Nr. 75. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1,10 9, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen att: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. B Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonel zelle oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplay, Nr. 1983. Dienstag, den 17. März 1914. Dem Sozialismus entgegen. betreiben, firen bie werben." Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplay, Mr. 1984. Kampf ums Koalitionsrecht. Der Schuß des Koalitionsrechtes bei Vergebung genau ermitteln lassen; denn die Anstalten und Einzel- Ob es gelingen wird, bei der Beratung im Abgeordnetenpersonen, die gewerbsmäßig die Grundstückszerschlagungen hause entsprechende Verbesserungen in das Gesez zu bringen, betreiben, führen die Teilungen vielfach nicht im um es wirksamer zu gestalten, kann heute natürlich noch nicht eigenen Namen aus, sondern find dabei nur in der gesagt werden, um so weniger, als wir Sozialdemokraten beEs wird uns geschrieben: Weise beteiligt, daß sie die Eigentümer der Grundstücke, die zeichnenderweise nicht allein mit der Forderung des staatDem preußischen Abgeordnetenhause ist kürzlich der Ent- nach außen hin selbst als Unternehmer auftreten, beraten und lichen Enteignungsrechts zu rein agrarwirtschaftlichen Zwecken wurf eines Grundteilungsgesetzes nebst ausführ- mit Geld und Kredit unterstützen und besonders auch Kauf- dastehen. Durchaus„ gutgesinnte“ Männer freten mit uns für licher Begründung zugegangen. Der Entwurf bezweckt die lustige durch Darlehen in den Stand sezen, Landstücke zu er- ein derartiges Enteignungsrecht ein, weil auch sie feinen anBekämpfung der gewerbsmäßigen Güterzertrümmerung und deren Weg wissen, der schädlichen Folgen der Eigentumsdie Förderung der inneren Stolonisation. Er ist politisch be- schlächtereien oft volks- und privatwirtschaftlich sehr bedenkEs ist leicht begreiflich, daß eine solche Praxis der Güter- entwickelung Herr zu werden. deutungsvoll durch die erhebliche Einschränkung des freien Verfügungsrechts am Grund und Boden. Deswegen verdient liche Folgen hat; volkswirtschaftlich: die ungesunde Steigeer unsere ganz besondere Beachtung. rung der Güterpreise, die schließlich jede Bewirtschaftung unDie wichtigsten Bestimmungen des vorgelegten Gesek rentabel macht und zur Begründung noch unverschämterer entwurfs sind die Einführung der behördlichen Ge- agrarischer Schutzzollforderungen dient; privatwirtschaftlich: nehmigung für die Zerschlagung ländlicher Grundstücke die finanzielle Misere der Parzelleneriverber, die sich verleiten durch gewerbsmäßige Güterhändler, die Festsetung eines laffen, viel zu hohe Preise für das begehrte Land zu zahlen von Arbeiten und Lieferungen ist vom württembergischen Landtage Rücktrittsrechts für den Verkäufer solcher Grundstücke und dadurch in Ueberschuldung und wirtschaftliche Hörigkeit der Regierung zur Pflicht gemacht worden. Tagelang wurde über und endlich die Verleihung des Vorkaufsrechts an den geraten. Die Begründung des Entwurfs schildert recht ein- bas Submissionswesen debattiert. Die bedenklichsten HandwerkerStaat. Wer also in Zukunft gewerbsmäßig ländliche Grund- dringlich diese Folgeerscheinungen der Güterschlächterei, die wünsche wurden von den bürgerlichen Barteien unterstützt. Sogar stücke erivirbt, oder die Veräußerung von solchen Grundstücken den auf dem zerstückelten Grundbesitz angefiedelten Landleuten für eine gefeßliche Regelung des Submissionswesens erklärte sich die vermittelt, darf die Zerschlagung einer land- oder forstwirt- trop aller Mühe und Kosten nicht die ersehnte fefte Eristenz, Mehrheit des Hauses, obgleich von der Regierung und von unserer schaftlichen Befizung nicht ohne Genehmigung des Regierungs- sondern alle Bitternisse des privaten Eigentums bringt, an Frattion schwerwiegende Einwände dagegen erhoben wurden. Der präsidenten vornehmen oder vermitteln. Dann kann der- deren Schluß die Zwangsversteigerung steht. verlangte Gesezentwurf wird aber noch lange auf sich warten lassen. jenige, der sich verpflichtet hat, das Eigentum an einer land- einmal nachzuspüren, welchen zahlenmäßigen Anteil die ge- bürgerlicher Vertreter. Von unserer Fraktion wurde beantragt, daß Es wäre, nebenbei bemerkt, eine interessante Aufgabe, An den Schutz des Koalitionsrechts der Arbeiter dachte jedoch kein oder forstwirtschaftlichen Besitzung an einen Grundstückshändler zu übertragen, innerhalb einer Woche nach dem Ab- werbsmäßige Güterzerschlagung an der Schaffung neuer in die von der Regierung erlassenen Bestimmungen über die Verschlusse des Vertrages von dem Vertrage zurücktreten. Und ein und mittelbäuerlicher Betriebe hat. gebung von Arbeiten und Lieferungen die Vorschrift aufgenommen endlich bestimmt der Entwurf, daß bei Verkäufen von über Die oben wiedergegebenen Zahlen enthalten wohl wichtige werde: Ausgeschlossen von der Berücksichtigung 10 Hektar großen Besitzungen in den Provinzen Ostpreußen, Fingerzeige, aber völlig Klarheit könnte doch erst geschaffen sind Angebote von unternehmern, die ihren Ar Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien, werden, wenn zuverlässige Erhebungen in allen Landes- beitern und Angestellten nicht völlige Koali. Sachsen, Schleswig- Holstein und Hannover dem Staate ein teilen darüber angestellt würden. Weiter wäre außerordentlich tionsfreiheit gewähren. Und siehe da, der Antrag fand gefeßliches Borkaufsrecht dem Eigentümer gegenüber zusteht. wichtig, die Frage zu flären, wieviel Besizwechselfälle und einstimmige Annahme. Wenn in der Begründung des Gefeßentwurfs gesagt 3wangsverkäufe die Folge des Erwerbes zu teuren zer- Bedenken" wegen der praktischen Durchführung wurden nur wird, daß das Bedürfnis, der unwirtschaftlichen Zerschlagung schlagenen Bodens find. Durch Klarstellung dieser Fragen vom Finanzminister geäußert, der sich aber eine kräftige Abfuhr land- oder forstwirtschaftlicher Grundstüde und ihren schäd- würde sicher manche Illusion kleinbetriebbegeisterter Partei- beim Redner unserer Fraktion bolte. Der Beschluß ist von prinzipieller lichen Folgen für das Gemeinwohl entgegenzutreten, schon genossen gründlich zerstört werden. Bedeutung. Es dürfte der erste Fall sein, daß eine gefeßgebende lange die Deffentlichkeit beschäftigt habe, so ist das richtig. Bische Regierung zur Bekämpfung der Güterschlächterei an sich um ftaatliche Arbeiten bewerben, strenge Respektierung des Wir haben oben bereits gesagt, welche Mittel die preu- Körperschaft von der Regierung verlangt, den Unternehmern, die Insbesondere in den letzten Jahren haben die maßgebenden Kreise der deutschen Landwirtschaft, das Preußische Landes- wenden will. Das wichtigste ist zweifellos das Vorkaufs- Koalitionsrechts zur Pflicht zu machen. Auch der weitere auf sozialökonomiekollegium und der Deutsche Landwirtschaftsrat, sowie recht des Staates, das an sich als ein wertvolles Zugeständ- demokratischen Antrag gefaßte Beschluß ist von erheblicher Bedeutung, die Landwirtschaftskammern ein gesetzliches Einschreiten gegen daß die Behandlung und Ausnukung des Bodens als Speku- Arbeitsbedingungen bieten, bevorzugt werden sollen. Hiergegen nis der herrschenden Klassen an die sozialistische Auffassung, daß bei der Zuschlagserteilung die Unternehmer, die die günstigeren die gewerbsmäßigen Güterzertrümmerungen gefordert, die je länger je mehr eine große Gefahr für die Landwirtschaft wird. lationsobjekt privater Eigentümer zurückzutreten habe vor erhoben nun die Konservativen Widerspruch, alle übrigen Parteien Wir haben uns im Leitartikel vom 18. Juni 1913 bereits mit dem Interesse der Gesamtheit, anzusehen ist. Allerdings muß stimmten zu. Schon bisher wiesen die von der württembergischen der Forderung auf Einführung eines staatlichen Vorkaufs- das Vorkaufsrecht, wenn es den Ansprüchen des Gemeinwohls Regierung erlassenen Bestimmungen die Vorschrift auf, daß Betriebe rechts beschäftigt. In Bayern und in einigen kleinen Bundes- genügen foll, etwas anders aussehen als das im Entwurf der mit besonders ungünstigen Arbeitsbedingungen bei Vergebung staatstaaten haben diese Bestrebungen auch bereits zu praktischen preußischen Regierung vorgesehene. Nach diesem soll nämlich licher Arbeiten auszuschließen und daß die berücksichtigten UnterGesetzesmaßnahmen geführt, und nun schickt sich Preußen eben- das Vorkaufsrecht des Staates oder seines Beauftragten ent- nehmer an die bestehenden Tarifverträge gebunden sind. Dazu soll falls an, dem Beispiel dieser Bundesstaaten zu folgen. sprechend den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches aus- nun die Bevorzugung der Betriebe mit den günstigeren ArbeitsDie Wahlen in Bulgarien. Leider ist bisher, offiziell wenigstens, keine genaue Sta- geübt werden, das heißt, bei einer Geltend machung des Vor- bedingungen fommen. Dem Reichstag, der demnächst den Bericht tiftit über den Umfang der Güterschlächterei geführt worden, faufsrechts soll der Staat den zwischen dem Käufer und Ver- seiner Kommission über das Submissionswesen zu beraten haben aber daß der gewerbsmäßige Güterhandel in allen Gegenfäufer ausgemachten vollen Kaufpreis zahlen. Es ist wird, ist zu empfehlen, sich die Beschlüsse des württembergischen aber daß der gewerbsmäßige Güterhandel in allen Gegenden Deutschlands sein Unwesen treibt, tann nach den allseitig leicht ersichtlich, daß dadurch ein wesentlicher Zweck des Ge- Landtags zu eigen zu machen. erhobenen Klagen nicht mehr bezweifelt werden. Bei dem all- fetes, der ungewöhnlichen Bodenpreissteigerung entgegenzugemeinen Mangel an zuverlässigen Erhebungen über den wirken, von vornherein vereitelt oder doch wenigstens seine Güterhandel ist nun lebhaft zu begrüßen, daß die Begründung Erreichung erschwert wird. Die Regierung hat hier anscheides Entwurfs aus einigen Regierungsbezirken und Provinzen nend nicht den Mut gehabt, dem„ geheiligten Privateigentum" genauere, wenn auch nicht vollständige Zahlen, die aus Er- energischer zu Leibe zu gehen und schärfere Maßnahmen zu Von Janko Sakasoff- Sofia. mittelungen der Landräte herrühren, mitteilt, denn diese empfehlen; auch die im Entwurf gemachten Vorschläge, etBahlen gestatten immerhin einen Rückschluß für die Landes- waigen Versuchen, durch Scheinverträge mit erdichteten hohen Die Sobranjewahlen vom 8. März haben folgendes teile, wo feine Aufzeichnungen gemacht wurden. Kaufpreisen oder sonstwie das Vorkaufsrecht des Staates aus- Resultat ergeben: Die Regierung erhielt in AIt. zunuben, fönnen nicht als ausreichend angesehen werden. Bulgarien 95( früher 94) Mandate, die Bauernbündler Sier hätte sich die Regierung wenigstens entschließen sollen, 50( 47). die Demokraten 20( 14), die Sozialdemokraten das Vorkaufsrecht des Staates so auszugestalten, wie vor 20( 37), die Narodnjaki 8( 5), die Radikalen 5( 5), die Progressisten einiger Zeit der Senatspräsident Dr. Flügge in einem 4( 1). In den neueroberten Gebieten fielen der Regierung 32. Artikel im„ Tag" vorschlug, daß nämlich bei allen Ver- den Demokraten 8 Mandate zu. Im ganzen verfügt also die Nefäufen von landwirtschaftlichen Grundstücken, freiwilligen mie gierung über 127 Size, während die Opposition 118 Mandate be unfreiwilligen, der Staat befugt sein soll, gegen Zahlung des figt; 2 Mandate sind noch zu besetzen. Schäßungswertes das Grundstück lastenfrei in sein Es fragt sich nun zunächst, ob die Regierung mit einer so geEigentum zu übernehmen. Ein dermaßen ausgebautes Bor- ringen Majorität ihr Auskommen finden kann. Muß man doch von faufsrecht hat den Vorzug, daß genereII bei Erwerbungen ihren Stimmen eigentlich die 9 Mandate der Minister und das eine von landwirtschaftlichen Grundstücken durch den Staat nach für den Präsidenten in Abzug bringen. In der Tat meinte man Maßgabe des Vorkaufsrechts der Schäßungswert ge- zunächst, daß die Regierung demissionieren werde, um so mehr, zahlt wird und nicht der zwischen dem Verpflichteten und dem da in die Regierungspartei auch 13 Jungtürfen eingerechnet Dritten ausgemachte Betrag. find, die in Neubulgarien gewählt wurden. Stann man ja deshalb Danach sind zerschlagen worden: im Regierungsbezirk Raffel in einem Zeitraum von fünf Jahren 178 Besizungen mit einer Teilungsfläche von 3674 Hektar; im Regierungsbezirt Frankfurt a. d. Oder in einem Beitraum von fünf Jahren 271 Besizungen mit einer Teilungsfläche von 12 155 Hektar; im Regierungsbezirk Liegnik in einem Zeitraum von über fünf Jahren 367 Besigungen mit einer Teilungsfläche von 10 459 Heftar; im Regierungsbezirk Röslin in einem Zeitraum von fünfzehn Jahren 328 Befizungen mit einer Teilungsfläche von 39 354 Hektar. In den Provinzen Westpreußen und Posen, wo genauere Zahlen zur Verfügung stehen, sind in der Zeit vom 1. Januar 1890 bis 31. Dezember 1912 gezählt worden: in Westpreußen 10 407 private Grundstücsteilungen mit einer Zeilungsfläche von 466 642 Heftar; in Posen 13 444 private Teilungen mit einer Teilungsfläche bon 466 403 hektar. Nur insofern hat auch ein solches, über die Bestimmungen nicht mit Unrecht sagen, daß die Majorität nicht eine solche des des Bürgerlichen Gesezbuches hinausgehendes Vorkaufsrecht Königs Ferdinand allein sei, sondern zugleich eine Majorität des eine Lüde, als es nur überall da angewandt werden kann, wo türkischen Sultans, da die jungtürkischen Deputierten doch eher auf wirklich Besigentäußerungen erfolgen sollen. Soll der Staat Enver Bascha, als auf den Ministerpräsidenten Radaslawoff hören aber in großzügiger Weise auf die Grundstücksverteilung ein- würden. Immerhin, die Regierung hat zunächst beschlossen, zu bleiben und wirken fönnen, soll er insbesondere überall dort, wo es nach es ist vielleicht nicht uninteressant, daß dieser Beschluß nach einer Befeiner Meinung notwendig ist, Siedlungsland preiswert er- fprechung gefaßt wurde, die der Ministerpräsident mit dem österreichischen werben, dann muß ihm nicht das Vorkaufs-, sondern das rumänischen und türkischen Gesandten gehabt hat. Wie diefer Versuch, Wie die Begründung weiter angibt, sind durch diese Enteignungsrecht gegeben werden. Leider besteht ja die Regierung fortzuführen, gelingen wird, ist allerdings sehr zweifelGrundstücksteilungen 90 595 Besißstüde entstanden, darunter heute die Gefahr, daß der Staat- nach dem Beispiel der haft, denn trop des angewandten Terrorismus ist die Majorität zu 63 060 unter 5 Heftar große, und zwar 41 157 in einer Größe deutschen Besitzbefestigung im Often ein solches Ent- flein und die Opposition zu mächtig, als daß dieser Regierung ein bon weniger als 2 Heftar und 21 903 in der Größe von 2 bis eignungsrecht auch zu nationalistischen Zwecken mißbrauchen langes Leben beschieden sein könnte. 5 Hektar. Von den 41 157 Zwergparzellen sind 16 522 und wird, aber davon abgesehen wird das Enteignungsrecht immer Das zweite Ergebnis der Wahl ist die Erhaltung des demovon den 21 903 Teilstücken von 2 bis 5 Heftar 9406 als neue das geeignetste Mittel sein, die Forderungen des Gemeinwohls fratischen Charakters der Oppofition, obgleich der Mandatsverlust Stellen eingerichtet worden. gegenüber den privaten Bodenbefibern zur Geltung zu bringen. der Sozialdemokratie natürlich auch innerhalb der Opposition eine Weiter wird in der Begründung angeführt, daß von den Wenn beispielsweise Besizer von Dedlandflächen diese brach Verschiebung nach rechts bedeutet. Bauernbündler und Demokraten Grundstücksteilungen in West preußen 922 mit 97 361 liegen lassen, weil sie hoffen, nach Jahren hohe Bodenpreise haben ihre Mandate vermehrt und sie verdanken den Zuwachs zum Hektar und in Posen 1594 mit 97 840 Heftar nachgewie herauszuschlagen, so wäre in einem folchen Falle ein staatliches Teil den neueroberten Ländern, was immerhin beweist, daß diese fenermaßen ausgeführt sind. In welchem Umfange bei den Vorkaufsrecht völlig wertlos. Da müßte der Staat die Mög- nicht durchaus der Reaktion verfallen sind. Die Sozialdemokratie übrigen Teilungen noch Grundstückshändler und namentlich lichkeit haben, auf dem Wege der Enteignung das Ded- beider Richtungen hat in den neuen Gebieten mehr als 1500 Stimmen Genossenschaften und Banken mitgewirkt haben, hat sich nicht land zu erwerben, um es dann in Kultur zu fezen. bekommen, was gleichfalls ein verheißungsvolles Beichen ist. Für Scn Gesamtcharakicr der Wahlen bezeichnend aber ist der allgemeine Zug nach rechts. Und für diesen gibt es eine Reihe Erklärimgsgründe. ES mußte zunächst erwartet werden, daß die Parteien Geschows und Danews, die beide mit der Verantwortung für den Krieg belastet waren, sich allmählich erholen werden, be« sonders nachdem der Beweis erbracht war, daß sie sür den Ausbruch des zweiten Balkankrieges nicht verantwortlich waren. Die Ver- mehrung der demokratischen Mandate ist eine Folge der Mittel« stellung dieser Partei, die sie regierungsfähiger erscheinen läßt als die anderen Gruppen der Opposition. Tie Demokraten haben niit größter Energie den Kampf gerade gegen uns geführt. Die Sozia- listen, sagten sie, sind unfähig, eine Regierung zu bilden, sie wollen nicht einmal eine linksdemokratische Regierung unterstützen, während wir Demokraten die einzige Gruppe sind, die eine Regierung dem Lande geben können, um es demokratisch zu verwalten. Wir wären ja auch geneigt gewesen, mit den Sozialisten und den Bauern- bündlern auf Grund eines gemeinsamen Programins zusammen» zuarbeiten, aber diese wollten es ja gar nicht. Diese Agitation hat ihre Gläubigen gefunden und viele Wähler schwenkten von uns zu den Demokraten ab. So konnten die bürgerlich-demokratischen Parteien uns eine Reihe von Mandaten. im ganzen 17, abnehmen. Früher hatten die vereinigten Sozialisten 19 und die Engen 18 Mandate, jetzt hat jede Fraktion 10. Dieser Rückgang der sozialdemokratischen Mandate hat neben den angeführten noch andere Ursachen. Die Macht der proletarischen Bewegung in Bulgarien war nicht groß genug, um den Gewinn von 37 Mandaten und 197 000 Stimmen— ein Fünftel der bei den letzten Wahlen abgegebenen Gesamtstimmenzahl— zu behaupten. Einige Tausend indifferenter Wähler, die unter dem unmittelbaren Eindruck des Krieges uns wählten, haben jetzt nicht mehr sür uns gestimmt. Ein anderer Teil war mit unserem Vorgehen in der Kammer nicht einverstanden, und viele Wähler ließen sich auch von den Verfolgungen der Regierung abschrecken. Unser Stimmenverlust erfolgte hauptsächlich in den Städten. Bei den vorigen Wahlen hatten die.vereinigten" Sozialisten öt 369 Stimmen erhalten, jetzt 47 107, die andere Fraktion ging von ö2 777 auf 38 382 zurück; der Gesamtverlust beläuft sich also auf 21 000, ungefähr ein Viertel unserer früheren Stimmenzahl. Dagegen haben wir beinahe die Hälfte der Mandate eingebüßt. Dies erklärt sich aus der größeren Zahl der Wablbeteiligten, wodurch der Wahl- quotient bei dem Proportionalwahlsysiem so erhöht wurde, daß viele unserer Kandidaten die nötige Miudeststimmenzahl nicht erreicht haben. Mit unseren 85 000 Stimmen haben wir nur 20 Mandate be- kommen, während den Demokraten mit 75 000 Stimmen 28 zu- fielen. Unter den Gründen nnseres Rückgangs fällt auch ins Gewicht der andauernde Bruderzwist, der uns viele Wähler entfremdete. Die wichtigste Ursache aber unserer Verluste ist die außerordent- liche Schwierigkeit der Wahlagitation gewesen. Vom Tag der Auflösung angefangen, waren wir dem unausgesetzten Terrorismus der Polizei ausgeliefert. Unsere Versammlungen waren es, die verboten oder zersprengt wurden, unsere Genossen waren es, die verhaftet und von Ort zu Ort getrieben wurden. Wir allein zogen alle Verfolgungen der Regierung auf uns, während die anderen Parteien ungestört ihre Wahlarbeit verrichten konnten. Alle gefügigen und schwache» Elemente der Opposition ver- ließen uns und gingen zu den bürgerlichen Gruppen über. Zu uns hielten nur diejenigen, die den öffentlichen Kampf gegen die Regierung aufzunehmen wagen konnten. Und daß wir unter diesen Umständen noch immer 85 000 Stimmen für die Partei mustern konnten, gereicht uns, wie unseren Wählern zur Ehre Diese 83 000 bilden einen festen Wall, an dem sich die königlich fc&urgische Gewalt brechen muß. Wie weit es freilich gelingen wird, die proletarische Kraft für die demokratische und sozialistische Entwickelung unseres Landes auszunutzen, darüber kann erst die Zukunft entscheiden, die nichts weniger als beruhigend und lröstlich ist._ politische Ueberflcht. Eisenbahnfinanzcn. Da? Abgeordnetenhaus erörterte am Montag in einer Dauer- sitzung die finanztechnische und wirtschaftliche Seite der Eisen- bahnen. Die finanziellen Ergebnisse der preußischen Eisenbahnen sind geradezu glänzende zu nennen. Seit Jahren schon sind erhebliche Ueberschüsse zu verzeichnen. Ueberschüsse in einer Höhe, wie sie bei Beginn der Verstaatlichung auch nicht annähernd erwartet wurden. Um gegen Mindereinnahmen bei schlechter Konjunktur und einem sich daraus ergebenden Defizit im Etat gerüstet zu sein, hat man einen sogenannten Ausgleichsfonds geschaffen, in den die Ueberschüsse bis zu einem bestimmten Satze fließen. Unsinnig aber ist es, daß zu der gleichen Zeit, wo auf der einen Seite ungeheure Summen an- gesammelt werden, auf der anderen Seite auch die dringendsten Steuererleichterungen unterbleiben. Wir werden bei dem zähen Widerstand deS Eisenbahnministers auf absehbare Zeit damit zu rechnen haben, daß alles beim alten bleibt. Die Ueberschüsse der Eisenbahnen werden weder zu Steuer- befreiungen benutzt, noch zu nennenswerten Verbesserungen im Verkehrswesen. Darüber hat die Debatte keinen Zweifel gelassen. Der Eisenbahnminister hat den Plan einer Tarifrcform aufgegeben, und die Mehrheit des Hauses stimmt ihm zu; nicht einmal allgemeine Tarifermäßigungen, sondern nur Ermäßigungen von Fall zu Fall sollen eintreten. Die verkehrsfeindliche Mehrheit wünscht auch das noch nicht einmal. Protestierten doch die Konservativen gegen die Einführung von Vororttarisen und Arbeiterwochcn- karten, weil dadurch angeblich das flache Land entvölkert wird! Auch die Fahrkartensteuer soll weiter erhoben werden, denn das reisende Publikum hat sich daran gewöhnt. Kurz und gut. die Eisenbahnen sollen vor wie nach in erster Linie eine ergiebige Ein- nahmequelle für den Staat und erst in zweiter Linie ein Verkehrs« institut sein. So will es die verkehrsfeindliche Mehrheit des TreiklasfenparlamentS. und deren Wunsch ist der Regierung Befehl. Vergebens bemühte sich der Fortschrittler Dr. P a ch n i ck e und vor allem Genosse Ströbel, die Regierung an ihre Pflicht zu erinnern. Ratschläge, die von sozialdemokratischer Seite kommen, hält man ja in. diesem Hause nicht einmal einer Prüfung sür wert. Und doch bot die Rede Ströbels viel Beherzigenswertes. Insbesondere sollte sich die Finanzverwaltung einmal die Frage vorlegen, ob es angesichts der günstigen Finanzlage nicht doch angebracht wäre, für die kleinen Einkommen wesentliche Steuererleichterungen eintreten zu lassen. Den Vorschlag, einfach die Steuerzuschläge sür alle Ein- kommeusteuerstufen zu beseitigen, wies Ströbel rundweg von der Hand, weil eine solche Maßnahme, wie er mit Recht hervorhob, nur daraus hinausläuft, den Reichen Geschenke zu machen. Im übrigen gab unser Redner, der sich grundsätzlich für die Uebertragung deS Eisenbahnwesens auf das Reich aussprach, eine ganze Reihe von Anregungen, deren Befolgung den Interessen des Staates in gleicher Weise dienen würde wie den Interessen des reisenden Publikums. Die Debatte wird am Dienstag fortgesetzt. Ter Kronprinz verzichtet auf Reichsgelder. Eine Korrespondenz meldet:„Sollte der Kronprinz nach Ostafrika reisen— die Genehmigung deS Kaisers steht noch aus—, so werden die Kosten aus der Schatulle des Kronprinzen bestritten werden."— Der nationalliberale„Deutsche Kurier" bemerkt hierzu: „Im Reichstage dürfte auch kaum Neigung vorhanden sein, Privat« reisen des Thronfolgers aus Reichsmitteln zu bezahlen." Nun, gewisse Parteien waren in der Tat bereit, die 200 000 M., auf die die Kosten der Kronprinzenreise beziffert wurden, der Staatskasse aufzubürden, und just die Nationalliberalen standen diesen Parteien nicht fern! Ebenso hatte die R e« gierung ursprünglich die Absicht, eine entsprechende Forderung für die Kronprinzenreise einzubringen. Wenn man inzwischen darauf verzichtet hat, so sicherlich nur, weil man erkannt hat, daß die Forderung bei der breiten Masse des Volkes doch auf unlieb- sames Erstaunen und Mißbilligung stoßen würde. Unterstützung der christlichen Gewerkschaften durch Regierung und Scharfmacher. In dem hitzigen Streit, der seit mehreren Jahren im klerikalen Lager zwischen der sogenannten Berliner und der Kölner Richtung wegen der christlichen Gewerkschaftsfrage tobt, hat nicht nur wieder- holt die Regierung ihren Einfluß bei der römischen Kurie zu Gunsten der christlichen Gewerkschastsorganisationen eingesetzt, sondern auch fast sämtliche bürgerlichen Parteien sind eifrig für die OrganisationS- freiheit und die Bewegungsfreiheit der christlichen Gewerkschaften ein- getreten. Selbst Blätter, wie die„Rhein.-Westf. Zeitung", die„Post" und die„Magdeburg. Ztg.", denen sonst jede Arbeiterbewegung ein Greuel ist, fanden, daß die christlichen Gewerkschaften nicht in ihrer Entfaltung durch kirchliche Vorschriften und Matznahmen ge- bindert werden dürften. Das ist begreiflich, denn die reaktionären Parteien sehen sämtlich in den christlichen Gewerkschaften ein höchst wirksames Gegengewicht gegen die Ausbreitung der freien oder, wie es im reaktionären Jargon heißt, der„sozialdemokratischen" Gewerk- schaften. Es kann deshalb nicht wundernehmen, daß jetzt auch die „Bayer. Staatsztg." erneut für die christlichen Gewerkschaften ein- tritt: immerhin ist recht intereffant, daß sie ganz offen diese ihre Haltung damit begründet, die christlichen Gewerkschaften wären als die am meisten„ernst zu nehmenden Gegner" der freien Gewerk- schaften zu betrachten. So heißt es in der betreffenden Epistel: „Die.Staatszeitung" tritt entschieden für die christlichen Ge- Iverkschaften ein. Sie tut dies, weil die christlichen Gewerkschaften, in denen katholische und evangelische Arbeiter ohne Rücksicht auf Konfessionszugehörigkeit wirtschaftlich organisiert sind, diejenigen Arbeiterorganisationen darstellen, die nach Mitgliederzahl und Entwicklungsfähigkeit als ernst zu neh« mende Gegner der sozialdemokratischen freien Gewerkschaften zu erachten sind. Eine Sprengung der christlichen Gewerkschaften ließe befürchten, daß ein sehr beträchtlicher Prozentsatz ihrer Mit- glieder in die Zwangslage versetzt würde, sich zur Sicherung ihrer lvirt schaftlichen Interessen den freien Gewerkschaften und damit der Sozialdemo- kralie anzuschließen. Die christlichen Gewerkschaften haben mit Klugheit und Festigkeit ihre Existenz bisher behaupten können. Ihnen in dem nicht leichten Kampf beizustehen, den sie um ihren Bestand und ihre innere Geschlossenheit führen, i st eine st a a t- liche Notwendigkeit. Daß, wer die christlichen Gewerk- schaften unterstützt, hierbei sich gegen gewisse Eifererkreise wenden muß. die glauben, päpstlicher sein zu müssen als der Papst, ist selbstverständlich. Man sollte glauben, die Unterstützung, die die „Bayerische Staatszeitung" den christlichen Gewerftcbaften leiht, müßle die Sympathie aller Kreise finden, die gewillt sind, das Ihre dazu beizutragen, daß die Konfessionen in Deutschland in Frieden miteinander leben."_ Wer zahlt die Wehrsteuer? Daß die Besitzenden, namentlich die Häuserspekulanten, die Wchrsteuer abzuwälzen verstehen, ist bekannt, aber mit welcher Ungcniertheit das geschieht, dafür hier folgender dokumentarischer Beweis: „Dortmunder Grunderwerbsgesellschaft mit beschränkter Haftung zu Dortmund. Dortmund, den 1. März 1914. Eheleute............ Hier. Infolge der außerordentlichen Belastung unserer Im- mobilien durch Wehrsteuer, städtische Abgaben sowie Er- höhung des Zinsfußes seitens des Hypothckeninstituts sind wir gezwungen, außer de in jeweiligen fälligen Mict- betrag eine Gebühr von 1,50 M. monatlich ab 1.?lpril 1914 zu erheben, und zwar bei der jeweiligen Miet- zahlung. Da fast sämtliche Hausbesitzer Dortmunds den zehnfachen Betrag, als wir oben angenommen, gesteigert haben, setzen wir selbstredend bei dieser geringen Summe Ihr Einverständnis voraus, anderenfalls eine Lösung des Mietverhältnisses in Er- tvägung gezogen werden muß. Hochachtungsvoll Dortmunder Grunderwerbs-Ges. in. b. H., Dortmund." Interessant an diesem Schreiben, das die Mieter der Gesell- schaft erhalten haben, ist, daß nicht mal von einer Mieterhöhung die Rede ist, sondern einfach wegen der Wehrsteuer eine besondere Gebühr, also in aller Form eine Steuer neben der Miete erhoben wird. Und die Grunderwerbsgesellschaft zu Dortmund rechnet auf freudige Zustimmung der Mieter, weil doch andere Hausbesitzer in Dortmund die Mieten um den zehnfachen Betrag erhöht haben. Prächtige Musterpatrioten! Bonner Steuerhinterziehungen. Infolge des GeneralpardonS wird sich im Stadtkreise Bonn und in den Kreisen Bonn-Land und Sieg ein außerordentlich hoher Mehrerlrag an Einkommensteuer ergeben. Nach vorläufiger Schätzung wird er etwa eine halbe Million betragen, wovon auf Bonn-Land etwa 320 000 M. entfallen. Dabei handelt es sich bei diesen Ziffern nur um die StaatSeinkommensteuer: die Mehr« ertrage werden mit den Zuschlägen der Gemeinde mindestens doppelt so groß. Bei dem Zuschlag Bonns von 130 Proz. würde also auch die Stadt Bonn 416 000 M. mehr an Einkommensteuer erhalten. Da im Bonner städtischen Haushalt der Ertrag der Einkommensteuer aus 2 110000 M. veranlagt ist, so bedeutet das, daß von den 2 526 000 M., die nun eingeben werden, etwa 16'/, Proz. unterschlagen worden sind. Rechnet man zusammen, was in Bonn infolge des Generalpardons an Staats- und Gemeindeeinkommen- stcuer mehr eingehen wird, so ergibt sich, daß die besitzenden Steuer- , ahler dieser Stadt 736 000 M. hinterzogen haben. Dabei ist die Summe der hinterzogenen Vermögenssteuer noch unbekannt, wie ja überhaupt der Gencralpardon noch längst nicht alle Betrügereien unserer befitzenden Schichten ans Licht bringt. Steigende Arbeitslosigkeit. Die städtischen Zuschüfle zur Arbeitslosenunterstützung haben sich in F r e i b u r g i. B., woselbst diese Form der Arbeitslosenfürsorge seit 1908 besteht, im Jahre 1911 fast verdoppelt. Es wurden nämlich im abgelaufenen Jahre an Zuschüsien zu den Arbeitslosen- Unterstützungen der Gewerkschaften geleistet 3754 M.. im Jahre 1912 dagegen nur 1927 M. Im Borjahre mußten sür 4358 Arbeits- losentage Zuschüsse bewilligt werden, 1912 nur für 2220 Tage. Von den Zuschüsien bezogen am meisten die Buchdrucker, nämlich 1751 M. oder 46 Proz., die Holzarbeiler 1007 M. oder 26 Proz., die Glaser 409 M. und die Metallarbeiter 283 M. In den nächst- jährigen Voranschlag find 4000 M. eingestellt. Im ganzen erhalten 33 Gewerkschaften Zuschüsse au-Z städtischen Mitteln, der Verband der technisch-industriellen Beamten hat sich diesen zuschußberechtigten Gewerkschaften jetzt auch angeschlossen. Nachwehen des Waldenburger Meineidsprozesses. Während die beiden Opfer des Waldenburger Meineidsprozcsses ihre einjährige Zuchthausstrafe fast zu zwei Dritteln abgebüßt haben, macht die Angelegenheit noch immer von sich reden. Bekanntlich hat sich an den Prozeß eine Reihe anderer Strafverfahren angeschlossen. Zuerst verklagte der konservative Redakteur Lippold sämtliche Redakteure unseres Parteiorgans, dann drehlen diese den Spieß um und stellten Strafantrag gegen Lippold und Konsorten. Beide Verfahren wurden nach einiger Zeit nieder« geschlagen.— Tarauf wurde der Strafantrag des Genossen Sachse, des Abgeordneten des Waldenburger Kreises, vom Staatsanwalt ab- gelehnt, obgleich ihm nachgesagt worden war, er habe sein Mandat durch Betrug errungen. Jetzt ist nach siebenmonatiger Untersuchung auch das letzte schwebende Verfahren niedergeschlagen worden: eine Untersuchung wegen Meineids.gegen den Krön- zeugen Köhler und seinen Schützer Lippold. Während in den ersten Mona! in der Untersuchung— laut Feststellung der Staatsanwalt- schaft— der Jnseratenchef des konservativen Blattes zugab, er wisse, daß Köhler, der frühere sozialdemokratische Zeitungsexpedient, vor seiner Anstellung am konservativen Blatt von Lippold 75 M.„Vorschuß" erhalten habe, soll im weiteren Verlauf der Untersuchung sich her- ausgestellt haben, daß dieser Herr Jnseratenchef, der heute noch in dem konservativen Geschäft tätig ist,„seine Angaben aus der Luft gegriffen" hat. Köhler wurde bekanntlich in dem Meineidsprozcß unter Eid gefragt, ob er von Lippold Geld erhatten hätte, und er beantwortete diese Frage mit„Nein". Um das auf- zuklären, wurde eine entsprechende Anzeige an die Staatsanwalt« schast gerichtet. Daß die Sache jetzt„aufgeklärt" ist, läßt sich nicht behaupten._ Religion und Kriegsdienst. Vom Kriegsgericht der 35. Division wurde ein Adventtst zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Advcntist hatte sich auf Grund seiner religiösen Anschauung beharrlich geweigert, an Sonnabenden Dienst zu tun. Weder von Vorgesetzten noch vom Geistlichen ließ er sich von seiner religiösen Meinung, bei der er sich auf die Bibel stützt, abbringen. Das Gericht erklärte daher, daß eine sttenge Strafe am Platze sei. Der Mann dient seit 1912. Wenn er bei seiner Weigerung bleibt, wird er wohl nicht mehr aus dem Festungsgefängnis herauskommen. /lbfolutismus in Gesterreich. Wien, 16. März. Die Verhandlungen zwischen den tschechischen und deutschen bürgerlichen Parteien, die noch im letzten Moment die Arbeitsfähigkeit des Neichsrats fördern sollten, sind gescheitert; die Regierung hat die Konsequenzen gezogen und den N e i ch s r a t auf unbestimmte Zeit ver- tagt. An die Stelle des Parlaments tritt der A b s o l u- t i s m u s der Regierungen. Der deutsch-tschechische Streit, der schon seit Jahren das Funktionieren des böhmischen Landtages unmöglich gemacht hat, hat damit auch das Zentralparlament zunr Stillstand gebracht. dänemark. Die Berfassungsrevision auf dem Marsche. Die dänische VerfasiungSrevision ist nunmehr einen Schritt weiter gerückt, nachdem die Vcrfassungsparteien der Verschleppung durch die Konservativen satt geworden sind. Ende der vorigen Woche find die führenden Parlamentarier der liberalen, der radikalen und der sozialdemolratischen Fraktionen, die der gemeinsamen VersasiungS« kommiffion des Reichstages angehören, zusammengetreten, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Sie wurden dahin einig, einen ge- meinsamen Antrag für die Kommifsionsberatung vorzulegen, der hinsichtlich der Zweiten Kammer nichts an der Regierungsvorlage ändert, aber die Wahl der Ersten Kämmen auf'eine andere Grund- läge stellt. Demnach werden die rechtsliberalen Wünsche bezüglich der Ersten Kammer berücksichtigt. Au Stelle der vorgesehenen Wahl der Ersten Kammer durch die Gemeindeverwaltungen wird eine Alters« grenze von 35 Jahren für die Wahlberechtigung gesetzt. Sämtliche 35 Jahre alten Wähler zur Zweiten Kammer erhalten also auch das Wahlrecht zur Ersten Kammer; sie dürfen die Wahlmänner wählen, die nachher die Abgeordneten auSersehen. Für beide Wahlen soll daS Proportionalwahlverfahren zur Anwendung gelangen. Die Erste Kammer erhält mehr eine prüfende Aufgabe, sie kann nicht dauernd den Willen der Zweiten Kammer vereiteln, denn fglls diese ein Ge- setz in zwei durch eine Neuwahl getrennten Sessionen angenommen hat, dem die Erste Kammer ihre Sanktion verweigert, kann die Auf- lösung dieser Kammer erfolgen. Ueber die entscheidenden Bestimmungen wäre also eine Einigung der drei ausschlaggebenden Parteien erfolgt. Die Konzessionen, die dem rechten Flügel der Liberalen gemacht werden mußten, ohne den die Vorlage die Erste Kammer nicht passieren konnte, sind nicht un- erheblich. Die Regierungsvorlage will die Erste Kammer durch die Gemeindeverwaltungen wählen lassen, die wiederum von allen 25 Jahre alten Zweite-Kammer-Wählern gewählt werden. Allein, mit Einschränkungen. Dazu gehört ein zweijähriger Aufenthalt in der Gemeinde. Das fällt nun fort, aber die Altersgrenze wird um 10 Jahre für die Erste Kammerwahl erhöht. Die neue Vorlage würde also im wesentlichen enthalten: Be- seitigung aller Privilegien hinsichtlich der Parlamentswahlen, all- gemeines Wahlrecht für Männer und Frauen ohne Ansehen der Person, und zwar nach 2öjähriger Lebensdauer für die Wahl zur Zweiten und nach� 35jShriger für die Wahl zur Ersten Kammer. Die Zahl der Abgeordneten beträgt in der Ersten Kammer 66, in der Zweiten Kammer 132. Die Zahl der Wähler zur Zweiten Kammer wird erhöht von>/z auf 1,2 Millionen. Die Zweite Kammer wird zum ausschlaggebenden Faktor in der Gesetzgebung, die Erste Kammer hat nur aufschiebendes Vetorecht. Wenn hinsichtlich deS BudetrechtS Differenzen zwischen den beiden Kammern entstehen, die nicht überbrückt werden, treten provisorische Verfasiungsbestim- mungen in Kraft, die gewaltsame Provisorien wie seinerzeit unter den Konservativen unmöglich machen. Ueber die Aussichten der neuen Vorlage erklärt unser Kopen« Hagener Parteiblatt, daß die VerfasiungSrevision gesichert ist. Di« Vorlage kann vor Ausgang dieses MonatS aus der Kommission zur einmaligen Beratung im Penum der Kammern gelangen. Wird fie hier angenommen, was als wahrscheinlich gilt, so folgt nach Er- ledigung eines Wahlgesetzes die Auflösung beider Kammern, so daß die Neuwahlen im Mai stattfinden würden. Der neue Reichstag würde lediglich die VerfasiungSrevision zu bestätigen haben, woraus seine Auflösung erfolgen soll, um nun Neuwahlen auf Gnmb der neuen Verfassung vornehmen zu können. Wenn aber alles glatt geht, könnte im Oktober dieses Jahres ein Reichstag zusammentreten, der auf Grund der revidierten Verfassung gewählt wird. Db man jedoch vor Ueberraschunge» schon gesichert ist, läßt sich noch nicht positiv sagen. Knnlanü. Sozialdemokratische Kundgebungen. Helsingfors, 16. März.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Gestern fanden im ganzen Lande Massenversammlungen gegen die von der russischen Regierung beabsichtigte Einführung der Getreidezölle statt, in denen eine energische Resolution gegen diese ungesctz- liche volksschädlichc Maßnahme angenommen wurde. Tie Versammlung in Helsingfors war von 16(XX) Teil- nehmern besucht. Die Massen marschierten unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Versammlungsort. Im Zuge wurden zahlreiche rote Banner getragen. Von vier Tribünen wurde gesprochen. Nach der Versammlung zog ein gewaltiger Demonstrationszug durch die Hauptstraßen zum Volkshaus, wo er sich auflöste. In A a b ö und W a s a sprengte die Polizei die Ver- sammlungen. Albanien. Das erste Ministerium. Durazzo, 16. März. DaS Ministerium hat sich folgendermaßen gebildet: Turthan Pascha, Vorsitz und Aeußeres; Essad Pascha, Krieg und Finanzen? Für st Bibdoda, Inneres, Post und Telegraphen; A z i z Pascha, Justiz und Kultus] Dodeur Turtulli, Unterricht; A ss anB ei- Pristina, Ackerbau und Handel._ J\m der Partei. Erfolge der Roten Woche. Nach dem bis Freitagabend vorliegenden Teilergebnis brachte die Agitation während der Roten Woche in den drei Dresdener Wahlkreisen 8811 neue Partei» Mitglieder und 126 Abonnenten, obwohl in Dresden schon vor der Roten Woche eine erfolgreiche Agitation im ganzen Stadtgebiet stattgefunden hatte. In Hannover lagen bis Sonnabend früh bereits 666 Neumeldungen für den Wahlverein und mehrere Hundert neue Abonnenten für das Parteiblatt vor. Am Freitag fanden noch zwei glänzend besuchte Vcrsamm- lungen statt, in welchen die Genossen S t r ö b e l- Berlin und König-Hagen sprachen. Genosse Leinert referierte am Mittwoch in einer gutbesuchten Versammlung der Jugend- lichen im Alter von 18—21 Jahren. Am gleichen Tage wurde der„Volkswille" in 166666 Exemplaren verbreitet. Die Gegner, insbesondere das Zentrum, der evangelische Arbeiter- verein und die Gelben, die erst gespöttelt hatten, bekommen es jetzt mit der Angst und veranstalten eine intensive Gegen- agitation. Die Schwarzen verbreiteten ein Flugblatt mit un- glaublichen Schimpfereien und gemeinsten Verleumdungen. Sogar eine Frauengruppc hat die„nationale Arbeiterschaft" gegründet. In B r e s l a u wurden bis Donnerstagabend 615 neue Parteimitglieder gewonnen. In Frankfurt a. M. wurde die Rote Woche mit einer Märzfeier beschlossen. Vor einer überfüllten Versamm- lung sprach Genosse Breitscheid- Berlin. DaS Resultat der Roten Woche für Frankfurt exgiebt 2126 neue Partei- Mitglieder und 1625 neue Abonnenten der„Volks- stimme". In L ü b e ck ivar die Aufnahme von 1223 männlichen und 567 weiblichen neue n Mitgliedern das Er- gebnis der roten Woche. Für den„Lübecker Volksboten" konnten außerdem 346 neue Abonnenten geworben werden._ Gemeindewahlerfolge.• In Neu-Salzbrunn siegten in der 3. Abteilung die Genossen Michaelis und Hähnel mit 187 Stimmen über die ver- einigten bürgerliche» Gegner, die ganze 9 Stimmen auf ihre Kan- didaten aufbringen konnten. In W e i g c l s d o r f im Eulengebirge wurden in der dritten Abteilung die Genossen Springer und Möse mit je 117 Stimmen gewählt. Die Gegner brachten 82 Stimmen ans. In Steinsüsfen im Riesengebirge wurden trotz heftiger Agitation der Gegner die Genossen Klose und Ende gewählt. Eine Rote Woche in Belgien. DaS Bureau des Generalrats der belgischen Arbeiterpartei schlägt vor, in der Woche v o m 5. b i S 12. A p r i l in ganz Belgien eine Propagandawoche zu veranstalten. Alle Gruppen, alle tätigen Genossen, sämtliche Mandatsinhaber von den Senatoren bis zu den Gemeindevertretern sollen sich zur Verfügung stellen zur Wer- bung von neuen Mitgliedern für die Partei, zur Gewinnung von Abonnenten für die Presse und zur Sammlung von Unterschriften für die Petition um das allgemeine Wahlrecht. Die belgische Rote Woche würde mit dem Kongreß der Arbeiterpartei ihren Abschluß finden. Stand der belgischen Parteiorganisation. Die Berichte für den zu Ostern stattfindenden Kongreß der belgischen Arbeiterpartei sind fertiggestellt. Sie umfassen einen stattlichen Band von 216 Seiten, lieber den Einfluß des Generalstreiks auf die Mitgliederbewegung in den Ge- werkschaften sagt der Bericht: In der gelben Presse, auch hier und da in Organen der sozialdemokratischen Parteien des Auslandes, wird behauptet, daß durch den Generalstreik die gewerkschaftliche Organisation geschädigt worden sei und an Mitgliedern verloren habe. Tatsache ist, daß die an die belgische Arbeiterpartei ange- schlossenen Gewerkschaften vom Jahre 1908 bis zum Jahre 1911 nur 10 000 neue Mitglieder gewannen haben. Als im Juli 1912 der Beschluß gefaßt wurde, den Generalstreik vorzubereiten, sprang die Mitgliederzahl von 77 104 im Jahre 1911 auf 116 082 Ende 1912 hinauf. Nach dem Generalstreik sank die Mitgliederzahl— das ist ein Gesetz, welches jeder Arbeiterführer nach einem großen Kampf beobachten kann— während zweier Monate etwas. Diese rückgängige Bewegung hörte jedoch bald auf und machte einer vorwärtsschreitenden Platz. Am Schlüsse des Jahres 1913 zählten die der Arbeiterpartei angeschlossenen Gewerkschaften 126 000 Mitglieder in runder Summe, ein Zuwachs von 10 000 Mitgliedern lrotz einer heftigen industriellen Krise und im Jahre des Generalstreiks. Die belgische Arbeiterpartei besteht aus den Gewerkschasts- organisationen, den Konsumgenossenschaften und den politischen Organisationen, die auf dem Boden des sozialdemokratischen Pro- gramms stehen. Die Zahl der sich so ergebenden Gesamtmitalieder der Partei ist folgende: 1910 zahlten die angeschlossenen Gruppen Beiträge kür 202 584 Mitglieder. 1912 für 232 821 Mitglieder und 1913 für 269 830 Mitglieder. Wenn man in Rechnung setzt, daß ver- schieden« Gruppen mit ihrer Beitragszahlung im Rückstände sind, so kann man eine Mitgliederzahl der Gesamtpartei von 284 000 annehmen. Ausfällig für deutsche Sozialisten ist die geringe Mitgliederzahl der rein politischen Gruppen, die der Arbeiter- Partei angeschlossen sind. Sie beträgt nur 15 942, das sind nur 5,6 Proz. der Gesamtmitgliederzahl. polizeiliches, Gerichtliches usw. Wie Preßprozesse zustande kommen, zeigte am Sonnabend eine Verhandlung vor dem Schöffengericht in Z Iv i ck a u. Das„Sächsische Volksblatt" � hatte in einer Notiz geschrieben, ein bei der bestreikten Möbelfabrik von Krebs in Wilkau als Arbeits- williger eingetretener Tischler habe durch sein Ver- halten den Verdacht erweckt, er hätte eine Geldsumme für seinen Streikbruch erhalten, auch habe er, als man ihm auf den Kopf zusagte, er habe sich von Krebs kaufen lassen, keinen Versuch ge- macht, dies zu bestreiten. Daraus erhob die Staatsanwaltschaft Zwickau öffentliche Klage gegen den damaligen Verantwortlichen des„Sächsischen Volksblattes", Genossen Barth, wegen Beleidi- gung des Krebs. Als der Vorsitzende den als Zeugen erschienenen Fabrikanten Krebs fragte, wie er in der inkriminierten Notiz eine Beleidigung seiner Person erblicken und Strasantrag stellen konnte, da erklärte dieser, daß er sich gar nicht beleidigt gefühlt habe.„Ich habe die Sache gar nicht so ernst genommen. Ich hahe mir nichts dabei gedacht." Er sei aus die Staatsanwalt- fchaft geladen worden und dort habe man ihn gefragt, ob er Strafantrag stellen wolle. Trotz der eidlichen Aussage des Fabrikanten, daß er sich bei dieser Notiz nichts gedacht habe, steht in der Klageschrift, daß die Notiz jenem vorgeworfen hätte, die Notlage des Arbeitswilligen in un- lauterer Weise ausgebeutet zu haben! Als der Amtsanwalt seine Felle fortschwimmen sah, suchte er durch Schwenken des roten Lappens eine Bestrafung unseres Genossen zu erreichen. Er be- gründete seinen Strafantrag u. a. mit dem Hinweis, daß schon die Tendenz des„Volksblattes" die Absicht der Beleidigung des Fabrikanten verbürge. Trotz solcher Anstrengungen wurde das Verfahren gegen Barth dem Antrage des Verteidigers entsprechend eingestellt._ Breslauer Justiz. Der Transportarbeiterverband wurde vom Bres- lauer Schöffengericht für politisch erklärt und elf Vorstands- Mitglieder wurden zu Geldstrafen verurteilt. Genosse L ö b e, der Vorsitzende des Breslauer Bildungsausschusses, mußte sich als„Veran- stalter" von Opern- und Schauspielvorstellungen, die am Bußtage und Totensonntag stattfanden, vor dem Breö- lauer Schöffengericht verantworten. Er wurde in vier Fällen zu Geldstrafen verurteilt, obwohl die Theaterdirektoren bereits als Veranstalter bestrast worden sind. Gleichzeitig wurde verkündet, daß im nächsten Jahre eventuell auch die Schauspieler bestrast werden. So geht es in Breslau fast in jeder der 52 Wochen im Jahre. Diese Woche beginnt wieder mit einem Prozeß gegen den Wirt des Gewerkschaftshauses, das ständig unter polizeilicher Beobachtung steht. Unter solchen Umständen sind die guten Erfolge, dje unsere Genossen mit ihrer Agitation für den Sozialdemokratischen Verein und die„Volksmacht" erzielt haben, leicht zu verstehen._ Die staatSgefiihrliche Verlosung. Genosse Kirschbaum in Bonn wurde vom dortigen Schöffengericht wegen Veranstaltung einer nicht genehmigten Ver- losung zu 5 M. Geldstrafe verurteilt. Im Dezember v. I. veran- stalteten die Abonnenten der„Arbeiter-Jugend" und die organi- sierten Arbeiter ein geschlossenes Fest. Die vorgesehene Verlosung wurde vom Oberpräsidenten nicht genehmigt. Während des Festes erschienen plötzlich mehrere Polizeibeamte und beschlagnahmten die vorgesehenen Verlosungsgegenstande. Die Verurteilung wurde mit mangelnder Türkontrolle begründet. Als Genosse Kirschbaum das Verhalten des Oberpräsidenteu als„nicht großzügig" be- zeichnete, wurde er vom Staatsauwalt zurechtgewiesen. Soziales. Unfinnigkeit der Konknrrenzklansel. Am Freitag hat das Reichsgericht durch Billigung eines Urteils des Oberlandesgerichts Jena anerkannt, daß eine verbotene Konkurrenztätigkeit schon dann vorliegt, wenn der Angestellte überhaupt in ein Konknr- renzunternehmen eintritt, ganz gleich, ob er die dort in seiner früheren Stellung erworbenen Kennt- nisse überhaupt verwerten kann oder nicht. Die Aktiengesellschaft für Lithophonfabrikation in Triebs hatte mit einem Aufseher, der 166 M. Monatsgehalt hatte, eine Konkurrenzklausel dahin vereinbart, daß er innerhalb zweier Jahre nach Austritt aus der Fabrik bei der Vermeidung einer Konkurrenzklauselstrafe von 3666 M. in kein Konkurrenzgeschäft eintreten dürfe. Der Aufseher trat aber bei der Zweigniederlassung Tiefurt der chemischen Werke Ä. in Biebrich als Obcraufseher ein. Die auf Zahlung von 2566 M. gerichtete Klage gegen ihn endete mit seiner rechtskräftigen Verurteilung. Wann endlich werden Reichstag und Regierung ein Ver- bot der Konkurrenzklausel festlegen? Kampf um die Invalidenrente. Wie schwer es den Versicherten gemacht wird, in den Besitz der Invalidenrente zu gelangen, hatten wir mehrfach Gelegenheit, au dieser Stelle nachzuweisen. Auch der folgende Fall zeigt, daß au- scheinend in einigen Fällen seitens der in Betracht kommenden Landesversicherungsanstalt alles aufgeboten wird, um Invalidität nicht anzuerkennen. Die Witwe G. wurde am 12. November 1911 erwerbsunfähig, nachdem sie bereits längere Zeit krank gewesen, trotzdem die Arbeit noch fortgesetzt hatte. Herzschwäche, Nerven- leiden, Blutarmut, Ohnmachtsanfälle, doppelten Leistenbruch, Folgen einer Uuterleibsoperation, allgemeine Körperschwäche, Gedankenschwäche verhinderten, daß Frau G. noch einer Beschäs- tigung nachgehen konnte. Der bei der Landesversicherungsanstalt Berlin gestellte An- trag auf Bewilligung der Invalidenrente wurde durch Bescheid vom 26. Juli 1912 abgewiesen, weil auf Grund der abgegebenen Gutachten Frau G. noch nicht als invalid anzusehen sei. DaS Oberversicherungsamt Berlin, bei dem Berufung gegen den ab- lehnenden Bescheid eingelegt wurde, ließ Frau G. vom Gerichts- arzt untersuchen und verurteilte dann die Laudesversicherungs- anstalt zur Zahlung der Invalidenrente vom 12. November 1911 ab. Der Gerichtsarzt stellte im Gegensatz zu den beiden Vorgut- achten iAerzte der Anstalt) erhebliche Krankheitserscheinungen fest. „Der Ernährungszustand der Klägerin," hieß es im Gutachten, „ist schlecht, ihre Muskulatur schlaff und welk. Die Klägerin zeigt ein sehr blasses, kränkliches, sowie blutleeres Aussehen und müde Bewegungen. Ihr Brustumfang beträgt nur 73— 77 Zentimeter bei 1�55 Meter Körperlänge.... Das Herz ist verbreitert, der Puls schwach." Gegen die Entscheidung legte die Landesversiche- rungsanstalt Revision beim Reichs-Bersicherungsamt ein. Das Reichs-VersicherungSamt gab der Revision statt, h«b die Ent- schtidung auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Borinstanz zurück. Es wurde Mangel im Verfahren als vor- liegend angenommen, weil das Oberversicherungsamt nicht ein- gehend begründet hat, weshalb„dauernde" Invalidität angenommen wurde. Diese Begründung sei um so notwendiger gewesen, weil auch der Gerichtsarzt nur„vorübergehende" Invalidität festgestellt hatte. Das Oberversicherungsamt hatte sich nunmehr erneut mit der Sache zu befassen. Die Klägerin wurde zur Feststellung ihrer Leiden und ob ein Dauerzustand bereits vom 12. November 1911 an anzunehmen sei, zur Beobachtung der medizinischen Klinik der Königl. Charite überwiesen. Die Aerzte gelangten zu dem Ergeb- nis, daß der Zustand der Invalidität als ein dauernder anzusehen sei, und zwar vom Tage der Einstellung der Arbeit am 11. November 1911. In der erneuten Verhandlung, die vor einigen Tagen statt- fand, wurde nunmehr— da auch die Landesversicherungsanstalt sich zur Zahlung der Rente bereit erklärte— der G. wiederum die Rente vom 12. November 1911 an zugesprochen.� Der langwierige Rechtsstreit hatte damit sein Ende gefunden, Frau G. kann von Glück sagen, daß ihr noch bei Lebzeiten die Rente zugesprochen wurde. Wie langsam die Polizei arbeiten kann. Ein Hausdiener der Firma Renß u. Pollack war wegen Krankheit einlassen worden unh forderte seine Papiere. Die Jnvalidenlarte war nich: zu finden. Sofort am 12. Januar Wendel er sich an das zuständige Polizeirevier Lützowstr. 11. Von dort wird er an das Revier, in dem er wohnt, verwiesen und von da schickt man ihn unbegreiflicherweise gar nach dem Fundbureau. Als er dann abermals zum erstgenannten Bureau kommt, erreicht er seinen Zweck, eine Ersatzkarte zu bekommen, noch nicht. Nun wendet er sich an das Arbeitersekretariat, Engelufer 13. Dort wird ihm geraten, auf der Polizeiwache daraus zu dringen, daß sein Anliegen zu Protokoll genommen wird. Das war am 24. Januar. Von nun an geht er täglich nach dem Polizeirevier, um seine Ersatzkarte zu fordern. Mehrfach wird er nicht übermäßig höflich abgewiesen. Einmal ruft ihm der Wacht- habende zu:„Machen Sie, daß Sie rauskommen. Sie werden Ihre Karte schvn bekommen!" Endlich, am 31. Januar, erhält er sie. Der Kläger hatte nun für die Zeil von 18 Tagen eine Ent« schädigung in Höhe von 60 M. gegen die Firma beim Gewerbe- gericht eingeklagt. Wenn nicht in der gestrigen Verhandlung eine Einigung mit 30 M. zustande gekommen wäre, wurde er wahrscheinlich abgewiesen worden sein. Denn die Beklagte kann natürlich nicht für den unglaublichen Aufwand an Zeit, den die Polizei gebraucht batte. Solche Fälle sind nichts sehr seltenes. Kann nicht endlich der Oberjurist Dr. v. Jagow die Polizeibeamten so instruieren, daß diese Auskünste erteilen können, die mit den gesetzlichen Vorschriften im Einklang sieben, und daß sie die ihnen auf dem Gebiete des Ver« sichernngswesenS obliegenden Pflichten mit derselben Schnelligkeit erfüllen wie ungerechtfertigte Sistierungen? Letzte Nachrichten- Rußlands Maßnahmen gegen die deutschen Ausfuhrprämien. Petersburg, 16. März.(W. T. B.) In einer gemein- samen Sitzung der Kommissionen der Reichsduma für Acker- bau und Finanzen wurde heute der Gesetzentwurf betreffend einen Zolltarif für Getreide in Körnern, Erbsen und Bohnen, die nach Rußland eingeführt werden, beraten. Ter Berichterstatter erklärte, diese Maßregel sei eine Gegen- Maßnahme Rußlands gegenüber einer Reihe von A u s- fuhrpränlien und verschfeierten Ausfuhr- Prämien Deutschlands gegen Rußland. Der Gesetz- entwurf wurde in der Fassung der Regierung, die einen Zoll von 36 Kopeken auf ein Ptid Brutto Getreide vorsieht, ein- stimmig angenommen._ Ein Revolverattcntat auf den Direktor des„Figaro". Paris, 16. März.(W. T. 83.) Die Gattin des Finanz- Ministers C a i l l a u x feuerte heute im Bureau des„Figaro" auf den Direktor des Blattes C a l m e t t e, der seit einigen Wochen eine überaus heftige Fehde gegen Caillaux führt, mehrere R e v o l V e r s ch ü s s e ab und verwundete ihn schwer. Ueber das Attentat wird weiter mitgeteilt: Die Dame ließ sich gegen 6!4 Uhr abends bei Calmette melden, der sie ohne weiteres empfing. Kaum war sie in sein Bureau getreten, als sie ohne ein Wort zu sprechen, fünf Revolverschüsse gegen Ealmette abfeuerte, dar schwer verwundet zusammenbrach. Einer der Schüsse ist ihm in den Unterleib gedrungen. Calmette wurde sofort in eine Klinik gebracht. Frau Caillaux, die sich widerstandslos von den Redakteuren und Bureaudienern festnehmen ließ, wurde auf dem nahegelegenen Polizeikommissariat einem Verhör unterzogen. In parlamentarischen Kreisen hat das Attentat das größte Auf- sehen erregt. Man beschäftigte sich bereits mit der Frage, welche Folgen dasselbe auf die Stellung Caillaux haben werde. Mehrfach war das Gerücht verbreitet, daß die Täterin die geschiedene Gattin Caillaux sei, an welche der jüngst vom„Figaro" veröffentlichte Brief gerichtet gewesen sein soll. Die ersten Unannehmlichkeiten. Wien. 16. März.(W. T. B.) Nach einer Meldung, die die „Neue Freie Presse" über Cetinje ans Kroja ans zuverlässiger Quelle erhält, ist dort ein Konflikt zwischen den Anhängern und Gegnern des Fürsten von Albanien ausgebrochen. Die Gendarmerie ist zur Wiederherstellung der Ordnung dorthin abgegangen. Mann über Bord. Pillan, 16. Mörz.(W. T. B.) In der Nacht vom Sonntag zum Montag ist auf der Reise von Stettin nach Königsberg vom Dampfer„Emma" der Steuermann Gäben über Bord gespült worden und ertrunken. Obgleich das Schiff sofort beidrehte und alles tat, um den Verunglückten wieder anfzu- fischen, gelang die Rettung des schlechten Wetters wegen nicht. Sttirmverheeningen in Frankreich. Paris, 16. März.(W. T. B.) Aus zahlreichen Gegenden Frankreichs werden heftige Stürme gemeldet. Dcr in den ver» schiedenen Häfen und an den Küsten angerichtete Schaden ist beträchtlich. Die telegraphische und telephonische Verbindung ist schwierig. Ein Teil des Tales der Maas ist überschwemmt. Bei einem Schiffbruch an der Insel Groix sind vier Menschen um- gekommen.__ Tödlicher Automobilunfall eines englischen Gelehrten. Edinburgh, 16 März.(W. T. B.) Der Ozeanograph und Naturforscher Sir John Murray fand heute bei einem Auto» mobilunfall den Tod. Seine Tochter wurde schwer verletzt. Fünfzehn Arbeiter auf einer Bootsfahrt ertrunken. Wien, 16. März.(W. T. 83.) Die„Neue Freie Presse" meldet aus Tuvn-Severin: Ein Boot mit 15 Arbeitern, das von Serbien herüberkam, schlug gestern mitten auf der Donau um. Sämtliche Insassen sind ertrunken. Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass derjenige Geschäftsmann. welcher viel schaff aus weniger bemittellen Kreisen besitzt, gezwungen ist, in Zahlungsangelegenheiten auf die sozial. Verhältnisse dieser Kunden Mit dieser Tatsache hat sich in Berlin N., Brunnen- Strasse 120, das Möbel- Magazin Otto Piehl, abgefunden. Es ist Geschäftsprinzip geworden, die Zahlungs- Bedingungen je nach den sozialen Verhältnissen des Kunden einzurichten. Obwohl das Jedoch das Möbelmagazin Otto Plehl es kein Kredit kulant haus TellAngenehmste daß b. Otto Gegr. 1890 die sich bestens Alle Schichbewährt ten Zeich. der hoher haben Das SOZIAL ganz be. sonders Rücksicht nehmen. Denn die heutigen furcht. baren Zeiten grosser Teuerung und wirt. schaftlicher Krisen drücken. Minderbemittelte am meisten zahlung. Die Raten sind stets klein! Tellzahlg. dle Prelse nicht erhöht zu den Reelllu. groß. kerung Verens hier bel kulanten Bedingungen Diese sozial- einsichtsvolle Behandlung der Kundschaft tritt auch bei Lohnbewegungen, Aussperrungen, Arbeitslosigkeit oder Krankheit hervor, da in solchen Fällen die Zahlung der Raten anstandslos nach Wunsch gestundet werden., 1 Mark wöchentliche Tellzahlung liefere elegante Herren Moden fertig und nach Maß! Julius Fabian Schneidermeister Gr. Frankfurter Str. 37, 11 Turmstr. 18, I, kein Laden Kottbuser Strasse 14, nur 2. Etage. Vorzeiger dieser Annonce erhält 5 Prozent Rabatt: Berlin NO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu Originalpreisen. kannten Marken Zigaretten Amt 4, 3014. Möbel- Angebot. 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Der müde Theodor. Trianon. Er und der Andere. Komödienhaus. Kammermusit. Theater am Nollendorfplan. Russisches Ballett. 8 br: Polenblut. Sonnt.nhm. 3: Der liebe Augustin. Luftspielhaus. Die spanische Fliege. Theater am Nollendorfplatz 5. Schiller 0. Die beiden Leonoren. Schiller Charlottenburg. Das große Licht. Theater des Westens. Bolenblut. Montis Operetten. Jung- England. Berliner. Wie einst im Mai. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Die Tangoprinzeffin. Residenz. Der Regimentspapa. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fräulein Trallala. Rose. Im weißen Rößl. Kasino. Die olle Webern. Herrnfeld. Die von oben und unten. Reichshallen. Stettiner Sånger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stola ber 3. Stom pagnie. Anfang 8 Ubr Luisen. Unser Junge. Walhalla. Tangofieber. 8 br: Russ. Ballett. ,, Scheherezade" ,,, Sylphiden", Kleopatra" Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Abends 8 Uhr: Schirin u. Gertraude. Mittwoch 8 Uhr: Cafard. Friedr.- Wilhelmst. Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Trallala. Sonnt. nachm. 8 Uhr: Die Kino- Königin. 8 8 Folies Caprice. Safé Bingsheim. Residenz- Theater Uhr. Der Heiratsgraf. Meyersteins. Anjang 8 Uhr. Volks Theater. Frau Warrens Gewerbe. Neues Anfang 9 Uhr. Admiralspalaft. Die lustige Puppe. Berliner Eispalast. Jm Strug zum grünen Strange. Cines Nollendorf Theater.Barieté Lichtspiele. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62 Der Regimentspapa. DOSE THEATED Große Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Im weißen Röß'l. Lustspiel in 3 Atten von Blumenthal and Kabelburg. Mittwoch: Romeo und Julia. 8 libr: Der müde Theodor URANIA Metropol- Theater. Abends präzise 7 Uhr 55: Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Dir. Prof. Dr. B. Donath: Die Reise um die Erde Die Wissenschaft des kinein 40 Tagen. Lichtenberg, Schwarzer Adler, Frankf.Chausse5 Dienstag, den 17. März 1914: Gastspiel des Voigt Theaters. Philippine Welfer, die schöne Augsburgerin oder: Fürst und Bürgermädchen. Hist. Schausp. i. Bild. v. D. v. Redwiz. Staffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8 Uhr. Passage- Panoptikum. Der englische Riese Teddy Bobs. Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow! 19 Jahre alt. Ohne Extra- Entree! matographischen Bildes. Folies Caprice. 81 Der Heiratsgraf Her ersteins Trianon- Theater. Café Pingsheim Täglich abends 8 Uhr: Er und der Andere. Sonntags 3 Uhr: Die Liebe wacht. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Unsere süßen " Dienstmädel. Burleste v. Meyfel Anjang 8 Uhr. Nächsten Sonntag, nachm. 3 Uhr: Manöver- Wite". Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Unser Junge. Boltsstück mit Gesang und Tanz in 5 Bildern. 99 Walhalla- Theater. Zagl ich 8 Uhr: Tangofieber. Gr. Poffe m. Gef. u. Tanz in 3 Atten von E. 1 rban. Mufit v. Hugo Hirsch 66:: Berliner:: Clou❝ Mauerstraße 82 Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert! Berliner Konzerthaus- Orchester Franz f. Blon. Dirigent: Musikkorps des Kaiser- Franz- Garde- Grenad.- Regts. Dirig. Oberm. Becker. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Wochentagen: Gr. Nachmittags- Konzert bei frelem Brauerei Friedrichshain Eintritt. Dienstag, den 17. u. Donnerstag, den 19. März: Heitere Opern-, Operettenund Künstler Abende. Sensations-Programme. Einlaßkarten in beschränkter Anzahl abzufordern in den ,, Vorwärts"-Expeditionen bei Hrn. Zucht, Immanuelkirchstraße 12 und Hrn. Hanisch, Ackerstraße 174. Auflös. d. Zirkus Busch a.31.März. Zirkus Busch. Heute Dienstag, den 17. März, abends 7, Uhr: Nur noch 14 Tage das glänzende Märsprogramm u. die Monster- Pantomime ,, Pompeji". Aus dem reichhaltigen Abfchiedsprogramm besonders herborzuheben: Mad. Garniers Sprung mit dem Fahrrad aus der Höhe der Zirkuskuppel. Ferner die seriös fomische Bale Radfahrer Troupe usw. usw. WINE BARTEN Olga Desmond und eine Auslese hervorragender Kunstkräfte! Rauchen gestattet! Apollo- Theater Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr. Der Stolz d. 3. Kompagnie 8 Uhr. Bum 88. Male: mit Hartstein. Lachen ohne Pause! l Rauchen gestattet! Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr Wovon sprechen die Berliner? bon ,, Die olle Webern" Worüber lachen die Berliner? leber ,, Die olle Webern" Wohin laufen die Berliner? Bu ,, Die olle Webern" Sonnt. 4 Uhr: Mädchenehre. Admiralspalast. Els- Arena. Täglich: Die lustige Puppe. Großes Ballett auf dem Eise. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr ab halbe Kassenpreise. Wein- u. Bier- Abteilung. Berliner ULK- Trio Bismarck- Apotheke, Berlin, Wrangelstraße 47. Postkarte genügt. Zirkus Alb. Schumann. Heute Dienstag, den 17. März, abends 7, Uhr: Große Elite- Vorstell. U. a.: The Arrigonis, 1 Dame, 3 Herren. Ein Potpourri in den Lüften. Orig.- Little Freds Akrobat. u. kunstreit. Hunde. 6 Ungarn, 6 bosnische Doppelponys, 6 Shetlandponys, sechs schwarze Pudel, in kurzer Zeit dress. u. zu gleich. Zeit vorgef. von Dir. Alb. Schumann, und weitere 10 Attraktionen. Um 9 Uhr: Das große Ausstattungsstück in 7 Bildern " Tipp der Derby- Favorit 1914. BerlinWilmersdorf und am Fehrbelliner Pl. Ecke Mannheimer Brandenburgische Straße Haltest. d. elektr. Straßenb. Nur kurze Zeit! Zirkus BarumSchau. Heute Dienstag, den 17. März, abends 8 Uhr: Premiere mit 22 Welt- Attrakt. Morgen Mittwoch, 18. März: brillante Vorstellungen nachmittags 4 Uhr, abends 8 Uhr. 2 2 In der Nachmittags- Vorstellung ein ungekürz tes Abend- Progr. zu halben Preisen f. Kinder unter 12 Jahren. Täglich ab vorm. 10 Uhr: Oeffentl. Tierschau verbunden mit großem Promenaden- Konzert der eigenen Hauskapelle. Billettvorverkauf von vormittags 10 Uhr ab an der Zirkuskasse. Für den Jubalt der Jnierate abernimmt die Redaktion dem Bublitum gegenüber feinerlei Adr.: Neukölln Lahnstr.74L| Berantwortung. Berantw, Rebalt: Alfred Wielepp, Neukölln. Inferatenteil verantw.: Zh.Glode, Berlin. Drug u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u. Unterhaltung Nr. 75. 31. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Ein Beitrag zur sozialen Lage des„ neuen perrungen wurden 1238 Kollegen betroffen. Von den 196 Streifs worden. Mittelstandes". Dienstag, 17. März 1914. Bei Einteilung der Wahlabteilungen zum Verbandstag soll der Vorstand so berfahren, daß auch die kleineren Zahlstellen zu ihrem Recht kommen oder die Delegierten sollen der Reihe nach aus den Zahlstellen der Abteilung genommen werden. Bei fünftigen Tarifabschlüssen soll der Vorstand dahin wirken, daß Mindestlöhne für die Maschinenarbeiter festgelegt werden. Außerdem wurden noch einige Anträge rein geschäftlicher Art angenommen. bewegungen in 2580 Betrieben mit 34 948 Beschäftigten. Von diesen Werftarbeiterbewegung nicht so weit unterrichtet, um ein zu Bewegungen verliefen 176 mit 27 130 Beteiligten ohne Streit. treffendes Urteil darüber abgeben zu können. Diese Angelegenheit Außerdem wurden 106 Angriffsstreits mit 3343 Beteiligten und werde auf dem Verbandstage eingehend erörtert werden. Die 90 Abwehrstreits mit 2137 Beteiligten geführt. Durch 7 Aus- Verhandlungen seien übrigens nach Abbruch des Streits fortgeführt waren 122 erfolgreich, 21 hatten teilweisen Erfolg, 13 gingen ver- Won einer großen Reihe von Anträgen zum Verbandstag, die loren. Die Kosten der Lohnbewegungen beliefen sich auf 331 112 der Gaukonferenz vorlagen, wurden die nachstehenden angeMart. Der Arbeitgeberschutzverband ist im Gebiet des Gaues nommen: Profefforen und bürgerliche Politiker, die es sich zur Lebens ziemlich stark vertreten. In 15 Orten des Gaues steht der Holz- Die Arbeitslosenunterstübung ist so zu erweitern, daß statt aufgabe gemacht haben, den wissenschaftlichen Sozialismus totzureden arbeiterverband mit dem Arbeitgeberschußberband in Vertrags- 6 Wochen 8 Wochen Unterstüßung gewährt wird. oder zu schreiben, trösten sich über den Niedergang des selbständigen berhältnis. Bei den Bewegungen wurde das größte Gewicht auf Die Notfallunterstüßung( die jest nur einmal gewährt wird) Mittelstandes mit dem Aufkommen des sogenannten„ neuen Mittel die Verkürzung der Arbeitszeit gelegt. Sie beträgt in Groß- Berlin fann erneut bezogen werden, wenn nach dem Bezuge standes", zu dem sie die Privatangestellten rechnen. Wir Sozial- wöchentlich 50 Stunden, in den übrigen Vertragsorten ist sie länger. 260 Wochenbeiträge entrichtet sind. demokraten haben schon oft darauf hingewiesen, daß die Angestellten In den Orten, wo kein Vertrag besteht, beläuft sich die Arbeitszeit unter demselben kapitalistischen Joch seufzen wie die Arbeiter 60 Stunden und länger gearbeitet. Die Stundenlöhne sind in auf 54 bis 59 Stunden. In ganz leinen Orten wird noch und daß fie sich in demselben Abhängigkeitsverhältnis manchen Orten noch recht niedrig; aber es macht sich eine Tendenz befinden. Geradezu haarsträubend sind die Anforderungen, die zur Aufwärtsbewegung überall bemerkbar. Die Lohnbewegungen vielfach von Unternehmern an Angestellte gerichtet und gar oft in haben trotz der Krise in einer Anzahl von Orten Lohnaufbesserungen Verträgen festgelegt werden. Eine Thüringer große Konfektions- gebracht. Die Zahl der ungelernten Arbeiter nimmt mit der firma versendet momentan an Angestellte, die ihre Arbeitskraft der technischen Entwickelung und dem Fortschreiten der Arbeitsteilung Firma anbieten, einen Fragebogen, der nicht weniger als 50 Fragen immer mehr zu und sie werden von den Unternehmern als Lohnenthält. Durch die Beantwortung dieser Fragen versucht der Unter- beiter an der Hobelbank tätig sind, verlangt werden, daß sie dendrücker benutzt. Es soll deshalb in allen Fällen, wo ungelernte ArDer Transportarbeiterverband hat bei den Ausschußwahlen zur nehmer in die internsten Familienangelegenheiten der Stellung selben Lohn erhalten wie die gelernten Arbeiter. Krankenkasse der Fuhrherren- Innung zu Berlin einen vollen Erfolg suchenden Handlungsgehilfen einzubringen. Er will wissen, ob der Im Jahre 1912, wo die wirtschaftliche Konjunktur noch in zu verzeichnen. Abgegeben wurden für die Bertreter der Arbeit fogenannte junge Mann katholisch, evangelisch, mosaisch und gesund ist manchen Orten und Branchen günstig war, hatte die agitatorische nehmerlisten 662 Stimmen, darunter 6 ungültige. Die verbleibenden und auch, ob er einen Bart trägt. Ferner legt er Wert auf fremde Tätigkeit gute Erfolge. Anders war es 1913. Der Versammlungs- Transportarbeiterverbandes. Die Liste I, welche vom Borstand der 656 gültigen Stimmen entfielen sämtlich auf die Liste II des Sprachkenntnisse und fragt, wieviel und welche Sprachen der Gesuchsteller besuch war aus wirtschaftlichen und anderen Gründen so schwach, spricht. Doch nicht genug damit, auch über juristische Kenntnisse, daß das Hauptgewicht auf die Hausagitation gelegt wurde, die Innungstaffe eingereicht war, hat nicht eine Stimme er namentlich im Mahn- und Klagewesen soll der Handlungsgehilfe einen Erfolg brachte, der an sich zwar nicht groß ist, unter Berüd- balten! Für die Arbeitgebervertreter brauchte Teine Wahl stattverfügen. Der Unternehmer will ferner wissen, was der Bater be- fichtigung der ungünstigen Verhältnisse aber als befriedigend an- zufinden, weil nur eine Borschlagsliste eingereicht wurde. treibt und stellt dann die Fragen: Sind Sie verheiratet? Wieviel gesehen werden kann. Am Schluß des Jahres 1913 hatte der Gau Strankenkasse zählt nur ungefähr 3500 versicherte Mitglieder. 94 Zahlstellen mit 36 279 Mitgliedern. Gegen das Vorjahr ist in Achtung, Gastwirtsgehilfen! Die Situation wegen der Sperre Kinder haben Sie? Nach einer ganzen Anzahl weiterer Fragen über 62 Zahlstellen ein Mitgliederrüdgang von 3475 eingetreten, während des Restaurant Wildgrube", Brunnenstr. 178, hat sich insofern ver alle möglichen und unmöglichen Dinge wird die Gehaltsfrage be- 27 Bahlstellen um 240 Mitglieder zugenommen haben und in fünf ändert, als Herr Föllmer selbst am besten für das Bekanntwerden rührt. Der Unternehmer will nicht nur wissen, wieviel Gehalt der Zahlstellen der Mitgliederstand unverändert geblieben ist. Da das derselben sorgt. Am Abend des 14. März ließ Herr Föllmer sein Stellensuchende beansprucht, sondern auch, wieviel er in seiner Jahr 1912 eine Zunahme der Mitglieder gebracht hatte, so beträgt Lofal durch einen Schußmannsdoppelposten bewachen, um einen letzten Stellung erhalten hat. Auch über die Ausübung der Rückgang von Ende 1911 bis Ende 1913 rund 500 Mitglieder. Sturm feines Lokals zu verhindern. Zwei unbeteiligte Gäste ließ des Koalitionsrechts will er durch Beantwortung der Frage:„ Welchem Was die gegnerische Agitation betrifft, so haben die Hirsch Herr Föllmer aus seinem Lotale deswegen nach der Polizeiwache kaufmännischen Verband gehören Sie an?" unterrichtet sein. Dann Dunderschen und die Christlichen mehr und mehr an Boden ver- abführen, weil die Betreffenden die Aeußerung gebrauchten: Das ist folgt die Frage:„ Sind Sie verschuldet?" Nach einigen Fragen, in loren; aber es macht sich eine von den Unternehmern geförderte ja das Lokal, welches von den Gastwirtsgehilfen gesperrt iſt. Agitation für gelbe Werkvereine bemerkbar, die zwar erst sehr Der Betrieb ist für organisierte Gastwirtsgehilfen gesperrt. denen über die kaufmännische Befähigung im allgemeinen Aufschluß geringe Erfolge gehabt hat, aber aufmerksam beobachtet werden Verband der Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung L berlangt wird, folgt eine ganze Tabelle von Fragen, durch deren muß um, wo es erforderlich wird, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu Beantwortung der Stellensuchende angeben soll, wie lange und wo treffen. Arbeitsverbesserungen im Gaswerk zu Tegel. er feit Beendigung seiner Lehrzeit beschäftigt war. Einen bemerkenswerten Erfolg erzielten die feit furzer Zeit organisierten Arbeiter des Gemeindegasiverts in Tegel bei Berlin. Bisher bestand für die Retortenarbeiter der 18 stündige Schichtwechsel. feitigung dieser unmenschlichen Arbeitszeit. Eine der ersten Forderungen der jungen Organisation war die BeDie Anträge Organisation sind insofern von Erfolg getrönt, als die 18 stündige Wechselschicht beseitigt worden ist. An ihre Stelle tritt an Schicht wechieltagen die zwölfftündige Schicht; die weitergehenden Anträge auf Einführung der achtstündigen Schicht, die in Groß- Berlin allgemein besteht, harren noch ihrer Erledigung. Kurz und gut, der arme Teufel von stellensuchenden Handlungsgehilfen, diefer neue Mittelständler", muß sich gefallen lassen, daß der Unternehmer in seinen intimsten Familien- und Privatverhältnissen herumschnüffelt, um dann schließlich doch nicht eingestellt zu werden. Wenn man berücksichtigt, daß die Gehaltsverhältnisse der Privat angestellten im Himmelschreienden Gegensatz zu den an sie gestellten hohen Anforderungen stehen und vor allem die Abhängigkeit dieser Proletarierfdicht eine große ist, so tommt man zu dem Schluß, daß es sehr schlecht bestellt ist um den„ neuen Mittelstand". Für die Privatangestellten gibt es nur einen Weg, auf dem fie eine Berbefferung ihrer sozialen Lage erreichen können, das ist der Anschluß an die moderne Arbeiterbewegung. Berlin und Umgegend. Gautag der Holzarbeiter. Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz des Gaues Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes wurde am Sonntag und Montag in Böfers Saal( Weberstraße) abgehalten. An der Ronferenz nahmen 130 Delegierte, der Gauvorstand sowie eine Vertretung des Hauptvorstandes und des Zentralvereins der Bildhauer statt. Der Gau umfaßt außer der Probing Brandenburg( einschließlich Berlin) Teile von Schlesien und Bosen. Der Tätigteits bericht des Vorstandes, den die Gauvorsteher Stusche und Gyner erstatteten, umfaßt die beiden Jahre 1912 und 1913. Aus dem Bericht geht hervor, daß in dieser Zeit trotz der ungünstigen Konjunktur eine Reihe zum Teil ziemlich umfangreicher Lohnbewegungen durchgeführt wurden. Es waren insgesamt 379 LohnKleines Feuilleton. " Deutsches Reich. Die der Nach einer längeren Diskussion über den Geschäftsbericht, die sich vorwiegend auf örtliche Angelegenheiten erstreckte, nahm die Gaukonferenz Stellung zum Verbandstag. der sich daranschließenden Debatte wurden hauptsächlich drei Fragen In dem Referat des Hauptvorstandsvertreters Neumann und erörtert: Die Erweiterung der Arbeitslosenunterstützung, die Tattit bei Tarifbewegungen und die Taftit im Werftarbeiterstreit. Der Ausbau der Arbeitslosenunterstützung wird im Hinblick auf die gegenwärtige große Arbeitslosigkeit gefordert. Der Hauptvorstand empfiehlt dem Verbandstage, die Bezugsdauer dieser Unterstützung um eine Woche zu verlängern. Weitergehende Forderungen fann der Vorstand nicht befürworten, weil eine Beitragserhöhung den Rampffonds für Unterstüßungszwede nicht soweit in Anspruch ge- ausgebrochenen Differenzen bei der Görliger Möbelfabrit( Jubaber Mitgliedern jest nicht zugemutet werden tann und die Mittel des Beendeter Holzarbeiterstreit in Görlitz. Die vor einigen Tagen nommen werden dürfen, daß die Kampfbereitschaft des Verbandes Paul Nerger), die zum Ausstand aller Arbeiter führten, sind durch geschwächt wird. Glode bertrat den Standpunkt der Bahlstelle gegenseitige Verhandlungen beigelegt worden. Die Wiederaufnahme Berlin, der dahin geht, daß die Bezugsdauer um zwei Wochen ver- der Arbeit erfolgte am Montag früh. längert werden soll, was nach den Ausführungen des Redners möglich ist, ohne die Kampffähigkeit des Verbandes zu schwächen Der Lederarbeiterverband im Jahre 1913. und ohne den Beitrag zu erhöhen. Die Arbeitslosenunterstübung Um 788 Mitglieder konnte der Beberberband( Gerber und Hand sei ja auch ein Mittel zur Stärkung der Kampffähigkeit. Sin- schuhmacher) im Jahre 1918 seine Mitgliederzahl erhöhen. Sie fichtlich einzelner Punkte der Tariftaktit traten in der Debatte stieg von 15 693 im Jahre 1912 auf 16 481 Mitglieder( 14-890 ebenfalls Meinungsverschiedenheiten zutage, die aber die grund- männliche und 2085 weibliche) im Jahre 1913. Die Gesamt fäßliche Frage der Tarifpolitit nicht berührten. einnahmen des Verbandes betrugen 484 978 M., die Ausgaben 1 Zum Werftarbeiterstreit sagte GIode: Nachdem 395 155 M., so daß eine Mehreinnahme von 89 823 M. zu vers die Vorstände die Wiederaufnahme der Arbeit verlangt hatten, zeichnen war. Von der Ausgabe entfallen auf Streifunterstügung hätten sie Garantien für die Fortführung der Verhandlungen 51 283 M., Gemaßregeltenunterftügung 16 056 M., Streitunterstügung bieten müffen. Wenn die Verhandlungen keinen Erfolg hatten, an andere Gewerkschaften 3588 M. Die Erwerbslosenunterstügung dann hätte es zum Streit kommen müssen. Die bedingungslose erforderte 156 456 M., davon 76 790 Mt. für Arbeitslosenunterstügung Wiederaufnahme der Arbeit sei eine Blamage gewesen. Darauf und 79 666 M. für Krantenunterstügung. Das Verbandsvermögen erwiderte Neumann: Glode sei über die Einzelheiten der vermehrte sich von 143 248 M. auf 233 071. Drum freute man sich schier unsäglich Des Schwatzes, den, im Herzen mich, In dieser Roten Woche täglich Die gute" Bresse von sich ließ. 11 Jedoch die allerbeste Note Berdient Herr Jagow- uns fo lieb! Der durch die Fülle der Verbote Die bombigste Reklame trieb. Solch ein Erfolg ist ungewöhnlich Und geht verschiednen Leuten nah, Und deshalb grüße ich verföhnlich Den Rundschau"-Kämpen Herrn„ F. H." Snag. Außer den veralteten medizinischen Schwarten nur dreihundert Emmchen! Seine Gattin warf neidische Blicke auf die„ Dekoration", und da sie gerade in Toilette war, probierte auch sie und war erbost, daß sie ihn nicht hatte: den Orden vom japanischen Roten Kreuz! Der Herr Gemahl wußte Rat. Schnell ging eine Die Aufpaffer. Wenn ich aus meinem Fenster sebe, so erblicke neue Stifte medizinischer Makulatur ab, und prompt erfolgte die ich drüben auf der anderen Straßenseite die ziegelrote Front einer Gegenleistung. Nun laufen fie alle beide bei passender und unBerliner Gemeindeschule. Im Sommer, und wenn es warm ist, passender Gelegenheit herum, der Herr Hofbuchhändler und seine auch im Frühling dann machen wir beide, die Gemeindeschule holde Gattin, geschmüdt wie die Pfingstochsen. Er besonders stolz und ich, unsere Fenster auf. Ich höre dann so, wie dreiundfünfzig darauf:„ wie billig wir unser Streus erwarben!" Kinderfehlen versichern, daß fie preußisch seien und auch preußisch sein wollten, und ich höre, wie man den ganzen Tag ununterbrochen Die Notglocke unter Wasser. Seit einigen Jahren sind zur Siche zum lieben Gott Chorale hinaufschidt, so daß der alte Mann bei- rung der Schiffahrt in der Nähe der Küsten Unterwasser- Schallsignale nahe glauben muß, Breußen sei mirtlich eine große Kinderstube. erfolgreich angewendet worden. Neuerdings haben nun, wie der " Prometheus" mitteilt, die Atlaswerke in Bremen eine sogenannte Aber am ergöglichsten ist es doch um 10 Uhr und um 11 Uhr," Not- Unterwasserglode" hergestellt, die in Notfällen an einem Bootsfurz, immer dann, wenn drüben gerade die Pause zu Ende ge- bavit ins Wasser gelassen und von der Hand angeschlagen wird, um gangen ist. Dann warten die Klaffen auf den Eintritt der Lehrer in der Nähe vorüberkommende Fahrzeuge auf die Notlage des Schiffes und Lehrerinnen, und wenn fünfzig Kinder in einer Stube fizen, aufmerksam zu machen. Vom Norddeutschen Lloyd sind Versuche dann geht es natürlich nicht leise zu. Und da ist eine Klaffe, mit folchen Gloden angestellt worden. Dabei hat sich ergeben, baß Donnerstag, den 19. März, abends 19 Uhr, im Blüthnerfaal feinen fie wohnt gleich hinter den ersten Fenstern links in der zweiten die Glodenzeichen unter Wasser auf Entfernungen von mehr als Vortrag über die russischen Gefängnisgreuel wiederholen, da der Stage. Da fiben lauter Kleine Mädchen drin und machen einen 10 Stilometer vernommen werden können, und daraufhin hat erste Abend ausverkauft war nnd der sehr starken Kartennachfrage Seidenſpektakel, bis der Herr Lehrer hereinkommt oder das Fräu- die Reederei eine Reihe ihrer Fahrzeuge mit den Gloden ausstatten nicht genügt werden konnte. Der Vorverkauf ist wieder bei sämit. lein Lehrerin, um ihnen das große Einmaleins und die kleinen laffen. Näharbeiten beizubringen. Und weil doch nun alles auf der Welt lichen Filialen von A. Wertheim eröffnet. jeine Ordnung haben muß, so hat man über das unruhige Gewimmel ein paar Aufpasser gesetzt, bielleicht sind es die ersten der Klaffe, und die müssen nun vorn auf dem Podium stehen und müssen aufpassen, daß niemand laut ist. Humor und Satire. Notizen. Aus russischen Kertern. Ulrich Rauscher wird am Neuerworben von der Nationalgalerie wurde Bender" für 13 600 Mart. Das Bild stellt einen Entwurf zu dem von Schwind 8 in Leipzig das Blatt Abenteuer des Malers bei der Versteigerung einer Sammlung von Handzeichnungen Moris Gemälde in der Nationalgalerie dar. " Emanuel: Zu den Männern, die am deutschen Kaiserhof ein- und Aufstieg zur Sonne. Im Simpliciffimus" berichtet ausgehen, gehört der Hofmanilure und Fußnägeltonservator Schaz. Und es ist nun ganz merkwürdig, aber um diese Zeit, um Ueber diesen Mann wird vom„ General- Anzeiger" feiner Heimat 10 Uhr oder um 11 Uhr, höre ich taum etwas von der unruhigen stadt Nordhausen berichtet, daß er, schlichter Leute Kind, schon frühKlaffe, sondern immer nur zwei helle, freischende Stimmen, es geitig eine geniale Aber" besaß. Solche Männer", sagt der Bhotographie. Die Ausstellung einer Sammlung zur Geschichte -Ausstellung zur Geschichte der künstlerischen find immer dieselben, und ich lenne fie schon, und sie schreien: General- Anzeiger", werden entweder große Verbrecher oder große und Technik der fünstlerischen Photographie in der Bibliothet des Ruhig! Wollt Ihr wohl ruhig sein! Ihr sollt stille fein! Stille! Männer von Rang und Einfluß." Ruhig!" Und von der gangen Klasse höre ich nichts als dies: Stgl. Kunstgewerbe Museums ist bis zum 20. März verlängert In der Tat wurde Schaz das lettere, und der„ General- worden. Ruhe! Stille! Die anderen sind wirklich stumm und rühren sich Anzeiger" hebt mit Recht hervor, daß sein Aufstieg zur Sonne" der nicht mehr, und nur die Aufpafferinnen wittern immer noch Re- faiserlichen Hand- und Fußnägel als bedeutenden Mann" legiti- Brofessor Dr. Eduard Saichel gibt in einer Abhandlung an die -Leuchterscheinungen des Menschentörpers. bellen und ersuchen im höchsten Sopran um anständiges Be- miert. Bei alledem ist er leutselig und bescheiden geblieben, denn Wiener Akademie der Wissenschaften bekannt, daß es sich bei den wenn er nach Nordhausen kommt, lehnt er jeden öffentlichen ungemein schwachen Leuchterscheinungen, die sich im menschlichen Was aber die deutsche Bolitik angeht, so will ich nichts gejagt Empfang ab. haben. Ein Mann von folchen Eigenschaften und Störpec zeigen, um Chemiluminisgeng Sandelt, die ale Jolge ber Wie wir unser Kreuz erwarben. Man hat gesellschaftliche Talenten am Staiferhofe, und das erfährt die öffentliche Meinung ghdation der Ausscheidungsprodukte der Talg- und Schweißdrüsen Verpflichtungen", muß repräsentieren"! Ein Ritter hoher auf dem Umweg über Nordhaufen? Natürlich find alle Stom der Haut auftritt. Orden" macht sich immer gut hinter dem Hofbuchhändlertitel eines Immerhin scheint der Artikel des ehrgeizigen Nordhäufer Blattes binationen über die Möglichkeit zu noch höherem Aufstieg verfrüht. fleinen Thüringer Raubftaates. So dachte Herr H., als er die Order gab: Leicht defekte Remittenden( auch Streble genannt diskret darauf anzuspielen, daß im Gegensaß zu Herri b. Bethmann, von den Buchhändlern an den Verleger zurückgesandte Bücher) von den Buchhändlern an den Verleger zurückgesandte Bücher) dem der Stailer auf die Finger sieht, ein bedeutender Mann zu seines medizinischen Verlages seemäßig zu verpaden und für die finden wäre, der durch Uebung und Beruf wie fein zweiter prä japanischen Truppen nach dem Kriegsschauplatz der Mandschurei destiniert erscheint, höchsten Personen auf die Finger zu sehen. nehmen zu senden. Und in der Tat: Wohltun bringt Segen! Plötzlich war er da, der Orden vom japanischen Noten Kreuz. Auf der Schulter die bielfarbige Seidenrosette mit den flatternden Enden, daran das blibende Etwas". Einfach pompös! Selbst auf der Hausjade machte er sich, und dabei hatte er nur geringe Kosten verursacht, We Nach der„ Roten Woche". Nun ja, man mag es nicht gern riechen, Daß Freude bei den Gegnern tost, Und nicht nur bei den ollen Griechen Ist Schimpfen des Getränkten Trost. Boltsoper fand die Uraufführung der dreialtigen Oper. Der - Eine Erzählung 8olas aIs Dper. In der Wiener Sturm auf die Mühle" bon Karl Weis statt. Das Wert lehnt sich tertlich an die meisterhafte Kriegserzählung gleichen Titels von Emile Zola an. Es ist dem Tertdichter nicht gelungen, die Kraft der Handlung bramatisch zu erfassen. -Ein Theaterzettel bon 1734, der im Braunfchiveiger Stadtmuseum aufbewahrt wird, enthält nachstehende amüsante Schlußbemerkung:" B. B. Betwemlichkeit des Publikums ist angeordnet tas die erste Reihe sich biterlegt, die zwende Reihe knieth, die drüdie fügt, die bührte steht, so lönnens Alle sehen. Das Lachen ist Ber bothen, weils ein Drauerspiel isst". Der Verband führte im Jahre 1913 insgesamt 90 Lohn- 1 Bolizeipräsidenten hin hat ihm schließlich der Bezirksaussuf den mann n. Co., als Großhentassenüberschuß 10,- Stollegen der Argus. Bewegungen, die fich auf 177 Betriebe in 65 Drten mit 7641 be- Gewerbebetrieb als Voltsanwalt untersagt. Er ist vielfach vor- Motoren- Gesellschaft 69,95. Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Lengel schäftigten Personen erstreckten; 5677 Personen waren an den Be- bestraft. Bekannt ist sein letzter Streich, durch den er sich aus der mann 15,- Werkzeugmacher der Firma Bergmann A.-G., Rosenthal, Abt. Großmaschinenbau 7,95. Rechtsanwalt Dr. Siegfried Beinberg 19,95. wegungen beteiligt. Von den 90 Bewegungen waren 9 Angriffs Strafhaft befreite. Er verschaffte sich eine gefälschte, amitliche, seine Handwerker, Maschinisten und Heizer der Schultheiß- Brauerei, Abt. II streits mit 1165 Beteiligten, 1 Abwehrstreit mit 11 Beteiligten, Entlassung anordnende Urkunde der Staatsanwaltschaft, die so 11,50. Sparverein Nicht zu knapp" 5,-. IV. Streis, 9. Abt. 4,20. 76 Bewegungen mit 4482 Beteiligten zur Verbesserung und 4 Bestäuschend nachgemacht war, daß Armonier tatsächlich aus der Haft Mechaniker der Armee- und Morine- Abt. der Firma Mig u. Genest 33,65. A. R. 3,-. VI. Streis, 734. Bezirf 2,60. Kirste John wegungen mit 19 Beteiligten zur Abwehr von Verschlechterungen entlassen wurde und es eine ganze Zeit dauerte, bis die Fälschung M. R. 40,-. 25,-. Modelltischlerei Bergmann 20,- Bezirk 546, Rochhaus 3,05. der Arbeitsbedingungen. Durch die 90 Lohnbewegungen wurde entdeckt wurde und man seiner wieder habhaft wurde. erreicht eine Verkürzung der Arbeitszeit für 1531 Personen um 2653 Der gegenwärtigen Anklage liegt folgender Sachverhalt zu- Stranzüberschuß Bezirf 520, 2,20. IV. Kreis durch Bieloch 2,-. IV. Streis Stunden die Woche und eine Lohnerhöhung für 4354 Personen um grunde. Die beiden ersten Angeklagten waren mit Armonier be- durch Frau Bauermeister 2, Ueberschuß vom Bogentianz vom Neubau 7317 M. die Woche. Im Durchschnitt wurde eine Arbeitszeitverkürzung freundet, haben sich aber später mit ihm veruneinigt und schieben Rosinenstraße 3,-. IV. Streis, 39. Abt. durch Frau Zeuner 9,60. Wenzel 5,- Von einem Freund der Jugendheime 100,- Kranzüberschuß der um 13, Stunden pro Person und Woche und eine Lohnerhöhung um 1,70 jetzt alle Schuld auf für das zur Anklage stehende Schwindelmanöver. E. G. Turbinenfabrik Abt. Neubert 11,20. VI. Kreis 4. Abt. durch Mark pro Person und Woche erzielt; 49 Tarifverträge für 121 Betriebe auf Armonier, der seinerseits jede Beteiligung an demselben be- Kemnik 9,15. VI. Kreis durch Otto Müller für Musik 12,60. VI. Kreis und 3745 Personen wurden abgeschlossen. Insgesamt bestanden am streitet. Eines Tages erschien ein Zeitungsinserat, wonach ein Botenfrauen der Vorwärtsspedition Hönisch 2,50. Jahresschluß 133 vom Verband abgeschlossene Tarifverträge für Kapitän Steinke vertrauenswürdige junge Leute suchte, die ihn Frauenleseabend 5,-. IV. Streis Bez. 92 Teil II 10,-. Personal der 386 Betriebe mit 8515 Personen. Die vorstehenden Zahlen zeigen, auf seiner Segeljacht auf einer Orientreise begleiten sollten. Auf Rotationsabteilung Hempel u. Co. 10, daß der Lederarbeiterverband auch im Jahre 1913 die Interessen dieses auffallend groß aufgegebene Inserat meldeten sich zahlreiche feiner Mitglieder wirksam vertreten hat, sowohl durch Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen als auch durch die gewährten Unterſtügungen. Im übrigen hat er sich trotz der ungünstigen Wirt schaftslage numerisch und finanziell gut vorwärts entwidelt. ,, Ein sozialdemokratisches Arbeitsmonopol im Steinsetgewerbe." Berhaftet und enthaftet. IV. Streis 15. Abt. K. Rosenfeld, An der Spandauer Brüde 1a. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstrake 69, vorn vier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage i ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort verden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt ik, Beschwerde bei der Steuerdeputation. G. B. Nein. N. 43. 2. Ja. E. 9. Personen, denen dann eine Stellung auf der unter amerikanischer Flagge fahrenden Jacht Montreal", welche bereits in Genua unter Dampf liege, mit einem Monatsgehalt von 75 Dollar angeboten wurde. Erforderlich sei, daß sie sofort ihre Militärpapiere mit einem Vermerk der Militärbehörde, daß sie auf fremden Schiffen fahren dürften, und außerdem ein polizeiliches Führungsattest übersandten. Auf diesen Köder hin sandten Duhende junger Leute ihre Papiere an Schroeder, welcher die Briefe mit Kapitän Steinke" unterAlso betitelt sich eine Reihe von Artikeln, die in den letzten zeichnet hatte, nachdem er sich 32. P. G. Die Zahlung können Sie nur dann verweigern, wenn das um für etwaige persönliche VorWochen die Runde durch einen großen Teil der bürgerlichen Presse stellungen gewappnet zu fein vorher bei einem Althändler eine Gebiß nicht mehr abänderungsfähig ist. Andernfalls müssen Sie zahlen und gemacht hat. Ausgegangen ist diese Preßkampagne gegen den Ver- prächtige Marineuniform gekauft und sich in dieser hatte photo- Androhung, daß Sie nach Ablauf der Frist das Gebiß zur Verfügung stellen fönnen unter Sehung einer Frist sachgemäße Abänderung fordern mit der band der Steinfeger um eine solche handelt es sich von der graphieren lassen. Von den eingegangenen Papieren gefielen den und Rückzahlung verlangen werden. O. 2. 33. Das adoptierte Kind chriftlichen Gewerkschaftszentrale; die Artikel sind denn auch Angeklagten am besten diejenigen des Buchhalters Max Schönig hat einen gefeßlichen Erbanspruch. Ein Testament muß eingereicht und ers naturgemäß in der gesamten Zentrumspresse erschienen; sie sind in Henriettenhütte bei Sprottau und des Geschäftsführers Rudolf öffnet werden. Anspruch auf Bekanntgabe des Inbalts haben Sie bei dem aber auch unter entsprechender Garnierung in die konservative, Schiel in Koblenz. Sie beschlossen, sich diese Papiere anzueignen geschilderten Sachverhalt nicht. Luise Jahn 2. Sie können nach vorfreikonservative und nationalliberale Scharfmacherpresse lanciert und fortan unter den Namen Schönig und Schiel zu operieren. beriger Aufforderung zur Einlösung unter Sebung einer Frist die Wäsche bztv. übernommen worden. In den speziellen Unternehmer- mit den auf diese Weise erlangten Legitimationspapieren erschienen Zeugnis, das sich auf Berlangen auch über Führung und Leistungen ausöffentlich versteigern lassen. C. G. 12. Die Frau hat Anspruch auf ein organen, wie Deutsche Arbeitgeberzeitung" u. a. sind diese Artikel Schroeder und Schlamm im Bureau des Notars Justizrat Wolff, läßt. Die Klage ist beim Gewerbegericht anhängig zu machen. jedoch so frühzeitig erschienen, daß ohne weiteres auf eine direkte legitimierten sich dort als Max Schönig und Rudolf Schiel und. 3. G. 16. Ja, sofern und soweit der Schuldner mehr wie 28,85 M. Inspiration von christlicher" Seite geschlossen werden muß. gründeten unter diesen Namen zu notariellem Protokoll die offene wöchentlich verdient. 2. 100. 1. Soweit ersichtlich, haften die Bürgen Es handelt sich bei dieser Preßkampagne lediglich um ein Kon- Handelsgesellschaft Schönig u. Co. und ließen sich beide auch als als Gesamtschuldner. Der Gläubiger fann sämtliche Bürgen gleichzeitig in kurrenzmanöver der„ christlichen" Gewerkschaft, das sich allerdings Geschäftsführer im Handelsregister eintragen. Infolge der aus- Anspruch nehmen, hat aber auch das Recht, einen derselben auszusuchen. in seiner Wirkung mehr gegen die Unternehmer als gegen den reichenden Legitimation hatte der Notar fein Bedenken, den nota- Genaue Auskunft läßt sich erst geben nach Einsichtnahme in die BürgschaftsVerband der Steinjeker richtet, indem damit gerade der Teil des riellen Aft vorzunehmen, und so erfolgte bald darauf die handels- urkunde. 2. Nur auf Verlangen. 3. Ist ein solches Verlangen ausgesprochen, 2. M. Ja. zurzeit verhandelten Reichstarifes für das Steinſeggewerbe zerstört gerichtliche Eintragung der Firma Schönig u. Co., die dann in der 101. W. Solange Zeit, als der Gesundheitss werden soll, auf den die Unternehmer den größten Wert legen. Die Potsdamer Str. 56 ihren Geschäftsbetrieb" eröffnete. Diese Firma zustand es erfordert. Im Streitfall dürfte ärztliches Gutachten maßgebend selben wünschen nämlich, daß überall da, wo die beiderseitigen Or- soll von Anfang an darauf berechnet gewesen sein, Schwindeleien sein. A. K., Harzerstraße. 1. Der entgangene Gewinn fann von ganisationen start genug dazu sind, gelegentlich auch die schlimmsten vorzunehmen. Wenige Wochen bereits nach Eintragung der neuen Shnen gefordert werden. Im Prozeß würde über die Höhe eventuell ein. Auswüchse der Sch muzfonkurrenz gemeinsam bekämpft Firma liefen bei der Staatsanwaltschaft und dem Polizeipräsidium Sachverständiger gehört werden. 2. Falls die noch nicht abgezahlten Wirtwerden sollen. Ganz naturgemäß müssen sich die Unternehmer in Berlin zahlreiche Anzeigen ein, in denen den Inhabern der Firma schaftssachen gepfändet werden, kann das Abzahlungsgeschäft intervenieren. 3. Nein. K. W. 750. 1. Nein. 2. Ja. R. 100. Unverständlich. solchem Falle verpflichten, die am Kampfe beteiligten Arbeiter in der Vorwurf des Betruges und der Unterschlagung gemacht wurde. R. H. 55. Ja. P. 1. 1. 11. 3. Ja. 2. Bestimmter Raum im Gesez erster Linie in ihre Betriebe einzustellen, falls sie nicht die Hälfte Wegen der von der Firma Schönig u. Co. verübten Betrügereien nicht vorgesehen, jedenfalls darf keine Behinderung vorliegen.- 23. G. 66. des ausfallenden Lohnes tragen wollen. Das nennen die christ- schwebt die Untersuchung. Im vorliegenden Fall handelt es sich 1. Gine bestimmte Frist ist nicht vorgesehen. Sie können die Sachen lichen" Klopffechter dann ein sozialdemokratisches Arbeitsmonopol": zunächst nur um die Urkundenfälschung. Die Beweisaufnahme öffentlich versteigern lassen. 2. Die Kosten richten sich nach dem Objekt. Was sie da betreiben, ist zwar eine sehr plumpe Spekulation auf gestaltet sich so umfangreich, daß die Verhandlung noch heute forts Die Bestellung eines Anwalts ist nicht notwendig. A. R. 432. Sa, die politischen Vorurteile der als Auftraggeber in Betracht kom- Bauern wird. falls Unfall nachgewiesen wird und falls es sich um einen unfallversiche rungspflichtigen Betrieb gehandelt hat. A. K. 433. Das Gericht, in menden Behörden immerhin aber ist es nicht ganz ausgeschlossen, dessen Bezirk der Schuldner wohnt, ist zuständig. A. R. 434. Nein. daß einzelne derselben darauf hereinfallen und damit in die Rolle Boghagen 200. Der Abzug ist jezt nicht mehr zulässig, G. 100. berfallen, die ihnen die„ Christen" ansinnen, sich nämlich als Zu- Sehr wechselreich ist das Schicksal der Mitglieder des Gesellig Eine Klage auf Herausgabe beim Amtsgericht erscheint durchführbar. treiber für ihre lendenlahme Organisation gebrauchen zu lassen. feitsvereins Roland". Der Verein hatte in einem großen Restau- Ratibor 7. 1. und 3. Nein. 2. Ja. 2. Y. 3. 328. 1. Alle Während aber auf der einen Seite die„ Christen" die Behörden rationsjaal ein Stiftungsfest veranstaltet, in dessen Verlauf sich so leistungsfähigen Kinder sind beitrags, beztv. erstattungspflichtig. 2. Die gegen das„ staatsgefährliche" sozialdemokratische Arbeitsmonopol anstößige Dinge entwickelten, daß auf Antrag der Staatsanwalt- Mutter kann von der Gemeinde Unterſtügung beanspruchen. Die Gemeinde scharf machen, spielen sie sich den Arbeitern gegenüber als die schaft zu Massenverhaftungen der Mitglieder 11. B. 76. Sie sind nicht zum größten Teil hält sich alsdann an die Kinder. 3. Ja. Hüter und Schüßer der vitalsten Klasseninteressen auf, indem sie Geschäftsleute aus dem Norden Berlins geschritten wurde. Die zahlungspflichtig. Lassen Sie die Sache auf sich beruhen. Jucknath 17. Eine Herausgabepflicht besteht nicht. bei diesen mit der Lüge frebsen gehen, der Verband der Steinseher vom Amtsgericht Wedding erlassenen Haftbefehle hob die 6. Straf- scheint durchführbar. Immerhin raten wir zu einem Vergleich. F. D. 7. Eine solche Riage er habe das Streifrecht an die Unternehmer verraten und verkauft". fammer auf Beschwerde auf. Inzwischen hatte die Staatsanwalt 1. und 2. Die statutarischen Bestimmungen find maßgebend. Eine Beant Es sind also ziemlich zweifelhafte Ordnungsretter, die sich den Be- schaft die Anklageschrift eingereicht und bei der nun zuständig ge- wortung ist daher nur an Hand des Statuts möglich. Richard 15. hörden da anbieten. wordenen 5. Straffammer wieder die Verhaftung der Vereinsmit- 1. In der Regel erfolgt Mitteilung an die Kinder. Ist das bisher nicht glieder beantragt. Die 5. Straffammer gab diesem Antrage statt geschehen, so tann beim Amtsgericht, in dessen Bezirk Ihre Schwiegermutter und die Angeklagten wanderten wieder in Untersuchungshaft. verstorben ist, angefragt werden. 2. Auf Verlangen der Kinder ja, sofern Gegen diesen Haftbefehl legte der Verteidiger erneut Beschwerde nicht das Testament etwas anderes befagt. Im übrigen fönnen die Kinder, ein, welche die Folge hatte, daß die Haftbefehle jezt vom Straf- enn fie von der Erbfolge ausgeschloffen sind oder als Nacherben ein F. B. 73. Nein. 9. 3. 28,65. senat des Kammergerichts als höchste Instanz aufgehoben und die gelebt find, das Pflichtteil verlangen. . m. 14. Ja. 101 M. Ra. 3. R. 1906. Berjährt ist der Vor einigen Lagen wurde im Straffammerfibungsfaal des Berhafteten zum zweitenmal aus der Untersuchungshaft entlassen Anspruch nicht. Troß Leistung des Offenbarungseides find Sie zahlungsStettiner Landgerichts gegen die 49jährige Frau Auguste Neumann wurden. Damit dürfte das Hin und Her in den Ansichten über pflichtig. Eine Neuableistung fann jedoch erst gefordert werden, wenn 5 Jahre verstrichen find. A. S. 56. Eine Reflamation ist noch zulässig, aus Stargard i. Pom. wegen Betruges in der Berufungsinstanz die Notwendigkeit einer Verhaftung endgültig beendet sein. jedoch werden in der Regel nur diejenigen Umstände berücksichtigt, die nach verhandelt. Die Angeklagte wurde zu zwei Monaten Gefängnis der Musterung eingetreten find. Eine spätere Einziehung ist nicht aus. berurteilt, während sie in erster Instanz vor dem Schöffengericht geschloffen. Disput B. W. 1. Ein Verwandtschaftsverhältnis im Sinne Die zu Greifenhagen zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt war. des Gesezes besteht nicht. 2. Nicht bekannt. 18. 18. Sie können sich noch an den Minister des Innern wenden. F. C. 6. 3. Nein. bisher unbestrafte Frau wurde ins Gefängnis geschickt, weil sie aus Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Die Geschäfts- Alfred 90. Beil die genügende Anzahl von Beitragsmarken nicht geleistet der beispiellosen Dummheit eines biederen Landbewohners einigen stelle Berlin nahm am Sonntag in einer außerordentlichen Ge- ift. G. Pf. R. C. 0014. Sie haben nur Anspruch auf Unfallrente an Nußen gezogen hatte. Auf dem Gehöft eines Büdners in Brenten- neralversammlung Stellung zum kommenden Verbandstag in die Berufsgenossenschaft. Th. M. N. 16. Darüber bestehen eventuell orts. hofswalde bei Greifenhagen war im Frühjahr v. J. die Maulund Klauenseuche ausgebrochen. Als nun aber auch Mitglieder seiner Familie erkrankten, glaubte der Besizer fest und steif, da sei Hegenwert im Spiel, Mensch und Bich auf seinem Gehöft behert. Nun hörte der Bauer von der Angeklagten, die im Rufe einer weisen Frau stand, holte sie von Stargard her, daß fie auf seinem Gehöft den Herenbann löse. Die Neumann kam darauf auch einigemal nach Brenkenhofswalde und machte dort allen möglichen Hokuspokus, malte Zaubersprüche" an die Stalltüren, ließ aus der Apotheke Fischleim und andere harmlose Sachen holen, die sie zusammenmischte und zwischen das Vichfutter zu schütten riet. Ganz im Vertrauen sagte sie auch dem abergläubischen Bauer, daß die erste Person, die ihm auf seinem Hof mit einem Schnaps entgegen trete, die Here sei, welche das Unheil über sein Anwesen gebracht habe. Kurze Zeit später kam die Mutter des Besizers zu Besuch und brachte eine Flasche Spirituosen zum Geschenk mit. Das hatte zur Folge, daß der Bauer seine eigene Mutter als " Here" behandelte und vom Hof jagte. Er überwarf sich dadurch mit seiner ganzen Verwandtschaft und damit noch nicht genug - der Herenwahn zerrüttete sein Hirn so sehr, daß man ihn vor einiger Zeit in die Provinzialirrenanstalt einliefern mußte. Da die angeklagte„ fluge Frau" für ihre Bemühungen 30 M. genommen hatte, war eine Handhabe gegeben, gegen sie einzuschreiten. Das Stettiner Landgericht milderte das Strafmaß des Greifenhagener Schöffengerichts um die Hälfte herab, da es mit Recht annahm, daß der Angeklagten die schlimmen Folgen ihres Hokuspokus nicht angerechnet werden dürfen. Gerichtszeitung. Ein pommersches Kulturbilb. Diese Herengläubigen find natürlich biderbe, feste Ordnungsftüben.. Konkurrenzklausel beim Berkauf eines Kolonialwarengeschäfts. Beim Verkauf eines Geschäfts ist es leider allgemein üblich, daß sich der Verkäufer bei Vermeidung einer Konventionalstrafe verpflichtet, innerhalb bestimmter Zeit oder eines bestimmten Umfreises kein Konkurrenzgeschäft zu gründen oder für ein solches tätig zu werden. Das Reichsgericht hatte sich am Sonnabend mit der Frage zu beschäftigen, ob es eine verbotene Konkurrenztätigkeit des Verkäufers ist, wenn er den Verkauf eines Konkurrenzgeschäfts vermittelt und zur Ermöglichung des Verkaufs dem Konkurrenten ein Hypothekendarlehen gewährt. Das Reichsgericht hat diese Frage berneint; fügte aber hinzu: die Sache läge anders, wenn etwa feftgestellt worden wäre, daß ohne das Dazwischentreten des Beklagten das B.sche Geschäft hätte zugrunde gehen müssen. Schwindelgründung und Urkundenfälschung. bor= Versammlungen. G. B. 88. -O Leipzig. Schlichting referierte und betonte, daß der Kardinal- polizeiliche Vorschriften. Fragen Sie beim Amtsvorsteher an.-Beelit 1884. punkt der Verhandlungen die Erhöhung sowohl der Beiträge zur Sie fönnen mit den 20 Mark aufrechnen, die Aufrechnungserklärung geben Haupt- als auch zur Lokaltasse sei. Die großen Kämpfe in der Sie sofort ab. Den Reſtbetrag von 15 Mark find Sie zu zahlen verpflichtet. Bei der Zentralfommission der Krankenkassen Berlin, J. 2. 100. Ja. Sprechen Ichten Zeit hätten große Summen verschlungen und auch die zu Alexanderstr. 39/40, tönnten Sie dies erfahren. Richard Binder. Etat der Schutzgebiete. Portal erwartenden neuen Kämpfe machen es zur unumgänglichen Not- Sie mit dem Lehrer. wendigkeit, die Kassen wieder zu stärken. Redner äußert sich auch 5 des Reichstags. M. 10. Nur der Arzt fann Sie beraten. über eine eventuelle Verschmelzung mit dem Metallarbeiterver- D. G. 2. 1. Soweit ersichtlich, läßt sich dagegen nichts unternehmen. bande und erklärt, daß auch in diesem Falle eine Erhöhung der 2. Der Anspruch erscheint unbegründet... 183. Sie tönnen beim Beiträge nicht zu umgehen wäre. Auf die Tariffrage im Amtsgericht Erinnerung erheben. Ihnen müssen etwa 25 Mark belassen werden. Brauereigewerbe übergehend, zeigt Redner, daß auch durch die Marktpreise von Berlin am 14. März 1914, nach Ermittelungen Stellungnahme der Scharfmacher in diesem Gewerbe eine Ver- des tgl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 0,00-0,00, Donau Stärkung des Kriegsschazes sich rechtfertige. Alle in Betracht tom- 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,70-15,00. Richtftroh 0,00. menden Körperschaften des Verbandes hätten sich für eine Er- eu 6,80-8,20. Martihallenpreise. 100 Stilogr. Erbjen, gelbe, zum Rochen eine Beschlußfassung zu erwirken, sondern Voraussetzung sei, daß Startoffeln( Steinhdl.) 4,00-7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule höhung ausgesprochen. Immerhin handele es sich nicht darum, 34,00-50,00. Sveisebobnen, weiße 35,00-60,00. Rinsen 40,00-80,00. jedes Berbandsmitglied von dieser Maßnahme überzeugt sei und 1,60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,40-2,00. die Erhöhung einstimmig angenommen werde. In den Bezirks- Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. fizungen hätten sich die Mitglieder unumwunden gegen eine 60 Stüd Gier 3,60-6,00. 1 Kilogramm Karpfen 1,20-2,40. Aale Verschmelzung mit dem Metallarbeiterverbande sowie gegen jede 1,60-3,40. Bander 1,40-3,20. echte 1,40-2,60. Bare 1,00-2,20. Aufteilung in Industrieverbände ausgesprochen. Um so notwen Schlete 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 3,50-21,00. diger erweise sich die Stärkung der Finanzen, um allen Ereignissen Resolution, der alle Funktionäre zugestimmt hätten, ebenfalls eingeivappnet entgegensehen zu können. Er bitte, die nachstehende Resolution, der alle Funktionäre zugestimmt hätten, ebenfalls einstimmig anzunehmen. In der Diskussion waren fast alle Redner für die Beitrags. erhöhung. Die Abstimmung ergab die einstimmige Annahme folgender Resolution: Stationen Witterungsübersicht vom 16. März 1914. 745 SS 750 G 753 S " In Erwägung der letzten wirtschaftlichen Kämpfe, die zum Swinembe. 7495 Teil unserer Organisation aufgezwungen wurden, erachtet es Hamburg die heutige Generalversammlung als unumgänglich notwendig, Berlin dem Verband neue Mittel zur Verfügung zu stellen, und be- Frantf. a. schließt deshalb, an den Verbandstag in Leipzig den Antrag zu München ftellen, die Beiträge um 10 Pf. pro Woche und Mitglied zu er- Bien höhen. Better Stationen 5bebedt 4Regen 3 bededt 6 Regen 4bebedt 6 Haparanda 746D 8 Betersburg 751 6 Scilly 756WN Better U- B 2 Schnee 1 Nebel 0 woltig 8 3 halb bd. 2 5 bededt 11 7 Aberdeen 745 N 759 SSW 5 Paris 752 S 761 S 1 wolfig Wetterprognose für Dienstag, den 17. März 1914. Berliner Betterbureau In weiterer Erwägung, daß auch die Geschäftsstelle Groß- Etwas kühler, zunächst vorwiegend irübe mit geringeren Niederschlägen Berlin von weiteren Kämpfen nicht verschont bleiben wird, wie und frischen westlichen Binden; später langsam aufklarend. dies bereits aus dem ablehnenden Verhalten der Berliner Brauereibefizer gegenüber unserer gerechten Forderung ersichtlich ist, beschließt die Generalversammlung, einen weiteren Beitrag in Höhe von 5 Pf. pro Woche und Mitglied für die Lokaltasse der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgetett vom Berliner Betterburean vom Tage der allgemeinen Beitragserhöhung zu erheben." Ferner wurde angenommen: uns Die Verbandsgeneralversammlung zu Leipzig wolle be schließen: die kleinen schwarzen Ausweiskarten, die neben dem Mitgliedsbuch jedem Kollegen ausgehändigt werden, sind einauziehen resp. abzuschaffen." Desgleichen wurde der Antrag angenommen: Die Generalversammlung wolle beschließen, den§ 9 des Verbandsstatuts dahingehend zu ändern, daß die Unterstützung der Erwerbslosen unter entsprechender Staffelung auf die Dauer von 10 Wochen ausgedehnt wird." Quittung. Wasserstand Memel, Tilfit regel, Insterburg Beichsel, Thorn Dder, Ratibor Waferstands- Nachrichten am feit 15.8. 14. 8. om cm³) Wasserstand Saale, Grochlit 290-24 avel, Spandau) 351+9 Rathenow) 237 24 Spree, Spremberg) 138 am feit 15.3. 14.8. cm cm³) 304 -1 107-2 126 +6 +6 278 274+6 Beeskow 129+4 Befer, Münden 390 +8 238 189 +6 Minden 473+13 +1 -12 100 230 99 Köln 578-10 675 140 34 466 -8 Main, Hanau Nedar, Heilbronn 248-17 405-7 " Magdeburg 400 -2 3)+ bedeutet Buchs, Fall Kroffen Frankfurt arthe, Scrimm Landsberg Neze, Bordamm Elbe, Leitmerig Dresden Barby Rhein, Marimiliansau 648 Kaub Bor dem Schwurgericht des Landgerichts II, unter Borfiz des Landgerichtsrats Bollber, standen gestern die Kaufleute Reinhold Schroeder, Leo Schlamm und der Kaufmann und Rechtskonsulent Heinrich Armonier. Alle drei Angeklagte, die sich seit längerer Zeit in Untersuchngshaft befinden, find zum Teil erheblich Für den Verein Arbeiter Jugendheim gingen bei dem Unterbestraft und haben eine recht bewegte Bergangenheit hinter sich. zeichneten ein: Groschentasse der Buchbindereiabteilung des Deutschen Armonier, der früher Gastwirt war, hat später eine bedenkliche Drud- und Verlagshauses, Lindenstr. 26, 9,95. M. R. 40,- Durch Tätigkeit als Rechtstonjulent entwidelt. Auf eine Klage des Bethte, Rennade u. Boigt 99,99. Organisierte Kollegen der Firma Küfter Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neuföln. Für den Inferatenteil verantw.: 2h. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: VorwärtsBuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Mosel, Trier Unterpegel. Nr. 75. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Gemeindewahlbewegung. Parteiangelegenheiten. Zur Lokalliste. Folgende Lokale stehen der organisierten Arbeiterschaft zu allen Veranstaltungen zur Verfügung: " In Buckow( T.-B.) das Lokal Freie Aussicht", Rudower Str. 13, Inh. Tauschke( am Neuköllner Krankenhaus). In Lychen( U.-M.) das Lokal Berliner Hof", Jnh. Hermann Hering. die organisierte Arbeiterschaft als gesperrt zu betrachten: Folgende Lokale sind von der Lokalliste zu streichen und für In Rauen das Lokal" Gasthof zu den Nauener Bergen", Inb. Noatnid; das Lokal„ Glückauf" nebst Ausschant der Bismardhalle am Aussichtsturm. Bohnsdorf. Ein heißer Kampf dürfte bei der heutigen Gemeindevertreterwahl entbrennen. Da die dritte Klasse sicherer Besitz der Sozialdemokratie ist, haben die Gegner ihre ganze Kraft auf die zweite Abteilung konzentriert. Der bürgerliche Mischmasch beweist durch Aufstellung zweier Beamten als Kandidaten, daß es ihm mit einer Vertretung wirklich fortschrittlicher Forderungen in der Gemeinde nicht ernst ist. Man rechnet in der zweiten Abteilung auf die Stimmen der Beamten, daher diese Kandidaten. Die Gegner hielten ihre Versammlungen stets unter Ausschluß der Deffentlichkeit ab und verlangten von den Verfamm- 23. lungsbesuchern die Erklärung, daß sie bestimmt für sie eintreten wollen. Und die Geschäftsleute sollen mit dem Mittel des Terrors gefügig gemacht werden. Letztere brauchen sich indessen davor nicht zu fürchten, haben doch bei der letzten Landtagswahl von 288 Wählern fich 147 für die Sozialdemokratie entschieden und nur 82 für die Die dritte Klaffe wählt von 3 bis 6 Uhr. Kandidat ist Privatbeamter Franz Mohr. Die zweite Abteilung wählt von 7 bis 8 Uhr. Kandidat: Franz Mohr. Die Wähler der zweiten Abteilung müssen sich in der Nähe des Wahllokals aufhalten, da von 814 Uhr bis 84 Uhr eine Nachwahl stattfindet. Kandidat: Schriftgießer Emil Greulich. Gegner. Dienstag, 17. März 1914. in den frühen Morgenstunden das Verbot, die Kommunion der Kinder nicht vornehmen zu lassen. Zugleich war vom Polizeipräsidium die 6. Hauptmannschaft beordert worden, uns im Notfalle Hilfe zu leisten. Da auf wiederholtes gütliches Auffordern die Menge die Kirche nicht verließ, so waren wir gezwungen, die Anwesenden durch die Polizei hinausbringen zu lassen. Die Polizei verbot uns dann, bis am Nachmittag Gottesdienst abhalten zu lassen." 9 Die katholischen Blätter, die„ Germania" und„ Märkische Volkszeitung", sind ganz entsetzt über die Kirchenentweiher unter den Polen", die den„ Katholizismus und den kathovon Moabit". Schuld daran trügen die radikalen Elemente lischen Namen für ihre politischen Zwecke mißbrauchen". Nach den kirchlichen Vorschriften hätten die von den Polen verführten Kinder nicht einmal zur privaten Erstkommunion, geschweige denn zu der von ihnen verlangten feierlichen Ersttommunion zugelassen werden können. In Wilmersdorf das Lokal„ Gesellschaftshaus", Wilhelmsaue 112, Inh. Paget. Am Sonnabend, den 31. März, veranstaltet der Rauchklub Wir haben keinen Anlaß, uns mit den Vorschriften der Kolorado", Wilmersdorf, im„ Geſellſchaftshaus", Wilhelmsaue 112, katholischen Kirche näher zu befassen; wer Mitglied dieser einen Mastenball. Wir ersuchen, beim Angebot von Billetts die Religionsgemeinschaft ist, muß sich ihren Gesezen unweigerlich fierte Arbeiterschaft nicht mehr zur Verfügung steht. felben zurückzuweisen, da das„ Gesellschaftshaus" für die organi- fügen. Wir haben auch keinen Grund, den reaktionären Berichtigung: In Werder a. H. steht das Lofal von Fritz Hinge, Radikalpolen irgendwelche Hilfe zu leisten; aber gegen die Regelweg 58, in der Lokalliste verzeichnet, es muß aber heißen: Frig gewaltsame Germanisierungspolitik werden wir immer aufHinze, Kuchelweg 58. treten, ob sie vom Staat oder von der Kirche kommt. Und In Papenberge P.-D.-H. steht das Lokal„ Strandschloß", Inh. die Affäre gegen die Kirchenentweiher" ist ein Stück davon. D. Schöne, in der Lokalliste verzeichnet; es muß heißen:" HabelDie Genossen werden ersucht, um 3 Uhr im Wahllokal an- schloß", Inh. Otto Schöne. Beide Lokale sind frei. wesend zu sein, damit der Wahlvorstand von unseren Genossen besetzt wird. Die Genossen, welche sich an der Wahlarbeit beteiligen, treffen fich 23 Uhr bei Bierbach, auch wird dort jede gewünschte Auskunft erteilt. Schöneiche( Nieder- Barnim). Die Gemeindevertreterwahlen Die Lokalkommission. Gute und billige Theatervorstellung. Frau Warrens Gewerbe. Schauspiel in 4 Atten von Bernard Shaw. Eintrittskarten à 1,10 M. zur legten Vorstellung zu diesen Bedingungen im Neu en Volkstheater, Köpenicker Straße 68, am Freitag, den 20. März, abends 8% Uhr, sind noch in folgenden Verkaufsstellen zu haben: Das Berliner Jugendkino. Seit einer Reihe von Monaten veranstalten die Berliner Volks. schullehrer an freien Nachmittagen für ihre Schüler Kinoborstellungen. Es hat sich ein besonderer, aus Rektoren, Lehrern und Lehrerinnen bestehender Kinoausschuß" gebildet, der sich planmäßig dieser Aufgabe widmet. In der Notiz, die die Oeffentlichkeit finden hier am Freitag, den 20. März, statt. Die Wahlzeit ist so auf diese neue Tätigkeit der Berliner Lehrerschaft aufmerksam angesetzt, daß die Wähler der dritten Abteilung wieder erhebliche machen sollte, wurde als Ziel des Kinoausschusses angegeben: die materielle Opfer bringen müssen, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch Pflege und Förderung des stehenden und beweglichen Lichtbildes zu machen. Während sie schon nachmittags 5 Uhr im Wahllofal erscheinen sollen, hat man die Wahlzeit der zweiten und ersten Klasse zur Belehrung und Unterhaltung der Jugend und Aufklärung über die Gefahren schlechter Kinovorführungen. Es war von vornherein in die späten. Abendstunden gelegt. Trotzdem werden unsere Genossen, die den Genossen Johann Rühl wieder als Kandidaten aufPaul Horsch, Zigarrengeschäft, Engelufer 15; Baumann, zu befürchten, daß das Kino dabei nicht ausschließlich als gestellt haben, alles versuchen, um auf diesen eine ansehnliche Zigarrengeschäft, Rungestraße 30; Restauration Dieseler, Bildungs- und Unterhaltungsmittel benutzt werden würde, denn die Lehrer anderer Orte hatten vielfach unter derselben Devise mit Stimmenzahl zu vereinigen. Die bürgerlichen Vereine Hatten erst Brunnenstr. 145; Baczewski, Zigarrengeschäft, Feldstr. 9. beschlossen, bei den Wahlen der dritten Abteilung gemeinsam borHilfe der Filme vor allem die Erziehung der Schüler zu Königs= zugehen. Durch irgend eine für die große Deffentlichkeit neben- 81 Uhr, finden für die jungen Mitglieder des Wahlvereins im die Berliner„ Kinoreformer" noch andere Zwecke wie die öffentlich Bierter Wahlkreis. Am Donnerstag, den 19. März, abends treue und Vaterlandsliebe getrieben. Unsere Vermutung, daß auch sächliche Ursache schwenkte der Grundbefizer und Ver- after' bon 18 bis 21 Jabren zwei Versammlungen mitgeteilten verfolgen, hat sich bestätigt. Ein Besucher der Vorder Grundbesitzer- und Verschönerungsverein plötzlich um und stellte seinen Vorfizzenden, der bis dahin die erste Klaſſe vertrat, als Stan statt. Für den Stadtteil Südost im Reichenberger Hof", Reichenstellung schreibt uns: In der am Freitag im Uniontheater der bis dahin die erste Klasse vertrat, ale Stan- bergerstr. 147: ein 3yflus von drei Vorträgen über: Gin- Weinbergsweg veranstalteten Jugendvorstellung konnte man didaten der dritten Klasse auf. Nun liegen fich die führung in den wissenschaftlichen Sozialismus". sich wieder davon überzeugen. Unter den neun vorgeführten Vereine und ihre Kandidaten in den Haaren und machen der Wähler. Die nächsten Vorträge finden statt am 16. und 30. April. Vor- Filmen befanden sich allein drei, die ihrem Inhalt und besonders schaft klar, daß sich keiner von beiden zum Gemeindevertreter eignet. tragender ist Genosse E. Eichhorn. Für den Stadtteil Osten Herr Grühn veröffentlicht in dem Ortsblättchen die Tugenden seines im Lokale von Siegel, Große Frankfurter Str. 30: Vortrag des ihrer Wirkung nach als patriotisch, im gewöhnlichen Sinne Gegenkandidaten, als da sind: Unpünktlichkeit und Fehlen bei den Reichstagsabgeordneten Genossen Otto Büchner über: Die des Wortes, bezeichnet werden müssen. In dem einen Film sah man französische Alpenjäger beim Manöver. Von den großen Gefahren, Versammlungen, Nachschwazzen alles dessen, was andere schon besser Bedeutung des 18. März". gesagt haben, gedankenloses Eintreten für Vorlagen, Schwagen für Neukölln. Heute Dienstag, den 17. März, abends 81%, Uhr, von den ungeheuren Anstrengungen, denen die Soldaten dabei Enbloc- Annahmen, schematisches Handhochheben auf Winte oder findet in der Neuen Welt eine öffentliche Protestver- ausgefeßt find, erhielt man nur eine schwache Vorstellung, dagegen Verabredung, Stimmen für oder gegen eine Vorlage, um einen sammlung gegen' das unerhörte Urteil der Frankfurter Straf- wurde die Schießerei und das Biwatieren recht eindringlich geMitmenschen zu ärgern und dergleichen schöne Dinge, die einen kammer statt. Genossin Dr. Rosa Luxemburg spricht über: schildert, natürlich, um die Freude der Jungen am Militärleben bürgerlichen Gemeindevertreter auszeichnen. Die andere Geite, Militarismus, Krieg und Arbeitertiaffe. nicht zu vergällen. Noch viel mehr ist an dem zweiten Film„ Der unter Führung des Gemeindevorstandes, konterfeit wieder Die Parteigenossen wollen für Massenbesuch dieser Versamm- König von Rom" auszusehen. Hier wird der Sohn Napoleons I. Herrn Grühn und spricht dem aus der Staatskrippe futternden lung Sorge tragen. ein des Lesens und Schreibens noch unkundiges Kind! gar als Beamten nicht Tur die Fähigkeit zum Gemeindevertreter Muster eines edlen und genialen Menschen geschildert. Der Vater Charlottenburg. Die Jugendsektion hält am Mittwoch, ab, sondern erklärt seine Wahl als Vertreter für die dritte den 18. März, abends 8 Uhr, im Voltshause, Rosinenstr. 3, ihren hatte eine Frau, die um die Begnadigung ihres Sohnes flehte, Klasse als ein Unding, das als Verrat an den Lebensinteressen der Vortragsabend ab. Genosie Düwell spricht über„ Die Bedeutung schroff abgewiesen, das Kind deckt die Unschuld des Verurteilten des 18. März". fleinen Leute gekennzeichnet und gebrandmarkt werden müßte. Die Jugendfektion einen Ausflug nach Birkenwerder und dem Briefetal. Tagen recht givedmäßig sein, für Monarchensprößlinge Sympathien Am Sonntag, den 22. März, veranstaltet die auf und erwirkt die Begnadigung. Es mag ja gerade in unseren Herren kennen sich und es muß deshalb die Wahrheit ihrer Be- Treffpunkt 71 Uhr morgens am Wilhelmplatz. Gäste sind will zu erwecken, aber man darf doch die Wahrheit nicht so gemein hauptungen angenommen werden. Als empfehlenswerter Kandidat kommen. für die dritte Wählerklasse verbleibt also nur noch unser Genosse vergewaltigen, daß man ein harmloses, verspieltes Kind als den Wilmersdorf. Der Wahlverein veranstaltet am Mittwoch, den verehrungswürdigsten Wunderknaben ausgibt. Und sollen etwa die Rühl, der weder ein gedankenloser Handhochheber, noch ein aus( 18. März, abends 8 Uhr, im„ Viktoriagarten", Wilhelmsaue 114 Berliner Schulkinder zu selbstbewußten, stolzen Menschen dadurch der Staatstrippe futternder Beamter ist und obendrein den Vorzug großer Saal) eine ärafeier mit fünstlerischem Programm. erzogen werden, daß man ihnen als eine Selbstverständlichkeit besitzt, die Verhältnisse innerhalb unserer Gemeinde besser und Mitwirkende: Landtagsabgeordneter H. Ströbel gründlicher zu kennen, als alle bürgerlichen Vertreter und Kandi-( Festrede):" Preußen 1848 und heute", Wilmersdorfer Männerchor. Beigt, wie sich alte Generale vor einem unmündigen Prinzen immer daten zusammen. Für die Wähler der dritten Klasse ist es deshalb Bur Deckung der Unkosten Eintritt 20 Pf. pro Person; arbeits- wieder bücken und ergraute Grenadiere sich von ihm mit Wonne Pflicht, am Wahltage ihre Stimmen auf unseren Kandidaten zu verlose Parteimitglieder frei! Männer und Frauen jeder Parteirichtung an den Ohren ziehen lassen? Offenbar legt man mehr Wert darauf, einigen. feige Bedientenseelen zu züchten. find eingeladen. Adlershof. Morgen Mittwoch, abends 71% Uhr: Verbreitung Die Vorführung des dritten Films wurde genadezu gur der Kuverts und Flugblätter zur Gemeindewahl von bekannter patriotischen Feier. Wilhelm II. erschien auf der welßen LeinStelle aus. wand; er ging zur Paroleausgabe, nahm die Huldigung der Turner Treptow Baumschulenweg. Der dritte Vortragsabend des im Stadion entgegen, fuhr mit dem Imperator", spielte mit den Bildungsausschusses findet am Mittwoch, den 18. März, abends fleinen Patienten im Ahlbecker Kinderheim usw. Aber die Bilder 1hr, im Neuen Gesellschaftshaus" in Baumschulenweg statt. waren undeutlich und schienen unsere Schuljugend, die beim Die Teilnehmer wollen pünktlich und vollzählig zur Stelle sein. Spalierbilden oft genug au unmittelbarer Beobachtung Gelegenheit Weißensee. Heute Dienstag, abends von 7, Uhr ab: Flug hat, nicht recht zu befriedigen. Schon fstiegen in uns leise Zweifel blattverbreitung im II. Bezirk von den Gruppenlokalen aus. Am an der Agitationskraft eines solchen Films auf, doch bald verstand Mittwoch in allen Gruppen des II. Bezirks Extra- Gruppenabend. man, seinen Einfluß gewaltig zu verstärken. Der Lehrer, der bis Außerordentlich wichtige Tagesordnung. Heinersdorf bei Weißensee. Ueber die Aufgaben der Sozial demokratie im Gemeindeparlament sprach in einer Wählerversamm Iung am Sonntag Genosse Fuhrmann Weißensee. Die Stimmung in der Versammlung ließ erkennen, daß die Arbeiterschaft auch um den Einfluß auf die Geschicke der Kommune zu 8 fämpfen gewillt ist. Heute Dienstagabend, wird noch ein Flugblatt an die Wähler verbreitet. Zu dieser Arbeit wollen sich die Genossen vollzählig einfinden. Wahlergebnisse. Süftsort,( Niederbarnim). Bei den am Sonnabend statt gefundenen Gemeindevertreterwahlen wurde der Genosse Dtto Wegener in der dritten Klasse, und der Genosse Albert Methner in der zweiten Klaffe gewählt. Somit gehören jest vier Genossen der Gemeindevertretung an. In Herzfelde wurde am Sonntag Genosse Julius Grasnid mit 85 gegen 39 bürgerliche Stimmen gewählt. Außerdem erhielten noch zwei weitere bürgerliche Kandidaten 12 Stimmen. Das gewonnene Mandat befand sich in bürgerlichem Befizz. Trotz dieses erfreulichen Wahlausganges muß bemerkt werden; daß in Zukunft die Wahlbeteiligung eine noch regere sein muß. W wahrendorf, Bätestraße 7, eine vom Bildungausschuß veranstaltete nun vor und rief den Kindern recht freundlich zu:" So, nun Lichterfelde. Morgen Mittwoch, abends 81% Uhr, findet bei dahin zuweilen ein paar erklärende Worte gesprochen hatte, trat Märzfeier statt. Der Eintritt ist frei. Künstlerische Vorträge, fingen wir einmal Deutschland, Deutschland über echt rege Beteiligung wird von den Genossen und Genoffinnen Korona ein. Auf Deutschland, Deutschland über alles" folgte gefangliche und musikalische Darbietungen bilden das Programm. alles!" Sofort intonierte die Musik und gleich fiel die ganze Heil Dir im Siegertrana" und die ersehnte HurraOber- Schöneweide. Heute Dienstag, abends 8%, Uhr, im stimmung war da. So verwenden die Berliner Lehrer das Kino Wilhelminenhof" Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bezirks- gur Belehrung und Unterhaltung!" angelegenheiten, Diskussion und Verschiedenes. erwartet. gederversammlung in„ Villa Kahl". Wichtige Tagesordnung. Bohnsdorf. Mittwoch, den 18. März, pünktlich 8 Uhr: MitBuchholz. Bei der Gemeindevertreterwahl in der III. Klasse straße: Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Tegel. Heute abend 8% Uhr im Lokale von Rößler, Schloß wurde im 1. Bezirk Genosse August Pohl mit 68 gegen 36 bürger liche Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung war in diesem Bezirk Tagesordnung: Unsere Gemeindevertreterwahl.( Ein Angesessener ist Birkenwerder. Heute Dienstagabend 81, Uhr: Extra- Bahlabend. mit 490 eingetragenen Wählern eine äußerst schwache. Im zweiten Bezirk wurde der Gegner mit 117 gegen 78 Stimmen, die auf den für den Richtanges effenen Pieper zu wählen.) Genossen Böttcher entfielen, gewählt. Hier haben die Gegner alles versucht, um ihren Kandidaten durchzubringen, ließen sie doch die Wähler im Auto heranholen! Für unsere Genoffen muß dieser Ausgang der Wahl ein Anlaß sein, in Zukunft mehr als bisher ihre Pflicht zu tun, dann dürfte dieser Bezirk mit Leichtigkeit erobert werden. Mühlenbeck. Bei der gestern stattgefundenen Wahl der britten Klasse entfielen auf die Sozialdemokratie 98 Stimmen, während es der bürgerliche Mischmasch nur auf 30 Stimmen brachte. Schönow( Kreis Niederbarnim). Nach beiß umstrittenem Wahllampf ging der gemeinsame Kandidat der Gegner mit 45 Stimmen als Sieger hervor. Unser Genosse erhielt leider nur 40 Stimmen. Von unseren Genossen ist jedoch gegen die Wahl Protest eingelegt worden, weil etwa 10 Stimmen anstatt auf August Grund auf „ Grund I" abgegeben worden find. Bei der Wahl in der II. Abteilung wurde der von den Kolonisten aufgestellte und von unseren Genoffen unterstüßte Kandidat Wilhelm Wagner mit 16 gegen 15 Stimmen gewählt. Berliner Nachrichten. So begrüßenswert das Unternehmen der Lehrer an sich sein dürfte, so sehr dürfte es diskreditiert werden, wenn es zu patrioti schen Zweden gemißbraucht würde. Die Arbeitereltern tun gut, das Programm der Jugendvorstellungen sich etwas genauer zu besehen und ihre Kinder vom Besuch fernzuhalten, falls sie von dieser befürchten. Wenn sie schon die Gehirnverkleisterung burch den Veranstaltung eine Gefährdung ihres eigenen Erziehungswertes offiziellen Schulunterricht nicht verhindern können, sollten sie wenigstens die Fortsetzung dieses Systems im Kino unmöglich zu machen versuchen. Pfadfinderinspizierung. Am Sonntag hatte man 1500 Jungen im Grunewald zufammengetrommelt, um dieses Pfadfinderkorps dem Kronprinzen borzuführen. Zunächst große Vorstellung des Reichsfeldmeisters und der Vertreter des Jungdeutschlandbundes, dann Besichtigung einer selbstkonstruierten Fernsprechleitung, Uebungen im Brückenschlag und Beltebau, Abkochen. Dann weiter große Verabschiedung unter besonderer Anerkennung für vorzügliche Leistungen und Schluß. Eine geschickt arrangierte Theatervorstellung! Zur Polendemonstration in der Pauluskirche. Der Vorstand der katholischen Pauluskirche veröffentlicht zu den Vorkommnissen am Sonntag eine Erklärung folgenden Inhalts: " Die Polen find an uns mit der Bitte herangetreten, ihre Kinder gesondert von den übrigen zur Firmelung in der polni schen Sprache vorzubereiten. Wir mußten dies Anfuchen ablehnen, da wir hierzu von unferer vorgefezten Behörde nicht die Erlaubnis erhielten. Die Polen ließen daher ihre Kinder, wovon viele gar nicht der polnischen Sprache mächtig waren und diese erst erlernen mußten, von einem Fabritarbeiter in der Große Traner herrschte am Sonntag in Strausberg. Dort polnischen Sprache unterrichten. Dieser Arbeiter hatte nicht das sollten beim Pferderennen die kronprinzlichen Farben ins Zeug Recht, Seinber beranzubilden, da er als Statholit seinen firch gehen und selbstverständlich fiegen. Der Stronprinz hatte sein lichen Berpflichtungen im lezten Jahre nicht nachgekommen ist. Erscheinen bestimmt zugesagt, erschien aber nicht. Darum große Wir erhielten daher vom Oberpräsidium bereits telegraphisch Enttäuschung! Die honetten Leute gegen die proletarische Kunstpflege. Daß die staatSerhaltenden Mächte, allen voran die Polizei, auch den künstlerischen Bestrebungen der organisierten Arbeiterschaft Schwierigkeiten zu bereiten suchen, ist nicht neu. Abgebrauchte Zcnsurgesetze und die Abhängigkeit künstlerischer Kräfte in Beamten- stellungen dienen ihnen als Mittel. Der Versuch, Karfreitagskonzerte der Volksbühnen und des Volischors in der„Neuen Welt" zu ver- hindern, das Verbot von Rosenows Drama„Die im Schatten leben", das Zurückpfeifen des Organisten Jrrgang, der drauf und dran war, in einem Konzert des„Vereins der Frauen und Mädchen der Arbeiter- klaffe" Bachsche Musik zu machen und gar das Herausholen einer Hofopernsängerin mitten aus einem Konzert des Gesangvereins „Fichte-Georginia" sowie andere rohe Eingriffe in die Kultur- arbeit der Arbeiterorganisationen sind noch in frischer Erinnerung. Jetzt begnügt man sich nicht mehr mit diesen Mitteln, jetzt übt man den Terrorismus nicht nur gegen den abhängigeil Hofschau- spieler oder Domorganistcn, sondern wagt es auch dem freien Künstler Vorschriften zu machen. Da die Androhung der Mast- regelung hier unmöglich ist, wendet man ein anderes, nicht minder schmutziges Mittel an: die Denunziation. Herr Friedrich Kahstler vom Lessing-Thcater hatte sich bereit erklärt, am 13. März bei einer Märzfeier des sozialdemo- kratischen Wahlvereins in Wilmersdorf mitzuwirken. Die„D e u t sch e Tageszeitung" hat davon Wind bekommen und brachte in ihrer Nummer vom 14. März folgende Notiz: Friedrich Kahstler bei einer sozialdemo- kratischen Märzseier. Berlin, 13. März. Bei einer März- feier des sozialdemokratischen Wahlvereins Wilmersdorf wird das Mitglied des Deutschen Theaters. Friedrich Kahstler, als Rezitator mitwirken. Wir glauben, dah zahlreiche Freunde dieses an- gesehenen Künstlers die Nachricht nur mit Befremden und Be- dauern lesen werden. Zwei Tage nach dem Erscheinen der Notiz teilte Herr Kahstler den Veranstaltern der Märzfeier mit, dast er seine Zusage zurück- ziehen müsse, da es sich uni eine sozialdemokratische Veranstaltung handelt, was ihm nicht bekannt gewesen sei. Diese Erklärung wird jeden überraschen, der weist, dast Herr Kahstler auch früher schon in Veranstaltungen sozial- demokratischer Vereine gesprochen hat. Vielleicht hat er das nie bemerkt, dielleicht ist er jetzt erst darauf aufmerksam ge- worden. Wenn Herr Kahstler das behaupten sollte, würden wir nicht wagen, es zu bezweifeln. Herr Kahstler must aber gewustl haben, dast er gerufen wurde, um revolutionäre Dichtungen vor Arbeitern zu sprechen. Tiesem Rufe hat er mehrmals Folge geleistet. An sich ist er also bereit, revolutionäre Dichtungen vor- zutragen, nur vor einem sozialdemokratischen Publikum will er es nicht tun. Wir können und wollen Herrn Kahstler selbstverständlich nicht zwingen in sozialdemokratischen Veranstaltungen mitzuwirken. Leb- hast bedauern würden wir aber, wenn die N o t i z des Agrarier- b l a t t e s zu dieser plötzlichen Erleuchtung des Herrn Kahstler über den Charakter der Veranstaltungen, in denen er sprach, in irgend- einer Weise beigetragen haben sollte. Wir werden unfern Weg auch ohne dieKünstler, auf die Denunzia- tionen der reaktionären Presse Eindrlick machen, fortsetzen; im Interesse der Künstlerschaft aber möchten wir wünschen, dast eS sich hier um einen seltenen Ausnahmefall handelt. Ueber die„Deutsche Tageszeitung" wundern wir uns nicht, denn wir kennen sie. Wir muten ihr auch nicht zu, dast sie uns anders be handelt. Aber die Künstlerschaft sollte sich plumpe Bevormundungsversuche dieser schmutzigen Art sehr energisch verbitten. Die Sterblichkeit in Berlin. Das Jahr 1913 hat für Berlin mit einer ungewöhnlich niedrigen Zahl von Sterbefällen abgeschlossen. Es starben diesmal nur 28959 Personen und tot wurden 1954 Kinder ge- boren, so daß die Gesamtzahl der Sterbefälle sich aus 29 713 stellte. Im vorhergehenden Jahre waren 31721 Personen gestorben und 1741 Kinder tot geboren worden, das ergab überhaupt 33 462 Sterbefälle. Auf je 1990 Personen der durchschnittlichen Bevölkerung des Jahres sind in 1913 (gegenüber 1912) gestorben 13,48(14,39) Personen, tot geboren 9,79(9,84) Kinder, macht überhaupt 14,27(15,23) Sterbefälle. Diese Minderung der Sterbefällc ist nur zum Teil aus einem Rückgang der Kindersterblichkeit zu erklären. In 1913 starben(ohne Totgeborene) von Kindern des ersten Lebensjahres 5693, gegenüber 6931 in 1912. Es ergibt sich hieraus auch für die Sterbefälle der über ein Jahr alten Personen noch ein bedeutender Rückgang: auf 22 456 in 1913, gegenüber 23 949 in 1912. Die Zahl der Sterbefälle ist in den einzelnen Jahren manchen Schwankungen unterworfen, weil hier der Witterungscharakter seinen Einfluß— und zwar nicht nur auf die Kindersterblichkeit, sondern auch auf die Sterblichkeit der Erwachsenen— ausübt. Im ganzen aber hat im Laufe der Jahrzehnte die Sterbeziffer Berlins sich doch sehr beträchtlich verringert. Ueber 29 pro 1999 der Be- völkerung hielt sie sich noch vor zwei Jahrzehnten, um die Mitte der neunziger Jahre. Vor vier Jahrzehnten, in den siebziger Jahren, stand sie sogar noch über 39 pro 1999 der Bevölkerung. Damals fiel auch noch die K i n d e r st e r b- I i ch k e i t sehr viel stärker ins Gewicht als heute. Die Sterbe- sälle von Kindern des ersten Lebensjahres trugen zu der Gesamtzahl der Sterbefälle in den siebziger Jahren fast die Hälfte bei. Heute sind sie an ihr nur noch mit einem Fünftel — 5693 von 28 959 in 1913— beteiligt. Krankenhaus oder Bcthaus? .Diese Frage warfen wir kürzlich in einer Notiz über die heutige Art der Abhaltung des Gottesdienstes im Krankenhaus Am Friedrichs- Hain auf. Wie wir hören, ist jetzt diese Angelegenheit für die Zu- kunft in einer Form geregelt, gegen die Einwendungen kaum noch erhoben werden können. Es ist angeordnet, dast der Gottesdienst nur in dem hierzu bestimmten Räume abgehalten wird, die Teil- nähme ist in das freie Ermessen der Kranken gestellt. Andachten in den einzelnen Sälen abzuhalten, in denen Patienten der verschie- densten Konfessionen, auch Dissidenten liegen, führt zu Belästigungen, die unerwünscht sind und sollten unterbleiben. Haben Kranke, die bettlägerig sind, religiöse Bedürfnisse, so soll diesen in bestimmter Fornt besonders Rechnung getragen werden. Schwerer Bauunfall. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich gestern um die Mittags- stunde auf dem Grundstück der Berliner Kindlbrauerei in Neukölln, an der Ecke der Jäger- und Hermannstraste. Auf dem Hofe nach der Jägerstraste zu wird ein neuer Kiihltnrm gebaut. Zu diesem Zwecke ist dort ein 25 Meter hohes Gerüst errichtet worden, das zum grötzten Teil aus Eisen besteht. Als gestern mittag eine An- zahl Arbeiter oben beschäftigt waren, brach plötzlich ein Holzbalken und der Monteur Jansen auS Bochum und ein junger Hilfsarbeiter au« Neukölln, dessen Name noch nicht bekannt ist, stürzten in die / Tiefe. Sie blieben schwer verletzt und besinnungslos auf dem ge- pflasterten Hofe liegen und wurden dann nach dem Krankcnhause in Buckow gebracht. Beider Verletzungen sind lebensgefährlich. Aus dem Zuge gefallen. Am Sonntagnachmittag gegen 3'/» Uhr wurde in Fredersdorf an der Ostbahn in einem Zuge, der von Rustland kam, die Not- bremse gezogen. Der Grund dazu war folgender: Ein russisches Ehepaar, welches sich aus der Reise nach Berlin befand, vermistte während der Fahrt bei der Station Fredersdorf ihr zehnjähriges Mädchen. Es stellte sich heraus, dast das Kind unbemerkt aus dem Zuge gefallen war. Durch Ziehen der Notbremse wurde der Zug in Fredersdorf zum Stehen gebracht. Die Eltern und die drei anderen Kinder wurden mit ihrem Gepäck ausgesetzt und die Suche nach dem Kinde unternommen. Zwischen den Stationen Strausberg und Fredersdorf, an der Eggersdorser Sandgrube, wurde dann da? Kind, an Kopf und Händen stark blutend, aber noch lebend aufgefunden. Ein Arzt aus Neuenhagen war sofort zur Stelle, und nach Anlegen des Notverbandes wurde das Kind zum Bahnhof Fredersdorf gebracht. Hier traten dann die Eltern und Kinder die Weiterreise nach Berlin im Vorortzuge an. Zur Eingemeindung Treptows. Der Grundbesitzerverein des Berliner und mittleren Orlsleils von Treptow hat dem Magistrat einen Abdruck einer an das Staalsministerium gerichteten Eingabe zugehen lassen, in der gebeten wird, die Eingemeindung Treptows in Berlin nicht zu versagen, sondern im Gegenteil alles zu fördern, was zu einer Vereinigung dieser beiden Ortschaften dienlich sein kann. Die Eingabe wird eingehend damit begründet, dast ohne die Eingemeindung'mit dem steuerkräftigen Berlin eine gesunde Weiter- entWickelung der Gemeinde nicht möglich sei. Die Möbel-Mcssc am Zoo schließt heute Dienstag, den 17. d. M., ihre Pforten. Das große Interesse, welches diese Ausstellung der Tischlerinnung in weiten Kreisen gefunden hat, wird am besten durch den großen Besuch der Ausstellung— bisher über 260 MX) Personen — bewiesen. Infolge des guten Erfolges bat die Tischlerinnung zu Berlin beschlossen, auch im Herbst d. I., und zwar von Mitte August bis Mitte September, wieder eine Möbel-Messe in der Ausstellungs- halle am Zoo zu veranstalten. Ferner ist beschlossen worden, die auf der Möbel-Messe am Zoo ausgestellten Kleinwohnungseinrichtungen für Wanderausstellungen in der Provinz zur Verfügung zu stellen. Ein goldenes Kettenarmband ist auf dem Kirchweihfest des Arbeiler-Radfahrervereins Solidarität in der Neuen Welt verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, Mitteilung an Karl Prescher, Jahnstr. 10, gelangen zu lassen. Gesperrt. Die Prenzlauer Straße von der Alexander- bis zur Hirlenstratze mir Ausnahme des StrastenbahnverkehrS wird wegen Pflastcrarbciten vom 17. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt._ Vorortnachrichten. Allgemeine(prtskrankenkasse fiülershof und Umgegenö. Das Resultat der am 26. Februar stattgefundenen Ausschuß- wählen ist nun endlich— um einige Tage später, als es daS Statut vorschreibt— im Kreisblatt veröffentlicht worden. Es er- hielten bei den Arbeitgebern die Liste der Kleingewerbetreibenden 1 Delegierten und 4 Ersatzmänner; die Liste der Hausbesitzer 3 Delegierte und 6 Ersatzmänner; die Liste der Großindustriellen 11 Delegierte und 10 Ersatzmänner. Bei den Arbeitnehmern erhielten die Listen der freien Gewerk« schaften im Bezirk l, Treptow-Baumschulenweg, 11 Delegierte und 21 Ersatzmänner, die gegnerische Liste 1 Ersatzmann. I m B e- zirk II, Johannistal- Nieder-Schöneweide freie Gewerkschaften 8 Delegierte, 16 Ersatzmänner. Im Bezirk III, Adlershof, Grünau, Alt-Glienicke, Bohnsdorf. Eichwalde, Rudow, freie Gewerk- schaften 8 Delegierte, 17 Ersatzmännner, Gegner 3 Delegierte, fünf Ersatzmänner. Im ganzen Bezirk wurden für die freien Gewerkschaften 27 und für die Gegner 3 ordentliche Ausschußmitglieder gewählt. Tharlottenburg. Am Sonntag, den 22. März er., findet unter freundlicher Mit- Wirkung des Elternvereins für sreie Erziehung ein Tagesausflug nach Saatwinkel statt. Der Ausflug ist als Spielpartie für Knaben und Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren gedacht. Die Arbeiter- eitern werden ersucht, für eine recht rege Beteiligung der Kinder an dieser Veranstaltung Sorge zu tragen. Eltern sind ebenfalls will- kommen. Abmarsch früh 8 Uhr ab Bahnhof Jungfernheide. Friedenau. Gegen die Totschlagfreiheit der Streikbrecher. Die öffentliche Protestversammlung gegen die Totschlagfreiheit der Streikbrecher war so zahlreich besucht, dast der Versammlungs« saal voll besetzt war. Ein stimmungsvolles Lied des Arbeitergesang- Vereins Steglitz-Friedenau leitete die Versammlung ein. Der Referent Genosse Z u b e i l zeichnete zunächst ein treffendes und scharfes Bild der allgemeinen politischen Lage. Sie sei gekennzeichnet durch ungehemmtes Wüten der Reaktion. Redner erinnerte an Herrn Jagows jllngste Talen, an die Pläne, den Reichstag„zum Teufel zu jagen", an die Vorarbeiten zur Verstärkung der Hochschutzzölle im preusti- schen Landlag und zeichnete auf diefen Hintergrund das Bild unserer heutigen Justiz. Ans dem überreichen Material der jüngsten Zeit stellte er gegenüber die Urteile gegen streikende Arbeiter den Urteilen gegen Streikbrecher, Totschläger und ihre Arbeiter niederknallende Gutsbesitzer. Das Frankfurter Urteil gegen die Genossin Luxem- bürg, die Urteile in den Prozessen Leust und Dr. Meyer wegen Kronprinzenbeleidigung vervollständigen das Bild. Eine andere Justiz und andere Urteile seien nur zu erwarten von Richtern, die aus Bolkswahlen hervor- gegangen und jederzeit vom Volke absetzbar s i n d. Angesichts der Tatsache, dast � die Reaktion zielbewußt Schritt für Schritt vorwärts drängt, sei es an der Zeit, daß die Arbeiter zum Gegenangriff vorgehen. In seinem Schlußwort gedachte der Vorsitzende des großen Krachs, der wegen der Charlottenburger Denkmalsgeschichte von bürgerlicher Seite gemacht wird. Er erinnert daran, daß im vergangenen Jahre iu Deutschland 167000 Arbeiter und Arbeiterinnen ans dem Schlacht- felde der Arbeit getötet oder verstümmelt worden sind. Für dieses Meer von Blut und Wunden habe die bürgerliche Presse kein Wort des Interesses, geschweige der Entrüstung gefunden. Aber sie schäumt vor Entrüstung über die Beschädigung des toten Steins eines Monarchendenkmals I Hierauf gelangte eine Resolution einstimmig zur Annahme, in der die Leitung der Partei aufgefordert wird, Massen- aklionen gegen die fortgesetzte Begünstigung der notorischen Streik- brecher zu entfalten. Genossin Tille forderte die Frauen auf, die Jugend in revo- lutionärem Geist zu erziehen.__ Sein Mandat niedergelegt hat, wie Bürgermeister Walger in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung mitteilte, der Ge- meindeverordnete Kalkbrenner. Im Lager der Hiesigen„Fort- schrittler" sowohl wie auch bei allen Rückschrittlern herrscht darüber große Freude. Herr Kalibrenner hat sich innerhalb der Gemeinde- Vertretung stets als entschiedener Liberaler betätigt und sich da- durch bei seinen Parteigenossen— jenen politischen Weichtieren— furchtbar verhaßt gemacht. Zu welchen Mitteln diese Gesellschaft greift, um einen unbequemen Mahner loszuwerden, zeigt ein Vor- �ang, der sich im Sommer des vergangenen Jahres abspielte und über den wir seinerzeit berichteten. Herr Kalkbrenner hatte da- mals eine Maßnahme des Gemeindevorstandes scharf, aber sachlich kritisiert. Der Gemeindevorstand beschloß, wegen dieser Kritik gegen Herrn Kalkbrenner den Klageweg zu beschreiten. Einer der Haupt- treiber in dieser Angelegenheit war der Gemeindeschöffe und zweite Vorsitzende des fortschrittlichen Vereins, Herr v. Wrochem.(Herr Kalkbrenner war damals erster Vorsitzender dieses Vereins.) Die Herren wußten nun ganz genau, daß es Herr Kalkbrenncr, der Staatsbeamter ist, auf eine Klage nicht ankommen lassen konnte, ohne seine Stellung zu riskieren. Es lag ihnen ja auch mehr daran, ihn in öffentlicher Sitzung zu demütigen. Ter Kassierer der Fortschrittler, Herr Leo Schultz, seines Zeichens Schweine- züchter und Verleger des„Friedcnauer Lokalanzeigers", verstand es, auf Ilmwegen die Angelegenheit in der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung noch einmal zur Besprechung zu bringen. Bei dieser Gelegenheit wurde unter Zustimmung der Herren von Wrochem und Schultz Kalkbrenner zu einer unbedingten Abbitte gezwungen. Eine in bedingter Form ausgesprochene Entschuldigung ließ sein Vorstandskollege v. Wrochem nicht gelten. Da die Mit- glieder des fortschrittlichen Vereins, als echte Freisinnsmannen, diese Demütung ihres Vorsitzenden ohne Protest hinnahmen, trat Herr Kalkbrenner aus der Partei der politisch Rückgratlosen aus. Dem folgte jetzt seine Mandatsniederlegung. Das Gerede von der angegriffenen Gesundheit des Mandatsmüden dürste nur inso» fern stimmen, als denselben der Ekel vor dem Treiben seiner Parteigenossen aufs Krankenbett geworfen hat.— Herr Kalk» brenner war als Nichtangesessener in der dritten Klasse gewählt; es hat deshalb eine Ersatzwahl stattzufinden. Bei der heute stattfindenden Ergänzungswahl für die dritte Klasse ist strenge Stimmenthaltung zu üben, da nur Hausbesitzer zu wählen sind. Steglitz. Die Wahl der HandlungSgehilfenbeisitzer zum Kaufmaunsgericht Steglitz findet am Mittwoch, den 18. März, iu der Zeil von 12 bis 2 Uhr nachmittags im Rathause, Kommijsionszimmer Nr. 2 statt.— Wahlberechtigt ist jeder Handlungsgehilfe, der am Wahltage mindestens 25 Jahre alt ist, in Steglitz beschäftigt und in die Wähler« liste eingetragen ist. Wahllcgitimalion ist nicht zu vergessen. Als solche gilt die Wahlkarte des Magistrats oder eine Bescheinigung des Prinzipals oder der Polizeibehörde, daß der Betreffende in Steglitz als Handlungsgehilfe beschäftigt ist. Die Liste der freigewerlichaft- lichen Handlungsgehilfen ist die L i st e 2 des Z e n t r a l- V c r- b a nd e s der Handlungsgehilfen. Auf zur Wahl für Liste 21 Am Wahltage erteilt Auskunft das.Wahlbureau der Liste 2, Restaurant Clements, Düppelstr. 7. Stralau. Der Etat für das Jahr 1914, der in der letzten Gemeinde« Vertretersitzung zur Beratung stand, weist in Einnahme 708 829,97 M. auf, dem eine Ausgabe von 566 602,77 M. gegenübersteht. Wie mit- geteilt wurde, ist die Einwohnerzahl des Ortes um 42 zurück- gegangen. Der Einkommenstcuerzuschlag wurde wiedwum auf 100 Prozent festgesetzt. Die Kanalisationsgebühr beträgt für den inneren Ortsteil Alt-Stralau 4 Prozent, für den äußeren am Markgrafendamm 28/4 Prozent. Eilt Antrag des Genossen Ascken- darf, Einkommen von 660 bis 900 M. steuerfrei zu belassen, wurde abgelehnt. Dagegen erhoben die notleidenden Grundbesitzer ein Geschrei, dast die Mehreinnahmen der Gemeinde ihnen zugute lommen soll. Sie suchten hierbei den Anschein zu erwecken, als ob sich ihr Ein- kommen noch unter der niedrigsten Steuerstufe bewege. Desgleichen wurde der Antrag, die Gebühr von 10 Pf. für die Badelegitimations« karten in Wegfall kommen zu lassen, abgelehnt. In der geheimen Sitzung wurde die Weiterberatung der Anträge der Gemeinde« angestellten sowie der Lehrer auf Gehaltsaufbesserung verlagt. Im allgemeinen äußerten sich die Vertreter gegen die Aufbesserung der Gehälter. Erkner. Unfall an der Abrichtcmaschine. In der hiesigen Treppengeländer« fabrik von Albert Hernickc wurden vor einigen Tagen dem Tischler Lauermann aus Kalkberge beim Kehlen von Fensterholz auf der Ab« richtcmaschine drei Finger der linken Hand abgeschnitten. Der Ver- letzte mußte nach Anlegung eines Notverbandes in das Rüdcrsdorfer Krankenhaus gebracht werden. Weiflensee. Die Wahl der HandlungSgehilfenbeisitzer zum KaufmannSgericht Wcißcnsee findet am Mittwoch, den 18. März, nacbmiltagS von 3 bis 5 Uhr, in den Borussia-Sälen, Berliner Allee 211—215, statt. Die Liste der freigewerkschaftlichen Handlungsgehilfen ist die Liste 2 des Zentralverbandes der Handlungs- g e h i l f e n. Wahlberechtigt ist jeder Handlungsgehilfe, der am Wahltage mindestens 25 Jahre alt und am Orte beschäftigt ist, so- fern er in die Wählerliste eingetragen ist. Zur Ausübung der Wahl ist eine Bescheinigung des Chefs oder der Polizeibehörde notwendig, aus der hervorgeht, daß der Betreffende als Handlungsgehilfe in Weißensee beschäftigt ist. Nähere Auskunft am Wahltage erteilt daS Wahlbureau der Liste 2, Restaurant Alpenrose, Berliner Allee 60. Auf zur Wahl für Liste 2 I Nowawetz. Die Lesung des GcmeindeetatS wurde in der letzten Sitzung be- endet. Die einzelnen Kapitel stellen sich in Einnahme und Ausgabe wie folgt: Allgemeine Verwaltung: Einnahme 82 600 M., Ausgabe 132 800 M. lZuschust 100 200 M,); Polizeiverwaltung: Einnahme 10 500 M., Ausgabe 50 800 M. fZuschuß 40 300 M.); Grundstücks- und Sirastenverwaltung: Einnahme 51 500 M., Ausgabe 83 600 M. fZuschuß 32 100 M.); Feucrlöich- und Fuhrwesen: Einnahme 12 M., Ausgabe 12 200 M.(Zuichust 12 188 M.); Friedhofsverwallung: Einnahme 11140 M., Ausgabe 11140 M.: Schulverwaltung: Einnahme 134 232 M., Ausgabe 463 180 M. fZufchust 328 943 M.); Armenvcrwaltung: Einnahme 24 107,50 M., Ausgabe 61497,50 M. sZuschust 37 390 M); Mittclschulverwaltung: Einnahme 2347,26 M., Ausgabe 2847,26 M.; Kapital- und Schuldenverwaltnng: Einnahme 38 200,34 M.. Ausgabe 205 893 M. (Zuschuß 167 693,34 M.); 5ianalisationsverwaltung: Einnahme 74 300 M., Ausgabe 74 300 M. Elektriziläts- und Straßenbahn« Verwaltung: Einnahme 154 000 M., Ausgabe 116 300 M.(Ueber- schiist 37 700 M.); Steuerverwaltung: Einnahme 803 465 M., Ausgabe 115 350 M.(Ueberfchust 688115 M.); Insgemein: Einnahme 596,24 M.. Ausgabe 7591,90 M.(Zujchuß 6995,66 M.).— Beim Kapitel„Schulverwaltung" betonte Gemeindevcrlrcter Reiff die Not- wendigkeir einer geregelten Schulzahnpflege. Der Bürgermeister erwiderte, daß diese Einrichtung später möglich sein werde: es fehle zurzeit jedoch an genügendem Material zur Berechnung der Kosten. Genosse Neumann stellte ihm einen Bericht über die Gestaltung der Zahnpflege in einer Vorortgemeinde zur Versügung, und schloß sich dem Wunsche nach baldiger Schaffung der Einrichtung an. Der den Direktoren der höheren Schulen bisher bewilligte Disposilions« fondS von 50 M. pro Klasse wurde gegen den Prolest des Gemeinde- Vertreters Direktor Röhl auf 30 M. herabgesetzt, nachdem Genosse Neumann die Reduzierung damit begründet hatte, dast dieser Satz doch in anderen Gemeinden ausreiche. Im weiteren Verlauf der Debatte kritisierte Genosse Neumann die hoben Ausgaben für höhere Schulen und ersuchte nm Angabe der Schülerzahl, um festzustellen, welchen Zuschuß die Gemeinde für jeden Schüler, vor ollem für die auswärtigen, zu zahlen habe. Bei Prüfung der Schulverwallung habe er mit dem Genossen Fester festgestellt, daß jede Schülerin des Lyzeums einen Zuschuß von 175 M. erfordere und daß die auswärtigen Schülerinnen der Gemeinde rund 2000 M. pro Jahr kosten. Der Zuschuß für die auswärtigen Schüler des Realgymnasiums betrage pro Jahr ins- gesamt etwa 7500 M. Die Kosten für einen VolkSschiiler seien dagegen sehr gering, sie betragen nur 78 M. Es sei ein unhalt» barer Zustand, daß die ärmste der Vorortgemeinden jür die Der Etat, fletterte Die Hochflut in Südrußland. die Lokomotive von er. Rinder reicher Eltern so viel bezahle, während für die Voltsschulen der Grundwertsteuer bon 2 auf 2,2 pro Tausend und gegen telegraphiert, bei dem Erdbeben in vier Kreisen seien noch vieles zu wünschen übrig bleibt. Um die Ausgaben für die die Herabsetzung des Gemeindesteuerzuschlages von 110 auf 100 Broz. 435 Häuser eingestürzt und 83 Personen Schulen zu verringern, beantrage er, die für Erteilung des Religions- wendete. Die Begründung, dem kleinen, armen Barzellenbesizer getötet oder erheblich verlegt worden, im Kreise Sendroku unterrichts andersgläubiger Kinder angesetzte Summe zu streichen, nicht noch mehr Lasten aufzuhalsen, war denn doch etwas faden allein 387 Häuser und 75 Personen. Die Verkehrswege sind da die Gemeinde zur Zahlung gefeßlich nicht verpflichtet sei. Mit scheinig und man merkte es denen, die den Antrag begründeten wohl beschädigt und großen Teils unterbrochen. demselben Recht wie die anderen Konfessionen fönnte ja auch die an, daß sie nur für ihren eigenen Geldbeutel fochten. Freireligiöse Gemeinde einen Zuschuß für ihre Zwecke verlangen. welcher in Einnahme und Ausgabe 31 752 M. beträgt, wurde mit Energischen Einspruch legte Genosse Neumann gegen die Behauptung 6 gegen 4 Stimmen gutgeheißen. Das Vermögen der Gemeinde des Bürgermeisters ein, daß er ja doch aus ganz anderen Gründen beträgt zurzeit 69 944,78 m., welchem eine Schuldenlast von 47571 M. Ueber die Hochflutkatastrophe an den Ufern des Asowschen für die Streichung der Summe eintrete. Gemeindevertreter Nathan gegenübersteht, darunter befinden sich über 11 000 M., welche für Meeres sind noch folgende Einzelheiten zu melden: 176 Arbeiter, polemisierte hauptsächlich gegen die Ausführungen des Vorredners firchliche Zwecke im Laufe des letzten Jahres aufgenommen wurden. Die beim Bau der Kubanbahn beschäftigt waren und in einer Baracke und trat für Ablehnung des Antrages ein. Die höheren Schulen Von Interesse für die Einwohner unseres, wie auch der umliegenden würden sehr billig verwaltet End seien ein Segen für die Gemeinde. Orte dürfte sein, daß ab 1. April d. J. ein Arzt sich hier niederläßt. schliefen, flüchteten vor der Flut auf einen Arbeiterzug. Ehe der Zug abfahren konnte, wurde er von dem andrängenden Für die Forderungen der Volksschulen und der Lehrer habe die VerNieder- Schönhausen. Wasser umgeworfen und die Arbeiter wurden von den tretung stets ein offenes Herz gezeigt. Bei der Forderung von 5500 Mart für eine chemisch- physikalische Einrichtung im Lyzeum er= Die lette Gemeindevertretersizung hatte sich nochmals mit der Fluten fortgerissen. Der Drtan wütete zehn Stunden tlärte Genosse Singer, daß er und seine Freunde zwar nichts dagegen Filialsteuer zu beschäftigen, weil die Regierung verschiedene Aende- lang. Als das Wasser zurückwich, zeigte sich ein furchtBild der Zerstörung. Der Bahndamm hätten, aber doch dagegen stimmen müßten, weil die ebenso rungen des Statuts verlangte. Genosse Hellrich ersuchte um Ab- bares berechtigte Forderung nach Einführung des Hauswirtschaftsunterrichts lehnung der Steuer. Abgesehen davon, daß die in Anjab gebrachte bildete auf eine Strede von acht Werst einen Trümmerfür Volksschülerinnen noch immer nicht erfüllt sei. Der Bürger- Summe von 7500 M. aus dieser Steuer nicht erzielt werde, müsse haufen bon Schienen und Auf Schwellen. meister versicherte, daß Erhebungen über die Durchführbarkeit des sich die Vertretung an den Gedanken gewöhnen, Groß- Berlin als Tender und wurden erstarrte Leichen gefunden in Hauswirtschaftsunterrichts bereits seit längerer Zeit schweben. Die eine Wirtschaftseinheit zu betrachten. Um die hiesigen GeschäftsEinführung desselben werde sicherlich möglich sein. Beim Kapitel leute nicht zu schädigen, wolle man die Berliner Konkurrenz fern- Lagen, die die furchtbaren Anstrengungen verraten, die die Unglück„ Kanaliſationsverwaltung" betonte Gemeindevertreter Reiff die Not- halten, und gleichzeitig wolle man der Gemeinde ein Einnahme lichen gemacht hatten, um sich zu retten. Andere Orte, an denen das wendigkeit einer baldigen Verlegung der Klärstation. Beim Kapitel sichern. Gegen die Stimmen unserer Vertreter wurde die Steuer Wasser gewütet hatte, sind gleichfalls mit Trümmern von WohnStraßenbahnverwaltung" teilte Gemeindevertreter Nathan mit, daß angenommen. Seit dem Jahre 1911 werden die jährlichen Fehlstätten und einer großen Zahl Leichen bedeckt. 48 Menschen die Straßenbahn im vergangenen Jahre 1 200 000 Personen be- beträge aus den vorhandenen Fonds gedeckt. Dieses Jahr sind retteten sich auf schwimmenden Trümmern. An einer der heimfördert habe. Die Steuerzuschläge für das Jahr 1914 für 83 000 m. Deckung zu suchen. Als geradezu unerhört muß gesuchten Stellen standen vorher 380 Arbeiterhäuser mit wurden wie folgt festgesetzt: Einkommensteuer 160 Prozent, die Art bezeichnet werden, wie man diese Summe zu decken suchte. tausend Bewohnern. Wie viele von diesen umgekommen Grundwertsteuer 4 Promille für bebaute und 6,67 Bromille Vorgeschlagen war vom Gemeindevorstand, den Wasserzins von für unbebaute Grundſtücke( das sind 381,5 Proz. der staatlich ver- 20 auf 25 Pf. pro Kubikmeter, ferner die Hundesteuer von 25 auf sind, ist bisher noch unbekannt. Am Ufer wurden zahlanlagten Grund- und Gebäudesteuer), Gewerbesteuer 1. und 2. Klasse 30 M. zu erhöhen. Das Schulgeld soll an den höheren Schulen reiche Leichen aufgelesen. Eine Anzahl beherzter Männer find 300 Proz., 3. und 4. Klasse 200 Proz., Betriebssteuer 100 Proz., für die Unterstufen von 100 auf 120 M., für auswärtige Schüler auf das Meer hinausgefahren, um von der Strömung Fortgetriebene Umjazsteuer 1 Proz. für bebaute und 1½ Proz. für unbebaute auf 140 M., bei den Oberstufen von 120 auf 140 M. und für und noch Lebende zu retten. Die Boote sind bisher nicht zurückGrundstücke. An Schulgeld werden an den höheren Schulen er- auswärtige Schüler auf 160 M. erhöht werden. Den unbebauten gekehrt. hoben: Vorschule 100 M. für einheimische, 120 m. für auswärtige Grundbesitz wollte man also vollständig verschonen von irgendIm Kampf mit den Elementen. Schüler; Realgymnasium: für einheimische Schüler 130 M., für welchen Lasten. Damit erklärten sich die Hausbesizer nicht einauswärtige 160 M. Die Kanalisationsgebühren betragen wie im verstanden, sie verlangten Wegfall des Wasserzinses, dafür aber Ein schweres Schiffsunglück wird von der englischen Küste Vorjahre 3 Proz. des Grundstücksnugertrages. Erhöhung der Grundwertsteuer, und zwar für bebaute Grundstücke gemeldet. Die schwedische Bark ,, Trifolium". Treptow- Baumschulenweg. von 3 auf 34 Proz., und für unbebaute von 6 auf 6½ Proz. Gothenburg nach Bahia unterwegs, wurde nahe Lands End Diesem Vorschlage stimmte auch unsere Vertreter zu. Bezüglich in Die Gemeindevertretung erledigte den Haushaltsvoranschlag der Hundesteuer ersuchte Genosse Breitmann, die Wachhunde steuer- einem furchtbaren Sturm schiffbrüchig. Der Kapi. in einer Dauersizung, die sich von 6 Uhr abends bis 12% Uhr frei zu lassen oder aber nur eine geringe Steuer zu erheben. Hier- tän, der zweite Maat und drei Mann der Benachts hinzog. Unter dieser Länge der Sizungen können die über sollen noch Erhebungen angestellt werden; im übrigen wurde fabung ertranten, der erste Maat und fünf Matrosen Verhandlungen aber kaum gewinnen. Auffallend für den Zuhörer der Erhöhung von 25 auf 30 M. zugestimmt. Die Erhöhung des wurden von der Küstenwache unter großen Anstrengungen ist ferner die Scheu vor der Oeffentlichkeit, die einzelne bürgerliche Schulgeldes an den höheren Schulen wurde einstimmig beschlossen. gerettet. Herren an den Tag legen. Was ihnen irgend kritisch erscheint, um die Finanzen etwas zu bessern, wurde die Aufnahme einer Als die Notsignale des ,, Trifolium" gesichtet waren, eilte wird in die geheime Sizung verlegt. Da hilft kein Protest der Anleihe von 100 000 m. bei der Kreissparkasse zu 4% Proz. be- die Küstenwache von Sennen mit dem Raketenapparat nach Linken, kein Appell an den Mannesmut, sicher ist sicher. Sogar schlossen. Dem Abschluß eines Vertrages, betreffend die Versiche- dem Punkte der Küste, gegen den die„ Trifolium" getrieben die unschuldige Angelegenheit der Realschuleinweihung mußte rung gegen Haftpflicht bei Hilfeleistungen der Berliner Feuerwehr wurde. Kapitän Alsson hielt auf die Küste zu, doch geriet später diesen Weg gehen und ebenso die beantragten recht wesent- wurde zugestimmt. Die Kosten betragen pro Jahr 115,50 M. lichen Gehaltserhöhungen für höhere Gemeindebeamte und einen Bierauf folgte eine nichtöffentliche Sigung, die sich bis nach 11, Uhr die ,, Trifolium" auf eine klippe. Die erste Welle, die jetzt über das Deck fegte, nahm den Kapitän und Schulleiter, die letzteren Dinge sogar, trotzdem es schien als ob nachts hinzog. vier Mann mit sich. Die übrigen retteten sich die Mehrheit diesmal nicht so bewilligungseifrig war, vielleicht aber auch noch nicht". Man kann die Scheu erst verstehen, wenn in die Takelage. Einer der von Bord Geschwemmten Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. man annimmt, daß die bürgerlichen Herren bei der geplanten auf die Klippe zurück, übrigen Realschulfeier einmal aus dem Vollen schöpfend nach oben reprä- Hermsdorf b. Berlin. Dienstag, den 17. März, abends 8 Uhr, im tranten. Eine Rakete wurde abgefeuert, doch fiel sentieren und glänzen möchten, während die Gemeindefinanzen Gemeindehaus. durchaus nicht so glänzend stehen. Um den Etat zum balanzieren Neukölln. Donnerstag, den 19., und Freitag, den 20. März, nach die Leine so, daß sie die Verunglückten nicht mehr erTagesordnung u. a.: reichen konnte. Noch ein Matrose wurde über Bord geschwemmt, zu bringen und eine Steuererhöhung zu vermeiden, mußte man mittags 5 Uhr, im Rathause, Berliner Str. 63. den letzten Rest des Ausgleichsfonds mit 43 000 m. Heranziehen. Bericht über die Beschlüsse der Kommission zur Bekämpfung der Arbeits- doch gelang es ihm, eine vom Schiff herabhängende RaketenDa ist es begreiflich, daß die Einleitungsreden alle mehr oder losigkeit, Abschluß eines Vertrages mit dem Verein für soziale Stolonisation leine zu erfassen und sich gegen die Küste zu ziehen. Der Deutschlands und Bewilligung von Mitteln in Höhe von 10 000 M. Be= weniger auf Sparsamkeit gestimmt waren. Da im gleichen Moment ratung und Feſtitellung des Stadthaushaltsvoranschlages und des Steuer- erste Offizier der Küstenwache eilte ihm entgegen. Mehrere den Noblen spielen, das verstehen eben auch die guten" Bürger planes für das Rechnungsjahr 1914. Male wurde er von den Wellen niedergeworfen und nicht. An sich zeigte sich die Vertretung recht streichluftig". Etwas Pankow. Heute Dienstag, nachmittags 4 Uhr, im Rathause. Etat- beträchtlich verlegt, doch konnte er den Mann an weitherziger war man gegenüber der Sternwarte, deren Kultur- beratung. wert allseitig Anerkennung fand. Der gemeindliche Zuschuß wurde Wilmersdorf. Morgen Mittwoch, den 18. März, abends 6 Uhr, in von 300 auf 750 M. erhöht. Weniger entgegenkommend zeigte der Aula der Viktoria- Luisenschule, Uhlandstraße. Tagesordnung u. a. Bu man sich aber den Wünschen unserer Genossen auf Bereitstellung schuß zur Veranstaltung der 6. Olympiade; zweite Gtatberatung, hierzu von 3000 M. für Arbeitslosenfürsorge im fommenden Belition um Offerhaltung der Fisch- und Fleischhalle. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist þe Jahr. Bekanntlich ist im letzten Winter ein solcher Betrag bewilligt und aufgebraucht worden, so daß es nur logisch wäre, für rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. solche Zwecke Mittel schon im Gtat vorzusehen. Ein solcher Antrag wurde aber abgelehnt und die Beschlußfassung über die kommende Arbeitslosenfürsorge bis zum Herbst zurüdgestellt, weil sich dann die Arbeitslosigkeit wie die Gemeindefinanzen beffer übersehen ließen. Vielleicht hat man bis dahin aber den dafür bereitstehenden Dispositionsfonds schon für Gehaltserhöhungen der oberen BeamtenKlassen und für Festivitäten hinwegdisponiert. Dagegen soll jetzt ein alter und nur zu berechtigter Wunsch in Erfüllung gehen, indem den Feuerwehrleuten bei nächtlichen Alarmierungen die Stunde mit 50 Pf. vergütet werden soll. Beschlossen hat das zwar der Feuerwehrverein selbst, doch ist dies natürlich nur mit Gemeindemitteln möglich. Die eingangs erwähnten Schwierigkeiten in der Nachklänge zum Kieler Werftprozeß. Im Jahre 1909 in Kiel gegen die Kaufleute Finanzgebarung der Gemeinde dürften sich nach den Ausführungen des Bürgermeisters im laufenden Jahre durch die wenn auch nur Frankenthal und Jacobsohn sowie gegen mehrere Beamte geringe Besserung am Baumarkt etwas heben. Immerhin bleibt der Kieler Reichswerft wegen großer Unregelmäßigkeiten und Unterdas Haupthindernis in der Entwickelung der Gemeinde, wie von schleife verhandelt. Großes Aufsehen erregte damals, daß der unseren Vertretern hervorgehoben wurde, die von der Regierung Staatsanwalt mehrere Male von dem Verschwinden wichtiger Aftenhartnädig verweigerte Verschmelzung mit der Muttergemeinde stücke und dem Einschmuggeln von gefälschten Aften Mitteilung Berlin. Das wird aber die bürgerlichen Herren nicht hindern, machte. Vor einigen Tagen wurde nun der Landgerichts. bei nächster passender Gelegenheit die Vertreter derselben Instanzen, In unserer sittlich geläuterten Zeit versteht es sich am Rande, diener Wolff, der früher als Aufseher im Kieler Unterdie ihnen die Ruten binden, anzuhochen. Ihr Männerftolz bor Königsthronen zeigte sich schon am gleichen Abend bei der daß man nach besten Kräften den Polizeikampf gegen das horizon- suchungsgefängnis beschäftigt war, verhaftet. Eine bei dem Wahl der Mitglieder der Schuldeputation. Trok der drin- tale Gewerbe führt. Von Zeit zu Zeit liest man in den Blättern, Berhafteten vorgenommene Haussuchung scheint nun auch andere genden Forderung auf einen Sitz für einen Vertreter der dritten daß wieder einmal eine Supplerin von Gesetzes wegen verdonneri Personen belastet zu haben. Jetzt sind auch der frühere Hausvater Wählerklasse fand der dafür Vorgeschlagene nur die Stimmen der wurde. So erhielt dieser Tage in Frankfurt a. M. eine Frau auf des Stieler Gefängnisies 28oblert und der frühere Hilfsgefangenenaufseher Griese verhaftet worden. Linken. Es werden also auch künftig zwei Herren der ersten und Anzeige wegen Kuppelei einen Monat Gefängnis. Sie beherbergte einer der zweite Kalfse darin herrschen, die selbst keine Kinder mit Wissen der Polizei Prostituierte, auf deutsch: sie hielt ein zur Volksschule schicken. Ein anderer Beschluß hätte ja die Miz- Bordell. In der Berufungsverhandlung wurde ihre Strafe billigung der Aufsichtsbehörde finden können! In die BauMutter und Kind überfahren. Am Sonntag sprang in Nodefommission wurden für die dritte Klasse Genosse Hartmann und auf Grund der polizeilichen Duldung, und weil ein Widerstreitwich i. Boigtl. das sechsjährige Töchterchen des Pflegers Engel. Herr Kröbel delegiert. Unsere alte Forderung, in die Lieferungs- mit den tatsächlichen Verhältnissen geltend gemacht worden war, wisch i. Voigtl. das sechsjährige Töchterchen des Pflegers Engelmann aus der Haustür über die Straße vor ein heranfahrendes verträge der Gemeinde die Tarifvertragsflausel aufzu- auf eine Woche Gefängnis herabgesetzt. Selbst der Staatsanwalt Automobil. Die Mutter rannte dem Kinde nach, um es zu retten, nehmen, wurde abgelehnt, doch soll später noch einmal darüber plädierte für die Strafminderung. wurde aber zusammen mit dem Kinde überfahren und verhandelt werden, wenn die diesbezüglichen Reichstagsverhand- Beruhigt legt der sittlich geläuterte Philister sein Blatt aus getötet. lungen beendet sind. der Hand. Er weiß, das Auge des Gesetzes wacht und sorgt, daß Einbruch in das Lübecker Museum. In der Nacht zum Montag das Geschwür am Körper der kapitalistischen Kultur nicht allzu wurden mittels Einbruch im Lübecker Museum zahlreiche goldene, Trebbin( Kreis Teltow). sichtbar in die Augen springt. silberne und fupferne Münzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert Die Abschaffung des Bürgerrechtsgeldes wurde in der letzten Weniger bequem haben es freilich die Vertreterinnen der sowie wertvolle Ringe aus dem Jahre 1000 und sonstige KostbarStadtverordnetenversammlung von der Etatsberatungskommission befürwortet. Die Einnahmen aus dieser unzeitgemäßen Eteuer find venus vulgivaga. Hier werden sie verdonnert, dort müssen sie keiten: Medaillons, Broschen, Vorstecknadeln, Armbänder gestohlen. Der Dieb hat sich nach Schluß der Besichtigungszeit einschließen in den letzten Jahren immer geringere geworden. Sie betrugen im sich durch Geld und gute Worte stillschweigende Duldung erkaufen. heruntergelassen. Jahre 1911 738 M., 1912 522 M. und 1913 nur noch 252 M. Der Verschiedene Prozesse der letzten Zeit haben dafür ja recht lehr- lassen und sich später mit einer starken Leine aus einem Fenſter Stadtverordnete Drachholz vertrat die sonderbare Auffassung, daß reiches Material geliefert. Man verfolgt die Unzucht mit aller Die Suffragetten. Am Sonntag um Mitternacht wurde die mit der Abschaffung dieser Gebühr die Zahl der Ortsarmen Strenge. Wie famos nehmen sich dazu die Polizeipost en Feuerwehr nach der Ausweichstelle der Midland- Railway bei Kings steigen werde. Des weiteren führte dieser Herr Stlage über aus, die in diversen Städten die Ein- und Ausgänge bestimmter Norton gerufen, wo eine Anzahl Eisenbahnwagen in die Warenhäuser und Konsumbereine, die den kleinen Ge- Straßen zieren und deren Polizeiblick Anstand, selbst wenns schwer Flammen stand. Sechs sind vollständig zerstört, drei schäftsmann am Orte ruinieren; es sei daher notwendig, daß fällt, erheischt! schwer beschädigt worden; der Schaden beträgt über 1000 Pfd. Sterl. die Gewerbesteuer um 30 Broz. herabgesetzt werde. Die Genossen Man turiert gesellschaftliche Schäden, indem man Schönheits- In der Nähe fand man Druckschriften der FrauenstimmrechtsSchönsee und Richter beleuchteten diese rückständige Auffassung in bewegung. gebührender Weise. Der Etat balanciert mit 127 700 W. Als Zu- pflästerchen auf allzu sichtbare Wunden klebt und sonst den lieben Auf dem Gelände der BuchgewerbeGerüsteinsturz in Leipzig. schläge sind festgesetzt 170 Proz. zur Einkommensteuer, 185 Proz. Gott einen guten Mann sein läßt. Selbst das in der kapitalistischen ausstellung in Leipzig ist Montagnachmittag beim Bau des Getverbesteuer, 100 Broz. Betriebssteuer und 2,30 Broz. Grundwert- Gesellschaft Erreichbare, das geeignet wäre, der zunehmenden Wellenbades ein Gerüst eingestürzt, wobei eine Anzahl Arbeiter steuer, Unsere Genossen beantragten, die Einkommen unter 900 M. Prostitution einen Damm entgegenzusehen, geschieht nicht, denn unter den Trümmern begraben wurde, vier Arbeiter wurden Steuerfrei zu laffen, die Abschaffung des Bürgerrechtsgeldes und höher noch als die Sittlichkeit bewertet der Bourgeois stets ich w er berlegt aus den Trümmern geborgen, mehrere Gründung eines Fonds zur Erwerbung von Ländereien im Weich den Profit. Für eine Arbeitslosenversicherung andere erlitten leichtere Verlegungen. bilde der Stadt. Der Etat wurde unter Ablehnung der Anträge beispielsweise erfahrungsgemäß verfallen unzählige weibliche unserer Genossen angenommen. Petershagen bei Fredersdorf. Frauen- Lefeabende. Adlershof. Morgen Mittwoch, abends 8, Uhr, Bismardstr. 31. Jugendveranstaltungen. Solidarität" Wilmersdorf. In unserem Jugendheim, Mannheimer Str. 51, findet heute Dienstag, abends 8, Uhr, ein Vortrag über statt. Referent: Herr Adam Ruppert. An jedem Mittwoch: Liederabend, an jedem Donnerstag: Leseabend. Sonntag, den 29. März, nachm. 4 Uhr: Sulentlassungsfeier mit Festrede und Rezi= lationen. Eintritt für Jugendliche und deren Angehörige frei! Aus aller Welt. Die Gittenstrengen. Arbeitslose der Prostitution ist kein Geld vorhanden. Warum auch? Sorgt doch von Zeit zu Zeit Polizei und Gericht dafür, daß die Unfittlichkeit an irgend einer Prostituierten gefühnt wird, In der Gemeindevertretersigung Tag zunächst ein Antrag des damit der sittlich geläuterte Philister beruhigt sein Blait aus der Haus- und Grundbefizervereins Petershagen vor, am Stienißfee an geeigneter Stelle eine Badestelle zu errichten. Auf Antrag unserer Hand legen kann. Genossen wurde die Sache einer Kommission von drei Personen überwiesen. Zu der Festsetzung des Voranschlages des Gemeindeetats für 1914 war bon 12 Einwohnern, natürlich waren es Zu dem gestern gemeldeten Erdbeben wird aus Bauern, ein Einspruch eingegangen, der sich gegen die Hinauffegung gemeldet, daß der Gouverneur des Landbezirkes Das Erdbeben in Japan. Land bringen. Ein anderer Matrose, der ins Wasser gesprungen war, wurde auf gleiche Weise gerettet. Die übrigen Mannschaften in der Tafelage wagten endlich auch den Sprung ins Wasser. Mit ihnen fiel der eiserne Mast ins Wasser und erschlug einen der Schwimmer, hie übrigen drei wurden gerettet, darunter der erste Offizier, der sich beide Beine gebrochen hatte. Zwei Leichen sind an den Strand geschwemmt worden. * Die Rettungsstation Wangeroog der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat am 16. März von dem deutschen Schoner, Sophie", gestrandet am Nordstrand, mit Asphalt von Bremen nach Dundee bestimmt, fünf Personen durch Rettungsboot" Bismarck" der Station gerettet. wurde Kleine Notizen. Eingegangene Druckschriften. Monte Carlo. Ein Mahnwort von Dr. Armin. 1,50 m. C. Konegen, Wien I. Albanien und seine Nebenländer.( K. Flemmings Generallarten.) 1,50 M.-C. Flemming, Berlin W 35. Organisationsfragen der Hartgummidrechsler. Verhandlungen der Reichskonferenz der Hartgummidrechsler 1913. 30 f. Deutscher Tokio Volzarbeiterverband, Berlin SO 16. Anleitung zur deutschen Lektüre. Von R. M. Meger. 80 Pf., Atital geb. 1,25 M.-G. Bondi, Berlin. Schnüpft Goldfarbs die desße daher verbreit füsundheitstaback! Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen Deutſchlands. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche( Farbenfehler), Gelegenheitsfauf. Fabriklager Mauerhoff, Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Vorwärts" lejern 10 Prozent Extrarabatt. " Steppdecken billigst Fabrik Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Gardinenhaus, Große Frant furterstraße 9. Kein Laden! Milchgeschäftseinrichtungen, Milchverkaufsgefäße, Milchfannen, Milchmaße, Milchfiebe, Butter maschinen, Wiegeschalen billigst. 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Der Eisenbahnetat. Allgemeine Besprechung über die Einnahmen und den Ausgleichsfonds. Abg. Graf v. d. Groeben(k.) erklärt sich dafür, das vor fünf Jahren gesiblosiene Abkommen über die Errichtung und Stärkung des AusgleichsfondS um zwei Jahre zu verlängern und lehnt den Zentrumsantrag, der nur die ein» jährige Verlängerung will, ab. Eine allgemeine Ermähigung der Gütertarife wünschen wir nicht, denn das würde zu viel kosten. Die Ver» einheillichung der deutschen Eisenbahnen darf nicht zu einer Ab- hängigkeit der preußischen Verwaltung von irgend welcher anderen führen, sonst aber wünschen wir weitestes Entgegenkommen. Bei dem ungeheueren Personal unserer Eisenbahnen ist straffe Disziplin aber auch Wohlwollen nötig, lieber die Petitionen zur E r w e i t e- rung der Vororttarife müssen wir zur Tagesordnung übergehen, denn in Berlin müssen für den Vorortverkehr große Zu- schüsse geleistet werden.(Beifall rechts.) Minister v. Breitenbach: Der Etat ist nicht zu vorsichtig aufgestellt, der Personenverkehr hat um Afil Proz. zugenommen, der Güterverkehr aber nur um 1,71 Proz. Es ist nicht zu vermuten, daß die veranschlagten Ein- nahmen 1914 auch erreicht werden. Wir haben im Bedarfsfall Ausnahmetarife eingeführt, aber eine allgemeine Aenderung des Tarifsystems ist ausgeschlossen. Ueber die Frage der ein- oder zweijährigen Verlängerung des AusgleichSfondSabkommenS wird sich in erster Linie der Finanzminister äußern. Abg. Cchmedding(Z.) begründet den Antrag, das Abkommen nur auf ein Jahr zu ver- längern, da man besonders bei schlechter Konjunktur die zukünftige Entwi-kelung nicht voraussehen könne. Erfreulich ist, daß trotz der Verschlechterung der. wirtschaftlichen Lage kein« Arbeiter- entlassungen erfolgt sind. Der Personenverkehr muß ver- bessert und Schlafwagen 3. Klasse müssen eingeführt werden. Die Verspätungen der belgischen Eisenbahnen stören den Verkehr, man niüßte eventuell von Herbesthal Vorzüge ablassen.(Beifall im Zentrum.) Finanzminister Dr. Lentze verbreitet sich über die Beziehungen zwischen Eisenbahnübcrschüssen und Staatsfinanzen. Wir müssen damit rechnen, daß der sehr notwendige Ausgleichsfonds in Zukunft nicht mehr mit so starken Summen gespeist wird wie bisher. Zu Tarifherabsetzungen kann der Ausglcichsfonds nicht verwendet werden, denn er muß für schlechte Zeiten bleiben. Die Steuerzuschläge kann ich nicht ent- hehren, sie bringen 70 Millionen. Der Ausgleichsfonds muß auch deshalb erhalten bleiben, weil es unmöglich ist, noch höhere Eisen- bahnausgaben auf Anleihe zu übernehmen. Abg. Macco(natl.) wünscht, daß da? Abkommen vorläufig auf zwei Jahre weiter ver- längert werde. Ter AusgleichsfondS muß stets genügend dotiert werden. Minister v. Brciteubach: Aus der EntWickelung unseres Wirtschaftslebens hat eß sich ergeben, daß wir mit unserer Tarifpolitik in der Hauptsache auf dem richtigen Wege sind. Zum ersten Male hatten wir im Jahre ISIS ein Ueberwiegen des Exports gegenüber dem Import konstatieren können. Tie außerordentlicye Vermehrung des Verkehrs hat leider im Jahre 1912 zu einer Erhöhung der Unfallziffer geführt. Im allgemeinen aber ist unsere Unfallziffer niedriger als diejenige aller übrigen Staaten und eine allgemeine Verschlechterung unserer Unfallzisfer wird hoffentlich nicht eintreten. Es wird alles getan werden, um die Ursachen von Unfällen zu beseitigen. Abg. Graf M-Itke(fk.): Wir sind mit der Verlängerung dcZ Abkommens betreffend den Ausgleichsfonds auf zwei Jahre einverstanden. Ter Aus- gleichsfonds ist geeignet, die Schwankungen der Konjunktur aus- zuglcichen. Eine Ermäßigung der Tarife darf nur mit großer Vorsicht vorgeiwmmen werden. Vergleichen wir den Ausbau des französischen Eisenbahnnetzes mit dem des deutschen seit 1876, so können wir mit Befriedigung eine stärkere Entwickclung in unseren: Baterlande feststellen. Auf eine Anfrage des Präsidenten Grafen Schwerin- Läwitz beschließt das Haus, einem Antrage des Abg. v. H e y d e- brand(k.) folgend, die Verhandlung über das gewöhnliche Maß hinaus zu verlängern und die erste Reihe der Fraktionsredner zu Ende anzuhören. Abg. Dr. Pachnicke(Vp.): Wir erkennen die Tüchtigkeit unserer Beamten an und hoffen ihnen bei der Besoldungsvorlage unseren Dank abzutragen. Unsere Eisenbahnen sind vorzüglich verwaltet. Wir sind nicht für eine Ver- längerung des Abkommens von 1969 betreffend den Ausgleichs- fonds, sondern für eine Veränderung dieses Abkommens. Da uns bei der Besoldungsvorlage neue große Ausgaben bevor- stehen, müssen wir die Eisenbahnfinanzen neu regeln und sie von den Staatsfinanzen trennen. Der Redner wünscht die Einführung von Schlafwagen 8. Klasse und von Tagesschlafwagen und bedauert das Scheitern der Reform der Fahrkartensteuer. Die weiblichen Beamten an den Schaltern der Berliner Bahnhöfe lassen es an liebenswürdiger Behandlung des Publikums sehr fehlen. Weiterhin wünscht der Redner eine Ermäßigung der Tarife und die Ausdehnung der Gültigkeit der Fahrkarten für die Landtags- abgeordneten auf die Legislaturperiode und den ganzen preußischen Staat.(Beifall bei der Volkspartei.) Abg. Ströbel(Soz.): Zunächst muß ich darauf hinweisen, daß die Verlängerung der heutigen Sitzung, wie sie vorhin von der rechten Mehrheit des Hauses beschlossen wurde, eine Rücksichtslosigkeit gegen- über den Parlamentariern und den Regierungsvertretern bedeutet, weil die Regierung den Beginn der Sitzung des Landtags zu spät angesetzt hat, so müssen wir jetzt solche langen und ermüdenden Sitzungen haben. Sie beklagen sich immer, daß von sozialdemo- kratischer Seite zu lange Reden gehalten werden und gelegentlich der Rede meines Freundes Adolf Hoffmann haben Sie die Legende verbreitet, daß die Herren Stenographen durch diese Rede in ungebührlicher Weise in Anspruch genommen worden seien. Heute, wo das gleiche geschieht, beklagen Sie sich nicht. Außerdem mache ich darauf aufmerksam, daß die Abgeordneten Macco und Moltke in ihren 1>i stündigen Reden einen ausgiebigen Gebrauch von der Redefreiheit gemacht haben. Also sind die Klagen über die langen sozialdemokratischen Reden unaufrichtig. Jetzt scheint das Haus sich selbst dafür züchtigen zu wollen, daß der Etat so spät eingebracht worden ist. Tie technische Verwaltung unseres Eisenbahnwesens wird auch von uns Sozialdemokraten dankbar anerkannt und wir wünschen, daß dieser Dank beim Besoldungsgesetz seinen tatkräftigen Aus- druck findet. ES wäre freilich besser gewesen, wenn man bereit» vor fünf Jahren die Gehälter der Unterbeamten erhöht hätte, eine Forderung, die schon damals von einigen Parteien gestellt, dann aber wieder fallen gelassen wurde. Unser Dank für die Leistungen der Eisenbahnbeamten darf nicht nur in Worten, son- dern er muh auch in Taten seinen Ausdruck finden. Die Dar- stellungen über die Eisenbahnverwaltungen, die wir heute einerseits vom Finanz- und Eisenbahnminister, andererseits vom Abg. Dr. Pachnicke gehört haben, zeigten wesentliche Unterschiede. Auf der einen Seite Pessimismus, auf der anderen Optimismus. Ich meinerseits schließe mich den O p t i m i st e n an. Trotz der Krise sind die Ergebnisse der Eisenbahnverwaltung zufriedenstellend. Ter Ausgleichsfonds, der dazu bestimmt ist, alle Schwankungen der Konjunktur auszugleichen und eine Stetigkeit in den Finanzen herbeizuführen, wird im Jahre 1914 über 466 Millionen Mark be- tragen. Schon jetzt hat er eine Höhe von 366 Millionen erreicht. Wenn man sich das vergegenwärtigt, so kann man geradezu von einem glänzenden Stande der Eisenbahnfinanzen sprechen. Wer hätte vor 5 Jahren daran denken können, daß der- artige Summen dem Ausgleichsfonds zufließen würden?— Der Redner zeigt dann im einzelnen, daß das Anlagekapital sogar in den gegenwärtigen Krisenjahren eine hohe Verzinsung gebracht hat. An diesem glänzenden Geschäft unserer Eisenbahnverwaltung möchte nun die besitzende Klaffe partizipieren und die Forderungen, die der Abg. Dr. Pachnicke, heute nicht zum erstenmal, vor- brachte, zeigen, in welcher Weise sie sich diese Teilnahme an den Geschäften der Eisenbahnverwaltung denkt. Die Steuerlasten sollen herabgesetzt werden. Und dazu soll der Ausgleichsfonds und das Extraordinarium vermindert werden. Die Kapitalisten er- wärmen sich nur dann für die Eisenbahnanleihen, wenn ein hoher Zinsfuß gezahlt wird. Das ist die Ursache des Erfolges der letzten Staatsanleihen gegenüber den vorigen. Man bot mehr und deswegen wurde diese Anleihe überzeichnet. Aber während so das Interesse der Kapitalisten gefördert wurde, hat der Staat dadurch nicht unerhebliche Opfer zu tragen gehabt. Ja, wenn immer solche Bedingungen gewährt würden, da würden die Herren Kapitalisten zugreifen! Die Aufhebung der Steuerzuschläge, wie sie heute der Abg. Dr. Pachnicke gefordert hat, bedeutet nicht? anderes, als ein Geschenk, das sich die Kapitalistenklasse selber macht. Wtr sind durchaus für Steuererleichterung, und wenn die Steuerpflicht für Einkommen von 3666 bis 6666 M. aufgehoben werden sollte, sind wir auch dafür zu haben, sogar bis zu 15 666 M. Aber Sie denken nicht daran, die Eisenbahnüberschüsse dazu zu verwenden und den nichtbesitzenden Klassen Steuererleichte- rungen zu gewähren. Der Herr Finanzminister hat in der Kom- Mission erklärt, daß man die Finanzlage nicht allzu günstig an- sehen dürfe, daß durch die Deklaration bei der Wehrsteuer wohl nicht außerordentlich höhere Vermögen ans Tageslicht kommen würden. Aber der Herr Finanzminister unterschätzt doch-die Summen, die bisher durch die Wehrsteuerdeklaration ans Tageslicht gekommen sind; denn höchstwahrscheinlich werden 166 Millionen Mark mehr versteuert werden. Der Herr Finanzminister hat auch darauf hingewiesen, daß im Jahre löl3 567 Millionen Mark Anleihe für die Eisenbahn notwendig waren, und daß 1914 die Anleihe ungefähr 566 Millionen Mark betragen dürfte. Ich halte aber trotzdem an meiner Auffassung fest, daß die preußischen Eisen- bahnfinanzen günstig sind, und daß man, selbst wenn die Krise länger andauert, allen Anforderungen, die durch den Ausbau der Verkehrsstrecken erforderlich sind, nachkommen kann und den Wün» schen des Personals ebenfalls. Ich bin auch der Meinung, daß den Arbeitern durchaus anständige Löhne gezahlt werden kön- nen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sollte der Aus- gleichsfonds die Höhe von einer halben Milliarde Mark erreicht haben, so kann auch an die Schaffung eines Witwenfonds herangetreten werden. Man hat auch darauf hingewiesen, daß der Betriebskoeffizient' gestiegen ist, aber das ist doch auch nichts Neues, und es ist nicht richtig, wenn man dieser Steigerung halber versucht, an Personal zu sparen. Das Personal wird durch den Wagcnmangel außerordentlich überanstrengt, und es sollte ein nobile olkicium der Eisenbahnverwaltung sein, Beamten, und Ar- beiter reichlich anzustellen und die Zahl nicht zu vermindern. Preußen arbeitet vergleichsweise mit den niedrigsten Ausgaben für Personal. Im Jahre 1916 kamen z. B. auf 166 666 Bahnachsen- kilometer in Preußen 3385 M., in Baden 4387 M., in Sachsen 5587 Mark an Ausgaben für das Personal. Deshalb wäre es doppelt beklagenswert, wenn durch den Erlaß des Ministers etwa A r- beiterentlassungen vorgenommen würden. Der Herr Mi- nister hat allerdings erklärt, es hätten nur Zurückversetzungen von Hilfsarbeitern stattgefunden, aber keinerlei Entlassungen von Ar- beitskräften. Von anderer Seite wird jedoch das Gegenteil be- hauptet. Tatsächlich sollen Arbeiterentlassungen vorgekommen sein. Jedenfalls ist es besser, wenn wir etwaS mehr Arbeitspersonal haben, damit eS auch gesundheitlich geschont und nicht über anstrengt wird. Es ist hier betont worden, daß eine allgemeine Herabsetzung der Tarife nicht in Aussicht stehe, daß aber den Wünschen in bezug auf Ausnahmetarifcn entgegengekommen würde. Der Abg. Ma c c o hat gesagt, daS Entgegenkommen sei zu gering gewesen. Wir sind auch der Meinung, daß. wo ein wirtschaftliches Bedürfnis vorhanden ist, Tarifermäßigungen eintreten sollen, aber es will mir scheinen, als ob die Klagen des Herrn Macco unbegründet sind. Es sind nämlich den Gruben- Herren im lliuhrrebier AuSnahmetarife gewährt worden, z. B. auch für die Ausfuhr von Kohlen nach dem A u s l a n d e, trotzdem dieS sicherlich nicht im Interesse des Staates liegt. Noch im Jahre 1968 haben sich die Vertreter aller Parteien— natürlich nicht die nationalliberalen Abgeordneten— gegen eine solche Mahnahme erklärt. Ter Abg. Schmeddig war auch dabei, auch die Vertreter der Konservativen. Damals standen allerdings die Eisenbahnfinanzen außerordentlich schlecht, aber inzwischen haben sich die Einnahmen gehoben, so daß eS diesen Parteien wohl nicht so sehr auf d:e Gewährung ankommt, und vielleicht stehen das Jen- trum und die Konservativen auf dem Standpunkt, daß man den Grubenherren freundlicher entgegenkommen mühte. Vielleicht, um die Nationalliberalen für den Zolltarif zu gewinnen. Es ist möglich, daß in diesem Falle hier eine Art LiebcSgabenpolitik vorliegt. Aber weshalb hat man nicht auch die Herabsetzung der Personentarife inS Auge gefaßt? Der Abg. Macco hat zwar gesagt, daß auf diesem Gebiete die Eisenbahnverwaltung etwas Glänzendes geleistet habe. Wenn aber für Kohlen, Erze usw. Er- Mäßigungen verlangt werden, bin ich der Meinung, daß man solche Ermäßigungen auch den Passagieren zukommen lassen sollte. Aller- dings, wenn man den Nichtbesitzenden Ermäßigungen gewähren will, muß man auf der anderen Seite sparen, und dazu ist es notwendig, daß die 1. Klasse fällt. Die Zahl der Passagiere, die die 1. Klasse benutzen, ist 1/m der gesamten Passagierzahl. Von allen Eisen- bahnpraktikern ist nachgewiesen worden, daß bei der 1. Klasse d i e Betriebskosten nicht die Einnahmekosten decken. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dazu kommt, daß fast 46 Proz. der Passagiere der 1. Klasse Ausländer sind. Es wäre uns interessant, wenn die Regierung nachweisen würde, wie hoch die Beförderungskosten der Passagiere der 1., der 2. und der 8. Klasse sind. Bis zetzt fehlen derartige Angaben, wie denn über- Haupt die Eisenbahnpolitik sich wenig von sozialen Prinzipien leiten läßt. ES sollten überhaut nur zwei Wagenklasjen existieren, wie bei den Berliner städtischen Bahnen. Man sollte dafür sorgen, daß die Wagen 4. Klasse auch an Eilzüge n angehängt werden. Man hat kürzlich gesagt, al» man sich über daS zu schnelle Tempo der Automobile aufhielt» eS müßte ein schnelles Tempo an- geschlagen werden, denn Zeit sei Geld. Aber gerade für daS Proletariat heißt es: Zeit ist Geld!(Sehr richtig! bei den Sozialdemo- krateu.) Der Eisenbahnminister hat die Auffassung vertreten, die Einlegung von Wagen 4. Klasse in Eilzüge sei ganz unmöglich, denn die Relsendcn 4. Klasse legten ja-nur kleine Strecken zurück. Das ist ein merkwürdiger Standpunkt. Der Minister hat nämlich selbst erklärt, daß von den Reisenden der 3. Klasse durchschnittlich 36 Kilometer zurückgelegt werden, bei der 4. Klasse fast dieselbe Ziffer. Die finanzielle Moglicbkcit, die der Ausgleichsfonds gewährt, sollte man für Verkehrserleichternngen im Interesse der großen Massen benutzen. Gegen die Schlafwagen 3. Klasse haben wir natürlich auch nichts. Wenn die Berliner Stadtbahn elektrisch wird, sollte der 16-Pf.-Tarif beibehalten werden. Das beste wäre» es käme zu einer Verwaltung der Eisenbahnen durch das Reich. Davon will man natürlich im Drciklassenhause nichts wissen. Da- bei war selbst Bismarck für eine Verwaltung durch das Reich. Aber das Junkerparlament will sich seinen Einfluß auf die Tarif-« gestaltung nicht nehmen lassen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- traten.) Herr Macco meinte, die Interessen der Industrie würden vom Reichstag dann nicht genügend gewahrt werden. Seine Freunde im Reichstag stehen bekanntlich auf einem anderen Standpunkt. Weiter fürchtet man, daß eine Reichseisen- bahnver waltung nicht den scharfmacherischen Standpunkt einnehmen könnte, wie die preußische Verwaltung.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie die Uebernahme der Eisenbahn durch das Reich nicht wollen, dann sorgen Sie aber wenigstens dafür, daß unsere Eisenbahnen keine Karikatur auf ein wirklich modernes� Verkehrsunters nehmen werden.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Die Weiterberatung wird vertagt auf Dienstag 11 Uhr. Schluß 6?L Uhr._ Wirtschaftlicher Wochenbericht. Deutsch-ausländische Wirtschaftsvereine und deutscher Außenhandel. Die Häufung von Gründimgen deutscher Vereine zur Pflege ausländischer Handelsbeziehungen in den letzten Wochen verliert ihre Auffälligkeit angesichts der EntWickelung des deutschen Außenhandels und der bevorstehenden Erneuerung der Handelsverträge. Aus- und Einsuhr haben in den letzten Jahren eine fo rasche Ausdehnung ge« Wonnen, daß die Bestrebungen verständlich werden, diese Be» mühungen einzelner Industrieller und Exporteure zu organisieren und zu zentralisieren. Neben der Vereinigung von Handel und Industrie zu Vereinen, die der Förderung der wirtschaftlichen Be« ziehungen zu einem bestimmten Lande dienen sollen, mußte gegen» wärtig noch der Wunsch hinzukommen, diese einzelnen Vereine zusammen« zuschließen, um gemeinsam auf die Gestaltung der Handelsverträge und der Zolltarife für das gesamte Ausland einzuwirken. So ist vor kurzem zu dem deutsch-französischen, deutsch-österreichischen, deutsch-russischen u. a. Verbänden der„Deutsch-Amerikanische Wirt« schaftsverband', eine Deutsche Handelskammer in Genua, daS »Deutsche China-Institut" und die„Deutsch-Türkische Vereinigung" getreten. Die Mehrzahl der schon bestehenden oder neu gegründeten Vereine hat sich dann wieder dem ebenfalls neu ins Leben gerufenen »Verband deutfch-ausländifcher Wirtschaftsvereine" angeschlossen und daneben wurde noch zur wissenschaftlichen Förderung deS deutschen Welthandels die„Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft" gegründet. Wäre nicht, offenbar an dem Widerspruch auS den Kreisen der Fertigsabrikat- Industrie, der Plan einer Deutschen Gesellschaft' für Wellhandel gescheitert, so hätte die unter diesem Namen be» absichtigte Verbindung des»Zentralverbandes Deutscher Industrieller" und der»Bund Deutscher Industrieller" die dritte zentrale Neu» gründuiifp dargestellt. Die Gesellschaft für Welthandel sollte nach Absicht der Gründer dazu dienen, ein wirtschaftliches und inner» politisches Zusammengehen von Schwer- und BerfeinerungSindustri« in die Wege zu leiten. Wenn diese Gründung zurzeit auch nicht zustande gekommen ist, so beweisen die Bestrebungen doch, daß alle deutschen Industrien sich in dem Wunsche nähern, durch Hochhaltung der Preise aus dem inneren Markt den Weltmarkt zu erobern. Nicht mehr der»Schutz der nationalen Arbeil" steht im Mittelpunkt der bürgerlichen Volkswirtschaftslehre, sondern die neue Weltwirtschafts» lehre, die angeblich rein wissen ichafttich die imperialistischen Neigungen unseres Bürgertums zu begründen und zu verleidigen hat. Gerade das vergangene Jahr 1913 hat einen ganz gewaltigen Aufschwung deS deutschen Außenhandels gebracht. So stieg der Menge nach(gegen 1912) die Einfuhr von 711,6 aus 728,2 Millionen Doppelzentner, die Ausfuhr von 656,6 auf 737,5 Millionen Doppelzentner. Besonders die AuSfuhrsteigcrung um 81,6 Millionen ist bemerkenswert. Sie zeigt, wie sehr in einem Jahre die Interessen der demschen Industrie an dem Auslandsabsatz gewachsen sind. Ein ähnliches Bild gibt auch die Handclsstatistik nach Werten, ob» gleich hier die Zahle» weniger genau sind, da für die Statistik die Wertsestsitzung nach aufgestellten Schemata für Warengruppen er« folgt, die oft mit der tatsächlichen Preisbewegung nicht in Einklang stehen. Dem Werte nach wuchs die Einfuhr von 11617 auf 11127 Millionen Mark, die Ausfuhr von 9166 auf 16182 Millionen Mark. Um mehr als eine Milliarde ist also innerhalb eines JahreS die Ausfuhr Deulschlands gestiegen— auch das wieder ein Beweis für die Stärkung deutscher Interessen im Auslände. Von besonderem Werte ist natürlich die Beantwortung der Frage, auf welche einzelnen Gebiete sich die Handelsbeziehungen verteilen. Für da? Jahr 1913 liegen hier die amtlichen Zahlen überhaupt nicht,' für das Jahr 1912 noch nicht vollständig zusammengestellt vor. Wir folgen daher einer Aufstellung deS Geschäftsführers im HandelsvertragS-Verein für den Jahresdurchschnitt 1909 bis 1911. Danach steht unter den Einfuhrländern an der Spitze Rußland(mit 1461 Millionen Mark oder 16,4 Pro« zenl der Gesamteinfuhr); dann folgen die Vereinigte» Staaten von Nordamerika(14 Prozent), Großbritannien(8,5 Pro- zent), Oesterreich-Ungarn(8,3), Frankreich(5,6), Argentinien (43). Britisch Indien(4.2), Belgien(3,5), Italien(3,1). Brasilien(3). Niederlande(3), Australien(2.8). Da Deutschland hauptsächlich Roh- stoffe beziehen muß. steht neben Rußland tGetreide- und Holzeinsuhr) Nord- und Südamerika(Einfuhr von Baumwolle) an der Spitze der Einfuhrländer. Nach Oesterreich-Ungarn und Frankreich folgen dann wieder Kolonialgebiete als Haupieinfuhrländer. WaS die A u S f u h r anbetrifft, so steht hier als Absatzgebiet Großbritannien(mit 1686 Millionen Mark oder 14,7 Proz. der Gesamtausfuhr) voran. Dann folgen Oesterreich-Ungarn(11,3), die Vereinigten Staaten(8,5), Nußland(7.2), Frankreich(7,2), Niederlande(6,7), Schweiz(6,1), Belgien(5,2), Italien(4,4), Argentinien(8), Dänemark(2,9) und Schweden(2,4). Hier behaupten also außer Nordamerika, daS die dritte Stelle innehat, die alten europäischen Kulturstaaten durch» auS die Führung. Erst an zehnter Stelle erscheint Argentinien. Diese Statistik ist zugleich ein Beweis dafür, daß Deutschland in er fler Linie günstige Sandesverträge mit feinen Nachbarstaaten ab- der Ausfuhr von Metall und Metallwerten zu der von Maschinen! Jm Gefahfaugenhandelsverkehr( Einfuhr und Ausfuhr zu schließen und dazu natürlich diesen Ländern auch Entgegenkommen fennzeichnet zugleich in gewissem Grade das wirtschaftliche und poli- jammen) ist für die Vereinigten Staaten bei weitem das beDie Metal deutendste Rand Großbritannien mit einem Werte von zeigen muß. Je weniger und je niedrigere Zollschranken Deutschland tische Machtverhältnis beider Produzentengruppen. gegen Rußland, Desterreich- Ungarn, Frankreich, den Niederlanden produktion( Ausfuhr 1,9 Milliarden) ist von größerem Einfluß als 862 Millionen Dollar oder 20 Proz. der Summe; dann folgen Kanada mit 545, Deutschland mit 536 Millionen Dollar das aufrichtet, um so bessere Absatzbedingungen wird es fich in diesen die Maschinenproduktion( Ausfuhr 1,1 Milliarden), zumal jene vierte und Kuba das fünfte Land. Mit diesen fünf Ländern zuStaaten schaffen. Gruppe in mit engstem Zusammenhange dem Bergbau jammen finden 60 Proz. des gesamten Warenaustausches der VerUnter den einzelnen Waren ist dem Werte nach die Baumwolle steht. An mineralischen und Brennstoffen betrug im Jahre einigten Staaten statt. der wichtigste Einfuhrartikel. Im Jahresdurchschnitt von 1909 1913 die Ausfuhr 870 Millionen Mart. Weiter halten die Probedürfe. 4,1 Prozent) gehört ebenfalls zu den wichtigsten Einfuhrartikeln. Erst dann folgen Holz, Kupfer, Kautschut und Kaffee. Unter den Ausfuhrartiteln nehmen Maschinen die erste Stelle ein ( mit 463 Millionen oder 6,2 Proz. der gesamten Ausfuhr). Es folgen Steinkohlen und Koks( 5.7 Proz.). Baumwollwaren( 4,9), Wollwaren ( 3,5), Eisenwaren( 3,5), Quder( 2,8), Seidenwaren( 2,5 Proz.). Aus Industrie und Handel. Nordamerikas Außenhandel. Partellstatistik. In ihrem alljährlich Anfang Februar er bis 1911 wurden für 566 Millionen Mark Baumwolle eingeführt; duzenten elektrotechnischer Erzeugnisse( die beiden Konzerne der das sind 6,2 Proz. der Gesamteinfuhr. Dann folgen mit einer Ein-. E.-G. und Siemens u. Halste) wirtschaftlich und politisch mit scheinenden Berliner Jahrbuch für Handel und Industrie" bringen fuhr im Werte von 411 und 358 Millionen( 4,6 bezt. 4 Proz. der der Schwerindustrie zusammen. Der Zentralverband Deutscher die Aeltesten der Kaufmannschaft" von Berlin unter dem Titel: Gesamteinfuhr) Weizen und Gerste, d. h. zwei agrarische Produkte, Industrieller" als Organisation der Schwerindustrie maiß deshalb artelle, Syndikate und ähnliche Vereinigungen" jedesmal Zuderen Anbau doch angeblich durch unsere Schutzzollpolitik so dent Bund der Industriellen" an Einfluß überlegen sein, zumal ammenstellungen, die ein gutes Bild von den Konzentrationstendenzen in der deutschen Industrie geben. Wir sehen diesgefördert werden soll, daß es fremder Zufuhr nicht mehr auch ein großer Teil der Verfeinerungsindustrie dem Zentral- mal, daß über 300 deutsche Kartelle, Syndifate und dergleichen Schafwolle( Wert der Einfuhr 373 Millionen oder verband folgt. Verbände berichtet werden konnte, von denen ihnen im BerichtsSelbstver jahre Lebensäußerungen bekannt geworden waren. ständlich ist diese Zusammenstellung der Lebensäußerungen deutscher Kartelle nicht vollständig, bemerkt doch das Jahrbuch selbst dazu, daß es die Zusammenstellung mit dem Vorbehalt bringt, daß natürlicherweise in vielen Industrien Kartelle im stillen in Wirfsamkeit sind und selbst da, wo Meldungen über Kartelle in die Die Ausfuhr von Waren aus den Vereinigten Staa- Tagespresse tommen, diese vielfach ungenau sind. Da in der ten von Amerita war im Jahre 1913 nach jedem Erdteile bürgerlichen Preffe oft von einer Syndikatsmüdigkeit der deutschen größer als 1912; die Steigerungen der Ausfuhrwerte betrug für Industrie gesprochen wird, verdient das Urteil der„ Aeltesten" be Europa 2,1 Proz., während die Gesamtausfuhr um 3,5 Proz. zu- fondere Beachtung: nahm. Die Waren ein fuhr blieb insgesamt um 1,3 Broz. hinter „ Das vorstehende Verzeichnis zeigt, daß wiederum die Zahl der 1912 zurüd; Zunahmen traten hier bei Nordamerika und Ajien verlängerten und neugegründeten Kartelle die der aufgelösten beein; dagegen fiel die Zufuhr aus Europa( um 3,9 Proz.), Süd- deutend überwogen hat; soweit bedeutende Syndikate, wie z. B. amerita( um 15,0 Proz.), Ozeanien und Afrika. der Verband Deutscher Kaltwalzwerke und die Verkaufsstelle für gewalzte und gepreßte Bleifabrikate, auseinanderfielen, handelte es sich nur um eine vorübergehende Auflösung. Im übrigen brachen nur einige fleinere Startelle zusammen." In der Tat mehren sich in der jetzigen Zeit des Konjunkturrüdgangs gerade die Neugründungen. im In den letzten Jahren haben aber gerade die Produkte der Schwer und der Maschinenindustrie eine gewaltige Ausfuhrfteigerung erfahren. So betrug der Absatz von Maschinen Jahre 1913 bereits 678 Millionen, wozu elektrotechnische Erzeugnisse im Betrage von 290 Millionen und Fahrzeuge im Werte von 175 Millionen treten. Auch die Kohlen- und Kotsausfuhr ist beträchtlich gestiegen; sie belief sich im vergangenen Jahre auf 708 Millionen. Die Ausfuhr von unedlen Metallen und Waren daraus stand weiter im Jahre 1913 mit 1906 Millionen höher als die Gesamtausfuhr au landwirtschaftlichen Erzeugnissen mit 1728 Millionen. Nun werden aber in der Statistit Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse und Fahrzeuge( mit insgesamt 1144 Millionen Mark Ausfuhr) nicht unter Metallwaren gerechnet, so daß die Ausfuhr allein an Produkten der Metallindustrie( einschließlich der Metallerzeugung) die der landwirtschaft lichen Produkte fast um das Doppelte übersteigt. Das Verhältnis Todes- Anzeigen Am 14. März entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser treu forgender Bater, Schwieger- und Großvater Wilhelm Schulz im 56. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Klara Schulz nebst Kindern, Dudenarder Straße 28. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. März, 12, 1hr, vom Trauerhause aus auf dem städtischen Friedhofe, Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. 116 am Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 788a. Am Sonnabend, den 14. März, beritarb unser Genosse, der Hobler Wilhelm Schulz am Dudenarderstr. 28. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. März, mittags 12% Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Städtischen Friedhofe, Müller- Ede Seestraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/17 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Alfred Jäschke am 14. d. M. im Alter bon 22 Jahren verstorben ist. ant Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. d. M., nachmittags 3, 1hr, von der Zeichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. 63/4 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleijer Max Sonntag. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. März, na mittags 2, 1hr, vom TrauerHauſe Stargarder Str. 39 nach dem Himmelfahrts- Kirchhofe in Niederschönhausen- Nordend statt. Rege Beteiligung erwartet 114/16 Die Ortsverwaltung. Hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schleijer Max Sonntag am Sonnabend, den 14. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet beute Dienstag, den 17. März, nachmittags 2, 11hr, vom Trauer hause, Stargarder Straße 39, aus statt. 74A Die Kollegen und Kolleginnen der Firma Emmrich& Schöning. Am 16. März verstarb plötzlich und unerwartet meine innigitgeliebte Frau, meine liebe Mutter, unjere teure Schwester und Schwägerin 20 Luise Graße geb. Fischer. Dies zeigen tiefbetrübt an Karl Graße und Sohn. Schöneberg, Hohenfriedbergstr. 22. Die Beerdigung findet am 19. März, nachmittags 3, 11hr, von der Reichenhalle des zweiten städt. Friedhofs, Eythstr., aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein für Schöneberg. Bezirk 7. Am 16. März verstarb ganz unerwartet unsere Genossint am Luise Graße. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. März, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen des zweiten städtischen Friedhofes, Blanke Hölle, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Voritand. Treffpunkt für Mitglieder des Gesangsvereins Schöneberger Männerchor" 3% 11hr auf obigem Friedhof. 15/5 Danksagung. An Im Ausfuhrhandel trat absolut die größte, verhältnis mäßig die fleinste Zunahme im Verkehre mit Europa ein. dieser Zunahme hat sich jedoch das wichtigste der Länder Europas nicht beteiligt; der Export nach Großbritannien ging zurüd, mäh rend Deutschland, die Niederlande und Italien mehr bezogen als 1912. Für Nordamerika gab die Mehrausfuhr nach Kanada den Ausschlag, während der Rückgang bei Merito die Zunahme bei Kuba ausglich. China und Japan kauften um ungefähr den gleichen Betrag mehr, aber Ostindien bezog weniger. In Südamerita entnahm Argentinien mehr, aber Brasilien weniger als im Vorjahre. Die Deutsche Levante- Linie, auf die die Hamburg- AmerikaLinie durch Attienantauf fürzlich Einfluß gewonnen hat, erhöht ihre Dividende von 7 auf 10 Prozent. Der Betriebsgewinn stieg von 5 auf 6,2 Millionen. Die Abschreibungen und Rückstellungen werden ebenfalls wesentlich erhöht. Warenhaus- Angestellte! Handlungsgehilfinnen! Handlungsgehilfen! Heute, Dienstag, den 17. März, abends 9 Uhr, in den Musiker Sälen", Kaiser- Wilhelm- Straße 31:. Große öffentliche Versammlung. Stollegin Regina Friedländer spricht über Lohn- u. Arbeitsverhältnisse in den Berliner Warenhäusern. Nach dem Vortrage: Freie Aussprache. Warenhaus Angestellte! Kolleginnen und Kollegen! E3 gilt, von neuem gegen die mislichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse der kauf: männischen Angestellten in den Berliner Warenhäusern Stellung zu nehmen. Deshalb erwarten wir zahlreichen Besuch. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Bureau: Münzftr. 20. Tel.: Königst. 1622. 77/8 Omnibus: 7, 29. Fahrgelegenheit: Straßenbahn: 3, 11, 22, 26, 31, 35, 36, 37, 41, 45, 46, 49, 68, 168. Autobus: 24. Außerdem Untergrundbahn bis Alexanderplatz sowie sämtliche Straßenbahnund Dmnibus- Linien, die den Alexanderplatz berühren. Verband der Bureauangestellten Deutschlands numatismis Ortsgruppe Berlin. Heute Dienstag, den 17. März 1914, bleibt das Bureau wegen Umzug geschlossen! Bom Mittwoch, den 18. März ab befindet sich das Bureau und 13016 der Stellennachweis Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Bestattung unseres lieben Baters Gustav Splettstößer fagen wir allen Freunden und Befannten, fowie dem Vorstand der Krankenkasse der Steindruder und Lithographen, dem Verband und dem Wahlverein, insbesondere den che maligen Kollegen der Firma Selmar Bayer unsern herzlichsten Dant. Geschwister Splettstößer. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz spenden bei der Bestattung unseres lieben Sohnes, Bruders und Entels Artur Gollnisch fagen wir allen Freunden und Bes fannten umjeren herzlichsten Dant. Die Hinterbliebenen. 1300b Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Bestattung meiner lieben Frau, unserer herzensguten Mutter Marie Beierle sage ich allen Teilnehmern, ins besondere dem Genossen Karl Müller für die Gedächtnisrede sowie den Mitgliedern des Gesangsvereins Ramenlos" meinen herzlichsten Dant. Baumschulenweg, Julius Beierle nebst Kindern. Innungskrankenkasse d. Juweliere, Gold- und Silberschmiede- Innung zu Berlin. Vom Mittwoch, den 25. d. M., ab befindet sich unser Rassenlofal Sebaftianftr. 17, Hof Quergebäude parterre. Des Umzugs wegen bleibt das Lotal Engelufer 15 am Dienstag, den 24. März, geschlossen. Der Vorstand. 3. B. Rudolf Menzel. Obermeister. Installationswerkstatt, gut eingerichtet, Inventuriert 2500 Matt, für 1500 m. zu verfausen. Adr. E. 21 Postamt 21, Berlin. Versammlungsräume bis 100 Personen. Verbandshaus, Große Hamburger Str. 18/19. o. 27, Dircksenstr. 4, vorn 1 Tr. 46/ 4* geöffnet von 9-5 Uhr. Telephon: Königstadt 6170 und Postscheckkonto: Pattloch 12720 bleibt bestehen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amit Norden 1987, 1239, 9714, 185. Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr: Versammlung aller in d. Karofferie- u. Wagenbaubetrieben beschäftigten Kollegen im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 3. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Jacob über: Die Arbeitsvermittlung in der Metallindustrie". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kollegen erwartet 114/15 Die Ortsverwaltung, Sie laufen wie eine Biene, wenn Sie unsere gestrickten saus- u. Straßenschuhe tragen. Kein Brennen d. Füße, f. Schweiß; füße, I. geschwoll. Gelenke, f. Krampfad., t. Venenentz., f. Hühneraugen, t. Ballen, t. Druck a. empf. hochlicg. Zehen, t. Gicht, t.Rheu matismus mehr; anschmieg., weich, elastisch, ausdünstungsfähig. Garantie f.fichere, dauernde Hilfe, auch i. d. ver. zweifeltst. Fällen, u.abfol.Brauchbart. unf. gestrickt. Schuhwerks. Tel.: Kgst. 8252. Reichh. Lager in sehr warmen, mittelwarmen u. fühl. Stridarten, jeder Witterung sow. jeder Eigenart d. Füße entsprechend. Illuftr. Preisliste fr. Strickschuh Fabrik 10 Einzel Winzer& Co., O., Krautstr.52, Fabrikgeb. 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