Ar. 7S. BbonncmcntS'Bedingungen: ■Somcmimlä• Steil Ctänumctcmbo; »ierteljähtl. 8�0 Sit, monall. 1,10 Mk, wöchentliib 28 Pfg, frei WZ HauZ. Einzelne Nuimnet S Pfg, EonnlagZ. rnnnmct mii illusttierlet EonniagZ- Beilage„Die Neue Well" 10 Pfg, Post- Vbonnemeni: 1,10 Marl wo Monat, Eingetragen in die Posl-ZellungZ. BteiZlifle, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich» Ungarn 2,60 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl die Monat. Postabonnemenis nehmen am Belgien. Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Humänien, Schweden und die Schweiz. 31. Ilchrg. cklchtlllt tZglfch. Verlinev Dolllr»lklclkk. lile InkerNonz-eedllhi' betrügt für die sechsgesbaltene Kolonel» »eile oder deren Raunt M Pfg„ für holillsche und gewerkschaftliche Bereius- und BersammlungS-Anzeigeu 80 Pfg, „Klewe Htireigcn", das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort lO Pfg. Stellengesuche und Schlasslellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes wettere Worts Pfg. Worte über lö Puch. Itaben zählen für zwei Worte, Inserate kür die nächste Nummer müsien bis B Uhr nachmitiags in der Expeditton ttbgegeben werden. Die Expedition ist bis 1 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: „SoziallUrocliral Rcrlln". . s Zentralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfchlandg. Redaktion: 8Tl. 68» Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Morittplatz, Nr. 1383. Sonnabend, den 14. März 1914. Expedition: SM. 68» I�indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt MorillPlaN, Nr. 1381. Schluß mit öem Rummel! Das Kriegs- und Rüstungsgeschrei, das im Anschluß an den Petersburger Artikel der„Kölnischen Zeitung" entstanden ist, wird nun bald aufhören müssen. Es war ja recht bezeichnend für die permanente Unsicherheit des imperialistischen Zeitalters, daß ohne alle konkrete Ver- anlassung plötzlich ein solcher Alarm entstehen konnte. Hatte man jahrelang den deutsch-englischen Krieg für unausbleiblich erklärt und Jahr für Jahr die Verstärkung der Flotte ge- fordert, wird jetzt Rußland für den kriegsbereiten Feind erklärt. Die Rüstungstreiber brauchen eben beständig einen Popanz, um die nötige Angst zu erzeugen, in der auch ihre wahnwitzigsten Forderungen bewilligt werden. Und die „russische Gefahr" kommt den Chauvinisten der verschiedensten Länder recht gelegen. Die französischen Reaktionäre benutzen die Kampagne der deutschen Presse— die„Post" und ähnliche Organe brachten ja schon flammende Aufrufe zum Präventivkrieg gegen Frankreich und Nußland— um bei den bevorstehenden Wahlen die nötige Stimmung zu erzeugen und für das Dreijahrgesetz die Billigung der Wähler zu erhalten. Der korrupten zarischen Regierung Iviederum, deren innere Politik immer größeren Widerstand findet, konnte die An- erkennung ihrer militärischen Stärke nur angenehm sein. Er- leichtert sie doch ihre Stellung in der auswärtigen Politik und steigert die ihr so erwünschte Möglichkeit des Bluffens. Sie beeilte sich auch die Anerkennung ihrer militärischen Bereit- schaft zu unterstreichen. In der Petersburger„Börsenzeitung" ließ sie ein Loblied auf ihre Leistungen anstimmen und ver- künden, Rußland sei heute schon imstande von der defensiven zur offensiven Strategie überzugehen— ein Selbstlob, das die liberale„Retsch" freilich mit der kühlen Bemerkung ab- tat, vor dem Kriege mit Japan habe man dasselbe gelesen. Und daß der Russenschreck dem Kruppzeug in Deutschland und den schwedischen Konservativen recht gelegen kommt, ist erst recht selbstverständlich. Eine hübsche Ironie der Geschichte ist es dabei freilich, daß gerade unsere herrschenden Klassen, die den Zarismus immer als Hort der Reaktion verehrten und vor Väterchen nicht genug oft Kotau machen konnten, plötzlich denselben Zarismus als den Feind deb europäischen Friedens und als Kulturgefahr stigmatisieren. In Wirklichkeit sind die russisch-französischen Anstrengungen die Antwort auf die letzte große deutsche Heeresvermehrung und sie beweisen höchstens,>vie nutzlos und wahnsinnig das imperialistische Wettrüsten ist, eine Tollheit freilich, die kapitalistische Methode ist und ans der der Kapitalismus keinen Ausweg weiß. Gerade die russischen Rüstungen zeigen ja den Zusammenhang zwischen Finanz- und militaristischen Interessen aufs deutlichste. Die französische Bourgeoisie hat ja die russische Rüstungsvermchrung direkt zur Vorbedingung ihrer Zustimmung zu den neuen russischen Anleihen gemacht. Bei den letzten Konferenzen in Paris wurde nach einer Mel- dung des„Radikal" direkt ausgemacht, daß jede Anleihe, die einer w i r t s ch a f t l i ch c n E i s e n b a h n l i n i e zugute kommen soll, einer Staatsanleihe entsprechen muß, die für den Bau einer st r a t c g i s ch e n Eisenbahnlinie, für die Schaffung von telegraphischen Verbindungen oder für die Herstellung von Straßen dienen soll. Es handelte sich dabei darum, die Mobilisation und die Konzentrierung der russischen Streitkräfte nach dem Westen hin zu organisieren. Die französische Regierung, die aus eigener Kraft nnt den deutschen Rüstungen nicht mehr Schritt halten kann, benutzt aber die Finanzkrast ihres Landes dazu, um sich in Rußland die mächtige militärische Unterstützung zu erkaufen: zugleich verlängert die bürgerliche Republik so die Lebensdauer des fluchwürdigsten Despotismus. Die Beunruhigung aber, die die internationale Presse- kampagne erzeugt hat, in der die Chauvinisten gegenseitig ihre Geschäfte förderten, beginnt die langsame Erholung des Wirt- schaftslebens zu stören. Sie stört zugleich die Reihe der Ver- Handlungen, die zwischen den Mächten gegenwärtig über die Abgrenzung der klcinasiatischen Interessensphären geführt werden. Deshalb sehen sich endlich sowohl die russische als die deutsche Regierung veranlaßt, der recht wild gewordenen Hetze entgegenzutreten. Nachdem bereits der russische Minister des Aeußeren sehr bestimmte Friedenserklärungen abgegeben hat, schreibt jetzt die„Rossija" halbamtlich: „Worin bestehen denn die aggressiven Absichten Rußlands Deutschland gegenüber'l. Wir sind beim besten Willen außerstande, darauf zu antworten, lins dient dabei als Trost, daß auch in deutschen Zeitungsartikeln in dieser Hinsicht keine bestimmten Hinweisungen zu finden sind. Wenn Rußland um die Entwickelung seiner Kriegsmacht bemüht ist, so tut auch Deutschland dasselbe, ohne dadurch seitens der russischen Presse Beschuldigungen hervorzurufen. Können denn die deutschen Zeitungen auch nur eine Großmacht nennen, welche erklärt hätte, daß sie ihre Kriegsmacht bis zur äußersten Grenze gebracht habe und keine weiteren Anstrengungen in dieser Richtung machen wolle? Die deutsche Presse selbst, wenigstens ihr größter Teil, weist aufs energischste die Zulässigkeit einer Verringerung des deutschen Flottenbau« Programm» zurück, wenn ein solcher Antrag von liberaler englischer Seite ausgehen sollte. Wäre e» nicht besser, wenn die deutsche Presse, anstatt verwickelte Voraussetzungen über, die Beweggründe anzustellen, von denen die russische Regierung sich leiten läßt, indem sie an der Vermehuu»ig und Ver- vollkommnung ihrer Kriegsmacht arbeitet, sich bemühen würde, Reibungen und Mißverständnisse glücklich zu be- seitigen, welche immer zwischen Nachbarstaaten, oh sie auch durch lange währende Freundschaftsbande vereinigt-find, entstehen können? Die deutsche Presse beklagt sich über die Hetze der russi- scheu Presse gegen Deutschland. In dieser Beziehjuug bann man nur sagen, daß unter den deutschen Publizisten eine nicht geringe Zahl von Elementen vorhanden ist, die Rußland nristgünstig ge- sinnt sind. Es folgt jedoch daraus nicht, dcch die Re- gierungen Rußlands und Deutschlands die Absicht haben, über die Legende von der russisch-deulschen Freundschaft ein Kreuz zu machen." Und die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt ihrerseits: „Die„Petersburger Börsenzeitung" bringt einen Artikel in Sperrdruck, der sich über de» hoben Stand der russischen Heeres- einrichtungen verbreitet und deren offensive Kriegsbereitschaft neben der Erwähnung der friedlichen Tendenzen der Politik des Zaren unterstreicht. Wir fühlen kein Bedürfnis, an dein gewiß berechtigten Lobe des russischen Heeres Kritik zu üben, vermögen aber auch keinen Grund zur Beunruhigung daraus herzuleite». Vielmehr ist die Zuversicht begründet, daß dergleichen auf den Ton kriegerischer Ueberlegenheit gestimmte Erörterungen die guten Beziehungen der beiderseitigen Re- g i e r u n g e n ebenso>v e n i g st ö r e n können, als es der unbegründete Alarmruf getan hat. der neulich in einer Petersburger Korrespondenz eines deutschen Blattes enthalten war. Uebcrhaupt wäre es verkehrt, eine entscheideiide Bedeutung für die Gegenwart darin zu erblicken, ivenn sich von Zeit zu Zeit mit Hilfe von Tinte und Druckerschwärze die alte Erfahrung bestätigt, daß durch nationalistische Erregungen die feststehende Ehrlichkeit der offiziellen Friedenspolitik zu l 0 m p r 0 m i t �i e r e ss vktsucht wird. Wir stimmen mit der.Rossija" ganz darin überein, daß die Re- gierungen der beiden benachbarten Kaiserreiche nicht die Absicht haben könne», über die Legende von der russisch-deutschen Freund- schaff ein Kreuz zu machen."'" Damit erhaltön die nationalistischen Kriegshetzer eine deutliche Absage, die, so erfreulich sie ist, nur reichlich spät kommt. Wir allerdings verlassen uns weniger auf die Friedensbeteuerungen und Liebeserklärungen der Regierungen, als auf den entschlossenen Friedenswillen des Proletariats. Tie russische Regierung weiß aus Er- fahrung, daß auf den Krieg die Revolution folgt und sie weiß, daß nach einem großen europäischen Zusammenstoß die Revolution noch viel gründlicher aufräumen würde als nach dem japanischen Kriege. Und daß kein Pro- letariat die entsetzlichen Opfer eines Krieges oder gar die verbrecherische Frivolität eines Präventivkrieges stumpf und ergeben auf sich nehmen würde, daS wissen und fürchten die Herrschenden aller Länder. Und deshalb haben wir kühl und gelassen auch den letzten Rummel mit- angesehen. Gewiß die Kriegstendenzen des Imperialismus sind stark und gefährlich. Aber gegen den Willen des Volkes ist ein Krieg heute überall ein ungeheures Wagnis, das die Herrschenden kaum auf sich nehmen können. Die Völker aber, die wollen keinen Krieg, sie wollen Frieden und Freiheit! Gegen die südafrikanische Gewalttat. London, 12. März. jPrivattelegramm de»„Vor- wärt S".) Das gemeinschaftliche Komitee der drei Zentralkörper- schaffen der britischen Arbeiterbewegung beschloß gestern, auf den 7. April einen allgemeinen Arbeiterkongreß einzu- beruscn. Der in London tagende Kongreß wird sich mit der s ü d- afrikanischen Frage befassen und weitere Schritte zur Unterstützung der südafrikanischen Arbeiter beschließen. Man hat hier einen 24 stündigen Streik sowie den Boykott aller südafrikanischen Waren vorgeschlagen. Das gemeinschaft- liche Komitee ist der Ansicht, daß zwei Vertreter nach Südaftika gesandt werden sollen, die die Ansichten der organisierten Arbeiter Großbritanniens der südafrikanischen Regierung zu unterbreiten hätten. Genosse Macdonald, Vorsitzender der parlamentarischen Fraktion und S e d d 0 n, Vorsitzender des Gewerkschaftskongresses, sind zu diesem Zwecke in Aussicht genommen. Im ganzen Lande sind bisher 73 Proteftversammlungen abgehalten oder veranstaltet worden, weitere S0 sind in Aussicht genommen. Ehre erster Güte. Nackjgerade kommt es einem zum Halse heraus! Seit Jahren redet der Reickstag über die Beseitigung oder wenig- stens Einschränkung des Duells. Eine besondere Duell- komimffion hat er eingesetzt, die einen ganzen Berg von Makulatur pardon: schätzbaren Materials!— produziert hat, wie man dem Duell am besten zu Leibe rücken könne. Ter Bundesrat indessen hat die Beschlüsse des Reichstags so behandelt, wie zu ertvarten war: mit einem satanischen Hohn hat er die Wünsche der Volksvertretung zurückgewiesen, und als seinen Willen dekretiert: alles bleibt beim alten. Welcher Regierung soll denn auch diese Reichstagsmehrheit imponieren? Diese Mehrheit, die ja den Kampf gegen die Auswüchse des Militarismus niemals ernsthaft geführt hatte, die jetzt aber nach ihrem schmachvollen Umfall in der Zabern- Affäre dem militärischen Uebermnt direkt die Tiiren weit und die Tore hoch gemacht hat. So ist es denn kein Wunder, daß, während der Reichstag schwätzt, das Ofsizierkorvs knallt, und bie Schüsse, die Ende Februar in Metz zwischen zwei Offizieren gewechselt wurden, sind geradezu ein Schulbeispiel für die Absurdität des Duells. Ein„Kamerad" verführt dem anderen die Frau in der Ueberzeugung, daß unter„Kanieraden" alles „janz ejal" sei. Der Betrogene jedoch nimmt die Sache ernst- hast und fordert den Schänder seiner Ehre mit dem Erfolge, daß er tot auf dem Platze bleibt. Das Zentrum hatte wegen dieses Vorfalls eine Interpellation eingebracht, die gestern im Reichstage zur Verhandlung kam. Gröber fragte und der Kriegsminister antwortete. Es ist merkwürdig mit diesen preußischen Kriegs- ministern! Je mehr man sich die neuen ansieht, desto besser gefallen einem die alten. Das liegt weniger daran, daß die alten gut waren, als vielmehr daran, daß die neuen immer schlechter werden. Herr v. Heeringen war sicher kein Heros und den Beweis des Geistes und der Kraft ist er uns stets schuldig geblieben. Aber wie ersrisckjend wirkte es. wenn er etwas schwerfällig sich zur Rednertribüne begab und offen sagte, wie's ihm ums Herz war: ein Offizier, der ein Duell grundsätzlich ablehnt, kann nicht Offizier bleiben! Da war's heraus, rund und nett und man wußte, woran man war. Bei dem jetzigen Kriegsminister dagegen wird man den Eindruck nicht los, daß ihm das sablt, was Bismarck bei Miguel ver- mißte: die pupillarischc Sicherheit.-Herr v. Falkenhayn machte in seiner nervösen Manier— er kam aus dem Versprochen nicht heraus— viele Worte, ohne doch das zu sagen, was dem Ganzen vom militaristischen Standpunkte aus erst Rückgrat und Leben gibt:.nptz. wer sich duelliert, kann Offizier bleiben. Und so machten seine Ausführungen gerade durch das Blin- zelnde, Halbe, Verkniffene den Eindruck des Unaufrichtigen. O ja, Herr v. Heeringen war ein braver Mann!— Dock) das ist schließlich Geschmackssache und wir wissen sehr wohl, daß man dem Militarismus vom ästhetischen Standpunkt aus nicht kommen kann. Im Grunde war der Kriegsminister gestern die gleichgültigste Person. Man wußte schon vorher,>vas er sagen würde, und da war es schließlich gleichgültig, ob er das grad und grob oder Verhalten und verschmitzt- sagen würde. Viel interessanter war das Gebaren der bürgerlichen Parteien. Und da war deutlich zu spüren, daß zwischen den letzten Duclldebatten und der gestrigen der Schatten von Zabern lag. Dieses Zabern sollte zu einer Katastrophe des militaristischen Dünkels werden und es ist zu einer Katastrophe der bürgerlichen Parteien ge- worden. Im Zusanimcnprall zwischen dein Rechtsstaate des Bürgertyms und dem Ausnahmerccht der Offiziere ist daS Offiziersrecht als Sieger hervorgegangen. Tie bürgerlichen Parteien haben in der Zabernkommission selber dem Mili- tarismus die Bügel gehalten und darauf verzichtet, dem Recht und dem Gesetz wieder zum Ansehen zu verhelfen. So war es denn kein Wunder, daß auch bei der gestrigen Duell- debatte die bürgerlichen Parteien vollkommen vorsagten. Herr Gröber, der Interpellant, mutzte sich von unserm Genossen H a a s e sagen lassen, daß er in der Bekämpfung des Duells mehrere Pflöcke zurückgesteckt habe, obwohl er für die schärfe- reu Forderungen eine Mehrheit im Reichstag finden würde. Da aber diese Mehrheit nur mit der Sozialdemokratie zu haben war, so verzichtete das Zentrum auf die schärferen Forderungen und gab seinen eigenen früheren Standpunkt preis. Herr van Calker nun gar, der Nationalliberalet Auf ihn selber treffen die geflügelten Worte zu. die er bei der Zcckerninterpellatiou prägte: eS ist zum Heulen! Er, der Lehrer des Rechts an der Universität Straßburg ist, bekam es fertig, für die Beibehaltung des Duells einzutreten! Nicht etwa bloß der studentischen Mensur, sondern des richtig- gehenden Duells! Und das nennt sich liberal, und das nennt sich Rechtslehrerl Genosse Wendel ließ sich die Gelegenheit zur Kennzeichnung dieser politischen Knochenerweichung bei den bürgerlichen Parteien nickst entgehen. Freilich! Indem die bürgerlichen Parteien die bevor- rechtigte Stellung des Offizierkorps verteidigen, verteidigen sie im Grunde nur ihre eigen« bevorrechtigte Stellung. Das Gesetz gilt nur für die Kanaille oder— wie man beim Kommiß sagt— für den Gemeinen. Denn selbstverständlich denkt kein Kriegsminister und kein Universitätsprofessor daran, nun etwa auch dem einfachen Soldaten das Recht ein- zuräumen, mit der Waffe in der Hand von dem Schänder seiner Ehre Genugtuung zu verlangen. Tann wehe den Soldatenschindern I Das Duell ist ein Vorrecht und als solches der beste Beweis dafür, daß es keine elendere Phraia gibt, als die Gleichheit aller vor dem Gesetz. Bei den normalen Fällen begnügt man sich, das Gesetz zugunsten der herrschenden Klassen zu biegen-- Klassenjustiz, hier aber muß man es ganz offen und schamlos brechen. Eine kunögebuung gegen öie zarifihen Gefängnisgreuel. Zu gestern gbcnd war nach dem Blüthner-Saal eine Versamm- lung einbxrujen, in her nach einer Ansprache des Landtage cchg. Pfarrer T raub der Tchriststcller Ulrich Pansch er einen Vor.- trag übet die Leiden der politischen Gegangenen.in Rustlano hielt. Diese Versammlung, in deren Präsidium die Reichstagsabgeord- ncten Dr.-P f e i f f e r, Genosse Paul G ö ha: e und Dr. E. S i e hr, Graf Georg p. A r c o und p. Te p p e.r-La sl i gewählt tvurdcn, gestaltete sich zu einer wuchtigen Kundgebung gegen die Dchmach des zapischen ,, Strafvollzug es". Ueber 1200 Personen, Vertreter sämtlicher'BevÄkerungsschichten, waren erschienen, um Einblick zu gewinnen in die jgö.lle' der Leiden gud Entbehrungen, in denen zehntausende Kriegsgefangene des russischen Befreiungskampfes schmachten. Tie jjfiMeiuser der Versammlung, die dem vor kurzem gegründet.cn„Deutschen Hilfsverein für die poli- tischen Gefangenen und Verbannten Rußlands" nahestehen, gingen offenbar von der Voraussetzung aus,' daß die Gleichgültigkeit der breiten OeffgiitlichUit gegen hie Opfer eines barbarischen Regierungsshsteins zu einem' großen Teile herhor- gerufen ist durch die'Uiikcnntms der Zustand� die in' den Kerkern niib Verbannungsorten Rußlands herrschen. Tkshalb baute der Vortragende seine Anklage gegen dxn russischen Wfängnistcrror auf die Wiedergabe der nackten Tatsachen auf, die das LoS der ge- fangenen' russischen Zreiheitokämpfcr illustrieren, sein Vortrag. der durch eine große Anzahl gut ausgeführter Lichtbilder veranschaulicht wurde, entrollte nach einer furzen Schjiidecung der allgemeinen politischen Verhältnisse in Rußland ein Bild jener Zustände, die die heutigen russischen Kerker, namentlich die Kerker mit Zwangsarbeit(„Katorgä") in lebende Gräber ver- wandeln, die die Schrecken der von Dostojewski geschilderten„Toten- Häuser" und die von George Kennan-gekennzeichiieten Zustände weit hinter sich zurücklassen. 30— 10060 politische Gefangene, darunter 12 000 Katorga-Gefaugene. sind in den feuchten, schmutzi- gen, verseuchten Löchern der russischen Kerker zusammengepfercht, die nur die Hälfte der vorhandenen Gefangcnenzahl fassen können (insgesamt umfaßt die russische Gefangenenbevölkerung zirka 220 000 Personen). Zusammengeschmiedet mit den gemeinen Ver- blechern, sind die politischen Gefangenen dem Hmiger, der Kälte, den verheerenden Seuchen ausgeliefert, den ärgsten Ernicdri- gungen, den beschjmpfevdsten Mißhandlungen preisgegeben. Karzerhaft, Masfendurchpeitschuiigen sind ihnen gegenüber eipe alltägliche Erscheinung. Selbstmorde der gepeinigten Gefangenen sind die Folge. Ein besonderes Kapitel bildet das Los der zahlreichen politischen Verbannten, die im Perwaltungstpege»der auf Gerichts- sprnch nach den Eiswiisten Sibiriens deportiert werden. Der Vor- tragende zeigte eine Anzahl anschaulicher Bilder aus diesem„un- vergitterten Gefängnis", Bilder, die die raffinierte Grausamkeit einer Regierung illustrieren, die ihre politischen Gegner in die Pcsthöhlen der sibirischen Ebene sperrt und— oft ohne jede Unter- stützung—'dem Verhungern preisgibt. Jedes dieser Bilder, jede Zahl, jede Tätsache aus der Barbarei des russischen Strafvollzugs ist eine Anklage, eine Anklage gegen die herrschende Mörder» bände ln Rußland,'eine Anklage gegen die zivilisierte Welt, die diese' Missetaten, diese Greuel duldet. Wir begrüßen es. daß endlich auch bürgerliche Elemenie Einblick in diese Zustande zu ge- wiiincu suchen.'Wir freuen uns,'daß' wenigstens die besten Elc- mcnlc des Bürgertums sich endlich äufraffey, um mit uns' zugleich P Wiest zu erheben gegen ein Regime,"das schon längst zu einem Sch a ni> fle ck d?r"K ul t u r geworden'sst.' llnd' wir verzeichnen es mit Genugtuung, daß die Redner auf dieser' Versammlung auch unfertf eigene, p r e u ß i sch-d e u t s ch e Miischuld an'diesen Zu- ständen geißelten. Sowohl der Abg.'Trauh, tvie' nach ihn: w schärferer Form Herr Ulrich Rauscher brachten die Schmach miseres „Fremdenrechts" and der Auslieferustg's- und Ausw'eisüngspraxis zur Sprache, die dazu imihctfcn, die Kerker und Verbäbiiungs- vrte des Zaren mit yeuen Opfern zu füllen. Der spontane ProtLst, der bei diesen Protesten aus der Versammlung erschallte, zeigt beut- lich, daß die Protestbewegung gegen die russische und vorussische Schmach auch in breiten Kreisen des deutschen Bürgertums einpn dänlkbären Boden findest Der gestrige Appell an den'RechtlkchkcitS- sinn und das Gewissen des deutschen Volkes wird nicht fruchtlos verlaufen. politische Ueberficht. Bcrgarbeiterfragen im Abgeordnetenhause. Wenn Arbeiterfragen im'Dreiklässenpärlämeut beraten werdsn, dannistd�S�n�i�ck�ck��hr�esetzt�il�gecho�nlsch��on� Rom im Generalstreik. Hon alle» Generalstreikbewegungen her letzten Jahre hat sich keine''mit ähnlicher Wucht und Großartigkeit durchgesetzt wie der ProteWhe�k gegen die Mißwirtschaft im Krankenhauswesen. Das Schanspidf,' das die Pistzza del Pöstolä am"Morgen des'S. 2) Hirz geboten hat, wird allen, die es sahen, ewig unvergeßlich Bleiben. Die fünf'kereäffenärkig aufsteigenden Rampen des Pineio wären von einer Kopf an Kopf stehenden Wenge buchstäblich bedöckt. Alis den Bhumiep, auf den zahllosen Marmorsphinxen, äuf den Bäumcii, Überall hatten es sich die Arbeiter bequem gemacht und blickten so von der Höh? des schönsten Lustgartens Roms auf die Piazza del Po'polS' hsehltstter, auf den'„Platz' des Volkes", den Kasernen und Kirchen einrahmen und der ftit Menschengedenken'nlchl Lme' ähnliche Menge Volks gesehen hatte. Man schätzt die Zahl der Ver- sammluNKSteilnehmer auf 80'000. Die Polizei hatte die Ver- kammlung auf der Piazza del Popow verboten, hatte sie äber, als die Menge den festen Entschluß zeigte/hoch gerade hier ihre Per- samm'lung abzuhalten, am Sonntagabend, erlaubt. Ursprünglich bestand och Absicht, die Menge der Tetuon'stranteu durch Truppen- korddnS zu verhindern, sich in den Korso und in die'Hauptstraßen der Stadt zu' ergießen. Angesichts der unübersehbaren Müschen- flut, die jeden Truppenkordon unfehlbar gesprengt'hätte, zog Man aber die Truppe» zurück, so daß der Züg der Temonstränten unge- hindert den Körsch'überschwemmte, in seüier dichten, kompakten Masse diese Hauptader der Stadt in ihrer ganzen Länge aus- füllend. In der Mqisenv.ersammlung haben der Sekretär der Arbeiter- kamm'er, ein Vertreter der sozialistischen And'eincr der republika- nischen Parteifraktton und Mehrere andere gesprochen und auf die unwürdigen Verhälkklisse hmgewiesen, die im römischen Kranken- Hauswesen herrschen. Zwei römische Krankenhäuser, S.'Antonio Und S. GiacöMo, wurden schon geschlossen, und man spricht' davon, ein 3. zuzumachep. Das Pflegepersonal der vereinigten Hospitäler ist' von IM auf'M herabgesetzt worden, die Aüstiaqme der Kranken wird von dem' Besitz'riile? Akmenschiines'abhängig geMacht, kurz: die mittellose Bevölkerung der Stadt, der mildkqtigv Stlftungöss iin Betrage von Hunderten von Vlillioneii Pflege und Beistand in der Krankheit'sichern'wollten,'ist beute in Rom im'Krankheiksfalle hilflos Und elend ihrem Schicksal Überlassen. Man läßt die Men- schen agf der Straße oder in ichreix Äsndeu Hohlen, sterbe« wie. das Vieh und sreut sich, bsi dieser Art der Verwaltung der Wohltätig- ksssA�Iher Ekfpotnisse zu machin, die SlmtLMss das'' Hu heAtchlte sollen sich die dreimal Gesiebten erst nach der Prinz-Mbrecht-Straße bemühen! Wenn eS sich um die Wahrung ihrer eigenen Interessen handelt, dann lohnt sich der Weg, aber der Arbeiter wegen vergeudet man seive kostbare Zeit nicht gern. Diesem Gründsatz folgend, glänztev die Konservativen auch am .Freitag wieder durch Abwesenheit. Rur hier und da sah man einen Platz aus der Rechten befetzt, vermutlich weil sein Inhaber keine andere Schlafstelle mehr gefunden hatte. Und doch wären die De- batten gerade für die Konservativen recht lehrreich gewesen. Hätten sie doch Gelegenheit gehabt, aus dem Munde eines Arbeitervertreters. der auf Grund eigener Erfahrungen sprach, die Leiden der Berg- arbeiter zu veruehmen! Die Zahlen, die unser Genosse Hue über das Lphneinkommen der Bergarbeiter gab und die Schilderungen ihrer elenden Wohnungsverhälinisse. d'ie er durch bildliche Dar- ftellungen von Bergarbeiterwohnungcn aus der Lausitz ergänzte, wirkten so aufreizend, daß die Herren, die leruev wollen, unschwer zu der Erkenntnis von?er geradezu jammervollen Lage der Bergarbeiter hätten gelangen können. Bedenkt man weiter die inhumane Behandlung durch die vorgesetzten Beamten, die Slrosgcwalt der Beamten, die den Arbeitern gegenüber beliebte Willkür, so hat man eine Vorstellung von dem Los der Bergarbeiter, das die Sqchwalter des Grubentapitais als möglichst rosig zu schildern sich bemühen. Zwar gab sich der nationalliberale Abg. Dr.»Ith off große Mühe, die Zahlen unseres Genosseii'Hue als falsch und' seine Schlüsse als unlogisch hinzustellen, aber er mochte wohl selbst pgs.Gefühl haben, daß stinc Gegenbeweise nur auf schwachen Füßen stehen. Offenbar war ihm daher der mit Hilfe seiner Freunde durchgesetzte Schlußantrag über diesen Teil des Etats nicht unangenehm. Wurde doch Hue dadurch eine Entgegnung unmöglich gemacht. Run, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Warten wir die dritte Lesung ab! _ Von Wichtigkeit ist die Mitteilung des Oberberghauptmanns, daß der Regierung weder offiziell noch inoffiziell etwas von der Bildung eines oberstblefischen Zechenverbaudes bekannt ist. Aller- dingS wird man sich bei dieser Antwort nicht beruhigen dürfen, sondern die Augen offen halten müssen. Denn dazu waren die An- gaben Hues doch zu detailliert, als daß man glauben dürfte, es sei gar nichts daran. Erfreulich ist die Erklärung des Regierungs. Vertreters, paß eine Entlassung ortsansässiger Leute in Rüdersdorf nicht beabsichtigt ist. Unter den dortigen Bergarbeiiern besteht schon seit längerer Zeit die Furcht, daß mit Entlassungen vorgegangen wird. Wir wollen hoffen, daß sich diese Befürchtungen als grundlos erweisen. Zu Beginn der Sitzung hatte daS Haus einen Zentrumsantrag auf Reform der dgS Bergschädenrecht rcgelndeu Bcstimmuvgen des Berggesetzes einer Kommission überwiesen. Zwar bemuhten sich eine Reihe von Redper», namentlich Genosse Hue, die saforlige An- nähme durchzusetzen, aper vergebens. Die Wünsche des Sachwalters des Grubenkapitals, des Abg. Hasenclever(natl.), aus Berück- sichtigung der Interessen der Bergwerksbesitzer erschienen der Mehr- heit so wichtig, daß sie sich im Einverständnis mit dem Minister mit einer Kommissionsüberweisung begnügte. Am Sonnabend wird die Beratung sorlgesetzt. Dann folgt der Etat der Zeniralgenossenschaftskasi«. Arbeitsdispositionen des Reichstags. Ter Seniorenkonvent kam am Freitag überein, daß die nächste Plenarsitzung erst am 19. März stattfinden soll. Inzwischen sollen die Üommiisionen ihre Arbeilen fördern, sodaß genügend Stoff für die nächste Zeil zur Beratung vorliegt. Am ISl März soll hie Wetterberatiing der Schutzgebiete sortgesetzt iverden. Am 26. März wird das Etatnolgeietz beralen werde», da der Etat bis zum Sl. März nicht feriiggeftevt lverdeii kann. Der 26. März wird ltzungöfrei sein, da dieser Tag ein kathotischer Feiertag ist.— Die Osterferien sollen am 29. März beginnen und bis zum 28. April dauern. Hurra,«ach Afrika! Der liebedienerische Plan einer Anzahl nationalliberaler Reichs- tagsmitglieder, dem Kronprinzen auS Reichsmitteln 200 000 M. für einen Jagd- und Vergnügüngsnusflug nach Afrika zu schenken, tößt selbst in den eigenen Reihen der nationalliberalen Parker auf Widerspruch. So schreibt der„Schwöb. Merkur": „Verfassungsrechtlich und nach Hebung und Herkommen macht das Reich keinerlei Aufwendungen für den Kaiser und sein Haus. Als führender Bkiidesfürst verwalket der Kaiser sein Hobes Aint ehrenamtlich; feine ZivNlifte bezieht er als König von Preußen. In der Reichsverfassung ist eine» Krön- Prinzen, obwohl diesqr den Titel„Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen" führt und„Kaiserliche und Königliche Hoheit"angeredek wird, keinerlei Erwähnung getan. E s würden also alle b e r f a s s ü n g s r e ch t l i ch e n P o r- Vcrwaltungspersonal durch recht viele Freunde des Kommissärs Gyjeri zu vermehren. Mit größter Auimertsamleit solgte die Menge den Ausführun? gen der Redner. Als zum Schlüsse die römische Sektion der nptio- nälisiischen Vereinigung' ihre Zustimmung zur Agitation mitteilen ließ, erhob sich wie dumpfer Donner der Widerspruch Ter'Menge, der dann plötzlich in ein schrilles'Pfeifen überging, das man so ziemlich an allen Punkten der ewigen Stadt gehört haben dürfte. Die Arbeit sruhe war' vollkommen. Außer dem Post- dienst, der notdürftig fortgeführt würde, ruhten buchstäblich alle öffentlichen Tienjte. Keine Straßenbichn verkehrte, keine Düzschke war Pu sehen. Llllu Läden waren geschlossen, am Morgen wurde weddr Brot noch Milch ausgetragen, die Straßen waren nicht ge- kehrt, die in städtischer Regie ausgeführte Abholung der Abfälle qus. den Häusern unterblieb. In Erwartung d?s völligen Ladenschlusses hatte die Präfektür für den Sonntag die Sonntagsruhe der Lebensimttelvcrsäufer aufgehoben. Keine einzige Zeitung er- schien, was wegen der Ministerkrise besonders fühlbar wurde. Die Fabriken und Bauten waren völlig verlassen: außer am 1. Mai hat man in Rom nie eine ähnliche Einmütigkeit in der Arbeitsent- Haltung gesehen. Mr herrliche Frühlingstag verlieh' dör Protest- kUndg'ebung eine Festlichkeit und Ruhe, die ebenso erhebend wie imponierend wirkte. Erst am zweiten Tage des Generalstreiks, dessen Fortsetzung sich bei rechtzeitigen'Zugeständnissen der Regierung überhaupt erübrigt häite, kam es zu bedäUerlichewMoNflikteü, die über 30 Vet- BundSte Srgaben.' Die'Schüld dafürW einzig und allein aus die gleichzeitig ruchlose und stumpfsinnige Organisation des Polizei- dienstes zurückzufuhren. Als nach erzieltem Siege die Wieder« ausnähme der Arbeit beschlossen worden war, und die Temonst'ranl teil, etwa 30000 an der Zahl, ruhig aus der' Versammlung nach Hause gingen, fanden sie eine Anordnung des Polizeidienstes, die geradezu auf ein Kesseltreiben abzuzielen schien. Bekgnnt- lich ist dex Palast der üsterreiichischen Botschaft in Rom eine ganz besonders heikle' Sielle. Wenn ihn einmal ejn Demonstrant jchiep ansehen sollte, könnte das zu de» gräßlichsten' diplomatischen Köm- plikationen führen. Also war eS� Hauptstreben der Polizei, den Strom der Demonstranten von der Piazza Venezia abzudämmen. Um dies zu erreiebe'ä! zög man Übötall Kordons, so daß die Temon- stranten auf keine Weise Und unter keinen Umstünden w o anders l g n d e u konnten als eben da, wo s i e ir i ch t h sn soll- te n: auf der Piazza Veneziä. In der Tat prallte d'ie'Mäffe, nach- dem ein Kardon van Karabiuieri ihr den' Eingang in den Korso perwehrt hatte, auf die Bersagliertz hie ton Bonchastspälast schützen vWeu. SjSKicht des Anpralls war so groß, daß diese Kordous. Prinzenreise mit Reichsmitteln fehlen. Indessen haben alle diese staatsrechtlichen Darlegungen nur theoretischen Wert. Ein Antrag auf einen Reichszuschuß zur Studienfahrt des Kronprinzenpaares in die Kolonien ist seither von triuer Seite gestellt worden. Die Aufbringung der Kosten, die sich auf min- destenS 200 000 M. belaufen dürften, ist Privatsache der Reisenden selbst.'Nach dem sonstigen Auftreten des höhen Paares darf man wohl annehmen, daß in der Kostenfrage keinerlei Gefährdung des allseitig begrüßten Reiseplanes liegt." Ter Hoffnung des nationalliberalen Blattes, daß der Krön- Prinz auch dann, wenn er nicht die 200 000 M. erhält, auf Reisen geht, können wir uns anschließen, zumal wohl niemand behaupten wollen wird, daß er zurzeit in Preußen unentbehrlich ist oder durch seine Abwesenheit die Erledigung der Reichsgeschäfte irgendwie Schadep leiden könnte. Wir gönnen ihm deshalb eine recht ver- gnügte Fahrt und haben sogar nichts dagegen, wenn er viele Jahre wegbleibt. Militär- und Zivilgewalt. Bei der Budgetberatung in der Zweiten hessischen Kammer wurde vom Abg. Osann(natl.) und Dr. Fulda(Soz.) auch di« Frage des Waffengebrauckis des Militärs bei AufreStcrhaltung der Ordnung angeschnitten. Bach den Darlegungen des StaalSstunisterS Dr. v. Ewald ist oje Krage durch eine Verordnung vom 27. November 1872 für das Großherzogtum Hessen in ähnlicher Weifx geregelt, wie in Baden. Danach datf dix Mifitärhehörde im wesentlichen erst einschreiten. wenn sie von der Zivilbehorde darum angegangen wird; jedenfalls muß sich das Mllitäb zustächst äst die Zivilbehorde wenden. Für das Gebiet der Festung Mainz bestehen allerdings andere, für alle deutschen Bundesfestungen gellende Bestimmungen. die den Gouverneuren und Fesiungskommandanten weitergehende Machtvolllommenheit zugestehen. Ter„internationale Vertrag znm Schutz menschlichen Lebens" auf Tee, der in einer Konferenz zu London zwischen Deutschland, England, Oesterreich, Belgien, Däneniark, Amerika, Frankreich, Italien, Nor- wegen. Ziiederlassde, Nußland, Schweden vereinbart worden ist, wird im.Reichsanzeiger" vom Freitagabend veröffentlicht. Der Vertrag nebst Schlußprotokoll umsaßt 11 Seiten des„Reichsanzeigers". Todesurteile in den deutschen Kolonien. Nach der amtlichen Statistik wurden in den deutschen Kolonien im letzten Jahre insgesamt 82 Todesurteile gefällt und voll- streckt, gegen 62 im Vorjahre. Darunter befinden sich zwei Urteile wegen Mord gegen Weiße in Deutsch-Südwestafrika, die mangels eines Scharfrichters gleich den Farbigen durch den Strang hingerichtet wurden. Von den gegen Eingeborene gefällien 80 Todesurteilen entfallen auf Deutsch-Ostafrika 20(16 im Vorjahre), Deulsch-Südwestafrika 10(14), Kamerun 34(29), Togo 10(2), Neuguinea 6(1). Wegen Verbrechens gegen den Staat(Hochverrat) wurden hin« gerichtet in Deutsch-Ostafrika 1, in Deutsch-Südwestafnka 4, in Togo 2. Tie übrige» Todesurteile ergingen wegen Verbrechens gegen die Person(Mord, Eittlickkeitsverbrechen). Nur ein Todesurteil wurde in Deutsch-Südwestafrika wegen Verbrechens gegen da» Vermögen(Raub, Brandstiftung) gefällt. Tie badische Justiz und der Geburtenrückgang. Eine seltsame Verfügung, um den Handel mit empfäugnis« verhütenden Mitteln zu verhindern, hat däs badische Jüstt'zministe- rium erlassen. Die Staatsanwälte wurden angewiesen, gegen jene PersoNtn einzuschreiten, die den Studierenden beim Semester- beginn Empfehlungen von Präfervatibmitteln zufenden. Da» Mtnisterium de» Innern ergänzt diese Verfügung dahin, daß von der Polizei alle jene VerkausSgeschäste, welche solche Mittel führen, von Zeit zu Zpit kontrolliert werden' sollen. Diese Kontrolle soll sich auch auf das Jstnere der Läden� erstrecken! Ter Verkauf der empfängnisverhütenden Mittel ist. straffrei, dagegen dürfen sie weder dem Publikum angekündigt, noch' sonst der Oefsentli'chkeit an- gepriesen oder öffentlich ausgelegt werden. Als ob nickt die Käufer selbst wüßten, was sie kaufen wollen und wo diese Mittel zu er- halten sind. Mit solchen kleinliche» Polizeiinaßnahmen will man einem großen GesellschastZproblem auf den Leib rücken I Ci« klerikales Universttäts-Jdcal. In der Bischossftadt Salzburg besteht seit längerer Zeit ein sogenannter„K a t h ü l i s ch e r U n i v e r s i t ä t s v e r e i n", der sich, wie schon der Name andeutet, die Goündung einer katholischen Universität in Salzburg zum Ziele gesetzt hat. Run ist das Umver- sitütSgründen eine ziemlich kostspielige Sache. Darum hat man sich jetzt entschlossen, schrittweise vorzugehen und als erste Etappe auf dem Wege zur Universität vorläufig ein„Forsch» ngs» I n st i t u t" zu errichten, d. h. eine Anstalt, die nur der wissen- schaftlichen Forschung, ohne gleichzeitige Lehrtätigkeit, dienen soll. gesprengt wurden, was sich noch nie in der Geschichte der römischen Demonsirattonen ereignet hat. Als die Polizei sah, daß die Demo». stranten an dem heiligen Botschaftspalast vorbeizogen(wohlbemerlt, ohne ihn auch nur schief anzusehen), war es mit ihrer Sesbst- beherrfchuna zu Ende. Wie rasend warf sie sich auf die Demo»- stranten. Vereinzelte Kärabini'ers gaben Revolverschüsse ab. Die Menge, die zwischen Kordons eingekeilt war und' sich' gä'r nicht zurückziehen konnte, fetzte sich mir Steinwürfen zur Weht. Alz ein Karabinier zu Boden stürzt fallen die Polizisten über zwei Landarveiter her, die ihn ins Hospital tragen wollen. Ein Ber- wuudeter unter den Demonstranten wird von einem Mitglied einer Unfallgeselljchaft au� eine Tragbahre gehaben. Wie die Hyänen werfen sich die Polizisten aus den Samariter und bearbeiten ihn mit den Fäüsten. Man könnte ganze Spalten mit dem Bericht der Polizeibrukälitäken anfüllen. Es ist ein wahres Wunder, wenn nur leichte Verletzungen vorgekommen sind. Die Polizei hakte ihr Kesseltreiben so organisiert, daß eS Dutzende von Toten hätte geben können. Tie Riesendemonstration hat aber gezeigt, daß die Waffe des Proteststreiks für Italien keineswegs abgegriffen und stumpf ist, wenn nur der Anlaß des Streits als lebens- wichtig und bedeutend empfunden wird. Als die Mailänder Shudikalisten dem römischen Proletariat den Genergl- streik zumuteten, um einen täglichen Lohnzuschlag von 10 Eent für ihre Metallarbeiter zu erzielen, da mißglückte der Versuch jämmer- lich. Dagegen gelang eS diesmal vollständig, das Getriebe' des Wirt- schaftliche» Leb.enS der Hauptstadt völlig anzuhalten. Tie Miß- Wirtschaft im KranienhauSwösen schneidet in das lebendige Fleisch der Müssen. Das ihnen zugefügte Unrecht wurde von allen empfunden. Und wenn es heute die harte Not des Alltags ist, die die Massen' auf die Straße ruft, noch nicht eine Idee, noch nicht ein Streben über den Alltag hinaus, so liegt der Bewegung doch eine Gerechtigkeitsforderung zugrunde, die einem großen Teil der Demonstranten klar zum Bewußtsein kam. Ter junge, gesunde Arbeiter denkt nicht daran, daß er morgen krank sein kann und des Hospitals bedürftig. Er protestiert nicht für sich, er protestiert für seine Geiährien die krapk sind, für die Alten und Siechen: er pro- testiert aus Solidarität. "Und das"hat das römische Proletariat mit Würde und Macht zu tun verstände»: durch tiollkor.Vmene Arbeitsruhe, die durch eine Riesenversammlung, wie sie Rom kaum gesehen, durch eine nn» übersehbare Flut von Demonstranten, die sich gerade über die«tadt- viertel der Reichen ergoß. Und dieser Kundgebung dcS Massen» Uuflens kcuutte auch die Regierung, konnten«uch die herrschende« Ausssa picht wiHkustehc». pd» Olberz-Ral», ®« weitere Ausbau zur Universität bleibt der Zukuuft borbe- Halten. Tie klerikale Presse veröffentlicht bereits eine Art Pro- spe.kt, aus dem man ersehe» imi», welche Grundsätze für die Organisationen und Seitung bei geplanten Forschungsinstitutes und weiterhin auch der Universität selbst mastgebend sein sollen. Dieser Prospekt, verfaßt vom Zentralausschust des katholischen Vniversitätsvereius, gibt uns ein überaus anschauliches Bild von dem Univcrsi'tätsid cä'l.wieesdenklexi- kalen Köpfen vorschwebt. Die Mitglieder des Forschungsinstituts werden eingeteilt in �ordentliche", d. h. bleibend mit festem Gehalt angestellte, und »außerordentliche", d. h. nur vorübergehend subventionierte. Die ordentlichen MIglieder haben bei ihrem Amtsantritt ein Gelob- »is abzulegen, im Ginne der katholischen Kirche tätig zu sein. Alle Mitglieder haben die Pflicht,„wissenschaftliche Forschungsarbeit auf Grund der katholischen Meltau- s ch a n u n g zu leisten, beionders in jenen Wissenszweigen, wo Weltanschauungsftagen eine Rolle spielen und die von katholischer Seite weniger gepflegt werden." Also woIgxnierkt: es handelt sich nicht etwa um ein Priestee- seminar oder um eine katholisch-theologische Fakultät, sondern um eine alle Zweige der Wissenschaft umfassende Universität resp. eine Vorläuferin derselben. Alle Histgriker, Philosophen, Mediziner, Naturwissenschaftler usw. haben zwar die Pflicht, wissenschaftliche Forschungsarbeit zu leisten, jedoch— auf Grund der katho- l i s ch c n Weltanschauung. Die Gefahr, daß unsichere Kantonisten angrstcstt werden könnten, wird von vornherein erheb- lich gemildert durch die Bestimmung, daß über die Anstellung der Forscher, dgs„bischöfliche U n i v e rs i t ä t s k.o m i t e e zu entscheiden hat, also jedenfalls eine ganz„zuverlässige" Be- Hörde. Sollte aber trotz alledem einmal unter den„Forschern" ein räudiges Schaf vorkommen, so ist auch für diesen Fall Vor- sorge getröffeil, denn?em genannten bischöfliche» Komitee ist das Recht eingeräumt, auf Dienstentlassung zu erkennen (also trotz vorau�Wgangenxr„festen" Anstellung N, w e n n ein Mitglisd in Borträgen und Publikatipnev es»enden Lehren der Kirche prinzipiell widersprechenden Stand- Punft vertreten oder durch sein persönliches Verhalten eine Tätigkeit im Dienste der kathöuschen Sache ausschließen würde." Mit anderen Worten: die ganze wissenschaftliche Forschung wird nur so weit geduldet, als sie nicht zu Erg e b ü i s sc il komp-t, welch e—»ach Ansicht des die Oberaufsicht führenden bischöflichen Universitätskomitees—„den Lehrender Kirche prinzipiell widersprechen." Um zu zeigen, wohin das führen würde, dazu brauchen foir nicht in die Vergangenheit zurückzugreifen uiid etwa an Galilei zu erinnern; man braucht sich ja nur die ganzen Errungenschaften der modernen Wissenschaft vorzuhalten und sich auszumalen, wieviel davon«ach Anlegung jenes kirchlichen Maßstabes übrig bleiben und was demgemäß auf deufschen Universitäten noch gelehrt bezw. nicht mehr gelehrt werden durfte, wenn auch sie nach dem Salzhurger Ideal in bischöflich approbiert«„Forschungs"- Institute umgewandelt würden. Hefterreich. Die geheiligte Klussejtjulli,. Nachdem bereits einige Tage nach dem Leitmeritzer Schwurgerichtsurteil ein« Versginmiung in Warnsdorf auf- gelöst wordsn war, als der Referent Asiaeordueter Genosse Hillebrvnd über di»seH famose Urteil sprechen wollte, hat jetzt die Bezirk�hauptmannschaft Gablonz a. d. leiste(Nöro- böhmcrt) ein« für Woutagabentz chnoepuienu ValrAveriamm- lung, itf ist der VandeßvSrkrauensqignn für Teutich-Böhmen Abgeordntxr Kenofsx Beli gtz r-Deplitz über JaT KeiUng- urteil sprechen sollte, verböten. Unsere Genössen halten aber anstelle der perbotenen Volksversammlung«ine öffentliche VeremSvermnimkung ab, in der Seliger über die österreichische Klassenjustiz sprechen wird. C-chsenkluße V«reinsversainm- lungen kann man wcht so leicht verbieten. Auch wurde die..Wiener Arbeiterzeitung" wegen einpr Rede ihres Chefredakteurs Genossen Austerlitz über die Leitmeritzer Justiz konfisziert. Schweiz. Etne anfreizende AuSweisun, Lürich, U. Mgrz. sEig. Ber.). Tie herrschend? Bourgeoisie tn der Schweiz bemüht sich mit Eifer, in der Verfolgung und Be- kämpfung der Arbeiterbewegung hinter de» monarchischen Staaten nicht zurückzubleiben. So hat jetzt der schweizerische Bundesrat in Bern den Sekretär des BauarbeiterverbändcS, den Genossen Angeko F a g g i, aus der Schweiz ausgewiesen, weil er unier den itasiestischen Urbeitern in der Schweiz eine eifrige Agitations- und Organisationsarheit betrieb und für die Interessen der italienischen'Proletarier gegenüber den Unterneh- mern tatkräftig und erfolgreich eingetreten ist. So hatte er auch den Stpeik der Tuunelarbeitcr in Grenchen' mit�llwsicht geleitet und damü nicht nur erreicht, daß der streik ruhig, sondern auch erfolgreich verlief. Und darum wurde xx jetzt aus Antrag dxr Bundesanwallschaft in Bern verhastet und ausgewiesen.� Eine nähere Angab« über die Gründe der aufreizenden Ausweisung verweigerte die Bundesanwaltschaft unserem anfragenden Genossen Nationalrat Krimm- Da der ausgewiesene Genosse Faggi kein Anarchist ist und man ihn daher nicht wegen der verpönten Gesinnung ausweisen konnte, so ist seine ÄuSweisung offenbar auf Betreiben d/r Ilnter- nehmer erfolgt, um den italienischen Arbeiterführer loszuwerden. Aber die Lücke wird schnell Wiedtr durch einen Nachfolger auS- gefüllt werden. Frankreich. Die Armcedcbatte. Pari»,»«. März. In ihrer BormittagSfitzung beriet die Deputierten kammer das'KrixgSbudget weitxr. Im Verlauf eine« heftigen Wortstrxite» mit dem Nationalisten Triant erklärte der Sozialist Pakl'lant, die Sozialisten würden alle militärischen Ausgaben ablehnen, würden aber die Kredite für die Verbesserung dpp«esundheitsverhältnisse in den Kasernen annehmen und sogar noch solche fordern. Ter Bericht- erstatter B e n a z c t wüpschte Bemerkungen über daS erste Budget des D r e i j a h r e s g e's e tz e s zu machen. Die Sozialisten begannen jedoch seine Rede zu zerpflüskeu, was heftigen Wider? spruch im Zentrum und auf der Rechten hervoppjes. Benazet"wollte sagen, gewisse Abgeordnet« der Linien hätten Unrecht,'den Sozia- listen zu solgcn. die nur logisch handelten, wenn sie das Drei- jahresgesetz bekämpften. Die äußerste Linke überschrie ihn und forderte ihn auf. sich an seinen Mricht zu halten. Tu der Präsident den Tumult nicht beschwichtigen konnte, verließ der Berichterstatter die Trihünx, mddm cf Mit holler Stimme rief: Erst gestern' hat der Kriegsminijter die �otDendigkeit hxs?pej: jahresgesehes TielönT! Thalamus wollte dem Berchterstaiter antporten, ab.er nun übertönte ihn das Zentrum durch Klappen mit den Pultdeckeln. Kriegsminiiter Raulen s erwiderte den Vorredlicrn. Von dem G e sundheit s zu stand d'cr Armee sprechend� erklärte der Minister, die Belegungsziffer aller noch überbelegten Kasernen' werde herabgesetzt. Auf Zwischenrufe der Sozialisten erklärte er, in den neuen Kasernen sei der Gesundheitszustand besser als in den alten.(Neue Zwischenrufe der Sozialisten.) Der Minister bat die Kammer zum Schluß, das Kriegsbudget ftn Geiste des Vertfauens anzunehmen.«Beifall.) Damit schloß die General- diskussion. Italien. Eine Ministerkrise. Rom, 13. März. Ter König'hat heute nachmittag S o u p s n o empfangen. In den Wanßolgängsn der Kammer wird erzählt, daß der Käuig ihn aufgefordert habe, die K a b i n e t t s b i l d u n g zu übernehmen, daß iqdoch Sonnino dies abgelehnt habe. Ms öer Part«. Erfolge der Roten Woche. In r a n Hy r t a. M. war das Ergebnis der-Werbung unserer Genossen in den ersten Tagest der Roten Wache ein besonders erfrcülichösi Am Sonntag wurden tot Wahlkreis- Frankfurt a. M. 861 Parteimitglieder und 314 Abonnenten für die„Volköftimme" gewonnen. Bis Dienstag abend stiegen%se Zahlen auf 1229 ntne Mitglieder und 1 SA St b ön n e nie n. Am Montag, den 9. März, fand im Merfüllten Saal� des Gewerkschaftshauses in München die erste öffentliche Versammlung für junge Arbelker Nlid Arbeiterinnen im Alter von 18-23 Jahren statt. Der Arbeitersckrctär Genosse Thomas setzte den jungen Proletariern di� Ziele des Sozialismus aus-. einander. Die Versammlung zeitigte eisten(Erfolg von 40 Aufnahmen für die Parten D c r F r a u c n t a g i u Ä a r l s r u h e gestaltete sich am Mittwoch zu einer Frauenkunllgcdunst. wie sie'Karlsruhe noch nicht gesehen hat. 700 Frauen waimi anwesend;-50 Melt- ausnahmen für die Parfciorgaiiifatioii waren zu verzeichnen. Der Erfolg des Fraueütiagcs in Görlitz war die Aufnahme von 40 Genossinnen. Die Versammlung war von 100 Frauen besucht. In Bremerhaven ivurdcn sechs VerW«nmlmtgen abgehalten, die rund 2500 Besucher auszuweisen hatten. Meie Aufnahmen wurdxn vollzogen und eine große Anzahl Abon- nenten auf das Parteiblatt gewönnen.' Für die Stadt Erfurt wurden dis Danucrstag-� abend'553 neugewonucnc Parteimitglieder festgestellt. Auch� eine große Anzah! neuer Abonnenten wurde gewonnen. Sozialdcmokratcu sind minderen Rechts. In L ü ck le w b u r g bei Dortmund hatte die Gcmsinde- vertretung de« Genossen D r e s i n g zum stellvertretenden Ge- inelnd'evorsteher gewählt. Der Landrat bestätigte die Wohl nicht, souderu bestellte einen konunissarischcn Vertreter. Weitet hätke die- Gemeindevertretung zwöi' GevÄsscir in den Schulvorstand gelWihlt; auch sie wurde« nicht bestätigt.— Au Lichte Udorf cichiclicn evcnfalls zwei Genossen, die in den Schutvyrstand gewählt worden wären, nicht die Bestätigung. In den Gemeindevertretungen' beider £rte verfugt die Sozialdemokratie über die Mehrheit der'«erkreter. To» Kino»I» Wtd un gs mittel für die Arbeiter. Der ArbmterhtldungSautzjchuß zu D o r t m-w� d hat im dorti- gen Gewerk,chaftshäüs e'in'pn �Unematogrophcn eingettchrot. der am 17. März seiner Bestimmung chberg'eben wird. ES handelt.sich uul eine ständige Einrichtung des BilduagSausschusses, die Allein' sur die Arbeiterschaft gegründet ist. Die privalhn Kinos dienen- durchweg der Sensatioitsmacher'ei und eher der Vevrohung aE her Bildung, weil sonst die' kapitalistische Spekulation nicht auf iM. Kosten kommen wurde. Der BildüNgsästSschuß'zu Dortmund hat sich zum Ideal gesetzt, die bksien Därskcllungcn aus dem Leben, aus Kunst und Wissenschaft in guten lebenden Bildern chörzstführen. Das Wissen dcr Arbeiterschaft soll vertieft, die llnterhaftung vor- edelt werden. Das Unternehmen ist natürlich nicht auf Erwerb berechnet. Obwohl in diesem Falle laut Sicuerardnung Bofreiung von der von der Stadt Torlmund eingeführten Billeltsteuer er- folgen müßte, hat der Magistrat die Erhebung»ncr Steuer von 10 Pf. pro Karte beschlossen. So setzt die.liberale" Stadt- Verwaltung allen BildungSbestrebUvgen dcr Arbeiterschaft die größte» Schwierigkeiten entgegen. An di« AildungsauSschüssc, stlcwrrkschoftskartelle usw. Unter der Firma Pereinigte w e r k s�h a fts k a r t e l l- Theater von Hannover uiid Umgegend(sogenannte Ditäkiion Bernhardh) versendet eine Spielgpfellkchaft Anpreisungen- an Bilduvgsaussch'üsse,"'Gewerkschasiskartelle und sonstige Zlrdöitcr- Vereinigungen. Vielfach an uns gerichtete Anftchzen nötigen uns zu folgender Erklärung: Fragliche Gesellschaft steyr weder zu unö, noch zu irgendeiner Körpersaiaft der- örklicheri Skrbciterbeivegung- hier in Beziehungen. Lediglich zu dem Zweck, bch den"Arbeiter- organisatio»en im Reich den Glauben zu erwecken« als würde die Gesellschaft von den hiesigen Instanzen empföhle«, hat sich die Gesellschaft den Namen beigelegt. Es handelt sich A«r eine rein ge- schäftliche Manipulation, wie selbe jetzt vielfach beliebt.wiÄ>, um sich den Zlnschein zu geben, im" Einverständnis mit lokaldst In- stanzen gehandelt zti hgben. Hier am Platze ist oie Gesellschaft nicht llekaMt. Wir können daher selbe auch nicht empfehlen, sondern müssen zur�orsichtwuchuen. Daran hindert auch die Tatsache nichts, daß ans die eigenartige Gcschästsreklame hin die Gesellschaft Verschiedentlüh von Arbeiter- Organisationen engagiert wurde. Ein GewerkschasPkartell-Theater, welches mit uns Beziehungen hätte, gibt es hier mcht. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck freu«dlichst gebeten. Dcr Arbcitcr-Bildungsausschuß Hannover. gez.: Chr. S ch r a h ex. Gewerkschafts-sekretariat. Hannover, Niskolaistr. 7 I. Ad. Harms. polizeiliches, Gerichtliches uftv. Und wieder die Breslauer Justiz. Die als schneidig bekannte Breslauer Justiz erlebte cun Witt- tooch eine empfindliche Ried'erlage. Nor der 3. Sitraftammer des LaudgerichiS hatte sich Genosse Peters- Berlin zu verantworten. Die Anklage stützte sich apf z 110 des S�rafgesetzbn�hes(Ausforpe- rung zum Ungehorsam gegen die Gesetze oder rechtsgültige Anord- iiungen der Obrigteft). ein Äergeh.cn.'daS mit GeDsttafe bis zu t-00 M. oder Gefängnisstrafe bis zu 2 Jahren gecchndet ioerden kann. Die Straftat soll Peters begangen haben in einer Iugend- versammlüng, die am 22. November im Dreslaner Wewerkschäfts- hapsx abgehalten wurde. Der Polizeibeantte sah die Versammlung für politisch an und forderte vor Beginn des Vortipgs die Jugend- lichcn auf, den Saal zu verlassen. Peters erklärte, dqß ssüvWor- trag über„Tie wahren und falschen Freunde der arbeitenden Jugeud? unpolitisch ist, er ersuchte die Iugendiitzhen, den«n- Weisungen des Beamten nicht zu folgen. Bon nuft ad verlief die Versammlung ohne Störung. Ein Polizeibeamter nahm die Rede des Genossen Peters stenographisch auf. Dies Stenogramm bildete die Grundlage der Anklage. Peters bezeichnete den Bericht im Polizüisinnc gekürzt. Seine Ausführun» gen über'die kulturelles Bestrebungen der freien Jugendbewegung seien im Bericht auftallend kurz wiedergegeben,(ebenso die über den Jungdeutschlandband, von dessen Tätigkeit er nachgewiesen habe, daß sie arbeiterfeindlich, politisch und gesündheitschadlich sei. Das Eajdbnis dcr eingehenden Beweisaufnahme ergab, daß selbst der Staatsanwalt D a h n sein-Sohn des Schriftstellers Felix Lahn) die ursprüngliche Anklage fallen ließ, dagegen Wegen Ver- gehens gegen§ III des-Strafgesetzbuches eine Geldstrafe von AXIM. beantragte.- da- der Vortrag„zweifellos politisch gewesen sei". 'Der'.Verteidiger, lÄenosss H ein e- Berlin, wies Nach, daß -der Vortrag selbst nach dem Pvlizeibericht im juristischen Sinne unpolitisch war. Der Staatsanwalt mußte sich aber noch sagen lassen, daß.dft Strafantrag über das gesetzlich zulässige Strafmaß hinausgehe. Stach ,§ 57 des Strafgesetzbuches betrage im vor- liegenden Falle.die Höchststrafe 75 M., worauf der Staatsanwalt flugs 75 M. Geldstrafe beantragte. Peters erklärte im Schlußwort, daß ihm.die maßgebliche juristische Definition des Begriffs„politische-Angelegenheiten" wohl bekannt ist. Er habe aber genau gewußt, wie weit er in feinenr Vortrage aus gesetzlichen Gründen gehen durfte. Aber nicht etwa aus.Furcht' vor Strafe vermeide er die Politisierung der Jugend, .sondern feine grundsätzlich-pädagogische.ÄUssassung, hie er über die Jugendbewegung hesitzc, verbteseihm eine solche Tätigkeit.' Darum bekämpfe er den J!ingdeukschlandbund,-der-die-Jugend. politisch ve» hetzt,-in erster Linie äUs pädagogischen Gründen. --- Stach' 17� stündig er"D erat ü» g erkannte das Gericht auf 5 0 M. Geldstrafe wegen Vergehens gögen 8 III des Strafgesetzbuchs. Das Gericht-habe die Auffassung, daß der Vortrag politisch war. Eine' BkMndung'dieser Auffassung wurde nicht gegeben. Gegen das llrlsil'ist Revision angemeldet worden. .Aufgehobene Freisprechung. Die Staatsanwaltschaft in B auchen hafte ftn Sommer v. I. auf Aittrag des Kre>shauptmansts.v..Brausheei m. Bautzen Klage "gegen d1!n Genossen Rauch von dcr„Volkszeitung" in Zittau wegen Beleidigung erhoben. Der Kreishaühtistann fühlte sich durch eisten in satirischer. Form"gekleideten Artikel beleidigt, in dem sein Kuustvcri'tändnls für literarische Erzeugnisse angezweifelt wurde. Die A'nklagcerhebUng hatte damals Haussuchungen in der Redak- tiott hdr„VoMzeilung" sind in der Wohnung des Sieichstagsabg. Edin."Fischer zur Foiwe, in dem man den Artikelschreiber ver- tstütete. Sluch die Postiperre würde verhängt. Der Erfolg war ein negativer.-Sluch die Verhandlung gegen Genossen Rauch vor dem Landgericht Bautzen endete' mit Freisprechung, weil inzwischen Ver- sssthtUstg'etstgestbken war. Das Reichsgericht, bei dem die Staats- anwaftschaft Revision ewreichte, trat diesem.freisprechenden Urteil nicht'bei stud verwies.die.Angelegenheit an das.'Landgericht zurück, das sich nunmehr nochmals damit zü' befassen haben wird. Nachrichten. Scharfmacher an der Arbeit. -Die Vereinigung der Deutschen-Avbeitgsberverbände hielt gestern in Berlin ihre diesähxige Mitgliederversammlung ab. Der Geschäftsführer-Dr.'Tänzlcr berichtete über die Entwickslung der Vereinigung-seit ihrer Gründung und über die' Arbeilskämpfe, die im Berichtsjahre ftji den Mitgliedern der Vereingung.stattgefunden haben-.Die jVereingung hat schon in der kurzen Zeit ihres Be- stehenS mehrfach Äelegenheit.gehabt, erfolgreich für ihre Mitglieder- Uer&ihde'"Hei' Ä rbeiwkämpsen einzugreifen. A nstslle des zurück- tretenden-Geh. LompierzM.nrgt'Lueg in-Düsseldorf wurde-Direktor Erüst PoenSgcn In'-Düsftldorf Ä den.Vorstand gewähft."Nach einem Aertcht von Dr. Haff und �ischrsanwalt Henrich in Düsseldorf wurde oist-Bösthlckhaitträg über den Schütz der Arbeitswilligen an» genommen, der ustter-der ausdrücklichen Hervorhebung, haß auch die Regierung-die Unkaltbozkeit der gegenwärtigen Zustände an- erkennt, her Hinausschiebung der gesetzlichen Rcg«lu2iL.bis zur Er- ledigung der Reform des Reichsstrafgesetzbuches widerspricht, viel- mehr sine' sofortige eiriheitliche gesetzliche Regelung, vrlangt. Zu diesem Zwecke.setzt die'Veicinigung rine-KoMpnsskon ein, die posi- iib Vorschläge zur Fortbildung des geltenden Reichsrechtcs umchen soll.'_ HeereSvorlage in Oesterreich-Ungarn. Wien, K. Marz.(W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Bei der ersten-Lesung des Rekrutenkontingeittsgesetzes verwies Kairdßs.yertridiguusiSminister Freiherr von G e o r g i auf die Wich» tigkeit des gegemvärtigcn Augenblicks, da die bewaffnete Macht der-Vermehrung dringend bedürfe, wenn sie im-Ernstfalle, trotz der in der.nächsten Nachbarschaft vollständig geäpderten Militär» galttischen Verhältnisse, ig jeder Hinsicht gewachsen sein solle. Die Notwendigkeit der Erhöhung des Standes dcr-Infanterie- kemtiagntcn an der Grenze. ergebe sich aus der im Falle eines Krieges.möglichst rasch ourchzuführeichcn Mobilmachung und der Notwendigkeit, djc gesamten Strcikräfte an-der Grenze zu der- sammeln' und hür dir Qssensivc m das Feindesland bereit zu stellen. Der Mindeststand von 120 Rann ftir.die Kompagnien an der Grenze müsse aufrecht erhalten werden. Zum Nachtoeise der Not- wendigkeit der Ncuaufstcllung bei dcr Artillerie verwies der Mi- nister darauf, daß die letzten Kriege bewiesen haben, daß die Ar- tlllerte durch Verwendung der neuen Schnevfeüergsschütze an Ge- fechttzwert tzürart gswonncn Haben, daß sie im"lstgriff und in der Verteidigung ausschlaggebend geroaroen sei. Der Minister bestrüirdete Hann iirSbesondere die Notwendig- keit der Erhöhuno der ganz unzureichenden Stände-bei der Jnfan- teric der Landwehr sowie ihre organisatorische.Gleichstellung mit dem Heche.___ Ein politisches Attentat in Philippopel. Wien, 13. März.(W. T. B.) Die„Neue freie Presse" meldet «US Sofia: In Philippopel wurde der türkische Oberst Sadik Ben »uf offener. Straße mit-Dolchstichen in dcr Brust schwer verwundet aufgefunden. Ter Täter ist entkommen. Einzelheiten fehlen. Man stimmt an, daß-ein.politisches Attentat vorliegt. Sadik war einer der größten Gegner-des Komitees, und es wuroe behauptet, daß er . an der Verschwörung gegen Wahmud Schewket Pascha' beteiligt war« Reue Verhastmlgen in der.japanischen Bcstcchungsaffäre. Tokio, JS. März.(W.-T..B.) K.enz o Jwa ha ra, der Geschäftsführer der Mitsui Bussan Käisha, und O j i, der Direktor der Papierfabrikationsgesellschäft, sind auf Antrag deS Unter» suchungsrichrers in der'Skemens-Schucke-t-AngelegeNheit in U n» terssuchungShaft gebracht worden. Orkanverheernngen in Südrustland. Petersburg, 13. Mä�z.(W. T. B.) Ganz Südrußland und das Schwarze Meer sind von einem starken Orkan heimgesucht worden, per in den Gouvernements von Ästrachan und Sfaratow zu Schneesturm ausartete.und an dielen.Orten-groben Schade« anrichtete, fgrratsblititffiB modernes Dekor.... vV Ff. fiamltn�'8� »II») dekor. Od Pf. RafleakaDDeL�1*' SS? limsn Porzellan, mit Gold- /SO band und Linie____ wOPf. WasrtsläailEi es email-gQ liert©OPf. Ülditopf Emaille. 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Kanten 1 Kcnürmandentnch sp»,. 68 Golanterle 1 signier Ring 68 pt 2 Freundschaftsreifen Aip.k. 1 Frühstückstasche 1 Dtz. Gläser-Untersätze»o mit vernickeltem Rand............ � I Markttasche 68 pt 1 Dameihandfasche R„ mit Ueb erschlag und Innenkugel.... 1 Fussbank m. gedrehten Füssen 68 Pf. 1 Handtuchhalter"Ä"«™ 68 pf. 1 Paneel graviert, ca. 66 cm..... 68 PI. 1 Kleiderriegel Ä�61 68 pi. 1 Wandspiegel Emaille 1 MÜChtOpf gebaucht, oa. U cm 63 Pf 1 Kaffeekanne».u«»....... 68 pf 1 Waschschüssel �c°c�. 68 pf. 1 Nachtgeschirr dekoriert.... 68 p, 1 DurChSChlag ca. 18cm,dekodert68 PI. 1 Schmortopf c* 20**....... 68 p.. 1 FleiSChtOpf oa. 18 cm mit Deckel 68 PI 1 KaSSer0ll6 mit Ring ca. SO em 68 Pf. 2 Maschinentöpfe»und°7?mK3 Pf. 1 grosse Schüssel 3«-m 63 h. 1 WassermasSmitKon.oi,dekor.68 Pf. 1 Kehrblech dekoriert.......... 68 pi. 1 Wasserkessel.............. 68 pf. 1 Kaifeekanne dekoriert...... 68 pf Kaffee RaKao 68 pf. Aluminium 1 Schmortopf«. i««........ 68 pf. 1 Fleischtopf is.B...... 68 pf. 1 Bratpfanne__________ 68 pf. 1 Durchschlag....._____... 68 � 1 Milchkocher............. 68 pf. Kleiderstoffe Kunstseide gemustert, lür BIosml Schotten ■pezlell blau-grün..� Blusenstoffe «eetreitt, Kleider• Alpaka gemustert................... Wollmusseline hübsche Dessins............. Kleiderstoffe für Hauskleider, doppeltbroit Weisser Mull gepunkt Blockkaros •cbwarz-veisa.... mit weissem Rahmen, ca. 47X30 cm MbII- emailUert IdiaDtel dekoriert 68 pt KSiegioAe fio schweres PreiSBeeter OÖPf. StMrzen liiUlni mit Trägen», ans gestreiften Stoffen mit farbiger Bordüre 68pt hübach garniert, ca. 4'-öö cm lang 68 pt 1 Tändelschürze ÄÄ 68 Pi 1 Hausschürze 68 pt 1 Mädchenschürze ÄmUß8 in verschiedenen Grössen........... UU Pf. 1 Knabenschürze sehiedenen Grössen und Ausführungen U0 Kurzwaren 2 l'ssi'Oefti'm-KwIiIsttoi'.Sgnia' 68 pi. 1 Armblattweste waschbar... 68 pi. 3 Paar Schleifensenkel) 1 Paar Senkelhalter j 68 p( 1 Nähkasten geram........... 68 pf 1 Paar Damenstrumpfhalter 68 pi. 1 Paar Sockenhalter...... 88 Pi 20niWäsGhebesatzoii.languetten 68 IStOckRouleauxkordelao�ter] 2 Quasten 1 12 Dtz. Reissnägel zusammen 168 GIOS hübsches Prossmuster ) zusamraeu 68 ) Pf. Jsus&mmen 68 pt MSdiiiiSm aus gestr eilten» Satin, m. modern er Garnierang Pt 1 Käseglocke 1 Butterglocke 1 Zuckerschale 1 Kuchenplatte dühsche») zusammen 6 Kuchenteller m"er j 63 Pt 4 Sikpdevbe�»��.' 68 8 Hierhecher viktoriaicm. 63 pt 4 Weingläser auf fu«....... 68 pt 3 Weinrömer auf hohem Fu»».. 68 Pf. 1 Blumenvase ca. 40 oder 40 cm 68 Pt 1 Kompottschüssel 01*. 4 KompotteUer mtt8t6' 12 KompotteUer 68 pt 12 Kompottschüsseln �uXnt. 68 1 Bntterglocke hübsche. 1 Käseglocke»u"«?!..( 68 pt 8 Wasserbecher jtVrV�; 68 pf. Porzeilon 1 Kaffeekanne»ich dekoriert 68 pi. 6 Kaffeetassen �'„n11�. 68 pt 3 Kaffeetassen ÄJÄ" 68 pi. 3 Speiseteller mit Goiddekor.. 68 pt 4 Dessertteller �68 Pf. 6 Abendbrotteller.......... 68 pt 10 KompotteUer............. 68 pt 1 Bratenplatte............»zusammen 1 Sanciere................./ 68 pt 1 Bratenplatte m« Goiddekor 68 pt Seifen 1 Toilettehalter Schffi."- 68 pf. 4 Stück Fliederseife wei., 68 pf. 8 Stück Blnmenseife äSn4?; 4 Stück Provalseife ��if... 1 Fl. Birkenbalsam koS»"... 1 Flasche Mundwasser. 68 pf. 3 Pfund Salmiak-Terpentinseifenpulver 8 Pakete Seifenpuiver.Weisse Wäsche' 1/2 Liter Amor-Putzwasser68 pf. 3 gr. Schacht Haushalt-Streichhölzer pt. lodtersdiale™""! p? Taälklub-Mlltz�« für Herren.... OO J BiKpreisi......... 68 pf. Rasseiolle""Ä 68? 2 ialatiertB»««; eingezogene Form.. WOPL 4 StblttSlB rund oder 4CO viereckig..... Batz vOPt Sdieif'i______ 68? SlhQOTtBBt Emaiu». ezo mit Bing, oo. 18 cm wOFt iFt FflUbaBk �Ä68pt fiamltUP Krft9M ManschettM, UQlUllul für Damen, ans go- tnpftem Mnli, reizend garniert... wwPf. lartüBtnii oÄ Patentvcrscb�uM... w�Pt ••wtfrrfa mtUM. Nmcköfln. ber/sntm Td. Glocke. Berlw. Druck u. Berw»:>�MäMBwhdr.>e.«tUagSanjtali Pau�Sinzer k te«.,«erlui SW. Hierzu s Bril°gr» 8,. 72. 3i. i. DIU des Lmiirts" Kerliner Alksdllltt. � seinen Argumenten noch keinen Eindruck zu machen vermocht. Aber in der südafrikanischen Arbeiterpartei, deren Vorstand er angehört, gelang es ihm im vorigen Jahre, den Jührer der Partei Creßwell auf seine Seite zu bringen. Auf dem Partei- tag wurde darauf am 30. Dezember des letzten Jahres die sogenannte„Farbigen-Schranke" abgeschafft: heute läßt die südafrikanische Arbeiterpartei auch Farbige als Mitglieder zu. Sozialistischer Idealismus und sozialistische Erkenntnis arbeiten hier zweifellos Hand in Hand mit der wirtschaftlichen EntWickelung. Mag auch die Zeit noch nicht gekommen sein, da der schwarze Bruder von Negerdorf als Konkurrent des weißen Arbeiters auftreten kann, die Zunahme der farbigen Bevölkerung kann durch nichts aufgehalten werden und der Selbsterhaltungstrieb des Weißen Arbeiters allein muß ihm gebieten, diese Arbeiterschicht in seine Reihen zu ziehen. öerlin und Umgegend. Auö dem Fleischcrgewerbc. Der Inhaber des Hackepeter Ecke Danziger und Treskow-Straße, Herr Ennl Forlert, hat den Tarifvertrag der Fleischerorganisation anerkannt. Die Sperre ist somit aufgehoben. In Neukölln haben die Fleischermeister Sikorski, Bodestr. 26, Pietsche, Knesebcckstr. 166, und Klammer, Schierkestr. 26, den Tarifvertrag der Organisation anerkannt. Die Fleischermeister Schulz, Schudomastr. 42 in Neukölln, Lötsch, Fleischzentrale Forster Straße Ecke Reichenberger Straße, Wirt, Matternstr. a, und Holzhütter, Putbuser Srr. 26, weigern sich, den Tarifvertrag anzuerkennen. Der Fleischermeister R a d em a ch er, Neukölln, Weserstr. 212, hat den mit der Organisation vereinbarten Tarifvertrag gebrochen. Alle diese Betriebe sind für organisierte Fleischergesellen gesperrt. Zentralverband der Fleischer. veutfthes Neich. Zur Aussperrung in der Solinger Waffenindustrle. Der Unternehmerverband hat beschlossen, die kleinen Firmen, die dem aussperrungslustigen Konsortium nicht angehören, aus dem Ver- bände auszuschließen. Die großen Unternehmer hatten versucht, die kleinen Firmen für Streikarbeit zu gewinnen. Doch das haben die kleinen Fabrikanten abgelehnt: sie wollen den großen Fabrikanten nicht die Kastanien aus dem Feuer holen.— Die fünf Firmen, die ausgesperrt haben, sind gegen die Waffenarbeiter mit weiteren Maß- nahmen vorgetreten. Die selbständigen Waffenarbeiter mieten ihre Arbeitsplätze bei den Waffenfabrikanten: die Arbeitsgeräte stellen die Arbeiter. Die Firmen verlangen nun die Räumung der Arbeits- Plätze bis zum 2S. März. Mit diesen Maßnahmen sollen die Waffen- arbeiter gefügiger werden. ES entstehen den selbständigen Waffen- arbeitern durch die Kündigung der Arbeitsplätze größere Kosten, die aber durch die Organisation gedeckt werden. Mithin wird auch dieser Schlag des Unternehmerverbandes seine Wirkung verfehlen. Bergarbeiterbewegung im Saargebiet. Auf der Grube Hostenbach gärt eS seit einiger Zeit unter den Arbeitern wegen rigoroser Entlassungen, Bestrafungen, Verlegung eine? SicherheitSmanneS in Strafarbeit. Am Mittwoch fand eine Belegschaftsversammlung der MittagSschicht statt. Zum Schluß der Versammlung unterzeichneten 242 Anwesende die Kündigungsformulare, so daß jetzt von der 7ÜÜ Mann starken unterirdisch beschäftigten Be- legschaft 629 Mann die Kündigung unterschrieben haben. Von. den Beteiligten gehören 80 Proz. den christlichen Gewerkschaften an, auch einige Mitglieder des gelben Gewerkvereins find darunter. Sie ver- langen: Zurücknahme der Kündigungen, keine Aenderung der Arbeits- ordnung, humane Behandlung durch die Vorgesetzten, Wieder- einführung des gemeinsamen Gebets(da? durch die Verwaltung ab- geschafft worden war) und Urlaubsgewährung. Wie verlautet, soll die Verwaltung zum Entgegenkommen geneigt sein. Sie will das gerneinsame Gebet wieder einführen, wenn die Arbeiter die übrigen Forderungen zurücknehmen. Achtung, Kürschner! Zur Durchführung des zwischen unserem Verbände und dem Verband der Zurichtereibesitzer abgeschlossenen Tarifs haben wir über die nachbenannten Rauchwarenzurichtcreien die Sperre verhängt: M. Schellenberg, Hamburg, GlaShütten- straße 65, A. Reinstrom, Hamburg-Wandsbek, Lübecker Str. 86, und A. Zimmermann u. Co., Hamburg-Eidelstädt, Bahrenfelder Weg. Es wird crlvartet, daß kein Arbeiter und keine Arbeiterin in diesen Betrieben Arbeit annimmt, solange die Sperre besteht. Deutscher Kiirschnervcrband, Filiale Hamburg. Der wöchcntlichc Ruhetag im Bäckergewerbe. Die Münchener Bäckergehilfen, die im vorige« Jahre den Kampf um den Sbstündigen Ruhetag nach lltägigem Streik auf« geben mußten, e r h e b e n nun diese Forderung neuer- d i n g s. Eine von über 866 Bäckcrgehilfen besuchte Mitglieder- Versammlung des Bäcker- und Konditorenverbandcs beschloß ein- stimmig, der Bäckerinnung einen korporativen Tarif- entwurf mit der Forderung des 36stündigcn wöchent- lichen Ruhetages zu unterbreiten und das CinigungSamt des Gewerbegerichts um seine Vermittelung anzurufen. Es ist dies der gleiche Entwurf, den die Organisation bereits mit 276 Bäckereibetrieben in München abgeschlossen bat. Die Innung petitionierte bei der Regierung von Oberbahern um ein 22stündiges Backverbot an den Sonnlagen. Die Regierung wies dieses Gesuch ab, da es nicht angehe, daß die Bier- und Großstadt München an Sonntagen ohne frijche � Backware sei. Die Gehilfen vertraten den Standpunkt, daß ein 22stündiges Back- verbot an den Sonntagen den Ruin Hunderter von Kleinbetriebe» herbeiführen würde, und schieben deshalb ihre Kardinalforderung eines ö6stllndigen Ersatzruhctages in den Vordergrund. Das Eini- gungsamt des Gewerbegerichts hat bereits Termin zur Verhandlung festgesetzt._ Tarifbewegung der Gärtnergehilfen. Der im Jahre 1911 abgeschlossene Lohntarif in den Münchencr Laudschastsgärtnereien läuft am 16. März ab. Der Allgemeine Gärtnerverein hat den Gärtnermeistern neue Forderungen zugehen lassen, das Einigungsaml hat sich in wiederholter Sitzung damit beschäftigt, eine Einigung konnte aber bis jetzt nicht erzielt werden. Der Gewerberichter machte den Vorschlag: Dreijährige Tarif- Periode und Erhöhung der Stundenlöhne für alle Arbeiter während der Vertragsdauer um 5 Pf. die Stunde. Die Gürtnereibesitzer lehnten selbst diesen minimalen Vorschlag ob und bieten nur eine Lohnerhöhung von 1 Pf. pro Stunde an. Der Gewerberickter machte einen weiteren Vermittlungsvorschlag, die Löhne 1914 und 1916 um je 2 Pf. zu erhöhen bei dreijähriger Tarifdauer. Diesen Vorschlag werden die beiden Parteien ihren Versammlungen unterbreiten. Das Resultat über Annahme oder Nichtannahme dieses Vermittlungs« Vorschlags muß bis 16. März in den Einlauf des GewerbegerichtS gelangen. Zuzug von Gärtnergehilfen nach München ist fern« zuhalten. Die schlechten Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Rohglasschleifer in der O b e r p f a l z sind schon mehrfach öffentlich besprochen worden. Bei überaus langer Arbeitszeit ist der Verdienst sehr gering. Es ist deshalb erklärlich, daß die Arbeiter den bestehenden Tarif kündigten und eine Verbesserung erstrebten. Die Unternehmer haben darauf an den Zentralverband der Glasarbeiter ein Schreiben ge- richtet, in dem sie im Auftrag der beteiligten Fabrikanten bekannt geben, daß die Unternehmer bereit sind, die seither an Schleiferund Polierer gewährten Teuerungszulagen noch bis zum 23. März er. weiter zu bezahlen, daß diese Zulagen aber in Wegsall kommen werdet«, wenn nicht bis zu einem bestimmten Termin mit der Organisation der Tarifvertrag in seitheriger Weise auf die Dauer von mindestens drei Jahren verlängert ist. Die Fabrikanten würden bei Nichtverlängerung des Tarifdertrages sich gezioungen sehen, den Arbeitern auf allen Werken den Tarif zum 18. April zu kündigen und an diesem Tag den Betrieb vollkominen einzustellen. Der Unterzeichner deS UnternehmerschriflstückeS, ein Kommerzien- rat und vielfacher Millionär, droht also, die Arbeiter hinauszuwerfeit, wen» sie sich nicht ohne die geringsten Zugeständnisse für die Dauer von Iveiteren drei Jahren binden. Es ist denn auch in allen Roh- glasschleifercien folgender Anschlag angeheftet worden: Gewerkschaftliches. Weiße und schwarze Arbeiter in Südafrika. L o n d o n, 11. März 1914.(Eig. 93er.). Bei den jüngsten Ereignissen in Südafrika handelte es sich stets nur um den Kanchf der Weißen Arbeiter gegen die Weißen Unterdrücker. Es ist aber allgemein bekannt, daß die große Masse der südafrikanischen Arbeiter nicht ans Weißen, sondern aus Farbigen und Negern besteht. Die weißen Ar- beiter find nur die gelernten Arbeiter: Neger, Inder und Mischlinge verrichten die zahlreichen Arbeiten in der Berg- Werksindustrie, zu denen keine besondere Geschicklichkeit er- forderlich ist. Was ist nun das Verhältnis zwischen�den weißen und den schwarzen und farbigen Proletariern Süd- afrikas? Uaber diese Frage hat uns der Genosse Mc Kerrell, einer der deportierten Arbeiterführer, einige interessante Auf- schlüffe gegeben. Mc Kerrell ging vor dem Burenkriege als blutjunger Mann mit seinen drei Brüdern nach Südafrika, wo er die ihm von den Veteranen Keir Hardie und Smillie beigebrachten sozialistischen Ideen weiterverbreitete. In der Frage der farbigen Arbeiter nahm er von Anfang an eine Stellung ein, die von der Masse, der tveißen Arbeiter nicht geteilt wurde. Er erklärte seinen Kameraden, daß sie, wenn sie die Ausbeutung und Unterdrückung des weißen Arbeiters durch die Kavitalisten verurteilen, kein Recht hätten, ihrer- seits den farbigen Arbeiter auszubeuten und zu unterdrücken. Er schilderte uns die Lage wie folgt: Man muß einen Unterschied machen zwischen den Schlvarzen und den Farbigen. Die Schwarzen, die in den Gruben arbeiten, sind die Angehörigen der Negerstämme. Ihr geistiges Niveau ist das des Kindes und zwischen ihnen und den organisierten Arbeitern besteht kaum eine Möglichkeit der Verständigung. Anders aber steht es mit den Farbigen, das beißt den Nachkömmlingen von Europäern und Negern, Indern und anderen Völkern. Diese werden von den Weißen ebenso verachtet wie die Schwarzen selbst, obwohl viele von ihnen kulturell den Weißen ebenbürtig sind. Ist doch der jetzige Bergwerksminister, Herr Mallan, unzweifelhaft ein Farbiger, wenn er es auch nicht zugeben will. Der zweite Bürgermeister von Johannesburg war ein Farbiger. Um die sonderbare Abscheu der Weißen gegen die Farbigen darzutun, sei erwähnt, daß die Tochter dieses Herrn einen Börsen- spekulanten heiratete und ihm ein Kind gebar, das so dunkel- häutig war, daß der entsetzte Ehemann aus und davon lief. Die farbigen Arbeiter müssen das Bindeglied zwischen dem tveißen und dem übrigen Proletariat Südafrikas werden. Tie meisten Gewerkschaften lassen die Farbigen als Mitglieder zu. Doch die Bergarbeiter sträuben sich noch dagegen. Nach dem Gesetz kann kein Farbiger einen Schein erwerben, der ihn zur Uebernahme von Sprengarbeiten befugt. Er ist daljer zeitlebens zur Rolle des ungelernten Arbeiters verdammt. Und doch gibt es Farbige, die den Schein besißen und Mtglieder der Gewerkschaft sind; man streitet es einfach ab, daß sie Farbige sind. In dem letzten Streik haben sich die Farbigen gut gehalten. So traten zum Beispiel 17 Inder, die an der Grubenpumpe beschäftigt waren, unaufgefordert mit in den Streik und harrten an der Seite ihrer weißen Kameraden aus, obwohl ihnen die Grnbenleitung versprach, ihren Lohn von 3 Schilling und 4 Pence auf 7 Schilling und 6 Pence den Zag zu erhöhen. Auf die Organisation der Bergarbeiter, deren Beamter er ist, hat der Genosse Mc Kerrell bis jetzt mit Kleines Feuilleton. Wie Zeitungsromane fabriziert werden.„Ist's nicht sonder- bar, daß alle die blödsinnigen Romane der bürgeickich-gutgesinnten Presse einander so ähnlich sind?" Solche Fragen werden Leuten vom Bau häufig genug vorgelegt. In der Tat: die Erscheinung ist auffällig genug. Aber ebenso einfach ist auch die Erklärung. Sitzt da in der Reichshauptstadt ein Verleger mit den« Titel »Hofbuchhändler"; der beschäftigt jahraus jahrein eine Anzahl Schreiber, die Druckzeile für 5 Pf. Er selber aber gibt den Inhalt an, den ein Roman haben soll und macht die Titel:„Stolz weht die Flagge schlvarz-wcih-rotl",«Der Rennhusar" usw. usw. Alles recht militärfromin und hochpatriotisch. Sonst kann die Ware sein wie sie will, aber„sittenrein und einwandfrei" und— spannend: das ist die Vorbedingung. Vom Fähnrich und Referendar an gibt es nur Mufterinenschen. Die Intriganten und Schurken— denn natürlich geht es ohne diese nicht ab— gehören stets einer„niede- ren" Klasse an. Das ungefähr sind die Hauptpunkte der Instruktion, die der Herr Hosbuchhändler gibt. Jeder Verstoß gegen den„guten Ton" wird sofort ausgemerzt. Schrieb da z. B. ein Unglückswurm: »Der Kommerzienrat X Y Z wurde nobilitiert!"— Väterlich verweisend berichtigt ihn sofort sein Brotherr:„Aber, ich bitte, was für ein Stil?_— Was. heißt nobilitiert? Schreiben Sie: Der Herr Kommerzienrat T A Z wurde für seine Verdienste um das Paterland von S. M. in den Adelstand erhoben I" Ist ein Roman besonders nach dem Geschmack des Herrn Hof- buchhändlers ausgefallen, so erhält der glückliche Verfasser eine Belohnung: er braucht ihn nicht 51« zeichne» I Der Herr Hofbuch- Händler in höchsteigener Person setzt seinen Rainen unter den Titel!— Ja, man ist generös und bietet dein Schreiber sogar eine Havanna an, wenn vielleicht eine minutiöse Beschreibung eines Hofzugcs das Auge des strengen Kritikers etwa derart erfreut: „S. M., unser herrlicher Kaiser, tritt nur auf das Kernholz aus unseren schönen deutschen Wäldern, und Allerhöchstdereu Blicke ruhen gern auf den ebenholzschwarzen' Intarsien der Wand- bekleidung; diese wundervollen kunstgewerblichen Schöpfungen haben zum Material den eisenharten Stamm einer Sumpfeiche, die wohl seit Hermann des CheruskerS Zeiten im Grunde schlummerte und nun.. Ja, der Herr Hofbuchhändler kennt feine Abnehmer. Die Redaktionen der gutgesinnten Presse, wie„Lokal-Anzeiger" und „Norddeutsche" lecken sich die Finger nach solchen Romanen und rechnen es sich zur Ehre an, für diese„höhere" Literatur Tausende bezahlen zu dürfen. Doch damit ist der Segen nicht zu Ende. Zu dielen, vielen Malen geht später der Roman in die Provinz, bis ihn endlich auch der Amtskieker eines Puttkamerunschen KuhnesteS seinen Lesern als 56. oder 75. Druck vorsetzt. Die neugeordnete Nationalgalcrie. Nach mehrjährigen Irrungen und Wirrungen ist nun endlich die Nationalgalerie wieder eröffnet worden. Der neue Direktor Ludwig Justi hat das Schicksal, daö allen Museumsleitern von ganz schlimmen Göttern diktiert worden ist, über sich ergehen lassen und hat umgehangen, neu geordnet, ausgefegt, geflaggt und bronziert. Die National- «alerie mag solche Neuorganisation(die man eine höhere Art der Tapeziererkunst nennen könnte) besonders nötig gehabt haben; im fiknndplan nicht zum Museum bestimmt, bot sie Räume, die für das Unterbringen von Bildern und Figuren so ungeeignet«vie nnr irgend inöglicb»varen;«oenig Wandfläche, schlechte Beleuchtung, übermäßige Höhe, ein beängstigendes Zuviel an dekorativem Schmuck. Solchen Uebelsinnden hat Justi soweit wie möglich abge- Holsen. Da er sich dabei aber ungemein pietätvoll erwies, nichts abbrach, sondern nur mit Ummantelungen, Abdeckungen, Verhüllungen, mit dem Einziehen von Rabitzwänden und dem Ein- legen von Notdecken begnügte, so entstand keine neue Raum- schöpfung, sondern ein Kompromiß: nicht ungelenk, hier und da gefällig, zuweilen sogar überzeugend, aber doch nirgend in höhcrem Sinne architektonisch produktiv. Wenn man von außen kommt und so von der äußeren Form de? Gebäudes eine Vorstellung mitbringt, versteht man nur schwer, wie die inneren Räume eigentlich zustande kamen. Es ist iin Erd- geschah(um das handelt es sich bei der bisherigen Neuordnung) nur eine Peripherie von Räumen vorhanden; den Kern des Hauses scheint eine große Leere zu bilden. Man marschiert an den Fenster- wänden des Tempels lden die Romantik Friedrich Wilhelms IV. schuf) entlang, durchschreitet einen Kranz von ganz appetitlichen Räumen, fragt sick aber dauerird: was denn nun eigentlich im Zentruin des Gebäudes stecken mag. Da steckt die unmögliche Finsternis, deren«vir uns von früher her sehr loohl erinnern; die wir aber auch heute nicht vergessen können, weil sie eben tatsächlich erhalten blieb. Wohl spürt man die tiefe hingebende Liebe, die Justi und der Baumeister Wille an das Herrichten der Maske ge- wandt haben; aber die Maske bleibt fast das Entscheidende. ES ist eine Art aufgeklärter Nationalliberalismus, eine zivilisierte Tiplo- matte, die mit zehnerlei Rücksichten zu rechnen hatte, eine halb schämige, halb kecke Dialekuk, die hier am Werke waren: eine schwache Zeit tänzelt im Flitterkleid in die entscheidenden Probleme. Manches ist vortrefflich gelungen, so die Säle, in denen jetzt Böcklin hängt; manches ist unw.Lglich, so ein dekoratives Arrange- ment, das aus der Monumentalität des Marees ein buntes Mario- nettentheater macht. Witzig, aber doch nicht befriedigend sind die Ovale, die an der Rückseite des Hauses in der halbrunden Apsis sich mit leidiger Notwendigkeit ergaben. Diese Räume haben etwas Akrobatisches, sie scheinen zu gleiten und zu schwimmen, sie wirken zufällig, obgleich sie offenbar das Ergebnis mühseliger Tüftelei sind. UebcrdieS: sie sind mit Gold übermäßig ausstaffiert und spekulieren gar zu deutlich auf die Zustimmung der höheren Instanzen. Alles in allem: Viel Arbeit und viel braves Streben; aber nirgends eigentlich ein großes Gefühl, ein Wagnis, ein Vorstoß. rbr. Das Ueberflugzeug. Rußland hat soeben eine wichtige Höchst- lciswng im Flugwesen an sich gebracht: das Riesenflugzeug des Erfinders Sikorsky ist. wie aus St. Petersburg berichtet wird, mit einer Menge von Fluggästen an Bord aufgeflogen, wie sie bis- her unerhört war. Es befände«« sich nämlich nicht weniger als 17 Menschen und 1 Hund in dessen„Kajüten", wie man bei den großen Abmessungen des Flugzeuges wokil sagen darf. Ter Zwei- 'dcckcr, der ähnlich einem gewöhnlichen Farman-Zweidecker gebaut ist. ist viermal so groß wie sonst Flugzeuge im Durchschnitt. Es Ivird von vier Argus-Motorcn von je 166 Pserdekräften angetrieben, die zu zweien vorn und hinten angebracht sind. Stach den vor- liegenden Berichten muß das Riesenflugzeug außerordentlich sicher fliegen, denn während des letzten Fluges geriet wegen der großen Kälte einer der Motoren in llnordnung, und einer der Mechaniker konnte ohne«oeitercs seinen Sitz verlassen, zu dem Motor hin- gehen und ihn wieder in Ortmung bringen. Wegen der großen Anzahl der Fluggäste enthält da? Flugzeug mehrere„Kabinen", die übrigens zur Rachrzeit elektrisch beleuchtet l Verden. Wie es' heißt, daß die russische Regierung 5 weitere SikorSkysche Flugzeuge in Austrag gegeben. Einzelheiten über den Bau werden natürlich sorgfältig geheim gehalten. Ein Schlnchtcnmalcr-Trnst. In P a r i S hat sich eine Vereinigung der französiichcii Schlachtenmaler gebildet, der 26 der bekanntesten Maler dieses Genres angehören»md die sich, unter dem Vorsitz des Generals Bailloud, das Ziel gesetzt hat, die Schlacht von Waterloo in einer Serie von Gemälden zu schildern. Zum 166. Jahrestage Waterloos will die Gruppe in Paris eine Ausstellung veranstalten, in der diese„Waterloo-Serie" der Oeffentlichkeit gezeigt wird. Die Künstler sind dabei auf einen blödsinnigen Gedanken verfallen: sie teilen die Schlacht nach dem Buche Henry HoussayeS in 26 Episoden, und diese einzelnen Momente werden unter den 26 Schlachtenmalern v e r l 0 st, damit keiner sich beklagen kann, bei der Zuweisung des Stoffes benachteiligt zu sein.„Wir werden uns dabei bemühen, in der Malweise eine gewisse Einheitlichkeit anzustreben. Auf jeden Fall ist es unser Ziel, mit dieser Förderung der Schlachtenmalerei zum «veiteren Wiedererwachcn des«ilililärischen.Geistes in Frankreich bei- zutragen." Das Erfreuliche an der Sache ist, daß hier der Zweck dieser Tendenzkunst— der chauvinistische sowohl wie der erwerbsmäßige— so offen zutage tritt. Uebrigens erfreuen sich die Schlachtenbilder in Frankreich bei allen Kunstverständigen nicht minder wie bei den Gegnern der kriegerischen Phrase gleicher Unbeliebtheit wie bei uns. Notizen. — Theaterchronik. Im Kleinen Theater wird die Erst- aufsührung von den« Lustspiel„H a l l 0 h" von Jinre Földes auf Freitag, den 26. März, verschoben. — Das verbotene Drama. Der vor LS Jahren ge- gründete Verein„Freie Bühne' plant eine einmalige ge- schlosiene Aufführung des Dramas„LouiS Ferdinand, Prinz von Preußen' von Fritz v. U n r u h vor geladenen Gästen. Die öffentliche Aufführung deS Dramas wurde auS Rücksicht auf die Hohenzollerndynastie verboten. — Gegen die Modethrannei, die die„elegante Welt' sick bisher von den Modemackern vorsckreiben ließ, wird in Paris jetzt die Opposition wack. Die Damen wollen sich nickt länger die von Kokotten.— gegen Entgelt oder gar gegen Gratislieferung der Kleider— lancierten Verrücktheiten aufzwingen lasten. Daß der Ruf nach Einfachheit Erfolg haben wird, ist billig zu bezweifeln. Die Schichten, die die Moden mitmachen, können ohne diese nickt mehr leben, und die Schneiderkapitalisten werden sie schon' wieder kirre kriegeir. Tie Kokotte ist nun mal die Tonangeberin des neuesten Geschmacks. — Der Erfinder der Lustdruckbremse, Georg« W c st i n g h 0 u s e, ist in New Uork gestorben. Er soll zu seiner segensreichen Erfindung durch die Verwendung von Luftdruck, wie er sie beim Bau des Mont-Cenis-Tunnels kennen lernte, angeregt worden sein. „Trotz der anhaltend ungünstigen Fahrikatioiisverhältnisse in der bayerischen Spicgelglasindustrie erllärcn sich die Fabrikanten bereit, die bisher in Kraft gewesenen Teuerungszulagen für Schleifer und Polierer auch nach dem 8. März er. auf die Dauer von drei Jahren zu gewähren, unter der Bedingung, daß bis spätestens den 23. März 1914 der für den 3. März gekündigte Tarifvertrag auf mindestens drei Fahre mit deu Organisationen erneuert wird." Die Spiegelglasexporieurc haben aus ihren Betrieben geradezu fabelhafte Gewinne herausgeholt. Obgleich die Arbeit eine überaus schwere ist und die ganze Lebenshaltung der Arbeiter sehr viel zu wünsch«» übrig lüszt, sollen die Arbeiter ohne die geringsten Zu« geständniffe de» Tarifvertrag auf diese lange Zeit hinaus verlängern. Das wird nicht geschehen, und es steht somit ein größerer Kampf in der Glasindustrie bevor. fluslanö. Tie Freiheit der Arbeiter in den Kolonien. London, 19. März 1914. Südafrika ist leider nicht der einzige Teil des britischen Reiches, wo die Arbeiter trotz aller Ga- vantien der Verfassung und der Gesetze der Willkür und der Bru- talität der Herrschenden ausgesetzt sind. Wenn man bisher von der Militärdiktatur, die seit Neonaten auf Vancouver Island (Kanada) herrscht, nicht viel gehört hat, so liegt das hauptsächlich daran, daß es sich nur um einige tausend Menschen handelt. 3099 Bergarbeiter befinden sich seit 19 und 16 Monaten auf Vancouver Island im Kampf um die Anerkennung ihrer Gewerk- schaft. Sie gehören den„Vereinigten Bergarbeitern Amerikas" an, einer Organisation, die ihren Sitz in den Vereinigten Staaten 7)at und 4ö9999 Mitglieder zählt. Diese Organisation wollen die Arbeitgeber nicht anerkennen, da sie, wie es heißt, von„Aus- ländern" geleitet sei. Gegen eine besondere kanadische GeWerk- schaft, die wegen der verhältnismäßig kleinen Zahl Bergarbeiter in Kanada ohnmächtig sein würde, hätten die Arbeitgeber nichts einzutoenden. Regierung und Bürgertum haben sich auf oie Seite der Kapitalisten geschlagen. Beide drangsalieren die streikenden Arbeiter auf alle mögliche Weise. Die Hausherren erhöhen ihre Mieten und setzen Streikende, die die Miete nicht pünktlich ent- richten, gleich an die Luft. Im Streikgebiet wimmelt eS von Spczialpolizistcn und Militär. Tag und Nacht ourchstreifen Pa- trouillen das Gebiet. Unter dem geringsten Vorwand verhaftet man die Arb«iter und sperrt sie ohne Urteilsspruch auf Tage und Wochen ein. Die Tatsache, daß die Bergarbeiter in zwei Wahl- kreisen Sozialisten in den Probinzialrat gewählt haben, ist für die Schärfe, mit der die Behörden gegen die Arbeiter vorgehen, mit verantwortlich.„In Rußland", so heißt es in einem Schreiben des Pressekomitees der Streikenden, das im„Daily Citizen" der- öffentlicht wird,„kann es kaum schlimmer zugehen". Mit allen Mitteln hat man versucht, die Arbeiter zu Geivalitätigieiten zu reizen, um einen Vorivond zur Deportation der Führer zu finden; aber umsonst. 99 Prozent derjenigen, die vor 19 und 16 Monaten in den Streik traten, harren noch aus. Man hat den Frauen der Streikenden Vorwürfe gemacht und über die Männer schreck- liche Strafen verhängt, die selbst dem mit den Arbeitern nicht sympathisierenden Bürgertum den Atem benommen haben. In den Gefängnissen behandelt man die Verhafteten in der empörendsten Weise. Man läßt sie halb verhungern; ein junger Mann von LS Jahren ist infolge der Behandlung schon gestorben. Und all diese Schandtaten werden im Namen der britischen Frei- beit un» deS britischen Rechts an britischen Arbeitern verübt. Der„civi« britannicus" wird den britischen Arbeitern bald wie ein Spottname klingen. Es heißt denn auch in dem Schreiben, daß die Freiheit nur ein schlechter Scherz ist. Mus ZuSustrie«nK kanSel. Landflucht in Amerika. Der Bundessekretär für Ackerbau zeichnet in seinem soeben geschienenen Bericht ein trübes Bild von der gegenwärtigen Ent- wickelungSrichtung der Landwirtschaft. Vor allem tritt auch hier eine starke Abwanderung vom Lande in Erscheinung. Während 1879 noch 79 Proz. der Bevölkerung auf dem Lande lebten, waren es 1919 nur noch 53 Proz. Dabei sind aber alle Orte unter 2590 Einwohner als Land gerechnet; die tatsächliche landwirtschaftliche Bevölkerung ist nur noch auf 36 Proz., ein starkes Drittel der Bewohnerschaft der Union, zu verschlagen.„Wer Augen hat zu sehen, muß in den verlassenen Farmhäusern und der zunehmenden Tendenz, die Farmwirtschast durch Pächter zu be° treiben, während der Eigentümer selbst von der Farm verzieht, Anzeichen drohender Gefahr erkennen, der man nur dadurch ent- gegenzutreten vermag, daß alles geschieht, um das Landleben ebenso anziehend und gewinnbringend zu gestalten, wie es jetzt das Stadtleben ist." Eine Wirkung dieser Flucht und jedenfalls auch der so lange betriebenen Raubbaiewirtschaft ist die Abnahme des Er» trag», die bei der gewaltigen Menge unbesiedelten Bodens selbst ohne hochentwickelte Technik noch auf lange hinaus nicht einzutreten brauchte. Bon 19 Hauptartikeln weisen 7 eine Ab- nähme»nd nur 3 eine Zunahme des Ertrags, auf 1999 Einwohner berechnet, auf. So ist seit der vorhergehenden Zählung von 1999 nach diesem Maßstabs der Ertrag an Weizen um 39 Proz., an Mais um 14, an Heu und Futterkräutern und ebenso an Tabak um je 3 Proz. zurückgegangen. Nur der Ertrag au Gerste, hauptsächlich im Nordwesten, ist um 42, der an Baumioolle um 9, an Kartoffeln um 3 Proz. gestiegen. Noch größer ist der Rück- gang der Fleisch erzeugnng. Während diese in der Periode von 1899 bis 1999 noch eine Zunahme von 29 Proz. aufwies, war von 1990 bis 1919 eine Abnahme des Viehbestandes um 21 Proz. bei Rindvieh, 7 Proz. bei Schweinen, 14 Proz. bei Schafen zu verzeichnen. Bekanntlich hat dieser Rückgang, zusammen mit den dadurch erleichterten Treibereien des Fleischtrnsts, zu einer rie- sigen Steigerung der Fleischpreise geführt. Der Cchifsspark. Die Abschlüsse der Hamburg-Ameri ka-Linie und des Norddeutschen Lloyd find jeder für sich inieressant; sie werden aber noch interessanter, wenn man sie vergleicht. Die Hanl- burg-Amerika-Linie hat im Jahre 1913 eineil BetriebSgewinn von 53,5 Millionen Mark gegen 53,7 Millionen Mark erzielt, der Norddeutsche Lloyd einen Gewinn auf deu privaten Linien von 42 Millionen Mark gegen 36,9 Millionen Mark. Dazu kam beim Norddeutschen Lloyd ein Gewinn ans den Reichspostdampferlinien von 7,9 Millionen Mark gegen 7,93 Millionen Mars, also insgesamt ein Liniengewinn von etwa 59 Millionen Mark. Die Hamburg- Amerika-Linie weist nach Vornahme voll 39,93 MilliouenJDkirk Abschreibungen auf Secdampfer und Hilfsfahrzeuge einen Schifss- p är k im Buchwerte von ungefähr �64 Millionen Mark aus gegen 221 Millionen Mark im Vorjahre- Tie Abschreibungen betragen 11,3 Proz. Der Sclnfsspark des Lloyd repräsentiert nach Abschrei- b un gen von 26,8 Millionen Mark einen Buchwert von 151,7 Mil- lionen Mark. Die Abschreibungen belaufen sich hier prozentualster auf 17,8 Proz. Man sieht also, daß, wenigstens diesmal, beiul Lloyd die Abschreibungen erheblicher sind als bei der Hamburg-Ameriia- Linie. Ferner erkennt man, daß aus dem wesentlich geringeren Werte des Llohdschiffsparkcs ein Betriebsgewinn erzielt wurde, der nicht sehr weit hinter dem Betriebsgewinu der Hamburg-Amerika- Linie zurücksteht, deren SchiffSpark viel höher bewertet wird als der Lwyd. Während bei der Hamburg-Ämerika-Linie, hauptsächlich infolge der Bauten in der Imperatorklasse, der Bilanzwert des SchiffsparkcS sich um etwa 43 Millionen Mark trotz erheblicher Ab- schreibungen erhöhte, ist es dem Lloyd gelungen, obwohl auch et nicht unwesentlich gebaut hat, den Buchwerl deS Schiffsparkes von 162.6 Millionen Mark aus 151,7 Millionen Mark herunterzubringen. Daß der Lloyd sich gekräftigt fühlt, geht nicht nur aus der Tatsache hervor, daß Balliii sich doch endlich zum Friedensschluß mir ihm bereit gesunden hat, sondern auch aus dem Umstände, daß die Ver- ioaltung des Lloyd auf die Subvention für die Unterhaltung der ostasiatischen Hauptlinie verzichtet. Für die australische Hauptlinie allerdings, die nach Angabe des Lloyd unter dem bestehenden Ver- trage dauernd mit großem Verlust gearbeitet hat, zeigt die Ver- waltung kein Jnteresfe mehr. Es wird angekündigt, daß diese Linie ganz fortfallen soll, es sei denn, daß seitens des Reiches erheblich höhere Beihilfen bewilligt würden. Rückgang des Stahlvcrbrauches. Ter Februarversand des Stahlwerksverbandes sank auf 482 925 Tonnen gegen 455 199 Tonnen im Januar(und 596 429 Tonnen im Februar 1913). Am größten war der Rückgang bei Halbzeug, das in der Eisenindustrie zur Weiterverarbeitung Verwendung findet. Der Rückgang ist also hier ein Zeichen für oie allgemeine Konjunkturab- s ch w ä ch u n g. Ter Versand von Formeisen zeigte gegen den Januar eine Besserung, blieb aber hinter dem des vorjährigen Februar zurück. Da Formeisen vornehmlich bei Bauten verwandt wird, deutet die Zunahme des Versandes auf eine geringe Be- lebung des Baumarktes. Auch der Versand von Eisen- bahnmaterial stieg etwas gegenüber dem Januar, war aber eben- falls geringer als im Februar 1913. Jnpau-Wein. Im Herbst 1913 wurde zum ersten Male in Japan der Versuch im kleinen unternommen, einen reinen Natur- wein aus im Lande gewachsenen Trauben z» keltern. Die Beere, die dazu verwendet wurde, ist eine Tramincr Art, die in Japan seit einigen Jahrzehnten in Hochzucht gezogen wird. Seinem Charakter nach ist der Bein ein kleiner, trinkbarer Tischwcin. Di« Beeren, deren Soft«ine �-Literflasche ergaben, stellten sich im Einkauf von den japanischen Bauern ans etwa 27 Pf. Zurzeit versucht man, österreichische Reben niedrig und in tieferer Kultur zu ziehen; sie sind der Reblausgefahr wegen auf amerikanische Wurzeln aufgepfropft und gut angegangen. Andere aus Deutschland bezogene Sorten, wie Rießling, Sylvaner, Vel- tiner und Portugieser hatten nach einem Jahre bereits einzelne Triebe von 2,79 Meter Länge. Getragen haben diese niedrig ge- zogenen Stöcke noch) nicht. � Nach den bisherigen kurzen Erfahrungen an den wenigen Stellen, an denen Wein wächst, scheinen die natürlichen Vorbe» dingungen für den Weinbau in Japan nicht schlecht zu sein. Trotz dieser von Natur wohl Vorhände neu Vorbedingungen für den Weinbau ist eine Aufnahme und ruhige Weiterentwickelung dieser Kultur in Japan mehr als fraglich. Wein wurde bis- her in Japan ineder gekeltert noch in nennenswertem Umfange getrunken, dos Wenige, was bisher aus Traubensart, Zucker und Sprit hergestellt wurde, kann wenigstens kaum als Wein bezeichnet werden, und die Einfuhr an Weinen— Liköre, Whisky und Cham- pagner nicht eingerechnet betrug für ganz Japan jährlich noch nicht 2599 Hektoliter, die wohl zum größten Teile von den Aus- läudern oder als Medizinalweine konsumiert wurden. Denn nur bei offiziellen Veranstaltungen trinken die unter dem Einfluß europäischer Sitte stehenden Japaner importierte Alkoholika, und such dann kaum Wein, sondern Champagner. Die Vorbedingung für die Ausbreitung des Weinbaues und der Weinbereitimg in Japan wäre daher, da der leichte Wein einen Export wohl nicht rragen könnte, zunächst die Gewöhnung eines Teiles des ja- panischen Volkes an den Genuß naturreinen oder doch in ange- messenen Grenzen gezuckerten Weines, was bei der bekannten Vor- liebe deS Japaners für starke und sehr süße Alkoholika recht schwierig erscheint._ Genchtszel'tung. Milde Strafen gegen— Fabrikanten. Unternehmer müssen glimpflich behandelt werden, scheint der Grundsatz unserer Gerichte zu sein. In der Pianosortcfabrik von JadczinSki in Neukölln fand vor einiger Zeit aus Anlaß von Lohndifterenzen ein Streik statt. In der Nähe der Faprik standen Streikposten. Aber Herr Hugo Jadczinski in eigener Person achtete streng darauf, daß vor seinem Fabriketabkissement. sich niemand auf- hielt. Schloffer Blumenbcrg blieb jedoch eines Tages vor der Fabrik stehen. Er war kein Streikposten, sondern arbeitete in einer benachbarten Fabrik und hatte zu dem Streik keinerlei Beziehun- gen. Als ihm JadczinSki trotzdem befahl, sich vom Bürgersteig zu entfernen, antwortete Biumenberg: Er habe das Recht, auf dem Bürgersteig so lange zu verweilen, als ihm beliebe. Tnraus zog der Fabrikbesitzer eine Hundepeitsche, die er unter seinem Rock verborgen hatte, hervor und schlug damit Blumenberg heftig auf den Kopf, so daß letzterer stark blutete. Blumenbcrg stellte Straf- nntrag. TaS Schöffengericht Neukölln verurteilte Jadczinski wegen dieser Roheit zu— drei Mark Geldstrafe. Gegen dies unglaublich milde Urteil legte Jadczinski Berufung ein. In der gestrigen Verhandlung vor der zweiten Strafkammer deS Landgerichts Berlin II meinte der Angeklagte: Er sei berechtigt gewesen, Blumenberg von dem Bürgersteig seiner Fabrik wegzu- weisen. Blumenberg habe aber nicht nur nicht Folge geleistet, sondern sogar noch erwidert: Er(Jadczinski) sei nicht berechtigt, ihn wegzuweisen. Da einige Streikposten in der Nähe waren und bei Arbeitseinstellungen oftmals Gewalttätigkeiten vorkommen, so habe er befürchtet, daß er von Blumenbcrg angegriffen werden könnte. Er habe also in Notwehr, zum mindesten in vermeintlicher Notwehr gehandelt und beantrage deshalb seine Freisprechung. Die Beweisaufnahme ergab, daß auch nicht die geringste Ursache zu einer Notwehr oder verineintlichen Notwehr vorhanden war. Nach einer kurzen Beratung des Gerichtshofs verkündete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Jacob: Der Gerichtshof hat durch die Beweisaufnahme die Ueberzeugung erlangt, haß der Angeklagte nicht berechtigt war, den Schlosser Blnmenberg vom Bürgersteig wegzuweisen. Noch weniger hatte der Angeklagte das Recht, den Zeugen Blumenberg. zu schlagen. Bon Notwehr oder vermeintlicher Notwehr kann nach Lage der Dinge auch nicht im Entferntesten die Rede sein. Der Angeklagte hat sich widerrechtlich der vorsätzlichen Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeug?, als solches ist eine Hundepeitsche anzusehen, schuldig gemacht. Wenn de» Mißhandelten seine Mütze nicht geschützt hätte, dann würde er zweifellos noch eine viel ärgere Verletzung erlitten haben. Der Angeklagte war also aus Grund der ZZ 223 und 223a des Strafgesetzbuchs zu bestrasen. Das Urteil deS ersten Richters ist un- gemein milde ausgefallen. Der Gerichtshof hat daher die Be- rufung auf Kosten des Angeklagten verworfen. Wie hoch wäre wohl ein Arbeiter verurteilt worden, wenn er aus ähnlichem Anlaß einen Arbeitswilligen oder gar einen Fabrik- besitzer mißhandelt hätte? Vom Polizeikampf des Oberverwaltungsgerichts gegen die Arbeiterklasse. Am Donnerstag exzellierte das Obervernxiltnngsgericht wieder einmal in zwei Entscheidungen gegen die Rechte der Arbeiter auf Gleichberechtigung. Die Behandlung eines GewerkschastsfcstzvgeS als„gefähc- liche" politische Demonstration bietet die eine Entscheidung emZ dem Polizeikampf gegen die Arbeiterklasse. Die freien Gewerkschaften von Königsberg i. Pr. wollten ihr Gewerkschaftssest am Sonntag, den 29. Juli 1913, durch einen Fest- zug einleiten, wie das früher schon mit Genehmigung der Polizei geschehen ist. Der Polizeipräsident versagte diesmal aber die Genehmigung» weil eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu befürchten sei. Und zwar holte er das Material für die Begestnckrnng aus seiner Mappe in Form eines Blattes der sozialdemokratischen„Königs» bcrger Volkszcitung", worin ein Feftbericht über das Mwerkschafts» fest vom Jahre vorher, also von 1912, und über den damaligen Festzug enthalten ist. Der Feftbericht unseres Parteiblattes schil- dcrte anschaulich den großartigen Verlauf jenes Festzuges, unter Angabe der Gruppierung der Organisationen usw. Dabei wu?den als Teilnehmer auch die Arbeiter-Gesangvereiue, der Arbeiter- turnvcrcin, der Arbeiter-Radfahrcrverein und die Arbeiterjugend' aufgeführt. Es wurde auch der großartigen Lrdnung und Tis- ziplin der Zugleilnehmer gcdachtz durch die bei der geübten Zntück- Haltung der Polizei jedwede Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ausgeschlossen war. Na, von diesem Lobe der Ord- nung und Sicherheit konnte ja der Herr Polizeipräsident zugunsten seines Verbots 1913 nichts profitieren. Aber es hieß auch im Bericht, der Umzug sei eine machtvolle Demonstration der Königs» bergcr Arbeiterschaft gewesen. Das hat es augenscheinlich dem Pelizeioberhaupt in Königsberg angetan. In der Begründung des Verbots nimmt er auf den Verlauf des Feitzuges von 1912 B.zug, indem er die große Teilnehinerzahl von 7999, die Tauer des Um- zngs(nach dem Feftbericht zwei Stunden aus der Straße), die Tauer des Vorbeimarsches(Feftbericht: dreiviertel Stunden) her- vorhebt. Vor allem aber stützt er das Verbot mit der Behquptung, daß bei anzunehmendem gleichartigem Verlauf, wie 1912, der Fest-. zug einen demonstrativen und provokatorischen Charakter annehmen würde. Deshalb müßte er aber auch behandelt werden wie �— die Maiumzüge der sozialdemokratischen Partei, also verboten werden, zumal es sich um eine große Stadt handele. Ter Getvcrkschaflsbeamte Buchholz als Veranstalter erhob ver- geblich beim Regierungspräfidegten und beim Oberpräsidenten die Beschwerde. Das Dbcrvcrwaltungsgericht wies seine darauf angestrengte Klage am 12. März ab. Gründe: Ter Polizeipräsident sei davon ausgegangen, daß der verbotene Umzug der Gewerkschaften sich ebenso abspicken würde wie der frühere. Bei diesem Aufzuge im Jahre 1912 hätten sich nun aber neben den Gewerkschaften auch verschiedene sozialdemo- kratische Arbeitervereine beteiligt. Nämlich der Arbeitergesang- verein, der Arbeitcrturnverein, der Arbeitcrradfahrervcrcin und die Arbeiterjugend. Ter Polizeipräsident hätte deshalb dicmal da» von ausgehen können, daß auch 1913 sozialdemokratische Vereine teilnehmen würden. Und so sei er befugt geevescn, zu schließen, daß es sich nicht um einen GewertschaftSumzng, sonder» um eine Veranstaltung der sozialdemokratischen Partei bandeln würde. Und so habe er den geplanten Aufzug beurteilen können, wie das Obcc- Verwaltungsgericht schon verschiedentlich Maiumzüge der Sozial- demokratie in großen Städten beurteilt habe. Er hätte ausgehen können von einem provokatorischen demonstrativen Charakter de? Umzugs gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft. Wenn unter diesen Umständen der Polizeipräsident noch die große- Masse der Teilnehmer, die lange Dauer des Umzugs usw. in Betracht zog und damit rechnete, daß eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit gegeben sei, so sei bei dieser Sachlage der Verwaltungsrichter nicht in der Lage, ihm entgegenzutreten. Das Verbot fei gerechtfertigt gewesen. Also: weil der Zug im Haiire 1912 in musterhafter Orb» nung und Disziplin verlief, ist die Befürchtung gerechtfertigt, daß der Zug 1913— die öffentliche Ruhe und Ordnung stören werde. So die Deduktion des Oberverwalwngs, gerichtcs. Hm zweiten Falle hgt die Angst vor der roten Farbe liebevollen Schutz bei dem OberverwaltungSgericht.geftlwden. Für das GelverkschaftSfest der freien Gewerkschaften von Gelfenkirchen, das am 10. August 1913 stattfand, hat der dortige Polizeipräsident die Genehmigung zu einem öffentliche« Aufzuge erteilt. Er knüpfte daran jedoch solgende Bedingung: „Rote Fahnen, revolutionäre Abzeichen oder nationalpolnischs Abzeichen dürfen im Zuge nicht getragen werden." Vergeblich beschwer w sich Genosse Meis beim RegicrungS» Präsidenten und beim Oberpräsidenten. Dann erhob er Klage beim Lberverwaltungsgericht. indem er beantragte, die vom Polizei» Präsidenten gestellte Bedingung aufzuheben. Er betonte, daß re» volutionäre Abzeichen, rote Fahnen usw. t gar nicht hatten mit» geführt werden sollen. Diese Bedingung sei aber angefochten worden, weil die Polizei sie willtürlich und schikanös auslege. Dies werde schon bewiesen dadurch, daß bei dem hier in Betracht kommenden Aufzuge vom 19. August 1913 die Polizeibeamtcn mit der Aeußerung, sie seien dazu von der vorgesetzten Behörde beauf» tragt, den Ordncru des Zuges bezieliuugsweise den Mitglieder» der Zrslkommimon untersagten, die rote Lrdnerrosette mit kleinem rotem Schleifchen an der Brust zu tragen. ES handele sich dabei nur um ein Oudnerkennzeichen, wie es bei früheren Umzügen auch niemals beanstandet worden sei. Das Oberverwaltuugsgericht wies die Klage mit folgender Be» gründung ab: Der Kläger wende sich gegen zweierlei. Einmal gegen die der Genehmigung des Umzugs Hinzugefügte Bedingung über daS Tragen roter Fahnen und revolutionärer Abzeichen. Und ferner habe sich Kläger dagegen gelvendet, daß rote Rosetten mit Schleif» che», die nur von Ordnern getragen werden tollten, polizeilich nicht geduldet wurden.— Was nun den ersten Punkt betreffe, so habe der Senat die Zulässigkeit der palizeilichen Anklage über daS Tragen roter Fahnen und reoolunonärer Abzeichen bejaht. Da» durch, daß der Umzug an sich genehmigt war. sei nur festgestellt. daß bezilfllich seiner selbst von der Polizeibehörde Störungen der öffentlichen Sicherheit nicht befürchtet wurden. Mit der Gestattung deS Umzuges als solchen sei aber nicht ausgesprochen, daß Hei seiner Ausführung jeder Teilnehmer des Umzugs' etwa eine Aus» nahmestcllung erlange. Die Teilnehurer blieben vielmehr der all» gemeinen Rechtsordnung iui übrigen unterworfen und müßten sich polizeilicken Anordnungen fügen, die im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung getroffen Uuuhen. Dazu gehöre, was der Polizeipräsident verlangte. Daß daS Tragen roter Fahne» und revolutionärer Abzeichen verboten werden könne, nehme daS Oberverwaltungsgericht in Uebereinstimmung mit dem Kammer» gericht an. Das gelte auch noch nach Inkrafttreten des Reichs» vercinsgesebcS. Die gegen jene Auflage gerichtete Klage müsse so» mit als unbegründet abgewiesen werden. Ueber den zweiten Punkt(Richtduldung her Ordnerrosette»)' J könne das Oberverwaktungsgericht überhaupt nicht entscheiden, f denn hierbei handele es sich nur um die Ausführung jener obige» Auflage! dagegen wäre nur die Beschwerde im Aufsichtswrgc zu- lässig und nicht das BerwaltungSstreitverfahren. Das Oberverwaltungsgericht stellt si'-si mit diesem Urteil in schroffsten Widerspruch zum Gesetz und zu seinem eigenen im Jahre 1891 in Sachen Stöven gegen den Obcrpräsidenten von Altona gefälltem Urteil. Damals führte das Gericht aus, daß für ein polizeiliches Verbot roter oder revoluiionärer Abzeichen das Gesetz der Polizei keinen Raum lasse. Die alt» preußischen, aus der Angst vor der Revolution aeborenen Vor- schriften, die das Tragen- solcher Zeichen unter Strafe stellen, seien durch das Reichsstrafgesetzbuch gestrichen. Polizeiliche Verbote nach dieser Richtung hin seien unzulässig. Das vom Oberpräsidenten gegen das Entrollen der sozialdemokratischen roten Fahne gerichtete Verbot sei deshalb gesetzwidrig und wurde aufgehoben. Man sieht, die das böse Gewissen der herrschenden Klasse verkörpernde Anast vor der Soziademo- kratie hat seitdem gewaltige Fortschritte zu verzeichnen. Mohr«nstrasse 37a(nahe Jerusalemer Strasse) Grosse Frankfurter Str 115(nahe Andreasstr.) Bi.ie genau auf vasse u Hausnuromer|u schien. «cht»»«! Brauereiarbeiter! Achtun«: Sonntag, den 15. Mürz, vormittags 11% Uhr, im Lokal Nene Welt, Hasenheide 108,114(großer Saal) Danksagnttg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank. 12ga _ Witwe Luise Bunke. Mgemems Srauereiarbeiter• Versammlung. m Tagesordnung: Bericht der£oknkotnmission über das Angebot der Unternehmer. Diskussion.— Beschlußfassung. Zu dieser Versammlung sind alle in den Lagerbierbrauereien, Mälzereien, Malzbierbrauereicn und Bicrniederlagen in Berlin und Umgegend beschäftigten und den unterzeichneten Organisationen angehörenden Arbeitnehmer sämtlicher Kategorien eingeladen. W Kollegen! Sorgt für einen liiailenbehid) dieser Versammlung. Kollegen I Wir ersuchen Euch dringend, reckt pünktlich zu erscheinen, da der Saal uns nur bis 2'/, Uhr zur Ver- fügung steht und dse Polizeibehörde unter keinen Umstünden die Abhaltung dieser Versammlung am Vormittag gestattet. vis Linderuter! WM* Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Deutscher Transportarbeit erverband. Verband der Maschinisten und Heizer. Deutscher Metallarbeiterverband. Verband der Böttcher. Deutscher Holzarbeiterverband. Verband der Maler und Lackierer. Verband der Kupferschmiede. Verband der Saltler. 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Ofranttvortsicher Redakteur: Alfred Melepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co, Berlin SWi St. 72. 31. 2. KeilU des Jotmäib" Knlim Jslblilntt. Zounabend 14 Mar; 1914. Arlteiter! Parteigenosten? Werbt für Stärkung der Organisation und für unsere Presse! Nützt die letzten Tage der Roten Woche! Kirchensteuern! Tiefes so oft schon von uns behandelte Thema wird immer wieder durch neue Vorkommnisse beleuchtet. Ein Parteigenosse ist im Jahre 189ö aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten, seine Ehefrau 1307. Im Dezember 1308 wird die Ehefrau zur Kirchensteuer bis zum 31. März 1909 ver- anlagt. Hiergegen wird Einspruch erhoben, da die Steuern nur noch, nach den gesetzlichen Bestimmungen, bis zum Schluß des auf den Austritt folgenden Jahres, also bis Ende 1908, erhoben werden konnten. Dem Einspruch wurde stattgegeben. Im Jahre 1910 wurde dann der Ehemann von der k a» t h o l i s ch e n Kirchengemeinschaft zu den Steuern veranlagt. Wieder wurde reklamiert; vom Gesamtverband katholischer Kirchcngemeinden wurde mitgeteilt,„daß die Veranlagung irr- tiimlich erfolgt ist. TaS Versehen wollen Sie gütigst ent- schuldigen." Da unser Parteigenosse die Reklamation als eingeschriebenen Brief sandte, erhielt er die verauslagten 25 Pf. Portokosten erstattet. Nunmehr versuchte man es im Jahre 1911 wieder bei der Ehefrau, und zwar sollte diese wieder für die evangelische Kirchen- gemeinschaft Steuern zahlen. Selbstverständlich wurde wieder reklamiert und ebenso prompt erfolgte Freistellung und Erstattung des verauslagten Portos. Auch jetzt wieder eine Entschuldigung:„Wir bitten das Versehen zu entschuldigen." Die Eheleute gaben sich nun der Hoffnung hin, daß die Scherereien ein Ende haben werden, nachdem den Airchenbehörden mit oller Deutlichkeit gesagt worden war, daß die Ehefrau:„bei einer einigermaßen geregelten Buchführung von der Einschätzung verschont geblieben wäre". Daß die Hoffnung eine'trügerische war, sollte bald aus einer »eiteren Einschätzung hervorgehen. Die Ehefrau wurde im Januar dieses Jahres erneut mit einer Einschätzung beglückt. Nunmehr wurde folgendes Schreiben als Reklamation ein- gereicht: „Durch Schreiben ohne Datum, mir zugegangen am 23. Januar d. I., werde ich zu einer Kirchensteuer von 3,00 M., 20 Proz. von der Hälfte der Staatseinkommensteuer meines Ehemannes veranlagt. Gegen diese Veranlagung erhebe ich form- und fristgerecht Einspruch. Am 3. Dezember 1907 bin ich aus der„Gemeinschaft der evangelischen Christen" laut Bescheinigung des Königlichen Amts- gerichts Äerlin-Mitte ausgeschieden. Die Bescheinigung trägt das Aktenzeichen 86 II Gen. V. 16 309. Da ich also mit der Kirche Gemeinschaft nicht mehr habe, bin ich auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen von der Steuer befreit. Die Einschätzung war nur mit einer Fünfpfennigmarke versehen gewesen, wenn der Brief verloren gegangen, wäre ich um das Recht der Reklamation gekommen. Ich nebmc nicht an, daß eine hohe Kirchenbehörde mit derartigen Zufälligkeiten rechnet. Damit diese Reklamation nicht verloren geht, sende ich die- selbe als„Eingeschrieben" und ersuche, mir diese Portokosten mit 0,25 M. sowie angemessene Entschädigung für die Zeitaufwen- dung für die Anfertigung der Reklamation zu erstatten. Des weiteren erwarte ich Aufklärung, warum ich auch in diesem Jahre wieder der Ehre Ihrer Einschätzung teilhaftig ge- worden bin. Dringend zu raten ist. daß die Kirchenbchörde nun mal endlich die Steucrlisten berichtigt und mir die Scherereien erspart. 1908 mußte ich reklamieren, weil ich zu Unrecht zur Steuer bis zum 31. März 1909 eingeschätzt wurde. 1910 wurde mein Ehemann zur Abwechslung von den katholischen Kirchengemeinden zur Steuer veranlagt. 1911 erfolgte zur Abwechslung wieder meine Einschätzung, und jetzt soll ich schon wieder zahlen. Wenn ein Privatmann derartig seine Bücher in Ordnung hätte und ein und dieselbe Person wegen vermeintlicher Forderung belästigen würde, könnte man sich schützen, indem man Anzeige wegen OueruliercnS erstattet. Derartigem ist eine hohe Kirchcnbshördc nicht ausgesetzt, weil hier der gute Glaube ohne weiteres in Rechnung gestellt werden mutz. Ein mit Durch- fchnittsuntertanenverftand begabter Mensch wird allerdings nicht begreifen können, wie sich die Liebe der Kirchengeincinde immer noch zu den Ausgetretenen zeigt, d. h. dann zeigt, wenn Steuern erhoben werden sollen. Mit Ausnahme der Einschätzungen hat sich die Kirche nämlich niemals gemeldet. Ich bitte daher meiner Beschwerde stattzugeben, des weiteren mir meine Porto- und anderen Unkosten zu erstatten, sowie insbesondere darum, mich in Zukunft mit der Einschätzung ver- schonen zu wollen." Der gcschäftsführende Ausschuß der Berliner Stadtshnode er- widerte darauf folgendes: „Für dos Steuerjahr 1913 ist unS Khr Ehemann nach Staatssteuersatz 36 M. mit dem Vermerk„Dissident" überwissen worden. Da Ihr Religionsstand nicht besonders angegeben war, so gab eine Auskunft des Königlichen Einwohnermeldeamts, nach welcher Sie dort als evangelisch verzeichnet sind, eine Aktenunter- läge für die Beurteilung Ihres RcligionSstandes. In diesem Stadium wurde ein neueingestcllter, nach kurzer Arbeitszeit aber wieder entlassener Hilfsarbeiter damit betraut, daß etwa aus früheren Jahren für Sie geführte Personen- kontrollblatt zu den Steuerveranlagungsakten für 1913 zu er- mittel» und beizulegen. Dieser Mann versagte bei diesem sehr einfachen Geschäft und eS führte das angebliche Nichtvorhanden- sein des Blattes auf Grund der neuerlichen Meldeamts- a u S k u n f t zu Ihrer ungerechtfertigten Klrchenstcuerveran- lagung. Wir bitten das Versehen des Bureaus zu entschuldigen. Die apf Sie veranlagte Kirchensteuer ist in Abgang gestellt worden. Die Ihnen entstandenen Portokosten erstatten wir durch Bei- fügung von 25 Pf. in Briefmarken. Bezüglich der Zusendung Ihres Veranlagungsschreibens als einfacher, mit einer Fünfpfennigmarke frankierten Brief bleibt zu bemerken, daß wir mit den in Ihrem Schreiben erwähnten Zu- fälligkeiten nicht zu rechnen haben, weil bei einem Verlust der Veranlagungsbcnachrichtigung Beginn und Ablauf der Ein- spruchsirist in Frage kommt." Nachdem die Eheleute in den letzten Jahren mehrfach zu Un- «cht veranlagt waren und jedesmal sich gegen die Zahlung der «mgerechtfertigten Forderung gewendet hatten, hätte man erwarten dürfen, daß die Kirchenbehörde ihre Bücher in Ordnung bringt und den Leuten die Scherereien erspart. Mit Recht ist darauf hingewiesen worden, daß die Einschätzungen nur mit einer Fünf- pfennigmarke frankiert wurden. Derartige Briefe können eventuell verloren gehen, dann hat der Adressat die Scherereien, indem erst nach dem Verbleib des Briefes geforscht wird usw. Da derartige Fälle, wie hier geschildert, zu Dutzenden passieren, wäre denn doch der Kirchengemeinde dringend zu raten, erst auf Grund äußerst sorgfältiger Feststellungen und Recherchen die Einschätzungen vorzunehmen. Die damit zu Unrecht Beglückten haben nur?lerger und Verdruß. Abgesehen hiervon schadet die Kirchenbehörde auch ihrem Ansehen. Parteiangelegenheiten. Gute unö billige Theatervorstellungen. Frau Warrens Gewerbe. Schauspiel in 4 Akten von Bernhard Shaw. Wir empfehlen der Arbeiterschaft nochmals den Besuch des Theaters. Das ausgezeichnete Stück, das die in den gegenwärtigen Gesellschaftszuständen ruhenden Wurzeln der Prostitution bloßlegt, kommt täglich mit gutem Erfolge im Neuen Bolkstheater, Köpenickcr Straße 68, zur Aufführung. Zum Preise von 1,16 M. pro Platz, ein- schließlich der Garderobengebühr und des Zettels sind noch Karten für folgende Vorstellungen zu haben: Sonnabend, de« 14. März, abends 8l/s Uhr. Verkaufs st ellen:„Vorwärts"- Spedition, Peters- burger Platz 4; Restauration Dieseler. Brunnenstraße 145; Zakzewski, Zigarrengeschäft, Hagelbergerstr 53/34. Freitag, den 26. März, abends 8'/, Uhr. Verkaufsstellen: Paul Horsch. Zigarrengeschäft, Engelufer 13; Baumann. Zigarrcngeschätt, Rungcstraße 36; Restauration Diescler, Brunnenstr. 145; ZakzewSki, Zigarren- geschäft, Feldstr. 9. Die Karten für Sonntag, den 15. März. sind ausverkauft. Der Bezirks-Bildnngsansschuß Groß-Berli». Nculöllu. I u g e n d s e k t i o n. Am Sonntag, den 15. März, vormittags 1114 Uhr: Besichtigung des Museums für Völkerkunde, Königgrätzer Straße. Die Teilnehmer treffen sich 1014 Uhr am Hermannplatz(Rollkrug) und 1114 Uhr vor dem Museum. Lichtenberg. 1. und 2. Abteilung. Morgen, Sonntag, abends 6 Uhr im„Logenkasino", Knorrpromenade 2: Lichrbtldervortrag über:„Die EntWickelung der Flugtechnik". Nachdem: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. HeinerSdorf(Bez. Weißensee). Am Sonntag, den 15. März, nachmittags 4�/, Uhr, im Lokale des Herrn Raddatz, TiniuSstr. 60; öffentliche Gemeindewähterversammlung. 1. Warum mutz die Sozialdemokratie im Gemeindeparlament vertreten sein? Referent: Gemeindeverordneler Kurt Fuhrmann-Welßcnsee. 2. Freie Aussprache. Borsigwalde- Wittenau. Sonnlag, den 15. März, vormittags 8 Uhr voll allen Bezirken Flugblaltvcrbreitung. Waiidlitz-Baedors-Klosterfclde. Sonntag, den 15. d. Mts. r.a.t- mittags 4l/3 Uhr. öffemliche Versammlung bei Lassan in Wandli: mir dem Thema:„Die Reaklion in Siaar und Gemeinde". In Schönwalde ist der Zablabend bei Schulz, kür Schön rlinde bei Schieske, Sonnlag nachniulag 4 Uhr. Die Kollegen vom Land- und Gemeindearbeiterverband sind zu den Zusammenkünften ein- geladen. Alt-LandSbrrg und Süd: Sonnlag, den 15. März, Nachmittage 4 Uhr. im Lokal von G. Merlmann: Oeffemliche Versammlima mii dein Thema„Die Justiz im Dienste der Politik". Genossen! Sorgl für regen Besuch._ berliner Nachrichten. Rote Rufschrist unö Raubmoröverfuch. Den Bemühungen der Charlottenburger Kriminalpolizei, die Täter zu ermitteln, die das Kaiser-Friedrich-Denkmal in Charlotten« bürg mit den roten Aufichristen versahen, sind noch ohne Erfolg geblieben. Die Polizei bat zwar einige verdächtige Personen sistiert, sie mußten aber wieder entlassen werden, da ihnen eine Beteiligung an dem Vorfall nicht nachgewiesen werden konnte. Der Polizeipräsident von Chor- lottenburg hat für die Ermittelung des Tälers, der daS Kaiser- Fiiedrich-Dcnkmal mit roten Farb- aukickriften„Rote Woche" ver- ieben hat, eine Belohnung von 1606 Mark ausgesetzt. Der Polizeipräsident von Char- lottenburg hat für die Ermitietung eines Monteurs Heher, der am Montag im Hause Suarezstr. 54 eine Frau mit dem Beile nieder- schlug und eine andere Frau würgte, eine Belohnung von 366 Mark ausgesetzt. Welch unterschiedliche Bewertung zweier Vorfälle! Hier wird ein Denkmal mit roter Farbe verunziert, eine Tat, die von niemand gebilligt werden kann, aber eine Tat, die sich immerhin gegen einen toten Gegenstand richtet. Der Polizei- Präsident setzt 1000 Mark Belohnung auf die Ermittelung des Anbringers der roten Farbinschriften aus. Dort wird eine Frau mit dem Beile niedergeschlagen, eine andere gc- würgt; mit knapper Not entgeht die eine Frau dem Tode. Der Polizeipräsident setzt auf die Ergreifung des Täters 300 Mark ans. Jedem Menschen muß die verschiedenartige Bewertung der beiden Vorfälle aufsallen. Man fragt sich: Gilt das Leben von Menschen weniger als ein toter Gegenstand, und sei es auch ein Denkmal? Warum sind bei früheren Vandalen streichen an Denkmälern nicht auch solch hohe Belohnungen für die Ermittelung der Täter ausgesetzt worden, wie dies jetzt der Charlottenburger Polizeipräsident verspricht? Die Beschädigung dcS Kaiscr-Fricdrich-Tcnkmnls wird voraus sichtlich in eunpen Togen gänzlich beseitigt werden können. Die Inschriften verschwinden langsam durch das von der Hochbau Verwaltung angewendete Verfahren. Man glaubt, daß sämtliche «usichristen in einigen Togen verschwunden sein werden, ohne daß das Denkmal beschädigt rst. Fixe Polizei. Bei der Jagd nach dem Monteur H e y e r, der den Raubüberfall in der Suarezstraße verübt hat, ist der Polizei ein eigenartiges Mißgeschick widerfahren. In einer Schankwirtschafv an der Ecke der Markgrafen- und der Zimmerstraße fiel einem Gast ein herein« kommender Mann aus, den er von Leipzig her zu kennen glaubte. Den Namen wußte er nicht, aber in der Person meinte er einen Mann wiederzuerkennen, mit dem er öfter zusammengetroffen war. Während er ihn beobachtete, schoß es ihm plötzlich durch den Kopf, datz das Aussehen des vermeintlichen Bekannten zu der Beschreibung paßte, die von dem gesuchten Räuber Heyer gegeben worden ist. Rasch, ober möglichst unauffällig verließ der Gast die Schank- Wirtschaft und begab sich nach dem nächstgelegenen, nur etwa zwei Minuten entfernten Polizeibureau 38 in der Schützenstraße. Als er dort um polizeilichen B e i st a n d bot, antwortete ihm ein Kriminalbeamter:„Ja, das i st nicht unser Revier, da müssen Sie nach dem Polizeibureau in der Markgrakenstraße gehen." Also hin nach dem Bureau 39 in der Markgrafenstraße, das von dem Bureau 38 in der Schützenstraße etwa fünf Minuten entfernt ist. Auf Polizeibureau 39 war der Leutnant entsetzt, als er hörte, was jener Beamte auf Polizeibureau 38 antworten zu sollen ge- glaubt hatte. Unverzüglich wies er zwei Kriminalbeamte an, mit nach der Schankwirtschaft zu gehen. Doch als sie dort eintrafen, war es— zu s p ä t I Der Verdächtige hatte kurz vorher das Lokal verlassen und war nun spurlos ver- schwunden. Es kann dahingestellt bleiben, ob er wirklich der gesuchte Räuber war. Die Talsache, daß die Jagd auf den Verdächtigen durch den ablehnenden Bescheid:„Das ist nicht unser Revier!" ver« eitell worden ist, bleibt bestehen. Man lönnte das beinahe amüsant finden, wenn nicht die Angelegenheit so bitterernst wäre. Gegen Anlleber von Plakaten selbst in der Nacht war die Polizei eifriger._ Selbstmord des Räubers aus der Suarezstraste. Ter Monteur Otto Heyer, der den Raubüberfall auf die Frau Wolter in der Suarezstraße zu Charlottenburg begangen hat,»st Donnersiognachmntag, einem Telegramm aus EiSlcben zufolge, im Walde zwischen Klosterode und Emicloh als Leiche aufgefunden worden." Bei der Leiche lag ein Zettel, in dem Hcyer behauplei, nicht der Täter zu sein; er nehme sich aus Furcht vor der UnlersuchungS« hast das Leben. Das hinter dem Flüchtigen erlassene Signalement stimmt mit dem des Selbstmörders überein, so daß wohl kein Zweifel besteht, daß Heyer mit dem Toren identisch ist. Die einzige Abweichung bestehr darin, daß der Verstorbene keinen Spitzbart trug; wie die Leichenschau ergab, hat er sich ihn aber abnehmen lassen. Wenn Heyer in seinem an die Polizei gerichteten Brief bestreitet, der Täler des Charlottenburger Roubübersalles zu sein, so ist dies durch die bisherigen polizeiliche» Ermitlellingen doch b e st i m m t erwiese n. Aus welchem Grunde er seine Täterschaft bestreitet, ist nicht erficht« lich. Die Vergleichung der Handswitflen hat ergeben, daß Hcyer sich vier, wie ja aucki gemeldet, in die Fremdenbücher mit seinem richtigen Aainen eingetragen halte. Nl-n braucht die Polizei den Totschläger nicht mehr zu suchen. „Lehrdamcn verlangt!" Dos(..ichäft des Anlernens von Arbeiterinnen geht auch in der L.'ir i.ion recht floit. Wer m der Tanienkoniestion den Zwischen« :u eist er spielt, kann nebenbei noch durch„Lehrtätigkeit" seilen Profil haben. De« Lernenden wird ein nicht zu knappe» Lehrgeld im voraus abgenommen, wofür man ihnen die nötigsten Handgriffe zeigt. Na» einwöchigec Lehrzeit ist dann die„Aus- bildung" fertig. Dein Lehrenden entstehen Unkosten hauptsächlich durch Ausgaben für Annoncen in der„Morgcnpost", im„Lokalanzcigcr" oder in ähnlichen Blättern, die ei» Tmnmclplap für derartige Geschäftemacher sind. Jede Annonce lockt aber soviel Lcrnlustige an, daß aus dein Lehrgeld das Zehnfache, ja d a S Zwanzigfache der A n n o n c e n g e b ü b r einlommt. DaS Lehrmaterial ist umsonst für die Lernenden wie für die Lehrenden, weil einfach an Sachen, deren Anfertigung der Zwischen« meister für Geschäfte in Auftrag nimmt, gelehrt und gelernt wird. Geschickte Schülerinnen, denen man schon in den ersten Tagen die Sachen anvertrauen kann, ohne eine Materialverpsuschung beiürchten zu müssen, bringen dem Zwischenmeister und „Lehrhcrrn" noch eine willkommene Lohnersparnis. Da« für hoffen sie nachher um so mehr zu verdienen, wenn sie erst ausgelernt haben und ihnen Arbeit gegen Lohn gegeben werden lann. Daß der„Ledrhcrr" die Schülerinnen auch weiter beschäftigt, ist ja die Hqupiiawe für sie; denn zum Spaß lernt doch niemand für teures Geld. Freilich annonciert mancher Meister so beharrlich immer w'.eder nach.Lehrdamen", daß es von vornherein unmöglich scheint, für alle„Ausgclerntcn" die gewünschte Arbeit heran- zuschaffen. Bitter täuscht sich manche.Lehrdame" auch über die Höhe des Lohnes, den sie haben wird. Gewiß, die noch Ungeübten können nicht sogleich aus beste Sachen losgelassen werden, on denen bei entiprechender Leistung befriedigende Löhne zu ver« dienen sind. Aber was für Arbeit manchmal den„Ausgelerntcn" in die Hände gesteckt und welcher Lohn ihnen dafür gezahlt wird, das ist io toll, daß sie batdigst den Staub solcher Lehr« und Arbeits- stätten von de» Füßen schütteln. Wenn sie dann anderswo sich nach Beschäftwung umtun, geben ihnen erst die Augen auf. Jetzt erst sehen sie. wieviel sie noch lernen müssen, um sich ihr Brot verdienen zu können. lieber Enttäuschungen ähnlicher Art berichten»nS Arbeiterinnen, die in der K o st ü in r o ck k o n f e k t i o n von A. K l r ch ni e i e r, Stctliner Straße 19, ihr Lehrgeld gezahlt haben. Durch wieder« holte«Morgenpost"- Annoncen, in denen die Kirchmeieriche Werkstälte nach.Lehrdamen" verlangte, ließen auch sie sich anwerbe». Sie hatten bei Frau Anna Kirchmeier zunächst ein Lehrgeld von 10 Mark abzuladen, wovon in den Annoncen nichts zu lesen stand. Mr die 10 M. konnten sie eine Woche hm- durch, von zwei noch jungen Töchtern der Frau Kirchmeicr geleitet und beaufsichtigt,.Lehrdanie" spielen. Einige brachten iu dieser Zeit nur ein paar Rocke zustande, andere aber arbeiteten schon nach den ersten Tagen so flott, daß der ihnen nicht ausgezahlte Arbeitslohn noch einen ganz hübschen Ausschlag zu dem Lehrgeld darstellte. Nach Beendigung der Lehrzeit begann für sie die Arbeit gegen Lohn. Kostümröcke ließ man sie nähen, die pro Dutzend mit 1,60 Marl oder mit 1,S0 Mark bezahlt wurden. Da gab es Röcke, bei denen zu der Arbeit des Zusammennähens noch die des BesetzenS mit 1—1'/, Dutzend Knöpfen nnd mit einigen Haken und Oefen kam. Ein Lohn von 1,60— 1,80 M. pro Dutzend Röcke, von 12'/, bis 16 Pfennig pro Rock bei solcher Arbeit! Von diesen Löhnen gingen übrigens für Garn und für Haken und Oesen noch Kosten ob, die von den Arbeiterinnen getragen werden nmßten. Lohnbücher, die wir sahen, zeigten kläglich niedrige Einnahmen. Wo sich höhere Einnahmen fanden, da halten bei der Arbeit andere Aamilicnmitg lieber geholfen, so daß der Lohn durch mehrere Personen erarbeitet worden war. In den uns bekannt gewordenen Fällen hat keine der„Ausgelernt«� es lange bei Kirchmeiers anSgehalten, teils wegen der geringen Höhe des Lohnes, teils auch wegen Bemängelung der geleisteten Arbeit. Bei 15 Pf. pro flock verlangen Kirchmeiers, daß die Arbeiterinnen ihnen etwas Ordentliches leisten. Wer nicht Lust hat, in unbezahlter Arbeil die gerügten Mängel zu beseitigen, der wirst die Sachen hin und geht seines Weges. Dann wird Platz für andere, die gleich- falls Lehrgeld gezahlt haben und nun Beschäftigung erwarten. Der Schaden, den diese eigenartigen„Lehrwerkstätten� stiften können, reicht weit hinaus über den Kreis der zunächst beteiligten „Lehrdamen*. Wer sein Geld los geworden ist und Ent- täuschungen heimträgt, ist gewiß zu bedauern und wir verstehen seine Klagen. Aber daS geschäftige Treiben solcher„Lehrmeister* männlichen und weiblichen Geschlechts kann auch für die Arbeiter und Arbeiterinnen ganzer Branchen— wir denken nicht nur an die Konfektion— zu einer schweren Gefahr werden. Mag sein, daß dabei manchem Arbeiter und mancher Arbeiterin, die in ihrer bis herigen Erwerbslätigkeit ihr Forlkommen nicht finden, ein Berufs Wechsel in erwünschter Weise erleichtert wird. Nur wird durch u n aufhörlich fortgesetzte Lnlernung immer neu zu- st rö m ender Arbeitskräfte leicht auch ein Heer von Lohn- d r ü ck e r n gezüchtet, die den tüchtigen Arbeitern und Arbeiterinnen der Branche zum Schaden gereichen. Schon deshalb muß Leuten, die das für sie so einträgliche Geschäft des AnlernenS betreiben, scharf auf die Finger gesehen werden. Aus der Magistratssitzung. Der Magistrat beschloß in der gestrigen Sitzung, die Anzahl der Mitglieder der Armendirektion um zwei zu ver- mehren. Die Stadtverordnelenversammlung hatte die Ber- mehrung um drei Mitglieder beschlossen, die Frauen sein sollen. Der Magistrat stellte ferner die erforderlichen Mittel zur Verfügung, um die Fortführung der Armen- sp e i s u n g bis Ende Marz zu ermöglichen. Tie Rechtsbeständigkeit des alte« Braumalz-Tteuer- Zuschlags der Stadt Berlin. In Rechtsstreitigkeiten der Schultheiß- Brauerei und der Paiz?llhofer-Brauerel gegen den Magistrat von Berlin, welche einzelne Monate an» dem Jahre 1911 betrafen und die Freistellung vom sogenannten Braumalz-Steuerzuschlag er- strebten, handelte eS sich um die Frage der Rechtsbeständigkeit dieses, der Stadt Berlin durch Kabinettsordcr von 1820 zugestandenen Zuschlags. Der Bezirksausschuß hatte die Rechtsbeständigkeit dieses Zuschlags anerkannt und die Schultheiß- Brauerei mit dem Antrage auf Freistellung von etwa 17000 M. und die Patzenhofcr- Brauerei mit ihrem Antrage auf Freistellung von 11670 M.(hier für Monat Juni t911) abgewiesen. Gegen diese Entscheidung legten die beiden Brauereien Revision beim Obervcrwaltungsgericht ein. In der gestrigen Sitzung wies der 7. Senat nach längerer Beratung die Revision der beiden Brauereien mit der Begründung zurück. daß es sich bei dem Braumalzsteuerzuschlag nicht um eine staatliche Steuer, sondern um eine Gemeindeabgabe gehandelt habe, die auch nach Fortfall de? ursprünglichen preußischen Braumalzsteuer rechtsgültig gewesen sei. So interessant für die Parteien und die Kommune die Entscheidungsgründe sein mögen, so müssen wir es uns ver- sagen, an dieser Stelle näher darauf einzugehen. Nach dem neuen Brausteuergesctz darf der Braumalz-Steuerzuschlag vom 1. April 1914 so wie so nicht mehr erhoben werden. Aus diesem Grunde hat die Stadt Berlin bekanntlich im Vorjahr die Biersteuer an Stelle des Braumalz- Steuerzuschlages ein- geführt.__ Scharlach in der Kaserne. In der Garnison Potsdam sind ScharlaSerkrankungen erfolgt. Zu der Annahme, die Schailachfälle könnten auf Ansteckung aus irgendeinem Lokal zurückzuführen fein, wird au» dem Kriegs« Ministerium folgendes berichtet:„Der Potsdamer Garnisonarzt hat sofort bei dem vermehrten Austreten von Scharlacherkrankungen daselbst an die Möglichkeit, daß Lokale, in denen Soldaten der Garnison verkehren, als Infektionsquelle in Betracht kommen könnten gedacht und sich deshalb mir dem Kreisarzt und der Polizei in Ber- bindung gesetzt. In den in Betracht kommenden Lokalen find aber scharlachverdächtige Erkrankungen nach Mitteilung beider Behörden nicht vorgekommen. ES sei jedoch hinzugefügt, daß in letzter Zeil in der Potsdamer Bürgerschaft Scharlachfälle in gehäufter Zahl auf- getreten find.*___ ZfuhrwerkSdiebstähle an der Zentralmarkthalle. In recht erheblichem Maße häufen sich in letzter Zeil wieder die Diebstähl« von Geschäftswagen vor der Zentralmarlthalle am Alexanderplatz. Hauptsächlich find es Fleischerfuhrwerke, auf die cS die Täter abgesehen haben. Meist treiben sie frühmorgens in der Dämmerstunde ihr Unwesen. In besonders dreister Weise ging einer der Diebe zu Werke, der ein dem Wurstfabrikanten Jacob. Weber- straße 12, gehöriges Gefährt im Werte von 2600 M. entführte. Der Kutscher hatte den Wagen kaum verlassen, um Wurstwarcir nach der Markthalle zu tragen, als sich ein stemder Bursche, der den Mitfahrer markierte, auf den Bock schwang, auf die Pferde einschlug und davon- trabte. Obwohl der Kutscher unmittelbar darauf wieder zurückkehlte. war von dem Fuhrwerk nicht mehr die geringste Spur zu ent- decken.__ Scharfe Schüsse auf dem Moabit« Exerzierplatz. In der ver- gangenen Nacht gegen Vfi Uhr bemerkte der Posten, der zum Schutz» de» Fahrzeuglchuppcns an der Lehrter Straße auf dem Moabiter Exerzierplatz aufgestellt ist, wie ein Mann aus einer Tür de« Fahrzeugschupvens herauslief. Der Posten vermutete, daß er von der fremden Person angegriffen werden würde. Er rief daher den Mann borschristSmäßig an, und als dies« auf da« dritte„Halt!* nicht stehen blieb, gab der Posten zwei Schüffe ab. Durch diese Schüsse wurde die naheliegende Arrestwache alarmiert und sie sandte sofort zur Unterstützung des Postens eine Patrouille ab. Der Flüchtige war aber inzwischen verschwunden und die Patrouille konnte trotz längeren Suchens keine weiteren Spuren entdecken. Wie festgestellt worden ist, war die erwähnte Tür des Schuppens vorher verschlossen. Nach dem Porfall wurde sie weit offenstehend gefunden. Der Flüchtling muß die Tür mit einem Nachschlüffel geöffnet haben, denn es zeigten sich keinerlei Spuren von einem gewaltsamen Oeffnen der Tür. Bon einem Kraftomnibus überfahren und getötet wurde gestern nachmittag in der sechsten Stunde daS fünf Jahre alte Söhnchen Otto des Kutschers W o tz n y aus der Pankstraße 55. Der Kleine wollte in der Prinzenallee vor dem Grundstück Nr. 1Ü über den Damm laufen, um sich in einem gegenüberliegenden Konfi- türengeschäft etwa» zu kaufen. Er hatte eS dabei so eilig, daß er blindlings in einen Kraftomnibus der Linie 4 lief, der nach Pan- kow fuhr. Ter Wagenführer riß den AutoomnibuS noch herum, doch packte er noch den Kleinen. Ein Rad ging diesem über den Kopf und tütete ihn auf der Stelle. Die Feuerwehr brachte die Leiche des Knaben nach dem Schauhause. Märcheiworlesuog. Am Sonntag, den 16. März, nachmittags von 4 bis 6 Uhr. wird in der öffentlichen Lesehalle der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur. Rungestraße 25. eine Märchen- vorkesung veranstaltet. Der Eintritt ist frei für Kinder und Eltern. Versammlungen. Zrntralverband der Steinarbeit«. Am Donnerstag fand eine kombinierte Versammlung beider Sektionen statt, welche Stellung zum Verbandslage nahm. Die vom Zentralvorstand, veröffentlichte Vorlage der ErwerbSloienunterstützung wurde eingehend besprochen. Im allgemeinen ging die Ansicht der Versammlung dahin, daß die Einführung der ErwerbSloienimterstützung zu begrfißen fei, die Vorlage aber eine den Verhältnissen der großstädlischen Arbeiter ent- sprechende Verbeffcrung erfahren müsse. Als Kandidaten für die Wahl der VerbandStagSdelegierten wurden Bürger. Winkler und Franke aufgestellt.— Für die am 22. d. MtS. stallfindende Gaukonierenz wurden Leonhardt, Dohmann, Lubenau und Winkl« als Delegierte gewählt. Ueber den Stand der Lohnbewegung teilte W i n k l e r mit, daß die Verhandlungen mit dem Verbände der Steinmetzgeschäfte resultatlos verlaufen sind, daß die Marmorarbeiler mit einzelnen Unternehmern in Verbindung getreten find und das weit«? in ein« am Sonntag stattfindenden Versammlung beschloffen werden soll. Ms aller Welt. Jetzt und einst. Für unsere Militaristen haben Erfindungen nur dann Wert, wenn sie sich in Verbindung mit dem Kriegshandwerk bringen lassen. Jede neue Erfindung wird von ihnen daraufhin geprüft, ob sie einer schnelleren und massenhafteren Vernichtung von Kulturwerten, von Menschenleben dient. Als Flugzeug und Lenkballon ihren Siegeslauf begannen, da jauchzten unsere KricgZfanatiker. Jetzt erst war das Kriegshandwerk ganz auf der Höhe. Der Krieg zu Lande, zu Wasser, unter Wasser und über der Erde bot die Garantie, daß man im Zukunftskriege mit dem Gc- sindel. Menschheit genannt, gründlich aufräumen werde. Die verschiedenen Staaten haben Millionen und Abermillionen für daS jüngste Kind, den Luftmilitarismus, bewilligt, und unausgesetzt versucht man, sich der bewilligten Millionen wert zu erweisen, dem eventuellen Gegner um eine Nasenlänge voraus zu sein. In einen Krieg versetzt konnte man sich denken, wenn man am Frcitagvormittag in der Nähe des Militärübungsplatzcs die Döberitzer Heerstraße entlang kam. Hoch oben in den Lüften knatterte es ununterbrochen.. Bei genauerem Hinsehen bemerkte man, daß das in Johannisthal stationierte Militärluft schiff, mit einem Maschinengewehr und einem Ballongeschütz ausgerüstet. Schießversuche auf ein in den Lüften schwebendes Ziel, ein durch einen Trachenballon mar- kierteS Flugzeug, machte. Aus 1600, 2000 und 2500 Meter Entfernung wurde der 300 Meter hoch in den Lüften schwebende „Feind* bombardiert: die Feststellung der Treffer ergab, daß au» allen drei Entfernungen im Ernstfalle der unglückliche Flieger zur Strecke gebracht worden wäre. Glücklich die Menschen, die das Massenmorden des Zukunfts- krieges nicht erleben. Was an uns Sozialdemokraten liegt, so wollen wir unsere ganze Kraft daransetzen, daß niemals eine Situation entsteht, wo die Felder gedüngt werden mit dem Blute der massenhaft niedergeschossenen Gegner. Wir wollen nach besten Kräften mithelfen, daß die Armee der Friedensfreunde immer gewaltiger anschwillt, daß die Erkenntnis sich immer weiter Bahn bricht, daß der friedliche Wettkampf der höheren Kultur der einzige Kampf sein darf, den spätere Geschlechter auZ- fechten. Die Vorbereitung für diesen Zukunftskampf der Kultur in immer weitere Kreise zu tragen, ist Pflicht aller Ge- nassen. Die Tage der Roten Woche darf kein Friedensfreund un- benutzt vorübergehen lassen, nach besten Kräften für die wahre Kulturpartei, die Sozialdemokratie, zu werben. Orkanverheernngcn an der Küste von Marokko. Ein furchtbares Unwetter hat die marokkanische Mittelmeerküste heimgesucht. Nach einer amtlichen Meldung aus Melilla sind bei dem dort wütenden Orkan im Hasen zwei Fischdampfer, zwei Kriegs- schaluppcn und dreizehn kleine Fischerboote gesunken. Ein Schleppdampfer wurde durch eine Woge gegen die Mole geworfen und zerschellt. Die Mann- schaften der untergegangenen Fahrzeuge sind alle gerettet. Es wird befürchtet, daß der italienische Dampfer„Leo- n a r d o" gänzlich verloren ist. Das Kanonenboot„Jnsanta Isabel" suchte in Chafarinas Schutz. Die Verbindung mit den vorgerückten Militärstationen ist gestört. Die kleine Station Jadument mußte infolge des Unwetters von ihrer Besatzung geräumt werden.— Von einem deutschen Dampfer, der D onncrstagvormittag vor Marchica mit den Wogen kämpfte und aus dem Bereich der Wellenbrecher heraus- zukommen suchte, hat man in Melilla keine weitere Nachricht.__ Zwei Offiziere wegen Meineids bestraft. Vor dem Kriegsgericht in Koblenz hatten sich ein Haupt- mann des Infanterieregiments Nr. 63 und ein Hauptmann des Futzartillerieregstnents Nr. 8 zu verantworten. Sie wurden beschuldigt, in einer Scheidungsklagesache als Zeugen unrichtige Aussagen gemacht zu haben. Die Oeffentlichkeit war während der ganzen Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. Da» Urteil lautete auf je 6 Monate Gefängnis und Dienstentlassung. Einer der Angeklagten erhielt außerdem eine Woche Gefängnis wegen unerlaubter Entfernung. Em Adjutant des Fußartillerieregiments, der einen der Beschuldigten von der ihm drohenden Verhaftung benachrichtigt hatte, wurde zu 14 Tagen Stubenarrest verurteilt._ Akademischer Dünkel. In Wien rebellieren die Studenten der Tierheilkunde. Ihrer 700—800 haben bereits das Tor. zur Aula ihrer Hochschule eingeschlagen, so daß sie schließlich mit Waffengewalt vom Kampf- Platze vertrieben werden mußten. WaS ist loS? Ist etwa die akademische Lehrfreiheit bedroht oder gar einer der Ihrigen wegen sozialdemokratischer Agitation gemaßregelt worden oder sonst ein ideales Gut angegriffen? Gott bewahre! Die Herrchen wollten nur verhindern, daß an„ihrer" Hochschule Vorträge für Hufbeschlagschüler gehalten würden, für Menschen, die— eS ist schrecklich— keine akademische Bildung haben! Bei solchen Eingriffen in Recht und Freiheit, da schreitet der Bierstudent zum äußersten Widerstand. Wien, 13. März. Die Kundgebungen vor der Tierärztlichen Hochschule wurden heute fortgesetzt. Hörer der Hochschule zogen, mehrere hundert Mann stark, gegen daS. Hochschulgebäude und wurden in der Näh« der Hochschule von der Polizei zurückgedrängt. Hierauf eröffnete ein Teil der Studenten ein Stein- bombardement gegen die Hochschule und als die Wache vorging gegen diese. Die Polizei machte vom Säbel Gebrauch, worauf die Umgebung der Hochschule rasch geräumt tlnicde. Wien, 13. März. Wegen der gemeldeten Demonstration an d« Tierärztlichen Hochschule wurde daS Semester auf Anordnung des Kriegsministerium? geschlossen. Kleine Notizen. Kulturarbeit. In Metz wurde am Freitagmorgen d« Berg- mann DerreSbeim hingerichtet. DerreSheim war im Jahre 1912 vom Schwurgericht wegen Morde?, begangen an einem Bergmann nnd einem Polizeidiener, zum Tode verurteilt. Als die�Hinnchtung vorgenommen wurde, ereignete sich«ine schauerliche Siene.-Der Kops hing vornüber noch am Körper, nur die Wirbelsäule war durchgeschlagen. Darauf nahm einer der Henk«srnechte sein Taschenmesser heraus und schnitt d«n Kopf vollends ab. Absturz ins Me«? Der chilenische Leutnant SIexandro B e l l o von der Militärs! legerichule ist von«mim Fluge nicht zurückgekehrt. ES wird vermutet, daß er ins Meer gestürzt und er» trunken ist.__ Eingegangene druckjchristen. Don der„Neuen Zeit« iit loeben das 24. Hest des 32. Jahrgang« erschienen. Ans dem S->baIt de» Helte« beben wir dervori Militär zurück!— Die sfmanjtvifi» it Frankreich. Von Paul Loui« cPari»,.— Die steigende Fleiichkuavvdeit in den Bcreiniatcn Siaaten von Nordamerika. von Albert RuSoij(ftanfas).— Arbeiterwobnunge» und Loziaipottttk. von S. PoznanSti.— Zur kirchenauSiriUsbewegung. von R. Darf kBreslau).— Eine iSoschichtc der deuiswen Schneiderbcipegung. von Paul Umbreit.— Das Kinoproblcm und unsere politischen Gegner. Bon Dr. S. Drucker.(Schlich.). m. Die ,Sciif Zeit" ericheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlungcn. PoilanstaUen und Äotponeure zum Breile von 3.25 M. pro Cuarfal zu beziehen; jedoch tw n die'clbc bei bti Post nur pro Quartal abonniert werden. DaS ewzelne Hest tostet 23 Pf. Freireitgiöir«emeinde. Sonmag. 16. März, vormittag» S Uhr, Pappel-Allee lö/l": Nculölln.„Jd alpastage*! Tegel. Bahnholstr. tS. und Eber-Echoneireide. JUavafir. 2: Freireligiöse Borlesun«.— BormIUag» 11 Ubr. Kleine.flronfwrtcr Strotze 0; Vortrag ron Herrn Dr. H. Hage: Das Zeil der ZiuiUbavlat.-— Rachmillag» 5 Uhr- Stiftuiigsstft tu Kellers Zestl.lle», Kvppenstr. 29.— Damen und Herren al»(Ääste will- kommen."__ Zugenvveranstalrunge». ssrcie Jugendorgouffation Lichterfelde. Senntag. den 15. März: Wanderung nach d.:n i'iü enberg: dort Zusammeiitreffe» mit den Tempel- hoser. Lankwitz«. Steglitzer und Lichtenrade' Kollegen. Tresspunlt'/,? Uhr an der Wielenbaude. Kosten 36 Pt. Keiner vergesse leinen Ablocherl Lankwitz. Soimtap, den 16. März: TagedauSslug nach dem Linden» berg bei Auhnodorf. Tresspunti st,8 Nor am Pellalozsiitist(Müblenst'otze). Um II Ubr: Treben aller Juge dlichen der umll genden Orte am Kiel. Fabrgeld 36 Pj. Rückkehr ca. Uhr abends.— Dienstag, den N. Marz: Mädchenabend bot Frau Modrak. Ebailotlenstraße 47. Ansang K Ubr.— Donnerstag, den 19. März: Lese- und Disluiierabend bei Helzmaim, Moriensir. 7.— So: Mag, den 22. März: UnIerhaUungsabend bei Schulz, Kursürslenslr. 37. Lichtbildervortrag des Kollegen Flieg über:„Eine Ferienreise durch die sächii'ch-döhmtsche Schweiz.- Ansang 6 Ubr. Nachb« Vortrag von Wanderliedern und Rezitationen. Der Eintritt zu dem Licht- bilderoortrag ist koltmloi;«S wn d datier«> wartet, daß sich alle Arbeit«- söhne und-Töchter, sowie deren Eilern dazu einfinden. Böatduicnmslust-Hermsdorf. Sei günstiger Witterung v«anfta!tet der Jugendausschiis; am Sonntag den 13. März, sür die Schuljugend einen Ausslug nach Tegel, Konradshöhe. Trejsmmtt l/.9 Uhr an den Bahnhöfen .Heimsdors ui.d Waidmaniislust. Rege Beleiligting, speziell der jetzt die schule verlassenden Jugend, ist erwünscht. örieftasten öer Redaktion. C. K. 10. Ja.— Paul 07. Die Sachdarstellung reicht nicht au».— («enoffc 10. 1. u. 2. Eine Mitteilungspflicht besteht nicht. 3. Für B«lw Mindeilenssatz 30 M. 4. Nein.— Kamo 07. 1. Ja. 2. Rein.— — H. D. 54. t. Wenn die Seichästtgung auf weniger als ewe Woche ent« weder nach der Natur der Sache deichränlt oder vereinbart ist. 2. Nach dem Verdienst.— Th. 5. 1. Ja. Im Slreitsall müßten Sie jedoch nachweisen. dab die 20 Beilraaswachen innerhalb der 2 Jahre gelelftel sind. 2.»lasse 6 6 und 4 48 Pfennig, Klasse 3 4001, Klasse 2 82 Pfennig.—«. R.««. New. — S. T. 01. Nicht zu enträtseln.— stz. IS. l. iL 2. Wandergewerbeschew, den da» Berliner Polizeipräsidium ausstellt. Autzerdem Genehmigung der OrtSpoiizeibedörde. Die Höhe der Kosten erfahren Sie dopt.— H. R. ItiS. Daaeaen läßt sich nichts unternehmen, da der Nachweis, daß der Lehrer willlürlich gebändelt bat, nicht zu führen fein wird.— H.«. Bestimmte tage fstarttpretie von Perlin am 13. März 1014. nach Ermuieumgen gl. Polizeipräfidiums. Mais(mixed), gute Sorte 0,00—0,00, Donau 00,00—00.00. Mais«runder), gute Sorte 14.70—15,00, Richtftroh 0,00. Heu 0,00— 0,00. Marttbailenvretf«. 100 Ktlogr. Erbien. gelb», zum Kochen gz.OO—SO.OO. Sveiseboimen. weise 35,00—60.00. Linien 40.00—30,00. Karlofiein Membdi.» 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1,60—2,40. Rindfleisch, Lauch fleisch 1,30— IVO. Schweinefleisch 1,40—2,00. Kalbfleiich 1,40—2.40. Hammelfleisch 1,50— 2,40, Butler 2,40—3,00. 60 Stück Ein 3,60—6,00. 1 Kilogramm Karoten ILO— 2.40. Aale 160—3,40. Zander 1,40—3,20. Hechle 1.40—2,80. Barsche 1,00—2,20. Schleie 1,60-8,20. Bleie 0.80-1.60. 60 Stück Krebse 3,50-34,00. LStneruiigOnderflchi vo« 13. März 1914. Swinemde. 763 NNW Hainburg 764N BeÄtn 762 N Franks. a.M 767]®® München:770jSffi Dien 17641® Bbaib bd. bedeck! Zhedecki 1 Dunst Iwolkig | 5sw olkig Haoaranda7S0W PelersburgflgO NNO Sall»>759!® SB Werdern Pari» 759;®S 767® ÄwvMg 1 Schnee 5- bedeckt 1, bester 2 bedeckt -10 Wetterprognose für Souuabend. den 14. März 1914. Zunächst etwas nebelig, nachher ziemlich heiter, nacht» sehr kühl, am Tage wärmer, bei mäßigen östlichen Winden; nachher wird« zunehmende Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureao. cheint S m«l ftchcntiieh« j Bea:ugsqiMeglen«Vei*a:eSchnSs«{ Untenstehende Gesr.häfta empfehlen Bloh b.Eioküif. MMU in-Uerlctiiedenes ürnnow'iKaffce-Vcrtd.[Irwin em.74 5> Uicnh UndsnEtr. 165 Iii lliuuil Sptek- GndSiVmknulirn!. Franz Abraham eucb.Ueuica-a.E5a*rtrank-K*Q. O.IS Buitlitf. 8s, Fernsp. Kgst. 18708 iarteiter-BerütsHieiflüng ...............— Reiner, Otto, GerlchtrtrsBe SO. PnrtlewarcnB., Tegel, Bm»*»».« F. ZUlat, Waldemare tr.«4a �mo-FaMcume Centr. Aato Techolkuni Norde i'riizen-Allee 42 43 Chutfatnakel« Tages- und Abesd-Korrat Eiatnll jttjrttil. fraarrtu tratta »äGHsr- d. conditoreien C. Ranne, Liebigatr. 1. Karl Mi iä wAm». Max Kühl, Triftfitr. 9 Felln Kxnaet, Dinenst». L Bäckerei Künscher Kastanien- Allee 67 agfeafle-finltanen Arkona-Bad, Anklsner-Str.»4, UAiMnHtm�sr». SRtfarfl Landsfacrgerttr. IDT K>UU Oollnowstr. 41. mm AnsefÄ?,.». Bad Fraakfort, Or.Frkft.8tr. IM. Ueiaraat ümtl. Krankonkaaaau Bad Hntelend, Ilufelandjtr. 4t. KaJa«r-Friedrtcka-Bad.Cksrl.s.(k. Kuc-Bad Treptow, Bouch�str. 18 llBfellffllÄ'ÄftlA Natlonal-Bad, Bruanenstr. 9. Bad Ostend 1 Original Lohtanaln-Bad' Wsllair. 70 71 früh. MSneal 3mtl. Bäder,»och. I. Krankenk. Passage- Bad ÄU,Ä!" Soform-Bad, Wiener Str. u. Sefortn-Bad WelBcnse«, LeblrntlOt MMWMM.Mz. �siiesia rtfh?a»i«Th"tT»T Mscl-sgm, Sünuniws�n H. Bänke, Stralauer Str. 5«. Berkhol*, Köpenickoretr. 70, A. B. Lange, Bruanenstr. 169 Liepe, Sebflneberg, GnMvsIlitt.M. Mever, F., SkUi., Berlin eretr.49—M iL Neasch, Breiteet. 24, Spandau. Jf. Cb. Pollmann, liiUaiuitr. 60. M. Spranger, Reinletend, Str. 11. IpacHer- n. HÖnäüHieiT (XAdameck, Nklln., Jonasatr. t!) A.Albat,Markt«t.!2 n.Kellicletitri Albrecfat, E_ Fnicbtstr. 29. Laudbrotbteker. Herrn Albretbt F. Anderelb, Zionskircbatr. 17. R. Anderson, Tbflrlngerstr. It Aemua, Wilb., Itcttraaalarew. 11. K. Aast, Drontbeimer Str. 40. Wllh. Bagge. Wiclefstr. 60.«. winy B»r, Stromstr. 48. Paul Berger, Mirbmchetr.» F. Beyer, Franaeckyatr. 46. Joeef Brefka, Klrchbofetr, 49/47 «.»MMmMZZ. Otto BUIepp, KuUiiti-lIlH 11 1»» Ralnh. Blanklo, Wieeemtr. Ita, R. Block, Seraueretr. 18. Alv. B.amer, Romlntenaretr. 40 Brotfabrik Heineradorfer Mfihle PenlBotbnlg.l'tiktv, GOreclietr.il Rudolf BrechIln,OeKerEt. I kklli. P. Breitkopf, f�tereleretr. 19a. Waldemar Brote, Drieeeneret.S Hermann Bufl, Grünauarstr. 11 Ernst Baller, BrUeaelorstr. 48. 86. Burgkard t, Waldamarelr. 75. Ouat. BObni, Gubeaeratr. 29 O. Büchner, Rordheu»eneretr.89 Alb. vedtwlg, Kameruners tr. 19. Davide Lantib[et.Kiil«rcucrfetIj.r 19 rall>*4»s»tT.44.Watotai-, E.EUaab« kit Ew. Lleaegang, Danilreratr. 48 Adolf l.lnde, lichtiibj.,Wuli(lmitr.76 Carl Lindenberg, Lyckttrntr. 4. H. LObe, Seimekfod.-Oäl, haatkutr.li Frla Langu la, Hohonlohestr. 3. W.Luzemann,0.,GabrielMaxit.8 W, Megow, Licbtenbg., GarUirit 6 II Markgrat, Cbarl.,Ooetheetr.49. R. Markworth, Pflflgerstr. 11. R.Masrhler. UektMOrr«. Odmlr 17> AntonMelyBar,Lat!d§bergerst.l7 Alfred Mehner, Fuldaatr. 66,9 Mfiblsteff, Spandau, EuntrckiU. 5. G. Mosiec, Weifienburgerstr. 42 E. Muhle, Uauteuffelatr. 87 Max Math, Falkenstelnatr. 87 Carl Neuendorff, Sickingeratr. 79 Wilhelm Ntklau, Mol plaquetst. 9. Gustav Nielsen, Lindaweretr. 9 ' F. Nttecbke, Cadineratr, 4. Paul Otto, Danrigerstr. 81 ; RobertP5tachke,Sprongclstr.4iS. ! J H.fipp.Aaitniealr.lOl, HeinckMi-Uit Herin.Ptager,Gr.Frankfurter6tA Fr.Prlbyl, Oanabrückcratr. 26. Richard Raaecb, WeicbselBtr. 64 FriöRltbtet jr.,Uebcnwalder8t.lS kon Diorinl Rekordbrotbadtercl nüll. rliCUul ScbulzendorferBt.ts. G.Bi4. tonam LlBliina,s"r','°gr"' Zu fordern in allen Geschäftan Rathaus Drofferiö,rMko*,Br»llMi. W. Rauhut, Gericlitsstr. 64. Schivelb€lncr-Dro«rlc,SckiTiIb.fltlMflIIeret.40b,B.8eaet. F.Schnbelt.TelgbktO, E.|rhr,i»tntr. 6. MM ÄÄ» Panl Oelly, MarkuBBtraSe 16. Albert Denkewlh. Jtiltuklilr. 14 Dctllwa, Ferdinand Torollstr. 4 Otto Donath, Stolpieebaetr. 22 K. Donner, Dunokerstr. 78. Rnd.Dnzidter, Pankow, HikleuLIl Fritz Elchler, Bastlanatr. 19. W, Ernat, Pückleratr. 42. Frans Fanlwettar, Hiiit«eg»Iiti.tT. Carl Feist, Fried» netr. 101. Paul Freitag, Stuttgarterstr. 18. E. Freyer,BIiBeoitr. 7t, E. ItTkiiitr. R.Friedrich, Msrienburgeratr. 88. Heinrich Frisier, l'ukwv.Florasl 60 Hob. Gebler, Wildenbrucbetr. 68. F. George, Vllktlnikmienlr. 28. FrlB Glanner, Chausseestr. 80. Gumeior, K. i'cs. nerBtr. 19. Wilh. Godt, Emdenoratr. 99. B. Goasior, Treptow, Orätzatr, 9» O.OBrlj, V.'l»ic«i:r.3 1, kr» griu tzka. Oro9c-lfiK>deRe!riclcendorferst,9ä ÖroO-Räckerel„Berollna- L West. PaulGrlsard, Pankow, Flortstr.lO. Faul Glrlner, Troskowstr. 44 A. OBnther, Gr Frankfu rterst. 76 E.UaaLt.VertrAf.Uckce hsrit r tirgent.7 KarlHeiuenrelch.Kün olieiierti44 Karl Hennig, Sieinmatzstr. 74 Oast.Hclntschel,i(iTelkertw u.M. C. Henning, Scbmidtstr.(a Job. Hildenrendt, Rykeatr. 81 PJHnsgen, Herf jrlk-.S.Llckiiusdint. L, Ible, Geriobtastr. 63. Max Jacob, PtlBgeratr. 70-1. Bernb Jahn. Residenzst. 76, T.682 Reinickendorf, Haueerttr. 2. Rolnhold Sperling, Jafanstr. 19. E Spleft«tö8cr,CharTottb.,Kantit.83 Otto Stieler, Warschenerst*. 6». F. Syfusdc, ScbSnh. Allee 180 Georg Tank. ChHntbnrf erstr. 80 Carl Tlnlgos, Wildenowstr. 17 Carl Tenaert. Sehleaisqheatr. 19. E.Tessmer E«iii6«iutt.l3l,8ciilcktii. Emil Thomas, Voigts». 17 R Tlttol, Nklln., SaTcbowers».28 Johann Troffer, Aiiees». 49 TamKne, Filialen In allen I uroan Stadtteilen. F. Tzschctxsch, W rangelst. 46 A L'akrodt,.Nklln., Wetorstr. 47, Otto Wagnitz, Müllerdtr. 29 Lorfwpalter.MeMslf. II C.Wackerbagen.r>ak.Er«liBHtr.tl Kax Walter, Seooetianstr. 92 E. Webet, IrtTiauLIO, Ueulcktud.-O. Karl Weinbolz, Kameruners». 57 V.WeIlaiii.Ki>i>ercikcekit.>7 ArthurWesser, Sckillerprsaeasdelil Clemens Welse, Jabloaakiktr. 1 Otto Winklet, Nennyns». 73. Fr. Wittig, NordbsuBeneretr. 23. O. Wolschendorf, WcLtmtrilr. 21. Otto Wowetiers, Oldenburgstr. 8 Zachau, Gr.-Licbterl.,CIitigiMiL85s Paul Zaslrow, Stroms». 38. H.Zeese, ImmanuelkirebsU. 29 J.Zinüter, Lscbwg., BeIiri»gB».9. Zühlke, Olatzercttr.7. GUrteTat.93a Iu."8 F2Ü "i aiwadepjjaiij�� Otto Reinze, BnitotrJ. A. Migge, Buidtaulr. III. IUi»lek«e9»Tf A 40 Filialen in Berlin and Vororte« � August Holtz liehe u. Conlerueo Ifoffmann, Cottb.ßt.i 7. licrfw.lt>»» Befl.a..|«rir»tr.iX»iniii»n,Gerii;liUil,}5 J. Llszczlnskl, Gcrichutr. 80. KaiFBCSlÄr�neenO F. Hertzog, Kottbuaeratr. 7. OliBlIüfflit Bec' Cbrlstinenst.tl . lllUBlbll Pankow, He rlis.Ht. 18 llilil«.K«ialck«ai»rf-V.äag..Vikl..AU.85 W. Pade, Reinickendorfers». 119 H. Petermeier, Stroliticrs». S. Thtod.r>ceathl£C,E.lbapij;.,Gr.B.-ä!l'» A.Sprinkmann,0lick»ats.g>ikacMt.47 ReieüCMi'ngsfleBenftanfle y fo n�QEN 22 Vai'lf Hfaatelleii 22 Hnbcrtu», llntterhdlg. Strnuaaberg. Herrn. Hanert, Culmatr. 29 A.UepoId.Antonstr.l.Hilehhdlg. KUPüePBien. iMcircreien OrotTbampfwEachereT „Sprcenlxa" Berlin SO., Förster»». M Tadtllatt Wäteaal Bllllgat» frei»»! r mm « 4S figm Detailgiickift» O. Naef© 1 FArbercl u. ehe«. WUehcrtl j f. Herren- u Dtraenfferdnr* Lftden In allen Stadtteilen ; Berlin, Ripdorf, Schöne ber�i M ÜMMWII-I Berlin C. 34, Eoeenthalem, 40 I Kosmaila, E., 48Ä* Faul seinüte Kerlin 8.69. T.AratMoritzpl.dleO Dlrekterlmport. Lieferant viel. Kooaum-Vereine. Vtrl.Si» Olftrlt. Schröter, R. EL 43 PtrkautBSlflltn 48 EL yieiich- u. umrinuaraB St.Aost, äleitndrliea., E-ÜBiiariatsU. A. Bentele, Thaer«». 91. Rieh. Reust, Kastanien-Allee 109. X. Blskupskl, Pflugs». 17 Fr.Brauer, Neukölln, Wolter»».«« Willy Dorfmaoa, Wiener»». 92. Tblla Dorgerlob, Ltthauers», II Gust. Ehrenberg, Rrtidiikirgitr.lt August Fenget, Qrflnanercitr. 9 FlelKc$i-V«r)iaufa-Hall* _ R. Winter, Gotbeoiusi-» 12 O Friedrich, Melchlorstr. 27 Paul Frlcdridis, Stepbans». 44 FritscfaUfid«l>gäll«fl»8E.l).Kr»»»«a1.l ousiscUüiizessöHn tl. SlMSOlll-" Efergroßhdlg. ljhly& Wolfram Batlner, A, Danzlgerstr. 99. gfrineaern, Bsttsn .HoI1l,Braun»bergerstr.4ttUI|f. W. Liebreich, JtbTc ilonskis». 4. lumen und Kranze 0. Daraerlos, Maxstr. 180. Drescher]r., Landsbergers Jul. Oroüer, iknkow, Floruu.84 Paul Jarranch, Sprengelatr. 88 Jendreyko, Immanuelkirchs». 10 Fr. Jendreyke, Ohms». 9. 0. Jesko, Libauerstr. 1 B. Kanthak, Lichtenberger»». 11 Georg Kappe, WilktlmtkiTtattatt. I. A. Reib, KOBtocker-j». 81. F.Wesewetter.Seilcalkalaarah. II. R.Klinke, WeiDens., Labderat.120. J.Kluch, Reaidenzai.155, Ratiiekini *. Kleiner, Schals». 108 WMMei Max Kniff»rt, Lan* | Faul Koehn 1 Izidilltf, 48 Knittert, Landab. Allee 29 Friedrich Knop, Bodes». 82 PaulKbbernI(k,WUi.Stolaes».t5 A-Kosmebl, Nklln ,Doii«ua»xa-68 Albert Kraiuarecit, idalUrltl.(6. A. Kosubeck, Sparra», 4 Jose» Krell, Weaers». 17» Alb. Rratky. Cadineratr. 19. Uadhr.-Bick.Ktidiar.Saalei».:« Drescher Jr., Landsberger»». 116 M. Klinkow, Triftatr. 69 Hansel. Neukölln, Bergstr.llO/Ill i.Kitlib, Svlsn» tltrabl.&aiaitksal'W A-Schnelder, Beding., EtjmcbFi.gs. lomaazcwski, Vtiltii..Llekt(aIgft.I2. R.Wagner, ftiicov.Wollsnkstr.lU Vf. 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ES folgt die die Duellivterpellation ües Zentrums. Eingehen auf den Fall in Metz, fragt die Nach kurzem Jnterpellats-Sn:. „Hältz der Reichskanzler die Behandlung des Falles durch den Ehrenrai mit Gesetz und Recht für vereinbar? Welche Maßnahmen gedenkt der Reichslanzler zu ergreifen, um bcm Zweikampf im Heere wirksam entgegenzutretend" Zur Begründung erhält das Wort Abg. Gröber(Z.): Anlaß � zu dem Duell gaben Beziebungen des Leutnants La Valette zu der Frau des getöteten Leutnants H a a g e. Auf die Einzelheiten, die in der RriegsgerichtSverhandluna klarzustellen sein werden, kommt es hier nicht an. Jedenfalls hat Leutnant Haage sich schwer verletzt gefühlt und hat seinen Gegner unter den schwersten Bedingungen zum Duell gefordert. Der Ehrenrat hat nach stunden- langer Verhandlung sich außerstande erklärt, zu vermitteln, hat ein ehrengerichtliches Verfahren für notwendig erklärt und die Duell- bedingungen etwas gemildert. Dem Duell, bei dem Leutnant Haage fiel, wohnte ein Vertreter des Ehrenrats bei. Für den Reichstag fragt es sich, ob der Regimentskommandeur und der Ehrenrat ihre Schuldigkeir getan haben. Eine Zivilbehörde, die von einem beabsichtigten Verbrechen erfährt,.hat die Pflicht, alles zu tun, es zu verhindern. Dieselbe Pflicht liegt den Militär- behörden ob. �Lebhafte Zustimmung im Zentrum und links.) Ich frage den Kriegsministcr, was der zuständige Kommandeur und der Ehrenrat getan haben, um das Verbrechen, das ihnen amtlich zur Kenntnis kam, zu verhindern. Ferner frage ich, welche Ermittelungen hat der Kommandeur durch den Ehrenrat anstellen lassen. sind Zeugen vernommen über die Vorgänge. sind die beiden Gegner einander gegenübergestellt, was ist zur Auf- klärung des Sachverhalts geschehen? Und war eS wirklich notwendig, daß das Duell in so überstürzter Eile vor sich ging? Hätte das ehrengerichtliche Verfahren zur Entfernung des Leutnants La Valette aus demHbere geführt, so wäre das ganze Duell über- flüssig geworden. Es hat gar keinen Sinn, erst ein Duell statt- finden zu lassen und dann feltzusicllcn, daß der eine Duellant wegen ehrloser Handlimgen aus dem Offizierkorps auszu- (schließen ist. Das ist ein Unsinn, auch vom Standpunkt ?cS Offizierkorps.»Wehr, richtig!) Der Kommandeur ist in de� Lage, das Duell mindestens bis zum Spruch' des Ehren- gerians auszuschieben. Hat er und der Ehrenral diese Aufforderung an die Duellanten gerichtet, und wenn nicht, waruin ist sie unter- bliebcit? Ist die Slclluug des EbreiirateS überhaupt gesetzlich begründet? Kommt er zur Anschauung, die Angelegenheit sei »ungeeignet zum Ausgleich", so bat er den Zweilampf zuzulassen. »Iso eine ungesetzliche Handlung, ja noch der Kabinettsordre hat er dabei inilzuwirken, indem ein Vertreter des Ehrenrates dem Duell als Zeuge beizuwohnen hat.»in darauf zu achten, daß die Slandessitte gewahrt wird, also gewissermaßen als Ducllpräsidcnt. In einer Schrift eines aktiven Obersten über die Stellung des Ebren- rateS ist mit aller wünschenswerten Lffciiheit ausgesprochen, daß der Ehrcnrat bei den Bedingungen des Zweikampfes sehr entscheidend mit- zusprechen, daß er unter Umständen die Fortsetzung des Kampfes zu oeibieten hat, ein Befehl, dem unbedingt Folge zu leisten ist. Wenn eine sichtbare Schonung des Gegners vorkommt, hat der Vertreter des Ehrenrals einzuschreiten und den Betreffenden zu verwarnen; schießt er gleichwohl weiter ohne zu zielen, so ist das der Verweige- rung der Genugtuung gleich zu achten. Also Schonung des Gegners ist ehrlos. sHört! hört!) Der Ort des Duells ist ge- heim zu ballen; kommi trotzdem Polizei auf den Kampsplatz, so hat der Vertreter des Ehrenrats dem Polizeibeamten mitzuteilen, daß das Duell dienstlich gemeldet ist(Heiterkeit), daß eS also berechtigt ist. Das Duell ist also eine ganz offizielle Einrichtung »es Osfisierskorps. Dieser Schrift gegenüber hilft alles Ableugnen aichts. Diese Mitwirkung des EhrcnratS bei der Vorbereitung und Ausführung deS Duells ist gesetzwidrig und strafbar; aber man hat Noch nie gehört, daß ein Mitglied eines militärischen Ehrenrats wegen Beihilfe zu», Zweikampf unter Anklage gestellt worden sei. Bei zivilen Ebrengerichten hat das Reichsgericht klar ausgesprochen, daß eine solche Mitwirkung gegen daS Gesetz verstößt. Dasselbe ist bei den militärischen Ehrengerichte» der Fall, und keine Kabinettsorder kann ihnen eine Rechrsgülligkeit geben entgegen dem Gesetz.(Lebhafter Beifall.) z 8 des ReichSmililärgeietzes, auf das die KabinettSorder sich stützt, auf die man sich beruft, spricht von der Disziplinarbefugnis des Kaisers, aber selbstverständlich kann der Kaiser nicht Be- stimmungen erlassen gegen das Gesetz.(Lebhaftes Sehr richtig!) Damit komme ich zu der Frage, welche Bedeutung das Duell im Osfizierkorps für die gesamte Siaatsordnung hat, und zu der Frage an den Reichskanzler. was er zur Ü n t e r d r ü ck u n g des Duells getan bat und zu lungedenkt. Das Duell ist gegen GolteS Gebot, und Goiles Gebot gilt auch für das Miliiär, nicht nur für das Zivit, es gilt für alle, für hoch und niedrig, für Kaiser, König und Volk.(Lebhaftes Sehr richtig!) Wiederholt hat der Reichstag sich gegen das Duell ausgesprochen; als Antwort hat der Bundes- rat einfach die uns ollen bekannte Kabinetlsorder abgedruckt. (Heiterkeit.) In der Duellkommiision ist beichloisen worden, daß in Fällen frevelhafter Herausforderung nicht Festungsstrafe, sondern Gefängnis am Platze sei, und einmütig in der Reichstag diesem Beschluß beigetrelen. Dadurch wird der Mylyu? beseitigt, als ob das Duell in ollen Fällen elwaS Besonderes und zu Privilezierendes sei. Gewiß kommen auch Fälle schwerer Beleidigung vor. aber es kommen auch Fälle von Roheit und Gemeinheit niedrig st er Sorte vor. die sich unier der Form des Duells zu decken suchen und wo irgend welche Schonung nicht am Platze ist. Ein Ehrenmann bat eS nicht nötig, einem Rohling gegenüberzulrelen und dem Gelegenheit zu geben, ihn niederzuichießen oder zu schlagen.(Sehr richtig!) In Köln hat ein Stabsarzt einen 74 jährigen Mann gefordert. Man weiß nicht, ivll man die Lächerlichkeit oder die verbrecherische Gesinnung mehr hervorheben. Ein Institut, das zu solchen Konsequenzen führt, muß schleunigst abgeschafft werden.(Sehr richtig!) Auch die B u n d e s f ü r st e n sind mit verantwortlich für das Fort- bestehen, des Ducllunwetens, namentlich diejenigen, die eigene femtingent« haben. Jedes Duell bedeutet eine schwere I Mißachtung der öffentlichen Rechtsordnung.(Sehr richtig!) Nicht auf die Zahl der Fälle komnit es an, jeder einzelne Fall wirkt so zerstörend wie eine Reblaus, die man in einen Weinberg setzt. Das Beispiel Englands zeigt, daß man ohne die offizielle Einrichtung des Duells auskommen kann.(Sehr richtig!) Wir richten an den Bundesrat, die Bundesfürsten den Appell, gemeinsam mir dem Reichstag für die endliche Beseitigung des Duells zu wirken.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Preußischer Kriegsminister V. Falkcnhayn: Die von den Interpellanten gestellte Frage, ob es dem Reichs- kanzler bekannt sei, daß es in Metz zwischen den Offizieren L a Valette und Haage wegen schwerer Verletzung der Familien- ehre des einen durch den anderen zu einem Zweikampf gekommen ist, muß leider bejaht werden. Ein näheres Eingehen auf die Vorgänge, die die Ursache zu dem Duell hergaben, bitte, ich mir init Rücksicht auf die Familien der Beteiligten hier in der Oeffentlich- lichkeit ersparen zu wollen(Sehr richtig! rechts), um so mehr, als das Gericht noch nicht gesprochen hat. DaS aber darf ich wohl heute schon aussprechen, daß dieser eben gekennzeichnete Tatbestand durch die Aussagen der Beteiligten vollständig aufgeklärt ist. Die Annahme der Interpellation, daß das Duell unter Be- dingungen stattgefunden habe, die aus eine Tötung des Gegners geradezu abzielten, hat der Vorredner ja schon dadurch widerlegt, daß er die wesentlich gemilderten Bedingungen anftihrte, unler denen daS Duell wirklich ausgeführt wurde. Ich muß zugeben, daß auch unter diesen geschilderten Bedingungen ein unglücklicher Ausgang deS Duells, wie das die Ereignisse in traurigster Weise bestätigt haben, immerhin möglich war. Auf eine verspätete Anzeige hin hat sich tatsächlich der Ehrenrat nach Lage der Dinge außer stände gesehen, einen Ausgleich vorzuschlagen und hat erklärt, daß ein ehrengerichtliches Verfahren erforderlich sei. Darauf hat der Beleidigte nicht eingehen zu können geglaubt. Ick muß aber bestreiten, daß durch die eben erwähnte Erklärung des Ehrenrates der Zweikampf veranlaßt worden ist. Ferner betone ich, daß den bestehenden Bestimmungen des Ehren- ratS vielfach andere Bedeutung beigelegt wird, als.sie besitzen. Man glaubt, sie bedeuten einen unbedingten Duellzwang. Das ist aber keineswegs der Fall. Kein Ehrengericht darf heule einem Offizier Vorwürfe machen, der den ehrengerichtlichen Spruch, wie er nach der Erklärung des Ehrenrats erforderlich ist, abwartet. Und daß es. nachdem der ehrengerichtliche Spruch abgewartet war, noch zu einem Duell gekommen wäre, ist mir wenigstens seit langen Jahren nicht in einem einzigen Fall bekannt geworden. Nach den Allerhöchsten Vorschriften hat der Ehrenrat ebenso wenig die Macht und Befugnis, ein Duell zu veranlassen, wie ein Duell zu Verbindern, das die Beteiligten unbedingt wollen. Es muß mit allen Mitteln auf einen Ausgleich bei Ehrenhändeln hinwirken. Gelingt das nicht, so wird er die Beteiligten auf die schweren Folgen, die es für sie haben kann, wenn sie von den Bestimmungen der Allerhöchsten Vorschriften abweichen, hinweisen. Weiter geht seine Befugnis nicht, denn schließlich ist jedermann und jeder O s s i z i e r selbst und allein der Hüter der eigenen Ehre. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Auch der Soldat!) Gewiß, hier handelt eS sich aber um Osfiziersangelegenheiten. Danach kann ich behaupten, daß die Behandlung des vorliegenden Falles durch den Ehrenrat nicht wider Gesetz und Recht verstößt. Zu der Frage, welche Maßnahmen der Reichskanzler zu ergreifen gedenkt, um dem Duell entgegenzutreten/ ist zu bemerken, daß das Duell durchaus nicht nur sich auf Heer und Marine beschränkt. Ihm im allgemeinen entgegenzutreten, ist nur auf gesetzgeberischem Wege denkbar.(Abg. Erzberger: Eine KabineitSorder würde alles erreichen.) Sie werden mir recht geben, daß gegenüber dem Duell im ganzen Volke nur gesetzgeberische MaßnahnienAbhilte schaffen können. Inwiefern solche gesetzlichen Maßnahmen nützlich und möglich sein würden, wurde bei Gelegenheit der Vorberalung des neuen Straf- gesevbuckies mir Ernst geprüft. Auch hat sich ja die Duellkommission des Reichstags sehr eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Die derartigen Bemühungen etwa zu verdankenden Gesetze werden, wie der Reichskanzler vertraut, auch Heer und Marine zugute kommen. Unabhängig davon sind alle maßgebenden Stellen des Heeres un- ablässig bemüht, auf erzieherischem Wege Besserung in der er« wähnten Hinsicht zu erreichen. Im Jahre 1913 sind in dem ganzen deutschen Heere einschließlich sämtlicher Offi ziere des Beurlaubtenstandes sechzehn Duellfälle vor- gekommen.(Hört! hört!> Da sick diese Zahl auf mehr als 75 000 Offiziere verteilt, ist sie an sich gewiß gering, und sie zeigt die Haltlosigkeit aller Behauptungen von einer im Heere herrschenden Duellwur im grellen Lichte.(Sehr richtig l rechts.) Es wäre ver- fehlt, das Heil in besonderen militärischen Duellverbolen zu suchen. (Hört! hört I im Zentrum.) Schon heute weiß der Fordernde ganz genau, daß er wider göttliches und menschliches Recht verstößt.(Lebhaftes Hört! hört! im Zentrum und links. Zurufe: Na also!) Wenn er dennoch sich zu dem Duell entschließt, so tut er es, weil er im Rahmen der nun einmal bestehenden Ebranschauungen seines Lebenskreises keinen besseren Ausweg mehr findet.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Daß wir auf dem Wege der Ver größerung seiner Gewissens- und Seelenqualen durch ein militärisches Verbot zu besseren Zuständen kommen würden, will mir wenigstens nicht einleucklen.(Sehr richtig! rechts.) Die nächste sichere Folge eines solchen Verbots wäre die Zu nähme der Fälle ungeregelter Selbsthilfe oder des Prügelkomments und im Heere wäre'es das Wiederauftreten solcher Fälle, denn sie kommen ja jetzt kaum vor. Es ist der Standessitte zum Verdienst anzurechnen, daß sie auch in dem traurigen Falle Metz das meiner Ueberzeugung nach Schlimmere, die ungeregelte Selbsthilfe, verhütet hat.(Unruhe im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Die; e Ansicht wird frei lich nicht überall geteilt.(Sehr richtig! im Zentrum und b. d. Soz.). In diesen Dingen handelt es sich nicht um die Frage: Was ist gut oder schlecht? sondern: Wo ist das geringere Uebel?(Sehr richlig! rechts.) Nur unter diesem Gesichlspunkle sind die im Ossizier stand geltenden Anschauungen und Vorschriften zu verstehen. Die zweite sichere Folge eines rein militärischen DuellverboleS wäre bei den nun einmal noch, auch in bürgerlichen Kreisen, bestehenden An schauungen die Uebertrciung des Verbots. Schon heute ist es jedem Oifizier klar, daß jemand, der einen anderen frevelhaft beleidigt, nicht im Heere geduldet wird. Dem unglücklichen Offizier in Metz war geraten worden, den Ausgang des ehrengerichtlichen Verfahrens abzuwarten. Warum hat er trotzdem den nach seiner Ansicht frevelhaften Beleidiger gefordert? Man wird mir vielleicht ant Worten, weil ein Duellzwang besteht, das heißt wohl, weil der Beleidigte fürchten mußte, durch den Ehrenrat zur Verant- Wartung gezogen zu werden, wenn er nicht sofort zur Voll- ziehung des Duells schritt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemo- kraten.) Vor einer halben Stunde hätten Sie sehr richlig sagen können, nach allem aber, was ich vorhin gesagt habe, sollte Ihnen das nicht mehr möglich sein.(Sehr richtig! rechts.) Ein förmlicher und formaler Duellzwang besteht im Heere nicht.(Ironische Zuruse der Sozialdemokraten: Formal?) Wenn man überhaupt von einer solchen Pflicht reden will, so kann man damit nur den Trieb oder den Zwang der Empörung meinen, die sich im gegebenen Falle der Ehrverletzung nicht nur in der Brust des Offiziers und jeder Gemeinschaft von Offizieren, sondern auch im Herzen vieler anderer Männer des Volkes regt. Indem sich der Beleidigte offen der Waffe des Gegners gegenüberstellt, glaubt er die ihm widerfahrene Schmach von sich abschütteln zu können, das Ansehen bei den Standes- genossen, das er für erschüttert hält, wieder herzustellen. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Er glaubt, durch das Duell vor aller Weit zeigen zu können, daß ihm die Ehre höher steht als das Leben.(Beifall rechts.) Gewiß gehört der Mut, der so betätigt wird, mehr in das physische als in das moralische Gehiet. aber reist und bleibt doch Mut, also eine Eigenschaft, die der Soldat als die Vorbedingung feiner Existenzberechtigung auf das Höchste schätzen muß.(Beifall rechts.) Solche An- chauungen mag man für richtig oder unrichtig hatten, sie niedrig zu achten hat niemand ein Recht.(Lebhafte Zustimmung rcchtS.t Sie ändern sich nicht durch Gewalt, aber sie ändern sich durch die Zeir und ihre Einwirkung. Zum Schluß darf ich nicht verschweigen, daß ich persönlich eine Ausrottung der Anschauungen von Ehre, die noch hin und wieder leider zum Duell führen, für kein Glück hakten würde. Wenn man die Dinge recht betrachtet, so hat auch die Frage der Einschränkung der Duelle mit dem Zurückdrängen dieser Anschauungen wenig zu tun. Sie ist gar nicht die Quelle der Zwei» kämpfe. Das ist vielmehr die Gesinnung, welche schwere Ehr- Verletzungen des einen oder anderen Kameraden immer noch möglich macht. Diese Gesinnung ist leider noch da und ihr n»«ß der Kampf gelten.(Sehr richtig! rechts.) Ich glaube nicht, d->ß man mit Verboten dagegen viel ausrichlen kann, um so sicherer wird man aber dagegen kämpfen auf dem Wege, den wir in der Armee seit langen Jahren beschritten haben, nämlich auf dem Wege der weiteren Vervollkommnung des Offiziers im Geiste wahrer Ritter« lichkeit und wahrer christlicher Gesinnung.(Lebhafter Beifall rechts, Zischen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Haase(Soz.): Seit 30 Jahren beschäftigt sich der Reichstag mit der Unter« drückung der Duelle, im günstigsten Fall bekommen wir von der Regierung ein platonisches Bekenntnis gegen das Duell zu hören, in der Praxis aber wird das Recht und die Pflicht der Offiziere zur Ungesetzlichkeit etabliert.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo« kraten.) Der Kriegsminister erklärt, daß das Duell gegen göttliches und menschliches Recht verstößt, rechtfertigt es aber dennoch mit den im Offizierkorps herrschenden Anschauungen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen der Anschauung einer privilegiemn Kaste und der großen Maffe des Volkes, die genau dasselbe Ehrgefühl hat. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Gerade der Vorfall, der den Anlaß zur Interpellation gegeben hat, wobei der Beleidigte niedergeknallt wurde und der' kaltblütige Ver- leumder triumphierte, zeigt auss neue die ganze Absurdität des Duells. Und diese rohe, sinnlose Einrichtung wird hier als ein Mittel zur Wiederher st ellung der verletzten Ehr« verteidigt. Unbedingte Achtung vor dem Gesetz ist eine Forderung, die Sie(nach rechts) nur an die Kanaille stellen, Ist es nicht ein Hobn, wenn ein Richter mit zerhacktem Gesicht einen armen Teuftl andonnert: Wissen Sie nicht, daß Sie gegen da> Gesetz verstoßen haben? Wir weiden Ihnen schon beibringen, die Gesetze zu achten! Ist es nicht der reinste Hohn, wenn einem armen Teufel, der auf eine Beleidigung eine beleidigende Antwort gegeben hat, gesagt wird:»Wir leben in einem geordneten Rechtsstaat, hier darf sich niemand selbst Recht nehmen." Aber für Ihre Kreise verfechten Sie den Grundsatz, daß übe» dem Gesetz und der Religion das steht, was Sie Ihre Sitte nennen. Und diese Leute wollen andern die Unverbrüchlichkeit der religiösen Gebote predigen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Zur Verteidigung des Duells führt man an. daß Beleidigungen zu gering bestraft werden. Dabei werden einfache Beleidigungen mit Gefängnis bis zu einem Jahre, üble Nachrede bis zu zwei Jahren, Verleumdung bis zu fünf Jahren bestraft. Dies Geschrei soll ja nur von dem Duell ablenken und der Reaktion Vorschub leisten, um die Kritik an den bestehenden Zuständen noch mehr einzuschränken.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Herren, die das Duell verteidigen, wollen sich eben nicht dem Spruch des Richters unter- werfen. Die Kabinettsorder vom I. Januar 1897 ist vielleicht schön formell nicht im Rahmen der Gesetze erlaffcn, materiell widerspricht sie zweifellos dem Gesetz, wie der Vertreter des Zentrums das dargetan hat. Sie will zwar keinen Zweikampf für Lappalien, aber prinzipiell erkennt sie das Duell an. Wenn im Absatz 2 bestimmt ist, daß der Ehrenrat sich eventuell außerstande erklären muß. die Sache beizulegen, so bedeutet das nichts anderes, als daß in solchem Falle auf anderem Wege, durch das Duell. Genugtuung zu fordern ist. Der Offizier, der sich nach einem solchen Spruch nicht duelliert, wird nicht für würdig gehalten, noch Offizier zu bleiben. Der Kriegsminister sprach davon, ein formaler Zwang zum Duell fei vom Ehrenrat nie aus- gesprochen. Das hat auch niemand behauptet, es geschieht das auf i n d i r e l t e m Wege, und nicht so offen und klar, wie man von einer Behörde erwarten sollte, die sich sonst etwas darauf zugule tut, offen und ehrlich ihrer Ueberzeugung gemäß zu handeln. ES liegt ein indirekter Zwang vor, und mehr als das, ein Anreiz. Der KriegSminister wandte sich gegen die ungeregelte Selbsthilse; aber die geregelte Sclbstbilse wird in der Kabinettsorder gewünscht. Alle Mitglieder des Ehrenrats sind in einem solchen Falle der Beihilfe schuldig. War bei dem Duell in Metz etwa kein Mitglied des Ehrenrats zugegen? Ich habe ebenso wenig wie Herr Gröber jemals davon gehört, daß gegen einen Oifizier. der Mitglied eines solchen'Ehrenrats war, wegen Beihilfe zum Duell eingeschritten wäre. Wie weit der Duell- zwang geht, dafür ist ein Beweis die scheinbar entgegenkommende Erklärung des früheren Kriegsministers, daß ein Offizier� der aus religiösen Gründen Gegner des Duells ist, aus dieser all» gemeinen Anschauung beraus nickt ans dem Heere auszusckeideir braucht; wenn er aber im Einzelsalle die standesgemäße Genugtuung verweigert, so müsse nach Lage des Falles entschieden werden, ob er im Heere verbleiben kann.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozial- demolralcn.) Der KriegSminister wollte auch die Anschauungen nicht misten, die zum Duell führen, um eine Anzweiflung der Mannhaftig- keit nicht zu dulden. Man kann aber ein vortrefflicher Pistolenschütza und dock ein innerlich ganz wurmstichiger Offizier und M e n f ch ohne innere Ehre sein.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Wir meinen, ein Offizier hat seine Mannhaftigkeit und seinen Mut bei anderen Gelegenheiten zu beweisen. Höher steht der moralische Mut, der trotz der KabinettSordre und der in jenen Kreisen herrsckcnden Anschauung sich dem Zwange zum.Duell nicht beugt.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Moralischer Mul ist höher einzuschätzen als die Eourage der Kannibalen. Wird daS Duell aus dem Osfizierkorps ausgerottet, so ver« schwindet es auch aus den bürgerlichen Kreisen, die lediglich Nach» äsfer der OffizierSsitien sind.(Sehr wahrl bei den Sozial» demokraten.) In der Studentenschafi läßt sich daS Duell mit etwa» gutem Willen beseitigen, aber der gute Wille fehlt. Kommen doch die hohen Beamten aus jenen Korps, in denen jene barbarischen Anschauungen herrschen. Wollten die Behörden auch nur ein Quentchen des Scharfsinns aufbieten, den sie täglich bei der Ver- folgung der idealen BestreviiNgen der Arbeiterschaft zeigen, um diese permanenten Ungesetzlichkeiten zu verhindern, so wäre das Duell in den bürgerlichen Kreisen längst beseitigt. Wenn Sie das Gegenteil behaupten, ist das eine Bankrotterklärung der bürgerlichen Behörden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Durch eine Verschärfung der Strafen allein ist das Uebel nicht aus- zurotten, alle Strafbestimmungen müssen erfolglos bleiben, wenn nicht dahinter der Wille der Durchführung steht, wenn nicht die Macht gebrochen ist. die stärker ist als die Gesetze, der absolu» t i st i s ck e Wille des Militarismus.(Sehr richlig! bei den Sozialdemokraten.) Auch wenn der Antrag der Duellkommission angenommen wird, daß derjenige, der freventlich ein Duell herbei« führt, mit Gefängnis bestraft wird, bleibt die Ungerechtigkeit bchehe� ha% selbst in Fällen, wo die Tötung deS Gegners beabsichtigt tvar, nur auf Festung erkannt werden kann. Sehr interessant waren die Ausführungen de« AriegSministers über. das Ehrgefühl, doZ doch nicht blog bci.Offizjeren, sondern auch bei gemeinen Soldaten vorhanden ist. Will er seinen Worten Nachdruck verleihen, so mub er darauf hinwirken, daß das Slkotwehrrecht des Soldaten, das byn asten Kulturstaaten anerkannt wird, nicht istusyrisch ge »ngcht wird durch die Praxis der Militärgerichte. Wenn einem Mann befohlen wird, den Spuchnapf auszutrinken, so sollte man laut verkünden, daß in solchem Falle die Notwehr geboten ist. (Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn in einem solchen Falle das Ehrgefühl des gemeinen Soldaten zum AuS bruch kommt, so weiß ich nicht, ob der Kriegsminister ebenso rnstde Worte gefunden hätte, wie vorhin. Wir stehen auf dem Standpunkte der Notwendigkeit der Aenderung des Strafgesetzbuches, wie es der Antrag Gröber chom Februqr 1302 verlängte. Jetzt hat Herr Gröber einige Pflöcke zurückgesteckt. Das kann den Stellen nicht imponieren, auf die er Eindruck machen will.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Zunächst verlangen wir, daß der oberste Kriegsherr den Gesetzen Achtung verschaffen und das Duell verbieten soll, und daß der Offizier, der ge flissentlich das Gesetz mißackitet, auL dem Heere entfernt wird. Haben Sie etwa Furcht, daß ein solcher Befehl des obersten Kriegsherrn von einem Teil der Offiziere nicht befolgt würde? Dann.lann die Disziplin im Offiziers« lorps nicht sehr stark sein. Der Kriegsminister erklärt, der Prügekkomment würde dann zunehmen. Ich traute meinen Ohren nicht. Bisher nahm ich an, daß auch Offiziere bei Beleidi- gungen nicht zum Prügestomment greifen, sondern wie andere ge» fittete Menschen, dir Wiederherstellung ihrer Ehre suchen. Besteht aber die Furcht, daß die Offiziere einen solchen Befehl des obersten Kriegsherrn mißachten würden, nicht, so kann ein solcher Befehl nur unterbleiben, weil man die Durch sührung der Gesetze n i ch t will.(Sehr wahr! bei den Sozial demokraten.) UebrigenS würde eine solche KabinettSorder nichts nützen, ohne gleichzeitige Aenderung der, BegnadigungSpraxiS. (Sehr � wahr I. hei.den Sozialdemokraten,) Daß das Duell.zu be fettigen ist, dafür ist England ein Beispiel, und niemand, wird be stäupten..können, hqß die englischen Offiziere ein weniger feines Ehrgefühl hqbcn, als.ander«. Bei der.A b a.r,t d.e.r.Lu n.k e.r. mit dfr wir es zu. tun.haben, ist der, Kampf gegen.das Duell freilich schwieriger a(§.in England, aber daraus folgt nur,.daß er mit um so größerem Nachdruck gesührt.werden muß. Jede Verbeugung vor.dem MiljtariSmirS stärkt ihn. Das Zurückweichen in der Z.abepner Angelegenheit stat den Kampf gegen das Duell nicht erleichtert.(Sehr.richtig! bei .den Sozialdemokraten.). Dadurch ist den militärischen Instanzen. der Kamm geschwollen. Wenn sie sehen,.wie.das Bürgertum nachgibt .und. nachgjht, so halten sie � um so mehr an. dem fest, wqS ihre sogenannte Eigenart ausmacht. Sorgen wsr dafür,.daß nicht nach dem Grundsatz, de« Oberst b. R.e urt e r regiert wird: Mars regiert ldie Stunde* sondern nach. dem Grundsatz des Volkes:.DgL Ge- lAtz r.« g i.e.r.t*, und.dem Gesetz haben sich aste zu tilgen,.auch.die "•f«..Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.)» Abg. van Calker(natl.): � J.n erster Linse ist.die Angelegenheit zu behandeln unter. dem «efichtspunkt. wie in Ztzkunst. die zweifellos besiehenden Schäden.zu beseitigen sind. Ich.gehe daher nicht von.dem konkreten Fall au?/ sondern von einem, den ich konstruieren will. Ein.O f fi zie r will mir der Frau eines anderen Ehebruch treiben, und macht'sie zu.diekem Zwecke b.e t.r unken.:.der Ehegalt« kymmt.hinzu. e«.erfolgt.ein .Duell und her.beleidigte Ehegatte wird njedergeichoslen..der.Be- leidiger.kann nach Lage unserer Gesetze jinr.zu F.e:ktu)NLSch.a,f.t verurteilr werden. Das ist ein Triumph des Unrechts. .Was.kann Jder Gesttzaechcr daaegen tun.? Kann.er.das Duell verbieten� Gewiß. Aber beseitigen.kann.er es chadurch nicht.' auch nicht durch drakonifche Strafen.' Wäre das Duell wirklich Mit esnem .Worte zu beseitigen, so wäre eS längst beseitigt. Wir können also Mir versuchen, dqs Duell.einzuschränken, in, wenn wir es beseitigen könnten, s» wollte ich dgs»icht/(Lebhaftes Hört! hört? und. Oho I links.) Hören Sie warum..Ich achte.die'Ehre).veS einfachen Mannes. .der hinter dem Pflüge geht, ebenso ho» wie die.des Offiziers. Aber e« ist deutsche Arf an..dem Grundsatz festzuhalten- ich.trete ein stir das, was ich. lue. Md ich lasie nm n ick-.t s gefalle n zLebhasteS Hörti hörr! links und Zuruibei den Sozialdemokraten.: Das syst auch für Pen gemeinen Soldaten gelten.) Bon.dieler Frage Habe ich nicht gesprochen.(Lebhaftes«ha! bekde"SflZ'aldemokraten> llebrigenS habe ich fa gesagt, ich erkenne eine verschiedene Wre.nicht Un. Aber meine'Anichauting ist. daß w'r Iben.L.W eck t a.nzp.s.lst fit wDsss.e m U nt f.an g.e nicht.e. n t h,e.h r e n.k ö n ckep. Aster Wir können das tun, WaS.die Du�llkommisfiyn beschlossen.hqt. dM nämlich.für.best,;trfr:hen ZwsiVvtps.frtbenritch verichnidel Hat, nicht mehr Festung, sondern Gefängnisstrafe tritt,' daß auch auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt Werden ifffjzn.'.Mit einer solchen Bestimmung Ivtldden wir.im Sin- klang mit �dem lliechisbewußtfeiii deS ganzen Polles.handeln. Das würde auch.auf.das ehrengerichtliche Veisahrest einwirken:.denn diese staidmögliche.Konstalierung' der SatiSfaliionSuniähigkejt:des mnen Teiles.würde. dahin führen, in solchem Falle.das Duell nicht ausfechfen zu lassen, denn mit einem Lum.ven schießt man sich nicht Dw Duelle würden dadurch auf die wirklich n otwe n d ig.en Fälle emgefchräilkl werden. Sje würden nicht beseitigt, aber in einer.dem.RechtSstewußtsejn entsprechenden Weise eingeschränkt werden..Ich bitteren Reichskanzler,.darauf.hinzuwirken.'.daß. der B.orschlqg.der Duellkommlssion.Gesctz wirb.(Btifall der den Kalumallisteralen.) Abg. Grgf Westarp.(kons.) In.stem Fall Haage-La Palette ist.das Duell.auf den.eigenen Sntschluß.der Beteiligten, nicht auf Zwang zurückzuführen- Unsere grundsätzliche Stellung ist. daß das Duell g.egen g öt.tlich.e.« unh.m.«.n.l.ch l l ch eL Recht verstößt. Wir chaben auch.dem mehr. fach genannten Antrag.der Duellkommjsswn.beigestimmt. Dow snssen.wlr chn�ur als R.es.o.tuti.on osts. es�oird noch.ernstlich »u.prüfen fein, ab der.Borschlag nickt, mit.einer anderen Regelung des Perfahrens hei Beleidigungen zusammen. behandelt.werden. muß. Kür dje Beurteilung cheS ZweikomvieS im Heer« äst außerdem zu steacht�n. daß im.Oifizietlorps eiste Gesinmmg gepflegt Werden muß,.Bei.der jeder Oifizier.hereit ist. in fedem Augenblick.für sein« Handlungen.einzutreien- Dann aber kann es jju schweren Konflikten ch« Pflichten kommen. die unter lsmständcn zpm Zweikämpf fuhren, der immer noch ein geringeres Uebek jst, als die ungeregelte Selbsthilfe.'Zu den -vedauerlichsien Fällen gehören die, in denen d« E b eb rech« r den beleidigten Ehemanm niederschießt/ Der Ehebruch ist eine so freventliche Verletzung, der Sitten, daß er che» Ehebrecher in.jeder fefirteten Gesellschaft unmöglich machen MUß.(stesthqste Zu-, immmP rechts.)- Der Erlaß von Bestimmungen üher dse.Estrengericht-sordnung im Heere und' ihre Durchführung gebührt dem obersten Kriegs« h errn; hierauf steht dem Reichstgg.eine periasiuugsmäßige Mit- Wirkung nicht zu.(Beifalls rechts.) �- Abg. Blnnck(Vv-). n des Kollegen.v a.n E a.lck e r.mußten den llzwang für nu.tw.e n d t g hält. en wrt nie.dc�u kommen, mit Einbrück erwecken, daß er den Dm lp�iell in der Armee. So würden„ der Duellsitte aufzuramnen. Daß der Duellzwang in der Armee kein formaler ist, gebe ich.dem KricgsmiNist.er zu. Er sollte aber öffen erklären, wir haben t.a t s ä ch.I.i ch den Du.e llzwang in der Armee und wollen auch n k ch.t.s tun. um ihn zu beseitigen. Mit dieser Stellungnahme kann der Reichstag sich nicht zufrieden geben. Es.desteht allerdings.tein Zwang für OWitzhe,.sich zu duellieren,! bevor das Ehrengericht gesprochen hat. Aber es kommt ja in Wirklichkeit Lar ustht vor, daß Offiziere den Spruch des Ehren .gertchis ahwarien, das-hat der Kommissar des Herrn Kriegs- Ministers in her.Kommission selbst.z u.g.e geb e n.(Hört! hört! links.) Das flst'dpr wunde Punkt' in der.ganzen Institution. (Sehr.richtig! links.) Neu war für Mich in den Ausfuhruugcii des' Krfegsministers/ daß der Ehrenrat die Beteiligten aufgefordert hat, bis zum Spruch des Ehrengerichts zu warten. Davon steht nichts in der Kabinettsorder, und ich habe noch nie gehört, .daß bisher ein Ehrenrat diesen doch sehr vernünftigen Schritt getan hätte. Sorgen wir dqxür,.daß der Ehrenrat schnell seine Entscheidung trifft und dje Beteiligten auffordert, zunächst seine Entscheidung abzuwarten,.dann werden wir praktisch gm schnellsten dse Duelle beseitigen. Im übrigen ist sticht zu leugnen,. daß.ein Tuellzwang der OffiziereWWW>>W>WW tatsächlich besteht. Beweisend dafür ist der Fall des Leutnants! v. Brande nst.e in vom 2.-.Gqrderegiment zu(Fuß. Er war ein tüchtiger Offizier, aber zugleich überzeugter evangelischer Christ Er wurde.ganz ohne seine Veranlassung ja gegen seinen Willen, über seine Stellung zum Duell gefragt. Er bekannte offen, daß er kein Freund des Duells fei. Sein Antrqg, ein ehren- gerichtliches Verfahren gegen.ihn einzuleiten, wurde abgelehnt, er.wurde als Offizier entlassen, weil es ihm„an der nötigen Entschlußfähigkeit* fehle.(Hört!.hört! links,) Von sehr hoher Stelle fiel bekanntlich das Wort:„Nur ein gut,e.r Christ kann ein guter Soldat Mc Ich möchte.den.Kriegsminister fragen, wje im Fasse Branden st ein dies Wort praktische Anwendung gefunden hat.(Sehr gut! links.) Der Duellgeist im Heere sann auf diese Weise nicht beseitigt, werden. Gewiß ist das Duell auch außerhalb des Heeres'verbreitet, aber in all diesen anderen Kreisen wird ja nur das Beispiel nachgeahmt, das das Heer gibt.(Sehr richtig! links.) lfm.die Ehre wieder herzustellen, dazu zeigt. die. bürgerliche Rechtsordnung die geeigneten Wege. Ein großer Erfolg wqrests schon, wenn.die Heeresverwaltung oder eine KabinettSorder.offen aussprechen würde, daß kein Offizier des- halb v c ra.bsch'i.ede t wird, weil er daS Duellwesen nicht mit- 'macht.(Bravo! links.) Kncgsminlster.v. Falkenhatzn bestreitet, daß Leutnant st. Branden. stein wegen seiner Stellung.zur Duillfrage verabschiedet worden sei. Allerdings hat der Regimentskommandeur, stutzig gemacht, durch das ihm ge- meldete Kasinogespräch über das Duell, sich den jungen Offizier kommen lassen und ihm eine Reihe /Fragen vorgelegt, die der stunge Offizier nach pflichtmäßigem Ermessen, des Regiments- kommaüdeurs nicht so beantwortet hat/oder wobei ersticht.die Entschlußkraft und das klare Urteil zeigte, wie es nach Auffassung d«? Regimentskommandeurs für einen Offizier nötig waxe..(Lachen flinks.) Am nächsten Tage hat dann der Offizier ein« Beantwortung der ihm vorgelegten Fragen veröffentlicht, die nach Aussage des Regimentskommandeurs wesentlich anders laufete als.'die �Asttwort,. die er im Augenblick, wo die Fragen gestellt wurden, erteilte. Das hat den RegimeUiskömmandeur in der Ansicht bestärkt, daß seine Ansichten über diese Fragen völlig unklar waren, daß es ihm also an der nötig«» Eni- schlwssencheii fehlte.(Lachen links!) Lediglich deshalb ist er als ungeeignet für ejn weiteres Verbleiben im Heere bezeichnet wurdest. Seine persönliche Ehrenhaftigkeit ist niemals in Zweifel gestellt worden. Mg. Tpmbek(Pole): � ist«beschämend,.dqß.trotz.aller Beschlüsse...die.da Reichstag seit. dkeißig. Jähren' gefaßt hat. noch nichts gegen.das Duellunwesen geschehen'ist..Äst.berurteflen das Duell als.et.was Bar- ». R-..W .Auch.wir, beklagen auis.tiefste den. traurigen Fall. in Metz. Ehrenrat hat in.diesem Falle alles.getan, was er.konnte,(.«ehr richtig! rechts.) Im übrigen anöchte ich pst Behauptung.des Kriegs- Ministers unterstreichen, daß.außerhalb.der. Armee Mehr Duelle stör- kommen als in. der Armee. Um üwr l ä ch.e. r l ich. st.e.N rL.astst.ak. re.n willen kommen.hier'Duelle gwr. Wie ist�s m Fraukreich?«3 da auch der absolutistische.Wille.des Militarismus,.der zum Duell führt..Und war.es chet absolutistische. Wille des Militarismus, cher L af sabfle in.den Zweikampf trieb.?(Sehr gut! und.Heilerkeit rechts.).Wollen Sie chen Borwurf.der.moralischen-llnreiw auch einem B uä.marck machen? Es gibt eben Fälle, stne.mau st u.r auf dem Wege des Zweilampies..einen. Angriff aufchte Ehre.zurück- weisen kann..(Sehr richtig? /rechts,) Hier nützen..die schärfsten Strafen nichts. Auch.die Engländer greifen in solch schwierigsten Fällen zum Duell,. nur gehen sie.dazu aufs Festland. Natürlich muß das Streben. dahin aehest., die Duelle..möglichst.«inzuschräulest. Richtig.wäre es. vielleicht, auch den betrefienden Fall,.der zum Duell'führt, bei.der Beurteilung.der Saiisfaktionssahigk-'it mit in Betracht zu ziehen.'.'(Sehr gut! rechts.) Abg. Dr.Hpghn(Z,): Darin,.daß der Ehrenrat.-selbst.den Rat.gegeben hat. dgs ehrengerichtliche, Verfahr en abzuwarten, sehen.wst einen Fortschritt. Hüter fein« Ehre äst'seder.pur im.Rohmen.des.Mfstze-Z und der sittlichen Ordnung..(Kehr.richtig!.üst Zentrum.) Mg. Weubel(Soz.): Für uns»kommen bei der Beurteilung.deS.Duells weder juristische noch.religiöse und ethische.Gründe in«sster Reihe in Be- tracht. Wir'chehondeln die Frage auch nicht stom.larmoyanten Standpunkt aus. Wir find Gegner. des Zweikampfes, nicht weil er ein Kämpf Ist, denn wir.wissen, baß.der Kampf.der V'ä'te.r ak-ler Ding.« ist, und mir persönlich behagt auch die Losung: „Und wer milch schlägt auf die.linke Wang, dem schlag ich zwei auf die rechte! So will ich�S halten mein Lebelang im irdiAen Ge- fechte!".Mit.religiösen Gründen.richtet.man gegen das Duell nichts aus. denn hie.Freunde des Duells berufen sich darauf, daß' ist der B"i be i.Hein Verbot des Zweikampfes enthalten sei,.ustd der Junker p.Ti add.e.n Häk'seinerzeit das Duell geradezu als gö t t- lf che S.'Ge b o.t hingestellt. Vor seinem Duell mit Herrn. p. V i n ck e ließ sich B is'in.a.rck ston.einem Geistlichen feiner Konfession daS Abendmahl.reichest(Heiterkeit.) Hoffentlich hat eS nicht.ein fronischer'Zuiall gewollt. daß di< stich sein dürfte. Diese Frau stammt sa selbst auS der Welt de? beson- deren Westarpschen Ehrenstandpunktes, wo.man erst anfängt, mit- zuzählen, wenn man die brand.enburgische Rillt er- a k ad.e.m i.e besucht hat, sein Jahr.beidest G ar d e- U l a n.eji abgedient hat oder bei den Bonner B o r u s s.e n aktiv gewesen ist. Sie kennt.die Kreise also sehr genau, denen der Pistolenkaswn uls e i n e A r't f e u d a l'e r B u n d e s l ä d e gilt.(Große Heiterkeit links.) In ihrem Buche spricht sie davon, daß wirkliche Ritterlich- keit und strenge Ehrbegriffe in ihren Kreisen selten. zu Hause seien.(Hört! hört! listkS.) Vielmehr herrscht.da Willkür» Roheit, krasse.Ungebildetheit, der Hang, nach außen zu gl ä'n z e n, V e f'l.o g est h.e i't ustd F e ig h e i t.(Hortl hört! bei den Sozialdemokraten.) An anderer Stelle spricht sie pon der albernen Komödie unserer Ehrbegriffe, die sich auf Schein und Lüge aufbauen, auf Vertuschelung und Ver- schlejerung.(Hört! hört! links.) Im übrigen ist für. uns..dje Duellfrage in erster Reihe-keine ethische, fondern.ejne g o l.i.t i sch.e Frage. Wir sehen m dem Zweikambf ein Sinnbild, der junkerlichen Klassenherrschaft, ja, ein.Mittel zur.Aufhechterhaltung dieser Klassenherrschaft. Tie Begrjsse.von Ehre sind in den verschiedenen Klassen natürlich ver- schieden. Wer in.der Kaseruenluft Rekruten exerziert, wer gn der Bö.rs.e mit Wertpapieren handelt und wer Kohlen aus dem Bergwerk heraushämmert— jeder von diesen dreien hat naturgemäß eine andere Auffassung von dem. was ehrenhaft ist. Ich füge hinzu, daß sicher ein Arbeiter seist Ehrgefühl nicht wird eintauschen wollen gegen das der Junker. Das Unerträgliche aber ist, daß das Junkertum seine Anschauungen pon Ebre für das allein..Richtige hält. Tie Herren, die das Gesetz durchlöchern und zur Pistole greisen, wenn sie nur schief angesehen werden, mißachten gröblich die Ehre anderer Klassen, vor allem die dpr Arbeit«. Mit Recht gilt in Arbeiterkreisen für ehrlos, wer giib schnödem Eigennutz Klassengestossen in der Lohnbewegung in de!? Rücken fällt..Macht aber ein Streikender diesem Gefühl durch den harmlösen Ruf„Streikbrech«" Luft, so gilt das dem Konstzr- vativen als himmelsch.reiend.eS Verbrechen. Schiefu aber ein feudaler Herr den, den er beleidigt hat, über den Häuf«-', so ist der Ehrenstandpunkt gewahrt, dann handelt.es sich nur um einen„Akt geregelter S.e l b st hilf e". Die Herren schreien üher brutalen Terrorismus, wenn Streikende auch nur versuchen, auf Arbeitswillige durch gütliches.Zureden einzuwirken. Aber gibt es einen.brutaleren'Terrorismus, als einem.Menschen.zu sagen: entweder stellst Tu Dich morgen früh als Zielscheibe vor meine Pistole, oder Du verfällst der Aechtung vyn Deinesgleichen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Konservativen halten mit.diesem Mittel st r a m m e.Zucht in ihren Kreisen, und wer politisch gegen ihren Stachel. löckt, dem rücken sie mit her Waffe auf den Leib. Ich erinnere an den bekannten Fall des Polizei- Präsidenten von Berlin, Hinck.eld.ey, der, weil er dpn Junkern mißliebig war— in den Tagen des Herrn p. Jagow klingt das wie eine verschollene Leaende— und sogar das Verbrechen beging, die„Kreuzzeitung" �zu' konfiszieren, von ihnen zum Duell g.e- zwungen und übe.r den Haufen ge.schossen wurde. Zur bewußten. VerfässungSverletzung durch Behörden wird der DuellterroriSmuS,.wenn er ausgeüht wird von Institutionen des Offizierskorps, wie deS Ehrengericht®. Ich bin überzeugt, ein großer Teil der Offiziere empfindet den Duellzwang als harte Last, aber er besteht..und wird fchonungslas.ausgeübt. Und.was.dabei das Unerfreulichste ist und mit der vielgerühmten.soldatischen Offenheit.peinlich.in Widerspruch steht, ist,.daß man.nicht.mehr Wägt, diesen DuellterroriSmus.offen.zuzugeben, wie.der Fall v. Bw a.nb.e nftp in gezeigt-hat. Die Art, wie der Kriegs- minister diesen Fall behandelt hat,. ließ in bedenklichem Maße jene „Estischfossenheit" vermissen,.die Pom.Offizier perlangt.wird. (Heiterkeit.und Sehr gut!.links.) Denn über.den. Einwand, daß. Herr p..Branheststeist Megen Mangel xm Entschlossenheit.verabschiedet fei, lMch t.fa d er i ihn g itp K a d.e.t.t. Heiterkeit.) Wenn Herr p. Braudenstsist per.eil gewesen Märe, auf.die-beute so.oft. zitierten göttlichen und.menschlichen Gebot«.zu pfeifen, dann wäre« poch.heute Offizier. Der Gedanke an jenen anderen Leutnant liegt.jn puch sehr mähe, der gegenüber.einem la hm.ep w.ech.r ip s.ep Schu st.ejc an etwas übersprudelnder Entschlossen- heit pehandefi Hat. Man-hat-schon. auf E.n gl a nd verwiesen, wo tS feine-Duelle gibt, und eS ist bezeichnend, daß.gerade aus diesem Lande. der inter- nationale Ausdruck-für das Urbild.der wahren Ritterlichkeit stammt. Das. Wort„Gentleman" ist auch für den preußischen Feu- dalen der Inbegriff feiner Lebensart Pnd tadelloser Gesinnung. In England ist.der Zweikampf.ausgerottet, nicht etwa durch den Willen der Kommändo'gewalt. sondern. weil die Grundstimmung d� Landes pürgulich.ist-'Ällhrend.ab«(dort(die.feudalen.Klassen sich verbürgerlicht.hähest, so haben(sich bei uns die bürgerlichen Klassen fauch alfi-s.i.e'.üt.u nd m i l.iüa.r i s.ie'r t. DaS Lebcnsideal für dje Milt'elflassen ist picht.der.ehrenwerte Bürger, sondern der schneidige Herr pon" mit.dem aufgedrehten Schnurrbart, �.er junge Kaufmann will nicht aussehen wie..ein jung« Kaufmann, sondern wfe'ein L,e.u.tnapt.in'.Z.ivil, ustd schafft sich dazu zunächst ein Mn n o.kp'l an und dann den imponierenden königlich preußischen S.ch np rXhöp.(Heiterkett'.) Da ist. eS kein Ailader, dqß dfe bürgerlichen Klassen.dem Duell.keinen entschlossenen Wider- stand entgegensetzen. Die'Juden such sicher.die unf.eudalsten bürgerlichen Elemente tn der bürgerlichen Gesellschaft und sollten daher van Natur Gegn« des Zweikampfes sein. Ab« die akade- mische Jugend'. jüdischen Glaubens setzt.nicht etwa ihren Ruhm .darin,.wissenschaftliche Leistungen zu VSllbrmsen..vor denen sich der ml rch äck.t.e st.e Kö.'rp s studpnfl verstecken müßie(Heiterkeit), sondern säbelt. ihrerseits.mit.noch. mehr Forsche drauflos als irgend- ein(anderer.(Heiterkeit.) Bezeichnend ist auck, daß auf einem Kongreß der Antlduelliga der Antrag, daß kein Mitglied der Liga sul, auf einen' Zweikampf.einlassen dürfte, äbgeleh.n.t wurde. Horn hört!.hei den.'Sozialdemokraten.) ES wurde d« BeMuh gefaßt— ich weiß nicht, ob auch Rätjona lliberale dabei beteilig: waren daß im Prinzip natürlich der Zweikampf arns äußerste m bekämpfen.sei. im gegebenen Fall aber dürfte jedes Mitglied 'st#-r... g- rer Aniiduelliga so bandeln, wie eS ihm richtig-scheint.(Heiter- .°�Mdwfer�Ge,stliche am.imchsten Sönntag' und Hört! hört!. bei den Sozialdemokraten.)' u follst«d-n mume�(«ehr.gut j � Beispiel für die Art. wie dos Bürgertum das Duell he- W-mm&f. J>te.««wupten. ohne waren auch die Aussühr.ingen des Herrn van Ealker. WMWWWWWWWWWWWWMWWWWWWWWWWWvMe vor der Pistole.in Schach.gehalten.werden.(Lachen rechts. Sehr gut!. links.) Was.heißt es anders, wenn der Historiker T're i.t sphke das Duell, die ultima pätio gegen die Pmwilderung der Menschen nennt.'(Hört!, hört's«bei tfin Sozialdemokraten.) In einer Schrift Üb« das.Mensn'rwesendheißt'.ess:„Gefiaat es, was Gpt.t per- M-tdn tNö.jg.e, dfe.Mensuren unchöglich zu Machen, so wird B i ep.g l'ä.s.Gch e me.l.b.er.N Her gar Me sser und Rp- vo.Ipe.r afi die'Stelle treten."(Hort! hart! beiden Sozialdemo- kratzen.) Das sagt deutlich' genug, die goldene Jugend ist innerlich ,o verroht,.daß sie''...... nach Art der.Kaschcmmenbrüder aufeinander losdrischt,.wenn sie picht ab und zu Gelegenheit hat, sich eyrOenig Mq« mrnmim"MW'"mt (Heiterkeit ut» Sehr gut! bei den räf W e st chrp sah in d« Bereitschaft des . izierS, jederzeit für feine Ehre.mit feinem Leben einzutreten, «in Kriterium basond««? p«shnlich« Ehrenhaftigkeit. Nun, ich muß sagen, es ist wohl selten so viel SatiSfaktionsfähigkeit und Willigkeit auf einem Haufen beisammen aewescn, als bei den nur sehr bedingt ehrenhaften Herren, die in den Skandalprozessen der letzten Zeit Graf Metternich und Pu.s.sh Uhl als Zeugen aNfmarschiert sind. Ich muß.in diesem' Zusammenhange auch auf den.vorzüglichen, mutigen.Roman der Annemarie v. NathüsiuS kommen;«in Name, der den Herren der Rechten sehr wähl bekannt wissen hysterischen Schreipatrioten in Bewxuf gekommest durch>dieL Bekenntnis zum Zweikampf gewissermaßen ch e rp us- ppp.kjep.wollte.(Große Heiterkeit,) Herr van Ealker bot hier.den Anblick einer zweifach merkwürdigen Erscheinnng, die eines S.ta a fa.e ch t s.l ehp.e.r s. der sich nicht.freuen würde. wenn dse Strafgesetze.eingehalten wurden, und die pines T a- t iap.a.l l.i b.e.r g l e n, d« sagt, ich lqsse mir n ichsts g e fallen. (Schallende.Heiterkeit,)....... Es geschieht nicht einmal das, was möglich»st, um dem Zwei- ckampf im He«e.vorzubeugen:.man sprach ja heute von dem auto- matischen Eintreten ch« Begnadigung und von den Ehrenratö- Verfügungen, die dem Zweikampf mittelbaren Vorschub leisten. Einmal hat(der Vutreter der obersten Kommandogewalt ihm auch u N M i.t.t.el-haap n Bö r.sch u-b geleistet.(Präsident Kae m p s: Mm Kaiser.muß hier mit dersenigeu Achtung gesprochen werben, die je d e r D eutfch e d em K a i s e r ent g e g epz umpr n gep hat.(Bravo! rechts,) Ich will.stur zwei unverfangliem Stellen einander gegenüb«stellen. Beim AntrittKkommcrs des Bonner S. C. im Jahre l8M hielt-der Kaiser eine Rede, worm« sagte: „Ich Höffe, daß Sie zu allen Zeiten fre ud ig d e.n«chlägep führen", und entgegen stelle ich chie Entscheidung des Reichs- gerichts, die die Schlagermensuren für g w e tlk a mpf m i.t t öd- lichen Waffen erklärt.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Da ist es kein Wunder, daß in Deutschland jährlich IZVOO Schläger- und Säbelmensure« dorkommcn. Es mag nicht tragisch genommen werden, wenn junge Leute sich den Kopf verbolzen, edle Teil? werden dadurch ja nicht verletzt.(Heiterkeit.) Aber aus diesen 12 OOO Leuten kommen die Richter, die später der misern plebs(dem gemeinen Volk) Achtung für Gesetzlichkeit beibringen wollen. Die sogenannten patriotischen Politiker jammern über die sozialdemokratischen Jugendorganisationen, in denen der Sinn der Ungesetzlichkeit gepflegt wird. Das ist natürlich U n- sinn. Aber in den mit bunten Bändern und Mützen ausgezeich- neten Kreisen an den Un-�rsitäten sind tzie Brutstätten für gesetzesverachtenden und gesetzesbrecherischen Sinn zu finden. (Präsident K a e m p f ruft den Redner zur Ordnung.) Da ist es doch bedenklich, im Offizier noch einen ähnlichen Sinn heran- zuzüchten. Die Zaberner Vorgänge sind kein Wunder bei einem Offizierkorps, das durch den Tuellzwang geradezu dazu er- zogen wird, die Gesetze nicht zu achten. Ein Beispiel für die Frivolität der Verhöhnung der Ge- setze in jenen Kreisen ist folgendes: In der deutschen Studenten- fchaft zeigt sich das Bestreben, die schlagenden Verbindungen zu einem„Waffenring" zusammenzufassen. Auch in Berlin ver- einigten sich die Korps, Burschenschaften und Landsmannschaften zu solcher losen Vereinigung. Einige Monate später erklärten die Korps ihren Austritt. Die Burschenschaften und Landsmann- schasten verlangten darauf von den Korps das bei ihnen befindliche Archiv der Vereinigung zurück, erhielten aber die Antwort, eS fei verbrannt worden.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Und als sie das als Ungehörigkeit bezeichneten, wur- den ihnen 3K Pistolenforderungcn übersandt.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Sie kamen nicht zum Austrag auf Grund einer Entscheidung deö Ehrengerichts.(Zuruf rechts: Na also I) Aber der ungesetzliche Wille war da. Man kann da schon von einem Duellwahnsinu im Großbetrieb sprechen. Die Sache hat aber auch eine verzweifelt ernste Seite, nämlich die frevelhafte Mißachtung der Gesetze von Leuten, die sich den Arbeitern gegenüber für berufene Hüter der Gesetze halten. DaS ist für uns auch der springende Punkt. Vom agitatorischen Standpunkt aus ist es uns ja nicht unlieb, wenn sie von Zeit zu Zeit die Autorität der Gesetze durchlöchern. Denn sie berauben sich dadurch der Achtung, die der moralische Grundpfeiler jeder Herrschaft ist. Wenn sie den Arbeitern Gesetzlichkert predigen, dürfen sie mit Rücksicht auf den Duellzwang mchts anderes als Antwort erwarten als: Laßt Euch nicht auslachen.(Leb- haster Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Bluock(Vv.): Mit Rücksicht auf den Fall Brandenstein bitte ich um eine Antwort auf die Frage, wie stellt sich der SriegSminister dazu, daß ein Offizier entlassen wird, weil er aus religiöser lleber- zeugung den Zweikampf verwirft. Kriegsminister V. Falkenhayu: Diese Frage ist bereits durch meinen Amtsvorgänger beantwortet worden; ich beziehe mich darauf.(Abg. Ledebour i o» s s ch ä d e n hoftpflichlia gcnmchl werden. Wir sind mu diesem Antrage vollkommen eüiveritanden, d« von sehr weiltragciider Bedeutung namentlich für den tleiuen Besitzer ist. Jahrzehntelang müssen z. B. Bauern Prozesse wegen Bergschäden illhreu. Es eiili'leben häusig Schwierigkeit hinsichtlich der Feststellung der Ursachen der Bergschäden Daß der Abg. Haie»clever sich gegea eine Zufmumenseyung der Kommission wenden wüid«. die die Interessen der G e i ch ä d i g t e n zur Geltung bringen'olle, war vorauszusehen. Wir können seinen Aiiirag. den Antrag des Z-ulruins der Handels- und Gewerbekommission zu überweisen, nicht uiiteislützeii und boffen, daß der Antrag de« geatrumS m ö g l i ch st einstimmig angenommen werde, darmt die Regierung weiß, was sie zu tun hat.(Beifall bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Abg. Korfanty(Pole): Sil stimmen für den Antrag des Zentrums. Minister Dr. Sydow: Der Antrag des Zentrums scheint mir hinsichtlich der Zusammen- setzung der Kommission nicht unbedenklich, Nach einer weiteren Debatte zwischen Vertretern verschiedener bürgerlicher Parteien wird der Antrag Hasenrlever auf lhber- weiiung deS ZentrumsaiUrages an die Handels- und Gewerbe, lonum'sioo gegen die Stimmen deS Zentrums, der Fortschrittlcr, Sozialdemokraten und Polen angenommen. Abg. DelmS(Vp): Die Löhne der Bergarbeiter sind noch immer diel zu niedrig. Namentlich sind die Lohne im Saar gebiet niedriger als im Ruhrgebiet. Das P r ä m i e n s y st e m, das bei den Arbeiter- verbänden keine Symparhien genießt, niuß abgeschafft und durch Gewinnbeteiligung der Arbeiter ersetzt werden. Der Redner trägt ei« große Leihe einzelner Forderungen der Bergwerksarbeiter vor. Die Konsumvereine auf den staatlichen Bergwerken schädigen den Mittelstand. Abg. Korfauty(Pole): Während die Gewinne der staatlichen Gruben in Oberschlesien erheblich gestiegen sind, haben sich die Löhne nur in ganz gering- fügigem Maße gehoben. Die Regierung bat nur einen recht ober- flächtichen Einblick in-die entsetzliche Lage der oberschlesischen Bergwerksarbeiter. Das zeigte sich bei dem letzten dortigen Streik, dem keinerlei politische Motive zugrunde lagen, und der durch recht- zeitiges Eingreifen hätte verhindert werden können. Abg. Hue(Soz.): Der diesjährige Etat stellt eine bedeutend größere Summe ein zur Vergrößerung der Bergwerksbeiriebe m Westfalen. Aber für die Erhöhung des Lohnes der Arbeiter scheint der Staat nichts tun zu wollen. Angesichts dessen, daß der Fiskus sich für unsere„be- rühmte Wirtschaftspolitik" einsetzt, hat er die Pflicht, einen Ausgleich herzustellen zwischen den steigenden Gewinnen und den Löhnen der Arbeiter, deren geringfügige Steigerung zu der mächtigen Steige- rung der Gewinne durchaus in einem Mißverhältnis steht. Dieses Mißverhältnis wird besonders deutlich im Hinblick auf die allgemeine Verteuerung der Lebenshaltung infolge der hohen Lebensmittelpreise. Ich möchte wünschen, daß man nicht die Löhne so bemesie, daß nur ja nicht dem Privatbergbau Konkurrenz gemacht wird. Der Oberberahauptmann hat ja wenigstens nicht so ganz wie die Zechen- journalisten Förderung und Lohn verglichen. Wenn Lohn und Leistung im Verhältnis zu einander stehen soll, dann darf der Lohn doch bei steigender Leistung nicht zurückgehen, wie ich es vorgestern nachgewiesen habe. Die fiskalischen Bergarbeiterlöhne sind gegen Ende ISIS g e- funken und bleiben im Saarrevier ganz erheblich zurück hinter den Löhnen von 1908. An der schleckten Lohnentwicklung im Saar- revier ist die Zertrümmerung der dortigen Arbeiterorganisation schuld. Gerade die tüchtigsten Saarbergleute sind in daS Ruhrrevier ausgewandert, wie sie erklären, wegen der ganz unonökömmlichen Löhne im Saargebiet. Und im Ruhrgebiet werden sie noch verfolgt, um ihre Schulden, die sie bis zu 900 M. machen maßen, zu bezahlen. Wie da der Ober- berghauplmann von den Ersparnissen der Saarbergleute sprechen_ kann. Verstehe ich nicht. Freilich hat auch das Ruhrgebiet die Zuwandernden arg enttäuscht.— Das Prämien- f h st e m führt zur Antreiberei. Arbeiter und Beamte sind seine Gegner. Die Arbeiter sagen:.Wenn der Beamte in die Grube kommt, ist das Gedinge schon gemacht!" Die Arbeiter sind der Willkür der nicht immer humanen Beamten, ihrer Strafgewalt und häufig auch schlechter Behandlung ausgesetzt. Ausdrücklich wurde auf der Tagung deS Eisenbahnrats zu Breslau von amtlicher Stelle erklärt, daß die Abwanderung von Arbeitern aus Niederstblesien den niedrigen Löhnen zuzuschreibe» ist und daß man gelbe Vereine dagegen aufbiete, aber auch ohne Erfolg, so daß die'Abwanderung das ganze Revier in Frage stellt. Schleckte Behandlung, niedrige Löhne, hohe Krankheitsziffer sind keine Mittel zur Verminderung der Abwanderung; das zeigt sich auch in O b e r s ck> l e s i e n, wo man bei den hoben Lebensmittelpreisen und einem Mehrerwag um 12 Millionen den Schiwtlohn nur um 4 Pf. erhöht bat! Und da gibt es Schichtlöhne von 3,7S M. fHiitt! hört l bei den Sozial- demokraten.) Während früher der Fiskus die höchsten Löhne in Lberschlefieu zahlte, übertreffen ibn heute einige Privatzecheu. Will man etwa der Privatindustrie keine Konkurrenz machenk Man will nun auch m Oberschlcsien, wo eine Uiilernehmervereiuigung gegründet wurde, die bei einem Streik dreimonatige Aussperrung verhängen, dementsprechend schwarze Lösten ausgeben, einen ZwangSarbeitsnach- weis und den Sottierapparat einrühren will, der den Arbeiter zum willenlosen Knecht degradiert. Wenn eS dazu kommt, dann werden wir in Oberschlcsien dieselben schweren Kämpfe be- kommen wie in allen Revieren, wo sich die Zeckenbesitzer nicht bunraner gebärden Hoffentlich gebort der FiSkuS ebensowenig ivie in Rheinland-Westfaten auch in Oherichlesien zu diesem Zechen- verband. Die von mir auf den Tisch des Hauses niedergelegten Photo- g r a p h fe'n von Bergarbeuerwohnurigeu beweisen, in welche Höhlen eine 20 bis SV Proz. Dividenden»erteilende Industrie die Arbeiter sperrt! Iii eS wahr, daß die fiskalischen Kalksteinwerke Rüdersdorf bei Berlin jetzt in der Zeft der Arbeitslosigkeit 499 Arbeiter entlassen wollen? Wenn ja, wäre eS nicht scharf genug zu brandmarken. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) UebrigenS beträgt dort, in der Nähe von Berlin, der Schichllohn nur 3,39 M. untz auch die Gedirigelöhne bei schwerer Arbeil sind viel zu niedrig. Auch in den so rentablen Kaliwerken stehen die Löhne in keineni VerhäUniS zur gesteigerten Leistung und zur Vermehrung deS BelnebSilbeuchusiee, wie der Redner zahlenmäßig nachweist. Und dabei herrschen in S t a ß f u r t überaus icuere Lebens- verhäluüiie. Im Oberbarz stieg der Lohn von S.OL auf 3,28 M, der lleberfchuß pro Arbeiter vö» Über 300 auf über 800 M.(Hört! hört! bei den Sozialdempkraten.) Auch von den stskailschen Werken am Deister kann man ähnliches bekunden und muß auch hier gerechtere Löhnung fordern. In Westfalen stieg der Errrog um L7 Millionen. die Löhne wurden um 7 Millioircu gedrückt, und daran haben auch die Slaalszecheu ihren Auleil. lHört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf Zeche Rhcinbabeu wird außerordent- lich über daS P r ä m i e n s y st e m mrö rigoro'e Bebau d- lung geklagt uiw. Dabei herrschen i» de» fiskalischen Zechen Nordwesifalens außerordeiulich hehe Temperaturen, die Leute or- beiten nackt und dabei läuft ihnen der Schweiß herunter, und sie»verde» um so eher.bergferlig". Der Lohiidruck verursacht starken Arbeilerwechset. Wenn man an der Teaerungspolilik fest- hält, muß man auch die Löhne danach bemessen. Gewisse Vorgänge zeige» die Notwendigkeit einer Nacheichung. Virlsach werde», d�i Wagen nach der Eichung in der Zecheiischmiede Rahmen auigesetzi. die aber nicht nur das Herab- 'allen der Stücke biuderu iolleu.»andern die die Arbeiter voll- häufen müssen. lHört l bort I bei den Tozialvemolraixn.) Das ist eine schl>mme Uebervorteilung der Arbeiter und außerdem einsteht durch daS Herabtalleo der hoch anfgeliäufieu Stücke uns cht Zertreten der gefäliriiche Kohlenstaub. Da müßte dcr Siaal emgreifenl lSchr wahr l bei den Sozialdemolraten.) Auf den weiliällichcn Gruben betragen die Strafgelder wegen „willkürliä cm Feienis, unreiner Förderung" uiw jährlich an l Million Mark(Lebhaftes Hört! hört links) und auf den Staatszechcn Z9999 Mark. Dabei bat die Regierung' selbst aus die unreine Kable hingewiesen. Diese Slrcfien. darunler solche von 32 M. und 40 M. an einem Tag für einen Arbeiter(Stürmisches Hört! hörl l bei den Sozialdemoirate»). sind einfach ein himmelschreiender Lohnraub. An die Stelle des GewältsystemS des Gedinges muß xpdlich der Tarifvertrag treten, der sich in der ganzen übrigen Industrie bewährt hat und im englischen und belgischen Bergbau eingeführt ist.(Abg. Altboss snatl.): Andere Verdältnisiel) liniere General- gedinge für ein halbe« Jahr oder ein gmues Jahr sind doch auch Tarikvcrlräge und auf einem Kalisalzbcrgwerk an der Wcrra besteht sin Tarifvertrag seil lvll. Sie sind allerdings unier einem starken wirtschafilichen Druck zustande gekommen. Aber sie haben die Möglich- keit gezeigt und da sollte nun der Siaal mit Tanivenrägen in seinen Bergwerken vorangehen.(Lebhafter Beifall hei den Sozial- demokraten.) Oberberghauptmann v. Belsen: Von einem oberschlesischen Zechenverband ist mir nicht? bekannt, weder offiziell, noch inoffiziell. llcber einen eventuellen Beitrftt des Staates dazu brauche ich mich also nickt zu äußern. Die Prasumptio« spricht aber dafür, daß der Staat nicht beitreten würde. In Rüdersdorf waren die Ge« schäfte besser, wenn wir Leute entlassen könnten, aber von da bis zur Entlassung ortsansässiger Leute, dje nicht so leicht andere Arbeit finden, ist noch ein weiter Weg. Die Löhne in Rüdersdorf betragen über 1390 M. Aus der mit 3 Mill. Mark Zuschuß arbeitenden Stautszeche Stoll betrug der DurchschniitSlohn. alles durcheinandergerechnet, 1999 M. Der Fall, den Abg. Hue über die Strafen vorbrachte, liegt so. daß eine ganze Kameradschaft mit 89 M. wegen unreiner Förde- rung bestrast wurde. Daß wir uns in Oberschlefien der Leute entledigten, die uns die Arbeiter in sträflicher Werse zu einem ungerechtfertigten Streik verhetzten, ist klar. (Sehr wahr I recklö.) Jm Saorrevier bedauerten wrr zur Zeit des schlechten Geschäftsganges nicht mehr zahlen zu können. Dre 60 Bergwerke müssen Selbständigkeit Häven und desWege« kann dre Zentralverwaltung nicht gleich eingreifen, wenn irgendwo weniger gezahlt wird. Wir haben tüchtige Direktoren angestellt und müsfen zu ihrer Lohnsestsetzung Zutrauen haben. Abg. Dr. Herwig(natl.): Die Behauptungen des Abg. D e l i u s sind unzutreffend. Wenn die Löhne im Saargebiet niedriger als im Ruhrgebiet sind, so ist das in den größeren Betriebsunkojten bei den Bergwerken des Saar- gebietes begründet. Außerdem haben die Saarbergwerke einen schweren Kampf mit der englischen Konkurrenz auszufechten. Die Bergleute an der Saar verdienen aber doch das Wohlwollen der Regierung, da sie königstreue Männer sind. Ent- lassungen von Arbeitern sollten nur in lien allernotwendigsten Fällen vorgenommen werden. Bei den letzten Wahlen hat keine Partei mit einem so heftigen Druck auf dix Wähler gearbeitet, wie die Fort- schriltliche Voltspartei.(Beifall bei den Nattonalliberalen.) Abg. Dr. Glattfclder(Z.): Die Lohnsieigerung für die Arbeiter im Saarrevier �ist wirklich unzureichend gewesen, sowohl im Hinblick auf die Erträgniffe des dortigen Bergbaues, wie auch auf die Erhöhung der Lebensmittel« preise. Abg. Althoff(natl.) polemisiert ausführlich gegen die beiden letzten großen Reden de? Abgeordnete» Hue. Der Abgeordnete Hue hat gesagt, daß die Löhne der Bergarbeiter nicht im Verhältnis zu dem Profite der Unternehmer gestiegen sind. Wenn man seine Zahlen genauer betrachtet, so sieht nian, daß er Rechenfehler gemacht und falsche Schlüffe aus ihnen ge- zogen hat. Auch die Arbeiter haben von der günstigen Konjunktur der Bergwerksbetriebe Vorteile gehabt. Vor allem sind die Löhne unter der Herrschaft des Kohlensyndikate« gestiegen und haben mit der aussteigenden Bewegung der Wirtschaft gleichen Schritt gehalten. Gegen den Abschluß von T arifverträgen haben wir e r n st e Bedenken. In Nr. 37 des.Proletariers", also einem Organe der sozialdemokratischen Partei, wird geschrieben, daß die Arbeiter in keiner Weise dazu verbunden seien, die Tarifverträge ein- zuhalien, wenn sie dadurch benachteiligt würden. Sie(zu den Sozialdemokraten) brauchen sich also gar nicht zu tyunder», wenn die Unternehmer sich weigern, mit der Sozial- demokrane, die sich zur Einhaltung der Verträge moralisch nicht ver- .pflichtet glaubt, solche Verträge abzuschließen. Der Abg. Hue hat 'dem Zechenverband, der mit Hilfe der Regierung zustande gekommen ist und seine Ziele in breitester Oeffentlichleit vertritt, terroristiiche Bestrebungen gegen die Arbeiter zugeschrieben. Wenn sich dieser Vörivurf auf die Arbeitsnachweise des Zechenverbandes bezichen soll, so ist er völlig unzutreffend. Daß die Arbeiter einen a u S k ö m m« ticken Loh» erhalten, dafür sind auch wir.(Beifall bei den Nationaltiberalen.) Hierauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte an- genommen und zwar mit den Stimmen der Konservativen und einem TeU der Natiopalliberalen. Abg. Hue(Soz., persönlich): Ich babe angegeben, daß die Unternehmergewinne von 1999 bis 1912 um 90,82 Proz. gestiegen sind, der einzelne Arbeitcrlohn ober nur um 19.38 Proz. Ich babe weiter nackgewieien, daß die Lobuguote sür Koble im Ruhrgebiet von 1997 bis 1912 von 69,2 auf b2 Proz. gefallen Ist. Herr Alt hoff hat daS nicht widerlegt. Abg. Althoff(natl.):.' s Nickt die Zahlen des Abg. Hue habe ich als falsch erklärt, sondern seine Schillsse und dabei bleibe ich. Abg. Hue(Soz.. persönlich): Wenn Sie mir daS Wort nicht wieder abschneiden» werde ich in der drilteii Lesung mir großem Vergnügen nachweisen- daß auch meine Schlußfolgerungen völlig richtig waren. Bei dem Titel Knappschaftskassen besprüht Abgeordneter Jmbuich zahlreiche Fragen der Knappschaflskasien und kritisiert die nngenügende Höhe der Pensionen. Ein RegierungS- k a m m i s s a r erwidert mit belanglosen Ausführungen. Das Haus vertagt sich. Auf Anregung des Abg. v. Pappenheim(k.) nimmt der Präsident für Momag eine Abendsitzung in Aussicht, damit der Eiseubabnetat rechlzeing fertig werde. Sonnabend 1t Uhr: Weiterberatung; ZenlralgenaffenschaftSkaffe. Schluß'/45 Uhr._ fius öer Frauenbewegung. Ter Frauevtag iu Rußland. Wir bericksietcn bereits, daß der Stadthauptmann in Peters- bürg die zur Feier de? Frauentages am 8. März augckündiate Arbeiterversaniuilung ve rbot. Seinem Beispiel folgten auch vi« Satrapen.in den anderen russischen Großstädten. Jadeffen vermochten weder die polizeilichen Versammlungsverbote und Per- Haftungen, noch die Konfiskationen der Arbeitcrblätter an diesen Tagen die Idee des Frauentages und die öffentlichen Kundgebungen der klassenbewußten russischen Arbeiterinnen zu unterdrücke». Vielmehr bekundeten die polizeilichen Aufgebote am Eingang der Sale, wo die verbotenen Versammlungen stattfinden� sollten, wie der Aufmarsch der Polizcigewalt im Zentrum der Stadt und in den Arbeitervierteln, daß die Petersburger Arbeiterin erwacht ist, und daß der Aufmarsch dieser neuen Kolonne des klassenbewußten Proletariats dem Zarismus eine eben solche Furcht einflößt, wie das Erwachen der Arbeiter zum Kampf gegen wirtschaftliche und politische Bedrückung überhaupt. Die Stimmung während des Frauentages in Petersburg triit anschaulich aus der Demonstration hervor, die im Anschluß an die nicht verbotene Arbeiterinnenversammlung auf der Grcbetzkaja stattfand. Zu dieser Versammlung waren zahlreiche Arbeiter und Arbeiterinnen aus allen Stadtteilen herbeigeströmt. Da der Saal bald gesperrt war. blieben die meisten auf der Straße, bis die Versammlung zu Ende war. Au Stelle der fünf angekündigten Berichte konnten nur zwei verlesen werden, da drxi Referentinnen am vorhergehenden Tage verhaftet worden waren. Der anwesende Polizeibeamte schloß die Lersammluno. Die" empörten Arbeiter upd Arbeiterinnen strömten mit dem Gesang der Marseillaise auf die Straße, wo sie zusammen mit den auf sie wartenden Arbeiter- massen, revolutionäre Lieder singend, eme Zeitlang demonstrierlen. Diese spontane Demo'-stration, an de.« sich mehrere tausend Personen beteiligten, währte über eine Stunde. Erst auf l.?m NewSkh wurden die Demonstranten von der Polizei„zerstreut st lieber Mmiifestationen und Versammlungen am Frauentage Wird berichtet aus Moskau, Samara, Rostow, Riga, Minsk, Twinsk und Jekaterinenburg._ Wahlweiber. Unter dieser Ueberschrift kann man gegenwärtig in der ge- samten bürgerlichen Presse Artikel von flammender Entrüstung lesen. Veranlassung zu diesen Artikeln gibt die Zerstörung eines Bildes von Velasquez durch eine englische Suffragette und einige e anSetc'Laien, Sie TeTrf 5er nun ft iget MensK rechtfertigen Joirb. Würde die Entrüstung der bürgerlichen Blätter sich nur gegen diese Handlungen wenden, kein Wort wäre darüber zu verlieren. Aber diese Artikel— selbst in Blättern, die ziemlich weit links stehen — gehen weiter. Sie entbalten mehr oder minder versteckt ge- hallene Angriffe auf die Frauenwahlrcchtsbe- w e g u n g überhaupt. Tie braven Männer, die diese Artikel geschrieben halben, glauben in den Taten einiger hysterisch ge- wordener Frauen den besten Beweis dafür zu finden, daß die Frau überhaupt noch nicht re i f für politische Rechte sei. ES muß hier vor allem einmal festgestellt werden, daß die Anfängerinnen der Frau Pankhurst, die die Entrüstung durch ihre Taten hervorgerufen haben, mit dem Gros der englischen Frauen- rechtlerinnen überhaupt nichts zu tun haben. Frau Pankhurst und ihre Anhängerinnen wollen kein allgemeines Frauenwablrccht sondern nur ein Frauenwablrccht für gewisse Klassen der bürgcr- lichen Frauen. Diese Damen haben ein ähnliches Wablrcchts- ideal für die Frauen, wie die preußischen Konservativen für das deutsche Volk. Sie sind Bein vom Beine der preußischen Kon- setvativen, Fleisch von ihrem Fleische. Wie oft haben die prenßi- scheu Konservativen durch ihre berufenen Mäulcr isiehe Preußentag> erklären lassen, daß sie lieber das Reich zugrunde gehen lassen wollen, als zuzulassen, daß das Reichstagswablrecht auf Preußen ausgedehnt werde. Frau Pankburst und ihre Anhangerinnen reißen nun nicht nur das Mäulchen auf, sondern sie gehen zur Tat über: schmeißen Fensterscheiben ein, verprügeln Minister und zerstören Werke der Kunst. Ter Paroxismus ihrer Taten ist gleich dem Paroxismus ihrer törichten Forderung für ein be- schränktes Frauenwahlrecht. Das Gros der englischen Kämpferinnen für Wahl- und Stimm- recht der Frauen hat mit diesem Paroxismus nichts zu tun. Es vertritt das allgemeine Frauenwahlrecht und kämpft dafür mit entschlossenen und vernünftigen Mitteln. Erst in letzter Zeit haben sich die stärksten Organisationen der englischen Frauen- rechtsbewegung derjenigen Partei angescklopen, welche sich klar und unzweideutig für das allgemeine Frauenwahl- und Stimmrecht ausgesprochen hat: der englischen Arbeiterpartei. Die Hysterie der Frau Pankburst und ihrer Anhängerinnen ist übrigens auch begreiflich: Die bürgerlichen Parteien in England babcn— Konservative und Liberale,— vor den Wahlen immer die Unterstützung der bürgerlichen Frauenrechtlerinnen zu erkaufen gesucht durch das Versprechen, für ihre Forderungen im Par- lamente einzutreten. Und sie haben diese Versprechen jederzeit auf das frivolste gebrochen. Zur Hysterie einer Frau trägt nichts mehr bei, als wenn sie ständig belogen und betrogen wird. Der verständige Teil der englischen Frauen hat sich von den Wort- brüchigen getrennt und ist eine vernünftige Ehe mit der Arbeiter- Partei eingegangen, um mit ihr gemeinsam ein großes kulturelles Ziel zu erreichen. Der unverständigere Teil— Frau Pankhurst und ihre Freundinnen— aber trennen sich nicht von den bürgcr- lichen Parteien— sie machen Krach im Hause. Die Angriffe der bürgerlichen Presse gegen das Frauenwahl- recht prallen letzten Endes auf die Angreifer zurück: Das Frauev- Wahlrecht wird kommen und es muß um so ekler kommen, je trühev die Frauen einsehen, daß sie ihre Rechte nur erringen Schult« an Schulter mit dem ringenden Proletariate. Wasterstands-Nachrichte» der Landesanstalt für Gewässerkunde, mügeteill vom Berliner Detterburea» Wasserstand M e m e l, Tilsit. Pregel, Jnsterburg Weichsel. Thor» Oder, Ratibor , Krassen Frankiurt Warthe, Schrimm Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz Dresden , Bardo Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Svremberg') , Beeskow Weser, Münden i , Minden Rhein, MaximilianSau , Kaub Köln Neckar, Heilbronu Main, Hanau Mosel, Trier am V2. 3. CID 333 106 108 154 125 378 478 646«) 601 673 300«) 438 347 (eil 11.3. cm1) +11 —2 ~| —2 — 6 — 24 1 +20 +8 —75 —24- -37 st 4- bedeutet Wuchs.— stall.— st Untervegel.— st Höchster Wasserstand: 681 cm— st Höchster Wasserstand: 380 cm am 11. März nachmittags. Von(Zssstiss wegen sind wir laut unserer beim Amtsgericht niedergelegten Statuten verpflichtet, sämtliche Herren- und Knabengarderoben zum„Selbstkostenpreis+ 10% Nutzen" zu verkaufen. Das Gericht hat das Recht, zu prüfen— wie dies schon bereits geschehen ist— ob wir nicht mehr als 10% Gewinn erheben. Die Käufer haben also die Garantie, dass sie vor jeder Uebervorteilung geschützt werden und ausserdem erhebliche Ersparnisse beim Einkauf machen. Die Feststellung des Selbstkostenpreises geschieht auf Grund des Einkaufspreises zuzüglich sämtlicher Unkosten Herren-Paletots u. Ulster vonm. 1576bisM 4658 ......... von M. 27* bis M. 12� Herren-Anzüge 16 Einsegnungs-Anzüge....vonMl2 87«SCtftS Iis M. 35 Knaben-Anzüge Spezial- Abteilung für tadellose Mass-Anfertigung Deutsche Bekleidungs-Gesellschaft J urmstrasse 80 Gr. Frankfurter Strasse 4 (Ecke Fruchtstrasse) Chausseestrasse 27 (nahe Invalidenstrasse) m. b. H. Neukölln, Bergstr. 7-8 (Ecke Prinz- Handjery-Strasse). tnr iitr- Verwaltnns Berlin. Modell- und Fubriktischler. Die am 16. März fällige Branchenversammlung findet wegen der Wahl der Tekegierten zum Verbandötag nicht statt. 84/14 Die Ortsverwnltnnjj:. Es ist eine bekannte Tatsache, daß man Höbel am besten und billigsten dort wo nicht Dutzende anderer Artikel, sondern ausschließlich und einzig und allein Möbel geführt-werden. Nur dort erhalten Sie genau dieselben gediegenen Qualitäten aoeh auf Teilzahlung Jalls Ihre Mittel eine sofortige Barzahlung nicht ge- gtatton. 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Oriefkasten der Redaktion. »i« tsristischk SprcAftuade findet Ltndenfteaße LS. vorn vi« Iredde« Fayrstuhl—, wochcutögliili von bis 7�, Uhr abends, EonnabendS, »»» 4� bis K Uhr abends statt. Jeder für den Brieflaften bestimmten Anfrage ein Buchstabe vnd-ine Zahl alS Mertzetchen beizufügen. Briefliche Antwort botrfc nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementsgnittnng beigefügt ist. Tftrvtn nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde von M. B. 100. 1. Etwa Jahr. 2. Zirka 300 M.— O. A. 10. Wir .halten nur den früheren ersten Vorsitzenden für hastbar.— O. W. 108. Lhr Gläubiger kann Klage erheben. Ihre Verurteilung ist wahrscheinlich. Es ist deshalb ratsam, es nicht zum Prozeß kommen zu lassen.— Silber« «auu. Id. eventuell durch Klage beim Amtsgericht.— G. N. 350 SR. — Britz 101. Für die Zell der aushilsZweisen Beschäftigung hat unseres «Erachtens Jbre Frau einen Anspruch aus Rückerftatwng. Der Antrag ist «t das Direktorium der Versicherungsanstalt in Wilmersdorf, Hohenzollern- darum, zu richten.— R. S. 3Z. 1. In diesem Falle hat das Kind keinen Erbanivruch, jedoch an die gesetzlichen Erben einen Anspruch auf Unterhalt bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres. Die Erben sind berechtigt, den AnterhaFsanspruch abzufinden durch Auszahlung eines Betrages, der dem Pflichtteil eine» ehelichen Kindes gleichkommt. 2. u. 8. Ein Testament zugunsten des Kmdcs könnte von den Geschwistern deS Kindes nicht ange- fochten werden, falls es der gesetzlichen Form entspricht.— Weinensee 100. 1. Möglich. 2. Berufung innerhalb Monatsfrist von der Zustellung ab ge- rechnet an daS Oberverficherungsamt. Ist die Frist bereits verstrichen, io muß ein Jahr gewartet werden, bevor ein neuer Antrag aus Renten- gewährung gestellt werden kann. Nur dann, wenn eine wesentliche Ver- schlimmerung des jetzigen Zustandes eintritt, kann bereils früher ein neuer Antrag gestellt iverden. 3. Einige Monate.— M. W. 700. 1. Bei Fortführung deS Vermerks könnte die Konkurrenz gegen Sie vorgehen. 2. Wenn der Etat beraten wird. Der Antrag ist an den Magistrat zu richten.— H. R. 17. Ja.— B. L. 28. Nach dem Gesetz ist mindestens die Hälfte des Krankengeldes zu zahlen, es kann jedoch darüber hwau« gegangen werden. Versuche» Sie es mit einem Antrag.—<£.(£. 80. Rein. M. G. 113. Fall» die Sachen gepfändet werden, kann die Frau inter- venieren.— G. R. 400. Sie können beim Gewerbegericht Klage er« heben.— P. S. 78. 1. Ja, falls Sie verurteilt sind. 2. Ja, sallS ent- behrliche Sachen vorbanden sind. 3. Ohne Angabe der Ihnen gehörigen Gegenstände nicht zu beantworten. 4. Ja, sosern und soweit Sie mehr als 28,85 M. pro Woche verdienen. 5. Ja. Ob der mit dem Schwager ge« schlossene Vertrag gültig ist, läßt sich nur nach Kenntnis des Vertragsinhalts beurteilen.— Rud. 84. 1. Für Sie ein Ehefähigkeitszeugnis der Heimatsbehörde, anßerdem Geburtsurkunde. Für Ihre Braut Geburts- Urkunde und, falls sie minderjährig ist, die schrijtlich beglaubigte Genehmi« gung deS gesetzlichen Vertreters. 2. Ja. 8. Nein. 4. Der Antrag kanjt wiederholt werden. 5. Falls der Polizei bekannt, könnten die Tatsachen zur Ausweisung führen.—•St, B. 100. 1. Ja, soweit es sich um Staats« einkommenlteuern handelt. 2. In 3 Jahren, die Frist beginnend mit Be« ginn des«teuerjahres.— H. 58. Bis zum Ersten abends.— W. B. 80. i. Nein. 2. Der Vermieter kann gegen beide gleichzeitig Klage erheben. Er hat die Auswahl, bei wem er zuerst vollstrecken läßt. 3. Die Pfändung ist zulässig, wenn der Lieferant sich nicht das Eigentumsrecht vorbehalten hat. Der Nachfolger ist ebenfalls für die Miete hastbar.— F. M. 5V. Erkundigen Sie sich in einer Drogerie.— E. K. 09. Ihr« Frage ist be- reitS w Nr. 65 beantwortet.— 91. 3. 77. DaS Klima ist noch etwas wärmer als im südlichen Baden. Winter mit Schnee und Eis kommt fast nie vor. Die Seereise dauert ungesähr 45 Tage. Das Uebcrstebe» der- selben kommt ans die körperliche Veranlagung an.— M» F. 37. Uns nicht bekannt.— M. M. Str. 7. 1. Nein. 2. Das kann niemand verwehrt werden, um so weniger, wenn er Geld hat, das er los werden will. — I.®. 65. Der Wirt kann schon jetzt die Versteigerung der Sachen veranlassen.— R. G. J. Ja. 2. Auch durch eigenhändige Niederschrift. □ □□ Theater und Vergnügungen □□□ Sonnabend, 14. März 1914. Nnianq 3'/z Ubr. Werliuer. Die Braut von Messtua. Ansang 4 Uhr. Arania. Mit dem �Imperator' nach New Jork. Theater am Nollendorsplatz. Die. Schiffbrüchigen. Anise«. Die drei Haulemänuchen. Rose. Die sieben Raben. Ansang 6 Uhr. Eine? Palast am Zoo. Barietö- 'Lichtspiele. Ansang 6V, ttbr, UiUesRolleiidorf-Theater.Bartetö. Lichtspiele. Ansang 7 Uhr. vgl. Opernbaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Aniang Ubr. «gl. Tlbauspielbaus. Die Venns mit dem Papagei, Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Lessing. Peer Ghnt. Zirkus Busch. Galavorstellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 7» Ubr. Metropol. Die Reife um die Well in 40 Tagen. Aniang 8 lldr. Urania. Hochspannung. Kammeripiele. Der Snob. Deutsches Opernhaus. Wartha. Deutsches Künstler- Theater. Casard. «Sniggrätzer Strasse. Die Trenk- waldcr. Theater an de» Weideudammcr Brücke. Der müde Theodor. Drianon. Er und der Ander«. Komödienhaus. Kammermusik. Theater am Nollendorfplap. Russisches Ballett. SuitiPicldauS. Die spanische Fliege. Schiller O. Weh' dem, der lügt. Schiller Charlottenbnrg. DaS Glück im Winkel. Theater des WesteuS. Polenblut. Monti« Operetten. Jung-England. Berliner. Wie einst im Mai. srieines. Lettchen Gebert. Thalia. Die Tangopriuzefftn. Residenz. Der RegimeniSpapa. Friedrich- Wilheimftädtisches. Fräulein Trallaia. . Roic. Die Maschinenbauer von Berlin. Kasino. Die olle Webern. Herrnfeld. Die von oben und unten. Reichshallen. Slettiner Sänger. Wintergarte«. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kom- pagnie. Ansang S'lt llbr. Lnlfen. Unser Junge. Walhalla. Tangoficber. Fokies Gavrice. Casö Pingsheim. Der HciraiSgras. MeyerfteinS. Aniang 8'/, Übe. Neues Volts. Theater. Die Siebzehnjährigen. Ansang 9 Ubr. «dmiralspalast. Die lustige Puppe. Berliner GiSPalast. Im Krug zum grüne» Kianze. C inesNollendorf-Theater.variet� Lichtspiele. Sternwarte. Jnoalidenstr. 57— 62 Theater des Westens. s uhr- Polenblut. Somitagnachm. 31/. Uhr: Grafin Fifi. Theater am lolleaiiorfplatz iL »uhr- Russ. Ballett. „Shaherazado",„Sylphiden", „Festin",„Carncval". Schiller-Theater 0.1S: «onnabcnd, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: «ieschaft Ist Gesohült. Sonntag, abends 8 Uhr: Dqs Glück im Winkel. Montag, abends 8 Ubr: Das Glttck Im Winkel. Schiller-Theater Sonnabend, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkek Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Andreas Holet'. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Daschlnenbanev. Montag, abends 8 Uhr: Die llaschinenbaaer. Theater in Her höniggraßer Straße 8 Uhr: Die Treukwalder. Komödienhaus. 8 Uhr: „Kammermusik". Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai« Tdeaier a. d. Weidendamme rbrücke 7'/, Uhr. Z.I.Male: DermDdeTheodor. Deutsches Könstlertheater Sozietät. Nürnberger StraSe 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Eonnabend, 8 Uhr: Cafard. Sonntag 3 Uhr: Glaube«. Heimat. . 8 Uhr: Cakard. ui Residenz-Theater«. Dn ReWtntspW. Friedr.-Wilhelmst. Theater. Ansang 8 Uhr. Fräulein Trallaia. Sonnt, nachw. 3 Uhr: Hie Kinn-Königin. Reichshailen-Theater Stettiner Sänger Unsere fuße« Dievstmadel. Burleske v.Mehsel Ansang 8 Uhr. Sonntag, nachm. 3Uhr, z. ermäßigt. Preisen: IOSEsTHEATE Groge Franks urler Str. 132. Nachmittags 4 Uhr: Die sieben Rabe«. Abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer von Berlin. Sonnt, nachm. 3 Uhr: llomoo und Julia. Abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Toigt- Theater Badstrasie 58. Morgen Sonntag, den 15. März. nachm. 3 Uhr: Sr«nd feine Schwester. Abends 7 Uhr: gssLedenllinlUekeiiLiMÄiihi'ette. Kom. m. Ges. i. 3 Ausz. v. KarlHastner. Kafleneröffn. 10 Uhr. Ans. 3 n. 7Uhr. Volkstbeater Neukölln. Hermannstrasie 20. Sonntag, abends 8 Uhr: fUS Kasernenluft.'3K} MUitärlchauspiel in 4 Akten von Stein und Söhngen. Montag. 3'/« Uhr: DaS Vermächtnis der Mutter. Schauspiel üi 3 Akten von Holtet). URANIA TuibenstraBe 48/43. 4 Uhr: Mit d.„Imperator" nach New York. 8 Uhr: Dir. A. F ürot: Hochsp annung. idmiralspalast Heute: Großes internationales Tanz-Match Weltmeisterschaft 1911 unter Beteiligung der besten Berurstilnzear. Herren im Frack, Damen in Balltoilette. Eintrittskarten 10!£., Zuschauorkarten 5 M. Heute Sonnabend, den 14. März,| abends 7'/, Uhr: Hlgh-Ijife-Evenlng m. ausgewähltem Sportprogramm. 1 Um Ö1/. Uhr: Das große A usstattungsstück in 7 Bildern „Tipp« der Derby-Farorlt 1914. Sonntag, den 15. März: 2 gr, Gsia-Vorsteliungen 2! Jjfacwu�ajJhrJ u. abds. T'/j Öhr! in beiden Vorstellungen: „Tipp". Jfachm. hat jed. Erwachs, ein j Kirid frei auf allen Sitzplätzen. AuflSs.d. Zirkus Busch a. 31. März. Zirkns Busch. Heute Sonnabend, den 14. März, abends T1/, Uhr: Gfoße Gala-Sport-Yorstellnng. u. o.: Mad. Garniers Sprung mit dem Fahrrad aus der Zirkuskuppel. Ferner: Die BaleTroupe, Kunstrads. sowie Austr. aller gr. Attraktionen. „Pompeji". Orig. AuSstattungS-Pantomtm«. Avis! Sonntagnachmitt. 3�/, Uhr 1 Kind frei. Zum l. Male nachm. aus vielseitig. Wunsch: die 3 Haupiatte d. gr. Ausstt-Pant.„DornpeZl". Vereinigst« Berliner Volksbühnen. Dnlscn-Theater. 4 Ubr zu ganz kleinen Preisen: Die 3 HanlemNnnereben. S1/« Uhr: Unser Junge. Walhalla-Theater. Täglich 8'/. Uhr: TangoOcber. Gr. Posse m. Ges. u. Tanz w 3 Akten von E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch. Irsusrei Frieüriekskain rDienstag, den 17. n. Donnerstag, den 19. MÄrz: Heitere Opern», Operetten» und Künstler»Abende« Sensafions«Programme. Elnlafikarten in beschränkter Anzahl abzufordern in den„yorwärts"-Expeditionen bei Hm. Zucht, Immanuel- Hrchstraße 12 und Hm. Hanisch, Ackerstraße 174. Jb«Clou" 1 MauerstraBe 82—■ :: Berliner: Konzerthaus ZlmmerstraBe 90/91. 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Mär«: MtrtuBlttag-S'l, Ühr-Vorrteaang Kleine Preise! — Bauchen gestattetf— Apollo-Theater, Tel.: LDtzow 2757. 8 kchr. Zum 84. Male: 8 Uhr. Der Stolz d. 3. Kompagnie mit Haptstein. HP" Lache» ohne Pause k"M> Haueben gestattet k Metropol-Theater. RbendS präzise 7 Uhr 55: Die liehe m die Erde in 40 Tagen. avüh: Ein Blilzmäiiel. Heideschloß Hohenbinde zum iV:-..■:>■.•' feil© MW ZafEBR-• AM 7/�/� flNTRITT.FRfl FMARZm.Mn 10 8 UHR... irsCHtER- INNUNG 2Ü BERLIN Ab Dienstag, den 17. März: Karzes Gastspiel in Wilmersdorf l- Fehrbellinerplatz.[ Folies Caprice. «%{ Cafö Pingsheim Der Helratsgrat Mcycrstelns Arnold Scholz. Neue Welt. Hasenheide 108/114. Heute Sonnabend, den 14. HNrz 1914: �"�wn Bayi*. Kirch weih! By Saison- und Vorzugskarten sind ungültig."VQ Morgen, Sonntag: Letzter Bockbiertag, CasinosTheater LolhringerStrasie 37. Täglich 8 Uhr Em neues Berliner Vclksstück: Die olle Webern. Ur-Berl. Figuren, Ur-Berl. Humor! Einziges Theater in diesem Genre! Im Stile der alten Wallner-BDhne. 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Z.)(Nachdmck verboteu) 1« zz 247 211 SSI 781 846«7 1110 74 656 8425 46 890 644 80 3197( 300) 502 31 4610 8580 620 847 977 8288 694 736 821 7419 636 71(300) 973 8005 43 81 416 633 79 796 837 803 9100 65 666 748 836 IO092 206 476 11031 43 67 186 205 360 408 630 12468 660 783 1 3042 183 330 77 1 4102 378 548 73 702 8 1 8041 320-86(400) 448 660 717 18187 210 369 442 43 093 17184'.400) 347 413 42 1 8047 217 631 661 765 933 1 8000 308 463 622 671 795(1000) 913(300) 88222 841(400) 70 31338 63« 631 32 817 41 23408 606 82 719 910 33943 24367 71 640 856 2 5008 64 316 63 K3 743 903 96 2 6 418 739 2 7 062 332 65 626 47 2 8086 304 65 471 616 836 99 990 2 8113 335 61 66 466 693 936 3 8027 349 443 76 630 730 31031 649 612 68 3 2070 180 363 416 80 770 803 28(1000) 3 3 077 667 682 714(300) 64 836 34 082 60 164 93 338 443 624 87 886 920 3 5382 843 3 6024 (400) 341 424 781 898 3 7 027 69?11 29 370 603 13(300) 69 686 3R 2-9 461 725 71 38477 617(500) 799 40028 526 47 699 41182(300) 87 483 874 48097 144 (400) 236 689 679 809(300) 39 4 4074(300) 264 669 72.630 889 4 5 076 421 666 616 69 713 46158 429 611 95 754 4 7135 326 324 412 32 614 36 4 6329 421(600) 688 96 764 397 4 8 086 260 617 61 60022 118 89 641 82 626 38 51080 33« 406 67 790 96 823 918 6 2107(400) 4-17 601 799 913 07 53000 150 316 644 619(400) 865 6 4057 168 214 68 679 687 895 905 6 S 491 1300) 680 658 835 6 6268 424 613 21 790 6 7 050 456 612 70' 631' (300) 774 810 6 0070 164 306 468 882 5 8016 121 64 84 369 492 60036 221 705 848 61159(3C0) 202 608 62 806 73 83116 677 531 79 909 6 3012 49 242 82 950 6 4-.BS 89 306 79 5)1 624 607 917 30 6 5242 381 726 97 827 933 46 47 66083 481 687 955« 72- 2 493 872 9..7 32 6 0523 351 443 631' 38 69 775 842 53 8 8096 122 299 743 60(3000) 76 94 70206 770 71099(400) 807 7 2111 268 83 404 536 66 73953--------------------- 263 84. 163 ist gWWWWWWI 88009 124 379 012 81088 167 440 67 636 67 831 82339 02 439 63 SM 83036 76 134 74 278 319 64 89' 688(300) 84303 (300) 66 439 46 88 672 8 6170 71 97 354 676 749(1000) 891 8BI73 616 8 7 080 110 247 390 416 661 62 816 8 8017 181 610 882 88301 607 92 88306 911 75 81025 427 624 742 807 44 59 9 2055 57 428 63 693 731 858 88262 609 48 M 84211 67 705 837& 8 8013 206 34 338 660 33 027 60 9 6161.75 404 721 813 984 ■ 7)06 643 069 777 91 88 299 4SI 63 606 801 991 88380 600 33 041 108006 9 80 216 872 692 767 1 81016 238 6« 364 66 635 614 787 98«(300) 102300 472 74 601(300) 74?S6 868 18*006 135 644 60 872 104 254 804(300) 90 1 8*026 87 472 692 76t 020 1 88425 56(301.0) 605 89! 107 60 274 640 69 743 869 962 108489 98 540{400| 41 676 10 9366 677 97 671 706 887 110096 16 366 664 72 656 B46 111)63 282 751 689 934 33 (300) 78 112605 735 828 92 1 87 113253 76 862 913 114031 364 748 832 115009 214 467 644 731 34 890 999 1183)7 607 (300) 713 993 117068 140( 400) 306 1500) 6 410 46 032 118093 261 511 846 78 983 110347 04 307 97(1000) 412 42 66 754 810 Sil 128023 740 121064 460 76 660 736 970 1 2 2003 7 206 670 727 899 1 23 230 393 666 658 913 1 2 4034 240 76 372 441 679 732 831 949 61 12 6309 438 70 678 651 731 1260 13 22 869 923 69' 127130 61 316 18 484 641 866 952 128370 600 129U7 239 64 468(300) 614 67 665 138003(300) 221(300) 308 769 906 4. xreukifch Siiddeutsche (SSO. KLnigl. Kreuß.) Kiasseiowttrrle 3- Slass« 1. Ziehunzlltag 13. März 1914 Rachmittag Auf jede gezogeu« Nummer find zwei gleich bali« Mewtuuc gefailen,«ud zwar je einer auf die rose gleiches Nummer iu de» betdcu Abteilung«» I u. Ii. 181068 134 286 418 138162 463 640 134002 383 ■_■ 700(300) 36 73 883 1 36133 47 223 618 137231 374(400) 797 967 1 38 94 425 665(300) 646 13 8248 713 91 917___ 531 079 726 1 8 5 201 403 579 700(300) 36 73 883 809 950 74 74: 794 855 67 919 138059 117 252 506 612 45 66 861■ 148063 72 278 92 371 614<600, 952 1 41067 181 366 605 800) 142019 128 490 71? 148099 452 644 85(«4») 6 70 260 1 4 6 006 10 791 934 61 148171(4091 407 526 658 147106 206 661 67 616 868 148017 129 222 31 67 349 56 90 706 84 823 93) 96 1 49268 633 768 975 150179 521 861 952 70 1 51131 401 648 863 91 162134 S95 442 721 847 923 1 5 3 362 600 63 810 1 54118 58 686 87 630 1 55100 42 328 77 409 40 606 8 647 913 1 5 6532 619 99 896 926 69 89 1 5 7083 283 379 710 22(400) 886 928 42 1 5 0688 047 155264 604 7p4 18016 182010 60 417 803 Jlf.rJ 99 417 672 653 966 94 1 163166(3O0) 161014 463 859 92 940 7? 405 35 604 80 663 866 00) 664 610(300) 1V504S 381 188602 163 167095 447( 300) 746 913 I882J2 66 447 '16 93 184066 238 440(300 70 228 26-682 TIS (300) 626 662(75 OCO) 893 941>88)18 616 Ä 57 178107 2ö5 716 93 869 900 1 7 1223 383 757| 17 2444 62 79 81 746 890 1 7 3064 120 660(300) 735 991 174101 75 412 640(400) 966 1 75138 370 410 649 734 870 1 7 8064 254 310 48 477 673 737 801(300) 17 7 262 405 91 635 47 1 78182 623 739 1 78132 460 642 77 100173 363 613 67(3öch 622 28 1810)3 123 396 182199 230 436 94 933 45 1 88692 360 465 573 647 767 663 184006 69(300) 226 73 647 614 28 780 83 186112 31 264 310 09 402 6 679-768 188 464 616 887 903 73 18 7 2-1 632«78 180029 211 339 66 487 662 1 88223 78 631 706(300) 26 72 961 11)0 60 42 329 666 IS13I9 67 49? 632(400) 701 34 64 816 1 8 2302 44 402 22 642 66 981 188212 360 74 816 184277 333 18 5316 34 714 820 97' 994 1 88 024 246(3000) 870 18 7081 189 642(300) 933 1 8 8044 93 229(300) 49 470 553 623 963 1 89169 469 61 98 729 904' 6 200654 967 201102 771866 202396 743 886 203600 26 613 20 4 3 Hl 649 66 667 784.94 285022 1500) 110 420(800) 53 68 640 648 95 833 78 976 2 0 8048 126 38(300) 386 207468 82-99 614 700 208039 38 690 967 209139 341 743-34 376 092..... 210 41 401 96 45 630 211179 212158 236 65 305 76 482 608 661 213 Nur die Gewinne über 1(4 M. sind w«lavivieru beigefügt. (Ohne Gewähr A. Et.M. f. Z.)(Nachdruck verboten) 869 428 66 514 79 619 730 39 806 994 1067 82 136 66 93 »11 61 497 620 748 923 2 213 642 5103 423 26 611 609 4793 886 5130 206' 644 62 5266 6« 709 73 7026 71 327 622 844 46«466 674 929 63(600) 8133 61 317 497(300) 663 79 1300) 625 927 10164 331 627 729 938 78 79 11241 600 96 768 72 891 12513 317 64 668 625(300) 78 606 1 8056 616 76 934 46«4108 304 911 15029 102 361 603(30t, 1 34 800 17 18466 17)37 224(300) 390 422 S4 582 607 45 797 881 1B1U 296 323 607 763 878 19282 307 621 64 707 66 2006) 75 242 324 41 47 67 660(300) 918 64 21189»20 844 (300; 590 696 796 2219! 21931199 706 24 22)04 254 401(400) 691 633 707 240", 7(300) 349 89 430 2 5 417 645 663 360 28155 676 704 959 SS 27067 166 237�86 973 2*136 46 438 611 806 933 29143 253 343 88 880 812 26 44 2*366 314 828 31)92 265 471 696 608 795 806 3 2069 170 71 309 473 504 626 867 967 3 3037 179 489 678 902 3 4164 687 739 84 97 6W 998 35UBI(300) 164 352 441 671 706 67 86 915 09 3 6 300 74 Ü 3 7 056 166 676(400) 862 93 38311 17 679 746 801 30 86 925 36 4*3:9 4SI 642 61 663 740 876 41008 228 64 608 611 994 42123 43104 24 79 401 626 44317 50 623 68 687 46205 644 880(350) 930 81 48018 116 311'(300) 400 23 660 744 47123 202 68 633 813 953 48054 135 4*203(409) 56 858 412 612 660 868 6*234 88 637 881 51084 803 978 87«2076 344 46 446 687 610 302 952 5 3186 Ol 312 342 457 834 931 54103 72 220 65 33? 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Nermitwortlicher Redakteur: Alfred Wielrpp, Neukölln. Zur de» Anseratellieilverankw.: Th. Glocke, Berliu. Drucku-Verlag: VorwärtsBuchdruckerei». Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. Kr. 72. 31. Jahrg. KtM-KtllM dks.Fmiick" fiir 5i>i>ri>- «Sri 1914. Vorortnachrichten. Lichtenberg. Eine Unverschämtheit leistet sich daS hiesige Lokalblättchen, indem ei frech die Behauptung aufstellt, die in Charlottenburg verübte Tenkmalsverschandelung sei von.sozialdemokratisch ver« hetzten Leuten" ausgeübt worden. Auch in Berlin, so betont das Blüttchen weiter, hätten Sozialdemokraten dieses Manöver eben- falls an verschiedenen Stellen auszuführen versucht, sie seien jedoch von der Polizei daran gehindert worden. Bisher hat selbst die von der Rotscheu befallene mahgebende Presse derartige Behauptungen nicht aufzustellen gewagt. DaS Lichtenberger Tageblättchen aber erdreistet sich, die Sozialdemokratie für diesen Streich verantwortlich zu machen, ohne auch nur die leiseste Spur eines Beweises hierfür zu erbringen. Gegen eine so plumpe Verdächtigung sich ernstlich zu wehren, hicste diesem mehr im Trüben fischenden Piesigclichter wirklich zu viel Ehre anmn. Derartige Behauptung eines gewissenlosen und leichtfertigen©tri» benten registriert man eben nur als charakteristische Symptome politischen Tiefstandes. Trevtow-Baums chulenweg. Die Ueberüchtlichkeit des HaushaltungsplaneS der Gemeinde für lSI-J hat gegenüber dem Vorjahre dadurch etwas gewonnen, daß die Unterhaltungs- und Verzinsungskosten der meisten Ge- meindcgrundstücke nicht mehr besonders verrechnet werden, sondern bei dem VerwaltungSzweig in Erscheinung treten, dem sie dienen. Dadurch erst lassen sich die wirklichen Kosten jedes Zweiges fest- stellen. Ter Werl dieser Maßregel ist deutlich bei den Schulaus» gahen zu erkennen, die ja die Gemeindcfinanzen maßgebend beein- slusscn. Während sich hier im Vorjahr bei Außerachllassung der Verzinsungskoften das eigentümliche Bild ergab, daß der Ge- meindezuschuß pro Kopf der LhzeumSschülerinnen nur ein Drittel dessen ausmachte wie bei den Volksschülern, ändert sich dies jetzt bedeutend. Während ein Vosksschüler der Gemeinde etwa Uö M. Kosten verursacht, kommen aus eine höhere Tochter im Lyzeum 186 M., aus einen Realschüler 133 M. Zuschuß. Tie günstigere Stellung der Realschule gegenüber dem Lyzeum ist allerdings lediglich rechnerischer Natur, da bei erstexer die billigen Borschulklassen mit einbezogen sind und damit den Durchschnitt herab- drücken. Tie wirklichen Ausbildungskostcn sind bei beiden höheren Schularten noch um die 1Ä) bis 143 M. Schulgeld höher. Die Schulen stellen überhaupt in den Ausgaben der Gc- meiude den größten Posten dar, verzehren sie doch allein vier Zünstel der Gemcindceinkommensteuern. Von den voraussichtlich 5>44 000 M. Zuschuß für das Schulwesen entfallen aus die Volks- ichulen 429 750 M., auf die Fortbildungsschule 5200 M., aus das ■Realgymnasium mit Borschule 56 700 M.. aus das Lyzeum 53 000 Mark und aus die Vorschule für Mädchen 350 M. Tie allgemeine Verwaltung erfordert 245 650 M. Zuschuß, daS Armenwesen 39 360 M., die Slrahen- und Brückenvcrwaltung 103 400 M. Tiefe ist die einzige Verwaltung, die gegenüber dem vorjährigen Voranschlag wesentliche Minderausgaben bringt, näm- lich rund 14 000 M. Durch die im Borjahre durchgeführte Neu- organisation der Strahenreinigung wird so viel allein an Löhnen und Auhrgeldern gespart, trotz der inzwischen eingetretenen Lohnerhöhungen und der Verkürzung der Arbeitszeit von 10 aus 3 Stunden. Für die Regenwasserkanalisation müssen 32 000 M. aufgewendet werden. Bei den Friedhöfen bildet die Vor- ■ zjujung und Tilgung dcZ Anlagekapitals der neuen Anlage an der Kiesholzstraße, die 600 000 M. gekostet hat, mit 34 000 M. den größte» Ausgabevosten. Es zeigt sich dabei, daß ein Friedhof in der Nähe einer Großstadt durch den teuren Bodenvreis eine recht hohe Belastung der Gemeindefinanzen darstellt. Etwas gemildert dürfte die Belastung mit der Zeit durch das Krematorium werden, dessen Benutzung sich infolge seiner günstigen Lage recht gut ent- wickelt und das den Bodenverbrauch für BestottungSzwecke erheblich einschränken dürfte. WoblfahrtS- und Gesundheilspflege sind mit 11000 M. Zuschuß ausgestattet. Die einzelnen BerwaltungSzwcige erfordern 1 154 000 M. Zuschuß, der aus den Steuern zu decken ist. Den wesentlichsten Posten bringen dabei die wie im Vorjahre mit 110 Proz. gleich 649 000 M. angesetzte Einkommensteuer, die Grundwertsteuer mit 451 000 M. und die Gewerbesteuer mit 140 000 M. Tie indirekten Steuern(Bier-, Hunde-, Lustbarkeits-, Umsatz-, Wertzuwachs- steuern) sollen 187 500 M. abwerten. Tie Freude au jenen Ein- nahmen wird aber sehr getrübt durch die Abgabe an den Kreis, die 251 000 M. direkt und 24 000 M. für die Unterhaltung des Teltowkanals ausmacht. Ter Kreis verzehrt also fast den fünften Teil der ganzen Steuereinnahmen des Ortes, was seiner Gegnerschaft gegen die Eingemeindung nach Berlin allerdings einen recht metallischen Beigeschmack gibt. Der Vor- ansckilag der Gemeinde balancieri bei weiteren 266 000 M. für Neubauten und Anlagen mit rund 2fh Millionen Mark. NdlerSdof. Ein gewaltiger Tachstuhlbrand brach gestern früh um 6 Uhr in der Kaiserin-Augusta-Viktoria-Str. 41 aus Beim Einlreffen der Feuer wehr icklugen die Flammen bereits zum Dache heraus, und es bedurfte krättigen WasjergebenS mit vier Schlauchleitungen um des Feuers Herr zu werden. Auch die Feuerwehr a»s Alt-Glienicke war zur Stelle. Austollend ist, daß bor zirka zwei Jahren der Dochstuhl des'elben Hnu'eS ein Raub der Flammen wurde, man stbließi daher auf Brandstiftung. Die oberen Etagen haben durch Wasser ge- litten. Buckow. Tee diesjährige Mahlkampf um die dritte Abteilung wird mit besonderer Schärfe geführt. Die verschiedenen Richtungen und Interessengruppen des Bürgertums haben sich unter Führung des KriegerverelnS und der Feuer tvebr zusammengefunden, um der Arbefterftbaft das Mandat der dritten Abteilung streitig zu machen. Als Wahlmachcr der Bürgerlichen fungiert diesmal Herr Gutjahr. Direktor des Nruköllner Krankenhauses. Ueber die politische Stellung des Herrn ist iveiter nichts bekannt, als daß er ein eifriger Förderer der christlichen JünglingSbetvcgung ist. In einer kürzlich stattgesundenen Versammlung, die unter seinem Vorsitz stattfand, ergaben sich Schwierigkeiten bei der Be- setzung der driticn Abteilung. Die Herren fürchteten Wahlschein- lich den Durchfall. In dceser Bedrängnis erschien nun Herr Gutjahr als Retter, indem er die Garantie(!) für den' Sieg der bürgerlichen Kandidaten übernahm. Mit solchen Versicherungen ist es nun aber eine heikle Sache. Aber der Herr Direktor scheint seiner Sache sicher zu sein. Wozu ist man der Leiter eines großen Betriebes. Ein mehr oder minder sanfter Druck verrichtet da mitunter Wunderdinge. In einem solchen Betriebe befinden sich immer Leute, denen der Wunsch deS Chefs Befehl ist. Und so geben sich Hosverwalter, Küchenschreiber und sonstige„höhere Be- omte" die größte Mühe, für den bürgerlichen.Kandidaten Propa- ganda zu machen. Sonst sind zwar alle politischen Erörterungen im Krankenhause streng untersagt. Im Augenblick ist aber das Krankenhaus der Schauplatz der regsten politischen Propaganda. Die Angestellten und Arbeiter, die sich in abhängiger Stellung be- finden, werden nach allen Regeln der Kunst bearbeitet. Tie Stimmen aus dem Äronkenhause sind ja notwendig, um das Garantieversprechen deS Direktors einzulösen. Anscheinend er- reicht dieser sanfte Druck sein Ziel. ES wird auS dem Kranken- Hause bekannt, daß sich unter dein Druck der„obrigkeitlichen" Propaganda tatsächlich Leute befinden, die bereit sind, fiir die bürgerlichen Kandidaten zu. stimmen, während andere auf ihr heiligstes Recht verzichten wollen, weil sie sonst dienstliche Nach- teile befürchten. Demgegenüber sei festgestellt, daß kein Direktor oder Beamter das Recht hat, oder sich auch nur herausnehmen darf, einen Angestellten oder Arbeiter wegen Ausübung seines Bürgerrechts zu benachteiligen. Diese Befürchtungen sind völlig grundlos. Jeder Angestellte oder Arbeiter kann ohne Rücksicht auf sein Arbeitsverhältnis zur Wahl gehen und für den Kandidaten der Sozialdemokratie stimmen. Jeder Angestellte und Arbeiter hat dieselbe Freiheit, wie der Herr Direktor und seine Beamten. Angesichts dessen ergeht aber an alle Wähler der Ruf, Mann sür Biann am Sonntag zur Wahl zu gehen und für den Kandidaten der Sozialdemokratie, den Ge- nassen Karl Klein, zu stimmen. Arbeiter und Bürger Buckows, macht die Anschläge der Reaktion zu nichte. Der Sieg der Sozialdemokratie bedeutet Fortschritt. Ober-Tchöneweide. Gemeindevertreterfitzung. Die Beratungen der Etats- kommission nötigten zu der Erkenntnis, daß auch bei den be- scheidensten Ansprüchen mit den bisherigen Mitteln-nur noch aus- zukommen war. Die Etatskommission hat daher eine Erhöhung der besonderen Gewerbesteuer, Schaffung einer Filialstcuer, Er- höhung des Schulgeldes fiir das Realgymnasium von 120 auf 130 M. und Erhöhung der Hundesteuer von 20 auf 30 M. in Aus- sich genommen. Um eine rechtzeitige Genehmigung der erhöhten Gewerbesteuer und der Filialstcuer mit Wirkung vom 1. April 1914 zu erlangen, lag der Vertretung ein Entwurf vor, in welchen beide Steucrarten hineingearbeitet sind. Wie zu erwarten, fand der- selbe bei den Vertretern der ersten Klasse, den Herren Fabrik- direkteren, keine Gegenliebe, da die besondere Gewerbesteuer ja gerade ihnen eine prozentuale Abgabe, nach den gezahlten Ge- bältern und Löhnen bemessen, auferlegt, und zwar eine Erhöhung des bislang gezablten Satzes von 4 M. pro Tausend stufenweis bis zu 5 M. Sind es auch nur verhältnismäßig kleine Beträge, an den Ueberschüssen oder Etats dieser Werke gemessen, die ihnen als Mehrleistungen auserlegt werden sollen, so mußte doch der ab- geschmackte Einwurf wieder herhalten: Was wäre die Gemeinde ohne uns mit unseren Fabriken. Als ob nicht gerade durch deren Dasein der Gemeinde erst alle die ungeheuren Lasten aufgebürdet wurden. Eine Einigung über die Sätze der Besteuerung konnte nicht erzielt werden, es wird sich daher noch die nächste Sitzung damit zu beschäftigen haben. Die Absendung einer Petition an daS Abgcordnstnhaus, welche die Schaffung eines Ausgleiches der Schullasten in einem einheitlichen Wirtschaftsgebiete zum Gegen. stände hat, fand die Zustimmung. Mitgeteilt wurde dazu, daß der jährliche Zuschuß der Regierung zu den enormen Schullasten des Ortes von 5000 auf 6000 M. erhöht worden sei. Beschlossen wurde ferner die Aufnahme einer Anleihe von 240 000 M. sür die ihrer Vollendung entgegengehende Umänderung der Kanalisation, und einer solchen von 45 000 M. sür die Durchlegung der Wattstraße, mit welcher demnächst begonnen werden soll. Das OrtSstatut zur Bildung eines kollcgialischen Gemeindevorstandes fand seine cnd- gültige Erledigung, nachdem ein Antrag der zweiten Klasse, der die Schaffung von Dezernaten vorsieht, abgelehnt wurde. Die Vorlage, welche eine Erhöyung der Kanalisationsgebühren vor- ficht, fand die Zustimmung der Vertretung. Lankwitz. Ter Termin für die Gemeint, ewahlcn ist, obwohl bereits der lialbe März vergangen, noch immer nicht bekannr gemacht. Der Lankwiyer Gemeindevorsieher scheuil soviel mit der leidigen Kandidalenfrage zu tun zu haben, daß er für die Bekannimachnng der Wahl keine Zeit übrig hat. Nachdem die.nationale" Wähler« Versammlung am 17. Februar den.Kompromißkandidaten" ihre Zu« jlimmung versagt und einen Herrn ausgestellt bat. der dem Bürger- incister nicht ge.ichm ist. war eS mit der.geschlossenen Front" gegen die Sozialdemokratie auS. Jetzt endlich iollen, nach einem Bericht der.Lankwitzer Abendceiiung". im Beiiein deS Gemeindevorstehers zivei Kandidaten aufgestellt worden sein, denen nachgerübmt wird, daß sie noch nalionater sind als die ersten. ES sind daS die Herren Rechnungsrat Marchand und Malermeister Steck. Erster« ist als früherer Borsitzender deS Glundbesiyervereins.Lankwitz-Süd" bekannt. der in Süd im Jahre 1912 den Bau von kleinen Wobnunge» durch Schaffung eines OrtSstalulö verhindern hals, nach welchem nur zwei Etagen und in jeder Etage nur eine Küche gebaut werden durften. Allem Anschein nach will man jetzi noch ein paar Wochen Sie Bürgermeiiterkandidaten im„Amt-blau" beweibräuchern, und die Gegner mit Schmutz bewerfe». Hoffentlich vergißt der Herr Ge« meindcvorstcber nicht, daß die Wahle« im März stattzufinden baben. Die große Mehrzadl der Wäyler weiß, daß ihre Interessen nur dann wirksam vertreten werden, wenn sie Sozialdemokraten zum Siege verhilst. Zossen« Ein gute? Ergebnis für die Organisation brachte die am Donnerstag hier staitgesundene öffentliche Frauenver ainmlung. Ain Schlüsse derselben meldeten eine Anzahl Besucherinnen ihren Beitrut zum Wahlvcrc n an. Tpandan. Submissionswesen und Arbeitersürsorge. Der hiesigen Tischler« Innung soll wieder einmal der Zuichlag erteilt werven, und zwar auf Lieferung der Schulbänke für die 3. Geineindeschule. tioydem ein auswärtiger Unternehmer Mindeslsordernder ist. Es soll Rück- ficht genommen werden auf die gioße Arbeitslosigkeit im Holz- geioerbe, die ja allerdings infolge des Daniederliegens der Bau- lärigkeit sehr groß ist Für die liberalen Sradtverordneten. die bei dem Wadlrechlsantrag so kläglich veriaglen. aber geschlossen in jeder Stadtvecoidiietensitzuiig mit großem Eifer dafür eintreten, daß unter allen Umstände» nur hiesigen Untcrnedmein der Zuschlag aus städtische Arbeiten eneitt werden soll, kommt cS in erster Linie daraus an, dem hiesigen Uiiternehinertum die Taschen zu füllen. ES würde doch unbedingt zu euiem großen Mißstand führen, wenn nickt die einzelnen hiesigen Unternehmer Offerten einreichen, sondern, wie e« im Holzgewerbe seit einiger Zeil geschieht, nur die Tischler« innung allein ein Angebot aus die au-geschriebene Arbeit einreicht nnd die Arbeilen dann an die einzelncil Firmen verteilt. Die Arbeits- losigkeil im hiesigen Baugewerbe ist nur deshalb so groß, weil die städtische Polizei dafür sorgt, daß Hunderten von Familienvätern auS dem Grunde die Staatsweiksrälten dauernd verschlossen bleiben, weil sie vor einem Jahrzehnt einmal dem sozialdemokratischen Wahlverein angehörten. Auf Grund einer schwarzen Liste, einem Verzeichnis der vor Inkrafttreten des neuen Vereinsgesetzes polizeilich gemeldeten Mitglieder deS WahlvcrcinS, maßt sich die Polizei an. Auskunft darübet zu erteilen, wer jetzt noch Mitglied des Wahlvereins ist, trotzdem doch inzwischen Hunderte von Milgkiedern de» Wahlvereins zum Teil verzogen, verstorben und ausgetreten sind. Die Stadt möge dafür sorgen, daß die StaatSwerkstälten bei Bedarf an Arbeits- krästen den städtischen Arbeitsnachweis benutzen, und die schwarzen Listen beseitigt werden. Kablow. Die oerslossene Gemeindewahl hat zwar mit einem erfreulichen Siege unserer Partei geendet, nichtsdestoweniger hat sich hierbei herausgestellt, daß die der zweiten Klasse zugehörigen Lrbeirer- Wähler, die zum großen Teil in Berlin und Umgegend beschastrgt sind, nicht t» der gewünschten Weise ihre Schuldigkeit getan haben. Diese Nachlässigkeit hätte ebenso gut zu einer Niederlage sür unsere Partei führen können. Die Tatsache, daß in dem neuen Voranschlag der Einkominensteuerzuschlag anstatt wie bisher mit 150 Proz. nrit 250 Proz. vorgesehen ist. hätte an sich schon die Wähler veranlassen müssen, auf dein Platze zu sein, um durch die Wahl von Sozial- dcmokrnten sür eine gesunde Finanzpolitik der Gememde Sorge zu tragen. Bewilligen doch die Bürgerlichen ohne weiteres Landrats- und Jubiläumsspenden und tragen sie sich doch mit der Absicht, dem Jagdpächter 250 M. des Pachtgeldes zu erlassen. Also für spätere Kämpfe mehr als bisher gerüstet sein!. Der Vertretung gehören nunmehr an in der dritten Klasse dre Genossen Stein, W. Barschin. H. Curth und B. Bentke, in der zweiten Klasse die Genossen C. Schmidt und H. Baschm. Rowawes. Eine uene gärtnerische Schmuckanlage soll aus dem südlichen Teil de? Plantagenplatzes, der wegen des geplanten Kirckenbaues bisher brach lag und im Sommer ständig zu Klagen über Staubbelästigung Anlaß gab, in nächster Zeit erstehen. Die Kirchengemeinde scheint wohl eingesehen äit haben, daß eine neue Kirche vorläufig überflüssig ist. sonst hätte sich die politische Gememde wohl nicht zur Regulie- rung des Platzes entschlossen. Nach dem entworfenen Plane soll der längs des Friedhofes führende Verbindungsweg zwischen Mittel- und Planiagenstraße bestehen bleiben; neben ihm wird ein Schutzstreifen mit Sträuchern angelegt, die gleichzeitig den Fried« hofSzaun verdecken sollen. Unmittelbar an diesem Weg sind zw« zementeingefaßte mit Bäumen beschattete Buddelplätze für Kinder sowie ein Ruheplätzchen sür Erwachsene vorgesehen. Den m der Mitte befestigten Platz durchkreuzen Wege nach allen Richtungen und gewähren eine bequeme Verbindung mit den angrenzenden Straßen. Di- Randpartien erhalten Buschwerk. Rasen- und Blumenanlagen. wie der gegenüberliegende nördliche Teil des Platze?, der sich dank der gärtnerischen Pflege sehr gut entwickelt hat. Mit den Arbeiten ist bereits begonnen worden. Die Gemeindevertretung wählte in ihrer letzten Sitzung als Armenpfleger sür den 10. Armcnpslegebezirk an Stelle des zurück» getretenen Werkmeisters Probst den Genossen Traugott Förster. Blücherstrahe 10.— Mit dem Beamten-Heimstättenverein soll ein Vertrag abgeschlossen werden, der die Ar.age und Pflasterung von Straßen auf der Kleinen Sandscholle regelt. Danach sollen die Fahrdämme Granitchaussierung von 20 Zentimeter als Unterlage und darüber Ouarritte, Termakadcun oder ähnlichen Belag, ferneo beiderseits 50 Zentimeter breites Riwtenpflafter aus Kupferschlacken. steinen und Granitbordschwellen von 30—35 Zentimeter Höhe und 15 Zentimeter Stärke erhalten. Die Fußwege werden mit 1,50 Meter breiten Mosaikbahnen in 8 Zentimeter� hoher Kies. bettung und in den übrigen Teilen mit jUamottenbesestigung oder Rasenstreiseit versehen. Längs der Fußwege sind kräftige Bäume nach Auswahl der Gemeinde zu pflanzen. Die Kosten für die Unterhaltung der Straßen sind bis zur Uebernahme durch die Ge. meinde vom Heimstättenverein zu tragen.— Der vorgelegte Be» bauungsplan sur den Ortsteil Bergstücken hat nicht die Zustimmung des ZwcckvcrbandcS gefunden, weshalb er an die Wegekommission zur Abänderung zurückverwiesen werden müßte. Genosse Neu. mann warnte besonders vor einer Festlegung deS Planes, bevor nicht die erforderlichen Plätze genau bestimmt sind. Wenn erst die projektierten Straßen durchgelegt seien, würde die Schaffung von Plätzen große Schwierigkeiten und der Gemeinde sür die Land. abtretungen bedeutende Kosten bereiten. Um dies zu vermeiden, müsse bestimmt werden, daß jeder, der dort bauen wolle, einen be- stimmten Beitrag sür die Plätze zu leisten habe. Auch müsse darauf geachtet werden, daß die Grundstücksbesitzer bei der Gelände» abtretung möglichst gleichmäßig belastet werden. �Gemeindevertreter Häberer rügte, daß einzelne der vorgesehenen Plätze so dicht an der Eisenbahn gelegen seien, daß sie für öffentliche Gebäude, wie Schulen oder Kirchen, kaum in Frage kommen könnten.— Der Be» bauungsplan für das Gelände am Babelsberg wurde gleichfalls an die Wegekommission zurückverwiesen, weil sich hier eine genaue Fest. stellung der Bvdcnformation notwendig macht.— Für die Her» stellung der genannten Teilpläne wurden 500 M., für die Revision des Gesamtbebauungsplanes 1500 M. und als letzte Rate für die Notstandsarbeiten 1000 M. bewilligt.— Ten letzten Beratungspunkt bildete die zweite Lesung des Gemeindeetats. In der Generalversammluog beS Wahlvereins wurde nach Er» stattung der Jahresberichte die Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen vorgenommen. Der bisherige Vorstand mit dem Genossen Krohnvcrg als ersten Vorsitzenden wurde einstimmig wiedergewählt. In der anschließenden Diskussion wurde das rück» gratlose Verhalten derjenigen Partei- und Gewerkschaftsmitglieder, die mit Vorliebe die bürgerlichen Lokale besuchen und dadurch den gegen diese gerichteten Kampf von Partei und Gewerkschaften un» gemein erschweren, mit aller Schärfe gerügt. ES wurde auch eine neue, wirksamere Form des LokalkampfcS angeregt, doch soll sich hiermit erst einmal das Gcwerischaftskartell und der Wahlverein beschäftigen. Schärfste Mißbilligung fand auch die Neugründung eines zweiten Arbeiterradfahrervereins durch abtrünnige Mit» gliedcr deS alten Vereins. Der Vorstand des Wahlvereins wurde beauftragt, eine Wiedervereinigung zu versuchen.— Zur Aufnahme kamen 28 neue Mitglieder, von denen 22 in der am letzten Sonntag stattgehabten Fraucnversammlung gewonnen wurden. Zum Schluß ersuchte Genosse Müller die Mitglieder, sich möglichst zahlreich an der Agitation sür die politische Organisation und Parteipresse zu beteiligen, um die den Gegnern so verhaßte Aktion zu einem glänzenden Abschluß zu bringen. Eingegangene Druckschriften. Töchter. Ein Wien« Roman von K. Adolph. 6 Kr. Deutsch-Oester» relchischer Verlaq. Wien 6. {fünf«nfsStze. Bon 91. Mayer. Mit 12 Abbildungen. P. Calstrer, Berlin W 10 3,50 M. geb. 5 M. Der Gärtner. Von Rabindranath Tagore. 3 M., geb. 4 M. K. Wolfs, Leipzig. Ter verlorene Tob«. Eine Geschichte aus der Fremdenlegion. Von W. LamszuS. 135 S. geb. A. Sachsen, Hamburg. Toziale Ethik im Judentum. Herausgegeben vom Verband der deulliyen Juden. 1,50 M. I. Kaustinonn. Iransfurt a. M. Illustrierte» praktisches Gartenbuch. Von K. Erwig. 2,40 M., geb. 3 M. 33. Vobach u. Co., Leipzig. Die Prestfretheit der Offiziere seit den Tagen d« karlsbader Beschlüsse bis zur Gegenwart. Von einem Osfizier. 1 M. K. CurtiuS, Berlin. „Gewerbe- und KaufmaunSgrricht." Nr. 6. Monatsschrift deS Berirnndes Deutscher Gewerbe- und Kausmannsgerichte. Verlag von &. Reimer in Berlin. Das preustltchc Gewcrbefteucrgesetz. Von I. Gärtner.(Staatsb.» Bibl., Heft 44.) 45 Pf. M.-Gladbach. Voltsvercins-Verlag. Rosthalde. Roman von H. Hesse.— S. Fisch«, Verlag, Berlin. 4 M.. geb. 5 21. Die Märchen von Hans Bürgers Kindheit. Von R. Schaukai. 2 M.— Briefe der Kaiserin Maria Dherefia. 1. und 2. Band. Ausgewählt von W. Fred. 385 und 412 S.— Homer» JliaS. Uebulctzt von Tbassilo v. Schess«. 557 S.— Erzählungen von F. Huch. 183 S.— Zlbenteuer und Magie. Novellen von K. Federn. 375 S. � Abaltbama. Drei Erzählungen von C. G. Kolbenhcyer. 4M.—. Dantred. Die Geschichte der verheimlichten Prinzen. Bon B. Rütlenau«. 3 M.— Das Land der Wirklichkeit. Französische Gesellschajtsprobleme. Von L. Zl. H. Schmitz. 323 S.— Da» Land olme Musik. Englische GesellschastSprobleme. Bon O. A. H. Schmitz. 285 S.— S. Müller, Müncken und Leipzig. 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