Nr. 79. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 ML, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags, nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostPlbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungar 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz S Ericheint täglid. für Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte 28ort 20 Pfg.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 1983. Militarismus gegen das Budgetrecht. Ein Schiedsgericht, unter dem Vorsiz des Justizrate Bading, hat den Militärfiskus verurteilt, entweder an die Dresdner Bank 3 137 483 m. als Entschädigung zu zahlen Sonnabend, den 21. März 1914. widrig und unter Umgehung des Reichstags Aufträge in bindender Form erteilt hat. Troßdem erhob die Heeres verwaltung vor dem Schiedsgericht den Einwand: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 1984. v. 2ynter, der angenehme Wohnräume in einer vornehmen Gegend haben wolle. Früher von ihm( dem Redner) in der Kommission gemachte, vom Kriegsminister v. Heeringen feierlichst be= Der Fistus habe sich niemals rechtlich binden strittene Angaben hätten sich im vollsten Umfange bestätigt. wollen, sondern vielmehr beabsichtigt, von einem Unternehmer Die Phrase von der militärischen Einfachheit sei aufs gründlichste einen Neubau auf dessen eigene Rechnung und Gewiderlegt. Die Heeresverwaltung habe bindende Aufträge fahr ohne vorherige bindende Abmachungen errichten zu lassen, erteilt und Abmachungen getroffen, suche sich aber nachträglich von um dann erst, nach vollständiger Herrichtung des Tauschobjekts, allen Verantwortungen zu drüden. Kriegsminister und Reichsdie rechtliche Bindung in Erwägung zu ziehen." Der Auftrag selbst, wenn er wirklich erteilt sein sollte, sei aber für alle Fälle urwizlsam, da er der notariellen Form entbehre." Entbehrte das Verhalten der Heeresverwaltung der fanzler feien als regreßpflichtig anzusehen. Das Schiedsgericht oder von dieser Bank das Grundstück Viktoriaſtraße 34 für rechtlichen Grundlage, so mutet es geradezu wider- sei in ganz eigenmächtiger Weise zusammengesezt worden. Der 5 Millionen Mart zu kaufen. Die Dresdner Bank und wärtig an, auf welche Weise man sich hier herauszureden Reichstag habe keine Veranlassung, die Mittel für die Konsequenzen der von ihr vorgeschobere Bankdirektor v. Winterfeld fuchte. In welcher Welt leben die Herren eigentlich, daß sie des ungeheuerlichen Geschäfts zu bewilligen. Hätten wir ein behaupten, in bindender Weise vom Kriegsministerium meinen, es könnte sich ein geistig gesunder Mensch finden, der Ministerverantwortlichkeitsgeseh, dann müßte man die Schuldigen den Auftrag erhalten zu haben, das Grundstück zu faufen ein Gebäude nach den Plänen und Wünschen der Heeres unter Anklage stellen und haft bar machen für den und in dem danebenliegenden Garten ein dreiſtödiges Ge- verwaltung baut, ohne die Gewißheit zu haben, daß es ihm Schaden, der dem Reiche aus der Angelegenheit erwachse. bäude zu errichten, das den Zwecken des Militärkabinetts auch abgenommen wird! Schließlich ging man sogar noch so Angaben, wonach keine bindenden Aufträge an den Unternehmer Schatzsekretär Kühn berief sich auf früher von ihm gemachte dienen sollte. Als alles ziemlich fertig mar, machte man dem weit, daß man erklärte: Reichstag eine Vorlage, die von der Budgetkommission erteilt worden seien, verteidigte die Einsetzung des Schiedsgerichts abgelehnt und dann von der Regierung zurückund die Haltung des Schabamts. Abg. Gothein( Vp.) legte gezogen wurde. Damit mar für den Reichstag das Hauptgewicht seiner Kritik weniger auf die Frage des dem die Sache erledigt, nicht aber für die Regierung, Damit vergleiche man die Versicherung des Geheimrats Reiche erwachsenden materiellen Verlustes, als vielmehr auf den die nun von ihren Gegenkontrahenter bor ein ber untelmann, wonach das zusagende Schreiben des gefährlichen und charakteristischen Versuch", die verfassungs- und einbartes Schiedsgericht zitiert wurde, mit dem Kriegsministeriums mindestens dieselbe Wirksamkeit und staatsmäßigen Rechte des Reichstages zu umgehen und über den bereits erwähnten Erfolg. Dem Reichstag ist nun ein Nach Bedeutung hat, wie e: ne notarielle Erklärung! Schließlich Haufen zu werfen. Der Reichstag dürfe nicht als hintergangene tragsetat zugegangen, der die Bewilligung von sechs wurde direkt bestritten, daß der Geheimrat Gundel- und blamierte Instanz zu allem Ja und Amen sagen. Die EntMillionen Mark verlangt. Als die Budgetkommission mann legitimiert war, eine solche Erklärung abzugeben scheidung müsse ausgesetzt und alles in der Sache vorhandene Magestern in die Beratung eintreten wollte, wurde plöblich und behauptet, daß er eine solche auch gar nicht habe abgeben terial der Kommission vorgelegt werden. Abg. Schiffer( natl.) das Urteil des Schiedsgerichts verteilt eine Drud- wollen! Die Einwendungen der Heeresverwaltung enthalten wies nach, daß von einem guten Geschät des Reiches absolut nicht schrift von 13 Folioseiten! Dieses Dokument noch den klassischen Sat: enthüllt einen ungeheuerlichen Standal, e8 wird darin dokumentarisch festgestellt, daß die Regierung den Reichstag bewußt und gewollt hintergangen hat. In der Feststellung des Tatbestandes wird zu dem Neubau des Militärkabinetts ausgeführt: " Da mehrere diesbezügliche Vorlagen vom Reichstag abgelehnt worden waren, entstand Die Heeresverwaltung habe wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß die ganze Transaktion ohne Etat zur Durchführung gelangen werde, doch habe sie eine bindende Verpflichtung dem Kläger gegenüber nicht übernommen und auch in keinem Fall übernehmen können, da, sobald die Voraussetzungen gegeben seien, die Sache etatsmäßig zu behandeln, das Kriegs ministerium den Reichstag ohne Verfassungsverlegung doch nicht hätte umgehen können." Der Militarismus, die Rede sein könne. Das Reich sei völlig in die Hände des Unternehmers, des Herrn v. Winterfeld, gegeben. Bevor in dem Wirrsal der Beziehungen nicht Klarheit geschaffen sei, müsse ein Beschluß ausgesetzt werden. Genosse Ledebour wandte sich in scharfer Polemik gegen Kriegsministerium und Schazamt, deren Leichtherzigkeit bei Vornahme von Tauschgeschäften gesetzliche Maßnahmen fordern, um das Reich vor noch Schlimmerem zu bewahren. Alle Begleiterschei Genosse Noske legte noch einmal dar, wie das KriegsWie qualvoll sind doch diese Ausreden, nachdem ein- nungen des Falles sprächen dafür, daß bindende Verpflichtungen im Ministerium der Plan, das Vorhaben außer wandfrei feststand, daß die Heeresverwaltung das eingegangen sind und daß es den Reichstag vor eine fertige etatsmäßig in der Weise durchzuführen, daß ein Unternehmer auf einem ihm gehörigen Terrain Budgetrecht des Reichstags und damit die Verfassung grob. Tatsache zu stellen galt. Wenn das Grundstück in der Viktoriaein neues Kabinettsgebäude unter Aufsichtlich verlegt hatte. straße vom Reiche übernommen werden müsse, möge es auf dem des Ministeriums errichten und das Itune Die Begründung des Schiedsspruches ist für die Heeres. Grundstüdsmarkt wieder veräußert werden; es liege nicht die mehr für die Reichszwede geeignete Grund- bertpaltung geradezu blamabel, denn alle Einwände geringste Veranlassung vor, dem General v. Synter in die teuerste stüd gegen ein dem Reiche gehöriges Grund werden als nicht zutreffend zurückgewiesen. Das Reich Gegend Berlins aus Reichsmitteln ein glänzendes Palais zu sehen. stüd vertauschen sollte." ist damit in eine höchst unangenehme ZwangsSchatsekretär Kühn verteidigte das Recht der Verwaltung, Die Militärverwaltung wußte, daß der Reichstag feine l'a ge gebracht. Auf die juristische Seite soll hier nicht ein- Tauschgeschäfte ohne Zustimmung des Bundesrats und des ReichsZustimmung zu einem Neubau des Militärkabinetts in bevor- gegangen werden. Aber daran ist nicht zu rütteln, daß der tages zu machen, unter Hinweis auf die Verfassung und die Be zugter Gegend Berlins nicht geben werde. Deshalb ent- Militarismus einen ungeheuerlichen Vorstoß schlüsse der Rechnungskommission des Reichstages. Sein Versuch, fchloß sich das Kriegsministerium, die Sache unter Aus- gegen das Budgetrecht des Reichstags unter- das von der Verwaltung gemachte Geschäft als eine Art berechtigten schaltung des Reichstags zu machen. Dies ließ nommen hat. Die Schuldigen sind mittlerweile vom Schau- Tauschgeschäftes hinzustellen, wurde vom Abg. Wa Idstein( Bp.) dent Plan reifen, militärfiskalische Grundstücke zu ver- plaz dieser unrühmlichen Tätigkeit energisch zurüdgewiesen. Der Reichstag sei es seiner Ehre und schachern, um dem Chef des Militärtabinetts hwunden und die neuen Männer waschen ihre Hände in dem angetasteten Etatsrecht schuldig, kein Schulbeispiel dafür zudie ersehnte Villa zu verschaffen. Herr v. Winterfeld, unschuld. Die Heeresverwaltung aber erklärt ganz offen, standekommen zu lassen, daß hochgestellte Herrschaften gegen den der mit einer einflußreichen Persönlichkeit im daß der Chef des Militärkabinetts seine Willen des Reichstages ihren Willen durchsetzen. willen des Reichstages ihren Willen durchsetzen. Abg. Pfleger Kriegsministerium gute Beziehungen unterhielt, Villa mit 16 Zimmern und den entsprechen( 3.) trat für die zweite Alternative des Schiedsspruches, als die erbot sich, die Sache zu machen. Zu riskieren hatte er nichts, weil den Repräsentationsräumlichkeiten bekommt. für das Reich günstigere, ein und bezeichnete es als unbegreiflich, er nichts besaß, er fonnte also nur gewinnen. Die Dresdner Direkten Hohn auf den Willen des Reichstages kann man daß sich die Militärverwaltung in so zweifelhafte Geschäfte mit Bant erklärte sich sofort bereit, Geldmittel zur Verfügung nur abwenden, wenn dafür gesorgt wird, daß die Gebäude einem so eigenartigen Ehrenmann eingelassen habe.- Namens der zu stellen, und nun wurde gekauft, getauscht und gebaut, so dem Militärfiskus entzogen werden. Stanservativen erklärte sich Graf West arp für den Antrag Erzdaß in kurzer Zeit nicht weniger als elf Millionen Mark der in Zabern Recht und Gesetz mit Füßen trat, schreckt auch berger. in Bewegung gesetzt waren. Auf den Vorschlag des nicht davor zurück, den Reichstag hinter das Licht zu führen ministerium an Millionengeschäften mit einer Leichtfertigkeit herat Chefs des Militärkabinetts wurde das Grundstück und das wichtigste Recht des Reichstages, sein Budgetrecht, Viktoriaſtraße in das beabsichtigte Tauschgeschäft einbezogen. einfach auszuschalten. Ist dann der Karren verfahren, dann gegangen sei, die kaum übertroffen werden könne. Es liege eine Der frühere Kriegsminister v. Heeringen hat dagegen im müssen die Steuerzahler dafür büßen. Auch diese Vorgänge durch die das Reich um Millionen geschädigt werde. Wer regresAuch diese Vorgänge bewußte krasse Rechtsverletzung durch das Kriegsministerium vor, Vorjahre behauptet, daß der Chef des Militärkabinetts, find ein Beweis dafür, welch eine enimente Gefahr durch die das Reich um Millionen geschädigt werde. Wer regref= General v. Lyncker, mit der ganzen Sache persönlich gar für die spärlichen Rechte des Volkes der Militarismus pflichtig sei, wisse kein Mensch. Schließlich werde irgendein Genichts zu tun hätte! Wie erklärt man diesen Wider- darstellt. heimrat, von dem nichts zu holen sei, als Sündenbock preisgegeben spruch? Die Pläne für den Neubau, der hinter dem werden und das Reich werde das Nachsehen haben. Genosse Rücken des Reichstags in Angriff genommen wurde, Stücklen gab der Befürchtung Ausdruck, daß, wenn das Grundfind im Kriegsministerium ausgearbeitet stüd Viktoriastr. 34 in Reichsbefiß übergehe, eine Verwendung un worden, ein Beamter des Kriegsministeriums Ueber die heutige Sitzung der Budgetkommission des Reichs- 3wede des Militärkabinetts erfolgen werde. Der Kriegs. geachtet des vom Reichstage kundgegebenen Willens doch für die hat die Bauarbeiten überwacht! Gleichzeitig ist der innere Umbau der Villa in der Viktoriaſtraße in Angriff ge- des Grundstücksankaufes und Neubaues des Militärkabinetts be- bestehe, schon weil das Gebäude für die Bedürfnisse des Militärtages, die sich mit den Uebergriffen der Regierung in der Frage minister räumte unumwunden ein, daß diese Absicht fabinetts gebaut sei. Erst im Juli 1912 kamen dann dem Striegsministerium schäftigte, geht uns folgender Bericht zu: Da erst am Freitag bei Beratung des 3: Nachtragsetats für fommando des Gardekorps in dem Gebäude unterzubringen; es Abg. Erzberger regte an, das GeneralMit Rücksicht auf die Bemühungen und Auf- 1913, der erstmalig 2,5 Millionen Mark zum Erwerb des Grund- handle sich darum, aus politischen Gründen zu verhindern, daz wendungen Winterfelds wurde diesem auf alle Fälle stücks Viktoriastr. 34 fordert, den Mitgliedern ein Abdruck des die Militärverwaltung Siegerin bleibe. Es kam zu keinem Beeine angemessene Entschädigung in Aussicht gestellt und zwar 13 Filioseiten umfassenden Schiedsspruchs überreicht wurde, mußte sollten ihm 2 608 000 Mark bezahlt werden. Alle diese Blane auf Antrag des Genossen Lede bour die Situng um eine Stunde schlusse. Die Verhandlungen werden am Sonnabend fortgesetzt. und Abmachungen brachen aber in sich zusammen, als der vertagt werden, um den Mitgliedern Gelegenheit zur KenntnisReichstag die Forderung ablehnte, nachdem man sich post nahme des Inhalts zu geben. Der Berichterstatter Abg. Er 3festum an ihn gewendet hatte. In den damaligen Verhandlungen erklärte der Staats- den Neubau zu übernehmen, die verantwortlichen Personen aber berger schlug vor, dem zweiten Vorschlage zuzustimmen, also setretär des Reichsschaamtes, daß das Budget- ihrer Regreßpflicht nicht zu entbinden. Abg. Rogalla v. Bierecht des Reichstags gewahrt worden sei. Der Striegs- berstein trat dem Vorschlage Erzbergers bei. Paris, 18. März.( Eig. Ber.) minister v. Heeringen bestätigte das. Demgegenüber Seit den Tagen des Panama- Skandals hat man nicht wurde vor dem Schiedsgericht dargetan, daß dem Winterfeld teidigung der Heeresverwaltung ungemein leicht, indem er die gehabt, für die Millionen in Fabriken und Bergwerfen, auf Der Kriegsminister v. Falkenhayn machte sich die Ver- diesen Einblick in die Grundlagen jener bürgerlichen„ Kultur" bindende Versprechungen ohne jeden Vor- Frage der Umgehung des Budgetrechts völlig ausschied, die Er- dem Acker, auf Schiffen und Lokomotiven, in Bureaus, Maga behalt gemacht worden sind. Als Winterfeld eine schrift- werbung des Grundstücks als ein für das Reich günstiges Geschäft zinen und Docks schuften, für die sie ein paar Lebensjahre Ii che Bestätigung verlangte, erklärte ihm der zuständige bezeichnete und im übrigen alles auf seinen Vorgänger im marschieren und Wachestehen müssen in der Furcht schreckDezement im Kriegsministerium, Geheimrat Guntel- Amte und auf die Dezernenten abschob. licheren Zwanges und Opfers- für die zu hungern, zu entnommen worden. Bedenken! mann: * * Der genarrte Reichstag. Zusammenbruch. „ Wenn Ihnen das Kriegsministerium ein Bon sozialdemokratischer Seite wurde an dem Verhalten der behren und zu verzichten haben und die überdies Ehrfurcht berart offizielles Greiben( wie bas bom 4. Juli 1912) Militärverwaltung heftigste Stritit geübt. Genoffe Studien vor ihrer weisen, sittlichen und harmonischen Ordnung von austellt, so ist dies von mindestens derselben bezeichnete es als einen Standal, der im Reiche noch ganz ihnen verlangt. Im Dreyfushandel barg sich die Wahrheit Birtiamfeit und Bedeutung, wie eine notarielle andere Beurteilung finden werde als in der Kommission. Der in einem Maskenspiel, worin die Akteure in allerhand patheErklärung." Unternehmer, mit dem das Geschäft gemacht worden ist, sei ein tischen Rollen, als Patriotismus“,„ Gerechtigkeit"," Glaube" Kein Mensch kann unter diesen Umständen darüber im bekannter Grundstücksschieber, der manifestiert habe; die und„ Sittlichkeit" auftraten. Diesmal ist die Komödie jäh Zweifel sein, daß das Kriegsministerium verfassungs- treibende Kraft bei dem ungeheuerlichen Geschäft sei der General beendet. Dem Knallen eines Revolvers folgt ein furchtbarer fflrcui). Die Decke des Theaters birst und das grausame Tages- licht beleuchtet die verschminkten grinsenden Gesichter>.. Lassen wir die Begebenheiten der letzten Monate bor uns im Flug wieder vorüberziehen. Im Herbst ernmnnt sich, angesichts der zunehmenden Kühnheit der lonservativen Par- teien, die radikale Partei noch einmal, Tie gibt sich aus dem Kongreß in Pau eine Organisation und ein Programm, an dessen Spitze die Wiederherstellung der zweijährigen Dienst- zeit und die de>nokratisck>e Steuerreform sieben, Dezein- ber gelingt es der gesainuielten Kraft der Linken, das Ministerium Barthou im Kampf um die Deckung des Defizits zu werfen. Der Führer der radikalen Partei C a i l l a u r wird Fmanzminister. Wohl bringt schon die Regiertmgs- erklärung des neuen Ministeriums allen, die auf die Ent- schlossenheit und Glxirakierfestigkeit der radikalen Politiker vertraut haben, eine schwere Enttäuschung. Das Ministerium Doumerguc verpflichtet sich zur„loyalen" Turchnihrimg des Dreijohrgesetzes und die Verwalter seiner militärischen Ressorts bemühen sich demonstrativ um das Wohlgefallen der Militaristen. Der politischen Welt wird das beschämende Bild einer Zweideutigkeit geboten, worin eine Regierung schließlich die dauernde Feschaltung des dreijährigen Dienstes durch das Kadergesetz unaufhebbar macht, während die ei gen t. liche Regierungspartei den Abbau des Dreijahrgesetzes in ihrem Wahlaistnif hineinstellt. Zuletzt aber sieht man sogar mit der Weihe der Partei versehene Kandidaten die mili- taristische Flagge auspflanzen. Die demokratische Heeresresorm einmal preisgegeben, bleibt noch das Steilerprogramm. Besteht in jener Frage die ganze Taktik der Regierung darin, dem Gegner unter den Händen zu entschlüpfen, so bat die radikale Partei in dieser einen Mann, der sich ibm zu stellen weiß. Eaillauz ist ein glänzend klarer Kaps, ein Virtuose in der Knnst, die sthwie- rigsten, verzwicktesten Fragen der Finanzpolitik zu durchleuchten. Sein Scharssinn, seine ungeheure Detailkenntnis und seine Geschmeidigkeit ersetzen das Pathos, dos ihm abgeht. Fn der Deputiertenkammer nimmt es in den Finanz- fragen niemand init ihm auf— weder der verschlagene, von Ehrgeiz zur Arbeit angetriebene Millerand,"noch der mehr literarisch begabte Barthou, vom bequemen In- stinktpolitiker Briand ganz zu schineigen— im Senat weiß Caillanx sogar den weiseir Nathan der konservativen Bour» geoisie R i b o t zu meistern. Sicher— auch Caillanx ist nicht der heroische Kämpfer, der lieber untergeht, ehe er seinen Platz räumt. Er ist da und dort zurückgewichen— so zuletzt namentlich in der Frage der Teklarationspflicht— und hat manchmal nur attackiert, weil hinter ihm die sozialistischen Kanonen drohten. Aber temperamentvoll und gelenkig, wie er nun einmal ist, inußte er den Verteidigern"des Steuer- Privilegs der Besitzenden als gefährlichster Gegner erscheinen und gegen ihn konzentrierten sich alle Angriffe in einem An- sturnl von beispielloser Wut. Eaillaux bot unleugbar seinen Feinden breite Angriffs- flächen dar. Er ist Finanzier, schon durch Abstammung, schwer reich und eine unsentimentale kalte Spielernatur im Genuß wie in der Politik. Tos ist eine Sorte, die der Klein- bürger und die für pathetische Spektakel eingenommene Masse der weltstädtischen Flaneure nicht mag. Ohne das vermöchte man die bösartige Genreinheit, die jetzt in den Pariser Straßen unter royalistischem Kommando ihr„Mörder CaUaur'" örüllt, trotz der wochenlang fortgesetzten Hetze des „Älatin" und seinesgleichen nicht zu verstehen. Diese zum großen Teil aus den Zuhälterkneipen des Faubourg Moni- martre strömenden„Demonstranten", die sich in die Kaders der klerikalen Studentenschaft einreiben, sehen samt und son- ders nicht wie Leute aus, die von der Besteuerung der Rente viel zu fürchten hätten. Aber für die nationalistrsche Tema- gogie ist er auch der Mann, der Teutfchland auf Grund hochverräterischer geheimer Machenschafte», über den Kopf seines Ministers des Auswärtigen den Kongo„ausgeliefert", der für die Zulassung der deutschen Werte au der Pariser Börse im Stillen gearbeitet und sich über die Entente mit England in einem kritischen Augenblick abschätzig ausge- iprochcn bat. Was ist an diesen Vorwürfen, für deren Vcr- breitung übrigens Clemenreau das meiste geleistet bat. richtig? Tie künftige Geicksichtsschreibung wird darüber Klarheit anstreben und vielleicht erlangen, den jetzigen An» stägern lag nur die Verdächtigung selbst am Herzen, Es -.alt aber mich, Caillaur in seiner sonstigen politischen Betäti- ,una zu kompromittieren, ibn als korrupt, als Amtsver- arecher, als Lügner und Komödianten hinzustellen. Ties be- iorgte Calmette im„Figaro"— unter Mitwirkung Barthous, wie man seit gestern weiß, nachdem man xs vorher nur verminet hat. Calmette ist tot und die hergebrachte Regel billigt seinem Andenken Schutz vor der moralischen Kritik. Es ist auch liier nicht der Ort, zu untersuchen, inwieweit er bei der Benützung eines intimen Privatbriefes das Austandsgebot, im politischen Kampf nicht vertrauliche Angelegenheiten dritter Personen ans Tageslicht zu zerren, gelvahrt hat. Hätte er es auch verletzt, so wäre das Verbrechen der Frau Caillanx nicht eni- schuldigt und um es überhaupt psychologisch zu verstehen. bedarf es allerlei Annahmen, wie sie denn auch in Paris jetzt inr wildesten Tratsch durcheinonderschießen. Und auch dann nock> kann die Tat erst durch ihre Beziehung auf das soziale Milieu, wo sie gediehen ist, auf die Verlumpuug der kavitalistischen Schmarotzergesellschaft in einem jeglichen höheren Zwecks baren Individualismus richtig geiocrtet werden. Das Verbrechen der Frau Caillaur, das die politischc Lausbahn ihres Gatten notwendig, wenn nicht für immer zerstören, so doch sofort unterbrechen mußte, bat nur die(sie- w'.sslmlosigkeit der übelsten politilchen Piraten als politisches zu bezeichnen gewagt. Ter Feldzug des„Figaro" dagegen, der unter dem Zeichen der Moral geführt wurde, hatte keine anderen Zwecke als die der Politik oder genauer des materiellen Interesses der Bourgeoisie. Man rühmt dem er- schossenen Calmette alle möglichen Tugenden nach: Gewissen- haftigkeit im Journalistendicnst, Kollegialität,„Ritterlichkeit" im Verkehr. Um so schlimmer, wenn der bürgerliche Journa- lismus so vortreffliche Anlagen den schmutzigsten Unter- nehmungen dienstbar macht und sie darin in Verwirrung bringt. Man kennt den„Figaro" im In- und Ausland und weiß von ihm wie von der Shakespeareschcn Witwe Hurtig, wo er zu haben ist. Es ist kein Zufall, daß deutsche Rüstungs- kapitalisten zuerst an ihn denken, wenn sie eine für sie nützliche Animiernotiz in die französische Presse bringen_ wollen. Caillaux ist, mag es mit den Beschuldigungen im einzelnen wie immer stehen, sicher skrupellos wie nur irgendein kapita- listischcr Conquistador. Aber er hätte tausendmal mehr Siin. den gegen den für die Ausgebeuteten reservierten Moral- katechismus auf sich laden, nach Belieben sein Programm verraten, das Parlament zum Narren halten, aus öffentlichen Stellungen Privatprofite schinden können— hätte er die Bourgeoisie nicht nnt der Einkommensteuer geschreckt, wäre Calmette liebenswürdig, optimlstisch und verständnisinnig geblieben wie Alfred Eapus. der dem„Figaro" wöchentlich Weltanschauung liefert. Ist ciy Er-Finanzminister im Tirek- torium von Banken ein Ausnahmefall? Sitzt D o u m e r nicht in der„Banque'Fran�aise"? Und Goch er y im i„Credit National"? Sogar der Philosophieprofessor Du- m o n t, der als Finanzminister eine so komische Rolle spielte, ist er nicht hernach doch beim Konsortium der Provinzbankcn glücklich untergeschlüpft? Und wer vermöchte zu sagen, woher Briand. der ehedem nicht einen Pfennig fein eigen nannte und der weder eine Advotatenprans. noch eine journalistische Tätigkeit ausübt, auch wenn er nicht Minister ist. eine Lebenshaltung bestreiten kann, die sedenialls mit dem Betrag der parlamentarischen Diäten nicht in Einklang zu bringen ist? Aber an alledem ist die tugendhafte Neugier des „Figaro" stumm vorübergegangen. Caillaur jedoch mußt« vernichtet werden, lveil er der tragende Pfeiler des Ministeriums war. das man um jeden Preis noch vor den Wahlen stürzen wollte, um nicht aus diesen eine gestärkte, dem Senat gegenüber kräftigere Mehrheit der Linke« hervorgehen zu lassen. Und das moralische Kesseltreiben wurde mit allem Raffinement, mit einer Technik unterhalten, die der gewieg- testen Erpresser würdig wäre. Jeder Tag brachte eine sorg- föltig abgewogene neue Dose— halb Enthüllung, halb Trobung. Gewiß, es waren sehr Wswere Beschuldigungen darunter. Am wenigsten Gewicht möclite man der Bezichtigung des Mei- nungswechsels zuschreiben— wenn Caillaux, seiner Herkunft entsprechend, mit einem Programm des„Fortschritts und der Ordnung" debütiert hat, hat nicht ein Briand, nach einem viel rascher vollzogenen Uebergong vom entgegengesetzten Pol, ebendort geendet oder— um seiner neuesten Schwenkung gereckt zu werden— wenigstens Station gemacht? Und auch ein in der Koketterie des werbenden Männchens nieder- geschriebener zynischer Satz über das eigene Pathos brauchte nicht tragisch genommen zu werden, auch wenn die Nachtrag- liche Rechtfertigung nicht überzeugt. Wer wollte so grausam sein, etwa ehren Priester auf eine gelegentliche Lästerung festzunageln?. Aber die verschiedenartigen Fälle kapita- listssckter Korruption, die. ihm zur Last gelegt werden— bis zum Eingriff in ein schwebendes Gerichtsversahren— sind. soweit sie Tatsachen sind, unverzeihlich— vom sozio- l i st i s ch e n Gesichtspunkt, vom sittlichen Niveau. das in der kapitalistischen Gesellschaft nur das revolutionäre Proletariat wirklich bewahrt hat. llnd man darf es wohl sagen, daß die Atmosphäre unseren Genossen unerträglich geworden war. Man marschierte im Nebel vorwärts, ohne diescnigen zu seben, die nebenan marschierten. Nun wird es licht. Es wird Musterung gehalten werden— aber M u st c- rnng unter allen. Das Attentat auf Calmette hat die Katastrophe im Paria- ment nur beschleunigt, nicht bewirkt. Tic Wunde öffnete sich—- oder vielmehr, es war nicht eine einzige platzende Blase, sondern der ganze Körper des kapitalistischen Staats e i n Geschwür. Auf den radikalen Staatsmännern Caillaux und Monis lastet eine furchtbare Anklage,, aber Barthou ist ein überwiesener Amtsunßbraucher, der ein Dokument, das er als Minister erhielt, zur Verwertung für politische Privatzwecke in seine Tasche steckte. Selten" noch hat man intrigante Ueberklugheft sich selbst so schnell und gründlich strafen sehen, wie in der sturmbewegten Tienstags- sitzuitg, da sich der mit allen Kniffen der Theaterregie vor- bereitete Kniff Barthous mit dem aus der Ta'cke geholter: Akt des Oberprokurators in die kläglichste Selbstentlarvung verwandelte. Welche Rolle aber spielt die erhabene Justitia des bürgerlichen Staats mit ihren Oberprokuratoren und Ge- richtspräsidciften, die einander der Lüge, der falschen eidlichen Aussage zeihen! Und das ganze bürgerliche Parlament mit seinen Abgeordneten, die alle gewußt und getuschelt und intrigiert, aber nicht gesprochen und der Wahrheit ans Licht geholfen haben und die, wenn ihre Sckncksalsglockc tönt, ihre Schubladen öffnen, um einander persönliche und Familien- flandale und Skandälchen an die Köpfe zu werfen! In dieser stunde aber waren es die Sozialisten, die das Selbstbewußtsein, den sittlichen Willen der Demo- kratie wieder aufrichteten. Ihre Feinde selbst fanden keinen Ausweg, kein Mittel, sich vor dem Land zu rehabilitieren, als die Unterwerfung unter die Untersuchungskommission, der die nwralijche Autorität ihres sozialistischen Präsidenten das Vertrauen des Volkes sichert. Ueberall— rechts und links— Sumpfboden, wo der Fuß einsinkt, nur bei den Ver- tretern des revolutionären Proletariats festes Erdreich. Die nationale, von der großen Revolution dem Volk zugceioirete Kraft der Selbstreinigung, die nur der Demokratie gesicherte Gewalt der Idee, die die Wahrheit allen Widerständen zum Trotz zuletzt doch aus dem Brunnen hebt, sie selbst hat ihre Bürgschaft nur noch im sozialistischen Proletariat, das sich so als Kern und Seele der revublikanischen Nation offenbart. Daß sich diese Erkenntnis trotz allem tvüsten Geschrei der bürgerlichen Presse durchsetzen wird, zeigt sich schon in der Angst, die die großen Kapitalistenblätter antreibt, gegen die Erteilung gerichtlicher Befugnisse an die Untersuchungs- konunission zu protestieren. Iäuräs als„Oberrichter", wie das„Echo de Paris", als„Großinquisitor", wie der„Temps" schreibt— Jaures, der Deputierte, Minister und Gerichts- beamto an die Zeugenbarre zitiert, um Frankreich sein Selbst- vertrauen, das Vertrauen zur Justiz und zur Demokratie wiederzugeben— sie können es nicht fassen. Welch großes Werk könnte jetzt vollbracht werden, wenn die politische und gewerkschaftliche Organisation des Prole- tariats an Macht und Einigkeit dieselben Fortschritte gemacht hätte wie die politische und soziale Desorganisation der bürgerlichen Klassen! Aber der ungeheure moralische Sieg des gestrigen Tages wird die Kräfte des französischeil Sozialismus beflügeln. Schon bat die Ricsenversammlunq. womit am Sonnabend die Wahlbewegung in Paris eingeleitet wurde, eine niegekannte Kampffreudigkeit gezeigt. Die neu« Situation, die dem letzten Schein einer Verknüpfung-wischen der sozialistischen Partei und dem bürgerlichen Radikalismus ein Ende macht, wird die Energien des Proletariats verviel- fachen und dem sozialistischeil Appell an die Wähler im ganzen Land neue aufmerksame und überzeugte Hörer werben. Ter Rücktritt Monis'. Poris, 19. März. Ter Rücktritt de? MarineminssterS Monis ist endgültig. Zn seinem Nachfolger wurde der Senator Gauthier ernannt. Der Rochettc-Ausschuß. Pari?, 20. März. Ter'frühere Marineminister Moni? wurde heute im Rochette-AuSschuß vernommen. Er er- klärte, daß er im März 1911 den Besuch des damaligen Kinanz« Ministers Eaillaux erhalten habe, der ihm sagte, daß ein'.cd vokal. welchem er zu Dank verpälichtet sei, einen A u f s ch ud im Rochritc- Prozeß verlangt habe, und daß er ihm bei dicsex. Gelegenheit seine Tankbarkeil beweisen missfe. Der Advokat würde, falls'hm der Ausschub verweigert werden sollte, ein Aussehen erregendes Pia« dotier halten, in dem er auf jene Emission hin wessen würde, welche für die französischen Sparer Verluste herbeigeführt und tsatzdem. keinerlei strafrechtliche Verfolgung nach sich gezogen hätte. Er i Monis) habe darauf den Oberstaatsanwalt gefragt, wichen Einfluß der Anfichilb auf das Prozeßverfabren babcn könnte, und hinzugefugt, daß die Regierung in keinem Falle sosin Borhaben bindern wollte. Der Oberstaatsanwalt ljabe erwidert, daß der Aufschub in keiner Weise eine Verjährung zur Folge haben könnte, jedoch von der öffentlichen Meinung srblewk ausgelegt werden würde. Irgendeine Pression sei nicht vorgekommen. Als er dann nach langer Krankhert von dem. sogenannten Protokoll des Oberstaatsanwalts über dieses Gespräch gehört habe, habe er den damaligen Justizminister Briand danach gefragt. Briand habe ausweichend grantwortek. Es fcheine, daß das sogenannte Protokoll erst später auf Grund von Dagebuchluzlizcn des Oberstaatsanwalts angefertigt worden sei/und zwar auf Verlangen B r i a>i d s, der dem Oberstarts anwalb Vorwürfe wegen des Aufschubs gemacht habe. Ter Qberstaäts- anwalt habe dieses angebliche Protokoll verfaßt, um sich zu decket:. Ein wirkliches Protokoll habe. nie existiert, und er(Monis) habe nie eine Abschrift dieses Dokuments erhalten. Wenn der Oberstaatsanwalt irgendwelche Zweifel über die Unter- redung, die zwischen ihnen stattfand, gcbabt hätte, so hätte er zweifellos brieflich mitgeteilt, daß er den angeblichen„Befehl" ausgeführt. Ter Vorsitzende der RocheUc-Komwission, JaurcS, bok> gegenüber der Aussage Monis' die Energie hervor, mit der der Advokat Rochettes den Ausschub verlangte. Habe dieser Ausschul» nicht die Fortsetzung der Operationen Rochettes erleichtern sollen? Monis antwortete darant, daß er von dem Fall Röchelte nnr oberflächliche Kenntnis habe, und daß der Oberstaatsanwalt ihm keineswegs solche Befürchtungen nahegelegt habe. Auf Befragen erklärte Monis, er habe an das Vorhandensein eine? Protokolls Fabres erst geglaubt, als Jaures es in der stamm er erwähnte, Darauf wurde Eaillaux vernommen. politische Uebersicht. Eingeborencnpolitit und Tiamautcufrage. Aus dem Reichstag, 20. März: Nach Erledigung zlvcier kleiner Anfragen ging Genosse O u e s f e l bei Weiter- beratung des Kolonialetats mit Sachkunde auf die deutsche Eingeborenenpolitik in Südwestafrika ein, die sich bisher darauf befchräiiki hat, die Löhne der eingeborenen Arbeiter so niedrig wie möglich zu halten und die letzten Endes auf eine Ansrottuiig der Eingeborenen hinausläuft. In zwanzig Iahren ichon wird die Eingehorenenbevölkerung auf den dritten Teil ihres Bestandes herabgegangen fein. Ferner wandte sich Genosse Q n e ss el gegen das Verbot, das Ein- geborene daran hindert, selbständige Farmer zu werden, und beleuchtete die Finanzverhältuisse der Kolonie, die durch den Tiamantensegeir in einem fälschlich günstigen Lichte er» scheinen. Der Nationalliberale K e i n a t h fand ein Haar in. dein Verhalten des Kolonialamts in der Frage der Diamanten- regle, der in Köln-Land wiedergewählte Zentrumsmämr K u ck h o f f ließ sich über südwestafrikanische Schulfragen aus, der Agrarierhäuptling O eitel bot wie gewöhnlich einen gemischten Salat und der Fortschrittlcr Ahlhorn klagte darüber, daß durch das Vordrängen des Antwerpener Syndikats der deutschen Diamantenindustrie aus den Diamanteirfuilden in Südwest kein wesentlicher Vorteil er- wachse. Der Staatssekretär Dr. S o l f wandte sich gegen den Vorwurf, daß er die deutschen Schleifer nicht schütze und sagte auf eine Anregung Quessels zu, daß die Anwerbung der Ovambos staatlich geregelt und überwacht werden solle. Nack- dem Herr Mumm von der liquidierten Firma S t-7 Uhr im Weidenweg von der Eckert- bis zur Friedenstraße. Gegen Be- lohnung abzugeben bei H. Schlutow, Eckertftr. 18, Hof III. vorortnachrtchten. Neukölln. Haushalts-Voranschlag 1914/15. Die Stadtverordnetenversammlung trat in ihrer Sitzung am Donnerstag in die Etatbcratungen ein. Der Gesamtetat wurde vom RechnungSausschuß in mehreren Sitzungen vorberaten und schließt mit rund 46 Millionen Mark ab. Da» Kapitel K ä m- mereiverwaltung erfordert ein Mehr von 6 Millionen Mark. Für die Provinzialabgaben wurden 638 000 M� für die Polizeiverwaltung 639 000 M. und für den Zweckverband 8000 M. eingesetzt. An Besoldungen sind annähernd 1 900 000 M. auf- zuwenden. Dem Vorschlage des Magistrats, die Tagegelder der Vertreter beim Versicherungsamt auf 6 M. festzusetzen, stimmte die Versammlung zu, ebenso der Einstellung von 1600 M. für stenographische Aufnahmen der Stadtverordneten-Verhandlungen. Im Kapitel Gewerbliche Unternehmungen wurden Ueberschutzbeträge von 2 171 000 M. aus dem Gaswerk und 694 000 M. aus dem Elektrizitätswerk eingestellt. Die Abgaben der A.-G. Charlottenburger Wasserwerke beziffern sich auf 45 000 M., die der Großen Berliner Straßenbahn auf annähernd 170 000 M. — Beim Anschlagwesen tadelte Stadtv. Zepmeisel(Soz.) die Jnhibierung der gelben Kirchenaustrittsplakate durch den Magistrat; Redner warf letzterem vor, vor der Denunziation der„Deutschen Tageszeitung" und der Polizei zusammengeknickt zu sein. Ober- bürgermeister Kaiser bestritt das und behauptete, da» Plakat habe in gewissem Sinne tatsächlich im Widerspruch mit den preß- gesetzlichen Vorschriften gestanden. Die im Kapitel 3 enthaltenen „Veranstaltungen und Einrichtungen" schließen mit einer Ausgabe von 776 000 M. ab und bedürfen eines Zuschusses von 297 000 M.— Die neue Bade- und Schwimmanstalt balanziert mit einem Zuschuß von 110 000 M. Der vom Magistrat vorgelegte Tarif für die Bäderpreise enthält höhere Sätze als der Berliner Tarif, so z. B. für ein Schwimmbad 6 Pf. mehr. Stadtv. W u tz k y(Soz.) wandte sich entschieden gegen diese Maßnahme, die durchaus nicht die Rentabilität der Anstalt fördern, sondern die Frequenz derselben herabdrücken und damit finanziell schädlich wirken werde. Bürgermeister Dr. W e i n r i ch vertrat die höheren Preise, denen durch die Ausgestaltung der Badeanstalt doch auch höhere Leistungen gegenüberständen. Der Tarif des Magistrats sowohl als auch die Abgabe von Bädern an Krankenkassen-- patien-ten wurden darauf genehmigt. Debattelose Zustimmung anden die Vorlagen über bessere Beleuchtung des Frühmarktes am Maybachufer, Neubeschaffung eines Desinfektionswagens, Ver- legung uich Ausgestaltung der weiblichen Abteilung des Arbeits« Nachweises, Erweiterung der Säualingsfürsorge durch Vermehrung der ärztlichen Sprechstunden und Gewährung von Stillunter- tützungen an bedürftige Mütter.— Für die Kindervolksküchen und )ie Verabreichung von warmem Frühstück an bedürftige Schul- kinder beantragte Stadtv. Dr. Silber st ein(Soz.), die be- absichtigte Mehrausgabe von 8100 auf 10 000 M. zu erhöhen. Das Mehr betrage, wenn man die in Rücksicht auf die Arbeitslosigkeit beschlossenen Summen in Betracht ziehe, eigentlich nur 1100 M., obivohl angesichts der Veröffentlichungen von Helene Simon ein DtagisrvatSmitglied selbst einen Betraa von 10000 M. als not- wendig anerkannt habe. DaS fei mich da» mindeste, wenn man Gerichtszeitung. Der Verteidiger unter Aufsicht. etwa dreißig Tote geborgen worden, darunter auch ein aus Berlin stammender Mechaniter Otto Albig. Wie Augenzeugen des Unglücks berichten, kam es im Moment des Zusammenstoßes zu entsetzlichen Schreckensszenen. bedenkt, wieviele Kinder in unseren Volksschulen noch ohne Früh stück sizen; die Statistik rede da eine eindringliche Sprache. Trotzdent behauptete Stadtrat Dr. Mann, daß die vom Magistrat borgeschlagene Erhöhung genüge und und ein weiteres sich nicht als notwendig herausgestellt habe. Stadtv. Justizrat Abraham mochte Zu einem Renkonter zwischen Staatsanwalt und Verteidiger aber doch wohl fühlen, daß man hier nicht ausweichen könne; fam ca am letzten Donnerstag in einer Sigung denn er empfahl den sozialdemokratischen Antrag ebenfalls, der der schließlich auch angenommen wurde. Die Zur Bekämpfung der 11. Straffammer des Landgerichts I zu Berlin. Während Das Dampfboot wurde von dem starken Bug des TorpedoTuberkulose" eingejezte Summe ist von 7000 auf 8000 m. erhöht der Vernehmung eines Zeugen in einer schon mehrere Stunden bootes aufgerissen und verschwand in taum einer worden. Stadtv. Dr. Fürst( Soz.) bezeichnete das als einen Tropfen dauernden Verhandlung ging der als Verteidiger fungierende Minute unter Wasser, die meisten Passagiere mit sich auf den heißen Stein und wies an der Hand des Berichts des Rechtsanwalt Dr. Mar Kantorowicz einen Augenblick auf in die heftige Strömung reißend. Das Torpedoboot hatte Vaterländischen Frauenvereins über die Fürsorgestelle nach, daß den Korridor hinaus, um sein mitgebrachtes Frühstücksbrötchen zu den Passagierdampfer seitwärts an dem Hinterdeck getroffen, aus Mangel an Mitteln die Frequenzziffer der letzteren fortgesetzt verzehren. Wie sich ergab, hatte er während dieser Zeit auf eine wo fast alle Passagiere sich wegen der rauhen Witterung in herabgegangen sei. 1910 wurden noch 929, 1911 schon nur 791 und 1912 gar nur noch 727 Besucher verzeichnet. Ebenso seien Anordnung des als Anklagevertreter fungierenden Staatsanwalts- die große Stabine zusammengedrängt hatten, und so beint die Verpflegungstage in der Walderholungsstätte fortgesetzt gefallen. assessors Sayner unter Aufsicht gestanden. Am Schlusse der raschen Sinken des Hinterdecks unfähig waren, sich zu retten. Das alles liege natürlich etwa nicht an einer Abnahme der furcht- Sigung gab der Verteidiger folgende Erklärung ab:" Ich habe Dagegen wurden die wenigen am Vorderdeck befindlichen, baren Volksseuche, sondern an dem Fehlen der notwendigen Geld- durch Zufall erfahren, daß ich, während ich mich vorhin auf dem darunter das Schiffspersonal, ins Wasser geschleudert. mittel und der Senauferei der Stadtverwaltung, die selbst ja im Korridor aufhielt, im Auftrage des Vertreters der Anklage von So konnten sich durch Schwimmen 15 Personen retten. Jahr nur ganze 20 Freipatienten in die Erholungsstätte ſende. einem Gerichtsdiener beobachtet worden bin, ob ich mit den noch über die Statastrophe, bei der sich ebenso heroische wie erDie italienischen Blätter bringen zahlreiche Einzelheiten Diese beschämenden Tatsachen müßten aus der Welt geschafft werden und beantrage die sozialdemokratische Fraktion daher die vernehmenden Zeugen spreche. Abgesehen davon, daß greifende Vorgänge abspielten. Einzelne Matrosen retteten Erhöhung der Summe auf 12000 M. Stadtv. Dr. Silberich, ebenso wie der Staatsanwalt, das Recht hätte, mit einem mehrere Unglückliche nacheinander. Ein Boot stein( Soz.) befürwortete lebhaft den Antrag und betonte, daß Beugen zu sprechen, muß ich gegen eine derartige Beobachtung vom Kreuzer Francesco Ferruccio" nahm eine junge 8000 M. nur der als ausreichend bezeichnen könne, der feine energisch protestieren, da hierin die unerhörte Verdächtigung liegt, ran 3 ösin auf, die unter herzzerreißendem Schreien und Ahnung von Hygiene habe. Das hinderte aber den Stadtfämmerer daß ich Zeugen beeinflussen würde. Ich muß, da hierin nicht nur wahnsinnigem Lachen nach ihren beiden ertrunkenen Arlart durchaus nicht an der Warnung, die Leistungsfähigkeit eine Beleidigung meiner Person, sondern auch des gesamten An- Kindern rief. An Bord der Hohenzollern" brachte des Stadtsädels ja nicht außer acht zu lassen. Die bürgerlichenwaltstandes liegt, diese Verdächtigung ganz entschieden in aller man einen jungen Ungarn, der seine Frau verloren hatte. Fraktionen lehnten denn auch mit 33 gegen 30 sozialdemokratische Stimmen den Antrag ab, unter ihnen auch ein paar Aerzte und Deffentlichkeit zurückweisen und werde veranlassen, daß sich auch Sie befanden sich seit vier Tagen auf der Hochzeitsselbst ber amtliche Hüter der Gesundheitspflege, Kreisarzt und noch ein anderes Forum mit dieser Angelegenheit beschäftigen reise. Schiffsleutnant Bossi, der ins Wasser gesprungen Medizinalrat Dr. Dietrich. Einen Antrag auf Einstellung wird." Staatsanwaltsassessor Hayner erklärte, daß es ihn auf- war, um die junge Frau zu retten, wurde von einer ganzen von 10 000 M. zur Errichtung eines Wohnungsamtes gefallen sei, daß der Verteidiger gerade während der Vernehmung Schar von Unglücklichen umringt, die sich berbegründete Herr Stadtv. Dr. Fürst( Soz.): Bereit im November eines Entlastungszeugen den Saal verlassen habe. Er habe aller- zweifelt an ihn klammerten und ihn mit sich in die 1913 sei eine Rommission zur Borberatung dieser Forderung ein dings einen Gerichtsdiener beauftragt, dem Verteidiger nachzugehen Tiefe rissen. Die Deutschen Karl Wolz und Gustav gefeßt worden, nachdem Oberbürgermeister und bürgerliche Frattionen ihre Sympathien versichert hatten. Einmal habe auch die und zu sehen, ob er mit Zeugen spreche. Hiermit sei doch aber noch Neumann sowie Emil Proehi aus Budapest schwammen Kommiffion getagt; aber die von derselben beschlossene Statistit lange nicht der Verdacht einer Zeugenbeeinflussung durch den Ver- einer Schaluppe entgegen und wurden von ihr aufgenommen. sei bisher weber erschienen, noch stehe im Gtat eine Summe zur teidiger ausgesprochen. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Benedig, 20. März. Während der ganzen Nacht wurde die Verfügung. Das laufe auf eine Verschleppung der so außerordent- S ar sten, lehnte es ab, auf diesen Zwischenfall weiter einzugehen, Unglüdsstelle mit starten Scheinwerfern abgesucht, um noch Leichen lich wichtigen Frage hinaus; diesem Bestreben müsse durch den da die Vorgänge sich nicht in der öffentlichen Sitzung abgespielt aufzufinden. Die Trauer in der Stadt ist groß. Die Theater Antrag vorgebeugt werden. Oberbürgermeister Kaiser ente hätten. Von dem angegriffenen Verteidiger wird der Sachver haben ihre Vorstellungen eingestellt; mehrere Restaurants haben gehalt der Anwaltskammer zwecks Vornahme weiterer Schritte mit- schlossen. Alle zu Ehren der deutschen Schiffe geplanten Empfänge find abgesagt worden. geteilt werden. Das Verhalten des Staatsanwalts ist eine ebenso rechtswidrige Maßnahme, wie es ein Auftrag eines Angeklagten oder eines Verteidigers ist, den Staatsanivalt zu beobachten. Der verschwundene Nachlaß. PP " schuldigte sich wegen der Verzögerung der versprochenen Denkschrift und versprach deren Erscheinen noch vor Ostern, worauf der Antrag Fürst u. Gen. mit 35 gegen 28 Stimmen abgelehnt wurde. Gegen die stiefmütterliche Behandlung des von der Stadt mit 7000 27. Benedig, 20. März. Bei der Schiffskatastrophe haben die Mannfubventionierten Theaterunternehmens durch den Megistrat führte schaften der Kriegsschiffe, insbesondere diejenigen der kaiserlichen Stadtb. Seltmann Klage. Auch Stadtv. Wuzky( Soz.) polemisterte gegen Yacht Hohenzollern" und des deutschen Panzerkreuzers die im Rechnungsausschuß zum Ausdruck gefommene Animosität Goeben" mit einer wahren Selbstaufopferung gearbeitet. Bis des Dezernenten. Besonders müßte dagegen Verwahrung eingelegt werden, daß mit dem Märkischen Wandertheater Unterhandlungen in die ersten Morgenstunden waren dreißig Zeichen geborgen. angeknüpft würden, ohne mit dem Theaterausschuß oder der seiner- Unter dem Verdacht, das Amt einer Krankenpflegerin zu einer Etwa dreißig Tote werden noch im Innern des gesunkenen zeit gebildeten gemischten Kommission darüber Fühlung zu nehmen. Unredlichkeit mißbraucht zu haben, hatte sich gestern die Ber- Dampfbootes vermutet. Ihre Bergung wird sehr schwierig sein, Beffere tünstlerische Leistungen dürften wohl von dem Wander- mieterin Frau Augufte Schwert vor der 7. Straftammer des Land- weil die gesunkenen Teile des Schiffes auf dem Meeresgrunde vertheater ficher nicht zu erwarten sein, ebensowenig sei ein Wechsel gerichts I zu verantworten. Am 30. Juli v. J. verstarb die Ehe- sanden. erst noch ratsam, wenn wirklich ernste Absichten auf eine spätere frau des Arbeiters August Pick nach mehrmonatiger Krankheit, Benedig, 20. März. Nachdem die ganze Nacht hindurch an der Erbauung eines Stadttheaters noch vorhanden wären. Bürger- während welcher sie von der im Nebenhause wohnenden Angeklagten Unglüdsstelle gearbeitet worden war, fand ein Taucher um 5½ Uhr meister Dr. Weinreich beftritt jede Voreingenommenheit gegen die gepflegt worden war. Der Ehemann Biek zahlte ihr für ihre morgens das gesunkene Dampfboot. Wie er behauptet, jezige Theaterleitung seinerseits; er ginge von der ungünstiger Mühewaltung 800 M. aus. Dieses Geld stammte aus einem Spar- sind in dem Boot noch Leichen. Man versucht, das Boot an dis gewordenen Kritik und davon aus, daß der vom Komitee vor fassendepot seiner verstorbenen Ehefrau über 5664 M., welches die Oberfläche zu bringen. geschriebene Spielplan nicht innegehalten worden sei. Stadtv. Verstorbene während ihrer Kranfheit hatte abheben lassen. Bald Stohr( Soz.) bemängelte, daß dem für die Voltsbücherei und nach dem Todesfall vermißte Pieß von dieser Summe nach seiner Benedig, 20. März. Das gesunkene Schiff konnte bis an die Lesehalle als Büchereidiener vorgesehenen Buchbindergehilfen ein Ansicht ungefähr 4000 M.; er stellte die Angeklagte darüber zur Wasseroberfläche gehoben werden. Es wurden zwei weitere Bohn gezahlt werden solle, der weit hinter dem bestehenden Buch- Rede, diese aber erklärte, daß ihr der Verbleib dieser Summe gang eichen gefunden, doch konnte ihre Identität noch nicht bindertarif zurückbleibe. Wenn im Rechnungsausschuß demgegen- unbekannt sei. Sie soll dann aber einer anderen Frau gegenüber festgestellt werden. Das Schiff liegt sehr schräg und ist voll über gesagt worden sei, daß durch die vorgesehene Entschädigung so verdächtige Aeußerungen über Geldmittel, die ihr zur Verfügung Schlamm. Man versucht das Schiff in das Arsenalbassin zu für Bedienung der Garderobe und der Toilette vonseiten der Frau stehen, gemacht haben, daß Piek Anzeige gegen sie erstattete. Die schleppen, wo die letzten Nachforschungen nach den Opfern des des Dieners der Lohn des letteren erhöht werde, so müsse ein Angeklagte soll u. a. einer Frau erzählt haben, sie habe von einem Unglüds vorgenommen werden sollen. derartig unerhörtes Lohnsystent entschieden bekämpft werden.- Liebhaber 5000 M. geschenkt erhalten; sie soll auch drei SparkassenKämmerer Arl art erklärte sich darauf mit Erhöhung der frags bücher vorgezeigt haben, ferner in einer Ledertasche einen TausendLichen Position um 200 M. einverstanden; die Versammlung beschloß martschein und 8 Hundertmarkscheine, und außerdem soll sie noch demgemäß. ein Portemonnaie mit 400 M. in Gold bei sich gehabt haben. Mit Vor Eintritt in die Statsberatung erledigte die Versammlung einer anderen Zeugin hat sie eine Reise in die Sächsische Schweiz etliche andere Beratungsgegenstände. auf ihre Kosten macht. Die Angeklagte wehrte sich mit aller EntDem Verein für soziale Kolonisation Deutsch- schiedenheit gegen den auf ihr lastenden Verdacht und bestritt, von Iands" wurden 10 000 M. als Darlehn bewilligt, wogegen dieser dem Nachlaß der Frau Pieß sich irgend etwas angeeignet zu haben. fich verpflichtet, auf seinen Kulturarbeitsstätten an 6000 Arbeits- Sie behauptete, daß verdächtig erscheinende Einzahlungen bei einer tagen arbeitslose Einwohner Neuköllns zu beschäftigen. Die Sabungen und die Hausordnung des vom 1. April d. J. ab zu errichtenden Altersheims fanden im Sinne der Magistratsvorlagen Zustimmung. Bant die Ersparnisse ihrer Söhne und ihre eigenen Ersparnisse darstellten. Nach langer Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß die Angeklagte bei einem Betrage von über 1000 M. den redlichen Erwerb nicht nachweisen könne, daß sie also mindestens 1000 M. entwendet haben müsse und verurteilte sie zu In den vorgelegten Bestimmungen über die Annahmebedingungen der Stenotypistinnen, Telephonistinnen, Bureau- und 4 Monaten Gefängnis. Kassengehilfinnen wurde auf Antrag des Stadtv. Conrad( Soz.) der Passus gestrichen, daß die Bewerberinnen eine höhere Schule besucht haben müssen. Ein Brespirat. Weitere Opfer der Armut. Unserer gestrigen Notiz über den elenden Tod dreier Prole= tarierkinder auf einem mecklenburgischen Gute haben wir einen neuen ähnlichen traurigen Fall hinzuzufügen. Auf dem Dominium Neulände bei Punik in der Provinz Bosen haben wieder zwei Kinder ein schreckliches Ende gefunden, weil die wirtschaftliche Notlage Vater und Mutter aus dem Hause an die Lohnarbeit getrieben hatte. Nachdem die beiden Eltern schon frühmorgens an ihre Arbeitsstätte gegangen waren, standen ihre zwei Knaben im Alter von sechs und acht Jahren auf und wollten sich anziehen. Da sie einige Kleidungsstücke nicht gleich fanden, zündeten sie Streichhölzer an und leuchteten unter das Bett. Dabei fing das Bettstroh Feuer. Als die Nachbarn auf den Brandgeruch hin herbeieilten, waren die armen Schreckensszene in einem amerikanischen Bade. Yorker öffentlichen Bade. Ein Ingenieur namens Swimmer hatte ein türkisches Bad genommen und sich darauf behaglich in einer Hängematte zum Schlafe ausgestreckt. Als er erwachte, vermißte er seine Diamantringe und beschuldigte die anderen Badegäste, ihn der Ringe beraubt zu haben. Er riß einen Revolver aus seinen Kleidern und schoß blindlings auf die Badenden. Durch die Schüsse wurde ein Mann sofort getötet, ein anderer tödlich verwundet. In panischen Schrecken stürzten die Badegäste nackt oder nur notdürftig bekleidet auf die Straße, um sich vor den Schüssen des Rajenden in Sicherheit zu bringen. Schließlich gelang es, Swimmer zu überwältigen und festzunehmen. Kleine Notizen. Grubenunfälle in Oberschlesien. Durch einen zu früh los. gegangenen Sprengfchuß verunglüdte auf der BrzezowigGrube der Bergmann& udyga tödlich. Auf der Friedens. Grube wurde durch herabfallende Kohlenmassen der Bergmann Prafiset eriolagen. Um 6 Uhr fand eine Unterbrechung der Verhandlungen statt, ale bequemte Stätte für erpresserische Geschäfte betrachten, ist Einer der sogenannten" Brespiraten", die das Kriminalgericht Kinder in dem starken Qualm bereits er stidt. um in gemeinsamer Sigung des Magistrats und der Stadt- gestern bei dem Versuch, unter der Maste eines Pressevertreters verordnetenversammlung zum Zwedverband für den ausgeschiedenen von einem Angeklagten ein Schweigegeld" herauszupressen, ab- Zu einer wilden Szene kam es am Donnerstag in einem NewStadtv. Kohe eine Ersatzwahl vorzunehmen. Stadtv. Dr. Silber- gefaßt und der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Vor der stein( Soz.) erklärte zu der vom Oberbürgermeister vorgeschlagenen 12. Straffammer hatte sich eine größere Anzahl von Personen, Wahl durch Zuruf namens seiner Fraktion die Zustimmung, fügte darunter mehrere fleine Gastwirte, wegen Glückspiels zu verantaber hinzu, daß bei der nächsten vorzunehmenden Wahl die sozial- worten. Zu dieser Verhandlung hatte ein bis dahin im Zuschauerdemokratische Fraktion entschieden auf eine gerechtere Verteilung raum sizender junger Mann Gelegenheit gefunden, an dem Presseder Mandate, als es bis jetzt der Fall ist, Anspruch erheben werde. tisch Platz zu nehmen, da er dem Rechnungsrat Prestel gegenüber, Darauf wurde Stadt. Vögelte als stellvertretendes Mitglied der als dem zuständigen Beamten, erklärt hatte, daß er Vertreter Zweckverbandsversammlung gewählt. zweier Gastwirtszeitungen und einiger Tageszeitungen fei. Einer der Angeklagten in dieser sehr gleichgültigen Sache, sah mit steigender Angst, wie eifrig sich der angebliche Pressevertreter Notizen machte und trat in einer kurzen Pause an diesen mit der beVolkstümliche Konzerte. Das dritte und legte der von der scheidenen Frage heran, ob denn diese Sache in die Presse kommen Stadt Neukölln in diesem Winterhalbjahr veranstalteten Volfs- müsse; es wäre ihm als kleinen Gewerbetreibenden sehr unsymphoniekonzerte findet am Freitag, den 3. April d. Is., abends angenehm. Prompt erfolgte die Antwort, daß ein Erscheinen eines 8%, Uhr, im großen Saale der„ Neuen Welt", Hasenheide 108-114, Gerichtsberichts nur zu vermeiden wäre, wenn ihm 25 M. geopfert statt. Das Stonzert wird ausgeführt von dem Blüthnerorchester würden, denn so hoch müsse er die von ihm für die Sache aufunter Leitung des Hofkapellmeisters E. v. Strauß. Als Solist gewendete Zeit schäßen. Zum Glüd war das Gespräch von den Cello wird im Konzert Herr Gottfried Zeelander- Berlin mit- Gerichtsdienern gehört worden und der rasch herbeigeholte Rechwirken. Das Programm enthält die Ouvertüre zur Oper" Die nungsrat Prestel sorgte dafür, daß über den Vorgang sofort ein verkaufte Braut" von Fr. Smetana, das Siegfried- Idyll von richterliches Protokoll aufgenommen wurde. Der also Verdächtigte, Richard Wagner, die Symphonie Nr. VI von 2. v. Beethoven, der trok seines Leugnens auch von dem angeklagten Gastwirt be- Im Kampf mit Einbrechern. In der Nacht zum Freitag überdrei Soli für Cello mit Orchester und zwar: Air von J. S. Bach, lastet wurde, behauptete, daß er der Techniker Otto Kohl sei und raschten in siel zwei Kriminalbeamte drei Einbrecher, die in einen Scherzo von v. Goens, Menuett von X. Valensin und Farandole für die von ihm genannten beiden Gastwirtszeitungen Berichte Schlächterladen eindringen wollten. Es kam zu einem Kampf, von G. Bizet. Eintrittskarten zu 50 f.( 1. Parkett und Balkon) liefere. Durch sofortige telephonische Nachfrage wurde diese Be- wobei ein Einbrecher von einem der Beamten erschossen und 30 Pf.( 2. Parkett) sind in den Vorwärtsspeditionen Neckar- hauptung als erfunden festgestellt, und so hielt es dann der Staats- wurde. Der zweite wurde verhaftet, der dritte ist entstraße 2 und Siegfriedstraße 29 erhältlich. anwalt Dr. Ortlieb für geboten, den angeblichen Techniker genau fommen. nach seinen Personalien zu befragen und ihm weitere Maßregeln Gesunkenes Fischerboot. Bei Philippeville( Algerien) ging in Aussicht zu stellen. Dieser Fall gibt Veranlassung, den schon ein Fischerboot" Charlemagne" mit seinem Eigentümer und In der letzten Kartellfigung gab der Delegierte der Schneider holen: Jeden, der sich auf dem Kriminalgericht unter der Maske oft erteilten Rat an Interessenten von Strafprozessen zu wieder- dessen drei Kindern unter. einen Bericht über den jezigen Stand ihrer Tarifbewegung. Er eines Berichterstatters an sie herandrängt und Geldforderungen teilte mit, daß außer den Firmen Vortisch und Zimmermann, aufstellt, ohne weiteres verhaften zu lassen, da es sich dann zweifelFriedrichstraße, die dem Arbeitgeberverband angeſchloſſen find, auch los um einen Schwindler handelt, der wegen Erpressung und Be- Herrn Dr. B. Wille. Damen und Herren als Gäste willkommen. die Firmen Dunst, Rezowstraße, Kühne, Blücherstraße, und Kathun, truges ins Gefängnis gehört. Friedrich- Kirchplatz, den Tarif unterzeichnet haben. Dagegen weigern sich noch immer die Firmen Kluge sen., Kirchstraße, sowie Kluge jun., Schul- Ecke Ziethenstraße, denselben zu unterzeichnen. Die Gärtner ersuchten, die Gärtnereibesizer Buchholz, Großbeerenstr. 83, Richter, Großbeerenstr. 31, und 3infe, Friedrichstraße, michr als bisher zu berücksichtigen. Die Transportarbeiter be- Die Dampferkatastrophe am Lido. tonien, daß die Firma Fir, Eiswerke, die Organisation der Kutscher nicht anerkenne und die organisierten Kutscher entlasse, obwohl sie Leider bestätigt sich, daß bei dem gestern gemeldeten zugebe, daß diese Arbeiter treu, ehrlich und fleißig gewesen seien. Zusammenstoß eines Personendampfers mit einem TorpedoDas diesjährige Gewerkschaftsfest soll am 28. Juni stattfinden. boot im Hafen von Venedig zahlreiche Personen ihr Leben Die Gewerkschaften sowie die Arbeitersportvereine werden ersucht, ließen. Nach dem letzten Telegramm schätzt man die sich mit ihren Veranstaltungen danach zu richten. Nowawes. Aus aller Welt. Zahl der Toten zwischen 50 bis 60. Die genaue Verlust. liste läßt sich erst nach der Hebung des Personendampfers feststellen, da zahlreiche Passagiere mit dem Dampfer auf dem Meeresgrunde ruhen. Bisher sind Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 22. März, bormittags 10 Uhr, Jugendweihe" bei Lipps, Am Friedrichshain 16-29. Festvortrag von Jugendveranstaltungen. Charlottenburg. Morgen Sonntag, nachmittags 2 Uhr: Spielpartie nach Westend. Freitag: Mädchenabend. Die Schulentlassungsfeier findet am Sonntag, den 29. März, im großen Saale des Volkshauses, Rosinenstraße 3, statt. Das Progranim sezt sich zusammen aus: Rezitationen, Festansprache, Lieder zur Laute und Chorgefangen. Es wird ersucht. unter der Arbeiterjugend und deren Eltern eine rege Bropaganda für diese Veranstaltung zu entfalten. Anfang 2 Uhr. Eintritt für Jugendliche unter 18 Jahren unentgeltlich. Neukölln. Morgen Sonntag: Besichtigung der Arbeiter- WohlfahrtsAusstellung. Treffpunkt 3/412 Uhr am Hermannplay( Apotheke) und um 1 Uhr vor der Ausstellung in Charlottenburg, Fraunhoferstr. 11/12. Wilmersdorf. Die Arbeiterjugend veranstaltet am Sonntag, den 22. März, einen Ausflug nach Finkentrug. Treffpunkt 7 Uhr morgens im " Jugendheim", Mannheimer Str. 51. Kollegen und Kolleginnen sind ein geladen. Liederbücher und Proviant find mitzubringen. Fahrgeld 60 Pj. F mol A das Hausmittel. Allgemein- Verichiedenes Grunow's Kaffee- Versd. Dresdnerst.70 Lindenstr. 105 C. KISCH Speck- und Schinkensalzerei. Aikoholfreie Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u. Römertrank- Kell. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst. 13708 rbeiter- Berufskleidung Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. Partiewareng., Tegel, Brunowst.49 F. Zillat, Waldemarstr. 64 a. uto- Fahrichule Centr. Auto Technikum Norden Prinzen- Allee 42/43 Chauffeurschule Tages- und Abend- Kursus Eintritt jederzeit. Prospekte gratis. Bade- Anitalten Arkona- Bad, Anklamer- Str. 34. Erscheint 2 mal wöchentlich. Bäcker- u. Conditoreien C. Kunze, Liebigstr. 1. Karl Kunerle Torten. Altdeutsche Langestr. 40. Felix Kynast, Dänenstr. 5. Bäckerei Künscher Max Kühl, Triftstr. 9 Kastanien- Allee 57 Bezugsquellen- Verzeichnis. Brauerei Königstadt feinste Qualitätsbiere. G. m. b. H. Ender's Brauerei Malzbier, Chausseest40/ 41 T.N. 10655 Groterjan Ew. 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Hoff( Vp.) fragt, ob es wahr ist, daß Söhne von Volksschullehrern als Offizier safpiranten für die Marine nicht an genommen werden. Rapitänleutnant Dehnhardt: Die betreffenden Zeitungsnachrichten entsprechen nicht den Tatsachen. Weder sind Bestimmungen getroffen noch besteht die Verwaltungspraris, daß Söhne von Volksschullehrern als Offiziers aspiranten für die Marine nicht angenommen werden. Tatsächlich Beron auch mehrere aus Volksschullehrerkreisen hervorgegangene Personen als Offiziere und Offiziersanwärter in der Marine. Etat für Deutsch- Südwestafrika. Abg. Queffel( Soz.). [ überflüssig erklärt.( Hört! hört!) Der Staatssekretär Diamanten zu verwerten. Die Klage, daß die Doppelnatur unferer möge dahin wirken, daß das Gouvernement diese Frage nochmal Abnehmer als Schleifer und Rohhändler die Konkurrenz der Schleifer prüft, dabei aber auch Vertreter der Arbeiter und Angestellten hört. ertötet. ist berechtigt vom Standpunkt der Schleifer, aber nicht der ( Sehr gut bei den Sozialdemokraten.) Von der sozialen Förderer. Wir versuchen die deutschen Schleifer zu schützen so gut Versicherung sind die dortigen weißen Arbeiter und Angestellten es geht. Vor allem hat die Firma Ginsberg in einer Zeit des ganz ausgeschlossen. Sie verlangen, daß die deutsche soziale Ver- Daniederliegens der Diamantenindustrie eine größere Zahl fleiner ficherung unter Berücksichtigung der dortigen Lohnverhältnisse auf Lohnschleifer beschäftigt. Ferner haben wir in Hamm eine Deutsch- Südwest ausgedehnt wird. Mit Hilfe des Diamanten Diamantenschleifschule errichtet. Mehr fönnen wir aber nicht tun. jegens wäre das wohl durchführbar. Auch der Unternehmer-( Zuruf des Abg. Hoch( Soz.): Und die Tarife?) Herr Hoch terrorismus hat in Deutsch- Südwest seinen Einzug gehalten, beantragt, die Vergünstigung der fünf Prozent nur denjenigen steht es in dieser Beziehung mit den kaufmännischen Angestellten. Ohne weiteres fann ich nicht angeben, ob wir darauf eingehen schwarze Listen gibt es dort, wie hier. Besonders schlimm Schleifereien zu gewähren, die sich dem Diamantentarif anschließen. Vor mir liegt ein fönnen. In der Forderung der Kontingentierung, der sich die geheimes Rundschreiben der Vereinigung Lüderitbuchter Kaufleute, Förderer angeschlossen haben, sind wir mit den Arbeitern in Ueberworin Mitgliedern der Ausschluß angedroht wird, wenn sie einstimmung. Um die Ovambobahn, die mir sehr am Herzen liegt, zu brauchbare Angestellte durch Bewilligung eines höheren Gehalts wegengagieren.( Hört hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein solches sichern, gebe ich gern die verlangte Erklärung ab, daß die AnVorgehen widerspricht der Gewerbeordnung. Ich hoffe, daß der werbung der Dvambos als Arbeiter staatlich geregelt und überStaatssekretär dahin wirken wird, daß der Unternehmerterrorismus wacht werden soll; ebenso soll für eine menschenetwas weniger abschreckende Formen in Deutsch- Südwest annimmt. würdige Behandlung und für Einrichtung guter ſanitärer Die ganze Rechtsprechung dort hat einen Beamtencharakter, die Verhältnisse Sorge getragen werden. Auch wird in der Denkschrift über die Gesundheitsverhältnisse der Ovambos Bericht er Richter sind nicht unabhängig wie bei uns. Als Beisiger werden auch mit Vorliebe Beamte genommen, also Leute, die vom barin hat Herr Dertel recht, noch lange nicht in Betracht, sondern stattet werden. Für das Schlachtvieh kommt der heimische Markt, Gouvernement abhängig sind. Daraus folgt, daß ſtrebfame Leute unter den Richtern sich sehr wohl hüten werben, ein Urteil zu fällen, der südafrikanische; wir verhandeln mit der südafrikanischen Refür Kleinvieh ist sie das dem Gouvernement nicht paßt.- Notwendig wäre eine faifer- gierung, damit sie die Sperre für Großvieh bereits aufgehoben liche Verordnung, wonach das Kahlpfändungsrecht in bezug ebenfalls aufhebt. Herr Duessel hat es auf die Arbeiter und Angestellten beseitigt wird. so dargestellt, als ob so etwas wie eine weiße Arbeiterfrage in SüdDer jezige Es sind dort Das ist nicht der Fall. Zustand, daß der Lohn oder Gehalt bis auf 125 Mart Westafrifa besteht. mindestens 200 Mart, Unverheirateten 175 Marf bleiben. gepfändet werden kann, ist unhaltbar. 2800 Weiße, die man als kleine Arbeiter bezeichnen fönnte. Verheirateten müssen find aber zum großen Teil selbständige Handwerker, für alle Verwaltungsverbände sollte im Interesse der kleinen denen es im allgemeinen gut geht, und die Beute das dirette Wahlverfahren eingeführt werden. andere find bei den Minen als Aufseher angestellt mit Gehältern, Vom Liderizbuchter Gemeindevorstand erhielten fleine Leute, die die in der Heimat nicht unter die Arbeiterschußbestimmungen fallen. sich in einer Straße auf Grund des Bebauungsplans angesiedelt Auch sind mir irgendwelche Klagen nicht zu Ohren gekommen. batten, nicht einmal Wasser. Als sie sich beschwerten, erhielten In bezug auf die Schulen muß man bedenken, daß Südwestsie teine Antwort, aber eine Klagezustellung afrita eine ausgesprochene Siedelungstolonie ist, und dort müssen Bei den Millionen Einnahmen aus den Diamanten ergeben fich Leute ist dadurch zum Ruin geführt, weil sie infolge des Mangels zu den Schulpensionaten müssen wir meines Erachtens zahlen, ( Hört! hört!) wegen der Form ihrer Beschwerde. Ein Teil dieser die Schulen in deutschem Sinne gehalten werden. Die Beihilfen für das Gouvernement eine Reihe von Aufgaben. Soweit dieſe an Wafferleitung feine Mieter für ihre Häufer bekommen. Das ist wenn wir den Schulzwang festhalten wollen. Das Gesetz gegen Summen für Hafenanlagen und Flußregulierungen verwandt werden feine Verwaltung, mit der der Reichstag einverstanden sein kann. Die Konzessionsgesellschaften ist mir als Handhabe, falls fich bie Jollen, stimmen meine Freunde zu. Den Bau der Ovambo- Das ganze Eystem der Verwaltung muß ein anderes werden. Rund Gesellschaften verständigen öffentlichen Interessen widersetzen, bahn werden wir ablehnen; wir müssen das tun, weil die zehn Millionen machen die Kosten der Zivilverwaltung ohne sympathisch. Die Tragweite der Bestimmungen im einzelnen wird Regierung es ablehnt, auch die minimalen Forderungen des Ein- Eisenbahnen aus.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die genau zu prüfen ſein. Die Einführung des Rechtsweges in Ver geborenenscartes zu erfüllen. Sie will sich auf nichts festlegen, dauernden sondern volle Freiheit behalten. Einnahmen stehen ganz still. Hört einmal der waltungsfachen erscheint auch uns notwendig.( Bravo!) Unsere Gegner sagen, aus Diamantenfegen auf, so werden wir nicht nur die Kosten der Militär-, humanitären Gründen, gerade im Interesse der Eingeborenen treten fondern auch der Zivilverwaltung aus den Taschen der deutschen Abg. Mumm( Wirtsch. Vg.): fie für den Bau der Bahn ein. Aber diese Eingeborenenfürsorge ist Steuerzahles heden müssen. Dann wird es sich allerdings fragen, besig wird der Staatssekretär den ganzen Reichstag hinter fich Bei seinem Vorgehen gegen den übergroßen spekulativen Landdoch recht eigentümlich, die Herren haben kein Wort der Empörung ob es nicht zweckmäßiger wäre, diese Kolonie zu verkaufen. darüber gefunden, daß man jahrelang unzählige Menschen-( Beifall bei der Sozialdemokraten.) haben. Ganz anders liegt es mit den Missionsgesellschaften, Leben auf dieser Strecke hat zugrunde geben lassen. Nach den die Abgeordneter Noske schwer angegriffen hat wegen amtlichen Berichten sind durchschnittlich jeden Monat 500 DivamboAbg. Keinath( natl.): ihres„ Geschäftssinns". Die Missionen haben das Land Leute auf dieser Strecke auf und abgezogen; diese Leute hat man bollständig ihrem Schidsal überlassen. Es ist weder der von Deutsch- Südwest zu erhöhen. Es wird allerdings notwendig sein, die dauernden Einnahmen zum Teil von den Eingeborenen geichenft erhalten. 314 Millionen Wir sollten uns das Bei- stecken die Missionen jährlich in die Kolonien hinein.( hört! hört!) Zivil- noch der Militärverwaltung eingefallen, dafür zu sorgen, daß spiel Englands zum Vorbild nehmen, das seinen Kolonien Die Missionare haben etwa 3600 Mr. Jahresgehalt und freie Woh auf dieser Strecke, die etwa so groß ist wie die Strecke Berlin- Bebra, größere Selbstverwaltung gibt. In der Sache der nung, von irgendeinem Privatvorteil der Missionare der rheinischen der Landfriede aufrechterhalten wird. Trotz der außerordentlich großen Diamantenregie scheint das Vorgehen des stolonialamts nicht Missionstätigkeit, die nicht von der Kirche, wie Herr Noske meinte, Missionsgesellschaft aus dem Farmbetrieb ist keine Rede. Die Schuß- und Polizeitruppe sind die Ovamboleute ständig von ganz einwandsfrei gewesen Bei zu sein. räuberischen Buschmännern überfallen worden und der Förderer handelt es den Ansprüchen sondern von freien Gesellschaften betrieben wird, hat das Ziel, sich wirklich um woblerworbene haben auf dem ganzen weiten Wege feine einzige Polizeistation ge- Rechte. Der geforderten Ovambobahn stimmen selbständigen Eingeborenen die Heils botschaft zu bringen. funden, wo sie sich mit Nahrungsmitteln und Wasser hätten versehen wir zu. Gegen die Ueberfälle der Buschleute wird sie die beste Ab- Daß die Missionare sich durch ihr menschenfreundliches fönnen. Die Errichtung solcher Polizeistationen ist eine io elemen- wehr bieten und wird den Ovambos selbst, in deren Gebiet jetzt Berhalten die Liebe der Eingeborenen erworben haben, hat tare Forderung jeder zivilisierten Verwaltung, daß man über ihre Hungersnöte häufig vorkommen, sehr zu gute kommen dadurch, auch August Bebel vor zehn Jahren hier im Reichstag offen zu Nichterfüllung sprachlos sein muß.( Eehr wahr! b. den Sozialdemo- daß der Güteraustausch ein besserer wird. Der Forderung der gegeben; er fei nicht vom Pfaffentoller befallen, sagte er. Eraten.) Bis zur Fertigstellung der Bahn müßen noch zwei bis drei. Budgetkommision, daß eine Beitedelung des Ambolandes durch Ich hoffe, daß Abg. Noste danach den Vorwurf, daß die MiſſioJahre vergehen und in dieser Zeit dürfen die Dinge so wie bisher Weiße ausgeschlossen bleiben soll, fönnen wir nicht zustimmen. Das nare für sich selbst arbeiten, zurücknehmen wird. Die„ Kölnische nicht weite gehen.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) widerspricht dem ganzen Shin unserer Kolonialpolitit. Natürlich Beitung" hat neulich behauptet, die Miffionen benugten unbeDas helle Picht der südwestafrikanischen Finanzen verwandelt sich braucht eine Ansiedelung von Weißen nicht eine Beeinträchtigung der zahlte Kinderarbeit, um ihre Kaffee- oder Kakaoernte herganz plöghe, in Schatten, wenn wir die Diamanten beiseite laffen Rechte der Eingeborenen zur Folge zu haben. Daß die Eingeborenen, einzubringen. Das ist eine äußerst niedrige Form der Polemik. and uns den dauernden Erwerbsquellen der Kolonie zuwenden. wie der Vorredner meinte, beffere Viehzucht treiben, trifft nicht zu. Wenn von seiten der Missionen handgewerblicher Unterricht getrieben Deutsch- Südwestafrika ist ein Steppenland und zwar ein Von einer Viehzucht der Eingeborenen kann man überhaupt nicht wird, so find wir, wenn das in Deutschland geschieht, doch gewohnt, außerordentlich wajierarmes. Immerhin kann man in sprechen, sondern nur von einer Viehhaltung. Die Schwarzen nie bezahlt, sondern dafür werden die Kinder verpflegt. Will das mit Freuden zu begrüßen.( Sehr richtig 1) Diese Arbeit wird bezug auf die Erzeugung tierischer Produkte etwas erwarten. Aber werden bei der Viehzucht immer der Anleitung der Weißen bes einer Ausfuhr von Tieren und tierischen Produkten von 792 000 M. dürfen. Der Forderung von 1 Millionen für Untersuchungen das Blatt behaupten, daß dabei Ausbeutung der Kinder vorſteht eine Einfuhr von 2 756 000 M. gegenüber. Diese Mehr für Wassererschließung stimmen wir gern zu; von der Wasser- fommt, so mag es das an einzelnen Fällen beweisen. Solch allerschließung hoffen wir eine günstige Einwirkung auf das Land. gemein gehaltene Angriffe sind eines so weit verbreiteten Blattes Wie das Zentrum und die Volkspartei wünschen auch meine Freunde, unwürdig.( Sehr wahr! im Zentrum.) daß die Vorteile unserer Aufwendungen nicht den Konzessionsgesellschaften zu gute fommen, deshalb stimmen wir dem Initiativ antrag und der Resolution der Kommission zu, und wir sind auch bereit, dem Staatssekretär noch andere Machtmittel gegen die Privilegien der Konzessionsgesellschaften zu bewilligen, falls er folche wünscht.( Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Abg. Knckhoff( 8.) einfuhr von 2 Millionen ist denn doch ein zu betrübendes Bild Abg. Dr. Paasche( natl.): und zeugt von einem schrecklichen Daniederliegen der Viehzucht, vorüber alle schönen Worte richt helfen. Es müssen hier sehr schwere Fehler vorliegen. Sie liegen in der Eingeborenenund dort betriebenen Landpolitik. Die Eingeborenenpolitik hat sich bisher darauf beschränkt, die Löhne der eingeborenen Arbeiter niedrig zu halten. Wenn die Farmer im Landesrate lebhafte lage über zu Hohe Löhne der farbigen Arbeiter führten und die Herabsetzung der wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Farmer zu leben haben. und spricht dann über Schulfragen. Löhne forderten, fann man das verstehen in Rücksicht auf die schwierigen bemängelt die Höhe der Beihilfen zu Pensionaten in Südwest- Afrika Kolonien getan haben, was in ihren Kräften stand.( Bravo), Daß Die Stellung, die unsere Fraktion zu den Miffionen einnimmt, deckt sich keineswegs mit dem Artikel der Köln. 8tg.". Er ist wahrscheinlich von irgendeinem fogen. alten Afrikaner geschrieben. Es ist bedauerlich, daß ein so großes Blatt solche Artitel bringt. ( Bravo!) Wir sind den aufopferungsvollen Vertretern der Miffionen Dant schuldig, daß sie auf ihre Weise für die Erschließung der Nicht zu verstehen ist es aber, wenn das Gouvernement auf alle diese sie die Schwarzen nebenbei auch zur Arbeit erzogen haben, können wir nur anerkennen. Forderungen eingeht. Es ist geradezu beschämend, wenn im Abg. Dr. Dertel( f.): Wenn unter den farmern sich eine Weißstimmung herausgebildet Landesrat sich ein Regierungsvertreter erhebt und mitteilt, die Im Mittelpunkt der Ausführungen gestern und heute stand die hat, so ist der Reichstag nicht schuld daran. Er hat alles unter Regierung habe an alle Aemter die Anweisung ergehen lajien, die Diamantenfrage. Ich schließe mich dem Wunsch des Abg. Erzstüßt, was die Regierung zur Förderung der Farmer verlangt hat, Löhne für die Eingeborenen so niedrig wie möglich zu berger an, daß wir in Zukunft weniger darüber sprechen, und ja er hat die Regierung auf diesem Gebiete vorwärts gedrängt. balten.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aus dem will auch heute nicht rück und vorschauen. Ich will nur wünschen, Wir haben den Schulzwang für die Farmerfinder eingeführt, jedes Etat ersehen wir, daß das Gouvernement eine Naturalverpflegung daß der Staatssekretär bei der Behandlung dieser Fragen ein gut Kind, das die Schule besucht, erhält 500 Mart Bension. Das im Werte von 70 Pf. den eingeborenen Arbeitern gewährt und Teil„ Gerissenheit" entwickelt. Herr Erzberger bezeichnete die ist eigentlich sogar des Guten zu viel Da nicht alle Kinder außerdem einen Geldlohn von 60 Pf. pro Tag. Das Gouvernement Diamanten als das finanzielle und wirtschaftliche Rückgrat des die 500 M. erhalten, sondern nur die Bedürftigen, so beträgt die hält beim Einkauf von Brot 70 Pf. für absolut notwendig, um den Schutzgebietes. Für die Zukunft stimmt das sicher nicht; das wirk- Unterstützung im einzelnen Fall tatsächlich 600 bis 700 m. einzelnen Arbeiter zu ernähren. Wie soll er aber mit den weiteren 60 Pf. seine Frau und Kinder ernähren. Solche Politit läuft auf eine und ihre Arbeit an der Erde.( Zustimmung rechts.) und dauernde Rückgrat sind die Farmer Also der Reichstag hat das möglichste für die Farmer getan.( Bravo! Wir dürfen bei den Nationalliberalen.) fyftematische Ausrottung der Eingeborenen unter den Farmern nicht eine Verstimmung auffommen laffen. Ein Antrag auf Bertagung wird abgelehnt gegen die Die haben, was in unseren Kräften stand. Farmer müssen zugeben, daß wir für sie getan Stimmen der Sozialdemokraten und Freisinnigen. liche bleibende hinaus.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Zahlen der Eingeborenenstatistik reden denn auch eine geradezu beängstigende Sprache. 9700 erwachsene Hottentotten, die nicht etwa ge: Milionen mehr eins als ausgeführt worden sind. Er sollte nicht Herr Duessel hält es für bedenklich, daß an Vieh an zwei Abg. Henke( Soz.): schäzt, sondern gezählt sind, haben nur 4600 Kinder. Auf zwei übersehen, daß hierbei vor allem wertvolle Zuchttiere sind. Daß in eine Wir erkennen ohne weiteres an, daß die Tätigkeit der Missionen Erwachsene fommt also ein Kind. Noch schlimmer steht absehbarer Zeit Vieh aus Deutsch- Südwestafrita in nennenswertem noch in persönlicher Bemerkung zu den Ausführungen des Abg. wohlgemeinte ist, mein Parteigenosse Roste wird sich es mit dem Hererostamm, wo 16 000 Erwachsene nur 5400 Maße bei uns nicht eingeführt werden fann, darüber sind bis Mumm äußern. Kinder haben. Im ganzen fommen in Deutsch- Südwestafrita auf jegt alle einig. Wohl aber bestehen Ausführungsmöglichkeiten nach 26 000 Frauen nur 20 000 Kinder. In 20 Jahren also wird die Die Möglichkeit der Besiedelung Südwestafrikas find recht bedem benachbarten Transvaal, da sollte der Was Eingeborenenbevölkerung schon auf den dritten Teil herabgegangen helfend eingreifen. Staatssekretär grenzt, ein rosiger Optimismus ist da nicht angebracht. Die Mittel zur Wassererschließung den geforderten Bahnbau anlangt, so hat der Staatssekretär fich zu sein. Eine solche Eingeborenenpolitik muß aufs scäriste verurteilt bewilligen wir gern; dadurch wird in startem Maße ein lebergang den Forderungen der Kommission auf Sicherung der Freiheit des werden.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir sind auch nicht einverstanden mit der Landpolitit, Ovambobahn stimmen wir gern. von der Weidewirtschaft zur Bodenfultur ermöglicht. Für die Arbeitsvertrages in Südwest usw. auch heute nicht geäußert. An wonach keinem Eingeborenen Land verliehen werden darf, kein gegenüber müssen wir unsere Rechte wahren. Sachlich stimmen wir glauben nicht, daß er die Macht hat, die Uebelſtände in der Den Konzessionsgesellschaften dem guten Herzen des Staatssekretärs zweifeln wir nicht, aber wir Farbiger zum selbständigen Farmer emporsteigen darf. Was ist das daher dem Gesezentwurf der Kommission zu, in der Kommission Arbeiterfrage auch wirklich zu verhindern. Er ist auch sicher übermit bisher erreicht? Die Befiedelung von Deutsch- Südwest ist in hatten wir lediglich formelle Bedenken. rüd läufiger Bewegung. Das ist sehr erklärlich. Ist der Staatssekretär mit zeugt, daß die Bahn rein fulturellen Zweden dienen soll. Wir Der der Fassung der Kommission einverstanden, so bin ich persönlich haben aber allen Anlaß zu befürchten, daß die Schäden, die fie inseigentliche Viehzüchter ist auch dort der Farbige. Jeder Farmer hat bereit, schon jetzt dafür zu stimmen. Nicht zustimmen da besondere auch in ferner Zukunft im Gefolge haben wird, die Borheute etwa 8-10 Farbige zur Verfügung. Stirbt die schwarze gegen fönnen wir der Forderung des Kommission, daß eine teile weit überwiegen. Gewiß sind Bahnen in den Kolonien Bevölkerung noch weiter aus, so tönnen fich die Farmer Besiedelung des Ambolandes durch weiße ausgeschlossen sein ein Kulturffator. Aber was ist das für eine Kultur? Das nicht halten. Daher muß eine verständige Eingeborenen soll. Das geht doch nicht an. politik getrieben werden in der Weise, daß den Farbigen Löhne doch unsere Stunder an der Entwickelung dieses Schutzgebietes Freude die Arbeiter in Deutschland am eigenen Leibe verspüren und der wir Ich bin überzeugt, daß wir, oder ist die kapitalistische Kultur, deren Segnungen garantiert werden, die ihnen ermöglichen, ihre Familie zu ernähren. haben werden.( Bravo! rechts.) Ferner müssen die Eingeborenen, die bewiesen haben, daß sie Viehnach allen Erfahrungen mit größtem Mißtrauen gegenüber zucht treiben können, zu kleinen selbständigen Farmern stehen. Wie von Vampyren werden die Eingeborenen ausgesaugt, gemacht werden; Land genug ist vorhanden. Von einer Ueberlegenund durch den Bahnbau soll diese Kultur gefördert werden. Die Diamantenfunde baben der deutschen Diamanten- Industrie heit der weißen Farmer fann feine Rede sein. Früher war der wenig Rugen gebracht; denn das Antwerpener Syndikat hat Blauer Dunft Export von Vieh bedeutend größer als heute, wo die Viehzucht von eigene Schleifereien errichtet und sucht sich aus der Rohware die ist es ferner, wenn man die Bahn empfiehlt mit dem Hinweis, fle weißen Farmern betrieben wird. Ohne jeden Schutz find bisher die 2200 weißen Anfchönsten, reinsten und besten Steine heraus; das kann die Diamanten fei nötig um die Möglichkeit zur Ausführung des Viehs zu schaffen; denn Herr Keinath hat recht, wenn er fagt, daß gar nicht vor gestellten, Handwerker und Arbeiter in Deutsch- Südwestafrifa. regie nicht verhindern. Viehzucht, sondern nur von Viehhaltung bei den Dvam bas die Den Erlaß von Schutzvorschriften für die dortigen Bergwerte hat Rede sein kann. Erreicht wird durch den Bahnbau nur das Gouvernement nach Anhörung der Unternehmer für absolut Abg. Ahlhorn( Vp.): Staatssekretär Dr. Solf: Bir müssen vom Standpunkt der Regie aus versuchen, die eine stärkere Losreißung der Dvambas vom heimischen Boden, m!» formt ftrfrh antfi htefe tPrl'fVTTcninfl, Me sich fieufe noch erfreulich vermehrt, dezimiert lverdeiu Kteser Zweck ist vielleicht auch beab- sichtigi— hat man doch cvich früher schon den Rat gegeben, die OvamboS zum Aufstand zu reizen, um sie m gleicher Weise niederwerfen zu können ivic die H e r c r o � Mr eine kulturelle Hebung der Eingeborene» sind auch wir; diese kann sich aber nur in langsamer friedlicher Entwickclung vollziehen. Soweit die Kolonialpoliuk dafür Raum lästl. stimmen Ivir ihr zu, also der Errichtung von Regierungsschulen, der Einführung sanitärer Maß- nahmen, Maßnahmen zur wirtschaftlichen Hebung der Eingeborenen. Aber die Eisenbahnbauten tollen die Schwarzen zu Arbeitern heranbilden, die dre it ö h n c drütken. iSehr wahr! b. d. Soz.) Diese Befürchtungen müssen wir von allen Kolonialcisenbahncn haben. Eine Scheiiikultur, hinter der immer nur der Wille zur AuS- deutung der Eingeborenen und zur Ruchowerung des Landes steckt, können wir Nicht fördern. Mit Gewalt sollen die Ovambo zu einer Arbeit gezwungen werden, zu der sie nicht geeignet sind. eS soll ihnen eine fremde Kultur ausoltrohiert werden. Das können wir nicht mitmachen, lieber Arbeiter, die sich nicht in die Arbeit zwingen lassen, die lieber vagabondieren. werden die schwersten Strafen verhängt.(Hört I hört! bei den Sozialdeinokraten.s Wir werden alles tun. um die Arbeiter über die Wirklichkeit in den Kolonien aufzuklären. Wir werden ihnen sagen, daß die Leute oin meisten den Bau der Bahn wünschen, die beim letzten Kriege in Süd- westafrika sehr gute Geschäfte gemacht haben und die daher einen neuen Aufstand wünschen. Da» hat«in Mann wie Major Leu tw ein selbst zugegeben. Unter diesen Umständen müssen low gegen den Babnbau stimmen. Redner wendet fich schließlich nochmals kurz gegen das Verbot der Mischeheu.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Hoch(Soz.): S«m der Staatssekretär meinte, eS hätte fich eine Verständigung silier die Person des Vertreters der Diamantenarbeiter in der Regie nicht erzielen lasten, so beweist daS nur, daß er bei diesen Vet> Handlungen eine wenig glückliche Hand gezeigt hat. Ueber die Forderung, die Ermäßigung der 6 Proz. nur denjenigen Betrieben zukommen zu lasten, die den Diamantentarif anerkennen, will der Staatssekretär Erwägungen anstellen. Gerade hierzu brauchte er auch Arbeitcrvcrt reter als Sachver- ständige in der Regie. Uebrigens sind mich die verständigen Unter- nehmer mit den Arbeitern derselben Meinung, daß nur die tarif-- treuen Firmen die Ermäßigung erhallen sollen Auf meine übrigen Ausführungen ist der Staatssekretär leider auch heute nicht eingegangen. Von den schwebenden Verhandlungen Hab« ich auch nicht gesprochen. Was die Zusammensetzung des neuen Auffichtsrats anlangt, so meinte der Staatssekretär, ich hätte offene Türen eingerannt. Das Entscheidende für mich aber war, daß das ganze System geändert werden mutz, daß die Der- maltung nach der Pfeife der Großbanken tanzt. Ich wiederhole, wir haben das Zutrauen zur Verwaltung, daß es so nicht weitergehen wird, nachdem die Herren gesehen haben, wie unheilvoll der Einfluß k>er Großbanken auf die Diamantenregie gewesen ist. Da sollte hier Iber auch die offene Erklärung erfolgen, daß man sich in Zukunft duf e i g e n e Füße stellen, sich von dem Einfluß der Großbanken freimachen und mehr die Interessen der Allgemeinheit wahren wird. WaS den in der.Kolonialen Zeitschrift' gegen die Diamanten- regie erhobenen Vorwurf anlangt, so täuscht sich der Staatssekretär, wenn er meint, daß man so etwas mit Stillschweigen erledigen kann. Wir werden uns jedenfalls dadurch nicht beeinsluffen lassen. (Bravo l bei den Sozialdemokralen.) Staatssekretär Dr. Solf: Der springende Punkt in den gestrigen AuSsübrungen des Abg. Hoch, den er heute wieder angedeutet hat. ist der Vorwurf schmutziger unreinlicher Geschäft« serienö des Voisitzendcn des Aufsichtsrates der Regie. Zu der erhobenen Privotklagc haben beide Angeklagte erklärt, den Vorwurf unehrenrührrger Handlungen haben sie gegen Herrn Fürstenberg nicht gemacht, es fehlte dafür auch jede tatsächliche Unterlage. Von diesem Ausgang der GerichtSver- Handlung im September lgl3 hätte der Abg. Hoch Kenntnis haben müssen oder können, und daß er ilm nicht erwähnte, Hot mich gestern so erregt und ist der Grund, daß ich so Harle Worte ge- brauchte. Abg. Hoch(Soz.): Es bandelt fich um etwa« ganz anderes. Die in der Regie der- ttetencn Förderer behaupten, daß im letzten Jahre ein zu intimes Verhältnis zwischen dem Antwerpeuer Syndikat und der Geschäfts- leaung der Regie bestanden hat.(Dr. Sols: Das ist doch die« selbe Sache.) Rein, sondern es wird behauptet, daß hierdurch die Amtsniederlegung des Herrn Fürstenberg veranlaßt worden ist, und 'zwar ist diese Behauptung noch im November, alio nach dem AuZ- gang de» gerichtlichen Verfahrens öffentlich ausgestellt worden. Staatssekretär Dr. Solf: ES bandelt fich um die seit Jahren aufgestellte Behauptung, daß Herr Fürstenberg unredlich gehandelt habe. Run sagen Sie doch bitte, welcher Vorwurf erhoben wird. Abg. Hoch(Soz.): Die gestern von mir verlesene Behauptung, daß ern allzu intimes und ordnungswidriges Verhältnis des Leiters der Diamantenregie und des Anlwerpener Syndilots b«� standen habe und daß deshalb Herr Fürstenberg sein Amt nieder- gelegt habe. Abg. Waldstein(Vp-): Die Behauptung in der.Kolonialen Zeitschrift' ist so allgemein gehalten, daß damit nichts anzufangen ist. Da» find nur Redens- arten. Herr Hoch tut dem Blatt zu viel Ehre an, wen» er die Zeit de» Reichstags damit so lange aufhält.(Sehr richtig! bei den Freifinnigea.) Abg. Hoch(Soz.): Die Machtstellung der Großbanken ist keine so nebensächliche Sache. sondern gerade daruni hat sicv feit Jahren der Kamps gedreht. Die Bemerkung des Abg. Wald stein war um io unschöner, weil er dabei war, als ich gestern vor meiner Rede den Staatssekretär bat, er möge in einer kurzen Erklärung auf den Artikel der.Kolonialen Zeitschrift' eingehen, dann würde ich'mit keinem Wort darauf zurück- kommen.(Hört! hört! bei de» Sozioldemokrateii.) Staatssekretär Dr. Solf: Im Jntereffe des Herrn Fürstenberg halt« ich eS nunmehr sür erforderlich zu erklären, daß weder in dieser noch in irgendeiner anderen Angelegenheit irgendetwas Ehrenrühriges gegen Herrn Fürstenb«rg vorliegt. Er hat sein Anit niedergelegt, weil er eS wollt«, nicht weil er es niederlegen mußte. Er hat währenh der ganzen Zeit rein und lauter als Kaufmann gehandelt.(Znruf bei den Soztaldemokraten: Warum haben Sie da» nicht gestern gesagt 1) Hierauf vertagt fich das Hau«. Abg. Noske(Soz.. persönlich) betont gegenüber dem Abg. Mumm, daß er die Tätigkeit der Missionen im Schulwesen anerkennt, aber festgestellt habe, daß Missionen große Latifundien besitzen. E« kommt dabei zu erregten Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem Bizeprisidenten Dr. Paasch« über die Grenzen der persönlichen Bemerkungen, wobei Abg. Reißhau»(Soz) für einen Zuruf einen Ordnungsruf erhält. Abg. Mumm(fflirtsch. vg., persönlich): Ich habe mich nur dagegen gewandt, daß Herr RoSke vom„Ge- schäfissinn' der Missionare sprach, Nächste Sitzung: Sonnabend 2 Uhr.(Fortsetzng der Beratung, Etotsnotgesetz, Petitionen.) Schluß 1*U Uhr. Mgeorönetenhsus. 5». Sitzung, Freitag, den 20. März 1914, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Schorle nt er, Dr. Beseler, v, Dallwitz. das Grunöteilungsgefetz. Abg, Jrhr. v. Reitzenstcin(Z.): Mit den prinzipiellen Grundlinien des Gesetzes sind wir ein- verstanden. Auch wir wünschen die Förderung der inneren Koloni- salion, aber es muß mit großer Vorsicht dabei vorgegangen werden, da die Beiürchlung berechtigt ist, daß parleipolinschc und konfessionelle Gegensätze dadurch verschärft werden könnten. Gegen das RücktritlSrecht haben wir juristische Bedenken, die wir noch ipäter eingehend begründen werden. In W e st p r e u ß e n und Posen haben die Güterpreise eine schwindelhafre Höhe erreicht, Was die dortigen Verhältnisse betrifft, so erklären wir, daß wir sehr zufrieden sind, uns nicht mitschuldig gemacht zu haben an den Zuständen, die jetzt in der Ostmark herrschen,(Lebhafter Beifall im Zentrum,) DaS sage ich nicht aus einer besonderen Vor- liebe sür die Polen, sondern im nationalen Interesse. Auch gegen das Bocka usS recht haben wir schwerwiegende Einwände geltend zu machen. Nehmen Sie an, einer von Ihnen will fich ein Gut kaufen: nach langem Suchen findet er eins, das seinen Wünschen entspricht. ES gelingt ihm, den Kauf vorteilhaft abzuschließen: da kommt der Staat und sogt: nein, lieber Mann, ich habe das Vorkaufsrecht!(Hört! hört! im Zentrum,) Das Vor- kaufsrecht entspricht den Wünschen der Boden- r e f o r m e r und ist«in durchaus sozialistisches Prinzip, dem wir als einein unzuläisigen Eingriff in das Gebiet des Privateigentums entgegentreten. An dem privaten Eigentums« recht darf nicht gerüttelt werden. Der freikonservative Antrag, der sich gegen da« Bauernlegen richtet, ebenso der nationallrberale, der die Schaffung von Almenden verlangt, sind uns shmpalhisch. Der fortschrittliche Antrag geht zu weit.(Beifall im Zentrum,) Abg. Ecker-Winsen(natl.): Di« Frage der inneren Kolonisation ist die Frag« der ländlichen Arbeiter, Würden Rußland und Oesterreich ein« mal ihre Grenzen sür die Saisonarbeiter sperren, so würde das für unsere Landwirtschaft eine Katastrophe zur Folge haben. An An- siedlern fehlt es uns nicht. Auch wir halten den Großgrundbesitz für eine nationale Notwendigkeit: er muß unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Der Schwerpunkt des Gesetz- entwurfeS liegt im Vorkaufsrecht, daS eine tief einschneidende Maß- regel, aber in Pen Jnieceffen der Ration vollauf begründet ist; vor allem, um den bedauerlichen Uebergang von Gütern in polnische Hände zu beseitigen. Unsere Ostmarkenpolitik ist keine Defensive, sondern eine Offensiv«. Die Vorbedingung sür unsere Zustimmung zu dem Gesetze sehen wir darin, daß unsere Anträge in das Gesetz hineingearbeitet iperden. Die Ansetzung von Arbeitern ist Sache der örtlichen Komniunalverbände. Wir werden nicht ruhen, bis wir die innere Kolonisation, die zu einer Lebensfrage für unser Volk ge- worden ist, zu einem guten Ende geführt haben. Abg. Freiherr v. Zedlitz(fk.): Gegenüber bodenreformerischen Exzeffen haben wir die Pflicht zu einer sorgfältigen Prüfung, rnwieweit der Eingriff in das private Eigentumsrecht durch den Staat gerechtfertigt ist. Die Ansetzung von Bauern ist eine Lebensfrage de« preußischen Staates und ge- radc das rechtfertigt einen solchen Eingriff, Mit den beiden grund- legeirden Maßnahmen, der Genehmigungspflicht und dem Vorkaufs- recht, sind wir einverstanden, Für die beiden Maßnahmen ist durch eine präzise Fassung die richtige Grenze zu ziehen, damit kein Ein- gpff iu das private Recht erfolgt. Auch wir sind sür ein Verbot des Bauernlegens. Durch die Beseitigung der gewerbsmäßigen GLtcrschlächtcrei werden die Preise des Boden», die namentlich von unseren Industriellen durch LuxuSpreis« sür LuxuS- guter in die Höhe getrieben wurden, wieder herabgedrücki werden. Mehr al» zuvor muß fich der Staat, an den gemeinnützigen Ansiedelungsgesellschaften beteiligen. Minister Freiherr v. Schorlemer: Als Sohn der Roten Erde stehe ich der Anregung, den bäucr- lichen Besitz zu festige», freundlich gegenüber. Vor allem kommt es bei der inneren Kolonisation auf die Vermehrung des Land- arbeiterstandeS an. Die sogenannten Zwergbetriebe in der Landwirtschaft haben abgenommen, weil ihnen von den landwirt- schastlichen Arbeitern keine Sympathie entgengebrackt wird. Da- her hat der größere Grundbesitz zugenommen. Früher ineinte man, daß ein Landarbeiter nur so viel Besitz haben dürfe, daß er gezwungen iei, noch außerhalb seines Betriebes Arbeit zu suchen. Da« führt aber dazu, daß die Arbeiter nicht lange auf einer Betriebsstätte aushalten, sondern sie verlassen. sobald sich ihnen bessere Arbeitsgelegenheit bietet. Man muß auch bei den Arbeitern möglichst eine wirtschaftliche Stufenleiter herzu- stellen suchen. In den Provinzen Hessen-Kassel, der Rhein- Provinz und Westfalen haben die Güterzertrümmerungen einen bedenklichen Umfang angenommen. Da» Gesetz will die Steigerung der Güterpreise infolge der Konkurrenz der Händler beieitigen. Ich warne davor, der Regierung Einwendungen aus Grund der Unantastbarkeit de« Eigentums entgegenzuhalten. Ich bin der Letzte. der an den Grundlagen unseres Staatswesens rüttelt. Wir können aber der Wirt- schuftlichen EntWickelung nicht mit verschränkten Armen gegenübersteben.«Beifall.) Den Vorschlag, eine besonder« Abteilung de« landwirtschaftlichen Ministeriums für die innere Kolonisation einzurichten, lehne ich ab.(Beifall recht«.) Abg. Baerwald...-- Man hat hier gesagt, eS solle hier Parteipolitik keine Rolle spielen. Aber wer durchschaute nicht den parteipolitischen Zweck dieser Vorlage und der dazu gestellten Anträge! Für die Nutzung des Bodens ist heute nicht das Bedürfnis der Volksernährung maßgebend, sondern ausschließlich der Wille der Besitzer, die, wenn sie wollen, die größten Flächen zu Jagd- revieren machen, in denen nichts angebaut wird. Erfüllt der Groß- betrieb nicht sein« Pflicht, die Volksernährung zu sichern— der Landwirtschaststag hat die deutsche Landwillschaft für dazu fähig erklärt— dann wird die Allgemeinheit sich mit der Frage befassen müssen, wa« hiergegen zu tun ist. Die Landflucht beseitigen zu wollen, ohne den ll r s a ch e« nachzugehen, ist eine Quacksalberei, an der wir nicht leilnehrnen. Tie Ursachen ober liegen in dem Unterschied zwischen der Lebenshaltung der Land- und dpr städtischen Industriearbeiter. Ter nordamepikanische, Staats- sekrelär sür Landwirtschaft hat denn auch als einziges Mittel gegen die Landflucht bezeichnet, das Leven aus dem Lande anziehen- d c r zu machen!(Hört! hört! k>ei den �Sozialdemokraten.) Ich habe schon de! der Etatsberatung zahlreiche Fälle von echt- prcußlscheH Behandlung der Landarbeiter vor- getragen, die ebenfalls die Landflucht verschuldet. Abermals ist«in 70 jähriger Arbeiter nach L?. jähriger Arbeit auf einem Gut mit feiner 69 jährigen Frau und seiner Tochter herausgesetzt worden, seine«eachen wurden- in den Schnee und Regen der Land- straße gestellt— alles, weil er von seiner kargen Invalidenrente dem Gutsbesitzer, der rhm den Lahn reduziert hatte, nicht auch no-n 10 Wart abgeben wollt«, um aus-dem Gut überhaupt noch bleiben zu dürfen.(Stürmisches Hört! hört! bfci den Sozialdemokraten.— Rufe rechts: Namen! Namen!) Der Redner nennt alle in Betracht kommenden Namen und trägt ausführlich den von der Ostpreußischen LandwirtschaftSkammcr nicht berichtigten Fall vor. Die Sachen sieben nun schon ö Monate aus der Land- st r a ß c. Einem solchen Lohn im Alter wollen sich natürlich die jungen Arbeiter und die Frauen nicht aussetzen, sie wollen nicht so lange auf dem Lande arbeiten, bis auch sie mit ihren Sachen aus der Chaussee liegen. Man fordert, daß die Landarbeiter nur nach ortSpolizei- lichcr Bescheinigung bei den Kanal- und Festungsbauten im Osten beschäftigt werden sollen— denn die Junker wissen, daß ihre Standesgenossen, die AmtSporsteher, solche Bescheinigungen nicht geben würden, damit die Landarbeiter bei den Junkern bleiben. Wir sind durchaus für Ansiedlung von Arbeitern auf dem Lande, aber Ihnen, den Großgrundbesitzern, ist nur an der Versklavung und Fesselung der Landarbeiter gelegen, und jetzt schon werden die verjagt, die sich rühren und sich sür eine Organisation der Landarbeiter einsetzen, lieber die länd- lichen Arbeitevvohnungcn sind in erschreckender Fülle die schlimm- sten Angaben bekannt geworden. Es bleibt also nichts anderes übrig, als daß mit staatsgeldern von den autonomen Korporationen usw. Mietwohnungen sür die Landarbeiter er- richtet werden, die zum Selbstkostenpreis vergeben werden und wo Arbeiter und Mietvertrag vollkommen unabhängig von» einander sein müssen,(«ehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Um der Landwirtschaft die nötigen Arbestskrckste zu sichern, muß eine soziale und kulturelle Hebung der Land« arbeiter stattfinden. Di« Unsallziffer gerade in landwirtschaft- lichen Betrieben ist überaus hoch.- Präsident Graf v. Schwerül-Löwitz: Das gehört nicht zu dem zur Beratung stehenden Gegenstand. Abg. Braun: Diese. Frage, muh doch wohl erörtert weichen.(Sehr richtig! bei den SozialdemokrÄten.)'........ Bräsident Graf b. Schwerin- 25mit: Wir sind hier bei der Beratung der Gesetzesnovelle. Abg. Braun: stände haben sich auf Grund des freien Verfügungsrechtes des siedelungsgesellschaft Eigene Scholle zwei Arbeiter. die Land erPrivateigentümers herausgebildet und sind nur durch Maßnahmen, werben wollten, abgewiesen und auf deren Anfrage als Grund die die dieses Recht beschranten, zu beseitigen. Dieser Grund- Zugehörigkeit der beiden Arbeiter zur Sozialdemokratie angedanke des Gesetzes liegt auf dem Wege, der zum Sozialismus gegeben. Solche Ansiedlungsgesellschaften kommen für uns nicht in Aber auch bei der Beratung der vier Anträge. Also, die führt. Die Regierung ist in diesem Falle Frage. Wahrscheinlich hatte man Furcht, daß die Sozialdemokratie Zahl der Unfälle ist außerordentlich groß Dic Lohnder Schrittmacher des Sozialismus. langsam, nach und nach, immer mehr Land ankaufen werde. Seien berhältnisse der Landarbeiter verlangen eine bringende Aufbeffe- Auch das Borkaufsrecht und das Verfügungsrecht des Staates Sie überzeugt, daß wir nicht parzellenweise den Grund und Boden rung; für die landwirtschaftlichen Arbeiter verlangen mir das haben unsere Zustimmung, nur müßte sich das auf sämtliche Grund- in die Hände der Gesamtheit legen werden! Uebrigens, welches unbeschränkte Koalitionsrecht. Ich wende mich jetzt stüde beziehen. Man sollte nicht bei halben Maßregeln stehen Recht hat denn jene Ansiedlungsgesellschaft, die vom Staate subzur Besprechung des Gesezentwurfes.( Lautes Lachen rechts.) Bis bleiben, sondern der Staat sollte so viel Grundbesitz als möglich bentioniert wird, mit den Mitteln der Allgemeinheit eine derartige jezt habe ich zu den vier Anträgen gesprochen, jest gehe ich auf in seine Hände zu bekommen suchen, dann aber diesen nicht wieder Parteipolitik betreiben. den Gejebentwurf ein. Auch wir bekämpfen die Mißitände auf an Brivateigentümer abgeben, sondern behalten. Sonst sieht sich Wenn Sie so Sozialdemokraten, die über ein dem Gebiete der inneren Solonisation und werden der Regierung die Regierung nach einiger Zeit dazu genötigt, diesen Grundbesitz Drittel des deutschen Volkes ausmachen( Widerjederzeit zur Verfügung stehen, wenn es gilt, die Mißstände zu wieder von den Privateigentümern zurüdlaufen zu müssen. spruch rechts) ja, das klingt Ihnen nicht angenehm in die bekämpfen. Die Preise der Grundstücke sind weit über Die Möglichkeit, die in dem Gefeßentwurf vorgesehenen Maßnahmen ausschließen wollen, so schließen Sie sie auch vom ihren wirtschaftlichen Wert hinausgetrieben worden und auch die anzuwenden, sind ja jekt gegeben, nachdem die Veranlagung zur Steuerzahlen und vom Militär aus. Ansiedelungsgesellschaften find dafür verantwortlich zu machen. Wehrsteuer die Großgrundbesizer dazu zwingt, den wahren Wert rechts) fich freilich dabei wohl fühlen werden, das ist eine andere Zum Beweise deffen verliest der Redner das Schreiben eines Güter- ihres Besizes als den 25fachen Nuzungswert anzugeben. Wenn Sache. Mit Hilfe des Gesetzes wird man später den Verkauf von händlers an die jozialdemokratische rattion, von mir gleichwohl das Gesez in der vorliegenden Form ablehnen, Grundstücken an Sozialdemokraten, Bolen als unreell hinder er Hilfe erhoffte. Der Grundgedante des Gesetzes ist uns so deswegen, weil wir kein Vertrauen zu der Regierung und zu der stellen, um ihn zu verhindern. Aus all diesen Gründen können durchaus sympathisch. Ter Minister sagte, daß ihne die von dem fachlichen Bollstreckung des Gesetzes haben. Vor allen Dingen wir dem Gefeß nicht zustimmen, obgleich uns der GrundGefeße vorgesehenen Eingriffe in das Brivateigentum immerhin merden die Landräte ihre Stellung dazu gebrauchen, mit dem gebante durchaus sympathisch ist.( Lebhafter Beifall bei den Sobedentlich erscheinen. Uns erscheint das gar nicht bedent- Geseze politisch misliebige Personen zu fchika zialdemokraten.) I ich, da wir wissen, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse immer nieren. Leider spielen politische Gründe bei der Durchführung Sonnabend 11 Uhr: Weiterberatung, außerdem Stadterweite mehr notwendig zu solchen Eingriffen treiben. Denn diese Miß-| der inneren Kolonisation eine große Rolle. So hat die An- rung Köln. Ohren Ob Sie( nach Ausverkaufs- Angebote In Serien an besonderen Ständern: Frühjahrs- Paletots| Frühjahrs- Ulster Covercoat- Paletots Cutaway u.Westen aus dunklen Cheviot- u Kammgarn- Stoffen, solide, modern Serie I regulär.... 21 bis 30 Mark Jetzt durchweg 16 M. 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März 1914, abends 8 Uhr: Doppel- Konzert des auf 60 Künstler verstärkten Blüthner- Orchesters und des Gesangvereins Namenlos( A.-8.-B.) Chor- u. Orchesterdirigent: Emil Thilo. Programm u. a.: Wagner Brahms- Liszt- Grieg. Entree 30 PI. Mit d. 48/49. 4 Uhr: ,, Imperator" nach New York. 8 Uhr: Dir. A. Fürst: Hochspannung. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. B. Donath: Das Radium und die anderen radioaktiven Stoffe. Zirkus Alb. Schumann. Heute Sonnabend, d. 21. März, abends 7, Uhr: High- Life- Evening mit extra auserwählt. Sportprogr. Um 9 Uhr: Das große Ausstattungsstück in 7 Bildern 59 , Tipp" der Derby- Favorit 1914. Sonntag, den 22. März: 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 99 Nachm. S Uhr 1. abds. 7, Uhr in beiden Vorstellungen: , Tipp" sowie das RiesenWeltprogramm 1 ungekürzt! Nachm. hat jed. Erwachs. ein Kind frei auf allen Sitzplätzen. Berlin- Wilmersdorf am Fehrbelliner Pl. Ecke Mannheimer und Brandenburgische Straße Haltest. d. elektr. Straßenb. Nur kurze Zeit Zirkus BarumSchau. 2 Heute Sonnabend, 21. März: brillante Vorstellungen nachm. 4 u. abends 8, Uhr. In der Nachmittags- Vorstellung ein ungekürz tes Abend- Progr, zu klein. Preis. f. Erwachsene u. Kinder unter 12 Jahren. Sonntag, den 22. März: 2 Elite- Vorstellung. nachm. 24 u. abds. 8%, Uhr. Gala- Lichtspiele Schöneberg Hauptstraße 48. Die Auflös. d. Zirkus Busch a. 31.März. Zirkus Busch. Heute Sonnabend, den 21. März, abends 7%, Uhr: Große Sportvorstellung 11. a.: Mad. Garnier mit ihrem sensationellen Sprung aus der Zirkuskuppel. Die Bale Troupe, feriös komisch Radfahr. fomie Auftret. fämtl. Spezialitäten. Bum Schluß: ,, Pompeji". Drig. Ausstattungs- Pantomime d. Zirkus Busch in 5 glänzend. Aft. Sonntagnachmitt. 3%, 1hr 1 Kind frei. Auf vielseitigen Wunsch die Bauplatte d. Ausft- Bant. Pompeji. Folies Caprice. Café Pingsheim 8%( Der Heiratsgraf Meyersteins Casino- Theater Lothringer Straße 37. 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Neukölln Lahnstr.741. illustriert durch melodramatischen GeFür den Jubalt der Juierate fang der bekannten Künstlerin Luise übernimmt die Stebattion dem bel Zopp- Lings in den Hauptrollen: Publikum gegenüber feinerlei Wanda Treumann und Viggo Larsen. Verantwortung. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Bezirk 567. Am Mittwoch, den 18. März, verstarb unser Genosse, der Gast wirt 226/3 Otto Sonnenbrodt Bernholmer Str. 95. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nachmittags 3, Uhr, von der LeichenSalle des Gethsemane- Kirchhofes in Niederschönhausen- Nordend aus itatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Am Mittwoch, den 18. März, verstarb nach längerer Krankheit der Holzbildhauer Paul Haucke Der im Alter von 44 Jahren. jelbe war 25 Jahre ein treues Mitglied unferer Drganisation. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. März, nachmittags 23 Uhr, auf dem Gemeinde- Friedhof in Neukölln, Mariendorfer Weg, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 20/5 Der Vorstand. Kranken- und Begräbniskasse der Seifensieder und Berufsgenossen. Den Mitgliedern zur Kennt nis, daß nach kurzem, aber schwerem Leiden unser lang= jähriges Mitglied und ehemaliger Borfizender, der Schlosser Gustav Lubatseh am 18. März im St. Hedwigs Krankenhause gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des ZentralFriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege. Beteiligung bittet 283/19 Der Vorstand. Am Freitag, den 19. März, früh 8, Uhr, verstarb nach lan gem, schwerem Leiden meine liebe Frau und Mutter 1344b Franziska Hartlepp. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr bon der Leichenhalle des MatthiasKirchhofs in Mariendorf, Schöneberger Weg aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Am Donnerstag, den 19. März, vormittags 7/2 Uhr, verstarb nach schwerer Kranfheit mein lieber Mann, Bruder und Schwager, der Gastwirt Heinrich Loll im fast vollendeten 43. Lebensjahre. Im Namen der Anverwandten Witwe Laura Loll. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. März, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Reinickendorfer Friedhofes aus statt. 13456 Danksagung. Herzlichen Dank allen denen, die an der Beerdigung meines lieben, Mannes Wilhelm Schulz so regen Anteil genommen haben. Witwe Klara Schulz 116a nebst Kindern. Am 19. März entschlief nach langem, schwerem Leiden unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Amalie Dahse geb. Zachow, Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung Sonntag, nach mittags 2, Uur, von der Leichenhalle des alten Neuköllner Kirchhofs, Rudower Straße, aus. Steinarbeiter! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Dienstag, den 24. März, abends 8%, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Versammlung der Sektion I Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Montag, den 23. März 1914, abends 8½ Uhr: Bau- u. Grabsteinbranche Bezirks- Verſammlung für Steglik Tagesordnung: Für die herzliche Teilnahme und Bericht der Tarifkommission und Stellungnahme hierzu. Kranzspenden bei der Bestattung meiner geliebten Frau und teueren 171/ 8* Mutter Luise Graße sagen wir allen Beteiligten, insbesondere den Mitgliedern des Schöneberger Wahlvereins, dem Personal der Tischlerei H. Plagemann, dem Sparverein Kreuzberg und dem Genossen R. Küter für die wirkungsvollen Worte am Grabe unseren herzlichsten Dank. 49a Karl Graße und Sohn. 1 Mark wöchentliche Tellzahlung liefere elegante Herren Rein Kollege darf fehlen! Die Sektionsleitung. Krieg gegen Deutschlands Geschmack heißt es, sich unmodern zu kleiden, deshalb dürfte es für jeden Herrn von Interesse sein, sich zu überzeugen, daß die seit mehr als 20 Jahren als reell bekannte Firma des Schneidermeisters A. 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J., welches die Wahl der Vorstands. der mitglieder aus der Gruppe Arbeitgeber und der Versicherten betraf und zur Einreichung von Vorschlagslisten aufforderte, sowohl von seiten der Arbeitgeber als auch der Versicherten nur je eine Lifte ein gegangen ist und diese vom Vorstand als gültig anerkannt wurde, wird dieauf den 30. März d. J. festgesetzte Wahlhandlung aufgehoben und findet dieselbe nicht statt. 270/11 Als gewählt gelten folgende Personen: aus der Gruppe der Arbeitgeber: Herr Fr. Bartling, " 7. Goldschmidt, " J. Kallmann, O. Reichnow, aus der Gruppe der Versicherten: Herr P. Berndt, " M. Gutsche, " F. Hemann, " H. Hillekamps, O. Meiselbach, " F. Rennecke, M. Nitter, O. Wiegert. Einsprüche gegen die Gültigkeit find innerhalb zwei Wochen beim Rassenvorstand oder bei dem Berficherungsamt der Stadt Berlin, Klosterstraße 65/67, einzulegen. Berlin, den 21. März 1914. Der Vorstand. Mar Gutsche, Vorsitzender. Fr. Hemann, Schriftführer. Innungskrankenkasse d. Juweliere, Gold- und Silberschmiede- Innung zu Berlin. Bom Mittwoch, den 25. d. M., ab befindet sich unser Kassenlofal Sebastianftr. 17, Hof Quergebände parterre. Des Umzugs wegen bleibt das Lokal Engelufer 15 am Dienstag, den 24. März, geschlossen. Der Vorstand. J. B. Rudolf Menzel, Obermeister. Bouillon Würfel Bolteiruttige Sualitat. 100 Stück M.2,-, 200 St.4,35 frk., 1000 St. 15,50 frk. Otto Reichel, Berlin43, Eisenbahnstr. 4. in Schellhases Festsälen, Ahornstraße 15a. Tagesordnung: Fortsetzung der Bezirks- Versammlung vom 16. März. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Weißmetall! Achtung! Montag, den 23. März 1914, abends 6 Uhr: Große Versammlung aller in den Betrieben der Blei-, Zinnund Zinkbranche beschäftigten Kollegen und Kolleginnen in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Fris Carl: Die Entwickelung der Technik und ihre Bedeutung für die Industrie". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 23. März 1914, abends 5 Uhr: Versammlung sämtlicher Kollegen und Kolleginnen der Möbelschloßbrauche im Lokal von Brinkmann( früher Merkowski), Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Tarif. 2. Distusfion. Ohne Mitgliedsbuch kein 8ntritt. Montag, den 23. März 1914, abends 6 Uhr: Branchen- Versammlung der Metall-, Fasson- und Revolverdreher sowie-dreherinnen im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1. Tagesordnung: 1. Jahresbericht der Kommission. 2. Distuffton. 3. Neuwahl der Sommission. 4. Branchenangelegenheiten. 115/3 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Kein Die Ortsverwaltung. vernünftig Denkender wird sich der Tatsache verschließen, daß er in einem Spezialgeschäft am vorteilhaftesten kauft. Es ist doch einleuchtend, daß man in einem Abzahlungs- Geschäft welches alles führt, nicht in jedem Artikel so sachkundig bedient werden kann, wie in einem Geschäft, das nur einen Artikel tührt. Nicht oberflächliche sondern langjährige Kenntnisse sind nötig, um die Kundschaft in jeder Hinsicht zufriedenstellen und preiswert ein- und verkaufen zu können. Besonders bei Möbel ist dies der Fall, bei deren Kauf größte Vorsicht geboten ist, da gerade hierbei große Fachkenntnisse nötig sind. Wollen Sie also wirklich gut bedient werden, wenden Sie sich an das bekannte Spezial- Haus von Siegmund Misch 1. Geschäft: Schönhauser Allee 6-7 ( Untergrundbahnhof Schönhauser Tor) 2. Geschäft: Dresdener Straße 16 ( Hochbahnhof Kottbuser Tor). Wo? ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder, an der neuen bei n Alten Freund. Heerstraße Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für der Injeratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag. Vorwärts Buchdruderer u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW Nr. 79. 31. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parlamentarisches. Schutz militischer Geheimnisse. Die Kommission des Reichstags behandelte am Freitag die Bestimmung der Regierungsvorlage, nach der auch derjenige be= straft werden soll, der fahrlässig ein militärisches Geheimnis, das ihm kraft seines Amtes, Berufes oder Gewerbes oder eines von amtlicher Seite erteilten Auftrages zugänglich war, an einen anderen gelangen läßt. Mehrere Regierungsvertreter befürworteten die Vorlage und führten Fälle an, in denen Angestellte und Arbeiter Geheimnisse ausgeplaudert haben sollen, ohne dafür bestraft werden zu können. In der Abstimmung wurde ein den bisherigen Rechtszustand aufrechterhaltender Antrag Gröber mit den Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Polen gegen die der anderen Parteien angenommen. § 10 der Vorlage behandelt die Anzeigepflicht desjenigen, der von dem Vorhaben eines Verrats Kenntnis erhält. Ein Zentrumsantrag will Angehörige und Geistliche von der Strafbarkeit aus nehmen. Der Staatssekretär des Reichsjustizamts Lisco ersuchte dringend, von dieser Bestimmung abzusehen, weil dadurch dem fünftigen Strafgesetzbuch vorgegriffen werde. In der Abstimmung wurde mit den Stimmen des Zentrums, des Polen und der Sozialdemokraten der Antrag Gröber wie folgt, beschlossen:„ Diese ( Anzeige-) Vorschrift findet keine Anwendung, wenn die Anzeige gegen einen Angehörigen oder von einem Geistlichen in Ansehung desjenigen, was ihm bei Ausübung der Seelsorge anvertraut worden ist, hätte erstattet werden müssen, oder wenn der Anzeigepflichtige ernstlich bemüht gewesen ist, die strafbaren Handlungen zu verhüten." darf der Erlaubnis der für den Betriebsort zuständigen Behörde. Die Erlaubnis darf nur versagt werden, wenn ein Bedürfnis nicht vorliegt." Ebenfalls acgenommen wurde folgender von den Nationalliberalen gestellter Zufab:" Soweit nach Landesrecht Ausnahmen von der Besteuerung der Wanderlager eintreten, ist eine Erlaubnis nicht erforderlich." Sonnabend, 21. März 1914. Aus der Partei. Gemeindewahlerfolg. Unsere Genossen ernteten am 19. März in Dhra bei Danzig Um diese scharfen und unberechtigten Gesetzesbestimmungen die beiden zur Wahl stehenden Mandate der dritten Abteilung. Dic zu mildern, beantragten die Sozialdemokraten folgenden Zusak: Genossen Ortscheid und Brill wurden mit 281 Stimmen ge" Vor der Versagung ist der Vorstand der Interessenvereinigung wählt, die Gegner erhielten 246 Stimmen. Die Wahlstunde war der Wandergewerbetreibenden gutachtlich zu hören. Die Erlaubnis auf Donnerstagnachmittag 2 lbr festgesetzt, so daß die Arbeiter den darf wegen religiöser, politischer oder sozialpolitischer Betätigung Lohn eines halben Tages opfern mußten, um ihr nicht versagt werden. In dem die Genehmigung verfagenden Be- Wahlrecht auszuüben. Den Wahltermin gab man erst acht Tage scheide sind die Gründe anzugeben; gegen denselben findet der vorher befannt. Zu einer Wählerversammlung waren nicht weniger Refurs statt; wegen des Verfahrens und der Behörden gelten die als 28 Schußleute und Gendarmen mobil gemacht. Plakate unserer Vorschriften der§§ 20 und 21 der Gewerbeordnung, soweit nicht Genossen, die zur Beteiligung an der Wahl aufforderten, wurden landesgesetzlich das Verfahren in streitigen Verwaltungssachen beschlagnahmt. Aber alles ohne Erfolg. Platz greift." Mit 13 gegen 14 Stimmen wurde dieser Antrag abgelehnt. Durch diese Beschlüsse ist also die Erlaubnis eines WanderLagerbetriebes von der Bedürfnisfrage abhängig gemacht, das ist gleichbedeutend einer gänzlichen Vernichtung dieses Gewerbebetriebes. anstanden. Beanstandetes Reichstagsmandat. Wohnungsgesehentwurf. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Nachtlänge von einer Stadtverordnetenwahl. Al In Sagan wurde bei der letzten Stadtverordnetenwahl auf Antrag der Sozialdemokraten die für die Arbeiter ungünstig feftgefeizte Wahlzeit abgeändert. Diese Aenderung wurde aber nur in einem Teil der Presse bekanntgegeben. Hierdurch wurde eine große fonservativen Abg. v. Massow nahm noch die volle Freitagsgrund vorzubeugen, beschloß der Magistrat die Verlegung der Wahl Die Prüfung der Wahl des in Königsberg- Land gewählten Verwirrung unter den Wählern hervorgerufen. Um einem Protest sizung der Wahlprüfungskommission in Anspruch. Die weiteren auf einen Brotestbehauptungen boten das gleiche Bild ostelbischer Wahlsitten, aber anderen Tag. Gewisse Begleitumstände erweckten wie in der ersten Sizung. Stimmenfauf, Verteilung hier unter der Wählerschaft den Anschein, als habe sich etwas hinter den Kulissen zugunsten der bürgerlichen von Schnaps( zur Abwechselung war in einigen Fällen auch Parteien, die mit ihren Kandidatenwahlen noch nicht, im Die§§ 11-16 wurden nach der Regierungsvorlage, zumeist trolle der Wähler und der schlimmste Terrorismus gegen Anders öffentlichte einen Aufruf, in dem auch diese Gedanken zum Ausdruck der gesamte Wahlvorstand mit betrunken), Kon- reinen waren, abgespielt. Das sozialdemokratische Wahlkomitee ver gegen die sozialdemokratischen Stimmen, angenommen.§ 17 der gesinnte bilden die Grundlagen des konservativen Wahlfieges. Da tamen. Obgleich nun der Bürgermeister Achilles in einer Stadt Regierungsvorlage will Ausländer, die im Ausland verräterische nach den Eventualbeschlüssen die Mehrheit v. Massows erschüttert verordnetensizung erklärte, die Veröffentlichung enthalte eine Be Handlungen gegen Deutschland begehen, falls sie nach Deutschland ist, beschloß die Kommission einstimmig, die Wahl zu beleidigung nicht und eine Strafverfolgung empfehle fich deshalb nicht, tommen, bestrafen. Von Regierungsvertretern wurde behauptet, daß die eifrige Spionage, die von den ausländischen Grenzbezirken leitete doch die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren ein gegen die getrieben wird. eine solche Bestimmung nötig macht. Freisinnige Genossen Feller und Rieger als Verfasser des Inserats, ferner Redner begeerten sich für die Regierungsauffassung. Ein sozialgegen den Redakteur Lenig vom liberalen Saganer Tageblatt" demokratischer Redner betonte, daß es unmöglich sei, Handlungen Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vor- und gegen den Redakteur 2ith vom konservativen Saganer Wochen eines Ausländers bestrafen zu wollen, die wenn bei uns selbst beratung des Entwurfs eines Wohnungsgefeges hat am Donnerstag blatt", welche beiden Blätter das Inserat aufgenommen hatten. Der begangen, als ehrenbait gelten und vom Start bezahlt werden. Auch abend die erste Lesung beendet und getren ihrem Brinzip, fein wirl- Magistrat sollte beleidigt worden sein. Die vier Angeklagten hatten müßte eine solche Bestimmung zu internationalen Schwierigkeiten liches Wohnungsgesetz zu schaffen, einen fortschrittlichen Antrag ab- fich am Mittwoch vor der Straffammer in Sagan zu verantworten führen. Auch das Zentrum ist gegen die neue Bestimmung, die in gelehnt, durch den die Regierung ersucht wird, 25 Millionen Mart und sie wurden auch zu je 150 M. Geldstrafe verurteilt. der Abstimmung abgelehnt wurde. Weitere Bestimmungen wurden zur Förderung des Wohnungsbaues zur Verfügung zu stellen und nach der Regierungsvorlage angenommen. Die zweite Lesung unter bestimmten Voraussetzungen den Erbauern von kleinen wird, nach den Osterferien ftatfinden. Wohnungen zu überweisen. Für den Antrag stimmten nur die beiden Fortschrittler und der Sozialdemokrat. Der Vertreter des Finanzministers bekämpfte grundsäglich den Antrag, einmal wegen feiner staatssozialistischen Tendenz und der unüberDie Regierung beantragte am Freitag, dem§ 56c der G.-O. sehbaren Konsequenzen, sodann aber auch, weil die Wohnungsfrage einen neuen Absatz III zuzufügen, der bestimmt, daß die Landes- nicht Aufgabe des Staates sei. Auf den gleichen Standpunkt stellten zentralbehörde befugt sein soll, für ihr Gebiet oder Teile ihres sich die Vertreter der beiden konservativen Parteien, des Zentrums Swinemde. 749 DGD 3 heiter Gebietes zu bestimmen, daß der Betrieb eines Wanderlagers der und der Nationalliberalen; man will sich, wie ein Redner erklärte, Erlaubnis der zuständigen Behörde bedarf. Große Schwierigkeiten nicht auf den Weg einer Sozialisierung des Haus- und Grund- Berlin Hamburg 745 SD 749 bereitete es der Regierung, der Kommission eine brauchbare Defini- befizes begeben, sondern den privaten Haus- und Grundbesitz Frank. a.M 746 SD tion des Begriffes Wanderlager" zu geben. schützen. München 751 SB Sozialdemokraten und Freifinnige bekämpften die Vorschläge Die zweite Lefung des Gefeßentwurfs in der Kommission wird Bien 753 S der Regierung, der Konservativen und des Zentrums. Mit einer erst nach den Osterferien beginnen. Die Beschlüsse erster Lesung mit Stimme Mehrheit wurde schließlich von der Rechten folgender| dem Bericht über die Kommissionsverhandlungen sollen aber schon Antrag der Konservativen als Absatz 3. angenommen:" Wer ein jeßt der Deffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit die inter- und sehr lebhaften südlichen Winden. Wanderlager selbst oder durch einen anderen betreiben will, be- effierten Kreise Gelegenheit haben, Stellung dazu zu nehmen. Gewerbeordnungskommission des Reichstags. Stationen Witterungsübersicht vom 20. März 1914. Better 3 bedeckt Temp. n. G. 5° C.= 4°. Stationen Barometer Stand mm Wind richting Bindstarte 4 Haparanda 764 Better 2 bebedt 1 Schnee 3 Betersburg 765 N 2wollent Scilly 2Regen 5 Aberdeen 2moltig 3 Paris 1Nebel 1 731 NNE 739 ND 746 8 bebedt 4 bebedt 4 Regen Kemp. n. C. 8° 5- 4. 67146 Wetterprognose für Sonnabend, den 21. März 1914. Etwas wärmer, veränderlich, vielfach wollig mit leichten Regenfälle Berliner Betterbureau Herren- Modenschau Einsegnungs- Anzüge Prüfungs- Anzüge Modernste Formen Letzte Neuheiten Enorme Auswahl 11.- 15.- 20.- 26.- 30 bis 50.Prompter Versand nach außerhalb ine einzigartige Ausstellung in den Schaufenstern unserer vier Kaufhäuser von neuesten deutschen und internationalen Moden und Schöpfungen unserer weltbekannten Kleiderwerke Hervorragend preiswert: m Fertig am Lager: zweireihig Sakko- Anzüge in und 24.- 27.- 30.- 36.- 45 bis 70.Cutaway- Anzüge mit gleichfarbiger oder gestreifter Hose 33.- 36.- 45-55.- 65.- 75.Gehrock- Anzüge 40.- 50.- 55.- 65.- 75.- 85.schwarz und marengo Ulster und Paletots neueste Farben und Formen 21.- 27.- 30.- 36.- 45 bis 65.Covercoat- Paletots Sport: orm, grünlich und mode 30.- 36-40,- 50,- 60.- 70.Beinkleider Streifen 6.- 7.- 8.- 10.- 12.- 15 bis 25, 10 Besondere Vorzüge unserer Erzeugnisse: Ueberragende Leistungsfähigkeit o Künstlerischer eleganter Schnitt o Vornehmste Passformen Unsere Kleiderwerke liefern die neuesten Moden und die besten Erzeugnisse o Die Herstellung in unseren Kleiderwerken ist unübertroffen 0 Modernste Errungenschaften auf maschinentechnischem Gebiete sind das Geheimnis unserer hohen Leistungsfähigkeit. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Jugendliche Lauf- u. Arbeitsburschen im Alter von 14 bis 18 Jahren verlangt der 63/ 4* Arbeitsnachweis, Michaelkirchplatz 2, vorn part. Handwerkerschusverbandes". Zuzug ist streng jernzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes. wit, SMsO!>M des Jotmürtfl" str Mü-Weßt� Vorortnachrichten. Tempelhof. D«r Gemeindewahlkampf ist jetzt auf der ganzen Linie ent- brannt. Die Parole der vereinigten Gegner ist Kampf gegen die Sozialdemokratie! Und mit welchen Mitteln wird gekämpft? Alle die alten Ladenhüter, die schon vor 20 und 30 Jahren herhalten mußten, werden wieder hervorgesucht, um die Spieß- bürger und die politisch Unreifen vor der Sozialdemokratie grau- lich zu machen. Am tollsten treiben es die Freisinnigen. Sie bedauern in einem Flugblatt, daß die Landgemeinde-OÄnung so schlecht sei, daß es ihnen bisher nicht möglich gewesen sei, auch nur einen Vertreter in das Gcmeindeparlament zu bekommen. Sie verschweigen aber den Wählern, daß ihre Parteifreunde an anderen Orten, wo sie die Macht haben, das elende Wahlrecht noch mehr zu verschlechtern geneigt sind. Diese Herren unterschlagen ihren Anhängern die Tatsache, daß sie sich in diesem Wahlkampf mit den Konservativen verbündet haben, um den Kampf gegen die Sozialdemokratie zu führen. In dem Flugblatt spricht man nur davon, man habe sich mit den Nationalliberalen und„einigen un- politischen Vereinen" verbündet. Unter den„unpolitischen" Ver- einen befinden sich auch die Konservativen. Den Herren Freisinni- gen scheint es schon zu dämmern, daß sie mit solcher Waffen- brüderschaft keinen Staat machen können. Wie die Freisinnigen in der Gemeindevertretung zu wirken gedenken, zeigt der Satz: „Politische Fragen kommen selten zur Entscheidung. In diesen wenigen Fällen ist es Pflicht unserer Vertreter, ihren fortschritt- lichen Grundsätzen geniäß zu stimmen." Also, mit anderen Wor- ten, in allen die Gemeinde interessierenden Fragen können es die liberalen Vertreter halten, wie sie es für gut befinden. Unsere Parteigenossen haben alles, was in ihren Kräften steht, getan, um die Wähler aufzurütteln und ihnen zu zeigen, wie die bisherige Mehrheit in der Gemeindevertretung gearbeitet hat. Neben dem Dreiklassenwahlunrecht erschwert die Krise unserer Partei den Kampf. Dadurch ist es vielen Arbeitern nicht möglich gewesen, ihre Steuern bezahlen zu können, so daß sie ihr Wahlrecht ver- lieren. Trotzdem l>aben wir die Hoffnung, daß wir in allen vier Bezirken der 3. Klasse den Sieg erringen werden. Unsere Kan- didaten sind: Klempnermeister Max Schmidt, Werderstr. 10. Bureauvorsteher Otto Burgemeister, Berlinerstr. 10, Fuhr- Herr Anton Ruhnau, Konradinstr. 2, Schriftsetzer Oskar Ewald, Stolbergstr. 8». Die Wahl findet am Sonntag, den 22. März, von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags statt. Die sozialdemokratischen Wähler der 2. Klasse werden ersucht, fljre Stimme für die folgenden Genossen abzugeben: Fuhrherr Anton Ruhnau, Konradinstr. 2, Bureauvorsteher Otto Bürge- meister. Berlinerstr. 90. Gastwirt Martin Müller, Ring- hahnstr. 42, Klcmpnermeister Max Schmidt, Werderstr. 10. Gewählt wird am Montag, den 23. März, im Nestau- rmit Pfeiffer(früher Lehn«), Dorfftr. 20, von nachmittags 5 Uhr bis abends 8 Uhr. Mariendorf. Aus der Gemeindevertretung. Die Beratung des Boranschlages Sr das Rechnungsjahr 1914 konnte infolge der Obstruktion der rgerlichen Vertreter nicht zu Ende geführt werden. Auf Antrag unserer Genossen wurden zunächst die vorliegenden Anträge be- raten. Da die Verhandlungen mit dem Kreise Teltow wegen Ueberlassung eines Krankentransportwagens resultatlos verlaufen find, wurde diese Angelegenheit bis zum nächsten Etatsjahr ver- tagt. Nach Kenntnisnahme verschiedener Mitteilungen wird mit Iber Beratung de» Etats begonnen. Die einzelnen Kapitel stellen sich in Einnahme und Ausgabe wie folgt: Allgemeine Verwaltung: j Einnahme 123 050 M., Ausgabe 276 817 M. Reformrealgymnasium nebst Realschul«: Einnahme 24 721 M., Ausgabe 78 760 M. Lyzeum: Einnahme 41 000 M., Ausgabe 67 252 M. Gemeinde- schulen: Einnahme 9480 M., Ausgabe 224 083 M. FortbildungS- schulen: Einnahme 2230 M., Ausgabe 5940 M. Armenverwaltung: Einnahme 45 650 M„ Ausgabe 75 180 M. Kapital- und Schulden- Verwaltung: Einnahme 69 717 M., Ausgabe 389 326,82 M. Straßen- Verwaltung: Einnahme 79 850 M., Ausgabe 136 299,70 M. Steuerverwaltung: Einnahme 1054 422 M., Ausgabe 180 694 M. Genosse Weber kritisiert, daß man bei der Auswahl der auf- zunehmenden Schüler im Gymnasium zu strenge Auslese hatte, um mit bestem Schülermaterial glänzen zu können. Es koste der Gemeinde jeder Gymnasialschüler 243 M., während auf jeden Ge meindeschüler nur 87 M. entfallen. Der von unseren Genoffen gestellte Antrag, die Summ« von 420 M. für katholischen Religionsunterricht zu streichen, wurde abgelehnt. Ebenso der Antrag, statt 5 Proz. Freischüler 10 Proz. zu gewähren, wird abgelehnt, Für Zahnarztpflege wurden 750 M. bewilligt. Genosse Reichard t forderte die Beseitigung des Schulgeldes für Ausländer an den Gemeindeschulen, er wies auf die Härte der Bestimmungen hin, von der dann kinderreiche Familien betroffen werden. Der Ge- meindevorsteher meinte, ohne diese Einnahme nicht auskommen zu. können, worauf Ablehnung des Antrages erfolgte. Auf An-- frage des Genossen Weber bemerkte der Vorsteher, daß im ver- flossenen Jahre 14 Kinder ermittelt worden seien, die ohne Früh- stück zur Schule kamen. Beim Kapitel Armenetat forderte Ge- nosse Reichardt ein« Aufbesserung der Armenunterstützungen im nächsten Etatsjahr, da die Unterstützungssätze zu geringe seien. Die von unseren Genossen geforderte Uehernahme der Straßen- Verwaltung und anderer Einrichtungen in eigene Regie wurde mit dem Hinweis begründet, daß die Nachbargemeinde Steglitz mit dem eigenen Elektrizitätswerk gute Erfolge zu verzeichnen habe. Diese Motivierung lockte wieder Herrn Sauer herau«, und unter stürmischer Heiterkeit entgegnete er unseren Genossen, daß die Kehrichtabfuhr kein Elektrizitätswerk sei. Genosse Weber ersuchte unt die Einführung des Gewcrbegerichts. Der Vorsteher gab ein« zustimmende Erklärung ab. Nach Erledigung dieser Position gab sich der Vorsteher die erdenkliche Mühe, den Etat fertigberaten zu lassen; da eine Anzahl Herren den Kegelabend nicht versäumen durften, mußte die Beratung wegen Beschlußunfähigkeit vertagt weichen. Schöneberg. Eine erhebliche Erweiterung ihrer Geschäftsräume hat durch den nunmehr beendeten Umbau die Firma S. Joseph in der Haupt- Ecke Grunewaldftrahe vorgenommen. Heute sollen bereits die neuen Räume eröffnet werden. Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm ein bei- fällig aufgenommenes Referat des Genossen Julian Borchardt über:„1848 bis 1914" entgegen. Er zeigte, indem er die vor- märzliche Zeit mit der jetzigen in Parallele stellte, daß die Reaktion von heut« mit der gleichen Unverschämtheit Gesetz und Volksrechte mit Füßen tritt, wie die damaligen Machthaber. Heute wie da- mal» könne nur die völlige Umwälzung der Gesellschaft die Geburtshelferin einer neuen und besseren Zeit fein. Die Arbeiter darauf vorzubereiten, sie mit revolutionärem Geist zu erfüllen, fei Aufgabe unserer Polstischen Organisationen.— ATS Resultat der Roten Woche konnten 4L Neuaufnahmen vollzogen werden. Adlershof. Die Wahlen zur Gemeindevertretung finden in unserem Ort für die dritte Abteilung morgen: Sonntag, den 22. März, von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachmittags, im Lokal von Lehm- g r ü b n e r, Bismarckstr. 2, statt. Die zweite Abteilung wählt im gleichen Lokal am Montag, den 23. März, abends von 6 bis 9 Uhr; die erste Abteilung dagegen wählt am Dienstag, den 2i. März, im Sitzungssaal des Gemeindeamts, in der Zöit von VA bis 1% Uhr. In der dritten Abteilung haben die Gegner in diesem Jahre auf die Aufstellung von Kandidaten verzichtet. Sie haben eingesehen, daß hier für sie in Adlershof nichts mehr zu holen ist. Bei der Wahl vor zwei Jahren hat sich die Notwendigkeit ergeben, daß, um die Wahlabfertigung in der dritten Abteilung zu erleich- lern, die Einführung amtlicher Wahllegitimationen erforderlich ist. Ein dahingehender Antrag unserer Genossen wurde aber von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. In diesen Kreisen hat man ja kein Interesse mehr dafür, das Wahlgeschäft in dieser Abteilung zu erleichtern. Aufgabe aller Wähler der dritten Abteilung muß eS nun sein, sich am Sonntag Mann für Mann im Wahllokal einzufinden und nicht früher vom Ptgtz zu weichen, als bis sie ihre Stimme für den Kandidaten der Sozialdemokratie abgegeben haben. Bei der Wahl der Vertreter der zweiten Abteilung wird am Montag ein besonders harter Kampf entbrennen; hier stehen sich drei Parteien gegenüber. Schon jetzt wird im bürgerlichen Lager alles Mögliche versucht, die Wähler zu gewinnen. Die Herren vom Grundbesttzerverein, in Gemeinschaft mit dem fort» schrittlichen Volksverein, sind es besonders, welche in geradezu verblüffender Form die Wahlagitation betreiben. Krampfhaft be- mühen sie sich, den Wählern plausibel zu machen, daß nur sie cS sind, welche das Allheil der Adlershofer Einwohner herbeiführen können. Es wäre indessen leicht, an mannigfachen Beispielen den Nachweis zu führen, daß ausschließlich die sozialdemokratischen Ver» treter dafür eingetreten sind, wenn es galt, in Adlershof Kultur- aufgaben zu lösen und das Allgemeinimeresse zu wahren. Wer will, daß es in unserem Ort auch in Zukunft so bleiben soll und noch besser wird, der muß am Wahltage sein Wahlrecht ausüben und den Kandidaten unserer Partei seine Stimme geben. Die Wähler der zweiten Abteilung werden besonders aufgefordert« sich an der Wahl zu beteiligen, denn hier kommt es auf jede Stimm« an. Spandim. Die vtadtverortmetenversammwns am Donnerstag änderte die Geschäftsordnung dahin, daß mit dem Beginn der Sitzungen in Zukunft um 5 Uhr begonnen iverden soll; der früher beschlossene 6-Uhr-Beginn wurde abgelehnt. Di« erste Borlage betraf de» Ausbau der Staakener Straß«, zu welchem Zweck 41 400 M. be- willigt wurden. Ueber den Generalbericht der acht Schulärzte für das Schuljahr April 1912 bis März 1918 referierte Stada». Berlin. Danach war der Gesundheitsznstand der Kinder allge- mein zufriedenstellend. Alle Schulärzte empfahlen die Einführung einer Schulzahnklinik. Die Behandlung zahnkranker Kinder er» folgt vom 1. April ab, zu welchem Zweck 4500 M. in den Etat ein- geistellt wurden. Sämtliche Klassen wurden mindesten» zweimal von den Schulärzten besucht. Die häufigsten Krankheiten waren Augenleiden, Ohren-, Nasen» und Mundleiden, Blutarmut nah allgemein« Körperschwäch«(besonders bei den Mädchens Skrophn» lose und Rückgratsverkrümmung. Die Verhältnisse der Üben» nommenen Schule der staatlichen Kolonie Haselhorst, de» Schmerzenskind der Volksschulen, besserten sich gegen den letzt» Bericht. Im Gegensatz zum Vorredner betonte Genosse Pieck, daß der Gesundheitszustand der Schüler sich gegen den vorjährigen Be- richt bedeutend verschlechtert Hab«. Von 1559 neu aufgenommen» B«»cliten Sie meine SchiSnebeSrg HauplstraMe 101 Sindern wurden 87 zurüdgeftellt, von 11 256 Kindern befanden sich| daß Gen. Pied die Zustände zu schwarz gemalt habe. Stadtv. 1553 in ärztlicher Kontrolle( 1320 im Vorjahre), Mitteilungen an Katte vertrat den Standpunkt, daß die Sozialdemokraten nur zum die Eltern über den Gesundheitszustand der Kinder ergingen 959 Fenster hinausreden, die Zustände in der Volksschule wären zu ( 835). Erkrankt waren an Augenleiden 350( im Vorjahre 238), friedenstellend. Gen. Bied erwiderte dem Stadtv. Katte, daß die Nasen- und Mundleiden 416( 372), Herzleiden 76( 42) Sozialdemokraten nicht nötig hätten, unnötige Reden zu halten, Lungenleiden 41( 21), Blutarmut und allgemeiner Körper- da die große Mehrheit der Steuerzahler hinter ihnen stände. Fünfschwäche 324( 195), Strämpfe usw. 49( 21), Strophulose und Rück- zehn Jahre hätte seine Fraktion kämpfen müssen, bis die Gingratvertrümmung 259( 274), Halsleiden 129( 79). In manchen führung der Schulärzte erfolgte, wie ja überhaupt jeder joziale Schulen scheine die Untersuchung überhaupt sehr mangelhaft aus- Fortschritt auf das unermüdliche Drängen der Sozialdemokraten geführt zu sein, was ja dadurch erklärlich sei, weil die Stadt für die zurückzuführen sei. Bedauerlich sei es, daß den Kindern armer Schulärzte ganze 3600 M. bezahle, auf jedes Kind also 30 Pf. Große Eltern in den Schulen noch kein warmes Frühstück verabfolgt Mittel würden für die patriotische Jugendbewegung aufgebracht, würde. Bürgermeister Wolf wandte sich gegen die Anstellung von für die Volksschule sei aber kein Geld da. Der Gesundheitszustand Schulschwestern, betonte aber, daß der Magistrat bestrebt sei, den in der Volksschule in Haselhorst sei im Vorjahre als der aller- Gesundheitszustand der Schüler zu heben. Nachdem noch Genosse schlechteste hingestellt worden; die Kinder litten an Unterernährung Pieper die Ausführungen des Gen. Pied wirkungsvoll unterstützt usw. Auch sei die Schule in sehr schlechtem baulichen Zustande hatte, wurde die Aussprache beendet. gewesen. Im diesjährigen Bericht sei über die Haselhorster Schule fein Wort erwähnt, die Aerzte hätten jedenfalls von oben einen Wink bekommen. Für die Zahnpflege sei die geringe Summe von 4500 M. eingestellt worden. Zum Schluß beantragte Redner, Schulschwestern anzustellen, welche Hand in Hand mit den Eltern arbeiten müßten. Stadtv. Weber kritisierte Mißstände bei der 4. Gemeindeschule und die Schulbaracke in Haselhorst, fand aber, Konzert- Café Tivoli Neukölln, Kottbuser Damm 94-95 Heute abend Eine Vorlage verlangte Einverständnis damit, daß die Genehmigung zur Verlängerung der durch die Straße 45 in CharTottenburg führenden Straßenbahn bis zum Verwaltungsgebäude der Firma Siemens u. Halske auf dem Nonnendamm auf Widerruf erteilt wird. Betont wurde, daß durch die Einführung der Großen Berliner Straßenbahn auf Nonnendammer Gebiet die Strecke der Spandauer Bahn nach Fürstenbrunn wenig benutzt Kredit- Kaufhaus Paul Baumblüte in Civoli Neugebauer Nachf. ab Kabarett erstklassiger Künstler Auftreten des Geschw. 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Sämtl. Artikel f. d. Schulbedarf. Dr Lieferant der Konsum- Genossenschaft. Straße 257 Neukölln und Kissen werden würde. Der Nommendamm würde durch die neue Vers bindung mit dem Bahnhof Jungfernheide noch mehr wie bisher wirtschaftlich mit Charlottenburg verbunden werden. Gleichzeitig mit der Vorlage wurden zwei Resolutionen angenommen, worin die Stadtverordneten die Erwartung aussprachen, daß die Firma Siemens u. Halske einen Zuschuß zum Betriebe der Nonnendammbahn gewähren und den Gemeinschaftsbetrieb zwischen Alt- Spandau und Bahnhof Jungfernheide, zumindest aber einen Umsteigeverkehr auf der Strecke Markt- Bahnhof Jungfernheide für 10 Pf. einführen werde. Hierauf wurde noch beschlossen, für eine Hypothet von 600 000 m. für das Kraftwerk die Garantie zu übernehmen, wenn den Kreisen eine Rückversicherung von 300 000 Mt. übertragen wird. Dort Spandau gehörigen Teil der Jungfernheide ereignet. Ein schwerer Unglücksfall hat sich vorgestern in dem zu waren die Arbeiter Krause und Westphal mit dem Fällen von Kiefern beschäftigt. Einer der angehauenen Bäume stürzte früher um, als man erwartete. Sicherheit bringen konnte, wurde Krause von der Kiefer getroffen Während sich Westphal rechtzeitig in und zu Boden geworfen; ihm ist der rechte Unterschenkel zermalmt worden. Der Verunglückte wurde in besinnungslosem Zustande nach dem städtischen Krankenhause geschafft, wo er bedenklich daniederliegt. Gerhard Schröder Neukölln Hermannstr. 59-60 Ecke Steinmetzstr u Eisenwaren Werkzeuбe Emaillegeschirr Porzellan Lampen Glas Haus- u. Küchengerät Oswald Naefe Färberei u. Chemische Wäscherei Fabrik: Britz Rudower Str. 34 Tel.: Nk. 208 Färben und Reinigen von Garderoben, Innendekorationen, Polstermöbeln usw. Gardinen- Wäscherei, Mechan. Teppich- Schüttelwerk. Kul. Bedienung. Bill. Preise. Abholung u. Zustellung kostenlos. 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