Nr. 91. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: BierteljährĽ 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bojt Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pig., für politische und gewertschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenantzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Bort 5 Pig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Der Berliner Milchkrieg. Donnerstag, den 2. April 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1984. bertriebes zustande bringen? Das wäre nicht übel, doch darum Volksstimme" etwas mehr den Schleier von den Vorkommnissen in ist ihr's nicht zu tun. Die märkischen Milchproduzenten denken der Frankfurter Sittenpolizei. Es sind da ähnliche Dinge vor gar nicht daran, den 3wischenhandel ausschal- gekommen wie in Berlin und Köln. Der beschuldigte Kommissar ten" zu wollen. Sie brauchen ihn und möchten nur dazu und einige Beamte haben in sehr na sagen wir freundschaft In dem Kampf, der zwischen der Interessengemeinschaft ihn gebrauchen, den Produzentenprofit zu steigern. Dem lichen Beziehungen zu einigen Bordellbesigerinnen gestanden, haben märkischer Milchproduzenten" und dem Milchhandel Groß- Milchhandel würden sie auch dann, wenn sie ihn niederzwingen dort nicht nur amtlich, sondern auch privat verkehrt und dabei tüchtig Berlins entbrannt ist, wirbt jede der beiden Parteien um und ihre Preise ihm diftieren fönnten, nach wie vor recht genassauert. Schon im August v. J. wurden einmal von einem obsfuren Blättchen," Freigeist" genannt, fchivere Vordie Gunst des Konsumenten. Fast möchte man es erheiternd gern das ganze Risiko des Vertriebes überlassen. finden, wie da jede der anderen den Vorwurf geheimen Ver Auf die schönen Reden, mit denen der Milchhandel jetzt würfe gegen die Polizei erhoben. Dieses Blättchen belangens nach Milchverteuerung nacht und sich selber als den sich als Feind jeder Milchverteuerung zu empfehlen sucht, schuldigte die Sittenpolizei offen der Bestechlichkeit. einzigen Schuß gegen solches Gelist anpreist. Aber für den sollte der Konsument nicht zu sehr bauen. Das Streben des an, daß Beamte der Polizei von Bordellbesizern und Bardamen Dritten bei diesem Streit, den zuschauenden Konsumenten, Händlers wie des Produzenten läuft gleicherweise auf Schaf Geschenke erhalten und angenommen hätten; daß es üblich sei, zu ist die Sache doch ernster, als daß es dabei für ihn viel zu fung möglichst hohen Einkommens und damit auf eine Be- Weihnachten und Neujahr Geschenke zu machen; ja, daß bei einzelnen lachen geben könnte. Er wird gut tun, beiden Parteien nachteiligung des Konsumenten hinaus und man kann in einer Beamten sogar der Osterhase seine Bisite madhe. Merkwürdigerweise das zu glauben, was sie einander vorwerfen, und vor beiden kapitalistischen Wirtschaftsordnung anderes auch gar nicht er- reagierte die Polizei auf diesen Artikel in feiner Weise. Sie machte auf der Hut zu sein. warten. Gegen die Folgen, die aus Monopolisierungs- es ivie der Vogel Strauß und steckte den Kopf in den Sand. Dabei Weshalb kam es zu dem neuen Milchkrieg, und was bestrebungen sich für die Konsumenten ergeben, wird keine weiß man, wie empfindlich die Polizei sonst ist und wie sie bei der foller Kampfpreis fein? Die Interessengemein Händlerorganisation den wünschenswerten Schuß gewähren. geringsten Beleidigung zum Vetter Staatsanwalt läuft und Sühne fchaft märkischer Milchproduzenten", die den Krieg vom Zaune Sie sind in der Lebensmittelversorgung besonders gefährlich, heischt, namentlich wenn es sich um ein sozialdemokratisches Blatt brach, ist eine Erwerbsgesellschaft agrarischen Geistes. Sie weil hier die notgedrungene Verbrauchseinschränkung ein handelt. Diefes Schweigen der Polizei war jedenfalls sehr bezeichnend. darf als ein Kind der märkischen Milchzentrale gelten, jener zweischneidiges. Schwert ist, das der Konsument nicht ohne Inzwischen lief nun eine Anzeige bei der Staatsanwalt. Genossenschaft von Milchagrariern, die vor dreizehn Jahren eigene Schädigung benutzt. Solange nicht Staat und Geschaft ein, der Untersuchungsrichter bekam die Sache in die Hand, dem Milchhandel Berlins einen Milchkrieg aufnötigte, aber meinden das Ihrige tun, der Monopolbildung entgegenzu- es wurden einige Damen" verhört und dabei fam die ganze Gein ihm nach schweren Verlusten unterlag. 3wed und Ziel der treten, bleibt dem Konsumenten nur die Waffe der Konsum- schichte an den Tag. Der vom Amt suspendierte Kommissar Schmidt Interessengemeinschaft sind, dieselben, wie damals die der Zen- genossenschaffen. trale: weitestgehende, Wahrung des Vorteils der märkischen Milchproduzenten, uneingeschränkte Herrschaft über die Milchversorgung Groß- Berlins. Wenn es der Interessengemeinfchaft gelänge, alle Milchproduzenten der Marf um sich zu fammeln, so könnte fast nur durch Vermittelung der Interessengemeinschaft der Groß- Berliner Milchhandel. seine Ware beziehen. Sie hätte dann auch die Macht, dein Milchhandel Die Verhandlung der sozialdemokratischen Interpellation dings soll der Herr sich der Strafbarkeit seiner Handlungsweise nach Belieben die. Preise zu diktieren. Würden wohl die über die Untätigkeit der Fabrifinspektion gegenüber den Ver- nicht bewußt gewesen sein. So hat ihm wenigstens die Staatsgeeinigten Milchproduzenten eine solche Machtstellung dazu giftungsfällen in den Gummifabriken hat den Petersburger anwaltschaft attestiert, die ist bekanntlich die objektivste Behörde von benugen, die Milch zu verbilligen? Arbeitern gezeigt, daß sie von diesem Scheinparlament eben der Welt. Ein anderer Kommissar wurde einmal dabei betroffent. Doch einstweilen ist die Interessengemeinschaft der Märker sowenig Hilfe zu erwarten haben, als von der Regierung. wie er bei einer Bordellwirtin mit umgebundener Schürze einer noch reichlich weit davon entfernt, das ersehnte Milchver. Da haben unsere Genossen neuerdings zur Selbsthilfe ge- Dame" die Stiefel wichste. Jedenfalls haben es die Herren toll. forgungsmonopol für Groß- Berlin zu haben. Nur etwa den vierten Teil aller Milchproduzenten der Mark hat sie bisher griffen und den Herrschenden gezeigt, daß das heldenhafte fehr toll getrieben, daß der Polizeipräsident zur Amtsentsegung gein Köln im Prozeß Sollmann gespielt hat und hat deshalb fluger* zusammenzutrommeln vermocht und noch geringer ist der Profetariat Petersburgs nicht duldet, daß mit seinem Leben schritten ist. Aber er mochte sich wohl an die Rolle erinnen, die sein sollege Erfolg, den sie bei den Milchpächtern gehabt hat. Weil die und seiner Gesundheit ein frebles Spiel getrieben wird. Der weise vorgebeugt. Auf den Ausgang der Affäre darf man gespannt meisten von ihnen sich nur mit den nicht zur Interessengemein- Telegraph berichtet: sein. Wenn der Staatsanwalt träftig zugreift, dann werden mit schaft haltenden Produzenten auf Pachtverträge einlassen, Petersburg, 1. April. Die Arbeiter vieler Fabriken und Herrn Schmidt noch ein paar andere Herren von der Sitte" unter fann sie nicht mal die Milchlieferung der wenigen Produ- Kleinbetriebe begannen heute früh zu streiten. Bald schlossen die Räder kommen. zenten, die sich ihr angeschlossen haben, ganz unterbringen. sich ihnen die Arbeiter der Putilowwerte an. JusSchon im vorigen Jahre brach über sie eine Milchschwemme gesamt streikten mittags gegen 70000 Arbeiter. Beim Verherein, die sie selber geschaffen hatte. Das durfte so nicht lassen der Fabriken kam es vielfach zu Kundgebungen; weitergehen, daß so viele Milchpächter auf die Interessenrevolutionäre Lieder wurden gesungen und gemeinschaft pfiffen und ohne sie sich ihre Produzenten suchten. rote Flaggen entfaltet. Die Polizei zerstreute dic Wollte sie nicht in der eigenen Milch mit Verlaub, zu sagen Demonstranten und verhaftete etwa hundert. In einem ersaufen, so mußte sie den Milchhandel Groß- Berlins Stadtteile mußte ein Schußmann, der von der Menge bedrängt awingen, ihr herauszuhelfen. Den Milchkrieg, den sie verwurde, von seinem Revolver Gebrauch machen, zwei Arbeiter aweifelnd jetzt als legtes Mittel probiert, hat sie selber sich aufgenötigt. Die Schwierigkeit, für die Milchlieferung der bisher in die Interessengemeinschaft eingetretenen Produzenten die nötigen Pächter zu finden, war der äußere Anlaß des Milchfrieges. Die Interessengemeinschaft geht aber selbstverständlich jest sogleich aufs Ganze: das Monopol der Milchversorgung, das den inneren Grund des Streites bildet, schwebt ihr als Kampfpreis vor. In den Neuer Demonstrationsstreik in Petersburg. wurden verwundet. hat von Bordellbesizerinnen nicht nur Geld, sondern auch Schmudgegenstände und Pelztverk zum Geschenk erhalten. Ganz abgefehen davon, daß er und einige Stollegen öfter Gratisgäste in den Freudenhäusern waren. Natürlich sahen die Herren dafür den Damen" manches nach. So wird von einem Sommissar behauptet, daß er einmal eine Anzeige gegen eine Bordellbesitzerin zerrissen habe, um sie vor weiterer Verfolgung zu schützen. Aller" Kampf um das Koalitionsrecht. Die Terrorismusrede des Herrn v. Dallwit und ihr Echo. Der preußische Polizeiminister soll fürzlich einen Erlaß herausgegeben haben, in dem die Oberpräsidenten angewiesen Polizeiverordnungen verboten wird. Dieser Erlaß ſtützt sich werden, dafür zu sorgen, daß das Streifpostenſtehen durch auf die Praris der Gerichte, welche fich willig der Allmacht des Polizisten beugen. Reichsgericht und Kammergericht Die Gummiwarenfabrik Treugolnik hat, um nach haben entschieden, daß ein Streifposten sich strafbar- macht, den dort vorgekommenen Massenvergiftungen durch Benzindämpfe, wenn er der Anordnung des Polizisten, seinen Bosten zu verdie Arbeiterschaft zu beruhigen, alle 12 000 Arbeiter, denen lassen, nicht Folge leistet; allerdings nur dann, wenn der der Lohn weiter gezahlt wird, zeitweilig von der Polizist als Zeuge behauptet, seine Anordnung jei aus RüdArbeit befreit. Der Streit hat also Erfolg gehabt; die gefährdeten Einigungsverhandlungen vor der Handelskammer hat sie es Arbeiter sind von der gesundheitsschädlichen Beschäftigung entunzweideutig gesagt, worauf sie hinaus will. Sie forderte, bunden und ans Furcht vor der proletarischen Macht wird daß alle Organisationen des Milchhandels sich verpflichten, jegt wohl für Abhilfe gesorgt werden. Bachtverträge in erster Linie durch die Interessengemeinschaft Den Petersburger Arbeitern aber, die unter Einsetzung abzuschließen. Wären die Milchpächter hierauf eingegangen, ihres Lebens und ihrer Freiheit, einen so prächtigen Beweis so würde der Interessengemeinschaft nicht nur aus ihrer Milchschwemme herausgeholfen, sondern ihr auch die Werbe- ihres Solidaritätsgefühls und ihrer Kampfbereitschaft gegeben fraft bedeutend gesteigert. Je mehr Milch sie los werden haben, gehört die Bewunderung der Internatio fann, desto vorteilhafter und verlockender muß es den noch nale. Ihr Auftreten ist der Beweis, daß der große russische fernstehenden Produzenten scheinen, sich gleichfalls ihr anzu- Freiheitskantpf vor neuen Siegen steht. schließen. Das Ziel ist, daß möglichst auch der letzte Produzent herangeholt und zum Anschluß gezwungen wird. Die biederen Agrarier, die dem Landarbeiter das Koalitionsrecht nicht gönnen, wissen ja den Wert der Organisation zu schäßen, wenn ihr eigener Vorteil in Frage kommt. Ein neuer Polizeiskandal. sicht auf die Sicherheit des Verkehrs und aus eigenem Entschluß erfolgt. War die Wegweisung nach dem Bengnis des Polizisten erfolgt, weil der Betreffende Streif sprechung erkennen, weil das Streifpoſtenstehen durch Reichs post en gestanden hat, dann mußten die Gerichte auf Freigesez gestattet ist. Auf eine Nachprüfung der Frage, ob die Anordnung des Polizisten durch die Umstände begründet war, lassen sich die Gerichte grundsätzlich nicht ein: jie halten sie nicht für zulässig. Auf diese Uebung der Gerichte nun gründet fich der Erlaß des Polizeiministers v. Dallwik, der dazu bestimmt ist, den Scharfmachern als Abschlagszahlung auf das von ihnen verlangte reichsgefeßliche Verbot des Streikposten stehen 3, das vorerst nicht zu erreichen ist, zu dienen. Die Absicht, einen solchen Erlaß für ganz Preußen herauszugeben, nachdem er sich in der Rheinprovinz bewährt hat, hat Herr v. Dallwig, wie unsere Leser sich entsinnen, in der Sigung des preußischen Landtages vom 11. Februar d. angekündigt. In der gleichen Rede erklärte er aber auch, daß der Zweck der Scharfmacher mit Polizeiverordnungen allein nicht zu erreichen sei. Eine dauernde Wendung zum Befferen würde erst dann eintreten, Aus Franfurt a. M. schreibt man uns: Nach Berlin und Der Milchhandel ist's, der den Milchproduzenten den Köln scheint jegt in Frankfurt a. M. eine polizeiliche Eiterbeule auf Weg zu ihrer Macht ebnen soll, damit sie hinterher sich gegen zugehen. Am 18. März brachte die Frankfurter Volksstimme" eine den willigen Handlanger kehren kann. Wer will es den Milch- leine Notiz:„ sulifiengeheimnisse der Frankfurter pächtern und Milchkleinhändlern verdenken, daß sie nicht selber Sittenpolizei", in der mitgeteilt wurde, daß von der Staatsdie Nette schmieden möchten, die für sie bestimmt ist und sie anwaltschaft gegen einen Kommiffar und verschiedene Herren von wehrlos machen soll? Die Gefahr, daß ein Milchversorgungs- der Sitte" ein Verfahren wegen verschiedener Verfehlungen einmonopol der Interessengemeinschaft sich herausbildet, gilt geleitet worden sei. Alsbald wurde der polizeiliche Dementierapparat auch dem Aeltestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft als in Bewegung gesetzt und in der bürgerlichen Bresse erklärt, daß an ernst. Das Kollegium hat nach einer Konferenz über den der Sache fein wahres Wort jei. Die schwebenden Verfahren und VerDer Sinn dieser Rede ist deutlich. Der Polizeiminister Milchkrieg in einer Resolution sich gegen die Monopol- nehmungen hätten bisher nicht das Geringste ergeben, was die Sowohl in strafrechtlicher als fordert die Unternehmer auf, mit terroristischen Mitteln gegen bestrebungen ausgesprochen, weil sie den freien Zwischenhandel Beamtenschaft diskreditieren könne. mit Milch ausschalten würden und schließlich auch zu einer auch in disziplinarer Hinsicht seien feine Verfehlungen autage ge- die Sozialdemokratie, d. h. gegen die Gewerkschaften, vorzi Ueberteuerung des Konsumenten führen müßten.„ Gewiß treten. Vorsichtshalber wurde aber hinzugesetzt, daß das Verfahren gehen und deren Angehörige durch die Hungerpeitiche gefügig fann( jagt hierüber die Resolution) an der Aufrichtigkeit der noch nicht völlig beendet, aber seinem Abschluß nahe ſei. ,, wenn alle Angehörigen der bürgerlichen Parteien, insbesondere aber alle Arbeitgeber sich entschließen, in noch weitergehendem Maße als bisher den Kampf gegen die Sozialdemokratic an dem eigentlichen Site des Rebels, d. i. in der Fabrik- und in der Arbeitsstätte aufzunehmen." zu machen. Diese Aufforderung zum Terroris. Erklärungen der heutigen Führer der Interessengemeinschaft, Es war eine große Kühnheit der Polizei, diese Behauptungen mus aus dem Munde des Polizeiministers daß eine solche Ueberfeuerung nicht beabsichtigt werde, fein in die Welt zu setzen, denn sie entsprechen in feiner Weise den Tat- machte sich besonders gut in einer Rede, die sich gegen den an3weifel bestehen; aber es ist zu erwarten, daß die Interessen- fachen. Wenige Tage danach meldete die Presse, daß der bisherige geblichen Terrorismus der Gewerkschaften richtete. Daß Herr gemeinschaft von den durch fie vertretenen Streifen zu einer Leiter der Sittenpolizei, Kriminalfommissar Schmidt, v. Dallwig richtig verstanden wurde, beweist das Echo, das Musnügung ihrer Machtstellung gedrängt werden wird, wenn vom Dienst fuspensiert worden sei, leber die Gründe ihm jetzt aus der scharfmacherischen Post" entgegenſchallt. In einem Arbeitgeber und Selbsthilfe" fie einmal ein Monopol erlangt hat." Will die Interessen- der Amtsenthebung gibt die Polizei natfirlich feinerlei Auskunft; gemeinschaft der Märker eine Zentralisierung des Milch- aber die Tatsache der Umtsenthebung gibt sie zu. Nun lüftet die überschriebenen Leitartikel wird ein langes und breites dar über gciammert, daß sich die Regierung nicht neutral der- balte, wenn ein Unternehmer zur„Selbsthilfe" greife, um die Organisation in seinem Betriebe totzuschlagen. Ta kommen die Kathedersozialisten, da kommt die öffentliche Meinung in Gestalt einer demokratischen Presse, da kommen die„geschäftigen unparteiischen Vermittler in Gestalt eines Magistrats- oder Gewerbegerichtsvorsitzendcn", da erscheint der Gesandte der Gewerbeinspektion, um für die Regierung „Informationen" zu erbitten. Nach außen und offiziell bleiben die Regierungen wohl neutral, aber ihre Vorliebe für den Kathedcrsozialismus, von dem sie sich Material zutragen lassen„zum Ausarbeiten unternehmerfeindlicher Gesetze und Verordnungen", sei jedoch ein krasser Bruch der den Unter- uehmern schuldigen Neutralität. Aber dessen ungeachtet sollen die Unternehmer weiterhin die Selbsthilfe üben und ausbauen und sich den Appell des Ministers zunutze machen. Tie Unternehmer sollen „von nun an mit doppelter Energie für die Befreiung ihrer wirtschaftsfriedlichcn Arbeiter vom roten Terror dadurch offen eintreten, daß sie jede» ihnen als Bertraucnsmann bekannten srcigewcrkschaftlich organisierten Arbeiter aufs schärfste über- wachen und beim kleinsten Anlast schleunigst an die Luft setzen. .... Hinaus aus dem Hause mit diesen Friedensstörern, fort von der Arbeit mit diesen Hetzern!" Tor Scharfmacher, der seinen Gesinnungsgenossen den Rat gibt, die Aufforderung des Polizeiministers so wörtlich zu befolgen, meint es gewiß ganz gut. Es gibt auch seither schon Unternehmer, die nach diesem Rezept arbeiten. Ter allgemeinen Anwendung dieses terroristischen Mittels zur Be- kämpfung der Gewerkschaften stehen jedoch einige nicht un- weseiitliche Bedenken entgegen. Vor allen Diirgen der Um- stand, daß es der böseil Gewerkschaftler so viele sind. Gar mancher Unternehmer könnte, lvenn er sich seiner geWerk- schaftlich organisierten Arbeiter entledigen loollte, gar leicht in die Lage kommen, seinen Betrieb ganz schließen zu müssen. Tie Eisenbartkur zur Vernichtung der Gewerkschaften, lvelchc die„Post", der Anleitung des Herrn v. Dallwitz sol- gend, den Untexnehmern empfiehlt, ist übrigens nicht neu. , deren her- bezogene Lumpanvagabundus-Milieu...Blaukehlchen", der Schnapsbruder: wie er den„Baron" machen muß. Und da dieser Karl Gcßiier „aus den Leib" geschriebeit wurde, wird die Aufführung der Chosc erträglich. Von Walter Kollo rührt die Musik her: CoupletS, Tänze und wieder Tänze— nichts als Tanzmachcrei in allen gegenwärtig bc- liebten GeschmacklösigkeitO,. Die allenthalben eingerissene Art dieses Komponierens ist ja so einfach. Erfindmig neuer Melodien erübrigt sich. Man stellt Fragmente aus Tonleitern zusammen, versieht sie mit feststehenden Akkordfolgen— und eine.neue" Nummer für Phonographenplatteu oder Leierkästen ist fertig. Im„Juxbarou" iiiiissen auch Kinderchen mittun. Eine ansehnliche Schar: Mädchen von drei bis ackt Jahren. Und Frau Justitia läßt den TheaterindttstlialismuS skrupellos gewähren. Notizen. — Unbekannte Briefe von Heinrich Heine enthält die dreibändige Ausgabe des Heineschen Briefwechsels, die in Georg Müllers Verlag erscheint. Sie bringen auch ein frühes Bekenntnis Heines zum S a i n t- S i m 0 n i s m u S, jener sozialistischen Bewegung im geistigen Leben Frankreichs, die nach der Julirevolution Mächtig an- schwillt. In einem Briefe vom 10. Februar 1831 schreibt Heine eine lange Stelle au? Saint-Simon hin und er fügt hinzu:„Indem ich Ihnen, lieber Herr, das gestern erwähnte Buch schicke, kann ich nicht umhin, eine Abschrift der längst besprochenen Stelle meines n e u e i, Evangeliums beyzufügen— die Zukunft mag Ihnen beweisen, daß letzterer Ausdruck mein tiefster Ernst ist." In den Aufsätzen„Französische Zustände' hat Heine die Saint- Simonistische Bewegung und ihre tragenden Persönlichkeiten ge- zeichnet, loic er sie erlebt hat. — T h e a t c r ch r o n i k. Im Lessing- Theater wird in der Osterwoche Strindbergs Drama„Nach Damaskus" erstmals in Deutschland aufgefübrt,— LucieHöflich verläßt das Deutsche Theater, um fortan am Soziclätsthearer zu wirken. — Hubert H e r k o m e r. der aus einer Tischlerfamilie in Landsberg am Lech stammende und vor Jahrzehnten in London ein- gewanderte Maler, ist 63 Jahre alt gestorben. Er war der Porträtist der englischen Geldsacksklasse, den die plutolratische Reklame zur Berühmtheit emporgeschrien hat. In Wirklichkeit war seine Kunst ganz mäßig und für Künstleraugen sogar unerträglich, aber der Mann, von dem der Bourgeois sich und seine Frauen malen läßt, soll natürlich, dem aufgewendeten schtveren Honorar entsprechend. als eine große Nummer dastehen. HerkomerS spektakelnde Lebens- führuiig war dem Moderenommee angepaßt, auch in ihrer Be- qeisterung für bin Automobilrennsport, und eS ist kein Unrecht gegen den Mann, wenn das Gerede um jene den Ruf seiner Künstlerschast laut übertönt. verband nicht schlechter stehen al» im eigenen Verbände, Im ein- zelnen betrugen die Unterstützungen der Lagerhalter im Jahre 1913: Arbeitslosenunterstützung 6847,32 M., Umzugsunterstlltzung 2934 M., Notfallunterstützung 520 M., Krankenunterstützung 466 M. und Sterbegeld 550 M. Tie Aussprache über den Bericht füllte den ganzen ersten Verhandlungstag. Sie drehte sich in der Hauptsache uni Beschwerden gegen den Vorstand, der die Vereinbarungen mit den Lagerhaltern bei der Verschmelzung nicht alle eingehalten chätte. Döhnel habe die Interessen der Logerhalter im Vorstand nicht genügend vertreten. Auch mit der Presse waren die Redner unzufrieden. Der Borstand hätte kein Recht gehabt, den Titel zu ändern. Der Redakteur müsse unabhängig von: Vorstand sein, die Einsetzung einer Preßkommission sei geboten, Mißstände in den Genossenschaften müßten ohne jede Rücksicht besprochen werden. Von anderen Delegierten wurde da- gegen erklärt, die Differenzpunkte seien nur Kleinigkeiten. Man schieße mit der Kritik über s Ziel hinaus. Döhnel habe nicht nur die Interessen der Lagerhalter, sondern die des Gesamtvorstandes zu vertreten. Von Borstandsseite wurde betont, die Selbständigkeit des Redakteurs des„Filialleiters" werde selbstverständlich hochgehalten. Mißstände in den Genossenschaften sollten natürlich rücksichtslos kritisiert werden. Die Einsetzung einer Preßkommission sei unnötig. Nach dem Statur wäre der Vorstand Beichtverdeinstanz. �Die Ber- schmelzungsvereinbarungen führe der Vorstand nach Treu � und Glauben durch: es könne nicht der Beweis gebracht werden, daß der Vorstand die Vereinbarungen nicht eingehalten habe. Der Vorstand werde auch künftig den Wünschen der Lagerhalter Rechnung tragen. Er müsse sich aber von dem Gesamtinteresse des Verbandes leiten lassen. Am zweiten Verhandlungstag faßte die Konferenz Beschluß über die vorliegenden Anträge. An die Generalversammlung des Zentral- Verbandes der Handlungsgehilfen, die im Mai in Hannober tagt, wurden u. a, diese Antrüge gestellt: Das Statut des Verbandes stjll einer vollständigen Umarbeitung unterzogen werden, so daß die In- teressen aller Handlungsgehilfen, auch der Lagerhalter, wahrge- noinmen ivürden. Ain Sitze des Hauptvorstandes soll für die Sektion der Lagerhalter eine Zentralkommission eingesetzt werden, dereit Aufgabe Erledigung und Ueberwachung der Beschlüsse der Reichs- konferenz und der besonderen Wünsche der Lagerhalter sein soll. In der Bestimmung des Statnts. nach der Arbeitslosenunterstützung gewährt wird, wenn das Mitglied unverschuldet stellenlos wird, soll das Wort„unverschuldet" gestrichen werden.— Dem Vorstand zur Be- rücksichtigung überwiesen wurde ein Antrag, der den Vorstand er- sucht, sämtliche als Einzelmilglieder geführte Lagerhalter den dies- bezüglichen Sektionsleitungen zu überweisen. Nach einem angc- nommenen Antrag Breslau soll das Grundgehalt für die Lagerhalter 1500 M, betragen, steigend jährlich um mindestens 72 M., bis zum Höchstgehalt von 2200 M, Der Stellennachweis des Verbandes soll mehr betücksichtigt werden. lieber die Anträge auf Einsetzung einer Preßkommission ging die Konferenz zur Tagesordnung über, Der Borsitzende gab nun der Konferenz davon Kenntnis, daß die„Produktion" in Hamburg und die Konsumvereine in Lübeck und Kiel den als Delegierten gewählten Kollegen mit- geteilt haben, daß sie für die Zeit ihrer Abwesenheit keine B e- zahlung crbaltcn resp. auf ihre Kosten eine Aushilfe stellen müssen. Die Konferenz nahm diese Mitteilung mit großer Eni- rüstung auf. lleber den Punkt:„Die genossenschaftlichen Schiedsgerichte" referierte das Vorstandsmitglied Döhnel« Berlin, Der Redner brachte an Hand de? Materials den Nachweis, daß eine Reihe Konsumvereine die Schiedsgerichte oder deren Ur- teile nicht anerkennen. So die Vereine in Chemnitz, Meran, Cos- wig sAnhalt). Er unterbreitete eine Resolution de? Vorstandes, die besagt: Die Konferenz nimmt Kenntnis davon, daß verschiedene Ge- nossenschaftcn, die dem Zentralverband deutscher 5ionsumvereine angeschlossen sind, das zwischen GenossenschaftSverbäiiden und dem Verband der Lagerhalter bezw. der Handlungsgehilfen verein- barte Schiedsgericht oder die von diesen Schiedsgerichten gefällten Urteile nicht anerkannt haben. Da durch dieses Verhalten einzelner Genossenschaften der Zweck der Schiedsgerichte illusorisch gemacht wird, beauftragt die Konferenz den Zentralvorstand, dem Zentralverband deutscher Konsumvereine sowohl wie dessen Revisionsverbänden, mit denen besondere Schiedsgerichtsverträge abgeschlossen wurden, die Pflicht aufzuerlegen, auf ihren Genossenschaststagen die angeschlossenen Genossenschaften auf die Einhaltung diese» Schiedsgrrichtsvertrages hinzuweisen. Sollten wider Erwarten die Konsumvereine sich dann trotzdem nicht an die Vereinbarungen halten, so erklärt die Reichskonferenz der Lagerhaller, daß sie kein Interesse inehr an der Ausrecht- erhaltung dieser Vereinbarungen hat und ermächtigt den Vorstand des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen, die Aufhebung der Schiedsgerichtsverträge herbeizuführen, Ferner wird der Borstand beauftragt, in Zukunft sämtliche Konsumvereine, die den Vertrag nicht beachten oder ihn umgehen, der Oeffentlichkeit als vertragSbriichig be- kanntzugeben."� In der längeren Aussprache über diesen Punkt wurde daS Verhalten einzelner Konsumvereine, die in rückständigen An- sckmuiingen befangen seien, scharf kritisiert. Es habe keinen Zweck mehr, wurde gesagt, mit Schiedsgerichten zu arbeiten. Daö Schieds- gerichr würde weder schneller, noch mit mehr sozialem Verständnis arbeiten, wie die ordentlichen Gerichte. Die Resolulion des Vorstandes wurde einstimmig angenommen. lleber„Die MügliederauSschüsse in den Genossenschaften" sprach Mademann- Bielefeld, der sich— teilweise unter Widerspruch— für die Gennsseuschaftsräle erklärte. Ter ÄenossenschaftSral kömis die Ausklürungsarbeit verrichten und so bei der Agitation sehr günstig lvirkcn. Durcv den Genossenschafts- rat werde die Demokratie nick» eingeschränkt, sondern erweitert, da die Mitglieder mehr Recht erhielten. Stelle man sich in dieser Frage auf den Boden der Verneinung, dann gehe die Entwickelung über einen weg. Als Kontrollapparat für die Verkaufsstellen müsse man den Genossenschaftsrat allerdings ablehnen. Döhnel« Berlin erklärt als Korreferent, er stelle sich nicht auf den Boden der vollständigen Negation. Er müsse sich aber dagegen wenden, daß der Genossens-baftslat zu einem Werkzeug gemacht wird. daS die demokratische Verfassung vernichtet und dasür die Autokratie setzt. Das lasse aber das vom Zentralverband deutscher Konsumvereine herausgegebene Musterstatut sür Bezirks- vereine befürchten. Nach diesem seien die Genossenschaftsräte nicht Beauftragte der Mitglieder, sondern der Verwaltung. Dieser solle er ein willfähriges Werkzeug sein. Dagegen müsse er sich entschieden aussprechen. Wenn der GenossenschafiSrat als Beauftragter der Mit« glieder betrachtet werde, dann könne man sich mit ihm einverstanden erklären. Das beste AgitationSmiltel für die Konsumvereine seien gute und preiswerte Waren. sBeifall.s In der Diskussion spachen sich alle Redner im Sinne der Äussührungen Töhncls aus. Die Konierenz erklärte sich dann für eine Entschließung, die ebenfalls in diesem Sinne gehalten ist. Sie erkennt an, daß die Tätigkeit der Genossenschaftsräte für die Ge- nossenschaftcn von großem Wert sein kann, wenn diese ihre Aufgabe, welche in erster Linie in der Agitation und Beratung über die Ans- breitung und Förderung der Genossenschaft besteht, nachkommen. Die Konserenz betrachtet es als eine große Gefahr, wenn die Mitglieder- ausschüsse versuckien, den Lagerhalter auszuschalten. Mit aller Eni- schiebe, cheit verwahrt sich die Konferenz gegen jene Versuche, die bezwecken, den MitgliederauSschiisscn einen besonderen Einfluß auf die SrbeilSverhällnisie der GenosienschaftSangcstellten zu geben oder den Mitgliederausschüsien. neben Vorstand und AufsichtSrat. Auf- sichtS- und Angestelltenrechte dem Lagerhalter gegenüber einräumen wollen. AlS Vertreter der Lagerhalter Im Zentralvorstand wurde Döhnel, alS Redakteur H a r t m a n n einstimmig wiedergewählt. Damit war die Tagesordnung der Konferenz erschöpft. /lus Fnöustrie unö hanöel. Kapitalsverwässerung im Anilinkonzerv. Die drei in engster Interessengemeinschaft siehenden Anilin« fabriken: Elberfelder Farbenfabriken Bayer, Badische Anilin- und Sodafabrik(Ludwigshafen) und Treptower Anilinfabrik, nehmen eine Kapitalsverwässerung vor, um die Dividenden nominell herab- setzen zu können und damit der„Begehrlichkeit" der Arbeiter weniger Anknüpfungspunkte zur Kritik zu geben. Die Elberfelder Farbenfabriken und die Badische Anilin- und Sodafabrik wollen ihr Aktienkapital um je 18 Millionen auf 54 Millionen, die Treptower Fabrik in ensprechendem Umfang heraufsetzen. Die neuen Anteilscheine sollen den alten Aktionären zu einem Kurse von etwa 100 Proz, angeboten werden, obgleich zurzeit die Kurse für Elberfeld auf 672 Proz., für Ludwigshafen auf 670 Proz., für Treptow auf 553 Proz. stehen. Jede neue Aktie im Werte von 6700 bezw. 5580 M. würde also von den Aktionären für etwa 1000 M. erworben werden können, oder kurz gesagt: die Gesellschaften machen ihren Anteilseignern mit jeder neuen Aktie ein Geschenk von 5700 bezw. 4530 M. Da in Zukunft nun die also verschenkten Aktien auch am Gewinn beteiligt sind, wird sich für die einzelne Aktie scheinbar eine prozentuale Herabsetzung der Dividende ergeben. Das ist den drei Unternehmen sehr erwünscht, denn sie zahlen Dividenden in einer Höhe 122— 32 Proz.), wie wenige deutsche Aktiengesellschaften. Die Arbeiter der chemischen Industrie gehören dagegen bekanntlich, unter Berücksichtigung der großen gesundheit- lichen Gefahren, denen fie ausgesetzt sind, zu den schlechtest bezahlten Arbeitern überhaupt. Höhere Fahrpreise für Auswanderer. DaS erste Zeichen der Interessengemeinschaft zwischen Hamburg- Amcrika-Linie und Lloyd ist eine Erhöhung der Fahrpreise für Aus- Wanderer: Der Norddeutsche Lloyd hat die Preise dritter Klasse von Bremen nach New Jork für die Dampfer„George Washington" und„Kaiser Wilhelm der Große" auf 168 M., für die übrigen Dampfer auf 158 M. erhöht. Gleichzeitig wurden die Zwischendecksraten nach den nordamerikanischen Häfen u m 10 M. erhöht, und zwar sür Schnelldampfer auf 130 M., für die übrigen Dampfer auf 110M. Die armen Zwischendeckspassagiere bekommen es also am ehesten zu spüren, daß der Friede zwischen Hapag und Lloyd hergestellt ist und die Erneuerung der nord- atlantischen Dampferkonvention gewiß ist. Die Fahrpreiserhöhung ist um so aufreizender, als der Auswandererverkehr infolge der schlechten Konjunktur seit längerer Zeit im Abnehmen begriffen ist. Die Erweiterung der Deutschen Bank. Am gleichen Tage, an dem die Generalversammlung der Deutschen Bank in Berlin die Verschmelzung mit der Bergisch- Märkischen Bank beschloß, beschäftigte sich auch diese Provinzbank in Elberfeld mit dem Fusionsprojekr. Ein DirektionSmitglied der Deutschen Bank führte zur Begründung deS Antrages u. a. aus: Im Jahre 1397 sei eine Interessengemeinschaft zwischen den beiden Banken eingegangen worden, und zwar in der Weise, daß die Deutsche Bank den damaligen Aktionären der Bergisch-Märkischen Bank anbot, ihre Aktien in einem bestimmten Verhältnis gegen Aktien der Deutschen Bank umzutauschen. Etwa drei Viertel der damaligen Aktionäre hätten von diesem Anerbieten Gebrauch gemacht. Seit dieser Zeit sei wohl hin und wieder der Gedanke völliger Verschmelzung aufgetaucht und er'.oogen worden. Die Verwaltung der Deutschen Bank habe sich demgegenüber aber lange ablehnend verhalten. Dieser Standpunkt habe in neuerer Zeit Aenderung erfahren, weil die Bestrebungen anderer großer Banken unverkennbar nach dem Westen gerichtet seien, und sogar zwei größere Banken selbst im Westen auf dem Plane erschienen seien. Bei den engen Beziehungen zu der Bergisch- Märkischen Bank habe die Deutsche Bank von vorn- herein den Gedanken fallen lassen müssen, hier nun selbst an den Stellen, wo die Bergisch-Märkische Bank Niederlassungen unlerbalte, mit einer eigenen Vertretung zu erscheinen. Im Interesse beider Banken sei deshalb der Vorschlag völliger Verschmel- z u n g gemacht worden. Um die alten Kunden der Provinzbanl der Großbank zu er- halten und den Wechsel nicht allzu plötzlich und scharf in Erscheinung treten zu lassen, soll bis auf weiteres der alte AufsichtSrat der Pro- vinzbank als ein besonderer Ausschuß der Deutschen Bank weiter tätig sein.— Die Verschmelzung wurde von den Aktionären gut- geheißen._ Gleiche Panamakanal-Zöllc. Der bringende Protest Englands und anderer außeramerikanischer Staaten hat die amerikanischen Gesetzgeber bewogen, von einer Bevorzugung der amerikanischen Schiffahrt bei der Benutzung des Panamakanals Abstand zu nehmen. Auch das Repräsentantenhaus zu Washington hat nun mit 248 gegen 162 Stimmen entschieden, daß alle Schiffe, gleichviel welcher Nation sie angehören, die gleichen Benutzungsgebühren zu zahlen haben. Besserung der Finanzverhältnisse in Mexiko. Nach einer Meldung der„TimeS" aus Mexiko ist zwischen den Banken und der Regierung eine Anleihe in Höhe von fünsundvierzig Millionen Dollar zun: Kurse von neunzig Prozent abgeschlossen worden. Diese Anleihe erfolgt auf Grund der vom vorigen Kongreß bewilligten sechs- prozentigen Goldbonds-Anleihe in Höhe von fünfzig Millionen Dollar- Die Banken werden ermächtigt, für diese Anleihen Noten auszugeben. Der auswärtige Schuldendienst soll von heute ab wieder aufgenommen werden. Zeichen der Krise. Erst vor kurzer Zeit ist in Bromberg die größte Holzfirma, Dyck, in Konkurs geraten. Die Passiven betragen eine Million Mark. Und schon wird ein»euer Konkurs gemeldet der die Maschinenfabrik Zobel, eine alte eingesesiene Firma betroffen hat. Etwa 150 bis 200 Arbeiter sollen ans diesen Gründen am kommenden Sonnabend entlassen werde». Ebenso stehen Arbeiter- enilassungen bei der Maschinenfabrik Lehnert Ä.-G. bevor. Die Arbeitszeit ist in dem Betriebe bereits auf 8 Stunden verkürzt Für die Bromberger Arbeiter, die ohnehin schon unter einer umfangreichen Arbeitslosigkeit zu leiden haben, recht böse AuS- sichten. Soziales. Ter wcaen«erlevung der Schweigepflicht feines Amtes entsetzte Beisitzer. Eine für die aesamte Laiengerichtsbarkeit bedeutungsvolle Ei:!- ichciduna fällte am Sonnabend daS Landgericht Leipzig. Das gegen Ä ächncidergehilfcn K. gerichtete Verfahren hatte folgende Vorgeschichte: K war für den Bezirk Wurzen als Be.sitzer zum dortigen Gewerbcgcricht gewählt und hatte>n dieser E.genschaf auch in einem Prozesse mitgewirkt, dessen Ausgang ,n den Kreisen seiner engeren Standcsaenossen wegen der ,,!-m enthaltenen vrinztpiellen Stellungnahme lebhafte- Aufsehen erregte. In emcr �i-ken Rechtsfall betreffenden Unterhaltung mit emem Kollegen önkerte K er hätte nicht in dem Sinne des Urteils gestimmt. ;!• fch ober schließlich überstimmt worden. In dieser Aeußcrung, die wlfi eine Preßnotiz zur Kenntnis der Behörde kam, erbltckte lockere eine Verletzung der jedem Beisitzer oblwaenden Verscksivie- genheit, und es wurde gegen K. der Antrag aus Entziehung tztf Beififeramies geftellt. Das Landgericht Tam zuerst Biesent Ber-| fie gedten in der Gastwirtschaft bon Mardstein sehr vader und, aber auch den Rehmpfuhr als seinen Somplicen bezichtigte. Rek langen nicht nach. Es sprach den Beifizer frei, da teine gröbliche es war 12 Uhr nachts geivorben, als sie sich dort empfahlen und terer wurde trok seines entschiedenen Protestes gegen diese Bes Pflichtberlegung vorliege. gemeinsam nach der Lehmpfuhlschen Wohnung gingen und sich dort schuldigung mit unter Anklage gestellt. Das Auf eingelegte Revision hob, wie erinnerlich, das Reichsgericht gemeinschaftlich in einem Zimmer zur Ruhe betteten. In der In der Verhandlung ergab sich nun das eigenartige Bild, daß das Urteil auf und verwies die Sache zur erneuten Entscheidung Gastwirtschaft war auch der Angeklagte Anderson getvesen und Anderson auf die eindringliche Frage des Vorsitzenden, ob er die an die Borinstanz zurück. Das Landgericht sollte nochmals prüfen, da die Beiden allerlei Pläne schmiedeten, wie der Frau Barleben schwere Beschuldigung gegen Lehmipfuhl aufrechterhalten wolle, ob K. damit keine gröbliche Pflichtverlegung begangen habe, daß der versprochene Hase verschafft werden könnte, hatte Anderson minutenlang zögerte und würgte, um endlich zu einer beinahe ver er sich fahrlässigerweise über seine Schweigepflicht nicht unterrichtet sich freundlich bereit erklärt, einmal nach dem Gut hinüberzugehen, schämten Bejahung der Frage zu kommen. Er blieb dann dabei, habe. In der neuen Verhandlung vor dem Landgericht erklärten um zu sehen, ob dort etwa ein Haje zu kaufen jei. Der Gang daß er mit Lehmpfuhl den Einbruch ausgeführt habe. Für 2. trat mehrere Beisiger, daß sie vom Vorsitzenden über ihre Schweige- war aber vergeblich und so mußten Lehmpfuhl und Barleben ohne als wirksamiter Entlastungszeuge der Schuhmacher Barleben auf, pflicht nicht informiert worden seien. Trotzdem kam das Land- Hafen heimipärts wandern. Als sie dann den„ Schiaf der Ge- der einwandfrei unter seinem Eide bekundete, daß er in der in gericht diesmal zur Berurteilung des Beifikers, indem es auf rechten" schliefen, passierte im Dorfe folgendes: Als der Nacht Frage kommenden Zeit der kritischen Nacht dicht neben Lehmpfuhl Amtsentsegung erkannte.. habe, so heißt es begründend, objektiv wächter in Alt- Landsberg an dem Gehöft des Amtsrats Schrader in deffen Stube geschlafen habe, und es ganz unmöglich sei, daß einen Verstoß gegen seine Amtspflicht begangen und damit eine vorüberkam, hörte er ein aus dem Hühnerstall tommendes ver- diefer an dem Einbruch beteiligt gewesen sein könne. Der Staatsjeiner vornehmsten Pflichten verlegt, weil der wesentliche Teil der dächtiges Geräusch. Er ging diefem nach und als er dicht am Stall anwalt hielt diese Möglichkeit doch nicht für ausgeschloffen und Richterpflichten in der Bildung des Urteils besteht. Wer sich aus war, wurde ihm plöblich ein getötetes Huhn direkt ins Gesicht ge- beantragte gegen beide Angeklagte je 4 Monate Gefängnis. Laienkreisen in ein Richteramt wählen lasse, müsse sich bemühen, schleudert und zwei Männer stürmten elligst davon. Es ergab fich, Gericht sprach Lehmpfuhl frei und verurteilte Anderson zu vier die gefeßlichen Bestimmungen fennen zu lernen. Die Anforde- daß acht Hühner getötet sein mußten, und die Einbrecher drei Monaten Gefängnis. rungen an die Sorgfalt eines Richters jeien hohe, da es sich um davon auf die Flucht mitgenommen hatten. Die Fußspuren, die die Ausübung eines öffentlichen Amtes handele. im Schnee sichtbar waren, waren bis zum Hause des Anderson zu verfolgen, und so wurde dann Anderson als einer der Einbrecher angesehen. Er wurde, als er zunächst bestritt, bei der Sache beteiligt zu sein, verhaftet und in den sogenannten Turm gesperrt. Als dort einer seiner Bekannten vorüberging, hörte er die Stimme Andersons, der ihm zurief:„ Karl! Ich bin hinter schwedischen Startoffeln( Steinhdl.) 4,00-7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Kenle Kalbfleisch 1,40-2,60. Hammelfleisch 1,50-2,40. Butter 2,40-3,00. Gardinen!" Darauf soll die Antwort erfolgt sein:„ Sage nur die 1,602,40. Rindfleisch, Bauchfleisch 1,30-1,80. Schweinefleisch 1,40-2,00. Male 1 Kilogramm Starpfen 1,20-2,40. Wahrheit, dann kommit Du wieder raus! Du und Lehmpfuhl sollst 60 Stud Gier 3,20-5,40. und Bander 1,40-3,20. Hechte 1,20-2,40. Barije 1,00-2,20. es gewesen sein!" Anderson fam dann auch aus dem Turm wieder 1,60-3,20. heraus, da er ein Geständnis der Täterschaft ablegte, gleichzeitig dilete 1,60-3,20. Bleie 0.80-1.60. 60 Stud Streble 3,50-24.00. Gerichtszeitung. ,, Mittelbare" Unzuchtkarten. Kaufmann Genzke Das Landgericht I in Berlin hat am 22. Juli den Verleger Siegmund den Saulsohn, den Papierwarenhändler Simon Levy wegen Herstellung bezw. Feil haltens unzüchtiger Ansichtspostkarten verurteilt und zwar S. zu 20, G. zu 10 M. Geldstrafe. Bei L. wurden am 14. April 1913 mehrere Ansichtspostkarten, die im Schaufasten lagen, von einem Vertrauten der Behörde angekauft. Diese Starten waren im VerLage des Angeklagten E. erschienen und von der Graphischen Ge sellschaft, deren Vertreter G. ist, hergestellt worden. Hier kommt lediglich eine dieser Karten in Frage, welche außer einem Bilde die Worte enthält:„ Bogel flieg in die Welt hinaus!" Das Bild zigt einen jungen Mann und ein Mädchen, welches einen weinenden Säugling im Arme hält. Der Sinn des Bildes soll sein, daß ein unehelicher Vater sich durch die Abreise seiner Pflicht zur Alimentation feines Kindes entzieht und die uneheliche Mutter zurüdläßt. Das Bild an fich enthält nichts Unzüchtiges. Das Urteil jagt nun aber: Durch diesen leicht zu verstehenden Inhalt soll auf den außerehelichen Geschlechtsverkehr hingewiesen werden; dadurch wird vielleicht nicht das Schamgefühl, sicher aber das in gefitteten Streifen herrschende Gefühl für Sittlichkeit verlegt. Gemäß dem Antrage des Reichsanwaltes hob das Reichsgericht am 25. November das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurüd. In der neuen Verhandlung, welche am 6. Ja nuar vor dem Landgericht I in Berlin stattfand, sind die Angeflagten in der gleichen Weise verurteilt wie früher. Gegen Das neue Urteil hatten die Angeklagten S. und G. abermals Revision eingelegt, die am Dienstag vor dem Reichsgericht zur Verhandlung fam. Es wurde auszuführen versucht, daß ein mittelbaret Hinweis auf den unehelichen Geschlechtsverkehr nicht genüge, um den Tatbestand des§ 184 Abs. 1 annehmen zu können. Der Reichsanwalt beantragte jedoch mit Rücksicht darauf, daß die Begründung des Urteils jest feinen Mangel mehr aufweise, die Verwerfung der Revision. Das Reichsgericht erkannte jedoch entgegen diefent Antrage auf Aufhebung des Urteils und verwies die Sache abermals an das Landgericht zurück. Die vertraulichen Stunden" im Burggrafen- Café. Ein Kuppeleiprozeß beschäftigte am Montag das Potsdamer Schöffengericht. Am 31. Januar wurde nach einer unvermuteten Revision das im Hause Burggrafenstraße 20 befindliche Café der Frau Klara Lohmann polizeilich geschlossen und die Inhaberin berhaftet. Zu dieser Maßnahme bot eine Anzeige der 15jährigen Alara Furchert Veranlassung, die als„ Stüße" bei der Frau Loh mann angestellt war und die Gäste zu bedienen hatte. Die F. war trob ihrer Jugend in einen regelrechten Liebesverkehr der Stamm gäste verwickelt und sah ihrer Niederkunft entgegen. Als die Bolizei am frühen Morgen Einlaß begehrte, fand sie zunächst das Lokal leer. Bei näherer Umschau famen jedoch die Ueberraschungen. Das Lokal besteht aus einem hohen Raum, der oben eine Galerie hat. Sowohl unten wie oben befanden sich intime Nischen, die mit Vorhängen fast völlig verschlossen waren, und dahinter spielte fich der zärtliche Umgang der Gäste ab. Ein Stübchen, das„ Kataostübchen" war besonders bevorzugt. Kriminalkommissar Füchtemann sah auf den Tischen Weingläser, Flaschen, und allmählich tamen auch die Gäste zum Vorschein, mehrere Leibgardehujaren. Die Untersuchung förderte Einzelheiten des standalöjen Treibens zutage, durch das zwei Minderjährige verführt wurden, während andere Liebespaare dort ihr ständiges Absteigequartier etablierten. Was sich seit Jahren die Spatzen auf dem Dache zu pfiffen, wurde plöblich attenkundig. Frau Lohmann war bei dem Vorbesizer Geschäftsführerin und feit 1909 betrieb sie das Geschäft auf eigene Rechnung. Die Angeflagte berwahrte sich entschieden gegen den Vorwurf, sie habe von bem Liebesibyll" irgend etwas gewußt. In einem früheren Berfahren wegen der Schankgewerbeübertretung wurde die Angeklagte freigesprochen, da ihre damalige Stübe Paula Friese beschworen hatte, sie habe hiervon nichts wahrgenommen. Gegen die Friese schwebt jetzt ein Meineidsverfahren. Unmittelbar nach Beginn der Verhandlung machte der Borsitzende, Amtsrichter Fabian, eine sensationelle Eröffnung. Die Dauptbelastungszeugin Klara Furchert hatte heute an ihre Eltern einen Brief gerichtet, in dem fie schrieb: Ich kann es nicht. Ich Das Wort habe einmal gesagt, ich gehe nicht an Gerichtsstelle. halte ich. Darum sollen mich lieber die Wellen verschlingen. Es grüßte Euch Eure unglückliche Klara." Die Zeugin blieb auch aus. Offensichtlich Sie ist gestern am Wasser liegend aufgefunden. habe sie sich das Leben nehmen wollen, ist aber schließlich mutlos geworden. Unter dem Drude des Beweismaterials mußte die Angeklagte allmählich zugeben, daß sie nach Schluß der Polizeistunde das Gaslicht abdrehte und dann Dellämpchen in die Nischen stellte. Sie bot zwar Feierabend, gab aber ihrer Aufforderung feinen energischen Nachdruck und duldete das Längerberweilen. Die Nischen waren ja auch fomfortabel genug eingerichtet und die Bedienung sehr gefällig". In der Hauptsache verkehrten Hüfaren, junge Kaufleute und Kellner. Der Amtsanwalt erachtete in seinem Plaidoyer die Angeklagte bes Gewerbebergehens( die Angeklagte hatten feine Stonzeffion für altoholische Getränke) und der Kuppelei aus Eigennus schuldig. Er beantragte wegen gewohnheitsmäßiger Suppelei 1 Monat Ge Das Gericht berureitite fängnis, wegen Gewerbevergebens 30 m. bie L. zu 3 Wochen Gefängnis wegen Kuppelei und zu 10 M. wegen Gewerbevergehens. Das Alibi. Nicht ohne humoristischen Beigeschmad war das Dorfidyll, welches in einer Anflage wegen schweren Diebstahls die 2. Straf Tammer des Landgerichts III beschäftigte. Die Anklage richtete sich gegen den Maurer Gustav Anderson und den Landivirt Otto Lehm Pfuhl, beide in Amtsfreiheit bei Alt- Landsberg, Kreis Niederbarnim, wohnhaft. Lehmpfuhl ist bei dem Schuhmacher Barleben in Kost, da er in seiner Behausung niemand zum Kochen hat. Am 30. Dezember v. J. war auf der Feldmark des Amtsmannes Jagd, ber der Angeklagte Lehmpfuhl als Zuschauer beigewohnt hatte. Gegen Abend ging er zu Barleben zum Abendbrot. Die Frau des letzteren ist tränklich und muß abends 9 Uhr ins Bett gehen. Lehmpfuhl und sein Freund Barleben hatten aber Bust, an jenem Abend noch zu kneipen und ermöglichten dies dadurch, daß fie der Frau vorrebeien, fie wollten, obgleich ein starkes Schneegestöber herrschte, noch einen Safen holen, den sie hätten liegen sehen. Im Ausblid auf den Genuß eines lieblichen Bajenbratens war Frau B. ganz damit einverstanden, daß, wenn ihr Ehemann bis 9 Uhr nicht zurüd sein sollte, er bei Lehmpfuhl nächtigen sollte. Diefe günstige Gelegenheit ließen sich die Beiden nicht entgehen: Aktiva. 1. Nicht eingezahltes Aktienkapital Marktpreise von Berlin am 31. März 1914, nach Ermittelungen des fgl. Polizeiprändiums. Mais( mixed), gute Sorte 00,00-00,00, Donat 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,10. Richtftrob 4,60. eu 7,40-8,40. Martthallen breise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Sveisebohnen, weiße 35,00-60,00. Linfen 40,00-80,00. 34,00-50,00. Bilanz der Deutschen Bank, Berlin 2. Kasse, fremde Geldsorten und Kupons 3. Guthaben bei Noten- und AbrechnungsBanken 4. Wechsel anweisungen und unverzinsliche Schatza) Wechsel( mit Ausschluß von b, c und d) und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten b) eigene Akzepte c) eigene Ziehungen d) Solawechsel der Kunden an die Order der Bank 5. Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen 6. Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere 7. Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen davon am Bilanztage gedeckt a) durch Waren, Fracht- oder Lagerscheine b) durch andere Sicherheiten 8. Eigene Wertpapiere a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und Bundesstaaten 639 001 793 25 400 418 85 am 31. Dezember 1913. 90 348 302 23 1. Aktienkapital 2. Reserven 37 100 602 57 3. Kreditoren Passiva. 200 000 000 112 500 000 1 824 562 81 129 702 478) 83 M. 626 563 918.34 181 717 653.70 " 90 725 167.08 9 899 006 740 02 639 402 212 10 a) Nostroverpflichtungen b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite e) Guthaben deutscher Banken und Bank. firmen d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung 1. innerhalb 7 Tagen fällig 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig 3. nach 3 Monaten fällig e) sonstige Kreditoren 1. innerhalb 7 Tagen fällig 2. darüber hinaus bis 3. nach 3 Monaten fällig 4. Akzepte und Schecks a) Akzepte M. 315 246 966.52 les b) noch nicht eingelöste Schecks Außerdem: Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen 61 734 630 78 233 226 705 30 216 769 036 64 66 928 823 46 60 648 745 63 der 131 693 780 00 b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbanken beleihbare Wertpapiere c) sonstige börsengängige Wertpapiere d) sonstige Wertpapiere 9. Konsortialbeteiligungen 10. Dauernde Beteiligungen Banken und Bankfirmen bei anderen 11. Debitoren in laufender Rechnung a) gedeckte durch börsengängige Wertpapiere M. 348 735 293.64 b) ungedeckte Außerdem: Aval- und Bürgschaftsdebitoren zu 3 Monaten fällig 97 694 128.61 136 570 913.65 549 512 008 78 1 580 045 790 44 284 078 810 78 16 624 283 89 300 708 004 0 142 300 710151 400 418 85 9 703 933 37 18 008 185 80 1 795 723 35 161 201 622 58 Eigene Ziehungen 53 462 472 22 82 469 426 35 M. 242 102.50 davon für Rechnung Dritter Weiter begebene Solawechsel der Kunden an die Order der Bank 5. Sonstige Passiva Dividende unerhoben Dr. Georg von Siemens- Fonds für die Beamten Rückstellung für Talonsteuer Uebergangsposten der Zentrale und der Filialen untereinander andere クラ Sicherheiten 163 705 560.11 512 440 853 75 99 126 019 341 87 14% 300 710 51 638 460 195 62 31 500 000 6. Reingewinn Summa der Aktiva Mark 2 245 675 207| 39 12. Bankgebäude 13. Sonstige Immobilien 14. Sonstige Aktiva 99 93 Debet, An Gehältern, Weihnachts- Gratifikationen an die Beamten und allgemeine Unkosten Beamtenfürsorge- Verein Wohlfahrtseinrichtungen für die Beamten( Klub, Kantinen und freiwillig übernommene Versicherungsbeiträge) Steuern und Abgaben 99 99 Gewinnbeteiligung an Vorstand, stellvertretende Direktoren, Abteilungs- Direktoren und 11 Filialdirektionen( 67 Personen) Rückstellung für Talonsteuer Abschreibungen auf Bankgebäude Mobilien 34 1347.565 162 00 1 960 0007 121 618 45 16 680 915 25 35 745 406/08 Summa der Passiva Mark 2 246 675 207 20 Kredit. 3 019 749 58 35 423 752 83 zur Gewinn- und Verlust- Konto. Per Saldo aus 1912 Gewinn auf Wechsel- und Zinsen- Konto Sorten, Kupons und Rückzahlung gekündigter 21 681 534 11 1 381 248 10 258 158 93 3 617 696 57 3 906 270 58 360 00031 204 914 31 • 3 799 062 25 577 502 54 4 376 361 79 99 " 9 37 " 99 4 Saldo zur Verteilung verbleibender Ueberschuss Mark 35 745 406 93 71 326 886 03 Vorstehende Bilanz sowie das Gewinn- und Verlust- Konto haben wir geprüft und mit den Büchern der Deutschen Bank übereinstimmend gefunden. Berlin, den 4. März 1914. Die Revisions- Kommission des Aufsichtsrates. Zwilgmeyer. Berve, Büsing. Steinthal. Wallich. ララ 99 99 " 29 99 99. 99 99 Effekten Konsortial- Geschäfte Effekten Provisions- Konto aus Dauernden Beteiligungen bei fremden Unternehmungen u. Kommanditen 451 645/53 1 132 047 43 3575 794 40 21 030 542 80 6 693 354 08 68 301 136 58 Mark 71 336 888 03 Der Vorstand der Deutschen Bank. A. v, Gwinner. E. Heinemann. C. Klönne, Möbel- Cohn 1. Geschäft: | 2. Geschäft: P. Mankiewitz. G. Schröter. Gr. Frankfurter Str. 58 Grüner Weg 109 Bitte, genau auf meine Hausnummern zu achten! Möbel auf Kredit Riesen- Auswahl Stube und Küche 2 Stuben und Küche| Modern. Einrichtung und zwar: 2 Bettstellen 1 Kleiderschrank 1 Spiegel 1 Spiegelspind 1 Tisch, 2 Stühle 1 Küchenschrank 1 Küchentisch 1 Küchenstuhl 1 Küchenrahmen von 15 und zwar: 2 Bettstellen 2 Matratzen 1 Waschtoilette 1 Kleiderspind 1 Wäschespind Mark 1 Trumeau Anzahlung an Wochenrate 1.50 M. an 1 Sofa, 1 Tisch 4 Stühle und und zwar: von 1 mod Kleid.- Schrank 1 mod. Vertiko 35 Mark 1 farbige Küche Anzahlung an Wochenrate 2-3 M. an 2 engl. Bettstell. 2 Matratzen 1 Waschtollette 2 Nachtschränke 1 Pl.- Sofa, 1 Umb. 1 Tisch, 4 Stühle von 45 Mark 1 md. farb. Küche Anzahlung an Wochenrate 3-4 M. an Moderne Herren-, Speise-, Schlaf- und Wohnzimmer in jeder gewünschten Art von 40 Mark Anzahlung an. Einzelne Möbelstücke von 5 Mark Anzahlung an. Liefere auch auswärts. Abzahlung ganz nach Wunsch. Käufer einer Wohnungs- Einrichtung erhält einen eleganten Teppich gratis. Inserat mitbringen! Wert 5 M. Sonntag 12-6 geöffnet. Größte Rücksicht bei Krankheit u. Arbeitslosigkeit Dr. K. Helfferich. Paul M. Herrman C. Michalowsky. 0. Schlitter. 0. Wassermann. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz. Bekanntmachung. Von den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern ist nur je ein Wahl vorschlag für die Vertreter bezw. Erfagpersonen im Ausschuß der Kaffe eingegangen. Der Wahlvorschlag der Arbeitgeber ift eingereicht von Herrn Karl Linke, Malermeister, und" beginnt mit dem Namen des Einreichers; der Bahlvorschlag der Arbeitnehmer ist elit. gereicht von Herrn Gustav Bigalke, Mechaniker, und beginnt gleichfalls mit dem Namen des Einreichers. Beide Bahlvorschläge sind als gültig anerkannt worden und es gelten die auf den Wahlvorschlägen benannten Bertreter beztv. Erfagpersonen als 271/8 gewählt. Die auf den 7. und 8. April 1914 anberaumten Wahlen finden demnach nicht statt. Berlin- Stegliz, den 30. März 1914 Der Vorstand. Emil Schulze, Gustav Bigalke, Schriftführer. Borsigender. :: Erstklassige Briketts:: Michel M.8.- 1.1000 Stück, Riesenformat 7, Halbsteine M. 0.75 f. 1 Zentner, feinst. Brennholz billigst. Michel- Brikett- Vertrieb Neukölln, Knesebeckstr. 148. Telephone: 1610 u. 2133. Todes- Anzeigen Hiermit allen Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Maim, unser guter Vater, der Schriftseger Otto Risch im 48. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden am Dienstag, den 31. März, ruhig entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen Frau Risch nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. April, nachmittags 4 1hr, vom Gemeindefriedhof in der Schönholzer Heide, Germanenstraße, aus statt. 1551b Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Nieder- Schönhausen. Am Dienstag, den 31. März, verstarb unser Genosse, der Schriftseher Otto Risch Charlottenstraße im Alter von 47 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. April, nachmittags 42 Uhr, auf dem GemeindeFriedhofe in der Schönholzer Heide, Germanenstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 240/13 Die Bezirksleitung. Am Dienstag früh verstarb unser Mitarbeiter, der Sezer Otto Risch. Sein Andenken wird in Ehren halten 15556 Das Personal der Buchdruckerei Gebr. Unger Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 5 Uhr, auf dem neuen Niederschönhausener Friedhof( in Schönholz) statt. Nach einem qualvollen Leiden bon 33 Wochen verschied am Sonntagnachmittag 6 Uhr, im Alter von 62 Jahren, unser lieber und guter Bater, Groß- und Schwiegervater, der Gastwirt Paul Hoppe genannt der liebe Paul, Röpenider Str. 161, Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Kinder 1554b Familie Max Hoppe, Baumschultog., Felix Hoppe, Tanzlehrer, Gustav Irrgang, Frida Irrgang geb. Hoppe, Neufölln, Hobrechtstr. 65. Die Beerdigung findet am Fret tag, den 3. April, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des ZentralFriedhofs in Friedrichsfelde aus ſtatt. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Paul Hoppe Köpenider Str. 161, Bezirk 4, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. April, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Zentral friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/13 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Alex Platz Zorndorfer Str. 16 im Alter von 19 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 2. April, nachmittags 3, Uhr, von der Zeichenhalle des St. Pius- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 85/12 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Verwandten zur Nachricht, daß am 31. März 1914, vorm. 11%, 1hr, nach furzem, schwerem Leiden mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, der Kantinenwirt Albert Schulz im 42. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt, um stille Teilnahme bittend, an Frau Martha Schulz, geb. Jakoby, nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 4. März, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des St. Philippus- Apostel- Kirch hofes, Müller, Ede Seestraße, aus statt. Hiermit zur Nachricht, daß unser lieber Verwandter Richard Zilius am Sonntag, den 29. d. M., er116a schossen wurde. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 21, Uhr, auf dem städtischen Friedhof Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. Gustav Herms, Restaurateur. Am Dienstag entschlief nach furzer Krankheit unser lieber Vater, der Gastwirt Ludwig Vick Embener Str. 33, im 70. Lebensjahre. Dies zeigt im Namen aller tiefbe trübten Hinterbliebenen an Ewald Vick. Berlin, Emdener Str. 33, 1. April 1914. Die Beerdigung erfolgt am Sonnabend, den 4. April, nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofs. halle des Heilands- Kirchhofes in Plößensee aus. 49/7 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Elisabeth Damm ( Naunynstraße 88) am 31. b. Mts. an herzleiden gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. April, nachmittags 41, Uhr, von der Zeichenhalle des Zentral- Friedhojes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/18 Die Ortsverwaltung. Am 31. März verschied nach furzer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin Freireligiöfe Gemeinde Freitag, den 3. April, abends 8 Uhr, in ,, Alt- Berlin", Blumenstr. 10: ++++ Beschließende Versammlung.++++ Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Geschäfts- und Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 5. Verschiedenes. 54/7 De Die Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. Voranzeige! Am Sonntag, d. 26. April. abds. 7 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29: 1. Vortrag des Landtagsabg. A. Hoffmann: Volksernährung und Volkszukunft. 2. Lichtbildervortrag d. Herrn A. Roth: Die deutsche Hochseefischerei in der Nordsee. Eintrittspreis 20 Pf. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Sonnabend, den 4. April, nachts 12 Uhr: Allgemeine Versammlung der Kino- Operateure Groß- Berlins in wwe. Augustins Festsälen, Oranienstr. 103. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen G. i de über: Kapitalskonzentration und die Entwickelung der Arbeiterorganisationen." 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Für Tagesoperateure findet am gleichen Tage, abends 7, Uhr, in den Böhow- Bierhallen, Friedrichstr. 15, eine ſtatt. Verfammlung Tagesordnung: Bettfedern gründlichste Reinigung durch elektrischen Betrieb. Normaler Stand M. 3.-. Freie Abholung und Zusendung. Reinickendorfer Straße 9-10. Tel. Nord 1417. R.& S.Moses, Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. konz. Laborat. j Bluts Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. gegenüber Friedrichstr. 81, Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. + Bruchbandagen Leibbinden, Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie alle Artikel z. Krankenpflege empfiehlt 1. Die Krisis in der Filmbranche und was lernen wir daraus. Fabrikant Pollmann, 2. Diskussion. jetzt Berlin N., Lothringer Str. 60. Eigene Werkstatt. Lieferant für Die Branchenpersammlung der Maschinen- Krankenkass. Fachgem. Bedienung. arbeiter und Arbeiterinnen findet nicht am Sansoft- bugnfurt| Amor flüssig Bester Metallputz Ueberall zu haben in Flaschen von 10 Pf.an Fabrik: Chemische Werke Lubszynski& Ca Aktiengesellschaft, Berlin- Lichtenberg Sonntag, den 5. April, ſondern am Diens Deutscher Bauarbeiter- Verband. tag, den 7. April, im„ Englischen Hof", Ida Schmidt Aleranderstr. 27c, abends 8 Uhr, statt. geb. Karpe 108A am im 40. Lebensjahre. ' Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonnabend um 4%, Uhr von der Leichenhalle des St. Thomas Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Am 31. März verstarb plöblich unjer lieber Freund und Mitarbeiter 102a Stanislaus Pawlowski im Alter von 38 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Fleischergesellen der Firma W. Behr, Berlin Schöneberg, Kolonnenstraße. 6 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme wie für die überaus Achtung! Achtung! Zweigverein Berlin. Achtung! Achtung! Fliesenleger und Fliesenleger- Hilfsarbeiter. Dienstag, den 7. April, abends 8 1hr, im Saal I des Berliner Gewerkschaftshauses, Gngelufer 15: Rohrleger n. Helfer! Mitglieder- Versammlung. Kollegen! Laut§ 4 des Tarifvertrages trat am 1. April die zweite Lohnerhöhung in dieser Tarifperiode ein. Dieselbe beträgt für Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt erforderlich. Zugleich weisen wir darauf hin, daß der Stundenlohn der arbeiter auf 71% Pf. fteigt. Die Sektionsleitung. Rohrleger 2 Pf. und für selfer 1 Pf. pro Stunde. Briefenleger vom 1. April d. J. an auf 99 Pi., der der Hilfs. Der Mindestlohnt beträgt also ab 1. April für Rohrleger 76 Pf., für Helfer 58 Pf. Der Mindestlohn für Rohrleger, welche ständig auf Reparaturen arbeiten, beträgt 47 Pf. pro Stunde. Die Kollegen werden ersucht, darauf zu achten, daß diese Lohnerhöhung überall zur Durchführung gelangt. In allen Fällen, wo sich der Arbeitgeber weigert, die Lohnerhöhung zu zahlen, sind die Kollegen verpflichtet, dieses sofort dem Verbandsbureau Linienstraße 83/85 mitzuteilen, damit die nötigen Schritte in die Wege geleitet werden können. zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung unserer geliebten Gertrud Baader sage ich allen und auch 115/17 den Sängern für die ergreifend gesungenen weihevollen Lieder im Namen der Hinterbliebenen innigsten Dant. Ottilie Baader Dietrichs. SONO Allgemeine Orts- Krankenkasse für Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Groß- Berlin. Freitag, den 3. April, abends 7, Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Gips- und Zementbranche. Die Generalversammlung des Zweigvereins hat beschlossen, die gedruckten Geschäftsberichte nicht mehr durch die Haustassierer zu verbreiten, sondern nach vorheriger Bekanntmachung in den Bezirksversammlungen auszugeben; da einzelne Bezirke aber im März noch keine Versammlung gehabt haben, wie- Neukölln, Moabit, Norden, ersuchen wir die Kollegen unserer Sektion, die in diesen Bezirken wohnen, falls sie vor der Generalversammlung unserer Sektion aus dem Bureau Interesse für einen Geschäftsbericht haben, sich einen solchen holen zu wollen. Die Sektionsleitung. An alle Mitglieder! Wir weisen nochmals darauf hin, daß jezt alle Bureaus des Zweigvereins und der Sektionen vormittags von 9 bis 1 Uhr und nachmittags von 5 bis 7 Uhr geöffnet sind. Nowawes Allgemeine Mitglieder- Versammlung. Mitglieder Versammlung. geworden, die die Arbeitsloſenunterſtüßung mit ſich bringt. Die und Umgegend. Am Montag, den 20. April. abends 8%, Uhr, findet im Lofale des Herrn H. Wolfgramm, Wilhelmstraße 41, eine Ordentliche General- Versammlung " Tagesordnung: Diese Zeiteinteilung ist durch die Mehrarbeit notwendig Arbeitszeit der angestellten Stollegen wird hierdurch nicht berührt. Ebenso geben wir bekannt, daß die Bibliothek des ZweigDie Zustände im Ofensetgewerbe Groß- Berlins und vereins wieder geöffnet ist. Dieselbe ist jetzt im Zimmer 58 wie sind diese zu ändern."" Referent: Kollege F. Segawe. und können Bücher daselbst in der Bureauzeit vormittags von Zu dieser Versammlung sind auch unsere unorganisierten Stollegen 9 bis 1 Uhr und nachmittags von 5 bis 7 Uhr, Montags durch Flugblatt geladen. Es ist daher Pflicht aller unserer Kollegen, daß bis 9 Uhr entliehen werden. fie ebenfalls erscheinen. Weiter ist es Pflicht unserer Kollegen, daß sie die unorganisierten Kollegen auf dieſe Verſammlung aufmertiam machen und statt, zu der die Delegierten hier zu haben. mit ergebenst eingeladen werden. Flugblätter in den Bezirkszahlstellen Der Vorstand. 192/4 1. Abnahme der Jahresrechnung Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher pro 1913. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Sonstige Kassenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Küchenmöbelbranche. 2C. Anträge zu dieser General- Ber- Freitag, den 3. April 1914, abends 6%, Uhr: jammlung müssen 10 Tage vor der selben beim Vorsitzenden eingereicht werden. Nowawes, den 1. April 1914. Der Vorstand. Kersten, Borsitzender. 271/9 Man meide Nachahmungen! Bei Husten, Heiserkeit, auhem Hals, haben Reichel's Hustentropfen wirksamste Erfolge! FL Branchen- Verfammlung in den Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31. Zagesordnung: Branchenangelegenheiten. Pünktliches Erscheinen der Kollegen erwartet Die Branchenleitung. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Sektion der Zigarettenbranche. Freitag, den 3. April, abends 8 1hr, im Rosenthaler Hof, Rofenthaler Str. 11/12: An die Delegierten der Generalversammlung. Die außerordentliche Generalversammlung des Zweigvereins findet am Sonnabend, den 4. April d. J., abends 8 1hr, im Saal I des Berliner Gewerkschaftshauses, Engelufer 15, ſtatt. 142/ 2* Verband der Steinsetzer, Pilastereru. Berufsq. Tarifbezirk Groß- Berlin. In solchen Betrieben, die den an anderer Stelle bekanntgegebenen Schiedsspruch des Einigungsamtes des Berliner Gewerbegerichts nicht anerkennen, ist vorläufig weiter zu arbeiten, sofern nicht den Mitgliedern Sonderverträge zur Unterschrift vorgelegt werden. Wo letzteres geschieht, ist die Unterschrift zu verweigern und der Ortsverwaltung sofort telephonisch Nachricht zu geben. Das Bureau ist zu diesem Zwecke täglich bis auf weiteres von 8½ Uhr morgens bis 7 Uhr abends geöffnet. Ferner geben wir bekannt, daß die Notstandsunterſtügung bis zum 11. April gezahlt wird. Am 4. und 11. April erhalten auch solche Mitglieder Unterstützung, die wegen wiederholter Aufnahme Karenzzeit haben. zweds Kontrolle passieren. Branchen- Verfammlung. Der Unterſtügung beziehen will, muß den Arbeitsnachweis 1220 FL 50% f. m. 1, In Drogerien u. Apothek, wo nicht, durch Otto Reichel, Berlin 43 Eisenbahnstr. 4. Nur echt mit Marke Medico" erscheinen. Tagesordnung: Mit Verbandsgruß Die Ortsverwaltung 175/4 1. Bericht der Sektionsleitung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen, pünktlich und zahlreich zu 187/4 Die Sektionsleitung der Zigarettenbranche. Engelnfer 15, Zimmer 95. Tel.: Amt Morikplats Nr. 12326. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glode, ferlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdruderet u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SWL 526 Millionen Mar?— das ist eine Steigerung um ein volles Drittel der bisherigen Veranlagungswerte— gebracht haben, zeigt jedenfalls, dag auch in Nordhausen durch ein gründlicheres Einschätzungsgeschäft schon bisher mehr herauszuholen gewesen wäre. Tie Stadtverwaltung erkennt das auch dadurch an, daß sie auf Grund der neuen Einschätzung den Kommunalsteuerzuschlag von 130 aus 176 Proz. herabsetzen will. Lebius, Cohn und Nathansohn. Zu unserer Notiz über die beabsichtigte Schwenkung der „Staatsbürger Zeitung" ersucht uns Herr M. Kaden, Mitbesitzer des gelben Organs.Der Bund" um Aufnahme folgender Zeilen: Sie berichten in Nr. 88 Ihres Blattes in dem Artikel.Lebius, Cohn und Nathansohn", Herr Lebius müsse„entweder den„Bund" an die Arbeitgeber verkaufen oder sämtliche Abonnements ber- lieren. Herr Lebius entschied sich nach längerem Zögern für den Verkauf." Diese Ihre Angaben sind unrichtig. Richtig ist, daß ich die Anteile des Herrn LebiuS am Reformverlang„Der Bund" kauf- lich übernommen habe. Ganz unbekannt war uns nicht, daß Herr Kaden die Anteile des Lebius am„Bund" aufkaufte. Er zahlte dafür an Lebius die Kleinigkeit von 80 000 Mark. Herr Kaden will aber offenbar in seiner Zuschrift den Eindruck erwecken, als ob die Arbeitgeber auch finanziell nicht an der Ausschiffung des LebiuS beseiligt gewesen seien. Ob Herr Kaden wirklich annimmt, daß wir ihm das glauben?_ Strang, Kettenstrafe und Prügel für die Schutztruppe. Auf Grund des Schutztruppen-Gesetzes von 1896 hat der Reichskanzler eine Verordnung über die strafrechtlichen und disziplinarischen Verhältnisse der farbigen Angehörigen der Schutztruppe in Deutseh-Ostafrika erlassen, in der nicht nur bei militärischen Vergehen die Todesstrafe durch den Strang und Kettenstrafe angeordnet, sondern auch die Prügelstrafe im tveitesten Maße vorgeschrieben ivird. Tie Prügelstrafe kann disziplinarisch verhängt werden, ohne daß dem Beschuldigten ein Einspruchs- recht zusteht. Jeder Offizier, vom Kommandeur bis zum jüngsten Leutnant, ja sogar die selb st findigen Unter- o f f i z i e r e, können diese Prügelstrafe verhängen die Offiziere zweimal 25 Hiebe, der Unteroffizier einmal 25 Hiebe. Ter„vornehmste Rock", in den unsere ostafrilaniichcn Landsleute gesteckt werden, schützt sie also nicht gegen Hiebe. Daß sie aber verprügelt werden können, ohne daß die nötigen Ga- rantien gegen Irrtümer der Rechtsprechung und bösartige Mißgriffe gegeben sind, muß die schwarzen Soldaten mit ganz besonderer Hochachtung von der Kulturmission ihrer weißen Herren erfüllen!_ Ten ersten Zusammenstost mit den reichsländischen „neuen Männern" dürfte die Zweite Kammer deS elsaß-lothringisckien Landtages diese Woche bei der Besprechung der sozialdemotraiischen Interpellation über den Sprachenerlaß des Oberschulrats haben. Dieser Schulerlaß, den der Staatssekretär Graf v. Roedern in der Ersten Kammer gegenüber dem Abg. Blumenthal ausdrücklich verteidigt hat. führte in Mülhausen i. E. in der Werkstättenabteilung der Oberrealschule bereits dazu, daß der seit Jahrzehnten mit seinen Schülern im„Milhüser Titsch" verkehrende Schreinermeister auf Anordnung des Direktors plötzlich in einem Hochdeutsch sich üben muß, das ibm selbst ebensoviel Schwierigkeiten macht wie denen, die ihn veisteben sollen. Dabei ist der Präsident des Oberschulrais in Eliaß-Lotbringen, Dr. Albrecht, Mitverfasser eines „Deutschen Lesebuchs sür höhere Schulen", worin die Pflege der Mundarten im Unterricht mit großen Worten verherrlicht wird. Nicht mit Unrecht heißt es da:„Wer einer Mundart, mag eS eine oberdeutsche oder eine niederdeutsche sein, neben der Schriftsprache kundig ist, der befindet sich in erheblichem Vorteil vor dem, der nur in der Schriftsprache lebt. Nicht? ist also törichter, nicht? verrät mehr den Mangel wahrer Bildung als das Verachten unserer Mundarten." Es ist also der Geist einer mißverstandenen Germamsation, der mit dem neuen Kurs in Eliaß-Lothringen über den kaiserlichen Lberschulrat in Straßburg gekommen ist. ES ist sicher, daß die Verfügung von den Rednern aller Fraktionen ver- urteilt wird, wie sie bereits die Kritik aller Blätter im Lande mit Ausnahme der„Straßburger Post" erfahren hat. Zrankreich. Tie Äammcrwahlen. Paris, 1. April. Das Amtsblatt veröffentlicht heute einen Erlaß über die für den 26. April anberaumten allgemeinen Kammerwahlen und den für den 1l>. Mai festgesetzten zwei- ten Wahlgang. Mehrere regierungsfeindliche Blätter weisen bei dieser Gelegenheit nochmals daraufhin, daß die Kammerwahlen stattfinden werden, bevor noch da? Parlament daS Budget für das laufende Jahr erledigt hat. Der Tadel gegen Monis und Caillanx. Paris, 1. April. In den Wandelgängen der Kammer verlautet, daß die gegen Monis und C a i l l a u x gerichtete Stelle der Schlußfolgerung der Untersuckungskommission fol- gendcn Wortlaut hat: M o n i s und C a i l l a u x haben sich nicht bloß gerechtfertigten Parteiangriffen, sondern auch dem begründeten Tadel aller Bürger dadurch ausgesetzt. daß sie in mißbräuchlicher Weise in die T ä t i g k e i t der Justiz eingriffen.. Gegen Briand. Paris, L April. Anläßlich des heute abend von dem Verbände der Linken zu Ehren B r i a n d s veranstalteten Banketts werden von den Republikanern und den S h n d ika ts v e reini g un ge n de« SeinedcpartementS große Straßenlundgebungen ge- plant. Die Polizei hat zum Schutze Briand« umfaffende Maßnahmen getroffen._ Annahme des Finanzgesetzes. Paris» 1 April. Tie Kammer hat die letzten Artikel des Jinanzgesetzes und sodann mit 40V gegen 70 Stimmen da? gesamte Budget angeuommefi. Morgen nachmittag soll mit der Beratung der Beschlüsse deS RochetteauS schuf- s e S begonnen werden. Englanü. Kompromißverhandlungen? London, den 1. April. Tie heutigen Morgenblätter be- stätigen den friedlichen E.ndrnck der gestrigen Rede Sir Edtvard Gr« Ys. Tw Aussicht für em Home- Rule- Kompromiß ist wteder gestiegen und d.e parla- mentarischeu Verhandlungen zwischen den beiden Parte, e« nehmen ihren Fortgang..Die Absinnmung über die zwelte Lesung der Home-Rule-Bill stndet am Montag statt, Ms öer Partei. Totenliste der Partei. Den Genossen Karl Wehner in Salzungen ereilte am Sonntag der Tod ganz unerwartet. Der Verstorbene war in den Kreisen der Genossen als der„rote Schuster" allgemein bekannt. Von 1900 bis 1902 vertrat er den Wahlkreis Wasungen im Meininger Landtag._ Florian Paul gestorben. Florian Paul, einer der ältesten Kämpfer des Proletariats, ist ins Grab gesunken. Wer ist Florian Paul?— wird mancher junge Genosse fragen. In Mehrings Geschichte der deutschen Sozialdemokratie wird über ihn berichtet: „Aus Wüste-Giersdorf kam nun im Frühjahr 1864 der Weber Florian Paul mit zwei Genossen nach Berlin, um ihre Klagen an den Stufen des Thrones niederzulegen; sie waren beauftragt von 300 Webern, die zumeist von Reichenheim be- schäftigt"wurden. Wahrscheinlich ist den Webern dieser Schritt von feudaler Seite zugeflüstert worden; es ist nicht abzusehen, woher sie sonst ihr Vertrauen zum Königtum geschöpft haben sollten, das zwanzig Jahre früher ihren Widerstand gegen die beispielloseste Ausbeutung mit blauen Bohnen, mit Peitschen- hieben, mit Karren und Ketten gestraft hatte. Amtlich erklärte der Landrat Olearius allerdings, er könne die Absicht der Weber nicht fördern und nicht hindern. Das Herz dieses Braven war geteilt, da fein unmittelbarer Vorgesetzter, der Minister des Innern, und ebenso der Handelsminister, dem die Gewerbepolitik unterstand, von bonapartistischen Künsten nichts wissen wollte. Es dauerte dann auch vier Wochen, bis Bismarck seinen Willen durchsetzte und der Weberdeputation eine Audienz beim König verschaffte." Ter König von Preußen hatte den Webern versprochen, daß die Arbeiterfrage auf dem Wege der Gesetzgebung geregelt werden sollte. Dieses Versprechen wurde von Lassalle agitatorisch aus- genützt. Namentlich in der Ronsdorfer Rede behandelte Lassalle es eingehend. Um die Erfüllung dieses Versprechens durchzusetzen, schloß sich Paul dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein an. Er gründete in Wüste-Giersdorf eine Mitgliedschaft dieses Vereins. Ende der sechziger Jahre wurde Paul in Schlesien gemnhregelt. Er kam nach Berlin, um hier seine ganze Kraft in der Agitation für die Sache des Proletariats einzusetzen. Als Bismarck 1878 das Schandgesetz gegen die Sozialdemokratie im Reichstage ein- brachte, benutzte Genosse Bebel die Gelegenheit, Bismarck sein Kokettieren mit der Arbeiterbewegung vorzuhalten. Er führte aus, wie Bismarck 1863 und 1864 mit Lassalle verkehrte, wie er den Arbeitern Hoffnung gemacht habe, daß ihnen Hilfe durch die Gesetzgebung werden sollte. Speziell Genosse Pauls Er- innerungen wurden vom Genossen Bebel vorgetragen. Als das Sozialistengesetz erlassen und über Berlin der Be- lagerungszustand verhängt war, gehörte Paul zu den ersten A u S- gewiesenen. Vergeblich suchte er in Teutschland eine neue Existenz. Mit Frau und drei Kindern zog er übers Weltmeer. Auch in der neuen Heimat wirkte er für den Sozialismus. Oft wurde er von der Not gepeitscht; aber nie verlor er den Mut. Selbst in der bittersten Not erklärte er, daß er den Humor darum nicht verliere. Er habe nur erkannt, daß der Hunger des Arbeiters eine Einrichtung der kapitalistischen Gesellschaft sei. Vielfach habe man früher geglaubt, daß hungernde Arbeiter nur unter den schlesischen Webern zu finden seien. Als Kind und junger Mann habe er den Hunger der schlesischen Weber kennen gelernt. Später habe er in Berlin auch oft Hunger gelitten und auch in dem gelobten Lande der Vereinigten Staaten von Amerika wurde der alte Weber oft mit der Hungerpeitsche gezüchtigt. Er verlor nie den Mut. Je mehr er unter der Not zu leiden hatte, um so größer wurde seine Begeisterung für den Befreiungskampf. Treu hat er bis zum letzten Atemzuge-mtsgehalten. Am 16. März kam das für Freiheit begeisterte Herz zum Stillstand. Florian Paul ist 81 Jahre alt geworden. Am 18. Marz, also am Gedenktag deS Berliner Barrikadenkampfes und der Pariser Kommune, wurden die sterblichen Reste des tapferen Kämpfer? tm Fresh Pond Krematorium eingeäschert. Alle, die Florian Paul gekannt haben, werden sich gerne des prächtigen Menschen erinnern. Die schlimmsten Erfahrungen konn- ten seinen Kampfesmut nicht lähmen. Machte jemand den Versuch, ihn zu bedauern, dann wies er es mit prächtigem Humor ab und erklärte, daß die Arbeiter durch jede unverschuldete Not nur an- getrieben werden sollten. Zustände zu schaffen, in denen solche Leiden nicht vorkommen können. So hat er jeden Tag seines Lebens dem Freiheitskampfe gewidmet und ist dadurch kommenden Generationen ein Vorbild geworden. Au? Stuttgart. Zu der Erklärung des Genossen Lindemann, die wir in der gestrigen Nummer mitteilten, bringt die„Schwäbische Tag- wacht" folgende vom Genoffen CriSpien gezeichnete Antwort der Stuttgarter Parteileitung: „Soweit die Behauptungen des Genossen Dr. Lindemann von der Darstellung der Parteileitung abweichen, stehen sie in direktem Widerspruch zu den protokollarischen Unterlagen. Wir lehnen es ao, uns mit dem Genossen Dr. Lindemann ia der Presse über eine Parteiangelegenheit auseinanderzusetzen, die in einer Vertrauensmäunerversammlung— in der Lindemann anwesend war und wiederholt das Wort ergriffen hat— und in einer Partewersammlung ordnungsgemäß erledigt ivorden ist. Ebenso lehnen wir es ab, dem Genossen Dr. Lindemann auf das Gebiet persönlicher Streitereien zu folgen. In unserer Stellung wissen wir unS einig mit der großen Masse der Parteigenossen."_ Gemcindewahlcrfolge. Im Landkreise N o r d h a u s e n. in der Grasschaft Hohenstein. wurden in den Orten Kleinwechsungen und H a s s e r o d e je zwei, in Kleinwerther ein Genosse in den Gemeinderat gewählt._ Konferenz der Landesorganisation der internationalen Arbeiter- vereine in der Schweiz. Zürich, 29. März. fEig. Ber.) Die gestern und heute hier unter der Leitung des Genossen K u g l e r- Zürich stattgefundene Konferenz war von fast sämtlichen 31 Sektionen mit zusammen 34 Delegierten beschickt. Die Konferenz hatte insofern besondere Bedeutung, als es sich dabei um die Frage der Auflösung oder des Weiterbestandes der Landesorganisation handelte. Von der Ge- schäftsleitung der schweizerischen sozialdemokratischen Partei war Genosse Pflüg er anwesend. Die sozialdemokratischen Partei- leitungen in Berlin und Wien hatten Begrüßungsschreiben ge- sandt, ebenso die russischen Emigranten in Zürich. Nach Erledigung des Geschäftsberichtes gab Platten über die Angelegenheit Brupbacher eine orientierende Dar- stcllung, wobei er zugleich betonte, daß es sich um keine Beschlußfassung handeln könne. Daran schloß sich eine sehr lebhafte De- hatte von Anhängern und Gegnern des Ausschlusses. Die Verhandlungen am Sonntagmorgen wurden mit der Be- Handlung der Frage der A u f l ö s u n g d er L a n d e So r g an i- s a t i o n eröffnet. Der Landesausschuß beantragte infolge einstimmigen Beschlusses die Auflösung, während die Berner Sektion folgenden Antrag stellte: „Der Internationale Arbeiterverein Bern steht nach wie vor auf dem Boden, daß die Schaffung einer völlig einheitlichen sozialdemokratischen Partei in der Schweiz eine dringende Not- wendigkeit ist. Solange aber der Grütliverein als Sonderorgani- fation innerhalb der Partei besteht, ist unsere Landesorganisation. beizuLehalten ynd auf dem nächsten schweizerischen sozialdemo- kratischen Parteitag eine Vertretung unserer Organisation in der Geschäftsleitmig der sozialdemokratischen Partei zu bean- tragen. Das bestehende Sekretariat der Landesorganisation ist mit dem 1. Juli 1914 aufzuheben, eventuell an die schweizerische Parteileitung das Gesuch um Gewährung einer Subvention zu richten. Die Geschäfte des Landesausschusses werden von einem aus fünf Mitgliedern bestehenden Landesausschuß geführt, der von der Vorortssektion zu wählen ist. Zur Deckung der vom Landesausschuß zu bestreitenden Ausgaben sind die Sektionen in der Höhe ihres Mitgliederbestandes heranzuziehen." Platten erinnerte in seinem Referat an den Beschluß der St. Galler Konferenz von 19t2, durch den sie sich grunlffatzlich sür die Auflösung der Landesorganisation erklärte. Die Auflösung soll erfolgen im Interesse der Vereinheitlichung der Partei, aus welchem Grunde sich auch der Grütliverein auflösen soll. Auch die Finanz- frage spielt dabei mit. Die bisher vom Landesausschutz erfüllten Aufgaben, namentlich die Flüchtlingsfürsorge, soll die Geschäfts- leitung übernehmen. Diese würde für die Flüchtlingsfürsorge eine besondere Kommission bestellen. Die Auflösung der Landesorgam- sation soll mit dem 1. Juli 1914 erfolgen. Bei eventueller Auf- rechterhaltung derselben mit beschränkter Tätigkeit soll Bern als Vorort bestimmt werden. An der Diskussion beteiligten sich mehr als 20 Redner, die zum Teil für die Auflösung, zum anderen Teil für die Fortführung der Landesorganisation in vereinfachter und verbilligter Form sich er- klärten. In der Abstimmung wurde mit 18 gegen 17 Stimmen die Fortführung der Landesorganisation im Sinne der Berner Resolution beschlossen, gleichzeitig auch die Vornahme einer Urabstimmung in den Sektionen, die bis Ende Mai durchge- führt werden soll. Zum Schluß wünschte der Mailänder Delegierte, Genosse Martin, daß auch die schweizerischen Arbeiter, die dorthin kommen, hem Internationalen Arbeiterverein beitreten sollen, ebenso in Turin und Nizza. Für die russischen Freiheitskämpfer wurde folgende Sympathiekundgebung beschlossen: „Der am 28. und 29. März in Zürich tagende Kongreß der sozialdeinokratischen Landesorganisation der internationalen Arbeitervereine in der Schweiz schließt sich der internationalen Protestkundgebung gegen die Greuel in den russischen Gesang- nissen an. Er begrüßt im besonderen die am 1. März 1914 er. folgte Gründung der Liga schweizerischer Hilfsvereine zur Unter- stützung der politischen Gefangenen und Verbannten Rußlands. Er richtet die Aufforderung an alle sozialdemokratischen Arbeite- rinnenvereine in der Schweiz, zur materiellen und moralischen Unterstützung ihr Möglichstes zu tun und zu diesem Zwecke mit den speziellen lokalen Hilfsvereinen oder der Zentralen Liga in Zürich in Verbindung zu treten." Im Anschluß daran wurde ein Betrag von 100 Frank zur Unterstützung der russischen Freiheitskämpfer aus der Kasse der LandeSorgantsation beschlossen. Streik öer berliner Maßschuhmacher. Nachdem die Arbeiter in ihrer letzten Versammlung die Zu« geständnisse der Arbeitgeber fast einstimmig abgelehnt hatten, tvurdcn neuerdings Verhandlungen zwischen beiden Parteien ge- pflogen. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung er- stattete Dalli den Situationsbericht. Danach sind die Unter« nehmer bereit, einen Vertrag auf 4< statt wie zuerst auf 5) Jahre abzuschließen. Ferner soll sür Wochenarbeiter die Arbeitszeit 9 Stunden betragen bei einer Zulage von 1 M. pro Woche. Der Minimallohn soll 26 M. betragen, bisher 24 M. Die Zuschläge sind für Akkordarbeiter bei den einzelnen Firmen verschieden ge- halten. Bei einzelnen Firmen bringt der Zuschlag bei normaler? Arbeit einen Mehrverdienst von 2 M. pro Woche, bei den meisten� Betrieben aber nur einen solchen von weniger als 1— 1,25 M. Die Reparaturarbeiter gehen bei den meisten Firmen fast leer aus. Auch soll die Lieferung der Zutaten durch die Arbeiter und auf deren Kosten weitergeführt werden. Die Einführung von Be- triebswerkstätten ist von den Meistern ebenfalls abgelehnt worden. In Anbetracht all der aufgeführten Bedingungen erwarte der Borstand, so erklärt der Redner, daß die Arbeiter dieses Ergebnis als vollständig undiskutabel bezeichnen und einmütig ablehnen werden.(Mseitige, demonstrative Zustimmung.) In der Diskussion kam die ganze Mißstimmung gegenüber dem Angebot der Meister zum Ausdruck. Mit 322 von 353 Stimmen wurde dann beschlossen, dieses An- gebot der Unternehmer als völlig unzureichend abzulehnen und die Arbeit am heutigen Donnerstag nicht wieder aufzunehme«. Letzte Nachrichten. Die Affäre der Frau Caillaux. Paris, 1. April. Der Untersuchungsrichter verhörte nach der Vernehmung Barthous den Journalisten Vervoort. Dieser er- klärte, Frau Guehdau habe ihm gegen Ende des Jahre? 1911 vorgeschlagen, in einer Zeitung die von Caillaux an seine jetzige Frau, die damals mit Leo Clarctie verheiratet war, gerichteten Briefe veröffentlichen zu lassen. Er habe den Eindruck gehabt, daß Frau Guehdau wegen ihrer Scheidung von Caillaux gereizt war. Gleichwohl habe sie seinen Einwänden gegenüber nicht auf ihrem Verlangen bestanden. Er habe dann Deselaux. den damaligen Kabinettschcf des Ministerpräsidenten, benachrichtigt, und auf dessen Bitte hin habe er sich mit Erfolg bemüht, die Veröffentlichung der Briefe zu verhindern. Vervoort fügte hinzu, er sei überzeugt, daß Calmette, dessen Loyalität er kannte, die Briefe nicht veröffentlich haben würde, doch hätte Frau Caillaux eine Ver- öffentlichung fürchten können. Ein Automobil vom v-Zug überfahren. Kassel, 1. April. M. T. B.) Ein Automobil aus Mainz mit vier Insassen überfuhr bei dem Bahnübergang oberhalb Oberzwehren, indem«s mit großer Geschwindigkeit den steilen Abhang hinunterfuhr, die geschlossene Bahnschranke. Der im gleichen Augenblick mit 85 Kilometer Geschwindigkeit herannahend« v-Zug 187 Köln-Leipzig überfuhr da» Auto- mobil, dessen Insassen herausgeschleudert wur« den, erhebliche Verletzungen jedoch nicht er« litten. Der v-Zua entgleiste. Hochwasser in Galizien. Lemberg, 1. April. Die Flüsse San und D n j e st e r sind über die Ufer getreten. DaS Hochwasser hat in btelen Bezirken Ostgaliziens große Verheerungen angerichtet. Riesenstreik im Chikagoex Braunkohlenrevier. Chikago, 1. April.(W. T. B.) Da die Verhandlungen wegen des Lohntarifs für das nächste Jahr zu keinem Ergebnis geführt haben, legten 50 000 Arbeiter in den Braunkohlen» gruben' die Arbeit nieder, R Ja sab auft in neuer das 5. Geschäft in Deutschland innerhalb 3 Jahren wird Anfang September d. J. eröffnet werden. Es ist dies ein neuer Beweis unseres Erfolges, ein neuer Beweis unserer Leistungsfähigkeit. Nur zufriedene, immer wieder. Kehrende Kundschaft kann ein Geschäft sich so rapide ausdehnen lassen. Und nur dann wird eine Dame immer wieder in demselben Geschäft Kaufen, wenn sie dabei ihren Vorteil findet. Ihnen, die Sie noch nicht zu unseren Kunden zählen, sollte dies zu denken geben und sollte Sie veranlassen, um Ihres Vorteils willen, auch einen Versuch bei uns zu machen. Die Kommenden Feiertage bieten hierzu den besten Anlass - die Auswahl, die Sie bei uns finden, ist Kaum zu überbieten und unsere billigen Preise werden freudiges Er staunen bei Ihnen hervorrufen! C& A BRENNINKMEYER GMBH Köln Hamburg Essen Berlin Am kommenden Palmsonntag, den 5. April, bleiben unsere Geschäfte ausnahmsweise von 12-6 Uhr Nachm. geöffnet! pat, 126 iss Königstr. 33 am Bhf. Alexanderplatz C& A BRENNINKMEYER.G.M.B.H. Chausseestr. 113 beim Stettiner Bahnhof Soeben ist erschienen: Die Neue Zeit Wochenschrift der Deutschen Sozialdemokratie Herausgegeben von Karl Kautsky. Mit dem vorliegenden ersten Heit des zweiten Bandes des 32. Jahr ganges erfährt die Neue Zeit eine wesentliche Erweiterung, und zwar da burch, daß an Stelle der besonderen monatlichen Feuilletonbeilage wöchentlich Feuilletonbeiträge im Rahmen der Neuen Zeit treten; auch sollen neben Besprechungen von Werken aus den Gebieten der Politit, Literatur, Kunst und Naturwissenschaft Neuerscheinungen der Parteiliteratur durch Anzeigen sofort befannt gegeben werden. Der Umfang der Neuen Zeit wird infolgedessen statt 2 bis 21, Bogen von jezt ab 2 bis 3 Bogen betragen. Die Ergänzungshefte erscheinen im bisherigen Umjang. Der Abonnementspreis bleibt unverändert. Aus dem Inhalt des ersten Hestes heben wir hervor: Der Aufstand der Epauletten. Die Briefe Johannes Miquels an Die Vergrößerung der russischen Karl Mary. Von Eduard Bernstein. Armee. Bon Al. Trojanowsth. Der Berfall des bureaukratischen He Charakter und wirtschaftliche Bes gimes in Japan. Von S. Katayama. deutung der vier großen rheinisch- westfälischen Provinzbanken. Von Albert Wilhelm. Die Voltsfürsorge. Von E. Thiele. Notizen und Anzeigen: Das Eindringen der Frauen in die liberalen Berufe. Von G. E. Die Kohlenförderung. Von G. E. H. Laufenberg, Der politische Streit. Starl Kautsky, Der politische Massenstreit. Emile Vandervelde, Neutrale und sozialistische Genossenschaftsbewegung. Glossen zum Feuilleton: Richard Wagner als Gefahr. herrschenden Parsifalfult von Wilhelm Maute. Der Zug zur Sozialisierung der Medizin. Von Dr. P. A. Levene( New York). Literarische Rundschau: Friedrich Engels, Grundsäge des Kommunismus. Bon K. K. Dr. Villy Von Hanna Gerns Hauf, Die deutschen Arbeiterinnenorganisationen. heimer. Asiatisches Jahrbuch 1913. Bon Sp. Dr. Willy Bierer, Die hausindustrielle Kinderarbeit im Kreise Sonneberg. Von F. Petrich. schriftenschau. Beit Die Neue Zeit erscheint wöchentlich cinntal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von M. 3.25 pro Duartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pfennig. Wir ersuchen unsere Freunde, bei passender Gelegenheit die Neue Zeit zur Gewinnung neuer Abonnenten zu empfehlen. Probenummern werden auf Verlangen fostenlos abgegeben. Stuttgart, 31. März 1914. 247/ 17* Die Expedition der Neuen Zeit. SINGER ORIGINAL SINGER FamilienNähmaschinen sind die ORIGINAL SINGER NAHMASCHINE vollkommensten! AHMASCHINE Neue Spezial- Apparate für den Hausgebrauch. SINGER CO. Nähmaschinen Act. Ges. 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Vier derselben mußten in das Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht werden, während die anderen sich in Privatbehandlung befinden. Wir erfahren darüber folgendes: Die 20. Aichinger- Bierquelle in der Friedrich- Ede Kronenstraße, die zirka 30 Personen beschäftigt, hat zwölf junge Mädchen, meist Verkäuferinnen Küchenarbeiterinnen, in dem Hause Schüßenstr. 14 untergebracht. Die Verkäuferinnen schlafen in einem großen Zimmer zusammen, werden jedoch an der Arbeitsstelle selbst beköstigt. In dem Schlafsaal befindet sich ein eiserner Ofen, der mit Anthrazit geheizt wird und seit elf Jahren im Betrieb ist. Dienstagabend um 10 Uhr famen die ersten Mädchen vom Dienst aus der Bierquelle in den Schlafsaal und beschickten den Ofen noch einmal mit Nuß- Anthrazit. Gegen Vergiftung 12 junger Mädchen. beichloſſen hat, in Zukunft, und zwar vom Oftober 1914 ab, derartige notwendige Fürsorge glaubt befeitigen zu können. und Die Deutschen Arbeiter- Stenographenverbände haben sich zu einem Startell mit dem Sig in Berlin zusammengeschlossen, das den Zwed hat, die Verbreitung und Pflege der Kurzschrift in der deutschen Arbeiterschaft unter Ausschaltung allen Systemstreites zu fördern. Bäume in der Katzbachstraße. Alle in Deutschland bestehenden Arbeiter Stenographenverbände Die Anwohner der Kazbachstraße haben mehrfach den Wunsch für bestimmte Systeme haben sich in diesem intersystemalen Kartell geäußert, daß die Bürgersteige der Katzbachstraße mit Bäumen zusammengeschlossen. Vorsitzender des Kartellausschusses ist Genosse bepflanzt würden. Die Partdeputation hat bereits vor längerer Oskar Slayer, Berlin- Tempelhof, Kaiserin- Augusta- Str. 70( Stolze Beit beschlossen, dieſem Wunsche zu entsprechen. Anpflanzung der Bäume erfolgen kann, sind umfangreiche Vor- fich die Mitgliedschaften der Verbände von Arends, Stolze- Schrey beiter- Stenographenverbänden nach Gabelsberger und Faulmann in arbeiten erforderlich, welche längere Zeit in Anspruch nehmen. und Roller zu einem Ortsfartell zusammengeschlossen. Mit den ArDesterreich steht der Ausschuß, dessen Arbeitsfeld das deutsche Sprach um das Hineinwachsen der Baumwurzeln in die Rohre der Kanaliſationsleitungen zu verhindern, müssen diese in Asphalt gedichtet gebiet ist, in ständiger Fühlung. Zur Förderung der stenographischen werden. Sobald dies geschehen ist, wird die Katzbachstraße mit Einheitsbestrebungen veranstaltet der Ausschuß für seine Mitglieder Bäumen versehen werden. Einführungskurse in die verschiedenen deutschen Kurzschriftsysteme. Jm Berliner Aquarium ist gegenwärtig die Sammlung fleiner und kleinster tropischer Fische besonders Ehe jedoch die Schrey), an den alle Zuschriften zu richten sind. In Berlin haben Armenverwaltung und Sparkasse. 11 1hr begaben sich die Mädchen zur Ruhe, ohne einen auffälligen Man schreibt uns: Die Nachricht in Nr. 85 des Vorwärts", reichhaltig vertreten. Gegen 100 Arten dieser zum Teil äußerst Geruch im Zimmer zu bemerken. Nachts gegen 3 Uhr famen dann daß die Berliner Armenverwaltung eine Unfallrenten- Abfindung im farbenprächtigen Geschöpfe bevölkern die vielen Behälter der Zierdie beiden letzten Angestellten aus dem Geschäft in den Wohn- und Betrage von 500 M. bei der städtischen Sparkasse mit Beschlag be- fischabteilung des 2. Stockwerkes. Die größeren von ihnen find in Schlafraum und legten sich gleichfalls zur Ruhe, ohne einen Gas- legen ließ, um den Rentenempfänger und Sparer zum Erfaz der dem großen Aquarium Nr. 3 auf der Südwasserseite des Erdgeschoiies geruch wahrzunehmen. Gestern morgen gegen 6 Uhr feiner Mutter geleisteten Armenunterstügung heranzuziehen, hat in untergebracht. Hier fällt besonders ein Trupp brasilianischer Flossenwurde bei der auf demselben Flur wohnenden Ver= den Kreisen der kleinen Sparer lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. blätter durch Farbe und Form auf. In den kleinen Beden findet inieterin, Frau Warmuth, heftig geflingelt. Als diese die Es ist wiederholt und sogar halbamtlich versichert worden, daß die auch der Liebhaber vieles Neue und Absonderliche, was ſein Herz Tür öffnete, lag auf der Schwelle die Kaffeemamsell Sparguthaben bei der Berliner städtischen Sparkasse nicht in h. Eparguthaben bei der Berliner städtischen Sparkasse nicht in höher schlagen läßt. Natürlich ist das Wasser, in dem diese Tiere Maria Hornad im Nachtgewande bewußtlos vor der Tür. Ein Blid bezug auf die persönlichen Verhältnisse der Sparer fontrolliert hauſen, ſtart, d. 5. auf etwa 30 Grad Celsius erwärmt. in den Schlafraum ließ die Vermieterin erkennen, daß vier der werden, daß also insbesondere keine Kontrolle zu Zweden jungen Mädchen bewußtlos auf dem Fußboden lagen, während die der Steuereinschätzung stattfinde. Man hat freilich im Publikum anderen auf ihren Betten ruhten, ohne allerdings ein Lebenszeichen diesen Versicherungen nie recht getraut. Deshalb werden von Berliner von sich zu geben. Hausbewohner riefen sofort den in der Nähe Einwohnern außerordentlich viele Spargelder, die insgesamt in die wohnenden Dr. Arnheim herbei, der bei der Hornad, den Verläufe Hunderttausende gehen, bei auswärtigen Sparkassen und bei sicheren 120 Prozent Ginkommensteuerzuschlag, 3,2 Promille für bebaute. rinnen Anna Willun, Auguste Möller, dem Küchenmädchen Agnes Banken hinterlegt. Der erwähnte Vorfall, der in seiner Art feines6,4 für unbebaute Grundstücke, 180 Prozent für die erste und ziveite, Nitsche schwere Vergiftungserscheinungen feststellte und die Erkrankten Brechreiz. Parteiangelegenheiten. Tempelhof. Die Barteigenossen, die bei der Wahlarbeit im 1. Bezirk mit tätig sein wollen, werden ersucht, sich heute abend im Genossenschafts- Wirtshaus, Dorfstr. 50, einzufinden. Reinickendorf West. Heute Donnerstag, abends 8 Uhr, findet im Lokal von Schröder, Eichbornjäle", Eichbornstr. 60, der letzte Vortragsabend über das Thema„ Geschichte des Sozialismus“ mit nachfolgender Diskussion statt. Förderung der Sittlichkeit." Steglit. es Vorortnachrichten. " Vielleicht ins Wir sofort in das Krankenhaus Friedrichshain überführen ließ. Die Ver- wegs vereinzelt dasteht, ist nicht geeignet, das Vertrauen zur 120 Prozent für die dritte und 110 Prozent für die vierte Gewerbes läuferinnen Anna Stolt, Anna Becker, Elisabeth Bethge, Charlotte Berliner Sparkasse, das ja neuerdings infolge der erheblichen Rüd- steuerllafie, sowie 30 M. Hundesteuer- das ist das Ergebnis der Silberstein, das Porzellanmädchen Anna Otto und die Kassiererin Binsfuges gewedt werden soll, zu heben. Die Berliner Armen- 110 Prozent für die vierte Gewerbesteuerklasse eine Erhöhung Silberstein, das Porzellanmädchen Anna Otto und die Kaffiererin gänge in den Einzahlungen durch Gewährung eines erhöhten diesjährigen Etatsberatung. Daß diese Zahlen mit Ausnahme der Hertha Fiedler waren jämtlich bewußtlos, konnten jedoch mit Hilfe verwaltung stellt jetzt in außerordentlich zahlreichen, selbst in ganz der bisherigen Steuerfäße bedeuten, wird der Bürgerschaft demnächst geeigneter Mittel wieder ins Leben zurüdgerufen werden. Sämt liche Erkrankten flagten über starke Benommenheit und heftigen veralteten Fällen sehr genaue Ermittelungen an, ob Angehörige durch die Steuerbenachrichtigungen flar gemacht werden. liche Erkrankten, klagten über starke Benommenheit und heftigen von Armenunterstützten ersagfähig sind. Dabei bedient sie sich dämmert dann doch manchem, der den Gemeindewahlen bisher diesen Wahlen letzten Endes um seinen Geldbeutel handelt. Nachdem Da der Arzt die Ursache der Vergiftung nicht vollkommen fest- zum Teil sogar der Beihilfe der Polizei, wenigstens in den gleichgültig gegenüberstand, der Gedanke auf, daß es sich auch bei zustellen vermochte, wurden noch zwei andere Aerzte hinzugerufen Bororten, wenn dort die nach dem Gesez an sich erfazpflichtigen die Steuererhöhungen nunmehr zur feststehenden Tatsache geworden die jedoch ebenfalls die sichere Ursache der Vergiftung nicht ermitteln Angehörigen wohnen. Es kommen nun bei diesem Verfahren die find, erübrigt es sich, auf die mehr oder minder langen EtatsSo sollen Kinder zahlen für reden der Herren vom Gemeindevorstand und der Gemeindever fonnten. Man muß deshalb das Urteil des Leiters des Kranken- ben trunksüchtigen, arbeitsscheuen Vater, der viele Jahre lang von tretung einzugehen. Alle, mit einer einzigen Ausnahme, hatten das hauses Am Friedrichshain abwarten, der von dem Vorfall ver- feiner Familie getrennt lebt, seine Kinder einftmals hungern und gleiche Leitmotiv: Die Steuererhöhung ist sehr bedauerlich, aber ständigt worden ist. Das zuständige Polizeirevier, das von dem Borfall in Kenntnis gefegt worden war, ließ den Anthrazitofen ein halb verkommen ließ. Inzwischen sind die Kinder groß geworden angesichts der trostlosen Finanzlage fommen wir nicht um fie Vorfall in Kenntnis gesetzt worden war, ließ den Anthrazitofen ein- haben mit schwerer Mühe ein paar Spargroschen zurückgelegt und herum. Nur Herr Korthaus tanzte außer der Reihe. Dieser gehend untersuchen, doch konnte man bisher ein Bersagen der Ofen- sollen nun diese sich fortnehmen lassen. Gemütsmensch meinte, es sei im Grunde ganz gleich, ob 110 Es fehlt bloß noch, daß oder 180 Prozent Einkommensteuerzuschlag erhoben würde, einrichtung nicht feststellen. den Kindern gedroht wird, fie ins Arbeitshaus zu steden, wenn sie denn die Steuerzahler würden sowieso stöhnen. Man müsse für den arbeitsscheuen Unterstügten nicht mit ihrem Verdienste eine sich eben an den höheren Zuschlag gewöhnen. Daß bei dem treten. Obendrein ist bekannt, daß gerade solche Unterstützte einen Dalles in der Gemeindekasse die soziale Fürsorge arg würde, war vorauszusehen, Teil der Armenunterstützung immer wieder in Agrarierfufel um Hintertreffen fommen es deshalb schon als besonderen Erfolg buchen, fezen. Es wird Zeit, daß die Armenverwaltung ein sozialeres Ver- müssen Wieder den Sozialdemokraten durch gelang, fahren einschlägt, wenn sie fich die fleinen Sparer nicht noch mehr daz einstellung der alten Etatsfäße bei dem Kapitel Garten- und Fried entfremden will. hofsverwaltung" die geplante Entlassung von Arbeitern zu verhindern, und daß feriter der sozialdemokratische Antrag In den letzten Worten ist so viel über den Kampf gegen die auf Einstellung von 5000 M. zur Unterstügung von Arbeitslosen diesmal nicht abgelehnt, sondern fogar mit Inter unfittlichkeit in Wort und Bild geredet und geschrieben worden. stügung des Gemeindevorstandes- wenigstens der Armenkommission Harmlose Bilder wurden fonfisziert und Prozesse eingeleitet. Zu überwiesen wurde. So wurde denn schließlich der nach allen Regeln diesem Kapitel sendet uns ein Leser eine Zuschrift, die öffentliches der Kunst beschnittene Etat nach einer siebenstündigen Sizung ver Interesse hat und die wir hier wiedergeben wollen. Man schreibt abschiedet. Daß er die künstlich hergestellte Balance halten wird. uns: Ich wohne in Tempelhof und muß, um zu meiner Arbeits- glaubt wohl faum einer der Mitwirkenden. Die Tatsache, daß das itätte zu gelangen, mit der Straßenbahn über das Tempelhofer abgelaufene Rechnungsjahr voraussichtlich mit einem Fehlbetrag Feld fahren; bei schönem Wetter gehe ich auch, wie viele, zu Fuß. bon rund einer balben Million abschließen wird, hat für das neue Etatsjahr eine schlimme Vorbedeutung. Man sollte nun meinen, das Feld sei groß genug und die Soldaten braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, daß Steglig mit hätten wirklich nicht allzu viel zu versäumen, aber ausgerechnet drei den Steuererhöhungen nicht am Ende, sondern erst am Anfang steht. In den Bartanlagen hat der Frühling die Barkarbeiter bis sechs Meter von der Chauffee entfernt, alio dicht an der Daß es so gekommen ist, daran sind nicht nur die schlechten Zeiten schon aus dem Winterschlaf gelockt. Scharenweise ziehen die Straßenbahn, die morgens dicht hintereinander verkehrt, kann schuld, wie die Redner der Mehrheit und auch der Gemeindevorstand typischen Gestalten in langen Schaftstiefeln aus, um Ordnung man fast alle Tage beobachten, wie zu gleicher Zeit mindestens durch den Mund des Kämmerers Jochem immer wieder beteuerten, zu schaffen, wo der Winter gehaust hat. Die Frauen sammeln breißig bis vierzig brave Baterlandsverteidiger ihr Genein, es zeigen sich jetzt auch die Folgen der unumfcräntten Herrschaft der Hausbefizerpartei. Die Bürgerschaft Windbruch und Laub. Ganze Kolonnen jäten und harten, schäft verrichten. jäen und pflanzen, und oft in wenigen Tagen ist, wo es rauh Wenn diese Leute sich wenigstens mit dem Rücken nach der Chaussee aber wird jezt am Geldbeutel dafür gestraft, daß sie sich bei Gemeindewahlen immer wieder durch den roten Schreck" ins Bods. und unwirtlich aussah, ein Stückchen lachender Frühling hin- hinstellen würden, könnte man sich noch abfinden, indeſſen ſcheinen horn jagen ließ und dadurch diese unheilvolle politik einer fleinen gezaubert. Unendlich viel ist zu schaffen, daß bei der großen sich viele ein Vergnügen daraus zu machen, sich den vorübergehenden Interessentengruppe ermöglichte. Pfingstparade die Barfanlagen mit Ehren bestehen können. Baffanten, darunter auch vielen jungen Mädchen, in ihrer ganzen fühlen! Der Berliner ijt kritisch in solchen Dingen, aber auch dank Blöße zu zeigen. Harmlose Ansichtskarten, sogar tote Figuren in den Schaufenstern bar. Er hat es gern, daß der Auferstehung der Natur inmitten der Steinmauern mit der Kunst des Gärtners liebe- der Friseure werden als unfittlich) tonfisziert, aber dieser Maffenvoll nachgeholfen wird. Und sobald es die liebe Sonne nur schweinerei, die jeden wirklich anständigen Menschen empört, tritt einigermaßen gut meint, wandern aus den städtischen Ge- teine der staatlichen Ordnungsstüzen entgegen. Es sollte sich einma wächshäusern Hunderttausende von föstlichen Blumen ins ein Arbeiter an dieselbe Stelle hinstellen! Er fönnte sicher Freie, auf die fleinen Schmuckpläge und in die großen Part- sein, daß er von dem Schuhmann, der auch hier zu sehen ist, nicht anlagen. Scheinbar gemütlich geht's zu und doch nach einem gerade sehr sanft angepadt werden würde. feitgefügten Programm. Leute, die ständig in und mit der Ich wollt: die ganze Binfelgalerie schon mit meiner TaschenNatur leben, machen nicht viele Worte. Zulegt, wenn schon famera photographieren, damit unsere Nachwelt einen richtigen Bealles in bunten Naturfarben prangt, kommt der Farbentopf griff von unserer heutigen Sittlichkeitswut bekommt, aber ich bean die Reihe, das ominöje Papierschild Frisch gestrichen" fürchtete, hiermit militärische Interessen zu verlegen. Schließlich tönnte man mich auch für einen„ Eulenburger" halten. und die Denkmalswäsche. Berliner Nachrichten. Frühlingstoilette der Parkanlagen und Lauben Folonien. Mehr nochy rühren sich die Hände zur Feier des Frühlings in den Laubenkolonien. Die Zeit drängt. Was zu den schaffenden Ständen gehört, hat hier nur den Abend und den Sonntag frei. Da will jede Viertelstunde genugt sein. Noch stehen die Laubenfelder fahl, atmen nur frischen Frühlingsgeruch. Die Wimpel flattern schon und die Lauben Man Wer nicht hören will, muß Proteste gegen die Wahl von Sozialdemokraten. Die Erfolge der Sozialdemokratie bei den Gemeindewahlen am 2. und 3. März lassen unsere Gegner nicht zur Ruhe tommen. Sie versuchen nunmehr das letzte Mittel, den Wahlprotest, um den Eintritt unferer neugewählten Genossen in das Gemeindeparlament zu verhindern. Der erste Tagesordnungspunkt der Gemeindevertretersizung am reitag, den 3. April, abends 6 Uhr, lautet: Beschluß fassung über die Gültigkeit der Gemeindewahlen und über die eingegangenen Einsprüche gegen die Wahlen der dritten Laise." lleber die Gründe unferer Gegner zur Anfechtung der Wahlen zirkulieren allerlei Gerüchte, auf die sich ein Eingehen nicht lohnt. Wer sich für die Sache interessiert, möge die öffentliche Sigung am Freitagabend besuchen. Charlottenburg. Dem hier geschilderten Mißstand ließe sich am besten dadurch begegnen, wenn die Militärverwaltung für die Errichtung einiger Bretterbuden Gorge tragen würde, in denen die Soldaten ihre NotElternverein für freie Erziehung. Montag, den 6. April, findet durft verrichten könnten. unter Leitung des Herrn Dr. Schröder eine Besichtigung der Antiken Großes Aufsehen erregte gestern in der Beuthstraße das Vor- Abteilung des Alten Museums statt. Treffpunkt 9%, Uhr vormittags an der Straßenbahnhaltestelle am Wilhelmsplay. Für Nachzügler brangen hier und da im neuen bunten Farbenkleid. Hundert gehen des Personals der Buchdruderei H. S. Hermann, Für das bis 10% 1hr vor der Treppe des Museums am Lustgarten. Jedes über 700 Stöpfe ſtarke Perſonal, besteht seit 30 Wahrheit werden. Der eine legt sich eine Hühnerzucht en Rantine im Hauſe. Seit 7 Jahren wird diese Kantine vom Personal find von der Besichtigung ausgeschlossen. Auch Nichtmitglieder und miniature, der andere einen Taubenschlag, der dritte eine in eigener Regie betrieben. Während in früheren Jahren die Wünsche beren Kinder können daran teilnehmen. Kaninchenbucht zu. Und ehe noch die ersten Samenförner der Arbeiterschaft bei den alten Firmeninhabern noch Verständnis ihre feinen Röpfchen aus dem Boden steden, schwärmt man fanden, ist bei dem jetzigen Chef und seinen Geschäftsführern nicht Klein- Schönebeck- Fichtenau. Streit der bürgerlichen Gemeindevertreter. Die letzte Sigung der schon von allen den Schönheiten, die den Laubenzauber zum mehr viel davon zu merken. In letzter Zeit jagte ein Verbot das Erdenparadies der Profeten gestalten. Zu Ostern aber soll andere und, trotzdem die Arbeiterschaft mit eigenen Geldopfern die Gemeindevertretung, in der 1. a. über die Gültigkeit der Er Einweihung gefeiert und im Freien vor der Laube duftender Stantine eingeridtet hatte, wurde von der Geschäftsleitung die zeit- gänzungswahlen beschlossen werden sollte, mußte ausfallen, weil die Kantinen- machers in den Ausstand getreten waren. Während unsere Genossen, Staffee gefocht werden, wenn der Lenz ein Einsehen hat und weilige Schließung der Stantine angeordnet. Damit war die Un- Bürgerlichen Vertreter unter der Führung ihres bewährten Wahluns nicht wajchechtes Aprilwetter beschert. Herein, herein, möglichkeit gefchaffen, das aus 6 Personen beſtehende Kantinen- die zur Erledigung einer reichhaltigen Tagesordnung pünktlich zur personal noch weiter besolden zu können und eine Betriebsversamm Stelle waren, mit dem Gemeindevorsteher, einem Schöffen und du Frühlingsluft - geschwinde, geschwinde!" lung beschloß, die Kantine eingehen zu lassen. Da von der Geschäfts- einemt arbeitswilligen bürgerlichen Vertreter vergebens auf den Ein leitung andere Möglichkeiten, sich in den Pausen zu restaurieren, tritt der Beschlußfähigkeit warteten, saßen die Ausständigen in ihrem Das Krematorium in der Gerichtstraße. In der letzten Sitzung des Kuratoriums für das Be- nicht geschaffen wurden, verließ gestern fast das gesamte Personal Streitlokal in Fichtenau und ließen Gemeindevertretung Ge stattungswesen wurde davon Mitteilung gemacht, daß die in den Bausen den Betrieb. Selbstverständlich erregte diese mehr- meindevertretung sein. Die Ursache und den Zweck dieses Experiments jeder Dummheit, die von unseren Bürgerlichen gemacht wird, Be gegen die Stadtgemeinde angestrengte lage wegen Rauch- hunderttöpfige Menschenmenge in der gewiß nicht verkehrsarmen zu ergründen, war bisher nicht möglich. Schließlich kann man nicht durch- achtung belästigung durch den Betrieb des Krematoriums abgewiesen Beuthstraße berechtigtes Aufsehen. Das Personal ist gewillt, diesen Kampf bis aufs äußerste durch achtung schenfen, man fäme fonst aus dem Stopfschütteln nicht heraus. Gemunfelt wird allerdings, daß die Ausständigen ist. Der Proze ist übrigens insofern gegenstandslos geworden, als jegliche Belästigung der Nachbarschaft durch den zuführen. Wieder ein Beweis, daß es mit den fozialen Einrichs gegen ihren Willen die Arbeit einstellen mußten, weil der in Rauch des Verbrennungsofens durch die erfolgte Erhöhung tungen für die Arbeiterschaft in den Großbetrieben nicht weit her ist, der dritten Klaſſe gewählte Herr Beghold, der innerhalb der und schier unglaublich ist es, daß eine Firma, welche lediglich nur Gemeinde allseitige Achtung genießt, aus Reinlichkeitsgründen die des Schornsteins beseitigt ist. Annahme de-Z von seinen„Freunden" mit teilweise sehr„schmutzigen" I Bernau. Mitteln„erkämpften" Mandats abgelehnt haben soll. Ob das wahr' ist. mutz abgewartet werden. Bon anderer Seite wird wieder be« hauptet, datz auch die Ausständigen, nachdem jetzt immer neue im- faire Handlungen ihrer Wahlhelfer an das Tageslicht kommen, von einem gewissen Schamgefühl ergriffen seien und deshalb die Oeffent- lichkeit mieden. Auch die Richtigkeit dieses Gerüchts mutz bezweifelt werden. Herzfelde. Einen erfreulichen Kommunalwahlsieg errangen unsere Genossen im benachbarten Lichtenow. Dort wurde in der 3. Abteilung der sozialdemokratische Kandidat, Genosse Schulze, mit 24 Stimmen ge- wählt. Bürgerliche Stimmen wurden insgesamt 6 abgegeben, wovon auf den bisherigen Inhaber des Mandats 2 stimmen entfielen. Unsere Genossen verfügen jetzt über 3 Mandate. Alt-Glienicke. Die Generalversammlung des Wahlvcreins nahm den Jahres- bericht des Borsitzenden entgegen. Danach gehörten dem Berein am JahreSschlutz 158 männliche und 82 weibliche, zusammen 220 Mitglieder an.„Borwärts'-Leser sind 254 am Ort. Die Kasten- Verhältnisse sind infolge der in diesem Jahre eingeführten Haus- kassierung als gute zu bezeichnen. Einnahmen an 881.00 M. stehen Ausgaben von 707,03 M. gegenüber. Ter neugewählle Boistand setzt'sich auS folgenden Genossen zusammen: Erster Borsitzender, Paul Lehnert; zweiler Wilhelm Dürre, Zimmerer? Kassierer Robert Borckard; Schriftführer Otto Schneider; Beisitzer Gustav Uhlig. Beisitzende und Lorsitzende der Frauen-Leieabende ist Genossin Gerlach; Revisoren: Uhlig, Klinger, Bork und Gerlach. Als erfreu- lich ist es zu bezeichnen, wie aus dem Bericht, vom Genossen Rodenbusch erstattet, desJugeneausichusses hervorgeht, datz das Jugend- heim trotz der umfangreichen Vorarbeit des hiesigen Zweigvereins dcS Jungdeutschlandbundes unter der arbeitenden Jugend sich eines guten Besuches erfreut. Gleichzeitig wurde daraus hingewiesen, datz sich vom 1. April daS Jugendbeiin Rudower Str. 54 befindet. Genosse Rodenbusch ersuchte die Parteigenossen, für das am ersten Oster- feiertag vom JugendauSschutz zum Besten deS Jugendheims arrangierte Vergnügen rege Propaganda zu veranstalten. Die Bibliothek wurde von 51 Genossen und Genossinnen benutzt; gelesen wurden 4l4 Bücher. Von den Jugendlichen benutzten 23 die Jugendbiblioibek, gelesen wurden 232 Bücher. Zur Feier des I.Mai wurde beschlossen: Vormittag» 10 Uhr Beriammlung bei Schäfer, SÄirnerstratze. Die Abendveranstaltung findet bei Rodenbusch, Rudower Str. 54, statt. Erkner. Bei der Gemeindrvertretcrwahl wurden für unsere Genosten Grund und Ostertag 150 resp. 102 Stimmen abgegeben. Die Kondi- datcn deS Grundbesitzervereins erhielten 180 und 170, während die anderen bürgerlichen Vereine insgesamt 80 resp. 43 Stimmen auf sich vereinigten. Es finden nunmehr noch am Sonnabend, den 4. April, von 4—8 Uhr nachmittags, im Lokal von Rintisch, Fürstenwalder Str. 1, Stichwahl statt, zwischen unseren Genosscn und den Kandidaten des Grundbesitzer- resp. Beamtenverein«. Mit dieser Stichwahl wird sich eine am heuttgen Donnerstag, abends 8'/z Uhr, bei E. Degebrodt, Friedrichstr. 75, stattfindende öffentliche Wählerversammlung beschäftigen, in der Genoste Gursch, Reinickendorf, sprechen wird. Pankow. Aus der Gemeindevertretung. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Regulierung der Berliner S t r a tz e. Nach langen Verhandlungen mit den Anliegern und einem lebhaften Hin und Her mit der Regierung ist durch Eini- gung mit elfteren und der so gut wie sicheren Anerkennung der Stratze als Geschäftsstratze endlich die Bahn für eine ernste In- angrifftrahme dieses kostspieligen Projektes freigeworden. Es handelt sich um die Herstellung einer Prachtstraße von etwa 50 Metern Breite, durch welche später die Schnellbahn von der Schön- hauser Allee aus weitergeführt werden soll. Zunächst soll der Teil von der Kaiser-Friedrich-Strahe bis zur Unterführung der Stet- tiner Bahn hergestellt werden, wo auch bereits mit Vorarbeiten begonnen ist. Die Baukosten für diesen Teil sind auf rund 800 000 Mark veranschlagt, welche Summe einstimmig bewilligt wurde.— Tie bisher der 1. und 3. Gemeindeschule angegliederten Hilfs- klaffen für schwachbegabte Kinder sollen in selbständige Hilfs- schulen umgewandelt werden. Die Vertretung� stimmte dem zu. Die Entschädigungssätze für Reinigung der Schulen standen bisher denjenigen der meisten Groß-Berliner Gemeinden erheblich nach. Dieselben sollen in Zukunft auf 20 Pf. pro Quadratmeter (bei der vorgeschriebenen wöchentlich dreimaligen Reinigung) für die Gemeindeschulen und 25 Pf.(bei der vorgeschriebenen täglichen Reinigung) für die höheren Schulen normiert werden. Bei dieser Gelegenheit kritisierte Genosse Kubig die merkwürdige Auf- fassung der Schulaufsichtsbehörden, datz für die Gemeindeschulen ein geringeres Reinigungsbedürfnis als für die höheren vorläge, obwohl jeder vernünftige Mensch doch gerade das Umgekehrte an- nehmen müßte. Der Bürgermeister versprach, in Zukunft auch auf diesem Gebiet für allmähliche Besserung Sorge tragen zu wollen.— Hierauf schritt die Vertretung zur Beschlußfassung über die Gültigkeit der Gemeindeverordneten- Wahlen. Bürgermeister Kühr gab zunächst die Wahlergebnisse bekannt und teilte dann mit, daß gegen die Wahl unseres Genossen Schindler zwei Einsprüche erfolgt seien— einer derselben stammt von dem bürgerlichen Wahlgeneralissimus Herbert Schmidt und einem Herrn Wehle. Die Proteste stützten sich darauf, daß für unseren Genossen die Voraussetzungen des � 41 Abs. 1. Ziff. 6a und 6d der Landgemeindeordnung nicht erfüllt seien, da Genosse Schindler weder im Besitz eines Wohnhauses, noch sein Grundbesitz mit mindestens 3 M. zur staatlichen Grund- und Gebäudesteuer veranlagt sei. Das habe sich bei der amtlichen Nachprüfung be- stätigt. Herr Kühr wies dies dann in längeren Darlegungen im einzelnen nach und kam zu dem Schluß, daß die Wahl nach der Sachlage für ungültig zu erklären sei. Genosse Schmidt erklärte zunächst namens unserer Vertreter, daß auch sie angesichts der Sachlage nicht für die Gültigkeit der Wahl stimmen könnten. Ebenso wenig aber auch dagegen, da dies als eine Konzession an das Grundbesitzerprivileg aufgefaßt werden könnte. Es bliebe also für unsere Genossen nur die Stimmenthaltung. Genosse Schmidt ging dann deS näheren auf das Grundbesitzerprivileg ein und wies nach, wie unzeitgemäß und ungerecht diese Gesetzesbestimmung bei der heutigen sozialen und wirtschaftlichen EntWickelung sei, die einen mit fast sechsfacher Majorität gegen seinen Gegner gewählten Vertreter von der Ausübung seines Mandats ausschließe. Er wies ferner an der Hand der Pankower Besitzverhältnisse nach, datz von der zur Rechtfertigung dieser Bestimmung, so oft hervorgehobenen Bodcnständigkeit der Haus- und Grundbesitzer im Verhältnis zu der sogenanüten fluktuierenden Bevölkerung heute gar nicht mehr die Rede sein könne. Das würde auch mehr und mehr von ein- sichtigen Kommunalpolitikern, ja selbst von der preußischen Re- gierung anerkannt, deren Bestrebungen auf Aenderung dieses Zu- standes aber bisher am Widerstand der Junker gescheitert seien. Schließlich regte Genosse Schmidt an, datz auch die Pankower Ge- meindevertretung bei der in Aussicht stehenden Revision der Land- gemeindeordnung in einer Petition an den Landtag die Beseitigung dieses ungerechten und unzeitgemäßen Privilegs fordern solle. Bürgermeister Kühr meinte, daß man wohl über das Maß des Einflusses der Grundbesitzer streiten könne, es fei aber doch nicht zu leugnen, daß dieselben nicht so ohne weiteres wie andere dem Gemeinwesen den Rücken kehren könnten und ihnen deshalb auch ein größerer Einfluß zugestanden werden müßte. Genosse K u b i g unterstrich dann noch die Ausführungen des Genossen Schmidt. Auf bürgerlicher Seite herrschte beredtes Schweigen. Die Herr- schaffen glaubten ihrer Meinung dadurch am besten Ausdruck zu geben, datz sie einhellig für die Ungültigkeit votierten.— Ter öffent- lichen folgte noch eine längere geheime Sitzung. Mit dem Ergebnis der Roten Woche beschäftigte sich die letzte Mit gliederversammlung deS Wahlvereins. Trotzdem auch die hiesige Arbeiterschaft unier der gegenwärtigen Krise schwer zu leiden hat, war eS möglicb. 42 Mitglieder für den Wahlverein und 22 Abonnenten für den„Vorwärts" zu gewinnen. Bei einer besieren Konjunktur soll die Werbearbeit wiederholt werden. Bemängelt wurde, datz sich verschiedene Genossen nicht in der gewohnten Weise an der Parlciarbeil beteiligten. Die Neuwahlen hatten folgendes Er- gebniS: erster Bezirksleiter Richard Kunze. Kassierer Max Roienow, Schristsührer Emil Sonntag. Zur Unterstützung der Bezirksleitung wurden gewählt die Genoisinnen Hebner und Bogdahn, ferner die Genossen Neumann und Stöckler. Als Gruppenführer fungieren für die erste Gruppe: Bernau, 2. Gruppe: Habura, 3. Gruppe: Bock, 4. Gruppe: Falbe. 5. Gruppe: Welle. Die diesjährige Maifeier soll folgendermaßen begangen werden: Vormittags öffentliche Versammlung, nachmittags Ausflug nach der Heide, daselbst Belustigungen für groß und klein. Die Abend> Veranstaltung findet bei Salzmann statt. Ipanda«. In einer von 2000 Personen besuchten Volksversammlung sprach am Dienstag abend in KochS Bismarckssälen ReichSlagsabgeordneter Genosse Peus über das Thema:„Der kommende Krieg!" Redner gab ein anschauliches Bild von den Kriegen früherer Jahrzehnte im Vergleich zu einem Zukunftskrieg, bei dem fünf Millionen Soldaten im Felde stehen werden. Es wäre heller Wahnsinn, wenn es heute zum Kriege kommen würde, der außer großer Arbeitslosigkeit und Hungersnot auch schreckliche Verluste an Menschenleben zur Folge hätte. Für die Regierungen sei eS heute sehr� be deiillich, einen Krieg anzuzetteln, da ungezählte Tausende denselben verfluchen. Peus schloß sein zweistündiges Referat unter starkem Beifall mit der Aufforderung, alles daranzusetzen, um die gewerkschaftlichen, politischen und genossenschaftlichen Organr- sationen zu stäiken, dann sei ein Krieg in Zukunft unmöglich. Nach einem kurzen Schlußwort des Genossen Appoldt wurde die Ver- sammlung mit einem brausenden Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen.— Die Lokalirage gilt nun in Spandau als gelöst. Die Veriammlungen finden umwechselnd bei den Saalbesitzern statt, die große Plakate aushängen, daß am Bersammlungsabend das Lokal für Soldaten verboten ist. Der Bildungsausschuß veranstaltet am 1. Osterfeiertag in der Brauerei Pichelsdorf einen Solistenabend des Neuen Tonlünstler« orchesters<35 Künstler). Dirigent: Franz Hollfelder-Berlin. Einlaßkarten sind zu haben für die Bewohner der Altstadt in der Vorwärts buchhandlung, der Neustadt in der Verkaufsstelle des Konsumvereins Mitlelstraße und bei dem Genossen Koschoreck. Frobenstr. 11/15, der Wilhelmstadt im Bureau des Metallarbeiterverbandes, Wörther Platz 2, dem Bureau deS Fabrikarbeiterverbandes, Pichelsdorfer Str. 5, und dem Zigarrengeschäft von Wilhelm Pieper, Pichelsdorfer Str. 11. Die GewerksschaftS- und Parteigenossen wollen für regen Absatz der Billetts Sorge tragen. Postbeamte in Dachwohnungen. Anläßlich der großen Wohnungs not war es einer Anzahl von Postunterbeamten, die zum 1. April nach Spandau versetzt wurden, nicht möglich, eine Wohnung zu finden und die Postverwaltung mutzte sich zwecks Beschaffung von Unterkunft an die Baupolizei wenden. Letzlere gab 30 Dach- Wohnungen zur vorläufigen Benutzung frei und brachte darin einige Beamlenfamilien in den Dachwohnungen unter, während andere im allen FeuerwerkSlaboratorium Unterkunft finden sollen. Aber auch eineAnzahl anderer Familien meldeten sich bei derPolizei wohnungslos. für die gleichfalls ein Unterkommen geschaffen werden muß. Die Freigabe der Dachwohnungen, die doch nur im Interesse der wohnungSlosen Familien erfolgte, wird von einigen Hausbesitzern ausgenutzt, indem sie bis 30 M. monatlich für diese Kammern ver- langen. Auf dem Nonnendamm wird anscheinend in nächster Zeit eine Ileine Besserung in der dort besonders herrschenden Wohnungsnot eintreten, da auf Charlottenburger Gebiet mit dem Wohnungsbau in Kürze begonnen wird. Da auch mit der Anlegung der Staats- arbeuertolonie in Staaken jetzt Ernst gemacht wird, so dürfte inner- halb eines Jahres eine allmähliche Abwanderung von Spandauer Steuerzahlern nach den Nachbarorten stattfinden. Tegel. Aus der Gcmemdcvertrrtuug. Zu Gemeindeärzten hat die Ver- tretung die Herren Sanitälsrat Dr. R ö s e r und Dr. H« n n i ck e bestellt; elfterer ist für die Armen mit Namen von A bis K. letzterer für die von L bis Z zuständig.— Das Provinzialschulkollegium hat die hiesige Humbotdt-Oberrealschule jetzt als vollberechtigte Anstalt anerkannt.— Gegen die Wahlen der Gemeindevertreter find Ein- Wendungen nicht erfolgt, mithin wurden sie für gültig erklärt.— Bei der Etatsberatung war der Zuschuß für die von der Regierung errichtete Präparandenanstalt gestrichen worden, da die ganze Art der Inszenierung dieses Unternehmen» der Mehrheit der Pertretung nicht behagte; viermal schon hatte man den Zuschuß abgelehnt, diesmal empfahl der Bürgermeister die Bewilligung der geforderten 400 M., wenn auch in anderer Form; man könne doch der Regierung nicht so den Stuhl vor die Tür setzen, nachdem die Kürse jetzt abermals neu eingerichtet wären, die bis zum Oktober 1016 dauerten. Für diese 2'/, Jahre solle die Vertretung die 400 M. bewilligen; in der Zwischenzeit wolle er der Regierung dann mitteilen, daß Tegel ferneren Zuschuß ablehne. Die Vertretung stimmte der Ausgabe zu. — Ferner wurde einem Antrage auf Abgabe von Elektrizität an Private auS den nach Heiligensee für die Straßenbahn gelegten Kabeln zugestimmt mit der Maßgabe, datz dadurch kerne Mehr- belastung der Vertragsleistung entspringt, auch keine etwaigen Kabel- Verstärkungen notwendig werden. Die beantragte Abgabe von Strom nebst Installierung hat Heiligensee selbst mit dem Antragsteller zu bewirken, der MehrkoslenpreiS über den Vertragspreis pro Kilowatt- stunde fließt der Gemeinde Tegel zu.— D»e Vergebung de« Gemeinde- fuhrwesens war ausgeschrieben worden und die Vertretung stimmte aus Vorschlag des Borstandes dem Zuschlage an den Unternehmer Beetz zu. Zu dem Vertrage über das Verbandskrankenhaus in Reinickendorf machte sich ein Nachtrag notwendig, durch welchen eine Vermehrung der Vorstandsmitglieder zur schärferen Kontrolle der Verwaltung eintreten soll. Tegel hatte am 16. Februar 1014 die Zustimmung bereits beschlossen unter der Voraussetzung, daß der Benrag eine Abänderung auch dahin finden sollte, daß die Jnsasien deS StrafgefängnisseS Tegel nicht als berechnungsfähige Einwohner- schaff hinzuzurechnen sein sollten. Gegen die» Verlangen machte der Vorsitzende des KrankenhauSverba'ndeS, Bürgermeister Wille- Reinickendorf, die Bedenken gellend, daß bei Anyahme dieses Punktes für die anderen Gemeinden schon in Rückficht auf die höheren an- teiligen Kosten sich Schwierigkeilen ergeben und derselbe Anspruch auch in bezug auf andere private und öffentliche Anstalten erhoben werden würde. Wie bei dieser Angelegenheit der Bürgermeister Stritte erwähnte, geht die Anfecbtungsllage Tegels betreffs der Straf- gesängnisiniasien bereits in die zweite Instanz und der Erfolg er- Icheine ihm zweifelhaft. Die Vertretung stimmte dem von Reirncken- dorf vorgeschlagenen Nachtrage bedingungslos zu. Nach der Er- ledigung einiger nebensächlicher Borlagen trat die Vertretung in eine vertrauliche Sitzung ein. Tegel-Borsigwalde. Der Bereia Jugeudhei« veranstaltet am Sonnabend, den 4. April, in Trapp« Festsälen. Bahnhofstr. 1. einen großen Lichtbildervortrag: „Wenn wir wandern", mit 100 Bildern nach Originalaufnahmen deS Vortragenden, Genossen Georg Krämer. Räch dem Vortrag: Tanz- kränzchen. Der Eintrittspreis beträgt 20 Pf. Jugendliche bis zu 18 Jahren haben steten Eintritt. Beginn pünktlich 8 Uhr. Um rege Beteiligung wird ersucht. Sitznngstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Bernau. Freitag, den 3. April, nachmittags 6 Uhr, im Stadt- vcrordncten-Sitzungssaale de« Ratbauics Marieudvrf. Freitag, den 3. AprÜ, nachmittag» 5 Uhr, im Ziathauic, Kmserstrag«.( Spandau. Heute Donnerstag, nachmittags i'l. Uhr, im Siduiig». saal de« neuen Rathauses. �" Tiefe Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemeindcangehörige iß de- rechttgt, ihnrn als Zuhörer beizuwohnen. Jugenöbewegung. Arbeiterjugend und Politik. Das Oberlandesgericht Naumburg entschied nach fünf vorhergegangenen Verhandlungen endgültig, datz die g e- selligen Veranstaltungen der Arbeiterjugend nicht unter den Z 17 des Vereinsgesetzes fallen; auch dann nicht, wenn in ihnen gelegentlich daS politische Gebiet berührt wird oder der Veran- st alter ein Sozialdemokrat ist. Dem interessanten und für die Funktionäre wichtigen Entscheid lag folgender Sachverhalt zugrunde: Ter Bezirksleiter der Arbeiterjugend, Redakteur Genosse Kasparek in Halle a. S., war von der Polizeibehörde zu Brehna(Kreis Bitterfeld) mit einem Strafmandat über 20 Mk. bedacht worden, weil er eine von ihm einberufene und geleitete Jugendversammlung, in der über das nach Ansicht des Bürger- meisters„politische" Thema:„Die wahren und falschen Freunde der arbeitenden Jugend" sprach, nicht angemeldet hatte. Das Schöffengericht in Bitterfeld und die vom Staatsanwalt angerufene Strafkammer in Halle mutzten unseren Genosse« aber freisprechen, da selbst die„Ucberwachung" nichts Poli- tische« in seiner Rede bemerkt hatte. Das Landgericht erachtete zwar als festgestellt, daß der Angeklagte in jener Versammlung letzten Endes für die Sozialdemokratie zu wirken bestrebt gewesen sei, doch bezweckte die Versammlung in der Hauptsache, die Ar- beiterjugend von den nationalen Jugendvereinen fernzuhalten und in besonderen— bis zum Beweise des Gegenteils allerdings auch unpolitischen— Vereinen z u sammeln. Wegen dieser zum Teil irrtümlichen Festsiellungen hob das Obcrlandesgericht das freisprechende Urteil auf und verwies die Sache zur ander- weiten Entscheidung an die Vorinstanz zurück. DaS Oberlandes- gcricht führte aus, daß die Aufforderung eines Redners in einer öffentlichen Versammlung, die Bestrebungen tcx sozialdemokratischen Partei zu unterstützen, sich als eine die Politik betreffende Angelegenheit darstelle. Und da der Angeklagte Mitglieder für die zu gründenden Jugend vereine gewinnen wollte, deren Zweck dahin gehe, die Jugend später der Sozialdemokratie zuzuftihren, seien in jener Versammlung politische Angelegenheiten erörtert worden, was zu einer Verurteilung hätte führen müssen. Das Landgericht gehorchte denn auch diesem Wink und erkannte jetzt auf 10 Mark Geldstrafe, obwohl ausdrücklich festgestellt wurde, datz unser Genosse in jener Versammlung von bestehenden oder zu gründenden Jugend v er e i n en niemals gesprochen hat. In der Urteilsbegründung wurde weiter ausgeführt, datz der Angeklagte nur zur Beteiligung an den von den Jugendvertrauens- leuten arrangierten geselligen Veran staltungen— Spiel- und Leseabendc, Wanderungen usw.— aufgefordert habe. Obwohl diese Veranstaltungen den Eindruck rein geselliger Natur machten und politische Dinge während ihrer Dauer in der Regel wohl nicht verhandelt werden sollten, bedeute doch die bloße Ans- forderung zur Beteiligung an diesen Veranstaltungen eine Erörte. rung einer politischen Angelegenheit, weil diese in ihrem End- zweck dazu bestimmt seien, den Interessen der sozialdemokratischen Partei zu dienen. Tie geselligen Veranstaltungen seien dazu ge- eignet, weil durch sie die Jugend von dem Verkehr mit den Kindern politischer Gegner ferngehalten werde, mit zielbewußten, er- wachsenen Parteianhängern zusammenkomme, gelegenllich eine Belehrung im politischen Sinne erteilt werde und das Gefühl der Parteizusammengehörigkeit entstehe!! Die Veranstaltungen sollten zweifellos nur ein Ersatz für die Verbote»cn Jugend- organisationen sein. Da durch diese» unglaubliche Urteil der Arbeiterjugend jede Teilnahme an gemeinsamen Wanderungen, Spielen, bildenden Vorträgen usw.„von Rechts wegen" unmöglich gemacht worden wäre, rief nun der Angeklagte das Oberlandesgericht zur Eni- scheidung darüber an, ob eine derart gewagte Auslegung des Politikparagraphen deutsches Recht fein solle. Und dasselbe Ober- landesgericht, daS vorher das freisprechende Urteil der Strafkammer aufgehoben hatte, mutzte wohl oder übel die eingehend be- gründete Revision für gerechtfertigt erklären, das ver- urteilende Erkenntnis aufheben und auf Freisprechung er. kennen. Die in dem nunmehr endgültigen Urteil niedergelegten Entscheidungsgründe haben folgenden Wortlaut: „Wenn auch unbedenklich anzunehmen ist, daß ein Verein, der den Zweck hat, die Jugend der sozialdemokratischen Partei zuzu- führen, ein politischer Verein ist, und daß die Aufforderung, einem solchen Verein beizutreten, die Erörterung einer politischen Ange- leyenheit darstellt, so erhält doch andererseits eine Veranstaltung mit ausgesprochen geselligem Charakter nicht schon dadurch die Merkmale einer politischen Veranstaltung, daß sie von Mit- gliedern oder Freunden einer polittschen Partei ins Werk gesetzt wird und datz die Veranstalter glauben, mit ihr den Interessen ihrer Partei zu dienen. Daß dies auch nicht der Standpunkt des Ver- einsgesetzes ist. ergibt sich aus dem§ 17 dieses Gesetzes. Denn wenn hier Veranstaltungen zu geselligen Zwecken, die von poli- tischen Vereinen ausgehen und die wie alle Vereinsver- anftaltungen den Interessen des Vereins dienen sollten, d e r T e i l. nähme jugendlicher Personen freigegeben und damit als unpolitisch anerkannt werden, so kann für Veranstal- tungen von Einzelpersonen nichts anderes gelten, sofern sie ge- s e l l i g e r Natur sind, mag auch immer der Veran» stalter Mitglied eines politischen Vereins oder einer politischen Partei sein. Mit Unrecht legt das Landgericht darauf Gewicht, daß die vom Angeklagten besprochenen Veranstaltungen einen Ersatz für die verbotenen Jugendorganisationen hätten darstellen sollen. aS Gesetz verbietet jugendlichen Personen die Teilnahme an politischen Vereinen und politischen Versa mm- l u n g e n. Wenn an die Stelle von politischen Bereiuen und volitischc« Bersammlungcn gesellige Veranstaltungen treten, dann handelt eS sich«m»inen gesetzlich erlaubte« Ersatz. Richtig ist allerdings, daß gesellige Veranstaltungen auch zur Verdeckung anderer— poli- tischer— Zwecke vorgeschützt werden können und daß eine gesellige Veranstaltung, die nebenher politische Zwecke verfolgt, dem Verbot des§ 17 des Vereinsgesetzes unterfällt. Aber im vorliegenden Falle handelt es sich nach den ausdrücklichen Feststellungen deS Landgerichts um rein gesellige Veranstaltungen, die diesen 6ha- rakter durch ein gelegentliche» Berühren des polittschen Gebietes nicht verlieren. Hat aber der Angeklagte zur Teilnahme an unpolitifchenVeran staltungen aufgefordert, dann ent- behrt die von ihm veranstaltete Versammlung des politischen Cha- rakters, weshalb er unter Aufhebung des angefochtenen Urteils freizusprechen war." Ttas aller Welt. Selbstmorüe in üer russischen firmee. Das Organ des russischen Kriegsministeriums.„Rat- iredtschik", veröffentlicht auf Grund einer Untersuchung Dr. Prosorows aufsehenerregende Mitteilungen über die S e l b st- morde in der russischen Armee. Auf Grund dieser An- gaben stellt es sich heraus, daß die Selbstmorde in der russi- scheu Armee, namentlich seit 1905. g e w a l t i g z u n e h m e n. Nach dieser Statistik begingen in der russischen Armee Selbst- mord: 1905 141. 190« 192. 1907 210, 1908 212, 1909 263. 1910 268« 1911 347, 1912 105 und in den ersten 8 Monat« Nr. 91. 31. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 2. April 1914. Aus der Frauenbewegung. Arbeiterhaushalt und Konsumgenossenschaft. So kann ein Mitglied, ohne einen Pfennig einzuzahlen, schon eine derartige Klinik in London zum Andenken an die verstorbene bei dem geringen Umsatz von 300-400 m. jährlich in zwei Genoffin Macdonald errichtet und strebt danach, der kommenden Das Leben der proletarischen Hausfrau ist ein immer- Jahren im Besitz eines Geschäftsanteils sein und hat also Schulvorlage eine Bestimmung einzuverleiben, nach der die lokalen währender Kampf mit der Sorge, wie das geringe Einkommen eine Summe eripart, die sonst dem Händler als Verdienst Behörden verpflichtet werden, Säuglingskliniken zu unterhalten. am besten und zweckmäßigsten auf alle Bedürfnisse der Fa- zugeflossen wäre. Die Rückvergütung wird auf den Umsatz rung enthaltene Resolution bombadiert, und hinter diesen RejoSie hat im vergangenen Jahre die Regierung mit 300 diese Forde milie zu verteilen ist. Nach Erledigung der Wohnungsfrage, berechnet und besteht aus einem Teil des Gewinns, den die Tutionen stehen gegen 3 Millionen Personen. In den kommenden die in der Regel den vierten Teil des Einkommens ver- Konsumgenossenschaft bei der Warenvermittelung erübrigt. Monaten wird sie sich mit der Frage der Teuerung befassen. Im schlingt, spielt die Ernährung die Hauptrolle, und da der Diese Rückvergütung, fälschlich Rabatt oder Dividende Monat April wird sie in London eine Teuerungsausstellung berArbeiterhaushalt gewöhnlich keine anderen finanziellen Grund- genannt, bildet nun gewiß einen angenehmen Zuschuß im anstalten, in der den Besuchern in greifbarer Weise die große lagen besitzt, als den Verdienst seiner erwerbstätigen Fa- Arbeiterhaushalt, aber der Hauptwert liegt weniger in dem Preissteigerung der letzten Jahre vor Augen geführt werden soll. milienangehörigen, so wird selbstverständlich das regste Inter- Geld, das an die Mitglieder ausgezahlt wird, sondern in Ihr Monatsblatt die Arbeiterfrau"( Labour Woman) macht gute esse der Hausfrau sich auf gesundheitsgemäße Ernährung der dem, welches der Genossenschaft verbleibt, also gemeinschaft- Fortschritte und wird demnächst sogar einen Gewinn abwerfen. Ihrigen richten, um Gesundheit und Arbeitskraft zu erhalten liches Eigentum wird. Dieses Sozialvermögen" dient nicht die Gilde der Genossenschafterinnen erwähnt, die sich zwar nicht Von anderen Organisationen der britischen Arbeiterinnen sei noch und zu stärken. Das wird aber durch die außerordentlich nur zur Erweiterung der Warenvermittelung, sondern ist der mit parteipolitischen, aber doch mit politischen Fragen wie die hohen Lebensmittelpreise sehr erschwert, wenn nicht gar un- Warenherstellung, der Errichtung eigener Fabrikanlagen ge- Wohnungsfrage und die Stimmrechtsfrage befaßt. Sie hatte im möglich gemacht, und die Aussicht, diese auf ein erträgliches widmet. Am meisten verbreitet ist die genossenschaftliche vergangenen Jahre in Großbritannien und Jrland 40 888 Mitglie Maß herunterzubringen, ist nur sehr gering. Nun wissen Eigenproduktion des Brotes und die Brotfabriken der Kon- der, die in 727 Ortgruppen organisiert waren. wir ja, daß unsere Gesetzgebung mit ihren Zöllen und in- fumgenossenschaften sind wahre Musteranstalten, sowohl was Die poltische Betätigung und der politische Einfluß der briti direkten Steuern auf Lebensmittel und Bedarfsartikel der die technische und hygienische Zubereitung dieses wichtigsten schen Frauen ist jedoch weit größer, als man aus den Ziffern der großen Masse ein gerüttelt Maß voll Schuld an der Teuerung Lebensmittels betrifft, als auch in bezug auf die Arbeits- Organisierten entnehmen könnte. In keiner poltischen Versamm trägt, und die parlamentarischen Vertreter der klassen- verhältnisse der Bäckereiarbeiter. Die Güte des„ Konium- lung des Landes fehlen die Frauen; ja, wir haben politische beipußten Arbeiterschaft führen ja auch einen scharfen Kampf brotes" ist allgemein anerkannt, es bedarf keiner weiteren Zusammenfünfte besucht, in denen die Frauen aus dem Arbeiterstande fast die Hälfte der Besucher ausmachten. Zwischen 40 und 50 gegen diese politischen Zustände. Doch tragen noch eine ganze Empfehlung, es ist aber auch billiger; bei Gewichtsproben Mitglieder von Organisationen der Arbeiterinnen gehören GeReihe anderer Faktoren ihr Teil dazu bei, dem Volfe die von Brot, die in Berlin vorgenommen wurden, ergab sich ein meinderäten oder Armenverwaltungen an und 70 fizen in den AusEristenz zu erschweren. Da sind die großen Organisationen Durchschnittspreis von 12,5 Pf. pro Pfund bei dem Brot der schüssen der Krankenversicherung. In Schottland, wo die Schulen der Unternehmer, deren Ringe, Kartelle und Syndikate die Konsumgenossenschaft, während der Preis bei Privatfirmen noch, wie früher in England, einer selbständigen, direkt und demo„ Regelung der Produktion und der Preise" in die Hand ge- bis auf 15,4 Pf. heraufging. Ein kleinerer Haushalt, der kratisch gewählten Körperschaft unterstehen, sind zahlreiche Mitnommen haben; mit welchem Erfolge, erfahren wir fast vielleicht 4 Brote von 50 Pfennigen in der Woche verbraucht, glieder dieser Schulvorstände( School Boards). Von Jahr zu Jahr täglich an unserm Geldbeutel, nach unten sind solche Preis- erspart also über 13 M. im Jahr, wenn er das Brot aus teigt mit der wachsenden politischen Schulung der britischen regulierungen noch nicht erfolgt. Da besteht eine enorme Zer- der Bäckerei der Konsumgenossenschaft bezieht. Jit nun durch Arbeiterfrauen ihre Vertretung in den lokalen Verwaltungsbehörden. Ueber die Befähigung der britischen Arbeiter splitterung des Handels, dessen unzählige Zwischenglieder Ansammlung von Eigenkapital die Genossenschaft imstande, frau zur Anteilnahme an den öffentlichen Geschäften am Volkskörper zehren, da eristiert der ausgedehnte Klein- die Produktion auf weitere Waren auszudehnen, so werden kann nicht der geringste Zweifel bestehen. Wir hatten handel, der sich prozentual viel schneller und ausgiebiger ver- die Ersparungsmöglichkeiten immer größer, weil ja der Unter- erst fürzlich Gelegenheit, wahrzunehmen, mit welcher Sachlichkeit mehrt als die Bevölkerung, und der in seinem vom Kon- nehmergewinn fortfällt. Es liegt deshalb im Interesse der und mit welchem Verständnis die Arbeiterinnen politische Ange furrenzneid vergifteten Daseinskampf oft zu den unglaub- Mitglieder, daß der Kapitalansammlung in der Genossenschaft legenheiten erledigen können. Auf der Konferenz der Arbeite lichsten Mitteln greift, um sich den nötigen Verdienst zu größerer Wert beigemessen wird als der Verteilung hoher rinnenliga, die dem Parteitag der Arbeiterpartei zu Glasgow vorfichern. Wie ein Schneeball ist der Preis einer Ware, je Rückvergütungen. Schließlich mag betont werden, daß die anging, war es ein wirkliches Vergnügen, zu sehen, wie fich die länger man ihn wälzet, um so größer wird er und auf Konsumgenossenschaften die Zwischenglieder des Handels aus den Gegenstand äußerten und sich einfach setzten, wenn sie nichts Rednerinnen in kurzen und knappen Worten zu dem zu behandeln dem langen Wege der Waren vom Hersteller bis zum Ver- merzen, weil sie den größten Teil ihrer Waren durch ihre mehr zu sagen hatten. Auf dem Parteitag der Arbeiterpartei hin braucher befinden sich viele Stationen: Fabrikant, Groß- Großeinkaufsgesellschaft beziehen. Die hierdurch eintretenden gegen, wo meist Männer zu Worte kamen, ging es nie ohne die händler, Agent, Reisender, Kleinhändler; an all diesen Ersparnisse werden ausschließlich wieder zum Nußen der ge- üblichen rhetorischen Einleitungs- und Schlußschnörkel, die der Mann Stationen wird Tribut entrichtet, der schließlich im Waren- nossenschaftlichen Organisation verwandt. seiner parlamentarischen Vergangenheit schuldig glaubt. preise zum Ausdruck kommt. Wiederholen wir noch einmal die Vorzüge: Die Konsum- l der proletarischen Frauenbewegung Großbritanniens geht es vor Doch nicht der Warenpreis allein läßt erkennen, ob eine genoffenschaft gewährt Schutz vor betrügerischen Maßnahmen wärts. Schon jetzt bildet sie eine wirksame Stüße der Männer Ware billig oder teuer ist. Reinheit und Güte sprechen da des Handels; sie gibt die Waren zu Tagespreisen an die Mit- in ihrem politischen Kampfe. Ist erst das Frauenwahlrecht ge in erheblichem Maße mit, und weil diese Faktoren für den glieder ab und erstattet ihnen Rüdvergütung nach Maßgabe wonnen, was in Großbritannien nur eine Frage von einigen Laien nicht ohne weiteres festzustellen sind, hat der Handel ihres Umsatzes; fie geht zur Eigenproduktion über und der Jahren sein kann, so wird sie sich auf dem mühsam gewonnenen sie sich als willkommenes Objekt zum Volksbetrug erkoren. dadurch ersparte Fabrikantengewinn fommt in Form besserer Zwar haben wir ein Gesez, das Nahrungsmittelverfälschungen Ware oder billigeren Preises zum Ausdruck. verbietet und ihre Urheber bestraft, aber die ständigen Pro- Die Käufervereinigung bietet weitausschauende Möglichzeise wegen solcher Delikte geben doch Zeugnis von der weiten feiten, sie bringt aber auch den Mitgliedern direkte Vorteile, Verbreitung der Fälschungen. Dabei fönnen wir überzeugt die dem Haushalte zugute kommen, und darum tritt an die sein, daß nur die wenigsten Fälle zur Anzeige und zur Ver- Hausfrau die Pflicht heran, den Anschluß an diese Be- Der Erfahrungssatz von den gleichen Ursachen und gleichen urteilung fommen; die amtlichen Nahrungsmittelkontrollen wegung zu suchen. Die Proletarierin stellt sich dadurch gleich- Wirkungen gilt speziell in der Frage des Geburtenrüdganges auch reichen nicht weit genug, um alle Uebeltäter dieser Art fassen zeitig in den Dienst der allgemeinen Arbeiterbewegung. Aber für die Schweiz, und zwar für alle hier vertretenen Nationen wie zu können. Verfälschungen von Milch mit Wasser, von Butter während die anderen Organisationen durch regelmäßige Bei- für alle Volksschichten. So ist in der Stadt Zürich die Gemit Margarine und anderen Fetten, von Mehl mit Schwer- tragszahlung gewissermaßen Opfer, notwendige Opfer burtenzahl von 206 auf 1000 verheiratete Frauen im Zeitraum ipat oder ähnlichen Substanzen, von reinem Bienenhonig, verlangen, findet die Arbeiterfrau in der Konsumgenoffender aus Stärkemehl und Invertzucker besteht, sind an der schaft ein Betätigungsfeld, auf dem sie sich, ohne petuniäre Tagesordnung, aber man findet sie nicht etwa bloß im Klein- Opfer zu bringen, praktisch am wirtschaftlichen Kampf be: handel, sie gehen oft schon in Fabrifen vor sich, werden im teiligen fann. Organisierung der Kauffraft großen betrieben. Vor einigen Jahren verbot eine faiser- und genossenschaftliche Treue find die Zauberliche Verordnung die Herstellung von Maschinen zur Anferti- worte, die, in die Tat umgefekt, zu einem Machtfaktor der gung fünstlicher Kaffeebohnen! Die Fälschungen gehen oft wirtschaftlichen Entwickelung werden können. soweit, daß sie nicht nur den Geldbeutel schädigen, sondern auch die Gesundheit des Kaufenden gefährden; z. B. bei Katao oder Schokoladen, die mit Ziegelmehl vermischt werden, bei Wurstwaren, die aus verdorbenem Fleisch hergestellt find, und denen durch Anwendung chemischer Mittel die richtige frische Farbe" verliehen wird. Die proletarische Frauenbewegung in Großbritannien. Boden mächtig entfalten können. London, im März 1914. Kr. Das Problem des Geburtenrückganges in der Schweiz. Mit nd bon 1898 bis 1902 zurüdgegangen auf 133 in den Jahren 1909 bis 1912. Daran sind auch alle Altersklassen der Frauen beteiligt. So die im Alter von 20 bis 25 Jahren mit 29 Proz., von über 25 bis 30 Jahren mit 29 Proz., von über 30 bis 35 Jahren mit 34 Proz. und von über 35 bis 40 Jahren mit 43 Pro3., so daß die Abnahme bei den älteren Jahrgängen am stärksten ist. In Rücksicht auf die Heimat der Mütter gestalteten sich die Verhältnisse so: Auf 1000 verheiratete Bürgerinnen der Stadt Zürich entfielen 1899 bis 1902 133 Geburten, 1909 bis 1912 nur noch 90( 33 Proz. weniger), Bürgerinnen des übrigen Kantons Zürich 192 bzw. 135( 29 Proz.), der übrigen Schweiz 227 bziv. 135( 40 Proz.), Schweizerinnen insges samt 192 bzw. 122( 36 Broz.); Deutsche 233 bziv. 156( 42 Proz.), Desterreich- Ungarinnen 247 baw. 151( 39 Pro3.), Italienerinnen 311 baw. 236( 24 Proz.), übrige Ausländerinnen 201 baw. 139 ( 21 Proz.), Ausländerinnen insgesamt 241 bziv. 155( 36. Proz.) und total Stadt Zürich 206 bziv. 133( 35 Proz.). Am fruchtbarsten sind die Italienerinnen nach wie vor. Am stärksten ist die Geburten zahl bei den Deutschen zurückgegangen. Von den fünf Kreisen der Stadt Zürich steht das proletarische Außersihl mit 246 baw. 149 Geburten auf 1000 verheiratete Frauen an der Spize und läßt damit den 1. Kreis der Bourgeoisie mit 144 baw. 99 weit hinter sich. Der Geburtenrüdgang in Außerfihl betrug 40 Proz., im 1. Kreis 32 Proz., am wenigsten mit 27 Proz. im gemischten 4. Kreis. Der auf der internationalen Frauenkonferenz zu Kopenhagen beschlossene Frauentag ist bis jest in Großbritannien noch nie abWie können sich nun proletarische Hausfrauen, die von gehalten worden. Wo die Ursache liegt, ist schwer anzugeben. Man ihrem fnappen Haushaltgelde keinen Pfennig unnüß aus hört, daß die unwirtlichen Märztage in Großbritannien der Vergeben dürfen, davor schüßen, daß sie durch Einkauf verfälschter anstaltung öffentlicher Frauendemonstrationen im Wege stünden Nahrungsmittel ihren Geldbeutel betrügen und ihre Gesund- und daß ein Sommertag weit günstiger wäre. Sicher ist, daß die heit in Gefahr bringen? Es ist schwer, sich gegen diese Art Nichteinhaltung des Kopenhagener Beschlusses gerade so wie die von Betrug zu sichern, und der einzelne ist überhaupt machtlos fümmerliche Maifeier in Großbritannnien mit dem Charakter des dagegen, ebenso machtlos wie der einzelne Arbeiter dem Inselvoltes zusammenhängt, das sich nur schwer an die von außen stammenden Gedanken und Einrichtungen gewöhnen kann. Wer Unternehmer gegenüber. Erfolgreich wehren können wir uns auf der Insel selbst lebt, lernt es bald, sich mit dieser Eigentüm nur, wenn wir uns in unserer Eigenschaft als Käufer zu- lichkeit abzufinden. Andere werden geneigt sein, diese zurück- Nach der Familienstatistik entfallen die meisten kinderlosen sammenschließen zu wirtschaftlichen Organisationen, welche Haltung des Insulaners, die der Schüchternheit und Unsicherheit Ghen mit 10,2 Proz. auf die eigentliche reiche Bourgeoisie( Fabri die reelle Warenvermittelung und Warenherstellung für ihre entspringt, auf Stolz und Gleichgültigkeit zurückzuführen. Man fanten, Großkaufleute und akademische Berufe), auf die anderen Mitglieder übernehmen. Derartige Käufervereinigungen muß mit dem britischen Inselvolt Geduld haben. Vorwärts schieben Gruppen 7,3 bis 5,7 Proz.( ungelernte Arbeiter). Von der letzten eriſtieren heute fast überall, Konsumvereine oder läßt es sich nicht, aber mit der Zeit wird es sich auch den inter- Gruppe entfallen dafür 40,2 Proz. auf Ehen mit sechs und mehr Konsumgenossenschaften nennen sie sich, und ihr nationalen Frauentag zu eigen machen. Wie verlautet, wird Kindern, in der die reichen Leute nur mit 19,4 Proz. vertreten sind. Grundsay ist: Gute, unverfälschte Waren zum nächstes Jahr ein Versuch unternommen werden, den Frauentag Diese weisen aber 48,4 Proz. Ehen mit nur bis ein Kind auf gegen bloß 32,4 Proz. der ungelernten Arbeiter. Tagespreis an ihre Mitglieder abzugeben auch in Großbritannien zu feiern. Die proletarische Frauenbewegung ist in den letzten Jahren Auch diese Statistik lehrt, daß die über den Geburtenrüdgang und den aus der Vermittelung sich ergeben von der bürgerlichen Frauenbewegung mit ihren lauten Reklame- flagenden reichen Leute zunächst für sich selbst die gegebene Nutzden Gewinn wieder zum Nußen der Mitmitteln in den Schatten gestellt worden. In den ersten Jahren anwendung betätigen sollten. glieder zu verwenden. dieses Jahrhunderts zog dieſe viele Kräfte an, die bis dahin in der Frauenstimmrecht. Frauendemonstration in Paris. Frauenrechtlerinnen veran Weiter garantiert die Konsumgenossenschaft ihren Mit- proletarischen Bewegung gewirkt hatten, heute jedoch läßt sich festgliedern reelles Gewicht und ist also auch in dieser Beziehung stellen, daß die bürgerliche Bewegung durch ihre gewalttätige Prodem Brivathandel voraus. Dieser versteht es nämlich meiſter- paganda und durch die Berungli mpfungen, mit denen sie die Ar- stalteten am Sonntag, den 29. März, nachmittags in einem Privathaft, sich durch Mindergewicht Ertraprofite zu verschaffen, beiterführer überschüttet, die Arbeiterfrauen abſtößt. Der beund wenn die Hausfrau jeden Einkauf nachwiegen würde, jonnenere Teil der bürgerlichen Bewegung, die Nationale Union hause der Rue Feydeau eine Kundgebung zugunsten des Frauen und wenn die Hausfrau jeden Einkauf nachwiegen würde, der Frauenswahlrechtsvereine, bekümmert sich wenig um die poli- auf dessen Ballon ein Anschlag angebracht war, in dem auf die stimmrechts. Zahlreiche Zuschauer sammelten sich vor dem Hause, so könnte sie recht oft die Entdeckung machen, daß ein Pfund tischen Organisationen der proletarischen Frauen. Sie unterstützt juristische Heuchelei hingewiesen wurde, daß man den Frauen die noch lange feine 500 Gramm zu wiegen braucht. bei Wahlen aus der richtigen Erkenntnis, daß die politische Zukunft Eigenschaft als Französinnen, nicht aber als Bürgerinnen zubillige. Bilden nicht schon diese beiden Faktoren:„ gute, uber- der Frauen aufs engste mit dem Schidjal der Arbeiterbewegung mehrere Frauen hielten Ansprachen, dann versuchten sie auf den fälschte Ware und reelles Gewicht" einen Ansporn zum Erwerb verknüpft ist, die Kandidaten der Arbeiterpartei, aber zu einer Boulevards eine Kundgebung zu veranstalten, aber die Polizei der Mitgliedschaft im Konsumverein? Gegen ein geringes Förderung der politischen Arbeiterinnenbewegung fann sie sich nicht trennte die einzelnen Teile des Zuges voneinander und zerstreute Eintrittsgeld kann man Mitglied werden und seine Ein- aufschwingen. Bürgerliche Frauen werden sich auch schwerlich in die Reihen der britischen Proletarierinnen verlaufen, wo ihnen wenig die Teilnehmer. käufe in den Filialen der Genossenschaft besorgen. Vielleicht Ruhm und Macht und viel sauce Aufklärungs- und Organisations- Fortschritte in Nordamerika. Die Frauenstimmrechtsbewegung muß manche Hausfrau dabei einige Unbequemlichkeiten mit arbeit winkt. Dieselben Hindernisse, die sich dem rajchen Wachs- hat in den Vereinigten Staaten einen weiteren Erfolg errungen, in Stauf nehmen, weil die Verkaufsstelle etwas weiter ent- tum der politischen Arbeiterorganisationen Großbritanniens ent- Wie ein Telegramm aus Boston meldet, hat das Repräsentantenfernt ist als der bisher besuchte Privatladen. Aber das ist gegenstellen, beeinträchtigen noch viel mehr das Aufkommen der Haus des Staates Massachusetts mit 164 gegen 39 Stimmen dann auch das einzige Opfer, das die Konsumgenossenschaft Organisationen der Arbeiterinnen. Alle drei sozialistische Organi- ein Amendement zur Staatsverfassung angenommen, wonach das verlangt, denn der von jedem Mitgliede zu leistende Geschäfts- fationen haben besondere Frauenzirkel, die es jedoch bis heute noch Wort„ männlich" in den Bestimmungen über die Wahlberechtigten anteil von 30-40 m. bleibt stets persönliches Eigentum des nicht zu einer nennenswerten Zahl Mitglieder gebracht haben. weggelassen werden soll. Das gleiche Amendement ist im Die bedeutendste politische Arbeiterinnenorganisation des Landes Senat bereits angenommen worden. Mitgliedes, das ihm bei seinem Austritt aus der Genossen- ist die der Arbeiterpartei angeschlossene Arbeiterinnenliga schaft zurückgezahlt wird. Aeltere, mit genügend Betriebs( Women's Labour League), die über 6000 Mitglieder hat. Im Anregungen für unsere Leseabende. fapital beriebene Genossenschaften fordern auch nicht die so unterschied zu den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen tritt sie für Durch ein technisches Versehen ist in der vergangenen Nummer fortige Zahlung des Geschäftsanteils, sie begnügen sich mit das allgemeine, gleiche Wahlrecht für die Erwachsenen beider Ge- der Frauenrundschau unter dem oben genannten Artikel der Name ratenweiser Einzahlung oder behalten die Rückvergütung schlechter ein. Ihre Haupttätigkeit besteht zurzeit in der Agitation der Verfasserin G. M. fortgeblieben. Nur derlebte Satz wat ( Dividende) ein, bis die vorgeschriebene Summe erreicht ist. zur Errichtung von öffentlichen Säuglingskliniken. Sie hat selbst Zusatz der Redaktion 1 M. wöchentl. Teilzahlung liefere elegante Herren- Kleidung fertig und nach Mass Garantie für tadellosen Sitz und feinste Verarbeitung J. Kurzberg& Co. 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Nachmittags 81%, Uhr stieg der Flieger Emile Bedrines, 100 Vier Fischer ertrunken. Gin Fischerboot aus Sartau, das infolge des stürmischen den ersten 8 Monaten des Jahres 1913 189 Selbstmordver- der jüngere Bruder des berühmten Aviatikers Jules Verdrines zu suche und 72 Selbstmorde unter den Offizieren statt. einem lebungsfluge auf. Er hatte mit seinem Gindecker bereits Wetters abgetrieben war, und am Mittwoch morgen bei RoDiese Zahlen aus offizieller Quelle werfen ein eigen- mehrmals das Flugfeld umflogen und versuchte dann eine fitten auf der Surischen Nehrung auf den Strand gehen artiges Licht auf die Zustände in der russischen Armee, die Looping- the- loop à la Bégoud vorzuführen. 50 Meter über dem wollte, schlug in der Brandung um. nach den prahlerischen Erklärungen der russischen Säbel- Erdboden schlug der Apparat plöglich um und stürzte in die Fischern bestehende Besatzung, sämtlich Familien. raßler„ erzbereit" fein soll. Es unterliegt feinem Zweifel, Tiefe. Der Flieger kam unter den Apparat zu liegen und bätern, ist wie die„ Hartungsche Zeitung" meldet, ertrunten. Kleine Notizen. daß ein großer Teil dieser Selbstmorde auf die Mißhand- war auf der Stelle tot. Eine halbe Stunde später war das FlugIungen zurückzuführen iſt, mittels deren auch feld der Schauplag einer neuen schweren Katastrophe. Kulturgreuel. Eine Negerin, die am Sonntag in Muskogee in der russischen Armee die Disziplin" aufrechterhalten pilot des Flugplatzes Testulat war mit einem Basiagier auf( B. St.) einen jungen Weißen durch einen Messerstich ins Herz ge wird. Auch weist die große Steigerung der Selbst- gestiegen. Plöglich wurde sein Apparat von einem Wirbelwind erfaßt tötet hatte, wurde am Mittwoch an einer Telegraphenstange aufmorde seit dem Beginn der Konterrevolution darauf und zu Boden gedrückt. Wenige Meter vom Erdboden entfernt stieß ge bängt. Eine Menge von mastierten Leuten überwältigte den hin, daß die Mehrzahl der Selbstmorde ein Ergebnis der das Flugzeug gegen einen Pfeiler, der als Ziel diente und wurde Gefängniswärter des Grafschaftsgefängnisses, warf der Negerin eine blutigen Henkerarbeit ist, mit der die Armee betraut wurde. vollständig zertrümmert. Zum Unglüd geriet der Benzin behälter Schlinge um den als und schleppte sie hinaus, um sie zu Bahlreiche Soldaten und Offiziere haben ihrem Leben ge- in Brand und ehe Hilfsmannschaften an die Unfallstelle gekommen yn chen. waltsam ein Ende gemacht, weil sie nicht mehr das willenlose waren, waren die unter dem Apparat liegenden Flieger von ihnen Werkzeug der blutigen Vergewaltigung des Volkes durch die ergriffen worden. Man konnte sie nur noch als vollständig Regierung sein wollten. berkohlte Leichen hervorziehen. Eine neue Skandalaffäre. Exzek gegen einen Soldaten. Die Berge weichen. Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 6. April, abends 8%, Uhr, in Kellers Neue Philharmonie, Köpenider Straße 96/97: Vortrag von Frau Wally Repler. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands( 8weigverein Berlin und Bororte). Donnerstag, den 2. April, abends 92 Uhr, Rosenthaler Str. 11/12: Tarifberatung. Witterungsüberücht vom 1. April 1914. Stationen BarometerWind richtung Swinemde. 76523 München Windstärke Better 767 353 3 wolfig 768 SW 769 Still Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen BarometerStanb mm Wind richtung Windstarle 11 Haparanda 766 N. 8 Petersburg 761 SD 9 Scilly 7612 7 Aberdeen 760 Wetter. Temp. n. E. 5° C.= 4° R. 2 wollen!-16 1 bebedt Nebel 2 bedeďt 9 7 3 wolfig 2 halb bb. Dunst 7716 2 wolfig 771 Still Nebel 5 Wetterprognose für Donnerstag, den 2. April 1914. Etwas fübler, vielfach heiter, aber mehr veränderlich mit wiederholten leichten Regenfällen und ziemlich frischen westlichen Winden. 5 Paris 766 SSD 2 halb bd. 10 An der ungarisch- galizischen Grenze wurde neuerdings Aus Rom wird uns geschrieben: Der Monte Corona in eine große Auswanderungsaffäre aufgedeckt, und zwar wurden der Proving Udine, der etwa 45 Kilometer von der Stadt dieſes nicht weniger als 18000 Gestellungspflichtige durch ein bedeutendes, von einem Kaufmann Groß in Ramens entfernt liegt, bedroht durch einen gewaltigen Erdrutsch Lemberg organisiertes und geleitetes Vermittelungsinstitut drei an seinem Abhange liegende Dörfer: Triviat, Clauzetto und Vito d'Afio. Die sich verschiebende Erdmasse hat eine 2ängender allgemeinen Wehrpflicht entzogen und ausdehnung von zwei Kilometern und eine Breite von ins Ausland befördert. Zahlreiche Gen500 Metern. Diese ganze ungeheure Fläche schwantt und darmen machten sich durch Annahme von Beste chungsund Schweigegeldern mitschuldig. Zwei Gendarmen; bibriert und gibt denen, die sie zu betreten wagen, das Gefühl die außerordentlich schwer belastet waren, haben bereits des Berfinkens. Dieser Tage wollte ein Mann, um von Clauzetto Selbstmord verübt, neun weitere find bis jetzt nach Asio zu gelangen, die rutschende Erdmasse überschreiten. Er rief Hamburg berhaftet worden. Der Leiter der Durchstechungs. aber sehr bald um Hilfe und behauptete, er wäre wie von unsichtbarer Berlin organisation, Kaufmann Groß, ist flüchtig und konnte bis Hand zu Boden gerissen worden. Die Erdmasse verschluckt die Franti. a. Häuser, die sich auf ihrem Weg befinden, so daß nichts zu sehen Bien jetzt noch nicht verhaftet werden. bleibt, als das Da ch. Ingenieure find an Ort und Stelle, um zu untersuchen, ob Asio und Clausetto von dem Erdrufsch bedroht sind. Der größte Teil der Häuser von Triviat ist bereits verlassen. Die Die Straßburger Straffammer beschäftigte sich am Diens- an Ort und Stelle geeilten Sorrespondenten behaupten, daß man die tag mit einem Falle öffentlicher tätlicher Soldaten Erdmasse sich bewegen sähe, und daß man ein Geräusch wie von beleidigung. Der Verhandlung Tag folgender Tateinem gegen Felsen anprallenden Strom hört, sobald man das Ohr bestand zugrunde. Am 22. März furz nach 12 Uhr an den Boden legt. Das ganze Tal, das bisher den Namen„ Das mittags schlug in der belebten Langen Straße in Straß- Tal der Verheißung" wegen seiner großen Fruchtbarkeit führte, ist burg der Maler Starl Lambert dem ruhig des Weges durch den Erdrutsch verwüstet. gehenden Musketier Robert Engler vom Infanterie- Regiment Nr. 126 ohne jeden ersichtlichen Grund die Müße vom Stopfe. Als Engler sich dies berbat und sich wehrte, schlug Lambert nach ihm und verletzte Engler in der linken Leistengegend und am Unterarm. Inzwischen war Polizei zur Stelle und berhaftete Lambert. Die Straflammer verurteilte mit Rücksicht auf die Frivolität des Angriffes den mehrfach vorbestraften Angeflagten wegen tätlicher Beleidigung und Mißhandlung zu der Gesamtstrafe bon sechs Wochen Gefängnis. Ein schwarzer Tag. Die Liste der Opfer des Flugsports in Frankreich ist am Mitt woch um brei weitere vermehrt worden. Auf dem Flugfelde in Reims haben gestern nachmittag drei belannte französische Flieger durch plögliches Verfagen ihrer Apparate den Tod ges Ein finniges Geschenk. 19103 Berliner Wetterbureau. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitag mittag: Im Westen bis etwa zur Dder hin, veränderliche Bewölkung, mit öfter wiederholten, im allgemeinen geringen Regenfällen. Im Often ziem lich heiter und troden. Am Tage überall warm. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Betterburean feit 31. 8. 30. 3. Wasserstand Atroffen am cm feit am 31.3. 30. 3. cm) 514 7 270 42 172 10 219 -8 Wafferstand Saale, Grochlik Havel, Spandau) Rathenow) Spree, Spremberg) 112 Beeston cm cm³) 211-14 120+2 125 +8 0 147+1 Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg 231 -8 Befer, Münden 278 -16 176 -10 Minben 888 -20 196 Rhein, Maximilians au 568 -40 78 -5 Staub 475+1 110-16 Köln 573-18 -19 346 -12 288-6 Nedar, Heilbronn 178 Main, Hanau 302 10 Mosel, Trier 261 -69 3) Unterbegel. In manchen Kirchengemeinden ist es Brauch von altersher, daß die die Schule verlassenden Kinder Lehrer und Paftor mit GeMemel, Tilfit fchenken beglüden. Man könnte es auch einen Unfug nennen, denn Bregel, Insterburg wenn es auch heißt, es seien freiwillige Gaben, die gespendet werden, weichel, Thorn so ist es um die Freiwilligkeit dabei doch ein eigen Ding, Dber, Ratibor Vor der Wahl, was sie ihrem Pastor Held schenken sollten, standen in den letzten Tagen auch die Konfirmanden der Kirchengemeinde St. Pauli in Lem go. Sie konnten sich nicht einigen und legten dem Pastor die Frage, was ihm erwünscht sei, zu eigener Ree, Bordamm Entscheidung vor. Der Geistliche war der Situation gewachsen: Elbe, Leitmeriz feine Familie hatte sich in der legten Beit wieder vergrößert was lag da näher, als daß er sich einen Kinderwagen wünschte! Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen! Dresden Barby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, Fall. 669 Sonntag, den 5. cr., sind unsere Häuser von 1 Uhr ab geöffnet. Läuferstoffe Breite Breite ca. 67 cm ca. 90 cm Meter Meter Kokosläufer 120 170 gem glatt Kokosläufer, mit 130 180 Kante Tapestry mottled 170 250 Tapestry gemust. gemust. 190 270 Bouclé sehr haltbar 250 350. Yelours mottled.290 425 Juteläufer... Breite Breite ca. 65 cm ca. 80 cm m.Rand 55 PL.75 PL Frisches Fleisch Leipziger Strasse Alexanderplatz ohneSpitzPökeldickbeinbein Pfund 50 4Stck. Hammelkotel. Pf. Schweinebauch. Pfund 60 Gehacktes..... Pfund Hammeldünnung Pfd. 70 Pökelkamm.... Plund Hammel Dicke Rippe Ochsenbrust .. 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Niederlehme: Friedrich Baumann, Bahnhofstr. 2, Eingang Beeskower Straße. Köpenick: Emil Bigler, Stickerstr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 1hr. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Dito Seitel, Wartenbergstraße 1( Laden). Geöffnet von 8-2 und von 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf: P. cßberg, Kauls. dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August Leip. Chauffecftr. 29. Marienfelde: Emil Weinert, Berliner Str. 114 II Neuenhagen, Hoppegarten: E. Rachow, Wolteritage 31. Neukölln: M. Heinrich, Nedarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-1 und von 4-7 Uhr; Neukölln, Brig: Rohr, Siegfriesstraße 28/29. Geöffnet von 7-1 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, II. Nowawes: Wilhelm Japve, Lutherstr. 2. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast, Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Wattstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 11hr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Frz.- BuchNiederschönhausen, Nordend, Frz. Buch holz, Blankenburg: Rismann, Mühlenjtr. 30. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 1hr. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Karl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke: Wilheim Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg: 5. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schönbrück und Buch: Heinrich Brose, Mühlenstr. 5. Laden. Bohnsdorf, Falkenberg und Falkenhorst: Paul Gensch, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus Paradies". Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimer Str. 1. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: D31ar Mable, Stubenrauchstr. 99. Erkner, Nen- Zittau: Emil Jwang, Scharnweberstr. 10. Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: S. Höselbarth, Petershagen. Friedenau, Steglitz, Südende, Groß- Lichterfelde, Lankwitz: H. Berniee, Aljenstr. 5 in Steglik. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, Kl.- Schönebeck: Ernst Berimann, Friedrichshagen, Köpenider Straße 18. Grünan: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: May Gonsch ur, Parkstr. 6. ' Karlshorst: Richard Kiter, Rödelitr. 9, II. P. Gurch, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-12 1. 4-7 Uhr. Rummelsburg, Boxhagen, Stralan: A. Rosenfranz, iltBorbagen 56. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Schenkendorf b. Königs- Wusterhausen: Chr. antschte, Dorfstr. 10 Schöneberg: Wilhelm Bäuinler, Martin Lutherstr. 69, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: Köppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslust, Hermsdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Baul Siena it, Borsigwalde, Räuschstraße 10. Geöffnet von 11-12 1. von 4-7 Uhr. Teltow: Wilhelm Bonow, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Joh. Krohn, Borussiastr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzstraße 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105, part. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Miersdorf: Ernst Hüttig, Zeuthen, Miersdorfer Str. 14 Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert Sonntags find die Ausgabestellen geschlossen. Theater und Vergnügungen Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Freitag, abends 8 Uhr: Hierauf: Wann wir altern. Liebe. Nachher: Lottchens Geburtstag. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wann wir altern. Hierauf: Liebe. Nachher: Lottchens Geburtstag. Freitag, abends 8 Uhr: Das große Licht. Commabend, abends 8 1br: Das Glück im Winkel. Metropol. Die Reise um die Belt Theater in der Königgrätzer Straße in 40 Tagen. Anfang 8 Ubr. Urania. Hochspannung. Lefing. Pygmalion. Berliner. Wie einst im Mai. Theater am Nollendorfplatz. Der Jurbaron. Deutsches Künstler Theater. Die Erziehung zur Liebe. Deutsches Opernhaus. Der Troubadour. Königgräger Straße. Mauern. Hinter 8 Uhr: Hinter Mauern. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik“. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Thalia. Benn der Frühling tommt: Deutsches Künstlertheater Kammerspiele. Der Snob. Kleines. Jettchen Gebert. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Trianon. Die Notbrüde. Komödieuhaus. Kammermusif. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller 0. Die Maschinenbauer. Schiller Charlottenburg. Wann Liebe. Lottchens mir altern. Geburtstag. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christ!. Roie. Das Recht auf den Tod. Theater des Westens. Bolenblut. Monris Operetten. Jung- England. Residenz. Der Regimentspapa. Kajino. Die olle Webern. Herrnfeld. Die von oben und unten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Stompagnie. Anfang 8 Ubr. Luisen. Ein Freund der Armen. Walhalla. Tangofieber. Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Donnerstag 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Freitag 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theat. Anfang 8 Uhr. Die Förster- Chriftl. Sonnt. nachm. 4 11hr: Fräul. Trallalla. Residenz Theater 8 llbr: Der Regimentspapa. Folies Caprice. Cajé Pingsbeim DOSE THEATED Der Heiratsgraf. Neues Anjang 84, Uhr. Bolks Theater. Raiserjäger. Der Anfang 9 Uhr. Admiralspalast. Die lustige Puppe. Berliner Eispalajt. Im Krug zum gränen Ranze. Eines Nollendorf: Theater. Was mir die Wildnis gab. Sternwarte, Invalidenstr.. 57-62 Theater a.d. Weidendammerbrücke 8 Uhr: Der müde Theodor. Theater des Westens. Sr: Polenblut. Sonnt.uchm. 3: Gräfin Fif. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. = Große Frankfurter Str. 132. Das Recht auf den Tod. Schauspiel in 4 Aften v. Gust. Loessel. Anfang 8 Uhr. Freitag: Das Recht auf den Tod. Sonnab. nachm.: Mar u. Moris. Folies Caprice. 81 Café Pingsheim Der Heiratsgraf Meyersteins Casino= Theater gotbringer Straße 37. Täglich 8 Ubr. Nur noch bis Mittwoch, den 8. April: Die olle Webern. Borber ein erfittaisiger bunter Teil Sonntag, 12. April, Ostern, z. 1. Male: Wo die Liebe hinfällt. Sonnt. 4 Uhr: Unsere lieben Frauen. Freie Boltsbühne Extra- Vorstellungen: Lessing- Theater: 12. April, nachmittags 3 Uhr: Herrnfeld- Theater: 13. April, nachmittags 3 Uhr: Professor Bernhardi. Hinterm Zaun. Anfang 3 Uhr. Gastkarten a 1,10 M. in den 8 bekannten Zahlstellen. Nichtmitglieder 25 Pf. mehr. Die nächsten Aufführungen nachmittags 3 Uhr: Unterwelt. Nollendorfplatz- Theater: Orpheus in der Künstler- Theater: Der Biberpelz. Lessing- Theater: Professor Bernhardi. Schiller- Theater 0: Geschäft ist Geschäft. Herrnfeld- Theater: Hinterm Zaun. Neues Volks- Theater: Michael Kramer. Drittes Chor- Konzert Karfreitag, den 10. April, 7 Uhr, in der Neuen Welt. Matthäus- Passion von Johann Sebastian Bach. Berliner Volkschor, Blüthner- Orchester Soli, Orgel, Kinderchor. Dir. Dr. Ernst Zander. Einlaßkarten a 75 Pf, sind in allen Zahlstellen( an der Abendkasse 1 M.) erhältlich. Einführungshefte mit Text und erläuterndem Aufsatz sind am Eingang der Säle am Sonntag und Karfreitag zu haben. 244/6 Einige Mitglieder können sich noch in den Zahlstellen anmelden. Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. 2 Kapellen Tag u Nachi LL warme Küche Billard- Saal. Café Moritzplatz Größtes Concert Cafe Berlin S. Oranienstr 53/54( Wertheimhaus) o Direktion: Richard Korant Täglich jeden Nachmittag von 4 Uhr ab Kapelle der Nationalen Flugwebr unter Leitung des Kg). Obermusikmeisters F. Dockhorn. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Ein Freund der Armen. Walhalla- Theater. Täglich 81% Uhr: Tangofieber. Gr. Posse m. Gef. u. Tanz in 3 Aften Drama aus dem Bergarbeiterleben. von E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch. 66 ,, Alt- München" Ecke Friedrich- und Mohrenstraße Sehenswürdigkeit Berlins:: Münchener Kochelbräu Im Bränstübl vorzügl. Frühstücksund Mittagstisch zu kleinen Preisen. Zirkus Alb. Schumann. Heute Donnerstag, d. 2. April, Großen Beifall 10 haben täglich um 91, Uhr: die Freien Ringkämpfe Catch as catch can Es ringen folgende Paare: gegen Grena 1. Saft ( Deutschland) 2. Derelli ( Asien) 3. Simonon gegen De Ridder ( Lüttich) ( Belgien) 4. Entscheidungskampf Deriaz gegen Thomson ( Schweiz) ( Westindien) Vor den Ringkämpfen: d. gr. Ausstattungsstück, Tipp s.Auftr. d. neueng. Aprilattrakt. Anf. 7%, Uhr. Ringkämpfe 9. Metropol-Theater. Abends präzise 7 Uhr 55: Steppdecken Spezialhaus Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. 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