Nr. 24. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich as Big. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DeiterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingert. in der Boft Zeitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Ja Vorwärts 11. Jahrg. 11 Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Big., für Vereins- und Beriammlungs Anzeigen 20 Pfg Fnferare für die nächite Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpedition ift an Wochentagen bis 7 lbr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Wor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. ledo da Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 30. Januar 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Mehrzahl der Landwirthe direkt verhindert, auf die der Vorstand bestimmt aus seiner Mitte einen Als ein Meisterstück beabsichtigte forporative Organisation des landwirthschaft ersten und zweiten Vorſizenden. Die Mitglieder der zur Wahrung und Förderung der Interessen des land lichen Berufsstandes" einen Einfluß auszuüben. Der Landwirthschaftskammer werden auf sechs Jahre gewählt, wirthschaftlichen Großbetriebes und als eine Prachtleistung Kleinbesiz zählt also ganz und gar nicht mit. Etwas am Ende eines jeden Jahres scheiden die Vertreter eines einer dekretirfrohen, verknöcherten Bureaukratie erweist sich anders ist die Sache beim Mittelbesitz. Aber auch der ist Sechstels der Wahlbezirke aus, tönnen aber von den Wahlder Entwurf eines Gesetzes über die Landwirthschafts- gefesselt an Händen und Füßen. Wer zur Landwirthschafts- männern sofort wiedergewählt werden. Erwägt man weiter, kammern, der dem preußischen Abgeordnetenhaus vor einigen fammer wählen will, muß mindestens 25 Jahre alt sein, daß der Landrath über eventuelle Einwendungen gegen die Tagen zugegangen ist. und Kammerrath kann nur der werden, der das 30. Lebens- Wahllisten entscheidet, daß die Kammermitglieder ihr Amt Es ist eine offenkundige Thatsache, daß in den bis- jahr überschritten. Vergleicht man diese Bestimmungen mit unentgeltlich versehen müssen, daß jede Landwirthschaftsherigen landwirthschaftlichen Zentralvereinen allein die Groß- denjenigen, welche bei einer Reichstagswahl gelten, fammer ein Mitglied, welches nach ihrem Urtheile durch grundbefizer im Verein mit den Großpächtern und einigen, so muß man unbedingt zu dem Schlusse kommen, seine Handlungsweise die öffentliche Achtung verloren hat", höheren Forstbeamten etwas zu sagen hatten und infolge daß es viel schwieriger ist, über den Ankauf eines ausschließen kann, so wird man mit Bestimmtheit dessen alles das, was für ihren Säckel gut war, als all- Buchtbullen zu befinden, als im Reichstage über Militaris- voraussagen können, wer in den Landwirthschaftskammern gemeine Forderung der gesammten Landwirthschaft hin- mus, Handelsverträge, allgemeine Kultur- und Geistesfragen fizen und das große Wort führen wird. " stellten und nach außen vertraten. Mit der Einführung zu sprechen und zu stimmen. Der Landwirth fängt beim Ob die Landwirthschaftskammern der Landwirthschaft von Landwirthschaftskammern wird den Zentralvereinen Gespann an und gefcheidt wird er erst mit 30 Jahren", etwas nützen werden, wollen wir heute dahin gestellt fein der Existenzgrund entzogen; und werden Liese Kammern konstatirt der Mann hinter dem grünen Tisch, und vielleicht lassen; daß sie sich aber, wenn sie so in die Erscheinung auf eine auch nur halbwegs freiheitliche, die Gleich weiß er es, denn er ist ja selbst eine altpreußische Tradition. treten, wie die Regierung es will, zu reinen Junkerberechtigung aller Berufsgenossen betonende und fest- Die Wahl zur Landwirthschaftskammer ist eine in- parlamenten auswachsen müssen, glauben wir bewiesen zu setzende Weise eingerichtet, dann ist es mit der Vor- direkte. Jede Gemeinde wählt einen Wahlmann und alle haben. Im Landtage die Landräthe, in den Landwirthherrschaft der Junker und der erdrückenden politischen Wahlmänner eines Wahlkreises der nach der Vorlage schaftskammern die Junker, nein, ein schöneres Paar hätten Uebermacht der Großgrundbesitzer ihren eigenen Berufs immer mit dem betreffenden Landkreis zusammenfällt die Krähen auch nicht zusammentragen können. genossen gegenüber vorbei, und das Bratenlassen wirth- wählen mindestens zwei Mitglieder zur Kammer. Der Zum Schlusse noch eine Bemerkung. Wie die Regieschaftlicher Extrawürste wird beinahe zu einem Ding der Kammerrath, der nun herauskommt, ist auf diese Weise rung in einer dem Entwurfe beigegebenen Begründung anUnmöglichkeit. Das haben die witterungssicheren Junker schon dreimal gesiebt, aber das genügt noch lange nicht. deutet und die Agrarier allsogleich mit vor Freude ganz auch sogleich eingesehen und gefürchtet, und deshalb haben In den Gemeinden tönnte ja ab und zu noch ein kleiner heiseren Stimmen in alle Winde schrieen, sollen unter Mitihre Zentral- Vereine im Vorhinein die Errichtung von hindurchschlüpfen und die Kleinen, das weiß man ja, sind wirkung der neuen Kammern die ländlichen HypothekenLandwirthschaftskammern abgelehnt. Welche Welche angenehm meistens widerborstig. Dagegen hat man sich auf folgende schulden in unfündbare Amortisations- Rentenschulden um enttäuschte Augen mögen die Herren gemacht haben, Art geholfen. Alle Wahlberechtigten einer Gemeinde gewandelt werden. In der Begründung" wird die Hypoals ihnen ber vorliegende Regierungsentwurf zu wählen einen Wahlmann; aber die Stimmen sind nicht thefarbelastung des ländlichen Grundbesizes in Preußen auf gestellt wurde! Und hätten sie auch einen tausend gleichwerthig. Je mehr einer Grundsteuer- Reinertrag 102-11/ 2 Williarden Mark geschätzt. Und für ein derGoldthaler großen Kardorff- Preis ausgeschrieben, es nachweisen kann, desto mehr gilt seine Stimme; sie tann artiges Gesez, das eine so ungeheure Geldbewegung zur wäre keine Arbeit eingelaufen, die ihre Unersetzlichkeit bis zu einem Drittheil des Stimmenwerthes der ganzen Folge haben muß, hat man, für Entwurf, Begründung schärfer bewiesen, ihre Vorrechte besser begründet, ihnen Gemeinde steigen. Findet sich noch eine andere ebenso und Erläuterung des Entwurfs, 24 halbe Druckseiten mehr Vortheile und saftigere Annehmlichkeiten zugewandt vollwerthige Stimme in der Gemeinde, so bestinimen die zwei übrig! In der That, leichter gestalten kann man sich das hätte, als es der Entwurf der Regierung gethan, einer Stimmen den Wahlmann. Und die anderen Bauern? Gesezm achen nicht. So trifft's der Bruder Barthel auch. Regierung, gegen deren erstes Mitglied fie Tag für Tag Nun, die können den Mund auf- oder zumachen, es bleibt mit Spieß, Stangen und Hebebäumen ausziehen. fich gleich. Als zu Anfang des Jahrhunderts die Erbunterthänig- Aus den Gemeinden kommen also Großbauern, aus Politische Leberlicht. Berlin, den 29. Januar. feit der Bauern aufgehoben werden sollte, gab die damalige den selbständigen Gutsbezirken können nur die GutseigenRegierung dem Geschrei der ostelbischen Gutsbesitzer Gehör thümer fomnien, da nur sie hier das Wahlrecht beund schloß alle diejenigen, deren Hof nicht ein Gespann von sigen. Die verschiedenen Wahlmänner eines Wahl- Der Reichstag beschäftigte sich heute mit der FinanzBugvieh erforderte, von den Wohlthaten des Gesetzes aus. kreises versammeln sich unter Vorsitz des Landrathes, reform- Vorlage der Regierung. Staatssekretär Posadowsky Dieselbe Geistesrichtung und Zuvorkommenheit, die damals um die Wahl der Mitglieder der Landwirthschaftskammer begründete, so gut er fonnte, die Vorlage. Die Rede mit ein paar Federstrichen tausend und abertausend Klein- vorzunehmen. Ein jeder Wahlbezirk des Kammergebietes machte, wie alle von ihm bisher gehaltenen, sehr wenig befizer auf Gnade und Ungnade der Handvoll Junker aus- muß wenigstens zwei Kammerräthe wählen, und einer von Eindruck im Hause. Nach ihm ergriff der Zentrumsgeliefert, tommt in dem vorliegenden Landwirthschafts- diesen muß ein Großgrundbesitzer oder Rittergutsbesitzer Abgeordnete Lieber das Wort, der in einer nur durch ihre fammern- Entwurf zur Wiedererscheinung und bestimmt, daß in fein. Die Stimmen gelten auch hier nicht gleichviel, fie Länge ausgezeichnete Erklärung die Ablehnung der Vorlage den Stadt- und Landgemeinden nur diejenigen wahlberechtigt werden wie in den Gemeinden nach dem vertretenen Grund- seitens seiner Fraktion begründete. Die Erklärung gipfelte sind, deren Bachtung oder Grundbesig wenigstens den Um- steuer- Reinertrag gewogen. Hat sich die Landwirthschafts- im Wesentlichen darin, daß in Anbetracht der überaus fang einer die Haltung von Zugvieh zur Bewirthschaftung tammer konstituirt, so wählt sie alle drei Jahre schlechten wirthschaftlichen Verhältnisse die von der Regieerfordernden Ackernahrung hat. Damit ist die übergroße einen zum mindesten fünfköpfigen Vorstand und rung vorgeschlagene Finanzreform unannehmbar sei und Feuilleton. Helene. Nachdruck verboten.] [ Alle Rechte vorbehalten. [ 29 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Was ist das?" " Frau Gebhart sammelt schon wieder Unterschriften." " Wofür?" Für Errichtung einer Frauenuniversität, bitte, wollen Sie nicht Ihre werthen Namen darunter sehen?" Er tauchte mit komischer Wichtigkeit die Feder in die Dinte und hielt sie dem Bizesekretär zuerst entgegen. Dieser prallte zurück. Fällt mir garnicht ein, was, es ist für uns ohnedies so schwer, Karrière zu machen, da sollen wir uns noch RonTurrentinnen züchten?" " Meine Verehrten, Ihr ereifert Euch für ein Nichts," stohlene Huldigung darbringend, die ihr indeß nicht entfagte Schultes mit einem ironischen Lächeln. Ihr werdet gehen konnte und sollte. doch nicht glauben, daß solche Petitionen Beachtung finden? Ihr könnt diese getrost unterschreiben. Wir werden doch unserer liebenswürdigen Hausfrau nicht den Spaß verderben und er ist wirklich sehr harmlos." Und alle lachten und unterschrieben.... Das Souper war heute besonders fein und der Champagner versetzte alle in eine fröhliche Stimmung. Betty trant viel und lachte noch mehr. Sie saß neben dem Hausherrn, dem sie in neckischer Weise den Hof machte. Er ftrahlte vor Entzücken. Seine Frau hatte ihn mit Liebenswürdigkeiten nicht verwöhnt, aber es gab noch andere, die ihn weit schlechter behandelten. Helene saß neben Exzellenz Lermina und war ebenfalls sehr aufgeräumt. Sie hatte das Wunder zu stande gebracht, diese vertrocknete Mumie zu beleben, und da er unterhaltend sein konnte, sobald ihn jemand unterhielt, gestaltete sich die Konversation immer lebhafter. Ja, er reizte sie ab" Wozu sind denn solche Sachen?" meinte Lippert, fichtlich, weil sie schöner wurde, wenn ihre Augen blitten sind die Mädchen hübsch, dann werden sie immer ein und ihre Wangen sich rötheten und ihr ganzer Körper jenen Unterkommen finden, dann lassen wir sie nicht ver- feuchten Duft ausströmte, der wie Blumenduft seine welfen hungern-" Sinne fizzelte. ,, Auch wenn sie garnichts verstehen," ergänzte ein Anderer. „ Höchstens die ,, ars amandi", versetzte der Elegant. Das genügt," meckerte der Vize, der Einzige, der den Wit verstanden hatte. " Das genügt vollkommen," sagte Lippert, der sich setzen mußte, da seine Beine zu zittern begannen und die Augenlider ihm wieder zufielen. Auch Donner, ihr Nachbar zur Linken, bot all seinen Wit auf, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, und wenn sie dann lachte, blickte er triumphirend um sich. Morre, der ihr gegenüber saß, beobachtete diese Manöver schweigend. Die Tafel wurde bald aufgehoben, da man noch ein Tänzchen zu machen gedachte. Während der Vorbereitungen dafür zerstreute sich die Gesellschaft in die anstoßenden Gemächer, die glänzend erleuchtet waren. Die Hausfrau hatte Helene am Arme genommen, um ihr zu sagen, wie schön sie neulich am Balle des Ministers gewesen sei und wie bewundert. Morre, der Helene nicht aus den Augen ließ, trat zu ihnen. Da ist wieder Einer, der mir ein tête- à- tête mit Ihnen mißgönut," scherzte Sidonie, wahrhaftig, Sie haben im Handumdrehen diesen Saulus zum Paulus gemacht." Sie wurde in dem Augenblick abberufen und die Beiden blieben allein. Alsbald nahm das stolze Gesicht Morre's einen zärtlich flehenden Ausdruck an. Können Sie mir verzeihen?" fragte er leise. Sie sah ihn mit großen Augen an. " Ich wundere mich, daß Sie in mir die Erinnerung an etwas erwecken wollen, das ich längst vergessen habe und das so wenig schmeichelhaft für Sie ist." Aber nur um so pikanter erschien sie ihm. Eine so scharfe Entgegnung hatte er nicht( erwartet. Sein Roman mit ihr hatte das für ihn angenehmste Intermezzo erfahren, jetzt wollte er ihn zu Ende spielen. Er wußte in seine Züge den Ausdruck eines wirklichen Schmerzes und ein Beben in seine Stimme zu legen. Glauben Sie mir, gnädige Frau, ich kenne die Größe Und wieder ließ er sie in ernster, respektvoller Be meiner Schuld und büße dafür mein Leben lang," und wunderung zu ihr hinüber schweifen, eine stumme, ver- leiser noch, mit einem leidenschaftlicheren Timbre:„ ich " " Ist denn wirklich kein Mann so häßlich und keiner so alt, daß er nicht glaubt, ein reizendes Weib erobern zu tönnen," dachte er. Da meint jeder von ihnen, er bringe " Daß wir aber Denen, die uns sonst nicht gefallen, ihr Blut in Wallung und laffe ihren Geist höher aufnoch besondere Vorrechte schaffen sollen, das ist ein Non- sprühen, und doch ist es meine Nähe und meine Augen find's, die diese Wirkung hervorbringen." seus," rief der Vize. Recht hat er- wir unterschreiben nicht von uns!" riefen sie alle. -OOOO - Reiner " " daß deshalb das Zentrum dagegen stimmen müsse. Mit| Anfang an für eitel Schwindel und Kaunegießerei erklärt| Gegen die Staffeltarife erklärte sich nach langer dieser Erklärung ist das letzte Finanzgeniestück der Regie- hat. Die eine Ausnahme ist der Reichs- Anzeiger", Debatte die bayerische Kammer der Abgeordneten, fie erfuchte rung abgethan. Der Redner tramte mehrere Bitate von welcher mit trockenen Worten der Versöhnung", sobald er die Regierung, in den Bemühungen zur Beseitigung der verstorbenen und aus der Fraktion hinausgedrängten ihrer erwähnte, jede politische Bedeutung abgesprochen hat. preußischen Staffeltarife für Getreide und Mehlprodukte Zentrumsleuchten aus, um damit zu beweisen, daß er auch In diesen Kannegießereien offenbart sich die Gedankenlosig mit thunlichster Energie fortzufahren. Der Landtag ist nichts anderes gesagt habe als diese. feit unserer Presse, die, statt sich die Thatsachen klar zu durch Botschaft des Prinzregenten bis zum 31. März verNach Lieber ergreift für die Freifinnige Vereinigung machen und nach ihnen zu urtheilen, Wünsche und Worte längert.der unvermeidliche Schwäger Rickert das Wort. Er wieder zur Grundlage ihres Urtheils nimmt. Und daß auf solch' Ein reuiger Sünder. Der eine der 42 Gemeindeholte seine Finanzrede im Abgeordnetenhause mit einigen windiger Grundlage nur windige Echlüsse zu ziehen sind, vorsteher, welche dem sächsischen Landtag das bekannte Variationen der Lieber'schen Rede. Nun eilte der preußische das versteht sich für jeden vernünftigen Menschen von selbst. Schauerbild von der zuchtlosen sozialdemokratischen Jugend Finanzminister Miquel der bedrängten Vorlage zu Hilfe Daß, wenn die Hoffnungen der Bismard- Echwärmer und vormalte, der Herr Gemeindevorstand Lemke in Pieschen, und hielt eine seiner staatsmännischen Reden, die austlang die Befürchtungen der Bismarck- Aengstlinge begründet ist von seinem Gemeinderath, in welchem Sozialdemokraten in der Meimung: kommt die Vorlage nicht heute durch, waren und Bismarck wieder Hausmeier geworden wäre, figen, derart unter die Echeere genommen worden, daß er so morgen, es wird die Zeit kommen, in der der Meichstag Caprivi, Bötticher u. s. w. dann in Berlin, ja Deutschland beichtete, er sei zu seiner Unterschrift gedrängt worden, selbst nach der Miquel'schen Finanzreform verlangen wird. nicht einen Moment mehr hätten bleiben können, das haben und er bereue, dieselbe gegeben zu haben. v. Limburg- Stirum sekundirte dem Minister mit Eifer und diese Klugmeier sich nicht überlegt. Und doch mußte der Den übrigen Gemeindevorständen wird in ähnlicher Weise schwang sich zu dem begeisterten Ausspruch auf, daß er einfachste gesunde Menschenverstand es ihnen sagen, zu Leibe gegangen, und seitens der verleumbeten Gemeinden noch nie ein so gutes Finanzgesetz gesehen habe, als das Bismarck selbst ist zu gerieben, daß er sich getäuscht dem Landtag ein Dementi der verlogenen Petition zu gegenwärtig vorliegende. Morgen wird unser Genosse haben tönnte. Boriges Jahr hatte er noch die Kraft, nach gestellt werden. So treiben's unsere Gegner! Und mit Schippel die ablehnende Stellung unserer Partei be- ähnlichem Anlaß, den Hofgang, der für ihn der schlimmste folch erbärmlichen Mitteln suchen sie ein neues Sozialistengründen.Kanoffagang war, zu verweigern. Jetzt war er zu schwach, gesetz zu ergattern. Die Rückständigkeit und Verwirrtheit des politischen Mein zu sagen. Belisar hat die Weinflasche seines Herrn Das internationale Agrarierthum. So national Lebens in Deutschland wurde durch die jüngsten angenommen und wenn er auch daheim bei den gesammelten sich auch die Junker überall geberden, so sehr sie sich auch privaten Borkommnisse zwischen dem Monarchen und einem bolußen( etwa 50 Millionen Mark im Werth) nun nicht als die allein waschechten Patrioten aufspielen und obgleich länger von„ Undankbarkeit" reden kann, so wird seine be- sie überall für Verkehrshemmnisse, Grenzsperren und Schuhfeiner früheren Beamten wieder so recht anschaulich ge- fannte„ Bafallentreue" doch auch keine Veränderung erlitten ölle schwärmen, so haben sie trotz alledem ihre internationalen macht. Wenn der Präsident der französischen oder der amerikanischen Republik einem früheren Minister oder Staats- haben. Etwas ruhiger freilich dürfte er wohl geworden Interessen. Dies zeigt sich vor allem in der Auffassung sein. Hat er bisher noch manchmal das entfernte Leuchten der Währungsfrage. Nachdem die deutschen Agrarier einen sekretär, von dem sie sich vor Jahren getrennt und der sie eines Hoffnungsschimmers zu sehen geglaubt, so fonnte er vollen Erfolg zu verzeichnen haben, kommen ihnen nun die jahrelang in der Preffe und souft auf's giftigste angegriffen, Freitag Nacht heimkehrend vom Hofgang an den Ehrenbogen Agrarier aus dem Lande des Erbfeindes zu Hilfe und wieder in gesellschaftlichen Verkehr treten würde, so fände in Friedrichsruhe die Inschrift lesen: Laß alle off fordern auch internationale Abmachungen über die Währungswieder in gesellschaftlichen Verkehr treten würde, so fände das Mancher wohl seltsam, allein fein Mensch in Frankreich und Amerifa würde daran denken, eine so gleichgiltige der Deckel der Stafetenkiste hat sich für immer geschloffen. nung draußen! Die letzte Rafete ist verbrannt und frage. Es wird hierüber aus Paris telegraphirt: Eache zu einem politischen Ereigniß ersten Ranges aufzu bauschen. Das war ja bei uns in den letzten Tagen gerade, Die ernüchterte Froude. Die größten Hoffnungen wie in der Zeit der verkommensten Zopfmonarchie ,, wo die setzten die Agrarier, die Hammerstein und Mirbach, die „ Geschichte" in den Intriguen der mehr oder weniger an- Plötz und Kardorff auf den Besuch des Fürsten Bismarck ständigen Hofdamen und Hoflakaien bestand und wo ein in Berlin. Sie sehen ein, daß sie sich aufs gründlichste Maitressenwechsel einen politischen Systemwechsel Krieg getäuscht haben. Der Parlamentsbericht des Reichs- Anoder Frieden für das Volk bedeuten konnte. Obgleich zeigers" theilte die über die Reise Bismard's wonnewir noch sehr weit zurück sind, so find jene Zeiten doch trunkenen Worte Kardorff's nicht mit. Die Korrespondenz glücklich für immer vorbei. Jene Geschäftspolitiker, die des Bundes der Landwirthe schreibt: den Hofgang Bismarck's durchaus zu einem Wendepunkt der deutschen Politik machen wollten, bewiesen dadurch nur, daß sie das deutsche Staatswesen für noch erbärmlicher halten, als Die französische landwirthschaftliche Gesellschaft hat dem Wunsche Ausdruck gegeben, es möchten zwischen den Vereinigten Staaten, den der lateinischen Münzunion angehörenden Ländern, so wie England und Deutschland auf Veranlassung Frankreichs Unterhandlungen eingeleitet werden behufs Herbeiführung eines Einvernehmens und eines gemeinsamen Münzgesetzes, welches von wenigstens 3 dieser Mächte anzunehmen wäre. Die Grundlage des so angefeindeten Internationalismus der Arbeiterklasse liegt in der ökonomischen Entwicklung, die in allen Ländern die gleiche ist, die die Städte und " An das Erscheinen des Fürsten Bismard in Berlin Volkswirthschaft gesprengt hat und an ihre Stelle die Weltwerden allerlei Vermuthungen auf politischem Gebiete geknüpft. wirthschaft gesetzt hat. International müssen deshalb von u. a. die, daß der Fürst sich für den russischen Handelsvertrag Tag zu Tag mehr die ökonomischen Kämpfe geführt werden, aussprechen werde. das der Türkei, Wie wir aus zuverlässiger fodaß auch die geistig rückständigste Klasse sich bei der VerQuelle mittheilen können, ist Fürst Bismarck durchaus folgung ihrer Ziele auf internationalen Boden stellen nicht gesonnen, seine staatsmännische Autorität für den russischen Handelsvertrag in die Wagschaale zu werfen. muß. Alle Kombinationen also, welche die Reise des Fürsten nach Berlin für den Handelsvertrag mit Rußland zu fruttifiziren suchten, zerfallen damit in nichts." wo eine Laune des Sultans längst nicht mehr ge= nügt, um dem Staatsschiff durch einen Ruck einen völlig veränderten Kurs" zu geben. Daß aber diese Bismarckschen Serailpolitiker einem großen Theile des deutschen Bolles, und namentlich der sogenannten gebildeten Klaffe auf 48 Stunden den Kopf verdrehen konnten, das spricht Sehr richtig, schade nur, daß diese Informationen aus allerdings für einen sehr tiefen politischen Bildungsstand zuverlässiger Quelle erft veröffentlicht werden, nachdem sich der betreffenden Kreise. Und da gerade in diesen Kreisen Fürst Bismarck schon wieder in Friedrichsruh von den unsere Feinde zu suchen sind, so haben wir Sozialdemo- Strapazen seiner Reise erholt hatte. Uebrigens giebt es in fraten alle Ursache, auf die Bismarckorgien der verflossenen der praktischen Politik Deutschlands nichts mehr, was als Woche vergnügten Sinnes zurückzublicken. ſtaatsmännische Autorität Bismards einen Kurs hat. Diese Autorität hat der frühere Reichskanzler mit seinem Amte verloren, sowie er mit seinem Kanofsagang auch die Be deutung verloren hat, den leitenden Staatsmännern noch unbequem werden zu können. = In der französischen Kammer führte der Fanatismus und die Angstmeierei der kapitalistischen Ordnungsgesellschaft am vorigen Freitag wieder zu einem großartigen Standal. Iovis Hugues begründete an jenem Tag im Namen der sozialistischen Fraktion eine Interpellation, betreffend die Massen Haussuchungen und Verhaftungen zu Anfang des Januar; und er zeigte, wie diese Maßregel erstens ganz überflüssig und erfolglos war, und zweitens ausschließlich sich gegen die Sozialisten richtete. Als er einen beDie verkaterten Opfer des„ Bismarcktages sonders brutalen Fall, wobei ein Polizeisergeant roh auf schimpfen jetzt weiblich auf uns, daß wir die Sache von bie Kommune schimpfte, zur Sprache brachte, rief ThivAnfang an richtig beurtheilt haben. Der Merger des Gerier, der sozialistische Blouſeumann: Vive la Commune! prellten über den, ter ihn ob seiner Dummheit verspottete, Dafür wurde feine vorübergehende Ausschließung aus der Auch die Kreuz- Zeitung" ist ganz refignirt, all' die Kammer beschlossen, wenn er nicht Abbitte leiste. Natürlich ist zu natürlich, und, wenn er sich in Schimpfereien äußert, für deren Gegenstand zu schmeichelhaft, als daß er diesen Soffnungen, die sie auf die eine Flasche Wein gesetzt hat, that Thivrier das nicht, und unter unsäglichem Tumult, unangenehm berühren könnte. Wenn aber der„ Reichsbote" sind zu Wasser geworden. Sie muß auch eingestehen, daß während dessen die Sigung unterbrochen war, wurde er uns deshalb des abscheulichsten Zynismus zeiht, weil wir der Besuch Bismarck's jeder politischen Bedeutung entbehrt; vom Militär aus dem Sizungssaal geschafft. Das anläßlich des Menschenzusammenlaufs vom vorigen Freitag fie schreibt in ihrer Wochenübersicht über die innere Politik Ministerium erhielt hierauf ein Vertrauensvotum. Nun, an die bekannte Cromwell- Anekdote erinnerten, so wollen der Woche: Bomben und Kochtöpfen. wir dem Stöckerblatt blos bemerken, daß wir, wie Erwägungen der Tagespolitik, wie immer sie geartet sein von Vertrauensvoten kann man so wenig leben, wie von mögen, gehören in diese große Stunde nicht berein. Sie Bomben und Kochtöpfen. tönnten und würden nur störend wirken, weil Tagespolitik und Partei- Interesse nur allzu sehr zusammenfallen. Lassen wir jie darum ganz beiseite und freuen wir uns, daß es im deutschen Leben der Gegenwart noch Punkte geben fann und giebt, die uns, insoweit wir wahrhaft deutsch sind, einig finden." beiläufig ron uns deutlich gesagt ward, hier gegen den Exhausmeister nur genau dasselbe gethan haben, was er einfimalen gegen einen Anderen gethan hat. Und wenn das Stöderblatt wiffen will, wer der Andere war, so braucht es sich nur bei Hrn. v. Hammerstein zu erkundigen, wen die Krenz- Zeitung" gemeint hat, als sie mit Auf fagung des Gehorsams und Rebellion drohte. Beiläufig ist unser Blatt, mit einer Ausnahme, das einzige, das den Bismarck'schen Hofgang von Anfang an richtig beurtheilt, und die pomphaft auspofaunte politische Tragweite des außerordentlichen Ereignisses von war ein Thor, dem Paradiese so nahe, habe ich es für immer verloren." " Ich verbiete Ihnen, in diesem Ton mit mir zu fprechen," fagte sie erregt und machte eine Wendung; er aber trat ihr entgegen, seine elegante Gestalt richtete sich höher auf: Guädige Frau, mein Ton ist der ehrerbietigste, er entspricht der tiefen Berehrung, die ich für Sie empfinde und ich weiß sehr wohl, nur Ihre Großmuth konnte verzeihen, was ich mir selbst niemals verzeihen werde." Sie erröthete bis zum Halse, flüsterte etwas verwirrt und flüchtete hinweg. Er war mit sich zufrieden. Er hatte ihre Eitelkeit geweckt und ihr Mitleid; die Romantik der Entsagung war über ihn gebreitet. Das wirkt immer bei jungen, unschuldigen Frauen. In dem kleinen Salon saßen einige Damen in engster Vertraulichkeit bei einander. Sie steckten die Köpfe zusammen und lachten in ausgelassenster Weise. Helene wollte das Zimmer durchschreiten; sie war nicht in der Stimmung, sich ihnen anzuschließen, die auch ihrerseits feine Notiz von ihr nahmen. Aber Sidonie, die sie suchte, kam ihr nach und hielt sie fest. Was ist das? Jm Saale wird schon getanzt, und unsere Allerschönsten wollen sich absentiren? Das gebe ich nicht zu." ,, Setzen Sie sich zu uns, wir sind hier so fidel," riefen die Damen der Hausfrau zu. Und Frau Betty Lufft, das Haupt dieser kleinen Gemeinde, winkte sie mit den lebhaf testen Geberden zu sich. „ Das müssen Sie hören, mein Schak, das ist zu drollig," und sie machte ihr neben sich Play, während Helene für den ihr angebotenen Sitz dankte und sich an den Kamin lehnte. ,, Was giebt es denn, das Sie so heiter stimmt?" fragte Sidonie. " Tenten Sie nur- er hat schon er hat schon hat schon zahlen müssen." Bismarck und die Agravier haben in der letzten Woche große Täuschungen erlebt. Den Agrariern war Bismarc der letzte große Einfah, und nun, als er gewagt wurde, stellte er sich als eine abgenügte Spielmünze dar, die jeden Kurs verloren hat. Baare hunderttausend Mark hat er erlegen müssen, der Hanswurst, geschieht ihm recht." " Er ist also freiwillig zurückgetreten?" Er hat sich loskaufen müssen, sie ist ihm gar zu anhänglich gewesen," ficherte Betty ausgelaffen. Sie soll ihn furchtbar gemartert haben," berichtete eine große magere Dame, grausam soll sie ihn behandelt haben, unwürdig!" Mit den Unterschleifen in der französischen Marine hat die Kammer fich noch nicht beschäftigt. Die Majorität hat offenbar Bedenken, dieses neue Panama anzuschneiden", das womöglich noch schmachvoller ist als das alte, und den Patriotismus" der Bourgeoisgesellschaft in die glänzendste Beleuchtung setzt. Dieselben„ Patrioten", die ihre eigene Kriegsflotte aktionsunfähig machten, würden ohne mit der Wimper zu zucken, das" Vaterland" an den Landesfeind verkaufen. Natürlich müßte es sich verlohnen. So ist diese Sippe, die in allen Ländern feinen anderen Gott fennt, als das Goldene Kalb. d Aber, mein Schat, so tragisch darf man das doch nicht nehmen." „ Libertins( lüderliche Burschen) sind sie Alle, der Eine mehr, der Andere weniger was tönnen wir dafür? Und was können wir thun, als uns königlich freuen, wenn Einer einmal so recht in die Patsche kommt. Ich finde das lustig." " Sie haben Recht, es ist sehr luftig." Und Sidonie brach in ein hysterisches Lachen aus. Diesmal will ich's schon herausbekommen, wer der Betreffende ist. Passen Sie auf," sagte Betty und hob siegesgewiß den Kopf Er muß es wirklich nicht länger haben aushalten fönnen," Betty lachte immer lauter und ausgelassener, sonst hätte er sich nicht so viel Geld heraus reißen laffen." Sie soll schon wieder einen anderen Verehrer haben,"" D, geben Sie sich keine Mühe, morgen werden Sie behauptete eine kleine junge Blasse, die begierig war, auch ein Wort dabei anzubringen, und was das Beste ist, er soll ein Freund des vorigen sein, den dieser öfter zu ihr mitgebracht hatte." " Aber von dem nimmt sie nichts, heißt es." " Als täglich ein Bouquet aus weißen Rosen oder Kamelien, aber es muß von Brunner sein." Gott, wie poetisch," rief Betty, das ist die reine Kameliendame." Sidonie saß unbeweglich, mit erzwungener Selbstbeherrschung inmitten dieser zischelnden Zungen. Was sich wie ein Schwall aus dem Munde dieser Reinen ergoß, be judelte, es raubte ihr den Athem. ,, Ach, es giebt so viel schlechte Frauenzimmer auf der Welt," seufzte die junge, kleine Blaffe. Aber auf diese ist man nicht eifersüchtig," entgegnete Große, mit jener Bestimmtheit, mit der man allgemein giltige Sentenz ausspricht. die Da hätten wir auch viel zu thun," Ficherte eine Dritte. Und dann wären es diese Geschöpfe garnicht werth, für sie haben wir nur Verachtung." Sidonie erhob ein wenig ihr blasses Gesicht, in ihren Augen glühte es dunkel: Und weshalb verachten wir nur Wer und was?" sie und nicht auch den schuldigen Mann? und nicht auch Wer? der Soutenör der Oliva und was? das uns selbst? die wir ja doch schmachvoll zurückgesetzt werden Reugeld." um Jeuer willen? Was sind wir denn noch? und was bedeuten wir noch?" " Ah," rief Sodonie erbleichend. ihn alle fennen," versicherte Sidonie, die ihre Haltung wieder gewonnen, mit schneidender Schärfe. schneidender Schärfe. Morgen wird die ganze Stadt mit dem Namen dieses Mannes Fangball spielen, da ich Sie aber so neugierig sehe, will ich Ihnen denselben schon heute verrathen- es ist Herr Gebhart." Frau Sidonie verließ den kleinen Edsalon, ohne einen Blick auf die Damen zurückzuwerfen, die erstarrt ihr nachfahen. Dann erhoben sich auch diese und kopfschüttelnd und mit den Augen sich zuwinkend, bedeuteten sie einander, daß das über den Spaß ginge. Helene gab teine Antwort. Stumm und unbeweglich Helene und die kleine Blasse blieben allein zurück. " Ach, es giebt so viel schlechte Frauenzimmer," feufzte sie wieder und ließ sich, von den Anstrengungen des Abends ermüdet, in ihren Stuhl zurückſinken. hatte sie dem Vorgange gelauscht. Jetzt schritt sie gegen bie Thür, ihre Glieder zitterten, die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Arme Sidonie, den Mann theilen zu müssen mit einer Dirne Auf diese ist man nicht eifersüchtig sagen sie... Nein... aber bleibt man deshalb gleichgiltig?... O nein... das bringt den Efel!" " Ihr war, als tröche er ihr selbst bis an den Hals hinauf. Ein Sehnen entstand in ihr nach Lauterkeit und Reinheit; cine treue Hand hätte sie fassen, in treue Augen blicken mögen. sky ( Fortsegung folgt.) Schutzöllnerisches aus Frankreich. Aus Paris augenblicklich keine besseren Zustände wünschen: Eine Regierung, Ereignisse" darin bestehen sollten, daß das egyptische Bolk wird telegraphirt: der äußerste Ausdruck des Volkswillens, ein Ministerium, geschäßt die fremden Vormünder zum Lande hinausjagt, so wäre In der heutigen Sigung der Zollkommission theilte die von König und Volk(?), em Zustand der Städte und Landbevölke- das etwas sehr Vernünftiges. Indeß, so weit ist man dort Regierung mit, fie werde morgen einen Gesezentwurf vorlegen, rung, wie man ihn sich besser nicht denken fann, furz, alles in allem: wohl noch nicht. durch welchen der Zoll auf Getreide auf 7 Fr. festgesetzt und Rumänien ist das Land, in welchem reale Gerechtigkeit, verder Zoll auf Mehl entsprechend erhöht wird. Die Lagerzeit bunden mit Zufriedenheit in weitestem Sinne des Wortes für Getreide unter wirklichem oder fiktivem Zollverschluß wird herrscht. auf ein Jahr beschränkt; für die nur zeitweilig dort befindlichen Thatsächlich muß es einen Rumänen sehr wunderbar zu Vorräthe find 5 pet. Zinsen zu bezahlen. Die Regierung er- Muthe sein, wenn er die Bossische Zeitung" liest. Sie leistet nannte eine Kommission zur Revision der verschiedenen Arten an Verunstaltung der Thatsachen weit mehr als die rumänischen Mahlprodukte. Ebenso sollen die Einfuhrtarife einer Re- Regierungsreptilien selbst. vision unterworfen werden. " Parlamentarischres. Letzterem entschlüpfte Sigung der Budgetkommission. Der Abg. Lingens bes Bon jeher war es Brauch der rumänischen Regierung. antragte eine Resolution, der zufolge die gewöhnliche PacketDie Getreidezol Vorlage soll die Regierung ermächtigen, Reklame für sich im Auslande zu machen, und es giebt wohl bestellung an Sonn- und Festtagen mit Ausnahme der WeihFerner folle eine Vereinbarung den Zoll sofort vom Tage der Einbringung der Vorlage ab zu faum noch einen Staat in Europa, dessen Regierung es an Lüge nachtszeit aufhören solle. im Weltpostverein herbeizuführen versucht werden, welche erhebett unter der Bedingung der Rückzahlung des Bolles im und Korruption mit Rumänien aufnehmen könnte selbst die eine erhebliche Ginschränkung des Poſtverkehrs an den Falle der Ablehnung der Vorlage.as bustanov bulgarische nicht. Die Abgeordneten Müller, Bebel und Die Regierung läßt gewöhnlich, die selbstverständlich Sonntagen bezweckt. Eine Verbesserung des Wahlgesetzes wird auch zu ihren gunsten ausgefallenen Wahlen als Beichen der Möller erklärten sich gegen den zweiten Theil der Resolution als von unseren französischen Genossen erstrebt. Guesde allgemeinen Zufriedenheit im Volke anführen. Da letztere Beit zwecklos, auch über den ersten Theil gingen die Meinungen der hat im Namen der Fraktion einen Antrag eingebracht, der die Ergänzungswahl des zweiten Kollegas( Klaffe), eines der Redner auseinander, worauf der Abg. Frigen, die Resolution die Wielkandidaturen durch das Proportianalverfahren aus festesten Bollwerke der Sozialdemokratie und des Liberalismus, zurückzog, die auf dem Wege einer Vereinbarung der verschiedeschließt, das Wahlrecht von keinem längeren Aufenthalt am 3u gunsten der Regierung stattgefunden hatte, fo hörte jetzt nen Fraktionen in entsprechender Gestalt an das Haus geOrt abhängig macht und die geheime und unbeeinflußte natürlich das Auspofaunen der Zufriedenheit erst recht nicht langen soll. auf, und jeden Tag wird immer dasselbe Lied in den ReDie Kommission ging alsdann zur Feststellung der Einnahme Abstimmung zu sichern bezweckt. Das Geschimpf der gierungszeitungen gesungen. Die„ Voffische Zeitung" nüßt die des Postetats über. Bourgeoisblätter spricht für die Güte des Antrages und fehr willkommene Gelegenheit aus." G3 tbut also Noth, ihr die Abg. Bebel beantragte die Einnahmen für Posts und Teleden Anklang, den er im Publikum gefunden. Art und Weise, wie in Rumänien die Wahlen gemacht werden, graphengebühren von 245 500 000 m. auf 248 970 000 M. zu erhöhen und stützte sich bei Begründung dieses Antrages darauf, Demonstrationen für Sizilien in Zürich. Aus zur Kenntniß zu bringen. Zürich wird vom offiziösen Wolff'schen Bureau telegraphirt: weil das Mindesteinkommen, welches zur Wahl befähigt, einfach nahmehöhe angenommen werden könne, wenn Bei den Senatswahlen kommt das Bolt garnicht in Betracht, daß nach der eigenen Darstellung der Postverwaltung diese Gindie PoftverAm Sonntag Abend hat in Außerfihl( einer Vorstadt von von keinem aus dem Volfe erreicht wird. Für die Deputirten- waltung im laufenden und im kommenden Statsjahr auf eine sprechung der aufrührerischen Bewegung in Sizilien zum 1. und 2. Klasse das birefte, für die 8. bas indirette. Die 1. und vorhergehenden Jahren. Der Antrag wurde von feiten bes Zürich) eine Versammlung stattgefunden, welche eine Be- fammer herrscht das Dreiklassen- Wahlsystem, und zwar für die ähnliche Erhöhung der Einnahmen rechnen könnte, wie in den 3. ungefähr 150 Italiener unter Führung deutscher Un- jeder 2068 Einwohner vertritt, die 8. Klasse wählt indirekt, und Gegenstand hatte. Nach Schluß der Versammlung zogen 2. Klasse senden 145 Abgeordnete, von denen im Durchschnitt ein Direktors im Schazamt Aschenborn und des Staatssekretärs Dr. v. Stephan eifrig bekämpft. Stephan abbängiger mit rothen Fahnen vor das in der Bahnhof zwar folgendermaßen: je 50 Wähler schicken einen Delegirten hierbei das Geständniß, daß daß die drohende Quittungsstraße gelegene Gebäude, in welchem sich das italienische nach der Residenz, die Delegirten vollziehen erst die Wahl sie Einnahmen der Postverwaltung schädigen würde, ein Geständniß, Steuer als eine Belastung des Verkehrs auch Die Konsulat befindet und veranstalteten hier eine Demonstration. wählen 38 Abgeordnete, von denen jeder 112 277 GinObgleich das eiserne Eingangsthor des Gebäudes bald gewohner vertritt. Dabei beeinflußt die Polizei das der Abg. Singer fofort annagelte und für anderweite Verkehrsdie schlossen wurde, sollen Steine in den Hausflur geschleudert Wahlen in höchstem Grade, fein Mittel wird gescheut: erleichterungen plädirte. Des weiteren befürwortete der Abg. Richter worden sein. Mehrere der Manifestanten letterten zu dem Geld, Branntwein, Verhaftung, um das Erscheinen zur den Antrag Bebel, der schließlich mit 11 gegen 7 Stimmen anKonsulatswappen empor und brachten auf demselben rothe Wahl zu verhindern; und wenn alles nicht wirkt, so wird die genommen wurde. Fahnen sowie die Inschrift an:" Lutto pei fratelli siciliani". Wahl ungiltig erklärt. Ein Beispiel von hunderten sei hier anNach Erledigung des Postetats entstand eine Diskussion über Die Polizei zerstreute in turzer Zeit die Ansammlung und vergeführt: im Dorfe Cordun( bicht an der Stadt) Romaner Wahl- das Verhältniß der Einnahmen im Packet und Zeitungsverkehr haftete 15 Tumultuanten, darunter vier deutsche Unabhängige. bezirk lagen 2 Listen aus, die Regierungsliste und die der sozial zu den Kosten für diese Zweige der Berwaltung. Auch fragte der Einer der Unabhängigen, der Schreiner Semlin, wurde durch demokratischen Partei. Die Bauern nahmen den sozialdemo- Abg. Möller, wieso es tomme, daß die Ueberschüsse der Reichspost Säbelhiebe schwer verwundet. völlig wiederhergestellt, eine umfassende Untersuchung ist ein hielten sie den Regierungszettel in der Hand, ließen aber geschickt baß die Kosten des Packetverkehrs, weil vollständig, verwachsen mit Ruhe und Sicherheit sind fratischen Bettel in den Hermel, und als sie zur Urne traten, niedrigere feien als z. B. in England und Frankreich. Staatssekretär Dr. v. Stephan gab die gewünschten Aufklärungen, wobei er hervorhob, geleitet. den sozialdemokratischen Bettel in die Urne fallen. Bei ErCrispi's Lage, das wird jezt selbst von den un- öffnung des Ecrutius war der Gemeindevorsteher, der zugleich dem übrigen Berkehr, nicht festzustellen seien. Bei dem Zeitungsverfrorensten seiner Preßkosaten und er hat deren eine die Wahl leitete, ganz sicher, daß die Regierungskandidaten ge andere Regelung des Postdebits für Beitungen in Aussicht gegroße Anzahl, auch in Deutschland- eingestanden, ist sehr endigte er nicht einmal den Wahlprozek, sondern schloß bie nommen. Die geringeren Ueberschüsse im Vergleich zu anderen wählt wurden, als sich aber das Gegentheil herausstellte, beunsicher und gefährdet. Die willkürliche Vertagung der Ländern rührten daher, daß Deutschland eine Menge von VerKammer um einen Monat( bis zum 20. Februar) hat alle en erklärte die Wahl für„ anticonstitional"( wollte fehrseinrichtungen habe, die anderen Ländern abgingen, so der antitonftitutionel sagen) obzwar er von der Konstitution parlamentarischen Parteien erbittert auch die Kon- blutwenig verstand. So wird's überall gemacht, und solche billige Packetverkehr, die Beitungsspeditionen, die häufige Briefervativen, die doch keine Lust haben, sich vollständig bei Wahlen sollen als Maßstab der Zufriedenheit gelten? Daran bestellung selbst in fleineren Städten und auf dem Lande, die zweifeln. Gründung von Postämtern in einer Menge fleinerer Orte, bie Eine Verbilligung Seite schieben zu lassen. Es wäre deshalb keineswegs un- wird selbst die offische Zeitung" in einem der Regierung bessere Bezahlung der Beamten u. f. w. wahrscheinlich, daß eine noch weitere Vertagung einträte. Nun spricht Crispi hat ohnehin wenig Freunde oder keine. Mit fehr schmeichelhaften Tone von einer starken Bewegung in der Telephongebühren für kleinere Städte, die der Abg. Müller seinem Kumpan Bismarc hat er das gemein, Rumänien, der sogenaunten patriotischen". Wie bekannt, leben anregte, lehnte der Staatssekretär als unmöglich ab. die Rumänen nicht nur in dem eigentlichen Königreich, sondern daß er nur Werkzeuge und Mittelmäßigkeiten um fich duldet, daß er Jeden verräth, sobald es ihm in den gehören: Siebenbürgen, Banat, Bukovina, Bessarabien. Unsere einer Direttorialsielle für die Kolonienverwaltung von sozialfich duldet, daß er Jeden verräth, sobald es ihm in den in all' den Provinzen, die das frühere Dacien bildeten. Hierzu Boranschlägen erledigt. Beim Etat für das auswärtige Amt wurde die Kreirung Kram paßt, Jedem in die Suppe spuckt, der ihm nicht Bourgeoisie, die in dem engen Rumänien nicht mehr genug heraus- demokratischer und freifinniger Seite beanstandet. Von konser will enlos folgt, und in Jedem, der eine Spur von Geist schinden kann, möchte jetzt auch die Grenzen erweitern, und ein ge- vativer Seite verlangte man die Einrichtung eines Kolonialamts, und Selbständigkeit zeigt, einen Nebenbuhler erblickt, dem stärktes, einiges rumänisches Reich nach berühmtem Muster gründen. Die geforderte Direktorstelle verweigere man und wolle sie geer auf jede Weise zu schaden sucht. So hat er sich den Die Bourgeoisie bekam einen Echmerzenstran pf für die von den Go gebenenfalls, wie die gleichen Stellen in Preußen, nur mit fonservativen Rudini, dessen Unterstützung ihm noth- Desterreichern unterdrückten Brüder" in Siebenbürgen. wendig ist, jetzt dadurch zum Feind gemacht, daß er ihn in bildete sich die patriotische Liga", welche aus ein paar Siz- 15 000 M. dotiren. Die Stelle wurde durch die Stimmen des wendig ist, jetzt dadurch zum Feind gemacht, daß er ihn in Köpfen besteht, die sich einbildeten, daß es genüge Radau zu lsdann vertagte sich die Kommission wegen Beginn der PlenarZentrums, der Nationalliberalen und Freikonservativen bewilligt. einem englischen Blatt auf's gemeinste angreifen und verschlagen, Kongresse und Versammlungen( zu denen sie selbst leumben ließ. Natürlich leugnete er nachher ab, allein famen) zu veranstalten, Champagner zu trinken, um eine Revo- berathung. Rudini kennt seinen Spiegelberg und Crispi mag sich vor- Tution zu bewerkstelligen. Die Bourgeoisie aber, die wie gesagt sehen. Siebenbürgen zu ihren Geschäften braucht, stellte sich hinter diese Liga, die rumänische Regierung an die Spize. Letzteres sucht nun die" Bossische Zeitung" abzuleugnen, fie spricht einer ablehnenden Haltung der Regierung". Daß Wien, 29. Januar. Bei der heute Nachmittag hier abgedies nicht der Fall ist, erhellt aus den Thatsachen: haltenen allgemeinen Versammlung der Schneider kam es zu daß die Agitatoren Dieser Bewegung Den fi fich überall tumultuarischen Szenen, die in Schlägereien zwischen ChristlichVorläufig quält ihn am meisten die Finanznoth. Der polizeilicher Hilfe erfreuen, daß fie meistentheils die Eisenbahnen Sozialen und unabhängigen Sozialdemokraten ausarteten. Die Staatsschatz war schon leer, als er ins Ministerium fam- umjon it benußen können, und daß sie das für die Bewegung Bersammlung wurde infolgedessen behördlich aufgelöst. und die Aufstände und Unruhen der letzten 4 Wochen haben nöthige Geld von der Bourgeoiste, und thatsächlich unter der mindestens 100 Millionen extra gekostet. Woher Geld Hand von der Regierung erhalten. Gewiß ist: im Parlament hat er teine Majorität, und der, Diktator" Crispi wäre nur ein Diktator zum Lachen, wenn er nicht die Karnevalszeit seiner Diktatur dazu be- von nugte, viel Unheil zu verüben. 81111 81 nehmen und wo stehlen? Wo etwas zu holen und zu Der Etat der Reichsdruckerei wurde ohne Debatte nach den Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) pita ſtehlen war, ist's schon geholt und gestohlen. Die Franzosen gierung den Rumänen aus Siebenbürgen volle Freiheit gewähre.Briefkaffen Briefkaffen der Redaktion. pumpen feinen Pfennig. Da richtet dann der Blick sich Wir Sozialdemokraten sehen die Ungerechtigkeit, die da herrscht, nach Deutschland. Michel ist der Dumme, auf den Herr Crispi rechnet. Also aufgepaßt! ihr Leutchen in Deutschland, die Ihr noch etwas Geld in der Tasche habt. Deutschland, die Ihr noch etwas Geld in der Tasche habt. Ter italienische Pumpus geht herum! Die Universität Brüffel ist, nachdem heute wiederum mehrere Studenten relegirt wurden, geschlossen und von Polizisten besetzt worden. Trener Genosse, Schilda. Wenn in dem bei den Grundviel beffer als die Herren Bourgeois; wir wissen aber, daß der Rampf, der jetzt geführt wird, die Siebenbürger Rumänen nur alten befindlichen Altentheilsvertrag, was wahrscheinlich ist, es Dom Regen in die Traufe führen würde, da sie es unter rumä- so stand, wie Ihr Vater sagt, so fann der Besizer sich nicht nischer Herrschaft nicht besser, eher noch schlechter haben würden. weigern, alles weiterzuzahlen. Brieftich antworten wir nicht. Das Volk weiß es, daß eine wahre Befreiung nur auf dem R. Asb. 1. Ja. 2. Senat. Standpunkte der internationalen Sozialdemokratie, die feine Grenze anerkennt, möglich ist. Weil das Bolt dies weiß, steht es nicht hinter der Bewegung, Landesangehörigkeit und Grenze anerkennt, und darum schreitet auch die Bewegung nicht voran ein neuer Beweis, daß Revolutionen nicht von oben gegen den Willen des Volks gemacht werden können. Da die Regierung aber, die Bedlosigkeit der Bewegung eingesehen hat, wäscht sie jest die Hände in Unschuld, und läßt burch seine Organe auspofaunen, daß sie die Bewegung nie unterstützte. Wohl bekomm's. Eine nette Jllustration der Freiheit der Wissenschaft. England und Rußland wetteifern in Zentralasien in der Gewinnung der Gebiete, die zwischen ihren Grenzen liegen. Theils erobern sie dieselben, theils ziehen sie sie in ihre Interessensphäre, so ist dies nach jahrelangen Bemühungen England nun mit Afghanistan gelungen. Der Bossischen Zeitung" aber hier einen Rath! Es sei ihr Die indische Regierung soll sich verpflichtet haben, genug an dem, was sie für's deutsche Volk thut, wir Rumänen Afghanistan gegen einen Angriff von Norden her zu bedanken uns für die Fürsorge, denn wir müßten dann aus vertheidigen. So lange der Emir die Abmachungen rufen: Behüte uns Gott vor Freunden wie die Bosnische", vor innehalte, sei die indische Regierung verpflichtet, die unsern Feinden schüßen wir uns selbst. Integrität Afghanistans aufrecht zu erhalten. B. B. M. B. 34. Nichts zu machen. N. Wendt. Betriebssteuer ist zu bezahlen. W. H. Auch im Gewerbegerichtsverfahren müssen vom Unterliegenden Gerichtstoften, Versäumnißkosten des Dbfiegenden und Beugengebühren bezahlt werden. eines anderen Miethers entbindet tann nicht ohne Weiteres beantwortet werden. Das richtet sich danach, wie hoch die Miethe für die neu zu übernehmende Wohnung war. 5. S. 54. Das fommt nicht, wie Ihr Onkel meint, darauf an, was das Gericht beschließt, sondern nur darauf, was im Teftamente steht. Ist Ihrer Braut außer den 600 Mt. ausdrücklich nur das vermacht, was beim Tode der Schwester noch da sein wird, so kann diese die Grundstücke veräußern oder be lasten. Sonst fann Ihre Braut nach des Ontels Tode auf grund des Testaments im Grundbuche eintragen lassen, daß das Erbe einmal an fie fällt. C. Sch., Nummelsburg. Rathhaus. DS Demant. Die Reichstags Abgeordneten bekommen feine Diäten. Eine Frucht der Abenteurerpolitik ist der Typhus, G. Wels. Ersetzen Sie dem Vereine das Geld und klagen Es sind dies die Vorbereitungen für den unausbleib- der, wie aus Melilla gemeldet wird, infolge von anhaltenden Sie dann in eigenem Namen beim Amtsgericht 1. Neue Friedrichlichen großen Entscheidungskampf zwischen Rußland und Regengüssen unter den spanischen Truppen ausgebrochen ist. straße 18, wo Sie die Klage zu Protokoll geben können. England in Asien, als dessen Preis Indien gilt. Bereits über 400 Mann liegen in den Spitälern darnieder. Regelklub. Nein. 2. 9. 61. Die Stellung eines anberen Aus Serbien liegen wieder eine Anzahl interessanter Die Soldaten sind tief in die Moräfte gerathen, so daß an Sie nur, wenn der Verwalter einverstanden ist. Ob Ihre mündMeldungen vor. Der in Verfassungsverlegungen erfahrene ein kriegerisches Vorgehen augenblicklich keinesfalls zu liche Zusage, die andere Wohnung zu übernehmen, bindend ist, fleine Alexander hat eine Amnestie für das frühere Kabinet denten ist. Avatumovics erlassen. Man spricht schon von der Er In Egypten herrschen bekanntlich sehr verzwickte zu setzung des eben in's Amt getretenen Ministeriums durch stände. Rechtlich gehört das Land zur Türkei und ist ein liberales. Die Aufregung der radikal gesinnten Bolts ber Sultan oberster Gebieter. That sachlich haben die freise ist im Wachsen. Auch die Arbeiter haben zum Basallenfürsten von Egypten sich vor etwa 60 Jahren Staatsstreich Stellung genommen. Ein Telegramm meldet von der Türkei losgerissen. Sintemalen nun Egypten, Alb. Schön, Küstein.§ 75 des Krankenkassengesetzes fagt sprach in einer Resolution thre Sympathie für die Radikalen Weltstraße einen außerordentlichen Werth hat, ist es deutlich, daß der Beitritt zur Ortskrankenkasse oder GemeindeGine heute Nachmittag stattgehabte Arbeiterversammlung namentlich seit der Erbauung des Kanals von Suez, als aus. Die Arbeiter durchzogen darauf die Stadt unter Hoch- für England und Frankreich ein Gegenstand höchster Be- Krankenversicherung nur dann erfordert wird, wenn das Mitglied rufen auf den König und die Verfassung und gingen später gehrlichkeit geworden, und abwechselnd haben beide Mächte von seiner freien Hilfskaffe nicht ein ebenso hohes Krankengeld ruhig auseinander. die Oberherrschaft in Egypten erlangt. ezt sind die bekommt, wie die örtliche Zwangskaffe gewährt und außerdem Das Land wird mit Proklamationen und Flugblättern Engländer obenauf. Der Khedive, so heißt der rechtlich Bezahlung von Arzt- und Apothekerrechnung in ihrer wirtder radikalen Partei überschwemmt. Der Regierung stehen unter dem Sultan stehende Fürst des Landes, möchte lichen Höhe. Der früher übliche Ersatz der Heilungskosten nun auch diplomatische Echwierigkeiten bevor, da die russische natürlich gern die Engländer los fein. In seinem In- durch eine Pauschalsumme genügt nicht mehr. Mitglieder von freien Kaffen, die blos das geben, müssen der Ortsfrankenkasse Regierung in offiziöjen Organen sich sehr scharf gegen die grimme ließ er sich vorige Woche zu einigen Aeußerungen beitreten. Mitglieder, die bei einer freien Raſſe in einer unteren Nenordnung der Dinge in Serbien ausgesprochen hat. des Unmuths hinreißen. Für diese hat er Klasse versichert sind, deren Krankengeld geringer ist, als das der und das hat, wie Zwangstasse am Arbeitsort, haben eine vierzehntägige Frist, um Ans Rumänien wird uns geschrieben: Vor kurzem brachte demüthig Abbitte thun müssen, und das hat, die Wossische Zeitung" in zwei längeren Artikeln das Glück, die neuesten Berichte vermelden, unter der egyptischen Be- fich in einer höheren Klasse versichern zu können. 2. G. 1000. Beantragen Sie schriftlich die Ausfertigung welches in Rumänien herrscht, den Deutschen zur Kunde. Wer völkerung eine solche Aufregung hervorgebracht, daß ernstdie Artikel gelesen hat, tönnte sich wirklich für Deutschland hafte Ereignisse zu befürchten sind". Wenn die ernsthaften des Urtheils und Zwangsvollstreckung. hierüber: nun W. S., Karlstraße. 1. Ihr Kousin muß im Bureau des Thierschutzvereins Dresdenerstr. 45 nachfragen, was es mit dieser Anordnung für eine Bewandtniß hat. Uns ist nichts davon befannt. 2. Versicherungspflichtig. 2. 3. 101. Rann ziehen. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Theater. Dienstag, den 30. Januar. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Vorher: Meinem Freunde H. Lies zu seinem| heutigen Wiegenfeste ein drei Mal donnerndes Hoch von seinem 1521b G. W. Hermann, merkste wat? Allen Freunden und Bekannten zur Heinrich Ringer Die Bajazzi.Kenntniß, daß der Zimmermann Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Mufit von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Erust. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Prinz Friedrich Central- Theater. Leffing Theater. Madame SansGêne. Alte Jaf obstraße 30. Zum 3. Male: Deutsches Theater. Der Herr Herr Coulisset. Senator. A Berliner Theater. Rean. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmnäst. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz Theater. Lolotte. Der Mustergatte. • Neues Theater. Gisela. Central- Theater. Berlin 1893. Herr Coulisset. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria- Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplah- Theater. Othello, der Mohr von Venedig. National- Theater. Charley's Tante. Vorher: Der Teufel in Berlin. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. V Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gesang und Tanz von Hugo Busse. Regie: Mar Samst. Mufit von Adolph Wiedecke. Vorher: Der Teufel in Berlin. Große Posse mit Gesang und Tanz in 3 Aften von Eugen Prudens. Musik 15176 im Alter von 73 Jahren gestorben ist. Die Beerdigung findet am 31. Jan., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle bes neuen Thomas- Kirchhofes aus statt. Die Hinterbliebenen. MorigMoriz Etablissement Täglich Gr. Instrumental- Konzert. Blas. Buggenhagen. Bla. Schwant in 3 Aften v. Blum u. Toché. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Hierauf Berlin 1893. 88. Male: Revue in 2 Abth. von L. Leipziger. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung Nen! Neu! und Konzert. Nen! Ein Stiergefecht in Cadiz. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime mit Ballet, ausgef. von den spanischen Clowns Hermandos Beiso und fämmtlichem TheaterPersonal. { Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Jeden Dienstag: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf Spezial Ausschank von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Freie Volksbühne. Am Sonntag, den 11. Februar, Nachm. 21/2 Uhr, findet für die V. Abtheilung im Lessing- Theater eine Borstellung statt. 4 Zur Aufführung gelangt: Das Fallissement. Die übrigen Februar- Vorstellungen müssen um eine Woche hinausgeschoben werden, so daß die Vorstellung für die I. Abtheilung am 1. Februar stattfindet. Zur Aufführung gelangt: Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. SW., Solmsstr. 24. 9 397/9 Klavierarbeiter! Große öffentliche Versammlung An den Wochentagen findet das am Dienstag, den 30. Januar, Abends 82 Uhr, in den Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Säle für Versaminlungen, Kommerse, Festlichkeiten zc. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreashtraße 64. Donnerstag, den 1. Februar: Grosse Soirée ,, Konkordia- Festfälen", Andreasstraße Nr. 64. Tages- Ordnung: Broduktionsweise des Pianofortefabrikanten Joseph, in Firma Mittag Nachf. 1. Vortrag des Herrn Paul Jahn über:„ Gefängnissarbeit" und die 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten zur Gewerkschaftskommission. Alle Klavierarbeiter und Pianofortefabrikanten sind hierzu verpflichtet, 474/9 zu erscheinen. brief. Der Einberufer. Der Pianofortefabrikant Joseph ist brieflich eingeladen. Große öffentliche Norddeutsch. Sänger Volks- Versammlung Auserwähltes Programu. Nachdem: Familien- Kränzchen. Familien- Bilets und Passepartouts haben Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. 65/14 C. Saeger. Passageam Dienstag, den 30. Januar, Abds. 8% Uhr, im Saal des Herrn Spikig, Frankfurter Allee 193. Zages Ordnung: 1. Boykott der Charitee. Referenten Genossen Dr. Heymann und Adler. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Genossen von Stralau- Rummelsburg, Friedrichsfelde und Osten Berlins werden besonders auf diese Versammlung aufmerksam gemacht. Die Vertrauensperson. 339/15 Charlottenburg. Panopticum. Mittwoch, den 31. Jannar, Abds. 8 Uhr, im Lokale des Im Theater- Saal, ohne Extra- Entree: Nord und Süd, Liederspiel von R. Linderer. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. 40 Pf. ( fiehe Platate). Zum Schluß ( höchster Lacherfolg!) Nur noch kurze Beit! Präuscher's anat. Museum. Eine Soiree bei Lehmann B. Gr. parodistisches Ensemble von Meyfel. Donnerstag: Sanssouci. von U. Wiedecke. Regie: May Samit. Circus G. Schumann, Rasseneröffnung 61/2 Uhr. Anfang Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse. 71/2 Uhr. Dienstag, den 30. Januar cr., Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Lumpensusanne Abends 72 Uhr: Große brillante Vorstellung. Besonders gewähltes Programm: Dresdener- Straße 55. Auftreten sämmtlicher Künstler und Künstlerinnen, sowie Reiten und Bor führen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde meines Marstalles. Romische Entrees von sämmtl. Klowns und des Miniatur- August Mr. Sicard. oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Unsere Marine, oder: Herru Heinrich Krause, Bismarckstr. 74: Mitglieder- Quartals- Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für TeltowBeeskow- Storkow- Charlottenburg. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1893. 2. Wie stellt sich der Verein zur Neugestaltung der Organisation? 3. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme Um rege Betheiligung ersucht neuer Mitglieder. Der Vorstand. Re: Rehlkopftuberkuloſe, KehlkopfLungenentzündung, Lunge mit TuberLungenentzündung, Bunge mit Zuber Genossenschafts- Bäckerei f. Berlin u. Umg. fulose, Herz mit Klappenfehler, Magen mit Entzündung, mit Geschwüren, eber- und Milztrankheiten. Schußkanal durch fünf Körper, Gladiatorenkampf, ( Eing. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht.)| Bilanz- Conto. Debet. 1893 Juni 30. täglich für erwachsene Herren, Dienstag An Cassa- Conto und Freitag für Damen. Blumenhandlung 55472* P. 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Male: Bestellung auf den„ Sozialdemokrat" ** 2 Athleten, dargestellt v. Mr. Fassiou. Vorwärts" nimmt entgegen 1527b und Mr. Franconi. Die Redfünſtle" ZeitungsMax Kirsch, Spediteur, rinnen Geschwister Hoffmann. Die Akrobaten auf d. Telephondraht Zalva, Ritterstraße 107, Ecke Prinzenstraße 28. Espana und Alvar. etc. Vertikov sof. spottb. Preise wie gewöhnlich. Kleiderſpind Branienstr. 158,8zt. t Der Circus ist gut geheizt. Mittwoch: Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Ringschiffchen 80 m. vert. Henke, 1530b Dennewigstr. 1, v. p. Billets à 50 Pf. sind beim Vorstand und Komitee zu haben. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW, Beuthstr. 2. In den nächsten Tagen erscheint: Protokoll des Internationalen Sozialistischen Arbeiter- Kongresses in Zürich vom 6. bis 12. August 1893. Preis broschirt 40 Pf. Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 24. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. M Dienstag, den 30. Januar 1894. verdient sie dankbare werden 11. Jahrg. und Gewerbe um so bedenklicher, als die Steuern schon wesent-| fönnen nicht einmal für die Justiz u. s. w. ordentlich sorgen. lich auf den minder bemittelten Klassen lasten; daneben find die Es besteht ein Unterschied von 112 Millionen zwischen den in Aussicht genommenen Steuervorlagen als nicht geeignet von Ueberweisungen und den Matrikular- Umlagen innerhalb der 37. Sigung vom 29. Januar 1894, 1 Uhr. allen Seiten anerkannt worden. Von den hervorragenden Partei- letzten 5 Jahre. Das allgemeine Gefühl in ganz Deutschland Um Bundesrathstische: Graf v. Caprivi, v. Bötticher, führern, von Windthorst, von Franckenstein und von Huene ist geht dahin: So kann der Zustand nicht weiter aufrecht erhalten die Aufrechterhaltung Graf v. Posadowsky, v. Marschall, Miquel. der Matrikularbeiträge als die werden.( Zustimmung rechts. Zuruf links: Das sagen wir auch!) Ohne Debatte genehmigt das Haus in dritter Berathung die Grundlage des föderativen Systems, als das einzige Werden die Ausgaben auf die Einzelstaaten geworfen, dann wird Erklärung betr. die Verlängerung des be Finanzrecht des Reichstages bezeichnet worden. Die Be- die Mißstimmung eine noch viel größere sein. Wir leben jetzt stehenden Handelsprovisoriums zwischen dem Reich deutung der Franckenstein'schen Klausel hat man allmälig im Reich nur von der Hand in den Mund ohne dauernde orga und Spanien auf die Zeit bis zum 31. März d. J. und tritt vergessen, und es ist ein wahres Glück, daß durch die Hinaus nische Zustände, die zur Vollendung des Reichs gehören. Die dann in die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die ander. schiebung dieser Vorlage man in der Lage ist, sich über die Be- verbündeten Regierungen hatten bisher die Hoffnung, daß eine co weite Ordnung des Finanzwesens des Reiches ein. deutung der Franckenstein'schen Klausel eingehend zr unterhalten. grundsätzliche Aenderung gelingen würde. Aber sie durften ihre Staatssekretär Graf v. Posadowsky: Die verbündet en Die Einnahmen des Reichs aus den Zöllen und den Verbrauchs- Bflicht gegen die Einzelstaaten nicht versäumen, sie mußten den Regi rungen hatten den großen Wunsch, daß die Finanz- steuern wurden auf 130 Millionen Mark beschränkt; das darüber Finger auf die Wunde legen und den Weg zeigen, den man bevorlagen als ein Ganzes betrachtet würden, daß diese Hinausgehende wurde den Einzelstaaten überwiesen, welche seit- treten fonnte. Sie können die Vorlage ablehnen, aber wenn sie jetzt zur Berathung stehende Vorlage zuerst zur Berathung dem 21/2 Milliarden Ueberweisungen erhalten haben, und wenn abgelehnt wird, so wollen wir abwarten, ob sie damit für immer tommen sollte. Der Reichstag hat zuerst die Einzel- man die Matrikularbeiträge nachrechnet, blieb den Einzelstaaten todt ist. Sie wird schließlich zur Annahme gelangen müssen, weil vorlagen zur Berachung gestellt und die Finanzreformvorlage immerhin eine Summe von 287 Millionen Mark. Den Werth fie eine politische und finanzielle Nothwendigkeit ist. Sie ist nicht erst an den Schluß der Berathung gestellt; dieser Beschluß war der Franckenstein'schen Klausel erkannte man erst, als ihre willkürlich ersonnen, sie ist kein Automat; sie ist die logische den verbündeten Regierungen zunächst höchst unerwünscht, aber Wirkung in das Gegentheil umschlug, als die Matrikular Weiterentwicklung des Reiches. Wenn andere Formen gefunden jetzt glauben sie den Parteien, welche nicht aus sachlichen, sondern beiträge höher wurden als die Ueberweisungen. Man hält werden, so werden wir dagegen nichts einzuwenden haben. nur aus taktischen Gründen für dieses Verfahren gestimmt haben, es jetzt beinahe für ehrenrührig, sich mit der Regierung in Die Nothlage der Einzelstaaten wird immer gefährlicher, je danken zu müssen, daß sie durch die Zurückitellung dieser Be- Uebereinstimmung zu befinden," hat Fürst Bismarck ein- größer die Ausgaben des Reiches bemessen werden. Alle Vorrathung den Einzellandtagen Gelegenheit gegeben haben, sich mal hier gesagt, und hinzugefügt, wenn er nicht zur Regierung schläge bedeuten nichts als: wir wollen Alles beim Alten lassen! über diese Vorlage auszusprechen. Dadurch ist das Verständnis gehörte, würde er diesem Laster auch verfallen.( Heiterkeit.) Der Der§ 5 ist dahin gedeutet worden, daß die Ausgaben nur durch für die Vorlage erheblich gewachsen. Verschiedene Einzellandtage Gedanke der Vorlage gehört durchaus nicht der Regierung allein; indirekte Steuern gedeckt werden sollen. Das ist nicht richtig! haben die dringende Nothwendigkeit der Reform anerkannt. es ist der Gedanke, der dem Vater der Franckenstein'schen Klausel Es soll von diesen Zuschlägen zu den Stempel- und VerbrauchsMan hat es böse mit uns machen wollen, es ist aber zu unserem vorgefchwebt hat. Aus den ganzen damaligen Verhandlungen steuern nur Gebrauch gemacht werden, wenn andere SteuerVortheil ausgeschlagen. Die verbündeten Regierungen gehen geht hervor, daß die Absicht der Franckenstein'schen Klausel dahin quellen nicht eröffnet werden können. Es bleibt also die Mögvon der Nothwendigkeit der Vorlage aus. Das Reich soll auf ging, den Einzelstaaten eine finanzielle Erleichterung zu schaffen. lichkeit einer diretten Einkommensteuer immer feine eigenen Einnahmen angewiesen werden und feine Rück 13 vom Reichsschazamt darauf verwiesen wurde, daß die noch vorhanden.. Meine Meinung geht auch dahin, daß schläge mehr auf die Finanzen der Einzelstaaten ausüben dürfen. Franckenstein'sche Klausel schon dann beachtet sei, wenn die die Steuerreform nicht unbedingt die Bewilligung von 40 MilDie Gegner der Vorlage haben zunächst die Reichs- Einkommen Matrikularbeiträge den Ueberweisungen das Gleichgewicht hielten, lionen Marf Ueberweisungen verlangt. Auf die Reform selbst steuer vorgeschlagen. Mit dieser Gruppe brauche ich mich nicht da erhob zuerst nicht das Zentrum, sondern Abg. Richter das wird wohl mehr Gewicht gelegt werden, als auf den Betrag; zu beschäftigen, da die Reichs Einkommensteuer allseitig als un- gegen Widerspruch. Soweit die Finanzreformvorlage diese Be- denn es muß hier eine Auseinandersehung stattfinden, wenn durchführbar anerkannt ist. Eine zweite Gruppe will die Reichs- deutung der Franckenstein'schen Klausel zu bessern sich nicht heute, so doch morgen. Ich sehe den Zeitpunkt kommen, Finanzreform verschieben bis auf andere Zeit. Gine dritte bemüht, Anerkennung für ihr wo der Reichstag selbst diese Reformen verlangen wird.( Lachen Gruppe find Diejenigen, welche offen für die Finanzreform ein- Bestreben, nicht für die Art ihrer Ausführung. Schon links.) treten, aber einige Aenderungen an den Steuervorlagen wünschen. 1887 und 1888 haben Windthorst und v. Huene darauf Abg. Graf Limburg- Stirum( dk.): Ich habe selten ein Gesetz Eine große Mehrheit besteht für die wesentliche Erhöhung der hingewiesen, daß es mit der indirekten Besteuerung ein Ende gesehen, dessen Grundlage politisch so bedeutsam und so richtig Börsensteuer. Damit ist die Regierung einverstanden, aber wir nehmen müsse, daß das Reich sich einschränke, daß die direkten ist, wie dieses. Es müssen neue Methoden geschaffen werden, um wollen nicht verfahren wie der Wilde, welcher den Baum um Steuern in den Einzelstaaten gleichmäßig ausgebildet sein müssen. Die Franckenstein'sche Klausel wieder zur Geltung zu bringen. schlägt, um die Früchte zu erlangen. Der Börse, namentlich auch Das müssen wir erst abwarten und deshalb lehnen wir jetzt die Das Reich hat sich die besten Einnahmequellen, die indirekten der Berliner Börse, sind erhebliche fremde Kapitalien anvertraut, und Wirthschaftsverhältnisse sind und wenn auch Anzeichen der werden, um die Einzelstaaten an den indirekten Steuern theilReformvorlage ab. Es ist bekannt, wie schlecht die Erwerbs- Steuern, allein vorbehalten. Deshalb muß ein Weg gesucht und eine zu hohe Besteuerung würde diese Kapitalien verjagen und dadurch ungünstig zurückwirken auf Handel und Wandel. Besserung vorhanden sind, so wollen wir doch erst abwarten, ob nehmen zu lassen. Denn es ist jetzt so weit, daß die direkten Es ist auch von der Wehrsteuer gesprochen. Diejenigen, die diese Anzeichen sich auch weiter als verheißungsvoll ausweisen. Steuern im Verhältniß zu den meisten andern Staaten bei uns wegen törperlicher Fehler unbrauchbar geworden sind für den Angesichts der Nothlage solche Pläne durchzuführen, fehlt uns höher sind als die indirekten. Die Sozialdemokraten und die militärischen Dienst, sind auch größtentheils in ihrer Erwerbs- der Muth, zumal weder die Weinsteuer noch die Tabaksteuer in Riberalen haben die Tendenz, die progressive Einkommensteuer fähigkeit beeinträchtigt. Man fann sie also nicht besonders be- der vorgelegten Form unsere Zustimmung finden kann. auch im Reiche herbeizuführen. Deshalb drängen sie dem Einlaften und schließlich könnte man nur eine Einkommensteuer für Wir werden uns alle Mühe geben, in der Steuerkommission heitsstaate zu und wollen die Matrikularbeiträge beseitigen. Wenn sie einführen und zwar nur von minimalen Beträgen, denn die möglichst so viel zu beschaffen, um die nothwendigen Ausgaben diese aber stets wachsen, dann wird sich die Tendenz entwickeln, betreffenden Personen gehören meist den untersten Wolfsklassen zu decken. Wir werden aber auch durch nachdrückliche Abstriche vom Reich loszukommen. Wenn die Vorlage angenommen wird, an und es würde sich dabei wie bei den untersten Stufen der am Reichshaushaltsetat möglichste Ersparnisse zu machen ver- dann ist der Reichstag in die Nothwendigkeit versetzt sein Defizit Klassensteuer in Preußen herausstellen, daß die Kosten der Versuchen, um überhaupt mit dem größten Nachdrucke auf den Be in den laufenden Einnahmen, durch Anleihen zu decken. Das ist bisher anlagung und Einziehung der Steuer in feinem Verhältniß zu ginn der Sparsamkeitsära zu bringen, von der bisher so viel nicht der Fall. Das wird ein Compelle zur Sparsamkeit sein. ihrem Ertrage stehen werde. Man hat die Aufhebung der geredet ist, mit welcher aber endlich einmal der Anfang gemacht Im Reiche hat sich eine freigebige Wirthschaft entwickelt; dieser Liebesgabe" verlangt. Die Regierung muß sich im Interesse werden muß. Vorwurf richtet sich nicht gegen die gegenwärtige Leitung, er der ncthleidenden Landwirthschaft dagegen aussprechen, daß die Abg. Rickert( Frs. Vg.): Ich werde die Vorlage unter richtet sich überhaupt nicht gegen Personen, sondern gegen die Liebesgabe" beseitigt werde, daß die Steuer, welche jetzt schon feiner Bedingung annehmen. Herr Miquel wird wohl seinen Organisation. Der Finanzminister kann nicht durch ein Beto 200 pet. des Werthes beträgt, noch erhöht wird, während Ausspruch, den er im preußischen Abgeordnetenhause gethan hat, die Vermehrung der Ausgaben hindern; der Chef aller Refforts andere Luxusartikel unbesteuert bleiben. Gegen die vor- daß außer Rickert fein Mensch gegen die Vorlage wäre, zurück ist der Reichskanzler; der Reichs- Schapsekretär ist sein Untergeschlagene Inferatensteuer hat sich die gesammte Presse von nehmen müssen. Diese Vorlage ist wohl erledigt. Ich bin feft gebener und der Gleichgeordnete aller anderen Ressortvertreter. rechts und links mit großer Einmüthigkeit ausgesprochen. entschlossen, das Versprechen zu halten: Wir Und wie arbeiten diese Refforts! Wir werden uns nicht hinEine mäßige Inferatensteuer würden die Geschäfte sehr wohl teine Steuer zur Deckung der Militärvorlage bewilligen, dern lassen, die Vorlage, wenn sie wiederkommt, zu untertragen können, aber man würde uns mit dem Einwande kommen, welche die unteren Volksklassen belastet. Gegner der suchen. Eine gute Sache kämpft sich von selbst durch.( Beifall daß die arme Wittwe, welche ein Zimmer vermiethen will, Franckenstein'schen Klausel sind wir Wir hätten rechts.) ungerecht besteuert würde. Es ist uns eine Erhöhung der Bier gern die Matrikularbeiträge ersetzt durch bewegliche Reichssteuern, Um 43/4 Uhr wird die weitere Berathung bis Dienstag steuer vorgeschlagen. Wenn der Reichstag eine Erhöhung der wie sie Herr Miquel einmal vorgeschlagen hat. So lange das 1 Uhr vertagt. Biersteuer beschließen würde, so würden die verbündeten Re- nicht geschehen ist, werden wir für die Matrikularbeiträge eingierungen die Frage wohl in Erwägung ziehen. Aber die treten. Auf die einzelnen Theile der Vorlage einzugehen widerHerren aus Bayern werden dagegen wohl lebhaft Widerspruch strebt mir; sie ist ja eigentlich erledigt. Lieber würde ich die erheben, denn sie haben von der Erhöhung der Biersteuer nichts, Vorlage in zweiter Lesung im Plenum weiter berathen sehen, als sie müßten nur ihre Matrikularbeiträge erhöhen und da wäre in der Kommission. ihnen schließlich die Tabaksteuer doch lieber. Jeder Steuer hält Das Defizit in Preußen ist nur ein rechnungsmäßiges. Der welche der man entgegen: Ja, die Leute sind alle ganz gute Patrioten, Schatzsekretär hat verwiesen auf die Hilfe, welche Von dem Opfermuth der Klassenbewußten Arbeiter aber wenu diese oder jene Steuer eingeführt würde, Finanzminister im preußischen Landtage gesucht und gefunden Bremerhavens zeugt am besten der Kaffenbericht des dann würden sie unzufrieden werden. Solche Drohungen hat. Herr Miquel ist ja jetzt der Abgott der ganzen Sozialdemokratischen Vereins. Aus demselben erfind doch eigentlich nicht am Blaze; den Sozialdemokraten Rechten; wer das vor 10 Jahren prophezeit hätte! In Baden sehen wir, daß die Einnahmen im vierten Quartal 1893 die muß dabei das Herz im Leibe lachen, denn sie brauchen den und Bayern sind die Steuerprojekte nicht mit demselben Wohl: Höhe von 1308,50 M. betrugen, die Ausgaben 896,29 M. Die Baum gar nicht mehr zu schütteln, die Früchte fallen ihnen durch wollen aufgenommen wie im preußischen Landtage. Wir befinden Gesammteinnahme im verflossenen Jahre stellte sich auf 6004,98 m., den Ansturm der Parteien von selbst in den Schooß. Die Zahl uns in Preußen in einem Uebergangsstadium, nicht blos bezüg- die Ausgabe auf 4614,37 M., mithin ist ein Kassenbestand von der freiwilligen Mitarbeiter ist eine sehr große; es giebt darunter lich der Eisenbahnen, sondern auch bezüglich der Einkommen: 1390,61 M. vorhanden, jedenfalls ein durchaus befriedigendes auch einige, welche ernst genommen sein wollen. Aber mit diesen steuer und Bermögenssteuer. Werden diese Steuern nicht er- Resultat, namentlich wenn man berücksichtigt, daß die Partei hier Vorschlägen tommen wir nicht weiter. Was will die Reichs- hebliche Ueberschüsse ergeben? Die Aufhebung der Liebesgabe be- am Orte die Kosten der letzten Reichstagswahl vollständig aus Finanzreform? Sie will die Einzelstaaten schüßen gegen die fämpft der Schatzfefretär. Sein Vorgänger wollte ja einen eigenen Mitteln gedeckt und außerdem noch einen Theil der Schwankungen der Ueberweisungen vom Reich und will die Theil derfelben einziehen. Der Schatjekretär sprach von der Wahlfoften für den zweiten oldenburgischen Wahlkreis bestritten Ueberschüsse der fetten Jahre verwenden für einen Reservesonds Mothlage der Landwirthschaft. Will man eine Untersuchungs- hat. Aus dem Bericht des Bibliothekars entnehmen wir, daß die, zur Deckung der Fehlbeträge der schlechten Jahre. Die Franden- tommission einsehen von unparteiischen Männern jeder Richtung, Bibliothek um 50 neue Bände vermehrt worden ist. Der sodann stein'sche Klausel wird aufgehoben. Diejenigen, welche mit der wir sind einverstanden damit. Was würden aber darüber für erstattete Bericht der Revisoren bekundet, daß alles in bester größten Schärfe gegen diefelbe gesprochen und dagegen ge- Klagelieder ertönen!( Widerspruch rechts) Was man an einzelnen Ordnung befunden wurde. An die Berichterstattung schloß sich ftimmt haben, find jetzt die eifrigsten Vertheidiger derfelben. Biffern angeführt hat, hat keine Bedeutung. Wir müssen diese Vor- eine rege Diskussion. In derselben wurde allseitig betont, daß Der Gedanke der Klausel war der, den Einzelstaaten einen An- lage aus finanztechnischen und konstitutionellen Gründen ablehnen. nunmehr, nachdem ein guter Untergrund geschaffen und die theil an den neu betheiligten indirekten Steuern zu gewähren für Nach Ablehnung der Militärvorlage war eine Bewegung unter Partei in jeder Beziehung gerüstet sei, in eine rege Landagitation die Erleichterung ihrer Steuern und für ihre Staatsausgaben. Den vermögenden Leuten, die Kosten der Militärvorlage auf ihre eingetreten werden müsse. Redner giebt eine Uebersicht der Ueberweisungen des Reichs an Schultern zu nehmen. Auf diesem Standpunkt stehe ich heute die Einzelstaaten. Wer jetzt gegen die Vorlage stimmt, der will noch und ich habe mich nicht davon abbringen lassen. Es Die kleinen Plänkeleien, welche von unseren Parteialso, daß die Matrikularbeiträge steigen, daß die leberweisungen wäre ein Bruch des Vertrauens großer Voltskreise, wenn von genossen mit den Behörden ausgekämpft werden müssen, dienen ganz verschwinden, daß die Einzelstaaten an das Reich zahlen. diesem Standpunkte abgegangen würde.( Zustimmung links.) höchstens dazu, die Kraft derselben zu stählen, obgleich also die Das widerspricht den Versprechungen, welche bei der Einführung Finanzminister Miquel: Ich wundere mich, daß Herr unaufhörlichen Quängeleien der Polizei, namentlich in den kleinen der Franckenstein'schen Klausel gemacht worden sind. Wir Rickert behauptet, nur die Agrarier ständen auf meiner Seite; Drten, momentan wohl hindernd auf die Bewegung einwirken, wollen die leberweisungen an die Einzelstaaten pauschaliren. er hat doch selbst den Verhandlungen im Abgeordneten vermögen sie auf die Dauer die sozialdemokratische Hochfluth Daß die Einzelstaaten dabei ein schlechtes Geschäft machen, ist hause beigewohnt und weiß, daß nur er und Herr nicht zu hemmen. In Kummersdorf, Kreis Teltow, nicht richtig. Der Schwerpunkt bei den Reichsfinanzen liegt ge- Richter gegen die Reform sich erklärt haben. Die follte im September v. J. eine öffentliche Voltsversammlung rade in der Bewilligung der Ausgaben und der Einnahmen in Nationalliberalen und auch das Zentrum sind dafür eingetreten. stattfinden; dieselbe wurde aber vom Amtsvorsteher verForm von Matrikularbeiträgen. In Zukunft soll, wenn der Wie lange sollen wir überhaupt noch warten mit der Finanz- boten, weil Störung der öffentlichen Ordnung" zu befürchten Etat nicht in sich selbst balanzirt, durch ein besonderes Gesetz die reform und welches Unrecht thut man den Einzelstaaten, welche sei. Der Regierungspräsident zu Potsdam, bei dem Teckung erfolgen aus eigenen Einnahmen des Reichs. Man hat ihr Steuersystem seit längerer Zeit organisirt haben? Man Beschwerde eingereicht worden war, antwortete, daß das Verdie Begründung eines Reichsfinanzministeriums für besser er wird später bedauern, daß man heute nichts weiter wußte, als bot nicht zu billigen sei, da die an sich nicht unbegründete Beachtet, als die vorgeschlagene Reform. Es wäre richtig, der die Sache auf unbestimmte Zeit zu vertagen. In der Zwischen- fürchtung, daß es in der angemeldeten Versammlung zu einer molluskenhaften Gestalt der Reichsfinanzverwaltung etwas mehr zeit werden die Einnahme- Ausfälle und die Ausgabenvermehrung Störung der öffentlichen Ordnung kommen könne, ein Verbot Halt zu geben.( Eehr richtig! lints.) Aber die Schaffung eines gedeckt werden müssen durch Erhöhung der direkten Steuern in der Versammlung von vornherein nicht rechtfertige. Nach besonderen Finanzministers neben dem allein verantwortlichen den Einzelstaaten und es wird nicht gelingen, im Reiche nachher Empfang dieses Bescheides wurde sofort eine neue Versammlung Reichekanzler hat doch schwere verfassungsrechtliche Bedenken. dafür Deckung zu finden. Man wird dann weiter auf die in Mellen einberufen. Ein Hauswirth stellte zu diesem Welche Stärkung der Finanzverwaltung und des Reichstages Matrifularumlagen zurückgreifen, dann ist die ganze Francen- 3weck 3 leerstehende Zimmer zur Verfügung. Der Bürgerliegt in dieser Reichsfinanzreform! Die Finanzverwaltung wird stein'sche Klausel dahin, wie das Herr Lieber ausgeführt hat. meister von 3offen hatte nun nichts Giligeres zu thun, dadurch stärker wie jeder Finanzminister, der unter Umständen Wir wollen den Einzelstaaten einen Antheil an den direkten als diesen Uebelthäter, der es wagte, in seiner Behausung sozialauch schwach werden fann. Las Staatsschiff des Deutschen Steuern sichern, wie das 1879, 1885 und 1887 festgestellt demokratische Versammlungen stattfinden zu lassen, die Hypothek, Reiches hat zwei Lecke: das eine ist die fort ist. Wir treten damit für das eigentliche Ziel der welche die Stadt Bossen ihm geliehen hatte, zu fündigen. Der währende Steigerung der Matrifularbeiträge, das an- Frandenstein'schen Klausel ein.( Lachen links.) Steuern Mann nahm die Kündigung an und die Versammlung hat am dere ist der fehlende Zwang zur Schuldentilgung. auf Vorrath will ich nicht; aber wie muß die Gefahr letzten Sonntag bei sehr starkem Besuche von Männer und Frauen Tie Reichsregierung ist der Ansicht, daß es sich hier um eine wachsen, wenn ich nicht blos meine eigenen paraten Mittel ver- doch stattgefunden. Der laute fortwährende Beifall bewies uns, haushälterische Maßregel handelt, die ein Regulator für die brauche, sondern auch die anderer. Das geschieht durch die wie sehr das Verständniß für unsere Jdee vorhanden ist und Reichsfinanzen werden wird und die dringend nothwendig ist. Matritular- Umlagen. Hat das Reich eine Einwirtung darauf, Genosse Zubeil hatte es auch in einem zweistündigen Vortrage Abg. Lieber( 3): Wir halten an der Franckenstein'schen wie die Matrikular- Umlagen in den Einzelstaaten gedeckt über unser Programm sehr gut verstanden, die Masse zu begeistern. Klausel jeft. Eine Schuldentilgung ist zur Zeit nicht zu erreichen werden? Nicht im geringsten! Das ist ein antediluvianischer Zum Schluß wurden noch für Bossen, Mellen und Kummersdorf ohne eine wesentliche Erhöhung der indirekten Steuern im Reiche. Zustand, der auf die Dauer nicht aufrecht erhalten werden kann. je eine Vertrauensperson gewählt, in 3offen selbst ist leider noch Diese Steuererhöhung ist bei dem Darniederliegen von Handel Die Einzelstaaten müssen ihre Kulturaufgaben zurückstellen, fie tein Lotal für uns zu haben. Mit einem braufenden Hoch auf Parteinachrichten: Die internationale Sozialdemokratie gingen die Anwesenden auseinander. Polizeiliches, Gerichtliches ze " " " Wenn von dem großen Heere der Arbeitslosen gesprochen| Tod gesucht. Sie bewohnte mit ihrem Ehemann eine im vierten wird, so sind die Ableugner des Nothstandes sofort mit dem Ein- Stock des Hauses Ritterstraße 3 hofwärts belegene Wohnung, wurse bei der Hand, daß doch die Arbeiter des Baugewerbes, muß infolge eines Nervenleidens plöglich vom Verfolgungs welche naturgemäß im Winter feine Arbeit haben, nicht zu den wahnsinn befallen sein und hat sich in diesem Zustande auf den -Einreichung von Mitgliederlisten fann die Arbeitslosen zu rechnen seien. Dadurch glaubt man die Wucht Hof gestürzt. Sie blieb mit zerschmettertem Schädel liegen und sächsische Polizei, nach einem Gutscheid des Ober- Landesgerichts, der Thatsachen abschwächen zu können. Wenn dieser Einwand war alsbald todt. von den dem Bereinsgefeß unterstehenden Vereinen verlangen. auch scheinbar eine Berechtigung hat, so ist derselbe im Grunde Der Arbeiterverein für Pethau und Umgegend, sowie der von genommen doch unberechtigt. Denn arbeitslos ist eben ein jeder, Einem brutalen Ueberfall ist in den letzten Tagen die Struppen weigerten sich ganz entschieden, dem Verlangen der der keine Arbeit hat. Die Ursachen der Arbeitslosigkeit sind ver- Frau eines städtischen Arbeiters zum Opfer gefallen. Der Mann, Polizei nachzukommen und ließen es auf die gerichtliche Entschieden, haben aber schließlich alle dieselbe Wirkung. Wenn ein in Lichtenberg wohnender Arbeiter Schneider, ist als Heizer scheidung ankommen. Der Vorsitzende des Pethauer Arbeiter- man nun aber die Naturgewalten nicht als stichhaltigen Grund bei den Berliner Wasserwerken an der Landsberger Chauffee vereins, der die Einreichung verweigerte, ist deswegen unter zur Arbeitslosigkeit anerkennen will, wenn man fich thätig und seine 34 jährige Frau kommt täglich dorthin mit dem Anklage gestellt und vom Schöffengericht zu Bittau zu 14 Tagen auf den Standpunkt stellt, daß die Arbeiter des Bau- Mittagessen. Auf diesem Wege wurde Frau Schneider am Gefängniß verurtheilt worden, wobei das Gericht sich gewerbes im Winter naturgemäß keine feine Arbeit haben, Donnerstag von zwei Strolchen angegriffen; der Ueberfall ge= ausdrücklich auf die Entscheidung des Ober- Landesgerichts, die so muß man dabei ebenso naturgemäß von der Voraus schah auf einem Feldweg, der das nördliche Ende des Dorfes leider maßgebend ist, berust, so daß jeder weitere Widerstand sehung ausgehen, daß die Arbeiter des Baugewerbes im Sommer mit der Chaussee und den Wasserwerken verbindet. Die Nermste vergeblich ist. Mit dem Arbeiterverein zu Struppen verfuhr so viel verdienen, daß sie im Winter zu leben haben, denn im setzte sich fräftig zur Wehr, vermochte aber den rohen MesserDie unmenschlichen man noch summarischer. Der Verein wurde aufgelöst und Winter wollen dieselben doch auch leben. Wie wenig aber diese helden gegenüber nicht Stand zu halten. der Vorsitzende auf grund richterlichen Strafbefehls zu 50 M. Voraussetzung zutrifft, bedarf hier keiner weiteren Klarstellung. Gesellen haben der unglücklichen Frau, die blutüberströmt zuGeldstrafe verurtheilt. Sein Antrag auf gerichtliche Ent. Es ist ja offiziell anerkannt worden, daß gerade das Baugewerbe sammenbrach, Stiche an Kopf und Händen beigebracht; ein scheidung war nicht von Erfolg begleitet. Ihm wurde sehr schwer darniederliegt. Dasselbe ist außer Stande, im Finger ist vollständig abgeschnitten! Die Verlegungen sind so übrigens noch eine eigenartige Behandlung durch den vor- Sommer alle Arbeitskräfte zu beschäftigen. Ein großer Theil schwere, daß eine leberführung des armen Opfers nach dem fizenden Richter zu Theil. Als er auf die Frage desselben, derselben findet keine oder nur vorübergehende Beschäftigung, Krankenhause sich nicht bewerkstelligen ließ. Die Frau, ein Mutter warum er die Liste nicht eingereicht habe, erwiderte, daß er ge- nur Wenige haben dauernde Arbeit, und zwar auch nur zu Be- von vier Kindern, wurde nach ihrer in der Nähe gelegenen dacht habe, er habe es nicht nöthig, entgegnete ihm der Richter, dingungen, welche eine momentane befcheidene Existenz im glück Wohnung zurückgetragen. Die Verbrecher find leider entkommen. er habe gar nicht zu denken, sondern zu thun, was die Behörde lichsten Falle eben ermöglichen. Mit dem Verlust der Arbeit Das Motiv der That ist nicht bekannt, zumal Frau Schneider von ihm verlange! hört aber sofort auch die Möglichkeit der Existenz auf. Wenn bisher noch nicht vernehmungsfähig war. Es bleibt also nichts weiter übrig, als dem etwaigen Ver- daher die Arbeiter des Baugewerbes im Winter in so großer Bei der Illumination, welche die Bourgeoisie von Berlin W. langen der Polizei nachzugeben. Merkwürdig ist nur, daß unter Bahl ohne Arbeit sind, so hat dies nicht allein in den am Sonnabend veranstaltete, ist ein unschuldiger Arbeiter schwer der Herrschaft des gleichen Rechts für alle dasselbe Verlangen tlimatischen Verhältnissen seinen Grund, sondern viel mehr noch zu Schaden gekommen. Auf dem Dache des Tattersall in der nicht auch an andere Vereine, antisemitische, konservative und in der heutigen Wirthschaftsweise, an der ja Alles frankt. Die Arbeiter des Baugewerbes fönnten auch im Winter beschäftigt Mit der Aufschüttung des bengalischen Pulvers aus einer Düte Königgrätzerstr. 140 wurde ein bengalisches Licht unterhalten. dergleichen gestellt wird. Nachtlänge von der Reichstagswahl. Der gröbste werden, wenn nur überhaupt Arbeitsgelegenheit vorhanden wäre. war der in Rirdorf wohnhafte Dachdecker August Winter betraut, Unfug wird doch nachgerade mit dem groben Unfug3: Wenn aber selbst im Frühjahr und im Sommer, der eigentlichen der zu seinem Unglück seine Stellung mit dem Gesicht gegen den Paragraphen" getrieben. Genosse Petersen aus Bauzeit, ein sehr empfindlicher Mangel an Arbeitsgelegenheit zu Mölln war im Austrage des sozialdemokratischen Wahlkomitees verzeichnen ist, so ist dies logischer Weise im Winter noch viel Wind genommen hatte. Plötzlich, während er gerade beim Aufin Mölln nach Lanka u( im Lauenburgischen) entfandt worden, mehr der Fall, weil gerade das Baugewerbe durch die Witterungs- schütten war, blies ein Windstoß das schon entzündete Pulver in die Düte zurück, deren Inhalt sich mit lautem Aufzischen entum die Wahlhandlung zu überwachen. Er hatte sich Abends verhältnisse mit beeinflußt wird. Es ist demnach durchaus un zündete und den Unglücklichen mit einem Feuermeer übergoß. 10 Minuten nach 6 Uhr erlaubt, den Wahlvorsteher daran zu richtig, die Arbeiter des Baugewerbes nicht zu den Arbeitslosen Als die Feuerwehr eintraf, wandte sich der Verwundete in erinnern, daß die Wahlhandlung um 6 Uhr geschlossen sein zählen. Sie haben vielmehr das vollste Recht, sich den heftigen Schmerzen. Bart und Haar waren ihm völlig abmüßte. Der Herr Vorsteher fühlte sich in seiner Ehre tief ge- Arbeitslofen beizuzählen, allerdings ein trauriges Recht! gebrannt, Gesicht und Hände mit Brandwunden bedeckt, die fränkt und verwies dem Genossen Petersen das Lokal. Dieser ging aber erst, als die Zählung der Stimmen beendet ein Bericht über den Bismardrummel vom Freitag zu, der ge- waren ihm vom Leibe gebrannt. Die Samariter traten fofort Patriotische Gehirnerweichung. Der„ St. 3tg." ging Haut der Hände hing in Fezen herab und auch die Kleider war. Am 24. Juni bei der Stichwahl war der verhaßte Petersen wiederum rechtzeitig zur Stelle, gestattete sich auch radezu das menschenmöglichste an zeilenweise bezahlter Be- in Thätigkeit, indem sie die Wunden verbanden und den Verfofort, darauf aufmerksam zu machen, daß 10 Uhr vorüber sei geisterung" enthält und der selbst dem auf den Bourgeoisheros unglückten nach der Charitee schafften, wo er schwerkrank darund die seahthandlung zu beginnen habe. Auf Verlangen des eingeschworenen Antisemitenblatt zu toll gerathen iſt. Folgende nieder liegt. Die Löschzüge hatten nichts zu thun. Wahlvorstehers wurde Petersen durch den Wirth aus dem Stilproben mögen den bedenklichen Zustand zeigen, in dem der lebel wurde in der Nacht vom Sonnabend auf SonnTotal gebracht, blieb aber später doch den ganzen Tag über un grüßung des Fürsten war eine überaus herzliche. Dem Schreiber in dem Lokal von Schulz in der Beuthstraße vergnügt hatte. arme Reporter am Freitag war. Der Empfang und die Be- tag einem Hausdiener mitgespielt, der sich mit einigen Freunden behindert im Wahllokal. Ueber diese Vorgänge berichtete der Wahlvorsteher an den Landrath und flugs wurde gegen Petersen diefes, der sich auf verbotenem Wege" in die Bahnhofshalle ge- Während die Gesellschaft fröhlich beisammen war, drängten sich eine Auflage tonftruirt. Groben Unfug und wiederholten Haus- schlichen hatte, in welcher Form, ob als Hund oder sonst was, einige Straßenpatrioten an ihren Tisch heran und entrirten friedensbruch" sollte er" begangen haben. Vom Schöffengericht das verräth er nicht, kam die Begrüßung so vor, als ob bald eine obligate Keilerei. Die Ludewigs bekamen zwar Reile zu Mölln wurde er denn auch zu sechzig Mark Geldstrafe den sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat, in der alten einer derselben den nagelneuen Ueberzieher des Hausdieners miteine einsame, längst verlassene Mutter ihren einzigen Sohn, und mußten das Feld räumen; in der Verwirrung jedoch hatte eventuell sechs Tagen Gefängniß verurtheilt. Die Berufungsfammer des Landgerichts zu Hamburg jedoch sprach Heimath erwartet." Leider verräth der Verfasser auch nicht, gehen heißen. Als dieser den Diebstahl bemerkte, waren die Petersen frei, weil die gedachten Strafthaten nicht vorhanden wem von den genannten hohen Herren die Rolle der ver- Strolche längst verschwunden. Dann fährt er fort: feien. Er habe unzweifelhaft das Recht gehabt, im Lotal an- laffenen Mutter" zuzuschreiben ist. Als die knorrige Eiche von Berlin ihren Abschied wefend zu sein; auch sei es als grober Unfug" nicht anzuPetroleummarder machen zur Zeit den Diten Berlins sehen, wenn er den Wahlvorsteher in höflicher Form an seine vor fünf Jahren nahm, da waren die Wurzeln noch unsicher. Die Kaufleute laffen gewöhnlich ihren Vorrath von Pflicht gemahut habe. Dieser Vorfall zeigt recht deutlich, welch nicht so scharf in ihrem Antlig ausgeprägt, wie vollen und leeren Petroleumfässern auf den Höfen ihrer Grundherrliche Unfinnsblüthen dieser Unfugsparagraph" zu treiben im jest. Trogdem ist sein Auge noch so far und scharf stechend, itücke liegen, weil laut polizeilicher Vorschrift stets nur ein volles stande ist und zwar, wie man sieht, nicht blos in Sachsen. wie vor 30 Jahren, und um seine Stirn sieht man den klaren Faß im Keller liegen darf, und die leeren Fässer nur im Wege Berhaftet wurde am letzten Sonnabend der Genosse wie der Lorbeerkranz sich um das Haupt eines die sich des Abends in die Höje schleicht und die Fässer, gleichGeist und die alte Schlagfertigkeit sich wölben, liegen. Diesen Umstand macht sich eine Diebesbande zu nuze, Jäger von Anspach( Taunus) wegen Gotteslästerung. Der Genosse hatte eine unbedachte Aeußerung über die Mutter olympischen Spielers fich windet." An einer anderen viel ob mit oder ohne Inhalt, aus dem Wege räumt. In den Gottes" gethan; auch hier war es ein Bekannter, der den Stelle heißt es:„ Bei dem Händedruck des Fürsten, wie auch bei letzten 14 Tagen sind mindestens 20 Kaufleute im östlichen Berlin Denunziant gespielt hat, weswegen wir auch hier nochmals die dem Prinzen Heinrich und den anderen Notabilitäten, war es in dieser Weise bestohlen worden. Die Diebe müssen bei ihren Warnung an unsere Genossen ergehen lassen, ihre Zungen zu au dem Berichterstatter, als ginge ein heiliges, hehres, urgewaltiges Streifzügen von einem Fuhrwerk begleitet sein, denn sonst wäre zügeln, sich zu hüten vor unbedachten Aeußerungen, die der Bauschen durch den Teutoburger Wald, und die Gezweige der es unmöglich, die Beute ohne großes Aufsehen fortzuschaffen. Partei teinen Nußen bringen, sie aber ins Unglück stürzen können. wetterfesten Eichen neigten und schüttelten sich, wie zum Gruße. - In verbotener Versammlung als Redner Wie sie so dort standen, die alten Bekannten, da konnte man aufgetreten zu sein, war beschuldigt Genosse Heinrich Bruno denken, als ob sie zu irgend einer großen Schlacht sich gemeinsam begeben wollten." Hentschel in Meißen. Das Schöffengericht in Meißen ge= langte zu einem freisprechenden Urtheil, gegen welches der Staatsanwalt Berufung einlegte. Der Sachverhalt ist folgender: Der in erster Instanz mit angeklagte Genosse Mahnert hatte für den 23. Juni eine öffentliche Versammlung angemeldet, in welcher Genosse Hentschel fiber die Reichstags Stichwahl sprechen sollte. Die Amtshauptmannschaft verbot diese Versammlung. Hentschel theilte den Versammelten mit, daß die Versamm lung nicht stattfinden könnte, inüpfte aber die Mahnung hieran, den sozialdemokratischen Kandidaten zu wählen und gab einige für Uebertretung der Preßgefeyes abzubüßen, die erst vor kurzem Durch seine Braut der Rirdorfer Polizei überliefert Erläuterungen über den Wablmodus. Das Schöffengericht nahm nun auf Einlegung auf Revision vom Reichsgericht rechtskräftig be- wurde dieser Tage ein Mann Namens Stawitty, der seit längerer an, daß der Begriff„ Versammlung" durch die Volksmenge, welche stätigt wurde. Eine Ladung des B. zum Strafantritt ist nicht Beit steckbrieflich verfolgt wurde. Vor einigen Tagen suchte St. fich im Mahnert'schen Garten befunden habe, nicht gedeckt sei, zumal erfolgt. Uns ist fein besonderer Grund bekannt, der zu jener feine in der Koppenstraße wohnhafte Geliebte auf, bei der er mangels jeder parlamentarischen Form und Ordnung in dieser eiligen Verhaftung hätte Anlaß geben können. fich schon Monate lang nicht hatte sehen lassen. Die holde Menge alle äußeren Merkmale einer Versammlung" gefehlt Maid hatte inzwischen aber einen anderen Verehrer gefunden haben. Da also diese Volksmenge, bevor jemand gesprochen, Die Bedientenhaftigkeit unserer gelehrten Welt zeigte sich und wollte von St. daher nichts mehr wissen. Da sie sich aber nicht die Form einer Versammlung" im Sinne des Gesetzes an- anläßlich des Besuches des Fürsten Bismarck wieder im vollsten jürchtete, dem alten Liebhaber ohne weiteres einen Korb zu genommen habe, feien beide freizusprechen. Das Berufungs- Glanze. Als unser Gewährsmann Freitag gegen 1 Uhr das geben, beschloß fie, ihn der Polizei auszuliefern. In schlauer gericht schloß sich dieser Auffassung nicht an, es nahm an, die Beitschriften- Lefezimmer der töniglichen Bibliothek betrat, waren Weise wußte sie den liebeglühenden Galan nach einer Bodenerwähnte Volksmenge sei eine Versammlung gewesen und ver in dem großen Raume, in welchem sonst um diese Zeit kaum ein fammer zu locken, deren Thür sie schleunigst verschloß, als der urtheilte demgemäß Hentschel gegen Mahnert hatte der Staats- leerer Platz zu finden ist, ganze drei Leute anwesend; alle anderen voraufgehende B. den Raum betreten hatte. Hierauf benachanwalt feine Berufung eingelegt-zu 50 M. Geldstrafe. hatten es offenbar vorgezogen, den Nationalheros anzustaunen richtigte die Treulofe die Rixdorfer Polizei und wenige Stunden und hoch leken zu lassen. Nach Beendigung dieses wichtigen später befand sich der wuthschnaubende Geprellte im Rigdorfer Geschäftes tehrten einige zu ihren wissenschaftlichen Arbeiten Gerichtsgefängniß. Bei Durchsuchung seiner Tasche fand man zurück, so daß die Besucherzahl bei Schluß des Bimmers, um bei St. ein Packet Neujahrs- Gratulationstarten für Müllkutscher 3 Uhr, bis auf 15 gestiegen war. Der große Lesesaal, in welchen und ins Gebet genommen, gestand St., daß er beim letzten Jahresfich unser Gewährsmann dann begab, war ebenfalls nicht so gewechsel in Berlin in mehreren Stadtvierteln als Pseudo- Müllfüllt, wie gewöhnlich; immerhin war die Leere nicht so auf- tutscher gratuliren gegangen sei und reiche Ernte gehalten habe. fallend, wie in dem erst erwähnten Zimmer. Um 1/24 Uhr ent- Wegen dieses Geniestreichs wird sich St. nun ebenfalls vor dem fiand plöglich ein allgemeines Klappen und Rücken der Stühle. Strafrichter zu verantworten haben. Ausblickend gewahrte unser Besucher, wie Beamte und Publikum in innigem Verein nach den Fenstern stürmte, von wo aus man Polizeibericht. Am 27. d. Mts. früh wurde eine Frau in den vorüberfahrenden Heros sehen konnte; taum ein Dugend ihrer Wohnung, in der Brunnenstraße, erhängt vorgefunden. vernünftiger Leute war auf den Plätzen geblieben. Man sieht, Gegen Mittag stürzte an der Ecke der Bellealliance- und Teltowerdaß Herr von Bergmann, der vor einiger Zeit seinen Gästen als straße ein dreizehnjähriger Knabe beim Abspringen vom VorderGlanzpunkt des Abends die Besichtigung eines Ministers ver- raum eines in der Fahrt befindlichen Pferdebahn- Wagens, Sprach, die Gesinnung dieser Leute, da sie ihm ja geiftesverwandt gerieth unter die Räder und erlitt derartige Berlegungen am linten Unterschenkel, daß derselbe bis zum Knie amputirt werden find, ganz richtig beurtheilte. mußte. Abends geriethen die Kleider eines auf dem Dache Gine nene Omnibuslinie soll demnächst vom Moltenmarkt des Tatterfalls, Königgrägerstraße 140, mit dem Abbrennen nach dem Nordbahnhof eröffnet. Der Fahrpreis soll für die von bengalischem Feuer beschäftigten Dachdeckers in Brand. ganze Tour 10 Pfennige und für die halbe Tour 5 Pfennige be- Er erlitt anscheinend nicht unerhebliche Brandwunden am tragen. Die Berliner Lotal- Kommission. ganzen Körper und wurde, nachdem ihm von FeuerwehrmannVom Vorortverkehr. Vom 1. Februar ab treten in den schaften ein Nothverband angelegt worden, nach der Charitee Die Parteigeuoffen des 5. Berliner Wahlkreises ge: Preisen der Eisenbahn- Monatskarten, und zwar der Stamunkarten gebracht. In der Nacht zum 28. d. M. fiel ein Kaufmann in leiteten am Sonntag wiederum einen treuen, thätigen Anhänger und zum kleineren Theil auch der Nebenkarten, im Verkehre der Trunkenheit von der Kellertreppe des Hauses Boyenſtr. 22 und unserer Sache, den am 24. ds. Mts. plöglich verstorbenen Bau- zwischen Stationen der Vorortstrecken Berlin- Fürstenwalde, erlitt einen Schädelbruch. Am 28. d. M. Morgens stürzte sich eine arbeiter Aug. Spann, zur letzten Ruhe. Unter der großen Berlin- Königs- Wusterhausen, Oberspree- Spindlersfeld und der Frau aus dem Küchenfenster ihrer im 4. Stock eines Hauses in der Zahl von Ehrenspenden fiel der vom Wahlverein gespendete, mit Station Grunewald einerseits und Stationen der Stadt- und Ritterstraße belegenen Wohnung auf den Hof hinab und fand auf rothen Blumen finnreich dekorirte Kranz besonders auf. Ringbahn andererseits, ferner zwischen Stationen der Vorort der Stelle den Tod. Abends fiel einem Rutscher auf dem Hofe Arbeiter Bildungsschule. Gingegangene Geschenke: strecken Berlin- Königs- Wusterhausen, Oberspree- Spindlersfeld des Grundstücks Belleallianceftr. 38 eine Wagendeichsel auf den J. Herzfeldt 20,- Bahlstelle Windhorst B- Aus Luxemburg einerseits und Station Grunewald andererseits Ermäßigungen ein. Ropi. Beim Reinigen der anscheinend unbedeutenden Wunde stürzte er ohnmächtig zu Boden und schlug mit dem Kopfe so hin, daß 100,-. Höfelbarth 2,25. Winkler 5,-. Quehl'sche Werkstatt Mit einer geheimnisvollen Sendung" machen die Geer eine Gehirnerschütterung erlitt und nach der Charitee gebracht 6,-. Andreas P. 50,-. Dr. B. 20,- Fischer 8, G. M. brüder Ronacher für ihr Hotelrestaurant in der Königgrägerstraße werden mußte. In der Nacht zum 29. b. M. wurde im Land Baehold-39. Versammlungsüberschüsse: Oft- Schule Reklame. Irgend ein Pariser Freund dieser Herren hat ein um wehrtanal, gegenüber dem Grundstück Kottbuser- Ufer 87, ein 17, Nord- Schule 22,85. Südost- Schule 12,60. Südost- Schule fangreiches Rouvert an sie geschickt, in dem ein verschlossener etwa 20jähriger junger Mann mit einer Schußwunde im Munde 16,- Jahres- Beiträge: G. G. 10,-. Dr. Bl. 5,-. R. M. Brief enthalten war, der an den Kaiser abgegeben werden sollte. aufgefunden; er starb bald darauf. Gegenüber dem Hause 3, G. Br. 100,-. J. G. 10,- Freireligiöse Gemeinde 50,- Mit dem gehörigen Bumbum aufgebauscht, wird diese neueste Hallesches User 14 sprang ein etwa 35 Jahre alter Mann in den J. A. 10,-. B. 30,-. R. Fl. 10,-. Dr. Chr. 10. F. 2. 100,-... 10,-. Gebr. Gr. 30,-. M. R. J. R. 15,- Philister nicht verfehlen und, was die Hauptsache, für die Herren zogen und nach der Charitee gebracht. Am 27. und 28. d. M. Radieschenfamen- Sendung" ihre gruselige Wirkung auf den Landwehrkanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser ge M. 3. 30,-.. 6,-... 15,-. F. S. 30,- Kr. 3, Restaurantbefizer gehörig Reklame machen. farden acht Brände statt. P. S. 160,-. Summa 863,09 M. Besten Dant. Berlin, 27. Januar 1894. Tokales. Achtung, Parteigenossen! Der Feen- Palast ist bis auf weiteres für Versammlungen und Arbeiterfeste nicht zu haben. Gleichzeitig theilen wir mit, daß sämmtliche Lokalinhaber des Gesundbrunnens mit Ausnahme der Adler- Branerei ihre Unterschrift zurückgezogen haben; also ihre Lokale nicht zu Versaminlungen hergeben. Die Berliner 2otal Rommission J. A.: H. Gumpel, Barnimftr. 42. Zur Beachtung! Die öffentliche Volksversammlung zur Stellungnahme gegen die Inhaber der Lokale Sanssouci, Kontordia und Buggenhagen findet nicht am Mittwoch, den 31. d. M., statt, sondern ist auf einen späteren Zag ver legt, der noch besonders bekannt gemacht wird. Die Differenz mit den Konkordia- Sälen ist geordnet. 3H. Königs, Kassirer, Dieffenbachstr. 80. Glücklicherweise äußert sich der Wahnsinn der Zeilenschinder nur bei außerordentlichen Anlässen in so gefährlicher Form. Im gewöhnlichen Leben sind es gute, harmlose Seelen. Auf schreckliche Weise hat ein Untersuchungsgefangener des Moabiter Kriminalgerichts am Sonntag seinem Leben ein Ende gemacht. Der Musikdirektor M. war unter dem dringenden Berdacht inhastirt worden, an seinen Musikschülerinnen Sittlich teitsverbrechen begangen zu haben. Am Sonntag früh war er mit einer Kolonne anderer Gefangenen im Gefängnißhofe Spazieren geführt worden. Als die Kolonne später nach ihren Brzeskwiniewicz, ehem. verantwortlicher Redakteur der Gazeta Schwang sich M. blitzschnell über die Brüstung der Gallerie und Der polnische Genosse in der dritten Etage befindlichen Zellen zurückgebracht wurden, Robotnicza", wurde am letzten Sonntag früh um 6 Uhr in seiner fürzte in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel todt Wohnung durch einen Polizeibeamten in Haft genommen. unser polnischer Genosse hat eine Gefängnißitrafe von 2 Monaten liegen blieb. Unerklärliche Verhaftung. Durch einen Sprung aus dem Fenster hat die 46 Jahre alte Schloffersfrau Florentine Linke am Sonntag Morgen den 1 Theater. Das Linden- Theater hätte in Karl 3eller's Obersteiger" endlich einmal ein Stück eingeführt, das sich sehen und hören lassen tönnte, wenn dies Wert nicht das tragische Verhängniß so mancher neueren Operette mit sich führte, nämlich, daß der dritte Att, durch die Schuld des Librettisten natür lich, den guten Eindruck verderben muß, den die beiden ersten Afte etwa hinterlassen haben. Ist es überhaupt nothwendig, daß eine Operette partout drei Afte hat? Kann dem jammervollen Mangel an Inhalt, an dem alle diese leichtgeschürzten Kinder seit zwanzig Jahren leiden, nicht insoweit„ Rechnung getragen" werden, als der Komponist und der sogenannte Textdichter erbarmungsvoll das bischen Handlung auf zwei Akte vertheilen, das bei der Bewässerung von drei Akten naturgemäß unmenschliche Dürre verursachen muß? Ach, das ist leider nicht möglich, denn die Operette foll ja auf Leben und Tod den Abend ausfüllen! Der Erfolg des Obersteiger ist zum Wesertlichen aber auch dem guten und zum Theil vortrefflichen Wirken der Künstler zu danken. Fräulein Camilla als Komtesse Fichtenau, Fräulein Andrea als Spizenklöpplerin, und vor allem Frau Marie GrimmEinödshöfer als eifersüchtige Frau Bergdirektor verdienen alles Lob. Von den Herren leistete Herr Joseph Brackl in seiner Gastrolle als Martin namentlich gefanglich Vorzügliches. Aber auch Herr Steinberger war als Bergdirektor urtomisch. Das zahlreich perfammelte Publikum nahm die Operette, wie gesagt, mit leb: haftem Beifall auf. 9 Wie es scheint, ist diese Methode, fich unbequemer Mahner[ zutrug, welches sie ihm entwendet hatte. Er machte Anzeige, und Kritiker zu entledigen, nicht nur in Oderberg zur Anwendung nachdem aber das Hauptverfahren wegen Diebstahls gegen die ließ er gefommen, wenigstens können wir heute über einen gleichen Fall Magd eingeleitet sich bewegen, berichten, der durch alle Instanzen hindurch geführt wurde und den Strafantrag zurückzuziehen, was in diesem Falle der schließlich auch das Ober- Verwaltungsgericht beschäftigt hat. zulässig war, da es sich nur um Entwendung minderAm 5. November 1891 fanden in der Gemeinde Stiepel werthiger Sachen seitens einer zum Hausstande gehörigen in Westfalen die regelmäßigen Ergänzungswahlen zur Gemeinde- Person handelte. Am 22. September war die schriftliche Zurückvertretung statt, bei denen in der III. Abtheilung der Bergmann nahme des Strafantrages zu den Akten eingereicht worden, am G. Holland mit 74 von 147 abgegebenen Stimmen gewählt wurde. 25. September fand die Hauptverhandlung vor dem CharlottenGegen diese Wahl des Holland, der im Steuerjahr 1891/92 zu burger Schöffengerichte statt. Sache des Richters wäre es ge 9 M. Klassensteuer eingeschätzt war, erhoben die Gemeinde- wesen, in der Zwischenzeit die Verhandlung aufzuheben und das mitglieder K. und W. Einspruch, und die Gemeindevertretung Berfahren einzustellen. Das geschah aber aus nicht festgestellten beschloß unter dem 23. Juni 1892, den Holland aus der Gemeinde Gründen nicht. Die Hauptverhandlung fand statt und nun vertretung auszuschließen, weil derselbe das Gemeinderecht und erklärte der als Zeuge vernommene Meister Lange, daß er unterdie passive Wählbarkeit verloren habe, indem derselbe pro 1892/93 deffen in Erfahrung gebracht habe, die Magd hätte sich zu anderen nur zu 2 M. 40 Pf. fingirter Staatssteuer veranlagt, die Be Leuten geäußert, sie habe feinen Diebstahl begangen, sondern rechtigung zur Theilnahme an den Geschäften der Gemeinde aber sich die verschenkten Sachen vom eigenen Munde abgespart. Um So bescheiden wir uns denn in dieser Tradition und freuen an die Veranlagung zu einem fingirten Einkommensteuersatz von nun nicht den Schein zu erwecken, als habe er eine falsche Anuns des Guten, das geleistet worden. Die Musik des Ober- mindestens 4 M. gefnüpft fei Gegen diesen Beschluß erhob zeige erstattet, halte er seinen Strafantrag aufrecht, damit die fteiger enthält gar manche hübsche emschmeichelnde Melodie Holland im Verwaltungsstreit- Verfahren Klage, infolge deffen der Sache gerichtlich entschieden werde. Obwohl sich die Zurückfind ihre fanften Walzerrhythmen werden, wie wir hoffen, Kreisausschuß des Kreises Hattingen sich in seiner Sigung vom ziehung eines Strafantrages nicht widerrufen läßt, verhandelte uch gar bald die Herzen aller Tanzbodenbesucher erobert 14. Oftober 1892 mit der Sache beschäftigen mußte. Holland be der Richter dennoch und verurtheilte die Angeklagte zu einem haben. Da der Tert auch zum Theil so etwas antragte Vertagung des Termins bis zur endgiltigen Ent- Tage Gefängniß. Trotz der Geringfügigkeit der Strafe und der von Handlung bietet, so zeigte sich das in geistigen Anforderungen scheidung auf die von ihm bei dem Vorsigenden der eingestandenen Verschuldung legte die Verurtheilte durch ihren ungeheuer bescheidene Publikum des Lindentheaters sehr befriedigt Ginkommensteuer Berufungskommission zu Arnsberg wegen Vertheidiger Rechtsanwalt Liebrecht- Charlottenburg Berufung und flatschte öfter als nothwendig lauten Beifall. seiner Besteuerung pro 1892/93 erhobenen Beschwerde. ein und erhob in der heutigen Verhandlung dev Strafkammer den Der Kreisausschuß trat in eine materielle Prüfung der Streit Einwand der Unzulässigkeit des Verfahrens. Der Vorsitzende frage nicht ein, sondern wies den Kläger kostenpflichtig ab, weil sah darauf die Akten durch und konstatirte, daß in der That der derselbe angeblich die Berufungsfrist nicht gewahrt habe. Strafantrag vor der ersten Hauptverhandlung zurückgezogen Der Bezirksausschuß zu Arnsberg, vor dem die Sache am worden war und daß sich der erste Richter in dem Irrthum 22. Februar 1893 zur Verhandlung tam, stellte zunächst fest, daß befunden hat, daß die Zurücknahme des Strafantrags rechtsKläger die Berufungsfrist gewahrt, indem der Brief noch recht- giltig sei. Ein zurückgenommener Strafantrag läßt sich niemals wieder zeitig auf dem Landrathsamt eingegangen war und bei ord- wo überhaupt ein Antragsvergehen vorliegt nungsmäßigem Geschäftsgang auch noch rechtzeitig hätte zur erneuern. Demnach mußte das erste Urtheil aufgehoben und Borlegung fommen müssen". Auf die Sache selbst eingehend. auf Einstellung des Verfahrens erkannt werden. Es konnte sich hob der Gerichtshof den Beschluß der Gemeindevertretung von im weiteren Verlauf der Verhandlung nur um die Entscheidung Stiepel auf. über die Tragung der Kosten handeln. Der Vertheidiger beantragte sämmtliche Kosten der Staatstasse aufzuerlegen. Der Staatsanwalt wollte diefelben Kosten dem Antragsteller aufgelegt wissen, der Gerichtshof entschied, daß der Antragsteller alle Kosten bis zur Zurücknahme des Antrags, alle weiteren Kosten einschließlich der Vertheidigung die Staatstaffe zu tragen habe. Montag in der Person des Postdirektors a. D. Karl Winter aus Ein lebensgefährlicher Sonntagsjäger hatte sich am Berlin wegen fahrlässiger Körperverlegung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht 11. zu verantworten. Der Angeklagte war am 5. Juni v. J. einer Einladung des Rittmeisters und Fabrikanten Neuhaus nach Nieder- Schönweide gefolgt, um an einer Jagd auf Befassinen theilzunehmen. Das Resultat der Bekassinenjagd war, daß er der 63 jährigen Wittwe Schütte, die auf einem vorüberfahrenden Heuwagen faß, auf 54 Schritt Entfernung mit einer ganzen Ladung feinen Schrotes Nr. 7 in den Körper schoß. Der Streutegel umfaßte die Frau von oben bis fofort ganze 20 M. Schmerzensgeld gezahlt und auch die Arztunten, so daß die Haut derselben durchlöchert war wie ein Sieb. Der Angeklagte hat in unbegreiflicher Noblesse der Verletzten rechnung mit 78 M. beglichen, die Frau wollte aber, da sie dauernd am Gehen behindert ist, eine fortlaufende Unterstüßung erlangen und hat nun wohl den falschen Weg eingeschlagen, den Strafrichter anzurufen, ohne als Nebenklagerin beizutreten. Sie wurde mit ihren Ansprüchen auf den Zivilweg verwiesen, der Angeklagte tam mit 50 M. Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängniß davon. F Gerichts- Beitung. 25. Januar. Gewerbe Gericht. gegenlaufenden Auffaffung gelangte jedoch der zweite Senat des Zu einer dem Urtheil des Bezirksausschusses diametral entOber Verwaltungsgerichts, der in seiner Sigung 26. September 1893 endgiltig über die Sache urtheilte. Von Rechts Wegen. vom Im Zentral Theater tam das Publikum am Sonntag In der sehr umfangreichen Begründung wird treffend ausnicht aus dem Lachen heraus. Der dreiaftige Schwank von geführt, daß Kläger, der vordem zu 9 M. und dann plöglich zu G. Blum und R. Toché" Herr Coulisset" ist echt fran- 2 m. 40 Pf. Klassensteuer veranlagt wurde, durch diese zösisches Blendwerk und überſtürzt sich in drolligen Einfällen niedrige Einschätzung nicht eo ipso fein Wahlrecht verloren und tomischen Situationen derart, daß Schauspieler und Bu- habe. Diese Folge frete vielmehr erst mit dem Zeitpunkte ein, blikum beinahe Athem und Besinnung verlieren. Ein Pariser wo diese Steuerveranlagung eine endgiltige sei. Diese Auffassung Salon- Schmaroher, wie es deren in der Weltstadt gar manche sei auch analog zu folgern, da z. B. wenn jemandem durch ge: geben mag, wird seiner Dienstfertigkeit und Ungenirtheit willen richtliches Erkenntniß die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt zu tausend Kommissionen gebraucht. Bei einem Ball, den sind, den Verlust des Gemeinderechtes nicht sofort nach Erlaß Matame d'Esparville giebt, hat er leider Unglück im Spiel und des Urtheils eintrete, sondern erst dann, wenn letzteres die Rechtsmuß sein Portefeuille verpfänden. Im Notizbuch aber stehen fraft beschritten habe. Nun habe aber Kläger von seinem gefeßalle die kleinen Geheimnisse und Eigenheiten verzeichnet, die der lichen Rechte der Beschwerdeführung wegen zu niedriger Steuer vielgewandte Herr Coulisset in den Salons erspäht hat und die veranlagung Gebrauch gemacht, und die zuständige Behörde habe er sich, um in der Familie, die ihn jeweilig eingeladen, nicht nach Untersuchung des Falles denn auch den Kläger nachträglich anzustoßen, immer sorgfältig vorher ins Gedächtniß zurückruft. wieder zu dem früheren Steuerfaße von 9 M. eingeschätzt. Dem Daß ein Stück Möbel von derartiger Bedeutung im Spiel ver Kläger Holland könne daher auch sein Mandat als Gemeindepfändet wird, ist zwar im höchsten Grade unwahrscheinlich, aber vertreter nicht aberkannt werden. wer ist so pedantisch und frägt bei einem Schwant nach der Sicherheit oder Gefährlichkeit des Aufbaues? Genug, das Notizbuch, in dem auch die außerebelichen Geheimnisse zweier Ballgäste getreulich verzeichnet stehen, ist einmal in den Besitz des einen dieser Schwerenöther gelangt und der andere, dem sich In dem Urtheile des Ober- Verwaltungsgerichts wird zu Herr Couliffet entdecken muß, macht legterem nun die Hölle heiß. gegeben, daß die Feststellungen des Bezirksausschusses, soweit sie damit er das Buch ungeöffnet von dem bereits nach Hause ge- sich auf Wahrung der Einspruchsfrist beziehen, als zutreffend zu gangenen Gewinner wieder herbeischaffe. Es müßte kein Schwant erachten feien; daß jedoch die materielle Begründung des Urtheils sein, wenn diese Arbeit nicht erst nach Ueberwindung der auf einem Rechtsirrthum beruhe, das Urtheil des Bezirkstomischsten Hindernisse gelänge, die in der köstlichen Darstellung ausschusses daher aufzuheben, dem Kläger Holland das Dom Sonntag geradezu zwerchfellerschütternd genommen wurden. Mandat als Gemeindevertreter abzuerkennen und er außerdem Um ein Menschenleben. Auf die eigenartigen Zustände An dem ausgezeichneten Spiel partizipirte vor allem der Dar- zur Tragung der Kosten des gesammten Verfahrens zu ver- in unserer heutigen Rechtspflege wirft das Verfahren in Sachen steller der Titelrolle, Herr Rühle. Die beiden lockeren Gheurtheilen sei. des Knabenmörders Rappler ein grelles Schlaglicht. pmänner waren in den Händen der Herren Worlitsch und Schulz Geschick des Mörders befindet sich noch noch immer in der gut aufgehoben, während die betrogenen und betrügenden Schwebe. Die Voraussetzung, daß der Mordprozeß Rappler in Gattinnen von den Damen Pallas und Halfen mit Chic gespielt„ Der Sozialist", das Organ der Unabhängigen und Anar- der ersten diesjährigen Schwurgerichts- Periode am Landgericht II wurden. Prächtige Leistungen waren auch die der Frau Dora chisten, bildet jetzt hervorragend den Gegenstand der Aufmerksam zur erneuten Verhandlung anstehen würde, hat sich nicht erfüllt. als Kammermärchen und die von Herrn Theodor Müller dar- teit seitens der Staatsanwaltschaft. Es schweben z. B. verschiedene Rappler wurde, wie erinnerlich, am 20. Ottober v. Js. von geftelite Rolle des Generals, dem auf jedem Balle der Hut ver- Anklagen wegen Anreiznng verschiedener Bevölkerungsklaffen zu demselben Schwurgericht schuldig gesprochen, am 14. Mai 1893 tauscht wird. Das fast ausverkaufte Haus wurde nicht müde im Gewaltthätigkeiten gegen einander und zwar macht die Staats- bei Charlottenburg den sechsjährigen Knaben Erich Klinger Beifallflatschen. anwaltschaft nicht nur den Redakteur Waldemar Franz für ermordet und entsetzlich verstümmelt zu haben. Das erwartete die aufreizenden Artikel des„ Sozialisten" verantwortlich, Todesurtheil wurde jedoch nicht gefällt, der Gerichtshof entschied, sondern auch den Verleger und Drucker Wilhelm Werner. daß sich die Geschworenen seiner Ueberzeugung nach zu Ungumsten Da die I. Straffammer letteren fürzlich mangels des des Angeklagten geirrt hätten und die Sache an ein neues Beweises, daß er der intellektuelle Urheber der Artikel Schwurgericht zu verweisen sei. Zur Erklärung dieses Gerichtsist, freigesprochen hatte, so wollte Staatsanwalt Dr. beschlusses muß bemerkt werden, daß sich bei Beginn der Ver Rammer VII. Vorsitzender: Affeffor Meyer. Sigung vom vor der 1. Straflammer verhandelten Anklagefällen den Bersuch einstimment dahin ausgesprochen hatten, daß der Mörder geistig Benedig in zwei gestern gegen die beiden genannten Personen handlung sechs medizinische Sachverständige von Bedeutung überDer Arbeiter P. flagt gegen Herrn Glückssohn. Er giebt an, Bede' den Kriminalfommiffarius Röber geladen. Zu dieser der Verhandlung, weil er an die Berrücktheit des Angeklagten machen, den vermißten Beweis zu erbringen. Er hatte zu diesem unzurechnungsfähig sei, der Staatsanwalt bestand jedoch auf beim Beklagten längere Zeit gearbeitet zu haben, dann frank ge Beweisführung kam es jedoch nicht, da die Verhandlung aus nicht glaubte und nachdem erst einmal das Berdikt der Geworden zu sein, nach Beendigung der Krankheit wieder vier Lage einem eigenartigen Grunde vertagt werden mußte. In die Aus- schworenen angerufen worden war, mußte dasselbe konsequenter bei Glückssohn in Arbeit gestanden zu haben und am 16. Dezember fertigung des Anklagebeschlusses hatte sich sowohl bezüglich der Weise auf Schuldig lauten. Zur Zeit liegen die formulirten 1898 entlaffen zu sein. Er beansprucht den Lohn für jene vier Nummer des Blattes, in welcher der eine Artikel stand, als auch Gutachten der Sachverständigen in den Händen des MedizinalArbeitstage und eine Lohnentschädigung wegen unrechtmäßiger bezügl. des Strafparagraphen, der verlegt sein sollte, ein Schreibfehler follegiums. Bestätigt die höchste wissenschaftliche Behörde das Entlassung, zusammen 54 M. Den zwischen ihm und dem Beklagten eingeschlichen, der in der Auflageschrift selbst vermieden worden war. Gutachten, so dürfte die Sache gar nicht mehr vor die Geschriftlich vereinbarten Kündigungsausschluß erkennt Kläger Der Angeklagte behauptete nun, daß er infolge dieser nicht überein- fchworenen gelangen, vielmehr das Verfahren eingestellt und der als nicht zu Recht bestehend an; er behauptet, seine Unterschrift stimmenden Angaben im Anklagebeschluß und in der Anklage Mörder sofort in das Irrenhaus gesteckt werden. sei ihm durch die Trohung, er würde sonst entlassen, abgezwungen nicht in der Lage gewesen sei, feine Vertheidigung genügend worden. Der Zwang mache sie nach seiner Meinung nichtig. vorzubereiten. Der Gerichtshof mußte wohl oder übel diesen Bode, als er am 17. Juni v. J. bei dem Kaufmann Ernst In einer üblen Lage befand sich der Gerichtsvollzieher Der Beklagte wendet ein, P.'s Entlassung sei deshalb schon ge- Einspruch gelten laffen und den Termin vertagen. rechtfertigt, weil er unfähig zur regelrechten Ausführung seiner Withoff eine Pfändung vornehmen wollte. Als er das GeArbeit gewesen. Der Arzt habe ihn nur auf sein, des Klägers, ,, Nicht weit weit her ist die Findigkeit der Post." Mit diesen schäftslotal des Schuldners betrat, erklärte dieser ihm, daß er dringendes Ersuchen versuchsweise arbeitsfähig geschrieben und Werten begann ein am 15. Oftober v. J. im Kl. Journal" er- das Geschäft verkauft habe, wie die veränderte Firma an der ihm die volle Verantwortlichkeit zugeschoben. Beklagter habe gar- schienener Artikel, der dem Hedakteur der genannten Zeitung, Thür auch beweise. Der Beamte durfte hier also nicht pfänden, nicht speziell auf des Klägers Arbeitstraft gerechnet und denselben Maximilian Rapsilber, eine Anklage wegen Beleidigung der er folgte aber dem Schuldner nach dessen nebenan befindlichen erfeßen wollen, weil er nicht auf seine vollständige Gesundung Boftbehörde eintrug, die gestern vor der siebenten Strafkammer des Wohnraum. Hier wollte er untersuchen, ob Withoff Geld oder warten konnte. Gegen die 16 M. rückständigen, Lohn will der Landgerichts I verhandelt wurde. Eine Stuttgarter Firma hatte Sachen von Werth in seinen Taschen berge. Kaum hatte er aber Beklagte ein Darlehn des Klägers im Betrage von 20 M. auf einen Brief abgesandt mit folgender Adresse: Herrn Heinrich eine Hand nach dem Schuldner ausgestreckt, als eine große rechnen. Der Kläger wird mit der Klage abgewiesen. Gründe: Lehmann, Berlin W., Friedrichstr. 95." In dem bezeichneten Ulmer Dogge aus einer Ecke hervorsprang und unter Das Darlehn sei nach den eigenen Angaben des Klägers jetzt Hause war der Adressat nicht zu finden, die Polizei und das Ein- wüthendem Bellen feine Vordertagen gegen die Brust fällig und liquide. Solche fällige und liquide Forderungen gegen wohner- Meldeamt wußten auch feine Antwort zu geben und so des Beamten brückte. Dieser wich natürlich zurück. einbehaltenen Lohn aufzurechnen, sei aber angebracht. Da aber ging der Brief, mit diesen Vermerken versehen, an den Absender Er forderte den Schuldner auf, den Hund zurückzuhalten; Withoff bei der Entlassung des Klägers 10 M. erft fällig und liquide zurück. Dieser sah ein, daß er sich in der Hausnummer geirrt zog das Thier auch am Halsbande zurück, sobald der Beamte maren, habe der Beklagte 1/9 der Prozeßkosten zu tragen. habe, es sollte nicht 95, sondern 79 heißen. Er meinte, daß die aber eine Bewegung gegen den Herrn des Hundes machte, gerieth Durch den schriftlichen Vertrag vom 16. Eeptember 1893 erkenne Bost bei einigem guten Willen den Adressaten doch leicht hätte er wieder in Gefahr. Er zog es deshalb vor, sich zu entfernen, Kläger die Bedingung für sich verbindlich an, ohne Kündigung ermitteln können, da die Firma Heinrich Lehmann seit 11 Jahren um bald darauf in Begleitung eines Schutzmanns zurückzukehren. entlassen werden zu können und nehme dadurch auch das Recht, in dem sogenannten Faberhause" wohne und im Revier bekannt Der frühere Auftritt wiederholte sich, der Schutzmann erklärte, ohne Kündigung die Arbeit verlassen zu können, für sich in Un- sein mußte. Er schickte das Kouvert an den Inhaber der ge- nicht das Recht zu haben, den Hund mit dem Säbel niederspruch. Kläger habe angegeben, daß er durch den Zwang ver- nannten Firma, einen Herrn Moses und dieser übergab zustoßen, Withoff weigerte sich, das Thier aus dem Zimmer zu anlaßt worden fei, zu unterschreiben. Nun sei richtig, daß auf es dem Kleinen Journal" mit der Bitte um Veröffentlichung entfernen, beide Beamte mußten unverrichteter Sache davonGrund ungerechten Zwanges geschlossene Verträge nichtig des Falles. Der Staatsanwalt hielt den Artikel für beleidigend. geben und die Pfändung mußte unterbleiben. Withoff wurde vom sind. Ungerechtfertigter 3wang fei aber in diesem Falle nicht Die Post sei nicht einmal berechtigt, geschweige denn verpflichtet Schöffengericht zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt. angewandt worden. Beiden Parteien im Arbeitsverhältniß stehe gewesen, einen Brief mit der Adresse eines Herrn Lebmann an Der Widerstand gegen die Staatsgewalt wurde darin gefunden, es frei, den Arbeitsvertrag zu ändern. Wünsche die eine Partei Herrn Moses auszuhändigen, weil dieser Juhaber einer Firma daß der Angeklagte sich geweigert hatte, den Hund aus dem eine Abänderung desselben, auf welche die andere Partei nicht Heinrich Lehmann" sei. Die der Postbehörde gemachten Bor Bimmer zu schaffen. Im geftrigen Termin vor der Berufungsinstanz eingehen will, so steht ihr das Recht zu, die Lösung des würfe feien deshalb unbegründet. Er beantrage eine Geld- focht der Bertheidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Wronker, Arbeitsverhältnisses durch die Kündigung, 811 bewirken. ftrafe von 100 Mart. Der Angeklagte bestritt, daß eine aus juristischen Gründen das erste Urtheil an, aber ohne Erfolg, Wollte der Kläger nicht eingehen auf die Ausschließung beleidigende Absicht vorgelegen, sowie das Vorhandensein da das Erkenntniß des Schöffengerichts bestätigt wurde. Der Ruf Findigkeit", Wegen Mikhandlung ihrer Dienstboten hatte sich gestern beschäftigung bis zum 1. Oftober, also auf 14 Tage, die Dauer in dem die Postbeamten ständen und der von der Behörde selbst feiner bis dahin noch nicht beseitigten Kündigungsfrist. Die erst genährt werde, wo sich nur eine Gelegenheit dazu biete, jei keines- das Goldarbeiter Karl Vogt'sche Ehepaar vor dem Schöffengericht im Dezember erfolgte fofortige Entlassung wäre jedoch auch ohne wege berechtigt, aus dem Leserkreise der Zeitung liefen viele Be- zu verantworten. Gegen sie führten zwei junge noch nicht 15jährige den Kündigungsausschluß berechtigt gewesen. Der Kläger sei schwerden über Nichtfindigkeit" ein und in dem Bekanntgeben Mädchen Beschwerde, die kurz hinter einander bei den Angeklagten trant gewesen, so daß ihn der Beklagte gar nicht haben wollte. eines solchen Falles könne eine Geringschäzung der Postbeamten im Dienst geftanden haben und sehr schlecht behandelt fein wollen. Die beiden Mädchen behaupteten übereinstimmend, daß die KnappDie Thatsache, daß, obgleich Kläger arbeitete, boch nicht gefunden werden. er nicht so arbeiten tonnte wie bei vollster Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Staats- beit des Effens durch häufige Mißhandlungen wett gemacht werden sollte. Der Ehemann soll namentlich die Methode be Gesundheit, gab jenem das Recht, ihn zu entsanwalts an, hielt aber 50 m. für eine ausreichende Strafe. folgt haben, die noch so jugendlichen Mädchen, wenn sie einmal lassen. Ein merkwürdiger Rechtsirrthum wurde heute durch die die Zeit verschliefen, durch Besprigen mit faltem Wasser zu zweite Straftammer am Landgericht II aufgeklärt. Der Hof- wecken; die eine hat auch einmal bei passender Gelegenheit Schlächtermeister Wilhelm Lange in Charlottenburg hatte eine einen ganzen Waschnapf voll Wasser über den Kopf Dienstmagd mit einem unaussprechlichen polnischen Namen, die bekommen, beide beklagten beklagten sich darüber, daß sie er eines Tages dabei ertappte, als sie ihrer Waschfrau einige vom Dienstherrn mit Püffen und Schlägen reichlich traktirt tleine Stücken Wurst und ein etwa pfundschweres Stück Fleisch worden seien. Die beiden Angeklagten bestritten die Behaup Entscheidung des Ober Verwaltungsgerichts. Unsere Leser werden sich gewiß noch erinnern, wie im Herbst vor. Is. unser Genosse Künede sein Mandat als Stadtverordneter in Oberberg plöglich deshalb verlor, weil er zu niedrig zur EinTommensteuer eingeschäzt wurde. sich den 2 und beide urtheilt wurde, verworfen. Versammlungen. Die Sentral Krankenkasse der Maurer, Steinhauer und Studateure tagte am Sonntag, 21. Januar. Die vom Kassirer gegebene Abrechnung vom 4. Quartal weist eine Einnahme von 36 181,47. und eine Ausgabe von 32 773,70 m. auf; mithin ist ein Bestand vorhanden von 3407,77 M. Der übrige Theil der Verhandlung betraf lediglich geschäftliche Angelegenheiten. Vermischtes. tungen der Mädchen, meinten, diese seien durch ein anderes eine Ausgabe von 39,20 m. auf; bleibt mithin ein Bestand von| stellungskosten gar nur 90 Pfg. betragen. Zwei Tage nach seiner Mädchen aufgehetzt und der Dienstherr behauptete, daß er nur 14,78 m. Die Mitglieder werden dringend ersucht, zu der Entlassung sei ihm eingefallen, wo diese Krone liegen geblieben das ibm nach der Gesindeordnung zustehende Züchtigungsrecht nächsten Versammlung am 5. Februar recht zahlreich zu er sei. In der Absicht, sie abzuholen, erfuhr er, daß diese Krone böswilligen Dienstboten gegenüber geltend gemacht habe. Auf scheinen. schon vor einigen Tagen" dem Direktor Krüger zugestellt Grund der vorliegenden ärztlichen Atteste erachtete aber das Schöffengericht dieses Züchtigungsrecht für überschritten und ver In einer gut besuchten Versammlung der Metall: wurde. Dem Kollegen Schulisch, der mit zur Kontrolle über die Verwendung der Strafgelder gewählt war, untersagte der Direktor urtheilte den angeklagten Ehemann zu 30 M. Geldbuße. Die schrauben- und Façondreher vom Verbande aller in der Metall- den Einblick in die Geschäftsbücher, machte ihm also so die Konindustrie beschäftigten Arbeiter hielt am 22. d. Mts. Genosse trolle unmöglich. Weitere Redner theilten mit, daß nicht nur Ehefrau wurde freigesprochen. Saffenbach einen Vortrag über:" Der christlich- soziale Staat der die 14 Monteure, darunter auch die ältesten, sondern auch Prag, 27. Januar. Omladinaprozeß. Heute wurden Polizei- Jesuiten in Paraguay." Die Versammlung folgte dem inter: 25 bis 28 Hilfsarbeiter entlassen worden sind. Mit beorgane und Privatleute vernommen, welche eine beträchtliche essanten Vortrage mit lebhaftem Interesse. Die weiteren Ber- sonderer Entrüstung wies man darauf hin, daß in Menge ausgestreuter Bettel hochverrätherischen Inhalts auf- handlungen dienten zur Regelung einiger Vereinsangelegenheiten. der ersten Versammlung die Direktion durch ihren Bergefunden hatten, ferner ein Student Namens Eugen Brand, welcher gegen seine angeklagten Mitschüler aussagte. Sodann Eine Bezirksversammlung in Moabit einberufen treter, den Ingenieur Lafch, erklären ließ, niemanden, der wurde der 31 Jahre alte Porzellanmaler Horina vernommen, von vom Verbande aller in der Metallindustrie be- Mißstände zur Sprache bringe, werde deshalb etwas geschehen. dem die Angeklagten behaupteten, er hätte sie als Mitverhafteter fchäftigten Arbeiter tagte am 23. d. M. Zur Ver- Diese Maßregelung ist nun doch erfolgt. Nachdem Kollege in der Gefangenenzelle ausgehorcht und verrathen. Horina sagte bandlung ftand das Thema:„ Die Mißhandlung eines Arbeiters Mäther nochmals den Arbeitern die Organisation empfohlen, aus, er sei wiederholt mit dem Tode bedroht worden, falls in der Fabrik Siemens u. Halste." Echon lange vor Eröffnung wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Verer nicht zu gunsten der Angeklagten aussagen würde; man hätte der Verfamminng war das Versammlungslokal überfüllt und ſammlung erfieht in der Entlassung der Arbeiter der deutschen ihm gedroht, es würde ihm so ergehen wie dem Mrva. Beide mußten Tische und Stühle aus dem Saale entfernt werden. Kollege Gasglühlicht Gesellschaft eine Ungerechtigkeit und erblickt das Zeugen wurden troh der Protefte der Vertheidiger beeidet. Mäther schilderte in einem mit großem Beifall aufgenommenen einzige Mittel zur Abhilfe in dem Anschluß an die GewerkschaftsHorina wurde während des eindringlichen Kreuzverhörs unwohl Vortrage die schmachvollen Zustände in verschiedenen Werkstätten Organisation. Alle Anwesenden verpflichten sich deshalb, dem und mußte aus dem Saale geführt werden. Nachdem er sich er- und Fabriken der Metallindustrie. Die Mißhandlung des Ar- Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins holt hatte, wurde das Zeugenverhör fortgesetzt. Verschiedene beiters Jansen in der Fabrik Siemens u. Halste wird von und Umgegend beizutreten. andere Zeugen fagten aus, daß auf dem Weißen Berge und im mehreren Kollegen, die Augenzeugen jener Affäre gewesen waren Rostocker Walde Versammlungen mit verbrecherischer Tendenz eingehend geschildert und gaben geschildert und gaben eine Bestätigung dessen was der„ Vorwärts" bereits in der Angelegen stattgefunden hätten. heit zur Kenntniß gebracht hat. Der Ingenieur Wesseler Leipzig, 29. Januar. Das Reichsgericht hat die Revision hatte bekanntlich im Verlaufe des Streites, den er mit dem bedes Redakteurs Boshardt, welcher am 14. November v. J. in treffenden Arbeiter hatte, den Befehl gegeben, den Hydranten zu Altenburg wegen Beleidigung des Landgerichts Meiningen veröffnen und den falten Wasserstrahl auf den sich widersetzenden liche Beleuchtur 4 verschiedenartig ausgestatteter Räume wurden Künstliche Beleuchtung von Innenräumen. Ueber künst Arbeiter zu richten. Dem Arbeiter ist, wie bekannt gegeben wurde, das Trommelfell geplatzt und liegt an einer Gehirn- pon fachmännisch Seite kürzlich Versuche angestellt, welche zu entzündung schwer frank darnieder. Die Versammlung nahm folgendem Resultat führten: Erleuchtet man einen Raum, dessen mit Zeichen der tiefsten Entrüstung diefe Mittheilungen entgegen. Wände mit schwarzem Tuch bedeckt sind, mit einem BeleuchtungsEin Meister der Firma sucht, von fortwährenden Zwischenrufen törper von 100 Kerzen, so sind zur Erzielung des gleichen Grades unterbrochen, die Handlungsweise des Herrn Wesseler zu recht von Helligkeit für denselben Raum nöthig, wenn er mit dunkelfertigen und behauptet, der Jansen sei finnlos betrunken ge- brauner Tapete ausgestattet ist, 87 Kerzen; wenn mit blauer wesen und hätte sich wie ein Stück Vieh benommen; doch sagen Tapete, 72, und wenn mit hellgelber Tapete, 60 Kerzen. DerAugenzeugen demgegenüber, dies sei nicht der Fall, der Jansen selbe Raum mit hölzerner Wandverkleidung in Naturfarbe oder sei nur sehr erregt gewesen. Der Meister findet denn auch bei weiß gestrichen, erfordert 50, mit dunklem Paneel dagegen 80, der Versammlung feinen Glauben. Frau Jansen hat alle ihr mit glatten, geweißten Wänden dagegen nur 15 Kerzen. angebotenen Almofen zurückgewiesen und die Sache einem RechtsZur Unfallverhütung in Bergwerken. Die physikalische anwalt übergeben, der sicher für die strenge Untersuchung sorgen Thatsache, daß der Ton einer Orgelpfeife sich ändert, wenn verwird. Kollege Mäther verliest hierauf noch zwei Lohnzettel, die schiedenartige Gase durch sie hindurch streichen, hat der Franzose Im Verband der in Buchbindereien, der beweisen, was für Hungerlöhne bei Siemens u Halske den weib- Hardy zu einer sinnreichen Erfindung benutzt, die das HeranPapier und Ledergalanteriewaaren Industrie lichen Arbeitskräften gezahlt werden. Einem Mädchen wurde in na hen schlagender Wetter in Bergwerken anzeigen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen fand der Zeit vom 7. bis 13. November 7,04 m., vom 28. September und bemerkbar machen soll. Das Fermenophon", wie er am 22. d. M. die ordentliche Generalversammlung der Berliner bis 4. Oktober 5,78 M. ausgezahlt. seine Erfindung benannt hat, besteht aus zwei für Luft von denen die eine stets Mitgliedschaft statt. Der Geschäftsbericht für das vierte Quartal Eine öffentliche Metallarbeiter Versammlung be- gleichgestimmten Orgelpfeifen, reiner Luft zeigt eine Steigerung der männlichen Mitgliederzahl von 343 auf durchblasen in wird, die dem 500, und der weiblichen von 42 auf 50. Die Einnahme der schäftigte sich am 25. Januar mit der in voriger Woche erZentralfaffe betrug 1523 M., die Ausgabe 336,51 M., so daß folgten Entlassung von 14 Monteuren der Deutschen Gasglüh. Apparate eingeschlossen ist, während die andere die zu unter1186,49 m. abgeliefert werden konnten; für die Lokalkaffe betragen licht- Gesellschaft. Kollege Näther referirte hierzu. Die Direktion suchende Luft hindurchstreichen und so die Pfeife ertönen läßt. 1186,49 M. abgeliefert werden konnten; für die Lokalkasse betragen der Gesellschaft scheint es, entgegen ihrer Bersicherung, doch Tonunterschied anzeigen, muß also die eine Pfeife von einem die gleichen Posten 762,09 M. resp. 469,22 M. Der Bestand Sobald Schwebungen( Stöße) zwischen beiden Pfeifen einen beziffert sich auf 292,87 M. Für Unterstützung von Streits einigen Arbeitern verübelt zu haben, daß diese gegen die wurden durch die Mitgliedschaft 295,93 M. aufgebracht. Sodann plante Einrichtung einer Betriebs- Krankenkasse stimmten und sich Gasgemisch angeblasen werden, das von dem der atmowurde die Abrechnung vom Eylvester- Kränzchen gegeben, die mit gar erkühnten, die Beschwerden ihrer sämmtlichen Kollegen in sphärischen Luft verschieden ist. Durch ein Uhrwerk fann den Versammlungen zu vertreten. Dazu mag die öffentliche der Apparat auch automatisch wirken und seine Töne einem Ueberschuß von 45,05 M. abschließt. Der Bericht für den Agitation gegen die in der Gasglühlicht- Gesellschaft herrschenden lassen sich durch Telephonleitung mit Leichtigkeit in bag Arbeitsnachweis zeigt folgende Frequenz: Als arbeitslos meldeten sich im Quartal 381 Kollegen und 94 Kolleginnen, davon waren 43 Mißstände der Direktion unbequem geworden sein. Kurz, in Bimmer des Aufsichtsbeamten übertragen und nöthigenfalls Wiederum also macht der refp. 74 Nichtmitglieder. Vakanzen wurden angemeldet für Arbeiter voriger Woche erfolgte die Entlassung der in den Versamm durch ein Mikrophon so verstärken, daß sie ohne weiteres Buthun 533( darunter 114 zur Aushilfe) und für Arbeiterinnen 130. Davon ungen und in der Fabrik gegen die Direktion aufgetretenen Ar- als Alarmsignal dienen können. wurden besetzt 270 resp. 19; viele Stellen in den Spezialfächern beiter, angeblich wegen Betriebseinschränkung, thatsächlich aber menschliche Geist einen weiteren Schritt in der Beherrschung der ( Preſſerei, Schnittmacherei, Lederarbeit) konnten nicht befeßt offenbar aus den vorerwähnten Gründen; denn unmittelbar Natur; die Zahl der Mittel, die Gefahr der Bergarbeit zu werden, da die Arbeiter dieser Branchen, sowie die Arbeiterinnen nach der Entlassung suchte die Gesellschaft neue Monteure mildern, ist um eins, und ein anscheinend sehr wichtiges, verDie Direktion spielt übrigens mehrt. Wir wollen nur hoffen, daß der Preis des„ Formenodes ganzen Gewerbes den Nachweis zu wenig benutten. Die durch den„ Lokal- Anzeiger". Bibliothek besteht aus 222 Bänden. ihren Arbeitern gegenüber stets die Arbeiter der Lampenfabrik phons" nicht allzu hoch ist, denn sonst dürfte die Profitgier Es folgte dann die Wahl der Verwaltungspersonen. Als von Bintsch aus, deren Inhaber zugleich Aufsichtsraths- Mitglied unferer Kohlenbarone dieses neue Mittel zur Unfallverhütung Borsigender wurde wiederum gewählt Gg. Schmidt, Manteuffel der Gasglühlicht Gesellschaft ist. Die Direktion der letzteren sagt unbenutzt laffen. Drastisch tritt die Gleichstellung der Armen mit dem lieben straße 109; desgl. als erster Saffirer Otto Christian, Admiral: den bei ihr beschäftigter Arbeitern stets:„ Wenn Ihr nicht arbeiten Straße 16. Zu Vertrauensleuten wurden gewählt: für Buch- wollt, dann laß ich die Arbeiter von Bintsch kommen", bei dem Vieh in einem vom Schwarzwälder Boten veröffentlichten Probinderei Franz Bytomski, SO., Dranienstr. 184; für Lederwaaren- auch ein Theil der Arbeiten der Gesellschaft gemacht wird. Leider tokollbericht eines Dorfschulzen zu Tage, in welchem es naiv Branche R. Wunscheck, S., Louiſenufer 13, und für die Karton- haben sich auf das Inserat im Lokal- Anzeiger" eine große heißt: Heute Mittag wurde von einem Kollegium des Gebranche M. Ramlau, S., Fürstenstr. 15. Das Stiftungsfest der Bahl von Arbeitern gemeldet. Der Lohn, den die Gesellschaft meinderaths der Schafstall und das Armenhaus einer einMitgliedschaft findet am Sonnabend, den 3. März, in der Ber- den neuen Arbeitern zahlt, ist jetzt noch schlechter als früher. gehenden Visitation unterzogen; die Insassen erklärten sich für Wie indifferent noch einzelne Arbeiter sind, geht daraus hervor, befriedigt." liner Ressource statt. daß ein Monteur, der entlassen werden sollte, die Direktion Die hiesige Filiale des Allgemeinen Deutschen gebeten hat, doch ja die Entlassung zurückzunehmen, Tapezierer Vereins hielt am 22. Januar eine General- er auch gerne 50 Mart Strafe zahlen, Bersammlung ab, in der der Kassirer den 4. Quartalsbericht ihm allmälig abgezogen werden könnten. Kollege Klann erstattete. Die gesammten Einnahmen Briefkaffen der Expedition. am Ort betrugen erzählte, daß er am 11. Januar ds. Js. entlassen 108,55 M., davon ab 1/3 für örtliche Verwendung 36,15 M., worden und ihm dabei für eine Probirfrone, die er bei einer bleibt ein Bestand für die Hauptkasse von 72,40 M. Die Ab- Reparatur liegen ließ, 10 M. abgezogen seien, während solche Fräschke. Am Sonnabend ist uns teine Annonce zuge rechnung der Filiale weist eine Einnahme von 53,98 M. und Krone den Kunden nur mit 3 M. berechnet wird und ihre Her- gangen. S Presskohlen wolle ge die vont " Sophastoff- Reste!! Roh- Tabak!! Detailverlauf ſämmtl. Sorten in Rips, Damast, Crêpe, Fantaste, Sämmtl. in- u. ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, Mocquets spottbillig! beste Senftenberger Marie, 5 Mark frei Keller mit Fuhr- Gobelin, Plüsch und bunten lohn und Backen. 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Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. empfehle Ballschuhe jeder Art zu billigsten Preisen, auch zu verleihen. Schuh- und Stiefel- Paradies, Wedding, Reinickendorfer- Strasse 4. 9 15236 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. r. 24. lo dir Man kann auf einer Bombe nicht shen. Dienstag, den 30. Januar 1894. 11. Jahrg. dem Zeitraum einer halben Stunde stößt sie den früheren Be- wird. Statt daß nun angesichts solcher betrübenden Thatsachen schluß um. Ein schallendes Gelächter erhob sich in ganz Frank die Bureau- Angestellten sich zu einem zielbewußten Vorgehen, au reich. Niemals hat sich eine Rammer so lächerlich gemacht. einer geschloffenen Organisation gegen den gemeinsamen Feind, Aber welch' großer Erfolg für den Sozialismus! Die den Kapitalismus aufraffen, hängen sie sich an die Rockschöße der Paris, den 26. Januar 1894. Philister aller Parteien, von den radikalen Republikanern bis Bourgeoisie und leben in dem Wahne fort, daß, wenn sie nichts Man kann auf Bajonetten nicht fißen," sagte Napoleon, zu den tatholischen Monarchisten, reden den Bauern vor, die fordern, fie noch am beñen dabei fahren. Kollegen! Die Bourgeoisie der begriff, daß es, um ein Volk zu regieren, anderer Mittel be- Sozialisten seien Theiler, die den Bauern ihr Land und ihr begiebt sich aus eigenem Antriebe, aus purer Menschenfreundlichdarf, als der rohen Gewalt. Herr Cofimir Perier hat diesen Geld wegnehmen wollen, um es unter sich zu vertheilen, und feit feines ihrer Machtmittel zur Unterdrückung des Arbeiterweisen Rath nicht beherzigt, dem zu folgen Napoleon selber bei- doch sind es gerade die Sozialisten, welche die Kleinbauern gegen standes. Mögen sich die Kollegen auch nicht von falschen läufig nicht in den Sinn kam. Die anarchistische Bombe hatte den Fiskus vertheidigen, der ihnen ihr Geld nehmen will; die Freunden firren lassen, die ihre hilflose Lage nur auszunüßen ein Ministerium befestigt; er setzte sich auf fie, vergaß aber, Bourgeois- Abgeordneten vielmehr sind es, die sie schmachvoll ver- fuchen, um ihre Sonderintereffen zu verfolgen und die durch daß es eine Umfturzbombe war. riethen, um den Ministern zu gefallen. Bildungsspielerei fich den Anschein geben, als vertreten sie die Einem Schauspieler gleich, der seine Rückkehr auf die Bühne Die Bourgeoispresse warf in ihrer Verlegenheit den Sozial- Interessen der Berufsgenossen. Unsere Aufgabe erblicken wir darin, dem Arbeiter- gleichforgfältig vorbereitet, traf Herr Casimir Perier alle Maßregeln, demokraten vor, fie verleugneten ihre kommunistischen Grundsätze, damit die Wiedereröffnung der Kammer mit dem Prozeß Vaillant sie seien die Beschüßer der Kleingrundbesitzer, die von aller Welt viel ob geistig oder physisch thätig sozialpolitische Aufklärung zusammenfallen sollte er wollte den Abgeordneten den Kopf ausgebeutet würden, sie forderten Reformen nur für die Land- zu bieten und ihn von dem Wahn zu befreien, als ob die sogedes Anarchisten darbieten, der ihnen nur die Haut gefragt hatte. leute, während sie für die Arbeiter der Städte gar nichts nannten Wohlfahrts- Einrichtungen, die von einigen unserer Die Eache ging schief. Diese Haft überraschte und ver- thäten: mit solch' dummen Mitteln suchten die Bourgeois- Berufsgenossen ganz besonders gepflegt werden, zur sozialer stimmte das Publikum. Der Advokat Vaillant's weigerte Blätter die Wirkung des sozialistischen Sieges abzuschwächen. Befferstellung irgend etwas beitragen können. sich in der Alle Kollegen, welche das Streben haben, ihre Lage zu legten Minute, ihn unter solchen Be- Allein die Sozialisten schlafen auf ihren Lorbeeren nicht ein. dingungen zu vertheidigen. Man mußte einen anderen Ver- Kaum ist Jaurès damit fertig, das Ministerium in die Minorität bessern, sind in unseren Versammlungen jeden Dienstag nach dem theidiger finden, der einige Zage Frist verlangte, um die Aften zu versehen, so tommt Rouanet, der sozialistische Abgeordnete 15. und 1. bei Golisch, Lothringerstr. 63, stets gern gesehen. Der Verein der Bureau- Angestellten zu studiren, und so kam es, daß die Kammer vor der Ver- von Paris, mit Vorschlägen zu gunsten der Kaufleute. In Anund verw. Berufsgenossen. urtheilung des Anarchisten eröffnet wurde. Der Oberstaatsanwalt betracht des fortwährenden Sinkens der Rapitalzinsen, daß dem verlangte feinen Kopf und erhielt ihn von den Geschworenen. Staat erlaubt, seine Schuld umzuwandeln, verlangt er von der Achtung, Stuckateure! Der Unterzeichnete ersucht die Weit entfernt, die öffentliche Meinung zu befriedigen, hatte Rammer eine Herabsetzung der gefeßlichen Zinsen im Handelsdieses unmenschliche Urtheil im Gegentheil die Wirkung, allen verkehr von 6 pet. auf 5 pet. und im bürgerlichen Kredit- Kollegen aus den Stadttheilen Moabit und Wedding, sich an Echrecken, den das Kammerattentat erzeugt hatte, sich ver- verkehr von 5 pt. auf 4 pCt. Die Bourgeois find ganz er einer Besprechung, die am Donnerstag, den 1. Februar, bei flüchtigen zu lassen. Mitleid wurde für den zum Tode Verstaunt, solch vernünftige und vortheilhafte Vorschläge in ihrem Gieshoit, Bonenstr. 40, stattfindet, recht zahlreich zu betheiligen. urtheilten erweckt, und in der Kammer und außerhalb der Kammer Interesse von einem Sozialisten und nicht von ihren eigenen Die Zusammenkunft soll die Gründung einer Zahl- und Verkehrswurden Petitionen unterzeichnet, um eine Umwandlung der Strafe großen Männern ausgehen zu sehen. Eelbst der Zemps" mußte stelle für obige Stadttheile berathen. Der Vertrauensmann der Stuckateure( Berlin N.). zu erwirten. Das elfjährige Töchterchen Vaillant's ist fein Gegen das Zeitgemäße einer solchen Reform anerkennen. T. Weichbrod, Kielerstr. 18. ibi. stand des Abscheus, wie das Kinder und Verwandte von Ber- Während die Sozialisten die gute Meinung aller Klassen der urtheilten zu sein pflegen; es flößt im Gegentheil allgemein Mit- Gesellschaft für sich erobern, streiten sich die Minister, denen es Achtung, Kürschner! Bei der Firma S. Wachtel, leid und Sympathie ein. Man beunruhigt sich um ihr Schicksal. nicht gelungen ist auf der anarchistischen Bombe zu ſizen, unter Hamburg, haben die Kollegen am 27. d. M. die Arbeit niederDie reaktionären Beitungen: der" Figaro", der Gaulois", der sich: Cafimir Perier ist wüthend auf Dubost, den Justizminister, gelegt. Der Grund hierzu war die schlechte Behandlung feitens Soleil" u. f. w. bitten gutmüthige Seelen unter ihren Lesern, der durch seine Ungeschicklichkeit Sympathien für Baillant erweckt eines neuen Werkführers. Derselbe beabsichtigte auch, die Löhne fich doch des Kindes anzunehmen und für seine Zukunft zu sorgen. hat, auf Raynal, den Minister des Innern, der am 1. Januar zu reduziren. Kollegen, zeigt Gure Solidarität. Der Zuzug ist Die Herzogin von Uzès, der einzige Mann der boulangistischen zweitausend Verhaftungen und Haussuchungen veranlaßt batte streng fern zu halten. Partei, erbietet sich es zu erziehen. Es entsteht dann ein wahrer und doch nicht die kleinste anarchistische Verschwörung zu stande Wettkampf um die Tochter Baillant's. Jeder will fie verforgen. Professoren, Journalisten, Künstler, Kleinbürger ohne von den Anarchisten zu reden, und vornehme Damen fchreiben an die Zeitungen, schreiben an den Vater und an die Mutter, schreiben an Gott und die Welt, um die Vormundschaft der kleinen Sidonie zu bekommen, die sie in ihrer Familie erziehen wollen. Die Spitze des Sieges, den Herr Casimir Perier vor dem Schwurgericht davongetragen hat, wendet sich gegen ihn, und wenn er Vaillant den Kopf abschneiden läßt, so hat er eine Kanonenkugel am Bein. ganz • " " bringen fonnte, und auf Burdeau, den Finanzminister, der nicht die Millionen der Rentenumwandlung vertheidigen fonnte und ihn genöthigt hatte, persönlich einzutreten, um die Lage zu retten. Er gab die Kammer der Lächerlichkeit preis, und diese fann ihm die Ueberrumpelung, durch welche er ihr jene Abstim mung entriffen hat, nie verzeihen An die Parteigenossen in Wilmersdorf richten wir dringend die Aufforderung, die Gemeindewähler- Listen einzusehen. Bis jetzt sind die Parteigenossen dieser Pflicht noch sehr wenig nachgekommen. Diejenigen Genoffen, die teine Zeit haben, sich Einsicht in die Listen zu verschaffen, mögen sich bei dem Vertrauensmann melden. Ed. Riem, Aderstr. 21, Hof part. Achtung, Rigdorf! Sämmtlichen Vorständen der Gewerk schaften in Rigdorf und der Umgegend machen wir es zur Pflicht, dem Beschluß der Versammlung vom 3. Dezember 1893 nachzukommen. Danach soll für unseren Ort ein Gewerkschaftsfartell gebildet werden, behuss einheitlicher Regelung der VerMan spricht von Verschiebungen im Ministerium. Cafimir fammlungen. Es ist deshalb nothwendig, daß die GewerkPerier will sich jener drei Tolpatsche entledigen, die ihn durch schaften so schnell als möglich in öffentlichen Versammlungen ihre unreinliche Vergangenheit und ihre notorische Unfähigkeit einen Delegirten wählen. Die Adressen der Gewählten sind bei fompromittiren. In der alten Kammer nannte man das die A. Böttcher, Göthestr. 1, abzugeben. Die Kommission. Die Regierung hoffte mit der Rentenumwandlung von 41/2 Minister ausschiffen", heute ist man energischer, man sagt den auf 32 pet., die ihr 68 Millionen einbringen und das Gleich Ballast wegwerfen". Von der Wasserschifffahrt ist man zur Luftgewicht des Budgets herstellen sollte, einen neuen Triumph zu schifffahrt übergegangen und demnach steht die Marine auf erringen; aber fie machte die Rechnung ohne die Sozialisten. der Tagesordnung. Clémenceau, der seit seiner Wahlniederlage Statt zu 31/2 pet. umzuwandeln, folltet Ihr zu 3 pet. um- gang wild geworden ist, denunzirt" unablässig jeden Morgen das wandeln! sagte der Sozialist Avez, statt 68 Millionen habt Ihr Marineministerium, daß er als eine wahre Diebeshöhle hinstellt: dann 100!" Der Sieb brachte Burdeau, den Finanzminister, er veröffentlicht in der Juftice" amtliche Schriftstücke über amt aus der Fassung derselbe wußte in seiner liche Schriftstücke, die beweisen, daß in Toulon, einem der drei G. Kübler, Vertrauensmann, Verlegenheit nichts anderes zu sagen, als Avez wolle großen Kriegshäfen Frankreichs, die Verproviantirung so unSigmaringenftr. 82, 2 Tr. die ganze Staatsschuld abschaffen, das heißt streichen. Gut genügend ist, daß im Falle eines plöglichen Krieges die Touloner Diese Enthüllungen Ein Kongres sämmtlicher in der Bekleidungsindustrie fällt Jaurez ein wandeln Sie zu 31/2 pCt. um, da Sie die Be- Flotte den Hafen nicht verlassen tönnte. rechnungen der Spekulation nicht umwerfen wollen, aber die haben die öffentliche Meinung so aufgeregt, daß die Regierung Württembergs beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter 68 Millionen, die sie gewinnen werden, verlange ich für die eine Untersuchung anordnen mußte, und sie haben die obersten wird am 25. Februar in Stuttgart abgehalten. Auf der Landwirthschaft. Man verspricht den Bauern bei jeder Renten- Spigen der Marine so in Wuth gebracht, daß man schon von Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Bericht der Delegirten. umwandlung einen Steuernachlaß. Halten Sie dies Mal Ihr einer Anklage gegen Clémenceau spricht: doch man wird einen 2. Branchen- Zentralisation oder Industrieverbände. 3. Agitation. 4. Statistik. Außerdem wird auf dem Kongreß auch der AnVersprechen und verwenden Sie diese 68 Millionen zur Ab- solchen Schritt nicht wagen. schaffung der Grundsteuer für die Kleinbauern, die sollen ihr schluß an die außerdeutschen Verbände der Branche besprochen Gutchen bebauen." Weder die Kammer, noch die Minister hatten werden. dicfen Streich erwartet. Die Deputirten der Rechten und des Zentrums, die sich als Vertheidiger der Kleinbauern aufspielen, waren in der Falle; sie konnten nicht anders: sie mußten für den Jaureg'schen Vorschlag stimmen, um ihren Wählern nicht zu mißfallen. Jonnart, der Handelsminister, den Deville für einen Fälscher und einen Tropfertlärt hat, wagte nicht etwas einzuwenden; er schwieg. Der Antrag ging mit erdrückender Mehrheit durch. Diese Abstimmung hätte das Ministerium gestürzt, wenn sie aufrecht erhalten worden wäre. Burdeau läuft voll Bestürzung zum Telephon und bittet Cafimir Perier, schleunigst in die Rammer zu kommen. Er kommt und erklärt der Kammer: er werde, wenn die Abstimmung nicht rückgängig gemacht werde, sein Amt niederlegen. Boll Schrecken willfährt die Mehrheit seiner Aufforderung, um nicht eine neue Ministerkrisis zu eröffnen, und in Das Ministerium ist entgleist; es bedarf einer anarchistischen Bombe zu seiner Rettung, aber: non bis in idem. Solche Glücksfälle wiederholen sich nicht. Gallus. Soziale Lleberlicht. Auch eine Antwort. Die Düsseldorfer Arbeitslofen wählten in einer Versammlung eine Kommission, die beauftragt wurde, im Namen der Arbeitslosen an das Oberbürgermeisteramt den Antrag auf Beschaffung von städtischen Arbeiten zu stellen. Auf diesen Antrag lief folgende klassische Antwort des Oberbürgermeisters Lindemann ein: An die Bureau- Angestellten. Die Erwerbsverhältnisse Auf die gefällige Eingabe ohne Datum, hier eingegangen der Bureau- Angestellten dürften gewiß mit zu den traurigsten am 12. Januar cr., bescheide ich Sie, daß es einer Beschlußerachtet werden. Löhne von 30 und 35 M. monatlich gehören fassung der Stadtverordneten Versammlung über die Inangriffnicht zu den Seltenheiten. Thatsache ist, daß selbst von Amts- nahme städtischer Arbeiten nicht bedarf. Wenn Sie Arbeit gerichten dem Schreiber 30 M. Monatsgehalt geboten werden, wünschen, wollen Ste sich auf Zimmer Nr. 14 im Rathhause und von privater Seite das Gehalt oft noch unter 20 m. herab melden; ich werde mich, falls die demnächst anzustellenden Ergedrückt wird. Es ist weiterhin bekannt, daß auch Kinder uns mittelungen ergeben, daß Sie wirklich der öffentlichen Fürin unserem Beruf Konkurrens machen und für einen Lohn von sorge bedürfen, bemühen, Ihnen Arbeit nachzuweisen." 3 M. und noch weniger monatlich deren Arbeitskraft ausgebeutet Wie John Neve verhaftet wurde. wurde. amt und fragte per Draht zu Hauſe an, ob eine Botschaft für II. Ehe also Jemand Arbeit erhält, muß er sich einer hochnothlichen Namen dort abgestiegen sei. So eilte ich auf's Telegraphen Beutert war nicht da. Wir beschlossen daher zu Hrn. Möhlig zurückzukehren. Während mein Begleiter fich in bas Hotel begab, mich angekommen sei, und welche. Antwort: Nichts. Ich ging observirte ich die Straße. Das hatte taum ein paar Minuten Der Bug fuhr in die Station. Die ersten Passagiere, welche nochmals nach dem Cologne. Nichts! Endlich beschloß gedauert, als ich hinter mir haftige Schritte hörte. Ich wandte die Bahnhofshalle verließen, waren Peutert und Neuk; ich, einen Brief an Herrn Möhlig, Ingenieur"( unter dieser mich um und fah Peutert in Begleitung eines Menschen, in dem erfieren fannte ich persönlich, letterer trug der Ber- Adresse hatte Herr M. erklärt, im Cologne absteigen zu wollen), ich einen früher in der Schweiz aufhältlich gewesenen Anarabredung gemäß ein rothes Halstuch gleich nach dem Hotel de Vienne zu senden. Das Unglaubliche war chisten Leonhard zu erkennen glaubte, in das Hotel eilen. Herrn Möhlig. geschehen: Herr Möhlig war unter seinem wirt. Ich theilte dies dem„ Bekannten" sofort mit; doch dieser wollte Die Beiden schritten sehr schnell an einer langen Reihe von lichen Namen imgleichen Hotel mit Peutert ab durchaus nicht daran glauben. Warum? Satte Peutert Treschten vorüber, sprangen dann in die letzte und fuhren, nach gestiegen, dem dort zu begegnen kaum vermieden werden konnte![ eine Antunft etwa auf später angesezt ge= ein paar Worten zum Kutscher, davon. Und Peutert, wie mir der Anchener„ Bekannte" des Herrn M. habt??? Da erschien Herr Möhlig unter dem Hoteleingang Eben im Beriff in die nächste Droschke zu steigen, hörte ich am Abend zuvor erzählt hatte, war ihrer Beider auf dem Bahnhof und theilte uns mit, daß der Portier ihn diesen Augenblick dar die Stimme des Herrn Möhlig: gewahr geworden und hatte sie durchdringend fixirt, auf aufmerksam gemacht habe, daß der Herr von Nr. 26" soeben besonders Hrn. Möhlig, der mit seinem über dem in Begleitung eines englischen Genossen" eingetroffen sei. Ueberzieherfragen getragenen rothen Halstuch eine sehr auffällige Figur war. Entweder war also das ganze bisherige Verfahren der beiden Herren ein sehr ungeschicktes, oder Peutert war nicht zu fürchten. Guten Abend," sagte er." Fahren Sie nach Hause?" ( sic!!!) Nein," antwortete ich, ganz paff" über diese Frage in diesem Moment.„ Aber die Keris Tommen uns ja aus! Steigen Sie doch schnell irgendwo ein! Schnell!" Trautner schildert nun des Langen und Breiten, wie der Polizeikommiffar Möhlig so gar tein Interesse daran bezeugt habe, den beiden angeblich zu Ueberwachenden( Peukert und Reuß) zu folgen, wohl weil er sicher war, daß sie direkt in das ihm von Renß bezeichnete Hotel de Vienne, Rue de la Fourche, fahren würden. Das geschah auch. Trautner folgte den beiden Ehrenmännern bis zum Hotel. Es verging eine halbe Stunde, als Herr Möhlig und sein Bekannter langfam heranbummelten. Eind fie im Hetel?" fragte Herr Möhlig. Und als ich auf die Frage bejahend geantwortet hatte, meinte er:„ Na, dann tönnen wir uns getrost in die Klappe legen." " Als während unseres Aufenthalts unter dem Hotelthore die beiden Polizeibeamten abermals damit begannen, was denn nun zu thun fei, trennte ich mich mit dem Vermerk, daß ich die Straßenseite rechts vom Hoteleingang übernehmen wolle, dem Bekannten" die linke überlassend. " und Ich bekam also aus dem Hotel de Vienne eine Antwort des Heren Möhlig, dahin lautend, daß ich ihn daselbst besuchen Kaum hatte ich 15 oder 20 Schritte gemacht, als ich Peukert möge. Also nochmals eine Einladung nach dem Vienne! Ich und Reuß aus der Rue de la Fourche in haftigen Schritten erwiderte, daß ich aus bekannten Gründen sein Hotel nicht hervorkommen fah, hart gefolgt von dem„ Bekannten". Sie betreten tönne und bat, mich im Croix de fer, einem deutschen wandten sich nach dem Boulevard Anspach und von da nach Bierhaus auf der Grande Place, aussuchen zu wollen. Dorthin dem Nordbahnhof. Ich folgte gleichfalls; die Sache wurde famen denn auch nach einer Weile Hr. Möhlig und der Be- interessant. Unterwegs kam der Bekannte" zu mir heran, taunte". nachdem ich ihn tüchtig darob aufgezogen, daß Sie erzählten Trautner, daß Peukert gegen 9 Uhr Morgens Herr Möhlig mir als mir gegenüber ihn einen Mann ausgegangen, von ihnen aber nicht überwacht worden ausgegeben hatte, den er vor Jahren in Aachen gekannt fei. Trautner erstaunte natürlich nicht wenig über diese ihn und dessen Bekanntschaft er im Eisenbahn- Coupé erneuert habe, unbegreifliche Nonchalance: bekannte er Farbe. Er hieß Dornerer,*) war ein Kriminal= Soviel stand fest, daß für den Augenblick das Hotel ohne beamter aus Berlin, seit 9 Jahren in der politischen Möhlig und fein Bekannter" in das gegenüber liegende Hotel Aufsicht war, daß also, falls Peufert nicht wissentlich der Polizei Abtheilung, die rechte Hand der HH. Krüger, von Hake de Cologne, in dem die beiden Leyteren angeblich Logis bezogen, in die Hände arbeitete, eventuell das ganze Unternehmen, infolge und von Mauderode,"( na, na!) seit einiger Zeit an der belgiund Trautner auf den nächsten Morgen um 10 Uhr bestellten. des dann als grobe Nachlässigkeit erscheinenden Verhaltens der schen Grenze thätig,( verstand aber keinen Deut französisch!) Als Trautner zur festgesetzten Stunde zum Rendezvous fich ein- beiden Polizeibeamten, hätte scheitern können. Denn, wie wir tannte die Adressen aller Geheimagenten,( sic! Die werden sich fand, erfuhr er, daß der Herr Polizeifommiffar und sein Be alsbald fehen werden, weigerte fich Neve, mit Neuf freuen!) hatte schon mit Reuß früher zu thunge= fannter" gleich nach ihm am Abend vorher sich entfernt und feinerlei etwas zu thun zu haben, und schickte ihn weg, habt,(?) 2c. 2c. und endlich schloß er die Lobrede auf sich selbst Nachricht für ihn hinterlassen hatten. Und nun fährt Trautner fort: um mit Beukert allein zu reden, aber nicht auf seiner Wo sollte ich diese beiden M.... polizisten finden?! Wahr Wohnung, die bem Peutert nicht an fcheinlich waren sie trotz aller Abmachungen im gleichen Hotel vertraute. er 1 *) So verstand ich; kann auch Torner geheißen haben. Am mit Peutert und Reuß abgestiegen. Persönlich fonnte ich( da) Jetzt war feine Beit mehr zu verlieren. Sr. Möhlig begab sich Ende gar der Wachtmeister T.( aus Berlin), der seiner Zeit Peutert mich kannte) das Hotel nicht betreten; andererseits durfte nach seinem Hotel zurück, während ich seinen„ Bekannten" nach einem die... gefcheidten Briefe an den Sozialdemokraten Ulbrich( in ich nicht wohl annehmen, daß Herr Möhlig unter seinem wirke Hause dirigirte, in welchem ich Peutert vermuthen durfte. Doch Elberfeld) schrieb? 90 peinlichen Untersuchung unterziehen, ob er denn auch würdig" szu Nordhausen. Dienstag früh 3 Uhr wurde dieselbe durch ist des Gnadengeschenks. anstatt die Antwort den Verbandsvorsitzenden Ries op Berlin eröffnet. = daß die Wahl der Vorstandsmitglieder in der Delegirten- Verfammlung am 21. Dezember 1893 nicht vorschriftsmäßig sei. an die Gesammtheit der Arbeitslosen zu richten, fertigt Nach der üblichen Bureauwahl gedachte der Vorsitzende der 5. Betreffend die Leitung der Delegirten- Versammlung vom man den zufälligen Fürsprecher derselben in dieser eigenthümlichen Todten, welche der unermüdlichen Agitation treu waren und er- 18. Januar 1894 von seiten des Vorsitzenden, resp. die unrechtWeise ab. Derfelbe Herr Bürgermeister befürwortete aber, hoben sich die Delegirten zu Ehren derselben von ihren Sitzen. mäßige Schließung der Versammlung ohne die Tagesordnung zu wie wir einem Bericht unseres Düsseldorfer Parteiorgans Anwesend waren 40 Delegirte, welche 97 Filialen vertraten. erledigen. entnehmen, in einer Stadtverordneten- Sigung auf das wärmste, Aus dem Rechenschaftsbericht, welcher durch den Verbands- Diesem Protest folgte eine ausführliche Begründung, die mit dem„ Verein der Karnewalsfreunde" einen Zuschuß vorfihenden Riesop erstattet wurde, ist zu entnehmen, folgendem Antrag angenommen wurde: von 1500 M. zu bewilligen. Damit die Herren Karnevals daß trog aller Aufwendung an Geld, Agitation Wir Unterzeichnete beantragen:" Die Aufsichtsbehörde der freunde am Rosenmontag ihren Klimbim verschönern" tönnen, und sonstigen Mitteln die Mitgliederzahl der Vereinigung von Drts Krankenkasse des Töpfergewerbes zu Berlin möge eine werden dem Stadtfäckel 1500 M. entzogen. Vergleicht man die 6603 auf 5732 zurückgegangen ist. Die Zahl der Filialen hat außerordentliche Generalversammlung der Kaffe anberaumen, um Behandlung beider Angelegenheiten, so wird jeder weitere Kom- sich von 103 auf 97 vermindert. Die Gründe des Rückganges die Ergänzungswahl der Delegirten zu veranlassen, und alsmentar überflüßig. sind verschiedener Natur. Einestheils ist durch den Druck des dann die Wahl des Gesammtvorstandes aus der Mitte der DeleUnternehmerthums in Verbindung mit der Polizei eine große girten vorzunehmen." Pariser Arbeiterbörse. Anläßlich der in der Kammer Bahl von kleineren Filialen vernichtet worden. Andererseits ist Von den Vorstandsmitgliedern hatte keiner das Wort zur seitens der sozialistischen Deputirten einzubringenden Inter- eine Anzahl Filialen durch den Mangel an agitatorischen Kräften, Wertheidigung ergriffen. Den Protest unterzeichneten sofort 123 pellation über die Wiedereröffnung der Pariser Arbeitsbörse sowie durch Vereinsstreitigkeiten, welche leider durch Eifersüchte Mitglieder. hielten die Delegirten der organisirten Gewerkschaften eine Ver- leien vorkommen, zu Grunde gegangen. Eine Versammlung der neugegründeten Filiale sammlung ab. Von den 129 anwesenden Delegirten verneinten Besonders schwer gestaltete sich die Agitation in den öst- des Verbandes deutscher Barbiere, Friseure 107 die Frage des Wiedereintrittes in die Arbeitsbörse, gleichlichen Provinzen und im Elsaß. Die Debatte über diesen und Perrückenmacher tagte am 24. d. M. im Norden, viel ob die Regierung an den Eintritt Bedingungen knüpft oder Bericht gestaltete sich sehr lebhaft. Von den Vertretern der Brunnenstr. 34. Nachdem der Vorstand gewählt war, hielt der nicht. Ueber eine weitere Frage, ob die Gewerkschaften eine neue Kleineren Filialen werden hauptsächlich die hohen Beiträge Kollege Staroffe einen Vortrag über:" Das Trinkgeldunwesen unabhängige Arbeitsbörse schaffen wollen, wurde kein Beschluß und die überaus schlechten Erwerbsverhältnisse als Haupt- in unserem Gewerbe." Redner schilderte zunächst die traurige gefaßt, ſondern dieſer einer neuen Zuſammenkunft anbeimgestellt. gründe des Rüdſchrifts in's Feld geführt, und die Herabſeßung gaze ber Barbiergehilfen, die unter der Herrschaft der Innunge Wahrscheinlich werden die Pariser Arbeiter eine von der Re- der Beiträge verlangt, was aber von anderen Delegirten wieder helden hauptsächlich zu leiden haben. Die Bezahlung der Gegierung und dem Munizipalrath unabhängige Arbeitsbörse bekämpft wurde, indem sie anführten, daß die Krise eine fort- hilfen ist eine so schlechte, daß wir auf das Trinkgeld nicht vererrichten, wenn die reaktionäre Bourgeoisregierung nicht ver- bauernde sei und daß lediglich der Mangel an Solidaritäts- zichten können. Ginmütbig müssen wir aber dafür kämpfen, mittelst der künstlichen Auslegung des Gesetzes über die Syndikate gefühl der Grund der Unzufriedenheit mit den hohen Bei einen Lohn zu erringen, der uns eine Gristenz er die Gesellschaft der Spitzbuben- Republikaner vor den ehrlichen frägen sei. möglicht, ohne daß wir auf Trinkgelder angewiesen sind. Bestrebungen der Arbeiter wieder einmal rettet". Gleichzeitig muß es unsere Aufgabe sein, gegen die in unserem der Diskussion, die dem beifällig aufgenommenen Vortrage folgte, Berufe herrschende Unfitte des Logisunwesens einzutreten. In betheiligten fich die Kollegen Helwig, Funte, Bachwih und Gebrand. Eine Resolution, die sich zustimmend zu dem Referate sammlungen sollen am Mittwoch vor dem 1. und 15. eines jeden ausspricht, gelangt hierauf einstimmig zur Annahme. Die BerMonats stattfinden. Hierauf erstattete der Kassirer Wentker den Kassenbericht, 1. Januar 1892 bis 1. Januar 1894 51 275,58 M., die Gesammt nach welchem sich ergiebt, daß die Gesammteinnahme vom ausgabe 43 852,12 M. beträgt. Schule, Reichenbergerstraße 133. Unterricht in: Mathematit. Bei allen Unterrichtsfächern können Schüler und Schülerinnen auch jest, Fund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. im laufe des Genefield in arbe Dividenden. Die Aktiengesellschaft Düsseldorfer Eisenbahnbedarf erzielte im Geschäftsjahr 1892/93 einen Reingewinn von 165 380,77 m., wovon die Aktionäre 8 pt. Dividende= 108 000 Das Vermögen beträgt am 1. Januar 1894 14 028.91 M. Mark erhalten. Die Aktionäre der Bismarckhütte, Aktiengesellschaft für Eisenhüttenbetrieb bei Schwientochlowig erhalten vom ausgefüllt. Einer Herabsehung der Beiträge von 25 auf 15 Pf. Die folgenden Tage wurde mit der Berathung des Statuts Reingewinn von 500 255 M. 240 000 M. 8 pCt. Dividende. pro Sommerwoche, 10 Pf. pro Winterwoche wurde von dem Die Dorstener Eifengießerei und Maschinenfabrik zahlt 5 pSt., Berbandstag zugestimmt. Die Vereinszeitung erscheint anstatt der Georgs- Marien- Bergwerks- und Hüttenverein 4 pet. Der Achtung, Schuhmacher! Mittwoch, den 31. Januar, Abends 8 Uhr, wöchentlich alle 14 Tage. Der Ausschuß sowie Preßkommission findet in den Arminhallen, Kommandantenfir. 20, für die Mitglieder der OrtsReingewinn beträgt 2 393 953 M. Das letztere Werk beschäftigt wurden als überflüssig von der Wahl abgesetzt. Bemerkenswerth taffe der Schuhmacher eine Versammlung flatt. Tagesordnung: Anträge zur 4754 Arbeiter, an die 3765 940 M. als Arbeitslöhne bezahlt ist, daß man die Vereinigung als reine Kampiesorganisation be- Generalversammlung, Stellungnahme zur Zentraliſation der Dristaffen, wurden. Die Kranken- und Knappschaftskassen erforderten an trachtet und das Unterstützungswesen als Nebensache darstellt. 8% uhr, bei Ehrenbera, Annenstraße 16: Versammlung. Tagesordnung: Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 30. Januar, Abends Beiträgen 57 876, die Invalidenversicherung 32 144, die Unfall: Servorzuheben ist, daß unter den Delegirten eine Einmüthigkeit Solzbildhauer- Abend. Wahl eines Schriftführers für den Zentralvorstand. versicherung 47 933 M.; Staats- und Gemeinde- Abgaben 36 494 fondergleichen herrschte, somit nahmen alle Debatten einen fachschule, Müllerstraße 179a: Unterricht in: Kaufm Rechnen. Korrespondenz. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. NordMark. Die Maschinenbau- Gesellschaft Karlsruhe zahlt 6 pet., lichen Verlauf. Ein Antrag auf Anschluß an die Generalfom- Echule, Markusitraße 31: Unterricht in: Deutsch( unt.). Südostdie Westfälische Drahtindustrie zu Hamm 8 pCt. Dividende im mission der Gewerkschaften Deutschlands wurde angenommen. Gesamtbetrage von 639 984 M.; die 2099 Arbeiter erhielten Am Freitag waren die Arbeiten der Delegirten beendet, 2 145 615 M. an Arbeitslöhnen. Die Westfälische Union, Aktien welche hoffentlich vom besten Erfolge gekrönt sein werden und gesellschaft für Bergbau, Eisen- und Drahtindustrie zahlt nach der Vorsitzende Niesop führte in längerer Rede die Bedeutung Alle Buſchriften, den Bund betreffend, sind zu richten an B. Senter, reichlichen Abschreibungen ihren Aktionären 632 412 M. als„ Ent der Gewerkschaftsbewegung hervor, hielt es auch für nothwendig Bergmannstraße 14, of 2 Tr. Dienstag. Louisenstädtischer Theaterverein behrungslöhne". Die Arbeitslöhne der 2857 Arbeiter betrugen auszufordern, auf anderen Gebieten, auf denen den Arbeitern Be Dresler, Gisenbahnfrage liefe bei 6. Die Geſellſchaft hat, Prämien" eingeführt, deren Gesammt folder überall feine Bethätigung zu zeigen. Die Zelegirten neuer Mitglieder. 2 547 846 M., im Durchschnitt 891 gegen 932 M. im Vorjahr. Erfolge in Aussicht ſtänden, dem Kampie nicht fern zu bleiben, münstermann, bei Wilte, Hochstr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme betrag 119 519 Mart, auf den einzelnen Arbeiter 41 Mart stimmten in ein träftiges Hoch auf die Vereinigung und moderne Damm 103 bei Meter. Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Theater- Gesellschaft 2iberte, Rottbuser ausmachte. Für die Arbeiterversicherung zahlte die Ge Arbeiterbewegung ein und brausend ertönte die Arbeiter- Mar- bei Bent, 8% Uhr.- Schützenverein Freituget, Staligerstr. 34 bei Hente sellschaft 76 223 Mart und für Steuern 63 810 Mart. seillaise, welche von den Vertretern stehend gesungen wurde. Die Berliner Maschinenbau- Aktiengesellschaft vormals Schwarztopff vertheilt an ihre Aktionäre 15 pet. Dividende gleich Die freie Vereinigung der Kutscher und aller im 1 080 000 m. Die 1860 Arbeiter erhielten 1719 141 M. Arbeits: Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter tagte am Töhne, wöchentlicher Durchschnittslohn von 25,28 M., 2,24 M. 21. Januar. Die Kollegen Schulz und Schmidt gaben der Verweniger als im Vorjahre, welche Differenz aus der verkürzten fammlung eine ausführliche Darstellung der Vereinsthätigkeit im Arbeitszeit erklärt wird. Die Unfallversicherung fostete 10 000 verflossenen Jahre. Der Kassenbericht zeigt in Einnahme Die Gutehoffnungshütte, Aktienverein für Bergbau und Hütten- 154,40 M., in Ausgabe 155,04 M. Kollege Rang ersucht die betrieb zu Oberhausen, zahlte den Aktionären 741 450. an Berufsgenossen um recht rege Agitation für den Verein, damit Entbehrungslöhnen von einem Reingewinn von 1823 833. im neuen Jahre der Verein rüstig vorwärts schreite zur EntDie 10 017( Vorjahr 10 209) Arbeiter und Angestellten erhielten wickelung seiner Macht und seines Einflusses. Hierauf wählte 10 688 043 9.( 11 066 128 M.). Kranken- und Pensionskasse er die Versammlung in den Vorstand folgende Kollegen: Rang hielt an Beiträge 75 559, die Knappschaftskasse 123 833, Unfall erster, Reimann zweiter Vorsitzender; A. Schulz erster, W. Schulz versicherung 95 035 und 89 517, Invalidenversicherung 68 886 M. zweiter Kassirer, Schmidt Schriftführer, Wollnach und Kramm Bergwertsteuer 180 148, Ginkommensteuer 76 250, Gewerbesteuer Beisitzer, Böttcher und Stellmacher Revisoren. 2559, Grund- und Gebäudesteuer 9880 und Gemeindesteuer 141 657 M. . Der Verband deutscher Formenftecher, Drucker und Silfearbeiter( Filiale Berlin) beschäftigte sich in seiner Ver: Ein freiwilliges Mitglied der Ortz- Krankenkasse der sammlung am 21. d. M. nach einigen geschäftlichen Angelegen Zimmerer war auf grund des§ 19 Absatz 5 des Kranken- Berheiten mit der Maifeier und nahm hierzu folgende Resolution sicherungsgesezes vom 15. Juni 1883 in der Mitgliederliste gean: Die Versammlung beschließt, daß jeder Kollege, der keine strichen worden. Nach der Bestimmung jenes§ 19, die auch im Unannehmlichkeiten befürchtet, die Pflicht hat, den 1. Mai zu Gesetz vom 10. April 1892 enthalten ist, erlöscht für die sogen. feiern; die anderen aber mindestens des Abends diesem nachfreiwilligen" Mitglieder die Mitgliedschaft dann, wenn die kommen. Zu diesem Zwecke schließen sich dieselben den Feiernden Kaffenbeiträge au zwei aufeinander folgenden Terminen nicht vom graphischen Gewerbe an. Eingehend besprach man sodann gezahlt sind. Der Betreffende hat dann gegen die Orts- Kranken- Vorgänge gelegentlich der Arbeitslosenversammlung am Friedrichskaffe den Klageweg beschritten und behauptet, daß die Mitglied- hain. Zum Schluß wurde zur regen Unterstützung der streikenschaft dadurch wieder begründet sei, daß die Kasse seine rück den Schuhmacher, Linoleumarbeiter und Droschkenkutscher aufständigen Beiträge und sogar noch Vorausbezahlungen für zwei gefordert. fernere Wochen anstandslos angenommen habe. Kläger ist in zwei Instanzen abgewiesen worden. In den Erkenntnissen heißt es ausdrücklich, daß durch eine solche nachträgliche Zahlung der qu. Beiträge und durch Annahme weiterer Beiträge für die Zufunft das Erlöschen der Mitgliedschaft freiwilliger Mitglieder von Krankenkassen nicht beseitigt wird. Derlammlungen. Die Generalversammlung der Vereinigung der Maler, Lackfirer, Anstreicher und verwandten Berufsgenossen Deutschland 3 tagte vom 23. bis 27. d. " " Eine Protestversammlung der Mitglieder von der OrtsKrankenkasse der Töpfer tagte am 22. d. M. Die Versammlung war einberufen, um Stellung zu nehmen gegen das Auftreten des Vorsitzenden Erbe in der betreffenden Kaffe. Thieme unterbreitete der Versammlung folgenden Protest: Unterzeichnete legen Protest ein gegen die Handlungsweise des Vorstandes der Orts- Krankenkasse der Töpfer: 1. Betreffend die Vorstandswahl im Jahre 1892. 2. Betreffend die Hintergehung des Beschlusses der Delegirten bezüglich Einführung der freien Arztwahl. 3. Betreffend die Ausführung des Beschlusses der Delegirten, Versammlung im September 1893. 4. Betreffend die Behauptung des Vorsitzenden Herrn Erbe, " " Musikverein Hoffnung, Geselliger Musikdilettanten Verein Theaterverein Freundschaft, Abends 9 Uhr beim -Theaterverein Freie Kunst, Blumenstraße Nr. 46 Gesangverein Alpenrose Abends 9 Uhr bei Tschentscher, Schönlein. firaße 25. Rauchflub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bet Müller, Georgenfirchstr. 65. Sauermann. Alte Linde, Mariannenstraße 49 1 Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Ung. Alle Menderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, bds. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Freundschaft 1, Olympia, Adalbertitr. 8 bei bei Dewald Berliner, Brunnenſtr. 114. Schildhorn, Usedomstr. 33 bei Mielfe. Allegro, Wrangelfir. 141, bei Schmidt.- Alpenglode, Grüner Weg 29, bei Saeger.Bruderber, Andreasfir. 26 bei mitte Ihn'scher Humor, Straußbergerſtraße 3 bei Birk.- Inverzagt 2, Moabit, Jagonftr. 20 bei Binte. Waldkapelle, Reichenbergerstr. 19 bei Roscher. Arbeiter Maibund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Sängerfette, Rottbuser Damm 74 bet A. Hilfe.- Kreuzberg, Lichterfelderstr. 7-8 bet Winter, bei Gütler. Vorwärt 4, Rathenow, Restaurant Zur Erholung bei W. Friesede. Ginigkeit 2 Weinstraße 11 bei Feind. Gefangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstr. 55 bei Trieſchmann. Vorwärts 8, Marwig, bei Wilhelm Nölte. Silaria, Frankfurterstr. 30 bei Haberecht.- Wiederhall, Köpenickerfiraße 191 bei Boge. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 10 bei Momber.- Gefangverein Rothe Melte 2, bei Rabe, Ruppiner- und Schönholzerstraßen- Ecke.- Schneeglöckchen 1, Rirdorf, Karlsgartenstraße bei Hilpert. Gefangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, Restaurant bei Sahn.- Gesangverein Frohsinn in Stralau, Gräft. Retschach'sche Braueret, Streitler, Grünauerstr. Mohr'sches Doppelquartett, Neue Königstr. 73 - Deutsche Liebertafel, Grüner Weg 29 bet Säger.- Sängergruß, Friedrichshagen, Blant's Restaurant.- Eph eu, Gerichtsstr. 10 bet Gebrandt. Gesangverein Echo 2 9 Uhr Abends Uebungsstunde bei Reimann, Alte SchönGesangverein Gerechtigteit Westen, Bülowstr. 56 bei Werner. Gesang und Theaterverein Acacie"( gemisch. Chor). Beughofsir 8 bet Behlendorf. Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, AdlersStariftraße 11 bet Heinecke. hof, Restaurant Kuhle. Freies Lied 1, Friedrichsberg, FriedrichWacht auf Schwedterstraße 23 bei Nagels. Blumenlese, Sebastianstr. 3, bet Meter. Bernau, im Schüßenhaus.- Freie Gloden, Mariannenstraße 31-32 Behlendorf, Karlstraße bei Regler. bei Doberstein. Genefelder, Landsbergerstr. 31 bei Seehausen.- Echo 3, Männergesangverein„ W a ch' Auf", Bantow, Wollantstr. 115 bei Hermann Sonntag.- Männergesangverein Eichenfrana". Prenzlau, im Kaisergarten.- Männergesangverein, ottbuserar monte", Böthstraße 8 bei Albert Möwes. Weddinger Harmonie, Müllerstr 7.- Gesangverein der Klempner und Berufsgenossen Männerchor Nord- Ost, Landsberger- Allee Siemensfir. 17 bet 2. Viet. bei Ferd. Krause.: Harmonie Rigdorf, Bergstr. 120 bei Bartha( Deutsches Wirthshaus). Hetmathtlänge, Röpenick, Rosenstraße bei Troppenz.Almenrausch, Manteuffelstraße 9 bei Nowack.- Sängerfreiheit hauser str.42. Freiheits, Naunynftr. 86 bei Zubeil.- Arion, Wittenberge, Thurmitr. 28, Sentralhalle. Liebesfreiheit 2, Strausberg, Wilhelmstraße, Weber's Kaffeehaus. Froh Hoffnung( B. W.) Kulmitr. 86 bet Raumann. 3u= funit 1, Stegliz, Ahornsir. im Gambrinus. Edelweiß 1, im Restau rant Kasch, Oranieustr. 190. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gesangverein Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bei Reßner, Annenfiraße 16.- Gefangverein Mujitverein Rottbufer armonie, Bocchstr. 8 bei Albert Möwes. Nord 8-11 Uhr, Briezenerjir. 6, bei Sendte. Musikverein Osiris, Mariannenstr. 31-82 bei Doberstein. Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10 Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10.Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden mit der Bemerkung:" Ja, wissen Se, wenn's d'ruf ankommt, faum unter der Eingangshalle der Station angelangt, als Neus Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenfir. 13-14. da kann ick 24 Stunden uf eenen Proppen stehen." über die Straße herüber kam und sich unter das Menschen- Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, KöpnickerPrivattheaterverein Crescendo. Abends, bet Auf der Place des Nations vor dem Nordbahnhof an gewühl mischte, das mich un gab. Er freuzte, nach mir schielend, traße 158 bei Buchs. Nicolan, Elisabethkirchstr. 14.-Theaterverein Bultania, Abends 9% Uhr, gelangt, begaben sich Peufert und Reuk, nach einem kurzen wiederholt meinen Weg, und kehrte dann in das Wirthshaus zu bei Schütte, Alte Schönhauserfir. 28-24, Sigung mit anschließendem Tanz. Berathungshalt, in das Telegraphenamt der Station. Nachdem Peutert zurück. Gleich darauf fam der Mensch, der Beufert nad) Theaterverein Bultanta 2, Abends 9% Uhr, Ackerstr. 144, Vorstädtisches sie dort eine Depesche aufgegeben, schritten sie an der Bahnhofs- dem Hotel begleitet hatte, und in dem ich nun mit Bestimmtheit Kasino. Theaterverein Freundeskreis", Sigung 9 Uhr, Restaurant Razorfe, Solmsstr. 1. front vorüber und bogen um die Ecke, den Wartefälen zu. Im einen gewissen Leonhardt erkannte, der früher in der Schweiz in tagt mit Damen, Abds. 9 Uhr im Bereinslokal bei Chrisley Friedrich Karlür. 26Theaterverein Morgenroth zu Friedrichsberg gleichen Augenblick sagte ich zu Dornerer: Aufgepaßt! Links den anarchistischen Kreisen eine Rolle gespielt, nun aber& y= Bergnügungsverein Amicitia, 8 Uhr, bei Schönagel, Barninistr. 47. un! Die Kerls stehen an der Ecke oder kommen im nächsten pedient der Freiheit" in Antwerpen war. Gleich Bergnügungsverein Nordw a cht, Abends 9 Uhr, im Lotale bei Hermer Moment zurück, um zu sehen, ob sie nicht verfolgt werden." Geselliger Berein Brüderschaft, Reuß schielte er nach mir. Auch er kannte mich aus schmidt, Perlebergerstraße 28. Abends 9 Uhr, im Restaurant Dittmann, Berlebergerstr. 9.-- BergnügungsMacht nichts," antwortete Dornerer. Er hatte teine Zeit der Schweiz persönlich und hatte erst vor kurzem verein Saturnalia, Abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Sigung.- Vergnügungsmehr, weiteres hinzuzusehen, denn im gleichen Augenblick tamen mich in der Most'schen Freiheit" zu verdächtigen gesucht. Auch verein Fidelio, Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bet Seifert, Geselliger Verein„ Mehr Licht", Abends 9 Uhr, die beiden Leute wirklich zurück, und Peutert grinste uus in er begab sich nach einem Weilchen zu Peutert und Reuß Oranienstraße 21. Große Frankfurterstr. 133 bet Golds. Touristenklub Wander höhnischer Weise an, während Dornerer tief erröthete: er sah ins Wirthshaus. I u ft", Abends 9 Uhr, Franseckisir. und Schönhauser- Allee- Ecke. fich ertappt. Peutert batte mich sofort erkannt. Nur Penfert verließ das letztere nicht; natürlich! Er war Geselliger Arbeiterverein Hoffnung. Bereinslotal bei Gittler, MariannenGeselliger Verein Er hatte gesehen, daß ich nicht allein war, sondern in Be- der Werthvollste" aus dem Kleeblatt und mußte sich die Aus- ftraße 48. Alle 14 Tage Dienstags, Abends 8 Uhr. Regina Sigung mit Damen Oranienftr. 153 bei Schönwalder. Ber gleitung eines Mannes, den er bestimmt schon bei seiner An- rede reserviren, daß er nichts Verdächtiges bemerkt habe". gnügungsverein una. Sigung bef saberecht, Große Frankfurterstraße so, funft am Südbahnhof und zweifellos auch im Ich war vollständig erbaut. Sie wußten nun alle, daß Fidelitas. Männerchor Waldesrausch en im Restaurant HohenHotel bemerkt hatte. Am Südbahnhof hatte Be gnügungsverein Berolina Abends 9 Uhr er ihn fie beobachtet waren, um so mehr, als sie auch die Herren zollern", Seydelstraße. im Restaurant Prog, Annenftr. 9. Geselliger Verein unter uns", mit den Augen durchbohrt", gleich Herrn Möhlig. Peutert Möhlig und Dornerer hatten seben weil an abends 8 Uhr, bei C. Fischer, Beuffelstr. 66, Moabit. ist ein sehr geriebener Bursche; er wußte jetzt, daß er ihnen vorübergehend müssen. Peutert's Absicht war klar: Orientalischer Rauchflub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Rauchflub Dämmerwolte, scharf beobachtet war, daß er Neve auf alle Fälle er reifte nach Lüttich im Bewußtsein, Neve zu Reichenbergerstraße 24, bei Echröder. Böchftr. 51.- Rauchflub Bruderbund, Abends 9 Uhr, bet Stabernac, tompromittiren würde, wenn er sich zu dem Rendez- kompromittiren. Pücklerstr. 49. Rauchflub Zeitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant vous begab. War er ein echter Genoffe" und kein falscher Wenn aber die Polizei zu diesem Behufe so viele Leute zum Beitgeist, Bernauerstr. 72.- Rauchklub Unverzagt bei G. Ruppin, Rauchflub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Bruder", so mußte ihm die Klugheit gebieten, fein Vorhaben für zur Verfügung bezw. Dlitwirtung hatte: Nens, Peutert Blumenstraße 49. Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. Rauchklub Gemüthlich feit 2, den Augenblick aufzugeben und vor allem seine Verfolger zu und( wie sich sogleich ergeben wird) auch Leonhardt, wozu Abends 9 Uhr bei Achsel, Köpenickerstraße 161. Rauchtlub Blaue Luft, versetzen".in aller Welt störte sie meinen Frieden?! Ich finde auf diese Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchklub Abgus, 8 Uhr, Rauchtiub Abguß 1. Abends 8 Uhr bei Nachdem uns Peutert einige Sekunden angegrinst, wandte er Frage nur eine Antwort: Meine Beziehungen zur Polizeibehörde bei Schulze, Weberstr. 10. Nawrod Martusjtraße 23. Rauchklub ,, Grüne Quaste", Abends sich mit Reus, und begab sich nach einem Bierhaus gegenüber waren gelöst; so repräsentirte ich keinen Werth mehr. Wenn sich uhr wünchebergerstr. 29, Restauration Schmeist. Rauchklub Eldo= dem Seiteneingang des Bahnhofes. ein Geschrei auf Verrath gegen Peutert oder Reuß erhob, so rabo Abends 8% Uhr bei Gayer, Ballisadeniraße Nr. 66-67. Herr Möhlig, der inzwischen( im Gespräch mit' Leonhardt, würde der eine dieser Gentlemen" zum andern voll tiefer Ent- tlub Tabats blüthe, Gigung, Abends 9 Uhr, Blumenftr. 19. Rauchder Peufert in's Hotel begleitet hatte???) im Hotel zurück- rüstung jagen:" Hab' ich dir's nicht gefagt, daß der Trautner tub Columbus, Abends 8½ Uhr, bei A. utte, Oppelnerfir. 23. Rauchtlub Gut geftunte Freunde, Georgenkirchstr. 65 bei Müller. geblieben war, fam nun plöglich angerannt. Er theilte da war, der verfluchte Spion. Er hat uns verfolgt, er hat den Rauchtiub Sumatra, Abends 8% Uhr, bei Strause, Gitschinerstr. 98. uns mit, daß er Reuß wiederholt gesprochen armen Neve verrathen! Aber wehe ihm! Weh' und Dynamit!" Stattiub Gintracht Abends 9 Uhr bei Grande, Laufigerstr. 50. Stattlub Rother unge, Sigung alle Dienstage nach dem 15. und habe, und daß ihn derselbe, bevor er mit Peufert das Und der andere hätte gesagt: Ach ja, wahrhaftig! Ach, warum Spielabend alle Dienstage von 9-11 Uhr im Restaurant Boechstr. 7, bei Hotel verließ, davon benachrichtigte, daß Neve Lüttich habe ich dir doch nicht geglaubt! Ach, nun ist's zu spät!.. Herrn Herrath.- Büglerverein Norden". Jeden Dienstag, Abends nicht verlassen könne, sie also selbst nach Lüttich ab. Angesichts dieser Sachlage will Trautner sofort sich zurück- uhr, Sigung, Kastanien- Allee 40, im Restaurant. Charlottenburg. Wahlverein. Die für Dienstag in der Brauerei reisten. Herr Möhlig bat mich, den Fahrplan betr. des gezogen haben; das Interessanteste ereignete sich aber am Gambrinus angezeigte versammlung findet Mittwoch, Abends s uhr, bei nächsten Buges nach Lüttich zu Rathe zu ziehen, und ich war nächsten Tage. Heinrich Krause, Bismarcstr. 74, statt. 5# 12 Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. " Rauchs