Nr. 86. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis brānumerando: Bierteljabrl 8,30 m, monatl. 1,10, möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. numiner mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Sibonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Areuzband jir Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mari pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Lugemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. S Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Solonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gemertschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( auläffig 2 fettgebrudte Morte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Borna- Pegau. Die reaktionäre Presse speit Gift und Galle über den schamlosen Verrat", den in Borna- Pegau der Liberalismus an der gemeinsamen bürgerlichen Sache" berübt habe; der Liberalismus habe diesen Streis der Sozialdemokratie ausgeliefert und was dergleichen schwere Beschuldigungen" noch mehr sind. Will man alle diese Vorwürfe auf ihre Berechtigung hin prüfen, so muß man scharf unterscheiden zwischen den liberalen Parteien als Sonnabend, den 28. März 1914. forrespondenz" des Herrn Fuhrmann ließ, wie von ihr nicht anders zu erwarten war, laut den Sammelruf für Herrn v. Liebert erschallen( Es gilt in diesem gefährdeten sächsischen Wahlkreise die gemeinsame bürgerliche Fahne, die zugleich amtliche Nationalliberale Correspondenz"( Nr. 61 das vaterländische Banner ist, zu entrollen"), auch die partei20. März d. J.) erklärte: " bom „ Die Nationalliberalen werden entsprechend dem schon vor dem ersten Wahlgang gegebenen Versprechen geschlossen für Herrn v. Liebert eintreten. Das gleiche darf auch von der Fortschrittlichen Volkspartei erwartet werden." Diese Erklärung machten sich alle rechtsstehenden national Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Mr. 1984. Der Wutschrei der Reaktion. A Unser Sieg erpreßt der reaktionären Bresse begreifliche Schmerzensrufe, die deutlich zeigen, wie schwer getäuscht die Hoffnungen der Reaktion wurden. Und in der Tat bedeutet Borna Pegau eine doppelte Niederlage. Eine allgemeine Niederlage: weil es sich so deutlich herausgestellt hat, daß der 8ug nach rechts nur eine reaktionäre Legende ist und damit alle Spekulationen auf Herbeiführung von Konflikten ins Wasser gefallen sind. Und eine spezielle Niederlage, denn der Reichsber band, dieses Lieblingskind der Reaktion, hat aufs neue seine Unfruchtbarkeit erwiesen und war troz aller Anstrengungen nicht einmal fationen und den liberalen Wählern von Borna- Was die Fortschrittler betrifft, so war auch von in der Lage, das Mandat seines Führers zu retten. In der letzten Zeit hat Begau. Bir fagten gestern schon an dieser Stelle, daß ihnen keinerlei Wahlparole zugunsten unseres Genossen die Tätigkeit des Reichsverbandes hauptsächlich in der Herstellung und zwischen Haupt- und Stichwahl die ganze Arbeit der Sozial- Ryffel zu erlangen. Sie verschanzten sich hinter allerlei for- in der Anpreisung von Flugblättern bestanden, die wenig oder gar demokratie darauf gerichtet gewesen war, den Kampf in das melle Bedenken. Außer dem Abg. Brodauf, von dem wir nicht verbreitet worden sind. Offenbar hat man damit den Zwed gegnerische Lager selbst hineinzutragen und alle diejenigen gestern bereits sprachen, gab auch der offizielle Führer der verfolgt, den Geldgebern zu zeigen, daß der Reichsverband immers liberalen Wähler in unser Lager hinüberzuziehen, die ihrer fächsischen Fortschrittler, der bekannte Abg. Günther, hin noch etwas leiste. Nachdem er aber in der letzten Zeit MißKlassenlage nach zu uns gehören. Tag für Tag unzweideutig die Losung zugunsten des Reaktionärs aus. Von erfolge auf Mißerfolge gehäuft hat, werden selbst die scharfwurde den zahlreichen Arbeitern, Handwerkern, Unter- den fortschrittlichen Blättern Sachsens schwang sich erst unsationen offiziellen politischen Organi- liberalen Blätter des Reichs zu eigen. beamten und sonstigen kleinen Leuten, die am 17. März, mittelbar vor der Stichwahl ein einziges, das noch macherischsten unter seinen Geldgebern allmählich zu der Ueberdem Tage der Hauptwahl, noch bürgerlich gestimmt dazu in Borna- Pegau höchstwahrscheinlich kaum in einem zeugung gelangen, daß die erzielten Erfolge in einem schreienden hatten einerlei ob konservativ oder liberal flar einzigen Exemplar gelesen werden wird, zu einer schüchternen Mißverhältnis zu den finanziellen Aufwendungen stehen. Wenn gemacht, daß und warum ihr Klasseninteresse gebieterisch Empfehlung des sozialdemokratischen Kandidaten auf. Auch nicht alle Anzeichen trügen, dann wird mit der Niederlage des die Entfernung des Herrn v. Liebert aus dem Reichstag er die rein negative Losung, die im letzten Moment erst in Herrn v. Liebert auch der Reichsverband bald zu den Er fordere. Und diese unsere sozialdemokratische Aufklärungs- der Freifinnigen Zeitung" veröffentlicht wurde, war fachlich scheinungen gehören, die der Vergangenheit zuzurechnen arbeit hat dann in der Tat auch, wie der Ausfall der Stich- ungenügend und kam überdies viel zu spät, um im Wahlkreise sind. wahl zeigt, den Erfolg gehabt, daß über tausend libe- noch allgemein bekannt zu werden. # In der Wut über diese Niederlage finden die konservativen und B Für den Stichwahlausgang in Borna Begau tragen bie Duertreibereien der fortschrittlichen Bartei. Leitung und gewisser freifinniger Preßorgane die ganze Schwere der Verantwortung. Der Freifinn hat sich in dem politischen Stampfe der letzten Jahre immer mehr und mehr der Sozialdemokratie in die Arme geworfen. In nationalen Kreisen ist die Hoffnung längst dahin, daß feine Leitung in absehbarer Zeit aus dieser Fessel wieder loskommen könne. So ist denn die gestern zur Berwirklichung gekommene neue Verbrüderung geeignet, die dringend notwendige Scheidung zwischen nationalen und internationalen Parteien zu beschleunigen. Dieser Freisinn, wie er sich in Borna- Pegau und in seiner augenblicklichen Führung als Weggenosse der Sozialdemokratie gezeigt hat, fann nur noch als schwächliches Anhängsel der Sozialdemokratie betrachtet und behandelt werden. Die nationalliberale Partei hat in Borna- Pegau in durch aus anerkennenswerter Weise ihre Schuldigkeit getan Und die Boft" tobt: Der Freifinn aber mag sich das eine gesagt sein lassen: der Hehler ist schlimmer als der Stebler. Er mag fich nicht wundern, wenn er für alle Zukunft mit der Sozialdemo* fratie in einen Topf geworfen wird. Die Wahl von Borna- Begant ist ein glänzender Beweis für die Anschauung, die wir immer vertreten haben, daß die nationale Zuverlässigkeit des Freisinns mit Macht in die Brüche geht. rale Wähler in unser Lager abschwenkten. Wenn trotzdem ein beträchtlicher Teil der liberalen Der Rest unseres rund 2400 Stimmen betragenden Stichwahl- Wähler, fortgerissen von der überaus intensiven Stichwahl- freitonservativen Blätter kaum genug kräftige Worte gegen die Freigewinnes ist dagegen auf die Heranziehung eigener agitation unserer Partei, das Gebot des Augenblicks begriffen finnigen, denen sie die Hauptschuld an der Niederlage zumeſſen. Reserven zurückzuführen. Hatten doch bei der Hauptwahl und am Donnerstag für unseren Genossen Ryssel stimmte, so Allerdings kann dagegen die Freifinnige Beitung" einwenden, daß von den 29 357 eingetragenen Wählern nur 27 371 ist das hoffentlich für die Leitung zum mindesten der Fort die Fortschrittliche Volkspartei in Borna- Pegau nur schwach orga (= 93,3 Proz.) von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht; es schrittlichen Volkspartei eine ernste Lehre. nisiert sei und sich daher unter den bürgerlichen Wählern Nyffels tvaren also noch rund 2000 Nichtwähler vorhanden Eine ernste Lehre in dem Sinne, daß sie im eigenen auch viele Nationalliberale befinden müßten. Aber die konservative gewesen und mindestens, allermindestens die Interesse gut daran tut, sich nicht allzu tief und intim Tattil geht jest dahin, die Nationalliberalen unter allen Umständen Hälfte dieser Nichtwähler hat ohne jeden Zweifel der in das Verhältnis mit den Nationalliberalen einzulassen. von den Fortschrittlern zu trennen und daher richten sie ihre Angriffe Sozialdemokratie gehört und ist von uns zur Stich Wie sehr dies Verhältnis nach rechts hin die Fortschrittler fast ausschließlich gegen den Freifinn. So schreibt die„ Deutsche wahl auch mobil gemacht worden. heute schon bindet, zeigt die Tatsache, daß ihre sächsische Es läßt sich zahlenmäßig an der Hand der Wählerlisten Parteileitung durch dies Kartell mit den Nationalliberalen Tageszeitung": nachweisen, daß von den Richtwählern des ersten Wahlganges direkt und formell daran gehindert war, eine der Situation ein sehr großer Teil auf die Arbeiterschaft ent entsprechende Stichwahllosung auszugeben. Borna- Pegau fällt. So sind von den 172 Nichtwählern des Städtchens zeigt, daß es immerhin in Sachsen uoch fortschrittliche Wähler Borna, von den 120 Nichtwählern von Rochlik, den 99 Nicht- gibt, die gerade im Intereffe des Liberalismus wählern von Benig, den 82 Nichtwählern von Pegau, den diesen Rechtsabmarsch nicht mitmachen. Will also die Fort81 Nichtwählern von Bad Lausic, den 69 Nichtwählern von schrittliche Voltspartei nicht jeden Rest von politischem Kredit Colditz, den 68 Nichtwählern von Zeithain, den fast ebenso bei ihren eigenen Anhängern verlieren, so wird sie gut daran vielen Nichtwählern von Groitsch, Frohburg usw. zweifel- tun, sehr viel entschiedener als bisher die Front gegen rechts los die weitaus meisten solche, die nur als sozial- zu nehmen und sich von einer Bundesbrüderschaft zu befreien, demokratische Wähler in Betracht kommen. Von diesen die sie nur aufs ärgste fompromittieren kann. Leuten, von denen am Tage der Hauptwahl sehr viele aus- Die Nationalliberalen aber überlasse man ihrem wärts arbeiteten( eine ganze Anzahl war auf Montage fort- Schicksal! Einer ,, liberalen" Partei, die es fertig bringt, sich geschickt, weit ins Reich hinein, teilweise sogar bis München), mit Feuereifer für einen pechschwarzen Reaktionär vom Staliber von ihnen sind für die Stichwahl ganz gewiß die meisten noch des Herrn v. Liebert ins Zeug zu legen: einer solchen ,, libefür uns an die Urne gebracht worden. ralen" Partei ist nicht mehr zu raten und zu helfen! Hat Daneben aber, das sei gern zugegeben, haben auch fich Herr v. Liebert in allen seinen Wahlreden doch aufs reichlich tausend liberale Wähler fortschrittliche schärffte gegen jeden wie immer gearteten Liberalismus geund nationalliberale aus dem Proletariat und den Mittel- wendet, hat er doch sowohl in allen Fragen der inneren wie schichten zwischen Haupt- und Stichwahl ihren Weg in allen Fragen der äußeren Politik ein Programm entin das Lager der Sozialdemokratie gefunden, und wenn es wickelt, das auch den sanftesten liberalen Grundfäßen uns auch schon bei bloßer Stimmenthaltung dieser Wähler brutal ins Gesicht schlägt! Und für den Mann legte sich die wahrscheinlich gelungen wäre, den Sieg an unsere Fahne zu nationalliberale Presse und der ganze nationalliberale Parteifesseln, so muß doch gesagt werden, daß wir die Größe apparat in der letzten Woche mit wahrem Feuereifer ins unferes Sieges diesem Abmarsch proletarischer Eristenzen vom Beug! Man weiß nicht, was man dabei mehr bewundern ab, liberalen Lager in unser Lager verdanken. soll: die politische Kurzsichtigkeit eines solchen Verhaltens ab, Aber und das ist der springende Punkt: dieser oder die hier sich offenbarende politische Würdelosigkeit! Denn Abmarsch ist ganz und gar nicht dem Eingreifen der fann es einen schlimmeren Grad politischer Kurzsichtigkeit liberalen Parteileitungen und Parteiorga- geben, als das fast perverse Bestreben der nationalliberalen nisationen zu verdanken! Ganz im Gegenteil! Parteileitung, durch ihr Eintreten für Liebert die Mehrheits. Wir wiesen gestern bereits darauf hin, wie sehr diese verhältnisse im Reichstag in einem Sinne zu beeinflussen, der Instanzen in den kritischen Tagen versagt haben! Vor uns zu einer Ausschaltung gerade der nationalliegen eine ganze Menge parteiverantwortlicher und partei- liberalen Fraktion führen müßte? Heute ist weder offiziöser Kundgebungen aus dem nationalliberaler Lager, die eine klerikal- konservative noch eine sozialdemokratisch- fortschrittoffen und rückhaltlos zur Unterstützung Lieberts aufforderten. liche Mehrheitsbildung im Reichstage möglich. In jedem Falle Die Kundgebung des ausgefallenen nationalliberalen Stan- bildet die nationalliberale Fraktion das Bünglein an der Wage. didaten, des Herrn Nitschfe- Leipzig, felbst erwähnten wir Und diese( leider!) ausschlaggebende Stellung der nationalgestern bereits; die parteiamtliche Sächs. Nationallib. Stor- liberalen Fraktion im Reichstage war nach den Wahlergebrespondeng" erklärte, für die Nationalliberalen des Wahlkreises nissen von Offenburg, Köln- Land und Jerichow- nach Lieberts dürfe es„ kein Schwanken geben" in ihrem Eintreten für Wiederwahl aufs äußerste gefährdet. Und dann die politische die Berantwortung für den Sieg der Sozialdemokratie vom Liebert; der Vorstand des Nationalliberalen Landesvereins Würde! Der ganze Reichsverbandstroß hatte vor der Hauptfür das Königreich Sachsen, gezeichnet: Universitätsprofeffor wahl die nationalliberale Partei im allgemeinen und ihren Liberalismus abzuwälzen und den Erfolg dem„ Terrorismus“ der Dr. E. Brandenberg Leipzig, erster Borsigender, er Kandidaten Nitschke im besonderen in der denkbar unflätigsten Sozialdemokraten zuzuschreiben. Die fächsischen Nationalliberalen flärte gleichfalls in einer feierlichen Stundgebung, daß das Weise bekämpft und beschimpft! Und zwei Tage später rissen haben nämlich mit den Fortschrittlern ein Wahlfartell abgeschlossen Bürgertum unter allen Umständen die Pflicht habe, die sich die nationalliberalen Herrschaften förmlich darum, wer von und beben schon jest vor Angst, daß die Konservativen ihnen den Wahl des Sozialdemokraten zu verhindern. Wir fordern ihnen als erster Lieberts Generalstiefel küssen durfte! Zusammenschluß mit den fortschrittlichen Verrätern" bortverfent deshalb alle Wähler des 14. Reichstagswahlkreises, die der Doch was reden wir im Zusammenhange mit den werden. Das Berliner nationalliberale Drgan rühmt fich desnationalliberalen Partei angehören oder nahestehen, dringend nationalliberalen Parteiführern erst noch von politischer halb auch noch des geschlossenen Eintretens der nationalliberalen dazu auf, am Stichwahltage ihre Stimme Erzellenz v. Liebert Klugheit und von politischer Würde! Das sind Dinge, die Bartei für den Liebert! zu geben." nichts miteinander zu fun haben! Und so ist es denn In das gleiche Horn stießen die nationalliberalen auch faum zu erwarten, daß die offene Rebellion eines Teiles Mit Vergnügen fönnen wir diese Schmerzensschreie der Reaktion Organisationen des Wahlkreises selbst, wie auch ohne jede ihrer Wähler, die sich am Stichwahltage in Borna- Begau berzeichnen. Die Fortschrittler mögen aber daraus ersehen, Ausnahme alle nationalliberalen 8eitungen zeigte, die nationalliberale Partei zur Vernunft und zur daß ihre Salbheiten und Hengstlichkeiten wirklich keinen Sinn haben. Sachsens. Würde zurückbringen wird! Wie gesagt: man überlasse sie Den Konservativen gegenüber fann es nur eine Lattik geben: den Ebenso verhielt sich die nationalliberale Partei des ihrem Schicksal! Daumen aufs Auge und die Knie auf die Brust. Wollen die Fortschrittler Reiches. Nicht nur die Altnationalliberale Reichssich politischen Respekt verschaffen, dann müffen sie ihre Bagbeit 4 die folgendermaßen nach Vergeltung schreien: Den Vogel schießen wohl die Berliner Neuesten Nachrichten" die folgendermaßen nach Vergeltung schreien: Die Freifinnigen mögen für diese schmähliche Tat des Bere räterlohnes von der Sozialdemokratie sicher sein. Aber auch in anderer Hinsicht werden sie kaum in Unsicherheit bleiben: wir meinen, daß die rechtsstehenden Parteien nunmehr die einfache Pflicht haben, bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein Exemplum zu statuieren und die freisinnigen Man= date, die einer Ersagpflicht unterliegen, sich selbst und den roten Alliierten zu überlassen. Ebenso aber scheint uns für die Nationalliberalen höchste Beit zu der Er= wägung, ob sie sich nicht unwiderruflichen Schaden zufügen und ihr politisches Renommee nicht auf die Dauer untergraben, wenn fie weiter Seite an Seite marschieren mit einer Partei, die für nationales Ehrgefühl und politische Würde jedes Gefühl berloren hat! Dagegen sucht die nationalliberale Breffe, insbesondere Sachsens # raffen und ihre Wähler zu wirklichem politischen Kampf erziehen. Dann werden sie sich freilich auch sagen müssen, daß sie gar keinen Grund haben, so stolz zu tun, weil ein paar Hundert ihrer Wähler — durch unsere und nicht durch ihre Agitation aufgeklärt— nicht dem schlimmsten aller Reaktionäre ihre Stimme gegeben hahen, sondern sie werden sich sagen müssen, daß die wichtigste Erziehung!-- arbeit für sie erst noch zu leisten ist. Die Krise in England. Neue Drohungen der Offiziere. Belfast, 27. März.(P r i v a t tele g r a m m des „Vorwärts".) Die Gefahr der Militärherrschast mag in England für den Augenblick überwunden sein und die Liberalen sind mit einer trefflichen Wahlparole versorgt, aber das Gift, das die Konservativen der Armee eingeimpft haben, frißt weiter. Wie„Jrish iimco", das führende Blatt der irischen Uniomsteu heute mitteilt, unterhalten die O f f i z i e r e im Ca r ra gh nach wie vor die engsten Verbindungen mit ihren Kaineraden in anderen militärische» Zentren, wie Aldershot, Tidworth ünd London. Sie betonen, daß ihre Handlungsweise, sollten sie wieder vor dieselbe Alternative gestellt werdeist weit e r n st e r sein werde wie jetzt. Die Desavouierung deS bekannten Dokuments scheint überhaupt wenig Eindruck auf sie gemacht zu haben, wie aus Briefen hervorgeht, die von den Offizieren äst, das genannte Blatt gerichtet wordeir sind und in denen der Armee unver- bliimt das Recht zugesprochen wird, zwischen den politischen Parteien den Schiedsrichter zu spielen. � Die ihnen von den Mimstern gegebenen Erklärungen scheinen bei diesen Herren ihre Wirkung-z» det fehlen, und die Regierung wird diesen uniformierten Politikern schärfer zu Leibe gehen müssen, wenn sie die Rechte deS Volkes ernstlich wahren will. die Demission öer /lrmeeleitung. London, 27. März. Unterhaus. Premienninister A s q ü i t h gab heute die Erklärung ab, daß Feldmarschall French und Generalleicknant Ewarst gestern abend ihren Abschied eingereicht hätten. Die Regierung habe sie ersucht, zu bleiben, und erwarte nunmehr ihre endgültige Antwort.. Verhöhnung öer hanölungs- Schilfen. Auf der.Tagesordnung der letzten ReichStagSsitzung vor Ostern stand die zweite Lesung de» Gesetzes zur Aenderung übet das Wettbewerbverbot int Handelsgewerbe. Seit Monaten bereits liegen in dieser Sache die Beschlüsse der Reichstags- kommission vor. Seit Monaten bereits warten die HandlnngS- gehilfen, daß der Reichstag das Gesetz fertig mache und die schweren Mißstände bejeilige, die die Folgen der Wettbewerverbote sind. Das Wettbewerbverbot ist eine Vereinbarung zwischen dem Ge- ichäfisvorfteher und dem Handlungsgehilfen, die dem Gehilfen der- bietet, nach seinem Austritt aus der gegenwärtigen Stelle in gewisse Geschäfte einzutreten. Jeder Geschäftsinhaber betrachtet eS als fein selbstverständltcheS Recht, alles, was sein Betrieb den An- gestellten verdankt, auch nach dem Austritt der Angestellten aus dem Geschäft. auszunutzen.. Das Wettbewerbverbot untersagt es dagegen dem Angestellten, daS, was er aus. seiner bisherigen Tätigkeit gelerut hat, in solchen Stellen zu verwerten, wo er davon den größten Nutzen haben würde, nämlich in einem Geschäfte von der gleichen Art wie. daS Geschäft, in dem er bisher tätig war. So entreißt tuS Wettbewerbverbot dem Angestellten das Recht, das dem Geschäftsinhaber zusteht— und das, obgleich der Angestellte ohnedies in schwieriger Lage gegenüber dem wirtschaftlich stärkeren Geschäftsinhaber ist. Anstatt also, daß die Gesetzgebung dem wirtschastlich Schwächeren hilft, drückt sie ihn durch das Wettbewerbverbot in eine um, so schlimmere Abhängigkeit. Das Wettbewerbverbot ist eine Vergewaltigung der Arbeiter und An- gestellten, die im Zettalter der Arbeiterschutzgesetzgebung unerträglich ist. Deshalb haben auch die Handlungsgehilfe» schon lange ge« sordert, daß die Wettbewerbverbote für unzulässig erklärt werden. Der Entwurf, den die Regierungen in dieser Angelegenheit vor »t e h r a l S zwei Jahren dem Reichstage zugestellt haben, erfüllt die Forderungen der Handlungsgehilfen nicht, sondern begnügt sich im wesentlichen damit, die.unberechtigten" Wettbewerbverbote dadurch zu verhindern, daß die Geschäftsinhaber verpflichtet werden. den Handlungsgehilfen für die Einhaltung des Wettbewerbverbots zu eittschädigen. Ja. der' Entwurf enthält. sogar eine schliuuue Verschlechterung des geltenden Rechts. Sie bezieht sich auf die Folge», die das Zuwiderhandeln gegen ein Wetlbewerbverbot haben kann. Ei» Gehilfe hat ein Wettbewerbverbot vereinbart mit der Bestimmung, daß er beim Zuwiderhandeln eine Geldstrafe von etwa 300 Mark bezahlen muß. Tritt er trotzdem in eine verbotene Stelle, dann kann der Geschäftsinhaber nach dein geltenden Recht nur die 300 Mark ver« langen. Der Entwurf gibt ihm aber das Recht, statt dessen auf Erfüllung zu klagen, das heißt, ihn durch eine immer höhere Geld- strafe oder durch Haft bis zu zwei Jahren zum Austritt auS der verbotenen Stelle zu zwingen, auch wenn der Gehilfe dadurch in-Z schlimmste Elend, vielleicht auf die Bahn des Verbrechens getrieben wird. Die Aufgabe der ReichStagSkoinmission hätte es daher sei» nillssen, den Regicruiigseutwurf entsprechend den Forderungen der Handlungsgehilfen zu verbessern. Dafür traten jedoch nur die Sozialdemokraten, ein.. Den bürgerlichen Parteien kam eS darauf an, durch die Drohung, die Regierungen wollen lieber das Gesetz scheitern lassen, als die Forderungen der Handlungsgehilfen erfüllen, die Handlmigsgehilfenverbände von ihren bisherigen Forderungen abzubringen. Leider hatten die bürgerlichen Parteien mit diesen Bemühungen Erfolg. Stach wiederholten Verhandlungen erklärten sich die größeren bürgerlichen Verbände damit einverstanden, daß k. daS" Wettbewerbverbot bei, den Handlungsgehilsen zu« lässig sein soll, die«in Jahresgehalt von mehr als 1300 M. haben, 2. die Entschädigung für die Einhaltung des Wettbewerb- Verbots auf V» des zuletzt bezogenen Gehalts beschränkt werde. 8. daß aber die Verschlechterungen durch die Haftstrafe bis zu S Jahren bei Zuwiderhandeln gegen das Wettbewerbverbot be- seitigt werbt. Rur der frei gewerkschaftliche Zentralverband der HandlungS- gehilfen und.»Gehilfinnen.{Sitz Berlin) blieb fest. Den Regierungen genügte jedoch der Umsall der bürgerlichen Verbände noch nicht. Dagegen mußten die bürgerlichen Parteien zugeben, daß die Verbände den Regierungen schon zu weit entgegen- gekommen-sind.'' Die Sozialdemokraten hatten alles getan, um ein geschlossenes Vorgehen aller Parteien zu ermögljchen und dadurch die Zustimmung der Regierungen um so schneller zu erringen. Jedoch wollten sie abgesehen von einigen weiteren Forderungen— unter allen Um- ständen bei den Angestellten mit einem JahreSgehalt bis zu 2000 M. das Weltbewerbverbol ausschließen. Darauf gingen die bürger- lichen Parteien zwar nicht ein, jedoch setzten sie die GehaltSgrenze nicht auf 1600 M. fest sondern auf 1800 M. Den beiden anderen Forderungen der Handlungsgehilfen stimmten denn auch die bürger« lichen Parteien zu, obgleich daS Zentrum von Anfang an die GehaltSgrenze von 150(1 M. und die Verschlechterung deS geltenden Gesetzes gefordert halte. Die Regierungen lassen sich aber auch durch die Beschlüsse der Kommission nicht von ihrem Widerspruch gegen die Forderungen der Handlungsgehilten abbringen. Der Staatssekretär des Reiwsjustiz- amts erklärte gestern im Reichstage, daß die Regtetungen nur die erste Forderung annehmen, nur die Entschädigung auf die Hälfte des Ge- halt» festsetzen wollen, die beiden anderen Forderungen aber ab- lehnen. Wenn das Gesetz zustande kommen soll, muß der Reichstag die GehaltSgrenze auf 1S00 herabsetzen und die Verschlechterung mit der Haftstrafe annehmen— ganz so, wie eS das Zentrum uriprüng- lich verlangt hat. Diese Erklärung entspricht der bisherigen Haltung der Regie- rungen. Sie ist nichts Neues für die Parteien, da ja die Mehrheil in der Kommission gerade mit Rücksicht aus denWtder- stand der Regierungen Schalt für Schritt auf daS Ziel der Regierungen zurückgewichen ist; sie ist auch nichts NeueS für die HandlungSgehilfenverbände, die sich nur tutter dem Drucke der Drohung mit dem Widerstand der Regierungen zu jene».allerletzten" drei Zugeständnissen breitschlagen ließen. Trotzdem stellten gestern die bürgerlichen Parteien die Er- klarung der Regierungen als etwas ganz NeueS hin und beantragten die Vertagung, der Beratung bis nach Ostern, damit sie von neuem mit den HandlungSgehilfenverbänden vsthandeln können. Die Herren Triinborn vom Zentrum, Basse rmann von den National- liberalen, We Inhausen und Waldstein von der Fortschritt- lichen Volkspartei quälten sich damit ab, den Antrag zu begründen. Unsere Genossen Haase, Giebel, Hoch, Dr. Q u a r ck zeigten, daß die Gründe nicht zutreffen. Sie stellten fest, daß die Vertagung nur den Sozialdemokrateu die Antwort auf die Rede des Staatssekretärs unmöglich mache. Und doch sei es notwendig, sofort von der Tribüne des Reichstages nadbzuwetsen, daß der Widerspruch der Regierungen ganz unberechtigt ist und auf die Dauer nicht aufrecht- erhalten werden kann. Wenn eS die bürgerlichen Parteien ernst meinen damit, den berechtigten Forderungen der HandlungS- gehilfen Rechnung zu tragen, dann hätten sie, wie die Sozial- demokraten es forderten, den Regierungen erklären müsien, daß die Beschlüsse' der Kommission das geringste sind, was den HandlungS- gehilfen bei dieser Gelegenheit gewährt werden muß. Das wollen die Herren aber nicht. Sie sind offenbar schon jetzt entschlossen, wiederum die Handlungsgehilfen beiseite zu schieben. Nur möchten sie die Verantwortung dafür von sich ab auf die H'attdlüngSgShilfenverbättde wälzen. Zu diesem edlen Zweck nahmen sie die Vertagung an und wollen während der Osterferien mit den HandlungSgehilfenverbänden verhandeln. Eine schlimmer« Ver- höhnung der Handlungsgehilfen ist kaum denkbar. -i-« * Dann wurden zwei Petitionen erledigt, bis das Zentrum die Beschlutzfähigkeit des HauseS bezweifelte. Da nur noch wenige Abgeordnete anwesend waren, mußte die Sitzung abgebrochen werden. Die nächst« findet am 28. April statt. Auf der TageZ- Ordnung stehen Petitionen.• politische Ueberjicht. Eine konservativ-klerikale Machtprobe. Unterstützt' von ihren Freunden aus dem Zentrumslager haben die Konservativen deS Abgeordnetenhauses am Freitag der Regierung zu verstehen gegeben, wer in Preußen regiert. Das Dreiklassenwahlsystem liefert die Herrschaft in dem größten deutschen Bundesstaat einer zwar kleinen, aber cittflaßretchett Clique aus, und der Neid muß es dieser Gesellschaft lassen, sie kennt keinerlei Rücksichten, wenn eS sich um die Ausnutzung ihrer Macht, zu ihrem eigenen und ihrer Klassengenossen Borteil handelt. Und um einen solchen Borteil handelt es sich trotz aller gegenteiligen Beteuerungen bei der Frage der Anstellung von finanztechnisch vorgebildeten Steuerkommissaren in Hauptamt, die den Landräten das VeranIaguttgSgeschäst abnehmen sollen. Mit dem ihnen eigenen feinen Instinkt spüren die Junker, daß mit dem Augenblick, wo die Landräte nicht mehr die geborenen Vorsitzenden der VeranlagungSkommissionen sind, ihnen nicht nur finanzielle Mehrlasten in Form von gerechter Heranziehung zur Steuer erwachsen, sonder» daß dann auch ihr politischer Einfluß verringert wird. Dieser Gefahr vorzubeugen, ist ihr eifriges Le- streben, und so strichen sie denn der Regierung sechs von den ver- langten Stellen, wobei ihnen da» Zeittrum hilfreiche Hand leistete. Die der Abstimmmig vorangehende. Debatte war von hoher politischer Bedeutung. Nicht etwa wegen der ebenso langen wie mhaltslosen Rede deS Konservativen von der Osten, der mangels sachlicher Argumente im Stil des ReichSverbandocedner gegen die Sozialdemokratie tobte und seiner Wut über die Nieder- läge seiner Freunde in Borna-Pegau durch immer heftigere An» griffe auf die Sozialdemokratie Ausdruck verlieh. Es fehlte nicht viel, und er hätte allen Ernstes die Regierung sozialdemokratischer Umtriebe bezichtigt. Mit einer Schärfe, die er bisher in der Verteidigung der An- schauungen der Regierung hat vermissen lassen, wandte sich der Finattzministcr gegen den konservativen Redner, gegen dessen Aeuße- rungen er den eiitschiedensteu Protest einlegte. Herr Lentze wußte. daß er um eine verlorene Sache kämpfte, und so legte er denn den Konservativen die gleiche erfreuliche Rücksichtslosigkeit au den Tag. deren diese sich der Regierung gegenüber bedient hatten. Daß er den zweiten Teil seiner Ausführungen dem sozialdemokratischen Redner widmete und gegen dessen Darlegungen polemisierte, tat er wohl weniger, weil eS sachlich geboten war, als aus taktischen Gründen,.um die Konservativen wieder einigermaßen zu ver- söhnen. Wie in allen Reden de» Finanzministers gegen die Sozialdemokraiie spielte auch in dieser der Hinweis auf die hohen Gewerkschastsbeiträge die Hauptrolle. Es ist ein beltebtes Argu- ment des Herrn Lentze, das seine Wirkung auf das Drsit'lassen- Parlament niemals verfehlt, die Forderung nach Steuererleichte. rungen mit dem Bemerken abzutun, daß die Arbeiter so hohe Gewerkschastsbeiträge zahlen, daß sie eigentlich noch viel höher be- steuert werden müßten. Natürlich machte die Mehrheit es durch einen Schlußantrag unseren Vertretern wieder unmöglich, dem Minister zu antworten. Mit der Annahme einiger Anträge, darunter der der Budget- kommission betr. die Einschätzung landwirtschaftlicher Güter nach dem Ertragswert war der Etat der direkten Steuern erledigt. Das HauS beriet dann noch den Etat der indirekten Steuern und erklärte eine Reih« von Wahlen, u. a. die von Rasenow und Runze für gültig. Hierauf begaben sich die. so geplagten „Volksvertreter" in die Osterferien, die bis zum 2t. April dauern sollen. Eine Kasernentragödie. Iii der vorigen Woche' erhielten die in Brandenburg wohnenden Eltern eines Handlungsgehilfen, der bei der 12. Kompagnie des 33. Jnfanterie-RegimcntS in Gumbinnen diente, die Nachricht vom Tode ihres SohneS. Der 22 jährige junge Mann hat feinem Leben durch Erschießen mit seinem Dienstgewehr ein Ende gemacht, weil er das Martyrium seines Dienstes nicht länger auszuhalten vermochte. In einem kurz vor seinem Tode geschriebenen Briefe an seine Eltern hieß es: Liebe Eltern I Wenn Ihr diese Zeilen lesen werdet, so. werde ich wahr- ' scheinlich nickt � mehr unier den Lebenden weilen. Ich will nämlich die längst gehegte Absicht, aus dem Leben zu scheiden, ausführen, denn ich kann die unmenschliche Behandlung, die einem Soldaten zuleil wird, nicht mehr länger ertragen. Alle möglich und unmöglichen Schimpfworte muß man sich gefallen lassen. Täglich muß ich hören, daß ich ein krummer, hungriger Hund bin. der beim Kommiß gerade und sich mit ordentlich satt fressen will, weil er im Zivil nichts zu fressen bekommen hat. Ferner werden mir beim Kompagnie- exerzieren von den Stammannschaften Beine gestellt, und wenn man sich beim Feldwebel darüber beschwert, wird man nur aus« geschimpft und obendrein wird man während der freien Zeit, während der man die Lumpen reinmachcn kann, vom Ge- freiien vom Dienst zu allen Arbeiten, wie Hoffegen usw., herangezogen. Auch mit dem Stubenältesten hat man so seinen Aerger. Er. läßt sich von uns die Stiefel putzen und- al» Dan! dafür reißt er die Betten herunter und die Stiefel steckt er in den P a t.s ch e i m er. Wenn wir mal einen Ausntarsch von 30 Kilometern hinter un» haben, dann bin ich so schlapp, daß ich mich kaum auf den Beinen hallen kann. Wie soll ich dann die Strapazen im Sommer aus- halten, wenn ich jetzt schon bei leichtem Gepäck beinahe auf dem Wege liegen Bleibe? Da ich mich eben nicht länger quälen will, mache ich jetzt Kurzschluß mit diesem Sklave»leben. Große Schwterigkeiieii macht mir der Parademarsch, da ich dazu viel zu steif bin. Heute beim Einzelmarsch mit Gewehr mußte ich hinter den anderen ohne Gewehr hermarschieren, und zwar mir Hände vor- und seitwärts strecken und Kopfroll.en wie ein Clown oder wie ein Wahnsinniger. Ich könnte noch viel mehr von meinen Leiden erzählen, aber ich will mit meiner Jammerepistel schließen Nun bitte ick Euch liebe Eltern und Brüder, vielmals um Verzeihung, daß ich Euch diesen Kummer bereiten muß, doch ich kann nicht anders handeln. wenn ich mich nicht noch zwei Jahr« und vielleicht später als Invalide herumquälen will. Lebt also wohl. Euer Euch liebender Sohn und Bruder Hans. Dieser Brief stammte vom 10. März, wurde aber nebst einer Nachschrift erst am 15. März abgeschickt. Am 16. März führte der Schreiber seinen verzweifelten Entschluß aus. Mit einem d e u t s ch e n G r u ß bat er die Verwaltung des D e u t s ch n a t i o n a l e n H a n d I u n g S g e y i l f e n- V e r» b a u d e S, sein Spartassenguthaben seinen Eltern zu über- weisen. Und mm könne.« die Lobredner unseres herrlichen Militär- systems wieder in die Welt hinauslügen, die sozial- demokratische Presse wäre schuld an dem wachsenden Unwillen gegen dieses System, sie verekele den jungen Leuten die Freude am Soldatenleben l Eine Kraftprobe dös Militarismus. Den Antrag, das Militärstrafgesetzbuch dahin abzuändern, daß die an Kontrollversammlungen Teilnehmenden Nur für die Dauer der Kontrollversammlung alö zum aktiven Heere gehörig gerechnet und unter die entsprechenden Bestimmungen deS MilitärrechtS gestellt werden, hat der Kriegsminister in der Kommission zu wiederhalten Malen abgelehnt, und er hat mit aller Feierlichkeit ver- sichert, daß die Novelle zum Militärstrafgesetzbuch für die Re- gierung unannehmbar sei, wenn diese Reform, die in der Kommission«ine Mehrheit gefunden hat, im Plenum aufrecht- erhalten werde. Herr von Falkenhayn führte unter anderem aus, daß die heutige Praxis, die die Teilnehmer an der Kontrolloersammlung für den ganzen Tag als im aktiven Dienste befindlich ansieht, nicht etwa erst, wie vielfach behauptet werde, nachträglich durch die Judikatur des Reichsgerichts eingeführt worden sei; die Mili» tärbeljörde habe sie vielmehr schon bald nach dem Deutsch-Fran» zösischen Kriege als unentbehrlich erkannt. DaS mag richtig sein. Es ändert aber nichts an der Tatsache, daß die herrschende Auf- sassung einer eigentlichen gesetzlichen Grundlage«nt- b e h r t, und daß hervorragende Autoritäten auf dem Gebiete der Militärjustiz sie für falsch halten. Rissom sotvobl wie Dietz und andere bekannte Kommentatoren deS Militärrechts erklären die oberjtgerichtlicheu Entscheidungen, die den gegenwärtigen Zustand decken, für abwegig, da eS ihrer Ueberzeugung nach, sowohl nach dem Wehrgesetz wie nach dem Kontrollgesetz von 1875 und nach der geschichtlichen Entwickeluug, am nächsten liege, Kontrollversamm» lungen zum Dien st im Beurlaubtenverhältnis zu rechnen. In diesem Fall würden die Teilnehmer dem Z 113 des Militärstrafgesetzbuchcs unterstehen, nach dem eine Person des Beurlaubtcnstandes de» militärgesetzlichen Strafen verfällt, wenn sie sich gegen die Pflichten der militärischen Unterordnung im dienstlichen Verkehr mit dem Borgesetzten oder in der Militär- uniform vergeht, oder wenn sie sich des Ungehorsams oder der Widersetzuag gegen einen rechtmäßigen Befehl in dienstlichen An» gelegenheiten schuldig macht. ES gälte für sie mit anderen Worten daS Militärstrafrecht nur während der Dauer der Kon- trollversammlung. Was c» bedeutet, die Kontrollierten den ganzen Tag über alS im atttven Dienste befindlich zu betrachten, daS hat der Fall der Erfurter Reservisten im vergangenen Sommer gezeigt. Ihr« Rauferei wurde militärgerichtlich bestrast, und da sie sich in der Trunkenheit auch an Gendarmen vergriffen hatten, mußte ihnen der Prozeß wegen eines tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte gemacht werden, denn die Gendarmen, wenigstens die preußischen, stehen für den gemeinen Soldaten im Rang eines Unteroffiziers. Aver die herrschende Meinung führt noch zu ganz anderen Konsequenzen. Für die Teilnehmer an der Kontrollversammlung gelten den ganzen Tag über die militärischen Rangordnungen, und eine wörtliche oder tätliche Beleidiguitg, die einer von i7>nen einem ihm militärisch Vorgesetzten zufügt, kann die strengen Strafen nach sich ziehen, die den Soldaten während seiner Dienstzeit m einem solchen Falle erwarten. Das weiteren ist jedem aktiven Soldaten die politische Be- tätigung untersagt und insbesottdere wird jede Berührung mit der Sozialdemokratie aufs schärffte geahndet. Logischerweise müßte die Militärbehörde eigentlich verlangen, daß die Teilnehmer an Äoittrollversammlungen für den betreffenden Tag aus ihren et- watgeu politischen Organisationen austräten. Soweit geht man ja nun nicht, und man ist überhaupt geneigt, scweit Wahlen ustv. in Frage kommen, eine gewisse Nachsicht walten zu lassen, aber es liegt auf der Hand, daß Hter allen möglichen Schikanen Tür und Tor stets geöffnet bleiben und' daß'die Reservisten zum«w- beften Bedenken tragen müssen, an den kritischen Tagen von ihren Staatöbürgerrechten einen uneingeschräntten Hebrauch zu machen. Was aber weiss der Kriegsnunister zur Verteidigung des un, geheuerlichen ZustandeS vorzubringen? Tie Disziplin und immer wieder die Disziplin.— Ja, zum Teufel, wie kann denn die Tis- ziplin gefährdet werden durch das, was Leute, die im bürgerlichen Leben stehen, tun, wenn die Zeremonie der militärischen Kontrolle vorüber ist? Man dürfe, wendet Herr von Falkenhahn ein, nicht den Friedenszustand als Maßstab nehmen, sondern müsse bei der Handhabung der Disziplin immer kriegerische Verhältnisse im Auge haben. Dann aber' wäre es am Ende doch viel richtiger, wenn alle waffenfähigen Bürger, einschliesslich des Landsturins, überhaupt dem bürgerlichen Rechte entzogen und dem Militärrecht unterworfen würden. In Wirklichkeit handelt es sich auch hier nur um eine Kraft- probe des Militarismus, der von seinen Rechten und Privilegien n?cht das geringste aufgeben will. Er droht, die ganze Novelle scheitern zu lassen, wenn der Reichstag darauf besteht, an diesem einen Punkt die Grenzen zwischen ihm und der Welt der staots- bürgerlichen Rechte ein wenig zu seinen Ungunsten zu verschieben. Vernunftgründe vermag er für seine Haltung nicht beizubringen. Er stösst mit dem Säbel auf und schnarrt sein„Unannehmbar". Man darf gespannt sein, wieweit sich die bürgerlichen Parteien, in diesem Falle vor allem der Freisinn und das Zentrum, von ihm werden imponieren lassen. Das Einmaleins des Rcichsverbandes. Genosse Scheide mann schreibt uns: Der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie kann sich über meine Agitationstour durch die Vereinigten Staaten immer noch nicht beruhigen. Nachdem er sich mit all seinen bisherigen Versuchen, mir etwas anzuhängen, in wahrhaft bemitleidenswerter Weife blamiert hat, tritt er in seinem neuesten Elaborat gegen mich als Rechenkünstler auf. In meinen„Amerikanischen Reife- 'stzzen", die von zahlreichen Parteiblättern gedruckt worden sind, hatte ich aus Grund eigener Anschauungen und authentischer In- formätionen über die Armoursche Schweineschlächterei in Chicago einige Mitteilungen gemacht. An diese hakt nun irgend ein reichs- vexbändlerischer Pfennigfuchser an, der sich von amerikanischere Unternehmungen großen Stils eine Lorstellung nicht zu wachen vermag.. Er sucht nachzuweisen, daß meine Angaben nicht richtig sein-können und beginnt seinen Nachweis folgendermaßen: .„Man hat in Amerika den Achtstundentag und acht Stunden haben auch dort 8 X 60= 240 Minuten." '4uf dieser granitenen Grundlage rechnet der Reichsverbands- mann dann weiter, um zu zeigen, was ich für ein großer Esel bin.. Er schließt seinen Artikel, der jeyi die Runde durch die ..stationake" Presse macht, mit der Bemerkung:„Herr Scheidemann ist>ehr klug." Ein solches Kompliment vermag ich dem Herrn nichi zurückzugeben. Aber ich will ihm wenigstens einen wohl- gemeinten Rat erteilen: Er mag als Reichsverbands-Literat ge- wohnheitsgemäß auch in � Zukunft versuchen, politische Dinge aus den Kopf zu stellen, aber vom Einmal-Eins soll er'seine, Finger lassen, weil er sonst,.sogar intelligentere Mitglieder des Rcichs- ve.rbaydes stutzig machen könnte. Wie zwei mal zwei allezeit vier bleiben wird, so ergeben auch 8 mal 60 Minuten 480 Minuten, nicht 240. Wenn auch das Einmal-Eins sich vergewaltigen ließe, dann chatte Herr V. Liebert am Donnerstag in Borna-Pegau tot- sicher' gesiegt_ " Für die Alt-Pensionäre:'''''' i.' Hir.chen letzten Jahren sind die Gehälter der Beamte» und. �vö�iziere mehrfach aufgebessert worden. Damit stiegen auch die PegsionSsummen, auf welche die Pensionäre Anspruch hätten, weil. die Pension prozentual nach dem Gehalt bemessen wird. Von diesen Erhöhungen wurden die bereüS pensionierten Beamten und Oftiziere natürlich nicht ersaßt. Ter Reichstag wurde daher auS dw! m Kreisen mit Petitionen geradezu bestürmt. Die Regierung bat den Wünschen der Petenten jetzt Rechnung getragen, indem ein Gesetzentwurf an den Bundesrat gelangt ist, der eine Beihilfe zu den Pensionen bezweckt. Wie halbamtlich mitgeteilt wird, soll den bis zum 1. April 1908 pensionierten Beamten und Offi- zieren auf Antrag und im Falle des BedürftnsseS eine PenfionS- beihilfe gewährt werden, die betragen soll: bei Personen bis zu löOO 3M. 20 Praz., bei 1500 bis 3000 M. 15 Proz. und bei mehr 10- Proz. BeHilfe und Pension zusammen sollen jedoch nicht über 6000 M. hinausgehen. Witwen und Waisen der bezeichneten Per- sönen ist unter denselben Voraussetzungen eine Hinterbliebenen- beihilfe» zu gewähren, und zwar sind die gleichen prozentualen� Zuschläge anzuwenden, nämlich 20 Proz. oder 15 Proz. oder 10 Proz. Tie rechnerische Unterlage hierzu bildet das Witwengeld, je nach, dem eS bis•600 Bi. oder bis 1200 M. oder noch mehr beträgt. Ebenso wird der prozentuale Zuschlag beim Waisengeld veranlagt. Auch hier ist eine Höchstgrenze-einzuhalten, so daß Beihilft und Witwengeld zusammen nicht 2400 M. überschreiten dürfen. Bei Vollwaisen bilden 800 M., bei Halbwaisen 480 die oberste Grenze. Landtagsersatzwahl im Fürstentum Lübeck. De Ersatzwah! zum Landtage im nordlichen Bezirk des Fürstentums Lübeck heiligte folgendes Resultät: Genosse Fick- Swcke'Sdyrf 1620, v. Levetzow sBuud der Landwirte) 1817 und W«ß > Fortschr. BolkSp.) 1140 Stimmen. Unsere Stimmen haben um cund 200 abgenommen, während die bündlcrischen und liberalen Stimme» sich ziemlich gleichblieben. Es mutz eine Nachwahl stattfinden. Die Verfehlungen des bayerische« Landtags- abgeordneten Abresch. Wie der„Deutsche Kurier" erfährt, lautet die Strafunter- suchung gegen den Landtagsabgeordneten Abresch auf Betrug in Höhe von zwei Millionen Mark, auf Entführung ubd auf Vernichtung einer Urkunde. Ter von dem Verhafteten ge- stellte HastenUassungSantrag ist wegen Fluchtverdachts und Kollusionsgefahr abgelehnt worden. Wie wir erfahren, hat der fortschrittliche Abgeordnete Müller- Reininigen eine kurze Anfrage dem Reichstag eingereicht, die sich auf die Immunität der Abgeordneten auch in andere!» Bundeö- st iaten bezieht. Bekanntlich ist der Abgeordnete' Abresch in Mann» beim verhaftet worden, da sich nach Ansicht des dortigen Gerichts die Immunität des bayerischen Abgeordneten nicht auf Baden er- streckt. Aus diesem Grunde wollen auch die pfälzischen Abgeord- neten, die auf ihrer Hin- und Rückreise Baden und Württemberg passieren müssen, einen dahingehenden Antrag im bayerischen Landtage einbringen.____ Gegen die Fahrkartenstener. Karlsruhe, 27. März. In der gestrigen Budgetkommissiou der Zweiten Kammer erklärte die Regierung aus einen sozialdemo- kratiichen Antrag wegen der Fahrkartensteuer, daß diese Steuer für die Eisenbahnverwallung EinnahmeauSsälle infolge der Abwanderung aus den oberen in die unteren Wagenklassen zur Folge gehabt hätte, daß aber die Reicksregierung nickt aus die Steuer ohne emsprechen- de» Ersatz verzichten wolle und könne. Die Mehrheit der Kommission stüwnte gegen de»«»trag. Ms öer fchweöischen wohlbttvegung. (Bon unserem nach Schweden entsandten Korrespondenten.) Helfingbor«, 26. März. Bon Malmö nach Heljingborg führt die Bahn durch die frucht- bare südschwedische Ebene. Hier dominiert der kapitalkräftige Großgrundbesitz und die Z u ck e r i n d u st r i e, die vertrustet ist. Infolge eines hohen Schutzzolles hat der Trust Jahre hindurch die breiten Volismassen schröpfen können. Andererseits aber hat dieses Trustmonopol den Nachweis erbracht, daß das Monopol auch Betriebsrückständigkeit hervorrufen kann. Die von der Regierung eingesetzte Trustkommission hatte seinerzeit auch die technischen Einrichtungen des Trusts untersucht und war zu dem Ergebnis gekommen, daß eine weit rationellere Ausnutzung der Anlagen möglich sei, wenn diese nur der neuzeitlichen Technik und Arbeits- weise angepaßt werden. Leider gehörte die daraufhin eingeleitete Gesetzgebung zwecks Herabsetzung des Zolles nicht zu den Ruhmesblättern des Ministeriums Staaff, das vielmehr weitgehende Rück- sicht auf den Trust nahm. Die Landarbeiter hier stehen unter etwas freieren Ver- Hältnissen als in manch anderen Teilen des Landes. Jnstleute gibt cS seltener; die Beschäftigung erfolgt bei den meisten im Tagelohn, wodurch die Jahresverträge beseitigt sind, dafür aber auch arbeits- lose Perioden eintreten, die das Jahreseinkommen beeinträchtigen. Im Sommer arbeiten hier im Zuckerrübenbau mehrere russische Polen. Zeitweilig bestand hier eine ganz gute Landarbeiter- o r g a n i s a t i o n, die aber nach den großen Kämpfen von 1909 sehr geschwächt wurde. Das war allerdings auch das Schicksal der Jndustriearbeiterorganisation. In Helsingborg z. B betrug die Zahl der politisch und gewerkschaftlich organisierten Genossen vor dem Generalstreik 4500(in einer Stadt von 35 000), aber nach dem Kampf sank sie auf 900. Jetzt geht es wieder aufwärts und die Gewerkschaften zählen zurzeit 2700 Mitglieder. Helsingborg gehört überhaupt zu den Musterstädten südschwedischer Arbeiter- bewegung. Eine großzügig angelegte genossenschaftliche Organisation erzielte im letzten Jahre einen Umsatz von % Millionen Kronen, sie hat eigene Schlächterei usw., alles in eigenen Gebäuden aufs Modernste untergebracht. Ferner besitzt die Arbeiterschaft einen eigenen Volkspark von 10 Hektar mit einer modernen Gartenanlage. In dieser Gegend befinden sich die einzigen Steinkohlen- lager Schwedens. BilleSholm. Etwa 400 000 Tonnen werden hier alljährlich gefördert und der Wert wird auf 2)4 Millionen KroNen geschätzt. Der W a H I sehen unsere Genossen hier in Südschweden sehr hoffnungsvoll entgegen. Von den 27 Mandaten dieser Provinz hat die Sozialdemokratie 12, die Liberalen 7 und die Konservativen 8. Eine iviandatsverschiebung wird nicht erwartet, da die Partei- Verhältnisse ziemlich abgeklärt sind. Die Nähe Dänemarks hat auf die politische Anteilnahme der Bevölkerung beftuchtend eingewirkt und große Reserven sind kaum heranzuholen. Es wird von allen drei Parteien mit Hochdruck gearbeitet. Heute fanden in Heising- borg zwei große Wählerversammlungen statt, eine sozialdemokra- tische und eine konservative. In der letzteren sprach der neue Marineminister und die Eisenbahnverwaltung hatte sogar die ein- fachen Fahrkarten als SonntagSkarten gestempelt, so daß die Rück- fahrt gratis war. Allerdings nur für den, der eine offizielle Ein- ladung zur Versammlung vorzeigen konnte! Da der Herr Minister der größte SchiffSreeder Schwedens ist, versteht eS sich, daß der Hafen von Helsingborg Flaggengala angelegt hatte, wft ja über- Haupt hier auf das Dekorative großer Wert gelegt wird. Alles geht programmäßig vor sich, wie auf emer Variethbuhne, und Sozialdemokraten werden in den konservativen Versammlungen nicht gern gesehen. In Helsingborg waren sie sogar ausgeschlossen. Man hatte ihnen halt keine Karten gesandt. Tafttr hatten unsere Genossen eine um so großartigere eigene Veranstaltung in ihrem prächtigen VolkShauS getroffen, dessen großer Saal, etwa 1500 Personen fassend, biß zum letzten Platz gefüllt war. Die KampftSbegeisterung, die in der Versammlung herrschte, erinnerte an unsere besten Berliner Versammlungen zur Wahlzeit. Die zwei Mandate in diesem sogenannten Dreistädte- kreis sind unserer Partei sicher. Im allgemeinen steht die Stimmung auf Sturm hier zu Lande. Nirgends spricht man von was anderem als von der Wahl und der politischen Krise. Selbst in den Schulen wird Politik gemacht und gar die Untersekundaner entscheiden sich für Staaff oder für den König. Meistens für den letzteren, natürlich! So erzählt man sich, daß das achtjährige Söhnlein eine? konservativen Parteihäuptlings seinen wegen de» Wahlausganges bedenklichen Papa tröstete, in seiner Klasse waren olle für den König. Tann kann eS ja nicht schief geben! Ueber die Wahlagitation der Konservativen ein' andermal. Für heute nur folgendes typische Beispiel: Dem bisherigen Minister- Präsidenten Staaff verweigerte man in einer Versatnmlung Schul- katheder als Rednerpult, weil er eine politische Richtung vertritt, die dem Rektor nicht paßte. Daß unseren Genossen die Säle ab- getrieben werden, versteht sich am Rande. Frankreich. Ein Brief Rochettes. Paris, 27. Marz. In der Sitzung der Rochette-Äom- Mission erklärte Jaurös, er habe heute um 11 Uhr 30 Minuten in seiner Wohnung einen Rochette unter- zeichneten Brief erhalten. Aus dem Briefe, der datiert ist: Üuzern, 25. März, geht hervor, daß Rochette selbst derjenige war, der eines Tages bei dem Advokaten B e r n a r d erschien und ihm sagte, ein Antrag auf Vertagung des Prozesses würde ohne weiteres bewilligt werden. Ferner wird in dem Brief ausdrücklich erklärt, daß Rochette keinerlei Beziehungen mit Cailtaux oder Monis gepflogen habe, und daß diese seinen Angelegen- Helten vollkommen fernstünden. Delahaye er- klärte, daß die Handschrift des Briefes diefemge Rochettes sei. Ter Advokat B e r n a r d, welchem der Brief Rochettes vorgelegt wurde, erkannte an. daß nach seiner festen Ueberzcugung das Schreiben von Rochette selbst stamme. Er gab ober der Ansicht Ausdruck, daß ihn dieser nicht von seiner Berufsschweigepflicht zu entbinden das Rocht habe, da sie auf einem staatlichen Gebot beruhe. Die Kammer wird voraussichtlich am nächsten Mitt- woch die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses erörtern und die Parlamentssession am Donnerstag geschlossen werden. Klassenjustiz. Paris, 26. März. Das Zuchtpolizeigericht hat in der Angelegenheit des Sou de Soldat den Sekretär des Verbandes der Arbeiterbörs«, Avetot, zn einem Jahr Gefängnis, 11 Sekretäre verschiedener Arbeitersyndtkate in Part* trnd der Provinz za Gefängnis st rasen von sechs bis acht Monaten, verurteilt. Der Sou de Soldat ist die UnterstützungS- k a s s e. die die Gewerkschaftsföderation für die beim Militär dienenden Gewerkschaftsmitglieder eingerichtet hatte. Die Erkrankungen in der Armee. Pari?, 27. März. Die„France Militaire' veröffent- licht eine Statistik über den Gesundheitszustand i» der Armee im Januar d. I., wonach die Zahl der Äraukev bei weitem größer war als seit langem. Ju den Spitälern. allein waren 21 900 Kranke untergebracht, also 30 pro 1000, während im vorhergegangenen Monat 14 auf 1000 entfiele». Schweben. Die Kreistagswahlen in Schwede». Ttackholm. 27. März.(P r iva t telegra mm des„Vorü wärt S".) De KreiStagSwahlen nähmen heute ihre» Fortgang. Insbesondere in Stockholm war die Beteiligung der Wähler ganz envrni. Vor den Wahllokalen drängten sich die Massen schon seit dem frühen Morgen. Kvanke und Greise wurden zur Wahl. urne geschleppt und eine echt amerikanische Wahlpropaganda in den Straßen veranstaltet. Auws, mit Riesenplakaten versehen, durchfahren ununterbrochen die Stadt. Allgemein erwartet man den Verlust zweier liberaler Mandate. Auch ist eine rechts, liberale Sprcngliste zugunsten der Reaktion vorharcke», Mierita. Frauenwahlrecht. Boston, 26. März. Da» Repräsentantenhaus des Staates Massachusetts hat heute mit 164 gegen 39 Stimme» ein Amendement zur Staatsverfassung angenommen, wonach das Wort„männlich" in den Bestimmungen über die Wahl- berechtigten weggelassen werden soll. Das gleiche Amendement ist im Senat bereits angenommen worden. Letzte Nachrichten- weitere Erklärungen Mquiths. Ei» neuer Armeebefehl. London» 27. März. Premierminister ASqnith gab Wetter- hin bekannt, daß Feldmarschall F r e n ch und Generalleutnant E w a r t nicht um ihre Entlassung gebeten hätten, weil zwischen ihnen und der Regierung eine Meinungsverschiedenheit hinsichtlich der Bedingungen bestanden hätte, anter welchen die Armee dient, oder unter welchen sie zur Unterstützung der Zibilgewalt ver- wandt werden sollte, sondern weil die beiden Offiziere geglaubt hätten, um ihre Entlassung bitten zu müssen, da sie die dem Genckral G o u gh übermittelte Erklärung unterzeichnet hatten. Die Regierung habe ihnen den Wunsch ausgedrückt, sie möchten, da keine Meinungsverschiedenheit über prinzipielle Fragen vorhanden sei, nicht auf ihrem»Kntlassungsgesuch bestehen, das die Regierung als einen ernsten Nachteil für die Armee und den Staat ansehe» würde. Die Regierung erwarte noch ihre endgültige Antwort. •"'@8 sei klar, daß tatsächlich nur Mißverständnisse vorgelegen hätten. Um eine Wiederholung solcher Mißverständnisse zu ver- meiden, habe der H e e r e s r a t, in dessen heutiger Sitzung Feld. Marschall French und Generalleutnant Ewart zugegen gewesen seien, einstimmig einen neue« Armeebefehl erlasse», der erstens festsetze, daß in Zukunft kein Offizier oder Soldat von seine» vor- gesetzte» Offizieren befragt werde» solle, welche Haltung er ei». nehme« werde, falls er aufgefordert werden sollte, einem Befehle zu gehorche», der von zukünftigen oder hypothetische« MSglichkeite» abhängig ist; zweitens, daß eS jedem Offizier oder Soldaten in Zü» kunft untersagt ist, mit Bezug auf Befehle, zu deren Befolgung er aufgefordert werde» könnte, Zusicherungen zu verlange»; drittens daß eS insbesondere die Pflicht jedes Offiziers und Soldaten ist. alle» gesetzmäßigen Befehlen zu gehorche», die durch die zuständige» Stelle» gegeben werden, um das Staatseigentum zu schütze» oder die Zivilgewalt i» der regelmäßige« Ausführung ihrer Pflichte« zu uuterstütze«, oder um Lebe« und Eigentum der Bewohner i« Falle einer Störung des öffentlichen Friedens zu schützen. Asquith schloß mit den Worten: Dieö ist der Befehl, durch welchen für die Zukunft daS Verhalten und die Disziplin dcS Heere» geregelt wird. ES ist gänzlich unwahr, daß die Regierung oder eins ihrer Mitglieder beabsichtige, in Ulster tatsächliche Maßnahmen aggressiver Llrt zu ergreisen oder irgend- welche Maßnahmen, die gegenwärtig oder in der Zukunft der Armee die Pflicht auferlegen würden, die sich nicht völlig im Rahmen dieses neuen Armeebefehls hielte. Ich habe nur noch Hinzu. zufügen, daß die Regierung an allen Erklärungen, die sie ab- gegeben hat, fc st halten wird. Der Oppositionsführer Vonar Law machte keine Ei». Wandungen gegen den neuen Armeebefehl, erklärte aber, dem unglaublichen Unverstand der Regierung und des KriegSminister» Seely sei es beizumessen, daß ein solches Verfahren nötig geworden sei. Bezüglich der Versicherungen des Premierministers hinsichtlich Ulsters sagte Bonar Law. es sei von der Regierung oder einigen Ministern m ehr beabsichtigt gewesen, als zugegeben worden sei. Die Rochettc-Kommission. Paris, 27. März.(W. T. B.) Der Untersuchungsrichter ver- hörte den Direktor deS„Jntranstgeant", Bailby, der mit Cal- mette befreundet war. Nachdem auch er versichert hatte, daß er nichts von einem Briefe Caillaux' wisse, erzählte er folgendes, wo? ihm Talmette mitgeteilt hätte: Bor ungefähr zwei Monaten wären zwei frühere Minister bei Calmette gewesen, um ihn zu bitten, von der Veröffentlichung diplomatischer Schriftstücke abzusehen. Cai- mette habe ihnen den Bericht FabreS gezeigt und zwei diplomatische Schriftstücke, sogenannte grüne Dokuu�nte, deren Inhalt, wie er sagte, von vernichtender Deutlichkeit für Caillaux gewesen sei. Man habe deren Veröffentlichung auf Grund ihrer Quelle für un» möglich erklärt. Calmette habe sie Wied« in seine Rocktasche gesteckt mit den Worten: Man kam»«ie wissen, was vorkommt. Er habe ihm noch erzählt, daß tc zwar versprochen habe, de» Bericht FabreS nicht herauszugeben, daß tt sich jedoch bemüht habe, sei« Wort zurückzuerhalten vor de« Dienstage, an dem die große Debatte in der Kammer stattfand. Die Rochette-Kommission hat beschlossen, keine neuen Zeugen mehr zu vernehmen. Sie ist nunmehr in die Beratung über da» ihr vorliegende Material eingetreten, die geheim geführt wird. Der Bericht der Kommissirm wird der Kammer»» Laufe der uüchs len Woche zugestellt werde» A.Jandorf& C Belle- Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Lebensmittel Kaffee frisch gebrannt Pfund Paket 60,65,70 Pt. Spittelmarkt Wurstwaren Gervelatwurst Teewurst Pfand 1.10 Pfund 1.15 Landbratwurst.......... Pland 1.20 ff.Leberwurst................ Pfand 1.05 Landleberwurst Pfand 85 Pt. Jagdwurst. Pfund 1.00 ....... Pfund Mettwurst nach Braunschweiger Art 1.00 Nusschinken Speck P 75Pt. 75 PL. mager Pfand 85et. Prand Schnittbohnen........... Dose 28 P 600 Pfund 1.35 Spinat Dose 40 Pt. Gemüse- Schoten....... Pfefferlinge Dose 38Pt. ... Dose 75 PL. PL. * Bratenschmalz 68 P Pfund Kassler 75, 83 Pfund Pf. Schinkenspeck... Pand 1.05 Butter and Käse Molkereibutter..... Pfand- Paket 63 PL. Schweizer Käse Pland 85,95 Pt. Tilsiter Käse Limburger Käse Brie- Käse 9028 Romatour- Käse..... Pfund 58, 78Pt. ... Prand 38 Pt. Pfund 35 PL .... Stück 18 Pf. Faust- od. Spitzkäse 3 Stack 20 PI. Harzer Käse............ 5 Stück 10 PL. Verkauf nicht an Wiederverkäufer. Die mit Nicht am Spittelmarkt bezeichneten Artikel sind von der Zusendung ausgenommen. Konserven Bruchspargel mit Kopf... Gemüsespargel Kirschen mit Stein......... Mirabellen * Frisches Fleisch Dose 1.00 Kakao garantiert rein Pfund 68 Pł Pf Kolonialwaren Erbsen Pfand 15, 19 PL. Erbsen gladdert.............. Pfand 24 PL. Bohnen Linsen Reis ......... Pfand 17, 23 P. Pland 18, 23, 28 PL Piand 16, 20, 25 P. Honig garantiert rein, ca. 1- Pfand- Glas 95 PL Backobst...... Prand 38, 48 PL Weizenmehl 000 Kaiserauszugmehl Pfund 16 Pi. Pfand 18 Pf. 1 Dose 78 PL Dose 70 Pt. Dose 75 Pt. * Hühner. Stück 1.952.45 im Ganzen 1.00 Hammeldünnung fand 75 Pf. Pf Kalbskeule im Ganzen 1.00 Kalbsvorderfleisch... Pfand 80 PL Schweineschulterblatt Pfund 65 Pf. Schweinekotelettes 90 PL. Hammelkeule im Ganzen 95 PL. Rückenfett Pfund 55 PL Pfund mit Knochen Pfund Schmorfleisch 90 PL. Suppenfleisch.... Pfund 65 Pf. Vorderbeine gepökelt....... Pfand 45 Pf. Schweineköpfe gepokelt... Pfand 28 Pf. Liesen. * Obst und Gemüse Apfelsinen ... Dutzend 20, 30 PL. Blutapfelsinen... Dutsend 28, 38 PL Zitronen....... Dutzend 20, 30 PL. Spinat Kochäpfel Weisskohl Rotkohl Pfand Pt. Pfand 5Pt. Essäpfel Schwarze Schürzen Peek& Cloppenburg Spezialhaus für moderne Herren- und Knabenbekleidung Gertraudtehstr. 25-26-27 Berlin C Roßstr. 1-1a- 2 Einsegnungs- Anzüge Kat Nr. Fertig am Lager 4331 Geripptes, schwarzes Kammgarn • • 4338 O Brustweite 68-70 72-76 78-82 84-86 16 17 18 20 20 22 24 26 28 31 34 26 28 30 36 39 42 45 47 50 53 56 16 17 18 20 20 21 22 24 24 26 28 1222341222223322 28 31 33 26 31 34 36 33 36 38 4332 Geripptes, schwarzes Kammgarn 4334 Schwarzer, derber Cheviot, solide Qualität 4336 Schwarzer, eleganter Tuchkammgarn- Anzug. Melton- Cheviot, äußerst haltbare Ware 4340 Feiner, schwarzer Melton- Cheviot, vorzügl. Qualität 47 4345 Dunkelblauer, solider Cheviot 4346 Blauer, solider Kammgarn- Cheviot 4348 Blauer, reinwollener Kammgarn- Cheviot 4349 Eleganter, reinwollener Melton- Cheviot 4351 Reinwollener Cheviot, solide Qualität 4355 4352 Reinwollener Cheviot, solide Qualität Melton- Cheviot, reine Wolle, äußerst haltbar 4358 Melton- Cheviot, elegante, glatte Ware 4359 Dunkelblauer, sehr solider Cheviot 4361 Hocheleganter, feiner Melton- Cheviot 4362 Hocheleganter, feiner Melton- Cheviot Smoking- Anzüge 4342 Schwarzes Tuchkammgarn, vorz. Ware, m. seid. Schal 4343 Schwarzer, vorzügl. Melton- Cheviot, mit seld. Revers 4344 Feiner Melton- Cheviot auf Seide gefüttert, m. seid.Schal 36 39 42 44 39 42 45 48 45 49 52 44 47 51 54 37 40 43 373 36 39 41 4355 338 455 47 50 53 56 53 56 59 63 Kalifornische Aepfel Malta- Kartoffeln...... Frische Eier. 75,90 Mdl. * Kaninchen gestreift. Pf. gestreift.. 85, 1.10 Räucherwaren Pfund 48 Pf. Makrelen- Bücklinge.... 3 Stack 20 Pt. ... Pfund 65 Pi. Sprotten Flundern ...... Pland 45 Pt. Aale geräuchert. Pfand 1.25 Lachs in Stacken Pfund 75 Pf. ...... Pfund 10Pt. Pfand 18 Pf. 242343 .... Pfund 18 Pt. Pfund 38 Pt. Pfund Pf. Matjes- Heringe........ Stack 10,15Pf. Hausschürzen Panama, mit Volant und Tasche 95, 1.35 Rockschürzen Panama, in verschiedenen Weiten 1.45, 1.95 Kinderschürzen Panama, für 5 bis 12 Jahre.... Kulanter Möbel- Kredit 15 MK. 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Sonnabend, 28. Mär 1914. Gewerkschaftliches. Der wahre Charakter. Berlin und Umgegend. auf Käufer aus Arbeiterkreisen angewiesen und einem Boykott Die Aussperrung der Marmorarbeiter. nicht gewachsen sind. Nicht viel günstiger steht es für die Unter nehmer in der Sandsteinbranche. Sie klagen immer über die In einer am Donnerstag abgehaltenen start besuchten Ver- Konkurrenz der Kunststeinindustrie. Wenn die Sandsteinuntersammlung der Marmorarbeiter führte Winkler aus: Die Aus- nehmer nicht arbeiten lassen, dann werden dringende Arbeiten in Sperrung, welche die Unternehmer mit drohenden Gebärden an- Kunststein ausgeführt werden. Da der Kunststein ja auch bearbeitet Die ganze innere unwahrhaftigkeit der christlichen Ge- gekündigt hatten, ist da. Das Ergebnis ist, daß 167 Marmorarbeiter werden muß, so bleibt uns diese Arbeit auf alle Fälle, aber die werkschaften koipmt oft in den Aussprüchen ihrer Führer fierte Marmorarbeiter in Arbeit stehen. Also nur wenig mehr fommen. Sie können also durch eine Aussperrung nur Schaden ausgesperrt sind, dazu kommen 12 Arbeitslose, während 275 organi- Unternehmer der Sandsteinbranche würden unt ihren Profit über Aufgaben und Charakter der Zersplittererorganisationen als ein Drittel der in Berlin beschäftigten organisierten Marmor- haben. trefflich zum Ausdruck. Jezt ist das Rätselspiel über den arbeiter ist ausgesperrt. Daß dieser Erfolg für die Unternehmer erregend. Wir werden uns von der einmal gewonnenen Position Für uns ist die Situation im allgemeinen nicht besorgnisCharakter der christlichen Gewerkschaften afut geworden. Natür- feineswegs ermutigend ist, zeigt ihr ganzes Verhalten. Sie haben nicht zurückdrängen lassen. So gern wir eine weitere friedliche lich lauten die Urteile der Christen sehr verschieden, ja sich schutzsuchend an die Oeffentlichkeit, besonders an den Verband Entwickelung unserer Verhältnisse gesehen hätten, so fest werden fogar entgegengefeßt. Das erklärt sich aus dem Mangel der Baugeschäfte gewandt, der dem Verband der Steinmetzgeschäfte uns die Unternehmer finden im Kampf für die Verbesserung eines wirklichen unzweideutigen Charakters. Doch hören den Rücken zu decken sucht. In der Niederhaltung der Arbeiter- unserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. wir: In einer am 1. März in Köln abgehaltenen Zentrums- Berband der Steinmezgeschäfte hat an seine Mitglieder ein Rund- mit Beifall auf und beschloß dann, zur Stärkung des Kampffonds bestrebungen haben die Unternehmer die gleichen Interessen. Der Die Versammlung nahm die Ausführungen des Referenten versammlung fennzeichnete Rechtsanwalt Dr. Schröm- schreiben versandt, worin es heißt: Nach langen Bemühungen eine Ertrafteuer zu erheben, und zwar von den Steinmetzen 1,50 M., Iegens die christlichen Gewerkschaften also: find die Tarifverhandlungen gescheitert." Das ist nicht zutreffend. von den Schleifern, Fräsern usw. 1 M., von den Hilfsarbeitern Eigentliche Verhandlungen haben gar nicht stattgefunden. Die 50 Pf. wöchentlich. Zu den aus der Zentralfaffe gezahlten unterUnternehmer stellten sich von vornherein auf den Standpunkt, daß stüßungen der Ausgesperrten wird die Lokaltasse einen Zuschuß fie jede Verbesserung des Tarifs ablehnen, ja sie haben sogar von täglich 50 Pf. und für jedes Kind wöchentlich 50 Pf. zahlen. Verschlechterungen angeboten. 110 in ihnen finden alle politischen Parteirichtungen, abgesehen natürlich von der Sozialdemokratie, Unterkunft, auch die Arbeiter, die politisch überhaupt keiner Partei angehören: Satholiken sowohl wie Protestarten. Voraussetzung ist nur positives Christentum und nationale Gesinnung." Tarifbewegung im Friseurgewerbe. Weiter heißt es in dem Schreiben der Unternehmer, die ArDiese Charakterisierung fand keinen Widerspruch, wohl beiter hätten Forderungen gestellt, die mit Rücksicht auf die unDie tariftreuen selbständigen Friseure hielten dieser Tage in aber großen Beifall. Der Bergknappe", das Organ des günstige Geschäftslage unannehmbar seien. Als die unerhörteste den Sophiensälen" eine Versammlung ab, um zu der Tariffündis chriftlichen Gewerkvereins, ist jedoch mit dem Urteil nicht ein- Forderung wird die Verweigerung der Ueberstunden bezeichnet. gung Stellung zu nehmen. Wie der Obmann der Tariffommission verstanden. Es paßt zu schlecht zu anderen Erklärungen günstige Konjunktur berufen, so ist das mindestens eine starke gehilfen ordnungsgemäß, gekündigt und gleichzeitig ein neuer Ver Wenn sich die Unternehmer der Marmorindustrie auf die un- Herr Jurisch mitteilte, ist der Vertrag vom Verbande der Friseur hristlicher Führer. Vor allem: wenn man für die Organi Hebertreibung. Die Marmorindustrie hat unter der geschäftlichen frag vorgelegt worden. Der neue Vertrag sei bereits durchberaten fation der Arbeiter das Bekenntnis zum positiven Christentum Krise bei weitem nicht so gelitten, wie andere Branchen des Bau- und solle jetzt zur endgültigen Beschlußfassung unterbreitet werden. fordert, dann müßte das logischerweise auch für die Unter- gewerbes. Man kann nur sagen, daß in der Krisenzeit der weitere Die Kündigung sei hauptsächlich erfolgt, um Inflarheiten des alten nehmer gelten. Die durchaus nicht positiv Christlichen Aufstieg der Marmorindustrie verhindert wurde. Zurüdgegangen Vertrages zu beseitigen und den verschiedensten Positionen eine werden sogar vielfach mehr unchristlichen als christlichen Unter- ist sie nicht. Wenn die Unternehmer in ihrem Rundschreiben bessere präzisere Fassung zu geben. Die wenigen, zum Teil fleinen nehmerorganisationen angehören, die gegen christliche und un- 8 Stunden, so ist auch das nicht richtig, denn wir haben ja im Vertrag wurde nunmehr von Position zu Position beraten. Die sagen, wir fordern eine Verkürzung der Arbeitszeit von 9 auf Belastungen fönnten ruhig mit in Kauf genommen werden. Der christliche Arbeiter mit der gleichen Gehäffigkeit kämpfen, Intereffe einer friedlichen Vereinbarung unfere ursprüngliche Forde- Forderung der Gehilfen auf Einführung einer je 15 Minuten verden aber von den christlichen Zersplitterern der Arbeiter- rung der achtstündigen Arbeitszeit zurüdgezogen und statt dessen die dauernden Frühſtüd- und Besperpause, welche in die Zeit zwischen Forde- Forderung fchaft nicht nur nicht bekämpft, sondern ausdrücklich verteidigt. 8% stündige Arbeitszeit gefordert. Dementsprechend haben wir auch 9-11 Uhr und 3-5 Uhr gelegt werden soll, wurde abgelehnt. Der Die Forderung des Bekenntnisses zum positiven Cristentum unsere als Ausgleich für die Arbeitszeitverkürzung geforderte Lohn Vertreter der Organisation wies darauf hin, daß die Arbeitszeit von stempelt daher die christlichen Gewerkschaften allzu deutlich erhöhung herabgefeßt. Sie beträgt jetzt nur noch 5 Pf. pro Stunde. 7 Uhr früh bis 9 Uhr abends dauere und nur durch eine 1½stündige zu dem, was sie sind: Zersplittererorganisationen zum Vor- Es ist also durchaus nicht richtig, wenn die Unternehmer in ihrem Mittagspause unterbrochen wäre. Durch den Umstand, daß verschie teil des Kapitals! Daher versuchte der„ Bergknappe" den Rundschreiben sagen, wir fordern eine wesentliche Lohnerhöhung. dene Arbeitgeber den Gehilfen das Verzehren des mitgebrachten Schein zu wahren. In der Nr. 10 vom 7. März schreibt er: s ist auch nicht richtig, daß wir hinsichtlich der Vergütung von Frühstücks im Geschäftslokal verbieten, aber das Verlassen des Bon den christlichen Gewerkschaften ist nie von den Auf- Fahrgeld und Fahrzeit weitgehende Forderungen gestellt haben. Raumes auch nicht gestatten wollen, sei die Forderung gerechtfertigt. zunehmenden ein Bekenntnis zum positiven Christentum ver- Unsere Forderungen gehen nicht über das hinaus, was alle an- 3ugestimmt wurde der Forderung auf Erhöhung des Lohnes von langt.. Ausdrücklich wurde beim Neutralitätsstreit 1901 mit ständigen Firmen schon seit Jahren gezahlt haben. Die Be- 1,75 M. auf 2 M. für Aushilfen in der Zeit von 5-9 Uhr und auf großer Wahrheit die positiv- christliche Richtung abgelehnt." hauptung, daß wir die Ueberstunden verweigern, muß als glatter 3 M. für Bußtag, Karfreitag usw. Für Betriebe, die unter dem Diese allzu freie Interpretation hat nun wieder einen Forderungen. Wir wollen die Ueberstunden nur auf ein möglichst Bei dieser Gelegenheit wurde der Wunsch geäußert, die GehilfenSchwindel bezeichnet werden, denn davon steht nichts in unseren ortsüblichen Preis bedienen, erhöhen sich die Lohnsäge um 20 Broz. anderen Christenmenschen in seiner Gemütsruhe gestört. Er geringes Maß beschränken und fordern deshalb, daß nicht mehr organisation möge fich für die Preisgestaltung interessieren. Der belehrt den Bergknappen" in der Kölnischen Volkszeitung" als 4 Ueberstunden in der Woche gemacht werden. An dieser Vorschlag, von jedem Tariffontrahenten jährlich 1,80 M. für Un ( Nr. 257), nachdem er vorher entrüstet die Frage aufwirft, Forderung müssen wir aus Gründen der sozialen Fürsorge fest fosten der Tariffommission und zum Zwede der öfteren Veröffent feit wenn es überhaupt ein interfonfessionelles Christentum halten; die Beschäftigung der Steinarbeiter ist so gesundheitsschädlichung der Geschäfte zu erheben, wurde ebenfalls abgelehnt. Allen gibt", in folgender Weise: lich, daß eine möglichst furze Arbeitszeit geboten erscheint. übrigen Positionen wurde zugestimmt. Die Gehilfenorganisation branche seit 7 Jahren den Tarif stets auf friedlichem Wege erWir haben in der Sandsteinbranche seit 15, in der Marmor- wird sich demnächst mit den Zugeständnissen beschäftigen. neuert und verbessert. Wir konnten deshalb annehmen, daß die Unternehmer unser Mitbestimmungsrecht bei Festseßung der Arbeitsbedingungen anerkannt haben. Für einzelne Unternehmer trifft das auch zu. Aber in ihrem Verband haben die Scharfmacher die deshalb, weil sie uns das Mitbestimmungsrecht streitig machen. Oberhand bekommen. Sie bekämpfen unsere Forderungen schon Damit werden sie aber keinen Erfolg haben. Wie den Unternehmern in der Marmorbranche, so sind wir auch den Unternehmern in der Sandstein- und Grabsteinbranche entgegengekommen, indem wir unsere Forderungen herabsetzten. Aber die Unternehmer dieser Branche teilten uns ebenfalls mit, daß sie einstimmig beschlossen haben, auf ihrem bekannten Standpunkt zu verharren, also nichts zu bewilligen. .. Weil aber die Worte positives Christentum im katholifchen und evangelischen Lager nicht übereinstimmend aufgefaßt verden..., haben die christlichen Gewerkschaften schon vor mehr als cinem Jahrzehnt die Formel geprägt und bis heute daran festgehalten, daß die gewerkschaftliche Wirksamkeit die religiöse und nationale Ueberzeugung au respektieren habe. Damit ist in der Sache eine positiv- christliche Betätigungsbasis für die christlichen Gewerkschaften weder angenommen noch abgelehnt." Das ist echte jesuitische Seiltänzerei. Wenn die legte Charakterisierung zutreffen würde, welchen Zwed hat dann die christliche Gewerkschaftsbewegung? Auch die freien Gewerkschaften haben eine positiv christliche Betätigungspraris weder angenommen noch abgelehnt. Sie vertreten einfach Arbeiterinteressen. Wenn es aber auf diese ankäme, dann fönnten die christlichen Gewerkschaften abdanken. Es ist für ihr Dasein nur eine Erklärung möglich: sie sollen und wollen die Arbeiterschaft zersplittern! Zum Nachteil für die Arbeiter, zum Jubel für das Kapital. Kleines Feuilleton. Belle- Alliance- Platz 9, sind durch einen Tarifvertrag beseitigt. Die Achtung, Caféangestellte! Die Differenzen im Café Fried, Sperre ist aufgehoben. Die Ortsverwaltung. Musik. I. Mit ( eigentlich Aussperrung) bei der Firma Bünsow, Müllerstr. 3, Achtung, Schildermaler, Ladierer! Bei den Differenzen ist nun die Situation folgende: Eingetreten sind Jos. Mentes, Biel, Artur Kosmal, Reblaff, Kliesener, Koch, Mar Schulze, Sternischa, alles Schildermaler, welche auf ihr gefeßliches Recht, sich zu organisieren und ihre eigenen Verhältnisse zu bessern, verzichten. Der Betrieb der Firma Bünsow ist nunmehr zu einem Sammelpunkt aller in Berlin vorhandenen ,, nüblichen Glemente" in der Schildermalerei geworden. Die Unternehmer der Grabsteinbranche werden jetzt, wo das Geschäft um diese Liste zu vervollständigen, denn es wäre uns nur gedient Wie lange wollen fie verharren? Wir können es abwarten. Nur schade, daß die Firma nicht größere Näume zur Verfügung hat, geht, gar nicht an Aussperrung denten. Die kleinen Unternehmer damit. Herr Bunsow als Inhaber des Geschäfts, sei er nun auf dieser Branche können sich durch die Gefolgschaft, welche sie den geregt durch die jetzige Situation oder eventuell durch andere VorGroßunternehmern im Verband der Steinmetzgeschäfte leisten, nur kominnisse, scheint ganz nervös geworden zu sein. Einem Arbeitsselbst schaden. Sie dürfen nicht vergessen, daß sie zum großen Teil burschen, welchen er in den letzten Tagen entließ, weil er mit den jammen in seinem neuesten Werke auf. An die wilde Kraft und| Daß neben Tiedtke die anderen Darsteller verblaßten, ist nicht ihre die Eifersuchtsmartern des geblendeten Philisterfeindes, denen Schuld; ein Striese ist den Schönthans nur einmal geglückt. Der Stayßlers glühendes Bemühen auf der Bühne den Schein lebendigen dichtende Oberlehrer und Pantoffelheld, den Karl Forest rührend Bariser Chronit. Der Polizeipräfeft von Paris hat die Direktionen König Og, den obersten der Fürsten, der die ob ihres Verrats an der verliebte Backfisch Atemis eingehaucht, hatte er sich nicht herangewagt. Er gab den unbehülflich zeichnete, der Hausdrache, das junge Lustspielpaar und der Theater, Tingeltangel und Ballhäuser verständigt, daß Schau Simion gepriesene Delila als Königin heimführt und beim Hochzeits- Söneland gab dem theaterbegeisterten Dienstmädchen ihren Stic fie alle find konventionelle Figuren. Senta stellungen des Nackten in dem Maß wie bisher nicht geduldet werden mahle ersticht. Man wird im Stüd aus Dg so wenig flug, wie aus ins Grotest- Stomische und hatte damit Glüd beim Publikum. vürden. Sittlichkeit von Polizei wegen ist immer ärgerlich und den übrigen gekrönten Häuptern. Der Oberfönig foll wohl unter tomisch zugleich. Aber diesmal handelt es sich nicht ausschließlich diesen Narren so etwas wie ein Mann und im leßten Aft ein Beispiel nicht auch die Frau Striefe persönlich mitwirkte. In der Tat, es Schade, sagte jemand, der das Stück zum erstenmal sah, daß um Moralisierung der Kunst. Die Sexualreizung ist ein großes des Bäsarenwahnsinns sein, wirkt aber, grob zurecht gezimmert, nur wäre nicht auszudenken.... bürgerliches Geschäft geworden. Vor einiger Zeit hat ein Pariser als tote Folie für Simsons Leid und Delilas Verruchtheit. Wenn Gericht einen Prozeß zwischen einem Theaterdirektor und einem Wedelind mehr in dem Manne geiehen und das muß wohl der weiblichen Mitglied seiner Truppe verhandelt, das wegen der Fall sein, weshalb hätte er ihn sonst wohl spielen wollen, hat er Beigerung, die Brüste zu entblößen, plöglich entlassen worden war. Das Geheimnis als Darsteller so wenig wie als Dichter angedeutet. Deutsches Dpernhaus Charlottenburg. Die Polizeiverfügung bricht in einen Winkel des Mädchenhandels Man merfte nichts von innerem Zusammenhang und von Entwide- Rheingold sind wir in den Bannkreis der Nibelungen- Tetraein. Das mag fozial betrachtet heuchlerische Attion sein, aber der einen oder anderen Sllavin peinlich machte, fehlte. cine ohnmächtige und lung. Nur die Routine, durch die sein Vorgänger die Rolle weniger logie eingetreten, des gewaltigsten Wertes Richard Wagners. des bourgeoisen Klassenserails mag sie etwas Entwürdigung Verstandeston, der seinem wunderlichen, im Grund pedantischen Theater und Publikum. Das Revolutionsjahr 1848/40 bezeichnet Wedekinds hart dozierender, worthackender Mit dieser Schöpfung trat Wagner gänzlich außer allem Bezug zum ersparen. Die Künstler werden gut tun, den Protest den betroffenen Schwärmer Hettmann in Hidalla" so charakteristisch zu Gesicht für ihn den Brennpunkt, in dem sich die Scheidung seines Schaffens Geschäftsinbabern zu überlassen. Das Nackte tann fünstlerisch sein, stand, zerstörte hier in der Figur eines asiatischen Despoten auch vollziehen sollte. Nur aus der Sehnsucht des innern Menschen, ja zum Element mancher Künste gehören. Aber in einer Gesellschaft, noch das letzte Füntchen Jalusion. mit andern Worten aus der Mujit, fonnte nach seiner Ueber die die Künste prostituiert, wird es auch der Brostitution dienen. Frau Tilli Wedekind, die man bisher nur aus fleinen zeugung das neue Kunstwert oder das Wort„ Ton- Drama" hervor. Der Schaden, den die Polizeiorder anrichtet, ist für niemand groß. Rollen in ihres Mannes Dramen tannte, gab diesmal lleber- gehen. Aus dem dunklen unbewußten Drange zum Rein Mensch Nicht einmal die Gemeinde der Exhibitionisten kann sich beklagen. raschendes. Im ersten Afte wurde der Eindruck durch das nicht lichen mußte sich Wagner mühevoll zum bewußten Schaffen Ihr bleibt zu ausreichender Befriedigung die Presse. Vom Morgen genügend kräftige Organ beengt. Im zweiten aber und im dritten emporarbeiten. Die Jdee der bis in die Nacht erscheint jezt mindestens alle zwei Stunden ein wuchs sie für mein Empfinden mit des Dichters Intentionen ganz Geiste des revolutionären Zeitalters Tetralogie ist aus diesem und des von diesem frisches Blatt, das genau berichtet, wie und wann Frau Caillaur und gar zufammen. Das findisch Eigensinnige, die Sinnlichkeit, die start befruchteten Stünstler geboren, wenn sie auch erst während geschlafen, gespeist usw. hat. Manche Berichterstatter beschweren Lüfternheit der Sensation, Hochmut, Laune, verschlagene Raubtiers der schweizerischen Eriljahre vollends fich allerdings heftig, meil zur Frucht reiste. man die Gefangene auf den tücke. das ichillerte in wechselnd bunten Lichtern durcheinander. Die Wagner griff zum germanischen Mythos, nicht um dessen Götter Gängen des Justizpalastes bon ihnen nicht ganz nach ichlante, schmiegiame Gestalt, der weiche, von keinem Anhauch eines und Heldengestalten überlieferungsmäßig zu schildern, sondern diese Belieben angloßen und auf die photographische Platte bringen ernsteren Gedankens oder tieferen Gefühls getrübte Reiz des Antliges in reinster Menschlichkeit vor uns hinzustellen. Und dazu schuf er lassen will. Jegliche Berühmtheit gehört ihnen, ihrer schmutzigen fügten sich dem Bilde in wunderbarer Weise ein, Man glaubte ihr fich eine eigene Sprache, die aus der Alliteration und dem furgen Neugier und Frechheit, der Skrupellosigkeit ihres Unternehmers. Brutale Schaustellungen gegen diesen unwiderstehlichen Zug sich ergözt. die Macht, das Glück, den garusamen Zerstörungstrieb, in dem sie Stabreim gewonnen wurde. Die Charakterisierung der Handlung der bürgerlichen Verfallsära werden aber keine polizeilichen Verbote durch den Gesang, namentlich durch das Orchester und die Motive zählt ferner zu den Merkmalen des Wort- Ton- Dramas. auftommen. Joe Jeanette und Carpentier Die der Kampf zwischen Das Deutsche Künstlertheater hat in feinen Dichtung Rheingold" wurde zulegt geschrieben; doch zuerst kom den beiden Großen der Borkultur hat Paris trog der Konturreng Repertoires und sonstigen Nöten zu einem probaten Mittel ge- poniert. Der Kernpunkt dieses Werkes läßt sich am fürzesten so der Rochette- Enquete in unerhörte Bewegung gebracht. Fauteuils griffen: es hat den klassischen Schwank: Der Raub der festlegen: Mit der Entdeckung des Goldes erreichte das goldene wurden mit 50, 80, ja 160 Fr. bezahlt, der Zweite Blag" tostete Sabinerinnen" wieder hervorgeholt und damit ins Schwarze Zeitalter sein Ende. Zwar lebten die Götter, Riefen, Zwerge und 25 und 30 Fr., und der Vorrat reichte nicht. Die waderen Bourgeois, getroffen. Und Brahms, der literarische Abn des Künstlertheaters,| Menschen vorher auch nicht immer friedlich miteinander. Doch seit die lieber alles in der Republik drunter und drüber werfen, ehe sie ein hat zu der Aufnahme dieses Stammstüdes aller Provinzbühnen, im dem das Gold dem Erdinnern entrissen war, da machte es seinen paar Frank Einkommensteuer bezahlen, tragen trop des bejammerten voraus seinen Segen gegeben da er es selber ins Lessingtheater Fluch fühlbar. Dieser Grundgedanke ist bebeutungsvoll für das Niedergangs der Geschäfte mit freudiger Hingabe ihre Goldfüchse und einführte. Die Brüder Schönthan, von denen der jüngere Franz ja ganze Vorspiel. Banknoten zur Kasse des Boy- Theaters. 150 000 Frant sind an erst voriges Jahr gestorben ist, sind also auch in Berlin mit ihrem diefem emen Abend eingeflossen! Welch erhebendes Bild einer besten Einfall noch lebendig. Freilich was an dem luftigen Ding sich darüber klar war, wie wichtig für den nachfolgenden Ring" Ob man sich dieses Moments vollauf bewußt gewesen, ob man Opferwilligkeit, die bezeugt, daß sich die Interessen des Bürgers nicht sterblich ist, die Familiengeschichte und die inzwischen hundertfach gerade eine großzügige Gestaltung des Rheingolds" sein müſſe in banaufischer Befriedigung leiblicher Genüsse erschöpfen. Die zu Tode gehegten Verwicklungen, bleiben tot. Aber unsterblich die erste Aufführung hat diesen Beweis nicht erbracht. Drei Faktoren Römer der Niedergangszeit forderten Brot und Spiele zum Geschent. erstrahlt über allem anderen die Gestalt Striefes, des Schmieren- find hier von gleicher Wichtigkeit: Musit, Handlung und Dekoration. Die modernen Bourgeois, voll unerfättlicher Begier nach nerven- direktors. Schauspieler großen Namens haben Biz und Eigenart an Nun stand zwar das erste Bild, die Rheintöchterszene, technisch erregenden Darbietungen, bezahlen ihre Spiele mit dem Brot, das ihn verschwendet: aber ich fann mir nicht denken, daß ihn einer hoch und wirkte„ bezaubernd schön". Ziemlich verfehlt waren fie den Arbeitenden rauben. vollfaftiger und lebfrischer gestaltet hat denn unser Jakob Tiedtke. aber das zweite und vierte Bild. Bo blieb die Götter Ebenso komisch wie menschlich war diese Schöpfung aus dem Vollen, burg? Wo das Rheintal? Und wo die Regenbogenbrüde? nicht erflügelt und ins Tragische gesteigert, noch ins Possenhafte Nicht umsonst bestimmte Wagner, daß Wotan beim ersten Ertönen Lessing Theater. Frant und Zilli Wedekind herabgedrückt. Seine Erscheinung schon weďte das behaglichste des Notangmotivs ein vom Fafner beim Einpacken des Nibelungenim Simson". Wedekind, der eine ganze Reihe selbstgeschaffener Lachen, und wenn er im schönsten Sächsisch seine Humore spielen ließ, horts vergeffenes Schwert aufnehmen und gegen die Burg schwingen Selben schon gespielt hat, trat am Donnerstag mit seiner Frau zu- dann war keine Rettung mehr vor ansteckender Ausgelassenheit. I müsse. Damit ist angedeutet: Heldentum gegen Goldesmacht, ein Theater. " dt. " # gegriffen! Gegen einen anderen Kollegen, welcher auch als 95 Millionen Lire jährlich. Das Kabinett Giolitti hat wohl nicht wir sehr auf der Hut sein. Dann mcfommen, dann müßten muß Aus der Partei. Arbeiter. Ausständigen gesprochen haben sollte, hat er seine Arbeits- offiziöse Blait des Ministeriums des Innern ist, berechnet die I Wenn wir also cinen staatsbürgerlichen Unterricht in Ser bescheinigung nachgeworfen. Einen Streifposten hat er tätlich an- Mehrausgabe, die die Forderungen des Personals einschließen, auf Volks- und Fortbildungsschule in Preußen umsonst diesen stattlichen Stachel im Ministersiz seines Nachfolgers schaft dessen entsinnen, was Herr Dr. Hedler gelassen, ohne sich darum Sorgen zu machen. Jetzt ist die Frist über die Bedeutung der Familienerziehung für für eine befriedigende Antwort recht kurz geworden. In einer den staatsbürgerlichen Unterricht gesagt hat! Eisenbahnerversammlung, die am 24. März in Neapel stattfand, wurde bereits von den Vertretern der süditalienischen Eisenbahner der Streit für den 15. April beschlossen. Weiter beschlossen die Versammlungsteilnehmer die Verschmelzung aller süditalienischen Sektionen der Förderation der Eisenbahner" mit den Sektionen des Eisenbahnersyndikats", wodurch die Vereinheitlichung der Eisenbahnerorganisationen, die bei den jüngsten Verhandlungen der bei den Zentralen mißglückt ist, durch die Einzelsektionen verwirklicht wird. Der dirette Anstoß zu dieser Einigung kommt von dem Kampf, zu dem sich das Personal der italienischen Staatsbahnen rüftet. " ruhiger und fachlicher Mensch bekannt ist, und der nur seine Pflicht erfüllte, indem er Posten stand, sind, ohne daß er auch nur den geringsten Anlaß dazu gab, von Herrn Bünsow die ordinärsten Redensarten gefallen. Der Kollege war zu anständig, in diefem Rajchemmenton zu erividern. Er hätte auch als anständiger Arbeiter gar keine Worte gefunden, die gebrauchten Redensarten zu übertrumpfen! Knigges Umgang mit Menschen" scheint Herrn Bünsow unbekannt zu sein. Oder sollte das der Ton im Umgang mit den Arbeitswilligen sein. Von den Ausständigen sind bereits einige anderweitig untergebracht. Die Werkstube ist für organisierte Kollegen gesperrt. Verband der Porzellanarbeiter usw. Jahlstelle Berlin. Achtung, Tapezierer! Die Sperre über die Firma Fischer u. Wedel( Matraßenfabrik), Brückenstr. 13a, ist aufgehoben. Die Schlichtungskommission. Deutsches Reich. Ausland. Ein vernünftiger Richter. Vorsicht für Seefahrtsluftige! Die staatsbürgerliche Erziehung in Deutschlands Schulen. Gemeindewahlerfolge. Ditmarschen) wurde bei der Wahl in der dritten Klasse der Genosse Jn Wester büttel( Kirchspielslandgemeinde Eddelak in Wilhelm Ludewig mit 28 Stimmen gewähit; die Gegner era hielten zusammen nur 16 Stimmen. Somit senden unsere Genossen ben ersten Sozialdemokraten in das dortige Gemeindeparlament. In Fahrstedt bei Marne( Holstein) wurde der zweite Genosse in die Gemeindevertretung gewählt. Mit 14 gegen 10 Stimmen wurde auch in Süderau( Kreis Steinburg, Holstein) zum ersten Male ein Genosse, der Arbeiter Ernst Röside, als Gemeindebertreter gewählt. Die Amsterdamer Stadtverordnetenversammlung wählie den Genoffen Wiebaut als„ Wethouder", als stellvertretenden Bürgermeister. Wiebaut, der der radikalen Parteirichtung angehört während auf den Genossen Vliegen 8 und auf den liberalen Kandi und Mitglied des Parteivorstandes ist, erhielt von 39 Stimmen 21, daten 11 Stimmen entfielen. Wiebaut wird mit dem wichtigen Dezernat des Wohnungswesens und der Arbeitsbedingungen der städtischen Angestellten betraut. Im Wohnungswesen Amsterdams tut eine fräftige Reformpolitit befonders not. Wiebaut redigiert seit Jahren das fommunalpolitische Parteiblatt. Sozialistische Blindenliteratur. Von der„ Neuen Zeit", Organ zur Pflege sozialistischer WeltNummern 2 und 3 des 5. Jahrganges erschienen. Die Hefte haben anschauung unter den Blinden Deutscher Zunge" sind die des Fortschritts( Schluß). Der Verbrecher: Von Dr. A. Lipschütz. Kasernenleben. Feuilleton: Novelle von Oskar Baum. Aus der Gegenwart: Alfred Russel Wallace. Zabern. Hierzu die wissenschaftliche Beilage. Deutsche Versammlungsfreiheit". Vor kurzem sollte in Dresden in einer Glasarbeiterversamm= In Bürgerwiefen( Danzig- 2and) fiegten ant lung über:„ Die Moral der gelben Werkvereine" ein Vortrag ge= Donnerstag bei den Gemeindevertreterwahlen unfere beiden Genossen halten werden. Als den Polizeibeamten auf Grund des VereinsRehberg und Katt in der dritten Klasse mit 101 Stimmen gesetzes der Eintritt zu der Versammlung verwehrt wurde, weil gegen die bürgerlichen Kandidaten, die es nur auf 35 Stimmen sie Beine politische war, lösten die Beamten die Versammlung kurzer- Die Vereinigung für staatsbürgerliche Bilbragten. Das eine Mandat wurde neu geholt, während das zweite hand auf, und mit einem Aufgebot von etwa 20 Gendarmen wurden dung und Erziehung hatte zu einem Staatsbürger- in der Erfazwahl zu verteidigen war. die Teilnehmer auseinander getrieben. Außerdem erhielt der lichen Erörterungsabend im Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende der Versammlung zwei polizeiliche Strafmandate, weil eingeladen. Dort sprach Professor Dr. Hedler- Hamburg Der erste sozialdemokratische Bürgermeister in Holland. er den Beamten keinen angemessenen Blak" eingeräumt und die Versammlung nach der Auflösung nicht sofort verlassen habe. Auch über seine Beobachtungen bei einer staatsbürgerder Referent soll 100 M. und der Schriftführer 50 M. Strafe zahlen. Tichen Studienreise durch Deutschland, Oester Gegen das ganze Verfahren ist Einspruch erhoben worden. reich und die Schweiz. Die Oberschulbehörde in Hamburg hat ihn zu dieser Reise beranlaßt. Er habe gesehen, daß die Regierungen die Gleichgültigkeit gegenüber der staatsbürgerlichen Erziehung und dem staatsbürgerlichen Unterricht, dieser nationalen Sulturfrage, abgelegt haben. Der Kernpunkt dieser Am 24. Februar tam cs in Genf zu einem Renkonter zwi- Frage ist: Wie ist der Staatsgedanke, also das Aufschen Streitbrocher und einigen streikenden Tischlern. Auf Befehl gehen des einzelnen in der Allgemeinheit, in der Tischlermeister verhafteten die Polizisten einige Streifende, die den Mittelpunkt der ganzen Erziehung zu stel= sich nun dieser Tage vor dem Polizeirichter wegen„ Belästigung" Ar- Ien. Die staatsbürgerliche Erziehung geschieht zunächst durch die beitswilliger zu verantworten hatten. Polizeirichter Veillon Familie, was zwar vielfach, jedoch mit Unrecht, bestritten wird. fand aber, daß erstens die Verhaftungen einseitig auf Befehl der Er habe überall beobachtet, daß viele der älteren Schüler mit Tischlermeister erfolgt wären, und daß zweitens bei solchen An- fertigen Ansichten über staatsbürgerliche Fragen in die Schule u. a. folgenden Inhalt: läffen die gegenseitige Aufregung zu berücksichtigen sei und es fommen. Der Redner sieht darin einen 8wang für den Unser Endziel( Fortjehung). Der Panamakanal. Die Sprache versöhnlicher wirke, wenn die Angeschuldigten möglichst Lehrer zur Unparteilichkeit bei der Behandlung staatsIeicht bestraft würden. Aus diesen Gründen verurteilte er die bürgerlicher Stoffe. Der Lehrer werde sich bewußt bleiben, daß meisten Angeklagten nur zu 5 Frank Buße; ein Urteil, das an- hinter jedem Schüler ein Elternhaus mit bestimmter politischer genehm von anderen in ähnlichen Fällen ergangenen Gerichts- Anschauung stehe, die zu verlegen er Gefahr läuft, wenn er sich entscheiden absticht. zur Parteilichkeit hinreißen läßt. Jezt sei die Unterrichtsmethode Der Bezugspreis des Blattes, das in Braillescher Kurzschrift in der Staatsbürgerkunde ganz verschieben. Nach seiner Meinung gedruckt wird, beträgt bei sechsmaligem Erscheinen pro Jahr 3,60 Mr. müsse die Staatsbürgerkunde nicht in einer bestimmten Unter- übrigen Staaten. Die Zeitschrift wird nicht im Buchhandel verfür Deutschland und Oesterreich- Ungarn und 4,50 M. für die Bon der Sektion der Seeleute des Belgischen Trans- richtsstunde getrieben, sondern der ganze Unterricht in allen trieben, sondern ist nur durch A. Wendt, Berlin N., Wiesenstr. 36, portarbeiterverbandes erhalten wir folgende Zuschrift:& ächern müsse staatsbürgerlich durchtränkt werden. Nicht nur zu beziehen. Dorthin sind auch alle bezüglichen Anfragen und Bea Schon seit längerer Zeit erscheinen in den deutschen Zeitungen der Geschichtsunterricht, sondern auch der Geographie und Deutsch- ftellungen zu richten. Die Parteigenossen werden gebeten, alle Annoncen wie folgt: Junge Lente, welche bereit sind, zur See zu fahren als Koch zu geeignet. Er legte das an Beispielen bar. unterricht, ja sogar die Rechenstunde und die Naturkunde seien da- ihnen etwa bekannten Blinden auf das Organ aufmerksam zu oder Kellner, finden Stellungen mit einem dreimonatlichen Lohn teilung der Arbeit müsse sich das Lehrerkollegium einigen, ein von Ueber die Ver- machen. Durch die oben genannte Stelle ist auch das in Blindendruck ervon 1200 und 1500 M. auf Schiffen... usw.... Meldungen an: oben gegebenes Schema& fönne nichts nutzen. Um das aber schienene kommunistische Manifest" zu beziehen. Der Preis für Paul Rodstroh, 16 Place de la Commune, Antwerpen, möglich zu machen, seien Verbesserungen in der Ausbildung der schließlich der Versandkosten 1,75 M. die drei Hefte, die zusammen 139 Seiten umfassen, beträgt einWir machen darauf aufmerksam, daß diese Annonce reiner Lehrer nötig; heute wüßten viele Behrer nichts von diesen Dingen. Schwindel ist. Die Sache ist in Händen der Staatsanwaltschaft Der Redner unterscheidet zwischen staatsbürgerlichem Unterricht, Antwerpens. Alle Mitteilungen über diese Sache erbittet: Schutz von dem er bisher in der Hauptsache gesprochen, und staatsbürger- bringt, wie vorauszuieben war, erfreuliche Daten über den Fort Der foeben veröffentlichte Jahresbericht der holländischen Partei .verein der Seeleute, Antwerpen, 8 St. Pietersvliet. licher Erziehung. Unsere Erziehung fördere in der Hauptsache schritt der Partei im Wahl- und Kampfjahr 1913. Die Mitglieder Die Agitation der italienischen Eisenbahner. egoistische Tugenden, wie Ordnung, Fleiß, Mut, Geiftesgegenwart zahl steigerte sich von 15 567 auf 25 830, alfo um mehr als 64 Prousw. Nun sei es nötig, auch auf die Förderung staats- gent; die Zahl der Ortssektionen stieg von 284 auf 382. Unter den Rom, 25. März.( Eig. Ber.) Die Bewegung der Eisenbahner bürgerlicher, sozialer Tugenden, der Ginord heutigen Mitgliedern find 3011 Frauen, alio 13 Proz. Von den fängt an, die öffentliche Meinung und die Regierung lebhaft zu nung in ein größeres Ganzes hinzuwirken. Als hervor- neuen Mitgliedern wurden 3336 in der Roten Woche im November beschäftigen. Seit Wochen ist bekannt, daß das Personal der ragendes Mittel zur Erreichung dieses Bieles, das vor allem gewonnen. Die Zahl der sozialdemokratischen Parlamentsmitglieder Etaatsbahnen bis zum 15. April eine Antwort auf die Forde erschensteiner immer wieder propagiert, nannte er u. a. Provinzialvorständen von 24 auf 42, in den Gemeindekörpern von vermehrte fich von 7 auf 15, die Zahl unserer Vertreter in den rungen seines Memorandums erwartet. Das„ Giornale d'Italia", die Selbstverwaltung und die eigene Gerichts bar 171 auf 247. Dabei ist zu beachten, daß von unserer Seite nur in das seit dem Wechsel des Kabinetts an Stelle der„ Tribuna" das feit der Schüler. Er habe auf seiner Reise mehrere große 177 von den 1158 Gemeinden an den Gemeindewahlen teilgenommen freies Menschengeschlecht, an dem der Goldfluch machtlos fein sol. Schulen gesehen, die sich dieser Mittel zur alljeitigen Zufrieden- wurde. In diesen Gemeinden hatten 62 Sozialdemokraten fich einer Dann die Mujit. Warum verdeckte man das Orchester nicht? Muß heit bedienen. In einigen Schulen straft nicht der Lehrer, sondern wiederwahl zu unterwerfen; es wurden im ganzen 125 unserer denn der Stapellmeister absolut gesehen werden? Ignaz Waghalter das Schülergericht; der Lehrer erscheint dort nur als Beuge. Kandidaten gewählt. Die Buchhandlung der Partei hatte einen Ilmgelang es nicht, die Musik nach ihrem Gehalt herauszuarbeiten; 3wischen beiden Extremen, der Demokratie der Schüler und der faz von 9361 Gulden an Broschüren. aller Glanz ging verloren, ganze Partien waren verwischt. absoluten Herschaft des Lehrers, gäbe es die mannigfachsten Ab- Genehmigter Festzug. Die Polizeidirektion in München hat In der Aufführung standen der Botan Karl Brauns und stufungen. Weiter empfahl der Redner die freien Vereinigungen den von der Arbeiterfchaft geplanten großen Feftzug durch die Julius Lieban 3 Mime obenan. Da ist Wagnericher Stil. Den der Schüler zu Spiel und Sport. Längere interessante Ausführün- Straßen Münchens anläßlich des zu Pfingsten stattfindenden Arbeiter Loge hatte Alfred Goly denn doch zu auffällig als eine Art männ- gen machte er über die Refrutenprüfungen in der Schweiz. Von sängerfestes genehmigt. lichen Serpentintänger aufgeputzt. Die beiden Riesen brachten für den Jugendorganisationen erscheinen ihm die von po ihre ungeschlachtheit nicht das entsprechende stimumliche Kraftmaß mit. litischen Barteien gegründeten und geführten als eine Gefahr Julius Noether war gut als Wettergott. Das aus seinem Hammerschlag hervorsprühende Gewitter allerdings wirkte dekorativ für einen objektiven staatsbürgerlichen Unterricht. Um dieser Gesehr mittelmäßig. Eduard KandI( Alberich), Luise Schröter, fahr entgegenzuwirken, sei der Ausbau des unparteilichen Elisabeth Böhm v. Endert, Luise Mard 2üders fügten sich staatsbürgerlichen Unterrichts und der staatsbürgerlichen Grangemessen ein. Das zweite( Klage-) Terzett der Rheintöchter ziehung in allen Schulen notwendig. Belgien." = ( Kertha Stolzenberg, Kath. Jüttner, Frida Mared) flang schön. Die Die nachfolgende Diskussion zeigte nut, daß bei den AnArbeitshöhle der armseligen fflabischen Nibelungen fonnte nicht hängern staatsbürgerlichen Unterrichts noch recht große Untlar gerade überzeugen. Uebrigens hätte das Amboßmotiv breiter, much- heit über Wert, Weg und Ziel dieser Arbeit besteht. tiger flingen müssen. " Notizen. ek. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Aus Industrie und Handel. Ein mißglückter reaktionärer Plan. Infolge eines Mißberständnisses fette der Genoffe Wilhelm Lude in Neugersdorf bei der letzten Gemeinderatswahl den Namen eines bisherigen Genoffen unter den Wahlaufruf, ohne hierzu von dem wurde gegen Luce ein Strafverfahren eingeleitet und er zu drei Genossen autorisiert worden zu fein. Wegen Urfundenfälichung" Tagen Gefängnis verurteilt. Weiter entzog ihm der Gemeinderat, die Rechte als Gemeindevertreter. Eine Beschwerde hiergegen verStein vernünftiger Mensch wird gegen eine wirtlich un- warf jowohl die Anishauptmannschaft als auch der Bezirksausschuß. parteiliche Einführung der Schüler in das Verfassungswesen Erst das Oberverwaltungsgericht hat den Beschluß des GemeindeTheaterchronit. Im Theater am Nollendorf- und eine objektive Darlegung der verfassungsmäßigen Rechte des rats aufgehoben und die Kosten des Verfahrens der Staatskasse play mußte wegen technischer Schwierigkeiten die für Sonnabend Staatsbürgers in den Schulen etwas einzuwenden haben. Auch auferlegt. angesezte Premiere Der Jurbaron" verschoben werden. mit der Grtvedung sozialer Tugenden kann jeder einverstanden Statt dessen geht„ Die schöne Helena" von Offenbach in sein. Wir können für unser Teil jogar geltend machen, daß wir Szene. auf dem besten Wege waren, durch Einrichtung von JugendorganiDie Freie hochschule Berlin hat foeben ihr fationen diese Aufgabe nad Kräften att fördern. In den pro Der Schrei nach dem Fiskus. Frühjahrsprogramm erscheinen lassen. Es enthält über 70 Vortrags. letarischen Jugendorganisationen war die Selbstverwaltung durch reihen und 5 Ginzelvorträge. Alles Nähere ist aus dem Programm die Jugendlichen so gut durchgeführt, wie in feiner bürgerlichen verhandlungen in Frage stellen, wenden sich die privaten Bechen Da die Unstimmigkeiten im Kohlensyndikat. die Erneuerungszu ersehen, das in allen Bibliotheken, Lesehallen und bei Loefer u. Wolff fostenlos ausgegeben wird. Jugendorganisation. Unsere Jugendvereine fielen aber dem Bo- lebhafter als je mit der Bitte um Hilfe an den Bergfiskus, von Der Streit um die Kaisertette. Ale beim letzten lizeijäbel zum Opfer und kein bürgerlicher Schulre- dessen Haltung allerdings wesentlich die Erneuerung abhängt. Wettingen um die vom Kaiser gestiftete Seite der Stölner Männer former, fein bürgerlicher Freund der staats. Der Fiskus tun will nur dann beistehen, wenn die privaten Zechen geiangverein die mehrmals behauptete( auch bereits einmal gebürgerlichen Erziehung öffnet den Mund, um sich geeinigt haben. Von einzelnen Unternehmen, die ein großes stohlene) Rette an den Berliner Lehrergesangverein verlor, entgegen die Zerstörung einer Einrichtung, die wie Interesse an der Erneuerung haben, wird daher zum Teil mit nicht stand ein Sturm im patriotischen Wasserglase. Die waderen Stölner eine andere geeignet war, staatsbürgerliche, ganz lauteren Mittel gearbeitet, um die widerstrebenden Zechen erklärten, nicht mehr mittun zu wollen und kündigten beinahe die sosiale Tugenden in der Jugend zu pflegen, sum bedingungslosen Anschluß au zwingen. Jetzt wird sogar die Staijertreue auf. Jezt ist der ultige Streit aufs neue entfacht, δα die Rheinisch- Westfälische Zeitung" mit Bestimmtheit bes& ront zu machen. offenbar frei erfundene Nachricht verbreitet, der Staat wolle ein hauptete, ein inzwischen verstorbener Preisrichter habe aus persön In Preußen, wo der Polizeisäbel unsere Jugendorganisationen 3wangstohlensyndikat( ähnlich dem Kalisyndikat) schaffen. licher Animosität die Kölner um die Kette gebracht. Nun brennt zerschlug, glauben wir auch nicht an die Möglichkeit einer ob- So äußerte sich in der Gewerkenversammlung der Zeche König das Feuerchen wieder lichterloh! jettiben Staatsbürgerkunde in den Volksschulen. Wir Ludwig der Grubenvorstandsvorsitzende: Später Religionsunterricht. Der Dresdener dürfen den staatsbürgerlichen Unterricht in der Volfsschule nicht Anzeiger" berichtet aus einem westböhmischen Bezirke: Ein Bater, ifoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit dem ganzen der sich weigerte, fein Stind in den Religionsunterricht gu ichiden, Unterricht, vor allem im Zusammenhang mit dem Geschichts- und legte gegen eine Aufforderung des Bezirksschulrats Berufung ein. Religionsunterricht. Nach diesem Unterricht ist das Wohl und wobei die Sache bis an das Unterrichtsministerium ging. Vor furzem fiel nun die Entscheidung: das Kind sei in die Religions- Wehe des Voltes abhängig von der Gnade Gottes und dem Tastunde zu schicken. Das war aber nicht mehr möglich, da das Kind lent der Hohenzollern. Verfassungsrechtliche Bestimmungen und fich inzwischen verheiratet hatte. verfassungsmäßige Rechte sind danadh also auch nur der Güte " Die Hauptfache. Der neuen Monarchie Albanien fehlt der von Gott inspirierten preußischen Könige zu danken. Gie so gut wie alles außer dem Fürsten. Aber einen unentbehrlichen find mithin keine Waffe in den Händen des Volfes, kein Mittel, Bestandteil jeder guten Monarchie hat es sich rechtzeitig zugelegt: das Wohl des Volfes auch gegen die Krone und die sonstigen cine Nationalhymne. Ein italienischer Stapellmeister hat fie( auf Herrschenden Gewalten zu wahren. Sie müssen angewandt werden Kredit?) geliefert und eine italienische Kapelle müht sich jetzt ab, fie int Geiste der Hohenzollernlegende. In der preußischen Volksschule den zwar nicht angestammten, aber hoffentlich doch treuen Söhnen wäre die Einführung der Staatsbürgerkunde ohne eine durch der Berge beizubringen. greifende Reform des ganzen Schulwesens unzulängliches lid werf. Und in den meisten anderen Bundesstaaten ist es nicht viel beffer. Amundsens Expedition verschoben. Amundien bat fich definitiv entschlossen, seine Südpolegpedition erit nächstes Jahr anzutreten. Sein Schiff, die Fram", muß ins Dod. Die Aussichten und die weiteren Ergebnisse des laufenden Jahres sind abhängig von der baldigen Erneuerung des Kohlenfynditats. Zu einem Verkauf der Bergwerksprodufte in zügeliofem, freiem Wettbewerb, also ohne Syndikat, darf die Staatsregierung es nicht fommen lassen; sie wird vielmehr, falls die Verhandlungen zur Erneuerung des Synbitats ergebnislos bleiben sollten, rechtzeitig eine 3wangsorganisation schaffen, und zwar in einer Form, die auch den Hüttenzechen nicht erwünscht sein dürfte. Die Folgen davon jehen wir täglich beim Kalisyndikat. Darum wird man zu den gesamten Vertretern unseres Bergbaus das Vertrauen haben dürfen, daß sie einen Weg zu einer Verständigung auch finden werden. Das Ziel kann selbstverständlich nur erreicht werden bei gutem Willen und einiger Beschränkung auf allen Seiten. Die Vertragserneuerung hat feineswegs Zeit bis Ende 1915, sondern sie muß wegen der unverhältnismäßig großen Förderung der außenstehenden Zechen unbedingt bor Mitte diefes Jahres erfolgen." Desterreichische Schatzscheinanleihe. Gästen Zechen zu machen und betrunkene Herren und Damen und unterzog ihn einem kurzen Berhör, um dann mit dem Be Dem Vorbilde des Deutschen Neiches und Preußens folgend, an die frische Morgenluft zu befördern. Diese fraft- merken, daß er zum Dienst" müsse, das Fabrikgrundstüd zu verwill Oesterreich seinen neuesten großen Geldbedarf in Form lang- entwickelnde Tätigkeit, für die der Hüne freies Essen und lassen. Er ging dann schuurstracks nach der Wohnung des Spree, fristiger Schahanweisungen Es sollen für 396,6 Trinken und 200 M. monatlich in barem Gelde bekam, fah po er die Ehefrau antraf. Dieser gegenüber gab er sich ebenfalls Millionen Kronen Schabscheine ausgegeben werden, der Lettere als eine kaufmännische Tätigkeit an und so wolle er die Sache niederschlagen. Die Frau in ihrer Herzensals Kriminalbeamter aus und erklärte, wenn sie 8 M. bezahle, die ferienweise ausgelost und spätestens nach 15 Jahren völlig klagte als„ Sandlungsgehilfe" vor dem Kaufmannsgericht. angst suchte auch ihre paar Groschen zusammen und händigte dem zurückgezahlt sein jellen. Die Regierung überläßt die Schatz- Dieses sprach indessen dem„ Rausschmeißer" seine Handlungs- Erpresser 1 M. aus mit dem Bemerken, daß dies ihr ganzes Geld scheine einem Bankenkonsortiumt zu 94% Proz. Die Anleihe wird gehilfentätigkeit ab und kam zur Abweisung der sei und ihre Kinder nun hungern müßten. Sie versprach, von zu 95 Prog. zur Substription aufgelegt werden, wobei der Finanz- Iage wegen Unzuständigkeit des angerufenen dem Kommandoton des Pseudobeamten eingeschüchtert, sich das minister außerdem gewiffe Vergütungen für Spesen usw. an das Gerichts. Aläger sei Gewerbegehilfe. Wegen der übrige Geld zusammenzuborgen und es ihm am nächsten Tage Konsortium leistet. Die Substription wird stattfinden in Dester- Höhe seines Einkommens, über 200 W. monatlich, könne er auszuhändigen. Inzwischen hatte sich auf dem Fabrikgrundreich, Deutschland, Holland und in der Schweiz, und zwar in auch nicht vor dem Gewerbegericht klagen. Bei der Höhe des ſtück eine erschütterade Tragödie abgespielt. Der von dem falschen Deutschland bei der Deutschen Bank, dem Bankhaus Mendelssohn Klageobjekts, 2300 M., müsse er beim Landgericht wegen des Diebstahls an den wenige Groschen werten Kohlen ins Kriminalbeamten festgestellte Arbeiter Spree ging, aus Furcht u. Co., der Direktion der Disconto- Gesellschaft und dem Bank- klagen. Gefängnis zu kommen, in einen Schuppen und erhängte sich. Als hauſe S. Bleichröder.nd Die Entscheidung des Kaufmannsgerichts ist nicht man sein Verschwinden bemerkte, ahnte man sofort schlimmes; Die Bedingungen sind aber für die Regierung recht unbedenkenfrei. Gewerblicher Gehilfe ist der, der gelverbliche als man ihn fand, war er bereits eine Reiche. günstig. Trozdem 4½ Proz. Zinsen gezahlt werden, bekommt Leistungen verrichtet, während ein Handlungsgehilfe kauf- dieser tragische Ausgang mitgeteilt wurde, brach die ihres Erdie Regierung von vornherein nur 94% statt 100. Die Banken männische Dienste zu verrichten hat. Kaufmännische nährers Beraubte mit lautem Aufschrei ohnmächtig zusammen. erhalten außer einem Zwischengewinn von ½ Proz. noch Extra- Dienste sind solche, die sich wesentlich auf den Umsatz von Die Anklage legte dem Angeklagten ferner einen gegen einen vergütungen. Trotz der augenblicklichen Geldflüssigkeit muß der Waren, gewerbliche sind die technischen Dienste, die sich Schuhmacher in Lichtenberg verübten Betrug zur Last, bei dem österreichische Staat also unverhältnismäßig hohe Zinsen zahlen. wesentlich auf die Bearbeitung und Verarbeitung von Waren Stiefel auf Stredit entnommen und nicht bezahlt hatte. In dem er, ebenfalls in der Rolle eines Kriminalbeamten, ein Paar Das ist, abgesehen von der allgemeinen schlechten finanziellen Lage beziehen. Danach kann es recht zweifelhaft erscheinen, ob der letzten Fall der Anklage hatte der Angeklagte gegen eine Frau Desterreichs, darauf zurückzuführen, daß diese Anleihe ohne Zu- Rausschmeißer" in der Tat gewerbliche Dienste und nicht Rosner eine Erpressung verübt, indem er in der Maske eines stimmung des österreichischen Parlaments( auf Grund des§ 14- vielmehr kaufmännische zu verrichten hat. Seine Tätigkeit Gerichtsvollziehers bei ihr erschien, mit Siegelmarken, die er von Notstandsparagraphen) erfolgt. Vor einigen Tagen hat sich daher bezieht sich auf den Umsatz der Waren und die Bedienung seinen eigenen gepfändeten Sachen abgerissen hatte, deren Sachen felbst die„ Vossische Zeitung" veranlaßt gefühlt, deutsche der Kunden, ist also eine kaufmännische Tätigkeit. Freilich versiegelte und unter der Drohung, diese Sachen noch an dem Kapitalisten vor dem Erwerb der neuen österreichischen Anleihe ist dem entgegenzuhalten, daß Kellner, die bis zu einer Ent- felben Tage abholen und versteigern zu lassen, 11 M. von ihr scheidung des Reichsoberhandelsgerichts oft gar zum Gesinde expreßte. gerechnet und erst seit jener Entscheidung als Gewerbe- Jahren. Das Gericht verurteilte den Angeklagten, mit Rücksicht Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 1½ gehilfen anerkannt wurden, nichts mit Be- und Verarbeitung auf seine Vorstrafen, zu 1 Jahr Gefängnis. von Waren zu tun haben, wohl aber mit dem Umsatz der au marnen; sie schrieb: In Deutschland wird man den neuen österreichischen Schabscheinen wohl mit einer gewijsen 8urüdhaltung gegen überstehen, ohne darum päpstlicher sein zu wollen als der Bapst. Diese Schatscheine ohne parlamentarische Genehmigung in einem Lande mit parlamentarischer Verfassung sind ein so rein österreichisches Spezifikum, daß man sie am liebsten auf Desterreich als Emissionsland beschränkt sähe. Nicht daß zu befürchten wäre, der österreichische Staat tönnte sich werden auch die rabiatesten Obstruktionspolitiker ihm nicht zu etwa einer übernommenen Schuldverpflichtung entziehen, das muten wollen; aber wir glauben, daß in diesem besonderen Falle die Oesterreicher besser daran tun, auch die finanzielle Seite der Frage unter sich abzumachen, anstatt das Ausland zur Mitwirkung einzuladen." Noch schärfer ist das Urteil des Oesterreichisch eit Waren. Eine geborstene Ordnungsfäule. Die recht häufig schwankende Entscheidung, ob jemand gelverblicher oder Handlungsgehilfe, erübrigte sich, wenn wir Die Straffammer II des Stieler Landgerichts hat den Renendlich ein einheitliches Arbeiterrecht hätten. Leider sind wir danten Reimers der Spar- und Darlehenskasse des Gutsbezirks geht auf Aufrechterhaltung weit davon entfernt. Das. Streben der herrschenden Klaffe Farbe, der Residenz eines Grafen Reventlow, wegen Vergehens gegen das Genossenschaftsgesetz, Veröffentlichung falscher Bilanzen und scheidungen, weil diese eine Rechtsunsicherheit der Arbeiter unterschlagung zu fieben Monaten Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe verurteilt. Weiter wurde ihm auf die Dauer von fünf Jahren die Fähigkeit abgesprochen, öffentliche Aemter zu bekleiden. fördern. der funterbunten UnterBeilegung des Breslauer Aerztestreifs. Volkswirts", der geradezu von dem„ berderblichen Charaktererate aur freien Aratwahl. Auch bei den Spezialärzten herrscht Die Vergleichsbedingungen find folgende: Bugelassen sind 110 der Anleihe als eines Spielpapiers" spricht, der die Differenzfreie Arztwahl, allerdings nur auf Ueberweisung durch Kaffenzwischen Ausgabe- und Rückzahlungskurs für die zuerst ausge- arate. Die bisherigen Aerzte verlassen nach einer Abfindung am Tosten und zurückgezahlten Scheine große Gewinne verspricht. Die 1. April Breslau. Beim Vergleich hat also der ärgste Terrorismus Zeitschrift bemängelt ferner: des Aerzteverbandes gefiegt. Hapag und Lloyd. Verhöhnung armer Krüppel, Der eigentliche Sinn des§ 14 ist ja nur, der Regierung zu ermöglichen, ohne Zustimmung des Parlamentes, einen plöTich eintretenden Bedarf als Vorwegnahme bekannter, Die Knappschaftsberufsgenossenschaft darf wohl den Ruhm in in Kürze fälliger Staatseinnahmen decken zu können. aber handelt es sich erstens um eine langfristige Schabscheinbrechend vorangegangen zu sein. Vor 3 Jahren ließ sie bereits Hier Anspruch nehmen, auf dem Gebiete der Rentenquetscherei bahn emission, und dann noch dazu in einer Höhe, die aus den normalen Budgeteinnahmen nicht mehr bestritten werden kann, bei Bochum eine eigene große Anstalt errichten, dic,„ Bergmannsalso um ein direkt verfassungswidriges Vorgehen, heil" getauft, bei den Bergarbeitern bald in den Verruf einer wenn sie ohne parlamentarische Zustimmung erfolgen soll. Außer- bösen Rentenquetsche geriet. Sicher nicht mit Unrecht! Im Berg dem verfügt die Regierung über feinerlei budgetare Mittel zur mannsheit" wurden Unfallverletzte, bei denen man sich günstige Tilgung der Schatzscheine, die also zweifellos durch Aufnahme Wirkungen in bezug auf das Eriverbsfähigmachen versprach, nach neuer Anleihen tonjolidiert werden müssen." allen Regeln der Wissenschaft geredt, geftredt, gefnetet, furzum wie Objekte mancherlei Erperimente behandelt, die bei den Berg arbeitern Angst und Schreden erregten. Singu fam eine rigorose In der Generalversammlung der Hamburg Amerita Spruchpragis. Das Wort Rentenquetsche hatte in BergarbeiterRinie machte der Aufsichtsratsvorsitzende einige Mitteilungen über freisen schon vor 15 Jahren feine heute allgemein üble Bedeutung. schwebende Schiffahrtsfragen. Er führte u. a. aus: Die och Daß die Knappschafts- Berufsgenossenschaft schon seit vielen Jahren tonjunttur habe auch bei den Linienreedereien den Höhepunkt eine verhältnismäßig fleine Quote dauernd erwerbsunfähiger Un seit einigen Monaten für die meisten Verkehrsgebiete über fallverlegter aufwies, berbantt fie sicherlich dem von ihr geschaffeschnitten und eine langsam absteigende Richtung eingeschlagen. nen System. Die Behandlung Verletzter im Bergmannsheil" Diese zettweilige Verminderung des Weltverkehrs habe die Gefell- spielte dabei eine Hauptrolle. Als nun in den letzten Jahren zu schaft vorausgesehen und entsprechende Vorsorge für die Zukunft ge- dem Erwerbsfähigmachen nach besonderen, für die Verletzten sehr troffen. Die Verhandlungen über die Erneuerung der Kar oft ungewöhnlich schmerzhaften und sogar in ihr Selbstbestimmungstelle seien noch nicht zu Ende geführt. Man beschäftige sich mit recht über ihren Körper eingreifenden Methoden noch die Theorie der Fertigstellung der rechnerischen Grundlagen, die durch den be- von der Angewöhnung sehr gründlich in die Praxis umgefekt absichtigten Beitritt der kanadischen Linien eine völlige Verschiebung wurde, da konnte es nicht fehlen, daß sowohl die Zahl der enterführen. Weitere Mitteilungen fönnten hierüber nicht gemacht schädigungspflichtigen Unfälle wie auch solcher mit dauernd er werden, auch nicht über die gleichfalls noch in der Vorbereitung bewerbsbermindernden Folgen zurüdging. Und es mutet toie befindliche Betriebsgemeinschaft mit dem Norb wußter Hohn an, es flingt wie ein Frohlocken über das famose deutschen Lloyd, da es sich nicht um eine Regelung des nord- Funktionieren der Rentenquetsche, wenn man nun im offiziellen atlantischen Verkehrs allein, sondern auch um eine Neuordnung der Organ der Snappschafts- Berufsgenossenschaft, dem Kompaß". Beziehungen auf allen denjenigen Verkehrsgebieten handele, auf folgendes lieft: welchen sich die beiden Gesellschaften gemeinsam betätigen. In der Distussion bekannte sich Generaldirektor Ballin erneut als Gegner jeder Schiffahrtsubvention. Soziales. Trotz der schweren Unfälle, die sich beim Bergbau ereignen, hatten im Jahre 1912 bei der Knappschafts- Berufsgenossenschaft 73 Bros. aller Unfälle nur vorübergehende Erwerbsunfähigkeit zur Folge und 27 Broz. dauernde Erwerbsunfähigkeit. Bei allen gewerblichen Berufsgenossenschaften waren die Unfallfolgen nicht fo günſtig; es entfielen auf vorübergehende Erwerbsunfähigkeit 64,8 Proz. und auf dauernde 35,2 Proz." Daß sich im Bergbau verhältnismäßig viel schwere Unfälle erGerichtszeitung. H Der Verurteilte hatte die Kasse um große Summen geschädigt beträge festgestellt; das Gericht nahut aber in ſeinem Urteil an, durch die Zeugenaussagen vor Gericht wurden 66 000 M. Fehl daß der Angeklagte nur für 20 000 m. verantwortlich sei. Er hatte im Landwirtschaftlichen Wochenblatt" falsche Bilanzen veröffentlicht und der Generalversammlung falsche Angaben über das Vermögen der Kaffe gemacht. Als ein Revisor des Verbandes der Genossenschaften solche Unordnung fand, daß eine Revision unmöglich war, erhielt Reimers von der Geschäftsstelle des Verbandes in Kiel die Aufforderung, die Bücher einzusenden. Er rebete darwolle den Verband nur drücken, und der Aufsichtsrat stellte ihm auf dem Aufsichtsrat vor, die Geschäftsstelle des Verbandes in Kiel darauf eine Bescheinigung aus, daß die Bücher auf Beschluß des Aufsichtsrates nicht eingesandt werden sollten. Schließlich erging an Reimers eine Verfügung des Amtsgerichts, die Bücher vorzulegen. Darauf erklärte Reimers, seine Frau habe die Bücher berbrannt. Tatsächlich sind sie auch verbrannt worden. Bon ber Anklage der Urkundenfälschung wurde der Angeklagte jedoch freigesprochen, weil diese Tat seiner Frau zur Last falle. Diese sei aber nicht zurechnungsfähig, denn fie fet ftart epileptisch. Wie wenig der Vorstand der Kasse sich um diese kümmerte, möge folgendes Beispiel zeigen: Es war der wichtige Beschluß in einer Vorstandssitung gefaßt worden, die Höchstdarlehenssumme von 3000 auf 30 000 2. zu erhöhen. Ein Vorstandsmitglied hatte das Protokoll mit unterschrieben. Vom Vorsitzenden des Gerichts ge fragt, ob das seine Unterschrift sei, erklärte er, das wisse er nicht mehr. Ueberhaupt wußten die Vorstandsmitglieder vor Gericht von nichts". Der Verurteilte genoß in dem Bezirk großes An fehen und war die rechte Hand des Grafen Steventlow. Er hielt stramm zum Bunde der Landwirte, zu den Konservativen und war konservativer Wahlmacher bei Reichstags- und Bandtagswahlen. Im Auftrage des Grafen mußte er bie fonservativen Rebner und Randidaten auf den Agitationsreifen begleiten. Der Berteidiger des Angeklagten brachte einige recht interessante Briefe aus seiner mappe zur Verlesung. Aus einem Brief des Grafen an Reimers ging hervor, daß Graf Reventlow gern Mitglied des Abgeordneten. hauses werden möchte. Das ist bis jest nicht geglüdt. In einem anderen Brief kommt der Wunsch des Grafen zum Ausdruck, Kreis. tagsabgeordneter zu werden, wenn Graf Platen ausscheide. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die Verlesung mehrerer folcher Briefe, die zeigen, wie die oftholsteinischen Junker Wahlen machen, wurde schließlich vom Vorsitzenden verhindert. Die ostholsteinischen Junker machen natürlich ob des Zusammenbruches eines ihrer Werkzeuge betrübte Gesichter. Bureau eine BotterwirtIst der„ Nausschmeißer" Handlungsgehilfe? Die Zerrissenheit und Zurückgebliebenheit unseres Ar- eignen, wird nicht bestritten; man beont es sogar stark, um die Der ungetrene Rechtsanwalt. beiterrechts hinter den wirtschaftlichen Gestaltungen zeitigt guten Erfolge bei der Rentenverweigerung beffer heraustreten In dem Prozeß gegen den Rechtsanwalt v. Brehmer wurde oft die Streitfrage, ob ein Arbeiter gewerblicher Ar- au lassen. Gerade so, als wenn es sich um einen Geschäftsbetrieb gestern die Beweisaufnahme geschlossen. Das Gericht beschloß, den beiter, ob er Handlungsgehilfe, ob er landwirt- handele und der Leiter seine Methode der Gewinnmacherei ins Beugen Mielenz nicht zu vereidigen, da er bezüglich der den Gegenschaftlicher Arbeiter, ob er Gesinde ist, oder ob er rechte Licht rückte. Bei der Knappschafts- Berufsgenossenschaft stieg, stand der Anklage bildenden Straftaten der Teilnahme verdächtig fei.- Staatsanwalt Serbst ließ einige Fälle der Anklage fallen, einer anderen Kategorie von Arbeitern angehört, 3. B. auf 1000 Bollarbeiter berechnet, die Zahl der Verletzten von 136,79 beantragte dagegen das Schuldig wegen Untreue und Unterschla Bureauangestellter, Privatsekretär, technischer Beamter ist. im Jahre 1911 auf 140,25 im nächsten Jahre; die der entschädigten gung in drei Fällen. Der Staatsanwalt beantragte gegen v. Breh Und doch hängt von der Beantwortung dieser Frage die Unfälle aber nur von 14,55 auf 15,46, dagegen die der Unfälle mit mer ein Jahr Jahr Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungsrechtliche Stellung des Arbeiters ab. Sie ist oft eine andere tödlichem Ausgang von 2,02 auf 2,35. Wenn es troß der ungweifel- haft in vollem Umfange, gegen den Mitangeklagten Löwenberg für den gewerblichen als für den kaufmännischen oder für haften Zunahme der schweren Unfälle gelang, die Renten für wegen Betruges 6 Monate Gefängnis und wegen unbefugter Amisden in der Landwirtschaft oder im Gesindedienst oder in dauernde Erwerbsunfähigkeit zu vermindern, so hat man aller- und Titelanmaßung 6 Wochen Haft. Rechtsanwalt Dr. Halpert einem Bureau Arbeitenden. Für den gewerblichen Arbeiter tings, vom Standpunkt des Kapitals betrachtet, alle Ursache, da gab ohne weiteres zu, daß die Wirtschaftsweise des Angeklagten ist neben dem Bürgerlichen Gesetzbuch die Gewerbeordnung, rüber zu jubeln; die Arbeiter jedoch können solches Jubeln nur schaft herrschte, machte aber eine ganze Reihe persönlicher und tateine widerwärtige war und in für den Handlungsgehilfen das Handelsgesetzbuch, für den als Hohn über ihr Elend, über ein den armen Krüppeln zugefügtes fächlicher Momente geltend, die zu einer milderen Beurteilung ländlichen Arbeiter und für den Bureauarbeiter das Bürger- empörendes Unrecht empfinden. des Angeklagten führen müßten, um so mehr, als bei rechnerischer liche Gesetzbuch, für das Gesinde eine der vielen Gesinde Feststellung sich nur eine Summe von 478 m. ergebe, die der ordnungen maßgebend. Zuständig für den gewerblichen ArAngeklagte im schlimmsten Falle Iufriert haben tönne. beiter ist das Gewerbegericht, für den Handlungsgehilfen das Nach kurzer Beratung kam das Gericht zu folgendem Kaufmannsgericht, für alle übrigen das ordentliche Gericht Urteil: ( Amts- und Landgericht), für das Gesinde hier und da als Vorentscheidungsbehörde die Polizeibehörde zuständig. Die Schandtaten eines falschen Kriminalbeamten, durch Das Gericht habe bezüglich des Angeklagten v. Brehmer nur einen Fall der Anklage, und zwar den Fall Liebe, in welchem Untreue Aus dieser Mannigfaltigkeit der materiellrechtlichen die ein Mann zum Selbstmord getrieben worden war, lagen vorliege, für nachgewiesen gehalten. In den übrigen Bunkten habe Vorschriften und der Zuständigkeit der Gerichte erwächst oft einer Anklage wegen unbefugter Amtsanmaßung, versuchter bas Gericht mangels ausreichenden Beweises auf Freisprechung eine gewisse Rechtsunsicherheit für den sein Recht verfolgenden Erpressung, Betruges und Siegelbruchs zugrunde, welche erkennen müssen. Bezüglich des Strafmaßes sei berücksichtigt wor geffern die erste Straffamuner des Landgerichts III unter den, daß in dem Fall Liebe fein Schaden entstanden sei und die Erben das Geld zurückerhalten haben; ferner, daß der Angeklagte Häufig ist, wie unsern Lesern erinnerlich, über die Vorsiz des Landgerichtsdirektors effe beschäftigte. Buständigkeitsfrage lebhaft geftritten. Ein Ende fönnte Sartoffelhändler Edmund Buggisch. Der schon vielfach vorbe war. Angeklagt war der aus der Untersuchungshaft borgeführte völlig zusammengebrochen und deshalb weniger widerstandsfähig Andererseits sei straferschwerend, daß v. Brehmer einem diesem kaleidoskopartigen Wirrwarr nur durch endliche strafte Angeklagte beobachtete am 30. November v. J. vor dem Stande angehöre, der dazu berufen sei, der Wahrheit zum Recht Bereinheitlichung des Arbeiterrechts gemacht werden. Grundstück der Eckertschen Maschinenfabrik an der Frankfurter zu verhelfen, und daß er das in ihn gesette Vertrauen mißbraucht In die Kategorie der Grenzstreitigkeiten fiel ein diefer Chauffee eine Frau, die dort mit einem kleinen Handwagen war- habe. v. Brehmer jei deshalb zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt Tage vor dem Berliner Kaufmannsgericht ent- tete, bis ihr ein Mann einen mit Kohlen gefüllten Sack über den worden, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erschiedener Fall. Als Kläger trat ein Hüne von Gestalt auf, Baun warf. Auf ihre Bitte half er ihr sogar noch, den Ead auf achtet wurden. Mit Rüdficht auf die festgestellte unglaubliche der den Beruf eines„ Rausschmeißers" hatte. Gerichtet war den Wagen zu laden, um dann sofort zu dem Fabrikportier au Lodberigteit in der Handhabung seiner Geschäfte habe das Gericht die Klage gegen den Inhaber des Café Ernst im südlichen gehen und ihm mitzuteilen, daß soeben ein in der Fabrit be- ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf 2 Jahre Teil der Friedrichstraße. Der Hauptbetrieb in diesem Lokal häftigter Arbeiter Stohlen gestohlen habe. Da er sich als Stri- absprechen müssen. Bei Löwenberg wurde als straferschwerend an Teil der Friedrichstraße. Der Hauptbetrieb in diesem Lokal minalbeamter ausgab, gab ihm der Portier einen Kutscher mit, gesehen, daß er sich in sehr dreister Weise öffentlich als Referendar wickelt fich nach der Darstellung des Klägers in der Zeit von damit er ben Dieb unter den Arbeitern ausfindig machen und ausgegeben habe. Gegen ihn lautete das Urteil wegen Betruges 6 Uhr früh bis um 12 Uhr mittags ab. Während dieser seine Berfonalien feststellen solle. Der angebliche Kriminalbeamte und Amtsanmaßung auf 6 Wochen Gefängnis und 4 Wochen Haft. Belt bestand die Hauptaufgabe des Klägers darin, mit den fand auch den Dich in der Person des Arbeiters Spree Heraus- Der Angeklagte v. Brehmer wurde sofort auf freien Fuß gefest, Arbeiter. Ein Pseudokriminalbeamter. Achtung! Brauereiarbeiter! Sonntag, den 29. März, vormittags 11 Achtung! Uhr, im Lokal Neue Welt, Hasenheide 108114( großer Saal) Allgemeine Brauereiarbeiter- Versammlung. Tagesordnung: Bericht der Lohnkommission über das neueste Angebot der Unternehmer. Diskussion. Beschlußfassung. Zu dieser Versammlung sind alle in den Lagerbierbrauereien, Mälzereien, Malzbierbrauereien und Bierniederlagen Berlins und der Umgegend beschäftigten und den unterzeichneten Organisationen angehörenden Arbeitnehmer sämtlicher Kategorien eingeladen. Kollegen! Agitiert für einen laffenbesuch diefer Versammlung. Kollegen! Erscheint pünktlich, da uns der Saal nur bis 22 Uhr zur Verfügung steht. Mitgliedsbuch oder Mitgliedskarte berechtigt zum Eintritt! 42/ 15* Vornehme Herren- Moden fertig und nach Maß Garantie: Cadelloser Sit, feinste Verarbeitung! Auf Wunsch Wochenrate von 1 M. an J. Kurzberg& Co. Maß- Schneiderei Rosenthaler Strasse 36' Reinickendorfer Str. 41 Specsete5 Gegründet 1898 Große Berliner Straßenbahn. Bilanz am 31. Dezember 1918. Aktiva. Ohne gutstehendes Mitgliedsbuch oder Karte wird unter keinen Umständen der Eintritt gestattet. Die Einberufer: Bahnkörper Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter. Deutscher Transportarbeiterverband. Verband der Maschinisten und Bahnhöfe und Werkstätten. Wagen Deutscher Metallarbeiterverband. Verband der Böttcher. Deutscher Holzarbeiterverband. Verband der Stongeffionen nach Abschreibung von Maler und Lackierer. Verband der Kupferschmiede. Verband der Sattler. Allgemeiner Deutscher Gärtnerverein. Maschinen Ortsverwaltungen Berlin. Heizer. Mobilien Utensilien • NB. Weitere Bekanntmachungen zu dieser Versammlung erfolgen nicht. Die Vertrauens- Geschirre männer werden aufgefordert, für Bekanntgabe dieser Einladung Sorge zu tragen. " " Mart 74 714 188,82 24 143 249,08 39 313 921,30 530 000, 24 437,26 38 856,33 SUR. 18 956 300, 219 935,35 D. O. Pferde Dienstkleidung nach Abschreibung von Bestände an Bau- und Betriebsmaterialien Konto- Korrent, Verschiedene Guthaben. Barbestand Wertpapiere und Hypotheken als Rautionen bei Behörden als Anlage des Reservefonds Tilgungsfonds 369 705,77 R. " Beamten- Kautionsfonds " Attien der Allgemeinen Berliner Omnibus A.-G. 3 735 505,87 10 760 234,32 462 794,56 469 581,70 11 716 666,82: 24 428 216,82 668 116,65 8 598 922,76 218 187 590,05 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Montag, den 30. März, abends 8%, Uhr, in den Musiker- Festsälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31( großer Saal): Branchen- Versammlung aller in den Bauschlosserei- und Geldschrankbetrieben Berlins und Umgegend beschäftigten Kollegen. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Montag, den 30. März, abends 6 1hr, im Lokal ,, Englischer Hof", Aleranderstr. 27c: Versammlung sämtlicher Kollegen für die Betriebe zur Herstellung gelochter Bleche. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Menz. 2. Branchenangelegenheiten( Wahl eines Mitgliedes der Branchenkommission). 3. Verschiedenes. Montag, den 30. März, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal III): MF Versammlung I aller in Alfenide- und NeusilberwarenFabriken beschäftigten Drücker Berlins und Umgegend. Einziger Punkt der Tagesordnung: Branchenangelegenheiten. Achtung! Gürtler. Achtung! Montag, den 30. März, abends 5%, Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: " Große Versammlung aller in den Betrieben der Militäreffektenbranche tätigen Kollegen und Kolleginnen. Tagesordnung: 1. Unsere nächsten Aufgaben. 2. Diskussion. 2. Berschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung muß jeder einzelne erscheinen, insbesondere die Kollegen bon Matthes& Schwabe, Couvereux und Imme& Sohn. 115/12 Die Ortsverwaltung. Steinarbeiter!! Dienstag, den 31. März, abends 8 Uhr, in der Neuen Philharmonie", Köpenicker Str. 96/97: Kombinierte Versammlung. Zagesordnung: 1. Bericht von der Gaukonferenz. 2. Neuwahl der Bauleitung. 8. Wahl der Delegierten zum Verbandstage. 4. Die eventuelle AusSperrung der Sektion L Die Kollegen beider Sektionen sind verpflichtet, vollzählig und pünktlich aut erscheinen. Die Bezirksversammlungen fallen diesmal aus. Die Ortsverwaltung. ist der schönste Ausflugsort? 170/ 10* Wo? Immer noch Pichelswerder, an der neuen beim Alten Freund.) 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Erneuerungsfonds II Läftige Betriebsverpflichtungen Gewinn- und Verlustrechnung 100 082 400,-32 911 500, 21 933 000 1726 000,--14 053,75 1449,50 621 796,50) 411 243,75 11 716 212,78 24 428 389,98 565 000,-150 000,-680 738,80 1 235 723,40 4 325 437,15 5 275 392,95 1827 312,50 908 360, 9 373 578,99 218 187 590,05 Gewinn- und Verlustrechnung. 4% Schuldverschreibungen- ginsen Soll. 4%% Schuldverschreibungen- Zinsen. Hypotheken- Zinsen. Gesamtabschreibungen Tilgungsfonds Talonsteuer- Rüdstellung. Behrbeitrag- Rüdstellung Haftpflicht- Versicherungsfonds. 1 267 990, 273 799,05 70 441,75 962 999,36 500 000, 120 000, 150 000, 350 000, Erneuerungsfonds I. Erneuerungsfonds II. Vertragsmäßige Abgaben an die Gemeinden Saldo 2 500 000, 550 000, 3.266 674,37 9 373 578,99 19 385 483,52 17 612,24 437 091,98 Gewinn- Vortrag aus 1912 Binjen Betriebseinnahmen Betriebsausgaben. Haben. Berlin, den 28. Februar 1914. 45 775 318,04. 26 844 538,74 " 18 930 779,30 20 132 243,18 Die Direktion. Meyer. Dr. W. Micke. Otto. Dr. Wussow. Nach vorgenommener Prüfung der Belege und Bücher der Gesellschaft bescheinigen wir hiermit die ordnungsmäßige Führung der Bücher und die Ueber einf.immung der vorstehenden Bilanz, sowie der Gewinn- und Verlustrechnung mit denselben. Berlin, den 13. Februar 1914. Oskar Zwickau, öffentlich angestellter, beeidigter Bücherrevisor. Emil Krynitz, gerichtlicher Bücherrevisor. Sie kaufen vorteilhaft MÖBEL auch auf KREDIT im Spezial- Geschäft von WILHELM MISCH Große Frankfurter Straße 45-46 gegenüber Markusstraße. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Kr. 86. 31. Ilkhrgmg. 2. Keilige des Jorniiirla" Kerlim WlWM Sonnabend, 38. Mär; 1914. Die Hebung üer allgemeinen volksgefunühei üurch Turnen öer grauen unö Näöchen hatte eine am Donnerstagabend in den„Jndustriefeftsälen" ab- gehaltene Versammlung auf der Tagesordnung. Etwa 400— 500 Mütter und junge Mädchen und auch viele Männer waren der Einladung de? Turnvereins„Fichte" gefolgt, der versprochen hatte, die Notwendigkeit planmäßiger Leibespflege für die Berliner Ar- beiterinnen eingehend vor Augen zu führen. Seit Jahren macht der obige Verein die größten Anstrengungen, auch dem weiblichen Vroletariat die großen Vorteile des Turnen? zugänglich zu machen. Im Vorjahre waren bereits 000 Turnerinnen als Mitglieder ge- Wonnen, die größte Zahl, die überhaupt ein Turnverein aufzu- weisen habe. Diese Arbeit im Interesse der allgemeinen Volks- gesundheit wurde jäh unterbrochen durch die Politischerklärung des Vereins und die Ausweisung aller Jugendlichen, auch der weib- lichen, aus den Turnhallen. In eingehender Weise legte Genosse Heine, der das erste Referat übernommen hatte, dar, daß die pure Angst des Bürgertums alle Kulturtaten vernichtet, die die Arbeiterschaft aus eigener Kraft zustandezubringen sucht. Mit den fadenscheinigsten Argumenten und Schikanen sucht man nicht nur jede geistige Regung, sondern auch die körperliche Ausbildung des Volkes zu hemmen, was er im einzelnen nachwies. Die Jugend werde mit Prügel und Haft dafür bestraft, daß sie ihren Körper in einem Arbeiterturnverein kräftig und stark mache. So werd? diese neue Generation mit einer Erbitterung gegen die heutigen Gesellschaftszustände erfüllt werden, die dem Klassenstaat auch die letzte Sympathie raube. In einem zweiten Referat führte Genosse W e h h e r den Aw wesenden in eindringlichen Worten vor Augen, daß es eine Ehren. Pflicht für die Arbeiterschaft sei, gesunde Mütter zu schaffen, die imstande sind, gesunde Kinder und mutige Kämpfer dem Prole. tariat zu bescheren. Von den herrschenden Klassen werde rücksichts. los aus die Volksvermehrung hingearbeitet; dabei muß jetzt schott jedes elfte Kind in Berlin bei der Einschulung zurückgestellt werden, weil es körperlich oder geistig zurückgeblieben ist. Diesen Zu- ständen kann nur die Arbeiterschaft selbst ein Ende bereiten, wenn sie mit aller Macht darauf hinarbeitet, daß nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen kräftig und gesund werden. In den sechs Abteilungen des Vereins können noch eine ganze Reihe von Frauen und jungen Mädchen aufgenommen werden, und der Turnverein „Fichte" wird es sich zur Ebre anrechnen, sobald das Bedürfnis vor- Händen sei, auch weitere Abteilungen in? Leben zu rufen. Die Diskussion ergänzte noch vielfach die Referate. Nach einem kräftigen Appell des Vorsitzenden an die anwesenden Krauen und Mädchen, sich durch die mannigfachen Schwierigkeiten und Vorurteile, die der Entwickclung des Frauen- und Mädchenturnens noch im Wege stehen, nicht einschüchtern zu lassen, denn eS gelte einem Kulturwerk im Dienste des ganzen Volkes, fand die imposante Versamm- lung ihren Abschluß Pattelangelegenheiten. Lchäneberg. D i e Krematoriumbesichtigung in vaumschulenweg ist auf Sonntag, den v. April, verschoben. Wilmersdorf. Am Montag, den 30. März, abends 8'/, Uhr, im Liktoriagarten, Wilhelmsoue 114: Generalversammlung des Wahl- vereinS. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Resultat der Roten Woche. 2. Kassenbericht. S. Neuwahlen des Vorstands, der Funk- tionäre und Kommissionen. 4. Unsere Maifeier. 6. Parteiangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Neueohagen a. Ostd. Heute Sonnabend, abends SV, Uhr, Versammlung bei A. Wünsche, Bahnhofftr. 27. Aufstellung eines Kan- didalen zur Gemeindevertrcterwahl. Wahl eines Spediteurs. Eichwalde. Heute abend 81/, Uhr: Generalversammlung im Lokal von Witte. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Borstands- Wahlen. 3. Vereinsangelegenheiten. Im Geiste sehe ich die kleine Schar schon, wie sie sich nachmittags auf dem Platze tmnmelt, wie sie den Trudelreifen schlägt, den Kreisel treibt oder auf ihren Rollschuhen läuft, alles Beschäftigungen, die mir einem Siebenjährigen bekomm. licher erscheinen als Franzosenfresserei und Sozialistenmord Aber nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form der Lieder machte mich nachdenklich. Ich erinnerte mich der jähr zehntelangen Arbeit des Hamburger Prüfungsausschusses, der im Verein mit vielen anderen einen erbitterten und erfolg. reichen Kampf, wenn auch nicht immer gegen den Schund inhalt, so doch gegen die Schundform unserer Jugendschriften führt, dachte auch daran, daß die„Jugendschristenwarte" regel mäßig wenigstens durch die Finger der Berliner Lehrerschaft geht. Es liegt auch nicht der Mißgriff eines einzelnen vor, denn, wie ich erfuhr, wird das Lied seit Jahren in mehreren Klassen gesrmgen. Sollte sich untet den 16 und mehr Lehrern der Schule keiner finden, der den Schundcharakter der Lieder erkennt? Oder wird auch in der Schule wie vielerorts im Staate Preußen Schmutz in Gold verwandelt, dadurch, daß man ihn in schwarz-weiß-rotes Papier wickelt? Und was sagen die Schulbehörden dazu? öerliner Nachrichten. patriotischer Schunü in üer Schule. Unfreiwillige Muße gestattet mir, einige Stunden des Vormittags ziel- und planlos durch die Straßen hiesiger königlicher Haupt- und Residenzstadt zu bummeln. Da fällt mir ein. daß mein Siebenjähriger heute um 12 Uhr aus der Schule kommt, und da ich gerade in ihrer Nähe bin, steuere ich auf sie los, um mit meinem Sprößling gemeinsam den Heimweg anzutreten. Ich stecke einige Minuten die Nase durch das Gifter des Tchulhofes und sehe den Atemübungen zu, die in ihrer Massenhaftigkeit und sorgfältigen Ausführung mein Interesse erregen. Tann ein Glockenzeichen, und aus der Turnhalle marschiert im Stechschritt und mit mehr Gegröhl als Gesang die VllO-Klasse und mit ihr mein Sohn dem Ausgange zu. Trotz des mehr lauten als schönen Gesanges unterscheide ich zunächst nur einzelne Motte des Textes, wie„Soldaten sein ... der Herr Offizier... Grenadier... Tambour und Pfeifer". Aha. ein Soldatenlied, denke ich. Warum soll die Jugend nicht von Kampf und Streit. Sieg und Tod singen? Freiligrath. Herwegh, Liliencron fallen mir ein. dazu unsere Forderung, die Erziehung der Jugend zur Mehrhaftigkeit. Sie kommen näher und nun verstehe ich jedes Wort des Textes.� Wie die Grenadiere eines Leibregiments brüllt die kleine Schar: „Der Besen ist für Mädchen gut, wir brauchen das Gewehr, und kommt der Feind in seiner Wut an unsere Grenzen her, dann brauchen wir das Schwert nicht faul und schlagen ihn aufs große Maul. Dann läuft er wie ein Hase." Aber nicht nur den äußeren Feinden'schwören sie blutige Rache; denn sie singen weiter: „So tut ein jeder seine Pflicht I'ürS liebe Baterland. lnd wer's nicht tut und schämt sich nicht, dem ist es eine Schand. Der komme uns nur nicht zu nah, wenn wir jetzt rufen mit Hurra: Der Kaiser Wilhelm lebet" Und hinaus geht's auf die von der warmen Frühlings- sonne freundlich beschienene Straße. Die kriegerische Stiin- mung ist verflogen: die Kindesnatur gewinnt wieder die Oberhand. Zwei haben am Rande des Bürgersieiges ein Topfloch eittdeckt und spielen vor dem Stachhausegehen schnell noch eine Partie Rirdorfer. Ein anderer ruft seinem Freunde beim Abbiegen in eine Ztebenstvaße zu: Iß'n bißchen trapp, Maxe, und komm an die Revaler Ecke, wir wollen Pserd spielen! Tie Baugenossenschaft„Ideal" hat ihre Kleinhaussiedelung in Britz wieder um einen neuen Ge- bäudekomplex vergrößert, der bis auf einen Teil der Jnnenarbeiten fertiggestellt ist und am 1. April bezogen wird.. Die neuen Bauten bestehen aus einer zusammenhängenden Reihe von 10 Einfamiliew Häusern mit je 3 Zimmern, Küche, Bad, Keller, Boden und HauS garten sowie einem dreigeschossigen Eckhause mit 10 Zweizimmer und 5 Einzimmerwohnungen nebst Küche, Bad und Loggia, aber nur zum Teil mit Garten. Ein Vergleich der Neubauten mit den bereits von 132 Familien bewohnten älteren Häusern läßt erkennen, daß die Genossenschaft bestrebt ist, in immer vollkommenerer Weise ihre Aufgabe zu lösen: ?K»f großstädtischem Baugelände, dessen hoher Preis durch das System der Mietskaserne bestimmt ist, Kleinhäuser zu errichten, in denen der Arbeiter gesunder, behaglicher und nicht teurer wohnt als in den großstädtischen Mietskasernen mit ihren mannigfachen Miß- ständen, Die Erfahrungen, welche die Bauleitung sowie die Be- wohner der zuerst aufgeführten Häuser gemacht haben, find bei der Anlage der neuen Gebäude nutzbringend verwertet worden. Infolgedessen konnten manche Fortschritte in bautechnischer Hinsicht sowie in der Ausnutzung des Raumes durchgeführt werden. Auch der künstle- rischen Ausbildung der Architektur ist bei den Neubauten in hohem Maße Rechnung getragen. Ein Blick auf das dreigeschossige Eckhaus an der Eberstadt- und Pintsch-Allee beweist daS. Hier hat der leitende Architekt Karl BücklerS mit bescheidenen Mitteln eine vor- nehm-künstlerische Wirkung erzielt. Kein angeklebter Schmuck, sondern lediglich eine gefällige Ausgestaltung der architektonischen Gliederung, die sich aus dem Zweck« des Gebäudes ergibt, ruft diese überraschende Wirkung hervor. Lauschige Erker und Loggien erhöhen die Behaglich keit der Wohnräume. Daß ein Unternehmen wie die Britzer KleinhauSstedelung mit mancherlei Schwierigkeiten, namentlich finanzieller Natur, zu kämpfen hat, ist selbstverständlich, besonder? wenn man die seit Jahren gedrückte Lage des Geldmarktes berück- sichttgt. Dazu kam für die Baugenossenschaft»Ideal' noch ein anderer Umstand, der beim Abschluß de? letzten Geschäftsjahre? ihre Lage all kritisch erscheinen ließ. Ueber 400 Mit- glieder hatten ihre Mitgliedschaft gekündigt. Die Rückzahlung der Geschäftsanteile der Ausscheidenden bildet eine unerwartete Belastung de? Etats des neuen Geschäftsjahres. Außerdem machte fich eine buch mäßige Aenderung notwendig, welche die Bilanz für das abgela ufene Geschäftsjahr ungünstig beeinflußte. Die ftühere Geschäftsleitung hatte nämlich in gutem Glauben die für daSletzte OuattaldeSaltenGeschästs jahres zu zahlenden Hypothekenzinsen, die aber erst zu Anfang deS neuen Geschäftsjahres gezahlt wurden, nicht in deS Passiven des alten, sondern deS neuen Geschäftsjahres aufgefühtt. Die jetzige GeschäftSleitung hielt eS im Interesse einer übersichtlichen Bilanz- aufstellung für notwendig, diese Zinsen immer unter den Passiven deS alten Geschäftsjahre» zu buchen. Deshalb mußten also beim diesmaligen Geschäftsabschluß die Zinsen nicht für vier, sondern für fünf Quartale auf die Passiven übernommen werden. Für diese nur einmal auftretende rein buchmäßige Mehrbelastung mußte Deckung geschaffen werden. Die GeschäftSleitung schlug de» halb vor, für da? abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende zu verteilen und von den Geschäftsanteilen der Mitglieder 30 Proz. ab- zuschreiben. Al» die Sachlage durch die Veröffentlichung deS Geschäftsberichts bekannt wurde, nahmen einige Tageszeitungen davon Notiz in einer Weise, die den Anschein erweckte, als ob die Geschäftslage der Genossenschaft eine recht ungünstige wäre. Inzwischen hat die Generalversammlung der Genossenschaft die Vorschläge der Geschäftsleitung fast einstimmig gebilligt. Dadurch ist die kritische Lage der Genossenschaft mit einem Schlage beseitigt worden. Di« unmittelbare Folge dieser Sanierung war die. daß die GeschäftSleitung neue Kreditquellen erschließen konnte, wodurch eine gesunde Fortentwickelung der Genossenschast gewährleistet wird. Den Mitgliedern konnte deshalb auch in Aussicht gestellt werden, daß ihnen die abgeschriebenen 30 Proz. ihrer Anteile nach und nach wieder gut geschrieben werden, so daß diejenigen. welche der Genossenschaft treu bleiben, keinen Verlust zu befürchten haben. Gegenwärtig sind auf dem Britzer Gelände die FundamentierungS- arbeiten für einen neuen Baublock im Gange, der zum 1. Oktober fertiggestellt wird. Aus den Kreisen der ausgeschiedenen Mitglieder sind unS ver- schiedentlich Klagen zugegangen darüber, daß beschlossen worden sei, die Rückzahlungsfrist der Guthaben anstatt in sech« Monaten, wie daS bisher statutengemäß festgelegt war, erst in 12 Monaten zu be- wirken. Ferner wird bemängelt, daß der Vorstand denjenigen, die bestimmt ihr Geld haben wollen, fich wohl bereu erklärt habe, bis zum 24. März die Hälfte der Guthaben zurückzuzahlen, wenn«ine Erklärung unterschrieben wird des Inhalts, den Rest des Guthabens bis Ende September in der Kasse der Genossenschaft zu belassen. Die Beschwerdeführer find der Ansicht, daß nach ihrem Austreten die Aenderung der Satzungsbestimmung nicht auf sie Anwendung finden könne. Im Interesse einer objektiven Würdigung haben wir ge- glaubt, auch die Meinung der Susgeschiedenen wiedergeben zu sollen. Eisetlbahnverkchr»ach Vororten. Uebcr den Ausbau der Vorort st recken Birken- Werder— Frohnau(N o r d b a h n) und Tegel— Velten wird in der Begründung des EisenbahnanleihegesetzeS folgendes ausgeführt: Die Notwendigkeit der Herstellung besonderer Vorort- gleise auf der Nordbahn' bis Oranienburg ist bereits früher dar- gelegt worden. Der Ausbau der Strecke bis Hermsdorf ist auf Grund der bewilligten Mittel bereits in Angriff genommen worden. Die Ueberlastung der Ferngleise und die betrieblichen Mängel, die sich aus der Abhängigkeit der Vorortzüge von den Fernzügen er- geben, machen die Durchführung der Vorortgleise zunächst bis Birkenwerder erforderlich. Der Personen- und Güterverkehr auf der Hauptbahn mit Vorortvettchr Tegel— Velten steigt so, daß er in absehbarer Zeit auf einem Gleise nicht mehr bewältigt werden kann. Bei dem deswegen geplanten zweigleisigen Ausbau ist die ganze Strecke hochzulegen, weil dann aus Gründen des Betriebes, des Verkehrs und der Wirtschaftlichkeit Wegeübergänge in Schienen- hphe nicht mehr zulässig ist. Die Baukosten einschließlich Grund- ebwerb sind vorläufig zu 17 403 000 M. ermittelt; der Ausbau stlbst kann zurzeit noch zurückgestellt werden. AuS wirtschaftlichen Gründen ist es aber notwendig, einen Teil de? Grunderwerbs baldigst durchzuführen, weil die später zu erweiternden Bahnhöfe durch die rasch fortschreitende Bebauung eingeengt werden und das von der Bahn berührte Gelände auch. an anderen Stellen ständig im Werte steigt. Die Koskön des Grunderwerbs sind zu 5 000 000 M. veranschlagt, wovon zunächst 2 000 000 M. für dring- liche Erwerbungen angefordert werden. Ueber die Herstellung besonderer Verbin» dungSgleise zwischen den Stationen Jungfern- Heide und Fürstenbrunn des Berliner NordringS heißt es in der Begründung: Die Siemenswerke am Nonnendamm bei Bahnhof Fürstenbrunn beschästigen zurzeit etwa 24 000 Arbeiter und Angestellte. Diese Zahl wird infolge der Verlegung weiterer Geschäftszweige nach dort in Kürze noch wesentlich steigen. Weit über die Hälfte der Werksangehörigen wohnt in Charlottenburg und Berlin, namentlich im VerkehrSgcbiet des NordringS und der Lehrter Bahn, und benutzt die Eisenbahn zur Fahrt nach und von der Arbeitsstätte. Solange der Verkehr sich in mäßigen Grenzen hielt, war es möglich, die den Hauptverkehr anbringenden Nord- ringzüge bei Bahnhof Jungfernheide auf die Lehrter Bahn zu leiten. Seit zwei Jahren aber mußte diese Maßnahme mit Rück- ficht auf die Kreuzung von Fahrstraßen aufgegeben werden. Die mit den Ringzügen ankommenden Reisenden müssen nun, um nacb Fürstenbrunn zu gelangen, in Jungfernheide oder Puttlitzstraße auf die Züge der Lehrter Bahn umsteigen. Dieser UebergangSverkehr ist störend und nicht frei von Gefahren für die Reifenden, die sich während der Hauptverkehrszeiten zu Tausenden auf den Bahn- steigen drängen, um in den häufig vollbesetzt ankommenden Zügen nach Plätzen zu suchen. Der Umsteigeverkehr kann deshalb nament- lich bei weiterer Verkehrssteigerung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Um Abhilfe zu schaffen, sollen die Nordringgleise über Jungfernheidc hinaus bis Fürstcnbrunn verlängert und in Fürsten- brunn Abstellgleise für die Wagenzüge deS Massenverkehrs ge- schaffen werden. Damit wird zugleich für die Lehrter Ferngleise, die Ringbahn nach Westend und die Bahnhöfe Westend, Charlotten- bürg und Grunewald die notwendige Entlastung eintreten. Die Kosten der Verbindungsgleise sind zu S 390 000 M. veranschlagt. Die Strecke Luckenwalde— Jüterbog, die zwei- gleisig betrieben>vird, soll vieraleisig ausgebaut werden, weil diese Strecke täglich mit 234 Zügen belastet ist. ArbeitSzett und BemannungSvorschriften in der Binnenschiffahtt. «u» Anlaß der BootSkatastrophe bei Köpenick haben wir einer Zuschrift aus Schifferkreisen Raum gegeben, in der auf die Lage der Schiffer, insbesondere auf die lange Arbeitszeit und auf die mangel- hafte Ausführung der BemannungSvorschriften hingewiesen wurde. Auf diese au» Mannschaftskreisen stammenden Mitteilungen geht unS eine Zuschrift von einem Schiffsführer zu, die wir eben- falls wiedergeben wollen. Es heißt darin u. a.: .Die hiesigen Schleppdampfer, welche den Schleppdienst zwischen Fürstenberg und Berlin vermitteln, machen im Monat zwei, höchstens drei Fahrten zwischen den beiden Orten. Nehmen wir drei Fahrten nach Fürstenberg a. O. und drei Fahrten Fürstenberg— Berlin an- Jede Fahrt dauert 18—20 Stunden für die ganze Sttecke mit leeren Anhängern, für dieselbe Strecke mit beladenen Anhängern 26—28 Stunden. An den Schleusen wird geschleust das Winter- Halbjahr früh von 6 bis abends S Uhr, im Sommerhalbjahr von 4 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Also liegt in jeder Fahr eine Nachtruhepause von fünf Stunden. Außerdem hat der Schiffsführer kleine Pausen beim Durchschleusen der Fahrzeuge an den Schleusen; e« kommen vier Pausen in Bettacht, jede Pause dürfte eine Stunde betragen. Rechnet man die Pausen der Durchschleusung mit zur Dienst- zeit, so dürfte bei jeder Fahrt eine Arbeitszeit von 20 Stunden herauskommen: im ganzen Monat S X 20 120 solcher Arbeits- stunden. Es liegen nun zwischen jeder Fahrt mehrere Tage, an denen da» Schiff ans seine Schlepptour wartet, um wieder Schleppanhang zu bekommen. An diesen Tagen ist die Schiffsmannschaft zwar nicht dienstfrei, jedoch kann jeder Mann für seine leiblichen und geistigen Bedürfnisse so viel tun, wie er will. ES besteht keine geregelte Arbeitszeit, auch ist auf solch' einem kleinen Schiff gar keine Arbeit vorhanden. Was die Frage der Schiffsbesatzung betrifft, so schreibt die Polizeiverordnung bei Dampfern über 75 HP vier Mann Besatzung vor, bei Dampfern unter 75 HP drei Mann Besatzung. In der Schleppeinnahme sind aber beide Arten Dampfer fast gleich. AuSgelernte Schiffsmannschaft kann gar nicht verwendet werden, da der Besitzer des Dampfer« noch nicht mal für die Lehr- linge Arbeit hat, sondern die ganze Tätigkeit erstteckl sich nur auf Schiffwaschen, Los- und Festbinden sowie Schornsteinlegen; zur Verttetung des Schiffsführers wird er im allgemeinen gar nicht verwendet. Der Schiffsfllhrer muß während der Fahrzeit stets die Aufficht über die Fahrt ausüben, er kann den jungen Menschen an» Ruber lassen, darf sich jedoch als umsichtiger Führer nicht allzuweit vom Steuerruder entfernen. WaS die Gefahren auf dem Wasser betrifft, so heißt eS in der Zu- schrift ferner:.Auf den bei Berlin liegenden Gewässern tummeln sich im Sommer täglich sehr viele kleine Gondeln mit Personen, welche im allgemeinen nichts von der Hantierung solcher Boote ver- stehen, auch keine Ahnung haben, daß sie ins Fahrwasser der Dampfer mit Schleppzügen geraten. Dann werden sie kopflos und rudern öfters direkt in einen Schleppzug hinein. Ich könnte hunderte solcher Fälle anführen, von denen ich Augenzeuge war." Zu dieser Darlegung ist zu bemerken, daß sie nicht im mindesten widerlegt, was in unserer ersten Veröffentlichung über die Arbeits- zeit u. dgl. gesagt ist. Diese allgemeine Behauptung kann nicht durch einen Hinweis auf eine bestimmte kurze Sttecke, wie in der obigen Zuschrift dargelegt ist, beseitigt werden. Ob eS richtig ist, daß auf diesen Schiffen so wenig zu tun ist, wie mitgeteilt, wissen wir nicht, eS wird aber von bestimmter Seite bestritten. Richtig ist der Hin- weis auf das oft leichtfertige Rudern, über das von uns bereit» gestern das Nötigste gesagt worden ist. So wenig also im ganzen gegen die oben abgedruckten Dar- legungen einzuwenden sein dürfte, so wenig sind sie geeignet, für das Weiterbestehen der ungeregelten, bielfach unmenschlich langen Arbeitszeit der Mannschaften Zeugnis abzulegen. * Bom Köpenicker Bootsunglück. Steuermann Polzenhagen und Bootsmann vallenttn find gestern mittag vom Untersuchungsrichter auf freien Fuß gesetzt worden. Vom Untersuchungsrichter wird an-| Saar, blaue Augen und ein frisches rundes Gesicht und trug zuletzt genommen, daß die Schuld des Zusammenstoßes auf beiden Seiten ein rotes Cheviotkleid, schwarze Strümpfe und braune halbe gelegen hat. Spangenschuhe. Es scheint aber auch an geeigneten Verordnungen für den Kurs der Fähre, für die Begegnung mit Schleppzügen und dergleichen gemangelt zu haben. Das fgl. Wasserbauamt ist jetzt damit beschäftigt, Bestimmungen auszuarbeiten, die für die Folge ein Unglück wie das Ichte verhüten sollen. Die Vorschläge des Wasserbauamts werden dem Regierungspräsidenten in Potsdam übersandt und sollen dann mit der Wirkung einer Polizeiverordnung veröffentlicht werden. Frau am Donnerstag, den 26. Februar, mittags 11 Uhr 41 Minuten Zeugen gesucht. Perfonen, welche gesehen haben, wie eine frante auf Bahnhof Schönhauser Allee, beim Besteigen des Nordringes dadurch verunglückte, daß der Zug sich zu früh in Bewegung setzte, werden gebeten, ihre Adresse an Drefeler, Zigarrengeschäft, Bichertstraße 155, ev. telephonisch Amt Norden 10 009, zu geben. Aus aller Welt. Einsturzkatastrophe an der Nordseeschleuse. Beim Abmontieren einer Seilbahn, die bei Bruns. Beisetzung eines Opfers der Köpenicker Bootskatastrophe Auf dem Köpenicker Friedhof fand am Freitag nachmittag um 3 Uhr unter großer Beteiligung der Bevölkerung die Beerdigung des der dortigen Bootskatastrophe zum Opfer gefallenen Fräulein Margarete Güldenpfennig aus der Stubenrauchstraße statt, des erst 22 Jahre alten jungen Mädchens, dessen tragisches Schicksal es gefügt hat, daß es an seinem Geburtstage und kurz vor der VerBom städtischen Schlacht- und Bichhof. lobung den Tod in den Fluten finden mußte. Vom Trauerhause büttelt oog die neue Nordseeschleuse überspannt, ereignete Auf den Schlacht- und Viehhofe herrscht heute noch das gesetz in der Dammborstadt aus, wo der mit Blumen und Kränzen be- sich Freitag vormittag ein schwerer Unfall, dem fünf Arlich unzulässige Truckſyſtem. Dieses System besteht darin, daß ein deckte Sarg aufgebahrt war, wurde die Leiche in feierlichem Zuge sich Freitag vormittag ein schwerer Unfall, dem fünf ArTeil der Meister ihre Gesellen zum Teil mit Schlachtabfällen ent- unter Vorantritt der Stadtkapelle mit Trauermärschen zum Fried- beiter zum Opfer gefallen find. Als ein mit einer Anzahl beiter zum Opfer gefallen sind. Als ein mit einer Anzahl lohnt und dazu führt, daß hier und da bessere Fleisch- und Felt- hof geleitet. Vertreter der Chemischen Fabrik Spindlersfeld und Arbeiter besetzter Laufwagen sich gerade über der Schleuse beteile mitgenommen werden. Die Fleischer- Innung verlangt nun von Abordnungen von Arbeiter und Angestelltenvereinigungen des fand, gab ein Stüßbock nach und alle Arbeiter fielen der Stadt, daß Personen, die wegen Diebstahls bestraft sind, das Etabliſſements schritten hinter den tief gebeugten Angehörigen. bock gerade in der Richtung der Arbeiter. Fünf Verunglückte ins Wasser. Unglücklicherweise stürzte der eiserne StützBetreten des Schlachthofes verboten wird. Im Kuratorium frugen Pastor Wolf- Köpenick hielt eine zu Herzen gehende Trauerrede; wurden als Leichen geborgen, außerdem sind drei Arunsere Genossen, ob dieses Verlangen auch auf Meister ausgedehnt dann wurde der Sarg unter Choralmusik mit Gebet und Segen beiter schwer und zwei Arbeiter leicht verlegt. Auf werden soll, die sich das gleiche Delift haben zu schulden kommen in die Gruft gesenkt. lassen. Eine Kontrolle, welche die Meister vor Diebstählen schützt, Am heutigen Sonabend nachmittag um 5% Uhr wird die Be- welche Gründe das Eintniden des Trägers zurückzuführen ist, wird die Stadt erst dann üben können, wenn die Meister das stan erdigung der übrigen Opfer des Unglüdes erfolgen. Hierbei wer- fann im Augenblick nicht gesagt werden; eine Untersuchung ist dalöse, ungesetzliche Trucksystem beseitigen. Bemerkenswert ist auch den die städtischen Behörden der Nachbarstadt und die Fabrik eingeleitet. die Feststellung der Tatsache, daß auf dem Schlachthofe lebende Spindlersfeld durch Abordnungen vertreten sein. Die Toten werSchweine gestohlen worden sind, weil die Meister sich nicht genügend den auf dem Köpenicker Friedhof bis auf Fräulein Else Ruckstinat Untergang eines französischen Dampfers. oder gar nicht um ihr gekauftes Vieh kümmern. in einem gemeinsamen Grabe die letzte Ruhestätte finden. Fräu- französische Dampfer St. Pauk an der südöstlichen Küste Wenige Meilen von seinem Bestimmungshafen entfernt ist der lein R. wird auf demselben Friedhof, jedoch auf Wunsch ihrer An- Australiens auf einen Felsen gelaufen und gesunken. Der gehörigen, an besonderer Stelle beigesetzt. Ueber die Beisetzung Dampfer befand sich, wie ein Telegramm des Lloyds meldet, auf der Frau Martha Steinhaus aus Friedrichshagen, deren Leiche einer Fahrt nach Sidney und wollte den Hafen von Brisbane bisher noch nicht von der Staatsanwaltschaft freigegeben worden anlaufen. Bei der Einfahrt in den Hafen lief er auf einen Felsen war, ist endgültige Bestimmung noch nicht getroffen worden. Auch auf, der den Schiffsboden so schwer beschädigte, daß der Dampfer anlaufen. Bei der Einfahrt in den Hafen lief er auf einen Felsen sie wird jedoch aller Voraussicht nach in dem Köpenider Massen- auf, der den Schiffsboden so schwer beschädigte, daß der Dampfer grab ebenfalls ihre Ruhestätte finden. Erwähnt sei, daß die Ver- nach kurzer Zeit fant. Achtzehn Personen sind er storbene, welche im Alter von 56 Jahren gestanden hat, eine trunken, elf leberlebende wurden durch einen Lotsendampfer 88 Jahre alte Mutter hinterläßt, die in der Tochter die einzige gerettet. Stüße verloren hat. Arbeiterunruhen in Petersburg. In der russisch- amerikanischen Gummifabrik von Treugolnik in Petersburg, wo viele Arbeiter und Arbeiterinnen iufolge von Benzindämpfen an Vergiftungserscheinungen erkrankt sind, ist es zu Unruhen gekommen, die am Freitag in mehreren Rundgebungsversuchen ihren Ausdruck fanden. Die Arbeiter bewarfen die Polizei, welche die Menge zerstreuen wollte, mit Steinen und verwundeten vier Polizeibeamte. Die Omnibusse mit Fünfpfennigteilstrecken sind ein beliebtes und start benutztes Beförderungsmittel. Um so unverständlicher ist es, daß einer ganzen Anzahl dieser Wagen noch alle Vorrichtungen fehlen, die den Passagieren bei dem Einund Aussteigen einen Halt bieten. Täglich kann man in der artigen Wagen beobachten, wie sehr solche Vorrichtungen vermißt werden. Instinktiv fahren die Hände der Kommenden und Gehenden bei den Schwankungen des Wagens nach der Decke, oder sie suchen an den Lehnen der Bänke einen Halt. Aber überall finden sie nur glatte Flächen, und die Folge iſt, daß die Mitfahrenden Püffe und Stöße abbekommen. Das Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge. Anbringen einiger Messingstangen an den Decken der Wagen Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge, durch den eine und auf den Lehnen der Bänke verursacht doch wahrhaftig längere Verkehrsstörung eintrat, ereignete sich am gestrigen Freitag nur geringfügige Kosten. Die Direktion der Omnibusgesell- mittag gegen 1½ Uhr an der Ecke der Berliner und Hermannschaft möge deshalb schleunigst das beim Bau der Wagen straße in Neukölln. Der Fahrer Sigelfow, der den aus einem Versäumte nachholen. Motor- und Anhängewagen bestehenden Zug der Linie 58 führte, fuhr über die Straßenkreuzung und wurde von dem Motorwagen Mr. 1368 der Linie 15 angefahren. Bei dem Zusammenstoß ent= gleiste der Motorwagen Nr. 1368 und prallte gegen einen Gaskandelaber, der umbrach. An dem Motorwagen wurde die Kuppelung, an dem Anhängewagen 2693 der Vorderperron beschädigt. Nowotichertast werden wieder einmal die russischen SicherDurch einen Ueberfall auf die Bostanstalt der jüdrussischen Stadt Nach dem Zusammenstoß meldeten sich fünf Personen, die über heitszustände trefflich illustriert. innerliche Schmerzen klagten und sich in ihre Wohnungen begaben. Diten überfielen am hellen Tage die Postanstalt und versuchten Zehn bewaffnete BanDie meisten dürften einen Nervenchoc erlitten haben. Die durch die Kasse, in der sich zurzeit 100 000 Rubel befanden, ausden Zusammenstoß eingetretene Störung des Straßenbahnverkehrs aurauben. Sie fesselten die Postbeamten und machten sich an die dauerte etwa 20 Minuten. Der Verkehr der Wagen nach Neu- Arbeit. Ihr Treiben wurde jedoch von Privatleuten bemerkt, die kölln wurde durch die Wissmannstraße, in der Richtung nach Berlin die Polizei alarmierten. Zwischen den zur Hilfe eilenden Polidurch die Fulda und Kaiser- Friedrich- Straße aufrecht gehalten. ziften und den Banditen entspann sich ein heftiger Kampf, in dessen Verlauf zwei Boligisten getötet wurden. Es gelang den Banditen zu entkommen. Vermiste Kinder. Das Verschwinden zweier Kinder harrt noch der Aufklärung. Es handelt sich um den zehnjährigen Sohn des Arbeiters Gladom vom Kottbuser Damm 3 und die 7½ Jahre alte Tochter Margarethe des Schloffers Ruste aus der Behringstraße 12 zu Treptow- Baumschalenweg. Der fleine Gladow ist am vergangenen Sonntag von einem Ausflug der Schülerabteilung der Turnerschaft nach Strausberg- Hohenfließ verschwunden. Die Nachforschungen nach dem Knaben sind seitdem in großem Umfange jeden Tag betrieben worden. Die Turnlehrer, Kriminalbeamte und Einwohner der Gegend, der Vater und andere Angehörige haben, zum Teil mit SpürHunden, das ganze Gelände mit allen Waldungen im weiten Umkreise und auch den Strausberger See mit einem Motorboot sorgfältig abgesucht, aber keine Spur von dem vermißten Knaben gefunden. Es ist kaum anzunehmen, daß der Vermißte verunglückt sei oder planlos im Wald umherirre, vielmehr rechnet man jetzt cher damit, daß er zu unlauteren Zweden verschleppt worden ist. Wehr deshalb Banditenwesen in Rußland. Fabrikbrand in der Köpenider Straße. Gestern abend kurz nach 7 Uhr wurden zwei Löschzüge der Berliner Feuerwehr nach der Köpenicker Straße 115 gerufen, wo im dritten Stod des vierten Schwere Stürme an der atlantischen Küste. und Quergebäudes ein großer Fabrikraum der Fabrik für Schuhcreme Lederkonservierungsmittel Seit einigen Tagen wüten an der französischen Küste ganz von Urban u. Pötsch, G. m. b. H., in Flammen stand. Das Feuer fand an den Waren- außergewöhnlich schwere Stürme. Aus allen Hafenstädten kommen vorräten reichliche Nahrung und bedrohte auch die benachbarten Rachrichten über Schiffstatastrophen. Fabrikbetriebe. Der Transportdampfer Maipu" mit 105 Mann Besatzung leitungen Wasser, die von Dampfsprizen gespeist wurden. Der meldete gestern nach Brest, daß er sich infolge Maschinenhavarie Löschangriff wurde anfangs durch eine starte Rauchentwickelung in großer Gefahr befinde. Ein deutscher und ein englischer sehr erschwert, so daß schließlich auch ein Rauchschubapparat in Dampfer find fofort zur Unterstützung abgegangen. Ueber dreißig mengen versprißt wurden, konnte doch nicht verhindert werden, Fischerbooten ums Leben gekommen. Benuzung genommen werden mußte. Obgleich enorme Wasser- Menschen sind in den verschiedenen Orten beim Sinten von daß der Fabrikraum zum größten Teil ausbrannte. Ueber die Ursache des Feuers ist nichts ermittelt, da es erst nach Geschäfts- Schaden in den Häfen ſelbſt iſt ſehr bedeutend. schluß zum Ausbruch kam. Die vollständige Ablöschung mit den Aufräumungsarbeiten zog sich bis in die Nachtstunden hin. Ebenso liegt es wohl bei Margarethe Ruste, die am 21. D. D. von ihrer Mutter abends zum Einholen ausgeschickt wurde. rbe. Hier ist der mutmaßliche Verschlepper auch gesehen worden. Es ist ein Mann, der sich nach Bekundung mehrerer Zeugen auf dem Wochenmarkt an der Baumschulenstraße und in dessen Nähe wiederholt aufhielt, kleine Mädchen durch Versprechen von Geschenken an sich lockte und mitunter bis in die Läden hinein, die sie aufsuchten, verfolgte. Mit diesem Manne hat man die kleine Ruske abends um 8% Uhr auf dem Heimweg vom Einholen noch zusammen gesehen. Seitdem fehlt von ihr jede Spur, und auch der Mann ist seit dem Abend in der Gegend nicht mehr aufgetreten und auch sonst bisher nicht mehr zum Vorschein gekommen. Die Flugvorführungen Pegouds werden heute nachmittag 42 Uhr forschungen sind auch in diesem Falle bisher erfolglos geblieben. und am morgigen Sonntagnachmittag in Johannisthal erfolgen. Der mutmaßliche Verschlepper ist ein Mann von etwa 30 bis Die Geschäftsstelle des Deutschen Arbeiter- Mandolinistenbundes 35 Jahren, mittelgroß und untersetzt. Die meisten Leute haben befindet sich vom 1. April ab Graudenzer Str. 9, 1 Treppe, bei ihn sich nur oberflächlich angesehen. Nach übereinstimmender Be- Robert Rieger. schreibung hat er einen starken blonden Schurrbart und ein blaffes Gesicht. Er trug einen dunklen Paletot, einen schwarzen, steifen Hut und weiße Wäsche. Das vermißte Mädchen ist ein träftig entwickeltes hübsches Kind, etwa 1,30 Meter groß. Es hat blondes Alle NachDeutschen Gesellschaft für ethische Kultur, Rungestr. 25, findet am Die nächste Märchenvorlesung in der öffentlichen Lefeballe der Sonntag, den 29. d. M., nachmittags von 4-5 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Kinder und Eltern willkommen. Kleine Notizen. Der Materialberg" in Steele stieß Freitagmorgen ein mit drei Berg Grubenunfall im Ruhrgebiet. Auf der Zeche Johann DeimelsLeuten besetzter Förderkorb so heftig auf die Sohle auf, daß die Insassen herausgeschleudert wurden. Ein Bergmann wurde getötet, die beiden anderen schwer verlegt. Gerüsteinsturz. Freitag nachmittag stürzte in Heidelberg ein Holzgerüft einer im Bau befindlichen Brücke ein und begrub wurde tot unter den Trümmern hervorgezogen, acht Arbeiter unter sich. Ein 27 Jahre alter Arbeiter während die anderen sieben schwere Verlegungen erlitten. Das Unglüd ist auf das Rutschen eines Querbaltens zurückzuführen. Stiller Gegr. 1867 NA 3entrale: C., Jerufalemer Str.32= 35 Potsdamer Straße Nr. 2 Tauentzien- Straße 19 a Tauentzien Straße 7 b Friedrich- Straße Br. 75 König- Straße Nr. 25= 26 Rofenthaler Straße Nr.5 Oranien Straße Nr. 161 6r. Frankfurter Str. 123 Chauffee Straße 114-115 Schönebg., Haupt- Str.146 Neukölln, Berg- Straße 25 Charl., Wilmersdorfer Straße 45 3weigniederlaffungen: Magdeburg Halle Caffel Hamburg Lübeck Roftock. Danzig Königsberg • • Pofen Bromberg. 6örlitz · Allein- Derkaufs- Stellen an vielen anderen Plätzen. Die letzten Moden finden Sie bei uns zuerst vertreten. Wir studieren und beobachten alle Mode- Erscheinungen des In- und Auslandes. Ein Befuch wird Sie von der Dielseitigkeit unferer Waren überraschen Stiefel mit feinfarbigen Chevreaux- Ledereinsätzen grau, beige und braun für Damen und Herren. Interessante Damen- halbschuh- Пeuheiten Kinder- Stiefel in reizenden Ausführungen Hauptpreislagen für moderne Damen- und Herren- Stiefel 875 1050 1250 14,50 1650 BIDE 66666666 109993332 Wahlverein Friedenau. Unserer allverehrten Genossin Emma Tölle zu ihrem 60. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossinnen u. Genossen des Ortes. Zur Silberhochzeit unserem Genossen 47A Möhle und seiner Gattin die herzlichste Gratulation. Die Mitglieder des 105.Bezirks. Todes- Anzeigen Kranken-, Sterbe- und Zuschußkasse für männliche Personen aller Berufe Groß- Berlin. Am Mittwoch, den 25. März, verstarb das Mitglied Gustay Gause. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 30. März, nagmittags 4 Uhr, auf dem Gethjemane- Kirchhof in Nordend statt. 284/4 Der Vorstand. Durch das Ableben meines ersten Hausdieners Herrn Karl Meyer habe ich einen sehr schmerzlichen Verlust erlitten. Mit größter Liebe und Interesse war er 38 Jahre lang erst für meinen Vater, dann für mich tätig, ein Vorbild des Fleißes und treuester Pflichterfüllung. Ehre seinom Andenken. Berlin, 26. März 1914. Hans Sprinz, in Firma: A. Marcuse& Co. Am 25. März verschied plötzlich unser erster Hausdiener Herr Karl Meyer im Alter von 60 Jahren. 38 Jahre lang war der Verblichene in unermüdlicher Arbeit und Treue für unsere Firma tätig. Das Andenken dieses pflichteifrigen Mannes wird uns unvergeßlich sein. Berlin, 26. März 1914. Das Personal der Firma A. Marcuse& Co. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 29. März, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des St. Thomas- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Dantjagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Muter, Schwieger und Großmutter Anna Crispien geb. Lobitz sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dant. 102A Hermann Crispien nebst Kindern. Kaufmännische Kranken- u. Verband der Buch- und Stein- Sterbekaffe von 1885( Verdruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 26. März verstarb nach furzem Krantenlager unser Mitglied Fritz Grosser im Alter von 37 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. März, mittags 12 Uhr, vom Trauerhause aus auf dem städtischen Friedhof, Müller- und Seestr.- Ede statt. 27/10 Die Ortsverwaltung. Am 26. März verschied fanft nach kurzer Krankheit unser lieber Dute!, der Tischler 1459b ficherungsverein a. Gegenf.) Geschäftsstelle SO. 16 Neanderstr. 4. General- Versammlung am Montag, den 27. April cr., abends 8, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. Tagesordnung: 1. Jahress und Sassenbericht. 2. Bericht des Aufsichtsrats und Entlastung des Borstandes. 3. Festsetzung der Entschädigung für die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. 4. Anträge laut§§ 29 und 35 der Sazungen. 284/ 3* 5. Berschiedenes. Aufnahmepapiere, Auskünfte durch die Geschäftsstelle, Neanderstr. 4. August Penn, Vorsitzender. Wilhelm Völcker, Kassierer. Gustav Krafft der im 86. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Paul Thomas und Frau. geb. Herbst Budower Straße 6. Die Beerdigung findet am 30. März, nachm. 4, Uhr, von der Halle des neuen Luisens adKirchhof es aus statt. Hiermit allen Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unjer guter Bater, Schwiegervater und Großvater, der Konditor Emil Vogel im Alter von 60 Jahren nach langem Leiden verstorben ist. Um stille Teilnahme bitten die Hinterbliebenen Witwe Minna Vogel nebst Kindern, Entelu und Schwiegerkindern. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, nachmittags 4 Uhi, auf dem Stirchhof der Zions- Gemeinde in Nordend statt. 1465b Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unsere Kollegin Hedwig Marschalleek nach kurzem Leiden verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 28. März, nachmittags 4 Uhr, auf dem Fried hof Pankow, Kirchhof 3, SchönHolz, statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 23/12 Die Ortsverwaltung. Ortskrankenkaffe der Buchbinder und verw. Gewerbe zu Berlin. Auf unser Wahlausschreiben vom 28. Februar d. Js., betreffend die Wahl der Vorstandsmitglieder aus den Gruppen der Arbeitgeber wie der Versicherten, in welchen auch zur Einreichung von Vorschlagslisten auf: gefordert wurde, sind seitens der Arbeitgeber sowohl wie der Verficherten nur je eine Liste eingereicht, und sind diese Listen vom Vorstand der Kasse gemäß§ 9 der Wahlordnung als gültig anerkannt und die darin verzeichneten Personen als gewählt betrachtet. Die auf den 31. März d. Js. anberaumten Wahlen finden daher nicht statt. Als gewählt gelten folgende Personen: Aus der Gruppe der Arbeitgeber: Paul Grohmann Hermann Rhauda Bruno Lischfe Hugo Gehre Versicherten: Rich. Würzberger Karl Gottesmann Friedrich Keese Bruno Sommer Paul Hauptmann Anna Friedrich Karl Klappenbach Dtto Röll Einsprüche gegen die Wahl find bis zum 30. April beim Stassenvorstand oder beim Versicherungsamt der Stadt Berlin anzubringen. Berlin, den 28. März 1914. 271/1 + K. Gottesmann, Borsigender. F. Keese, Schriftführer. Bruchbandagen Leibbinden, Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie alle Artikel z. Krankenpflege empfiehlt Fabrikant Pollmann, jetzt Berlin N., Lothringer Str. 60. Eigene Werkstatt. Lieferant für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. Möbel- Gross gibt 1 eleganten Teppich gratis! Mit 15 Mark Anzahlung und kleinster Abzahlung liefere Stube und Küche. Einzel- Möbel mit 3 Mark Anzahlung. Möbel- Kredithaus Frankfurter Tor Große Frankfurter Straße 1. Größte Rücksicht bei Krankheit und Arbeitslosigkeit. Inserat mitbringen! Wert 5-10 Mark. Sonntags geöffnet. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme fowie die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters Fritz Fredrich sagen wir allen Freunden und BePingftreife nad Oberitalien. nach Bom Deutschen Metallarbeiterverband Stuttgart wird über Pfingsten eine sechstägige Reife ab Stuttgart nach fannten sowie den Kollegen der Oberitalien veranstaltet, an der sich auch' Mitglieder anderer OrganiBrauereien Pazenhofer und Engel fationen beteiligen können. An Reisekosten werden pro Teilnehmer für hardt unsern besten Dank. 14606 Fahrt 3. Klasse mit Sonderzügen, für die Schiffahrt auf dem Lago maggiore, Luganer- und Comer- See, für Fahrt auf den Monte Generoso, für Logement in guten Hotels mit Frühstück, Mittag- und Abendessen inkl. Wein, Führung und Trinkgelder insgesamt 75.00 M. erhoben. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Die Reise beginnt am 31. Mai früh in Stuttgart, geht über Schaff hausen- Zürich- Gotthard nach Ballanza am Lago maggiore. Nach zwei Tagen beginnt eine Rundreise auf allen drei Seen, bet der in Lugano oder auf dem Monte Generoso übernachtet wird. Die Rückfahrt erfolgt über Simplon- Lötschberglinie, Brünig- Luzern und endet am 4. Juni abends in Stuttgart. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben unvergeßlichen Frau sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie der Firma B. Feder Teilnehmer müssen bei der Anmeldung den Betrag von 3 M. zu den und den Herren Einfassierern von Reisekosten anzahlen, die Reisekosten sind bis längstens 10. Mat zu entder Filiale Kottbuser Damm, meinen richten. Da nur eine bestimmte Anzahl von Teilnehmern zugelassen wird, innigsten Dank. 14536 ist baldige Anmeldung an die Geschäftsstelle in Stuttgart, Kanzlei. Fritz Brehme nebst Hinterbliebenen. ftraße 33, erforderlich. Westmann Mohrenstrasse 37a( Ecke Kolonnaden) Gr. Frankfurter Str 115( nahe Andreasstr.) Für den Osterbedarf zu ermässigten Preisen. 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Die Generalversammlung hat fich mit der Abnahme der Jahresrechnung. der Entlastung des Vorstandes, der Wahl der Kaffenfunktionäre, mit Anträgen zur Kassensazung und Be schwerden von Mitgliedern usw. st beschäftigen. Die Abgeordneten werben burch befondere Einladungen benachrichtigt. Gleichzeitig wird hierdurch bekannt gemacht, daß als Vorfizender des Aufsichtsrats(§ 33), Herr Dtto Ihle, Berlin Steglik, Schloßstraße 104, gewählt worden ist. 270/19 SO Der Vorstand. Heideschloß Hohenbinde Schönster Ausflugsort für Vereine USW. Amt Erkner 293 zum „ Gutenberg" Stat. Erkner Romantisch an Spree u. Wald geleg SommerWohnungen Eigene Motorbootverbind. mit Erkner Besitzer Alb. Lehmann. Karfreitag Gr. Schweineschlacht. Sohlleder, Fr. Blut- u.Leberwurst in Ausschnitt und Groupons Ia offeriert A. Schlesinger, 45/10 Prinzenstraße 73. 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März 1914. Abg. v. Graefe( 1): Die Ferienstimmung allein fann für die Vertagung nicht maß- Einen Beweis, daß die Zahlen ber Regierung sight Rimmen, gebend sein, ebenso der Wunsch, Zeit zum Umfallen zu ge- bat Herr egter nicht erbracht, er hat nur behauptet, fie feien winnen. Das könnten wir in zwei Stunden fertig bringen. nicht richtig. Gerade weil wir das nicht wollen, wollen wir den beteiligten Verbänden Gelegenheit geben, zu sprechen, um ihre Interessen wahrzunehmen. Wir stehen in der Tat vor einer neuen Situation, denn in der Kommission hat der Staatssekretär mur für das Reichsjustizamt, nicht aber, wie jegt, im Namen der er bündeten Regierungen gesprochen. Abg. Bassermann( natl.): Die Erklärung des Staatssekretärs wäre an sich fein Grund zur Vertagung. Wir halten es aber nicht für richtig, eine so wichtige Frage heute zu verhandeln, dann die Verhandlung abzubrechen und nach den Ferien wieder fortzusehen. Deshalb stimmen wir der Wertagung zu. Abg. Frommer( f.): Abg. Giebel( Soz.): Abg. Fegter( Bp.): habe nur behauptet, daß die hier getroffenen AusführungsbeftimAusführungsbestimmungen find zwar im Gefes vorgesehen, ich mungen der Absicht des Gesetzgebers nicht entsprechen. Damit schließt die Debatte. Abg. v. Graefe( t.) links.) beantragt Aussehung der Abstimmung. Abg. Fegter( Vpt.): ( 23kberspruch Ich mache darauf aufmerksam, daß die Linke des Hauses gut besucht ist, die Rechte aber abgesehen von einigen Roryphaen gähnende Lücken aufweist.( Sehr richtig! links.) lehnt, der Antrag der Kommission auf Ueberweisung der Petition Der Antrag auf Aussetzung der Abstimmung wird abgezur Berücksichtigung wird angenommen. Ueber eine Petition betreffend Verbot der heimlichen ( unangemeldeten) Warenvermittlung beantragt die Rommission Uebergang zur Tagesordnung. Ein Antrag Arnstadt( tons.) münscht leberweisung als Material. Abg. Astor( 8.): wir könnten die Frage morgen noch weiter verhandeln und die Der Einwand des Abg. Bassermann ist hinfällig, denn Beratung zu Ende bringen. Die Erklärung der Verbündeten Weise abgegeben worden. Aber jetzt soll diese Erklärung ins Land Regierungen ist auch in der Kommission in der denkbar deutlichsteu hinausgehen, um sie gewissermaßen als Revolver zu geheimlichen Warenhandel dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu Jm vorigen Jahre hat die Kommission eine Betition gegen den brauchen, den man den Handlungsgehilfen vorhalten will. Gine überweisen beschlossen. Um so mehr bedauere ich ihre Stellungsolche Taftit machen wir nicht mit. Die Frage ist jetzt lediglich, ob nahme zu der vorliegenden Petition. Einige ihrer Forderungen der Reichstag die Beschlüsse der Kommission, die auch von der Presse gehen ja zu weit. der Handlungsgehilfen gebilligt sind, aufrechterhalten will. Die Kommissionsbeschlüsse zweiter Lefung bilden das Ergebnis fehr eingehender Beratungen. Die Verbündeten Regierungen sind den Wünschen der Kommission in großem Umfange nachNach den Erklärungen des Staatssekretärs ist in der Tat eine gekommen. Die Stommission hat andererseits weitergehende Be- neue age geschaffen, so daß wir Zeit haben müssen, mit den schlüsse erster Lesung fallen gelassen, es hat über die meisten Punkte Interessenten Fühlung zu nehmen. der Kommissionsbeschlüsse zweiter Lejung teine Einigung ers zielt werden können. Meinungsverschiedenheiten sind jetzt nur noch über drei Punkte vorhanden: 1. die Verbündeten Regierungen hatten sich im Laufe im Laufe der Kommissionsberatung damit verstanden erklärt, daß die den Handlungsgehilfen die Dauer des Wettbewerbsverbots zu zahlende Entschädigung auf ein Drittel der den Handlungsgehilfen vertragsmäßig zu stehenden Bezüge bemessen wird. Die Kommission hat diese Entschädigung auf die Hälfte jener Bezüge festgesezt. 2. batten die Verbündeten Regierungen sich damit einverstanden erklärt, daß die Zulässigkeit der Stonkurrenstlaufel entgegen dem Entwurf davon ab hängig gemacht werde, daß die jährlichen vertragsmäßigen Bezüge des Gehilfen mehr als 1500 m. betrügen. Die Kommission hat sich für eine Mindestgehaltsgrenze von 1800 M. entschieden. 3. hat die Kommission im Gegensatz zur Regierungsvorlage und ihren eigenen Beschlüssen erster Lesung beschlossen, daß im Falle der Vereinbarung einer Vertragsstrafe der Gläubiger nur das Recht auf die Vertragsstrafe haben, also nicht befugt sein soll, zwischen dem Anspruch auf Innehaltung des Wettbewerbverbots und der Einforderung der Vertragsstrafe zu wählen. Abg. Hoch( Soz.): erledigt werden. Diese Zeit haben wir ausreichend. Irgend eine Der Gesetzentwurf fann sehr gut in einer zweitägigen Beratung neue Lage der Dinge ist nicht geschaffen, denn das Unannehmbar der Regierung ist auch in der Kommission schon erklärt worden. Aber der Staatssekretär hat jezt noch einmal die Gründe der Regierung dargelegt, und Sie wollen nun lediglich verhindern, Handlungsgehilfen sich auf diesen Leim loden ließen.( Lärm daß dargelegt wird, warum es der größte Fehler wäre, wenn die rechts und im Zentrum.) Abg. Waldstein( Vp.): Aber deshalb sollte man diefe Petition des Mittelstandes nicht glatt ablehnen, sondern dem Reichskanzler als Material überweisen. Der heimliche Warenhandel nimmt beständig zu, und dieser Schädigung des faufmännischen Mittelstandes einen ganz schwunghaften Warenvermittelungsbetrieb. Dadurch muß muß energisch entgegengetreten werden. Einzelne Beamte betreiben eine Erbitterung gegen die Beamten beim kaufmännischen Mittelstand entstehen. Abg. von Graefe( t.): auch wir uns nicht zu eigen, aber glatt ablehnen fönnen wir sie redners anschließen. Alle einzelnen Forderungen der Petition machen Ich kann mich im wesentlichen den Ausführungen meines Bor nicht, schon mit Rücksicht auf die Mittelstandskreise, von der sie ausgeht. Abg. Brey( Soz.): Die Verbündeten Regierungen wären äußersten Falls, wenn das durch das Zustandekommen des Gesetzes erreicht werden kann, bereit, in dem ersten Puntte nachzugeben( Bravo!), also einer Erböbung der sogenannten Karenzentschädigung auf die Hälfte zuzustimmen. Die beiden anderen erwähnten Beschlüsse der Kom- Wer trotz des Unannehmbar der Regierung auf dem einmal mission sind aber für die Verbündeten Regierungen un annehm eingenommenen Stand verharren und dadurch die Vorlage zu Fall bar. Die von den Vorrednern angezogene Petition, die die Kommission ( Bravo! rechts). Ich möchte von vornherein nicht den bringen will, wie die Sozialdemokraten, der wird natürlich gegen zur Berücksichtigung zu überweisen beschloß, wendete sich lediglich geringsten Zweifel darüber aufkommen lassen, daß falls die eine Vertagung sein. Wir aber wollen ein positives Ergebnis er- gegen den geheimen auf Gewinn gerichteten Warenhandel, diese da Beschlüsse der Kommission in diesen beiden Bunkten nicht ge- zielen, und deshalb brauchen wir Zeit, damit die Handlungs- gegen richtet sich gegen jeden geheimen Warenhandel, auch gegen ändert werden, die Vorlage, wie ich nochmals scharf be- gehilfenverbände entscheiden, ob sie das, was sie haben können, den von Angestellten und Arbeitern ohne Abzielung tone, für die Verbündeten Regierungen unan= nehmen wollen. auf Gewinn betriebenen. Das wollte die Kommission nicht nehmbar ist. Zur Begründung dieser Stellungnahme berufe Abg. Dr. Quard( Soz.): mitmachen. Wie soll übrigens den Handwerfern geholfen werden, ich mich auf den Kommissionsbericht. Ich will nur nochmals hervorheben, daß neben der Einführung des Grundsatzes der be- atkraft und Energie haben wollen, dem Willen der sollen? Die Sache liegt viel einfacher. Die Frage ist nur, ob Sie die wenn sie bei der Warenvermittlung neue Stempelgebühren bezahlen Diese Handwerker- Rettungsaktion läuft nur wieder auf zahlten Karenz für die Festsetzung einer Gehaltsgrenze ein Be- Regierung sofort den Willen des Parlaments entgegenzu- neue Lasten für den Handwerker hinaus.( Zustimmung bei den dürfnis überhaupt nicht anerkannt werden kann, und daß die Be- stellen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf politischem Sozialdemokraten.) denken, die gegen eine solch schematische Regelung obwalten, mit Gebiet haben wir solche Verschleppungsmanöver schon oft erlebt, Abg. Schulenburg( natl.) jeder Erhöhung der Grenze sich naturgemäß vermehren. Wenn ferner jetzt soll dieselbe Taftit auch auf fozialpolitischem Gebiet angewendet tritt für den konservativen Antrag ein, da die Petition immerhin das Gesez dafür sorgt, daß die Konkurrenzklausel nur noch in ganz werden.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Daß wir Sozial- einen gesunden Kern habe. geringen fachlich gerechtfertigten Fällen zugelassen wird, und daß der demokraten die Vorlage zu Fall bringen wollen, ist eine Unter Gehilfe eine Entschädigung für die Beeinträchtigung seiner Erwerbsstellung, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Kompromisselt Abg. Brey( Soz.): tätigkeit erhält, so darf auf der anderen Seite die Durchführung ist schon genug in der Kommission. Das muß jezt ein Ende haben. Der geheime Warenhandel nimmt an Umfang zu, weil alle eines berechtigten Wettbewerbsverbotes durch den Anschluß der Gr Stellen Sie dem Willen der Regierung den Willen des Reichstages Waren Apothekerpreise angenommen haben. Nun wollen Sie füllungsklage nicht verhindert werden. Das würde mit Treu und gegenüber, die Handlungsgehilfenverbände werden dann hinter diefer üblen Folge Ihrer Wirtschaftspolitik dadurch abhelfen, daß Glauben nicht vereinbar sein. das bißchen Macht, das Sie haben, durchzusehen.( Beifall bei fraten.) Ihnen stehen. Aber Sie verjäumen wieder einmal die Gelegenheit, Sie neue Nebel hinzufügen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo den Sozialdemokraten.) de Die Diskussion schließt. Der Antrag Arnstadt( f.) wird abgelehnt. Abg. Erzberger( 3.) Abg. Bassermann( natl).: Abg. Haase( Soz.): ( zur Geschäftsordnung): Wenn weiter so abgestimmt werden wird, werde ich vor der nächsten Abstimmung die Beschlußfähigkeit bezweifeln. Abg. Ledebour( Soz.) Und nun bitte ich Sie, sich einmal den Rechtszustand zu vergegenwärtigen, wie er fich bei einer Verständigung über den Gesetzentwurf in Zukunft gestalten wird. Dieser Rechtszustand ist für den Handlungsgehilfen überaus günstig. Die Konkurrenzklausel ist unverbindlich, soweit sie nicht zum Schuße eines berechtigten geschäft- Die Handlungsgehilfen werden aus dieser Debatte ersehen, daß lichen Interesses des Prinzipals dient, oder soweit sie eine unwürdige die bürgerlichen Parteien bestrebt sind, ein vernünftiges Erschwerung des Fortkommens des Handlungsgehilfen bedeutet. Sie Gesez zustande zu bringen. Von einer Verschleppung fann gar teine ist ferner nur gültig, wenn sie schriftlich vereinbart ist, wenn der Ge- Rede sein. hilfe ein Gehalt von mehr als 1500 M. bezieht und wenn der Prinzipal sich außerdem verpflichtet, eine Entschädigung in Höhe der Hälfte des Gehalts zu zahlen. Dabei wird, was der Gehilfe etwa in seiner neuen Stellung bezieht, auf die Entschädigung zwar angerechnet, aber diese Anrechnung beginnt nicht schon dann, wenn die Ents schädigung und der neue Verdienst zusammen das frühere Gehalt erreichen, sondern erst dann, wenn sie dasselbe um 10 Broz., teilweise sogar um 25 Proz. übertreffen. Die Folge dieser Regelung muß sein, daß die Konkurrenzklausel überhaupt nur noch eine ganz feltene Ausnahme bildet, und auch in diesen Ausnahmefällen wird sie feine unbillige Härte mehr für den Gehilfen in fich schließen können. Das ist der Zustand, der durch den Gefeßentwurf erstrebt wurde. Scheitert sein Zustandetommen an den erwähnten beiden Punkten, so würde ich das im Interesse der Handlungsgehilfen auf das lebhafteste bedauern. Es würden die Gehilfen damit der Vorteile, die ihnen diese Neuregelung gewährt, beraubt. Die Verantwortung dafür würde neben den Verbänden der Handlungsgehilfen, die an un- Grenzverkehrs über die holländische Grenze des RegierungsEine Petition betreffend Erleichterung des fleinen erfüllbaren Forderungen festhalten, den Reichstag treffen. Die Verbündeten Regierungen sind sich bewußt, den bezirks Aurich beantragt die Kommission dem Reichskanzler zur Wünschen der Gehilfen und der Kommission entgegengekommen zu Berücksichtigung zu überiveisen. fein, wie sie es mit den berechtigten Interessen der Prinzipale nur irgendwie für vereinbar halten können. Ich richte deshalb an das Hohe Haus die dringende Bitte. sich im Interesse der Handlungsgehilfen in den beiden Punkten auf den Standpunkt der Regierung zu stellen. Tun Sie das, dann würde, was ich besonders betone, auch die Bahn frei gemacht werden, um das Verhältnis der technischen Angestellten neu zu regeln. Eine folche Regelung wird nach Verabschiedung des Gesezenti fes bald in Angriff genommen werden.( Bravo! rechts.) Durch Herrn Waldstein haben wir eine neue Spielart von Demokratie fennen gelernt, nämlich die, welche nach einem Unannehmbar der Regierung nicht einmal Lesung einzutreten gewillt ist. in eine zweite feit.) Partei den Entwurf zu Falle bringen will, brauche ich nicht zurück- zweifelt Seinen Vorwurf, daß meine zuweisen, die ganze Tätigkeit meiner Partei beweist das Gegenteil. Wir wollen ein nüzliches Gesez für die Handlungsgehilfen schaffen und nicht ein solches, das auch ihre bescheidensten Wünsche über Bord wirft.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Trimborn( 3., zur Geschäftsordnung): Zu der durch die Erklärung des Staatssekretärs geschaffenen Lage müssen die Frattionen Stellung nehmen. Auch ist es nicht förderlich, eine so wichtige Frage in Ferienstimmung zu beraten. Ich beantrage deshalb Vertagung der Beratung bis nach den Dsterferien. Abg. Haase( Soz., zur Geschäftsordnung): neue Die Geschäftsordnungsdebatte schließt. Der Vertagungsantrag des Abg. Trimborn wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Es folgen Petitionen. Ein Antrag Arnstadt( f.) beantragt lebergang zur Tagesordnung. Abg. Fischer- Sachsen( Soz.): Die Grenzbewohner anderer Regierungsbezirke haben diese Vergünstigung. Sie liegt auch im Interesse aller Grenzbewohner, die meist är mere Leute sind und ohnehin durch die Grenze unzähligen Schifanen ausgesetzt sind. Wir bitten Sie deshalb im Interesse der armen Grenzbewohner, den konservativen Antrag abzulehnen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Graefe( f.): ( zur Geschäftsordnung): Wenn Herrn Erzberger die Abstimmung so nicht paßt, mag er doch anders abstimmen.( Große HeiterVor der Abstimmung über den Antrag der Kommission be Abg. Dr. Dertel( f.) die Beschlußfähigkeit des Hauses. Das Bureau schließt sich dem Zweifel an. Präsident Kaempf beraumt die nächste Sigung an auf Diens tag, 28. April, 2 Uhr, mit der Tagesordnung Petitionen. Schluß 3 Uhr. Abgeordnetenhaus. 59. Sigung. Freitag, den 27. März 1914, vormittag 10 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Lente. Der Etat der direkten Steuern. Dazu fordert ein Kommissionsantrag, daß eine Uebereinstimmung der Ergänzungssteuerschäzung mit der Wehrbeitragsschäßung hergestellt werde. geforderten Veranlagungskommissaren sechs gestrichen werden. Ein zweiter Kommissionsantrag fordert, daß von den 15 neuEin nationalliberaler Antrag will dagegen die 15 Stellen bewilligen. Ein freikonservativer Antrag ersucht um Gesezentwürfe für die Neuordnung der direkten Steuern, sobald sich die Höhe des dauernden Bedarfs an Einnahmen aus den direkten Steuern überWir haben unseren Antrag gestellt, weil der Vertreter der Re- ärmeren Steuerzahlern die für sie in der gescheiterten Steuernovelle, gierung in der kommtifion nachgewiesen hat, daß gerade in diesem in der vorigen Tagung in Aussicht genommenen" Vorteile zufehen läßt, will ferner baldmöglichst dem Mittelstande und den Bezirk für die Zollerleichterungen fein Bedürfnis vorliegt und daß wenden und eine vollständige und gerechte Veranlagung aller Einandererseits viele kleine Gewerbetreibende dadurch geschädigt würden. kommen und Vermögen sicherstellen. Wozu zieht die Kommission denn überhaupt Regierungsvertreter hinzu, demokratischer Dazu ist ein sozial. Abänderungsantrag wenn sie ihre Ausführungen nachher gar nicht beachtet? eingegangen, welcher die Streichung der Worte„ die für sie in der vorigen Tagung Abg. Fegter( Vp.): in Aussicht genommenen" aus dem freikonservativen Antrag fordert. Ferner ein nationalliberaler Abänderungsantrag, der die Ausführung des Veranlagungsgeschäftes durch finanztechnisch besonders vorgebildete Beamte wünscht. Abg. v. d. Often( f.): Es hieße dem Parlament das denkbar schlechteste Beugnis auss ftellen, wenn man meint, daß es wegen der Ferien, die einen Monat Den Beweis für seine Behauptung hat der Regierungsvertreter dauern werden, nicht so lange zusammengehalten werden kann, um feineswegs einwandfrei erbracht. Ich kenne die Gegend genau und eine so wichtige Frage zu beraten. Der Grund für den Antrag muß sagen, daß seine Zahlen geradezu irreführend waren. ist in Wirklichkeit ein anderer. Die Herren wollen Zeit haben, um( Hört! hört! links.) Sehr intereffant ist die Behauptung der Redie bescheidenen Wünsche der Kommission nach rüdwärts zu gierung, daß die Fleischpreise jenseits der Grenze fast ebenso hoch revidieren.( Sehr richtig! bet den Sozialdemokraten.) Es ist find wie bei uns. Wozu brauchen wir dann die Zölle? Uebrigens fozialdemokratische Abg. Ströbel wieder den Agrariern Steuer Ohne eine Spur von tatsächlichen Beweisen hat gestern der unrichtig, daß durch die Erklärung der Regierung eine spielt auch ein Unterschied von 10 Pf. pro Kilo für arme Leute eine feu vorgeworfen. Mit diesem alten Märchen, daß die Agrarier Situation gefchaffen ist. Dieselbe Stellung hat die Regierung auch erhebliche Rolle.( Sehr richtig! links.) Uebrigens ist im Re- die Stener hinterzögen, muß doch einmal endgültig aufgeräumt in der Kommission eingenommen, und alle Fraktionen haben zu gierungsbezirk Osnabrüd ganz dicht dabei an derselben Grenze werden. Fälle bon tommen Steuerhinterziehung ihrem Unannehmbar Stellung genommen oder doch nehmen fönnen. Der Grenzverkehr erlaubt. Ich bitte Sie dringend Front zu machen vor; diefes Uebel tommt bei allen Parteien vor. Die Be Die Erklärung der Regierung geht jekt ins Land hinaus, und gegen die Versuche, über das Gesez hinaus die Lebensmittel zu ver- hauptung, daß wir die Steuerkommiffare nur im Osten der eine Antwort foll nicht gegeben werden. Die Herren teuern. wollen in Monarchie gestrichen hätten, ist unzutreffend. Für eine gerechte der Zwischenzeit versuchen, die HandlungsEin Regierungsvertreter Steuerverteilung sind wir jederzeit eingetreten. Getviß ist die gehilfen Verbände unter das faudinische Joch, betont dem Borredner gegenüber, daß die Zahlen der Regierung Lebenshaltung gestiegen, aber gleichzeitig auch die Löhne. Die Beibas ihnen auferlegt werden foll, zu zwingen, auf amtlichem Material beruht hätten. Mit dem Gesetz stehe die träge, die die Arbeiter für die sozialdemokratische ParteiDiese Politit machen wir nicht mit.( Bravo! bei den Sozial- Verfügung durchaus im Einklang, denn das Gesez fordere Prüfung taffe und für die Gewertihaftstaffe zu leisten haben, demokraten.) der örtlichen Verhältnisse. find weit böber, als die Steuer, die der Staat von ihnen fordert überall rfeterjeÄ werbe» tnbr alfe laziakdemokratischen Experimente mit Energie beläuiPfei� Es ist mich nicht richtig, datz wir gegen die Steuerkommissars sind, weil wir einen Mißbrauch mit der Volitischen Macht des LandrateS treiben wollten. Gegen den frei- konscrvaliven Autrag sowie gegen den nationalliberaleu Ab- Änderungsantrag haben wir schwere Bedenken. Die ein- seitige Vorbildung der Steuerkommissare macht sie zu dem veranlagungögeschäfr wenig tauglich i dagegen find d i e ltandräte Ms Vertrauensleute der Bevölkerung� «Lachen links. Sehr wahr! rechts.) Bei kleinen Einkommen unter fiOOO M. sollte«an die Steuerschraub« nichi zu sehr anziehen. Die Steuerkommissare habe« lediglich das Bestreben, möglichst hohe Steuererträge herauszupressen. Dagegen treten die Landräte und Bürgermeister für das Interesse der Bevölkerung ein. Mit Recht wurde gestern darauf hingewiesen, daß die Steuererhebung eine der wichtigsten Ursachen für den Ausbruch der französischen Revolution gewesen ist. Unsere Zustände nähern sich mehr und mehr denen vor Ausbruch der französische« Revolution. Wenn die Landräte der Sozialdemokratie ein Dorn im Auge find, so ist das nur eine Ehre für fi«. �Lebhafter Beifall rechts.) Wir befinden uns auf einem gefährlichen Wege. Die Regierung scheint eine b e dauerliche Unkenntnis über die Mitzstimmung im Volle wegen der hohen Steuern und des Uebermatzes von Gesetzen zu haben.(Lebhafter Beifall rechts. Widerspruch links.) ,. Finanzminister Dr. Lenste: D« Ausführungen des konservativen Abgeordneten muß ich den entschiedensten Widerspruch entgegensetzen. Wie ein roter Faden zog sich durch seine ganze Rede die Forderung, daß das Land gegen die Steuerkommissare wie gegen ein Uebel geschützt werden müsse. Alle seine Angriffe gegen die Steuerkommissar« sind unzutreffend. Nicht einen einzigen Beweis ans der Praxis hat er vorbringen können.(Lebhafter Bei fall links.— Widerspruch rechts.) Die Steuerkommissare genießen das gleiche Vertrauen bei der Bevölkerung wie die Landräte. Uebri- gens warum werden denn nur die Steuerkommissare angegriffen und nicht ebenso die StenerveranlagungSkommission, die sich aus Bürgern zusammensetzt? Sind denn das alles Nullen? �Lebhafter Beifall links.) Die Regierung will nicht an Steuern das. Möglichste herauspressen, sondern Gerechtigkeit walten lassen. Ta sich die Kommissars mit allen wirtschaftlichen Verhältnissen beruflich be- fassen müssen, so haben sie auch die erforderliche Verbindung, mit den einzelnen Teilen der Bevölkerung.(Lebhafter Beifall links.) Ich muß also die Angriffe von konservativer Seite entschieden zurückweisen.(Lebhafter Beifall links. Unruhe rechts.) Wenn von Vielregiererei der Regierung gesprochen wird, sollten die Abge- ordneten, die gan�e Stöße von Gesetzen fabrizieren, in den eigenen Busen zurückgreifen. Die Sozialdemokraten befolgen eine ganz eigenartige Taktik. Im allgemeinen sollten sie ein Loblied auf unsere Steuergesetze anstimmen, da sie die arbeitende Bevölkerung weit weniger belasten, al» die besitzend«: Klassen und den Forde- rungeu ihres Parteiprogramms Genüge leisten. Auch die Kirchen- und Kommunalsteuern sind nach dem von ihnen geforderten Prinzip der Progression ausgebaut. Statt dessen beziehen sie sich auf die Einkommensteuerstatistik, aus der sich ergebe, daß 48 Proz. der Be- völterung überhaupt nicht veranlagt werden und daß unsere Besitz- Verhältnisse außerordentlich ungünstig seien; denn es gehe daraus hervor, daß fast die Hälfte des Volkes ein Einkommen unter ilvO M. habe. Gewiß, auch ich bin mit der Verteilung der Besitz- Verhaltnisse nicht durchaus einverstanden, aber, waS die Sozialdemokratie weiß, jedoch nicht sagt, ist, daß unter diesen nicht Veranlagten zahllose Personen in sehr guten Verhältnissen leben, z. B. die Hauösöhne und Töchter, die Studenten und viele, die Geld verdienen, es aber an die Eltern abgeben und deshalb nicht ver- anlagt werden. Das Einkommen der Kinder wird nicht versteuert. In zahlreichen Arbeiterfamilien geben die Kinder und die Eltern zur Arbeit und verdienen, so daß sich ganz nette und behagliche Verhältnisse ergeben.(Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) � Der Abg. S t r o b e I bat sich aus das Buch deSRe�erungsrats Martin bezogen(Schallende Heiterkeit rechts), der nur mit Vermutungen nderrsrt.(Abg Ströbel: Nein, mit amtlichem Material!) Die 'Statistik beweist, daß gerade die kleinen und mittleren Einkommen stark gewachsen sind, nicht so sehr �die großen. Das Gleiche geht auch aus einer Statistik über die Sparkassenverhältnisse hervor. Im Jahre 1912 gab es 13,8 Millionen Sparkassenbücher und 4,4 Millionen gehörten kleinen Leuten. Die Sozialdemokratie verlangt, das Existenzminimum solle von 990 M. auf lboo M. heraufgesetzt werden. Selbst die RegrerungS- Vorlage habe früher 1299 M. festgesetzt. Das ist richtig. Aber die Einkommensteuer ist in der letzten Zeit durch das Kinder Privileg wesentlich veredelt worden. Auch die Arbeiter müssen das Ver- ontwortungsgefühl haben, daß sie mit dem Staat zusammenhängen und ihm gegenüber Pflichten besitzen. Ich habe schon früher darauf hingewiesen, wie die Sozwldeinokatie die kleinen Leute heranholt. Die staatliche Einkommensteuer beträgt etwas über 19 Pf. pro Woche, aber Ihre Gewerkschaften erheben Beiträge von 39, 40, manche sogar 59 Pf. pro Woche. Nur ein Bruchteil davon wird für Unterstützungen verwendet, ein großer Teil für Verwaltungskosten, für Streikunterstützung. Das Vermögen der Ge- werkschaften ist auf 8 9 Millionen Mark gestiegen.(Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Sie thcsaurieren qlso einen großen Teil der Beiträge und legen sie auf die hohe Kante.(Lebhaftes Hört! hört! — Widerspruch bei den Sozialdemokraten.— Rufe rechts: Ruhe!) Die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften holen die kleinen Leute drei- bis viermal so hoch heran, wie der Staat. Wenn Sie uns Vorwürfe über Besteuerung der kleinen Einkommen machen, so gehen Sie uns mit Ihrem Beispiel voran.(Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.— Sehr richtig! rechts.) Aber Sie werden dann Beschlag legen auf das, was der Staat weniger verlangt für Ihre Kassen.(Lebhafte Unruhe bei den Sozial- demokraten.) * Abg. v. Ttrombcck(Z.) begründet fernen Antrag, d«: eine Reihe von Mißständen beseitigen will, die sich bei der Veranlagung der physischen Personen zur Einkommensteuer herausgestellt haben. Generalsteuerdirektor Heinke: Die erwägenswerten Anregungen dieses Antrages mögen der StaatSregicrung zur Erwägung überwiesen werden. Wg. Levy(natl.) wendet sich yegen die Ausführungen des Abg. v. d. O st««(k.) und begründet euren Antrag auf Aenderung des§ 1 des Einkommensteuergesetzes. der die Reservefonds gemeinnütziger wissenschaftlicher und künstlerischer Gesellschaften m. b. H. steuerfrei lassen will. SsneralsteuerdirLktor Hemke: Der Finanzminister steht diesem Antrage sympathisch gegen- über. Abg. Frhr. to. Zedlitz(fk.) ersucht, den Antrag v. S t r o m b e ck der Regierung als Material zu überweisen und empfiehlt den fteikonservativen Antrag aus Neuordnung deS direkten SleuerwesenS zur Annahme. Mit Recht hat der Abg v. Kardorff gestern davor gewarnt, daß sich die Regierung durch die Parlamente dazu drängen läßt aus Papula- ritätSrücksichten Gesetze zu machen, die mit dem StaatSwohl nicht vereinbar sind. Allerdings, hinsichtlich der Wahl- und Popularftäts- rücksichten steht das preußische Abgeordnetenhaus turmhoch über denjenigen Parlamenten, die aus de m gleich e n und geheimen Wahlrecht her vorgegangen find. Den sozialdemokratischen Antrag lehnen wir ab; denn unS liegt gerade an den Vorteilen für den Mittel- stmtd, die in der Vorlage im vorigen Jahre enthalten waren. Die Konsumvereine sind viel besser daran, als der private Gewerbetreibende und müßten daher die gleichen Steuern zahlen.(Sehr gut! rechts.) Die Arbeiter zahlen viel mehr an Beiträgen für Zwecke, die ihnen oft s ch a d e n, als an Steuer. (Lebhafte Zurufe der Sozialdemokraten: Arbeitslosenunterstützung! Krankenfürsorga!) Darum find nicht die Sozialdemokraten, wohl aber wir legitimiert, Steuerermäßigungen für die unteren Volks- klassen zu fordern.(Sehr wahr! rechts.— Heiterkeit bei den aldemokratem) Tie Steuernovelle soll nicht erst kurz vor den len eingebracht werden. Aus Gründen der steuerlichen Gerech- tigkeit wollen wir die Landrätc nur da für die Veranlagung beibehalten, wo sie diese Arbeit leisten können. Deshalb bewilliaen wir. für Nordhausen und Bromberg die Kommissare trotz der Streichung durch die Budgetkommission-(Beifall rechts.) Abg. Cassel(Vp.) lehnt die Anträge der Budgetkommiffion ab, nimmt de» Antrag V. Zedlitz an, fordert gleichmäßige Veranlagung im ganzen Lande durch Kommissionen mit hauptsächlichen, entsprechend vorgebildeten Beamten an der Spitze und erklärt schließlich, daß ungleichmäßige Behandlung der Bürger nur die Sozialdemokratie fördere.(Beifall link?). Ein Schlußantrag wird angenommen. Wg. Ströbrl(Soz.) (zur Geschäftsordnung): Ich bedauere, daß wir jetzt verhindert find. auf die Angriffe gegen uns zu antworten, ganz besonders daran verhindert, dem Finanzmini st er nachzuweisen, welch gröblicher volkswirtschaftlicher Schnitzer es ist. GewerkschaftSbeiträgc mit Steuern zu verwechseln, und nachzu- weisen, daß gerade die Gewerkschaftsbeiträge das Einkommen der Arbeiter erhöht haben. Es ist mir nun auch nicht möglicki. zu zeigen, welche riesigen Summen die Gewerkschaften für' ihre Mit- glieder ausgegeben"haben. Seit 1891 168 Millionen Mark.(Vize- Präsident Porsch: Das ist nicht zur Geschäftsordnung.) Ich be- dauere weiter, daß es mir nicht möglich ist, den oft geführten Be- weiS zü wieherdolen, daß die Besitzlosen an d« Steigerung der SparkaisenvtzrmÖgtzn ipar nicht öd et n U r zum klein Ken Ter l beteiligt find.' Ich bedauere den Schluß der Debatte um so«ehr, als Mir dadurch unmöglich gemacht'wird, nachzu. weisen, daß alle Ausführungen de» Finanzunnister» gegen mich durchaus unrichtig waren. Hierauf wird die Einkommensteuer und die Ergänzungssteuer bewilligt Der Antrag v. Strombeck wird der Regierung als Material überwiesen. Der freikonservative Antrag und die dazu gehörigen nationalliberalen und sozialdemokratischen Zusatz- antrage werden mit den Stimmen der Konservativen und einem Teil des Zentrums abgelehnt. lieber den nationalliberalen Antrag auf Wiederherstellung der sechs von der Budgetkommiffion gestrichenen Steuerkommissarstellen wird namentlich abgestimmt Die Abstimmung ergibt, daß die Streichung mit 192 gegen 114 bei einer Stimmenthaltung auf- rechterhalten wird. Gegen die Streichung stimmen die Sozialdemokraten, die Fortschrittler. die Nationalliberal«! und die Arveftervertreter des Zentrums. Die Polen fehlen. Em Antrag v. Zedlitz-Kardorff, für Nordhausen und Bromberg die Steuer- kommissare zu bewilligen, wird mit d«r Stimmen der Kom'erva- tiven und des größten Teils des Zentrums gleichfalls abgelehnt Die von der Budgetkommission beschlossene Streichung der Steuer- kommissare wird also aufrechterhalten. Eine Resolutron der Äom- Mission, in den nächsten Etat einen Betrag für Anstellung von Steuerassistcnten einzustellen, wird angenommen. Ohne wesentllche Debatte werden noch der Etat der Zölle und der im direkten Steuern und der Etat der König- lichen Seehandlung bewilligt. Der Präsident Graf Schwerin-Löwitz setzt die nächste Sitzung nach den Otterferien auf Dienstag, den 21. April, 12 Uhr mittags, fest. Auf ser Tagesordnung steht das Eisenbahnanleihe- ««setz- Schluß 6 Uhr. parlamentarisches. Die deutsche Diplomatie. In der am Freitag fortgesetzten Beratung deS ElatS für daS Auswärtige Am: wurde zunächst noch immer der Fall Sch lieb en erörtert Alle Redner der Linken und des Zemrums tadelten mehr oder minder heftig das Verhalten des Belg: oder Gesandten und besonders der hinter ihm stehenden Regierung. Gen. Wendel und Abg. G o t h e i n(Vp.) nabmen Gelegenheit, die wirtschastspoliiischen Untergründe des Konflitrs darzulegen und die von der Regierung vertretene, durch die österreichische' Brille gesehene Balkanpolitik als unhaltbar nachzuweisen. Gothein bezeichnete die Hattung der Regierung als eine Burleske, die einen ausgezeichneten Possen- staff liefere, und stellte sie in eine Parallele■ zu der Rolle, die der Amisvorsteher Wehrhahn im.Biberpelz* spielt Selbst Abg. Oerrel(t) mußt« dem Konsul Schliefen daS Zeugnis eines fähigen und tüchtigen Mannes anSstellen, wenn er auch die Hallung der Regierung, mir Rücksicht aus den politischen Einschlag des Falles, als korrekt anerkannte. Er blieb der einzige Verteidiger der Regierung, die anfangs durch Erklärungen ihr Verhallen zu rechtfertigen versucht hatte, später aber in entscheidenden Punkte» von ihrem Gedächtnis im Stich gelassen wurde und sich gänzlich in Schweigen hüllte. In der Wellerberatung brachte Genosie Ledebour die in Nordschleswig vor kurzem erfolgte Ausweisung zweier Damen zur Sprache, die geeignet sei, dos Ansehen Deutschlands auf das empfindlichste zu schädigen. Als Staatssekretär v. I a g o w erklärte, von dem Vorfall keine Kenntnis zu haben, nagelte Genosse Ledebour. unter schärffter Verurteilung der kleinlichen und gehässigen Dänen- Heye das Verhalten der Regierung als unerträglich und unhaltbar fest und forderte in Ueberetnstimmung mit dem Abg. G o t b« i n (Vp.), der aus die Notwendigkeit einer den skandinavischen Völkern entgegenkommenden Politik hingewiesen hatte, die Unabhängigkeit des Auswärtigen Amtes von den Kompetenzen Preußens. Genosse Bernstein unterstrich die Forderung einer die Gefühl« und Interessen der Nachbarstaaten refpellierenden ftiedlichen Völkerpolitik. Ohne wesentliche Debatte wurden die BeioldungStitel für die Gesandtschaften, Generalkonsulale und Konsulat« bewilligt Jugenöbewegung. Ein Schlag gegen die proletarische Jugendbewegung. Die Bezirksichulinspektion Dresden Hl und die SmtShaupt- mannschafi DreSden-Neustadt verboten alle Feiern für die schul- emlassene Jugend, die nicht von Geistlichen oder Lehrern veranstaltet oder von den Bezirksschulvorstehern ausdrücklich genehmigt worden sind. Den Kindern, die solche Feiern besuchen, werden Schulstrafen. den Eltern aber Geldstrafen bis zu 60 M. angedroht DaS Verbot richtet sich natürlich in erster Linie gegen die proletarische Jugend- bewegung..Die Maßnahme wird aber das Gegenteil von de« hervorrufen, was sie bezwecken soll. WttterungSüderttwt vom t7. März 1914. Swinemde. 744 OSO 2 Nebel Hamburg!745iNNW 3Regen Bettin 745«! S bedeckt Franks.-i.M 750.SW: ÄDunst Münche»;750SW j 6 bedeckt Wien j745WNW 4woiienl Wettcrvrognole kür • K dt. i* Hapara»dä7SljN I Awallenl Petersburg 75KQ; 2 Schnee Scilly|75ft?l» 1 7 wollig Aberdee» TZSN« 1 2 wollenl Patt» 7ZSWNS I 2 bedeckt i» deu 98- März 1914. E g -15 •4 7 n « 1251, vorherrschend wolkig mit gettnzen Niedettchläzen rmh frischen uordwesUichen Winden.. Berliner Betterbureaa. ESagerttauds-Rawrtchteu der Landes anltakt für GewäSerwnde. mNaeteill vorn BerLner Wettert»--«-»»» «assettiaud N-met, Tilsit B r e g« l, Jntterburg Deichsel, Thorn Oder, Ratibor , Krossen , Frankwtt Warthe, Schttmm , Landsberg Netze, Dordamm Elbe, Leitmetttz , Dresdeu , Bardo . Magdeburg ■ am 1 fett 26.3. 25. 3, cm orn'l 523 204 266 186 255 275 206 215 84 178 78 388 321 +13 —18 -12 -—6 —8 —6 —10 -1 +4 -11 —12 —8 —7 Wasserstand Saale,«rochlitz Havel. Spandau») » Natbenom*) Spree, Svremberg') , BeeStow Weser, Münden » Minden Rhein, Maximilians au , Kaub Köln Neckar. Heilbrouu Main. Hanau Mosel, Ttter + bedeutet Wuchs,— Fall.—») llnterpegel. Marttpretle bau Verlin am 96. MSrz 1914. nach«rmitteluuae» des kgl. Polizeipräsidium». Mais smixed), gute Sötte OOjOO— 00,00. Donau 00,00—00,00. Mais(runder), gute Sott« 14,95—16,05. Richtstroh 0,00. Heu 0,00—0,00. Martlhallendreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelb«, mm Kocheu 34,00—50,00. Sveisebohnen. weiße 35.00—60.001 Linsen 40.00—80.00. Karwstttn(Kleinbdi.) 4/10—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 1.60—2,40. Rmdsteilch, Bauchsletsch ILO— 1.80. Schwttneffeisch 1.40— 2410. Kalbfleisch l.40— 2,60. Hammelüttich 1,60—2,40. Butter 2,40—3,00. 60 Stück Eier 3,20—5.40. l Kilogramm Kärnten 1 20—2,40. Aal« 1.60— 3,20. Zander 1,40-3,20. Hechte 1,20—2,60. watsche 1,00—2,201 Schlei' 1,60—320. Bleie 0.80—1,60. 60 Stück Krebie 3.50—2400. 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Schauspielhaus: Die Benus Theater des Westens. mit dem Bapagei. Deutsches. Was Ihr wollt. Veffing. Peer Gynt. Thalia. Wenn der Frühling tommt. Zirkus Busch. Galavorstellung. Sirkus Schumann. Galanorstellung. Anfang 755 11hr. Metropot. Die Reise um die Belt in 40 Sagen. Anfang 8 Ubr. Irania. Hogspannung. öniggräger Straße. Die con braut Deutsches Künstler Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Kammerspiele. Der Snob. Ricines. Jettchen Gebert. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Trianon. Er und der Andere. Komödienhaus. Kammermusit. Theater am Nollendorfplas. Die schöne Helena. Quitspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller O. Der Maschinenbauer. Schiller Charlottenburg. Wann mir altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. Theater des Westens. Bolenbbit. Montis Operetten. Jung- England. Berliner. Wie einst im Mai. Residenz. Der Regimentspapa. Friedrich Wilhelmstädtisches. Fräulein Trallala. Roie. Das Recht auf den Tod. Rafino. Die olle Webern. Serrnfeld. Die von oben und unten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Som pagnie. Anfang 8 Uhr. Quisen. Preciosa. Walhalla. Tangofieber. Folies Caprice. Café Bingsheim. Der Heiratsgraj. Meyersteins. Neues Aniang 8%, Ubr. Bolts- Theater. Kaiserjäger. Anjang 9 Ubr. Der Admiralspalast. Die lustige Puppe. Berliner Eispalast. Jm Krug zum grünen Sianze. Cines Nollendorf- Theater.Varieté: Lichtspiele. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 8 Uhr: Polenblut. Sonnt.nchm. 3: Der liebe Augustin. Theater am Nollendorfplatz 5. Die schöne Helena. Burles te Dper in 3 Auszügen von Jacque Offenbach. Deutsches Rünstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Abends 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Sonntag 3 Uhr: Das Prinzip. 8 200 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonnabend, den 28. März, im Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain ( Am Königstor) >>> 25. Stiftungs- Fest eee Mitwirkende: Die Thiloschen Chöre, 300 Sänger( Dirigent Emil Thilo): Gesangverein Namenlos"," Männerchor Ost"," Sängerchor Wedding". Konzertsängerin Frau Hertha Geipelt( Sopran), am Flügel Emil Thilo. Das Berl Konzerthaus- Orchester( 40 Musiker), Dirigent Franz v. Blon. Festrede. 226/5 Konzertbeginn pünktlich abends 8 Uhr. Eintritts- Karte 30 Pfennig. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf nach. Eintrittskarten a 30 Pf. sind noch im Wahlvereinsbureau Gerichtstraße 71 zu haben. Der Bildungsausschuß. Metropol- Theater. Abends, präzise 7 Uhr 55: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. I Voigt- Theater Badstraße 38. Sonntag, den 29. März, nachm. 3 Uhr: Philippine Welser, die schöne Augsburgerin. Abends 7 Uhr: Im Rausch des Lebens. Rasseneröffn. 10 Uhr. Anf. 3 u. 7 Uhr. Boranzeige: Montag, den 6. April: Morgen nach Ein Blitzmädel. Benefis far Lina und Karl Moeller. Der Biberpelz. mittag 3 Uhr: Friedr.- Wilhelmst. Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Trallala. Morg. nachm. 3 Uhr: Die Kino- Königin. Sängerchor Residenz Theater VORWÄRTS- SÜD OST 8 11hr: Der Regimentspapa. DOSE= THEATED Große Frantiurter Str. 132. Nachmittags 4 Uhr: Rübezahl. Abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer von Berlin. Sonntag 3 Uhr: Die Anna- Life. Abds. 8 Uhr: Die Königin der Detektei. WINE BARTEN Letzte Vorstellungen! Olga Desmond und eine Auslese hervorragender Kunstkräfte! Morgen Sonntag: Theater in der Königgrätzer Straße Nachmittags- 3 Vorstellung! 8 Uhr: Die Kronbraut. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik". Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater a.d. Weidendammerbrücke & Uhr: Der müde Theodor. Kleine Preise! Rauchen gestattet! Apollo- Theater. Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr. Bum 101. Male: 8 Uhr. Der Stolz d. 3. Kompagnie mit Hartstein. Lachen ohne Pause! Rauchen gestattet! M. d. D. A.-S.-B. Chormeister: Otto Kowalski. Sonntag, den 29. März 1914: BUNTER ABEND in Obiglos Festsälen( früher Keller) Koppenstraße 29. Mitwirkende: Frl. Elsa Colman( Lieder zur Laute) 1461b Herr Fritz Richard vom Deutschen Theater( Rezitator) Eintritt 60 Pfennig inklusive Tanz Eröffnung 5 Uhr Anfang 6 Uhr 99 66:: Berliner:: Clou Konzerthaus Mauerstraße 82 Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert! Musikkorps des 2. Garde- Regiments z. F. Dirigent: Oberm. Graf. Musikk. des 4. Garde- Regiments z. F. Dirigent: Oberm. Schrader Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 PE Anfang 8 Uhr. Großes Doppel- Konzert. Anfang 4%, Uhr. Brauerei Friedrichshain Morgen: Dienstag, den 31. März, abends 8 Uhr: Heitere Künstler- Soiree Zum Benefiz des artist. Leiters der Künstler- Abende Harry Senger and Lola Gray. Mitwirkende: Allererste Kräfte hies. Bühnen. U. a. Lona Nansen, Herrmann Feiner, Lutti Werkmeister, Holländer, Improvisator Adolf Wenter, Conferencier, Oliy Romann, Richard Wissiak, Franz Meißner, Forfalla, Fantasie- Tänzerin. Entree 35 Pf. Zirkus Alb. Schumann. Heute Sonnabend, d. 28. März, Intern. Ringer- Wettstreit Freier Ringkampf! ( Catch as catch can) Es ringen folgende Paare: 1. Derelli gegen Saft ( Deutschl) 2. Grena gegen Simonon ( Italien) ( Lüttich) ( Asien) 3. Spevacec gegen De Ridder ( Böhmen) 4. Deriaz ( Schweiz) gegen ( Belgien) Tripolt ( Oesterreich) Vor den Ringkämpfen: Das große Ausstattungsstück ,, Tipp". Sonntag, den 29. März: 2 Gr. Vorstellungen 2 Nachm. 3 Uhr u. abds. 7, Uhr Nachm. h. jed. Erwachs. 1 Kind frei. Berlin- Neukölln an der Weser- Ecke Rütlistraße gegenüber der Jansastraße. Nur kurze Zeit Zirkus BarumSchau. Heute Sonnabend, 28. März: 2 brillante Vorstellungen nachmittags 4 Uhr. abends 8 Uhr. 2 In der Nachmittags- Vorstellung ein ungekürztes Abend- Progr. zu klein. Preis. f. Erwachsene u. Kinder unter 12 Jahren. Sonntag, den 29. März: 2 Elite- Vorstellung. nachm. u. abds. 8, Uhr. Alleiniger Billettvorverk. im Zigarrenhaus Richter u. Franke am Hermannplatz und an der Zirkuskasse ab vormittags 11 Uhr. Admiralspalast. Eis- Arena. Die ,, Im Tangoklub" Novität und zum 201. 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Ber.)[ glieder neben ihren Verbandsposten zugleich solche für die Partei| sehen wir das verwirklicht, was damals befürchtet wurde. Denn Vor dem hiesigen Schöffengericht wurde heute der Prozeß bekleiden; dadurch würden die Leute naturgemäß start überlastet, der Strafbefehl, der den Angeklagten zugestellt set, finde die poligegen Vorstandsmitglieder des Alten Vergarbeiterverbandes ver- so daß sie ihren Aufgaben nicht voll nachkommen könnten. handelt, denen ein Verstoß gegen das Reichsvereinsgesetz zur Last gelegt wird. Der Vorsitzende fragt, ob nicht aber die " Verbindung des Verbandes mit der Partei durch die Generalkommission tische Betätigung bereits darin, daß der Verband sich mit sozialpolitischen Fragen beschäftige und im Interesse feiner Mitglieder sich an die geschgebenden Faktoren wende. Als ob dies ein Veretn, wenn er nicht gerade ein Regelflub sei, überhaupt vermeiden Von den angeklagten Borstandsmitgliedern war der zweite Borsitzende Husemann persönlich zur Verhandlung vor dem hergestellt werde. Auch das kann Zeuge glatt verneinen, und der Schöffengericht erschienen. Das Verfahren gegen den ersten Vor- auf Antrag des Verteidigers über diese Frage als Beuge verfizenden Sachse ist in Rüdsicht auf seine Immunität als Ab- nommene Genosse Cohen, der Mitglied der Generalkommission geordneter eingestellt worden. Als Zeugen sind erschienen die Gemossen Hue und Sachse, als Sachverständige sind von der ist, bestätigt die Richtigkeit der Aussage Sachses. Verteidigung geladen der Vorsitzende des Holzarbeiterverbandes der Bergarbeiter- Zeitung" zu den Wahlen immer in dem Sinne Landtagsabgeordneter Hue bekundet, daß er als Redakteur Leipart und des Metallarbeiterverbandes Ad. Cohen, beide Stellung genommen habe, daß die Verbandsmitglieder sich zu fragen in Berlin. Auf Antrag der Anklagevertretung sind geladen der hätten, welcher von den Kandidaten die meisten Garantien für die Polizeikommissar Goehrke und Polizeifommiffar I ann. Auf Mitglieder und deren wirtschaftliche und rechtliche Intereffen böte. die Vernehmung der Zeugen Jaromil und Ast hon ist berzichtet worden. Gegen die Vernehmung des Polizeirats Goehrte Je nach der Konstellation in den einzelnen Wahlkreisen, d. b., o als Sachverständiger hat die Verteidigung mit Erfolg Einspruch eines bürgerlichen Kandidaten aufgefordert worden, sofern dieser ein Sozialdemokrat auch nicht in Frage tam, sei zur Unterstüßung erhoben, indem sie geltend machte, daß derselbe aus den ver- als zuverlässiger Verteidiger der wirtschaftlichen Interessen der fiedensten Gründen befangen set. Gegenstand der Verhandlung ist der Einspruch der Angeklagten Verbandsmitglieder einzutreten geeignet erschien. gegen einen Strafbefehl von je 10 M. wegen Aufnahme bzw. mögen, den neutralen Charakter des Verbandes zu wahren, so Vors.: Wenn Sie auch nach außen bestrebt gewesen sein Duldens von Mitgliedern unter 18 Jahren. Zu Beginn der Ver- haben Sie doch gewiß innerhalb des Vorstandes sich mit BarteiHandlung machte Husemann geltend, daß der Verband nur inso- politik befaßt. Sie selbst haben ja früher Kämpfe um die Neutrali- ahrnehmung weit sich mit sozialpolitischen Fragen beschäftige, als dies seine tät des Verbandes geführt. wirtschaftlichen Ziele erfordern. Der Verteidiger ergänzt diese Erflärung noch dahin, daß der Bergarbeiterverband auch insofern auf gelegentliche Inanspruchnahme der gefeßgebenden Körperschaften angewiesen sei, als ein großer Teil der für den Verband in rage fommenden Arbeiter in fiskalischen Betrieben beschäftigt ist. Die Beweisaufnahme, bie mit der Vernehmung des Polizeikommissars AI ann begann, gestaltete fich für die Anklage außerordentlich dürftig. Der Zeuge begann mit dem Verlesen des Statuts des Bergarbeiterverbandes, eine lebung, in der er schließlich vom Vorsitzenden mit dem Bemerken unterbrochen wurde, er möge Tatsachen anführen, aus Denen der politische Charakter des Verbandes geschlossen werden tönne. Darauf erklärte der Zeuge, der Verband sei der Internationalen Bergarbeiterföderation" angeschlossen. Dem hielt der Verteidiger fofort entgegen, daß es sich da nur um eine lose Zusammenkunft handle, an deren Beschlüsse die teilnehmenden Verbönde nicht gebunden seien. Vom Vorsitzenden aufgefordert, Tatsachen aus dem allgemeinen politischen Gebiet für den politischen Charakter des Verbandes anzugeben, verweist der Zeuge auf die Neuigkeit, daß der Borsitzende des Verbandes Mitglied der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion fei, daß die übrigen Vorstandsmitglieder und Funktionäre des Verbandes zumeist zugleich Vertrauensposten in der sozialdemokrati fchen Partei inne hätten, als Rebner auftreten und so weiter. Als der Verteidiger erklärte, daß das doch alles fein Beweis für den sozialdemokratischen Charakter des Verbandes sei, berlas der Zeuge ein Zirkular des Verbandsborstandes an die Funktio näre, worin diesen mitgeteilt wird, daß in Nüdficht auf die Note Woche die Wahlen zum Attionsausschuß verschoben worden und daß in der Zeit vom 8. bis 15. März auch die Verbandsmitglieder für die Organisationen werben möchten. Daraus, und aus dem Sinweis, daß ja in vielen Fällen die Personen, die für die politische Agitation in Frage kommen, identisch mit den Verbandsmitgliedern find, sollte der Zusammenhang zwischen Partei und Verband hergestellt werden. PM 3euge: Soweit im Vorstande von Parteipolitik die Rede gewesen und ich zugegen war, ist es gerade in dem Sinne geschehen, daß der Verband feine Bartcipolitik betreiben darf. Der Antrag des Verteidigers, den Zeugen auch darüber befragen zu dürfen, daß gegnerische Verbände, speziell die gelben Werkvereine, in Bochum unter Billigung der politischen Polizei in ungeniertester Weise Parteipolitik in aller Form treiben, wird vom Gericht abgelehnt. Ebenso, ob es richtig ist, daß bei Wahrnehmung der wirtschaftlichen Aufgaben der Gewerkschaften ein gelegentliches Hinübergreifen in politische Gebiete gar nicht zu vermeiden sei. Der Verteidiger stellt darauf folgende konkrete Fragen: 1. Hat der gelbe Werkverein in Essen seine Mitglieder zur Wahl des nationalen Kandidaten aufgefordert und diejenigen, die dem Zentrumsfandidaten oder dem Sozialdemokraten ihre Stimme geben würden, mit den Ausschluß bedroht? 2. Hat der Bund der Landwirte als solcher Randis daten zur Reichstagswahl aufgestellt und die Wahltoften aus seinen Mitteln bestritten oder ergänzt? 3. Hat der Unterstaatssekretär Richter im Reichstag zu gegeben, daß die wirtschaftlichen Interessen mit den politischen so eng ineinandergreifen, daß ein wirtschaftlicher Verein sie nicht stets auseinanderhalten fann? Das Gericht lehnt auch die Zuloffung dieser Fragen ab. Es tomme nur darauf an, was der Bergarbeiterverband getan. Der Verteidiger beantragt nunmehr die Vernehmung der Sachverständigen, daß das Ziel der Geperfchaften, die wirtschaftliche Hebung der Mitglieder nicht erreicht werden tann, wenn sozial politische Fragen immer umgangen werden sollen. Das ist um so weniger möglich in Rüdsicht auf die besonderen Verhältniffe, die für die Bergarbeiter in Frage kommen. 11 der könne. Jeder Verein, der sich mit öffentlichen Angelegenheiten befaſſe, ſei gezwungen, bisweilen auf das staatliche Gebiet hinüberRichterverein für einen politischen zu erklären, weil er eine zugreifen. Wird z. B. jemand auf den Gedanken verfallen, den des Richterstandes wahrnehmen, und nur zu diesem Zwede ift er Recht nicht. Denn der Richterverein will die Interessen lediglich Reform der Gesetzgebung für nötig hält? Gewiß nicht und mit gezwungen, auf die Gefeßgebung einzugehen und seine Wünsche den gesetzgebenden Faktoren zu unterbreiten. Ebensowenig kann eine Gewerkschaft es vermeiden, auf die Beschäftigung mit gefeßgeberischen Fragen einzugehen, die in ihr Interessengebiet hineinschaften fizen. Es wäre ein Ronjens, wenn ba bie Gemertragen. 3. B. das Koalitionsrecht ist der Ast, auf dem die Gewerk schaften, in diesem Falle der Bergarbeiterverband, sich nicht rühren Koalitionsrecht den Arbeitern zu nehmen. Wenn der Verband die herren abzuwehren, die mit allen Kräften darauf hinarbeiten, das wollten und dürften, um die Angriffe der millionenreichen ZechenGesetzgebung anrufe, so sei sein 3 wed dabei lediglich die Interessen seiner Mit. und deshalb entfällt die Anwendung des§ 3 des Vereinsgefezes. glieder, nicht die Einwirkung auf politische Angelegenheiten, Keine Gewerkschaft treibt Politik um der Politik willen, fie ist in grundsäßlich von der politischen Partei verschieden. Ihre Gegner ihren Voraussetzungen, in ihren Mitteln und in ihren Zielen find nicht die besitzende Klasse als solche, sondern eine bestimmte Gruppe von Unternehmern. Ihr Ziel ist nicht der Kampf als solcher. Diesen sucht sie zu vermeiden durch Verhandlungen, Tarifverträge usw. Wenn sie als letztes Mittel zum Strest greift, fo fucht sie ihn möglichst schnell zu beendigen und auf ein möglichst eng begrenztes Gebiet zu beschränken, um ihre ganze Kraft auf einen Punft zu konzentrieren. Das Ziel endlich ist die Verbesserung des Arbeitsverhältnisses, wie es durch den Arbeitsvertrag zu regeln ist. Selbst wenn es ein Vereinsgefeß nicht gabe und die Gewerkschaften fich ohne jede Einschränkung politisch betätigen. könnten, würden sie es nicht tun, sondern für die Beibehaltung ihres wirtschaftlichen Charakters eintreten. Eine Gewerkschaft, die danach strebt, alle Arbeiter ihres Berufes in sich zu vereinigen, welcher Partei sie auch angehören, kann nicht ein politischer Verein sein. Die Unterstellung des Amtsanwalts, daß die Vorsichtsmaßs nahmen des Verbandsvorstandes gerade für seine Schuld sprächen, sei doch ganz unhaltbar. Bisher sei das Vermeiden, sich strafbar zu machen, als legal angesehen. halten als Schuldbeweis verwertet werden solle, jo erinnert dies an Wenn schon das vorsichtige Berden Sah aus Nathan, dem Weisen: Hilft nichts, der Jude wird verbrannt." der Beiweisaufnahme. Er betont u a. eingehend unter Berlesung Der Berteidiger würdigt sodann im einzelnen das Ergebnis einer Stelle aus Legiens letter Reichstagsrede, daß aus einer gelegentlichen politischen Betrachtung im Verbandsorgan unmöglich ein Verband für politisch erklärt werden könne. Beim Verlesen der Artikel, die mit als Beweis herangezogen wurden, habe man den Eindrud gewinnen müssen, daß sie gerade meist den Beweis für das Gegenteil erbracht haben. Selbst wenn die Artikel gelegentlich der Reichstagswahl zur Wahl von Sozialdemokraten aufgefordert hätten, so wäre damit immer erst bewiesen, daß ma in diesen die besten Befürworter der Interessen erblickte, die für die gewerkschaftliche Bewegung die Lebensgrundlage bedeuten. Die Interesse der Mitglieder erforderlich. Weil die Beweisaufnahme Berichterstattung der Funktionäre bei Streifs fei im eigenen nichts für ein strafbares Vergehen der Angeklagten ergeben hat, müsse die Freisprechung erfolgen. Nach dreistündiger Bause wurde das Urteil Der Vertreter der Staatsanwaltschaft wendet sich nunmehr gegen die Vernehmung der Genossen Cohen und Beipart als Sachverständige. Er begründet das damit, daß die Berteidigung fich gegen den Bolizeirat Goehrte als Sachverständigen gewendet hat. Der Verteidiger erwidert, daß er den Polizeirat nicht ab gelehnt habe, weil er als Polizeibeamter für interessiert gelten fönne, sondern weil er Angestellte des Verbandes zu Spipeldiensten, Für die angeblich politische Tätigkeit des Verbandes auf fo- also zum Treubruch, zu verleiten gesucht habe. zialpolitischem Gebiete benannte der Zeuge eine Reihe von Be- Ichnt auch die Vernehmung der beiden Sachverständigen ab, weil Das Gericht fchlüssen der Generalversammlungen, die sich mit der Forderung es sich über die zu entscheidenden Fragen selbst ein Urteil bilden auf besseren Arbeiterschutz usw. befaßten. Schließlich wurden Ab- könne. schnitte aus einer Reihe von Artikeln der Bergarbeiter- Zeitung" rial, das er zu den Akten überreicht hat, zu verlesen, insbesondere Weiter beantragt der Berteidiger, das umfassende Mateberlesen, desgleichen einige Abfäße aus der Instruktion des Vor- die Nummer des Bergknappen" und des Feierabend des ArStandes für die Funktionäre. Die Zeitungsartikel befassen sich beiters", aus denen sich ergibt, daß die sogenannten nationalen meist mit der Reichstagswahl von 1912. In allen wird die Leser Verbände in offenster Weise Parteipolitit treiben, gegen die verkündet. Es lautete nach dem Antrage des Anklage schaft aufgefordert, keine Leute zu wählen, die sich als Feinde der Sozialdemokratie polemisieren, zur Wahl bestimmter Kandidaten Arbeitersache erwiesen haben, sondern den Kandidaten die Stimme bei politischen Wahlen und Gemeindewahlen auffordern und sich vertreters. Begründend führte der Richter etwa aus: zu geben, die sich für die wirtschaftlichen Interessen und die Rechte rückhaltslos in den Dienst bestimmter politischer Parteien stellen. der Arbeiter einsetzen. Aus der mit dem 1. Januar außer Kraft Endlich beantragt der Verteidiger, das Verzeichnis der Petitionen, denten aufgefordert worden, die jugendlichen Mitglieder aus dem Die Angeklagten sind schon im Mai v. J. vom Polizeipräsi getretenen Instruktion verliest der Zeuge Klann einen Bassus, die in der letzten Legislaturperiode beim Reichstag eingegangen Verbande zu entfernen. Die Angeklagten haben aber nichts nach in welchem die Funktionäre verpflichtet werden, bei Streits außer sind, zu verlesen, in denen die verschiedensten Unternehmerorganisa- dieser Richtung unternommen. an die Verbandszeitung Berichte an die befreundete Parteipresse tionen, die Christlichen, die Hirsch- Dunderschen, die Privatangestell- als ein politischer zu betrachten sei, kommt es nicht darauf an, daß Bei der Frage, ob der Verband das sozialdemokratische Pressebureau zu senden. Als ten, die nationalen Handlungsgehilfen usw. sich mit ihren Wünschen er in seinem Statut Religion und Parteipolitik ausschließt, sondern Haupttrumpf beruft der Zeuge sich weiter auf die den Boykott be- an den Reichstag wenden. Handelnde Stelle der Instruktion, in der es heißt:„ Der gut ge- träge als unerheblich ab, da es nur darauf ankomme, die Tätigkeit der Verhandlung die Ueberzeugung gewonnen, daß der Verband Das Gericht lehnte auch diese An- sein tatsächliches Handeln ist maßgebend. Das Gericht hat aus werkschaftlich aufgeklärte Arbeiter bleibt auch politisch nicht in- des Bergarbeiterverbandes zu beleuchten. Unerheblich sei es, was different, sondern wird auch politisch denken lernen und dann er- andere Organisationen tun. kennen, daß er nicht bürgerlichen Parteien nachlaufen kann, sondern, wenn er seine Klasseninteressen fonsequent vertreten will, er zur Sozialdemokratic gehört und sich ihrer Organisation anschließen muß. Im Anschuß hieran wird für den Boykott die Tattit empfohlen, ein Lokal nicht deshalb zu boykottieren, wenn man es nicht sofort zu politischen Versammlungen, sondern zunächst nur zu Gewerkschaftsversammlungen haben kann. Später sind dann, so heißt es in der Instruktion weiter, solche Lokale, wenn sich die Wirte an die Arbeiterbewegung gewöhnt haben, in der Regel auch zu politischen Zweden zu haben. und an Weiter berief sich die Polizei noch auf die die Maifeier be treffenden Vorschriften der Instruktion, in denen der Beschluß des Leipziger Parteitages betreffend die Regelung der Unterftüßungsfrage bei den Maiaussperrungen wiedergegeben wird. Der nächste Zeuge ist Reichstagsabgeordneter Sachse. Er bestätigt auf Befragen des Verteidigers, daß der Vorstand peinlich darüber wacht, daß die Zahlstellen sich jeder politischen Betätigung enthalten, daß einzelne Zahlstellen, die aus ihren lokalen Mitteln Beiträge zu den Kosten für fommunale Wahlen bewilligt hatten, beranlaßt worden sind, diese Beschlüsse rückgängig zu machen. Der Zeuge befundet weiter, daß der Verband auch nach der Richtung feine politische Neutralität bewahrt, daß Ausschlußanträge gegen Mitglieder, die sich als Kandidaten bürgerlicher Parteien aufstellen ließen, strikte abgelehnt worden sind. Die Frage des Vorsitzenden, ob nicht insofern eine Personalunion zwischen Partei und Verband bestehe, daß die Vertrauensposten möglichst in den Händen einer Person lägen, beantwortet Beuge dahin, daß das Gegenteil viel eher zutreffe. Der Verband habe schon oft seine Bedenken dagegen geäußert, daß manche MitBriefkasten der Redaktion. ift ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzetchen betzufügen. Briefliche Antwort wurde also auch nicht als 3c uge vernommen. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Polizeirat Goehrke Der Bertreter der Staatsanwaltschaft hält trotz des völlig negativen Ausgangs der Beweisaufnahme dennoch die Voraussetzungen für den Begriff eines politischen Vereins gegeben. Alles, was die Zeugen Hue und Sachse ausgesagt, erklärte er für belanglos. bewiesen gerade, daß der Verband bemüht gewesen, nach außen hin Die von ihnen getroffenen Vorsichtsmaßnahmen seinen Charakter zu deden. Da es sich bei der Sache um eine prinzipielle Frage handle, genüge eine geringe Strafe, weshalb er eine solche von 10 M. beantrage. Berteidiger Heinemann: feinen Einfluß zugunsten der sozialdemokratischen Partei geltend gemacht hat. Und zwar hat er diesen Einfluß bewußt herbeigeartifein hervor. Der Einwand, daß der Verband für das, was das führt, also bezwedt. Das gehe besonders aus den ZeitungsOrgan schreibe, nicht verantwortlich sei, sei verfehlt. Denn das Organ stehe laut Statut unter der Kontrolle des Verbandsgefunden haben. vorstandes. Seine Haltung müsse also die Billigung des Verbandes Für den politischen Charakter des Berbandes spreche auch die Instruktion. Namentlich der Passus, in dem gesagt wird, man folle bei den Bemühungen um Versammlungslokale nicht alles auf wöhnt wären, würden sie alsbald auch bereit sein, ihre Bokale für einmal verlangen, wenn die Wirte erst an die Arbeitersache ge politische Zwecke herzugeben. der Maifeier ließen deutlich den engen Zusammenhang zwischen Auch die Informationen hinsichtlich Partei und Verband erkennen. Sehr charakteristisch für die parteipolitische Tendenz des Verbandes sei das Zirkular yom Februar dieses Jahres, in welchem die Funktionäre unterrichtet werden, Entscheidend ist lediglich die Frage, ob der Verband eine Ein- verschoben seien, und daß die Mitglieder während der Roten Woche daß wegen der Roten Woche die Wahlen zum Aktionsausschuß wirkung auf politische Angelegenheiten bezwe dt hat. Diese für die der Verband bereits eine intensive Hausagitation geplant Frage ist deshalb vorliegend mit größter Gründlichkeit zu prüfen, gehabt, tüchtig werben möchten. An diesen Tatsachen könne durch weil hier zum erstenmal der Versuch gemacht wird, einen Zentral die Aussagen der Zeugen Hue und Sachse nichts geändert werden. verband für politisch zu erklären. Der Verteidiger erinnert an die Es sei sogar anzunehmen, daß die gelegentlichen Zurechtweisungen Entstehungsgeschichte des§ 3 des Vereinsgesetzes. Bei seiner Be- der Zahlstellen den Beweis für den wirklichen Geist des Verbandes ratung im Reichstag ist der Ausdrud„ bezwecken" ausdrücklich ge- darstellen. Dass Gericht habe deshalb wählt worden, um zu verhüten, daß Vereine( Gewerkschaften), die kommen müssen. Es sei auf je 10 M. Geldstrafe und zu einer Verurteilung sich im Rahmen ihres wirtschaftlichen Programms gelegentlich mit die Kosten erkannt. politischen Fragen befassen müssen, etwa als politisch erklärt werden. Der jetzige Reichskanzler hat damals versprochen, daß die Handhabung des Bereinsgesetzes eine loyale sein werde. Und jetzt tätigung des Verbandes geeignet sei, diesen zu einem politischen Die Frage, ob und inwieweit die fozialpolitsche Ba Verein zu machen, könne hiernach dahingestellt bleiben. -R. 66. Bu erfragen bei der Zentralfommission der Krankenkassen, Berlin,| zur Vertragslösung nicht aus. M. B. Es foll allerdings Bedürftigkeit Meganderftr. 39/40. Englisch 005. Gertrud Swienty. Charlottenburg, borliegen, bie in der Regel bei einem Einkommen von 1500 Mt. verneint Stuttgarter Plaz 9. N, N. 100. Der Briefkasten ist fein Ueberseßungs- werden wird. M. K. 9. Nach Ihrer Darstellung baben Sie ein Recht Die juristische Sprechstunde findet indextraße 69, born bier Treppe land: Handbuch der deutschen Millionäre, in größeren Bibliotheten bureau. A. 2. 17. Solche Auskunftsstelle gibt es nicht. Für Deutsch- auf Renovierung nicht. Es ist deswegen eine gütliche Einigung zweckmäßig. Fahrstuhl, wochentäglich von 4 bis 7% Uhr abends, Sonnabends, B. 8. 1. Der Gläubiger fonnte, nachdem der Fälligteitstermin ber von 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage vorhanden, fönigliche Bibliothek, Börsenbibliothet, Wolfgangstraße, usw. strichen war, ohne weiteres Klage erheben, und zwar zu einer ihm be Genoffe Charlottenburg. 1. Eine Strafanzeige erscheint aussichtslos, liebigen Zeit. 2. Wenn Sie die Behauptungen beweisen fönnen, erscheint wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt tt. da Ihr und Ihrer Frau Zeugnis wahrscheinlich nicht ausreichen würde. eine Klage durchführbar. Es ist zweckmäßig, sich ein Armenatteft zu be werben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor 2. Das liegt im Ermessen des Richters. 2. N. 77. 1. bis 3. Er schaffen und bei dem zuständigen Landgericht die Bewilligung des Armens lundigen Sie sich beim Zollamt. 4. 3 M. P. J. 12. C. D. 22. Falls Sie vor rechts und Beiordnung eines Anwalts zu beantragen. 1. Nein. 2. R. 42. Dhne 2. Ein Zeugnisverweigerungsrecht haben Sie dem 1. Oktober zu arbeiten begonnen haben, sind Sie steuerpflichtig. Im Einsichtnahme in den Mietsvertrag nicht zu beantworten. nicht, Sie fönnen auch bereidigt werden. G. D. 40. 2. R. 17. Ja, falls die übrigen ist die Reklamationspflicht verstrichen. Witwe finderlos ist. Die Frage bezüglich der Sicherstellung ist unverständ- Antrag auf Altersrente gestellt haben, ist die Zurüdweisung begründet, da und drohen Sie an, daß Sie nach Ablauf der Frist vom Ver St. 38. Falls Sie den Verlangen Sie unter Sehung einer Frist ordnungsgemäße Herstellung lich.- 23. S. 30. 1. und 2. Nachfrage bei der Ortsbehörde. 3. Nein. die Wartezeit nicht erfüllt ist. Liegt Invalidität vor, so tönnen Sie Inva- trage zurüdtreten und Rüdzahlung verlangen. Das tönnen Sie auch . 100. Ja, falls die Versicherungssumme 3000 m. übersteigt. lidenrente beanspruchen. R. 11. 89. 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Der Wohnungsnot noch ein brillantes Geschäft und sie haben deshalb Baumeister berichtete: die Baukommission sei sich schlüssig gewor- tein Interesse daran, den Bau von Wohnhäusern zu begünstigen. Der Kampf um die Jugend hat gerade in Charlottenburg die den, dem Mindestfordernden, Böhn- Mariendorf, der schon öfter für Nowawes. fchärfften Formen angenommen. Die Polizei bewacht die die Gemeinde Arbeiten ausgeführt habe, den Zuschlag zu erteilen. Arbeiterjugend mit Argusaugen Jedes im Arbeiterjugendheim ge- Genosse Müller wendete sich gegen diesen Antrag. Er forderte, Haushaltsvoranschlag für 1914 insgesamt 5 315 232,63 M. Nach AbDas Bermögen der Gemeinde beträgt nach den Angaben int sprochene Wort wird getreulich von eigens dazu unterhaltenen man solle diese Arbeiten in eigene Regie übernehmen. Sollte dieser zug der Schulden in Höhe von 3 807 355 m. verbleibt ein Vermögen Spigeln der Polizei gemeldet, die denn auch seit mehr als Jahres- Antrag abgelehnt werden, dann müsse er fordern, daß einem orts- von 1507 877,65 2. Das Gesamtvermögen( 3 807 355 m.) setzt sich frist nach politischen Bestrebungen" im Arbeiterjugendheim forscht. ansässigen Unternehmer der Zuschlag erteilt werde unter der Be- aus folgenden Werten zusammen: Grundstüde 3918 543., frist nach politischen Bestrebungen" im Arbeiterjugendheim forscht. dingung, daß dieser die in der Rohrlegerbranche festgelegten tarif- Straßenanlagen 985 000 M., Verschiedenes( Fuhrwesen, Feuerwehr, Zuerst große Haussuchung, dann Vorladungen von 70, 80 Jugendlichen Bedingungen erfüllt. Genosse Schmidt wandte sich gegen Desinfektionsapparate, lichen. Jit da was Politisches passiert? Haben Sie nicht einen den Beschluß der Baufommission, dem Mindestfordernden den Bu- 39 000 M., Rapitalien 371 789,65 M. Die letztere Summe( bas Anschlagsäulen und Straßenbrunnen) Verein? Und so geht es weiter mit Fragen über Fragen. schlag zu erteilen. Die Gemeinde habe die Pflicht, auf gute Arbeit Kapitalvermögen und die Kapitalwerte) besteht aus folgenden Was das bedeuten soll? Nun, wir wissen es. Unsere Gegner zu sehen und dann erst zu prüfen, welcher Preis angemessen sei. Einzelposten: 1. Stiftungen 24 068,65.; 2. Legate 8485 M.; können unverblümt die Jugend in den Dienst politischer Be- Verlangen könne man aber unbedingt, wenn im Ort selbst Unter- 3. Gemeindefonds 339 235,95 M.; 4. Gewinnanteile an Erwerbsstrebungen einspannen, sie sind ja patriotisch". Wir, die wir das nehmer vorhanden wären, die leistungsfähig seien, daß diese zu- gesellschaften und Interessengemeinschaften im Jahre 1912: a) bon geistige und sittliche Niveau der arbeitenden Jugend heben wollen, nächst berücksichtigt werden. Der Bürgermeister erwiderte, man der Gasanstalt 17 794,11 M., b) von den Wasserwerken 3300,78 M., werden polizeilich verfolgt. Bildung, Wissen und Idealismus sind müsse bei der Vergebung dieser Arbeiten Rücksicht auf die Haus- c) von den Elektrizitätswerfen 27 196 M., d) von der Straßenbahn eben in Preußen staatsgefährliche" Dinge. Demgegenüber wollen eigentümer nehmen, die den von der Gemeinde mit dem Unter- 9241 M., insgesamt 57 531 M. wir uns in unserer Arbeit nicht beirren lassen. Wenn die Arbeiter Müller anbelange, in den abzuschließenden Vertrag die Verpflich Arbeiternehmer vereinbarten Preis zu zahlen hätten. Was den Antrag schaft sich diese ganzen Verhältnisse vor Augen hält, dann wird tung des Unternehmers mit aufzunehmen, die von den Organifie einsehen, wie ungeheuer wichtig es ist, nun mit doppeltem fationen aufgestellten tariflichen Bedingungen zu erfüllen, so könne Eifer sich der Jugend anzunehmen. Neukölln. Sonntag, den 29. März: Wanderung nach HoppegartenDarum agitiert für den er aus seiner Pragis als Gewerbegerichtsvorsitzender nur sagen, Mühlenfließ- Köpenid. Abfahrt: Schlesischer Bahnhof 6,20 Uhr. Besuch des Arbeiterjugendheims, Rosinenstr. 3, forgt für einen daß die Arbeiter schon gar nicht anders als zu tariflichen Bedin- 50 f. Fahrgeld Für die Osterwanderung ins Sternberger Land liegen die Zell Massenbesuch bei der Schulentlassungsfeier" am Sonn- gungen arbeiten. Daher sei der Antrag Müller überflüssig. Bei nehmerliſten zur Einzeichnung in den Heimen aus. Listenschluß erfolgt tag, den 29. März, mittags 2 Uhr, im großen Voltshaussaal. Der Abstimmung wurden die sozialdemokratischen Anträge mit am 5. April. Spätere Meldungen können nicht berücfichtigt werden. sämtlichen bürgerlichen Stimmen abgelehnt und der Antrag der 29. März eine Partie nach dem Lienewißsee. Die Tellnehmer versammeln Nowawes. Die Arbeiterjugend unternimmt am Sonntag, ben Beihilfe für Schwangere. Minderbemittelten Schwangeren. die Baukommission, dem Unternehmer Böhn- Mariendorf den Zuschlag fich um 8, Uhr im Jugendheim( Wilhelm- und Friedrich Straßen Ede). in Charlottenburg wohnen, werden von dem Charlottenburger Haus zu erteilen, angenommen. Schöffe Jung flocht in diese Beratung Abmarsch pünktlich 9 Uhr. Untoften 20 Pf. für Bahnfahrt von Michendorf pflegeverein vier Wochen vor der Entbindung und für die Zeit des eine Beschwerde darüber ein, daß Genosse Schmidt während des nach Drewig. Die Arbeiterjugend wird ersucht, sich recht zahlreich an dieser Wochenbetts Beihilfen gewährt, meist in Gestalt eines fräftigen Wahlkampfes in einer freisinnigen Wählerversammlung ihm in Beranstaltung zu beteiligen. Liederbücher nicht vergeffen. Mitta geffens in folgenden Speisungsstellen: Charlottenburger Ufer 16, seiner Eigenschaft als Armentommissionsvorsteher bittere Vorwürfe Nehringstraße 11, Wilmersdorfer Straße 111, Berliner Straße 187 über die Beschaffenheit des Armenhauses gemacht habe. Er müsse und Alt- Moabit 39. Die Ernährungsabteilung des Hauspflege- diese Vorwürfe an dieser Stelle ganz entschieden zurückweisen. bet Kliem, Hasenheide 13-15: Freireligiöse Gemeinde. vereins, die sich vom 1. April d. J. ab Berliner Straße 137 Genosse Schmidt wiederholte nochmals seine in der Versammlung A. Fischer:" Die neue Welt". ( Cecilienhaus, 2. Hof, 2. Stod), nicht mehr Marchstraße 7, befindet, erhobenen Vorwürfe, indem er feststellte, daß erst die Sozialdemo- fommen. nimmt Meldungen Dienstags und Freitags zwischen 10 und 11 Uhr traten darauf aufmerksam machen mußten, daß auch im Armenhaus bormittags, möglichst 6 Wochen vor der zu erwartenden Entbindung Menschen wohnen. Danach sei es allerdings beffer geworden. entgegen. Der beantragten Abänderung der Hunde- Polizeiverordnung wurde Die Charlottenburger Fürsorgestelle für Alkoholtranke, die im zugestimmt. Unter anderem sollen die Hundebefizer gehalten sein, Illustrierte Geschichte des Balkankrieges. Bon U. Hemberger. Jahre 1910 vom Zentralfomitee der Alkoholfürsorgestellen in Groß- ihren Hunden ein Halsband umzulegen, worauf Name und Woh Heft 36-40.( Schluß.) Jedes Heft 50 Pf. A. Herrtleben, Bien und Berlin in eigene Berwaltung der Stadtgemeinde überging, hat in nung des Hundebesikers verzeichnet sind. Ebenso wurde dem Ge- Leipzig. der Zeit ihres Bestehens außerordentlich segensreich gewirkt. Bom meindevorstand die Ermächtigung erteilt, Löschungsbewilligungen gutindustrie. Herausgegeben vom Borstande des Verbandes der BorzellanDie Aktiengesellschaften in der deutschen Porzellans und Steins 1. April 1914 ab wird eine zweite Wochensprechstunde für Sicherheitshypotheken, die für die Gemeinde einzutragen sind, und verwandten Arbeiter. 3 M., geb. 4 M. Kommissionsverlag 3.§. 8. abgehalten werden. Die Sprechstunden finden dann Dienstag und zu geben. Wie der Syndikus mitteilte, hat der Gemeindevorstand Diez, Stuttgart. Freitag von 6 bis 7 Uhr nachmittags statt( im Cecilienhaus, diese Löschungsbewilligungen erteilt, ohne die Zustimmung der Gedichte von G. A. Bürger, F. Hölderlin und Chamisso.( 8 Bände.) Berliner Straße 187). In der Fürsorgestelle wird durch einen Gemeindevertretung einzuholen. Das habe das Grundbuchami in Bantheon- Ausgabe jeder Band in Leder 3 M., in Bergament 4 M. psychiatrisch vorgebildeten Arzt an jedermann unentgeltlich Aus- neuerer Zeit beanstandet und deshalb sei es notwendig, daß dem Leonore Griebel. Roman von H. Stehr. Pappband 1 M., in Leinen funft über die Alkoholfrage erteilt, den Alkoholkranten selbst Gemeindevorstand die generelle Ermächtigung erteilt werde. Die 1,25 m. S. Fischer, Berlin, Bülowstr. 90. kostenlos ärztliche Beratung geboten und allen, die die Folgen Feststellung der Jahresrechnungen der Luise- Henriette- Schule und Der Starke ist am mächtigsten allein. Bemerkungen zum beutschdes Alkoholmißbrauchs an sich selbst oder bei einem Angehörigen des Realgymnasiums für 1912 ergab eine Erhöhung der Einnahmen Berlin W 57. öfterreichischen Bündnis. Bon Regierungsrat G. 50 31. Bolitit, f. wahrgenommen haben, Rat und Beistand jeder Art gewährt. für die Quise- Henriette- Schule um 5482 M., jo daß sich der GeDie Fürsorgestelle prüft ebenso wie das städtische Fürsorgeamt für meindezuschuß um 3871 M. berringert. Für das Realgymnasium Lungenfrante alle Anträge auf Heilstättenbehandlung, und trifft so erhöht sich dagegen der Gemeindezuschuß um 3666 M. Genosse Vorsorge, daß nur solche Kranten für Heilstätten beantragt werden, Schmidt brachte bei dieser Gelegenheit Alagen der Bewohner des bei denen die Behandlung in der Heilstätte wirklich aussicht auf neuen Ortsteils auf dem Tempelhofer Feld zur Sprache, die nicht Erfolg bietet. Soll die städtische Fürsorgestelle für Alkoholtrante in der Lage seien, ihre Kinder in die Tempelhofer Volksschule zu aber eine gedeihliche Wirksamkeit entfalten, so ist vor allem not schiden, da der Weg au weit jei; für den Besuch der Berliner wendig, daß ihr alle an irgendeiner Stelle bekannt werdenden Schulen müßten diese aber Schulgeld entrichten, so daß fie also Alkoholkranken und vor allen Dingen alle erst im Anfangsstadium doppelt besteuert würden. Schmidt regte an, den Kindern FreiBefindlichen Kranten, bei denen die Fürsorge noch Heilung oder farten für die Elektrische zu übergeben. Der Bürgermeister erwesentliche Besserung erwarten läßt, möglichst zeitig überwiesen widerte, daß sich der Gemeindevorstand mit dieser Frage bereits beschäftige. Dem Antrage, einem Tennis- und Eislaufflub einen Teil des Tempelhofer Feldes bis zu deffen Bebauung gegen eine Jahrespacht von 300 m. au sportlichen Zweden zu verpachten, wurde zugestimmt. werden. Röpenid. Die im ersten Gemeindewahlbezirk notwendig geworbene Stich wahl zwischen unserem Genossen Mag Schmidt und dem Kandidaten der Bürgerlichen findet am Sonntag, den 5. April, statt. Bei der Wahl in der 2. und 1. Abteilung wurden die Bürgerlichen glatt gewählt. In der 2. Klasse wurden für die Bürgerlichen im Durchschnitt 275 Stimmen abgegeben, während auf unsere Parteigenossen 13 Stimmen entfielen. Rudow. In der letzten Stadtverordnetenfißung wurde zunächst der an Stelle des Herrn August Selchow zum unbesoldeten Stadtrat gewählte Fabrikbefizer Paul Brämer in sein Amt eingeführt. Dann wurde dem in der vorigen Sitzung zurüdgestellten Antrage des Magistrats, betreffend den Verkauf einer an der Mahlsdorfer Straße gelegenen 5000 Quadratmeter großen Parzelle zum Preise von 5 M. pro Quadratmeter, aur Errichtung eines Fürsorge- Erziehungsheimes, an den Israelitischen Gemeindebund zugestimmt. Auch dem Bacht. bertrage des Herrn Wolter für das Restaurant Pferdebucht" wurde die Zustimmung erteilt. Der jährliche Bachtpreis beträgt 2500 M. Zugestimmt wurde auch einem weiteren Antrage des Magistrats, nach welchem der Betriebsleiter König seine Wohnung zum 1. April Bei der Gemeindevertreterwahl wurde der bürgerlichen Kandieses Jahres vom Wasserwerk nach der Stadt verlegen soll. Die bidat mit 106 gegen 31 Stimmen, die auf unseren Genossen entAlenderung macht sich durch die stetige Vergrößerung des Betriebes fielen, gewählt. Wie vor zwei Jahren, war auch diesmal die Wahlnotwendig. Es soll dafür ein zweiter Maschinist, der gleichzeitig zeit für die vom Ort entfernt beschäftigten Arbeiter äußerst unWohnung auf dem Wasserwert erhalten soll, eingestellt werden. günstig angefeßt. Als vor zwei Jahren der Gemeindevorsteher von Auch soll der Wasserwerksarbeiter Plath Dienstwohnung auf dem unseren Genossen ersucht wurde, die Wahl von 4 bis 7 Uhr nach Wasserwerk erhalten. Dem Antrag auf Errichtung von drei neuen mittags anzusehen, erhielten sie nicht einmal eine Antwort. Statt Bedürfnisanstalten wurde zugestimmt. Davon soll eine an der beffen beraumte der Ortsgewaltige die Wahl auf 10 bis 12 Uhr vorRießbrüde, eine auf dem Plaz an der Grünauer Straße und die mittags an. Das hinderte ihn damals trotzdem nicht, Arbeitern dritte auf dem Stätteplak in der Lindenstraße errichtet werden. Der gegenüber zum Ausdruck zu bringen, daß ihm die Wahl eines ArbeiAntrag des Magistrats auf Befreiung der städtischen Beamten und ters ebenso lieb wäre wie eines Besitzenden. Inwieweit seinen daLehrerinnen, welche unter 2500 m. jährlich Gehalt beziehen, von maligen Aeußerungen Glauben beizumessen war, erhellt daraus, der Versicherungspflicht, wurde einer Kommission zur Beratung daß er diesmal die Wahl wiederum auf die gleiche Zeit anberaumte. überwiesen. Der Herr weiß, daß die wenigsten Arbeiter einen Lohnausfall für einen Tag verschmerzen können und daß sie es daher vo ziehen, der Wahl fernzubleiben. Auf diese Weise versteht es der GemeindeUnsere Genossen werden trozdem in ihrer Werbearbeit nicht ervorsteher, sich sozialdemokratische Vertreter vom Halse zu halten. lahmen. Spandan. Treptow- Baumschulenweg. Das Kaufmannsgericht führt hier ein recht beschauliches Dasein. In den letzten beiden Kalenderjahren wurden je 22 Klagen eingereicht, die Beisitzer aber in den einem Jahre nur zwei-, in dem andern dreimal belästigt. Da das Jahr 1911 es auch nur auf zwei Termine mit Beisihern brachte, sind von den je zehn Kaufmannsund Gehilfenbeifizer in ihren drei Dienstjahren nur je sieben überhaupt in Tätigkeit getreten. Trotzdem entstand diesmal um die zehn Size der Gehilfen ein lebhafter Wahlkampf, der allerdings weniger die Bedeutung des Gerichts als die Bersplitterung in den Kreisen der Handlungsgehilfen bewies. 0 fessor Eberstadt vor zwei Jahren an der mangelnden Spandauer Zur Spandauer Wohnungsnot! Die scharfe Kritik, die ProWohnungsfürsorge übte und die feinerzeit einen großen Entrüstungssturm beim Magistrat und der Mehrheit der Stadtberordneten hervorrief, erweist sich jetzt als viel zu gelinde. Es Erheblicher ist schon die Bedeutung des Gewerbe Altstadt eine größere Anzahl von Wohnungen selbst den bewird heute selbst vom Magistrat nicht mehr bestritten, daß in der gerichtes. Dieses brachte es im Jahre 1913 auf 131 Slagen. scheidensten Ansprüchen nicht mehr genügen. Troßdem alle diese Die einzige von Arbeitgeberseite eingebrachte Klage verfiel der Wohnungen von zweifelhafter Beschaffenheit, von denen bei Ablehnung. Außerdem find noch 27 lagen abgewiesen worden, normalen Beiten immer eine Anzahl leersteht, jest vermietet sind, in 82 Fällen erhielt der flagende Arbeiter voll oder teilweise recht, melden sich täglich bei der Polizei Familien und ersuchen um Bein 41 kam es zum Vergleich und 24 Klagen wurden vor dem Urteil schaffung von Wohnungen, da sie trotz aller Bemühungen zum zurüdgezogen. In 9 Fällen überstieg das Alageobjekt 100 M. und 1. April noch keine Wohnung gefunden haben. betrug in der höchsten Summe 447 M. Die Beifizer wurden nur Wohnungselend versuchen jetzt die Hausbesiber Kapital zu schlagen, Aus diesem an zwei von den 49 Sibungstagen zugezogen. Die überwiegende indem sie eine Petition an die Polizeiverwaltung planen, worin Mehrzahl aller Fälle tonnte innerhalb einer Woche nach Klage- fie um Freigabe der Dachwohnungen ersuchen. Die Baupolizei erhebung erledigt werden. Bei den Arbeitgebern scheint das Inter- soll jetzt auch schon beschlossen haben, den Hausbesizern das Vereffe am Gewerbegericht nicht allzu groß zu sein, denn für die er- mieten der Dachwohnungen, soweit sie den feuerpolizeilichen Anforderliche Neuwahl ist eine den ortsstatutarischen Anforderungen forderungen entsprechen, bis zum 1. Oktober au gestatten. Das genügende Vorschlagsliste nicht zustande gekommen, es wird nun die wäre wieder ein bedauerlicher Schritt rüdwärts, der übrigens die Wahl am Freitag durch die Gemeindevertretung vorgenommen Wohnungsnot nicht mildern kann. werden. Tempelhof- Mariendorf. Diese Dachlammern, die meistens ohne Defen find, fönnen wohl im Notfalle auf turze Zeit einer alleinstehenden Berson als Schlafraum dienen, find aber als Wohnraum für eine Familie im höchsten Maß gesundheitsschädlich. Baupolizeilicher Maßnahmen wegen findet die Jugendfeier In erster Linie handelt es sich doch um kinderreiche Familien, die der Arbeiterjugend am Sonnabend, den 28. März, abends 81, Uhr, zum 1. April untergebracht werden müssen. Die Stadt, welche durch nicht in Laars Gesellschaftshaus, sondern im Tempelhofer Begünstigung von Fabrifanlagen der Firma Siemens u. Halske Tivoli statt. Die Festrede hat Herr Dr. Breitscheid über dafür gesorgt hat, daß etwa 17 000 Menschen auf dem Nonnennommen, neben dem Herr Robert Köhler und Herr Paul Wirsching damm und Gartenfeld beschäftigt werden, hat bisher auch noch ben tünstlerischen Teil ausfüllen werden. Der Eintrittspreis beträgt nicht das geringfte unternommen, um für Wohnungsgelegenheit au für Erwachsene mur 10 f. jorgen. Auf dem Nonnenbamm macht sich denn auch die Wohnungs " Jugendweihe". Sonntag, 29. März, bormittags 10 Uhr, Festvortrag von Herrn Damen und Herren als Gäste will Eingegangene Druckschriften. Wie gelangt ein Unfallverletter zu einer Entschädigung?. Gin Führer durch das Unfallversicherungsverfahren. Mit Muftern für Eingaben und einem Verzeichnis unentgeltlicher Rechtsauskunftsstellen. 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