Nr. 77. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. 508) Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrucie Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Die Diamantenfrage. Donnerstag, den 19. März 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1984. Ebenso wichtig ist es, daß auch die deutschen Diamant- und auch recht wenig energisch. Aber den Radikalen ist ja arbeiter im Aufsichtsrate der Verkaufsgesellschaft vertreten auch die Wahl ma che die Hauptsache. Und in Malvy, werden. Wir haben in Deutschland eine Diamantenindustrie, dem neuen Minister des Innern, der ihr hißiger Parteigänger die bisher ungefähr 1000 Arbeiter beschäftigt, sich aber nicht ist, finden sie dafür ein durchaus geeignetes Werkzeug. gh. Die Diamantenfrage wird im Plenum des Reichs- ungehemmt entwickeln konnte, weil ihr der Anschluß an den Clemenceau fordert auch schon in seinem„ Homme libre" tages an den nächsten Tagen bei der Beratung des Haus- Großhandel fehlte. Darunter hatten wie stets in Faltsplans für das südwestafrikanische Schutzgebiet vermutlich solchen Fällen am meisten die Arbeiter zu leiden. Vom das Eingreifen der Präfekten in die Wahlen. Die Sozialzu wichtigen Auseinandersetzungen führen. guten Geschäftsgang hatten sie nur einen geringen Vorteil. demokraten allerdings bedürfen dergleichen nicht. Sie Dabei handelt es sich um den Verkauf der Diamanten, Sobald sich aber das Geschäft verschlechterte, wurden sie mit treten vor die Wähler mit der Autorität, die der Bankrott bie in dem südwestafrikanischen Schutzgebiet gefunden werden. Lohnabzügen bedacht und die Arbeitslosigkeit verbreitete aller bürgerlichen Parteien ihnen verleiht. Wie wichtig diese Angelegenheit ist, ergibt sich daraus, daß das sich schnell. südwestafrikanische Schuhgebiet aus der Diamantensteuer in dem Daher forderten die deutschen Diamantarbeiter seit jeher, Erklärungen des„ Figaro". letzten Jahre mehr als 20 Millionen M. eingenommen hat, und daß durch die deutschen Diamanten endlich der notwendige Caillaux, sie habe den Anschlag begangen, weil fie die VerParis, 18. März. Gegenüber der Behauptung der Frau daß hierauf im wesentlichen die Ausgaben des ganzen Schutz- Zusammenhang der deutschen Diamantenindustrie mit dem gebietes aufgebaut sind. Dazu kommt, daß die Erfahrungen Großhandel hergestellt werde. Den Abnehmern der deutschen öffentlichung eines auf sie bezüglichen Privatbriefes habe berin der Diamantenfrage wertvoll sein können für ein ähnliches Diamanten sollte die Verpflichtung auferlegt werden, die hindern wollen, erklärt der Figaro", daß Calmette teine Unternehmen des Reiches in einem anderen Gewerbezweige, deutschen Arbeiter zu den tarifmäßig festgelegten derartigen Briefe besessen habe und daß der kürzlich nämlich für die Beurteilung der Folgen, die aus dem beab- Arbeitsbedingungen zu beschäftigen. beröffentlichte Privatbrief, aus dem übrigens alle persönlichen Stellen fichtigten Petroleumeinkaufsmonopol für das Reich zu er Die Kolonialverwaltung fonnte sich zu dieser Maßnahme ausgemerzt worden seien, eine andere Dame beträfe. Ferner schreibt das Blatt über den von Barthou verlesenen nicht entschließen, sondern begnügte sich damit, einen Preis" warten find. Den Verkauf der Diamanten haben Kaiserliche Verord- abzug von 5 Proz. für die Diamanten zu sichern, die in Bericht Fabres: Dieses für Caillaug und Monis so niederfchmetternde nungen so geregelt, daß die Diamanten nur durch eine besondere Deutschland von deutschen Arbeitern geschliffen werden. Dies Schriftstüc trug Calmette seit einigen Tagen in seiner BriefGesellschaft, die Diamanten- Regie, unter Aufsicht des Reiches hat wie die Arbeiter vorausgesagt haben- eine rücksichts- tasche bei sich. Er hatte es auch in seiner Tasche, als er dem Mordin den Handel gebracht werden dürfen. Diese Maßnahme lose Lohndrückerei nicht ausgeschlossen. Daher fordern anschlag zum Opfer fiel, und ein Blatt dieses Schriftstücks ist von entspricht der Eigenart des Diamantenhandels, der bis zur die Arbeiter jetzt von neuem, daß die vereinbarten Tarife ein- einer der mörderischen Kugeln gestreift worden. Begründung der Deutschen Diamanten- Regie fast ganz von gehalten werden müssen. einer einzigen großkapitalistischen Verkaufsgesellschaft beherrscht In welcher Weise diese Forderung am besten durchgeführt war, die ihren Sitz in London hat und deshalb das werden kann, hängt von den Verhandlungen über die Abgabe Die vorläufigen Ergebnisse der Roten Woche in in Groß- Berlin. Londoner Syndikat genannt wird. Neben dem übermächtigen der Diamanten ab. Die Verträge laufen in der nächsten Zeit Londoner Syndikat können sich die Diamantenförderer ab. Ihre Erneuerung ist bereits ausgeschrieben. Sie wird int südwestafrikanischen Schutzgebiet nur dann ohne bermutlich nur die Vorarbeit für die notwendige dauernde eine zu große Schädigung geltend machen, wenn Regelung werden. auch fte mit bereinten Kräften planmäßig vorgehen. Dem neuen Aufsichtsrate der Verkaufsgesellschaft wird es 11000 nene Mitglieder- 8000 neue Vorwärtsabonnenten Daher ist eine einheitliche Regelung des Verkaufs auch für die daher obliegen, endlich an die dauernde Regelung des Diamanten aus Deutsch- Südwestafrika durchaus angebracht, Diamantenverkaufs heranzutreten. Damit dabei auch die Dank der rührigen Tätigkeit unserer Genossen kann der Bezirk und die Beseitigung dieser Regelung wird jest wohl von Forderungen der Diamantarbeiter erfüllt werden, müssen die Groß- Berlin auf eine recht ersprießliche Agitation während der feiner Seite mehr gefordert. Jedoch sind im Laufe der Zeit Diamantarbeiter ebenfalls einen Vertreter im Aufsichtsrate Roten Woche zurückblicken. War auch die Werbearbeit infolge der bei der Durchführung der Regelung schwere Mängel zutage der Verkaufsgesellschaft haben. Das ist um so selbstverständ- umfangreichen Arbeitslosigkeit teilweise sehr erschwert, so hat die getreten; und hier gilt es, die bessernde Hand anzulegen. licher, da auch die Schleifereibefizer in dem Aufsichtsrat verVor allem kann es so nicht weitergehen, daß wie treten sind, und dies in jeder Beziehung als wünschenswert gitation doch neue Tausende Mitglieder den Wahlvereinen zugeführt, andere Tausende als Refer bisher immer nur für ein Jahr die Bedingungen für erscheint. Traurig genug ist es, daß sich die deutschen des Vorwärts" gewonnen. Nicht unterschägt werden darf die Abgabe der deutschen Diamanten zwischen Der Diamantarbeiter um diese selbstverständlichen Forderungen dabei, daß auch die unfreiwillige Propaganda, die Herr v. Jagow Verkaufsgesellschaft und ihren Abnehmern bereinbart noch immer bemühen müssen. werden. In Wahrheit ist dieses Verfahren eine Selbsttäuschung. Zwischen der Verkaufsgesellschaft und ihren Abnehmern, einigen bereinigten Großkapitalisten in Antwerpen, dem sogenannten Antwerpener Synditat, hat sich bereits eine fo enge Ber- Der Sieg der Sozialdemokratie. " " für die Rote Woche betrieb, ihren Teil beigetragen hat zum wirk samen Abschluß der ganzen Agitation. In den 8 Wahlkreisen Groß- Berlins find bis zum Mittwoch, den 18. März, abends insgesamt 10986 Neuaufnahmen an gemeldet und rund 8000, Vorwärts" Abonnenten geParis, 18. März.( Privattelegramm des wonnen worden. Die Neuaufnahmen verteilen sich auf die einzelnen Vorwärts".) Kreise folgendermaßen: Berlin I 201 II " 312 III 301 " 3000 " 185 " VI 3360 Teltow Beeskow 2127 . . Niederbarnim 1500 0 bindung herausgebildet, daß sie nicht mehr leicht gelöst werden fann und sicherlich auch nicht ohne zwingenden Grund gelöst werden wird. Je länger aber die Verbindung dauert, desto mehr erstarkt sie und desto schwerer wird ihre Lösung. Daher muß die Verkaufsgesellschaft möglichst bald zu einer dauernden Die Wirkung der gestrigen Sitzung ist ein ungeRegelung des Verfaufs kommen, ganz gleichgültig, ob mit heuerer moralischer Sieg der Sozialisten, dem Antwerpener oder dem Londoner Syndikat oder mit einer die allein aus dem allgemeinen Zusammenbruch der bürgeranderen Gesellschaft. lichen Parteien unbefleckt hervorgehen. Alle bürgerlichen Dem dauernden Zustande der Regelung müssen aber auch Fraktionen beschuldigen und diskreditieren sich untereinander; die Verkaufsbedingungen angepaßt sein. Sie müssen mehr als sie sind gezwungen, zur Wiedergewinnung des öffentlichen bisher den Forderungen der beteiligten Streise entsprechen. Vertrauens an die Untersuchungskommission zu appellieren, In erster Linie kommen die Diamantenförderer in Be- die durch den Vorsiz unseres Genossen Jaurès moralische tracht. Sie möchten am liebsten allein den Verkauf der Autorität erhält. Aus den Vororten sind folgende Ergebnisse an Neu Diamanten übernehmen, da die Diamanten ihr alleiniges aufnahmen zu melden: Adlershof 81, Brig 54, Buchholz 18, Char Eigentum seien. Dieses Ergebnis macht die Reaktionäre, deren Anschläge lottenburg 300, Ertner 14, Friedrichsfelde 34, Herzfelde 5, So steht die Sache nun nicht. An den Schäßen der Natur bereitelt sind und deren Chef Barthou kompromittiert ist, Johannisthal 50, Kaulsdorf 4, Ketschendorf 42, Köpenid 253, hat die Gesamtheit ihr gutes Recht. Ueberdies haben die wütend. Das„ Echo de Paris" zetert, daß Jaurès jetzt Mariendorf 101, Neukölln 841, Nieder- Schönhausen 62, Nowawes 105, Kolonien dem deutschen Volke so große Opfer auferlegt, daß der Oberrichter der Republik sei. Er könne ver- Reinidendorf- Dst 153, Reinidendorf- West 68, Röntgental 4, Rosenes sich nicht bei der Verteilung der Beute beiseite schieben hören, verfolgen, die einflußreichsten Politiker wie den be- thal 48, Stralau 38, Tegel 59, Teltow 15, Tempelhof 56, Lassen wird. scheidensten Bürger einsperren Lassen. Der Senat Trebbin 15, Treptow- Baumschulenweg 162, Wannsee 7, 8offen 45. Aber ebenso wenig können die Diamantenförderer ganz müffe diesen Standal verhindern und der Kom Die Zahlen find natürlich nur als Teilresultat aufzu unberücksichtigt bleiben, da sie für die Gewinnung der Dia mission gerichtliche Befugnisse verweigern. Jaurès aber faffen, da bei der räumlich großen Ausdehnung einzelner Wahlkreise manten ihr Kapital und ihre Arbeitskraft einfegen. Deshalb wird sich um diese reaktionären Treibereien wenig fümmern. Das Resultat noch nicht aus allen Bezirken vorliegt. Ebenso fehlen war es ein unhaltbarer Zustand, als neben der Kolonialverwaltung einzig und allein Vertreter der Großbanken die In der„ Humanité" hatte er geschrieben: Der Ausschuß wird noch, wie aus der Veröffentlichung ersichtlich, namhafte Orte aus Herren in der Verkaufsgesellschaft waren. Dies ist im vorigen ohne Voreingenommenheit und ohne Rücksichtnahme auf Teltow- Beeskow und Niederbarnim. Jahre geändert worden. Die Förderer besetzten die Hälfte Cliquen- oder Parteiinteressen volles Licht verbreiten. Und er der Stellen im Aufsichtsrate der Verkaufsgesellschaft. hat diesen Worten die Tat folgen lassen, indem er, ohne die Willkür und Sklaverei in Kamerun. Als sich aber die Vertreter der Förderer nicht den An- Abstimmung des Senats abzuwarten, die Untersuchungsschauungen der Bantherren anschlossen, fam es zum Staats- fommission bereits für morgen nachmittag einberufen hat. fireich: die Kolonialverwaltung erklärte, daß sie durch die Jaurès hofft, bereits in drei bis vier Tagen zu positiven ErVertreter der Förderer daran gehindert werde, das Recht der gebnissen zu gelangen. Gesamtheit zu wahren, wie es notwenig ist; mit dieser Begründung suchte sie die Vertreter der Förderer wieder ganz zu verhindern. Das Bedürfnis nach vollständiger Kolonie Kamerun Duala- soll" faniert" werden. In An Der Senat wird kaum wagen, die Untersuchungsarbeit Am roten 18. März hatte Herr Dr. Solf, der Staatssekretär von der Mitwirkung in der Verkaufsgesellschaft auszuschließen. Klarheit beherrscht die ganze Deffentlichkeit und eine alte betracht der kolonialen Gesundheitsverhältnisse ist dagegen an fich der Reichskolonien einen schwarzen Tag: Die Hauptstadt der Das ist ihr jedoch nicht gelungen. Vielmehr verständigte sie sich schließlich mit den Förderern, daß ihnen auch in Zu- Erfahrung bewährt sich von neuem: Bei allen Skandalen nichts einzuwenden. Aber die Regierung will die Sanierung in der funft die Hälfte der Stellen im Aufsichtsrate der Verkaufs- bourgeoiser Verrottung tritt die fittliche Urtraft des Art vornehmen, daß die Wohnbezirke der Weißen und der Ein gesellschaft vorbehalten bleibt. Demnach fönnen höchstens demokratischen Regimes hervor, das die Giftstoffe geborenen getrennt werden, zu welchem Zwed fie beabsichtigt, die Menderungen in bezug auf die Personen erreicht sein, die die schließlich ausscheidet und Erstickungen und Vertuschungen, wie Eingeborenen zu enteignen, ohne daß die Rechte der Eingeborenen Stellen im Aufsichtsrate einnehmen. Die fachlichen Gegenfäße sie anderswo vorkommen, nicht duldet. sind nicht beseitigt. Daher wird es auch in Zukunft unver dabei gewahrt würden. Die Eingeborenen boten alles auf, das Die Stellung der Regierung scheint nach dem ihnen drohende Unrecht zur Kenntnis der deutschen Presse und des meidlich und nur von Nuzem sein, wenn die Verkaufsgesell- gestrigen Tage gebessert. Mit Caillaur ist derjenige Mann Barlaments zu bringen. Das Bezirksamt in Duala ergriff im Ges schaft mehr Rücksicht als bisher auf die Forderungen der aus dem Ministerium geschieden, der das Zentrum aller fühl seiner Schuld Gegenmaßregeln ganz ungeheuerlicher Art. Förderer nimmt. Bis jetzt hat es sich herausgestellt, daß die Der Dberhäuptling Dualla Manga- Rudolf Dell- war bon Die Reaktionäre sind desorganisiert. Der deutschen Regierung als Mittelsmann zwischen ihr und seinen Forderungen der Förderer in bezug auf die Verkaufs- Angriffe bildete. bedingungen berechtigt und in der Tat sowohl den Förderern Briand, den der reaktionäre" Temps" gestern aufs Bandsleuten bestellt. Dell hat europäische Bildung, ist im Besitz selbst als auch der Gesamtheit zugute gekommen sind. Daher neue attadierte, sucht offensichtlich Annäherung nach links. des Einjährigenzeugnisses und es ehrt ihn, daß er trotzdem die muß es möglich sein, den Boden für ein ersprießliches Bu- Allerdings ist der neue Finanzminister Renoult für die Wahrnehmung der Eingeborenenintereffen höher stellte als Ziebe fammenarbeiten mit den Förderern zu schaffen. Durchführung der Einkommensteuerreform wenig vorbereitet dienerei und Unterwürfigkeit vor der deutschen Regierung. Am 13. ßattudr 1313 morgens gaL Dell in Dualn ern dringendes Telegramm an den Deutschen Reichstag auf; er teilte mit, daß die Enteignungsarbeiten trotz aller Be- scher erden betrieben würden und bar um Aufschub. Das Tele- gramm wurde nicht abgesandt, sondern dem Bezirksamt ausgeliefert und erst fünf Tage später nach Berlin gelassen! DieseZ amtliche Verfahren stellt nichts Geringeres dar als Brief» 'perre über den Deutschen Reichstag. Diese Sperre >atte eine höchst bemerkenswerte politische Folge. Am Nachmittag desselben 1ö. Januar 1913, an dessen Morgen das dringende Telegramm an den Reichstag aufgegeben war. gab dieser seine Zustimmung zur Enteignung. Wäre das Telegramm von der Postbehörde in Duala vorschrifts- mäßig abgesandt worden, hätte der Reichstag höchsttvahrscksinlich am 15. Januar 1913 nachmittags seine Zustimmung zur Enteig- nung in Duala nicht gegeben, schon um deswillen nicht, weil man ja, wie eben das Telegramm zeigte und zeigen sollte, seinem Budgetrecht von der Kameruner Regierung willkürlich vor- gegriffen hatte. An demselben Nachmittag, an dem der Reichstag erst die Genehmigung zur Enteignung gab, faßte schon das Bezirksamt in Duala den Beschluß, mit der Enteignung zu beginnen und dokumentierte damit, daß es mit vollem Vorbedacht die Tele- grammabfendung an den Reichstag unterbunden hatte! Der Oberhäuptling Dell wollte auf eigene Kosten nach Deutschland reisen, um die Oeffentlichkeit, bor allem den Reichs- tag, von den Zuständen und Vorfällen in Duala zu unterrichten. Die AuSwanderun gSgenehmigung� wurde ihm oersagt, und zwar auf Grund eines angeblich rechtsgültigen Beschlusses, der verhüten soll, daß Kamerunnegcr sich von euro- päischen Panoptikums- und Alisstcllungsmbabern anwerben lassen. Die Anwerbung für das Panoptikum und das Jnvcrbindungtreten mst dem Deutschen Reichstag wurde also vom Bezirksamt in Duala auf eine Stufe gestellt. Unter diesen Umständen machte sich Dells Sekretär auf die Strümpfe. Er floh und cS gelang ihm, nach Hamburg zu kommen. Aber als er dort aus dem Schiffe stieg, war schon ein Te l e g r a m m zur Stelle, das man nicht zurückgehalten hatte! Dieses Telegramm befahl dir Der- Haftung des S e k r e t a rs. Tie Verhaftung wurde vor- genommen und man gestattete dem Verhafteten nicht einmal, von dieser Tatsache seinem Rechtsvertreter Kenntnis zu geben. Aber allmählich war den deutschen Reichsbehörden doch wohl zum M- wußtscin gekommen, daß die Sache brenzlig zu werden begann, und man entließ den schwarzen Sekretär nach L4stündiger Haft. All« diese Ungeheuerlichkeiten wurden in der Mittwoch-Vor- mittagssitzung der Budgetkommisjion des Reichstags vorgetrogen: zum Teil durch den Berichterstatter Tr. Braband, der im wesentlichen auf einer Petition des Berliner RechtSairwalts Dr. Holpert fußte, die dem Reichstag zugegangen ist und dokumentarisch belegt, waS die Behörden in„unseren" Kolonien sich erlauben. Gegen diese Dinge wußte sowohl der Staatssekretär Dr. Solf wie Herr Kraetke und der Gouverneur von Kamerun Herr Ebermaier so gut wie gar nichts vorzubringen. Erst recht nichts gegen die weiteren Mitteilungen, die von den Genossen Wels, Ledebour, David söhn und den bürgerlichen Aögg. Erzberger. Wald st ein und Mumm zur Kenntnis gebracht wurden. Zwar gab Dr. Solf die skandalöse Telegramm- ongelegenheit preis, indem er die ganze Verantwortung dafür auf das Bezirksamt in Duala abwälzte und mitteilte, daß sogar der Gouverneur das Vorgehen des Weißen Briefkabinetts von Duala für unzuiäfsig'hielt.' Im übrigen jedoch stellte sich heraus, daß die. wichtigsten Akten und Dokumente merkwürdiger- weise„nicht zur.Hand waren". linier diesen Ikmständen faßte die Budgetkommission den Be« schlug: diesen Teil der Verhandlungen solange zu vertagen, bis eine Denkschrift vorgelegt wird, in der die Regierung aktenmätzig darlegt, auf Giund welcher Gesetze, rechtmäßiger Verordnungen und dergleichen all die Manipulationen vorgenommen worden sind, die das Bezirksamt in Duala, nachträglich zum Teil gestützt durch den Staatssekretär Dr. Solf, sich geleistet hat. Dem Kolonialamt wurde daraufhin aufgegeben, bis zur Auf- klärung dieser dunkelsten Partte keinerlei Eingriffe und sonstige Aenderungcn in Duala vornehmen zu lassen, die irgendwie dem Budgetbewilligungsrecht des Deutschen Reichstages vorgreifen könnten! Diese Erledigung der Angelegenheit wird hoffentlich der Reichs- regierung gezeigt haben, daß sie ihrer Lust zu kolonialer Willkür und zur Versklavung unserer schwarzen LandSlcute zügeln muß. Herrn Dr. Solf ist es zwar unangenehm, daß der Bericht über diese Verhandlungen der Budgetkommisfion nun auch in Kamerun bekannt wird. Aber dafür mag er sich beim Bezirksamt in Duala und beim Kolomalamt in Berlin bedanken! Kampf um öas Koalitionsrecht. Die Strafkammer I des Kieler Landgerichts hatte den Weber G. in N e u m ii n st e r wegen vermeintlicher Verletzung deS§ 153 der Gewerbeordnung, dieses Galgens neben dem Koalitionsrecht, zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt, weil er zu dem Manne einer arbeitswilligen Frau gesagt haben sollte, er und seine Frau würden sich blamieren, wenn die Frau weiter arbeite. Darin sah das Gericht eine Drohung, durch die beabsichtigt sei, die Frau zur Teilnahme an der Verabredung zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsverhältnisse teilzunehmen. Die Ursachen zu dem Streik waren folgende: Die Arbeiter der Kokosteppichfabrik in A!eu- Münster hatten mit der Fabrikleüung einen Tarifvertrag abgeschlossen, in dem die Lohn- und Arbeitsbedingungen geregelt waren. In dem Tarifvertrage hieß es auch, daß alle Streitigkeiten zwischen den Arbeitern und der Direktion gemeinsam durch den Arbeiterairsschuß und die Direktion zu regeln seien. Komme eine Einigung nicht zu- stände, solle das Gewerbegericht in Neumünster als Schieds- gericht angerufen werden, dessen Schiedsspruch hätten sich dann die Parteien zu fügen. Zweimal waren neue Differenzen ent- standen; in beiden Fällen wurde der Arbeiterausschutz bei dem Direktor vorstellig, wurde aber jedesmal von diesem kurz zurück- gewiesen. Darauf legten dann die Arbeiter die Arbeit nieder. Der Weber G. legte gegen das Urteil der Strafkammer Revision beim Oberlandesgericht ein. Das Oberlandes- gericht in Kiel hob das Urteil der Straf- kammer auf und sprach G. mit folgender ver- nünftigen Begründung frei: Die Arbeiter sind in den Streik getreten, weil der Direktor jede Verhandlung ab- gelehnt hat. Der Direktor war vertragsbrüchig geworden, denn in dem Vertrag ist ausgemacht, daß alle Streitigkeiten zwischen der Direktion und der Arbeiterschaft event. durch das Gewerbegericht geregelt werden sollten. Die Arbeiter haben also nur gestreikt, um bestehende Arbeitsbedingungen durchzuführen. DaS ist keine Verabredung zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen. Liegt eine solche Verabredung nicht vor. so kann auch nicht— ganz dahin- gestellt bleibend, ob die Aeußerung G.s alS Drohung auf- zufassen sei oder nicht— eine Verurteilung auf Grund des § 153 der Gewerbeordnung in Frage kommen. Der An- geklagte mußte deshalb von der Anklage freigesprochen werden.— Man kann nur wünschen, daß die Gerichte in Streiksachen immer zu einer solchen objektiven Würdigung der Umstände kommen. politische Uebersicht. Eiseubahnerfragev. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Teil des Erats der Eisenbahnverwaltung, der sich auf die Lage der Arbeiter und Beamten bezieht. Nach Ansicht deS Ministers find die Zustände wahrhaft paradiesisch. Rühmte er doch in einer wohlvor- bereiteten einleitenden Rede die sozialen Leistungen der Verwaltung. In Wirklichkeit verwechselt Herr v. Breitenbach aber die Begriffe. er nennt soziale Leistungen, waS in der Tat Wohlfahrtseinrichtungen zu dem ausgesprochenen Zweck der Knebelung der Bewegungsfreiheit der Arbeiter sind. DaS ist ein himmelweiter Unterschied. Wenn der Minister in demselben Atemzuge sich seines sozialen Verständnisses rühmt und den Arbeitern der ihm unterstehenden Betriebe das 3m Gespenstergefängnis. Von Peter Sergijew. Der nachstehende Bericht deS Genossen Peter Sergijew, der N- Jahre im berüchtigten Kerker von Orel zubrachte/ gehört zu den furchtbarsten, erschütterndsten Schilderungen der heutigen russischen Gefängnisgreuel/ Wir bringen dieses authentische Dokument mit einigen unwesentlichen Kürzungen als Beitrag zu der jetzt lebhaft erörterten Frage über die Leiden der politischen.Gefangenen in Rußland. l. Schon den dritten Tag reisten wir in Etappen. Die Straf- IingSschar zählt« 49 Köpfe, und cS befanden sich darunter lebenS- länglich Verurteilte, Katorgagefangene mit Fesseln an Händen und Füßen und andere, die nach Sibirien verbannt waren.' Die meisten erwarteten eine 5- bis öjäbrige Katorgastrafe, nur sechs waren auf unbestimmte Zeit verurteilt. Ter Prozentsatz der nach Gerichtsurteil zu Bestrafenden war nicht groß, dafür bildeten die administrativ Verurteilten ein Drittel der ganzen Partie. Es waren zumeist Arbeiter und Studenten, dazu kamen kleiner« Diebe und Vagabunden. Ich war neugierig, das Dreier Gefängnis zu sehen, nach welchem wir geführt werden sollten. Kamen doch von dorther ver- schieden« grauenhaste, unglaubliche Gerüchte: darüber, daß man dort geschlagen, für alles geschlagen werde: dafür, daß du krank bist, und dafür, daß du gut ausstehst; dafür, daß du ein Jude bist, und dafür, daß du ein Russe bist; dafür, daß du das Kreuz auf der Brust hast, und dafür, daß du keinS hast. Mit einem Wort, überall hörten wir immer sagen: geschlagen, geschlagen, zu Tode geschlagen... « „Vorwärts, Kinderl" wendete sich der Unteroffizier an uns. „Haltet Euch ausrecht! Benehmt Euch beim Eingang soldaten- mäßig. Denket an daS Kreuz auf der Brust. Denn das ist ja kein Gefängnis, sondern— ein Grab. Ich sage das. weil Ihr mir leid tut." Manche griffen schleunigst nach dem Kreuz, in der Hoffnung, daß dieser Talisman sie vor dem Peitschen schützen werde. Andere gaben mit der Hand ein Zeichen, daß eS ihnen gleichgültig sei. ES ist ja alles gleick, man wird uns ja sowieso schlagen, das Kreuz erlöst uns nicht. Ohne einen Befehl abzuwarten, entblößten die Verurteilten ihre Kopfe, als sie sich dem schweren eisernen Tore näherten. Ganz unwillkürlich nahm auch ich die graue Arrestantenmütze ab, ein sichtbares Zeichen meiner Erniedrigung. Und als ich sie in meiner Hand sah, bemerkte ich, daß alle barhaupt dastauden. Vor Wut wurde ich ganz rot und so schnell als möglich bedeckte ich den Kopf wieder., „Tie Mützen abnehmen!" schrie in diesem Moment der unZ begleitende Unteroffizier- ES kamen einige Aufseher und der Assistent deS Gefängnis- direktors übernahm die Partie. ..S a n g a i l a," ging ein leises Flüstern durch die /Menge. —„Das Vieh— er tötet uns," murmelten die Lippen, vergilbt wie Blätter. Mürrisch, schweigend traten wir paarweise in einen hohen, dunklen Korridor. „In Reihen schließen— Hund hinter Hund!" schallte das Kommando.„Ihr seid in Orel. An Orel werdet Ihr denken, Jbr werdet sehen." Die Arrestanten standen da, eine lange graue Menschenkerte. Ihre Gesichter waren steingrau. Der Assistent S a n g a i I o überflog mit einem Hhäncnblick die Reihe der grauen Schatten. Er prüfte die Gcfangcncnliste und kommandierte:„Emvfanaen!— Ins Bad!" Tie Bedeutung der Worte war uns allen bekannt.„Empfan- gen" heißt„Schlagen".„Ins Bad" heißt„in die Folterkammer". Nun ist daS Ende da. Es war als zerreiße etwas in der Brust. Di« klebrige Bitterkeit in der Gurgel verschwand. Dumpfe Stumpfheit im Kopf. Der Kopf wie zersvrungen. Wir traten in ein geräumiges, sauberes Badezimmer, das nichts Schlechtes zu verraten schien. Hinter uns kamen 49 Auf- seher, ein Oberauffeher und der Assistent Graf Sangailo. „Entkleiden, rasch!" Mit Mühe zogen wir die Wäsche aus, die Hände zittcrtcnjird verwickelten sich in den Ketten. In der Mitte wurde ein Tisch aufgestellt, an welchen der Assistent und der Oberaufseher sich fetzten. Auf dem Tische wurde die Liste und andere Dokumente ausgebreitet. Eine Weile blätterte der Assistent in den Papieren. Er nahm ein Dokument heraus, besah es, dann warf er es auf die Seite, nahm es wieder. Mit einer milden, hinterlistigen Stimme rief er:„Ist der Petrow hier? Bitte, näher zu treten." Eine furchtbare Wut erfüllte meine Seele bei dieier ganzen Komödie mit dem Entkleiden. Die frühere Apathie und das Ge- fühl der Machtlosigkeit verschwanden spurlos. Die Verzweiflung und Wut eine» Tieres, daS geschlachtet wird, wurden mit aller Gewalt in mir wach. Mit dem Rest meines Bewußtseins mich zurückhaltend, trat ich mit sichcrem Schritt«, dem Asiistenten fest in die Augen schauend, auf den Tisch zu.„Oho!" brummte er, den Browning in die Hand nehmend. Er legte ihn aber gleich wieder weg. Sein milder Gesichtsausdruck verschwand. Er sah mich mit seinen Schreckensaugen an. „Tu bist Semen Petrow? Warum bist Du verurteilt?" „Nach dem Paragraphen 192, wegen Zugehörigkeit zur Sozial- revolutionären Partei." „Kannst Du nicht anders antworten? Du Hundesohn, ich gebe Dir eine Partei. Vergiß, Halunke, daß Du ein Student warst..." „Sie haben kein Recht, zu schreien und uns zu verspolten. Wir.. „Nehmt den Schurken!" Plötzlich spürte ich etwa» HeitzeS auf Schultern, Rücken und auf dem Kopie. Ich fiel auf den kalten, steinernen Fußboden._ Ich biß mit den Zähnen, kratzte und zerriß alles, was ich nur zwischen die Finger bekam. Schmerzen empfand ich nicht, nur der ganze Körper brannte wie Feuer. Der Mund war voll Haare und Blut. Mit einem Auge sah ich schon nichts mebr. Ich erinnere mich nur noch an den letzten Schlag—- einen Fußtritt mit gc- Koalition-recht abspricht, so kann man sich denken, wie gering sein soziales Verständnis ist. Nicht die Absicht, die soziale Lage der Eisenbahner auszubessern, fondern die Absicht, sie von der Sozial- demokratie fernzuhalten, ist• das Leitmotiv der Verwaltung. Gelingen wird ihr das steilich trotz alledem nicht. Kampf gegen die Sozialdemokratie ist aber nicht nur die Losung deS Ministers und semer Räte, sondern auch der sogenannten Ar» beitervertreter vom Zentrum und den Konservativen. Diese Herren benützen jede Gelegenheit, der ihnen verhaßten Partei eins auszu- wischen, und man kann nicht gerade sagen, daß sie in der Wahl ihrer Mittel wählerisch sind. Statt den Minister um Abstellung der in seiner Verwaltung herrschenden Mißstände zu ersuchen, loben und wettern sie gegen die Arbeiterverhältnisse in sozialdemo- kralischen Betrieben und Konsumvereinen, aber für die Hebung der Lage der Eisenbahner haben sie kein Wort übrig. Ja, sie billigen sogar ausdrücklich die Verkümmerung ihrer politischen Rechte durch die Regierung. Eine gründliche Abrechnung mit den rückständigen Anschauungen des Mnisters nahm Genosse L ein ert vor. Seine Darstellung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Eisenbabnverwaltung zeigt. wie sehr und wo die bessernde Hand anzulegen ist. Mit Recht pro- testierte er dagegen, daß jetzt in der Zeit der rückläufigen Konjunktur die Arbeitszeit des vorher so überangestrengten Personals noch ver- längert, anstatt verkürzt wird und daß die Löhne oft noch nicht einmal die Höhe des ortsüblichen TagelohnS erreichen. Mit Nachdruck wandle er sich gegen den organisationSseindlichen Standpunkt des Ministers, der es ablehnt, mit Vertretern anderer als der von ihm geduldeten Ver- bände zu unterhaudeln. In Hebere iustimmung befand sich Leinert mit dem Minister lediglich in dessen ablehnender Haltung gegen ein StaatSarbeilerrecht, aber nur deshalb, weil daS unter den in Preußen herrschenden Verhältnissen nichts anderes bedeuten würde, als daß man den Bock zum Gärtner macht. Die Entgegnung, die unserem Genossen durch den Minister zuteil wurde, soll nach der Erkärung eines nachfolgenden Redners geradezu vernichtend gewesen sein. Wir haben von dieser Wirkung nichts bemerkt, und Leinert noch weniger. Am Donnerstag soll nach Beendigung der zweiten Lesung deS EisenbahnetatS das Grundteilungsgesetz beraten werden. Eine Welfetttaguug. Im Berliner Architektenhause tagte gestern ein Parteitag der Welsen unter dem Vorsitz des Bizelandmarichalls von Oertzen. Nachdem Rechtsanwalt Martin, ReichSlagsabgeordneter Lehrer AlperS und Dr. Schuchardt lange Reden gehalten hatten und an das weifische Herzogspaar üi Braunschweig zur Geburt des Sprößlings ein ergebenes schönes Glückwunschtelegramm abgesandt worden war. wurde eine längliche Resolutton angenommen, in der eS heißt: „Die Deutsche Rechtspartei beharrt auf ihrem in der Be- gründung unwiderleglichen Protest gegen das Unrecht, daß durch Bundesbruch älteste deutsche Fürstenhäuser entthront wurden, um steie urdcursche Völkerstämme dem preußischen Staat ein- zuverleiben, und daß gleichzeitig bei der Trenimng von Oesterreich aller und jeder staatsrechtliche Zusammenhang mit ihm zerrissen wurde. Die Deutsche Rechtspartei be» harrt zu Ehren deutscher Treue auf diesem Prolest als einem notgedrungenen Wahrheirszeugnis gegenüber der Taisache,� daß statt des erhofften„Reiches der Gottesfurcht und edlen Gilte" Rechtsverleugnung, nationale Ueberhebung. eine wachsende Ver» wilderung der Sitten und ein unseliges Rüstungsfieber der Völker eingerissen sind. Die Deulicke N-chlSpartei ist darum keineswegs ein Gegner de» jetzigen Deutschen Reiche?, noch weniger will sie ihm eine Gefahr fem; sie erstrebt vielmehr seine Festigung und Ausgestaltung zu einem wahren Reiche deutscher Nation mir einer in sich gesicherten Rechtsgewalten... Die Deutsche Rechlsparter hält e§ für die Aufgabe deS Deuffchen Reiches, daraus hinzuwirken, daß es nach außen, gelragen von neuerwecktem Verlrauen der Nackbarvölker und durch engere Ver» bindung mit den Ländern der Habsburgischen Monarchie der Kern» und Stützpunkt eines mitteleuropäischen Bundes würde, der be» rufen ist. inmitten Europa» als Hort de» Rechts und des Friedens die Interessen und die Zukunft unserer abendländischen Kultur» gemeinschafl zu wahren und die polittich sowie wirtschaftlich immer dringender gewordene Weltpolittk Europas zu ermög- lichen." Wunderschöne Phrasen. nageltem Stiefel ins Gesicht. Vor den Augen entzündeten sich grüne und gelbe Ringe. Ich verlor das Bewußtsein. Ich befand mich noch im Zustande der schweren Bewußtlojig- keit. als ich ins Krankenhaus gebracht wurde. Die erste Emp» sindung nach dem Erwachen war die Freude:„Ich lebe ja noch."— Gott, wie es gm ist! Ich wollte mich rühren, stöhnte vor Schmerzen und wurde wieder bewußtlos. » Das ist der„Empfang", der mir in dem berühmten Dreier Gefängnis bereitet wurde. Jetzt wartete meiner das Leben— ein jahrelanges Leben in dieser Hölle. ES warteten meiner schreckliche, unmenschliche Er» niedrigungen, eine grausame, tierische Dressur. „Bei uns ist es nicht so einlach.— Orel! Denke immer, daß du in Orel bist," sprachen oft die Aufseher, neue Folter für uns ersinnend. Wenn ich heute darüber nachdenke, so kann ich gar nicht begreifen, warum irotz aller Beleidigungen und Foltern die Menschen ihr Leben nicht mit Selbstmord oder cinem verzweis» lungSvollen Ängriff auf die Obrigkeit verkürzten. Unter den Ge- Nossen befanden sich doch Leute mit unzweifelhafter Körper- und Geisteskraft, die früher Heldentaten geleistet hatten, die durch ihre Härte und Kompromißlosigkeit bekannt waren, in anderen Gc. fängnissen ständig mit der Behörde in Konflikt lagen und mit Strafen und Karzer zu tun hatten. In Orel aber ertrugen sie stu allgemeinen die unglaublichsten Leiden. Nur sehr selten griffen sie zum Selbstmord. Wenn ich heute meinen daiiialigeu Zustand betrachte, so komme ich zu der Ueberzeugung. daß die übergroße Zahl der tierischen Foltern diese Apathie hervorgerufen haben muß. Ich erinnere mich, als ich im Krankenhaus die Gesundheit wieder erlangte, in einen Zustand völliger Apathie und gänzlicher Stumpfheit verfiel, Leben und Tod waren mir völlig gleichgültig. Das Interesse für das Leben war verschwunden, aber es fehlte die Willenstrast, den Tod zu suchen. Mancher ist nicht imstande, alle diese Schläge zu überleben. Ich verdanke meine Rettung teil» weise meinem starken Organismus und teilweise der freundlichen Behandlung eines Aufsehers, der aus derselben Gegend wie ich stammte und mich folgedessen als Landsmann behandelte. Infolge der ständigen Beschimpfungen und Beleidigungen empfand ich keine moralischen Leiden meyr. Ich fühlte nur den physischen Schmerz, und dem wollte ich vor allem ausweichen. Dl« Empfindlichkeit kehrte manchmal zurück. In solchen Momenten beherrschten meine Seele Verzweiflung und Schmerz. Eine bittere Reue kam über mich, eine Sehnsucht nach Freiheit und Menschen- würde, die nun für immer verloren waren. Die Verachtung über» kam mich, ich begehrte nach größeren Leiden, um in mir de» Menschen vollständig zu töten.„Schau, wie tief du gefallen bist! Es gibt keine Schande mehr, die du nicht ertragen kannst. i Du duldest, was kein Tier auShieltc." Ranchmal wollte ich beißen, brüllen, mit dem Kopf vor Verzweiflung an die Wand schlagen. Ich habe einen Selbstmordversuch gemacht, aber vergebens. Jetzt bin ich sähig zu leben, vielleicht auch zu arbeiten. Doch nie. nie werde ich mir verzeihen können, daß ich fähig war. eine solche Menge«chande zu ertragen. ES gibt eine Grenze der Erniedri- gung, die der Mensch nicht überschreiten darf. Tie Nachwahl ia Borsa-Vegau. Nach dem vorläufigen amtlichen Resultat sind bei der Nachwahl im 14. sachsischen ReichStagswahlkreise Borna- Pegau am Dienstag 27 231 gültige Stimmen abgegeben worden. Davon erhielt Rüssel(Soz.) 12 077. v. L i e b e r t l'Reichsparlei) 6642. und Nietschke(Natl.) 6312 Stimmen. Bei der Hauptwahl 1912 erhielt Genosse Rüssel 11366. v. Liebert 7331 und Nietschke 7217 Stimmen. Das„Berliner Tageblatt" schreibt über die Stichwahl: „Jetzt kann eS keinen Augenblick zweifelhaft sein, dax keine einzige liberale Stimme für Herrn v. Liebert abgegeben werden darf. Dieser Repräsentant deS schroffsten ScharsmachertumZ, dieser Rüstungsfanatiker, dieser eigenartige Äolonialpolitiker. dieser durch und durch reaktionär ge- richtete General darf wenigstens nicht auf liberalen Kr ücken in den Reichstag hinein gelangen. Die Selbstachtung gebietet gerade in diesem Falle sedem Wähler, der auch nur einen Funken von Liberalismus in sich fühlt, die Front gegen die Reaktion zu nehmen. Wir überlassen Herrn v. Liebert neidlos den Reaktionären aller Schattierungen einschließlich der All- nationalliberalen. Mögen sie zeigen, was sie aus eigener Kraft vermögen. Allzuviel würde es nicht sein. Man darf annehmen, daß alle Lieberr-Freunde schon im ersten Mahlgang zur Stelle gewesen sind. Trotzdem siebt Herr v. Liebert noch um 3406 Stimmen gegen den sozialdemokratischen Kandidaten zurück. Die 6512 liberalen Wähler können mit leichter Mühe in der Stichwahl die Entscheidung gegen Herrn v. Lieber! bringen. Darauf hinzuarbeiten, ist liberale Selbsterhaltungspflicht." Man darf neugierig sein, ob die liberalen Wähler dieser Parole auch zahlreich folgen werden. Unsere Genofien werden alle Kraft anspornen, um einem der schlimmsten Reaktionäre die Rückkehr in den Reichstag abzuschneiden. .Jur Charaktcristtk der Dummheit in patriotischen Rcdaktionsstnbcn. Seit einigen Tagen läuft eine Notiz durch die„staatSerhaltende" vaterländische Presse, die ein treffendes Beispiel daftir bietet, wie kurioS eS um die politischen Kenntnisse so mancher Exemplare deS patriotischen Federviehs bestellt ist. Als wir zuerst diese Notiz in der.Kreuzztg." lasen, haben wir sie bet Seite gelegt, da wir an. nahmen, einer der journalistischen GeisteSriesen, die jetzt unter dem Szepter Bruno Schroeters in der Redaltion des Junker» organS tätig sind, hätte dieses Ei gelegt und ausgebrütet, sind doch derartige Leistungen in der„Kreuzztg," nichts Seltenes. Aber in den nächsten Tagen hatten wir die schöne Freude, daß auch andere Blätter, große wie kleine, diese schöne Notiz brachten— und bald erfuhren wir denn auch, daß nicht eines der großen Talglichter der „Kreuz-Zeitung" die seltsame Notiz fabriziert hatte, sondern daß sie aus der.Deutschen Vereinigungskorrespondenz" stammt, von der sie dann— verwandte Seelen finden sich, wenn auch oft erst stn Rinn- stein— die.Nanonalliberale Korrespondenz" abgedruckt hatte. Und noch immer ist der Marsch der Notiz durch die gutgesinnte Presse nicht zu Ende. In einigen Blättern prangte sie am Dienstag und Murwoch wieder an hervorragender Stelle, darunter auch in der ganz besonders„gebildeten".Tägl. Rundschau". Und wenn wir bis morgen oder übermorgen warten wollten, würden zweifelsohne noch ein Dutzend weiterer Blätter hinzukommen. Doch was ists mit der erwähnten Notiz? Es handelt sich um «tae konftlie Notiz über den angeblichen Rückgang der Sozialdemo- kratie, in der nicht nur die bei den Reichstagsnachwahlen im vorigen Jahre für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmenzahlen in höchst belustigender Weise zusammengerechnet, sondern auch die Unterlegenen und Gewählten miteinander verwechselt werden. So heißt es z. B. über die Ersatzwahl im ersten hamburgischen Wahl- kreis: .Einen Stimmenverlust von über 8000 erlitten die Sozialdemokraten in ihrer Hochburg Hamburg I. dem Wahlkreis Bebels, wo am 17. Oktober der Sozialdemokrat Petersen gewählt wurde. Auch im Wahlkreis Neumarkt, wo für den verstorbenen Dom- kapitular Kohl am 23. Oktober Lederer(Zentrum) gewählt wurde, verlor die Sozialdemokratie 140 Stimmen." Bekanntlich ist in Hamburg nicht der Sozialdemokrat Petersen gewählt worden, sondern der Sozialdemokrat Otto Stalten; Herr Petersen war Kandidat der Linksliberalen. Und was die Srimmenzahl anbetrifft, so hat zwar Stalten 3101 Stimmen weniger erhalten als im Jahre 10!2 auf Bebel gefallen sind; aber auch die bürgerlichen Kandidaten haben 1428 Stimmen weniger erhalten, so daß Stollen immerhin noch einen Lorsprung von 3130 Stimmen hatte. Mit anderen Worten: die Sozialdemokratie verlor IL Proz. und die bürgerlichen Parteien ebenfalls 1ö Proz. Und nicht diel besser steht eS um verschiedene andere Angaben der Notiz: der frühere Abgeordnete Haupt, der noch lebt, wird als verstorben bezeichnet und Gewinnziffcrn werden als Brrlustziffern gebucht. Doch das vorstehende Zitat genügt zur Kennzeichnung der Mache. Und keiner der vielen überklugen Redakteure, die die Notiz aufgenommen haben, hat gemerkt, daß Ziffern und Namen un- richtig sind. LH. wir sind klug und weise, und man betrügt uns nicht! Georg der Furchtsame. In der„Deutschen Tageszeitung" wimmert Dr. Georg Oertel vor Entsetzen und Furcht darüber, daß unsere Genossin Dr. Luxemburg nach wie vor mit großem Erfolg für unser- Ideen eintritt. Er ruft entsetzt»ach dem Staalsanwalt: man solle die Genossin schleunigst zum Antritt ihrer Strafe zwingen und dann sofort wieder anklagen. Auch den„geistig schwerfälligen" Lesern der„Deutschen TageSzeitung" könnte diese Denunziation gar zu schofel scheinen. Die„Deutsche Tageszeitung" s-t-windelt ihren Lesern deshalb vor,„von der Vcrhängung der Höchststrafe von zwei Jähren wie von der sofortigen Verhaftung zur Abbüßung der Strafe" sei.nur aus Rücksicht auf die Gesundheil" der Genossin abgesehen. Ihre Gesundheit sei aber nicht so schwach, wie ihre Agitation beweise. Eine„sofortige Verhaftung zur Abbüßung der Strafe' gibt es, wie Dr. Georg Oertel eigentlich wissen sollte. überhaupt nicht. Ein Strafurteil wird erst nach Rechtskraft des Urteils vollstreckbar. Und daS in Frankfurt gefällte Urteil wird, wenn eS nach Recht und Gesetz geht, aufgehoben werden. Unwahr ist Oertels Angabe, der Antrag auf Verhaftung der Genossin Luxemburg sei mi: Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand abgelehnt. Ei" ist vielmehr abgelehnt,. weil die Behauptung des Staatsanwalts, Fluchtverdacht liege vor, jeglicher Unterlage entbehrte, die Annahme dos Verdachts einer Fluchlabsicht vielmehr durch die Reife der Frau Dr. Luxemburg aus England zum Termin geradezu widerlegt ist. Auch die weitere Angabe der.Deutschen Tageszeitung",.nur auS Rückfichl auf die Gciundhiil der Genossin sei von der Höchststrafe abgesehen", widerspricht der Wahrheit. DaS Gericht hat als einen der Gründe, weshalb nicht noch über das selbst von der.Täglichen Rundschau" als hart bezeichnete Strafmaß herausgegangen ist. die Rücksichtnahme darauf angeführt, daß die Angeklagte eine Frau ist, deren Gesundheit durch die Haft untergraben wird. Das Gejammer des furchtsamen Georg über die Erschütterung de«»Lebensnerv« de» Staats", des MilitariZmilS, durch Reden unserer Genossin zeigt, daß diese ins Schwarze getroffen haben. „Der Respekt vor der Majestät des Staats und Gesetzes", schreibt die„Deutsche Tageszeitung",„muß in den weitesten Kreisen erschüttert werden", wenn die Genossin Luxemburg nicht bald ein- gelocht und ihr dadurch weitere Agitation zur Unmöglichkeit gemacht wird. Komischer Kauz, der furchtsame Georg— in demselben Atemzug, wo er für Staat und Gesetz angeblich eintritt, fordert er somit zum Ungehorsam und zur Verletzung des Gesetzes auf. Der Staatsanwalt, dem diese neueste Denunziation des OertelblattS zugeht, wird eine schwere Aufgabe haben. Gründe zu finden. weShalb er gegen diese Aufforderung zur Verletzung des Gesetzes durch Ritter Georg nicht einschreitet. Freilich ist er ja auch gegen die „Deutsche Tageszeitung" nicht eingeschritten, als diese zum Duell anreizte und als sie deutlich erkennbar zur Stacheiferung der in Zaber» vorgekommenen Gesetzesverletzung aufforderte. Dr. Oertel ruft ängstlich nach dem Staatsanwalt— weshalb hat er nicht den Mut, in den jedermann zugänglichen Beri'aminlungen den Darlegungen der Genossin entgegenzutreten? Volle Redefteiheit hat er als Gegner in sozialdemokratischen Versammlungen. Fürchtet der Ritter Georg, gar zu sehr von der braven Genossin zerbläut zu werden? Dallwitz— Statthalter von Elsatz-Lothrmgen. In Berliner politischen Kreisen geht das Gerücht, daß jetzt der preußische Polizeiminister v. Dallwitz zum Statthalter von Elsaß-Lothringen ausersehen sei. Wieder eine konservative Verleumdung der Sozial- demokratie gerichtlich festgestellt. Das konservative„Wehlauer Tageblatt" brachte am 11. De- zember 1313 einen verleumderischen Artikel gegen den Parteisekretär Linde in Königsberg, dem das konservative Organ in Wehlan vor- warf, er hätte als Hausbesitzer einen Mieter mitten im Winter auf die'Straße gesetzt. Die Verleumdung machte natürlich die Rnnde durch die konser- vative Presse. Linde klagte, damit der konservative Redakteur vor Gericht den Beweis der Wahrheit erbringen könne. Die Beweis« aufnähme war so niederschmetternd, daß der Vertreter deS Klägers, Rechtsanwalt Caspary ohne Widerspruch erklären konnte, der konser- vative Redakteur habe sich alles aus den Fingern gesogen. Der konservative Wahrheilsapostel wurde zu 10 Mark Geldstrafe ver- urteilt._ Ter„sozialdemokratische Vandalismus". „Dieses giftige Früchtchen ist im sozialdemokratischen Treibhaus gewachsen!"— Unter diesem Motto bringt die klerikale Presse lange Artikel über die Charlottenburger Denkmals- beschmierung. Es strotzt darin von den gemeinsten Schimpfereien auf die Sozialdemokratie. Eine kleine Probe aus der Sonnlag- nummer der„Trierischen Landeszeitung" mag genügen: „Tie Wahlweiber in England gehen' wenigstens topferund offen vor: das macht nicht einen so schäbigen Eindruck wie der M e u ch e l- B a n d a l i s m u S in Charlotlenburg. Eine derartige Roheit ist die natürliche Folge der heillosen Erziehung. die die sozialdemokratischen Zeitungen und Agitatoren und Ab- geordneten der Masse angedeiben lassen.... Dazu die Hetze gegen den Kronprinzen, die Ausfälle gegen den Kaiser und sonstige Fürsten. Was Wunder, wenn dann unter den Leuten der letzte Rest des Anstandsgefühls und auch des Respekts vor Kunstwerken verloren geht und der Wahlspruch durchbricht: „ES muß alles verrungeniert werden!" Diesen klerikalen Großmäulern und Entrüstungsheuchlern ist auf die leichteste Wesse der Mund zu stopfen. Bemühten sich nicht die Leute, die beute der Sozialdemokratie die Schuld an der Charlottenburger Affäre beimessen, im vorigen Jähre so eifrig, die Äerant- wortung für den feigen Meuchelmord des Kunschak an den Genossen Schuhmeier vom KlerikalismuS abzuwälzen und die Partei des Ermordeten dafür verantwortlich zu machen? Und weiter: seit wann haben denn die stammen Herrschaften solche Hochachtung vor dem Kunstwerk? Die zahlreiche» Denkmals- schändungen aus verdorbener Sittlichkeit und die rohen Gewaltakte an steinernen Darstellungen kindlicher Geschlechts- anribute, die der Klerikalismus auf dem Gewissen hat. sollten die schwarzen Eiferer wirklich veranlassen, nicht von mangelndem An- standsgefühl und Kunstrespekt anderer zu reden. Amtlich widerlegter Reichsverbandsschwindel. Um die dringliche Forderung der Arbeiterschaft nach der Arbefts» losenversicherung zu diskreditieren, wird neuerdings von der Arbeit- geberzeftung ein alter Schwindel verbreitet, der sich mit der Arbeitslosenzählung in Halle a. S. befaßt, die im Jahre 1303 mit Unterstützung durch die Stadt durchgeführt wurde. Ter Schwindel gipfelt in diesem Satze: „Die Zählung ergab 2312„Arbeitslose", bei einer amtlichen Nachprüfung aber stellte sich heraus, daß u. a. selbst Dirnen. Zu- Halter, entwichene Fllrsorgelehrlinge. Gelegenheitsarbeiter, In- validcn und Pensionäre, Haussöhne und Haustöchter, die in der elterlichen Wirtschaft mit beschäftigt wurden und die in fremden Betrieben noch nicht gearbeitet hatten usw., als arbeitslos auf- geführt worden waren." Der„Hallesche Generalanzeiger", der die Borwürfe gegen die organisierten Arbeitslosenzähler vor vier Jahren zuerst brachte, mußte seinerzeit eine von amtlicher Stelle veranlaßt- Richtig- st e l l u n g bringen. Und jetzt schreibt der Direktor des Statistischen Amte» der Stadl Halle, Herr Dr. Wolfs, dem Vorsitzenden des GewerkschastSkartells u. a.: „Ich darf sagen, daß sowohl ich empört wie mein Personal außer sich war, daß die ehrenamtlichen Mitarbeiter eines großen Zählwerkes in ihrer Qualität durch eine Zeitung angegriffen wurden.... Ich selbst stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, da ich die organisierte Arbeiterschaft für ein wertvolles Zähler- material halte."... Interessant und wichtig für die Einschätzung des Schwindels über die Hollescheu Arbeitslosenzähler ist auch folgender Borgang: Kürzlich sprach in einer Versammlung der Ortsgruppe Halle de« Reichsverbandes dessen Sekretär Michaelis über das Thema „Arbeitslosigkeit und Arbeilslosenversicherung". In welchem Sinne, ist nicht schwer zu erraten. Wenige Tage darauf veröffentlichte die reichsverbändlerisch« agrarische„Hallische Zeitung" die Rede Michaelis' als Leitartikel, und darin stand auch wörtlich der Schwindel von 1303 zu lesen. Anderen TageS aber sandte der Reichsverbands- sekretär dem genannten Blatte eine Erklärung, in der es hieß, der veröffenllichte Bericht sei in vielen Einzelheiten als unrichtig, mißverständlich und e n t st c l l t zu bezeichnen. Es besteht nicht der mindeste Zweifel, daß dieser seltene Protest eines Reichs- verbändlers gegen einReichSverbandSblatt nur durch die amtliche Widerlegung des Schwindels von der„Zuverlässigkeit gewerkschaft- licher Zähler" entstehen konnte. Aber wird damit der Schwindel selbst tot sein? Da« ist nach all den Erfahrungen kaum anzunehmen! Tic„Germania" kölnisch? Tie kölnische Richtung im klerikalen Lager Leschränkt sich nicht darauf, gegen die„integralen Quertreiber" eine perfide Hätz zu ver- ansiallen, sondern sie sucht diesen auch ihre Blätter abzutreiben. Wie da«„Kath. Deutschland' berichtet, find neue Aktien der„Ger- mania" ausgegeben worden, und zugleich ist Dr. Porsch an die Spitze deS AufsichtSrates dieses BlatteS getreten. Schwe!). Albert Gobat. Bern, 16. März.(Eig. Bericht) Albert G o h o t, der Direktoe des Internationalen Friedensburcau«, ist beute während einer Kommissionssitzring plötzlich gestorben. Obwohl Gobat bereits 71 Jähre alt war. kommt die Nachricht vom Tode des außerordent- licki rüstigen und stischen Mannes überraschend. Gobat war ein energischer Kämpfer für seine Ideen. Politisch steisinnig. erwarb er sich in stüheren Jähren als Mitglied der kantonalen Regierung Verdienste um die Hebung des Unterrichtswesens und in der Bc- kämpfung des MlkoholrSnvis. Letztes Jähr stellte er sich an die Spitze der Parlamentarier, welche die französisch-deutsche Annäherungskonferenz nach Bern einberiefen. An dem Gelingen der Konferenz hatte cr> großen Anteil. Als Sekretär der Interparlamentarischen Union erwa.ro er sich den Nobelpreis. Mit ihm scheidet einer von den aufrechten bürgerlichen Politikern dahin, die nunmehr so selten geworden find. RußlanÜ. Rüstungsfragen in der Duma. Dem Eäbelgeraffel in der deutschen und russischen bürger- lichen Presse ist bereits prompt die Ankündigung neuer großer Rüstungsverstärkungen in Rußland gefolgt. Es bewahrheitet sich wieder einmal,, daß das ÄriegSgeschrct der deutsche» Imperialisten der russischen Regierung die Durchführung neuer HeereSverstärkungen außerordentlich erleichtert. Die Mittel, die sie hierbei benutzt, sind recht bezeichnend. Um der öffentlichen Kritik aus dem Wege zu gehen und den Anschein be- sonders wichtiger Eröffnungen an die parlamentarischen„Ver- trauensleute" im Volke hervorzurufen, hat der Ministerpräsident 6o Abgeordnete der Duma zum 14. März zu einer Geheimsttzung einbenkftn, der wahrscheinlich iwch einige weitere folgen werden. Es waren die Vertreter sämtlicher Fraktionen mit Ausnahme der agrar-sozialistischcn„Arbeitsgruppe" und der beiden sozialdemo« kratischen Araktionen eingeladen morden. Wie in den Kreisen der Abgeordnelen tzrzäblt wird, erklärt sich der Ausschluß der Sozia» listen damit, dast sie sich stets als prinzipielle Gegner der mil,. tärischen Rüstungen erklärt haben. Ten liberalen Abgeordneten gegenüber wurde dieses Mittel nicht angewendet, obgleich auch sie 1312 gegen das„Ueine Flottenprograntm" gestimmt haben. Zur Rechtfertigung dieses von allerhöchster Seit« erwiesenen„Ver- trauens" beeilten sich die liberalen Führer, in die Geheimsitzung zu eilen, obgleich der elementarste parlamentarische Anstand sie davon hätte abhalten müssen, an einer Beratung teilzunehme», aus der die Vertreter der äußersten Linken demonstrativ ausgeschlossen waren. Die Rolle, die die liberalen Führer in dieser Geheimsitzung gespielt haben, brachte zu der Schande>toch die Lächerlichkeit. Die Herren von der liberalen Opposition machten mehrmals den Versuch, die Diskussion auch auf die Fragen-der inneren Politik zu lenken— wohl um ihre Zustimmung zu den neuen Militärforderunge» durch die Zusicherung irgend- welcher Reformlappalien erkaufen zu lassen. Aber Herr G o r c m h k i n, der neue Ministerpräsident, schnftt ihnen kühl daS Wort ad mit der Bemerkung, es ständen in dieser Beratung nur Fragen zur Verbandlung, die mft der Bewilligung der neuen Militärkredite zusammenhängen. Herr Goremykln kennt eben seine Liberalen. Er weih, daß er ihnen nur einen Tritt geben mutz, damit sie alleS schlucken. Japan. Gin merkwürdiger Selbstmord. Tokio, 17. März. Ein Angestellter der Firma Siemen«- Schuckert. namens Tossida, dessen Aussagen dem Bernehmen nach den Grund für die Verhaftungen in der Murine geliefert haben, hat sich i n s e i n e r Z e l l e im hiesigen Gefängnis erhängt. Seine Leiche wurde seinen Verwandten übergeben. China. Tie beratende Bersautmlung. Peking, 18. März. Der Minister des Aeußern Sunpaocht eröffnete heute die Versammlung, welche zu einer Abänderung der provisori scheu Verfassung gebildet worden ist. Von den 60 gewählten Mitgliedern waren 44 anwesend. Sunpaocht verlas eine Eröfsrningsbotschaft des Präsidenten Jüanschikai» welche die ungünstigen Folgen der provisorischen Verfassung auf die inneren und äußeren Verhältnisse EhinaS darlegt. Der Präsident drückte die Ucberzeugung aus, daß die Fähigkeiten der Mit» glieder der Versammlung bei der Fassung der Abänderung, welche dem Volke Chinas Frieden und Wohlfahrt geben solle, Erfolg haben würden. Mexiko. Eine neue Schlacht. New Jork, 18. März. Nach einer Meldung auS Jüarez läuft dort daS Gerücht von einer heißen Schlacht um. Die Bunde?» truppen sollen die Armee PillaS hei E s c a l o n nördlich von Torreon getroffen, der Kampf soll gestern den ganzen Tag gedauert haben, und die Rebellen sollen sich in ungünstiger Lage be- finden._ Letzte Nachrichten. Tie englische Arbeiterpartei gegen die Fsottenvermehrung. London. 18. März.(W. T. B.) Verlauf der heutigen Sitzung des Ilnlerhauses griff Snvwden(Ar- beiterpartei) die Flottenpolitlk der Regierung scharf an und erklärte, die Haltung Churchills sei eine Gefahr für die Sicherheit des Landes und eine Dröhung für den Weltfrieden. Snowden fragte, weshalb es notwendig sei, die MUtelmerflotte zu verstärken, denn wenn England mehr Schiffe dorthin verlege, würden Italien und Oesterreich- Ungarn ihre Flotten vergrößern, und wenn dies so fortginge, so würde England in wenigen Kahren einen Marineetat von hundert Millionen Pfund haben. Im weiteren Verlauf seiner anderthalbstündigen Rede mackste Snowden einen heftigen Angriff auf den R ü st u n g s r i n g. Er erklärte, wir müssen heraus» kdmmen aus den Klauen der Schwindler. Diebe; Politiker, Genorale und Rüstungsschürer und einen tatsächlichen Be» weis geben von unserem Wunsche, die Flottenausgaben herabzusetzen.__ Bertraueuskundgrbung für Caillaux. Paris, 18. März.(SS. T. B.i Die radikale und sozialistisch. radikale Gruppe der Kammer hat einstimmig einen Beschluß- antrag gefaßt, in welchem sie dem früheren Finanzminister Cail» laux, dem Verteidiger einer gerechten Reform der Besteuerung. angesichts der gegen ihn gerichteten abscheulichen VerleumdungS» kampagne ihre tiefe Sympathie und herzliche« Be«. trauen ausspricht. Zentralverband der Handlungsgehilfen Bezirk Groß- Berlin Büro: C25, Münzstr.2007 Freitag, den 20. März, pünktlich 8%, Uhr, in den Musiker- Sälen ( Großer Saal), Kaiser- Wilhelm- Straße 31: General- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. a) Kaffenbericht. Geschäftsbericht. c) Kaufmannsgerichtswahlen. 2. Neuwahl der Ortsverwaltung. 3. Verschiedenes. Kolleginnen und Kollegen! Wegen der äußerst wichtigen und reichhaltigen Tagesordnung bitten wir um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. 77/ 9* Verein der Freidenker für Feuerbestattung. Siz Berlin Geschäftsstelle: Friedr. Sachtleben Berlin Str. 91. Gegr. 1905 Freitag, den 20. März, abends 8% hr: Oeffentl. Versammlung in Charlottenburg, im großen Saale des Volkshauses, Rosinenstr. 3. Vorträge: Referent: 2. Die 1. Die Kulturbedeutung der Kirchenaustrittsbewegung. Genosse Walter Dehme( vom Bund der Konfessionslosen). moderne Feuerbestattung. Referent: Genosse Freund- Neuköln. Disfuffion. Eintritt frei. Das Agitationskomitee. ..: Albert Blankenfeld, Swinemünder Str. 50. 283/16 Donnerstag, 19. März 1914. Anfang 5 Uhr. Paffage Theater. Kino- Barieté Anfang 6 Ubr. Eines Palast am Zoo. Varietés Lichtspiele. Aniang 6% Uhr. Cines Nollendorf- Theater.Varieté Lichtspiele. Anfang 7 Uhr. Deutsches Opernhaus. Meisterfinger von Nürnberg. Anfang 7, Ubr. Kgl. Opernhaus. Mignon. Kgl. Schanipielhaus. Die Venus mit dem Papagei. Deutsches. Was ihr wollt. Reffing. Peer Gynt. Zirkus Buich. Galaborftellung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 755 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Lagen. Antang 8. br. Urania. Mit dem nach New York. Freireligiöse Gemeinde □□ Jugendweihe □□ der Kinder von Mitgliedern der freireligiöfen Gemeinde. Am Sonntag, den 22. März, vorm. 10 Uhr, bei Lipps, Am Friedrichshain 16. ( Das Lokal wird erst um 9 Uhr geöffnet.) Festrede von Herrn Dr. B. Wille. Am Sonntag, den 29. März, vormittags 10, Uhr, bei Kliem, Hasenheide 13/15. Festrede von Herrn Anton Fischer. Festvorträge auf der Orgel mit Violinbegleitung. Eintrittspreis: Erwachsene 20, Kinder 10 Pf. Jeden Sonntag, vorm. 11 Uhr, in der Kl. Frankfurter Str. 6: Vortrag. April 5. Harmonium: Volkslieder. Herr Dr. Hermann Hasse: Modernes Prophetentum. 12.( 1. Osterfeiertag) Harmonium und Violine: Festvortrag. Festvortrag: Herr Dr. Bruno Wille. " 19. Harmonium: Der Lindenbaum( Schubert). Herr Wilhelm Bölsche: Das Sterben der Arten und das Gespenst der Degeneration. 26. Harmonium: Aus Tannhäuser"( Wagner). Herr Dr. Bruno Wille: Der falsche Schein. Deutscher 54/5 Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichera schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Mäßige Preise. Sprechst. v. 8-8, Sonntags 9-11. Achtung!! St. Felix- Brasil gestreckte Blätter, Havanaqualität, pro Pfd. M. 1.70. Hamburger Rohtabak- Haus Filiale: Berlin N, Brunnenstraße 25. Holzarbeiter- Verband. Steinarbeiter! Verwaltung Berlin. Freitag, 20. März, abds. 8% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 4: Kombinierte Versammlung der Ortsverwaltung und Kontrollkommission. Montag, den 23. März: Mitglieder- Versammlungen 84/20 der Bezirke und Branchen. Die Lokale werden am Sonntag bekannt gegeben. Die Ortsverwaltung. Freitag, den 20. März, abends 8, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27e: Versammlung der Marmorarbeiter 171/7 erscheinen. Tagesordnung: Bericht der Tarifkommission und Stellungnahme hierzu. Alle zurzeit in Marmor beschäftigten Kollegen sind verpflichtet zu Die Sektionsleitung. Heines Werte Spezialarzt 3 Bände 4 Mart. Buchhandlung Borwärts Der echte Kapitän- Kautabak ist nicht nur durch seinen feinen Geschmack allein so schnell beliebt geworden, sondern auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus, denn jedes einzelne Stüd dess.( 10 Pf.- Nollen oder Bündel) wird fauber verpackt zum Verkauf gebracht. Wieviel gerade hier gefündigt wird, bedarf twohl keiner Erörterung. Berkaufsstellen überall, eventl. d. d.. General- Vertr. C. Röcker, Berlin, Grünertveg 119. Tel: Könight. 3861. Theater und Vergnügungen 00 Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die beiden Leonoren. Freitag, abends 8 Uhr: Die beiden Leonoren. Sonnabend, abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das große Licht. Freitag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Das große Licht. Casino- Theater URANIA Casino Theater Zirkus Alb. Schumann. Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Mit d. ,, Imperator" nach New York. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Piotrowski: Erscheinungen des Seelenlebens: Tier und Mensch. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Donnerstag, den 19. März 1914: Gastspiel des Voigt Theaters. Philippine Welser, die schöne Augsburgerin oder: Fürst und Bürgermädchen. Theater in der Königgrätzer Straße Staffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8% Uhr. 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Komödienhaus. . Imperator" Hörsaal 8 Uhr: Dr. A. Piotrowski: Erscheinungen des Seelenlebens: Tier und Mensch. Königgräser Strake. Die fünf Frankfurter. Rammerspiele. Der Snob. Deutsches Künstler Theater. Cafard. Theater an der Weidenbammer Brücke. Der müde Theodor. Trianon. Er und der Andere. Komödienhaus. Kammermusit, Theater am Mollendorfplan. Russisches Ballett. 8 Uhr: ,, Kammermusik“. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblut. Sonnt.nhm. 3: Der liebe Augustin. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Unsere füßen Dienstmädel. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr Wopon sprechen die Berliner? bon ,, Die olle Webern" Borüber lathen die Berliner? leber, Die olle Webern" Bohin laufen die Berliner? 3u ,, Die olle Webern" Gonnt. 4 1hr: Mädchenehre. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Er und der Andere. Sonntags 3 Uhr: Die Liebe wacht. Gala- Lichtspiele Schoneberg Hauptstraße 48. Die Geburt d. Marseillaise Burleste b. Meyfel( Das Kriegslied der Rheinarmee) Anjang 8 Uhr. Nächsten Sonntag, nachm. 3 Uhr: ,, Manöver- Wite". illustriert durch melodramatischen Gefang der bekannten Künstlerin Luise del Zopp- Lingg in den Hauptrollen: Wanda Treumann und Viggo Larsen. Volksbühnen. Walhalla- Theater. Täglich 8, Uhr: Tangofleber. von E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch Vereinigte Berliner Luisen- Theater. 8 Uhr: Unser Junge. Theater am Nollendorfplatz 5. Boltsitud mit Gefang und Tanz Gr. Boffe in. Gef. u. Tanz in 3 Atten 8 Uhr: Russisches Ballett. Sylphiden, Thamar, Festin, Carneval. Luftspielbaus. Die spanische Fliege. Deutsches Künstlertheater Schiller O. Die beiden Leonorent. Schiller Charlottenburg. große Light Das Theater des eftens. Bolenblut. Montis Operetten. Jung- England. Berliner. Wie einft im Mai. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Die Tangoprinzeffin. Mefidenz. Der Regimentspapa. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fräulein Trallala. Roje. Die Maschinenbauer von Berlin. Kafino. Die olle Bebern. perrufeld. Die von oben und unten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Som pagnie. Anfang 8 Ubr. Quisen. Unser Junge. Balhalla. Tangofieber. Folies Caprice. Café Pingsheim. Der Heiratsgraf. Mehersteins. Senes Anfang 8%, br. Bolts Theater. B Barrens Gewerbe. Aniang 9 Ubr. Frau Admiralspalaft. Die lustige Puppe. Berliner Eispalaft. Im Krug zum grünen Stanze. CinesNollendorf Theater.Varietés Lichtspiele. Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Abends 8 Uhr: Cafard. Freitag 8 Uhr: Schirin u. Getraude. Friedr.- Wilhelmst. Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Trallala. Sonnt. nachm. 3 Uhr: Die Kino- Königin. Residenz- Theater 8 Uhr: Der Regimentspapa Theater a.d. Weidendammerbrücke 8 Uhr: Der müde Theodor. COSE- THEATED Große Frantifurter Sn 132. Die Maschinenbauer von Berlin. - Anfang 8 Uhr. Freitag: Romeo und Julia. Sternwarte, 3nvalidenftr. 57-62 Sonnab. 4 Uhr: Der gestiefelte Kater. in 5 Bildern von Hans Ritter. .. ,, Alt- München".. Ecke Friedrich und Mohrenstraße Sehenswürdigkeit Berlins:: Münchener Kochelbräu Im Bräustübl vorzügl. Frühstücksund Mittagstisch zu kleinen Preisen. Heute Donnerstag, 19. März, abends 74, Uhr: Große Sport- Vorstellung mit extra ausgewählt. Programm. Um 9, Uhr: Das große Ausstattungsstück in 7 Bildern ,, Tipp" der Derby- Favorit 1914 Besonders hervorzuheben: 1. Der Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge. 2. Flucht der Rennbesucher bei strömen dem Regen. Berlin- Wilmersdorf am Fehrbelliner Pl. Ecke Mannheimer und Brandenburgische Straße Haltest. d. elektr. Straßenb. - Nur kurze ZeitZirkus BarumSchau. Täglich abends 8 Uhr: Das wunderbare Programm mit 22 WeltAttraktionen, wie sie die Welt in solcher, jeder Konkurrenz die Spitze bietenden Zusammenstell. noch nie gesehen hat. 66:: Berliner:: Admiralspalast. Konzerthaus ,, Clou❝ Mauerstraße 82 Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert! Berliner Konzerthaus- Orchester Dirigent: Franz v. Blon. Musikk. Kaiser- Alexander- Garde- Gren.- Regts. Dirig. Kgl. Musikdir. Brase. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Eintritt. Wochentagen: Gr. Nachmittags- Konzert bei freiem Brauerei Friedrichshain Montag, den 23. März 1914, abends 8 Uhr: Doppel- Konzert des auf 60 Künstler verstärkten Blüthner- Orchesters und des Gesangvereins Namenlos( A.-S.-B.) Chor u. Orchesterdirigent: Emil Thilo. Programm u. a.: Wagner- Brahms- Liszt- Grieg. Entree 30 Pt. Els- Arena. Täglich: f. Hauts, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeber Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. tonz. Laborat. f Blut Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harnusw. gegenüber Friedrichstr. 81, Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Auflös. d. Zirkus Busch a. 31. März. Zirkus Busch. Heute Donnerstag, den 19. März, abends 72 Uhr: WohltätigkeitsFest- Vorstellung. Die Logen- u. 1. Parkett. Bläke find bereits ver griffen. Auftreten sämtlicher Spezialitäten. Zum Schluß d. grandiose Pantom. Pompeji". WIN BARTEN Olga Desmond und eine Auslese hervorragender Kunstkräfte! Rauchen gestattet! Apollo- Theater. Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr. Zum 90. Male: 8 Uhr. Der Stolz d. 3. Kompagnie mit Hartstein. Lachen ohne Pause: Rauchen gestattet! Metropol- Theater. Abends präzise 7 Uhr 55: Die lustige Puppe. Die Reise um die Erde Großes Ballett auf dem Eise. Bis 6 Uhr und von 10%, Uhr ab halbe Kassenpreise. Wein- u. Bier Abteilung. Passage- Panoptikum. Der englische Riese Teddy Bobs. Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow! 19 Jahre alt. Ohne Extra- Entree! in 40 Tagen. Folies Caprice. 8%{ Café Pingsheim 8% Der Heiratsgraf Meyersteins Concordia- Festsale 64 Andreasstrasse 64 Jeden Donnerstag u Sonntag: Soiree der Hoffmann- Sänger Anfang 8 Uhr. Nach der Soiree: Frei- Tanz Vorzugskart. haben Gültigkeit Berantw, Rebatt.: Alfred 28ielevy, Reukölln. Inseratenteil verantwo. Tb.Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW..erau 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 77. 31. IahrMg. 1. Stilm des Jariiärts" ßctlintt MsMstt Dollnerstag, 19. Mörz 1914. Gewerkjchastliches. Die Ouren und Genofle poutsma. L-itdon, 17. März 1914.(Eig.»er.) 2llä die Polizei der sudafrikanischen Regierung in das Haupt' lbureau des Eisenbahncrverbandes eindrang und die dort gesunde- nen Dokumente beschlagnahmte, hoffte sie auch, gewisse wichtige Dokumente zu finden, von denen sie wußte, daß sie sich in den Händen des Getretärs befanden. Sie entdeckte sie aber nicht. Genosse Poutsma hatte die Schriftstücke in einem Koffer auf- bewahrt, der sich unversteckt in seiner Wohnung befand und den seine Frau jetzt mit aus Südafrika gebracht hat. Unter den Dokumenten befinden sich auch einige Briefe, in denen sich die angesehensten Personen des Burenvolkes über den von Smuts verleumdeten Sekretär der Eisenbahner äußern. Ein Brief stammt Von dem gefeierten Burengeneral Christian De Wet. Er lautet: »An den geehrten, sehr gelehrten Herren Dr. A. I. Poutsma. r-icber Herr! Am Vorabend Ihrer Abreise habe ich Ihnen einige Zeichen meiner Anerkennung für die Dienste zu geben, die Sie meinen Bürgern und mir geleistet haben. Während des Krieges lernten wir Sie nicht nur als qualifizierten Arzt, sondern auch als unseren Freund kennen, den wir nie vergessen können. Wir wissen, daß te-ie, obwohl Sie gefangen genommen und von unseren Feinden fortgeschickt wurden, uns treu blieben, zurückkamen und sich uns wieder anschlössen und daß Sie sich damit den größten Strapazen' und Gefahren aussetzten, ja, daß Sie bereit waren, Ihr Leben fiir unsere Sache hinzugeben. Wir erinnern uns noch ganz klar, wie Sie bei Bezuidenhouts Drift in dem Distrikt Harrismith nur eben mit dem Leben davon- kamen, als ein britischer Offizier einen entschlossenen Angriff auf Ihr Leben unternahm. Lieber Herr, Ihre Opfer können wir nicht genügend wertschätzen; wir können nur unseren Dank abstatten und �hnen die Versicherung geben, daß wir Sie stets im Gedächtnis halten werden und daß Ihr Name in unserer Geschichte glänzen wird als einer der tapfersten Söhne Hollands. Mit Gott, mein Freund! Möge Gott Sie auf der Reise schützen und mögen«ie glücklich in Ihrem Vaterlande ankommen. C. R. De Wet.> Oberbefehlshaber der Streitkräfte des früheren Oranje-Freistaats.)" In einem Schreiben, das Herr Kestell, das Haupt der Refor- mierten Kirche Südafrikas an den Genossen Poutsma richtete, heißt es: »Der vielen glücklichen Stunden, die ich mit Ihnen ver- bracht habe, werde ich stets mit Freuden gedenken; Ihre Opfer für unsere«ache, Ihre Sorge für unsere Kranken und Ver- wundeten werde ich nie vergessen. Nehmen Sie meinen persön- lichen Dank dafür an und seien Sie versichert, daß Ihre großen Dienste von mir immer hochgeschätzt werden, insbesondere, da niemand anders da war, um uns zu helfen." Ein dritter Brief, der von der Frau Stehn, der Gemahlin des früheren Präsidenten des Oranje-Freistaats, den Genosse Poutsma auf einer Reise nach Europa begleitete, stammt, lautet: »Lieber Dr. Poutsma! Ich schreibe Ihnen ein paar Zeilen, um Ihnen im Auftrage meines Gatten nicht nur für Ihre treuen Dienste und Ihre große Hilfe, die Sie unseren kranken und Verlvundeten Bürgern haben angedeihen lassen, sondern auch für die Art und Weise zu danken, in der Sie persönlich meinem Gatten geholfen haben. Wir werden stets mit Liebe daran denken, wie Sie uns an Bord der„Carisbrook Castle" halfen, und, glauben Sie mir, wir schulden Ihnen großen Dank. Noch ein- mal danken wir Ihnen herzlichst und hoffen, daß Ihr künftiges Leben mit Wohlergehen und Glück gekrönt sein werde. Mit herzlichen Grüßen R. T. Stehn." Die Hoffnung der Präsidentin hat sich nicht erfüllt. Der von den kühnsten Helden des Burenvolkes so hoch geschätzte Poutsma fitzt heute im Exil, verbannt von den Machthabern desselben Volkes, dem er sich einst geopfert hat. Die Häupter des Burenvolkes beten heute zu anderen Göttern. Sie haben sich mit den Grubenmagna- ten verbunden und„einer der tapfersten Söhne Hollands", der Mann, der den Buren half,»als niemand anders da war, um zu helfen", ist zum Verbrecher gestempelt worden, weil er sich erkühnt hat, für das geknechtete Proletariat einzutreten und es erfolgreich zu organisieren. Ja, er ist nach der Aussage des Generals Smuts eine fast ebenso„unheilvolle Gestalt" wie der Genosse Bain, der ebenfalls den Buren in ihrem Kampfe gegen die fremden Eindringlinge und zwar bewaffnet beigestanden hat.— Und die Herren Botha und Smuts sollen sich nicht einmal schämen. öerlin und Umgegend. Die Klempner und Monteure der Bierdruck-Apparate-Branche stehen m einer Tarisbewegung. Einer Versammlung am Dienstag lag der Entwurf der Forderungen vor. Eine Verkürzug der jetzl bestehenden 9 stündigen Arbeitszeit wird nicht verlangt. Der Mindestlohn beträgt zurzeit für die Klempner und Monteure 70 Pf. pro Stunde, der Einstellungslohn öS Pf. Verlangt werden nunmehr 89 Pf. Dieser Mindestlohn muß. gleichviel ob in Lohn oder Akkord gearbeitet wird, unter allen Umständen bezahlt werden. Für olle Arbeiten außerhalb der Werkstatt ist außer dem Fahr- geld ein Aufschlag von 19 Pf. pro Stunde zu bezahlen. Dies gilt auch für die Hilfsarbeiter. Weiter wird verlangt eine Entschädigung für Fahrzeit resp. Lauf zeit, wenn die Arbeitsstelle mehr als 19 Kilometer vom Geschäft entfernt ist. � Mindestens ist in solchen Fällen außer dem Fahrgeld täglich ein Stundenlohn zu zahlen. Bei Arbeiten, bei denen der Wohnort abends nicht zu erreichen ist, sind pro Tag 3(drei) Mark auch für Reise-, Sonn- und Feier- tage zu vergüten. In Badeorten oder wo der Unterhalt sehr teuer ist, ist entsprechend höherer Zuschlag zu gewähren. Bei solchen Arbeiten ist auch für Hin- und Rückfahrt der Stundenlohn zu zahlen. Alle Akkordarbeiten werden um 15 Prozent erhöht. Ueberstunden dürfen nur im äußersten Notfall gemacht werden. Die Lohnzahlung muß am Freilag mit Schluß der Arbeitszeit beendet sein. Bei entstehendem ArbeitSmangel soll die Arbeitszeit möglichst auf 6 Stunden verkürzt werden. Wo bereits bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen bestehen, dürfen dieselben nicht verschlechtert werden. Der Tarif soll am 1. April 1914 in Kraft treten mit Gültigkeit bis zum 1. April 1917, also drei Jahre laufen. Es bleibt abzuwarten, wie die Unternehmer sich zu diesen Forderungen stellen. Achtung! GaftwirtSgehilfen!„Die Bierhallen zur Kottbuser Hütte"(Ausschank der Berliner Bockbrauerei), Inhaber B e r n d t, Neukölln, Kottbuser Damm 73, sind für organisierte Gastwirts- gehilfen und Cafeangestellten gesperrt. Die Organisation versuchte seit längerer Zeit, mit Herrn Berndt tarifliche Vereinbarungen abzuschließen, durch welche die Löhne und Arbeitsverhältnisse geregelt werden sollten. Herr Berndt erklärte unseren Vertretern, er könne sich nicht darauf einlassen, da er von anderen gelben Vereinigungen zu jeder Be- dingung so viel Kellner erhalte wie er benötigt. Verband der Gaftwirtsgehilfen, Ortsverwaltung Berlin I. Achtung, Kraftdroschkenführer! In dem Automobilbetrieb von R e s ch k e. P u t l i tz st r. 14(Garage O u i tz o w st r. 59) haben wegen Maßregelung der Vertrauensleute die Kollegen die Arbeit eingestellt. Der Betrieb ist für organisierte Chauffeure gesperrt. Deutscher Transportarbeiter-Verband, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Aus dem Fleischergewerbe. Der Restvurateur Fritz T r a ch e, Hackepeter, Schönhauser Allee 72, weigert sich,-den Tarifvertrag der Fleischerorganisation anzuerkennen. Die Organisation hat den Betrieb für organisierte Fleischergesellen gesperrt. Die Tarifkonrmission der organisierten Fleischergesellen. deutsches Reich. Die Arbeitslosennot im Malergetverbe. Im Verband der Maler und Lackierer Deutschlands umfaßt der 3. Bezirk Norddeutschland und zwar Hannover, Braunschweig, Schleswig-Holstein und die Hansastädte. In diesem Bezirk ist in den verflossenen Jahren zur Frage der Arbeitslosigkeit umfang- reiches Material gesammelt. Aus ihm geht hervor, daß die Arbeits- losigkcit auch in Zeiten normaler Konjunktur unverhältnismäßig groß ist. Vom Oktober- 1997 bis September 1998 ivuvde bereits in Hamburg durch zwölf Monate eine genaue Statistik aufgenom- men. 74,89 Proz. der Befragten wurden von Arbeitslosigkeit be- troffen; sie waren pro Kopf öl, 69 Tage arbeitslos, 21,37 Proz. waren 39,94 Tage pro Kopf krank und erwerbsunfähig, 13,49 Proz. arbeiteten 43 Tage pro Kopf außerhalb des Berufs. Daß es inzwischen nicht besser geworden ist, beweisen jüngere Zahlen. Vielleicht das zuverlässigste Bild der Arbeitslosigkeit bieten die Arbeitsnachweise. Auch hier wind allerdings die Masse derer nicht erfaßt, die in den schlechten Zeiten den Nachweis gar nicht besuchen, Ivcil Arbeit doch nicht vorhanden ist. Es wurden ermittelt im Jahresdurchschnitt auf 199 offene Stellen Angebote: 1919: 157,49, 1911: 139,11, 1912: 139,44. Für das Jahr des großen Kampfes im Malergcwerbe 1913 liegen noch keine Vergleichsziffern vor und dürften sich durch die monatelangen Störungen in der Arbeitsvermittclung auch kaum eigne». Wichtig ist vor allem die Tatsache, daß selbst in den Monaten März, April und September, in der flottesten Geschäftszeit, die Reserven noch groß sind. Per- e i n z c l t kann in den Frühjahrsmonaten die Zahl der offenen Stellen die der Angebote um ein geringes übersteigen. Sofort aber schnellt die Zahl der Arbeitsgesuchc wieder in die Höhe auf 259 bis 289 auf 199 offene Stellen schon im Juni, verringert sich langsam im Juli und August und stürzt dann im September hinab, wo sich vereinzelt wiederum Arbeitsgesuchc und offene Stellen etwa decken. Dann gebt es wieder in großen Sprüngen aufwärts im Oktober mit 399, November mit 1999 bis 2999, zum Dezember mit 3999 und darüber hinweg Angebote auf 199 offene Stellen. Tarauf fällt die Zahl der Augebote erst langsam und dann schneller zum März hinab. So geht das Jahr um Jahr, und nichts ist unrichtiger als die Annahme, den für das Baugewerbe stillen Wintermonaten folge eine längere Zeit, wo auch nur an- nähernd von ausreichender Arbeitsgelegenheit gesprochen werden könnte. Im Jahre 1913 konnten für die Ennittelungen über die Arbeitslosigkeit nur die Monate nach der Aussperrung, die am 26. Mai beendet war, in Frage kommen. Bis zum 39. September. also in vier, in Hamburg nur in drei Monaten, waren von 4269 im Bauberuf beschäftigten(und befragten) Mitgliedern 1638 oder 38,35 Proz. arbeitslos und zwar 26 292 Tage oder 16,95 Tage pro Kopf. Am 39. September waren 179 Befragte ohne Arbeit und zwar schon 1851 oder 19,89 Tage pro Kopf. Dabei handelt eS sich um die Zeit der stärksten Beschäftigung, und überdies war anzu- nehmen, daß durch die Aussperrung von 12, dezw. 16 Wochen eine Arbeitshäufung eingetreten sei. In den einzelnen Orten weist die Arbeitslosigkeit bedeutende Verschiedenheiten auf, die in der jeweiligen Konjunktur am Orte, zum Teil auch in der Art der Durchfuhrung der Aussperrung, zum anderen in der Höhe der Löhne ihre Ursache haben. Auf den Kopf des befragten Mitgliedes entfiele» 6,15 Arbeitslosentage, lieber diesem Durchschnitt standen die Orte Bremerhaven, Hannover, Hamburg, Hildesheim, unter« ihm unter anderen Bremen, Braunschweig, Kiel, Lübeck, Lüneburg, Rostock und Wihelmshaven. Im letzten Quartal 1918 wurden 6998 Arbeitslosenmarken geklebt, gleich ebensoviel arbeits- losen Wochen. Das sind 4587 Wochen mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres, obwohl die gute Konjunktur auf den Seeschiffs- werften 1479 Mitgliedern Bescksiistigung gab und 117 außer Beruf arbeiteten. Am Schluß des Jahres waren 39 Proz. der Mitglieder arbeitslos. Die Beschäftigung ungelernter Arbeiter und die Lehr- lingszüchterei verschlechtert die Arbeitsgelegenheit zu alledem noch bedeutend. 1812 wurden in Norddeutschland auf 199 beschäftigte Gehilfen 23.17 Lehrlinge festgestellt. Insgesamt ist da? Bild der Arbeitslosigkeit zu günstig. Es sind vor allen? nicht die Unorgani- sierten erfaßt, die viel stärker unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Wo paritätische Arbeitsnachweise auch die llnorgantsierten erfassen, steigt die Zahl der ermittelten Arbeitslosen absolut und relativ ganz enorm. Acht bis neun Monate des Jahres ist eine unverhältnismäßig große Zahl der Malergehilfen ohne Arbeit. Die Zahl der Arbeits- angebote übersteigt dauernd die Zahl der offenen Stellen in solchem Maße, daß schleuliigst Mittel und Wege gefunden werden sollten. diesem Zustand ein Ende zu bereiten. Die Organisafton kä???pft um höheren Lohn und damit zugleich gegen die Folgen der Arbeits- losigkeit, sie kämpft uin eine Verkürzung der Arbeitszeit und damit mittelbar gegen die Arbeitslosigkeit selbst. Der Widerstand gegen eine fortschreitende Verkürzung der Arbeitszeit u?utz die Forderung nach einer Versicherung gegen die Arbeitslosigkeit stärken. Die Dachdeckermeister in Borpommer« wollen eine Zwangs- innung ins Leben rufen. Dieser Tage waren 25 von etwa 45 in Betracht kommenden Meistern in Greifswald anwesend, wo sie der Anregung zustilnmten. Gleichzeitig lvurde ein Untermehmerver« band gegründet für Vorpommern und Rüge?????it dem Sitz ii? Stralsui?d. Diese Grü??dui?g erfolgte mit Rücksicht darauf, daß ai?r 1. April d. I. der Tarif init den'Gehilfen abläuft. Den Vor- sitz des Verbandes führt der Dachdeckermeister Vierkant in Stral- kleines Feuilleton. Grünes Haar. Man liest und sieht jetzt mancherlei von der Neuesten Pariser Mode, wonach die Damen der Creme ihr Haar grün färben. Warum nicht, könnte man fragen. Grün bedeutet Hoffttung, grün ist das Laub und der Frosch und noch manches andere und dieser und jeirer, ohne gerade gefärbt zu sein. Die Mode rast und will ihr Opfer haben. So gut wie die Damen der Wilden sich Holzpflöcke Mint) Ohren und Lippen treiben, ebenso gut können die Damen der(Ueber-)Kultur ihr Haar und, wennS sein muß, noch mancherlei anderes färben. Auch grün. Aber diese Mode ist leider schon veraltet und nicht originell. Ich ging kürzlich in dein Leichenzug, der die bei der Explosion in der Anilinfabeik verunglückten Arbeiter zu Grabe geleitete. Unter den Arbeitergestalten, die im Zuge mitgingen, waren auch solche, die grünes Haar hatten. Jawohl, grünes Haar. Es schillerte und glänzte ivie ein Hahnenschweif. Das siel?nir auf, denn grüires Haar ist nicht alltäglich. Ich fragte ineinen Nebenmann, einen Kol- legen der Verunglückten. Grüne Haare, oh, das sei nichts Seltenes, meinte er mit einem resigniertem Lächeln. Sie. die Arbeiter aus der chemischen Industrie, seien an ein derartiges Wunder längst ge- wohnt. Grün leien viele unter ihnen, manche würden mit der Zeit grün wie ein Kanarienvogel. Und wenn sie schwitzten, so dringe die Farbe aus allen Poren. Sie kommen also leicht zu ihrer Färbung, ungewollt und un- bewußt, so ganz umsonst, während die armen Pariser Damen sich die Farbe kaufen und unter großen Mühen ihr Haar erst verändern müssen. Die Arbeiter haben? zuweilen doch leichter. Der Kannibalenfisch. Der Expedition Roosevelts durch die?m- erforschten Urwälder Brasiliens gelang das Studium eines eigen- artigen»Kannibalenfisches", der sogeiia??nten Piranha. Roosevelt schildert den Fisch als den grausamsten Mörder und Jäger der Fischwelt. Der Kannibalenfisch greift nicht wie andere Fische kleinere Tiere an, sondern Fische, die ihn an Größe und Kraft bei weitem übertreffen. Wenn man bei einer Bootfahrt den Finger ins Wasser steckt, läuft man Gefahr, ihn sich von diesem gefräßigen Raubfische abbeißen zu lassen; steigt ein verwundeter Mensch ins Wasser, io erregt sein Blut die Kannibalenfische zu wahnsinniger Gier, und sie zerreißen ihr Opftr auf der Stelle. Dabei erreichen diese Fische im Paraguay eine Länge von nicht mehr als 18 Zoll, der Rumpf ist im Verhältnis zur Länge breit und plump, der Kopf abgeplattet mit vorstehendem Unterliefer. Das Gebiß ist mit starken keilförmigen Zähnen ausgerüstet, die Fleisch und Knochen durchbohren. Der Champion der Diebe. M. Frattchoinme ist über Nacht in Paris berühmt gelvorden. Die Richter haben ihn zwar auf drei Jahre ins Gefängnis geschickt: aber was sind drei Jahre Ge- fängnis, wenn man 29 Jahre lang gewinnsüchtige Juwelenhändler genarrt hat und auf Grund dieses lichtscheuen Handwerks ein üppiges und geradezu sorgloses Leben führen konnte. Verbrecher sind vor den Schranken des Gerichts gern großsprecherisch, aber M. Franchomme war nicht allzu anmaßend, als er sich im Pariser Gerichtshof mit vergnügtem Augenzwinkern den„Champion der Diebe" nannte. Daß 29 Jahre verstreichen und die Zahl seiner Diebstähle auf 299 airwachsen mußte, ehe man diesem erfinderischen Herrn Lang- finger auf die Spur kam, hat seine guten Gründe. Franchomme ist ein Kenner der Schattenseiten der menschlichen Seele und weiß, wie sehr Aussicht auf Geld und Verdienst verlockt. Und so mas- kierte er sich dann, wenn immer er auf Abenteuer ausging, als Polizeiinspektor, suchte sein Opfer, irgendeinen vermögenden Juwelenhändler, auf, klopfte ihm vertraulich auf die Schulter, zog ihn ein wenig beiseite und sagte mit verständnisvollem Augen- zwinkern:„Schauen Sie her, Sie wissen, daß eine ganze Menge Juwelen durch die Hände von Polizeibeamten gehen. Manche der kleinen bunten Steinchen bleiben dabei kleben. Wenn Ihnen daran liegt, könnten wir gemeinsam recht hübsche Geschäfte machen." Und dabei zog er aus seinen Taschen gestohlene Edelsteine, ließ sie fun- kein und bot sie dem Händler zu einem Preise an, der mehr als billig war. Fast immer bissen die Juwelenhändler an und das Geschäft wurde abgeschlossen. Allein wenn der vermeintliche Herr Polizeiinspektor gegangen war, mußten die Härrdler mit ischrecken bemerken, daß eine A??- zahl besonders kostbarer Schmuckstücke?>?it ihm verschwunden war. Da aber die Herren Juwxliere in der Angelegenheit kein reines Gewissen hatten, wagten sie es nicht, den Diebstahl anzuzeigen, und so konnte Franchomme� zwei Jahrzehnte hindurch ungestört sein Handwerk fortsetzen. Selbst als er jetzt vor Gericht entlarvt lvurde. wagten nur wenige der vorgeladenen 78 Zeugen auszu- sagen: die überwälftgende Mehrzahl der Geschädigten zog es vor, hartnäckig zu behaupten, daß Franchomme sie keineswegs bestohlen habe. Und so erklärt es sich auch, daß dieser schlaue„Champion der Diebe" nur drei Jahre Gefängnis erhielt. Theater. Schiller-Tbeater Charlottenburg. So viele Aen- derungen die literarische Mode im letzten Jahrhundert seit Haupt- -»anns Erscheinen auf der Freien Bühne durchgemacht hat, die Geringschätzung der sogenannten dramatischen Technik als der Kunst, durch daS Arrangement der Szene spezifische Theaterspannung zu erzeugen, ist unverändert geblieben, oder hat sich noch gesteigert. Den Anstoß gab die notwendige Reaktion gegen das ob seiner Ver« wickelungstricks und Sensationen früher so übermäßig bewunderte französische Geselli'chastsdrama. Und nach demselben Verwerfungs« schema bebandelte man denn auch alles andere, das irgendeine Stilverwandtschast mit jenen? TypuS zeigte, vornehmlich Sudermann. D'e VeiArzuiigen und Vcrgröberungen, mit denen eine solche Technik arbeitet, die Gewaltsamkeit, mit welcher sie zu scharf geprägten Gegensätzen und Umschlägen drängt, wtirden als verlogene Barbarei gebrandinarkt; für die positive Leistung, das Vermögen, auf breite Massen � von der Bühne intensiv zu wirken, fand die leitende Kritik kaum ein Wort der Anerkennung. Und doch ist dies Vermögen vielleicht noch seltener als Talente von intimer-künstlerischer Art und hat so gut wie diese ihren Wert. Felix Philippis Schauspiel„Das große Licht' kann sich mit den Dramen, die Sudermann in seiner guten Zeit geschrieben, schwerlich messen. Nach jenen Maßstäben artistischer Kritik verdiente es das schärffte Verdammungsurteil. Aber es wirkt, es fließt Theaterblut darin, und die Szenen, so viel falsche Töne ein ge- schultes Ohr heraushört, gruppieren sich in gut geführtem Aufstieg um einen menschlich interessierenden Konflikt. Ein junger begabter Maler, dci? ein genialer Künstler, der Erbauer eines herrlichen Münsters, zur Mitarbeit heranzieht und nach Kräften fördert, ver- gilt im dumpfen Bewußtsei» seiner Inferiorität die Wohltaten des Meisters mit giftigem Neide, zerrütter in krankhaftem Größenwahne seine eigene Kraft. Zur Erkenntnis seiner Ohnmacht erwachend, stürzt er sich, als der Bau vollendet ist, von dessen schwindelnder Höhe herab. Insonderheit der zweite Akt zeigt stark bewegte Steigerung. Im letzten hat der Autor die Dürftigkeit der Handlung durch dekorative Zutaten, die Festfeier der Arbeiter in der Domkuppel und die Ver« herrlichung des Künstlers geschickt zu verhüllen gewußt. Der Beifall war so lebhaft wie bei der Erstaufführung vor zwölf Jahren i?n Kgl. Schauspielhaus. Ein halb Dutzend Mal oder mehr mußte der Autor erscheinen. Das Spiel verdiente alles Lob. In erster Reihe standen P a e sch k e S großzügig angelegter Architekt und Menzels famoser alter, enthusiastischer MusikuS. äft Notizen. — Vorträge. Der für heute angesetzte Urania-Vortrag von Professor Dr. Donath:„Die Wissenschaft deS kine- matographischen BildeS", fällt technischer Hindernisse wegen aus. — Musikchronik. Heute abend 8 Uhr ffndet in der Philharmonie das einzige Konzert von Eugen d'Albert?nit dem Philharmonischen Orchester statt. Programm: Konzerte Cr-6ur und Es-dur Beethoven, Es-dur Liszt. Es-dur d'Albert. Karten bei A. Werthcim, Bote u. Bock und an der Abendkasse. — Ein neuer Sonnen fleck, dessen Durchmesser 16 999 Kilometer betragen soll, also fast anderthalb mal so groß als der der Erde wäre, wurde von den Astronomen in Toronto entdeckt. Zurzeit beginnt eine neue große Periode der Smmenflecke, dieser von gewaltigen vulkanischen Ausbrüchen erzeugten Erscheinung, die alle elf Jahre besonders mächtig auftritt. — Filchner mit Amundsen. Der Leiter der letzten deutschen antarktischen Expedition Dr. Filchner wird, wie nunmehr endgültig feststeht, an AinundsenS Nordpolexpedition teilnehme??. — Des Ga st wirtS Rache. Rudyard Kipling war in Kanada mit einem Gasthaus gar nicht zufrieden. Bevor er abreiste ließ er sich den Wirt kommen und sagte zu ihm:„Ich möchte Ihnen nur sagen, daß von allen Hotels unter der Sonne, in denen ich je abgestiegen bin, keinS an Mangel an Komfort und schlechter Leitung sich mit dem Ihrigen vergleichen läßt.' Höchst entrüstet zog sich der Gastwirt zurück, und als Kipling dann um die Rechnung bat, fand er als letzten Posten aufgesetzt:„Für Frechheit— drei Dollar.' Metallarbeiter- Aussperrung, Versammlungen. Angestelltenelend in den Warenhäusern. fund. Wes Geistes Kind der Herr ist, geht wohl am besten daraus Jüber 1911 eine außerordentliche Steigerung, denn am selben Termin hervor, daß er von seinen Gehilfen die unterschriftliche Erklärung 1911 wurden in Deutschland erst 2526 Elektrizitätswerte gezählt. dafür verlangte: 1. daß sie feiner Organisation angehören, 2. nicht Es ist möglich, daß die damalige Zählung noch nicht auf Vollständigangehören werden und 3. im Falle eines Streifs für den bis- teit Anspruch machen konnte, sicher ist jedoch, daß von 1911 auf herigen Lohnfab weiter arbeiten. Wenn die pommerschen Dach- 1913 die Zahl der deutschen Elektrizitätswerte sehr erheblich zubedermeister glauben, die Gehilfen durch Terrorismus zu treu- genommen hat. Geht man weiter zurück, so findet man im Jahre am Dienstag wieder einmal mit den Lohn- und Arbeitsbedingungen Der Zentralverband der Handlungsgehilfen beschäftigte sich ergebenen Arbeitern machen zu können, dann irren sie sich. Es 1900 nur 652 Werte. Die Zahl der deutschen Elektrizitätswerkte hat in den Berliner Warenhäusern. Schon der überwältigende Besuch wird auch hier so kommen, daß dem Druck von oben ein weit sich von 1900 bis 1913, also in einem verhältnismäßig turzen Zeitstärferer von unten folgen wird, raum, um 3448 vermehrt. Entsprechend haben sich natürlich die bergen der geräumige Saal konnte die Menge der Erschienenen kaum bemies pie stotenbigfelt der Bersammlung. Mit Gesamtleistungen gefteigert. Während im Jahre 1900 die Maschinen größter Spannung lauschten die in den Musikerjälen" Verjam etta 192 000 Stilowatt erzeugten, belief sich die Leistung im Jahre melten den trefflichen und zündenden Worten Regina Fried= Auf den Mitteldeutschen Elektrizitätswerken( Görißusühle) 1913 auf 1,9 Millionen Kilowatt. Das ist eine Erhöhung um das länders. Gründlich zerstörte diese die Illusion derer, die da bei Saalfeld in Thüringen wurden ca. 280 organisierte Metall. Behnfache. Charakteristisch für die moderne Elektrizitätsversorgung glauben, die Handlungsgehilfen hätten den Himmel auf Erden, arbeiter ausgesperrt. Der Grund ist darin zu suchen, daß die ist die außerordentliche Steigerung der Zahl großer Kraftwerke, Vielmehr wird ihnen, besonders in den Warenhäusern, durch die Firma seit längerer Zeit angeblich wegen Arbeitsmangel aus- das heißt von Werken mit einer Leistungsfähigkeit von über 5000 raffiniertesten und menschenunwürdigsten Straf- und Spikelseben ließ und Arbeitern kündigte, die jahrelang im Betriebe Kilowatt. Imposant sind die Ziffern, in denen die Vermehrung systeme das Leben zur Hölle gemacht. Das möge fich auch die tätig waren und Vertrauensstellungen in der Organisation be- der Elettrizitätsanschlüsse zum Ausbrud gelangt. 788 Deffentlichkeit merken. fleideten, während jüngere billigere Arbeitskräfte behalten und Werke hatten im Jahre 1911 einen Gesamtanschlußwert von 1,25 neu eingestellt wurden. Um diesem Hinauswerfen einzelner miß- Milliarden Kilowatt; im Jahre 1913 wurde der Anschlußwert schon liebiger Personen und ganzer Arbeitskolonnen Einhalt zu tun, auf etwa 2 Milliarden Milowatt gefchäßt. Besonders aktuell ist die protestierte die Gesamtarbeiterschaft, worauf die Firma zur Aus- Stonstatierung, daß im Jahre 1913 2833 Werte Privatunternehmunsperrung schritt. Allem Anschein nach ist eine Lohnreduktion im gen waren, während 1012 Werke in städtischer oder staatlicher Regie gangen Betriebe geplant. Da die gesamten Arbeiter organisiert standen. Die größte Leiſtung von allen Stromlieferanten hatten am find, dürfte es der Firma schwer fallen, ihre Pläne durchzusehen. 1. April 1913 die Berliner Gleftrigitätswerte mit beinahe 193 000 Kilowatt aufzuweisen. Dann folgt das Elektrizitätswerk Düsseldorf- Reisholz mit 65 000 Kilowatt, dann die Oberschlesischen Elektrizitätswerte und das Städtische Elektrizitätswerk in Hamburg. Der kleinste dieser Stromriesen ist das Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerk in Wesel, das eine Leistungsfähigkeit von 10 000 Kilowatt hatte. bon 10 000 Kilowatt hatte. Achtung! Kürschner! Die über die Rauchwarenzurichterei von M. Schellenberg, Hamburg, Glashüttenstr. 95, berhängte Sperre ist aufgehoben. Nur die Sperren über die Firmen A. Reinstrom, Hamburg- Wandsbet, Lübeckerstr. 80 und A. Zimmer mann u. Co., Hamburg- Gibelstädt, Bahrenfelderweg, bauern un berändert weiter und ersuchen wir jeden Zuzug dorthin fernzuhalten. Die Filialverwaltung. V Fliesenleger! Die Fliesenleger der Firma Kurlbaum Bonn find in den Streit getreten. Die Firma führt zurzeit eine größere Arbeit in der Kolonie Weddau bei Duisburg aus. Zuzug nach dort und nach Vonu ist streng fernzuhalten. Aus der Partei. Erfolge der Roten Woche. Ju Osnabrück wurden in der Noten Woche, soweit das Ergebnis bis jekt vorliegt, 225 Aufnahmen für den Wahlverein gemacht. Für die Parteipresse wurden ebenfalls eine größere Bahl neuer Abonnenten gewonnen. Für Schwedt a. D. find in der Roten Woche 35 Leser der Brandenburger Zeitung" und 28 Parteimitglieder gewonnen worden. In Stuttgart wurden 1275 neue Parteimitglieder, barunter 330 weibliche, und 275 neue " Zagwacht"-Abonnenten gewonnen. In Oberbaden brachte die Rote Woche 471 neue Parteimitglieder und 702 Abonnenten auf die „ Volkswacht" in Freiburg i. Br. Gemeindewahlerfølge. in Gorfau, Streis Nimptich, wo überhaupt zum ersten Male eine Im Zeichen der Roten Woche stand die Gemeindevertreterwahl folche stattfand. Auf den ersten Ansturm fielen uns gleich fämt liche Mandate der 3. und 2. Abteilung zu. Damit wird Gorfau neben Stein Beubuidh die zweite Gemeinde in Schlejien, die liber eine sozialdemokratische Mehrheit im Gemeindeparlament verfügt. # Noch nicht ganz so weit, aber nahe baran sind unsere Genoffen in artau bei Fürstenstein. Dort wurde in der 2. und 8. Abteilung je ein Genosse gewählt, Mit den schon vorhandenen sechs Gemeindevertretern befigen unsere Genossen jest genau die Hälfte aller Mandate. In Hohenwiese im Niesengebirge wurde Genoffe Bühn in ber 3. Abteilung mit großer Mehrheit gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Der A. Schaaffhausensche Bankverein hielt gestern in Köln feine Generalversammlung ab, in der sämtliche Anträge der Verwaltung ( u. a. Serablegung der Dividende von 5 auf 8 Bros., vermehrte Abschreibungen) einstimmig genehmigt wurden. Ueber die Aussichten des Unternehmens, das in den letzten Jahren große Verluste erlitten hat, äußerte sich die Verwaltung: Die Schäden, die für die Vergangenheit auszumerzen waren, seien nach menschlichem Ermeffen beseitigt. Die Verwaltung glaube nunmehr, eine geeignete Basis für eine Gefundung der Geschäftsentwidelung gefunden zu haben. Die Aktionäre dürften jedoch nicht erwarten, daß mit einem raschen Dividendenaufstiege im folgenden Jahre gerechnet werden würde. Vielmehr sei das Hauptaugenmert der Verwaltung auf stetige Stonfolidierung gerichtet und sie hoffe, daß wieder mit einer steigenden Dividende zu rechnen sein werde. Man habe sich die Erfahrung der früheren Jahre zu Nuze gemacht und alle Schäden offen erklärt. Rückgang des Außenhandels im Februar. Die in der geftrigen Nummer veröffentlichten Zahlen beziehen fich auf den Außen handel, nicht wie es infolge eines Druckfehlers hieß, auf den Kohlenhandel Deutschlands. Gerichtszeitung. Die beleidigten Stadtverordneten von Rathenow. unglaublichen Arbeitsordnungen hervorgehoben. Man bedente, daß Aus der Fülle des vorgebrachten Materials seien vor allem die ein Rayonchef einer ihm mißliebigen Angestellten nur schlechte Führung" anzudichten braucht, und schon ist ihr eventueller Sommerurlaub flöten. Oder man höre, daß für eine Minute Unpünktlichsein 50 Bf. Strafe gezahlt werden, für einen Rechenfehler 10 Bf. usw. Folgendes Stüdchen passierte fürzlich in einem in der Königstraße gelegenen Warenhaus. Nach ihrer Arbeitszeit wurden die Angestellten gehalten, Inventur zu rechnen. Ohne Entschädigung natürlich, denn Ueberstunden werden, aber auch nicht immer, mit einer Butterbemme entlohnt. Unterlief ihnen dann, was bei ihrer Uebermüdung leicht erklärlich, ein Rechenfehler, so mußte das selbstverständlich mit 10 Bf. Strafe geahndet werden. Pünktlicher Schluß ist in den meisten Warenhäusern ein unbekanntes Etwas. Sollen Ueberstunden gemacht werden, so erfahren die Angestellten das oft erst turg bevor sie gehen wollen. Die Schundgehälter von 30-60 m. monatlich nicht wöchentlich für weibliche Angestellte sind charakteristisch. Sit da einmal eine Angestellte, die nach 11jähriger Tätigkeit das horrende Monatsgehalt von 85 M. bezieht. Das ist für diese Angestellte wohl nicht zu viel, darum legt man im Oktober 5 M. zu, um ihr dann im November nahezulegen, sie möchte per 1. Februar tündigen. Der Mohr hat seine Schuldig feit getan. Ein gleich humaner" Fall: Nach 20jähriger taufmännischer Tätigkeit im Möbellager wird ein Angestellter_gezwungen, wieder den Hobel in die Hand zu nehmen. Kritik überflüffig. Daß in den verschiedensten Häusern die Konkurrenstlausel und vertragliche Ausschließung des§ 63( Gehaltszahlung in Krantheitsfällen) wahre Orgien feiert, versteht sich bei dem großkapitalistischen Wirtschaftsbetrieb wohl am Rande. lungsgehilfenelend nur durch freigewerkschaftliche Organisation zu Die logische Schlußfolgerung der Referentin, daß dieses Handbeheben sei, fand allseitig stürmische Anerkennung. Die Distuffion konnte das von der Referentin Gesagte nur noch bekräftigen. Mit dem Verlauf dieser wichtigen Rundgebung kann der Zen tralverband vollauf zufrieden sein, denn selten versammeln sich die Warenhausangestellten in solcher Masse, um gegen moderne Verfflabung zu protestieren. Zentralverband der Bildhauer. Die Verwaltung Berlin Ein politischer Beleidigungsprozeß wurde gestern im Behielt am Montag ihre Jahresgeneralversammlung ab. Zuerst nahm rufungsverfahren vor der Potsdamer Straffammer die Versammlung den Bericht vom lebten Quartal entgegen. Die aufgerollt, Am Geburtstage des Herzogs von Braunschweig wurde Bentralkaffe hatte an Einnahmen 9559,09 m., an Ausgaben dung gemacht, der Herzog babe für die Armen von Rathenow 5000 M. 4507,54 m. gegenüberstand, so daß der Bestand 15 183,79 m. beim Rathenower Stadtparlament vom Vorsteher Heidepriem die Mel- 8920,35 wt., bleibt ein Bestand von 638,74 Mt. Die Einnahmen der Lokaltasse betrugen 19 691,33 Mt., denen eine Ausgabe von geftiftet. Der Vorsteher regte daraufhin an, dem Spender den Dant trägt. Der Jahresbericht ergibt folgendes Bild: Einnahmen und durch Erheben von den Plätzen zum Ausdruck zu bringen und ihn Ausgaben der Zentralfaffe bilanzieren mit 39 332,99 Mr., bie der gleichzeitig zu seinem Geburtstage zu beglückwünschen. An dieser Botaltaffe mit 34 316,17 Met. Mitgliederbestand am Ende des Dvation nahmen die sozialdemokratischen Stadt- Jahres 776. Arbeitslose waren zu berzeichnen 254. Jm Durch berordneten nicht teil. Der Vorsteher rügte ihr schnitt entfielen im vergangenen Jahre an arbeitslosen Tagen: erhalten. auf Holzarbeiter 23,04, Steinbildhauer 21,0, Modelleure 31,0. Auf am 21. November vorigen Jahres eine öffentliche Versammlung statt, tasse insgesamt ausgegeben: 16 679,50 Mt., die Lokalkaffe: 8107 Mt. Im Zusammenhang mit den Stadtverordnetenwahlen fand alle Arbeitslosen verteilt, beträgt der Durchschnitt pro Mann im Jahre 1913 24,08 Tage. Für Unterstützungszwecke hat die Zentralin der der sozialdemokratische Parteisekretär Genosse May Als Verwalter wurde Karl Boenig wiedergewählt. Als Beifiker Groger aus Neukölln über ein fommunalpolitisches Thema im Lokalvorstand wurde 8enste und als Beisiger im Zentralreferiert hatte. In der Diskussion wurde von einzelnen Rednern vorstand Neumann gewählt, auf ben eingangs mitgeteilten Vorgang Bezug genommen. Mit Bezug darauf soll dann der Angeflagte gefagt haben: Wegen dieser paar lumpigen Pfennige einen Stniefall zu machen, zeigt die ganze Erbärmlichkeit biefer Streaturen. Briefkasten der Redaktion. stückswerte sind uns nicht bekannt. H. R. 90. Von der schweizerischen Sozialdemokratic, Der Parteivorstand der schweizerischen Sozialdemokratie beschloß Die juristische Sprechstunde findet inden traße 69, voru vier Treppen am Sonntag noch in seiner in Dlten abgehaltenen Gigung die Ein& abrkahl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, berufung eines außerordentlichen Parteitages auf den 15. und Diefer Wortlaut wurde von dem Bolizeibeamten Weise von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage 16. Auguft nach Bern mit folgenden Verhandlungsgegenständen: notiert und zur Anzeige gebracht. Allerdings wurde polizeilicher- ift ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort Nationalratswahlen( im Herbst 1914), Nationalratsproporz, Fabrit feits gleich bemerkt, man habe den Eindruck gehabt, als sei der verden nicht beantwortet Eilige Stagen trage man in der Sprechstunde vor. wird nicht erteilt. Anfragen, benen teine Abonnementsquittung beigefügt tk, gefegrevision, internationaler Sozialistentongreß in Wien und Partei Rebner, der sonst durchaus fachlich gesprochen habe, entgleift. Das felretariat. Die Fragen der Gejeginitiative und des obligatorifchen öffengericht von Rathenow berurteilte aber Groger einen fleinen Teil erwähnen. Die gewünschte Abreffe ist: Dr. Sturt Rosen Vertrauensleute. Wir fonnten bei der Fülle der Kranzschleifen nur Referendums werden der sozialdemokratischen Fraktion der Bundeswegen Beleidigung der Stadtverordneten, auf die sich feine feld. An der Spandauer Brüde 1 a M. 444. Die dortigen Grunds Weife die beiden Fragen zur Beratung in den Behörden bringen eußerung бezogen habe, zu einem Monat Gefängnis. lichen Angelegenheiten sind wir nicht bewandert, Fragen Sie selbst dort an. F. M. 26. In solchen persön In der Berufungsinstanz bestritt der Angeklagte den 23. K. 2833. Fragen Sie bei Ihrer Berufsorganisation an. wird. Die Initiative gegen die Spielbanken wird von der Partei unterstügt, damit die Berfaffungsfrage zur Neuregelung an die Be- Wortlaut der ihm unterstellten Aeußerung und vertrat tie in erster 13 Tage später. E. 100. Fragen Sie bei einem Antiquar an. Adressen hörden gelangt. An den Wiener Kongreß werden 18 Delegierte ab- Instanz den Standpunkt, die Worte feien auf seine Parteigenoffen im Berliner Adreßbuch, 2. Band, Teil 4. 5. S. 100. Bir nennen Ihnen geordnet. Bezüglich der weiteren Ausgestaltung des Barteifekretariats gemüngt gewefen und hätten befagen sollen: wenn sie aufgestanden Spas, Duellenstellen zur alten märkischen Geschichte als Hilfsmittel für den wird dem Parteitag beantragt, dasselbe durch Anstellung eines wären und hätten die Geburtstagshuldigung mitgemacht, dann Borwärts- Speditionen, Geschichichtsunterricht. Breis Mart 1,- Bu beziehen durch die A.. 116. Am 1. April 1902. G. G. 29. speziellen Parteifefretärs zu erweitern. Bis auf weiteres soll die wären sie erbärmliche Kreaturen gewesen. Von dem Verlauf der Forstatademie in Eberswalde. Partei an das Sekretariat des schweizerischen Grütlivereins einen damaligen Stadtverordnetenfißung hatte der Angeklagte ja erft in Tin Recht, den Vertrag zu lösen, haben Sie jedoch nicht. Alles Näbere erfahren Sie dort. 30. 5. V. Sie tönnen auch die Erneuerung des Reifens verlangen. Jahresbeitrag von 2500 Fr. leisten, wofür es auch die Geschäfte der der Diskussion seines Vortrages Kenntnis erlangt.& ünf Stadt Done nähere Sachdarstellung nicht zu beantworten. Stommen Ste eventuell Ch. 69. Bartei erledigen foll. verordnete, die als Zeugen bernommen wurden, bestätigten, in die Sprechstunde. 1. 3. 1. Sie können Freigabe berlangen, müssen daß auch sie das Aufstehen als eine Geburtstagsovation aufgefaßt aber Ihr Eigentumsrecht glaubhaft machen. 2. Nein. 3. Za. M. G. 38. und aus den Worten des Angeklagten den von ihm angedeuteten bedende Zehen rechts, Bis zum 1. 4. abends. R. B. 10. Gekrümmte oder sich zum Teil A. S. 100. 1. Falls renovierbedürftig, ja. Die beleidigten Offiziere, Sinn entnommen hätten. 2. Bon der Miete dürfen Sie den Betrag jedoch nicht fürzen. Sie müssen Das Dresdener Schöffengericht berbandelte am Mittwoch Der Verteidiger, Rechtsanwalt Heinemann, ihn vielmehr besonders geltend machen. F. B. 77. Etwa die Hälfte . V. 37. Nein, da nach gegen die Genoffin Berta Selinger wegen angeblicher Beleidigung beantragte aus tatsächlichen und juristischen Gründen die Frei- der Möbel und die Hälfte der Ersparniffe, den herrschenden Begriffen der Betrag zur Dedung des notbürftigen Unter der Offiziere des deutschen Heeres, Genoffin Selinger foll in zwei sprechung des Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte halts ausreicht. M. G. 100. 1. Unseres Erachtens ja. Es lann BeFrauenversammlungen in Dresden am 12. und 14. November v. 3., Verwerfung der Berufung. Die Potsdamer Straftammer fchwerde beim Bersicherungsamt erhoben werden. 2. Während der Zeit der in denen sie über Arbeitslosigkeit, Nahrungsmittelwucher und die fah als festgestellt an, daß der Angeklagte seine politischen Gegner durch die Strantheit herbeigeführten Erwerbslosigkeit nicht. Es ist aber Aufgaben der Frauen" forach, gefagt haben: Der Militarismus täme fritisieren wollte. Die Aeußerung ist von Beamten aufgezeichnet gedmäßig, borläufig die Beiträge zu bezahlen, bis feſtgeſtellt ist, daß durch in erster Linie den höheren Schichten zugute, da diese dort ihre worden und sie haben den Eindruck gehabt, daß es sich um eine gewiesen werben fann, hat Shre Schwester Anspruch auf Fortzahlung bes Die Krantheit Erwerbslosigkeit bedingt ist. 3. Wenn das Bersprechen nach Söhne unterbringen fönnten, die sonst zu dumm und zu faul feien, rednerische Entgleifung handle, beshalb sei bie Strafe zu hoch be- Gehalts bis 1. 5. 8. 2. 18. 1. und 2. Unferes Erachtens find feine um ehrliche Arbeit zu leisten. Der sächsische und der preußische Kriegsminister hatten deshalb wegen Beleidigung der sächsischen messen. Es sei darum auf eine Geldstrafe von 300. erkannt von den Gegenständen pfändbar, falls das Sofa für das Kind als Schlafgelegenheit benutzt wird. Ist das nicht der Fall, so ist das Sofa pfändbar und preußischen Offiziere in ihrer Gesamtheit Strafantrag ge- worden. und alsdann außerdem der Küchenrahmen, 3. Ja, sofern und soweit der stellt. Genoffin Selinger bestritt, fich in biefem allgemeinen Sinne Lobnanspruch 28,85 M. wöchentlich übersteigt. 4. Ja M. 76, Nein. ausgesprochen zu haben. Zwei als Beugen auftretende Bolizei R. H. 25. Berufung beim Oberversicherungsamt. J. D. 67. Ja Verein. Die Sabung ist stempelpflichtig. R. S. 33. 1. Etwa beamte mußten zugeben, daß ihr Stenogramm nur einzelne Säße vollständig wiedergab und daß auch in diesen Säßen Worte ausKreditschwindeleien in großem Umfange zum 190 M., ausgenommen die Insertionstoften. 2. An das Amtsgericht, in gelaffen feien, die sie erst später einfügten. Das Gericht hielt aber haben von Kaufleuten und Fabrikanten in den verschiedensten dessen Bezirk das Grundstüd belegen ist. Das Gericht fann die BeiTeilen Deutschlands legt die Anflagebehörde dem Kaufmann bringung eines Erbscheins verlangen. 3. Nein. 4. Dafür ist die für den das Stenogramm für beweisfräftig. A, M. 70. Der Amtsanwalt beantragte eine erhebliche Gefängnisstrafe, da Albert Benjamin zur Last, der sich vor der 4. Straflammer Ort in Frage tommende Steuerordnung maßgebend. eine andere Strafe teine entsprechende Sühne sein würde. Die des Landgerichts I unter dem Borfiz des Landgerichtsdirektors of 1 ft allerdings in einer früheren Entscheidung des Reichsgerichts bejaht Aeußerungen seien sehr gefährlich, besonders weil sie in einer Beit meister wegen Kontursvergebens und Betruges in drei- worden. 2. Nein, wenn darin die Abficht, die Befriedigung des Gläubigers zu bereiteln, zu finden ist. 3. Ja, auf Grund feines Eigentumsrechts. undfünfzig Fällen zu verantworten hat. Der Ver getan wurden, in der die politische Lage sehr ernst war, Der Angeklagte 4) Rein. 2) Nur dann, wenn der Erwerber gutgläubig ist. 5. Bei mit einem Jahre Objetten im Werte bis 150 M. einschließlich. Reinickendorf- West 122. teidiger, Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld Berlin, dagegen forderte ist schon wegen betrügerischen Bankerotts und wegen Buchers mit sechs Monaten Gefängnis bor- 1. Ja, soweit das Einkommen 125 M. monatlich oder 28,85 M. wöchentlich Die Freisprechung, da ein ausreichender Beweis für die Schuld der 3. Die Pfändung bleibt bestehen, solange nicht die Angeflagten nicht erbracht worden sei. Das Urteil lautete auf bestraft und figt jetzt schon längere Zeit in Untersuchungshaft, übersteigt, 2. Nein. Die Eintragung ber 200 M. Geldstrafe oder 20 Lage Haft. Auf Haft wurde da er in einen riesigen Bucherprozeß verwickelt ist, der dem Forderung von dem Mitschulrner getilgt it. als Eventualstrafe erfannt, weil die Angeklagte nicht aus ehrloser nächst die Straffammer beschäftigen wird und mehrere Wochen Sicherungshypothet hebt die Mobiliarpfändung nicht auf. Eine Verjährung dauern soll. Nachdem der Angeklagte feine Strafe wegen Buchers 5. Unseres Erachtens nein, da der Butchlag nur zu dem geschuldeten Wehr tritt nicht ein. 4. Ja, Sie haben alsdann das Recht, zu intervenieren. Gesinnung gehandelt habe. un verbüßt hatte, begründete er mit einem ihm von seinem Bruder zur beitrag erfolgen fann, also nur für Beitragspflichtige in rage fommt. Verfügung gestellten fleinen Kapital ein Geschäft zum Vertrieb von 2. S. 31. Es wäre dann eine etwas geringere Rente zu erwarten. Bigarren, Bigaretten u. dergl. Er hatte schon im Ottober 1908 den G, R. 29. 1. E. R. 29. 1. und 4. Ja, 2. 6 Wochen zum Kalenderquartal. 3. Nur Offenbarungseid geleistet und war in den Jahren 1910 und 1911 dann, wenn sich nachweisen läßt, daß eine Gesundheitsgefährdung für Sie etwa 50 Pfändungen unterworfen, die zumeist fruchtlos ausfielen... 120. Wir halten den Passus der Abmachung, soweit die Konkurrenzdamit verbunden ist. 5. Selage beim Staufmannsgericht. K. 77. Ja. Im August 1911 leistete er nochmals den Offenbarungseid. Dies 5. 5. 100. Ja, das binderte ihn nicht, fich als zahlungsfähigen Raufmann aufzuspielen aufel in Frage kommt, für rechtsunwirtiam. 5. 5. 100. Gewerbe ist jedoch meldepflichtig. M. S. 3. 1. 1,20 m. 2. Ja und unter der Firma, Albert Benjamin, Wein uno Bigarren en gros" 3. Ein Drittel, 4. 16 Bf. ab 1. Januar d. 3. E. S. 29. 1. Nicht einer großen Zahl von Kaufleuten Waren obne Zablung abzunehmen. aussichtslos. 2. 150 M., für den Fall der Bedürftigkeit tann Ermäßigung Für die Verhandlung find sechs Tage angelegt. bis auf 5 M. erfolgen. 3. Ginen bestimmten Anwalt empfehlen wir nicht. Aus Industrie und Handel. Der elektrische Strom in Deutschland. Nach der bei Julius Springer, Berlin, herauskommenden Statistil der deutschen Elektrizitätswerte gab es in Deutschland am 1. April 1918 etwa 4100 Elektrizitätswerte. Das ist gegen Sechs- Tage- Berhandlung. Ms fkus öer EntWickelung öer gewerkschaftlichen Mbeiterinnenorganisation. Die internationale Propagandawoche der sozialdemolra- tischen Fraiwn sollte auch befruchtend wirken auf die Wirt- schaftliche Organisation der Arbeiterinnen. Der politischen Be- tätigung der Frau sind in den weitaus meisten Ländern Hindernisse aufgetürmt. die hinwegzuräumen Aufgabe der Demokratie ist. In der wirtschaftlich organisatorischen Be- tätigung sind heute weniger Hemmnisse vorhanden. Die Genossenschaft sollte das ureigentlichste Gebiet der Frau sein, hier kann sie die EntWickelung zu kräftigen Konsumentenverbänden mehr fördern als der Mann, sobald sie die Einsicht in die Notwendigkeit der genossenschaftlichen Organisation gewonnen hat. In der g e w e r k s ch a f t- l i ch e n Organisation steht ihr nicht minder der Weg offen zu einer erfolgreichen Tätigkeit. Die Arbeiterin, die eine überzeugungstreue Gewerkschaftcrin ist, wird auch als Arbeiterfrau ihrem Manne in der Erfüllung seiner gewerkschaftlichen Pflichten gerne zur Seite stehen, und sie wird ihre heran- wachsenden Kinder daran mahnen, auch in gewerkschaftlicher Beziehung auf„reine Wäsche" zu halten. Gesetzliche Hindensissc für die gewerkschaftliche Betätigung der Frau gibt es feit dem ReichSvcrcinsgesetz nicht mehr. Vorher waren nur insoweit Gefahren vorhanden, als die Be- Hörden auch in der gewerkschaftlichen Versammlung oder Or- ganisation eine„politische" Betätigung zu sehen geneigt waren. Darüber kam man hinweg. Aber es hat andere Probleme gegeben, die nur von der Arbeiterschaft selbst gelöst werden konnten und gelöst worden sind. Darunter waren die Fragen der Organisationsform, der Stellung der Frau in den Ge- wcrkschaften usw., Fragen, die mehr oder weniger auch in den nicisten anderen Ländern Gegenstand der Diskussion ge- Wesen sind. Mehr als zwei Jahrzehnte sind verflossen, seit unsere verstorbene Genossin Emma Ihrer ihre Broschüre:„Die Arbeiterinnen im Klassenkampf" herausgab, in der sie die Not- wendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiterinnen in vorbildlicher Weise begründete, und es darf wohl auch hervorgehoben werden, daß die von ihr vertretenen Grund- säye in der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiterinnen immer mehr akzeptiert worden sind. Das Eindringen der Frau in das gewerbliche und industrielle Leben wurde ja nicht immer von der Arbeiterschaft als die gleiche Selbstverständlichkeit angesehen, wie heute. Der sozialdemo- kratisch geschulte Gewerkschafter wußte zwar, daß daran nichts zu ändern war, daß vielmehr der Kapitalismus die Familie zertrümmert. Frau und 5kinder in den Dienst seines Profits stellt und sie gar gegen die teurere Arbeitskraft des Mannes auszuspielen sucht. Diese Tendenzen des Kapitals hatte schon Bebel in seiner„Frau" überzeugend nachgewiesen. Aber die Zahl der sozialdemokratischen Gewerkschafter war nicht immer überwiegend wie heute, es gab auch Berufe, in denen die männlichen Bcrufsarbeiter sich gegen das Eindringen der Frau wehrten und sie demgemäß auch nicht als gleichberechtigte VcrbandSmitglieder anerkennen wollten. Zwei Motive für diese Haltung der Arbeiter einzelner Berufe können wir unterscheiden. DaS eine war die z ü n f t- lerische Auffassung, die teils mitleidig mif die Frau herabsah, sie als minderwertig für die berufliche Kunst der Männer hielt, teils aber auch sie als Kon- kurrentin fürchtete. Wie in überseeischen Ländern heute noch die weißen Arbeiter den farbigen vom Arbeitsplätze fernzuhalten suchen, oder ihn zum mindesten nur bei untergeordneten, schmutzigen Arbeiten dulden wollen, so trat auch bei uns einst der Zünftler der eindringenden Arbeiterin gegenüber. In Form und Grad der Bekämpfung des lästigen Konkurrenten unterschied sich natürlich die deutsche Zunft- auffassung von jenen Kämpfen zwischen Weißen und Farbigen, aber im Prinzip war der Unterschied nur gering. Das zweite Motiv war die reine Spießerauffassung, wo- nach die„Frau ins Haus" gehört und auf dem'Arbeits markte in Industrie und Handel nichts zu suchen habe. Die letzten Mohikaner dieser glorreichen Richtung waren die anti- semitischen Handlungsgehilfen, die theoretisch wohl heute noch an der Bicrbankphilosophie der Spießer festhalten, aber doch bei sozialen Wahlen um die Gunst der Frauenstimmen buhlen. Mit diesen Auffasiungen räumte jene Propaganda sozial« demokratischer Gewerkschafter Ende der SOer. Anfang der 90er Jahre auf, deren grundsätzliche Zusammenfassung der Genossin Ihrer in der oben erwähnten Arbeit so vorzüglich gelang. Und auch eine andere Auffassung wurde beseitigt, die wohl keine positive Bedeutung in Deutschland gehabt, aber doch in manchen Köpfen gespukt hat, daß nämlich die Arbeiterinnen selbständige Organisationen haben müssen, oder zum mindesten von ihren männlichen Kollegen getrennte E i n r i ch t u n g en in der gemeinsamen Organisation. Diesozia- listische Auffassung kann natürlich nur die sein, daß Männer und Frauen des gleichen Berufs, der gleichen Industrie, ge- meinsam organffiert sein müssen. Denn sie treten dem Unter- nehmer nicht als Mann oder Frau gegenüber, sondern als Arbeiter, die ihre gemeinsamen Interessen wahrnehmen wollen. Daher sind in unseren Gewerkschaften männliche und weibliche Mitglieder gleichberechtigt, sie haben die gleichen Pflichten, aber auch die gleichen Rechte in der Or- ganisation. Allerdings ist dieser Grundsatz noch nicht restlos in allen Organisationen mit weiblichen Mitgliedern durchgeführt. In der B e i t r a g s f r a g e haben einzelne Verbände geglaubt. aus Rücksicht auf die niedrigeren Löhne der Arbeiterinnen auch einen niedrigeren Beitrag für sie festsetzen zu müssen. Mancher mag auch diese Einrichtung getroffen haben, um durch den niedrigeren Beitrag die indifferente Arbeiterin leichter ge- Winnen zu können. An sich ist es ein richtiger Grundsatz, die Beitragsleistung der Leistungsfähigkeit anzupassen. aber es ist sicherlich korrekter, wenn daS für beide Geschlechter erfolgt. In einzelnen Organisationen und besonders in denen, die relativ die meisten weiblichen Mitglieder haben, ist das auch geschehen. Wir.nennen nur die Buchdruckereihilfsarbeiter, die ihre Beitragsskala den Lohnklassen angepaßt haben und da- durch die volle Gleichstellung männlicher und weiblicher Mitglieder herbeiführten. Die organisierten Arbeiterinnen haben es ja auch selbst in der Hand, in ihren Organffationen dafür einzu- treten, daß die Beitragsleistung für weibliche und männliche Mitglieder die gleiche wird. Eine Zurücksetzung bedeuten die niedrigeren Beiträge der weiblichen Mtglieder einzelner Or- öer Krauenbeweg .Vorwärts" Nr. 77.— Donnerstag, den 19. März 1911. ganisationen nicht, aber sie bedingen selbstverständlich ge- ringcre Leistungen der Organisation. Heute sind bereits in den deutschen Gewerkschaften mehrere hunderttausend Arbeiterinnen organisiert. Die Bahn ist frei, gleichberechtigt mit ihren männlichen Kollegen formt die Arbeiterin die Zukunft ihrer gewerkschaftlichen Organisation und damit auch ihre Stellung auf dem Arbeitsmarkte. Um so notwendiger ist es, daß die gewerblich tätigen Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse auch überzeugte Gewerkschafts- Mitglieder werden und den Kampf für die Regelung und Ver- besserung ihrer Arbeitsverhältnisse führen helfen. Auch für die Arbeiterin gilt es, den Kampf auf wirtschaftlichem sowohl als politischem Gebiete zu führen. ßrauenwahlrecht. Die zerhackte Venus. Wenn alle reaktionären Blätter die alten Spicher., gedanken" gegen das Frauenwahlrecht ableiern, pflegt auch Herr Theodor Wolff, Chefredakteur des„Berliner Tageblatts", nicht zu fehlen. Nur daß er statt der Offenheit jener Organe einen weniger erfreulichen Ton wählt, den Herr Theodor Wolff wohl für geistreich hält. Aber in der Sache sind die Damen und— Herren von der Vereinigung konservativer Frauen und Herr Wolff doch eins: auch Herr Wolff hält die Be- schädigung eines Kunstwerkes durch eine exaltierte Frau für einen würdigen Anlaß, um seine Gegnerschaft gegen das Frauenwahl- recht auszusprechen. Herr Wolff bemüht sich sogar, bei der Aus- Nutzung dieses von jedem Kulturmenschen bedauerten Vorfalls zu einer Stimmungsmache gegen das Frauenstimmrecht seine Gesinnungsfreunde in der reaktionären Presse noch zu übertreffen. Die Schluhphrase von der„Venus mit dem zerhackten Hinterstück" Übitte, wie lühnl) ist wirklich eines Feuilletonisten der anti- semitischen„Staatsbürger-Zcitung" loürdig.— Zum Schluß nur eine Frage an die fortschrittlichen Damen des Bürgertums: was können sie von einer Partei erwarten, deren radikalstes Organ ernsthafte Forderungen mit den blödesten Mätzchen einer Kneip- tischrunde verhöhnt? Wie Frauen wähle«. Es wurde schon davon gesprochen, daß am Frauentag, den 8. März, in Wien die Wahlen zur Gremialkranken« lasse(nicht Gremialbeamlenkasie, wie es hießt der HandelSangestellien staltfinden werden. Die Wablen sind vorüber und habe», wie nicht anders zu erwarten war, mit einem Siege der sozialdemokratischen Liste geendet. Hier soll nur von der Wahlbeteiligung der weiblichen Handelsangestelllen gesprochen werden. Diese Wahl ist ein Ruhmesblatt für die Reife und die Urteilsfähigkeit der Frauen. Es erschienen 3S33 Frauen und Mädchen an der Urne, wovon über 3000 die sozialdemokratische Liste wählten. Die Handlungsgehilfinnen erbrachten den Beweis, datz sie wohl zu beurteilen verstehen, wem sie all die Errungenschaften verdanken, die ihnen zugute kommen. Zum erstenmal wurde auch eine Gehilfin in den Vorstand der Kranken- lasse gewählt, Genossin Johanna Deutsch. Die Ortsgruppe Groß-Berlin des Deutschen RrichSverem für Frauenstimmrecht tBonu) hat auf ihrer Hauptversammlung Anfang März beschlofien, auS diesem auszuscheiden. In gleicher Sitzung hat sie sich dem Deutschen Frauenstimmrechtsbund(Hamburg) als OrlS« verein Grotz-Berlin angeschlossen. Zrauenbilüung. Ein höflicher Magistrat. Der Vorstand des„Verbandes der Studentinnenvercine Deutschlands" hatte sich an den Magistrat der Stadt Stettin mit dem Gesuch gewandt, von der Umwand- lung der Stettiner(Mädchen) Studienanstalt in ein Oberlyzeum abzusehen. Die bescheidene und begründete Bitte kam indes mit folgender Randbemerkung zurück: „Urschrift zurückgereicht. Wir glauben, daß Studierende besseres zu tun haben, als sich in die Schulpolitik zu mischen. Wir bedürfen des Rates junger Mädchen nicht. Der Magistrat. I. A.: Hahne." Offenbar ist sich der Magistrat bei der Abfassung seiner— höflichen Antwort an ertvachsene Frauen sehr männlich-forsch vorgekommen. Wie man indes in Studentinnenkrcisen über den Magistrat zu Stettin denkt, mag folgende Zuschrift einer Studentin an uns zeigen: „Man kann es verstehen, wenn ein temperamentvoller Ver- treter deL herrlichen Geschlechts sich im Eifer des Gefechts einmal hinreihen läht zu Aeuherungen, die den Geist dieses Magistrats- Heschelds atmen. Wundern muh man sich jedoch, wie ein ganzes wohllöbUches und hochweiseS Magistratskollegium es fertig bringen kann, mit reiflicher Ueberlegung eine derartige Auffassung in der- artiger Form zum Beschluß zu erheben und schön schwarz auf weih der Mit- und Nachwelt zu überliefern. Wir setzen uns großmütig iiber die Geringschätzung hinweg, welche in die absichtliche Betonung der„jungen Mädchen" gelegt wird. Wahrscheinlich dachten die Stadtväter dabei an die leider immer noch recht grohe Zahl der weltfremdne HauStöchterlein, mit denen vielleicht auch ihre eigene Familie gesegnet ist, und deren Horizont freilich zur Beurteilung von Eck, ulfragen etwas zu eng sein dürfte. Wir wollen den Herren auch nicht vorrechnen, daß dje Studentinnen, welche in den Studentinnenvereinen die geistige.? Leitung in Händen halten und insbesondere deren Be- schlüsse niid Petitionen entscheidend beeinflussen, oft durchaus nicht mehr zu tzen jüngsten zählen. Wir richten auch nicht die höfliche Anfrage an den Magistrat, was denn gerade die Studierenden besseres zu tun haben, als sich eiftigst darum zu bemühen, daß die Bedingungen zur vollen Ausnutzung des Universitätsstudiums denkbar günstig gestaltet werden. Besonders unterstreichen wollen wir dagegen in der Antwort des Magistrats die höchst unvorsichtige Offenbarung seiner reaktionären Auffassung, wonach die Frau wohl Objekt, doch beilerbe nickt Subjekt ver Gesetzgebung ist. Doch hat sich unter dem Druck der Verhältnisse in der Praxis längst der Brauch aus- gebildet, daß Interessenvertretungen von Frauen wie die der Männer ihre Wunsche in Form von Resolutionen und Petitionen den maßgebenden Instanzen zur Kenntnis und Berücksichtigung übermittelten. Dieses Mittel ist eines der wenigen den Frauen heute zu Gebote stehenden, um ihren Einfluß überhaupt geltend zu machen. Es ist zahm, bescheiden, wirkungslos genug; darüber geben wir uns kernen Illusionen hin. Aber eben darum, weil es so gar�harmlos und ungefährlich ist, haben Politiker irr Staats- und Stadtpäriamenten, selbst Minister, den Frauen diesen Tuimnelplatz gern gegönnt, zum Trost und zur Versöhnung, zur Beruhigung und Einschläferung anspruchsloser Frauengemüter. Nicht so der Stettiner Magistrat. Er tut sich� im Gegenteil förmlich etwas darauf zugute, recht brutal den Standpunkt des Herrn im Hause herauszukehren. Uns Studentinnen, soweit wir ernstlich unsere Interessen vertreten wollen, kann das nur recht sein. Wir find dem Stcttmer Magistrat aufrichtig dankbar für die Aufklärungsarbeit, die er— wenn auch unfreiwillig— unter den Studentinnen betreibt. Hundert unter Aktenstößen sang- und klanglos für immer ver- schiviirdende Petitionen, ja hundert selbst wohlwollend berück- sichtigte könnten uns nicht so viel nützen im« diese zwei knappen Sätze des Stettiner Magistrats. Und weit entfernt davon, dem Magistrat zu grollen ob des Schlages» mit dem er uns z» Boden zu schmettern meinte, genießen wir die köstliche Ironie de» Schick- sals, die Busch mit den Worten kennzeichnet: Ersten? kommt es anders— zweitens als man denkt: Man sucht uns zu ducken, und peitscht uns auf. Man dünkt sich weise vor„jungen Mädchen", und muß sich von ihnen sagen lassen, daß weder Männlichkeit noch Alter vor Torheit schützt." Frauenarbeit. Fronen in der russische» Industrie. Wie in allen kapitalisti- scheu Sraatcn nimmt die Frauenarbeit in der russischen Industrie mit jedem Jahre einen immer größeren Umfang an. Nach den An- gaben der Fabrikinspektoren ist die Zahl der Frauen, die in den der Inspektion unlerstellien Betrieben beschäftigt sind, von 1901/1910 um 33 Proz. gestiegen. Die Zahl der männlichen Arbeiter stieg in dem- selben Zeilraum bloß um 8 Proz,, so daß die Zahl der Arbeite-- rinnen vier mal schneller wächst als die der männlichen Arbeiter. Die Gesamtzahl der Arbeiterinnen in der russischen Industrie belief sich 1910 auf 40 Proz, der männlichen Arbeiter. Diese Zahl belies sick aber Ende 1912 schon auf 4S Proz. Dies ist die Durchschnitts- zahl, aber in einzelnen Industriezweigen, so in der Textil- Industrie deS zentralrussischen Rayons, hol die Zahl der Arbeiterinnen bereits die der männlichen Arbeiter überflügelt. Von den 420 000 Personen, die Ende 1912 allein in den Großbetrieben der Baumwoll- Industrie beickäftigt waren, ivaren über die Hälfte Arbeiterinnen. Mit jedem Jahre" steigt der Prozentsatz der weiblichen Arbeitskräfte in der russischen Industrie. Die Unternehmer ziehen mit Vorliebe weibliche Arbeitskräfte an Stelle der männlichen heran, weil die Ar- beiterinnen sich in der Regel mit einem geringeren Lohn begnügen und den HerrschaftSgelüsten des Kapitals keinen solchen Widerstand entgegensetzen wie die männlichen Arbeiter. AuS diesem Grunde bildet die Agitation unter den Arbeiterinnen zurzeit eine der wich- tigsten unaufichiebbarsten Aufgaben der russischen Arbeiterbewegung. Frauenarbeit in Japan. Das Vorwiegen der Frauenarbeit in der japanischen Industrie muß um so auffallender er« scheinen, als es eine halbe Million mehr Männer als Frauen in Japan gibt, und die Frequenz der Heiraten eine sehr hohe ist. Eine Reihe von Umständen physischer und sozialer Natur sind für dieie Erscheinung verantwortlich zu machen. Vor allem ist gerade für die Bearbeitung des wichtigsten Rohproduktes des Landes, der Seide, Frauenarbeit an und für sich besser geeignet als die von Männern, Die Seidenindustrie weist auch den größten Prozentsatz weiblicher Arbeiter(96 Proz.) auf. Frauen werden in Japan aber auch zu Arbeiten verwendet, zu denen ihre schwache Konstitution sie von Natur nicht befähigt: zum Bekohlen von Dampfern, zum Ziehen schwerer Lasten, zum Einrammen baumstarker Pfähle, zur Arbeit in Kohlengruben, in Hüttenwerken usw. Die Fabrikanten nehmen auch lieber Frauen als Männer, weil sie geringere Ansprüche stellen, weil sie williger, ordnungsliebender und zuverlässiger, weil sie vielfach geschickter als männliche Arbeiter sind. Noch eine Reihe anderer Gründe sprechen bei der stärkeren Beteiligung der Frau an der Industrie- arbeit mit, unter anderem auch der Umstand, daß die Haus- Haltung in Japan sehr einfach ist, weshalb für die jungen Mädchen keine rechte Verwendung im Hause besteht, wenn nicht Heimarbeit hinzukommt. Nicht zu übersehen ist, datz der Militärdienst jedes Jahr etwa ein halbe Million junger Leute der Möglichkeit ent- hebt, in der Industrie tätig sein zu können, was den Ueberschuß der Männer über die Frauen mehr als ausgleicht. Endlich muß man wissen, daß in Japan zwar viele Ehen geschlossen werden, aber meist nicht sehr lange dauern. Von jeher ist das japanische Weib in der brutalsten Weise Wirt- schastlich ausgenutzt worden. E�ist nie mehr als ein ökonomisches Instrument in der Hand des Mannes gewesen. Vom frühesten ,, Alter her an Entsagung und Aufopferung gewöhnt, nimmt es für Vater, Bruder oder Gatten die schwerste Last auf sich. Die geringen Bedürfnisse, die eine Frau hat, ermöglichen ihr die Aufnahme der Arbeit auch unter Bedingungen, die für den männlichen Arbeiter ungenügend sind, und so kommt es, daß jährlich Tausende von Landmödchen aus armen Bauernfamilien in die Fabrik wandern, während die Söhne, von der Zeit, die sie unter der Fahne zu- bringen müssen, abgesehen, auf dem Lande bleiben. Nach ein paar Jahren Fabrikdienst, die oft genügen, um ihre Gesundheit zu untergraben, kehren dann auch die meisten weiblichen Arbeitskräfte wieder auf das Land zurück, um sich zu vertraten und neuem Zuzug vom Lande Platz zu machen. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt am Montag seine Jahresgeneralversammlung ab. Er blickt nun auf sein 16 jähriges Bestehen zurück. Die Gründung des Vereins geschah unter schwierigen Verhältnissen. Die sozialistischen Frauenorgani- sationen waren bis dahin stets der polizeilichen Auflösung verfallen und doch la(j den Genossinnen natürlich viel daran, eine Stätte zu haben, wo die Frauen und Mädchen sich zusammenfinden, um ihr Wissen zu bereichern. Ende des Jahres 1898 war man sich einig, nochmals da? Wagnis zu unternebmen und einen Frauen-BildungS- verein zu gründen. Nach rasch erledigten Vorarbeiten fand die erste Versammlung im Februar 1899 statt. ES wurde ein Vorstand ge- wählt, der nach außen nicht bekannt war. also nicht im Verbackt stand, in dem neuen Verein sozialistische Umtriebe zu fördern. Die Vorstandsmitglieder legten sich große Reserve auf und beteiligten sich nicht öffentlich politisch. Im Verein wurden alle Wissensgebiete erörtert, die Politik blieb auS Vorträgen und Dislusston streng ausgeschaltet. Trotz dieser Vorsicht fand die Polizei doch, daß der Verein sich mit öffentlichen Angelegenheiten befasse; durch Spitzel hatte man das feststellen lasse. Es wurde ein Mitgliederverzeichnis eingefordert und jede Bersammlung mußte der Polizei angemeldet werden. Ein- gelegte Beschwerden nutzten nichts, zwei Polizisten überwachten von nun ab die Vorträge und ahnten doch nicht, daß der Verein die sozialistische Frauenörganisation war, der die Gelder für die grauen« agitatton ausbrachie, Geld der Parteikasse zusührte und im Kontakt mit de» Vertrauenspersonen stand. Schließlich fand man nach jähre- langer Ueberwackung den Verein so ungefährlich, daß man diese zurückzog, noch bevor das neue Reichsvereinsgesetz in Kraft trat. Außer den Vorträgen hatte der Verein auch einen Leseabend eingerichtet, um den Genossinnen Gelegenheit zur Fortbildung zu geben. Hier hat besonders die Genossin Zepler in dankenswerter Weise gewirkt. Als später von der Partei Frauenlcseabende eingerichtet wurden, hat der Verein von der Wetterführung im Partennteresie Abstand genommen. Auch eine Sektion der weiblichen Jugend hatte der Verein sich mit Erfolg angegliedert, sie aber aufgegeben, als der Jugendaussckuß ins Leben trat. Seit 12 Jahren ist auch der Verein a» den Alftsiellungen empfehlenswerter Jugendschriften beteiligt. Allen Veranstaltungen suchte der Verein ein künstlerisches Gepräge zu geben. Als im Jahre 1908 die Frauen sich den Eintritt in die politischen Organisationen erlänchst hatten, beschlossen die Berliner Genossen, den Verein bestehen zu lassen, weil der Nürnberger ParteitagSbeichluß Bildungsvereinen, die nützlich sind, ein Weiter« bestehen mit Genehmigung der örtlichen Organisationen gestattete. Von nun an stellte der Verein bei seinen Vorträgen besonders Er- ziehungs- und Frauenfragen und künstlerische Fragen in den Border- grund, weil solche Themen in den Wahlvereinen weniger behandell werden können. Nachdem in der letzten Zeit die Partei auch Vortragszyklen ein« gerichtet hat und der Groß-Berliner Bildungsausschuß eine rege Tätigkeit entfaltet, hielt es der Vorstand für ratsam, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Verein noch eine Existenzberechtigung habe. Diese Frage wurde von den Mitgliedern auf der letzten Generalversammlung bejaht. DaS Fortbestehen des BereinS wurde als selbstverständlich betrachtet und der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewühlt, Jugendbewegung. Die Justiz im Kampfe gegen die Arbeiterjugendbewegung. Als ein. " Das erhabene und erstrebenswerte Ziel der konservativen Parteien muß es sein, unsere Jugend politisch zu ers ziehen, fie aufzurufen zu einem tapfern, ehrlichen Kampf gegen alle vaterlandsfeindlichen Bestrebungen. Die Jugend foll und muß die Kerntruppe bilden, die den demokratischen Anstürmen gegen Monarchie und Christentum einen festen Damm entgegensett, an dem sie machtlos abprallen. Die Schulentlassenen müssen mit staatlicher Gesinnung er füllt werden, es muß ihnen gezeigt werden, daß sie dem Staat alles verdanken und nur durch ihn leben, sie müssen belehrt werden über Wesen und Einrichtungen unseres Landes... Aber nicht allein im finsteren Bommern, sondern auch im fort-| ftaates" vergessen bei ihrem blinden Eifer, der verhaßten Arbetter geschrittenen" Westen unseres herrlichen Deutschen Reiches findet die jugend zu Reibe zu gehen, ganz die„ unparteiische" Beobachtung Justiz Mittel und Wege, der verhaßten Arbeiterjugendbewegung das der Jugendbewegung im bürgerlichen Lager. Da könnten sie sehen, In Torgelow in Pommern tagte am 3. Dezember..Leben schwer zu machen. So sollte im Gewerkschaftshause in Wald wer Politik treibt. So schrieb dieser Tage die konservative bei Solingen eine Konferenz der Jugendfunktionäre stattfinden, in eine öffentliche Jugendversammlung, in welcher über die wahren der zwei Jugendgenossen aus Solingen Referate über„ Jugend-" Weimarische Zeitung", ein Regierungsorgan: und falschen Freunde der Arbeiterjugend gesprochen wurde. der Redner in seinem durchaus unpolitischen Referat den Inhalt nach Wald kamen, sahen sie, daß das Konferenzzimmer mit Polizeierziehung" und" Agitation" halten sollten. Als die beiden Genossen des Jugendschutzgesetzes furz sfizzierte, ohne an diesem Gesetz die beamten befezt war. Die jungen Leute vertrieben sich in Anwesen geringste Kritik zu üben, da löste der Amtsvorsteher Bremer, heit der Polizei die Zeit ausschließlich mit Spielen, während die der die Versammlung überwachte, sie furzerhand auf und Funktionäre ihre Konferenz in einem anderen Zimmer abhielten. sandte später ihrem Leiter ein Strafmandat in Höhe von 30 M. Die Folge war eine Anklage gegen den Leiter der Jugendspiele, der Dieser beantragte gerichtliche Entscheidung und das leder- dann auch vom Schöffengericht Solingen zu 10 M. münder Schöffengericht erkannte nun auf die gleiche Geldstrafe verurteilt wurde, weil am Schluß der Spiele die Zahl Strafe, nachdem Amtsvorsteher Bremer erklärt hatte, daß gerade der Abonnenten der Arbeiter- Jugend" bekannt gegeben und die in Torgelow die Sozialdemokratie so schlau wäre und unpolitische Jugend zum weiteren Werben von neuen Abonnenten aufgefordert Versammlungen einberufe, um die Ueberwachung fernzuhalten und dann von Politik sprechen und so die jungen Leute für die worden war. Gegen dieses Urteil legte Genosse Brauer Berufung Sozialdemokratie gewinnen zu können." In der Versammlung rufung mit folgender Begründung: Die Elberfelder Strafkammer verwarf diese Behabe der Redner die Verfassung(!) und Gesetzgebung(!) kritisiert, denn er habe von der Fortbildungsschule und dem Jugendschutzgeset gesprochen. Der Amtsanwalt meinte gar, man könne das genannte Thema gar nicht unpolitisch behandeln, der ganze Vortrag set ein politischer gewesen, das beweise zur Genüge, daß der Redner den Spruch verwandt habe:" Uns bindet die Liebe, uns bindet die Not." Diese famose Logik machte sich auch das Urteil zu eigen. Gegen dies Urteil ist sofort Berufung eingelegt worden. Mit welchen Mitteln in Torgelow die Arbeiterjugendbewegung verfolgt wird, ist daran zu ermessen, daß nun auch der Gastwirt, bei dem die Arbeiterjugend ihre Spielabende abhielt, eine Verfügung des Amtsvorstehers erhielt, worin ihm verboten wurde, fein Lokal der Arbeiterjugend zur Verfügung zu stellen bei 50 M. Geldstrafe im ersten Weigerungsfalle und Konzessionsentziehung im Wiederholungsfall. Diese Verfügung will der Amtsvorsteher auf das preußische allgemeine Landrecht stüßen; der Kreisausschuß wird ihn aber wohl schon eines Besseren belehren müssen. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 27. Am 17. März 1914 verstarb unfer Mitglied Frau Emilie Strunk am ( Markgrafenstr. 100). Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 20. März, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des stäotischen Friedhofes in Friedrichs. felde aus statt. Um rege Beteiligung bittet 203/16 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Frankfurter Viertel. Bez. 384 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Max Johlke Barnimstr. 13, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 20. März, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Bezirk 567. Am Dienstag, den 17. März, perstarb unser Genosse Hugo Philipsohn Schönhauser Allee 91. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 21. März, nachmittags 4 1hr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Hermann Hein am 17. b. M. im Alter von 36 Jahren verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 21. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenballe ber Christus Gemeinde, Mariendorf, Lichtemader Chauffee, aus ftatt. 63/5 Die Bezirksverwaltung. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil nahme anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere Herrn Reuß für die trostreichen Worte, dem dritten 28ahltreise, dem Berbande der Maler ( Filiale Berlin) und den Kollegen bei -ber Luftver fehrsgesellschaft innigsten Dant. und Agnes Greetz Kinder. Danksagung. Herzlichen Dant allen denen, die an bem Ableben unseres lieben Sohnes Erich Deuter fo regen Anteil genommen haben. Ernst Deuter nebst Frau und Kinder. 1129 Am 17. März entschlief sanft nach jahrelangem schwerem Leiden mein lieber guter Mann und Bater, der Täschner Max Rake Invalidenstraße 161 im 34. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Hedwig Rake geb. Grube nebit Tochter. Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. d. Mts., nachmittags 3 1hr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 18206 Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 607. Am Dienstag, den 17. März, verstarb unser Genosse, der Täschner Max Rake Invalidenstraße 161. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Bezirk 506. Am Montag, den 16. März, verstarb unser Genosse, der Lackierer Gustav Reichelt Ruppiner Straße 4. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, den 20. März, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Berlin, Berichtstr. 37/38, statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/20 Der Vorstand. Verband der Sattler u. Portefeuiller Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen hiermit zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Täschner 156/10 Max Rake Werkstatt Lütjes u. Co. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. B Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. die " Jede Veranstaltung der Arbeiterjugend ift politisch, ganz gleich, ob es sich um Bersamm lungen, Spiel oder Wanderungen handelt." höchste Instanz anrufen. Genosse Brauer wird gegen dieses mehr wie sonderbare Urteil Genossen in seinem Plädoyer darauf hinweisen fonnte, eine ganze Bemerkenswert ist vielleicht noch, daß der Verteidiger unseres Anzahl auswärtiger Behörden hätten sich bereits erkundigt, ob das Solinger Schöffengerichtsurteil gegen die Arbeiterjugend" bereits rechtskräftig sei. Die Solinger Praris soll demnach auch anderwärts zur Anwendung gelangen. Wer treibt Politik? Zahllos find die Fälle, in denen Polizei und Justiz die prole tarische Jugendbewegung verfolgen und schikanieren, weil sie angeblich politisch sei. Die beamteten Stüßen unseres RechtsGesangverein ,, Neu erwacht". 99 M. d. D. A.-S.-B. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Sanges. bruder, der Ladierer Gustav Reichelt am 16. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung erfolgt am Freitag, den 20. März, nach mittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 58/12 Der Vorstand. Treffpunkt der Sangesbrüder: nachmittags 4 Uhr Adolfstraße 22 bei Wintelsesfer. Allen Verwandten und Befannten die traurige Mitteilung, daß meine inniggeliebte Frau, Mutter, Schweiter, Schwägerin Margareth e Hohendorf geb. Gutsche am 15. März 1914 im 25. Lebensjahre sanit ent schlafen ist. Dies zeigt tiefbetrübt im Namen aller Hinterbliebenen an Alex Hohendorf, Bankow, Brehmerstr. 25. Die Beerdigung findet statt heute Donnerstag, 3, Uhr, auf dem Friedhof Schön holz( Schönholzer Heide). 582 Allen Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine innigft geliebte Frau, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Am 18. März starb unser Mitglied, der Maurer Gustav Hamlack ( Bezirk Often II). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. März, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/14 Der Vorstand. Danksagung. Aus diesen Gründen( zur Bekämpfung des Umsturzes) muß die Jugend auch in die praktische Politik eingeführt werden. Sie muß aufgeklärt werden über Wesen, Grundfäße und Ziele unserer politischen Parteien; wich tige politische Streit- und Tagesfragen müssen eingehend mit ihr erörtert werden; sie muß aber auch geschult werden in der Kunst des Debattierens, denn gewandte Redner, die auch imstande sind, den Gegner schlagfertig zu widerlegen, sind für den politischen Kampf eine un bedingte Notwendigkeit. Ein großes, weites Arbeitsfeld füz unsere konservativen Parteien! Stünde eine solche Aufforderung in einer sozialdemo fratischen Zeitung würde sich der Staatsanwalt mit fliegendem Talar auf sie stürzen, und im Handumdrehen wäre eine Anflage wegen Aufforderung zu ungefeßlichen Handlungen zurechtgedrechselt. Dem konservativen Blatte wird natürlich nichts geschehen. Das Wort von der Gleichheit aller vor dem Gesetz wird sich wieder als ein altes Ammenmärchen erweisen. Krankenunterstützungsu. Sterbekassenverein Berlin- Friedenau. Sonntag, den 22. März, nachmittags 4 Uhr, im Restaurant Klabe, Friedenau, Handjerhstr. 61: Außerordentliche General- Versammlung Tagesordnung: 1. Erhebung eines Extrabeitrages (§ 22). 2. Raffenangelegenheiten und Ver schiedenes. 283/15 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Hermann Müller, Ernst Reiche, Kaffierer. 1. Borsigender. Für die Beweise herzlicher Teil- Bettfedern nahme bei der Beerdigung meines lieben Bruders Hermann Voigt fage ich allen Freunden und Betannten meinen besten Dant. Reinidendorf, 18. März 1914. Eichbornstr. 22. 13215 Gertrud Nitschke geb. Voigt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und gab.reichen Kranz spenden anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Pflegevaters 108A Hermann Loppe fagen wir allen Beteiligten hiermit unseren herzlichften Dank. Frau Therese Loppe . und Trudchen. Herausgefüttert Anna Tornow werden bleichsüchtige junge Mädchen, schwächliche, hagere Personen, frant liche Frauen, blasse, schlecht entwidelte Kinder, wenn fie regelmäßig mit geb. Krause am Montag, den 16. März, nach mittags 11, Uhr, nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 37 Jahren sanft entschlafen ist. Dies zeigen, um stille Teilnahme bittend, tiefbetrübt an Fritz Tornow. Johann Krause) als Johanna Krause) Eltern. Berlin- Lichtenberg. Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Brizer Gemeinde- Friedhoses, Chauffeestraße, aus statt. 74a Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Kollegen und Kolle Zentral- Kranken- u. Sterhekasse ginnen der Firma Emrich u. Schöning, der deutschen Wagenhauer. V. a. G. Berlin. Bezirk 10. Am 16. März verstarb nach langem Leiden unser Mitglied Gustav Reichelt. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, den 20. März, nach mittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. 257/14 Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale Neukölln II. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Klempner 257/12 Adam Müller am 14. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. dem Metallarbeiterverbande, dem Wahlverein des 6. Kreises, Bez. 544a, fowie dem Gesangverein meinen 129A herzlichsten Dani. Wwe. Frida Sonntag geb. Ewald nebst Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Dr Jand. Weil Hafermark ernährt werden. Wissenschaft und ärztliche Erfahrung haben uns den Wert der Hafernahrung schäben gelehrt. Aber kein anderes Haferpräparat übertrifft an Wohlgeschmad, Nährwert und schneller, einfacher Zubereitung Dr. med. Stud. Weil's Hafermart. Gebrauchsvorschrift auf den Baleten Originalpaket 1 Pfd. 40 Pf. General- Depot: D. Mader, Prinzenstr. 86. 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Und die übrige Berliner Bauernfamilie der Wollants vereinigt hatte, hinterließ keine des Genossen Richard Seidel über Bildungsarbeit und Arbeiter- Presse verbricht Leitartikel, in denen das Ereignis gewürdigt direkten Leibeserben. In seinem Testament segte er nach Abzug bildung". Die Wahlvereinsmitglieder zwischen 18 und 21 Jahren wird. Das ganze deutsche und das braunschweigische Volk einiger Vermächtnisse zur Erbin seines gesamten Vermögens die wollen zahlreich und pünktlich erscheinen. Der Vorstand. nehme regsten Anteil an dem Glück der kaiserlichen Groß- Bollantsche Familienstiftung ein, deren Geschäftsstelle Vierter Wahlkreis. Heute abend 81% Uhr findet für die jungen eltern", so heißt es in den einzelnen von Byzantinismus sich noch jest in der Villa Wollant am Weinbergsweg 15 befindet. Mitglieder des Wahlvereins im Alter von 18 bis 21 Jahren triefenden Auslassungen. Weil die Mutter des neuen Prinzen Das Vermögen überstieg schon damals 20 Millionen Mark und zwei Versammlungen statt. Für den Stadtteil Südost im die Tochter des Kaisers ist, beeilen sich die Magistrate und bestand in der Hauptsache aus Grundstücken im Norden Berlins, Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147. Vortrag des Genossen E. Eichhorn über: Einführung im wissenschaftlichen treugehorsamste Stadtverordneten von Berlin und Potsdam aus barem Gelde und Wertpapieren. Da der Grundstod zu Sozialismus". Für den Stadtteil Diten im Lolal von Siegel, und das Abgeordnetenhaus, dem Herzog von Braunschweig, dem Millionenvermögen von dem Vater und dem Großvater Große Frankfurter Straße 30. Vortrag des Reichstagsabgeordneten dem Kaiser und der Kaiserin ihre Glückwünsche ehrfurchtsvoll Karl Wollants durch geschickte Grundstücksankäufe gelegt worden Genossen Otto Büchner über:" Die Bedeutung des zu Füßen zu legen. Jedes einzelne Glückwunschtelegramm war, wollte 18. März". der Verstorbene dies Vermögen in erster wird sorgfältig registriert. Wir erfahren auch, daß der Kaiser Reihe den Nachkommen dieser Wollants zugute kommen lassen. Er am Tage sich wiederholt telephonisch nach dem Befinden seiner bestimmte, daß das Vermögen der Wollantschen Familienstiftung der Tochter und des Kindes erkundigt hat, alles Selbstverständlich- von seinem Vater und Großvater abstammenden Familie erhalten teiten, die aber gedrudt werden müssen. und den männlichen Nachkommen dieser Familie eine finanziell geTempelhof. Heute Donnerstag: Wichtige Flugblattverbreitung bon den bekannten Stellen aus. Morgen Freitag, abends 8 Uhr, im Wilhelmsgarten", Berliner Str. 49: Deffentliche Gemeindewählerversammlung. Tagesordnung:„ Auf zur Gemeindewahl". Referent: Genosse Hermann Müller vom Parteivorstand. Wildau- Hoherlehme. Am Freitag, den 20. März, abends 8 Uhr, im Lokale von Rodanek: Wählerversammlung zu der am Montag, den 23. März in hiesiger Gemeinde vorzunehmende Gemeindewahl. Hierzu, heute Donnerstag, abends 8 Uhr, vom selben Lokale aus: Flugblattverteilung. Lantwit. Zu der am 24. März stattfindenden Gemeindewahl nimmt ein Extrazahlabend Stellung, der morgen Freitag, ben 20. d. M., im Restaurant zum Seydlig, Kaiser- Wilhelm Ede Seydligstraße, abends 81, Uhr, stattfindet. Das Erscheinen aller Genossen und Genoffinnen ist Pflicht. Dabendorf. Am Sonnabend, den 21. d. Mts., abends 81, Uhr: Generalversammlung des Wahlvereins im Loka! von Wiese. Reinickendorf- Weft. Der wegen der Noten Woche unterbrochene Bortragszyklus:„ Geschichte des Sozialismus" wird heute Donnerstag, abends 8 Uhr, im Lokal von A. Hallmann, Scharnweberstraße 54, fortgelegt. Trebbin. Am Sonnabend, den 21. März cr., abends 8 Uhr, im Schüßenhaus( W. Fromm): Wahlvereinsversammlung. Tages ordnung: 1. Kasse und Aufnahme neuer Mitglieder. der Funktionäre. 3. Lofalfrage. 4. Parteiangelegenheiten. 5. Berschiedenes. 2. Neuwahl Bezirk Waidmannsluft. Sonnabend, den 21. März, abends 8 Uhr, in Hohen- Neuendorf bei Blessin, am Bahnhof Stolpe: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Berliner Nachrichten. Zur Charakteristik der bürgerlichen Presse. Wie ist doch die Zeitung so interessant für unser liebes Vaterland! Was haben wir heute nicht alles vernommen: Die Fürstin ist gestern niedergekommen, und morgen wird der Herzog kommen, hier ist der König heimgekommen, Dort ist der Kaiser durchgekommen bald werden sie alle zusammenkommen mie interessant! wie interessant! Gott fegne das liebe Waterland! Wie ist doch die Zeitung interessant für unser liebes Baterland! Was ist uns nicht alles berichtet worden: ein Bortepeefähnrich ist Leutnannt gewordenein Oberhofprediger erhielt einen Drden, die Lakaien erhielten filberne Borten, die höchsten Herrschaften gehen nach Norden und zeitig ist es Frühling geworden wie intereffant 1 wie interessant! Gott segne das liebe Vaterland! An diese Worte von Hoffmann von Fallersleben wurden wir besonders gemahnt, als wir gestern abend die bürgerliche Presse lesen mußten. Weil dem neuen Herzogspaar in Braunschweig ein Sohn geboren wurde, geraten die bürgerlichen Blätter An den Gräbern der Märzkämpfer. Natürlich wird auch gewissenhaft die gute Stimmung des ficherte Stellung verschaffen solle. Die weiblichen Mitglieder der gegeben hat, die Flaggen zu hissen und die Schulen zu Die männlichen Angehörigen der Familie Wollant erhalten bei Kaisers gebucht, der in seiner Freude sofort Anweisung Familie wurden jedoch ausdrücklich von der Stiftung ausgeschlossen. schließen; natürlich wieder über den Kopf der städtischen Vollendung ihres 30. Lebensjahres je 2 Million Mark und nach Schulverwaltung hinweg. Polizeibeamte mußten vielfach den Bollendung des 35. Lebensjahres eine weitere 1, Million, im ganzen Auftrag, die Schule zu schließen, den Rektoren überbringen, also 1 Million Mark ausgezahlt. Nach dem Aussterben der vom Großvater so daß die Schule ziemlich zu Ende war, ehe die Anweisung an Start Wollants abstammenden Familie sollen alle männlichen Träger des die richtige Stelle fam. Hiergegen hat natürlich die bürgerliche Namens Wollant, soweit sie ihre Verwandtschaft mit dem Stifter Presse in ihrem patriotischen Taumel kein Wort der Kritik übrig. nachweisen können, anteilsberechtigt sein. Sind solche FamilienEs wird auch nicht vergessen mitzuteilen, daß der Kaiser heute mitglieder nicht mehr vorhanden, so steht die Stiftung allen Ber jedenfalls seine Tochter besuchen wird, wenn es angängig ist. fonen zu, die den Namen Wollant führen. Trifft auch dies nicht Seine Reise nach Korfu würde nicht beeinträchtigt werden. mehr zu, so soll gemäß der Stiftungsurkunde das ganze Vermögen Alles das müssen natürlich die Leser der bürgerlichen Presse zum Besten der Armen Berlins verwendet werden. Im Jahre 1893 genau wissen. Sie sind zu bedauern! wurde diese Stiftung von den beteiligten Behörden als Familienstiftung anerkannt und das Amtsgericht Berlin I sprach Besonders unangenehm empfanden gestern die Schüler die Genehmigung aus, wobei die Stempeltoften allein Schulausfall. Als sie gestern abend den Unterricht besuchen Zeit entwidelten sich zwischen der Stiftungsverwaltung und der Handwerkerschule für Buchdrucker in der Lindenstraße den ber eine halbe Million Mark betrugen. Im Laufe der wollten, erfuhren sie, daß derselbe ausfällt. Viele hatten Geld den Familienmitgliedern über die Ipeitere und Zeit geopfert und mußten nun wahrnehmen, daß alles Behandlung der Stiftung Meinungsverschiedenheiten und Zwisſtigumsonst war. Auch für diese Vorgänge findet die bürgerliche feiten. Die Familienmitglieder wollten durch Familienbeschlüsse die Presse fein Wort des Tadels. Statuten der Stiftung ändern und den Kreis der an der Stiftung Berechtigten erweitern. Dem widersetzte sich die Stiftungsverwaltung Daß das braunschweigische Volf anders denkt als die mit der Begründung, die Stiftung bestehe als Familienstiftung bürgerliche Presse sich telegraphieren läßt, beweisen am besten überhaupt nicht zu Recht, sondern sei eine gewöhnliche die Vorgänge anläßlich der Wahlrechtsdemonstrationen in Stiftung, für die die landesherrliche Genehmigung erforder Braunschweig. Das Volk in Braunschweig will sein Recht, lich sei. Der Berliner Polizeipräsident schloß sich dieser sein politisches Recht; es muß noch harte Stämpfe darum Auffassung an und reichte im Dezember des Jahres 1912 führen. Und deshalb jubelt es nicht bei der Geburt eines als gefeßlicher Vertreter der Armen Berlins beim Amtss gericht den Antrag ein, diesen Armen und den unbekannten Wollankschen Brinzen. Aber dieser Kampf um politische Gleichberechtigung wird Personen namens Wollant einen Pfleger zu bestellen, um den Genicht in der bürgerlichen Presse, nicht vom Bürgertum, nehmigungsbeschluß des Amtsgerichts anzufechten und nach dessen sondern von der Sozialdemokratie und ihrer Presse geführt, Aufhebung die Umwandlung der Familienstiftung in eine öffentliche der es vollkommen gleichgültig ist, ob in einer königlichen Stiftung anzustreben. Das Amtsgericht bestellte Justizrat Adam als Familie ein Sind mehr oder weniger geboren wird. Pfleger und das Landgericht Berliu. I hat jest auf seine Slage: dahin entschieden, daß die Wollantsche Stiftung der landesherrlichen Ges nehmigung bedürfe. In den Nebenpunkten wurde die Klage abs gewiesen. foufiszierten Widmungen hier nur einige Proben: Die 25 Millionen der Wollantschen Stiftung. Der Berliner Polizeipräsident gegen diefamilie Wollant. Die 25. Zivilkammer des Landgerichts Berlin I Ein Spezialkrankenhaus für Lungenkranke. hat dieser Tage in einem interessanten Prozeß, den der Berliner Die Bekämpfung der Tuberkulose ist eine Aufgabe, die heute Polizeipräsident als Vertreter der Rechte der Armen Berlins gegen von den verschiedensten Organisationen zu lösen versucht wird. Vors die Familie Wollant über den Charakter der Wollantschen Familien- nehmlich dient heute die Heilstättenbehandlung der Landesversiche stiftung veranlaßt hatte, ihre Entscheidung dahin verkündet, daß die rung diesem Ziele. Aber neben dieser Behandlung erweist sich doch Wollantsche Stiftung teine reine Familienstiftung, sondern eine auch eine spezielle Krankenhausbehandlung sei durchaus nötig, zumal Stiftung sei, die der Landesherrlichen Genehmigung für zahlreiche Fälle die Heilstätten nicht in Frage lommen. Die unterliege. Wenn sich die höheren Instanzen, Kammergericht und Stadt Berlin will ja in Buch ein großes Haus für Brustkrante Reichsgericht, dieser Entscheidung anschließen, muß der Beschluß des bauen, um dem Bedürfnis abzuhelfen. Denn gerade für tuberkulöse Amtsgerichts Berlin vom 18. August 1895, der die Wollantsche Krante ist heute so gut wie gar nicht gesorgt und die Gefahr für Stiftung als Familienstiftung genehmigte, aufgehoben werden, und die übrige Bevölkerung ist insbesondere bei stark Tuberkulösen eine das Vermögen der Stiftung, das sich jest auf rund 25 Millionen recht erhebliche. Mark beläuft, würde dann nicht nur den Mitgliedern der Familie Inzwischen ist in der Straße Am Zirkus 9 mitten in Wollant und den Trägern des Namens Wollant, sondern nach einer der Stadt eine frühere orthopädische Klinik Zu einer Bestimmung des Erblaffers auch den Armen Berlins zugute Klinik für Lungenkranke umgestaltet worden, die gestern die das Andenken an den glorreichen Tag der Volfserhebung und freiheitlicher Gedanken hat auch die polizeiliche Zensur befolgt. Bon der fiegreichen Revolution feiern. Meistens sind es Arbeiter aus den zahlreichen größeren Fabriken, daneben organisierte Berufsgruppen, welche durch Niederlegung von Kränzen das Andenken an die März gefallenen ehrten. Außerdem wurden Kränze gebracht von dem Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und der Um gegend, der Sozialdemokratie der Provinz Brandenburg, die ihre Nach tagelangem Wintersturm, nach Schneegestöber und Regen- Spende den Helden der Roten Woche von 1848" widmete, der sozialfchauer ein prächtiger Märztag. Frühlingssonnenschein vergoldet den demokratischen Landtagsfraktion, von Schülern der Parteischule, von der Gedenktag der Revolution. Als die Strahlen der Morgensonne die Redaktion des Vorwärts" sowie von verschiedenen Sport- und Reste des nächtlichen Nebels durchbrachen und mit mildem Glanz die Vergnügungsvereinen der Klaffenbewußten Arbeiterschaft. Auch die stille Ruhestätte der Freiheitshelden übergossen, da grüßten fie bereits Patienten von Grabowfee waren vertreten. Und alle diese Kränze, die ersten Boten der Klassenbewußten Arbeiter, die mit rotbeichleiften in dichten Reihen an den Gräbern der Märztämpfer aufgehängt, Kränzen erschienen waren, um die unter dem Rasen schlummernden prangen im leuchtenden Not des revolutionären Proletariats. Die Opfer des Freiheitstampfes zu ehren.-Doch die Märzfonne proletarischen Vollitreder des bürgerlichen Freiheitsgedankens find spiegelte sich auch in Schußmannshelmen und Uniformknöpfen. Wo auch hier, wo es gilt, die Helden der bürgerlichen Revolution zu das Volk seine Helden ehrt, da fehlt die preußische Polizei nicht, um ehren, in der überwiegenden Mehrheit. Zwischen ihnen finden sich, mit dem Auge des Gesetzes" darüber zu wachen, daß die Begeiste- wie immer, einzelne schwarze Schleifen von anarchistischen Gruppen, rung für Freiheit und Recht sei es auch nur in Goldschrift auf und zahlreicher find die schwarz- rot- goldenen Bänder, gespendet von roten Grunde nicht zu hohe Wellen schlägt. Wieder stand an bürgerlichen Vereinen, die sich wenn auch nur einmal im Jahr der telle, wo wir ihn seit einer Reihe von Jahren zu sehen gewohnt noch zu den Jdeen der Märztämpfer bekennen: Gewerkvereine, fortfind, der Polizeileutnant von langer Gestalt und mit herbem schrittliche Organisationen und neuerdings die kleine Gruppe der Gesichtsausdruck, der die Teile der Kranzschleifen, deren Inhalt ihm Demokratischen Vereinigung, die gegen Mittag in fünf Kutschen eine staatsgefährlich erscheint, mit scharfem Riß abtrennt und die Ueber- Anzahl von Kranzipenden ihrer verschiedenen Ortsgruppen brachte. bringer verpönter Inschriften feststellt, worauf dann das konfiszierte Nach Tausenden zählten die Besucher des Begräbnisplages. In Stück roten Bandes in die Rocktasche eines Kriminalschutzmanns langem Zuge aufgereiht, standen Männer und Frauen des rechtlosen versenkt wird. Erkennbare Grundsäge der Zensur haben sich, obgleich Volles, wartend, bis sie truppweise Einlaß fanden, um dem Anfie feit Jahren von ein und demselben Beamten ausgeübt wird, denken der Revolutionshelden stille Grüße darzubringen. immer noch nicht herausgebildet. Zufall und Laune so scheint es -lenken die konfiszierende Hand des polizeilichen Zensors. So manche Inschrift, die einmal anstandslos passieren darf, verfällt ein Die " Inschriften der Kranzschleifen andermal der Konfistation. Befannte Dichterworte, die seit länger nahmen öfter Bezug auf die jüngsten Ereignisse. Mehrmals fand als einem Menschenalter Gemeingut des Volkes sind, gelten hier als die Zabernaffäre Anwendung und das" Jmmer feste drauf" erschien eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und werden rüdsichtslos in verichiedenen Beziehungen und Variationen. entfernt, obgleich nicht einzusehen ist, weshalb Verfe, die in zahl- Arbeiter der Löwenbrauerei: So schrieben die reichen Gedichtsammlungen die weiteste Verbreitung gefunden haben, gerade dann die öffentliche Ordnung stören, wenn sie auf einer Stranzschleife zu lesen sind. Einige Dußend Inschriften, meist Zitate von Freiligrath und anderen Freiheitsdichtern, verfielen der Konfistation. Hunderte von Kränzen mit Widmungen, die ebenfalls den Geist der Freiheit und Gin Freiheitssturm braust durch das Land. Das ist jetzt Alt und Jung bekannt. Und läuft das Volt einmal zu Hauf, Dann heißt es: Bravo! Feste drauf! Ein Kranz von Arbeitern der Großen Berliner Straßenbahn So wie Ihr, immer feste drauf! des Kampfes gegen die Reaktion atmen, deckten die Gräber der trägt die Inschrift: Märzlämpfer. Bom frühen Morgen bis zum Mittag tamen fie in, ununterbrochener Reihenfolge, die Deputationen mit Kranzspenden, b Den Wahlspruch: Immer feste drauf, nämlich auf die Verkünder Doppelt geschnitten wurde die sozialdemokratische andtagsfraktion, denn sie mußte, was feinem anderen geschehen ist, beide Schleifenbänder in den Händen der Polizei lassen. Auf dem einen Band stand: Den Kämpfern gegen preußischen Absolutismus und Reaktion Die sozialdemokratische Fraktion der preußischen Duma." Das zweite Band trug die Freiligrathschen Worte: Denn ob der Reichstag sich blamiert profefforhaft troß alledem und ob der Teufel reagiert mit Huf und Horn und alledem Troß alledem und alledem, trog Dummheit, List und alledem wir wissen doch die Menschlichkeit behält den Sieg trog alledem. Derselbe Vers ist auch von anderen Kränzen entfernt worden. eine Berlins und der Umgegend wurde dieser Bers Dem Verband sozialdemokratischer Wahlber tonfisziert: Wir fämpften von jeher, wir fämpfen fortan. Und würfen sie zehnmal uns nieder, auf sprängen wir wieder und griffen fie anund wieder und wieder und wieder! Die Arbeiter der B. E. W.- Zentrale Moabit mußtent ebenfalls eine Strophe Freiligraths in den Händen der Polizei laffen die auch von anderen Kränzen geschnitten wurde: Auf der Lippe den Trotz und den zudenden Hon in der Hand ten blizenden Degen, noch im Sterben rüfend: Die Rebellton! So find wir mit Ehren erlegen. An einem Kranz von Arbeitern der Elektromobilbroschtenbetrieb " Electric" in der Ofener Straße erschienen diefe Worte gefährlich: Sier ruben unsere Brüder, durchbohrt von des Königs Blei. Sie haben wie Helden gefochten, daß das Volk werde gleich und frei. Drum Brüder, erkennt die Opfer, die Jene fürs Volt gebracht. Zieht mutig hinaus zum Sample und sei es zur Freiheitsschlacht. der öffentlichen Benutzung ükergeLen worden ist. Dieses Kranken. I nach Brot schrie? Immer wieder mußte die Mutter es vertrösten Haus hat sich die Spezialbehcmdlung Tuberkulöser zur Aufgabe ge macht.- Es ist mit allem versehen, was eine solche Behandlung er- fordert. Die Räume sind hell und luftig. In den Zimmern stehen e> Betten, die durch BeUschirme getrennt sind; auch Einzelzimmer sind vorgesehen. Bemerkenswert sind die in besonderen Räumen angebrachten Jnhalationsavparate. Auch die Freiluflkur soll zur An- Wendung kommen, zu welchem Zwecke das Dach zu einem hiibichen Garten mit Liegehallen hergerichtet worden ist. Das neue Haus enthält 70 Betten. Auch in sozialer Hinsicht soll den Kranken Hilfe geleistet werden. Eine soziale Station ist im Erdgeschoß unlergebcacht, die durch Schwestern den Zusammenhang mit den Angehörigen der Patienten aufrecht' erhalten soll: insbesondere soll nach Möglichkeit durch Inanspruchnahme entsprechender Stellen dafür gesorgt werden, daß die Not der Angehörigen niöglichst ge- mildert wird und für Verbesserung der Wohnungsverhältnisse Sorge getragen werden soll. Auch soll der Frage näherzutreten versucht werden, oen zur Entlassung kommenden Patienten Arbeit zu ver- schaffen, für die sie geeignet erscheinen, eine Aufgabe, von deren Schwierigkeiten der ärztliche Leiter der Anstalt, Dr. A. Mayer, voll- kommen überzeugt ist. Wie wir hören, bekunden Krankenkassen, die Landes- Versicherungsanstalt sowie die Anstalt für die Angestelltenversicherung für das neue Unternehmen erhebliches Interesse. „Und als das Brot gebacken war—!" Ueber den Selbstmord eines im' Hause Manteuffel- straße 13 wohnenden Arbeiters Wilhelm Meißner berichteten wir in Nr. 73. Wir gaben ait, daß der sechzigjährige, arbeitslos gewordene Mann aus N o t seinem Leben ein Ende gemacht hatte. Hierzu erhalten wir jetzt noch nähere Mitteilungen, die wegen eines besonderen UmstandeS uns sehr beachtenswert scheinen. Meißner war ftahlenkutscher bei Nicolai, verlor aber im Herbst diese Stellung, weil er seit langem magenleidend war und sich krank melden mußte. Al8 der Arzt ihn wieder für gesund erklärte, suhlte Meißner sich zwar noch nicht arbeitsfähig, er hätte aber sehr gern die.Arbeit wiederaufgenommen, wenn nur nicht die Stell? besetzt gewesen wäre. Da er andere Arbeit nicht sogleich finden konnte, so suchte er bei einer ihm bekannten Familie sich in einem kleinen Kohlengeschäst durch ÄuShilfstätigkeit nützlich zu mächen, wofür er nach Kräften unterstützt wurde. Der Armen- Vorsteher seines Bezirks, ein im Haus« Köpenicker Str. 154 wohnender Aufseher Lönnig, bewilligte ihm zunächst Speisemarken für die Armenküche, soll aber später die Weiterbewilligung abgelehnt haben mit der Erklärung, daß er keine Marken mehr darüber habe. Ende Februar erreichte Meißner, daß die Armen- kommission ihm für März eine einmalige Unterstützung in bar gewährte.' ganze K M.»Was soll ich damit zuerst anfangen?" klagte er, als er sie heimbrachte. Für Februar schuldete er noch 8 M.. am 1. März hatte er für den neuen Monat schon wieder ih M. zu zahlen, und die Frau des Verwalters kündigte ihm an, daß man bei Nichtzahlung ihn werde auf die Straße setzen müssen. Seine letzte Hoffnung wckr, ein Darlehn aus den be- rühmten LOOOOV M. zu erhalten, die für Arbeitslose aus dem Stadtfäckel hergeliehen werden sollen. Noch Ende Februar Meldete er sich. Er war doch gewiß bedürftig genug? Und von den eben bewilligten 6 M. konnte er doch nicht leben! Warum aber ließ man ihn so lange warten? Am 7. März ging er zu der im Hause Breitestr. 22 untergebrachten Prüfungsstelle für Kiese Tarlehnsgesuche und ermahnte, ihn nicht- unberücksichtigt zu lässen.' Achi da zuckten die Herren im Bureau die Achseln:»Da« geht nicht so schnell, wie Sie sich das denken. Das muß alles erst sehr genau geprüft werden. G ed'u lden Sie sich nur noch, Sie werden bald Antwort erhalten." Hoffnungslos kam er heim. Mit seiner.Geduld" warS zu Ende— am folgenden Tage griff er zum Strick. Es ist möglich, daß in dieser Darstellung nicht alle Einzelheiten den Tatsachen ganz entsprechen. Wir legen auf die Neben- sächlichkeiten kein Gewicht. Richtig ist urindestens, daß Meißner auf die Entscheidung über sein DarlehnSgesuch lange, zu lange, hat warten müssen. Und auch das ist leider richtig, daß er auS diesem Grunde seinem Leben verzweifelnd ein Ende gemacht hat. In der Stadtverordnetenversammlung haben unsere Genossen ge- rügt, daß arbeitslose DarlehnSsucher ungebühr- lich lange warten müssen. Ter Chef deS Armenwesens gab die beschwichtigende Antwort, eS werde mit aller Beschleunigung gearbeitet. Daß Eile dringend not tat, zeigt das traurige Schicksal FieißnerS. Wie heißt's doch in deut Volkslied von dem Kind, das ,Uud als das Brot gebacken war— da lag das Kind auf der Totenvahr'?" Meldepflicht umziehender und wegziehender Personen. Vor dem bevorstehenden Umzug wird auf die Vorschriften der Meldepolizeiverordnung vom 11. Januar 1S13 aufmerksam gemocht Hiernach muß jeder Mieler beim Aufgeben einer Wohnung im Landes- polizeibezirt dem zur Abmeldung verpflichteten Hauseigentümer oder Hausverwalter für seine Person und alle zu seinem Hausstande ge- börigen Personen(Angehörige, Astermieter, Schlafleute, Dienstboten, Gesellen. Lehrlinge uiw.) rechtzeitig, vollständig und wahrheits- aemäß über alle bei der Um- oder Abmeldung zu beantwortenden Fragen Auskunft geben. Die gleiche Verpflichtung liegt Aftermielern, Schlafleuten usw. ihrem Wohnungsgeber gegenüber ob Vorortnachrichten. bestrittene Gültigkeit einer Krekstagswahl. Der AmlS- und Gemeindevorsteher Müller aus Lübars (Kreis Niederbarnim) war im Wahlverbande der Landgemeinden zu- nächst zum Wahlmann und im April ISIS zum KreiStagSabgeordneten für Niederbarinm gewählt worden. Der Kreistag erklärte aber seine Wabl für ungültig, worauf Müller gegen den Kretstag beim Bezirks aus ich uß klagte. Es handelte sich um folgende Rechtsfrage:§ 106 der Kreis Ordnung besagt unter Ziffer 2. daß wählbar zum Mtgliede des Kreistags(beztehungSweise zum Wahlmann) sei: in den Wahl- verbänden der großen Grundbesitzer, sowie der Land- gemeinden, ein jeder seit einem Jahre in dem Kreise an- gesessene ländliche Grundbesitzer, sowie ein jeder, welcher in einer Versammlung dieser Verbände ein Wahlrecht ausübt und seit einem Jahre im Kresse einen Wohnsitz hat" Da Herr Müller noch nickt seit einem Jabre ländlicher Grund- besitzer war, so kam für seine Wählbarkeit nur die zweite Evemualität in Frage. Unstreitig hatte er seit einem Jahre einen Wohnsitz nn Kreise. Um wäblbar zu sein, mußte er aber ferner»in einer Ber- sammlung dieser Verbände", also der Wahlverbände, ein Wahlrecht ausüben. Herr Müller hatte nun mit Bollmacht der Frau von HeinziuS, der Besitzerin von Gut und Schloß Tegel, statt dieser Frau im Wahlverbande der Großgrundbesitzer gewählt. Diese Wohl hatte aber, da die einzelnen Wahlverbände nicht gleichzeitig wählen, erst im Mai ISIS, also nach dem Zeitpunkt stattgefunoen, wo Müller gewählt worden war. Deshalb bestritt der Kreistag Herrn Müller die Wählbarkeit und deshalb hatte er die Wahl für ungültig erklärt Der Bezirksausschuß erklärte aber auf die Klage Müllers seine Wahl für gültig. Begründend führte der Bezirksausschuß aus: Der Kreistag habe den§ 106 der Kreisordnung falsch ausgelegt. Die ganze regelmäßige Kreistagswahl müsse als etwas Einheit- lich es angesehen werden. Deshalb sei eS gleichgültig, daß Müller früher gewählt wurde, als wie er mit der Vollmacht feiner Boll- machtgeberin in dem anderen Wahlverbande, dem der Grotzgrund- besitzet wählen konnte. ES genüge, daß er mtt recht-'gültiger Vollmacht der Dame im Mai deren Wahlrecht ausübte. Der§ 106 spreche die Wählbarkeit dem zu, der in einem der Wahlverbände ein Wahlrecht ausübe; er lasse aber ganz offen, ob diese Ausübung »eme« Wahlrechts" vor seiner eigenen Wahl erfolge oder nach ihr. Somit müsse die Wahl MüllerS für gültig erachtet'werden. Das Oberverwaltungsgericht verwarf die noch vom Kreistag eingelegte Berufung. Es schloß sich ausdrücklich den Gründen des Bezirksausschusses an und erachtete demgemäß Herrn Diüller für rechtsgültig gewählt. Schöneberg. Die Deputation für SolkSuuterhaltmigen hat Ar Sonntag, den 22. d. MtS., abends 6 Uhr. in der Aula der Hohenzollernschule. Belziger Straße 43, einen Kammermusilabend angesetzt Mitwirkende find: Fräulein Eva von Skopnik. Konzert- und Oratoriensängerin. Am Klavier: Herr Professor Georg Schumann. Violine: Herr Prosessor Willi Heß. Liolincello: Herr Hugo Dechert königlicher Kammervirtuos, und Herr Pianist Max Laurifchkus. Zum Vortrag gelangen Lieder von Beethoven und Schubert, Trio O-waU, Beethoven. Trio S-ckur, op. 99, Schubert Eintrittspreis 80 Pfennig. Eintrittskarten find in der Spedition Marlin- Luther-Sttatze 69, und im Konsumladen, Apostel- Paulus- Straße 40, zu haben. Neukölln. Eine photographische Ausstellung findet am kommenden Sonntag im Jugendheim II. Nogatstr. 16. statt. Aussteller ist die Photo. graphische Abteilung des Deutschen Arbeiter- Wanderbundes.Die Naturfreunde". Außer den Führungen durch die Ausstellung findet um 5 Uhr ein Dortrag über.Photographie" vom Genossen Greve statt. Ter Eintritt ist für jedermann frei, und ist der erwachsenen Arbeiterschaft zugleich Gelegenheit geboten, das Heim zu besichtigen. Die Ausstellung ist von Uhr geöffnet. Steglitz. SaufmannSgerichtSwahl. Bei der am Mittwoch stattgefundenen Wahl der Gehilfenbeisitzer gaben ihre Stimme ab für die Liste 1(Antisemiten) 47 Wähler(282 Stimmen), für Liste 2 (Zentral verband) 11 Wähler(66 Stimmen) und für Liste 8 (58 er) 19 Wähler(114 Stimmen). Die Deutschnationalen, die bis- ber sämtliche sechs Mandate besetzt hatten, muffen eines an den Zentralverband und das andere an den S8er Verband ab- geben. Lankwitz. Die Gewetttdewahle« find nun endlich ausgeschrieben. Die S.Klasse wählt am Dienstag, den 24. März, in der Zeit von 12—9 Uhr in der Turnballe beZ Realgymnasiums. ES ist Pflicht aller Genossen nichr nur ihr Wahlrecht auS» zuüben, sondern auch so viel wie möglich für eine rege Wahlbetei« ligung zu agitieren. Weihensee. Die Borarvette» zum nächstjährigen Etat sind in sieben Sitzungen der Etatskommnsion zum Abschluß gekommen. Mit Ach und Krach bat man es fertig gebracht, den Etat unter den bisherigen Steuersätzen zu balancieren. Alle Anträge der unteren Beamten. Polizei- sergeanten. Schuldiener usw. aus Erhöhung ihrer minimalen Ge- hälter wurden zurückgestellt, um diese— vielleicht— im nächsten Jabre zu berücksichtigen. Der Weitzenseer Bank-KonkurS belastet die Gemeinde im kommenden Jahre mtt der Kleinigkeit von 76 000 M.. deshalb gehen die kleinen Beamten und Arbeiter leer auS und auf den Ausbau der sozialen Einrichtungen muß eben- falls verzichtet werden. Ueberschüsse erzielen die Etats der Steuer- Verwaltung 1587 265 M., Gemeindegrundstücke 60 740 M., Wasserversorgung 51 150 M., Musterkuhstall 24 000 M.. Friedhöfe 6 400 M. Dem stehen Zuschüsse gegenüber für die allgemeine Verwaltung 320 111 M., Kapital- und Schuldenverwaltung 616 284 M.. Schul- Verwaltung 527 662 M., Armenverwaltung 136 660 M., WohlfahrtS- einrichlungen 15 638 M.. SäuglingSkrankenhauS 20 500 M., Straßen und Plätze 91 850 M. Gemeindesteuern werden erhoben 115 Proz. zur Slaatseinkommensteuer und zwar 461 725 M. Gewerbesteuer 134000 M.. Filialsteuer 61 250 M.. Betriebssteuer 1 580 M., Gemeindegrundsteuer für bebaute Grundstücke 146 000 M.. gärtnerisch benutzte Grundstücke 24 000 M. unbebaute Grundstücke 306000 M., im ganzen 1435 255 M. An die Kreiskommunallasse sind zu zahlen 155 494.67 M. Um den Ledigenheim-Etat nicht allznfehr zu belasten, will man zum 1. April die Frauenabteilung auflösen, wenn sich bis dabin ein stärkerer Zuzug nicht bemerkbor macht. Bei dem vorherrschenden Bestteben, nach außen damit zu prangen, trotz der schwierigen Finanzlage ohne Erhöbung der Steuerzm'chläge auszukommen, dürsten AnttSge unserer Genossen auf Bessergestaltung verschiedener Dinge bei der in etwa 14 Tagen erfolgenden Etatsberatung kaum auf Annahme rechnen können. KaufmannSgerichtSwahl. Bei der am Mittwoch ftattgewndmen Wahl der Gehilfenbeisitzer erhielt die Liste deS Zentralverbandes der Handlungsgehilfen 19 Stimmen— 1 Beisitzer. Verein der deutschen Kaufleute 29 Stimmen— 2 Beisitzer, Antisemiten 33 Stimmen--- 2 Beisitzer, Leipziger 15 Stimmen 1 Beisitzer. Grüna«. Auf zur Gemeint evertteterwahl? Heute, Donnerztag, den 19. März, nachmittag« von 4}/,—8 Uhr abends, findet im Restaurant Buchholz die Gemeindewahl für die 8. Abteilung statt. Kandidat ist der Goldarbeiter Genosie Hermann B l u h m e. Diejenigen Genossen, welche bei den Wahlarbeiten helfen können, wollen sich um 4 Uhr im Lokal Friedrichstr. 2 dem Wahlkomitee zur Verfügung stellen. Zossen. Trotz aller Schikauierungeu brachte uns die.Rote Woche" einen Zuwachs von 45 neuen Parteimitgliedern. Für die Parteipresss wurden 15 neue Abonnenten gewonnen. Man ersieht hieraus, daß bei einiger Rührigkett der Genossen auch hier Erfolge erzielt«erden käniten. Alt-Landsberg. Dir Wahl eines Gcmeiudevertreter» findet am Freitag, de» 20. März, vormittags von 10 vi« 11'/, Uhr, im Rathaus statt. Kandidat ist der Monteur Wilhelm Kilk. ES ist Pflicht eines jeden Wählers, dem das Wohl der Allge- meinheit am Herzen liegt, seine Stimme für unseren Genossen abzu« geben. Die Arbeiter der städtischen Gaswerke in Schmargen« »orf mußten der Polizeischere die Dichterworte opfern: Die Ihr für die Freiheit seid gefallen, Hört deS Volles Ruf erichallen, Rot und Teurung herrscht an jedem Ort, Und sein Haupt erhebt der Völlermord. Und noch immer herrscht im Preußenlande, Statt der Freiheit die Dreillassenschande. Doch e« wuchs auch ein Geschlecht heran, Da« wie Ihr für die Freiheit kämpfen kann. De« Arbeitern der Bergmann-Slektrizitätswerke flterlin) wurde dieser Vers konfisziert: Einmal noch unS aufzuraffen 8u des LebenS Maienlust. eißen wir daS Schwert des Pfaffe» Aus der Menschheit wunder Vrust. Zwischen Jägern und Gehetzten Sei entbrannt die wilde Schlacht, Bis man Frieden aui dem Letzten eingestürzten Tempel macht. Auch der Dichtergruß an die Märzgefallenen, den Arbeiter von Mix». Genest auf ihren Kranz gesetzt hatten,«schien d« Polizei so gefährlich, daß sie ihn abschnitt. Er lautet: So schlaft den» wohl im kühlen Grund, Schlaft ewig unvergessen. vir können Euch den bleiche» Mund, Di» kalt» Hand nicht pressen. Sir können Such zu Ehr' und Zier Sit Blume» nicht bewerfen. och können wir und wollen wir Di» Schwert« für Such schärfen. >o« tbut Schleife der Arbeiter der Firma Emmerich »Schonung wurde» die Worte Huwegh« konfisziert: Wach' auf! wach auf! die Morgenlust Schlägt mahnend an Dein Ohr »us Dein« tausendjähr'gen Ernst, Empor, mein voll, empor I Latz' komme», wa« da komme» mag: Blitz' auf.«in Wetterschein! Und wag'«, und wär's nur eine« Tag. «in freie« Volk zu f-iul da Tapezierwerkstatt der Militärmatratz enfabrii von »Math« hatten ds» bekannten Ber« gewählt, an dem ab«: Achtzehnhundertvierzig und acht Als du geruht von der nächtlichen Schlacht, Waren es nicht Proletarierleichen. Die du. Berlin, vor den zitternden, bleichen, Barhaupt grüßenden Zäfar gebracht, Achtzehnhundertvierzig und acht. Auch der folgende BerS von Httwegh wurde mehrmals konsis- ziert, man kann ihn aber auch unversehrt auf ewigen Schleifen lesen: Bekämpfet sie ahn' Unterlaß Die Tyrannei auf Erden, Und heiliger wird unser Haß Als unsre Liebe werden. Bis unsre Hand in Asche stiebt, Soll sie vom Schwert nicht lassen; Wtt haben long genug geliebt Und wollen endltch hassen? Von einem Kranz von Arbeitern der Firma- C. Müll«, Alte Jakobstraße, entfernte der Zensor diese Widmung: Habt ihr vergessen wie die Masse Vor's Schloßportal die Toten trug, Und wie das arme Volk der Gasse DeS Königs schmucke Garde schlug. Wie eS verstand die Faust zu ballen Und wie den Prinzen eS verttieb. In seine? Zorne« Ueberwallen Die Flinte schoß, der Säbel hieb. De« Arhettern am Neubau des.Vorwärts' wurden diese Worte konfisziert: Wenn die letzte Krone wie Glas zerbricht in des Kompse« Wettern und Flammen, wenn das Boll sein letztes.Schuldig" spricht, dann stehen wir wieder zusammen! Bon dem Kranz d« Arbeiter der Margarinewerke .Berolina" schnitt d« Zensor den LerS: Verlaßt Such nur auf Sure blanken Waffen und führt der Well ew neues Blutbad auf. Wir spotten Eurer Uebermacht und Tücke und gehen ruhig unfern Siegeslauf. Die Arbeiter der Motoreufabrik.Argus" mußten diese Widmung in den Händen der Polizei lassen: ES drwgt ew heißes Sehneu durch uns« Herzenlblut, Um Emen Tod zu rächen an der Tyrann enbrut. Bon einem Kranz, den die Arbeiter der Firma H. Aron spendeten, wurden die Worte geschnitten: Euch mordete man durch Kugel und Schwert. Wir swd den Tyrannen nicht so viel wert. Ihr starbt iür die Freiheit den Heldentod. UnS mordet man feige durch Hunger und Not. Arbeitern von Borfig in Tegel wurde diese Widmuug konfisziert: Indem wir Eurer w Ehren gedenken. ,oll unser Schlachtruf für die Zukunft lauten: �Vorwärts, immer feste druff! Der Zensor, der den Arbeitern die Prollamierung de« Wahl- spruchs:»Immer feste draus", nicht gestaltet, gebt aber selbst mtt der Schere so feste drauf, daß er sich auch an einem unvergleich» lich schönen S«se der Dichterin Klara Müll«»Zanke vergriff, de» die Arbeiter und Arbeiterinnen der Ziggrett«»» industrie Berlins auf ihren Kranz geschrieben hatte»: Hilf Dir selbst, mein Boll, dai in Ketten schlief. Schau Dich um: Die Welt fft Dein! Sie sargten unter die Felsen tief Deine heilige Freiheit ein. teut pulst ihr Blut und die Zeit ist um. rlöierin. Du lebst! Licht wird blühn. waS starr und stumm, enn Du den Riegel hebst. Wie man aus diesen wenigen Beispielen steht, war die Polizei Wied« einmal eifrig bemüht, am Gedenktage der Revolution die Bei kündung de« Freiheitsgedanken» nach Kräften zu unterdrücke«. Doch wir wissen, daß solche naiven Bemühungen da« Verlangen des Volles nach vollster Freiheit mtd Selbstbestimmung nicht schwächen können und daß, all« Reaktion zum Trog, die Freiheitsideal« des klassenbewußten ProletarwtS siegreich fortschreiten. Weil wir dessen sicher sind, können wir die Schneidefertigkeit d« Polizei mtt kühlem Lächeln betrachten und mit der Empfindung, der die Redaktion d«s ..Vorwärts" auf ihr« nicht konfiszierten Kranzschleife Ausdruck gibt Ihr Kämpfer, groß an Ehren, gewaltig noch im Tod. Der Feind schieist Büttelscher«» vor eurer jllast w Rot. Laßt ihn die Kränze schänden. Er stachelt nur den Schwur, de» euch Millionen sende« im Marsch auf eurer Spur. Tegel. Hohen- Neuendorf. 80 Stimmen, die Bürgerlichen 79 und 50. Hierfür findet eine Stich Bei der Wahl des Angesessenen erhielt unser Kandidat wahl statt. Es wird nunmehr erwartet, daß alle unfere Wähler bie Zeit bis zur Wahl ausnutzen, um die Säumigen auf ihre Pflicht hinzuweisen. Unser Kandidat ist der Genoffe Karl Saffe. Sihungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Briz, Freitag, den 20. d. M., nachmittags 5 Uhr, Rathaus, Chaussee Straße 48. Beratung und Beschlußfassung des Etats, Steinidendorf Freitag, ben 20. März, nachm. 5 Uhr, im Rathause, auptstraße 38/40, II( großer Gigungsfaal). bertinenstr. 6. Weißenfee. Donnerstag, nachmittags 5%, thr, im Rathause, " Prüfung des Geschäftsgebarens des Vereins beauftraat. Entgleisung des Orient- Expreßzuges. In der Nacht zum Mitttoch entgleifte auf belgischen Gebiet der Orient- Expreßzug Ostende- Wien. Er fuhr in der Nähe der Station Gelheim um mittelbar vor dem Tunnel in die Trümmer eines bort verunglüdten Güterzuges hinein. Ein Bremser wurde getötet. Der Expreßaug fuhr zufälligerweise an dieser Stelle sehr langsam, und so wurde ein größeres Unglüd verhütet. Der Zug traf mit 12ftündiger Verspätung in Sachen ein. Deutscher Arbeiter- Sängerbund. Gau Berlin und Umgegend. Montag: Freie Sängerschaft( bteilung Frauensor), Tempelhof, Berliner Straße, Beder. Solidarität, Berlin, Rommandantenftr. 62, Beders Festsale. Vorwärts, Friedrigsfelde Karlshorst, Berliner Str. 98, Subbrint. Dienstag: langjähriger Tätigkeit in der Krantentaffe fich im Staffentrefen gewiß Absturz eines Militärfliegers. Als am Dienstagabend Dher Aus ber Gemeindevertretung. Zunächst wurde der neuge- fie ben Blaz nach Kunst und nicht nach Gunft befesten, und fie bem Flugplas restaty bei Me landen wollte, überschlug Erfahrungen gesammelt hatten, wußten jedenfalls was fie taten, als leutnant Bongarb vom 12. fächsischen Fußartillerie- Regiment auf wählte Schöffe Fabrikbefizer Reinhold burch den Bürgermeister werden fich hoffentlich diefes reichsverbändlerische Mißtrauensvotum fich das Flugzeug, weil bas Steuer zu fteil geftelt ipar. eingeführt. Aus der umfangreichen Tagesordnung, fei erwähnt, nicht zu sehr zu Herzen gehen laffen. Eine Strafe wegen ihrer leutnant Bongard stürzte heraus und trug einen Schädelbruch Ober daß das Blatatesen ncu berpachtet werden soll. In bent Bertrage ist auch eine Vermehrung der Säulen auf 12 vorgesehen; iffetat habent fie ja bereits erhalten. Man hat sie bei der Neuwahl babon. Er ist Mittwoch früh der Berlegung erlegen. zum Vorstande in diefem Jahr ohne Ausnahme glatt fallen lassen die Form foll den Berliner Säulen gleichen; fie gehen nach Ablauf und ihre seit langen Jahren verwalteten Borstandsposten anderen Balder", von Curhaben nach Boole unterivegs, ist am MittUntergang einer englischen Bart. Die englische Schonerbart des Vertrages in den Besik der Gemeinde über. Sämtliche amt Arbeitgebern übertragen. woch früh, als sie sich im Schlepptau bes beutschen Schleppichiffes lichen Bekanntmachungen jind unentgeltlich anzubringen. Die Arbeitgebern übertragen. Vacht ist pierteljährlich pränumerando zu leisten, außerdem find Spandau. Bultan" befand, an der englischen Küste auf der Höhe der 600 M. Raution zu stellen. Die erfolgte Ausschreibung hat Ange Needles untergegangen. Die gesamte Befagung ist er hote zwischen 4000 und 24 280 m.( mit jährlicher Staffelung. Bortemonnaie mit Inhalt liegen gelaffen worden. Der Verlierer kann Am Freitag, den 13. März, ist in der Borwärts- Spedition ein trunken. Schwindel in Großbetrieb. Wie aus elgrab gemeldet Lesteres bis 10 Jahre) ergeben; es wurde der Firma Hähnel und es bafelbft jederzeit in Empfang nehmen. In der Frauenverfamm wird, hat der serbische Striegsminister angesichts der in der Deffent Dies als Höchstbietenden der Auftrag zur Ausführung erteilt.Dem Vertrage betr. Berficherung der Berliner Feuerwehr bei belung am Sonntag, den 8. März, bei Koepnit, Pichelsdorfer Str. 39, lichfeit verbreiteten Nachrichten über große, mehrere hunderttausend ist ein Aufnahmeichein verloren worden. Diejenige Frau, die fein Dinar betragende Unterschleife im Belgrader Offizier anspruchter Löschhilfe in Gemeinschaft mit einer Reihe anderer Mitgliedsbuch erhält, wird ersucht, sich in der Vorwärts- Spedition, Uniformierungsberein eine gemischte Kommission mit der Vorortgemeinden wurde zugestimmt. Die Jahresrechnung für Breitestr. 64, zu melden. 1912 ergab bei den verschiedenen Gemeindeabgaben ein Minus von 69 108 M. Sarunter bei der Armen- und Waisenpflege eine Mehr ausgabe von 26 928 M., Deim Wasserwert infolge des trodenen Bei der hier stattgefundenen Gemeindevertreterwahl ist in der Sommers ein Mehr von 13 000 m., bei der Kanalisationsabgabe britten Klaffe durch bie beispiellos flaue Wahlbeteiligung der er ein Minus von 3628 D., beim Straßen- und Wegebauetat wurden werbstätigen Bevölkerung das Mandat ber Nichtangefeffenen den 8000 M. erspart; es verbleibt für 1912 ein Defigit von Bürgerlichen mit 143 Stimmen zugefallen, unfer Kandidat erhielt 235 000 20. Nunmehr gab der Bürgermeister die Erläuterung 78 Stimmen. des Haushaltsplans für 1914. Genosse Halfes rügte die zu späte Zustellung des Etats, da bei der äußerst knappen Frist eine gehörige Orientierung unmöglich sei. Der Bürgermeister bedauerte ebenfalls diesen leidigen Zustand; die Einzelrefforts wären jedoch nicht rechtzeitiger fertig geworden; er verspricht Abhilfe. So dann hebt der Bürgermeister die diversen Aenderungen in der Zu fammenstellung hervor. Das finanzielle Bild sei im wesentlichen ein gesundes und der Etat balanziere aus den regulären Ginnahmen. Wo nur irgend möglich, fei an Ausgaben gespart worden. Un neuen Ausgaben feien eingestellt 57 000 M. zur Tilgung der Hafen und Seeuferanleihe, 30 000 M. aur Tilgung des Defizits vom Vorjahr und 100 000 m. für besondere Ausgaben. Als Erlös aus dem Verkauf von Gasanstaltsaftien resultieren 140 000 0, Arbeiter- Gesangverein Mariendorf. Dorfitr. 1, Häublein. Abteilung aus verschiedenen aufgelösten Benfionsfonds 58 000 M., fo baj Diese Sigungen find öffentlich. Jeber Gemeindenngehörige ist beaufiger Straße 8. Grabert. Frauenchor Reuföln, Bergstr. 152, Baffage- festfäle. etwa 318 000 M. zur Tilgung vorhanden seien. In Aussicht gerechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Allegro, Berlin, Anatreon, Berlin, Reichenberger Straße 86, nommen wären an neuen Fonds ein solcher für Steueraus Nitschke. Berliner Boltschor, Berlin, Langeſtr. 31, Яula. Borhagen. gleichungen, Schulhaus- und Straßenbau. Als einzig dunfler Bunft Rummelsburg, Lichtenberg, Hauptstr. 2, Bellevue. Luisenst. Männerchor, am Tegeler Finanzhimmel sei bas Geländegefchäft jenseits der Bahn Berlin, Kommandantenstr. 62, Beders Festjäle. Maibund, Mittenau, Hinter der Oberealschule zu betrachten, wo die Gemeinde durch Hauptstr. 56, Schulz. Ramenlos, Berlin, Andreasstr. 21, Andreas feftjäle. Pankow Niederschönhausen. Donnerstag: Distusfionsabend. Nord- Oft- hrania, Berlin, Frankfurter Allee 106, Fürstenberg. Schuh Garantien an Hypothekenzinjen belastet set. Als Mindestforbes Freitag, ben 20. März: Bortrag des Herrn Scholz über: Grustes und macher, Berlin, An der Stralauer Brüde 3, Snörid. Unverzagt, Berlin, rung berlangt die Behörde allmähliche Tilgung aus den laufenden heiteres aus meinem Beben." Beginn 8 Uhr. Sonntag, ben 22. März: Brebotoftr. 11, Müller. Borwärts Frohsinn, Lichtenberg, Hauptstr. 85, Gtais. Von den 246 000. Binsen feien bereits 57 000 D. ge- Besichtigung des Berkehrs- und Baumuseums, Invalidenftr. 44. Treffpunkt Eweleit. Webbinger Harmonie, Berlin, Paserpaller Str. 3, Hoffmann. tilgt, so daß noch 189 000 0. verbleiben. Die Berzinsung des mittags 1 Uhr Bantow, Stirche. Fahrgeld 20 Pf. Frauen und Mädchenchor Dften, Berlin, Landsberger Alee 158. Frauente Baugeländes müffe aber noch aus Anleihemitteln geschehen. Der und Mädchenchor Norden, Berlin, Sellerstr. 35, Bürger- Kafino. Char Hafen erfordere einen Zuschuß von 63 000 M., 23 000 2. feien teilung Brauenchor), Berliner Straße, Müller( Scultheih). Tegel( b Seute abend lottenburg( Abteilung Frauenchor), Rosinenstr. 3. Boltshaus. getilgt. Das Geschäft entwidele sich auch hier wie anderwärts nicht günstig; den Hauptborteil genieße hier die Kreisbahn. Der Kreis als deren Eigentümer gewähre der Gemeinde als Gegenleistung bie finanzielle Ausnuzung des Geländegeschäfts an der Staatsbahn, von dem ein vorteilhafterer Verlauf als bisher sehr zu wünschen wäre. Alsdann besprach der Bürgermeister diejenigen Projekte, deren Donnerstag: Ausführung unterlassen werden soll, fo 8. B. Ausbau einiger Einigkeit, Staalen, Berliner Straße 44, Gnädig. Fichte- Georginia, Straßen, Anlagen am und im See, Schulbauten und ferner noch Berlin, Ohmstr. 2, Stlubhaus. Freie Sängerschaft, Tempelhof, Berliner die leidigen mangelhaften Verkehrsverbindungen, aud eripähnte Straße, Beder. Freier Männerchor, Wilhelmsrub, Balderfeeftr. 5, Mils der Redner die ebentuellen Baften infolge des bekannten WaldGroß- Lichterfelder Männerchor, Groß- Lichterfelde, Balestraße 22, Gesellschaftshaus. Hilaritas, Berlin, Stargarder Str. 3, Bereinshaus. taufs durch den 3wedverband und endlich die zu erwartenden Hoffnung, Spandau, Neumeisterftr. 5, Schulze. Kreuzberger Harmonie, Mehreinnahmen aus den Gas-, Wasser und Elektrizitätswerten. Auf eine Anfrage erklärte Herr Stritte, daß die 3inszahlungen feindlichen Brovingblättchen über einen geritlichen Fehlen. Rieberfreund, Banlow, Breiteftr. 14, Aus Landsberg a.. wird in einem feineswegs ordnungs- Berlin, Fichteftr. 29. Raabe. Lerche- Einigkeit, Berlin, Schönhauser Allee 176, Pfefferberg. Lichtenberger Männerchor, Lichtenberg, Türrschmidtstr. 45, bei den sogenannten Neutegeler Blods diesmal erfolgt feien und fprus ber furchtbarsten art berichtet. Zürfisches Zelt. Bieber im Augenblic teine Befürchtungen für den Gemeindefädel vor- Schwurgericht verurteilte vor vielen Jahren einen Forstauffeher Steglig, Steglig, houite a pole. Das Landsberger tafel 1913, Reukölln, Hermannstr. 49, Bartsch. Männerchor Friedenan Lägen. Der des öfteren schon erwähnte Zuschuß zum KrankenMorgengrauen, Berlin, Rosen Hauszwedverband( Reinickendorf) fei gegen 1918 um 5000 m. ge Rostin thaler Straße 11/12, Rosenthaler Hof. aus ber Gegend von Berlinchen zum alt- Berlin. Olympia, Berlin, Blumenstr. 10, Sangerabteilung I, Gau Berlin, Berlin, Oranienftr. 180. ringer; unerlebigt sei ferner noch die Klage über ben Betrag fürobe. Er sollte seiner Braut nach einem Streite den stafino. Sängerchor Vorwärts, Sub- Dft, Berlin, Waldemarstr. 75, Vereinsdie der Gemeinde zugerechnete Bahl der Strafgefängnisinjaffen. Sals abgeschnitten haben. Alle seine Unschuldebeteuerungen baus. Sängerchor Wedding, Berlin, Triftstr. 63, Funke. Sängertranz Wesentliche Ginmendungen gegen den Boranschlag für 1914 er- waren vergeblich, fie trugen besonders bazu bei, daß Deutsche Giche, Berlin, Strausberger Str. 3, Fortuna- Feftfäle. Silcherchor, folgten nicht. Grhoben werben 185 roz. 8ujalag zur er nicht gelöpft, fondern zu lebenslänglicher Subthausstrafe Meininger Straße 8, Neue Rathausfäle. Butunft, Nieder- Schonbaufen, Berlin, Schulftr. 23, Ewald. Schöneberger Männerchor, Schöneberg, Staatseinfommensteuer, 100 Bros. Betriebssteuer, 150 rog. Ge- begnabigt" wurde. Bergebli waren auch, wie gewöhnlich, feine Balbftr. 41, Bappa. Frauen und Mädchenchor Süden, Berlin, Melchior. werbesteuer, 3.2 Bromine refp. 64 für bebaute und unbebaute und feiner Berwandten fortdauernde Bemühungen um ein ftraße 15, Bereinshaus Süboft. Grundftude. Der Rest der öffentlichen Tagesordnung soll noch in diesem Monat in einer Gisung bon ben alten Gemeinbeber tretern erledigt werden. Eine formelle Abstimmung über den Etat wurde nicht borgenommen. Rosenthal. Jugendveranstaltungen. 8, Uhr: Monatsversammlung bei Abendroth, Adalbertitr. 61 Bortrag Verband Wolfsgefundheit( Drtsverein Berlin). über: Selbsthilfe bei leichten Ertranfungen." Gäfte willkommen. mannschaft werden alle ehemaligen Stroffener zu Sonntag, den 22 März, Landsmannschaft der Kroffener. Zur Gründung einer Lands. abends 6 Uhr, nach dem Restaurant von Baul Abendroth, Adalbertftraße 61, eingeladen. namens Aus aller Welt. Unschuldig zum Tode verurteilt. wiederaufnahmeberfahren. St. blieb im Zuchthaus und starb im Zusthaus. Zehn Jahre nach seinem Zode geftand dann aber ein mühlenbefizer, daß er als fünfzehnjähriger Bursche die fcheußliche Tat begangen habe, weil ihm das Mädchen nicht zu Willen gewesen sei. Wahrscheinlich fürchtete der Bengel auch die anzeige und Strafe wegen feines Angriffes auf das Mädchen, womöglich auch die Rache des Forstmannes auf die feiner Braut an getane Schmach. Mittwoch: haft des Gemeindearbeiter- Berbandes, Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel Liebesluft Gujow- Blaffow, Berlin, Sangeftr. 65, Somal Sänger ufer 15. brobf. Freitag: 7 Berliner Bollschor, Berlin, Langefir. 31, Mula. Charlottenburger Lieber Berliner Sängerchor, Berlin, Engelufer 15, Gewerkschaftshaus. tafel, Charlottenburg, Rofinenftr. 3, Boltshaus. Einigkeit II, Meinidens borf- eft, Eichbornstraße 60, Eichborn- Sale. Gaftwirlsgehilfen, Berlin, Große Hamburger Str. 18/19, Berbandshaus. Gesundbrunner Harmonie, Um brei Gemeindevertreter und einen besoldeten Schöffen Berlin, Brinzenallee 33, Sömib Glasarbeiter, Berlin, Neue Jalob. wird die Vertretung der Gemeinde laut Bekanntmachung im aut ( Schultheiß). ftraße 26, Sangerheim. Immergrün, Tegel, Berliner Straße, Miller lichen Teil des Rotalblattes verstärkt. Nach der Genehmigung durch Stupferschmiede. Berlin, Am Königsgraben 2, Schulz. den Kreisausschuß ist der kollegialische Vorstand in der von der Liebertafel Beft, Berlin, Rüßonftr. 111/112, Biftoria- Brauerei. Männer Gemeindevertretersizung am 2. Ottober 1913 beschlossenen Form Todesurteile sowie die ihnen an Furchtbarkeit gleichkommenden, or Moabit, Berlin, Beuffelſtr. 32, Bolfmann. Männerchor Neukölln, perfett. Damit steigt die Zahl der Gemeindevertreter von 12 auf wenn sie nicht gar übertreffenden Verurteilungen zu allmählich Brenzlauer Slee, Brauerei Bökom. Neukölln, Bergstraße, Baffage- Restaurant. Männerchor Norden, Berlin, Männerchor Oberspree, Baum 15; als befoldeter Schöffe ist bekanntlich der Gemeindebaumeister tötenben Sterterfirafen wegen nicht gänzlich einwandfrei erwiesener fculentveg, Stiefholzftr. 249, Strouſe. borgesehen. Männerchor Dit, Berlin, Strans Verbrechen bilden das düsterste Kapitel in unserer mangelhaften berger Str. 3, Fortumasale. Männerchor Reinidendorf Oft, Reinidendorf, Die noch bevorstehende Gemeindevertreterwahl tritt durch Rechtsprechung, und jeder einzelne Fall dieser Art sollte den Ede Pistoriusitrage, Balzer. Neu erwacht, Berlin, Invalidenstraße 1a, diese Genehmigung in ein neues Stadium. Es ist diesmal ein nichtern eine neue furchtbare Warnung fein und der Staats- armonie. eiben ebay Männerchor Beißensee, Beißensee, Rölde, heißer Wahlkampf für die 3. Abteilung zu erwarten, denn die anwaltschaft ein Aniporn, Anträgen auf Wiederaufnahme des Fortuna Sale. Tertilia, Berlin, Rangeftr. 30, Rotpotnid.öpfer, Cängerfranz Deutsche Eiche, Berlin, Strausberger Str. 3, Bürgerlichen unter Zeitung eines bekannten Lehrers find bereits erfahrens leichter stattzugeben. Aber in der Tat laffen die Un- Berlin, Solzmarktstr. 65, Strüger. Fortuna- Säle. im geheimen rührig an der Wahlarbeit und sie hoffen, wenn es Transportarbeiter, Berlin, Aubreas gelingt, noch eine Benderung der Wahlbezirke herbeizuführen, die Schulbigen ihr Leben ganz umfonit. Nach wie vor werben aufilmer sborfer Männerchor, Wilmersdorf, Lauenburgischestr. 20/21, Smiling. ftraße 21. Borgmann. Typographia, Berlin, Dhmftr. 2, Klubhaus. Mandate ber 3. Abteilung zu gewinnen. Die verlautet, stellen bie ndizienbeweife hin bie schwersten Strafen verhängt, und nach wie Gelben ebenfalls eigene Kandidaten auf, und die am Orte in großer bor sträuben sich die Behörden, ein Wiederaufnahmeverfahren einBahl anfäffigen Eisenbahnbeamten haben von ihrer vorgefesten zuleiten. Behörde schon jet strikte Anweisung erhalten, sich an der Wahl au beteiligen. Wir sind daher auf unsere eigene raft angewiesen; haburch erwächst jedem Parteigenossen die Pflicht, ſchon jest bie Säumigen auf die Wahl aufmerksam zu machen und am Tage der Wahl dafür zu sorgen, daß kein einziger der Wahl fernbleibt. P Sonnabend: Freiheitsflänge, Borfigivalde, Schubariftr. 39, Schulze. Entfehliches Unglück in einem Hochofenwerk. Marktpreise von Berlin am 17. März 1914, na Grmittelungen Auf eine furchtbare Weise haben in Bobret in Dber- bes tgl Bolizeipräfidiums. Mais( mired), gute Sorte 0,00-0,00, Donau schlesien vier auf einem Hochofenwerk beschäftigte Arbeiter ihr 00,00-00,00. Mais( runber), gute Sorte 14,70-15,00. Richtftroh 4,60. Leben eingebüßt. Als am Dienstag ein Gießwagen, bolle 7,00-8,00. Der Wahltermin ist noch nicht bekanntgegeben; sobald derfelbe ver gefüllt mit etwa bier bis fünfhundert 8entnern 34artthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Rochen öffentlicht ist, werden wir hiervon Kenntnis geben. Oranienburg. Speisebohnen, weiße 35,00-60,00. Linfen 40,00-80,00. flüssigen Gifsens, von dem Hochofenwert nach dem Startoffeln( Stleinbbl.) 4,00-7,00. 1 Stilogramm Rindfleisch, von der Neule Der Konfumverein für Oranienburg und Umgegend nahin in her unaufgeklärte Weise um und der Inhalt ergoß sich auf 60 Stid Gier 3,60-5.40. Stahlwert befördert werden sollte, tippte der Wagen auf bis 1,60-2,40. Stinbfleif, Baufleif 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,40-2,00. Stalbfleisch 1.40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. feiner legten Generalversammlung eine Firmenänderung dahin eine in der Nähe befindliche Aufenthalts- 1.60-3,40. 1 Kilogramm Starpfen 1,20-2,40. Nale gebend vor, daß diefelbe nunmehr Konfum- und Broduktiogenoffen bude, in welcher sich bier Arbeiter befanden. Die Schlete 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 3,50-24,00. Sander 1,40-3,20. Hechte 1.20-2,60. Barthe 1,00-2,20. haft e. G. m. b.$." lauten soll. Diese Aenderung hatte sich als uns Bude fing sofort Feuer und die Arbeiter waren gezwungen, bedingt notwendig erwiesen, um in der Geschäftsführung die durch den Grundstückserwerb entstandene zweifeitige Firmenführung zu bes durch die flüssigen Massen zu waten. Einer ivar feitigen. In den erweiterten Borstand wurden& rahm, in ben fofort tot, die anderen drei starben im Laufe der Aufsichtsrat Mübe und Bapte getpählt. Als Kontrolleur wurde Nacht; alle vier waren verheiratet. Schumann gewählt. Radeburg bei Bernau. Das Unwetter in Südrußland. Wetterprognose für Donnerstag, den 19. März 1914. Sunächst wärmer, vorwiegend trübe mit Regenfällen und ziemlich starten füdwestlichen Binden; nachher wieder langsam aufflarend und etwas fühler. Berliner Betterbureau Bafferftand añerftands- Nachrichten Die Gemeindevertreterwahlen für die III. Staffe finden Frei Nach den letzten Meldungen find während des Drtans in der tag, den 20. März, nachmittags von 4-6 Uhr, im Restaurant borigen Woche in ben in den füdrussischen Dörfern Goß und der Landesanflalt für Gewäffertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterburean B. Schulze ftatt. Die II Klaffe wählt ebendaselbst am Sonnabend, Darewo fes Berfonen, in Ragalnit achtzehn und in den 21. März, bon 8-5 Uhr nachmittags. Kandidaten für unfere Rachitschewantichit über zwanzig Berfonen umgetommen. Bartei find: für die III. Selaffe Georg Kreuz, für die. Selasse Die genaue Anzahl der in anderen Drten Umgekommenen ist noch Christian Schulze, Wenn jeder feine Pflicht tut, muß aus der nicht festgestellt. Viele Dörfer waren buchstäblich unter 23 affer Bregel, Justerburg De me!, Sift Sieg werden. gefest. Hunderte von Rosalendörfern an der Donmündung findeifel, Thorn Potsdam. bollkommen zerstört. Krossen Kleine Notizen. Ein Mißtrauensvotum ist den Arbeitgebern im Borstand der Algemeinen Ortstrantenlaffe, welche bis zum 1. Januar d. J. im Amte waren, vom Reichsverband gegen die Sozialdemokratie erteilt Opfer bes Unwetters. Wie aus Streuzwald in 2othringen worden. Diese Arbeitgeber hatten nämlich das Berbrechen begangen, berichtet wird, hat der vorgestrige Sturm dort zwei Menschenleben Ende vorigen Jahres den Borfizenden der Staffe, den Genossen gefordert. Ein vom Sturm umgeworfener Baum fiel Kruger, als Beamten vorzuiglagen, der darn auch bei der Wahl auf drei Arbeiter, die von der Arbeit nach ihrem Wohnort fämtliche Stimmen der Arbeitgeber erhielt. Dieses Berhalten der zurüdlehrten. Zwei wurden fo schwer verlegt, daß sie auf dem Arbeitgeber findet der Reichsverband berart frebelhaft, daß er feine Bege nach dem Krankenhaufe star ben. Der dritte Arbeiter ist nur größte Mißbilligung ausgesprochen hat. Die Arbeitgeber, bie nach leicht verletzt. Blutarme. Kranke trinken während der Rekonvaleszenz feurig süßen Dder, Ratibor am feit am feit 17.3. 16. 3. om cm³) 406+4 265 -7 338 -1 Wafferstand Saale, Grohlik Savel, Spandau Rathenow³) 17.3. 16.3. cru cm³) 3109 112 +-2 135 207 267 11 Spree, Spremberg) 130 Beeston +3 +8 129 Frankfurt 268 248 456 584 Landsberg 190 90 551-9 212 Köln 667-8 128 Redar, Heilbronn 245+15 450 -8 Main, Hanau 395+-13 392 +2 Mosel, Trier Fall 3) Unterpegel. Barthe, Schrimm ee, Bordamm Ibe, Zeitmecis Dresden Barby Magdeburg )+ bebeutet Buchs, 23efer, Münden Minden hein, Maximiliansau Raub 888+65 Stärkungs- Fl. 1.50 Nachahmung bitte zurückzuweisen. Santa Lucia Stärkungs- F.1.50 Santa Lucia Rotwein U. 2 Kat. In Apotheken, Drogerten u. Dellkat.- Gesch Käufl. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellerigesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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Die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien erheben sich von ihren Plätzen, während die sozialdemokratischen Abgeordneten ſizen bleiben. Die zweite Lesung des Eisenbahnetats wird forigesetzt bei der Erörterung der Arbeiter- und BeamtenEisenbahnminister v. Breitenbach: fragen. Ich freue mich, daß der Abg. Delius anerkannt hat, daß die Verwaltung viel soziales Verständnis bewiesen habe. Lobnordnung ist als großer Fortschritt von den Arbeitern begrüßt Die neue worden. weibliche Abg. Schmidt- Conz( 3.): Regelung ihres Uebergangs in den Beamtenstand. Sie verlangen frühere etatsmäßige Anstellung. Der Wärterdienst wird mit der Ausdehnung des Verkehrs immer anstrengender. Die freie Zeit, die politit treibt und freuen uns über das Steigen der Löhne, das aller Wir erkennen an, daß der Minister eine wohlwollende Lohntdie Bahnwärter haben sollen, steht vielfach nur auf dem Papier. Dings durch die Verteuerung der Lebensmittel gefordert Auch hier ist die Zahl der etatsmäßig Angestellten im Verhältnis wurde. Daraus sind auch immer neue Lohnforderungen der Arbeiter zur Zahl der Beschäftigten sehr gering. Auch haben sie zu wenig zu erklären. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen trägt der Ruhetage. Die Löhne bei der Eisenbahnverwaltung sind durchschnittlich licher Beziehung muß die Arbeiterschaft gehoben werden. Redner eine Reihe von Wünschen der Arbeiter vor. Auch in fitt noch sehr niedrig, es gibt Durchschnittslöhne von 2,95 M. für einDie zelne Gruppen.( hört! hört! bei Jugend bedarf einer besseren Erziehung. Ferner den Sozialdemokraten.) Jezt sollen 19 Millionen für Lohnaufbesserungen eingestellt muß der Altoholgenuß und die materialistische Weltanschauung worden sein. Im Etat werden die Löhne gar nicht aufgeführt. Das I ich nationalem bekämpft werden. Die meisten Arbeiter stehen auf christist sehr merkwürdig. Dann könnte man sich ein Bild von den Lohn- urteilende Kritik der Sozialdemokraten ab. Boden und lehnen die alles bera verhältnissen im kommenden Jahre machen, während wir jetzt nur hilfe der bürgerlichen Parteien Unter der Beieine Uebersicht über die Löhne erhalten, wie sie vor zwei Jahren Lage der Eisenbahnarbeiter im gegenwärtigen Staate statifinden. muß die Besserung der waren. 1912 betrug danach der Lohn der Bahnunterhaltungsarbeiter Die Erklärung des Ministers bezüglich des Staatsarbeiterrechts be 927 M.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Für 1914 soll dauere ich sehr. Wir verlangen die volle Vereinsfreiheit für die der Lohn dieser Arbeiter immer noch nur 960 m. betragen. Eisenbahnarbeiter unter Ausschluß des Streitrechts. ( hört! hört!) Die Bahnunterhaltungsarbeiter im Reichsland erhalten 1090 M. Werden wir deshalb von den Sozialdemokraten angerempelt, so Das Reichsland ist uns ja freilich in allem faffen wir das als eine besondere Ehre für uns auf.( In feiner Wahlrecht voran, auch im Wahlrecht und vielleicht steht das beffere weiteren Polemik gegen die Sozialdemokratie wird der Redner vom dort auch im Zusammenhang mit dem höheren Vizepräsidenten Dr. v. Krause unterbrochen und zur Sachlichkeit Lohn. Auch die um rund 100 m. schlechter als in den Reichslanden; sie erhalten Arbeiter mit Wohlwollen entgegenzukommen. Werkstättenarbeiter stehen in Preußen gemahnt.) Ich bitte den Eisenbahnminister, den Wünschen der 1675 M., die Werkstättenarbeiter in Preußen nur 1578 M. Die Hoffnungen, die hier an die neue Lohnordnung gefnüpft worden sind, werden nicht in Erfüllung gehen. Daß die Arbeiter damit Minister v. Breitenbach: allgemein zufrieden feien, trifft nicht zu. Ein Ministerialdirektor hat Beamten angeht, so muß die amtliche Tätigkeit für sie die HauptWas die Beschwerde betreffend die schriftstellerische Tätigkeit der in der Kommission offen zugegeben, daß die Neuordnung auf das fache bleiben. Lohneinkommen der Arbeiter selbst teinen Einfluß habe. Das nichts Neues. Dem Grundíaz seiner Partei gemäß hat er alle Fort Die Ausführungen des Abg. Zeinert brachten steht im Widerspruch mit der Erklärung des Ministers im Plenum. schritte der Verwaltung beanstandet und ihren Wert herabgelegt. lebrigens soll ja die Lohnordnung, die gewiß einzelne anerkennens Unsere Staatsarbeiter stimmen aber nicht seiner Auffassung, Die Ausgleichzulage der Werkführer wird 1914 erhöht werden. werden. Bedenklich ist die Trennung in Grundlohn und Stellen- Abg. Leinert über die Lohnaufbesserung der Bahnunterhaltungswerte Bestimmungen enthält, erst in einigen Jahren durchgeführt fondern derjenigen der bürgerlichen Parteien zu. Was ( Bravo! links.) Den Stamm unserer Arbeiter bilden die Bahn- zulage. Die Stellenzulagen tönnen den Arbeitern unter Umständen arbeiter gesagt hat, trifft nicht zu, denn die Löhne der Bahnunterhaltungsarbeiter, ihre Löhne sind in den letzten 10 Jahren um vorenthalten werden, was zu einer Lohnherabsetzung führen kann. 39 Proz. gestiegen, die Löhne der Werkstättenarbeiter um 38 Proz. Die Unferen vollen Beifall findet die Bestimmung der Lohnordnung, hört! rechts.) unterhaltungsarbeiter sind dauernd aufgebessert worden.( Hört! Wünsche unserer Arbeiter und Beamten und ihre Interessenvertretungen daß mit den Gepädträgern ein Vertrag abgeschlossen werden Vertrag mit den Gepäckträgern. Ferner hat sich der Abg. Leinert Ebenso unzutreffend waren seine Angaben über den hören wir gern an, aber mit außerhalb stehenden Gruppen verhandeln soll. Warum geschieht das nicht mit allen Arbeitern der Eisenbahn- darüber beschwert, daß ein Staatsarbeiter gemaßregelt wurde, der wir nicht. Die Notwendigkeit der Schaffung eines Staatsverwaltung? Der Minister meinte, der Arbeitsvertrag beruhe auch eine leitende Stellung in der Arbeiterschaft einnahm. arbeiterrechts vermag die Verwaltung nicht einzusehen. Das bei der Eisenbahn auf freier Vereinbarung. Aber Tatsache ist doch. diesen Mann wegen feiner heftigen Agitation gegen Wir mußten Arbeitsverhältnis beruht im Gegensatz zum Beamtenverhältnis auf daß die Staatsarbeiter selbst dabei gar nicht gefragt werden. Viel die Privatvertrag, auf freier Vereinbarung. Davon fann auch der richtiger wäre es, es würden Tarife mit den Organisationen den Schluß ziehen, daß wir das Vereinigungsrecht unserer Beamten Verwaltung entlassen. Daraus fann Staat als Arbeitgeber nicht abgehen. Dazu kommt, daß die Staats- der Eisenbahner abgeschlossen. Dazu gehört allerdings ein nicht anerkennen. Der Abg. Leinert hat behauptet, der Vorsteher des arbeiter ohnehin besser gestellt sind als die Privatai beiter, fie ge- freies Koalitionsrecht der Eisenbahner. Aber das Koalitionsrecht Rangierbahnhofs Seelze treibe nießen z. B. den Schutz der Kritik in den Parlamenten. Regelung der Rechtsverhältnisse zwischen Staat und Staatsarbeitern Was heute an Organisationen der Eisenbahner besteht, ist nur die figen, eine derartige Beleidigung auch außerhalb dieses Hauses, wo Die der Eisenbahner ist vollständig vernichtet.( Sehr wahr! b. d. Soz.) Schindluder. Ich hoffe, der Abg. Leinert wird den Mut beist der Reichsgesetzgebung nicht vorbehalten, sie bleibt Sache der Kuliffe, hinter der die völlige Vernichtung des Koalitionsrechts steckt, er nicht durch seine Immunität geschüßt ist, zu wiederholen oder Einzelstaaten.( Bravo! rechts.) Die Stellung unserer Arbeiter In einer Versammlung der Eisenbahner in Hannover hat man er aber sie zu widerrufen. Die gesamte Beamtenschaft muß eine der ist so sicher, daß eine weitere Eicherung wirklich nicht notwendig ist. flärt, es sei ein Standal, wie der Vorsitzende des früheren Trierer, artige ( Lebhafte Bravo! rechts.) Aeußerung als eine jezigen Berliner Verbandes, der nationalliberale schwere Beleidigung Reichstags empfinden. Meine Beamten werden sich das merken.( Lebhafter abgeordnete Jckler die neue Lohnordnung so in den Himmel heben Beifall rechts.) tönne. Die Verbandsversammlung hat deshalb dem VerbandsAbg. Dr. v. Kries( t.) vorsitzenden Idler ein Mißtrauensvotum Der Minister geht auf die einzelnen Lohnerhöhungen ein, bleibt aber auf der Tribüne bei den andauernden lauten Privatgesprächen der Konservativen, die trok wiederholten Zifchens auf der Linken nicht aufhören, so gut wie unverständlich. Präsident Graf Schwerin Löwit greift nicht ein, trotzdem er wiederholt von den Schriftführer Abg. Schulze- Belfum( t.) auf die große Unruhe im Hause hingewiesen wird. Erst als sich Abg. Schulze- Pelfum zum Abg. v. Pappenheim( f.) begibt und diefer mit dem Präs fidenten gesprochen hat, ersucht Präsident Graf Schwerin- Löwiß, die Privatgespräche außerhalb des Saales zu führen. Abg Lein ft( Soz.): Eine große Reihe von Deiter und Beamtenkategorien haben mir im vorigen Jahre ihrer Dank gesagt, daß ich hier ihre Wünsche fo energisch vertreten Fatte. Auch diesmal ist uns wieder eine große Fülle bon material zur Verfügung gestellt worden. Das Personal Der Eisenbahnverwaltung wird mit dem Ansteigen des Verk drs natürlich immer umfangreicher, es ist jetzt auf über 500 000 estiegen. der man nicht mit dem Leben der Arbeiter stimmt dem Minister in allen Punkten zu. Abg. Dr. König( 3.): Abg. Dr. Gottschalk( natl.): ausgesprochen. Als aber verlangt wurde, daß das Mißtrauensvotum in die Zeitung des Verbandes eingesezt würde, erklärte der Vorsitzende der Versammlung, das könne er nicht zusagen, denn in erlitten, wie der Abg. Leinert. Ich freue mich, daß der Minister Nicht oft hat wohl ein Abgeordneter eine derartige bfuhr die Zeitung fäme nur herein, was das Ministerium wolle, die vom Abg. Leineri erhobene Beschuldigung nicht auf der Die Seigerung der Zahl der etatsmäßig angestellten Beamten( hört! hört! bei den Sozialdemokraten) und Abg. Idler fei Beamtenschaft hat fizen lassen. Der Eindruck der Rede des Ministers ist gerir ger als die der Arbeiter. Das beweist, wie unrichtig die mit dem Ministerium befreundet. Der Vorfigende fagte, ich werde ging nicht spurlos an ihm vorüber. Herr Leinert ist ganz blaß. Behabtung des Ministers ist, daß alle Arbeiter der Eisenbahn Ihnen Antwort geben, vorausgefeßt, daß ich nicht, weil ich das geworden,( Sehr richtig! rechts. Widerspruch bei den Sozialdemo verwaltung die Aussicht haben, Beamte zu werden. Wenn der Mißtrauensvotum nicht verhindert habe, bis zur Erteilung der fraten.) Minister behauptet, der Sozialdemokratie sei es unerwünscht, wenn Antwort nicht mehr an meiner Stelle bin.( hört! bört! bei den Arbeiter Beamte würden, so wird es schon dadurch widerlegt, daß Sozialdemokraten.) Das zeigt, wie die Arbeiter selbst die Unsicher wir alljährlich die Schaffung von mehr etatmäßigen heit ihrer Existenz empfinden. Sie werden nach jeder Richtung von fchriftstellerische Betätigung der Beamten, soweit sie für die In Breslau turde eine Verfügung erlassen, durch die jede Stellen verlangen. Nun besteht in den Streisen der beteiligten der Verwaltung am Gängelbande geführt, werden behandelt Deffentlichkeit bestimmt sein sollte, verboten wurde. Arbeiter die Befürchtung, daß die meisten der neuen etatmäßigen wie Unmündige. Ein Eine solche Stellen infolge der neuen großen Heeresvermehrung den Militär- verbandes in Mainz, der eine 15 jährige einwandfreie Dienst- ordnung ist ein wichtiger Fortschritt. Die heutige Erklärung des Bezirksleiter desselben Eisenbahner Verfügung vernichtet die persönliche Freiheit. Die neue Lohnanwärtern vorbehalten bleiben sollen. Ich bitte den Minister, sich zeit hinter sich hat, ist jetzt wegen feiner Tätigkeit für Ministers über das Arbeiterrecht hat viele Hoffnungen der Arbeiter darüber zu äußern. Beim Lokomotiv personal ist eine den Verband gemaßregelt worden.( hört! hört!) Es wird ihm vernichtet. Man darf aber einem solchen Arbeiterrecht nicht zu große Verkürzung der Dienstzeit vorgefchen und man stellt es als ganz vorgeworfen, er habe in Beziehungen zur sozialdemokratischen praktische Bedeutung anmeffen. besonderes Wohlwollen der Verwaltung hin, daß deshalb eine Bresse gestanden. Das ist aber durchaus unwahr. Bezeichnend ist, Anzahl neue Beamte eingestellt sind. Wir können das nicht daß der Verband seinen Bezirksleiter jezt vollständig fallen Hierauf wird ein Schlußantrag gegen die Stimmen der anerkennen. Die Verkürzung der Dienstzeit der Lokomotiv- gelassen hat. Das Drgan des Verbandes schrieb, daß der Fall Sozialdemokraten angenommen. führer war so dringend notwendig, daß das, notwendig, daß das, was jetzt Heinrich zum Besten des Verbandes erledigt sei". Es war in Ausgeschieht, nur ein Beweis dafür ist, wieviel die Eisenbahnverwaltung ficht genommen, eine Sammlung für Heinrich einzuleiten. Sie bisher versäumt hat. Die Zahl der Ruhetage ist bei den Loko wurde verboten, weil im Ministerium dem Zentralvorstand des Die Herren von der Rechten haben von der Redefreiheit einen motivführern die geringste. Wir verlangen eine viel weitgehendere Verbandes erklärt wurde, daß sonst die Auflösung des Ver- sehr ausgiebigen Gebrauch gemacht. Auch vom Zentrum haben zwei Berkürzung der Dienstzeit dieser Beamten. Denn auf ihrer Tätig- bandes erfolgen würde, wenn man Heinrich nicht fallen lasse. Redner zu dem zur Debatte stehenden Kapitel gesprochen. Indem feit beruht die Sicherheit des reisenden Publikums. Bei der letzten( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dieser Fall zeigt, wie die Sie mir jetzt das Wort abschneiden, verhindern Sie mich, auf Ihre Erhöhung der Beamtenbesoldung hat der Minister darauf hin- freie Betätigung der Verbände ist, die der Minister duldet.( Sehr gegen die Sozialdemokratie gerichteten Angriffe zu antworten gewieien, daß die Lokomotivführer 800 M. Nebenbezüge hätten. In wahr! bei den Sozialdemokraten.) und einige Forderungen der Eisenbahnbeamten vorzubringen. der Tat hat aber nur ein ganz geringer Prozentsaz der Lokomotiv führer Nebengelder in dieser Höhe. Die Entlohnung der Lokomotiv Abg. Leinert( Soz.): führer entspricht nicht im geringsten ihrer anstrengenden Tätigkeit. Bei der neuen Besoldungsregelung sollte man hier einmal ordentlich zugreifen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Höchst gehalt ist zum größten Teile nur cine dekorative Ziffer Abg. Paul Hoffmann( Soz.): D Parlamentarisches. Die Schaffung eines Staatsarbeiterrechts hat der Minister abgelehnt. Dem stimmen wir zu, aber nicht aus feinen Gründen, sondern weil wir es für richtiger halten, daß die Ver- vorsteher in Seelze untergeschoben, daß er mit dem Leben der Der Minister hat mir unterstellt, ich hätte dem Oberbahnhofs. hältnisse der Staatsarbeiter durch das In Preußen, wo mat pie alte, Gelinde ord flug auf war,' n ich geregelt werden. Arbeiter Schindluder treibe. Ich habe ausgeführt, daß in den fünf recht erhält, wo man im Gegensatz zum Reichstag erhöhten weniger als fünf Todesfälle vorgekommen sind und Schuß der Streitbrecher zu fördern sucht, wo das daß trotzdem die Arbeitszeit noch verlängert wurde. Wenn jo für die Lokomotivführer. Dasselbe trifft für alle Unterbeamten zu. öffentliche Wahlrecht die Tätigkeit des ganzen Abgeord- etwas geschieht, so haben wir doch das Recht zu behaupten, daß der Die Zahl der Nuhetage ist im allgemeinen noch viel zu gering. netenhauses beeinflußt, wo man im Begriff ist, die Kranten Vorsteher sich um die Unglücksfälle nicht viel fümmere und mit dem Eine ganze Anzahl von Arbeitern und Angestellten haben nur einen affenbeamten zu Inebeln, ein Staatsarbeiterrecht ber- Leben der Arbeiter Schindluder treibe.( Zurufe rechts: Na also!) grozen Ruhetag von 32 Stunden.( Hört! hört! bei den Sozial- langen, hieße den Bock zum Gärtner machen.( Sehr richtig! bei Demokraten.) Nur etwa 60 000 Arbeiter und Angestellte haben mehr arbeiter mit den übrigen Arbeitern. den Sozialdemokraten.) Wir verlangen Gleichstellung der Staats- In der weiteren Einzelberatung ersucht nach unwesentlichen Ausals drei Ruhetage im Monat. Wir wollen fein besonderes führungen des konservativen Abg. v. Hennings Techlin der Abg. Ruhetage bei plötzlichem Ansteigen des Verkehrs nicht einmal ein- Staatsarbeiterrecht, sondern das Menschenrecht der Staatsarbeiter Dr. Liepmann Teltow( natl.) den Minister, den Verein zur Begehalten werden. Bei den Ruhetagen sollte tein Unterschied gemacht wie für jeden anderen Arbeiter. fämpfung des Alkoholgebrauchs zu unterstüßen. werden zwischen Beamten und anderen Angestellten, zumal die Ich komme dann noch kurz zu den gestrigen Angriffen des Darauf vertagt das Haus die weitere Beratung auf Donnerstag Dienstzeit der Beamten, was wir ihnen gewiß gönnen, ohnehin bg. Wallbaum gegen die Sozialdemokratie. Er behauptete, in 11 Uhr. günstiger ist. Wir fordern wöchentlich einen Ruhetag für unseren Betrieben würden geringe Löhne gezahlt. In unseren Be- Nach einer kurzen Geschäftsordnungsdebatte wird auf Antrag Arbeiter und Beamten. Rund 75 Prozent der Angestellten und Ar- trieben sind die Arbeitsbedingungen so günstig wie auch nicht an- des Abg. v. Pappenheim der Rest des Eisenbahnetats, ferner beiter haben noch immer eine Arbeitszeit von 10 bis 15 Stunden nähernd in einem konservativen Betriebe. Den Gegenbeweis wird das Grundteilungsgesetz und drittens die Eingemeindung von Köln ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), 10,54 Prozent bis 8 Stunden, Herr Wallbaum nicht erbringen fönnen. Sorgen Sie dafür, daß die auf die morgige Tagesordnung gesetzt. 14,58 Prozent 8 bis 10 Stunden. Der Minister hat nun auch einen singungen für ihre Angestellten schaffen. Besonders auch für die Herren vom Bund der Landwirte menschenwürdige Bea Erlaß herausgegeben, wonach die einzelnen Verwaltungen auf mög- Landarbeiter. Der Abg. Ballbaum hat ja gestern eine Rede lichste Verminderung des Betriebsaufwandes sehen sollen. NeuEs war einstellungen sollen ohne Genehmigung des Ministers in diesem borgelesen. das erstemal, daß er hier Jahre nicht erfolgen. Unter den Wirkungen dieses Erlasses müssen im Sigungssaal gewesen wäre, hätte aufgetreten ist, und wenn der Herr Abg. Beumer hier natürlich die Angestellten und Arbeiter schwer leiden. Das Personal er den Hut ab- Nach den stürmischen an anderer Stelle wiedergegebenen Vor ist in der Zeit der Verkehrsverminderung keineswegs minder an schon früher immer gehalten und die Rede des Abd. Wallbaum ist am Mittwochnachmittag in ruhigere Bahnen. Es liegt ein Regierungsgenommen, denn der Abg. Beumer hat die gleiche Rede mittagsverhandlungen lenkte die Budgetkommission des Reichstags gestrengt gewesen. Redner trägt eine Reihe von Mißständen auf dem Güterbahnhof in Seelze bei Hannover vor.wohl aus irgend einem stenographischen Bericht irgend eines Jahres entwurf vor, der das Besoldungsgesetz vom 15. Juli 1909 zumt All diese Beschwerden und andere wurden in einer Eisenbahner- einer Stelle seines abgelesenen Berichtes gesagt, es verstehe sich von abgeschrieben worden. Der Herr Abg. Wallbaum hat an dritten Male ergänzen", d. h. verbessern will. bersammlung in Hannover mitgeteilt. Verheiratete Rotten Unsere Genossen wünschen, daß die Vorlage Gesetz wird, ehe der arbeiter erhalten pro Woche 17,60 Mart. Wie sie das Kunst- selbst, daß die Sozialdemokraten Widerspruch erheben. Als der Herr Etat in dritter Lesung zur Erledigung kommt; ferner haben sie eine ftück fertig bringen, davon mit Familie zu leben, ist mir ein Rätsel. Sie, Herr Abg. Wallbaum, haben das vorgelejen, weil es jo in sind und einige sehr fragwürdige Aufbefferungen" durch Wehr Abgeordnete das vorlas. hatte unsere Partei kein Wort gesagt! Reihe von Wünschen, die in entsprechenden Anträgen niedergelegt Bum mindesten sollte doch die Eisenbahnverwaltung die ortsüblichen Ihrer Rede stand und weil Sie erwartet hatten, daß an dieser bewilligung Löhne zahlen. Vielfach werden uns Lohnkürzungen gemeldet, zum Stelle Jeres Manuskriptes Widerspruch erfolgen würde. Ehe Sie, lichen Verbesserungen machen wollen, über die 5434 046 Mr. von etwa 33 Millionen Mart zu wirt. Beispiel von den Maschinenpuzern in Hannover. Die Arbeiter auf Herr Abgeordneter, wieder eine solche Rede halten, laffen Sie doch hinaus, welche die Regierungsvorlage den Unterbeamten zu ihren den Güterböden beschweren sich über Ueberanstrengung, die zu vorzeitiger Erkrankung führt, und über rigorose Strafen bei die Rede von einem erfahrenen Berlamentarier, vielleicht von Herrn jetzigen Bezügen hinzugewähren will. feder Kleinigkeit, die bei der Güterausgabe vorkommt. Dabei sind mittierenden Stellen wegstreicht. Oder sagen Sie uns vorher: Bei die Erfüllung aller Wünsche eine Mehrausgabe von 460 Millionen b. Pappenheim, durchlesen, damit er die Sie kompro In der General debatte erklärte Abg. Erzberger, daß Beamten als Aufpasser dieser Stelle erwarte ich Ihren Widerspruch. Wenn wir das Stich Mark im Jahre erfordern würde, daß aber an so weitgehende Zuangestellt und es wäre viel wichtiger, wenn diese bestraft würden, wort nicht haben, können wir nicht widersprechen, und Sie machen geständnisse nicht gedacht werden könnte, weil schon die Deckung der wenn die Güter nicht an die richtige Stelle fommen. Weiter ver es uns wirklich unmöglich, bei dem Stichwort Ihres Manuskriptes jezigen Vorlage gewisse Schwierigkeiten biete. Genosse Ebert langen diese Arbeiter Sicherstellung in ihren Affordbezügen. Heute einzuspringen. Es ist uns sonst wirklich unmöglich herauszufinden, trat der Auffassung bei, daß es sich jetzt nicht um eine allgemeine wissen sie nie, was sie zu bekommen haben. Die Folge der Spar- wo in dem Manuskript Ihrer Rede„ Widerspruch bei den Sozials Aufbesserung handeln könne. Die Vorlage der Regierung aber be famkeitspolitik der Eisenbahnverwaltung, die die Packmeisterstellen demokraten" steht. Mit der Verlesung selbst haben Sie natürlich zeichnete er als unbefriedigend, da sie nach unten hin nicht verringert, ist die Verlangsamung der Güterabfertigung zum feinen Eindrud gemacht; wir gehen darüber zur Tagesordnung über. genügende Rücksicht nimmt; den Unterbeamten der Reichseisenbahn Nachteil der Reisenden. Die Hifsbeamten wünschen einheitliche( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) entzieht man mit der einen Hand, was man ihnen mit der andern Beamtenbesoldung. " Soziales. Jammerlöhne und Riefenprofite. Konferenz der Kammerborfißenden und nicht im Blenum des Landesökonomietollegiums geschehen. Die Verhandlungen des Landesökonomiekollegiums geschehen öffentlich, die Konferenz der Kammervorsitzenden verhandelt geheim. Um nun feinerlei Gelegenheit zu geben, daß die gepflogenen Verhandlungen zu irgendwelchen parteipolitischen Zwecken ausgebeutet werden, würden dieselben in der geheimen Sibung der Kammer präsidenten gehalten." Warum die Beratungen der junkerlichen Angestelltenwohltäter geben will. Die Unterbeamten in gehobenen Stellungen find i berEine Schuhtruppe der Agrarier. haupt nicht berücksichtig; die Sozialdemokraten haben deshalb einen entsprechenden Antrag gestellt. Während in Desterreich im Februar d. J. ein neues Güters Mit der Aufbefferung der Dedoffiziere fann man einverstanden sein. Dann aber muß man auch den beamtengeset herausgekommen ist, arbeiten unsere landwirtschaftUnterbeamten mehr geben, und auch die Vorlage betreffend Aufbesserung lichen Privatbeamten noch unter außerordentlich unsozialen und der Altpensionäre muß dem Reichstag so bald wie möglich zugehen. ungeregelten Verhältnissen. Für ihren Dienstvertrag gelten zwar In ber Spezialbebatte wurde der Antrag der Sozials die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, Doch fönnen demokraten, die Anfangsgehaltsstufe pon 1600 M. festzuseßen für 3. B. durch Vertrag die Kündigungsfristen beliebig geregelt diejenigen Beamten, die in die Klasse der gehobenen Unterbeamten" werden; selbst eintägige Kündigung ist schon wiederholt vereinbart aufrüden, gegen die sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt, worden. Die Entlohnung erfolgt noch zum Teil in Naturalien; so geheimnisvoll gehalten werden mußten, um nicht parteipolitisch der bürgerliche Kompromißantrag( Anfangsgehalt 1500 m.) ein wenn ein Angestellter seine Stellung im Juli verläßt, ohne die ausgebeutet zu werden, wird man begreifen, wenn man sich die ftimmig angenommen. In der weiteren Debatte wurden die Aussichten der Kanzlisten Früchte feines Dienstlandes vorher geerntet zu haben, weil sie Ergebnisse diefer" Güterbeamtenfürsorge" näher ansieht. Die und Buchführer aus den Militär- und Zivilanwärterklassen anein noch nicht reif find, so steht ihm nach dem Vertrag kein rechtlicher huldvollst gewährten Angestelltenausschüsse bei den agrarischen ander abgewogen und allerlei fleinere Positionen gemäß dem bürger- Anspruch auf Entschädigung au. Auch sonst mangelt es in jeder Landwirtschaftskammern haben natürlich nur Dekorativen lichen Kompromisantrag bewilligt. Donnerstag: Fortfegung der Beziehung für diese Gruppe ber Privatangestellten an gefeblichem Charakter, denn die Güterbeamten haben dort nichts zu sagen. Beratung der Besoldungsvorlage und Heeresetat. Schuß. Die Wahl der Ausschußmitglieder erfolgt durch die Hammer, nicht Leiber fehlt ihnen aber, soweit sie nicht dem Landarbeiter durch die Angestellten und es bedarf teiner Begründung, daß Ge verband" fich anschließen, eine Organisation, die den eenften finnungstüchtigkeit zu den notwendigen Voraussetzungen eines Willen hätte, zeitgemäße Reformen zu erkämpfen. Wohl besteht solchen Kandidaten gehört. Die Toleranz der Junker ist aber so ein Hauptverband der Güterbeamten- Vereinigungen", dem grenzenlos, daß in diesen Angestelltenausschüssen sogar ein GüterIn ber Buderindustrie werden jämmerliche Löhne gezahlt. Darin 25 Landes- und Provinzialverbände angeschlossen sind, doch scheint beamter ben Posten des stellvertretenden Vorsißenden bekommen liegt für bie Arbeiter ein gwang, möglichst viele lleberstunden zu jich seine Haupttätigkeit darauf zu erstreden, Titelschus, Diplom fell. Ueber die Zusammenseßung der Güterbeamtenausschüsse ver. leisten. Tägliche Arbeitsschichten von 14 bis 18 Stunden sind üblich. prüfung und Befähigungsnachweis zu verlangen. Auf ihree vor riet dann in der Diskussion ein Delegierter, daß dem an die oft Nach einer Erhebung des Fabritarbeiterverbandes während der Kampagne 1912/13 wurden folgende Löhne ermittelt: Stundenlöhne jährigen Februartagung hat diese" Angestelltenorganisation" auch preußische Landwirtschaftstammer bereits angeschlossenen Ausschuß im Durchschnitt, in den Rohzuckerfabriken 24,5 Pf., in den Raffinerien den schüchternen Versuch gemacht, für die Schaffung eines Güter sechs Gutsbefizer und sechs Güterbeamte angehören daher der 88,6 Pf. für Arbeiter und 15,2 bezw. 18,1 Pf. für Arbeiterinnen. beamtenrechts und mit gewiffen Bedingungen auch für das einheit Name Angestelltenausschus. Jedenfalls wurde auf der Haupte Bei Altordarbeiten erzielten die Arbeiter in den Robzuderfabriken liche Angestelltenrecht einzutreten. Doch ist es den preußischen versammlung den Delegierten so lange gut zugeredet, bis sie 39,4 Bf., in den Raffinerien 46 Bf., in den letzteren Betrieben Junkern gelungen, auf der diesmaligen Hauptversammlung, die schließlich, erfreut über den Anschluß an die LandwirtschaftsArbeiterinnen 22,4 Pf. Man muß bedenken, daß die Arbeit in den am 15. februar 1914 in Berlin tagte, den Angestellten bei fammern, versprachen, vorerst von einem Güterbeamtenrecht ab. Buderfabriken außerordentlich aufreibend und gesundheitsschädlich zubringen, daß fie vorläufig von einem Güterbeamtenrecht absehen sehen zu wollen. Damit hatte Frhr. v. Wangenheim seinen Zwed fft. In schreiendem Gegenfaz zu den Löhnen stehen die sollten und dafür ihr Seit im Anschluß an die Landwirtschafts- erreicht und er fonnte die übrige Beit dazu benußen, um die Gewinne ber Unternehmer. Es verteilen 3. B. für das letzte tammern zu suchen hätten. Der Verlauf dieser Hauptversamm Güterbeamten zum Kampf gegen die Sozialdemokratie auf. Jahr Dividenden: Buderfabrit Großgerau 5 Broz, Buderfabrik Magdeburg 6 Bros., Zuderfabrit Jülich 6 Proa., Buderfabrik Klein, lung ist aber sonst so symptomatisch für die" patriarchalische zurufen, vor allem zur Förderung der Berdummungspolitik unter Bangleben 8 Broz den gleichen Satz erhalten die Aktionäre der Harmoniepolitik" unserer leutseligen Rittergutsbesizer, daß wir den Landarbeitern. Wie den Güterbeamten diefe ihre wichtigſte Trachenberger Buderfieberet, 10 Proz. fchütten bie Gilbacher Buder nicht verfäumen wollen, einige Stellen aus dem Bericht der Aufgabe jhmadhaft gemacht wurde, mögen folgende Rebeblüten fabrit fowie der Rheinische Aktienverein für Buckerfabritation aus. Deutschen Güterbeamtenzeitung" zu besprechen. zeigen. Die Altionäre der Buderfabril Union erhalten 11 Broz, ihre Die Einleitung dieses Angestelltenparlaments war zunächst Beibensgenoffen von der Zuckerfabrit Stuttgart steden 20 Broz. eine tiefe Verbeugung vor den anwesenden Vertretern des Dibibende ein. Die Kleinigkeit von 45 Proz. Dividende erbrachte die preußischen Landesökonomiekollegiums und der biberfen LandBuderfabrit Schroda, 22 Broz. verteilt die Stärkezuckerfabrik A.-G. wirtschaftskammern. Dann begeisterte fich der Vorfibende ForstB. Boehlmann- Frankfurt, und die Zuckerfabrik Frankenthal wirft rat Gulefeld- Lauterbach am Jubiläumsjahr 1918," boll von Feiern ihren Kuponabiahneidern 25 Proa. in den Schoß. Dazu gefangen vielfach noch bedeutende Summen als Tantieme an die Haupt- und voll Freude über die Ereignisse vor hundert Jahren, als es macher zur Berteilung. Die legtgenannte Fabrit zahlt 2,1 Millionen unseren Altvorderen gelang, pen ufurpator aus dem Lande zu Marl an Dividenden und 225 000 M. Gratifikationen, die Zuckere treiben und das Joch der Knechtschaft abzuschütteln". Der fabrit Stuttgart bei 360 000 m. Dividenden noch 107 870 m. Tan historische Rückblick hinderte den Nebner nicht, sich ber neuen tiemen. Die porstehenden Angaben faffen schon ein geradezu pro Senechtschaft von 1913 zu freuen und zu versichern, daß die Güterbazierenbes Mißverhältnis zwischen den Löhnen und Gewinnen ere beamten the Biet durch die Zufammenarbeit mit ben Gutsherren tennen. Dabei fommen die tatsächlichen Verhältnisse noch gar nicht und getragen von dem Vertrauen der Behörden verfolgen. Den zum Ausdruck, Bielfach find die Rübenbauern gleichzeitig Aktionäre Höhepunkt der Versammlung bildete ein Vortrag über" Gine ber Buckerfabriken. Um die Gewinne der Fabrit nicht zu hoch fteigen zu laffen, bewilligen fie fich recht hohe Rübenpreife. In fesiale Aufgabe für die Güterbeamten", den natürlich nicht etwa biefen steden sie dann schon einen beträchtlichen Gewinn ein Angestelltenbertreter, sondern der als Vertreter des Königl. qus ber Fabrit fozufagen auf Vorschuß ein. Bon preußischen Landesökonomiekollegiums und des Bundes der Landa dem Segen für die Rübenbauern geben die amtlichen An- wirte( die beiden Vertretungen gehören ja auch zusammen) Fehr. gaben einigen Aufschluß. Im Erntejahr 1912/13 ergab der Heftar v. Wangenheim- Klein- Spiegel hielt. eine Menge von 304 Doppelzentner Rüben gegen 180 Doppelzentner im Jahre vorher. Trotz der gewaltigen Ertragssteigerung wurde der Preis der Zuckerrüben aber nur von 2,51 W. auf 2,40 M. für den Doppelzentner ermäßigt, Dadurch hob sich der Erlös auf den Better bon 451.80 M, auf 729,60 m. und für die gefamte Ernte ben 227.4 Mill, Mart auf 8994 Min. Mart. Bei einer nur um 7 Broz, größeren Anbaufläche steigerte fich der Erlös um 75 Broz. Die Arbeiter bören immer nur Alagen über schlechte Preife. Damit beantwortet man die bescheidenften Forderungen. Die Unternehmer aber fawinmen im Ueberfluß. Das ist fapitalistische Bragis, !! Und er verkündete den lauschenden Güterbeamten, daß es ihm eine schlaflose Nacht" verursacht hatte, den Anschluß der Güterbeamten an die Landwirtschaftskammern durch besondere Ausfüffe als den gegebenen Weg zu finden, Dee Referent verriet auch, daß sich eine am 4. Februar d. J. stattgehabte Konferenz der Verfibenden der Landwirtschaftskammern bereits mit diefer Frage beschäftigt habe. " Ich muß Ihnen, meine Herren," jo führte der Herr Baron aus, nun hierbei farlegen, weshalb die Berhandlungen in der " Die gesamte Landwirtschaft muß fest wie ein Mann zu ſammenstehen... jest, wo die Sozialdemokratie beginnt, ihre Fangarme auch auf dem Lande auszubreiten und durch ihre " Voltsfürsorge" den Landarbeitern näher zu kommen. Um dieser gefährlichen Wühlarbeit zu begegnen, bedürfen wir auch Ihrer, meine Herren, und daher wendet sich die Landwirtschaft an Sie, die treu zu ihrem König stehen, damit der Unsegen der Sozialdemokratie von dem Lande ferngehalten wird."..Ga muß eine allgemeine Aktion auf dem Lande einseßen, wir müffen unseren Arbeitern auf dem Lande nähertreten, und Grundbesizer und Güterbeamte müssen sich in der Wohlfahrtsarbeit um die Arbeiter auf dem Lande berühren." Nachdem ber wohlmeinende Freiherr dann im einzelnen die nötigen Ein richtungen, wie Bibliotheken, Vorträge, Jugendbereine usw. für die Landarbeiter aufgezählt hatte, schloß er begeistert:" Die Beiten sind schwer, Gine ficher führende Hand fehlt. Wir stehen gleichsam am Vorabend einer unblutigen Revolution. Die ganze Bewegung führt zu einem Gewaltakt gegen den ländlichen Grundbesiz. Hier heißt es daher Front zu machen gegen alle fozialdemokratischen Umtriebe, um uns vor schweren Schäden zu betpahren," So werden die Güterbeamten auf ihrer eigenen Verbands. tagung von den Junfern eingewidelt. Auf der einen Seite werden fie unter Verzicht auf gefeßlichen Schutz ins Schlepptau der Landwirtschaftskammern genommen, und nachdem sie dort sicher unter gebracht sind, dürfen sie in der Ausbeutung der Bandarbeiter als Schußtruppe der Agrarier deren Geschäfte besorgen. DAN Eins dieser Kostüme würde auch IHNEN gut stehen! Das erste: Eln ungewöhnlich charmantes Kostüm aus vorzüglichem schmalgerippten Kammgarn- Twill, Eine glückliche Vereinigung des TunikaSchnittes mit dem Blusenjackett, Der Kimono Aermel, durch eine reizende Seldenschleife verziert, ein aus schön gemustertem Seidenstoff bestehender Kragen, der in einer duftigen Rüsche seinen Abschluss findet. Selbstverständlich a, Seide. Ueber den Preis werden Sle staunen nur M. 39.00 Das zweite: Eine herrliche Schöpfung der modernen Konfektionskunst, und für seinen minimalen Preis ein Beweis seltener Leistungsfähigkeit! Aus guter, welcher, blauer Twillware( keine harte Cheviotware) elegant verarbeitet, ist dieses Kostüm mit dem kleidsamen Stehbrustschnitt ausgestattet. Ein sehr hübscher seidener Futuristenkragen wird durch eine grosse, elegante Seidenkrawatte geschmackvoll vervollständigt. Ein breiter Gürtel mit schöner Schnalle und Seidenschleife zieren die Rückenpartie, Ebenfalls auf Seide und trotz alledem nur M. 24.25 Keine Rabatte- Keine Geschenke Ein billiger Preis für Alle! Königstr. 33 Am Bahnhof Alexanderplatz Chausseestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof Sonntags geschlossen Filialen in Köln und Hamburg. C& A BRENNINKMEYER GMBH, R