Nr. 80. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerandet Bierteljährl 8,30 M, monat. 1,10 wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mar! pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. . # 9900 Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Sort 20 Pig.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 PBfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der edition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1983. Sonntag, den 22. März 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 1984. Wirtschaftspolitik", daß man mit der steigenden „ wie Faktor volkswirtschaftWieder ein Vorstoß gegen Eine Niederlage der Militärendens des Bevölkerungsumadifes wie mit dem die freien Gewerkschaften. verwaltung. lichen Zukunft rechnen muß". Heute konstatiert derselbe Mann, daß der Wille zum Die Debatte über die beabsichtigte Grundstücks- Schiebung der Nachwuchs eine zarte Pflanze geworden", die vor der ZuDer Reichstag hatte sich gestern mit zwei Bittschriften müter zu beruhigen, leitete sie Kriegsminister v. Falkenhayn müsse! Die konservativen und klerikalen Hüter von DeutschMilitärverwaltung wurde am Sonnabend fortgesetzt. Um die Ge- dringlichkeit der Verhinderungsindustrie" geschützt werden gegen die freien Gewerkschaften zu beschäftigen. Der 3 en mit einer Grflärung ein, die sich in Form und Inhalt wesentlich lands Macht und Größe aber möchten am liebsten gleich an tralverband deutscher Bäcker- Innungen unterscheidet von der sonst von ihm beliebten Art, in die Debatten jedes proletarische Ehebett einen Gendarm mit aufgepflanzteni Germania forderte, daß den Gewerbetreibenden und ar- einzugreifen. Die Militärverwaltung habe nicht die Absicht ge- Bajonett stellen, damit ja keine böswillige Unterschlagung beitswilligen Gesellen ein größerer Schutz durch verschärfte habt, den Reichstag zu hintergehen, sondern nur eine günstige vaterländischen Nachwuchses geschieht. Gründlicher kann man gesetzliche Bestimmungen gegen Bedrohungen, Verrufserklä- Situation ausnußen wollen, um ein für das Reich vorteilhaftes in so furzer Zeit wirklich nicht umlernen. rungen, Streifpoſtenstehen und Boykott gewährt werde. Ganz Geschäft zu machen. Wenn der Anschein für ein verfassungswidriges besonders sind die Bäckermeister über den Boykott empört und Vorgehen der Militärverwaltung spreche, so möge die Kommission fordern, daß die Organisation, die Presse, die Vertrauens in der Tatsache, daß die Forderung für das Militärkabinett im Leute, die„ borgeschobenen Personen" usw., die solches Vor- Nachtragsetat erscheine, ein pater peccavi und ein Nach suchen gehen mittelbar oder unmittelbar unterstützen, bestraft und um Indemnität erbliden. schadenersatzpflichtig gemacht werden". Der Bayerische Handwerker- und Gewerbebund wünscht, daß in das kommende neue Strafgesetzbuch Bestimmungen aufgenommen werden, die einen rechtzeitigen und ausreichenden gesetzlichen Schutz der Streifbrecher gewährleisten und den sozialen Frieden wenigstens einigermaßen sichern." So verkehrt nun die Mittel sind, mit denen die um ihr Rekruten- und Arbeitermaterial besorgten Herrschaften der Geburtenabnahme Halt gebieten wollen, und so scharf sie im Interesse der Volksgesundheit und im Namen der persönlichen Selbstbestimmung reifer Menschen zurückgewiesen werden sozialen Wertschäzung des Kinderkriegens. müssen, so begrüßenswert ist doch jene Wandlung in der nung der Budgetrechte des Reichstags entgegen, zeigte Die Kommission nahm die Erklärung als eine Anerten im übrigen aber feine Neigung, die Militärverwaltung ungestraft laufen zu lassen. Man fängt allmählich an, zu begreifen, daß alle AnVon verschiedenen Seiten wurde nachdrüdlich häufung äußerer Kultur in nichts zerrinnt, wenn der Nachbetont, daß Vorkehrungen getroffen werden müßten, um einen wuchs an lebendigen Kräften versagt. Die Bedeutung der Sieg der Militärverwaltung über die Rechte des Reichstags au generativen Werte und Produktivkräfte des Volkskörpers verhindern. Ein Antrag der Fortschrittler, den umstrittenen Titel wird auch denen demonstriert, deren wirtschaftspolitisches Der Berichterstatter Abg. Ir I vom Zentrum hatte schon bom Stat der Heeresverwaltung auf den Stat des dol der kapitalistische Begriff des„ Nationalreichtums" ist. in der Petitionskommission empfohlen, die Petitionen dem Reichsschaamtes zu übernehmen, damit der Militärver. Die Gabe, die das gebärende Weib der Gesellschaft darbringt, Reichskanzler als Material zu überweisen. Unsere Ge- waltung das Verfügungsrecht über das Grundstück endgültig ent- wird als der wertvollste Wertzuwachs der nationalen Wirtzogen bleibt, und die Zwedbestimmung des Grundstüds späteschaft erkannt. nossen aber wiesen nach, daß die Petitionen nur beweislose, ren Beschlußfassungen des Reichstags vorzube leichtfertige Behauptungen gegen die freien Gewerkschaften halten, begegnete daher allgemeiner Sympathie. Dem Schab- den auch die Regierenden auf die Bahn einer BevölkerungsIn dem Maße, als diese Erkenntnis sich durchsetzt, werenthalten. Die Stommission lehnte dann auch den Antrag des amt soll es unbenommen sein, das Grundstück an dritte zu ver- politik gedrängt werden, deren erstes Wort MenschenBerichterstatters ab und beschloß, dem Reichstage Uebergang äußern; wie von einem Mitgliede der Kommission mitgeteilt ökonomie lautet, das heißt: rationelle Erhaltung des zur Tagesordnung vorzuschlagen. wurde, ist bereits ein Käufer für das Objekt vorhanden. Um den einmal ins Leben getretenen Menschenmaterials. Im Plenum ging gestern Genosse Brey ausführlich Reichstag in Zukunft vor Ueberraschungen und Schädigungen zu Der Grad der Bevölkerungsvermehrung hängt längst auf die beiden Petitionen ein und wies aufs klarste nach, daß bewahren, die sich aus der außeretatsmäßigen Vornahme von nicht mehr von der Zahl der Geburten ab. Die Zahl der ihre Angaben zum Teil überhaupt keinen wahren Stern haben, Tauschgeschäften ergeben können, sprach eine ebenfalls von den Todesfälle ist der zweite ihn bestimmende Faktor. Erst aus ihre Angaben zum Teil überhaupt keinen wahren Stern haben, Fortschrittlern eingebrachte Resolution die Erwartung aus der Subtraktion- beider Zahlen ergibt sich der natürliche Bezum Teil maßlose Uebertreibungen sind. Weder die Unter- daß Tauschgeschäfte fünftighin ebenso etatsmäßig zu bevölkerungszuwachs. Jedes vorzeitig wegsterbende Individuum der Subtraktion-beider Zahlen ergibt sich der natürliche Benehmer, noch die Streifbrecher haben einen Grund, sich über handeln sein sollen wie aufgeschäfte. den Terrorismus anderer Leute zu entrüsten. Unser Redner Von sozialdemokratischer Seite wurde der Militär- drückt ihn um eins herab, und da die Zahl der vorzeitigen erinnerte an die Schandtaten der gewerbsmäßigen Streit verwaltung bedeutet, daß ihre nachträgliche Erklärung, wenn sie Todesfälle heute noch in Deutschland jährlich in die Hundertbrecher und an die endlose Reihe der Vergewaltigungen, die auch eine Anerkennung der Etatsrechte des Reichstags bedeute, tausende geht, so ist der Bevölkerungsvermehrung auf dem fich Unternehmer gegen ehrliche Arbeiter erlauben. Ebenso- nichts an der Tatsache ändere, daß eine Umgehung des Reichstags Wege der Sterblichkeitsverminderung noch ein weites Wirwenig ersparte Genosse Bren unseren Gegnern die Erinnerung bersucht worden sei und man sich zu einer etatsmäßigen Be- fungsfeld gegeben. Den mächtigsten Bestandteil in der Masse der vorzeitigen an die oft genug unerhört schweren Strafen, die so manches handlung der Angelegenheit erst entschlossen habe, als man auf Todesfälle bildet das Säuglingssterben. Im Jahre 1911 Gericht gegen streikende Arbeiter wegen nicht genügend feiner ministers auch von seinen Nachfolgern anerkannt und respektiert. starben im Deutschen Reiche 359 522 Kinder vor Bollendung Schwierigkeiten stieß. Hoffentlich werde die Erklärung des Kriegs- Todesfälle bildet das Säuglingssterben. Im Jahre 1911 Behandlung der Streitbrecher verfügt hat. Nicht schärfere Durch die Anträge werde einer Wiederholung der Vorkommnisse ihres ersten Lebensjahres wieder dahin. Das iſt ein ge Strafen, sondern wirkliche Koalitionsfreiheit ist notwendig. ein Riegel vorgeschoben werden. Die Abstimmung ergab die waltiger Abzug von der Zahl der Lebendgeborenen( 1911: Daher empfahl unser Redner den Antrag der Kommission bolle Einmütigkeit der Parteien in der Verurteilung 1870 729) und ein ungeheures, vergebens gebrachtes Voltsauf Uebergang zur Tagesordnung. der Militärverwaltung; sowohl die Anträge der Fort- opfer an Gut und Blut. Ist diese jährliche Blutsteuer eine Diese durchaus berechtigte, ja notwendige Abrechnung schrittler wie ein Antrag Baffermann auf Vorlegung unabänderliche Naturnotwendigkeit? mit den Feinden der freien Gewerkschaften paßte begreiflicher- eines Wirtschaftsgesetzes wurden einstimmig angenommen. Ein Blick auf die Säuglingssterblichkeit anderer Kulturweise nicht dem Zentrumsabgeordneten Jr I. Der gute Mann Hierauf wurde der Erwerb des dem Reichskanzlerpalais be- länder belehrt uns sofort, daß dies nicht der Fall ist. Von beklagte sich darüber, daß Genosse Brey durch seine lange nachbarten Grundstückes in der Wilhelmstraße be- den europäischen Ländern weisen nur Rußland( 1901: 27,2), hoffen schlossen und eine Resolution angenommen, die eine Novelle zu dem Desterreich( 1905/07: 21,4) und Ungarn( 1906/08: Rede es verschulde, daß die Petitionen nicht schnell genug Gesetz über Gewährung von Beihilfen an Kriegsteil- 20,6) eine höhere Säuglingssterblichkeit als Deutschland abgetan werden können. Und dann verbrach er selbst eine nehmer fordert, damit auch nichttombattanten, die im auf, wo sie im Durchschmitt der Jahre 1907/09 17,5 auf 100 lange Rede, um die alten Geschichten über den angeblich Kriegsjahr die feindliche Grenze überschritten haben und gegen den Leuendgeborene betrug; im Jahre 1910 waren es 16,2 Proz. fozialdemokratischen Terrorismus und die hier und da wirklich Feind ins Feld geführt worden sind, Anwartschaft auf die und in dem durch einen besonders heißen Sommer ausgevorgekommenen Ausschreitungen aufzutischen und daraus den Veteranenbeihilfe erhalten. zeichneten Jahre 1911 wieder 19,2 Proz. Schluß zu ziehen, daß der Strafrichter gegen die freien Gewerkschaften schärfer vorgehen müsse. Er wiederholte seinen Geburtenrückgang Antrag auf Ueberweisung als Material. Herr Jrl bekam den ihm gebührenden Lohn dadurch, daß ihm der Konservative v. Gräfe bekundete, er habe ganz im Sinne der Konservativen, der offenen Bekämpfer des Koalitionsrechtes der Arbeiter, gesprochen. In den anderen europäischen Großstaaten war die Säuglingssterblichkeit wesentlich geringer. In Italien betrug sie im Durchschnitt der Jahre 1906/08 15,5, in Frankreich 1904/06 14,1, in England und Schottland 1907/09 nur skandinavischen Staaten. Dort betrug sie im Durchschnitt Heute zetern die Wortführer der herrschenden Klasse in der Jahre 1906/08 für Dänemark 11,3, für Schweden Einen Eiertanz führte der Zentrumsgewerkschaftler zahl in den unteren Volksschichten. Wie rasch doch die HerrParlament und Presse über die Einschränkung der Geburten- 8,1 und für Norwegen gar nur 7,1 Proz.! Gelänge es, die Säuglingssterblichkeit in Deutschland Giesberts auf. Als Gewerkschaftler konnte er nicht gut schaften ihre Meinung geändert haben! Noch bis vor wenigen auf das Niveau der norwegischen herabzudrücken, so bedeutete den arbeiterfeindlichen Vorstoß seines Parteigenossen Jrl mit Jahren war es eine der beliebtesten Redewendungen, mit der das eine Steigerung unseres jährlichen Bevölkerungszuwachses machen. Als Zentrumsmann aber zog er es vor, sich weniger man die Klagen finderreicher armer Leute abfertigte: hr um 150 000 bis 200 000 Röpfen. gegen die den Arbeitern drohende Gefahr für das Koalitions- seid selbst schuld an Eurer Notlage. Ein ordentlicher Mensch Es ist bezeichnend, daß in den Domänen der lautesten recht zu wenden, als in das Wehgeschrei des Herrn Jrl über feßt nicht mehr Kinder in die Welt als er ernähren kann. Schreier nach Gebärzwangsmitteln die Säuglingssterblichkeit den angeblichen Terrorismus der Sozialdemokratie im Der Ratschlag, den die Frau des Großindustriellen und noch am höchsten ist. In Preußen starben 1912 im Durch Kampfe mit den Christlichen einzustimmen. Er bekam von Herrenhausmitglieds v. Bo pelius einer findergesegneten schnitt der Monarchie 14,6 Broz. der Kinder im ersten Lebensden Genossen Brey und Hoch die gebührende Antwort. Arbeiterfrau gab, eine Waschbütte mit kaltem Wasser neben jahre; in den Städten waren es 14,2( in Berlin- 13,9), Ueber die Anträge wird erst Dienstag abgestimmt. das eheliche Lager zu stellen, entsprach durchaus den maß- in den Landgemeinden dagegen 14,9 Bros. Am gebenden Anschauungen der führenden" Kreise. Sie gingen schlimmsten stand es in den Landgemeinden der Provinzen ja auch praktisch mit gutem Beispiel voran, und sie rechneten Pommern, Schlesien, Ostpreußen und Westpreußen, wo sie Vorher waren ohne Erörterung die Gesetze erledigt wor- fich die Einschränkung der Nachkommenschaft geradezu als so- 16,9, 18,3, 18,4, 19,3 Proz. betrug. Noch größer war das den, die notwendig sind, weil die Etats nicht vor dem 1. April ziales Verdienst an. In der zahlreichen proles( Nachkommen Säuglingssterben in dem vom Zentrum beherrschten rechtsfertig werden. Die Gefeße erteilen der Reichsverwaltung die schaft) saben sie das verächtliche Zeichen des Proleten. rheinischen Bayern. Dort kamen in den Jahren 1910 und Befugnisse, die zur Fortführung der Geschäfte bis zur Ver- Man erinnere fich auch an die landläufigen Schlagworte, mit 1911 auf 100 Neugeborene 21,1 bzw. 23,1 Todesfälle im abschiedung des Etats notwendig sind. Die Haushaltspläne denen patriotische Kriegs- und Kolonialraubpolitiker gröberen ersten Lebensjahre. für Südwestafrika wurden angenommen und im Anschluß und feineren Kalibers bei den Wahlen ihre Geschäfte be- Die Ernährungs-, Wohnungs- und sonstigen Lebensverdaran der Entwurf zur Aenderung des Gesezes über die trieben. Wir ersticken in unserem Bevölkerungsüberfluß, hältnisse sind eben auf dem Lande für die proletarische BeEinnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete besprochen. Die hieß es da. Ein frisch- fröhlicher Krieg tut uns not, um Luft völkerungsschicht noch elender als in den größeren Aenderung ist eine unvermeidliche Folge des jezigen Gesezes. zu schaffen. Und außerdem brauchen wir Kolonien, um un- Städten. In den letteren ist wenigstens in Sachen der Trotzdem empfahlen der Fortschrittler Wa Id stein im feren überflüssigen Nachwuchs unterzubringen und allmählich Säuglingsfürsorge und der öffentlichen Gesundheitspflege in Bunde mit dem Grafen v. We starp bedeutende Ab- das ganze Erdenrund mit der germanischen Herrenrasse zu er den letzten Jahrzehnten manches geschehen, um dem Massenschwächungen des Entwurfs. Ihnen traten Genosse e de füllen. Sterben Einhalt zu tun. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben. bour und Herr Erzberger entschieden entgegen. Eine Auch hinter der Denferstirn liberaler Führer lebte dieser So sank die Sterblichkeitsziffer für die ehelich Geborenen in Abstimmung fand nicht statt, da es sich nur um die erste Vorstellungskompler. Erklärt doch Friedrich Naumann Berlin und Charlottenburg im Laufe von 25 Jahren ganz Defung handelte. noch in der 1911 erschienenen dritten Auflage seiner Neu- beträchtlich. Sie betrug im Durchschmitt der Jahre 1875 bis bzw. Proz.. und Menschenökonomie. 11,6 bar. 115 Bros. Ein noch günſtigeres Bild zeigen die * * " 1880 t» Berlin 27,7, in Charlottenburg 29,1 Proz.; im Durchschnitt der Jahre 1901 bis 1908 nur noch 17,2 bzw. 13,5 Proz. Die vorwiegend ländlichen Regierungsbezirke des Ostens zeigen dagegen nur sehr geringe Fortschritte. Ja in einigen Derselben sind die Verhältnisse sogar noch schlimmer ge» Nxorden. So starben im Durchschnitt der Jahre 1875 bis 1880 in den Regierungsbezirken Gum binnen, Stralsund, Stettin von je 100 der ehelich Geborenen vor Vollendung des ersten Lbensjahres 20,3, 18, 21; im Zeitraum 1901 bis 1908 dagegen 20,6, 21,3, 22,6! Man muß sich wundern, wo die konservativ-klerikalen Beherrscher der ländlichen Verwaltungen angesichts solcher Tatsachen den Mut hernehmen, in Sachen des Bevölkerungszuwachses mit Anklagen gegen die städtische Bevölkerung auf den öffentlichen Markt zu treten. Das dunkelste Kapitel im Schuldbuch der herrschenden Kaste ist der Massentod der unehelichenKinder. Während die Sterblichkeitsziffer für die ehelich Geborenen im Deutschen Reiche für die Jahre 1910/11 sich auf 15,2 und 18,2 stellte, betrug sie für die unglücklichen Wesen die außerhalb eines ehelichen Schutzgeheges das Licht der Welt erblickten, 25,7 und 29,9 vom Hundert. Und auch hier stehen die Gebiete, wo konservative Männer noch unbestritten im Regiment sitzen, vorne an. In Mecklenburg Strelitz starben in den genannten beiden Jahren 30,7 und 30,5 Proz. der unehelichen Säuglinge wieder dahin. Und in W e st p r e u ß e n, wo der echteste aller echten Preußen, Herr Elard v. Oldenburg, bei Tag und Nacht für Religion, Sitte und Ordnung wirkt, hauchten über ein Drittel der außerehelich Geborenen, nämlich 36,9 und 35,7, ihr junges Leben alsbald wieder aus! Die absolute Zahl der 1911 iw Deutschen Reich dahin gestorbenen außerehelich geborenen Säuglinge belief sich auf 50 757. Das ist die Bewohnerschaft einer respektablen Mittel stadt! Solange die am Regiment sitzenden Herren nichts Durchgreifendes tun, um diesem Massenverlust an jungem Leben zu begegnen, müssen wir ihmen jedes moralische Recht absprechen, sich als Prediger Stic Volksvermehrung auf zuspielen. Und was würde denn eine zwrmgsweise Vermehrung der .Geburtenzahl bewirken, wenn nicht zugleich für eine durch greifende Erhaltung des jungen Menschenmaterials gesorgt würde? Doch nur ein erhöhtes Wegsterben der erhöhten Kinderzahl. Solange nicht eine ausreichende öffentliche Für sorge Mutter und Kind vor Hunger, WohnungSelend und .Krankheit schützt, bleibt das Gesetz bestehen: je mehr Ge burten, je mehr Kindergräber! Der Berliner Arzt Dr. K a r l H a m b u r g e r hat vor einigen.Jahren eine Untersuchung veröffentlicht, die diese Tatsache in grausamster Deutlich'-eit zeigt. Er untersuchte für 1042 Proletarierehen, wieviel von den insgesamt 7621 Konzeptionen vergeblich gewesen, das heißt, nur zu Fehl- geburt oder Kindertod geführt hatten. Da ergab sich folgendes Resultat: wurden �en«mgen also im vorzeuig tot geboren AindeSalter zugrunde 1 gebürtigen Ehen 2.S Proz. 20,6 Proz. 23,5 Proz. 9~„ 8,4. 24,7„ 83,1. 8.,.9,7„ 21,9. 31,6. 4. 9.7. 29.2. 38.9. . 5,. 12,3. 27,7. 40,0. 6.. 15,0. 29,6. 44,6. 7„. 15,1. 81,0. 46,1, '"8.. 19,2. 82.3„ 51,5. 9„. 15,9„ 36,1, 52,0. 10.„ 20,0„ 36,0. 55,0. 11„. 20,3„ 84,7. 55,0. 12. 20,5„ 36,1„ 56,6„ 13—15,, 22,9, 37,0, 59,9„ Wer 15„. 30,8„ 38,5. 69,3. Lon den Kindern auS Von sämil. Kindern 17,9 Proz. 32,7 Proz. 50.6 Proz. Insgesamt gingen also in diesen Proletarierehen 50,6 Proz., d. h. über die Hälfte der empfangenen Menschenkeime, wieder zugrunde. Bei den eingeburtigen Ehen waren is nur 23,5 Proz., bei den fünfgeburtigen schon 40 Proz., bei den zehngeburtigen 55 Proz. und bei denen mit mehr als 15 Niederkünften 69,3 Proz. Ueber zwei Drittel des erzeugten Nachwuchses sank in solchen Vielkinderehen vorzeitig ins Grab! Angesichts solcher Tatsachen ist es einfach Tollheit, die Bevölkerungsvermehrung auf dem Wege der Erschwerung der Konzeptionsverhütung für den ärmeren Teil der Bevölkerung erzwingen zu wollen. Und es ist ein Frevel an- gesichts der weiteren Tatsache, daß„Hunderte und Tausende von Arbeiterfraueil an diesem„Kindersegen" zugrunde gehen!"(Dr. Hamburger.) Nicht blindwütige Vermehrung der Geburten, sondern sorgsamste Erhaltung der einmal Geborenen, auch über das Säuglingsalter hinaus— das muß die Losung sein. In welchem Grade die Eindämmung des Kindersterhens den Geburtenrückgang kompensieren, ja überkompensieren kann, das zeigt die im Königreich Sachsen seit 1903 geführte amtliche Statistik über das Weiterleben der Neugeborenen der einzelnen Jahrgänge. Danach ergibt sich z. B. folgender Vergleich der Jahr- gänge 1903 und 1906: ..... Davon überlebten da» Lebend- 1 2 3 4. 3. geborene Lebensjahr: 1903... 148 852 112 346 107 840 106 505 105 658 105 012 1906... 144 951 114 894 110 994 109 738 108 967 108 407 Vom Jahrgang 1906 lebten—3905-i-1048+ 3 154+ 3 233+ 3 309+ 8 395 Schon.m zweiten Jahre hatte also der Jahrgang 1906 sein Minus an Geburten von 3901 in ein Plus von 1048 verwandelt. In das 6. Lebensjahr treten von ihm 3395 Kinder mehr ein als vom Jahrgang 1903. Im Jahre 1904 kamen 149 744 Lebendgeborene zur Welt. davon überlebten das 3. Lebensjahr 107 530. 1908 betrug die Zahl der Geburten 139 872, also 9872 weniger: das 3. Lebensjahr überlebten von diesem Jahrgang aber 108 612, also 3082 mehr. Der nächste Jahrgang 1909 blieb mit 136 721 Geburten um 12131 hinter dem von 1903 zurück. Bereits nach dem zweiten Lebensjahr aber war dieses Defizit in ein Plus von 1070 verwandelt. Diese Beispiele mögen genügen. Sie zeigen die Wirkung einer verbesserten Säuglings- und Kinderfürsorge evident. Hier liegt also ein gewaltiger Hebel, den Bevölkerungs- zuwachs zu heben. Die weiteren Positionen einer solchen auf Menschenökonomie aufgebauten Bevölkerungs- Politik lauten: Schulkinderfürsorge. Jugendlichenschutz, Ar- beiterschutz, Gewerbehygiene, Wohnungshygiene, kurz Sozialpolitik auf der ganzen Linie. Und dazu: eine auf Hebung der Einkommens und Lebensverhältnisse der breiten Volks mafse gerichtete Wirtschaftspolitik! Alles Dinge, die den reaktionären Gebärzwangschreiern ein Scheue! und Greuel sind, sintemalen sie ihren Geldsack bedrohen!__ politische Uebersicht. Steuer» zahlen, Soldat spiele» und Maul halte»! Zu diesem Grundsatz der echt preußischen Leute bekannte sich in der Sonnabendsitzung deS Abgeordnetenhauses bei Beratung des Grundteilungsgesetzes der konservative Abg. Weiß ermel. Am Tage vorher hatte Braun zutreffend ausgeführt, wenn man die Sozialdemokraten vom Landerwerb ausschließe, dann solle man sie auch gleich vom Steuerzahlen und vom Militärdienst ausschließen. Nach einer schlaflosen Nacht hatte sich Herr Weißermel endlich auf eine.schlagende" Erwiderung vorbereitet. Zum Steuer> zahlen und Mtlilärdienst, meinte er, brauche man die Sozialdemo� kraten. aber vom Parlament könne man sie ja ruhig ausschließen. Die Junker lachten ob dieses.Witzes", ohne zu merken, wie sehr sie dadurch ihrer selbst spotteten. Denn daß die Sozialdemokraten heute schon vom Dreiklassenparlament so gut wie aus- geschloffen sind, da» sollten doch auch die durch die Gunst des Dreiklassenwahlunrechts zu preußischen Gesetzgebern ernannten Herren wissen. Leider wurde unserm Genoffen Hofer durch den obligaten Schlußantrag eine sachliche Erwiderung unmöglich gemacht, er mußte sich auf eine kurze Bemerkung zur Geschäftsordnung be> schränken, worin er auf die Rechtlosigkeit der großen Mehrzahl der preußischen Steuerzahler hinwies. Die Debatte selbst, die mit der Ueberweisung deS Gesetzentwurfs und aller dazu vorliegenden Anträge an eine besondere Kommission endete, bot wenig Bemerkenswertes. Die Parteien hatten ihre Stellungnahme schon am ersten Tage präzisiert und wfolgedeffen fand die zweite Garnitur von Reden kaum noch da? Ohr des Hauses. Interessant ist einzig und allein das als Antwort aus die Ausführungen des Dänen Nissen gemachle Eingeständnis des Ministers v. Dallwitz, daß das Gesetz tatsächlich ein A u S n a h m e g e s e tz ist. Wenn er auch in Aussicht stellte, daß eS in der Nordmark sehr wenig angewendet würde, so gab er doch zu, daß daS Vorkaufsrecht nötig sei zur Abwehr deS Treibens der polnischen Parzellierungsbanken und deS TerroriSmuS, der den Polen die Veräußerung ihres Besitzes an Deutsche oder an die AnsiedelungSkommisfion unmöglich mache. Die Polen werden dem Vertreter der Regierung für seine Offenheit Dank wissen. Nach Ueberweisung des Entwurfs an die Kommission begann daS Haus die Beratung des Gesetzentwurfs betr. Erweiterung deS Stadtkreises Köln, vertagte aber die Debatte, nachdem der Vertreter Kölns, Abg. Trimborn, in längerer humoristischer Rede die Notwendigkeit der Eingemeindungen betont hatte. Am Montag stehen außerdem kleinere Vorlagen und kleinere Etats auf der Tagesordnung._ Borna-Pegau. Nach der nunmehr erfolgten amtlichen Fe st st el- l u n g wurden bei der am 17. dieses Monats im 14. sächsischen Wahlkreise vorgenommenen Reichstagsersatzwahl von 29 357 Wahlberechtigten 27 239 gültige Stimmen abgegeben. Es er- hielten Parteisekretär R y s s e l- Leipzig(Soz.) 12 677. Gene- ralleutnant z. D. v. L i e b e r t- Berlin-Wilmersdorf(Reichs- Partei) 8641, Kaufmann N i tz s ch k e- Leutsch(National. liberal) 6519 Stimmen. Zwei Stimmen waren zersplittert. Zu der zwischen dem Sozialdemokraten Ryssel und dem Reichsverbandsgeneralissimus stattfindenden Stichwahl läßt sich das„Verl. Tageblatt" aus Dresden schreiben: „Aus den Kreisen der Fortschrittlichen VolkSpartci Sachsens, und darunter aus sehr angesehenen Parteilreisen, werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß die notgedrungene Haltung der Parteileitung gegenüber der bevorstehenden Stich- Wahl in Borna-Pegau zwar dem leider bestehenden Beschluß der sächsischen Landesversammlung von 1912, nichtaberderpoli- tischenSituation entspricht. Man wolle der Parteileitung keinen Borwurf machen, wenn sie in Borna-Pegau keine Wahl- Parole gegen Herrn v. Liebert ausgebe, sie könne nicht anders. Aber es wäre eine äußerst kurzsichtige politische Taktik, heute in diesem Kreise nicht auch den letzten libe- ralen Wähler einzusetzen, um die Rückkehr eines Man- nes wie Liebert in den Reichstag unter allen Um- ständen zu verhindern. Nach uns zugehenden Miitei- jungen hofft man unbedingt, daß trotz der Nichtausgabe einer Wahlparole bei den volksparteilichen Wählern des Kreises so viel Verständnis für die politische Lage zu finden sein wird, um unbeirrt durch das Mißfallen aller Reaktionäre und trotz grundsätzlicher Bekämpfung des sozialdemokratischen Partei- Programms der Lage entsprechend für den Sozialdemo- kraten einzutreten." Die Stellung des Zentrums zum Duell. Um die jämmerliche, rechnungSträgerische Haltung des Zentrums gegenüber dem Duellunfug in ihrer ganzen Größe beurteilen zu können, muß man die drakonischen Gebote kennen, durck die die katholische Kirche seit Jahrhunderten den Zweikampf aus der Welt zu schaffen trachtet. Wir lesen darüber in dem bischöflich approbierten.Kirchlichen Handlexikon"(München 1912) unter anderm: .DaS Duell kam im 15. Jahrhundert in den romanischen Ländern auf und fand vom 16. Jahrhundert an auch in Deutsch- lond große Verbreitung. ES ist vom sittlichen Standpunkt auS durchwegs zu verwerfen, da es tn Widerspruch steht mit der Offenbarungswahrheit, daß der Mensch nicht Herr ist über sein Leben; b) die christliche Ordnung in der Wertung von Ehre und Leben umstürzt; c) zur Erreichung des beabsichtigten Zweckes ganz ungeeignet ist und endlich ck> einen eigenmächtigen und un- berechtigten Eingriff in die geordnete Rechtspflege darstellt, Darum wurde eS von der Kirche stets unter den strengsten Strafen verboten; die entsprechenden Bestimmungen des Konzils von Trient wurden durch die Lull« Apostolioae Sedis dabin verschärft, daß der ipso facto(durch die Tat. also ohne weiteres I) eintretenden, dem Papste einfach reservierten Ex« kommunikation verfallen nicht nur die Duellanten, sondern auch alle, die zum Duell herauSsordern oder ein solches annehmen, alle Mitschuldigen(Selundanten). Hilfe- leistenden(dazu bestellte Aerzte) und absichtlich Zu- schauenden sowie alle jene, die ein Duell gestatten aoer es, soweit es in ihrer Macht liegt, nicht verhindern, ouiua- oumqiie dlgnitatis sint, etiam regalis et imperialis. Duellanten wie Sekundanten ziehen sich auch kirchliche Infamie und damit Irregularität zu; ersteren ist, falls sie an einer im noto- rischen Zweikampf erhaltenen Verwundung sterben, nach der Er- klärung Benedikts XIV. das kirchliche Begräbnis auch dann zu verweigern, wenn fie vor dem Tod« noch di« heiligen Sakramente empfangen haben. Was di« weltliche Gesetzgebung betrifft, fo bestehe» in England, Norwegen, Frankreich keine besonderen Bestimmungen aeaeu da» Duell; Tötung oder Verwundung im Zweikampf fällt unter die allgemeinen Strafgesetze...." ES verfallen der Ausstoßung au» der Kirche also nicht nur die Duellanten selber, sondern auch diejenigen, die das Duell nicht ver« hinderten, ferner die Sekundanten, ja die Aerzte und sogar die ab« fichtlich Zuschauenden, und dem Getöteten wird das kirchliche Be« gräbnis verweigert. Das alles sind Strafen von nicht zu über« bietender Strenge. Was tut aber angesichts des in dieser Weise von der Kirche bewerteten Duellfrevels diejenige Partei, die sich immer wieder als die einzig zulässige politische Organisatton für alle gläubigen Katholiken bezeichnet? Man schaue nur nach, was in diesen Tagen die Zentrumspresse wieder schrieb: „Wenn man das Duell in der Armee nicht überhaupt verbieten will, so sollte man wenigstens den Duellzwang aufheben. Würde dieser beieitigl sein, dann würde das Aergernis des Duells in militärischen wie in nichtmilitärischen Kreisen sofort verschwinden." Das schrieb die.Germania"(Nr. 115), das Fraktionsorgan deS Zentrums, am Tage vor der Beratung der Duell- interpellation. Und die„Kölnische Volkszeitung" (Rr. 220) schloß zwei Tage vor der Interpellation einen Artikel mit dem Satze:»Der Duellzwang muß aus der Armee verschwinden, wenn nicht auf einmal, so schrittweise". Kann man sich eine freundlichere Ermunterung an die Regierung denken, auf die Interpellation zu pfeifen? Den Reichskanzler aber fragten die Zentrumsinterpellanten, welche Maßnahmen er zu er- greifen gedenke,„um dem Zweikampf im Heere wirksam(I) entgegenzutreten". Weläen Eindruck konnten Gröbers Tiraden nach solchem Vorspiel noch auf die Regierung machen, abgesehen davon, daß auch Gröber sich von unserem Fraktionsredner sagen lassen mutzte, daß er gegen seinen früheren Duellantrag einige Pflöcke zurückgesteckt habe. Der Kampf des Zentrums gegen das Duell wird aber nicht von sittlichen, sondern von.staatsmännischen" Erwägungen bestimmt. Um es nicht mit den Konservativen zu verderben, trägt es den Instinkten der Junkerkaste Rechnung. Schon bei früheren Militärvorlagen hätte da» Zentrum, wenn es nur ernstlich gewollt hätte. seine Zustimmung davon abhängig machen können, daß erst der Duellzwang aus der Armee ausgerottet werde. DaS hat man von ZemrumSseite der Regierung auch angedroht. Beispielsweise schrieb die„Germania" am 26. April 1912: „Das Zentrum wird in der Bekämpfung deS Duellunfugs nicht erlahmen. Bei der weiteren Beratung der Wehrvorlagen, besonders in der Kommission, wird sich schon die Gelegenheit bieten, die Regierung nachdrücklichst aus die Forderungen der überwiegenden Mehrheit deS deutschen Volkes und seiner parlamentarischen Vertretung hinzuweisen." Aber bei solchen balbversteckten Drohungen ist eS geblieben. Ernst zu machen, dazu hat sich da« Zentrum nie zu entschließen ver- macht— schließlich ist ihm seine Stellung als mitregierende Partei und seine Verbindung mit den Konservativen doch viel wichtiger, als alle Religionsgebote.__ Sühne für einen Duellmord. Aus Metz wird telegraphisch gemeldet: DaS Kriegsgericht hat heute nach siebenstündiger Verhandlung den Leutnant V. la Valette St. George wegen Zweikampfs mit tödlichem Ausgange zu 2 Jahren 6 Monaten Festungshaft und Dienstentlassung verurteilt. Das Gericht hat angenommen, daß der Angeklagte den Zweikampf durch fein Benehmen veranlaßt und die F a m i l i e n e h r e des von ihm getöteten Leutnant Haage aufs schwerste verletzt habe. Dreißig Monate Festungshaft für einen Offizier wiegen nach nicht so schwer wie sechs Monate Gefängnis. Die Sühne für die frivole Vernichtung eines Menschenlebens ist also überaus milde! Preußische Ausweisungspraxis. In Tilsit erhielt im vorigen Jahre der Arbeiter Anton Arendt von der Polizei die Aufforderung, Preußen zu Verlasien. Der Mann bat den preußischen Minister des Innern, den Ausweisungsbefehl zurückzuziehen. Er wies daraus hin, daß er seit 18 Jahren in Preußen wohne, hier die Schule besucht habe und zu den Militär« Musterungen herangezogen worden sei. Arendt war bis 1912 Land- arbeiter und blieb bi» zu dieser Zeit, als er den Junkern treu diente, unbehelligt. Die polizeilichen Verfolgungen traten erst ein, ol« er nach der Stadl gezogen war und hier einig« Versammlungen besucht hatte. Der Minister lehnte sein Gesuch ab. Arendt, der für ein Kind zu sorgen hat und kurz vor seiner Verheiratung stand, mußte am 8. März 1914 das gastliche Preußen verlaflen. Der Kampf um ein gleiches Wahlrecht in Württemberg. DaS württembergische LandtagSwahlrecht soll dem Buchstaben zufolge gleich sein. In Wirklichkeit differiert die Zahl der Wähler in den 6 Oberämtern sehr bedeutend. Die„gute Stadt" E l l w a n g e n zählte 1912 994 Wahlberechtigte, die einen Ab- geordneten zu wählen haben; das Oberamt Göppingen mit mehr als 13 990 Wahlberechtigten konnte auch nur einen Ab» geordneten wählen. Die Stimme eines Ellwanger Wählers wiegt 14mal so schwer als die eines Wahlberechtigten in Göppingen. Die industriereichen Oberämter und Städte sind die Leid- tragenden. Die wirtschaftlich und politisch rückständigen Bezirke, die Domänen des Zentrums und des Bauernbundes, üben in der Zweiten Kammer einen weit über ihre zahlenmäßige Bedeutung im Volk hinausgehenden Einfluß auf die Gesetzgebung aus. Mit 88 Proz. der abgegebenen Stimmen verfügen sie über 59 Proz. der Mandate. Die sozialdemokratische Landtags ftaktton hatte nach der Wahl 1912 beim Zusammentritt des Landtag« sofort einen Initiativ- antrag auf Schaffung eine» wirklich gleichen Wahlrechts ein- gebracht. Das wäre verhältnismäßig leicht zu erreichen durch Ausdehnung der Verhältniswahl auf das ganze Land. Die Haupt- und Residenzstadt Stuttgart wählt jetzt schon ihre sechs Ab- geordneten auf dem Wege Proporzes. Ebenso werden zu den Ab- geordneten der Bezirke und„guten Städte" noch 17 weitere Abgeordnete durch Landesproporz gewählt. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion ging nun dahin, da» ganze Land in 8 bi» 12 Wahlkreise zu zerlegen und in jedem Wahlkreis die nach Maßgabe seiner Bevölkerungszahl auf ihn entfallenden Ab- geordneten im Wege der Verhältniswahl zu bestimmen. In der Freitagsitzung der Zweiten Kammer kam der Antrag zur Beratung. Der Fraktionsredner Genosse Keil begründete ihn mit durchschlagenden Gründen, belegt durch ein sehr reich- haltigeS Material. Die Regierung ließ aber durch den Minister- Präsidenten v. Weizsäcker und durch den Minister des Innern er- klären, daß sie an der Bezirkswahl nicht rütteln lasse. Daß Bauernbund und Zentrum, die Nutznießer de» jetzigen Wahl- Unrechts, sich mit der Regierung solidarisch erklärten, kann nicht wundernehmen, und von unseren württembergischen National- liberalen hat noch niemand so etwas wie demokratisches Gewissen erwartet. Starkes Aufsehen erregte aber die Rede deS volksparteilichen Führers Konrad Haußmann. Wohl war man darauf gefaßt, daß auch diese Partei sich gegen ein wirklich gleiche« Wahlrecht erklären würde, aber so etliche JBem" und„Aber"»ich JSJcöef hatte nun doch eittettet wer mcht» ton de». Herr Hcmtzmann hielt«ine Red« gegen den Antrag der Sozialdeino- katie, die das helle Entzücken der Rechten wachrief und ihm das dickste Lob des Zentrumsredners eintrug. Die Abstimmung ergab dann auch die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags mit allen Stimmen gegen die der Sozialdemokratie! Nur eine Forderung— die Sonntagswahl— führte einen ganzen bürgerlichen Abgeordneten auf die Seite der Sozialdemokratie. Der Ausgang dieser Debatte illustriert wiederum treffend daS Gerede von der.Linken" im württembergischen Landtag. Zu platonischen Liebeserklärungen langt es bei den Liberalen zur Not noch. In untergeordneten Fragen lasten sie sich bisweilen her- bei. mit der Sozialdemokratie zusammenzugehen, besonders dann, Wenn sie sicher sein können, daß die Regierung doch das Gegenteil tun wird. In allen Lebensfragen des Proletariats aber tritt die eine reaktionäre Masse in die Erscheinung. Die Sozialdemokratie kann sich nur auf die eigene Kraft verkästen. Das beweist wiederum der Ausgang des Kampfes um ein gleiches Wahlrecht in Württemberg. Arbeitslosenfürsorge. Die sozialdemokratische Rathausfraktion in Hof a. b. T. hatte den Antrag auf Unterstützung der Arbeitslosen gestellt. Darüber mußte erst lang und breit eine Kommission verhandeln und in auswärtigen Städten Erkundigungen einziehen. Das Ergebnis war eine nun vom Magistrat genehmigte Vorlage, wonach als Höchst« summe 3000 M. für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden und eine Satzung aufgestellt wird, wonach die Verteilung vor- genommen wird. Die Arbeitslosenunter st ützung er- halten außer Arbeitern auch selbständige Handwerker und Ge- werbetreibende, unterstützungsberechtigt ist nur. wer s«it 1. April, also beinahe 2 Jahre, in Hof wohnt. LuSgeschlosten sind Reichs- ausländer. Erwerbsunfähige, Alters-, Invaliden- und Unfall- rentner, die nicht mehr als 30 Proz. Rente bekommen, die Ar- beitslosigkeit muß mindestens 4 Wochen betragen und in die Zeit vom 2. Januar bis zum Tage des Unterstützungsantrags fallen, wer seit S. März in Arbeit steht, hat keinen Anspruch mehr auf Unterstützung. Die Unterstützung beträgt 6 M., für jedes Kind unter 14 Jahren 1 M.. bis zum Höchstbetrage von 11 M. pro Woche, wenn Ehefrauen oder erwerbstätige Kinder neben dem Manne arbeitslos waren, tritt eine Erhöhung um 1 bis S M. ein. Polizeitateu vor der Hamburger Bürgerschaft. Bei der Budgetberatung gab es in der Hamburger Bürgerschaft am Mittwoch eine lebhafte Polizeidebatte. In ihrem Verlauf trat deutlich zutage, wie sehr der vielgerühmte Hanseatengeist dem preußischen Polizeigeist verwandt, wenn nicht überlegen ist. Lenosse H ü f f m e i e r kritisierte das rigorose Vorgehen der Polizei gegen die Streikposten. Die Polizeibehörde dulde Streikposten überhaupt nicht. Das sei eine gesetzwidrige Beschränkung des Koalitionsrechts. Senator@ o n b e r erwidert« lakonisch, daß die Polizei zur Sicher- heit des Verkehrs jede Person fortweisen werde, sobald nach den Umständen angenommen werden müsse, daß un- aufgefordert andere Personen angesprochen werden sollten. Wie sich diese Theorie in der Praxis auswirkt, konnte Genosse S t u b b e an einem Beispiel zeigen. Auf dem Grundstück des «Hamburger Echo" standen Streikposten und beobachteten den Betrieb eines Sattlermcisters. Der Schwiegersohn des be- streikten Arbeitgebers, der Oberwachtmeister ist, hetzte seine Beamten auf die Streikposten, obwohl sie die Straße mit voller Absicht überhaupt nicht betraten. Streikposten wurden aus dem Treppenhaus heraus verhaftet, dem Geschäftsführer Genossen Berard, der die Beamten hinauswies, wurde mit Verhaftung gedroht. Eine gefährliche Straßenkreuzung in der Nähe war während des Streiks von dem üblichen Polizei- Posten entblößt. Die Folge davon waren kurz nacheinander zwei schwere Automobilunfälle. Diese polizeiliche Fürsorge für den Schwiegerpapa setzte Senator Sander nicht in Per- legenheit. Er meinte, auch von Grundstücken, selbst von eigenen, könnten Personen fortgewiefen werden, die die Ordnung auf der Straße gefährdeten. Im übrigen, wie immer, sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Tie angeblichen Ucberfällc auf Militärpersonen. Di« Straßburger Strafkammer verhandelte gestern über fünf verschiedene Fälle, in denen Zivilisten beschuldigt wur- den, Militärposten angegriffen oder beleidigt zu haben. In sämtlichen Fällen konnte der Nachweis geführt werden, daß die Täter entweder unreife junge Burschen waren, die sich in trunkenem Zustande befanden, oder aber minderwertige Ele- nwnte, wie sie jede Stadt aufweist. Die Angeklagten wurden sämtlich freigesprochen, da nicht nachgewiesen werden konnte, daß sie an den Reibereien beteiligt waren. �Bezeichnend für die Unrichtigkeit der Meldung, daß ein Sergeant lebens- gefährlich verletzt worden sei. ist. daß dieser Sergeant bereits 10 Tag« nach jener Affäre als Zeuge vor Gericht auftrat und nicht die geringsten Spuren einer Verletzung aufwies. Leiden und Selbstmordversuch eines Rekruten. Groß«? Aufsehen erregte am 8. Februar d. I. der Selbstmord- versuch des Rekruten Franz Pillenat vom Jnfanterie-Regiment Nr. 43 in Königsberg, der sich gemeinschaftlich mit seiner Braut, der Plätterin Anna Gillmann, von der Kaiserbrücke in den Pregei stürzte. Dieser Selbstmoroversuch hatte vor dem Königsberger Kriegsgericht ein gerichtliches Nachspiel, da» ein recht unerfreu- licheS Licht warf auf die Motive, die den jungen ordentlichen Sol- baten in den Tod trieben. Allgemein nahm man bisher an, daß in Liebeskummer die Ursache der Verzweiflungstat zu suckln fei. Die Verhandlung vor dem Kriegsgericht ergab jedoch, daß Schi- kanen und Quälereien der-alten Leute" den Selbstmord- entschluß zur Reife brachten. Angeklagt waren der Feldwebel und fünf Mannschaften(ein Gefreiter, ein Hornist und drei Musketiere) van der 2. Kompggnie des Jnfanterie-Regimcnts Nr. 43, ersterer wegen Beleidigung eines Untergebenen, die letzteren fünf wegen Mißhandlung. Nach der Aussage des Rekruten Pillenat war er von den Stammleuten andauernd miß- handelt und unbefugt zu allerhand niedrigen Dienftvcrrich- tungen herangezogen worden, so daß ihm bisweilen nicht ein- mal Zeit zum Essen übriggeblieben war. Ost standen ihm die Tränen in den Augen und er wußte schließlich gar nicht mehr, was er machen sollte. Ein Angeklagter sprang einmal ganz unvermutet aus einer Ecke hervor und flhlug ihn mit einer Klopfpeitsche über den Kopf. Al» die Schikanen und Peinigungen kein End« nehmen wollten, erstattet« auf seine Bitte sein Korporalschaftsführer dem angeklagten Feldwebel Anzeige. Dieser ließ darauf ihn. den Rekruten Pillenat, am 8. Februar auf seine Stube kommen und nannte ihn das größte Schwein der Kompagnie «td billigte auch das Verhalten der Stammleut«. indem er bemerkte, daß P. sich die Sache wegen der Beschwerde lieber »»ch«i»««l tberlege» sollte, woraus auch P. von der Be- scheue rde Abstand nahm. Am SpStnachmtttqg begab er sich zn seiner Braut, bei der er Abschiedsbriefe an seine Eltern und auch an seinen Hauptmann schrieb. Als die Braut das Vorhaben ihres Geliebten bemerkte und die Abschiedsbriefe las, sagte sie, wenn er ins Wasser gehe, dann komme sie mit. So gingen beide an den Pregel. Auf der Brücke versuchte er immer wieder, seine Braut zurückzuhalten; er wollte sich allein da? Leben nehmen. Schließlich band sich das lebensmüde Paar mit einer Schnur gegenseitig die Arme fest und sprang von der Brücke in den Pregel. Erst nach vieler Mühe konnten sie dann noch gerettet werden. In der kriegsgerichtlichen Verhandlung wurde dem Rekruten Pillenat von seinen Vorgesetzten ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Vorgesetzten meinten, er wäre ein strammer Soldat, hätte sich aber durch häufiges Zuspät- kommen etwas mißliebig gemacht. Der Vertreter der Anklage hielt den Rekruten P. für einen nervös überreizten Menschen. Ein tatsächlicher Grund zum Selbstmord habe in der Behandlung durch die Angeklagten nicht vorgelegen(?!), die Mißhandlungen wären nicht so schlimm gewesen.(I!) Er beantragte daher nur Arreststrafen von vier Tagen bis zu einer Woche. Das Kriegsgericht verurteilte den Feldwebel zu drSt Tagen gelinden Arrestes(!!>; zwei Musketiere erhielten drei bezw. acht Tage Mittelarrest. Die anderen drei Angeklagten wurden freigesprochen. Soldatenfeeuden im Militärarrest. Welch großen Leiden Soldaten in der Arrestzelle mitunter aus- gesetzt sind, ergab eine Gerichtsverhandlung vor dem Jnsterburaer Kriegsgericht. Angeklagt war ein Vizefeldwebel von der Halb- invalidenabteilung des ersten Armeekorps. Er hatte die Aufsicht in der Arrestanstalt Gumbinnen. Als einst ein Füselier während der Verbüßung einer Arreststrafe klagte, daß er nicht genügend Decken habe, sagte zu ihm der Herr Vizefeldwebel:„Sie Schweine- Hund sollten überhaupt keine Decke erhalten." Die Arrest- zellen ließ der Angeklagte während einer Kälte öis 17 Grad Ce l st u s nicht ordnungsgemäß heizen, obwohl der Hauptmann die Heizung angeordnet hatte. Jnfelge- dessen fror vas Wasser im Spucknapf und im Kruge zu Eis, und einem Soldaten waren nach Berbüßung einer strengen Arrest- strafe die Zehen angefroren. Der Angeklagte, der auch einen Heizer beim Verkauf von Kommißbrot übervorteilt hat, wurde zu vier Wochen gelinden Arrests verurteilt.— Wie billig doch die Herren Vorgesetzten in solchen Fällen wegkommen. Noch eine Soldatentragödie. Die Lust zum Soldatenleben ist dem Schriftsetzer Junkernnnm, der sich freiwillig zum Husarenregiment Nr. 17 in Braunschweig an- nehmen lieh, gründlich ausgetrieben worden. Er wurde so herab, würdigend behandelt, daß er beschloß, freiwillig aus dem Leben u scheiden; seine Kameraden hielten ihn jedoch mehrfach von iesem Vorhaben ab. Schließlich wurde er aber doch fahnenflüchtig. Als er dann nach einigen Tagen wieder ergriffen war, wurde er vor das Kriegsgericht gestellt. Bei der Voruntersuchung erhielten die höheren Vorgesetzten Kenntnis von dem Leidensweg des Sol- daten, und der Gefreite Schröder, der Peiniger des Junkermann, kam mit auf die Anklagebank. Schröder wuöde wegen vorschrifts- widriger Behandlung Untergebener mit— zwölf Tagen Mittel- arrest bestraft, sein Opfer aber erhielt wegen Belügens eines Vorgesetzten, Beharrens im Ungehorsam und wegen Fahnenflucht sechs Monate und einen Tag Gefängnis. Außerdem wurde er in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt. Da» Belügen des Vorgesetzten wird in folgendem Borgang ge- fanden: Dem Junkermann war eine Waschschussel entwendet wor- den. Er erhielt den Auftrag, alle Stuben danach abzusuchen. In die Stuben der alten Mannschaften wagte sich Jwnkcrmann jedoch au« Furcht vor Schlägen nickt hinein. Auf Befragen sagte er aber, er hätte alle Stuben abgesucht. Den Un- gehorsam soll Junkermann dadurch begangen haben, baß er, als er sich wusch, der Aufforderung nicht sofort nachkam, stramme Hal- tung anzunehmen. der Rochette-/lusschuß. Paris, 21. März. sPrivattelegramm deS.Vor- wärt«".) Das ganze politische Interesse gilt zurzeit dem Rochette- Skandal. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, daß das Eingreifen des früheren Minister« Moni« auf das Ersuchen Eaillaux' hin erfolgte. Beide behaupten jetzt, e> habe sich damals nur um einen bloßen Wunsch gehandelt, während der Oberstaatsanwalt F a b r e be- hauptet, es habe sich um einen ausdrücklichen Befehl gehandelt. Fabre hat— jedenfalls aus Liebedienerei— seinerzeit Catllaux über die ursprüngliche Intervention Briand« gegen Rochette in- formiert. Oberstaatsanwalt Fabre mußte übrigens bestätigen, daß eS sich bei dem von Barthou angeeigneten Dokument um eine amtliche Urkunde gehandelt hat. Die Stellung der Regierung gilt als erschüttert. Die Bildung eine? BersöhnungSministeriumS Viviani-Briand erscheint möglich, das den bürgerlichen Republikanern ihre Mandate gegen den Ansturm der extremen Parteien sichern würde. In der heutigen Sitzung der Rochettekommission erklärte, einem weiteren Pariser Telegramm zufolge, der Staatsanwalt L e s c o u V b, er habe die feste Ueberzeugung, daß Fabre, der mit der Angelegenheit Rochette zu tun hatte, die Weisung er- halten habe, die Angelegenheit zu vertagen, was ein g a n z a u ß e r- gewöhnliche» Vorgehen gewesen sei. Fabre habe es ihm übrigens selbst bestätigt. Zahlreiche Richter und Advokaten wüßten, daß Fabre eine schriftliche Aufzeichnung gemacht habe. Auf eine Anfrage setzte Lescouve noch auseinander: Ein Minister wendet niemals eine Befehlsformel an, um etwas anzuordnen. Der Richter lehnt ab oder gehorcht. LeScouvt meinte, Eaillaux sei e» ge. wesen, der den Advokaten RochetteS gebeten habe, um die Vertagung zu ersuchen. Rochette habe sicherlich alleS mögliche getan, um den Aufschub zu erzielen. Wenn er einfach nicht erschienen wäre, wäre die Sache noch vor den Gerichtsferien zur Verhandlung gekommen. Der Rat L e b e r q u i e r, der den Vorsitz in der Gerichtssitzung vom 27. April führte und die Vertagung der Rochette-Angelegenheit auf den 1. Dezember aussprach, gemäß den vom Gerichtspräsidenten Bidault de l'JSle erhaltenen Anweisungen, sagte aus, daß eine ministerielle Intervention zugunsten Röchet- teS stattgesunden hätte. Der Rat setzte auseinander, daß seine Kollegen zwar nicht gegen die Vertagung Einspruch erhoben, aber ihre Ueberraschung darüber ausgedrückt hätten. Der Rat Poncet erklärte, der Gerichtspräsident Bidault de l'JSle habe ihm von der Unterredung des Oberstaatsanwalts Fabre mit Monis Mitteilung gemacht. Letzterer solle dabei auf seinem Wunsche bestanden und gesagt haben: Ich würde Sie persön- lich für die Ablehnung deS Aufschubes verantwortlich machen. Bidault habe sich schließlich aus Freundschaft für Fabre mit dem Aufschub einverstanden erklärt, um ihm die Folgen einer Ab- lehnung zu ersparen. Paris, 21. März. In der Rochettekommission erklärte in der Nachmittagssitzung der Verteidiger RochetteS Bernard bei seinem Verhör weiter, er könne sein Berufsgeheimnis nicht verletzen, wolle aber angeben, daß jemand, der weder Politiker noch Journalist sei, zu ihm gekommen sei und ihm gesagt habe: Sie können den Generalstaateanwalt um Auftchiebung Ihrer Affäre bitten, da» Gesuch ist in voraus bewilligt. Er, Bernard, Hab« Fatoe tnu gebeten, fein Gesuch zu unterstützen, ohne auf ihm gemachte Ver- sprechungen anzuspielen. Fabre habe ihn an Bidaull verwiesen, der sein Gesuch höflich abgelehnt habe. Der Vorsitzende Jaures bestand darauf, den Namen deS Unbekannten zu erfahren, der Bernard von der Möglichkeit eines Aufschubes unterrichtet habe und sagte: Wenn Sie schweigen, wird die öffentliche Meinung daraus schließen, daß diese Person aus dem Regierungslager kommt, da sie nicht zu den richterlichen Beamten gehören kann. Maurice Barres sagte: Die öffentliche Meinung wird dahin geführt werden, in Ihrem Unbekannten Ihren Klienten Rochette zu er- kennen. Bernard erwiderte: Ich kann meinen Worten nichts hinzu- fügen. Die Vernehmung der Frau Eaillaux- Paris, 21. März. Frau Eaillaux wurde heute nachmittag von dem Untersuchungsrichter Boucard im Justizpalast vernommen. Sie erklärte u. a., daß sie an der öffentlichen Tätigkeit ihres Gatten stets den innigsten Anteil genommen hätte. Vor zwei Jahren habe man gegen ihn eine abscheuliche Fehde geführt, er sei aus jedem Anlaß angegriffen worden, ganz besonders wegen der Abtretung eines Teils des Kongogebiets. Man habe ihn angeklagt, daß er diesen an Deutschland verkauft habe. Sie sei durch alle diese Ver- leumdungen aufs tiefste erregt worden. Einen besonders heftigen Charakter hätten die Angriffe seit der Bildung des Kabinetts Doumergue angenommen. Sie habe immer mehr und mehr ge- merkt, daß man ihr gegenüber eine feindselige Hallung beobachte, z. B. wenn sie in einen Salon eingetreten sei; das habe sie angesichts der unbestreitbaren Redlichkeit ihres Gallen aufs tiefste empört. In Advokatenkreisen wird erzählt, daß Frau Eaillaux nunmehr in einer Zelle der Conciergrie des JustizpalasteS in Haft gelassen werden soll, da man vermeiden wolle, daß sie auf dem Wege vom St. Lazaregefängnis nach dem Justizpalaft feindselig« Kund- gedungen ausgesetzt werde. Italien. Das neue Ministerium. Rom, 21. März. Das Ministerium hat sich endgültig folgendermaßen gebildet: Vorsitz und Inneres Galandra; Aeußeres: di San Giuliano; Kolonien: Martini; Jusllz: Dari, Finanzen: Rava; Schatz: Rubini; Marine: Millo; Unterricht: Da neo; Arbeiten: Ctuffelli; Ackerbau: Cava sola; Post: Riccio. Der KriegSmintster ist noch nicht endgültig bestimmt. England. Die Lage in Irland. London, 21. März. Die Lage spitzt sich immer mehr und mehr zu und die Gefahr bewaffneter Zusammenstöße scheint in unmitllelbare Nähe gerückt. Dt« englische Regierung trifft jetzt schleunigst alle Vorbereitungen, um der Bewegung Herr zu werden. Das Krieg samt hat einem Vertreter de»-Daily Telegraph" mitgeteilt, daß der Kommandeur der Truppen in Irland vor einiger Zeit den Befehl erhalten habe, besondere 'Maßregeln zum Schutze des Staatseigentums zu ergreif« und die Zivilbehörden auf Ansuchen zu unterstützen, um Ruhe und Ord- nung aufrechtzuerhalten. Die gegenwärtige Verstärkung der Trupp« geschehe auf diesen Befehl hin. Nachrichten au- Earrickfergus zufolge sind dort hundert Mann Militär aus Dublin eingetroffen, um die von dem Norfolk-Regi- ment gestellte Wache zu verstärken, die das Schloß zu schützen hat. in dem sich große Vorräte an Waffen und Munition befinden. Die Truppen wurden auf zwei Torpedojägern dorthin gebracht, die jetzt im Golf von Belfast ankern. Nach einer Depesche au» Curragh in der Grafschaft Kildare in Irland ist der Aufbruch der berittenen Truppen von Curragh nach Ulster wegen der Gesuche vonOffiziercu um Entlassung au» dem Dienste widerrufen Word«. London, 21. März. Kriegsminister G e e l y beabsichtigte, heute abend in Heanor zu sprechen, wurde aber in London aufgehalten. An seiner Stelle sprach sein Sekretär, der Abgeordnet« T s d f r e y C o l l i n». Dieser erklärte, es sei die Pflicht aller, die Staats- gewalt bei der Ausführung ihrer Aufgaben zu unterstütz«. Die- jenigen, die sich widersetzten, würden streng bestraft werden. Heute abend wurde erklärt, daß die Aldershot, London und South- Westernbahn Weisung erhalten habe, Züge bereitzuhalten, um 10 000 Mann Truppen nach Glasgow und ande- ren Haefen zu befördern, von wo sie nach Irland eingeschifft werden können. London, 21. März. Der Schatzkanzler Lloyd George nahm heute in Huddersfield jn einer Ansprache auf die Lage in Ulster Bezug und sagte, sie sei das e r n st e st e Problem, da» seit den Tagen der Stuarts aufgetaucht sei. Die Re- präsentativ-Verfassung stehe auf dem Spiele. Falls die Liberalen jetzt zurückwichen, so würden sie nicht mehr geeignet sein, ein großes Reich zu regieren. Er bezweifele, daß die Mehrheit der Unürnisten eine Verständigung in der irischen Frage wünsch«. Lette Nachrichten. Die elsaß-lothringische Statthaltcrfrage. Den bestimmten Angaben eines Berliner Blattes von der un- mittelbar bevorstehenden Ernennung des Ministers des Innern von Dallwitz zum Statthalter von Elsatz-Lothring« wird durch da» offiziöse Wolffsche Telegraphenbureau ein Demmtt«tgegen- gesetzt. Ebenso soll die Angabe des Blatte», daß zum Nachfolger deS Herrn von Dallwitz der Oberpräsident der Provinz Pos«. Herr von Windheim, in Aussicht genommen sei, nicht den Tatsachen mt- sprechen._ Der Bürgerkrieg in Mexiko. Mexiko, 21. März.(W. T. B.) Nach einem dem Kriegs- Ministerium zugegangenen Telegramm hat heute bei Torreson zwischen Bundestruppen und Insurgenten eine Schlacht be« gönnen. Die Schreckensherrschast Huerta». vrownsville(Texas). 21. März.(W. X. B.) Nach Private Meldungen aus Mexiko hat Huerta neunzehn Offiziere, ehemalige Anhänger des Jnsurgentengenerals Angele», im Gesang- ni» hinrichten lassen. Dir Leiche im Koster. Weisssei»(Krei» Waldenburg), 21. März.(W. T v.) In Altwasser wurde heute morgen der Kops eines Mannes gefunden. Es ergab sich, daß der Ermordete der au» Liegnitz ftam- mende Bergpraktlkant Kurt Konrad sei, der auf der»Fuchs« grübe" beschäftigt war. Ein Arbeiter Ferdinand Liebock, der mit ihm zusammen in Myslowitz gearbeitet hatte, hatte sich unter dem Namen Konrads in einem Weißsteiner Gasthause eingemietet und erhielt dort eine» Tages den Besuch KonradS. Bald darauf verließ er das Gasthaus und kehrte nicht dorthin zurück. In eine« von ihm hinterlass«« Koffer wurde die kopflos« Leiche des Berg« Praktikanten gefunden. Friedrichstrasse 110-112( Passage- Kaufhaus) WWERTHEIM G.m.b.H. Leipziger Straße 75-76 am Dönhoffplatz Glas hoch, Stangenvasen schliffen.. Stück Besonders preiswert 50Pi. 59 Blumenvasen bauchige Form, Stück 32 cm hoch, optisch, 68 Pi. Schliersee- Vasen 32cm hoch, aparte 85 Pt. Formen.. Stück Service- Olivenschliff ganz besonders preiswert. Käseglocken 5% Zoll, mit Teller Butterglocken mit Teller.. ... Stück 48 PI. 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Straussenwedel Bohnerbesen schwere, eiserne Teppichkehrmaschinen... .... 2.85, 3.25 6.90, 8.50 Fleischhackmaschinen....... 1.95, 2.65 Plättbretter bezogen...... 1.65, 1.90, 2.40 Spiritusplätten vernickelt 3.50, 4.25, 5.25 Gasplätten vernickelt, 2 Stück mit Erhitzer 4.25 Gardinenspanner 2x4 Meter........ 10 50 Wringmaschinen 9.50, 11.00 . 5.50, 6.75 Zinkwannen mit Holzboden..... Zinkzober mit Holzboden....... 5.75, 7.25 Ledertücher....... 25, 35, 50, 85 Besondere Gelegenheit moderne Stoffe Alpaka- Mäntel und Farbene 12.50,18.50 Kostüme 16.50, 22.50, 36.00, 58.00 Sportjacken moderne Farben und Fassons.. 6.50, 9.50 Kleider aus Batist 8.50,12.50 oder Voile aus Wolle oder Krepp 18.50,28.00 aus sehr elegant 48.00,68.00 Sechs Reste- Tage Spitzen- Reste Seiden-, Woll- und WaschstoffSerie I:..... Rest 10 Pt. Serie II:... Rest 20 Pf. Serie III: Rest 30 Pf. Serie IV:..... Rest 45 Pt. von an VOD Reste und Abschnitte besonders billig im Rest, Meter 15 Pf. Seidenstoffe im Rest, Meter 55 Pt. 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Teil leicht angestaubt Berantw. Rebatt.: Alfred Wielevy, Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. unter regulärem Preis Hierzu 5 Beilagen Kr. 80. Zt. Iahrgavs. i öeilmt des Jstmärts" Kerlim Wsdlck. Sovlltag, 32. Mörz 1914. Neunter Kongreß öer Gewerkschaften deutschlanös Montag, öen 22. Juni 1914, in München. im Saale der Münchener Kindl-Brauerei, Rosenheimer Straße. Als Tagesordnung ist vorläufig vorgesehen: 1. Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten.(Wahl der Kommissionen, Prüfung der Mandate.) 2. Rechenschaftsbericht der Generalkommission. 3. Beratung der Anträge, betreffend:» s) Allgemeine Agitation. b) Agitation unter den fremdsprachigen Arbeitern. v) Streikunterstützung und Strcikstatistik. 6) Arbeiterinnen-Sekretariat. e)„Correspondenzblatt". f) Sozialpolitische Abteilung. g) Zentralarbeitersekretariat. h) Regelung der Grenzstreitigkeiten. 4. Die„Volksfürsorge". 5. Die Handhabung des Reichsvcreinsgcsetzes. 6. Arbeitswilligenschutz und UntcrnehmcrtcrrorismuS. 7. Arbeitslosenfürsorge. 5i. Die gesetzliche Regelung der Tarifverträge. k>. Der Einfluß der Lebensmittelteuerung auf die Wirtschaft- liche Lage der Arbeiterklasse. IE. Beratung der nicht unter den vorstehenden Punkten er- ledigten Anträge. Anträge zur Tagesordnung oder solche, welche auf die vorstehend genannten Tagesordnungspunkte Bezug haben, sind bis zum 1. Mai 1914 an die Generalkommission einzusenden. Sämtliche bis dahin eingegangene« Anträge werden im „Correspondenzblatt" veröffentlicht, damit sie in den GeWerk- schaften diskutiert werden können.' Anträge einzelner Gewerkschaftsnütglieder können nur dann zugelassen werden, wenn sie von einer Zahlstelle oder dem Zentralvorstand der Gewerkschaft unterstützt werden. Der Kongreß wird am 22. Juni 1914, vormittags 9 Uhr, eröffnet und wird bis einschließlich 27. Juni tagen. Die Vertretung auf den Gewerkschaftskongressen regelt sich «ach den von dem vierten Gewerkschaftskongreß(Stuttgart 18E2) beschloffenen Bestimmungen. .Zu der Teilnahme an den allgemeinen deutschen GeWerk« schastSkongressen sind sämtliche Zentralorganisationen und solche Lokalorganisationen berechtigt, welche verhindert find, sich zentral zu organisieren. Unter.sämtliche Zentralorganisationen" sind alle zentral organisietten Gewerkschaften zn verstehen, welche an dem voraufgegangenen Gewerkschaftskongreß teilgenommen oder sich später der Generalkommisfion angeschlossen haben. Berechtigte Lokal- organisationen sind solche gewerkschaftliche Vereinigungen, für welche ein Zentralverband nicht besteht. Enfftehen Zweifel, ob eine sich zum Anschluß meldende Gewerkschaft zum Beitritt berechtigt ist, so entscheidet der GewerkschaftsauSschuß. Dieser hat bei seinen Eni- scheidungen jedoch zu berücksichtigen, daß sich nur solche gewerk« schastliche Vereinigungen der Generalkommisfion anschließen können, die keine Konkurrenzorganisation einer schon angeschlofienen Gewerkschaft bilden. Ausgeschlossen von der Teilnahme an den Gewerkschasts- kongressen find alle solche Gewerkschaften, welche ohne genügende Entschuldigung mit drei OuartalSbeiträgen im Rückstände find. Die Gewerkschaften sind berechtigt, für je 3000 Mitglieder einen und für die überschießende Mitgliederzahl, welche 3000 nicht er- reicht, einen weiteren Delegierten zu wählen. Gewerkschaften, welche weniger als 3000 Mitglieder zählen, wählen einen Dele- gierten. Der Wahlmodus bleibt den einzelnen Gewerkschaften über- ftisien." Die Zahlung der Quartalsbeiträge an die General kommission soll am Schlüsse eines Quartals für das verflossene Quartal erfolgen. Bis zum Kongreß ist also nur der Ber trag für das erste Quartal 1914 fällig. Es sind sonach alle an die Generalkommission angeschlossenen Gewerkschaften zur Teilnahme an dem Kongreß berechtigt, welche ihre Quartals- beitrüge für die erste Hälfte des Jahres 1913 bezahlt haben. Die Wahlen der Delegierten werden nach den vorstehenden Bestimmungen von den Vorständen der Zentralverbände aus geschtteben werden. Berlin, den 2E. März 1914. Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. C. Legien, Berlin SO. 16, Engelufer 15. Serlin und Umgegend. Aussperrung der Berliner Marmorarbeiter. Nachdem nun die Tarifverhandlungen mit dem Verbände der Steinmetzgeschäste gescheitett sind, weil dieser auf der unveränderten Verlängerung des bestehenden Tarifes auf weitere zwei Jahre be- stand, haben die Unternehmer zum Aeußersten gegriffen und die Aus- sperrung vorgenommen. Bis jetzt sind 160 Mann gemeldet. Arbeitsangebote in der Berliner Marmorindustrie find deswegen unter allen Umständen zurückzuweisen. Das Zusprechen ist vom Zentralverband der Steinarbeiter auf die Dauer der Aussperrung verboten. Ausgesperrte und arbeitslose Marmorarbeiter melden sich am Montag, früh 10 Uhr, im Gewerk- schastshause, Engelufer 15, Saal I. Die Marmorarbeiter hatten vor einigen Tagen wieder Ver- Handlungen mit den Unternehmern, die dahin führten, daß die Unter« nehmer die beabsichtigten Verschlechterungen hinsichtlich der Anfänger- löhne, des Fahrgeldes und der Fahrzeit zurückzogen. Nunmehr fordetten die Unternehmer, daß der bisherige Tarif ohne Lohn- erhöhung und ohne Arbeitszeitverkürzung auf zwei Jahre verlängert wird. Für den Fall, daß die Arbeiter nicht darauf eingehen, wurde die Aussperrung angedroht. Eine am Freitag abgehaltene Versammlung der Marniorarbeiter nahm zu dieser Situation Stellung und beschloß einstimmig, auf eine Verlängermtg de? Tarifs nur unter der Bedingung einzugehen, daß die tägliche Arbeitszeit um eine halbe Stunde verkürzt und als Ausgleich die Stundenlöhne um 5 Pf. erhöht werden. Die Anfänger- löhne sollten unverändert bleiben. Die Versammlung war einmütig der Ansicht, daß die Arbeiter sich auch durch eine Aussperrung nicht von ihrem Standpunkt ab- bringen lasten. Es wurde bcschlosten, daß in den Betrieben, wo einzelne Arbeiter ausgesperrt werden sollten, sich die übrigen Arbeiter mit ihnen solidarisch zu erklären haben. Die Maßschuhmacher BerkiuS stehen gegenwärtig in einer Lohn- bewegung. Der 1909 mit dem Berein der Berliner Maßschuhmacher- meister auf 6 Jahre abgeschlossene Bettrag wurde von der Gehilfen- schaff am 1. März gekündigt. Außer Lohnerhöhungen fordern die Ge° Hilfen Einschränkung der Heimarbeit durch Errichtung von Werkstätten sowie eine Herabsetzung der BertragSdauer. Da die Arbeitgeber jedoch bei den bishettgen Berhandwngen auf der 6 jährigen Dauer eines eventuellen neuen Vertrages bestehen, hat die VerhandlungS- kommission die Gehilsen für Dienstag zu einer Versammlung in Wilkes Festsälen eingeladen, um dieselben zunächst über diese Frage entscheiden zu lasten. Aus dem Fleischcrgewerbe. Die Fleischermeister Holzhütte r, Putbuser Straße 46, Koch, Liebenwalder Straße 16 a, Posch- mann. Koloniestr. 7, und L ö tz s ch. Ecke Forster mtd Reichniberger Straße, weigern sich, den Tarifvertrag der Organisation anzuer- kennen. Ferner weigern sich den Tattfvettrag anzuerkennen, die Restaurateure Lautenbach. Große Frankfurter Straße 101, Hackepeter Engelmann, Reinickendorfer Straße 14, und Hacke- peter-Jnhaber Fritz Trache, Schönhauser Allee 72. Ueber diese Fleischereien und Hackepeter-Jnhaber hat die Organisation für Fleischergesellen die Sperre verhängt. Die Tarifkommission der organisierten Fleischergescllen. Achtung, Cafö-Angestcllte! Die mit dem Cafe Schmidt(Inhaber £. Schmidt), Große Frankfurter Straße 45/46, bestehenden Differenzen sind beigelegt worden, da Herr Schmidt die Organisation und deren Tarif aucrkannt hat. Die Sperre ist hiermit aufgehoben. Verband der Gastwittsgehilfen, Zweigverein der Cafs-Angestellten. Deutsches Reich. Angestelltenfragen anf dem Handelstag. Die scharfmacherische Haltung der Handelskammern in allen sozialpolitischen Fragen hat durch die diesjährige Tagung des Deutschen Handelstageö eine neue Bestätigung erfahren. Schon die Wahl eines der ärgsten Gegner jedes, auch des bescheidensten Er- finderschutzes, Justizrat Dr. Haeuser« Höchst zum Referenten über die Patentgesetzreform, brachte die herrschenden Ansichten klar zum Ausdruck. Der Entwurf der Regierung ist wahrlich schon schlecht genug, ist ganz einseitig auf die Interessen der Unternehmer zugeschnitten und keinesfalls geeignet, die gegenwättige Rechtlosig' keit der Angestellten in nennenswerter Weise zu mildern. An allen entscheidenden Stellen begnügt er sich damit, theoretische Grundsätze aufzustellen, ohne für ihre praktische Durchführung die erforderlichen Kautelen zu schaffen. Die berühmte Vertragsfreiheit, die doch nichts ist als eine Vertragsdiktatur des Unter- nehmers soll unbegrenzt aufrecht erhalten und dadurch die schrankenlose Ausbeutung der erfindenden Angestellten und Arbeiter weiter ermöglicht werden. Trotzdem erklärt Justizrat Haeuser die Regierungsvorschläge für ein.sozialpolitisches Experiment", das die Existenz der deutschen Industrie gefährde! Schon der Versuch, den Angestellten wenigstens die Wahrung ihrer Erfinder- ehre durch Namensnennung in der Patenturkunde zu sichern, ist ihm zu viel. Ganz zu schweigen von der eigentlich doch ganz selbst- verständlichen Pflicht, die Angestellten für die ihnen durch.freien" Vertrag geraubten Erfindungen zu entschädigen. Solche Bor- schriften, sagte der schlaue Justizrat, gehören überhaupt nicht in ein Patentgesetz, sondern— ja, das hat er freilich nicht gesagt, wohin denn nun derattige Bestimmungen gehören. Aber wir wissen es schon: soziale Schutzvorschttften gehören nach Ansicht der Unternehmer in die Gesetze, die gerade nicht zur Debatte stehen und möglichst überhaupt keine Ausficht haben, in absehbarer Zeit er- ledigt zu werden! Zur Frage der S o n n t a g s r u h e hat der HandelStag nur drei Wünsche: 1. Verlängerung der sonntäglichen Arbeit durch all- gemeine Gestattung des.ZuendebedienenS" der noch am Schluß anwesenden Knuden, 2. Zulassung der Sonntagsarbeit für die Kontore usw., 3. Verhütung günstigerer Ausnahmen für die größeren und Großstädte. Das ist sehr bescheiden, in der Tat! Warum fordern die Herren nichr gleich die Abschaffung der Sonntage? Das wäre doch viel einfacher. Der Vertreter der Handelskammer München, Justizrat Dr. Kahn, war der einzige, der die.unsozialen und unpraktischen" Anträge bekämpfte und auf die günstigen Erfahrungen hinwies, die in München und anderen Orten mit der völligen Sonntagsruhe ge- macht worden sind. Für die Bureaus und Kontore läge ein Bedürfnis zur Sonntagsarbeit in keiner Weise vor und in den große» Städten lasse sich die allgemeine und vollständige Sonntags- ruhe jedenfalls unbedingt durchführen. Die Sonntagsruhe könne überhaupt garnicht weit genug ausgedehnt werden und es sei grundsätzlich falsch, zu glauben, daß dies nur im Interesse der Ar- beiter und Angestellten läge. Mit diese»» und ähnlichen Ausführungen suchte der Herr aus München seine Kollegen für ein gettngeS Entgegenkommen zu gewinnen. Aber sein Reden war umsonst. Trotz des vereinzelten Beifalls, der ihm gezollt wurde, gelangte« die Anträge des Ausschusses einstimmig zur Annahme. Die berufene Vertretung der Industrie- und Handelsherren hat kleines Feuilleton. Der Neubau der Königlichen Bibliothek. Man sollte meinen, daß eine Bibliothek von rund einer Million Bänden dazu da ist, dem Volke in seiner Ganzheit zu dienen; daß sie darum, was das Gebäude betrifft, so eng wie möglich der innersten Art dieses Volles sich anpatzt. Solcher Selbstverständlichkeit spricht der Palast, der soeben fertig geworden ist, der Prunkbau, der Berlins be- rühmtester Sttaße eine neue, gellende Dekoration leistet, geradezu Hohn. Wer wird in dieses Haus eingehen? Aerzie und Techniker, Weltreisende und Naturforscher, Gelehtte, deren Einkommen zur Lebensfristung ausreicht, Kämpfer des Geistes und Pioniere kom- inender Erkenntnis. Bürgerliche Existenzen also, das intellektuelle Proletariat. Und nun vergegenwärtige man sich, daß alle diese Personen, in ihren schlichten Röcken, nüchterne Denker und ernst Wollende, durch eine pompöse Tttbuna, durch eine geflaggte Bogen- architektur hindurch müssen, daß sie dann einen statiösen Prunkhof, eine pompöse Schlotztreppe, eine feierliche Wandelhalle zu über- winden haben, um endlich in einen Raum einzutreten, der jedem Erdensohn den Atem rauben muß, in einem gigantischen Dom, dessen barocke Schwüle aller Vernunft leer zu sein scheint. Schlimmere Mißklänge haben wir schon seit langem nicht erlebt. Man baut zehn Jahre hindurch an einem steinernen Kasten, der die größte Bibliothek Deutschlands, vielleicht der Welt werden soll, und der schließlich in einigen seiner wichtigsten Räume, so in dem Lesesaal für Zeitschriften, so in dem Katalogzimmer, so in ' dem Zimmer des Generaldirektors, nicht einmal die notwendige Belichtung aufweist. ES ist ganz überflüssig, aus all den Bombast. der hier die Luft verhängt, auf die kreischenden Säulen des großen Lesesaales, auf die Kassettendecken der Schauräume, auf die Schein- architektur, die überall das Notwendige schamhaft zudeckt, vor allem auf die Maskerade des Saales der Akademiker(in dessen finsteren Ecken ein vergessenes Schnarchen zu druseln scheint) hinzuweisen; es genügt festzustellen, daß dieser steinerne Koloß in allem, was nicht der Ingenieur schuf(er heißt Zldams), unzeitgemäß, hinderlich und wesenlos ist. An einigen Stellen des Baues läßt es sich geradezu nach« weisen, welch Verhängnis die zwecklose Architektur der notwendigen Konstruktion geworden ist; so an der Kuppel veS Lesesaales. Sie wurde aus gigantischen Betonrippen mit einer Svannung von LS Metern als Gerüst gefügt; m das heldenhafte Sparrenwerk wurden schlichte Platten eingesenkt. So entstand ein monumen- taler Ausdruck dessen, was bisher keine Zeit konnte und was ein geklärtes Denkmal unserer architektonischen Produktivität hätte genannt werden können. Da aber kam der Hofbaumeister, dem der Beton zu gemein erschien, und der darum durch klägliche Mittel den Anschein zu erwecken versuchte, die Betonkuppel sei ein Bau aus vornehmeren Werksteinen. Aber wenn man über da» Werk dieses armen Baumeisters d» Stab breche« muß, so Ueat die Berantwottung für de« durch seine WM»ußglückt«, Bau doch ander«». Die Schuld a» der Mißgeburt der neuen Bibliothek, die Millionen kostet, wurzelt in der beschämenden Tatsache, daß noch immer die wichtigsten Bau- aufgaben des Volkes der Lösung durch das Volk entzogen werden. Die große Lüge dieses neuen steinernen Kolosses ist nur ein Sichtbarwerden der größeren, die unser öffentliches Leben durch- dringt: die Lüge vou einer Macht, die zwar noch wirkt, aber nichts Große? vermag. rbr. Die Amnestie als Falle. Was russische Amnestien wert sind, soll ZeitungSnachttchten zufolge der schwerleideud heimgekehrte Maxim Gorki erfahren. Gegen seinen Roman.Mutter", von dem in Rußland nur eine gekürzte Ausgabe existtert(im»Vorwärts erschien seinerzeit das Werk ungekürzt), schwebte 1903 ein Verfahren wegen Gotteslästerung. Der Dichter nahm natürlich an, daß die Erlaubnis zur Rückkehr nach Rußland die Erledigung auch dieser Anklage in sich schließe. Aber jetzt heißt es, sie werde loeitergefühtt, und damit droht Gorki die Zwangsverschickung' nach Sibirien, die für chn nichts anderes als das TodeSutteil bedeuten würde. Hoffentlich entrinnt der Dichter der Falle, in die ihn die Amnestie gelockt hat. Aber die Schergen halten ihn umstellt imd der Zarismus fürchtet seine Stimme. Die Quecksilberdampfturbine. Der französische Erfinder Emmet hat eine„Ouecksilberbampfturbine" erfunden, der er eine große Zukunft vorcraSsagt. Ein bekanntes physikalisches, nach Carnot benanntes Gesetz gibt zwar an, bei Wärmemaschinen hänge die gewonnene Arbeit nur von dem Temperaturgefälle, nicht aber von den benutzten Stoffen ab, und deswegen erscheint eS theoretisch überflüssig, andere Stoffe bei Dampfmaschinen zu verwenden. Allein bei den besten Dampfmaschinen erzielt man nicht die Arbeits- menge, die die Theorie verlangt, und deswegen ist es, wie die „Nature" in einem Aujjatz über die Erfindung Emmets sagt, voll- kommen berechtigt, wenn der Physiker nach Ersatzstoffen für das Wasser sucht. Einzelheiten über die.Ouecksilberdampffurbine" fehlen vorläufig noch: man erfährt, daß es sich um eine richtige Lavaltnrbine handelt, deren Schaufeln von Oueckfilberdampf ge- trieben werden, der natürlich auf geeignete Weise wieder auf- gefangen wird. Gegenüber der Dampfturbine soll die Quecksilber- turbine ganz erhebliche Vorteile haben: Emmet behauptet, sie spare 45 Proz. an Brennstoffen. Theater und Musik. Lesstua-Theater. Iphigenie. Schauspiel von Soethe. Der Erfolg, den er mit Jbiens phantafievollem versspiel.Peer Ghnt" errungen, mag Herrn BarnowSki, den verdienten Direktor und feinfühligen Jnszenator modern-intimer Dramen zum Wagnis dieser Jphigeme-Aufführimg verlockt haben. Aber diesmal trog ihn sein Augenmaß. Eine Darstellung, die die still erhabene Schönheit, das zarte szenische Gefüge der„Iphigenie", all das. was zu dem Gemüt des Lesers spricht, im Bübnenlicht lebendig widerspiegeln soll, stellt Anforderungen, die mit den Kräften seines Ensembles sich nicht erfüllen ließen. Der dichterische Odem, der Rhythmus, der das Ganze gliedert, waren wie weggeweht, und de» Reden spsitte mau statt wiegender Musik der Sprache nur die kühnen- fremde, heut so ungewohnt««imge at. Du» fthr Richard»«vier begabte Fräulein Lina Lossen, die in anderen Stücken Proben ihres großen Könnens gab, und durch Gestalt, Aug und Antlitz zur Verkörperung der Goeth eschen Priesterin wie Wenige prädestiniert erschien, vermochte dennoch keinen tiefen Widerhall z« wecken. Man sah mädchenhaften Stolz und mädchenhafte Amnut, doch wuchs daran» nicht jene Blüte einer Seelenhoheit, jene Stimmung, die Iphigenien? Entschluß, der Kraft der Wahrheft zu vettrauen, das Gepräge innerer Notwendigkeit verleiht. So wurde das Drama eine Att gleichmütig, ja gleichgültig angeschauten Zufallsspiels. Die entscheidenden Momente glitten ohne plastische HeranSarbeitung eindrnckSloS vorüber, und die gewaltig schicksals- schwere Tragik des Parzenliedes wandelte sich durch eine gekünstelt monotone abhackende und dehnende Rezitation zur Pein. DaS Organ gehorchte nicht immer und der mimische Ausdruck, so reizvoll an dielen Stellen, bewegte sich in einem verhältnismäßig enggezogenen Rahmen. Der Orest As lau» blieb ganz in Bahnen aßet Theaterkonvention, ließ vou der inneren Symbolik der Vorgänge kaum einen Hauch merken. Die herrliche, die Gesundung des v«m den Furien Verfolgten anlündend« Vision, in welcher Orest, an« den Zuckungen de» WahnsinnSanfall« erwachend, seine Ahnen ans Tantalusgeschlecht, die wütenden, leidenschaftlichen Hasser, versöhnt im Habe» rmteinander wandeln sieht, zerflatterte in leerem Theater« lärm. Den PyladeS, so wenig er ihm lag, hatte Heinz Salfner übernehmen müssen. K a y ß l e r, anfangs nur durch seine moralisch auf die düster mißtrauische Gemütsatt des Thoas abgestimmte Masle auffallend, hob sich in der Schlußszene zu starker Wirkimg. Prachtvoll war der Nachhall streitender Empfindungen in dem leisen Lebtwohl, mit dem er von Iphigenie und ihrem Bruder Abschied nimmt. dt Königliches Opernhaus. Endlich, beinahe neun Jahre nach seinem ersten erfolgreichen Auftreten als Opernkomponist, ist nun auch der Deuffch-Jtaliener Wolf-Ferrari bei Monsieur Hoflunst-BureaukratiuS am Kastamenwäkdchen zu Ehren gekommen. Sein neuestes Werk, das schon München und Dresden vorweg- genommen haben, heißt»DerLiebhaber als Arzt", nach einem gleichnamigen Luftspielchen von Moliöre. Da« Töchterlein eines schwer reichen, alten Gutsbesitzers sehnt sich, kurz sei eS ge« sagt, nach einem Manne. Weil aber der Vater davon nicht« ver» steht oder verstehen will, so stellt sich Luzinde auf den schlauen Rai ihrer Kammerjungfer heftig krank. Vier berühmte Medizinmänner werden schleunigst herangeholt Und das eS Moliöre. wie öfter, so anch in diesem Falle, nur darum zu tun ist, die Unwissenheit der Aerzte semer Zeit anzuprangern, so ergibt sich ein aar lustiges Kon- zikium. Die Zofe hat mittlerweile schon den richtigen Doktor, der allerdings beruflich keiner ist, herbeigeschafft Und diesem.Seelen- arzt" gelingt die Heilung der Kranken, was weiter nicht Wunder nehmen kann: denn er ist LuzindenS heimlicher Anbeter. Vor dem verdutzten Alten spielt er freilich nur den Verlobten in der Ein- bildung. Nachdem jener aber sein Jawott notariell bekräftigt hat. wird die Täuschung offenbar. Schließlich verzeiht der gefoppte Papa — und alles wird gut. Wols-Ferrari darf mau wohl al» dm glückkichsten Vertreter teaer ffftnen Gruppe moderner«ompoulstm bezetchum. dt» wettab»an wieder einmal gezeigt, was die deutsche Kaufmannschaft für ihre Angestellten übrig hat. Jetzt ist es an diesen, über das angebliche Wohlwollen" ihrer Prinzipale nachzudenten und aus dem Ergebnis die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Der Jahresbericht einer polnischen Organisation. Die national- polnische Berufsvereinigung, Abteilung Bergarbeiter, veröffentlicht für 1913 ihren Geschäftsbericht. Wer versuchen wollte, daraus den Stand der Organisation zu ermitteln, der leistete vergebliche Arbeit. Der Bericht macht den Eindruck, als stände diese Organisation vor dem finanziellen Zusammenbruch und versuchte diese Tatsache zu verschleiern. Wollte der Vorstand einer freien Gewerkschaft seinen Mitgliedern einen derartigen Bericht bieten, würden diese sich mit Recht empören. Anscheinend darf sich aber die polnische Berufsvereinigung bei ihren Anhängern alles erlauben. Die Einnahme stellt sich nach dem Bericht zusammen aus Beiträgen, Eintrittsgeld, Broschürenverkauf, Abonnementsgeld, Jnieraten, andere Beihilfen und freiwillige Beiträge und beläuft sich auf 605 894,42 M., die Ausgabe beträgt 400 403,76 M., alio bleibt ein Reingewinn von 205 490,66 M. Das ist der ganze Bericht. Kein Vortrag aus dem vergangenen Jahr, keine Angaben über Zinsen und Bermögensbestand. Darum ist der ganze Bericht in undurchdringliches Dunkel gehüllt. Die Bergarbeiterabteilung gibt in ihrem Bericht an, für Streitunterstützung 21 646,80 m. verausgabt zu haben. Hier ist zu beachten, daß die Berufsvereinigung an dem dreiwöchigen Berg arbeiterstreit in Oberschlesien mit angeblich 25 000 Mitgliedern beteiligt war. Die Berufsvereinigung wird nun antworten, daß die Streitunterstützungen aus der Kaffe des Zentralvorstandes gezahlt werden. Woher nimmt aber der Zentralvorstand die Mittel, wenn aus den Abteilungsberichten nicht hervorgeht, daß die Abteilungen an die Zentraltasse etwas abführen. Wie lange werden sich die Mitglieder eine solche Berichterstattung gefallen lassen? Ein christlicher Mustertarif". Wie ein chriftlicher vorteilhafter" Tarif aussieht, das zu erfahren, haben zurzeit die Pflasterer und Rammer in Rhein land- Westfalen Gelegenheit. Als vor einiger Zeit die Verhandlungen zur Erneuerung des Provinzialtarifs beginnen sollten, hatten die Unternehmer dazu auch die christliche Organisation geladen, ohne aber dem Verbande der Steinsetzer, der bisher alleiniger Tariffontrahent war, vorher darum zn befragen oder ihn davon in Kenntnis zu setzen. Die Christlichen tamen in dem fraglichen Gebiet zu der Zeit mit im ganzen sieben organisierten Pflasterern in Betracht. Der Verband der Steinfeger lehnte unter diejen Umständen ein gemeinsames Verhandeln mit den Christlichen ab, erklärte sich aber bereit, für die Orte, in denen es wirklich christliche Pflasterer gäbe, Tarifnachträge zuzugestehen, das wäre für Köln der Fall gewesen. Die Unternehmer verhandelten dann allein mit den Christlichen und schlossen mit diefen einen Tarif ab, der folgendermaßen aussieht: Der niedrigste Vertragslohn, der nach dem alten Tarif 66 f. betrug, soll nunmehr betragen 53 Pf., alfo 13 Pf. weniger! Die Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Tariflohn, die bisher 5 Pf. betrug, wird auf 20 Pfennige er weitert! Die Attordarbeit, die bisher nicht zu lässig war, wird eingeführt! Außerdem soll ein Arbeitspensum festgelegt werden, das zum Teil geradezu unsinnige Anforderungen an die Arbeiter stellt. Die Christ lichen spielen sich den unerfahrenen und uneingeweihten Arbeitern gegenüber als Schüßer und Wahrer des Streifrechts der Pflasterer auf, sie haben sich aber wohlweislich gehütet, mit ihren tariflichen Erfolgen" offen vor die genasführten Arbeiter hinzutreten. Das Bekanntwerden dieser Vertretung von Arbeiterinteressen wird ihnen die hundert Mitglieder, die ihnen die Unternehmer in den letzten Wochen in wohlberechnender Abficht zugetrieben haben, wohl wieder forttreiben. 10 Ausland. Aussperrung in der italienischen Handelsmarine? Die Vereinigung der unabhängigen Reeder hat nach einem Telegramm aus Genua eine allgemeine Aussperrung beschlossen. 200 Schiffe, also mehr als die Hälfte der gesamten italienischen Handelsmarine, werden auf diese Weise in den italienischen Häfen festgehalten. mil Soziales. and online Gerichtszeitung. Zigeunerschlacht. Die nicht bestätigte Inventur. Bei Manodifferenzen, speziell in Filialbetrieben, ist meist die Das Gerücht von einer bevorstehenden Zigeunerschlacht in dem Inventuraufnahme für das Vorhandensein eines Warenmantos Moabiter Kriminalgericht hatte die Veranlassung zu einem größeren entscheidend. Ausschlaggebend ist allerdings, ob die Inventurauf- Schußmannsaufgebot gegeben, welches gestern vormittag in der vor der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelten hieß, der Kronprinz wolle sich eine Verhandlung in dem Gerichtsnahme vom Lagerverwalter auch anerkannt worden ist. In einem Turmstraße einiges Aufsehen erregte und dazu führte, daß es Falle hatte der Filialist einer Weinfirma die Lagerbestände nach gebäude mitanhören. Als die Zeit herannahte, zu welcher die EinDiktat selbst in die Aufnahmebogen eingeschrieben, die Richtigkeit gänge zu den Zuhörerräumen geöffnet wurden, gab es an den der Aufnahme am Schlusse aber nicht bestätigt. Der Filialist Türen ein wildes Drängen und Fluchen, welches erst durch das wandte ein, die Aufnahme sei nicht sorgfältig und vollständig er- energische Eingreifen mehrerer Schuhleute gemildert wurde. Den folgt, die Firma dagegen berief sich darauf, daß der Filialist ja Anlaß zu dieser Völkervanderung der Zigeuner bildete eine Verselber die Eintragungen machte. Die eigene Eintragung schließe handlung, welche die 2. Straffammer des Landgerichts III unter schon eine Bestätigung der Richtigkeit in sich. Vorsitz des Landgerichtsdirektors Heffe beschäftigte. Es handelte einer Massenanflage wegen Landfriedensbruchs geführt hatte. In sich um ein Nachspiel zu jener Zigeunerschlacht am Wedding, die zu dieser Sache stand schon im Jahre 1911 Termin an; drei der an geklagten Zigeuner wurden zu je 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt, die übrigen wurden freigesprochen. vom Filialisten anerkannt gelten fönne. Daß letterer die AufDas Kaufmannsgericht entschied, daß die Inventur nicht als nahme selber einschrieb, sei noch kein Anerkenntnis ihrer Richtigfeit. funden" oder„ bestätigt" befinden müſſen. Es hätte sich am Schlusse ein Vermerk wie„ Für richtig beMißbrauch von Gemeindegasthäusern. hausen beschloß, aus den Ueberschüssen der Gemeindegasthäuser Die Amtsvertretung des Amtes Datteln im Kreise Redlingawei Tafelaufsäge für die im April stattfindende Bischofsfeier zu beschaffen. für kirchliche Zwecke verwendet werden, beweist wieder den guten Daß die Ueberschüsse vom kommunalen Fuselverkauf Magen der Kirche und die Ausnutzung öffentlicher Mittel zu firchlichen Zwecken durch die Zentrumsmehrheit. Haftpflicht des Lehrherrn bei Berlegung des Lehrlings an gefährlichen Maschinen. Nach allgemeinen Rechtsgrundsäßen und§ 120a der Gewerbecrdnung sind die Gewerbeunternehmer verpflichtet, die Arbeitsräume, Betriebsvorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften so einzurichten und zu unterhalten und den Betrieb so zu regeln, daß die Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit soweit geschützt sind, wie es die Natur des Betriebes gestattet. Daraus ist zu folgern, daß der Handwerksmeister einen jungen unerfahrenen Lehrling an einer gefährlichen ungeschütten Maschine nicht arbeiten laffen darf, wenn er ihn nicht über die besonderen Gefahren instruiert. Jedenfalls hat aber der Meister auch die Pflicht, seine Lehrlinge daraufhin zu überwachen, ob sie seine Anordnungen bei Verrichtung der gefährlichen Arbeit befolgen. Verletzt der Meister in dieser Hinsicht seine Sorgfaltspflicht, so ist er im Falle eines Unfalles zum Schadenersatz verpflichtet. Hierzu interessiert der folgende, vom Reichsgericht am Freitag entschiedene Fall: Der Kläger W. war Ostern 1910 im Alter von noch nicht 14 Jahren zu dem Bäckermeister S. in Telgte in die Lehre gefommen. Am 10. Juni 1910 hatte er auf Anordnung des Meisters in Gemeinschaft mit dem 16jährigen Lehrling R. auf einer Brotschneidemaschine Schwarzbrot für die Pferde zu schneiden. Der Kläger legte das Brot vor, während der ältere Lehrling die Arbeit des Messerführens verrichtete. Dabei wurde der Kläger in der Weise verlegt, daß ihm der Daumen der linken Hand abgeschnitten wurde. Gestalt einer lebenslänglichen Rente. Er verlangte von seinem Lehrherrn Schadenersatz in zunächst die Klage abgewiesen, weil eigene Unvorsichtigkeit des Das Landgericht Münster und Oberlandesgericht Hamm hatten Klägers vorliege. Diese Entscheidung wurde aber vom Reichsgericht aufgehoben und die Sache an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Nach wiederholter Verhandlung der Sache hat das Oberlandesgericht dann den Beklagten dem Grunde nach zum Schadenersas verurteilt. bestätigt. Solche Klagen find nur für die Betriebe möglich, in denen Das Reichsgericht hat jetzt dieses Urteil des Oberlandesgerichts der Geschädigte nicht der Unfallversicherung untersteht. Aus dem Leben eines ehemaligen Unteroffizierschülers und Polizeisergeanten. Wie gering die moralischen Qualitäten mancher PolizeiGegen mehrere der seinerzeit bei dem Krawall fistierten Zigeuner konnte nicht verhandelt werden, da sie sich unter Zurüc lassung der von ihnen gestellten Kautionen durch die Flucht der flagte, der Musiker Blasius Seeger, der sich zwei Jahre lang unter Bestrafung entzogen hatten. Zu diesen zählte der jezige Angefalschem Namen in verschiedenen Orten Deutschlands aufgehalten Anklage behauptet, soll sich Seeger an der am 17. November 1910 hatte und schließlich in Delmenhorst verhaftet worden war. Wie die vor dem Hause Koloniestr. 119 stattgefundenen Zigeunerschlacht be teiligt haben. Die Veranlassung zu diesem Scharmüßel bildete eine durch Konkurrenzneid entstandene grimmige Feindschaft zwischen zwei in Berlin ansässigen Zigeunerstämmen, den am Schlesischen Bahnhof ansässigen Oesterreichern" und den im Norden Berlins wohnhaften Preußen". Diese führte zu einem Feuergefecht vor dem Hause Koloniestraße. Da der Polizei zu Ohren gekommen war, daß von den Freunden des Angeklagten gedroht worden war, im Falle der Verurteilung des S. die als Zeugen auftretenden feindlichen Stammesmitglieder zu erschießen, waren in dem Gerichtssaal selbst drei Schuhleute postiert, während auf der Straße zehn Schußleute und mehrere Kriminalbeamte Posten standen. Es tam jedoch nicht dazu, daß der Schlachtruf" ertönte. Denn das Gericht hielt die von Rechtsanwalt Theodor Liebknecht vorgebrachten Entlastungsanträge für so stichhaltig, daß es den Angeklagten freisprach. Wucherprozeß. ziere, darunter Grafen, Freiherren und einfache„ vons" vernommen Ein umfangreicher Wucherprozeß, in welchem etwa 100 Offiwerden sollen bziv. schon kommissarisch vernommen worden sind, beginnt morgen vor der 1. Straffammer des Landgerichts I in dem fleinen Schwurgerichtssaal des alten Kriminalgerichtsgebäudes. An geklagt wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wuchers sind: Ser Privatier Wilhelm Holzapfel, der Rentier Gustav Adolph aus Steglit, der Agent Heinrich Hinrichs, der Kaufmann Jakob Bein, der Agent Karl Kruschwit, der Hypothekenmakler Georg Schumann, der Agent Julius Gräser, der Makler August Willführ aus Hannover, der Kaufmann Josef Rosenblatt aus Hannover und der Kaufmann Otto Kienaft. Die Angeklagten werden beschuldigt, in Gemeinschaft mit dem im Jahre 1907 verstorbenen Rittmeister a. D. Christian Bergmann die als Zeugen geladenen Offiziere bewuchert von Pressenthin und dem inzwischen flüchtig gewordenen Kaufmann zu haben. Unter den geladenen Offizieren befinden sich ein Graf Dohna- Mallwik, Freiherr von Seckendorf, von der Lippe, von Alvensleben, von Hollmann, von Hokow u. a. stand schon einmal im Januar v. J. Termin an, der seinerzeit In dieser Sache der Vertagung anheimfiel. Für die jeßige Verhandlung find Ausgang des Prozesses berichten. mehrere Wochen in Aussicht genommen. Wir werden über den Versammlungen. In der Generalversammlung des Zentralverbandes der Hand beamten find, ergab eine Verhandlung vor der Insterburger Straf- Ausgabe beliefen sich im vierten Quartal auf 23 673 M., im ganzen Inngsgehilfen gab Schmidt den Kassenbericht. Einnahme und kammer. Hier hatte sich der Güteragent August Schmadtke wegen Jahr 1913 auf 66 553 M. umfangreicher Grundstüds- und Hypothekenschwindeleien zu ver- Bierteljahr allein 5148 M. gewährt worden, während die Gesamt An Unterstützungen find im letzten antworten, und wurde, da er seine Opfer in der gewissenlosesten summe für das Berichtsjahr 10 977 M. betrug. Die Mitglieder Weise betrogen hat, zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Ein zahl ist von 3295 auf 3634 gestiegen. Außerdem gehörten der Operngattung zu schaffen versuchen. Ihm war die Fähigkeit zuzu Opfer ist sogar geistestrant geworden. Es wurde festgestellt, daß der Jugendsektion 157 Mitglieder an. Rogon schilderte die Ent trauen, jenes neue Genre, das sich musikalisches Lustspiel" nennt, Angeklagte die Unteroffizierschule besucht und sechs Jahre im Heer wickelung und Tätigkeit der Berliner Ortsgruppe im verflossenen der Vollendung nahe zu bringen. Es galt, italienische Liedmäßigkeit gedient hat. Er wurde dann in Hagen Bolizeisergeant und war Jahr. Er bob vor allem die umfangreichen Bemühungen hervor, und pittoreske Grazie mit modernem Parlando- Stil zu verschmelzen später in Minden und in Barmen Polizeibeamter. In der letzten Namentlich den Warenhausangestellten ist in erhöhtem Maße Aufdie zur Besserung der Lage der Berufskollegen gemacht wurden. Ganz gelang diese Durchführung allerdings noch nicht. Wolf- Ferrari Stadt fälschte er ein Zeugnis des Bürgermeisters über ihn, das er merksamkeit gewidmet worden und wird es auch fernerhin werden. lehnt sich manchmal( beispielsweise in dem Ständchen des verliebten heimlich aus einem Brief genommen hatte. Dafür wurde er be- Der Redner ging dann näher auf die Verhältnisse und Verhand Lautensängers) noch recht offensichtlich an Verdi an; und dann scheint es, als verlöre er sowohl den französischen Zeitcharakter, als straft. Später wurde er trotzdem in Rhein abermals Polizei- lungen der Konsumangestellten ein. Er berichtete ferner von einer auch den Boden, auf dem sich die Handlung abspielt, aus den Augen beamter. Als jetzt die Strafe gegen ihn vollstreckt werden sollte, großen Zahl von Uebertretungen der Bestimmungen über die Sonn der Italiener von heute friegt da mehr, als man wünschen mag, fing er die in Frage kommenden Briefe ab und meldete schließlich, tagsruhe, die von einer besonders eingesezten Kontrollkommission die Oberhand. Das sind indes nur Momente, die man wieder im daß er erkrankt und gestorben sei. Es kam jedoch heraus, daß er festgestellt worden sind. Die Ortsverwaltung beabsichtige, im Anhören des ganzen Musikgewebes vergißt. Der Komponist versteht seine Todeserklärung selbst geschrieben hatte, und er wurde dafür laufenden Jahr sich mit der Lage der Kollegen in der Industrie es, ein Filigran feinster farbiger Conwellen von durchsichtiger bestraft. Ms er diese Strafe verbüßt hatte, wurde er Detektiv und Referent noch kurz auf den Ausfall der Wahlen zur Ortskrantenund in der Konfektionsbranche zu befassen. Schließlich tam der Stüde mit Allongeperücken usw., wenn sie obendrein so später Güteragent, und als solcher rupfte er die Landbevölkerung. fasse zu sprechen. Den den Handlungsgehilfen zugebilligten Anteil liebenswert musikalisch illustriert erscheinen, wie in diesem Eine feine Karriere. an der Verwaltung halte er für viel zu gering und es sei wohl Falle, passen gut zum höfifchen Kunstzopf. Dennoch tommt in dem zu erwägen, ob bei einer kommenden Wahl nicht eine gesonderte ganzen Hause feine intime Stimmung auf. Wohl auch deswegen, Lifte in Gemeinschaft mit den Transportarbeitern aufgestellt werden weil zwar oft vorzüglich gesungen wird, aber nur nach akademischem Vor einigen Jahren wurde in Köln der unfaßbare Streich befolle. Nun erörterte Bubliß die Ergebnisse der Kaufmanns Zuschnitt gespielt werden darf. Es bleibt bei allem Getue immer gangen, die Lungenkranken aus der weit vor der Stadt gelegenen in Berlin nicht als befriedigend angesehen werden dürfe, liege doch gerichtswahlen. Er kam zu dem Schluß: wenn auch der Ausfall ein schaler Rest von Schnürbrüftigkeit zurüd. Einzig Artôt de Lindenburg" in das„ Augustahospital" in der Stadt zu verlegen. auch fein Grund zu besonderer Unzufriedenheit vor. Jedenfalls Pavilla betegte sich als Kammerfäßchen Lisette soubrettenhaft frei und ungeniert. Herr Hoffmann nahm seinen Alten hübsch Dieses Krankenhaus liegt unmittelbar am Südbahnhof, so daß die konnte der Befihstand innerhalb Groß- Berline behauptet werden. gespazig; nur ermangelt seine Stimme zuweilen des Basses not- Kranten nicht nur den Vorzug des Tag und Nacht anhaltenden Die an diese Berichte anschließende längere Aussprache bot nichts vendiger Grundgewalt. Die vier Aerzte wirften äußerlich fomisch Lärms der Eisenbahn, sondern auch des Qualms der Lokomotiven Bemerkenswertes. In die Ortsverwaltung wurde Rogosch als in ihrer spizhütigen Amtstracht. Am Schluß gab es viel Beifall. haben. Für Lungenkranke gewiß eigenartige Heilfaktoren. Die erster Bevollmächtigter wiedergewählt. Zu seinem Stellvertreter Dann folgte, paffend wie die Fauft aufs Auge, das schablonenhaft" Rheinische Zeitung" unternahm damals gegen dieses Verbrechen wählte die Versammlung Lokoff und die Kolleginnen Neuthal ausammengemachte und schablonenhaft getanzte Jahrmarktsbild Die an den Lungenkranken einen Feldzug, der zwar großes Aufsehen und Mohr zu Schriftführerinnen. slawische Brautwerbung" vor dem ich ausriß. heizen. Notizen. " " Krankenhauszustände in Köln. Jugendveranstaltungen. ek. erregte, aber das flüngelnde Stadtparlament nicht zur Abänderung beranlassen konnte. Jetzt endlich, nach fünf Jahren, soll die Lungenheilstätte Südbahnhof" wenigstens einen nennenswerten Der Zenfurstreich gegen Hans Ryser, von dem Garten bekommen. Bei der Beratung im Stadtverordnetenkolle- bei Schulz, Surfürstenstr. 37. Vortrag des Kollegen Flieg über: Eine Lankwik. Heute Sonntag, nachmittags 5 Uhr: Unterhaltungsaben gestern die Rede war, soll, wie man nun liest, noch nicht endgültige gium am 19. März trollte sowohl ein liberaler wie ein Zentrums- Ferienreise durch die sächsisch- böhmische Schweiz" mit Lichtbildern. Nachdem Tatsache sein. Das Ei liegt noch im Brutstroh der Zensurinstanz, und wenn Glasenapp in der Beratung mit der Direktion des Künstler- Stadtverordneter auch diesen Garten noch verhunzen, und nun Gesangsvorträge und Rezitationen. Dienstag, den 24. d. M.: Mädchenabend bei Frau Modrat, CharlottenTheaters nicht erfolgreich figt, wird Jagow die fehlenden Grade nach- plakte in der Erregung Professor Dr. Hochhaus, der Chefarzt, mit ftraße 47, Anjang 8 Uhr. einem Geständnis heraus, daß man schon seit Jahren in dieser Donnerstag, den 26 d. M.: Lese- und Diskutierabend bei Heizmann, Theaterchronit. Das dreiattige Schauspiel Das Krantenanstalt die Patienten bewußt geschädigt hat. Er sagte: Marienftr. 7, Anfang 8 Uhr. berlorene Heim" von Tor Hedberg, das Karl Morburger über-„ Das Augustahospital verfügt über 500 Betten; dabei hat es 20 000 Sonntag, den 29. d. M., nachm. 5 Uhr: Unterhaltungsabend bei Schulz, Kurfürstenstr. 37. jezt hat, wurde für das Kleine Theater zur Aufführung erworben. Quadratmeter Raum, so daß auf den Kranken kaum der vierte Der Eintritt zu den obigen Veranstaltungen ist lostenlos. Es wird Borträge. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania Teil von dem kommt, was verlangt werden muß. Wir haben daher die Beteiligung aller Jugendlichen sowie der Erwachsenen erwartet. wird Direktor Fürst seinen Vortrag Hochspannung" in der dazu bis jetzt geschwiegen, weil eine Vergrößerung noch nicht mög- Nogatstr. 15, wird heute nachmittag 2 Uhr eröffnet. Ein reger Besuch dieser Neukölln. Die photographische Ausstellung im Jugendheim II, nächsten Woche allabendlich halten. lich war." Gegen die Trodenlegung des Spreewaldes interessanten Bilderschau ist auch der erwachsenen Arbeiterschaft zu wandte fich der Botanische Verein der Provinz Brandenburg. Ein In jedem Zuchthaus ist den Sträflingen genügend Raum zu empfehlen. Um 5 Uhr findet ein Vortrag des Herrn Greve über„ Photo Ausschuß soll geologische Gutachten einholen und das Weitere des gemeffen; in einem großen Krankenhause einer deutschen Groß- graphie" statt. Auch für fachmännische Führung durch die Ausstellung ist Protestes besorgen. Die Trockenlegung würde den Wert des Spree- ftadt aber werden jahrelang die kranken. Arbeiter so zusammen- Rügen- Saßniz- Bink- Lohme beteiligen wollen, müssen sich baldmöglichft geforgt. Alle Jugendlichen, welche sich an der Pfingstfahrt nach Stettinwaldes als Pflanzenformation bedrohen. gepfercht, daß ihnen nicht der vierte Teil des notwendigen Raumes in die Teilnehmerliste eintragen laffen. Eine neue Südpolarexpedition wird von Schweden zukommt. Das wissen die Aerzte, die Bürgermeister, die Stadtver- Tempelhof- Mariendorf. Heute Sonntag, nachmittags: Spiele im geplant. Englisches Geld foll Beihilfe leisten und englische Forscher ordneten, und alle schweigen, ja haben noch die Dreiftigkeit, das Freien, an den Schätzelbergen. Abends: Unterhaltungsabend im Jugendfollen an der Fahrt teilnehmen. Im Sommer 1915 soll sie auf- sozialdemokratische Blatt zu begeifern, als es schon vor Jahren brechen und etwa fünf Jahre dauern. . Modernes Programm. Ein Drehorgler sagt( in der Jugend"): Jezt hab id" Puppchen" und zwee Tangos, wenn id nu och noch Barfifal" uff de Balze friege, spiel' id nur noch in beffere Höfe!" gegen den Skandal protestierte. Es ist im Kölner Rathause nicht ein Einziger Sozialdemokrat, dafür aber ruhen in Stadtratssesseln einige Männlein, die fich in bitterer Selbstverspottung christliche Arbeitervertreter nennen laffen. heim. Dienstag, den 24. März: Mädchenabend. Mittwoch, den 25. März: Vortragsabend. Sonnabend, den 28. März: Jugendfeier. Dieselbe findet nicht in Laars Gesellschaftshaus, sondern im Tempelhofer Tivoli, Berliner Straße, Ede Friedrich- Karl- Straße, ftatt. Berbt rege für die Jugendbewegung! Denkt an die Schulenkaßung DER CUT tubgist? ist unzweifelhaft das augenblicklich begehrteste Kleidungsidstück, Wir bringen fertige Cutaways mit Westen in den Preislagen von M. 27. bis M. 54.und in durchweg bei billigen Preislagen auch ane hocheleganter und streng moderner Verarbeitung 1920 09.8 B Gestreifte Beinkleider zum Cutaway passend M. 5.50 bis M. 20.in sehr grosser Auswahl STAT MUSTERWERKST MAN- ERIATZ TE Verkaufsstellen: 82 Karlstr. N., Friedrichstr. 108 vis- à- vis Charlottenbg., Scharrenstr 36 Ecke Wilmersdorfer Strasse Sonntags von 12-2 Uhr geöffnet 26 Unsere Erfahrung in der AugenVistokrat Patent Kneifer Sehprüfung befähigt uns, Thre Оно Deutsches Reichspatent Optiker Ruhnke 12. 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Berlagsanstalt Baul Ginger& Co, Berlin S Kr. 80. Sl. Iahrgavg. 2. KcilM des.Fmiilts" Krlim Sonntag. 22. Mar; 1914. Nontag. den 23. Marz:?rauen--Cefeabend in Groß'Min. Kunst und„politische Parteisache/ In der Freitagnummer des„Berliner Tageblattes" findet sich ein« Erklärung des Herrn Friedrich K a h tz l e r, in der er seine Absage, an einer Märzfeier des Wilmersdorfer Wahlvereins mit- zmvirken, zu begründen sucht. Herr Kahtzler schreibt: „Gegenüber den verschiedenartigen Veröffentlichungen über die Gründe, die mich veranlatzt haben sollen, einem hiesigen so- zialdemokratischen Verein meine Mitwirkung als Vorleser zu versagen, sehe ich mich zum Zwecke der Richtigstellung veranlaht, folgendes zu erklären: Ich habe wiederholt vor Arbeitervereinen gelesen in dem selbstverständlichen Bewußtsein, ausschließlich künstlerischen Zwecken zu dienen. So las ich zum Beispiel aus Liliencron, Fontane, Dehmel, wobei ich mir mein Programm stets selbst wählte. Van revolutionärer Färbung war keine Rede. Ebensowenig habe ich diesen Veranstaltungen irgendwelchen politischen Charakter anmerken können; im Gegenteil ist mir die aufnahmefreudige, jedem engen Parteiwesen fremde Art des Ar- beiterpublikums stets eine frohe Genugtuung gewesen. Die letzte an mich ergangene Aufforderung trug auf dem Kopf des Briefes die Bezeichnung„Der Bezirks-Bildungsausschuß Groß-Berlin", eine klare Bestätigung meiner Auffassung vom Wesen dieser Veranstaltungen. Infolgedessen und auf Grund meiner früheren Erfahrungen kam es mir nicht zum Bewußtsein, daß es sich diesmal um eine politische Feier handeln sollte. Ich stutzte, als mir in einem späteren Briefe, fder de» Stempel„Sozialdemokratischer Wahlverein Wilmersdorf" trug) bestimmte Gedichte als wünschenswert vorgeschlagen wurden. Als ich dann in der Zeitung meinen Namen mit einer politischen Parteisache in Verbindung gebracht sah, kam für mich eine Mit- Wirkung nicht mehr in Frage, und ich zog meine prinzi- pi«ll gegebene Zusage sofort zurück. Denn ich stehe auf dem Standpunkt, daß meine Kunst unter keinen Umständen irgendeinem politischen Parteiinteresse dienen darf. Ob sich da, gegen mein Publikum aus Sozialdemokraten, Konservativen oder Liberalen zusammensetzt, ist mir vollkommen gleichgültig." Demgegenüber stellt der Vorstand des Wilmersdorfer Wahl- Vereins folgendes fest: „Die„Deutsche Tageszeitung", die sich durch De- nunziationcn jeder Art gerade in letzter Zeit besonders eifrig hervortut, wagt es ohne den Schatten eines Beweises zu behaupten, daß wir Herrn Friedrich Kayßler gegenüber den wirklichen Charakter unserer Märzfeier ver- schwiegen haben und auch Herr Kayßler selbst deutet in seiner Erklärung im„Berk. Tagebl." wie auch vorher diesen Vorwurf an. Demgegenüber müssen wir betonen, daß Herr Kayßler von vornherein wußte, daß er bei unserer Märzfeier revolutionäre Dichtungen zum Vortrag bringen sollte, wie er erst einen Monat zuvor in Berlin bei einem von der S o z.i a l- demokratie veranstalteten Dehmel-Abend mitgewirkt hat. Auf dem Kopf des gedruckten Programms fand sich damals klar und deutlich die Bezeichnung„Sozialdemo- kratischer Wahlverein für den 4. ReichStagslvählkreis", und ebenso deutlich hat der„Sozialdemokratische Wahlverein Wilmersdorf" als solcher Herrn Kayßler den Vorschlag gemacht, Dichtungen von Freiligrath, Heine, Herwegh, Mackay und Starm, also von Männern, deren Bedeutung in der Literaturgeschichte ohne Rücksicht auf irgendwelche„politische Parteisache" feststeht, zu rezitieren. Trotz diese? Wunsches wurde dem Künstler auS- drücklich überlassen, das künstlerische Programm zur Märzfeier nach seinem Ermessen festzulegen. An einem dahingehenden Brief, der über die Arider Veranstaltung und der Veranstalter seihst keinen Zweifel lieh, hat Herr Kayhler in keiner Weise Anstoß genomnien. Erst als am Sonnabend, den 14. d. M., das A g r a r i e r b l a t t in seiner bekannten Art seine und seiner kunstverständigen Freunde, die bekanntlich die wabr«„Herzensbildung" in Erbpacht haben,„Befremden und Bedauern" aussprach, hat der Künstler telephonisch am Sonntagmittag seine Zusage zurückgezogen. Dies« für den Künstler wie für uns peinlich« Tatsache muh fest- gestellt werden. Wir können die Angelegenheit damit für erledigt ansehen, zumal wir trotz der Kürze der Zeit noch in einem an- deren angesehenen Rezitator Ersatz gefunden haben." Parteiangelegenheiten. Theatervorstellung. > Das Prinzip. Lustspiel in drei Akten von Hermann Vahr. Sonntag, den 2 9. März, nachmittags 3 Uhr. im Deutschen Künstlertheator, Nürnberger Straße. Das feinsinnige Stück gehört zu den besten Erzeugnisien der neueren Lustspielliteratnr. Dr. Esch, der im Mittelpunkt der Handlung steht, erzieht feine Kinder nach dem Grund- satze:«Laßt den Menschen ihren Willen". Als jedoch die Kinder, älter geworden, anfangen, die ihnen dadurch an- erzogene Lebensauffassung in der Praxis des Lebens anzu indes bei aller Heiterkeit nicht de» nachdenklichen Hinter grundes entbehren. Karten zum Preise von 1,lO Mark einschließlich der G a r d e r o b e ng oh ü hr sind in folgenden Verkaufs st ellen zu haben; Zigarren- geschäft Hoxsch. Engelufer 15;.Vortvärts"-Spedition, Petersburger Platz 4; Bureau des sechsten Wahlkreises, Gericht- straße 71(von 9—1 und von 5—7 Uhr); Zigarrenaeschäft Schröder. Hagelbergerstr. 53/54. Theaterzettel und Einführung in das Stück im Theater gratis. Der Bczirks-BildungSansschnß Groß-Berlw. Vierter Wahlkreis. Am Montag, den 23. März, abends 8'/, Uhr. finden im Petersburger und Köpenicker Viertel gemeinsame Leseabendr statt. Für das Petersburger Viertel in der Riebeck- Brauerei, Frankfurter Allee 53,.Vortrog der Genossin Martha Demmning. Für das Köpenicker Viertel im Lokal Südost, Waldemaistr. 7b. Vortrag mit Lichtbild wn:.Wanderungen durch die Mark Brandenburg." Sechster Wahlkreis. Die Versammlungen der jugendlichen Mitglieder von 18— St Jahren finden diesmal am Mittwoch, den Sb. März. abends S Uhr. in folgenden Lokalen statt: Berolina-Festsäle, Schönhauser Allee 28; Kacze, r o w s k i, Ravenöstr. 6; Franke, Badstr. Ig, und Schröder» Stromstr. 36. Referenten sind die Genossen Erwin Reumailn, Wil» Helm Paetzel, Simon Katzenstein und Emil Eichhorn. Die Vorträge finden ihre Fortsetzung in den im vorigen Monat begonnenen Erörterungen über unsere Gegen- wartsfyrderungen und ist jeder der Borträge in sich ab- geschlossen. Die Genossen werden gebeten, die jugendlichen Mit- g l j« d e r auf diese Versammlungen a u s m e r k j a m zu machen. Neukölln. Am 24. und 3l. März, 7. und 16. April, abends 8 Uhr, findet in Bartschs Festsälen, Hermannstr. 49, der VorlragS- kursus„Die großen Utopisten und die Entstehung des Wissenschaft- lichen Sozialismus" statt. Vortragender' ist Genosse Dr. Hermann Tunckcr. Eintrillskarten zu 30 Pf. für alle vier Abende sind noch an den bekannten Stellen und am Saaleingang zu haben.— Auch für die heutige Tbeatervorstellung„Der Kaufmann von. Venedig", Lustspiel von W. Shakespeare, sind noch Billetts vorhanden. Lichtenberg. Dienstag. den 24. März er., abends 8'/, Uhr. Viertelsversammlungen. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Bericht und Neuwahl der Viertelsleitung. II. Viertel im„Schwarzen Adler", Frankfurter Chanssee: Vortrag:„Der Klassenkampf der Arbeiter". Referent: Reichstags- abgeordneter Genosse Käppler. III. Viertel im„Cafs Bellevue", Hauptstraße. Vortrag: „Aus Nebels Leben". Referent: Schriftsteller Genosse Max Schütte. IV. Viertel im„Bllrger-Kasino", Lückstr. 70. Vortrag:»Die Krise und die Arbeitslosen". Referent: Genosse Klingler. V. Viertel im„Kronprinzen-Garten", Franks. Chaussee 128: Vortrag:„Die Presse im Dienste der Reaktion". Referent: Reichs- tagsabgeordncter Genosse Büchner. VI. Viertel im Lokal von Miclke, Möllendorpstr. 14. Vor- trag:»Immer feste drauf!" Referent: Schriftsteller Genosse Emil Unger. Wilmersdorf. Am Montag, den 23. März, abends 8)4 Uhr, bei Schilling, Lauenburger Straße 20: Konstituierend« Versamm- lung der Jugendsektion des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vor- trag über„Jugend und Partei". Referent: Genosse Renner, 2. Freie Aussprache. 3. Wahl des Vorstandes. Die Jugendlichen im Alter von 18 bis 21 Jahren werden gebeten, zahlreich zu er- scheinen. Zehlendorf(Wannfeebahn). Am Dienstag, den 24. März, abends 8l/a Uhr, bei W. Mief, Karlstr. 12: Wahlvereinsversammlung. Vortrag »Die Reaktion von 1843 bis 1214". Tempclhof-Maricndorf. Die Jugendsestion hält am Montag, den 23. März, abends 8)4 Uhr, im Lokale von Benscheck, Marien- darf, Chausseestraße 27, ihre nächste Zusammenkunft in Form eines Diskutievabcnds ab. Thema: Militarismus. Gaste willkommen. Tcmpelhof. Heute Sonntag, vormittags 8 Uhr, suchet von den bekannten Stellen aus eine Flugblatt-Verbreitung zur Gemeindewahl statt. Die Parteigenossen, die sich an den Wahlarbeiten beteiligen, wollen sich an einer der folgenden Stellen einfinden: Restaurant Stnhlmann, Dorfstr. ö0: Martin Müller, Ringbahnstr. 42; Re- staurant Laagow, Friedrick-Karl-Str. 7: Restaurant Zimmet, Moltkestr. IT; Restaurant Schreiter, GottUeb Dunkelstr. l>g. Das Wahlresultat wird heute nachmittags tz)4 Uhr im„Wil, Helmsgarten" bekanntgegeben. Rudow. DienSlag, 24. März, abends 3 Uhr, im Lokale von Palm: Mitgliederversammlung deS Wohlvereins. Lankwitz. Heute Sonntag, mittags 2 Uhr, findet im Lokal von Giegl, Kailer-Wilhelm-Straße, Ecke Seydlitz straße, eine öffentlich« Gemeindewählerversammlung statt, in der Genosse Redalteur Karl Mermuth über das Thema; Sozialdemokratische Gen, ein depolitik sprechen wird. ES ist notwendig, daß alle Genossen und Genossinnen lebhost für die Versammlung ogrtiere». Grünau. Mittwoch, de» 25., abends 9 Uhr, in der„grünen Ecke", Köpenickerstr. 83: Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und der Funktionär«. Neuwahl des gesamten Vorstandes. Was lehrt uns die Gemerndewahl. Vereinsangelegen- heiten und Verschiedenes. Rosenthal. Diensiag. 24. März, abend» S>/, Uhr, im Lokale von Gust. Milbrodt, Walderseeslr. S; Ordentliche Generolvcrsamm- lnng. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr, Neuwahl des Vorstandes, der Funktionäre und Funklionärinnen. Stellungnahme zur Gemeinvevertreterwahl. Parteiangelegenheiten. Tegel. Montag abend 7 Uhr: wichtige Flugblattverhreitung hon den bekannten Stellen aus. DienSlag abend 8 Uhr: große öffentliche Versammlung in TrappS Festsälen. Referent Reichstagsabgeordneter Genosse P« u S. öerliner Nachrichten- berliner Bibliotheken.. Die moderne Großstadt bietet jedem nach Bildung und Wissen Strebenden eine Fülle von Möglichkeiten. Theater und Konzerte. Museen und Vorträge seien nur unter den de- deutendsten ständigen Einrichtungen genannt, die mit' wenig Mühe und mit verhältnismäßig geringem Kostenaufwande jedermann zugänglich sind. An der Spitze aller Bildungs- einrichtungen stehen aber zweifellos die zahlreichen Biblio» theken, die besonders in Berlin vorhanden sind. Die Bibliothek ist zu allen Zeiten diejenige Bildungsinstitution gewesen. welche die größte Anziehung und Wirkung auf die Geister ausübte. Sobald die Menschen der Schrift mächtig waren, ihre Gedanken auf irgendein« Art vergegenständlichen konnten (auf Stein, Bronze, Holz oder Papier), seitdem haben sie be- gönnen, die Dokumente ihre? Geistes aufzubewahren, zu ordnen, zu systematisieren. Die moderne Bibliothek hat also eine jahrtausendelange Entwickelungsgeschichte. Und es ist deshalb kein Zufall, wenn die Bibliotheken heute allerseits besonders planmäßig ausgebaut werden. An der Spitze aller Berliner Bibliotheken steht die König- liche Bibliothek, eine sogenannte Gelehrtenbibliothek. Sie zählt rund 1 Million Bände und zirka 30 000 Handschriften und ist ihrem Umfange nach die fiinftgrößte Bibliothek der Welt. Leider ist diese wertvolle Büchersammlung für die große Masse der Bevölkerung durch eine höchst reaktionäre Benutzungsordnung und Bibstotheksteuer so gut wie gesperrt. Aber nicht völlig! Der große Lesesaal ist immerhin zugäng- lich; es bedarf dazu nur eine Lesesaalkarte, die am Schalter bereitwilligst jeder Person ausgefertigt wird, die sich genügend legltimieren kann. Es steht dem Besitzer der Lesesaal- karte nicht nur die 20 000 Bände zählende Handbibliothek zur Verfügung, sondern auch jedes Buch der Hauptbibliothek kann für den Lesesaal bestellt werden, wo es dann so lange zur Verfügung bereitgehalten wird, als der Leser es wünscht; natürlich können mehrere Bücher zugleich bestellt werden. Sämtliche Bücher sind in einem Hauptkatalog, nach Autoren geordnet, verzeichnet; die zahlreichen und ansehnlichen Katalogbände beanspruchen zu ihrer ordnungsmäßigen Aufstellung einen kleinen Saal. Wer also einmal eine seltene Schrift zu lesen lvünscht und über die nötige Muße verfügt, der benutze getrost den königlich preußischen Bücherschatz. Die Bibliothek ist von früh 9 Uhr bis abends 9 Uhr geöffnet; Ausleihe und 5wtalogsoal nur bis 0 Uhr. An zweiter Stelle sei die Berliner Stadtbibliothek ge- nannt; sie umfaßt zirka 120 000 Bände; auch hier ist die Be- Nutzung nicht obligatorisch, sondern jede Person, die auszuleihen wünscht, muß eine bestimmte Garantie zu leisten im- stände sein; wer nicht durch seine soziale Stellung unbedingte Sicherheit zu bieten vermag, der bedarf eines Bürgen durch eine angesehene Persönlichkeit, eines Stadtverordneten usw. Der Lesesaal ist ohne weiteres für jeden zugänglich und es können gleichfalls die Bücher der Hauptbibliothck dahin bestellt werden. Besonders die schöne Literatur ist in der Stadt- bibliothek zahlreich und durch seltene Werke vertreten. Aber auch die übrigen Gebiete sind durch vorzügliche Literatur ver- treten, so daß der Wissensdurstige nur wählen darf. Nur der Lesesaal der Stadtbibliothek ist räumtich und auZ> in anderer Hinsicht nicht immer geeignet, den Ausenthalt angenehm zu machen; es dient dazu ein geräumiges, Halbdunkeles Zimmer im ehemaligen Markthallengebäude, Zimmerstraßc 90/91. Hoffentlich werden diese unhaltbaren Zustände bald aus der Welt geschafft. Die Stadtbibliothek ist von früh 10 Uhr bis aöends 10 Uhr geöffnet. Im Anschluß hieran erwähnen wir die zahlreichen städti- scheu Volksbibliotheken, dick in allen Stadtteilen vertreten sind. Sie führen in erster Linie schöne Literatur und daneben populäre naturwissenschaftliche und geschichtliche Literatur. Die städtischen Volksbibliotheken werden außerordentlich in Anspruch genommen; während der letzten Jahre schwankt die jährliche Ausleiheziffer zwischen 4 bis 5 Millionen Bänden. deren Höhe einigermaßen verständlich wird, lvenn man sich vergegenwärtigt, daß es bis zu 95 Proz. reine Unterhaltungs- literarur ist. Immerhin erscheinen uns diese Volksbibliotheken wirksame Dämme gegen die Schundliteratur zu sein. Die Bibliothek der Berliner Kaufmannschaft(30 000 Bände) enthält vorwiegend volkswirtschaftliche Literatur, und sie ist in dieser ihrer Eigenart besonders wertvoll. Ter große helle Lesesaal(Börsengebäude, Wolfgangstraße) ist öffentlich, dagegen ist das Ausleiherecht auch nicht obligatorisch. Hier ist die Bürgschaft irgendeiner einflußreick>en bürgerlichen Per- sönlichkcit notwendig. Die großen Bibliotheken, die Jiber wertvolle Bestände verfügen, scheuen sich mit Unrecht über- inäßig. ihre Schätze deni großen Publikum zugänglich jfijl machen. Ein Versuch würde die maßgebenden Persönlich- keilen bald eines besseren belehren, wie die bisherigen Er- fahrungen in dieser Hinsicht auch dafür sprechen. Ist es etwa zufällig, wenn aus dem Lesesaal der Königlichen Bibliothek im Jahre 1912 104 Bücher gestohlen wurden, während da- gegen aus dein Lesesaal der Heiniannschen Bibliothek in einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten nur 2 Bande ent« wendet wurden? Das sind doch Unterschiede, die nicht nur statistische, sondern auch moralische Bedeutung haben. Allgemeiner Beliebtheit erfreut sich die öffentliche Biblio- th«k, die Hugo Heimann der Berliner Bevölkerung zur Ver- siigung stellt. Ihr Wert und ihre Notlvendigkeit- steigt von Tag zu Tag. wie die Jnartspruchuahme deutlich zeigt. Diese Bibliothek nimmt zwischen der exklusiven Gelehrtenbibliothek und der üblichen Volksbibliothek eine glückliche Mittelstellung ein, insofern sie in gleichem Maße der Belehrung wie der Unterhaltung dient. Bei der Literaturauswahl sind Sachlich- keit und äußerste Objektivität die leitenden Gesichtspunkte ge- Wesen, so daß alle Parteien gleichmäßig zu Worte kommen. Di« Arbeiterschaft sollte diesem Ktilturinstitut ihre ganze Auf« merksamkeit zuwenden.— Aehnliche Bestrebungen wie die Hetmannsche Bibliothek verfolgt die Bibliothek der Gesellschaft für Ethisch« Kultur. Zuletzt erwähnen wir die Arbeit«rbibliotheken, nicht, weil sie für die Arbeiterschaft nur etwa»ebeiisächliche Bedeutung haben, sondern um sie besonders hervorzuheben. Die moderne Arbeiterbibliothek ist ganz neuen Datums; sie ist ihrem inneren Wesen nach ein Produkt der kapitalistischen Entwicke» lung, der selbständigen proletarischen Bewegung. ES liegt ihr die gleiche Idee zugrunde, wie der Arbeiterbildung über- Haupt; Seine gesellschaftliche Stellung zwingt das Proletariat. eine bewußt« Klassenbildung zu pflegen, die vor allein dazu dient, den Befreiungskampf des Proletariats zu fördern, ziel- klarer zu gestalten. Deshalb sind auch die Arbeiterbibliotheken von wesentlich anderer Art, wie ähnliche bürgerliche Einrichtungen. Sie pflegen in hervorragendem Maße die wissenschaftliche sozialistische Literatur, weil die bürgerlichen Bibliotheken mit wenigen Ausnahmen dieses Gift von ihren Lesern ängstlich fernhalten. Aber es würde der Höhepunkt der Torheit und beschränkten Verbortheit sein, wollten nun die Arbeiterbibliotheken die gleiche Praxis üben und alle nicht sozialistische Literatur auf den Index setzen. Vielmehr habei: sie auf allen Wissensgebieten strengste Objektivität geübt und alle Werke vpn bildendem oder belehrendem Werte, soweit e» die beschränkten Mittel erlauben, für ihre Leser erworben. Der Umfang einer Arbeiterbibliothek ist abhängig von den Geldmitteln der betreffenden Organisation. Unter den Berliner.Arbeiterbibliotheken verdienen besondere Beachtung die Bibliotheken des Metallarbeiter-, Holzarbeiter�, Trans- portarbeiter- und Buchdrucker-Verbandes. Sie sind für die kleineren Organisationen von vorbildlicher Bedeutung, der- fügen über beträchtliche und durchweg gute Bestände, erfreuen sich einer fachmännischen Leitung, welche Errungenschast nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Besuch englischer Arbeiter in Berlin. Im Laufe des Monats Mai werden etwa 100 englische Arbeiter und Angestellte unter Führung deS National Council of Adult Schools(Hauptvorstand der Schulen für Erwachsene) die Stadt Berlin besuchen, um die Stadt und staatlichen Anstalten und wbustriellen Anlagen zu besichtige«. Aehnliche Besuche fanden wde« Vizriii�ren in Franffurt a. M. nnd in Köln Patt. Im nächsten Jahre soll eine gleiche Anzahl deutscher Arbeiter und Angestellten aus Berlin einen Gegenbesuch in England machen. Der Zweck der gegenseitigen Besuche ist die Förderung der Verständigung zwischen den beiden Völkern. Die englischen Gäste werden auch das Berliner RatbauS besuchen und dort vom Magistrat empfangen werden. An den Empfang soll sich ein Frühstück anschließen. Vor der Hochzeit erschossen. Kurz bor der Hochzeit erschossen hat sich der 30 Jahre alte Buchhalter Erich G. aus der Frobenstraßc. G., der bei einer auS- ländischen Behörde beschäftigt war, wollte sich gestern mit einer Putz- macherin aus Charlottenburg verheiraten. Ein lebenslüstiger Mann, feierte er mit seinen Freunden und seiner Braut vorgestern abend in einem Weinlokal den Abschied vom Junggesellentum und der Freiheit, von der er einen ziemlich ausgedehnten Gebrauch ge- macht hatte. Er war den ganzen Abend über sehr lustig und nichts verriet, daß er sich mit dem Plan getragen hatte, nicht nur aus dem Junggesellentum, sondern aus dem Leben zu scheiden. Um so größer mar die Uoberraschunz�und der Schreck der Braut, als man ihn gestern tot wiederfand. Ohne über den Beweggrund irgendeine Aufzeichnung zu hinterlassen, hatte sich G. in seinem möblierten Zimmer in früher Morgenstunde erschossen. Beschmutzung des Reichstagsgebäudes. Straßenpassantcn machten gestern mittag die Entdeckung, daß das Ileichstagsgebäude in Mannshöhe an sehr zahlreichen Stellen mit roter Farbe bespritzt war, die, wie es scheint, mit jener roten Farbe identisch ist, die in der vergangenen Woche an dem Denkmal Kaiser Friedrichs in Charlottenburg verwendet wurde. Die roten Farbflecke besinden sich an der Nord-, Ost- und Westfront de? Reichstagsgebäudcs an dem Sandsteinfundament. An der West- feite ist besonders diik große Auffahrt beschmutzt» Namentlich die mächtigen granitenen Schnecken am Ende der Auffahrtsrampcn zeigen große Mengen der roten Flüssigkeit. Die anschließende Nordscitc weist die gleichen Spuren auf, besonders stark zeigen sie sich an dem viclbenutzten Portal V. Die Ostseite, gegenüber dem Palais dcS Reichstagspräsidcnten. trägt die Beschmutzungen nur etwa bis zur Mitte, wo auch die Podeste der großen Kandelaber vielfach befleckt sind. Tie zweite Hälfte der Ostfront und die ganze, nach dem Brandenbijjfger Tor zu gelegene Südfront sind verschont geblieben, oftcnbar, weil der Täter durch den dort herrschenden größeren Verkehr abgeschreckt wurde.»Die Form der roten Färb- flecke, die nach oberflächlicher Schätzung nach Hunderten zählen, laßt zweifellos darauf schließen, daß der Täter eine mit der Färb- flüssigkeit gefüllte Flasche in der Hand gehabt hat und diese beim Gehen ununterbrochen an die Wandflächen des Reichstagsgebäudes geschwenkt hat. Kurze Zeit, nachdem die Tat entdeckt war, wurde von einer Frau diese Flasche im Tiergarten gefunden. Sie ist ziemlich groß und war mit einem durchbohrten Korken verschlossen. Im Innern der Flasche befanden sich noch Reste der karmosinroten Farbe, die allen Anschein nach aus Anilin besteht. Die Beschmutzung ijt übrigens nicht sehr auffällig, da die Flecken, die an der Luft eine violette Färbung angenommen haben, fast in dem Grau des Sandsteins verschwinden. Die Kriminalpolizei ist sofort von dem Vorfall verständigt worden. Es dürfte sich allem Anschein nach um einen Dummenjungenstreich handeln. Tic Beschädigung des Kaiser-Friedrich-DrnkmalS in Charlotten- bürg ist bis auf einige Spuren, deren endgültige Beseitigung beim Eintritt sonnigen Wetters vorgenomnien werden soll, fast völlig be- Möen. Das gegen die Farbe angewandte Bl?ichverfahren. Waffer auitiSoda und Chlorkalk, hat sich bewährt. Es stich von der Be- fchädigung nur noch einige stark verblaßte nnd nicht zusammen- hängende Spuren übrig geblieben. Freilassung der polnischen Kirchendemonstranten. Die aus Anlaß der Demonstration in der Paüluskirche am vorigen Sonntag einige Tage darauf verhafteten Polen Äaczmarek, Slomski nnd Pietrzak wurden gestern mittag vom Untersuchungsrichter auS der Haft entlassen. Auf dem städtischen Viehhof waren am 10. und 20. März zahlreiche Frauen, etwa über 100 und etwa 20 Männer mit Reim- gungsarbeiten aushilfsweise beschäftigt. Wie uns mitgeteilt wird, soll nur einigen Arbeitern der Lohn für den letzten halben Tag— es wurde bis Mittag gearbeitet— voll ausgezahlt worden sein, im Gegensatz zn der großen Zahl der aushilfsweise Tätigen, die natür- iich den gleichen Anspruch haben. Von einem Wage» abgestürzt, vom andern überfahren. Dos Opfer eines doppelten. Unfalles wurde der LZ Jahre alte Arbeiter Gustav Böldicke aus Reinickendorf. B. war auf dem Ge- sundbrünnen auf einen Geschästswagcn hinaufgestiegen, um ein Stück mitzufahren. Er saß hinten am Wagenende und stürzte in der Graf-Rocdern-Allee rücklings von dem Gefährt herunter. Ein dicht hinterher folgendes Fuhrwerk konnte bei der geringen Entfernung nicht mehr früh genug angehalten werden, und so wurde B. auch noch überfahren. In bewußtlosem Zustand wurde der Verunglückte nach dem Virchowkrankenhaüs gebracht, wo eine schwere Gehirnerschütterung sowie innere Verletzungen bei ihm festgestellt wurden. Für' die UnHaltbarkeit der Zustände in der Umgebung der jetzigen Großmarkthalle am Alcxanderplatz, die schon so oft aus den verschiedensten Gesichtspunkten heraus beleuchtet worden ist, bietet der nachstehende, dem Magistrat mitgeteilte Feuerwehr- rapport einen weiteren Beweis: AM 25. Februar 1914 mittags entstand im ersten Stockwerk des Hauses Panoramastr. 2 Feuer. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte das Feuer bereits eine derartige Ausdehnung genommen, daß der diensthabende Brandmeister „Mittelfeuer" melden ließ. Da die Hintertreppe bereits verbrannt und die Vordertreppe vollständig verqualmt war, mutzte die Feuer- wehr die in den oberen Stockwerken wohnenden Personen aus ihren Wohnungen in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr löschte den Brand in mehrstündiger Arbeit und war mit den Aufräumungs- arbeiten bis gegen 9 Uhr abends beschäftigt. Wenn dieser gefähr- tiche Brand oder ein ähnlicher Fall zu einer Zeit eingetreten wäre, in der infolge des Marktbelricbes an der Zentralmartthalle die Panorama-, Gontard- und Neue Friedrichstraße mit Fuhrwerken aller Art und Handwagen vollständig angefüllt sind, wäre es nicht möglich gewesen, für freie Bewegung der Feuerwehr Raum zu schaffen und die in Lebensgefahr schwebenden Personen hätten viel- leicht nicht in Sicherheit gebracht werden können. Dieseff Vorfall zeigt wieder sehr deutlich, daß der Marktverkchr in den genannten Straßen im Interesse der Sicherheit der Be» wohner sobald als möglich beseitigt werden muß. Eine Slgitationsversammlung für das Franeutnrnen findet am kommenden Donnerstag in den Jndustrie-Festsälen, Beulhstr. 20 statt, in der über die Drangsalierungspolitik gegen den Arbeiter-Turnerbund und den Turnverein„Fichte" und über da§ Turnen der Frau und seine Bedeutung für das Bolkswohl referiert werden wird._ Durch Sturz vom Dache tödlich verunglückt ist vorgestern nach- mittag der 33 Jahre alte Arbeiter Hermann Brachlow au» der Kyfshäuserstr. 5 zu Schöneberg. B., der bei einem Meister in der Pal» lasstraße beschäftigt war, arbeitete mit einem Gesellen au dem steilen Dach de» vier Stock hohen Hanse» Kalb erger Str. 11. Während der Geselle sich angeseilt hatte, war seinem Handlanger das Betreten des Daches verboten. Er hatte vielmehr nur von der Luke aus dem Gesellen die Dachziegel zuzureichen. Hierbei lehnte er sich aber soweit hinaus, daß er das Gleichgewicht verlor. Im Hinunter- gleiten klammerte sich der Unglückliche mit beiden Händen an einige Dachsteine an. Diese aber lösten sich, und er stürzte mit ihnen in die Tiefe. Auf der Stelle getötet, blieb er aus dem asphaltierten Hofe liegen. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau mit drei kleinen Kindern. Bei der Reparatur eines Autos schwer verunglückt ist gestern der 44jährige Chauffeur Gustav Köhn aus der Revaler Str. 17. K., der bei der Breunipiritus-Gesellschaft in Tempelbof beschäftigt ist, wollte gestern abend an seinem Mercedes-Automobil eine neue Antriebskette anbringen. Nachdem er die Uebirtragnng aufgelegt hatt, ließ er den Motor langsam laufen, um das Funktionieren der Kette zu prüfen. Infolge einer unvorsichtigen Bewegung gc- riet der Chauffeur mit der rechten Hand in das Getriebe und die Hand wurde buchstäblich zermalmt. Ter Verunglückte erhielt auf der nächsten Unfallstation einen Notverband und wurde dann nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht, Ivo die verletzte Hand abgenommen werden muhte. Ein tödlicher Betriebsunfall ereignete sich gestern nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr in der Fabrik der Daimler-Motoren-Gesell- schaft zu Maricnfelde. Dort war der 22jährige Arbeiter Angela Z a n n r a t t i beauftragt, einen Benzintank zu reinigen. Als er nach einiger Zeit nicht wieder zum Vorschein kam, sahen seine Kollegen nach und fanden ihn bewußtlos auf. Die von dem hinzu- gerufenen Arzt angestellten mehrstündigen Wiederbelebungsver- suche hatten keinen Erfolg. Der Bedauernswerte war den giftigen Gasen bereits erlegen. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle Marienfelde gebracht. In der Fachschule für Schuhmacher, Linienstr. 102. beginnen die Kurse für Meister und Gesellen im Winterhalbfabr am Donnerstaq, den 2. April 1914, abends 7 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich auf: Vkodellschneiden. Warenkunde, Schäfte- und Leistenanfertigung, Buch« fiihrung und Bodenarbeit. Anmeldungen: Donnerstag, den 2. April, abends 7 Uhr, im Schnlbaus Linienstr. 102, Hof 1 Treppe. Näheres durch Plakate an den Anschlagsäulen am Sonntag, den 22. März und Sonntag, den 29. März 1914. Der Männcrchor„Fichte-Georginia 1879" sM. d. A.-S.°B.) Cbormeister: Th. Gervais, gibt heute abend im großen Konzertsaal der Brauerei Friedrickshaiir sein 3. Winterkonzerl. Kasieneröffming 0 Uhr. Anfang präzise 7 Uhr. Karten im Vorverkauf in den mit Plakaten belegten Handlungen 00 Pf. und an der Kaffe 73 Pf. Verloren gegangen sind die Aufnahmegebührenblocks Serie B. Nr. 17 848 bis 17 860 und Serie 10, Nr. 122 bis 130 der„VolkS- fürsorge", Gewerkschaftlich-genossenschaftliche Versicherungsaktien- gesellschaft Hamburg. Falls dieselben gefunden werden, wird ge- beten, sie der Rechnungsstelle Berlin SO. 10, Engeluser 18, zu überweisen. Bis dahin werden die Blocks hierdurch für ungültig erklärt.. vorortnachrichte«. Neukölln. Stadtverordnetenversammlung, l Fortsetzung der Etatderatun- gen.) Das Kapitel„Armen- und Waisenpflege" schließt ab mit rund 1000 000 M. und bedingt einen Zuschuß von 742 000 Mark. Stadtv. F u e r st sSoz.) beantragte, die für Barunter- stützungen ausgeworfene Summe von 182 000 M. um 50 000 M. zu erhöhen. Begründend führte er aus, daß Neukölln unter den Groß-Berliner Gemeinden an letzter Stelle stehe. Selbst Lichten- bcrg, da? gewiß finanziell nicht besser daran sei, gebe pro Kopf ulid Jahr für Armenunterstützung 2,20 M. aus, Neukölln aber nur 1,83 M. Nichtsdestoweniger solle offenbar noch mehr geknapst werden; denn ivährend die monatliche Ausgabensumme von 1912 aus 1913 ein Mehr von 1000 M. auswies, habe man jetzt gegen 1913 nur eine Steigerung um 700 M. vorgesehen. Das sei an- gesichts der vielen armen Witwen und geschiedenen Frauen, welche in Neukölln vorbanden sind, geradezu unerhört. Erfahrungen auS der ärztlichen Praxis des Redners hätten auch zur Genüge be- wiesen, wie erbärmlich gering die Hilfsbedürftigen abgespeist würden.— Stadtrat Dr. Mann bezeichnete den Antrag für überflüssig, da man die der Stadt zufallende gesetzliche Unter- stützungspflicht dock erfülle und das zahl«, was von den Armenvorstehern in Vorschlag gebracht werde. Der Vergleich mit anderen Gemeinden könne nicht gezogen werden, da Neukölln zu abnorm gewachsen sei, um mit allem mitkommen zu können.— Demgegenüber betonte der Antragsteller nochmals mit Recht, daß mit solchen Darlegungen die Unzulänglichkeit der Leistungen nicht weg- gedeutet werden könnten. Trotzdem lehnte die bürgerliche Mehr- heit die beantragte Erhöhung mit 34 gegen 24 Stimmen ab.— ßu der vorgeschlagenen Erhöhung des Honorars der acht Armen- ärzte legte Stadtv. Dr. Fuerst(Soz.) eine Resolution vor, die den Magistrat um eine baldmöglickie Vorlage über anderweite Rege- lung des ArmenarztshstemS ersucht, eventuell auf Grundlage der freien Arztwahl: andere Städte hätten damit die besten Er- 'ahrungen gemacht. Auf Vorschlag des Stadtrats Dr. Mann wird )ie Resolution der Armendeputation überwiesen. Der Voranschlag über..Krankenpflege" weist in der Ausgabe V/S Millionen Mark nach; 808 000 M. Zuschuß sind dazu zu leisten. Stadtv. Wutzkh(Soz.) teilte mit, daß ihm Be- 'chwerden unterbreitet worden seien, wonach die leitenden Ber- walkungZbeamten des Krankenhauses gelegentlich der letzten Buckower Gemeindewahl in absolut unzulässiger Weise auf das ihnen unterstellte Personal eingewirkt hätten. Man behaupte so- gar, daß der Direktor selbst mit Automobil die Angestellten ge- chleppt habe. Darin läge ein Mißbrauch der wirtschanlickien Stellung der betreffenden Beamten und eine unerlaubt« Beein- trächtigung der bürgerlichen Rechte de» unteren Personals, so daß vom Magistrat entschiedene Remedur erivartet werden müsse.— Stadtrat M i e r meinte, daß man den Beamten auch die AuS- Übung ihrer Bürgerrechte nicht verkümmern dürste, gab aber doch die Unzulässigkeit der vom Vorredner angeführten Uebergriffe zu. Das Kapitel„Straßen, Plätze und sonstige öffentliche Anlagen" wurde in Einnahme und Ausgabe mit 1279 000 M.(Zuschuß 1086 000 M.) und das Kapitel „Kapital- und Schuldenverwaltung" mit 3 191 000 Mark(Zuschuß 492 000 M.i festgestellt. Nach Erledigung der Sonderetats, auf die wir noch zurück- kommen werden, ging die Versammlung an die Feststellung der Gemeindesteuern. Der Entwurf siebt vor: Gemeinde- Einkommensteuer(100 Proz. Zuschlag) 2 350 000 M., Grundsteuer 2 300 000 M.. Gewerbesteuer 300 000 M., BetriebSstcuer 20 000 M.. Warcnhaussteuer 40 000 M., LustbarkeitSsteuer 70 000 M., Umsatz- teuer 330 000 M., Wertzuwachssteuer 200 000 M.. Biersteuer 170 000 M., Schankerlaubnissteuer 330 000 M., Hundesteuer 110000 M. Ebenso, wie in den Vorjahren, bekämpfte die sozial- demokratische Fraktion die Schankerlaubnissteuer. Ihr Redner, Stadtv. Hoppe, wies eingehend nach, wie ungerecht diese sei und wie sie insbesondere da? Gastwirtsgewerbe schädige und herab- drücke.— Unter großem Gelächter beteuerte darauf Stadtv. S e l t m a n n seine Abneigung gegen die Schankkonzessionssteuer, 'ügte aber hinzu, daß er unter dem Fraktionszwang nicht dagegen stimmen könne. Auch die Stadtvv. Schmidt und Medizinalrat Dr. Dietrich behaupteten, keine Freunde der Steuer zu sein. Noch andere Stadtvatcr wählten den besseren Teil der Tapferkeit und verschwanden eiligst vor der Abstimmung aus dem Saal. Trotzdem konnte nach einer Verteidigungsrede des Kämmerer» Lrlart, in der er weitgehendste Schonung bei Einziehung der Steuer versichert«, diese noch einmal mit 27 gegen 24 Stimmen gerettet werden.— Die anderen Steuerarten hätte der Rechnung»- auSschuß tn der oben anaefiihrten Feststellung genehmigt. Da aber dieser Steuerplan zur Balaucieruna des Etats nicht zureichte, so schlug er vor, daneben die noch fehlende Summe von mehr al» 200 000 M. aus dem Reservefonds zu entnehmen. Gegen diese Plünderung des Ausgleichssonds wandte sich Stadtv. Scholz (Soz.) mit Entschiedenheit. Die sozialdemokratische Fraktion verurteile nach wie vor eine derart verfehlte Finanzpolitik und be- finde sich dabei in guter Gesellschaft. Der Oberbürgermeister selbst sei es gewesen, der sich schon 1908 energisch dagegen ausgesprochen habe, für laufende Ausgaben Reserven in Anspruch zu nehmen. Bürgerliche Stadtverordnete hätten trotzdem der Plünderung de» Ausgleichsfonds immer das Wort geredet und wäre es nach ihnen gegangen, so wäre von demselben schon lange nichts mehr da. Schuld daran sei das unbegründete Festhalten an dem Zuschlag zur Einkommensteuer von 100 Proz., was um so unsinniger sei, als die wohlbabenderen westlichen Vorortgemeinden sckon über die 100 Proz. hinausgegangen seien. Gewiß brächte eine Steuer- erhöhung den Einwohnern eine unwillkommene Mehrbelastung. Wenn aber nicht einmal die hauptsächlichsten sozialen Pflichten erfüllt und die bitter notwendigen Reformen in den Gemeinde- schulen durchgeführt werden könnten, so müssen eben die Mittel dazu herbeigeschafft werden. Wer wolle es denn rechtfertigen, daß Neukölln in der Klassenfrequenz mit 53,8 am schlechtesten in Groß» Berlin dastehe?! Habe man doch die Mittel gefunden, um zu er- reichen, daß wir iu den höheren Lehranstalten mit dem Durch- schnitt von 35 Schülern pro Klaffe in Groß-Berlin mit an der Spitze stehen. Wie wolle man denn noch anders weiterkommen angesichts der Tatsache, daß der Reservefonds im nächsten Jahre aufgerieben sein dürfte?! Der schwere Schritt sei nicht mehr zu umgehen und deshalb beantrage er namens seiner Fraktion die Erhöhung der Einkommensteuer von 100 auf_110 Proz. zur Deckung des noch- vorhandenen Fehlbetrages.— wtadtv. Justizrat Abraham polemisierte heftig dagegen und betonte, daß er mit der Absicht in den Rechnungsausschutz gegangen sei, um die 100 Proz. aufrechtzuerhalten. Dasselbe schien ihm auch bei den sozialdemokratischen Vertretern in demselben der Fall zu sein. Leider hätten die Forderungen von derselben Seite im Plenum diese Meinung umgestoßen, so daß er Aeußerungen gehört habe, als ob diese Forderungen eigens den Zweck hatten, die Unzuläng- lichkeit der Reserven zu beweisen und eine Steuererhöhung not- wendig zu machen.(Stürmische Proteste bei den Sozialdemo- kratcn.) Er erinnere an die Aeutzerung, die kürzlich im Zweck- verband der Führer der Berliner sozialdemokratischen Fraktion getan habe: in öffentlichen Körperschaften müsse man handeln wie ein guter Hausvater! ES ist auch Ihre verfluchte Pflicht und Schuldigkeit— so ruft Redner den Sozialdemokraten zu—, zu sorgen, daß die Bürger nicht in Schulden kommen! Wo wir da» Geld hernehmen, scheint Sie bei Ihren Anträgen nicht zu be- drücken!(Stürmische Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten.) Nach einer erregten Schilderung, wie seine Klassengenossen schon durch die soziale Versicherung, Wehrbeitrag usw. schwer belastet werden, schloß Redner seine zum hohlen Pathos ausgearteten AuS- führungcn.— Stadtv. Dr. Fuerst(Soz.) wies in eingehender Rede den Vorwurf zurück, als ob die Sozialdemokraten durch Hintertürchen den Etat erschüttern wollten, und rekapitulierte die reaktionäre Haltung der Mehrheit gegenüber den bescheidenen sozialen Anträgen, die nur von dem törichten Ehrgeiz diktiert worden sei, die einzige Großstadt mit 100 Proz. Zuschlag schließlich zu sein.— Stadtv. K h l l mann bestätigte die Uebereinstimmung beider bürgerlichen Fraktionen in der Ausplünderung des Ausgleichsfonds.— In wirkungsvollen Ausführungen zerpflückte Stadtv. Wutzkh(Soz.) die Tiraden de? Städte. Abraham über die Ueberlastung de» Mittelstandes und verwies diesen auf die Kollegen der von ihm ja besonders beklagten Haus- und Grundbesitzer in Dortmund, welche in vervielfachter Form das„nationale" Wehrsteueropfer flugs auf die Mieter abgewälzt haben; weniger gerissen dürfte man in Neukölln gewiß nicht sein. Mit den„Lasten" der Ar« beiterverstcherung liege es genau so. Dem famosen Herrn aber. welcher gerufen habe, daß die Arbeiter die Steuern ja doch nicht tragen, müsse aber der Rat gegeben werden, doch etwas mehr sein Hirn anzustrengen; er werde dann unschwer herausfinden, ob der Bürger mit 10 000 M. Einkommen oder der Arbeiter selbst bei 2000 M. Einkommen nach Abzug von weiteren_10 Proz. Steuern wirtschaftlich besser stehe. Wie notwendig die Steuererhöhung sei, beweisen zur Genüge die geradezu ungeheuerlich niedrigen Pflege- sätze, welche Neukölln für seine Waisenkinder in den Landkolonien zahle. Da sei eS dann kein Wunder, wenn man bei Jnspektions. reisen Kinder vorfinde, deren Hände von der Arbeit verschwollen und mit Schwielen bedeckt sind. Bei solchen Zuständen gehöre schon etwas dazu, von matzlosen Anträgen der Sozialdemokraten zu sprechen.— Kämmerer Ar l a r t behauptete, schlechte Jahre rechtfertigten die Inanspruchnahme der Reserven, und plätscherte in Hoffnung auf bessere Jahre.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das haben Sie jedes Jahr schon gesagt!) Auf die Dauer käme man gewiß nicht um eine S t e u e r e r h ö h u n g herum. Der Magistrat fürchte aber, daß sofort Mehr- ausgaben beschlossen würden, wenn man jetzt Mehreinnahmen schaffe.(Hört! hortl bei den Sozialdemokraten.) An der teil» äußerst erregten weiteren Debatte beteiligten sich noch die Stadtvv. Hoppe(Soz.), Conrad(Soz.) und Z o u f a l l. Auch Stadtv. Abraham sprang dem Magistrat nochmals bei, indem er be- kannte, sein« Freunde könnten nicht vom Standpunkte des Unter- stützten, sondern müßten von dem des Unterstützenden aus urteilen. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Schließlich rief er aus: Solange wir die Macht haben, folgen wir Ihnen (zu den Sozialdemokraten) nicht! Nach viesem Rezept stiimnten dann auch beide bürgerlichen Fraktionen gegen die Erhöhung de» Steuerzuschlages um 10 Proz. und für die Erleichterung de» Re- scrvesonds um mehr als 200 000 M. Damit schloß die Etatberatung und die Versammlung trat in eine geheime Sitzung ein. Zu der Lichtspielaufftihrung für Kinder am heutigen Sonntag, mittags 12 Uhr, sind noch Eintrittskarten zu 10 Ps. in den Verkaufs- stellen und auch heute vormittag im Sekretariat, Neckarftr. 3, zu haben. Eharlottenbnrg. Ein»euer Spielplatz inmitten der Stadt soll in einer Größe von 5300 Quadratmetern auf dem Hinterland Berliner Str. 126 und Krummestr. 0 und 6» errichtet werden; er wird zunächst einen provisorischen Zugang von der Spreestraße und später noch einen von der Krummestraße erhalten. Die Grunderwerbskosten belaufen sich auf 013 270 M.• Schoneverg. In der Sitzung der GewerkschastSkommisfion teilte Genosse pquffe aus der Deputation des Arbeitsamtes mit, daß eS gelungen iei, einige kleine Verbesserungen für die Arbeitslosen zu erreichen. An Stelle des durch Krankheit ausscheidenden Genossen Kosanke soll Genosse Hausse als Vertreter für die Deputation der Stadtverordneten- Versammlung vorgeschlagen werden. Als Vertreter der von der GewerkschastSkommisfion unterhaltenen RechlSauskunstsstelle wurde Genosse Wardin gewählt. Am Schluß ersuchte noch Genosse Petri um regen Besuch des am kommenden Sonnabend vom BildungS- ausschuß veranstalteten Heiteren Abends. Lankwid. Dir Wahle» zur Gemeindevertretung halten die Bevölkerung de» OrteS i» Atem. Zwischen den bürgerlichen Richtungen ist ein Frosch- mäusekrieg schlimmster Art entbrannt. Auf der einen Seite stehen die Kandidaten, die sich der Gemeindevorsteher persönlich ausgesucht hat, während auf der anderen Seite für die Kandidaten der �genannten Kommunalvereine rüstig die Werbetrommel ge« schlagen wird. Und da jed« der beiden Richtungen ein Lokalblättchen zur Verfügung hat, braucht mit Tinte und Druckerschwärz» nicht gespart ,» werde». Und»mu muß«l neiblos anerkennen, an übertriebener Höflichkeit leiden bie gegen seitigen Liebkosungen nicht. Etel, Kröten, Schmods, Großmäuler, Lügner, Sumpfblasen sind noch ziem lich die bescheidensten Ausdrücke. Selbstverständlich ist es auch vor der Hauptwahl- beiden Parteien flar, daß die Sozialdemokratie im Falle einer Stichwahl das kleinere Uebel ist. Nach der Hauptwahl dürfte man sich bestimmt bald einer anderen Anschauung zuwenden und darum kann unseren Genossen nur dringend geraten werden, sich um die Redereien der streitenden Brüder nicht zu kümmern, sondern die letzten Tage vor der Wahl zu einer umfassenden Agitation zu benugen. Dann wird es möglich sein, unsere Kandidaten, die Genossen Paul Lange und Paul Radice, schon in der Hauptwahl zum Siege zu führen und die bürgerlichen Herren brauchen sich um die Stichwahl nicht zu bemühen. carligen Gerren brauchen fig um die Briz. Stimmenfang. An einige unserer Genossen, die Wähler in der 2. Abteilung sind, ist von bürgerlicher Seite das Ersuchen gerichtet worden, bei der am Montag stattfindenden Stichwahl zur Gemeindevertretung in der 2. Abteilung für den einen oder anderen Kandidaten zu stimmen. Da es der Sozialdemokratie ziemlich gleichgültig ist, wer von den beiden bürgerlichen Kandidaten in das Gemeindeparlament einzieht in fortschrittlicher Beziehung ist von keinem etwas zu erwarten werden unsere Genossen und alle, die mit unseren Bestrebungen sympathisieren, aufgefordert, strikte Wahlenthaltung zu üben. Buckow. Der von unseren Genoffen geforderte Frühwagen der elektrischen Straßenbahn verkehrt seit 16. d. M. versuchsweise auf die Dauer von 4 Wochen ab Budow 5,39. Es zeigt sich hier wieder einmal, wie rückständig das größte Verkehrsunternehmen von GroßBerlin ist. Nur probeweise soll der Frühwagen. der Linie 28 verkehren; danach muß erst der Verkehr da sein, obwohl der Ort sich nur dann entwickeln kann, wenn frühe Verkehrsmöglichkeit für zuziehende Bewohner vorhanden ist. Die Gesellschaft hat im übrigen nicht berücksichtigt, daß nach 4 Wochen erst noch ein größerer Verkehr zu erwarten ist, da die große Anzahl der Barzelleninhaber, die dann draußen wohnen, diesen Wagen benutzen werden. Remickendorf. Frauen- Leseabende. der Genossin A. Zadek über„ Steuern und Bölle". Erster Kreis. 1.- 4. Abt. bei Weihnacht, Grünftr. 21: Bortrag " Sonnabend und Sonntag: Der Kafferjäger Montag: Fran Barrens Ge werbe.( Anfang 8, Uhr.) allabendlich: Tangofieber.( Anfang 8 Uhr.) Walhalla Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. 5. Abt. bei Dreßler, Altonaer Straße 20: Vortrag der Genossin A. Aufhäuser über SteuerMontis Operetten- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fleder wefen". maus. Allabendlich: Jung- England.( Anf. 8 Uhr.) Zweiter Kreis. Montag, 8, Uhr bünftlich, in folgenden Rose Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Maschinenbauer Lokalen: Wiemers, Bülowftr. 58, Genoffin Grumadh:" Der Klassenkampi von Berlin. Abends: Die Königin der Detektei. Montag: Die Annafriege". II. und die Frau". Saß, Hornstr. 2, Genossin Blos: Die Befreiungs- Lieje. Dienstag. Mittwoch, Donnerstag, Freitag: Die Königin der Fröhlich, Blücherstr. 56, Ede Fontanestr., Genossin Baader: Detektei. Sonnabend: Das Recht auf den Tod. Sonntag: Die Königin Von der Utopie zur Wissenschaft". Lörisch, Markgrafenftr. 73, Genoffin der Detektei. Montag: Das Recht auf den Tod.( Anfang 8 1hr.) Wurm:„ Das tommunistische Manifest". Theater am Nollendorfplatz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Wissell über" Jugendpflege und Jugendfürsorge". Dritter Kreis. 1., 2. und 5. Abt. bei Tinius, Ritterstr. 123. Genosse schöne Helena. Abends und Montag: Prinzeß Gretl. Dienstag bis 3., 4., 6. und 7. Abt. Freitag: Russ. Ballett. Sonnabend: Der Jurbaron.( Anfang 7%, Uhr.) bei Henning, Alexandrinenstr. 44. Genosse Friedewald über„ Die Jugend". Sonntag und Montag: Der Jugbaron.( Anfang 8 Uhr.) 8., 9. und 10. Abt. in der Spreehoffantine, Busterhausener Str. 16. Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Allwördens. Genosse Langhammer über„ Die Jugend". Abends: Deines Bruders Weib. Montag, Dienstag. Mittwoch und Donnerstag: Unser Junge. Freitag: Ein Freund der Armen Sonnabend: Preciosa. Sonntag: Ein Freund der Armen. Montag: Unser abendlich: Die olle Webern.( Anfang Junge.( Anfang 8 Uhr.) Kasino- Theater. AllSonntagnachmittag 4 Uhr: Mädchenehre. Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Café Pingsheim. Der Heiratsgraf. Mehersteins.( Anfang 8 Uhr.) stein, der Stolz der dritten Stompagnie.( Anf. 8 Uhr.) Apollo. Sonntagnachm. 3 Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: HartMabendlich: Bohnsdorf. Montag 8%, Uhr, in der Villa Kahl. Vortrag der Genossin Elfriede Ryned. tag, den 31. März, statt. Vortrag der Genossin Matschte:„ Die Frau Borsigwalde. Der Lefeabend findet umständehalber erst Diens. und der Sozialismus". Brit- Buckow. Mittwoch 29 Uhr bei Becker, Chausseestr. 97. Bortrag der Genoffin Fr. Siedel über: Schule, Kirche und Religion". Friedenau. Montag, den 23. d. M., bei Klabe, Handjerystr. 60/61. Genoffin Seeliger spricht über:" Die Revolution von 1848". Neukölln. #F Hermsdorf. Mittwoch 8, Uhr bei Eggebrecht, Albrechtstr. 1. Johannisthal. Dienstag, den 24. März, im Restaurant Heidrich, Friedrichstr. 11a. Vortrag des Gen. Farwig über: Märzstürme". Köpenick. Montag, den 23. März, bei Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Vortrag des Gen. Guddat über:„ Konsumgenossenschaften". Lichtenberg. Mentag, den 23. März, für den ganzen Ort gemeinjam bei Arnold( Schwarzer Adler), Frankfurter Ebaussee. Genossin Bohm- Schuch spricht über:" Wohin gehört unsere weibliche Jugend?" Mariendorf. Dienstag 8 Uhr bei Benscheck, Chauffeeftr. 27. Vortrag des Gen. Seidel über: Frauenbildung und Arbeiterbewegung". Schule." Montag. Thema: Religion, Kirche und Ernst Burde). 1. Bezirk bei Neugebauer, Sanderftr. 11.( Referent 2. Bezirk bei Kolegey, Reuterstraße 62( Starl Gräf). 3. Bezirk bei Meißel, Bannierstraße 59( Heinr. Späthe). 4. Bezirk bei Strämer, Weserstraße 31( Sarl Wermuth). 5. Bezirk im Jdeal- Kafino, eichselstr. 8( Quise Siedel). 6. u. 7. Bezirk bei Schwengel, Elbestr. 8 8b Bezirt bei Gauter, Harzer Str. 88( Friz Koch). ( Wilh. Schulz). Sa Bezirk bei Kaiser, Wildenbruchstraße( Friz Carl). bei Schulz, Richardstr. 35( Friß Brinkmann). 9. u. 10. Bezirk 11. Bezirk bei Prill, Böhmische Str. 44( Erich Lezinski). 12. Bezirk bei Müller, Thüringer Straße 5( Emil Barth)). 13. Bezirk bei Laube, Bendaftr. 20( Gertrud Scholz). 14a und b Bezirk bei Felsch, Knesebedstr. 48/49( Hermann Stunze). 15. u. 17. Bezirk bei Beher, Nogat, Ede Bodestraße( August 18. 11. 19. Bezirt bei Tappert, Steinmetzstr. 114( Franz Breuz). Weider). 16a u. b Bez. bei Michlig, Dferstr. 8/9( Robert Stöppen). 21. Bezirt bei Bartsch, Hermannstr. 49( Richard Nowakowski). 20. und 24. Bezirk im Karlsgarten( Rudolf Schulz). 22. und 23. Bezirk bei Müller, Mainzer, Ede Biebrichstraße( Hermann Radtke). Es ist dieses der vierte Bortrag in der Erörterung unseres Parteis programms. Die Genossinnen werden dringend ersucht, vollzählig zu Nieder- Schöneweide. Dienstag 8%, Uhr bei Bengsch, BrikerReinickendorf- Oft. Montag, den 23. März, bei Sabau, Residenz Genossen und Genosfinnen! Sorgt dafür, daß kein Wahl- straße 124. Vortrag des Gen. Reuter über: Religion und Sozialismus. berechtigter der Wahl fernbleibt. Alle Stimmen vereinigen sich auf Reinickendorf West. Montag, den 23. März, im Jugendheim, Wach die Kandidaten der Sozialdemokratie! holderstr. 44. Bortrag des Gen. Gustav Scharff. Schöneberg. Montag, den 23. März: Gemeinsamer Leseabend im Lokal Schwarzer Adler", Hauptstr. 144. Vortrag der Genoffin Stulanty über: Hausfrauen- und Mutterpflichten und die Politik". Tegel. Montag 8%, Uhr im Jugendheim, Bahnhofstr. 15. Vortrag der Gen. Matschke:" Die Frau in der Zukunft". Wittenau. Mittwoch, den 25. März, im Lokal von Wittchow, Dranienburger Str. 99. Vortrag des Gen. Liebelt. Heute ist Gemeindevertreterwahl im ersten und dritten Bezirk. Gewählt wird von 2 bis 7 Uhr nachmittags. Wahllokal für den ersten Bezirk( Reinickendorf- West) ist die Turnhalle der 2. Gemeindeschule, Auguste- Viktoria- Allee 95/96. Kandidat ist der Genosse Franz Lange. Der dritte Bezirk( Reinickendorf- Ost, Provinzstraße mit ihren Seiten- und Nebenstraßen) wählt in der Turnhalle der 4. Gemeindeschule, am Hausotterplag. Kandidat ist der Genosse Paul Gursch. Situngstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Friedrichshagen. Montag, den 23. März, nachmittags 5 Uhr, im Rathause. Fortsetzung der Etatsberatung. Kaulsdorf. Montag, den 23. März, abends 7 Uhr, im Gemeindes fizungssaal, Adolfstr. 25. Lübars- Waidmannsluft. Montag, den 23. März, abends 7, Uhr, im Gemeindebureau. Etatsberatung. ftraße 6. Weißensee. Montag, abends 6 Uhr, im Rathause, AlbertinenDiefe Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Aus aller Welt. Der Reichskanzler und seine Arbeiter. Herr v. Bethmann Hollweg hat sich dank seiner im Fahrwaffer unferer bewährten Wirtschaftspolitik" segelnden Kanzlertätigkeit das Wohlwollen seiner agrarischen Kollegen erworben. Darüber hinaus scheint er aber auch der Zuneigung der agrarischen und industriellen Reaktionäre durch die von seinen Beamten betriebene 2ohn politit ficher zu sein. In der letzten Nummer der„ Berliner Gärtner- Börje" vom 19. März wird für das Gut Hohenfinow ein Gärtner durch folgendes Injerat gesucht: ho Jüngeren Gehilfeu, speziell für Freilandfulturen, bei 25 Mart Gehalt nebst freier Station stellt sofort, eventuell zum 1. April ein. Bewerbungen nebst Angabe bisheriger Tätigkeit erBittet Schloßgärtnerei v. Bethmann Hollweg 992 in obenfinow. Schulze, Obergärtner. erscheinen. ftraße 17. von 3-6 Uhr im Restaurant Aderstr. 122 und Budower Str. 14. Allgemeine Familienfterbekaffe. Heute Bahl- und Aufnahmetag Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhand. Sonntag: Sinfoniekonzert. Montag: Der Liebhaber als Arzt. Ballett. Dienstag: Der Rosentavalier. Mittwoch: Tannhäuser. Donnerstag: Figaros Hochzeit Freitag: Carmen. Sonnabend: Deffentliche Hauptprobe zum Sinfoniekonzert. Sonntag: Sinjonie fonzert. Montag: Bioletta.( Anfang 7%, Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Geschlossen. Montag: Beer Gynt.( Anjang 7 Uhr.) Dienstag: Die Benus mit dem Bapaget. Witt. woch: Peer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Die Benus mit dem Papagei. Freitag: Peer Gynt.( Anjang 7 Uhr.) Sonnabend: Die Venus Die Duigows.( Anfang 7%, Ühr.) mit dem Papagei. Sonntag: Peer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Deutsches Theater. Sonntag: Was Ihr wollt. Montag: König Heinrich IV.( 2. Teil.) Dienstag: Was Jor wollt. Mittwoch: Was Ihr wollt. Donnerstag: Bas Ihr wollt. Freitag: Biel Lärm um nichts. Sonnabend: Was Ihr wollt. Sonntag: Was Ihr wollt. Montag: Romeo und Julia.( Anjang 7, Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Der Snob. Montag: Wetterleuchten, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Der Snob. Freitag: Vom Teufel geholt. Sonnabend: Der Snob. Sonntag: Der Snob. Montag: Die gelbe Jade.( Anfang 8 Uhr.) Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Professor Bernhardi. Abends: Iphigenie auf Tauris Montag: Peer Gynt.( Unf. 7%, Uhr.) Dienstag: Pygmalion. Mittwoch: Iphigenie auf Tauris. Donnerstag: Simson. Freitag: Iphigenie auf Tauris. Sonnabend: Peer Gynt. ( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Peer Gynt.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Simion.( Anfang 8 Uhr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Rosinen. allabendlich: Wie einst im Mai.( Anjang 8 Uhr.) = Metropol. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Blikmädel. Die Reise um die Welt in 40 Tagen.( Anfang 7.55 Uhr.) Wintergarten. Sonntagnachmittag 3%, Uhr und allabendlich: Spezialitäten.( nfang 8 Uhr.) Reichshallen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr fowote allabendlich: Stettiner Sänger.( Anfang 8 Uhr. Sonntags 7%, Uhr.) Zirkus Busch. Sonntagnachmittag 3, Uhr und allabendlich 74, Uhr: Galavorstellung. 7 Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3%, Uhr und allabendlich Uhr: Galavorstellung. Gebr. Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Die von oben und unten. ( Anfang 8 Uhr.) Admiralspalaft. Eisballett: Die luftige Puppe.( Anfang 84, Uhr.) Berliner Gispalast. Im stung zum grünen Strange, it's thr.) Cines Palast am 300. Varieté Lichtspiele. Täglich: 6 Uhr. Cines Nollendorf- Theater. Varieté- Lichtspiele. Täglich: 6%, unb Urania- Theater. Bis auf weiteres täglich: Hochspannung.( Anfang 9 Uhr. 8 Uhr.) Briefkasten der Redaktion. Die fariftife Sprechstunde findet 2tu bextraße 69, born bier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends, son 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen betanfügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt tk, verben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechftande vor. nicht ein Zahlungsversprechen oder Schuldanerkenntnis der Großmutter Morih. 1. Die Gesellschaft ist u. E. erfatpflichtig. 2. Nein, falls Sie hrer Frau nachweisen können. Das Zwedmäßigste ist, daß lettere ein Testament errichtet. R. 100. Leider zulässig. Das zwedmäßigste ist, fich mit der Armenverwaltung in Verbindung zu sehen. schweren Sie sich beim Versicherungsamt, Klosterstr. 65/67. 59. Ihnen müffen etwa 25 m. wöchentlich belaffen werden. Reichen Sie W. E. 3. Be A. W. B. bei dem Amtsgericht Erinnerung gegen den Pfändungsbeschluß ein. St. 15. Unferes Erachtens ja. 2, Baumschulenweg. 1. und 2. Ja. deutsche Konsulat in Paris unter Darstellung des Sachverhalts. 3. Das ist Nr. 777. Ja. P. S. 15. 1. und 2. Wenden Sie sich an das als 1500 m. fein ausreichender Grund. R. 35. 1. Bei einem Einkommen von mehr 2. Die Abficht, auszuscheiden, teilen Sie unter Mitteilung lottenburg mit. Sie erhalten demnächst eine Vorladung, der Sie Folge der Personalien und Ihrer Religionszugehörigkeit dem Amtsgericht Char leiften müssen. Weißensee 000. Fordern Sie unter Seßung einer Frist vom Wirt Beseitigung des Uebelstandes unter der Androhung, daß Sie nach Ablauf der Frist Klage auf Bertragslösung erheben werden. Eine solche hätte, wenn Sie Ihre Behauptung beweisen können, Aussicht auf Er folg. Abonnent Beelit. 1. Auch der Ausländer ist bezugsberechtigt, folange er im Ausland wohnt. 2. Die Steuerpflicht bleibt besteben. 3. Für bie fragliche Zeit tann Erlaß der Steuer verlangt werden. Die Veranlagung für das kommende Steuerjahr geschieht nach dem mutmaßlichen Ein tommen.$. Sch. 111. Bisher liegt eine Dienstbeschädigung nicht bor. Sollte eine solche eintreten, so muß fie sofort gemeldet werden. Obes 4338. Sa. P. 5. 54. Nein, Sie müssen flagen.n Moabit 1616. Falls sich die Beranlagung auf die Zeit bis einschließlich Dezember 1913 bezieht, muß die Steuer bezahlt werden. Heinz. 1. 1. 2. wwww a. Ja, Ipfern die Forderung ausgeklagt ist. 4. Innerhalb vier Jahren. beschlagnahme zulässig, wegen bereits früher fällig gewejener Steuern nicht. E. S. 25. Wegen der Steuer für das laufende Quartal ist die Lohn Eine Beschwerde ist an die Steuerdeputation des Magistrats zu richten. F. B. 20. Die Anmeldung und die Erteilung der Bescheinigung ge schieht kostenlos. G.$. 15. Ja. Falls der Schuldner die Forderung bestreitet, tönnen Sie ihm den Eid zuschieben. 1000$. Ja, falls die Lebensmittelwaren sich in besonderen Räumen befinden. A. 3. 84. Ja, soweit der Arbeitslohn 28,85 M. pro Woche oder 125 M. ntonatlich übersteigt. M. 100. Versuchen Sie es mit der Reklamation. Diese ist bei dem Bibilvorfizenden der Ersakkommission anzubringen. C. 2. 107. Bis zum Ersten abends. A. S. 218. Wir halten den Standpunkt der Staffe für falsch. Beschweren Sie sich bei dem Versicherungs amt, Klosterstr. 65/67. R. S. 20. Leider nicht. M. H. 100. Läßt fich nur nach Kenntnis des Inhalts der Stiftungsurkunde sagen. Sie besprechen am besten die Angelegenheit mit dem Anwalt, der eventuell auch Einsicht in die Prozeßaften befäme und alsdann eine Auskunft er teilen tönnte. R. M. 23. 1. Ja 2. 4-6 M. tönnten befchlagnahmt werden, Gegen den Pfändungsbeschluß fann beim Amtsgericht Erinnerung erhoben werden. 2. S. 390. 1. und 2. Ja. 3. Falls das Kind in Berlin erzogen wird, etwa 30 M. monatlich. Falls Sie rüdständig bleiben, ist die Lohnbeschlagnahme zulässig.- E. B. 100. Unseres Erachtens nein. Vielleicht läßt sich jemand durch das erhebende Bewußtsein, im 5. R. 18. Berliner Tischlerschule, Straßmannstr. 6. Direktor: Ad. Dienste des obersten Beamten des Reiches zu stehen, verlocken, die Theater in der Königgräher Straße. Sonntag: König Richard III. Gustavel, Berneuchener Str. 3. Exponent. Fragen Sie an beim ersten Stelle anzunehmen, da der fürstliche Lohn von 83 Pfennig pronfang 7 Uhr.) Montag: Hinter Mauern. Dienstag: Die Stronbraut. Borfißenden des Arbeiter- Stenographenbundes D. Schlager, Berlin- TempelTag für einen gelernten Arbeiter weniger anreizend ist. Mittwoch: Die fünf Frankfurter. Donnerstag: König Richard III.( nhof. Staiferin- Augusta- Straße 70. J. G. R. 41. Sleidungsstüde für fang 7%, Uhr) Freitag: Brand.( Anfang 7, Uhr.) Sonnabend: Die Männer: Herberge des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Für Männer Kronbraut. Sonntag: König Richard III.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: und Frauen: Verein für Obdachlose, Wiesenstr. 55. Für Männer, Frauen Ein Geisteskranker zu Tode geprügelt. Brand.( Unjang 7%, Uhr.)( Anfang 8 Uhr.) und Kinder: Städtisches Asyl für obdachlose Familien, Fröbelstr. 15. Deutsches Künstler- Theater. Ein barbarischer Roheitsatt hat sich in der Jrrenanstalt auf dem Prinzip. Abends: Der Raub der Sabinerinnen. Montag: Der Bogen Regierung vorläufig nicht zu erwarten. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das 3. 156. 1. bis 3. Nicht bekannt. 4. Bei der jeßigen Stellungnahme der Leopoldifelde in Budapest ein Wärter gegen einen Geistestranten zu des Odysseus. Dienstag: Der Raub der Sabinerinnen. Mittwoch: Der schulden kommen lassen. Der Jrrsinnige Balffi legte in der letzten Biberpelz. Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag: Schirin Nacht eine große Aufgeregtheit an den Tag und zerschlug mehrere Der Biber peiz. Montag: Unbestimmt.( Anfang 8 Uhr.) und Gertraude. Sonnabend: Der Raub der Sabinerinnen. Sonntag: Fenster. Aus Wut darüber wurde ihm von dem Wärter Oferda Komödienhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine verzwickte Sache, im Verein mit zwei weniger schweren Kranten eine Dede über Allabendlich: Stammermusit.( Anfang 8 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Deutsches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Frei schük. Abends: Parsifal.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Tiefland. Dienstag: Parsifal( Unjang 7 Uhr.) Mittwoch: Martha. Donnerstag und Freitag: Swinemde. 745 DSD6wollig Das Rheingold. Sonnabend: Parsifal nnd Sonntag: Parsifal.( Anfang Hamburg 742SS 7 Uhr.) Montag: Das Rheingold.( Anfang 8 Uhr.) Berlin Weidendammbrücke. ben stopi geworfen. Hierauf verſetzte der Mohling dem un- heater an der er müde Zycobor.( Anjang 8 Uhr.) glüdlichen Opfer derartige Fußtritte, daß es lebensgefähr liche Verlegungen erlitt, deren Folgen er erlag. Bei der Obduktion wurden allein 24 Rippenbrüche festgestellt. Der Warter wurde verhaftet. Kleine Notizen. Wieber eine Berhaftung. In Sachen des Kieler Werftprozesses gegen Frankenthal und Genossen wegen Beamtenbestechung hat die Hamburger Polizeibehörde auf Ersuchen des Untersuchungsrichters in Riel den früheren Verivalter der Kieler Werft, Otto Chrunst, verhaftet und dem Gericht zugeführt. Todesfturs eines Militärfliegers. Der Instrukteur an der Militärfliegerschule in Sebastopol, Hauptmann Andreadi, stürzte bei einem Fluge ab und wurde getötet. Arbeiterrifiko. Am Sonnabendvormittag stürzte an einem Neubau in Königsberg i. Pr. ein Gerüst ein. Bon den darauf beschäftigten Arbeitern wurden drei mit dem Gerüst in die Tiefe gerissen und schwer verlegt. Der Revolver als Kinderspielzeug. Das anderthalbjährige Söhnchen Walter des Gastwirts Schütte in Hamburg wurde am Sonnabend durch einen Revolverschuß getötet zu einer Zeit, als nur ein zehnjähriger Knabe zur Aufsicht bei ihm war. Der Knabe behauptet, das Kind habe mit dem Revolver gespielt und dabei sei der Schuß losgegangen und habe das Kind in die Stirn getroffen. Grubenunglück in Bosnien. Wie aus Serajewo gemeldet wird, wurden durch schlagende Wetter in der Grube des Kohlen. wertes Benica" fünf Arbeiter berschüttet und wahr [ einlich getötet. Ein Arbeiter wurde schwer verlebt, fonnte fich aber retten. " : Stationen Barometer arui quo Witterungsübersicht vom 21. März 1914. Wind clotung Windstarte Better Kemp. n.. 5.6.4. Stationen Baromeler fland mm Haparanda 766 Bind Онецфр Bindstarle Better Kemp. n. 4 2 moltig 11 4Regen 7 Betersburg 767 DGD 1 Dunst -10 744 SD 1 bededt 6 Scilly 7483 8 halb bb. Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 34 Uhr: Charleys Lante. All. Franti. a.M 745 SM abendlich: Die spanische Fliege.( Anfang 8 Uhr.) München 746 23 Wien Theater des Westens. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Der liebe Augustin. Allabendlich: Bolenblut.( Anfang 8 Uhr.) Thalia Theater. Allabendlich: 3 Dunst 2Regen 5 Aberdeen 739 NND 5 Stegen 2 Paris 744 6 8 bebedt 8 Uhr.) Die Tangoprinzessin.( Anfang 745S 3 Regen 3 Wetterprognose für Sonntag, den 22. März 1914. Gin wenig fübler, veränderlich, vielfach wollig mit etwas Regen mit Residenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gretchen. A mäßigen, vorherrschend füblichen Winden. Berliner etterbureau. abendlich: Der Regimentspapa.( Anjang 8 Ühr.) Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Liebe wacht. Allabendlich: Er und der Andere.( Anfang 8 Uhr.) allabendlich: Jettchen Gebert.( Anfang 8 Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die heitere Residenz. ber Landesanstalt für Gewäffertunde, mitgeteilt bom Berliner Betterbureau Jbstan Wasserstand Schiller- Theater O. Sonntagnawmittag 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Abends: Die Maschinenbauer. Montag: Die beiden Leonoren. Dienstag: Die Maschinenbauer. Mittwoch: Wann wir cltern. Liebe. Lettchens Geburtstag. Donnerstag: Die Maschinenbauer. Freitag: Wann wir altern. Memel, Tilfit Liebe. Lottchens Geburtstag. Sonnabend: Die Maschinenbauer. Sonn- Bregel, Insterburg tag: Wann wir altern, Liebe. Lottchens Geburtstag. Montag: Die Beichfel, Thorn Dder, Ratibor beiden Leonoren.( Anfang 8 Uhr.) Schiller- Theater Charlottenburg. Andreas Hofer. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Abends: Das Glüd im Wintel. Montag: Das große Licht. Dienstag: Meyers. Mittwoch: Das große Licht. Donnerstag: Die Warthe, Schrimm beiden Leonoren. Freitag: Das große Licht. Sonnabend: Wann wir Landsberg altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. Sonntag und Montag: Das große Rege, Bordamm Licht.( Anjang 8 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Aino- Königin. Allabendlich: Fräulein Trallala.( Anfang 8 Uhr.) Krossen Frantjurt Ibe, Reitmerig Dresden Barby Magdeburg Wafferstands- Nachrichten Bafferftand Beeston am feit 20. 3. 19. 3. am feit 20. 3. 19.3. 312 217 um 542 270-6 -16 cm³) +34 cm cm³) Saale, Grochlik 830 Havel, Spandau) 111 Rathenow 132 -15 Spree, Spremberg) 124 36 +3 30 263 4 272 246 207 186+1 +2 Befer, Münden 430 56 560)+2 82 516 228 144 Stoln 632 Nedar, Heilbron 220 434 2 Main, Hanau 394 864 276 -78 Höchfter Baffes Minden Rhein, Marimiliansau 578 Kaub Mosel, Trier 8 Uhr: Michael Stramer. Abends: Die Haubenlerche. Montag: Frau Neues Volkstheater.( Neue Freie Boltsbühne.) Sonntagnachmittag Warrens Gewerbe. Dienstag: Der Kaiserjäger. Mittwoch: Die Hauben lerche. Donnerstag: Frau Barrens Gewerbe. Freitag: Die Haubenlerde. 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Das Gesetz wird in erster und zweiter Lesung debatteloS an genommen. Etat für Südwestafrika. Der Titel.S t a a t s s e kr e t ä r' wird bewilligt; die hierzu von der Kommission beantragten Resolutionen, die Vermehrung der Eingeborenenkommissare, Unabhängigkeit der Anwälte und für die Verpflichtung zur Bezahlung öffentlicher Abgaben einen geordneten Rechtsweg fordern, werden angenommen. Das Kapitel Zivilverwaltung wird debattelos be- willigt. Beim Kapitel„Landespolizei� hat die Kommission bei den einzelnen Titeln Abstriche von zusammen 800 000 M. gemacht. Staatssekretär Dr. Solf bittet um Bewilligung der gestrichenen Mittel. Reben der Schutz truppe müsse eine starte Polizeitruppe bestehen; der Gouverneur balle 500 Mann für dringend erforderlich, während die bewilligten Mittel nur für 450 Mann ausreichen. Abg. Ledebour(Soz.): DaS ganze Gebiet, das allerdings IVj mal so grotz ist wie Deutschland, wird nur von 78 000 Eingeborenen bewohnt. Nach unseren Begriffen polizeilicher Betätigungsmöglichkeit reichen hierfür 450 Mann vollkommen aus, zumal ihnen 2000 Mann Schutztruppe zur Seite stehen, die nach einem gestohlenen Kalb sogar eine Abteilung mit Maschinengewehr ausgeschickt haben. (Heiterkeit.) Wir halten auch eine beträchtliche Verringerung der Schutztruppe für möglich und hoffen, datz der nächste Etat sie bringen wird.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Das Kapitel wird nach den Anträgen der Kommission bewilligt. Der Rest des Etats wird d e b a t t e l o s angenommen, ebenso die von der Kommission beantragten Resolutionen, die fordern, datz im Etat für 1915 die Kosten der Schutztruppe und der Landespolizei zu einem Drittel vom Schutzgebiete selbst getragen werden, datz die Tchutztruppe ihren Bedarf an Verpflegungsmitteln tunlichst auf fislaltschem Boden erzeugt, und datz bei den Eisenbahnbauten für Arbeiter und Eingeborene Sorge getragen wird. Es folgt die e r st e Beratung des von der Kommission bean- tragten Gesetzentwurfs, der bei Verkehrsanlagen die Anlieger zu Leistungen heranzuziehen gestattet. Abg. Waldstein(Vp.): Der Entwurf will der Regierung die Möglichkeit geben, die Konzessiongcsellschaften zu den Kosten der Verkehranlagen heran- zuziehen. Die Konservativen wünschen statt dessen die Annahme einer Resolution, die die Regierung zur Vorlegung dieses Gesetz entwurfs auffordert. Da ist es doch besser, den Entwurf selbst am zunehmen. Nur würde ich beantragen, statt:„die Grundeigem tümer sind heranzuziehen", zu sagen:„die Grundeigentümer können herangezogen werden". Es könnten dock) Umstände eintreten, die sich heute nicht übersehen lassen und ein Freistellen der Grund- eigcntümer rechtfertigen. Abg. Graf v. Westarp(k.): Es ist entschieden zweckmätziger, unsere Resolutton anzunehmen und dadurch der Regierung lediglich eine Anregung zu geben. Auf den Wortlaut des vorzulegenden Gesetzentwurfs wollen wir uns nicht festlegen. Abg. Ledebour(Soz.): Herr Waldstein hat eine Abschwachung ersten Grades, Graf Westarp eine solche zweiten Grades beantragt. Wenn überhaupt etwas erreicht werden soll, mutz es bei dem Gesetzentwurf, nicht bei einer Resolution bleiben. Der Entwurf ist ein Ausläufer des langjährigen Kampfes, den die Mehrheit des Reichstages gegen den Unfug der Landgesellschaften in Südwest- a f r i t a geführt hat. Wir find der Meinung, man sollte den Land- gcsellschaften de« gesamten Raub wieder abnehmen, denn die ersten Erwerbungen der Gesellschaften waren zweifellos fraudulent(betrügerisch).(Sehr richtigl bei den Sozialdemo- traten.) Unbedingt notwendig ist es aber, die Erhebung der Kosten zwingend zu machen und nicht in das Belieben der Regierung zu stellen, wie es der Abgeordnete Waldstein lvill.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Erzbcrger und Abg. Keinath(natl.) sprechen für den An- trag der Kommission. Die Debatte schlietzt; über die konservative Resolution wird bei der zlveiten Beratung abgestimmt werden. Es folgen Petitionen. Uebcr Petitionen des Zentralverbandes deutscher Bäcker. innungen„Germania" und des Bayerischen Hand- werker- und Gewerbebundes betr. Schutz gegen Boy- kott und Streikausschreitungen beantragt die Kom- Mission Uebcrgang zur Tagesordnung. Ein Antrag I r l(Z.) beantragt Ueberweisung der Petitionen als Material. Abg. Brey(Soz.): Der Antrag Irl ist auch unterstützt durch den Arbeitersekrelär Kotzmann. Ich hoffe, datz die anderen Arbeitersekretäre des Zentrums ihn mit mir bekämpfen werden. Die Absicht des Herrn Irl ist nicht ettvo, die Arbeiter gegen Terrorismus zu schützen, wie die ursprüngliche Fassung des Antrages vermuten lictz, sondern den Scharfmachern die Wege zu ebnen. Das geht auch aus einer Rede des Abegordneten Irl auf dem letzten Handwerker- und Gcwcrbckammcrtag hervor. In der Kommission haben wir zweifelsfreies Material für den Wirtschaftsterrorismus oer Unternehmer vorgebracht. Herr Irl hätte den Hand- werkern auf Grund dieses Materials sagen müssen, sie dürften selbst nicht Terrorismus üben, wenn sie Schutz gegen angeblichen Terrorismus der Arbeiter forderten. Das hat aber Herr Irl nicht getan.(HörtI hörtl bei den Sozialdemokraten.) Die Peti- ttonen zeichnen sich aus durch ungeheure Ucbertreibungen und größte Unkenntnis der Tatsachen. Es wird behauptet, datz in den Kämpfen der Arbeiter auch die Sabotage, die Ruinierung von Rkaschinen zur Anwendung komme. Aber gerade die deutsche Gewerkschaftsbewegung hat die Sabotage stets bekämpft, das wird auch ihr übelster Beurteiler anerkennen müssen. Also diese Begründung der Petitton entspricht nicht der Wahrheit. Ebenso unberechtigt ist die Gleichstellung des i Bäckerverbandes mit der sozialdemokratischen Partei. Weder der Bäckerverband noch die Partei will Zwangsmitglieder. (Abg. Irl: Sehr unrichtigl) Ich bin in der Gewerkschafts- und Parteibewegung tätig, Herr Irl kennt diese Dinge nur vom Hörensagen. Tagegen ist auf der anderen Seite bekannt, mit welchen Mitteln auf Seiten der christlichen Gewerkschaften Agitation betrieben wird; ich erinnere nur an die Agitation der Geistlichen. Die freien Gewerkschaften werden durch die inner« Ueberzeugung der Mitglieder zusammengehalten. Nicht eine Einschränkung, son- dern eine Erweiterung des Koalitionsrechts tut heute not. Die Landarbeiter haben ja fast überhaupt noch kein Koalitionsrecht, während die landwirtschaftlichen Arbeitgeber ihr Koalitionsrecht wirtschaftlich und politisch auf das rücksichtsloseste ausgeübt haben. Den Staatsarbeitern raubt der Staat das Koali- tionsrecht ebenfalls oder er führt die Vereine, die er zulätzt, am Gängelbande. Hier vollziehen sich Rechtsverletzungen, Ausschreitun- gen gegen Menschenrechte, hier wird die persönliche Freiheit be- einträchtigt und hier wäre Schutz zu fordern von jedem, der gleiches Recht für alle will.(Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten.) Die Gewährung eines freien Koalitionsrechts ist auch das sicherste Ventil gegen Auswüchse. Uebcrall wo Organisationen ohne Schikane und Bevormundung tätig sein konnten, haben sich die Kämpfe der Arbeiter in den Bahnen des Rechts und der Ordnung vollzogen, auch in Deutschland. Wo Ausschreitungen vorkamen, da waren die Arbeiter durch behördliche Matznahmen zur Verzweiflung getrieben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Die Hetze der Scharfmacher hat heute dahin geführt, datz die Arbeitswilligen sich öffentlich daraus berufen können, datz sie gegen Streikende in der rücksichtslosesten Weise vorzugehen ein Recht haben. Dabei schrieb selbst der /.Reichsbote" neulich über die Ar- beitswilligen, datz die Arbeitswilligen im großen und ganzen von niedrigen Motiven geleitet werden. Es heitzt in dem be- treffenden Artikel:„Das Wort Kameradschaft ist ihnen ein leererSchall. Es gibt. Kolonnen von gewerbsmäßigen Streik- blechern, die nur da auftreten, wo sie?lrbeitskollegen in den Rücken fallen können und die man als schlechte und trunkfällige Arbeiter sehr bald wieder entläßt, wenn ge- ordnete Zustände eintreten. Es gibt gewerbsmäßige Vermittler solcher Kolonnen. Man sollte uns nicht zumuten, vor solchen Ele- menten den Hut zu ziehen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wer im Militärdienst Kameradschaft, im Gottesdienst Bruderliebe gelernt hat, kann nicht in denjenigen, die von all diesen Tugenden nichts wissen wollen, besonders nützliche Elemente sehen."(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Durch die Hetze der Scharsmacher ist eine Stimmung gegen die Streikenden verbreitet worden, die auch auf die Rechtsprechung ein- wirkt. Der Glanbe an die Unparteilichkeit der Gerichte ist den Arbeitern� unter diese» Umständen längst verloren gegangen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich er- innere an den Stettiner Fall, wo ein Arbeitswilliger sreige- sprachen wurde, der wegen Mord und Totschlag unter An- klage stand. Dabei hatten alle Zeugen ausgesagt, daß der ermordete Streikende, ein ruhiger Arbeiter, mit den Händen in den Taschen auf den Mörder zugegangen war.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Unter diesen Umständen kann ich Sie nur dringend war- neu, dem Wunsche der Petenten zu entsprechen.— Die Petition geht aus von den Innungen, und gerade bei ihnen ist der Zwang zu Hause; denn eine Anziehungskraft zu freiwilligem Beitritt üben diese Organisationen nicht aus. Die Beiträge werden zwangsweise eingezogen; das übertrifft bei weitem den Terroristmls, den ein Arbeiter ausübt, wenn er einen anderen auf die Bedeutung der Organisation hinweist. Die Innungen, die am lautesten gegen den Terrorismus der Arbeiter schreien, üben auch bei der Erhebung der Strafgelder den ärgsten Zwang aus; in mehr als 6000 Fällen wurden die Strafgelder vom Ge- richtsvollzieher beigetrteben.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Die Bäckerinnung in Magdeburg hat ihren Mit- gliedern verboten, mit dem Bäckerverband in Verhandlungen über einen Tarif zu treten, ebenso wurde bei Strafe verboten, etwaige Verträge über Verständigung mit den Arbeitern bekannt zu geben. In Einzelfällen sind StrafenbisüberlOOOM. eingetrieben worden, und die Aufsichtsbehörde hat sich hinter solche Beschlüsse der Zwangsinnung gestellt.(Hört! hört!) In Tübingen hat die Bäckerinnung einem Bäckermeister die Mehllieferungab- getrieben; das ist viel schlimmer, wie wenn ein Arbeiter einem anderen das Werkzeug wegnehmen würde; welches Geschrei würde darüber im deutschen Blätterwald entstehen. 1907 wurden bei einem Lohnkampf der Bäcker in Berlin in einem Flugblatt die Meister, die die Forderungen der Arbeiter bewilligten, als charakterlose Leute bezeichnet, für die man imr die größte Verachtung haben könne, und es wurde ihnen die Hefesperre in Aussicht gestellt. So haben die Petenten den Befähigungsnachweis erbracht, über Auswüchse in der Arbeiter- bewegung sich zu beschweren. Sie sitzen so im Glashause, datz sie am wenigsten Anlatz hätten, den Reichstag mit solchen Eingaben zu belästigen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Und für daS terroristische Verhalten der Großindustriellen ist typisch das Vorgehen des Zementsyndikats gegen eine Fabrik, die mit 90 000 Mark Strafe belegt wurde, weil sie eine Preisvereinbarung nicht ge- halten hatte.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aehnlich wird in anderen Industrien vorgegangen. Also wenn die Unter» nehmer sich selbst solcher Zwangsmittel bedienen, die die Arbeiter gar nicht anwenden könnten, liegt wahrlich kein Anlatz vor, den Wunsch der Petenten zu berücksichtigen. Den Unternehmern wird auch, wenn sie den stärksten TerrorismuA üben, kein Haar ge- krümmt, die Arbeiter werden, wenn sie sich auch nur die ge- ringsten Bergehen auf diesem Gebiet« zuschulden kommen lassen, mit den schwersten Strafen belegt. Daraus geht klar hervor: not- wendig ist eine Rechtsverb esseru�ng, abgelehnt werden mutz jeder Versuch, eine Rechtsverschlechterung zuungunsten der Arbeiter herbeizuführen(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo- kraten.) Abg. Irl(Z.): Ein Teil der Ausführungen des Vorredner? gehörte gar nicht zu dieser Petition.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Auf Zie Strafgelder de r Innungen usw. will ich deshalb auch gar nicht eingehen. Auf den Schutz der Arbeitswilligen in der Grotzindusttie will ich auch nicht eingehen. Die Petitionen stammen aus den Kreisen der kleinen Unternehmer, die sich gegen den TcrroriSmus der freien Gewerkschaften viel weniger wehren können als die Großindustriellen. Fast täglich kann man in den Zeitungen solche Fälle von TcrroriSmus lesen, wo Arbeiter, die nicht den freien Gewerkschaften angehören, besonders in kleineren Betrieben, herausgeekelt werden. Die Arbeiter leiden unter diesem Terrorismus ebenso wie die kleinen Unternehmer.(Sehr richtig! rechts.) Redner führt einzelne solcher Fälle an, wo freigewerk- 'chaftliche Arbeiter die Arbeit niederlegten, weil christliche Arbeiter licht entlassen wurden. Eine Reihe solcher Fälle sind gerichtlich estgelegt, andere vor Tarifämtern. Auf diese Weije werden der Sozialdemokratie jährlich Tausende von Mlstgliedern zwangsweise zugeführt.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Es ist vorgekommen, datz ckristliche Arbeiter, die 14 und 15 Jahre in ihrer Stelle waren, entlassen wurden, weil ihre freigewerkschaftlich organisierten Kollegen mit Arbeitsniederlegung drohten.(Hörtl hörtl rechts.) Ueber solche Fälle kann man nicht zur Tagesordnung übergehen.(Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Die Sozialdemokraten reden sich nun dadurch aus, datz die Gewerkschafter bemüht seien, solche Ausschreitungen soviel wie möglich zu verhindern. So reden die Herren hier im Hause» aber drautzen rühren sie keinen Finger, wenn ihre Genossen ganz anders handeln. In einem solchen Falle wurde die Strafe eines verurteilten Arbeiters von seinem Verbände über» nommen.(Hört! hört I rechts.) Es ist keineswegs richtig, datz Streik- und Terrorismusvergehen von den Gerichten immer bestraft werden, wenn sie zur Kenntnis der Gerichte kommen. Gewih werden manchmal zu h a r t e S t r a f e n bei kleinen Bergehen verhängt, andere Gerichte� aber, z. B. das Nürnberger, erkläre» Terrorismusfälle für straffrei. Aber der Weg der Selbsthilfe ist für die Arbeiter nicht gangbar, weil er leicht zu Tätlichkeiten und Totschlag führt und auch schon geführt hat. Ebenso kann der kleine Unternehmer und Gewerbetreibende in einer mittleren Stadt sich gegen den Boykott nicht selbst schützen. Der sozialdemo- kratische Terrorismus hindert auch die christlichen und nationalen Gewerkschaften sich zu entwickeln und ein Gegengewicht zu schaffen. Die Petitionen sind ein Notschrei aus dem Handwerkerstande und können nicht dadurch für erledigt erklärt werden, datz der Reichs- tag ein Gesetz gegen das Streikpostenstehen abgelehnt habe. Die Koalitionsfreiheit wollen auch wir hochhalten, nicht aber den Zwang, einer bestimmten Koalition beizutreten. Hiergegen reichen die be- stehenden Strafbestimmuygen aus, nicht ausreichend aber find die Besttmmungen über die Schadloshaltung der durch Terrorismus Geschädigten. Ich bitte daher dringend, den Antrag der Kommission abzulehnen und die Petitionen dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Abg. Giesberts(Z.): Die Tatsache des Terrorismus steht fest und solange nicht der sozialdemokratische Parteivorstand und die Gene- ralkommission der freien Gewerkschaften ihn energisch verbieten, glaube ich nicht an den Ernst ihrer Gegnerschaft gegen den Terrorismus. Aber ich unterscheide mich vom Kollegen Irl insofern, als ich eine Aenderung der Gesetzgebung nicht für notwendig halte. Die Petitionen enthalten Teile, die zum Wider- s p r u ch herausfordern. Soweit sie sich mit dem politischen Terra- rismus beschäftigten, möchte ich sie am liebsten zur Berücksichtigung überweisen, denn der politische Boykott ist der verwerflichste von allen, und unter ihm leiden gerade die kleinen Handwerker bei öffentlichen Wahlen. Freilich ist dieser Terrorismus der Arbeiter vielfach eine Reaktion gegen den früher von anderen Kreisen bei diesen Wahlen ausgeübten Terrorismus. Allerdings ist das keine Entschuldigung. Der gewerkschaftliche' Terrorismus, wie ihn die Sozialdemokraten und freien Gewerkschaften ausüben, ist ei» Zeichen der Korruption und des Niederganges. Deshalb würde ich gern die Petitionen dem Reichskanzler als Material überweisen. Aber hinter dem grohen Geschrei nach Verbesserung des Straf» gesetzbuches stecken ganz andere Ideen und Interessen, nämlich die Abneigung gegen die gewerkschaftlichen Gedanken als solche und gegen die Tarifverträge.(Sehr wahr! bei den Sozial» demokraten.» Auch eine Stelle dieser Petitionen beweist das in charakteristischer Weise, die Tarifverträge werden dort als durch Boykott und Streikdrohung erzwungene Erpressung be- zeichnet.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Als Arbeiter kann ich deshalb nicht für Ueberweisung der Petition als Material stimmen. Den Sozialdemokraten aber rufe ich zu: In bezug auf ihre Gegnerschaft gegen den Terrorismus hilft kein Mcmlspitzeu» hier mutz gepfiffen werden.(Beifall im Zentrum.) Abg. v. Graefe(k.): Ich kann mich sehr kurz fassen; denn ich schließe mich lediglich den Ausführungen des Abg. Irl an. Abg. Brey(Soz.): Die konservative Partei hat den politischen Terror in die Kampfesmethoden zuerst eingeführt. Sie haben daher allen An- latz, sich bei dieser Frage kurz zu fassen. Sie machen bis auf den heutigen Tag jeden Landarbeiter brotlos, der im Verdacht steht, sozialdemokratisch gewählt zu haben.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Und in wirtschaftlicher Beziehung treiben Sie es nicht anders. Der Spiritusring hat eine Broschüre veröffentlicht, in der es heißt:„Wer sich nicht mit uns in Reih und Glied stellt, wird als Feind behandelt und zugrunde gerichtet."(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Herrn G i e s b e r t s, der meint. Maul- spitzen hilft nicht, es mutz gepfiffen werden, erwidere ich, er ist nicht unser Kapellmeister und ist nicht berufen, Vorwürfe bezüglich des Terrorismus zu machen. Ein Arbeitervertreter hat andere Aufgaben, als hier den Scharfmachern ins Konzept zu reden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es juckt mich förmlich, gegen Herrn G i e s b e r t s auszupacken mit Fällen, wo die C h r i st- l i ch e n terroristisch verfahren sind, wo sie in der Mehrheit sind, und diese Fälle sind keineswegs vereinzelt. Aber ich will den Scharfmachern kein Material liefern.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben den Terrorismus stets verurteilt; welcher Terrorismus wird nicht von den großen Unternehmern aus- geübt, um die Arbeiter in die gelben Gewerkschaften zu zwingen. Trotzdem spricht man immer nur von Terrorismus der Sozial- demokraten. Und wie man da übertreibt, beweist eine sehr peinliche Statistik der Industriellen, die sich über 7 Jahre mit 17 500 Streiks erstreckt und feststellt, daß auf 25 Streiks nur einer kommt, bei dem ein Verstoß gegen die Gesetze sich ereignet.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch die amtliche Statistik beweist, daß trotz der Zunahme der Gewerkschaften die Streikvergehen abgenommen haben. Irgendeine Veranlassung, die Arbeiter gesetzlich ungünsttger zu stellen, ist also nicht gegben.(Zustimmung bei den Sozialdem.) die von Irl angeführten Fälle will ich nicht näher untersuchen; sie würden vielleicht genau so zusammenschrumpfen, wie die 38 Nürnberger Terrorismusfälle des Herrn Schirmer, die bei näherer Untersuchung sich als ein Streitfall mit 38 Beteiligten sich herausstellten.(Heiterkeit bei den Sozialdemokrate».) Wen» aber auch alle Fälle des Herrn Irl zuträfen; was bewiese das? Sie würden es sich doch auch verbitten, wenn wir aus Verfehlun» gen einzelner Geistlicher auf das sittliche Niveau der Geistlichen überhaupt schließen würden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten,.) Genau so verbitten wir es uns, datz man aus solchen Vorkomm- nissen einen Schluß zieht auf den sittlichen Stand der Arbeiter. Wer eine Rechtsverschlechterung der Arbeiter nicht will, der mutz den Antrag Irl glatt ablehnen.(Beifall bei den Sozialdemokra- ten.) Abg. Giesberts(Z.): Ich schlage Herrn Brey vor, wir erlassen zusammen einen Aufruf gegen den Terrorismus. Datz die freien Gewerkschaften uns Christlichen gegenüber mit dem TerrorismuS begonnen habe», können Sie nicht bestreiten. Wollen Sie wirklich ernstlich geWerk- schaftlichc Arbeit leisten, so schaffen Sie ein erträgliches Verhältnis zwischen den verschiedenen Organisationen.(Zuruf bei den So- zialdemokratcn: Fachabteilungen!) Da kommen solche Aus- schreitungen nicht vor, wie sie freigewerkschaftlich organisierten Ar- beitern nachgewiesen sind. Sie als Partei der Freiheit sollten vor allem gegen jeden Terrorismus sein.(Bravo! im Zentrum;) Abg. Hoch(Soz.): Ausschreitungen kommen überall vor, solche Fälle, wie Herr I r l könnten wir Ihnen gegenüber auch anführen. So hat das Ortskartell christlicher Gewerkschaften in Gnesen an Arbeitgeber ein Schreiben gerichtet, worin diese darauf hingewiesen werden, daß sie auf kirchliche Aufträge nicht rechnen könnten, wenn sie weiter freie Gewerkschaftler beschäftigen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Also Sie haben kein Recht, uns mora- lisch« Vorwürfe zu machen. Und zwischen den Christlichen und den Fachabteilungen kommen genau solche Ausschreitungen vor. Unter diesen Umständen hat es keinen Zweck, nach Verschärfung der Gesetzgebung gegen die Arbeiter zu rufen. Herr GieSbertS " 1 " Hätte also beffer getan, sich entschieden gegen feinen Barteifreund| Deutschland für die immere Rolonisation geleistet habe; aber er tft| Wirksamkeit der Landräte gesprochen und damit alle andräte rl zu wenden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Herr uns die Beweise dafür fchuldig geblieben. Gr Irl behauptet, mir seien nicht aufrichtig bemüht, dem Terroris ferner hat auch die sozialdemokratischen, gemeint. die bisherige Tätigkeit ber staatlich kontrollierten mus, wo er vorkommt, entgegenzutreten. Das ist nicht richtig, aber Ansiedelungsgesellschaften scharf fritisiert. 40 000 neue An Abg. Hofer( Soz.): manchmal sind die Verhältnisse eben stärker. Auf Seite der Christ- siedlerstellen sind durch diese Gesellschaften in allerletzter Beit lichen kommen doch auch solche Fälle vor. Da müßten Sie danach geschaffen worden. Ist das etwa nichts? Der Abg. Braun hat die meinen Parteigenossen Braun die Anregung" gegeben, die Arbeiter, Der Abg. Weißermel hat heute in der Bolemit gegen also behaupten, das liegt daran, daß Sie nicht ernstlich genug 2ohnverhältnisse auf dem Lande getadelt und das die man vom Landerwerb ausschließt, zwar nicht vom Steuerdagegen vorgehen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Gine Stoalitionsrecht für die ländlichen Arbeiter gefordert. Ueber zahlen und von der Militärpflicht auszuschließen, wohl aber vom Belehrung, welche Wege wir einzuschlagen haben, lehnen wir ab. diese grundsäßlichen Fragen werden wir uns wohl niemals mit seiner Barlament. Durch den Schluß der Besprechung ist es mir unEin besonders schlechtes Gewissen haben wir auf diesem Gebiete Partei verständigen fönnen. Der Abg. Braun hat einen Fall vor möglich gemacht, zu beweisen, daß diese Anregung durch das Dreifeinesfalls. Der richtige Weg ist nicht Verschärfung der Straf- getragen, wodurch zwei sozialdemokratische Arbeiter von der staatlich lassenwahlsystem, das elende fte aller Wahlsysteme, schon gefeße, sondern größere Bewegungsfreiheit der Arbeiterverbände. kontrollierten und subventionierten Gesellschaft Eigene Scholle" ab erfüllt ist, da dieses die Arbeiter, die die meisten Steuern zahlen ( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) gewiesen wurden. Diese Gesellschaft ist eine G. m. b. H., die an- und die meisten Soldaten stellen, von der Mitwirkung an der segen kann, wen sie will. Einen Anspruch auf Ansehung gibt es Gesezgebung ausschließt.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialnicht. Weiterhin hat der Abg. Braun gesagt, daß ihm der Grund- demokraten. gebante des vorliegenden Gefeßentwurfs, den Boden in Staats- zur Geschäftsordnung sei.) Vizepräs. Dr. Porsch erklärt, daß dies nicht mehr eigentum überzuführen, sympathisch sei. Das darf uns nicht abhalten, für diesen Gefeßentwurf einzutreten. Ja, der Abg. Braun hat gefordert, ber Staat solle den Boden nicht nur erwerben, sondern ihn auch festhalten und ihn nicht wieder in die Hände von Privateigentümern zurückfallen laffen. Was diese Frage betrifft, so wird es für uns möglich sein, Schulter an Schulter mit dem Abg. Braun zu fämpfen. Der Staat befigt ja schon in großem Maßstabe Grund und Boden, die Domänen. Wir hoffen, daß der Abg. Braun uns unterstüßen wird, wenn wir im nächsten Jahre gegen die Par zellierung der Domänen lämpfen werden.( Abg. Braun nicht zu stimmend.) Der Abg. Braun hat die Befürchtung ausgefprochen, Abg. Giesberts( 8.): Den Fall in Gnejen kenne ich nicht, werde mich aber sofort brientieren. Jedenfalls verurteilen wir solche Dinge aufs schärfite. Das vor allem Verwerfliche ist das Hezen der Arbeiter von einer Arbeitsstelle zur anderen, weil sie nicht einem bestimmten Verbande beitreten wollen. Herrn JrI muß ich insofern in Schuh nehmen, als er sich ausdrücklich gegen alle Ausnahmegesebe erklärt hat. Hoffentlich führt die heutige Debatte dazu, daß ein mehr friedliches Verhältnis zwischen den verschiebenen Organfationen Plaz greift.( Bravo! im Zentrum.) Damit schließt die Debatte. Die Abstimmung soll am Dienstag stattfinden. Das Haus vertagt sich. Schluß 64 Uhr. vativen( über die Befitverschiebungen auf dem Lande und die Land Das Grundteilungsgeseß sowie die Anträge der Freikonser flucht), der Nationalliberalen und Fortschrittler, die je 300 Millionen Mart für die verschiedenen Arten und Zwecke der inneren Kolonifation fordern, werden an eine Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die erste Lesung der Kölner Eingemeindungsvorlage. Abg. Trimborn( 3.) Nächste Sibung Montag 2 Uhr.( Kleine Vorlagen, Rechnun- daß die preußischen Landräte bei der Ausführung des Grundteilungs. tritt für die Vorlage ein, die Mülheim a. Rh. und Meerheim nach gen, Etats für das Reichsschaamt.) gefeges ihren einseitigen parteipolitischen, fonservativen Standpunkt Köln eingemeinden will. Der Redner schildert unter der Heiterkeit zur Geltung bringen werden. Nun, sind Sie in Ihrer Partei immer des Hauses in humorvoller Weise die lokalen Mißstände, die durch fo ganz objektiv, oder betrachten Sie nicht vielmehr auch die Dinge diese Eingemeindungen beseitigt werden sollen. durch Ihre Parteibrille? So können Sie auch dem Landrat seine Das Haus vertagt die Weiterberatung auf Montag 11 Uhr, Parteibrille zubilligen. Der Abg. Braun hat gesagt, daß, wenn außerdem fleine Etats. man die Sozialdemokraten vom Landerwerb ausschließen Schluß 4½ Uhr. wolle, man sie auch vom Steuerzahlen und vom Militärdienst ausschließen solle. Nein, meine Herren, davon wollen wir Sie nicht ausschließen! Abgeordnetenhaus. 55. Sigung. Sonnabend, ben 21. März 1914, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: b. Schorlemer, v. Dallwig. Das Grundteilungsgesetz. Abg. Nissen( Däne): Berichtigung: In dem Bericht über die am Freitag gehaltene Rede des Abg. Braun( Soz.) zum Grundteilungsrecht haben sich Vor allem brauchen wir die Sozialdemokraten für das Militär. einige Fehler eingeschlichen, die folgendermaßen zu berichtigen sind: Ich habe im Dienst Sozialdemokraten tennen gelernt, die ganz Die Bemerkung gegen die Soz. Monatshefte" lautete dahin, hübsche Soldaten waren und vorzüglich bei der Barade marschierten. daß diese Zeitschrift fein sozialdemokratisches Parteiorgan sei und ( Seiterfeit.) Das Heer ist eine ausgezeichnete förperliche Schule für ihr Inhalt, wenn auch nicht gewollt, so doch in der Wirkung Wir bekämpfen die Politik der Regierung auf dem Gebiete der unser Volt; Sie sollten uns dankbar dafür sein. Wenn Sie aber eher den Interessen der Gegner diene als der SozialInneren Kolonisation. Die nationalliberalen Anträge und der fort- einen Ausschluß wünschen, dann ließe sich vielleicht an einen Aus- demokratie. Dr. Arthur Schulz stehe mit seinen in den„ Dioschrittliche Antrag gewähren feinerlei Garantie dafür, daß diese ver- fchluß der Sozialdemokraten aus dem Parlament natsheften" geäußerten Anschauungen über die innere Kolonisawerfliche Politit andere Bahnen einschlägt; weshalb wir ihnen denten( Oho! bei den Sozialdemokraten), aus diesem minder- tion und die landwirtschaftlichen Schutzölle in der Partei allein nicht zustimmen fönnen. Was das Grundteilungsgeses selbst betrifft, wertigen Dreillaffenparlament", über das Sie sich so ärgern und da, sie werden von der Sozialdemokratie entschieden abgelehnt. so fann ich mich in vielem den Einwendungen von fozialdemokratischer, in dem die Geschäfte des verrosteten Klassenstaates" besorgt werden. Abg. Braun hat sich auch nicht für die Ansiedelung der Landpolnischer und fortschriftlicher Seite anschließen. Die Auswichie des( Beifall rechts.) Güterhandels rechtfertigen die tiefeinschneidenden Maßnahmen des Gefezes nicht. Die gefeßlichen Bestimmungen stehen im Widerspruch bringt juristische Einwände gegen den vorliegenden Gefeßentwurf mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Wir sind so fonfervativ, meine Herren von der Rechten, wie Sie, wenn wir uns auch in allen übrigen Fragen bekämpfen; wir wollen die historisch gegebenen Rechts berhältnijie aufrechterhalten. Bei uns wird wahrscheinlich auch nicht die erwartete und erwünschte Ermäßigung der Güterpreise eintreten. Dies Gesetz ist ein Ausnahmegefeß schlimmster Sorte. Es ergänzt die übrigen gegen die Polen und Dänen gerichteten Geseze. Gegen uns wird es zuerst gerichtet werden. Minister v. Dallwit: um fie die an Abg. Weißermel( f.) Abg. Rhiel( 3.) bor und polemisiert gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Monarchie ausgenommen werden sollen, um das Bentrum für diejen Bärwald. Es ist nicht richtig, daß einige Provinzen im Westen der Gefeßentwurf günstig zu stimmen.( Beifall im Zentrum.) Justizminister Dr. Beseler: Die beachtenswerten juristischen Erwägungen des Borrebners bedürfen einer eingehenden Prüfung in der Kommissionsberatung. Abg. Wachhorst de Wente( natl.): arbeiter ausgesprochen, wie im Bericht durch ein Mißverständnis angegeben war, sondern er hat sich gegen die SeßhaftGrund und Boden gewandt und die Schaffung von Mietwohnungen machung der 2andarbeiter durch Ansiedelung auf eigenem für Landarbeiter durch öffentlich- rechtliche Korporationen ge fordert. An der Stelle, wo von der Steigerung der Bodenpreise die Rede ist, soll es natürlich nicht heißen, daß durch ein Schreiben eines Güterhändlers die preiserhöhende Wirkung der Ansiedelungshabende Tätigkeit des privaten Güterhandels. Endlich hat Genosse gesellschaften nachgewiesen werde, sondern die denselben Effekt Braun ben nach den Bestimmungen des Wehrsteuergesetes festge stellten Wert wirtschaftlicher Grundstüde nicht als den wahren faufsrechts auch nur diesen 25 fachen Nutzungswert als Kaufpreis Wert bezeichnet, sondern darauf hingewiesen, daß dies die Großgrundbesitzer tun und sonach der Staat bei der Ausübung des Vor zahlen müßte. Arbeitermöbel! IB Aale J. Baer Badstr.26 Ecke Prinz.- Allee Herren- und KnabenModen, Berufskleidung. Elegante Paletots, Eleg. Einsegnungs- Anzüge in jed. Preislag. Gr.Stofflager z. eleg. Maßanfertigung. Billigste, feste Preise. Es ist nicht richtig, daß dies Gesetz ein Ausnahmegesetz ist. In ber Nordmark wird das Gesetz eine verhältnismäßig geringe bat fich in Amerika ein vorzüglicher Bauernstand gebildet. Es ist Aus dem aus Deutschland abgewanderten Geburtenüberschuß Mit dem Enteignungsgefeß ist das Gesez in eine Lebensfrage für uns, das Deutichtum unserem Vaterlande feiner Weise zu vergleichen, da dort einem Befiger, der nicht ver- au erhalten und die Zahl der Auswanderer einzuschränken. Das ist faufen will, gegen feinen Willen und unter Bedingungen, denen er eine Aufgabe der inneren Kolonisation, die gleichzeitig auch den Zug nicht zustimmt, sein Besitz genommen wird. Das Gesez richtet sich der Bevölkerung nach der Großstadt und nach der Industie beseitigen des tgl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 00,00-00,00, Donau Marktpreise von Berlin am 20. März 1914, nach Ermittelungen nicht auf einzelne Landesteile, sondern es bezieht sich auf die ge- foll. Die innere Stolonisation ermöglicht eine Steigerung unserer 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,80-15,00. Richtstroh 0,00. samte Monarchie und erstrebt für diese eine rationelle Verteilung Produktion, wodurch wir mehr und mehr vom Auslande unabhängig eu 0,00-0,00. des Bodenbefizes, indem es die Auswüchse des Güterhandels be- werden. Die bisherige Ansiedelungspolitit hat unsere Hoffnung Martiballenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Rochen feitigt. So vollendet es das, was bereits die Ansiedelungsgesells nicht erfüllt. Besonders hat auch Speisebobnen, weiße 35,00-60,00. Pinien 40,00-80,00. schaften begonnen haben. Die bisher herrschende Barzellierung hat den wir beim Antritt seines Amtes als den Sohn des westfälischen 1.60-2,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,40-2,00. der jezige Minister, 84,00-50.00. Kartoffeln( Kleinbdl.) 4,00-7,00. 1 Stilogramm Rindfleisch, von der Keule unfere Landwirtschaft und besonders die kleinen Grundbefizer schwer Bauernfönigs begrüßten, unsere Erwartung bezüglich der inneren geschädigt. Der Ertrag des Besitzes und der Arbeit reichte bei Kolonisation enttäuscht. Die Domänen müssen an fleine 60 Stüd Eier 3,40-5.40. Kalbfleisch 1,40-2,40. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. ihnen nicht aus, die hohen Zinsen für die hohen Bauern abgegeben werden und nicht an Großgrundbefizer, wie es 1,60-3.20. 1 Kilogramm Karbien 1,20-2,40. die Güterpreise, Bander 1,40-3,20. Hechte 1,20-2,60. Barsche 1,00-2,20. Barzellanten สิน zahlen bisher oft geichehen ist. Von Landgewinnung an unseren Nordküsten Schlete 1,60-3.20. Bleie 0.80-1.60. 60 Stud treble 3.50-24.00. hatten, au becken. Das Gesez liegt in deutsch- nationalem dürfen wir feine Hebung der inneren Kolonisation erwarten. In der Interesse und von diesem Gefichtspunkt kann ich die Annahme des preußischen Ansiedelungsfommission ist der Großgrundbefiz borliegenden Gesezentwurfes nur dringend empfehlen. durch 6 Mitglieder, der Bauernstand nur durch ein einziges vertreten. Das ist mit ein Grund weswegen die innere Kolonisation in der Ditmart teine Fortschritte gemacht hat. In dieser Ansiedelungsspricht über die Landgewinnungsarbeiten in Schleswig- Holstein an tommission figt auch der Herr b. Oldenburg Januschau, der sich der Nordseeküste und die Bedeutung dieser Arbeiten für die innere dagegen ausgesprochen hat, daß die vom Staat angetauften Ritters Kolonisation und weist einige Angriffe des nationalliberalen Abg. güter in Bauernland zerteilt werden. Mecklenburg ist das Ideal fchaftshause ist Montags, Witt Die Musterwohnung im Gewert Eder Winsen gegen die tonfervative Partei zurück. Der Redner dieses Herrn. Die Vorlage begrüßen wir. Gegen das Rüdwochs und Sonnabend von 6 bis der Sozialdemokraten hat von Bauernlegen gesprochen. Die Angriffe trittsrecht haben wir prinzipielle Bebenten. des Abg. Braun gegen die Großgrundbefizer sind vollkommen ständnis des Abg. Weißermel, daß die Landräte parteipolittich Das Buge 9 Uhr geöffnet. Auch lönnen die Möbel in der ungerechtfertigt; das Bauernlegen hat sich im Rahmen des Gesetzes, wirften, war uns sehr interessant. Wir wünschen aber eine uns Fabrit von als eine notwendige Maßregel, vollzogen. Der Ausspruch parteiische Wirksamkeit im Interesse der gesamten Bevölkerung. Wir des Abg. Braun, daß der Großgrundbesiz sich durch Raub ge- müssen alles, was in unseren Kräften steht, für unsere schollenfreie Dibbelt& Rothe bildet habe, ist nichts als eine agitatorische Redensart. Das BauernBevölkerung tun.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Zenghofstraße 20 Legen ist eine Folge der Stein- Hardenbergichen Gefeßgebung; wer die ganze landwirtschaftliche Entwickelung im Beginn des vorigen Jahrhunderts tennt, weiß, daß es sich hierbei nicht um ein VerAlle Parteien treten für die innere Kolonisation ein. Wir brechen der Großgrundbefizer, sondern um einen vollkommen dürfen nicht warten, bis der Zustrom der russischen Landarbeiter rechtlichen Vorgang handelt, deffen Wirkungen, wie sie heute zutage berfiegt ist, aber ich bin überzeugt, daß die Drohung Rußlands, treten, auch wir bedauern. Wir werden jederzeit für die Erhaltung seine Grenzen gegen die Auswanderung der Arbeiter zu sperren, und die Förderung des fleinen Grundbesizes eintreten. In seinen nicht ernst zu nehmen ,, sondern nichts anderes, als ein Drud Dr. med. Wockenfuß, weiteren Ausführungen wendet sich der Redner gegen den fort ist, den Rußland im Hinblick auf die künftigen Handelsverträge Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) schrittlichen Antrag. Früber haben sich nicht nur die Großgrund- auf Deutschland ausüben will. Die Sozialdemokraten wollen natür für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden befizer, sondern auch die bäuerlichen Gemeinden gegen die innere lich nicht, daß möglichst viele zufriedene Menschen auf dem Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Kolonisation gewendet, weil sie davon eine Erhöhung der Lande wohnen, ihre Politik nährt sich von der Unzufriedenheit. Blutuntersuchung. Schnelle, sichere Kommunallasten befürchteten. Wir stellen die Forderung, daß Das Gesetz wird die unerfreulichen Auswüchse des Güterhandels schmerziose Heilung ohne Berufsgleichzeitig mit den Bauernansiedelungen die Ansiedelungen beseitigen. Eine Reihe von Ansiedlungsgesellschaften, so die Eigene störung. Mäßige Preise. von Arbeitern gefordert werden. Die geftrigen Ausführungen des Scholle", haben die innere Kolonisation nicht in wünschenswerter Sprechst. v. 8-8, Sonntags 9-11 Abg. Braun find unhaltbar. Von einer Mittelstandsaktion kann Weise betrieben. Deswegen ist die staatliche Kontrolle notwendig. bei dem vorliegenden Gefeßentwurf feine Rede sein. Es handelt( Beifall rechts.) fich vielmehr um Maßnahmen, die seit Jahren von allen bürgerSierauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte anlichen Parteien energiich verlangt werden. Der Abg. Braun bat genommen. ferner gefagt, daß der Großgrundbefizer fich nach seinem freien Be Abg. Dr. Seyda( Pole) lieben für die intensive oder für die ertensive Bewirtschaftung entscheidet, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Voltsernährung zu bedauert, die juristischen Ausführungen des Justisministers nicht Stofflag. Ver Staffe Breisermäßigung nehmen. So dumm wird wohl fein Landwirt sein, daß er nicht so richtigstellen zu können. qiel als möglich produziert, um möglichst viel zu verdienen. Der Abg. Braun hat weiterhin behauptet, daß Amerika weit mehr als Ich habe nur in hypothetischer Form von der parteipolitischen Auf Wunsch tomme sof. mit Muster. Bureau, Charlbg., Spreeftr. 21. 13876 Abg. Gamp( ft.): Abg. 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Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Landsberger Viertel. Bez. 413 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Bernhard Pagel ( Eberthstr. 10) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des GemeindeFriedhofes in Reinidendorf aus statt. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein L. d. 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Bezirk 587. Am Donnerstag, den 19. März, verstarb unsere Genossin Anna Crispien am Stralfunder Straße 8. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 23. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen balle des Friedens- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus 226/4 tatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim. Bezirk ReinickendorfWest. Den Parteigenossen zur Nach richt, daß unser Genosse, der Reftaurateur Heinrich Loll ( General- Barby- Straße 97) ge ftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des Gemeinde Friedhofes in Reinidendorf, Hum boldtstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 240/12 Die Bezirksleitung. Am 19. d. M. verstarb nach langem fchweren Leiden mein lieber Mann und guter Vater, Schwieger- und Großvater Wilhelm Berndt im 82. Lebensjahre. 1357b Dies zeigen tiefbetrübt im Namen der übrigen Hinter bliebenen an Marie Berndt geb. Pinkert. Paul Berndt und Familie. Wilh. Rübsam und Familie. Berlin- Tegel, Hauptftr. 34, den 20. März 1914. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nachm. 4 Uhr, von der Leimenballe des Tegeler Friedhofes aus ftatt. Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Zahlstelle Berlin Den Kollegen diene zur Nachricht, baß unser Mitglied, der Flaschentellerarbeiter Wilhelm Seegeletz ( Echloßbrauerei Schöneberg) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März, rach mittags 3, Uhr, auf dem Luther Kirchhof in Lantwig, Marienfelder Straße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verb. d. Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit aur Nachricht, daß der Herrenmaßjaneider Kollege Anton Grötzbach am 19. März er. im Alter von 37 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle bes neuen MichaelKirchhofs, Mariendorfer Weg, aus ftatt. 162/20 Die Ortsverwaltung. Am Freitag, den 20. März, berstarb nach furzem, schwerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder und Enkel 121A Walter Berger im Alter von 16 Jahren. Im Namen der Anverwandten Paul Berger, Dber- Schöneweide, Siemensstr.11. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nachm. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil nahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters, Bruders und Schwagers Otto Klepel lagen wir den Kollegen der Firma Bergmann in Rosenthal, Abt. Blechwalzwert, herzlichen Dant. Zugleich herzlichen Dank dem Fabrikarbeiter berband. 125 Emma Klepel und sinder. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Frau und guten Mutter Emilie Strunk Fur ble vielen Betreffe herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Anna Tornow geb. Krause sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Männerchor Borhagen- Nummelsburg, den Kollegen und Kolleginnen der Märkischen Tuchfabrik Nieder- Schöne weide und der Firma Ludwig Lehmann, sowie der Firma R. Gehlig und den letern des Hauses unseren 112A herzlichsten Dant. Familie Tornow. Familie Krause. Berlin- Brit- Lichtenberg. Beweise der Teknahme anläßlich des Für die vielen, überaus herzlichen Heimganges meines lieben Mannes fagen wir allen Beteiligten herzlichen Gustav Reichelt Dant. 13646 102A Jakob Strunk, Otto u. Walter Strunk. fage ich hiermit meinen tiefgefühlten Dant. Berlin, den 21. März 1914. Witwe Martha Reichelt Danksagung. Herzlichen Dant allen denen, die an der Beerdigung meines lieben Mannes Max Johlke so regen Anteil genommen baben, insbesondere dem Genossen Walded Manasse und dem Männerchor- Oft. 13825 Marie Johlke. geb. Schwarz. Für die liebevolle Teilnahme beim Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes, unseres lieben Vaters jagen wir allen innigsten Dant. 87A Witwe Elise Köhler nebst Kindern. Kaufmännische Schulen der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin a) Handelsschulen f. Mädchen, 1. Weinmeisterstr. 16/17. 2. Wilhelmshavener Str. 2/5. 3. Schöneberg, Feurigstr. 57. Der einjähr. Besuch der Schule befreit vom dreijähr. Pflichtschulbesuch. Ausbild. in allen kaufm. Fächern für ehem. Gemeindeschülerinnen. Selektakurse für Absolv. v. Lyzeen. Aufnahme am 1. April 3 Uhr. b) Fachklassen für Mädchen, Wilhelmshavener Str. 2/5. Ministeriell als Ersatz f. die Pflichtschule anerkannt. Kaufmännische u. hauswirtschaftliche Ausbild. 8 Wochenstund. c) Fortbildungsschule für weibliche Angestellte, Weinmeisterstr. 16/17. Unterricht abends 8-10 Uhr. d) Schule für Maschinenschreiben f. Mädchen, Neue Friedrichstr. 55/56, III. Der Unterricht wird von 8-12% 2 und von 3-7 Uhr( dreimal wöchentlich bis 9 Uhr) erteilt. e) Kaufmännische Fachschulen f. schulpflichtige Lehrlinge, Albrechtstr. 27, Sophienstr. 18, Sebastianstr. 26, Inselstr. 2/5, Elisabethstr. 56/57, Gartenstr. 25, Steglitzer Straße 8a. Der Besuch befreit vom Besuch d. städt. Pflichtschule. Außer den kaufmännischen Fächern auch Englisch u. Französisch i. 8 Wochenstund. Vor- u. Nachmittag- Unterricht. f) Fachschule für Lehrlinge des VersicherungsGewerbes, Dorotheenstr. 12. g) Kaufmännische Abendschulen für junge Kaufleute. Albrechtstr. 27, Sebastianstr. 26, Inselstr. 2/5. Abds. 7-10 U. h) Geschl. höh. Handelskursus t. j. Kaufl. m. der Berechtig. z. einj. Dienst, Albrechtstr. 27. Auch Unterricht in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch, abends 8-10 Uhr. Nach Absolv. Diplomzeugnis. Beginn sämtl. Kurse am 2. April. Anmeld. tägl. im Bureau der Kaufmännischen Schulen, Börse, Burgstr. 25, II, v. 9-3 Uhr, sowie in den Schulen selber. Direktor Dr. Knörk. 4 Uhr, von der Halle des Ge Allgemeine Ortskrankenkaffe der Stadt Berlin- Schöneberg Möbelangebot! Direkt an Brimeinde- Friedhofes aus statt. Schwimmklub„ Vorwärts" Oberschöneweide. Am 20. März berstarb unser Jugendmitglied Walter Berger noch nicht 16 Jahre alt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nach Uhr, mittags auf dem Gemeinde- Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 283/20 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenarbeiter Wilhelm Hagemann Starlshorst, Trestow- Allee 86 im Alter von 51 Jahren ge storben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 23. März, vormittags 10 Uhr, von der Halle des Karlshorster Gemeindefriedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 85/3 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, bag unser Mitglied, der Schrauben dreher Friedrich Coesfeldt Glienice( Noibaahn), Hoben30dernstraße 117, am 20. März, an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nach mittags 5 Uhr, von der Leichenballe des Reinickendorfer GemeindeFriedhofes in Reinidendorf, Humboldtstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unier guter Bater, Schwieger und Großvater Friedrich Coesfeld am 20. März sanft entschlaf en iſt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle bes Reinidendorfer Gemeinde Fried hoses aus statt. 1886b Freitag abend 8%, Uhr verstarb nach schwerem Leiden mein lieber treusorgender Mann, unser guter Bater, Groß- und Schwiegervater, der Maurer Wilhelm Wagner 1381b im 60. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen Wwe. Pauline Wagner, geb. Böker. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 8 Uhr, auf dem Markus Friedhof in Wilhelmsberg ftatt. # Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschl. Ortsverwaltung Berlin. Nachruf. Am Mittwoch, den 18. März verstarb nach langem Leiden unsere Kollegin 76/8 Emma Korte. Ehre ihrem Andenken! Der Vorstand. Einnahme 1. Barbestand am 1. Januar . . 2. Zinsen 3. Beiträge 4. Erjazleistung für gewährte Kranten unterstübungen 5. Erfazleistung von Berufsgenoffensch. 6. Aus verkauft. Wert papieren usw.. 7. Aufgenomm. Dahrlehne, durchlauf. Bosten 8. Sonst. Einnahmen Summa: Rechnungsabschluk 1913 M. 93f. Ausgabe M. 41 374 72 1. Für ärztliche Behandlung 19 396 21 1 060 697 32 2. Für Arznei und Sonstige Heilmittel 3. Strantengelber a) an Mitglieder b) an Angehörige 6 040 38 4. Unterstügung Wöchnerinnen. 2812 47 80 190 25 5 119 37 5. Sterbegelder ant 6. Sur und Ber pflegungskosten in Hellanstalten 7. Erfagleistung für gewährte Krankenunterſtügung. 8. Zurüdgezahlte Bei träge 9. Fürstapitalanlagen 10. Burüdgez.Darlehn. 11. Berwaltungskosten a) persönliche b) fachliche 12. Sonstige Ausgaben. Summa: . 9 1 215 680,72 0. 1 148 632, 11 215 630 72 Summe der Einnahmen Summe der Ausgaben Bestand am 1. Janur 1914 Das Gesamtvermögen der Kaffe( ausschließlich setzt sich zusammen: 66 998,72 107 526 158 732 25 51 bate bertaufe Wohnungs- Eimichtungen. Einzelne Herren-, Wohn, Speise, Schlafzimmer, moderne Pf. Küchen. Einzelne Büfette 90,-, 120,-, 140,- Bücherschränke 40,- 55,-, 75, Schreibtische 28,-, 38,-, 60,-. Umbau 35,- 50,- 70,- Sofa 40,- 50,-, 75, Chaiselongue mit Dede 22,50. Ankleideschränke. Stre benzen, Beitiko 35,-, 45,-, 75, Bettstellen, Trumeau 30,-, 40, 50,-. Waschtoiletten 28,-. Leder ftüble 9,-, 12, 18,-. Auszugtische 18, 30,-, 45,-. Große farben. prächtige Salonteppiche 38,-, 45,-, 65,-. Stores 2,-, 4-, 8,-. Gar dinen, Tüllbettdeden 2,-, 4,-, 6,-. Gastronen. Bilder mit Prachtrahmen. 209 440 72 Freischwinger 12,-, eichene Stand413 137 49 14 225 80 23 473 55 14 663 50 9243 80 4 987 86 48 442 71 6430 13 114 598 60 21 855 98 6 873 10 • 11 148 682des Wertes der Grundstäde laut vorstehendem Abschluß in Hypotheken, Wertpapieren, Spar laffenbüchern, Banteinlagen Forderungen( Erfanforderungen gegen Arbeitgeber usiv.) Summa: Die Kursabschreibung beträgt 19 772 M. 66 998,72 2. 626 160,58 26 921,79 720 081,09 M. Der Nennwert des Reservefonds beläuft sich auf 645 932,58 M. Durchschnittliche Mitgliederzahl 1913 Gegen das Vorjahr weniger Erkrankungsfälle der männlichen Mitglieder " weiblichen 23 557 1912 23 834 277 • 6 031 5753 134 132 • 168 056 • 81 60 Strantheitstage ber männlichen Mitglieder weiblichen Sterbefälle der männlichen Mitglieder weiblichen " Berlin- Schöneberg, den 20. März 1914. Der Vorstand. Krukow, Borfitender. Viktoria- Fortbildungs- und Fachschule. Kurfürstenstr. 160. Berlin W. Telephon: Lzw. 9706. I. Seminare: a) Seminar für Handelslehrerinnen( Ausbildung für Kontoristinnen- u. Verkäuferinnen- Klassen). b) Seminar für Gewerbeschullehrerinnen ( Wäscheanfertigung, Schneidern, Putz). II. Fach- u. Fortbildungskurse( Tages- u. Abendkurse). Höherer Han- befreit vom Geschlossener Haushaltungsdelskursus Besuch der kursus. nischen, Volksschullehrerinnen- und Kindergärtnerinnen- Seminare. Kaufmännische, gewerbliche, hauswirtschaftliche EinGeschlossener Pflichtfort- Vorbereitung für die techHandelskursus bildgsschule Verkäuferinnenkursus. Berufskurs. f. Wäschekonfekt. Berufskurse für Schneiderei u Damenputz, anerkannt als teilw. Ersatz d. Meisterlehre. Sprechstunde tägl. 11-12 Uhr. 37/3 zelkurse. Ausführl. Prosp. i. d. Anstalt. Der Vorstand. Steckenpferd- Seife die beste Lilienmilch- Seife von Bergmann& Co., Radebeul, für zarte, weiße Haut und blendend schönen Teint, à Stück 50 Pfg. Überall zu haben. Klopfe mit Luft! Teppich- Reinigung und sämtliche Nebenarbeiten Staehr& Co. Berlin S 42, Gitschiner Straße 80 Fernspr.: Amt Moritzplatz 216 u. 226. Aufbewahrung. möbeln. Entmottung von PolsterChemische Reinigung. Kunststopferei. Bettfedern- Reinigung. Vaccuum- Entstaubung mit fahrbaren Apparaten. Klopfe mit Luft! ubren 45,-, 70,- 100,-. Slubsessel, echt Leder 60,- 80,-, 100,-. Lederfofa, Blüschbeden 5,-. Steppdecken 6,-. Divandeden 4,50. Alles neue, reelle, gediegene Waren unter Garantie zu auffallend niedrigen Preisen für Braut leute, Hotels, Pensionate besonders empfehlend. 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A» Königs ha in bei Görlitz ist nunmehr die ganze dritte Abteilung im Dorfparlament in den Händen unserer Genossen.— In Kleinkrauschen(Schlesien) siegten unsere Genossen dies- mal in allen drei Abteilungen, so dah sie jetzt die Mehrheit im Ge- meinderat ha'o«. Im Dorfe Michelau bei Graudenz wurde der Genosse Hermarm Win kl er in der dritten Abteilung als Gemeindever- treter gewählt. Michelau gehört zum Kreis Schwetz. Mit Winkler zieht der erste rote Vertreter in eine Gemeinde ein, die dem Macht- bereich des schneidigen Junker? Halem untersteht. Ei» ganz rotes Dorf. Ein für die Sozialdemokratie vorbildlicher Ort ist das Dorf Alexanderhütte im Wahlkreise Kronach-Lichtenfels(Ober- franken). Wie die.F r. B o l k s t r i b ü n e" berichtet, sind unter den rund 300 Einwohnern 10S organisierte Parteimitglieder, also ist jeder dritte Bewohner Mitglied der sozialdemokratischen Partei. Mehr Erwachsene, also Organisationsfähige, sind am Orte über- Haupt nicht vorhanden. Ebenso ist das Verhältnis hinsichtlich der Parteipresse, die in 70 Exemplaren gelesen wird, genau so viele Familien zählt der Ort, es hat also jede Familie das Parteiblatt. Die Maifestzeitung wird, wie alljährlich, von unserem Berliner Parteiverlag heraus- gegeben. Die Zeitung ist in Wort und Bild aus begeisterter Hin- gäbe an den Gedanken der proletarischen Weltfeier entsprungen. Den Bildschmuck schuf diesmal Ilse Schütze-Schur. Von jungen Birkenrankcn umschmückt, werden die Gedanken der Maifeier in Aufsätzen, Gedichten, Sprüchen vorgetragen. Ludwig Frank formt in einer Rückschau auf die politische Bewegung der letzten Zeit die Maiparole der kommenden Kämpfe. Carl Legien entwickelt den Wert der Maifeier als einer Weckerin des Organi sationsgedankenS, der die Arbeiterklasse von Sieg zu Sieg wachsen läßt. Hermann Wendel schreitet ein halbes Jahrhundert vor fünfzig Jahren, im Mai hau der von ihm entfachten Be- wegung ab und im September 1364 wurde die Internationale in London gegründet: fünfundzwanzig Jahre später, 1889, wurde in Paris der Beschluß gefaßt, hinfort in allen Ländern die Maifeier zu begehen, und nun begehen wir dieses Weltfest zum fünfund- zwanzigsten Male. Fritz Faatz wirft ein zündendes Wort in die Massen der Landarbeiter, das sie zum Sozialismus erwecken soll und Anna Gradnauer schließt die Festschrift mit Mai» Worten, die den Müttern um der Kinder willen den Weg der Be- freiung weisen. Wuchtige Gedichte von Carl PetcrSson und Rudyard Kipling(dieses von Franz Diederich au» dem Englischen über- setzt) und eine Reihe Sprüche für Maidemonstrationstafelu von Max Barthel, Julius Zerfaß, Ernst Preczang, Carl Bröger, Ludwig Lessen durchtönen die Festschrift. Der Einzelpreis der Maifest- schrift beträgt 19 Pf. Der Erscheinungstermm wird noch be- kanutgegeben...... Da? erste Wahlflugblatt der französischen Sozialdemokratie. Für die bevorstehenden Kammerwahlen hat die sozialistische oegi und 1914: 1919 4185 Millionen Frank Ausgaben, davon 1389 (32 Proz.) für Krieg und Tod, 1357(32 Proz.) für Staatsschuld, nur 7 Proz. für Schule und Bildung und 2 Proz. für Arbeiterfür- sorge. 1914 vcm 5329 Millionen Frank rund 2999(38 Proz.) für Krieg und Tod, 1439(27 Proz.) für Staatsschuld, 7 Proz. für Bil- dungswesen und 4 für die Arbefter. ES heißt dann: Seit 44 Jahren haben die Regierungen in den Schlund des Militär- Ungeheuers 69 Milliarden Frank geworfen, das Zwölffache der Kriegsentschädigung von 1879. Um einen Begriff von dieser fabel- haften Summe zu bekommen, stelle man sich vor, daß daran 193 599 Männer, von denen jeder einen Sack von zwei Zentnern Gold trägt, zu schleppen hätten oder daß sie, in Huudertfrankscheinen aufge- schichtet, 299 Säulen von der Höhe des Sifelturmes ergäbe! Nur die Hälfte davon, vernünftig angewandt für Werke der Organi- sation, Unterstützung, Erziehung des Volkes, hätte ausgereicht, die Lebens- und EnttmckelungSfählgkeit Frankreichs aufs höchste zu heben und für lange Jahre den Wohlstand des Volkes gesichert. »Für diese ungeheuren Vergeudungen haben die Regierenden im Namen Frankreichs Anleihen aufgenommen. Die öffent- liche Schuld wurde auf rund 40 Milliarden Frank verwehrt, deren Verzinsung das Budget weiter belastet. Ferner muhten Steuern geschaffen werden: sie sind von 2874 in 1919 auf 3516 in 1914 gestiegen, eine Zunahme von 642 Millionen im Jahre. Die Staats monoPole ergaben 912 Millionen 1919. 1914 erwartet man von ihnen 1933: Zunahme um jährlich 121 Millionen. Aber auch das hat noch nicht gereicht. Die Regierungen haben darum den öffentlichen Diensten, der Landwirtschaft, Industrie, dem Handel, Unterricht, der Arbeit die ihrem Nutzen entsprechenden Mittel zur Eutwickelung verweigert, während von 1919— 14 das ordentliche Militärbudget um 444, der Schuldendienst um 73 Millionen: zusammen 517 Millionen, wuchsen, stiegen die nützlichen Ausgaben, die mit der Verbesserung der Gegenwart die Blüte der Zukunft sichern, nur um 384 Millionen. Und was geschieht für die Arbeiter? Die Regierenden, Unternehmer, Kapitalisten sagen:.Die Zunahme der Steuern und die Teuerung kommen von der tollen Steigerung der sozialen Lasten, die durch die demagogische Ueberbictung der Parteien getrieben wird." 1914 aber beträgt das Budget der Arberter, inbegriffen alle Ausgaben für Unterstützung und für die Arbefter der verschiedenen Ministerien, kaum 224 Milfconeu: 4,-----— 4,2 Proz. der Gesamtausgaben von 5329 Millionen. In 4 Jahren stieg das Budget um 1135 Milliouen, davon nur 139 für die Arbefter: kaum 12 Proz., während Krieg und Tod über 59 Proz. dieser Steigerung weggenommen haben. Auf ihrem Laufe zum Abgrund werden die Regierenden nicht durch sozialistische Demagogie getrieben. Sie werden getrieben, weg- gerissen durch den Sturm der chauvinistischen Treiberer, der von den Ausbeutern des patriotischen Gefühl»: den großen Finanz- leuteu, Unternehmern, Lieferanten entfesselt ist, die hinter dem Kriegsgespenst ihre ftandalösen Geschäfte verberge». Die sozia- listische Partei will den Frieden in der Welt, wie sie Ordnung und Vernunft im Budget will. Sie will da» Ende der ungeheuer- lrchen Vergeudungen, die unter dem Vorwand der Steigerung der Landesverteidigung unsere Ausbeuter mft Gold vollstopfen, während sie den Frieden Europas und den Wohlstand Frankreichs m Gefahr hringen. das Defizits Für Bürger! Gegen die Vergeudung! Gegen de den Frieden! Stimnft für die sozialistische Parteil Mus?nöustrie unS hanöel. Der Rückgang der Kohlenproduktion. Februar hat einen weiteren Rückgang der Kohlenproduktion und de» Koblenabsatz'eS gebracht rat weist der rechnungs- Beim rheinifch-westfälischen Kohlensyndir mäßige Absatz in der Gesamtmenge einen Rückgangvo» 197 514 Tonnen auf. Im Vergleich zum Monat Februar 1913 ist eine Abnahme der Gesamtmenge von 964 385 Tonnen zu verzeichnen. Aehnlrch liegen die Verhällmsse bei dem Kohlen- und Brikettabsatz. Der Gesamtabsatz in Kohlen ist gegen Januar d. I. in der MonatSmenge um 67 619 Tonnen und gegen Februar 1913 in der Monatsmenge um 292 985 Tonnen gefallen. Der Gesamtabsatz in Briketts ist gegen Januar d. I. in der Monatsmenge um 14 272 Tonnen, gegen Februar 1913 in der Monatsmengc um 49 731 Tonnen gefallen. Der Brikettcchsatz für Rechnung des Syndikats ist gegen Januar d. I. in der Monatsmenge um 19279 Tonnen, gegen Februar 1913 um 43 698 Tonnen gefallen- Un- günstiger als für Kohlen und Briketts ist das Ergebnis des Kok s- abfatzeS, da nicht nur der Abruf der Hochofenwerke schwächer war, sondern auch der Absatz für Hausbrandzwecke, der sich im Januar infolge des Frostwetters lebhafter gestaltet hatte, wieder nachgelassen hat. Der Gesamtabsatz in Koks ist gegen Januar dieses Jahres in der Monatsmenge um 169514, gegen 1913 um 493129 Donneu gefallen. Die Förderung weist gegen den Vormonat eine Abnahme von insgesamt 617889 Tonnen auf. Stillegung von Schiffen? Der Gedanke der Betriebseinschränkung zur Heraufschraubung der Preise wird auch in der internationalen Schiffahrt diskutiert und» scheint der Verwirklichung näher gebracht zu werden. Er» Telgramm aus London meldet: Eine Abordnung der Baltischen und Weißen-Meer-Konfe- renz" hat der Versammlung der Internationalen Schiffahrts- Vereinigung in London Vorschläge über die Stillegung von Schiffen zwecks Verbesserung der Frachtsätze unterbreftet. Die Versammlung faßte einen Beschluß, der irgend eine Stellung- nähme ablehnt, bis die konstituierenden Versammlungen beftagt worden seien und in welchem diese aufgefordert werden, die Vor- schlage zu prüfen und darüber so bald als möglich Bericht zu erstatten. Die Abordnung hat ihrer Befriedigung darüber Ausdruck gegeben, daß der Beschluß so weit ginge, wie man bei dem Anfangsstadrum der Dinge hätte erwarten können. Dieser Beschlutz lenkt zugleich darauf hin. daß man mit ein« starken Verminderung de» Warenverkehrs rechnet. Statt der Herabsetzung der Kosten soll jedoch eine(vorübergehende) Aus- schattung von Schiffen vorgenomm«» werden, um an Betriebs- kosten zu sparen. Einig««« im Fürstenkonzer». Seit längerer Zett schwebten Differenzen im Fürstenkonzern, dessen Geschäfte von der Deutschen «... � p Bank abgewickelt werden. So soll der Verkauf von Aktien einzelner Tochternnternehmnngen de» Fürstenkonzern» ohne Wissen der Deut- Bank vorgenommen worden sein. Wie jetzt mitgeteilt wird, ist eine Einigung de» Fürsten Hohenlohe und de# Fürsten Fürstenberg über die ichwebenden Fragen im Fürstenkonzern nunmehr erfolgt. Auch eine Einigung mit der Deutschen Bank steht zu erwarten. Ludwig Loewe A.-G. Berlin. Nach dem Geschäftsbericht stieg der BetriebLgewin« von 3,68 Millionen auf 4,57 Million«» Mark, der Reingewinn von 1,62 auf 1,72 Millionen Mark. Die offene» Abschreibungen wurden von K4 auf 2,1 Miillorren erhöht. Die M-rschinen srnd nunmehr völlig abgeschrieben, ebenso wie die Modelle, Weichzeuge, Utensilien und der Fuhrpark. An Di vi- den de werden wie im Vorjahre 18 Proz. gezahlt. Der preußische BergfiSkuS hat bedeutende Ländereien bei Pr.-Neudorf(Kreis Pleß) in Oberschlesien angekauft, um, wie die .Oberschl. Grenzztg." meldet, dort auf Grund niedergebrachter Bohrungen ein Steinkohlenbergwerk zu errichten. Unsinn!— Nafurlich!— Jeder weiß es, rwei mal zwei ist niemals fünf, besonders dann nicht, wenn man versucht Ihnen glaubhaft zu machen, daß die Gewährung eines£xtra■ Rabattes oder eines Geschenkes einen be- sonders günstigen Einkauf darstelle. 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März, im Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain ( Am Königstor) >>>> 25. Stiftungs- Fest eee Festrede. Mitwirkende: Die Thiloschen Chöre, 300 Sänger( Dirigent Emil Thilo): Gesangverein„ Namenlos",„ Männerchor Ost"," Sängerchor Wedding". Konzertsängerin Frau Hertha Geipelt( Sopran), am Flügel Emil Thilo. Das Berl. Konzerthaus- Orchester( 40 Musiker), Dirigent Franz v. Blon. 226/ 5* Konzertbeginn pünktlich abends 8 Uhr. Eintritts- Karte 30 Pfennig. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Der Bildungsausschuß. Berliner Sängerchor M. d. D. A.-S. Chormeister: Franz Bothe. Sonntag, den 29. März 1914, im Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain, am Königstor: KONZERT Mitwirkende: Frau PAULA WEINBAUM, Alt Herr BLOCK, Orgel und Flügel. Einlaẞ 6 Uhr. Anfang pünktlich 7 Uhr. Einlaẞkarten im Vorverkauf 50 Pf., an der Kasse 60 Pf. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Rauchen nicht gestattet. Verband der Hausangestellten. Heute Sonntag, 22. März 1914, abends 6 Uhr: ◆ Großes Blumenfest ♦ im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( gr. Saal). Saalpost. Blumenpolonaise. Ball. Anfang 6 Uhr. Eintritt: Herren 60 Pf., Damen 50 Pf. Parteige nossen und Genossinnen, Freunde und Gönner sind dazu eingeladen. Die Ortsleitung. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 3 Uhr: Die Allwördens. Uhr: Lette Aufführung: Deines Bruders Weib. 8 Walhalla- Theater. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aften von Schiller. 8 Uhr: Tangofieber. MOBEL MESSE HOME KURFÜRSTENDAMM 151 Rollschuhbahn 25 Februar- 25 Marz Eintritt frei ,, Alt- München" • Ecke Friedrich und Mohrenstraße Sehenswürdigkeit Berlins:: Münchener Kochelbräu Im Bräustübl vorzügl. Frühstücksund Mittagstisch zu kleinen Preisen. Frnsp. Reederei Kahnt& Hertzer Kast. hei der 5 Waisenbrücke 2062 Kontor C. 2, A. d. 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( Fortsetzung von„ Kasernenluft".) Militärdrama in 5 Aften v. Söhngen. Montag, 814 Uhr: Lenore, die Grabesbraut. Schauspiel m. Ges. in 3 Att. v. Holtey. Gala- Lichtspiele Schöneberg Hauptstraße 48. Die Geburt d. Marseillaise Nachmittags auf vielseitig. Buni( Das Kriegslied der Rheinarmee) Die drei Hauptakte der Ausstattungs Pantomime Pompeji sowie Auftret. der gesamt. Attrakt. Abds. 7, Uhr: Gr. Gala- Abend. Folies Caprice. 8%{ Café Pingsheim Der Heiratsgraf Meyersteins illustriert durch melodramatischen Ge fang der bekannten Künstlerin Luise del Zopp- Lingg in den Hauptrollen: Wanda Treumann und Viggo Larsen. Casino- Theater Lothringer Strane 37. Täglich) 8 1hr Wovon sprechen die Berliner? bon ,, Die olle Webern" Worüber lachen die Berliner? Ueber ,, Die olle Webern" Wohin laufen die Berliner? But ,, Die oile Webern" Sonnt. 4 Uhr: Mädchenehre. Reichshallen- Theater Concordia- Festsäle Stettiner Sänger Heute nachm. 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Manöverwite und das andere gr. Programm! 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Gleichzeitig machen wir bekannt, daß es den organiserten Gastwirtsgehilfen und Café- Angestellten verboten ist. in den neu zu er öffnenden ,, Bierhallen zur Kottbuser Hütte" baber Inhaber: Berndt Neukölln, Kottbuser Damm 73, Stellung zu nehmen, da Herr Berndt es ablehnt, unseren Tarif anzuerkennen. Verband der Gastwirtsgehilfen, Berlin L +16 Wegen Streit oder Lohus differenzen find gesperrt: Pianofabrit Gebr. Perzina, Beugbofftr. 3. Möbeltischlerei Porth, Romintener Straße 23. Möbeltischlerei Donath, Memeler Straße 40. Hofpianofabrif Wilh. Spaetho in Gera- R. Holzbearbeitungsfabrit Räther & Brokop, Schöneberg, Belziger Straße 61. Das Berliner Arbeitswilligen vermittelungsbureau d. gelben " Handwerkerschusverbandes". Zuzug ist streng ternzuhalten. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Achtung! Achtung! Café- Angestellte! Die über das Café Schmidt 81/9 Inh. H. Schmidt, Große Frankfurter Str. 45/46, berhängte perre ist hiermit auf gehoben, da der Besizer die Drgas nisation und deren Tarif anerkannt bat. Berband der Gastwirtsgehilfen. Zweigverein der Café- Angestellten Merantwortlicher Rebatteur: Alfeeh 23ielepp, Neukölln. Für den Injeratenteil verantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud n. Berlag. Borwärt Buchdruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer n. Co., Berlin S Br. 80 31. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Geffentliche politische Versammlungen. Mittwoch, den 25. März, abends 8 Uhr, im großen Saal der„ Konkordia", Andreasstr. 64: Oeffentliche Textilarbeiter- Versammlung. Sonntag, 22. März 1914. Bekanntmachung Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter und betreffend die Wahlen der Vertreter und Erfahmäuner zum Ausschuß der Innungs- Krankenkasse der Tischler- Innung zu Berlin. -Arbeiterinnen Deutschlands Ortsverwaltung Berlin. Am Montag, den 23. März, abends 8 Uhr, bei F. Wilke, Sebaftianstr. 39: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dr. Kurt Rosenfeld, Rechtsanwalt. Thema: ficherten nur je ein Wahlvorschlag 1. Die augenblickliche Situation in unſerer Branche und das Berhalten 159/3 ,, Klassenjustiz." 008-0 Der Einberufer: Max Gruhl, Berlin, Andreasstr. 17. Kranken- und Sterbekasse Vortrag Julian Borchardt der Bauhandwerker zu Berlin. ( Buschußkaffe.) ( Frühere Bauhandwerker- Krankenkaffe.) Sonntag, den 19. April, vorm. 10 Uhr, bei Wilte, Sebastianstr. 39: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand der Kaffe, Beschlußfaffung über die Führung der zukünftigen Kaffengeschäfte. 2. Festsetzung der Entschädigung nach§ 19 drr Kaffenfazzung. 38/ 3* Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Steinarbeiter! Dienstag, den 24. März, abends 8%, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27e: Versammlung der Sektion I Bau- u. Grabsteinbranche Tagesordnung: Bericht der Tarifkommission und Stellungnahme hierzu. 171/ 8* Kein Kollege darf fehlen! Die Sektionsleitung. von Auf unser Wahlausschreiben vom 15. Februar 1914 find bon seiten der Arbeitgeber sowohl wie der Ver der Vertreter und der Ersatmänner zum Ausschuß eingereicht und diese bom Vorstande gemäß§ 8 der Wahl. ordnung als gültig anerkannt worden. Gemäß§ 9 der Wahlordnung gelten die darin aufgeführten Personen als gewählt und zwar mit der Maßgabe, daß die in der Liste der Arbeitgeber bom 1 bis 30 bezeichneten Personen als Vertreter, von 31 bis 90 be zeichneten als Ersaßmänner, die in der Liste der Versicherten von 1 bis 60 bezeichneten als Vertreter, von 61 bis 180 als Ersatzmänner schuß zu einzelner Arbeitgeber unseren Kollegen und Kolleginnen gegenüber. Referent: Kollege Model. 2. Diskussion. 76/7 Alle Strohhutnäberinnen und Näher, Puhmacherinnen und Garniererinnen find zu diefer Bersammlung eingeladen. Kollegen und Stolleginnen! Es gilt, unsere Interessen zu wahren, sorgt dafür, daß alle in unserem Berufe Beschäftigten, in dieser Bersammlung erscheinen. Der Vorstand. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands abiman, Barlin bd, 87, Uhr, fouls su gelten haben er zum Aus- Achtung! Maßschuhmacher! Achtung! Mittwoch, d. 25. März, abds. Geschichte and Politik. bei Graumann, SO, Naunynstraße 27, am Oranienplatz, über: ficht der Beteiligten im Kaffenlofal Die Wahlvorschläge liegen zur Einwährend der Zeit von vormittags 8 bis mit: ags 1 Uhr aus und können Einsprüche gegen die Richtigkeit der selben bis zum 21. April 1914 beim Borstande oder dem Versicherungsamt angebracht werden. Eintritt frei! Freie Diskussion! Chordirigent und Pianist 283/18 sucht Uebernahme eines Chors, evt. fich in einer mittleren Stadt bet günstigen Chancen niedergulaffen. Auskunft durch Walkotte, Steglit, Fichteftr. 10, Kel. Amt Steglit 3684. Die zum 30. und 31. März dieses Jahres angesetzten Wahlen finden nicht statt. 270/12 Berlin, den 22. März 1914. Der Vorstand. B. Güth, Borsitzender. Prachtsäle des Ostens! Frankfurter Allee 151/152. Achtung! Inh.: 0. Cranz. Achtung! Gewerkschaften und Vereine! Großer Saal mit Theaterbühne( 800 Personen fassend), ist für die Sonntage im August, September, Ottober, November und Dezember 1914, Januar, Februar, Mara, April und Mai 1915 unter den fulantesten Bedingungen zu vergeben. Telephon- Anschluß: Königstadt 4208. 37682 Dienstag, den 24. März 1914, abends 8% Uhr, im Lokal von Wilke, Sebastianstr. 39: Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über die zweite Berhandlung mit dem Arbeitgeberverband. 2. Diskussion. 3. Abstimmung über die Dauer des Bertrages. 4. Verschiedenes. Nur die Kollegen und Kolleginnen der von der Lohnbewegung erfaßten Maßgeschäfte haben Zutritt. Schuhfabrikarbeiter und Arbeiterinnen! Gr. Branchen- Versammlungen: Zwicker und Zwickerinnen, Maschinenzwicker, Ueberholer und Hilfsarbeiter: Montag, den 23. März, bei Schilling, Rosenthaler Straße 11/12. Maschinenarbeiter: Dienstag, den 24. März, bei Knörig, An der Stralaner Brücke 3. Zuschneider, Maschinenzuschneider und Stanzer: Mittwoch, der 25. März, bei Boeker, Weberstr. 17. Einleister und Handputzer: Donnerstag, den 26. März, bei Haberlandt, Linienftr. 73. Beginn 8, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Bericht dee Branchenleitung über die gegenwärtige Lage. 2. Net wahl der Branchenleitung. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Tut Eure Pflicht! Kommt alle in die Bersammlung. Die Branchenleitungen. Die Ortsverwaltung. 109/7 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltung Berlin. Mitglieder- Versammlungen. Tagesordnung: Bericht von der letzten Generalversammlung, Beratung der Anträge zur ordentlichen Generalversammlung, Verbandsangelegenheiten. Montag, den 23. März, abends 5½ Uhr. Cifchler. Südwesten und Westen: in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/7. Vortrag des Genossen Nitter über das Krankenkassengeset. Südosten I: im Lokal Südoft, Waldemarstr. 75. Sämtliche Delegierte. müssen anwesend sein. Südosten II: im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Osten I: bei Bringmann, Andreasstr. 26. Osten II: bei Grunwald, Memeler Str. 67. Bericht vom Gautag. Osten III: in den Brachtsälen des Oftens, Frankfurter Allee 151/152. Oestliche Vororte: in der Riebeck Brauerei, Frankfurter Allee 53. Nordosten: bei Boeker. Webecstr. 17. Norden: bei Büttner, Schwedter Straße 23. Wedding und Moabit: bei Kaczerowski, Ravenéstr. 6. Neukölln: im Ideal- Kasino, Weichselstr. 8. Vergolder abends 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1: Bortrag des Kollegen Ihlau über Rechte und Pflichten der Mitglieder der Allgemeinen Ortstrantentaffe der Stadt Berlin". Bericht der Branchenkommiffion. Schirmmacher und Schirmnäherinnen abends 6%, Uhr bei Knörig, An der Stralauer Brüde 3. Dienstag, den 24. März: Kiften- und Koffermacher abends 8 beiben. 21. dreas Feftfälen, Andreasit. Vortrag des Kollegen Langhammer über Proletarische Jugendbewegung". Branchenangelegenheiten. Mittwoch, den 25. März: Ladeneinrichtungs- und Kontormöbel- Branche Kamm- und Daarfchmuckarbeiterabends 8 Uhr bei Bring. abends 6 Uhr im Englischen Hof, Aleranderstr. 27c. Küchenmöbelbranche abends 6 Uhr im Englischen Hof, Meganderstr. 27c. Bericht vom Gautag. Bautifchler abends 8%, Uhr bei Boeker, Weberstr. 17: Branchenversammlung für Groß- Berlin. Bericht vom Gautag, Branchenangelegenheiten, Wahl des Branchenleiters. Die Kommiffionsmitglieder werden ersucht, um 7 Uhr im kleinen Saal bestimmt zu erscheinen. mann, Andreasstr. 26. Bortrag, Bericht von Gautag, Branchenangelegenheiten. Bürftenmacher abends 8%, Uhr, bei Hermel, Holamarktstr. 21. Bericht von der Baukonferenz, Branchenangelegenheiten. abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaufe, Engelufer 15, Bodenleger Gaal 5. Bortrag des Genossen Mitter über Krankenversicherung. Bericht vom Bautag, Branchenangelegenheiten. Donnerstag, den 26. März: Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Dienstag, den 24. März 1914, abends 8%, Uhr, in Frankes Festfälen, Badstraße 19: Fortsetzung der Bezirks- Versammlung für den 20. Bezirk vom 16. März. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zahlreichen Besuch erwartet 115/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. An alle Mitglieder! Nach dem Beschluß des letzten außerordentlichen Verbandstages wird bom 1. April d. J. an, an alle Mitglieder, die länger als zwei Jahre organisiert find und mehr als 80 Wochenbeiträge geleistet haben, bei eintretender Arbeitslosigkeit Unterstützung gezahlt. Wer von diesen Mitgliedern nach dem 1. April 1913 für 72 Tage Strantenunterstügung erhalten hat, ist jedoch ausgesteuert. Die Karenzzeit zum Bezuge der Arbeitslosenunterstützung für zurzeit arbeitslose Mitglieder ist die Zeit bom 25. bis 31. März. Wir ersuchen darum die unterstützungsberechtigten Mitglieder, die am 25. März arbeitslos find oder nach dem 25. März arbeitslos werden, sich eine blaue Kontrollkarte im Bureau des 8weigvereins, Engelufer 15 III, 8immer 58, ausfiellen Möbel- u. Stublpolierer fowie Magazinarbeiter Drechfler, Alabalter- und Treppengeländer- au laffen. gleich nach Feierabend. Südosten: im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Osten: bei Fürstenberg, Frankfurter Allee 106. Norden: bei Günther, Brunnenstr. 96. Klavierarbeiter abends 8 Uhr in den Andreas- Festfälen, Andreasstr. 21. branche abends 8 Uhr im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Bericht vom Gautag, Branchenangelegenheiten. Stellmacher abends E, Uhr im Rofenthaler Sof, Rosenthaler Straße 11/12. Bericht von der Gaukonferenz, Branchenangelegenheiten( Urbeitsnachweis). Korbmacher abends 8, Uhr bei Kraufe, Mariannenplatz 8. Bericht von der Gautonferenz, Branchenangelegenheiten. angelegenheiten. Die Generalversammlungs. Delegierten müffen Rahmenmacher abends 5 Uhr im Dresbener Garten, Dresdener Str. 45. Branchenangelegenheiten. Єinfetzer abends 8 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17: Bericht vom Bautag, Branchen. anivesend sein. Dienstag, den 24. März 1914, nachmittags 1, Uhr, in Obiglos Konzert- und Festsälen, Koppenstr. 29: Versammlung aller arbeitslosen Holzarbeiter Groß- Berlins. Zagesordnung: Vortrag des Genossen Wissell über: Die Entwickelungstendenzen der modernen Technik. 85/2 Das Mitgliedsbuch, in dem die laufenden Beiträge quittiert sein müssen, und die gelbe Kontrolltarte muß jeder Kollege mitbringen. Die durch Einführung der Arbeitslosenunterstützung bebingte Mehrarbeit im Bureau macht auch eine andere Bureauzeiteinteilung notwendig. hin, daß das Bureau von jett an Wir weisen darum zur Beachtung für alle Mitglieber darauf vormittags von 9 bis 1 Uhr und nachmittags von 5 bis 7 Uhr geöffnet ift. 141/17 Der Vorstand des Deutschen Bauarbeiter- Verbandes. Zweigverein Berlin. :: Die reellsten und solidesten# MÖBEL Reichenberger liefert anerkannt Möbelfabrik von Schulz, Straße 5, seit 36 Jahren die mit langjähriger Garantie zu äußerst billigen Kassenpreisen und gegen Zinsvergütung auch auf Teilzahlung... Größte Auswahl in moderner Ausführung in allen Preislagen von 240 bis 10 000 M. am Lager. Leichtes Waschen durch Persil 1378279 das selbsttätige Waschmittel Ohne Reiben und Bürsten, nach einmaligem- stündigen Kochen und sorgfältigem Ausspülen ist die Wäsche fertig. Erforderlich sind keine Zusätze an Seife, Seifenpulver etc., da diese die selbsttätige Wirkung von Persil nur beeinträchtigen und dessen Gebrauch unnütz verteuern. Überall erhältlich, niemals lose, nur in Original- Paketen. HENKEL& Cie., DÜSSELDORF. Auch Fabrikanten der allbeliebten Henkel's Bleich- Soda. 5 Jahre Garantie! 0190000 OSETTI Cigaretten PORINGA R nd tipit sid go Bind 110 1 120 28 KONLINON Vera Gold 3$ Gegründet 1894. ResterHandlung. 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