nicht stattfindet. Nach Beendigung des Vortrages: Gejelliges Beisammensein. ruiniert werden. Der Gemeindeetat. Es unterliege gar feinem Zweifel, daß zahlreiche Eristensen das 1 dem Referat eingelegten Pause ließen sich 26 junge Genossen in durch vernichtet werden. Nicht nur Befizer von Kinematographen den Wahlverein aufnehmen. Genosse Düwell wies in der Dis. werden. Den größten Schaden hätten die Gastwirte, die nicht nur Luxemburg hin und feuerte die jungen Genossen an, trop aller theatern, sondern auch viele Angestellte würden schwer geschädigt fussion noch auf das ungeheuerliche Urteil gegen die Genosjin vom Reich und vom Staat, sondern auch von den Gemeinden fort Staatsanwälte und sonstigen Helfeshelfer der Reaktion in den und fort belastet würden. Ob die veranschlagte Summe cinfommen Kampf einzutreten. Darauf schritt die Versammlung zur Bildung werde, sei angesichts der infolge der Steuern auf anderen Gebieten einer Sektion der 18 bis 21jährigen im Wahlverein und mählte zu erwartenden Ausfälle zweifelhaft. Nach der jetzigen Gestalt der eine fünfköpfige Leitung. Die nächste Zusammenkunft dieser Steuerordnung sei es nicht ausgeschlossen, daß auch die von Sektion findet am Mittwoch, den 4. März, im Volkshause statt. Arbeiterorganisationen zu Bildungszweden veranstalteten Richt- Neukölln. würden die Vorlage rundweg ablehnen, denn sie könnten es nicht bildervorträge der Steuer unterliegen. Die Sozialdemokraten verantworten, daß in so ungerechter Weise ein Teil unserer MitIn ihrer Sizung vom Donnerstag nahm die Stadtverordneten bürger belastet und zahlreiche Gewerbetreibende wirtschaftlich versammlung zu dem Gemeindeetat Stellung. Der Kämmerer, Stadtrat Arl art, verbreitete sich eingehend über die Finanzlage Nuts ähnlichen Gründen erklärte sich auch Stadtverordneter der Stadt und die wachsenden Schwierigkeiten der Balanzierung Zander für seine Person gegen die Steuer, während die Stadt- aller Gemeindeetats Groß- Berlins. Im einzelnen ging er auf die verordneten Neumann und Otto aus finanztechnischen Gründen Ursachen dieser Erscheinung ein und kam zu dem Ergebnis, daß, dafür eintraten. Oberbürgermeister Scholz erklärte, daß nach der wenn nicht alle Anzeichen trügen, das deutsche Wirtschaftsleben Auffassung des Magistrats Veranstaltungen von Vorträgen mit einen baldigen Aufschung erwarten läßt. Damit dürfe auch die Lichtbildern, soweit sic nur Bildungsbestrebungen dienen, steuerfrei Soffnung verbunden werden, daß die Gemeinden wieder etwas bleiben sollen. Dieser Auffassung schlossen sich Vertreter aller froher in die Zukunft schauen dürfen. Wenn der diesjährige Etat Fraktionen an. Genosse Gebert machte nochmals darauf aufmerksam, daß sei das allerdings durchaus unerfreulich, gebe aber zu besonderen mit einem Fehlbetrag von 227700 Marf abschließe, so eine Abwälzung der Steuer gar nicht möglich sei. Der Magistrat Bedenken feinen Anlag. Entstanden sei dieser Fehlbetrag hauptberufe sich auf die Nachbargemeinden. Warum habe er denn das sächlich durch die wachsenden Schullasten. Sämtliche Einnahmen bei der Frage der Arbeitslosenversicherung nicht getan? Die ganze aus der Gemeinde- Einkommensteuer würden durch die Schullaften Vorlage sei Hals über Kopf gemacht, die Steuer werde uns keinen aufgezehrt. Aufgabe des Staates müsse es sein, eine Entlastung Segen bringen. der Gemeinden herbeizuführen. An Neueinrichtungen seien vordemokratische Antrag betreffend den Termin des Infrafttretens der mit einem Jahreszuschuß von 110 000 M. gerechnet werde, eine Hierauf wurde zunächst mit 18 gegen 42 Stimmen der sozial- gesehen: Die endliche Inbetriebnahme der Badeanstalt, bei der Steuer abgelehnt, und sodann mi 43 gegen 17 Stimmen Schulzahn flinit, ein Altersheim, wenn auch zunächst in die gesamte Steuerordnung angenommen. Die bescheidenem Umfange, die Verabreichung von Stillprämien usw. Resolution der Liberalen gelangte gleichfalls zur Annahme. Man müsse die Frage aufwerfen, wie das Defizit in der Gesoldungsaufbesserung der unteren Beamten und Arbeiter feien gegeben. Erstens die Erhöhung der Gemeinde- EinkommenDen sozialdemokratischen Antrag betreffend Bemeindekasse am zweckmäßigsten zu deden sei. Drei Möglichkeiten hatte der Etatsausschuß mit Rücksicht auf die finanzielle Tragweite steuer auf 110 Broz.; dagegen sprechen nach seiner Auffassung die abgelehnt. Genosse Dr. Borchardt erklärte, daß seine Freunde immer noch schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse und besonders den Antrag aufrecht erhalten, denn sie könnten in der Gestaltung auch die neue damit in Verbindung stehende Belastung des des Etats feinen Grund sehen, die unzureichenden Bezüge gerade mittelstandes; die zweite Möglichkeit sei gegeben durch vorder am schlechtesten entlohnten Angestellten nicht aufzubessern. Es zunehmende Ersparnisse und drittens durch Inanspruchnahme des sei sehr wohl möglich, der Stadt eine Reihe von Einnahmequellen Ausgleichsfonds. Allerdings würde dieser dann wesentlich gezu eröffnen, so daß sowohl der Etat wesentlich reichhaltiger aus gestaltet als auch die Bezüge der unteren Beamten und Angestellten erhöht werden könnten. schwächt werden. Der Ausgleichsfonds beträgt zurzeit 419 000., so daß er auf 190 000 M. reduziert würde. Diese dritte Mög lichkeit erscheine ihm immer noch als die akzeptabelite. Das Werte, die in diesem Jahre einen Ueberschuß von 2 800 000. Rüdgrat unserer Finanzverwaltung bildeten die Städtischen liefern. Im laufenden Etatsjahr sei Sparsamkeit dringend geboten. Hoffentlich komme der Ausgleich der Schullasten bald zustande. Einzelheiten hervor: Für die unteren Klassen der höheren Mädchen Aus der dann folgenden Etatsberatung heben wir folgende Schulen hatte der Magistrat vorgeschlagen, das Schulgeld von 80 auf 100 M. zu erhöhen. Der Etatsausschuß hatte darüber hinaus ebenso wie bei den Vorschulen für Knaben eine Erhöhung auf Bollmann, es bei 100 M. zu belassen, wandte sich Genosse Borchardt. Kämmerers, die die Finanzlage im rosigsten Lichte erscheinen 120 M. beschlossen. Gegen einen Antrag des Stadtverordneten Während noch im vergangenen Jahre die Schlußworte des Man könne sehr wohl von denen, die davor zurückschrecken, ihre ließen, von lautem Beifall der Bürgerlichen begleitet waren, wurde Töchter in dieselben Schulen zu schicken die die Kirder des Volkes diese Rede mit eisigem Schiveigen entgegengenommen.. besuchen, ein höheres Schulgeld erheben. Solche Personen könnten diese Steuer auf ihre Eitelkeit sehr wohl tragen. An diese Tatsache knüpfte der Redner der Sozialdemokratie, Genosse Dr. Silberstein, an. Er bemerkte, daß die Stim Die Abstimmung ergab die Annahme des Ausschußantrages. Summe von 50 000 M. in den Etat eingestellt, der Ausschuß hat durch noch eine besondere Bedeutung, wenn man bedenkt, daß noch Für den Nachhilfeunterricht hat der Magistrat eine ung bom Vorjahre sich in eine bedenkliche Katerstimmung umgewandelt habe. Der Fehlbetrag von 227 700 0. erhalte erst das davon 10 000 M. gestrichen. Genojje Dr. Borchardt beantragte die viele und wichtige soziale Aufgaben in unserer Gemeinde ihrer Wiederherstellung dieser Position in der Höhe von 80 000 M., wie sie auch der laufende Stat vorfiebt. Dieser Antrag wurde ab- Erfüllung harren. Die Hauptjorge muß sein, nicht nur wie dieſer gelehnt, dagegen wurden die gestrichenen 10 000 M. wieder einge- merden können, um die notwendigen und nicht aufschiebbaren jos Fehlbetrag gededt werden könne, sondern auch wie Mittel beschafft stellt. Weiter hatte der Gtateausschuß entgegen dem Vorschlag zialen Aufgaben endlich lösen zu können. Auch dieser Etat zeige des Magistrats eine Reihe neuer Lehrer- und Lehre den unhaltbaren Zustand der kommunalen Zerrissenheit Großrinnenstellen bewilligt und sich dahin ausgesprochen, daß Berlins. auch vorübergehend keine Grhöhung der Durchschnittsdient, den Kapitalisten in anderen, den westlichen Gemeinden Neukölln sei eine Arbeiterwohngemeinde, die nur dazu frequenz der Grundklafsen erfolgen darf, sondern daß wohnenden, mühelos Mehrwert zu verschaffen. Auf jeden Fall im Bedarfsfalle neue Klassen errichtet werden sollen. Stadtverordneter Dr. Stadthagen bekämpfte die bewilligten neuen Lehrer- noch in feinem Jahr zeige dieser Etat lächerlich geringe Summen müjse versucht werden, einen billigen Ausgleich zu schaffen. Wie stellen und gab der Ansicht Ausdrud, daß es gar nichts schade, für die verschiedensten sozialen Aufgaben auf allen Gebieten. Im nenn die Klassenfrequenz vorübergehend auch einmal erhöht wird. wenigstens etwas zu bringen, das als positives Ergebnis ausjehe, Nachdem Genosse Dr. Borchardt und Stadtverordneter Otto diese habe der Kämmerer als Neueinrichtung die Badeanstalt vorgeführt, bildungsfeindlichen Tendenzen gebührend gekennzeichnet hatten, mit deren Inbetriebnahme die Bevölkerung nun schon seit Jahren wurde der Antrag des Etatsausschusses angenommen. genarrt worden sei. Wenn diese nun endlich am 1. April der Im Armenetat hat der Ausschuß die Position bare Unter- Deffentlichkeit zur Benugung übergeben werden solle, so habe er stüßungen um 100.000 20. gekürzt und die Annahme einer Rejo-( Redner) den Glauben an solche Versprechungen verloren. Es sei lution empfohlen, durch die der Magistrat ersucht wird, auf die endlich an der Zeit, daß sie als Arabeste verschwinde. In allen Armenkommissionsvorsteher dahin einzuwirken, daß die, zu ge- Gemeinden sei der Finanzdalles ein großer, in feiner aber so mie währenden Barunterstützungen nicht über das Maß dessen hinaus in Neukölln. Während die viel reicheren westlichen Vorortgemeinden gehen, was zur Schung einer dringenden Notlage cerforderlich ist. schon den Zuschlag zur Einkommensteuer auf 110 Proj. durchgeführt die sozialdemokratische Fraktion beantragte Wiederherstellung der haben, scheue Neukölln davor zurüd. Zur Dedung des Fehlbetrages gefürzten Position. Oberbürgermeister Dr. Scholz bat dringend sei die Entnahme aus dem Ausgleichsfonds ein sehr bedenkliches um Annahme des sozialdemokratischen Antrages. Er erklärte, daß Mittel. Wie der Magistrat Stimmung zu machen suche, zeige die der Magistrat entschlossen sei, größtmöglichste Sparsamteit walten Tatsache, daß schon vor einigen Tagen, zuerst in der„ Deutschen zu lassen, er wolle auch auf den bisherigem Wege der Sozialpolitif Tageszeitung" und im Treptower Anzeiger", die Notiz lanciert weiter fortfahren, aber es gehe nicht an, daß man die Aermiten wurde, daß das Jahr 1912/13 mit einem Ueberschuß von 346 900 M. der Armen schädige. Der Magistrat werde es sich überlegen, ob abgeschlossen habe. Diese Mitteilung sei offenbar dazu berechnet, es vielleicht durch Abänderung der jezigen Bestimmungen auf eine falsche Auffassung über die Gestaltung der Gemeindefinanzen organisatorischem Wege möglich sein werde, auf dem Gebiet der von Neukölln hervorzurufen. Wenn aber schon der Magistrat auf Straßenunfall. Ein schwerer Unfall ereignete sich am Donnerstag dieser Bestrebungen würden nicht von heute auf morgen eintreten. er eine sehr wichtige, in der Sozialen Praris" erschienene Notiz Armenpflege gewisse Ersparnisse zu erzielen, aber die Erfolge die Mitteilungen der Presse einen so großen Wert legt, dann hätte abend am Potsdamer Plaz. Dort wollte ein Herr August Zeidler furz vor dem Triebwagen 2731 der Linie 54 den Damm über- Genosse Hirsch fonnte nach dieser Begründung des sozialdemokra- nicht übersehen dürfen, die sich mit der sozialen Lage und den schreiten, wurde umgestoßen und erlitt einen Bruch des Nasenbeins und eine Gehirnerschütterung. Er erhielt auf der nahen Unfallstation die erfte Hilfe und wurde dann in seine Wohnung gebracht. Schwerer Unfall eines Monteurs in Johannisthal. Nachdem erst vor drei Tagen ein Arbeiter der Jeannin- Werke Tebensgefährlich verlegt worden ist, ist am gestrigen Freitagmittag wieder ein junger Monteur der Albatros- Werte von einem schweren Infall betroffen worden. Der Schlosser Robert Lucas wollte den Motor einer Albatros- Taube in Bewegung seßen. Die Maschine sprang jedoch nicht gleich an und so versuchte Lucas, ohne zu warten, ob, wie das allgemein üblich ist, die Hochspannzündung ausgeschaltet sei, die Schraube nochmals durchzudrehen. Der Motor sprang nun unvermittelt an und der Propeller brachte dem Monteur eine tiefe Kopfverlegung bei und rig am rechten Oberarm die Muskeln vom Knochen los. Lucas erhielt auf der Unfallstation die erste Hilfe und wurde dann in das Briger Kreiskrankenhaus gebracht. Vorortnachrichten. Charlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung verabschiedete am Donnerstag in einer Dauerfizung, die sich bis nach 1 Uhr nachts hinzog, nicht nur die Lustbarkeitssteuerordnung und den ganzen Giat, sondern auch eine Reihe von Magistrats vorlagen, die fast ausschließlich Nachbewilligungen zu verschiedenen Etatspofitionen betreffen. " tischen Antrages durch den Oberbürgermeister sich kurz auf den Schulspeisungen in Neukölln befasse. Dieser instruktive Artikel, Nachweis beschränken, daß die erhöhten Ausgaben im Armenetat weise auf eine Reihe von Schäden hin, und zwar mit einer unnicht etwa auf eine verschwenderische Wirtschaft, sondern auf Ver- widerlegbaren Beweiskraft, die dringend der Abhilfe bedürfen. hältnisse zurückzuführen seien, denen die Stadt bis zu einem ge- Ohne Rücksicht auf den Parteistandpuntt sollten sich alle Menschenwissen Grade machtlos gegenübersteht. Er erklärte sich gleichzeitig freunde zu diesem 3wed zusammenfinden. Nach den amtlichen gegen die Resolution, die ein Mißtrauensvotum gegen bewährte eststellungen sei der Progenisaß der Kinder, die ohne Frühstück Armenfommissionsvorsteher bedeute. Nach längerer Debatte, in der sich die Stadtverordneten Dr. Meher und Dr. Landsberger es 1280 Kinder. Im vergangenen Jahre habe sich die Stadtver zur Schule gehen müssen, noch sehr hoch. Im Jahre 1911/12 maren den Ausführungen unjeres Redners anschlossen, während Stadt- ordnetenversammlung genötigt gesehen, als besondere Notstands verordneter Dr. Bykes es so darzustellen suchte, als ob die Charaktion für Schulspeisungen 6000 M. mehr in den Gtat einzustellen. lottenburger Armen wer weiß wie hohe Unterstübungen bekommen, Dieser Betrag müsse unter allen Umständen auch in diesem Jahre wurde der sozialdemokratische Antrag gegen die bewilligt werden. Statt dessen sei die Summe um 5000 M. ver Stimmen der äußersten Rechten angenommen. ringert worden. Eine dritte Kinderboltsfüche müsse errichtet wer Die Liberalen stimmten zum größten Teil mit den Sozialdemo- den. Für 36 000 Volksschulkinder seien insgesamt 14 000 M. fir fraten, der kleinere Teil von ihnen enthielt sich der Abstimmung. Schulspeisungen, mit dem Frühstück 21 000 M. ausgegeben worden. Die Resolution des Etatausschusses gelangte gegen die Stimmen Ilm die Beträge zu reduzieren, hat der Erziehungsbeirat beschlossen, der Sozialdemokratie zur Annahme. Die Lustbarkeitssteuer wurde in der Gestalt, die sie zu den Frühstücsportionen die Schrippen nicht mehr zu verabfolim Ausschuß erfahren hatte und über die wir bereits berichtet Widerspruch der Sozialdemokraten wurden auch die 5000 M. für wird nicht so gespart. Die Fuldastraße zwischen der Kaiser- Frie Gegen den durch den Genossen Dr. Borchardt geltend gemachten gen, da ſeine Mittel unzureichend seien. Auf anderen Gebieten haben, von dem Referenten Stadtverordneten Meher empfohlen. den Deutschen Reichsausschuß für Olympische Spiele bewilligt. drich- und Weserstraße wird asphaltiert. Gleichzeitig beantragte der Referent namens der liberalen Frattion Es liegt der Gedanke Bei der Beratung des Kapitels Gemeinde steuern" ent- nahe, daß das nur deswegen geschehe, weil Kirche und Pfarrhaus cine Resolution, durch die der Magistrat ersucht wird, über die spann sum nochmals eine Art Generaldebatte, in der der national- in diesem Straßenteil liegen. Obgleich im Jahre nur etwa 6 bis Ergebnisse der Steuer nach Ablauf des Kalenderjahres Bericht zu liberale Landtagsabg. Stadtverordneter Dr. Liepmann es für 8 Personen nach einem Geistlichen im Krankenhause verlangten, erstatten. Oberbürgermeister Dr. Scholz gab die Erklärung nötig hielt, den Liberalen und Sozialdemokraten die Schuld für die werden als Beihilfe für einen Hilfsprediger jährlich 2700 Ml. zu ab, daß der Magistrat den Abänderungen des Auusses. beistimmen werde; er würde es gern sehen, wenn die Stadtverord- notwendige Steuererhöhung in die Schuhe zu schieben. Beide diesem Zwed bewilligt. Diese Mittel könnten zweddienlicher anParteien hätten soviel Geld für das Schulwesen, das Fortbildungs- gewandt werden. netenversammlung die Grammophonsteuer wieder herstellen würde, schulwesen, das Armenwesen und die Krankenhäuser bewilligt, daß Volksschulen, der Ausbau der Schulspeisungen, die Ausgestaltung Die Herabseßung der Klassenfrequenz in den aber auch wenn das nicht geschehe, werde er sich der Annahme der eine Steuererhöhung notwendig geworden sei. Seine Freunde da- unseres Wohnungswesens und Errichtung eines Wohnungsamtes veränderten Borlage nicht widerseßen. Namens der Sozialdemofraten führte Genosse Hirsch aus, daß die Vorlage trok der vom gegen waschen ihre Hände in Unschuld. Diesen sonderbaren Aus- und ebenso die Einführung einer fommunalen Arbeitslosenversiche führungen traten die Genossen Dr. Borchardt, Hirsch und namens rung seien die wichtigsten und dringendsten Aufgaben, die in abAusschuß beschlossenen Milderungen für seine Freunde nach wie der Liberalen Stadtverordneter Dr. Meher energisch entgegen. fehbarer Zeit zu erfüllen find. vor unannehmbar sei. Die Sozialdemokraten seien prinzipielle Insbesondere wurde von unserer Seite festgenagelt, daß Herr Zweckverband und die Stellung Neuköllns in demselben zu sprechen. Redner kam dann noch auf den Gegner von Sondersteuern, sie hielten es für unjittlich, das Geld zu Liepmann es fertig bekommen habe, Sparsamkeit auf allen Ge- Diese sei mehr denn merkwürdig. Unter der Leitung der Landräte nehmen, wo man es finde und dabei die Grundsäße der Gerechtig- bieten der Kultur zu predigen, feit außer acht zu lassen. Auch die Liberalen hätten in der ersten habe sich eine Landratsfraktion gebildet, der auch die Neuköllner Eitung prinzipielle Bedenken geäußert, aber sie hätten ihr Prinzip, Mitglieder angehören. Es sei unter allen Umständen zu verurteilen, wie so oft, auch diesmal wieder verraten. Erstaunlich sei die Eile In einer öffentlichen Versammlung für Jugendliche im Alter wenn sich die Großstädte auf diese Weise zu origen der und die Heimlichkeit, mit der man die Vorlage abgetan habe. Man von 18 bis 21 Jahren sprach Genosse Simon Rabenstein über andräte machen und damit freiwillig auf das Selbstverwal joene offenbar das Licht der Oeffentlichkeit. 3um mindesten hätte die Aufgaben der Jugend im politischen Kampf". Der Referent tungsrecht verzichten. Auch die Tarifpolitit der Badeanstalt tönne man doch den Interessenten Gelegenheit geben müssen, sich darauf verstand es vorzüglich, die heutigen Zustände zu schildern und zu er und seine Fraftion nicht gutheißen. Neukölln habe die höchsten Darunter leide nicht nur die Frequenz, emzurichten. Das sei nicht geschehen, und aus diesem Grunde be- zeigen, wie aus diesen heraus die Arbeiterbewegung geboren wurde. Tarife in Groß- Berlin. Wünschenswert jei auch die enirage er, daß die Steuer frühestens am 1. Januar 1915 in Kraft Gr sfizzierte dann den organisatiorischen Aufbau der Arbeiter sondern auch die Volksgesundheit. treten dürfe. Die verheerenden Wirkungen, die die Zustbarkeits- organisationen und zeigte, welche Aufgaben dem Nachwuchs der Schaffung einer Stelle für einen Stadtschulrat, als schultechnischen iteuer in anderen Städten angerichtet habe, hätte die städtischen Arbeiterschaft erwachsen, um den stolzen Bau zu berbollfommnen Beirat. Benn auch nur in diesem bescheidenen Rahmen die drinKörperschaften abhalten müssen, die gleichen Wege zu beschreiten. und die Arbeiterschaft ihren Zielen näherzubringen, In der nach gendsten Aufgaben der sozialen Fürsorge durchgeführt werden soll, dann müsse der Zuschlag zu der Einkommensteuer auf 110 Broz. erhöht werden. Zum Schluß behandelte Redner noch die schr an fechtbare Erledigung der Schnellbahnangelegenheit zwischen Berlin und Neukölln und sprach die Erwartung aus, daß es bald gelingen möge, diese zum Abschluß drängende Frage endlich so weit zu bringen, daß der erste Spatenstich getan werden kann. Oberbürgermeister aiser entgegnete hierauf, daß er in manchen Bunften dem Stadtv. Dr. Silberstein zustimmen fann. zu bemerken habe er jedoch, daß für ihn die Frage sei, wie man alle Aufgaben befriedigen könne, ohne die Steuern zu erhöhen. Der Grundbesitz fönne steuerlich nicht mehr belastet werden. Er erblide seine Aufgabe darin, um die Finanzkraft der Gemeinde zu heben, die gewinnbringenden städtischen Werte weiter auszubauen und neue Konsumenten heranzuziehen, um den Absatz von elektrischer Energie für Licht und Kraft zu steigern. Damit müsse bersucht werden, eine andere Zusammensetzung der Bevölkerung herbeizuführen. Wenn das geschehen sei, dann erst fönne in dem Tempo, wie es die Sozialdemokraten wollen, vorwärts geschritten werden. Warnen müsse er jedoch vor der Absicht, 110 Proz. Steuerzuschlag erheben zu wollen. Das würde alle diejenigen treffen, die ein Einkommen von über 3000 m. haben. Diesem Teil der Bevölkerung sei das nicht zuzumuten. Der Ausgleichsfonds fönne sehr wohl den Fehlbetrag decken, zu diesem Zwed sei er geschaffen. Außerdem werde auch die Zeit kommen, wo er wieder aufgefüllt werden fönne. tieren fonnte. Im übrigen bekannte sich der Oberbürgermeister als" Real politiker". Nach seiner Meinung verbinden bn bezw. Neukölln mit den östlichen Vorortgemeinden viele gemeinsame Interessen, die es auch gemeinsam zu erledigen gelte. Diesen Fragen bringe Berlin und andere Gemeinden nicht immer das richtige Verständnis entgegen. Die Forderungen der Stadt Berlin bezüglich der Schnell bahn ſeien bisher derartige gewesen, daß sie Neukölln nicht afgepStadtv. Abraham( Altbürgerl.) meinte. nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse seien an dem schlechten Etat schuld, sondern auch das Tempo, welches in vielen Dingen angeschlagen wurde. So insbesondere die vielen Ankäufe von Grundstücken, die den Etat in erheblicher Weije belasten. Der einzige Lichtpunkt in dem Etat bilden die städtischen Werke. Obgleich nach Meinung des Redners Neukölln über kurz oder lang den Zuschlag zu den Einkommenfteuern auf 110 Proz. merde erhöhen müssen, halte er den gegen wärtigen Zeitpunkt nicht für geeignet. Nachdem Stadtv. Rosenow( tomm.- fortschr.) noch einen ethisch- ästhetischen Vortrag über den Etat gehalten, der mit vielen Wenn und Aber und Einerseits- Anderseits gespidt war, wurde der Etat an den Rechnungsausschuß verwiesen. Gine Sigungstage der Stadt und Gemeindevertretungen. Kaulsdorf. Montag, den 2. März, abends 7 Uhr, im Gemeindes fitungssaal, Adolfstr. 25. Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige# be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Aus aller Welt. Die Spekulation auf das Knopfloch. 3u einer teilmeisen recht heftigen Debatte führte die Vorlage| Reinickendorf- Oft. über die Errichtung einer Mädchen mittelschule als Eine Märchenvorlesung mit Lichtbildern beranstaltet der Uebungsschule für das Oberlyzeum. Die bürgerlichen Redner gaben Bildungsausschuß morgen Sonntag, den 1. März, nachmittags sich alle Mühe unseren Vertretern die Vorlage so schmackhaft wie 1 Uhr, im Schüßenhaus", Residenzstr. 1/2. Der Eintrittspreis möglich erscheinen zu lassen, dadurch, daß fie in Aussicht" stellten, beträgt 10 Pf. Karten sind noch bei den Bezirksführern zu haben. man wolle für einen erheblichen Teil befähigter Schülerinnen der Volksschule Freistellen schaffen, um dadurch dem Charlottenburger System möglichst nahe zu fommen. Natürlich ließen sich unsere Vertreter nicht aäuschen, sondern traten einer weiteren Zurüddrängung der Volksschulen zur völligen Armenschule entschieden entgegen. Festgehalten zu werden verdient auch hier der Ausspruch eines Fachmannes, des Stadtv. Oberlehrers Karst, welcher jagte: Wenn wir die Frage prinzipiell prüfen, dann haben die Sozialdemokraten recht!" Die bürgerliche Mehrheit stimmte natürlich der Vorlage zu, obwohl sie früher dagegen war. Von Sparsamkeit war feine Rede mehr. Vorlage, mit der sich unsere Vertreter einverstanden erklärten, betraf die Organisation der Hilfsschulen. Es soll das dreistufige System eingeführt werden. Die Unter- und Mittelstufe werden nach Bedarf in je zwei aufsteigende Klassen geteilt. Dic Frequenz ist auf 18 für die Unterstufe, 20 für die MittelEinem Gauner, der seit Jahren mit Erfolg auf die Eitelkeit stufe und 22 für die Oberstufe begrenzt. Diese Schulen sollen je eine in die Lüd-, Möllendorf-, Holtei- und Azpodienstraße gelegt seiner lieben Mitmenschen spekulierte, hat die Pariser Polizei werden. Die Errichtung einer Schulzahnklinit stieß da das Handwerk gelegt. Es handelt sich vor allem um einen gewissen gegen auf den energischen Widerspruch unserer Genossen, weil die Moser aus Berlin, der in Begleitung einer Halbweltdame in Magistratsvorlage eine Bezahlung für die Behandlung vorsicht. Die einem Hotel in der Rue d'Hauteville abgestiegen war, und zwar als Vorlage wurde zur nochmaligen Beratung an die soziale Kom- Baron Moser und Frau, Kammerherr des Papstes. In dieser Eigenmission verwiesen; hoffentlich bekommt sie dort eine annehmbare fchaft fand er eine Anzahl Leichtgläubiger, denen er für schweres Gestalt. Geld alle möglichen Orden und sonstigen Auszeichnungen In der vorigen Sißung hatte Direktor Tremus betont, von bertaufte. Er sowie die Halbweltdame wurden in aller Stille einem Beschluß, den Wasserwerksarbeitern eine Zulage zu ge- verhaftet. Mit ihnen wurde auch ein gewisser Branco verhaftet, eine währen, jei ihm nichts bekannt. In der gestrigen Situng fonnte in gewissen Berliner Kaffeehauskreisen wohlbekannte Persönlichkeit, ber nun Genoffe John aus der Gegenüberstellung des vorjährigen Etatsentwurfs und seiner endgültigen Fassung nachweisen, daß tat- unter dem Verdacht der Mittäterschaft steht. sächlich 1500 M. mehr bewilligt worden, aber nicht gezahlt sind. Die Untersuchung der Polizei hat überraschende Resultate ge Unsere Genossen verlangten sofortige Nachzahlung. Gegenüber zeitigt. Moser und sein Helfershelfer Branco müssen den Drdensdiesen Feststellungen versagten die Kräfte des Magistrats. Er schwindel bereits seit länger als drei Jahren betrieben haben, denn wußte fich nicht mehr zuhelfen. Zwar suchte der Vorsteher durch aus Briefen, die man bei ihnen vorfand, ergab sich, daß sie bereits einen schlecht angebrachten Wiz und durch den Hinweis, daß der im Jahre 1910 mit dem Ordensschwindler Valenci in KorMagistrat erst Stellung nehmen müsse, über die Situation hinweg- respondenz gestanden haben, dessen Prozeß in Frankreich seinerzeit zukommen; peinlich blieb sie aber doch im höchsten Grade. Steglitz. Geschäftliche Differenzen. Jm Keller eines Hauses in der Langestraße in Hamburg geriet am Freitag der Händler Potschta mit dem Heizer Scharber während geschäftlicher Unterhandlungen in Streit, in dessen Verlauf Potschka von seinem Gegner erstochen wurde. Scharber erlitt ebenfalls Iebensgefährliche Verlegungen. Als Frau Potschka ihrem Manne zu Hilfe kommen wollte, wurde sie von ihrem eigenen Zu einem erheiternden Intermezzo führte die Beratung über großes Aufsehen erregte. Weiter hat sich ergeben, daß Moser tatdas Ortsstatut, die Reinigung der Bürgersteige von Eis und fachlich mit Botschafts- und Kanzleimitgliedern. Schnee betreffend. Wie wurde da über das rigorose Vorgehen und darunter auch deutschen, in Verbindung gestanden hat, so daß bie den barschen Ton der Polizei die die Arbeiterschaft ja zur Verhaftung der Ordensschwindler voraussichtlich sensationelle EntGenüge fennen geflagt. Was aber den Urgrund der Klagen hüllungen über einen weitverzweigten Drdenshandel zur Folge bildet, zeigte der Stoßseufzer eines Hausbesitzers. ,, Warum haben wird. In dem Hotelzimmer Mofers fand man nicht als dreihundert verschiedene DekoDie schlechten Straßenbahnverbindungen Neuköllns mit Berlin sollen wir denn immer neue Lasten aufgebürdet bekommen?" Die weniger Darunter bildeten schon ständig eine Quelle des Mergers für die hiesige vertrat ein anderer bürgerlicher Grundbesitzer den sehr verStadt, die Allgemeinheit soll die Kosten tragen. Demgegenüber rationen. befanden sich Modelle des Roten und Schwarzen Adlerordens, Goldenen Fließes, HoſenbandArbeiterschaft. Nachdem im vergangenen Jahre zwischen Kaiser- nünftigen Standpunkt, man solle nur die Hausreiniger ordentlich ordens, der Ehrenlegion und französischen Militärverdienstmedaille. Der Friedrich- Straße und Treptow ganze Straßenzüge bebaut wurden, entlohnen, dann werden diese schon für die Schneebeseitigung ist die kalamität für die Bewohner dieser Gegend aber geradezu sorgen. Zu fürchten hätten doch nur jene etwas, die ihre Schuldig letztere Orden ist die seltenste Auszeichnung, die die französische Neunerträglich geworden. Es ist nachgerade fast unmöglich, in der Zeit feit nicht tun wollen. Mit 30 gegen 22 Stimmen wurde das Orts- gierung zu vergeben hat und die augenblicklich nur von wenigen bon 7 bis 1/8 1hr morgens von der Mitte der Kaiser- Friedrich- statut beschlossen. An den Magistrat zurückverwiesen wurde ein Generalen getragen wird. Auch ein genauer Tarif wurde Straße aus, in der sich ein großer Teil des Verkehrs nach der Ortsstatut, das den Beamten und Lehrpersonen für den Fall der vorgefunden, in dem die Preise der einzelnen Drden verzeichnet Erkrankung auf die Dauer von 26 Wochen einen Anspruch auf waren. Verhältnismäßig billig konnte man das Kreuz der EhrenGeschäftsgegend Berlins fonzentriert, ohne Zeitverlust die Straßen Gehalt usw. im 1% fachen Betrage des Krantengeldes gewähren legion erwerben, das für 30 000 Frant zu haben war; der türkische bahn zu benuzen. Alle hier eintreffenden Wagen der Linien 94, P, 20, R mollte. Es wurde verlangt, die Beamten und Lehrer nicht unNizzamiorden kostete nur 3000 Frant. Weiter wurde auch eine Liste und V find fast ständig überfüllt und die Haltestellen günstiger zu stellen wie die städtischen Arbeiter. Diesen steht neben dicht belagert von„ Fabrgästen", die abgewiesen werden müssen. Die Be- freier ärztlicher Behandlung und Medizin die Differenz zwischen gefunden, in der der Kundenkreis der Ordensschwindler genau wohner der Harzer, Elsen-, Inn-, Wildenbruch- usw. Straßen, welche Krankengeld und Arbeitslohn zu. verzeichnet war und die insbesondere auch angab, mit welchen auf die Linien 20, R und V angewiefen sind, find deshalb ge- Zum Schluß wurde der Magistratsvorlage zugestimmt, sich an Persönlichkeiten Moser und Branco bei ihrer Verhaftung in Korzwungen, vorerst einen Weg von etwa 15 Minuten nach dem dem gemeinsamen Ankauf von Radium bromid durch die respondenz standen. Herzbergplatz zurildzulegen, um sich dort einen Plag zu er- Großberliner Gemeinden zu beteiligen. Zu der Mitteilung, daß die lämpfen, denn bereits an der zweiten Haltestelle von dort, der Regierung der Wahl unserer Genossen Grauer und John zu Stadträten die Bestätigung versagt, verzichteten unsere Vertreter Rofeggerstraße, gibt es sehr selten ein Mitkommen. Man muß hier auf das Wort, weil sie es unter ihrer Würde hielen, sich über die gesehen haben, wie deshalb Arbeiter, die ihre Arbeitsstelle pünktlich bekannte ungefeßliche Praris der Regierung zu äußern. Terreichen müjien, 20 bis 30 Meter vor den belagerten Haltestellen, der Lebensgefahr nicht achtend, auf die in voller Fahrt be 319 findlichen Wagen aufzuspringen versuchen. Der erste Wagen der Stimmvich! Wenn dieses Wort jemals mit Recht Anwendung Linie R fährt 7.35 1hr vom Wildenbruchplag und ist stets schon vor finden kann, so bei den diesmaligen Gemeindewahlen. Keiner Ser Abfahrt gefüllt. Würde dieser Wagen nur 4 Stunde früher ab- der Kandidaten der Hausbefizerpartei hat es der Mühe wert ge- unde angefallen und schwer verlegt. Scharber fahren, tönnte er den Verkehr in der Kaiser Friedrich Straße halten, in öffentlicher Versammlung zu seinen Wählern zu schon entlasten, da dadurch die Möglichkeit gegeben wäre, bis 8 1hr fprechen. Den bürgerlichen Wählern wird zivei Tage vor der in der Mitte Berlins zu sein, was bei der Abfahrt 7.35 nicht möglich Wahl durch ein Lotalblatt in einer zehnzeiligen Notiz mitgeteilt, ft. Die Wagen der Linie 119, die die Harzer Straße durchfährt, welche Kandidaten der Hausbefizerverein genehmigt hat resp. empfind morgens ständig überfüllt, 10-15 Ueberzählige" find hier Stellung die befohlenen Kandidaten zu der oder jener tommu französischen Ortschafte Teil ein Bergsturz erfolgt, bei dem fiehlt und damit basta! Nun kann das Wählen losgehen. Welche Infolge der andauernden Regenfälle ist am Freitag in der Nähe der durchaus feine Seltenheit. Ein Anhänger oder 7- Minutenverkehr nalen Frage einnehmen und ob sie überhaupt eine eigene Meinung eine Million Rubikmeter Erdreich zu Tal gingen. statt des stündigen würde dem llebel, das auch der Direktion der haben das geht die Wähler nichts an, die Hauptsache ist, daß Straßenbahn nicht unbekannt sein kann, da oft höhere Beamte diese sie wählen. Man sollte meinen, das Bürgertum müßte ce als Die Trümmer, die eine Barrikade von 150 Meter Breite und Verbindung benutzen, ganz bedeutend abbelfen. Während früher die eine Beleidigung auffassen, sich so offenfundig zum Stimmbieh 50 Meter Höhe bilden, haben einen Flußlauf gesperrt, Bewohner der neuen Straßenzüge nach einem Weg von 10 Minuten in des Wortes verwegenster Bedeutung degradiert zu sehen. Durch so daß das Wasser am Ablaufen verhindert ist. Zahlreiche Arbeiter bom Ringbahnhof Treptow aus wenigstens die Linie 13 E be die Stimmabgabe für derartige Kandidaten wird es sich selbst das sind damit beschäftigt, einen Durchstich herbeizuführen, damit eine nuzen fonnten, ist ihnen seit dem 1. Oftober des vorigen Urteil sprechen. Uns kann es redyt sein. Aus der Notiz inter- leberschwemmung der etwas aufwärts gelegenen Gehöfte verhindert Jahres auch diese Verkehrsmöglichkeit erschwert worden, essiert uns nur, daß der bisherige Mieter vertreter" Korthaus wird. Man forscht danach, ob etwa Kinder, die sich im Augenfeit dieser wegen seiner Verdienste um die Hausbesiberinter- blick des Felssturzes auf dem Wege zur Schule befanden, verschüttet dieser Zeit diese Wagen erst bon der Schlesischen eisen gnädigst aus der dritten in die zweite Klaffe aufgeBrücke abfahren. Wer trotzdem diese Linie benutzt, muß damit nommen worden ist, während Herr Winckler aus der ersten in die worden sind. Ein stehengebliebener Teil des Berges hängt so über, rechnen, daß an einzelnen Tagen, z. B. den 3. Feiertagen, über- dritte Klasse strafversetzt wurde. Für den 1. Bezirk der dritten daß man neue Ab stürze befürchtet. haupt kein Wagen fährt. All diese miserablen Verkehrsverhältnisse Klasse sind ein Obertelegraphenassistent und ein praktischer Arzt müssen der Direktion der Großen Berliner bekannt sein. Ließ sie als Schlachtopfer auserforen. Der Medizinmann ist dadurch bedoch vor einiger Zeit einzelne Einsetzwagen der Linie 94 vom sonders interessant, daß er vor zwei Jahren als Gegner derStraßenbahnhof Treptow durch die Elsen, Harzer und Bilden felben Partei fandidierte, die ihn jetzt empfiehlt. Die Wahl bruchstraße direkt in die Kaiser- Friedrich- Straße einfahren und von Sozialdemokraten ist die einzige richtige Antwort auf die bedann ihren fahrplanmäßigen Weg durch die Pannierstraße nehmen. Daten. leidigende Anmaßung der Grundbesitzerpartei und ihren StandiAuch diese Wagen waren bereits in der Pannierstraße überfüllt. So Bilden heute die Verkehrsverhältnisse in der angezogenen, Gegend Schöneberg. eine einzige Berkehrs misere, trotz der Versprechungen J da Weißensee. " -und Frau Potschka wurden ins Krankenshaus gebracht. Ein Riesenbergsturz. " 1 Der redliche Finder wird gebeten.. Man schreibt uns aus Brüssel: Ju dem belgischen Matt Le Soir" befand sich dieser Tage folgende Anzeige: In Berlust geraten ist der am 29. Januar in Ninove expedierte aggon Nr. 116 249 mit einer Fracht von 10000 kilo Holz. Der Finder erhält Belohnung Chaussee de Ninove Nr. 570, Brüssel." Da in Verlust geratene Eisenbahnwaggons mit 10 000 Kilo Holz nicht so leicht in die Tasche zu stecken sind wie etwa berloren geEin schwerer Automobilunfall ereignete sich am gestrigen Freitag gangene Brieftaschen oder Brillantringe, ist immerhin Aussicht vor der Großen Berliner, die sich beim Eingehen der städtischen vormittag in der Hauptstraße. Dort fuhr der 31jährige Tischler handen, daß der also angekündigte Verlustgegenstand schließlich ge Omnibuslinie Treptow- Grkstraße verpflichtete, für ausreichende Fritz Zander aus Dranienburg mit seinem Zweirad, als plöglich ein funden wird. Der Verlustanzeiger ist indes ein Mann von Humor, Verkehrsverhältnisse in diefer Gegend Sorge zu tragen. Den einzigen Droschtenautomil in flotter Fahrt herannahte. Der Chauffeur ver- denn er wollte mit seiner Annonce nicht allein au ſeinen 10 000 Stilo Borteil von der Schienenlegung in dieser Gegend haben tatsächlich mochte seinen Wagen nicht zum Halten zu bringen und so geriet 3. Solz kommen, fondern auf dieſe ſinnige Weiſe den ſeit Wochen an die Hauswirte, welche in ihren diesem Verkehr angeschlossenen unter die Räder des Kraftwagens. Er erlitt einen Schädelbruch, Belgien hat alle Welt über diese Annonce gelacht, ausgenommen die dauernden belgischen Eisenbahnfkandal charakterisieren. Jn Säufern sofort Mietssteigerungen vornahmen. Es ist dringend erforderlich geworden, daß die städtische Verkehrsdeputation mit Rippenquetschungen und eine Gehirnerschütterung. Der Verunglückte Eisenbahnverwaltung natürlich, die nicht nur den Waggon, sondern Nachdrud der Großen Berliner Harmacht, daß derartig miserable wurde dann in das Schöneberger Krankenhaus übergeführt. fand auf der Unfallstation in der Borbergstraße die erste Hilfe und längst den Humor verloren hat. Verkehrsverhältnisse unter allen Umständen aus der Welt zu schaffen sind. Kleine Notizen. Lichtenberg. Das Ende einer jungen Liebe. In Klein Poritsch bei Eine gut besuchte öffentliche Gemeindewählerversammlung Zittau hat sich in der Donnerstagnacht ein Liebespaar von dem Die Stadtverordnetenversammlung wurde mit einem warmen nahm Stellung zu den bevorstehenden Gemeindevertreterwahlen. furz nach 12 Uhr nachts in Zittau eintreffenden Reichenberger Buge Nachruf für die Opfer der schrecklichen Katastrophe in der Anilin. Der Referent, Genoffe Dr. Bruno Borchardt- Charlottenburg, sprach überfahren lassen. Durch Bahnwärter wurden die Leichen der fabrit durch den Stadtverordnetenvorsteher Plong eröffnet. Wie über" Sozialdemokratische Kommunalpolitik". Er gab in großen jungen Leute, den beiden der Stopf vom Rumpfe getrennt so oft schon, standen auch in dieser Versammlung Schulfragen 3ügen ein Bild von dem Wirken und Treiben der sogenannten worden war, neben dem Geleise aufgefunden. Bei dem jungen im Mittelpunkt der Debatten. Das Schreiben des Magistrats, Fortschrittler" in den Gemeinden, die sich gerade hier, wo sie Mann handelt es sich um einen 16jährigen Färberlehrling worin er der Stadtverordnetenversammlung die Absicht mitteilt, die Macht haben, in trassem Gegensatz zur aufstrebenden Arbeiter aus Zittau. Die Personalien des Mädchens konnten nicht festgestellt wegen Schullastenausgleichs eine gemeinsame Petition tiasse stellen. Redner schilderte die Sünden der Bürgerlichen be- werden. der östlichen und nördlichen Vororte an das Abgeordnetenhaus ab- sonders auf dem Gebiete der Armenpflege, der Schulverwaltung, zusenden, bot dem Stadtv. Bokofzer Anlaß, in längeren Aus der Arbeiterpolitik und schloß mit einem Appell an die Anwesenführungen die ungleiche Belastung durch die Zuschüsse für die den, auch in Weißensee, wo uns die Bürgerlichen die 3. Klasse Schulen darzulegen. Er war aber nicht gerade gewissenhaft ver- tampflos überlassen, alle Kräfte anzuspannen, um durch eine im- Friedrichshagen. Sonntag, den 1. März: Ausflug nach Müggelfahren. Namentlich hatte er die Zahlen für die höheren Schulen pojante Stimmenzahl gegen die kommunalpolitische Mizwirtschaft heim- Schmöchwig- Wernsdorf- Neu- Zittau- Ertner, eventuell bis uteleyzu niedrig gegriffen. Hiergegen wendete fich Genosse John durch der Bürgerlichen zu protestieren. Die Versammlung stellte sodann See. Abmarsch früh 7 Uhr vom Jugendheim, Friedrichstr. 60. Nachzügler Anführung der zutreffenden Angaben. Besonderes Interesse ver- die turnusgemäß ausscheidenden Gemeindevertreter, Genossen fommen bis 11 hr nach Schmöcwik, Gasthof" Zur Palme", am Seddin dienen auch die Ausführungen des Stadtv. Lindtner. Aus Kajielfe für den zweiten und Seifert für den vierten Bezirk der fee, bis 2 Uhr nach Wernsdorf, Sportshaus am Crossinsee, Inhaber ihnen war zu entnehmen, daß nicht nur die Lehrer gezwungen sind 3. Klasse, wieder einstimmig als Kandidaten auf, während für wöchentlich zwei bis vier Stunden mehr Unterricht zu erteilen, die 2. Klasse die Genossen Kaufhold, Grauert und Lüdicke und in als üblich ist, sondern daß auch die Klassen höher besetzt dem Bezirk des durch ungültigkeitserklärung ausscheidenden bürgermerden mußten. Sollte die Frequenz ein gweddienliches Maß er lichen Vertreters Schwarz Genosse Schröter fandidieren werden. halten, sei die Errichtung von 40 weiteren lassen Der Vorsitzende, Genoffe Gründler, schloß die Versammlung mit nötig. Aber um 210 000. zu sparen, sei man mit den jezigen der Aufforderung, bei der am Sonntag, den 15. März, Zuständen einverstanden! stattfindenden Wahl ihre Schuldigkeit voll und ganz zu tun. 28. Schramm. Jugendveranstaltungen. Bappel- Allee 15/17; Neuköün," Idealpassage"; Tegel, Bahnhofstr. 15, und Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 1. März, vormittags 9 1hr Ober Schönemeide, stlaraftr. 2: Freireligiöse Borlesung. Vormittags 11 1hr, Kleine Frantjurter Straße 6: Bortrag von Herrn H. Leuz: Das Evangelium und die Stirche". Damen und Herren als Gäste willkommen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Studentraße 69, voru vier Treppen wochentäglich von 4% bis 7½ 1hr abends, Sonnabends, Bahr# uhI bon 4 bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, benen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, Sentvertrag würde anfechtbar fein. 3. Ctwa 25 M. toöchentlich. 4. In| Strankentaffe noch Erfah berlan gen. Diese hält sich an den Birt. 2. Cine der Regel läßt sich das Gericht auf eine Eideszuschiebung nicht ein. Es besondere Entschädigung fann nicht beansprucht werden, wenn eine solche müssen Zeugen benannt werden. 5. Nein. Vielleicht erteilt das fragliche nicht vereinbart war. Die mit anderen Mietern abgeschlossenen Miets.. 100. Nein. Polizeirevier Auskunft. . m. 103. 1. bis fontratte müssen Sie herausgeben. 3. Die Beschlagnahme ist zulässig. R. 89. Es empfiehlt sich, das Ge4. Ja. 5. Rein, jedoch die werbe anzumelden. Steuerpflicht entsteht dadurch nicht. A. 100. Die Puk. Nein. Zwangsvollstedung ist möglich. D. 2. Nein. Kosten werden nicht terminsweise berechnet, sondern je nach den gebühren. 2. 10. 1. Die entbehrlichen Sachen tönnen gepfändet werden. Ihre pflichtigen Aften. Da nicht bekannt, wieviel solche stattgefunden haben, Frau kann alsdann intervenieren. 2. Die Frage fann ert beantwortet läßt sich die Frage nicht beantworten. Kiefholzstraße. 1. Ja. 2. Eben werden, wenn wir wissen, wie groß die Familie ist. 3. Auch in diesem falls 1 Monnt. 21. R. 77. 1. An das Revier oder an das Präfidium. Fall kann die Frau intervenieren. 4. Ja. M. W. 32. Bir raten zu 2. Nicht nötig. 3. Nein. 4. Nein, aber Anmeldung bei der Polizei. einer Beschwerde beim Versicherungsamt. H. D. 15. Das können Sie Veteran 70. Für Berlin an das Polizeipräsidium. D. R. 9. Nein. nicht erzwingen. Sie können aber die Zeugen zum Termin mitbringen. S. D. 16. Die Aufforderung des Magistrats zur Anmeldung schul2. Ein solcher Antrag ist zulässig. 3. Nein. F. G. 100. Nach den pflichtiger Stinder ist erfolgt. Der Vorsteher der Schulfommission Thres Buchstaben des Gesetzes und des Kassenstatuts ist die Kaffe im Recht. Wir Bezirks ist der Spediteur Sülberstein, Stöpenider Straße 30a( Röpenider raten jedoch, da die rechtsprechenden Instanzen möglicherweise einen Straße 21, tontor, 9-10). Neukölln, K. G. In der Königlichen anderen Standpunkt einnehmen, zur Beschwerde beim Bersicherungsamt. . B. 100. Kommen Sie in unsere BuchW. 5. 10. Am 1. 4. abends. 21. 3. 100. 1. Auf 100 M. handlung, Lindenstraße 69. Dort erhalten Sie das gewünschte Buch. 2. Schäßungsweise unter Zugrundelegung des Einkommens und eventuellen M. N. Die Behauptung ist eine starke Uebertreibung. K. 5. 200. Vermögens der Parteien. 6. S. 955. Ja. Wettende 57. Wissen wir nicht. Uebrigens raten wir Ihnen in solchem Falle, den Arzt Betten entscheiden wir nicht. Herm. P., Neukölln 99. Nein. zu fragen und nicht zum nächsten besten Mittel zu greifen. F. B. 50. R. K. 72. 1. Ab 1. 1. war Jhre Frau frantenversicherungspflichtig. Beim Bund für Mutterschutz, Auskunftsstelle: Frau Lesheim, Berlin N., Fällt die Strankheit in die Zeit nach dem 1. Januar, so fann fie von der Schönhauser Allee 164( Sprechstunde 2-3 Uhr) fönnen Sie dies erfahren. verben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. G. G. 16. Antrag beim Versicherungsamt unter Ueberreichung der Aufrechnungsbescheinigungen und der legten Karte. R. 100. Für die Zeit bis einschließlich Kalenderjahr 1914. Heidenreich, Gropiusstr. Ihre Angaben reichen nicht aus, fommen Sie in die Sprechstunde. O. G. 77. Ja. 23. N. 65. Ein derartiger Ueberlassungsvertrag wäre unanfechtbar, insbesondere dann, wenn dem Vater noch ein Altenteil aus gesetzt wird. G. 3. 25. Charité, Schumannstraße. N. 84. Nein, nur für das letzte Quartal. 1. Davon wäre nichts beschlagnahmefähig. 2. Der Betrag der 28,85 M. in der Woche übersteigt.- R. P. 63. Das ist unzulässig. Es fann nur die Steuer für das letzte Quartal mit 1 M. gefürzt werden. Wegen der übrigen Steuerschuld ist mmr Beschlagnahme zulässig, so weit Sie mehr als 28,85 M. wöchentlich verdienen. G. B. 765. 1. Ja. 2. Nein. A. St. 1878. Ja. Th. 2. 2. 5 M. pro Tag. Bitter. 1. und 2. Der Geffentliche politische Versammlungen. Achtung! Westliche Vororte! Am Sonntag, den 1. März, mittags 12 Uhr, im„ Albrechtshof" in Steglitz, Albrechtstraße 1a: Zwei öffentl. Versammlungen. Thema: Militarismus, Krieg- Wir! Referenten: und Dr. Rosa Luxemburg, Dr. Kurt Rosenfeld. Arbeiter und Arbeiterinnen der westlichen Vororte! Erscheint in großen Massen! Es gilt zu proteftieren gegen das Frankfurter Tendenzurteil, gegen Militarismus und Rechtsräuberei! Demonstriert für den Bölferfrieden, für das Recht des Volfes, über Krieg und Frieden zu entscheiden! Der Einberufer: K. Zachow, Südende, Stephanstr. 8. 201/14 Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungssteile Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Montag, den 2. März, abends 6 Uhr, im Lokal ,, Südost", Waldemarstraße 75: Versammlung atentanwait Prillwitz Berlin N.W.21.Thurmstraße 34. der in Metallgießereien beschäftigten Centralhaus mod. Herrenbekleidung Former und Berufsgenossen. Tagesordnung: 1. Bortrag bes Stollegen Pawlowitsch über das Thema: Leben und Leiden im Strafgefängnis und Zuchthaus. 2. Teil: Das Elend im Strafvollzug. 2. Diskussion. 3. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 113/13 Die Ortsverwaltung. Den Kollegen des Ostens zur Kenntnis, daß die Zahlstelle von Kotulla, Blumenstr. 55, nach der Markusstr. 21, Cdfe der Blumenstraße, bei Gorn, verlegt worden ist. L: Neue Friedrichstr. 35 an der Zentral- Markthalle II.: Turmstr. 67, I. 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Februar 1914. Reichstag. 223. Sitzung. Freitag, den 27. Februar 1914, nachmittags 1 Uhr. Am Tische des Bundesrats: v. Breitenbach. Präsident K a e m p f teilt mit. dasi die Anfrage des Abg. Keil(Soz.) betr. Erkrankungen beim Trainbalaillon Nr. 13 in Ludwigsburg, nach Presiemitleilungen infolge Gemtiics geiundheils- schädlicher Wurst, von der Regierung heule noch nicht beant Worte: werden könne. Hierauf wird die zweite Beratung des Etats der Verwaltung öer Reichseisenbahnen fortgesetzt. Abg. Coßmau«(Z.): Die Steigerung der Einnahmen beruht im wesentlichen auf dem Güterverkehr. Die Ueberschüsse sollten auch der eli'ässischen Regierung zugule kommen durch eine Verbesserung des Verkehrs und «ine Erhöhung der Arbeilerlöhne. Die miitleren und mueren Be- amleu sollten nicht so lange auf etatsmähige Anstellung zu warien brauchen. Auch ihr Einkommen tönnte aufgebessert werden. Die Re- gierung bringt dieser Frage doch zu wenig Verständnis entgegen. Die Löhne der Arbeiter lassen noch vieles zu wünschen übrig. Wenn diese Löhne nicht in Einklang mit den Löhnen der Privatindustrie gebracht werden, wird die Staatsverwaltung keine zuverlässigen Arbeiter auf die Dauer erhalten können. Der Minister hat aus die bevorzugte Stellung der Staatsarbeiter hingewiesen. Der Titel ollein macht es aber nicht, eine bevorzugte Stellung musi auch materiell ausgezeichnet sein. Aber die Privatindustrie zahlt vielfach besiere Löhne als die Staatswerkställen. Eine Uebersicht derjenigen Löhne, die den Durchschnitt übersteigen, wäre sehr wichtig. Abg. Röser(Vp.) wünscht möglichste Berücksichtigung der Wünsche der elsäi'sischen Be. völkerung aus Ausbau des Verkehrs. Der Minister sollie seinen Widerstand gegen die Schlafwagen III. Klasse ausgeben. Tie Eisen. bahnhandwerker verlangen Zuschus; für Nachtarbeit und Ueberstunden. Die Arbeiterausschüsse könnten ausgebaut werden. Minister v. Breitenbach: An eine Erhöhung der Gütertarife wird nicht gedacht, solange die Eisenbahnen eine angemessene Rente bringen. Die Verbesserung der Verbältnisie des Betriebspersonals ist im lepten Jahr ungeheuer grosi gewesen und verursacht der Verwaltung jährlich 25 Millionen Mark Kosten. Die bevorzugte Stellung der Äsenbahnarbeiler besteht darin, daß bei niedergehender Konjunktur kein Arbeiter entlassen oder im Lohn gekürzt wird. Dazu komnien die Kassen, die den Arbeitern zur Verfügung stehen. Die Folge ist denn auch ein dauerndes Heber. angebot von Arbeitskräften auch in der Hochkonjunktur.— Eine Vorlage der Personalakten ist unmöglich. Tie Folge wäre nur, daß sehr wenig mehr in den Personalakten drin stehen würde.(Sehr richtig! rechts.) Abg. Werner-Gießen(Antif.): Die Geheimakten hängen wie ein Damoklessch'nert über dem Leben der Beamten. Die kleinen Disziplinarstrafen'ollten nach eiuer gewisien Frist aus den Akten verschwinden.— Auä nach dem neuen Dienstplan kommt es vor, daß ein Lokomoiivbeamter nur alle sechs Wochen einen Sonntag frei hat. Unverantwortlich ist es auch, einem Lokomotivführer zuzumuten, sieben Nächte hintereinander Dienst zu tun. Bei größerer Kmder- '.zahl sollte ein ErziebungSzuschuß gewährt werden, oder die Wobnungszuschüsse niüsten anders bemessen werben. Die Ablehnung der Beamtenausschllsse verstehe ich nicht. Eine lleberwachung der Arbeiterveiiammlungcn durch Beamte ist ü b e r f l ü s s i g. Redner äußert weiler einzelne Wünsche verschiedener Arbeiter- und Beamten kalegorien. Das»Berliner Tageblatt", der größte Unruhestifter im Deutschen Reich(Heilerkeit), sollte von den Bahnhöfen in Elsaß. Lothringen ausgeschlossen werden. Abg. Haegy(Elf.): Wenn der Minister v. Breitenbach auch sagt, wir würden mir der Uebernahme der ReichSeisenbahnen in unsere Landesverwaltung ein schlechtes Geschäft machen, so würden wir es darauf ankommen lassen: wir würden vielleicht etwas s p a r s a m e r wirtschaften. und wir würden auch die Bahne» nicht lediglich nach strategischen Gesichtspunkten bauen.— Die Dienst- und Ruhezeit des Personals ist neu geregelt worden, aber doch nicht so, wie es den Wünschen des Personals entspricht, wenn auch einige Wünsche erfüllt sind.— Notwendig ist es, die Ueberstunden, die sich nicht ganz vermeiden lassen, extra zu bezahlen; auch die Nacht stunden müßten höher bewertet werden wie die Tagstunden. An dem Ausbau der Ärbeilerausschüsie ist die Verwaltung auch sehr interessiert. Durch entgegenkommende Behandlung der Arbeiter ausschüsie kann die Regierung die Arbeiter vor der R a d i k a l i s i e r u n g bewahren. Auch die Einrichtung von BeamrenauSschüjsen würde nur sehr segensvoll wirken.— In Straßburg sagt man, aus Gründen der Landesverteidigung wünsche man möglichst wenige Elkäsier in der Bahnverwaltung. Die darin liegende schwere Ver- dächligung der Elsäiser muß ich entschieden zurückweisen.(Bravo! bei den Eliässern.) Minister v. Breitenbach: Die Verwendung von Elsaß-Lotbringern in der Eisenbahn- Verwaltung hat beständig zugenommen, sie beträgt jetzt über 62 Proz.— Den Wünschen der Beamten und Arbeiter kann die Verwaltung nicht dasselbe Wohlwollen entgegenbringen, wie die einzelnen Abgeordneten: diese übersehen die Verdälinisie und ihre Schwierigkeiten nicht und können daher sehr leicht ivohlwollend sein. (Heiterkeit.» Die Dienst- und Ruhezeit zu verbessern, ist die Ver- Wallung ständig bemüht. Zu einer gesetzlichen Regelung eignet sich diese Materie nicht. Die neue Lohnordnung bringt für die Arbeiter Verbesserungen, die von ihnen auch anerkannt werden; vor ihrer Einführung bat die Verwaltung sich mit hervorragenden Vertretern der Arbeiterschaft ins Benehmen gesetzt. Abg. Peirotes(Soz.): Nach der gestrigen Antwort des Ministers an meinen Freund Fuchs hätte man von der Verwaltung meinen können:.Dies Kind, kein Engel ist so rein." Daß aber doch sehr viele Fehler und Mängel in der Verwaltung der Rerchsciienbahnen vorbanden sind, ha: die heutige Debatte ebenso wie die gestrige be- wiesen. Fuchs hat sich nicht., wie der Minister meinte, gegen Reichseisenbahnen ausgesprochen, sondern gegen dieVerpreußung der Bahnen in Elsaß-Lothringen. Solange wir nicht allgemeine deutsche Reichseisenbahnen haben, wünschen die Elsaß° Lothringer Anteil an ibren Bahnen zu haben. Daß durch die Personalunion der eliaß- lothringischen Bahnen mit den preußischen die Erirags- fähigkeit der Bahnen gestiegen ist, verkennen und bestreuen wir keineswegs; aber auch Preußen gewinnt ungemein von diesem gemein'chaftlichen Betrieb. Der Minister hat sich bemüht nachzuweisen, daß von einem wirklichen Ueberichuß keine Rede sein könne, indem er unS geichickt gruppierte Zahlen vor« führte. Aber er hat doch zugeben müssen, daß m den letzten zehn Jahren eine Verzinsung von 4,1 Proz. stattgefunden hat. Rechnen wir die strategischen Bahnen ab, so stellt sich die Rentabilität noch bester. Elsaß-Lothringen bekommt davon nicht«; würden wir die Summen, die wir iür die Eisenbahnen aufgewendet haben, verzinst bekommen, so würde» wir etwa zwei Millionen Mark er- halten. Der Minister hat uns ja in der Kommission eine andere Axt der Berechnung zugesagt. Wir wollen abwarten, wie wir dabei fahren. Daß uns geholfen werden muß und daß wir den Gewinn aus den Eisenbahnen bekommen müßten, hat sogar die sehr weit rechts stehende„Tägliche Rundschau" anerkannt. Nun meinte der Ministel, auf die Ausgestaltung des Verkehrs habe das Land großen Einfluß. Die Berichte der elsäisi- schen Handelskammern aber beweisen, daß noch recht viele Wünsche unerfüllt sind: auch im eliässischen Landtag und in den Kreis- tagen wird alljährlich eine Fülle solcher Wünsche vorgebracht, die noch immer der Erledigung harren. Der Eisenbahnrat ist lediglich ein Dekorationsstück. Die Gründe, die in der Kommission auS militärischen Rücksichten gegen die Riedbahn vorgebracht sind, haben auch nicht über zeugt. Die 200(XX) Interessenten an der Riedbahn haben jeden- falls einen berechtigten Anspruch auf bessere Bahnverbindungen in irgendeiner Weise. Auch die Frage des Vogesentunnels ist äußerst wichtig sowie eine Gebirgsbahn längs der Vogesen und eine Bahn Pirmasens— Straßburg. Volkswirtschaftliche Gründe sprechen dringend für den Bau dieser Bahnen. Der Wunsch nach Sonntagsfahrkarten vom Lande in die Stadt wird nicht verschwinden, bis er erfüllt ist. Die Jnter- essen des Eliaß sollten im Berliner Auskunftsbureau durch einheimische Beamte, die die Verhältnisse bei uns genau kennen, vertreten weiden.— Ein Vorrecht bei der Vergebung von Arbeiten wünschen wir Elsässer nicht, aber wir protestieren gegen jede Zurück- setzung. In der G r a v e n st a d e n e r A f s ä r e hat sich inzwischen die Richtigkeit einer damals von uns aufgestellten Behauplung ergeben, daß nämlich der betreffende Buchdruckcreibesitzer lediglich aus Rache gehandelt hat. Auf Grund seiner Denunziation ist die Sache damals in Fluß gekommen und jetzt ist festgestellt, daß er die Fabrikleitung nur denunziert bat, weil ihm die Druckaufträge von ihr entzogen waren.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Ueberhaupt sind viele nationalistische Elemente im Elsaß recht zweifelhaste Elemente und die Eisenbahnverwallung sollte ihren Denunziationen gegenüber vorsichtiger sein. Das Prinzip des Ministers in bezug auf die Arbeiterlöhne widerspricht der Ansicht seines kaiserlichen Herrn, daß Staatsbetriebe Musterbetriebe sein sollen.(Sehr richtig! bei den Sozialde- mokraten.) Auf jeden Fall müssen die tariflichen Löhne gezahlt werden. Für die Eiienbabnarbeiter soll so außerordentlich viel ge- schehen sein, sie sollen um 45 Proz. gestiegen sein. Aber diese Steigerung erstreckt sich auf 2l> Jahre und während dieser Zeit ist der Geldwert so gesunken, daß die Steigerung in der Tal nur 1l> Proz. höchstens 15 Proz. beträgt. Daß die Löhne unter unserem Druck gestiegen sind, kann der Minister natürlich nicht zugeben. Ich begnüge mich mit der Feststellung, daß die Löhne gestiegen sind, scildeni wir hier unsere Kritik an den Löhnen üben.— Warum ern Zentralarbeiterausschuß nicht im Interesse der Arbeiter liegen soll, hat uns der Minister nicht verraren. Jedenfalls wird er von den Arbeitern dringend ver- langt.— Daß wir im Prinzip gegen die Akkordarbeit sind, ist nicht richtig, es gibt viele Sozialdemokraten die für Akkordarbeit sind, auch enthalten viele Tarife Akkordlöhne. Allerdings verkennen loir nicht die großen Schäden, die gerade bei der Herstellung des Wagen- Materials die Ueberhasiung der Akkordarbeit haben kann, ganz abgesehen von der Schädigung der Gesundheit der Arbeiter.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Bei der Vermehrung des Wagenmaterials sollte keine falsche Sparsamkeit geübt werden. Alle Wünsche der Arbeiter und Beamten können wir unmöglich vorbringen, sonst müßten wir bis zum St. Nimmerleinstag, reden. Bei. der Erhöhung der Beamten- besoldungen sollte man gleich ordentliche Arbeit machen. Bei Versetzungen wird auf die persönlichen Verhältniste der Beamten, ob sie nebenbei kleine Landwirtschaft treiben usw. zu wenig Rücksichtgenommen. Was die Stellung des Ministers zum Ko ali ti o nö- recht anbetrifft, so lassen sich die Bedindungen, die er stellte, mit dem Koalitionsrecht nicht vereinbaren. Nach§ 152 der Gewerbe- ordnung haben alle Arbeiter, also auch die sozialdemokratischen. das Koalitionsrecht. Fernhalten kann der Minister Sozialdemo- kraten ja doch nicht vom Betriebe, er wird höchstens erreichen, daß sie ihre Gesinnung verheimlichen. Ans Streiken denken die Arbeiter nicht, wenn die Verwaltung nur einigermaßen ihre Wünsche erfüllt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)— Was soll es bedeuten, wenn der Minister verlangt, es soll in den Versamm- lungen nicht gehetzt werden. Darf die Wahrheit über die bestehenden Verbältnisse nicht gesagt werden? Tatsächlich sind Arbeiter gematzregelt worden, die nichts getan haben, als Mißstände wahrheitsgemäß zu schildern.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir erkennen an, daß manches besser geworden ist innerhalb der Eisenbahnverwaltung, wir wünschen aber, daß die Eisenbahnbetriebe Musterbetriebe sind. Bis wir dies Ziel erreicht haben und wirklich Sonnenschein für alle vorhanden ist. werden wir mit unserer Kritik nicht aufhören.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schirmer(Z.): DaS Zugeständnis des Vorredners, daß manches bester geworden ist, wird den Minister jedenfalls freuen. Auch wir erkennen an, daß Ansätze zu Lohnerhöhungen vorhanden sind. Die nationale und staatstreue Arbeiterschaft hat ein Anrecht auf anständige Löbne und anständige Behandlung. Den Streik lehnt diese nationale und staatstreue Arbeiterschaft ab. Daß die Eisenbahn- ordeiler kein Streikrecht haben dürfen, darüber sind sich alle bürgerlichen Parteien einig. Auch in republikanischen Staaten, in Frankreich und in der Schweiz ist es so. Die Forderung eines Staatsarbeilerrechts, die wir erheben, wird nicht nur von den Staatsarbeilern, sondern von den gesamten christlichen Gewerk- schaslen vertreten.— Die Arbeiterausschllsse sollten in der Richtung ausgebaut werden, daß die Lohnämter in den einzelnen VerwaltungS- stellen mehr wie bisher mit ihnen zusammenarbeite». Eisenbahnminister v. Breitenbach: Gegen ein besonderes StaatSarbeiterrechl hat schon der Staats- sekrelär des Innern schwerwiegende Bedenken geltend ge- macht, denen ich mich anschließe.— Die Arbriterausichüsse werden schon jetzt bei Fragen der Arbeitszeit und der Arbeitslöhne gehört. Eine Ausdehnung der Funktion der Lobnämrer ist dem Ermessen der einzelnen Verwaltungen überlassen. Im großen und ganzen haben die Arbeiterausschüsse nützliche Arbeit gelelstet. Abg. Jckler(natl.): Für die Einführung der neuen Lohnordnung sage ich im Namen der Bahnarbeiler besten Dank: sie bringt ganz erhebliche Verbesse- rungen sür die Arbeiter. Einzelne Wünsche sind allerdings noch unersüllt geblieben. Namentlich stehen die Bahnunterhaltungs- arbeiter schlecht. Man sollte ihnen die Wochenfeiertage be- zahlen, ebenso die Regentage; ferner sollte man innen die Schaufeln liefern und Schutzkleidung. Auch für die AuShilfsbeamien ist nicht genügend gesorgt; denn sie nehmen nicht an den Vorteilen der neuen Ordnung für die HilfS- beamten teil, obwohl sie HilfSdeamtendienste leisten müssen.— Der Redner bringt dann noch Wünsche einzelner Arbeilerkategorien vor, so der Rangierer, der Schrankenwärter, der Maschinen- und Wagen« Putzer.— Die Einführung des Stückzeitshstems begrüßen wir als erhebliche Verbesserung und als Uebergang zum Lohniystem.— Bei aller Kritik, die wir an den Verhältnisten üben, können wir doch dem Minister die Anerkennung nicht versagen, daß er«in w a r m e S Herz für di« Arbeiter hat.(Lache» bei de» Sozialdemokraten.) — Ueber das Staatsarbeiterrecht ist uns von dem Staats« sekretär des Jnnnern eine Denkschrift versprochen worden; ich gehe deshalb darauf nicht ein, zumal auch ich der Ueberzeugung bin, daß diese Frage noch sehr der Klärung bedarf. Abg. Kiel(Vpt.): Die elsaß-lothringischen Bahnen werden gleichsam im Nebenamt vom preußischen Eisenbahnministerium mit verwaltet. Wohin nebenamtliche Verwaltung führt, sehen wir auch in Preuße n. Der Eisenbahnminister ist ja im Nebenamt auch Minister der öffentlichen Arbeiten; aber als Chef dieses Nebenamtes wagt er nicht, den M i tst e l l a n d k a n a l zu Ende zu bauen, von dem gesagt wurde,„gebaut wird er doch", dessen Vollendung sich aber eine kleine mächtige Partei entgegenstellt.— Bei Anlage von Bahnen und Bahnhöfen sollte man sich stets das nötige Terrain für zweigleisigen Bau und für den späteren Ausbau der Bahnhöfe sichern. Der Etatsposten„für den Bau von Mietwohnungen" wird hoffentlich nicht zum Bau von Mietskasernen verwendet. Die Durchgangswagen, die nur an den Enden Ausgänge haben, sind wahre Menschenfallen. Man sollte eine Summe aussetzen als Prämie für eine Erfindung besserer Durchgairgswagen. Schnellzüge ohne 3. Klasse sollte eS überhaupt nicht mehr geben. Abg. Wiudcck(Elf.) wünscht bessere Zugverbindungen im Elsaß. Die Weiteroeralnng wird vertagt auf Sonnabend 12 Uhr (außerdem kleinere Vorlagen). Schluß I'/j Uhr._ Mgeorönetenhaus. 37. Sitzung. Freitag, den 27. Februar 1914. vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Breitenbach. Die vom Herrenhaus bereits angenommenen Gesetzentwürfe betreffend Acnderung der Grenzen gegen die bayerische Pfalz und gegen Rußland(am Memelstrom) werden angenommen. der Sauetat. Abg. v. Maltzahn(k.) weist u. a. auf die Notwendigkeit der Anlage von Fischerei- Häfen hin. Bei den Baggerungen muß auf die Fischerei mehr Rücksicht genommen werden. Bei allem Wohlwollen, das wir der Entwickelung des Verkehrswesens entgegenbringen, hallen wir eine Herabsetzung der Tarifsätze für die Kanäle des Großschiffahrtsweges nicht für angebracht. Arbeiierkontrolleure im Baugewerbe wären nur sozialdemokratische Agitatoren. Wir wollen nur eine gesunde Sozialpolitik, wozu auch der Arbeiterschutz gehört. Aber wir wollen keinen Einfluß der Sozialdemokratie, die das gute Einvernehmen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zerstört. Abg. Gcisler(Z.) beklagt die schlechte Lage der Glatzer Steinarbeiter, die gegenwärtig durch die Not gezwungen werden, auszuwandern oder sich der Weberei zuzuwenden. Hier muß die Regierung helfend eingreifen. .Minister v. Breitenbach: Die Regierung wird diesem Wunsche so weit als möglich entgegenkommen. Abg. Dr. Äeil(natl.) wendet sich gegen Uebertreibungen des HeimatschutzsS, durch den namentlich auf dem Gebiete des Baugewerbes die wirtschaftlichen Interessen geschädigt werden. Deswegen ist eine Revision der nn« klaren Bestimmungen des Heimatschutzgesetzes notwendig.(Beifall links.) Abg. Flathmaun(natl.) begründet den nationalliberalen Antrag, der die Regierung ersucht, mir dem Staate Bremen über den Staatsvertrag vom 21. Mai 1904 hinsichtlich von preußischen Gebietsabtretungen an Bremen zur Er- Weiterung der Hasenanlagen an der Wesermündung in Unterhandlung zu treten, damit die unerträglichen Folgen, die dieser Bertrag sür die Stadt Lehe gehabt hat, noch sür das lausende Jahr vermiede» werden. Unterstaatssekretär Coels v. d. Brügghe«: Der Regierungspräsident von Hannover ist beauftragt worden. mit Bremen Verhandlungen einzuleiten und die Interessen Lehes nachdrücklich zu vertreten.(Beifall.) . Ein Antrag auf Schluß der allgemeinen Besprechung wird an- genommen.— DaS„Gehalt des Ministers" wird bewilligt. Der nationalliberale Antrag wird der Unterrichtskommission überwiese�. Beim Kapitel„Bauverwaltung" spricht Abg. Hue(Soz.) über die Frage des Bauarbeiterschutzes. Der Abg. M a l tz a h n hat sich heute mit großer Schärfe gegen die Einführung von Arbeiter- kontrolleurcn gewendet. Dabei hat er die gänzlich parteilose Frage des Arbeiterschutzes in eine völlig willkürliche Verbindung mit der sozialdemokratischen Partei gebracht. Solche Fragen dcS Wohles und der Gesundheit von Tausenden von Menschen dürfen nicht vom Partei- standpuiikl aus beantwortet werden. Daran sind vielmehr alle Parrciengleichmäßiginteressiert. Die Ausführungen des Abg. M altzahn mußten den Eindruck erwecken, als ob es ihm weniger aus Arbeiterichutz als auf P a r r e c p o l i t i k ankam. Man hat gegen unsere Forderung nach Bauarbeiterkontrolleuren gesagt. daß in Bayern die Unfälle im Baugewerbe zahlreicher seien als bei uns in Preußen. Das ist richtig. Aber darauf kommt eS nicht an, sondern vielmehr darauf, daß sich die Zahl der Unfälle in Bayern seit Einführung der Arbeilerkontrolleure tu es entlich ver- r> n g e r l hat. Diese Verminderung der Unfälle ist direkt auf die Tätigkeit der Baukontrolleure zurückzuführen. Auch eine wesentliche Verbesserung der hygienischen Einrichtungen ist dieser Wirksamkeit zu verdanken. Deswegen wünschen wir auch für Preußen Arbeiterkontrolleure zur Verbesserung des BauarbeiterschutzeS.(Bei- fall bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Bülow-Homburg(natl.) wünscht gesetzliche Maßnahmen, um das Ueberhandnehmen von MretS- kasernen auch in kleineren Ortschaften zu verhindern. Unterstaatssekretär Cocls von der Brügghe»: Polizeivorschriften gegen Auswüchse des Mictskasernenwesens sind Sache der einzelnen Gemeinden. Den gestrigen Ausführungen deS Ministers über den Bauarbciterichutz habe ich nichts hinzuzufügen. Tatsache ist, daß die Unfälle in Bayern, wo es Arbeiterkontrolleure gibt, zahlreicher sind als in Preußen. In Bayern kamen im Jahre 1902 aus 100 000 Arbeiter 1453 Unfälle, im Jahre 1912 1014 Un- fälle, in Preußen im Jahre 1902 810. im Jahre 1912 öS4 Unfälle. (BeistiL rechts.) Abg. Hue(Soz.): Ich will mich mit diesen Zahlen nicht näher beschäftigen, obwohl ich gerade an ihnen zeigen kann, daß die Verminderung der Unfälle in Bayern, wo die Arbeilerkontrolleure wirken, 23 Proz. beträgt, in Preußen dagegen nur 13 Proz. In diesem Zusammenhang weise ich auf die Rede meines zu früh verstorbenen Parteifreundes Bömelburg hin. der diese Fragen eingehend behandelt hat. Daß in Bayern trotz der Arbeilerkontrolleure die absolute Zahl der Unfälle größer ist als bei uns in Preußen, das hat Bömelburg zu« treffend auf gewisse Gewohnheiten der bayerischen Bedöl«-�», z. B. auf den stärkere» Alkoholgeauß. zurüSgesäfct ffficr gerade da. teo die Organisationen der Bauarbeiter be sonders stark sinp und freiwilZlige KontroNeure stellen, die in ragelnrä�igen, kurzen Abständen die Zustände untersuchen. da nähert sich auch in Bayern die Unfallszahl der vreußischeu. Mir lag vor allem daran, darauf hinzuweisen, daß die parteifanatische Weise, in der der Abg. v. Maitz ahn die Frage des BauarbeilerschutzeS hier behandelte, ungehörig ist. (Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Bei ihm heißt eS: Mögen noch so viele Unfälle vorkommen, wenn nur die Sozialdemokratie sich nicht entwickelt.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Nach einer unwesentlichen Debatte, in deren Verlauf mehrere Abgeordnete lokale Wünsche zur Sprache bringen, spricht Abg. Schmidt-Conz(Z.) über die Lage der staatlichen Arbeiter in der Wasserbauverwaltung Die Eisenbahnarbeiter haben die Fürsorge der Regierung für sie als eine Wohltat und als einen Fortschritt empfunden. Es kommr nun noch darauf an. auch die von der Wasserbauverwaltung beschäftiglen Handwerker und Arbeiter daran teilnehmen zu lassen. Es herrscht unter ihnen Unklarheit bezüglich der Arbeirs- und Lobnverhältnisse. Es ist gesagt worden, daß zur Ausbesserung der Löhne dieser Arbeiterkategorie der Staat kein Geld zur Verfügung habe.(Hört l hört! bei den Sozialdemokraten.) Es werden wohl alle bedauern, daß nicht mehr Mittel zur Verbesserung der Einkommens- Verhältnisse der Wasserbauarbeiter in den Etat eingestellt sind. Es ist ferner zu beklagen, daß es in der Wasierbauverwallung keine ein- heitliche Regelung der Lohnzahlungstermine gibt. Es kommen oft erhebliche Verschleppungen der Lohnzahlungen vor. Das müßte in Staatsbetrieben gänzlich ausgeschlossen lern. Ebensowenig zulässig ist es, daß vielen Arbeitern der Lohn in den Wintermonaten gekürzt wird. Wir fordern im Unterschied dazu einen einheitlichen Lohn für Sommer und Winter. Die Staatsarbeiter nehmen eine Sonder- st e l l u n g gegenüber der übrigen Arbeiterschaft ein, besonders auch in Hinsicht auf die Sicherheit der AnstellungSverhältniffe. Eine Aus- nähme bilden auch hier die Wasserbauarbeiter, die teilweise noch s o- fort entlassen werden können. Gewiß fordert die Art deS Be- triebcs— Hochwasser, Fröste usw.— öfter Betriebseinschränkungen; ober dann sollten die überflüssigen Arbeiter, anstatt entlassen zu werden, anderweit in den Betrieben der Verwaltung beschäftigt werden. Ferner sollte die Verwattung den Arbeiterausschüsien, die für den sozialen Frieden zwischen den Arbeitern der Berwalmng wirken, größere Aufmerksamkeit, zuwenden und sie in allen Betrieben einrichten.— Der Redner fordert weiterhin für die Ardeiter der Wasserbauverwaltung die zehnstündige Arbeitszeit, eine allgemeine Regelung der Sonntagsruhe, Erholungsurlaub für ältere Arbeiter ohne Ausnahme, besondere Ausenthaltsräume für die Arbeirer, damit diei'e die Arbeitspausen nicht im Freien zuzubringen brauchen, Zentralisierung der Betriebskrankenkassen zwecks erhöhter Leistungsfähigkeit und Berechtigung auch der über 40 Jahre alten Arbeiter, in die Pensionskasse einzutreten.— Alle diese Fragen be- dürfen einer durchgreifenden Prüfung durch die Re- gierung und wir wünschen, daß die Regierung die Arbeits- und Lohnverhältittsse der Wasserbauarbeiter in einer besonderen Denk- fchrist behandeln möge.(Beifall im Zentrum.) Nnterstaatssekrctär Cocls v. i>. Vrvgghen: Der Minister hat ein ebenso w a r m e s H e r z für die Wasser- bauarbeiier wie für die Eisenbahnarbeiter. Es ist auch das Bestreben der Verwaltung, eine feste Lohnordnung für eine möglichst große Zahl von Arbeitern zu schaffen. Bis zur Verwirklichung dieses StrebenS müssen die Löhne von Fall zu Fall festgesetzt werden. Wenn nicht in sämtlichen Betrieben der Wasserbau- Verwaltung Arbeiterausschüsse eingerichtet sind, so liegt dos daran, daß oit nicht eine genügend große Anzahl von Arbeitern vorhanden ist. Erholungsurlaub ohne Lohnabzug werden jetzt schon in großem Umfange gewährt. Den übrigen Wünschen wird der Minister nach Möglichkeit nachzukommen suchen.(Beifall.) Es folgt wiederum eine unwesentliche, mit lokalen Wünschen attsgefüllie Debatte. Abg. Hue(Soz.): Auf der Jahresversammlung des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränks ist ein Bild von den Verhältnissen in den Barackenbehausungen der Arbeiter am Rhein-Weier-Kanal ent- worfen worden, das Aufmerksamkeit verdient. Die Kantinenwirte hatten Verträge geschlossen, wonach sie täglich bis zu 3 M. Schnaps ans Kredit jedem Arbeiter verabfolgen dursten. Der Anblick viehischer Trunken- heit war alsohäufig. Diese Ausbeulung der Arbeiter durch den Schnaps- verkauf ist zwar durch ministerielle Vorschrisien unieriagl, die Cor» chrifien stehen aber auf dem Papier.(Sehr richtig! links.) Die Ausfuhrungen des ZentrumSrednerS Schmidt(Eonz) über die Arbeits- Verhältnisse in der Binnenschiffahrt und der Strombauverwaltung entsprechen dem, waS meine Freunde seit Jahren hier vorgebracht haben, deshalb hoffen auch wir, daß die Zusage der von ihm ver- langlen Denkschrift von der Regierung auch gehalten wird In der Frage der K a n a l t a r i s e wünschen wir eine unverzügliche Nach- Prüfung, bevor die Verhältnisse sich wieder geändert haben. In den Körperschaften zur Regelung der verkehrswirlschastlichen Fragen luerden Arbeiter niemals hinzugezogen. Und doch wäre das sehr wichtig. In den Wasserstratzenbeiräien und in den Bezirks- und Landeseisenbahnräten sitzen Vertreter der Landwirtschaft, der Haud- Werkskammern und Innungen. Bei den Verhandlungen über Tarif- ermäßigungen in Oberschlesien im LandeSelsenbahnrat be- fürwortete die Regierung die Ermäßigung, troyden konnten die land- wirtschaftlichen Interessenten unter Vorantritt deS Herrn v. Oldenburg- Januschau big absolut notwendige Tarifermätzi- gung für Niederschlesien ablehnen. Apbeiterverlreter müssen un Interesse der Verkehrswirtschaft in den Wassersttaßenbeiräten und in den Bezirks- und Eisenbahnräten zugelassen werden.(Sehr richtig! links.) Die Benutzung der Wasierstraßen als Verkehrsmittel verbilligt die Transporte, aber alle Tariiermäßigungen haben bisher eine Herabsetzung des Verkaufspreises der transportierten Produkte nicht zur Folge gehabt. Die Niederlausitzer Bri/etls haben eine Begünstigung in den Eisenbahntarifen erfahren, trotzdem muß die Berliner Bevölkerung feit Jahr und Tag steigende Preise zahlen. Die Leistung eines Lausitzer Brikettarbeirers ist seit 1912 um 50 Proz. gestiegen, der Lohn nur um etwa 25 Proz. Trotz der Ver- billigung der Selbstkosten und der Steigerung derVrodukiivitärderArbeit müllen die Aermsten derArmen in Berlin, die in elenden Wohnungen zu- sammenhocken, für den brikettierten Dreck Apotheker- preise zahlen, nur um notdürftig beizen zu können. Die Ver- billigung der Wasierstraßen. Tariiermäßigungen kommen also vor- nehmlich den Umernehmsrkartellen zugute, wenn nickt die Bau- verwallung ihr Augenmerk aus die Interessen der Bevölkerung richtet. Desbalb verlangen wir auch ein staatliches Schlepp- Monopol, weil sonst doch die Privatunternehmer aus den Kanälen und auf dem Rhein ein Monopol an sich reißen werden. Die Loge der rheinischen Partikulierschiffer zeigt, daß alle Mittelstands- freundlichen Erklärungen mit Vorsicht zu genießen sind. Es ist fraglich, ob die Kleinschiffer vor dem Untergang durch die Monopole der Schiffsbaugesellschaflen zu bewahren sind. Aus die Frage der Moselkanalisierung kann ich ja nicht eingehen. Der Güter- lransport auf der Mosel ist in den letzten Jahren eher zurückgegangen als vorwärts. Ich vermisse, daß keine Mittel zur Regulierung in den gegenwärtigen Etat eingestellt sind. Jedenfalls ist nicht die ganze rheinisch-westiälische Industrie gegen die Schiffbarniachung, denn dem Verein zur Förderung der Kanalisierung der Mosel und Saar gehören auck die Handelskammern in Bochum, Dortmund und Düsseldorf an. ES ist bedauerlich, daß alle verkehrspolitiichen Fragen hier vom Interessen st andpunkt behandelt werden. Wir wollen einen großzügigen Ausbau unserer Binucnschiffahrtsstraßen, weil wir mit unserer Verkehrspolttik nicht auf ein mittelalterliches Niveau hinabsteigen wollen, wo man an möglichst vielen Schlag- bäumen möglichst oft Grenzzölle einheimsen wollie.(Beifall links.) Ich möchte bitten, daß die Regierung der R u h r s ch i f f a h r t größeres Interesse zuwende. Schon vor 120 Jahren war die Ruhr schiffbar und wurden Kohlen aus ihr in bedeutendem Maße verschifft bis vor wenigen Jahrzehnten. Durch die Verschiebung deS Schwerpunktes der Jndnstrie von Süd noch Nord und den Ausbau der Eisenbahnen ist das aber sehr zurückgegangen. Die südlichen Ruhr- zecken sind keineswegs so unrentabel, wie vielfach behauptet wird— allerdings immer erst, wenn diese Zecken von den nördlicheren Werken angekauft sind. Dann werden sie stillgelegt und man hat dadurch für die nördlicheren Zecken eine größere Beteiligungsziffer. Diese amerikanische Methode, Werre zu verwüsten, erstreckt sich auch auf die Eisenindustrie und das herrliche Rubrtal wird verödet. Durch Verbesserung der billigen Schiffahrt könnte dem entgegengewirkt werden. DaS Herrenhaus hat jetzt eine Vorlage zur Einschränkung der Stillegungen abgelehnt, es muß aber aus diesem Wege etwas geschehen und dazu gehört auch die Schiffbar- machung der Ruhr, zu deren Förderung sich auch Vereint- gungen gebildet haben. Dieses Gebiet beherbergt allein noch einen alten Stamm eingesessener Bergarbeiter. Wird hier nicht energisch eingegriffen, so wird dort dieselbe Berelendung einsetzen wie in den nördlichen Gebieten. Die Regierung zu Arnsberg steht der Sache freundlich gegenüber, ich bitte, daß die� StaatSregierung die gleiche Haltung einnehme.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Ein Regieruugskommissar erwidert, daß ein Teil der von dem Pastor berichteten Uebelstände betreffend den Alkoholverkauf an Arbeiter in den Baracken- behauiungen sich als tatsächlich bestehend erwiesen haben, teilweise aber waren die diesbezüglichen Angaben unrichtig. Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) bedauert zur Geschäftsordnung, die Lage der Binnenschiffer jetzt nicht mehr besprechen zu lönnen. Das Haus vertagt sich. Sonnabend 11 Uhr: Weilerberatung und die vom Herrenhause in letzter Zeil verabschiedeten Borlageu. Schluß 4-/, Uhr. Iugenöbewegung. WaS soll der Junge werde»? Diese Frage beschäftigt in den Wochen vor Ostern, wo in weiten Gebieten Teutschlands die Schulentlaffung bevorsteht, viele Eltern. Die bürgerliche Jugendpflege weiß das und benutzt daber die.Berussberatung der schulentlassenen Jugend' zu Werbezwecken für die bürgerliche Jugendbewegung. Die jungen Proletarier sollen sofort von der Schulbank unter sicherem Geleit in die bürgerlichen Jugendvereine geführt werden. In einer ganzen Reihe von Ge- meinden haben sich schon die bekonnten Jugend-OrtSausschüffe, die die Träger der staatlichen Jugendpflege sind, der Sache an- genommen. Es tritt ein Kuratorium zusammen. daS aus Vertretern der staatlichen und städtischen Verwaltungsbehörden, Geistlichen, Lehrern, Vertretern der Erwerbsstände und mancher Orts auch der christlichnationalen Arbeitervereinigung be- steht. Sozialdemokraten, also die Vertreter der eigentlichen Arbeiter- bewegung, werden ferngehalten. An einer Reihe von Orten stellen die Stadtverwaltungen für diese Arbeit nicht nur die Räume, sondern auch Beamte zur Verfügung. Selbstverständlich handelt es sich nickt um uneigennützige Arbeit im Interesse der beruflichen Förderung der Jugend, sondern der eigentliche Zweck der BerufsberatungS stellen ist, wie erwähnt, die Werbearbeit für die nationale Jugendbewegung. Deshalb beschränkt man sich auch nicht allein auf die.Beratung'. sondern kontrolliert die Lehrlinge auch dann noch. wenn sie sich schon in der Lehr st eile befinden. Recht deutlich spricht das ein Artikel au?, der zurzeit von der Zentrums- presse veröffentlicht wird: .Die in Lehrstellen untergebrachten Kinder müsien auch nach der Unterbringung, die zumeist nur für eine Probezeit erfolgt. aufgesucht, der endgültige Abschluß des Lehrvertrages festgestellt werden. Für diese Aufgaben zieht das Kuratorium Mirglieder gemeinnütziger Organisalionen heran. die zugleich aus die mannigfachen jugendpflegeri scheu Auf- gaben hingewiesen werden können, die sie an den in der Ausbildung stehenden Kindern erfüllen können.' Da liegt die Gefahr, denn es ist kinderleicht, unter dem Druck des Lehrherrn die jungen Leute für bürgerliche Jugendvereine zu pressen. Die Beratungsstellen verdienen daher daS Mißtrauen der Arbeiterbewegung. Soweit proletarische Eltern sie in Anspruch nehmen, mögen sie darüber wachen, daß ihr Junge oder ihr Mädel nicht zugleich in eine Bewegung gezogen werden, aus der die gelben und schwarzen Zersplitterer der Arbeiterbewegung heraus- wachsen. Ernüchterung. Das liberale..Göttinger Tageblatt' brachte dieser Tqge einen Artikel über„Die Kehrseiteder öffentlichen Jugendpflege', der ftir die katzenjämmerliche Stimmung in gewissen bürgerlichen Kreisen charakteristisch ist. Die unter der Firma..Ertüchtigung der Jugend' betriebene öde nationale Ver- siinpelung hat schon vielen nachdenklichen Leuten mit der Zeit die Augen für diese Art..Erziehung" geöffnet, aber nur selten bringen die Enttäuschten ihr- Bedenken öffentlich zum Ausdruck— aus leicht erklärlichen Gründen. Auch der Artikelschreiber des„Göttin- ger Tageblattes' ist sehr vorsichtig in seiner Kritik; nichtsdesw« weniger verdienen seine Aeutzerungen Beachtung. Nachdem er dargelegt, daß die sittlich, national und körperlich gefährdete Jugend, womit er natürlich die Arbeiterjugend merni. von der öffentlichen Jugendpflege gar nicht gefaßt werde, was sicher ganz richtig ist, sagt er:..... mit dem Augenblick, wo die öffentliche Jugendpflege unterschiedslos auf Stadt und Land ausgedehnt und damit eine allgemeine Veranstaltung wurde, hat" sie einen Charakter erhalten, der in mancher Hinsicht nicht ganz unbedenklich erscheint.' Dieses Eingeständnis wollen 'wir uns merken, noch mehr aber den Satz, daß die össentlievs Jugendpflege hier und da unter den Händen Unberufener eine Tendenz erhalten habe, die von Erziehung weit entfernt ist. Das ist nicht nur„hier und da", sondern sicher überall dort der Fall, wo die Jugend nach den Grundsätzen des Jungdeutschlandbundes„er- zogen' wird, deren Macher nach den Worten unseres Artikel- schrechers sich nicht immer aus rein sachlichen Beweg- gründen in den Dienst der Bewegung stellen. Der Mann kennt seine Pappenheimer. Immerhin scheint er reichlich naiv zu sein, daß er eine Zurückdämmung der öffentlichen Jugendpflege in gesunde und naturgemäße Bahnen erwartet. Er übersieht dabei, daß nicht die vielgerühmte körperliche und geistige Ertüchtigung des Volkes der Zweck der bürgerlichen Jugendpflege ist, sondern die Bekämpfung der Arbeiterbewegung. Und in der Verfolgung dieses Zieles ist den Drahtziehern der„Jugend- pflege' jedes Mittel recht, mögen sie sittlich und pädagogisch noch so bedenklich sein. Tie Justiz gegen die Arbeiterjugend. Genosse Kasparek aus Halle hatte im April vorigen JahreS in dem Städtchen Brehna bei Halle eine öffentliche Jugend- Versammlung einberufen und über daS Thema:..Die wahren und falschen Freunde der arbeitenden Jugend" gesprochen. Die Polizei beglückte den Referenten, der die unpolitische Versammlung selbst emberufen und geleitet hatte, mit einem Strafmandat über 29 M. wegen angeblicher Uebertretung des Reichsvereinsgesetzes. Das Schöffengericht in Bitterfeld und die vom Amtsanwalt an- gerufene Strafkammer in Halle mußten jedoch auf Frei- sprechung erkennen, weil beim besten Willen absolut nichts Politisches an der gehaltenen Rede entdeckt werden konnte. Tos Oderlandesgericht Naumburg hob auf die Revision des Staatsanwalts das freisprechende Urteil auf und wies es zur anderweitigen Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Die Straf» kammer hatte nämlich„festgestellt", daß der Redner sozialdemokra- tischcr Redakteur sei und als solcher zur Gründung von Jugend- vereinen aufgefordert habe. Dadurch war nach Ansicht der Revisions- instanz der politische Charakter der Versammlung ohne weiteres gc- gehen. Dieselben Richter, die vorher ein freisprechendes Urteil gefällt hatten, glaubten nunmehr dem deutlichen Wink des Ober- gerichts folgen zu müssen und verurteilten den Angeklagten in der zweiten Instanz zu 10 M. Geldstrafe. Nunmehr legte Genosse Kasparek wieder Revision ein, da die.Feststellungen' zu einer vor- urteilung niemals führen konnten. Hierauf hatte sich auch daS Obcrlandesgericht zum zweiten Male mit der Angelegenheit zu de- schäftigen Und derselbe Strafsenat, der vorher das freisprechende Urteil der Strafkammer aufgehoben hatte, hob auch jetzt wieder das verurteilende Erkenntnis des Vorderrichters auf und erkannte sofort auf Freisprechung mit der Begründung, daß sich das Revi- sionSgericht den Revisionsausführungen des Angeklagten habe voll anschließen müssen.— Fünf Gerichtsverhandlungen wurden inszeniert und Berge von Akten angelegt, weil Polizei, Richter und Staatsanwälte der Meinung sind, in unseren Jugendversammlunocn würde ebenso wie in den natürlich unbehelligten bürgerlichen Jugendvcreincn Politik getrieben. Um so energischer muß der Ruf ertönen: Hinweg mit dem Politikparagraphen aus dem Vereins- gesetz! vis Kvi'Nvn-KnstUfi« Neueste Moden des Verkaufssystems Selbstkostenpreis+ 10 Prozent Nutzen bestehen darin, daß der Käufer dauerhaft und hochmodern gearbeitete Herren- und Knabengarderoben zu außergewöhnlich billigen Preisen erhält. Ueberzeugen Sie sich hiervon, bevor Sie Ihre Frühjahrsgarderobe wählen. Laut unserer beim Amtsgericht niedergelegten Statuten sind wir an diese Vertriebsart gebunden und machen uns strafbar, wenn wir mehr als 10 Prozent auf den Selbstkostenpreis schlagen würden. Im letzteren sind alle Geschäftsunkosten enthalten. Konfirmanden- Anzüge in sämtlichen Preislagen:::::s ss PclIfS'tO'tS Selbstkostenpreis I6«50 24.20_ 32.00 41.00 Anfertigung nach Maß— Vorzüglicher Sitz Verkaufspreis 12.13 26.62 35.20 4-5.I0 Deutsche Bekleidungs- Gesellschaft m. b. H. 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Sounabend, 28. februar 1914. ungehörige Einmischung. nicht nur für die geringen Ausgaben der Kaffe in der erſten Zeit präsidenten v. Jagon. Das Vorgehen der preußischen Regierung gegen die Krankenversicherung der Dienstboten wird immer besser. Wie bereits berichtet, hat der preußische Minister für Handel und Gewerbe in einem Erlaß die Oberversicherungsämter aufgefordert, mit den beteiligten Stadtgemeinden über die Errichtung solcher Krankentassen zu verhandeln, die ausschließlich Dienstboten als Mitglieder haben. Solche Dienstbotenkrankenkassen, bemerkt dabei der Minister, Tennt die Reichsversicherungsordnung nicht. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Die Errichtung solcher Kassen ist sogar unvereinbar mit den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung. Die Reichsversicherungsordnung läßt durchaus nicht jede beLiebige alte oder jede neu zu erdenkende Krankenkasse als KrankenKaffe im Sinne des Gesetzes zu. Vielmehr werden im§ 225 ausdrücklich die Kassen aufgeführt, die einzig und allein als„ Krankentassen nach diesem Geseze" gelten. Das sind Orts-, Land-, Betriebs- und Jnnungskrankenkassen. Daß die Dienstbotenkassen weder Betriebs- noch JnnungsFrankenkassen sind, versteht sich von selbst. Ebenso wenig fönnen sie als Landkrantentassen gelten, da es nach dem Gesetz bloß allgemeine, für alle Landkassenpflichtige des Bezirks bestimmte LandFrankenkassen gibt. Es fragt sich also nur, ob die Dienstboten: frankenkassen als Ortskrankenkassen angesehen werden können, da es neben den allgemeinen Ortskrankenkassen auch besondere Ortsfrankenkassen gibt. Besondere Ortskrankenkassen sind jedoch nur dann zuzulassen, wenn sie bei Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung also am 1. Januar d. J. bestanden haben; neue derartige Kaffen sind ausgeschlossen. Mithin gehören die Dienstbotenkrankenkassen zu keiner jener Gruppen und find deshalb als Zwangskrankenkassen nach der Reichsversicherungsordnung nicht anzuerkennen. Ein Irrenhausprozeß. Telegraphischer Bericht. Ausgaben der Kasse erfordern. Demgemäß müssen die Beiträge Zunächst wurde mir ein Darlehn bei der Kreissparkasse ohne für die Dienstboten so bemessen sein, daß sie den Ausgleich bilden jeden Grund gekündigt. Ich beschwerte mich darüber beim OberMeine Beschwerde wurde aber zurückder Mitgliedschaft, sondern auch für den über den Durchschnitt gewiesen. Weiter beschwerte ich mich auch über das Verhalten des hinausgehenden Betrag der Ausgaben in der späteren Zeit. Sonst Chaussecbau. Auch diese Beschwerde wies Oberpräsident v. Jagow Bürgermeisters Liebetanz in einer Enteignungssache bei einem werden sowohl die anderen Arbeiter als auch später die Dienstboten schroff zurüd. Aus der Antwort des Oberpräsidenten entnahm ich, selbst um so stärker belastet, damit die Herrschaften" um so weniger daß Bürgermeister Liebetanz falsche Berichte über mich beim Oberfür ihre Dienstboten zu bezahlen haben. Deshalb ist hier gegen- präsidenten erstattet haben mußte. Ich erblickte in meiner Behandüber der ungehörigen Einmischung der preußischen Regierung lung die Verfolgung eines Katholiken, zumal ich Unterlagen dafür Vorsicht dringend geboten. hatte, daß auch andere Katholiken in gleicher Weise behandelt worden waren. Deshalb machte ich eine zusammenhängende Eingabe über derartige Verfolgungen von Katholiken an das Oberpräsidium in Danzig. Da tam wieder eine schroffe Absage. Wegen meiner Behauptungen über das Gymnasium in Kulm bekam ich vom Provinzialfollegium eine Antlage wegen Beleidigung. Dann wurde ich 1909 zum Stadtverordneten gewählt. Nach meiner Wahl teilte Thorn, 27. Februar 1914. man mir mit, daß Bürgermeister Liebetanz gegen meine Wahl Das Thorner Landgericht hat sich heute mit dem Beleidigungs- agitiert hätte. Er sollte gesagt haben: Lieber fünf Polen als den prozeß gegen den praktischen Arzt Dr. Schacht aus Kulm in West- Dr. Schacht. Der Bürgermeister erließ auch in den Zeitungen gepreußen zu beschäftigen. Dr. Schacht war mit dem Bürgermeister harnischte Erklärungen gegen mich. Als dann in jener Zeit auch Liebetanz- Kulm aus politischen und zivilrechtlichen Gründen in gehässige Artikel über städtische Angelegenheiten erschienen waren, Differenzen geraten, deren Folge eine Reihe von Prozessen und legte diese Bürgermeister Liebetanz in der Stadtverordneten Etrafanträge gegen Dr. Schacht waren. Es wurden dabei Zweifel versammlung mir zur Last. Ich erkläre aber dazu: Ich habe diese geäußert an der geistigen zurechnungsfähigkeit Dr. Schachts und Artikel nicht nur nicht verfaßt, sondern ich werde auch beweisen, daß es tam schließlich dazu, daß Dr. Schacht auf Antrag des Thorner Bürgermeister Liebetanz fie selbst verfaßt hat in der Abficht, sie mir Streisarztes nach nach der westpreußischen Provinzial- Jrrenanstalt in die Schuhe zu schieben. Die Verhältnisse verschlimmerten sich, Konradstein gebracht und dort fünf Wochen lang auf seinen als Landrat Höhne starb und der neue Landrat Lohe kam, der es stein hat Dr. Schacht dann eine Broschüre veröffentlicht unter dem Zwistigkeiten zwischen Bürgern von Kulm auf der einen Seite und Geisteszustand beobachtet wurde. Ueber seine Erlebnisse in Konrad- mit Bürgermeister Liebetanz hielt. Es entstanden nun immer neue Titel„ Dreffufiaden in Deutschland". Diese Broschüre enthält Landrat Lohe und Bürgermeister Liebetanz auf der anderen Seite. Beschuldigungen gegen die Zeitung der Frrenanstalt Konradstein Es liegt mir daran festzustellen, daß nicht nur ich zwiftigkeiten und gegen die dort amtierenden Aerzte. Ga war bereits einmal hatte mit diesen beiden Herren, sondern auch viele andere Personen ein Termin auf den 22. Dezember vorigen Jahres angesetzt worden. in diefelbe Lage geraten sind. Es entsteht daher die Frage: find Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosen- alle diese Personen krant oder Landrat Lohe und Bürgermeister feld- Berlin, hatte damals die beiden Konradsteiner Aerzte wegen Liebetanz? Befangenheit als Sachverständige abgelehnt. Die gegen die Zurüdweisung des Ablehnungsgefuches gerichtete Beschwerde ist verworfen; darauf ist der heutige Termin anberaumt Die Verhandlung beginnt mit der Es gelangen dann zahlreiche Eingaben und Beschwerden, die der Angeklagte an den Regierungspräsidenten in Marienwerder und an den Oberpräsidenten in Danzig gerichtet hat, zur Verlesung. Diese Schriftstücke enthalten die unter Anklage gestellten Behaup Trotzdem behauptete der Minister in dem Erlaß, daß sich die Bernehmung des Angeklagten Dr. Schacht, tungen des Angeklagten über den Bürgermeister Liebetanz. So Dienstbotenfrankenkassen auf Grund des§ 236 erreichen lassen". der ausführlich seinen Lebensgang erzählt und seine Niederlassung führt der Angeflagte u. a. Beschwerde darüber, daß Bürgermeister Nach dem 2. Absatz dieses Paragraphen kann die oberste Verwal- in Kulm als Arzt schildert. Ich stand mich dort mit den Bürgern Liebetanz durch eine wesentlich falsche Auskunft über die angeblich tungsbehörde für ihr Gebiet oder für Teile davon einzelne Gruppen sehr gut, vermied aber die öffentlichen Gesellschaften, um mich polnische Gesinnung eines Bauunternehmers Witt an die AnsiedeLandkassenpflichtiger den allgemeinen Ortskrankenkassen zuweisen. ganz meiner ärztlichen Tätigkeit widmen zu können. Ich hielt lungskommission in Posen es zuwege gebracht habe, daß Witt keine Auf Grund dieser Bestimmung stellt der Minister in Aussicht, daß dieses Vortrages war die Gründung eines Vereins zur Hebung Vorf.: Ferner werfen Sie dem Bürgermeister Willkürherrschaft vor. Sann einmal einen Vortrag im Hausbesißerverein. Die Folge Aufträge mehr von der Ansiedelungskommission bekommen hat. er Landkrankenkassen dort, wo sie nicht bestehen, errichten lassen des Fremdenverkehrs. Dieser Verein schuf eine 43 Morgen große Womit wollen Sie das begründen? Angefl.: Der Bürgermeister und dann alle Landkassenpflichtige, die nicht zu den Dienstboten Anlage, die heute allgemein im Voltsmunde die Schachthöhe" hat erklärt: ich pfeife auf die Geseze, ich bin der Bürgermeister in gehören, den allgemeinen Ortskrankenkassen zuweisen will, so daß genannt wird. Dadurch kant ich ins öffentliche Leben hinein. Kulm und tue, was ich will. In meinem Hause in Kulm befindet in den Landkrankenkassen nur noch Dienstboten als Mitglieder Schon im Hausbesitzerverein waren mir vielfach Schroffheiten gegen sich eine Restauration. Plöglich setzte Bürgermeister Liebetanz ohne bleiben. katholische Familien aufgefallen und andere Leute sagten mir, daß jede äußere Veranlassung die Polizeistunde für dieses Restaurant Bei der Beratung des§ 236 Abs. 2 hat aber fein Mensch an derartige Schroffheiten gegen Katholiken auch anderswo vorhanden auf 9 Uhr herab und zwei Polizisten mußten auf der Straße auf eine solche Ausnutzung der Bestimumng denfen können. Der feien. So tamen die Landtagswahlen von 1908 heran. Damals und abgehen, um dieses Lokal zu überwachen. Dieser Schlag war Zweck der Vorschrift sollte nach ihrem klaren Wortlaut und Sinne erfolgte der bekannte Zentrumsritt in die Ostmark. Ich bekenne aber gegen mich gerichtet, denn natürlich kündigte der Restaurateur solvie nach ihrer Begründung nur der sein, die Ueberweisung von mich zur Zentrumspartei. Es fand in Danzig anläßlich der mir und ich hatte keinen Mieter mehr. Landtagswahl eine Besprechung der Zentrumsanhänger in den Im weiteren Verlauf der Verhandlung führte der Angeklagte Landkassenpflichtigen an die Ortskrankenkassen zu ermöglichen, nicht Ostmarken statt. Bei dieser Verhandlung waren auch die Ab- u. a. an: Bürgermeister Liebetanz beleidigte andere Hausbesizer aber Landkrankenkassen nur für eine Gruppe der Versicherungs- geordneten Müller- Fulda und Graf Oppersdorff anwesend. Es und mich. Der Landrat Lohe, bei dem ich mich beschwerte, meinte, pflichtigen zu schaffen. Eine solche Kasse wäre überdies eine wurde dort beraten, welche Stellung das Zentrum bei den kommen- als einziger Ausweg bliebe ein Duell zwischen dem Bürgermeister besondere Landkrankenkasse, und eine solche führt die Reichsver- den Wahlen einnehmen sollte. Es wurde der Antrag gestellt, mit und mir. Das Duell lehnte ich selbstverständlich ab. Auf meine ficherungsordnung in ausdrücklicher Abweichung von den Bestim- den Polen ein Wahlbündnis einzugehen. Der Abg. Müller- Fulda weitere Beschwerde beim Regierungspräsidenten wurde mir mitmungen für die Ortskrankenkassen gar nicht als Zwangsfranken- erklärte, daß das gerade der Wunsch des Zentrums wäre. Das geteilt, der Bürgermeister habe nicht die Absicht gehabt, mich zu bes kaffe auf. Die Ausnutzung des§ 236 so, wie es der Minister in Zentrum hätte in Rheinland und Westfalen Schwierigkeiten mit leidigen. Wiederholt habe ich mich über ungerechte Behandlung der den Polen. Wenn wir nun in den Ostmarken ein Bündnis mit Katholiken in Kulm beschwert. So verlangte ich Parität in der Befeinem Erlaß empfiehlt, ist demnach unmöglich, wenn das Gesez den Polen eingehen würden, dann würden die Polen in Rhein- fezung des Lehrkörpers der höheren städtischen Mädchenschule. Die feinem Sinne und Wortlaute nach angewandt wird. land und Westfalen das Zentrum unterstüßen. Ich war für ein Schülerinnen find zur Hälfte Katholiken, zur Hälfte Protestanten. Der Minister begnügt sich vorläufig damit, mit der Errichtung Bündnis mit den Polen. Jedoch beantragte ich, daß die Wahl- Von den 11 Lehrkräften ist aber nur ein Lehrer Katholik. Der der Dienstbotentrantentassen zu drohen. Er verlangt zunächst treise aus dem Bündnis herausgelassen werden sollten, in denen Bürgermeister sagte mir nach, ich wäre ein Hezer und reize die Bericht darüber, ob die Ortskrankenkassen die Beiträge für die die Katholiken nur eine Minderheit bildeten, denn ich befürchtete, katholische Arbeiterbevölkerung unter Mißbrauch der Religion auf. Dienstboten ermäßigen wollen. daß diesen Katholiken aus ihrem Eintreten für die Polen wirt- Man ist mit Beleidigungsklagen gegen mich vorgegangen, hat meine Ueber die Höhe der Beiträge haben die Ausschüsse der Kranken- schaftliche Schwierigkeiten und Nachteile erwachsen würden. Mein Strafanträge aber zurückgewiesen. An Verfolgungswahn leide ich tassen allein mit einfacher Mehrheit zu entscheiden. Wir warnen Antrag wurde aber abgelehnt. In unserem Landtagswahlkreis nicht, sondern werde tatsächlich, wie ich in einer Reihe von Fällen Thorn- Kulm- Briesen sollte ich als Kandidat aufgestellt werden. nachweise, verfolgt. In mir will man das Zentrum treffen. dringend davor, daß sich etwa die Vertreter der Versicherten durch Ich lehnte die Kandidatur aber ab und es wurde darauf der Ab- In der Beweisaufnahme befundete der Bauunternehmer Witt die Drohung des Ministers mit der Errichtung der Dienstboten- geordnete Müller- Fulda als zähltandidat aufgestellt. Während aus Kulm, daß ihm auf Grund der Auskunft, die Bürgermeister frankenkassen einschüchtern lassen. Vielmehr müssen die Vertreter der Walhbewegung tam auch der Abgeordnete Erzberger zu uns Liebetanz der Ansiedelungskommission gegeben hat, schwere wirtdie Sache gewissenhaft prüfen und fic so entscheiden, wie es ihnen in die Ostmark und er sprach auch in Kulm. Nach der Versamm- schaftliche Nachteile erwachsen seien. So habe er einen Auftrag von felbst am zweckmäßigsten erscheint. lung erzählte man mir, daß unser Kulmer Bürgermeister Liebe 65 000 m. verloren. Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld: Haben Bei der Prüfung der Frage ist aber nicht nur das zu be- tanz in der Versammlung gewesen wäre und allerlei abfällige Be- Sie menigstens jest wieder Aufträge bekommen, nachdem sich herausZeuge: achten, worauf der Minister in seinem Erlaß so nachdrücklichst hin- merkungen über den Abgeordneten Erzberger gemacht hätte. So gestellt hat, daß Sie nicht für die Polen agitiert haben? soll er unter anderem gesagt haben:„ Der Kerl ist ja verrückt!", Mein, von diesem Verdacht bin ich nie wieder ganz losgekommen. weist, daß nämlich die Dienstboten in der Regel den Krankenkassen Was redet der da alles zusammen". Ich fiel als Wahlmann durch Troßdem meine zweite Frau eine Deutsche ist, hat Bürgermeister verhältnismäßig geringe Ausgaben verursachen. Ebenso kommt und den Wählern, die mich gewählt hatten, wurden wirtschaftliche Liebetanz noch in letzter Zeit behauptet, daß ich eine Polin geheiratet in Betracht, daß viele Dienstmädchen später als Arbeiterfrauen Nachteile zugefügt. Von nun an datieren meine Zwistigkeiten mit habe und es mit den Polen hielte. in den Krankenkassen Mitglied bleiben und dann um so größere den Behörden. Ueber den Ausgang des Prozesses werden wir berichten. Stilles Gegr. 1867 onut ZENTRALE BERLIN 4 Zweig- Niederlassungen: Magdeburg Halle Cassel Lübeck Rostock Danzig Königsberg i. Pr. Bromberg Posen Görlitz Allein- Verkaufsstellen in vielen Orien • Einsegnungs- Stiefel 1198 für Knaben und Mädchen! Elegant Dauerhaft Preiswürdig! Orthopädische Dr. Lengfellner- Stiefel Das Beste zur Beseitigung von Fußschmerzen jeglicher Art und zur Verhütung von Platt- und Senkfulbildung Vorrätig für Damen, Herren und Kinder Reit- Stiefel Reit- Gamaschen Jagd- Stiefel. 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Abteilung für den 1. Bezirk( Osten) Kurt einig, für den 2. Bezirk( Bentrum) Kaspar Wenzel und Neumann, für den 3. Bezirk Karl Bints. Der Vorsißende ersuchte nunmehr, mit aller Kraft in die Wahlarbeit einzutreten. Den Bericht von der Kreisgeneralversammlung erstattete Genoffe Ziege. Als Bezirksführer für den 2. Bezirk wurde Genoffe Schoß gewählt. Treptow- Baumschulenweg. 28. februar 1914. Die 10 m., geb. 12 M. Charlottenburg. S. Hoffmann, Wilmersdorfer Str. 12 ::: Ecke Schulstraße::: empfiehlt sein reichhaltiges Lager bon guten Ein lester Appell an die Gemeindewähler des britten und die Stimmen unferer Genoffen angenommen, nachdem Genoffe Einsegnungs- Anzügen... 12 Mk... fowie Frühjahrs- Anzüge amb Paletots für Serren und Knaben Maß- Anzüge aus ben beniten 52 M. zu sehr soliden Preisen. an in eigener Betriebswerkstätte. Stoffen Sonntags von 12-2 Uhr geöffnet. Zöpfe a. langem Haar, ca.. 70 cm lang, 50 nur.... Mark wenndig, deren Kosten etwa 4000 M. betragen.-Bei Beratung der Erfolge. 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B. der diätarisch beschäftigten Hilfsarbeiter, der Bureaugehilfen und-gehilfinnen sowie der Diätare regelt, wurde gegen bierten Wahlbezirks, waren die am Donnerstag abgehaltenen, gut- Neumann vergeblich versucht hatte, die Uebernahme der hieraus besuchten, in der Rennbahn( Elsenstraße) und im Gesellschaftshause entstehenden Kosten auf die Gemeinde durchzusehen. Bei einiger ( Baumschulenstraße) tagenden Wählerversammlungen. Die Referenten, Konsequenz hätten sich doch die Herren mit dem vielgerühmten die Genoffen Hartmann und Stißner geißelten noch einmal die sozialen Verständnis sagen müssen, daß es ungerecht ist, den Interessenpolitik der Hausbefizerclique, welche jeder gesunden schlechtest bezahlten Arbeitern einen Bruchteil dessen zu versagen, tommunalpolitischen Entwickelung hindernd in den Weg trete, sowie was man den Beamten ohne weiteres gewährt. das beraltete Dreillaffenwahlrecht, nach welchem 90 Proz. aller Spandan. Wähler in die dritte Abteilung gepfercht und dadurch rechtlos ge macht würden. Hierauf wurden als Kandidaten für den Ortsteil Ueber das Submissionswesen entspinnen sich in jeder StadtTreptow Genosse Müller und für Baumschulenweg berordnetenversammlung lange und heftige Debatten. Die liberale Fraktion in Gemeinschaft mit der Freien Bereinigung treten Räthte aufgestellt. ständig dafür ein, daß hiesigen Unternehmern der Zuschlag auf städtische Arbeiten erteilt wird, wenn dieselben auch nicht Mindest= fordernde sind. Unsere Stadtverordnetenfraftion befürwortete ja bor einiger Zeit im Interesse der großen Arbeitslosigkeit im Holz getverbe, daß der hiesigen Tischler- Innung der Zuschlag auf Türen und Fenster der 3. Gemeindeschule erteilt wurde, trotzdem die Inmung nicht Mindestfordernde war. Mittlerweile ist aber das Intereffe für die hiesigen Arbeitslosen bei der Zuschlagserteilung an hiesige Unternehmer in den Hintergrund gedrängt worden und jetzt kommt nur noch das Interesse für den Profit des Unternehmers in Frage; Spandau ist auf dem besten Wege, im Submissionswesen eine Vetternwirtschaft einreißen zu lassen. Was hat z. B. die Arbeiterschaft für ein Interesse daran, ob eine biefige oder eine Berliner Firma den Zuschlag auf Bauarbeiten erhält, wenn die erstere zur Ausführung städtischer Arbeiten schon wiederholt auswärtige und sogar ausländische Arbeiter herangezogen hat, trotzdem hier genügend Arbeitslose vorhanden waren. Unsere Genossen im Stadtparlament vertreten die Auffassung, nur solchen Unternehmern den Zuschlag zu erteilen, die sich vertrag= lich verpflichten, Arbeiter zu tarifmäßigen Löhnen zu beschäftigen. Um zu verhindern, daß die mindestfordernden Firmen schlechte Materialien verarbeiten und minderwertige Arbeiten liefern, was ja hier bei städtischen Bauten sehr oft vorkommt, verlangen unsere Genossen vom Bauamt scharfe Kontrollierung der Arbeiten. Hierbei würde ja das Bauamt von der organisierten Arbeiterschaft aufs Es wäre angebracht, wenn die bürgerbeste unterstützt werden. lichen Stadtverordneten sich mehr um das Wohl der Allgemeinheit und nicht fast ausschließlich um das der Unternehmer fümmern Eine dringende Mahnung an die Genossen, die Tage bis zur Wahl zur regen Agitation zu benutzen, sowie am Wahltage selbst ihre Pflicht zu tun, bildet den Schluß beider Versammlungen. Die Wahl findet am Sonntag, den 1. März, bon 8-12 Uhr bormittags statt. Es wählt der Ortsteil Treptow in der Turnhalle der Gemeindefchule, Bouchéstraße; der Ortsteil Baumschulenweg in der Turnhalle, Kiefholzstraße. Mariendorf. Der Wahlkampf für die Gemeindewahl ist jetzt auf der ganzen Linie entbrannt. Die sonst feindlichen Brüder haben sich zu einem Mischmasch zusammengetan, um der Sozialdemokratie den Garaus zu machen. Wenn man ihren Versprechungen glauben darf, werden wir das Schauspiel erleben, daß unser Ort demnächst paradiesische Zustände erhalten wird. Nur schade, daß jeht immer noch der Besitz zu Steuern herangezogen wird, doch das muß sich bald ändern. Sozialpolitik ist jest außer Kurs geraten, denn die Sozialdemokratie hat ja 80 Millionen" aufgespeichert, da sie bisher nichts geleistet hat, fann sie mit ihrem aufgespeicherten Gelde alle Arbeitslosen allein unterstützen. Mit solchen und ähnlichen albernen Mäßchen sucht man bei der hiesigen Arbeiterschaft Stimmenfang zu treiben. Unsere Genossen sehen einem solchen Treiben mit der gebührenden Gelassenheit zu. Die Sozialdemofratie ist für den bevorstehenden Kampf gerüstet und wird am Sonntag, den 1. März, dem nationalen" Mischmasch" die wohl berdiente Niederlage bereiten. Nowawed. würden. Eingegangene Druckschriften. Radium und Mesothorium, die neuesten Heilmittel. Vortrag A. Littmann, Oldenburg i. Gr. Bericht über die Tätigkeit des städtischen Untersuchungsamtes hygienische und gewerbliche Zwecke zu Berlin 1912-1913. Drud von W. u. S. Löwenthal, Berlin C. Gespräche im Himmel. Von Friz Mauthner. Brosch. 3 M. Raugraf zu Pfalz. Roman von Margarete Siebert. Die Welt in Waffen. Heft 8-11. Kriege und Kriegsgeschichte. Bon Hugo Schulz. Reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Beit. 60 Hefte a 20 Pf. Jedes eft ist reich illustriert. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Spediteure, Kolporteure fowie direkt der Verlag Buchhandlung Vorwärts, Paul Singer, G. m. 6. H., Berlin, entgegen. Gemeindevertretersigung. Die Gebühren für die Anschlüsse an die Regenrohrleitung sollen vom 1. April d. J. ab eine neue Regelung erfahren, die für einzelne größere Grundbesitzer eine Erhöhung bedeuten, im allgemeinen jedoch eine gerechtere Vertilung der Lasten bringen wird. Während bisher pro Jahr und von J. Bruns. 40 Bf. Grundstück 12 M. erhoben wurden, soll in Zukunft bei Berechnung für der Gebühren der Flächeninhalt der Grundstücke als Maßstab 94 S. dienen. Vom 1. April d. J. ab find zu zahlen für Grundstüca bis 2000 Quadratmeter Größe pro Quadratmeter 2 Pf., für jeden Karilu weiteren Quadratmeter 1 Pf. mehr. Der Mindestfab beträgt jedoch 438 S. 6. Müller, München. 12 M. Beim Punkt Bergebung der Ausführung der Hausanschlüsse für die Brauchwässerkanalisation für die Jahre 1914-16" debattierte man zunächst längere Zeit darüber, ob in Anbetracht der unvermeidlichen Erörterung persönlicher Sachen nicht doch geheime Beratung geboten sei. Siergegen wandten sich jedoch in energischer Weise Herr Reiff und Genosse Neumann; letterer be- Der moderne Metallarbeiter. Ratgeber für Dreher, Schloffer und tonte, daß es sogar Pflicht der Gemeindevertretung sei, über die Maschinenbauer. Von D. Schwenn. 3 M. E. Herrmann, Berlin, FruchtSubmission öffentlich zu verhandeln, damit die Einwohnerschaft straße 51. erfahre, aus welchem Grunde ein Unternehmer, der bisher die Das normale und das krante Segualleben des Mannes und übertragenen Arbeiten zur Zufriedenheit ausgeführt habe, jetzt bes Weibes. Von Dr. J. Kitaj. 35 S. Anzengruber- Berlag, Wien. trop der niedrigsten Forderung die ausgeschriebenen Arbeiten nicht erhalten soll. Der Vorsitzende begründete seinen ablehnenden Standpunkt dem betreffenden Unternehmer gegenüber damit, daß Radfahrertarten bor allem ortsansässige Handwerker berücksichtigt werden müßten; auch sei es nicht immer zweckmäßig, dem Mindestfordernden den 81 Zuſchlag zu erteilen. Da aus dem Berlauf der Debatte hervor ging, daß die Grörterung persönlicher Angelegenheit nicht zu umgehen war, so wurde die Beschlußfassung über die Zuschlagserteilung doch in den nichtöffentlichen Teil verlegt.- Im Orts. teil Bergstüden macht sich eine Erweiterung der Kanalisation notWanderkarten hält stets vorräfig Lindenstr. 69( Laden) Buchhandlung Vorwärts Pa. Roß- Fleisch und-Wurst Gehacktes Pfund 40 Pfg., Schmorfleisch 45 Pfg. Schöneberg, Prinz- Georg- Str. 9. Schlachtpferde zahle höchste Preise. Julius Großmann. 12.-M. Doppelzopf ,, Edith" 90 cm lang nur 5.-M. Doppelzopf ohne Kord., 110 cm lg., nur Vorführung ohne Kaufzwang.- Weibl. Bedien. 5% vergüte bei Vorzeig. dieser Annonce. Haarhaus Richard Laub, Neukölln, Berlin.St.103, a.Herm.-Pl. Fspr. Neuk. 1751 Belle- Alliance- Str. 95, zwisch. Baruther u. Gneisenaustr. Fernspr. Idu. 142. Separ. Salons für Haarfärb., Kopfwaschen, Ondalleren usw. Man verlange diskrete Zusendung der Illustr. Preisliste. 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