Nr. 64. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Mr. 1983. Immer feste druff! Freitag, den 6. März 1914. haben sich zahlreich unter diesen Sündern befunden und mit den meisten von ihnen verhielt es sich wie mit jenem deutschen Kaiser des Mittelalters, der auf einen gröblichen Sprach schnitzer aufmerksam gemacht, barsch erwiderte, ein Kaiser stehe supra grammaticam, über der Grammatik. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. gißt dann ein Gast, das ihm gegebene Blatt mitzunehmen und das wird mehr als einem passieren und bedecken sich dann die Tische langsam mit solchen Druckschriften, dann erfüllt die gefährliche Rote Woche doch ihren Zweck und Polizei, Landrat, Den Genossen im Lande aber wird dieses Vorgehen der Es weht ein scharfer politischer Wind in den preußischen Straffammern! Die Staatsanwälte fahren schweres Geschütz Aber es enthüllt die schwache Position der preußischen Regierungspräsident und Minister sind machtlos, das zu hindern. gegen die Kämpfer der Opposition auf und auch die Richter Justiz in diesem Kronprinzen- Beleidigungsprozeß, daß sie zu scheinen sich den erfrischenden Grundsay: Immer feste druff! folchen Beweisstücken ihre Zuflucht nehmen muß. Freilich preußischen Regierung ein kräftiger Ansporn sein, die Rote zu eigen zu machen. Vor wenigen Tagen erft ist die Ge- würde sie auch mit einer noch bedenklicheren Argumentation Woche zu einem glänzenden Erfolge der Sozialdemokratie zu genossin Rosa Luxemburg mit grausamer Strafe belegt den rauschenden Beifall der echtpreußischen Leute einheimſen. ſtalten. Man fürchtet die Sozialdemokratie, man worden, weil sie den Lebensnerb des Staates", den Milita- Diese strupellofen Bursche wollen eine politische Justiz, die flammert sich an alte verstaubte Gesezesbestimmungen, rim die rismus, angetastet haben soll und gestern hat das Berliner ordentlich dazwischen pfeffert, eine Justiz, die sich nicht nach Agitation zu hindern. Man bietet Gendarmen und Polizistea aufLandgericht gegen den Schriftsteller Hans Leuß sechs den Grundsäßen objektiven Rechts, sondern nach den Staats- alles umsonst! Die Sozialdemokratie spottet dieser ohnmächtigen " " Monate Gefängnis ausgesprochen wegen angeblicher Beleidi- notwendigkeiten", das will sagen: nach den Interessen der Versuche, sie im Fortschreiten aufzuhalten. Diesen Beweis wird die gung des deutschen Kronprinzen. Wegen angeblicher jeweils herrschenden Sippe richtet. Diese strupellosen Beleidigung, denn wer mit der nötigen Unbefangenheit den Bursche jauchzen hell auf, daß die Schonzeit vorüber tote Woche erneut erbringen: Biele Tausende neuer Mitberbrecherischen" Artikel Wilhelm der Lette?" in Nr. 2 und die Treibjagd auf Sozialdemokraten und ähnliches glieder und viele Tausende neuer Refer des„ Vorder Welt am Montag" liest, wird darin richtige Folgerungen Gelichter wieder eröffnet ist. Jegt heißts, einen an- wärts" werden das Ergebnis sein. Alle offiziellen Kampfansagen aus richtigen Tatsachen in Fülle, aber nimmer eine Beständigen Streckenbericht zustande zu bringen. Roja gegen die Rote Woche werden nur dazu beitragen, den Triumph der Leidigung" des Thronerben finden. Im schlimmsten Falle uremburg- ein Jahr Gefängnis! Hans Leuß- Sozialdemokratie zu erhöhen. wird man anerkennen müssen, daß es hier nur so aus dem Walde herausschallte, wie hineingerufen wurde. " Ein neues Polizeigeset. sechs Monate Gefängnis! Und morgen zieht man von neuem auf die Pirsch, denn auch gegen den Genossen Meyer vom Und Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen und des Vorwärts" und gegen Herrn 3epler vom Freien Weg" Deutschen Reiches, liebt es, fräftig und laut in den Wald wird in den nächsten Tagen der Staatsanwalt das Pathos hineinzurufen. Als simpler Sterblicher hätte er noch lange seiner sittlichen Entrüstung wegen angeblicher Kronprinzen- setzes betreffend Abänderung einiger Paragraphen der GewerbeUnter dem harmlos klingenden Titel: Entwurf eines Ge nicht das wahlfähige Alter erreicht, da begann er schon beleidigung ausströmen lassen. Und muß es nicht den konser ordnung" ist dem Reichstage ein Gejebentwurf 3'agegangen, der sich bemerkbar zu machen und schmähte die größte Partei des vativen Demagogen gelingen, den letzten Spießbürger im als außerordentlich schlimmes Polizeigesetz bezeichnet werden muß. Landes als„ Elende", eine Erscheinung, die nicht so ganz be- faulſten Ofenbanfwinkel mit solchen Urteilen gegen das deutsche Der Entwurf will die Verhältnisse im Gasttvirt ß- und Schantfremdlich wirken konnte, denn die Weisheit, daß wie die Alten Republikanertum auf die Beine zu bringen? Dieser Spießer gewerbe einer Neuregelung unterziehen und enthält gleichzeitig fungen, so die Jungen zwitschern, wird auch an dem Tor von Hohen- angenehme Gilde kennt Friedrich Wilhelm nur aus dem Kien- Borschriften über die Veranstaltung von Singspielen, Gesängen zollernschlössern nicht außer Straft gesetzt. Dann betätigte er topp: wie er in elegantem Sprung über Hürden jetzt, wie er und deklamatorischen Vorträgen, Vorführung von Personen oder sich hier und betätigte sich dort, und wenn man des Kron- mit„ Cilly" ach Jotte doch!- den Morgenkaffee Tieren oder theatralischen Borstellungen, bei denen ein höheres prinzen Leben nur aus der Perspektive des Films ansah, war nimmt, wie er arme Jungens in die Ferienkolonie schickt, Interesse der Kunst oder Wissenschaft nicht obwaltet, ferner Lichtes ein geistig nicht sehr inhaltreiches, aber liebenswürdiges und und wie er sich überhaupt vor Leutseligkeit nicht zu frisches Dasein, das sich hier abrollte. Tennisspiel, Schwadrons- lassen weiß. Und da kommen diese widerwärtigen radikalen pielen, die in Wirtschaften oder sonstigen der Deffentlichkeit zu exerzieren, Festessen, Steinbockjagden, spiel, Bataillonsererzieren, Festessen, Damwildjagden und Filzpantoffeln aus und mit dem konservativen Stimmzettel zum Betriebe einer Gast- oder Schantwirtschaft die Bedürfnisfrage ein Kind, Polo Revoluzzer und bejubeln uns unsere heiligsten Gefühle- die gänglichen Räumen dargeboten werden. Das neue Gesetz bestimmt, daß allgemein beil der Genehmigung noch ein Kind, Tennisturnier, Regimentsererzieren, Festessen, an die Urne! Hurra! so flossen die Lage des Aber das deutsche Volt besteht nicht nur aus Spieß: Gastwirtschaft darf nicht erteilt werden, wenn der Nachsuchende nachgewiesen werden muß. Die Erlaubnis zum Betriebe einer Tigerjagden und ein drittes Kind so flossen die Tage des fünftigen deutschen Staisers und Königs sanst und lieblich da bürgern, und dichte Massen zwischen Memel und Belt, zwischen nicht die erforderliche Zuverlässigkeit in bezug auf den Gewerbehin, um den talmudischen Vergleich zu brauchen, wie ein Haar, Rhein und Alpen werden sicherlich von solchen Urteilen zu der betrieb besikt, insbesondere wenn zu befürchten steht, daß er das das man durch die Milch zieht. Aber nicht umsonst rollt das Erkenntnis aufgerüttelt, daß es mit einer republikanischen Gewerbe zur Förderung der Völlerei, des verbotenen Spiels, der Blut Friedrich Wilhelms IV. und Wilhelms II. in den Adern Staatsverfassung doch nicht so ohne ist und daß Hehlerei, der Unsittlichkeit oder zum Vertriebe verfälschter oder des jungen Herrn, und ab und an regte sich der stürmische auch die Losung: Losung:" Immer feste druff!", wenn denn verdorbener Nahrungs- oder Genußmittel mißbrauchen werde. Der Drang unter der verschnürten Husarenjacke, nach außen poli- schon einmal Farbe bekannt werden muß, sich hören Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus darf weder mit einer tisch zu wirfen. Der fleine Kreis, in dem er sich dem An- lassen fann. Wenn Herr v. Oldenburg darum Schantwirtschaft mit nicht geistigen Getränken, noch mit einer schein nach sehr wohl fühlt und in dem er vertraute Be- ein wahrer Freund des Kronprinzen ist und ihn nicht nur als Speisewirtschaft zusammen betrieben werden. Die Landeszentralziehungen anknüpfte, stand mit seinen landläufigen Anschau- Werkzeug für den gefunden Egoismus" seiner Klassengenossen behörde kann im Interesse der Gesundheit und ber Aufrechterhal ungen dem Empfinden des deutschen Volkes so fern wie nur betrachtet, müßte er ihm in seiner derben Deutlichkeit sagen: tung der guten Sitten und des Anstandes in den Gast- und möglich. Tonangebend war in diesem Streise jener saftige Voll- Königliche Hoheit, für den fünftigen Kaiser ist es nicht ganz Schantwirtschaften, insbesondere über die Zulassung, die Beschäf blutjunker von Januschau, der lieber heute als morgen des die rechte Art, sich die Liebe der deutschen Volksmassen zu er- tigung und die Art der Entlohnung weiblichen Personals BeDeutschen Reiches Verfassung auf eine ostelbische Mistgabel werben, indem er mit den Stalpen ihrer Wortführer seinstimmungen treffen. Der Ausschank von Absynth oder verwandten spießen und auf einen ostelbischen Misthaufen schleudern Wigwam schmückt. Und Tennisspielen ist besser als Tele- Getränken kann beschränkt oder ganz verboten werden. Diese Bemöchte. Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, graphieren. Denn wenn es auch niemanden zum Mon- stimmungen finden auch Anwendung auf Vereine, die den gemeina, wer du bist! Kein Wunder denn, daß dieser Friedrich archismus bekehrt, so treibt es doch auch niemanden zum Wilhelm keinen Schimmer des üblichen Stronprinzenliberalismus Republikanismus. ausstrahlte, sondern daß er sich ganz im Sinne der ostelbischen Herrenrasse auswirkte, wenn einmal in seiner Brust der Mut feine Spannkraft übte. Das geschah besonders, als er dem Oberst von Zabern, der einer Aufmunterung wahrhaftig nicht bedurfte, die berühmt" gewordenen Telegramme fandte: " Bravo!" und" Immer feste druff!" Mobilmachung gegen die Rote Woche. schaftlichen Einkauf von Lebens- und Wirtschaftsbedürfnissen zum Zweck haben; besonders werden darunter die Konsumbereine verstanden werden müssen. Die fünftig vorgeschriebene Erlaubnis zum Betriebe von Singspielen, Lichtspielen usw. ist zu versagen, ipenn gegen den Nachsuchenden Tatsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, daß die beabsichtigten Veranstaltungen den Gesezen oder Nun könnte man interessante Vergleiche anstellen und Soeben erhalten wir die vertrauliche Mitteilung, daß die den guten Sitten zuwiderlaufen werden oder wenn der Nachfragen: Wenn es Aufforderung zum Ungehorsam gegen die preußische Regierung Anweisung gegeben bat, unsere suchende die erforderliche Zuverlässigkeit nicht nachzuweisen vermag; ferner dann, wenn der den Verhältnissen des Bezirks entGesetze war, was die Genossin Rosa Luxemburg getan, Arbeit in der Roten Woche so viel als möglich zu erschweren. Die sprechenden Anzahl von Personen eine solche Erlaubnis bereits was ist dann, angesichts von Reuters nachgewiesen unge- Regierungspräsidenten haben dieser Anordnung der preußischen Re- erteilt ist. Auch für diese Betriebe wird sonach die Bedürfnisfrage setzlichem Treiben, die Aufpeitschung: Immer feste druff!? gierung dadurch Folge gegeben, daß sie an die Landratsämter durch eingeführt. Aber wie immer die Antwort auf diese Frage lauten mag, einen geheimen Erlaß die Anweisung gaben, die Gendarmen und Gewerbsmäßige instrumentale Musikaufführungen jeder Art eines ist sicher: wer mit so unterstrichener Geberde sich poli- Bolizeibehörden sofort zu beauftragen, in der Roten Woche alle und gewerbsmäßige phonographische Vorführungen in Schankwirttisch vordrängt, der muß auch eine nicht ganz sanfte Stritit plakate der Sozialdemokratie, die in den Wirtschaften ausgehängt schaften oder anderen öffentlichen Orten können verboten oder be bertragen können. Ein Kronprinz, der nur Tennisbälle über In der Begründung wird ausgeführt, daß strengere Vordas Nez schleudert, hat berechtigten Anspruch darauf, nur hin werden sollten, fofort zu tonfis zieren und über die Anhänger schränkt werden, wenn die Nachbarschaft erheblich belästigt wird. und wieder im Sportteil der Presse aufzutauchen; aber ein ein Strafmandat zu verhängen. Das Vorgehen gegen die schriften über den Betrieb von Gastwirtschaften erlassen werden Thronerbe, der so bedenkliche Telegramme wie das an den Rote- Woche- Plakate soll gegründet werden auf§ 9 des alten müssen, weil besonders in den größeren Städten oft solche PerKommandeur der 99er in die Welt schleudert, darf nicht ent- preußischen Preßgesetzes vom 12. Mai 1851. sonen zu diesem Gewerbe greifen, die wegen unzureichender rüstet sein, wenn sich die Leitartikel liebevoll mit den lebhaften Dieser durch das Reichspreßgesez leider nicht beseitigte alte Rest Charaktereigenschaften Arbeitslust in anderen UnterAeußerungen seines Tatendranges beschäftigen. aus der Reaktionszeit verbietet politische Plakate; gestattet sind nehmungen Schiffbruch gelitten haben und die Hoffnung hegen, Dies und nicht mehr geschah in dem Artikel der Welt nur Ankündigungen nichtverbotener Bersammlungen, Ankündigung von als Wirt auf leichtere Art bei einem gewissen Wohlleben ohne am Montag", dessen Autorschaft Hans Leuß jetzt mit Vergnügungen oder Plakate, die sich mit gestohlenen, verlorenen ernstliche Arbeit ein Auskommen zu finden. Solche Wirte find es sechs Monaten in einsamer Sterkerzelle büßen soll. Logisch Sachen, Verkäufen usw. beschäftigen. Auch Geschäftsplakate, die zumeist, die durch Duldung und Förderung der Völlerei und Unwurde da ausgeführt, daß mit solchen Sprüngen der Stron- zum Zwede der Reklame auf politische Vorgänge Bezug nehmen, zucht, namentlich auch durch Heranziehung weiblicher Bedienung, prinz lediglich Wasser auf die die Mühlen der repu blikanischen Propaganda leite. Die Strafkammer aber fab fallen unter das Berbot des preußischen Preigesetzes. s ist kein tämpfen will. Es steht zu befürchten, daß unter diesen Umständen in diesen Ausführungen nur Ausdrücke der Mißachtung, 3Bweifel, daß Anzeigen wegen Anschlagens politischer plafate auch auch die politische Gesinnung des um eine Konund die böswillige Absicht der Ehrverlegung und billigte dem zur Bestrafung der„ Missetäter" führten. Aber der§ 9 verbietet eiiion Nachsuchenden zum Anlaß genommen Angeklagten nicht einmal mildernde Umstände zu. Allerdings nur, daß Plakate angeschlagen oder„ in sonstiger Weise öffentlich wird, ihm die Konzession zu verweigern. Der Gefeßentwurf weckt die Urteilsbegründung nicht den Eindruck, als hätten die ausgestellt werden. Das Verteilen von Druckschriften will einer Anzahl offenbarer Schäden entgegenwirken, so z. B. dem Richter leicht und glatt die Begründung für die Mißachtungs- in geschlossenen Räumen ist von einer polizei- ueberhandnehmen der Animiertneipen; gleichzeitig aber räumt er und Ehrverlegungsabsicht des Angeklagten gefunden. Als eine lichen Erlaubnis nicht abhängig. Wenn der preußische der Polizei soviel Rechte ein, daß es fünftig tatsächlich vom Bebesondere Niedertracht wurde Herrn deuß sogar die Fest Polizeiminister mit seinen Truppen gegen die Rote Woche zu Felde lieben der Polizei abhängen wird, ob jemand eine Gast- oder schied von den Totenkopf- Husaren der Drang des Gefühls zieht, so können die Gendarmen wohl darüber wachen, daß politische Schankwirtschaft betreiben darf oder nicht. In der Begründung wird weiter darauf hingewiesen, daß auch des Kronprinzen Herrschaft über die Sprache erschüttert Blakate nicht an die Säulen und nicht an die Häuſer kommen. Sie durch den Gefeßentwurf auch die sogenannten Kaffeeschänken, johabe. Im Hause des Gehängten soll man nicht vom Strick fönnen wohl auch in der einen oder anderen Gastwirtschaft ein an weit in ihnen Unjittlichkeit vorkommen, und ferner die unter dem reden, und ausgerechnet preußische Juristen sollten lieber nicht die Wand angeschlagenes Plakat konfiszieren", aber sie können Namen„ Bouillonkeller" bestehenden Betriebe unterdrückt werden baran erinnern, welche Sünden oft gegen den heiligen Geist nicht hindern, daß Drudichriften, die sich auf die Note Woche be- sollen. Außerdem will man den Weinstuben, Teesalons, Bars usw. der deutschen Sprache begangen werden. Auch Hohenzollern ziehen, in den Räumen der Gastwirtschaften verteilt werden. Ver- zu Leibe gehen, soweit in ihnen Kellnerinnen beschäftigt werden. schwere Mißstände hervorrufen, gegen die der Entwurf an= Em Vorteil ist es dagegen, dag der Eniwurf der Behörde die Mög- lichkeit gibt, vorzuschreiben, daß der Unternehmer dem weiblichen Personal einen festen Lohn zahlen muß und die Entrichtung von irgendwelchen Abgaben nicht fordern darf. Das Verbot' des Han- delns mit Absynth wird damit begründet, daß durch den Genuß dieses Getränkes schwere Gesundheitsschädigungen eintreten. Soweit sich die Vorchristen, gegen die H n e m a t o g r a p h i- fchcn Unternehmungen wenden, wird in der Begründung dargelegt, daß manche dieser Veranstaltungen auf die Jugend ebenso vergiftend einwirken, wie die Schmutz- und Schundliteratur. Die Begründung ist so unschlüssig und so dehnbar, daß man die Befürchtung' nicht von der Hand weisen kann, daß schließlich die Polizeibehörde das neue Gesetz noch dazu verwenden würde, um kinematographische Vorführungen zu unterdrücken, die im Jnter- esse der freien Jugendbeivegung veranstaltet werden. Soll der Entwurf Gesetz werden, so mutz er gründlich um- gearbeitet werden; vor allen Dingen ist es absolut untunlich, die Befugnisse der Polizeibehörde noch weiter zu vermehren, ganz ab- gesehen davon, daß der Zweck, de» das neue Gesetz verfolgt, am besten dadurch erreicht würde,' oaß man die Volksauftlärung fördert und die soziale Lage der Schichten, die ausgebeutet werden, hebt. Gesterrdchischer Jammer. Aus Wien wird uns vom 4. März geschrieben: Am Donnerstag soll das Abgeordnetenhaus wieder zu- saminentreten, nachdem es im Juni entfernt werden mußte, um dem§ 14 Platz zu inochen. Aber die Aussichten, mit denen die Frühjahrstagung eröffnet wird, sind die denbar schlech- testen: iin Hintergrunde lauert die O b st r u k t i o n und allen Ernhtes wird bereits von der Auflösung des arbeitsun- fähigen Hauses geredet. Kein Mensch könnte zwar sagen, was mit der Auflösung an der Krankheit, die ja außerhalb des Parlaments ihren Sitz hat, geändert werden könnte: aber die Äegierung, die auflöst, denkt dabei weniger ans Parla- ment ols an sich. Sie kommt scheinbar aus der Sackgasse, und so lange das neue Haus nicht da ist, bleibt fite im Amte. Und d ci s ist den österreichischen Regierungen, wie sie sich, unterstuHt von dem hohen Alter des Kaisers, herausgebildet haben, htmte die Hauptsache. Dys'.Unheil kommt diesmal, wie schon oft, von Böhmen her. Dort ist, wie man vielleicht noch weiß, das verfassungs- mäßige Lpben seht Jahren verschüttet. Ter Landtag war von seiner Geburt her obstruiert, und zwar so gründlich obstruiert, daß er; es in den fünf Jahren seines Bestehens nicht einmal zur Konstituierung brachte. Die Finanznöte des Landes wur'den schließlich so arg, daß sich die Regierung zum> Eingreifen entschließen mrißte: sie löste den Landtag im Sommer des vorigen Jahres auf, beseitigte den gewählten autonomen Landesausschuß und fetzte das Land gleichsam unter Sequester, indem die Verwaltung in die Hände einer von der Reginrung aus Beamten der Statthalterei gebildeten Verwaltungsk.tzmmission übertragen wurde, der, um die ärgsten Finanzschwulitäten zu beseitigen, namhafte Steuer- exhöhungen bewilligt wurden. Inzwischen wurden die Ver- suche fortgesetzt, ztvischen den hadernden Nationen einen Aus- gleich zustande zu bringen, der die Wiederaufrichtung des Landtqgö ermö glicht hätte. Diese Versuche wurden um so dringender, als die Dschechen, die die Beseitigung der auto- nonren Landesuerwaltung als eine schwere Demütigung empfinden, als eine Depossedierung ihres„glorreichen KönigSeichs" erk.Iärt hatten, ohne böhmischen Landtag werde es keinen Reichswt gehen: eben infolge ihrer Obstruktion gegen das Bugjdetprovisorium mußte das Parlament im Januar heimgesckjickt werden. Die Versuche sind aber auf der ganzen Linie gescheitert. Tie Regierung Stürgkh hatte sich hinreißen lassen, in den Vorlagen, die sie den Unterhändlern als„Material" unterbreitete, dem tschechischen Standpunkt nach der Zweispj.achigkeit in ganz Böhmen mehr als nötig entgegenzukonrm« n— wohl deshalb, um die Tschechen von der Obstruktion abzubringen—: dadurch hat sie aber wieder den Furor der deutschen geweckt, die nun am letzten Sonntag in Prag das Vcnhandeln auf der Grundlage dieser Vorlagen rundweg abgelehnt haben. Hierbei hat die Gereiztheit der deutschböhmischen Wähler infolge des unfruchtbaren fünf- jährigen Obstruktionskrieges natürlich Anteil: auch spielen die Eifersüchteleien zwischen den deutschbürgerlichen Parteien mit. denen es allen an Ernst und Verantwortlichkeitsgefühl fehlt, und die alle nur daran denken, vor den Wählern als die „Radikaleren" dazustehen. Wie sehr diese Parteien des deut- scheu Bürgertums von Demagogie verseucht sind, offenbart sich auch in ihrer geradezu krankhaften Wut gegen die So- zialdemokratie; während die tschecksisch-bürgerlichen Parteien die Beiziehung der Sozialdemokraten zu den Ausgleichsver- Handlungen geradeaus forderten, machten die Deutschbürger- lichen aus dem Fernhalten der deutschen Sozialdemokraten von den Ausgbeichskonferenzen geradezu eine Kabinettsfrage! (Nebenbei bemerkt, haben die Separatisten der Einladung entsprochen, obwohl die deutschen Sozialdemokraten danach nicht eingeladen wurden:j!in neuer Beweis ihrer Auffassun- gen von proletarischer Solidarität!) Jedenfalls steht die Sachlage so, daß der Ausgleich in immer weitere Ferne rückt, daß man heute nicht einmal an Verhandlungen über den Ausgleich denken kann! Nun kommt das Parlament wieder zusammen und kann wieder sofort vor dem Dilemma stehen: ohne Landtag kein Reichsrat! Vielleicht würde aus diesem Dilemma ein Wechsel der Regierung den Ausweg weisen— dies um so mehr, als die Regierung Stürgkh total anfge- braucht ist, im ganzen Parlanient nicht einen rechtschaffenen Anhänget hat und schon längst mit ihrem Witz zu Ende ist. Aber daß er ein Hindernis sei, fällt dem Grafen Stürgkh nicht ein. und von der Krone ist ein Eingreifen, wie es vor- mals geschah, als ein stütziges Kabinett zu beseitigen war, nicht mehr zu erwarten. So steht man den Dingen einfach wehrlos gegenüber. Die Sachlage verschärst sich noch, weil der Reichsrat wieder einmal den Militarismus roboten soll: es soll eine namhafte Kontingentserhöhung beschlossen werden, man braucht die Ermächtigung zu einer Anleihe von einer halben Milliarde, da durch die Rüstungen während des Balkankrieges die Kassen bis zur Neige ausgeschöpft siüd, uird schließlich sollen dreihundert Millionen für strategische Bahnen in Bos- nien bewilligt werden. Das alles ist freilich ohne Reichsrat nicht zu machen: wenn es aber mit dem Reichsrat auch nicht geht? Ueberhaupt ist die gesamte Situation des Habsburger- reichs unsäglich düster. Tie Möglichkeit kriegerischer Ver- Wickelungen, nach mehreren Fronten, hängt wie eine schwere Gewitterwolke über dem gequälten und zerrissenen Reich. Trotz der äußerlichen Ruhe ist der ganze Süden innerlich im Abfall begriffen. Der Hochverratsprozeß gegen die ungari- schen Ruthenen, die Höllenmaschine in Debreczin sind wahre Flammenzeichen: mit deni Schreckensregiment der magyari- schen Oligarchie sind die zentrifugalen Kräfte, die nun auch in Ungarn wach werden, nicht zu bannen. Das schlimmste ist freilich die erschreckliche Unzulänglichkeit des Regierens in beiden Ländern: man denkt nur noch an den Augenblick, und von einer die EntWickelung überschauenden Einsicht ist nichts zu bemerken, lieber das ganze Staatswesen breitet sich eine wahre Hoffnungslosigkeit, die alles niederzwingt und gegen die kein Elan, keine Kampffreudigkeit aufkommt. Das Ge- fühl, in einem Sumpf zu leben, der alles Lebendige in seinen Schlamm zieht, übermannt nun jedermann in diesem Staate. Tie Obstruktion. Wien, S. März. Das Abgeordnetenhaus ist heute wieder zusammengetreten. Vor dem Uebergaug zur Tagesordnung ergriffen die Abgeordneten Kramarcz und Stanek das Wort und gaben eine Tarstellung der Ausgleichsverhandlungen. Der Präsident entzog beiden nach wiederholten Aufforderungen, einen Antrag zu stellen, unter dem Lärm ihrer Parteigenossen schließlich das Wort. Auch dem nächsten Redner Baxa(tschechisch- radikal) wurde das Wort entzogen, wobei die Tschechen großen Lärm machten, indem sie mit den Pultdeckeln klopften. Der Präsident unterbrach darauf die Sitzung. politische Leberflcht. Die Ostmarkenzulagen. AuS dem Reichstag, 5. Februar. Ein Beweis für die Nichtachtung, mit der die Reichsregicrung das Reichs- Parlament behandelt, ist die Tatsache, daß die Ostmarken- zulagen für Postbeamte, die berüchtigte KorrnptioNsprämie im Nationalitätenkampf, vom Reichstag 1912 und 1913 gestrichen wurden und gleichwohl wieder im Etat für 1914 erschienen. Zwar wurden sie in der Budgetkommission schon ausgemerzt, aber unermüdlich, zäh und zudringlich wie sie sind, suchen die Hakatisten sie mit Anträgen in der Etats- lesung im Plenum wieder herzustellen. Vergebliches Bemühen! Aber ehe zwei namentliche Abstimmungen— der trockene politische Chronist verweist hier auf die Schilderung der Schreckensszenen an der Spitze der Berliner Nachrichten— alle Hoffnungen der eingeschworenen Polenfresser zuschanden gemacht, tobt der Kampf der Wagen und Gesänge um die Ostmarkenzulagen. Der Junker Westarp, der„gelernte" Junker Mertin und der Nationalliberale Schlee redeten den„nationalen" Parteien wie einem kranken Gaule gütlich zu und beschworen sie, die ganz„unpolitischen" Vorlagen doch zu bewilligen, ober die Genossen N o s k e und Ledcbou r, der ein lebhaftes Tirailleurgefecht nicht nur gegen die Haka- tisten, sondern auch gegen den Präsidenten Paasch« führte, machten ihnen einen Strich durch die Rechnung, indem sie den politischen Charakter dieser Prämien dartaten. Nach den Schrcckensszenen bei der namentlichen Ab- stimmung verebbte die Debatte wieder in Einzelfragen und Einzelwünschen. Morgen kommt das Postscheckgesetz dran. Abgeordnetenhaus. Ter Weiterberatung de? Handelsetats ging am Donnerstag im Abgeoröneterchanft: Mc Erledigung des Gesetzentwurfs über die Erweiterung des Stadtkreise? Dortmund voran. Einem konservativen Antrage, der zwei wichtige Landgemeinden von der Eingemeindung ausgeschlossen wissen wollte, widersprach nicht nur der Regierungsvertreter, sondern auch eine Reihe von Rednern aus dem Hause, darunter Genosse H u e. der unsere grundsätzliche Stellung zur Eingemeindungsfrage darlegte und untgx spezieller Bezugnahme auf die Dortmunder Verhältnisse den Zechenherren zu Leibe rückte. In Wahrnehmung der Interessen der Arbeiterschaft verlangte unser Redner Maßnahmen dagegen, daß das Barlgelände den Zechenbesitzern zur Errichtung von Werks- kolonien überlassen wird. Wie unangenehm die Ausführungen des Sozialdemokraten den Sachwaltern de? Grubenkapitals waren. bewiesen die Zwischenbemerkungen der Abgg. Dr. C r e m e r lnatl.) und K n u p e(natl.), die zu verstehen gaben, daß die Zechenherren, da sie die meisten Steuern zahlen, auch das selbstverständliche Recht haben, ihre Herrschaft in der Gemeinde in rücksichtsloser Weise auszuüben. Der Gesetzentwurf gelangte schließlich unter Ablehnung der konservativen Anträge in zweiter und dritter Lesung unverändert zur Annahme. Die hierauf sortgesetzte Generaldebatte zum Etat der Handels- und Gewerbeverwal tuug bewegte sich in den hergebrachten Gleisen. Die Herren Dr. Pieper(Z.), Dr. Schroeder-Kassel(natl.) und Krause- Waldenburg(fk.) überboten sich förmlich in MittelstandSretterei. Wäre dem Handwerk mit schönen Redensarten geholfen, dann hätte es heute noch goldenen Boden. Schade nur, daß die Taten dieser scheinbar dem Handwerk so freundlich, gegenüberstehenden Herren mit ihren Worten nicht in Einklang zu bringen sind. Wenn man durch eine verkehrte Wirtschaftspolitik dem schon sowieso schwer um seine Existenz ringenden Handwerk nicht nur die Lebenshaltung, sondern auch die Produktionskosten verteuert, dann wird man mit einer Regelung des Verdingungsivesens u. dgl. auch nichts aus- richten. Besonders tat sich der Iheduer der Nationalliberalen her- vor, der zur Abwechslung wieder einmal einen erhöhten Schutz der Arbeitswilligen forderte und sich gegen einen weiteren Ausbau der Sozialpolitik, vor allem gegen die Ein- führung einer Arbeitslosenversicherung, aussprach. Als ob die Nationalliberalen es noch nötig hätten, ihrer arbeiter- feindlichen Gesinnung bei jeder Gelegenheit Ausdruck zu verleihen. AuS der Erwiderung des Ministers ist nur die �Erklärung zu erwähnen, daß der zweite Teil des Gesetzes zur Sicherung der Bausorderungen erst nach einer Reform des ersten Teils eingeführt werden soll. Nachdem Mg. Menke(Vp.) den reaktionären Handwerker- forderungen in einigen Punkten entgegengetreten war, wurde die Beratung auf Freitag vertagt. . Erledigt? Wie�jne Reihe von Blättern, die gute oder qar unfehl- bare Informationen zu haben behaupten, übereinstimmend versichern, soll der preußische L a n d w i r t s ch a f t s- minister Freiherr von Schorlemer-Lieser plötzlich in Ungnade gefallen sein, so daß sein Rücktritt bevor» stehe. Es wird dabei angedeutet, daß die Ursache zu dem Verlust der kaiserlichen Gunst mit der Politik absolut nichts zu tun habe, also auf persönlichen! Gebiet liege. Was eigentlich dahinter steckt, wird in der Presse schwerlich mitge- teilt werden, wenn darüber auch in den parlamentarischen Couloirs genug geklatscht wird. Aber persönliche Dinge gehen schließlich auch die Oeffentlichkeit nichts an. Daß sie trotzdem bei uns einem Minister das Genick brechen können, während Minister die Mißtraiiensvoten dar Parlamente lachend abschütteln dürfen, ist nur wieder einmal ein Zeichen und Symptom unserer Zeit und unserer preußisch-deutschen Zustände I Herr v. Schorlemer galt eine zeitlang sogar als Günstling des Kaisers und als Anwärter auf den Reichskanzlersitz. Durch feine reaktionären Taten, sein Wettern gegen das Koalitionsi recht der Arbeiter und seine famose Erklärung der Flcischnot (die Arbeiterfrauen verstünden nicht Gemüse zu kochen) hatte er sich das reaktionäre Wohlwollen ja auch redlich verdient. Er war deshalb auch der Mann der Junker, während das Zentrum trotz seiner katholischen Konfession weniger von ihm erbaut war und wegen feiner Ostmarkenvolitik sogar in ziem- lich heftige Kollision mit ihm geriet. Aber nicht Gunst oder Ungunst einer Partei sollen ja den Sturz"des Mannes verursacht haben, der noch in letzter Zeit ernstlich zum Statt- Halter von Elfaß-Lothringen in Aussicht genommen war, son» dern Vorgänge durchaus privater und privatester Natur. Das Wolffsche Depeschenbureau hat zwar die Blätter- Nachricht über die Erschütterung der Stellung des Landwirt- schaftsministers als völlig„frei erfunden" erklärt, allein auf Meldungen von dieser Stelle ist nachgerade wirklich nichts mehr zu geben. Das christlichsoziale„Volk" des Lizentiaten Mumm, die„Gerinania" und die„Tägliche Rundschau", die es besser wissen wollen, dürften wohl triftige Gründe für ihre Behauptung haben. Herr v. Schorlemer kann um so geruhiger seine Minister- Pension verzehren, als er mit irdischen Glücksgütern reichlich gesegnet ist und aus seinen Weinernten allein jährlich mehrere hunderttausend Mark löst._ Kasernentragödien. Zu der von uns im Montagsblatt des„Vorwärts" gebrachten geheimnisvollen Angelegenheit des getöteten Rekruten E m m e l u t h vom Dragoncrregiment Nr. L in M e tz kann das„Bochumer Volks- blatt" noch folgendes berichten: Zwei Mann erhängt. Einer davongelaufen. Zu der Angelegenheit des Rekruten Heinrich Emmeluth aus Gerthe geht uns noch ein wichtiges Dokument zu. Ein Freund deS Toten schickt uns einen an ihn gerichteten Brief vom 28. November 1Sl3, der ein psychologisches Beweisstück bildet zur Beurteilung der Frage nach der Todesursache. Wir teilen aus dem Briefe unter Weglassung der für unsere Frage nebensächlichen Mitteilungen über familiäre Verhältnisse die entscheidende Stelle yrit: „Das Soldatenleben läßt wenig freie Zeit. Wenn dieser schrecklich viele Appell in Kleidersachcu nicht wäre, dann ginge es noch. Das nimmt alle fteie Zeit weg, immer putzen und sticken. Fußdienst haben wir wenig, höchstens nachmittags ein bis zwei Stunden; sonst immer Stalldienst. Morgens haben � wir immer Reiten; das macht auch nicht so viel Spaß, wie man wohl denkt. Wir sind auch schon mehrmals ausgeritten nach einem größeren llcbungsplatz. Wenn man dann bei dem Regen- Wetter wieder zurückkommt, hängt einem auch der Dreck bis oben auf dem Rücken. Bei uns ist bis jetzt einer ausgerückt und zwei haben sich das Leben genommen.(Innerhalb zwei Monatenl Red.) So schlimm ist es aber eigentlich nicht, daß man solche Sachen zu machen braucht. Hebers Essen kann ich auch gerade nicht klagen,'»nd wenn es mir mal zu arg wird, denk' ich höchstens, blast mir auf den Kopf; ich meine aber nicht das Essen." Die zwei hervorgehobenen Sätze sind äußerst kennzeichnend. Der Dienst in dieser Eskadron ist sö schwer, daß Emmeluth, der eben erst etwa zwei Monate im Dienst ist, schon v» n drei Mann berichten kann, die das Leben nicht mehr ertragen konnten. Einer ist fahnenflüchtig geworden und macht sich damit möglicherweise für sein ganzes Leben unglücklich. Zwei Mann aber habe?, radikal ein Ende gemacht und Selbst- mord durch Erhängen verübt.... Die Oeffentlichkeit hat von den drei Fällen, die Heinrich Emme» luth in dem Briefe erwähnt, anscheinend nichts erfahren. Es wäre aber dringend notwendig, bei der Eskadron einmal nach dem Rechten zu sehen. Bisher scheint man den Vorgängen, obwohl sie doch dienstlich den Vorgesetzten bekannt geworden sein müssen, nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Die rasche Wiederholung solcher Dramen läßt wenigstens auf sehr mangelhafte Beaufsich. tigung schließen._ Wo liegt die Schuld? Da3 dumme Zivilvolk hat sich darüber entrüstet, daß vor einigen Tagen in Metz der Leutnant Haage im Duell von dem Ver- führer seiner Frau totgeschossen wurde. Es meinte, das Ehren- gericht, dem beide Teile unterstanden, hätte den Zweikampf verhindern sollen. Da ist eS interessant, zu erfahren, welche Regel die noch jetzt gültige Kabinettsorder vom 2. Mai 1874 für solche und ähnliche Fälle aufstellte. Sie schrieb u. a. vor: „Auf ehrengerichtlichem Wege soll wegen eine? Zweikampfes nur dann gegen Offiziere eingeschritten werden, wenn der eine oder der andere der Beteiligten bei dem Anlaß oder dem Austrag der entstandenen Privatstreitigkeit gegen die StandeSehre gefehlt hat. Dies muß insbesondere in dem immerhin möglichen Falle geschehen, wenn ein Offizier in frevel- hafier Weise einem Kameraden ohne jede Veranlassung eine schwere Beleidigung zugefügt haben sollte. Denn einen Offizier, welcher imstande ist, die Ehre eines Kameraden in frevelhafter W e i s e zu verletzen, werde ich ebensowenig in meinem Heere dulden, wie einen Offizier, der seine Ehre sticht zu wahren weih." Statt jeden Offizier, der die Ehre eines Kameraden in frevel- hafter Weise angreift, kurzerhand für satisfaktionsunfähig zu er- klären und sofort vor das Ehrengericht stellen zu lassen, erlaubt die Kabinettsorder also noch ein Duell und schafft auf diese Weise eine Gelegenheit, bei der der ftevelhast in seiner Ehre Angegriffene von seinem Beleidiger auch noch totgeschossen oder schwerverwundet werden kann. Daran hat auch die vielgerühmte Kabinettsordcr vom 1. Januar 1897, von der behauptet wurde, sie bekämpfe die Duelle wirksam, nichts geändert. Für das Metzer Duell ist also in erster Linie die Kabinetts- order vom 2. Mai 1874 verantwortlich, die auch zu den militärischen Reliquien gehört, auf die man absolut nicht verzichten will. Verbrecherpolitik. Die Rüstungshetzer mimen stets nationale Begeisterung. Sie haben keine größere Sorge als die, das Vaterland in der Wehr- fähigkeit überlegen zu machen. So behaupten die patentierten Patrioten, die Erbpächter der Vaterlandsliebe. Das hindert sie aber nicht im mindesten, den anderen Staaten(die für sie Erb- und andere Feinde sind) die besten Kanonen, Panzerplatten, Gc- schösse und sonstige Kriegsmaterialien zu liefern. Häustg sogar billiger, als sie das Vaterland bekommt. Dadurch werden Staaten, die angeblich immer aus der Lauer liegen, um Teutschland zu über- fallen, in ihrer Wehrfähigkeit gestärkt. Das bedeutet naturgemäß eine relative Schwächung der Kriegstüchtigkeit Teutschlands, jlnd für solche Tätigkeit verlangen unsere Hurrapatrioten auch noch die Anerkennung,„Schützer und Förderer der nationalen Arbeit" zu sein! Daß die planmäßige Förderung der militärischen Rüstungen des Auslandes zum System gehört, das kommt in einem Artikel der ultramontancn„Köln. V o I k s- Z t g." (Nr. �182) in selten deutlicher Weise»um Ausdruck. Die letzten mit Heißa und Hussa durchgedrückten unerhörten Militärforde- rungen in Deutschland wurden auch mit Hinweis auf die un- gewöhnliche Stärkung der Kriegstüchtigkeit und deutschfeindliche Stimmung in Frankreich begründet. In der vordersten Reihe der Rüstungsfanatiker standen die Ultramontanen. Nach Annahme der größten je erlebten Militärforderungen zogen sie gleich Jahr- marktsschreiern durchs Land und priesen sich selbst als Retter des Vaterlandes. Recht haben die Schwarzen insofern, als sie be- haupten, ohne ihren Hurrapatriotismus wäre die ungeheuerliche, tveltverhetzende Erweiterung des militärischen Apparates nicht beschloffen worden. Aber Schwindel ist es, wenn man versichert, das Rüsten sei Friedensabsichten entsprungen und dem Bestreben, die Wehrfähigkeit Deutschlands dem Auslande gegenüber zu er- höben. Anders wäre das Verhalten des genannten Blattes voll- ständig unverständlich.� Es erhebt nämlich gegen die französische Regierung die heftigsten Vorwürfe, weil sie die Kriegstüchtigkeit der französischen Armee nicht auf der Höhe halte, sie vielmehr in gefährlicher Weise verloftcrn lasse. Vor Annahme der letzten Militärvorlagen in Deutschland erzählte man dem Volke das Gegenteil. In welch niederträchtiger Weise das ultramontane Blatt, das sich mehr und mehr zu einer Hauptverireterin aller kapitalistischen Raubinteressen entwickelt, zu neuen Rüstungen in Frankreich auf- zuputschen sucht, lassen ihre nachstehenden Auslassungen erkennen: „Das soeben noch vom französischen Kricgsminister als voll- kommen für den heutigen Stand ausreichend bezeichnete L e b e l- gewehr 86/98 ist so recht kennzeichnend für republikanische Wirtschaft. Immer wieder ist an der schon bei ihrer Einführung uberholten Waffe herumgebessert worden, etwas Vernünftiges ist aber nicht herausgekommen. Das Röhrenmagazin unter dem Schaft ist gänzlich veraltet.... Das französische F c l d g e s ch ü tz 9 7 galt früher als ein zwar reichlich schweres, aber sehr gelungenes Muster mit großer Geschoßwirkung und sehr flacher Flugbahn. Heute zwingt die Leere des Schlachtfeldes bekanntlich, wie schon öfter aus- einandergesctzt wurde, die Feldartillerie, Ziele hinter Deckungen, in Bodenwellen und hinter Hängen zu beschießen. Das deutsche Feldgeschütz, und zumal die leichte Feldhgubitzc, sind dazu durch- aus in dijr Lage. Um das französische Feldgeschütz hierfür zu befähigen, benutzt man einige Auskunftsmittelchen, um die Ge- schoßgeschwindigkeit zu verlangsamen und dadurch die Flugbahn stärker zu krümmen. Nun stimmen aber die Brennzünoerzahlen nicht mit der veränderten Flugzeit der Geschosse, und cS waren sehr schwierige Rechenexempel nötig, um hier Klarheit zu schaffen. . Schließlich mußte man zu der Granate mit Anscblagzündung seine Zuflucht nehmen. Für die Neubeschaffung der Feldartillcrie wären 499 bis 999 Millionen Franken das mindeste, lvas er- forderlich wäre. Dazu kommt der gänzliche Mangel einer schweren Schlachtartillerie, wie sie bei Uns seit Jahren fix und fertig organisiert ist. Die vier Rimaitho- Haubitzen bei jedem Korps sind veraltet....." Skrupelloser als das hier durch ein nationales deutsches Blatt geschieht, kann der Chauvinismus in Frankreich selbst nicht durch die wildesten französischen Kriegshetzer und Beutepolitiker aufgeputscht werden. Daß sich da? ultramontane Blatt nicht von Friedensliebe oder von der Absicht leiten läßt, das Uebergewicht der Wehrmacht auf die deutsche Softe, zu bringen, das kann in diesem Falle der Blinde mit dem Krückstock fühlen."Zwei Beweg- gründe leiten das Blatt. Einmal übt es Rache gegen die französische Regientug, weil'stt nicht nach der klerikalen Pfeife tanzen will, und weiter leistet das Zentrumsorgan mit der Aufstachelung des Rüstungswahnwitzes im Auslande den Panzerplattenpatrioten hier und dort Portemonnaiedienste, die zu Gegenleistungen der- pflichten. Wehe. den Völkern, wenn sich klerikale Herrschsucht mit kapitalistischer Beutegier paart! Der Staatsanwalt will sein Opfer. Infolge öer Kritik, die sowohl im Reichstag wie im Landtag an der Verurteilung der Witwe Hamm in Flandersbach geübt wurde(sie wurde wegen Beihilfe zur Ermordung ihres Mannes zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt), hatte die Elberfelder Straf- kammer beschlossen, Frau Hamm wieder auf freien Fuß zu setzen. Die Frau ist entlassen■worden, aber hiergegen hat am Donnerstag der Staatsanwalt von der Elberfelder Staatsanwallschaft Be- schwerde eingelegt. Daß der Staatsanwalt in der gegenwärtigen Situation, wo alle Welt von der Unschuld der Frau Hamm und dem Fchlspruch oer Geschworenen überzeugt ist, noch Beschlverde erhebt, erscheint unerfindlich._ Gegen die Kientöppe. Die württembcrgische zweite Kammer nahm in zweiter Lesung mit 59 gegen 31 Stimmen ein Lichtspielgesetz an. Die sozialdemo- kratischen und die fortschrittlichen Abgeordneten stimmten gc- schlössen dagegen. Das genannte Gesetz enthält unter anderem Be- stimmungen über das Jugendschutzalter, das, der Kbmmissions- fassung entsprechend, auf 17 Jahre festgesetzt wurde. Weiter be- schäftigt es sich mit der Prüfung der Lichtstrcifen nach sittlichen, ästhetischen und religiösen Gesichtspunkten durch die Landesstelle sowie mit der örtlichen Nachprüfung durch die Polizeibehörde. ES enthält Vorschriften über die Zulassung von Lichtstreifen nach dem Ausscheiden der beanstandeten Teile, über die Vorführung von Jugendvorstcllungen und über die Bekanntmachung von Vorstellungen durch Aufrufe und Plakate und schließlich Straf- bcstimmungen für Verstöße. England. Die liberalen Reformen. London, 3. März. Unterhaus. Die Homerule- bill wurde unter lautem Beifall der Liberalen und Natio- nalisten wieder eingebracht, ebenso der Gesetzentwurf für die Trennung der Kirche voin Staat in Wales und der Gesetzentwurf für die Abschaffung der Plural- st i in m e n bei den Wahlen. Schweden. Auflösung des Reichstages. Stockholm, S. März. In beiden.Fammgrii des Reichstages wurde beute folgendes schreiben des Königs Gustav ver- lesen: Da ich aus der Sorge für die Sicherheit dcS Reiches heraus, die meine königliche Pflicht ist, mich veranlaßt gesehen habe, dem Volke Gelegenheit zu geben, durch Neuwahlen zur Zweiten Kammer seine Ansicht über die B e r t e i d i g u n g s f r a g c auszusprechen, habe ick beschlossen, den Reichstag auszulösen und im ganze» Reiche Neuwahlen zur Zweiten Kammer anzuordnen. Ich werde später die Zeit bestimmen, wann der Reichstag aufs neue zusammentreten soll. Rußland. Gegen die Alarmistcn. Petersburg, 4. März. Das Organ des Finanzministeriums er- klärt m seiner Ausgabe vom S. März: Tie Kölnische Zeitung hat am 3. März eine Nachricht über angebliche Kriegsvorbe-' reitungenRuhlandsan der Westgrenze veröffentlicht. Diese Nachricht hat an den Börsen lebhaste Unruhe erzeugt. Wir sind in der Lage, formell zu erklären, daß die Nachricht jeder Begrün- dung entbehrt. Hinter zarischcu Kerkermanern. Vor mehreren Wochen wurden zehn politische Gefangene des Zuchthauses von S a r a t o w, die unter der Anklage eines Flucht« Versuchs vor Gericht standen, freigesprochen oder zu wenigen Tagen Einzelhaft verurteilt, weil die Verhandlung ein erschreckendes Bild der Zustände in diesem Kerker zutage gefördert hatte. Dieser Tage standen 47 andere Gefängene desselben Kerkers unter der gleichen Anklage vor Gericht. Sämtliche Angeklagte erklärten, sie hätten den Fluchtversuch ausschließlich zu dem Zweck inszeniert, um die Oeffent- lichkcit aus die furchtbare» Zustände im Gefängnis, insbesondere in der Weberei des Gefängnisses, aufmerksam-zu machen, in der sie zur Arbeit gezwungen würden. Vor Gericht wurde festgestellt, daß die Arbeitenden in der Weberei in dichte Staubwolken gehüllt waren und der Lungenschivindsucht zum Opfer fielen. Die Sterblich- keit im Gefängnis war ungeheuer. Der Gefangene R j a b i ch erklärte, die Gefängnisinsassen seien bereit gewesen, ihr Leben zu opfern, um die Ueberführung nach einem anderen Gefängnis zu er- zwingen.„Ich weiß— erklärte er— daß man mich heute wegen meiner Aussage in den Karzer sperren wird. Ich halte es aber nicht länger au-Z. Die eisernen Fußfesselu haben mir bereits die Knochen zerrieben!" Das Gericht— wohlgemerlt einGeschwornengericht, das bei politischen Prozessen ausgeschaltet ist— sprach sämtliche Angeklagte freil Merika. Verhaftung von Arbeitslosen. New Dork, 5. März. Einhundertneunzig Männer und eine Frau aus Jndustriearbeiterkreisen, die das Recht auf Speisung und Unterbringung in den Kirchen beanspruchten, sind verhaftet worden, als sie in eine katholische Kirche während des Fastengottesdienstes eindrangen und großen Lärm verursachten. Japan. Ministerkrise. Tokio, S. März. Große Bedeutung wird der Tatsache beige» messen, daß der Premierminister und darauf Fürst T o k u- g a w a in besonderer Audienz empfangen worden sind, und der Kronrat zu einer besonderen Versammlung einberufen wurde. Gut unterrichtete Kreise bringen den Namen des Fürsten Tokugawa mit der Nachfolge D a m a m o t o s als Premioeiijimste'r in Verbindung. Letzterer wird möglicherweise d e m i s s'tsitw i c r e n, weil der Flottenotat seitens des Oberhauses um 70 jMillionen Den herabgesetzt worden ist. �> /tos öer Partei. Ein Vorspiel zur Noten Woche. Die Genossen im Wahlkreise Duisburg-Mühlheim haben bereits am vorigen Sonntag mit der Werbearbeit begonnen. Ihre Arbeit hat schon reiche Früchte getragen. 1231 neue Abonnenten waren bis zum Dienstag morgen bei der„Nieder- rheinischen Äcbeitszeitung" gemeldet. Das kleine ■Städtchen Mörs im Nachbarwahlkreise MörS-Rees brachte 259 neue. Abonnenten. Auch die Zahl der gewonnenen Partei- Mitglieder, ist über alles Erwarten hoch. Reaktionäre Mobilmachung gegen die Rote Woche. Während die preußische Regierung offiziell gegen die Rote Woche vorgeht, bietet man in Sachsen den reaktionären Landsturm gegen unsere Arbeitswoche aus. In Chemnitz hatten die deutsch- nationalen Arbeitervereine die Absicht, eine Demonstration gegen die Rote Woche zu veranstalten. Zu diesem Zwecke beriefen sie eine öffentliche Versammlung ein, in der ein gewisser Voigtländer über die Sozialdemokratie und ihre Ziele reden wollte. Schon eine Stunde vor Beginn hatten die Chemnitzer Arbeiter den Saal be- setzt. Das Häuflein Gelber in der Mitte des Saales nahm sich recht trostlos aus. Vor der Rede des Sozialistenvernichters Voigt- länder versicherte man sich der unbeschränkten Redefreiheit, die auch bis zum Umfange einer Stunde gewährt werden mußte. Dann stieg der Deutschnationale auf die Tribüne und erzählte allerlei Geschichten über die Sozialdemokratie, die ihm den Erfolg ein- brachten, daß er von der Versammlung kräftig ausgelacht wurde. In der Diskussion lieh der sozialdemokratische Redner den Voigt- länder förmlich Spießruten laufen. Die Versammlung wurde dann vom Gen. Müller mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Rote Woche geschlossen. Ten Unternehmersöldlingen wurde so noch erspart, sich um die Leitung der Versammlung weiter zu bemühen. Personalien. In die Redaktion der„Dortmunder Ar- b ei t e rz e i tu ng" ist mit dem 1. März Genosse F. Meyer au Hannover eingetreten. Die Redaktion besteht jetzt aus den Ge- nossen Bredenbeck, Mehltch, Heußler und Meyer. polizeiliches, Gerichtliches usw. Pvcßprozeß wegen Bcrlctzuiig des Urheberrechts. Der Schriftsteller und Ebefredakieur Dr. jur. Schönlhal in München. Heraus- gcb' einer Korrespondenz, halte gegen das Harburger„Volksblatt" uizeige beim Slaalsanwalt wegen unberechtigten Abdrucks einer Notiz aus seiner Korrespondenz erstattet, zuvor aber eine Bezahlung der Notiz gefordert und auch erhallen. Das Geld, 2 M., ist von Schönthal angenommen worden. In der Verhandlung vor dein Landgericht in Stade bezeichnete der Vorsitzende dos Verhalten des Schöntbal als unschön. Ge- nasse Schubert, der das Verhalten Schönthals als eine besondere Art literarischer Freibeuterei charakterisierte, wurde entgegen dem Antrag des Staatsanwalts, der auf Bestrafung plädierte, frei- gesprochen. Di« Kosten wurden der Staatskasse und ein Teil dem Dr. jur. Schönthal auferlegt. Soziales. Neberstunden und Schadensersatz. Gestern stand vor der Kammer 8 des Gewerbegerichts die Deutsche Vuchdruckcrei- und BcrlagShauS A.-G. als Klägerin und forderte Schadensersatz von zunächst zwei Arbeitern ihrer Buch- binderciabteilung. Eines Tages waren in der Abteilung infolge der Entlassung eines Arbeiters Differenzen ausgebrochen. In der Mittagspause hielt das Personal eine Versammlung ab, um dazu Stellung zu nehmen. Gleichzeitig verhandelte die Geschäftsleitung mit dem Vertrauensmann. Die Streitfrage wurde geregelt und dem Per- fonal die Bedingung gestellt, bis spätestens K3 Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen. Weil aber die Firma erst gegen 2 Uhr die Verbandsleitung gerufen battc, war die Betriebsversammlung bis dahin noch nicht zu Ende. Erst kurz vor 3 Uhr erschien das Personal zur Arbeit, wurde jetzt aber nicht von der Firma zugelassen. Die erneuten Verhandlungen führten endlich dazu, daß um 8 Uhr de« Betrieb fortgesetzt werden konnte. Sofort erboten sich die Arbeiter der Buchbinderei freiwillig und unentgeltlich Ueberstunden zu machen, um die Zeitversäumnis auszugleichen und Schaden zu ver- hüten. Die Ueberstunden wurden auch prompt geleistet. Dennoch fordert die Firma Schadenersatz, der ihr dadurch erwachsen sei, daß die Sendungen nach außerhalb durch beschleunigtes Eilgut befördert werden mußten. Der Klageanspruch beträgt 192 M. Dieser Betrag würde sich auf 67 Personen verteilen. Durch den Packmeister wurde bekundet, daß am fraglichen Tags die Expedition sich um zirka 2 Stunden verzögerte infolge ver- fpätcter Lieferung aus der Buchbinderei. Vor dem Tarifschicdsgericht wurde der Schadensersatzanspruchj mit Stimmengleichheit abgelehnt. Das Gericht kam zur Klageabwcisung mit der Begründung Z wenn die Beklagten nicht verhindert worden wären, um 3 Uhr ihre Arbeit aufzunehmen, dann wäre der Schaden nicht entstände:«, *« * Die klägerifche Firma scheint übrigens auch sonst eigenartigö Ansichten über den Arbeitsvertrag zu haben. Sie läßt z. B. Ar- beiterinnen, die morgens 5 Minuten zu spät kommen, erst um 8 Uhr anfangen und verlangt am Abend eine entsprechende unent- geltliche Neberarbeit. Der Firma ist vom Schiedsgericht aufge- tragen worden, diese Bestimmung auS ihrer Arbeitsordnung zu beseitigen._. /tos Industrie und Handel. Gegen die Nachtarbeit. Zu den Aktiengesellschaften, die die höchsten Dividenden aus« schütten, gehört die Kontinentale Kautsch uk-Kom Pag« nie in Hannover. Auch in diesem Jahre wird sie wieder 45 Proz. Dividende an ihre Aktionäre verteilen. Infolge der' starken Zu- nähme im Verbrauch von Kautschuk(in der Elektrizitätsindustrie, für die Automobilindustrie) stieg der Geschäftsgewinn von 11,96 auf 14,79 Millionen Mark. Zu offenen Abschreibungen werden davon allein 3,6 Millionen Mark verwandt. Die Gesellschaft war dadurch in der Lage, ihre Beteiligung an brasilianischen Unternehmungen zur Gewinnung von Rohgummi voll abzuschreiben. d. h. den bedeutenden Wert dieser Beteiligung in der Bilanz zu streichen. Die Steigerung des Gewinnes ist besonders bemerkens- wert, da im vergangenen Jahre die Einkaufspreise für Rohgummi und die Verkaufspreise für Gunnnifabnkate stark gefallen sind. Die Verwaltung gibt dazu an, daß diese Verhältnisse durch die bedeutende Zunahme der Umsätze ausgeglichen worden seien:„Die Beschäftigung war außerordentlich stark. Nur durch die Zuhilfenahme von Nacht» arbeit während eines großen Teiles des Jahres gelang es uns, die vorliegenden Aufträge zu bewältigen." Der Stahlwerksvcrband teilt über die Geschäftslage mit, daß der Februarversand gegen Januar einen Rückgang zeigt. Die Be« schäftigung bei den Jnlandabnehmern von Halbzeug hat keine Steigerung erfahren. Am Auslandsmarkt ist nach einer vorüber« gehenden größeren Kauflust auch wieder Ruhe eingetreten. Der Be« darf an Eisenbahnmaterial ist durch neue Bestellungen der Staats« und Privalbahnen wieder gestiegen, so daß sich der Gesamtbedarf für 1914 höher stellen wird als in den letzten Jahren. Auch von den in Aussicht genommenen beträchtlichen Bahnneubauten in den afrika« »ischen Kolonien erhofft der Stahlwerksverband belangreiche Aufträge. Das Geschäft in Formeisen(für Bauzwecke) hat sich bis jetzt nicht entwickeln können, da die Bautäligkeit trotz der Verbilligung des Geldes noch nicht wesentlich stärker geworden ist. Doch übersteigt der Frühjahrs-Jnlandversand bereits den des Vorjahres. Letzte Nachrichten. Die Liga zur Verteidigung von Elsaß-Lotliringen. Straßburg. 5. März.(W. T. B.) Heute hat im Landtags. gebäude eine Sitzung der neugegründeten„Liga zur Verteidigung von Elsatz-Lothringen" zur Schaffung eines Satzungsent- Wurfes stattgefunden. Danach ist der Z w e ck d e r L i g a: 1. Un« begründete Angriffe und Verdächtigungen, die gegen Elsaß-Lothrin» gen und seine Bewohner erfolgen, geziemend zurückzuweisen und richtigzustellen. 2. In erforderlichen Fällen eine strafiechtliche Ver« folgung derjenigen in die Wege zu leiten, die einen Widerruf der von ihnen, ausgestreuten unrichtigen Behauptungen und Beleidi« gungen verweigern. Mitglied kann jeder Reichsangehörige werden« Der österreichische Parlamentskonslikt. Wien, 5. März.(W. T. B.) Die„Neue �reie Pressemeldet: Wie in informierten parlamentarischen Kreisen ver- lautet, wird die Negierung, falls sie durch die parlanlentarischs Situation zu einer neuerlichen Vertagung des Hauses ge- zwungen werden sollte, dieBeschaffungdererforder- lichen Geldmittel im Wege des 8 14 sicher- st e l le n. In der betreffenden kaiserlichen Verordnung dürfts die Negierung ermächtigt werden, eine schwebende Schuld auf- zunehmen. Und zwar sollen langfristige Schatzscheine aus- gegeben werden. Diese Maßnahme wird jedoch frühestens nach Ostern verwirklicht werden. Abflauen des Aufstandcs in Epirus(s Wien, 5. März.(W. T. B.) Die albanische Korrespondenz meldet aus Valona, daß im Auftrage von Zografos, dem Präsi« deuten der provisorischen Regierung in Eptrus, durch den aus Delvino eingetroffenen Pascha Mehmed Ali Verhandlungen wegen! Gewährung nationaler Garantien für die griechischen Minder- heiten in NordepiruS begonnen haben. Die Leiter der epirotischerl Bewegung würden bei Erfüllung ihrer Forderungen, der Besetzung der Albanien zugesprochenen Gebiete, keine weiteren Schwierig- ketten machen. Man sehe die Verhandlungen als Folge des Ein« greifens der griechischen Regierung an. Russische Unterdrückung der Finnländer. Petersburg, 5. März.(W. T. V.) Das Bezirksgericht haS den Bürgermeister von Wyborg, Zimmermann, und die Ratsmänner Godelheim und Wuolinen, die des Widerstandes gegen das Gesetz betr. die Gleichberechtigung der Russen in Finnland angeklagt waren, zu acht Monaten Gefängnis verurteilt und ihnen die Be« rechtigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von! zehn Jahren aberkannt. Wuolinen wurde dem Gericht vorgeführt und erklärte, auf keine Frage antworten zu tvollen, da die Ange« legenheit nicht der Zuständigkeit russischer Gerichte unterliege. Tic! anderen Angeklagten waren nicht erschienen. In einer ähnliches Angelegenheit, in der der Wyborger Bürgermeister Ehrbom und dieselben Ratsmänncr angeklagt waren, fällte das Bezirksgericht ein gleiches Urteil. Obstruktion gegen die Deportationsbill. Kapstadt, 5. März.'(W. T. B.) In der heutigen Sitzung des Parlaments übten die Vertreter der Arbeiterpartei bei der Weiter- beratung der Jndemnitätsbill Obstruktion, indem sie bei jedem der deportierten Arbeiterführer gesondert die Zurücknahme des Ausweisungsbefehls beantragten, in dem die Deportierten als „unerwünschte Elemente" bezeichnet werden. Alle Anträge wurden abgelehnt und der gesamte Ausweisungsbefehl nach vierundzwanzig« stündiger ununterbrochener Sitzung angenommen, Oeffentliche politische Versammlungen. Frauentag Sonntag, den 8. März 1914, nachmittags 2 Uhr: Geffentliche Frauen- Versammlungen Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59 Happoldts Brauerei, Hasenheide 32/38 Graumann, Naunynstr. 27 Süd- Ost, Waldemarstr. 75 Berlin. Konzert- und Festsäle, Koppenstr. 29 Schweizergarten, Am Königstor Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10 Berliner Bockbrauerei, Abt. II, Chauffeestr. 64 Frankes Festsäle, Badstr. 19 Pharus- Säle, Müllerstr. 142 Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24 Referenten: Toni Breitscheid, Otto Büchner, Dr. Oskar Cohn, Frau Dr. Christingen- Tobler, Emil Dittmer, Hugo Haase, Paul John, Hugo Poetzsch, Heinrich Ströbel, Dr. Hermann Weyl, Klara Weyl. 3 Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Baekestr. 7. Restaurant Neue Mühle( Inh. Thormann). Adlershof Restaurant Otto Ziege, Bismarckstr. 29. Groß- Lichterfelde Restaurant Wahrendorf, Alt- Glienicke 3um aerturut.chäfer. Königs- Wusterhausen, Wildau- Niederlehme, Senzig- Zernsdorf Baumschulenweg" Gesellschaftshaus", Baumschulenweg 78. Neukölln Bartsch, Hermannstr. 49. Berlin- Britz Gesellschaftshaus", Chauffeeftr. 97. Bohnsdorf- Grünau Restaurant Falkenruh " 99 99 ( Villa Kahl), Inh. E. Bakofzer. 99 Charlottenburg„ Boltshaus", Rosinenſtr. 3. Köpenick Stadttheater, Friedrichstr. 6. " Hohenstaufenfäle", Kottbuser Damm 76. " Passage- Festfäle", Bergstr. 151/152. „ Petri- Festsäle, Knesebeckstr. 113. Waldhaus, " Berliner Str. Schöneberg Neue Rathausfäle", Meininger Str. 8. Steglitz- Friedenau Birkenwäldchen Schützenstr. 4. Tempelhof- Mariendorf Restaurant Tivoli, Trebbin Gesellschaftshaus"( Inh. Schulze). 3% Uhr. Treptow Rennbahn", Elsenstr. 115/116. Wannsee Fürstenhof", Königstraße. Nieder- Schöneweide, Johannisthal Berliner Str. 81. Wilmersdorf Bittoriagarten", Wilhelmsane 114. Nowawes estaurant Singer, Priesterstr. 31. Zehlendorf, Gesellschaftshaus"( Inh. W. Mied), Karlstr. 12. 13 Uhr. Referenten: Anna Aufhäuser, Hermann Barenthin, Dr. A. Bernstein, Gertrud David, Paul Dupont, Wilhelm Düwell, Karl Freter, Gustav Fuß, Kurt Heinig, Alfred John, Franz Kotzke, Hermann Kunze, Gustav Link, Dr. Ernst Meyer, Albin Moß, Wilhelm Paetzel, Wilhelm Pieck, Klara Roede- Peters, Elfriede Ryneck, Gertrud Simon, Georg Ucko, Adolf Wuschick, Fritz Zubeil. Bernau Salzmann, Basdorfer Straße. Borsigwalde Borsigwalder Festfäle"( Inh. Rich. Hohn) Friedrichshagen Gisteller, Friedrichstr. 96/97. Niederbarnim. Ober- Schöneweide wilhelminenhof. Oranienburg Waldhaus Sandhausen. Pankow, Buchholz, Nieder- Schönhausen Pankow, Buchholz, Nieder- Schönhausen Lichtenberg Schwarzer Adler", Frankf. Chauffee 5. Reinickendorf- Ostensib 99 " Café Bellevue" am Bahnhof Stralau- Rummelsburg. in Pantow, Noczycki, Kreuzftr. 3/1. 1 Uhr. Residenzstr. 102. straße 101. Reinickendorf- West Beyer, Scharnweber. Rosenthal milbrodt, Walderfeestr. 5. Tegel, Hermsdorf, Waidmannslust in Tegel, Trapps Festfäle, Bahnhofstr. 1. Weißensee Schloß Weißenfee. Referenten: Eugen Brückner, Hermann Clajus, Anna Dietz, Heinrich Farwig, Karl Hetzschold, H. Grünzel, Martha Jeetze, Anna Kiesel, Joachim Klüß, Karl Leid, Luise Siedel, Artur Stadthagen, Karl Wermuth. Tagesordnung: Heraus mit dem Frauenwahlrecht! Alle Frauen sind eingeladen. Otto piehl Teilzahlungen erhöhen diese Preise nicht! Garnituren 100 bis 350 Mark Schlaf- Sofa 75 bis 120 Mark Umbau- Sofa 52 bis 78 Mark Walzen- Diwan 52 bis 85 Mark Chaiselongues 21 bis 65 Mark 60000-Fuss Ausstellungen allein Brunnenstr. 120. Weitere Ausstellungen im Fabrikgebäude Möbel auch auf Teilzahlung obwohl kein Kredithaus Brunnenstr.120 im Norden Berlins Das bedeutendste Möbelmagazin Komplette Einrichtung von 230 Mark an Moderne Küche von 48 Mark an Bettstellen 21 bis 72 Mark Kleiderschränke 19 bis 165 Mark Vertikows 38 bis 72 Mark Tische 6.50 bis 65 M. Stühle 2 bis 21 M. Für die Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstr. 2. 31 LINDENSTAEDT Blendol benutzen heut Millionen, mach den Verfuch, er wird sich lohnen! Stoffe für e. Massanzüge, Paletots Meter 4., 6., 8-. M. Damen- Kostümsto fe Meter 3., 5., 7.- M. Original englische Stoffe Meter 8.-, 10.-, 12.- M. Loden für Pelerinen, Anzüge Meter 2., 3., 5.- M. Reste günstigste Kaufgelegenheit. Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H. Gertraudtenstr. 20-21 vis- vis der Petrikirche. Hautleiden entstehen durch unreines Blut tönnen deshalb auch nur durch innere Behandlung gründ. lich und dauernd geheilt werden. Hautpillen das beste hierfür. Bester flüssiger Metallputz überall erhältlich. Frau Bill batte auf zirmen, Beinen u. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg. Würzburger Hühneraugenmittel Don Dr. H. Unger. Gegen 30 Pfennig auf 10 Bf. Anweisung frei Ohne Zweifel die bequemite u. wirksamite Hilfe. Der Schmerz ist in 5 Min. ort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.( Enthält Salicylsäure u. indischen Hanfertratt.) Dr. H. Unger in Würzburg. der ganzen Brust förmliche Borken bon Ausschlag, ist aber nach der letzten Kur vollständig geheilt worden. Ich fomme, um Ihnen den gebührenden Dant abzustatt, Gott vergelte es Ihnen. Dolmann, Pfarrer in Refrath. Die patentat Hautpillen in Berlin Vororten in allen Apotheken zu haben. lich geschützten Versand nach auswärts durch Berlin( 20 Bf.): Salomon- Apotheke, Charlottenstraße 54. Greif- Bismarck- Apotheke, Berlin, WrangelApotheke, Barnimstr. 33. Wo nicht, zu haben: Rosen- Apotheke, Würzburg straße 47. Boftfarte genügt. Berantto. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inferatenteil bernam Tb. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsb Nr. 64. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Deutschnationale Handlungsgehilfen und Bund der Landwirte. Es ist bekannt, daß zwischen dem Bund der Landwirte und dem Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband freundschaftliche Beziehungen bestehen, die u. a. darin zum Ausdruck tamen, daß der frühere Verbandsvorsteher des D. H.-V., Wilhelm Schack, tätiges Mitglied im Bund der Landwirte war. In lezter Zeit ist wiederholt versucht worden, diese Be ziehungen zu den extremen Agrariern zu verleugnen. Es ist deshalb nicht uninteressant, in der Deutschen Tageszeitung" folgenden Bericht über eine Bezirksversammlung des Bundes der Landwirte in Erkelenz zu lesen: " Freitag, 6. März 1914. gewesen. Denn obwohl die Förderung im Ruhrrevier in den letz- den Streit zu erklären. Der Unternehmerverband scheint es jedoch, ten Monaten stark zurückging, haben sich die Werksverwaltungen auf die Uneinigkeit der Solinger Arbeiter bauend, auf eine Machtdoch gescheut, die Lohnkürzungen auf die Spize zu treiben. Auch probe ankommen zu lassen. Am 28. Februar stellte er dem Industriedie Kündigungen von Arbeitern griffen nicht weiter um sich. arbeiterverband, der bei der Firma Eickhorn hauptsächlich in Frage Offenbar haben sich die Werksbesizer bemüht, den Wünschen des tam, das Ultimatum, bis Dienstag, den 3. März, vormittags Verbandes nachzukommen; sie haben durch die Einlegung von 10 Uhr die Streifertlärung zurückzuziehen, andern Feierschichten Kündigungen vermieden. Das fällt uniso schwerer falls würde die Vereinigung der Solinger Schwertfabrikanten sofort ins Gewicht, als die Förderung in der Zeit von 1. Dezember 1913 eine allgemeine Aussperrung sämtlicher Waffenbis zum 15. Februar 1914 und 1412 000 Tonnen niedriger, die arbeiter vornehmen. Obgleich der Industriearbeiterverband soBelegschaft dagegen um etwa 15 000 Mann größer war, als in der fort antwortete, daß es ihm unmöglich sei, in dieser furzen Frist eine gleichen Zeit des Vorjahres. Die große Zahl der Feierschichten Entscheidung seiner Mitglieder herbeizuführen, beschloß am drückt natürlich die monatlichen Löhne und die Lebenshaltung der 3. März vormittags eine Versammlung des Fabrikanten Bergarbeiter start herab. Doch ist das immer noch leichter zu er vereins die Aussperrung sämtlicher Waffenwie es im November den Anschein hatte tragen, als wenn die Werke Arbeiter entlassen und die übrigen Leute unter start Arbeitgeberverband angeschlossenen Betrieben. arbeiter in allen dem Fabrikantenverein und verkürzten Löhnen hätten Ueberschichten machen lassen. Kennzeichnend für die Kriegsstimmung im Unternehmerverband ist, Ist demnach der Erfolg der Eingabe des Bergarbeiterverbandes daß diejenigen Arbeiter, die ohne Kündigung arbeiten( Selbständige), ohne weiteres zu erfennen, so mußte man doch gespannt sein auf fofort ausgesperrt wurden. Von der Aussperrung werden die Anwort des Zechenverbandes. Diese Unternehmerorganisation insgesamt 800 Arbeiter betroffen, wovon 500 im steht im Rufe ärgster Gegnerschaft zu den Organisationen der Industries und 100 im Metallarbeiterverband organisiert sind; der Arbeiter, sie ist ein Scharfmacherverband par exzellence. Die Ant- Rest ist nicht organisiert. wort ist erfolgt, fie ging dem Bergarbeiterverbande vor kurzem Bereits am 28. Februar hatte der Unternehmerverband folgendes zu. Der Zechenverband ist in ihr seinem Rufe treu geblieben. Er vertrauliche Schreiben an seine Mitglieder gerichtet: hilft sich damit, daß er die wohlbegründeten Beschwerden des Bergarbeiterverbandes als unberechtigt hinstellt und die drohenden Krisenzeichen als harmlos bezeichnet. So bestreitet er, daß die Werke größere Arbeiterentlassungen beabsichtigt hätten; vielmehr wäre seit Jahren ein ständige Erhöhung der Belegschaftsziffer erfolgt. Den Nachweis der Eingabe, daß die Arbeitslöhne mehrfach schon dann gekürzt würden, wenn die Preise noch steigen, sucht der Zechenberband dadurch zu entfräften, daß bei aufsteigender Konjunktur Herr Bosenius, wir haben lange auf Sie gewartet;, wenn umgekehrt die Löhne schon steigen, wenn die Preise noch niedrig wir das fertig bringen, daß der Deutschnationale seien. Bestritten wird ferner, daß die Preise für Lebensmittel Handlungsgehilfen Verband, in dem 150 000 Mit- stärker gestiegen sind als die Löhne, und die Tatsache, daß der Anglieder mutig auf nationalem Boden stehen, ein Verband, vor teil des Unternehmergewinnes am Werte der Förderung ständig dem ich nicht tief genug den Hut ziehen kann, sich uns an wächst, während der Lohnanteil des Arbeiters fällt. schließt, dann sind wir wieder einen tüchtigen Schritt weiter. ( Lebhafter Beifall.)" Herr Karl Bosenius, Duisburg, ist als Mitglied des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes und langjähriger Angestellter der Schwerindustrie herübergekommen, um sich mit Herrn Dr. Hahn über das Kartell der schaffenden Arbeit auszusprechen. Nach seiner Ueberzeugung gehören in dieses Kartell außer den selbständigen Vertretern des Mittelstandes, außer Industriellen und Landwirten auch die Angestellten, und er hofft, daß es möglich sein werde, in diesem Kartell auch die Interessen der wirtschaftlich Schwachen, die Lohnfragen, die Fragen der sozialen Fürsorge und vor allem auch die Ansiedlungsfragen zu besprechen. Darauf sprach Gutsbesitzer Pauli zur Beantwortung der trefflichen Worte: Der Bericht bildet eine vorzügliche Illustration zu der beispiellosen Unklarheit, die in manchen Streisen der Privatangestellten noch über die einfachsten politischen Zusammenhänge besteht. Namentlich zeigt er aber, zu welchen sinnlosen Anschauungen die Handlungsgehilfen im Deutschnationalen Verband erzogen werden. " Berlin und Umgegend. Die Antwort der Zechenherren. Kleines Feuilleton. Mehr Orden! Den Bergarbeitern kommt es gar nicht darauf an, ob der Zechenverband die gewichtigen Tatsachen ihrer Beschwerde aner fennt oder ableugnet. Ihnen dünkt es die Hauptsache, daß ihre Beschwerden behoben werden. Und das ist zum Teil geschehen, wie eingangs dargelegt ist, mag es der Vorstand des Zechenverbandes zugeben oder nicht. Er ist vorläufig der Preisfechter der deutschen Scharfmacher, wenn er auch unter dem Drude der Verhältnisse etwas höflicher und vorsichtiger geworden ist. Da bei unserem Mitgliede, der Firma Karl Eichorn, die in der beifolgenden Liste aufgeführten Waffenarbeiter ohne irgend welche berechtigten Gründe heute die Kündigung eingereicht haben, um in den Streit zu treten, ersuchen wir unsere Mitglieder, die erwähnten Leute unter feinen Umständen in ihren Betrieben einzustellen und ihnen auch keinerlei Beschäftigung zu überweisen. J. A.: Dr. Hornung." stimmig beschlossen, den Fehdehandschuh aufzunehmen und den Die Arbeiter haben in einer Versammlung am 3. März einStampf mit aller Schärfe zu führen. Die beiden Arbeiterorgani sationen stehen in diesem Kampfe dem Unternehmertum voll. ständig geschlossen gegenüber. Sollte der Unternehmerverband nicht bald einsehen, daß er diesmal falsch kalkuliert hat, so dürfte das Ende des Kampfes, in den möglicherweise noch weitere Branchen einbezogen werden, nicht abzusehen sein. Die Unfreiheit der Privatangestellten erfährt eine grelle Be leuchtung durch eine Utas, den die Lebensversicherungsgesellschaft " Concordia" in Köln unlängst ihren Angestellten zur Unterschrift vorlegte. Darin heißt es: „ Wir ersuchen Sie, davon Kenntnis zu nehmen, daß wir tünftig jeden Beamten entlassen werden, der auf irgendeine Art einem anderen Beamten unserer Gesellschaft über die Höhe seiner Gehaltsbezüge Kenntnis verschafft." Ausland. Streit der Brüffeler Chauffeure. at as Man meldet uns aus Brüssel: Die zweite Streitwoche hat begonnen, aber die Situation hüben wie drüben ist unverändert: die Direktion bleibt halsstarrig und die Chauffeure halten zufammen zur Durchsetzung ihres Rechtes Einhaltung der im Vertrag mit der Stadt vorgesehenen Bestimmungen. Gestern zogen die Streifenden in geschlossenem Zuge durch die Stadt und sorgten durch Verteilung eines Manifestes dafür, daß das Publikum über die Billigkeit ihrer Forderungen und die Gerechtigkeit ihres Streifs informiert wurde. Das Manifest zeigt an der Hand der Artikel, echt preußischen Leuten des Hochberrats gezichen zu werden; wir vermuten als Nächstes eine Anzeige, in der es heißt: „ Der Autor erwartet, steckbrieflich verfolgt zu werden." herrschenden Gewalt, wie Jnder und Zensur, nicht wehren können, Geschäft ist Geschäft! Und da die heiligen Institutionen der daß verdammte Werke umlaufen( denn der Buchhandel ist frei und auch die Post liefert verbotene Schriften), so wird die Reklame ihnen eine ungeahnt große Tätigkeit vermitteln. Das Gelächter haben sie gratis. Zur Aussperrung in der Solinger Waffenbranche. Ein schwerer Kampf, dessen Ende zunächst nicht abzusehen ist, Ueber die Verdrängung von Zivilmusikern im Theater des wurde im Solinger Industriegebiet durch den Unternehmerverband Gehaltsforderungen zu vermindern, ist leider nichts Neues. Diese Verfügung, die nur dazu dienen soll, den Anreiz zu Westens" durch Beamte des Patentamtes wurde vor einiger Zeit heraufbeschworen. Im vorigen Jahre hatten einzelne Berufe in der Aehnliche Bestimmungen finden sich in den Anstellungsverträgen aus Musikerkreisen geklagt. Der Verein Berliner Musiker hat sich Waffenbranche eine Erhöhung der Preisverzeichnisse errungen, die vieler großer Firmen. So befagt z. B. die Dienstordnung der deswegen an den Herrn Präsidenten des Patentamtes gewandt. Wie einer Anzahl Firmen gegen den Strich ging; diese versuchten nun, Siemens- Schuckert- Werte: uns mitgeteilt wird, ist nun den Beamten verboten worden, die die erhöhten Preise unter der Hand wieder herabzusetzen und, wo Bühnenmufit in Bolenblut" auszuführen, da hiermit die Anlegung dies nicht gelang, ließen sie die Arbeit auswärts zu billigeren Alle Angestellten find verpflichtet, über das eigene Ein eines besonderen Kostüms verbunden ist. Leider läßt diefe Art Preisen herstellen, besonders größere Arbeiten, kommen und über das Einkommen des von anderen Angestellten während sie der Regelung prinzipiell den Beamten immer noch frei, dem Musiker- fleinere Aufträge am Drt zu tariflichen Preisen herstellen ließen. der Gesellschaft strengste Verschwiegenheit zu beobachten." beruf als Nebenberuf nachzugehen. Wir sind der Meinung, daß die Die in Frage kommenden Organisationen( Industriearbeiter entgegenbringen, werfen solche Knebelparagraphen ein bezeichnendes Auf die Wertschägung, die die Unternehmer ihren ,, Mitarbeitern" Bezahlung der Beamten eine derartige sein müßte, daß man ihnen verhand und Metallarbeiterverband) bezeichneten dem Unter- Licht. Und so viel steht unbedingt fest, daß man den Arbeitern der mit gutem Gewissen verbieten kann, irgendwelchem Nebenerwerb nehmerverband gegenüber diese Manipulationen als eine Umgebung gleichen nicht mehr bieten darf. Deshalb sollten die Angestellten nachzugehen. des Preisverzeichnisses und verlangten Abstellung dieser Tarifvon ihnen lernen, sich gewerkschaftlich zu organisieren und um ihre Deutsches Reich. umgehung. Doch die Unternehmer fümmerten sich nicht um den Freiheit zu kämpfen. erhobenen Einwand. Später schrieb dann die Firma Eichorn auf Anfrage des Industriearbeiterverbandes, daß sie gezwungen wäre, Im November vorigen Jahres machte sich für die Bergarbeiter auswärts arbeiten zu lassen, weil ihr nicht genügend Klingen- und des Nuhrreviers mit einem Schlage eine Konjunkturverschlechterung Scheidenpließter in Solingen zur Verfügung ständen. Das traf bemerkbar. Von allen Seiten famen Meldungen über Lohntür- aber keinesfalls zu, denn die von den Organisationen zungen und Feierschichten. Als auf verschiedenen Werken sogar der Firma übermittelten Arbeiter wurden nicht Kündigungen in größerem Umfange erfolgten, richtete der Vor- beschäftigt. Die Arbeiter beantragten nunmehr zur Schlichtung stand des Bergarbeiterverbandes an den Zechenverband eine Ein- der Differenz mit der Firma Eidhorn eine Sigung, worauf die gabe. In ihr wurde Protest erhoben gegen die Maßnahmen der Firma jedoch nicht einging. Sie wandte sich vielmehr an den Werksverwaltungen und vom Zechenverbande verlangt, daß er im Unternehmerverband, der dann, ohne die Arbeiterorganisation zu Interesse des Gemeinwohls auf seine Mitglieder einwirke, von hören, der Firma Eichorn recht gab und ihr seine Hilfe versprach. Lohnkürzungen und Arbeiterentlassungen Abstand zu nehmen. Eine tombinierte Versammlung beider Verbände beschloß hier Ganz nutzlos ist die Eingabe des Bergarbeiterverbandes nicht auf einstimmig, bei der Firma Eichorn, die 80 Arbeiter beschäftigt, durch einen Orden zu schlagen. Hier soll dem freien Wettbewerb ein Hindernis in den Weg gelegt werden? Hier auf einmal soll eine Entwickelung abgebrochen werden, die sich durch den schwunghaften Handel der deutschen Höfe mit den Würden eines Der Horizont wahrhaft Nationalempfindender ist wieder ein- Stommerzienrats, eines Kammerherrn, eines Hoflieferanten, aufs mal gründlich verdunkelt. Die russische Rüstungsgefahr, die eng- schönste angebahnt hatte? Das entspräche den Worten Wilhelms II. Lischen Flottenanstrengungen und die fabelhafte Blamage in der nicht, der ohne jede Einschränkung versprochen hat, den deutschen Babernfommission, alles vergeben und vergessen vor dem Einbruch Kaufmann zu schüßen und diesen Schuß nicht auf einmal in Strafin eminent vaterländische Güter: ein Ordensschwindler ist entdeckt! verfolgung verkehren kann, wenn der deutsche Kaufmann für sein Das hat alles in den Harnisch gebracht, was tief innen im Herzen gutes Geld sich den Kronenorden von San Marino oder das bei sich selbst die Voraussetzungen entdeckte, von einem solchen Skanderbed- Kreuz von Albanien verschafft. Entweder muß die hereingelegt zu werden. Gefahr im Anzug! Sämtliche loyale ordenssegnende Majestät gleichmäßiger segnen, so daß auch der schwülstige Kunst" der sogenannten besseren Qualitäten, beweist Senopflöcher waren bedroht und was ein richtiges fönigstreues Loch Mittelstand, dieses Lieblingsfind aller national gerichteten Barist, zieht sich noch jetzt schmerzhaft zusammen: am Ende hätte es teien, sein Teil abbekommt oder zu den Bahnhofsempfängen der sein Sehnen illegitim gestillt und die Frucht der frevelhaften Ver- Monarchen sind auch Mitglieder der Handelswelt beizuziehen, dabindung wäre nicht einmal erlaubt worden, auszutragen. Kon- mit auch sie ihren Teil des erotischen Bahnhofspinats abbekommen. kubinat, Bastard, Abort, Locus.... Die Vorstellungsreihen be- Allerdings könnte es dabei zu peinlichen Zwischenfällen kommen, ginnen sich zu verwirren. Der deutschvölkische Sinn verdüstert sich, Dichterworte drängen sich auf hurragewohnte Lippen:" Du wirst hingehen, wo fein( Ordens-) Stern mehr scheinet!" Bekanntlich hat nur der Vater Staat und, in seiner VertreSo aber, wie sie sich auf diesen Messen bisher gegeben haben tung, sein liebster Sohn, der Landesfürst, das Recht, erwachsenen und wie sie auch diesmal wieder auftreten, mit falschem Ehrgeiz nach der neuesten Mode strebend, werden sie nie zu einer gesunden, Menschen Kinderspielzeug zu schenken. Und die erwachsenen handwerklichen Sachlichkeit durchdringen. Nur, wo sich die Tischler Menschen, soweit sie ein scharfes Soldatenschwert oder einen staatAber das ist eben das Risiko der Landesvaterschaft! Wir auf( und diesmal sind es wirklich handwerkende) auf das beschränken, lichen Klosettschlüssel führen, lassen sich nur von ihrem Fürsten jeden Fall müssen an dem Wahlspruch festhalten: Die Regierung was sie ihrer gesellschaftlichen Natur nach und, was wichtiger ist, und Herrn wieder zur Unmündigkeit degradieren. Zwischen hat die Pflicht, diesen Irrsinn in angemessener Weise als Menschen voll erfassen fönnen, leisten sie Gutes: in Möbeln für beiden aber besteht das Abkommen, nichts Höheres auf dieser Welt zu befriedigen. Und dabei wird sie eben auf die Dauer, wenn sie Kleinwohnungen. Sie haben es verstanden, die Anregungen, die zu kennen, als das Stückchen emailliertes Silberblech, auf dem die Privatkonkurrenz ausschalten will, mit den bestehenden Orden auf diesem Produktionsgebiet vor allem durch die Kommission für sich meistens ein rotes Miniaturhäuschen spreizt! Anschaffungs- nicht auskommen! Majestät, gründen Sie neue! Uns fehlt der vorbildliche Arbeitermöbel gegeben worden sind, sich zunuze zu tvert 3,20 W. Aber dafür dienen amtlich denaturierte Männer Orden für konsequenten Nationalliberalismus! An einem rotie- machen; auch der kleine Wettbewerb, der diesmal zur Austragung dreißig Jahre, und wenn es vierzig gewesen sind, so war es eine renden Brett vor dem Kopf zu tragen! Genannt: Changeant- Adler! fam, ist nur eine Konsequenz aus den erfolgreichen Musterwohnungen, die während der letzten Jahre im Berliner Gewerkgoldene Zeit, wo ihnen oben der Rote Adler dritter und unten die Hämorrhoiden erster Klasse herauswuchsen. Beim Regierungs- Buchhandel bringt folgendes Inserat:" Verleger gesucht für ein Der Index als Reklame. Das Börsenblatt für den deutschen schaftshaus zu sehen waren. Dabei versteht es sich von selbst, daß die Schüler noch nicht jubiläum des„ Friedenskaisers" konnte man eine Tabelle der von Versepos. Das Werk will zunächst ein Stunstwert sein, richtet sich völlig die Vollkommenheit der Lehrmeister erreichten; sie haben vor ihm ersonnenen Orden- und Ehrenzeichen lesen, die gigantisch war. aber scharf gegen Rom bei starker Betonung germanischer Welt allem noch nicht den letzten Mut, wirklich nur das Notwendige zu Die Verdienste müssen in Deutschland während der letzten 25 Jahre anschauung. Der Autor erwartet, daß sein Wert auf geben, fie tändeln immer noch ein wenig mit ornamentalen Zutaten. Man könnte sagen: die besten Möbel, die der Wettbewerb epidemisch zugenommen haben, wenn so viel neue Auszeichnungen den Index kommen wird." nötig wurden. Oder die Stüßen von Thron und Altar sind in brachte, find die Typen des Gewerkschaftshauses, aber um einige ein weiteres Stadium der Kindlichkeit vorgerückt. Oder die Mode Grade unsicherer, tastender und oberflächlicher. Zu diesem Urteil gelangt man mit doppelter Sicherheit, wenn man die Type hat einige Knopflöcher mehr für bunte Bändchen und glitzernde Koepsel", die dritte, die das Gewerkschaftshaus brachte, und die Sternchen freigegeben. Man kann nie tief genug schürfen, um auch hier auf der Messe zu sehen ist, mit den Wettbewerbsden primären Ursachen solch umwälzender Neuerungen nachzuergebnissen vergleicht. Die Type" Koepsel" iſt das Beste, das Charaktervollste und das formel Reifste, was es überhaupt auf Der Staat, die Monarchie hat den gefunden Sinn für Silberdieser Messe gibt. Immerhin, die neuen Versuche der Tischler, für den Arbeiter blech in den verschiedenen Kreuz- und Sternformen gewedt. Und nun grollt er oder sie den privaten Gönnern, die diesen Sinn Der Herr Verfasser befinder sia in guter Gesellschaft. 3u- und den kleinen Bürger brauchbare Möbel zu schaffen, können nur unter der Hand befriedigen wollen! Kann man sich eine größere und man wünscht sich nur, daß die anderen verstaubten und wegung, der die Kommission für vorbildliche Arbeitermöbel die Sie find hoffnungsvolle Symptome einer Beleht haben ja Jules Verne und Macterlind dran glauben müssen. begrüßt werden. Ungerechtigkeit denken? Gibt es nicht weite Voltskreise, über deren knarrenden Sebel der Reaktion bald in denselben Geruch kommen Bahn frei gemacht hat: der endgültigen Vernichtung des BajarHandlungsweisen und Ladentische sich der offizielle Sternenhimmel wie dieser Inder. Mit der Zensur ists ähnlich: das rote Streif- schundes. nicht spannt? Und doch wird gerade bei ihnen, genau so wie in band:„ Von der Zensur verboten!" zieht immer noch. Bald wird Die Nadttänzerin a. D. Frau Villany aus München verdankt Offizierstafinos, ein tiefes Bedürfnis empfunden, die Konkurrenz nun wohl auch die Reklame die Gelegenheit ausnuten, von den ihren bescheidenen Beruf nicht ihrer Tanzkunst, sondern ein paar spüren. wenn zum Beispiel seiner regen Beziehungen zur Aristokratie entsprechend, Herr Pariser zum Empfang befohlen und das altehrwürdige Klischee:" Die Monarchen begrüßten sich mit Stüssen auf beide Wangen und schüttelten sich wiederholt usw." dadurch stören würde, daß er dem ankommenden Gottesgnadenmann überfällige Wechsel präsentierte. Das hat man sich eigentlich schon immer gewünscht. Erst dann ist so eine Institution wie der Fader richtig bewertet, wenn er als reine Reklame ausgenutzt wird. Man hatte durch Jahrhunderte die Erfahrung gemacht, daß nur wertvolle und gute Sachen auf diese Liste gesetzt wurden; nun schliekt man umgekehrt, jedes Wert auf dem Inder sei gut, es genüge schon, verboten zu werden, um damit ein gutes Reugnis in der Tasche zu haben. Hier garantiert echt verflucht!" Vom Heiligen Vater selbst mit dem Bannstrahl bedroht! Mur bier!" Billige Möbel. Auf der Möbelmesse am 300 sind auch diesmal die Versuche, billige Möbel brauchbar und geschmackvoll zu gestalten, das einzig Interessante. Alles übrige, besonders die nur, daß die Berliner Möbelindustrie noch immer nicht so weit gedichen ist, ohne den Architekten auskommen zu können. Es wäre gewiß sehr erfreulich, wenn das Tischlerhandwerk aus sich selber heraus wieder einen wahrhaft hölzernen Stil erfämpfen würde; Dazu wäre aber zunächst einmal notwendig, daß die Tischler( die meisten der Aussteller sind übrigens, wirtschaftlich betrachtet, Fabritanten und Händler) sich entschöffen, auf alle Schnörkel und Grimaffen, wie sie deren in schmerzhafter Fülle den Architekten abguckten, rundweg zu verzichten. rbr. daß die Gesellschaft vertragsbrüchig geworden ist, so durch Nichteinhaltung des garantierten Lohnminimums, durch unerlaubte Abzüge usw., und fordert den Bürgermeister zum Einschreiten auf, um nicht weiter 400 Familien dem Hunger preiszugeben. Syndikalistische Kreise in England haben den südamerikanischen Getvertschaften angeboten, Tom Mann auf eigene Kosten nach Südafrika zu senden, um dort für die Bewegung tätig zu sein, bis den Deportierten die Rückkehr in die Heimat gestattet wird. Das Angebot wurde angenommen und wird Tom Mann schon am Sonnabend abreisen. Es werden Vorbereitungen getroffen für die Entsendung von acht weiteren Agitatoren, um so vollen Erjazz für die neun Deportierten zu stellen. Der Notschrei Organisation! Die Erfüllung dieser Mahnung wird dann allerdings| Notwendigkeit der Beschaffung 5on Arbeitsgelegena recht bald mit haarsträubenden Mißständen, wie sie in der Ver- heit auf den Boden der Vorlage stellen. fammlung zur Sprache tamen, aufräumen. Ein Redner beleuchtete Stadtv. Bäfell( Fr. Fr.): Wir sind für die Vorlage, möchten unter anderem den Berliner Stat. Und da stellt sich heraus, daß uns aber auf den Kostenanschlag noch nicht binden. wohl den Oberwärtern, Operationsdienern usw. eine jährliche Auf- für billigeren Bau von Krankenhäusern und für die Anlage Stadtv. Rosenow( N. L.): Man tritt doch jetzt auf allen Seiten befferung von 60 M. augebilligt wurde, ihnen aber dafür die Weih- kleinerer Systeme ein. 6 Millionen fönnten für 1000 Betten hinnachtsgratifitation in Höhe von 40 M. gestrichen ist. Oder man reichen. Jedenfalls wäre ein Neubau zweckmäßiger als ein so bernimmt, daß die Schwestern bedeutend günstiger in Gehalt, teurer Umbau. Verschleppen wollen wir die Angelegenheit nicht. Stadtv. Sachs( A. L.) äußert sich ebenfalls zur Sache, bleibt Behandlung und Ferien( im ersten Jahr vier Wochen) gestellt sind, die Pflegerinnen aber vom tieferen Gesichtspunkt aus aber auf der Tribüne unverständlich. betrachtet werden. Sie müssen für weniger Lohn, schlechte Behandlung und Kost, schwerere und schmutzigere Arbeit verrichten. In den Geschlechtskranken- und Geburtsabteilungen findet man wohl wärterinnen, aber wenig Schwestern. Daß die kahlen und öden Behausungen des Personals nicht mit Bildern geschmückt werden dürfen, ist das Schlimmste noch nicht; viel ungeheuerlicher ist's, daß des Krankenpflegepersonals. bak Leute, die fich durch Rüdgrat auszeichnen, in her ſchikanöjesten Art behandelt werden. Manch bitter- herbes Wort sprach man auch über die Aerzte, die leider den Pflegeberuf absolut nicht beurteilen können. Hoffen wir, daß der flammende Protest des Krankenpflegepersonals nicht ungehört verhallt. Hoffen wir, daß bald nach unten stehenden Leitfäßen Remedur in der Krankenpflege geschaffen wird. Es liegt dies im Interesse dieser Arbeiter, aber auch im Interesse der jährlich 2 000 000 Kranken Deutschlands. Die angenommene Resolution lautet: Die Reichstagsverhandlungen über die Forderungen des Kranfenpflegepersonals bildeten den Anlaß zu einer am vergangenen Mittwoch abgehaltenen Protestversammlung. Bekanntlich haben Durch nicht qualifizierte, besonders weibliche Kräfte, so wurde die bürgerlichen Parteien wie immer so auch hier nur schöne von Herrn Lake, Redakteur der„ Krankenpflege", ausgeführt, Phrasen gefunden, um die Bewilligung der leider nur zu be- ist der Privatpflegerberuf heute auf einen materiellen Tiefstand gerechtigten Forderungen dieser Arbeiter in endlose Fernen zu langt, der noch schlimmer ist als der der Anstaltspfleger. Das wäre schieben. Die von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ein schon ein zwingender Grund zur obligatorischen Ausbildung des gereichte Resolution ist von der bürgerlichen Koalition mit der Pflegepersonals. schäbigen und krampfhaften Begründung abgelehnt worden, daß sie einen Rückschritt bedeute. Dafür wurde dann eine saft- und kraftlose, vom Abgeordneten Calter eingebrachte Resolution angenommen. Wie Reichstagsabgeordneter Antrid, der das Referat übernommen hatte, ausführte, ist diese Resolution übrigens wört lich, nur mit einer einzigen Einschiebung, dieselbe, die schon vor mehreren Jahren einmal von Ablaß und Genossen eingereicht und angenommen wurde. Gründlich rechnete der Redner mit den bürgerlichen Parteien ab, indem er ein anschauliches Bild dieser Reichstagsverhandlungen entwarf. Dabei besprach er auch die eine zelnen Positionen der unten abgedruckten und einstimmig angenommenen Resolution. Und wenn man als ein nicht im Beruf Tätiger bei dieser Besprechung hört, daß nur ungefähr 3100(= 14 Prozent) Pfleger und Pflegerinnen eine Arbeitszeit von 12 Stunden, dagegen aber 38 360(= 86 Broz.) eine solche von 12-17 Stun den haben, worunter 27 000 Pflegerinnen, so kann man die Empfindung haben: Der Menschheit ganzer Jammer pact mich an. Denn es ist hierbei noch zu berüdsichtigen, daß die Löhne und die BeHandlung zum Teil erbärmlich genannt werden müßten. Und bei all dieser Mifere wagt dann ein Herr Dr. Gerlach vom Zentrum noch zu sagen, daß der Krankenpflegerberuf von höherem Ge-= sichtspunkt aus betrachtet werden müsse. Schade, daß Herr Dr. Gerlach dasselbe nicht persönlich auch vor den zirka 1000 Berufsangehörigen, die versammelt waren, ausgesprochen hat; diese wären ihm die Antwort nicht schuldig geblieben. " Interessant ist es, wie leicht sich die Bürgerlichen die AbTehnung machten. Die sozialdemokratische Fraktion hatte in Voraussicht dessen, daß die bürgerlichen Parteien fommen würden und fagen: Ihr geht uns zu weit", die Resolution so gefaßt, im Gegenfab zu der vorjährigen, daß die allerdringlichsten Bedürfnisse borläufig erledigt werden sollten. Darauf der faule Bauber:" Ihr seid ja rückschrittlich!" Das Rückschrittliche" will nun der Fortschrittler Dr. BI und daraus herleiten, daß die Dienstzeit 12 Stun den betragen soll. Dabei vergißt dann Herr Dr. Blund, daß auch die notwendigen Pausen( 2 Stunden) mit darin enthalten find. Dieser eigenartigen Logit schlossen sich dann bekanntlich auch die anderen bürgerlichen Redner an. In Wirklichkeit hätte die Annahme der sozialdemokratischen Resolution das Koalitionsrecht und anderes dem Pflegepersonal Günstiges in greifbare Nähe gerückt; barum auch bie stritte Ablehnung. Das von den vielen Diskussionsrebnern Gesagte war ein Ente rüftungs- und Rotschrei über die Mißhandlung, die ihnen durch den Reichstag zuteil wurde. Allgemein wurde das tapfere und prinzipielle Borgehen der sozialdemokratischen Fraktion gutgeheißen, Und allgemein war der Ruf: Hinein in die freigewerkschaftliche Wachtmeistershirnen der Polizei, die der Ansicht war, dieser Tänzerin fehlten die Gewänder. Denn ohne Gewänder sei es keine Stadtrat Selberg: Gin Krankenhaus für Moabit ist und bleibt unbedingt erforderlich. Stadtv. Caffel( A. 2.): Wir teilen nicht die Anschauung des Kollegen Rosenow, wir wünschen den Umbau in Moabit, möchten aber im Ausschuß den Kostenüberschlag und die Frage der Notwendigkeit einzelner Neubauten, die der Magistrat vorschlägt, noch genauer erörtert wissen. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Wir können das Moabiter Krankenhaus absolut nicht entbehren, es geht also nicht an, der Anregung Rosenows zu folgen. Die Herabdrückung der Kosten pro Bett auf 6000 m. wird nicht gelingen. Die Vorlage wird einem Ausschuß überwiesen. Nach 6 Uhr wird die Verhandlung unterbrochen durch die Einführung der beiden neugewählten und vom Oberpräsi denten bestätigten unbefoldeten Stadträte Reis mann und Arthur Frande. Den Versammlungsbeschlüssen wegen Verwendung von 300 000 Mark zu Not standsdarlehen in Beträgen bis zu je 40 M. usw. ist der Magistrat beigetreten. Stadtv. Hinge( Soz.): Es liegen schon einige tausend Gesuche von Arbeitslosen vor; zu einer Auszahlung ist es leider noch nicht gekommen, weil die Prüfung der Bedürftigkeit eine geraume Zeit in Anspruch nimmt. Die Armendirektion gibt die Gesuche zur Prüfung an die Kommissionen weiter, und bei diesem Verfahren bleiben die Gesuche liegen; auf solche Weise wird aber die Gewährung des Darlehens illusorisch. Stadtrat Doflein: Wir haben mit der größtmöglichsten Schnelligkeit gearbeitet; eine Reihe von Darlehen sind schon ausgezahlt oder werden in den nächsten Tagen ausgezahlt. Am ersten age liefen 1300, bann 200 bis 300 Gesuche täglich ein. Wir haben, um die Erledigung zu beschleunigen, eine besondere Brü fungsstelle eingerichtet und die gesonderte Prüfung dieser Gesuche angeordnet. Goldschmidt( n. 2.) wegen Regelung der Angestellten Die Vorschläge, die in den Anträgen Arons( Soz.) und Die am 4. März 1914 in Haverlands Festsälen", Neue Friedrichstr. 35, tagende, stark besuchte öffentliche Ver jammlung des in der Krankenpflege und im Massageberuf tätigen Personals ist mit den Ausführungen des Referenten, Reichstagsabgeordneten Antric, einverstanden. Die Versammelten erklären, daß, nachdem im Jahre 1908 durch die amtliche Statistit festgestellt ist, daß die Arbeitstraft des in den Krankenanstalten beschäftigten Personals im Uebermaße ausgebeutet wird, eine gesebliche Regelung der Arbeitsbedingungen erfolgen muß. Diese Regelung darf sich aber nicht nur auf die in den Anstalten beschäftigten Personen beschränken, sondern muß auch auf das in der Privatpflege und im Massageberuf tätige Personal aus- bersicherung der im Wege des Privatdienstvertrages beschäf tigten städtischen Angestellten gemacht worden waren, gedehnt werden. Von der Regierung erwartet die Versammlung, daß jetzt end. sind in der Ausschußberatung abgelehnt worden. Stadtverordneter lich die Erhebungen und Erwägungen abgeschlossen werden und Dr. Arons hatte vorgeschlagen, diese Angestellten nach dem Angestellten- Versicherungsgesetz in der Weise zu versichern, daß die Taten folgen. Die Versammelten fordern eine Regelung des Arbeitsver- Stadt die Arbeitgeberbeiträge übernimmt und den von der Versicherung Betroffenen eine Gehaltserhöhung in Höhe der von ihnen hältnisses auf folgender Bafis: gezahlten Angestelltenbeiträge rückwirkend vom 1. Januar 1913 gewährt wird. Der bei der ersten Beratung des Antrages Arons von dem Stadtv. Goldschmidt gemachte Vorschlag ging dahin, den Magiftrat zu ersuchen, die gesamten Beiträge zu übernehmen und dafür beim Eintritt der Berufsinvalidität die Rente aus der An gestelltenversicherung ganz vom Ruhegeld in Abzug zu bringen. 1. Obligatorische Ausbildung des im Pflegeberuf tätigen Personals, einschl, des Massagepetsonals, und Neuregelung der bestehenden Prüfungsvorschriften. 2. Unterstellung des gesamten Personals unter die Reichs. gewerbeordnung und Aufhebung der im§ 154 enthaltenen Ausnahmebestimmungen unter Ausschluß des§ 137. 3. Festiebung einer 12 stündigen Dienstzeit( Tag- und Nachtschicht) inkl. der Paufen für das interne Personal, allwöchentliche Mindestruhezeit von 24 Stunden und eine höchstens 9 stündige Arbeitszeit für das externe Personal. 4. Beseitigung des Kost- und Logiszwanges in der Anstalt. 5. Unterstellung des gesamten Pflege-, Massage- und Badepersonals unter die Reichsversicherungsordnung. 6. Erlaß gefehlicher Vorschriften auf Gewährung eines jährlichen Erholungsurlaubes von mindestens 14 Tagen unter Fortzahlung des Lohnes und Entschädigung für sonstige Bezüge nach einjähriger Beschäftigung. Da leider zu befürchten ist, daß diese Wünsche der Versammelten von der Reichsregierung nicht die notwendige Beachtung finden, wird das Bureau der Versammlung beauftragt, vorstehend aufgestellte Forderungen den in Frage kommenden Kommunalbehörden usw. zur Kenntnisnahme zu übermitteln und zur Berücksichtigung zu empfehlen. Die Versammelten sind überzeugt, daß eine Verbesserung ihrer Lebenslage nur durch den Ausbau der Organisationen zu erringen ist und verpflichten sich daher, für deren Stärkung ein zutreten, Kunſt. Und es stellt sich nun heraus, daß es mit Gewändern auch Stadtverordnetenversammlung. nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Eibung nach 5% Uhr. Zur Erhöhung der Feuersicherheit sollen in 43 höheren Lehranstalten, 14 Turnhallen, 169 Gemeindeschulen, 13 ach und Fortbildungsschulen und in der Blindenschule bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die einen Kostenaufwand von 326 665 M. erfordern. Die Stadtby. Galland, Cassel u. Gen.( A. L.) beantragen:„ Den Magistrat zu ersuchen, städtischen Angestellten, die der Angestelltenversicherung unterliegen, zur Beseitigung etwaiger Härten eine Beihilfe im Statsjahr 1914 au gewähren." Stv. Goldschmidt bringt seinen im Ausschusse nur mit Stim mengleichheit abgelehnten Antrag wieder ein. Das Referat erstattet Stv. Bamberg( A. L.) Stv. Goldschmidt( N. L.): Bei der Abstimmung hat im Aus schuß ein Zufall obgewaltet; es fehlten drei Freunde des Antrages, die ihm mit 9 gegen 6 Stimmen zur Annahme verholfen hätten, während er mit 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt worden ist. Wir bringen den Antrag wieder vor das Plenum, weil wir die Beiträge für die Angestelltenversicherung als viel zu hoch ansehen, als bag die Angestellten der städtischen Betriebe sich die Hälfte davon vom Gehalte abziehen laffen könnten. Dies würde eine Herabsetzung ihrer Lebenshaltung bedeuten. Hätte der Magistrat von vornherein feine Absicht zu erkennen gegeben, daß er einen Ausgleich, der die Angestellten nicht belastet, in allernächster Zeit herbeiführen wolle, wären wir mit dem Antrage nicht gekommen; er hat sich aber zu allgemein und zu unbestimmt ausgedrückt. Unser Antrag wahrt gleichmäßig das Interesse des Magistrats und das Interesse der Angestellten. Wir wünschen, daß diese Beiträge vom 1. Januar 1913 ab bom Magistrat übernommen werden. Stv. Galland: Wir sind bemüht gewesen, ein Auskunftsmittel zu finden, um den Angestellten zu helfen, da auch wir einmütig die Gesetz schwer bedrückt werden. Die bisher vorgeschlagenen Wege scheinen uns nicht gangbar. Daß die Privatindustrie der Stadt bereits mit gutem Beispiel vorangegangen sei, habe ich nicht begeworden. Im Gegenteil, die„ Konsumgenossenschaft für Berlin tätigt gefunden; mir ist fein einziges derartiges Beispiel bekannt und Umgegend", die sozialdemokratisch ist( Widerspruch bei den Sozialdemokraten), hat einen Antrag der Angestellten, die Beiträge völlig zu übernehmen, mit Rücksicht auf den hohen Betrag abgelehnt.( Hört! hört! bei der Mehrheit.) Ich will damit nicht ben Antrag der Sozialdemokraten diskretieren, ich will nur fonstatieren, daß selbst bei denen, die den Angestellten am günstigsten gesinnt sind, die Verhältnisse so ungünstig liegen, daß sie diese Maßnahme ablehnen. Wir müssen uns ebenfalls mit dem bescheiden, was unser Antrag will. Der Antrag Goldschmidt würde nur dahin führen, daß den Angestellten das möglichst gekürzt wird, was ihr wohlerworbenes Recht ist; gerade die Stadt würde dabei das allerglänzendste Geschäft machen.( Widerspruch.) In zwei Jahren, nach Ablauf der zehnjährigen Wartezeit, würde die Stadt schon zurückerhalten, was sie an Beiträgen verauslagt hat, vom britten Jahre ab aber die Rente des Angestellten einfach ohne Gegenleistung in die Tasche steden, feine ist. Die ägyptische Prinzessin Bent- Anat ruht in ihrem Gemach, 8. Sitzung vom Donnerstag, den 5. März 1914, Auffassung haben, daß die Angestellten in der Tat durch das verträumt wie eine Wasserlilie auf tiefgründigem See." So ungefähr malt sich in einem Impresariokopf der Orient, und das meiste von dem, was Frau Billany tanzte, fonnte schlichtweg eingerahmt in der guten Stube gottverlassener Kleinbürger an der Wand hängen. Dazu eine Musit, anscheinend ausgeführt von dem Kurorchester in Travemünde, und gänzlich ohne jeden zusammenhang zu dem Dargestellten. Die Musit brachte eine Fermate, eine zögernde Pause, ein( titschiges) Thema sezt ein: die Villany rührt sich nicht. Aber trotz aller doktrinärer Versuche ist ja doch Tanz immer noch und immer nur ein seliges Versinken in den allmächtigen Rhythmus. Wenn man nun noch eine Seele im Leib hat, wie Grete Wiesenthal, um so besser. Bei der Villany ist es um Seele und Leib gleich mittelfaul bestellt. Drehungen der gespreizten Hand aus dem Gelent heraus machen es allein noch nicht, wir faben fühl zu, und nichts in uns tanzte mit. Recht niedlich war ein Schattentanz; hier sind noch viele Möglichkeiten verborgen, die man ausnuten fönnte, ohne zwischen zwei gedrehten Nußbaumsäulen sich den Anschein eines dieser üblichen Bilder zu geben, die ohne Pendants nicht denkbar sind. Man hat sich in München eine schlechte Märthrerin für die Zenjur ausgesucht. Man hat, wie schon so oft, dem Büttel zuliebe, jede Sinnlichkeit aus dem Tanz abgeleugnet. Aus dem Tanz, dessen Hauptelement teine akademischen Programmhefte, teine rollenden Augen, und nicht die gedrehten Hände, sondern eben diese Sinnlichfeit ift. Notizen. " tu. Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. Für 1914 ist eine Vermehrung der etatsmäßigen Beamtenstellen um 95 in Aussicht genommen. Stadtv. Schulze( A. L.): Wir werden der Vermehrung schweren Herzens zustimmen, bitten aber den Magistrat dringend, diesem raschen Tempo der Vermehrung endlich Einhalt zu tun. Stadtv. Hellriegel( N. 2.) befürwortet Ausschußberatung. Stadtv. Dr. Weyl( Soz.) hält, lettere auch für durchaus not wendig, da der Magistrat doch noch verschiedentlich Auskunft geben müsse. Die Vorlage geht an einen besonderen Ausschuß. Der Geh. Regierungsrat Dr. Magnus will der Stadt 40 000 m. it if ten, deren Zinsen dazu dienen sollen, die Zahlung der durch Verpflegung Verstorbener in den städtischen Krankenhäusern entstandenen Kosten den erstattungspflichtigen Verwandten ganz oder teilweise abzunehmen. Die Zustimmung der Versammlung wird ohne Debatte erteilt. Das Krankenhaus Moabit soll einen Umbau er fahren, der 5 830 000 m. foften wird. In dem Vorentwurf ist auch, dem Beschlusse der Versammlung von 1911 entsprechend, die Abteilung Einrichtung einer für zahlende rante vorgesehen. Die angekauften Döderschen Baraden sollen zur aushilfsweisen Benukung während der Bauzeit im Strankenhause Moabit aufgestellt werden. Bei Epidemien will man im Bedarfsfalle auf Baraden des Roten Kreuzes zurüdgreifen; eventuell ist die Bereitstellung des Leichtkrankenhauses in Plögen see und des Virchow- Krankenhauses zur Aufnahme der in Moabit durch den Umbau in Wegfall kommenden Betten geplant. Stadtv. Dr. Jiaac( N. L.): Eine so wichtige Frage sollte nicht ohne Ausschußberatung entschieden werden. Es ist fraglich, ob die Erweiterung eines alten Krankenhauses im Weichbilde der Stadt empfehlenswert ist oder ob nicht der Bau eines neuen außerhalb der Stadt vorzuziehen wäre. Ein geeignetes Gelände wäre z. B. in Treptow verfügbar. Protest gegen die kleine Leg Heinze". Der Württembergische Goethebund als Vorort der deutschen Goethebünde erläßt eine Protesterklärung gegen die sogenannte fleine„ Ler Heinze", die das unbefangene künstlerische Schaffen schädigt und das graphische Kunstgewerbe Deutschlands auf das empfindlichste schädigt. -heaterchronit. Im Kleinen Theater wird Jettchen Gebert" am nächsten Sonnabend zum 75. Male aufgeführt. Ein amtliches Jahrbuch für Schulwesen, Herausgegeben von der im vorigen Jahre vom preußischen Kultus minifterium gefchaffenen Auskunftsstelle für Schulwesen, wird dem nächst erscheinen. Es soll einen Ueberblick geben über die Vorgänge und Fortschritte des Schulwesens in Deutschland und im Ausland. New York als größter Hafen der Welt. Nach einer Statistit des Scientific American" hat New York nun end gültig den ersten Platz unter den Welthäfen eingenommen und Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): In der Etatsberatung hat bereits London überflügelt. Der Wert der in den großen internationalen der Kollege Rosenow angedeutet, es sei zweckmäßiger, die fechs Häfen ein- und ausgehenden Güter wird auf folgenden Jahres- Millionen zum Bau eines neuen Krankenhauses zu verwenden. durchschnitt berechnet: New Yort 1978 Millionen Dollar, Das würde allein schon Ausschußberatung durchaus rechtfertigen. London 1792, Hamburg 1674. Liverpool 1837 Millionen Dollar. Die Gründe des Kollegen Isaac kann ich aber nicht gelten lassen. Der Banamalanal dürfte den Vorsprung New Yorks noch vers größern; er verkürzt die Entfernung bis Yokohama um 1600, bis Sidney um 2500 und bis Valparaiso um 2570 Seemeilen. " Ein Opfer feiner Erfindung. Green, der Erfinder der X- Strahlen in Röhren, ist in Hartford an den Folgen einer durch die Strahlen perursachten Krankheit gestorben. Das Moabiter Krankenhaus ist doch vor allem für die Bewohner des Stadtteils Moabit bestimmt. Ich sehe feinen Grund ein, der Anregung des Kollegen Rosenow, die in diesem Falle einer Verschleppung gleichfäme, nachzugeben, aber wichtig genug ist sie, um fich im Ausschuß darüber zu unterhalten. Wir wollen uns unsererseits auch mit Rüdsicht auf die Arbeitslosigkeit und die Stv. Schneider( Soz.): Der richtige Antrag ist eigentlich der unfrige( Heiterkeit); da er aber keine Aussicht auf Annahme hat, werden wir für den Antrag Goldschmidt stimmen. Der Kollege Galland kommt mir heute gegenüber seiner Haltung im Ausschuß vor wie der Wolf im Schafspelz.( Heiterkeit.) Die Konsequenzen des Antrages Goldschmidt sind keineswegs diejenigen, die Herr Galland hier ausmalt. Der Antrag Galland aber bietet den Angestellten gar nichts. Ich ersuche Sie, für den Antrag Goldschmidt zu botieren. Stv. Dr. Kuhlmann( Fr. Fr.): Auch wir bedauern, daß der Antrag Goldschmidt im Ausschuß keine Mehrheit gefunden hat. Für den Antrag Galland fönnen wir uns aber nicht erwärmen, er hat nur das eine gute, daß er die Notwendigkeit einer Abhilfe anerkennt. Von allen Seiten ist also jest anerkannt, daß etwas geschehen muß. Daß die Ausführungsbestimmungen zum Geseze es nicht zulassen, die nicht fest Angestellten von der Versicherungspflicht zu befreien, müssen wir sehr bebauern; da muß eben ein Ausweg gefunden werden. Wir treten für den Antrag Goldschmidt einstimmig ein. Stv. Ritter( Soz.): Ich nehme nur das Wort, um der Schwarzmalerei des Kollegen Galland entgegenzutreten. Er hat es dar gestellt, als ob die Stadt nach dem Antrag Goldschmidt noch Vorteile haben fönnte. Dem fönnen wir uns nicht anschließen. Die Kon sumgenossenschaft" hat mit der Sozialdemokratie gar nichts zu tun; Sie ist nicht sozialdemokratisch. Herr Galland wollte damit einen Gegensatz zwischen unserer Haltung und der Leitung der Genossen schaft konstruieren. Die Genossenschaft hat die Beiträge der Angestellten zu übernehmen nicht überhaupt abgelehnt, sondern nur borläufig", das steht auch in ihrem Jahresbericht; Herr Galland hat das aber nicht erwähnt. Die Genossenschaft zahlt u. a. auch die vollen Krantentassenbeiträge für ihre Angestellten. Stv. Galland: Auf die Redensart bom Wolf im Schafspelz" Lönnen. genommen. J. staatsrechtliche Institution des Monarchismus gefährden konnten. Schlimm muß es demnach mit den in der geheimen Verhandlung enthüllten Dingen stehen. Auf sehr, sehr wackeligen Füßen, auf weit wackeligeren als der Artikel ahnent läßt, muß der Monarchismus danach ruhen. tomme ich nicht weiter zurüd.( Burufe bei den Sozialdemokraten.)| gerichtsdirektors Hofmeister. Die Angeklagten wurden von Artikel 27 der preußischen Verfassung schreibt vor: Jeder Wenn man sich um einen Ausweg bemüht, so verdient dieses Be Justizrat Barnau verteidigt. Die Anklage vertrat Ober- Preuße hat das Recht, durch Wort, Schriff, Druck und bildliche mühen wohl eine andere Bezeichnung; die gebrauchte richtet sich staatsanwalt Chrzescinski. Darstellung seine Meinung frei zu äußern. Der Angeklagte selbst. Es handelt sich nicht nur um die Erstattung der Beiträge, Die Anklage ist durch einen vom Angeklagten Leuß verfaßten, hat von diesem in der preußischen Verfassung und im Reichsjondern die ganze Rente des Betreffenden auf Lebenszeit wird von dem Magistrat nach dem Antrag Goldschmidt in die Tasche geſtedt. am 12. Januar d. 3. in der Welt am Montag" unter der Ueber- preßgesetz niedergelegten Recht Gebrauch gemacht, aber er ist schrift„ Wilhelm der Lette" erschienenen Artikel veranlaßt. In Sie verteilen bereits das Fell des Bären; wissen Sie denn, ob diesem Artifel wurde Kritif geübt an mehreren in die Deffentlichkeit bestraft, hoch und hart bestraft: Preßfreiheit mit dem Galgen die Angestellten mit diesem Modus der Verrechnung einverstanden gedrungenen Mitteilungen über angebliche Aeußerungen und Hand- daneben. Der Angeklagte hatte das Recht, seine Meinung sein werden? Sie werden schließlich erkennen, daß ihnen im Alter, fungen des deutschen Kronprinzen. Dazu gehörten die Telegramme über Handlungen des Kronprinzen zu sagen. Gleichviel, ob wo fie der Unterstüßung am meisten bedürftig sind, die Rente ent- des Kronprinzen an den Obersten in Babern:" Immer feste druff!" feine Kritik eine zutreffende oder irrige, eine lobende oder zogen wird; lieber werden sie also die Beiträge schließlich selbst und an den General Deimling:" Bravo!" und der Regimentsbefehl tadelnde war. Strafbar war seine Kritik nur, wenn sie vollständig bezahlen, um auch die Invalidenrente beziehen zu an die Husaren in Langfuhr. Gegen den Inhalt des letteren neben der Kritik eine strafbare Handlung enthielt. Daß ben, um auch Stv. Goldschmidt: Das Ruhegeld ist so normiert wie die wurde namentlich in scharfer Form angekämpft und dabei Aus- das der Fall, ist nach keiner Richtung hin für die Oeffentlichdrücke und Wendungen gebraucht, in welchen die Anklage BeleidiBeamtenpensionen, wenn Herr Galland wünscht, daß nur so biel abgezogen werden soll, wie die Beitragszahlung ausmacht, womit gungen erblickt. Es wird darin u. a. hervorgehoben, daß in dem keit dargetan. Im Gegenteil: die Deffentlichkeit ist„ wegen Regimentsbefehl ein bedenklicher Ausbruch der Kriegsluft zu er- Gefährdung der öffentlichen Ordnung ausgeschlossen". Die ich einverstanden wäre, so kann sich der Magistrat das ja noch blicken sei und ausgeführt, daß es ein Unglück wäre, wenn der öffentliche Ordnung konnte unmöglich durch die Darlegung überlegen. Mit großer Mehrheit wird der Antrag Goldfchmidt an- gramm nach Babern das Mißtrauen der Deutschen mit Ausnahme verfolgte, verlegt werden. Gestört werden konnte sie aber, wenn Kronprinz jetzt zur Regierung fäme, denn er habe durch das Tele- des Angeklagten von den Absichten, die er mit dem Artikel Namens des Petitionsausschusses berichtet Stadt einer fleinen Gruppe von Scharfmachern und Kriegshelden und in der Verhandlung Dinge zur Sprache kommen mußten, die durch seinen Regimentsbefehl das Mißtrauen Europas gegen fich. verordneter Brückner( Soz.) über die Petition der städtischen Schließlich wurde die Ansicht ausgesprochen, daß das Heraustreten das Ansehen einer öffentlich- rechtlichen Inſtitution herabzuAttenhefter um Aufbesserung ihres Einkommens und Fest- bes Stronprinzen geeignet jei, die recht blaß gewordenen republi- jegen geeignet waren. Also Dinge, deren harte Wahrheit die segung einer Lohnſkala. Die Versammlung nimmt wie der kanischen Ideale wieder in den Vordergrund zu rücken und ein Ausschuß folgenden Antrag einstimmig an:" Der Ausschuß Nachdenken darüber zu veranlassen, ob es nicht beffer ohne Erblich hält eine Aufbesserung der Gehälter der Petenten für notwendig, feit geht, ob man nicht die Fürsten pensionieren könnte. überläßt aber dem Magistrat die Festsetzung des Umfanges der Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses beantragt der OberErhöhung." staatsanwalt den Der Antrag Arons wegen Vermehrung der ArmenAusschluß der Deffentlichkeit direktion um 3 Bürger deputiertenstellen, in welche Frauen berufen werden sollen, ist von dem eingefekten im Interesse der öffentlichen Ordnung, die durch eine öffentliche in den offensichtlichsten, flaren Anpöbelungen des Kaisers sich 3. Oeffentliche Anklage ist erhoben gegen die„ Post", die Ausschusse insoweit angenommen worden, als die Vermehrung Berhandlung gefährdet werden würde. um eine Stelle empfohlen wird. Juftizrat Barnau widerspricht diesem Antrage. Der öffent. berging, ist Anklage nicht erhoben. Weshalb? Weil das BeDer Referent Stadtv. Galland erörtert die rechtlichen und lichen Ordnung würde viel mehr durch öffentliche Verhandlung ge- wußtsein der Beleidigung der" Post" fehlte, weil ihre antitatsächlichen Momente, die bei dem Antrage mitspielen. Man habe dient als durch eine Verhandlung hinter verfchloffenen Türen. Der monarchische Tendenz sie daran hinderte, diese zu erkennen? dem Gedanken der Mitgliedschaft von Frauen alle Sympathie be- Angeklagte Leuß habe ein lebhaftes Interesse daran, den Artikel Oder etwa, weil die Tendenz" der„ Post" der Anklagezeugt, habe aber bei der Größe des Körpers der Armendirektion u erläutern und dadurch Mißdeutungen zu beseitigen. Der Anbehörde in der Regel genehm ist, die des jetzt Verurteilten aber ( 32 Köpfe) sich auf das Minimum beschränken zu müssen geglaubt. geklagte verfichere, daß ihm bei aller Schärfe der Kritik jede Absicht nicht? Kann klarer die Anklage sich als Tendenzanklage Einhellig sei der Wunsch, in die neue Stelle eine Frau zu wählen. und daß es ihm nur auf die Kritik bestehender Verhältnisse anferngelegen habe, die Person des Kronprinzen herabzuwürdigen charakterisieren? Stadtv. Dr. Rofenfeld( Soz.): Die Ausschußberatung hat uns manche Enttäuschung gebracht. Wir begrüßen es ja, dag die Tür gekommen sei. Aber auch der Sache werde durch öffentliche Berder Armendirektion für die Frau geöffnet werden soll. Weniger würbe in weiten Bolfsfreisen die Ueberzeugung wachgerufen werden, Militarismus, Krieg und Arbeiterklasse. Handlung mehr gedient, denn durch den Ausschluß der Ocffentlichkeit erfreulich war schon, daß im Ausschusse wieder Bedenken laut baß hier ungeheuere Dinge zur Erörterung kommen und Entwurden gegen die Zulassung von Frauen in die Armendirektion, hüllungen gemacht werden, die man der Oeffentlichkeit verbergen daß man sie nur als geeignet gelten lassen wollte für die Mitarbeit will. Es müsse auch darauf hingewiesen werden, daß der Artikel war die Bolksversammlung, die gestern abend im Deutschen Hof" in den Kommissionen. Dieser Standpunkt einiger Herren im Ausschuß hat uns um so mehr gewundert, als der Kollege Galland selbst nicht konfisziert worden und in vielen Gremplaren verbreitet in der Luckauer Straße tagte. Schon zwei Stunden vor der Anerst vor ganz kurzem in der Bossischen Zeitung" einen wahren Hymnus auf die Mitarbeit der Frauen gesungen und hinzugefügt tation nicht stattgefunden hat, ist darauf zurückzuführen, daß die immer mehr nahm der Andrang zu. Schließlich war der Saal, Oberstaatsanwalt Chrzescinski: Die Tatsache, daß eine Konfis. fangszeit der Versammlung tamen die Besucher in Scharen und hat, Männerarbeit ohne Mithilfe der Frauen werde immer Flid Nummer der Zeitung bereits verbreitet war, als der Artikel zu die Galerien, die Bühne in allen Winkeln dicht besetzt. Es konnte arbeit bleiben. Sehr bedauerlich aber war es, daß im Gegensas unserer Kenntnis fam. Eine nachträgliche Konfistation hätte feinen im buchstäblichen Sinne des Wortes keine Stecknadel zu Boden zum Kollegen Mommsen seine Freunde im Ausschuß nicht wie Zweck gehabt. Durch die neue Erörterung des Stoffes, den der fallen. Dieser im Plenum für den Hinzutritt von drei Frauen einge- Artikel behandelt, in öffentlicher Verhandlung würde die öffentliche Als der erste Referent, Genosse Kurt Rosenfeld, das ungetreten find. Eine Frau als Bertreterin des weiblichen Geschlechts Ordnung gefährdet werden. Meines Wissens ist dieser Stand- heuerliche gegen die Genoffin Luxemburg gefällte Urteil mit der in der Direktion ist nicht ausreichend. Der Magistrat hat ja auch punkt seitens der Staatsanwaltschaft immer geltend gemacht und Schärfe kritisierte, die ein derartiges Klaffenurteil verdient, da erklären lassen, daß zum 1. April die Zahl der Mitglieder der von den Gerichten geteilt worden. Armendirektion verringert werden soll; also besteht doch gegen die brei Frauen wirklich kein Bedenken mehr. Machen Sie ganze unter„ Gefährdung der öffentlichen Ordnung" versteht. Wenn eine gebungen durch. Mit kräftigen Protestrufen gegen das Urteil und Justizrat Barnau möchte gern wissen, was der Staatsanwalt brach die Stimmung der Massen in elementaren Beifallskund Aufreizung der öffentlichen Meinung darunter verstanden werden dessen Begründung unterstrich die Versammlung die kritischen sollte, so würde das Gegenteil durch eine öffentliche Verhandlung Aeußerungen des Redners. Wenn auch das Reichsgericht noch in erreicht werden, denn der Angeklagte Leuß will gerade darlegen, dieser Sache zu sprechen hat sagte der Redner, so legen wir baß ihm jede persönliche Berunglimpfung des Kronprinzen fern zunächst Berufung ein beim Volk und wir sind überzeugt, wenn gelegen und er lediglich eine scharfe fachliche Kritif habe üben eine Boltsabstimmung über das Urteil vorgenommen werden wollen und auch geübt habe. Daß die Praris der Gerichte bezüglich fönnte, es würde zerrissen und verworfen werden.( Lebhafte Bu behauptet, treffe nicht zu. Beispielsweise sei der bekannte Prozeß Staates ist das Frankfurter Urteil. Wenn solche Massenjustiz undes Ausschlusses der Oeffentlichkeit so ist, wie es der Staatsanwalt stimmung.) Ein Ausfluß des Klassencharakters des heutigen Harden wegen Majestätsbeleidigung seinerzeit öffentlich verhandelt worden. möglich gemacht werden soll, dann müssen wir unermüdlich darauf Angeklagter Leuß beantragt die Verhandlung in voller Oeffent- hinarbeiten, daß der Klassenstaat beseitigt und durch die sozia lichkeit. Es handele sich um ganz offentundige Dinge, die in der liftische Gesellschaft ersetzt wird.( Stürmischer Beifall.) Presse und in den Parlamenten schon behandelt seien. Der Ausschluß der Oeffentlichkeit in folchem Prozesse wäre ein Novum. Das Gericht beschließt, die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung auszuschließen. wurde dahin verkündet: Das Urteil Arbeit und stimmen Sie unserem Antrage zu. Stadto. Rosenow: Wir werden einstimmig dem ursprünglichen Antrage zustimmen.( Lebhafter Beifall.) In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Arons mit 77 gegen 31 Stimmen angenommen. Für den Antrag stimmt auch ein Teil der Freien Fraktion und vereinzelte it glieder der Alten Linken. worden ist. Ein gewaltiger Massenprotest gegen das Frankfurter Urteil Während Rosenfeld sprach, erschien Genossin Luxemburg im Saal. Gin Beifallssturm begrüßte fie und freudige Zurufe bee gleiteten sie, als sie sich durch die dichten Massen zum Podium drängte. Der Zusak, daß gewünscht wird, für diese drei Stellen Frauen in Aussicht zu nehmen, wird von der gleichen Mehrheit bestätigt. In den Moabiter Krawallen ist am 28. September 1910 der damalige Kaufmannslehrling Hermann Konczynski verlegt worden und hat Schadenersapanjprüche gegen die Stadt erhoben; er hat Entschädigung für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit erhalten. Seine Alage auf zuerkennung einer Rente ist in erster Instanz abgewiesen worden. Die Berufung schwebt; ber Magirat hat aber einen Vergleich geschlossen, nach dem der Kläger 500 m, erhält und auf alle weiteren Ansprüche verzichtet. Stadtv. Dr. Rosenfeld( Soz.): Wir sind für die Vorlage, Als Genosse Rosenfeld seinen Vortrag beendet hatte, nahm beantragen aber außerdem, den Magistrat zu ersuchen, wohlwollend Von Beifallflatschen und Zue au erwägen, ob es nicht angebracht erscheint, dem Kläger, dem so Str.G.B. zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, der Angeflagte stimmungstundgebungen wurde ihre Rede oft unterbrochen. Mit Der Angeklagte Leuß wird wegen Bergehens gegen§ 97 Rosa Luxemburg das Wort. bel mitgespielt worden ist, eine höhere Entschädigung zu teil Scholt wird freigesprochen. In der Begründung führte der Vor- schneidender Schärfe kennzeichnete sie das Frankfurter Urteil als werden zu lassen. Es handelt sich um einen jungen Menschen von sigende aus: An sich trägt der Angeklagte Scholtz die preßrechtliche Ergebnis der Furcht, welche die herrschenden Klassen vor den Ideen 18 Jahren, der ohne jedes Verschulden seinerseits zufällig unter Berantwortung, es ist jedoch erwiesen, daß er den Artikel vor seiner der Sozialdemokratie haben. Was die Frankfurter Richter als die Säbel der Schubleute geraten ist. Im Prozeß hat Beröffentlichung nicht gekannt hat. Angeklagter Leuß mußte als strafwürdig erklärt haben, das ist in letter Linie die Aufforderung: der junge Mann unter seinem Gide erklärt, er ſei von einer der Verfasser bestraft werden. Die Beleidigung ist der Ausdruck" Du sollst nicht töten", die wir an die Massen richten. Das Urteil Konfirmationsfeier gekommen und wollte einen Verwandten in der Wiclefstraße besuchen. Er sah, wie die Menge mit dem Säbel der Mißachtung eines anderen und in dem Artikel liegt eine Ehr ist eine Bekundung der Tatsache, daß sich der heutige Staat auf zurückgetrieben wurde; er bat einen Polizeibeamten um Schutz, berlegung gegen Seine Kaiserliche Hoheit dem Kronprinzen in vollem Maße vor. wurde aber sofort von vier Schußmännern mit Säbelhieben über vollem Maße vor. Der Ausdrud der Mißachtung ist auch in der die Macht der Bajonette und auf den Kadavergehorsam ihrer Träger Arme und Kopf geschlagen und hat wochenlang im Krankenhaus Absicht der Ghrverlegung enthalten und diese Chrverlegung ist stüßt. Daß der Kadavergehorsam aufhören könnte, davor haben Arme und Stopf geschlagen und hat wochenlang im Krankenhaus zubringen müssen. Eine Entschädigung von 500 M. erscheint doch auch als böswillig erkannt worden. Dies geht schon aus der Ueber die Herrschenden Angst. Wir haben nicht nötig, die Soldaten zum zubringen müssen. Eine Entschädigung von 500 M. erscheint doch schrift„ Wilhelm der Leyte", außerdem aus dem Schlußsatz des Ungehorsam aufzufordern. Wissen wir doch, daß die Volksmasse zu wenig, wenn auch der Magistrat formell im Recht sein mag. Artikels und aus einzelnen Medewendungen hervor, Seine Kaiser- nicht dann am mächtigsten ist, wenn ihre Hand die Mordwaffe Der junge Mann foll ja nach dem Vergleich auch noch gezwungen liche Hoheit der Kronpring wird als unfähig und unwürdig, die umklammert, sondern dann ist die Macht der Arbeiterklasse am werden, seine Prozeßloften aus den 500 W. zu bezahlen. Diese Krone zu erlangen, hingestellt. Es tann sich dabei nicht um eine stärksten, wenn sie die Arme ruhig über der Brust kreuzt und den Kosten sind recht erheblich, und es liegt die große Gefahr vor, daß Kritik oder, wie der Angeklagte behauptet, um eine Mahnung an politischen Massenstreit als Waffe gegen den Klassenstaat anwendet. ihm bann von den 500 W. nicht mehr viel verbleibt. Wir wollen M. den Magistrat nur veranlaffen, eine nochmalige Erwägung darüber die dem Kronprinzen nahestehenden und auf ihn Einfluß übenden( Lebhafter Beifall.) Das Frankfurter Urteil so schloß die Ned anzustellen. Stimmen Sie für unseren Antrag, so legen Sie sich Kreise handeln, vielmehr ist die ganze Art und Weise, der ganze nerin verpflichtet uns zu Taten, zum Kampf für unsere Ideale. Ton ein solcher, daß die Absicht der Beleidigung erkennbar ist. auf eine bestimmte höhere Summe nicht feft; nehmen Sie aus Auf diese Absicht weist, wie erwähnt, schon die lleberschrift hin, denn In der Noten Woche wollen wir uns in diesem Sinne betätigen, Billigkeitsgründen unseren Antrag an! Stadtv. Galland bittet, den Antrag abzulehnen. Der Kläger fie. ist eine sarkastische Wendung in der Absicht der Ehrverleßung. eingebent des Wortes: Mit uns das Volf, mit uns der Sieg." Ferner heißt es:" Es ist selbstverständlich, daß alle nicht erblich hat kaum Aussicht, den Prozeß zu gewinnen; jetzt will der Magistrat belasteten Köpfe sofort mit der Frage reagieren: Kann man nicht dem Ausdruck gegeben hatte, was in den Köpfen und Herzen der Stürmischer, langandauernder Beifall bewies, daß die Rednerin die Vergleichssumme gewähren. Stadtv. Dr. Rosenfeld: Wir dürfen solche Dinge doch nicht und soll man nicht dafür sorgen, daß dieser Prinz nicht auf den Massen lebt. rein formal behandeln, wir müssen doch auch Billigkeitsrücksichten Thron gelangt?" Ferner wirft es ein bezeichnendes Licht auf den in Betracht ziehen. Gewiß hat der junge Mann sich zu dem Ber- Angeklagten, daß er erwähnt, daß„ ber Drang des Gefühls dem Vergleich bereit erklärt, er hat aber ursprünglich geglaubt, einen weit fasser des Regimentsbefehls selbst die Herrschaft über die Sprache erschüttert habe" und in diesem Drange dem Verfasser die Sprachhöheren Ausspruch zu haben. In einem Hinterhofe des Versammlungslokals waren einige Stadts. Caffel: Der Antrag Rosenfeld wäre ein Präjudiz ber- regeln entglitten, die er in der Schulzeit selbstverständlich sich hat hängnisvollster Art für die Stadtgemeinde, Wir sind doch teine aneignen müssen". Dann heißt es in dem Artifel: Welch ein Dutzend wohlbewaffnete. Schuyleute aufgestellt. Als dieser Trupp Wohltätigteitsverfammlung; wir haben den Herrn nicht zu dem Unglüd wäre das, wenn der Kronprinz jezt ans Ruder fäme" und nach Schluß der Versammlung über den Morißplab marschierte, Prozeß veranlaßt. Es würde lediglich städtisches Geld zugunsten im Anschluß daran wird ein Zitat von Bascal angeführt, der die fragten ahnungslose Straßenpassanten, was denn los fei. Man des Klägers vergeudet werden. Auch zur Erhöhung der Summe Meinung ausgesprochen habe;„ daß die Unvernunft des Menschen antwortete den Fragern: Eine sozialdemokratische Frau hat eine haben wir keine Veranlassung; in Zukunft, wenn er vielleicht in die vernunftwidrige Einrichtung bedinge, daß die höchste Gewalt Rede gehalten. Vor den Gedanken, welche sie ausspricht und damit im tsaate dem ersten Sohne der Königin" übertragen werden", Not gerät, haben wir immer noch Zeit, bezügliche Beschlüsse zu Anknüpfend hieran heißt es:„ Die Menschen werden doch immer ein Echo weckt in den Maffen des Volkes, zittert der Staat. Gr Stadtv. Dr. Rosenfeld: Ich habe nicht behauptet, daß die Stadt mehr gebildet und vernünftig und schließlich fommen sie durch möchte diese Gedanken mit dem Polizeiknüppel erschlagen, aber es ein Wohltätigkeitsinstanz sei, aber sie hat die Verpflichtung, wohl solche Erfahrungen, wie wir sie machen, zu der Einsicht, daß die geht eben nicht mit solchen Waffen. wollend die Ansprüche derjenigen zu prüfen, welche Ansprüche an sicheres, aber nicht das zweckmäßigste Merkmal des obersten MachtEigenschaft, der erste Sohn der Königin zu sein, zwar ein ziemlich die Stadt erheben, Nur eine nochmalige wohlwollende Erwägung habers ist". Schließlich wird darauf hingewiesen, daß der Kron wünschen wir. prinz und die Fürsten möglicherweise gar nicht mehr notwendig feien. fassen. Zur Abstimmung fonstatiert der Vorsteher Michelet: Das ist die große Minderheit.( Große Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag ist abgelehnt. Der Magistratsvorschlag wird angenommen. Schluß der öffentlichen Sitzung 19 Uhr. Immer feste drauf. Der Angeklagte gibt sich zwar den Anschein, als hätte er nur hypothetisch gesprochen, es ist aber ganz klar, daß er den Artikel nur geschrieben hat, um Stimmung gegen den Kronprinzen zu machen und die Ehre des Kronprinzen zu verleben und zwar in Der Vorsitzende Ernst schloß die Versammlung mit einem Hinweis auf die Note Woche und einem Hoch auf die SozialDemokratie, in das die Versammelten begeistert einstimmten, Stationen Witterungsübersicht vom 5. März 1914. Swinembe. 746 746 W 747 böswilliger Weise. Darauf deutet auch der am Schluß enthaltene Hamburg Hinweis auf die Weissagung von Lehnin, nach welcher in Wil- Berlin helm II. der letzte seiner Dynastie zu erblicken sei. Das Gericht Franti. a. 755 SW ist von der Schuld des Angeklagten voll überzeugt. Der Angeklagte München ist zweimal wegen Beleidigung vorbestraff, andererseits müßte Bien Better Stationen Better Kemp. n. 5. 4 Haparanda 745 SSD 8 Petersburg 753 GGD 6 Scilly 759 N 10 Aberdeen 748 3 Paris 4 bebedt 2 bedeckt 4 Regen 9 2 heiter 3 2 759 S 4 3 Megen 5 Regen 3 bedeckt 7 bedect 759 SW 6 Regen 8 bededt 10 756 3 4 Regen Wetterprognose für Freitag, den 6. März 1914. Unter der Anklage, den Kronprinzen des Deutschen berücksichtigt werden, daß die Beleidigung sich gegen den Grben der Reichs beleidigt zu haben, standen gestern der Redakteur Krone richtet und der Artikel eine besondere Schärfe zeigt. Mil- Etwas fühler, zeitweise aufklarend, jedoch sehr unbeständig mit spieder. Alfred Scholz und der Schriftsteller Hans Leuß vor der dernde Umstände erschienen deshalb nicht am Plaze, vielmehr mußte holten Niederschlägen und ziemlich starken westlichen Winden. 4. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Land- Sen Angeklagten eine empfindliche Strafe treffen. trinken während der Rekonvaleszenz feurig süßen Berliner Wetterbureau, Fl. 1.50 Nachahmung bitte zurückzuweisen. Blutarme u. Kranke Santa Lucia Rotwein t. 2. Klaf, la Apotheken, Drogerie&. Delikat- Gesch Käufl. in u. Beute billige a.Wertheim Lebensmittel Obst und Gemüse Ananas....... Pfund 58, 65 Pf. Tomaten Fleisch Pfund 70 Pt. Pfund 65 Pf. Schmorfleisch..... Pfund 85 Pt. Rinderkamm Pfund 28, 35 Pf. Querrippe Schweinekotelett Pfund 85 Pl. Schweinekamm... Pfund 75 Pt. Mandarinen 2 Pfund 35 Pf. Blut- Orangen Dizd.28, 35, 40 Pf. Apfelsinen Dutzend 18, 25, 35 PI. Kochäpfel...... 5 Pfund 68 Pf. Zitronen. Dutzend 25 und 35 Pf. Rhabarber.. Bund 5 und 10 Pt. Weißkoh!....... Pfund 2 Pf. Rof- od. Wirsingkohl Ptd. 25 Pt. Sellerie...... Knolle 3, 8, 10 Pf. Rote Rüben.... 10 Pfund 23 Pf. Schwarzwurzeln 2 Pfund 25 Pf. Blumenkohl.. Kopf 7, 12, 16 Pt. Liesen..... Rückenfett Pfund 65 Pf. Pfund 55 Pf. Hammelkeule und-Rücken im ganzen Pid. 90 Pf., geteilt Pfd. 1.00 Pökelkamm...... Pfund 75 Pf. Eisbein.... Pfund 60 Pf. Kasseler Rippespeer Pfund 75 bis 85 Pf. Wilde Kaninchen ... von 70 Pf. an Stück Wurstwaren Zerv.u. Salamiwurst Pid. 1.15 Wstf. Kochmetiwurst Ptd. 90 Pt. Rollschinken ca. 6-8 Ptd., Pid. 145 Landschinkenca.8-12Pfd. Pfd. 140 in St. v. 1 b. Schinkenspeck 4 Pid., Pfund 1.10 Schinkenspeck Pfd., Pfund 1.10 Magerer Speck. Pfund 90 Pf. Fetter Speck...... Pfund 80 Pf. Aus eigener Wurstfabrik: Bauernmettwurst. Pfund 1.15 ... Plund 120 Teewurst. Jagdwurst........ Pfund 1 M. Pastetenleberwurst Ptd. 1.10 Landleberwurst.. Pfund 90 PI. Rotwurst...... Pfund 55, 75 Pf. Fische ohne Kopf in ohne Kopf in Kabeljau ganz. Fischen Pfund 15 PL. Seelachs ganz. Fischen, Pfund 16 Pf. Schellfisch Goldbarse Pfund 25 Pf. Pfund 20 Pt. Bratschollen Pfund 14 und 20 Pf. Seeforellen...... Pfund 18 PI. Lachs in ganzen Fischen. Pfund 43 Pf. Leb, Karpfen Pfd. 75, 85, 95 Pt. Lebende Hechte.. Pfund 90 Pf. Leb. Hechte üb 6 Pfd. Pfund 70 Pf. Lebende Plötzen. Pfund 35 Pt. Lebende Bleie.... Pfund 50 Pf. Lebende Schleie, große. Ptd 1.15 Seemuscheln... 100 Stück 30 Pt. MON!! Theater und Vergnügungen D Freitag, 6. März 1914. Anfang 3 Uhr. Neues Operntheater( Kroll). Vaterland. Anfang 6 Uhr. Cines Palast am Zoo. Varieté Lichtspiele. Anfang 6 Uhr. Cines Nollendorf- Theater.VarietéLichtspiele. Anfang 7 Uhr. Deutsches Opernhaus. Die Meister: finger von Nürnberg. Kammerspiele. Vom Teufel geholt. Anfang 72 Uhr. Schiller- Theater 0.allner Friedr.-Wilhelmst. Theater. .Theater. Freitag, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die beiden Leonoren. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Sonntag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Andreas Hofer. Sonntag, aben ds 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Kgl. Opernhaus. Der Rosenkavalier. Theater in der Königgrätzer Straße Kgl. Schauspielhaus. Peer Gynt. 2. Abend. Deutsches. Viel Lärm um Nichts. Zirkus Busch. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 755 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40. Tagen. Aniang 8 Ilbr. Urania. Dir. Fürst: Hochspannung. Leifing. Simson. Königgräger Straße. Die fünf Frankfurter. Deutsches Künstler Theater. Schirin und Gertraude. Neues Operntheater Vaterland. ( Kroll). Trianon. Er und der Andere. Komödienhaus. Kammermusik. Theater an der Weidendammer Brücke. Reformtänzerin. Theater am Rollendorfplatz. Prinzeß Gretl. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller 0. Weh' dem, der lügt. Schiller Charlottenburg. Das Glüd im Winkel. Theater des Westens. Bolenblut. Montis Operetten. Jung- England. Berliner. Wie einst im Mai. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Die Tangoprinzessin. Residenz. Der Regimentspapa. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fräulein Trallala. Nose. Berlin, wie es meint und laat. Kajino. Die olle Webern. Herrnfeld. Die von oben und unten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kompagnie. Anfang 8%, Ubr. Quisen. Unser Junge. Walhalla. Tangofieber. Folies Caprice. Café Bingsheim. Der Heiratsgraf. Meyersteins. Anfang 8%, Ubr. Neues Volks- Theater. CourtelineAbend. Aniarg 9 Uhr. Admiralspalast. Die lustige Puppe. 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusit" Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater a. d. Weidendammerbrücke Gstsp. d. Reformtänzerin AdoreVillany. Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblut. Sonnt. Nm. 3, 1.: Der liebe Augustin. Uhr Uhr. List Residenz- Theater L.Str. Der Regimentspapa. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Freitag, 8 Uhr: Schirin und Gertraude. Sonnabend, 34, Ubr: Peterchens Mondfahrt. Sonnabend, 8 Uhr: Cafard. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Prinzeß Gretl. Morgen Sonnab. 4 Uhr( fl. Preise): Die Schiffbrüchigen. DOSE THEATED Große Frankfurter Str. 132. Anfang 8 Uhr. Berlin wie es weint u. lacht Sonnabend 4 1hr: 1001 Nacht. Sonnabend 8 Uhr: Die Maschinenbauer von Berlin. Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr Ein neues Berliner Volksstüd: Berliner Eispalast. Sm Strug Die olle Webern. zum grünen Stranze. Cines Nollendorf- Theater.Varietés Lichtspiele. Ur- Berl. Figuren, Ur- Berl. Humor! Einziges Theater in diesem Genre! Im Stile der alten Wallner- Bühne. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62. Gonnt. 4 Uhr: Mädchenehre. Anfang 8 Uhr. Fräulein Trallala. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Er und der Andere. Sonnt. nahm. 3 Uhr: Die Kino- Königin. Sonntags 3 Uhr: Die Liebe wacht. Metropol- Theater. Abends präzise 7 Uhr 55: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Unsere süßen Dienstmädel. Burleske von Meysel Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr zu ermäß. Preisen: Cavalleria schufticana Passage- Panoptikum. Der englische Riese Teddy Bobs Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow 19 Jahre alt. Ohne Extra- Entree! Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Unser Junge. Volksstüd mit Gesang und Tanz. Walhalla- Theater. Täglich 8 Uhr: Tangofieber. Gr. Posse m. Gef. u. Tanz in 3 Aften bon E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch. Brauerei Friedrichshain Mittwoch, den 11. März 1914, abends 8 Uhr: Extra- Konzert des Blüthner- Orchesters 60 Künstler. Dirigent: Eugen Sauerborn. Solisten: Klaviervirtuosin Käte Heinemann und namhafte Gesangs- Solisten. 66:: Berliner:: Clou" Mauerstraße 82 Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert! Berliner Konzerthaus- Orchester FraDirigention. Musikkorps des 1. Garde- Dragoner- Regiments. Dirigent: Oberm. Baarz. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen: Eintritt. Gr. Nachmittags- Konzert te Neue Welt. Arnold Scholz. Hasenheide 108/114. Täglich: 1 in den Bockbierfest bayerisch. Alpen. Anfang 7 Uhr. 6 Kapellen. 30 bayerische Madl. Entree 30 Pf. Jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Sonntag: Großer Ball. Voranzeige! Dienstag, den 10. März 1914: 3. großes Tango- Turnier! Prämiiert wird das eleganteste Tango- Tänzer- Paar. Geflügel Hühner gefroren..95 Pf. bis 2,50 Poulets........... 2.20, 250 Hühner( frisch).... 2.20 bis 2.65 Masthühner....... 3.10, 360 Enten... .... 2.70 bis 3.90 Schneehühner... 85 Pf., 115 Birkwild.......... 1.60, 1.90 Puten..... Pfund 98 Pf. und 1.08 Butter Koch- u, Backbutter 1.10, 1.18 Tischbuffer Ptd. 1.28- Pfd.- 64 PI. Tafelbutter Pid. 1.32 Pfd. 66 PI. Zirkus Alb. Schumann. Heute Freitag, den 6. März, abends 7, Uhr: Große Jubiläums- Vorstellung. Zum 75, Male das neue große Ausstattungsstück in 7 Bildern ,, Tipp 99 der Derby- Favorit 1914. Vorher das phänomenale März Programm bestehend aus 10 erstklassigen Attraktionen. Berlin- Pankow Berliner Str., Ecke Binzstr. Haltestelle der elektrischen Straßenbahn. -Nur kurze Zeit Zirkus BARUMSchau. Täglich abends 8 Uhr: Das grandiose Programm mit 22 Welt- Attraktionen. Morgen Sonnabend, 7. März: 0 brillante Vorstellungen nachmittags 4 Uhr, abends 84 Uhr. 2 In der Nachmittags- Vorstellung ein ungekürztes Abend- Progr. zu klein. Preis. f.Erwachsene u. Kinder unter 12 Jahr. Paket Paket URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Direktor A. Fürst: Hochspannung. Zirkus Busch. Heute Freitag, den 6. März, abends 7, Uhr: Große Galavorstellung. Mad. Garniers Sprung mit dem Fahrrad aus der Zirkus- Kuppel. Ferner: Bale Troupe, Kunstradfahr. Die Revells, groteste Redturner, fowie Auftr. aller gr. Attrattionen. Zum Schluß: ララ Pompeji". Drig. Ausstattungs- Bantomime. Rerliner IK- Tric Adr.: Neukölln Lahnstr.74% WINGBARTEN 765 Neues Programm! Idette Brémonval Paris. Sängerin Mado Minty in ihrer Szene ,, Die Spinne" The Piccolo Company Ludwig Paul Jülich Amann Mimiker in der Szene: ,, Ind.Putzstunde" und eine Auslese Admiralspalast. hervorragender Kunstkräfte! Eis- Arena. Täglich: Die lustige Puppe. Großes Ballett auf dem Eise. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr ab halbe Kassenpreise. Rauchen gestattet! Apollo- Theater. 8 Uhr. Tel.: Lützow 2757. Zum 75. Male: 8 11br. wein- u. Bler- Abteilung. Der Stolz d. 3. Kompagnie Folies Caprice. Café Pingsheim 8 Der Heiratsgraf Meyersteins Voigt- Theater Badstraße 38. Freitag, den 6. März 1914: Er und seine Schwefter. Posse m. Ges. in 4 Bild. v. Buchbinder. Sajfeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8, Uhr. Freitag, 13. März: Benefiz f. F. Rühle: Philippine Welser. mit Hartstein. Lachen ohne Pause! Rauchen gestattet! Berliner umor- Quartett W. Watzky Oderberger Str.38 Für den Inhalt der Juicrate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerici Berantwortung. in den neuesten Farben und Formen Jackett- Anzüge ✰ in größter Auswahl vorrätig< H. Oetken& Co. Jackett, Anzüge Tel.: Moritsplatz 13 268 Oranienstr. 166 abe dem Oranienplatz Modernes Spezialhaus für Herren- und Knaben- Garderobe m. 19.- 23.- 26.- 29.- 33.- 36.- 39.- 43.- 46.- bis 64.Frühjahrs- Paletots in marengo und farbig Covercoat- Sport- Paletots in den neuesten Fassons Sommer- Ulster in größter Auswahl. Für prima Verarbeitung und tadellosen Siz übernehmen wir jede Garantie. Katalog aratis! Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 3. Ar. 64. 31. Iahrglluz. 2. KrilU des Jutmätls" Knlim PtlUM. Freitag. 6. Mar; 1914. flugblattverbreitung zum Frauentag heute Freitag, abends 8 Ahr. Die Genossinnen und Genossen treffen sich in den Bezirkslokalen. Lanötag öer Provinz Sranöenburg. Der Brandenburgische Provinziallandtag, der seine diesjährige Tagung vom 22. Februar bis 4. März abhielt, hatte vor allem den Etat der Provinz zu erledigen, der von 20 Millionen im Vorjahr auf 21 Millionen gestiegen ist. Gefordert von der Verwaltung waren noch 800 00) M. mehr, zu welchem Zwecke die Gemeinden statt 14 Proz. an Steuerzuschlag 15 Proz. zahlen sollten. Der Etatsausschuß, dem der Landtag folgte, strich jedoch 800 000 M., so daß auch in diesem Jahre mit 14 Proz. Steuerzuschlag aus- gekommen wird. Bei der Beratung des Etats kam es übrigens auch zu einem Zusammenstoß zwischen der Verwaltung und unseren seit drei Jahren auch in diesen reaktionären Landtag eingedrungenen Ge- Nossen. Der Abgeordnete Plonz-Lichtenberg brachte Beschwerden der Wärter aus der Irrenanstalt Reuruppin zur Sprache, die sich an ihn gewandt hatten, weil der von ihnen gegründete Wärterbund von der Verwaltung verboten worden ist. Von der Provinzialver- waltung wurde mit großer Emphase behauptet, dem Personal in Krankenanstalten könne man ein Koalitionsrecht nicht zustehen, das Interesse der Kranken müßte darunter leiden; Sanitätsrat Dr. Zinn verstieg sich zu der Behauptung, daß das Krankenpflegepersonal auch keine geselligen Vereini- gungen gründen dürfe; wer auf die Betätigung seines Koalitionsrechtes Wert lege, der gehöre nicht in eine Kranken- anstalt und könne ja seiner Wege gehen. Vom Abgeordneten Ge- nassen Dr. Borchardt-Charlottenburg wurde der schärfste Wider- fpruch gegen diese scharfmacherischen und geradezu vorsintflutlichen Anschauungen erhoben. Selbst einer Reihe bürgerlicher Abgeordneten hatte unser Ge- nasse, wie sie ihm nachher versicherten, ails der Seele gesprochen. Aber nur Herr Plonz sekundierte ihm einigermaßen, indem er für die Wärter mindestens das von der Verwaltung ebenfalls bestrittene Recht in Anspruch nahm, sich mit ihren Beschwerden an die Land- tagSabgeordneten zu wenden. Die übergroße Mehrheit des ganz agrarisch zusammengesetzten Provinziallandtagcs stellte sich natür- lich auf feiten der Verwaltung und billigte ausdrücklich die von ihr proklamierten Grundsätze. Jedenfalls wird es nötig sein, in Zu- kunft ein scharfes Auge auf die Verhältnisse des Personals in den Provinzialanftalten zu haben und die vorhandenen Mißstände in unverhüllter Weise gns Licht zu ziehen und zu kritisieren. Noch bei einer anderen Gelegenheit zeigte sich der reaktionäre Charakter der Provinzialverwaltung. Bekanntlich ist vor zwei Jahren auch für die Provinz Brandenburg eine öffentlich-rechtliche Versicherungsanstalt inS Leben gerufen, die mit nicht ungünstigem Erfolge auch die Volksversicherung betreibt. Nun führen die öffent- lich-rechtlichen Versicherungsanstalten einen harten Konkurrenz- kämpf gegen die privaten Gesellschaften, und auf eine über diese Verhältnisse an die Verwaltung gerichtete Frage antwortete der Landesdirektor, die von ihm geleitete öffentlich-rechtliche Provinzial- Versicherungsanstalt werde friedlich mit den privaten auf n a t i o- n a l e m Boden stehenden Versicherungsgesellschaften zusammen- arbeiten. Unsere Genossen nagelten sofort fest: wenn sogar bei Verficherungsgeschäften der nationale Charakter betont werde, so könne das im Munde des Landesdirektors doch nur den Sinn haben, daß er der von den Genossenschaften und Gewerkschaften gegründeten„VolkSfürsorge" diesen Charakter abspreche und demnach betone, die Konkurrenz gegen di�„Volksfürsorge" solle nicht m anständiger, loyaler, sondern in unanständiger, illoyaler Form betrieben werden. Der Landesdirektor meinte mit einiger Verlegenheit, er habe gar keinen Anlaß gehabt, von der„Volks- fürsorge" zu sprechen, was ja aber nur bestätigt, daß er ste zu den auf nationalem Boden stehenden Versicherungsgesellschaften nicht rechnet. Nöbelmesse unö /lusstellung von Klein- Wohnungseinrichtungen. Die Berliner Möbelmesse, verbunden mit einer Ausstellung von Kleinwohnungseinrichtungen, ist am vergangenen Freitag in den Ausstellungshallen im Zoologischen Garten eröffnet worden. Seit einigen Jahren haben die Berliner Tischlermeister und Holzindustri- «llen jährlich zwei Messen veranstaltet. Sie tragen damit einem öffentlichen Bedürfnis Rechnung. Dem kaufenden Publikum ist sonst kaum Gelegenheit geboten, sich Geschmack für schöne WohnungS- einrichtungen und Verständnis für gute Möbel und deren zweck- mähige Verwendungen anzueignen. Die der Bevölkerung sonst gezeigten Schaufensterausstattungen dienen zur Anregung der Kauflust und täuschen auffallend billige Preise oder recht reiche Ausführung vor. Durch den Vergleich von 800 vollständigen Zimmereinrichtun- gen, die von 00 Firmen ausgestellt sind, kann auch der Laie sein Urteil über gute und schöne Möbelstücke verbessern. Die Aus- stellung zeigt viele Neuheiten, die auch den Fortschritt und die zunehmende Leistungsfähigkeit der Berliner Möbelindustrie er- kennen lassen. Die Berliner Tischlerinnung, als Organisation dieser Industrie und Trägerin des Unternehmens, zählt in ihren Betrieben 20 000 bis 22 000 Arbeiter. Ihr gehören nicht nur die Kleinbetriebe, sondern auch fast alle großen Möbelfabriken an. Daß eine so umfangreiche Jndustriegruppe durch Ausstellungen Beweise ihrer Leistungsfähigkeit geben muß, liegt in ihrem eigenen Interesse. Wird doch der Markt von geringwertigen Produkten der auswärtigen Konkurrenz überschwemmt, während die Berliner Betriebe teilweise leerstehen und zirka 0000 Holzarbeiter ohne Arbeit sind. Die Messe soll mit dazu dienen, die heimische Industrie zu fördern und ihr die Kundschaft der Bevölkerung GrotzberlinS zuzuführen. Die AuSstellungSleitung hat eS unter der Mitwirkung und Aufsicht der beiden Architekten P. Purfürst und E. Schneckenberg durchgesetzt, daß nur künstlerisch eimvandfreie Möbel zur Aus- stellung zugelassen wurden. Vorherrschend sind freilich teure Ein- richtungen für die wohlhabenden Bcvölkcrungsschichten. Aber auch billige und doch sehr gut und sauber gearbeitete Ausstattungen fehlen nicht, dabei zu Preisen, wofür sie auswärtig« Firmen m dieser Aufmachung nicht liefern können. Wohl gibt es auch in anderen Städten recht leistungsfähige Betriebe, die sehr gute Ar- beiten hervorbringen, dann aber auch zu entsprechend hohen Preisen. Die Ueberlcgcnhcit über die Konkurrenz ist der Berliner Möbelindustrie möglich durch ihre weitgehende Teilung in Spezial- betriebe und die große Anzahl eingearbeiteter Spezialarbeiter. Trotz dieser Leistungsfähigkeit hat die Berliner Möbelindustrie die Produktion einfacher Möbel an die Konkurrenz auswärtiger Fabrikanten abgetreten, die durch Teilarbeit und mit ungelernten Arbeitern Möbel als Massenartikel herstellen. Die Waren mutzten d« Produktionsweise angepaßt werden und fallen deshalb außer- ordentlich schlecht aus. Die Berliner Unternehmer sahen das ruhig mit an, waren sie doch alle der Meinung, daß die Fabrikation erst- klassiger teurer Möbel lohnender sei. Dafür werden Betriebe wie Arbeiter in der Krise von um so größerem Arbeitsmangel betroffen. Diese große Arbeitslosigkeit kann auf einen normalen Stand reduziert werden, wenn es gelingt, die Produktion einfacher Möbel wieder in die Hände Berliner Firmen zu bekommen. Deshalb wünschen alle Berliner Holzarbeiter, daß die Messe im Zoo eine Mehrung der Arbeitsgelegenheit zur Folge haben möge. Um die Herstellung geschmackvoller Kleiwvohnungseinrichtungcn zu fördern, wurde bereits früher von Vertretern aus Arbeiterkreisen die Kommission für vorbildliche Arbeitermöbel ins Leben gerufen, die im Gcwerkschaftshause wiederholt Mustereinrichtungen ausgestellt hat. Die große Masse der Bevölkerung hat sich diesen Bestrebungen gegenüber noch zurückhaltend gezeigt. Nichtsdestoweniger gebührt der Kommission Anerkennung für ihre Versuche. Ter Gedanke, unter den Arbeitern Sinn und Verständnis für gute und einfache Möbclformen zu verbreiten, hat Anklang gefunden. Er hat bereits befruchtend auf die Industrie gewirkt. Die Tischlermeister haben nun zum zweitenmal den Versuch gemacht, billige, aber nach künstlerischen Entwürfen gearbeitete Kleinwohnungseinrichtungen zu zeigen und somit bildend auf die Bevölkerung zu wirken. Zur Förderung dieser Bestrebungen hat die Gewerbe- dcputation des Magistrats beschlossen, einen Zuschuß von 3000 M. für das Preisausschreiben zu gewähren. Sieben Entwürfe sind prämiiert worden und die danach ausgeführten Einrichtungen ausgestellt. Außerdem werden auch andere Einrichtungen nach eigenen Entwürfen der ausstellenden Firmen gezeigt. Die Kleinwohnungseinrichtungen sind auf der Galerie unter- gebracht. Die große Berliner Möbelindustrie müßte eigentlich ein Massenaufgebot einfacher Wohnungseinrichtungen aufweisen. Leider lassen sich viele Firmen durch geschäftliche Rücksichten gegen die Möbelhändler abhalten. Die ausgestellten Arbeiten zeigen eine durchaus gute Ausführung. Die Einrichtungen der preis- gekrönten Entwürfe werden für 000 M.(Einzimmerwohnung mit Küche) und 900 M.(Zweizimmerwohnung mit Küche) verkauft. Aber auch Einrichtungen in niedrigerer sowie höherer Preislage sind zusammengestellt. Die Firma Dibbelt u. Rothe, die die Ein- richtungen im Gewerkschaftshause für die Kommission für vor- bildliche Arbeitermöbel geliefert hat, ist mit zwei Wohnungen vertreten, eine kleine für 040 M. und eine vornehme Drei-� zimmerwohnung für über 2000 M. Die Vorführung kieferner Arbeiten dürfte bei Fachleuten nicht allgemein Anklang finden. Man kann Zweifel hegen, ob eine so gute Holzauslese, wie bei der Einrichtung der Firma Schütze, auch dann noch möglich ist, wenn solche Möbel in größerer Anzahl hergestellt werden. Die Versuche, Umbauten an Sofa und Betten in Kleinwohnungseinrichtungen zu zeigen, sollten eigent- lich zurückgewiesen werden. Solche Umbauten sind keine Ge- brauch»-, sondern Modemöbcl. Sie sollen neben den eigentlichen Möbeln den Hintergrund eines mit Paneelen und Holzarchitcktur ausgebauten Raumes vortäuschen. Die Organisation der Berliner Möbelhändler glaubt die Möbelmesse bekämpfen zu müssen. Durch die dort zutage ge- tretenen Bestrebungen sehen die Händler ihren Profit geschmälert. Sie haben beim Magistrat einen Protest gegen den Zuschuß von 3000 M. eingereicht und die Polizei ersucht, die Besuchszeit an den Sonntagen zu beschränken, weil daS Unternehmen ein gewerbliches sei und deshalb nur zur selben Zeit geöffnet sein dürfe wie Läden und Geschäfte. Die Möbelmesse ist bis zum 17. März geöfinet. Der Eintritt ist frei. Die Besuchszeit dauert Sonntags wie Werktags von 10 bis 8 Uhr. Parteiangelegenheiten. Charlottenburg. Heute abend 8 Uhr von den bekannten Lokalen aus: Flugblattverbreilung. Steglitz-Friedenau. Die Frauenversammlung am Sonntag, den 8. März, kann nicht im Albrechtshof stattfinden, da dieses Lokal bis auf weiteres vollkommen geschlossen ist. Die Versammlung findet dafür im.Birkenwäldchen", Schlltzenstraße statt. Beginn 2 Uhr. Heute Flugblattverbreitung. Tcmpclhof. Sonnabend von den bekannten Stellen aus: Wichtige Flugblattverbreitung. Treptow- Baumschulcnweg. Heute Freitagabend?>/,: Wichtige Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Britz. Heute Freitag, 8Vz Uhr: Oeffentliche Gemeindewählerversammlung im Lokal von Becker, Cbausseestr. 97. Mariendorf. Heute Freitag 7'/, Uhr: Flugblattverbreitung von allen Bezirkslokalen aus. Die Genossinnen treffen sich Sonntag '/s2 Uhr bei Benscheck, Chausseestr. 27. Senzig. Am Sonntag, den 8. März. früh. Flugblattver- breitnng. Die Genossen und Genossinnen treffen sich mittag? 1 Uhr, um gemeinsam vom Restaurant W. Rasemann zum Frauentag bei Thor- mann. Neue Mühle, zu gehen. Niederschönewridc. Freitag, 7 Uhr: Flugblattverteilung und Sonntag, morgen? 8 Uhr: Kuvertverteilung zur Gemeindewahl, von den BczirkSlokalen aus. Alt-Glicnickc. Freitag, den 0. d. M., abends 7 Uhr, Flugblatt- Verbreitung vom Jugendheim, Grünauer Str. 7 aus. Zu der am Sonntag, den 8. d. M., nachmittags 3 Uhr, im Restaurant.Zum Wasserturm"(Jnh. Gottl. Schäfer). Schirnerstraße, stattfindenden Frauenversammlung treffen sich die Frauen nach- mittags 2>/z Uhr im Jugendheim zum gemeinsamen Zug nach dem Versammlungslokal. Sonntag, den 8. d. M., vormittags?>/, Uhr, Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Pankow. Heute, von 7 Uhr abends an: Flugblattverbreitung von den Zahlabendlokalen aus. Anschließend: Kuvertierung zur Ge- meindewahl bei Larsen, Brehmestr. 47/48. Wittenau-Borsigwalde. Heute abend: Flugblattverbreitung von den bekamUen Stellen aus. Kalkbcrge-Tasdorf. Sonntag, den 3. März, nachmittags 3 Uhr: Oeffentliche Kommunalwählerversammlung bei Georg Radcmacher, Kalkberge. Heinitzstr. 19. Tagesordnung: Die bevorstehende Ge- meindewahl. Referent: Arbeitersekretär RamSbrock, Oberschöneweide. Diskussion. Fredersdorf. Am Sonntag, den 8. März, nachmittags 0 Uhr: Oeffentliche Gemeindewähler-Berfammlung im Lokale der Witwe A. Gronau. Genosse K r e u e r- Federsdorf spricht über das Thema:„Warum müssen Sozialdemokraten in der Ge- meindevertretung sein?" Prtershagcn. Am Sonntag, den 8. März, nachmittags um 4 Uhr, im Lokal.Zum alten Dessauer": Oeffentliche Kommunalwähler- Versammlung. Aufstellung der Kandidaten. Serliner Nachrichten. Schreckensszenen im Neichstag. Im Reichstag ging es am Donnerstag lebendiger zu als gewöhnlich. Auf der Tagesordnung war nämlich vermerkt worden, daß wegen der Ostmarkenzulage eine namentliche Ab- stimmung vorgenommen werden sollte. Wer eine solche Ab- stimmung versäumt, wird um zwanzig Mark gestraft. ... Der feierliche Augenblick der Abstimmung zieht sich immer weiter hinaus, denn mehr Redner, als nian erwartet hatte, nehmen noch das Wort, um Herrn� Kraetke Freundlichkeiten zu sagen, ihm wieder einen anständigen Scheitel zu kämmen, nachdem ihn Zubcil wie den leibhaftigen Struwwelpeter frisiert hatte. ... Die Herren Abgeordneten haben also Zeit— sie er- gehen sich in den Wandelhallen, schlürfen ihren Kaffee im Restaurant, sitzen in Lese- und Schreibsälen herum, liegen in ihren Kojen unter dem Dachjuchhe auf dem Ohr oder plantschen in Badewannen herum. Da gibts im Saale eine bemerkenswerte Bewegung: Herr Kraetke, dessen Reden sich gleichen tvie seine Dreipfennig- marken, hat seine letzte Marke verklebt und Platz genommen auf einem der � Stühle, die nur von besseren Podexen gedrückt zu werden gewohnt sind. Herr Kraetke war also, wie man sehen, wenn auch nicht hören konnte, fertig geworden mit seiner— sozusagen Rede. Mit der ihn auszeichnenden Donnerstimme, die man bei einiger Aufmerksamkeit auf eine Entfernung von tausend Milli- meiern noch zu hören vermag, verkündet Herr Kaempf, daß nun die namentliche Abstimmung stattfinden wird. Seine Schriftführer drücken auf die Huppenknöpfe und nun beginnt ein Heulen in allen Teilen des Hauses, wie cS seit dem Auftreten des bekannten Posauncnbläserkorps von Jericho kein menschliches Ohr mehr vernommen. Das Geheul von hundert Automobilhuppcn in einen einzigen Ton konzentriert, ist ein zarter Strich über eine S.tradivariusgeige im Vergleich mit den mechanischen Höllenhundcn, die im Reichstag los- gelassen werden, wenn eine namentliche Abstimmung ht' vorsteht. Und die Folgen sind fürchterlich: Im Restaurant fallen den älteren Herren vor Schrecken die Tassen aus den Händen. Von den Schlaflagcrn in den Kojen unter und über den Dächern kugeln die wohlbeleibteren Herren vor Entsetzen auf den Fußboden. Herr Ocrtel, der Prophet der notleidenden Landwirte, kann nicht wieder von dem Boden auf die Beine kommen, denn sie sind kürzer als der Durchmesser seiner schlanken Taille. Er schreit mit den zappelnden Füßen um Hilfe. In den Wandelgängen rennen die Herren um die Wette dem Saale zu, auf daß keiner zu spät komme... Ein Antisemit sitzt auf dem elektrischen Pferd im Zander- saal und reitet kühne Attacken gegen Judäa— da beginnt das Geheul. Er gedenkt der gefährdeten zwanzig Mark— und nun wollt' er wieder runter und da könnt' er nicht. Seine Rosinante galoppiert weiter, denn der Diener, der sie abstellen könnte, ist durch entsetzliche Hilferufe in eine Bade- zelle gerufen worden! In der Badewanne hatte einer von Ostende geträumt, als ihm das Huppengcheul grausam in die nackte Wirklichkeit zurückrief. „Hilfe! Hilfe!" „Ich komme zu spät— her mit den Unterbuxen!— Nein nein, das dauert zu lange---" — Huhuhuhuhu! „-- Her mit den Hosen und dem Rock! Her mit Badeschlappen I" Mit den Schlappen an den nackten Füßen vermag der Mann ohne Hemde nicht zu laufen. Er nimmt sie in die linke Hand und rast aus dem Kellergeschoß dem Haupt- gcschoß zu. — Huhuhuhuhu! Drei Treppenstufen nimmt er immer auf einen Sprung. Schneller und immer schneller springt er der Wandelhalle zu. So nimmt er das Nennen mit Trimborn und einem Dritten auf. Trimborn aber bleibt um Nasenlänge voraus. Nun der Schlußspurt im Saale selbst: Trimborn und der Mann ohne Hemde! Nun heulen nicht mehr die Huppen allein, nun heult das ganze Haus. Huhuhuhu! Hohohoho! Hahaha! Dann das letzte Hindernis: die Treppe zur Tribüne! Trimborn, der kurz- sichtig, stolpert— oho I oho!— Der Mann, der kein Hemd am Leibe und die Schlappen in der Hand hat, schlägt ihn. Aber Beide retten ihre zwanzig Mark. Der Dritte, der das Rennen bis zur Tür des Sitzungssaales mitgemacht, hatte es als aussichtslos aufgegeben. Er hat alle Hoffnung fahren lassen und deshalb Platz genommen zwischen den Antisemiten. Indessen verkündete Herr Kaempf mit Donnerstimme, daß die Abstimmung geschlossen sei. Arbcitsloseufnrsorge— Angcstelltenfürsorge. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Die Arbeitslosen Berlins, denen zur Abwendung der ärgsten Not die Stadt durch Darlehnsgewährung beistehen will, haben bisher auf die versprochene Hilfe vergeblich gewartet. Gestern nahm die Stadtverordnetenver- sammlung davon Kenntnis, daß ihr vor drei Wochen gefaßter Beschluß, 300 Olli) Mark für diesen Zlveck bereitzustellen, die Zustimmung des Magistrats erhalten hat. Unser Genosse H i n tz e brachte zur Sprache, daß sogleich nach jenem Stadt- verordnetenbeschluß Taufende von Gesuchen cinge- gangen sind, deren Erledigung immer noch aussteht. Seine Mahnung an die Armendirektion, die Prüfung zu bx» schleunigen, wurde vom Stadtrat Doflein, dem Chef! = fo= $ 0 Die mit dem großzügigen Bauprojekt des auf dem Gelände der I Salbow, Miquel Stol, Moran Root, Badebusch- Stabe, Pawkeder Armendirektion, beantwortet mit der Versicherung, daß einstigen Bepinière( Staiser Wilhelms Akademie) zu errichtenden Rudel, Rütt- Stellbrinf. Die meisten der Fahrer haben schon Sechsohnedies mit größtmöglichster Schnelligkeit verfahren werde. Hotelneubaues einerseits und des mit diesem Prachtbau in organi- tage- Rennen gefahren; da der Verlauf sehr reich an zwischenfällen Herr Doflein sagte auch, eine ganze Anzahl Darlehen seien nischen und stilistischen Einklang zu bringenden Neubaues des Bahn- aller Art ist, haben viele Paare die Aussicht, das Rennen zu ihren Gunsten zu entscheiden. Um 12 Uhr nachts wurde der Startschuß entweder schon ausgezahlt worden oder würden in den nächsten hofes Friedrichstraße andererseits ſich befassenden Behörden sind: die durch den früheren Rennfahrer Lehr abgegeben und das 144 StundenTagen ausgezahlt werden. Dieses entweder- oder" berührte Bauabteilung des Eisenbahnministeriums, der Magistrat Berlin, der rennen nahm seinen Anfang. Gleich die ersten Stunden brachten sehr sonderbar. Anscheinend war er selber über den augen- 8weckverband Groß- Berlin, das Polizeipräsidium Berlin und das Ron- mehrere Stürze und ein rasches Ausscheiden der Mannschaft Arendfortium des Hotelneubaues unter Leitung des Direktors Carsten Nielsen. Hoffmann; Nettelbeck mußte nach einem Sturz aufgeben, ebenso blicklichen Stand der Sache nicht unterrichtet. Auch die Angestellten der Stadt haben in den letzten Es handelt sich hier, soweit der Hotelneubau allein in Betracht Jacquelin, so daß am Abend des ersten Tages nur noch 13 MannDie Weltrekords wurden zeitweise überMonaten eine Geduldprobe zu bestehen gehabt. Der ichon kommt, um ein Objekt, das sich einschließlich des erforderlichen Bau- fchaften zusammen find. im Herbst eingebrachte Antrag der sozialdemokrati- geländes von rund 7000 Quadratmeter Größe auf 18 000 000 Mart boten. Der Hotelneubau, dessen Finanzierung außer Zur Explosionskatastrophe in Rummelsburg. ichen Fraktion, die Versicherungsbeiträge belaufen wird. vollauf den Stadtsäckel zu übernehmen, fand bei den mehreren deutschen Bankhäusern, die sich vorläufig nur stillschweigend Zu dem in unserer gestrigen Nummer gebrachten Bericht von der Der Vorschlag des Aus- an der Sache beteiligen, hauptsächlich von dem Pariser Bankhause Betriebsversammlung der Arbeiter der Anilinfabrik wird uns er Freisinnigen wenig Sympathie. schusses, die den Angestellten aufzuerlegende Beitragshälfte Labouchère ins Werk gesetzt wird, wird im Entwurf und in der Reichstagsabgeordneter Genosse Brey knüpfte wohl an den Undurch eine Gehaltserhöhung wettzumachen, hatte nicht den Ausführung von dem hervorragenden, durch ähnliche Hotel- gänzend und berichtigend zugleich mitgeteilt: Beifall des Magistrats. Er zog damals feine Vorlage über bauten größten Stils in Baltimore, New York und Paris glücksfall an, vermied es aber, irgendwelche Angriffe gegen die Bebekannten Baumeister Augustin Rey in Gemeinschaft die Angestelltenversicherung zurück, weil er meinte, daß er weit die Verbindung mit dem Bahnhof Friedrichstraße in Betriebsleitung zu richten, für die er keine pofitiven Anhaltspunkte eigentlich die Stadtverordneten überhaupt nicht damit zu betracht kommt mit dem diesen Erweiterungsbau leitenden Geheimen habe. Er erörterte aber mit großer Sachkenntnis die Forderungen mühen brauche. Die sozialdemokratische Fraktion erneuerte Baurat Schwarz hergestellt. der Arbeiter in der chemischen Industrie ganz allgemein, als da sind: dann in einem Antrag die Forderung, die Angestellten dur ch Bahnhof und Grand Hotel Friedrichstraße werden, soweit dies weitgehenden Schutz von Leben und Gesundheit; sanitärer MaximalGehaltserhöhung zu entschädigen. Nochmalige bei dem in der Hauptsache aus einer neuen, großen Glashalle be- arbeitstag und vor allem Aufklärung der Arbeiter, die häufig wechseln, Ausschußberatung ergab Ablehnung. Der im Ausschuß stehenden Bahnhof möglich ist, in Formen gehalten sein, die sich den über die Gefahren des Betriebs. Der Redner zeigte, wie in jahrzehntegleichfalls abgelehnte Antrag Goldschmidt, für volle Bei- architektonischen Stilarten der dortigen vornehmen Bauten, ins- langem Kampfe die Organisation für diese Forderungen eintritt, tragsübernahme später die Invalidenrente von dem aus besondere des Messelschen Admiralspalastes anpassen, im wesentlichen Stadtmitteln bewilligten Ruhegeld abzuziehen, wurde gestern also klassizistischen Charakter erhalten. Unter dem Hotelneubau wird, wiederholt. Für ihn trat jetzt auch die sozialdemokratische eingebettet in dessen Fundamente, ein vom Reichstagsufer bis zur Fraktion ein, weil ein Mehr nicht erreichbar schien. Den Friedrichstraße sich erstreckender Untergrundbahnhof in einer Tiefe Stadtverordneten Galland, der gegen den Antrag von fünf Metern unter dem Straßenpflaster erbaut werden, der der Goldschmidt das angebliche Interesse der Angestellten aus- vom Zwedverband Groß- Berlin geplanten besonderen Schnellbahnspielen wollte und sie auf das Wohlwollen des Magistrais rer- verbindung Potsdamer Bahnhof Stettiner Bahnhof dienen soll. tröstete, kennzeichnete unser Genosse Schneider als den Zwischen dem neu errichteten Teile des Bahnhofes Friedrichstraße, ,, Wolf im Schafspelz". Einen Angriff Gallands auf die Kon- der auch voraussichtlich in einem Erweiterungsbau der großen Unter zahlreicher Beteiligung wurde am Mittwoch. der bei der sumgenossenschaften wies Genosse Ritter zurück. Die Ab- Eisenbahnbrücke über die Spree seine Fortsetzung finden wird, und ' stimmung ergab Annahme des Antrages Goldschmidt. dem neuen Hotel wird sich eine geräumige Verbindungsstraße zwischen Explosionskatastrophe ums Leben gekommene Genosse Karl Gegen ihn stimmten die Leute um Cassel. Friedrichstraße und dem Reichstagsufer hinziehen, die über eine neu Lindner auf dem Zentralfriedhofe in Friedrichsfelde zu Grabe ge zu errichtende Verkehrsbrüde nach der Albrechtstraße hinüberführen tragen. Etwa 3000 Leidtragende hatten sich eingefunden. Genosse soll, welch letztere in Zukunft eine Verbreiterung erfahren wird. Als Wehmeyer hielt eine warm empfundene Gedächtnisrede. Am Grabe wurden prächtige Kränze, von der Partei wie von der Gewerkschaft Bauzeit ist ein Zeitraum von drei Jahren in Aussicht genommen. gewidmet, niedergelegt. In derselben Sigung wurde über den Antrag der sozial demokratischen Fraktion auf Hinzuziehung von Frauen zur Armendirektion beschlossen. Der Ausschuß hatte gemeint, höchstens einer Frau den Weg in die Armendirektion ebnen zu sollen. Unsere Genossen hielten an der früheren Forderung fest, daß drei neue Stellen zu schaffen und mit Frauen zu besetzen feien. Den gestern aufs nene eingebrachten Antrag begründete Genosse Rosenfeld, und auch Stadtv. Rosenow trat dafür ein. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Einen Nachklang zu den Moabiter Unruhen" von 1910 brachte eine Vorlage, die für einen damals von der Polizei zerhauenen Lehrling eine Entschädigung von ganzen 500 Mark beantragte. Die Kosten dieser Entschädigung fallen der Stadt zur Last, nicht etwa den Schutleuten, die mit ihren Säbeln eingehauen haben, oder dem Leutnant, der sie fommandiert hat. Die sozialdemokratische Fraktion beantragte, den bedauernswerten jungen Mann dem Magistrat zur Gewährung einer reichlicheren Entschädigung zu empfehlen. Die begründenden Ausführungen des Genossen Rosenfeld riefen den lebhaften Widerspruch der Stadtverordneten Galland und Cassel hervor. Der Antrag wurde abgelehnt, und es bleibt bei nur 500 Mark. * * leider aber auch deswegen oft von den Betriebsleitungen angefeindet wurde. Mit einem feurigen Appell, aus der Gleichgültigkeit aufzuwachen und sich der Organisation anzuschließen, führte der Referent zuwachen und sich der Organisation anzuschließen, führte der Referent feine Darlegungen zu Ende, Eine Diskussion fand nicht statt. Anfragen über Tatsachen, die zu dem Unglück geführt hätten, wurden einige schriftlich eingereicht. Sie konnten aber vom Versammlungsleiter nicht beantwortet werden, weil solches Tatsachenmaterial nicht vorliege. Gegen den Bau der Hoch- und Untergrundbahn Gesund- Im Berliner Aquarium ist zurzeit eine ganz besonders schöne Sie sind brunnen- Neukölln sind in der Auslegungsfrist ein Dugend Sammlung der sogenannten" Blumentiere" ausgestellt. Einsprüche eingereicht worden, darunter solche verschiedener also benannt, weil sie in ihrer äußeren Erscheinung nach Form und Nach diesen bezeichnet man die Kirchengemeinden. Die Gemeinden St. Paul und Himmel- Farbe manchen Blumen ähneln. verschiedenen Arten auch als Seenelfen, Seerosen; Wachsrosen usw. fahrt befürchten für ihre in der Bad- und Brunnenstraße gen Wirklichkeit sind es ganz richtige Tiere, nicht etwa Ueberlegenen Kirchen Störungen durch die hier als Hochbahn vorgeneigt ist. Die dem Kranze der Blumenblätter entsprechenden überfommende Linie. Wie wir hören, sind die erhobenen Begänge zwischen Tieren und Pflanzen, wie der Laie meiſt anzunehmen denken dieser Kirchengemeinden zum Teil schon beseitigt durch Fangarme sind meist mit Nesselorganen ausgestattet, um die erbesonderes Entgegenkommen. Bemerken wollen wir aber, daß griffene Beute zu lähmen, und in der Tat fallen den größeren auch sehr viele Bewohner der Nachbarschaft der Paulskirche sich Aftinien, wie sie der Zoologe nennt, oft ganz stattliche Fische zum Besonders sei auf die neu eingerichteten Basaltbeden mit belästigt fühlen durch das Glockengeläute der Paulskirche, das Opfer. nervös veranlagte Menschen oder auch solche, die Nachtdienst den wundervollen Seenelten und den stattlichen dickhörnigen Seerosen hingewiesen. haben und am Tage ihre müden Glieder ausruhen wollen, zur Verzweiflung bringen kann. Der Kirchenaustritt in Groß- Berlin. 32 498 Austritte aus der evanVorortnachrichten. Der Etat im Stadtparlament. In der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat der Kultusminister Zahlen über Stirchenaustritte mitgeteilt, die Wilmersdorf. er dem Polizeipräsidenten in Berlin verdankt. Es wäre interessant zu erfahren, woher der Polizeipräsident seine Kenntnisse hat, da die In der letzten Stadtverordnetenversammlung lag der HaushaltsOberbürgermeister Habermann Polizei in Preußen nichts mit den Kirchenaustritten zu tun hat, etat für 1914 zur Beratung vor. Ueber die Angelegenheit des Neubaues des Auch stimmen diese Zahlen in keiner Weise mit den Angaben begann mit einer kurzen Einleitungsrede, in welcher er die ungünstigere Opernhauses berichtete in geheimer Sigung der überein, die die Kirche selbst in ihren amtlichen Statistiken Gestaltung des Haushalts auf die schlechte Lage, vor allem des mit unbebauten Grundstücken, die Zinsen kosten, wie überhaupt die Ausschuß. Der Magistrat versendet hierzu durch sein Nach- gemacht hat. Lediglich in Berlin sind nach diesen Angaben in Bau- und Geldmarktes, zurückführte. Wilmersdorf sei stark belastet Von Schuldenverwaltung eine große Summe im Etat koste. richtenamt folgende Mitteilung:„ Es handelt sich um eine den Jahren 1908-1912 noch die Ausweiteren großen Projekten müsse die Stadt einstweilen absehen. Verständigung mit den staatlichen Behörden über den Aus- gelischen Landeskirche erfolgt; dazu müssen die unter der Rubrik„ Proving Statt 181 Bauten im Jahre 1911 seien 1913 nur 81 Bauten tausch staatliche und städtischer Flächen und die Hergabe tritte gerechnet werden, städtischen Geländes sowohl für den Opernhausneubau als Brandenburg" verzeichnet sind, da dieses fast nur Austritte in ausgeführt. Auch der Zuzug habe nachgelassen. Es sei aber auch für ein auf dem sogenannten kleinen Königsplatz zu er- Berliner Vororten sind. Dann steigt die Zahl auf 50 596! erfreulich, daß der sichere Grund des Etats, die Einkommensteuer, richtendes staatliches Gebäude, das den Königsplaz ab- Geschickterweise hat man für 1913 nur die Zahlen vom 1. Januar schließen soll. Nunmehr haben beide Gemeindebehörden die Voraussetzungen für diese Verständigung im einzelnen festgestellt und zum Beschluß erhoben." Näheres über diesen Beschluß teilt das Nachrichtenamt nicht mit. Zum Muttermord in Moabit. Der Mörder verhaftet und geständig. Die B. E.-W. und die Stadt Berlin. " war die Etatsrede fich bewährt habe und auch die Steuerqualität der Bevölkerung bis zum 1. Dezember bekannt gegeben mit 12 463 perfeft gewordenen weiter zunehme. Die Erhöhung der Einkommensteuer habe sich dem Ausgleichsfonds entnehmen. Der Magistrat sei durch die Ver Austritten für Berlin. Die„ Tägliche Rundschau" fragt, wo nun die freilich nicht vermeiden lassen, man müsse trozdem noch 600 000 m. 40 000 Austritte bleiben und hat anscheinend ganz vergessen, daß die schlechterung nicht überrascht, wie man von anderer Seite behauptet große Zahl der Massenaustritte erst im Dezember erfolgte. Wie babe, freilich lägen die Ursachen außerhalb Wilmersdorf und sehr diese Zahlen dem Zwecke der Verschleierung dienen, zeigt doch niemand dafür verantwortlich gemacht werden. Mit Sparsamkeit die eine absolut feststehende Tatsache, daß in Neukölln allein 1913 werde man auch diese Krise überwinden und besseren Zeiten ent5500 Austritte erfolgten und am Amtsgericht Charlottenburg über gegengehen. Noch magerer und vielsagend- nichtssagend"( wie 2000. Die Angabe über Neukölln ist einem Berliner Geistlichen auf es ein Stadtverordneter nachher nannte) Rasch ist es gelungen, des Muttermörders habhaft zu werden. feine Anfrage vom dortigen Amtsgericht bestätigt worden. Hoffent- des Kämmerers, der die einzelnen Poſten kurz durchging, die Goedide kehrte Mittwochabend um 6½½ Uhr in dem Privatlogis von lich machen die zuständigen Kirchenbehörden bald die genauen Zahlen wachsen der einzelnen Fonds betonte, und auf die ſparſame und steigende Wohlhabenheit der Bevölkerung herausstrich, das AnFrau Reiche, Am Zirkus Nr. 10, ein und nannte sich dort Kaufmann für das ganze Jahr und für Groß- Berlin bekannt, damit solche sorgfältige Ausarbeitung des Etats hinwies. Stadty. Dröse ers Georg Eschert, 34 Jahre alt, aus Berlin. Er erzählte, daß er noch Irreführungen des Publikums nicht mehr möglich sind. öffnete den Reigen der Diskussionsredner. Er erklärte sich namens in Berlin wohne und wegen Zuckerkrankheit der Ruhe bedürfe. Desseiner Freunde damit einverstanden, daß der Einkommensteuerhalb sei er von seiner Frau, die ihn schlecht behandele, wegzuschlag auf 110 Proz. erhöht wird, doch tadelte er es, daß der gegangen, um ein Privatlogis aufzusuchen. Der vermeintliche Aus dem Rathause wird berichtet: Der Vertrag zwischen der Magistrat nicht eine allzugroße Erhöhung der Steuern auf den Eschert aß zu Abend, bezahlte, auch das Zimmer, und legte Grundbesitz vermieden habe. Er schlug vor, die Erhöhung der sich gleich zu Bett. Gestern vormittag las Frau Reiche in der Stadtgemeinde Berlin und den Berliner Elektrizitäts- Werken erreicht Grundwertsteuer auf 2,3 beziv. 4,6 Proz. zu beschränken. Den AusBehufs fall von 200 000 m. müsse man durch Veränderungen im Etat Zeitung von dem Muttermord in Moabit. Die Beschreibung des bekanntlich mit dem 30. September 1915 sein Ende. mutmaßlichen Mörders erinnerte sie gleich an ihren Logisgast. Wahrung der Frist war im Juni v. J. den Berliner Elektritäts- herauszuschlagen suchen, er behalte sich näheres für die KomDie Fleischhalle solle jegt nicht aufgegeben Gegen 11 Uhr schickte sie ihre Tochter nach dem Polizeirevier 5 in Werfen mitgeteilt worden, daß deren Werke am 1. Oktober 1915 miffionsberatung vor. auf die Stadtgemeinde übergehen sollten. Offen geblieben war die werden, das sei eine Erfindung der Sozialdemokraten, aber der Albrechtstraße. Zwei Beamte begaben sich nach dem Logis, um auf die Stadtgemeinde übergehen sollten. Offen geblieben war die werden, fich den Mann anzusehen. Sie hatten taum das Zimmer betreten, Frage, ob für den Fall der Uebernahme seitens der Stadtgemeinde sie sei nicht für immer errichtet worden und im Herbst müſſe als der Insasse, der eben erst aufgestanden war, ihnen von selbst der Kaufpreis nach dem Buch- oder Taywert berechnet werden sollte. man in Verhandlung treten mit dem Magistrat, damit sie in andere Auf die Frage der Beamten, wo er seinen Nunmehr ist der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage Hände übergehe.( 1) Herrn Stadtrat Steinborn gebühre alle Ansagte: Ja, ich bins." Revolver habe, antwortete er, daß er ihn in die Spree geworfen zugegangen, in welcher der Magistrat auf Grund reichhaltigen, von war in seiner Kritik schon wesentlich schärfer gestimmt. Er wies habe. Ob das wahr ist, steht dahin. Jedenfalls fand man bei ihm sachverständiger Seite zusammengestellten Materials die Bezahlung darauf hin, daß seine Freunde schon lange auf die Notwendigkeit feine Waffe mehr. Goedide ließ sich ruhig nach der Revier- des Kaufpreises nach dem Buchwert beantragt. Der zu zahlende einer Erhöhung der Kommunalsteuerzuschläge hingewiesen hätten. wache abführen und wurde von dort alsbald zur Kriminalpolizei Preis, der zur Zeit der Uebernahme zwischen 120 bis 130 Millionen Er erklärte es auch für ganz unangebracht, nach dem Vorschlage der nach dem Alexanderplatz gebracht. Im Verhör gab er ohne weiteres Mark betragen dürfte, wird sich danach, wenn man den Buchwert freien Fraktion den Etat mit kleinen Mittelchen" zu frisieren. Jetzt zugrunde legt, um etwa 24 Millionen billiger stellen. Ueber die räche sich der frühere Optimismus des Magistrats bitter. Der Etat die Tat zu. Redner kritisierte Mängel im BeleuchtungsNach seinem Geständnis war der schauerliche Vorgang so: Frau Frage, in welcher Weise die zukünftige Elektrizitätsversorgung sei zwar sparsam, aber allzu sparsam in manchen unbedingt bei dem die Verschwendung Bau Der Unters wesen, Netsch tam am Sonntagvormittag von einem Ausgange nach Hause, Berlins geregelt werden sollte, wird hierdurch Entscheidung nicht ge- nötigen Ausgaben. troffen." grundbahn, die mit ganz überflüssigem Lurus ausgestattet sei. als er eben aufgestanden war. Wie in der letzten Zeit fast immer, Unseres Erachtens kann diese Entscheidung gar nicht anders Die Zustände am Lehniner und Fehrbelliner Platz feien so, daß man so hatte er sofort wieder einen Streit mit ihr. Besonders erboste ihn, daß fie ihn in der Schlafftube einschloß. Sie öffnete erst ausfallen, als daß die Stadt die B. E.-W. in eigene Regie fie als unerträglich bezeichnen müsse. Besonders unerfreulich sei es, wieder, nachdem er ihr gedroht hatte, daß er aufbrechen und ihr übernimmt, soll das Allgemeininteresse nicht schwersten Schaden daß der Ausgleichsfonds mit 600 000 M. belastet werden solle. Redner spricht lange Zeit über die Voltsunterhaltungsabende. Der ein Ding versetzen" werde. Während die Mutter dann au ihre nehmen. Saal leert sich indessen zunehmend und füllt sich erst wieder, als Hausarbeit ging, setzte sich der Wortwechsel fort. Goedede hatte Berliner Sechstagerennen. Zum fiebenten Male wird Berlin das Stadtv. Dr. Leidig als zweiter Fraktkonsredner beginnt. Die An schon oft geäußert, daß er erst seine Mutter, dann den Doktor und sechs Tage und sechs Nächte währende Radfahren sehen, eine Ver- griffe auf die Stadt müsse man energisch zurückweisen. Auch könne zuletzt seine Schwestern umbringen werde. Mit den Drohungen anstaltung, die von einer Seite gelobt und als sportliche Leistung von Lurusbauten nicht die Rede sein. In der Finanzverwaltung gegen den Doktor hat es folgende Bewandtnis: Vor einigen Jahren angesehen, von anderer Seite bekämpft wird. Da der bisherige Ver- würden zwar für's erste einige magere Jahre kommen, er schäze hatte sich Goedecke eine Verlegung zugezogen, die eine Operation am lauf der Rennen auch die radsportlichen Kreise nicht befriedigt hat, 5 bis 6. Dann aber werde man wieder im Gelde schwimmen. Das Gehirn notwendig machte. Er glaubte, daß ihn der Arzt damals haben die Veranstalter beschlossen, die Wertung des Rennens auf Ansteigen der Provinziallasten sei bedauerlich, aber nicht zu vers eine andere Weise erfolgen zu lassen. Um das Zusammenbleiben hindern. Gegen den Fistus und seine finanziellen Ansprüche sei falsch behandelt habe und daß er seit dieser Beit lungenkrank ge- einer großen Kopfgruppe bis zum Schluß des Rennens zu verhindern, man machtlos. Die 55 Millionen für die Waldankäufe seien eine worden sei. Es scheint, daß G. geistig nicht gesund ist. find Tagesprämien von 1000 m. für dasjenige Paar ausgesetzt, dem glatte Ungerechtigkeit gegen die Berliner Bevölkerung, doch sei es es gelingt, dem Felde eine Runde abzugewinnen. Außerdem soll beffer, die Wälder jetzt zu kaufen, als später, wenn der Fiskus noch am Schluß des Rennens in der letzten Stunde eine Punktwertung für mehr verlangen würde. Die Bebauung des Geländes am Bahnhof Friedrichstraße. an Die projektierte Untergrundbahn Potsdamer- Stettiner Bahnhof. Bur Genehmigung des Bebauungsplanes für das Gelände am Bahnhof Friedrichstraße werden uns von unterrichteter Stelle fol gende interessante Einzelheiten mitgeteilt: 25 Spurts vorgenommen werden und die hierbei erzielten Punkte ergeben Der Etat wurde einem dreifachen Ausschuß überwiesen, nach dann die Reihenfolge der Fahrer. Am Eröffnungsabend erfolgte vor dem dem man in der Beratung es allseitig glänzend verstanden hatte, Beginn die Vorstellung der 16 Paare. Es sind dies: Aberger- um alle brenzlichen Fragen mit möglichst großem Bogen herumTechmer, Arend Hoffmanr, Bauer Nettelbed, Brocco Boulain, zugehen. Bei der vorgeschrittenen Zeit wurden die anderen Posten Carapezzi Jacquelin, Debaets 2. Buyffe, Ehlert Tadewald, der Tagesordnung im Eiltempo erledigt. So der Antrag BüchteFogler Mac Namara, Großmann Mary, A. Huschte- Weise, Lorenz- manns auf Weiterführung der Untergrundbahn im Zuge des Kur V D TO 5 fürstendamm nach Halensee, der einstimmig dem Magiftrat über- 1 wiesen wird. Ebenso zwei Magistratsvorlagen über Enteignung am Lehniner und Fehrbelliner Plag, die in erster und zweiter Lesung angenommen wurden. Die Wilmersdorfer Arbeiterschaft wird heute Freitagabend 82 Uhr im Bittoriagarten", Wilhelmsaue, zu dieser Art Kommunalpolitik Stellung nehmen. Genosse Dr. Breitscheid spricht über„ Boltsfeindliche Politik in Wilmersdorf". Charlottenburg. Die gefoppte Polizei. Pankow. fundigungen diefer Tag nicht zwvedmäßig und an ihm die Bes teiligung auch nicht reger gewesen wäre. Potsdam. Die Gemeindevertretung befaßte sich in ihrer Sigung am Dienstag zunächst mit der Frage des Volksschullasten verbreitete, hat die Frage bereits in einem vor kurzem auf dem soll jetzt seinen Fortgang nehmen. Gelegentlich der Beratung des ausgleichs. Bürgermeister Stuhr, der sich hierüber eingehend Die vor zwei Jahren beschlossene Errichtung eines Krematoriums Niederbarnimer Streistag gehaltenen Referat behandelt und dadurch Etats der Friedhofsverwaltung wurde die Befürchtung ausgesprochen, die Absendung einer Petition an den Landtag in diefer Angelegen baß, wenn Potsdam nicht bald mit dem Bau beginne, eine der heit veranlaßt. Es wird darin der Wunsch ausgedrückt, daß der Nachbargemeinden das Geschäft riskieren würde. Besonders Nowawes Landtag bei der Beratung der Novelle zum Kommunalabgabengeset interessiert sich sehr für den Bau eines Krematoriums. Vom Ober den Volksschullastenausgleich berücksichtigen möge. Herr Kuhr wies bürgermeister wurde die Erklärung abgegeben, daß der Bau des nach, daß die Entwicklung Groß- Berlins gebieterisch einen Ausgleich wo es errichtet werden soll, verquickt war, denn ein Bau vor der EinWie überall, hat auch der Wahlverein Charlottenburg für die der Schullasten zwischen den reichen und ärmeren Gemeinden fordere. Krematoriums mit der Eingemeindung des betreffenden Grundstücks, jungen Genossen besondere Abende eingerichtet, die der Aufklärung Nun sei ja von einigen Gemeinden vom§ 53 des Kommunalabgaben gemeindung hätte die Entschädigung beeinflußt. Die Eingemeindungsund Belehrung dienen sollen. Diese Bildungsbestrebungen der gesetzes gegenüber Berlin Gebrauch gemacht worden, wonach die verhandlungen sollen jetzt jedoch derart weit gediehen sein, daß dem älteren Jugend haben nun die Polizei in Unruhe veriezt. Nicht Betriebsgemeinde von der Wohnsitzgemeinde der Väter schul- Bau nichts mehr hindernd im Wege stehe. genug, daß es bei der öffentlichen Zusammenkunft ohne Polizei nicht pflichtiger Kinder zu einem Teil für Schullasten in Anspruch geabging, sollte auch die erste Versammlung am letzten Mittwoch, zu nommen werden kann. Auch Pankow habe in letzter Zeit Die Gemeindeabgaben bringen der Stadt Potsdam im Jahre 1914 der nur Mitglieder Zutritt hatten, unter Polizeiaufsicht stehen. Mehr durch eine Umfrage in den Gemeindeschulen eine Statistit mutmaßlich eine Einnahme von 1919 400 m. gegen 1913 900 m. noch: nach den vorgelegten Aften sollte der neue Verein" in 14 Tagen über die Verhältnisse veranstaltet und erwäge noch, ob es im Jahre vorher. An indirekten Abgaben sollen 166 500 M. ver seine Sagungen einreichen. Unsere Genossen waren anderer Meinung. nicht auch den§ 53 gegenüber Berlin anwenden solle. einnahmt werden und zwar für Biersteuer 50 000 m.( gegen 49 000 M. Sie gaben den Beamten die nötige Aufklärung, die aber nichts Besser sei jedoch die Neuregelung dieser Verhältnisse auf gefeß- im Vorjahre), für Hundesteuer 33 500 m.( gegen 35 000 m.)," für fruchteten. Augenscheinlich hatten sie genaue Instruktion. Wenn geberischem Wege, welchem Zwecke die Zustimmung zu der Petition Umfagsteuer 45 000 m.( gegen 60 000 M.), für Luftbarkeitssteuer nicht jeder seine Mitgliedschaft nachweisen fonnte, so sollte die Ver- bienen soll. In der sich anschließenden Debatte vertrat Genoffe 18 994 M.( gegen 17 494 M.), für Nachtigallsteuer wie im Vorjahre fammlung aufgelöst werden. Diesem Mangel wurde bald abgeholfen se ubig ebenfalls den Standpunkt, daß hier auf gefeggeberischem 6 M.), für Wertzuwachssteuer 19 000 W.( gegen 15 000 M.). in der Zeit, als die Polizei sich neue Anweisung holte. Jeder, der Wege eingegriffen werden müsse, wenngleich das wohl noch lange direkten Steuern sollen vereinnahmt werden 1752 550 M. und noch keine Quittung über seinen Beitritt hatte, erhielt eben eine Wege haben dürfte, er warnte aber aufs entschiedenste vor einer zwar an Gemeindeeinkommensteuer( 110 Proz.) 965 000 M., wie im solche ausgestellt. Als nun die Beamten wieder erschienen, war alles Politik der Unfreundlichkeit gegen Berlin. Unser Redner sprach vorigen Jahre, Abgabe der aktiven Militärpersonen 78 000 m.( gegen in bester Ordnung. Die Polizei ging nun beruhigt ab. Die jungen dann bei dieser Gelegenheit noch den Wunsch aus, daß in Zukunft 72 000 M.), Grundwertsteuer 559 000 m.( gegen 552 000 m.), WarenGenossen beluftigten sich noch lange über diesen neuesten Polizei- bei Umfragen in den Gemeindeschulen eine andere Form Haussteuer 34 650 M.( gegen 33 000 m.), Gewerbesteuer 107 000 M., streich. Als Erfolg wurden mehrere neue Mitglieder gebucht. Nur als die zuletzt beliebte gewählt werden möge, wo von den Vätern wie im Vorjahre, Betriebssteuer 8900 M.( gegen 8000 M.). An so weiter. und Angehörigen der Gemeindeschüler die Beantwortung von Fragen Strafen für Steuerhinterziehungen find 350 M. gegen 400 M. im verlangt wurde, über deren Zweck und Bedeutung weder Schüler Vorjahre eingestellt. noch Lehrer Aufschluß geben konnten, und woraus sich eine ganze Reihe Unzuträglichkeiten ergaben. Die Vertretung gab schließlich einstimmig ihre Zustimmung zu der Petition an den Landtag.- Hierauf wurde die Jahresrechnung für 1912 festgestellt und dem Rechnungsleger Entlastung erteilt. Die übrigen Beratungsgegenstände entbehrten größeren Interesses. Am Schluß der Sigung teilte der Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin III wurde Bürgermeister noch mit, daß die vor etwa einem Jahre pon der gestern eine umfangreiche Anklage gegen den städtischen SteuerLandestunsikommission für den hiesigen Bürgerpart in Aussicht ge- erheber Hermann Bartsch und gegen den städtischen Gelderheber stellte Plastik einen Siegfried- Brunnen darstellt. Durch eine erneute Hermann Langula wegen Amtsunterschlagung bezw. Begünstigung Besichtigung des endgültigen Entwurfs im Mai dieses Jahres soll verhandelt. die Angelegenheit wieder um einen kleinen Schritt weiter gedeihen. Königs- Wusterhausen. Neukölln. Sonntag, den 8. März, findet des Frauentages wegen teine Veranstaltung des Spielausschusses statt. Mittwoch, den 11. März: Märchenvorlesung bei Bartsch, Hermannstr. 49. Anfang 5 Uhr, Ende 6 Uhr. Sonntag, den 15. März: Erstaufführung des Ostermärchens„ Warum der Frühling kommen mußt". Wir möchten alle Interessenten ersuchen, sich bald mit Billetts zu versehen. Eintrittsfarten für Kinder zu 10 Pf. und Erwachsene 30 Pf. einschl. Tanz find vom Montag ab zu haben im Sekretariat Neckarstr. 3; Bartsch, Restaurant, Hermannstr. 49; Spedition Rohr, Siegfriedstraße; Lietsch, Wildenbruchstraße; Restaurant Prill, Böhmische Straße, Ecke Schudomastraße; Bormann, Liberdastr. 15; Butenschön, Weisestr. 5; Lehmann, Richardstr. 63; Schneider, Weisestr. 64. Weißenfee. Gerichtszeitung. Städtische Gelder unterschlagen. Bartsch, der am 1. April 1906 zum städtischen Steuererheber ernannt wurde, hatte bis zum 30. November 1912 die Steuern eingezogen und abgeliefert, ohne daß bei den Revisionen jemals In der Versammlung des Wahlvereins gedachte zunächst der Unregelmäßigkeiten entdeckt worden waren. An diesem Tage erschien Vorsitzende Genosse Krause des verstorbenen Genossen Klein- Wildau eine Frau Berta Mewes auf der Steuerkasse und erklärte, daß der Im Konkursverfahren der Weißenfeer Bank ist endlich Klarheit sowie der Genoffin Dieze- Königs- Wusterhausen. Sodann referierte Beamte, der sonst immer die Gas- und Wasserrechnungen bei ihr geschaffen. Die Hoffnung, daß die alte Haftsumme von 1000 m Genosse Ewald- Tempelhof über das Thema:„ Unsere nächsten Auf- tassierte( der Angeklagte Langula) vor einer halben Stunde bei ihr vom Konkursvertalter von den Genossenschaftern verlangt werde, ist gaben in der Partei". Zu den bevorstehenden Gemeindewahlen gewesen sei und gebeten habe, ihm die Quittungen über die bezahlte durch das Konkursgericht zunichte gemacht worden. Am Sonnabend ist Wildau und Königs- Wusterhausen wurde für Wildau der jetzige Grund- und Einkommensteuer für Oktober bis Dezember 1912 ausfand unter großer Teilnahme der Genossen die Vorschußberechnung Vertreter Genosse Taenz.r aufgestellt. Für Königs- Wusterhausen zuhändigen. Der Steuererheber Bartsch sei frank und aus diesem statt, danach find die am 11. Juli vorigen Jahres beschlossenen er wurde für unsere Genossen Stimmenenthaltung proklamiert, da die Grunde verlange die Steuerbehörde die Quittungen. Sie habe ihm höhten Haftsummen von 5000 m. pro Anteil zu zahlen. Die Partei dort nicht in der Lage sei, geignete Hausbesizerkandidaten zu darauf die Quittungen ausgehändigt, da ihr jedoch Zweifel an der Vertreter der Genossen erwirkten durch ihre Ausführungen, empfehlen. Den Bericht von der Streisgeneralveriaammlung gab Rechtmäßigkeit der Handlungsweise des Beamten aufgeftiegen daß das Gericht eine Beschlußfassung bis zum Dienstag verlangte, Genosse Taenzer. Zum Schluß ersuchte der Vorsigende noch die seien, so bringe sie die Sache zur Anzeige. Hierauf wollte der Vorum die Einsprüche von zirka 200 Genossen zu prüfen. Die wiederum Genossen, die furze Spanne Zeit bis zur Gemeindewahl in Wildau steher der Steuertasse sofort nach der Wohnung des Bartsch den in großer Zahl erschienenen Genossen erfuhren nun, daß der Konkurs- au reger Agitation zu benutzen, um dort wieder unserem bisherigen Stadtsekretär Neumann senden, um bei ihm eine außerordentliche richter den erhobenen Einsprüchen nicht stattgegeben habe und daß Vertreter zum Siege zu verhelfen. die vom Konkursverwalter bemessene Einziehung der Haftsumme von 5000 M. pro Anteil für vollstredbar zu erklären sei. Die den Be- Wittenau- Borsigwalde. in Revision vorzunehmen. Als er hiervon dem im Stassenlokal gerade anwesenden Bartsch Mitteilung machte, bat dieser den Neumann um einen furzen Aufschub, da er vorher noch den Arzt zu seiner Spiel und Sport. Radfahrer. trag der früheren Haftſumme( 1000 M.) übersteigenden Beträge hat Aus der Gemeindevertretung. Zunächst teilte der Bürgermeister franken Frau holen wolle. Dieser Bitte wurde auch entsprochen. der Konkursverwalter zu hinterlegen bis zur endgültigen Erledigung Witte mit, daß am 26. Februar mit dem Direltor des Groß- Berliner Bartsch soll sich aber nicht nach Hause, sondern direkt zu Langula der Nichtigkeitsprozesse. Gegen den Beschluß vom 11. Juli ist zwedverbandes eine Konferenz und Detsbesichtigung zum Zwed der begeben haben und ihn gebeten haben, ihm zur Dedung eines von einer Reihe Genossen die Nichtigkeitsflage eingereicht worden. Schaffung einer neuen großen sogenannten Ausfallstraße im Norden Fehlbetrages Geld vorzustrecken. Da Langula ihm aber das Geld Die Stlage richtet sich gegen den Konkursverwalter und bezweckt( von Reinickendorf über Wittenau, Waidmannslust nach Hermsdorf nicht geben konnte, soll er seinem Kollegen dadurch geholfen haben, die Nichtigkeitserklärung der Beschlüsse der Generalversammlung vom und Frohnau) stattgefunden habe. Der Kanalisationszweckverband daß er von einigen größeren Steuerzahlern die Quittungen wieder 11. Juli. In der Klage wird hervorgehoben, daß die meisten Ge- batte in seiner legten Eizung zur Realisierung seiner Verpflichtungen abholte und sie dem Bartsch vorübergehend zur Verfügung stellte, nossen nur deshalb der Genossenschaft beigetreten seien, um Kredit zunächst eine Hinausschiebung der Schuldentilgung beantragt und um so die Unterschlagungen zu verdecken. Als dann an demselben zu erlangen. Die Uebernahme eines Geschäftsanteils und der Haft- ferner 20 M. für den laufenden Meter Kanalisation zu erheben Tage die Revision bei Bartsch stattfand, legte dieser 13 Quittungen im Gesamtbetrage von 4490 m. vor, die in Wirklichkeit bereits pflicht stellt bei ihnen rein wirtschaftlich nur die Gegenleistung für beschlossen. Herr Witte teilte die Verhandlungen mit und glaubt, bezahlt waren, ferner gab er zu, Steuern in Höhe von 2501 M. die Kreditgewährung dar. Sind nun Geschäftsanteil und Haft- daß si die Vertretung den Ausführungen des Verbandspflicht so übermäßig hoch wie im vorliegenden Falle, so liegt es ausschusses nun anschließen und auch ihrerseits einer Erhöhung zu- eingezogen, aber an die Stasse nicht abgeführt und auch nicht genahe, einen übermäßigen Vorteil im Sinne des§ 138 des Bürger- stimmen würde, die er in Form einer Erhöhung der Kanalisations- bucht zu haben. Der Angeklagte Bartsch gestand vor Gericht zu, lichen Gesetzbuches( Wucher) anzunehmen, zumal es fich in abgabe von 5 auf 6 Proz. vorschlug. Die Herren Dr. Rosin und fast 7000 M. Steuern nicht abgeliefert zu haben, er will diese Summe dem Langula gegeben haben. Ueber diese Behauptung, zahlreichen Fällen nur um ganz geringe Beträge handelte, und ferner Bloch waren der Meinung, daß diese Erhöhung zu unrecht verlangt die Langula mit aller Entschiedenheit bestritt, kam es in der bis die Genossen nicht die Möglichkeit hatten, den Nachteil der Erhöhung würde. Nach längerer Debatte wurden die 6 Proz. angenommen durch die Vorteile eines dauernden Kreditverkehrs auszugleichen, weil der Vorauslegung, daß die Kanalisationsgebühr von 20 m. nicht zum Abend währenden Verhandlung zu lebhaften Auseinandernach dem Tage des Erhöhungsbeschlusses entgegen der den Ge- zur Erhebung zu gelangen braucht. Der Errichtung einer sehungen zwischen den Angeklagten und den Zeugen. Auf Grund der Ergebnisse der Beweisaufnahme sprachen die Geschworenen den nossen vor der Beschlußfassung gegebenen Zusicherung- ein Pflichtfortbildungsschule wurde zugestimmt. Genosse Kreditverkehr zwischen der Bank und den Genossen wegen Mangel ie belt erklärte sein Einverständnis mit dem Statut, wünschte Angeklagten Bartsch der Amtsunterschlagung, der unrichtigen Buchan Mitteln nicht mehr stattfand. In der Klageschrift wird weiter aber, daß der Unterricht nicht über 6 Uhr abends hinaus aus- führung und der Vorlegung unrichtiger Beläge schuldig, bewilligten betont, daß der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Rechtsanwalt gedehnt werde, um die jugendlichen Schüler nicht übermäßig ihm aber mildernde Umstände. Langula wurde der Begünstigung für nichtschuldig befunden und deshalb vom Gericht freigesprochen. Appelrath, und der Verbandsdirektor Plonz in der fraglichen lange neben ihrer industriellen Beschäftigung auch noch Versammlung erklärt hätten, der Erhöhungsbeschluß würde nur auf ferner bis in die späten Abendstunden geistig zu belasten. Das Urteil gegen Bartsch lautete auf ein Jahr Gefängnis. dem Papier stehen, es sei gar kein Gedanke daran, daß die Ein- Die Festsetzung neuer Baufluchtlinien für die Parallelstraße an der zahlung auf die Geschäftsanteile in der beschlossenen Höhe erfordert Nordbahn, übergehend auf Rosenthaler Gebiet, sowie für die Bahnwürde; man müsse ihn nur fassen, um dem Verlangen des Kreis- hofstraße zeitigte abermals eine Interessen debatte. Für die erstere ausschusses als der Aufsichtsbehörde der Gemeinde Genüge zu tun. Straße hat der Zweckverbandsdirektor eine größere Breite verlangt; Dann beißt es noch, die zugesicherte Hilfe der Gemeinde trat nicht zu den disherigen 18 Metern die die Vertretung beschlossen hatte, ein. Dem ist nicht so, denn die Gemeinde hatte auf Grund dieses noch 8 Meter Vorgarten. Die Vertretung beschließt einstimmig, an Arbeiter- Radfahrerbund„ Solidarität". Mitgliedschaft Berliu. Beschlusses weitere 200 000 M. zur Verfügung gestellt, die gleiche ihrem Beschluß vom 14. August 1913 festzuhalten, da durch dies Sonntag, den 8. März. AIIe Touren fallen des Frauens Summe die Dresdner Bant, ferner waren nochmals je 50 000 m. Verlangen der Grundbesig wiederum sehr belastet würde. Die tags wegen aus. Die Bundesgenossinnen werden um rege Beteili in Aussicht gestellt, wenn die Genossen der Bank ebenfalls die gleiche Bahnhofstraße soll nach dem heute gefaßten Beschluß 21 Meter Breite gung ersucht; alle Extra- Starts sind zu vermeiden. Summe aufgebracht hätten. Auf den Ausgang des Prozesses tann mit je 5,50 Meter Bürgersteig erhalten. Zur Anlage eines Bahnhofs- Arbeiter- Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, den 8. März, man gespannt sein. Die Genossenschafter find bemüht, alle Mit vorplates hat die Wittenauer Bodenaktiengesellschaft ein Projekt vormittags 8 Uhr, nach Hennickendorf( Wachtelburg, 33 km), Anschlußſtart glieder in einen Schutzverband zu vereinigen, desgleichen die Sparer. nebst Plänen zur Verfügung gestellt, das vor anderen ebenfalls vor- Frankfurter Allee; nach m. 1 Uhr nach Schöneiche( Waldschloß), Anschlußliegenden Projekten bevorzugt worden ist. Die hierzu nötigen Kosten start Bahnhof Treptow. Hohen Schönhausen. bezeichnete der Bürgermeister als nicht unerhebliche, doch folle hierBürgerliche Feigheit. Der Grundbesitzerverein„ Hohen- Schön- über erst später verhandelt werden. Genosse Liebelt wünschte Märkische Spielvereinigung. Bez. Groß- Berlin. Nord- Südspiel. haufen" hatte zu Mittwoch, den 4. März, eine Gemeindewähler- fchon jetzt einen Kostenanschlag zu hören und ob nicht ein anderer Am kommenden Sonntag finden in Weißensee, Rennbahnstraße 40, zwei versammlung einberufen. Ein Teil unserer Parteigenossen besuchte Plan etwa billiger fei. Herr von Borsig bedauerte in dem Propagandaspiele des Bezirks Groß- Berlin der Märkischen Spielvereinigung dieselbe. Bei Eröffnung der Versammlung teilte der Borsigende empfohlenen Plan das Fehlen eines Spiel- oder ähnlichen Freiplages. statt. Es treten sich zwei kombinierte Männermannschaften der Nord- und des Grundbesitzervereins mit, daß wohl versehentlich Sozialdemo- Nach Ausführungen verschiedener Redner wurde der Fluchtlinien- Südvereine gegenüber. Konnte im Vorjahre die Nordmannschaft mit 4: 2 fraten erschienen seien, er hoffe aber, dieselben würden sich rubig festsetzung für diesen Platz zugestimmt, im übrigen alles Weitere gewinnen, so ist der Ausgang des diesjährigen Spieles ungewiß, da das verhalten, da die bürgerlichen Wähler nur zusammengekommen seien, vorbehalten. Etwa 100 Laubenkolonisten petitionierten um ihre Kandidaten zu proflamieren. Genosse Thiele als Gemeinde- um Erlaß der Hundesteuer; der Gemeindevorstand hat nach vertreter frug darauf den Vorsitzenden, ob den Sozialdemokraten in Verhandlungen mit den Betenten diesen die Steuer für 1913 und der Diskussion das Wort erteilt werden würde. Die Anfrage wurde 1914 von 15 auf 6 M. ermäßigt, da das Halten von Hunden auf den mit einem glatten Rein beantwortet. Nunmehr forderte Thiele alle Terrains sich notwendig mache, um gegen Diebstähle usw. gesichert zu anwesenden Arbeiterwähler auf, das Lokal zu verlassen. Unter sein. Der Beteiligung an der bekannten Kollektiv- Haftpflichtversicherung Protest verließ darauf über die Hälfte der Versammelten den Saal. in bezug auf Hilfeleistung der Berliner Feuerwehr wurde zugestimmt; Des= In Vereinsversammlungen und ihrem Grundbefizerorgan haben die die jährlichen Beiträge dürften zirka 80 M. ausmachen. Herren den Mut, die sozialdemokratischen Vertreter mit unwahren gleichen einer Vermehrung der Ausschußmitglieder beim Reinicken- in Johannisthal einen Waldlauf. Die Strecke ist 2 km lang und wird Behauptungen anzugreifen. Sind die sozialdemokratischen Vertreter dorfer Verbandskrankenhause. Im Rathause soll demnächst eine aber zugegen, dann diftiert ihnen die Angst gewaltsame Maß- ehrstellen vermittlung eingerichtet werden, womit sich die nahmen. Vertretung auf Anregung aus Industriellenkreisen einverstanden erHeute Freitag, abends 8 Uhr, findet im Lokal des Herrn Kuß, klärte. Einem Wunsche des Herrn v. Borsig entsprechend Berliner Str. 92, eine öffentliche Wählerversammlung statt. In der will der Vorsteher die Sigungstage auf den Dienstag verselben wird das feige Verhalten des hiesigen Bürgertums in das legen. Es folgte noch eine längere vertrauliche Sigung, Sportkartell für Obers und Nieder- Schöneweide. Sonnabend, rechte Licht gerückt werden. zu der unser Genosse Liebelt vorweg bemerkt, daß er die Not- den 7. März, abends 8, Uhr, im Wilhelminenhof: Lichtbildervortrag des wendigkeit der Geheimniskrämerei in einzelnen Punkten nicht aners Genossen Stoppisch Leipzig( Arbeiter- Turnerbund) über„ Einwirkungen fennen fönne. Zum Schluß machte der Bürgermeister noch bekannt, des Sports auf die Entwickelung des menschlichen Störpers". Eintrittsgeld daß die Gemeindevertreterwahlen der dritten Ab 10 Pi. Nach dem Vortag gemütliches Beisammensein. Ein schwerer Unfall trug sich am Mittwoch im fiskalischen Bergteilung am Donnerstag, den 19. März, im Wittenauer Wanderer. werk zu. Dort verunglückte der Arbeiter Häfeler in einem Rolls Gesellschaftshaus in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends schacht. Dem Bedauernswerten wurden schwere Arm- und BeinDeutscher Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde. Drts. berlegungen zugefügt. Seine Beförderung ins Bergmannskranken- stattfinden sollen. Die zweite Abteilung wählt am 20. März gruppe Berlin. Am Sonntag, den 8. März, findet des Frauenvon 4-5 Uhr; die erste Abteilung von 5-16 Uhr. E& fags wegen nur eine Kindertour statt nach Köpenick und Erkner. haus in Halle a. S. wurde sofort in die Wege geleitet. scheiden aus in der 3. Abteilung die Genossen Liebelt und Abfahrt Bahnhof Wedding( Eingang Nettelbedplat) 18 Uhr, Schlesischer Eine Entlassung von zirka 300 Arbeitern beabsichtigt, wie ver- Schulze, in der 2. Abteilung Herr Witte und in der Bahnhof( Ede Frucht- und Madaistraße) 8 Uhr vormittags. lautet, der neue Bergrat Gerhard. Angeblich soll zu diesem Vor- 1. Abteilung Herr von Borsig. Wiederwahl ist zulässig. gruppe Neukölln. Am Sonntag, den 8. März, findet bei Bartsch, haben den Bergrat die flaue Baukonjunktur veranlagt haben, die Genosse Liebelt bedauerte diese so späte Bekanntgabe des Wahl- Hermannstr. 49,- ein großer Lichtbildervortrag statt. Näheres siehe Inserat am Sonntag. eine forwährende Verminderung des Abfazes an Kalksteinen hervor- termins, die ihn verhindere, verschiedene auf die Wahl bezügliche Die Betriebseinschränkung im Bergwerksbetriebe wäre mit Anträge zu stellen; u. a. wünsche er, daß wenigstens für später für der Entlassung von 300 Arbeitern allerdings außerordentlich groß, jeden Dristeil, also für Wittenau und Borsigwalde getrennte da diese Zahl beinahe ein Drittel der Gesamtarbeiterschaft( etwas Wahllokale genommen werden. Bezüglich des Wunsches auf Wahl über 1000 Mann) ausmacht. am Sonntag erwiderte der Vorsteher, daß nach seinen Er Kalfberge Rüdersdorf. ruft. Spielkönnen der Süd- und Nordvereine sich bedeutend verbessert hat. Diesem Spiel geht um 2, Uhr ein Spiel zweier fombinierter Alters. mannschaften voraus. In diesem Spiel wirken nur Spieler im Alter von über 30 Jahren mit. Es wird zeigen, daß das Fußballspiel nicht nur ein Spiel der Jugend ist, sondern auch älteren Bersonen Gelegenheit bietet, die Beweglichkeit und Gesundheit dem Körper zu erhalten. Der Eintrittspreis beträgt nur 20 Pf. Die Freie Sportvereinigung veranstaltet am 5. April, nachmittags, von Jugendmitgliedern einmal und von Männermitgliedern zweimal durchlaufen. Das Laufen ist in Einzel- und Mannschaftslaufen eingeteilt, und erbitten um recht zahlreiche Meldungen aller Arbeiterturn- und Sport vereine bis zum 28. März. Auskunft erteilt Walter Dewelt, SO 33, Lübbener Str. 12 III, Freie Sportvereinigung, Berlin. * Drts. Arbeiter Touristenverein, Die Naturfreunde". Drtsgruppe Berlin. Mitgl. d. Zentr.- Stomm. für Sport u. Körperpflege). Sonntag, den 8. März, Wanderungen: 1. Ludwigsfelde, Glauer Berge, Trebbin. Abfahrt nach Ludwigsfelde Anhalter Bhf. 6.15 Uhr. 2. Strausberg, der Blumenthal, Tiefensee. Abfahrt nach Strausberg Schles. Bhf. 6.23 Uhr. Boranzeige. Schwimmer. Das brennende dünnflüssige Teer war tief in den Am 21. März im Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2: Oberbayerische Kirmes. I immer. Kleine Notizen. Näheres die Annoncen. Gäste stets willfommen. Ein 76jähriger Mörder. Als der 76jährige Invalide Billers Arbeiter. Wanderverein Berlin".( Berein zur Förderung des Schlackenhaufen eingedrungen und hatte die dazwischen befindBandersports unter den organisierten Parteigenoffinnen und Genoffen lichen Kohlenreste entzündet. Hatten doch anfänglich die Bechen in einem Restaurant in Düsseldorf zur Bezahlung seiner Zeche Groß- Berlins.) Anläßlich der Roten Boche fällt die Tour Herren über diese Ausdauer ihres Freudenfeuers noch gelacht von 8 Mart aufgefordert wurde, versezte er dem Kellner plöglich am 8. März Groß- Besten- 8ossen und die Tour am so wurde ihnen jetzt vor soviel Gestank und Schwefeldampf übel., einen Stich in die Lunge, der den sofortigen Tod des 15. März Biesenthal- Ruhlsdorf- Biesenthal aus. 50 Arbeiter sollten nun mit Hacken und Schaufeln der Begeisterung Mannes herbeiführte. Der Mörder bedrohte auch andere Gäfte, ein Ziel setzen, aber trotz langer Bemühungen gelang es nicht; das und nur mit Mühe gelang es, ihn zu überwältigen und der Polizei Feuer brannte, als wenn es die nächste Jahrhundertfeier noch er- zu übergeben. Neun Fischer ertrunken. Ein schweres Unglück hat sich am leben wollte. Nun wurde das aus dem Schacht gepumpte GrubenDonnerstag im Hafen der französischen Küstenstadt Arrach on wasser auf die brennende Halde geleitet. Tag und Nacht strömten zugetragen. Ein mit neun Mann besettes Fischerboot teneinige Stubikmeter in jeder Minute- auf den terte, wobei alle Insassen ertranten. die Wassermassen Brandherd und wurden am Fuße der mächtigen Halde in einen besonders errichteten Kanal abgeleitet. Jetzt soll, wie ein Effener Blatt meldet, endlich ein Erfolg der langwierigen und kostspieligen Löscharbeit zu sehen sein. Arbeiter Schwimmerbund. Kreis I. Die nächsten Streißwasser ballspiele in dieser Serie sind: Am 12. März in der Badeanstalt, Charlottenburg, Krummestraße: Charlottenburg gegen Berlin I. Am 18. März in der Badeanstalt, Berlin, Gerichtstraße: Neukölln gegen Berlin II. Das Streiswasserballspiel, welches am Montag, den 2. d. Mts., in der Dderberger Straße stattfand und Charlottenburg gegen Weißensee spielte, war Beißensee 2: 1 Tor, bei Halbzeit 1: 1 Tor. Die Freien Schwimmer Charlottenburgs halten am Sonntag, den 8. März, nachmittags 3 Uhr, in der städtischen Boltsbadeanstalt, Krumme straße 10, ihr diesjähriges Schwimmfest ab. Aus diesem Anlaß ist ein Wasserballpiel zwischen Magdeburg und Charlottenburg, sowie ein Vortrag von der Rettungswache des Arbeiter- Schwimmerbundes mit prattischen Vorführungen arrangiert. Eintritt inkl. Tanz 50 Pf. Im Aetherrausch gestorben. In einem Hotel in Baciers ( Frankreich) wurde in der vergangenen Nacht die Leiche des usarenleutnants Mailbot aufgefunden. Es wurde festgestellt, daß er sich in Gesellschaft zweier HalbweltSamen mit Aether berauscht und eine zu starte Dosis zu sich genommen hat. 15 Soldaten von einer Lawine verschüttet. Bon der Förderschale zerschmettert. Das Versehen eines OberEinen folgenschweren Lawinensturz meldet der Telegraph ingenieurs hat zwei auf der Nordgrube in Polnisch Ostrau Bei Gomagoi im Ortlergebiet beschäftigten Tagelöhnern das Leben gekostet. In einem Schacht der Schwimmverein„ Vorwärts" Berlin 1897. Abteilung Shit. aus den Tiroler Alpen. Durch ein Versehen des die Aufsicht lingsbrüde. Sonntag, 8. März, nachm. 3 Uhr: Jugendversammlung ging am Mittwochabend eine Lawine zu Tal, als gerade eine Nordgrube waren die Tagelöhner Wiliczed und Boredi unterhalb im gofal von Saenide, Gubener Str. 5.- Abteilung ur mitra je zwanzig Mann starke Abteilung des Landesschüßenregiments führenden Dberingenieurs blieb die in diesen Schacht führende FörderZur rase. der Förderschale beschäftigt. Sonntag, 8. März: Wanderpartie durch das Havelgebiet. Treffpunkt 7%, ühr die Unglücksstätte passierte. Ein Offizier und vier Soldaten führenden Oberingenieurs blieb die in diesen Schacht führende Förderschale jedoch in Betrieb und zerschmetterte bei der Niederfahrt fonnten sich retten, während die übrigen fünfzehn, die unten beschäftigten Arbeiter. darunter zwei Offiziere und zwei Fähnriche, unter den Lawinen begraben wurden. früh am Bahnhof Bellevue. Gäste willkommen. * Arbeiter- Samariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche( Beginn 82 Uhr): Berlin. 1. Abt. Montag, den 9. März, Kommandantenstr. 62, Tunnel. Berlin. 2. Abt. Montag, den 9. März, Swinemünder Str. 42, Gefellschaftshaus. Söneberg. Donnerstag, den 12. März, Borbergstr. 9 bei Händel Ligtenberg. Donnerstag, den 12. März, Scharnweberstr. 60 bei Nowawes. Dienstag, den 10. März, in der Fortbildungsschule. Ober Schöneweide. Montag, den 9. März, Siemensstr. 12 bei Schulz. Bidenhagen. Stopenid. Dienstag, den 10. März, Schönerlinder Straße 5 bei Stippekohl. Friedrichshagen. Donnerstag, den 12. März, Friedrichstraße 60, Alt- Glienide. Dienstag, den 10. März, Köpenider Straße 45 2. Hof. bei Bahr. Aus aller Welt. Das Jahrhundert- Freudenfeuer. Von den Militärstationskommandos in Meran, Schlanders und Bozen sind Rettungsexpeditionen abgegangen, die mit den Bergungsarbeiten bereits begonnen haben. Es besteht jedoch wenig Hoffnung, die Verschütteten lebend zu retten. Ein spanisches Kulturbild. Vor einigen Tagen verschwand auf geheimnisvolle Weise aus dem Dorfe Martinete in der Provinz Malaga ein Knabe Manuel Sanchez. Er war erst acht Jahre alt. Die besorgten Eltern wendeten sich an die Behörden und ein Gendarmerieoffizier begab sich auf die Suche nach dem Knaben. Seine Nachforschungen hatten einen traurigen Erfolg. Sie führten zur Entdeckung eines Verbrechens, ähnlich dem, welches vor Jahren zu Gador in der Provinz Almeria verübt worden war, wo man ein Kind schlachtete, um dessen Blut als Heilmittel gegen die Zuberkulose zu verwenden. Schwerer Betriebsunfall. In der westfälischen Ortschaft& erndorf schlug die Lokomotive einer Transportbahn um. Dabei brach ein Rohr und der Maschinist sowie der Heizer wurden durch den ausströmenden Dampf furchtbar verbrüht, da sie sich aus den Der Maschinist iſt feinen Verletzungen bereits erlegen, der Heizer liegt im Trümmern nicht befreien fonnten. Sterben. Eingegangene Druckschriften. Bon der Neuen Zeit" ist soeben das 23. Heft des 32. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Die Rote Die Putiloff- Affäre und das russisch- französische Bündnis. Bon Woche. M. Batlowitsch. Eine Defonomie ohne Bert. Bon N. Bucharin.( Schluß.) Das Wettbewerbberbot im Handelsgewerbe nach den Beschlüssen der Reichstagstommiffion. Von Gustav Hoch. Form und Aktionsfähigkeit Das Kinoproblem und unsere der Gewerkschaften. Bon Emil Kloth. Literarische Rundschau: politischen Gegner. Von Dr. S. Druder. Professor A. Blaschko, Geburtenrückgang und Geschlechtstrankheiten. Bon C. L. Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchbandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Einer der Mörder des fleinen Manuel, ein gewisser Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poft mur pro Duartal Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen, Ein spaßiges Mißgeschick ist der Verwaltung der Zeche Ludwig Jose Gonzalez Tobar wurde verhaftet und gestand, daß abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 f. wie andere Zechen ein Lumpensammler namens El Morena, den Knaben an fich ist uns foeben Nr. 12 des 24. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt Genossin in Rellinghausen passiert. Sie hatte ihn einige Tage eingesperrt ge- dieser Nummer heben wir hervor: Unser Tag, unsere Woche. zur Jahrhundertfeier der Leipziger Völkerschlacht am gelockt habe. Nachdem er auch Auch Rußland wird einen Frauentag haben. Bon dem Luxemburg berurteilt. unbekannte Persönlichkeit zu Alexandra Kollontah. Bom Frauenstimmrecht in Schweden. Von Anna 18. Ottober auf der Schladenhalde ein Freudenfeuer angezündet. halten habe, ſei Um die Mitarbeit der Luise Aston. Bon Anna Blos. Das sollte die patriotische Begeisterung der Zechenherren mit Hellem Lumpensammler gekommen und habe ihm eine größere Summe Lindhagen. Scheine beleuchten. Der Verwaltung mochte wohl von Krieger- Geldes ausgehändigt. Nach dem Weggange des Unbekannten schlug Frauen in der Berliner Armendirektion. Von M. W. Frauenforderungen Für das Frauenwahlrecht. Rede des Frauentag. Eine Erinne vereinsfesten und gelben Stiftungsfeiern her bekannt sein, der Lumpensammler dem Gonzalez bor, ihm zu helfen, dem Kinde im Klaffenparlament. Von M. Kt. daß es gut ist, wenn man dem Feuer kräftige und an das Blut abzuzapfen. Die beiden Mörder legten bierauf abgeordneten Genossen Dr. Cohn.( Schluß.) rung. Bon M. H. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer gemessene Nahrung zuführt. Ein Faß Teer- fein Schnapsben Knaben auf einen Tisch und während Morena dem Kinde den tat denn auch gute Dienste. Es qualmte und stant zwar zum Gott- Kopf abschnitt, hielt Gonzalez dem armen Opfer die Beine feft. 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich erbarmen, aber es brannte auch und der Wind konnte das Feuer Das Blut wurde in einem Napf aufgefangen, welchen der Unbekannte ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 m. Bom Wahren Jacob" ist soeben die 6. Nummer des 31. Jahrgangs, nicht auspuften. Am 19. Oftober hätte nun das Freudenfeuer laut abholte. Malaga ist eine der Provinzen, in denen die Kirche noch absolut 16 Seiten start, erschienen. Programm verlöschen sollen. Das fiel dem aber gar nicht ein, es brannte lustig weiter. Der Oftober ging zu Ende, der die Geister beherrscht und wo infolgedessen noch der schlimmste AberNovember und Dezember oben auf der Halde brannte es noch glaube regiert. eine " Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Probenummern find jederzeit durch den Verlag J. H. W. Die Nachf. G. m. b. S. in Stuttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Die Qualität gibt den Ausschlag! MAGGI SUPPEN ERBS 2-3 Teller 10% MAGGI Suppen enthalten die natürlichen Bestandteile hausgemachter Suppen und schmecken, lediglich mit Wasser gekocht, ebensogut wie diese. Man verlange stets ausdrücklich MAGGI Suppen und achte auf die Schutzmarke ,, Kreuzstern"+ Vergessen. Sie nicht! , MAGGIS gute, sparsame Küche". Angst vor Husten, Heiserkeft, Katarrh brauchen Sie nicht zu habenda Jhnen: Wubert Tableffen Schutz bieten Vorrätig in allen Apotheken und Drogerien- Preis der Originalschachtel- M1 Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Mäßige Preise. Sprechst. v. 8-8, Sonntags 9-11 Gewerkschafts haus in Prenzlau zu verkaufen. Beabsichtige mein Restaurations. und Saalgeschäft frankheitshalber zu verkaufen. Refitt. wollen sich mit mir in Berbindung setzen. 11525* Trebesch, Prenzlan, Schnelle 67. Metallbetten, Holzrahmenmatratzen, Kinderbetten billigst an Private. Katalog fret. Eisenmöbelfabrik, Suhli.Thür. Knabenanzüge Baletots, Byjacks, einzelne ofen am preiswertesten birekt in der Fabrit Bertha Pröstel 50 Andreasstr. 50, I. Etage. Kein Laden. am 7. März eröffnen wir unsere ganz bedeutend erweiterten Räume Chausseestrasse 113 beim Stettiner Bahnhof C& A BRENNINKMEYER GMBH 35 Verkauf nur im Fabrikgebäude! Berlin SO. 16, Wenn H.& P. Uder, Engel- afer 5. Haupt- Niederlage der k. k. österr. Tabak- Regie. Zigarren Zigaretten Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauchtabakfabrikation. Jahresproduktion über 5 000 000 Pfd. Rauchtabake. Zigaretten- Spezialität: L'Algerienne. Kein Laden MSDO direkt Sie Möbelfabrik Sie sparen Geld! We öbel H. Walter Ink.: Willi Maaß, in der 35 Brunnenstr. 35 kein Laden Tel.: Norden 5157 Kein Kaufzwang! kaufen. Verkauf nur im Fabrikgebäude- eigene Tischlerei und Polsterei. Auf Wunsch Teilzahlung. Permanente Musterzimmer- Ausstellung. 35 35 Ochnupfer! C 9.1F achtet auf dieses Etikett Komnoer aus den GIF AAA Gabak- Fabriken AAA 44 J.Goldfarb preuss. Stargard DIDID gegründet 1839. DIGID Tabac russe à priser, goût de Kowno. Q.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0 Prawdziwa tabaka do zażywania„ Kownoer 00000000 ······· 0.0. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 5r, 64. 31. 3. KtilM des Awiick" Kerlim AIKsdlM Freitag. 6. Marz j9!4. vie Ruanüa-Sahn. H. Der Zweck der Bahn. Nach der eigenen Darstellung der Denkschrift soll dem- nach durch die neue ostafrikanische Bahn weder der deutschen Industrie ein neues Absatzgebiet erschlossen, noch neuer frucht- barer Boden für Pflanzer und Ansiedler gewonnen werden. Sicherlich rechnet man im Gouvernement in Daressalam auch darauf, dast die heute ganz minimale Einfuhr deutscher Industriewaren in das Zwischenseengebiet nach und nach zu- nehmen wird, aber sowohl der jetzige Gouverneur Dr. H. Schnee wie auch der deutsche Resident Ruandas, Dr. N. Kandt, sind viel zu� gute Kenner der Land- und Bevölkcrungsverhältnisse jenes Hochgebietes, als daß sie sich einreden könnten, die Ein- fuhr deutscher Waren werde alsbald nach der Fertigstellung der Bahn einen großen Aufschwung nehmen. Die„kulturelle Erschließung" dieser Land- schaften besteht nach ihrer Ansicht einfach darin: den deutschen Unternehmern durch die Bahn Gelegenheit zu bieten, in Ruanda und Urundi Viehverwertungsbetricbe zu errichten und durch Herstellung von Dörrfleisch, Fleischextrakten, Pökel- zungen und dergleichen schöne Gewinne zu erzielen. Von der Ausfuhr lebenden Viehs nach dem ostafrikanischen Küsten- gebiet oder nach außerafrikanischen Gegenden ist nirgends die Rede, nur von einer Ausfuhr von Häuten, Fellen, Hufen, Hörnern usw. Einige Zeitungen haben zwar von einer Vieh- ausfuhr gesprochen, aber das sind Illusionen, für die das Gouvernement in Daressalam nicht verantwortlich ist. Man »veiß dort recht wohl, daß die Fracht auf der ungefähr 177 Meilen langen Bahnstrecke(mehr als doppelt so lang, wie die Strecke von Berlin über Hof nach München) sich viel � zu hoch stellen würde, und man weiß auch, daß die Bahn durch Gegenden führt, die ganz besonders von der Tsetsefliege und Rinderpest heimgesucht werden, während Ruanda und llrundi als tsetse- und seuchenfrei gelten können. Zudem aber würde auch den Weißen, Indern und Arabern des Küstengebiets das Fleisch der Ruandarinder, die zür lang- hörnigen Saugarasse gehören(zur Gattung der ostafrikamschen Buckelrinder), kaum munden. Ferner handelt es sich darum, wie schon erwähnt wurde, den beträchtlichen Handel mit Häuten und Fellen in so- genannte„nationale" Bahnen zu leiten, das heißt, ihm durch die Schaffung billiger Transportmittel den Händen der Eng- länder, Inder, Araber zu entivindcn und ihn in die Hände deutscher Händler zu spielen. Diesen Plan, den Handel des Zwischenseegebietes mit Uganda durch eine deutsche Konkurrenzbahn nach deutsch-ost- afrikanischen Hafenplätzen zu dirigieren, gehört zu den alten Lieblingsideen des Gouverneurs Schnee. Schon 1908, als er noch nicht Gouverneur von Ostafrika war. schrieb er in seinem Buch„ll nsere Kolonie n", Seite 68: .Die viehreichen Länder mit gulem Weideland und vieh- züchtender Bevölkerung rm Innern, sind von der Küste durcheinevon V i e h k r a n k h e i t c n, vor allem der Tietsekranlheil und dem Küstcnsieber, durch- feuchte Zone abgeschnitten, durch welche das Vieh nicht bindurchgetrieben werden kann. Der Handel mit Häuten und Fellen andererseits ist von dem Boibandensein billiger Transportmittel abhängig. Eine Verwertung dieses Viehreichlums ist also nur bei Schaffung von Eisenbahnen möglich. In den Bezirken am Viltoriasee hat sich gezeigt, wie außerordentlich be- fruchtend die Uganda-Eiienbadn auch auf die Ausfuhr der Er- zeugnisse der Viehzucht gewirkt hat. Für nicht weniger als 1�/, Millionen Mark Häute und Felle sind 1906 über Stationen am Viltoriasee ausgeführt worden, daneben 97 009 M. Butter, Milch uiw" Das dritte Motiv des Bahnbaues ist die Hoffnung, daß sich aus den dichtbevölkerten und im Verhältnis zu anderen deutsch-ostafrikanischen Gebieten recht wohlhabenden, aber heute noch steuerfreien Landschaften Ruanda und Urundi recht an- sehnliche Steuerbeträge herausziehen ließen, die der Finanz- plage der Kolonien sehr wohltun würden. Wie wir sahen, gedenkt die Regierung zunächst nur 2 900000 M. herauszuholen und sich zunächst in Ruanda und Urundi mit einer Kopf- steuer von 3 Rupien zu begnügen, die ja später, wenn die deutsche Herrschaft erst bester fundiert ist, auf 5 und 6 Rupien erhöht werden kann. Die Einnahme aus der Kopf-, Häuser- und Hüttensteuer in dem ganzen ostafrikanischen Schutzgebiet betrug in den letzten Jahren ungefähr 5 Millionen M.(im Etat für 1913 ist sie mit 4,48, im Etat für 1914 mit ö,I3 Millionen M. veranschlagt): eine Mehreinnahme von beinahe 3 Millionen M. bedeutet also eine Steigerung von 60 Proz. der eigenen Darstellung der Regierung Erschließung des Nordivestgcbietes aus! die für So sieht nach die„kulturell e" Daß unter solchen Umständen unsere bürgerlichen Kolonial imperialisten für einen neuen Bahnbau eingenommen sind, finde ich ganz begreiflich: ihnen bietet sich die Aussicht auf vorteilhafte neue Kapitalanlagen und überdies wissen sie, daß dieser Bahnbau andere Bauten nach sich ziehen wird. Ganz unbegreiflich ist mir aber, wie einige Mitglieder unserer Reichstags- fraktion in der Bahn eine große Kulturtat sehen und von einer„Wandlung" in der Kolonialpolitik träumen können. tch gestehe offen, daß ich bisher nicht geivußt habe, d i e chaffung günstiger Gelegenheiten zu profi- tabler Kapitalanlage oder die Ueberlcituilg überseeischer Handelsgeschäfte aus„inter- nationalen" in sogenannte„nationale" Hände oder die Belastung der Eingeborenen der deutschen Schutzgebiete mit hohen Steuern gehöre auch zu den K ü l t u r a u f g a b e n der deutschen Sozialdemokratie! Auch ist nicht recht verständlich, welchen Nutzen speziell die deutsche Arbeiterklasse von dem Bahnbau haben soll. Den einzigen Nutzen finde ich darin, daß der größte Teil der zuni Eisenbahnbau nötigen Materialien aus Deutschland bezogest und dadurch in einzelnen einheimischen Industriezweigen viel- leicht die Arbeitsgelegenheit vermehrt wird. Dafür aber werden andererseits dem einheimischen Kapitalmarkt weitere Kapitalien entzogen und nach fremden Märkten exportiert. Vor allem aber geraten wir um eine ansehnliche weitere Weg- strecke in die kapitalistische Kolonialpolitik herein, die recht bald weitere Bewilligungen nach sich ziehen wird. Selbst wenn wir also annehmen, der Bahnbau solle nur den vo» der Regierung angegebenen Zwecken dienen, liegt für unsere Reichstagsfraktion nicht der geringste Anlaß vor, der Forderung zuzustimmen. Aber die obigen Zwecke sind nicht die einzigen: es gibt noch andere! Wenn es sich tatsächlich nur um Handel und Vieh- Verwertung handelt, warum soll dieser Handel über eine Bahn geleitet werden, deren Weg bis zur Küste über 1300 Kilo- meter lang ist, eine Bahn, die ferner größtenteils durch öde, verseuchte Buschsteppen führt, in denen vielfach nur 3 bis 4 Menschen auf den Quadratkilometer leben? Warum eine Bahn, die den Viktoriasee mit seinem beträchtlichen, sich stetig entwickelnden Handel(1912 betrug der Gesamthandcl über die deutschen Binnenzollstellen des Viktoriagebiets bereits zirka llffz Millionen Mark) nicht berührt und die weder ins Innere Urundis noch Ruandas führt? Von den Kennern der inneren Verhältniffe Deutsch- Ostafrikas, einem großen Teil der Beamten, Kaufleute, Pflanzer, Missionare wird denn auch eine andere Route ver- langt. Der größere Teil wünscht, daß die Nordbahn über Moschi und Aruscha hinaus durch die Seregentisteppe nach dem Speke-Golf am Ostufer des Viktoriasees oder nach Muransa geleitet und von dort aus ein regelmäßiger Fährdienst nach Kimoani und Bukoba ani Westufer eingerichtet wird. Im Anschluß daran soll dann später von einem dieser Hafenplätze aus eine Anschlußbahn in das Innere Ruandas, wenn mvg- lich nach Kigali, gebaut werden. Da dieses Terrain nicht so gut für den Bahnbau geeignet ist, würden sich zwar die Bau- kosten für die Strecke bis zum Speke-Golf beträchtlich höher stellen(Sachverständige haben die Baukosten auf 80 bis 90 Millionen Mark veranschlagt), aber sie schafft dem Handel auf dem Viktoriasec(dieser See ist 130mal so groß als der Bodcnsee) eine günstige, nur ungefähr 108 Meilen lange Bahnverbindung mit der Küste, führt durch die fruchtbarsten, teilweise auch für die deutschen Ansiedler geeignetsten Gebiete der ganzen Kolonie und vermag überdies recht wohl die Konkurrenz mit der englischen Ugandabahn aufzunehmen. Von anderer Seite wird gewünscht, daß die neue Bahn zwar von Tabora ausgeht, dann aber dem westlichen Lauf des Gombeslusses folgt oder aber im Kahamagebiet nach Westen abbiegt, den Unterlauf des Rriwuwu und des Akan- jaruflusses schneidet und dann nach Kigali oder an das Ostuser des Kivusees führt. Auch diese Bahn würde viel mehr kosten als die von der Regierung vorgeschlagene Route, wohl das Doppelte, aber sie würde mitten durch die Volks- und wiesenreichsten Teile Urundis und Ruandas führen, nicht nur, wie die geplante Regicrungsbahn, die Grenzen streifen. Warum aber hat die Kolonialregierung in Daressalam die von ihr vorgeschlgene Route gewählt? Ist sie so schlecht über die Landesverhältnisse unterrichtet oder will sie um jeden Preis sparen? Keins von beiden. Die Bahn hat noch einen anderen Zweck, nämlich einen st rategi scheu. Ich' mache sicherlich keinen Anspruch darauf, strategische Kenntnisse zu besitzen: aber wer sich auch nur oberflächlich die Bodenverhältnisse und die Truppenstandorte im Zwischen- seengebict ansieht, der weiß sofort, weshalb man in Daressalam gerade diese Bahnroute wünscht. In der Militärstation Bokuba steht die 7. Kompagnie der Schutztruppe, in Kissenge am Kivusee die 11. Kompagnie, in Usumbura am Nordende des Tanganjikasees die 9. Kompagnie, etwas südlich am Ost- ufer bei Udjidji die 6. Kompagnie, mehr nordwärts ins Innere hinein, an der Südgrenzc Urundis, liegt der Militär- Posten Kassulo und ferner im südlichen Karagwegebiet, nahe dem Viktoriasee, der Militärposten Ussuwi. Wird jetzt die Eisenbahn bis zum Kageraknie geführt und dort ebenfalls eine Militärstation angelegt, so ist das ganze Gebiet e i n g e k r e i st. Wehe dann der Bevölkerung, den Wanja- ruanda und Warundi, falls sie sich gelüsten lassen sollten, sich gegen die deutsche Herrschaft zu empören. Sie sind einge- keilt. In wenigen Tagen könnte die Schutztruppe gegen sie ein furchtbares Kesseltreiben beginnen. Zudem lassen sich in zwei Tagen mit der Bahn weitere Truppen aus Tabora und Kilimatinde heranziehen, in drei Tagen auch aus dem Regierungssitz Daressalam. Das ist das in der Denkschrift nicht ausgesprochene, aber ganz deutlich erkennbare Motiv, weshalb die Kolonialregie- rung die geplante Route gewählt hat. Was aber folgt daraus? Meines Erachtcns, daß die Regierung plant, die bisher sich nach ihren eigenen Gesetzen selbst regierenden steuerfreien Bewohner Ruandas und Urundis ebenso unter deutsche Ver- waltung zu bringen wie die übrigen Teile Deutsch-Ostafrikas: man fürchtet aber allem Anschein nach— und nicht ganz mit Unrecht—, daß die Bevölkerung, vornehmlich die herrschende Schicht der Watussi, gegen die deutsche Herrschaft und den neuen Steuerdruck revoltieren könnte— und so trifft man die Vorbereitungen, die man zur Abwehr für nötig hält. Bestätigt wird diese Ansicht dadurch, daß Kolonialstaats- sekretär Dr. Solf am 3. d. M. offen in der Budgetkommission des Reichstags erklärt hat, wenn die Ruandabahn jetzt nicht angenommen würde, so würde die Kolonialregierung sich genötigt sehen, eine weitere militärische Siche- rung im Zwischenseengebiet zu schaffen und dort neue Militärstationen zu errichten. Warum? Genügt die bisherige Sicherung nicht, zeigt sich irgendwo die Lust zur Empörung? Davon kann keine Rede sein. Aber man füvchtet eben, daß durch die geplanten Regierungsmaßnahmen die Wanjaruanda zur Empörung getrieben werden. Genosse Ledebour hat die geplante Bahn eine„U n t e r- j o ch u n g s b a h n" genannt. Meiner Ansicht nach mit Recht. Nicht daß die Kolonialregierung ein Blutbad plant. Ihr ist es sicherlich am liebsten, wenn alles in Ruhe abläuft. Wenn sich aber ihr Ziel auf sogenanntem„friedlichem Wege" nicht erreichen läßt, dann kann innerhalb einiger Tage das blutige Kesseltreiben beginnen. Daneben liefert auch die Bevölkerung Ruandas und Urundis ein sehr brauchbares Menschenmaterial für die Arbeit auf den Plantagen. Mit Recht heißt es in der dem Etat angefügten Denkschrift Seite 83: - Die Einwohner Ruandas un-d Urundis, die unter dem Namen Wanjaruanda und Warundi zusammengefaßt werden, sind im allgemeinen sittenstreng, sie haben zahlreiche und ge- sunde Kinder. Die Bevölkerungsziffer steigt stark, im Gegensatz zu vielen anderen Stämmen Deutsch-Ostafrikas; darin liegt vor allem die Kraft und die Zukunft der Wanjaruanda und Warundi. Und ferner Seite 84:, Für Arbeiten im Lande sind zurzeit überall Arbeiter zu haben. Die Eingeborenen arbeiten, was in gewisser Weise für ihre Intelligenz spricht, am liebsten im Akkord. Bei der starken Bevölkerungszahl werden die Arbeiterverhältnisse voraussichtlich auch fernerhin gün- st i g bleiben. Dagegen werden sich die Leute allem Anschein nach für andere Bezirke vorläufig nicht anwerben lassen.� Die Abneigung gegen das Verlassen ihrer Heimat hat ihre verständ- liehe Ursache in der Erfahrung, daß die Leute in den Riede- rungen erkranken. Ganz richtig. Tie Druckschrift hätte nur noch gleich hinzufügen sollen: die Arbeitslöhne sind auch ungeheuer niedrig. In Nord-lltuanda beträgt nämlich der Arbeitslohn für Tage- löhner und Träger ungefähr 10 bis 12 Heller pro Tag o h n a Verpflegung, also 14 bis 16 Pf. In Urundi steht der Tage- lohn noch niedriger. Zwar an der Küste des Tanganjikasees» z. B. in Usumbura, muß man schon 15 bis 20, auch 25 Heller pro Tag geben: im Innern kriegt man aber Arbeiter für 5 bis 10 Heller. Das ist weit weniger als in den eigentlichen Pflanzungsgebieteii, z. B. im Bezirk Tanga, Wil- helmstal, Pangani oder Daressalam gezahlt werden muß. Dort steht jetzt der Tageslohn für einheimische Arbeiter durchschnittlich auf 35 bis 45 Heller(45 bis 66 Pf.) pro Tag. Wenn die Bahn zum Transport der Arbeiter benutzt werden kann, wird also die Anwerbung von schwarzen Plan- tagenarbeitern in Urundi und Ruanda höchst profitabel. Zwar haben wir vorhin gehört, daß die Arbeiter jener Berg- länder das Klima in den Flußniederungen nicht vertragen Das stimmt: aber auch die Bantuneger anderer Bezirke. Deutschostafrikas vertragen das Klima und die ungewohnte Nahrung in den Pflanzungsdistrikten gar schlecht. Tstrotzdem preßt man sie als Arbeiter. Zudem aber ist ja die Kolonialregierung dabei, ern Mittel anzuwenden, das die Bewohner Urundis und Ruandas geradezu zur Arbeitssuche und zum Verlassen ihrer Heimat zwingt, nämlich die Kopfsteuer von 3 Rupien. Mancher, der die Verhältnisse in Teutschostafrika nicht kennt, denkt, eine'Steuer von 3 Rupien oder 4 M. sei doch nicht so schlimm. Er weiß nicht, daß in Ruanda und Urandi diese Steuer einem Lohn für 20 bis 3 0 Arbeitstage entspricht. Und woher soll der Eingeborene, be- sonders der untere Volksteil, die Schicht der ärmeren Wahutu, diese Steuer nehmen? Abgesehen von dein Nordostufer des Tanganjikasees und einigen nördlichen Teilen Ruandas, wo durch den Handel mit Weißen, Arabern und Indern Geld in Umlauf gebracht worden ist, herrscht fast im ganzen Gebiet noch reine Naturalwirtschaft. Zwar finden in einigen Gegen- den Märkte statt, wo die Bewohner der Seeufer und Fluß- täler mit den Bergbewohnern ihre Erzeugnisse austauschen; aber der Austausch vollzieht sich direkt, Produkt gegen Pro- dukt. In manchen Distrikten gibt es fast gar kein Geld oder nur die Watuale(Häuptlinge, Oberherrn) haben einiges. Wie bringt also der Eingeborene die für ihn sehr beträchtliche Steuer von 3 Rupien auf? Er wird sicherlich zunächst ver- suchen, sich bei den fremden Händlern als Träger oder Ar- beiter zu verdingen: aber die Zahl der Arbeiter, die sie ge- brauchen, ist eine sehr beschränkte, selbst wenn sich infolge der Bahn der Handel beträchtlich erweitern sollte, es bl«ib-s! also dem Eingeborenen gar nichts anderes übrig, als sich anderswo anwerben zu lassen. Er muß, ob er will oder nicht. Kolonialstaatssekretär Solf hat vor einigen Tagen in der Budgetkomniission erklärt, daß die Regierung nicht be- absichtige, die Pflanzuugsdistrikte mit Arbeitern aus Ruanda Aind Urundi zu versorgen. Nach einigen Zeitungsberichten soll er sogar gesagt haben, die Förderung der Anwerbung würde eine„Gewissenlosigkeit" sein. Ganz meine Meinung, aber wird diese Gewissenlosig-keit nicht in manckzen anderen Hochgebieten des Innern ruhig geduldet? Trotzdem glaube ich dem Staatssekretär und dem Resi- dcnten in Kigali aufs Wort, daß sie die Anwerbung von Wanjaruandas für die Pflanzungsdistrikte in keiner Weise unterstützen werden,, weiß ich doch, daß inancher Leiter der Bezirksämter und Bezirksanitsnebenstellen sehr froh wäre, wenn sein Bezirk von Anwerbern verschont bliebe. Wenn die Herren köcknten, würden sie manchmal am liebsten den An- Werbern und ihren schwarzen Agenten eine Tracht Prügel verabreichen lassen. Aber die Frage lautet nicht:„Gedenkt die Regierung die Anwerbung zu fördern?" Sondern:„Will sie Anwerbungen für andere Bezirke streng unterdrücken?'Will sie ferner auch die so- genannten„freiwilligen" Abwanderungen verhinder n?" Das aber will sie. wie der Kolonialstaatssekretär offen erklärt hat. nicht. Und das kann sitz auch nicht, wenn sie nicht einen Sturm der Pflanzer und Kaufleute in der Kolonie heraufbeschwören und auf die Eintreibung der Kopf- steuer verzichten will. So wird denn auch die unausbleibliche Folge der neuen „kulturellen Erschließung" sein, daß die Anwerber sich nach der Fertigstellung der Bahn Ruanda und Urundi als beste Rekrutierungsgebiete aussuchen werden: bis in die Landschaft Ussuwi sind sie ja jetzt schon hinauf. Welche Kulturgenüsse dann den Eingeborenen erwarten, soll der nächste Artikel zeigen._ H. C. Reichstag. 228. Sitzung. Donnerstag, den 6. März kKtt, nachn, ittags 1 Uhr. Am Tische de? Bundesrats: K r a e t k e. Eingegangen ist die Novelle zur Gewerbeordnung, be« treffend Schankkonzessionen. Auf der Tagesordnung stehl zunächst die zweite Beratung ües Postetats. Abg. Werner-Hersfeld(Anfis.) tritt für Aufbefferung der Postinspektoren und der Postagenten ein. Zu der von der Kommission gestrichenen Ost marke nzulage liegen Anträge der Rechten und der N a t i o n a l l i b e r a l e n vor auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Außer- dem beantragen die Konservativen eine Resolution, die den Reichskanzler ersucht, zu erwägen, ob diese- Zulagen auch auf andere fremdsprachliche Gebiete des Reiches ausgedehnt werde» können. Staatssekretär Kraetke; Die Verwaltung legt großen Wert auf die Ostsnarkenzulage. EZ handelt sich uin 6059 Beamte, denen die Zulage entzogen wurde, das sind 1t) Proz. ihres Einkommens, das sie'jahrelang bezogen haben. Die Erhöhung der Gehälter steht nicht im Verhältnis zu der entgangenen Zulage. Man fürchtet von der Zulage eine Äorrumpierung der Beamten. Aber sie hat doch jähre« lang bestanden, und Klagen über die Beamten konnten doch auch von den Herren von der polnischen Fraktion nicht erhoben werden. läge, nur die Postbeamten nicht. Korrunipierend kann die Zulage nicht wirken, dazu ist sie wirklich nicht reichlich genug bemessen. Die Behauptung der korrumpierenden Wirkung der Zulage ist eine ganz beweislose Behauptung. Die preußischen Beamten tun ihre Pflicht, auch gegen staatsfeindliche oder angeblich staatsfeindliche Bestrebungen, ohne daß ihnen Zulagen gegeben wären.(Bravo! bei den National- liberalen.) Abg. Noske(Soz.): Es ist absolut unrichtig, daß es sich bei der Zulage um � eine wirtschaftliche Frage handelt, es handelt sich vielmehr um eine politische Fvuige. Daß wir eine Besserstellung der Beamten wünschen, zeigen unsere Anträge, die aber gerade bei der Regierung und den Parteien auf Widerstand gestoßen sind, die bei der Ost« markenzulage ihr warmes Herz für die Postbeamten entdecken. Des« halb glauben wir nicht, daß der Staatssekretär aus Mitgefühl mit ien Unterbeamten für diese Zulage eintritt. Denn die Unterbeamten in einer anderen Grenzprovinz hat er durchaus im Stich ge« lassen und hat sich geweigert, für ihre gekränkte Ehre ein« zutreten.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Gewiß ist durch die Entziehung der Zulage mancher Beamte getroffen, aber in den nächsten Tagen werden wir uns ja über die Besoldungsvorlage unterhalten, und da können die Regierung und die Parteien, die jeyt für die Ostmarkenzuluge eintreten, ja dafür sorgen, daß jeder Not abgeholfen wird. Die Ostmarkenzulagen find eine p o l i- tische Kampfmatznahme, und zwar eine der verwerflichsten und aufs slbärsste zu bekämpfenden Maßnahmen zur Unterdrückung der Polen. Da wir grundsätzliche Gegner solcher Kampsmethoden sind, werden wir selbstverständlich gegen diese Zulagen stimmen, und cnich gegen die Resolution, die ihre Ausdehnung auf andere Grenz- gebiete wünscht. Auch dort würden wir sonst� zu den be- schämenden Zuständen kommen, wie sie sich in den polnischen Bezirken herausgebildet haben. Wenn Preußen seine fremdsprachigen Staatsbürger gewinnen will, mag es eine Politik der Humanität, der Kultur und der Demokratie betreiben.(Bravo! bei den Sozial- dcmolraten.) Abg. Graf Westarp(k.): Mit dem Entziehen der Zulage ist den Postbeamten ein schwere« Unrecht zugefügt worden. Welche Erbitterung muß die Postbeamten ergreifen, wenn sie sehen, daß die preußischen Beamten die Zulagen behalten haben, die ihnen entzogen sind. Die Behauptung, daß die Zulage korrumpierend wirkt, ist eine Schmähung der Ver- tvaltung und der Beamten. Die Gründe, mit denen die polnische Fraktion den Beamten dieZulagc entziehen will, sind politische; denn Sie wollen protestieren gegen die Ostmarkenpoliiik des preußi- schen Staates. An die Sozialdemokraten wende ich mich nicht; bei ihrer grundsätzlichen Gegnerschaft gegen alle nationalen Bestrebungen (Große Unruhe bei den Sozialdemokraten) fehlt ihnen das Verständnis für diese Dinge. Aber die Herren vom Zentrum sollieir sich doch überlegen, ob sie bei der Streichung der Zulage be- harren wollen.(Bravo! rechts, Zischen bei den Sozialdemo« traten.) Abg. Kopsch(Vp.): Wir waren früher nur deshalb Gegner der Ostmarkenzulagen, weil sie widerruflich waren. Wir schen in ihnen nicht ein Kampf« mittel gegen die großpolnische Bewegung, sondern«ine Zulage für die Beamten für die schwierigeren Verhälmisse, unter denen sie in den gemischtsprachigen Gegenden zu arbeilen haben. Pflicht der Beamten, die die Ostmarkenzulage erhalten, wäre es freilich, im Interesse des Reich? versöhnend in den Ostmarken zu wirken. Durch die Entziehung der Ostmarkenzulage würden sie direkt in den politischen Kampf hineingezogen. Eine Ausdehnung der Zulagen auf andere gemischtsprachigen Gebiete, z. B. Elsaß- Lothringen, wäre erwünscht.(Bravo! bei der Volkspartei.) Abg. Brandys(Pole): Neue Gründe für die Berechtigung der Ostmarkenzulagen habe ich heule nicht gehört. Eine Gleichstellung der Reichs- und Landes- beamten ist auch sonst nicht überall durchgeführt. Bieffach find die Reichsbeamtcn weit bester gestellt als die Landesbeamten. Hält die Regierung das Gehalt der betreffenden Postbeamten für zu gering, so hat sie eS ja jetzt bei der Besoldungsvorlage in der Hand, es all« gemein zu erhöhen. Herr K o p s ch scheint der Meinung zu sein, daß die Beamten Sei uns auch polnisch sprechen lernen müssen. Im Gegenteil dürfen die Beamten bei uns nicht einmal polnisch v e r st e h e n.(Hört! hört!) Ein Beamter, bei polnisch angesprochen wird, hat den Betreffenden anzuschreien, er solle deutsch sprechen.(Hört! hört!) Graf Westarp hat ausdrücklich betont, daß die Zulagen aus politischen Gründen eingeführt wurden. Die Beamten mögen sich beim Grasen Westarp für diese Red« bedanken.(Sehr gut! bei den Polen.) Das System der Ostmarkenzulagen wirkt, wenn auch natürlich unbeabsichtigt, korrumpierend aus die Beamten. Der neue preußische Lehrerderband hat schon an den Preußischen Landtag um Abschaffung� des Zulagewesens petitioniert.(Hört! hört.!) Der Staatssekretär mahnte nun, auf unsere polnischen Beamten Rücksicht zu nehmen. Dabei sind nur 6 Proz. der gesamten Beamtenschaft polnisch; neue polnische Beamte werden überhaupt nicht angestellt. Nicht einmal Nachtwächter darf ein Pole werden. �(Hört I hört!) Daß die Versetzungen der Polen aus.dienstlichen Gründen* erfolgen, glaubt kein einziger der beteiligten Beamten.— Ich bitte alle An- träge aus Wiedereinführung der Ostmarkenzulagen abzulehnen. (Bravo! bei den Polen.) Abg. Mertin(Rp.): Die Ostmarkenzulage ist den Beamten ganz ohne ihre Schuld entzogen. DaS sollte in einem geordneten Staatswesen nicht vor« komme«; die Beamten müssen Vertrauen haben können zur Stetigkeit der Politik der Staatsverwaltung, sie dürfen nicht als Versuchs- karnickel benutzt werden. Daß die Beamten selbst die Zulage wünschen, dafür ist der beste Beweis die Stellungnahme des Abg. H u b r t ch, der Sekretär des größten Verbandes von Post« beamten ist. Abg. Ledebonr(Soz.): Verschiedene Vertreter des in seine Bestandteile aufgelösten Vülowblocks, der bei solchen Gelegenheiten wie dieser ein fröhliches Wiedercrnfleben erfährt, haben sich Mühe gegeben, nachzuweisen, daß die Regierung aus rein wirtschaftlichen Gründen die Wieder- ; Herstellung der Ostmarkcirzulage im Interesse der Postbeamten fordert. Auch Graf. Westarp h«< in dieses Blockhorn(Heiter- keit) gestoßen, hat aber alles, was er damit eventuell erreichen konnte, bei Leuten, die die Dingy nicht genau kennen, im nächsten Augenblick wieder vollkommen zunichte gemacht, als er sagte: An die Herren von der Sozialdemokratie wende ich mich nicht, da sie für nationale Zwecke nicht ga haben sind.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Zunächst ist dieser Ausspruch sehr ehren- voll für uns, weil darin das Eingeständnis liegt, daß wir für Zwecke nicht zu haben sind, die unter dem Namen„nationale Zwecke" in Wirklichkeit Gesinnungskorrupt'ion bezwecken.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn Graf Westarp wirklich glaubte, daß eS sich hier um rein wirtschaftliche Zwecke handele, hätte er gar nicht diesen Ausdruck wählen können, daß wir für nationale Zwecke nicht zu haben sind.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) In Wirklichkeit ist das, was Sier hier national nennen, in seinen Wirkungen das im deutschen Sinne antinatio- nalste. Das beweisen ja die Erfolge der ganzen Germanisations- Politik, durch die nichts erreicht worden ist, als daß eine leidenschaftliche Erbitterung zwischen Polen und Deutschen im Deutschen Reich künstlich groß- gezüchtet ist.(Sehr wahr! bei den Polen.) Daß diese nationale Erbitterung geradezu zwangsweise hineingetragen worden ist, z. B. nach Oberschlesien, wo vorher die polnisch sprechende Bcvölke- rung an eine Opposition gegen Preußen und das Reich gar nicht gedacht hat. ES ist also durch diese nicht nationale, sondern im erbärmlichsten Sinne chauvinistische Politik erreicht worden, daß die nationale Einheit in Deutschland zerrüttet worden ist. (Sehr wahr! bei den Polen und Sozialdemokraten.) Nicht einen einzigen Polen haben Sie germanisiert, die Polen mußten ja auch jämmerliche Kerle sein, wenn sie sich durch eine solche Politik von ihrer Nationalität abbringen ließen, wie ich jeden Deutschen im Ausland fiir einen jämmerlichen Kerl halten würde, der durch die RussifizienxngS- oder Nkagyarisierungspolitik jener Regierungen, die auf demselben niedrigen Niveau stehen, wie diese Kraetke- Gefellschaft(große Heiterkeit links, Unruhe rechts; Präsident Dr. Paastche sauf Zurufe von rechts): Ich kann in dem Lärm nicht verstehen, ivas der Redner sagtl) sich von seiner Deutsch- Nationalität abbringen lassen würde.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.)— Tann hat man gesagt, wir sollten Beweise erbringen für die korrumpierende Wirkung der Ostmarkenzulagen. Solche Beweise im einzelnen zu erbringen, ist natürlich fast nicht möglich, weil es sich da um eine Gesinnungsbetätigung handelt und derjenige, der sich in einer Gesinnungsbetätigung beeinflussen läßt durch Geldprämien, der wird das nie eingestehen.(Sehr wahr! bei den Sazialdemokraten.) Wenn wir von Korruption sprechen, so meinen wir damit, daß eine solche Maßregel eine korrumpierend e T e n d e n z hat.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten und Polen.) Herr Ko p s ch meinte, die Prämien würden gegeben, damit Briefträger und Schalterbeamte sich in beiden sprachen mit dem Volke verständigen können.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wehe, wenn sie es tun!) Jawohl, es ist ja gerade den Beamten verboten, mit dem Volke polnisch zu sprechen; sie sollen ja germanisieren. Daher sagen sich die Post- beamten, wenn wir nicht den Intentionen unserer Vorgesetzten entsprechend germanisieren, bekommen wir eine schwarze Rote, werden versetzt oder avancieren nicht. Das ist die korrumpierende Wirkung.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Staatssekretär behaupten sollte, daß diese Tendenz nicht vorliegt. u kann ich nur zu seinen Gunsten annehmen, daß er das noch heutigentags nicht begreift.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wie Regiernngsmaßrcgcln korrumpierend wirken können, will ich an einigen Parallelen vorführen. Ich frage z. B. den Herrn Staatssekretär Kraetke: Gestatten Sie, daß Ihre Postbeamten sich als Ä nhänger der sozialdemokratischen Partei be- tätigen können? Ter Staatssekretär sieht mich ganz erstaunt an. i.Heiterkeit.) Ein sozialdemokratischer Postbeamter l Das ist für ihn ein unfaßbarer Gedanke. Ter ist unmöglich im Deutschen Reich. In diesem System, daß bei der Anstellung und Behandlung der Beamten maßgebend ist ihre politische Gesinnung, darin liegt ichon dieinsamste KorruptionSteadenz.(Vizepräsident Dr. Pansche ruft den Redner zur Ordnung.) ES ist möglich, daß eine Korruptionstendenz noch schlimmer ist.(Vizepräsident Paasch«: Damit wiederholen Sie den Vorwurf!) Ich habe nur die weitere Konsequenz gezogen.(Heiterkeit.)— Also noch ein Beispiel— das Objekt(aus den Staatssekretär zeigend) sitzt hier. (Heiterkeit.) Vor einigen Tagen haben wir erlebt, wie Vertreter verschiedener Parteien dem Staatssekretär Vorhaltungen machten über sein Verhalten gegenüber den e l s ä s s i s ch e n Post- beamten anläßlich der neuesten Heldcngeschichte v. Reuter und v. Fvrswer. Wie hat der Staatssekretär darauf reagiert? Hat e?, wie das sonst... Vizepräsident Dr. Paasch«: Die Sache ist erledigt. Wir haben hier nicht mehr über Zaber» zu sprechen. Abg. Ledebour(fortfahrend): Gestatten Sie, es ist durchaus zulässig, eine Parallele anzu- führen(Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten), die einen Differenzpunkt, der zur Debatte steht, erläutert. Wenn Sie zuhören wollten. Herr Präsident... Vizepräsident Dr. Paasche: Es ist selbstverständlich, daß ich zuhöre, wenn Sie sprechen. Ich bitte Sie also, sich mit diesen Ausführungen kurz zu fassen.(Große Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Ich bitte mich nicht zu unter- brechen. Abg. Lrdrbvur: Ich werde sehr kurz sein. Vizepräsident Dr. Paasche: Ich bitte Sie also, die Parallele kurz durchzuführen, aber nicht auf das Thema zurückzukommen. Abg. Ledebour: Das entspricht ganz meinen Intentionen.(Heiter- keit bei den Sozialdemokraten.) Also wie hat Herr Kraetke darauf reagiert? Hat er wie sonst Minister, wenn ihren Beamten ehren- rührige Vorwürfe gemacht werden, in der schärfsten Weise dagegen protestiert? Nein, er hat gesagt: was Oberst Reuter sagte, w a r ganz richtig! Sehen Sie, damit komme ich zu der Nutz- onwendung: wenn der Staatssekretär bei derartigem Anlaß sich so benimmt, wa» sagen dann die von ihm abhängigen Beamten? Es gibt auch ehrentverte Beamte natürlich, aber die korruptionsfähige» Elemente unter ihnen sagen sich: Wir müssen gegenüber diesen verdammten W a ck e s einmal eine gehörig rauhe Seilte herauskehren, dann werden wir uns das W o h l g e- fallen de» Herrn Kraetke erwerben.(Sehr gut! bei den Sozial. demokraten.) Tun wir da? nicht und werden wir von den Preußen- bündlern deshalb angegriffen, so nimmt uns Herr Kraetke nicht in Schutz. DaS sagen sich die korruptionSfähigcn Beamten, und sie werden danach handeln, aber nachweisen können Sie eS ihnen trotzdem nicht, wenn nachher ein solcher korruptionsfähiger Beamter gegen die Elsaß-Lothringer scharf vorgeht. Da haben Si« die Parallele, wie korrumpierende Wirkung �ausgeübt wird. Ein solches System werden wir jederzeit und überall in Deutschland bekämpfen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Dr. Paasche: Sie haben schon wieder von KorruptionSsystem gesprochen, waS ich schon einmal gerügt habe. Sie haben doch nachweisen wollen, daß ein KorruptionSsystem besteht.(Ledebour: Ja- wohll) Dagegen muß ich die Regierung in Schutz nehmen.(Bravo! rechts.) Abg. Czarliuski(Pole): (bei der im Hause herrschenden Unruhe auf der Tribüne unver- ständlich) tritt für die Verwerfung der Ostmarkenzulagen ein. Staatssekretär Kraetke: Es handelt sich nicht um eine politische Frage, sondern nur darum, daß Beamten der zehnte Teil ihres Gehaltes vorenthalten werden soll. Zu dieser sehr ernsten wirtschaftlichen Maßnahme liegt ein Anlaß nicht vor. Die preußischen Beamten bekommen in diesen Gebieten 10 Proz. mehr; dazu kommt noch, daß die Post- beamten nur mittelbare ReichSbeamte sind. Ich lege Ihnen noch. mals ans Herz, den Postbeamten diese Zulage nicht zu streichen. Herrn Ledebour zu antworten, daraus verzichte ich, denn „anders als sonst in Menschenköpfen spiegelt sich bei ihm die Welt".(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten und Zuruf: Richtig zitieren!) Abg. Dr. Spahn(Z.): Meine Freunde verbleiben bei dem Beschlüsse der Kommission. Herr Kopsch tut sich so viel darauf zugute, daß durch die Volks. Partei die Zulagen„unwiderruflich" geworden sind. Sie sind trotz- dem genau dieselben Zulagen wie die widerruflichen in Preußen, denn jeder Beamte kanns gegen seinen Willen versetzt werden und verliert dann die Zulage. Solange dieser Zustand besteht, sind wir gegen diese Zulagen.(Braoo! im Zentrum und bei den Polen.) Die Diskussion s ch l i e ßt. In n a m e n t l i ch e r A b st i m- m u n g wird die Wiedereinstellung der Ostmarkenzulagen in den Etat mit 134 gegen 127 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen ab- gelehnt. Ebenfalls in namentlicher Abstimmung ab- gelehnt wird die konservative Resolution auf Ausdehnung der Ostmarkenzulagen auf andere gemischtsprachige Kreise und Reichs- teile mit 188 gegen 121 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen. Die beiden von der Kommission beantragten Resolutionen auf Erhöhung der Tagegelder der nicht etatsmäßig angestellten Post- und Delegraphenassistenten und Besserstellung der Ge- hilfinnen bei den Postämtern 3. Klasse sowie auf Vorlegung eines Berichtes über die Ergebnisse und Leistungen der Krankenkassen werden angenommen. Beim Titel:„Beiträge an die Betriebskrankenkassen der Post" kritisiert Abgeord- ncter BchrcnS(Wirtsch. Vg.) die Aufhebung der Familienhilfe bei diesen Krankenkassen. Nach kurzer Entgegnung des Direktors im Reichspostamt Aschenborn, der die Ausführungen des Vorredners als auf einem Mißverständnis beruhend erklärt, wird der Titel be- willigt. Beim Titel»Technische Betriebseinrichtungen" bemerkt Abg. Dr. Quarck(Soz.): Daß die unterirdischen Fernsprech. und Telegraphen-Leitungen technisch einwandfreier sind als dk oberirdischen, unterliegt keinem Zwcisel. Sie.:ben ja auch in Süddeutschland zugenommen, ein Fortschritt ist erkennbar, aber er entspricht bei weitem nicht den Bedürfnissen, sonst hätte der Westen und Süden nicht so mangelhafte Verbindungen mit Berlin. Bei größeren Schnee- sällen treten an den oberirdischen Leitungen durch die Schnee- und Eislast sehr langdauernde Verkehrsstörungen ein. Man hätte für die Einrichtung unterirdischer Kabel eine größere Summe in den Etat einstellen sollen. Bei den Störungen der Fernsprechleitungen durch Wetterkalastropben brandschatzt die Post- Verwaltung den Verkehr, indem sie nur„dringende Gespräche", also solche mit der dreifachen Gebühr annimmt. Das Publikum muß also mehr zahlen, weil die Postverwaltung zu langsam mit dem Bau leistungsfähiger unterirdischer Kabel vorgeht. Staatssekretär Kraetke: Wir streben nach Verkabelung der Telegraphcnleitungen, aber erst seit, 2— 3 Jahren; denn vorher waren größere unterirdische Telephonlcitungen technisch noch nicht ausführbar. Wir sind nach A m e r i k a d i e e r st e n, die mit der Verkabelung begonnen haben; aber die Verkabelung des ganzen Netzes wird etwa 1 Milliarde kosten. Das geht natürlich nicht so schnell auszuführen. Was das „dringende Sprechen" betrifft, so ist es veranlaßt dadurch, daß zu gewissen Zeiten sehr viele sprechen wollen, und so viel Leitungen können nicht eingerichtet werden, daß jeder jederzeit sprechen kann. Jedenfalls sind wir bemüht, mit dem Ausbau der Fernsprech» leitungen in raschem Tempo vorzugehen. Abg. Dr. Gradnauer(Soz.): Die Aussührungcn des Staatssekretärs können den Eindruck nicht verwischen, daß die Postverwaltung nicht mit der wünschenS- werten Schnelligkeit in der Nutzbarmachung technischer Errungen- schaften borgeht. Dinge, wie sie sich im vorigen Jahre in D r e S» den ereignet haben, oürsen in Zukunft nicht wieder vorkommen. Die Fernsprecher wurden durch modernere ersetzt. Solche Ueber- gangszeit führt natürlich zu Unbequemlichkeiten des Publikums, die das Publikum auch geduldig erträgt. Aber in Dresden war über% Jahr lang das Fernsprechwesen eine Quelle dauernder Verdrießlichkeiten, die iveit über das zulässige Maß hinausgingen. Schwere Uebelstände zeiglen sich im Verkehr, speziell in ärztlicher Beziehung. In einem Falle ist ein Kind gestorden, wie mit Sicher- hcit anzunehmen ist, weil es nicht möglich war, nachts einen Chirurgen telephonisch zu erreichen.(Hört! hörtl) Die Hauptursache an diesen Ucbelständen trug die Verwaltung, die nicht für genügendes Personal gesorgt hatte, um die Aus» tauschung und Umschaltung der Apparate vorzunehmen. Erst mußten monatelang die größten Klagen erhoben werden, che daS Aller- notwendigste geschah. Ich ersuche die Verwaltung dringend, auS diesen Dresdener Vorkommnissen die nötigen Lehren zu ziehen. fBravol bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Kraetke: Der Herr Vorredner war doch nicht ganz gerecht. Es lagen große Schwierigkeiten in der Sache selbst. Um solchen Dingen kalt zuzusehen, sind wir viel zu stolz auf unser Ansehen. Daß Fehler vorgekommen sind, gebe ich zu, das hat niemand mehr bedauert als wir. Das Bestreben ist jedenfalls vorhanden gewesen, die Sache gut zu machen. Jetzt sind ja nun die Dresdner stolz und glücklich, ein System zu haben, das viel besser funktioniert als andere. Abg. Dr. Quarck(Soz.): Wir vermissen die Zusage, daß die Anlage von Kabeln nun in beschleunigtem Tempo erfolgen soll. Daß nicht erst in den letzten drei Jahren die Möglichkeit gegeben war, Kabel zu legen, beweist die Statistik der Verwaltung selbst, danach bereits 19 0 4 Kabel gelegt worden sind. Sehr zu begrüßen ist, daß wir nun wissen, daß 1 Milliarde genügen würde, um unsere Telegraphen- leitungen auf die Höhe zu bringen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, diese Milliarde bei anderen Titeln im Interesse dieser wirklichen Kultur» aufgab« zu sparen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Der Titel wird bewilligt. Abg. Taubadel(Soz.):> Seit Jahren verlangen die Telegraphenardeiter Berücksichtigung ihrer Wünsche, aber bisher ist nur sehr wenig ge- schehen. Bor allem verlangen sie Anrechnung ihrer Arbeiterdienst» jähre, wenn sie Beamte werden. Gegenüber einem dahingehenden Wünsche des Reichstags lautet die Antwort der Regierung wieder einmal: Die Erwägungen sind noch nicht abgeschlossen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Zum mindesten verlangen diese Arbeiter bis zum Abschluß oer Erwägungen A u sg l eich S- z u l a g e n, die sie den gewesenen Postboten und Postillionen gleichstellen, die jetzt z. B. ein viel höheres Ruhegehalt beziehen. Auch in bezug auf das Witwen» und Waisengeld sind die Tele- graphenarbeiter unerhört zurückgesetzt. Weiter wünschen die Tele- graphcnarbeiter Einsetzung eines ReichsarbeitsauS» s ch u s s e s und Herabsetzung deS passiven Wahlrechts zu den Arbeiterausschüssen auf das 21. Lebensjahr. Eine ganz un- erhörte Bevormundung der Arbeiter liegt darin, daß den AuS» schössen verboten ist, sich über gemeinsame Stellung von Anträgen zu oerständigen.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) A», verspricht, die Anregungen des fonservativen und nationalliberalen Redners zu berücksichtigen. Wer einen Zweikampf begeht oder zum Zweikampf herausfordert oder wegen Unterlassung einer Herausforderung zum Zweikampf oder wegen Nichtannahme einer solchen Herausforde rung Berachtung bezeigt oder androht, wird mit Gefängnis in derselben Höhe bestraft, wie in den§§ 223a- 228 gegen denjenigen angedroht ist, welcher eine Körperverlegung mittels einer Waffe begeht. Gleichzeitig ist gegen Beamte auf Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter, gegen Offiziere auf Entfernung aus dem Heere zu erkennen. träge der Arbeiterausschüsse bleiben von einzelnen Verwaltungen die Frage der Heranziehung der Industrie zur Lehrlings.§ 208 Ses Strafgesetzbuches als§ 208a folgende Bestimmung ein monatelang unbeantwortet( Hört! hört! bei den Sozial- ausbildung ist jetzt gelöst worden. Die Handwerker müssen sich zu zufügen: demokraten). ihre Ablehnung erfolgt ohne Anführung von Genossenschaften zusammenschließen zur Verbesserung des Gründen. Die Löhne dieser Arbeiterkategorie bedürfen dringend Submissionswesens. Die rosige Lage der ausbesizer der Aufbesserung; dazu fönnte die abgelehnte Summe für Ost ist längst vorüber. Auch du muß der Staat belfend eingreifen. martenzulagen gut verwandt werden.( Sehr gut! bei den Das Kleingewerbe hat jetzt einen schwereren Stand als die Jus Sozialdemokraten.) Bisher sind die Löhne dieser Arbeiter nur um dustrie und dem Mittelstande, der die stärkste Stüße des Staates einige Pfennige pro Tag aufgebessert und reichen feines- ist, muß eine wirksame Hilfe zugewandt werden.( Beifall bei den wegs aus, um die notwendigsten Ausgaben zu bestreifen. Eine Rationalliberalen.) bierköpfige Familie eines Telegraphenarbeiters in Chemnik verMinister Dr. Sydow braucht bei den bescheidensten Ansprüchen nach einer mir vorliegenden Aufstellung 1845 M. An Lohn bezieht der Arbeiter aber nur 1260 M.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Sehr berechtigt ist auch der Wunsch dieser Arbeiter, gesetzliche Feiertage, die auf Wochentage fallen, bezahlt zu bekommen. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die ärztliche Untersuchung sollte nicht erst kurz vor der Anstellung, sondern nach ein jähriger Beschäftigung erfolgen. Wenn man feine Pensionsfasse für die nicht zur Anstellung gelangenden Arbeiter gründen will, follte man ihnen angesichts ihres schweren Berufs, bei dem sie allen Unbilden der Witterung ausgesetzt sind, wenigstens einen Rechtsanspruch auf Altersversorgung geben. Ich weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die Geduld, mit der diese Arbeiter ihre Verhältnisse ertragen oder die Gleichgültigkeit, mit der die Verwaltung ihren Wünschen gegenübersteht. Ich erivarte, daß nun endlich etwas Durchgreifendes für die Telegraphenarbeiter und-hand werfer geschieht.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Heckmann( natl.): Bei einer Audienz im Reichspostamt haben die Telegraphenarbeiter trotz der Bescheidenheit ihrer Wünsche so gut wie nichts erreicht.( Hört! hört!) Es wäre die vornehmste Pflicht des Staatssekretärs, sich gerade der schlechtestgestellten Arbeiter anzunehmen. Seine Haltung gegenüber diesen in den vernünftigsten Grenzen fich haltenden Forderungen der Telegraphenarbeiter ist ganz unverständlich, zumal er im vorigen Jahre durchbliden ließ, daß sich vieles besser regeln ließe, wenn er mit den Arbeitern direkt verhandeln würde. Troßdem hat er bei der Audienz alle Forderungen dieser Arbeiter ebenso freundlich wie bestimmt abgelehnt.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Alles, was geschehen ist, ist eine Aufbesserung der Löhne um 15 Pf. pro Tag, vielfach nur um 10 Pf.( Hört! hört!) Unberständlich ist auch, daß der Staatssekretär sich gegen einen Reichsarbeiterausschuß für diese Arbeiter sträubt. Abg. Kopsch( Bp.): Abg. Krause- Waldenburg( ft.): Meine politischen Freunde sind mit dem konservativen Antrage einverstanden. Wir begrüßen die Erklärungen, die gestern der Minister betreffend eine Erhöhung der Warenhaussteuer abgegeben hat. mit Recht beklagt sich das Handwerk über die bisherige Subifatur der Gerichte, die zwischen handwerksmäßigen und fabrikmäßigen Betrieben falsche Unterschiede zu ungunsten des Handwerks machte. Abg. Wenke( Vp.): Neben der Freiheitsstrafe ist auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen, wenn der Täter sich einer ehrlosen Handlungsweise schuldig gemacht hat, die in einer Beaiehung zum Zweikampf steht. Mit dem ersten Absatz des Zentrumsantrages erklären sich auch die Redner der Konservativen und der Nationalliberalen einverstanden, doch wenden sie sich gegen das Obligatorium der Gefängnisstrafe und der Aberkenmung der Ehrenrechte im Falle der ehrlosen Handlungsweise. Der Antrag der Sozialdemokraten wird abgelehnt. Von dem Antrag des Zentrums toird Absay 1 einstimmig, Absatz 2 mit 8( Zentrum, Sozialdemokraten und ein Voltparteiler) gegen Auch wir bekämpfen die Monopolbestrebungen in der Elektrizitäts- 5 Stimmen angenommen. Der Antrag soll noch endgültig redigiert industrie. Eine gewisse Beschränkung des Haufierhandels ist not- und das Ergebnis der Beschlußfaffung als Initiativantrag wendig und wird von den Haufierern selbst gefordert, z. B. der Beim Plenum eingebracht werden. schäftigung ausländischer Hausierer. Die Handhabung der Polizei ftunde im Gastwirtsgewerbe darf nicht zur Beschränkung der Vereins- und Versammlungsfreiheit mißbraucht werden. Die Mittelstandsfreundlichkeit der Konservativen zeigte sich bei den Wahlen, als sie die liberalen Handwerkerkandidaten zu Falle brachten.( Beifall lints.) Unter diesem Wahlrecht, das die Konservativen nicht bessern wollen, ist es unmöglich, dem Mittelstand gründlich zu helfen.( Lärm rechts. Beifall bei der Boltspartei.) Freitag 11 Uhr: Weiterberatung. Schluß 4 Uhr. Parlamentarisches. Kolonialdebatten. und in der die Kolonialverwaltung mit aufgehobenen Händen und unter beweglichen Hinweisen auf die politischen Konsequenzen für Ablehnung plädierte. Die Abstimmung wurde schließlich bis zur Erledigung des Etats für Südwestafrika ausgeseht. Am Donnerstag wurde zunächst der Nachtragsetat für Süd. westafrika für das Jahr 1913 in der Budgetkommission des Die glatte Ablehnung der Wünsche der Telegraphenarbeiter Reichstages erledigt. Der bereits am Mittwoch ausgiebig disfutrob ihrer so eingehenden Begründung liegt weder im Intereffe tierte Antrag Erzberger, von den 16 Millionen Mark Ueberschüssen der Regierung noch der beteiligten Arbeiter. Die Wirkung fann Millionen Mark zur Kürzung des Reichszuschusses für die Kolonie nur sein Berstimmung und Erbitterung der Arbeiter. Die zu verwenden, bildete den Gegenstand einer nochmaligen zweiReichsarbeiterausschüsse sollen durchaus keine Ar- stündigen Debatte, an der sich Vertreter aller Parteien beteiligten beiterparlamente sein, sondern sich darauf beschränken, über unerledigt gebliebene Wünsche und Beschwerden der Bezirksausschüsse mit dem Staatssekretär selbst oder einem seiner Vertreter zu verhandeln. Abg. Behrens( Wirtsch. Wg.): Infolge der Ablehnung der Reichsarbeiterausschüsse durch den Infolge der Ablehnung der Reichsarbeiterausschüsse durch ben Staatssekretär ist der Reichstag gezioungen, sich selbst als Reich arbeiterausschuß zu etablieren.( Sehr richtig!) Ich kann mich den Ausführungen der Vorredner nur anschließen. Die Forderung, daß die ärztliche Untersuchung nicht erst furz vor der Anstellung erfolgt, sondern früher, damit die Arbeiter wissen, ob sie die beabsichtigte Karriere überhaupt werden ergreifen können, werde ich hier jedes Jahr von neuem vorbringen.( Buruf bei den Sozial demokraten: Das wird auch nicht nüben!) So hoffnungslos wie die Herren von links bin ich selbst dem Staatssekretär Araette gegenüber nicht.( Seiterkeit.) Gang umvirt. schaftlich ist die große Zahl der Aufsichtsbeamten im Verhältnis zur Zahl der Arbeiter.( Sehr richtig!) Bei Beratung des Ergänzungsetats für die Schuhgebiete für das Jahr 1914 wurde sodann der Stadt Daceffalam, um ihr die Entwicklung zu geregelter Kommunalverwaltung zu erleichtern, ein Darlehen von 700 000 m. gewährt, das zum Ankauf von Sultans- Blanzungen, auf dem 16 000 Eingeborene wohnen, verwendet merden soll. Genosse Noste verlangte Garantie dafür, daß bei Durchführung der Sanierungsmaßnahmen, der Trennungszone usp., die Mißgriffe und Härten vermieden werden, die in Duala biel böses Blut gemacht haben. Versammlungen. Transportarbeiterverband. Die Generalversammlung für den Bezirk Groß- Berlin, die am Mittwoch im Deutschen Hof" tagie, nahm den Jahresbericht des Bezirksleiters Werner entgegen, dem wir folgendes entnehmen: Die Delegations- und Organi sationstätigkeit war wegen der mißlichen wirtschaftlichen Verhält nisse nicht so erfolgreich als in den drei vorhergegangenen Jahren. Die bestehenden Tarife der einzelnen Branchen haben über das Jahr 1913 hinaus Gültigkeit und deshalb sind feine umfangreichen Lohnbewegungen geführt worden. Es galt vor allem, das Bestehende zu erhalten. Das ist, soweit die Tarifverhältnisse in Frage kommen, im allgemeinen ohne besondere Schwierigkeiten gelungen. Nur die Inhaber der gewerblichen Schwerfuhrwertsbetriebe haben eine sonderbare Auffassung vom Innehalten der Verträge. Trotz der Schwierigkeiten, welche die Krise der Ausbreitung der Organisation entgegenstellt, ist es gelungen, bie Mitglieberzahl von 50 942 auf 52 935 zu erhöhen. Die Beitragsleistung hat sich demgemäß erhöht, aber die Zahl der entnommenen beitragsfreien Marten ist wegen der großen Arbeitslosigkeit ganz er heblich gestiegen. Der örtliche Kassenbestand ist von 166 763 R. auf 214 452 M. gestiegen. Für Arbeitslosenunterstützung wurden 259 978 M ausgegeben, 53 000. mehr als im Vorjahr. Die Krantenunterstüßung erforderte eine Ausgabe von 227 887 M., 12 000 M. mehr als im Vorjahr. Die Streit und Gemaßregelten unterstützung betrug 105 786 M., für andere Unterstützungszweige tourben 54 585 W. ausgegeben. Die Geschäfte der Organisation sowie die Agitationstätigkeit wurden in 8828 Versammlungen und Eibungen erledigt. Im Laufe des Jahres wurden in 6 Be trieben mit 112 Beteiligten Angriffsstreits und in 9 Betrieben mit 195 Beteiligten Abwehrstreits geführt. Angriffsbewegungen ohne Streit fanden 74 in 210 Betrieben mit 5163 Beteiligten und Abtehrbewegungen ohne Streit in 5 Betrieben mit 279 Beteiligten Hierauf wurde in die Beratung des Etats für Südwestafrika statt. Lohnerhöhungen wurden für 3557, Arbeitszeitverkürzungen Der Arbeitsnachweis besette 6133 eingetreten. Beim Titel Lokalverwaltung verlangte Genoffe och für 609 Beteiligte erreicht. Gemeldet Beamten die Besitz- und Arbeitsverhältnisse der Eingeborenen gründe wurden 27 174 Stellen, 7565 weniger als im Vorjahre. die Zahl der Eingeborenenkommissare so zu vergrößern, daß die feste und 17536 Aushilfestellen, insgesamt 23 666. lich kontrollieren und darüber jedes Jahr eingehend berichten Nachdem die Diskussion über den Geschäftsbericht beendet war, können. Ein dementsprechender Antrag wurde angenommen. erfolgte die Neuwahl der Bezirksleitung. Die zehn angestellten Genoffe Noste forderte bessere Verpflegungs- und Unter- Mitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Auch die unbe funftsverhältnisse, wie menschliche Behandlung der Eingeborenen, foldeten Beisitzer wurden mit vereinzelten Ausnahmen wiedergeum die hohe Sterblichkeit und den schlechten Gesundheitsstand der Gingeborenen zu beheben. Der Mangel an Land und Vieh richte die Eingeborenenwirtschaft zu Grunde; wenn keine Wandlung in der Gingeborenenbehandlung eintrete, werde man in absehbarer Zeit mit dem Aussterben der Eingeborenen- Arbeitskräfte rechnen müssen. Die Regierung und ihre freiwilligen Kommissare aus den bürgerlichen Parteien bemühten sich um den Nachweis, daß die Klagen in Bezug auf hohe Krankheits- und Sterblichkeitziffern, Mangel an Eingeborenen, Land und Vieh unbegründet seien. GeSierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag, nosse Ledebour wies indessen nach, daß die günstigen Berichte 1 Uhr, pünktlich( borher Kurze Anfragen). der Regierung ihren Ursprung eigenartigen statistischen Feststellungen Schluß 7 Uhr. verdanken und fennzeichnete die Eingeborenenpolitik als unflug und inhuman, mit dem Erfolg, daß sich die Kolonialverwaltung gegen über den schwersten Anklagen in Stillschweigen hüllte, das sie auch bewahrte, als der Abg. Mumm( Wirtsch. Bag.) der von sozialdemokratischer Seite geübten Kritik in verschiedenen Punkten beitrat. Beim Titel Justizverwaltung wurde die Beratung abgebrochen nach der Annahme eines Antrages Waldstein, der eine Verbesserung der Rechtsverhältnisse in den Kolonien bezweckt. Staatssekretär Araetfe: Ich habe im vorigen Jahr ausführlich die Gründe für das Verhalten der Verwaltung in den angeführten Fällen angegeben. Wenn wir Arbeiter, die sich zur Arbeit melden, ärztlich untersuchen, so erschweren wir die Möglichkeit für diese Arbeiter, Arbeit zu bekommen. Die Arbeiterausschüsse sind geschaffen, damit die Arbeiter bestimmter örtlicher Distritte ihre Wünsche und Beschwerden vorbringen fönnen. Die Löhne der Telegraphen arbeiter sind in den letzten Jahren dauernd aufgebeffert worden. Der Titel wird bewilligt. * Berichtigung. In dem Bericht über die Rede des Abg. 3ubeil vom 3. März ist das entgegenfommende Verhalten der Bostbehörde gegen einen Fabrifdirettor in Bochum erwähnt. Es handelte fi um einen Fabrifdirektor in Goch, wofür infolge eines Sörfehlers Bochum" geschrieben wurde. Abgeordnetenhaus. 42. Gigung. Donnerstag, den 5. März 1014, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Sy do wv. wählt. Schließlich wurde aus der Versammlung die Anfrage gestellt, warum bei der Ausgabe der Bons für die Weihnachtsbescherung der Arbeitslosen das Warenhaus von Joseph in Neukölln, welches mit dem Transportarbeiterverband im Tarifverhältnis steht und von allen Warenhäusern die besten Löhne zahlt, nicht berüdsichtigt worden ist. Werner beantwortete die Anfrage da hin: Man habe sich gewundert, daß Wertheim, der Aushilfspacker aus der Reichsdruckerei einstellt und Tieß, der den Arbeitern das Stoalitionsrecht verweigert, für die Ausgabe von Bons herangezogen wurden. Werner habe dem Ausschuß der Gewerkschaftskommission vorgeschlagen, auch das Warenhaus Joseph auf die Liste zu sehen. Darauf habe Störst en geantwortet: Da die Transportarbeiter teine Bons genommen haben, hätten sie in dieser Hinsicht nicht mitzureden. Werner habe diese Ansicht als unhaltbar bezeichnet und verlangt, daß nur solche Firmen berückfichtigt werden sollen, gegen die vom gewerkschaftlichen Standpunkt nichts einzuwenden ist. Das sei aber nicht geschehen. Joseph habe fich selbst an den Ausschuß der Gewerkschaftskommission gewandt und er sei wie er sagte zu der Auffassung gekommen, daß er wohl berücksichtigt worden wäre, wenn ihn nicht der Transportarbeiterverband empfohlen hätte. scheint Also sagte Werner sich die Sache gegen den Transportarbeiterverband zu richten. Eine Refolution des Verbandes, die zu dieser Angelegenheit Stellung nahm, sei im Vorwärts" veröffentlicht und dadurch dem Genossen Körsten bekannt geworden und auch dem Genossen Boeske, der in der Generalversammlung des Wahlkreises Teltow- Beeskow unrichtigerweise sagte, der Transportarbeiterverband habe gegen die durch Bons berücksichtigten Warenhäuser feine Einwendungen er hoben. Die beiden Genossen hätten bis jetzt noch nicht auf die Resolution geantwortet. Uthes führte ebenfalls aus, daß er als Vertreter in der Gewerkschaftskommission von Anfang an gefordert habe, es sollten nur solche Firmen mit Bons bedacht werden, gegen die vom gewerkschaftlichen Standpunkt nichts einzu 1 Der Kampf um die Sonntagsruhe. der Sonntagsruhefommission des Reichstags wurde Donnerstag die Spezialdebatte über die Ausnahmen für das Bedürfnisgewerbe beendet. In der Abstimmung wurden die von unferen Genossen eingehend begründeten sozialdemokratischen Anträge auf gefebliche Festlegung der Ausnahmen für die sechs mich tigsten Bedürfnisgetverbe bis 10 Uhr vormittags und auf Ersatze ruhe für die dabei beschäftigten Angestellten mit allen gegen neun Zunächst steht ein Gefeßentwurf betreffend die Erweite Stimmen abgelehnt, ebenso der sozialdemokratische Eventual rung des Stadtkreises Dortmund und Aenderung der antrag, die Beschäftigungszeit im Stompromißantrag der bürgerAmtsgerichtsbezirke Castrop und Dortmund zur Beratung. lichen Parteien wenigstens auf vier Stunden bei den Bad- und Dazu liegt ein konservativer Antrag vor, die Landgemeinden Konditorwaren und für alle Bedürfnisgewerbe auf die Zeit bis Gving und Kemminghausen beim Landkreise Dortmund 2 Uhr nachmittags zu beschränken. Annahme fand mit den Stimmen zu belassen. In der Debatte wendet sich u. a. Abg. Sue( Soz.) aller bürgerlichen Barteien gegen die sozialdemokratischen und die wenden ist. gegen den konservativen Zusabantrag, da die in dem Antrag ange- Stimmen der Abgeordneten Pojadowsky, Marquardt und Burchardt führten Gemeinden gerade das Kern st üd für die vorzunehmende der Kompromißantrag, der in allen Gemeinden 6 Stunden Marktpreise von Berlin am 4. März 1914, na Ermittelungen Gingemeindung sind. Der konservative Antrag wird abgelehnt. für die Bäckereien und Konditoreien, 3 Stunden für Milchgeschäfte des tgl. Bolizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 16,90-17,20, Donau Der Entwurf wird in zweiter und dritter Lesung unverändert ohne Festsetzung einer Schlußstunde erlaubt und für die größeren 00,0000,00. Mais( runder), gute Sorte 14,70-15,00. Richtſtroh 4,60. Städte nochmals der höheren Verwaltungsbehörde die Befugnis eu 7,00-8,00. Wartthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Der Handelsetat. gibt, bis 1 Uhr mittags für alle möglichen sonstigen Geschäfte Aus34,00-50,00. Speisebohnen. weiße 35,00-60,00. Linien 40,00-80,00. nahmen von der völligen Sonntagsruhe zu gestatten. Bei der Fest- startoffeln( Stleinbbl.) 4,00-7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Steule Hierzu fordert ein konservativer Antrag Maßnahmen gegen ein sehung der hohen Festtage, an denen nirgends Sonntagsarbeit er- 1,60-2,40. Rindfleis, Bauchleif 1,30-1,80. Schweinefleifd) 1,40-2,00. Monopol der großen Elektrizitätsgesellschaften. Taubt sein soll, ereignete sich das Interessante, daß das Zentrum Stalbfleis 1,40-3,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 1 Kilogramm Starbjen 1,20-2,40. Aale Abg. Dr. Pieper( 3.): seinen früheren Antrag auf Heiligung" der beiden Feiertage der 60 Stud Cier 4,00-6,00. Bander 1,40-3,20. Hechte 1,40-2,80. Barsche 1,00-2,20, hohen Festtage dem Erwerbsintereffe zuliebe aufgab, ihn auch 1,60-3,20. Wir müssen vor allem Mittelstandspoliti! treiben, au niederstimmen half, als ihn die" gottlose" Sozialdemokratie auf Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 3,50-24,00. diesem Zwed lohnende Arbeit für das Handwerk schaffen und das nahm und mit den übrigen bürgerlichen Parteien nur die ersten Berdingungswesen von einer Zentrale aus unter Mitwirkung der Feiertage der hohen firchlichen Feste völlig von der Sonntagsruhe Handwerkskammern regeln. Dem tonservativen Antrage stimmen ausnahm. wir zu. Der Redner geht im folgenden auf die Wünsche seiner Partei zur Hebung des Handwerkerstandes im einzelnen ein und befämpft in diesem Zusammenhang die üble Gewohnheit selbst besser fituierter Leute, die Handwerker nicht sogleich nach Herstellung der Arbeiten zu bezahlen. Weiter wendet sich Redner gegen den Haufterhandel. angenommen. Abg. Schröder- Kassel( natl.): Einen erhöhten Schutz der Arbeitswilligen halten wir für dringend nötig. Nach dem Erlaß der Reichsversicherungsordnung muß eine gewisse Ruhe in der Sozialpolitit eintreten. Vor allem ist von einer Arbeitslosenversicherung abzusehen. Der Erlaß, den der Minister herausgegeben hat, ist nicht energisch genug durchgeführt worden. Früher war unsere Rechtsprechung bem Handwerk sehr ungünstig, weil sämtliche Großbetriebe für Fabriken erflärt wurden. Jezt hat die Regierung auch Großbetriebe im Handwerk anerkannt. Das ist lebhaft zu begrüßen. Auch trag Die Duellfrage. Der Sibung der Duellkommission lag am Donnerstag ein Andes Zentrums vor, hinter§ 208 bes Strafgesebbuches als $ 208a folgende Bestimmung einzuschalten: st " Ift im Falle der Herausforderung, der Annahme der Herausforderung oder bes Zweikampfes die Tat freventlich verschuldet worden, so ist an Stelle der Festungshaft auf Gefängnisstrafe bon gleicher Dauer zu erkennen. Neben der Gefängnis Strafe tann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Stellt das frebelhafte Verschulden eine ehrlose Handlungsweise dar, so ist auf Gefängnis nicht unter 3 Monaten und auf Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen." In der Debatte empfiehlt Abgeordneter Stadthagen, unter Zurückziehung des bisherigen Antrags der Sozialdemokraten hinter Wasserstands- Nachrichten Wasserstand Saale, Grochlik -8 Havel, Spandau) Rathenow) Spree, Spremberg) Beeskow Befer, Münden der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau am jeit am feit 4. 3. 3. 3. cm cm³) 299)-12 129) 327) 2 224-8 254+3 4. 3. 3. 3. em cm³) 180-2 92+9 92 98 128 237 +8 250-2 204 0 Minden 322 147 +1 hein, Maximiliansau 390 6 +-10 21 -14 229-10 141 -8 Köln 275-17 30-16 Redar, Heilbronn 135+20 228-8 146+2 Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Snsterburg Beijel, Thorn Ober, Ratibor Atroffen Frantfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nete, Bordamm Ibe, Leitmeri Dresden Barby Magdeburg + bedeutet 337 274+2 uchs, Kaub 0 Main, Hanau Mosel, Trier Fall. Unterpegel.- Eisfret. Für alles Gute und Liebe zu meinem fünfzigíten Geburtstage danke ich aus einem treuen Herzen. 4. März 1913. Waldeck Manasse. Todes- Anzeigen Am Dienstag, den 3. März, abends 11 Uhr, verschied plößlich im 58. Lebensjahr mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater und Schwager Georg Deiẞ. Dies zeigt betrübt an Henriette Deiß nebst Kindern. Grünau, den 4. März 1914. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 7. März, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium in Baumschulenweg statt. 8421 Sozialdemokratischer Wahlverein Grünau. Am Dienstag, den 3. März, verschied plötzlich unser braver Genosse, der Heizer Georg Deiß im Alter von 58 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 7. März, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium in Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung ersucht 201/18 Der Vorstand. Verh, d. Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Herrenmaßschneider, Kollege Gustav Kleinschmidt am 3. März im 38. Lebensjahre verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 4, Uhr, der Halle der ThomasGemeinde, Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 162/18 bon Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Am 3. März starb unser Mitglied, der Bauarbeiter Ernst Baatz ( Bezirk Köpenid). Ehre seinem Andenfen! Die Beerdigung findet am Freitag, den 6. März, nachmittags 342 Uhr, von der Halle des Ge meinde- Friedhofes in Köpenid aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/8 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und überreichen Kranz spenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter Ella sagen wir hiermit allen daran Be. teiligten unseren herzlichsten Dank. Gustav Scheibel 1154b und Frau. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Stranzspenden beim Hinscheiden meines lieben Mannes Karl Benk 52A sage ich hiermit allen Freunden, Bes tannten und Verwandten, der Direktion, den Kollegen der Firma F. F. Resag u. F. Wesenberg, dem Wahlverein, Bezirk 21, dem Fabrikarbeiter- Berband, den Sängern, den Mietern des Hauses sowie Herrn Harder für die lieben Worte am Sarge des Entschlafenen meinen innigsten Dant. Wwe, Margarete Benk. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Baters, Sohnes und Bruders Hermann Guder sagen wir allen Freunden und Befannten, den Kollegen der SchultheißBrauerei, Abteilung I, dem Berband und Hauptvorstand der Mühlenarbeiter unseren herzlichsten Dant. Witwe Paula Guder, Mutter und Geschwister. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bet der Beerdigung unseres einzig inniggeliebten Sohnes Max Leue 102. sagen wir allen Freunden und Befannten unseren herzlichsten Dank. Wilhelm Lene und Frau. Dr.Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz Wäsche weiche ein in Henkel's Bleich Soda. Hilfebein Bier das lob ich mir süffig, gehaltvoll, bekömmlich Howw- in Blatan leiden, Ausfluß 2c. find Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Bekanntmachung betreffend die Wahlen der Vertreter und Ersagpersonen zum Ausschuß der Branche der Maschinenarbeiter. Allg. Ortskrankenkaffe für Berlin- Steglit Sonntag, den 8. März, nachmittags 5 Uhr, im Englischen Hof", Alexanderstr. 27 c: Lichtbilder- Vortrag. Die Baufachausstellung in Leipzig in Verbindung mit den Unfallgefahren in der Holzindustrie. Nachdem gemütliches Beisammensein mit Tanz. Eintrittskarte 30 Pf. Tanz frei. Achtung! Einseher. Achtung! Die Wahlen finden statt für die Arbeitgeber am Dienstag, den 7. April 1914, im Restaurant„ Albrechtshof" in Steglit, Albrechtstr. 1a, in der Zeit von 3-9 Uhr nachmittags. Die Versicherten wählen gleichfalls im„ Albrechtshof“ hier am Mittwoch, den 8. April 1914, in der Zeit von 3 bis 9 Uhr nachmittags. Die Wahlen find gebeim und erfolgen nach näherer Bestimmung der Wahlordnung sowie der Satzung( Druderemplare der Sagung und der Wahlordnung stehen den Beteiligten im Kassenlokal, Körnerstr. 55, zur Verfügung). Wählbar sind nur volljährige Deutsche; nicht wählbar find Sonntag, den 8. März, vormittags 10 Uhr, in den bekannten Lokalen: Mitglieder einer Behörde, welche Aufsichtsbefugnisse über die Kaffe bat. Bezirksversammlung. Tagesordnung: Bericht der Bezirksleiter, Verbands- und Branchenangelegenheiten. Die Kollegen des 8. Bezirks( Wedding) halten ihre Sigung bei Ullrich, Ecke Malplaquet- und Utrechter Straße ab. Die Zahlstelle 30 ist von Schwedter Straße 33 nach der Kastanien- Allee 29,30 bei 3 andel, und die Zahlstelle 32 von Lothringer Str. 67 nach Lothringer Straße 66 bei Beifuß verlegt worden. 84/9 Die Ortsverwaltung. Steinarbeiter. Sonntag, den 8. März, vorm. 9%, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c: Marmorarbeiterversammlung Tagesordnung: Wie stellen wir uns zu dem ablehnenden Standin vielen Fällen heilbar d. punkt des Unternehmerverbandes? Sanotalkapseln( Paracop. Alle zurzeit in Marmor beschäftigten Kollegen, auch die Bals.), Sch. 2 M. d. besonders der Sektion 1, sind verpflichtet, an dieser wichtigen Verv. Peru), Pat. 1 R., gesammlung teilzunehmen. m. Sanotaltee( Boldoblätter braucht, selbst bei älteren ver schleppten Leiden, wie auch weiblichen Voranzeige! Am Donerstag, den 12. März, findet in den Armin hallen, Kommandantenstraße 58/59, eine fon binierte Versammlung statt. Unterleibs Tagesordnung: Gaukonferenz und Verbandstag. tatarrhen( Weißfluß), jehr 171/ 5* wirtjam sind. Wenn in Drogerien nicht erhältlich, d. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.4. Borussia- Festsäle Telephon: Amt Norden 2674 Inh. Georg Wolffgramm, Aderstr. 6/7 empfiehlt seine 4 Säle 100 bis 800 Personen fassend, zu Bersammlungen und Festlichkeiten. NB. März und April ist der große Saal noch einige Sonnabende und Sonntage frei. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Lederarbeiter. Filiale Berlin I. Sonntag, den 8. März, vormittags 10 Uhr, in Schmidts Festsälen, Prinzenallee 33: Versammlung Tagesordnung: 1. Die Anträge zur Generalversammlung. 2. Aufstellung von Kandidaten zur Delegiertenwahl. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller [ 134/5] 35772 Mitglieder. " UNSERE Der Vorstand. MARINE 28 Cigarette KROTOWSKI Konsuin Genossenschaft Berlin und Umgegend F6H. Zentrale. Lichtenberg, Rittergutstr. 16/26. Wir empfehlen Kakao, lose, à Pfund 84 Pf. Ferner heute und Sonnabend: Suppenhühner, Kasseler Rippespeer sowie Blumenkohl. 103/15 Der Vorstand. Arbeitgeber, die einen Versicherungspflichtigen beschäftigen, führen 1 Stimme, Arbeitgeber, die mehrere Versicherungspflichtige beschäftigen, führen für je 10 versicherungspflichtig Beschäftigte 1 Stimme. Mehr als 30 Stimmen fann fein Arbeitgeber führen. Wählbar als Vertreter der Versicherten ist nur, wer bei der Kaffe versichert ist. Im übrigen wird auf§ 95 der Sabung verwiesen. Die Amtsdauer der zu wählenden Vertreter läuft bis zum 31. Dezember 1917. Es sind zu wählen: für die Arbeitgeber 30 Vertreter und 60 Ersatpersonen, für die Versicherten 60 Vertreter und 120 Ersatpersonen. Die Wahlberechtigten werden hiermitt aufgefordert, schriftliche Wahlvorschläge, und zwar: die Arbeitgeber bis spätestens zum 23. März 1914, die Versicherten bis spätestens zum 24. März 1914 bei dem Vorstande der Kasse einzureichen. Verspätet eingehende Wahlborschläge bleiben unberücksichtigt. Die Wahlvorschläge sind gesondert für die beteiligten Arbeitgeber und Versicherten aufzustellen. Die Stimmabgabe ist an die gemachten Wahlvorschläge gebunden. der betreffenden Grubbe mit zusammen mindeſtens dreißig Stimmen unterDie Wahlvorschläge müssen von mindestens je zehn Wahlberechtigten zeichnet sein. Unterzeichnet ein Wähler mehr als einen Wahlvorschlag, fo wird fein Name nur auf dem zuerst eingereichten Wahlvorschlage gezählt und auf den übrigen Wahlvorschlägen gestrichen. Sind mehrere Wablvorschläge, die von demselben Wahlberechtigten unterzeichnet sind, gleichzeitig eingereicht, so gilt die Unterschrift auf demjenigen Wahlvorschlage, welchen der Unterzeichner binnen einer ihm geſetzten Frist von höchstens zwei Tagen bestimmt. Unterläßt dies der Unterzeichner, so entscheidet das Los. Jeder Wahlvorschlag darf höchstens dreimal so viel Bewerber benennen, als Vertreter zu wählen sind. Die einzelnen Bewerber sind unter fortlaufender Nummer aufzuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt, und nach Familien- und Vor-( Ruf-) Namen, Beruf und Wohnort zu bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt find, anzugeben. Mit den Wahlvorschlägen für Versicherte ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahme der Wabl bereit ist. Bei den Wablvorschlägen für Arbeitgeber ist eine solche Erklärung nur erforderlich, soweit ein vorgeschlagener Bewerber nach § 17 der Reichsversicherungsordnung zur Ablehnung der Wabl befugt ist. In jedem Wahlvorschlag ist ferner ein Vertreter des Wahlvorschlages und ein Stellvertreter für ihn aus der Mitte der Unterzeichner zu be zeichnen. Sit dies unterblieben so gilt der erste Unterzeichner als Vertreter des Wablnotichla 3 und, soweit eine Reihenfolge erfennbar ist, der zweite ols fein Stellvertreter Der Wahlvorschlagsvertreter ist berechtigt und ver pflichtet, dem Borstand die zur Beseitigung etwaiger Anstände erforderlichen Erflärungen abzugeben. Die zugelaffenen Wahlvorschläge liegen eine Woche vor dem Wabltag im Raffenlofal, Körnerstr. 55, von 9-1 Uhr zur Einsicht der Beteiligten aus. Bis zu einer Woche vor dem Wahltag können Wahlvorschläge zurüd genommen werden. Das Wahlrecht ist von den Versicherten in Berson auszuüben; sie müssen das 21. Lebensjahr vollendet haben. Es kann gefordert werden, dan sich die Wähler über ihre Person und Wahlberechtigung ausweifen. Als Nachweis genügt in der Regel für die Arbeitgeber die Quittung über die zuletzt gezahlten Kassenbeiträge, für die Kaffenmitglieder der Melde ausweis oder eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung, daß der Betreffende am Tage der Wahl noch in Beschäftigung steht. Außerdem werden auf Antrag vom 25. März 1914 bis zum 6. April 1914 von der Kasse Wahlausweise für alle Beteiligten ausgestellt; den Arbeit gebern wird dabei bescheinigt, wieviel Stimmen sie bei der Bahl führen. Ist der Name eines Wählers in dem Arbeitgeber- und Mitglieder. verzeichnis, nicht enthalten, so wird er zur Wahl nur zugelassen, wenn er in einer sämtliche Mitglieder des Wahlausschusses überzeugenden Weise seine Bablberechtigung nachweisen fann. Die Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnisse fönnen im Raffenlokal bon 9-1 Uhr eingesehen werden; etwaige Einsprüde gegen die Richtigkeit der sich aus dem Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnis ergebenden Wahlund Stimmberechtigung sind spätestens 2 Wochen vor dem Wahltag unter Beifligung von Beweismitteln bei dem Vorstand einzulegen. Zum Wahlraum haben nur die wahlberechtigten Arbeitgeber und Kaffenmitglieder Zutritt. Bei der Wahl erhält der Wähler einen der Umschläge, die mit dem Stempel der Kasse versehen und im. Wablraum bereitzubalten sind, tritt sodann an einen abgesonderten Tisch, wo er seinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag legt, und übergibt hierauf den Umschlag unverschlossen unter Nennung feines Namens dem Vorsitzenden oder dem von diesem bezeichneten anderen Mitglied des Waßlausschusses. Dieser läßt die Abgabe des Stimmzettels vermerken und wirst dann den Umschlag in die Wahlurne. Arbeitgeber mit mehrfachem Stimmrecht haben so viel Stimmzettel je in einem besonderen Umschlag abzugeben, als fie Stimmen haben und abgeben wollen; in diesem Falle ist die Zahl der abgegebenen Umschläge vorzumerken. Wähler, die durch förperliche Gebrechen behindert sind, ihren Stimm zettel eigenbändig in den Umschlag zu legen und dem Vorsitzenden des Bahlausschusses zu übergeben, dürfen sich der Beihilfe einer Bertrauens person bedienen. Der Stimmzettel enthält die Namen derjenigen Bewerber, welchen der Wähler seine Stimme geben will. Er darf höchstens dreimal soviel Namen enthalten, als Vertreter zu wählen sind. An Stelle der Aufzählung der Namen genügt der Hinweis auf die Ordnungsnummer des Wahlvorschlags. Der Wähler fann nur einen solchen Stimmzettel abgeben, der mit einem der zugelassenen Wahlvorschläge vollständig übereinstimmt. Die Stimmzettel sollen von weißer Farbe sein. Stimmzettel, die von dieser Bestimmung abweichen, find ungültig, wenn das Abweichen die Abficht einer Stennzeichnung wahrscheinlich macht Stimmzettel, die mit keinem der zugelassenen Wahlvorschläge überein stimmen oder deren Umschläge ein Merimal haben, welches die Absicht einer Rennzeichnung wabricheinlich macht, oder die unterschrieben sind, find un gültig. Dasselbe gilt von Stimmzetteln, die sich in einem nicht mit dem Stempel der Staffe versehenen Umschlag befinden. Ungültig ist ferner der Inhalt eines Stimmzettels, soweit er zweifelhaft ist. Befinden sich in einem Umschlag, der nur für einen Stimmzettel bestimmt ist, mehrere Stimm geftel, so werden sie, wenn fie vollständig übereinstimmen, nur einfach gezählt, andernfalls als ungültig angesehen. Bur festgejezten Stunde wird die Wahl geschloffen. Nur die am Schluß der Bahlhandlung im Wahlraum anwesenden Wähler dürfen dann noch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Für die ersten Wahlen des Ausschusses und des Vorstandes find die Fristen der Wahlordnung abgekürzt des§ 4 von 6 Wochen auf 1 Monat, § 5 Abs. 1 von 4 Wochen auf 2 Wochen,§ 5 Abs. 2 von 4 Wochen auf 2 Wochen,§ 8 Abs. 1 von 2 Wochen auf 1 Woche,§ 14 Abs. 1 von 2 Wochen auf 1 Woche,§ 20 Abs. 1 von 1 Monat auf 2 Wochen,§ 23 Abs. 1 von 6 Wochen auf 3 Wochen. Berlin- Stegliz, den 5. März 1914. Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Steglik. Der Vorstand. Emil Schulze, Borsigender. Gustav Bigalle, Schriftführer. 269/16 Vervielfältiger Vervielfältiger Thuringia Thuringia vervielfältigt alles: ein- und mehrfarbige Rundschreiben, Kostenanschläge, Einladungen, Noten usw., 100 scharfe, nicht rollende Abzüge, von Urschrift nicht zu unterscheiden. Gebrauchte Stelle sofort wieder benutzbar. Kein Hektograph. Tausendfach im Gebrauch. Druckfläche 23: 35 cm, mit allem Zubehör nur 10 M. 2 Jahre Gewähr. Otto Henss Sohn, Weimar 414a. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielevy. Neuföln. Für der Injeratenteil verantw.: Tb. Glode. erlin. Druck u. Verlag. Vorwärts Buchdruderet u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin S «,.64. 4 MW des Amörts" Kerlim WIKsdlÄ. Unser Tag. SSemt es im vergangenen Jahre so scheinen konnte, als tvolle der Frauentag zu einer ohne besondere Freudigkeit und ohne inneres Bedürfnis unternommenen Wiederholung werden, so besteht in diesem Jahre selbst für unsere Gegner kein Zweifel, daß die proletarische Frauenwelt mit großer Be- geisterung die Vorbereitungen für den 8. März getroffen hat und die Demonstration siir die soziale und politische Gleich- Berechtigung der Frau machtvoller als je ausfallen wird. Diese Gewißheit, daß wir neue große Scharen geknechteter und nach Befreiung dürstender Frauen am 8. März bei unseren Denionstrqtionen begrüßen werden, kann indessen nur zu vermehrter Tätigkeit anspornen. Sie gibt uns Freudigkeit, an die große Aufgabe heranzugehen, alle Frauen, welche innerlich zit uns gehören und sich uns an dem einen Tage sichtbar anschließen, nun dauernd zu fesseln und für unsere Organi- satior. und unsere Presse zu gewinnen. Wir wären undankbar, wollten wir nicht eingestehen, daß der uns sichere Erfolg zum großen Teile dem Umstand zu ver- danken ist, daß durch die Verbindung von Frauentag und Roter Woche stärker noch als zuvor die Partei als Gesamtheit sich für die Frouenforderungeli einsetzt. Es war von jeher der Stolz und die Stärke der proletarischen Frauen, daß die gc- waltige sozialdemokratische Partei geschlossen hinter jenen Wünschen steht. Für rein feministische Bestrebungen und Eifersüchteleien einzelner Frauen oder Frauengruppen ist in der proletarischen Frauenbewegung kein Raum. Wenn die bürgerliche Frauenbewegung im Grunde eine Schar von Führe- rinnen ohne eine Masse von Anhängerinnen darstellt, so besteht die proletarische Frauenbewegung hingegen in nichts anderem als in den sozialdemokratisch denkenden Frauen, die nicht durch eii� paar Führerinnen, sondern durch das mit den männlichen Proletariern gemeinsame Ziel aneinandcrgebunden sind. Richt der Geschlcchtstitel bürgt uns schon für die Richtig- Zeit ausgesprochener Urteile und Forderungen; wir werten riur den Gehalt, gleichgültig ob er von einem Manne oder einer Frau gemünzt wurde. Die Erinnerung an das Werk unseres Vorkämpfers August Bebel, dessen Verlust wir im vergangenen Jahre betrauerten, schützt uns für iniincr vor der Ueberschätzung zufälliger Geburtsunterschicdc. Der Stolz über unsere großen Fortschritte in den letzten Jahren läßt uns nicht die Tatsache verkennen, daß wir noch immer an Stärke der Organisation und Intensität der Auf- klärung hinter unseren männlichen Klassengenossen znrück- stehen. Wir sind uns vielmehr bewußt, daß wir doppelter Anstrengungen in ruhiger Arbeit bedürfen, um die Schädi- gungen jahrhundertelanger Knechtung auszugleichen. Das, was soziale Lage, Erziehung und Konvention uns versagt haben, wollen wir durch eifrige Bildungsarbeit an uns und unseren Älassengenossinnen erst erwerben. Die wirtschaftliche EntWickelung drängt allerdings selbst 'mit Macht dahin, diese Aufklärungsarbeit zu beschleunigen. Das vergangene Jahr hat wieder neue Taufende von Frauen in die Erwerbsarbeit gerissen. Die Teuerung zwingt bisher nur im Haushalt Tätige, einen Beruf aufzusuchen, damit die Lebenshaltung der Familie nicht noch mehr in Frage gestellt werde. Die Arbeitslosigkeit der Männer wirkte in gleicher Richtung. Die bürgerlichen Parteien und die Regierung aber tun nichts, um dieser Entwickelung Rechnung zu tragen. Die Zollwucherpolitik wird weitergeführt, ivahrschcinlich sogar verschlimmert werden. Eine ausreichende Arbeitslvscnfürsorge ist vom Reich, den Bundesstaaten und den Gemeinden abgelehnt lvorden. Dafür droht die herrschende Klasse mit einem Gesetz, das angeblich den Geburtenrückgang, die natürliche Folge der verschlechterten sozialen Lage der Frau, aufhalten will, in Wahrheit aber nur neue polizeiliche Fußangeln für die Arbeiterschaft schaffen wird. Man will die Arbeitereltern zwingen, Kinder zu gebären, versagt ihnen aber die not- wendigen Mittel zum sorgenfreien und ausreichenden Unterhalt der Kinder. Die Einengung des Koaütionsrechts raubt sogar den Eltern die Möglichkeit, durch eigenen Kampf gegenüber dem Unternehmertum die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die zunehmenden Uebergriffe der Soldateska bc- drohen schließlich die persönliche Freiheit, und selbst der Kampf gegen den Militarismus soll, wie das unglaublich harte Urteil gegen die Genossin Luxemburg zeigt, unterdrückt werden. Fragt man, was nun die bürgerlichen Frauen— die in ihren Worten von der Jntercssengleichheit aller Frauen schwärmen— gegen die zunehmende Unterdrückung der Frauen- weit tun. so kann die Antwort nur ein völliges Berfagen der bürgerlichen Frauen..cmanzipation" konstatieren. Der glühende Drang der ersten bürgerlichen Vorkämpferinncn nach Be- freiung aller Entrechteten hat längst müder Resignation und kluger Anpassung im eigenen engen Interesse Platz gemacht. Das Klasseninteresse hat das unklare allgemein-mcnschliche Gefühl rasch überwuchert. Die Vorgänge ini Verband für Frauenstiminrecht haben deutlich gezeigt, daß nicht einmal mehr die Forderung des Frauenstimmrechts ohne reaktionäre Einschränkungen von nennenswerten Scharon bürgerlicher Frauen aufrecht erhalten wird. Die Gründung der Ver- einiguug konservativer Frauen, die zunehmende Einreihung der katholischen Frauen in das Zentrumlagcr und die Be- mühungen der Rationallibcralcn um Organisierung der Frauen des Mittelstandes beweisen, daß bereits die Spezialisierung nach den einzelnen Jntcressengrupven des Bürgertums eingetreten ist. Um wieviel tvenigcr ließe sich die Scheidung zwischen den Klassen überbrücken. Die enge Begrenzung auf das eigene Interesse hat zur Folge gehabt, daß die bürgerlichen Frauen in Deutschland so gut wie gar nichts von politischen Rechten er- reicht haben. Nirgends ist die Bescheidenheit verfehlter als im politischen Kampf, und so müssen es sich die bürgerlichen Frauen gefallen lassen, daß sie mit Nichtachtung von den Par- teien übergangen werben. In außerdcutschen Staaten, wo die rauen ihren Rechten nicht init so zaghaft- ängstlichen chritten nachgehen, ist inzwischen ein Sieg nach dem andern errungen worden. Auch das vergangene Jahr hat den Frauen im Ausland einige schöne Erfolge gebracht. So steht die proletarische Frauenbewegung als ein un- löslicher Teil der sozialdemokratischen Partei heute allein im Kampfe um die völlige Befreiung der Frau. Sie würde sich Zum Frauentag. freuen, wenn wenigstens einzeln» Teile der bürgerlichen Frauenwelt in diesem Kampfe an ihre Seite treten würden. Aber auch ohne diese lluterstützung�führt sie den Kampf nicht minder sicgesgewiß. Sie weiß, die Freiheit muß kommen, weil diese Befreiung eng geknüpft ist an die Befreiung der Arbeiterschaft. Der Sozialismus wird die Freiheit bringen und dem Sozialismus gehört die Zukunft! die tzinüernisse üer �rbeiterinnenorganisation in Frankreich. Die neuesten Bemühungen unserer französischen Genossen, innerhalb der geeinigten Partei eine sozialistische Frauenbewegung zu schaffen, haben ansehnliche propagandistische und organisato- rische Fortschritte ergeben, und man darf mit Zuversicht erwarten, daß der Erfolg diesen Bestrebungen treuer bleiben wird, als bei den früheren Versuchen, deren Ergebnisse immer rasch versickerten. Die Bedingungen sind jetzt entschieden günstiger. Besonders die erstarkende Organisation der geeinigten Partei bietet der sozi.r- listischen Frauenbewegung einen festen Rückhalt, die aufblühende Presse— vor allem die„Humanite"— eine bessere Gelegenheit zur Diskussion, Agitation und Publikation. Trotzdem darf man nicht verkennen, daß es ein recht steiniger Boden ist, worauf unsere fran- zösischen Kameradinnen arbeiten und man kann sogar erst, wenn man die vielfachen Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen, berücksichtigt, ihren Leistungan gerecht werden. Auf den ersten Blick könnte es verwunderlich erscheinen, daß die sozialistische Frauenbewegung in Frankreich sozusagen noch immer am Anfang steht. Wer kennt nicht die Rolle, die die Frauen während der französischen Revolution gespielt haben, deren ent- scheidende Wendung sie ja durch den Zug nach Versailles herbei- führten? Ilnd auch als hinter der bürgerlichen Welt das Prole- tariat emporstieg, waren Frauen unter den Vorkämpfern der neuen sozialistischen Macht. Tie Befreiung der Fraujrnch von der Ge- schlechtssklavcrci stand unter den Ideen der Schule des großen Utopisten St.«vimon obenan; eine Frau— George Sand— war die Schöpferin des sozialen Romans, der das Proletariat und seinen Idealismus zum Gegenstand künstlerischer Darstellung machte; aus der Revolutionsbewegunfj des Jahres 1848 und gar aus der Kommunezeit sind die Namen vieler Frauen bekannt, die mit der Feder oder auf den Schanzen und Barrikaden mit der Flinte kämpften— Flora T r i st a n, Louise Michel, Andre L e o u. a.— und wie viel sind unter den ungenannten oder ver- gessencn Opfern der Straßenfchlacht, des Exekutionspelotons, der Gefängnisse und der Verbannung! Aber dennoch! Eine nenncns- werte sozialistische Frauenbewegung von einiger Dauer hat es bis- her in Frankreich nicht gegeben, trotz der unermüdlichen Hingabe mancher Genossinnen. Wollte man die Hemmnisse alle aufzählen, die sich ihr ent- gegengestellt haben, müßte man eine Studie über die wirtschaftliche, soziale, geistige und moralische Physiognomie der französischen Frau in der neueren geschichtlichen Entwickelung, ja eine Studie über die Gesellschaft Frankreichs überhaupt und die französische Seele schreiben— denn der Charakter der Frau ist doch in unjpslichem Zusammenhang mit den sozialen Einrichtungen, die bishe� überall vor allein das Werk des Mannes sind. Es ist jedoch an dieser Stelle auch die knappste Skizze, die die wichtigsten Hindernisse in ihrer gesellschaftlichen Wurzel darstellen wollte, ausgeschlossen.» Wir lassen also ganz die auch andcrslvo, wenn auch nicht überall in diesem Maße wirksamen Schäden beiseite— wie die schlechten Löhne und den Druck des Ilntcrnehmertuins, die miserable Volks- bildung, den Einfluß des Pfaffentums«dieser ist in Verbindung mit der klerikalen„Wohltätigkeit" besonders im industriellen Norden sehr mächtig)— und wollen nur einige, für Frankreich besonders charakteristische Erschwernisse betrachten. Da ist vor allem das immer wieder versuchte Eindringen des von Bourgeoisdamen betriebenen„Feminismus" in die so- zialistischen Kreise. Besonders vor der Einigung der Partei konnten sich mehr oder minder exzentrische und mehr oder minder kokette Vertreterinnen der„Emanzipation" leicht als„Sozialistinnen" auf- spielen. Wenn es aber oft ein der Anpassung an die soziale Um- Welt unfähiger Individualismus war, der sie zum. Bruch mit der bürgerlichen Klasse oder nur zu oft bloß mit manchen Einzel- heiten der bürgerlichen Verkebrsformen trieb, so konnten sie im proletarischen Kreis, wo sie selbstbewußt Fuß zu fassen versuchten, auch nur desorganisierend wirken. Weiter darf man auch die unheimliche Verfälschung nicht außer acht lassen, der das Fühlen und Denken der jungen Arbeiterinnen besonders in Paris durch den Einfluß der Boulevardpressc, des Tingeltangels und des Gassenhauers ausgesetzt ist. Man erfüllt ihnen Kopf und Herz mit der miserablen„Midinetten"-Romantik, worin sich das ganze Leben in einer sentimenjalen Liebesaffäre er- schöpft, deren typische, mit Ergebenheit hingenommene Wendung das Verlassen des aus dem Elternhaus weggelaufenen Mädchens durch den verführerisch-eleganten Windhund von Liebhaber ist. Hunderttausende junger Mädchen lesen buchstäblich nichts anderes — aber dies mit wahrer Leidenschaft—, als die Romanfortsetzung im„Journal",„Matin'� oder„Petit Journal", dazu die tägliche „Geschichte" über dem Strich und weiter höchstens noch das Een- sationsvcrbrechen oder den Sensationsprozeß. Das„Journal", das beliebteste„Midinetten"blatt, hält immerhin auf literarische Form oder genauer auf bekannte Autorennamen. Es hat auch mitunter Leitartikel mit sozialem Einschlag. Die ganze, mit wahrem Raffi- nement geschaffene Atmosphäre ist aber doch die der Gedanken- losigkeit. Viel schlimmer noch ist der Tingeltangel. Die Pariser Theater haben, abgesehen von ein paar zumeist elenden, ein nichts- würdiges Repertoire von Kriminalstücken oder„vaterländischen" Hetzdramen abspielenden Vorstadtbühnen, unerschwingliche Platz- preise. Man kann in Massen selbst ältere Leute treffen, die noch nie ein Theater besucht haben, aber schwerlich auch ein ganz junges Mädchen aus dem Volk, das noch nicht im„Konzert"— was hier Tingeltangel bedeutet— war. Tie Kinopest nicht zu vergessen. Dann aber spielt noch der gefährliche Anschauungsunterricht mit, den die in Paris auf der Oberfläche treibende Halbwelt mit ihrem Scheinglanz zur Befestigung der Midinetten-Romantit beiträgt. Der Bourgeois verachtet die Frau, die ihren Körper feilhält solange, bis sie ihm als Geschäftsmann zu verdienen gibt— dann aber kriecht er vor ihr. Und wenn sie im eigenen Auto fährt, empfindet er beinahe Ehrfurcht. Man bedenke nun, was es bedeutet, daß Zehntausende Schneiderinnen, Modistinnen usw. für diese oder eine ihr nahestehende Kundschaft arbeiten, deren berühmteste Vertre- terinncn obendrein einen dem Altertum nachgelogenen Hetären- kultus in einem Teil der Presse genießen! Es ist unter diesen Verhältnissen noch ein wahres Wunder und ein glänzendes Zeugnis der moralischen Kraft des Proletariats, daß ein so großer Teil der weiblichen Arbeiterschaft der Lockung standhält und sich mit infamen Löhnen unter ständigem Verzicht durchschlägt. Aber man begreift auch, wie ungeheuer schwer es ist, in ihre von all dem Flitter verwirrte Gedankenwelt den Sinn für Ernst und Kampf zu pflanzen. Endlich aber muß der Vorurteile gedacht werden, die in der Arbeiterschaft s c l b st gegen die politische Betäti- gung der Fran fortleben. Mit diesem Ueberbleibsel kleinbürgerlicher Denkweise hat man wohl auch im Proletariat anderer Länder noch zu rechnen, aber es gibt doch kein Land, wo die s o z i a l i st i s ch e B c w c g u n g s elb st auf ihrer ersten geschichtlichen Entwickelungs- stufe eine der bürgerlichen Gleichstellung der Frau feindstche Ten denz von solcher Stärke zeigt, wie dies in Frankreich unter dem Einfluß Proudhons. eines spießbürgerlich bornierten Hassers der Frauenbefreiung, unter dem Kaiserreich in den französischen Gruppen der Internationale der Fall war. Noch heute wehrt sich in der französischen Buchdruckcrgewerkschaft der zunftler, sche Geist gegen die Zulassung der Frauen. In den anderen Gewerkschaften ist wohl diese Denkweise nicht mehr sichtbar, aber unter der Ober- fläche wirken die kleinbürgerlichen Anschauungen noch genug stark weiter, um manche sozialisch denkenden Arbeiter die Teilnahme ihrer Gefährtin oder Tochter an der Bewegung nicht m,t besonderer Sympathie betrachten zu lassen. Die fortschreitende Erkenntnis der unerbittlichen sozialen Ent- Wickelung, die kraftvolle Propaganda unserer Genossinnen und das Beispiel der anderen Parteien der sozialistischen Internationale werden indes hoffentlich mit diesen Resten der Vergangenheit auf- räumen und Frankreich eine sozialistische Frauenbewegung geben, die es an Größe, Kraft und an Einfluß in und außerhalb der Partei mit dem Ausland ausnehmen kann. Paris, im März 1914.. � � � Wie uns aus Paris mitgeteilt wird, wird die Truppe der sozialistischen Frauen des Seine-Departements, welche der fran- zösischen Sozialdemokratie angeschlossen ist, zum erstenmal am Frauentag teilnehmen. Auf Beschluß der Gruppe der sozialistischen Frauen findet am Montag, den 9. März, in Paris ein großes internationales Meeting statt, in welchem das volle Bürgerrecht für die Frauen gefordert werden wird. Die gewerkschaftliche Organisation unter den slebeiterinnen. Als in den 60er Jahren die Arbeiter begannen, sich in moderne Gewerkschaften zusammenzuschließen, dachte anfänglich niemand daran, daß es notwendig sei, auch in den Reihen der Arbeiterinnen für die Organisation zu wirken. Es war dies auch verständlich, weil zu damaliger Zeit Arbeiterinnen nicht einen so großen Prozent- satz der insgesamt beschäftigten Personen ausmachten und zumeist in solchen Berufen anzutreffen waren, die zum großen Teil un- gelernte Arbeiter beschäftigten. Zuerst aber organisierten sich die gelernten Arbeiter. Die industrielle Frauenarbeit war für die große Masse der Bevölkerung noch etwas Neues und war damals außerdem in den meisten Fällen eine nur vorübergehende Be« schäftigung, die mit der Heirat ihr Ende erreichte. Dieser Zustand änderte sich zwar mit der fortschreitende In« dustrialisierung der verschiedenen Erwerbszweige. Die Frauen- arbeit wurde zu einem wichtigen Faktor für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und damit war die Notwendigkeit vorhanden, auch die Arbeiterinnen für die Organisationen» also für den Wirt- schaftlichen Kampf zu gewinnen. Nach einer von privater Seite aufgenommenien Statistik gab es 1877 bereits 1259 organisierte Arbeiterinnen in der.Gewerk» schaft der Manufaktur- und Handarbeiter beiderlei Geschlechts". Ob auch andere Verbände weibliche Mitglieder hatten, läßt sich nicht feststellen. Dann folgte die Zeit des Sozialistengesetzes, eine Zeit, in der die Arbeiterklasse nicht viel Gelegenheit hatte, auch unter den Arbeiterinnen Aufklärung zu verbreiten und sie für die Gewerk- schaften zu gewinnen. Das Sozialistengesetz mit seinen Folgen ver« hinderte auch, daß die Arbeiterklasse sich der Gefahr der unorgani- sierten Frauenarbeit bewußt wurde. Daher kam es, daß noch ver- schicdene Jahre nach Aufhebnnz dieses Schandgesetzes eine Reihe von Berufsorganisationen sich um die Arbeiterinnen nicht sonder- lich bmühten. Immerhin hatte ein Teil der aufgeklärten Arbeiter- schaft bereits erkannt, welch wichtige Rolle die Arbeiterinnen im Wirtschaftsleben spielen, und nicht zuletzt hat diese Erkenntnis dazu beigetragen, dem Streit um die Organisationsform, ob Lokal- organisation mit politischer Betätigung oder politikch-neutrale Jen- tralverbände zugunsten der letzteren zu entscheiden, der anfangs der neunziger Jahre die Entwickelung der Gewerkschaften hemmte. In der Statistik über den Stand der gewerkschaftlichen Organ!- sationen vom Jahre 1892 wurde zum ersten Male über die Zahl der organisierten Arbeiterinnen berichtet. Damals waren 4356 weibliche Mitglieder in 16 Verbänden, im Verhältnis zur Zahl der Gesamtmitglieder 1,8 Proz. organisierte Arbeiterinnen vorhanden. 1895 betrug die Zahl der weiblichen Mitglieder noch immer erst 6697, dann aber stieg sie in einem Jahre auf 15 644, und von da ab mit dreimaligen Unterbrechungen in den Jahren 1897, 1898 und 1909 bis auf 216 462 im Jahre 1912. Im Vergleich zur Gesamt- ziffer der in den freien Gewerkschaften organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen waren nach der letzten Veröffentlichung 8,6 Proz. organisierte Arbeiterinnen vorhanden. Mit den in den Verbänden der Hausangestellten und Landarbeiter vereinigte! Arbeiterinnen betrug die absolute Ziffer sogar 222 509. Berücksichtigt man die Schwierigkeiten, die der Gewinnung von Arbeiterinnen heute noch begegnen, so muß unbedingt von einem großen Erfolge der Werbetätigkeit unter den Arbeiterinnon ge- sprachen werden. Die jungen Arbeiterinnen leben fast allgemein in größerer Abhängigkeit in der Familie als die jungen Männer und sind auch in ihren Ausgaben größerer Kontrolle durch das Elternhaus, vor allen Tingen der Mutter, ausgesetzt. Noch heute aber ist bei diesen die Ansicht nicht ganz ausgerottet, daß ein Mäd- chen oder eine Frau nicht in die Versammlung und auch nicht in die Organisation gehört. Trotz der Erfahrung, die jede Arbeiterin und Arbeiterfrau machen kann, ist ein Teil von ihnen noch heute der Ansicht, daß Erwerbsarbeit in Fabrik oder Werkstätte nur vorübergehende Beschäftigung ist. Stehen auch der Organisierung der Arbeiterinnen also weit mehr und größere Hiirdernissc im Wege als der der Arbeiter, erfolgreich ist die Arbeit dennoch. Das beweist schon die Zunahme der Zahl organisierter Arbeiterinnen in verhältnismäßig kurzer Zeit. Die Entwickelung bricht sich auch hier Bahn, sobald die Ver- Hältnisse dies bedingen. Mehr als jemals ist aber heute die Zu- sammcnfassung aller arbeitenden Kräfte notwendig. Das ver- einigte Unternehmertum ist mit aller Macht bemüht, die Erfolge der Arbeiterorganisationen und diese selbst zu vernichten und die Regierung unterstützt diese Bestrebungen, weil auch ihr der Auf- stieg der Arbeiterklasse gefährlich dünkt. Deshalb können die Gewerkschaften heute, wo die Arbeiterinnen einen so erheblichen Prozentsatz aller Arbeitskräfte ausmachen, auf ihre Hilfe nicht verzichten, wolle» sie sich den Bestrebungen der Gegner gegenüber behaupten und für die Arbeiter und Arbeiterinnen bessere wirtschaftliche Verhältnisse schaffen. Sie bemühen sich deshalb, die Arbeiterinnen für sich zu gewinnen und es gelingt ihnen trotz aller Schwierigkeiten, die ihnen bei dieser Arbeit bereitet werden. Ihre Werbearbeit würde aber erheblich erleichtert werden, wenn die weiblichen Angehörigen der Arbeiteklasse den Vorgängen des öffentlichen Lebens mehr Interesse abgewinnen könnten. Wir wollen hoffen, daß der diesjährige Frauentag wieder einer Reihe von Arbeiterfrauen und-töchtern die Augen öffnet und ihnen den Weg zeigt, den die Angehörigen der Arbeiterklasse gehen müssen. Vielen Tausenden von Arbeiterinnen ist dieser Weg noch nicht bekannt. Je eher es aber gelingt, auch sie zu überzeugen, daß nur in der Vereinigung aller Arbeitskräfte die Macht der gewerk- schaftlichen Organisation liegt, desto eher wird es dieser gelingen. ibre Aufgabe zu erfüllen und der Arbeiterklasse bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu schaffen und ihnen dadurch den Kampf ums Dasein zu erleichtern, Hochbahnstation Kottbuser Tor. R. M. Maassen Morgen Spezial- Angebote unseres G.m.b.H. Stammhauses Am Oranienplatz Kostüme aus marineblauen und PhantasieStoffen, gute Verarbeitung und Ia Zutaten am 7. März nachmittags 5 Uhr eröffnen wir unsere ganz bedeutend erweiterten Räume Chausseestrasse 113 beim Stettiner Bahnhof C& A BRENNINKMEYER CMBH Kostüm aus la 34Cheviot 1550 1800 2250 2650 29 50 2950 36°° 00 44°° 00 00 54°° 75°° bis Kostüm- Röcke aus marineblau und Phantasie- Stoffen 575 750 975 1200 Blusen Kostüm aus Ia Kammgarn- Chev. 46. Eine enorme Auswahl in neuesten Stoffen und Farben vom einfachsten bis zum elegantesten Genre. 4.5⁰ 50 625 775 950 1075 12.50 Einsegnungs- und Prüfungs- Kleider 1450 1850 25°° 3600 Verlangen Sie kostenlos unser neues Modenblatt. Sonntags von 12-2 Uhr geöffnet. Sonnabends geöffnet bis 9 Uhr. Plasmon Kakao enthält das seit über 15 Jahren außerordentlich bewährte, billigste und beste Eiweißnährpräparat für Körper u. Nerven Plasmon Plasmon- Kakao( ca. 50% Eiweißgehalt) ng t ist reich an Eisen, natürlichen Phosphorverbindungen und anderen wertvollen Nährsalzen, daher unentbehrlich für Schwächliche, Bleichsüchtige, Nervöse, ebenso für die heranwachsende Jugend als Frühstücksgetränk. Plasmon Gesellschaft mbH Pfund M. 3.00, % Pfund M. 1.65,% Pfund M. 0.90, Plasmon- Biskuit,-Zwieback, -Schokolade,-Haferkakao, Eisen- Plasmon. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Musterkollektion d. Plasmon- Präparate gegen Einsendung von M. 1.50 überallhin franko. Ausführl, Broschüre versend. gratis Neubran denburg i.Meck. Verkäufe. Teppich Thomas, Dranienstr. 44 farbfehlerhafte Teppiche( pottbillig; Gardinen, Steppbeden, Tischdecken halben Preis. Vorwärtslejern 5 Prozent Extrarabatt. 7855* Gastronea, breiflammig, fomplett 7,50, Baszuglampen 6,00, änge lichtpendel 4,00, Gaslyren 2,40, Basmandarme 1,50. Stronenlager, Große Frankfurterstraße 92, Reinidendorfer ftraße 120, Schönhauser Allee 121, Neukölln, Berlinerstraße 102. 11088 Garbinen! Steppbeden! Bortieren! Tischbeden! außergewöhnlich billig! Borwärtslejer 5 Prozent Rabatt Brunnen 12008 neuer Maß Möbelhandlung Mariannen-| 21798* Möbelausverkauf wegen Haus. umbau!! Wohnzimmer 150,00, 180,00, Schlafzimmer 210,00, 250,00, 280,00, Kein 21648* Batentanwalt Beffel, Gitiminer Waschanstalt Nischan, Köpenid, Zahngebiffe, Goldfachen, Silber Alter Markt 9. Mache die Haus fachen, Blatinabfälle, sämtliche Metalle frauen und Genossen auf meine höchftzahlend. Schmelzerei Christionat, Märzbleiche aufmerksam, fonfurvenz Stopenideritraße 20 a( gegenüber los billig. Abholung sofort. 11576 Manteuffelftrage). 1/ 1* Märzbleiche! Behrigt, Köpenid, Platinabfälle, Gramm 5,60, Alt. Bestalozzistraße 18, liefert tabelloje gold, Silber, Sabngebisse, Stanniol, Wäsche, im Freien getrodnet, zu Abholung Sonn Glühstrumpfasche, Dued fiber tauft billigen Preisen. abends, Montags. höchstzablend Blumel, Schmelzerei, uguititrage 19 III. Goldschmelze tauft höchftzahlend Bahngebisse, alle Metalle. Witwe Nieper, nur Köpeniderstraße 157. 11565 Vermietungen. Blatinabfälle, alte Goldfachen, Lethhaus Morisplat 58a! Bildschöne vollständige Wohnungstauten Sie spottbillig von Kavalieren einrichtung, noch neu, fabelhaft billig straße 25, billige Breife. Teilzahlung Bruchgold, Silber, Gebijje, alte Ulbren, ftrane 94a. wenig getragene sowie im Berias ges bei Glas, Rojenthalerstraße 37, vorn gestattet. Borwärts" leser 3 Brogent Rebrgold, Goldwatten, Duecksilber, Märgbleiche! Heinrich Stobelt, Sto 890st Stanniol fowie jämtliche Gold, penid, Glieniderstraße 38, wäscht chlor we ente Jadett, Rodanzüge, Ulster, III( gewerblich). Händler verbeten. Stabatt. 32/ 6* Baletots. Serie I: 10-18, Serie II: Besichtigung auch abends. 20-30 Mart, größtenteils auf Seide. Wer Oftern heiratet! besichtige Silber, platinbaltigen Rüdstände frei Bettwäsche, vier Handtücher, vier Gelegenbeitstäufe in 478 Mart eine 2-3immer- Cin- fchon jetzt meine sehenswerte Möbel tauft Broh, Edelmetallschmelze, Berlin, Taschentücher 0,10. Stein Bertauschen. richtung und Stüche, trop bequemiter ausstellung". Nur reell gearbeitete Röveniderirage 29. Selephon Morib Abholung, Lieferung Montags. 11555 seleiber, Kostüme, Plüschmäntel, auf ftellen, 2 Patentböden, 2 Auflagen zimmer, in allen Holz- und Stil garderobe, enorm billig. Hiesenposten Bablweise. 2 englische Metallbett Speisezimmer, Herrenzimmer, Schlaf- plat 3476. Seide, früher bis 150, jest 20-85 Mart und Stiffen, 1 echt Nußbaum- Kleider- arten! Riesenauswahl farbiger und Broße Posten Belastolas in Stunts, ichrant mit Sonikerei, 1 Spiegel Infierter Küchen, Leber und Bolster Marder, Nerz, Füchsen, früher bis Bertito, echt Nußbaum mit Schnipe- möbel, Standuhren! Alles zu den 200, jett 20-75 Mart. Große Aus- rei, 1 Trumeau mit Stufe, modern, bar niedrigsten Preisen bei telt wahl in Herren- Gebpelzen, Gelegen 1isch, 110X68, pier moderne Stühle, gehendster Garantie Möbelhaus" beit in Damen-, Reises, Wagenpelzen. 1 fomplette, moderne Stüche, fieben. Hirschowik, nut Stalizer Gytra- Angebot in Lombard gewesener tellig, Emaillelad, unter langjähriger ftraße 25. Teppiche, Gardinen, Bortieren, Garantie für beste Arbeit, zusammen Betten. Wäsche, Ubren, Brillanten, 478 Mart. Besichtigung berpflichtet Goldmaren enorm billig nur Moris nicht zum Kauf. Möbelhallen Höhne 1948* play 58a I. ut. Co., Moabit, Turmstraße 69. bunte Küchen 58,00, 65,00, 75,00, egtra! Gardinenhaus Brünn, Hade Monatsgarderobe, Jakett- An Geldheirat nicht mehr nötig. Ich englische Bettstellen, Auszugiofas sher Martt 4( Bahnhof Börje). auge, Sommerpaletots, Gehrod liefere zu Stassenpreisen bei geringfter 45,00, 60,00, 70,00, Chaifelongue 18,00, Sonntags geöffnet. anzüge( auch leibweise) fauft man Anzahlung und fleinsten Raten nach 20,00, 24,00, Muschelspinden 27,00, Fahrradankauf, Linienstraße 27. Wohnungen. Bettenstand 9,-. ( pottbillig im Spezialgeschäft Prinzen- Borschlag der Käufer fomplette Bob 33,00. Getauftes fann bis 1. April ftrage 70, im Keller. traße 64, Ede Annenstraße. 22388* nungseinrichtungen sowie Ginzelmöbel lagern. Schwindelangebot. Kupfer, Messing, Zint, ginn, Blef, Soldinerstraße 41, zwei große 2268K Stanniolpapier, Goldfachen, Silber Stuben und Küche, Borderhaus, 31 Borjährige eleganteherrenanzüge Nähmaschinen, gebrauchte, in unter langjähriger Garantie. Stube Dresdenerstraße 107-108. und Baletots aus jeinsten Magitofien allen Systemen billigst, schon von und Küche 180,- an, zwei Stuben Moderne Einrichtung, auch einzeln, jachen, Blatin, Duecksilber, Bahn- Mark, zu vermieten. 232/36 25-60 Mart, hojen 6-18 Mart. 10 Mart an. Bellmann, Gollnow und Stüche 230,- an. Gebrauchte billigit. Tapezierer Walter, Stargarders gebisse. Metallschmelze Cohn, BrunnenAdmiralstraße 20. Große Stube, Beriandhaus Germania, Unter den straße 26. 2985 und zurückgesepte Möbel, fast neu, ftraße 18. 2272K ftraße 25. Rüche, 28.00, tleinere 21.00, Roch Linden 21. Bet Krankheit, besonders billig. Papageien, Kommandosprecher, Möbelkredit. Komplette Ein Zahngebiffe, Babn bis 1,60( b- stube 16,00. 1153b. Teppiche!( fehlerhafte) in allen Harzer Stanartenvögel. Anhören gern Arbeitslosigkeit, Aussperrung, Streit richtungen von 15,-, einzelne Möbel- bolung), Blatinabfälle 5,70, Altgold, Größen, faft für die Sälfte des gestattet. Restaurant, Kommandanten felbstverständliche Rückſicht. Lieferung ftüde von 3,- Anzahlung an. Be- Silberiachen, Hebrgold, Goldwatten, 11496* und Aufstellung frei Wohnung, Nicht Abzahlung. Wertes. Teppichlager Brimm, Hade- ftraße 52. quemite Streditbaus edelmetallhaltige Rückstände, Dued. gefallendes Umtausch gestattet. Julius scher Markt 4, Bahnhof Börse.( Leser Rtappwagen, Kinderwagen, nagel Luisenstadt, Stopeniderstraße 77/78, filber, Stanniolbabier, 8inn 3,20, Gabbert, Tischlermeiitet, Aders des„ Borwärts" erhalten 5 Prozent neu, billiger als Ladengeschäfte. Rabatt.) Sonntags geöffnet! Jannowizbrüde. Pflügerstraße 1( Rottbuserdamm). 2260S zablend. Edelmetall- Einkaufsbureau Möbel Nolte, Bionstirchfit. 38/39, Weberstraße 31. Telephon. 2265* Schleuderverkauf! Bfandleih- Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre, 52 Jahre bestehend, liefert tomplette haus Hermannplab 6. Ansamm nur Drantenstraße 158, Stefenteppich lungen verschiebener Warenbestände lager 4,85, 6, 10 bis 1500 Mart, Möbel auf Teilzahlung gegen Bins Wohnungseinrichtung sowie einzelne werden spottbillig, vielfach halb fehlerhafte Teppiche spottbillig. Stata umsonst bertauft. Niejenauswahl log gratis. bergütung. Berliehen gewesene Möbel Jadettanzüge, Gehrodanzüge, Herrenbesonders billig. Kein Abzahlungsgeschäft. 11515* paletots, Herrenhosen, Damengarderoben, Belzsachen, Goldsachen, ührenRestauration, Borgarten, am verkauf, Teppichverlauf, Baschebertauf, Gardinenverkauf, Bettenverlauf, Ber- Kirchhof, Berkehrsstraße, 25 hell, vtel mietungsbett, Brautbetten, Aussteuer- Kaffee, anschließende Wohnung. Preis fachen, Steppdecken, Tischdecken, Band 2900. Postlagerfarte 26" Bostamt 20. bilder. Passende Festgeschenke. Jeder Bigarrengeschäft, guter Neben manns allerbilligste staufgelegenheit, eriverb, ist wegen anderweitiger Be nur Hermannplaz 6. * 2255 S Geschäftsverkäufe. +69 * teiligung jofort sehr billig zu ber Teppiche( Farbenfehler) spott- laufen Schönfließerstraße 1. Billig. Falager Mauerhoff, Große Bor Frankfurterstraße 9, parterre. wärts" Rejer zehn Prozent Extrarabatt! * T 11375* ftrage 54. Stein Warenkreditgeschäft. Ede Brüdenstraße, am Bahnhof Kupfer 1,20, Messing, Blei, höchstNußbaummöbel. Ein Zimmer mit bildschönen Küchenmöbeln, Teppich, einige Wandbilder, zusammen 185.Neue Schönhauserstraße 11, Rabau, gewerblich. Händler verbeten. lich billig. Unterricht. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Klavierstimmer. Faft erblindeter Genoffe empfiehlt fich als Stlavier. stimmer. Hasselbach, Neukölln, Niemet straße 10. Stellenangebote. 11505* Vermietet gewesene Möbel aller Art. Plüschgarnituren spottbillig. Unterricht in der englischen Ratenzahlung. Möbel- VermietungsMöbel( distret) und Möbel Sprache. Für Anfänger und Fort Centrale, Lüßowstraße 95. 30/ 16* tausch. Anfrage Lohnt. Ich liejere geimrittene, einzeln oder im Biriel, Lehrling für die Steindruderet Nußbaum- Wirtschaften unglaub. folide, gut gearbeitete Einrichtung bei wird englischer Unterricht erteilt. berlangt Hugo Sensch, Köpenider Moderne Schränke mit leinster Anzahlung und bequemiten Auch werden Ueberlegungen ftraße 113. an G. Swienth Liebknecht Lehrmädchen für unsere Fan Bußenscheiben 55 Mart. Bettstellen Ratenzahlungen. Meltere, unmoderne gefertigt. mit Matragen 35 Mart. Bildschöne Möbel werden in Zahlung genommen Charlottenburg. Stuttgarterplas 9 taste- und Straußfedernfabrit, gegen Stüchen 60 Mart. Enorm große und bar verrechnet. Postlagerkarte 3, Gartenhaus III. 448 Auswahl in vier Etagen. Hans Postamt 22. Lennert, Spezialhaus für Gelegen heitstänje, Lothringerstraße Nr. 55, 2236* Rosenthaler Platz. 21888* Verschiedenes. Batentanwalt Müller, Gitsiner Kaufgesuche. Fahrradankauf Weberstraße 42.* ftrage 16. 232/4 Einen Möbel. Möbel ohne Geld! Bei einer Plüschsofa! Hochelegant 35, 1236 Anzablung geben Wirtschaften und Umbausofa, Sleiderspind, Wäschespind, Legehühner billig. Seig, Elbinger einzelne Stude aui Stredit unter Trumeau, Englischbetten, Bilder, ftraße 27, Seitenflügel. 31/15 augeriter Preisnotterung, auch Waren aller Art. Der ganze Diten tauft bei hübsche Kücheneinrichtung spottbillig, Ohne Anzahlung, 50 Pfennig uns. Kretschmann u. Co., Stoppen- elegenheitskäufe. Hoffmann, Elsasser Wochenrate an, liefere Bilder, Wand- ftrage 4.( Schleicher Bahnbof.) straße 31, I. uhren, Teppiche, Gardinen, Portieren, Brautleuten! Tischdecken, Steppdecken. Strengfte Parteisekretär fucht der Möbelsuchenden Vorbildliche Arbeiter- WohnungsDistration zugefichert. Pluf Buite 58, engliſche Bellſtellen, echt nuß geſchmadvoll, gediegen, zwedmaste. Sozialdemokratische Verein Stuttgart. Wunsch offeriere moderne Schränke, Bertito Einrichtungen in neuzeitlichem Geist, Auswahlſendung. Beſtellungen erbitte * baum fourniert, mit Matrage 58,-, Staufen Sie nicht im Abzahlungs Bostlagerkarte 9", Postamt 102. Trumeau 39, fomplette Stüchen geschäft, sondern direkt in der Fabrit Der Eintritt soll am 1. Juli 1914 nach den Anstellungsbedingungen Kinderwagen! Teilzahlung 0,50 155,-, Ausziehtische 18,-, Umbau- gegen bar. Die Vorteile sind ganz des Vereins Arbeiterpreffe erfolgen. wöchentlich an. Riefenauswahl. Sofas mit moderner Moquette 68, Spottbillig! Richardi, Warschauer Eigene Werkstatt. Große Frankfurter ausstellung. Borwärtslefern 50 Broz. 224 28* straße 8/9. Möbel- Schmidt, Bernauerstraße 80. Straße 80. Berantwortlicher Rebatteur: Mifrey Mielepp, Neukölln. Für den enorm. Besichtigen Sie meine Riefen- Offerten find bis zum 20. März 1914 283/8 an den hohe monatliche Vergütung, berlangen Gebrüder Nelson, Leipzigers 11425* strage 71/72. Zeitungsfrau Bor verlangt tparts spedition Wilmersdorf, WilSe helmsaue 27. Lehrmädchen zur Erlernung der 504 Busfederfabrikation gesucht. fortige Bergütung 24 Mart monat lich. Adolf Rosen, Wallstraße 16. Lehrmädchen fils verschiedene Branchen im Alter von 14 bis 16 Jahren aus achtbarer Familie gegen Begleitung monatliche gesucht. Meldungen in der Eltern oder des Vormundes 10-2 Uhr vormittags oder 6-8 Uhr nachmittags in unserer Personal Berwaltung IV. Etage. A. Jandorf Kreisvorsitzenden Karl Oster in Stuttgart, Ritterstr. 3 einzusenden. u. Co., Belle Alliancestraße 1-2 Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlag: Borwärts Buchbruckerei u. Berlagsanftalt Baul Singer& Co., Berlin SW. 401