Itr. 95. i ( l Pfennig) MoNtltgSltUSgltlte( 5 Pfennig) nbonncmcnts-Bcdingungen: Ufonncmciitä- Preis pränmnerando: Sicrtcljährl. S,oS Mk, uumotL 1,10 Mk, iviichcimicki W Pfg. frei in- Haus. Sinzeine Nummer 5 Pfg. Sonnlags- nummer mit illustrierter Zonntags- Pcilage„Tie Neue Weit" 10 Psg. Post- Adonncinent: 1,10 Mark»ro Monat. Singclragcn i» die Poft-ZeitungS. Preisliste. Unier Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn L,Z0 Mark, für das übrige Rusland i Mark pro Monat. Postabonncmeius nebmcn an Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Lureinburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schlveiz. Crichtint täglidj. 8L Jahrg. Die Inkrfions' Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zcilc oder deren Raum 00 B'g.. für politische und gewerkschaftliche Vereins- und BersammInungS-Anzeigcn 30 P!g, „Kleine Hnreigen", da- fettgedruckle Wort A> Pfg. fzulässtg 2 fettgedruckle Worte), icdes weitere Wort>0 Pfg. Etcllengefnche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg,. jedes weitere WortaPfg, Worteüber läBuch- stoben zählen für zwei Worte, Jnscraie für die nächste Nunnner müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Tie Expedition ist bis 1 Uhr abend- gcusfnct. Telegramm- Adresse: „SozialäerooKrat Rerlja*'. Zentralorgan der rozialdemobratifchcn Partei Deutfchlande. Rcdahtton: 8Al. 68, Lindcnftraßc 69. Z|ernspre6>er: Amt Moritzplati, Nr. 1383. Montag, den 8. April 1914. Expedition: 8M. 68» �.indenstvaße 69. �ernstireeher: Amt Moritivlate. Nr. lIk»8D. Sie Partei Schimmelig. Falstaff: Teiii Name ist Schimmelig? Schimmelig: Ja, mit Verlaub. ' Falstaff: Tcsta mehr ist es an der Zeit, daß Du verbraucht wirst. Shakespeare, Heinrich IV. Die nationalliberale Partei gleicht heute mehr denn je einem Käse, der ordentlich„durch" ist. Tie befindet sich näm- lich in unaufhaltsamer Bewegung, aber leider nicht nach vor- wärts, sondern nach allen Teilen: breiig geworden läuft sie aiiseinander, und zwar desto flotter, je eifriger man in ihren Reihen sammelt, vereinigt und zusaunuenschliefzt. Ta hat gestern vor acht Tagen der Zentralvorstand der nationallibe- ralcn Partei dem Geschäftsfiihrendeu Ausschuß den Auftrag gegeben,„Verhandlungen einzuleiten, um die gleichzeitige Auflösung des jungliberalen wie des altnationalliberalen Verbandes unverzüglich herbeizuführen". Zu Deutsch: die faulen Eier der Altnationalliberalen sollen nsit den frischen Eiern der Jungliberalen zu einem nationalliberalen Gesamt- eierkucheU zusammengeschlagen lverden. Und wiederum zu Deutsch: die verbissenen reaktionären Grauköpfe in der Partei haben mit diesem Beschluß die nur halbreaktimiären„Jungen" völlig in die Tasche gesteckt und ausgerechnet Herr Bas s er- m a 11 u hat ihnen dabei hilfreiche Hand geleistet. Mit den Nationalliberalen ist es überhaupt ein Kreuz und ein Elend. Die Partei entsproß den Lenden des National- Vereins, jener Gründung der mittelstagtlichen Bourgeoisie, die vor der„Revolution von oben" das geeinigte Kleindeutsch- lond mit der preußischen Tpike anstrebte. Tie Nationallibe- raleu waren denn wirklich so etwas wie die„Partei der Reichsgründung", als die sie sich heute noch stolz ausschreiep und bildeten damals eine Art- historischer Notwendigkeit. -National waren sie, das wollte sagen, sie wollten das ein- heitlickse deutsche Wirtschaftsgebiet, und liberal waren sie. das hieß, sie wollten auf diesem Wirtschaftsgebiet die kapitalistische Aiisbeutnngsfreiheit. soweit denn die„Einigung" Deutsch- lands nicht' von Bismarcks Bajonetten besorgt wurde, waren sie wackere Helfer bei diesem Werke, und solange der metallische Tegen der Reichsgründung in Gestalt der fünf Milliarden nachwirkte, stand die nationalliberale Partei in Glanz und Glorie da. Im Reichstag zählte sie in den siebziger Jahren einmal 171 Tih? und sogar wirklich liberalen Spiritus traute man ihr zu. In Bennigsen und Stauf sen- b e r g fah der alte Wilhelm voller Mißtrauen blaßrote Oppo- sitionsniänner, in dem Oberbürgernieistcr von Berlin, Forcken beck, gar einen dunkelroten Revolutionär, weil dieser Nationalliberale— B a s s e r m a n n. wie wird Dir?— nicht in Wadenstrümpfen bei Hofe erscheinen wollte. Als zur Unterstützung seiner zollpolitischeu Volksauswucherungspläne Bismarck 1877 Bennigsen ins Ministerium nehmen wollte, war dieser auch noch liberal genug, konstitutionelle Garantien und eine Umbildung der Reichsverfassung in der Richtung des parlamentarischen Regimes zu verlangen. Die Pläne zerschlugen sich, aber Bismarck gelang es auch so, die Nationalliberalen auf den Hund zu bringen. Uebcr der Ttellung der Partei zu der Schutzzollpolitik kam es 1881 zu einer Spaltung, und die nicht mit den„Tezessionisten" ins freihändlerische Lager abwanderten, schwuren 1881 durch die Heidelberger Erklärung dem Kanzler, der sie an die Wand hatte quetschen wollen, daß sie quietschten, unbed'ngte Gefolg- schqft durch dick und dünn. Dämals verflog der letzte liberale Spiritus bei den Nationalliberalen, und nur das reaktionäre Phlegma blieb: trotz dem Krautjunkertuin betrieb fortan das Schlotjunkertum entschlossen volksfeindliche Politik, die im äußersten Fall durch die liberale Phrase gemildert wurde. Es verstellt sich am Rande, daß dieser Rechtsabmorsch der Partei seinen wirtschastlichen Untergrund harte. Da die Nationalliberalen ihre Kräfte aus den Kreisen der Industrie sogen, mußten sie desto illiberaler und �reaktionärer werden, je mehr sich die Industrie vom freien Spiel der Kräfte zur Kartell- und Ringbildung und damit vom Freihandclsprinzip zur Schutzzollpol'tik hin entwickelte. Das ist das ewige Weh und Ach der Nationalliberalen. daß sie ganz und�gar auf die klingende Unterstützung der großindustriellen Scharfmacher angewiesen find und daß diese Scharfmacher mit jedem Jahr reaktionärere Anforderungen stellen. Diese Großindustriellen sind im Herzen durchaus konservativ und führen nur deshalb die nationalliberale Flagge, weil den Agrarkonservativen noch immer die Interessen des flachen Landes vor denen der Stadt kommen. So ist im Grunde genommen der Nationallibera- lismus von heute nichts anderes als städtischer und industrieller Konservatismus und zwar in jeder Frage, auf die es ankommt: in der Stellung zum Parlament, zum preußischen Wahlrecht, zur Sozialdemokratie, zur Schutzzollpolitik� und zum Wettrüsten? j Aber, um die Wähler zu ködern, bedarf man, namentlich in dem unentwickelteren Süden Deutschlands, noch ein wenig der liberalen Phrase, und ein Vertreter dieses Phrascnstbera- lismus ist vom sorgfältig durchgezogenen Scheitel bis zur elastischen Stiefelsohle Herr B a s s e r m a n n. Diciem Phrascnliberalismus einige soziale Farbe einzuschminken, wurde im Jahre 1900 der Reichsverband der nationalliberalen Jugend gegründet, der wirklich liberal gerichtete Elemente bis zum Schwabenalter umfassen sollte. In einigen Fragen, so in der des preußischen Wahlrechts wie in der der Reichs- finanzreform, prallten denn die Jungliheralen mit den Altnationalliberalen heftig aneinander, aber gar soviel machten sich die alten Hähne der Partei nicht aus dein Kikeriki der jungen.„Wenn die Jungliberalen," sagte Direktor H i l t- mann aus Elberfeld auf dem Parteitag zu Goslar 1906, „etwas beschließen, so ist das ganz gut. aber es ist kein Partei- erschütterndes Ereignis. Man gibt ihnen eins, wenn ich so sagen darf, auf den Schnabel, und alles ist wieder gut." Wirk- lich bekamen die Jungliberaleu eins nach dem andern auf den Schnabel, auch ihnen ging darob das bißchen liberaler Spiri- tus aus. und als 1912 der altnationalliberale Reichsverband gegründet wurde mit dem einzigen Zweck, den Jungliberalen zu bieten, war ihnen Diese Gnadenfrist ist nur jetzt innerl>alb der Partei die Spitze mehr eine Gnadenfrist gegönnt. abgelaufen. Die Jungliberaleu sträuben sich zwar gegen den Beschluß des Zentralvorstandes und wollen nicht mittun,- aber die Alten haben das Geld und die Macht, und mit ein paar Oberlehrern und Amtsrichtern, die ihre schwachen Lungen durch Hurra- rufen kräftigen wollen, bildet man keine Partei.' Im übrigen dienen diese Auseinandersetzungen nur dem höheren Zweck zu zeigen, wie überlebt die„Partei der Reichsgründung"., heute ist. Was in ihr mit kräftigem Ruck nach rechts zieht, huldigt konservativen oder doch freikonservativen Tendenzen, und zu dem steht die Fortschrittspartei heute da, wo die National- liberalen vor einem Menschenalter standen. Was soll da noch die nationale und liberale„Mittelpariei", die längst faul. mürbe und schimmelig ist! Dein Nanie ist Schimmelig? Tann ist es an der Zeit, daß Tu verbraucht wirst. Das Koalitionsrecht am Galgen. Von Wolfgang Heine. Sechs Jahre sind seit den Beratungen des Reichsvereinsgesetzes vergangen. Tie Sozialdcinokratie bat sich nie Zweiseln über den sreihcitsfcindlichcn, heimtückischen Charakter dieses Gesetzes hin- gegeben, sonvern hat von Ansang an vorausgesagt, daß die Ver- sprechungen, die ein Teil des bürgerlichen Liberalismus sich und anderen davon machte, auf grober Selbsttäuschung beruhten. Allerdings nicht nur auf Selbst läüschung, sondern auch auf Zusicherungen, die der damalige Staatssekretär des Innern, jetzige Reichskanzler v. B e t h m a n n H 0 l l w c g, machte, von denen die Sozialdemokratie freilich sofort nachwies, daß sie nicht die ge- xingste Garantie für eine wirklich wohlwollende und freiheitliche Behandlung des Vereins- und VcrsaminlungSwcsenö durch die Bc- Vörden und die Rechtsprechung der Buiidesilaateii gäben, und daß sie direkt aufgehoben würden durch die Haltung der Verbündeten Regierungen gegenüber allen und jeden Versuchen in der Reichs- tagskommifsion, die versprochene liberale Handhabung gesetzlich festzulegen. Der Staatssekretär b. Bethmann Hollweg erklärte damals als seine Absicht, daß jeder schikanösc Cingriff gegen- über Vereinen und Versammlungen vermieden werden solle. Seitdem haben wir erlebt, wie von Jahr zu Jahr die Ver- waltungspraxis und die Rechtsprechung neue Schlingen um die dürftigen Freiheiten legten, welche nach dem Rcichsgesctz der Ver- einsbildung und der Versammlungsfreiheit zugesagt worden lvarcu. Schritt für Schritt wurden die Rechte der Polizei zu Eingriffen erweitert, invcm behauptet wurde, daß neben den durch das Reichs- gesetz ein-geschräntten polizeilichen Befugnissen gegen Vereine auch noch allgemeine polizeiliche Rechte der Landesgesetze weiter bestünden. So wurde in Preußen das durch das Vereinsgesetz ausdrücklich aufgehobene Recht auf Auskunft serteilung über die Mit- glicder und das Recht zur Ueberwachung nichtpolitischer Per- ue sammlungen wieder hergestellt, und schon fordern etliche Polizei- 1cn" verlvaltungen bereits die Einreichung einer Mitgliederliste; beileibe nicht auf Grund vereinsgcsctzlichcn Rechtes, sondern auS angeblichen allgemeinen Polizeibcfugnifscn heraus. Namentlich aber lvurdc der Begriff des„politischen Vereins" immer weiter ausgedehnt, und jetzt ist daS, was bei der Beratung des Vereinsgesctzes niemand für denkbar gehalten hätte, Tatsache geworden: alle zentralisierten freien! Gewerkschaften werden in Preußen für poli-� tische Vereine erklärt. In den letzten Tagen haben die Berliner Zahlstellen des Deut- schon Metallarbeitervekbandes, des Fabrikatbeiterverbanoe-s und des Zimmererverbandes sowie die Hauptverwaltungen der zen» tralisierten Verbände der-Transportarbeiter, Holzarbeiter und Landarbeiter die Aufforderung erhalten, Satzung und» Parstands- Verzeichnis einzureichen. Schon einige Wochen vorher war der Bergarbeiterverband durch ein �chöffengcrichtsurtcil in Bochum für politisch erklärt und die Aufnahme von Personen unter 18 Jahren in ihn bestraft worden. Man will also jetzt die langvorbereitete und bereitgehalten- Schlinge zuziehen und das Äoaiitionsrecht der Arbeiter ani Galgen des Vereinsgesctzcs aufhängen. Wenn ick sagte, daß niemand bei der Beratung des Per- einsgcsctzes dies für mögl.ck) gehalten hätte, so ist das freilich nur mit einer Einschränkung richtig: die Sozialdemokratie hatte dies vorausgesehen, denn sie wußte, daß in dieser Richtung in Preußen alles möglich ist. Deshalb beantragten die Sozialdemokraten in der Kommission, den Begriff des politischen Vereins zu definieren als ein „Verein, der bezweckt, durch mündliche Erörterungen in Ver- sammlungen auf die Gesetzgebung des Staates einzuwirken." TaS war gewiß kein himmelstürmender Umsturz, denn es war die Bestimmung des preußischen Vereinsgesetzes aus der Zeit der Reaktion nach 1348 und der Landratskamincr. Aber die Mehrheit der Kommiffion lehnte diese gesetzliche Bindung im Ver- trauen auf die Zusagen v. B e t h m a n n L ab. Tasselbe Schicksal hatte ein weiterer Antrag: „Als politisch im Sinne des Vereinsgesetzes sind nicht an- zusehen, die Zwecke, günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Teilnehmer oder weitere Kreise herbeizuführen oder die ge!-- stigc oder körperliche Ausbildung der Teilnehmer oder wcitcrcr Kreise zu fördern sowie religiöse Zwecke, auch wenn diese durch Einivirkung auf die Gesetzgebung verfolgt werden." Tic Sozialoemokratic wollte dadurch die Bildungsverein« und Gewerlschasten und das religiöse Leben von der polizeilichen Bc- vormundung ausschließen. Die Mehrheit der Kommission aber be- gnügte sich mit einer Erklärung des Staatssekretärs, daß die tat- sächliche EnUvirkung auf einzelne öffentliche Angelegenheiten keineswegs genüge, um den betreffenden Verein als politisch dem Bcrcinsgssctz zu unterstellend Vrsordcrms sei: daß.der Verein die Einwirkung„bezwecke". Das jetzige Vorgehen gegen die �Gewerkschaften zeigt, welchen Wert solche Zusicherungen haben.- Die Gewerkschaften sind keine politischen Vereine, sondern beschränken sich auf die in 8 132 der Gewerbeordnung freigegebene Tätigkeit der Einwirkung auf da» geiverblichc Arbeitsverhältnis im Wege privatrechtlichen Ver- träges. Selbstverständlich beschäftigen sie sich auch mit den g c- sctzgcberi scheu Fragen, die oics Gebiet berühren, namcni» lich mit Abwehr der gegen das Koalitionsrecht geplanten An- schlüge. Selbstverständlich wenden sie sich hierbei gelegentlich an gesetzgebende Körperschäften und Behörde».' Selbstverständlich bedienen sie sich dabei der Unterstützung derjenigen Politiker, welche i bereit sind, die Interessen der Gewerkschaften zu vertreten; es ist ! nicht ihre Schuld, daß das vor allein die Sozialdemokraten sind. Selbstverständlich kommt das auch in den gewerkschastlicheu Fach- blättern zum Ausdruck. Das ist immer so gewesen und kann gar nicht anders sein. Aber deswegen die Gewerkschaften für„po- litisch" zu erklären, das enthält eine Umkehrung des Ver- h ä l t il i s s e s von Zweck und Mittel. i Ter Zweck der Gewerkschaften ist und bleibt unpolitisch und liegt aus dem Gebiet des wirtschaftlichen und privatrcchtlichcn Nur gelegentlich und in einem Umfange, der im Verhält- '| ms zu der Gesamttätigkeit der Gewerkschaften geradezu ivinzig ist, benützen die Gewerkschaften dazu Mittel, welche den Staat und seine Einrichtungen, namentlich seine Gesetzgebung, meist auch nur mittelbar, berühren. Es gelsört aber echter preußischer. Polizeigeist dazu, um zu behaupten, daß diese vereinzelten, das politische Gc- biet streifenden Handlungen der eigentliche Zweck der Gewerkschaften wären. Lehrreich dafür, wie herrlich weit wir es gebracht haben, ist die Erinnerung an eine Entscheidung des Reichsgerichts vom 2ö. Ja- nnar 1892. sEntsch. in Straff., Bd. 22, S. Ä7.) Damals schon hatte ein Landgericht den auch jetzt wieder von der Polizei- aktion detrosfenen Bergarbeiterverbaird den vereinsgesetzlichen Beschränkungen für politische Vereine unterwerfen wollen, welche übrigens, wie doch hervorgehoben werden muß, nicht entfernt so schädlich waren, wie die des seit 1998 geltenden„liberaken" Reichs- Vereinsgesetzes. Das Reichsgericht hob dies Urteil auf und sprach frei, indem es sagte: Die Arbeitsverträge zwischen den Bcrgwcrksbcsitzern und Bergarbeitern unterliegen der freien Vereinbarung der Vertrag- schließenden, gehören dem Privatrechte und nicht der Politik an. Daß diese Verträge unter Umständen in ihren Satzungen, ihren sozialökonomischen Wirkungen oder in den Konflikten, die sie er- zeugen, strafrechtliche, öffentlich-rechtliche, sozialpolitische oder rein politische Bedeutung erlangen können-, ist unbestreitbar. Das gleiche läßt sich von jedem Vorgange des privaten Lebens und jedem privatrechtlichem Verhältnis behaupten. Die Methode der von der Vorinstanz vertretenen Gcsctzcsauslegnng führt aber direkt dahin, mit einem Schlage jeden Gewcrk- oder Fach- verein, jede Verbindung zur Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen, jeden auf Organisation eines Arbciteraus- standes berechneten Verband und umgekehrt auch jeden ähnlichen Verband von Arbeitgebern den Beschränkungen des 8 8 des preußischen Vereinsgesetzes(über politische Vereine) ohne loci- teres unterzuordnen) W c damit die in 8 132 G.-O. g e- Währlei st etc gewerbliche Koalitionsfreiheit noch verträglich sein soll, bleibt unerfindlich. Ja, wahrhaftig, mit dem Koalitionsrecht sind solche Aus- legungskünste wirklich unvereinbar. Aber in einem irrt das Reichs- gericht. Wohl würde logisch die Konsequenz sein, i 0 g l i ch c gewerbliche Koalition von Arbeitern und Arbeitgebern als politisch zu behandeln, praktisch aber richtet daS nanze Vorgehen sich parteiisch n u r gegen die Ltoalitionen der Arbeiter, nicht gegen die der Unternehmer, und auch bei den Arbeitern nur gegen die vom Arbeitgebcrtum und der Polizei verfolgten Richtungen. Freie und polnische Gewerkschaften werden als politisch behandelt, nicht die christlichen, nicht die unzähligen anderen Ver- eine, welche zum großen Teile offen Politik treiben, wie Jünglings- vereine, gelbe Gewerkschaften usw.- Darum, schon dieser Ungerechtigkeit wegen wäre das Vorgehen der Polizei keine gleichgültige Sache. Aber die Erklärung der Ge- werkschaften zu politischen Vereinen hat auch unmittelbar die s ch lo e r st e n praktischen Folgen. In Berlin und anderen großen Städten zwar mag es gleichgültig sein, ob die Polizei das Verzeichnis der Vorstandsmitglieder erhält. In kleinen Städten, Ivo sofort die Arbeitgeber alles erfahren, was in den Polizeiaktcn steht, und wo die Arbeiter den rücksichtslosen Maßregelungen, ! dem Terrorismus ihrer Brotherren und der Behörden gegenüber i viel schutzloser sind, kastn die Notwendigkeit der Anmeldung gerade- I zu die Gründung einer Gewerkschaft v e r h i n d e rn. Tie Hauptfache ist natürlich der A u s s ch l ü ß der Jugend- lichen, die Absicht, den Gewerkschaften den Nachwuchs ab- zuschneiden. Herr Müller- Meiningcn hat sich noch neulich im Reichstag zu seinem Lieblingskind, der Jugendlichenbestimmung des Vcreinsgesetzes freudig bekannt. Wird er das auch jetzt noch aufrechterhalten wollen? Die Arbeiter wissen, was ihr Koalitionsrecht, was ihre Ge- werkschaften für sie wert sind. Sie wissen auch, wer ihr Koalitions- recht schützt und wer die Hand dazu geboten hat, es einzuengen und zu unterdrücken.. Tie Gewerkschaften sind nicht politisch, aber die Wirkungen dieses neuen Anschlages gegen sie, d i e werden eminent politisch sein. Tie Sozialdemokratie wird den Gewinn davon haben._ politische Uebersicht. Paul Singer im christlich-nationaleu Roma». Das tägliche Unterhaltungsblatt des frommen„R e i ch s- boten" veröffentlicht einen Roinan. der als Titel die kategorische Aufforderung„Arbeite!" trägt. In seinein Mitleft Punkt steht ein Arbeiter namens Johannes Forster. der bei . der 22. Fortsetzung noch sozialdeinokrat ist. von dem mir aber mit Sicherheit erwarten dürfen, daß er bis zum Schluß der Geschichte bei der alleinseligmachendeu christlichnationalen Arbeiterbeweglmg gelandet sein wird. Eben diese 22. Fortsetzung schildert nun eine sozialdemo- kratische Verfanrinluiig zu Barmen, in der Paul S i p g e r referiert. Lassen wir den Romanmacher selbst reden: Am nächsten Abend sprach Paul Singer aus Berlin km Saal des„Eentralhotels". In diesem Jahre sollten die Vor- bereitungen für die neue Reichstagswahl beginnen. Das wurde von der Sozialdemokratie natürlich mit einer großen Aktion eingeleitet. Johannes Forster hatte schon immer, eine geheime Abneigung gegen den m i l l i o n e n r c i ch e n Partei- führe r gehabt. Gehört hatte er den vornehmen Ge- nossen niemals.... Der Redner stand da in seiner bekannten wohlgenährten und in einer herausfordernden Sattheit prangenden Leibesfülle. Nicht das Körpergewicht und das Leibesmaß nlackste aus manche in der Glendsschulc empfindsam gewordene Gemüter einen abstoßenden Eindruck, sondern der Zpnismus, der aus seiner Erscheinung sprach, die protzen haste Ueberlegenhcit des M a ii n e s. dessen Zylinder hinter ihm an der Wand stand, während cm schwerer Diamant an einem der fetten Finger glänzte.... Jeder denkende Proletarier, der sich bei diesem Vortrag ver. gegenwärtigte, daß dieser schwerreiche und den Reichtum zur Schau tragende Mensch Präsident der Partei der Enterbten, a l S Fabrikant die arbeitenden Genossen drückte, ja, wie fe st st and, einmal seinen Arbeiterinnen gesagt hatte, sie sollten sich aus der Straße M c h r v e r d i c n st verschaffen— jeder mußte diese zynische Anmaßung des Parteipräsideiitcn als einen Angriff auf seine Person empfinden. Und das fühlte auch Johannes Forster..... Gottselige Gedanken für die Karwoche. Von unserem theologischen Mitarbeiter Gotthold Christlieb Augendreh. Wiederum haben des Palmsonntags Glocken die stille Woche eingeläutet, die über Golgatha zu der jubelnden Osterbotschaft: Ter Herr ist wahrhaftig aufgestanden! führt. Aber ach, was müssen wir Tiener am göttlichen Wort in dieser sündhaften Zeit sehen und hören? Was müssen wir erleben in der Hauptstadt des deutschen Volkes, das doch ein christliches Volk, ja das von Gott besonders auserkorene Volk ist. Wie ja schon Seine Durchlaucht Fürst Bülow, weiland Kanzler des Reiches, so treffend sagte: „Teutschland in der Welt voran!" Aber dem Herrn sei es geklagt, bei diesem Volke, dessen Gang von der Wiege bis zum Grabe doch treulich von der weltlichen und geistlichen Obrigkeit begleitet wird, ist nur wenig vom Ernst der heiligen Karwoche zu spüren. Wo läßt heute noch ein christlicher Hausvater in dieser Woche bei der Hausandacht den schönen Choral:„O Haupt voll Blut und Wunden" singen, wo schweigt heute angesichts des Leidens und Sterbens unseres Herrn der Lärm und die Lust dieser Welt? Statt der ergreifenden Passionsgesänge hört man jetzt auf allen Straßen und an den Stätten der Völlerei, ja sogar aus dem Munde un- mündiger Kinder sündige Schelmcnlieder, als da sind: ,,Ach, wenn das der Petrus wüßte", oder„Das war in Schöneberg im Monat Mai", oder„Puppchen, Tu bist mein Augenstern" und was der- gleichen schandbare Lotterlieder mehr sind. Ist das eines christ- lichen Volkes würdig? Ist das recht in einem Lande, über das ein Kaiser herrscht, der selbst niit glaubensstarkem Bekennermut sagt, daß er von Gottesgnaden sei? Zwar verlebt'Seine Kaiserliche Majestät die Karwoche und das heilige Osterfest fern von seiner evangelischen Heimat aus einer Insel, die heidnischer Erinnerungen voll ist und unter einem Volk, das sich zwar auch ein Christenvolk nennt, aber doch abseits steht vom rcchicn protestantischen Glauben Aber es sei ferne von mir, darob mit ihm zu rechten. Hat man denn überhaupt je gehört, daß ein verordneter Tiener am Wort und der christlichen Staatskirche gegen deren fürstliches Oberhaupt unziemliche Kritik geübt hätte? Nein, wir geben dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Wir wissen, daß Seine Majestät nach, der aufreibenden Regicrungsarbeit des Winters der Erholung bedarf. Wir wissen auch, daß er auch auf der heidnischen und griechisch-katholischen Insel Korfn am heiligen Karfreitage und am hohen Osterfeste den rechten und echten protestantischen Gottesdienst abhalien läßt. Und mit Freuden haben wir in diesen Tagen gelesen, daß er in einem Briefe an eitie abtrünnig gewordene Fürstin gar scharf gegen die So sind die ch r i st l i ch e il Herren! Tie Verleimt- düngen und Verdächtigungen, die sie im politischen Teil nicht mehr vorzubringen wagen, verzapfen sie im Rahmen eines sogenannten Romans in der Unterhaltungsbeilage, und sie merken dabei gar nicht, eine wie erbarmungswürdige Figur sie machen, wenn sie, die ihre Leser mit einem solchen Stoff versorgen, sich gleichzeitig als die heftigsten Gegner der Schundliteratur geben._ Ter Monist als Stadtrat. Wie schon gemeldet, hat das Ministerium von Reuß j. L. die Wahl eines bürgerlichen Stadtrates nicht bestätigt, weil dieser sich zum Monismus bekennt. Die Begründung sagt wörtlich: Ucbcr die aus der Berufsstellung des Gewählten hergeleite- ten Bedenken kann hinweggegangen werden, auch mag dahin- gestellt bleiben, ob die Tatsache allein, daß Hartmann sich als Monist bekennt, also außerhalb der bestehenden Rcligions- gescllschartcn steht, ihn zum Mitglieds eines Genie indevorstandes ungeeignet macht. Tenii selbst wenn die Verneinung dieser Frage sich mit der gesetzlich anerkannten Religionsfreiheit begründen ließe, so liegi hier der Fall wesentlich anders, da Hartmann nicht n u r Monist ist, sich nicht mit seiner atheistischen Ge- stnnung genügt, sondern a n g r i f f s w c i s e und a g i t a t o- r i s ch gegen die christlichen RcligionSgesellschaftcn vorgeht. Dies hat er sogar noch nach seiner Wahl zum Stadtrats- Mitglied in einer am 7. Februar d. I. in Gera abgehaltenen öffentlichen Versammlung der Monisten getan; er ist in dieser als Redner ausgetreten und hat unter Bekämpfung der in letzter Zeit im Fürstentum aus religiösem Gebiete erfolgten und geplanten gesetzlichen und behördlichen Maßnahmen zum Austritt aus der Kirche aufgefordert und sich dadurch in be- soliderer Weise an der zurzeit von den Kirche ngcgnern aufs heftigste geschürten Austrittsbewegnng beteiligt. Tie evangelisch-lutherische Kirche ist in Reuß j. L. Landes- kirche... und die Bedürfnisse der Kirchengemeinde sind aushilfs- weise durch die politische Gemeinde aufzubringen. Es sind daher immiitelbar und auch mittelbar Staatsbehörden in mehreren Beziehungen zu Matznahmen im Interesse der cvang. luth. Kirche verpflichtet, und es kann nicht Mitglied einer solchen Behörde sein— als bloßer Staatsbürger kann er ja tun loa» ihm beliebt— wer dieser Landeskirche nicht nur ablehnend gegenübersteht, sondern sie sogar öffentlich bekämpft. Es ist de&= halb nunmehr eine anderwcite Wahl vorzunehmen.... Soweit das reußische Ministerium. Nun stellt sich aber heraus, daß das Ministerium mit dieser famosen Begründung obendrein noch fürchterlich hineingefallen ist. Denn was es auf das Konto des Rechtskonsulenten Wilhelm Hartmann setzt, hat der Z i g a r r e n a r b e i t e r Paul Hartmann auf dem Kerbholz. Esliegtalsoeineglatte P e r s o n e n v e r w e ch s e l u n g vor. Unsere Genossen wurden deshalb beim Ministerium vorstellig und erhielten die Zusage, daß die Angelegenheit nochmals er- örtertwerden würde. Man darf Wohl gespannt sein, wie sich das übereifrige Ministerium aus dieser Zwickmühle befreien wird._ Eine Ordnungöstiike. Zu den Schreiern nach schärferen Strasbestimmungen gegen sozialdemokratischen Terror gehört auch der Verleger und Drucker der tonservativ-klerikalen„Guhrauer und Tschirnauer Zeitung", Herr M. S t o ck l a s s« r in Gührau. Tagaus, tagein registriert dieser Herr, dem die Gnadensonne des konservativen Landtagsabgeordneten v. Goßler ganz besonders hell scheint, ge- wissenhaft alle Reichsvcrbandslügen über sozialdemokratischen Terror, Bon dem Besitzer' dieser Zeitung veröffentlicht nun die „Bolkswacht" in Breslau einen Brief, den dieser an den Direktor einer in Guhvau gastierenden Theatergesell- s ch a f t, die schwer um ihre Existenz zu ringen hatte, richtete. Er lautet: Mitteilung. Geschäftsstelle der„Guhrauer und Tschirnaucr Zeitung", Guhrau, den 27. Dezember 1913. Herrn Direktor Ludwig Ganz. hier. Hierdurch teile ich Ihnen höflichst mit, daß ich bis jetzt einige Referate über die stattgesundenen Vorstellungen, die gegen papistischen Irrlehren geeifert hat.(Unser Herr Mitarbeiter meint den Brief des Kaisers an die zum Katholizismus übergetretene Landgräsin von Hessen. Wir möchten ihn bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß auch die Schwester des Kaisers, die jetzige Königin von Griechenland, ihren angeborenen protestantischen Glauben bei ihrer Verheiratung mit dem griechisch-katholischen ver- tauscht hat. Natürlich nur aus reiner Ueberzeugung. D. Red. d.„V.".) Aber wer gedenkt sonst in dieser Karwoche des Passionswegcs unseres Herrn? Da sieht man auch in diesen Tagen das Hasten und Jagen des Volkes nach den Schätzen dieser Welt, die doch die Motten und der Rost fressen. Die Stätten der Weltlust und des Fressens und SaufenS sind gefüllt, und keiner denkt an das Dursten dessen, der am Kreuze hing. Nur wenige sind es, die sich in dieser heiligen Zeit ihrer christ- lichen Pflichten bewußt sind. So weiß ich bestimmt, daß die Ossiziere der Gardekavalleriercgimenter, bei denen sich die Blüte der christlich-deutschen Nation vereinigt, in der Karwoche jeden Morgen die Evangelienkapitel, st> da vom Leiden und Sterben unseres Herrn handeln, andächtig lesen, bevor sie hinausgehen, um ihre Pferde für die Frühjahrsrennen zu trainieren. Und alle Bankiers. Großindustrielle, Rittergutsbesitzer. Gehcimräte bis hinauf zum Polizeipeäsjdcntcn v. Jagotv und den Ministern, kurz: alles, was den Kampf führt gegen die Mächte des Umsturzes und des Unglaubens, wandeln an jedem Tage der Karwoche vor Beginn ihres Tagewerkes in ihrem Kämmerlein in stillem Gebet nach Golgatha. Nur bei den von teuflischen Irrlehren! betöiten Arbeitern ist solche Glaubens- und Passionsinbrunst nickt mehr zu finden. In deren Zeitungen wird von der vermeintlichen Not und dem Elend des Arbeiterstandes viel geredet, vom Leiden und Sterben des Herrn aber ist in dieser Woche darin nichts zu lesen. Wie anders ist da die christliche Presse. Schon heute sitzt mancher meiner Amts- brüder am Schreibtisch und schreibt einen gottseligen Karfreitags- artikel für die„Deutsche Tageszeitung", die„Kreuzzeitung", die „Tägliche Rundschau" usw. Und auch ich.will hier meine Stimme erheben zu Ehren des Dulders von Golgatha. Möge mein Wort sein wie ein Hamuter. der Felsen zerschmeißet. Da machen die glaubenslosen Zeitungen viel Aufhebens davon, daß in unserem christlichen Deutschen Reiche im Laufe der letzten 28 Jahren rund SC9 000 Arbeiter in Ausübung ihres Berufes getötet worden sind. Ein Tiener am göttlichen Wort kann das bedauern, aber er weih, daß Gottes Ratschlüsse unerforschlich sind. Viel wichtiger ist für ihn der Tod des' Einen, der auf Golgatha am Kreuze hing. Denn er ist für uns alle gestorben. Dieselben glaubenslosen Zeitungen schreiben gar viel von großer Arbeitslosigkeit, von sündhaften Selbstmorden aus Nahrungssorgen, von Wohnungsnot usw. Wir Tiener am Wort erblicken darin die strafende Hand Gottes; es sind das alles Plagen, die um der Sünde Sie gerichtet sind, von einem hiesigen Theaterkcnner er- halten habe. Da ich diese Berichte in meinen Zeitungen, die in hiesiger Stadt und fast im ganzen Kreise genügend vertreten sind, noch nicht veröffentlicht und so Rücksicht aus Sie g e- nommen habe, so richte ich daher an Sie die Bitte, meinem Boten 2 Billetts für alle Abendvorstellungen c i n s ch l i e ß li ch des Sonntags kostenlos zu ver- abfolgen. Falls Sie meine Bitte unberücksichtigt lassen sollten, so werde ich die mir bis jetzt zur Per- s ü g u n g stehenden Berichte in den i ä ch st e n Rum- mern meiner Zeitungen veröffentliche n, was Ihnen wohl nicht sehr angenehm sein dürfte. Hochachtungsvoll! M. Stocktass er. Wir können uns gar nicht ausmalen, zu welcher Strafe Herr M. Stocklasser verurteilt werden würde, wenn der Staatsanwalt Anklage erheben würde. Ein Glück für ihn, daß er kein An- gestellter oder Angehöriger der modernen Arbeiterbewegung ist. Bemerkt sei noch, daß der Theaterdircktor, obwohl es mil seinen Einnahmen in Guhrau nicht weit her war, es ablehnte, die zwei Schnorrerbilletts zu geben. Tie �sachverständigen" Kritiken er» schienen aber auch nicht. Ob der Herr nur bluffen wollre? Die Wahlen in Schweben. Stockholm, 3. April.(Privattelegramm des „V o r w ä r t s".) Heute fand die 5t a m m erwähl im größten Teil Schwedens statt. Hier eingehende Telegramme aus dem Lande berichten über starke Teilnahme aller Par- teien. Tie Konservativen mobilisieren alle Reserven; die Wähler müssen oft weite Reisen zurücklegen, da die vorjähri- gen Wählerlisten noch maßgebend sind. Bisher haben die Sozialisten in Stockholm und Karlskrona je ein Man- dat, die Liberalen in Stockholm zwei Mandate verloren, doch waren dies ungünstige Bezirke für die Linksparteien. die Kämpfe in Albanien. Durazzo, 5. April. Aus dem nördlichen Epirns sind von albanesischcn Regiernngsbeamten Telegramme ein- gelaufen, welche besagen, daß die albanesische Gendarmerie außer mit Äomitatschis jetzt auch mit Banden zu kämpfen habe, die aus regulären griechischen Truppen gebildet seien. Es kämen auf seilen der Aufständischen Ge- schütze und M i t r a i l l e u s e n zur Verwendung, die von griechischen Artilleristen bedient würden. Ta die Aufstän- dischen von griechischer Seite fortwährende Verstärkungen erhielten, wagten sie sich, immer mutiger werdend, nunmehr auch an größere Plätze, die von der Gendarmerie nur noch mit größter Mühe gehalten würden. Hungerstreik gefangener Zrauen in Petersburg. Petersburg, 5. April. Die russischen weiblichen Gefangenen, die wegen politischer Vergehen bestraft wurden, haben in Peters- bürg den Hungerstreik erklärt. Sie verweigern die Aufnahme jcd- weder Nahrung und wollen in ihrer Weigerung so lange beharren, bis die von ihnen der Gefängnisverwaltung übermittellcn Bedin- gungen erfüllt worden sind. Die Gefangenen verlangen u. a. bessere Nahrung, längere Spaziergänge, die Erlaubnis, ihre An- gehörigen zweimal in der Woche sehen zu dürfen und schlichlich das Recht zur Benutzung einer größeren Anzahl Bücher aus der Gefängnisbibliothck. Eine Mafiregelung Fabres. Paris, S. April. Die von der Regierung angekündigten Straf» maßnahmen gegen den Oberstaatsanwalt F a b r e und den Ge- richtspräsidenten B i d a u l t haben sowohl in Richtex- wie in An- waltskreisen lebhaftes Befremden hervorgerufen. Die geplante Maßregelung Fabrcs wurde mit unverhohlenem Unwillen erörtert und zahlreiche Beamte des Richtcrstandcs faßten den Beschlutz, dem Oberstaatsanwalt ihre unerschütterliche Sympathie auszusprechen. Man beschäftigt sich auch bereits mit der Nachfolgerschaft Fabrcs. willen in die Welt gekommen sind. Weit besser wäre es, zu schreiben von dem, der nicht hatte, da er sein Haupt hinlegen konnte, der mit einer Dornenkrone gekrönt wurde und sein Kreuz bis zum Zusammenbrechen getragen hat. Diese Betrachtung erscheint uns Dienern Christi wichtiger als das Verweilen beim Jammer und Elend dieser Welt, deren Ursachen, soweit nicht die Erbsünde in Betracht kommt, auszuhecken nicht zu unseren Amtsbcfugnissen gehöft. Was nützet es dem Seelenheil des Arbeiters, wenn er in dieser Karwoche durch seine Zeitung erfährt, daß in unserem herrlichen christlichen Kriegsheere von 1870 bis 1911 nicht weniger als 10 439 Soldaten Selbstmord verübt haben, daß jedes Jahr rund 400 Sol- datensclbstmorde oder Selbstmordversuche vorkommen? Diejenigen, die in solch sträflicher Weise der göttlichen Gerechtigkeit zuvorkam- men, sind eben keine guten Christen. Denn unser allergnädigster Kaiser hat mit vollem Recht gesagt:„Nur ein guter Christ kann ein guter Soldat sein." Weit besser wäre es. in den Zeitungen in dieser Passionszeit zu schreiben von dem. dessen Seite von der Lanze des römischen Kriegsknechies durchstochen wurde, und von dein Hauptmann, der aus Golgatha beim Kreuze die Wache hatte und beim Tode des Erlösers ausrief:„Wahrlich, das ist Gottes Sohn gewesen." Viel Geschrei macht man auch in diesen heiligen Tagen von dem, was die aufrührerische Presse Soldatenmißhandlungen nennt. Aber davon, daß unser Herr bei Pontius Pilatus von den Kriegs- knechten gegeißelt und mit einer Dornenkrone gekrönt worden ist, kann man nichts lesen. Viel wichtiger für das Seelenheil eines Christen ist es, zu wissen, daß der, der am Kreuze hing, getränkt wurde mit einem von bitteren Myrrhen genetzten Schwamm, als zu erfahren, daß ein Stellvertreter Gottes im Rocke des Königs im Eifer des Dienstes einen Soldaten den Spucknaps austrinken ließ. Solche Erzählungen erregen nur Uubotmäßigkeit und Auf- lehnung gegen göitliche und menschliche Ordnung. Tie Betrachtung des Passionswegcs aber macht den Menschen sein stille und gott- ergeben.. Darum sage ich Euch, gehet iu Euch und wandelt in dieser heiligen Zeit mit auf dem Leidenswege nach Golgatha. Tann wird auch die Lstersonne recht hell in Euren Herzen aufgehen. Die Erde ist nun einmal nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ein Jammer- tal. Wer aber auf uns Tiener des göttlichen Wortes hört, sich der von Gott eingesetzten Obrigkeit unterwirft, nicht schon hier unten ein Paradies schassen will, der wird der ewigen Freuden teilhaftig werden, den wird der Siegesfürst von Golgatha zu seiner Rechten setzen. Von einer rechten Ausnutzung der Karwoche wird der Menschheit weit größeres Heil erblühen als von der sündhaften und aufrührerischen roten Woche. Aus meinen schwachen Kräften sei auch mein Scherslein an dieser Stelle beigetragen. Möge t» hundertfältig Früchte tragen. Das walte Gott. Amen. Lrnrt. Vertrauensvotum für Talandra. Rom, 8. April. Tie Ä a m m c r sedte heute die Beratung über die Regierungserklärung fart. Ministerpräsident Salandra erklärte unter anderem, dast in der Frage der Ehescheidung jeder Minister nach seiner persönlichen Ucbcrzeugnng stimmen werde; er werde dagegen stimmen. Ferner liindigic er nochmals die Prüfung der A r b e i t e r- A l t e r s v e r s o r g u n g an. Tie Kammer nahm schließlich in namentlicher Abstimmung eine Tagesordnung, die der Regierung das Vertraue n ausspricht, mit 393 gegen 122 Stimmen an. Zur Lohnbewegung öer berliner Srauereiarbeiter. Am Sonnabend, den 4. April fand in der Handelskammer eine nochmalige Zusammenkunft der beiderseitigen Lohn- kommissioncn statt. In dieser erklärten sich die Arbeitgeber bereit, sämtliche Handwerker, mit Ausnahme der Gärtner, in eine ge- meinsame Lohnklasse einzureihen und für die Flaschenfahrer eben- falls eine Zulage von 1 M. pro Woche zu bewilligen. Für Sonntag früh, 3 Uhr. hatten die beteiligten Organisationen die Vertrauensleute und Lohnkommissionsmitglieder nach den „Musikersälen" berufen, um mit dieser Körperschaft noch einmal über die Lage zu beraten. Eingehend wurden noch einmal die gemachten Zugeständnisse, Welche in gedrängter Form gedruckt vor- lagen, besprochen und von der Verhandlungskommission zur An- nähme empfohlen. Nach eingehender Diskussion, in der zum Aus- druck kam, daß die Zugeständnisse Iveit hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien, und besonders bedauert wurde, daß keine Arbcitzeitverkürzung zugestanden s�i, kamen die Vertrauensleute, unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Momente, zu der Ansicht, daß nach Lage der Sache neue Zugeständnisse nicht mehr erzielt werden können. Tie Versammlung schritt hierauf zur Abstimmung. Von den 261 abgegebenen Stimmen lauteten 127 mit Ja, 131 mit Nein. Die Zweidrittelmehrheit beträgt- 171 Stimmen, so daß 19 Stimmen an derselben fehlen. Nach dieser Abstimmung sind die Organisationen beauftragt, den Tarif mit den Ringbrauereien abzuschließen. Mit den ringfrcien Brauereien beginnen die Verhandlungen bereits am Montag. TSus GroK-Hzwn. Oer„�rbeiter/unge". Fn einer vornehmen Vorortstraße spielen elegant ge- kleidete Knaben niit dem Kinder-Anto, das ihnen Papa für einen Bläuling geschenkt hat. Es ist dreisitzig, hat vorn zwei Hebel zum Selbstfahren und eine Huppe, deren grüß- liches Getute die idyllische Vorortruhe stundenlang illusorisch macht. Seines Weges trottet ein etwa Zwölfjähriger mit einem Pack Abendzeitungen. Verlangend sehe» seine Augen nach dem prächtigen Spielzeug. Nicht Neid regt sich in ihm, nur die Kinderseele, das Gefühl, auch so sich freuen und spielen zu können, anstatt Zeitungen auszutragen. Er trägt von Haus zu Haus seine Zeitungen, aber findet sich immer wieder mit sehnsüchtigen Blicken ein, faßt endlich nach Kinderart ein Herz:„Laßt mich auch mal mitfahren, nur bis zur Eckel" Erstaunt, umvillig, verächtlich sehen ihn die vor- nehmen Jüngelchen an.„Du, Heinz, sieh mal, der dreckige Bengel da will mitfahren!" Und der andere, vielleicht ein zukünftiger Offizier oder Richter, pflanzt sich brcibeinig, herausfordernd, drohend vor deni Bittenden auf:„Mach', daß Du fortkommst, oder ich hau Dir eine... Tu... Arbeiterjunge!" Brennend rot schießt es dem kleinen Zeitungs- träger in die Wangen. Nicht vor Scham... nein, vor Zorn. Aus den Beleidiger will er sich stürzen, den frechen Buben züchtigen... dann spuckt er aus, dreht sich kurz uin, trägt seine Zeitungen weiter in die Häuser... Jawohl— die da meinen, daß unser? Jugend noch weit mehr und weit besser zur Gesittung erzogen werden müsse, haben nur zu recht. Aber von oben soll man anfangen, in jenen Familien, welche ihre Sprößlinge dazu er'�hen, die Kinder des Arbeitcrstandcs zu verachten. Polizei gegen Jugendliche. Tie Verfolgung der Arbeiterjugend durch die Polizei geht munter lveiter. Während die Juugdeutschlandbüudler alle mög- lichen Vergünstigungen genießen, werden der freien Arbeiterjugend alle nur denkbaren Schwierigkeiten bereitet. Das zeigte sich gestern wieder in Neukölln, wo die Jugendlichen zu einer Versammlung eingeladen hatten. Tie Polizei verhinderte die Versammlung ein- fach, indem sie sich vor dem Lokal aufpflanzte und die Ankommenden zurückwies. Eine Beschwerde auf dem Präsidium konnte in Er- mangelung eines zuständigen Dezernenten nicht erledigt werden. Tie Jugendlichen hielten sich auf andere Weise schadlos.. Wenn die Behörden glauben, durch willtürliche Handhabung und Aus- legung vereinsgesetzlicher Bestimmungen den Aufstieg der prole- tarischen Jugendbewegung zu verhindern, so irrt sie sich. Im Gegenteil wird schon in- den jugendlichen Arbeitern eine Er- bitteruug, ein Haß gegen die heutigen politischen und sozialen Verhältnisse groß gezogen, der unseren Herrschenden noch recht unangenehm werden dürfte. Mit den Worten unseres verstorbenen Genossen Auer möchten wir den Herrschenden zurufen:„Wehe denen, über deren Häupter sich all die Wut und die Erbitterung entladen wird, die durch diese ständige Perfolgung erzeugt wird." Ter vermifttc Schüler Gladow gefunden? Eine Knabenleiche fanden gestern im Strausberger Forst, Jagen 7, Turner, die eine Wanderung in diese Gegend unter- nommen hatten. Angeblich soll es sich um den zehnjährigen Schüler Gladow vom Äottbuser Tamm handeln, der vor 11 Tagen auf einer Turnfahrt vermint wurde. Es wird berichtet, daß der Knabe einen Fuß gebrochen habe und daß er dann anscheinend erschöpft und vor Schmerzen und Hunger elendtglich umgekommen sei. Das wäre ein entsetzliches Ende des armen Jungen. Wir geben diese Mitteilungen unter allem Vorbehalt wieder. Tie Verzweiflungstat einer Mutter. Mit ihren beiden Kindern ins Wasser gegangen ist am Sonn- abendabend� oie Frau eines Chauffeurs Mahrt in Charlotteuburg. Sie band ihre beiden Kinder im Alter von und 1% Jahren mit Stricken fest zusammen, stieß sie in den Grotzschiffahrtskanal und sprang dann hinterher. Ein in der Nähe befindlicher Arbeiter, der die Verzweiflungstat beobachtet hatte, sprang der Unglück- lichen nach und eS gelang ihm glücklicherweise, die beiden Kinder, die bereits untergegangen waren, aufzufinden und an Land zu bringen. Tann sprang der Retter noch einmal ins Wasser und vermochte auch wir�!ich die bereits bewußtlos gewordene Frau aus Ufer zu bringen. Ein hiiizuaerufencr Arzt brachte Mutter und Kinder wieder ins Leben zurück und beraulaßte dann ihre Ucber- führung in das Krankenhaus Westend, wo sie sich im Laufe des gestrigen Sonntags wieder erholten. Tie Ursache zu dem Per- zweiflungsschrilt der Mutter sind unglückliche Familienverhältnisse. Aus?iot zum Gift gegriffeu. Aus Nahruugssorgeu hat sich am gestrigen Sonntag'nachuüttag der Kaufmanu Artur Jrlen, Linienstraße 118 wohnhast, vergiftet. Jrleu, der schon seit längerer Zeil ohne Stellung war, sollte sein gemietetes Zimmer räumen, da er die Miete nicht aufzubringen vermochte. Als alle seine Versuche, wieder eine Stellung zu er- langen, gescheitert waren, vergiftete er sich in einem Hause der Hauptstraße zu Schöncberg mit Sublimat. Man schaffte den Lebensmüden aus die Hilsswache in der Vorbergstraße, von wo ihn der Arzt in das Schöneberger Krankenhaus bringen ließ. Brand eines Rudertlubhauscs. In der Nacht zum Sonntag gegen 2 Uhr brach in dem Boots- Hause des Ruderklubs Alemannia in Teltow auf der Insel Bullen- bruch aus unbekannter Ursache Feuer aus. Das Klubhaus brannte vollständig nieder. Der Schaden beziffert sich auf ungefähr 19 999 Mark. Verhaftung eines Wüstlings. Ein gefährlicher Kindersreund, der sich nicht gescheut hat, sich auch an seiner eigenen elfjährigen Tochter zu vergreisen, ist gestern in der Person des Händlers St. auF Borsigwalde verhaftet worden. Es waren über St. Gerüchte verbreitet loorden, wonach er sich au schulpflichtige Mädchen heranmachte und sich in der schwersten Weise an ihnen verging. Tie Ermittelungen der Polizei sollten die Gerüchte bestätigen. Es wurde auch festgestellt, daß der Per- haftete seine eigene Tochter mißbraucht hat. /�us aller Welt. Hirths Flug. Tie Flugleistung Hirths hat in Paris großen Eindruck ge- macht. Ein Blatt meint, sie selber sei der beste Beweis für die von den Deutschen aus dem Gebiete des Flugwesens erzielten Fort- schritte. Hirth teilte einem Berichterstatter mit, daß er fast auf der ganzen Strecke von Gotha bis Marseille mit widrigen Winden, mit Schneetreiben, Hageln und Wirbeln zu kämpfen hatte. Auf dem Wege von Tijon bis Marseille sei er im Rhonetal in so dichten Nebel geraten, daß er kaum seinen Kluggenosscn wahrgenommen hätte. Auf dem Fluge habe er sich zumeist in einer Höhe von 2599 Metern gehalten. Hirth wurde bei seiner Ankunft in Marseille von Per- tretern des französischen Aeroklubs und von dem Flugoffizier Ge- rard, dem Vertreter des französischen Kriegsministeriums, beglück- wünscht. Raubüberfall auf einen Juwelier. Ein kühner Raubüberfall wurde am Sonnabend in einer der Hauptstraßen Brüssels versucht. Ein gutgekleideter Mann ließ sich in einem Juweliergeschäft eine Anzahl wertvoller Ringe voi> legen. In dem Augenblick, als der Juwelier dem Verbrecher den Rücken drehte, ergriff dieser die Ringe und schlug den Juwelier nieder. Der Vorgang war jedoch von dem vor dem Schaufenster stchcndeu Publikum bemerkt worden, das den Verbrecher an der Flucht hinderte und sofort Lynchjustiz an ihm übte. Der Räuber mußte ins Hospital geschafft werden, wo er mit lebensgefährlichen Verletzungen darnicderliegt. Kleine Notizen. Blutige Zigeunerschlacht. Durch eine blutige Zigeunerschlacht wurden am Sonnabend die Bewohner von M o n l i n s(bei Paris) in große Aufregung versetzt. Aus noch unbekannten Gründen kam es zwischen zwei Zigeunerfamilien von je etwa zehn Köpfen zu Streitigkeiten, die bald zu einem Handgemenge führten. Messer wurden gezogen und auch der Revolver spielte eine große Rolle. Als die Polizei schließlich der Schlacht ein Ende bereiten konnte, bedeckten ein Toter uud vier Schwerverletzte den Kamps- platz, die nach dem Hospital gebracht iverden mußten. Der Rest entzog sich durch die Flucht der Perhaftung. Ter Fusiball-Wettkainpf Holland— Teutschland, der heute im Stadion zu Amsterdam stattfand, blieb unentschieden mit 1: 1. Großfeucr auf Long Island. Das Landhaus Jessy Keen Taylors auf Long Island in Cedarhurst, das eine große'Anzahl wertvoller Kunstschätze barg, ist am Sonnabend den Flammen zum Opfer gefallen. Das Feuer griff mit so rasender Schnelligkeit um sich, daß die Insassen nur mit Mühe ihr Leben in Sicherheit bringen konnten. Eine zu Besuch iveilendc Dame, die versuchte, ihren mehrere hunderttausend Mark an Wert repräsentierenden Schmuck noch in Sicherheit zu bringen, erlitt, ohne ihr Vorhaben ausgeführt zu haben, schwere Brandwunden. Der entstandene Schaden wird aus mehr als drei Millionen Mark be- Ziffert. Ter Millionär Friedrich'Weyerhäuftr gestorben. Der be- kannte Holzgroßhändlcr und Millionär Friedrich Weyerhäuser ist in Pasadena(Kalifornic») im Alter von 89 Jahren an Schwind- sucht gestorben. Weyerhäuser war in Niedersaulheim in Hesse» geboren und mit jungen Jahren nach den Vereinigten Staaten ausgewandert. Aus kleinen Anfängen heraus gelang es ihm, sich zu den führenden Männern des Holzmarktcs emporzuarbeiten. Spiel unö Sport. Walö- unö<£uetfdSetnläufe. Wer welderfcst genug ist, um auch in der rauhen Jahres- zeit Wanderungen in Feld und Wald zu unternehmen, wird wohl schon Gelegenheit gehabt haben, junge Leute im ge- mächlichen, aber weit ausgreifenden Trab quer übers Feld oder auf Waldwegen laufen zu sehen. Pur mit kurzer Rennhose, Rennschuhen und Sweater angetan, wird der mit dicker Winterkleidung versehene Wanderer oder Ausflügler zunächst an irgendeine neue Sportsexerei glauben, und doch handelt es sich, richtig betrieben, um eine sehr vernünftige für den Körper des gesunden Menschen geradezu ideale Leibesübung, den Waldlauf. Ter Lauf ist an und für sich die natür- lichste, volkstümlichste Sportart: schon kleinen Kindern, die gerade erst das Lausen erlernt haben, bereitet es das größte Vergnügen, wenn sie imstande und, einige Schritte recht schnell hintereinander zu machen. Diese Freude am Laus bleibt allen Menschen erhalten, solange sich noch nicht allzu reichliche Körperfülle oder Podagra als Hindernisse einstellen. Sportlich betrieben sei es als Wettlauf oder einfacher Dauerlauf— bieten diese Läuse jedem gesunden jungen Menschen hohen Genuß. Wir bemerken ausdrücklich ge- s u n d e n Menschen, denn Herz und Lunge müssen vor allem intakt sein, wie dies ja bei jedem Sport mehr oder weniger der Fall ist. Soll dieser Lauf als Wettlaus betrieben iverde», so ist außerdem notwendig, daß der Körper vorher durch planmäßiges Ueben langsam an steigende Anstrengungen gewöhnt wird. Tie Ausführnng des Waldlaufes ist auf dem verschieden� artigsten Terrain möglich und bietet daher fortwährend Ab- wechselung. Gewöhnlich trifft sich die Läuferschar irgendwo in einer Waldlichtung, um jedem Läufer� genügend Bewe- gungsfreiheit zu geben. Ein erfahrener Laufer schlägt nicht gleich das schnellste Tempo an, sondern geht haushälterisch mit seinen vorher gut ausprobierten Kräften um. Tann geht's quer durch den Wald, über Baumstämme, gelegentlich wohl auch über einen Graben, einen Waldweg entlang, über Gestrüpp, wobei auch kleine Berge oder Hügel nicht umgangen werden, bis schließlich eine freie Stelle kommt, die die Läufer zum vorher abgesteckten Ziele führt. ' In England und Frankreich sind die Querfeldein- l ä u s e beliebt, besonders dort, Ivo es an der geeigneten Waldlandschaft fehlt. Im Mutterlande des Sports, in Eng- land, hat man diese Läufe teilweise auch mit verschiedenen anderen Sportarten verbunden, zum Beispiel Rudern, Radfahren und sogar Schwimmen über kleine Strecken, trotzdem sich gegen das letztere wegen der leicht nachteiligen Folgen bei geschwitztem Körper manches einwenden läßt. Dieses Oiierfeldeinlaufeii(Croß-Country-Lauf genannt) ist eigent- lich noch interessanter wie der Waldlauf, weil es sich im freien Felde weit schöner läuft wie im dichten Wald. Ein solcher Lauf wickelt sich etwa in folgender Weise ab: Wenn das Terrain dazu geeignet ist, läßt man zunächst eine ansteigende Strecke, eventuell einen kleinen Hügel, erstürmen, damit die Teilnehmer die nötige Ruhe bekommen. Dann geht es über Sturzacker bis zu einem Graben oder nicht über 2 bis?'/- Meter breiten Bach, der übersprungen werden muß, durch Jungwald, Gestrüpp oder an Schonung entlang, über Mauern oder Zäune und schließlich über die Schlußstrecke ohne Hinder- nisse zum Ziel. Sind die Läufer des Radelns und Rudents kundig, so werden unterwegs die nötige Anzahl Fahrräder bereit gehalten. Jeder Teilnehmer besteigt schnell eins der Stahlrossc und fährt eine Strecke von etwa 1 Kilometer bis zu einem kleinen See oder sonstigen Gewässer. Hier stehen die Ruderboote schon bereit, schnell springt jeder in eins der Boote und rudert bis zum anderen User oder einige hundert Meter den Fluß entlang. Den Abschluß bildet auch hier die Laufstrecke. Das Einschieben von Wettschwimmen kann nicht empfohlen werden, da diese Läufe über die sogenannten langen Strecken meist nur im Herbst und Frühling veranstaltet werde». Wie aus Vorstehendem zu ersehen ist, sind diese Ver- anstaltungen sehr interessant und können immer wieder in neuer Form arrangiert werden. Wer nicht planmäßig Sport betreibt, sollte dabei von einem Wettlauf absehen und ein gleichmäßiges normales Tenipo die ganze Strecke durchhalten. Als Muster können hierbei die Wald- und Querfeldeinläufe des Turnvereins„Fichte" bezeichnet iverden. Tie besten Läufer beteiligen sich ani Einzel- und Mannschaftslauf, der für männliche Erwachsene über ZWO Meter, Jugendliche über 2000 Meter und Turnerinnen über 500 Meter geht. Die große Masse veranstaltet nur ein sogenanntes Propaganda- laufen, bei dem alles geschlossen und in möglichst korrekter Haltung die Strecke durchläuft. Wird bei diesen Vera»- staltungen das Grundprinzip hochgehalten, den Körper in frischer Luft widerstandsfähig und stark zu machen, so wird jeder Teilnehmer Freude daran empfinden und auch der Vor- teile dieser gesunden Hebung teilhaftig iverden. Waldlauf der Freien Sportvereinigung. Bei prächtigem Wetter gelangte gestern der Waldlauf der Freien Sportvereinigung zum AuStrag. Soweit eS sich um das Mann- schaftslaufen handelt, siegte Fichte 3 mit 28 Punkten vor Fichte 6 mit 36 und Freie Sportvereinigung mit 11 Punkten. Das Mann- schaftslaufen der Jugend gewann Sportvereinigung mit 18 Punkten vor Osten mit 12 Punkten und V. f. B. Fußballresultate. Erste Mannschaften: Weißensee gegen Fichte 3 5:1; Spandan gegen Fichte 17 2:ö; Rummelöburg gegen Neuhcllas 1:2; Viktoria gegen Eharlottcnburg 1: 2; Liberia gegen Fichte 11 0: 1; Alemauia gegen Fichte 12 7 tz2; Schöncberg gegen R. B. C. 1: 5; Hansa gegen Neukölln-Britz 3:1; Neucnhagen gegen Niederschöneweide 2:1; Jung-Stralau gegen Stralaucr Ballspielilub 5:1; Fichte 0 gegen Fichte 7 2:3; Fichte 2 gegen Fichte 13:2; Union gegen Fichte 16 3:2; Adler gegen Fichte 4 4:2; Fichte 5 gegen Pankow 7:1; Oberspree gegen Wilmersdorf 2: 5; Jung-Stralau�gegen Berolina 3:1; Velten gegen Fichte 18 9:2; Hertha gegen«üdstern 6: 9. Zweite Mannschaften: Sportvereinigung Alt-Güenicke gegen V. f. B. 3:1; Rüstig Vorwärts gegen Fichte 11 13:9; Fichte 3 gegen Viktoria 1:3; Sperber gegen Fichte 12 9:6; Adler gegen R B. C. 5:3; Charlottenburg gegen Fichte 8 5:3; Adler 3 gegen Fichte 16 1: 6; Merkur gegen Fichte 17 3:1; Weißensee gegen Borussia 6:2; Pankow gegen Fichte 17 9:5; Fichte 18 gegen Fichte 5 3:9; Jung-Stralau gegen Sportklub Weißcnsee 1:1.— Das Spiel Hertha 1 gegen Merkur 1 am letzten Sonntag endete, wie wir gebeten werden nachträglich mitzuteilen, mit 1: 1 für Hertha. Hockey. Fichte 12 gegen Fichte 19 1:3; E. V. 1313 gegen Fichte 12 1:3. -» Arbeiter-Schwiminerblind. Kreis l. Die letzte Serie der Kreiß- Wasserballspicle endete mit folgendem Resultat, bei 19 Spielen jedes Vereins: Berlin 1 2 Punkte, Berlin 2 3, Charlottcnburg 15, Weißensee 18, Lichtenberg 8, Neukölln 19 Punkte.— Tie neue Serie fängt mit folgenden Spielen an, abends 851 Uhr: 6. April Charlottenburg— Weißcnsee(Oderüergcr Straße), 15. April Berlin 2— Berlin 3(Gerichtsstraße), 29. April Neukölln— Weihensee(Ldcr- bergcr Straße), 23. April Charlottenburg— Berlin 3(Gcrichtsstraßw. Gäste haben Zutritt._ Ucbcr baS Radrennen der Olympiabahn zu berichten, sind wir nicht in der Lage, da die Direktion der Bahn mit der Presse nichts zu tun haben will.______ Letzte Nachrichten. Hilfe für Koritza. Turazzo, 5. April. Nachrichten aus Elbasau besagen, daß der Gouverneur Akts Pascha au der Spitze von 2 9 9 9 Alba- nesen den bedrängten Stammesgenossen in 5loritza zu Hilfe geeilt ist. Das Leichenbegängnis Hehses. München, 3. April. Heute nachmittag wurde Paul Hehie auf dem Waldfriedhof zur letzten Ruhe bestattet. Ludwig Fulda feierte in einer längeren Gedächtnisrede das Hohepricstertum des Dahingegangenen.- Im Namen der Miinchener Freunde widmete sodann Ludwig Ganghoscr dem Heimgegangenen einen herz- lichen Nachruf, womit die Traucrfcier in der Halle ihr Ende er- reicht hatte. Unter Vorantritt einer Musikkapelle bewegte sich der schier endlose Leichenzug nach dem prächtig gcfchmücktcu Grave, //MW. O o o o 0\0 0 0 0 o 00�° 0OO O 0 o � �9 0 o o o O o o -O 0 O n 0 O 0 0 0 O 0 o\ o o O o o o w o( O o o o o o 0 O o Dienslag den 7. April, früh 9 Uhr: Eröffnung unseres neuen Warenhauses CHARLOTTENBURG iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiHHiiNiHiiiuiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittiiniiiiHiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiinn WILMERSDORFER STRASSE 118-119 Trotz der enorm billigen Verkaufspreise geben wir auf Verlangen bis auf weiteres doppelte Rabattmarken unseres bekannten Rabatt- Sparsystems. Aus lenoaimen sind Lebensmit'el und eimj ändert Artikel. A U LeraritV. Redakteur: Ernst Meycr, Steglitz. Inseratenteil verantw.:Td.Glocke.Berlin. Druck u. Verlage ÄöriuärtsBuchör.u.Verlagsansial.PauI Singer& C.. Berlin SW. Hierzu 1 Beilag«, «,.95 3i.m.w Keilllge des„Nlimartg" Kerlimr WldsdlM. /lbfthieö von Sorna. „Slutnen auf öen Weg gestreut unö des Harms vergesten/ Russische Kerker. Entsetzlich grinsend aus Gefangniswanden Steigt Deine Schmach, o Zar, mlßtönig, gell, /, Ubr. Eines Nollendarf-lbeater. Las mir die Wildnis gab. Anfang 7 USr. «gl. epernbauS. Parsisal. Deutsches epernbau». Die Meister. jinger von Nürnberg. Anlang 7'/, USr. Sgl. TchaulPielbouS. Die VenuS mit dem Papagei. Deutsches. Hamlet. ZirkuS Schumann. Galavorstellung. Anfang 7° Ubr. SUetrotml. Die Kiels« um die Welt in 40 Tagen. Nnsa«? 8 Udr. Urania. Hochspannung. Letling. Tod und Leben. Ter Arzt 'einer Ehre. Ksuiggriitzer Straße. Di« söns Frankfurter. Vcrliner. Wie einst im Mai. Theater am N-Uenvorfplafe. Der Fuxbaron. Deutsches Kunstler. Dheater. Der Raub der Sabinerinnen. Thalia. Wenn der Frühling kommt I Kamwerspiele. Der Snob. »leine». Aettchen Gebert. Theater an der Wcidendammer Brücke. Der müde Theodor. Trianon. Die Notbrücke. Komödienhaus. Kammermufik. Suftipirlbau«. Di« spanische Flieg«. Schiller O. Die Maschinenbauer. Schiller»harlatteubur». Da» Glück ini Vinkel. »riedrick- Wilhelm städtische». Die Förster-Christl. Roie. Da» Recht aus de» Tod. Tbeaeer des Westen«. Polenblut. Monti» Operette»..Zung-Sngland. Residenz. Der Rtgimem«p-pa. Kasino. Die olle Webern. Herruseld. Die»on oben und unten. Reichsbnllen. Stettiner Gänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kom- pagnie. Palast-Theater. Spezialitäten. Anlang 8V, Uhr. Luisen. LoS von Muttern. Walhalla. Tangojieber. Jolies Eaprice. Casö Pingsheim. Der Hlstratsgras. Meyrrstein». Anfang ill, Ubr. Reue» Volt»- Tbeater. Frau Marren» Gewerbe. Ansang 9 Uhr. «»miralSpalast. Fm Tangoklub. Berltoer«ispalast. EtSballetl. Amor auf Urlaub. «ine» Rolleudorf-Thrater. Wa» mir die Wildnis gab. ä» Sternwarte. Jnvaltdenftr. 67—62 zu Stelen Stillen --- Sie-- Wochenschrift für ilrbeilerfamlllen Wöchentlich t Heft für 10 Pf- r— Zicdini 21.»- 22 April— Berliner Rtercke. Lotterie »,»!»-« l«•>« Mxrt »•niitar rt«r4«- Mirk 10000 40000 30000 ■ 10000 • nra B|| 11 1«#««Dt trr. LDSC H Mkltd.Tiut. teu. (Porto«nfl Utt« Li Pf. extra.» HeLKrOttr BERLIN WB, Fri»»rsek«tr.1S8». Mtrk HuR. fewfe« Personal- Besuch Dienstag früh 9 Uhr ERÖFFNUNG unserer neuen Filiale Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 118-119 Am Donnerstag starb nach kurzem, schwerem Leiden im Krankcnhaufe zu Lichtcrfclde im 13. Lebensjahre unser lieber Sohn und Bruder Martin. Um stilles Beileid bitten Otto zs-z'er ÄS. Die Beerdigung findet Montaa, den 6. April, nachmittags 4 Uhr, von der Friedcnauer Friedhofs- halle aus statt. Mr suchen per sofort SOtiiehligeVerkäurerinneii 50 tüchtige Verkäufer für alle Abteilungen Neldingen schriltlicli mit genauen Angahen oder persönlich miitags 12-2 und abends 6-8 Uhr Charlottenburg Wilmersdorf er Str. 118-119 A. 3andor|$ Co. SW, Belle-AIüance-Straße 1-2 C, Spittelmarkt 16-17:: NO, Große Frankfurter Str. 113:: N, Brunnenstr. 19-21:: S, Kottbuser Damm 1-2 jetzt auch UOlHlirg.»MM SIT, 118-118 Mnaben- und Großes Lager in jeder Ausführung, nur eigene Anfertigung. zu sehr billigen Preisen. Herren-Garderobe nach Mast Kail Hustadl,«-SÄi."' 2 Minuten vom Schlei. 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Aus dem Inhalt deS ersten Helte» heben wir hervor: Der Ausstand der Spauletten.— Die Bricie FohanneS Mauels an Karl Marx. Bon Eduard Bernstein.— Die Bergröxerung der ruisischen Armee. Äon Sll. TrojanowSly.— Der V-riall deS bureaiikrattschen Re- gimes in �avan. Von s. Katavanra.— Charakter und wirtschastiiche Be- deutung der vier großen rheinisch-westiätischen Provinzbanken. Bon Albert Wilhelm.— Tie Voltssürsorge. Von ö. Thiele.— Roiizen und Anzeige»: DaS Eindringen der Frauen in die liberalen Berufe. Von O. E. Tic Kohleusörderung. Von O. E. H. Lausenbcrg, Ter poltttsche Streik. KautSkv. Der politiiche Maisenslreik. Emile Bandervelde, Neutrale sozialisNiche Genoisenschastsbewegung. Feuilleton: Richard Lagner al» Gesahr. Glossen herrschenden Parfisalkult von Stlbelm Maule. Der Zug zur Sozialilii der Medizin. Von Dr. P. A. Leven«(New jflork).— Literarische Runoschau": Friedrich EiigeiS, Grundjätze de» KommuniSmu». Von K. K. Dr Xirl;i Haus, Di« deutschen Arbeilerinnenorganisalionen. Jon Hanna Gern». »eimer. AfiatiicheS Jahrbuch 1910. Von Sp. Dr. Will» Bierer. Tie hau«- iudustrielle Kinderarbeit im Krei'e Sonneberg. Von F. Pelrich.— steit- schnftenlchau. Die Neue Zeit erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Prelle von M. 0,2.1 pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dicielbe bei der Post nur vro Quartal abonniert werden Da» einzelne Heil kostet 25 Pfennig. Sir ersuchen unsere Freunde, bei paffender Gelegenheit die Neue Zeit zur Gewinnung neuer Abonnenteit zu emrsehlen. Probenummern werden mit Verlangen kostenlos abgegeben. Stuttgart. 01. Rärz 19U. 247/17* Tie Expedition der Neuen Zeit. Karl und zum Erstes Spezialhaus für Gummimäntel HerrenvMflntel: 14, 16, 19, 25, 30, 35, 40 Mark usw. □ □ □ DamenoMäntel: 23, 25, 28, 30, 35 Mark usw. -- Garantie für Wasserdichtigkeit von 25 Mark an.-- Benedict Schwarzer, Berlin C., Dircksenstr. 36, Ecke Kaiser-Wilhelm-Str. 21. Verantwortlicher Redakteur: Ernst Reyer, Steglitz. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u-Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer 8i So* Berlin SW.