Nr. 70. Abonnements- Bedingungen: . Ebonnements Preis pranumerande Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1,10 RL, möchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss nummer mit illustrierter Sonntag Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungaruhi 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Pig.( zuläffig 2 fettgedrudte 28orte), jedes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1983. Kultur und Klaffenkampf. Wenn der blöde Philister vom Klassenkampf hört, so sträuben sich ihm die Haare und eine Gänsehaut jagt über seine Kehrseite. Er sieht im Geiste wüste Mordgesellen und entmenschte Weiber, die im wilden Handgemenge aneinandergeraten und ihre vereinte Roheit gegen ihn, gegen Religion, Ordnung und Sitte, gegen Kunst und Wissenschaft und schließ lich auch gegen das Palladium des sittlichen Staates, gegen das Eigentum, kehren. Donnerstag, den 12. März 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. reichen unsere Mittel nicht, und wir haben als kämpfende ständnisse zu besänftigen, oder sich zurückzuziehen. Diesmal hatte Arbeiter auch kein Interesse daran; dem bürgerlichen Staate er nun einmal die lärmende sozialistische Opposition, dann die liegt diese Pflicht ob. ganz unvermutet wegen des Gesetzes über die Ziviltrauung aufAls ein Produkt des Klassenkampfes ist unsere Arbeiter- jässig gewordenen Klerikalen. Hätte Giolitti dieser Situation ihren parlamentarischen Lauf gelassen, so hätte er dabei alt und bildung entstanden, der Klassenkampf bestimmt auch ihr Ziel grau werden können, wenn er es nicht ohnehin schon wäre. Seine und ihre Grenzen. Alles, was dem Klassenkampfe nügt, ist grau werden können, wenn er es nicht ohnehin schon wäre. Seine parlamentarische Mehrheit hätte er nicht einwert, von der Arbeiterbildung erfaßt zu werden; was im gebüßt, selbst dann nicht, wenn die ganze radikale Fraktion laffenkampfe gleichgültig ist oder ihn gar schädigt, lehnen zur Opposition übergegangen wäre, was durchaus nicht ihre Absicht war. So hat Giolitti seine beiden radikalen Kollegen im wir als Gegenstand unserer Arbeiterbildung ab. Das bedeutet eine Beschränkung. Aber aus dieser Be- Kabinett bitten müssen, ihm doch freundlichst ein Bein zu stellen. schränkung erwächst doch zugleich eine große Kraft im Hinblick Natürlich handelt es sich bei ihm nicht darum, lediglich eine GeDu schaust den Geist, den du begreifft, nicht mich! So auf das erstrebte Ziel, und feineswegs bedeutet diese Be- legenheit zum Rücktritt zu finden. Er will mit Glanz abtreten darf der Geist des proletarischen Klassenkampfes auf die schränkung eine engherzige, Kleingeistige und furzsichtige Ab- und seinen Nachfolger auf möglichst viel Dornen betten. Der heutige Abgang ist denn auch glanzvoll. In offiziöser schreckhaften Phantasievorstellungen des geängsteten Pfahl- schließung des Menschen gegen seine Umwelt und gegen die Sprache bedeutet er, daß Giolitti, von den Radikalen verlassen, bürgers antworten. tausendfachen Anregungen des gesellschaftlichen Lebens und lieber von der Regierung zurüdtritt, als ein Ministerium ohne Der Klassenkampf ist nicht ein zügellojes Dreinschlagen der Kultur. radikale Elemente zu bilden. Er geht eben weg, weil er zu demoroher Söldnerheere, er bedeutet nicht eine wilde Entfesselung Wenn der Klassenkampf die große Konzentration aller tratisch ist! Wenn man das, so lange er da war, nicht intensiv bestialischer Instinkte im Menschen, sondern er ist die vorwärtsdrängenden Kräfte der Gesellschaft auf das eine spürte, so soll man es wenigstens bei seinem Weggang merken. Was die Dornen des Nachfolgers betrifft, so können sie sich 3usammenfassung der stärksten und wert. große Ziel der zukünftigen sozialistischen Gesellschaft ist, so ist vollsten Kräfte unserer Zeit zur Er er zugleich auch der sicherste und zuverlässigste Hüter aller sehen lassen. Mit der heutigen Kammer ist auf alle Fälle sehr kämpfung der höheren und humaneren wertvollen Güter der Kultur. Die Bilderstürmer früherer schwer zu regieren. Da Giolitti geht, weil er zu demokratisch ist, so muß man, wie die Auguren des Parlamentarismus sofort Kultur einer kommenden Zeit. Im prole- Beiten waren keine Sozialdemokraten, und die frebelhafte, herausbekommen haben, den Nachfolger unter den Konservativen tarischen Klassenkampf der Gegenwart vollzieht sich wieder rohe Zerstörung eines wertvollen Gemäldes, wie sie unsere Tage fuchen: Salandra, Sonnino oder sonst eine. Mumie der Rechten. einmal das uralte, gewaltige Ringen der Menschheit um eine erst wieder gesehen haben, ist nicht von einer proletarischen Wie soll nun dieser Unglückliche mit einer Kammer regieren, in höhere Stufe der menschlichen Gesittung. Aber noch niemals Rämpferin, sondern von einer bürgerlichen Frauenrechtlerin der 52 Sozialisten sind, 23 Reformisten, 19 Republikaner, 70 zuvor ist dieses Ringen mit solcher qualitativen und quanti- berübt worden. Obwohl die Massen der organisierten Arbeiter Bürgerlich- Radikale und 30 tonstitutionelle Demokraten, also instativen Stärke geführt worden wie heute im Befreiungs- von den Machthabern der heutigen Gesellschaft rücksichtslos gesamt nahezu 200 Abgeordnete, die einem Ministerium der Rechten kampfe des Proletariats. Niemals zuvor haben solche ununbedingt den Krieg erklären würden? Es liegt auf der Hand, übersehbaren Millionenheere im Felde gestanden, nie zuvor daß ein solches Kabinett nicht einmal für die 100 Tage die Balance haben die Vorkämpfer der neuen Zeit die große, geschichtliche halten könnte, die die mittlere Lebensdauer der Ministerien Bedeutung ihres Kampfes so klar erkannt und so bewußt geSonnino darstellen. So besteht bei allem Heißhunger nach Portefeuilles doch ein gewisses Bedenken, die Giolittische Erbschaft anfördert wie die klassenbewußten Arbeiter von heute. autreten. Deshalb wird die Kriſe vermutlich recht langwierig sein. wechsel freuen, wenn es nur wirklich ein Szenenwechsel wird. Ein fonservatives Ministerium kann zu einer gefunden Abgrenzung der Parteien Anlaß geben und wird unserer Partei als Gegner willkommen sein. Wenn aber das neue Ministerium nur eine Art Aber weil die Arbeiter ihren Kampf als die Erfüllung einer weltgeschichtlichen Aufgabe voller Ueberzeugung führen, so wirkt er zugleich auf sie selber, auf jeden einzelnen von ihnen erhebend und veredelnd zurüd. Sie fühlen die Verantwortung, die sie vor den kommenden Geschlechtern tragen, und diese Verantwortung, diese freiwillige Erfüllung einer ernsten Kulturpflicht weckt in ihnen die stärksten seelischen Antriebe, belebt in ihnen die intellektuellen Sträfte und schärft ihnen den Blick und das Gewissen für die höchsten und reinsten Ideale der Menschheit. Was wäre die Arbeiterklasse seelisch und geistig ohne den Klassenkampf! Eine amorphe, eine tote, schwerfällige Masse, ein Haufe verächtlicher und demütiger Sklaven. ausgesperrt werden vom Genuß der Schönheit, obwohl man feinen Finger rührt, um sie zum Verständnis von Wissenschaft und Kunst zu erziehen, rührt doch der kulturell rückständigste Arbeiter seinerseits nicht einen Finger, um Güter der Kultur zu schänden. Der Klassenkampf, die Erziehung der Arbeiter durch den Klassenkampf zur Mitarbeit am Aufstieg der Menschheit, selbst wenn dieser Aufstieg dem Kämpfer von heute persönlich nicht mehr zugute kommt, sondern erst seinen Kindern und Kindeskindern, sie haben die Arbeiter zur Achtung vor der Kultur erzogen. www Aber auch zugleich zum Kampf um die Sultur! Nicht einige wenige sollen die anmaßenden Nußnießer der Kultur bleiben, sondern Wissen und Kunst, Schönheit und Lebensfreude sollen Gemeingut der Menschheit werden. Die sozialistische Partei kann sich über den heutigen SzenenKabinett Giolitti aus zweiter Hand darstellen soll, das nur von Giolittis Gnaden lebt, und dem dieser seine Mehrheit borgt, dann muß unsere Parlamentsfraktion auf seinen Rücktritt dringen, wie fie auf den des bisherigen Ministerpräsidenten gedrungen hat. Noch schlimmer als Giolitti ist der Giolittismus. Die heutige Krise läßt sich nun so an, als ob wir zwar den einen los würden, aber den andere behielten. Gemeindeschöffe und Sozialdemokrat. Die italienische Ministerkrise. biefer bei der Landtagswahl ſozialdemokratisch gewählt hatte Proletariats schlägt, wenn die Expropriateure expropiiert Wenn deshalb dereinst die große Stunde des kämpfenden Der Klassenkampf hat die Arbeiter zum Selbstbewußtsein, werden, wenn die Arbeiterklasse die politische Macht mit soweit der einzelne in Betracht kommt, zum Klassenbewußt- starker Hand, ergreift, so braucht die Menschheit um ihre sein, soweit es sich um sie als Gesamtheit handelt, empor- Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht, höchsten Güter nicht zu zagen, denn: gehobert. Nicht bürgerliches Wohlwollen, nicht väterliche Für Vor dem freien Menschen erzittert nicht! forge des kapitalistischen Staates hat dem Arbeiter die Augen Vor dem freien Menschen erzittert nicht! geöffnet für die befreiende Bedeutung des Wissens, für die beredelnde Wirkung der Schönheit und Kunst, für die erhebenden Reize der Natur. Ginge es nach der herrschenden Klasse und ihrer staatlichen Organisation, so tappten die Arbeiter blind und gefühllos an dem goldenen Ueberfluß der Welt vorbei. Der geschmähte Klassenkampf, die unermüdliche Organisations- und Agitationsarbeit des Proletariats, Partei und Gewerkschaften, sie sind es, die den Arbeiter aus dem entmutigenden, hoffnungslosen Zustande der Unterwerfung unter ,, ewige" und unerforschliche" Mächte herausgehoben und auf das feste Fundament des Hoffnungsvollen Kampfes gegen vergängliche und in ihrem Eigennuß und Klasseninteresse sehr wohl zu entlarvende gesellschaftliche Kräfte gestellt hat. Aufklärung und Bildung, das sind die Mittel, durch die die moderne Arbeiterbewegung von Anbeginn an auf die die moderne Arbeiterbewegung von Anbeginn an auf die Arbeiter eingewirkt hat, um sie zur Erkenntnis ihrer Klassenlage und ihrer gesellschaftlichen Stellung zu bringen. Nicht eine seichte Aufklärung über tausend gleichgültige Dinge, nicht eine oberflächliche Bildung zum Nuz und Frommen des einzelnen an und für sich, sondern Aufklärung und Bildung, die Licht in das Dunkel der sozialen Berhält nisse bringen, die den einzelnen seine Aufgabe als Mitglied des Ganzen, als Angehörgier seiner Klasse erkennen und erfüllen lebrou. Rom, den 9. März.( Eig. Ber.) Abermals hat das Oberverwaltungsgericht gegen den flaren Wortlaut der von seinen Mitgliedern beschworenen Verfassung, nach dem alle Preußen vor dem Gesetz gleich sind, die Amtsentsegung eines Gemeindeschöffen bestätigt, weil und sich als Wahlmann hatte aufstellen lassen. Durch dies Urteil ist dem Grundsatz der preußischen Verfassung von der des parlamentarischen und politischen Lebens in Italien. Giolitti Reichsrecht schwer verletzt, das eine unterschiedliche BehandDie heutige Ministerkrije kennzeichnet den kläglichen Tiefstand Gleichberechtigung aller Preußen ins Gesicht geschlagen, das tritt zurück, ohne daß ein Kammervotum seine parlamentarische lung der Sozialdemokraten durch Aufhebung des SozialistenAutorität erschüttert hätte, ja, wenige Tage nach einem Votum, gefeges verboten hat, und endlich den Beamten die beleidi das ihm mehr als 240 Stimmen Mehrheit gab. Der offizielle An- gende, sie als Menschen herabjezende Zumutung gemacht, laß der Krise ist der Rücktritt der Radikalen aus dem Ministerium, ihre staatsbürgerlichen Rechte nicht nach ihrer Ueberzeugung ihr Uebergang zur Opposition; was aber ist der Grund dieses und nicht zum Wohl der Allgemeinheit, sondern nach dem Uebergangs? Der Avanti" sagt geradezu, daß Giolitti selbst die Wunsch der jeweiligen Regierung auszuüben. Diese seit dem Radikalen aufgefordert hat, doch endlich zur Opposition über- 4. Juni 1907 in dem Urteil gegen den Schöffen Grul vom zugehen. Oberverwaltungsgericht, wie unsere Leser wissen, wiederholt betätigte Verlegung der Grundrechte der Bürger steht auch in schroffstem Widerspruch zu dem vom Oberverwaltungsgericht noch im Jahre 1891 in der Stlage des Genossen Stüven gegen den Oberpräsidenten von Schleswig dargelegten Rechtszustand. Die Radikalen haben in ihrer Tagesordnung, die in der Fraktionssizung mit 15 gegen 14 Stimmen durchging, erklärt, daß sich mit der Diskussion über die libyschen Ausgaben eine politische Beriode schließt, in der das Experiment der Teilnahme der Radikalen an der Regierung zum Vorteil der demokratischen Ideale Ueber die Verhandlung wird uns folgendes berichtet: ausgeschlagen ist; daß aber nunmehr eine schärfere Scheidung der Gegen den Genossen August Liebig als GemeindeParteien nötig sei, weshalb die Fraktion nicht weiter dem Miöffen von Bierstedt( treis Wiesbaden) war das ordentnisterium ihre Unterstüßung geben kann. Man bedenke, daß die liche Disziplinarberfahren auf Amtsentsetzung eingeleitet worden, radikale Fraktion 70 Mitglieder zählt, daß also der vorliegende weil er sich im vorigen Jahre bei der Landtagswahl von der Beschluß nur von einer kleinen Minderheit gefaßt wurde. Man fozialdemokratischen Partei als Wahlmann hatte aufstellen und bedente weiter, daß Sacchi, der radikale Minister für Landwirt- wählen lassen und weil er selber sozialdemokratisch gewählt hatte. schaft, Industrie und Handel, noch soeben erklärt hatte, die Ra- Der Kreisausschuß in Wiesbaden verurteilte den Genossen Liebig dikalen würden Giolitti in den Tagen des Kampfes nicht verlassen, zur Amtsentsegung. Solche Arbeiterbildung sekt sich enge Grenzen, fie muß nachdem sie in denen des Ruhmes ihm zur Seite gewesen wären. In den Gründen wurde u. a. ausgeführt: sie sich sehen, wenn sie nicht zum planlosen Umherirren auf Man halte sich ferner vor Augen, daß die Radikalen den Kriegs- Staatsbeamte unterlägen in bezug auf die Ausübung staatsbürger. Die Schöffen gehörten zu den mittelbaren Staatsbeamten. dem weiten Ozean des Wissens werden soll. rummel, die Bergeudung und Vergaunerung von Millionen in licher Rechte Beschränkungen, die für andere Staatsbürger nicht be Aber diese Grenzen setzt sie sich selber, sie läßt sie sich nicht Libyen mit ihren demokratischen Idealen zu vereinigen verstanden ständen. Diese Beschränkungen ergäben sich aus den besonderen vorschreiben von der herrschenden Klasse. Nicht eine stümper haben und jetzt auf einmal an den Kinosteuern, an Erbschafts- und Pflichten der Staatsbeamten, denen sie sich auch durch Berufung hafte Erweiterung der ungenügenden Volksschulbildung ist Automobilsteuern sich dreimal demokratisch ärgern: wie einer, der auf Verfassungsrechte nicht entziehen fönnten. Die Pflichten ſegten das Ziel unserer Arbeiterbildung. Die Hebung der Elementar. Walnüsse verschluckt und dann vorgibt, an einem Hirjekorn zu er den Beamten in ihrer außeramtlichen Tätigkeit bestimmte Grenzen, bildung ist Sache der bürgerlichen Gesellschaft, und wir stiden! Bergegenwärtigt man sich all die innere unwahrhaftigkeit die unbedingt inne zu halten seien. Unter anderem sei eine solche durch die Pflicht aller Beamten, bie Die zwingen sie dazu durch unseren Einfluß in Reich, Staat und der radikalen Partei liegenden Ursache suchen. Und diese Ursache Bestrebungen von Parteien, dieser radikalen Strife, so muß man wirklich nach einer außerhalb Grenze gezogen die Grundlagen der bestehenden Rechts und Staatsordnung bekämpfen, nicht Gemeinde. Noch weniger kann eine hilflose und ärmliche ist Giolitti. betoußtermaßen zu fördern und zu unterstützen. Zu diesen Parteien Nachahmung der höheren Schule unser Biel sein; es fehlen da- Dieser war seit längerer Zeit amtsmüde. Man weiß aus gehöre die Sozialdemokratie. Durch die Zugehörigkeit zur Sozialfür alle Voraussetzungen. Auch die Pflege der Berufs- und seiner nicht kurzen politischen Laufbahn, daß er feder heftigen bemokratie mache sich ein Beamter nicht nur des Vertrauens unFachbildung können wir uns nicht zum Ziel sezen. Dafür Opposition gegenüber nur zwei Mittel tennt: fie durch Zuge- würdig, das sein Beruf erfordere, sondern er verlege auch die Pflichten seine« Amte«, iai von ihm taZ Eintreten für die bestehende«taatS- und NechtSordnunfl erfordere, mit deren Wahrimg die.stiele der Sozialdemokratie in Widerspruch ständen. iEntscheidung des O.-B.-G.) Tatsächlich stände fest, dast der Angeschuldigte bei der Wahl zum Ab� geordnctenhause von der sozialdemokratischen Partei als Wahlnrann aufgestellt und gewählt worden sei und daß er selbst die von dieser Partei aufgestellten Wahlmänner gewählt habe. Trotzes Gewicht wird dann in dein Urteil auf den Umstand ge- legt, daß Genosse Liebig angeblich vor seiner Vereidigung als Ge- meindeschösfe auf die besondere» Verpftichtungen. die er durch Ab- leistung des Eides auf sich nehme, hingewiesen worden sei und sich zu ihrer Erfüllung berert erklärt habe. Es hätte angenommen werden müssen, datz er sich in Zukunft von der sozialdemokra- tischen Partei fernhalten werde. DieS habe er sedoch nicht getan. Vielinehr sei au-Z der Tatsache, datz Liebig als Dahlinaiin für die Sozialdemokratie aufgestellt wotden ist und deren ttandidaicn gewählt hat, sowie aus dem Besuch einer sozialdemokratischen Bersamnilung und aus dem von ihm in der Gemeindeverwaltung gestellten Antrage auf Einführung der Frist- wähl zu folger» und festzustellen, datz L. noch Mitglied der sozial- demokratischen Partei sei und für die Bestrebungen dieser Partei ein» trete. Das gehe aber nach der Meinung des KreiSauSschusseS für einen Gememdefchöffc» nicht an. denn ein so offenes Eintreten des Angeschuldigten für die sozialdemolratische Partei sei mit den Pflichten seine? AmteS nicht vereinbar. Durch sein Verbleiben bei dieser Partei und die Bekundung feiner Augebörigkeit habe er stch nach der Ueberzeugung deS KreisauSfchustes des Vertrauens unwürdig gezeigt, das sei»» Amt erfordere. Auch habe er die mit seinen, Amte verbundene Pflicht, sür die bestehende Rechts- und Staats- ordnung einzutreten, gröblich verletzt. Er sei deshalb des Dienst- Vergehens schuldig. Bei seinem seitherigen Verhalten sei nicht an- zunehmen, datz er seine Stellung zur sozialdemokratischen Partei andern werde: es hätte deshalb als angemessene Strafe nur Eni- lassung aus dem Amte in Frage kommen können. Zu bemerken ist noch, dotz Bürgermeister und Beigeordnete von Bierstadt in der Verhandlung bestätigt hatten, datz zich Liebig im Amte kein Bergehen hat zuschulden kommen lasten. DaS erschien aber den Vertretern der heutigen„Rechtordnung" unerheblich: der Sozialdemokrat muhte gehängt werden. Gegen dies Urteil legte Licbig das Rechtsmittel beim Ober- b c r w a l t u n g s g e r i ch l ein, vor dessen TiSziplinarsenat am 1l). März in der Sache verhandelt wurde. Der Disziplinarsenat des CberuerrnaltungSgerichtS bestätigte die Entscheidung des jtreisauSichusicS. Er erachtete die in den oben wiedergegebenen Gründen deS ÄreisauSschusseS ausgesprochenen Grundsätze für zutreffend. Insbesondere wurde betont. Liebig sei als Beamter anzusehen. Wenn er trotz deS Diensteide? sich dazu herbeilasse, seine Stimme bei der Landtagswahl sür sozialdemo- kralische Kandidaten abzugeben und sich selber als sozialdemokratischer Wahlmann wählen zu lassen, so verstoße er dadurch gegen die Pflichten, die er durch sein Amt übernommen habe. ES müsse bei der Entlassung auS dem Amte verbleiben. Dies Urteil verstöfft aufs schärfste gegen die auch für die Mitglieder des Obervcrwaltuugsgerichts bindenden Vorschriften der Verfassung und der Gesetze. Es geht aber auch weit selbst über das hinaus, was die Militärverwaltung durch den bekannten Tagesbefehl den Soldaten dahin zu- mutet, daß sie keine revolutionäre oder sozialdemokratische Gesinnung betätigen dürften. Vor acht Jahren hatten wir aufgefordert, daß auch am Aontrollversammlungstage die Gc- Nossen sozialdemokratisch wählen sollten, weil der Befehl, nicht so zu wählen, mit Recht und Gesetz unvereinbar fei. Ein deshalb gegen uns eingeleitetes Straf- verfahren mußte als erfolglos eingestellt lverden. Ein Jahr später, im Jahre 1901, hat die Militärbehörde angeordnet, der Korpsbefchl sei nicht dahin zu verstehen, daß Reservisten oder Landwehrlcutc nicht sozialdemokratisch wählen dürften, denn solch' Befehl ließe sich mit dem Gesetz nicht vereinigen. Das Oberverwaltungsgericht aber ist militärischer als die oberste militärische Behörde: sie verlangt von dem Beamten. entgegen Recht und Gesetz, daß er gegen seine Ueberzeugung stimme, also ein Wahlresultat, daS der Ausdruck der wahren Ansicht der Wähler sein soll, fälsche. Wahrlich, wir sind in Preußen weit gekommen: ein Beamter wird disziplinarisch bestrast, weil er das Wahlresultat nicht fälschen will, bestraft durch die höchste preußische Disziplinarbehörde! politische Uebersicht. Die koloniäfeu Einzelctats. Aus dem Reichstag, den 11. März: Nachdem die Generaldebatte zun, Kolonialetat verraucht ist. folgten heute kleinere Gefechte und Geplänkel um die Etats der einzelnen Schutzgebiete. Beim Etat für Neu-Guinea schnitt der mit allen kapitalistischen Wassern gewaschene ReichSparteiler Dr. Arendt die Frage an, ob nichr die von der Budgetkommission be- ivilligte halbe Million zu Vorarbeiten für die Erschließung von Petroleum in dieser Kolonie zu streichen sei, denn solche „riskanten Geschäfte" seien dem Privatkapital vorzubehalten. Auch die Sozialdemokraten hatten in der Kommission sür diesen Antrag gestimmt, damit, wie Genosse Dr. Frank im Plenum ausführte, die Hyänen desPrivatkapitals von den Naturschätzen derKolonien möglichst zurückgescheucht werden. Sa gab es dcnneinHin und HerzwischendenJnteressontendes Privatkapitals und den Befürwortern der staatlichen Petroleumregie, an welcher Aussprache sich unser Genosse Dr. Frank, die Abgeordneten Erzberger und Pfleger vom Zentrum, G o t h e i n und W a l d st c i n von der Fortschrittlichen Lolkspartei. der Nationalliberale P aas che und der Konservative Dr. Oertel — außer dem Staatssekretär natürlich!— beteiligten. Für eine Verlängerung der Schutzfrist. die die Paradiesvögel vor den erwerbsgierigen Nachstellungen der Jäger sichern soll, legte siäi nebeit den Nationalliberalm K e i na t h und Paascho auch Genosse?! o s k e ins Zeug. Beim Etat für samoa, dessen Begründung durch den christlichsozialen Posaunenengel Mumm der sozialdemo- kratische Redner mit Recht ein„unverständliches Gemurmel" nannte, holte sich der Staatssekretär S o l f und sein Schild- knappe Schulz- Bromberg von dem Genossen Ledcbour eine verdiente Abfuhr. Trotz ihres Widerspruches konnte Ledcbour ihnen nämlich nachweisen, daß ein direktes, in seinen Folgen unheilvolles Verbot der Mischehen zwischen Weißen und Eingeborenen bestehe, und der Staatssekretär mußte schließlich durch verlegenes Schweigen zugeben, daß die Sache stimmte. Der Etat für Deutsch-Ostafrika brachte neben den Regie- rungsschulen und dem Hafen von Daressalam, für die sich der Fortschrittler Müller- Mciningen und der Reichs- varteil'er Dr. Arendt erwärmten, auch die Bahnbauten aufs Tapet. Während der Konservative Böhlendorfs lebhaft sür den Ausbau der Bahnen eintrat, legte Genosse Ledcbour dar. warum die Sozialdemokratie für die Ruandabahn, die eine Unterjochungsbahn sei, nicht stimmen könne. Morgen 2 Uhr: Kleinere Vorlagen und Weiterberatung des Kolonialetats. Fiskus und Kohlcnfyudikat. Daß das Profitintereff'e des Privatkapital? rücksichtslos die Jntereiien der Allgemeinheit mit Fützen tritt, ist eine sattsam be- kannte Tatlache, auf die die Sozialdemokratie bei jeder Gelegenheit hingewiesen hat. Die Gegner pflegen uns dann gewöhnlich zu er- widern, datz wir diese Behauptung nur zur Befriedigung unseres AgitationSbedürffiiff'eS aufstellen. Mit diesem Einwand wird eS nun ein für allemal zu Ende sei», denn ganz dasselbe wie die bösen Sozialdemokraten behauptete am Mittwoch der Vertreter der pieutzi- scheu Regierung im Abgeordnetenhause, wenn auch nicht mit den gleichen Worten. Mutzte doch der Handelsminister Dr. S h d o w in der Debatte über das Äohlensyndikat stch über die Pläne der Re- gierung einer gewissen Zurückhaltung befleitzigen, weil, wie er hervorhob, an der Spitze der zum Syndikat gehörigen Betriebe sehr geschickte und geschäftskluge Leute stehen, mit denen es nicht leicht ist, zu verhandeln. Ihnen gegenüber habe er die staatlichen Znter- essen durchzusetzen, und deshalb könne und dürfe er seine Karren nicht aufdecke». Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, der wird wissen, was der Minister mit seinen Worten gemeint hat. Er wünscht, dem Staate einen Einflutz auf die Matznahmen des Syn- dikatS zu sichern, aber das kann er nicht, wenn die Sachwalter des Grubenkapitals feine Absichten erfahren. Ein schmeichelhaftes Zeugnis stellt er damit diesen Prozentpatrioten, die stch gar nicht genug tun können in der Anpreisung ihrer nationalen Gesinnung, gerade nicht aus. In welcher Abhängigkeit sich der FiskuS vom Grubenkapital befindet, das legte Genosse H u e in einer zweistündigen ans- gezeichneten Rede dar, die von einer solchen Sachkenntnis diktiert war, datz sogar der konservative Abg. von Pappenheim Unseren, Genossen die schuldige Anerkennung nicht versagen konnte. WaS H n e an der Hand eines sorgsam zusammengetrogenen Zahlen- Materials über die Rentabilität des staatlichen Bergbans nachwies, konnte von keiner Seite, selbst nicht von dem nationalliberalen Ab- geordneten Hasen clever, dem Vertreter der Syndikatsinteresien. widerlegt werden. Mit Recht stellte unser Genosse als da» Haupt- moment/ von dem die Unternehmer sich leiten lassen, die Furcht der Privatkapitalisten vor dem Einfluß deS Staates auf die Preisgestaltung hin, und nicht dringend genug konnte er vor einer Verbindung mit dem Syndikat warnen. Es war keine Uebertreibung. wenn er am Schluß die Worte aussprach: Der StaakSsozialiSmns marschiert! Vorläufig nur der StaatSsozialismuS, hoffentlich bald auch der demokratische Sozialismus. Wenn der Abg. v. Pappenheim meint, datz die Neubildung des Kohlensqndikats gerade im Interesse der Arbeiter liegt, so würde er den Beweis für diese kühne. Behauptung wohl kaum zu erbringen imstande sein. Borläufig ist er ihn schuldig geblieben. � Die Debatte wird, da der Donnerstag für die KommissionS- beratungen freibleibt, erst am Freitag fortgesetzt. Reaktirnäre Sammlung. Die Fanfaren der reaktionären Parteien blasen zur Sammlung. Voran die Fanfaren der ultramontanen Landsknechte, die„Köln. VolkSztg." In ihrer Ausgabe vom Dienstagabend(Nr. 216) per- kündet sie wieder mal die Notwendigkeit einer Sammlung oller bürgerlichen Parteien.in einer Front gegen die Sozial- demokratie"; aber, so meint daö backemitisckie Blatt, wer diese Aufgabe unter dem Gesichtswinkel der Fortführung unserer bisherigen Wirtschaftspolitik inS Auge fasse, der müsse freilich den Freisinn aus- schließen. Die Mehrheit für den neuen Zolltarif sei eine sehr geringe und unsichere. Darum sei im Interesse der Sammlung im Reicks- tage eine Probeabstimmung für den künftigen Zolltarif geboten. Der Antrag Herold-Zedlitz, der im Abgeordnetenhaus einen wirksamen Schutz der deutschen wirtschaftlichen Interessen auf Grundlage der bisherigen Wirtschaftspolitik verlangt habe, dränge nach einer Wiederholung: .Diese Probeabstimmung würde dem Handel, der Industrie und der Landwirtickait im Reiche draußen zeigen, ob der Reichs« tag in seiner jetzigen Zusammensetzung noch die Wünsche der Mehr- heit deS Volkes vertreten kann. Findet sick jetzt schon in, Reichs- tage eine Mehrheit auf dem Boden eines solchen Antrages, dann würde diese Mehrheit sür die Regierung eine starke Rückendeckung dem Auslande gegenüber werden; vertagt bei dieser Abstimmung der Liberalismus, dann trägt er die schwere Verantwortung vor dem Volke." Dann heißt eS weiter:.Wenn der Reichstag durch die Kün- digung der bestehenden Handelsverträge zu neuen Zolltarifs- Verhandlungen gezwungen wird, und wenn die Wünsche der Land- Wirtschaft und der Industrie dabei eine Mehrheit finden sollen, dann kann das nur durch das Eintreten der chri st- lichen Gewerkschaftsführer, der Arbeiterabgeord- neten und der Vertreter der industriellen Wahl- kreise mit den Nationalliberalen und mit der Rechten zuwege gebracht werden." Mit anderen Worten: dam, dürfen weder die Führer der christ- lichen Gewerkschaften»och die Nationalliberalen fick von dem sogen. „Kartell der s ch a ff e n d en A r b e i t" fernhalten, fonde:n sie müssen sich willig, ohne Rücksicht auf ihre speziellen Interessen, diesen, Zollverteuerungskartell anschließen und damit in den Dienst der Agrarkonservativen und deS Zentralverbandes deutscher Industrieller stellen Datz dieses Fanfarengebläse den grotzindustriellen Scharf- machern vortrefflich in ihre sauberen Zollpläne patzt, ist selbst- verständlich, und so serviert denn die ehrsame„Post" in ihrer MitlwochS-Morgennummcr ihren Lesern ganz denselben Gedanken in etwas anderer Sauce. Sie schreibt: „Mehr als die Regierung scheint aber die sckutzzöllnerische Mehrheit des ReickStages der Rückenstärkung zu bedürfen. Wirk- sanier noch als die Kundgebung des Abgeordnetenhauses wäre eine ebenso entschlossene sckutzzöllnerische Kundgebung der Mehrheit de? Reichstages. Man wird daher hoffen, datz nach dem Vorgänge des Ab- geordnetenhauftS die nach dieser Richtung hin sowohl vom Zentrum wie auch anS der Reichspartei gegebenen Anregungen von größerem Erfolg begleitet sein werden al« bisher. InS- besondere würde es Sache der nationalliberalen .ReichStagSfraktion sein dem Beispiel ihrer Parteigenossen im Landtage zu folgen, und zwar um so mehr als die nalionalliberale Parlri von einer gewissen Milsckuld an der Verstärkung der freihändlerischen Minderheit in, ReickStage nicht ganz freizusprechen ist. Möge also die RcichStogSmehrheil bald auf den ihr von der Mchrheil des Abgeordnetenhauses gewiesenen Wegen folgen." Em« saubere Spekulation! Der Reichstag soll durch eine Art Probeabstimmung für die kommenden wirtschastspolitischen Kämpfe festgelegt werden, und zugleich sollen die Mitglieder der national- liberalen ReichStagSfraktion, indem man sie unter den Druck der nationalliberalen Fraktion deS preußischen Abgeordnetenhauses stellt, zum bedingungslosen Anschluß an daS reaktionäre konservativ- klerikal-rechtSnationalliberale LebcnSmittelverteuerungS-Kartell gc- drängt und gezwungen werden. Auf diese Weise hofft man dam, nicht nur eine sichere Mehrheit für die Fortsetzung und den weiteren Ausbau der jetzigen.segensreichen nationalen WirtschaflSpolitik" zustande zu bringen, sondern auch bei anderen Fragen die National- liberalen zu Trotzknechten der konservativ-klerikalen Verbrüderung machen zu können. Aus der sozialdemokratischen Reich stagSfraktiotr. Am Freitag gelangt im Reichstage die Duell-Interpellation des Zentrums zur Verhandlung. Die Fraktion bestimmte als Redner hierzu die Genoffen Haase und Wendel. Zu der Abänderung der Gewerbeordnung, betr. den Betrieb der Gast- und Schankwirt« schaften und der Konzessionierung des KinowescnS sprechen die Ge» nosien Ewald, Davidsohn und Schulz-Erfnrt. Zur kleinen Lex Heinz« dem Gesetzentwurf zur Bekämpfung deS Schmutzes in Wort und Bild, sprechen die Genossen Dr. Erdmann und Heine. Sammlung im Zeichen des Blödsiuns. D,e mit so viel Applomb angekündigte Stcrn-Korrespon- d e n z, die unter der Aegide des �(bgeordneten v. Dewitz die danke- rotte Firma der Reichs, und greikonservativen Partei mit Hilfe einer ausgebreiteten Stimmungsmache sür die Politik der bürgeplicken Sammlung sanieren soll, hat soeben ihre sagens- reiche Tätigkeit aufgenommen. Sie beginnt— das ist bezeichnend genug— mit einem Angriff gegen den Parlamentarismus und einer Hymne auf die durch den Willen der Volksvertretung in ihren Entschlietzungen nicht behinderte Monarchie. Aber man kann leider nicht behaupten, daß sie sich bei ihren staatsrechtlichen Untersuchungen in große geistige Unkosten stürzt, und es scheint uns, als ob es selbst die Leser der„Post" und die der kleinen Provinz- blätter, denen das freikonservative Material kostenlos zugänglich gemacht wird, doch gar zu gering einschätzen hieße, wenn man ihnen den Unterschied zwischen Parlamentarismus und Monarchie mit dem folgenden Satz klarzumachen sucht: „Ter Parlamentarismus ist kurzsicktig und vorzugsweise mit den Augenblicksbildern beschäftigt, wie. sie dem nnmittel- baren Eigennutz des Volkes vorschweben; die Monarchie wirft den Blick weit üocr die. Gegenwart hinaus. Sie hängt nicht an dem Blei des Tages, sondern an dem Gold der Zukunft.". Diese Gegenüberstellung ist so entsetzlich phrasenhaft, daß es sich nicht einmal lohnt, an der hier von dem Sinn der Monarchie gegebenen Definition die Politik derjenigen Parteien zu Messen. die sich am lautesten als Hüter des monarchischen Gedankens und als Gegner des Parlamentarismus gebärden und dabei doch stets bereit sind, das Streben nach dem„Golde der Zukunft" zu durch- kreuzen, wenn sie ehre Tagcsinteresscn bedroht glauben. Doch der Korrespondenzartikel will sein« schöne These ja auch an einem praktischen Beispiel erhärten. Und was läge da näher als die Zabern-Affärc: „Wie hätte, um auf die neueste Zeit zu kommen, der Parle- mentarismus die Zabernfrage gelöst? Der Reichskanzler hätte unter der Wuckt des MitzlrauenSvotums abdanken müssen. Ter Oberst Reuter wäre entlassen worden, die 9Scr wären in Zabern geblieben, dem Spott und der ferneren Beleidigung ausgesetzt. Selbst hätte das Militär sich nicht schützen dürfen. Die Polizei war dazu antzerstandc. Militärische Hilfe requirierte sie nicht, weil sie die Lage dafür nicht als angebracht erachtete. Kurz: ein Chaos von Verirrnngen und Verwirrungen, weil der Volkswille ausgesprochen durch die parlamentarische Vertretung des Frei- sinnS, die Sozialdemokratie, der Elsässer, Polen und Dänen gegenüber den Borgängen eine diametral entgegengesetzte Rich- tung als der deutsche Kaiser nahm." Ein tolleres Tohuwabohu von Wahrem und Falschem, von Zutreffendem, Entstelltem und Erlogenem läßt sich nicht denke». Dieses blödsinnige Gewirre von Behauptungen zu analysieren, wäre zwecklos; denn man müßte zu.dem Ende noch einmal die ganze Zqbern. Affäre aufrollen, ohne die Hoffnung hegen zu dürfe«, hei den freikonservaiiven Meinungsmachern ein auch nur obersläch» licheS Verständnis für die demokratische Lösung des Problems zu finden. Wir beschränken uns deshalb auf das Vorlegen dieser kleinen Kostproben aus der Küche des Herrn v. Dewitz und über- lassen es jedem, sich seine eigenen Gedanken über die Qualitäten der politischen Speiseanstalt zu machen, in der die Gäste mit der- artigen Gerichten gefüttert werden. Tie Splutuapfaffäre. Die bekannte infame Soldatenschinderei, über die wir dor einiger Zeit berichteten, gelangte gestern vor dem OberkriegS« gericht des GardekorpS zur Aburteilung. Wie gemeldet. hat sich der Vorgang in der Kaserne deS Regiments Königin Augusta abgespielt. Am 26. November hatte der Sergeant Waske mit dem Grenadier Krömer auf der Stube einen Auftritt, bei dem eS sich um einen Korb handelte. der dem Untergebenen gehörte und vom Feldwebel unter dessen- Bett gefunden worden war. Der Sergeant ließ darauf den Grenadier mehrere Male auf der Stube hin- und herlaufen und befahl ihm dann, sich niederzulegen, und zwar vor dem Spucknapf. Der Untergebene tat. wie ihn, geheißen und legte sick so, datz der Kopf dicht vor den, Spucknapf kam. Nun erhielt er vom Sergeanten den Befehl:„Sauf!" Und der Grenadier führte auch diesen Befehl au? und trank aus dem Spucknapf. Er erhob sich dam, wieder mid spie aus. Ein Einjähriger, der den Vorgang mit angesehen hatte und darüber empört war, meldete das Geschehene dem Borgesetzten. DaS Kriegsgericht erkannie seinerzeit gegen den Sergeanten, der dem Grenadier Krömer außerdem noch bei einer anderen Gelegenheit eine Backpfeife versetzt hatte, auf drei Monate Gesang- niS. Der Angeklagte glaubte sich zu streng bestraft und legte Berufung beim OberkriegSgericht ein. Der Gerichtsherr dagegen legte Berufung ein. weil ihm daS Strafmaß zu gering war und weil gegen den Angeklagten nicht auch auf Degradation erkannt worden war. Das OberkriegSgericht des Gardekorps verhandelte gestern in nichtöffentlicher Sitzung. Räch längerer Sitzung wurde das Urteil öffentlich verkündet. Es lautete wiederum auf drei Monate Gefängnis und autzerdem erlannt« das Bc- rufnngSgericht auf Degradation. In der Urieilsbegründung wurde besonders auf daS Unappetitliche der Handlungsweise de» A„ geklagten hingewiesen.___ TaS Geschäft«nt der Wehrsteuer. Die Hausagrarier fahren fort, die Wehrsteucr zu einem lulra- tiven Geschäft zugunsten ihres Säckels ausMiiützcn. In Billinge» in Baden erhielt ein Mieter von, Hausbesitzer die Erhöhung pe» Mietspreises wie folgt angekündigt: .Infolge Erhöhung deS Zinses, der Umlagen und Staats» steucr sowie der Wehr st euer bin ich gezwungen, mit der Miete pro Monat um L M. aufzuschlagen." Da dieser Hausbesitzer ciwa 56 Mieter hat— er besitzt mehrere Häuser— nick bei einzelnen Mietern Erhöhungen bis zu 6 M. proMonat vornahm bringt ihm die Webrsteuer etwa 2000 M. pro Jahr ein. Man sieht, die Patrioten verstehen daS Geichäst: die Wehrstener, die der Besitz tragen sollte, wird nicht nur abgewälzt, sie bringt ihm »och einen ganz erheblichen Gewinn ein. Unter solchen Umständen werden sie mit Hurra in jedem Jahre einer Wehrsteuer zustimmen. Toldateumisthaudlung durch einen Offizier. Bor dem Kriegsgericht der 33. Division in E r f u rt stand dieser Tage der Hauptmann von der Brinckvn von der 5. Kompagnie deS 06. Infanterie-RegimentS in Gera(Reutz). Der Hanpimqnn war der MitzhanMnng seines Burschen angeklagt. Die Verhandlung wurde selbstverständlich hinter verschlosieuen Türen geführt, wegen angeblicher Gefährdung der Disziplin. Aber der Umstand, datz der Herr Hauptmann m|4 Tagen Stubenarrest verurteilt worden ist und der Bursche einer anderen Kompagui« HSgeteilt wurde, läßt darauf schlie�eir. daß die Behandlung des Soldaten durch seinen Vorgesetzten ziemlich schlimm gewesen sein mvß>__ Ein Riesenfackelzug. Eine große Kundgebung wird zum Abschied det> Statthalter? Grafen Wedel in Siraßburg vorbereitet. Ei soll dem Statthalter u. a. ein imposanter Fackelzug gebracht werden. Bis jetzt haben 2900 Vereine und über 200 000 Mitglieder sich der Huldigung an« geschlossen. 200 Vereine au? Straßburg und Umgebung mit über ,12 000 Mitgliedern haben bereits ihre Teilnahme am Fackelzug angesagt. Frankreich. Ein drakonisches Urteil. Paris, 11. März. Wie aus Toulouse gemeldet wird, hat das Kriegsgericht des 17. Llrmeetorps füns Soldaten wegen der im Mai.v. I. aus Anlaß des DreijahrSgesetzeS vorgetom- menen-militärischen Kundgebungen zu Gefängnis- strafen von fünf Monaten bis zu zwei Jahren verurteilt. Die»H u m a n i t c" bemerkt dazu: Die Nachricht klingt so seltsam, daß man beinahe annehmen mühte, daß die Soldaten aus einem anderen Grunde bestrast worden seien. Schweden. Unser Wahlaufruf. Stockholm, 9. März.(Eig. Ber.) Ter Parteiborstand der schwedischen Sozialdemokrat ic veröffentlicht in der Parteipresse ein .Manifest an das Volk Schwedens", das in ausgezeichneter Weise den Kernpunkt der politischen Krise des Landes und der Stellung der Sozialdemokratie klarlegt. ES wird zunächst festgestellt, daß die Pauernziigrede des Königs auf Anregung unverantwort- l i ch c r Ratgeber eine entgegengesetzte RüstungSpoltlik forderte, als die von der Regierung befürwortet-, und daß.durch diese herausfordernde persönliche Einmischung des Königs die aus dem Wahlsieg der Linken 1911 hervorgegangene Rs- gierung vertrieben und ein neues Ministerium berufen wurde, mit dem Auftrage, durch Verlockungen oder Druck die Sanktion der königlichen Versprechungen auf dem Burghofe zu erhalten." , Sodann charakteriiieri der Aufruf die Agitation der RüsiungS- Hetzer:„Tie Wähler sollen besonders einmal vor den allgemeinen Wahlen im Herbst einen Wahlkampf durchmachen, in welchem alle Waffen zur Anwendung kommen, Schreck und Druck, Lüge und Verleumdung, um die Volksmeinung wenn möglich umzustimmen, sie zu einem Fußschemel des Königs und der Herrenmacht zu machen." Der Wahlkampf gilt in erster Linie: für oder gegen die persönliche Königsmacht..Eine Hofkamarilla, zu der unrühmlichst bekannte Aufwiegler gegen die Macht des Reichstages gehören, haben den König zu dem unkonstitutionellen Schritt vor- geschoben." Auf diese Herausforderung muß das Boll die unzwei- heutige Antwort erteilen, daß kein anderer Wille als der des Volkes herrschen soll.„Es muß einmal für alle klar- gemacht werden, ob in unserem Lande eine Regierung, die sich auf das Vertrauen der Wähler und des Reichstages stützt, auch künstig plötzlich in ihrer Arbeit gehindert und unterbrochen werden kann, weil es dem Monarchen einfällt, hervorzutreten und zu erklären, daß er„keineswegs ein solche Auffassung teile" und daß er von gewissen Forderungen„nicht abtveicht". Von besonderem Interesse ist der Teil des Aufrufes, der sich mit der Rüstungsfrage selbst beschäftigt. Die liberale Partei habe sich in großem Maße von der Rüstuirgshetze mitziehen lassen und einflußreiche liberale Zeitungen prahlten, daß ihr Wehr- Programm kaum hinter dem der Konservativen zurückbleibe.„Und doch zeigt die eigene Untersuchung der Liberalen, daß die Auf- rechterhaliung des Zollsystems eine unausweichliche Voraussetzung für die R üftu n gSv er m eh r u ng en des liberalen Programms ist. Mir dem Zollsystem aber wird die Teuerung werewigt. Die liberalen Versprechungen einer Milderung der Teuerung werden damit zu einer leeren Phrase." Die Konservativen wollen noch darüber hinaus einjährige Wehr- Pflicht, eine Motte und 100 Millionen Jahresausgaben für Rü- stungSzwecke, womit nicht nur die Zollgesetzgebung und Teuerung verewigt werden, sondern auch die Sozialreform inhibiert und unmöglich gemacht wird. Die Sozialdemokratie will dagegen die bisherigen Schwächen der Landesverteidigung beseitigen, indem für eine genügende Be- waffnung der Reserven Sorge getragen wird. Ausbau der See- wehr durch Torpedo- und Unterwasserboote anstatt der wahnsinnigen , F-Boote", die zwar 15 Millionen Kronen das Stück kosten, aber doch nicht einen Kampf mit den großen Riesen der Seemächte auf- nehmen können. Ersparungcn aber sollen gemacht werden durch eine Herabsetzung der UebungSzeit auf ö(statt 8) Monate. Tie Herabsetzung sei möglich, weil bisher mit der Ausbildungszeit eine große Verschwendung betrieben wurde. Anstatt jetzt 80 Millionen Würde man nur 70 Millionen Kronen Kosten haben und die ein- maligen Ausgaben müßten durch eine wirkliche Wehrsteucr der Besitzenden getragen werden. Ter Ausruf schließt:„Vorwärts überall für die sozialdemo- kratischen Kandidaten! Mögen die roten Stimmen sich enorm vcr- mehren, möge eine noch stärkere sozialdemokratische Reichstag»- fraktion die Antwort des Volkes werden auf die Herausforderung der Burghofrvde und das rücksichtslose Militärprogramm der könig- lichcn Regierung!" Unterzeichnet ist dieser Aufruf von sämtlichen Mit» gliedern des Parteivorstandes, auch von denen, die persönlich sonst ein rein negatives Programm in der Frage der Landesverteidigung vertreten. Die Einigkeit und Geschlossenheit der Partei in den bevorstehenden Kämpfen ist damit dokumentiert, und der Erfolg wird nicht ausbleiben. Mus öec Partei. Erfolge der Roten Woche. Ter erste rote Sonntag in Mannheim brachte der Partei 800 neue Mitglieder und der Parteipresse 500 neue Abonnenten. Dieser Erfolg ist mittels einer durch- greifenden Hausagitation � erzielt worden. Abgeschlossen ist diese noch nicht. Mit einer am Dienstag stattgefundenen Frauenversammlung mit der Genossin Dr. Gradnauer- Dresden alö Referentin wurde die Agitation unter den Frauen eingeleitet. Die Versammlung war von annähernd oOO Frauen besucht. Im Bergarbeiterkreis Waldenburg i. Schl. hoben die ersten Tage der Roten Woche für unser Partei- nrgan. die„Schlesische Bergwacht", o65 Abonnenten und für die politische Organisation 280 neue Mitglieder gebracht. Aus den Nachbarkreisen Schweidnitz. Hirschberg. Landeshut laufen täglich recht beachtenswerte Teilresultate ein. In Brandenburg a. d. Habel wurden bis jetzt 100 neue Parteimitglieder und 120 Abonnenten für die „Brandenburger Zeitung" gewonnen. Die am Montag ab- gehaltene, von etwa 800 Frauen desuchte Frauenversammlung brachte allein 135 weibliche Mitglieder für den Wahlverein. Parteitag der holländischen Sozialdemokratie. In den Ostertagen. vom 12. bis 11. April, hält die holländische sozialdemokrarische Partei ihren Jahreskongreß ab. Der Haupt- Punkt der langen Tagesordnung iü die Revision des Partei- Urogramms, besonders der politischen Forderungen. Es hat jahrelang unverändert fortbestanden und muß nunmehr'aktueller gestaltet werden, um so mehr, als einige Forderung� des Pro- gramms inzwischen durch die Gesetzgebung erfüllt worden sind. Weiter ist eine eingreifende Revision des Or g a n i s a t i o n S- st a t u t S von der Partei vorbereitet worden. Diese Revision ist nptwendig, weil sich die Mitglicderzaal in der Parteiorganisation in den letzten vier Jahren verdreifacht hat. und eine Tezcntrali- sation Nicht länger hinausgeschoben werden kann. Die Ptovinzial- ausschüsse bekommen ausgedehntere Befugnisse, auch wird Sin aus Vertretern der Parlamentsfraktionen, der Presse und der pro- vinzialen Organisationen gebildeter Partcirat geschossen, der mit dem Parteivorstand die Partei zu leiten hat. Oberste Instanz bleibt der Jahreskongreß. Gvmeindewählerfolge. In PeterSwaldau im Eulengäbirge wurden die drei ausgeschiedenen Gemeindevertreter, die Genossen Sch u p p e, Langyammer und Becker, wiedergewählt. Die Bürgerlichen gaben den Kampf von Anfang an auf, indem sie überhaupt keine Kandidaten aufstellten. In H e r r n p r o t s ch bei Breslau wuvde Genosse Front als Gemeindevertreter gewählt. Damit ist der letzte bürgerliche Bcr- treter aus der dritten Abteilung verschwunden. Beschlagnahmtes Gcmeindcwahlplakat. In Ohra, einem dicht hei Danzig gelegenen Tors von 11000 Einwohnern, finden in diesem Monat die Gemeindewahlen statt. Der Wahlkampf, ist äußerst heftig, da der bürgerliche Mischmasch alles daransetzt, doS(hinbringen unserer Genossen in die Gemeindevertretung zu verhindern. Das sozialdemokratische Wahltomitee hatte ein Plakat zum Aushang gebracht, das nicht das geringste enthält, was irgendwie zu einem strafrechtlichen Eingreifen Ver- anlassung geben könnte. Nichtsdejwweniger ist das Plakat am 9. März ohne Angabe von Gründen dürch die Polizei konfisziert worden. Ein sozialdemokratischer Bürgermeister in Skivc. Bei der durch Referendum erfolgten Bürgermeisterwahl im dänischen. Städtchen Skivc wurde der sozialdemokratische Kandi- dat, Lehrer Kjems, mit 880 Stimmen gegen 790 Stimmen, die auf seinen konservativen Gegenkandidaten entfielen, gewählt. 87 Proz. der eingeschriebenen Wahler nähmen an der Wahl teil. Kjems ist der erste sozialdemokratische Bürgermeister in der Provinz; in Kopenhagen sind unsere Genossen, wie bekannt, seit Jahren im Magistrat vertreten. polizeiliches, Gerichtliches usw. Der neueste KurS. Wenn aus fast allen Gegenden des Reiches schärfere Strafen gegen sozialdemokratische Blätter zu melden sind, dann darf dabei auch die B r e s l a u e r.I u st i z, die ja in dieser Be- ziehung einen Namen hat, nicht fehlen. Bezeichnend für die Art der Brcslauer Rechtsprechung ist ein Prozeß, der am Dienstag vor der 1. Breslauer Strafkammer gegen den Verantwortlichen der„Voltswacht". Genossen Förster, verhandelt wurde. In BerthelSdorf, Kreis Striegau, versuchte der OrtSpfarrer Franke die Kolporteurin des liberalen„Striegauer Anzeigers" wiederholt zu bewegen, die Kolportage für dieses Blatt aufzu- geben und sich für die katholische Presse zu intersssieren. Da die? von der Kolporteurin trotz Androhung von schweren Äirchenstrafcn nicht. befolgt wurde, weil die Frau damit.zum Lebensunterhalt der Familie beitrug, und die„Ermahnungen" des Herrn PfarrerS kein Ende nahmen, sah sich der Mann der Kolporteurin veranlaßt, folgendes Inserat im„Striegauer Anzeiger" zu veröffentlichen: „Wenn der Pfarrer Franke aus Berthelsdorf meiner Frau auf ihren geschäftlicher! Gangen keine. Ruhe läßt und sie noch weiter aus der Straße belästigt, sehe ich mich ver- anlaßt, ohne Rücksicht auf seinen Berui gerichtlich gegen ihn vorzugehen. Joses B ä n s ch, BerthelSdorf." Dieses Inserat versah die„VolkSwacht" mit folgender Ein- leitung:„Eine kräftige kalte Dusche verabfolgte ein BerthÜSdorfer Einwohner dem dortigen Pfarrer/ Im„Striegauer Anzeiger" ist nämlich folgendes vielsagende Inserat zu lesen." Ilnd am Schluß des Artikels hieß eS:„Die Sache ist nicht übel! Aber Mut gehört dazu, im schwarzen BerthelSdorf gegen den Pfarrer auf diesem Wege vorzugchen Wenn der Mann nicht unabhängig genug ist, wird er sich vor dem Dorfgewaltigen bald unmöglich machen." Durch die Spitz mark-„Eine kalte Dusche" und den Hin- weis auf das vielsagende Inserat fühlte sich der Herr Pfarrer, der Vertreter der christlichen Nächstenliebe, der alles zugab, schwer beleidigt, weil damit zum Ausdruck gebracht sein sollte, daß es sich um itn sittliche Belästigungen des Pfarrers Franke gegen die Kolporteurin handelt. Obwohl Genosse Förster und sein Verteidiger, Rechtsanwalt Bandmann, mit Nachdruck die geradezu ungeheuerliche Auslegung, die der Herr Pfarrer und der öffentlich- Ankläger den Worten von der„k a I t e n D u s ch e" und dem„vielsagenden Inserat" gab, zurückwiesen, erkannte daS Gericht nach dem Antrag des «taatSanwalts auf drei Wochen Gefängnis. Gegenüber solchen Auslegungen muß man allerdings die Waffen strecken. Der Unterzeichner deS Inserats und der Verleger des„Striegauer Anzeigers" wuroen von Pfarrer Franke, ebenfalls wegen Beleidigung verklagt, aber vom Schöffengericht Striegau in Wahrung berechtigter Interessen freigesprochen. Genossen Förster wurden diese versagt, obwohl der Herr Pfarrer nicht direkt bestritt, auch bei sozialdemokratischen Austrägern � seine Bckeh- rungsversuche gemacht zu haben. Ein empfindlicher Gegner. In. H alb er stad t hat die nationalliberale Partei in dein Rechtsanwalt Deesen ein Mitglied. das �sich seit Jahren durch eine besonder? gehässige Bekämpfung der Sozialdemokratie auszeichnete. Dieser selbe Herr ist aber von einer mimosenhaften Empfindlichkeit gegen jede gegneriiche Kritik. So ging er hin und verklagte gleich drei Sozaldemokraten auf einmal, weil sie ihm bei passender Gelegenheit die Antwort nicht schuldig geblieben waren. Am Montag wurde der Prozeß vor dem Schöffengericht in Halberstadt verhandelt, und zwar waren angeklagt der Redakteur Genosse Berg vom„Halbersiädter Anzeiger", einem in einem Pribatverlag erscheinenden Blatte mit sozialdemokratischer Tendenz! der Arbeitersekretär Genosse Schulze- Halberstadt und der Redakteur Emil Müller von der„Magdeburger BolkSstimme". Unsere Genossen, die verteidigt wurden durch die Rechtsanwälte Wolfgang H eine Berlin und H a m m- r s ch l a g- Magdeburg, ließen es sich nichr nehmen, einmal vor Gericht die ganze niedrige AampkeSweise dieses uationalliberalen WablmacherS zu beleuchten, was denn auch in achtstündiger Verhandlung so gründlich geschah, daß der Verteidiger des Herrn Deesen einmal verzweifelt be- merkte, eS scheine, als obnichtdie Angeklagten, sondern Deesen selbst auf der Anklagebank säße. DaS Er- gebniS der Verhandlung war, daß Genosse Berg wegen Beleidigung in zwei Fällen zu SOO M. Geldstrafe und wegen einfacher.B-- leidigung Genosse Schulze zu 200 M. und Genasse Müller zu 50 M. Geldstrafe verurteilt wurden. Nun kann Herr Deesen weiter„kämpfen" und klagen! Mus?nöustrz'e unö Hanöel. Himburg-Awerika-Linie. Obgleich der Reingewinn der Hapag im Jahre 1918 auf 60. Millionen gegen 33, 6 Millionen im Jahre 1912 gestiegen ist. sieht die Hapag von einer Erhöhung der Dividende ab. Wie im Vorjahre werden 10 Proz. oder IS Mill. Marl an die Aktionär- verleilt werden. Dagegen erfahren die Abschreibungen und Rückzahlungen wiederum eine Erböhuug um S Millionen ans 11 Millionen Mark. Sehr charakteristisch für die gegenwärtiz- Lage in der Seeschiffahrt ist die Mitteilung, daß eine zwingende Veranlassung zur Erhöhung.des Konkurrenzkampf-Kontos nicht Mehr vorliege. Ihm wurde» daher nur 0,6 Millionen gegen mehr als 1 Millionen im Jahre 1912 zugewiesen. Die-Mitteilung bestätigt den Friedensschluß der Hapag mit dem Lloyd und die Gc- wißhejt, daß die Erneuerung der nordatlaiffijchcn ScknffahnS- konvention gesichert ist. lieber die neue Interessengemeinschaft mit dem Lloyd berichtet die Verwaltung:„Die Verhandlungen sind zur- zeit noch nicht abgeschossen. Sie sehen die Herstellung einer, engen Interessengemeinschaft auf dem Gebiete des nordatlantischen und des ostasiätischen Geschäfts zwischen dem Norddeutschen Lloyd und unserer Gesellschaft vor, die unter Belassung der Bewegungsfreiheit der de- sonderen Entwicklung beider Gesellschaften Rechnung trägt. Daneben schweben Verhandlungen zwecks Herstellung eines Vertrags verhält- nisseS zu den ausländischen Gesellschaften, dqS, lvenn eS zustande'- kommt, i» mancher Hinsicht wesentliche.Verbesserungen gegenüber dem früheren ergeben dürste."...? Die Seedampferflotte ist außer durch die Neubauien durch Ankauf zweier Dampfer vermehrt worden. Ausgeschieden sind durcki Verkauf vier Dampfer, ferner durch Totalverlust der Dampfer „Acilia". Im Bau verbleiben nocki 19 Dampfer, datunter zwei der Jmperatot-Klasse. Einschließlich dieser Schiffe hat- die Flotte jetzt einen Bruttoraumgehalt von 1360 860 RegistertonZ gegen 1806 819 Tons im Borjahre, zeigt also eine Vermehrung um S3S11 RegistertonS. In der Bilanz steht der gesamte Seeschiffspark mit 2S1,66(i. B. 213,571 Millionen Mark. lieber den Geschäftsverkehr mit einzelnen Gebieten äußert sich der Jahresbericht:„Auf unseren wichtigsten Verkehrsgebieten war während des weitaus größten Teils des Jahres die Eniwicklung überwiegend günstig. Obwohl in den Vereinigten Staaten die Tendenz der Regierung den großen Korporarionen unfreundlich bleibt, war doch sowohl der Personen-' als auch der Güterverkehr sehr lebhaft. Letzterer wurde im ersten Teil des JahreS noch durch die vorausgegangene große Ernte gefördert und im letzten Teil stellte- sich infolge-der Zolltarifreform eine Zunahme der Ausfuhrbewegung nach den Ver- emigten Staaten ein. Während diese sich auch bis jetzt noch lebhaft er» halten hat. ist im Export von Amerika infolge unbefriedigender Baumwoll- und Maisernte eine starke Abschwächung seit dem Herbst eingelreten. Ebenso hat der Verkehr mit Mexiko unter der an- haltenden politisckien Beunruhigung und den Folgen der Vernichtung großer wirtschaftlicher Werte leiden müssen, während sonst daS Geschäft mit Westindicn und Zentralamerika befriedigend war. Die Geiamtresullate deS SüdamerilageschäftS waren recht be- friedigend und man erhofft von dem Nachlassen der Spannung auf den europäischen Geldmärkten auch eine günstige Rückwirkung ouf Südamerika insofern, als dort noch große wirtschaitliche Ausgaben der Erfüllung harren, deren Inangriffnahme dem Verkehr neue kräftige Impulse geben dürfte. Die Geschäftslage in Ostosien war befriedigend, insbesondere der Export nach Japan stark. Unsere neueingerichtele Linie über den Poeific hat noch unier Ladung?« Mangel im Verkehr nach der amerikanischen Westküste zu leiden! doch zweifeln wir mcht, daß ihre weitere Entwickelung beftiedigend sein wird, zumal mit der Eröffnung deS Panama kanals eine wirtschaftliche Hebung der Gebiete an der Westküste sicher eintreten wird. Der bevorstehenden Umwälzung des Verkehrs hoffen wir auch dadurch entsprechen zu. können, daß wir schon im Laufe dieses JahreS größere und schnellere Schiffe mit guter Passagieremrichiung in unsere von Hamburg ausgehenden. Colon-Linien einstellen werden., In den Kreis. unserer Berkebrsbeziehungen ist. im verflossenen Jahre der Hafen von Emden eingetreten, den wir regelmäßig mit Frachtdampsern nach Oftasien und Südamerika und vom Frühjahr dieses JahreS ab auch mir nordamerikanischen Passagier- und Fracht- dampf»» anlaufen, außerdem nach Bedarf auch mit Dampfern unserer anderen Linien. Um die Wirksamkeit, für Emden möglichst intensiv zu gestalten, haben wir eine selbständige Tochtergesellschaft, die Emder VerkehrSgesellschaft A.-G., mir dem Sitze in Emdech ms Leben gerufen."_'■>' Letzte Nachrichtet,. Tic Abfindungsfrage im Ärankenkassenstreit. Die Vertreter d«r Aerzte und Kassenverbände haben bei den gestrigen Verhandlungen im Reichsamt des Innern als AuSfüh- rungSbestimmungen zu Nr. 1t des Berliner Abkommens nähere Vereinbarungen über die Berechnung und Abführung der K a s s e n- und Arztbeiträge zur Deckung der Abfindung s- kosten getroffen. Als Stelle, an welche die. Beträge von den Kassen abgeführt werden sollen, wurde die königlich preußische See- Handlung in Berlin bestimmt.. Es fand dann eine ausgedehnte sBc- sprechung über die kassenärztlichen Verhältnisse in einigen Orten statt, in welchen zurzeit noch auswärtige Aerzte tätig sind, und es wurde beschlossen, umgehend erneut darauf zu wirken, daß auch in diesen Orten das Berliner Abkommen zur Geltung.kommt. Die Vertreter der Kassenverbände erklärten, in diesem Sinne nachdrück- lich weiter tätig sein zu wollen. Die Lehrerbcsoldungsvorlage in Hesse*. Darmstadt, 11. März.(23. T. B.) lieber die Besoldungsvorlage per Lolksichullehrer ist heute abend zwischen den.beiden Kammern und der Regierung eine völlige Einigung.crzicir worden. Sie' erfolgte auf Grtmd einer GehaltSskala von elf Klassen mit einem Ansangsgehält von 1550 Mark- und- einem Höchstgehalt von.3600 Mark. Am Freitag wird die Vorlage per dem Plenum der Zweiten Kammer zur Verabschiedung kommen. Eine Niederlage der mexikanischen. Rebellen. London, 11. März.„Daily Ehronicle" meldet aus New Jork vom 10.. März: Nach einem Bericht der„New Jork World" aus El Paso hat eine Schlacht bei Torrcon stattgefunden. Die Rebellen, die die Stadt migegrisse.n hatten, wurden g e s ch l a- g e n. Tie Zahl der Getöteten soll 1000 Mann betragen. Die Truppen General H u e r t a s bewegen sich in vier getrennten Ab- teilungen vorwärts, daneben besteht noch eine Kolonne von 5000 Rann. In Belen haben fich 900- Mrnin, die ins Gefängnis geworfen waren, freiwillig in die Armee einreihen lassen. Nur 3 Mark monatlich! In zweiter vermehrter und verbesserter Auflage erschien soeben: Handbuch der Politik Aus über hundert Besprechungen: Ein ungeheures Gebiet durchmisst der Leser in dem grossartigen Werk, einem unentbehrlichen Hilfsmittel bei jeder praktischen und theoretischen Betätigung. Es ist geeignet, in übersichtlicher und erschöpfender Weise die Grundlagen und Aufgaben der Politik jedem Gebildeten vorzuführen, indem es die Wechselbeziehungen von Staat und Gesellschaft, Herrschaft und Verwaltung, Parlamentarismus, Gesetzgebung und Rechtsprechung darstellt, Wesen, Ziele und Aufgaben der politischen Parteien und der grossen Wirtschaftsbünde erörtert und in den grossen Kapiteln über Staatshaushalt, Gemein- und Einzelwirtschaft, soziale Fragen und Schulwesen das weite Gebiet des inneren Staatslebeus durchwandert und in zwei Schlusskapiteln die schwierigen Fragen der Grenzlande und Kolonien und die politischen Ziele der Grossmächte unter Berücksichtigung der Verhältnisse des nahen und des fernen Orients beleuchtet. Das Werk ist allen, die sich mit Politik beschäftigen, warm zu empfehlen. Regierungsrat Prof. Albert Lotz, Mitglied des Abgeordnetenhauses, im ,, Juristischen Literaturblatt". Geradezu vorbildlich. Fränkischer Kourier. Herausgegeben von Dr. Paul Laband Exzellenz, Wirklicher Geheimer Rat, Professor der Rechte an der Universität Strassburg. Dr. Adolf Wagner Exzellenz, Wirkl. Geh. Rat, Professor der National- Oekonomie an der Universität Berlin, Dr. Franz v. Liszt Geheimer Justizrat, M. d. R., Professor der Rechte an der Universität Berlin. Dr. Adolf Wach Exzellenz, Wirkl. Geh. Rat, Mitglied der erst. Kammer, Professor der Rechte a. d. Universität Leipzig. Dr. Karl Lamprecht L. D. Geheimer Hofrat, Professor der Geschichte an der Universität Leipzig. Dr. Georg Jellinek+ weiland Geheimer Hofrat, Professor der Rechte an der Universität Heidelberg. und Dr. Fritz Berolzheimer Dr. Georg v. Schanz Reichsrat d. Krone Bayern, Geh. Vorsitzender der Internationalen Hofrat, Prof. d. Nation.- Oekonomie Vereinigung für Rechtsan der Universität Würzburg. Wirtschaftsphilosophie, Berlin. Unter Mitwirkung vieler anderer Autoritäten. Drei Bände( 460 und 444 und 436 Seiten) Grosslexikonformat: Preis in 3 Leinenbänden 40 Mark 48 Mark. in 3 Halblederbänden Verlag von Dr. WALTHER ROTHSCHILD in Berlin. In werden von 112 140 109 Abschnitten Themata Autoren behandelt. Aus über hundert Besprechungen: In einem Sammelwerk, wie es nach solcher Umsicht kaum je bereitet worden, in so würdigem Glanz noch nie entstanden ist, werden die Grundlagen, die Aufgaben, die Ziele der Politik bis ins Tiefste und Höchste untersucht; und für fast alle wichtigen Gebiete sind als Exploratoren und Wegweiser die ersten Sachverständigen Deutschlands gewonnen worden. So ist das Urteil höchster Instanz, das eine Epoche über die Grundlagen, Aufgaben, Ziele ihres Gemeinschaftsleben fällt. Maximilian Harden in der„ Zukunft". ,, Ungemein lebendig und fesselnd." Exzellenz Wirkl. Geh. Rat Hamm. Standard work der deutschen Politik, auf das das deutsche Volk mit Stolz blicken kann. Berliner Tageblatt". Musterwerk, das seinesgleichen nicht hat. „ Leipziger Neueste Nachrichten". Einzelne Abschnitte wahre Meisterstücke. , Deutsche Rundschau. " Die Leistung erfüllt mit besonderem Respekt. Frankfurter Zeitung". Lichtvolle, fesselnde Einzeldarstellungen. Wirkl. Geh. Kriegsrat Dr. Romen im Tag". Unsere ersten und besten Köpfe haben Bausteine zu diesem unentbehrlichen Nachschlagewerk beigetragen. , Augsburger Postzeitung". Einiges aus dem reichen Inhalt: Die preussische Polenpolitik. Von Dr. Ludwig Bernhard, Professor an der Universität Berlin. Das deutsche Volksheer. Von Willibald Stavenhagen, K. Hauptmann a. D., Berlin. Bestand und Mehrung der Kriegsmarine. Von Geh. Paul Koch, Berlin. Admiralitätsrated Die Luftfahrertruppe. Von Luftschifferhauptmann a. D. Dr. A. Hildebrandt, Berlin. Deutschlands wirtschaftliche Expansion und überseeische Bestrebungen. Von Dr. Albrecht Wirth, Privatdozent an der Technischen Hochschule München. Grossbritanniens auswärtige Politik. England und Deutschland. Der britische Imperialismus. Von Dr. Hans Plehn, London. Russland seit 1905. Von Dr. Otto Hoetzsch, Professor an der Universität Berlin. Oesterreich- Ungarn seit 1866. Von Dr. Paul Herre, Professor an der Universität Leipzig. Die Balkanstaaten und die Orientkrisis. Von Universitätsprofessor Dr. Hans Uebersberger, Wien. Höhere Schulen. Von Wirklichen Geh. Ober- Regierungsrat Dr. Adolf Matthias, Berlin. Die Bedeutung der akademischen Seminarien für die Geisteswissenschaften. Von Exzellenz Wirklichem Geh. Rat Dr. Wilhelm Wundt, Professor an der Universität Leipzig. Handelshochschulen. Von Dr. J.Jastrow, Prof. a. d. Handelshochschule Berlin. Reform des Rechtsunterrichts. Vorbildung des Juristenstands. Von Exzellenz Wirklichem Geh. Rat D. Dr. Adolf Wach, Prof. a. d. Univ. Leipzig. Bund der Landwirte. Von Konrad Freiherrn V. Wangenheim auf Klein- Spiegel, Vorsitzendem Bundes der Landwirte. des Erster Band: Die Grundlagen der Politik: 1. Politik als Staatskunst und Wissenschaft. 2. Der Staat. ( Sechs Hauptstücke) 3. Herrschaft und Ver- 5. Die Rechtsprechung. waltung. 4. Die Gesetzgebung. Zweiter Band: 6. Der Parlamentarismus. Die Aufgaben der Politik: L. Teil( Sechs Hauptstücke) 7. Die politischen Par- 9. Allgemeine Wirt- 11. Handel, teien in Deutschland. 8. Die öffentlichen Lasten und Schulden. schaftsfragen. 10. Der öffentliche Verkehr. Dritter Band: Geld und Kredit. 12. Urproduktion, Industrie und Gewerbebetriebe. Die Aufgaben der Politik: 13. Selbsthilfe und Sozialschutz. II. Teil( Sechs Hauptstücke) 15. Bildung, 14. Die Lage der geisti- 16. Polizei und Sicherheitsreformen. gen Berufe. 17. Grenzlande und Kolonien. 18. Die politischen Ziele der Mächte in der Gegenwart. Einiges aus dem reichen Inhalt: Hansabund. Von Oberbürgermeister Alfred Knobloch, Direktor des Hansabundes, Berlin. Der Kurs der Deutschen Reichsund Staatsanleihen. Von Geheimen Oberfinanzrat Dr. Otto Schwarz, Vortragendem Rat im Preuss. Finanzministerium, Berlin. Der Geburtenrückgang in Deutschland. Von Ministerialrat Universitätsprofessor Dr. Friedrich Zahn, Direktor des Kgl. Bayer. Statistischen Landesamtes, München. Handel. Von Dr. Bernhard Harms, Professor an der Universität Kiel Bankenkonzentration in Deutschland, ihre Vorteile und Gefahren. Von Geh. Justizrat Dr. Jacob Riesser, Professor an der Universität Berlin. Die Bedeutung der Landwirtschaft im Wirtschaftsleben der Nation und die staatlichen Mittel zu ihrer Förderung. Von Exzellenz Dr. Hugo Thiel, Ministerialdirektor a.D., Berlin. Die neuen Reichssteuern. Von Geheimem Rat Universitätsprofessor Dr. Karl Th. Ritter v. Eheberg, Erlangen. Die Industrie. Von Regierungsrat Dr. phil. et jur. Josef Grunzel, Professor an der Exportakademie Wien. Die Frau in der Wirtschaft des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Geh. Hofrat Dr. Julius Pierstorff, Professor an der Universität Jena. Strafrechtsreform. Von Geh. Justizrat Dr. Franz v. Liszt, M. d. R., o. Prof. an der Universität Berlin. Einiges aus dem reichen Inhalt: Politik als Staatskunst. Ihr Begriff und Wesen. Von Kronsyndikus Geh. Justizrat Dr. Philipp Zorn, Mitglied des Herrenhauses, Professor Universität Bonn. an der Staatsform und Politik im Lichte der Geschichte. Von Geh. Hofrat Dr. Karl Lamprecht, LL. D., Professor an der Universität Leipzig. Staat und Kirche. Von Geh. Justizrat D. Dr. Wilhelm Kahl, Professor an der Universität Berlin. Staat und Recht. Von Geh. Justizrat Dr. Josef Kohler, LL. D., Professor an der Universität Berlin. Die kommunale Selbstverwaltung in Deutschland. Von Dr. Hugo Preuss, Prof. an der Handelshochschule Berlin. Wahlrecht. Von Dr. Hermann Rehm, Professor an der Universität Strassburg. Vereins- und Versammlungsrecht. Von Oberlandesgerichtsrat Dr. Ernst MüllerMeiningen, M. d. R., München. Bedeutung und Aufgabe der Parlamente. Parteienbildung. Von Dr. Wilhelm v. Blume, Professor an der Universität Tübingen. Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland. Von Dr. Theobald Ziegler, Prof. a. d. Univers. Strassburg. Presse. Von Geh.Hofrat Dr. Karl Bücher, Professor an der Universität Leipzig. Deutschkonservative und Reichspartei. Von Geh. Hofrat Dr. Georg von Below, Professor an der Universität Freiburg( Baden). Die Zentrumspartei. Von Justizrat Dr. Carl Bachem, Köln. Nationalliberale. Von Rechtsanwalt Ernst Bassermann, M. d. R., Mannheim. Der Linksliberalismus. Von Rechtsanwalt Conrad Haussmann, M.d.R., Stuttgart. Die Sozialdemokratie. Von Paul Hirsch, M. d. A., Berlin. Der Revisionismus in der Sozialdemokratie. Von Eduard Bernstein, M. d. R., Berlin. Gefl. auszuschneiden und Bestellschein. im Kuvert einzusenden. 9 Der Unterzeichnete bestellt hiermit laut Inserat im Vorwärts" bei der Buchhandlung Karl Block, Breslau I, Bohrauer Strasse 5: Handbuch der Politik Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. in 3 Leinenbänden in 3 Halblederbänden Mark 40.Mark 48.- S Nicht Gewünschtes gefl zu durchstreichen. wünscht Zusendung des kompletten Werkes sofort franko gegen monatliche Zahlung von 3 Mark. Erfüllungsort Breslau. Name und Stand: Ort( Post) u. Datum: Das Werk ist nicht nur für Fachpolitiker, sondern auch für ale gebildeten Laien geschrieben, die sich für Politik interessieren. Das ,, Handbuch der Politik" wird sofort komplett franko gegen monatliche Teilzahlungen von nur 3 Mark geliefert. Karl Block, Buchhandlung BRESLAU I, Bohrauer Strasse 5 Berantwo, Rebatt.: Alfred Wieleby, Neukölln. Inseratenteil verantw. Zb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Gieran 3 Beilagen a. Unterhaltungsbl Nr. 70. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Gewerkschafter und Rote Woche. Verschlechterung des Koalitionsrechts, Zerrrämmerung der Gewerkschaften, Züchtung von Streitbrecherbanden, Stärkung und Ausbau der Unternehmerorganisationen, Hochhalten der Lebensmittelpreise! Obst neu eingeführt oder erhöht werden. Und die Regierung, I die sich willfährig zeigt, bei dem Attentat auf das Koalitionsrecht der Arbeiter Hausknechtsdienste zu leisten, die alle te pressalien gegen die Gewerkschaften deckt und fördert, hat in den letzten Tagen zweimal in auffälliger Weise demonstriert, daß sie mit allen Kräften die auf ein Hochhalten der Lebensmittelpreise gerichteten Bestrebungen unterstütze. Donnerstag, 12. März 1914. einbarung mit der Organisation ab. Beide Betriebe find für organifierte Gastwirtsgehilfen gesperrt. ftraße 174, bleibt nach wie vor gesperrt. Restaurant zur Wildgrube"( Inhaber Fölmer), BrunnenOrtsverwaltung I. Verband der Gastwirtsgehilfen. Deutsches Reich. Sämtliche Schneidergesellen in Burg bei Magdeburg haben die So sehen sich die Gewerkschaften von verschiedenen Seiten Arbeit niedergelegt. Veranlassung dazu gab die Weigerung der Zwangsinnung, in Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag in ihren Interessen in der allerempfindlichsten einzutreten. Vor einigen Jahren, als die Zwangsinnung noch nicht Weise geschädigt und bedroht. Durch gewerkschaft- bestand, hatte die Drganisation der Schneider mit den einzelnen liche Maßnahmen können die Arbeiter dagegen wenig aus- meistern einen Tarifvertrag abgeschlossen. Da den Gehilfen die Auf das vorstehende Programm ist das ganze richten. Der Kampf gegen die herausgestellten Angriffe auf Lohnfäge bei der steigenden Berteuerung aller Lebensbedürfnisse nicht Verhalten des Unternehmertums und der Agrarier eingestellt. Die Arbeiterschaft liegt fast ausschließlich auf politischem Junungsvorstand ein mit dem Ersuchen, darüber in Verhandlungen mehr genügten, reichten sie den neuen Tarifentwurf diesmal dem Und alle Staatsmächte werden für die Verwirklichung der Gebiet. Daraus ergibt sich für die Gewerkschafter mit einzutreten. Dem Entwurf war eine formale Kündigung des alten Scharfmacherpläne in Bewegung gesetzt. Die Rechtsprechung zwingender Logik die Notwendigkeit, sich zum Schutz und zur dieses Vertrages war. Das bot der Innung die Handhabe, jegliche Tarifes nicht beigefügt, weil die Innung ja nicht der Kontrahent setzt schon mit fühnem Schwunge sogar über das formale Förderung ihrer gewerkschaftlichen Interessen auch politisch zu Berhandlungen abzulehnen, indem sie erklärte, daß der alte Tarif, Recht hinweg. Kann man doch fast davon reden, daß mor- betätigen. Das haben viele gewerkschaftlich organisierte Ar- weil er nicht gekündigt worden sei, weiter Geltung habe. Der Gedende Streitbrecher grundsätzlich freigesprochen werden, Strei- beiter leider noch nicht begriffen. Kommt doch beinahe auf werbegerichtsvorsitzende hat angeblich den Innungsvorstand in dieser kende dagegen für übel gedeutete Worte ins Gefängnis fliegen. je drei Gewerkschaftsmitglieder nur ein politisch Organisierter. seiner Ansicht bestärkt. Die Meister bemühen sich, Erfaßträfte heranImmer schlagen die oft Staunen, meistens aber nur Empörung Mit der gelegentlichen Abgabe eines Stimmzettels ist es zuziehen. Bisher hatten sie damit allerdings feinen Erfolg. hervorrufenden akrobatischen Interpretationsfünfte in unserer nicht getan. In der Ausübung des Wahlrechts allein liegt nicht Rechtsprechung zum Nachteil für die Arbeiter aus. Stets zum die politische Pflichterfüllung. Sie erfordert als unerläßlich Vorteil für das Unternehmertum. Diese Tatsache kennzeichnet auch die politische Organisation und das Lesen die Tendenz, enthüllt die Klassenjustiz in ihrer häßlichen Nackt der Parteipresse. Die Grundlage der politischen Macht heit. Das Gleiche gilt von den Maßnahmen der Polizei. und des politischen Einflusses der Arbeiterschaft beruht in der Wo und wie sie in das öffentliche Leben eingreift, stets ist die Stärke und Geschlossenheit der Parteiorganisation und in der Wirkung ein Schade für die Arbeiter, ein Nußen für das Unter- Verbreitung der Parteipresse. nehmertum. Manchmal könnte man glauben, die Polizeiorgane Wer als organisierter Gewerkschafter nach dieser Richtung feien Angestellte des Kapitals, so vorzüglich funktoniert der Appa- seine Pflicht versäumt, schädigt dadurch zweifellos auch die rat zu seinem Gunsten. Vereinsgesetz und Koalitionsrecht sind gewerkschaftlichen Bestrebungen, stärkt die Stoßkraft dabei für die Polizei keine Hindernisse. Man verbietet bes Unternehmertums. Versammlungen, löst sie auf, treibt Lokale ab, denunziert Arbeiter den Unternehmern, spielt Nachtwächter der Streit brecher, hilft Streits taputt machen und hemmt die gewerkschaftliche Bewegung auf vielerlei Art. Nachlässigkeitsfünden wieder gut zu machen. Die Rote Woche bietet eine schöne Gelegenheit, politische Darum, Gewerkschafter, hinein in die politische Organisation! Fort mit der bürgerlichen, kapitalistisch- dienstbaren bürgerlichen Presse aus dem Hause, hinein die Arbeiterzeitung! Berlin und Umgegend. Unzufriedenheit beim Personal der Firma Rudolph Herzog. Neue Fesseln für die oberschlesischen Bergarbeiter. christlichen Zentrumsgrafen, einen Blan entworfen, um die oberJetzt haben die oberschlesischen Bergwerksbesizer, die frommen schlesischen Bergarbeiter immer enger in Feffeln zu schlagen. Sie haben beschlossen, zur Wahrung gemeinschaftlicher Interessen in Arbeiterfragen sowie zur Errichtung und Unterhaltung eines Arbeitsnachweises" einen Grubenverband für das oberschlesische Steintohlenrevier zu gründen. Ein Sagungsentwurf, der streng vertraulich" den Herren Kollegen zur Rüdäußerung zugegangen ist, liegt, vor. Wahrung gemeinschaftlicher Interessen in Arbeiterfragen, bedeutet in diesem Falle: dem Arbeiter das Knie auf die Brust und die Faust aufs Auge! Der Verband soll den von einem Ausstand betroffenen Mitgliedern Entschädigung gewähren. Mitglied des Grubenverbandes kann jedes oberschlesische Steinkohlenbergmert werden, wenn es dem berg- und hüttenmännischen Verein angehört. Der Jahresbeitrag beträgt 1 M. für jeden auf den Steinkohlenbergwerken beschäftigten Arbeiter. Neueintretende Mitglieder haben einen Eintrittsbeitrag zu zahlen, deffen Höhe in jedem Falle durch den Vorstand beschlossen wird. Während eines Streits und drei Monate nach seiner Beendigung darf kein Arbeiter des bom Streit betroffenen Wertes angenommen werden. Auch kann der Vorstand des Grubenverbandes beschließen, daß diese Bestimmungen auf andere Reviere ausgedehnt werden, sofern sich die Werke verpflichten, dem Grubenverbande gegenüber ebenso zu handeln. Zuwiderhandlungen gegen diese BeStimmungen werden mit einer Konventionalstrafe von 1000 M. belegt, sofern nicht die Ausschließung des zuwiderhandelnden Mitgliedes vorgenommen wird. Bertrümmerung der Gewerkschaften mit dem Werkzeug der Gesetzgebung und Rechtsprechung ist ein Programmpunkt des Zentralverbandes der Industriellen, auf den er sich nach der Weisung des bekannten Herrn Bueck festgelegt hat. Und ein Ausfluß dieses Strebens ist die tolle Heze gegen die Gewerkschaften, mit der Forderung eines Die bekannte Firma in der Breiten Straße feierte vor einiger sogenannten Arbeitswilligenschutzgesetzes. Zeit das Jubiläum des 75jährigen Bestehens. Den Kunden wurde Unter der Anwendung von Terror, durch aus diesem Anlaß ein geschmackvolles Präsent überreicht. Diese unbehinderten Koalitionszwang treibt das Unternehmertum Aufmerksamkeit wirfte als eine gelungene Reklame. Das Bubli fum stürmte geradezu das Kaufhaus der Firma, und Käufer und den von ihm gegründeten Streitbrechervereinen Mitglieder zu. Firma mögen in gleicher Weise mit dem Jubiläum zufrieden ge- Entschädigung durch den Grubenverband wird dann gezahlt, Durch geheime Feme, mittels schwarzer Listen sucht es wesen sein. wenn mehr als ein Drittel der unterirdischen Belegschaft einer die gewerkschaftlichen Organisationen zu schädigen, den Nicht so die Angestellten. selbständigen Schachtanlage streikt und der Widerstand des Werks Arbeitern das Koalitionsrecht zu rauben. Für sie brachte der Jubeltag eine bedeutend erhöhte Arbeits- gegen die Forderungen der Arbeiter vom Vorstande als berechtigt leistung, Ausdehnung der Arbeitszeit für einen großen Teil des anerkannt wird. Auf der anderen Seite vollzieht sich der Zusammen- Personals bis in die zwölfte Stunde ohne Bezahlung der Ueber- Entschädigung wird nicht gezahlt, wenn die schluß des Unternehmertums Unternehmertums zu einer ge- stunden, verkürzte Tischzeit und Aufhebung des bei den Angestellten Forderungen der Arbeiter von dem bestreiften schlossenen Heermacht gegen die Arbeiterschaft. Und bei und ihren Familien so beliebten Sechsuhrschlusses. Nun hat Herr Wert ohne Zustimmung des Vorstandes gang Die Entfeinen Organisationsbestrebungen findet das Kapital die liebe- Rudolph Herzog seinem Personal allerdings die Zinsen eines Ka- oder teilweise berücksichtigt werden! pitals von 100 000 M., das sind 4000 m. jährlich für Unter- schädigung beträgt pro Tag und für jeden streikenden Arbeiter volle Unterstütung aller der Staatsgewalten, die sich eifrig stüßungszwecke überwiesen. Das wird aber von den Angestellten 1 M. Reicht das vorhandene Vermögen für die Gewährung von bemühen, die wirtschaftlichen Zusammenschlüsse der Arbeiter nicht als Entlohnung für die gehabte Mühe angesehen. Liegt doch Entschädigung nicht aus, so ist jedes Verbandswerk auf Beschluß zu hindern. Schutz der nicht organisierten Unternehmer gegen die Sache so, daß bereits 3 fapitalfräftige Unterstützungskaffen der Hauptversammlung zu weiteren Zahlungen bis zur Höhe der den Organisationszwang des Unternehmertums gibt es nicht. eriftieren. Selbst wenn die Mittel dieser Stassen völlig gerecht ver- erforderlichen Mittel verpflichtet. Mißgriffe werden beim besten Willen nicht zu berKlar und deutlich zeigt sich überall, daß die ganze Staats- meiden sein, bilden solche Wohltätigkeitseinrichtungen doch keine maschinerie auf die Wahrnehmung der Klassenintereffen der Gegenleistung für erhöhte gewerbliche Leistungen, die sich auf den herrschenden Gesellschaft eingestellt ist. einzelnen ganz anders verteilen als die eventuellen Bezüge aus den Die beabsichtigte Schwächung und Schädi- Staffeneinrichtungen. Die Angestellten verlangen nicht nach Wohltaten, sondern nach angemessener Entschädigung für ihre erhöhte gung der Gewerkschaften hat den Zweck, Lohnbewegungen Tätigkeit. Die Verwendung der 4000 M. für diesen Zwed hätte zu verhindern oder unwirksam zu machen. Aber die Lebens ihrem Empfinden weit mehr entsprochen. mittelpreise sollen auf dem jezt erreichten hohen Stand gehalten werden. Ja, man will sie sogar noch weiter hinauftreiben. Sollen doch Zölle auf Fische, Milch, Rahm, Gemüse, Kleines Feuilleton. Die Mütter der Zukunft. Das sind die Mütter schöner Zukunft nicht, die nur gebären, daß sie Liebe büßen, di foleas und dann ins Joch der Dulderschwermut müssen, in hoffnungsarmer, stumpfer Ehepflicht. # teilt werden Die Bestimmungen über den Arbeitsnachweis entsprechen im wesentlichen denen des Zechenarbeitsnachweises für das Ruhrrevier. Die Mitglieder des Grubenverbandes sind verpflichtet, ihren Bedarf an Arbeitern der Nachweisstelle mitzuteilen und nur Arbeiter anzunehmen, wenn sich diese im Besiße eines gültigen AusweisNur steht den Mitscheines von der Nachweisstelle befinden. gliedern frei, Arbeitskräfte aus dem Auslande heranzuziehen. Der Nachweisstelle ist unter Vorlegung eines amtlichen Legitimationspapieres über die Personalien der heranAchtung, Gastwirtsgehilfen! Herr Strohmeyer( Hadepeter- gezogenen Arbeiter Kenntnis zu geben. betrieb), Charlottenburg, Stantstr. 111, und Herr Balster( Schult- Hat ein Arbeitsuchender Arbeit angenommen, findet sich aber heißausschant), Berlin, Reinidendorfer Str. 29, lehnen jede Ber- innerhalb zwei Tagen des für die Arbeitsaufnahme festgeschten tötern. Ponting wurde dabei Zeuge mancher wortloser Tragödien der Tierwelt und mancher aufopferungsvollen Heldentaten der Mutterliebe. So sah er, wie ein Walfischtöter gierig eine junge Robbe verfolgte und auch erbeutet hätte, wenn sich nicht im letzten Augenblick mit einem verzweifelten Entschluß die Mutterrobbe er am Sonnabend die Ansichten des Kriegsminister wieder iaht, tersten Feinde haben, so ergeht es den Robben mit den Walfischso spuckt ihm am Montag das Militärkabinett auf den Kopf. 104Jm übrigen ist die Norddeutsche" wie jede offiziöie" Zeitung, nämlich so langweilig, daß selbst ein vom Veitstanz Befallener schon nach der Lektüre einer halben Spalte zu schnarchen anfängt. Das jedoch, was sie ewig jung erhält und weswegen sie von ihren breihundertundsiebenundsechzig Bureau- und Redaktionsabonnenten zwischen ihr Kind und dem Verfolger geworfen hätte. Sie bezahlte gehalten wird, gehalten werden muß, ist das Dementi" es mit ihrem Leben. ( Dementitum officinale mendax). " Die Naturbeschreibung diefes humoristischen Requisits dem Fundus des offiziösen Pressetheaters wäre etwa so zu fassen: Das„ Dementi" einer Nachricht in der Norddeutschen" ist die gelb and offizielle Bestätigung ihrer Richtigkeit. Es ist Brauch aller tüchtigen Journalisten, ein Gerücht in die Welt zu fezen, lediglich um zu sehen, ob die„ Norddeutsche" es dementiert. Tut sie's, so ist das Gerücht als zutreffend erwiesen. Es wäre dem vorzüglichen Blatt zu empfehlen, für seine Dementis" zwet gesonderte Rubriken einzuführen: eine fleine, in ased Die die paar wirklichen Dementis tämen und eine große, spaltenlange für die übrigen. Sie schwälen traurig wie im Totenlicht, auch ihre Kinder werden Sklaven zeugen, die sich der Faust des Schicksals betend beugen, sich selbst im Lichte, finden sie sich nicht. ab rsh Die Mütter schöner Zukunft aber schauen mit tapfern Töchtern, freien starken Söhnende sasi in Tage, die ihr Leid und Lieben krönen und ihrem Segen gold'ne Tempel bauen. Denn nur der Freiheit soll die Liebe frönen und keinem Gott als ihrer Straft vertrauen. ls ihrer Julius Berfaß Notizen. Theaterchronit. Jm, kleinen Theater" ist am Dienstag, den 17. März, die Premiere des dreiaftigen Lustspiels Halloh" von Imre Földes, einem jungen Ungarn. Die Die Krise im Leipziger Stadttheater. Stellung des Intendanten der Leipziger Stadttheater Martersteig ist erschüttert, da der städtische Zuschuß auf 900 000 M. angewachsen ist. Martersteig, dessen tünstlerische Leistungen unbestritten sind, dürfte demissionieren. - Das Marionettentheater Münchner Künstler". das vom Herbst d. J. ab am Kurfürstendamm 232( unweit der Dder noch besser, das Blatt gibt ein für allemal die Erklärung Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche) sein ständiges Berliner Heim ab: Das französische Wort„ dementi" bedeutet in unserem Alge- bezieht, wird in einem amphitheatralisch ansteigenden Parkett und meinen Norddeutsch Bestätigung". einem Rang mit kleinen Logen gegen 300 Zuschauer aufnehmen H fönnen. Mit dem Kino am Südpol. As Kapitän Scott seine lette- Das politische Attentat auf die Benus des Fahrt zum Südpol antrat, befand sich unter seinen Gefährten auch Velasquez( angeblich!), das die englische Suffragette ausgeübt hat, das Mitglied der Geographischen Gesellschaft. Herbert G. Ponting, wird in feinen Folgen nicht allzu tragisch sein. Die Risse werden der ein geschulter Filmoperateur ist und sich die Spezialaufgabe geflickt werden( darin haben es die Gemälderestauratoren ja teit Das Dementi. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat die gestellt hatte, im ewigen Eise der Antarktis Kinoaufnahmen zu gebracht) und bald wird die holde ihre in gelbem Inkarnat Nachricht, daß nach dem Milliardenopfer ichon wieder eine machen. Mr. Ponting ist über seine Erlebnisse und Eindrüde ichimmernde Hüfte( fie ist ja eine dunkelhäutige Spanierin) dem Rüstungsvorlage vorbereitet werrde, dementiert. Dadurch befragt worden und hat erzählt: Publikum wieder unverlegt darbieten. ultig war wie immer die steht unzweifelhaft fest, daß diese Rüstungsvorlage in der Tat unter-..Natürlich galten die meisten Aufnahmen unserem Schiffe Nachrichtenpreise, de ganze Spalten über die Affäre brachte. Zuerst wegs ist. und dem Leben unserer Gefährten. Dem Naturfreund aber werden sprach sie von einer Art, die einem Konstabler bald den Schädel geIch möchte lieber Schullehrer in Mecklenburg oder Landarbeiter vielleicht die erlangten Naturaufnahmen aus dem Vogel- und spalten hätte, aber schließlich begnügte sie sich mit einem Hademesser. in Dstelbien oder Zivilist im Elsaß sein als ein Redakteur der„ Nord- Tierleben der Antarktis kaum weniger fesselnd erscheinen. Bor Die Firma, bei der es gekauft war, und das Alter der Attentäterin deutschen Allgemt. 3tg.". Diese Leute müssen ihre Ueberzeugungen allem die Pinguine. Ich liebe die Pinguine jezt geradezu, und nebst der Farbe ihrer Strümpfe konnte leider nicht angegeben ebenso die Ansicht des und Erkenntnisse fast so häufig wechseln wie S. M. die Uniformen. diese wunderlichen Vögel allein würden genügen, um in mir immer werden. Es soll aber nachgeholt werden Sie friegen jeden Tag von sämtlichen Ministerien telephoniich und wieder die Sehnsucht nach den Südpolarregionen zu erwecken. Ich Herrn Velasquez, der zur Zeit leider nicht zu Hause zu treffen war. Die Galerie des kleinen Mannes hat man wohl schriftlich das Beug, das dem deutschen Publikum vorgesezt zweifle teinen Augenblick, daß die Pinguine geradezu Mode werden. werden soll, und haben sich dann im Schweiße ihres Angesichts Im Leben sind diese Vögel eine unerschöpfliche Fundgrube des die billigen Reproduktionen( auch die Postkarten) nach bekannten zu mühen, dieses Entengeflügel, das sich nicht selten auch noch unter Interessanten und auch des Humors. Sie sind vielleicht die Kunstwerken genannt, weil sie es auch dem Minderbemittelten er einander bösartig anzischt, stilistisch zu fangen und zu rupfen und wunderlichsten und zugleich die dümmsten Vögel der Welt, hängen lauben, sich im schwachen Abglanze fünstlerischer Herrlichkeiten zu in den umständlichen Spalten der N. A. 3tg." labyrinthisch verwirrt, mit einer rührenden Liebe an ihren Kleinen; das geht jogar so erfreuen. Mancher wird sich z. B. in diesen Tagen die Venus des Die alberne Schnüffelei nach unzüchtigen nach einem nur ihnen bekannten System, zu verteilen, zu verkleistern weit, daß verlassene junge Pinguine deren Eltern irgendwie Velasquez anschaffen. umtamen von anderen Pinguinen in Pflegschaft genommen und Stünstlerkarten bedroht natürlich solchen Kunstgenuß. Es ist daher und zu verstecken. Am schlimmsten daran ist vielleicht der wochenschauerliche Leit- gleichsam adoptiert werden. Wie ungeschickt und drollig aber auch begrüßenswert, daß auch der Verein Berliner Künstler sich in einer artikler dieses Blattes. Er soll doch sozusagen eine Meinung äußern, die ungefügen Bewegungen dieser Vögel, die nicht fliegen können, Eingabe an den Justizminister dagegen gewandt hat. Mit Recht eine norddeutsch- preußische natürlich und eine allgemeine, aber doch sind: im Augenblick der Gefahr packt sie ein verzweifelter Mut, wird darin hervorgehoben, daß die wirksamste Bekämpfung des immerhin eine Meinung. Für den norddeutsch- allgemeinen Wochen mit ihren Flügelftümpfen fämpfen sie wie Borer, und wir haben Schmuges in Wort und Bild die Verbreitung von guten Nachfchauer ist das aber schwierig. Denn was heute im Reichstanzleramt gar manche blauen und schwarzen Flede in solchen Kämpfen davon- bildungen edler und reiner Kunstwerte ist selbst wenn darauf ununumstößlich schien, ist morgen schon einen Dred wert, und wenn getragen." Wie die Pinguine in gewiffen großen Möwen ihre bit- bekleidete Körper dargestellt sind. Termins nicht ein, Surf cc nicht mehr zur Arbeit zugelassen werden und erhält in den nächsten zwei Wochen keine Arbeit nachgewiesen. Dasselbe tritt ein, wenn ein Arbeiter unter Kontraktbruch abkehrt ober entlassen wird. Verbandswerke, die diese Beftiminungen nicht beachten, werden mit einer Konventionalstrase von 1000 M. belegt. Werden den oberschlesifchen Bergarbeitern, unter denen ge- wiffenlose Quertreiber erneute Zersplitterungsversuche machen, an- gesichts dieses nacktesten Unternehmerterrors endlich die Augen aufgehend Soziales. 101/3 Millionen Verletzte, 2� Millionen Schwerverwundete, 167 638 Tote. Theoretisch ist das Problem des Arbeiterschutzes, vor allein auch das der Unfallverhütung, niaii kann sagen, so gut wie gelöst. Die Anwendung der in dieser Beziehung ge- wonnenen Kenntnisse und Erfahrungen in der Praxis würde die Zahl der Unfälle mindestens gewaltig einschränken. Die Zahl der sogenannten unvermeidlichen Unfälle ist in Wirk- lichkeit sehr gering. Wo Mangel an geeigneten Vorbeugungs- einrichtungen eine Katastrophe herbeiführten, da muß die Formel von„höherer Gewalt" oder vom„unvermeidlichen Ereignis" herhalten. Allerdings, Theorie und Praxis sind verschiedene Dinge. Tie Praxis läßt Schwierigkeiten heraustreten, an denen die schönste Theorie scheitert. Das zeigt sich auch in der Frage der Unfallverhütung. Diese kostet nämlich Geld. Das ist ihr größtes Hindernis. Ter Zweck der Warenproduktion ist ja nicht die Befriedigung von Bedürfnissen, sondern die Erzieluug von Profit. Und alles, was auch nur scheinbar den Profit schmälern könnte, findet den heftigsten Widerstand der kapitalistischen Kreise. Arbeiterschutz ist ihnen ein Greuel. Das zeigte sich»och wieder am Sonnabend, den 7. März d. I., hei den Verhandlungen über die Fabrikinspektion im preußi- scheu Abgeordnctenhause. Die Automatisierung des Produktionspkozesses, das Ein- dringen der Maschine in fast alle Berufszweige und für die kompliziertesten Arbeitsgebiete, der Siegeszug der Technik in Handel und Verkehr sowohl als auch in der Waren- Herstellung hat die Unfallgefahr in einer großen Zahl von Gewerben und Betrieben ganz erheblich gesteigert. Einmal stellt die heutige Arbeitsweise an die Arbeitskraft erhöhte Ansprüche, macht den Körper schneller müde, raubt ihm die Elastizität für die Beachtung der Unfallgefahren: dazu kommt die Steigerung der rein mechanischen Unfallmöglichkeiten. Mit dieser EntWickelung hat der ohnehin von jeher rück- ständige Arbeiterschutz nicht gleichen schritt gehalten. Kein Wunder daher, daß die Zahl der Unfälle mit fast automatischer Sicherheit von Jahr zu Jahr größer wird. Mit ebenso großer Sicherheit steigen allerdings auch die Dividenden hinauf. Das mag manche Aktionäre mit den„unvermeidlichen Un- fällen", die selbstverständlich ihr menschliches Mitleid aufs tiefste rühren, etwas aussöhnen, aber den Arbeitern und der Gesamtheit wäre es doch dienlicher, die Zahl der vermeidbaren Unfälle zu ermäßigen, und wenn das auch einen Bruchteil der Dividende kostete. Eine Reihe von Unfällen sind übrigens die Folge alten Schlendrians und krämerhafter Engherzigkeit. Hier kann man sich von alten Arbeitsmethoden nicht los- reißen, obwohl eine Modernisierung die Produktionskosten zweifellos vermindern würde, dort scheut mau eine kleine Ausgabe für Schutzeinrichtungen, obwohl sie sich bald doppelt und dreifach bezahlt machen würde. Nebenbei sei hier er- wähnt, daß z. B. die Durchführung der dreigeteilten Schicht in den kontinuierlichen Betrieben der Eisengroßindustrie längst bekannte, die Produktion verbilligende technische Ver- besserungen allgemein zur Einführung bringen würde. Daß die A ch t st u n d e n s ch i ch t unerschwingliche Kosten ver- Ursachen würde, wagen die Großindustriellen schon ssar nicht mehr zu behaupten. Zu einem guten Teil entspringt der Widerstand gegen eine Verkürzung der Arbeitszeit, die auch eine Verminderung der Unfälle im Gefolge haben würde, politischen Erwägungen und Instinkten. Mau hält es für zweckdienlich, daß der Arbeiter keine Zeit habe, sich als Mensch zu fühlen, sich zunächst geistig aus den Ketten der kapitalisti- scheu Sklaverei zu befreien und dann bewußter Klassenkänipfer zu werden. Daß 12- bis lästündige Arbcitsschichten, wie sie noch vielfach zur Regel gehören, die Unfallhäufigkeit steigern, ist eine bekannte und wohl kaum noch bestrittene Tatsache. Ueberstunden kosten Unfälle. Die herausgestellten Umstände erklären es, daß im Jahre 1912 die Zahl der Unfälle nicht nur sich verminderte, sondern in bedenklicher Weise zunahm. Die Zahl aller Unfälle be- trug im Berichtsjahre 742 422 oder 25 838 mehr als im Jahre vorher und 69461 mehr als im Jahre 1910. In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der versicherten Personen(abzüglich 3 Millionen doppelt Versicherter) von rund 24 559 999 auf 25 499 999 oder um 3,4 Proz. gestiegen. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Unfallverletzten um nicht weniger als 10,3 Proz. Schon diese einwandfreien Angaben, die sich aus den Nachweisnngen der Berufsgenossenschaften ergeben, lassen keinen Zweifel darüber, daß es init dem Ar- beiterschutz in Deutschland jammervoll bestellt ist. Einen überzeugenden Anschauungsunterricht darüber bietet weiter die nachfolgende Zusammenstellung der Unfälle in den letzten 101,3 Millionen Verletzte, 21/3 Mlliionen Schwerverwundete und 167 638 Tote! Das sind die Opfer, die auf dem Schlacht- felde der Arbeit dargebracht worden sind. Millionen von Unglücksfällen hätte vorgebeugt werden können. Millionen von Menschen hätte mau Leiden und Qualen erspart, vor gesundheitlichen Schäden bewahrt, ihnen die gesunden Glieder und vielen Tausenden das Leben erhalten bei nur einigermaßen ausreichender, dem �Stande der Technik und Gewerbehygiene entsprechenden Schutzeinrichtungen. Dazu gehört auch der Ausbau der Gewerbeinspektion, vor allem nach der Richtung, daß Kontrolleure, aus den Reihen der Arbeiter und Arbeiterinnen frei gewählt, eingestellt werden. Aber die herrschende Gesellschaft versagt den notwendigen und möglichen Schutz. Sie ist daher verantwortlich für das fortgesetzte Hinauffchwellen der Unheilsziffer, für die er- schreckende Vergrößerung des Heeres der Krüppel, für die Vermehrung der Todesopfer, der Witwen und Waisen. Manche der Verantwortlichen geraten gar wohl noch in sitt- liche Entrüstung über den„Leichtsinn der Arbeiter" und die sündhafte Rentensucht Unfallverletzter, wie sie Wissenschaftler nach der Art des Professors Beruhard so lebendig schildern, daß man glauben könnte, Arbeiter verlangten geradezu danach, durch Unfall zum Krüppel zu werden, nur um in den Genuß einer Rente zu gelangen. Wenn das wahr wäre: welche furchtbare Anklage gegen die herrschende Gesellschaft läge darin!_ Sind Sie auch gesund? Viele Prinzipale glauben durch diese an neu zu engagierende Angestellte gerichtete Frage eine gewisse Gewähr für Vermeidung der Arbeitsunfähigkeit zu erlangen. Daß diese Gewähr indessen sehr zweifelhafter Natur ist, zeigte ein vor der 2. Kammer de? Berliner Kaufmannsgerichts jetzt verhandelter Fall. Der von der erkrankten Angestellten verklagte Chef stützte sich auch auf die Tatsache, daß das junge Mädchen ihm beim Engagc- ment auf die Frage, ob es auch gesund sei, ausdrücklich mit„Ja- wohl" beantwortete. Wenn nun das Mädchen in der vorigen Stellung au hochgradiger Bleichsucht und Blutarmut erkrankte und nach wenigen Monaten in der neuen Stellung wegen derselben Krankheit wieder fehlen müsse, fo sei die Bejahung der Frage nach der Gesundheit nicht mit der Wabrheit in Einklang zu bringen. Ein Prinzipal müsse doch in der Lage sein, bei Neuengagements den wahren Gesundheitszustand der Angestellten zu erfahren. Werde er nach dieser Richtung falsch unterrichtet, so liege ein Irrtum in der Person des engagierten Gehilfen vor, und das Engagement fei wegen Irrtums anzufechten. Zur Verhandlung hatte das KaufmannSgericht den Sanitäts- rat Dr. M., der das junge Mädcken seit längerer Zeit behandelt, als Sachverständigen geladen. Dieser bekundete, daß bei der Patientin eine ungewöhnlich starke Anämie vorlag, die absolute Arbeitsunfähigkeit bedingte� Wenn Klägerin die Frage:„Sind Sie gesund?" bei ihrer Vorstellung mit„Ja" beantwortete, so lasse das keinesfalls die Schlußfolgerung zu, daß sie den Beklagten belogen habe. Sie kann sich zu der fraglichen Zeit sehr wobl ganz gesund gefühlt haben, wie es überhaupt gar nicht zu den Selten- heiten gehört, daß Personen innerlich ernstlich krank sind, ohne es selber zu wissen. Der Sanitätsrat führte aus seiner Praxis Fälle an. bei denen Patienten nicht wahr haben wollten, daß sie krank sind, während der objektiv ärztliche Befund dies in zweifelsfreier Weise ergibt. Die Beantwortung der Frage:„Sind Sie gesund?" von feiten eines Laien ist daher vom ärztlichen Standpunkte aus so gut wie bedeutungslos.— Auf Grund dieses Gutachtens wurde der Beklagte zur Zahlung des Gehalts während der Krankhcitszcit verurteilt. ist jetzt bereits das„sine qua non" der herrschenden Hode. Und in Verbindung mit dem blusenartigen Jachett ist die Tuniha nicht nur äusserst kleidsam, sondern passt sich auch in Idealer Weise jeder Grösse und jeder Figur an. Schon die nebenstehenden drei Ab* bildungen werden Ihnen beweisen, dass wir der Situation wieder vollkommen gewachsen sind. Denn wie immer bringen wir diese schöne Mode nicht nur in überwältigender Mannigfaltigkeit, sondern auch unserem Prinzip getreu gleich zu Anlang der Saison zn Allen zugänglichen Drei typische Formen! Cotels-Kostüm au« vorzüglicher Ware In blau, grün und bleu mit schönem «eld. Schottenschal auf Seide 31 78 Elegante Fasson, durch den schönen Seidenschal ganz besonders effektvoll wirkend, auf Seide 3775 Der neu« karierte Stoff, elegant ver- arbeitet aum neuen modernen Fasson, auf Seid« 29 50 Königstrasse 33 «. Bhf. AleM&derpl. Chausseestrasse 113 >«i» Stettiner Vahnhot Senatags geschlossen. — Verantwortlicher Redakteur: aifteb Wielepp. Neukölln. Für den Inseratenteil derantw. Th.«locke. Verlin. Druck u.Verlag:VorwSrtAv«chdruckerei u. Verlagßanßalt Paul' Singer& So, Berlin SW, Jr. 70. 31. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt ROTE WOCHE NACH WALTER CRANE ☆☆☆☆ Trotz alledem! Die Polizei hat schwere Tage: Die„ Rote Woche" hat Aber wie der Hydra für jeden abgeschlagenen Kopf es ihr angetan. Erst war es die Fassung des Plakats, zwei neue nachwuchsen, so ging es auch hier. In der Nacht welches die Frauenversammlungen am Sonntag ankündigen zum Mittwoch kamen uns die Heinzelmännchen zu Hilfe. follte. Die Tagesordnung: Heraus mit dem Gespenstisch huschten sie hin und her und bald prangten an Frauenwahlrecht! klang gar zu alarmierend. Häusern, Straßenecken, an Zäunen und an Bäumen Zettel Schließlich wurde auf Beschwerde hin gestattet zu sagen: mit der Aufschrift: ,, Das Frauenwahlrecht" oder„ Besprechung über das Frauenwahlrecht". Nicht gehindert werden konnte, daß in den Sonntagsversammlungen laut und vernehmlich die Forderung erklang: Heraus mit dem Frauenwahlrecht"! Es konnte auch nicht verhindert werden, daß dort, wo Naud u. Hartmann kein Monopol hatte, die Plakate mit der Herrn Jagot ärgernden Aufschrift angeklebt wurden. Mit den anderen Plakaten, welche die Aufforderung zum Eintritt in die Wahlvereine und zum Abonnement auf Das Anschlagen des Plakats für die Rote Woche wurde den Vorwärts" enthielten, ging es nicht viel besser. polizeilich verboten! Durften sie nach dem Machtwort Jagows nicht in den Schaufenstern ausgehängt werden und wurden sie selbst nicht einmal an den Wänden der Lokale geduldet und von PolizeiEs enthielt die Aufforderung: beamten eingeſammelt, ſo dauerte es nicht lange, prangte Tretet den Wahlvereinen der Inhalt dieser Plakate am Sonntag früh bereits auf der ersten Seite des Vorwärts". Der„ Vorwärts" ist aber eine Zeitung und kann beim besten Willen nicht unter das etwas am Zeuge flicken, der das Sonntagsblatt im Zubei, werdet alte Blakatgeſetz gebracht werden; man kann niemandem Abonnenten des„ Vorwärts sammenhang öffentlich aushängt. Nun richtet sich wieder An einem Hause am Kottbuser Ufer, in dem sich der Polizeieifer gegen diese Sonntagsnummer mit der dem ein Polizeirevier befindet, klebte dieser Anschlag ganz einPlakat nachgedruckten Inschrift. Anscheinend erinnert trächtig neben der polizeilichen Ankündigung: Ausgabestelle der Lapidarstil zu sehr an Jagows berühmten Anschlag: für Quittungskarten! " Ich warne Neugierige!" Donnerstag. 12. März 1914. Parteiangelegenheiten. Jugendsektion des 5. Kreises. Genoffinnen und Genossen! Benügt die Rote Woche zur Agitation für unsere Versammlung am Sonntag, den 15. März, abends 6 Uhr, in Schulz' Festsälen, Königsgraben 2. Vortrag des Genossen Pied:" Der 18. März 1848". Nachdem geselliges Beisammensein. Niemand fehle! Gäste mitbringen! Reinickendorf- West. Der auf heute, Donnerstag, angesezte Vortragsabend fällt wegen der Roten Woche" aus. Der nächste Vortrag findet am Donnerstag, den 19. März, bei Hallmann, Scharnweberstr. 54, statt. Staaten. Sonnabend, den 14. März, 8 Uhr, bei Gnädig: Generalversammlung. Tagesordnung: U. a. Neuwahl des Vor standes. Die Gemeindevertreterwahl findet am Donnerstag, den 19. März, statt und zwar wählt die III. Abteilung von 2-15 Uhr, die II. Abteilung von 5-6 Uhr und die I. Abteilung von 27 bis 7 Uhr. Trotz der ungünstigen Wahlzeit müssen wir alles daran sezen, unseren Kandidaten, den Genossen Karl Schäfer, als den ersten Vertreter unserer Sache in dieses schwarze Dorfparlament zu fchiden. Berliner Nachrichten. Märzſtimmung. Auf den strauchbepflanzten Pläßen und den baumbestandenen Straßen der Großstadt ist nun der Frühling eingezogen. Zaghaft und schüchtern sind vorerst noch seine Schritte. Und doch schwellen die Knospen mit jedem werdenden Tage. Hier und da hat sich bereits ein lichtgrünes, gefälteltes Blättchen aus seiner braunen Umhüllung herausgeschält. Ein paar zarte Halme leuchten in der Mittagssonne am Erdboden. Die Schneeglöckchen sind erwacht, Tausendschön blickt weiß im fümmerlichen Rasengrün, Zwiebelgewächse strecken ihre Triebe und Kinderaugen bestaunen das erwachende Leben in der Natur. Nun macht der Tag wieder der Nacht die Herrschaft streitig. Und wenn auch in fröstelnden Regenschauern grauschmelzende Schneeflocken sich vom Märzsturin erdwärts peitschen lassen, es drängt doch alles zum Lichte empor. Ohne Gewölf ist der Himmel fast nie, bald verhängen ihn graue Schleier, bald haben weiße Wolkenbäusche sein verwaschenes Blau getupft. Und Büsche und Baumkronen heben sich in nur mäßig scharfen Konturen von diesen mehr oder weniger grauen Schleiern ab. Aber die Linien ihrer Ruten haben sich gegen den Winter merklich verändert: sie haben durch die dick geschwollenen Knospen etwas Gezacktes, Anotiges bekommen. Eine feuchte Fruchtbarkeit läßt diese Knospenknoten glänzen und schillern. Und aus dem Erdboden, von dem ihnen Säfte und Kräfte emporsteigen, atmet ein herber und starker Schollenhauch. Die grauen Steinkästen der Mietsfasernen, welche die in ersten Frühlingsschauern sich entwickelnden Bäume und Büsche der Großstadtpläge und straßen rahmen, stehen starr wie immer. Ihre stumpfen Dächer bleiben farblos selbst int Glanze der Mittagsmärzensonne. Ihre schnurgerade gezogenen Fensterreihen haben zu allen Jahreszeiten das gleiche Gesicht. Nur das Leben der Straße ist ein anderes geworden. Ein Kinderlärmen durchjauchzt wie Vagelsang den Straßenpfad durch die städtische Steinwüste. Sie spielen die uralten Frühlingsspiele, tollen und jagen, fingen und springen. Eine Taubenschar probt hoch über den unschönen Dächern kreisende Flüge. Auf einem Schornsteinrand fißt ein kleiner Vogel und schmettert in den sinkenden Tag hinaus sein jubelndes Ried. Der Lärm der Straße läßt nicht allzu viel davon vernehmen. Automobile sausen, die Wagen der Elektrischen rasseln und rattern. Ein halbes Dugend blondköpfiger Kinder aber hat sich zum Ringelreigen die Hand gereicht, und eine helle Mädchenstimme singt:„ Macht auf das Tor, macht auf das Tor, es kommt ein goldner Wagen!. Stimmungsmache gegen die Rote Woche. Die Rote Woche hat es manchem angetan. Gilfertige Federn find bemüht, in der gegnerischen Presie die Werbeaktion unserer Partei zu verunglimpfen. Der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie wirft Flugschriften mit den schlimmsten Schmähungen gegen uns in die Massen; andere Gegner haben an Häuser Bettel angeklebt, auf denen zu lesen steht:„ Die Rote Woche findet nicht statt." Und zahlreiche Schmähfarten und Zuschriften aus dem gegnerischen Lager flattern auf unsern Redaktionstisch. " Jetzt wird ein Vorfall gegen uns auszunuzzen gesucht, der sich in Charlottenburg ereignet hat. Es wird berichtet, daß in der letzten Nacht vom Dienstag zum Mittwoch das Kaifer. Friedrich Denkmal auf dem Luisenplatz vor dem Schloß mit der Aufschrift: Rote Woche", bersehen worden sei. Diefe Aufschrift soll etwa 2 8oll groß und mit rotem Anilinfarbstoff aufgetragen worden sein. sein. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung nahm der Oberbürgermeister das Wort und berurteilte in scharfen Worten diese Besudelung des Denkmals. Und der Polizeipräsident von Charlottenburg sah sich veranlaßt, einen öffentlichen Anschlag anzubringen, in welchem er zur Ermittelung des oder der Täter 1000 M. Belohnung aussetzt. stehen unter dem Schutz der Deffentlichkeit und sollen vor jebent Auch wir bedauern den Vorfall lebhaft. Deffentliche Kunstwerke Angriff bewahrt bleiben. Auffallen aber muß immerhin der Eifer, mit dem der Vorfall auszunuzen versucht wird. Die Belohnung An verschiedenen Stellen lauerte die Gefahr diesen für die Ermittelung des Täters erfolgt in solcher Höhe sonst nur flinken, fleißigen Menschen, die sogar über Kleiſtertopf und bei Kapitalverbrechen. Jedenfalls hat der Urheber den Gegnern Pinsel verfügten, auf. Zu Fuß und auf Stahlroffen hatten der Roten Woche einen großen Gefallen getan. Ob das gar be ab. sich die Abgesandten Jagows eingefunden und bracjten ihre zahlreichen Opfer nach den Polizeiwachen. Mes umsonst! An die Stelle des einen traten andere. Und am gestrigen Morgen lachte Berlin; lachte über die neueste Phase der Roten Woche, die einzig und allein auf Jagows Konto zu setzen ist. Wie uns berichtet wird, waren Polizeibeamte wieder auf den Beinen, um den vermaledeiten Vorwärts" vom Sonntag in eine dunkle Ecke zu balancieren. In einem Falle wurde einem Zeitungsspediteur gesagt, er möge den ,, Vorwärts" vom Sonntag aus dem Ladenfenster nehmen; eine vom Präsidium eingetroffene Depesche verbiete das Much bei Restaurateuren erschienen Polizeibeamte mit der Aufforderung, ihnen den Vorwärts" vom Sonntag auszuliefern, er dürfe nicht ausgehängt werden. Das ist falsch. Die Polizei hat kein Recht, den Vorwärts" zu beschlag- Heute geht die Arbeit weiter! Heute muß nachgeholt nahmen, denn einer Beschlagnahme kommt die Maßnahme werden, was bisher noch versäumt wurde. der Polizei gleich. Ihr Verhalten ist ungesetzlich! Ganz muß die Arbeit vollendet werden! Trotzdem und trotz alledem! fichtigt war? Vom Berliner Milchkrieg. In dem Streit zwischen den Milchproduzenten der Mark Branden. burg und den Milchpächtern aus Berlin und Umgegend spielen die fleinen Milchhändler eine besondere Rolle. Sie find Ab nehmer der Milchpächter und befinden gegenüber ihnen fich ungefähr in derselben Lage, wie die Milchpächter gegenüber den Milchproduzenten. Die Milchpächter fürchten, daß die Interessengemeinfchaft märkischer Milchproduzenten sich eine Monopolstellung schaffen will, um dann die Milch nach Herzenslust verteuern zu können. Mehnliches erwarten viele der kleinen Milchhändler von den Milchpächtern, falls es diefen gelingt, die Macht der märkischen Milchproduzenten zu schwächen. In dem Milchkrieg marschiert mit den Milchpächtern ein Teil der fleinen Milchhändler, ein anderer Teil dagegen hält es mit ben Milchproduzenten. Die vereinigten Milchhändler des Ditens bos Berlin sind et, die sich flr die Interessengemeinschaft märkischer Milchproduzeriten erklärt halien. Sie werfen den Milchpächtern iw, das) f i e nach einer Monopolstellung trachten, die ihnen eine Milchverteusrung ermöglichen soll. Auch von der Handels» lammer, die inzwischen in den Streit eingegriffen hat und ihn schlichten will, versprechen sie sich nichts Gutes. Diesp Vermittlerin werde, fürchten sie. nur die Machtgelüste der Milchpächter stärken, was zu einer weiteren Schwächung der kleinen Milchhändler und vielleicht zu ihrer Vernichtung führen müsse. Eine öffentliche Versammlung, die von der Organisation der Milch- Händler deZ Osten? einherufen worden war, sollte dem Zusammen- schluß des gesamten Milchkleinhandels dienen. Nach sehr erregter Diskussion wurde folgende Resolution angenommen:„Die Ver- sanmstung bedauert aus tiefste den vom Verein Berliner Milch- Pächter gegen die Interessengemeinschaft märkischer Milchproduzenten vom Zaune gebrochenen Streit, der nur geeignet ist, die Existenz der Milchhändlerabnehmer zu schädigen. Die Kleinhändler sehen in dieser Interessengemeinschaft ein Unternehmen, das regelnd in die Milchversorgung Berlins eingreifen kann, ohne eine weitere Verteuerung der lKilch, wie sie von den Berliner Milchpächtern seit Jahren geplant wird, hervorzurufen. Die Versammlung erwartet eine Herabsetzung der Einkaufspreise des MilchkleinbandelS durch die Pächter und steht jeder Verteuerung der Milch feindlich gegenüber." Bei diesen Kämpfen zwischen Milch- Produzenten und Milchpächtern oder zwischen Milchpächtern und kleinen Milchhändlern hat der Konsument begreiflicherweise vor allem den Wunsch, daff nicht ihm die Milch verteuert wird. Ob die Verteuerung ihm von der Milchproduktion oder von dem Milch- vertrieb droht, daS macht für ihn keinen Unterschied auS. Auf ihm bleibt zuletzt jede Preiserhöhung hängen und er ist es, der den LebenZmittelverteuerern den höheren Profit heranschaffen mutz. Städtische Hochbaudeputation. In der letzten Sitzung der Deputation gab Stadtbaurat Hoffmann eingehende Auskunft über den gegenwärtigen Stand derjenigen Bauausführungen, die der Hochbauverwaltung unterstellt find und die infolge der herrschenden Arbeitslosigkeit besondere Förde- rung erfabren sollten. Im Bordergrund stehen dabei die umfangreichen Schul- baute ir. Bier Gemeindedoppelschulen und eine dreifache Schul- anlage sind in letzter Zeit fertiggestellt und befinden sich in der Ab- rechnung. Bis zum 1. April werden fertiggestellt die Baugewerks- schule, eine Gemeindedoppelschule mit Hilfsschule sowie vier grötzere ErgänzungSbauten älterer Schulanlagen und die Neubauten der Er- ziehungSanstalt Lichtenberg, wo alsdann mit den Umbauten be- gönnen wird. Am 1. Oktober werden vollendet die Webeschule, eine Pflichtfortbildungsschule und drei Gemeindedoppelschulen. In der Ausführung begriffen und spätestens bis 1. April 191S fertig- gestellt folgen weiter ein Gymnasium, eine Realschule, eine Oberrealschule, 4 Gemeindedoppelschulen und 3 grötzere ErgänzungS- bauten. Projektiert werden augenblicklich IS Schulneubauten, von welchen der grötzte Teil im laufenden Jahre in Angriff genommen wird. Teils in der Ausführung, teils in der Projektbearbeitung find 4 Badeanstalten, 8 KrankenbauSbauten. 3 Feuerwachen, die Erweite- rungSbauten der Zentrale Buch, die Friedhofsbauten in Buch, ein Verwaltungsgebäude in der Badstratze, die grotzen Neubauten auf dem Schlachthof, die Grotzmarkthalle, die Bebauung des Insel- speichergrundstücks usw. Bi» zum Frühjahr ISIS werden fertiggestellt 15 grotze Schulneubauten und 7 umfangreiche Erweiterungsbauten älterer Swul- anlagen, die IV. Irrenanstalt in Buch, das Leichlkrankenhaus Johannisstift, die neuen Personalgebäude im Krankenhaus am Friedrichshain, das Kaffer- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkranken- Haus, die Um- und Neubauten der Hauptfeuerwache in der Linden- strotze. tu den letzten Monaten sind Tischlerarbeiten für 1 200 000 M. uSführung gegeben, die später in den Bauten Verwendung finden sollen. Es ist anerkennenswert, daß die Hochbauverwaltung daS im Herbst borigen Jahres gelegentlich der ArbeitSlosendebaUen vom Stadtbaurat in der Stadtverordnetenversammlung gegebene Bau- Programm durchgeführt hat und das mit grötzerer Beschleunigung gearbeitet worden ist, als im allgemeinen angenommen wurde. illein die Hochbauverwaltung darf es nicht dabei bewenden lassen, nur die Neubauten zu fördern. zu ihren Obliegenheiten gehört auch die Instandhaltung älterer Baulichkeiten auf den städtischen Grundstücken, besonder« die Unterhaltung der vielen Schulen. Leider mutz hier konstatiert werden. daß viele derselben sich in einem Zustande befinden, welcher der Stadt Berlin keine Ehre macht. Bei den alljährlichen Bauberei- sungen werden jedesmal viele dringend notwendige Renovierungen der Klassenzimmer, der Korridore, Trevvenhäuser und Fußböden, der Anstrich von Fenstern und Türen zurückgestellt, weil die im Etat angesetzten Mittel nicht ausreichen. Pflicht der hier zuständigen Baubeamten dürfte eS fein, rücksichtslos der Schuldeputation klar zu machen, was vom bautechnischen Standpunkt olljährlich an Erneue- rungen notwendig ist. um auch unsere älteren Schulen in einem einwandfreien baulichen Zustande zu erhalten. Die Markthallen-Deputatiou genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig das Bauprogramm und die Skizze für den Neubau der Grotzmarkthalle an der Beufielstratze und beschloß, nunmehr die Bauverwaltung, um die Ausarbeitung des Vorprojektes zu ersuchen. Aufnahme in die Heimstätten. In der gestrigen Sitzung des Kuratoriums der städtischen Heim- stgtten wurde eine Neuregelung dcö Aufnahmeverfahrens beschlossen, nach welchem dasselbe in kürzerer Zeit bewerkstelligt werden soll. Ter Vorstand der Heimstätten wird sich zu diesem Zweck mit der Landesversicherungsanstalt und der Ortslrankeukaffe zu gemeinsamer Beratung vereinigen. Auch wird man sich mit der Armendireklion zum Zwecke anderweiter Festsetzung des bisher üblichen Verfahrens ins Einvernehmen setzen. Dieser Beschlutz ist nur zu begrüßen. Wie wir hören, soll in Zukunft dafür Sorge getragen werden, daß Patienten, besonders Frauen, so rechtzeitig von ihrer Aufnahme in die Heimstätte Kenntnis gegeben'wird, daß sie noch Zeit haben, ihre Angelegenheiten in der Familie zu ordnen. Unsere kürzlich in dieser Sache veröffent- lichte Beschwerde tst demnach als berechtigt anerkannt worden; sie ist die Ursache zu dem gefaßten Beschluß. Frauen in der Waiscnpflege. Die Stadtverordneten Cassel und Genossen haben der Berliner Stadtverordnetenversammlung folgenden Antrag zu Nr. 3 der Tagesordnung der heute stattfindenden Sitzung unterbreitet:„Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen. den Magistrat zu ersuchen, unter Abänderung der bestehenden Organisation, die Waisenpflcge durch eine be- sondere.selbständige Abteilmig der Armendirektion verwalten zu lassen und zwar derart, daß auch Frauen als stimm- berechtigte Mitglieder dieser neuen Organisation gewählt werden können. Die Versammlung ersucht ferner, der Magistrat wolle zur Verwaltung des Fürsorgewesens Frauen als nicht stimmberechtigte Mitglieder hinzuziehen". Herrenlose Sparkaffenbücher. 103 Sparkassenbücher mit Guthaben sind soft 30 bezw. 35 Jahren hei der Berliner Sparkasse nicht vorgelegt worden. Bei 85 Büchern erlischt in sechs Monalen das Anrecht der Sparer an diese Guthaben und bei den übrigen hört nur die Verzinsung der Guthaben auf. B rilla nt end ieb stahl. Mit einem großen Brillamendiebstahl beschäftigt sich zurzeit die hiesige Kriminalpolizei. Es Handell sich um Schmucksachen im Werie von 22 800 M., die auf gehemmisvolle Wesse der Frau des Groß- kaufmannS Rudolph Hertzog in ihrer Wohnung in der Lichtenstein- Allee 3 gestohlen worden sind. Außer einer Brillambroche im Werte von 18 000 M. und einem Plattnringe, der 4800 M. wert ist, stahl der geschickte Dieb, von dem bis jetzt noch jede Spur fehll, sechs Einhimdertmarlfcheine. Alle Nachforschungen nach dem Täter und dem Verbleib der wertvollen Brillanten waren bis jetzt erfolglos. Auf die Wiederherbeischaffung der kostbaren Sachen ist eine Be- lohnung von 4000 M. ausgesetzt. Falsche Leichenrekognoszierung. Aus dein Torfgraben im Grunewald gelandet wurde vor vier Wochen die Leiche eines unbekannten Mannes, die schon längere Zeit im Wasser gelegen hatte. AuS den Kleidungsstücken des Toten glaubte man feststellen zu können, daß eS sich um den 35 Jahre alten Arbeiter August Schulz aus der Christstratze in Charlottenburg handelte, der von der dortigen Kriminalpolizei wegen Totschlags ge- sucht wurde. Als solcher wurde der Mann daraufhin auch beerdigt. Nun wurde vorgestern an der Charlottenburger Brücke die Leiche eines Mannes auS dem Spandaucr Schiffahrtskonal gelandet, in dessen Taschen man die Sterbeurkunde der erschlagenen Frau Schulz aus der Christstratze fand. AIS daraufhin Angehörige der Frau der Leiche gegenübergestellt wurden, erkannten sie in dem Toten den von der Polizei gesuchten Arbeiter Schulz bestimmt wieder. Die erste Rekognoszierung, die ebenfalls von Leuten, die den Mann kannten, gemacht wurde, war also irrig. Wer der im Torfgraben gelandete, jetzt wieder unbekannte Mann sein kann, weiß man bis jetzt noch nicht. Der Arbeiter Schulz hatte feine Frau, die sehr fleißig und ordentlich war und für den LebenZumerhalt sorgte, fortgefetzt miß- Handell und zwar so schwer, daß sie nack> dem Krankenhaus gebracht werden mutzte, wo sie bald verstarb. Die Leichenöffnung ergab, daß eine Schädelverletzung, die ihr Mann ihr beigebracht hatte, die Todes- Ursache war. Schulz sollte daraufhin verhaftet werden, war aber verschwunden, als man zu diesem Zwecke seine Wohnung aufsuchte. Feuer in der Jndnstriestätte„Luisenhof". Durch dreifachen Alarm wurde die Feuerwehr gestern abend kurz nach Ofiz Uhr nach der Jndustriestätte.Luisenhof" in der Dresdener slratze 34,36 gerufen, wo im vierten Stock eines Fabrik- gebäudeS in der Metalllchlefferei und galvanischen Anstalt von R o b e r t N o a ck Feuer ausgebrochen war. Die Flammen hatten rasch um sich gegriffen und auch schon einen Teil der Decke zum Dachstuhl erfaßt. Die Wehr gab sofort kräftig Wasser, und eS ge- lang in verhälmiSmäßig kurzer Zeit, die Gefahr zu beseitigen. Ein Teil der Schleiferei ist zerstört, doch tritt bei der Firma keine Betriebsstörung ein. Da der Brand sich in der Decke zum Doch- stuhl festgesetzt Halle, mutzte diese in erheblichem Umfange eingerissen werden. Die Ursache des Feuers ist nicht ermittelt, da bei Aus- bruch des Brandes niemand mehr in der Schleiferei anwesend war. Nach einstündiger Tätigkeit konnte die Wehr die Brandstelle wieder Verlaffen._ Im Untersuchungsgefängnis erhängt hat sich der Klempner May, der kürzlich in der Quitzowstraße bei einem Wohiiungseinbruch aus frischer Tat ertappt und festgenommen worden war. Bei der Ver- nehmung stellte sich heraus, daß er eine ganze Reihe von WohnungS- einbrüchen in Moabit ausgeführt hatte. Weil der Verhaftete nun schon mit ZuchthauS vorbestraft war, fürchtete er, wieder diese Strafe zu bekommen. Um diefec Bestrafung zu entgehen, knüpfte er sich am 27. v. M. in der Arrestzelle des Polizeipräsidiums auf. Er wurde jedoch von Beamten rechtzeitig aufgefunden, abgeschnitten und, da er schon gelitten batte, nach der Chantö gebracht. Dort völlig geheilt, wurde er in das Unter iuchungsgesängnis eingeliefert. Hier gelang e« ihm nun, in feiner Zelle fein Vorhoben, seinem Leben'ein Ende zu machen, auszuführen. AIS man ihn dort auffand, war er schon tot. Er halle sich erhängt. Bon einem Kraftomnibus überfahren und getötet wurde, aestern abend kurz nach 7 Uhr auf dem Leipziger Platz eine noch unbeiannte Frau von etwa 45 Jahren, die einen Stelzfuß hat. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schaubause gebracht. Die Verunglückte ist etwa 1,55 Meter groß, hat meliertes Haar und trug einen braunen Hut mit Federn, ein schwarzes Jackett, einen graugestreiften Rock, eine schwarze Tüllbluse, eine bunte Federboa und in der Hand eine schwarze Tasche. 7. Berliner Sechstage-Rcnnea. Der Unfug im Sportpalast ist zu Ende. Es war wie bisher die übliche Jagd nach den von einigen Zuschauern ausgesetzten Prämien, die das Feld zu Kämpfen ver- anlatzte und besonders in den Nachtstunden zu bewegten Szenen Anlaß gab. Das Ziel, dem Felde eine Runde abzunehmen für daS 1000 M. Prämien ausgesetzt waren, scheiterte und erst die letzten Tage brachten eine Verringerung der Spitzengruppe. Arn vierten Tage wurde das amerikanssch-australische Paar Fogler-Mac Namara. die Belgier DebaelS-Buysse und die Deutschen Pawke-Marx über- rundet; letztere beiden Paare fielen noch weiter zurück und sollten am Beginn des fünften Tages ausscheiden. Hierbei gab es grotzen Tumult, den der Manager Thormann hervorrief, der seine Fahrer durchaus im Rennen behalten wollte. Dieser Tag brauchte auch das Ausscheiden der Franzofen Brocco-Poulain. Die bis dahin gut gefabrenen Straßenfahrer Aberger-Techmer und Weise-Hafchke fallen zurück. Erstere bleiben nach emer Bestrafung noch in der Spitze. nehmen aber am Endkampf nicht teil. DaS Ergebnis des R.nnenS wurde durch neun Läute über je 20 Runden ermittelt. Zu diesen traten die Paare Saldow-Lorenz, Rült-Stellbrink, Stol-Miquel und Moran-Root au. Siebenmal gingen Saldow-Lorenz als Erste über daö Band, und zweimal als Zweile und errangen somit den Sieg im ganzen Rennen. Ergebnis: 1. Saldow-Lorenz; 2. Stol-Miguel; 3. Rütt-Stellbrink; 4. Moran-Root; 5. Fogler-Mac Namara, 1 Runde; 6. Stabe-Packe- busch, l Runde zurück.> Lerloren gegangen ist der Dusnahmegebühren-OuittungSblock Serie 8 Nr. 581—540 der„Vollsfürsorge", Gcwertschafllich- Genossenschaftliche Persichorungsoltiengesellnbaft Hamburg. Falls.derselbe ge- funden wird, wird gebeten, denselben bei der Rechnungsstelle 1, Berlin LO 16, Engelufer 18, abzugeben. Bis dahin wird der Block als ungültig erklärt. Die Ortsgruppe Berlin des Ardeiter-RadfahrerbuudcS„Soli- darität" veranstaltet am Sonnabend, den 14. März, in sämtlichen Festiälen der Neuen Welt. Hasenheide 103— 114, ein Bayerisches Kirchweibfest. ES findet unter anderem eine Gratisverlosung statt (diverse Gewinne im Gesamtwert von 200 M.). Anfang 8 Uhr abends. Eintritt SO Pf. inklusive Tanz. Näheres im Inserat am Freitag»m„Vorwärts". Kleine Nachrichten. Selbstmord verübt haben gestern zwei Männer, der 41 Jahre alte Heizer Julius W. aus der Kopenhagener Straße und der 52 Jahre alte Zimmermann Hermann L. aus der Grenzstraße. Beide wurden von ihren Angehörigen tot aufgefunden. W. hatte sich mit Gas vergiftet, L. in der Küche an der Türklmke erhängt._ Vorortnachrichten. Schöneberg. Anläßlich der Einweihung des neuen Rathauses veranstaltet die Schöneberger PflichtfortbildungSfchule mit ihren angegliederten freiwilligen Fachkursen unter Beteiligung deS Handwerks in der Aus- stellungshalle des neuen Gebäude» vom 28. d. N. bis einschließlich 1. April d. I. eine Ausstellung der Arbeiten ihrer Schüler, zu deren Besichtigimg eingeladen wird. I Neukölln« Bei de« vom Arbeiter-Wanderbund in Bartschs Festsälen veranstalteten Lichtbildervortrage ist ein Metallarbeiter- Notizkalender mit wichtigem Inhalt gesunden worden. Abzuholen ist. derselbe bei Paul Wagner, Neukölln. Edmundstr. 10. Friedrichshagen. Die Ergänzungswahlen sür die 3. Abteilung finden am Sonn» tag. den 15. März, vormittags von ll'/z Uhr bis nachmittags SV., Uhr statt. Die 3. Abteilung wählt in' zwei Bezirken. DaS Wahllokal für den 1. Bezirk ist.Restaurant Eiskeller." Friedrich- straße 36/97, und sür den 2. Bezirk Restaurant Eonrad, Friedrich- straße 137. Unsere Kandidaten sind die bisherigen Vertreter Genosse Hans Miele für den 1. Bezirk und Genosse Otto Stephan sür den 2. Bezirk. Fredersdorf a. b. Oslbahn. Auf zur Gemcindewahll Morgen Freitag, den 13. März. finden die Wahlen im Gasthof Gronau statt, und zwar wählt die drille Abteilung nachmittags von 2 bis 4 Uh.r. Kandidat ist Ge- nosi'e Konrad W ü n I ch m a n n. In der zweiten Abteilung, die von 4Vz bis K»/3 Uhr wählt, kandidiert Genosse Otto W i l i n s k i. Die erste Abteilung wählt von 53/4 bis 61/« Uhr; sozialdemokratischer Kandidat ist hier Genosse Franz D u n k e r. Die in der gestrigen Nummer deS �Vorwärts" auf die Wahl Bezug nehmende Notiz war unter dem Ort. Friedersdorf"(Kreis Beeslow) vermerkt. Ter aufmerksame Leser wird gewußt haben, daß die in dem Bericht behandelten Dinge unter Fredersdorf gehörten, zumal ja auch von Fredersdorfer Wählern die Rede war. Petershagen bei Fredersdorf. Zu der heute nachmittag 2 Uhr beginnenden Gemeindevertreter- wähl wollen die Wähler' so zahlreich als möglich bereits um 3lfi Uhr im Wahllokal anwesend sein, um auf die Besetzung des Wahlbureaus Einfluß zu erlangen. Wannsee. Heute Donnerstag ist die Ergänzungswahl zur Gemeindevertretung in der drillen Klaffe. Zu wählen sind zwei Vertreter. Die Gegner machen die größten Anstrengungen, um zu verhindern, daß die Sozialdemokratie in dem Gemeindeparlament vertreten ist. Gestern wurden Flugblätter und Plakate verteilt, unterzeichnet von säst sämtlichen bürgerlichen Vereinen, voran die Freiwillige Feuerwehr. der Kriegerverein usw. Die Mitglieder dieser Vereine wissen aber nichts von dieser Unterschrift. Was doch die Angst vor der Sozial- demokralie alles zuwege bringt. Morgen Freitag ist Ersatzwahl in der dritten Klasse. Zu wählen ist hier«in Vertreter. An beiden Tagen findet die Wahl im„Reichsadler" von 5— 8 Uhr stalt. Jeder tue seine Pflicht. Potsdam. Tie letzte Stabwerordnetensivung wählte den Magistratsassessor Dr. Lipphardt zum besoldeten Stadtrar. Ter im vorigen Jahre für die Tclwwer Vorstadt eingeführte Gemüsemarkt wird erweitert. da er den Bedürfnissen der dortigen Anwohner nicht Rechnung trägt. Es sollen daselbst auch Butter, Käse. Eier. Räucherwaren und dergleichen mehr, verkauft werden.— Das städtische Museum unter» stand bisher der Verwaltung des Museumsvereins. ES ist jetzt rn den Besitz der Stadt übergegangen und soll vom Magistrat eine besondere V erwal: ungSabteflu n g bierfür eingerichtet werden. Ferner wurde eine Reihe Etats durchberaten und genehmigt. Bei dieser Gc- legenheit wies der Oberbürgermeister datauf hin, daß die Finanzen der Stadt äußerst gute seien. Besonderen Wert legte er aus das An- sammeln von Fonds. Bor allen Tingen müßten in Zukunft alle Luxusausgaben vermieden werden. Wenn diese Ausführungen bei- fällig aufgenommen wurden, so war man bald darauf erstaunt, zu hören, daß eine Luxusausgabe in Gestalt von 500 M. bewilligt werden sollte, und zwar zu einem Ehrenpreis für den Potsdamer Reiterverein, dem nur Prinzen und feudale Herren angehören.! Selbstverständlich wurde diese Summe bewilligt, weil eS die Stadt Potsdam ja. für eine Ehrenpflicht.Mt, in einem guten VcrhältmS; zu den höheren Offizieren zu stehen. Vom Auw totgefahren. An der Ecke der Nauener Straße an der Mittelstratze wurde gestern nachmittag der am 23. März 1911 geborene Sohn des Kutickiers Lindenau von einer Aulodroschke über- fahren und so schwer verletzt, daß er auf dem Transport nach dem Kranlenhause seinen Verletzungen erlag. Weihensee. Ein zweifelhafter Selbstmord beschäftigt gegenwärtig die Kriminal- Polizei. In dem Hause Lebderstr. 94 wohnte sell längerer Zeit der Arbeiter NeubauS mir seiner Frau und seinen beiden acht- und l'/zjäbrigen Kindern. Vorgestern mittag verschloß die erst 30 Jahre, alte Frau, als der Mann sich auf seine ArbellSsielle begeben hatte, die Wohnung und brachte das kleinere Kind in dos Vorderzimmer/ während sie den älteren Knaben zu Bekannten geschickt batte. Dann öffnete sie den GaShahn und trank ein größeres Quantum Salz» säure. Als der Mann am Abend nach Hanse zurückkehrte und ihm auf sein Klopfen nicht geöffnet wurde, drang er gewaltsam in die Wohnung ein. Frau N. lag infolge Gasvergiftung lot auf dem Fuß- boden deö Schlafzimmers, während das kleine Kmd. ebenfalls ohne Bewußtsein, auf dem Sofa des Vorderzimmers lag. Ein herbei- geholler Arzt vermochte daS Kind nach längerer Anstrengung ms Leben zurückzurufen, doch waren seine Bemühungen bei der Mutter vergeblich. Was die unglückliche Frau, die Mutterfieuden entgegen» sah, in den Tod getrieben hat, ist nicht bekannt. Drewitz(Potsdam). Der verschwundene Gemeindevorsteher. Seit dem 28. Februar ist der hiesige Gemeindevorsteher Rother verschwunden. Man be- hauptet, daß Rother, der vor 7 Jahren vom LandralSaml seine« Kreises als Gemeindevorsteher kommissarisch eingesetzt wurde und vor 2 Jahren auf weitere 6 Jahre wiedergewählt wurde, weit über seine Verhältnisse gelebt habe. Bei der Oeffnung deS Geldschranks. der sich unter ausschließlichem Verschluß RotherS befand, wurde nicht ein Pfennig Bargeld gefunden. Der Gemeindevorsteher ist ein Mann von 34 Jahren und hat seine Frau mit zwei unmündigen Kindern zurückgelassen. Wie uns von anderer Seite noch berichtet wird, soll eine amt» lichs Revision überhaupt nicht stattgefunden haben. Seit 1910. seien Abrechnungen nicht vorgenommen worden. Auf mehrmalige Anfragen habe R. erklärt, daß er die Abrechnungen noch nicht alle zusammen habe. Als nun endlich auf Grund einer Beschwerde beim Landrat eine Revisioiv vorgenommen werde» sollte, verschwand das Ort«» oberhaupl. Nach den bisherigen Ermittelungen fehlen 19 000 Mark« Am Sonnabend, den 14. März, finden am Ort die Gemeinde- wählen statt. EZ unterliegt keinem Zweifel, daß wenn die Arbeiter» schaft größeren Einfluß auf die Führung der SmtSgeschäfte gehabt bälte. das nunmehr verschwundene OrtSoberbaupt nicht in belrebiger Weise hätte schallen und wallen können. Die Wahl bietet der werk- tätigen Bevölkerung Gelegenheit, durch die Wahl der sozialdemo- krali'chen Kandidaten sich einen größeren Einfluß auf die Gemeinde» Verwaltung zu sichern. Markgrafpieske«. In de« Schulvorsland wählte die Gemeindevertretung in ihrer. Sitzung die Genossen Wilhelm N i c g e 1 1 und Max Krüger. Der ehemalige Gemeindevorsteher und jetzige VerbaudSschulvorsteher Gallasch gab vor der Wahl noch bekannt, daß die Ersatzwahl deS Genossen Otto GraSnick vom LandratSamt nicht bestätigt worden sei. Die Bekanntgabe dieses RefullatS verfehlte ihre beabsichtigte Wirkung. Die von unseren Genossen präsentierten Kandidaten wurden glatt gewählt. Jetzt hat der Landrat wieder das ent» scheidende Wort. Wie ei auch ausfallen wird, unsere Genossen werden von ibrem Wahlrecht auch bei zukünftigen Gelegenheiten ausgiebigen Gebrauch machru.' Justindusionous 191916 Kleine Notizen. pandan. 1 Alara Körner aus Friedenau vor derselben Straffammer angeflagt. Eingegangene Druckschriften. Spanbauer Wohnungskultur. Die Bohnungsnot macht sich hier Das Hochwasser des Rheins. Der Rheinpegel zeigte am Mitt jegt immer unangenehmer fühlbar. Bon den polizeilich ermittelten Die Angeklagte, Ehefrau eines in der Stubenrauchstraße wohnwoch in Duisburg 6,15 Meter, viereinhalb meter über 47 leerstehenden Bohnungen, aus ein 1 und 2 Stuben bestehend, dürfte haften Drehers, hatte, obwohl sie selbst Kinder hat, bon der dem normalen Stand, eine seit Jahren nicht erreichte Höhe. Durch auch nicht eine mehr unvermietet sein. Zahlreichen Arbeiterfamilien ist Waisenpflegerin von Kurowski die fünfjährige Marta Borschte, das Hochwasser ist der Betrieb in den Häfen von Duisburg und es bis jetzt noch nicht gelungen, zum 1. April eine Wohnung zu deren Mutter im Krantenhause lag, in Pflege erhalten, wofür sie Ruhrort schwer gestört. In den älteren Zeilen der Häfen sind alle mieten, trotzdem dieselben seit 1. Januar täglich auf der Wohnungs- 15 M. pro Monat erhielt. Wie auch von Zeugen bestätigt wurde, Magazine überflutet. Aus Köln wird ein Sinten des fuche find. Sobald eine leerstehende fleine Wohnung ausgeschrieben war das Kind etwas unsauber und berunreinigte öfter das Bett Hochwaffers gemeldet. Ein Eifersuchtsdrama. In Langendreer erschos der wird, erscheinen innerhalb furzer Zeit zahlreiche Personen bei dem und den Fußboden. Ob dies vielleicht auf eine Kranfheit zurüdbetreffenden Hausbefizer und überbieten sich gegenseitig im Preise. zuführen war, ist nicht festgestellt worden. Als das Kind eines Konsumberwalter Manna aus Eifersucht die unberehelichte BohrEine Anzahl finderreiche Familien, die von Hausbefizern wegen zu Tages wieder das Bett naß gemacht hatte, schlug die Angeflagte, mann aus Hamburg. Nach der Tat entleibte er sich selbst. Großfeuer in einem schlesischen Dorfe. In der niederschlesischen großen Kinderregens abgewiesen worden sind und fast schon die nachdem ihr vorher die Waisenpflegerin den Rat gegeben hatte. Hoffnung aufgegeben haben, zum 1. April eine Wohnung zu finden, sich eine Rute anzuschaffen, mit einem Lederpantoffel blindlings Ortschaft Salisch platte ein Ofen, wodurch das Haus in Brand müffen fich schließlich nun bei der Polizei als obdachlos melden. auf das Kind los, so daß es überall blaue Fleden erhielt. Da geriet. Der herrschende Wind verbreitete das Feuer mit großer Ein ständiges Steigen der Wohnungemieten ist insbesondere auf die Angeklagte sich mit dem Gedanken trug, das Kind der Waifen Schnelligkeit. Siebzehn Gebäude und Stallungen dem Nonnendamm festzustellen, weil dort infolge der andauernden pflegerin zurüdzugeben, war es ihr nun peinlich, daß diese die wurden in Aiche gelegt. Die Feuerwehren von Glogau und den Bergrößerung der Siemenswerte die Wohnungsnot am größten Spuren der Mißhandlung entdeden würde. Auf den Rat der in Nachbarorten, fowie ein Kommando des Glogauer Pionierbataillons ist. Für Stube und Küche werden dort in den Neubauten demselben Hause wohnhaften Kaufmannschefrau Stolz hin wurde waren an der Brandstätte. bielfach 28 Mark verlangt. Immerhin befinden fich nun das Kind einer fast unglaublichen Behandlung unterzogen. Schwerer Grubenunfall. In einer Grube der Campagne die Wohnungen auf dem Nonnendamm in menschenwürdigem Diese Frau Stolz hatte wohl irgendwo gehört, daß bei gana be stürzte ein Arbeiter, der vergessen hatte, die Tür des Förderforbes. Zustande. In der Altstadt aber, insbesondere in der Fischerstraße, stimmten Fällen Alkohol zur Bundbehandlung verwendet wird zu schließen, aus einer Höhe von 25 Metern ab. Er fiel unglüdJüdenstraße, Breiten Straße usw. befinden sich zahlreiche Häuser in und empfahl nun der Angeklagten, dem Kinde, damit die blauen licherweise auf einen seiner Kameraden, dem er den Schädel fa baufälligem Zustande, daß die Räume nicht mehr als Wohnräume Striemen weggehen, eine Alfoholpadung zu machen. Die Angeklagte zertrümmerte. Der Abgestürzte felbst war so schwer verlegt, anzusprechen sind. Richtige Holzbaraden find auf einzelnen Höfen tränkte nun ein Bettlaken mit Brennfpiritus und widelte das baß er bald darauf starb. aufgebaut, wadlige, steile Holztreppen führen nach dem ersten Stod- Rind darin ein. Diese sonderbare Badung wurde am Abend noch werk; in der Stube steht ein eiserner Ofen, die Küche oft ohne einmal wiederholt. Als die Angeklagte dann in der Nacht durch Fenster, die Höfe so eng, daß kein Sonnenstrahl in die Wohnungen das Röcheln des Kindes gewedt wurde, benachrichtigte fie die Frau gelangt. In diefen zum Wohnen ungeeigneten Mäumen Haufen eng Stolz, die es nun selbst mit der Angst zu tun bekam und die zufammengepfercht finderreiche Familien, die schließlich froh find, schleunigste Seranziehung, eines Arztes empfahl. Nachdem das überhaupt ein Unterkommen zu finden. Kind eine Kampfereinsprißung erhalten hatte, wurde es nach dem Schöneberger Strantenhaus geschafft, wo es bald darauf verstarb. Wie der Geh.. Medizinalrat Dr. Flathen, der die Obduktion des Kindes vorgenommen hatte, betunbete, tam als eigentliche Todesrfache eine Alfoholvergiftung in Frage. Nach dem Gutachten. des Sachverständigen tann es sich aber nicht nur um die eine von der Anflage behauptete Mihhandlung des Kindes gehandelt haben. Denn nach dem Befunde an der Reiche wies der Körper an der Brust, den Armen, Rüden und Beinen Striemen und Blutergüsse auf, ferner war das sogenannte Zungenbändchen durchriffen, und zwar hatte die Angeklagte, wie das Kind dem Arzt Dr. Bonin im Krankenhause erzählt hatte, den Mund des Kindes aufgeriffen. Staatsanwalt Schmidt war der Ansicht, daß es sich in dem einen nachgewiesenen Fall um eine Affetthandlung handele. Bezüglich des zweiten Falles stehe der Angeklagten als mildernd zur Seite, daß ihr von der mehr als törichten Beugin geraten worden war, das Kind mit Spiritus zu behandeln. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 150 M. Geldstrafe. Von Rechtsanw. Dr. Mar Sirschfelb wurde darauf hingewiesen, daß es sich in beiden Fällen nur um eine Fahrlässigkeit seitens der bisher unbescholtenen Angeflagten handele, die sich im Merger über die Unart des Kindes zu der Mißhandlung habe hinreißen laffen. Das Gericht nahm auch in beiden Fällen nur eine Fahrlässigkeit an und fah als erheblich strafmildernd an, daß die Angeflagte nur auf den Rat der Frau Stolz hin, die ihr erklärt hatte, daß die Behandlungs methode mit Spiritus völlig ungefährlich sei, jene zweité Tat begangen hatte. Das Urteil lautete auf nur 100 M. Geldstrafe. Was sind echte Havannazigorren Es ist höchste Zeit, daß diesem unerträglichen Zustand ein Ende gemacht wird. Rosenthal. Als Abschluß der Roten Woche" findet am Sonnabend, den 14. März, im Lofal von Milbrodt, Balderfeestr. 5, ein Elternabend statt. Der Gesangberein Freier Männerchor"( M. d. A.-S.-B.) sorgt für den gesanglichen Teil, während die bekannten„ Harmonia" Sänger für Humor und fröhliche Unterhaltung engagiert find, außer dem eine leine Aufführung und Rezitationen. Der Eintritt beträgt 30 Pfennig. Nach Schluß der Aufführungen Tanz. Da der leber schuß für die Arbeiterjugend am Orte bestimmt ist, wird auf eine ftarte Beteiligung gerechnet. Gemeindewahlergebnisse. In Friedrichsthal( Niederbarnum) eroberten unsere Genoffen bei der Gemeindevertreterwahl in der II. und III. Atlasie zwei neue Size. In der III. Klasse brachte die Wahl erst Stimmengleichheit, 42 31 42. 98 Bei der hierauf erfolgten Nachwahl siegte unser Genosse Friedrich Mühe mit 64 gegen 62 bürgerliche Stimmen. Bemerkens vert ist, daß die Gegner bei dieser Wahl 40 Papierfoldaten ins Treffen schiden fonnten. Die Wahl in der II. Straffe brachte unferem Genosse Wilhelm Täge mit 35 Stimmen den Sieg; fein Gegner erhielt nur 14 Stimmen. Nieder Schönhausen. Bei der Gemeindewahl für die II. Abteilung übten von 839 eingeschriebenen Wählern 521 ihr Stimmrecht aus. Siervon erhielten die Kandidaten der Haus befizervereine 387 und 311 Stimmen. Der Kandidat des Beamtenvereins und der Fortschrittspartei erhielt 10 Stimmen. Auf unsere Genossen Breit mann und Müller entfielen 20 und 24 Stimmen. Erstere sind somit gemählt: Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Bernau. Freitag, den 13. d. M., abends 6 Uhr, im Sigungssaale Bruchmühle. Seute Donnerstag, abends 6 Uhr, im Gemeinder bes Rathauses. bureau Nieber Schönhausen. Freitag, ben 18. März, nachmittags 6 br, im Rathause. Diese Sigungen find öffentlich. Jeber Gemeindeangehörige is be redytigt, ihnen als Zuhörer beizumphnen. Jugendbewegung. ,, Arbeiter Jugend". Ein sowohl für die Bigarreninduftric, als auch für weite Streife der Raucherwelt recht intereffanter Prozeß um die Bezeichnung echte Havannazigarren" beschäftigte kürzlich das Reichsgericht. Mit der Bestätigung eines Urteils des Oberlandesgerichts Ham burg hat das Reichsgericht am Dienstag ausgesprochen, daß als echte Savannasigarren" nur solche Zigarren angepriesen werden dürfen, die in Savanna felbft hergestellt sind, nicht aber solche, die in Deutschland fabriziert sind, wenn sie auch teilmeise aus Habannatabat bestehen und ein Havannadeckblatt haben. " Napoleon I." Eine Biographie von A. Fournier. 3 Bände, geb. 10 2. S. Tempeth, Wien, Johann Strauß- Gaffe 6. 10.. Tempsty, Wien, Johann Strauß- Gaffe 6. Backschisch. Der Kölner Polizei- Prozeß 1914. 25 Pf. Gilsbach u. Co., Stöin a. b. Links oder rechts? Hehborn? Staftan? Von einem Laien der fchleswig- Holsteinschen Landestirche. 1,50 M. M. Hansen, Glüdstadt. Kirschners Bücherschat. Nr. 937. Aus der Jugendzeit. Bon 938. Steingräbers Lore. Roman von 2. Eva Gräfin v. Baudifin. 939. linter falscher Flagge. Von R. Müas. Einzeln 20 Pi. Rohmann. Hillger, Berlin W 9. Johann Chriftofs Kinder- und Jugendjahre. Roman von Romain Rolland. 7 M., geb. 8,50. Rütten u. 2oening, Frankfurt a. M. Jugendveranstaltungen. Baumschulenweg. Sonntag, den 15. März, findet der erste dies. jährige Ausflug flatt. Abfahrt 6.38 von Bahnhof Baumschulenweg nach Eichwalde Schmödwig. Bon dort Wanderung nach den Gojener Bergen, Neu- Zittau, Forsthaus utlet, Bernsdorf, Neue Mühle, Königs Wusterhausen. Zu der am Sonnabend im Treptower Jugendheim Fahrgeld 75 Pf. stattfindenden Bersammlung treffen sich die Baumschulweger Jugendlichen um 7 lht am Bahnhof. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2tnben traße 69, born bler Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4½ bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, von 4½ bis 6 Uhr abends ftatt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, benen teine Abonnementsquittung beigefügt ist, serben nicht beantwortet Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde ver. D. 23. 90. Da Sie nach Ihrer Darstellung einen Rechtsbeistand haben, besprechen Sie die Angelegenheit mit diefem. 7.2. 4. 3wei bis dreimal in der Woche je einige Stunden. E. O. 100. Falls un perheiratet etwa 20 M. Cine Beschwerde ist an das Gericht, welches den Bfändungs und leberweisungsbeschluß erlassen hat, zu richten. W. Sch. Ein solcher Anspruch besteht. Der Antrag ist an die Ortsbehörde zu richten. B. G. 27. Es empfiehlt sich ein Antrag auf Erlag eines Rahlungsbefehls, und zwar an das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Streitfrage. Wir empfehlen eine Beschwerde an Schuldner wohnt. R. 2. 14. Falls vereinbart oder regelmäßig den Striegsminister. gewährt wird, ja. Sachsen 17. Eine näher gelegene Handwerferschule ist uns nicht bekannt. Der Besuch derselben befreit nicht von der Verpflichtung, die Fortbildungsschule zu besuchen. P. Sch. 50. 1. Der Rotomotivführer hätte Auspruch auf den Betrag. Damit erledigen sich die Fragen zu 2 bis 4. 5. Die Tochter hat ebenfalls einen Erbanspruch. 8. 103. Das Reichsversicherungsamt ist die lekte nstanz. Otto 11. Ein folches Teftament ist zulässig. Der Mann hätte jedoch Anspruch auf Westend 14. best Pflichtteil, das ist die gälfte des gesetzlichen Erbteils. 1. und 2. Kostenlos. 3. Nein. B. H. 36. Benn es sich um eine Darlehnsforderung handelt, in 30 Jahren. Richard 3. Leider zu spät. Pankow 37. 1. und 2. Nein. 3. Ja. Buchb. 112. Es empfiehlt fich eine Anfrage unter Darstellung des Sachverhalts an das Auswärtige Aus Belgien wird berichtet: Nachbem bereits fürzlich die Amt in Berlin, Wilhelmstraße. 23. S. 88. Ja. 20. St. 24. Auch R. J. 195. Danach Offiziere der Militärreitschule in pern unliebsames Aufsehen er nach dieser Zeit tann eine Bestrafung erfolgen. regt hatten, indem fie in betrunkenem Zustande die Paffanten be- wird nicht gefragt. In dem späteren Verkehr fann Berzeihung erblidt werden. H. 20. Nach brer Darstellung haben Sie Anspruch auf lästigten und einen Polizisten mißhandelten, hat am Sonntag ein Auszahlung. R. B. 16. Die Stajje hat Anspruch auf Zahlung. Es Offiziersschüler auf dem Platz de Broulère in Brüssel muß unter Junehaltung der ftatutarisch en Bestimmungen gefündigt werden. feinen Heldenmut Fewiesen. feinen Heldenmut kewiesen. Ein Korporal der Jäger hatte den Marsjüngling nicht gefehen und daher nicht gegrüßt. Der Offiziers fchüler ließ den Unteroffizier festnehmen und ris ihm vor allem Bublifum den Säbel aus der Scheibe, um deffen Nummer festzu Aus aller Welt. Zabern macht Schule. Die foeben erschienene Nr. 6 des sechsten Jahrgangs hat u. a. folgenden Inhalt: Preußische Moral. Aus der Zeidensgefchichte der proletarischen Jugendbewegung. Von Bernhard Dümell. Recht und Gesetze. Das Mikroskop. Bon Kurt Biging. Bon Kurt Biging.( Mit Marktpreise von Berlin am 10. März 1914, nad Ermittelungen Abbildungen.) Kleinstadtidy. Aus der Jugendbewegung. des tgl. Bolizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 0,00-0,00, Donau Die Gegner an der Arbeit. Vom Kriegsschauplak ujm. 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,70-15,00. Rightſtroh 0,00. Beilage: Solidarität. Von Frizz Sepp.( Schluß.) Stirb stellen. Eine große Menge Menschen sammelte sich um den Offizier eu 7,00-8,00. Martthallen breije. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen oder siege! Gedicht von Fritz Droop. Lachende Heimat". Bon und drüdte ihre Meinung über dessen. Handlungsweise in ge- 34,00-30,00. Sveifebohnen, weiße 35,00-60,00. Linien 40,00-80,00. Otto Krille. Jean Henri Fabre. Bon Jürgen Brand. Die höriger Weise aus. Der Offizier entfernte fich und Startoffeln( Stleinhbl.) 4,00-7,00. 1 Stilogramm Rindfleisch, von der Steule großen griechischen Tragiter. 1. Aischylos. Von Dito Koenig. trat in ein Café. Der Redner. Gedicht von Alfons Pezold. fich hier stolz seiner Selben- 1,60-2.40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1.80. Schweinefleisch 1,40-2,00. Bücher für die Jugend. Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. 1 Kilogramm Starbien 1,20-2,40. Das tägliche Turnen. Bon May Nierich.( Mit Abbildungen.) tat rühmte und dabei so laut wurde, daß alle Gäste es 60 Stüd Cier 3,60-6,00. hören konnten, wurde er von einem Herrn darauf aufmerksam, daß 1,60-3,40, Bander 1,40-3,20. Heate 1.40-2,80. Barthe 1,00-2,20. es besser gewesen wäre für ihn und den Unteroffizier, wenn er den Schleie 1,60-3,20. Blcie 0,80-1,60. 60 Stud Srebje 3,50-24,00. Standal auf der Straße nicht provoziert hätte. Der Herr Offiziersschüler beantwortete diese Vorstellung mit einer Beleidigung der Gattin des Herrn. Im weiteren Wortwechsel zog der Offiziersschüler seinen Säbel und verletzte den Herrn an der rechten Gerichtszeitung. Kindermishandlungen vor Gericht. " cr Der zum Glück feltene Fall, daß sich eine Straffammer Sand. Während der Herr in eine benachbarte Apotheke gebracht mit zwei bicht aufeinander folgenden Kindesmißhandlungs. wurde, stellte ein Polizist den Namen des militärischen Jünglings prozessen zu beschäftigen hat, trug sich gestern in dem Moabiter feit. Das Publikum war auf das äußerste aufgebracht und rief: Kriminalgericht zu. In dem ersten Fall hatte die zweite ir wollen tein 3abern in Belgien!" Der Offiziers. Straffammer des Bandgerichts II unter dem Vorfis des schüler mußte das Restaurationslokal beschleunigt berlaffen. Landgerichtsdirektors Jacob gegen die Schlosserfrau Therese Kühl aus Neukölln megen gefährlicher und mittels grausamer. Quälerei berübter Mißhandlung ihres vierjährigen Kindes zu verhandeln. Zyklonverheerungen auf Madagaskar. Nach einer amtlichen Meldung aus Madagaskar hat ein gyflou in der Nacht vom 2. zum 3. b. M. im Nordosten der Insel großen Schaben angerichtet. Zahlreiche Gebäude in Tamataye find be fchädigt, viele Hütten der Eingeborenen wurden umgeworfen, mehrere Fahrzeuge fenterten. Bei einer Ueberschwemmung erftanten 16 Eingeborene. Bon den Weißen ist niemand zu Schaden gekommen. Ein neuer Trid. Witterungsübersicht vom 11. März 1914. Better 3mollig 3 bededt Sbebedt Stationen 1 Haparanda 749 NN Betersburg 749 ND 1 Scilly 1 Aberdeen 4 bebeďt 1Dunst Better T 2 bebedt Male 1- Bol Lemp. n. -8 1 Nebel 9 6 1. 763 N 4 halb bd. 75628 7635 wolkenl heiter Swinembe. 7579ND Hamburg 759 SB Berlin 758 Frantf. a.M 761 SW München: 762 S 1 Baris Bien 4 759 WNW 3Regen Wetterprognose für Donnerstag, den 12. März 1914. Machts leichter Frost, am Tage wieder wärmer, zeitweise nebelig. sonst ziemlich heiter bei mäßigen südwestlichen Binden; leine wesentlichen Riederschläge. Berliner Betterbureau. Waferstands- Nachrichten ber Randesanftalt für Gewäffertunde, mitgeteilt bom Berliner Betterbureau feit Basserstand 10.3. 9. 3. cm³) 13 +13 am am cm 347 Bafferstand Saale, Grochlit abel, Spandau feit 10. 3. 9. 8. cm cm) 330 108 42 108 -6 188 aber trotzdem Die Angeklagte hatte im August 1912 aunt zweiten Male ge heiratet und ihre beiden aus der ersten Ehe stammenden Rinder im Alter von 2 und 4 Jahren mitgebracht, die bald in der Che der ständige Stein des Anstoßes wurden, da der Mann bei seinent geringen Verdienst über die beiden pon einem fremden Manne ftammende Fresser" nicht gerade erfreut war. Wie die Hausbewohner wahrnahmen, wurden heide Kinder von der Mutter in der rohesten Weise geschlagen. Besonders das bierjährige Rind Emarte. Amerilanerinnen sind auf eine ingeniöie Jbee berfallen, hatte ein wahres Martyrium durchzumachen. So wurde die Kleine einmal neun Stunden lang in einen dunklen Korridor eingefi fostenlos neue moderne Toiletten für ältere einzutauschen. Vor schloffen, wo es in herzbrechender Weije meinte und jammerte und einigen Tagen wurde in New York in einer Versammlung der fortwährend Hunger" rief. Alla schließlich auf eine Anzeige der Hoteliers und Gastwirte der neue Trid enthüllt. Ju die Lokale der Nachbarn die Polizei einschritt, war der Körper des Kindes mit vornehmen Welt kommen Damen in recht eleganten blauen Striemen und blutunterlaufenen Schwielen bedeckt, die auf nicht streng modernen Toiletten und richten es so ein, daß ihnen irgend ein armer Teufel von Kellner eine Bratenfauce ganz barbarische Mißhandlungen schließen ließen. gericht Neuföln verurteilte die Angeflagie zu ber milden Strafe über das leib gießt. Ein großes Geſchrei ist die Folge; sämtliche von 1 Monat Gefängnis, während der Ehemann, Schloffer May Gäste werden aufmerksam, und der bestürzte Direftor, der natürlich Kühl, mit 60 M. Geldstrafe davonkam. Gegen dieses milde Urteil fein Aufsehen haben will, lann die schwer Getränkte nur dadurch legte die Angeklagte noch Berufung ein, die aber von der Straf troiten, daß er der Berunglückten" ein neues Leib beripricht und den Sched einhändigt. Besonders Geschickten gelingt es fogar, fammer zurüdgewiesen wurde. In dem zweiten Falle handelt es sich um eine fait nicht fich die Sauce auf die te gießen zu laffen, um auf diesen Fall einen neuen Frühlingshut herauszufchlagen. Ein Hotelier führte glaubliche Behandlung eines fünfjährigen Mädchens, welches einen Fall au, in dem eine junge Dame den Trid an fünf hinterdann an den Folgen einer Art Kurpfuscherbehandlung der einander folgenden Tagen in fünf verschiedenen 2okalen starb. Wegen vorjäglicher Körperverlegung war die Frau mit Erfolg ausgeführt hatte. trinken während der Rekonvaleszenz feurig süßen Blutarme T. Kranke น. Das Soöffen: Memel, Tilsit Bregel, Sniterburg Dder, Ratibo: eifel, Thorn Stroffen Frantiurt Landsberg Barthe, Schrimm eye, Bordamm 15e, Leitmeriz Dresden Barby Rathenow³) Spree, Spremberg) 164 Beeskow 280 --81 15 232+1 127-1 250+3 208+8 +6 efer, Münden Minden 383 -46 480 4 Rhein, Marimiliansau 676 Raub 173 70+10 322-3 231 0 413+27 Köln Main, Hanau Rosel, Trier Magdeburg 33223 +-28 535-61 Redat, Heilbronn 264 638 451 -76 4448)+38 407-3 )+ bedeutet Buds. Fall 3) Unterpegel.') Höchster Basserstand: 458 cm am 9. März vormittags. Santa Lucia Rotwein 1.2 Kant. In Apotheken, Drogerien u. Delikat- Gesch Santa Lucia Stärkungs- Fl. 1.50 Nachahmung bitte zurück zuweisen. Käuil. in Achtung! Brauereiarbeiter! Sonntag, den 15. März, vormittags 11 Achtung! Zentralverband der Maschinisten und Heizer Uhr, im Lokal Neue Welt, Hasenheide 108114( großer Saal) Allgemeine Brauereiarbeiter- Versammlung. Tagesordnung: Bericht der Lohnkommission über das Angebot der Unternehmer. Diskussion. Beschlußfaffung. Zu dieser Versammlung sind alle in den Lagerbierbrauereien, Mälzereien, Malzbierbrauereien und Bierniederlagen in Berlin und Umgegend beschäftigten und den unterzeichneten Drganisationen angehörenden Arbeitnehmer sämtlicher Kategorien eingeladen. Kollegen! Sorgt für einen Maffenbefuch diefer Versammlung. 42/ 13* Kollegen! Wir ersuchen Euch dringend, recht pünktlich zu erscheinen, da der Saal uns nur bis 22 Uhr zur Verfügung steht und die Polizeibehörde unter keinen Umständen die Abhaltung dieser Versammlung am Vormittag gestattet. Die Einberufer: Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Deutscher Transportarbeiterverband. Verband der Maschinisten und Heizer. Deutscher Metallarbeiterverband. Verband der Böttcher. Deutscher Holzarbeiterverband. Verband der Maler und Lackierer. Verband der Kupferschmiede. Verband der Sattler. Allgemeiner Deutscher Gärtnerverein. Ortsverwaltungen Berlin. Theater. Donnerstag, 12. März 1914. Anfang 6 Uhr. Cines Palaft am 3oo. Varietés Lichtspiele. Anfang 6%, Uhr. Cines Nollendorf- Theater.Varieté Lichtspiele. Anfang 7 Uhr. Deutsches Opernhaus. Parsifal. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Samson und Dalila. Kgl. Schauspielhaus. Uriel Acosta. Deutsches. Hamlet. Leffing. Peer Gynt. Zirkus Buich. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 755 Uhr. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Andreas Hofer. Freitag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Sonnabend, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Freitag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblut. Sonntagnachm..3, Uhr: Gräfin Fifi. sowie Berufsgenossen Deutschl.- Geschäftsstelle Groß- Berlin Engelufer 15. Telephon: Amt Mpl. 13261. Einladung zu der am Sonntag, den 15. März, vormittags 9 Uhr, in den AndreasFestsälen, Andreasstraße 25, stattfindenden Außerordentlichen General- Versammlung Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Verbandstag in Leipzig und die dazu gestellten Anträge. 153/8 2. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung. Werte Kollegen! Wir verweisen darauf, daß gleichzeitig am Sonntag, mittags 12 Uhr, eine Allgemeine Betriebsversammlung der Brauereien stattfindet und bitten deshalb, pünktlich zu erscheinen. In der Versammlung wird ein endgültiger Beschluß über die Beitragsregelung gefaßt werden und erwarten wir deshalb, daß alle dienstfreien Kollegen anwesend find! Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin. Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Antrag auf Ausschluß eines Mitgliedes. 3. Stellung nahme zum Verbandstage in Hamburg. 4. Aufstellung der Standidaten zur Wahl der Delegierten. -Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Mitgliedsbuch legitimiert! 33/15 Freireligiöse Gemeinde. Am Sonntag, den 15. März, nachmittags 5 Uhr, in Obiglos Festsälen( fr. Keller), Koppenstr. 29: 54/4 69. Stiftungsfest Konzert. Festrede. Theater. Kinderaufführungen. Ball. Billetts für Mitgl. 25 Pf., für eingef. Gäste 50 Pf. in den bekannten Billettstellen. in der Geschäftsstelle, Pappel- Allee 15-17, und Sonntagvormittag bei den Vorträgen. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Unser Junge. Walhalla- Theater. Täglich 8 Uhr: Tangofieber. von E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch. Metropol. Die Reise um bie Bell Deutsches Künstlertheater of mit Befang und Tanz Gr. Boſſe m. Geſ, u. Tanz in 8 Atten in 40 銀 念 Aniang 8 Uhr. Urania. Direktor A. Fürst: Hochspannung. Hörsaal: Dr. A. Piotrowski: Die seelischen Borgänge. Neues Operntheater( Krom). Geschlossen. Kammerspiele. Der Snob. Deutsches Künftler Theater. Cafard. Königgräger Straße. Die Trentwalder. Trianon. Er und der Andere. Komödienhaus. Kammermusik. Theater an der Weidendammer Brücke. Wer zulegt lacht. Theater am Nollendorfplat. Russisches Ballett. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller O. Andreas Hofer. Schiller Charlottenburg. Glüd im Winkel. Das Theater des Westens. Bolenblut. 8 Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Donnerstag, 8 Uhr: Cafard. Freitag, 8 Uhr: Cafard. 8 St Residenz- Theater St. Der Regimentspapa. Friedr.- Wilhelmst. Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Trallala. Sonnt. nachm. 3 Uhr: Die Kino- Königin. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Russ. Ballett. „ Carneval“,„ Festin"," Sheherazade" Montis Operetten. Jung- England. DOSE THEATED Berliner. Wie einst im Mai. Kleines. Jettchen Gebert. Zbalia. Die Tangoprinzessin. Residenz. Der Regimentspapa. Friedrich Wilhelmstädtisches. d Fräulein Trallala. Rose. Die Maschinenbauer von Berlin. Kafino. Die olle Webern. Große Frantiurter Str. 132. Die Maschinenbauer von Berlin. Poffe mit Gesang u. Tanz in 3 Aften v. A. Weihraud. Musik v. A. Lang. Anfang 8 Uhr. Freitag: Herrnfeld. Die von oben und unten. Die Maschinenbauer von Berlin. Neichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kompagnie. Anfang 8 Uhr. Luifen. Unser Junge. Walhalla. Tangofieber. Folies Caprice. Café Bingsheim. Der Heiratsgraf. Mehersteins. Anjang 8, Ubr. Neues Volfs Theater. Siebzehnjährigen. D Anjang 9 Ubr. Die Admiralspalast. Die lustige Puppe. Berliner Eispalaft. Im Strug zum grünen anze. Cines Nollendorf- Theater.Varieté Lichtspiele. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr: Die Trenkwalder. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik“. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einft im Mai. Theater a.d. Weidendammerbrücke 8 Uhr: Wer zulent lacht Berliner Prater- Theater ST Staftanienallee 7-9. Donnerstag, den 12. März 1914: Gastspiel des Voigt Theaters. Das Leben und Lieben einer Soubrette. Stom. m. 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Dr. Frank( Soz.): Mit Ausnahme des Unsinns, den Herr Oertel so sach- werden kann, folgt nicht, daß er nicht in seinem allgemeinen Berverständig besprochen hat( Heiterkeit), kann ich mich ihm fast voll- halten als Beamter den Vorschriften seiner vorgefekten Behörde ftändig anschließen. Wenn in der dritten Lesung eine Aenderung Der Staatssekretär hätte sie gar nicht erlaffen können, wenn er au folgen hat. Ich verweise nochmals auf die erwähnte Instruktion. der Position stattfinden sollte, könnte sie nur in einer Erhöhung nicht dadurch auf die Standesbeamten hätte ein wirken wollen. bestehen. Gerade Herr Erzberger hat uns ja auf Grund seiner( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir müssen verlangen, wertvollen Verbindungen mit dem Petroleumsachverständigen selbst daß diesem greulichen Unfug des Eheverbots ein für gejagt, daß 500 000 M. viel zu wenig sind. Wenn Herr Erzberger allemal ein Ende gemacht wird. meinte, nur dem deutschen Privatkapital solle die Ausbeutung der Quellen überlassen werden, so wird er doch selbst wissen, daß gerade auf dem Gebiete des Petroleumkapitals die Grenze sehr schwer zu Ich lasse es dahingestellt, wem die Standesbeamten unterbestimmen ist, wo deutsches Kapital aufhört und wo amerita- ftellt sind. Jedenfalls finde ich keinen Richter, der sich nicht mur nisches Kapital beginnt. Die Stellung zum Petroleum- nach dem Gesez richtet. Der erwähnte Grlaß war kein Erlaß im monopol hat mit dieser Position nichts zu tun. Jedenfalls aber hat gewöhnlichen Sinne. Im Eingang heißt es:" Es erscheint mir die die Vorlage des Petroleummonopols schon die eine segensreiche Beobachtung nachstehender Grundsäße geboten, nach denen ich Folge gehabt, daß die Kolonialverwaltung dem Privatkapital die fünftig zu verfahren bitte." Das ist kein Erlaßstil. Es handelt Ausbeutung dieser Petroleumquellen in Neu- Guinea aus der Hand sich um allgemeine Richtlinien für die Behandlung der erwähnten genommen hat. Die Monopolfreundlichkeit des Zentrums ist min Angelegenheit. Die Mehrheit des deutschen Volkes wird wohl mit Deftens so groß wie die unsere, nur mit dem Unterschied, daß das mir darin einig sein, daß die Mischehen zwischen Eingeborenen Zentrum für Privatmonopole schwärmt.( Sehr wahr! bei und Weißen unerwünscht sind. Sollten einzelne Grenzfälle den Sozialdemokraten.) vorkommen, so müssen die Gouverneure sich damit abfinden, ohne Abg. Keinath( natl.) gegen die Gesetze zu verstoßen. Staatssekretär Dr. Solf Abg. Schulz( Np.): betont nochmals, daß die Standesbeamten nur durch das Gericht Zu Borarbeiten für Petroleumgewinnung auf Neu- Guinea find gestern bereits beim Etat für das Reichskolonialamt 500 000 m. bes willigt worden. Dieser Beschluß scheint mir sehr bebentlich. wünscht erhöhten Schutz der Paradiesvögel. Es ist sehr fraglich, ob wir von dieser halben Million irgendwelchen Rugen haben werden. Derartig riskante Geschäfte sollte man der Brivatindustrie überlaffen, Sch behalte mir vor, einen Antrag auf crividert, daß eine anderthalbjährige Schuhfrist für die Paradies- zu bestimmten Amtshandlungen gezwungen werden könnten. Streichung dieser halben Million in der dritten Lesung zu stellen. vögel geschaffen sei. Merkwürdig ist, daß für diese unnügeste Kolonialausgabe in der Budgetkommission die Sozialdemokratie gestimmt hat. Staatssekretär Dr. Solf: Daß die Petroleumquellen auf Neu- Guinea sich über ein weites Gebiet erftreden, ist bereits sichergestellt. ob ihre AusSchäßung werden diese Untersuchungen etwa 200 000 M. toften, beutung lohnt, soll aber untersucht werden. Nach unserer die Kommission glaubte aber, damit sei nicht auszukommen, und fekte 500 000 m. ein. Asg. Dr. Pfleger( 3.): In der dritten Lesung werden wir dem Antrag auf Streichung dieser halben Million zustimmen. Die Sozialdemokraten haben wohl mit Rücksicht auf das Petroleummonopol dieser widersinnigften aller Forderungen, die je an den Reichstag gestellt sind, zugestimmt.( Präsident Kaempf erklärt den Ausbrud widerfinnig" für unzulässig.) Das deutsche Volt hat von solchen vom Reich selbst vorzunehmenden Arbeiten gar nichts, man sollte das Privatgesellschaften überlassen. Abg. Gothein( Vp.): Die Untersuchung, ob Naturschäze in den Kolonien vorkommen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Kolonialverwaltung. Das Privattapital unternimmt derartige Untersuchungen nur, wenn es eine Garantie für die Ausbeutung eines bestimmten Gebietes hat, und würde daher dem Reich ungünstige Bedingungen auferlegen. Deshalb ist es besser, wenn diese Untersuchungen staats liche, vom Reich selbst veranstaltete sind. Die zu diesem Zwed bewilligte Summe darf nicht zu knapp bemessen werden, braucht aber feineswegs völlig ausgegeben zu werden. Abg. Dr. Frant- Mannheim( Soz.): Abg. Dr. Paasche( natl.) tritt sehr lebhaft für einen noch längeren Schuß ein. Abg. Noske( Soz.): -WY des Herrn Paasche für die Paradiesvögel und hätte nur gewünscht, Ich bin sehr einverstanden mit dem warmherzigen Eintreten bag er gestern ebenso warm für den Schuß und die Erhaltung der einheimischen Bevölkerung sich ausgesprochen hätte. Die Verlängerung der Schutzfrist ist um so notwendiger, weil mit der Freigabe der Jagd erfahrungsgemäß auch immer Strafexpeditionen gegen die Eingeborenen verbunden sind.- Eine Schädigung der deutschen Federindustrie würde durch die Verlängerung der Schußfrist keineswegs in irgendwie nennenswertem Maße erfolgen. Dem Lurusbedürfnis sehr zahlungsfähiger Damen tann dadurch Rechnung getragen werden, daß die Verwaltung die Bestrebungen der Eingeborenen fördert, Paradiesvögel zu züchten und den Bögeln die Federn abzuschneiden, wie das bei Gewinnung der Straußfedern geschieht. Staatssekretär Dr. Solf: Das Argument einer Echädigung der Federindustrie habe ich im Plenum nicht wieder vorgebracht, weil bereits in der Kommission der Abg. Noste mich überzeugt hat, daß die Schlüsse, die ich in dieser Beziehung gezogen hatte, nicht richtig seien. Der Etat wird bewilligt. Es folgt der Etat für Samoa. Berichterstatter Abg. Mumm( Wirtsch. Vg.). Abg. Ledebour( Soz.): Vizepräsident Dr. Paasche: Herr Mumm hat als Berichterstatter eine Erhöhung des Die Zentrumsmitglieder in der Budgetkommission haben für Etats beantragt; seine Begründung war ein unverständliches Geden Beschluß gestimmt, den der Abg. Pfleger hier so sehr ange- murmel.( Heiterfeit.) Das Ganze ist ein sehr ungewöhnlicher Vorgriffen hat. Es scheint, daß das Fehlen der Reichspartei, speziell gang. des Herrn Arendt, in der Kommission sich in bedauerlicher Weise geltend macht.( Abg. Arendt[ Rp.]: Sehr richtig![ Heiterfeit.]) Erst die Belehrung, die Serrr Arendt im Plenum den Herren vom Zentrum erteilt hat, hat diese auf den rechten Weg geführt.( Widerspruch im Zentrum.) Daß wir Sozialdemofraten für koloniale Zwede noch nie etwas bewilligt haben, ist unrichtig; für vernünftige und Kulturzwecke haben wir stets Gelder bewilligt, ich erinnere nur an die Ausgaben für Baumwoll= ( Seiterkeit), sonst hätte ich das ebenfalls für unzulässig erklärt. Auch ich habe nicht gehört, was Herr Mumm gesagt hat Abg. Ledebour( fortfahrend): Abg. Ledebour( Soz.) Auf das Brimborium der Einleitung des Erlaffes tommt es nicht an. Nachher steht als Punkt 1:„ Ehen zwischen Weißen und Eingeborenen werden nicht mehr geschlossen. Das ist ein flares Berbot.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Eingeborenen in Samoa geschlossen worden von den nämlichen Im übrigen sind doch früher etwa 100 Ehen zwischen Weißen und ſtüßt. Standesbeamten. Ich frage daher den Staatssekretär nochmals, auf welches Gesek das Verbot sich stützt. Dmit schließt die Diskussion. Abg. Ledebour( zur Geschäftsordnung): Ich stelle fest, daß der Staatssekretär auf meine dreimalige Frage nach der betreffenden Gesetzesbestimmung keine Antwort hat geben können. Die fortdauernden Ausgaben werden bewilligt. Bei den Ein maligen Ausgaben" beantragt Abg. Mumm( Wirtsch. Vg.) zum Bau einer Quarantäne station 104 000 M. zu bewilligen. Der Antrag wird angenommen, der Etat wird bewilligt. Es folgt der Etat für das ostafrikanische Schutzgebiet. Abg. Dr. Müller- Meinigen( Vp.): Mit der Aenderung des Dispositives zum Etat ist keineswegs, wie außerhalb des Hauses irrtümlich angenommen wurde, eine Aenderung der Schulpolitik in den Kolonien beabsichtigt worden. Troß aller Anerkennung der Verdienste der Missionsschulen muß auch anerkannt werden, was die Regierungsschulen geleistet haben. Den Staatssekretär bitte ich, für eine Hebung der Lage der Lehrer in den Kolonien Sorge zu tragen. Auch muß dafür gesorgt werden, daß die Koloniallehrer auf staatlichen Anstalten ausgebildet werden. An der Schulhoheit des Staates muß unbedingt festgehalten werden. Staatssekretär Dr. Solf: Die Befürchtung der Missionen, daß durch die Regierungsmohammedanischen Kindern besucht als die Missionsschulen. schulen der Islam gestärkt werde, ist von den Missionen jetzt woll aufgegeben. Natürlich werden die Regierungsconechler. Die Tätigkeit der Lehrer in den Kolonien kann ich nur mit großer Freude anerkennen. Abg. Böhlendorff( f.) forschung. Herr Arendt meint, bei uns handelt es sich wohl bringung eines Gefeßentwurfes crjucht, der die Gültigkeit der gibt feiner Genugtuung über den Ausbau des Bahnnekes, der noch um die alte Liebe zum Petroleummonopol. Bei ihm handelt es fich sowohl um die alte wie die neue Liebe für die Interessen des Privatkapitals und gleichzeitig um die Furcht, daß das Petroleummonopol doch noch zustande kommt. Wenn die Gegner ihre Gründe gegen das Betroleummonopol so weit herholen, muß ihre Position eine recht schwache sein. Wir wollen verhindern, daß die Naturschätze, die sich in der Kolonie finden, durch das Privatkapital ausgebeutet werden. Der Reichstag hat gar feinen Anlaß, gegen diesen Beschluß in der dritten Lesung etwas zu machen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Paasche( natl.): Wir leben vorläufig noch in der tapitalistischen Gesellschaft, nicht in der sozialistischen, und wir können es dem Privattapital nicht berübeln, wenn es etwas wagen, aber auch etwas gewinnen will.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Abg. Erzberger( 3.): In der Kommission haben Dr. Pfleger und ich bereits gegen die Bewilligung dieser Summe Stellung genommen. Auf alle Fälle aber sollte der Staatssekretär nicht nur den nördlichen Teil, fondern ganz Guinea für das Erbohren von Petroleum sperren, und zwar sofort, telegraphisch. Die Bohrungen braucht das Reich feineswegs jelbst vornehmen, sondern es kann einen Vertrag mit einer Privatgesellschaft schließen. Staatssekretär Dr. Solf: weiter gefördert werden muß, Ausdruck. Abg. Arendt( Rp.): betrachten und abwarten, was Herr Mumm als Abgeordneter tut. Wir müssen diesen Antrag danach vorläufig als nicht existierend Im Jahre 1912 hat der Reichstag die Regierung um EinEhen zwischen Weißen und Eingeborenen sowie das Recht der unehelichen Kinder aus solchen Ehen in allen deutschen Schußgebieten sicherstellt. Dieser Antrag ist mit 203 Schon mit Rücksicht auf den Islam müssen die Regierung gegen 133 Stimmen angenommen worden, also mit einer Mehrheit, schulen aufrecht erhalten werden, die ganz Vorzügliches leisten. wie sie sonst nur bei Mißtrauensvoten gegen den Reichskanzler Auch für die Kinder der deutschen Ansiedler muß für genügende vorkommt.( Heiterkeit.) Trotzdem hat der Bundesrat darauf noch Schulen gesorgt werden. Leider ist in Wilhelmsthal cin nicht geantwortet.( Buruf rechts: Das Mißtrauensvotum Schulbau aus Mangel an Mitteln" unterblieben, und auch im ist auch nicht beantwortet worden!) Schlimm genug, aber darüber vorliegenden Etat finde ich keine Weittel hierfür. Der Ausbau des haben wir jetzt nicht zu sprechen, da der Reichstanzler feine Hafens von Daressalam sollte ebenfalls in Angriff genommen Mischehe mit einer Samoanerin eingegangen ist.( Heiterkeit.) werden. Das Kolonialamt sollte auch ernstlich prüfen, ob nicht Eine indirekte Antwort des Staatssekretärs, die höchst interessant die deutsche Währung, wie in allen anderen Kolonien, so auch in ist, haben wir übrigens in der Budgetkommission erhalten. Da Ostafrika einzuführen ist. Neulich ist der Männer gedacht worden, sagte er, die Richter legen das Gesch so aus, daß Ghen zwischen die sich um die Tanganjikajache Berdienste erworben haben. Dabei Weißen und Eingeborenen nicht von ihnen als Standes- hätte man den Mann nicht vergessen sollen, ohne den wir Ostbeamten beurkundet werden dürften, und auf die Ent- afrika überhaupt nicht befizen würden, den Dr. Karl Peter schließungen der Richter habe die Verwaltung keinen Einfluß. Hier handeln doch aber die Richter als Standesbeamte, und da haben Abg. Ledebour( Soz.): fic allerdings den Anordnungen der Verwaltung Folge zu leisten. In der heutigen Sißung der Budgetkommission hat ha Dazu kommt, daß der Staatssekretär selbst im Jahre 1912 eine Staatssekretär in der Bahnfrage Aeußerungen getan, die für Das Steuersystem, Instruktion an alle Verwaltungsbeamten in Samoa herausgegeben unsere Stellungnahme sprachen. hat, worin es heißt: Ehen zwischen Weißen und Eingeborenen das man einführte, zwingt die Leute, die sich bares Geld zur Besollen nicht statthaft sein.( Sört! hört! bei den Sozialdemo- zahlung der Steuern verschaffen müssen, sich als Arbeiter zu verfraten. Im übrigen steht in dem Gesetz vom 4. Mai 1870 über Dingen. Dazu kommt, daß die Möglichkeit der Landerwerbs durch Eheschließungen im Ausland nichts davon, daß Eheschließungen den Bahnbau für die Eingeborenen sehr verschlechtert wird. Die awischen Weißen und Eingeborenen unzulässig seien. Ein solches Aeußerung des Staatssekretärs ging nun dahin, daß nicht eine Verbot fonnte gar nicht darin stehen, weil damals unsere Kolonien friedliche Durchdringung dieses Gebietes beabsichtigt sei, sondern noch gar nicht existierten. Ich frage den Staatssekretär, welches eine Unterjochung der Eingeborenen. Um so mehr müssen wir Die von Herrn Erzberger gewünschte Sperre habe ich bereits Gejes die betreffenden Beamten berechtigt, folchen Ehen die Be- diese Unterjochungsbahn ablehnen.( Sehr richtig! bei den Soam 26. Februar angeordnet. Die Verhandlungen mit Privat- urkundung zu verweigern. Sollte wirklich eine vieldeutige Be- zialdemokraten.) gesellschaften habe ich abgebrochen wegen des von mir ver- stimmung im Gesetz enthalten sein, so müßte eine authentische muteten Zusammenhangs mit dem Petroleummonopol. Persön- Interpretation erfolgen, oder das Gesez geändert werden. Jedenlich habe ich dazu noch gar keine Stellung genommen, und meine falls muß der Beschluß des Reichstags beachtet werden. Die Tat-( Vorher Kleine Vorlagen.) persönliche Meinung darüber ist auch gleichgültig. Gerade für er- fache des Geschlechtsverkehrs zwischen Eingeborenen und Weißen neute Verhandlungen mit Privatgesellschaften muß ich eine Basis besteht jedenfalls trotz der Stellungnahme der Richter. Die Zahl haben, muß ich wissen, was für Konzessionen ich geben kann, und der weißen Frauen ist noch sehr gering. 372 unverheirateten das kann ich nur, wenn ich weiß, wie die Petroleumquellen be- weißen Männern gegenüber gibt es nur 99 weiße Frauen. Da schaffen sind. ist cs Abg. Dr. Waldstein( Bp.): Den Wunsch nach der Sperre sprachen wir bereits in der Kommission aus. Die Frage, ob das Petroleum durch Staats- oder Privatbetrieb auszubeuten sei, ist mit der Bestimmung über die anzustellenden Vorarbeiten feineswegs entschieden. Abg. Dr. Dertel( f.): cine Barbarci, Das Haus vertagt die Weiterberatung auf Donnerstag 2 Uhr. Schluß 6% Uhr. Abgeordnetenhaus. 47. Sizung. Mittwoch, den 11. März 1914, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Sy do w. es den Weißen unmöglich zu machen, sich mit einer Farbigen zu berheiraten. Gewig halten auch wir eine solche Heirat nicht gerade In einer Erklärung vor der Tagesordnung protestiert für wünschenswert, aber wir stehen hier vor einer Naturnotwendig= feit, und es kommt darauf an, daß der bestehende GeschlechtsAbg. Brütt( ff.) verfehr zwischen Weißen und Eingeborenen nicht mit aller Gewalt Nach den Ausführungen des Staatssekretärs stimmen wir der Die Samoanerinnen sind noch dazu außerordentlich hoch- Abg. Brütt in der Budgetkommission hingewiesen; außerdem aber auf den Zustand eines ungeregelten Verkehrs herabgedrückt wird. dagegen, daß Abg. Dr. Schifferer( natl.) entgegen dem Brauch des Hauses letthin unter Namensnennung auf eine Aeußerung des Forderung zu. In der Frage der Sperre ist der Staatssekretär stehende Eingeborene, und man will doch gerade die Gin- diese Aeußerung unrichtig zitiert und eine darauf bezügliche Henve Ser Anregung des Abgeordneten Erzberger fofort gefolgt; geborenen in den Schußgebieten auf ein höheres Kulturniveau. baher hätte Herr Erzberger auch seinerseits den Staatssekretär heben. Da sollte man sie nicht mit Gewalt auf das niedrige rung an dem Stenogramm der Schiffererschen Rede vorgenommen hat, ( Hört! hört! rechts.) entgegenkommen fönnen.( Abg. Erzberger: Das wäre der reinste Niveau einer mißachteten Rasse herunterdrücken.( Beifall bei den Kuhhandel!) Nein, das wäre Liebe und Gegenliebe. Sozialdemokraten.) ( Seiterfeit.) Wir halten es gar nicht für ausgeschlossen, daß das Reich die Petroleumquellen auch selbst erschließt. Wenn Ich bezweifle, daß die Standesbeamten verpflichtet sind, zu Betroleumsachverständige Herrn Erzberger gesagt haben, die An- tun, was ihnen von der Aufsichtsbehörde vorgeschrieben wird. Lehnt nahme dieser Position wäre der größte Unsinn, den der der Standesbeamte die Vornahme einer Handlung ab, so kann er Reichstag je beschloffen hat, so hätte ich dem Herrn erwidert: Un nur vom Gericht dazu angehalten werden, heißt es in einem Gescß. finn kann der Reichstag an sich überhaupt nicht beschließen. Daraus folgt, daß die Beamten selbständig zu entscheiden haben. ( Seiterfeit.) Im übrigen dürften die Ansichten darüber, welches ber größte" linsinn ist, den der Reichstag beschlossen hat, innerAbg. Ledebour( Soz.) halb des Hauses sehr verschieden sein.( Heiterkeit.). Abg. Schulz( Rp.): Der Bergetat. Abg. Hue( Soz.): fohlenbergbau abgelehnt. Der Fistus hätte aber nach den VorDer Oberberghauptmann hat gestern einen staatlichen Braun gängen, die sich an den Namen Pets ched knüpfen, alles Intereffe Daran, hier Einfluß au gewinnen, um ausländischen Großspekulanten möglichst wenig Einfluß darauf zu gestatten. Die Rentabilität des Braunkohlenbergbaues ist durch die hohen Dividenden der BraunDaraus, daß ein Standesbeamter zu einer Beurkundung tohlenbergwerke nachgewiesen. Bei etwa 70 Millionen Doppelzentner Braunkohleneinfuhr beträgt unsere Ausfuhr nur 600 000 Doppel- sind gekündigt worden. Die interne Entwidelung unserer Berg- I treffender Weise zum Ausdrud gelangt.( Beifall rechts und bei den zentner, wir können also unsere Inlandsförderung noch erheblich verhältnisse unterwühlen in Verbindung mit der Ueberproduktion Nationalliberalen.) Die Folgerungen, zu denen der sozialdemo bermehren. Die Einnahmen der Staatsbergwerfe sind mit 357,2 die Grundmauern des Syndikats. Auch die bisherigen Geld- kratische Redner gemäß feinen Parteigrundsägen in bezug auf den men der Staatsbergwerte find mit 357,2 bie Grundmauern des Syndikats. Millionen M., um 17,3 Millionen mehr eingestellt. Der Robüberschuß geber des Kohlensyndikats scheinen an dem neuen Zustande Bergbau gelangt ist, find natürlich von unseren Folgerungen beträgt über 46 Millionen Mark, der endgültige Reinüberschuß kommen des Konzerns nicht mehr das große Interesse wie bisher wesentlich verschieden. Aber ich erkenne ausdrücklich an, daß er im 18 Millionen. Dabei ist der Etat sehr vorsichtig aufgestellt. zu haben. Die Herren im Syndikat sind die nächsten dazu, die Unterschied zu den anderen Vertretern seiner Partei mit großer Nach dem Betriebsbericht war der lleberschuß im Jahre 1912 um Förderung abzuschwächen, es liegt an den Herren selbst, wenn Sachlichkeit und Sachkenntnis gesprochen hat, so daß es 22,6 Millionen höher als der Voranschlag. Wenn man das, wie es sich die Verhältnisse verschlechtert haben, wenn es im Syndikat uns möglich ist, darauf einzugehen und sich mit ihm auseinanderzusehen. hier geschehen ist, als geringe Rentabilität bezeichnet wie hoch fnistert und fracht. Es ist bei fast allen Syndikaten so, es fuistert Die Ueberschüsse, die der Abg. Hue für die staatlichen Bergbaumüssen dann die Ueberschüsse der Privatindustrie sein.( Sehr wahr! im oheisensyndikat, es Inistert im gement- betriebe herausgerechnet hat, sind bei weitem nicht so hoch. Leider bei den Sozialdemokraten.) Seit einigen Jahren wird von gewissen synbitat und fürzlich haben wir den Zusammenbruch des hat es die Regierung bis jetzt verabsäumt, Angaben über den Kreisen der Staatsbergbau mitteldeutschen Braunkohlensyndikats erlebt. Es wirklichen Wert des staatlichen Bergwerksbefizes zu veröffentlichen. systematisch diskreditiert ist das Prinzip aller Syndikate, im Nahverkehr hohe, im Weit- Es ist ein Antrag Bell Essen( 8.) eingegangen, der die Rea verkehr niedrige Preise zu fordern. Um einen höheren Absatz gierung ersucht, eine Reform der das Bergschädenrecht regelnden und als unrentabel hingestellt, allerdings nur zu dem Zweck, um zu erzielen, hat das Syndikat zeitweilig, und zwar 1912, gefeßlichen Bestimmungen herbeizuführen und zu diesem Zweda unsere nationalen Bodenschäze möglichst allein der privatkapitalistischen Sie Kohlenpreise um 6 Bf. ermäßigt. Es gibt also selbst zu, eine Kommission einzufezen. Ausbeutung zu überlassen. Die Unterkommission der Budgetfommission, daß eine Ermäßigung der Preise den Absatz erhöht. Darum Minister Dr. Sydow die 1912 die Erträgnisse des Staatsbergbaues untersuchte, hat warne ich Sie, den Fiskus noch mehr als bisher zu ververlangt, daß er mehr auf Ertragswirtschaftlichkeit gestellt werde anlassen, sich mit dem Syndikat einzulaffen. Das Syndikat zipar entgegnet zunächst auf einige Angriffe des Abg. v. Pappenund sie hat einen sehr unbegründeten Vorwurf erhoben, als ob auf ipannt so ziemlich alle Intereffentengruppen vor seinen Karren, die heim( f.). Von dem Ankauf von Braunkohlenfeldern durch den die staatlichen Arbeiter und Angestellten noch ein zu geringer Druck Nationalliberalen, die Großindustrie usw., um wieder auf die Beine Fiskus muß vorläufig Abstand genommen werden. Was die ausgeübt würde. Nun ist erfreulicherweise der Manchestergedante au tommen, auch die Agrarier gehören dazu. Sogar an einige Frage des Kohleniyndifats betrifft, so hat der Abg. b. Pappenverlassen worden und die verschiedenen Erweiterungen des Staats- Arbeiterorganisationen hat sich das Syndikat gewandt, heim mit Recht gefagt, daß man seine Karten erst dann bergbaues zeigen, daß auch in den Regierungstreifen die Gefahr aber das weiß ich, daß, wenn einige Organisationen dem Syndikat aufdeckt, wenn man das Spiel gewonnen hat. Das mache ich der privatkapitalistischen Entwickelung erkannt wird und daß man günstig gegenüberstehen, tun sie es nicht der schönen Augen der auch mir zu eigen. Ich werde mich auf einige Andeutungen bedeshalb den Staatsbergbau vergrößert. Nun schreien die Inter Syndifatsherren wegen, sondern in der Erwartung, daß das Syndikat schränken müssen. Der Abg. b. Pappenheim hat behauptet, die Reessenten über die schiefe Ebene des Staatssozialismus, dabei nicht nur die Preise reguliert, sondern auch in der Lohnfrage den gierung habe sich durch ein feierliches Versprechen verpflichtet, die ist aber der staatliche Anteil Es ist an der Gesamtförderung in Arbeitern entgegenkommt. Das Syndifat müßte sich auch um die Löhne Erneuerung des Kohlenfyndikats in die Wege zu leiten. Preußen, Sachsen und Bayern von 1881 bis 1911 von 17,83 Broz. der Arbeiter fümmern, weil selbstverständlich der Arbeitslohn bei der nicht zutreffend, von einem feierlichen Versprechen zu reden. auf 13,77 Broz. zurückgegangen. Würde der Staat, wovon ja wieder Festlegung des Kohlenpreises eine Rolle spielt. Aber trotzdem liegt Es gilt, dem Staate einen Einfluß auf die Maßnahmen des die Rede ist, die Zeche.hibernia" erwerben, so würde er aller- für die Arbeiter das größte Bedenken vor, sich der Syndikatsmacht Syndikats zu sichern. An der Spiße der zu dem Syndikat gedings einen starken Einfluß auf die Preisgestaltung der Ruhrkohle zu unterwerfen. In einer Eingabe des Bergarbeiterverbandes an hörigen Betriebe stehen fehr gefchidte, gefchäftsfundige haben. Diese Gefahr wittern die Privatkapitalisten und daher der den Zechenverband wurde im vorigen Jahre festgestellt, daß die Leute, mit denen es nicht leicht ist, zu verhandeln.( Seiterfeit.) Sturm gegen den staatlichen Bergbau. Der Staatsbergbau soll Arbeiterlöhne im Verhältnis zur Kohlenförderung erheblich zurüid- Jbnen gegenüber habe ich die staatlichen Intereffen durchnicht rentabel sein! Auch unter meinen Freunden sind manche, die gegangen find. Die Behauptung, daß die Kohlenpreise infolge zusetzen. Dadurch daß ich hier, wie es vorhin geschehen ist, gemahnt aus innerpolitischen Gründen die Bergwerksverstaatlichung ablehnen, der Mehrbewilligung an Löhnen gestiegen sind, ist also grund werde, doch um himmelswillen der Bildung des Syndikats nichts in deren unbedingter Freund auch ich nicht bin. Wir arbeiten aber falich. Es ist nicht richtig, daß während des Syndikats- den Weg zu legen, wird meine Stellung ungemein erschwert. im Ganzen auf das Biel hin, daß der gesamte Bergbau verbäiniffes eine den Teuerungsverhältnissen entsprechende Lohn-( Lebhafter Beifall.) in den Besitz des Staates übergehen soll. Redner erhöhung eingetreten ist, es ist nicht richtig, daß unter Abg. Tourneau( 3.): gibt über die Rentabilität der Staatsbergwerte eine Reihe Zahlen. Der Herrschaft des Synditats eine stetige Lohnentwickelung Das Kaligefeß hat seine Bestimmung voll erfüllt. Su befürchten Nach allen Abschreibungen ist immer noch eine Verzinsung von herrichte. Der Lohnfall ist gerade während des Syndikats it ärter ist freilich, daß die Festsetzung der Lieferungsquote durch das Kali7,5 Proz. des Anlagefapitals herausgewirtschaftet worden. Wenn gewesen. Als die Krise im Jahre 1910 im Bergbau herrschte, ist syndikat Arbeiterentlaffungen zur Folge haben kann. Die Regierung diese Rente zu gering ist, wie hoch muß dann die uns nicht be- ber Lohn der Bergarbeiter z. B. in Oberschlesien um 78, in Nieder- muß mehr für den Absatz der Kalisalze im In- und Auslande tun. tannte Rente der Privatunternehmer sein! Die Rente wäre noch schlesien um 75, im Ruhrrevier höher, wenn man nicht mit der Erweiterung der Bergwerke und namentlich des se alibergbaues gewartet hätte, bis die Kohlen felder von privaten Erwerbsgesellschaften belegt waren. Erst hat der Fiskus dem Privatkapital wertvolle Felder verliehen und dann hat er sie zu Apothekerpreisen zurückgekauft. um 210 M. gedrückt berbreitet, Abg. Münsterberg( Vp.) trägt einzelne Wünsche der Bernsteinindustrie vor. Bernsteinstüde mit Einschlüssen von Tieren und Pflanzen von wissenschaftlichem Wert dürfen nicht zu Spekulationszweden gemißbraucht werden. Oberberghauptmann v. Belsen verspricht Berücksichtigung dieser Damit schließt die Besprechung. wünsche. Abg. v. Pappenheim(.) bemerkt persönlich, daß er den Minister nicht gedrängt habe. Die Einnahmen werben be willigt. Darauf wendet sich die Besprechung den Beamten und Gehaltsfragen au Abg. Bruft( 3.) fommens. . Abg. Hafenclever( natl.): worden. Und dann wollen Sie herkommen und fagen, daß das Der Abg. Hue hat hier wieder die bekannte alte sozialdemo Syndikat die Arbeiterlöhne befestigt.( Sehr richtig! bei den Sozial- fratische Forderung der Verstaatlichung des Bergbaus vorgetragen. demokraten.) Es ist keine Striegsregel, daß man die Position Aber eines war mir neu in seinen Ausführungen: die Behauptung, eines Gegners verstärkt, so dumm sind im 20. Jahrhundert daß die Arbeiterschaft fein Interesse an dem Stohlensynditat jelbst wir in Westfalen nicht. Sie, die den Mittelstand und den habe, ja daß fie diefem ablehnend gegenüberftebe. Demgegenüber Bei der Braunkohle wird sich anscheinend dasselbe ereignen fleinen Mann vertreten wollen, mache ich darauf aufmerksam, ist darauf hinzuweisen, der bedeutsame wirtschaftliche Wert des Ein schweres Veriäumnis hat 1908 der Landtag begangen, als er daß das Kohlensyndikat im April 1912 beschlossen bat, eine Preis- Syndikats besteht sowohl in der Gleichartigkeit der Kohlenproduktion, eine Vorlage auf Erweiterung des staatlichen Bergbaues ablehnte. steigerung für Kohle eintreten zu lassen. Der Fiskus ist damals die von ihnt erzielt wird, als auch, damit zusammenhängend, in der Ein Schulbeispiel, wie es der Staat macht ist der Ankauf des damit einverstanden geweien. Aber die Preiserhöhung, die am Stetigkeit und Sicherheit der Lohnverhältnisse. Wenn die sozial Salibergwertes Vienenburg. Dort hatten die Befizer 1. April 1913 vorgenommen worden ist, ging felbst dem Staate zu demokratische Partei jene Ausführungen des Abg. Hue in Westpro Kur 2170 Mark Zubuze geleistet, aber dafür 13 650 Mart Aus- weit. Die Herren vom Syndikat haben damals wieder erklärt, daß falen 10 wird mir nicht bange fein un beute erhalten und da zablte ihnen der Staat noch 30 Millionen auch diese Breiserhöhung notwendig gewesen sei, um die Löhne das Ergebnis der zufünftigen ablen. Der größte Teil der Mark für das Bergwert] Und wenn solche Belastungen vorkommen, aufzubessern. Aber die Ueberschüiffe find 1918 gegen 1912 noch Arbeiterschaft ist mit den Maßnahmen des Kohlensyndikats zudann rechnen die Privatunternehmer dem Fiskus vor, daß er nicht gestiegen. Der Fistus ist also vollständig im Recht, wenn er die frieden. Freilich, eine Wohlfahrtseinrichtung ist das rentabel arbeite! Dasselbe trifft auch auf die westfälischen Stohlenpreiserhöhung als eine unnötige und unverantwortliche Syndikat nicht. Die Steigerung der Kohlenpreise war durch die Grubenfelder zu. Dort hat sich der Staatsbetrieb sehr tost- hinstellte.( Sehr richtig! links.) Die Preiserhöhung ist Steigerung der Produktionsspesen notwendig geworden. Den Aus spielig gestaltet, weil die Gebirgsverhältnisse schlecht waren, was auch schon deshalb unverantwortlich, weil die Zunahme des führungen des Ministers fann ich nicht beistimmen. zwar der Staat nicht wissen fonnte, wohl aber die Verkäufer Gewinns der Bergwerksgesellschaften in den legten vier Jahren Auf die Anfrage eines 8entrumsabgeordneten erklärt wissen mußten!( Sehr wahr links.) Das alles wäre zu 90.37 Broz. betrug, der Arbeiterlohn stieg nur um 19,88 Proz., die der Minister, daß noch Erwägungen darüber schweben, ob in vermeiden gewesen, tvenn der Fistus zu rechter Zeit die Förderung um 19,5 Proz. Also haben die Arbeiter nur 0,35 Broz. Düren die Anlage eines Braunkohlenwertes genehmigt werden Interessen der Allgemeinheit gewahrt und eine Einschränkung mehr Lohn erhalten.( Hört! hört!) Im Jahre 1912/13 ist die wird. der Bergbaufreiheit vorgenommen hätte. Trotz alledem aber fann Förderung um 7, die Lohnmenge um 6, der Lohn des Arbeiters also sich der Fistus in der Ausnutzung seiner Bergwerte selbst mit den nur um i Broz. gestiegen. Und im legten Vierteljahre find troß der rentabeliten Bergwerken messen.( Der Redner weist dies an einer außerordentlichen Teuerungsverhältnisse den Arbeitern 7 Millionen großen Anzahl Zahlen über die Ergebnisse nach.) Bu bedenken ist Mark am Lohn abgezogen worden.( hört! hört! bei den weiter, daß die Brivatwerte Erweiterungen und Herstellungen aus Sozialdemokraten.) Anleihen decken, der Staat aber aus den Betriebsergebnissen, aus Sie können noch so schön reden, aber haben Sie jemals auf die denen er auch noch die geologische Landesanstalt, die Berginspektion Wünsche der Arbeiter gehört, haben Sie jemals den Arbeiter als und die Bergschulen erhält, von denen auch die privaten Unternehmer berechtigten Faltoren anerkannt? Wir haben im Ruhrbezirk eine profitieren, und zu bedenken ist weiter, daß der Staat sich neue Er- gewaltige Kapitalskonzentration im Bergbau. 80 Proz. aller Bergfindungen raicher zunuze macht, als der Privatbetrieb, um die technische arbeiter unterstehen einem Konsortium von vierzehn Ausnußungsmöglichkeit zu heben und daß er, was wir begrüßen, auch Herren, und die Regierungsvorlage hat recht, wenn sie sagt, daß stets Versuche anstellt, um die Unfallgefahren zu vermindern. Trop der wirtschaftlich Schwächere es nicht wagen darf, gegen diese Macht allebem hat er in Oberschlesien eine Ausbeute bon ta st aufzutreten. Auch in Regierungsfreisen hat sich die Ueberzeugung 26 Proz. und selbst im Oberharz unter ungünstigen Verhält durchgerungen, daß gegen die gewaltige Konzentration ein Gegennissen einen eingewinn von 15 Bro3. Die staatlichen gewicht geschaffen werden muß. In Luxemburg zahlen die BergStaliwerfe lieferten 1912 pro Tonne eine Einnahme von 16,90 M., Herren bohe Preise für die Bergwerksberechtigung, in Elsaß- Lothringen bringt einige Lohnforderungen der Beamten und Arbeiter vor. Er einen Ueberschuß von 7,27 M. und insgesamt einen Reingewinn von und in Bayern hat man die Bergfreiheit eingeschränkt, und trotzdem sei grundsäglicher Gegner des Prämiensystems, aber es 5 Millionen Mart- pro Arbeiter etwas über 3900 M.! find die Gesellschaften rentabel. In Preußen aber zetern Sie über dient, da es besteht, zu einer angemessenen Erhöhung des EinWarum sollten auch die Staatsbetriebe nicht rentabel sein? Sind verderbliche Einschränkung der Bergfreiheit. denn ihre Beamten, unfähig? Dann würden sie nicht von den Abg. Hue( Soz.): Die Entwickelung im Bergbau führt zum Trust, Privatwerken mit horrenden Gehältern übernommen werden!( Sehr Jch begrüße die Verurteilung des Prämiensystems durch den gut! links.) Der Staat hat von 1909 bis 1912 im Saargebiet die führt zur Zusammenballung der Macht in wenigen Händen. Sie Vorredner. Da die Prämien aber vorläufig bestehen und zur ErArbeitsleistung des Arbeiters um 20 Proz. den Arbeitslohn nur um weisen demgegenüber auf Amerika hin, aber was ist denn eigentlich höhung des Einkommens dienen, so ist es erfreulich, daß in dem 6,6 Proz. gesteigert. Er verdient also wahrlich auch keinen Vor- ein Trust? Im neuen amerikanischen Antitrustgeses wird als Trust Etat ein größerer Betrag für Prämien ausgesetzt worden ist. eine Vereinigung von Konzernen bezeichnet, die die Macht in wenige Aber noch erfreulicher wäre es, wenn man das Prämiensystem wurf, als nugte er die Arbeitskraft noch zu wenig aus! Dringend warne ich Sie, die Rentabilität der Staatsbergwerke Hände legt und die Produktion einzuschränken versucht. Alle diese gänglich beseitigte und, der Forderung der Angestellten entdadurch in Frage zu stellen, daß Sie dem Fiskus raten, sein Schick- Debuktionen treffen Wort für Wort für das Kohlensyndikat zu sprechend, höhere Gehälter zahlte. Das Prämiensystem der Steiger fal mit dem tapitalistischer Syndikate zu verbinden. Wir Und wenn Sie sich auch vor dem Wort„ Trust" graulen, bei uns ist schuld an den zahlreichen Unglücksfällen. Der Steiger. zehn Mann können ja nur unsere Meinung darüber aussprechen, die sind die Trusts viel weiter als in Amerika, viel energischer durch verband hat sich in einer Petition an die Regierung mit einer Entscheidung haben Sie. Ich warne Sie, den Fiskus zu veranlassen, geführt. Reihe von Wünschen gewendet und ich bitte den Minister, diese In der Gesetzesvorlage, die im Jahre 1904 für den Erwerb der Bünsche wohlwollend zu berücksichtigen. Ferner habe ich für eine noch weniger zu fordern, als er schon vom Kohlensyndikat fordert. Dann steht die Rentabilität des Bergwerksfiskus, die durch die" Sibernia" vorgelegt wurde, heißt es, nachdem das Rheinisch- West- Reform der Gewerbegerichte einzutreten. Dann steht die Rentabilität des Bergwerksfiskus, die durch die Vor allem muß eine außerordentlich hohen Ausgaben für Neuerwerbungen herabgedrückt fälische Kohlensyndikat im Jahre 1903 durch einen Vertrag auf Renderung des gegenwärtig geltenden Wahlsystems vorgenommen ist, sehr in Frage. Die Spuren des Kalisynditats sollten doch 18 Jahre verlängert worden ist, hätte sich eine bemerkenswerte Wer- werden. Es geht auch nicht an, we wertschafts- und Ar schreden. Der Wert des Absagtausendstels ist seit 1904 von 26 iebung der Kräfte in der Industrie vollzogen, und diese beiterjetretäre bei den Gewerbegerichten zurüdzuweisen, Millionen Mart auf 1,4 Millionen Mart gefunden und muß geradezu verschiebung lasse es angebracht erscheinen, die Macht des Staates während die Zechenbeamten der Unternehmer jederzeit zugelassen auf ein paar Hunderttausend Mark fallen, wenn gegenüber dieser im Kohlenbergbau zu stärken. Heute ist die Konzentration noch weit werden. Auch diese Wünsche möge man wohlwollend berücksichtigen. wahnsinnigen Wirtschaft nicht sehr energisch Front gemacht wird. stärker als damals. Wenn Sie jetzt dem Staat zumuten, daß er Schließlich mache ich den Minister darauf aufmerksam, daß die Bor Nun will das Kalisyndikat einige Dugend Werte stillegen! Erst hat alles desavouiert, was er damals vorgeschlagen hat, so tum Sie figenden- ich will sagen: manche Vorsitzenden der Gewerbegerichte man die größten Kapitalien in den Werken angelegt und jetzt stellt es! Aber wir, die wir das nicht verhindern können, weil wir in die flagenden Arbeiter von oben herab, shroff, ja höhnisch sich heraus, daß man zu viele Werte hat und will sie stil legen. über schwierige Lage des Bergbaus flagen, baran erinnern. Bir Das ist nicht im Sinne des Gesetzgebers und nicht im Interesse des diesem Hause zu fch to a ch sind, werden Sie später, wenn Sie behandeln und ihnen juristische Schikanen in den Weg legen. Sozialisten haben die Genugtuung, daß aus bürgerlichen Streifen Gerichts.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Berwüstung volkswirtschaftlicher Werte mehr und mehr Stimmen für die Verstaatlichung Des in Breußen gestattet ist, dann fönnen wir uns mit unserem Berg Bergbaus eintreten. Der rechtsstehende Nationalöfonom Progesetz begraben lassen, und wenn der Staat das duldet, dann wird feffor Dr. Adolf Wagner hat sich auf dem Evangelisch- sozialen die Stillegung der Ruhrkohlenzechen fortichreiten und das Ruhrtal Stongres in Hamburg im Vorjahre für die Sozialisierung der Groß zur Wüste werden. Das ist keine Parteifrage, sondern eine Frage betriebe ausgesprochen. Er hat auch die Marristische Lehre bestätigt, des allgemeinen Volkswohles. Gestattet die Regierung die Stillegung daß die Kluft zwischen den Besitzenden und den Arbeitern immer der Kaliwerke, dann ist sie gegenüber der Stillegung weiterer Koblen- größer wird, daß sich das Kapital in immer wenigeren Händen zechen ohnmächtig, und wir haben das Fürchterlichste, was jemals anfammelt. Der Gedanke des Staatssozialismus marschiert!( Lebüber das Ruhrgebiet hereingebrochen ist. Die heutigen Zustände hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) in der Kaliindustrie find die die Folge davon, daß man beim Reichstaligeiez unsere Vorschläge, zum Beispiel die Bedürfnisfrage für die Errichtung neuer Werfe abgelehnt hat. Wir fordern im Interesse unserer Volkswirtschaft dringend die Selbst der Abg. Althoff hat gestern eine Stontingentierung der Neubildung des Kohlensyndilats, besonders auch das betone ich Salzerzeugung als Vorbedingung für die Sanierung der Salinen den Ausführungen des Abg. Hue gegenüber- im Interesse unserer gefordert anderes wollen wir Sozialisten unter den gegenwärtigen Arbeiter, benen ihr Einkommen gesichert werden muß. Wir mahnen Berhälniffen auch nicht! Das Kohlensyndikat hat seine Auf die Regierung an ihr feierliches Bersprechen, durch welches gabe, einen Ausgleich zwischen Bedarf und Förderung zu schaffen, fie fich früher verpflichtete, an der Neubildung des Kohlensyndikats angesichts des immer größeren Dranges nach immer höberem Profit, mitzuwirken. Dabei darf sie nicht in fleinlicher Weise die Sondernach Expansion der Anlagen nicht durchführen können. Und trotzdem tnteressen des fistaliichen Bergbaus wahrnehmen, sondern das jest ichon Feierschichten im Ruhrgebiet eingelegt, die Produktion start Allgemeinwohl ins Auge fajfen. Sie muß fich gleich den übrigen entschieden gegen eine Herabietung der Löhne der Bergarbeiter, bie beschränkt ist, und ungeheure Vorräte in den Magazinen lagern, an dem Syndikat Beteiligten zur Tragung von Opfern um io weniger begründet sei, als sich die Leistungen der Arbeiter werden immer noch neue Riesenzechen angelegt, und bereit finden und geboben hätten. Aus dem Saarrebier kommen zahlreiche Slagen darf sich nicht hinter angeblichen Zehntausende ausländischer Landarbeiter herbeigefchleppt! Jegt fauft Hoheitsrechten berfriechen. Was die Produktion unseres Berg find. Der Etat ist so günstig, daß eine Lohnerhöhung durchführ. über Entlassungen und Lohnreduzierungen, die nicht gerechtfertigt man nicht mehr Zechen sondern Beteiligungsziffern!!( Hört! hört! baus anbetrifft, so brauchen wir das hebe ich mit links.) Rüdjicht auf unfere Handelsverträge hervor- auf das Ausland bar ist. Als die Zeche Ewald durch das Syndikat gekauft wurde, haben keine Rüdsicht zu nehmen, ja, die Regierung hat hier die Aufdie kleinen Werte heftig protestiert. Damals ist gesagt worden, daß gabe, die deutschen Interessen nachdrücklichst und rücksichtslos dem von einer Stillegung der Zeche nicht die Rebe sein tönne, aber am Auslande gegenüber zu vertreten, damit das Uebergewicht unserer 1. April dieses Jahres wird die Zeche still gelegt, die Arbeiter Kohlenproduktion bei der Entwickelung unseres Exports in zu Wenn eine solche Abg. v. Pappenheim( f.): Abg. Hasenclever( natl.): verftanden. Wir haben das vollste Vertrauen zu den BerggewerbeMit der Eingabe des Steigerverbandes sind wir nicht ein verftanden. Wir haben das vollfie Vertrauen zu den Berggewerbegerichten. Fälle von schroffer Behandlung der Arbeiter durch die Vorigenden halte ich für ausgeschlossen. Abg. Hue( Soz.): Daß sich der Abgeordnete afeneleber mit der Eingabe des Steigerverbandes nicht einverstanden erklären würde, war vorauszusehen. In der Tat wendet sich diese Eingabe auch gegen die Partei, die der Abg. Hafenelever vertritt. Abg. Imbusch( 8.) fordert gleichfalls eine Reform der Gewerbegerichte. Beim Kapitel Lohnfrage" wendet sich Abg. Jmbusch( 8.) Oberberghauptmann v. Belsen: Seit Jahren sind die Löhne beständig gestiegen. Entlassungen werden nur dann vorgenommen, wenn es zur Aufrechterhaltung ber Disziplin erforderlich ist. Nach der Tagesordnung kommt Abg. Dr. Schifferer( natl.) auf die zu Beginn der Sigung vom Abg. Brütt abgegebene Erklärung zurück und betont, daß er dem Abg. Brütt schon in der Kommission angekündigt habe, daß er die Bemerkung des Abg. Brütt über die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit der Stadt Kiel für die Provinz Schleswig- Holstein im Plenum zur Sprache bringen werde. Ein Verstoß falle ihm daher nicht zur Last. Nach weiteren persönlichen Bemerkungen zwischen den Abgg. Brütt und Dr. Schifferer, die aber vom Vorsigenden Bizepräsidenten Dr. v. Krause für nicht persönlich erklärt werden, vertagt das Haus die Weiterberatung des Bergetats auf Freitag die weit 11 Uhr. Schluß 4 Uhr. Parlamentarisches. 18H Kolonialbahnen.. Ostelbische Wahlitten. " fordert habe, jei Beweis genug, daß mit der Bahn die kapitalistische Inis oder Festungshaft bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe b Ausbeutung des Ambolandes bezweckt werde. Die Sozialdemo- zu 5000 M. bestraft, wenn er nach den Umständen annehmen muß fratie habe teine Veranlassung, durch ihre Zustimmung zu dem daß die Preisgabe des Geheimnisses einen schweren Schaden f Bahnban sich zur Förderin kapitalistischer Profitintereffen zu machen. die Sicherheit des Reiches zur Folge haben kann", gegen die fo Staatssekretär Dr. Solf suchte durch die Aufrollung von Elends- fervativen und nationalliberalen Stimmen abgelehnt. Gin bildern aus dem Ambolande, durch Appellierung an die Menschen- stimmig wurde der Saz der Regierungsvorlage: Wer fau freundlichkeit und durch Verlesung einer Depesche des Gouverneurs, lässig ein militärisches Geheimnis in die Oeffentlichkeit gelang in der die Notwendigkeit der Ambobahn nochmals betont wird, eine läßt" abgelehnt. Es ist aber damit zu rechnen, daß in bewilligungsfreudige Stimmung in der Kommission au erzeugen. zweiten Sommissionslesung der Versuch, den Presseknebel Genosse Note forderte unter Hinweis auf die Wertlosigfeit schaffen, mit vermehrten Bemühungen wiederholt wird. papierner Resolutionen die sofortige Aufhebung der Lindequistschen Arbeitsordnungen, ohne die an eine Reform der Arbeitsberhältnisse in Südwestafrika nicht gedacht werden könne. Gin Die Wahlprüfungskommission des Reichstags feste vom Abg. Graberger eingebrachter Antrag will die Grundam Mittwoch die Prüfung des im Wahlkreise Labiau- Wehla eigentümer, Befizer von Bergwerksgerechtsamen usw. bei Eisen- gewählten konservativen Obersten a. D. v. Massow fort. Letter bahn-, Straßen-, Hafen- und Strombauten im Wirtschaftsbereiche wurde in der Stichwahl gegen den fortschrittlichen Bürgermeis dieser Anlagen zu entsprechenden Leistungen für das Schutzgebiet Wagner gewählt. Die Mehrheit betrug rund 400 Stimmen. Gege herangezogen wissen. Die Regierung erblickte hierin eine Durch die Wahl liegt ein umfangreicher Protest vor, der eine Unmens brechung der Abgabenfreiheit und erklärte sich, unterstützt vom Abg. der von den Konservativen in Ostelbien beliebten untauteren Wah Nach einer längeren staats- und etatsrechtlichen Debatte über Grafen Westarp( f.) dagegen; jedenfalls müffe die Frage erst mittel aufzählt. Neben Einschüchterung der Wähler durch Ar den Antrag Erzberger, den für Landespolizei und Schußtruppe in durch den Bundesrat geprüft werden. Da die Regierung auf die brohung von allerhand Nachteilen und Eingriffen von Amt Südwestafrika zu leistenden Reichszuschuß fünftig als Fehlbetrag von Roske erhobenen Forderungen nicht einging, nahm Genoffe personen in die Wahlagitation zugunsten des konservativen Stand: in den Etat einzustellen, trat am Mittwoch die Budgetfommission och noch einmal Gelegenheit, die für die Sozialdemokratie maß- baten spielen Stimmenfauf und Verteilung bo des Reichstages in die Beratung des Ambobahn- Projettes gebenden Gründe gegen den Bahnbau darzulegen. Genoffe Lede- Schnaps eine erhebliche Rolle. Unter anderem wird angeführt, ein. Die 285 Kilometer lange Ambolandbahn, die eine große, von bour protestierte gegen die von der Regierung. beliebte Aus- daß ein Gutsbesizer seinen Knecht derartig schlug, daß schwarzen Arbeitern nur schwer und mit vielen Opfern zu passie- legung des Prinzips der Abgabenfreiheit, wies auf die Konse- mehrere Tage bettlägerig war. Grund: cr erwisch rende Durststrecke durchquert, zweigt bei Otjawarengo von der quenzen dieser Haltung hin und plädierte für Annahme des An- ihn beim Lesen eines liberalen Flugblattes. Du darfst sole Otavibahn ab und geht über Outjo nach Okahatane. Die Regie- quenzen trages Erzberger. Genoffe Sente ergänzte die von seinem einen Wisch überhaupt nicht lesen, Du hast konservativ z rungsdenfschrift hat die Eringlichkeit des Bahnbaues, der als erste Frattionsfollegen gegen die Bahn erhobenen Bedenken in wesent wählen", lautete die Belehrung, die dem Geschlagenen dabei zute Rate 5 Millionen Mark erfordert, mit ihrer Fürsorge für die lichen Buntten. Hierauf wurde die Resolution Mumm und der wurde. In einem Falle wird die Krankenhausverwaltung als Zeug: Arbeiterinteressen begründet. Abg. Waldstein( Bp.) als Refe- Antrag Erzberger mit den Stimmen der Sozialdemokraten, das bafür benannt, daß Wähler wegen Alkoholvergiftung, die rent empfahl die Bewilligung. Abg. Mumm( Wirtsch. Wg.) brachte Ambobahnprojekt gegen die Stimmen der Sozialdemokratie an- sie sich durch den konservativen Wahlschnaps zugezogen die bei der Ruandabahnfrage vom Zentrum eingebrachte Resolution, genommen. Der Rest des Etats und die Petitionen wurden hatten, ins Krankenhaus eingeliefert worden sind. So ließen sic Die sich gegen staatlichen Arbeitszwang und Besiedelung des Landes alsdann erledigt. noch dußendweis typische Beispiele dafür anführen, wie in Ostelbien durch Weiße, für Arbeiterschutzbestimmungen und Freiheit des fonjerbative Wahlen gemacht werden. Die Prüfung der Wahl wird Arbeitsvertrages erklärt, erneut ein. Abg. Erzberger( 3.) forderte, daß in der Resolution auch der Schutz der Eingeborenen nächste Woche fortgesetzt. bei der Anwerbung und Heimbeförderung durch Arbeiterkommissare Am Mittwoch iwurde in der Reichstagskommission die Debatte gesichert werde und begründete eine Resolution, die für den Norden über den Presseknebelparagraph fortgesetzt. Es zeigte sich im Verdes südwestafrikanischen Schutzgebietes eine solche Regelung der laufe der Beratung, daß die Stonservativen und Nationalliberalen bergrechtlichen Verhältnisse verlangt, daß eine ungestörte und fach- zum Umfall bereit sind und den von der gesamten Presse als un gemäße Erschließung des Landes sich vollziehen kann. Die Rejo- annehmbar zurückgewiesenen§ 9 des Entwurfes in einer etwas Tution ist gegen Spekulationsgesellschaften gerichtet, die bisher nichts veränderten, aber gleichfalls die Bresse schwer bedrohenden Fassung für die Förderung der Kolonie getan haben, von dem Bahnbau zur Durchführung bringen möchten. Auch ein Teil der Fortschrittler aber große Vorteile haben würden. Genosse Ledebour trat den bekundete die Neigung, sich den Forderungen der Heeresverwaltung Musführungen Erzbergers bei und betonte, daß die Nutznießer der zu unterwerfen. In der Abstimmung wurde nach längerer Debatte Bahnbauten zu entsprechenden Leistungen herangezogen werden ein nationalliberaler Antrag:" Wer fahrlässig ein militärisches müßten. Die Tatsache, daß der Abg. Semler zuerst die Bahn ge- Geheimnis in die Oeffentlichkeit gelangen läßt, wird mit Gefänge Todes- Anzeigen Nach langen schweren Leiden verstarb am 9. März mein inniggeliebter Mann, unser herzens guter Bater 69A Emil Blumenthal. Im Namen der Hinterbliebenen Marie Blumenthal. Beerdigung: Freitag, den 13. März, nachmittags 3 Uhr, Weißensee, Lothringenstraße, neue Halle. Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Frankfurter Viertel. Bez. 279 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Genosse, der Metall arbeiter Emil Blumenthal ( Löwestr. 16) gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 13. März, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des jüdischen Friedhofes in Weißenfee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/3 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Selempner Emil Blumenthal gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 13. März, nach mittags 3 Uhr, von der neuen Leichenhalle des jüdischen Friedhofes in Weißensee, LothringenStraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 114/9 Die Ortsverwaltung. Beerdigungsverein der Zimmerlente Groß- Berlins. Am Montag, den 9. März, abends 11%, Uhr, verstarb unser langjähriges Mitglied, der Maurerund Zimmermeister Julius Schröder Lichtenberg, Sonntagstr. 4, im 65. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 13. März, nach mittags 4 11hr, von der Leichen halle des Rummelsburger Friedhofes, Qüdstraße, aus statt. 12185 Der Vorstand. Am 7. März entschlief nach langem, schwerem Leiden ineine liebe Frau 12115 Minna Sowitzkat geb. Balzukat. Für die trauernden Hinterbliebenen Johann Sowitzkat Weigensee, Lothringen- Straße 18. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Schut militärischer Geheimnisse. Allen Bekannten und Freunden geben wir hiermit die Nachricht, daß unser Kollege Emil Blumenthal 2. Kassierer der Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes, am Montag, den 9. d. Mts., 114/8 gestorben ist. Der Verstorbene war uns stets ein Freund und guter Kollege. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Freitag, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Jüdischen Friedhofes, Weißensee, Lothringenstraße, aus statt. Die Angestellten des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Verwaltungsstelle Berlin. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenbury. Gruppe Ill. Den Parteimitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Steinbrudmaschinenmeister Gustav Splettstößer Beusselstr. 77 am 8. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 12. März, nachmittags 4 Uhr, im Strematorium, Berichtstr. 37/38 statt. 250/19 Die Genojjen versammeln fich 3 Uhr vor dem Krematorium. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband der Haler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Anton Dawitzki am 9. März verstorben ist. Ehre seinein Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Sebastian- Stirchhofes in Rei nidendorf, Humboldtstraße, aus statt. 136/13 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß am Sonntag, den 8. März, meine liebe Frau, unsere Herzensgute Mutter Marie Beierle geb. Strudmann nach langen schweren Leiden entfchlafen ist. Die Einäscherung findet am Freitag, den 13. März, nach mittags 5 Uhr, in dem Strema torium Baumschulenweg, Stiefholzftraße, ftatt. Dies zeigt tiefbetrübt an Julius Beierle nebst Kindern, Baumschulen weg. Serangipenden dankend verbeten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend. Nachruf. Am 6. März verstarb unser Mitglied Alfred Hähnel Lichtenberg, Sophienstr. 9. Durch seine rührige Tätigkeit als Mitglied der Agitations. fommission sowie als Vertrauens mann für Versicherungswesen hat er sich bei allen Genossenschaftern ein dauerndes Andenken gesichert. Die Beerdigung fand am Mittwoch in Marzahn statt. 103/19 Die Verwaltung. Frauen- Leseabende. C Mariendorf. Der für Freitag, den 13. März, beabsichtigte Lejeabend fällt wegen der Noten Boche aus. Er findet dafür am Dienstag, deu 24. März, statt. Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montan. den 16. März, abends 8%, Uhr, in Kellers Neuter Philharmonie, KöpeniderStraße 96/97: Generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienftr. 83-85. Telephon: Amt Norben 185, 1239, 1987, 9714. Achtung! Mitglieder des Metallarbeiter Verbandes. Wegen der Beerdigung des Kollegen Blumenthal ist das Verbandsbureau Freitag, den 13. März, von 1-5 Uhr geschlossen. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handlungsgehilfen Drei Tropfen Kaol Bezirk Groß- Berlin Büro: C25, Münzstr.20 mgeben schmutzigstem Freitag, den 13. März, abends 8 Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31: Außerordeull. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Verbandstag in Hannover. 2. Wahl von 6 Delegierten. 3. Berschiedenes. Kolleginnen und Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen jedes Mitgliedes dringend notwendig. Wegen der Wahl der Delegierten Metall Dauerglanz Unentbehrlich, für Autos Ueberall zu haben in Flaschen. Radfahrerfarten verweiſen wir befonders auf das in Mr. 5 der»$.- 3. veröffen Wanderfarten lichte Reglement. 77/7 Mitgliedsbnch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Am Freitag, d. 20. März, findet in dems. Lokal unsere JahresPeranzeige: Generalversammlung( Geſchäftsbericht, Neuwahlen 2c.) statt. Verband Gemeinde- u. Statsarh. Offene Füsse Borussia- Festsäte Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach richt, daß der Stollege Karl Stoppel welcher im Betriebe der Gasanstalt Bittenau beschäftigt war, ber= storben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet heute Donnerstag, ben 12. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem Ge meindefriedhofin Borsigwalde statt. Die Ortsverwaltung. 33/14 Zentral- Verband der Schiffszimmerer Deutschl. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Willi Graẞnick am 8. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 12. März, naam. 3% Uhr, von der Friedhofshalle in Friedrichshagen aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 283/13 Die Ortsverwaltung. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. 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