Nr. 26. = Grscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. frei in's Haus. Einzelne Numme: 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. Deiterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boit Zeitungs: Breis iste für 1894 unter Nr. 6919. = Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Beriammlungs Anzeigen 20 Big Snierate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in De: Expedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises zum 1. Februar thätig zu sein. Es ist das eine Partei pflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat es, und wer dem Partei Organ neue Leser zuführt, stärkt sonach die Partei. = Wir haben, unterstützt von der Partei, in letter Zeit unseren Juhalt bedeutend erweitert und auch dem Feuilleton erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. Der Roman „ Helene" von Minna Kautsky, welchen wir jetzt veröffentlichen, reiht sich den besten Schöpfungen der modernen Romanliteratur an. Unter solchen Umständen haben wir ein doppeltes Recht, auf die Unterstützung der Genossen zu rechnen, und die Verbreitung des Vorwärts" von ihnen als eine Pflicht heischen zu können. Mit dem 1. Februar eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von Donnerstag, den 1. Februar 1894. Wie es gemacht wird. Dem Reichstage find dieser Tage zwei Berichte der Wahlprüfungs- Kommission zugegangen, die über zwei Typen der Wahlmache guten Aufschluß geben, über die amtliche und über die großkapitalistische Wahlmache. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. seine helle Freude haben. Er ist der getreue Schildknappe erröthend, den Spuren Posadowsky's. Er ist ihrer Meinung und hat immer dasselbe sagen wollen, nur daß ihm die Regierungsvertreter öfters zuvorgekommen sind. Solche Herrlichfeiten eines steuerpolitischen Gleichklangs zwischen Regierung und Konservativen wirken um so erfreulicher, je erbitterter die handelspolitische Fehde augenblicklich tobt. des Finanzministers Dr. Miquel und folgt, aber gar nicht Zu den strebsamsten Neulingen der Rechten gehört der Abgeordnete für den 7. Wahlkreis des Regierungsbezirkes Was also kann Herrn Gescher geschehen? Verläßt er Düsseldorf( Mörs- Reès), ein Landrath Gescher zu Wesel, den Reichstag auf dem Wege, der sich für rechtswidrig Erder sich im Reichstags- Handbuche noch als" fatholisch- wählte gebührt, so wird er gewiß nicht klagen dürfen. Für konservativ" bezeichnete und hinzufügte: wahrscheinlich der Talente dieser Art ist doch ein weiches Bett leicht und gern konservativen Fraktion angeschlossen". Thatsächlich ist denn gemacht. Der Landrath zu Wesel ist wirklich zu schade für auch der schneidige Landrath in die allein seiner würdige bie ledergepolsterten Sessel des Reichstags.... Fraktion der Junker oder um im Stile von Manteuffel Die Wahlprüfungs- Kommission hebt in ihrem Bericht zu reden, der verhungernden Landwirthe" einzutreten. Es vor allem Eines hervor, das zwar nicht neu und nicht ist vielleicht nicht ohne Interesse für unsere Lefer, zu er selten ist, nicht zu oft jedoch in solcher Sinnenfälligkeit uns fahren, daß vor Herrn Gescher von den Gesinnungstüchtigen vor Augen tritt, eine amtliche Wahlbeeinflussung, wie sie des Kreises ursprünglich der Romen als Kandidat in gröblicher nicht gedacht werden kann. Ein Amtsgenosse des Aussicht genommen war, eine Kandidatur, die jedoch unter Landraths Gescher, der Landrath von Mörs, ein Dr. dem Hohn und Spott der öffentlichen Meinung zu Schanden Saniel, hat im Ueberschwange kollegialer Nächstenliebe das geworden ist. Menschenmögliche geleistet. Er erließ am 9. Juni 1893 folgendes Rundschreiben an sämmtliche Bürgermeister des Kreises Mörs: Herr Gescher, dessen Wahl auf recht eigenartige Weise u ftande kam, hat das Zentrum, zu dessen sichersten Sigen Mörs- Rees bisher gehört hat, geschlagen. Von Anfang an aber schwebte das drohende Gespenst der Ungiltigkeitserklä rung über dem gardelieutenantsmäßig gescheitelten Blondhaar des schnurrigbärtigen Patentfuchses der Konservativen. Ein gewandter Mann, der sich geschickt zu empfehlen versteht, saugt auch aus Giftblumen Honig und rettet aus den Trümmern eines etwa zusammenbrechenden Mandats die schönsten Hoffnungen und besten Aussichten für eine rosige Zukunft. Als erster Redner der Junkerschaft zur TabakFabrikatsteuer debütirte Herr Gescher, und seine Rede war in der That ein Meisterstück der Staatsmannschaft, die darin besteht, ohne den blassen Echein einer bescheidenen, sich nie zum Widerstand aufraffenden Selbständigkeit aufzugeben, stets der Ansicht der Regierung zu sein und sich in den Versicherungen der löblichsten Ergebenheit zu erWunder, daß Rein Vielgewandte, daß der nachdem das schwere Werk vollbracht war, am Bundesrathstische mit unserem eleganten Reichsschatzsekretär, der das Entzücken zwar nicht der Finanzpolitiker, wohl aber der Leserinnen jedes Modejournals sein muß, die wärmsten Händedrücke tauschte. Dem Verdienste seine Krone! 2,20 Mark für die Monate Februar und März entgegen.( Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, schöpfen. das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes teine Unterbrechung erleidet. Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Theil des Romans „ Helene" von Minna Kautsky auf Verlangen gratis nachgeliefert. Wer gar die Thätigkeit des Erwählten und wie Er wählten! von Mörs- Rees in der Stempelsteuer- Kommission, wohin ihn seine Leute verständnißfroh entfendet hatten, mit wohlwollender Sachlichkeit verfolgte, muß an diesem BoltsDie Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. vertreter- die Reichsboten find ja wohl Volksvertreter Feuilleton. Helene. Nachdruck verboten.] ( Alle Rechte vorbehalten [ 31 Regung in ihm aufstieg, war sie es wieder, die sie zurückwies. So waren sie auf dem Punkte angekommen, wo sie in einer beständigen Reizbarkeit lebten, und Groll und Mißverständnisse sich erhöhten, wo das Unrecht des Einen zum Triumphe des Anderen wurde, wo die gegenseitige Achtung schwand und Aerger und Erbitterung sich bis zum Hasse steigerten. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Er schien es nicht zu wissen, daß die Abhängigkeit des Und doch dachten sie nicht an Trennung. modernen Weibes von ihrem Gebieter noch ebenso groß Sie lebten miteinander fort, Tag für Tag, unter dem ist, als sie jemals gewesen und daß ihm heute weit moralischen Zwang eines Herkommens, das sie demoraliraffinirtere Mittel zu Gebote stehen, um sie zu beugen. firte, sie schlecht machte und das zu brechen keines den Unbewußt machte er davon Gebrauch, indem er seinen Muth hatte. Geldsack fest zuhielt. Damit war ihr Alles versagt, was sie geistig und gemüthlich erfrischen und erfreuen konnte, denn sie vermochte sich keinen Wunsch zu erfüllen, ohne vorher bei ihm zu betteln, und so wurde ihr ihre ökonomische Abhängigkeit nicht täuschen. täglich fühlbarer. " Die Neuwahlen zum Reichstage stehen dicht bevor und ist, wie Sie wissen, der Herr Landrath Gescher zu Wesel als Kandidat der nationalen Partei einstimmig aufgestellt.- Infolge dieser Kandidatur ist unter den jezigen Verhältnissen begründete Hoffnung vorhanden, diesmal einen Vertreter der re gierungsfreundlichen Anschauung in den Reichstag zu senden, welches um so mehr geboten erscheint, da das Reich durch die Nichtannahme der Militärvorlage unabsehbaren Verwicklungen entgegensteuern wird, welche zum Ruin des Vaterlandes füh= ren tönnen. Geboten ist es daher für jeden deutschen Mann, fein ganzes Können einzusetzen, um das Unheil von unserem Vaterlande abzuwenden. Meine dringende Bitte geht nun dahin, daß Euer Wohlgeboren dafür Sorge tragen und überall durch Bildung geeigneter Komitees dahin wirken wollen, daß sämmtliche nationalgesinnte Wähler am Tage der Wahl ihren Wahlzettel in die Wahlurne werfen. Nur auf diese Weise fann der Sieg errungen worden. Da vor sechs Jahren unser Kandidat Baumann nur mit 185 Stimmen unterlegen ist, so ersehen Sie, daß es auf jede einzelne Stimme ankommt, und werden wir, wenn die Komitees ihre Schuldigkeit thuen, bestimmt siegen. Nach geschehener Wahl bitte ich sofort Telegramm über das Resultat mir zuzusenden." Der amtliche Wahlapparat arbeitete offenbar mit Hochdruck. Auch die bekanntlich unpolitischen" Kriegervereine wurden für den Hurrah- Kandidaten mobil gemacht, ein Aufruf an die Mitglieder der Kriegervereine des Wahlfreises Mörs- Rees wurde von dem Vorsitzenden des niederrheinischen Kriegerverbandes in Wesel erlassen, ein Aufruf, der blutrünstig mit Rosacken und Franzosen drohte. In die wohl geeignet waren, die Sinnlichkeit eines jungen Weibes zu erregen. Gern hätte er sie vor der drohenden Gefahr gewarnt, aber ihr Benehmen ermunterte ihn nicht dazu. Nichtsdestoweniger wollte er über sie wachen, als ihr treuester Freund. Wie lange noch?" Er lehute sich in den Sessel zurück und schloß die Augen. Und er sah sich selbst als einen talten Mann unbeweg lich daliegen, mit den gefalteten, wächsernen Händen, die Todtenstarre im Antlitz. Sein Leben war erloschen... Der Gedanke hatte nichts Schreckhaftes für ihn, der an tein Jenseits glaubte mit der persönlichen Fortdauer von menschlichen Freuden und Leiden, der aber den ewigen Zusammenhang der Welt erfaßt hatte, und den großen Entwickelungsprozeß der Menschheit, der unbeirrt weiter schreitet, zu immer höheren Formen. Und gab es denn nicht so viele Andere, die auch mit einander lebten und nicht glücklicher waren als sie? Anderen gegenüber heuchelten Beide ein leidlich gutes Einvernehmen, aber Max ließ sich über ihr Verhältniß Ohne jemals eine Indiskretion begangen zu haben, war Gegen die Eltern benahm er sich schlecht. Er machte er Mitwisser ihrer Geheimnisse geworden, die sie vor ein- Und muß nicht jeder seinen Theil dazu beitragen, bes den Vater, dessen Gesinnungen er zu verdächtigen begann, ander verbargen. Er kannte ebenso die Liebschaften Hart- wußt oder unbewußt? Keiner hat ganz umsonst gelebt. für die radikalen Aeußerungen verantwortlich, die Helene manns, der eine Oliva aushielt, wie die Weltanschauung Und er lächelte und öffnete die guten blauen Augen, hier und da entschlüpften und untersagte ihre Besuche im von Helenens Vater, die seine Tochter unbewußt theilte. in denen es hell aufleuchtete, in der heißen, innigen, Elternhause. Was sie liebte, dem mißtraute er, er quälte Wie kein Anderer errieth er, daß es zwischen den Gatten, Schnsucht des letzten Wunsches:" Könnte ich doch, ehe fie abfichtlich, um sie damit zur Liebe zurückzuführen. die einen Bund für's Leben geschlossen hatten, nichts Gemein- ich von hinnen gehe, Helene, dieses süßeste Wesen, ers Wie Petruchio übte er seine Macht mit jenem tyran- sames mehr gab und daß Gefühle und Gedanken sich in retten, könnte ich etwas zur Festigung unserer Partei beis nischen naiven Egoismus, der, da ihn niemand darin zu ihnen zu einem immer feindseligeren Gegensatz entwickeln tragen!" beschränken suchte, sich völlig in seinem Rechte glaubt. Aber würden. das moderne Weib hat Nerven, und Helene lernte sie ihm Und wenn Hartmann, der gesellschaftlich und ökofühlbar zu machen. Frauennerven! nomisch frei und unabhängig war, sich diesem Zusammenleben zu entziehen und anderweitig zu entschädigen wußte, so würde ihr Herz immer mehr vereinsamen und die Hingabe an einen anderen Mann nur ihr Verderben beErich wußte, was das zu bedeuten habe, er hatte schon darunter zu leiden gehabt; bei seiner legitimen Frau wollte er sich Nerven ernstlich verbeten haben. Aber es schien, als ob er diesen pathologischen Bu- siegeln. ständen gegenüber auch hier den Kürzeren ziehen würde, In den folgenden Tagen beobachtete May mit wachsender und dieser Gedanke erschreckte ihn. Bangigkeit die einschmeichelnde Vertraulichkeit Morre's, der Helene schien indeß wirklich zu leiden, ihr Aussehen mit Hartmann's zugleich nach St. Agath gekommen war, bezeugte es, aber wenn dann einmal eine großmüthige und seine raschen flammenden Blicke, die er Helene zuwarf, . Es war ein heißer, sonniger Nachmittag. In Helenen's Zimmer, das nach Osten lag, standen die Fenster offen. Es war angenehm fühl daselbst. Sie saß am Fenster und hatte zu ihrem weißen Lawn tennis- Anzug eben das Mütchen vollendet. Der buschige Knopf aus geschnittener Wolle war noch daran zu nähen. Ihre Hände hatten Nadel und Zwirn ergriffen, jetzt ließ sie sie wieder sinken und ihr müder Blick sah über den einem Orte des Wahlkreises, in Elten, wurde ein Flugblatt, Posadowsky mehr Einfluß im Hause hätte, als er unterzeichnet: Die Deputation des Gemeinderaths, verbreitet, bisher befißt. Gegen die Vorlage sprachen die beiden worin es heißt: Zentrumsredner Dr. Echädler und Fuchs, von denen der „ Der Herr Landrath Gescher hat am vergangenen Sonntag erstere besonders ein Hühnchen mit dem allezeit steuerfrohen unferer Deputation, welche der Gemeinderath in betreff unserer bayerischen Finanzminister Dr. Riedel pflückte. Die VorSeminarangelegenheit entfendet hatte, klar und bündig erklärt, lage wurde schließlich an die Steuerkommission verwiesen, daß, wenn er als Reichstagsabgeordneter nach Berlin entfendet würde, er bestimmt in der Lage wäre, unserm Orte das Lebrer wo sie bis auf weiteres begraben bleibt. seminar zu erhalten, dafür bürge er. Er wisse sehr wohl, daß der Fortbestand des Lehrerseminars für Elten eine Lebens frage wäre. Bürger von Elten, forget für Eure eigene Existenz, wählet Landrath Gescher!" Die Absicht, den Schwerinstag für diese Woche ausfallen zu lassen, wurde auf Widerspruch Singer's aufgegeben. Daß der Reichstag nichts mit dem preußischen Kultus- Kommission haben die Nationalliberalen heute feierlich Nationalliberale Kourage. In der Budgetetat zu thun hat, kommt ja nicht in Betracht. So kam denn die Wahl des Herrn Gescher zu stande. angekündigt, daß sie in der Etat- Berathung die StaatsEr wurde mit 12 562 gegen 11 884 Stimmen, die auf angehörigkeit des neuen Herzogs von Coburgden ultramontanen Kandidaten fielen, mit Ach und Krach am 15. Juni gewählt. Er erhielt 223 Stimmen über die absolute Mehrheit. Die Kommission beantragt die Entscheidung über die Giltigkeit der Wahl auszusehen und den Reichskanzler um eine Beweiserhebung darüber zu ersuchen, ob das Hanielsche Rundschreiben an die Bürgermeister und wenn nicht an alle, au welche ergangen sei. Und zwar soll Haniel eine amtliche Erklärung darüber abgeben. Wir werden ſehen, was die Regierung zur Gescheriade sagen und thun wird. Denen um Gescher wird sich viel leicht der Angstruf entwinden: Haniel hilf! otha zur Sprache bringen wollen. Bejagter Herzog ist bekanntlich ein englischer Staatsangehöriger- ob auch deutscher, das ist die Frage. Und eine weitere Frage, ob ein deutscher Fürst„ Unterthan" eines fremden Souveräns sein kann. " journalistische Beziehungen zu der nächsten Umgebung des Reichskanzlers Grafen Caprivi unterhält. Gemeint war eben jener Herr Reuß. In welcher Eigenschaft Reuß unter den Anarchisten wirkte, ließen wir dahingestellt müssen wir auch heute dahingestellt sein lassen. Herr Singer hat Beweise für die Lockspizeldienste des Reuß nicht beigebracht und die nachträglich erfolgte Beweisführung des Borwärts" ist lückenhaft. Jedenfalls steht fest, daß im Reichskanzlerpalais eine Person ein- und ausging, die entweder agent provocateur oder Anarchist gewesen ist. Ist das erstere der Fall, dann ist das Urtheil überflüssig. War Reuß aber Anarchist, so darf hier wohl nicht an das Wort erinnert werden, daß im Himmel mehr Freude über einen Bekehrten sei, denn über zehn Gerechte. Es ist vielmehr der Gipfel der Ungeschicklichkeit, in dieser Zeit anarchistischer Attentate, die Welt von einem Attentatsversuch durch einen ehemaligen Anarchist en unterrichten zu laffen ganz abgesehen von der gebotenen Rücksichtnahme auf die viel gerühmte Tugendhaftigkeit der Regierung in Preßsachen. Wir haben auf Herrn Reuß, über dessen Vergangenheit der weitaus größte Theil der Berliner Presse aus unbekannten Gründen sich Schweigen auferlegt, umsomehr ein zweites Mal zurückkommen zu müssen geglaubt, als es galt, dem eingangs erwähnten Versuche entgegen zu treten, den Funktionär der gegenwärtigen Regierung auf das Konto des Fürsten Bismarck zu schreiben. 群 Der Hofgang des Ex- Hausmeiers wird in bezug auf seine politische Bedeutung oder Nichtbedeutung von der englischen Presse, die wohl die unparteiischste ist, genau Der Hauptmann der Fronde" sucht also den Herrn so beurtheilt wie von uns." Fürst Bismarck", schreibt die Theodor Reuß von seinen Rockschößen abzuschütteln, und Saturday Review"" iſt entwaffnet von dem Tag an, wo dem troß Sofgang- mit ungeſchwächten Kräften ges er den Palast des Kaisers als" dessen Gast betritt. Und haßten Nachfolger an die Rockschöße zu praftiziren. wenn das unwürdige Gefeife und Gefnurre( snarling) Natürlich will auch der Nachfolger mit einem Spizel und Im sechsten Wahlkreise des Regierungsbezirks Magde des Erkanzlers jetzt aufhört, so müssen die Freunde Anarchisten nichts zu thun haben, und so blüht denn dem burg( Wanzleben) ist am 15. Juni der Nationalliberale desselben dem Kaiser sehr dankbar sein." Das mögen die Herrn Theodor Reuß das Vergnügen, daß zwischen von Benda auf Rudom mit 92 Stimmen über die absolute Herren, an welche die Worte gerichtet sind, sich merken. Friedrichsruhe und Wilhelmstraße Fangball mit ihm geMehrheit gewählt worden. Unser Genosse Tischlermeister Im übrigen ist's eine rein persönliche Sache, ohne spielt wird. Gerlach in Magdeburg erhielt 5439, von Benda 7758, der jedwede ernsthafte Folge: so urtheilt die gesammte englische Unser Urtheil steht fest. Herr Theodor Reuß hat zween Wadelstrumpf Gufferow 2059 Stimmen. Die Kommission Breffe, obgleich sie zum Theil das Lügenmärchen von der Herren gedient- wenigstens von zween Herren Gelder bezogen. hat auch hier die Entscheidung über die Giltigkeit Popularität der alten Raketentiste" noch glaubt. Als nach dem Sturze des langjährigen Chefs" dem der Wahl ausgesetzt und über die Vorgänge amtliche Aus- Apropos, das Leipziger Tageblatt" bringt heute einen Spizelgesindel der Brotkorb höher gehängt ward, ging kunft verlangt, die der Wahlprotest wie folgt schildert: In feierlich gesperrten Artikel mit der Ueberschrift:" Der An- Herr Theodor Reuß mit seinem unmittelbaren Vorgesezten, Wolmirsleben hat der Gemeindediener Loging in Uniform bruch der zweiten Regierungsepoche Kaiser Wilhelms II." dem biederen Krüger, in die Dienste des sehr gut vor dem Wahllokale Stimmzettel für Herrn v. Benda ver- Die zweite Regierungsepoche" ist am vorigen Freitag zahlenden Bismarck- Rings, und dieser hat ihn zu Herrn theilt. Der Amtsvorsteher und Fabrikbesizer Schäper in dem Bismarckstag" angebrochen. Die Hundstage von Caprivi geschickt, ein Geniestreich, der allerdings Wolmirsleben hat seine bei ihm beschäftigten Leute( etwa kündigen sich heuer sehr früh an. nur unter der Voraussetzung großer Naivetät des aus: 300 Manu) unter seiner und seiner Beamten Aufsicht an Spitzel- Anarchist. Die Angelegenheit des Herrn ersehenen Opfers versucht werden konnte, jedoch zweifellos das Wahllokal geführt, wo jedem einzelnen dieser Leute Theodor Reuß gestaltet sich zu einer hochpolitischen gelungen ist. Möglich, ja gewiß, daß Herr Theodor Reuß von dem Gemeindediener Loging ein Stimmzettel für Herrn Haupt- und Staatsaktion. Gegen die von uns vorgebrachten auch den Fürsten Bismarck an Caprivi verrathen hat. v. Benda eingehändigt wurde. Sämmtliche Leute be- Thatsachen war einfach nicht anzufämpfen. Da gab es kein Mögen die beiden Herren Kanzler, der alte und fanden sich während dieser ganzen Handlung unter Abstreiten, fein Umlügen, fein Fälschen. Herr Theodor der neue, fich Herrn Theodor Reuß gegenseitig zustrenger Aufsicht der Beamten des Herrn Schäper, Reuß stat in dem Schraubstock und stammelte er auch einige werfen wie einen Pack schmutziger Lumpen, während Herr Schäper selbst sich innerhalb des Wahl- verworrene Worte des Leugnens, so täuschte er doch niemanden, Jeder los sein will. Und mögen sie sich zanken, welcher lokals an der Thür postirt hatte. Es wurde hierdurch den auch nicht seine Brotgeber, die sich vor das fatale Dilemma von Beiden der betrogenste ist. Für ums liegt das Hauptsämmtlichen, so hergeführten ca. 300 Wahlberechtigten bei gezerrt sahen:„ wenn Euer Herr Theodor Reuß kein Spizel interesse und mehr als ein vorübergehendes Interesse der beren wirthschaftlicher Abhängigkeit unmöglich gemacht, ſich ist, wie er jetzt behauptet, dann habt Ihr einen Anarchisten, Attualität in der Thatsache, daß ein Theodor mit andern als den ihnen vom Gemeindediener Loging ge einen Genossen der Stelmacher und Konsorten im Sold!" Reuß Vertrauensperson der zwei ersten gebenen Stimmzetteln zu versehen. Der Amtsvorsteher und Freilich, wer sind die Brotgeber? Das Reich 3 kanzler Kanzler des Deutschen Reichs sein konnte. kanzler- Kanzler Fabritbefizer Schäper rief sodann seine Leute nach dem amt hat Herr Theodor Reuß selber genannt. Aber Alphabet kolonnenweise von je 3 bis 5 Mann auf und blo 3 das Reichskanzleramt? BIos der neue" Kurs? feinen Lohn. Welch außerordentliche Berdienste um Staat und Das wahre Verdienst findet in Preußen doch noch immer ließ sie so in das Wahllokal eintreten, wobei er die Thür Nicht auch der alte?" Alte Liebe rostet nicht", sagt Krone, die bisher unbekannt geblieben sind, muß sich nicht der jedesmal eigenhändig öffnete und schloß. So wird es gemacht. Wenn aber das freie Wahlrecht da ihm troß des seigen ein Sprichwort, und ein anderes: qui s'excuse s'ac- General Kirchen er vor kurzem überführt wer sich entschuldigt, beschuldigt sich." Dies Mordversuchs, dessen lettere Sprichwort fiel uns recht lebhaft ein, als wir die ießt der König von Preußen den„ Kronenorden 2. Klaffe nachfolgende Notiz eines Bismarck'schen Reptils in dem Verdienste nicht, aber groß müssen sie doch sein, mindestens so mit dem Stern" verliehen! Wie gesagt, wir fennen die Leipziger Tageblatt" lasen: groß, wie die des Jhring- Mahlow, der troß seiner Attentatsangettelungen das Allgemeine Ehrenzeichen erhielt. Wir find eben leider noch nicht tief genug eingedrungen in das Wesen des Militärstaats, um auf alle seine Wesensoffenbarungen hinreichend vorbereitet zu sein. durch praktische Neuerungen geschüßt werden soll, dann beulmeiert die ganze Rotte Korab der Gentlemen und Junker nach dem Sturze des allgemeinen Wahlrechts. So wird es gemacht. Politische teberlicht. Berlin, den 30. Januar. Aus dem Reichstage. Die Diskussion über das Miquel'sche Finanzgefeß hat auch heute noch die ganze Eigung in Anspruch genommen. Für das Gesetz trat das Trifolium von Frege, Tr. Böttcher und von Stumm ein, wobei die beiden Lehtgenannten der Ausbildung des Systems der indirekten Steuern begeisterte Loblieder sangen. Der Junker Frege holte sich aber einen Ordnungsruf für eine recht rüpelhafte Anzapfung des Abgeordneten Richter. Auch der Staatssekretär Graf von Posadowsky griff noch einmal in die Debatte ein, doch die Vorlage wäre nicht zu retten gewesen, auch wenn Graf von Garten hinweg, nach den Tannen, die hier die Straße säumten. Sie hatte keinen deutlichen Gedanken, es war nur ein unbestimmtes Gefühl der Sehnsucht, das sie aus der Gegen wart, aus ihrem Hause hinweg führte. Da vernahm sie leichte Schritte gegen die Thür und mechanisch nahm sie die Arbeit, die ihr im Schooße ruhte, wieder auf. Erich trat herein, ein Liedchen fummend. Er hielt einen Strauß herrlicher Rosen in der Hand, und verlangte ein Band, um sie zusammen zu binden. Er setzte sich, als er es erhalten hatte, und begann die Blumen mit gutem Geschmack zu ordnen. Einmal blickte er flüchtig auf: Bist Du bald fertig? Sidonie liebt es nicht, wenn man sie warten läßt." 〃 Fertig," sagte sie und schnitt den Faden ab. " Ah, ein neues Lawn- tennis- Mühchen, probire einmal." Sie setzte es auf. Es stand ihr vortrefflich. Er nickte. " Hübsch; diese kecken Formen stehen Dir am besten; wen wirst Du denn da wieder erobern wollen?" cuse -Den wurde, ss. Berlin, 80. Januar. Der Vorwärts" zeigt nicht übel Lust, den von der Tribüne des Reichstages herab gebrandmarkten Herrn Theodor Reuß dem Fürsten Bismarck oder seinem Sohne an die Rockschöße zu hängen. Er geht in der Unverfrorenheit so weit, aktuelles und politisches Interesse dem Umstande zuzuschreiben, daß Reuß auf dem Die Weiberprügelei in Kamerun hat unsere Offi Gruppenbild der Südwestdeutschen, die im vorigen Sommer ziösen, abgebrüht wie sie sind, doch mit einiger Scham erdem Fürsten in Kissingen huldigten, figurirt und zwar in füllt. Dies schließen wir daraus, daß das Wolff'sche Teleder Nähe des Grafen Herbert Bismard". Es ist kaum graphenbureau wohl die Thatsache der Weiberprügelei ermöglich, bei einer im Freien bewerkstelligten Aufnahme einer wähnt, den schmachvollen Umstand, daß die Weiber großen Menschenmenge Eindringlinge fernzuhalten, möglicherweise ist aber Reuß kein Eindringling gewesen. In diesem für die Prügelei nadt ausgezogen wurden, Falle möchten wir fragen: 3u welchem Zwecke hat sich der verschwiegen hat. Mann an die Umgebung des Fürsten Bismarck herangemacht, Die Zentrumspartei fühlt wieder einmal das Bes wem waren feine Auskundschaftungen zugedacht? Es führt dürfniß, für die wahre" Freiheit in derjenigen unschäddies zur Hauptsache über. Der Vorwärts" behauptet, Reußlichen Weise einzutreten, die wir seit Jahren an ihr schäßen. habe im Kreise der Londoner Anarchisten Lockspizeldienste ver richtet. Wir haben schon vor Erwähnung seiner Person im Sie bereitet diesmal einen Antrag auf Abänderung des Reichstage( in Nr. 33 vom 19. Januar) konstatirt. daß ein Wahlgesezes vor, und die Einbringung soll in nächster Mann, der dem Londoner Anarchistenlager angehört hat, enge Beit stattfinden. Wir bezweifeln nicht, daß der Antrag Er zuckte die Achseln und entgegnete zynisch:„ Wer das auch glaubte." Er wollte das letzte Wort haben. Er war aufgestanden und ging in der Stube hin und her, an seinem Schnurrbart zerrend, dann stellte er sich plöklich vor sie hin und fragte ungeduldig: bist Ja, warum gehen wir denn nicht, wenn Du fertig soll auch die Frau Minister auf Dich warten Sind die Lermina's wieder hier?" müssen?" Sie sind heute morgen herausgekommen; ich dächte, Du wüßtest es." Nein." Sie trat vor den Spiegel und nahm ihr Mützchen vom Kopfe." Bitte, gehe allein," sagte sie ruhig, ich will später nachkommen." " Weshalb?" thin sit " Ich bin nicht ganz wohl." Er sah sie starr an mit den sich vergrößernden Augen. Was ist das wieder für eine Komödie, was soll das heißen?" " Daß ich es möglichst vermeiden will, mit Sr. Exzellenz zusammen zu treffen." Dann seufzte er wieder. Es war ein Seufzer der Ungeduld und des Verdrusses. Sie aber hatte die Empfindung, als sei sie zu weit gegangen und sie fühlte sich völlig haltlos und elend. Das Stubenmädchen kam herein und überbrachte der gnädigen Frau eine Karte. Sie sah sie an und eine freudige Ueberraschung malte sich in ihrem blaffen Gesichte. tönne. Der Herr ist draußen?" fragte fie. Ja, er fragte, ob er die gnädige Frau sprechen Dja, o gewiß," und sie machte eine Bewegung, als wolle sie dem Harrenden entgegeneilen. Erich hatte sich rasch umgewendet und trat ihr eutgegen. „ Wer ist es?" fragte er, und ohne viel Umstände zu machen, nahm er ihr die Karte aus der Hand. " Ich freue mich so," sagte sie und blieb vor ihm stehen. " Konrad Ebner," Ias Erich. " Ich habe ihn lange nicht gesehen." Bittend kam blickte. von ihren Lippen, während sie gespannt zu ihm aufMinister nicht in der Gnade und nun hat er es mit Dir Bist Du verrückt!" fuhr er auf.„ Erst stand die Frau es verdorben nimmt." Es zuckte ein wenig spöttisch um ihren Mund. " Ich wünsche nicht, daß Du ihn empfängst," entgegnete Als ob wir immer jemand erobern wollten." Ich bitte Dich, sprich nicht in der Weise. Du Erich ruhig, und gegen das Mädchen gewendet, fügte er " Nicht? Ich denke, es ist das Alpha und Omega aller weißt sehr gut, wie zudringlich er sich mir gegenüber be- kurz und bestimmt hinzu: Sagen Sie dem Herrn, die gnädige Frau sei nicht zu sprechen." Eurer Bestrebungen, freilich, Du bist etwas herabgestimmt, seit Du mit dem fleinen Donner eine so schlimme Erfahrung zeichnet, wenn er Dir schmeichelt'? Wie würden Dich " Budringlich nennst Du das gemacht haft, und er Dir sehr unverhohlen seine Liebe ge- andere darum beneiden, wie würden das andere Frauen standen hatte." Sie wurde glühend roth. " Warum erinnerst Du mich an diese Unverschämtheit, Du weißt doch, daß ihn nichts dazu berechtigt hatte." Als Deine Unvorsichtigkeit. Du hast ihn bevorzugt, warum sollte er nicht glauben, daß er Dein Verlangen entzündet?" Sie hatte ein zorniges Lachen: Der, Der!" Ter nicht ein Anderer vielleicht?" fragte Erich, sie absichtlich reizend. Eie setzte sich gerade und sah ihn an:" Reiner," fagte fie kurz. Es flang verlegend kalt und abweisend. wenn er Dich auszu benutzen wissen; aber Du weißt Dich eben nicht zu benehmen. Solltest Du vielleicht nicht einmal diesen alten Herrn im Zaum zu halten verstehen? Das zeugte doch für eine sehr geringe Pfiffigkeit." Tann mit einem hämischen Lächeln: Helene sah ihn groß und bestürzt an: Es ist ein alter ich möchte" Freund Er aber, zu dem Mädchen gewendet, hob nur das Rinn und bemerkte in einem etwas schärferen Ton: Thun Sie, wie ich Ihnen gesagt habe." Cofie ging hinaus. Helene that einige Schritte in unbestimmter Richtung, ihr Körper zitterte, die Farbe tam und ging von ihren " Ich will Dich nur beruhigen, Der wird keiner Frau Wangen und ihre Augen flimmerten, als vermieden fie es, mehr gefährlich." Aber unansstehlich." Er verbeugte sich. Wie's beliebt. Ich dränge ihu Dir nicht auf." Er steckte beide Hände in die Taschen seines leichten Rockes, trat an das zweite Fenster und, hinaus sehend, begann er leise zu pfeifen. einen Begenstand bestimmt ins Auge zu fassen. Er lehute sich an einen Tisch, mit beiden Händen, nach rückwärts sich stemmend, und sah sie an in höhnischer Ueberlegenheit. Es tommt Dir unerwartet, daß ich einmal als Herr in meinem Hause auftrete," sagte er mit erzwungener Ruhe. ( Fortsegung folgt.) durchaus demokratisch ausfallen wird, geheime Wahl, gleiches gierung war gerettet; sie sprang wieder in den Sattel und| Abstimmung genehmigt. Mit Recht, denn erstens sind solche Ab Etimmrecht u. s. f. Denn das Zentrum hat es ja oft ist für den Augenblick oben auf. stimmungen nur dem Namen nach freie, und zweitens haben die genug gesagt, daß es alles das auch für Landes- und Ge Seit Jahrzehnten arbeitet die internationale Reaktion Ausnahmekontrakte eingestandenermaßen nur den Zweck, die Armeindewahlen wünscht, und muß endlich schandenhalber etwas mit heißem Bemühen und unverdroffenem Fleiß an der beiter durch das Almosen einer etwas höheren oder umfassenderen Versicherung an das betreffende Unternehmen zu fesseln und von in der Richtung thun. Hierzu ist Ort und Zeit außer Untergrabung und Vernichtung des Asylrecht 3. der Organisation ihrer Kameraden fern zu halten. Nun liegt die ordentlich günstig gewählt. Ort: Abgeordnetenhaus, Zeit: Und zwar sind es zwei Länder Dor allen, die Bill den Lords zum zweiten Mal vor, statt aber dem Haus der Landrathskammer. Hier können die demokratischsten Reden dieses erste Recht der Kultur gewahrt und behütet haben: Gemeinen, hinter dem die übergroße Masse der gewerkschaftlich orgaabgelagert werden, das Zentrum kann sich als die wahre England und die Schweiz. In England gingen nisirten Arbeiter steht, entgegenzukommen, haben die Lords am Freitag Volkspartei" aufspielen. Es hat einmal wieder seinen die Anarchisten ans Werk: Die Walsall- Verschwöin einer bei Lord Salisbury abgehaltenen Privatlonferenz be guten Willen gezeigt und mehr will es ja gar rung wurde gemacht, andere tolle Streiche vorbereitet. schloffen, an jenem Amendement festzuhalten. Bei dem Werth, nicht! Coll es wirklich zu einer Wahlreform für die Zum Glück ist das englische Volk nicht so nervenschwach, den die Gewerkschaftler auf das erwähnte Verbot legen, ist da Landtagswahlen kommen, so wäre der Ort der Reichstag. wie die Völker des Kontinents und hat England eine ver- durch das Zustandekommen des ganzen Gesezes problematisch Und wollte das Zentrum wirklich eine solche Reform, nünftige Regierung. Die Anarchisten wurden als Polizei- die Lords es mit jenen verderben. Die Herren erblichen Gesezso wäre der Antrag im Reichstage einzubringen. spizel entlarvt das Asylrecht blieb unangetaftet. Anders geber brauchen solche Rücksichten nicht zu nehmen, während ihnen in der Schweiz, wo seit länger als einem Jahrzehnt unter die Verblendung und Schwäche der Arbeiter einiger großen Bürgern und Bauern eine starke Strömung gegen die Eisenbahn- Gesellschaften, die sich solcher Nebenversicherung er fremben Umstürzler und gegen das Asylrecht sich geltend freuen, obendrein noch den Vorwand liefert, nur das Intermacht. Dieser Strömung sind vor 7 Jahren unsere nächsten effe der durch das Gesetz bedrohten Arbeiter im Auge zu haben. Freunde zum Opfer gefallen. Justiz. Dem armen Rittergutsbesizer Petsch in Gommern bei Birna hatte, ohne Rücksicht auf den Noth stand" der Landwirthe, die Arbeiters- Ehefrau 2. Weizen ähren im Werthe von einigen Mark entwendet. Dieses Verbrechen, das in Ansehung der Nothlage" der Benach theiligten doppelt verwerflich erscheint, wurde vom Gericht mit drei Monaten Gefängniß gefühnt. Justiz heißt auf Deutsch: Gerechtigkeit. Jedermann wußte, daß die, welche in der Schweiz ein Asyl gesucht und gefunden, auf die Verhältnisse Rücksicht nehmen, vorhandene Vorurtheile schonen mußten- im eigenen Interesse, und mehr noch im Interesse der Sache. Die Feinde des Asylrechts lauerten nur auf eine Gelegenheit. 702 Die Gerichte find ganz selbständig. Aber das Justizministerium wird, wie es seither schon gethan hat, Nun, am vorigen Sonntag ist sie gegeben worden auch fünftighin jederzeit etwaige unrichtige Rechtssprüche Frankreich soeben die Reaktion gerettet haben, und die in gegeben von denselben Elementen, die in Spanien und wenigstens außeramtlich- ich kann nicht Torrigiren, aber doch zum Gegenstand ver- England so eifrig, wenn auch ohne Erfolg, gegen das Asyltraulicher Rücksprache mit den betreffen recht gewirkt. den Richtern machen." Also sprach sich laut stenographischem Bericht der sächsische Justizminister von Schurig in der ersten Rammer des sächsischen Landtags fürzlich aus. Private Aussprache", von einer solchen sprach auch gelegentlich der Besprechung des Urtheils des sächsischen Ober- Landesgerichts über die Oberfrohnaer Flugblattvertheiler der Abg. Goldstein in der Zweiten Kammer. Wir begreifen blos nicht, warum der sächsische Herr Justizminister sich gegen das„ torrigiren" der Justiz sträubte. Dachte er etwa an das Glid forrigiren" des berühmten französischen„ Edelſten" und Glücksritters Riccault de la Marlinière? Die Engländer wollen in Egypten Ernst machen und den Khedive, dessen Selbständigkeitsgelüfte ihnen un bequem werden, absezen. Eine Londoner Depesche des Herold- Bureaus meldet hierüber: Informirte Kreise bestätigen, daß Lord Cromer beauftragt wurde, den Khedive zu instruiren, daß seine Abfegung eine beschlossene Sache sei, wenn er fortfahre. den Interessen Englands entgegen zu handeln. Zwischen London und Konstantinopel finden bereits Erörterungen hierüber statt. Dieser Gewaltsstreich Englands wird von den interessirten Großmächten, vor allen von Frankreich und Rußland als Nummer erwähnt: wir brudten den Bericht des Wolff'schen werden und könnte deshalb zu ernsten Mißhelligkeiten Wir haben der Züricher Vorgänge in unserer Dienstag- ein weiterer Schritt zur Annexion Egyptens betrachtet Bureaus ohne Kommentar ab. Wir hatten schon geschrieben: führen. Aus Italien keine neuen Nachrichten. Es muß aber Wir sind bei den Herren Anarchisten und Unabhängigen zwar an eine tüchtige Dosis von Dummheit gewöhnt, daß sehr schlecht stehen um die Regierung, sonst würde Herr sie aber diesen Skandal verursacht haben sollten, Bindter nicht, mit dem ihm eigenen Ungeschick, heute den dazu halten wir sie doch nicht für dumm genug." Allein Versuch machen, die Zensur, welche Herr Crispi über Jtalien verhängt hat, auch auf Deutschland auszudehnen. Steht wir ließen die Notiz weg, und warteten ab. Herr Bindter auch in italienischem Sold? Nun, es ist gekommen wie wir voraussahen: die Feinde des Asylrechts haben den erwünschten Vorwand: es sind Massenausweisungen aus der Schweiz recht der Schweiz ist vorläufig aufgehoben ,, Die Futternoth des letzten Sommers hat inder größte Triumph, den die internationale Reaktion umfangreichen Gebieten des Staates massenhafte Forstfrevel- seit Jahrzehnten erlebt hat. Strafen zur Folge gehabt, auch in solchen Fällen, wo die Strafthat in Anbetracht der außergewöhnlichen Umstände als mal schrieben:" Unter den Anarchisten und Unabhängigen Wir wiederholen hier, was wir vor längerer Zeit ein entschuldbar betrachtet werden muß." Also Herr Abgeordneter giebt es unzweifelhaft ehrliche und gescheidte Leute. Knebel, Landrath a. D., in einer Anfrage, die er an die Schade nur, daß die gescheidten nicht ehrlich und die ehrpreußische Regierung richtet, und worin er es dieser nahe lichen nicht gescheidt sind." Aus Serbien wird gemeldet, daß sämmtliche volts.. thümliche Beamte durch andere blos der Regierung ergebene ersetzt werden sollen. Das Verfahren gegen die angeklagten Minister ist eingestellt, daß darin eine Verfassungsverletzung liegt, geht aus dem Artikel 140 der serbischen Verfassung eines verurtheilten Ministers ohne Zustimmung der Stupschhervor, welcher lautet: Der König kann von seinem Gnadenrechte zu gunsten tina keinen Gebrauch machen." " # Demgemäß wird von radikaler Seite in dem Erlaß legt, wegen solcher Forststrafen Begnadigung eintreten zu Wir sind die letzten, die einen thörichten Streich, des Amnestie Attes eine Verfassungsverletzung erblickt, für lassen. Was Herrn Knebel und seinen nationalliberalen der unangenehme Folgen hat, heulmeierisch verurtheilen. welche die kontrafignirenden Minister die Verantwortlichkeit Freunden erst jetzt klar zu werden scheint, wußten wir Das überlassen wir den Philistern. Aber das müffen wir zu tragen haben. Ueberdies enthält der Amnestie- Akt nicht für„ Vergehen" fest, die gar keine Vergehen sind, z. B. für hat, ist entweder ein unzurechnungsfähiger Narr oder er ist bikalen behaupten, daß der König hierzu nicht berechtigt sei, längst! Das preußische Forstdiebstahlsgesetz fett Strafen fagen: wer den Züricher Sonntags- Standal veranstaltet blos die Begnadigung, sondern auch den Auftrag zur Eindie Entwendung von Abfällen, Spähnen, von Raff- und ein Spizel. Ein Drittes giebt's nicht. denn der Artikel 33 des Minister- Verantwortlichkeits- Gesetzes Lefeholz, aus denen die Forsteigenthümer keinen nennens werthen Nugen ziehen können, mit denen der arme Mann Clemenceau's, über den Zustand derselben und über die Die franzöfifche Flotte bez. die Enthüllungen fagt: Die Thätigkeit des Staatsgerichtshofes erlischt, sobald auf dem Lande aber seine Stube wärmen könnte; das preußische Forstdiebstahlsgesetz sezt für solche Entwendungen, Korruption in ihrer Verwaltung bilden den Gegenstand das Ürtheil gefällt ist." die durchweg entschulb bar sind, schon recht harte einer energischen Interpellation Lockroy's, über die heute Im brasilianischen Bürgerkrieg ist eine entStrafen fest. Wäre es da nicht richtiger, direkt dem Gesetz in der französischen Kammer verhandelt wurde. scheidende Wendung erfolgt und zwar, wie wir das vor zu Leibe zu gehen, das einen Antrag, wie den Knebel'schen Abermals um eine Hoffnung ärmer sind die An. Monaten voraussagten, durch Eingreifen der Ameri nöthig macht? T beter des goldenen Kalbs, die schon den Wieder- kaner, die unter feinen Umständen dulden können, daß bind Aus den Betriebsergebnissen der preußischen ausbruch des großen englischen Bergarbeiter europäische Mächte sich schließlich einmischen und daß die Das amerikanische Staats- Eisenbahnen im Etatsjahre 1892/93 geht die un- Streits gemeldet hatten, weil die Ernennung eines Monarchie wieder hergestellt würde. erfreuliche Thatsache hervor, daß das Personal um 10 363 Obmanns der Einigungs- oder Versöhnungskommission auf Geschwader gerieth aus einem noch nicht bekannten Grunde Personen verringert worden ist. Zwar hat man die Zahl aus dem Wege geräumt: der Speaker( Sprecher, d. h. Prä griffen, ist unzweifelhaft falsch vor Rio Janeiro mit Schwierigkeiten stieß. Die Schwierigkeiten sind aber jetzt die telegraphische Meldung, die Rebellen hätten anges der Beamten um 6126 vermehrt, von Arbeitern wurden aber 16 489 weniger beschäftigt als im Jahre 1891/92. fident) des Unterhauses, dem die Ernennung übertragen der Rebellen- Flotte in Kampf und bohrte sie fast ganz in Mit Hilfe deffen hat man einen Reingewinn bekommen, war, hat in der Person Lord Shand's eine Wahl getroffen, den Grund. Peixoto, der" legitime" Präsident, hat damit Luft bekommen; es ist aber sehr wahrscheinlich, daß die ber um 22 052 092 M. höher ist als im vorigen Jahre, die auf beiden Seiten Auklang gefunden hat. Nicht, daß wir nun glaubten, das tausendjährige Reich Amerikaner jetzt einen Kompromiß durchseßen werden, den Er betrug 339 896 352 M., gleich 5,15 pt. des fiber des Harmoniedusels werde nun im englischen Kohlen sie schon früher geplant: nämlich Rücktritt des Präsidenten 62 Milliarden betragenden Anlagefapitals, während dessen Berzinsung im vorigen Jahre 4,91 pCt. ausmachte. In gewerbe beginnen. Im Gegentheil, wir wissen, daß und Zusammenberufung des Kongresses( der Volts welchem Maße jeder einzelne des Personals an der Gr- neue und vielleicht noch heftigere Kämpfe bevorstehen, als vertretung), der eine neue Präsidentenwahl vornehmen soll. reichung dieses Gewinnes, im Durchschnitt genommen, bei- die, welche hinter uns liegen das bringt die Natur der trug, ergiebt sich aus folgender Tabelle, der zur Ver- tapitalistischen Wirthschaft mit sich. Allein was festzugleichung die entsprechenden Zahlen aus dem Jahre 1891/92 stellen für uns von Werth war, ist, daß gerade die Berfreter des Unternehmerthums es sind, die einen neuen eingefügt find: Konflikt herbeiwünschen und die dadurch einen, neuen Bes weis liefern, daß nicht der Sozialismus, sondern der Rapitalismus es ist, der den gesellschaftlichen Krieg will. Freilich, er muß ihn wollen sonst tann er nicht leben, so wenig wie ein Raubthier ohne Bahl des Perfonals( Beamte und Arbeiter) 1891/92 262 988 1892/98 252 620 1892/98 weniger 10 863 Reingewinn in Mart 817 844 260 339 896 352 mehr 22 052 092 mehr 187 Davon pro Kopf des Personals 1208 1845 = 11,34 pt. Wie hoch waren nun die Gehalte und Löhne des Personals? Der Reichs- Anzeiger", nach dessen Veröffent lichung wir uns hierbei richten, sagt darüber nichts. Da er aber die Ausgaben in persönliche" und" sächliche" Unfosten scheidet, so wird es wohl kein Frrthum sein, wenn man unter der Summe der persönlichen Unkosten die Gehalte, Löhne und sonstigen Besoldungen des gesammten Bahnperfonals versteht. Ist das richtig, dann ergiebt sich folgendes: Summa der Ge 1891/92 1892/93 M. 1892/98 mehr:. 288 740 halte, Löhne 2c. 258 174 624 M. 258 463 364 m.{ 0,11 pct. Davon pro Ropf 981 1025 42 M. Raub. Das englische Haftpflichtgesetz und die Lords. Aus London wird uns unterm 29. Januar von unserem Korrespon denten geschrieben: : Parteinachrichten. Die 42 Gemeindevorstände der Umgegend von Dresden, welche die bekannte Petition, die sich gegen angebliche sozial bemokratische Ausschreitungen wendet, unterzeichnet haben, dürfte bald ein Grauen erfassen ob ihres eigenen Machwerts. Der eine, der Gemeindevorstand von Pies chen, hat bereits reumüthigst gebeichtet und die andern werden, gedrängt von den Beweise fordernden Gemeinderaths- Mitgliedern, wohl auch bald umfallen. Als eine weitere Folge der famosen Petition ist nachstehendes anzusehen: Der Ober- Bürgermeister von Chemniz, Dr. Ans drée, äußerte bei Berathung derfelben in der 1. sächsischen Während die gewählten Boltsvertreter auf einige Wochen in Rammer, es sei nothwendig, die Straßen in der Umgebung die Ferien gegangen sind, um sich von den Strapazen der ewig großer Städte mit größter Rücksichtslosigkeit von dem„ Strolchenlangen Session auszuruhen, sind die erblichen Gefesgeberich thum" zu befreien. Da es sich in jener Berathung lediglich um meine die Mitglieder des Hauses der Lords seit einigen sozialdemokratische Ausschreitungen" handelte, so protestiren die Tagen zusammen, sich ihrerseits von der ihnen gewöhnlich zu Chemnizer Arbeiter gegen die Annahme, als ob durch sie die fallenden Rolle der parlamentarischen Siebenschläfer durch das Straßen der Umgebung in einer Weise unsicher gemacht würden, mittel einer außergewöhnlichen Aktion zu erholen. Was für den wie es nach jener Aeußerung des Oberbürgermeisters erscheinen Einen eine Last, ist eben für den Andern ein Vergnügen, und bei fönnte. Sie wollen bei den Gemeinderäthen der Chemnizer Umden Lords ist das Vergnügen um so größer, als ihre Attion gegend Resolutionen einbringen, in denen gegen jene Annahme. darin bestehen wird, dem Haus der Gemeinen resp. der in energisch Widerspruch erhoben wird. demselben zur Zeit herrschenden Mehrheit in die Suppe zu Spucken. Es handelt sich um zwei mit Noth und Mübe im Haus der Gemeinen durchgebrachte Reformgefeze des Personals. des Ministeriums: die Haftpflicht Erweiterung und "= 4,28 pet. die Kirchspiel- und Distriktsvertretungsbill, die erstere eine AbDer Profit des Staates und der in Gestalt von schlagszahlung an die Industrie- Arbeiter, die zweite hauptsächlich Gehalten, Diäten, Lohn 2c. gezahlte fiskalische Ar auf die Kleinbauern und die Landarbeiter berechnet. Das befagt beitslohn würden sich also wie folgt zu einander ver- bereits, daß jene einem großen Theil des Unternehmerthums, halten: juje folgt u emberbieſe der Maße der Landlords ein Dorn im Auge iſt. Und Reingewinn der Bahnen Arbeitslohn des Bahnperfonals. Prozentsatz des Profits 1891/92 1892/98 1345 M. 1208 M. 981 1023 123,22 der Bahnen zum Arbeitslohn 181,47 Die Eisenbahnverwaltung des Staates wenigstens versteht also mit dem Pfunde Arbeitskraft" nicht minder zu wuchern, als das private Unternehmerthun, sondern sie ist diesem hierin eher noch über". # darum geht das Haus der Landlords und der Geldsäcke daran, beide Geseze nach allen Regeln der parlamentarischen Runft unschädlich zu machen. Das geschieht natürlich nicht dadurch, daß man sie kurzerhand verwirft, wie sich die Lords das bei der Homerulebill leiſten durften, sondern durch das Mittel der Amendirung auf deutsch: Verbesserung respektive Verböserung. Die österreichische Parteileitung hat auf den 25. März nach Wien einen Parteitag einberufen, deffen vollständige Tagesordnung wir Morgen veröffentlichen werden. Wir heben heute nur den Punkt hervor: Das allgemeine Wahlrecht und der Generalftreit. Wir sind überzeugt, daß der Parteitag von großer Bedeutung für die Entwicklung der öfterreichischen Bruderpartei sein wird. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Auch ein Grund. Für den legten Sonntag war in we strich( Westfalen) eine öffentliche Versammlung einberufen. Dieselbe durfte aber deshalb nicht tagen, weil, wie dem Gin-. berufer bei der Anmeldung bedeutet wurde, man für diesen Tag einen Beamten zur Ueberwachung zur Ver fügung habe. Die dortigen Genossen werden ja sehr erfreut gewesen sein über die zarte Rücksichtnahme der Behörde, die es nicht glaubte verantworten zu können, eine Bersammlung ohne ihren Schuh" tagen zu lassen oder sollten sie, wie wir zu, der frevelhaften Ansicht gelangt sein, daß man sich ohne diesen polizeilichen Schub" ebenso gemüthlich fühlen könne? " Briefkaffen der Expedition. Der Wendepunkt beim Haftpflichtgesetz ist die Frage der Ausnahmekontrakte. Wie ich schon öfter ausgeführt, will die große Masse der Arbeiter diese Kontrakte abgeschafft wiffen, und Die Regierungsvorlage war dementsprechend formulirt. Ein Vermittlungsvorschlag des liberalen Abg. Mc. Laven, wenigstens Für wen die Anarchisten arbeiten. In Spanien einer bestimmten Rategorie von Ausnahmekontrakten, die den Arbeitern beffere oder weitergehende Unterstützung zusichern als Pfiff die Regierung auf dem letzten Loch- da kamen die das Gesetz, Gnate zu gewähren, war von der RegierungsmehrMunoz, Pallas und Genossen, erschreckten die Volksmassen heit nicht akzeptint worden, und noch weniger ließ sich dieselbe und die Regierung war gerettet. In Frankreich lag auf ein von Lord Dudley im Haus der Lords eingebrachtes abonnenten werden von uns so zeitig zur Post gebracht, daß diedie Regierung am Boden, der Sozialismus tniete ihr auf Amendement ein, sol he Kontrakte zuzulassen, welche die Mehr- felben mit den ersten Bügen expedirt werden können. Rellamiren; der Brust, da warf Vaillant seinen Kochtopf und die Reheit der Arbeiter des betreffenden Unternehinens bei veranstalteter Sie bei dem dortigen Postami. A. M., Hannover. Inserat tostet 4,20 M. netto. C. Müller, Goldlauter. Die Zeitungen für die Post Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Central- Theater. Alte Jafobstraße 30. 13um 5. Male: E Verein zur Regelungat der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer u. Berufsgenossen gegenüber keinerlei Verantwortung Herr Coulisset. Berlins und Umgegend. Theater. Donnerstag, den 1. Februar. Opernhaus. Reine Vorstellung. Schauspielhaus. Die gelehrt en Frauen. Der eingebildete Krante. Leshing Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Schwank in 3 Aften v. Blum u. Toché. 40. Male: Sierauf Berlin 1893. Revue in 2 Abth. von 2. Beipziger. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Berliner Theater. Aus eigenem Spezialitäten- Vorstellung Recht. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmnäst. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Lolotte. Der Mustergatte. Neues Theater. Gisela. Central- Theater. Berlin 1893. Herr Coulisset. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. • Alexanderplatz Theater. Die Räuber. National- Theater. Charley's Tante. und Konzert. Ein Stiergefecht in Cadig. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime, ausgeführt von den spanischen Clowns Hermandos. Neu! Frl. Elsa Zeller, RostümSoubrette. The Willon's, DoppelJongleure. Geschw. Gläser, Gesang- u.Instrument.- Duettistinnen. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Vorher: Der Teufel in Berlin Adolph Ernst- Theater. American Theater. Lumpen- Sufanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnißnahme, Daß unser Kollege Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1893/1894. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von bis 10 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Robert Weissenborn am letzten Sonntag verstorben ist. Die 8 Beerdigung findet am Freitag, den Vormittags. 2. Februar, Nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des alten NazarethKirchhofes in der Seestraße aus, statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Montag 470/10] der Vorstand. Dienstag. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied August Kutning 298/7 am Montag, den 29, Januar, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Februar, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirch hofs in Rixdorf aus statt. Bu zahlreicher Theilnahme wird hiermit eingeladen. Der Vorstand der Maschinisten und Heizer Berlins. .• . . . Mithvoch. Donnerstag Freitag. • . do. Sonnabend Sonntag Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Ost- Schule. Markusstr. 31. Gesetzeskunde. * Kaufm. Rechnen, Korre. Deutsch( unt.). Erste Hilfe bei Unglücks- Geschichte( mittl.).[ fällen. Gesetzeskunde. spondenz. Geschichte( mittl.). Logik. Deutsch( unt.). Erste Hilfe bei Unglücks. * Buchführung. [ fällen. Rechnen( unt.). Deutsch( ob.). Buchführung. Südost- Schule. Reichenbergerstr. 183. • • Montag. Deutsch( unt.) Dienstag Mittwoch. do. . Mathematit. * Rechnen. .Deutsch( ob.). * Donnerstag.* Raufm. Rechnen, Ror respondenz. * Gesetzeskunde. do... Geschichte( alte). Freitag do. * Buchführung( doppelte). Sonnabend. Gesundheitslehre. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. Für alle drei Schulen an jedem Sonntag von 9-11 Uhr: NationalOekonomie im Arbeitsnachweis der Hausdiener u. Packer, Neue Grünstr. 10 I. Die Theilnahme an dem Unterricht der ersten Woche im Semester steht Charley's Taute. Rixdorf Wiersing's Jedem, auch nichtmitgliedern, unentgeltlich frei. Theater Unter den Linden. Der Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Obersteiger. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorher: Die Bajazzi. Reichshallen Theater. Spezialitäten- Parodistische Bosse mit Gefang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gesang und Tanz von Hugo Busse. Regie: Mar Samst. Mufit von Adolph Wiedece. Vorher: Der Teufel in Berlin. Große Posse mit Gesang und Tanz in 3 Aften von Eugen Prudens. Musik von A. Wiedecke. Regie: Max Samst. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm. 3 Uhr, Voltsvor ftellung: Wilhelm Tell. PassagePanopticum. Im Theater- Saal, ohne Extra- Entree: Nord und Süd, Liederspiel von R. Linderer. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Etablissement Moriz Buggenhagen. Plaz. Moriz Play. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. American- Theater. bem oberen Gaal, Entree 25 Pf., statt. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 8/2 Uhr: Lumpensusanne Sanssouci", oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. Brunwald heit mit bewegter Vergangen Martin Bendix. Täglich: Auftreten des Kottbuserstr. 4a. Donnerstag, den 1. Februar cr.: Stettiner Sänger Anfang 8 Uhr. Restaurant. Knesebeckstr. 77. Grosse geräumige Lokalitäten. Gute Speisen u. Getränke. Kaffeeküche. Jeden Sonntag: Familienball. Für große Gesellschaften von Begräbnissen, Parthien ze. ganz besonders empfohlen. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Neu! Neu! E Echt Berliner Blut. Posse mit Gesang und Tanz. Neues Riesen- Programm. Wochentags 15 Pfg. Entree. R. Winkler. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasstraße 64. Heute, Donnerstag, 1. Februar: Grosse Soirée der aufgenommen. Für sämmtliche Lehrfächer werden neue Schüler und Schülerinnen Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Bahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist. zeichneten Bahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welch' lettere Beitrag 25 Pf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit* bebann nur eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. S. Die Zahlstellen find folgende: Börner, Ritterstr. 108. Schöning, Stallschreiberstr. 29. So. Südostschule, Reichenbergerstr. 133. * Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. * Ostschule, Markusstr. 31. Ungering, Breslauerstr. 27. 454/ 14* d C. Wernau, Rosenstr. 30, N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Swinemünderstr. 120. * Gleinert, Müllerstr. 174. NO. " Gumpel, Barnimftr. 42. NW. Vogtherr, Stephanftr. 27a. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule Sonntag, 4. Februar, Vorm. 9½ Uhr,( Eröffnung 10 Uhr): Außerordentl. Generalversammlung im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72( in der Nähe der Jannowigbrücke). Tages- Ordnung: 1. Antrag Wagner: Auflösung der Schule vom 1. April, NeugrünNorddeutsch. Sänger dung in anderer Form. 2. Antrag Flato w und Genoffen: Reorganisation Auserwähltes Programm. Nachdem: Familien- Kränzchen. Familien- Billets und Passepartouts haben Giltigkeit. Anfang 8 Uhr. 65/15 C. Saeger. Nur noch kurze Zeit! der Schule vom 1. April( Fortfall des Elementar- Unterrichtes). Die Schulen bleiben Sonntag geschlossen. Mitgliedstarten find mitDer Vorstand. zubringen. Achtung! Bauarbeiter. Achtung! Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Bauarbeiter Berlins Präuscher's anat. Museum. am Sonntag, 4. Februar, Vorm. präzise 11 Uhr, in Scheffer's Lokal, : Rehlkopftuberkulose, Kehlkopfpolyp, Bruftfellentzündung, Lungenentzündung, Lunge mit TuberInselstr. 10. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. med. Heymann über: Die NervenEntree 50; fulose, Herz mit Klappenfehler, Magen schwäche des Menschen und die moderne Gesellschaftsordnung. 2. Diskussion. Im Vorverkauf mit Entzündung, mit Geschwüren, 3. Abrechnung des Vertrauensmanns A. Giese über die Listen zwecks Gin40 Pf. ( siehe Blatate). Leber- und Milzkrankheiten. flagung der rückständigen Agitationsgelder.. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Großes unf Programm Schuhkanal durch fünf Körper, Gladiatorenkampf, täglich für erwachsene Herren, Dienstag und Freitag für Damen. Friedrichsberg. Große öffentliche 126/18 beſten Bauchredners d. Jeßtzeit zum Schluß neu( 6öchter Lacherfolg): Circus G. Schumann, Kommunal- Wählerversammlung H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix. Auftr. sämmtl. Spezialitäten. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 6 Uhr. G ratweil'sche Bierhallen Eine Soiree bei Lehmann's. Gr. parodistisches Ensemble von Meysel. Freitag: Viktoria- Brauerei. Circus Renz, ( Karlstraße.) Donnerstag, den 1. Februar cr., Abends 7/4 Uhr: Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstrasse Donnerstag, den 1. Februar er., am Sonntag, 4. Februar, Vorm. 11 Uhr, bei Spitzig, Frankfurter Allee 193. Abends 7/2 Uhr: Große Brillant- Vorstellung. Hervorzuheben: Unsere Marine, oder: Die lustigen Burschen von der Flotte. Großes Ballet- Divertissement, arrangirt vom Balletmeister Herrn R. Riegel. 100 Pferde in der Manege. Das Schulpferd Albion, geritten von U. a. Der ostpreuß. Hengst Blondel Serrn Adolf Schumann. 3. 1. M.: und Monstre- Tableau v. 60 Pferden, Gastauftreten der aus 5 Personen be= vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. ſtehenden Gymnaſtiker- Benedetti. Die Post, mit 12 Pferden geritten von Herrn Gustav. Cromwell und der Zum 1. Male: Das lebende Karoussel, Steiger Alep, geritten v. Frl. Oceana große Sensationsnummer. Das AportirKommandantenstr.77-79. Renz. Pas de deux, geritten v. Miss pferd Said vorgeführt von Herrn Max Zum Schumann. Rose und Mr. Franconi. Melt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Täglich von 6 Uhr ab Wer bei freiem Entree. 1. Male: Frl. Krembser als Jongleurin zu Pferde. Die AfroZum Schluß der Vorstellung: baten auf dem Telephondraht Zalva, Die Fuchsjagd bei Bolton. Espana und Alvar etc. Zum Schluß: National- Konzert Ein Künstlerfest. Hochinteressantes Jagdbild. Die Jagd geht über bedeutende HinderEin Künstlerfest. miffe. Theilnehmer der Jagd: 40 Damen D. ObenlandlerBollſtändig neue Ausstattung. Vollständig neue Ausstattung. Neue und Herren mit englischen Halb- und 1 in National- Tracht und Auftreten von Einlagen. Ueberraschende Wasser- und Lichteffekte. U. a.: Signorina Varotti, die kleinste Solotänzerin der Welt. Preise wie gewöhnlid. Künstlern. Spezialitäten Der Circus ist gut geheizt. 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgemälde malen, welches nach Freitag: Wiederholung der Parade Festvorstellung vom 27. Januar. Fr. Renz, Direktor. Zanzeinlage: La Vollblutpferden. Postillone- Mazurka, arrangirt vom Balletmeister R. Riegel, getanzt vom Corps de ballet. Außerdem Auftreten der besten Artisten, Damen sowie Herren. Morgen Freitag: Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen Klown und Benefiz- Vorstellung des Hochachtungsvoll und ergebenst G. Schumann, Direktor. Echluß der Borstellung verlooft wird. Homöopath. Arzt Dr. Hösch, Linien- Original- Klowns William Olſchansky. straße 149, 8-10,15 bis Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 17, Sonntags 8-10 Uhr. Tages Ordnung: A 1. Vortrag über die Bedeutung der Gemeinderathswahl. Referent Genosse. Berndt. 2. Bericht des bisherigen Gemeindevertreters 0. Schultze. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 339/16 Die Vertrauensperson. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW, Beuthstrasse 2. Soeben ist erschienen: Sozialdemokratie und Antisemitismus. Von A. Bebel. Preis 20 Pf. Wiederverkäufer hohen Rabatt. ( Bei Einzelbestellungen bitten wir 3 Pf. für Porto beizulegen.) Die höchft zeitgemäße und von Seiten der Genossen längst erwartete Schrift empfehlen wir zur Massenverbreitung angelegentlich. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 26. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 39. Sigung vom 31. Januar 1894, 1 Uhr. Eingegangen ist die Vorlage betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. Die erste Berathung des Gesehentwurfs betreffend die anderweite Ordnung des Finanzwesens des Reiches wird fortgesetzt. Donnerstag, den 1. Februar 1894. 11. Jahrg. den Wirrwarr geschaffen? Das haben die verbündeten Re-[ welches er in seiner früheren Klasse bereits bezog. Es ist be gierungen mit ihren Forderungen an das Reich gethan. stimmt, daß er mindestens sein bisheriges Gehalt weiter beziehen Eine Erhöhung der Matrikularbeiträge würde mich nicht schrecken, soll. Aber dadurch wird in den Rangverhältnissen nichts die Verantwortung dafür fällt auf die Regierung, welche gegen geändert. Die übrigen Ausgaben werden ohne Debatte bewilligt. Unter den einmaligen Ausgaben befinden sich Kosten für den Umbau der königlichen Theatergebäude in Berlin, Hannover und Kassel, zusammen 565 347 M. Abg. v. Eynern( natl.) hält die Ausgaben für sehr bes deutend bei der schlechten Finanzlage, zumal die Rechtsfrage nicht ganz sicher entschieden sei, daß die Theatergebäude nämlich Eigenthum des Staates seien. Finanzminister Miquel: Wir sind darüber gar nicht im Zweifel, daß der Kronfideifommiß- Fonds nicht verpflichtet ist, das Gebäude in Dach und Fach zu unterhalten, also eine Ausgabe zu leisten, die nicht zum Betriebe des Theaters gehört. Das Gebäude ist vom hannoverschen Staat an den preußischen Staat gefallen. Daraus haben wir Veranlassung genommen, das Gebäude den polizeilichen Anforderungen entsprechend herzustellen. Aber wir lehnen es ab, daß daraus die Verpflichtung hergeleitet wird, das Gebäude in alle Zukunft zu unterhalten und für den bestimmten Zweck zu erhalten. den ausgesprochenen Willen des weitaus größten Theiles des Darauf wird der Titel genehmigt, ebenso die übrigen AusAm Bundesrathstische: von Bötticher, Graf Posa- bayerischen Volkes für die Militärvorlage eingetreten ist. gaben für das Ministerium; darunter befindet sich auch der dowsky, Nieberding. Hoffentlich werden die Einzelregierungen dadurch künftig vor Titel, bei welchem die Aversionirung des Porto in Dienstfichtiger werden und nicht mehr so schnellfüßig für neue Be- angelegenheiten in Gestalt einer Minderausgabe zuerst in Gr lastungen zu haben sein. Für eine Reform der direkten Steuern scheinung fommt. Das Haus stimmt durch Genehmigung dieses sind wir in Bayern bereits mit einem besonderen Antrage ein- Titels der Porto- Aversionirung, für welche eine Summe von getreten. Herr Miquel meint, die Steuern feien nicht im Ver- 600 000 m. ausgeworfen ist, zu. hältniß zu den Ausgaben gewachsen; ich ziehe daraus den Abg. von Frege( dt.): Es muß eine definitive Ordnung Schluß, daß die Ausgaben eingeschränkt werden, daß man sich des Verhältnisses zwischen Reich und Einzelstaaten eintreten, da nach der Decke strecken müsse, nicht aber, daß man nun eine mit endlich eine definitive Ordnung der Finanzen in den Einzel- Steuererhöhung eintreten lassen müsse. Wir müssen kommen zu staaten möglich werde. Man kann heute doch wahrhaftig nicht entschiedener Sparsamkeit und zu ganz entschiedenen Abstrichen mehr davon reden, daß auch die breite Masse des Volkes die besonders auf dem Gebiet des Militärs und der Marine! Etaats- und Reichslasten trage, daß die oberen Zehntausend und Abg. Böttcher( nl.): Gewiß sind wir alle bereit, mit auch die mittleren Klassen sich von ihrer Verpflichtung zu drücken zuwirken bei den Bemühungen, dem Prinzip der Sparsamkeit zu gewußt hätten. Heute ist durch die Reform der direkten Ein- feinem Rechte zu verhelfen; aber damit werden doch die er fommensteuer in Preußen und Sachsen die Hauptlast gerade auf forderlichen Mittel nicht gewonnen. Ich habe für mich und die mittleren Klaffen gelegt; nicht mehr liegt sie meine Freunde zu erklären, daß auch wir heute auf dem Boden auf den Arbeitern, denen gerade durch die neueste Gefeßgebung der Franckenstein'schen Klausel stehen,( Hört! hört! im Zentrum) eine Menge Erleichterungen und Bevorzugungen zu Theil aber darum treten wir für die Vorlage ein, denn sie soll erst geworden sind.( Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) die Franckenstein'sche Klausel für die Zukunft erhalten.( WiderGerade der ferneren Ueberlastung des Mittelstandes müssen wir spruch links.) Verlassen aber wird das System der Francenjezt den größten Widerstand entgegenseßen; in dieser Beziehung stein'schen Klausel von ihren Vätern, am feierlichsten von Herrn befinde ich mich vollständig im Einklang mit dem Abg. Förster. Bachem. Ein bestimmtes Maß indirekter Steuern aufzustellen, Lehnen Sie dies Finanzgesetz ab, dann wird in den Einzelstaaten über welches hinaus unter feinen Umständen gegangen werden die Frage erwogen werden müssen, ob man nicht den Erlaß der dürfe, ist bei uns eine reine Unmöglichkeit. Ich bin deshalb untersten Stufen der Einkommensteuer wieder rückgängig machen fein unbedingter Freund der indirekten Steuern, möchte im solle; dann dürfen die unverheiratheten jungen Burschen, welche Gegentheil die Salzsteuer gern beseitigen; aber jeder direkten bis 900 M. Einkommen haben, steuerfrei bleiben, während der Steuer mit ihrem brutalen Zwang ziehe ich eine indirekte einige Mark mehr verdienende verheirathete Arbeiter mit einer Steuer auf einen Verbrauchsgegenstand vor, der nicht zu den großen Familie zur Steuer herangezogen wird.( Sehr richtig! nothwendigen Nahrungsmitteln gehört. Wenn man absichtlich rechts). Bu welchen Mißverhältnissen führen die Schwantungen das Steuersystem so fonstruiren will, daß die besigenden Klassen in den Ueberweisungen und den Matrikularbeiträgen in den vorzugsweise davon betroffen werden, so wird das weder die Einzelstaaten, welche mehrjährige Budgets haben, wie Bufriedenheit mit den Staatseinrichtungen, noch die Freude an Sachsen, Bayern, Württemberg. In Mecklenburg wird durch ihnen bei der Gesammtheit der deutschen Bevölkerung vermehren. die Verwerfung der Vorlage zu einer Erhöhung der Ein Geht Herr Bachem mit dieser Absicht an's Werk, so wird etwas tommensteuer um 40 Prozent geschritten werden müssen. Ersprießliches dabei nicht herauskommen. Für eine bewegliche Ob das Gesetz gerade mit der Summe von 40 Millionen an- Steuer im Reiche würde ich an der Seite des Herrn Richter genommen wird, ist eine Frage zweiten Ranges; es fommt vor eintreten, wenn wir damit das Budgetrecht des Reichstags festallem auf das Prinzip an. Lehnen Sie das Gesetz ab, so wird legen können. Wir hoffen, daß in der Kommission über die Vorund muß es wiederkommen, bis es angenommen ist. Im vorigen lage eine Verständigung gewonnen werden wird. Sommer wäre es richtiger gewesen, die Dedungsfrage nicht zu verschieben. Wenn alles nichts hilft, wird man sich nur noch in Friedrichsruh Raths holen.( Lachen links.) nicht halte. Abgeordnetenhaus. Abg. Stengel( ft.): Bedauerlich ist, daß wir die Ausgaben zu machen gezwungen sind, weil die Theatergebäude Eigenthum des Staates find. Abg. Sattler( natl.): In bezug auf die letzte Aeußerung des Finanzministers möchte ich doch Verwahrung einlegen. In Hannover ist man anderer Ansicht. Ich will nicht weiter darauf eingehen, sondern nur hervorheben, daß aus den Verhandlungen mit dem Hausministerium hervorgeht, daß die Krone wenigstens eine moralische Verpflichtung anerkennt, den Theaterbetrieb fortzuführen. Finanzminister Miquel: Wenn auch die Krone eine solche moralische Verpflichtung für den Betrieb des Theaters anerfennt, so folgt daraus noch nichts für eine Verpflichtung des Staates. Die einmaligen Ausgaben werden nach einer kurzen Be merkung des Abg. v. Buch( f.) genehmigt. Es folgt der Etat der Gestütsverwaltung. würde, würde bei den Rennen find Die Ang. von Stumm tritt den Abgg. Richter und Bachem entgegen. Die indireften Steuern feien in der That in ihrer Ausbildung neben und hinter den gesteigerten Ausgaben des Nach längerer Debatte über die Körordnung u. drgl. wies Präsident v. Levehow: Der Vorredner hat sich im Ver- Reiches zurückgeblieben. Eine ungleichmäßige Belastung oder gar welcher ergeben habe, daß bei den Rennen die Spielwuth Abg. Sattler( natl.) auf den Spielerprozeß in Hannover hin, Lauf seiner Rebe eines Bergleichs mit Bezug auf ein anderes eine Ueberlastung der unteren Klassen in Preußen mit indirekten sich entfalte, sodaß man sich fragen müsse, ob der Staat nicht Mitglied des Hauses( Richter) bedient, den ich für parlamentarisch Steuern werde zwar behauptet, eine genaue Prüfung des Auf- durch Gestattung des Spiels eine schwere Schuld sich auflade; kommens an direkten Steuern von den Begüterten beweist aber Schatsekretär Graf Posadowsky: Nach der feierlichen das Gegentheil. Die Tabaksteuer ist in ganz eminentem Sinne die Rennpläge der Anlaß zu dem wirthschaftlichen Ruin der bedenn bei vielen Fällen von Veruntreuungen 2c. Erklärung des Abg. Lieber gebe ich die Hoffnung noch nicht auf, des Wortes eine Luxussteuer und also das Ideal einer Steuer. treffenden Personen geworden. Gerade im preußischen Staate daß wir im Verein mit dem Zentrum noch in dieser Session Herr Richter, Herr Rickert wollen die Kosten der Militärvorlage sollten die erlassenen Vorschriften doch beachtet werden. uns über die Vorlage verständigen werden. Der Abg. Richter auf die höheren Einkommen legen, das Zentrum lehnt aber doch Buchmacherei ist verboten, aber sie besteht offenkundig. Der hat bestritten, daß auch nur eine Versammlung, ein Verein sich die Reichs- Einkommensteuer ab. Das Zentrum arbeitet durch Totolisator ist vom Ober- Verwaltungsgericht als Glücksspiel befür die Vorlage ausgesprochen habe. Ich darf doch nur auf die diese Haltung den Sozialdemokraten in die Hände, Thatsache verweisen, daß drei große Parteien des preußischen Abg. Fuchs( 3.): Wir werden höchstens erreichen, daß in zeichnet; mehrere Jahre lang hat man den Betrieb eingestellt, Abgeordnetenhauses sich dafür ausgesprochen haben. Die Handels- der Hauptsache die Mehrkosten für die Heeresverstärkung be: gestatten. Man sagt: ohne Zotalisator fein Rennen und keine dann hat sich die Verwaltung veranlaßt gesehen, ihn wieder 3: 1 fammer zu Köln ist für die Weinsteuer eingetreten; deren Beugniß willigt werden. Die Möglichkeit, spätere Mehrbedürfnisse des Bollblutzucht, fein gutes Militärpferd. Das ist ein Trugschluß, aber wird hier in bezug auf seinen Werth und seine Wahr- Reichs auf dem Wege der Einführung direkter Reichssteuern zu denn die Kriegel vor 70 sind geführt mit einem Pferdematerial, haftigkeit in Zweifel gezogen. Ebenso ist man seitens der decken, wird durch die Vorlage für immer ausgeschlossen. Die zu dessen Erzeugung kein Totalisator nothwendig war.( HeiterWinzer im Saale- und Unstrutthale für die Weinsteuer Schwierigkeiten der Finanzlage des Reichs sind nicht ge- feit). Sachverständige allerersten Ranges erkennen auch einen eingetreten.( Zwischenruf: Da wächst ja gar fein Wein!) schwunden, sondern haben sich lawinenartig gehäuft; ich freue solchen Zusammenhang zwischen Rennen und Pferdezucht nicht Es ist dort wohl eine Weingegend, und die Schaum- mich deß', denn ich betrachte diese Schwierigkeiten als eine an, ja sie meinen, daß eine allzu große Betonung dessen, was weinfabrikation dort sehr umfangreich.( Gelächter links.) Bremse gegen fünftige Mehrforderungen für Militär und auf dem Rennplage erforderlich ist, die Bucht in eine falsche an, ja sie meinen, daß eine allzu große Betonung dessen, was Man hat dann gestern wieder gesagt, die Hauptausgaben des Marine. Wenn man außerdem mit fester Hand an die Richtung treibt. Sobald die Spielsucht nicht mehr gefördert Reichs seien durch Militär und Marine verursacht. Ja, auch Streichungen im Etat geht, fo wird Besserung eintreten. die verbündeten Regierungen würden es vorziehen, diese un- Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird an die der Zusammenfluß bedenklicher Elemente geheuren Summen lieber für Kultur- und humanitäre Zwecke Steuertommission überwiesen. aufhören. Für die Spielsucht hat zu verwenden; glauben Sie das nicht?( Ruf links: Nein!) Die Vorlage über die Abänderung des§ 41 der Gegner der Lotterie gewefen. Die Spielsucht muß energisch der Staat nicht zu sorgen, deswegen bin ich stets ein Wir sind dazu gezwungen durch die fortgesetzten Rüstungen der Konkursordnung, betreffend das Vorrecht des Ver- unterdrückt werden. Herr von Kröcher, der jetzige Referent der anderen europäischen Staaten und durch unsere Lage im Herzen miethers, deren erste Berathung bereits stattgefunden hat, Budgetkommission, hat dieselben Ausführungen schon 1880 in be Europas, daran fönnen wir nichts ändern. Die 114 Millionen wird heute mit den inzwischen dazu eingegangenen Anträgen redterer Weise gemacht und seine Parteigenossen haben sich ihm find doch noch nicht da, sondern sollen sich erst allmälig an- Rintelen, von Buchka und Schwarze an die Kommission für angeschloffen. Ich kann daher nur dringend der Regierung sammeln. Die Steigerung der Reichsausgaben für die In- den Zentrums- Antrag auf Abänderung der Konkursordnung meinen Wunsch ans Herz legen.( Beifall.) validitäts- Versicherung allein wird in derselben Zeit 30 Millionen überwiesen. betragen. Die gesammten festen Mehrausgaben, die den Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. Geh. Rath Hermes erklärt, daß der Buchmacherei nach 114 Millionen gegenüber stehen, belaufen sich nicht auf 88,( Dritte Lesung der Novelle zum Unterstüßungswohnsitz Gesez, gestellt werde. Vom Polizeipräsidium seien Verzeichnisse der sondern auf 41 Millionen; dazu kommen 10 Millionen weiterer Anträge aus dem Hause.) Leute, welche deswegen bestraft sind, aufgestellt worden, aber nur Kosten aus Anlaß der Heeresverstärkung, macht 51 Millionen. bei dringendstem Verdachte sind die Polizeibeamten zum Ein Bleiben also schließlich pro Jahr nur etwa 12 Millionen für schreiten befugt. Bezüglich des Totalisators besteht kein Wider alle Mehrbedürfnisse des Reichs in diesen 5 Jahren. Aber in spruch zwischen der Rechtsprechung und Verwaltung. Moralische der damaligen Kommission hat das Reichsschayamt schon gesagt, 8. Sigung vom 31. Januar 1894, 11 Uhr. Bedenken stehen dem Totalisator entgegen, aber sie lassen sich daß von den 114 Millionen nur 70 Millionen als sicher anzu- Am Ministertische: Miquel, v. Heyden, v. Schel nur dann ganz unterdrücken, wenn man alle Rennen ver sehen seien. In diesem Rechnungsjahr haben wir alles in allem ling und Kommissarien. bietet; das wäre aber ein Nachtheil für die Pferdezucht mindestens ein Defizit von 781/8 Millionen, also schon 3 Millio Die zweite Berathung des Staatshaushalts Etats und für den gefunden Rennsport. Wollte man den Totalisator nen mehr als die sichere Steigerung der Einnahmen nach fünf wird fortgesezt und zwar beim Etat des Finanz- verbieten, so würde damit nur die Buchmacherei gefördert Jahren betragen würde. Die Frage der Schuldentilgung, wie ministeriums. werden, das zeigte sich in der Zeit, in welcher der Totalisator fie in der Vorlage in Angriff genommen wird, ist keine Spielerei, Die Einnahmen werden ohne Debatte bewilligt; ebenso von nicht gestattet war. Es hat eine Beschränkung des Verkehrs am fein Kunstgriff, sondern der wirkliche Anfang einer regelmäßigen den Besoldungen des Ministeriums die des Ministers und des Totalisator stuttgefunden; den fleineren Rennplätzen ist er ganz Echuldentilgung. Sehr fraglich ist es uns, ob die wechselnde Unterstaatssekretärs. entzogen, bei den größeren Plätzen ist die Zahl der Totalisator Majorität der Parlamente höhere Garantieen für eine geord= An die Ausgaben für die Direttoren und Räthe tage beschränkt, Daraus entstand eine Verminderung des Umnete Finanzverwaltung bietet, wie der alte absolutistische tnüpft sich die Debatte über die Dienstaltersstufen, welche für sayes von 24 auf 11 bis 13 Millionen Mart. Nur die EinStaat Preußen, dessen Finanzverwaltung eine muster diese Beamtentlassen bei allen Behörden eingeführt werden sollen nahmen aus dem Totalisator haben es den Rennvereinen er hafte war, die noch heute als Vorbild dasteht.( Bu- und über welche eine dem Etat des Finanzministeriums bei möglicht, die Rennen aufrecht zu erhalten. Die Staatsfonds zur stimmung rechts. hört! hört! und Bewegung lints.) gefügte Denkschrift, worüber der Berichterstatter der Budget Unterstützung der Rennen sind sehr klein. Frankreich hat einen Tie Vorlage ist todt, hat Herr Richter gerufen. Wenn Sie sie fommission Abg. van Vleuten berichtet, Auskunft giebt. Doppelt so hohen Fonds und aus dem Totalisator werden den auch in eine Kommission verweisen, sie begraben einen Schein- Abg. Krah( ft.) bedauert, daß das System der Dienst- Rennen 6 Millionen Frants zugewendet, was dahin geführt hat, todten; die Vorlage wird wiederkommen( Bustimmung rechts, Altersstufen nicht auf alle richterlichen Beamten ausgedehnt werde. daß Frankreich aus einem pferdeeinführenden ein pferdeausführenHeiterfeit links: Ruf links: Er sieht Gespenster!). Wir sind nicht Es war mein Wunsch, dem Hause eine Resolution vorzuschlagen, des Land geworden ist. So lange die moralischen Folgen nicht entmuthigt, wir sind im Gegentheil mit Vertrauen in die Zukunft in welcher der Wunsch ausgesprochen werden würde, das System sehr bedenklich erscheinen, sollte man nicht zur Beseitigung einer erfüllt, die Sache wird wiederkommen und zwar aus dem Reichs- der Dienstalterszulagen baldmöglichst auf die Richter auszudehnen Einrichtung schreiten, die die Mittel zur Förderung des Renntage, sie wird sich durch ihr eigenes Schwergewicht wieder zur und zu dem Zwecke die nöthige Gesetzesvorlage dem Hause zu sports liefert, die sonst aus Staatsmitteln von den Steuerzahlern Geltung bringen!( Beifall rechts.) machen und zugleich einen Plan vorzulegen, mittels dessen das gedeckt werden müßten.( Beifall rechts.) Abg. Schädler( 3): Wir bayrischen Zentrums Mitglieder Haus die finanzielle Wirkung übersehen könnte. stehen voll und ganz auf dem Boden der Lieber'schen Erklärung, Abg. Riffelmann( t.) beklagt, daß die Professoren der der Gegensatz zwischen Herrn Lieber und Herrn Bachem ist nur Forst- Akademien zu Eberswalde und Münden von der Refür die verbündeten Regierungen, nicht für uns vorhanden, die gulirung der Gehälter nach Dienstaltersstufen noch aus: Freude über eine solche Dissonanz nicht zutreffend. Wir halten geschlossen feien. fest an der Clausula Frandenstein in ihrer staatsrechtlichen, ihrer Geheimer Ober- Finanzrath Lehuert: Alle Beamte der politischen Bedeutung. Wenn ich mich für verpflichtet halte, mit hierher gehörigen Kategorien gleichzeitig zu bedenken, wäre sehr zuarbeiten an der Teckung der Kosten für die Militärvorlage, wünschenswerth; aber es ist unmöglich gewesen, wenn man eine so geschieht das unter dem Gesichtspunkte, daß nichts mehr be- gleichmäßige Behandlung durchführen will. willigt wird, als was zu diesem Zweck nöthig erscheint, Auf eine Anfrage des Abg. v. Strombeck erklärt der und damit fällt für mich auch die Reformvorlage. Geheime Ober Finanzrath Lehnert, daß die Dienstalters Herr Miquel hat gestern fühn ausgesprochen, man sei jetzt ftufen für verschiedene Beamte verschieden sein müßten, weil ein mit der Heeresvermehrung in der Hauptsache am Ende; ein größerer Betrag als bisher nicht aufgewendet werden könnte; schönes Wort die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt das Höchstgehalt dürfte also nicht erhöht werden und müßte in der Glaube. Ob man auch mit der Marinevermehrung am Ende derfelben Zeit erreicht werden wie bisher. Dadurch entsteht die ift, bat Herr Miquel nicht gesagt. Heute äußerte sich der Schatz- Verschiedenartigkeit, die bei den Unterbeamten nicht nöthig war, sekretär bezüglich des Heeres nicht ganz entsprechend der Erklä- weil die Verhältnisse dort gleichmäßigere find. rung des Finanzministers von Preußen; unfere Rüstungen seien Auf eine Anregung des Abg. Sattler( ntl.) erklärt der die Konsequenz der Rüstungen der Nachbarstaaten. Andererseits Geh. Oberfinanzrath Lehnert, daß es vermieden werden Abg. v. Waldow( t) hält den Totalisator für bedenklich find doch unsere Rüstungen auch die Ursache der Verstärkung der soll, daß ein Beamter, der in eine andere Klasse versetzt wird, und nur für einen Nothbehelf, um die fehlenden Mittel zu be= Rüstungen der Andern; wo soll denn das schließlich hinaus? ein niedrigeres Gehalt bezieht als vorher, weil das niedrigste schaffen. Die Regierung sollte die Totalisatortage so einschränken, Man will geordnete Finanzverhältnisse. Wer aber hat Gehalt der betreffenden Klasse niedriger ist als das Gehalt, das nur das herauskommt, was zur Erhaltung der Rennen noth= Abg. v. Bokelberg( t.) meint, daß man einiger unliebfamen Folgen wegen die Rennen nicht verurtheilen solle. Denn Rennsport kann nur gedeihen unter den Strahlen einer goldenen Sonne. Ein Verbot der Wetten würde dem Rennwesen den Todesstoß versehen. Abg. Sattler( natl.): Daß die alten Deutschen auch ge wettet haben, daß sie sich dabei manchmal sogar zur Sklaverei entschlossen haben, ist richtig, aber das gehört doch nicht zum deutschen Charakter. Daß die Rennpläge zur Spielsucht ans gereizt haben, ist doch erwiesen.( Widerspruch rechts). Wenn nur eine geringe Zahl von Buchmachern bestraft ist, so liegt das an der lagen Handhabung des Verbots. Die Beschränkung der Totalifatortage ist erfreulich; aber daß an diesen wenigen Tagen 11 Millionen im Spiel umgesetzt wurden, ist doch bedenklich. Wenn der Totalisator verboten würde, so müßten wir die für die Pferdezucht erforderlichen Mittel von Staats wegen gewähren. Uebrigens will ich feststellen, daß nicht alle meine Freunde mit mir übereinstimmen. Der Titel wird genehmigt. " wendig ist. Aber es bleibt dabei: Der Totalisator ist ein Uebel.| Militarismus feine Rede sein. Des weiteren verbreitete er sich Den Betrareien mit verfälschtem Schweineschmalz ( Beifall rechts.) über die Rechtspflege, die jetzt weit gesicherter sei als unter der will der Polizeipräsident durch eine Bekanntmachung abhelfen, Abg. v. Eyneru( natl.) bekennt sich selbst als einen Sünder; Herrschaft des Kadi. Er bedauere auch, daß nicht mehr für wonach unter Bezeichnungen wie Schmalz", Bratenschmals" er habe mehrfach den Totalisator benußt und dabei viel Ver- Kulturzwecke ausgegeben werden könne, indeß sei die größte oder„ raffinirtes Schmalz" hierorts" nur reines Schweineschmalz gnügen gehabt. Die Ausschreitungen beim Totalifator sind ein- Kulturaufgabe für Ostafrika die geforderte Vermehrung der verkauft werden darf. Fettgemische, die außerdem andere Fette geschränkt, damit muß man sich begnügen; wenn man die Renn- Schutztruppe( Heiterkeit). Das Hinterland zu sichern sei noth- oder Dele enthalten, müssen unter der Bezeichnung„ Speisefett" plätze zu moralischen Anstalten machen wollte, dann würde die wendig und erfordere große Opfer. Die Stlavenfrage oder unter ähnlichen, feinen Irrthum erregenden Namen zuur Pferdezucht dabei Schaden leiden. betreffend, so könne zunächst nur auf Niederhaltung der Verkauf gelangen. Zuwiderhandlungen werden auf grund der Stlavenjagden und des Sklavenraubes gesehen werden, gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere des Nahrungsmittelgefeges die sogenannte Hausstlaverei sei vorläufig noch nicht bestraft. möglich zu unterdrücken. Den Wünschen des Referenten in Arbeiter- Bildungsschule. Die National Zeitung" weiß bezug auf die Miffionen sprach er sich sehr entgegenkommend aus. von der legten Generalversammlung der Arbeiter- Bildungsschule Die einmaligen Ausgaben werden bewilligt. Abg. Richter: Die Kolonialpolitik fange an lächerlich zu Es folgt der Gtat der Forstverwaltung. werden. Er weist nach, daß dieselbe weit den ehemals in Aus- Giniges zu erzählen, was den Thatsachen nicht entspricht. Es sei hier nur konstatirt, daß Genosse Braun wohl die Angriffe Bei den Einnahmen aus Holz führt Abg. v. Eynern sicht genommenen Rahmen überschritten habe. Die in Aussicht eines Redners auf Liebknecht zurückgewiesen hat, im Uebrigen aus, taß die schlechten Einnahmen der Forstverwaltung aufgestellte wirthschaftliche Hebung der Kolonien bleibe aus. Des fich aber beschränkt hat, seiner persönlichen Anschauung über die gebessert werden könnten durch eine billigere Fracht für Gruben- weiteren kritisirt er die Stellung der oftafrikanischen Gesellschaft Schule Ausdruck zu geben, die in dieser Sache von der des Gehölzer aus dem Osten; dabei würde auch die Eisenbahnverwaltung zum Reich, der fortwährend Opfer zu gunsten derselben zu nossen Liebknecht in wesentlichen Punkten abweicht. Bei den einmaligen Ausgaben bemängelt Abg. v. Pappenheim die Höhe der Baukosten und bittet die Anschläge sparsamer aufzustellen. einen Vortheil haben. Abg. Möller( ntl.) schließt sich diesen Ausführungen an. Abg. v. Schöning( t.) bittet bie Regierung, die unentgelt liche Verabfolgung von Pflanzen an leinere Besizer im Interesse der Landeskultur anzuordnen. bringen habe. Abg. Graf Arnim vertheidigt die Ausdehnung der Schutz- Ein sogenannter ,, Gesammt"-Vorstand der Freien Berftationen bis zum äußersten Westen des ostafrikanischen Ge- einigung der Stereotypeure 2c." veröffentlicht im Organ des biets im Interesse des Handels im Rongostaat und in königlichen Polizei- Präsidiums eine langathmige Erklärung in den westlichen Gebieten. Des weiteren befürwortet er die An- der Angelegenheit Schimansky kontra Geschäftsleitung der stellung fachkundiger Beamter und eine wesentliche Erhöhung der Druckerei des Vorwärts", die mein Urtheil über die UnglaubGehälter für diejenigen Offiziere, die längere Zeit in den Kolo- würdigkeit des Herrn Schimansty nur bestätigt. nien bleiben, um diese zu fesseln. " = Bei den Einnahmen aus eben nuhungen dankt Abg. v. Trott zu Sols der Regierung für Abgabe von Futter und Streu aus den fiskalischen Waldungen; es sei dadurch bei der Ich habe nicht die mindeste Veranlassung, mich mit diesem Futternoth verhindert worden, daß eine zu große Verminderung Abg. Bebel ist der Meinung, daß die Resultate der Kolo- fingirten Gesammt"-Borstand weiter zu befaffen. Ich will hier des Viehbestandes eintrat. Nun wird, bis neues Futter gewonnen nialpolitit viel traurigere feien, als die größten Kolonialgegner nur konstatiren, daß mein Urtheil über die moralische Quali werden kann, Stroh meist als Futter, nicht als Streu verwendet erwartet. Der Handel habe nicht zu-, sondern abgenommen, wie fifation Schimansky's sich mit dem des Geschäftspersonals vollwerden. Die kleinen Landwirthe werden also wieder auf die er an der Hand des Etats nachweist, und demgegenüber stehe ständig deckt. Der vom Gesammtpersonal gewählte Arbeiter: Streuentnahme aus dem Walde angewiesen sein. Redner bittet, eine sehr bedeutende Erhöhung des Reichszuschusses. Die Aus- Ausschuß hatte seiner Beit nach gründlichster Untersuchung der soweit dies ohne Schädigung des Waldes geschehen könnte, den dehnung der Schutzstationen bis zum Tanganjika- und Vittoria- Angelegenheit den Beschluß einstimmig gefaßt, bei der GeschäftsDas trägt zur Ileinen Leuten möglichst entgegenzukommen. See sei ein Fehler, der Widerstand der Völker im Innern werde leitung die Entlassung Sch.'s zu verlangen. Minister von Heyden: Ich trage Bedenken, heute eine so dadurch immer größer und würde ein Verkehr in Frage gestellt, der Klärung der Sachlage beffer bei, als die Schreibereien des Carl Rosen. allgemeine Erklärung wie im vorigen Jahre abzugeben. Damals früher fast ungehindert bestanden habe. Die ganze Kolonial- Gesammt"-Vorstandes. lagen die Verhältnisse schlimmer als jezt; von einem ernstlichen politik leide am meisten daran, daß man ganz ungeeignete Elemente Sonderbar wird von den reichstreuen Bürgern das VorNothstande im Frühjahr kann wohl nur einzeln dig, Rede sein. in die Verwaltung nehme, das beweise der häufige Wechsel in gehen des Eisenbahn Fistus in folgender Sache gefunden. Wo das sich herausstellt, wird von meiner Seite eingegriffen allen Stellen. Das offizielle Deutschland sei offenbar unfähig Einige Bewohner der Gartenstraße hatten seit längerer Zeit einen werden. Aber die Hilfsmittel des Waldes müssen zu Rathe ge- au folonijiren, fo gut das deutsche Volt die Kolonisation ver- Strauß mit dem Fiskus zu bestehen. Bekanntlich mußte obige halten werden. Wenn man allen Anforderungen im vorigen ftehe, wie die Erfahrung zeige. Redner führt weiter aus, wie Straße wegen der Ueberführung der Bahngeleife tiefer gelegt Sommer hätte entsprechen wollen, dann tönnte jest nichts sich auch bei der Wißmann'schen Expedition gezeigt hat, daß werden. Hierdurch liegen nun die Bürgersteige theilweise so hoch, mehr abgegeben werden. Der Rückgang an Rindvieh beträgt man micht einmal verstanden habe, die nothwendigen hygienischen baß man auf Treppen heraussteigen muß. Dieserhalb war nun daß man auf Treppen heraufsteigen muß. Dieserhalb war nun am 1. Dezember 1893 gegen das Vorjahr rund 315 000 Etück. Maßregeln zu treffen, die zum Schuße der deutschen Handwerker beim Königl. Polizeipräsidium das Enteignungsverfahren einLas ist nicht so schlimm, daß daraus Mißstände entstehen und Arbeiter nothwendig waren. Infolge davon seien 24 pet. geleitet und hatten sich die Ladenbesizer, welche sich geschädigt fönnten. Uebrigens haben die Selbstverwaltungskörper die Er der Arbeitstage zu Krankentagen bei dem Dampferbau am Myimbi fühlten, demselben angeschlossen. Das Polizeipräsidium sprach wartung, welche die Regierung auf ihre Thätigkeit in diesen geworden. Die Stellung der Missionen, für die er nicht ein ihnen auch Entschädigungen bis zu 3000 m. zu, da es als erDingen gescht hat, vollständig erfüllt. Die von Herrn von frete, sei durch die gegenwärtigen Zustände nicht verbessert, wiesen ansah, daß infolge der Beschaffenheit der Straße den Echoning angeregte unentgeltliche Abgabe von Pflanzen findet sondern verschlimmert worden. Seine abweichenden Ausführungen Geschäftsleuten Schaden erwachsen jei. Durch einen erwirkten schon jetzt statt. in der Sklavenfrage behalte er sich für später vor. Die vor Dringlichkeitsbeschluß wurde der Eisenbahn Fiskus angewiesen, gerückte Seit gebot Abbruch der Verhandlungen. die Entschädigungen sofort zu zahlen. Dieser wandte sich jedoch d hiergegen Beschwerde führend an den Eisenbahnminister, wurde jedoch von diesem abgewiesen, da die Entschädigungen zu Recht erkannt seien. Nun blieb dem Fistus nichts übrig, als die Entschädigungen zu zahlen, was er auch unter Vorbehalt seiner daß diese Angelegenheit endgiltig erledigt sei, sum allgemeinen Erstaunen mußten sie jedoch jetzt erfahren, daß der Fiskus den ordentlichen Rechtsweg gegen sie auf Herausgabe der gezahlten Summen beschritten habe und zwar, wie aus den Klageschriften Der Abg. Auer wurde beauftragt, das einschlägige Material ersichtlich, mit der Begründung, daß die Entschädigungen durch -die Urtheile der verschiedenen Gerichtsinstanzen und die Ber die Urtheile der verschiedenen Gerichtsinstanzen und die Ber: das Polizeipräsidium rechtsirrthümlich zuerkannt seien und anderhandlungen des fächsischen Landtags zu beschaffen. Des feits die Geschäftsleute schon deshalb keine Entschädigung beau weiteren wurde eine Kommission niedergesetzt, bestehend aus den anspruchen fönnten, weil sie teinen Anspruch darauf Abg. Auer, Bebel und Echippel, welche die Deklaration abfassen haben, daß die Kunden zu ihnen fämen. und der Fraktion zur Beschlußfaffung baldmöglichst vorlegen soll. Recht darf man auf den Ausgang dieser Angelegenheit geIn der seitens der Nationalliberalen bei dem Etat des Reichs: spannt sein. fanzler- Amts in Aussicht gestellten Debatte über das Indigenat deutscher Fürsten es handelt sich um den neuen Herzog von Coburg- Gotha- foll der Abg. Bock- Gotha die Stellung der Fraktion Abg. Suebel( natl.) dankt dem Abg. Trott für seine Anregung und empfiehlt der Regierung, sich darauf einzurichten, daß auch in diesem Jahre ein Nothstand eintreten wird. * Die sozialdemokratische Fraktion beschloß in ihrer Atg. asbach( 3): Die Forfibeamten wahren fich gegen heutigen Eigung das Urtheil des sächsischen Oberlandesgerichts, die Streu- Entnahme, ohne zu bedenken, daß die Benachtheiligung das durch die eigenthümliche Auslegung, die es dem sogenannten des Viehstandes viel bedenklicher ist. Das Wohlwollen des Unfuaparagraphen gab, die Vertheilung sozialdemokratischer Rechte that. Die Betheiligten glaubten nun nicht anders, als Ministers ist nicht bis in die untersten Instanzen hindurch Druckschriften unter Strafe stellt und somit den§ 43 der Gegefickert. Man hat die Entnahme von Streu in der grausamsten werbe- Ordnung thatsächlich aufhebt, in Form einer Deklaration Weise verhindert, wo es ganz gut hätte geschehen können, des§ 361( Ünfugparagraph) im Reichstag zur Sprache zu namentlich im Regierungsbezirk Trier. Es find sogar die Ge- bringen. meinden in der Ausnutzung ihrer Waldungen beeinträchtigt worden von den Förstern, als ob der Wald dem Staate gehörte. Redner bittet un Einführung einer anderen Praxis. Abg. v. Erffa( 1) glaubt, daß dann die Kommunal waldungen bald ruinirt sein würden. Jetzt müsse der Staat der Eifelgegend Unterstützungen gewähren, weil früher dort der Wald ruinirt worden ist. Besser wäre es, wenn man auch noch die Privatwaldungen unter Aufsicht des Staates stellen könnte. Abg. Dasbach( 3.) erklärt sich gegen eine solche Ausdehnung der Staatsaufsicht und hält seine Vorwürfe aufrecht. Ober- Landforstmeister Donner bestreitet, daß Staatsförster die Gemeindewaldungen verwalten; es feien am Rhein besondere Kommunalförster angestellt, die volles Vertrauen seitens der Gemeinden genießen. Die Einnahmen werden bewilligt. Bei den Ausgaben flagt Abg. v. Heereman( 8.) darüber, daß die Hauberge und die Gehöfenschaften im Trierer Bezirk zu sehr als reinen Wald betrachtet und deshalb die Betheiligten in den Nebennutzungen der selben zu sehr beschränkt würden. Wenn sie nicht von der bureau. fratischen Fessel befreit würden, würden sie bald verschwinden. Minister v. Heyden sagt zu, die Angelegenheit noch einmal zu untersuchen. vertreten. Ferner beschloß die Fraktion zum Etat über die Branntwein stener den Antrag zu stellen, daß bei jeder Kontingentirung des berzustellenden Epiritus dem Reichstag ein Verzeichniß der Brenner, die an den Vortheilen der Besteuerung theilnehmen, vorgelegt werde. Bei der Berathung des Militäretats soll die Vorlegung einer Statistik der Selbstmorde in der Armee gefordert werden. Tokales: nur Mit Sonderbar ist nur, daß es Leute giebt, die von der in der Wärmehallenfrage erst glänzend demonstrirten Hartleibigkeit des Eisenaahnfiskus bisher noch keinen Schimmer gehabt haben. Im städtischen Obdach wurde vorgestern für jeden einzelnen Asyliſten eine Zählfarte, ähnlich der bei der Voltszählung, ausgefüllt, um die Dauer der Obdach- und Arbeitslosigkeit des Betreffenden festzustellen. Mehrere Mitglieder des Magistrats waren anwesend. Es scheint sich hauptsächlich darum zu handeln, zu fonstatiren, wer von den Obdachlosen bereits früher in Berlin feste Wohnung und Beschäftigung hatte. Die Obdachlosen, die feit längerer Zeit feine feste Wohnung mehr hatten, hegen die Befürchtung, daß die Statistik in be stimmten Fällen Material zu Ausweisungsmaßregeln liefern soll. " Der Fortfall des Sonntags- Unterrichts in den Fort Unsere modernen Judenfresser, die Antisemiten, erheben bildungsschulen wird von der Voff. Ztg." als ein tödtlicher Abg. v. Benda( natl.) bittet um möglichst einstimmige An- Schlag für diese Institute bezeichnet und das Organ der paten bekanntlich ein gewaltiges Geschrei über die im heutigen nahme der für die Forsträthe vorgesehenen, schon lange verlangten tirten Philister- Engherzigkeit bedauert aus innerster Seele, daß Inseratenwesen offen zu Tage tretende Korruption und machen Gehaltsaufbesserung. Abg. Paasche( natl.) bemängelt die Bevorzugung des reiten. Die Gozialdemokraten im Reichstag die Sonntagsruhe ernst die Juden für alle, auf diesem Gebiete begangenen Sünden ver nehmen und gegen die Beibehaltung des Sonntags. antwortlich. Trotzdem scheuen sich unfere Urgermanen" nicht, den Feldjägertorps vor den Zivilanwärtern bei Besehung der unterrichts stimmen werden. So bleibt selbst die schmugigste Geschäftsreflame zu machen, sofern sie ihren Oberförsterftellen und in Bezug auf die Anciennität. 8wecken meint das Manchesterblatt, als einziges Mittel übrig, Sweden dient und Geld bringt. Um Geld zu machen, hat Minister v. Heyden wiederholt sein Versprechen, die Dinge daß der Berliner Magifirat gemeinsam mit den Mas so ein Urgermane", in dessen Adern jedenfalls kein Tropfen im Auge zu behalten; wenn die Unterschiede zu groß würden, gistraten anderer Städte sich zu einer That ausrafft. Man irrt jüdischen Blutes rout", unter dem Titel„ Union- Selbsthilfe" ein werde er einschreiten; bis jetzt sei das noch nicht der Fall. sich aber, wenn man meint, daß der Magistrat etwa bei den Annoncenbüchlein herausgegeben, welches seiner nichtjüdischen" Abg. Hofmann( natl.) tadelt es, daß die Forst- Hilfsaufseher profitwüthigen Lehrlingsausbeutern interveniren soll, damit diese Erfindungskunst alle„ Ehre" macht und zugleich zeigt, wie thurm zu lange auf eine definitive Anstellung warten müssen. in ihrer Gier nach Mehrwerth ein wenig nachlassen und den hoch der Herausgeber alle jüdischen Geschäftsleute in der Neflame Abg. v. Plög( t.) schließt sich dem Vorredner an und be- jungen Leuten die vaar Stunden zum Besuch der Fortbildungs- überragt. Der antisemitische Reklameheld leitet sein sauberes dauert, daß der Minister seine Busage, schon in diesem Jahre schule aus der Arbeitszeit freigeben. Geschäftsunternehmen durch folgendes Vorwort" ein, welches eine Befferung eintreten zu lassen, nicht erfüllt habe. Minister v. Heyden wiederholt seine Zusage vom vorigen Jahre, die in diesem Etat noch nicht erfüllt werden konnte. Abg. Schreiber( frt.) spricht die Hoffnung aus, daß bald eine Besserung eintreten möge. Die Ausgaben werden bewilligt, ebenso ohne Debatte die Rente des Kronfideikommiß- Fonds und der Zuschuß dazu. Echluß 44 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr. ( Fortsetzung der zweiten Berathung des Etats.) Parlamentarisches. An diese doch so nahe liegende Intervention denkt die er den in seinem Buche abgedruckten Inseraten voranstellt: Boff. 3tg." nicht. Sie hält getreu ihrer obersten Rolle als Sie hält getreu ihrer obersten Rolle als Mit vorliegendem Unternehmen bezwecken wir die Hebung Förderin der Unternehmerinteressen die Angelegenheit für so christlichen Handwerks und Handels und den Vortheil der christ. wichtig, daß sie die bombenfeste freisinnige Dottrin, der Monarch lichen Räufer. Der Christ taufe nur beim Christen! Sollen tehe über den Parteien, an den Nagel hängt und den Magistrat auffordert, sich an den Kaiser zu wenden, damit dieser für die Beseitigung des betreffenden Absatzes im§ 120 der GewerbeOrdnung intervenire! Wenn der Profit in Frage fommt, sind die liberalen Manchestermänner und ihre Anwälte immer energisch und ohne Scheu bereit, die heiligsten Doktrinen über den Haufen zu rennen. wir, was christliche Hände für Hungerlöhne gearbeitet haben, mit vielprozentigem Aufschlag den jüdischen Geschäften ablaufen, um jenes Volt, das nicht arbeiten nag und nur vom Schacher lebt, noch mehr zu bereichern. Sollen wir ruhig zusehen, wie christliches Handwerk und christlicher Handel ruinirt wird, weil sie rechtschaffen handeln und mit den Ausbeutern, dem eingewanderten Volke vom Jordan, nicht fonfurriren tönnen? An denselben Tage, an welchem in Jerufalem der Grund Hieran sollen sich die Arbeiter ein Beispiel nehmen und bei stein zur ersten evangelischen Kirche gelegt ist, erscheint jeder Gelegenheit rudhaltlos auch ihre Interessen vertreten. Dieses Buch, als Wehr gegen den chriftlichen Erbfeind." Sihung der Budgetkommission. Zu Beginn der Sigung Selbstredend nicht auf den Wegen, die die Manchestermänner in Nachdem der Herausgeber dieses neuesten" Reklamewertes seine antisemitische Galle ausgegossen, zeigt er der staunenden Mitbrachte der Abg. v. Kardorff noch einmal die im legten Bericht diesem Fall wandeln. erwähnte chinesische Zollbeamten- Angelegenheit zur Sprache, auf Dem Chariteeboykott hat sich die Kranken- Unterstügungs- welt an, daß er nicht nur durch die in seinem Buche enthaltenen die der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes auf grund der dem noch beabsichtigt, das Buch für 50 Pf. pro Exemplar zu Atten ausführlich antwortete und nachwies, daß von ihm aus und Begräbnißkaffe der Lederzurichter Berlins in der Versamm. Inserate Geld für sich zu machen versteht, sondern daß er außervertaufen; ferner schreibt er: tegelmäßige Zusendung erfordert alles geschehen sei, was billigerweise geschehen konnte. Der Etat lung von 28. Januar angeschlossen. des Reichskanzler- Amts wurde ohne erhebliche Debatte erledigt. Ein Danaergeschenk. Dem Finanzminister Miquel, der ein Abonnement von 60 Pf., wofür eine im Sommer 1894 ftattDie Kommission ging alsdann zur Berathung des Etats im Reichstage dem Udermärker Tabak ein Lob gespendet bat, ist findende kostenlose Dampferpartie einbegriffen ist." Also, eine für die Schutzgebiete über, die eine allgemeine Debatte hervor von einem Labatindustriellen in Schwedt ein Kistchen Bigarren obligate antisemitische Dampferpartie wird den Abonnenten ver rief, die in nächster Eigung fortgesetzt werden soll. Der Referent zugesendet worden, die aus reinem Udermärker gearbeitet sind. sprochen, an der sie fostenlos theilnehmen dürfen; jedenfalls doch Abg. Prinz von Arenberg findet, daß der Etat eine wenig Das hübsch ausgestattete Präsent war von folgender poetischer wohl nur dann, wenn soviel Gimpel auf semitischen Leim gegangen gegangen find, wie der Herausgeber zufriedenstellende Gestalt angenommen habe. Es scheine, Widmung begleitet: erachtet. für nothwendig Wir Anbei ein Gruß der Uckermark; daß Tar es Salam fich zu einem Kleinpotsdam auswachsen solle. unfererseits hegen indeß Er ist sortirt von leicht bis stark, ( Große Heiterleit.) Auch Differenzen zwischen den verschiedenen starten Zweifel an dem Zustandekommen dieser Dampferpartie". Was nun Nur reiner Uckermärker ist er, Behörden wegen der Anlegung eines Schießplates machten einen die Juferate in dem in Nede eigenthümlichen Eindruck, vorläufig sei noch der größte Theil Bekomm's ihm gut, dem Herrn Minister!" stehenden Inseratenbuche betrifft, so glauben wir sicher annehmen von Afrita Schießplah.( Allseitige Zustimmung.) Des weiteren Finanzminister Miquel hat auf das ihm zugegangene Präsent zu tönnen, daß nur ein kleiner Theil derselben solche sind, welche von Geschäftsinhabern aufgegeben wurden, die sich selbst zur brachte er verschiedene Erlasse des Untergouverneurs von Dst nach Schwedt das folgende Dankschreiben gesandt: afrifa zur Sprache wegen des Herumlaufens der Hunde und„ Ew. Wohlgeboren und den übrigen Herren Mitgliedern des antisemitischen Partei bekennen. In mehreren uns zugegangenen über die Vorschrift an die Eingeborenen und Eingewanderten, Stammtisches im Hotel 3am goldenen Hirsch" danke ich ver- Buschriften wird die Art und Weise, in der man es verstand, ihnen begegnende Europäer zu grüßen. Das sei nicht bindlichst für die mir durch Uebersendung einer Probe reinen Uder- die Inferate zu erhaschen, aufs schärfste verurtheilt. Kein Wort mehr Militär, das sei Kommiß. Schließlich tam er auf märter Tabats erwiesene freundliche Aufmerksamkeit. Es wird mir wurde den betreffenden Inserenten vorher darüber gesagt, daß ben Werth der Missionen für die Rolonialpolitik eine Freude sein, mich selbst von der Güte des auf vater- das Inseratenunternehmen antisemitischen Zwecken dienen, daß zu sprechen und befürwortete von diesem Gesichtspunkte ausländischem Boden gezogenen und verarbeiteten Gewächses über den Inseraten oben wiedergegebener antisemitischer Wortschwall Sen Etat. zeugen zu fönnen." vorangestellt werden würde. Man scheint im Trüben gefischt zu Geheimer Regierungsrath Rayfer verbreitete sich des aus Wenn der Herr Minister etwa in den nächsten Tagen durch haben, nur um die Inferate zu erhalten und damit die JInsertions führlichen über die Verhältnisse in Ostafrita, bie er als im ganzen Unwohlsein verhindert sein sollte, an den Reichstagsverhandlungen gebühr einsacken zu können; ein Kunststück, welches wohl nur günftige bezeichnete. Die fritisirten Verordnungen wolle er auch theilzunehmen, so fennt man wenigstens die Ursache, durch die der Unverfrorenheit eines Urgermanen" gelingen tonnte. Da wir einmal dabei sind, die Art und Weise zu kennzeichnen, wi nicht vertheidigen, gleichwohl tonne von einer Herrschaft des er leichtfertiger Weise seine Gesundheit geschädigt hat. den anti " " die fich die Antisemiteriche Geld zu machen fuchen, wollen wir nicht| Bewohner der Stadt Charlottenburg war, der an der Berliner| gehaltenen Arm vor weiteren Mißhandlungen zu schüßen bekam unterlassen unseren Lesern mitzutheilen, welchen Vorschlag in der Börse Geschäfte betrieben haben muß. Ob hier ein Unglücksfall und noch einen Säbelhieb über in Breslau erscheinenden antisemitischen Oftwacht" ein ur- oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt, jedenfalls Hand, der eine Anschwellung zur Folge hatte. Plauschinat, germanischer Jüngling macht, um Gelder für die Antisemiten zu aber ist es auffällig, daß man von dem spurlosen Verein ruhiger, fleißiger Arbeiter, protestirte lebhaft gegen diese Be erschnorren. Er schreibt folgendes: Es giebt doch wohl unter schwinden des anscheinend wohlhabenden Mannes bisher nichts handlung und bestand darauf, daß der Wächter ihm nach dem unseren Anhängern wohlhabende und unter diefen wieder wohl- vernommen hat. Polizeipräsidium begleitete und dort seinen Namen feststellen ließ. betagte Leute, die sich selbst sagen müssen, daß ihre Tage Ein Unglücksfall mit tödtlichem Ausgang ist, wie uns Drei Baffanten, welche die Mißhandlung wahrgenommen, beEin Unglücksfall mit tödtlichem Ausgang ist, wie uns gleiteten die Parteien als Zeugen. Vom Polizeipräsidium ging gezählt sind. Würde es nicht eine heilige Pflicht dieser alten Herren sein, uns jungen Leuten den Kampf gegen das nachträglich gemeldet wird, in der Wagenwerkstatt der Nieder-. nach der nächsten Sanitätswache und ließ sich seine Hand Judenthum dadurch zu erleichtern, daß uns von ihnen durch diesem Tage waren Arbeiter damit beschäftigt, einen Transport losesten Weise dar, daß der Brauereiarbeiter sich die Hand beime schlesisch Märkischen Eisenbahn am 25. Januar paffirt. An verbinden. Der Säbelheld stellte die Sache zuerst in der harmlegtwillige Bermächtnisse erhebliche Zuwendungen gemacht würden. Ich glaube, es ist dringend nöthig, daß das geschieht. Denn schlitten auf das Rangiergeleise zu schieben. Als der Wagen Umherfuchteln an der Bank verlegt haben müßte.() Dies erhätten wir genügend Geldmittel- gang Schlesien gehörte uns." beim ersten Versuch nicht nachgab, sprang der Schloffer Krug schien jedoch dem Gerichtshof nicht recht glaubwürdig Die reichen Prozen in der Judenschaft erweisen den Anti- hinzu, um Hilfe zu leisten. Der Wagen tam in Bewegung und und der Angeklagte gab schließlich zu, daß er den semiterichen den Gefallen nicht, den Staub von ihren Füßen zu fam hierbei so unglücklich zwischen Wagen und Wand, daß sein Schlafenden, der niemand etwas zu Leide gethan hatte, schütteln und Deutschland unter Zurücklaffung ihres Mammons Kopf und Oberkörper vollständig zerquetscht wurde. Der Verschneidige zu verlassen, und so geht man denn schnorren" bei germani- unglückte starb bereits auf dem Transport nach dem Kranken- Methode habe er in Anwendung gebracht, weil er den Schlafenschen" Greifen. Man muß aufrichtig bekennen, in praktischen den für einen„ Stromer" gehalten habe.( Gegen Obdachlose, Vorschlägen und Versuchen zur Erlangung von Baarmitteln find hause Friedrichshain. die im Freien nächtigen, scheint der Wächter des Gesetzes also unfere Ürgermanen" von heute unerreichbar. Abenteuer eines alten Junggesellen. Großes Aufsehen die Erweckung mit der Plempe nicht für sehr bedenklich zu und viel Heiterkeit erregt in der Greifswalderstraße ein Vorfall, halten. Die Red.) Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht Brandt und Berndt wurden in der letzten Anarchisten welcher am Montag Abend mit der Ueberführung eines Paares" auf den Umstand, daß die in den öffentlichen Anlagen nächtigenversammlung mit einander verglichen und wurde behauptet nach der Charitee endete. In der Greifswalderstraße wohnt zu den armen Teufel den bewaffneten Beamten unter Umständen daß sie beide das gleiche gethan haben. Dies ist nicht richtig, ebener Erde der Grünkramhändler K., ein alter Junggeselle; wirklich gefährlich werden könnten und ferner in Rücksicht darBrand stand im Dienſte der Polizei und machte hierüber Ent- neben dem Verkaufslokal befindet sich das Schlafgemach und in auf, daß die Berlegung des Brauerei- Arbeiters teine schwere gehüllungen, die zu der Zeit als sie geschahen und in der Art, diesem saß der Geschäftsmann gegen 1/27 Uhr Abends, feine wesen, die geringe Strafe von dreißig Mark. Der Gerichts wie sie geschahen, der Polizei höchst erwünscht waren. Berndt Dagegen hatte niemals mit der Polizei eine andere Beziehung, als Zeitung studirend und ein Pfeifchen rauchend, als plötzlich die hof sah das Vorgehen des Angeklagten auch sehr milde an und daß er im Auftrage der Genossen des 4. Wahlkreises den pp. Thring- Cadenthür und alsbald diejenige seines Zimmers aufgerissen bemaß die Strafe auf 50 M. event. 10 Tage Gefangniß. wurde und ein Mann hineinstürmte, welcher auf dem Arme eine Unsere gemüthvollen Sicherheitsbeamten. Die Brutalität Thring- Mahlow, als die Polizei zu beweifen hatte, daß sie nicht Frau trug und diese, ohne ein Wort zu äußeru, auf das Sopba eines Rigdorfer Nachtwächters erhielt vor einigen Tagen vor provozire, machte Herr Brandt seine sehr zeitgemäßen Ent- niederlegte. Im nächsten Augenblick war der Fremde verschwunden dem Landgericht II eine richterliche Rüge. Ueber die betreffende provozire, machte Herr Brandt seine sehr zeitgemäßen Ent- und K. stand rathlos vor der Frau, welche fläglich stöhnte und auf Verhandlung wird folgendes gemeldet: Der Arbeiter Gustav hüllungen. Wir wissen freilich nicht, ob es der Polizei auch alle Fragen, die der wackere Grünkramhändler an sie richtete, Jädicke ist beschuldigt, in der Nacht vom 22. zum 23. Juli v. J. fehr lieb sein wird, daß er erzählte, tausend Ma Mark versprochen erhalten zu haben, wenn er Dynamit finde. Diese Aufforderung kommen!" gab, einer Bitte, welcher R. schließlich auch nachgab haben. Die Beweisaufnahme ergiebt: Jädicke lag in der genur die stereotype Antwort: Machen Sie, daß Sie raus den Nachtwächter Paulig vorfäßlich körperlich mißhandelt zu in Verbindung mit einer angeblichen Geschäftsreise Rodrian's und sich in den Laden verfügte. Und während der Junggeselle nannten Nacht betrunken vor dem Hause, in welchem er wohnte. zum Zwecke der Anfäufe von Dynamit, kann bei mißtrauischen dort sich den Kopf über die sonderbare Angelegenheit zerbrach. Da kam der Nachtwächter Paulig, welcher an dem Abend bereits Menschen den Glauben erwecken, daß die Polizei gerne Dynamit verkündete im Nebenzimmer das laute, kräftige Geschrei eines mit Jädicke ein Rentonire gehabt hatte, bazu und weckte denselben finden ließe. I Kindes, daß drinnen der Storch angekommen, fehr zur Berauf. I. schlug dem Wächter hierbei ins Gesicht, worauf dieser zweiflung des Junggesellen, der topflos auf und ab lief, schließ seine Klinge zog und dem J. Kopf und Hände blutig schlug. lich aber nach der Polizeiwache in der Heinersdorferstraße rannte, Alsdann 30g Paulig die Nothpfeife und wollte nun mit Hilfe um sich einen„ Echuhmann" als„ Beistand" zu erbitten. Diesen des zweiten herbeigeeilten Wächters den J. nach dem AmtsBeistand erhielt St. auch, inzwischen aber war anderweitig Hilfe gefängniß bringen. Da J. sich weigerte, mitzugehen, wurde er K. geworden; denn als Beide in die Wohnung zurückkehrten, fanden am Boden entlang geschleift. Zwei Augenzeugen machten hiersie dort den Fremden mit einer Hebeamme vor, welche Mutter und Kind die erste Hilfe leistete. Jezt stellte sich heraus, daß die Leidende ihren Mann, einen Arbeiter, abgeholt und auf der Straße in Kindesnöthen gerathen sei; der Gatte hatte, weil das K.'sche Geschäftslotal am nächsten, feine Kranke Frau dorthin gebracht und war dann fortgelaufen, um eine Hebeamme zu suchen. Mittels Droschke wurden Mutter und Kind nach der Charitee gefchafft, und Herr K. hat dem Ehepaar versprochen, bei dem Jungen Pathe zu stehen. Mahlow beobachtete. Als Berndt alles wußte, entlarvte er den Gin Giel in der Akademie erregte gestern Nachmittag unter den Besuchern der daselbst befindlichen Ausstellung einige Verwunderung. Es war ein vierbeiniger, und fein Erscheinen galt der Thierklaffe von Professor Meyerheim, dessen Schüler das Langohr nach allen Regeln der Kunst abfonterfeiten. Das Probebild der Berolina ist versuchsweise auf dem Alexanderplatz aufgestellt worden. Verolina unter den Augen des Polizeipräsidiums anschaulicher hätten unfere heutigen Verhältnisse gar nicht versinnbildlicht werden können. Jm über dem Nachtwächter Paulig Vorwürfe, worauf dieſer den J. losließ. Der Gerichtshof erachtete den Angeklagten zwar für oließ. Der Gerichtshof erachtete den Angeklagten zwar für schuldig, erklärte denselben aber für straffrei, da Paulig fich genannten Beamten wurde von dem Vorsitzenden in scharfer reichlich sein Recht genommen habe(!). Das Verhalten des Weise kritisirt und soll der vorgesetzten Behörde der Sachverhalt sur Kenntniß gebracht werden. Ob das viel nüßen wird? Gius jener widerwärtigen Schauspiele, die im polizei lichen Berlin ja nicht so selten sind, brachte am Montag Nachmittaa das Publikum, das den Oranienplay passirte, in Erregung. Ein Schutzmann transportirte einen armen Teufel wegen der Himmel weiß welchen Vergehens und beschleunigte den Transport Ein Heirathsschwindler stand am Mittwoch in der Person Selbstmord eines 15 jährigen Knaben. In tiefe BeDurch häufige Büffe, die er dem Verhafteten mit der geballten träbniß ist die Familie des Droguenhändlers S. aus der Alexander- des Dachdeckers Augustin Strangfeld aus Berlin vor dem Fauft versehte. An der Litfaßsäule erhielt der Arme einen so straße durch den plöglichen Tod ihres 15 Jahre alten Sohnes Schöffengericht am Amtsgericht 11. Der Angeklagte, der in unglücklichen Stoß, daß er zu Boden stürzte. Es ist erklärlich, Otto versetzt worden. Der Knabe sollte sich zum Koch ausbilden Berlin Frau und sechs Kinder besigt, knüpfte im Juni v. J. mit daß den Mann endlich die Wuth übermannte und er den Schuß- und war zu dem Zwecke als Lehrling im Hotel Prinz Wilhelm der damals in Schöneberg dienenden 38jährigen Dienstmagd Am Montag Louise Türk ein Liebesverhältniß an, versprach ihr die Ehe und wurde jedoch vereitelt, denn der Gesetzeswächter bekam von zwei hatte er sich eine Unregelmäßigkeit zu Schulden kommen lassen, spiegelte ihr vor, er werde mit ihr nach seiner Heimath Weſt. feiner Kollegen sofort Sukkurs und nun fonnte es strammen die entdeckt wurde. Aus Furcht vor Strafe begab er sich in der falen übersiedeln und dort ein kleines Gütchen kaufen. Schrittes mit dem Verhafteten zum Revier gehen. Was weiter Nacht auf den Boden und machte seinem Leben durch Erhängen überglückliche Braut glaubte seinen Versicherungen und war gern mit dem Unglücklichen geschehen, ist nicht bekannt geworden. ein Ende. Eine Waschfrau fand ihn am Dienstag als Leiche auf. Berlegenheiten zu helfen. Sie lieh ihm erst 25 und dann 40 M., bereit, ihrem Bräutigam durch baares Geld aus momentanen Der Restaurateur Herr F. Schulz, Beuthstraße 3, theilt als er aber zum dritten Male in Verlegenheit war, mußte fie uns mit, daß der in der Dienstag- Nummer erwähnte Diebstahl ihm das Geständniß machen, daß sie weitere Ersparnisse nicht nicht in seinem, sondern in einem anderen in der Beuthstraße befize. Von nun an ließ sich der Angeklagte nicht mehr sehen. belegenen Lotal pafsirt sei. Auf Anrathen der Herrschaft stellte die Betrogene Strafantrag und heute wurde Strangfeld mit einer Woche Gefängniß bestraft. Versammlungen. Die Tas idyllische Nixdorf. Die Großthaten zweier Beamten versetzen zur Zeit die Rigdorfer Einwohnerschaft allgemein in Aufregung. In der Nacht vom Sonntag zum Montag machte der Landwirth Hennig, am Richards- Play wohnhaft, die Wahr: nehmung, daß ein unbekannter Mann sich an einem Fenster des Hennig'schen Hauses zu schaffen machte. Einen Einbrecher ver- Ueber die Vorgänge am Friedrichshain nach der Vermuthend, weckte H. den in seinem Hause wohnhaften Gendarm fammlung der Arbeitslosen vom 18. v. Mis. find Bewohner der Bornemann und machte sich sodann in Gemeinschaft dem Königsthor benachbarten Häuser vorgestern Nachmittag auf mit diesem an die Verfolgung des nächtlichen Eindring: dem Polizeipräsidium vernommen worden. Sie wurden über lings, der schleunigst die Flucht ergriff. Der Gendarm setzte ihre Wahrnehmungen betreffs des Eingreifens der Polizei an dem Fliehenden nach und rief ihm wiederholt zu, stehen zu jenem Tage befragt. Was da wohl herauskommen wird? Die Arbeiter- Bildungsschule scheint an einem bedeut bleiben, widrigenfalls er schießen werde. Als der Flüchtling Polizeibericht. Am 30. v. M. Morgens wurden ein Koch famen Standpunkte gelangt zu sein; wenigstens läßt der Austrotzdem weiter lief, feuerte der Gendarm auf den lehrling auf dem Boden eines Hauses in der Dorotheenstraße gang der am 29. Januar stattgehabten Generalversammlung felben zwei Schüsse ab, deren einer den Fliehenden und in der Nacht zum 31. v. M. ein Mann in seiner Wohnung in darauf schließen. Dieselbe wurde um zirka 9 Uhr vom Vorin die Schulter traf. Jest blieb der Verwundete stehen der Friedrichstraße erhängt vorgefunden. In der Spree, bei der sigenden Flatom mit dem Bericht des Vorstandes eröffnet. Aus und wurde verhaftet. Infolge der Schüsse war auch der Revier. Moabiterbrücke, wurde Vormittags die bereits start verweste Leiche demselben erhellte, daß die petuniären Schwierigkeiten, mit Nachtwächter 2uiter auf der Bildfläche erschienen und furz eines Mannes angeschwemmt.- Ein in der Koloniestraße wohnhafter welchen die Schule von der Begründung an zu kämpfen hatte, darauf kam ein junger Tischler Hohwedel dazu, der die Schüsse Arbeiter versuchte sich in seiner Wohnung zu tödten, indem er sich eine weitere Einschränkung der Unterrichtsstätten nöthig machen, auf dem Wege nach seiner in der Nähe belegenen Wohnung mittels eines Rüchenmessers mehrere Schnitte an den Armen und am und demzufolge die bisherigen Räume aufgegeben, resp. getheilt gleichfalls gehört hatte und nun sehen wollte, was dieselben Unterleibe beibrachte. Er wurde nach der Charitee gebracht. Vor gemiethet werden müßten. Nach den Berichten des Kassirers zu bedeuten hätten. Als der Nachtwächter des jungen Mannes dem Hause Burgstr. 27 wurde Nachmittags ein 12jähriges und der Revisoren wurde dem Kassirer Königs Decharge er anfichtig wurde, redete er ihn sofort an, was er wolle, und Mädchen durch eine Droschke überfahren und innerlich anscheinend theilt. Zu neuen Revisoren wurden bestimmt: Buhlemann und al3 Hohwedel bescheiden antwortete, er wolle nur schwer sehen, wer geschoffen habe, gebot ihm der Nachtwächter, er folle hver verlegt.- Abends geriethen in einer Wohnung des Morbach. An stelle des ausscheidenden Schriftführers Sigg, wurde Hauses Klopstockstr. 38 durch eine umgestoßene brennende Genosse Danzer gewählt. feiner Wege geben. Gleichzeitig erhielt H. von dem Beamten Petroleumlampe die Kleider eines Dienstmädchens in Brand. Das einen Stoß vor die Brust, fodaß er zurüctaumelte und den Hut Mädchen erlitt schwere Verletzungen an den Armen und Beinen, verlor. Als H. sich jetzt bückte, um feine Kopfbedeckung aufwährend der Dienstherr, der ihm die brennenden Kleider vom zusuchen, erhielt er, wie uns berichtet wird, von dem Nacht Leibe zu reißen versuchte, Brandwunden an der Hand davon wächter mehrere Siebe mit der blanten Klinge über trug.- Außerdem fanden im Laufe des Tages sechs den Rücken und als er fich nunmehr erhob, über den bloßen Brände statt. Kopf, fodaß das Blut herunterfloß. Erst als einige Leute, die von ihren Fenstern diese Heldenthat gesehen hatten, ihrer Entrüstung Ausdruck gaben, steckte der Nachtwächter seine Klinge ein und entfernte sich. H., der seinen Angreifer nicht er Lannt hatte, rief nun laut nach dem Nachtwächter, der sich Gerichts- Beifung. Schule lag ein von Flatow eingebrachter und durch Sigg, Zum Abschnitt 5 der Tagesordnung Reorganisation der Lohse, Ludwig und Osburg unterstützter Antrag vor. Derselbe besagte, daß vom April laufenden Jahres ab die Unterrichtsfächer: Buchführung, Buchführung, Rechnen und Korrespondenz vom Lehrplan gestrichen, die bisherigen zwei Deutschfächer einem vereinigt und die Sonntags- Versammlungen 14 tägig festgesetzt werden sollten. Nachdem Flatow in ausführ licher Rede diesen Antrag begründet hatte, beantragte Genoffe Franfe, die Sache einer aus Mitgliedern, nicht VorstandsOmladina Prozeß. Prag, 31. Januar. In der heutigen mitgliedern, gebildeten Siebener- Kommission zu überweisen und jedoch nicht wieder sehen ließ, und als sein Rufen vergeblich Berhandlung wurde der achtzehnjährige Mörder des Mrva, nicht heute mit Hurrah eine Reform zu beschließen, die nur war, begab sich H. nach dem Amtshause, wo er Lärm schlug. Fabritarbeiter Dolezal als Beuge verhört. Derfelbe giebt an, dazu angethan sei, die Schule ein paar Monate früher zur Ruhe bis ein zweiter Nachtwächter erschien und ihn arretirte. Man den Mord aus eigenem Antrieb mit dem Genossen Dragoun zu betten. Der Antrag wurde abgelehnt, nachdem durch Sigg holte nun einen Arzt, der dem schwer verletzten H. die erheb: verübt zu haben, weil Mrva selbst sich gerühmt habe, ein An- barauf hingewiesen, daß durch Annahme dieses Antrages nur Lutter soll nun angegeben haben, H. habe ihn zuerst angegriffen, geber zu sein. Einen Brief des Mrva an Dolezal habe letterer eine Verschleppung erreicht würde, indem die Kommission sich eine Behauptung, der von zahlreichen Augenzeugen widersprochen nach Wien geschickt. an den Reichstags= Abgeordneten Dr. Herold zur Information erst mit dem Material vertraut machen müßte, welches zusammen Im weiteren Verlaufe des Verhörs zu tragen und zu verrechnen der Vorstand Monate gebraucht wird. Hoffentlich wird der heldenhafte Nachtwächter seinen giebt Dolezal an, Mrva habe erzählt, daß er für jeden durch habe. Während Königs, Sigg und Andere sich für eine Rewohlverdienten Lohn vom Strafrichter erhalten. Der an ihn ins Gefängniß gebrachten Omladinisten fünf, für jeden organisation im Rahmen des vorliegenden Antrages auss gefchoffene Berhaftete ist ein Kutscher Lehmann, der nach seiner Omladinaführer fünfzehn Gulden bekommen sollte. Den unmittel- sprachen, schlug Gen. Braun vor, mit der jetzigen Form der Behauptung einem Dienstmädchen des Landwirths Hennig einen baren Anlaß zur Ermordung Mrva's habe der Umstand ge- Schule überhaupt zu brechen, und durch Gründung einer wirkBesuch machen wollte. Wie weit dies richtig, wird die eingeleitete Unterfuchung ergeben. geben, daß Mrva ein polnisches Lied sang, in welchem von Ver- lichen Agitations- und Agitatorenschule neue Lehrkräfte rath die Rede ist. Der Präsident macht auf den Widerspruch und Schüler, neue Mittel und vor allem von neuem die SymUeber eine Rauferei zwischen Gebildeten berichtet eine dieser Erklärung mit der von Dolezal in der Voruntersuchung vathie der Partei zu erwerben. In ähnlicher Weise äußerte sich hiesige Korrespondenz folgendes: Der Schauplatz eines großen abgegebenen aufmerksam, nach welcher die Rede des Ab- Genoffe Wagner, gleichfalls betonend, daß die Schule in ihrer nächtlichen Straßenercesses war in der letzt vergangenen Nacht gevroneten Herold im Reichsrathe den Anlaß zu der That ge- gegenwärtigen Form nicht prosperiren könne und daß der der Platz an der Ede der Friedrich- und Karlstraße vor dem geben habe und die Vorbereitungen zu dem Verbrechen vor der Schwerpunkt darauf gelegt werden müsse, Kräfte für die Agitation Café zur Raiserkrone. Zwischen einigen Gäften des genannten bingung des fraglichen polnischen Liedes getroffen worden heranzubilden, welche sofort tämpfend eingreifen könnten, um Cafe's und einer Anzahl Studenten war es hier zu einer Neiberei feien. Von den 185 vorgeladenen Beugen find bisher 75 verhört dadurch dem fühlbaren Mangel an Agitatoren, wenigstens soweit gekommen, die schließlich damit endete, daß die Excedenten auf worden. Die heutigen Berhöre bezogen sich auf hochverrätherische es in den Kräften der Berliner Arbeiterschaft liegt, abzuhelfen. die Straße verwiesen wurden. Hier entwickelte sich aus dem Kundgebungen in den Untersuchungszellen. Nachdem noch Röske, Frau Ludwig, Jbscher, Baumann und Wortstreite eine derartige Schlägerei, daß außer dem Reviernachtwächter und mehreren Schuyleuten auch einige Unteroffiziere von eines Amtsvergebens ftand gestern der städtische Nachtwächter hatten, wurde ein Antrag Wagners zum Beschluß erhoben; der= Die Nachtwächterplempe vor dem Landgericht I. Wegen Morbach theils für, theils gegen diese Radikaltur gesprochen der nächstgelegenen Kaserne herbeieilten um Ruhe zu stiften. Karl Friedrich Wilhelm Lehmann vor der 3. Straffammer selbe lautete: Beantrage, eine neue Generalversammlung anzuDie Studenten zogen sich darauf in's Café zurück, mußten bas- des Landgerichts I. Am 26. August Abends wollte der Brauerei: beraumen mit der Tagesordnung: Auflösung der Arbeiterfelbe jedoch wieder verlassen, da das Publikum eine drohende Arbeiter Georg Plauschinat seinen im Alexander- Regiment Bildungsschule am 1. April. Haltung vor dem Café annahm. Die Hauptunruheftifter wurden dienenden Bruder in der Kaserne besuchen. Er traf ihn aber fammlung mit der Tagesordnung: 1. Auflösung der Schule am In türzester Frist wird eine außerordentliche GeneralverSarauf zur Wache sistirt. nicht an, weil das Regiment schon zum Manöver ausgerückt 1. April, 2. Reorganisation der Schule, einberufen werden. Was 29 000 Mark in Werthpapieren und eine größere war, und ging deshalb zum Alexanderplatz zurück, um dort eine April, 2. Reorganisation der Schule, einberufen werden. Was vorgefunden, welche am gestrigen Mittag in der Spree treibend Wagen war befeßt und P. sezte sich auf eine Bant, um auf den Schule nach wie vor Wissen verbreiten, ihre Schüler zu kämpfern Summe in Baar und Banknoten wurden bei einer Leiche nach Schöneberg fahrende Pferde- Eisenbahn zu benutzen. Der immer auch das Resultat dieser Versammlung sein mag, Untergang nimmer! Gleichwohl, in welcher Form, wird die entdeckt und an der Kirchstraßenbrücke gelandet wurde. Der folgenden Wagen zu warten. Da übertam ihn die Müdigkeit Schule nach wie vor Wissen verbreiten, ihre Schüler zu Kämpfern heranbilden; Untergang nimmer! Todte, ein elegant gekleideter Mann, welcher eine goldene Uhr und er schlief ein. Er mochte wohl schon eine ganze Weile geund werthvolle Ringe an den Fingern trug, muß schon mindestens schlafen haben, als er jäb aus seiner Ruhe gestört wurde. Gr Eine öffentliche Versammlung der Bäckereiarbeiter zwei Monate im Wasser gelegen haben; der Verwesungsprozeß verspürte Knüffe und Büffe, und als er sich verdugt umschaute, tagte am 30. Januar. In derselben lag die Frage zur Beantwar bereits so weit vorgeschritten, daß eine Beschreibung der stand der angeklagte Nachtwächter vor ihm und verfeste wortung vor: Wie stellen wir uns zur geplanten Einrichtung Persönlich leit nicht mehr möglich. Bei der Leiche gleichfalls vor ihm mit gezogener Plempe einen Sieb in bie eines städtischen unentgeltlichen Arbeitsnachweises?" Gin dergefundene Ausweißpapiere deuten darauf hin, daß derselbe ein Seite. Der noch Schlaftrunkene suchte sich durch vor artiger Antrag war f. 8. auf Beschluß einer öffentlichen Ver = fammlung von Arbeitern der Nahrungsmittel- Industrie vom St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog.- Kornblume, Gr. Frankfurterstr. 133| Bitbert lub Gleichheit, 9 Uhr Abends, bei H. Reimann, Alte Schön. b. Gold. Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner.-Bregelschluß, hauserfir. 42.- Geselliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag Ausschusse des Gewerbegerichts dem Vorstande des Gewerbe- Annenstr. 16, bet Ghrenberg.-Weiße Rofe, Reinickendorf, Seeschlößchen bei Abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. gerichts unterbreitet worden. In dieser Angelegenheit haben, Böttcher. Morgenroth1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friesecke. Rauchklub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunyn wie Pfeiffer mittheilte, bislang drei berathende Sigungen Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftstr.- Ecke bei Schulz. Rauchtlub Waldesgrün, Abends 8 Uhr, Restaurant Einigteit( Hutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. A. Meinhardt.- Harmonie, straße 78. Rauchflub Ohnesorge, Abends stattgefunden, deren Resultate nach der Meinung Pfeiffer's für Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Oft- und Westpreußischer Männer A. Gaspar, Reichenbergerfir. 113. Rauchtlub Kernspige, Abends die Zwecke der Arbeiter nicht ungünstige waren. Die Versamm: Gesangverein, Neue Königstr. 73, bei Hahn.-Edelweiß 2, Potsdam 9 Uhr, bet Jakob, Boechstr. 21. Rauchklub Arabi Pascha, Borar, Reichenberger: 8% Uhr, bei A. Böhl, Nüdersdorferstr. 8. Klub Ohne streit, lung, um ihre Meinung befragt, sprach sich dahin aus, daß von Brandenburger Kommunikation 16 bei Glaser. straße 134 bei Schult. Freie Sänger, Strautstraße 6, bei Rudolf. Abends 9 Uhr, b. Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Rauchflub dem geplanten städtischen Arbeitsnachweise wenig Nußen zu er: Butunft 3, Welten, bei W. Grunow. Kreuzberger Har Abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffeljir. 67. Rauchflub Brüder= warten fei. Die Kommissionäre würden dessen ungeachtet nicht monie, Hafenhaide 52-53, Kurth's Salon.- Morgengrauen,( Bäder), Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flid. Rauch= Steinfeger Sängerch or lichkeit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Bücklerstraße 49. verschwinden, und die Meister sich dieser Einrichtung wenig be-- 5 Uhr Nachm., Königstr. 73 bei Hahn. Liedes Echo, Reichenberger- tlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bet Rauchklub dienen. Irgend welche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Der Rustanien Allee Nr. 28 bei Maiwald. firaße Nr. 24 bei Tauschke. Liedertafel Westend, Blumenthal E. Heinide, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. zweite Punkt der Tagesordnung lautete: Was erwarten wir ftraße 5 bei Behrendt. Vorwärts 9, Charlottenburg, Bismarck- Fidelio, Abends 8% Uhr im Restaurant Heine, Eisenbahnstr. 23. Abendroth in Deutsch Wilmersdorf bei Mölter. Rauchklub Pfeifendecket, Gigung Abends 8 Uhr, bei Jeraisch, Langevon der Reichskommission für Arbeiterstatistik?" An den Vor- straße 80. Gesangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, Seydelstr. 30 bei straße 24. Vorwärts, Donnerstag bei Salomo, Oppelnerftr. 29. stand des Bäckerverbandes war seitens des Vorsitzenden der ge- Preußer.- Arbeiter- Gesangverein Spandau Lynarstraße Restaurant Kiefers. Abgu B 1, Abends 9 Uhr, bei F. Nawrodt, Martustr. 20 nannten Kommission die Mittheilung ergangen, daß die Reichs- Vorwärts 2 Echönhauser Allee 28 bei Kuhlmen. Lyra 2, Char: Gesangverein der Kürschner, Landsbergerstr. 31 tommission im Februar d. I. eine Sigung abhalte und zu der lottenburg, Wallfir. 54. bei Geehausen. Glodenrein( gemischter Chor) Kastanien- Allee 95/96. felben, die 4-5 Tage dauern dürfte, 2 Bäckermeister und einige Ge- Gängerrunde, kottbuserstr. 6 bei Braun. Frohsinn 2, Friedrichsfellen mit berathender Stimme hinzuziehen würde. Pfeiffer er- berg Lichtenberg, Frankfurter Chaussee bei Müller. Treu und Fest, mahnte, daß diejenigen, die berufen werden sollten, energisch für die Rebuferfir. 6 bei Nemig.- Brüderschaft Stallschreiberstraße 29"" Bum Forderungen der Bäckerei- Arbeiter plädiren möchten, die vorerst eichenen Stab"- Freundestreue( gem. Chor), Landsbergerſtr. 31 bei Ceehausen.. Eintracht 2, Neu- Glienice, Rudowerstraße bei Hasdorf. Arbeiter- Gefangdahin gingen, zwölfftündige tägliche Arbeitszeit, 36 stündige Waldesgrün( gem. Chor) Bödhur. 8 bei A. Moewes. Feld= Sonntagsruhe und Verbot der Nachtarbeit für jugendliche Ar- verein Oranienburger Vorstadt, Hochstraße 32a bei Wite. blume Lübbenerfir. 30 bei Wilhelm Wiener.- Siberté 1, Guvrystr. 24, beiter unter 16 Jahren. Schlüter verwarf die ganze bei hielsch. Flöter'scher Gesangverein, koppenstr. 43 c bei Lorenz. Thätigkeit der Reichskommission und gefiel sich derartig in so- Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. Morgenroth 4 in Köpenick, Müggelheimer: genanntem Radikalismus, daß er schließlich die polizeiliche Auf- Cuvryfir. 48 bet Zielsch. straße 4 bei Held. lösung der Versammlung herbeiführte. Most ersucht um Richtigstellung einer von ihm in der vorigen Versammlung gethanen, in dem betreffenden Berichte nicht ganz forrekt wieder: gegebenen Aeußerung dahingehend, daß er nicht gesagt habe, die Berliner Arbeiterschaft habe die Bäckergesellen zur Einführung der Brot Kontrollniarte gezwungen, sondern vielmehr von der Genossenschaftsbäckerei bezüglich des Zwanges zur Einführung der Kontrollmarke gesprochen habe. = Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 1. Februar, Abends 8% Uhr, bei Boly, Alte Jakobstraße 75. Vortrag des leitenden Arztes Herrn Dr. Christeller. Uebungsstunde. Artistenverein Vereinte Kraft". Sigung und Uebungsstunde am Donnerstag, den 1. Februar, Abends 9-11 hr. Sonntags Bormittag 10 bis 12 Uhr, bei Kalmuß, Gräfe- und Dieffenbachstr.- Ecke. Im Gastwirthsgewerbe Angestellte. Donnerstag Nachmittag 3½ Uhr, bet Deigmüller, Alte Jatobstraße 48 a: Versammlung. Tagesordnung: Wahl von Delegirten zum Kongreß. Arbriter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 8%-10% Uhr: Nord= Schule, Müllerstr. 179a; Unterricht in Deutsch( unt.) Ost- Schule, Martusstr. 31: Erste Hilfe bei Unglücksfällen. Südost Schule, Reichen: berger fir. 133: Unterricht in Kaufmännischem Rechnen, Korrespondenz und Geschichte( alt). Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Echüler und Schülerinnen auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Sefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieygen, abends 8% Uhr, bei Echröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8% Uhr, Boyenftr. 40, bei Gieshott.- Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. Klub der Freunde bei Eminemünderstraße 120. Gnadt, Hasenclever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulen weg Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends 8% Uhr, Reichenbergerstr. 157, Gigung. Diskutirklub 3eitgeist" jeden Tonnerstag nach dem 1. und 18. des Monats bei Tempel," Langeftr. 65, Abends 8% Uhr. Disfufirflub Gleichheit"( Weißensee) bei Alebs, Ghar lottenburger und Roelfestraßen Ece, Abends 8% Uhr.- August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahmel neuer Mitglieder. 5. Wahlkreis. Wir ersuchen die Genossen, welche noch im Besitz von Sammellisten für die Stadtveroroneten- Wahlen sind, bis Sonntag, den 4. Februar, bestimmt mit dem Genossen Butziger, Titania, Stat Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelfir. 84. - Stats flub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenstr. 47. flub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Schießtlub Zell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwedterstr. 23. Tambour: Verein Ginigteit bei Haupt, Staligerstr. 102. Um 9 Uhr uebungsstunde, nach derselben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Fach verein der Klempner Berlins und Umgegend. Arbeitsausgabe Abends 8-10 Uhr. Sonntag 10-12 Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123. 250 Depeschen. ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Neapel, 31. Januar. Der Anarchist Merlino wurde heute verhaftet. Er leistete dabei heftigen Widerstand. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Zuschriften den Bund betreffend find zu richten an: P Hentel, Bergmannstr. 14, Hof 2 Tr. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruder - Rauchflub Graue Wolte, Krautstr. 48. Madrid, 31. Januar. Der Bericht des Gouverneurs von bund, Andreasstr. 3 bei Noll. Verein Grüne Eiche( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. 1 bei Kazorte. Bergnügungsverein Jugendlust, Ohmgasse 2 bei Krebs. Rauchtlub Cadix besagt: Tausende von nothleidenden Bauern und Arbeitern Rauchtlub Dezimalwaage Frisch auf, Koppenfir. 43 bei Lorenz. Krautstraße 36 bei Infinger.- Rauchtlub Erholung, Wienerfir. 13 bei durchziehen bettelnd die Provinz. Ausschreitungen sind zu beDrieschner. Rauchtlub Elvira, Abends 9 1hr bei Bringborn, Madai- fürchten. Buenos- Ayres, 81. Januar. Die Aufständischen in Brasilien rüsten sich zu einem energischen Angriff auf Santos mo Cao Baoto. straße Nr. 12. Humuristischer Klub Universum, Veteranenstr. 18, bei Schulz. Brüderlich feft, Pücklerstr. 49 bei Stabernack. Donnerstag. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. MännerGesangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißensee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; Männer Gesangverein bei Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergersir. 73a. Gesangverein Glodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr bei Knapp, Kastanien- Allee 95/96. 1 Briefhaffen der Redaktion. W. G., Georgenkirchstraße. Sie müssen sich von Ihrer Frau beim Notar eine Vollmacht für dies bestimmte Geschäft ausstellen lassen. A. K. 101. 1. Ja, wenn Sie nicht zahlen. 2. Ja V. M. Nein. Theaterverein Fideler Geist 2, Abends 9 Uhr, Große Frankfurter straße 99 bei Martini.- Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Restaurant Bräuer, Solmsstr. 47.- Theaterverein Crescendo bei Maißner, Theaterverein Maiglöckchen, Englischer Hof, Neue Gartenstr. 162. Roßstr. 3.- Theater- Gesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9½ Uhr, Chorinerstr. 55. Geselliger Klub Blau Veilchen, Abends 9 Uhr, bet Schönwälder, F. G., Schöneberg. Herrschaft ist berechtigt. Verein ehem. 22. Gemeindeschüler, puntt 333. 1. Sie haben für beide Arbeiten den ausgemachten Drantenstr. 135. 9 Uhr bei Echröder, Stegligerstr. 18.- Pfropfenverein Wedding, Abends Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Preis zu fordern, an den der Meister für die einmal begonnene 8% Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. Abends im Restaurant Göy, Oranienstr. 153. Gejangverein Proletariat Arbeit gebunden ist. 2. Wochentags Abends 71/ 2-81/ 2. Diffident 1000. Nein. ( gem. Ghor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Miöwes, Böckhstr. 8. Sigung mit Damen Abends 9 Uhr 2. Das können wir Geselliger Verein univerfum, 1. Nein. Klapperfeld Raunheim. Geselliger bei Hagemann, Lothringerstraße 81. Vorträge, Fidelitas. Verein univerfum, Gigung Abends 9 Uhr, im Restaurant Neumann, nicht wissen. Fragen Sie einen Landbriefträger. Berein Gemüthlichteit und Klub Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Hafe. 1. Reparaturen, die Ihnen die Nutzung der Küche humor, Abends 9½ Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beiſammenfein mit, zeitweilig ganz entziehen, brauchen Sie sich nicht gefallen zu Männergesangverein Sangesfreunde, Damen, Fidelitas und Zanz. Landsbergerstraße Nr. 82.- Tassen. Abends 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant Hamb. ,, Echo". Bericht über besagte Gerichtsverhandlung Geselliger Verein hertha", Connecfiag, Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, 9 Uhr. Abends Berein Wanderkiub( Norden), Sitzung jeden ist von uns bereits gebracht worden( siehe Nr. 5 des„ Borwärts" Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant G. Baatsch, Hennigsdorferstr. 24.Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. 1 Achtung! Charlottenburg. Sonntag, 4. Februar, Vm. 11 Uhr, im Reft. Bismarckshöhe, Bismarckstr. 80: 1. Beilage). Den Mitgliedern der Kranken- Hierdurch nehme ich die gegen die faffen mit freier Arztwahl zur Frau Auguste Weiße, Schulstr. 114, nicht, wie in den Aerzteverzeichnissen erkläre dieselbe für eine achtbare Frau Nachricht, daß meine Wohnung sich ausgesprochene Beleidigung zurück, und steht, Oranienstraße 51, sondern Grosse öffentl. Volks- Versammlung. Oranienstrasse 55 Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Gewerbegerichte. Referent Genosse Jahn. 2. Dis Landwehrfir. 42, v. I I., abzurechnen. fuffion. 3. Bericht des Wahlkomitees und Aufstellung von Kandidaten für das Amt der Gewerbegerichts- Beisitzer. 351/20 Das Komitee. Freie Vereinigung der Kaufleute." Den Mitgliedern zur gefl. Renntnißnahme, daß in diesen Tagen die Quit tungen über rückständige Beiträge durch die Packetfahrt vorgelegt werden. 189/17] Der Vorstand. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L* am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigſte Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Empfehle den Genossen mein reich55722* haltiges Lager in Bildern, Rahmen und Büsten. Besonders empfehlenswerth: Der 1. Mai, Lassalle, Marx u. a. Lager von Stahl- u. Kupferstichen, Landschaften, zu soliden Preisen. Glaserei und Bildereinrahmung. Carl Scholz, Wrangelstraße 32. 37 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Gig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 479/5 Der Einberufer. Bentral- Verband deutscher Maurer. Zahlstelle Berlin 1.( Putzer). Sonnabend, den 3. Februar 1894: Großer Wiener Maskenball 249/10 befindet. am Moritzplatz 54912* Zahnarzt Semmel. Spr. 8-6. Sonntags 9-1. Ein grosser Posten Steppdecken 15486] Ferd. Bastian. Erkläre den Karl Gabriel, Landsberger Allee 144, für ehrenhaft. 1548b Frau Schwarz. Möbl. Schlafft. f. H. sof. o. sp. Flureingang. Eisenbahnstr. 33, v.8Tr. Kuhh Eine möbl. Schlafstelle für 2 Herren, zu vermiethen bei Frau Hinge, Hof I Tr., Quergeb., Rottbuserstr. 15. 15476 A. Tiedemann's Homöopath. echt Wollatlas( reine Wolle) Institut, Wollinerstr. 10( am Artonaplay). Sprechst. von 8-10 u. 2-3, Grösse 150x200, Stück 7,50 M. Sonnt. v. 8-11. Langjährige Praxis. circa 1000 Stück schwere buntfarbige Mäßigstes Honorar. 15186* u. spottb. im Concerthause Sanssouci, Kottbuserstr. 4. Normal- Schlafdecken Kleiderſpindies, b Billets à 50 Pf. sind beim Vorstand und Komitee zu haben. Buchhandlung des Vorwärts" Berlin SW, Beuthstr. 2. 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Allen Parteigenossen bestens 15496 ftets zur Verfügung. vorräthig. Allee Nr. 69. 59/54 Tüchtige Xylographen für technische Arbeiten erhalten auch außer meinem Atelier Beschäftigung. Rich. Bong, Potsdamerstraße 88. Hausirer oder auch Haujirerinnen für leicht verläuflichen, lohnenden Artikel, sofort gesucht. Angebote sind niederzulegen u. T. S. 228 an Haasenstein& Vogler A.G.Berlin W., Friedrichstr. 190. 62/19 Reporter o. Lokalredakteur auch tüchtiger Versammlungsreduer, sucht bei mäßigen Gehaltsansprüchen baldigft Stellung b. einer Parteizeitung. Off. und Anfragen zu richten an den berg, Klostergang 4. Verpflichtungen dem Vereine gegenüber empfohlen. Billard u. Vereinszimmer Damen- Masken- Garderobe Bertrauensmann f. Hannover, A. Lohr55742* P. Feller, Breslauerstr. 27. Brunnenstr. 185. von M. Roussel, Formen( Bockfoorn) wieder nicht nachgekommen sind. 43. Skalitzerstr. 43 Arbeiter Gesangver. Bruderherz. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 5571L* 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 26. Dezember. Unterm neuen Kurs. Donnerstag, den 1. Februar 1894. Soziale Ueberlicht. Achtung, Bauarbeiter! Die Versammlung des Verbandes 1. Dresden. Genosse Gottlieb Knöfel, Redakteur der der Bauarbeiter( Zahlstelle Berlin) findet am Sonntag, den " Sächsischen Arbeiter Zeitung", wegen Fabrikanten- Be- 4. Februar wegen der öffentlichen Versammlung nicht statt. Teidigung 100 M. Geldstrafe. Unsere nächste Mitgliederversammlung ist am 11. februar. Derfelbe wegen Beleidigung eines Schuhmanns in Frei" berg 300 M. Geldstrafe. . " Genosse Senf wegen summens der Marseillaise ge legentlich des Besuchs einer Tanzmusik 3 M. Geldstrafe. 5. Mainz. Wegen Beleidigung eines Schuhmanns Genosse Sprenger 30 M. Geldstrafe. Der Antrag lautete auf 100 M. Geldstrafe. " " " Berlin. Genosse Glocke als verantwortlicher Verleger der Broschüre Der Zeitgeist" 100 m. Delikt Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten. " R. Krüger. 11. Jahrg. der Arbeitskraft bei denjenigen Arbeiterkategorien, die infolge ihrer besonders ungünstigen, gewerblichen Verhältnisse noch schlecht organisirt sind, wie dies bei den Bäckern, Konditoren, Schlächtern, Müllern, Kellnern, Seeleuten u. f. w. zutrifft. Hier Stellesuchenden sind in seine Hände gegeben, er vermittelt eine ist der Agent, der Kommissionär der Herr der Situation; die Stellung nur gegen hohes Entgelt, und wie sehr diese Herren bei ihrer Arbeit" gelernt haben, mit vollendeter Virtuosität immer knapp das Zuchthaus zu streifen, ist von uns ebenfalls schon öfter beleuchtet worden. " " Achtung, Kürschner! Bei der Firma S. Wachtel, Ham burg, haben die Kollegen am 27. d. M. die Arbeit niedergelegt. Der Grund hierzu war die schlechte Behandlung seitens eines In fast noch höherem Maße, als oben erwähnte Arbeiterneuen Werkführers. Derselbe beabsichtigte auch, die Löhne zu schichten, haben nun die Dienstboten durch die Gesindereduziren. Kollegen, zeigt Eure Solidarität. Der Zuzug ist vermietherinnen" zu leiden. Wie überall, so mußte, um jene streng fernzuhalten. Verhältnisse näher kennen zu lernen, der erste Anstoß von seiten vorwärts schleichendedeutsche Sozialreform hat hierzu noch keine der organisirten Arbeiter tommen; die in schneckenartigem Gang Zeit gefunden. Dem Sprechsaale des" Hamburger Echo" entnehmen wir folgendes„ Gingesandt": M. Chemnitz. Vier Monate der Genosse Langer wegen Beleidigung des Polizeidirektors. 6. Greiz. Wegen Beleidigung eines Pfarrers wurde Genosse Trognih zu drei, und Genosse Schenderlein zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Wie uwahrheiten verbreitet werden. In der NothstandsUnsere Genossen vom Frankfurter Gewerkschafts8. Magdeburg: Genosse Karl 3ähle aus Fermersleben debatte, die kürzlich im Reichstage stattfand, erklärte Herr Minister tartell hatten sich denn die löbliche Aufgabe gestellt, die Verund Druckereibesitzer Arnold zu je 100 m. wegen Her- v. Boetticher, Bezug nehmend auf Hamburg, u. a., daß im Jahre hältnisse der Dienstboten bezüglich der Stellenvermittelung durch stellung und Verbreitung eines eine Boykottaufforderung 1892 bei der Epidemie, durch welche große Arbeitslosigkeit hervorge Aufnahme einer Statistik festzustellen. Es wurden zu diesem rufen, die Arbeiter lieber Unterstübungen annahmen, als Arbeiten, Zwecke in der letzten Woche des Dezember 1893 und der ersten enthaltenen Flugblattes. Dortmund. Genosse Schröder hatte gegen eine ihm die bei der Baggerei und beim Kanalbau nothwendig waren. Wir des Januar 1894 Fragebogen an Dienstmädchen ausgegeben. vom Landgericht Essen zuerkannte Zusatzstrafe von 2 Mo- aber können beweisen, daß Arbeitskräfte stets genug vorhanden, leider Sechszig derselben sind ausgefüllt zurückgegeben worden. Zum vom Landgericht Essen zuerkannte Zusatzstrafe von 2 Moaber naten Gefängniß Revision eingelegt. Dieselbe wurde ver- aber Arbeitsgelegenheit fehlte. Der Beweis ist leicht zu erbringen. Beweise, daß die Erhebungen, obgleich sie nur auf eine geringe naten Gefängniß Revision eingelegt. Dieselbe wurde ver- Ende September 1892, als im großen Nothstandskomitee über die Bahl sich erstrecken, doch alle Rangfiufen" der Dienstmädchen worfen. 11. Wurzen. Wegen Beleidigung des Stadtraths Dr. Krippen- großen Unterstützungen" gesprochen wurde, muß wohl gefagt umfaßten, wird der Lohn, den die Befragten empfingen, angegeben. worden sein, daß Mangel an Arbeitskräften sei, denn im Komitee Von den 52 Mädchen, die hierüber berichteten, erhielten dorf Genosse Diehl 2 Monate Gefängniß. einen Monatslohn von unter 20 m.( eine erhielt von St. Georg- Nordertheil erschien der Kommissar vom 35 Exekutivkomitee, Herr Isaacsohn( Ein eifriges Vorstands 8 M., 7 erhielten 12 M.), 17 einen solchen von 20 m. mitglied des reattionär- liberalen Reichstags- Wahlvereins in und darüber, worunter zwei, die 30 m. erhielten. 12. Altenburg. Der Redakteur des„ Wähler" für Altenburg, Hamburg. Anmerk. der Red. des Vorwärts".) voll sittlicher Von diesen 60 Dienstmädchen machten 10 teine oder ungenügende Genosse Rappler, wegen Beleidigung eines Baudirektors, Entrüstung und verlangte, daß die Unterſtüßungen eingeschränkt Angaben über gewerbsmäßig betriebene Privat- StellenverGenosse Rappler, wegen Beleidigung eines Baudirektors, würden, da die Arbeitslosigkeit bei Weitem nicht groß, im Gegen- mittelungs- Bureaus, so daß also 50 brauchbare Auskünfte übrig 6 Wochen Gefängniß. Liebenwalde. Von der Anklage des Hausfriedensbruchs theil, Arbeit genug vorhanden sei, jedoch keine Arbeiter zu be blieben. Dieselben beziehen sich auf 28 Frankfurter StellenverGenosse Schröder freigesprochen. Es handelte sich uni kommen wären. Im Augenblick konnte Unterzeichneter auf die mittelungs- Bureaus, also auf mehr als die Hälfte derjenigen, die eine widerrechtliche Ausweisung aus dem Wahllokal bei Ausführungen des Herrn Jsaadsohn nicht eingehen, da die Ge- im Abresbuch als solche angegeben sind( 50). der Reichstagswahl. Schröder erhielt auch Reise- und dem Herrn, stellte denselben zur Rede und verlangte als Romitee- Serrschaften in dem Vermiethungskomtor zahlen müssen, legenheit fehlte. Am nächsten Morgen jedoch ging ich sofort zu Ueber die Gebühren und das Einschreibegeld, welches die Versäumnißkosten erstattet. 14. Halle. Die gegen die Genossen Jähnig zc. erkannten mitglied Auskunft, wo die großen Arbeitsgelegenheiten wären. tonnten die Mädchen naturgemäß sehr wenig Auskunft ertheilen. Strafen in Höhe von drei Wochen, 14 Tagen und zwei- Herr Isaacksohn erklärte, daß Herr Hansen von der Firma Das Einschreibegeld beträgt in der Regel 30-50 Pfennige. In mal je 8 Tage werden rechtskräftig. Die gegen das Urtheil Hansen u. Studt größere Erdarbeiten bei der Grünen Brücke 43 Fällen wurde von der Herrschaft an Vermittelungsgebühren vornehmen ließe und dieser sowohl, wie der Pottmeister vom bezahlt: 1 m. bis 16 M., in der Hauptsache 3 M. und mehr. eingelegte Revision wurde verworfen. 15. Planen. Zwei Genossen, die wegen Verbreitens von städtischen Kanalbau in der Billstraße keine Arbeiter bekommen Bei den Vermittelungsanstalten der gemeinnüßigen Vereine tönnten. Um mich von der Wahrheit zu überzeugen, ging brauchen die Herrschaften nur 2-3 M. zu bezahlen. Was das Flugblättern während der Dauer des Gottesdienstes von zur bezeichneten Arbeitsstelle. dem Schöffengericht in Pausa in eine Geldstrafe von je ich sofort Ich nahm Einschreibegeld der Dienstboten anlangt, fo lagen mit den die Aussicht führenden Beamten Rücksprache darüber 32 Angaben vor, aus welchen zu ersehen, daß 25 Pf. bis 3 M. genommen waren, wurden in der Berufungsinstanz und sah, daß der eine mit zwei bis drei 1 M., in den meisten Fällen 50 Pf. und darüber bezahlt werden freigesprochen. Erfurt. Gleicherweise wurde Genosse Hülle von der Mann arbeitete und das war der Pottmeister des Herrn muß. Selbst die gemeinnützigen Anstalten zum Wohle der Hansen, der die großen Arbeiten" verrichten ließ. Beide Pott dienenden Klasse" lassen sich von 20 bis 50 Pf. von den Anflage, groben Unfug verübt zu haben, freigesprochen. 18. Halle. Genosse Krüger, Redakteur des„ Boltsblattes", meisier erklärten mir, daß Angebote von Arbeitern Mädchen zahlen; nur eine„ Das Marthahaus" erhebt nichts. wegen Beleidigung des Bürgermeisters in Echfenditz 30 m. übergenug vorhanden wären, leider aber aus Die Vermittlungsgebühren, welche Dienstboten bei den Bureaus Bochum. Von der Anklage des Widerstandes gegen die angel an Arbeit nicht berücksichtigt werden zahlen müssen, sind freilich noch viel höher und werden in 65 VerStaatsgewalt wurde Genosse Landwehr freigesprochen, tönnten. Trotzdem dies sofort im" Hamburger Echo" flar mittlungsfällen angegeben. Es mußten nämlich gezahlt werden: und Genosse Hate wegen desselben Delifts zu 2 Monaten gestellt und die Umwahrheit der erwähnten Behauptung in zahl in 2 Fällen 1,50 M., in 19 Fällen 2 M., in 2 Fällen 2,50 M., reichen Versammlungen festgenagelt wurde, scheint das Märchen, in 26 Fällen 3 M., in 3 Fällen 4 M., in 8 Fällen 5 M., in Gefängniß verurtheilt. Ebendaselbst wurde Genosse König von der Anklage, daß der Arbeiter nicht arbeiten wolle und sich lieber unterstützen 2 Fällen 6 M., in 1 Fall 8 M. und in 3 Fällen 10 M., also groben Unfug verübt zu haben, freigesprochen. Derselbe laffe, immer weiter verbreitet zu sein, und zwar mit solchem Erin 42 von 65 Fällen nicht weniger als 3 M. und mehr. Manchhatte in einer Versammlung ein Hoch auf die internationale folge, daß es bis zu dem Herrn Minister von Bötticher ge- mal wird auch noch Fahrgeld erwähnt, was der Stellenvermitt langen konnte, der mit einer selchen Unwahrheit, die er natür- lerin für Bemühungen vergütet werden mußte. 20. Leipzig. Das Landgericht bestätigte das auf 2 Monate lich für wahr hält, nun auftritt und von höchster Stelle aus erDie gemeinnütigen Anstalten nehmen weit geringere Beträge Gefängniß lautende Urtheil gegen den Genossen Diehl lärt: es giebt feinen Nothſtand. Hier in Hamburg waren von den Mädchen: das Heimathhaus 1 M., der Verein zum Die Strafthat beſteht in einer Beleidigung des Grafen bis jetzt noch für alle Arbeiten mehr Arbeiter als nöthig vor: Wohl der dienenden Klasse höchstens 3 M. bei hohem Lohn, das Carl Bröck in. Marthahaus verlangt gar feine bestimmte Gebühr. Dienstboten und städtische Arbeits Vermittelung. Nun kommt noch hinzu, daß die Mädchen da und dort auch Zwischen den sogenannten Arbeitgeber( richtiger: Käufer noch Logis bei der Stellenvermittlerin nehmen müssen. Ans der Arbeitskraft) und den Besitzer und Verkäufer der Arbeitskraft, dem vorliegenden Material lassen sich 11 Fälle feststellen, in den Arbeitnehmer, haben sich eine Unmenge jener Para- denen Dienstboten bei Vermittlern logirten. Das Nachte 21. Kiel. Wegen Beleidigung durch die Presse war Genosse siten eingeschoben, deren lichtscheues Treiben an dieser Stelle lager, bei welchem meist zwei Mädchen in einem Bett schlafen Ströbel von dem Schöffengericht zu einem Monat schon des Desteren einer absprechenden Kritik unterzogen wurde.( das Bett war stellenweise nicht einmal überzogen), oder bei dem Gefängniß verurtheilt. Die Berufungsinstanz erkannte Am stärksten sind diese Stellenvermittler, Kommissionäre, Agenten ein Sopha das Bett vertreten muß, fostet zwischen 30 und 50 Pf. auf 100 m. in jenen Berufen vertreten, deren Angehörige entweder noch gar mit Frühstück, oder 1 M. mit Frühstück und Mittag, Mittag Reichenbach. Ein Genosse wegen Beleidigung eines feine, oder doch nur eine schwache Organisation besigen. Die allein 60 Pfg., mit Abendbrot 70 Pfg., sodaß bei ganzer Rost Polizeibeamten 20 M. fortgeschrittenen Elemente der Arbeiterschaft, die eigentlichen auch hier meist diejenigen Beträge überschritten werden dürften, 28. Raffel. Genosse Huhn war von dem Schöffengericht Industrie- Arbeiter, haben wohl meist, je nach der Ausdehnung welche die gemeinnüßigen Anstalten für die gleichen Leistungen wegen Verübung groben Unfugs, Boykottverhängung, zu ihrer Macht, einen mehr oder weniger gut funktionirenden nehmen.( 80 Pig., 1 M., 1,50 M.) 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Das Landgericht erkannte Arbeitsnachweis; auch haben hier oftmals die Fabri Diesen Untersuchungen, die, obgleich sie auf Vollständigkeit auf eine Geldstrafe von 100 M. fanten einen eigenen Nachweis errichtet. In solchen keineswegs Anspruch erheben können, doch geeignet sind, ein Insgesammt wurde erkannt auf 1083 m. Geld und Fällen bilden dann die beiderseitigen Arbeitsnachweise grelles Schlaglicht auf das gewerbsmäßige Stellenvermittelungs22 Monate 2 Tage Gefängnisstrafe. gewissermaßen das Kampfesobjekt zwischen beiden Organisationen. wesen zu werfen, ist dann noch ein Ueberblick über die Inserate, Unter viel schlimmeren Umständen vollzieht sich die Vermittelung soweit sie die Vermittelung betreffen, beigefügt. Aus diesem ist " " Sozialdemokratie ausgebracht. Könnerit. Magdeburg. Genosse Rosenberger wegen Verübung groben Unfugs 100 m. Es handelte sich um Verbreitung von Flugblättern, die eine Boykotterklärung enthielten. handen. V " Ja, natürlich!" erwiderte der Polizeidirektor, während sich Wie John Neve verhaftet wurde. sein Geficht einen Augenblick erhellte. Plöglich verfinfierten fich " IV. Polizeikommissar Möhlig erzählt weiter: Reuß tam zu uns zurück, worauf ich den Dornerer*) nach dem Kaffeehaus schickte, um dem Gespräche zwischen Beutert und Neve zuzuhören. Er setzte sich an den nächsten Tisch und hörte jedes Wort.( Also sah Peukert den Dornerer abermals in unmittelbarer Nähe, ohne Neve zu warnen!) Ich observirte inzwischen das Kaffeehaus, und als Neve es verließ, folgte ich ihm mit Dornerer, der das Lokal sogleich hinter Neve verlassen hatte. Sobald letzterer auf der Straße war, begann er im Laufschritt nach Hause zu rennen, von uns so diskret gefolgt, als die Umstände erlaubten. Wir sahen ihn ein Haus in der Nue du Pont d'Avroi Nr. 96 betreten, und bezogen unsererseits in der Nähe einen Observations posten. Nach einer guten Weile verließen mehrere Personen, darunter ein Frauenzimmer, das Haus, begleitet von Neve, der noch ein paar Minuten mit ihnen plauderte und ihnen dann Gute Nacht" wünschte. Und so gewissenhaft berichtete Herr Möhlig, daß er, wie eines wichtigen Faktums, sogar des Umstandes erwähnte, daß Neve, bevor er wieder sein Haus betrat, ein paar Augenblicke gegen eine Wand stand und " Es war im ganzen Haus nur ein Fenster erleuchtet," fuhr der Berichterstatter fort. Eine Viertelstunde nachdem sich Neve zurückgezogen hatte, wurde es plöglich ausgelöscht und alles war finster.( Es war nach 1 Uhr Nachts.) Kein Zweifel, das Fenster war Neve's Fenster, und wir hatten seinen Aufenthalt eutdeckt." Herr Möhlig schwieg. Da zog, nach einer Pause von einigen Sekunden, Herr Krüger einen Briefumschlag aus der Tasche, entnahm demselben einige 4 oder 5 gänzlich verschieden aussehende Photographien, und rangirte dieselben auf meinem Schreibtisch. Welcher ist der Neve von heute?" fragte er. Unverzüglich deutete Herr Möhlig auf eines der Bilder. „ Der ist's. Die Photographien waren sämmtlich Neve's. „ Und jetzt sind wir sehr müde," fuhr Hr. Möhlig fort, besonders der arme Dornerer Die scheußliche Nacht mit ihrem eifigen Wind.... Er liegt jetzt im Hotel und schläft, er hat einen Ruhetag verdient.... gemeint. # Herr M. fagte:„ Den D."( oder T.). Offenbar Dornerer feine Büge; es fiel ihm wohl ein, daß Neve's Haus unbewacht stand, während Hr. Möhlig hier saß, Dornerer aber im Hotel schlief. Und mit einem strengen Zug um den Mund fragte er: ,, Sind Sie aber auch sicher, daß uns Neve nicht mehr aus kommt?" Ganz sicher," antwortete der Aachener Kommissär. " Daß wir ihn haben?" " ,, Natürlich haben wir ihn!" Herr Krüger lehnte sich in seinem Fauteuil zurück und durchdrang den Sprecher der letzten Worte mit den Augen. Als er aber fab, daß das Gesicht desselben in diesem Augenblick nur Zuversicht und Gewißheit ausdrückte, erhellten sich seine Züge wieder, und in der gedehnten Weise, die ihm eigen ist, sprach er die merkwürdigen Worte: Wir müssen ihn haben, verstehen Sie wohl? Wir müssen, foste es, was es wolle! Von oben will man ihn haben, von hoch oben. Wenn wir ihn nicht friegen, können wir uns auf eine derbe Nase von höchster Stelle(!) gejaßt machen." Herr Möhlig riß die Augen bei diesen Worten groß auf Ein Ausdruck höchsten Erstaunens überzog sein Gesicht." Oh," sagte er dann, oh wir haben ihn jetzt. Man muß eine ständige leberwachung etabliren, und bei der ersten Gelegen heit nehmen wir ihn fest." " Jawohl", fuhr der Polizeidirektor fort, jawohl. Und wenn wir ihn haben, fest und sicher, dann kommt er uns nicht mehr aus: Diesmal geht's ihm an den Kragen." Herr Möhlig riß die Augen noch weiter auf, und ich dazu. Denn die letzten Worte waren mit solcher Ueberzeugung und dezidirter Stimme gesprochen, daß an ihrer buchstäblichen Bedeutung fein Zweisel mehr bestehen fonnte. Herr Krüger blickte abwechselnd auf seine beiden Zuhörer, sichtbar amüjirt durch die Wirkung seiner Worte. „ Ja... aber was hat er denn eigentlich angestellt?" riskirte endlich Herr Möhlig die Frage. Da erhob sich Herr Krüger von seinem Siße und spielte seinen letzten Trumpf aus. Mit einem furzen kaum hörbaren Lachen erwiderte er dem Frager:" Das ist meine Sache". Dann verabschiedete er sich von mir, nachdem er mir versprochen hatte, mich am folgenden Tage wieder zu besuchen, und ging, begleitet von Herrn Möhlig. Soweit der Augen- und Ohrenzeuge Trautner. Der Streich war also gelungen. Am 2. Januar 1887 war Neve's Aufenthaltsort der deutschen Polizei verrathen worden und schon am 21. Februar befand sich Neve in den Händen der deutschen Polizei. An diesem Tage wurde Neve und mit ihm sein Freund Groß beim Verlassen des Restaurants Phénix in Lüttich auf offener Straße verhaftet und auf Weifung des obersten Polizeichess Gautier in Brüssel im Gefängniß St. Leonard untergebracht. Die belgische Polizei hatte es mit ihrem Judasdienst sehr eilig; unter Beiseitesetzung aller sonst üblichen Formalitäten und im offenen Widerspruch mit der bisberigen Praxis, die den Vagabunden"- denn als solche wurden Neve und Groß verhaftet bei der Ausweisung die Wahl der Grenze freistellt, wurden Neve und Groß schon am folgenden Tag als lästige Vagabunden" per Schub an die deutsche Grenze nach Herbesthal gebracht, wo selbstverständlich die Polizei ihrer harrte. Groß mußte später als naturalisirter Belgier auf Reklamation seiner Regierung wieder freigegeben werden, Neve aber wurde am 10. Oftober 1887 vom Reichsgerichte wegen hochverrätherischer Unternehmungen( Verbreitung Der Freiheit"," Autonomie" und des„ Rebell" und Versendung von Explosivstoffen) zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt. " Eechs Tage nach Schluß der geheimen Gerichtsverhandlung, die von manchen ihm bisher räthselhaften Vorgängen und Be ziehungen den Schleier gezogen haben mag, schreibt Neve aus dem Zuchthaus in Halle in einem Briefe, worin er über seine in Belgien und London noch lagernden Habseligkeiten Verfügung trifft, u. a. folgendes: Als Wme. Arch. mich in Lüttich besuchte, sagte sie mir, daß man der Künstler truppe, die für wohlthätige Zwecke so viel geleistet hat, eine öffentliche dankbare Anerkennung veranstalten wolle. Ist dies noch nicht ge= fchehen, so thut dasselbe auch in meinem Namen, da speziell der Dirigent, den ich, wie Du weißt, persön= lich tenne, es zehufach verdient hat." Wir begehen teine Judiskretion, wenn wir diese anscheinend unverfänglich lautende Stelle in ihren beabsichtigten Sinn übersehen. Dieser Brief ist durch die Hände der Zuchthausdirektion gegangen und trägt das Visum des Buchthauszensors; er wurde auch in der von Club Autonomie" inszenirten Untersuchungskomödie als Belastungsmaterial gegen Neuß und Peutert vorgelegt, aber die einzige Folge war: Das Neve von dieser Stunde an jeder feruere Briefwechsel mit dem Adreffaten verboten wurde. " Versammlungen. = V 0 zu ersehen, daß in einer einzigen Woche in den drei gelesensien Der Umstand, daß Oesterreich- Ungarn, Deutschland, Italien Isondern eine der bürgerlichen Gesellschaft eigenthümliche Form Zeitungen von Frankfurt a. Main an Dienstboten und Belgien vertragsmäßig von jeder Abgabe für ihre Reisen- ist, die erst mit dem Untergang der bürgerlichen Gesellschaft Annoncen erschienen: Von Herrschaften 689, von Dienstboten 310, den in der Schweiz befreit sind, macht die Kontrolle der Anzahl endigt. Der Sozialdemokratie fällt die Aufgabe zu, diese Ervon Bureaus 122, zusammen also 1121. Der Berichterstatter dieser Reisenden, welche noch weit interessanter wäre, ganz fenntniß in jene Kreise zu tragen, in denen der Antiüber die Erhebungen nimmt an, daß, da die Zeile im Inseraten- unmöglich. semitismus ihr vorgearbeitet hat. Trotz seines reaktionären theil wenigstens 15 Pf. tofte, im ganzen pro Jahr gegen Charakters wirke der Antisemitismus schließlich schließlich dennoch gegen revolutionär, weil die von ihm 33 000 M. für dergleichen Inserate ausgegeben werden. Die die jüdischen Inferate, zusammen mit den Gebühren für die Vermittelung Kapitalisten aufgehegten Kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen belasten also Herrschaften und Dienstboten mit einer Steuer, die Kreise zu der Erkenntniß kommen müssen, daß nicht blos der jährlich nicht weit von 100 000 M. entfernt sein dürfte. Das Der Fachverein der Musikinstrumenten Arbeiter hielt jüdische Kapitalist, sondern die Kapitalistenklasse überhaupt ihr ergiebt sich bereits aus den naturgemäß sehr unvollständigen Er- am 27. Januar bei Keller, Bergstraße, eine Versammlung ab, Feind ist. Die Abstimmung bei der letzten Militärvorlage habe mittelungen des Gewerkschaftskartells, durch welche intimere in der Genosse Hoffmann in einem beifällig aufgenommenen bewiesen, daß der Antisemitismus feine volksthümliche Bewegung Mißstände noch gar nicht aufgedeckt werden konnten, weil nur Vortrag über das Thema:„ Das moderne Raubritterthum", refe- sei. Wie recht die sozialdemokratischen Vertreter hatten, zeigt eine schriftliche Befragung möglich war. Behördliche Erhebungen rirte. Von einer Diskussion über den Vortrag wurde auf An- das zur Deckung der Unkosten der Militärvorlage jetzt einwürden zweifelsohne weit vollständigere und namentlich schlimmere trag des Kollegen Ulbricht Abstand genommen und sofort in eine gebrachte Hundert Millionen Steuerbouquet", und wiederum Ergebnisse erzielen. Aus diesen Gründen erscheint die Forderung Besprechung über den Lohnabzug der Pietschmann'schen Harmonika- foll auf die Schultern der besiglosen breiten Masse des Volks des Frankfurter Gewerkschaftskartells in hohem Grade berechtigt, fabrit eingetreten. Kollege Gotsch berichtet, daß er 23 Jahre auch diese Last gelegt werden. Der Antisemitismus leistet bereitdaß die geplante städtische Arbeitsnachweis- Stelle in Frankfurt in dieser Fabrik thätig sei und gegenwärtig einen Verdienst von willigst Handlangerdienste. Nachdem der Referent noch kurz am Main von vornherein auch für die Vermittelung von Dienst- 12 M. pro Woche habe. Bei einem Abzug von 25 pCt., wie er des von den Antisemiten gehätschelten Innungsrummels Erbotenstellen eingerichtet wird. jetzt bevorsteht, fönne er nicht mehr bestehen und würde er in wähnung gethan und die Bocksprünge der antisemitischen Die Noth der arbeitslosen Bevölkerung in Hamburg den nächsten Tagen seine Entlassung erhalten. Kollege Erd Studentenschaft vor dem Wagen des ehemaligen Reichskanzlers" fügt dem noch hinzu, daß im Sommer bei bei seinem Berliner Besuch ins richtige Licht gestellt hatte, und Umgegend, so schreibt das Hamburger& cho", nimmt mann schlechter Geschäftszeit einige Kollegen mit einem Ver- resumirte er seine Ausführungen dahin: Die arbeitenden Klassen einen immer größeren Umfang an und es treten bereits Erschei: bienst von 8 M. pro Woche nach Hause gegangen find. können nur durch die Verwirklichung des Sozialismus aus ihrem nungen zu Tage, die als Vorboten einer Hungersnoth angesehen Nicht in einer von Juden gewerden können. So versichert uns ein Bewohner Gimbüttels, Kollege Ulbricht tadelte hauptsächlich, daß die Kollegen der sozialen Elend befreit werden. daß am lezten Sonnabend nicht weniger als acht Personen zum Pietschmann'schen Fabrit nach dem Streit vor 2 Jahren der reinigten, sondern nur in einer sozialistischen Gesellschaft kann Betteln in seine Wohnung kamen, denen man sämmtlich mit dem Organisation fern geblieben sind, und damit ihnen jetzt der und wird Gerechtigkeit walten.( Lebhafter Beifall.) Rückhalt bei den organisirten Kollegen benonimen ist. Unter Antisemit 3 enter( Redakteur von Frei- Deutschland") ersten Blick es ansehen konnte, daß sie nicht zu den Gewohn: Vereinsangelegenheiten giebt der Kollege Echolz bekannt, daß sucht zu beweisen, daß die Abstammung beim Menschen viel zu heitsbettlern gehörten. Es waren meistens ältere und verhei rathete Leute. Ein bärtiger Mann bat flehentlich um etwas sich die Mitglieder in Rechtsschutz- Angelegenheiten an den seiner Tent- und Handlungsweise beitrage. Die Bibel gebe, wie Brot für seine Kinder, ein anderer bat um ein Paar Schuhe 2c. Kollegen Westermann, Lausitzerstraße 3 und in Werkstatt- viele andere Geschichtswerke, darüber Aufklärung, daß die Juden Die Kleidung dieser bedauernswerthen Opfer unserer Herr Angelegenheiten an Kollegen Damm, Oranienstraße 23 zu wenden fein werkthätiges, wohl aber bei all ihrem Thun und Treiben von Die Lehren des Talmud, lichen Wirthschafts- Ordnung" ist meistens so beschaffen, daß sie haben. Ferner macht der Vorsitzende bekannt, daß vom Sonn- jeher ein schurtisches" Volt waren. gegen Wind und Wetter keinen Schuh mehr gewährt und abend den 3. Februar ab Listen im Bibliothekslokal für den welche die Juden sehr genau befolgten, zwingen dazu, sie mit monatelange Entbehrungen schlimmster Art haben den einst kräftigen Norden ausliegen und fordert die Kollegen auf, die arbeitslos anderem Maß zu messen. Sie( die Antisemiten) verlangen eine Körper schlaff und widerstandslos gemacht. Und wie am find oder in der Zeit vom 8. Oktober v. J. ab arbeitslos waren, Gesetzgebung, welche das Volf vor jeder Uebervortheilung durch Strand der Elbe, so graufig ist auch das Glend unter der Be- die Dauer der Arbeitslosigkeit in diese Liften einzutragen. die jüdischen Fremdlinge" schüße. Bietet uns diese die Regievölkerung des Erzgebirges, des Riefengebirges, womit nicht gesagt Ebenfalls wird auf den Maskenball am 10. Februar im Elysium rung, dann gehen wir mit ihr, andernfalls bekämpfen wir sie aufmerksam gemacht. so gut wie Sie( die Sozialdemokraten) es thun!( Gelächter.) sein soll, daß es hier in der Reichshauptstadt sich anders verDiesen Ausführungen tritt Niendorf entgegen, während hielte. Im Norden wie im Süden, im Osten wie im Köpenick. Hier tagte am 28. Januar eine von etwa Gericke für die Antisemiten einen Speech losläßt. Galasch, Westen, kurz überall im großen Deutschen Reich" dasselbe 100 Personen besuchte öffentliche Versammlung der Färber und Meister und dem Referenten wird es ein Leichtes, die antisemiElend, dieselbe entsetzliche Armuth. Wohin soll das führen? Berufsgenossen( Appreteure, Defateure, Hilfsarbeiter und Ar- tischen Allüren zu widerlegen. In einer Resolution erklärte die Die herrschende Klasse, weit entfernt, den Nothstand in vollem beiterinnen), welche auf Veranlassung des seit November vorigen Versammlung einstimmig ihr vollstes Einverständniß mit dem Umfange anzuerkennen, weiß keinen Rath, als den, mehr Jahres für Berlin und Umgegend bestehenden Fachvereins Vortrage. Die Gegner hatten den Saal während des SchlußPolizei und Soldaten. genannter Berufe einberufen war. Genosse Joh. Timm in folgender Weise geregelt werden: Aus dem Gegenwartsstaate. Eine arme, gebrechliche referirte über das Thema:„ Die Organisation ist der Martitein wortes des Referenten bereits verlassen.- Die Lokalfrage soll 74jährige Frau zu Erfurt fristete in fümmerlichster Weise jeden Fortschritts." Der zum Anschluß an die Organisation Um den Kampf zu erleichtern, ist immer nur ein Lokal zu dadurch ihr Leben, daß sie bei Wind und Wetter im Freien animirende Vortrag fand lebhaften Beifall. An der folgenden boykottiren und sind alle anderen inzwischen frei zu geben. mit Obst handelte. Wegen Uebertretung der Marktordnung Debatte betheiligten sich Läpple, Windisch, Hillges und andere. Ferner erhält die Kommission den Auftrag, in Berlin und Umwurde sie nun fürzlich zu 1 Mark Geldstrafe verurtheilt. Die Mißstände in verschiedenen Färbereien erfuhren eine scharfe gegend ein Flugblatt zu verbreiten, welches die Gründe zu Die Frau, welche teine Ahnung von derjenigen Vorschrift der Kritik; als besonderen Mißstand bezeichnete man die lange diesem Vorgehen rechtfertigen wird." Marttordnung, gegen welche sie verstoßen haben sollte, hatte, Arbeitszeit, welche mit targem Lohn Hand in Hand gehe. Ju die Lokalkommission wurden Wüstenhagen, Nienwandte sich dreimal an die Polizeiverwaltung um Nachlaß der Hervorgehoben wurde, daß in Spindlersfeld für junge Färber, dorf und Dummer gewählt. Bekanntgegeben wurde zum Strafe; jedoch vergebens. Da nun teine Zahlung der Strafe welche nach Beendigung ihrer fünfjährigen Lehrzeit dort weiter Schluß, daß vorläufig alle wirthe, außer Ruttowsty erfolgte, erschien am Freitag 7/4 Uhr ein Schuhmann in der arbeiten, der Anfangs Stundenlohn 25 Pf. sei. Gin Redner und Lindenhein, die den Vorwärts" auslegen, zu meiden sind. Wohnung der Aermsten, um sie zu verhaften. Mitleidige Nach- bedauerte, daß gerade die„ Spindler'schen", vornehmlich aber die barn steuerten sofort zusammen, um der armen Frau die Mark gelernten Färber, der für sie mitbestimmten Versammlung nicht nebst 40 Pfennig Kosten zu leihen, damit dieselbe die gegen sie die erwünschte Beachtung durch zahlreichen Besuch geschenkt hätten, von„ Rechts wegen" verhängte Strafe für die in nicht bös- trotzdem manche von ihnen bei Spindler weniger verdienten, wie andere Arbeiter im selben Betriebe. Ein anderer Redner ver williger Absicht erfolgte Uebertretung bezahlen konnte. wies auf den Ausspruch des Herrn v. Bötticher im Reichstag, Bebel. Sozialdemokratie und Antisemitism u 3. Die Wohlthätigkeitsvereine werden bald am Ende ihres nach dem die Textilindustrie günstig" dastehen solle, und be Verlag des Vorwärts". Preis 20 Pf. Lateins angelangt sein. Der Vorstand des Kölner Wohlthätigkeitsmerkte dazu: Ueberschüsse seien ja vorhanden, und zwar große, Die Broschüre enthält die vom Reichstags- Abgeordneten Kölner Parteitag gehaltene Rede vereins erläßt im Kölner Stadtanzeiger" eine Aufforderung an dieselben resultirten aber aus den Hungerlöhnen, welche den August Bebel auf dem Kölner die Mitbürger, ihn mit Geldmitteln zu unterstüßen. Noch nicht Arbeitern gezahlt würden. Die Lage und Behandlung der über die schon auf dem Berliner Parteitag zur Verhandlung 2/3 des Vereinsjahres sei verstrichen und schon sei die Kaffe voll- Färber und ihrer Berufsgenossen sei wie die der Textilarbeiter gestellte, aber wegen Zeitmangel nicht zur Diskussion ge= tommen erschöpft. Dann heißt es weiter: Der Zudrang zur überhaupt, eine immer schlechtere geworden. Alle Redner be- langte Frage der Stellung der Sozialdemokratie zum AntiSuppenanstalt, welche täglich ca. 1500 Armen Nahrung spendet, fürworteten als Mittel zur Abhilfe die Schaffung einer starken semitismus." Bebel setzt in der Kritik des antisemitischen Prowird immer größer; einschließlich der Ausgabe für Brote und Organisation. Nach einem ebenfalls dazu ermunternden Schluß gramms den kleinbürgerlich reaktionären Charakter des Antiandere Bedürfnisse verschlingt jeder Tag einige Hundert Mark wort Timms, wurde den Versammelten Gelegenheit geboten, sich femitismus flar auseinander, erklärt aus den in der bürgerlichen und wir sind gezwungen, alle Hilfesuchenden abzuweisen, wenn in den Fachverein ausnehmen zu lassen. Zum Schluß gelangt Gesellschaft wirkenden ökonomischen Gesetzen Erscheinen und uns weitere Geldspenden versagt bleiben! Wir bitten unsere einstimmig eine Resolution zur Annahme, in der sich die Ver- Agitation dieser Bewegung und weist nach, wie der Antisemitis Es mus wenn auch Mitbürger, der Nothleidenden zu gedenken und uns zu ermög- sammelten verpflichteten, der Organisation beizutreten. der Sozialismus des dummen Kerls" lichen, dieselben wenigstens bis zum Eintritt besserer Jahreszeit wurde in Aussicht gestellt, daß man baldigst in Köpenick, wenn unbewußt und gegen den Willen seiner Führer und Gönner, weiter unterstüßen zu können." Die private Wohlthätigkeit", die nöthige Zahl von Mitgliedern vorhanden ist, eine Filiale schließlich doch mit inuerer Nothwendigkeit revolutionär wirkt und wie überhaupt alle Palliativmittelchen, welche die bürgerliche des Fachvereins der Färber und Berufsgenossen errichten werde. als Vorarbeiter der Sozialdemokratie die kleinbürgerlichen und kleinGesellschaft zur Anwendung bringt, fängt an zu versagen; die Grünan. Reichstags Abgeordneter Bueb sprach hier am bäuerlichen Gesellschaftsschichten zum Nachdenken über die UrBourgeoisie vermag den Sumpf der Armuth, den sie geschaffen, 28. Januar in einer öffentlichen Versammlung des Lese- und fachen ihres sozialen Niedergangs bringt und sie zum Kampfe mit ihren Mitteln nicht zu beseitigen, sie wird in ihm unter Listutirklubs„ Lassalle" über den Antisemitismus und die So- gegen die politische und wirthschaftliche Ausbeutung wider organisirt. In einem Nachtrag beschäftigt zialdemokratie. Die Versammlung war von über 200 Personen, Juden und Junker" Die Steuer der Handelsreisenden in der Schweiz darunter eine Anzahl bekannter Antisemiten, besucht. Der Vor- sich Bebel eingehend mit den Konservativen und weist zahlenAus einer im Schweizerischen Handelsamtsblatt" erschienenen tragende bemerkte einleitend, daß er der antisemitischen Be- mäßig nach, wie von jeher die Junter die eigentlichen Feinde Statistik entnehmen wir, daß in der Schweiz im Jahre 1893 wegung sehr wenig Bedeutung beilege. Sie entspringe der Miß- der Kleinbauern gewesen; wie sie früher durch das„ Bauernzufällig stimmt die Jahreszahl mit der Biffer 1893 Legiti- ftimmung Kleinbürgerlicher Streise, die sich durch die kapitalistische legen", heute durch die Konkurrenz der großen Betriebe und das mationstarten für Handelsreisende gelöst wurden, welche einen Entwickelung bedrückt fühlen und nun aber in Grmangelung der Syftematische Aufsaugen des fleinen Besitzes, den Kleinbauern Ertrag von 310 650 Fr. ergaben. Hiervon waren 1556 Karten Erkenntniß des kapitalistischen Wirthschaftssystems und in Ver- von Haus und Hof treiben. In einer vergleichenden Zusammenvon schweizerischen Geschäftsreisenden gelöst und mit 225 600 Fr. fennung der eigentlichen Ursachen ihrer Lage den Kampf nicht ſtellung über den Antheil der Juden im Verhältniß zu den bezahlt worden. Von dem Rest von 337 Karten waren 263 von gegen die Ausbeutung durch den Kapitalismus überhaupt, son- Shriften an Verbrechen und Vergehen während der Jahre 1882-89 weist der Verfasser nach, wie nicht Raffeneigenschaften, französischen Reisenden behoben, welche hierfür 75 600 Fr. Dern nur gegen eine ihnen im Konkurrenzkampf besonders unbequem sondern die ökonomischen Verhältnisse die Handlungsweise der bezahlten, und zwar ausschließlich vor dem 30. Juni 1893, werdende Erscheinung richten, gegen das jüdische Ausbeuterthum. Menschen bestimmen. in welchem bekanntlich Frankreich und die Schweiz sich Wir Sozialdemokraten können die Agitation der Antisemiten nur die gegenseitige taxfreie Zulassung der Handelsreifenden trot begrüßen. Sie erweckt das Intereffe an der Politik in Kreijen, des Zollfrieges gewährten. Es ist immerhin interessant, zu die uns sonst verschlossen blieben und insofern hatte Caprivi fonstatiren, daß im ersten halben Jahre des Bolltrieges 263 sehr Recht:" Der Antisemitismus ist die Vorfrucht der Sozialfranzösische Reisende fast ohne Aussicht auf Erfolg die Schweiz demokratie". Der einseitige Kampf des Antisemitismus gegen bereisten und den Reisenden der übrigen Grenznachbarn scharfe das jüdische Ausbeuterthum muß erfolglos bleiben, weil die AusKonkurrenz zu machen versuchten. beutung der Menschen durch den Menschen keine speziell jüdische, gehen. 3 " -S Künstler truppe bezieht sich auf Reuß. Als er seinerzeit in Seitdem diese Briefe in der Untersuchungsposse der London unter falschem Namen und falschen Vorspiegelungen sich„ Autonomie" vorgelegt worden sind, ist Neve, wie gesagt, jeder bei den Anarchisten einschlich, hatte er sich als Konzertjänger Verkehr mit seinen Londoner Freunden verboten; seitdem ist ausgegeben, der seine Gristenz finde aus dem Arrangements von Neve verschollen. Konzerten,( später auch für wohlthätige, d. h. anarchistische Vor drei Jahren lief die Nachricht durch die Presse, Neve Hier bezieht sich„ Arangement" und habe auf die Jrrenabtheilung gebracht werden müssen; eine BeParteizwede). wohlthätige 3wrecte" auf Polizeiarbeit. Wer mit dem stätigung dieser Nachricht ist ebenso wenig erfolgt, wie ein Dirigent gemeint ist, liegt demnach auf der Hand, und keiner Dementi. Misdeutung fann unterliegen, was Neve meint, wenn er schreibt, dieser Dirigent, von dessen Arrangement er jetzt persönlich Kenntniß erhalten, habe es zehnfach verdient. Mit der öffentlichen Anerkennung" spielt Neve auf eine von seinen politischen Freunden verabredete, aber niemals ausgeführte öffentliche Büchtigung an. " In einem zweiten Brief aus dem Zuchthaus in Halle vom Januar 1888, gleichfalls auf Anstaltspapier geschrieben und mit dem Beamtenvisum versehen, auf den sich obiges Rorrespondenzverbot ebenfalls bezieht, kommt Neve abermals auf die Vorgänge und den Verrath zu sprechen, der ihn in die Hände der Polizei geliefert. Er drückt seine Freude darüber aus, daß seine Freunde nunmehr wissen, wer und wie viele an dem Verrath betheiligt sind. Nicht ein Polizeispion, wie sie zuerst vermutheten, sondern ein Trio, drei: Peutert, Reuß, Trautner. Ihn konnte diese Nachricht ja nicht mehr überraschen; er wußte, wer ihn ans Messer geliefert; darum hofft er noch immer auf die öffentliche dankbare Anerkennung" und diese„ Dotationen" sollten überall wiederholt werden, wo das Trio sich blicken ließe! Und diese Gedanken mußte er, der Gefängnißzenfur wegen, in die harmlos klingenden Worte kleiden: " Daß nun aus dem Solo ein Trio geworden, hat mich viel mehr gefreut wie überrascht; möchte doch diese liebliche Symphonie mit Dotationen für die freundlichen Darsteller an allen Orten eine Wiederholung finden, wo die Gemüther in Ber wirrung gerathen, damit die Luft zum Schaffen neues Leben erhält." Der Berrath und die darauffolgenden 15 Jahre Buchthaus bedeuteten für den von Allen, die ihn persönlich kannten, als hochedlen Charakter geschätzten Neve thatsächlich nichts anderes als: Lebendig begraben. Und niemand war sich darüber tarer als Neve selber. In seinem letzten Briefe aus Halle ( Januar 1888) schreibt er darüber die ergreifenden Worte: .. Ich werde nie verzweifeln, sondern meine Bürde, welche mir die obwaltenden gesellschaftlichen Zustände aufgeladen, mit aller Hingebung für meine Ueberzeugung folange zu tragen wissen, bis die physische Kraft ihren Dienst versagt. Gebe mich aber bezüglich der besseren Tage", wovon Du redeft, absolut keinerlei Illusionen hin, sondern hege die Hoffnung, tie Goethe hatte, als er im Kickelhahn schrieb: " Die Vöglein schweigen im Walde, Warte nur, balde Ruhest Du auch!" " " Literarisches. Die Noth der Landwirthe. Politische Briefe IV. Braun schweig. Verlag von Albert Limbach. Sonderabzug aus Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirthschaft im Deutschen Reiche. Von G. Schmoller. Leipzig. Verlag von Duncker u. Humblot. schon ein alter Knabe, in Mitten einer zielbewußten jungen Generation an der Schwelle des neuen Jahrhunderts das weite Feld der Arbeit überblickst, dann gedenke noch einmal des alten Kameraden, der dann, so hoffe ich wenigstens, schon längst an der Seite eines Anderen ruht..." Mag Neve ,, ehrlos" im Buchthaus sterben, er wird in Ehren leben. Und seine Verräther? Peutert ist, mit dem Brandmal der öffentlichen Verachtung belastet, von seinen eigenen Genossen ausgestoßen, sein Freund und Genosse Reuß aber ist offiziöser Leibhusar des Reichskanzleramtes geworden und glänzt bei Bismard- Ovationen neben dem Sohne des Vaters des Sozialistengesetzes. Zwar verwahrt sich dieser Ehrenmann_in öffentlichen Erklärungen gegen den Vorwurf, Neve ans Messer geliefert zu haben, aber keines der Berliner Blätter, nicht einmal der offiziöse Polizeimoniteur, giebt sich zum Ehrenretter dieses ehrenwerthen Mannes her. Wenn aber nicht Verräther, wenn nicht Polizeispitzel, denn wäre Herr Reuk also ehrlicher Anarchist gewesen. Wie ständen dann aber die Dinge? Da spricht doch die eine Thatsache, daß Reuß der Freund und Genosse Peufert's, des verlumptesten aller Polizeilumpen, des intellektuellen UrMeine Firma an der Thüre zeigt die fatale Jahreszahl hebers des Merstallinger Raubmordversuches und der ganzen 1902( das Jahr seiner Entlassung aus dem Zuchthaus). Bestialitäten der Stellmacher- Periode, heute als ein Stück liteDaß die heutigen Verhältnisse an dieser Ziffer etwas rarischer Vertrauensmann in das Reichstanzleramt ändern, bezweifle ich sehr, weil eben keine Wunder mehr zur Entgegennahme von Attentats- Nachrichten passiren. Wenn auch die Konstitution bis dahin Stand berufen wird, ganze Bände. Angesichts solcher Sachlage kann hielte, würde ich am Tage der Erlösung als Greis am man sich höchstens noch fragen, worüber man lachen soll. Bettelstabe entweder eine andere moderne Anstalt, das Herr Reuß verkehrt noch heute mit dem Spizelchef Kurses: Armenhaus, in Anspruch nehmen, oder aber Bekannten des alten Herrn Polizei- Direktor a. D. und am meisten mir selbst zur Last fallen; und das wird Krüger. Auf den Huldigungsreisen des abgesetzten Hausmir gewiß niemand wünschen. Wenn daher einst meiers erscheint stets dieser Posaunenbläser des neuen Kurses. ,, Big Ren"( die große Glocke auf dem Thurme des Londoner Auf wessen Rechnung? Parlamentsgebäudes, welche die Stunden anschlägt) mit wuchtigen Echlägen 1900" verkündet, und Du, dann auch Auf Rechnung des alten" oder des„ neuen" Kurses? Und wer ist der Dupirte? Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.