Nr. 98. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis vranumerando: Vierteljährl. 3,30 m, monati. 1,10 wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit idustrierter Sonntags. Beilage Die leue Welt" 10 Bfg. soit. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Preisliste. linter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland. 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Eriscint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zuläiiig 2 fettgedruckte sorte), jedes weitere Wort 10 Big. Etellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegrammi- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. " Das Recht auf Wohnen. „ Das Um diesen Quartalswechsel herum hat die bürgerliche Presse sich wieder mit viel Behagen und sogar mit sozialem Wohlwollen ein Thema zur Erörterung ausgesucht, bei den fie weiß, daß sie mit großen Worten viel sagen kann, ohne daß es sie schließlich das geringste kostet. Das Thema ist von einigen sich besonderes sozialreformerisch gebärdenden Blättern auf die Formel gebracht worden: Das Recht auf Wohnen. Die Berhältnisse auf dem Wohnungsmarkt und in der Wohnungsfrage überhaupt haben sich in der Tat an diefem Quartalswechsel in besonders krasser Form gezeigt. Sie haben auch bei der rapiden ökonomischen Entwickelung Deutschlands in den legten vierzig Jahren sich in ihrer Wirkung nicht bloß auf die Arbeiter beschränkt, sondern einen wachsenden Teil des Kleinbürgertums in ihre Drangsale hincingerissen. Gerade dieses Moment, daß sich die Wohnungsfrage nicht mehr auf die Arbeiterklasse beschränkt, sondern auch das Kleinbürgertum mit betroffen hat, hat schon Friedrich Engels 1872 in seinen Aufsätzen zur Wohnungsfrage im„ Volksstaat" als den Hauptgrund angegeben, warum die Wohnungsnot so viel von sich reden macht. Würde es sich nur um eins der tausend Uebel handeln, die allein die proletarischen Massen in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung treffen, so wäre tausend gegen eins zu wetten, daß nicht ein Tausendstel so viel in der bürgerlichen Presse geschrieben, ja gewehklagt würde. Donnerstag, den 9. April 1914. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morisplak, Nr. 1981. " geflossen. Im Jahre 1912 aber waren es nur noch 205 Mil- habe Schwabedahl in gleicher Weise den Dragoner 11lionen und 1913 gar nur noch 53 Millionen Mark; in diesen Emmeluth herangeschleift und ihn dem Dragoner beiden Jahren zusammen also noch nicht die Hälfte des Be- Meinede mit dem Befehl übergeben, ihn das gleiche ausführen zu trages von 1911. Es versteht sich, daß auch die privaten Geld- lassen. Emmeluth habe nach Luft geschnappt, da habe Meinede gesagt: geber, die in der Hochkonjunktur mit industriellen Wert Ihr Schweine wollt wohl markieren!" Alle drei papieren eine höhere Rente erzielen konnten als mit hätten num auf sie beide losgeschlagen, Schwabedahl mit Hypotheken, sich vom Baumarkt zurückhielten. einem Stallbesen, Meinecke mit einem Besenstiel, Diese einzelnen Verschärfungen sind aber natürlich nur Rovengel mit einer Parade halfter. Nachher habe Meinede besondere Erscheinungen der letzten Jahre. Der tiefe sie beide einen Wettlauf machen lassen, an dessen Schlusse er entGrund der steigenden Wohnungsnot ist, wie lassen worden sei; aber Emmeluth habe Prügel be man weiß, der steigende Monopolcharakter des Besizes von kommen, denn er habe jämmerlich geschrien. Ginige Grund und Boden, dem parallel läuft ein Steigen der Be- Minuten später traf der Zeuge den Emmeluth und sah ihn blaz völkerung, das, wenn es selbst in manchen Ländern und zu und angegriffen an der Stallmauer stehen. Er bot manchen Seiten relativ abnimmt, doch im Verhältnis zu dem ihm an, ihn zu der Revierkrantenstube zu führen. Emmeluth aber nicht vermehrbaren Grund und Boden immer ein absolutes erklärte, ihm sei schon wieder wohl. Eine halbe Stunde später Wachstum darstellt. In der kapitalistischen Wirtschafts- sei ein Refrut aufgeregt in das Zimmer mit der Nachricht gekommen: ordnung wird Das Recht auf Wohnen" eine Ufo pie Emmeluth habe sich im Abort erhängt. bleiben, genau wie„ Das Recht auf Arbeit". Beide Formeln Meine de erklärt: Schwabedahl habe, als er die Nachricht haben übrigens den gleichen Ursprung in dem französischen fleinbürgerlichen Sozialismus, vor dem niemand die erfahren habe, ausgerufen: Ich freue mich, daß er sich Arbeiter mehr gewarnt hat wie die Begründer des wissen- aufgehangen hat!" Schwabedahl erklärt, dabei habe er sich schaftlichen Sozialismus. Die wirkliche Lösung der Woh nicht das geringste gedacht. Und im übrigen sei es im Re nungsfrage liegt daher in einer wirklichen Lösung der giment schon öfters vorgekommen, daß sich einer Grund- und Bodenfrage, und die Lösung der Grund- und aufgehängt habe. Während des ganzen Vorganges war nach Angaben des Zeugen fein vorgefegter im Stall an Bodenfrage liegt wieder nur allein in der Abschaffung wesend. Der Zeuge erklärt: Die Refruten hätten sämtlich Furcht der feudal- kapitalistischen Produktionsweise. Bis dahin wird auch alles noch so gut gemeinte vor den alten Leuten, insbesondere aber vor Schwabedahl und Meinecke, gehabt. Reformieren und alles noch so laute Schreien nach dem„, Recht leber die Szene am 15. Februar läßt sich der Zeuge wie folgt auf Wohnen" feinen wesentlichen Erfolg für die Arbeiterklasse In den erwähnten Aufsäßen über die Wohnungsfrage hat bringen. Immerhin kann es auch seinen Teil beitragen, die aus: Am 15. Februar habe der Dragoner Kopengel auf seiner Stube Engels auch sonst eine bis auf den heutigen Tag für die sozial- proletarischen Massen in ihrem revolutionären Streben 31 ausgerufen, daß die Refruten sofort nach der Stube X.( wo Schwabe. demokratische Partei gültige Auffassung vertreten. Die bestärken und viele kleinbürgerliche Kreise auf diese Be- dahl lag) kommen sollten. Er führte sie in Trupps zu acht bis neun Mann dorthin. Hier empfing Schwabedahl die Rekruten mit einem sogenannte Wohnungsnot, die heutzutage in der Preise eine so strebungen und ihre Wahrheit hinzulenken. Stock in der Hand, hieß sie sich auf die Betten feßen, erergierte fie große Rolle spielt, führt Engels aus, besteht nicht darin, daß und stellte sie in einer Reihe auf, um zusehen zu können, ivie Die Arbeiterklasse überhaupt in schlechten, überfüllten, unSchwabedahl und Meinede ihr Essen verzehrten. Nachdem mußten gefunden Wohnungen lebt. Diese Wohnungsnot jei nicht sie den Eid leisten. Dann ließ Schwabedahl den Zeugen in einen etwas der Gegenwart Eigentümliches; fie fei nicht einmal eins Humpen mit einem Panoramabilde der Schlachtfelder schauen, und der Leiden, die dem modernen Proletariat gegenüber allen dafür müßte jeder 10 Bf. zahlen. inter 10 Bf. durfte feiner geben! früheren unterdrückten Klassen eigentümlich seien; im GegenBeuge fagte, daß die, die nichts oder nicht genug gaben, von den teil, sie habe alle unterdrückten Klassen aller Zeiten ziemlich Zu unserer Montagsnummer vom 2. März berichteten wir von alten Leuten gleichmäßig betroffen. Um dieser Wohnungsnot ein Ende die Treppe hinabgestoßen wurden zu machen, gab es nur ein Mittel: die Ausbeutung und Unter- einer Soldatentragödie, die sich in der Kaserne des DragonerregiDort war der aus der und andere Mißhandlungen erleiden mußten. drüidung der arbeitenden Klasse durch die herrschende Klaffe ments Nr. 9 in Me abgespielt hat. vollständig zu beseitigen. Engels fährt fort: was man heute Gegend von Bochum stammende Dragoner Emmeluth erhängt Der Zeuge Dragoner Kleinschnütger hatte sich ein paar unter Wohnungsnot verstehe, jei die eigentümliche Verschär- aufgefunden. An seinem Körper waren starle Spuren von Mißlebens- Tage fung, die die schlechten Wohnungsverhältnisse der Arbeiter handlungen entdeckt worden. lleber das traurige Ende des lebens- Tage vorher aus Angst auf dem Heuboden verkrochen. Ihm hatte durch den plöglichen Andrang der Bevölkerung nach den lustigen und lebensfrohen jungen Menschen schwebte ein geheimnis- Schwabedahl den ausdrücklichen Befehl" gegeben, sein Pferd zu Großstädten erlitten hat; eine folossale Steigerung der Miet- volles Dunkel. Einiges Licht hat jezt eine Kriegsgerichtsverhandlung satteln. Und da der Rekrut mit seinem eigenen nicht fertig wurde, preise, eine noch verstärkte Zusammendrängung der Be- in Meg gebracht, die gegen drei, alte Leute" der 5. Schwadron erlaubte er sich Einwendungen. Dafür bezog er von Schwabedahl derartig wohner in den einzelnen Häusern, für einige die Unmöglich des genannten Regiments stattgefunden hat. Die Verhandlung be- derartig Unmöglichstätigte alles das wieder, was wir besonders in der letzten Zeit zur feit, überhaupt ein Unterkommen zu finden. und schwere Fußtritte, daß er entfloh und sich unter dem Gerade diese eigentümliche Verschärfung ist es auch, Brandmarkung unserer deutschen Kasernenbarbarei sagen mußten. Nach dem ausführlichen Bericht des„ Berl. Tagebl." standen vor Heu veritedte. Drei Tage saß er dort, die im Moment die Presse und die öffentliche Meinung so sehr hungernd und taum Atem erhaltend, beschäftigt. Wir haben selbst in den letzten Wochen eine große dem Kriegsgericht die Dragoner Schwabedahl, Meine de und Kopengel Reihe von solchen Elendsbildern an die Deffentlichkeit gezogen, bis er mit legter Kraft Hilfe rufend ohnmächtig auf. Schwabedahl sagte aus, es habe am 17. Februar( dem gefunden wurde. Elendsbilder, bei deren Vorstellung in der Wirklichkeit einen Tage, an dem Emmeluth tot aufgefunden wurde), abends von 6 bis das Grauen packt. Tausende von Familien sind in den letzten 7 1hr, ein Stiefel appell unter dem Wachtmeister der Schwa- jade fortgekommen. Er wandte sich an Schwabedahl. Dieser ver Der Dragoner Emer sagte aus, ihm sei einmal seine Drillich Wochen in Deutschland in die öffentlichen Aiyle geworfen Nach ein paar worden, Hunderttausende von Proletariern wissen nicht, wo dron stattgefunden. An dem Appell seien die Rekruten schuld gewesen; faufte ihm feine eigene Drillichjade für 50 f. Wochen verlangte Schwabedahl die„ gelichene" Drillichjacke, und als fie ihr Haupt betten sollen. Das Wohnungselend ist in der es ſei ihnen gesagt worden, der Dragoner auf sein vom Staufe hergeleitetes Recht pochte, da mißhandelte ihn Schwabedahl, bis er ihm die Drillichjacke wiedergab. Die 50 Pf. will Schwabedahl als Unterstützung erhalten haben, weil er sich in Not befand. Die Ursachen einer Kasernentragödie. Gegenwart so furchtbar geworden, daß selbst reaktionäre, jie sollten sich bei den Refruten bedanken", Bundesstaaten im Deutschen Reich, wie Preußen, für ihre Be- und zwar habe dies der Wachtmeister Müller gefagt. amten Millionen zur Verbesserung der Wohnungsgelegenheit Der im zweiten Jahre dienende Angeklagte op engel fagte aufwenden wollen. Eine große Anzahl von Städten und aus, er habe am 15. Februar vom Dreijährigen Schwabedahl den Berufsgenossenschaften wollen durch billige Hypotheken Bau- Befehi" erhalten, " genossenschaften unterstüßen, um so auch die Bautätigkeit der eine Anzahl Rekruten zum Schwur" zu holen. Privatunternehmer zu erleichtern. Arbeiter- Baugenossen- Schwabedahl erklärte: Die ganze Geschichte sei ein Reſerviſtenult schaften haben unter großen Opfern mit hoher Begeisterung geweien. Die alten Zeute hätten einen Reservehumpen, in dem sich Ausgezeichnetes zur Linderung der Wohnungsnot vollbracht ein Bild der Schlachtfelder und der Denkmäler befunden habe. In und wirken als große Muster zur Nacheiferung. beistehen. Dieser Rekrutenschwur lautete aber, wie später Zeugen jagten: „ Ich schwöre zu Gott dem Allmächtigen einen leiblichen Gid, daß ich einen alten Krieger ansch...( anschwärzen) werde." Schläge mit dem Besenstiel Der Zeuge Unteroffizier Janne erklärt: Er wisse von allem nichts. tangen Stiefeln Appell abgehalten. Den von einigen Zeugen be Der Wachtmeister Müller hatte am Dienstagabend mit langen Stiefeln Appell abgehalten. Den von einigen Zeugen be streitet der Wachtmeister. Auch dem Wachtmeister war, nach seiner haupteten Satz:" Ihr könnt euch bei den Rekruten bedanken!" be Diese Eingriffe in den privatkapitalistischen Wohnungs. diesen Krug habe er die Rekruten hineinsehen lassen und ihnen Aussage, nie etwas aufgefallen"." dafür zu geben. Wenn einer nichts geben Der Vater des toten Soldaten wiederholte seine markt kommen aber, wie man weiß, nur für wenige beffer be- tönne, mache es auch nichts! Die ganze Sache habe er auch als Meinung, daß der Sohn nach zehn Tagen noch frisch aussah, nicht zahlte und nicht so stark fluftuierende Arbeiter in Frage. Für Scherz angesehen, besonders das Schwören, wodurch sich die wie jemand, der sich erwürgt hat, so daß er die Auffassung erhielt, die Masse der Proletarier roächst die Ausbeutung Refruten verpflichten sollten, sich immer an die alten Leute und die Not in der Wohnungsfrage, und selbst für die besser man habe seinen Sohn zuerst totgeschlagen und gestellten Arbeiter kann ein eigenes fleines Anwesen oder die zu wenden, wenn sie Schwierigkeiten hätten. Diese würden ihnen dann aufgehängt! Dieser Eindruck wurde durch die TeleBeteiligung an einer Baugenossenschaft aus einer Quelle von Glück zu einer Quelle neuer und stärkerer Fesseln der kapitaaus- gramme des Wachtmeisters verstärkt. Die linke Seite des Körpers des toten Sohnes sei ganz blutunterlaufen und schwarz gewesen. listischen Wirtschaftsordnung werden. Die besondere VerDer Verhandlungsführer stellte demgegenüber fest, daß ganz genaue schärfung des Wohnungselends für die Masse der Arbeiter in ärztliche Untersuchungen stattfanden und einen Tod durch Ersticken der Gegenwart besteht vor allem in dem bekannten brutalen feststellten. Der unglückselige Vater ist auch jezt noch nicht ganz Widerstreben der Hausbesizer, Familien mit großem Kinderdavon überzeugt, daß sein Sohn Selbstmord verübte. Er will die Schande nicht auf der Familie ſizen lassen und ersucht um noch reichtum überhaupt bei fich aufzunehmen. Dazu kommt, daß malige Ausgrabung der Leiche. der Baumarkt selbst und die Lage vieler überschuldeter Hauseigentümer in den letzten Jahren sich sehr verschlechtert haben. Die Bautätigkeit ist in ganz Deutschland in den letzten Der Schirmmacher befchirme Euch, awei Jahren außerordentlich eingeschränkt worden, weil kein Und der Hutmacher behüte Euch!" Geld mehr dafür zu haben war. Die Hochkonjunkur hatte, Der Zeuge Dragoner Hasta hatte seinen Karabiner im Stall noch verschärft durch die politischen Krisen, schon 1912 die liegen laffen. Er wurde durch einen Dragoner in den Stall be Nachfrage nach Kapital und damit den Zinsfuß dafür in ordert, feinen Karabiner zu holen. Als er in den Stall der Deutschland so stark gesteigert, daß die Sypothefenbanken alten Leute lam, wurde er nach seiner Schilderung im Genick Die in dieser Verhandlung aufgebedte grenzenlose Roheit ist, ihren Pfandbriefabjak inuner mehr zurüdgehen fahen. Im gepadt und zum Portal geschleppt, wo ihn Meinecke übernahm und wie unsere Leser aus dem gestrigen Leitartikel ersehen konnten, fein Jahre 1913 gab es für den Baumarkt so gut wie gar fein zum Stall der alten Lente schleppte. Hier habe ihm Meinede den Einzelfall". Aehnliche Dinge geschehen in vielen Stajernen, am Sapital mehr. Die Frankfurter Seitung" erinnerte diefer Befehl gegeben:„ Sierher. Du Schwein, 2auf meisten bei den berittenen Truppen. Der Kampf gegen diese BestTage daran, daß die deutschen Hypothekenbanken im Jahre ichritt, marich, marsch!" Laufschritt und Hinlegen sei beule unseres Stulturlebens fann gar nicht scharf genug geführt 1911 noch für 522 Millionen Mark Hypothekenpfandbriefe ab- dann etwa eine Viertelstunde mit ihm geübt worden, bis werden. Leider versagt dabei die bürgerliche Welt, die angeblich fezen konnten. Diese Summe war also der Bautätigkeit zu er ganz ermattet gewesen sei. Nach 15 Minuten etwa die wahre Herzensbildung" in Erbpacht hat, bis auf wenige AusNach diesem auf den Säbel des Dragoners Schwabedahl abgeleisteten Schwur erteilte Schwabedahl den Segen, der lautete: „ Der Sägemacher jegne Euch! Das Urteil lautete, wie bereits furz mitgeteilt wurde, gegen Schwabedahl auf neun Monate Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes, gegen Meinede auf sechs und einen halben Monat Gefängnis und gegen op engel auf drei Monate Gefängnis. Bachtmeister Müller erhielt acht Tage gelinden Arrest. ildamen vollständig. Nur die Sozialdemokrane fuhrt den Kamps gegen militaristische Roheit mit äußerster Konsequenz. Jbpe Aufgabe isird es auch sein, die au-Z der aufgeklärten Arbeiterschaft heran- ivachsende» jungen Männer so zu erziehen, daß sie einmal als „alte Leute" in der Kaserne sich jeder Roheit enthalten, sie sogar verhindern. Denn alle wohlnreinendcn Erlasse gegen die Soldaten- Mißhandlungen helfen ja doch nichts. Um öas koalitionsrecht. Wie allenthalben braucht man auch in der Schweiz nicht verschärfte Bestimmungen gegen, sondern Schutzbestimmungen für die Arbeiter. Bei der Beratung des neuen Fabrikgesetzes lehnte der Nationalrat die Aufnahme von Strafbestimmungen gegen die Verletzung des Koalitionsrechtes ab, lud aber dafür den Bundesrat ein,„Bericht und Antrag einzubringen, wie im Entwurf eines schweizerischen Strafgesetzbuches der Schutz des Vereinsrcchtes und anderer Freihcitsrechte zu ordnen sei". Auch der Ständerat. der in seiner Schlußsitzung am letzten Freitag das Fabrikgesetz einstimmig annahm, hat diesem Postulat des Nationalrates zugestimmt. Die Ablehnung einer Schutzbestiinmung im Fabrikgesetz erfolgte hauptsächlich mit der Motivierung, daß sie praktisch von keiner Bedeutung sei, da für den Unternehmer keine Verpflichtung bestehe, bei Entlassungen einen Kündigungsgrnitd anzugeben. Ferner würde die Schutzbcstimmung konseguenterweise auch den gelben Verbänden zugute kommen müssen. Die letztere Motivierung bewog teilweise selbst die sozial- demokratische Fraktion zu einer zurückhaltenden Stellungnahme. Wie notwendig aber Bestimmungen wenigstens gegen die offensichtlichen Verletzungen des.Koalitionsrechtes sind, zeigte Nationalrat Genosse Eirgster-Züst(der„Weberpfarrer") beider Beratung deS Fabrikgcsetzes, indem er eine Reihe von Fällen kennzeichnete, um darzutun, iv i e die Unternehmer das ge- setzlich gewährleistete Recht der Arbeiter anerkennen. Be- drohung. Entlassung. Aechtung stellen sie für die Ausübung des Rechtes in sichere Aussicht, und sie halten diese Vcr� sprechungen besser, als solche, die sich auf Lohnerhöhungen und dergleichen beziehen. Ein geradezu empörender Fall, der nicht nur uni der Brutalität der Unternehmer, sondern auch um der tapferen Haltung eines Arbeiters willen bekannt zu werden verdient, wird soeben aus Basel gemeldet. Eineni älteren, beini lctztjährigen Färberstreik gemaßregelten Arbeiter stellte die„Färberei und Appretur Schusterinsel" heute endlich Wiedereinstellung in Aussicht, aber nur unter der Bedingung, daß er�lnsdeinTcrtilarbcitcrverband austrete. Trotz der für einen älteren Mann verlockenden Aussicht, nach"/�jähriger Maßregelung wieder Arbeit zu be- kommen, erklärte der Arbeiter den Färbereibaronen brieflich: „Aus dem Tcrtilarbciterverband kann ich nicht austreten." Dagegen demütigte er sich so weit, daß er sich verschiedenen anderen Bedingungen aus freien Stücken unterwarf, z. B- dem Verzicht auf Kranken- oder Unfallunterstützung, und er knüpfte daran die angelegentliche Litte, ihn doch wieder ein- stellen zu wollen. Die Herren antworteten, wie eben Unter- nehmcr antworten, unmenschlich und hart, mit einem schroffen N e i n. Sie hatten übrigens dem Arbeiter auch nahegelegt, doch nach Deutschland zu übersiedeln, dort habe er keine Vorwürfe von Kollegen wegen Nichtverbandszugehörigkeit zu be- fürchten. Das BaLler Gewerkschaftssekretariat stellte die Handlungsweise der Firma in einem offenen Briese gehörig an den Pranger. So tief wie diese Handlungsweise des Unternehmers, so poch ist der ManneSmnt und die sittliche Kraft des Arbeiters einzuschätzen. Freuen wir �unS solcher Erfolge der sozial- demokratischen Erziehungsarbeit. die„russische Gefahr" in Schweöen. (von unserem nach Schweden entsandten Korrespondenten.) Narvik, April 1ÜU. Diese Stadt liegt auf norwegischem Boden, 89 Kilometer von der schwedischen Grenze enlfernt. ES ist dies die Stadt, die angeb- lich von Rußland bedroht fein soll. Hier will nach dieser Auffassung, und sie ist in Schweden nicht neu, Rußland seinen eisfreien Hafen gewinnen, einen Ausfahrtsweg zum Atlantische» Ozean. ssur die sozialdemokratische Presse hat es daher größeres Interesse, gerade diese„Fahrstraße" der russischen Politik näher kennen zu lernen. Allein, bei näherem Zusehen haben wir es auch hier lediglich nnt schwedischen Gehirngespenstern zu tun, die entweder natürlicher vathologischer Beranlagung oder zu reichlichem Punschgenuß ent- Iprungen sind. Strategischen Wert kann der Hafen nie bekommen, genau wie die jetzt vorhandene Bahnlinie Lulea— Narvik. Bon Berlin, um ein Beispiel zu nennen, liegt Narvil rund 2909 Bahnkilometer entfernt. Bon Lulea, dem iiordschtvcdischen AuSgangSpunlt der Eisenbahnlinie, sind e« IS Stunden Eiscnbahnfahrt. ES ist ganz ausgeschlossen, daß bei den bisherigen russischen Bahnbauten in Finnland, die zum größten Teil infolge deS Geldmangels und nicht minder der auf ganz anderem Gebiete zu vermutenden Pläne Rußland» recht primi- liver Natur sind, ein schnellerer Berkehr zwischen Petersburg— Narvik möglich ist, als zwischen Berlin— Narvik. Um aber von Berlin nach Narvik zu gelangen, braucht man, vorausgesetzt, daß man durch- gehende Berbindung hat, 68 Eisenbahnstunden, bei den jetzigen Bcr- bindungeu gar 2s Stunden mehr. Dabei ist diese Bahnstrecke bis zum südlichen Teile von Nordlond(Norrland) als Schnellzugstrecke ausgebaut, während die nördlicheren Teile der Strecke gemütliche Kleinbahnfahrt von 20 bis höchstens 39 Kilometer pro Stunde gc- stattet. Was die Russen aber als„strategische" Bahn durch Fimi» land bauen, wir stützen unS dabei auf konservative schwedische Quellen, ist primitivster Art. sogar unter Benutzung von Ehausseen. Militärzüge können natürlicherweise nur noch langsamer verkehren. Will Rußland Armeen hier für zukünftige Kriege aufmarschieren lassen, so muß es schon sie dauernd hier stationieren. Aber daran denkt doch nur. wer nicht mehr ganz klar im Kopfe ist. Rußland müßte aber zunächst ganz neue Sahnliiiieu vom Zentrum seiner Kraftenffaltung aus bauen, die im Kriegsfälle ihm die schnelle EntWickelung seiner militärischen Streitkräfte, falls über- daupt nötig, erlauben würden. Das kostet bereits Milliarden, denn diese Bahnstrecken müßten auch befestigt sein, so fern zuvor nicht ganz Schweden eine russische Provinz wird. Und daran ist aus sowohl strategischen als völklichen GesichtSpu�jeu nicht zu denken. Ganz abgesehen davon, daß auch andere europaische Großmächte eS Rußland nicht erlauben könnten, die g a n z e O st s e e einschließlich des Oeresund und der Westküste Schwedens an sich zu reißen. Ebenso wenig, wie Schweden vor 299 Jahren diese »ollständige Ostseeherrichast halten konnte, würde das Rußland ge- twgen. Und nun vollends Narvik. Das ist ein Handelsstädtchen, das bisher vom Handel mit nördlichen Fischereipvodukten, vielleicht auch lappländischem Binnenhandel lebt. Eine Bedeutung hat es erst durch die schwedische ErzauSfuhr aus Kiruna bekommen. Der Hasen NarvilS bietet auch nur etwas Sehenswertes durch die großzügigenKaianlagen der Loussavara-Kiruna- Aktiengesellschaft, d. h.deS schwedischen GrängeSbergtrusts. Hier„fließen" sozusagen die Erze vom Uebertagbruch im Gebirge hinunter in die Eisen- bahn. Und derselbe Prozeß setzt sich bis zum Hafen von Narvik fort. Die EiienerzkaiS liegen so erhöht gebaut, daß die Eisenbahnzüge hinauf- fahren, durch Eröffnung von Sicherheitsverschlüssen wird der Boden des ErzwoggonS auSeinandergeschoben und die Erze rinnen nun durch Schächte direkt in den Laderaum der besonders für diesen Zweck gebouten Dampfschiffe hinunter. Wir besuchten eines dieser Schiffe und erhielten über die Navigationsverhältnisse NarvilS folgenden Bescheid: Der Hafen ist, obgleich oberhalb des Polar- zirkels liegend, infolge der Nähe des Golsstromes auch während des Winters eisfrei. Treibeis kommt allerdings gelegentlich vor. so- bald man den Fjord verlassen hat. In der Regel wird dadurch die Schiffahrt nicht erschwert. Aber im übrigen gehören die?iav.i- gationSverhältnisse mit zu den schlechtesten, die in diesen nördlichen Gewässern zu finden sind. Nebel und Schneestürme machen die Fahrt in der ungünstigen Zeit zu einer Höllenqual für den See- mann. Und die„ungünstige Zeit" dauert meistens von Ende Sep- tember bis oft in den Mai hinein! Die Erzausfuhrdampfer müssen bei ungünstigem Weiler„Langlotsen" nehmen, das heißt einen Lotsen, der innerhalb der westnorwegischen Schären die Küste hin- unter lotsen darf und kann. Erst letzten Herbst ist ein schwedischer ErzauSfuhrdampfer im Schneesturm dort gescheiiert, von der Be- sotzung wurde niemand gerettet, und nur dadurch bekam nian Ge- wißheit von dem Unglück, daß SchifiStcile und Leichen ans Land gespült wurden. Um diesen Hafen zu anneltieren. niüßte Rußland zunächst dort Befestigungswerke bauen, dann aber auch eine besondere Flotte stationieren, die eS einstweilen nicht hat, also neu bauen müßte. Eine Flotte, die keine andere Aufgabe hätte, als auf den— Wal- sischfang zu gehen! Denn Narvik liegt etwa 2999 Seemeilen von Gewässern entfernt, in denen ein zu vermutender künfliger Gegner Rußlands seine strategische Kraft entfalten würde. Man darf den Russen zutrauen, was man will, aber daß sie ebenso komplette Idioten sind, wie die konservativen RüsiungShetzer in Schweden, das kann man ihnen wirklich, auch bei gutem Willen nicht unter- schieben. Aus alledem kann man, und das ist für eine zu erwartende neue RiistungShetze tu Deutschland unbedingt festzuhalten, die jetzigen russischen Rüstungen nicht als AngrinSrüstungen auf Skandinavien ansehen. Alle Versuche, die russischen Rüstungen tu diesem Sinne zu fruktifizieren. müssen ent- schieden zurückgewiesen werden. Denn eine Festsetzung Ruß- lands in den nördlichen Teilen Skandinaviens würde nur eine erhebliche Sckiwächu ii g der russischen Wehrmacht bedeuten. NichiS anderes. Nun glauben wir aber, durch genaues Studium der konservativen Rüstungshetze in Schweden, zu dem Ergebnis kommen zu müssen, daß diese Hetze im intimsten Einvernehmen mit alldeutschen und sonstigen militaristischen Elementen Deutschlands erfolgt. Die hiesige konservative Parteileitung und ihre offiziellen Organe treten allerdings in diesem Punkte sehr vorsichtig auf. Aber sie ver- hindern auch nicht, daß die unverantwortlichen Ratgeber der Krone mit Sven Hedin an der Spitze, für einen Anschluß Schwedens an den Dreibund in der einen oder anderen Form propagieren. Sozialdemokraten und Liberole hier halten, und mit Recht, eine solche Politik für verfehlt. So selbstverständlich und notwendig-ein freundschaftliche» Emvernehnieu der skandinavischen Staaten mir Deutschland im kulturellen Interesse ist, so gefährlich würde eine politische Verkuppelung Schwedens mit dem Dreibund vom Standpunkt des europäischen Frieden? sein. Denn erst dann würde Rußland hier oben strategische Interessen bekommen, die eine zweite Balkan- resp. Dardanellenfrage in der europäischen Politik aufwerfen würde. Das ein- gehende Studium des jetzigen schwedischen Wahlkampfes hat daher iein ganz besonderes Interesse für die politischen Kreise Deutschland?. Hier stehen allerdings konservative Parteiinteresien der kapitalistischen Klasse Schwedens auf dem Spiele. Aber die s ch w e- dische Dynastie und ihre geheimen Ratgeber haben andere Verbindungen. DaS hier ausgerollte Schreckgespenst russischer Eroberungen in Nordschweden und Norwegen gehört, wie wir glauben nachgewiesen zu haben, ins Reich punschpalriotischer Fabeln. Aber eine nordeuropäische Bollanfrage könnte entstehen, wenn nicht eine absolute schwedische Neutralität garantiert wird. Eine solche Garantie gibt nur ein Sieg der Linken in Schweden. politische Ueberflcht. Die neue Borschrift über den Wasfengebrauch des Militärs. Die offiziöse„Norddeutsche A l l g e in. Zeitung" teilt mit, daß die neu bearbeitete„Vorschrift über den Waffengebrauch des Militärs und seine Mitwirkung zur Unter- drückung innerer Unruhen" die„allerhöchste" Genehmigung erhalten habe und demnächst für die Truppen zur Ausgabe gelangen werde. Die neue Vorschrift sei vom preußischen Kriegsministerium aufgestellt worden und habe nach der Prüfung der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden ge- setzlichen Unterlagen die Zustimmung der beteiligten Bundes- staaten und des Statthalters in Elsaß- Lothringen erhalten, ebenso hätten Bayern. Sachsen und Württemberg ihr Einverständnis damit erklärt, daß diese Vorschrift auf ihre in den R e i ch s l a n d e n stehenden Truppenteile Anwendung finde. Wie das offiziöse Blatt weiter mitteilt, wird die neue Dienstvorschrift demnächst auch im Buchhandel erscheinen. ES wird dann Gelcgcnheil geboten sein, sie gründlich darauf zu prüfen, inwieweit sie mit den Bestimmungen der Verfassung sich im Einklang befindet. Von Wichtigkeit ist namentlich die Bestimmung über das selbständige Einschreiten des Militärs im Falle deS Kriegs- und Belagerungszustandes, sowie im Falle des„staatlichen Notstandes". Tie„Nordd. Ällg. Ztg." bemerkt darüber: Die Bestiminungen über den Kriegs- und Belagerungszustand, die in Abschnitt III ausführlicher behandelt sind, gründen sich aus Artikel 68 der Reichsverfassung und daS nach diesem Artilel für daS Deutsche Reich stnil Ausnahme Bayerns) gültige preußische Gesetz über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1831. Beim staatlichen Notslande„ist daS Militär auch ohne Anforderung der Zivilbehörde selbständig einzuschreiten befugt und vervslichtet. wenn in Fällen dringender Gefahr für die öffentliche Sicherheit die Zivilbehörde infolge äußerer Umstände außerstande ist. die Anforderung zu er- lassen". Für diese Bestimmung war die Erwägung maßgebend, daß auch in den BundeSstaaien. in denen gesetzlich das Einschreiten deS Militärs zur Unterdrückung innerer Unruhen von einem Er- suchen der Zivilbehörde abhängig gemacht ist, daS Vorhandensein einer Zivilbehörde und die Möglichkeit für sie, ein Ersuchen zu stellen, zur Erstillung dieser gesetzlichen Bedingung notwendig ist, daß aber— wo diese Voraussetzung nicht erfüllt werden kann, weil die Zivilbehörde infolge äußerer Umstände außerstande ist, die Anforderung zu erlassen—, ein g e s e tz- licheS Hindernis für das selbständige Einschreiten deS Militärs nicht besteht, sofern dies in Fällen dringender Gc- fahr für die össeniliche Sicherheit erforderlich ist. ES hat den Anschein, als ob die Vorschriften reichlich kautschukartig gefaßt und keineswegs geeignet wären. Vor- kommnisse i la Zabern zu verhüten. Denn die Entscheidung darüber, ob eine Behörde durch äußere Unislände verhindert ist. die'Hilfe des Militärs zu requirieren, ist ja schließlich Sache des Kommandeurs. lind welcher Ansichten unsere Herren Militärs fähig sind, das haben ja der Oberst Reuter und die Herren vom Kriegsgericht hinlänglich bewiesen. Wir können auch nicht, gleich der„Freisinnigen Zeitung" zugeben. daß das Nichtzurückgreifen auf die Kabinettsorder von 1320 eine Verbesserung bedeute, weil ja nach jener Kabinettsordcr das Militär auch dann einschreiten durfte, wenn die Zivil- behörden mit der Requisition des Militärs zu lange zauderten. Denn die neue Vorschrift bedeutet einen reichlichen Er- satz fürfliie KabinettSorder von 1820. Im übrigen ist auch dein Wunsche des Reichstags in sofern keine Rechnung getragen worden, als keine einheitlichen Bestimmungen für daS ganze Reich in Aussicht genommen sind. Bezieht sich die neue Vorschrift doch lediglich auf Preußen. Bayern, Sachsen und Württemberg gestehen der Vorschrift ja nur insoweit Geltung zu, als sie auf die in Elsaß-Lothringen stehenden Truppen der genannten Staaten Anwendung finden soll. Kennzeichnend für die ganze Art, wie bei uns überhaupt Bestimmungen von größter Tragweite getroffen werden, bei denen die Respektierung der verfassungsmäßigen Rechte des Volkes eine außerordentliche Rolle spielen, ist, daß das preußische Kriegsministerium ganz souverän auf Grund seiner Auslegung der in Frage kommenden Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen die Vorschrift auS« gearbeitet hat. Die Vertretung des Volkes, der Reichstag. ist v o l l st än d i g ausgeschaltet geblieben, obgleich doch die Wahrung der Polksrechte die allerlvichtigfte Aufgabe einer wirklichen Volksvertretung wäre! (sjencralfeldmarschall Bassermann. Während die parteioffizielle„Nationalliberale Korrespondenz' sich täglich der schönen Hoffnung hingibt, daß die Einsicht in den auseinanderstrebenden Flügeln der nalionalltberalen Partei wachsen und e? doch noch zu einer Einigung kommen werde, versteifen sich Altnationalliberale wie Zungliberale um so fester auf ihr« besonderen Auffassungen vom Liberalismus. Die Altnationalliberaleir rechnen bereits mit einer Sezession. DaS Enttveder— Oder des Biegens oder Brechens, meinen sie. sei in greifbare Nähe gerückt. Die Jung- liberalen aber reden Bassermann dringlich ins Gewissen, er möge alle Einigungsversuche aufgeben, da diese doch nur zum Schaden des eigentlichen Kerns der nationalliberalen Partei ausfallen lönnten. Im„Tag"(Nr. 83 vom 3. April) verbreitet sich der Borsitzend« des ReichSvcrbandeS der nationalliberalen Jugend Dr. K a u.f fm a n.n über die Frage der Einigung. Er wiederholt, was er unmittelbar nach der ZentralvorstandSsitzung schon von Köln auS der Presse über- mittelte und schließt seinen Artikel wie folgt: „Endlich aber— und daS ist da? Entscheidende und da?, was die Parteiireunde im Laufe vor allem anderen im Auae behalten müssen—: wenn die Partei etwa erwarten sollte, daß durch die Auflösung der beiden Verbände die M ein u n g? V« r sch ied e n- betten der Partei aufhören, wird sie eine schmerzliche Enttäuschung erleiden. Es ist doch nicht so. daß etwa die Meinungsverschiedenheiten die Folge der Sonderverbänd« wären: eher das Umgekehrte trifft wenigstens bezüglich de? altnational- liberalen Verbandes zu. Die Menschen und ihre Meinungen bleiben ohne Rücksicht auf organisatorische Aenderungen die» selben: während aber die Auslösung de» jungliberalen Reichs- Verbandes die Axt an die Wurzel auch der jungliberalen Vereine und ihrer Tätigkeit für die Partei legen würde, würden die Alt- nationalliberalen durch die Auflösung ihres Verbände? und da-Z Aufhören ihrer Korrespondenz in keiner Weise tangiert. Djo„West- fälischen politischen Nachricklen", die nach politischer Haltung und Kampfe-5weise mit der„Altnationalliberalen Korrespondenz" so gut wie identisch sind, würden dieser Gruppe nach wie vor das publizistische Organ stellen: und es ist fast ein offenes Geheimnis. daß parallel mit dem altnationalliberalen Verband Fäden gezogen sind, die ungefähr dieselben Personen umfassen wie jener und jeden Tag in der Lage sind, die Tättgleit des altnationalliberalen Reich-sverbandeS weiterzuführen, wenn jener bereit wäre, sich auf« zulösen. WaS er freilich bis jetzt noch nicht einmal bedingungsweise zugesagt hat. Das ist es also, woraus der Beschluß vom 29. März heraus- kommt: er ist im Lichte de? kaum Vergangenen ungerecht und unbillig gegen un» Jungliberale; seine Erfüllung würde die Partei in kürzester Frist eine« ihrer besten Werbemittel berauben: und soweit er beabsichtiat, eine cinheuliche Front in der Partei herzustellen, bedeutet er schon formal, noch mehr aber der Sache nach emen Schlag ins Wasser. Herr Bassermann hat keine gute Stunde gehabt, gl« er durch ein praktisch allein gegen die Jungliberalen gerichtetes Bor- gehen seine treuesten Anhänger in ihrer Wurzel bc- drohte: er hätte sein Ziel, die Partei dereinst seinem Nachfolger einig und geschlossen zu übergeben, nicht grausamer gefährden können als durch diese tätige Mitwirkung bei jenem Beschluß." Der„gefälschte Kaiserbrief". Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" steht sich veranlaßt, nochmals auf den Brief, den der Kaiser an die Landgräfin von Hessen geschrieben hat, zurückzukommen. Sie bringt an der Spitze ihrer Ausgabe vom Mittwochabend folgenden Nachtrag: „Zu dem unüberlegten Borwurf einiger Blätter, unsere Mit- teilung über den geialschten Kaiserbrief hätte acht Tage früher erscheinen müssen, möchten wir bemerken, daß eS gar nicht in der Machr der amtlichen Siellen lag. eine schneller« Aufklärung zu schaffen. Zunächst war nicht bekannt, ob das Original de? Briefes an die Frau Landgräfin von Hessen überhaupt noch cxiftierlc und wo es sich befand. Erst nachdem der Brief aus dem Ziachlasse des Kardinals Kopp an die Adressatin zurückgelangt war, bestand die Möglichkeit, die über seinen Inhalt umlaufenden Angaben als freie Erfindungen einwandirei festzustellen und zu kennzeichnen. Dies ist noch an demselben Tage qeschehen. an dem der Reich-Skanzler eine beglaubigte Abschrist des Original» erhalten hatte." Die ZentrumSpress«. die den Brief zu einem Druck auf die Rr- gierung auszunutzen gedachte, scheint bei der ganzen Affäre mit einem blauen Auge davonzukommen. Hätte ein sozialdemokratischer Redakteur die betreffenden Anschuldigungen gebracht, so säße er schon hinter Schloß und Riegel._ Die schwarzblaue Mehrheit im Oldenburgischen Landtag. Am Montag fand, wie schon kurz berichtet wurde, im nördlichen Teil de» zum Großherzogtum Oldenburg gehörigen Fürstentums Lübeck ein« Nachwahl zum Landtag statt, die von auSschlag» Nr. 98. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Scharfmacher, Christliche und Gelbe. Donnerstag, 9. April 1914. münder Unternehmer tun, beweist dieser Vorgang aber den Arbeitern, ,, Tariftreue" Unternehmer. Die Möbelpolierer Klagen darüber, daß die Unternehmer fich daß die gelben Organisationen nicht als eine Interessenvertretung neuerdings vielfach weigern, den Tarif einzuhalten, so daß die der Arbeiter gelten fönnen. Die gelben Vereine werden von den Arbeiter mehrfach zur Niederlegung der Arbeit gezwungen wurden, Unternehmern unter Aufwendung ganz erheblicher Mittel groß um ihren berechtigten Forderungen Geltung zu verschaffen. Der gezogen, daß die Arbeiter auf das Streikrecht in jedem Falle verAuf der Generalversammlung der Deutschen Verdamals wurden einer Durchführung desselben von den Unternehmern über sich, dem Gebote seines Herrn sich widerspruchslos zu fügen. Tarif ist im Vorjahre auf vier Jahre abgeschlossen worden. Schon zichten. Aber auch der getreueste Fridolin bringt es nicht immer einigung, die am 6. April in Saarbrücken tagte, waren Schwierigkeiten entgegengefeßt, jedoch fonnten die Differenzen noch sowohl Vertreter der Großindustrie wie auch Führer und An- friedlich erledigt werden. In einer Versammlung der Möbelpolierer, Hoffentlich ziehen die Arbeiter aus dem Swinemünder Fall auch die hänger der Gelben stark vertreten. Es ist selbstverständlich, die dieser Tage stattfand, wurde eine Resolution angenommen, die richtige Lehre. daß sich die Referenten Hüttenbesizer Hermann Röchling gegen die Nichteinhaltung des Tarifs durch die Unternehmer Die Arbeiter der chemischen Fabrik Montana G. m. 6. H. in ( Völklingen), Graf zu Hoensbroech, v. Pöllniz( Weimar) protestiert. Gleichzeitig wurde die Branchenleitung beauftragt, mit Strehla a. Elbe haben am Sonnabend die Arbeit eingestellt, und Professor Moldenhauer scharf gegen die freien Ge- der Ortsverwaltung gemeinsam dahin zu wirken, daß die Arbeiter weil die Betriebsleitung sich weigert, mit einer Kommission der werkschaften wandten und die Gelben sanft streichelten. Inter- in den Besitz der am 1. März fälligen Lohnerhöhung kommen. Arbeiter über gestellte Lohnforderungen zu verhandeln. Zuzug ist Ebenso verpflichten sich die Arbeiter, überall die Erhöhung zu fernzuhalten. essant aber ist die Schärfe, mit der auch die christlichen fordern und zu erzwingen, nötigenfalls durch Einstellung der Arbeit. Gewerkschaften trotz ihrer wachsenden Wirtschaftsfriedlichfeit" angefaßt wurden. So rief Graf Hoensbrocch den Gelben zu: nennen." " Deutsches Reich. " Zum Kampf in der Solinger Waffenindustrie. Das von den Waffenfabrikanten in den letzten Wochen aus gesprengte Gerücht, in Solingen würde es zu einer Gesamt" Zurzeit stehen sie noch allein im Kampfe. Nicht nur die freien Dachdeckerbewegung in Pommern. aussperrung aller, zunächst am 1. April zu einer Aussperrung der Gewerkschaften, sondern auch die sogenannten christlich= Der Ablauf der Tariffrist im Dachdeckergewerbe hat einen Arbeiter in der Scherenbranche kommen, wenn die streikenden und nationalen suchen Sie zu erdrosseln. Ich sage sogenannt, weil die Bezeichnung christlich- national weder auf ihre Worte noch auf ihre scharfen Kampf zwischen Arbeitern und Unternehmern heraufbeschworen. ausgesperrten Waffenarbeiter nicht auf ihre Forderungen verzichteten, In Stettin haben am Montag sämtliche Dachdecker bei allen Taten paßt. Und wenn diese Organisation, die sich bisher nur christ- 14 Meistern die Arbeit eingestellt. Die Arbeiter verlangten, da der hat sich nicht erfüllt. Der 1. April ist vorübergegangen, ohne daß liche Gewerkschaft nannte, sich nun auch das Wort national zugelegt alte Tarif mit dem 31. März abgelaufen war, einen neuen Tarif es in der Scherenbranche zu einer Aussperrung gekommen ist. In hat, so frage ich mich vergebens, mit welchem Recht und mit einer Arbeitszeitverkürzung von 10 auf 91%, Stunden, einer Er- dieser Branche dürften vielmehr aller Voraussicht nach am 1. Mai welcher Begründung. Ist es national, wenn die so- höhung des Stundenlohnes von 65 Pf. im ersten Jahre auf 70 Pf., die neuen Preisverzeichnisse in Kraft treten, nachdem vor einigen genannten Chriftlichen bei jeder Gelegenheit den Streit provozieren im zweiten auf 73 Pf. und im dritten auf 75 Pf. Die Landzulage Tagen die Scherenarbeiter dem von Unternehmerſeite gemachten und Haz und Unfrieden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollte statt 1,50 m. 2,50 M. betragen. Auch eine Aenderung Einigungsvorschlag zugestimmt haben. Daß die Waffenfabrikanten schüren? Zeugt es von nationalem Sinn und Empfinden, wenn der Zulage bei mehr als fünf Kilometer entfernten mit der Aussperrung der Scherenarbeiter besonders eine Schwächung der Arbeiterführer Stegerwald in einer Versammlung in Köln die Streden wurde gewünscht. Die Unternehmer wollen aber weder der Gewerkschaftskassen beabsichtigt hatten, beweist die Tatsache, zahllofen Streits rühmend erwähnt, welche die Chriftlichen teils von einer Verkürzung der Arbeitszeit noch von einer Erhöhung der daß einer der aussperreifrigen Firmeninhaber gelegentlich einer angestiftet, teils mit den Sozialdemokraten zusammen durchgeführt Landzulage und der für weitere Entfernungen etwas wissen, auch haben? Man ſehe sich jetzt wieder die Aktion in Hostenbach an. lehnten sie die geforderte Erhöhung des Stundenlohnes ab. Dafür Rücksprache mit den Scherenfabrikanten klipp und Klar erklärt hatte: Es ist Zeit, daß das wahre Gesicht der sogenannten christlich boten sie im ersten Jahre 2 Pf. und für die folgenden je einen Wenn die Scherenfabrikanten uns nicht helfen, dann sind wir vernationalen Gewerkschaften erkannt wird. Eine Organisation, die Pfennig bis zur Höchstgrenze von 70 Pf. Gegenüber dem ab- loren." Dieser Ausspruch kennzeichnet die augenblickliche Situation. eine Kampfgenossenschaft ist und sein will und den Wirtschafts- gelaufenen Tarif wollten sie sogar noch eine Verschlechterung ein- Bisher ist es den Unternehmern nicht gelungen, Streifbrecher nach frieden mit allen Mitteln des Terrorismus fortgejezt angreift führen, indem sie Akkordarbeit verlangten. Da Verhandlungen Solingen zu bekommen und die Solinger Waffenarbeiter stehen nach und verlegt, hat nicht das Recht, sich christlich oder national zu scheiterten, traten die Arbeiter in den Ausstand. Von einem Unter- wie vor einig und geschlossen im Kampfe. Dazu kommt noch, daß nehmer ist der neue Tarif, wie ihn die Arbeiter aufgestellt haben, jezt die Lagerräume völlig leer stehen und große Aufträge ihrer ErProfessor Moldenhauer aber stellte die christlichen bereits anerkannt worden. Gewerkschaften strikte vor ein Entweder- Dder. Auch in Stralsund ruht die Arbeit im Dachdeckergewerbe. ledigung harren. Als letztes Mittel, Streitbrecher zu bekommen, versuchen jezt die Die wirtschaftsfriedliche Bewegung gewinnt Die Aussperrung der Arbeiter sollte längst erfolgen. Sie hatte sich Tangjam Boden und stellt die christlichen Gewerkschaften vor die aber dadurch verzögert, daß der Geschäftsführer einer Firma der Fabrikanten, die unselbständigen Arbeiter damit einzufangen, daß sie Frage, ob sie auf die Dauer ihre Taktit dem Arbeitgeber gegen Meinung war, bei seinem Chef würde unter den alten Bedingungen ihnen versprechen, sie selbständig zu machen, wenn sie in die Betriebe über nach den Methoden der sozialdemokratischen Gewerkschaften weiter gearbeitet werden, nur müsse er sich das schriftlich geben zurückkehren. Aber auch auf diese Sirenentlänge ist bis, jezt feiner einrichten oder den Gedanken der Arbeitsgemeinschaft stärker in lassen. Als dieses Schriftstück vorgelegt wurde, lehnten die Arbeiter der Unselbständigen hereingefallen. den Vordergrund schieben wollen. Nur, wenn jie letteren Betrieben. Nachdem wurde zwar noch einmal der Versuch gemacht, gab, hinter den Solinger Stahlwarenarbeitern zu stehen, wodurch die Unterschrift ab und prompt erfolgte die Entlassung in allen Die Solinger bürgerliche Presse, die sich bisher stets den Anschein Begeinschlagen, werden sie auf die Dauer ficheine Verständigung zu erzielen. Das gelang aber nicht, da sich die besonders das Kreisblatt, das die bisherigen Streitigkeiten der Dr den freien Gemertfchaften gegenüber behaupten fönnen. Ein Aufgehen der christlichen in die freien Gemert- Unternehmer zu Zugeständnissen nicht bereit erklärten. ganisationen unter einander für sich auszuschlachten verstand, feinen schaften wäre aber aus politischen Gründen höchst bedauerlich." Pommern ist für Dachdecker streng zu meiden! Abonnentenstand steigern konnte, brachte in der legten Zeit wieder holt Streifbrecherinferate. Das ging aber selbst den Mitgliedern des Industriearbeiterverbandes zu weit, die vor nun beinahe zwei Jahren im Verlauf der Reiderbewegung die„ Bergische Arbeiterſtimme" boyfottiert hatten, weil diese nach ihrer Meinung nur die Interessen des Metallarbeiterverbandes vertreten habe. Am vergangenen Freitag hob der Industriearbeiterverband den Boykott über unser Solinger Parteiblatt auf und eine Versammlung der Streifenden am Sonn abend nahm in schärfster Weise gegen die bürgerliche Presse Stellung. Die Solinger Industriearbeiter haben damit einen Weg betreten, der ein Weiterarbeiten, ein friedliches Nebeneinandergehen der ftreitenden Parteien ermöglicht. Das liegt nur im Interesse der Gesamtheit der Solinger Arbeiter. " Berlin und Umgegend. Der Lohnkampf der Steinarbeiter. Ein Streit gelber Hafenarbeiter. Die christlichen Gewerkschaften haben bekanntlich die ersten Schritte auf dem Wege, der ihnen hier gewiesen wird, schon gemacht. Und die päpstlichen Mahnungen zielen ja, Daß den Unternehmern nicht einmal die Gründung von neben dem Verlangen zur tonfessionellen Absonderung, auch gelben Drganisationen sichere Gewähr vor Streits bietet, zeigt auf nichts anderes als auf die Wirtschaftsfriedlichkeit" hin. ein Fall aus Swinemünde. Hier haben die im christlich Auf jeden Fall wird den Christen die gelbe Schlammflut bald nationalen Hafenarbeiterverein organisierten Hafenarbeiter die Arbeit bis zum Halse stehen. Es wird dann in ihr ertrinken, wer eingestellt. Grund ist eine beabsichtigte Lohntürzung. Die Unter sich nicht in die freie Gewerkschaftsbewegung retten will. nehmer drangen fortgesetzt darauf, daß die Löhne der Arbeiter herabgesetzt werden. Erst im vergangenen Jahre stimmten die Arbeiter einer Verkürzung um eine Mark zu, so daß für das Löschen der Kohlen pro Kiel( 420 Zentner) statt 14,50 m. nur 13,50 M. gezahlt wurden. Jetzt sollte eine erneute Reduzierung um In einer am Dienstag abgehaltenen Versammlung der Grab eine Mark eintreten. Der Vorstand des gelben Vereins scheute fteinarbeiter wurde die Situation der Bewegung als günstig be- fich aber, mit diesem etwas sonderbaren Anfinnen vor die Mit- Erfolgreiche Lohnbewegung. Den organisierten Schuhzeichnet. Der Beschluß der Arbeiter, bei denjenigen Firmen, welche glieder zu treten. Er zog es deshalb vor, den Abzug von einer machern in Lübed ist es gelungen, mit den Arbeitgebern einen die Forderungen nicht bewilligen, in den Streik zu treten, hat zur Mark ohne Wissen und willen der Mitglieder gut- Tarif auf vier Jahre abzuschließen, der den Gehilfen eine wöchent Folge gehabt, daß eine verhältnismäßig größere Zahl von Unter- zuheißen. Die Hafenarbeiter aber waren mit dieser eigenartigen liche Lohnaufbefferung von 1,50 bis 2,00 M. sichert. Der Stundennehmern sofort, andere nach ganz kurzer Dauer des Streits die beiden 54 Pf. betragen. Für leberstunden wird ein Aufschlag von Forderungen bewilligten. Bis jest baben 31 Firmen den Tarif Erledigung ihrer Sache nicht zufrieden. Sie waren darüber derart John soll in den ersten beiden Tarifjahren 53 Pf., in den folgenden burch Unterschrift anerkannt. Im Hinblick auf die Tatsache, daß die empört, daß sie sich ohne allzu langes Besinnen dahin verständigten, 12 Pf. gewährt. Auch der Stücklohn wurde entsprechend erhöht. beste Konjunktur in der Grabsteinbranche erst nach Ostern beginnt, fofort die Arbeit niederzulegen, was denn auch geschehen ist. Zur Ueberwachung wurde eine fechsgliedrige Kommission, bestehend ist das Ergebnis ein sehr günstiges. Weitere Bewilligungen sind in Abgesehen davon, daß ja schließlich jedem Arbeiter der Gedulds- aus drei Gehilfen und drei Unternehmern, gewählt, der die Verstöße nächster Zeit zu erwarten. faden reißen muß, wenn er so behandelt wird, wie es die Swine-| gegen den Tarif zu melden sind und die für Abhilfe zu sorgen hat. dringender Gefahr an dem an der Wagendecke befindlichen mit Not-| sind; doch scheint es ihm verfrüht, wenn manche Gynäkologen die Operation durch Radiumbehandlung ersetzen wollen. Vielmehr empfiehlt er, alle Krebse, abgesehen von Hautkrebsen und vielleicht auch die sich ohne wesentliche einigen Uterus- und Mastdarmkrebsen Gefahr operieren lassen, zu entfernen, und Radium zur Nachbehand lung zu verwenden, wodurch die Gefahr eines Rückfalles verhindert werden kann. Er selbst hat von Anfang an eine fombinierte Behandlungsweise der Krebse angewandt, und ist noch jetzt der lleber zeugung, so die besten Erfolge zu erzielen. Czerny tritt auch dafür ein, daß das Reichsversicherungsamt die Beschaffung dieser modernen Heilmittel zugunsten der Versicherten unterſtüge. Kleines Feuilleton. Rechtsprechung und Kunst. Bei G. Birk u. Co. in München ist eine sehr verdienstvolle Broschüre Rechtsprechung und Kunst. Ein Protest gegen die Zensur" erschienen. Darin finden wir wahre Kulturdokumente", nämlich Anflageschriften abgedrudt, bei denen es sich darum handelt, hervorragende Stunstwerke als unfittlich hinzustellen. Das ist natürlich kein leichtes Stück Arbeit, aber dem juristischen Kunstfenner find nun auch wahrhaft klassische Definitionen gelungen. Hier eine fleine Auswahl: bremje bezeichneten Handgriffe zu ziehen. Jeder Mißbrauch wird mit einer Geldstrafe bis zu 100 Mart bestraft, sofern nicht nach den allgemeinen Strafbestimmungen eine härtere Strafe verwirkt ist.(§§ 80 u. 82 d. Eisenbahn-, Bau- und Betriebsordnung.)" Notizen. Das ist gewiß fürsorglich, daß man die Höhe der Geldstrafe bekanntgibt. Und es ist auch gut, daß der Reisende aus dem Norden darauf aufmerksam gemacht wird, daß für die preußischen Eisenbahnen eine Eisenbahn-, Bau- und Betriebsordnung besteht. Das gibt ihm überhaupt erst den nötigen Respekt vor preußischer Ordnung. Er weiß nun, daß er in ein gesittetes Land gelangt, wo es Notbremsen und Selene Fourment von Rubens, eine mit einem Geldstrafen und Paragraphen gibt. Aber weshalb erfährt er nicht Musikchronit. Konrad Ansorge veranstaltet am Mantel dürftig bekleidete Frauensperson, die mit dem gekrümmt die härtere Strafe? Kostet es den Kopf, wird es mit Landesgehaltenen rechten Arm die Brüste nach oben zusammenpreßt." verweis oder mit Zuchthaus abgetan? Das ist entschieden ein 22. April im Blüthnersaal einen Klavierabend zu volkstümlichen Venus von Tizian, eine auf Tüchern nadt liegende Mangel, daß die Paragraphen nicht zur Kenntnis des Reisenden Preisen. Karten bei A. Wertheim und Bote u. Bock. gebracht werden, bevor er am Handgriffe zieht. Erst dann wäre Frau." Das Urteil des Paris von Peter Paul Rubens. Den Schweden der volle Beweis deutscher Gründlichkeit beigebracht, Die eine der Göttinnen ist ganz nadt dargestellt; ihr schwellender die nur folgende plumpe Warnung an die Tafel schreiben: Busen und ihr Geschlechtsteil sind deutlich sichtbar. Die beiden" Zieh am Griff, wenn Gefahr vorhanden. Mißbrauch wird anderen Göttinnen drehen dem Beschauer die Seite bezw. den Rücken bestraft." zu. Auch sie find zum größten Teil nadt." P " 10 Danae von van Dhd ist die Darstellung einer ausgestreďten nadter Frauengestalt, bei der nur das eine Bein und der Geschlechtsteil verhüllt find."( Sogar Verhülltes sieht das Auge eines Staatsanwalts!) Da kann sich doch niemand ausfennen! " Das Kartell der freien Voltsbühnen führt am Freitag in der„ Neuen Welt" die Matthäus passion von Bach auf.( Beginn 7 Uhr.) Das ist das dritte Chorkonzert, das im Winterhalbjahr 1913-14 den Mitgliedern der freien Volksbühnen geboten wird. Außerdem sind in diesem Zeitraum 25 Sinfonies konzerte im Blüthnersaal und 6 Kammermusik- Abende veranstaltet worden. Czerny über die Radiumbehandlung des Krebses. Vor kurzem Satirische Bibliothel. Im Janus- Verlag, München, hat Schweninger die weitverbreitete Meinung zu entfräften gesucht, beginnt ein groß angelegtes Unternehmen, die Satirische Bibliothek, daß in Radium und Mesothorium das unbedingt sichere Mittel gegen herausgegeben von Dr. Otto Mausser, zu erscheinen. In zwei Reihen Venere del Amorino bon Tizian. Venus ruht in den Krebs gefunden sei. Jezt tritt nun eine der ersten deutschen zu je fünfzehn Bänden bringt sie bisher noch unveröffentlichte seltene halb fizender, halb liegender Stellung, in der linden Hand einige Autoritäten der Krebsforschung, der Heidelberger Gelehrte v. Czerny, Hauptwerke der deutschen Satire des 15. bis 18. Jahrhunderts, zuRosen haltend, auf einem Lager. Ihr völlig nadter Körper, deffen mit seinem Urteil über diese Frage hervor, das fich auf 4000 Fälle nächst eine„ Bildergalerie katholischer Mißbräuche" und eine Bilder Geschlechtsreize üppig in Erscheinung treten, ist dem Beschauer zu gründet, die seit 1906 von ihm beobachtet sind. Czerny veröffentlicht galerie Klösterlicher Mißbräuche"( 1784), dann eine Satire auf Luthers feine Forschungsergebnisse im neuesten Hefte der Deutschen Revue". Gheleben, Monachopornomachia"( 1538) und Leben und Taten des gefehrt." Wie wär's mit einer Definition: Eine Kleidung ist deshalb un- Die zwölf Hauptsäge, die er aufstellt, haben im wesentlichen etwa weiland hochwürdigen Pastors Rindvigius"( 1790). folgenden Inhalt: Radium und Mesothorium wirken im wesentlichen- Die altgriechische Stadtmauer von Marseille. fittlich, weil sich unter dieser Hülle das Nackte befindet? Badt ein mit eurer Weisheit, ihr Kunstkritiker, Kunstgeschichtler, gleich: sie zerstören bis zu einem gewissen Grade die Tumorzellen In Marseille hat man bei Abtragungsarbeiten eine umfassungsKünstler und Kulturmenschen! Was habt ihr alles Künstlerisches und können oberflächlich liegende Krebse heilen. Bei tiefgreifenden mauer entgeckt, die in ihrem untersten Teil aus bearbeiteten Steinen künstlich hineingesehen in diese Werke, was gar nicht darin ist! Denn Krebsen bleiben nicht selten Zellreste zurück, die zu Rüdfällen von 1,50 zu 2 Meter Größe hergestellt war, und man stellte darin man fann etwas hineinsehen! Glaubt es mir oder glaubt es der führen; ob die großen Mesothordosen mit stark filtrierten Strahlen hohe Mauerpfeiler, Grundmauern von Türmen, Schießscharten und staatsanwaltlichen Objektivität, die nichts hineinjieht und nur gegen diese Rückfälle schützen werden, fann erst nach einigen Binnen feft. Die ganze Bauart verriet griechische Arbeit aus vor. entschieden werden. Selbst das wiedergibt, was an Geschlechtsattributen sichtbar und unsicht Jahren die Heilwirkung der christlicher Zeit. Gammastrahlen scheint nicht in größere Tiefen als 4-5 Zenti3u lebenslänglichem Alkoholverzicht ver bar ist. die Heilung ist eine örtliche, sie sichert urteilt. Ein Richter des Melbourner( Australien) Bolizeigerichts Wer verfaßt eine ganze Kunstgeschichte in dieser Art und in meter zu reichen; diesem Stile? Wann werden an Universitäten und Akademien nicht gegen Rückfälle und schüßt nicht vor Metastasen( Verschleppung hat eine neuartige Strafe eingeführt, die alle die trifft, die sich in endlich Staatsanwälte in folder Weise die Kunstgeschichte lehren? an andere Stellen). Falls die Strahlenstärke nicht genügend ist, um trunkenem Zustande eines Vergebens schuldig gemacht haben: er Ich wünschte mir auch ein Preisausichreiben: die beste derartige die Krebszellen zu zerstören, wirkt sie reizend und kann sogar das verurteilt sie zur Enthaltsamkeit von berauschenden Getränken für Definition eines solchen Staatsanwalts, nach den gleichen Brinzipien, Bellenwachstum beschleunigen; manchmal ist die Wachstumsenergie Lebenszeit. Das geschah erst jüngst bei einem jungen Mann, der mit derselben scharferwägenden Objektivität. einer Strebserkrankung so groß, daß sie und die biologische Wider zweier Unterschlagungsfälle überführt wurde. Der Richter sette ihn standsfähigkeit auch durch die stärksten Strahlen nicht unterdrüdt in Freiheit unter der Bedingung, daß er 4000 M. als Bürgschaft Die Notbremse. In den über Saẞniz verkehrenden Zügen nach werden kann. So hat Czerny von auswärts Fälle übernommen, die für die fernere gute Führung und als Gewähr, daß er sich Zeit Standinavien befindet sich ein Schild, das auf das Vorhandensein sich trotz außerordentlicher Strahlendosen bis zu 130 000 Milli- feines Lebens aller alkoholischen Getränke und des Glückspiels ent der Rotbremie aufmerksam macht. Eine nüzliche Einrichtung, gewiß. grammstunden- verschlechtert hatten. Dennoch erkennt Czerny Radium balten würde, hinterlegt. Wenn die Behörde jedoch in Erfahrung Aber der Text regt zu Vergleichen an. Im Deutschen heißt es: und Mesothorium als wertvolle Hilfsmittel bei der Behandlung bös- bringt, daß der Angeklagte auch nur ein einziges Glas Bier trinkt, Notbremse! artiger Geschwülste an, und erklärt namentlich, daß fie bei Fällen, wo hat er sofort die zehn Monate Gefängnis zu verbüßen, mit denen Um sofortiges Halten des Zuges zu veranlassen, ist im Falle der chirurgische Eingriff nicht ausführbar ist, unentbehrlich ihn das Gesetz für sein Bergehen bestraft. " I 1 1 Die Qualität der Arbeitswilligen. 9 Obersten v. Reuter, die Zaberner Postbeamten hätten ihm nur die Es liegen noch keine Einzelheiten über die neue Anstalt vor. BeDer Streit der christlich organisierten Grubenarbeiter auf Beche Schmähkarten zugestellt, die Sympathie Kundgebungen aber zurüd tannt ist nur, daß an der Spize des neuen Unternehmens Männer Hostenbach( Saar) dauert fort. Die Verwaltung will wieder behalten, nicht zutreffe. An diese Mitteilung war der Schlußiaz an- stehen sollen, die der sozialdemokratischen Partei ananfahren lassen, aber zirka 30„ Hetzer" dauernd aussperren. Darauf gehängt, daß die Postbeamten einen Strafantrag wegen Beleidigung gehören oder nahestehen, und daß die Anstalt unter anderem vernicht gestellt hätten, weil sie ohne weiteres damit rechnen mußten, fuchen will, eine Zentralorganisation der schon befindlichen kleinen haben die Streifenden erklärt, im Ausstand beharren zu wollen. daß Reuter nicht verurteilt würde. " Auch die in Die Streitbrecherfirma Lange in Effen, die sich der Waldenburg i. Schl. erscheinende Schlesische Bergwacht" Versicherungs- und Unterstüßungsvereine zu werden. Die deutsche tlerifalen, Essener Volkszeitung" als Insertions- brachte die Notiz. Die Straßburger Militärrichter stellen aus- Gesellschaft Volksfürsorge" soll übrigens als Muster der Verorgan bediente, schaffte Hunderte von Streifbrechern nach gerechnet nur gegen die Schlesische Bergwacht" Antrag auf Straf- ficherungsanstalt Folket" gedient haben. Es ist anzunehmen, daß Hostenbach. In der Druckerei der„ Effener Volkszeitung" wird verfolgung wegen Beleidigung, Am Dienstag wurde nun von der die neue Anstalt hauptsächlich auf dem Arbeiterversicherungsgebiete auch der„ Chriftliche Bergknappe", das Organ der Streikenden, Waldenburger Straffammer der verantwortliche Redakteur tätig sein wird, auf dem bisher nur drei privatkapitalistische Gesellhergestellt. Eine tüchtige Firma, wie unseres Parteiblattes, Genosse Franz, zu 600 M. Strafe schaften arbeiten. man fieht. Die berurteilt. „ Effener Volksztg." war es bekanntlich auch, in denen die christlichen antragt. Von Freiheitsstrafe wurde nur deshalb abgesehen, weil Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beMassenstreitbruchführer 1912 zuerst nach Militär gegen die streifenden damals eine zu starke Bewegung geherrscht habe. Ruhrbergleute riefen. Jezt diente dasselbe Blatt zur Vermittlung von„ Arbeitswilligen" zur Bekämpfung der christlichen Streifenden von Hostenbach! Es ist dort auch schon zu Krawallenge" Was für eine Sorte„ Edelmenschen" und" Fachleute" sich zu dem„ nationalen Beruf" des Streitbrechers hergibt, darüber enthält die neue Nummer der Bergarbeiter- Zeitung" intereffante Mitteilungen aus der Feder des Genossen Hue, der im Streitgebiet Hostenbach weilte. Hue schreibt: " " Verbotener Feftzug. Wie gefittet muß man demnach die Sozialdemokraten einschäßen, die fich das ganze Jahr politisch herausfordernde Kundgebungen ihrer Gegner gefallen lassen müssen und trotzdem die öffentliche Sicherheit nicht gefährden. Aus Industrie und Handel. 20 Millionen Passiven. Soziales. Zahnersatz und die Landesversicherungsanstalt Berlin. Der Breslauer Polizeipräsident verbot den für das schlesische Zu diesem Kapitel wird uns weiter mitgeteilt: Am 6. Of. lommen, Schüsse wurden gewechselt, die Meiser Gaufeft der Arbeiterjänger zum ersten Pfingstfeiertage angefeßten tober 1913 stellte ich den Antrag auf Gebißanfertigung. Am benutzt. Die Polizei mußte" von ihrer Waffe Festzug, weil in der gegenwärtigen Zeit der Verhegung und bei 9. Januar 1914 bekam ich endlich eine Vorladung für den Gebrauch machen und nahm mehrere Verhaftungen dem Versuch der Eroberung der Straßen für die Massen eine 13. Januar. Am 19. Januar erhielt ich den Bescheid, daß bor! Die Unternehmerpresse schiebt die Schuld an den Strawallen Störung der Sicherheit und eine Gefährdung für Leib und meinem Antrage zurzeit nicht entsprochen werden könne, ich natürlich auf die Streifenden; diese erklären, sie seien von den Streif- eben zu befürchten sei. Der Festzug werde durch die Menge solle mich eventuell an die Reichsversicherung für Angestellte brechern angegriffen worden. feiner Teilnehmer, durch Ausdehnung und Ausstattung eine ein wenden. Von dieser Versicherung wurde mir nun die Hälfte drucksvolle(!) und zugleich herausfordernde Kundgebung werden, die der Kosten, 50 M., bewilligt; die anderen 50 M. soll ich zahlen. sich auch viele Andersdenkende mit ansehen müßten. Darin liege die Gefahr! Außerdem soll auch die Heiligkeit des ersten Pfingst- Da ich nun nicht in der Lage bin, die 50 M. zu entrichten, die Zähne aber für mich, wie durch ärztliches Attest bescheinigt feiertages gestört werden. wird, eine dringende Notwendigkeit sind, so teilte ich der Landesversicherung mit, daß mir nur ein Zuschuß in Höhe der Hälfte der Kosten von der Reichsversicherung gewährt würde Wer sich von dem Gerühme der Arbeitswilligen" als nüßund ersuchte um Bewilligung der anderen Hälfte. Dieser Anlichste Mitglieder der Gesellschaft" etwa beeinflussen ließ, dem rate ich, nach Hostenbach zu gehen und sich diese„ Edelsten der Nation" trag wurde abgelehnt. Es wäre doch sehr einfach geweſent, anzusehen. Un beschreiblich verwahrloste Gestalten, wenn die Landesversicherung die Anfertigung des Gebisses zum großen Teil unglüdliche Detlafsierte übernommen und sich mit der Reichsversicherung in die Kosten der menschlichen Gesellschaft. Abgerissene Kleidung, geteilt hätte. zerlumptes Schuhzeug, aus dem die Zehen herausschauen. Die Verbindlichkeiten der in Konkurs geratenen Da werden uns Angestellten allmonatlich Beiträge für Nicht wenige verwegene Gesichter, Haarfrisur, wie wie fie. Wertheim G. m. b. S. sollen sich auf etwa zwanzig ein Notfall eintritt, dann bekommt man von der einen VerH. Krankenkasse und zwei Versicherungen abgezogen, und wenn einer gewissen Sorte Gelegenheitsarbeiter" eigentümlich Wer eine nette Stollektion as hemmenbrüder bei- Millionen Mark belaufen. Sie sind so hoch, daß sie un- ein Notfall eintritt, dann bekommt man von der einen Versammen sehen will, der betrachte die herausfordernd auftretenden, möglich allein aus Warenschulden bestehen können. In der sicherung gar nichts, von der anderen wohl einen Teil, der von der bekannten Arbeitswilligenfirma herangeschleppten nüz Tat belaufen sich die eigentlichen Warenschulden nur auf rund aber, wenn man nicht über die nötigen Geldmittel verfügt, lichsten Elemente" in Hostenbach. Unter sich haben sie sich bereits, 3 Millionen Mart, während der Rest auf Zuschüsse des auch illusorisch ist. Es müßte doch, wenn soviel berechtigte im Alkoholdusel, feste verprügelt. Am Sonntag randalierten sie Fürstenkonzerns d. h. gegenwärtig des Fürsten Hohen Klage geführt wird, endlich einmal Wandel geschaffen im Orte und belästigten sogar Frauen in ichamloser Weise. Io he entfällt. Deswegen ist Anzeige bei der Behörde erstattet worden. Die Die Geschichte des Warenhaufes Wolf WertBevölkerung forbert Schutz vor den Ausschreiheim ist von besonderem Interesse; gibt sie doch zugleich EinAus dem Gewerbegericht. tungen dieser Arbeitswilligen"! So Ein achtzehnjähriger Bote der Berliner Batetfahrt. die„ eblen Elemente" aus, zu deren Schutz" die Scharfmacher Terrain- und Bau- Aktien Gesellschaft( ur- einen Ballen Tuch zu bringen, diefen aber nur gegen Bezahlung fehen blick in die Technik moderner Finanzgeschäfte. Die Berliner gefellidaft hatte den Auftrag erhalten, zu einem Schneider ein Ausnahmegefez gegen die gewerkschaftliche Arbeiterbewegung fordern. Es ist standalös, empörend, daß solche gemeingefährliche fprünglich eine Gründung des Bankiers Neuburger, später im abzuliefern. Der Empfänger des Ballens wußte aber den Kläger Burschen gegen ehrlich fämpfende, anständige Arbeiter benutzt Befit der von den Fürsten Hohenlohe und Fürstenberg finan- zu bereden, mit einem Briefe zu seinem Auftraggeber zurüdzugehen, werden! Man schämt sich ordentlich, daß so etwas in unserem zierten Gruppe) hatte in der Friedrichstraße nördlich der er werde inzwischen das Tuch nachmessen. Als der Kläger zurüdBaterlande möglich ist. Sämtliche gewerkschaftliche Arbeiter- Linden für die Passage- Kaufhaus A.-G. den be- fam, war der Ballen Tuch bereits weiterverkauft, und der Emporganisationen sollten sich wenigstens vereinigen zum energischen kannten Passagebau aufgeführt. Um die Passage- Kaufhaus fänger ist jetzt auch nicht mehr aufzufinden. Die Beklagte hat das Protest gegen einen solchen Standal. Auch ein Wort über die bergmännische" Qualität der Heran Bau A.-G. sehr bald 12 Millionen Hypotheken auf das Klageobjekt. durch einen Schaden in Höhe von 120 M. erlitten; sie hielt sich an halten, mußte die Berliner Terrain- und der eingezahlten Raution von 75 M. schadlos und diese bildeten nun geschleppten ist zu sagen. Allerdings, die Streifenden von Hostenbach fönnen sich zu der Qualität dieser Arbeitswilligen" den Bassegebau geben. Aus dem ursprünglich be- Obwohl der jugendliche Kläger offenbar einem abgefeimten gratulieren. Die werden die Zechenverwaltung sicher nicht heraus- absichtigten Warenhaus für Spezialgeschäfte" wurde Schwindler zum Opfer gefallen ist, berstand sich die beklagte Firma reißen. Einer der Arbeitswilligen", die ein Grauen vor der nichts und so mußten sich Passage- Staufhaus A.-G. nur zu einer bergleichsweisen Zahlung von 25 M., so daß der Bergarbeit bekamen und davonliefen, erzählte mir, er habe und ihr Hypothekengläubiger( die Terrain- und Bau- A.- G.) Aläger immer noch mit 50 M. gestraft wird. iſt. " A.-G. zu 11 als Hauer gearbeitet, obgleich er bordem( er nach einem neuen Mieter umsehen. Wolf Wertheim, ist Maurer) nie in einer Beche faffte! Als er und etwa der infolge von Differenzen mit seinen Brüdern gerade aus 60 Stumpels" vor Ort gewesen seien, sei ein Zechenbeamter heran- der Firma A. Wertheim ausschied, zog als Mieter ein, d. h. gekommen und habe gerufen: " 1 werden." Gerichtszeitung. Alle Hauer, die noch nicht in einer Grube gearbeitet nicht persönlich, sondern die von ihm gegründete W. WertEin betrügerischer Beamter der Stadt Berlin. haben, vortreten!" heim G. m. b. H. Den Kredit für den Betrieb und die Betrügereien, die der im Dienst der Stadt Berlin stehende Darauf feien von den zirka 60 Mann 15 oder 16 bor- fehr rasch vorgenommene Erweiterung( Miete von Geschäfts- Ghauffee- und Wegeaufseher Menzel zum Schaden der Stadttasse getreten! räumen in der Potsdamer Straße und am Dönhoffplak) verübt hatte, unterlagen gestern der Berufung durch das LandRann man sich Tolleres vorstellen? Hauer, bie noch nicht in verschaffte zum großen Zeil wiederum der Fürstentonzern. gericht Berlin III( Straffammer 1). Menzel, ein Mann von jetzt einer Grube gearbeitet haben man dente! werden nun nach Im Jahre 1909 wurde die Firma mit 1 Million Kapital 62 Jahren, der 27 Jahre hindurch in seiner jezigen Stellung ge der Erzählung dieses Arbeitswilligen" in Hostenbach, einer Zeche gegründet, erfuhr aber nach und nach Kapitals- mesen ist, wurde des Betruges in drei Fällen und der Amtsuntermit Schlagwettern und schwierigen Gebirgs erhöhungen bis auf 4 Millionen Mart. Daneben schwollen schlagung in einem Fall beschuldigt. Betrug sollte er dadurch ververhältnissen mit eigentlichen bergmännischen, gefährlichen die von dem Fürstenkonzern gewährten Kredite an. Im Jahre übt haben, daß er Wegearbeiter der Stadt während ihrer ArbeitsArbeiten beschäftigt!!! Ein 17jähriger Bursche, ebenfalls herangeschleppt( er lief ein paar Tage später davon), hat nach seiner 1912 hatte die Berliner Terrain- und Bau- A.-G. allein fast seit für seine Privatzwede beschäftigte, aber den Lohn aus Stadt10 Millionen zu fordern und da es der Terraingesellschaft Bonnywagens, die der Schmiedemeister auf Menzels Wunsch als mitteln zahlen ließ; ferner dadurch, daß er eine Reparatur seines Darstellung auch Hauerarbeit verrichtet. Das stärkste Stüd aber ist, daß nach der Mitteilung eines schlecht ging, übernahmen die Fürsten die Ablösung dieser Reparatur von Bifen liquidierte, gleichfalls der Stadttasse aufArbeitswilligen", der gleichfalls nach mehrtägiger Hauerarbeit" Kredite. Inzwischen sind aber die Finanzkredite der Wolf padte; weiter dadurch, daß er Wegearbeiter der Stadt bei den ihm babonlief, sich die völlig bergfremden Rumpels" Wertheim G. m. b. H. weiter gewachsen. Fürst Hohenlohe, von der Garnisonverwaltung nebenamtlich übertragenen Arbeiten unter Tage 8igaretten anzündeten!!! In einer dem bei der Trennung von dem Fürsten Fürstenberg das an der fiskalischen Luftschifferchauffee berwandte und wiederum Grube mit Schlagwettern!!! Sind die Bergpolizeiverordnungen für Hostenbach außer Kraft Barenhaus zugefallen ist, soll mindestens 15 Millionen den Lohn auf den Stadtjädel wälzte, obwohl schon die Garnison= gesetzt? Diese Frage richte ich an die Bergbehörde. Hat sie noch zu fordern haben. Die Amisunterschlagung wurde Da eine beffere Entwicklung des verwaltung die Löhne zahlte. feine Kenntnis von der Anlegung völlig bergfremder Leute als Warenhauses Wolf Wertheim nicht zu erwarten ist und Fürst darin erblickt, daß er Schlick, den er von der unter seiner Aufsicht stehenden Saatwinteler Chaussee hatte abräumen lassen, durch " Hauer" usw. auf Hostenbach, oder finder diese Beschäftigung ent- Hohenlohe infolge des allgemeinen Krachs der Fürstenkonzern- Verkauf zu Geld machte und den Erlös in seine Tasche stedte. Die gegen den Mitteilungen jener Arbeitswilligen" und der betriebs- unternehmungen in mißlicher finanzieller Lage ist, stellt er die Vorgänge liegen schon eine Reihe von Jahren zurück, fie erregten fundigen Streifenden wirklich nicht statt? Es ist mir natürlich Zuschüsse ein und überliefert das Warenhaus dem Konkurs. aber damals sofort Aufsehen und Befremden bei den beteiligten nicht möglich gewesen, an Ort und Stelle, d. h. in der Grube, Viel wird er aus dem Unternehmen nicht mehr herausholen Arbeitern und sind seitdem immer wieder unter ihnen besprochen die Angaben meiner Gewährsleute nachzuprüfen. Das kann aber tönnen, selbst wenn die Warengläubiger, wie zu erwarten ist, worden. Es hat lange gedauert, ehe es gelungen ist, den Stein die zuständige Bergbehörde und sie muß es tun zum Schutz der zum größten Teile mit ihren Forderungen ausfallen sollten. gegen Menzel ins Rollen zu bringen. Arbeiter." Aus der Partei. Parteiliteratur. " Ein Boltsschullehrer wendet sich hier an seine Amtskollegen. Er zeigt ihnen den Kampf der Arbeiterschaft um ein höheres Menschenfum, er bedt die Ursachen auf, die heute eine wirkliche Erziehungsarbeit an den Kindern des Volkes lahmlegen und darum jedem ernst strebenden Lehrer seinen Beruf erschweren. Der Verfasser schließt mit der Aufforderung an die Kollegen und Kolleginnen: Wer von Euch an dem Halbheitsideal des Liberalismus irre geworden, wer als wahrer Jünger Pestalozzis die Widerstände spürt, die lähmend sich vor seine Arbeitsfreude legen, der bertiefe sich in das Studium der Arbeiterbewegung, die Jdeenwelt des Sozialismus." Die Schrift, die nicht allein für die Lehrer sondern auch für jeden sich für Erziehungs- und Schulfragen interessierenden Genossen Lesenswert ist, foftet 30 Bf., eine besser ausgestattete, gebundene Ausgabe 1 M. " Einigung im Kohlensyndikat. Vor Gericht hatte der Angeklagte Menzel für alle diese Dinge feine Erklärung, die er glaubhaft zu machen sich bemühte. erzählte viel von den Anerkennungen, die er während seiner AmtsWie die Rhein- Westf. 3tg." zu berichten weiß, ist eine tätigkeit für seine Leistungen geerntet habe; aber auch von den Einigung zwischen reinen und Hüttenzechen in der Frage des Anstrengungen, die sein Amt ihm auferlegt habe, und er behaupWir Bolksschullehrer und die Sozialdemokratie. Verlag Buchtofstohlenbezuges auf folgender Grundlage erfolgt: Die Hüttenzechen tete, daß er geradezu überbürdet gewesen sei. Das Bonnygespann haben darauf verzichtet, über ihr Kontingent( Selbstverbrauchsziffer) in seinem ziemlich ausgedehnten Revier, für die er Fuhrtoftenhatte er aus eigenen Mitteln angeschafft, um bei den Dienstfahrten handlung Vorwärts, Berlin, hinaus Stofstohlen zu beziehen, sie haben sich vielmehr verpflichtet, entschädigung erhielt, ein eigenes Fuhrwert zur Verfügung zu den eventnellen Mehrbedarf ihrer Hütten in Kots über die kon haben. Daß er einen Arbeiter der Stadt während dessen Arbeitstingentsziffer hinaus in erster Linie aus ihrer Berkaufsbeteiligung seit den Wagen waschen und die Bonnys besorgen ließ, will er für im Syndikat zurückzulaufen, ehe sie weitere Kotstohlen zur Kots- erlaubt gehalten haben, weil Stadtbauinspektor Krause ihm mal herstellung zulaufen. Damit erfährt der Markt für die reinen Bechen gejagt habe, bei au viel Arbeit dürfe er einen Mann zu Hilfe eine starke Entlastung, die ihnen besonders in schlechten Zeiten zugute nehmen. Er( Menzel) habe geglaubt, diesen Mann auch zur Hilfefommen wird. Für die Hüttenzechen, die eine Verkaufsbeteiligung leistung bei seinem Fuhrwerk benutzen zu dürfen, weil er das er Fuhrwert doch im Dienste der Stadt brauchte". nicht haben, bleibt die Bestimmung natürlich gegenstandslos. Im vom Eisenbahnregiment als Visefeldwebel mit einem Vermögen übrigen wird von einigen reinen Bechen der Meinung Ausdruck ge von etwa 20 000 M. abging, wozu als Mitgift seiner Frau noch gebent, daß damit die bestehenden Schwierigkeiten noch keinesfalls etwa 8000 22. famen, bejist jetzt in Reinickendorf zwei Grundstüde behoben seien, daß vielmehr die Frage der Verkaufsvereine noch und ein drittes in Wandliz. Als er in Reinickendorf das eine ungeklärt sei und zu stärkeren Meinungsverschiedenheiten Anlaß geben Grundstüd übernahm, ließ er bei der Niederlegung eines Badofens einen„ jeiner" Arbeiter helfen und einen anderen vier Wochen hindurch Schutt herausschaffen, immer auf Kosten der Stadt, die Polizeiliches, Gerichtliches usw. den Lohn weiterzuzahlen hatte. Hierzu bemerkte der Angeklagte Menzel, er habe für die Stadt über seine Pflicht hinaus Tag und Das beleidigte Marine- Kriegsgericht. Nacht so viel ihm nicht mitbezahlte Arbeit geleistet, daß er geglaubt Der Verantwortliche der Breslauer Volkswacht" habe, nun auch mal einen Arbeiter auf Kosten der Stadt für sich Genosse Förster, der erst fürzlich von Breslauer Richtern zu ins beschäftigen zu dürfen". Auch das hatte er geglaubt, daß er die gefamt 3 Monaten Gefängnis und 50 M. Geldstrafe verurteilt Deutschlands Eisenerzeugung. Nach den Ermittelungen des Reparatur des Bonnygefvanns nicht selber zu zahlen brauche, weil wurde, stand am Dienstag wieder einmal vor diesen. Förster soll Vereins Deutscher Eisen- und Stahl- Induſtrieller betrug die Roh- der Wagen doch zum Dienst benutzt wurde und im Dienst' taput die Richter des Marine- Kriegsgerichts in Wilhelms eisenerzeugung in Deutschland und Luxemburg im Monat März 1914 gegangen war". Die 30 M. Kosten ließ er als Kosten der Reparatur haven beleidigt haben, die im August vorigen Jahres einen insgesamt 1602 714 Tonnen gegen 1445 511 Tommen im vorigen von" Biken" buchen, weil für den Wagen„ kein besonderes Konto Matrosen deswegen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilten, weil dieser sich weigerte, Blut aus seinem Körper für Untersuchungszwede Monat und gegen 1629 463 Tonnen im gleichen Monat des vorigen da war" und er sonst große Schreibereien und Weitläufigkeiten entnehmen zu lassen. Im Anschluß an diesen Bericht, der tatsächlich Jahres. Auf den Arbeitstag famen im Berichtsmonat 51 700 Tonnen gehabt hätte". Den Vorwurf der Verwendung von Arbeitern der Stadt zu Arbeiten an der Luftschifferchauffee wollte Menzel ent einige Unrichtigkeiten enthielt, aber trotzdem unbeanstandet von der Mehr- gegen 51 625 Tonnen im vorigen Monat und gegen 52 563 Tonnen fräften mit der Angabe, er habe von einem Unternehmer Badert sahl unserer Barteiblätter gebracht wurde, schrieb die„ Bollswacht", daß im gleichen Monat des vorigen Jahres. Die geringe Steigerung ber Solbat selbst nicht einmal mehr über sein eigenes Blut verfügen tönne, fo weit jei schon der Kadavergehorfam. Dadurch fühlten sich die Richter des Striegsgerichts beleidigt und die Breslauer Kollegen in Zivil glaubten das mit 500 Mar! Geldstrafe fühnen zu müssen. Auch ein Nachspiel zur Zabern- Affäre. Anfang Januar ging durch die gesamte Parteipresse eine Mit teilung, nach der amtlich festgestellt wurde, daß die Behauptung des fönnte. Der rheinisch- westfälische Zementverband ist am Mittwoch unter Einschluß aller beteiligten Werke endgültig zustande getommen. Die Zementpreise bleiben für das laufende Jahr unverändert. beruht auf der alljährlich im Frühjahr eintretenden Belebung des Eisengeschäfts. Die Erzeugung in den Monaten Januar bis März 1914 stellte sich auf 4,6 gegen 4,7 Millionen Tonnen im gleichen Beitabschnitt des vorigen Jahres. ( der nicht mehr am Leben ist sich andere Arbeiter besorgt, die er ( Menzel) für die Stadt auf ihrer Saatwinteler Chaussee beschäftigt habe, während er den geübteren Arbeitern der Stadt die fistalijche Luftschifferchauffee anvertraute. Er habe diese Leute weiter in den Listen als Arbeiter der Stadt geführt, weil sie sonst bei der Boltsfürsorge in Schweden? Wie der Börjen- Courier" meldet, eine Schädigung in ihren Benfionsansprüchen erlitten hätten. Der Stadt eine Verringerung ihrer Dienstzeit und damit später einmal ist zu den in Schweden schon vorhandenen 22 einheimischen Lebens- Fistus zahlte übrigens für die von Menzel zur Verfügung geversicherungsgesellschaften jezt noch eine gekommen, die Versicherungs- stellten Arbeiter höhere Löhne als die Stadt, aber Menzel konnte anstalt„ Folket ömsesidigt"( bas Bolt auf Gegenseitigkeit). sich vor Gericht nicht mehr erinnern, welche Löhne er denn nun den Nr. 98. 31. Aahrgavg. 2. ßtilnjt Ks JitBärts" KM» llollisbUtl. DotlneMg. 9. April 191�. Stäötisthe Landwirtschaft. Die Stadt Berlin betreibt auf ihren Gütern Landwirtschaft. Diese landwirtschaftliche Ausnutzung des Grund und BodenS ist aber nur eine Nebenwirkung der Unterbringung und Verwertung der Fäkalien. In erster Linie dienen die Rieselfelder dieser Ausgabe und deshalb kann auch die städtische Landwirtschaft nicht mit dem Maststab gemessen werden, wie man ihn sonst an einen landwirt« schaftlichen Betrieb anzulegen gewohnt ist. Es dürste von Interesse sein, einmal etwas zu erfahren über die städtische Landwirtschaft in anderen Städten. Vor uns liegt ein Bericht, der uns vor einiger Zeit über die Stadt„Glasgow als Gutsbesitzerin' zu ging. Diesem Bericht entnehmen wir folgende Angaben: Im Jahr« 1831 kaufte die Stadt das Gut Rhding, das etwa 18 Kilometer von der Stadt entfernt liegt. Ursprünglich bestand eS aus fünf Farmen. die einen Flächenraum von 564,67 Acres bedeckten und 12 575 Pfund Sterling kosteten. Allmählich hat die Stadt da» Gut auf 820,771 Acres abgerundet. Die unverkaufbaren Abfall� Produkte der Stadt fanden hier vorzügliche Verwendung, so dast der früher fast durchweg arme und lehmige Boden heute einen hohen Grad von Fruchtbarkeit erreicht hat. Es wird Heu. Hafer. Weizen. Rüben, Kartoffeln und ähnliches geerntet. Die Produkte werden von den städtischen Betrieben zur Fütterung der Pferde usw. ge braucht. Ein kleineres Gut, das gekauft wurde, ist die Farm Mary' burgh, die nur 31 Acres umfastt. In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt der städtische Besitz Robroyston, der fünf Farmen mit einer Gesamtfläche von 653 Acres umfastt und im Jahre 1903 40 000 Pfund kostete. Zwei der Farmen befinden sich vorläufig noch in den Händen von Pächtern, die anderen drei bewirtschaftet die Stadt selbst. Die Ziegelei, die sich auf diesem Gut befindet, wie auch die Basalt' bräche auf dem vorher genannten Gute Ryding rentieren sich gut. In Robroyston haben die Arbeitslosen der Stadt in den Winter' monaten der vergangenen Jahre viel Torf« und Oedland in srucht- baren Boden verwandelt, der jetzt gute Ernten liefert. Wir besuchten dieses Gut unter Führung des Gemeinderatsmitgliedes Herrn Mitchell, des zweiten Vorsitzenden deS ReinigungSauSschusse», und deS Superintendenten Herrn M'Coll, der seit 40 Jahren die Reim gung dieser Millionenstadt leitet. Auf einer der Farmen probierte man gerade eine neue Kartoffelsortiermaschine. Für den Gebrauch ihrer Güter hat die Stadt eine Strahenlokomotive, Dresch Maschine und andere landwirtschaftliche Maschinen angeschafft. Land, Gebäude, Tiere und Geräte waren in vorzüglichem Zustande. Eine kleine Tatsache schien uns besonders geeignet, die Vorzüge der Verbindung städrischer mit ländlicher Betriebe zu veranschaulichen. Es wurde uns erklärt, dast manche der schönen grasten Ayrshire Gäule, die wir in den Ställen sahen, für die Einsammlung des Hausunrats benutzt würden, sich aber zurzeit auf dem Lande be- fänden und hier arbeiteten, um sich von den schlechten Wirkungen des harten GlaSgower Pflasters zu erholen. Da« Gut Robroyston hat auch historisches Interesse. Hier wurde im Jahr« 1305 der schottische Nationalheld Wallaee an die Engländer verraten. Ein Denkmal bezeichnet heute die Stelle. In der Nähe befindet sich auch der Wallace-Brunnen. Nach dem letzten Jahresbericht de« Herrn M'Coll waren die Haupterträge der Gemeindegüter: 937 Tonnen 2% Zentner Heu; 116 Tonnen und 191/< Zentner GraS; 841 Tonnen und 7>/, Zentner Stroh und Spreu; 759 Tonnen und 16'/, Zentner Rüben; 271 Tonnen 1'/« Zentner Kartoffeln; 1104'/, Bollen Hafer(1 Boll« «= 4 oder 6 Bushels); 843»/� Bollen Weizen; 39 Bollen Gerste. Verkaust wurden von den Produkten der GlaSgower Landwirtschast für 1825 Pfund; der Wert de« eigenen Verbrauchs wurde auf 5654 Pfund geschätzt. Die Produkte der städtischen Güter gingen an die verschiedensten städtischen Einrichtungen, wie die Feuerwehr, Polizei, die städtischen Waschküchen. ParkS. Hospitäler, Laboratorien usw. Die Arbeitsverhältnisse auf den städtischen Gütern find für ganz Grohbritannien vorbildlich. Die Landarbeiter haben einen Mindest« lohn von 25 Schilling die Woche. An Sonnabenden haben sie einen halben steien Tag, wie die meisten britischen In- dustriearbeiter. Ueberstunden werden so weit wie möglich vermieden; man beschäftigt Aushilfskräfte in den Jahreszeiten, in denen die Landwirtschaft vieler Arbeitskräfte bedarf. Auster diesen Gütern besitzt Glasgow ein 14640 Acre» um« fassendes Gebiet im Hochland, etwa 40 Meilen von Glasgow. Da« Land, Ardgoil Estate genannt, wurde der Stadt von einem früheren ParlamentSmitgliede Glasgow« geschenkt und eignet sich nur für Schafzucht und Waldwirtschaft. Der Tierbestand setzt sich zurzeit au« 8550 Schafen. 50 Rindern und 7 Pferden zusammen. Ist da« Gut erst einmal besser entwickelt, dann kann e« den zahlreichen Betrieben der Stadt manche Rohmaterialien, wie Stein und Holz liefern. Vorläufig kommt es hauptsächlich nur al» Vergnügungsort der Glasgower Bürger in Betracht, die e« leicht mit dem Dampfer erreichen können. Die Arbeiterpartei befürwortet gerade den Ankauf eine« Dampfers, der da« GlaSgower Volk nach seinem Gut im Hoch« land führen kann. Aus diesen Schilderungen darf man nun nicht entnehmen, daß in Glasgow alle« zum besten bestellt sei. Da« ist nicht der Fall. Ist auch Glasgow in den meisten Beziehungen den anderen Städten Großbritanniens weil voraus, so sind sein. Wohnungsverhältnisse noch sehr primitiv. ES weist Spelunken auf. mit denen«» sich auf einer WohnungShöhlenauSstellung den ersten Pre.S erstre.ten könnte. In den Arbei.ervi-.t-ln findet man b.S zu°30 Personen auf einem Hektar. Diese Zustände abzuschaffen. ,st das unm.ttelbare Ziel der Arbeitervertreter im GlaSgower Stadtrats Die GlaSgower Arbeiter wollen den in kurzer Zeit für g-m-mnütz.g- Zwecke frei werdenden Gewinn der Straßenbahnen m b« SA von annähernd einer Viertelmillion Pfund jährlich zum Bau von«rb terwohnung.n benutzen AuS dem SemernnutzigkertSfond«. in den oller Profil, den die Stadt macht fl'estt � Lrfich Baugeld vorstrecken, ohne Zmsen zu verlangen ,Shrlich soll«ein Teil deS Geldes zurückbezahlt werden. Man tckaut ine Kosten des Boden, und-w-- Hnufe. da« neben �ch-� dem Badezimmer-in Wohnzimmer und d«! Schlaf,�- mthAt und 'inen 150 OuadratyardS grov«n f s W.mh ling; die Miete«ineS solchen Emfam.l.tnhauSchen« wurde 8 Pfund 'm Jahre betragen. Hoffentlich g'l.ngr e. uns"en« a�°«er Genossen, den Plan durchzusetzen.-� Toch d.eser Rück ständigkeit der schottischen Stadt in der �"lm�pol.ttk kann man ihr ihre Verdienst- Bahnbrecher.« au dem Ge� Munizipalsozialismus nicht absprechen.. �"'��m landwi� schaftlichen Unternehmungen verdienen d.e � die Nachahmung anderer Großstädte. D.e stadtllch« Landwirtschaft bot sich glänzend b-währt, sie 3"� tonner in Großbritannien und niemand ,n' d« Betriebe einzustellen oder zu d'rautzern.�Man trachtet>m Gegen teil danach, die Landwirtschast der Stadt auszudehnen. Parteiangelegenheiten. Jugendsektion des 5. Kreise«. Der Besuch des Märkischen Museum? kann am Freitag nicht erfolgen, da dieses geschlossen ist. Die Genossen treffen sich trotzdem um 11 Uhr an der„Berolina" am Alexanderplatz, da ein anderes Museum besucht wird. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, dast unsere nächste Versammlung am 15. April bei Powileit, Jostystr. 7, stattfindet. Serliner Nachrichten. Die Sautätigkeit beginnt! Allerdings nur spärlich dort, wo mit der Maurerkelle hantiert wird. Denn die vielen Zettel, die in Berlins Nord und Süd. Ost und West wie nicht minder in allen Straßen der Vororte an den Häufern prangen und kund und zu wissen tun, daß Wohnungen in allen Größenverhältnissen und Preis' lagen zu vermieten sind, lassen eine frisch-fröhliche Bautätig keit nicht aufkommen Wer kann noch hoffen, ein neuerbautes Haus voll zu vermieten, wenn in den vorhandenen Häusern bereits Zehntausende von Wohnungen leerstehen und im Hintergrunde das Gespenst der Bevölkerungsabnahme drohend sein Haupt erhebt? Von all diesen Sorgen und Problemen, die wir gescheiten Menschen uns durch recht wenig gescheite gesellschaftliche Ein- richtungen aufgeladen haben, wissen unsere gefiederten Gäste, Sänger wie Nichtsänger, nichts. Bei ihnen hat die Bautätig. keit in vollem Umfange eingesetzt, ein untrügliches Zeichen. daß nun wirklich der Frühling naht. Aber wie verschieden be- nehmen sich die Vögel bei dem Bau des Nestes, in dem eine neue Generation erbrütet und herangezogen werden soll! Da ist die Schwarzamsel. Seit sich die erstaunliche Wand' lung mit ihr vollzogen hat, durch die si'e in wenige;: Jahr' zehnten aus einem der scheuesten Waldvögel zu einem Park' und Gartenvogel wurde, ist sie überzutraulich geworden. Seit Jahren habe ich aus ineinem Grundstück ein Pärchen als Gäste. Durch reichliche Fütterung, die ihnen den ganzen Winter hin durch gereicht wird, haben sie beinahe den Charakter von Haus' tieren angenommen. Und doch folgen sie. sowie es an das Nisten geht, noch ganz den Gewohnheiten, die sich aus ihrer früheren Lebensweise ergaben. Jede Stelle, die sich balbwegs zur Anbringung eines Nestes eignet, ist bereits mit einem solchen besetzt. Was läge näher, als daß eines dieser früheren, noch gut erhaltenen Nester wieder in Gebrauch genonmieu würde? Aber nein! Es muß ein ganz neues Nest sein. Daß diese Handlung nur aus ererbter Gewohnheit und nicht etwa aus der Sorge hervorgeht, die alte Niststelle könnte bereits bekannt geworden und gefährdet sein, folgt schon daraus, daß die neue Niststätte mit großer Sorglosigkeit angelegt wird. So sorglos, daß ich schon wiederholt, uni den Katzen ihr räuberisches Metier nicht zu sehr zu erleichtern, mein Veto gegen den gewählten Bauplatz einlegen mußte. Den Bau besorgt einzig Frau Amsel. Emsig schleppt sie die Baustoffe heran. Erst die groben als Unterlage, und dann die feineren zum eigentlichen, sauber gerundeten Neste. In zwei bi« drei Tagen ist der Bau fertig. Der Herr Gemahl gibt sich mit so gewöhnlicher Arbeit nicht ab. Er fühlt sich als Künstler, und er glaubt offenbar genug getan zu haben, wenn er die Tätigkeit der Gemahlin mit seinem Gesänge begleitet. Ganz anders vollzieht sich das gleiche Geschäft bei dem durchtriebenen Burschen, dem Spatz, Diese gerissenen Schlau- berger betrachten sich das alte Nest, schwatzen dabei, er zerrt hier, sie dort etwas daran herum; wenn es gar nicht anders geht, werden zur Reparatur auch einige Halme und Faserstoffe herangetragen, liederlich angeflickt, und— fertig ist die Laube. Und wie ganz anders wiederum verfährt der Artgenofse d«S Sperlings, der edle Fink. So zierlich er herumtrippelt und das Futter aufnimmt, unter dem Spatzenvolk eine graziöse Ballerine neben ungeschlachten Hinterwäldlerinnen, so zierlich und künstlerisch vollendet ist der Bau seines Nestes. Mit großem Geschick sucht er eine geeignete Stelle zur Anlage seines Baues aus, und wenn das Werk vollendet ist. schallt sein schmetternder Schlag wie ein Jubelruf in den lichten Frühlingstag hinein._ Die Bodenpreise in Groh-Berlin. Die EntWickelung der Berliner Bodenpreise ist zweifellos ein lehrreicher Beitrag zur Geschichte des kapitalistischen Wuchers. Die große Masse der Großstadtbevölkerung, die heute unter der schier erdrückenden Last übermäßig hoher Mieten seufzt, braucht nur einen Blick auf diese wenigen Zahlen zu werfen'— und das Geheimnis ist gelüstet. Hierbei kommt es weniger daraus an, die horrenden Preise, die in einzelnen, besonders günstigen gelegenen Stadtteilen erzielt werden, anzuführen, sondern vor allem die als normal be- trachteten Durchschnittspreise. Die Geschichte des Berliner Bodenwuchers ist Verhältnis» mäßig kurz, aber desto inhaltreicher. Die Bodenpreise von 1830 bedeuten noch nicht Ya Proz. dessen, was heute als Durch- schnittspreis gilt. Und auch im Jahre 1850 ist der Bodenwert Berlins im Verhältnis zu dem von heute ein„Nichts", zirka 80 Millionen, knapp IV2 Proz. des gegenwärtigen. Erst nach 1870 beginnt der große Aufschwung. Der beispiellose Grün- dungsschwindel, der alle Gebiete beherrschte, schlug natur- gemäß auch auf das Grundstücksgeschäst über. Die Grundrente bedeutet für die Kapitalistenklasse eine der reichsten Einnahmequellen, sie galt es daher besonders in die Höhe zu treiben. Bald zählte man den Nutzungswert des Berliner Grundbesitzes nicht mehr nach Millionen, sondern nach Milli- arden. 1898 wurde dieser Wert(ausschließlich der Vororte) auf 2�4 Milliarden berechnet.�. Neuerdings berechnet Steinmonn-Bucher in seiner Schrift:„Das reiche Deutschland"(Berlin 1914) auf der siche- ren Grundlage des wirklichen Ertrages den Berliner Boden« wert und kommt zu der Riesensumme von 7 Milliarden Mark. Danach wäre von 1898 bis 1913, in einem Zeitraum von 15 Jahren, der Bodenwert um fast das Dreifache gestiegen. Dieser gewaltige Sprung macht stutzig und wir möchten des- halb annehmen, daß die Summe von 214 Milliarden für 1898 nicht der Wirklichkeit entspricht, sie ist zu niedrig. Indes kann dieser Gegensatz nicht verwirren; entscheidend ist der gegenwärtige Bodenwert, der allermindestens 7 Milliarden Mark beträgt. In dieser imponierenden Rechnung fehlen noch die Vororte, deren Bodenwert infolge der starken Aus- dehnung Berlins ganz enorm emporgeschnellt ist. Wilmers- dorf, Schöneberg, Friedenau usw. sind klassische Beispiele dafür. Für die gesamten Vororte veranschlagt Steinmann- Bucher nach eben derselben Metbode 5 Milliarden Mark Bodenwert, so daß Groß-Berlin insgesamt 12 Milliarden repräsentiert: unbebauter Boden ist selbstverständlich in der- selben Höbe einbezogen wie der bebaute. 12 Milliarden Mark! Eine fabelhafte Summe! Wie aber ist es niöglich, daß in wenigen Jährzehnten sich der Bodenwert hundertfach steigerte? Entspricht diese sprung- haste EntWickelung der Gestaltung des übrigen Wirtschafts- lebens, vor allem der Lebenshaltung der Arbeiterklasse? Denn sie ist es in erster Linie, die durch ihren Massenkonsum an Wohnungen und anderen damit in Verbindung stehenden Ge> brauchsgegcnständeii der Träger und Vermehrer dieser unge- heuren Werte ist. Es sei zugegeben, daß entsprechend der wirtschaftlichen Aufwärtsentwickelung alle gesellschaftlichen Gebrauchsgegenstände eine außergewöhnliche Wert- und Preissteigerung erfuhren. Aber: 1850 ein„Nichts", 1913 rund 12 Milliarden— das ist offenbar anormal, wucherisch. volksfeindlich! Allein die nnunterbrcchene Steigerung der Wohnuiigsmieten erzeugte diesen 12 Milliardcnwert. Und nur der restlose Monopolbesitz der kapitalistischen Bourgeoisie am Grund und Boden ermöglichte diese unerhörte Preissteigerung. Die Bourgeoisie hat dieses Privilegium systematisch dazu benutzt, die proletarische Bevölkerung aufs schamloseste auszuplündern. Sic ist in der Lage, dem kleinen Mieter, der schutzlos dasteht, den Mietspreis zu diktieren. Diesen 12 Milliarden entströmt der Pesthauch der großstädti- schon Mietskaserne, der menschenvernichtende Tuberkel- bazillus— diese 12 Milliarden sind das stinkende Wucher- kapital, unter dessen allmächtiger Wucht Gesundheit und Glück, die besten Lebenskeime des Volkes, erstickt wurden. Tie kapitalistische Grundrente ist die Wurzel der Herr- schenden Wohnungsnot; und sie, das beißt das Privateigcn- tum an Grund und Boden, gilt es radikal zu beseitigen, wenn diesen gemeinschädlichen Zuständen ein glückliches Ende de- reitet werden soll. Der 12 Milliardentribut, den die Berliner Bevölkerung in kurzer Zeit einer Handvoll skrupelloser Bodenspekulanten geleistet hat, sollte ein kräftiger Anspo n sein, daß die Erpropriation der Expropriateure so schnell wi« möglich verwirklicht wird. Sin schwerer Raubüberfall ist Dienstagabend auf der Landstraße zwischen Marzahn und Friedrichsfelde auf den 37 Jahre alten BeschäftSkutscher Friedrich Hllbner au« der Rauborstraße 2 verübt worden. Der Ueber- fallen« wurde durch einen Revolverfchust sowie durch eine Draht- schlinge schwer verletzt: geraubt wurde nicht«. Der Rm.ber entkam und ist noch nicht ergriffen. Hübner steht seit vier RZonaten im Dieuste eines Kolonial« waren-GroßhändlerS in der Köpemcker Straße 43. Er fuhr am Dienstag in Vertretung eine» anderen Kutscher», der verhindert war, die Strecke Friedrichsfelde— Biesdorf— Marzahn. Weil er seinen Arbeitsgenossen nur vertrat, so kassierte er in diesem Falle nicht. wie e» sonst die Kutscher, die die Wagen ausfahren, zu tun Pflege». Von der Vertretung konnte der Räuber, der ohne Zweifel die ständigen Wege der Kutscher beobachte: und daraufhin seinen Anschlag von langer Hand vorbereitet hat. nichts wissen. Er vermutete deshalb sicher auch bei Hübner einkassiertes Geld. Gegen 7 Uhr abends war Hübner mit seiner Bestellfahrt fertig und macht« sich auf den Heimweg. AI« er hinter Marzahn in der Verlängerung der Berliner Straße auf der Chaussee ungefähr die Erabersche Gärtnerei erreicht hatte, sprach ihn ein Mann an und bat ihn. daß er ihn doch mitfahren lasse. Auf seine Frage, wohin er wolle, sagte ihm der Man», sein Ziel sei die Berliner Straße in Friedrichsfelde. Arglos nahm ihn der Kutscher jetzt auf und ließ ihn neben sich auf dem Bock sitzen. Schon naw kurzer Zeit zog der Fahrgast einen Revolver auS der Tasche, richtete ihn auf den Kopf HübnerS und verlangte unter Drohungen und der Erklärung, daß er ihm sonst auch noch daS Pferd aus« spannen und mitnehmen werde, die Herausgabe seine» Geldes. Hübner erwiderte, daß er nichts bei sich habe. Kaum hatte er da» gesagt, da schoß ihm der Wegelagerer eine Revolverkugel in den Kopf. DaS Geschoß drang oberhalb de« linken Jochbein« in den Kopf, Gleich nach den» Schuh warf der Räuber seinem Opfer ein« Drahtschlinge um den Hal« und zog sie zu. Hübner setzte sich au« allen Kräften zur Wehr und durch die Verschiebungen riß ihm die wahr- scheinlich knotige oder sonst irgendwie rauhe Schlinge an der rechten HalSseite die Weichteile bis zur Schlagader auf. Durch das Reißen am Zügel war das Pferd zur Seite gesprungen und mit dem Wagen gegen«inen Baum gerannt. Al« eS jetzt stand, hörten Hübner un» der Räuber einen Kraftwagen herankomme», der seine Warnung«- zeichen gab. Der Räuber sprang jetzt vom Bock und lief über den Chausieegraben hinweg nach links querfeldein in der Richtung nach Biesdorf zu davon. Trotz seiner schweren Verletzungen versuchte Hübner ihn zu verfolgen. Er hatte aber kaum den Wagen verlassen. al« er nach wenigen Schritten, durch den schweren Blutverlust erschöpft, zu'ämmeu- brach und besinnungslos liegen blieb. Die Insassen de« Krasi« wagen«, der jetzt herangekommen war, konnten nicht sehen, wa» vorgefallen war, und so fuhr er an dem GeschästSwagen vorbei und setzte seinen Weg fort. So kam es, daß erst nach mehreren Stnnden dem Ueberfallenen Hilfe zuteil wurde. Gegen 10 Uhr kam ein Kartoffelhändler ans Friedrichsfelde von Marzahn her gefahren und fand Hübner noch besinnungslos in einer Blutlache daliegen. Er hob ihn sofort auf seinen Wagen und brachte ihn nach Friedrichs« felde zu einem Arzte. Dieser verband den Schwerverletzleu und ließ ihn dann nach dem Elisabeth-Krankenhau« in Ober-Schöneweide bringen. Der Arzt benachrichtigte sofort auch den LmtSvorsteher und den Kriminalkommissar Stelze. Beide eilten an den Ort de» UeberfalleS, um die vorläufigen Feststellungen zu machen. Der Kommissar begab sich von dort nach dem Krankenhause, Hier war Hübner inzwischen schon operiert worden und zur Be« sinnu.ig gekommen. Er konnte dem Kommissar die Vor- gänge kurz so mitteilen, wie sie hier geschildert sind. Roch in der Nacht teilte die Ortspolizei auch der Berliner Kriminalpolizei den Ueberfall mit. Schon in aller Frühe begab sich Kriminalkommissar Metelmam« mit Beamten und Spürbunden hinou«. um in Verbindung mit dem Kommissar Stelze die weitere» Nachforschungen zu betreiben. An der grohen Blutlache, kie norti vorhanden war, nahmen die Hunde Witterung. Die Fährte des Verbrechers, die sie dann anfnahmen, führt quer über das Feld und verliert sich an der Hinterseite de« von TreSkowschen Parke« in FriedrichSseld« an einem 1'/, Meter breiten Graben, den der Räuber übersprang, um dann sein« Flucht auf der Chaussee fortzusetzen. Von den Fußspuren de» Räubers wurden GipSabdrücke gemacht, der 90 Drt des Ueberfalles wurde mit allen Einzelheiten photographiert.[ werden soll. Das Bild foftet angeblich 4 m. und der Schwindler ver- bestätigt. Es war eine nicht fehr große, aber eine recht anbächtige Die Drahtschlinge wurde nicht gefunden. Wahrscheinlich hat der langt 1 M. Anzahlung. Räuber sie mitgenommen. Gemeinde, die der Einladung des Bildungsausschusses Folge geEs ist wohl anzunehmen, daß die Käufer des Bildes nach er- leistet. Der Appell an die Lebensfreude, mit dem der Genosse Die Berliner Kriminalpolizei hat auf die Ergreifung des folgter Anzahlung weder das Bild erhalten noch den Herrn Ver- den Herzen der jungen Menschenkinder, die an der blumengeschmüdten Reuter seine gehaltvollen Ausführungen schloß, dürfte nicht nur in Täters 1000 M. Belohnung ausgejezt. Die Belohnung ist für Per- treter jemals wiedersehen. Wir warnen daher dringend vor der Tafel saßen, lebhaftesten Wiederhall geweckt haben, sondern auch den jonen aus dem Publikum bestimmt, welche Angaben machen Anzahlung auf später zu liefernde Bilder. Bei dieser Gelegenheit Erwachsenen aus der Seele gesprochen sein. Violin- und Harmoniumfönnen, die zur Ermittelung des Täters führen. Anzeigen werden sei darauf hingewiesen, daß die Buchhandlung Vorwärts überhaupt spiel verstärkten die Weihe der Stunde und als mit der, von einem von dem Ersten Staatsanwalt beim Kgl. Landgericht III, NW. 52, feine Reisenden beschäftigt. Wer sich als solcher ausgibt, jungen Sänger vorgetragenen Arie:„ O selig, o selig, ein Kind noch zu A. 7 J. 84 114, von der Polizei in Friedrichsfelde, von allen ist ein Schwindler. zu sein!" die Feier ihren Abschluß gefunden hatte, dürfte wohl keiner Rebieren und von der Kriminalpolizei im Zimmer 105 des Polizeider Anwesenden den Saal unbefriedigt verlassen haben. präsidiums entgegengenommen. Buchholz. Ueberfahren. Internationale Juwelendiebe und deren Hehler find in letzter Die amtliche Bekanntmachung beschreibt den Täter wie folgt: Beit in Berlin festgenommen worden. mittelgroß, fräftig, Mitte der dreißiger Jahre, dunklen Schnurrbart, eine etwas große Nase. Er trug einen schwarzen, steifen Hut, meißen Aragen, dunklen Ueberzieher mit Samttragen und einen schwarzen Schirm. Seine Kleidung muß durch den stattgehabten Kampf mit Blut befleckt sein. Zwei Stadtverordneten- Ersazwahlen haben gestern stattgefunden, und zwar im 7. Bezirk der ersten und im 8. Bezirk Der zweiten Abteilung. Es wurden der im November von unferen Genossen herausgewählte Glasermeister Alt und ein Fabrikant Conrad gewählt. Vor dem Hause Prinzenstraße 44 wurden gestern vormittag zwei kleine Kinder von der Straßenbahn überfahren. Nachdem man sie befreit hatte, wurden sie zu einem Arzt gebracht, der ihnen Notverbände anlegte, worauf sie ihren Eltern zugeführt wurden. In der Generalversammlung des Wahlvereins wurden, nachdem die Funktionäre den Tätigkeitsbericht des verflossenen Jahres gegeben, die Neuwahlen der Bezirksleitung vorgenommen. Wieder gewählt wurden als Bezirksleiter Schulz, als Vertreter Oskar Meſeď, als Schriftführer Sooſt. Als Kassierer wurde an Stelle Hartungs Risch gewählt. Als Beisiger in den einzelnen Kommissionen wurden zum Teil die alten Genossen wiedergewählt. Die Maifeier soll in diesem Jahre in würdiger Weise bei Rossack abgehalten werden. Pankow. Jm Berliner Aquarium ist in diesen Tagen ein etwa armlanger Stör eingetroffen, der mit einer Anzahl großer Doriche das runde Becken, in dem im Sommer die Duallen untergebracht sind, bewohnt. Das Tier ist erst furz zuvor bei Büsum gefangen worden, scheint sich Eine mysteriöse Affäre beschäftigt zurzeit die Pankower Polizei. aber gut hier einzuleben. Zwei fleine, noch im Süßwasser befind- Baffanten fanden in der Nacht in der Maximilianstraße auf dem liche Störe haufen mit den verwandten Sterletten und einem präch- Fahrdamm ein etwa 25jähriges Mädchen besinnungslos mit schweren Ein Eisenbahnunfall, der leicht hätte recht verhängnisvolle Folgen tigen nordamerikanischen, auch zur Gruppe der störartigen Fische Verlegungen auf. Die Polizei schaffte die Besinnungslose nach dem haben können, hat sich am Dienstag auf der Strede Neukölln- zählenden Knochenhecht zusammen schon seit vorigem Sommer auf Krankenhaus. Nachträglich meldeten sich nun mehrere Zeugen, die ein geschägter bekunden, daß sie furz vor der Auffindung der Unbekannten ein Paar Mittenwalde ereignet. Gegen 11 Uhr nachmittags entgleiste in der der Süßwasserseite. Bekanntlich schreitet der Stör Nähe der Filmfabrik in der Ordensmeisterstraße zu Tempelhof aus Kaviarerzeuger im Unterlauf der Flüsse zur Fortpflanzung, ob- in einer Droschke vorüberfahren sahen, das sich erregt stritt. Man nimmt nun an, daß der Mann in der Droschke im Verlaufe des bisher unbekannter Ursache ein nach Neukölln verkehrender Personen- gleich er sonst ein Meeresfiich ist. Streites das Mädchen während der Fahrt auf den Fahrdamm hinauszug der Neukölln- Mittenwalder Kleinbahn. Die Lokomotive und Unbekannte Leiche. Das Polizeipräsidium teilt mit: Am Der erste Waggon sprangen aus den Schienen und stürzten die 4. d. Mts. wurde aus dem Osthafen an der Stralauer Allee eine gestoßen hat. Man erhofft eine Aufklärung, sobald die Unbekannte Böschung hinab. Der entgleifte Personenwagen war glüdlicherweise unbekannte männliche Leiche gelandet, welche anscheinend schon wieder zu Bewußtsein gekommen ist. leer und das Maschinenpersonal fonnte sich durch Abspringen in längere Zeit im Wasser gelegen hat. Der Unbekannte ist etwa 50 Sicherheit bringen, so daß Personen nicht verlegt wurden. Die uns bis 60 Jahre alt, hat graue Haare und Glaze. Er ist 1,67 Meter verfehrt gebliebenen Waggons wurden durch eine Ersaglokomotive groß und von fräftiger Gestalt. Bekleidet war er mit brauner nach der Zielstation, dem Bahnhof Hermannstraße in Neukölln, Joppe, schwarzer Weste, grauer Hofe, wollenem Hemd und schwarzen gebracht. Schnürstiefeln. Sachdienliche Angaben über den Unbekannten nimmt die Kriminalpolizei Berlin( Zimmer 322 zu 1360 IV. 55. 14) und Arbeiter Radfahrerbund" Solidarität“. Mitgliedschaft Wilmers jedes Polizeirebier entgegen. Die Leiche befindet sich im Leichendorf. 1. Diterfeiertag, mittags 1 Uhr. Start bei Mauer, Durlacher Str. 7. Tour wird bekannt gegeben. 2. Osterfeiertag, worgens 92 Uhr, nach schauhause, wo sie eventuell rekognosziert werden kann. Potsdam, Charlottenhof. Mittags Abkochen. Nachmittags für Nachzügler Treffpunkt in Spandau," Flora"( Inh. E. Köpenic), Pichelsdorfer Str. 39. Start bei Mauer, Durlacher Str. 7. Straßenufälle. Die Blücherstraße zwischen Johannistisch und Mittenwalder Straße ist wegen der Ausführung von Gleisarbeiten wechselweise für beide Fahrtrichtungen bis auf weiteres für den FuhrwerksKarlshorst. Vorortnachrichten. Ein schwerer Straßenunfall hat sich vorgestern nachmittag gegen 845 Uhr in der Andreasstraße zugetragen. Dort lief vor dem Hause Nr. 34 ein etwa achtjähriger Knabe furz vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 3 auf das Gleis, wurde umgestoßeu und geriet mit den Armen und Beinen unter das Schugbrett. verkehr gesperrt. Mittels mitgeführter Winden wurde der Wagen angehoben und der Junge aus seiner entseglichen Lage befreit. Man schaffte den Verunglückten nach der nächsten Unfallstation, wo festgestellt wurde, daß der Knabe einen Schädelbruch, Bruch des rechten Oberschenkels und eine flaffende Wunde am linken Oberschenkel davongetragen Die Stichwahl zur Gemeindevertretung endete mit dem Siege hatte. In hoffnungslosem Zustande wurde der Verunglückte nach der Karlshorster Fraktion. Von den 2095 Wählern der dritten dem Krankenhause Friedrichshain geschafft. Die Personalien des Klasse übten 1003 ihr Stimmrecht aus. Auf die Kandidaten der Kindes fonnten noch nicht ermittelt werden. Bürgerlichen entfielen 607 Stimmen, während es unsere Kandidaten Ein weiterer Straßenunfall ereignete sich in der Invalidenstraße. nur auf 396 Stimmen brachten. Die Einwohnerschaft wird es sehr Vor dem Hause 99 sprang eine Frau Therese Kranich aus Ebersbald zu spüren bekommen, daß sie durch diese Verstärkung der Karlshorster Fraktion nicht auf dem richtigen Wege war. Nur durch Anwalde, die in Berlin bei Verwandten zu Besuch weilte, von einem wendung der unerhörtesten Mittel war es den Bürgerlichen möglich, Straßenbahnwagen der Linie 11 während der Fahrt ab und kam zu die Mandate zu erringen. Die hier überaus zahlreich wohnenden Fall. Frau K. erlitt einen Bruch des linken Oberschenkels und er- Beamten wurden durch die Drohung der Denunziation bei den vorhebliche Hautabjchürfungen. Die Verunglüďte erhielt auf der nächsten gesezten Behörden veranlaßt, für den bürgerlichen Kandidaten ein Unfallstation Notverbände und fand dann in der Charité Aufnahme. zutreten. Der Wahlkampf war der schärfste, der sich jemals in Startshorit abgespielt hat. Die Bürgerlichen haben es sich etwas tosten lassen, weiß man doch im Kreise der Grundbefizer genau, daß sich die dafür ausgegebene Summe im Interesse des Grundbefizes sehr gut rentieren wird. Kirchlicher als die Kirche. Es geschehen in unserer Zeit noch Zeichen und Wunder. Wie Bürgerliche Blätter melden, hat der Kirchenvorstand der Nikolaigemeinde in Potsdam den Neubau einer ihn schentungsweise angebotenen Kirche abgelehnt, allerdings nur mit Inapper Mehrheit. Die Ab Tehnung wird nicht nur mit der erhöhten Belastung der Steuerzahler, die schon jett 26 Prog. Kirchensteuer zahlen müssen, begründet, sondern man höre und staune!- auch damit, daß die neue Kirche in der Nikolaigemeinde durchaus nicht notwendig fei. Einige„ Gründer", die schon hunderttausend Mark zusammengebracht hatten und damit wohl das besondere Wohlgefallen der Kaiferin und ihrer Verfrommungshöflinge zu erregen hofften, sind nun in Berlegenheit, was sie mit dem schönen Gelde anfangen sollen. Flir bessere Kulturaufgaben, die massenhaft der Erfüllung harren, haben solche Spender in der Regel nichts übrig. Verhaftung zweier Hypothekenschwindler. Spiel und Sport. Slut du po Radfahrer. Ortsgruppe Oberschöne weide. Karfreitag: Rummelsburg, ( Bellevue). Start: Restaurant Th. Schüßler, Siemensstr. 28. 1. Feiertag, früh 8 Uhr: Müggelberge, Teufelsfee. Eiersuchen. 2. Feiertag, vorm. 10 1hr: Neue Spizmühle. Start: Restaurant Th. Schüffler, Siemensstr. 28. Arbeiter- Radfahrer- Verein Groß- Berlin". Freitag, 10. April, früh 8 und nachmittags 1 Uhr nach Buch( Groll am Bahnhof). Anschlußstart: Bahnhof Weißensee. Sonntag, 12. April, früh 5 Uhr: Zweitagetour nach Küstrin und Lamsel ( Jacobi, Plantagenstr. 25), Küstrin- Neustadt. Anschlußstart: Bahnhof Frankfurter Allee( 95 Kilometer). Nachm. 1 Uhr: Eichwalde( Sanssouci"). Anschluß Neukölln. Montag, 13. April nachm. 1 Uhr: Biesdorf- Nord( Hampel). Anschluß Frankfurter Allee. Turner. Turnverein Fichte". 14. Männer- Abt.: Dfter.Turnfahrt. 1. Tag: Michendorf, Ferch, Rejau, Kloster Lehnin. 2. Tag: Colpinsee, Bliesendorf, Glindow, Werder. Treff: 1. Feiertag, früh 8 ühr, Schlesischer Bahnhof. Für Nachzügler: 1. Feiertag, abends, bei Karl Müller, Lehnin, Hauptstr. 63. Gäfte find willkommen. 16. Männer- Abt. Zwei- Tage- Dfter- Turnfahrt nach Groß- Besten, Teupik, Wendisch- Buchholz, Lübben. 4. Männer- Abt.( Moabit). Am Karfreitag: Partie. Basdorf, Ziepniksee, Brenden, Biesenthal. Treffpunkt: 7 Uhr Bahnhof Butligstraße. willkommen. Wanderer. Freie Turnerschaft Charlottenburg. Am Karfreitag finden für sämtliche Abteilungen Bartien statt. Ziel: Finfenfrug. Treffpunkt 7 Uhr, Berücksichtigt man, daß die Herren mit den unglaublichsten und zwar Männerabteilung: Sophie- Charlotte- Blab; Frauenabteilung: am Mitteln gegen uns gearbeitet haben, so können wir trotzdem mit Bahnhof Charlottenburg; unser Spielklub: am Kaiser- Friedrich- Dentmal, dem Ergebnis zufrieden sein; gelang es uns doch, unsere Stimmen nachmittags: Gesellschaftsspiele aller Beteiligten. Es wird eine rege Bevon der Hauptwahl um 40 zu steigern, das ist gegen die Wahl vorteiligung gewünscht; ferner verfehe sich jeder mit Turnzeug. Gäste gern zwei Jahren eine Stimmenzunahme von rund 100. Bedauerlich ist, daß die Arbeiterschaft der Gemeindepolitik nicht das Interesse ente gegenbringt wie der Staats- und Reichspolitit. Es bedarf daher noch reger Arbeit, um in der Bevölkerung das Verständnis für die wichtigen Fragen des kommunalen Lebens zu weden. Erst wenn uns das in vollem Maße gelungen ist, werden wir auch auf diesem Gebiete vorwärts fommen. Charlottenburg. 11 Deutscher Arbeiter- Wanderbund„ Die Naturfreunde". Am 10. April( Karfreitag) werden folgende Touren unternommen: Ortsgruppe Berlin Hohenschöpping, Borgsdorf. Treffpunkt Stettiner Borortbahnhof 7.20 Uhr vorm. Ortsgruppe Neukölln. Wilhelmshagen, Kallberge, Friedrichs. hagen. Abfahrt Neukölln 6.38 Uhr. Dftertouren der Ortsgruppe Berlin. Sächsische Schweiz( 2-5 Tage, 10.- 14. April). Abseits der Fremdenwege mit einem Standquartier in der Buschmühle im Rirnitzichtal. Näheres über Abfahrt usw. bei Hugo Sinn, Stettiner Str. 30. Dresden, Rabenauer Grund, Talsperre, Kipsdorf, Geising, Müdenfürmchen, Teplik, Milleschauer, Auzig.( 5 Tage, 10.- 14. April.) Näheres über Abfahrt bei Peter Schröder, Grüner Weg 19, I. Sozial- Medizinische Vortragszyklen mit Demonstrationen und Uebungen für Aerzte, die auf dem Gebiete der sozialen Medizin und Hygiene tätig sind oder sich für diese Tätigkeit vorbereiten wollen, sowie für alle diejenigen, welche beruflich oder ehrenamtlich auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge und Wohlfahrtspflege Pozicha, Rauenstein, Behlen, Bastei, Hodstein, Brand, Schandau, wirken, veranstaltet der Magistrat von Charlottenburg in diesem Kuhstall, Winterberge, Prebischtor, Wilde Slamm, Herrnstretschen, Babst Jahre. Der erste 8yklus Beruf und Krankheit" findet vom 4. bis stein, Pfaffenstein, Königstein.( 4 Tage, 10.- 13. April.) Abfahrt Anhalter 16. Mai dieses Jahres statt. Vorlesungen werden u. a. halten: Bahnhof 6 Uhr vorm. nach Pötzscha. Führer: A. Friedrich, Gerichtstr. 19. Sternberger Land( 3-5 Tage). I. Abfahrt Karfreitag früh Prof. Dr. Umber über„ onstitution und Beruf", sowie über„ Berufs- 3.58 1hr Bahnhof Friedrichstraße. 1. Tag: Grochom. 2. Tag: Lagow, schädigungen der Kreislauforgane", Geh. Rat Prof. Dr. Bessel- Hagen Topper. II. Abfahrt Sonnabend, abends 8.57, Bahnhof Friedrichstraße. über Chirurgische Erkrankungen durch Berufsschädigungen", Prof. 3. Tag: Nieschlisjee, Schwiebns. 4. Tag: Patabies, Meserit. 5. Tag: Dr. Langstein über„ Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit", Prof. Führer: Hurrast, Heyse. Dr. Keller über„ Beruf und Frauenleiden", Prof. Dr. Spiegel über Gewerbliche Vergiftungen" usw. Die Leitung der Kurse liegt in den Händen von Stadtrat Dr. Gottstein und Prof. Dr. Umber, dirigierendem Arzte der 1. inneren Abteilung des Krankenhauses Westend. Ausführliches Programm versendet auf Verlangen die Geschäftsstelle III des Magistrats Charlottenburg( Rathaus, Bimmer 108), die auch nähere Auskunft erteilt. Steglit. " " In das Moabiter Untersuchungsgefängnis ist gestern der Regierungsbaumeister" Mag Leusch aus der Günzelstraße 15 in Wilmersdorf, der bei den Grundstüdseigentümern der westlichen Vororte unter dem Spitznamen Fürst von Wilmersdorf" bekannt und berüchtigt ist und wegen umfangreicher HypothekenschwindeSein leien steckbrieflich verfolgt wurde, eingeliefert worden. Helfershelfer„ Kapitän" Freter, der in der Pfalzburger Straße in Schöneberg wohnte, ist ebenfalls ergriffen worden und gestern als Bolizeigefangener an Bord des Dampfers Ophelia" in Hamburg eingetroffen, von wo er nach Berlin transportiert werden wird. Leusch und sein Komplize haben zahlreiche Hauseigentümer und Grundstücksbefizer um erhebliche Summen geschädigt und ins gesamt mehrere hunderttausend Marf in betrügerischer Weise erbeutet. Die beiden Schwindler hatten es auf diejenigen Grundstidsbefizer abgesehen, die durch Zeitungsinserate oder auf anderent Wege Hypotheken suchten. Bei diesen erschien Freter und bersprach, gegen hohe Provision das Geld zu beschaffen, machte Ein Ofer seines Berufs wurde der 37 Jahre alte Bauarbeiter jedoch zur Bedingung, daß die. Tage von dem Vertrauensarchitekten des Geldgebers aufgenommen werden müsse. Bald darauf fuhr Theophil Schlawinski. Sch. war auf dem Neubau Erlenstraße 11 dann auch Leusch in kostbarem Pelz mit einem hocheleganten Auto beschäftigt. Als er im zweiten Stockwerk an der Randmauer zu tun bei den Geldsuchenden vor, stellte sich als Regierungsbaumeister hatte, verlor er plöglich das Gleichgewiche und stürzte kopfüber in vor und erklärte, mit der Abschätzung des Grundstücks beauftragt die Tiefe. Mit schweren inneren und äußeren Verlegungen wurde zu sein. Für die Mühewaltung ließ er sich 1 Prozent pro Mille zahlen und erhielt auf diese Weise bei jeder Tage 300 bis 500 M. Sch. vom Plaze getragen und nach dem Kreiskrankenhaus in GroßDann hörten die Geldsuchenden lange Zeit nichts, bis eines Tages Lichterfelde gebracht. wieder Freter erschien, um mit anscheinend sehr betrübter Miene Röpenick. mitzuteilen, daß der Geldgeber seine Zusage aus irgendeinem Daß die Köpenicker Polizei auch noch etwas anderes kann, als sich Grunde zurüdgezogen habe. Er ließ aber gleichzeitig durchblicken, daß höchstwahrscheinlich Regierungsbaumeister Leusch in der Lage von einem Hauptmann" düpieren zu laffen, zeigte am Sonntag sein werde, das gewünschte Geld zu beschaffen. Natürlich wurde vormittag um 11 Uhr ein Schuhmann, der einen anständig gevon den Darlehnssuchenden das Angebot gern angenommen und leideten jungen Mann frampfhaft am Arm haltend durch die Straßen 2. erschien nun wieder auf der Bildfläche. Er erklärte, daß sein. der Stadt nach der Polizeiwache führte. Das Bild erregte unter den Geldgeber, auf den er ausschlaggebenden Einfluß besize, aus. Passanten erhebliches Aufsehen. Der Arrestant foll, als er später wärts, z. B. in München oder Köln, wohne, und verlangte, da eine bon der Wache tam, erklärt haben, daß er bei mehreren jungen persönliche Rüdsprache mit seinen Geldgebern zur schnelleren Leuten gestanden babe, die während der Kirchzeit in Amtsfeld damit Förderung der Angelegenheit notwendig sei, die Kosten der Reise beschäftigt waren, Schlacken in Karren zu schaufeln und wegzubringen. und des Aufenthalts in der fremden Stadt im voraus. Auf diese Der Beamte sei herangekommen, habe ihn, den an der Arbeit Weise erbeutete der Schwindler abermals in jedem Falle 200 bis Nichtbeteiligten um Angabe seines Namens ersucht; dies habe 400 M. Dann aber warteten die Geldsuchenden vergeblich auf die er verweigert und darauf habe ihn der Schußmann derb am Arm gefaßt. Auf seinen Einwand, ihn loszulassen, da er freiwillig Rückkehr des Regierungsbaumeisters, bis sie endlich merkten, daß mit zur Wache gehe, habe ihm der Beamte gedroht, daß, wenn er fie Betrügern in die Hände gefallen seien. Als sich die Anzeigen noch ein Wort sage, er ihm sofort die Kette anlege. Vielleicht gibt bei der Schöneberger Kriminalpolizei häuften und nach einer eingehenden Untersuchung die Verhaftung des Leusch beschlossen wurde, dieser Fall der vorgesezten Behörde einmal Beranlassung, den ließ dieser seine Familie im Stich und flüchtete mit seiner Ge- Beamten ob feines Berhaltens zur Rede zu stellen. Wir können liebten nach London. Sein Komplize Freter folgte ihm under- uns nicht denken, daß derselbe seiner Instruktion gemäß handelte. züglich nach. Es gelang, den Aufenthalt der Flüchtigen zu ermitteln und ihre Verhaftung und Auslieferung zu bewirken. Warnung vor Bilderschwindlern. Ein Schwindler, der sich als Reisender der Buchhandlung Borwärts ausgibt, versucht vorläufig im Norden Berlins Unzahlung auf ein Bebel- Bild zu erhalten, das am 15. Mai geliefert " Sein 19. Stiftungsfest begeht am ersten Osterfeiertag der Arbeiterturnverein„ Eiche" bei Scheer. Dasselbe besteht in Konzert, turnerischen Aufführungen, heiteren und ernsten Vorträgen, Theater und Ball. Beginn 6 Ühr. Reinickendorf- Oft. Döllensradung, Lobpow, Landsberg a. W., Zanztal, Müden burg, Berlinchen( 3 Tage). Abfahrt Sonntag, vorm. 4.52 Uhr, Bahnhof Charlottenburg nach Döllenradung. Anmeldung bis 10. April an Karl Rogon, Utrechter Str. 5, Seitenfl. part. Durch die Märkische Schweiz( 8 Tage). Dahmsdorf- Müncheberg, Briezen, Freienwalde, Tiefensee. Abfahrt Sonntag, vorm. 5.11 Uhr, Bahnhof Friedrichstraße nach Dahmsdorf Müncheberg. Führer: E. Wilke, Schwedter Str. 223; Fr. Bodsfeldt, Choriner Str. 59. Eriner, Kranichsberge, Rüdersdorf, Strausberg( 1. Feiertag.) Abfahrt Schlesischer Bahnhof 6.53 Uhr vorm. Führer: Hennig. Melchow, Schwärzsee, Melchow( 1. Feiertag). Abfahrt Stettiner Fernbahnhof 5.59 Uhr vorm. Führer: Reichert. Fürstenwalde, Storkom( 2. Feiertag). Abfahrt Schles. Bahnhof 7.15 Uhr vorm. Führer: Franzen. Kindertour( 3 Tage, 12.- 14. April). Tegel, Marwig, Dranien burg. Treffpunkt Schles. Bahnhof( Ede Madai- und Fruchtſtraße) 18 Uhr vorm., Bahnhof Wedding( Eing. Nettelbedplag) 8 Uhr vorm. Nachzügler: Uhr Tegel( Endstation der Straßenbahn). Meldungen rechtzeitig erwünscht an den Führer K. Klinte, Malplaquetstr. 8. Kindertour( 1. Feiertag). Tegel, Belten. Treffpunkt 9 Uhr früh Tegel( Endstation der Straßenbahn). Anschluß an die 3 Tage Tour. 9 führer: Kreplin. Drtsgruppe Neukölln: I. Neuruppin, Rheinsberg, Fürstenberg, Lhchen( 2-3 Tage). Abfahrt Sonnabend Stettiner Bahnhof 6.21 und 9.34 Uhr über Kremmen. Nähere Auskunft erteilt B. Jerisch, Richardstr. 11. II. Bon Müllrose durchs Schlaubetal nach Guben. Treffpunkt Sonnabend 8 Uhr Hermannplag. Abfahrt Schlef. Bahnhof 9.17 Uhr. Für Nachzügler Sonntag vorm. 4.16 Uhr bis Müllrose, Frankfurt umsteigen. Führer: III. Altmark. Abfahrt Sonnabend 4.38 und 7.35 Uhr Lehrter Bahnhof ausdorf, Schierkeftr. 35. nach Salzwedel. Führer: E. Bohm, Neukölln, Jonasstr. 2. IV 2. Feiertag. Wannsee, Satrower See. Abfahrt Bahnhof Hermannine 6.02 Uhr, Groß- Görschenstraße 6.34 Uhr. Arbeiter Touristenverein Die Naturfreunde". Drtsgruppe Berlin. Mitgl. b. Zentr. Stomm. für Sport und Körperpflege. Wanderfahrten zu den Dfterfeiertagen: " 1. 12.- 15. April: Reppen, Sternberg, Lagom, Schermeisel, Auten- See, Königswalde. Abfahrt am 12. April Bahnh. Friedrichstraße 3.55 früh, Schles. Bahnh. 4.15 nach Reppen( Frankfurt a. D. umſteigen). Abfahrt nach Eberswalde am 12. April früh 5.59 Stett. Fernbahnhof. 2. 12-14. April: Eberswalde, Freienwalde, Sternebed, Strausberg. Boranzeige. Am 17. April, abends 8, Uhr, findet im Gewerkschafts baus ein Lichtbildervortrag statt: Die Natur im Bechsel der Jahreszeiten. Eintritt 30 Pf. Gäste zu allen Veranstaltungen willkommen. Schwimmer. Schwimmberein" Vorwärts" Berlin 1897. Beranstaltungen: Aller Anfang ist schwer. Diese alte Wahrheit wurde verflossenen 10. April( Starfreitag): Bereinspartie nach Pichelswerder zum alten Freund. Sonntag anläßlich unserer ersten Schulentlassungsfeier wieder einmal Die einzelnen Treffpunkte sind in den Badeanstalten befanntgemacht 1007 Athleten. worden. 12 und 13. April.( Diterjeiertage): 2tägige Partie der Abteilung| geleitet und das Ende war das Versagen der Kraft. Nur jene Bärwaldstraße nach der Ruppiner Schweiz. 1. Tag: Neuruppin, Zornow- Männer, die sich nicht zu Boden legten, haben die Katastrophe über see, Rheinsberg; 2. Tag: Schloß Rheinsberg, Gr. Stechlinsee, Fürstenberg in Medl. Treffpunkt jrub 6.15 Uhr am 1. Feiertag vor dem Hauptportal dauert: wer sich hinlegte, war gerichtet. Man zwang sich gegenseitig des Stettiner Fernbahnhofs. Boranzeige: 3tägige Pfingstpartie nach dem immer wieder, zu laufen und sich in Bewegung zu erhalten, ja man Harz. Anfragen sind zu richten an H. Hahn, N 39, Fehmarnſtr. 5. schlug hingesunkene Freunde mit Knütteln, um sie dazu zu bringen, wieder Berliner Schwimmverein" Belle". Den Mitgliedern zur Nach richt, daß am Donnerstag, den 9. April, abends 9 Uhr, bei Nowottnid, aufzustehen und umherzulaufen. Aber wer hinstürzte, blieb meistens liegen Bangeftr. 30, die statutenmäßige Jahresgeneralversammlung stattfindet. und starb. Im Laufen stolperte man über die Leichen bereits ers starrter Kameraden: und wehe dem, der dann nicht mehr die Kraft von Schmerzen gemartert, furchtbar zu schreien und schlugen immer aufbrachte, ſich wieder emporzurichten. Einige der Leute begannen, wieder ihr Gesicht gegen die Eisfläche; andere wurden wahnsinnig und stürzten sich ins Wasser. Jedoch es fehlte auch nicht an Mutigen, die immer wieder die Kameraden ermunterten. Die leberlebenden sind zum Teil auf immer zu einem Krüppeldasein verurteilt. Drei von ihnen müssen beide Füße und beide Hände abgenommen werden, fünf verlieren beide Füße, acht einen Fuß, elf eine Hand oder die Finger beider Hände. Anlaßlich des Osterfestes veranstalten nachstehende Vereine des Arb. Diterfeites Athl.- Bundes athletische Vorstellungen und zwar am 1. Feiertag: Ring- und Sportklub Adler" in Wanzlids Festsälen, Treptow, Köpenider Landstraße. Sportklub Berlin 1912" in Hensels Harmonie, Invalidenstr. 1. Sportklub Alemania" in den Brunnensälen, Brunnenstr. 15. Ringsportverein Hand in Hand" im Klostergarten, Plößensee, am Spandauer Schiffahrtsfanal. Straft- und Artistenverein„ Norden 07" in Ramlows Festsälen, SchönHolz 14. Straft- und Artistenverein„ West 07" im Schwarzen Adler, Schöneberg, Arbeiter- Sportvereinigung Neuköllu" in Hoppes Festsälen, Neuföün, Hermannstr. 49. Hauptstr. 144. Straft- und Artistenverein„ Jung Birke" im Lokal Rozycki, Pankow, Kreuzstraße. Straße 49. ftraße 113. Am 2. Feiertag: Artistenvereinigung„ Union", in Hoppes Festsälen, Neukölln, Hermann Kraft- und Ringsportverein„ Achilles 96" bei Petri, Neuköln, Knesebeck Gleichzeitig bemerken wir, daß der Arbeiter- Athleten- Bund mit dem I. Athleten- und Artisten- Verband Berlins und Umgegend 1896 nicht identisch ist. Fußball. い Untergang eines Segelschiffes. " Der Kapitän des englischen Dampfers British Isles", der am Dienstag im Hafen von Belfast eintraf, erklärte, ſein Schiff sei am 29. März mit einem Dreimaster, vermutlich französischer Nationalität, zusammengestoßen, als sich beide Schiffe in der Nähe der Scilly- Inseln befanden. Noch ehe dem sinkenden Schiff Hilfe gebracht werden konnte, war es bereits in den Wellen verschwunden. samte Bejagung, deren Zahl noch nicht bekannt ist, ertrunken. Ritter von Dittmann. Die Fußball- Abteilung des Turnvereins Dberspree( Ober- Schöneweide) veranstaltet am 2. Feiertag nachmittags zwei große Propaganda- Wettspiele auf seinem Spielplag Köpenider Straße, hinter der Billa Weißenburg ( Straßenbahn- Haltestelle). Die II. Mannschaft vom Sportklub Südstern spielt gegen Oberspree II. Anfang 2 Uhr. Nach diesem Spiel spielt Britania I Leipzig, Meister der I. Klaffe, gegen Oberspree I. Anfang greifen wollte. 4 Uhr. Freunde und Anhänger des Fußballsports sind dazu eingeladen. 797 Aus aller Welt. Welt. quied Tigaied Das Drama im Eismeere. Die ge= Reinickendorf Cit. Freitag, den 10. April( Karfreitag): Tagespartie nach Spandau, Schwanenkrug. Treffpunkt 7 Uhr morgens am Rathaus. Liederbücher sind mitzubringen. bureau. Sihungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Bruchmühle. Heute Donnerstag, abends 6 Uhr, im Gemeindes Diese Sigungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist bei analo rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Eingegangene Druckschriften. Marion Die Steinfeld: Der Gottesknechi. Roman von 2. Schridel. 3 M.Flora. Roman von H. v. Hoffmannsthal. 5 M. bauern. Roman von B. Traudt. 3 M. E. Fleischel u. Co., Berlin W. 9. 1848. Der Vorkampf deutscher Einheit und Freiheit. Urkunden, Berichte, Briefe herausgegeben von Tim Klein. 1,80 m.. Langewiesche Brandt, Ebenhausen- München. Die füßen Frauen von Illenau. Roman von H. v. Kahlenberg. 3,50 M., geb. 5 M. Vita, Deutsches Verlagshaus, Berlin- Charlottenburg. Jahrbuch der freien Generation 1914. 1 M. R. Trindler, Zürich 3. Der Mensch und seine Entwickelung, dargestellt in archäologischen Romanen und Novellen von R. G. Neander. 1. Band: Die Steinzeit. 1,80 9., geb. 2,80 9. S. Schottlaender, Breslau III. Aus zwei Seelen. Von R. Presber. Neue Gedichte. 3 M., geb. 4 M. Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt. Theodor Storm. Ein deutscher Lyriker. Von H. Binder.( Hesses Voltsbücherei. Nr. 901-902.) Leipzig, Hesse u. Beder, Verlag. 40 Pf., ist geb. 80 Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst. Bon J. Meher Wie ein Telegramm aus Innsbrud meldet, bestätigt sich, daß Hauptmann v. Dittmann aus Bruned einen Herrn der Zibilgesellschaft mit dem Gewehr eines Soldaten anNur dem rechtzeitigen Eingreifen eines Unteroffiziers, der den sinnlosen Zustand des Hauptmanns erkannte, ist es zu danken, daß fein Unglück geschah. Ein Pfiffikus. Graefe. Zweite Auflage in 3 Bänden. I. Band. Geb. 20 M. R. Piper u. Co., München. Kommentar zur Hinterlegungsordnung vom 21. April 1913. Bearbeitet von Dr. Ahlbrecht und Dr. D. Loening. 5,20 M., geb. 6 M. Die strafrechtliche Behandlung der Jugend in England. Von D. Liebmann, Berlin W 57. Dr. K. Strube. 7 M., geb. 8 M. Abglanz des Lebens. Gedichte von H. Zersch. Geb. 1,80 M. Westdeutsche Arbeiterzeitung", M.- Gladbach. " Marktpreise von Berlin am 7. April 1914, nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 00,00-00,00, Donaut 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Richtstroh 0,00. Seu 7,30-8,40. Martthallenpreise. 100 Kilogr. Erbjen, gelbe, zum Kochen Rinjen 40,00-80,00. 34,00-50,00. Speiſebohnen, weiße 35,00-60,00. 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Startoffeln( Kleinhdl.) 4,00-7,00. 1 Stilogramm Rindfleisch, von der Steule Butter 2,40-3,00. Stalbfleisch 0,00-0,00. Sammelfleisch 0,00-0,00. 1 Kilogramm Starpjen 1,20-2,40. 60 Std Gier 3,00-4,80. 1,80-3,20. Sander 1,60-3,20. echte 1,20-2,60. Barsche 1,00-2,20. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Strebje 3,50-24,00. TANTStationen Witterungsübersicht vom 8. April 1914. Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Better Temp. n. C. 5º C.= 4° R. Der Ort Neustadt am Rennweg besteht aus einer sachsenmeiningischen und aus einer schwarzburgischen Hälfte. Unter den Es waren erschütternde Szenen, die sich am Sonnabendabend Einwohnern, die mit dieser Doppelherrschaft unzufrieden waren, tat and Sonntag in St. Johns auf Neufundland abspielten, als die sich ein Herr X. ganz besonders hervor. Sein Haus liegt zur Hälfte auf meiningischem und zur Hälfte auf ich warzburgischem starrten und zum Teil furchtbar entstellten irdischen Ueberreste der Boden. Dieser Tage aber sollte er erfahren, daß die Sache ausbei der Schneesturmtatastrophe in so tragischer Weise ums Leben nahmsweise auch mal einen Vorteil hatte. Er hatte einen Wechsel gelommenen Robbenfänger ans Land gebracht wurden. Bleiche einzulösen, was ihm aber momentan unmöglich war. Sein Hinweis Fauen, deren dunkelumrandete Augen von tränenschweren und schlaf- darauf, daß er binnen ganz kurzem zu Gelde fommen würde, rührte Iojen Nächten erzählten, machten sich stumm ans Werk, in der end- den Gläubiger nicht und gegen Herrn X. wurde Pfändung anbe Der meiningische Gerichtsvollzieher erschien 2 Tage vor Losen Reihe der aufgebahrten, leblosen Körper ihre Lieben, ihren raumt. Marun, ihren Vater, ihren Bruder zu suchen; und wenn jäh der Pfändung persönlich bei Herrn X. Als der Tag der Pfändung herankam, fand der Gerichtsvollzieher jedoch den Teil der Wohnung, oder ein Schluchzen, dann wußte man, der auf meiningischem Gebiet liegt, ausgeräumt. X. war mit ein Aufschrei fam nun ist wieder ein letzter schwacher Hoffnungsfunken ver- seinem Hab und Gut in den anderen Teil seiner WohIoscheit und hat die furchtbare und trostlose Gewißheit nung ins Schwarzburgische übergesiedelt. Die Andaß der Gatte, der Vater oder der Bruder gelegenheit wurde nun den schwarzburgischen Behörden übergeben. Swinemde. 749 S zurüdelaffen, nie wieder die Augen aufschlagen werden. Dort lagen eng- Als aber der schwarzburgische Gerichtsvollzieher erschien, hatte X. Hamburg 747 umschlungen zwei erstarrte Leichen, die selbst im Tode nicht von seinen Wechsel längst eingelöst. Frank. a.M750 S München 753 einander: lassen wollten: ein bärtiger Mann und ein junger frischer 5 bededt Wien 752D 3 bededt 9 Bursche. Bater und Sohn waren es, in den Armen des Baters war ber Sohn gestorben, und ehe der Alte sein totes in wieder freigab, erlöste auch ihn der Tod. Bei einem anderen Roten fand man die Finger abgeschnitten; die Ueberlebenben erzählten es später: die erfrorenen Finger bereiteten dem Hermiten so entsetzliche Pein, daß er sie in der Verzweiflung mit feinem Seemannsmesser abhieb. Kleine Notizen. Die schlechte Zensur. In Bad Wildungen hat sich ein zwölfjähriger Realschüler, der Sohn eines Mühlenbefizers, erhängt, weil er nicht versetzt worden war. Berlin 7495 Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Metter Aale Temp. n. E. 6° C. 4° N. 5 Betersburg 754 DSD 4 Scilly 752 N 2 mollig-0 2 wolkenl0 3 heiter 2 Regen 6 Haparanda 755 NND 2 bededt 4Dunit 7 mollig 8 6 Aberdeen 741 S 4 Paris 2 heiter 6 75252 2 bedeďt 6 Wetterprognose für Donnerstag, den 9. April 1914. Ziemlich fühl und veränderlich, vorwiegend trübe mit wiederholten Regenfällen und lebhaften südwestlichen Winden. Verhafteter Mörder. Der Bureauborsteher Müller, der in Berliner etterbureau. Breslau die 15- jährige Maschinenschreiberin Rupprecht im Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitag Bureau des Rechtsanwalts Dr. Czaya erschoß, ist, wie aus mittag: Gin wenig wärmer, zeitweise auftfarend, aber vorwiegend trübe, Trebnik gemeldet wird, in einem dortigen Restaurant vermit wiederholten, in der Nähe der Küste noch ziemlich ergiebigen, weiter binnenwärts geringeren Regenfällen. haftet worden. Todessturz eines englischen Fliegers. Der Militärflieger Deane ist auf dem Flugfeld Brookland bei London abgestürzt. Deane war fofort to t. Wafferstands- Nachrichten der Randesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau am jeit 7.4. 6.4. Und doch ist noch erschütternder fast als diese stumme Sprache des Todes die Sprache der Lebenden: was sie zu erzählen wissen, lägt ein furchtbares Bild von dem Sterben und den Leiden der Robbenfänger erstehen. Das traurigste ist der Gedante, daß die Kanadisches Verkehrsleben. Eine Anzahl Banditen versuchte am fiebzig Toten der Newfoundland" wahrscheinlich, ja sicher gerettet gewesen wären, wenn sie nicht nach dem Einbruch des Dienstag, einem Telegramm aus New Hazelton zufolge, in die dortige Filiale der Unionsbank von Kanada einzubringen, und Schneesturmes dem unheilvollen Rat des Kapitäns der„ Stephano" die Kaife zu berauben. Das Personal hatte jedoch von dem gefolgt und wieder auf das Gis gegangen wären, bevorstehenden Ueberfall Kenntnis erlangt und empfing die Verum ihr eigenes Schiff zu suchen. Als um die Mittagszeit brecher mit einem Kugelregen, so daß diese entsetzt die des kritischen Tages der Sturm losbrach, eilten die 140 Mann Flucht ergriffen. Zwei der Räuber wurden durch Revolverschüsse Ratibor Krossen der„ Newfoundland" zu dem Dampfer Stephano", der ihnen getötet, den übrigen gelang es jedoch zu fliehen. Frantiurt näher lag als ihr eigenes Schiff. Sie tamen an Bord, Barthe, Schrimm nahmen hier auch eine warme Mahlzeit, allein Landsberg Am Karfreitag nachmittags: Fußballspiel aufeze, Bordamm ihnen der Kapitän, zu ihrem eigenen Schiffe zurückzukehren, da er mit seinem Dampfer die noch nicht aufgenommene dem Gemeindesportplak. Abends 8 Uhr ab: Staffee- und Leseabend, zu dem Elbe, Reitmerik eigene Mannschaft suchen und sich dabei in entgegengesetter Richtung auch die Eltern der Jugendlichen eingeladen sind. Die Getränke werden 1. Dfterfeiertag: Partie nach Bernau und Liepnissee. gratis abgegeben. entfernen müsse. Und so zogen denn die Männer wieder hinaus Abfahrt 5.04 früh. Fahrgeld hin und zurüd 1,70 M. Die Jugendlichen auf das Eis und in den Schneesturm, verloren die Richtung, wurden werden gebeten, sich mit genügend Proviant zu versehen. Auch die Liederin Unwetter vielleicht durch die vielen Sirenenrufe der Schiffe irre bücher mitbringen. " dann riet Jugendveranstaltungen. Friedrichshagen. am feit Wasserstand Wasserstand 7.4. 6.4. cm cm³) cm cra Oder, Memel, Tilfit Bregel, Insterburg eichiel, Thorn 498 -6 Saale, Grochlik 170+1 177 -6 Havel, Spandau) 132+6 353 45 Rathenow) 124+3 158 -3 Spree, Spremberg³) 96 +4 180 -3 Beeskow 143 191 4 Befer, Münden 268+-21 140-4 167-3 98 390 +46 Rhein, Marimiliansau 560 +6 74+2 -42 +11 254-5 Main, Hanau 202 -5 Mosel, Trier Fall. 3) Unterpegel. Dresden Barby Magdeburg 1)+ bedeutet Wuchs, Minden 354-10 Staub 9393 Köln Redar, Heilbronn 164-4 244 +11 199+28 +6 Stiller odasz Gegr. 1867 fatwira sdu Zentrale: C., Jerusalemer Str. 32-35 Potsdamer Straße Nr. 2 Tauentzien Straße 19 a Tauentzien Straße 7b Friedrich- Straße Nr. 75 Rosenthaler Straße Nr. 5 König- Straße Nr. 25-26 Oranien Straße Nr. 161 Gr. Frankfurter Str. 123 asilo] Für die Feiertage Chaussee- Straße 114-115-11 Schönebg., Haupt- Str.146 Neukölln, Berg- Str. 25 Charl, Wilmersdorfer Str.45 • Zweig- Niederlassungen: Magdeburg Halle Cassel Hamburg Lübeck Rostock Danzig Königsberg Posen Bromberg. Görlitz • . • . Allein- Verkaufsstellen an vielen anderen Plätzen. sind die Schuhwarenläger der alten Stiller- Firma in allem, was neu, schön und elegant ist, so reichlich ausgestattet, daß jeder Wunsch erfüllt werden kann. Wictado A Ganz neue Modelle in Damen- Halbschuhen Elegante Herren- Stiefel in ganz neuen Formen kann. Insibömo sotni teblagels 5q9a4 spitzul 10.a 101 Haupt- Preislagen für moderne Damen- und Herren- Stiefel: 875 1050 1250 1450 1650 $ 49 Theater und Vergnügungen Donnerstag, den 9. April 1914.| Theater des Westens. Anfang 4 Uhr. Urania. Von Abbazia bis Corfu. Anfang 5 Uhr. Paffage Theater. Kino- Varieté. Anfang 6 Uhr. Cines Rollendorf- Theater. Bas mir die Bildnis gab. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Parsifal. Anfang 7, Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. König Lear. Leffing. Peer Gynt, Berliner. König Richard III. Theater am Nollendorfplat. Dpernaufführung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 75 Uhr. 8 Uhr: Polenblut. Karfreitag 8 Uhr: Deutsches Requiem. Osterkantate. Theater am Nollendorfplatz 5. 7%, Ubr: 1. Opernanfführung d. Sternschen Konservatoriums. An beiden Osterfeiertagen 8 Uhr: Der Juxbaron. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Donnerstag 8 Uhr: Glaube und Heimat. Freitag: Geschlossen. Die Tages. taffe ist von 10-1 Uhr geöffnet. Sonnabend 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Metropol. Der lebende Leichnam. Friedrich- Wilhelmstädt. Theat. Antang 8 Ubr. Urania. Hochspannung. Deutsches Opernhaus. Tiefland. Rammerspiele. Die gelbe Jade. Deutsches Künstler Theater. Glaube und Heimat. Königgräger Strake. Geschlossen. Thalin. Die Schiffbrüchigen. Kleines. Jettchen Gebert. Theater an der Weidendammer Brüde. Lohengrin. Trianon. Das Ende der Liebe. Romödienhaus. Hinter Mauern. Lustspielhaus. Das große Geheimnis. Schiller O. Das Glüd im Winkel. Schiller Charlottenburg. Des Meeres und der Liebe Wellen, Theater des Westens. Polenblut. Montis Operetten. Jung- England. Refibenz. Heimat. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Forster Christ!. Noie. Das Recht auf den Tod. Rafino. Geheimnisse von New York. Herrnfeld. Haufierer Jodele. Die lette Ehre. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kom pagnie. Balaft- Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Luisen. Freie Bahn. Walhalla. Der Hüttenbefizer. Folies Caprice. Tohumabohu. Das Rarnidel. Das Erdbeben. Anfang 8, Ubr. Neues Volts- Theater. Barrens Gewerbe. Anfang 9 Ubr. Frau Momiralspalaft. Im Tangollub. Berliner Eispalaft. Eisballett. Amor auf Urlaub. Cines Nollendorf: Theater. Was mir die Wildnis gab. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Freitag: Gefchloffen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Freiwild. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Anjang 8 Uhr. Die Förster- Chriftl. Karfreitag: Mendelsohns Athalia, borgeführt vom Meltendorfschen Dratorienchor. Anfang 8 Uhr. 1. Diterfeiertag nachmittag 3, Uhr: Zapfenstreich. 2. Dfterfeiertag nach mittags 4 Uhr: Fräulein Trallalá. Der Vorverkauf für dte Ofter feiertage hat bereits begonnen. 18. Residenz- Theater Uhr 8 Uhr Heimat. Schauspiel in 4 Atten v. Subermann. Sonnabend, den 11. April: Die Cameliendame. 1. und 2. Dsterfeiertag: Der Regimentspapa. 1. Dfterfeiertag nachmittags Gretchen. Uhr: DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Das Recht auf den Tod. Freitag: Gefchloffen. Sonnabd.: Das Recht auf den Tod. Ab 1. Osterfeiert.: Die Dollarprinzessin. Metropol- Theater. Heute Donnerstag, abends 8 Uhr: Gastspiel des Deutschen Theaters Der lebende Leichnam. Moissi v. Winterstein Höflich Bertens Morgen, Karfreitag: Gefchloffen. Sonnabend, 11. April abends 8 Uhr: Das alte Spiel von Jedermann. Moissi Bertens. An beiden Dsterfeiertagen: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Trianon- Theater. Anjang 8 Uhr. Das Ende der Liebe. Freitag geschloffen. Sonnabend: Das Ende der Liebe. Sonntag u. folg. Zage: Die Notbrücke. Berliner Prater- Theater Staflanienallee 7-9. Donnerstag, den 9. April 1914: Gastspiel des Voigt Theaters. Des Meeres und der Liebe Mutter Thiele. Wellen. Freitag: Geschloffen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Theater a.d. Weidendammerbrücke 8 Uhr: Lohengrin. Theater in der Königgrätzer Straße Heute geschlossen. Komödienhaus. 8 1hr: Hinter Mauern. Berliner Theater. 7%, Uhr: König Richard III. Bollsstud in 3 Att. v. Ad. L'Arronge. Staffeneröffnung 7 Uhr, Anf. 8 Uhr. Folies Caprice. Komiker Schnitzel. Der Dorfmusikant. Morgen: Geschlossen. Passage- Panoptikum. Der englische Admiralspalast. Riese Els- Arena. Heute zum 215. Male das erfolgreiche Eisballett Die lustige Puppe. Beginn 8, Uhr. Wein- u. Bier Abteilung bis 6 Uhr und ab 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Teddy Bobs. Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow! 19 Jahre alt. Ohne Extra- Entree! Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis Sonntag, den 12. April( 1. Osterfeiertag) in den Germania- Sälen, Chausseestraße 110: Frühlings- Feier MITWIRKENDE: 226/ 18* Frl. Klara Waege, Violine; Frl. Susanne Friedberg, Klavier; Frau Gina Goetz- Levy und Herr Dr. Piet Deutsch, Gesang; Frl. Wally :: Kussel, Rezitation; am Flügel: Herr Kapellmeister Eduard Levy:: Rauchen nicht gestattet. Antang präzise 7 Uhr. Einlaßkarte 40 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eintrittskarten sind noch bei den Bezirksführern zu haben. Außerdem bei Dams, Schlegelstr. 9, Waldt, Pflugstr. 5, und bei Sachse, Chausseestr. 25, Eingang Der Bildungsausschuß. Zinnowitzer Straße. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Freie Bahn. Komödie in 4 Aften von Paul Blig. Morgen Karfreitag: Geschlossen. Walhalla- Theater. 81%, Uhr: Der Hüttenbesitzer Winter Schauspiel in 4 Aufz. b. Georges Dhnet. Morgen Karfreitag: Geschlossen. Clou Mauerstraße 82 Ein Garten 66: Berliner beispielloser :: Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Gastspiel des Prager Tonkünstler- Orchesters. Dirigent: Kapellmeister und Komponist Julius Fucik. Anfang 8 Uhr. An allen Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Wochentagen: Gr. Nachmittags- Konzert bei frelem Morgen Karfreitag: Geschlossen! DEUTSCHE Eintritt. JNITSCHE WERKBUND AUSSTELLUNG COIN 1914 KUNST IN HANDWERK JNDÚSTRIE& HANDEL ARCHITEKTUR THEATER KONZERTE- SPORT VERGNÜGUNGSPARK 355000 am AUSSTELLUNGSGELANDE AM RHEINUFER GELEGEN MAI- OKTOBER SPREE- HAVELStern BERLIN SO. DAMPFSCHIFFFAHRTGESELLSCHAFT POTSDAM Karfreitag und an den beiden Osterfeiertagen: Billige Frühlings- Sonderfahrten. ( Bei günstiger Witterung.): Ab Jannowitzbrücke( Belvedere), ab Schles. Tor 4 Std. später. 10 u. 2 Uhr nach Müggelsee( Müggelbg.) 60 Pf. hin u. zur. 10.30 und 3 Uhr nach Grünau. 50 Pf. hin und zurück. 2.30 bis Krampenburg- Schmöckwitz 70 Pf. hin und zur. Ab Grünau von 10.20-5.20 stündl. nach Schmöckwitz u. zur. Auf dem Müggelsee von 10.30 ab stündlich Ueberfahrt. Ab Erkner von 10 Uhr vorm. stündl. durch die Löcknitz ( nur Ostern). Ab Scharmützelsee 9.45, 12.30, 3.25; ab Saarow 10.45, 1.32, 4.27. Ab Wannsee von 9.45-5.45 stündl. bis Potsdam, zurück 10, 11, 12, 1, von 2.10-6.10 stündl. Ab Potsdam 10 u. 2 nach Ferch, 12 u. 8 nach Werder u. zur. Auf dem Tegeler See regelm. Fahrten n. d. Frühjahrsfahrplan; ab Tegel von vorm. 7.45 ab halbstündl. Verkehr. Für Vereinsausflüge empfehlen wir Dampfer u. Motorboote jeder Größe zu billigsten Preisen. H. Oetken& Co. Telephon: Morigplats 13268 Oranienstraße 166 abe Modernes dem Oranienplat Spezialhaus für Herren- u. Knaben- Garderobe Erfolg der von Publikum und Presse glänzend beurteilten April- Attraktionen! 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Reichshallen- Theater Stettiner Sänge: Anfang 8 Uhr: 1. u. 2. Feiertag, nachm. 3 Uhr, at ermäßigten Breij. Studes Pfingstfahrt Abers: Unsere füßen Dienstmädels. H Berliner umor- Avartett W. Wutzky Oderberger Str.34 Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Urania- Vorftellung Sonntag, den 12. April( 1. Ofterfeiertag), Tabenstr. 48/49: Weltbäder an europäischen Küften. Die Pläge werden verlost. Eintritt infl. Garderobe 65 Pf. Die Borstellung beginnt pünktlich 5 Ufp. Billetts find im Bureau und im Lofal von Greibe, Rusgeftr. 30, zu haben. 86/1 Die Ortsverwaltung. ,, Alt- München".. Ecke Friedrich- und Mohrenstraße Sehenswürdigkeit Berlins:: Münchener Kochelbräu Im Bräustübl vorzügl. Frühstücksund Mittagstisch zu kleinen Preisen. A Berliner Schweiz A MA Karfreitag u. Ostern Extrafahrten der Dampfer der Reederei Nobiling, Jannowitz- Brücke. Abfahrt: Karfreitag vormittag um 11 Uhr, Ostern am 9 und 2 Uhr mittags. Fernspr. Reederei Kahnt& Hertzer Königst. 2062. Dampfer- Extrafahrten ab Waisenbrücke. Am Karfreitag vormittags 14 Uhr nach Wendenschlok. Grünan, Krampenburg, Neue Mühle hin und zurüd 50 Pfennig. Achtung! Die verehrlichen Bergnügungsausschüsse, Komitees werden auf Wunsch an beliebigen Lokalen in dieser Richtung abgefekt und wieder aufgenommen. Am 1. und 2. Ofter feiertag und folgende Sonntage: Abfahrt nachmittags 2 Uhr nach Wenbenschlik, Grünan, Krampenburg. Hin und zurüd 50 Pfennig. Der großeu Nachfrage wegen empfiehlt es sich, Dampfer zu Sonntags, Montags- und Sonnabends. partien schon jetzt zu bestellen. 1 und 2 reihig, neueste Formen, prima Verarbeitung Mod. Jackett- Anzüge 17,19,23,26,29,33,36,39,43,46,49,54,59. Frühjahrs- Paletots 17, 19, 23, 26, 29, 33, 36, 39, 43, 46. Sport- Paletots Cutaways u. Westen u. Jacketts u. 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Ter'Schlickverkauf durch Aufsichts- personal sei üblicb. Der Staatsanwalt erklärte nach dieser Aussage, daß er die bezüglichen Anklagepunkte fallen lasse. Die Vernehmung einer Reihe von Arbeitern ergab Belastendercs. Ter Vorwurf zwar, daß Menzel als Vorsitzender des Kriegervercins Rcinickendorf-Lst auch Einladungen zu einer Feier von Kaisers Geburtstag auf .Kosten der Stadt habe austragen lassen, erwies sich als hinfällig. Ein Arbeiter hatte das nach Feierabend besorgt und dafür 2 M. aus der Kasse des Kriegervereins erhalten. Bewiesen wurde aber, daß ein Arbeiter vier Wochen hindurch auf Menzels Grundstück mit Beseitigung von Schutt usw. beschäftigt worden war, während die Stadt ihm den Lohn zahlte. Sehr eingehend prüfte das Gericht die Verwendung von Arbeitern der Stadt zu Arbeiten an der Luft- schiffcrchaussee. Daß Menzel gleichzeitig auf der Saatwinkeier Chaussee andere Arbeiter eingestellt hätte, wußte keiner der Zeugen und wollte auch keiner für glaubhaft und möglich halten, weil da- mals niemand Spuren von Arbeit an der Saatwinkeler Chaussee bemerkt hatte. Ein Arbeiter war sofort nach seiner Einstellung als Arbeiter der Stadt vom ersten Tage an bei den Arbeiten an der Luftschifferchaussee mitverwendet worden. Einen anderen hatte Menzel durch den Vorarbeiter veranlaßt, während seines Urlaubs dort mitzuarbeiten, um„sich etwas dazuzuverdienen". In den Lohnlisten wurden auch Namen von Arbeitern gefunden, deren Mit- arbeit keinem der anderen Arbeiter erinnerlich war. Bücherrevisor Schade stellte fest, daß die Stadt für die ihr entzogenen Arbeiter rund 220 M. an Lohn gezahlt hat. Ter Staatsanwalt forderte Schuldigsprechung nur wegen der Verwendung zur Schuttbcseitigung und zu den Arbeiten an der Luftschifferchaussee und beantragte 1000 M. Geldstrafe, während der Verteidiger, Rechtsanwalt Fricvländer, eine Freisprechung für ge- boten hielt. Das Urteil lautete auf S00 M. Geldstrafe. In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende. Landgerichtsdirektor Bahr, das Gericht habe„die felsenfeste Ueberzeugung gewonnen", daß Menzel keine Ersatzarbeitrr eingestellt habe. Ter Streik in der Tischlrreifabrik von Raabc in der Usedomstraße, der schon zweimal das Schwurgericht des Landgerichts Berlin I beschäftigte, gelangte gestern nochmals vor der fünften Strafkammer des Landgerichts Berlin I zur Erörte- rung. Bekanntlich bekundete in dem Landfriedensbruchprozeß Trogisch und Genossen der Obermeister der Berliner Tischlerinnung, LandtagSabgeordnetcr Rahardt, als Zeuge: In der Tischlerei- fabrik von Raabe werden Schundlöhne gezahlt. Tie Berliner Tischlerinnung habe deshalb den Streik für gerechtfertigt erklärt und das Polizeipräsidium ersucht, gegen etwaige Streikposten vor dieser Fabrik nicht rigoros vorzugehen. Eine? Abends soll es in der Nähe der Raabeschen Fabrik zwischen Streitenden und Streik- blechern zu Reibereien gekommen sein. Die Streikenden sollen ihrem Unmut Ausdruck gegeben haben, daß sich noch immer Leute finden, die bei Raabe arbeiten, obwohl dort durchschnittlich 5 Mark pro Woche weniger verdient werden. Der wegen Betruges bereits bestrafte„arbeitswillige" Tischler W e r n i ck e stellte gegen acht streikende Tischler Strafantrag wegen wörtlicher und tätlicher Be- leidigung. Das Schöffengericht Berlin-Mitte sprach jedoch alle Angeklagten frei, da es die Aussagen des einzigen Zeugen Wcruicke nicht für ausreichend hielt. In der gestrigen Berufungsverhandlung vermochte Wernickc nur die Angeklagten Georg Tauchcrt und Max Magdeburg mit einiger Sicherheit wiederzuerkennen. Ter Staats- anwalt zog deshalb gegen die anderen sechs Angeklagten die Bc- rufung zurück. Trotzdem Rechtsanwalt Roth mit triftigen Grün- den die Freisprechung forderte, wurde Tauchcrt zu 75 M., Magde- bürg zu 150 M. Geldstrafe verurteilt. Liebe macht blind. Zu dramatischen Szenen kam es gestern in einer Verhandlung, welche die 2. Strafkammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgcrichtsdirektors Jacob beschäftigte. Wegen Unterschlagung, Betruges und Urkundenfälschung war die Buchhalterin Iran- ziska H. angeklagt.— Tie bisher völlig unbescholtene Angeklagte war seit mehreren Jahren bei einer Maschinenfabrik in Neukölln als Buchhalterin in der Lohnabteilung angestellt. Sie war stets fleißig und tüchtig und sorgte mit ihrem bescheidenen Gehalt für ihre alte Mutter in ausreichender Weise. Eines Tages empfand sie eine große Zuneigung zu einem Kaufmann Kurt Gchde, der trotz seines geringen Einkommens stets den vornehmen Kavalier spielte und sich nächtlich in den Spiclklubs herumdrückte. Als G. eines Tages äußerte, daß er eine dringende Ehrenschuld habe und etwas von dem Revolver erzählte, bekam es die Angeklagte, die sehr an ihm hing, mit der Angst zu tun. Sie opferte ihr Gehalt und um ihre Mutter nicht Not leiden zu lassen, eignete sie sich von den Lohngeldern einen Betrag an, den sie durch falsche Buchungen ver- deckte. Als G. mit neuen Geldfordcrungen an sie herantrat, beging die H. aus Liebe zu G. fortgesetzt weitere Straftaten, um dessen Geldforderungen erfüllen zu können, die allmählich in die Tausende gingen. Gehde, der sich schon daran gewöhnt hatte, die Angeklagte als ständige Geldquelle anzusehen, verbrachte das Geld dann beim Hasardspiel, teils verjubelte er eS auch mit anderen Mädchen. AIS die Veruntreuungen die Höbe von 10 000 M. erreicht hatten, erfolgte die Entdeckung und die Angeklagte' mußte ins Gefängnis wandern. — Bei der Vernehmung des Zeugen Gehde kam es wiederholt zu dramatischen Szenen. Auf den Hinweis des Landgerichts- direktors Jacob, daß der Zeuge doch wissen mußte, daß ihm eine einfache Buchhalterin doch nicht Tausende opfern könne, erklärte er, daß er zugeben müsse, unehrenhaft gehandelt zu haben. Er habe geglaubt, die Angeklagte habe mit dem Firmeninhaber ein Verhält- nis und von diesem stamme das Geld.— Die Angeklagte, die fortwährend weinte und jammerte, erklärte jedoch, daß ihr Gehde gesagt habe, sie solle mehr Geld bringen, es merke niemand, da sie ja in der Fabrik machen könne, was sie wolle. Als der Zeuge dies bestritt, fuhr die Angeklagte auf:„Aber, Kurt, lüge doch nicht, für Dich sitze ich jetzt hier!", um dann, von konvulsivischen Zuckungen erfaßt, wieder weinend zusammenzusinken. Der StaarSantvall be- antragte mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagte in der gewissen- losesten Weise von dem Zeugen ausgebeutet worden fei, vier Monate und eine Woche Gefängnis. Das Gericht erwog bei Ab- Messung des Strafmaßes, daß es sich um einen sehr groben Ver- trauensbruch und ein recht erhebliches Objekt handele. Als mildernd sei erwogen worden, daß seitens der Firma keine genügende Kon- trolle vorhanden gewesen sei, die Angeklagte auch ihrem Liebes- Wahne zum Opfer gefallen sei. Das Urteil lautete auf 5 Monate und 1 Woche Gefängnis. Das Gericht rechnete der Angeklagten aber 1 Monat und 1 Woche auf die Strafe an und entlieh sie aus der Untersuchungshaft.____ Ein Magistrat ins Gefängnis. Tie VolkSschullehrerin Franziska Kaltrnftadler in Parten- kirchen hatte im Dezember 1912 ihren Dienst angetreten und mußte die Wahrnehmung machen, daß der rabenschwarze Magistrat von der aus drei Zimmern, Küche und Kammer bestehenden Dienst- Wohnung ein Zimmer an eine Rote-5freuz-Schwester abgetreten hatte. Auf ihre Vorstellung enviderte der Magistrat kurz und bündig, daß er Hausherr sei und nach seinem Ermessen über die Wohnung vcrsügen könne. Auf ihre Beschwerde zum Bezirksamt ermahnte dieses den Magistrat zu etwas mehr Entgegenkommen, schließlich hatte sich nicht nur die Lokalschulkommisfion, sondern auch die Regierung mit den Differenzen zwischen dem Magistrat und der Lehrerin zu befassen. In einem Bericht an die Regierung verlangte der Magistrat Partenkirchen die Versetzung der Lehrerin und erklärte die Behauptung der Lehrerin für unwahr, die Hand- lungsweise der Lehrerin als ungezogen und unmanierlich, die Lehrerin stifte Unfrieden und Stänkercicn nsw.— Tie Lehrerin stellte gegen den Bürgermeister und den gesamten Magistrat Be- lcidigungsklagc, der Magistrat stellte Widerklage. Da» Schöffen- gericht Garmisch sprach sowohl den Magistrat als auch die wider- beklagte Lehrerin von einem Vergehen der Beleidigung frei. Anders in der Berufung des Landgerichts München II. Tos Be- rufungsgericht hob das schöffengerichtlichc Urteil auf, sprach die Widerbeklagte Lehrerin frei, dagegen wurden verurteilt der Bürger- weicher Hellger zu drei Tagen Haft, die Magistratsräte Photograph Beckert, Buchdruckrreibcsitzer Bierpriegel, Trechflermeister Hell- wcger, Bäckermeister Krätz und Schreinermeister Wörndle wegen Beleidigung zu je zwei Tagen Hast. Inhalt und Form, heißt es in der Urteilsbegründung, oes Magistratsbeschlusses zeigen ohne weiteres die Absicht, die Lehrerin bei der Regierung zu diskredi- tieren. Die Form, mit der sie sich gegen den Vorwurf der Un- Wahrheit gewehrt hat, ist mehr als ruhig. Die Lehrerin wäre, auch wenn sie noch stärkere Ausdrücke gebraucht hätte, freizusprechen ge- wesen. Mit Rücksicht auf die ungeheuerlichen Angriffe de» Magistrats und die Schwere der Beleidigung hat das Gericht gegen den Magistrat und die Magistratsmitglieder auf eine Haft strafe erkannt._ Ein Todesurteil wegen Förstermordes am Weihnachtsabend. Da» Schwurgericht Göttingen fällte gestern nach dreitägiger Verhandlung das Urteil in dem Prozeß gegen den Zigarrenmacher August Fuhrmann, der unter der Anklage stand, am Weihnacht»- abend des vergangenen Jahres den 40 Jahre alten Förster Knoche vom Forsthaus Nonncnholz bei Klein-Almerode vorsätzlich und mit Ueberleguug getötet zu haben.— Der Förster machte am Weih- nachtsheiligabend gegen 5 Uhr nachmittag» einen Pirschgang durch den Wald, da er den begründeten Verdacht hegte, daß in der ihm unterstellten Forst gewildert werde; er wollte aber zur Einbescherung der Kinder wieder zu Hause sein. Als der Förster sich um die angegebene Zeit noch nicht eingefunden hatte, bekam e» die Frau mit der Angst zu tun und machte sich auf die Suche. Gegen 10 Uhr wurde der Förster tot aufgefunden, mit einer vollen Schrotladung im Halse. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich bald auf den Angeklagte», der nach acht Tagen fbstgenommen wurde, nachdem er einmal auf verfolgende Gendarmen geschossen hatte. In der Verhandlung suchte der Angeklagte den Borfall so darzustellen, al» ob der Förster zuerst auf ihn angeschlagen und er somit in Not- wehr gehandelt hätte, als er den tödlichen Schuß auf seinen Gegner abgab.— Nach dem Wahrspruch der Geschworenen verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten wegen Mordes zum Tode, wegen ver- suchten Mordes an dem verfolgenden Gendarmen zu füwf Jahren Zuchthaus und wegen Jagdvergehen» zu einer Woche Gefängnis. Ter Verurteilte erklärte auf Befragen mit ruhiger Stimme, er nehme die Strafe nicht an. MARKE INDER SALAMA Das fchönffe Ofterei Extra billige Oster- Preise! Rügenwalder Teewurst( Marke Butter- Klawe) Pfund 1.27 Schlack- und Salamiwurst Schinken- Speck.... 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St.-. f. 8.)( Nachdrud verboten) 62 319 22 498 922$ 651 823 901 42 2074 152 287 3331 47 703 35 4026 114 251 329 61 62 461 82 649 896 5035 66 264 398 532 39 610 61 74 6043( 10 000) 119 212 326( 400) 530 803 60 7094 461 657 873 914 46 8129 364 0199 247 81 690 921( 400) 10043 389 543 11100 46 80 322 36 442 621 798 961 86 621 798 12026 125 78 89 289 436 83 921 13367 482 513 831 14354 60 587 89 952 15022 291 423 605 744 16066 492 505 722 910 62( 500) 17054 143 313 430 41 728 932 89 18164 368 93 679 746 915 19023 83 121 209 95 396 447 577 20182 264 611 603 902 21357 807 63 926 22175 489 602 99 817 960 23196 313 46 678 795 994 24008 37 78 124 282 626 945 25028 242 89 26077 206 17 757 846 958 27044 498 813 28253 89 342 53( 400) 547 651 55 716 29 965 29031 80 217 63 435( 500) 52 618 46 813 904 86 357985 32967 30001 80 202 826 818 31136 61 444 55 715 857 986 82087 140 272 402 92 505 782 840 33240 479 513 48 657 789 840 954 34066 85( 500) 496 633 744 885 978 35330 801 966( 400) 88548 662 803( 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996 79193 239 389( 1000) 660 716 80116 35 285 395( 400) 458 740 817 32 87 237 611 872 82006 220 376 601 717 36 917 81045 117 66 83185 222 584 ( 500) 700 24.82 981 84046 117 85544 700 69 834 947 86438 804 32 87191 419 638 703 835 110 223 308 475 606 43 733 817 90066 264 324 713 848 904 88040 48 839 966 89034 81018 46( 400) 148 234 318 451 941 92004 204 398 627 911 59 93271 608 613 793 974 94069 360 406 29 42 44 81 847 95254 90 364 88 416( 500) 607 18 827 69 60 89 998( 400) 96077 396 656 788 97188 248 417 71 605 67 88058 388( 400) 408 77 607 672 09025 146 254 484( 1000) 682 762 100110( 1000) 577 831 947( 400) 73 101094 298 608 28 825 102244 419 923 103356 68 502 845 104181 203 308 55 650 730 898 914 80 105029 220 54 967 106030 48 176 342 89 418 521 107296 678( 40 000) 707 935 108522 826 109343 903 29 110433 673 879 915 111342 94 902 11 112163 370 434 113369 464 668 602 777 922 114077 213 791 804 38 61 900 115160 245 491 677 620 768( 400) 995 116205 380 664 873 903 117077 271 432 118330 69 687 651 61 976 77 96 110089 285 444 52 674 702 46 842 60 120038 225 348 121075 242 405 620 751 122100 31 346 62 686 787 929 123058 123 430 639 708 98( 1000) 909 124174 473 601 34 50 896 125278 451 559 783 126022 76 209 95 698( 1000) 630 710 127681 647 929 128087 556 691 876 129144 428 32 622 800 11 71 130063 940 60 131223 311 454 513 889 132099 260 694 940 133001 82 103 716 920 184161 248 99 301 25 574 687 135481 634 48 652 765 900 56 136170 305 601 72 893 137077 82 368 402 62 615 884 93 138145 976 139018 34 287 394 693 827 140042 148 280 457 727 47 813 141028 104 247 142062 74 136 325( 400) 609 946 143140 84 259 337 442 576 944 144086 111 306 9 445 763 98 875 145661 93 823 146472 84 639 73 147893 960( 3000) 83 148107 16 364 601 703 11 149121 307 460 530 741 802 67 150143 440 666 90 723 65 917 151069( 3000) 283 653 984 152396 529 626 900 153614 18 71 882 98 154046 56 214 326 600 706 849 78 155234 901 17( 500) 156082 188 254 318 529 836 74 157011 257 634 841 75 960 77 158091( 500) 276 455 511 750 907 49 150023 229( 400) 471 650 720 992( 600) 160620 866( 400) 93 97 181001 248 578 182296 307 99 408 699 674 713 82 852 163132 533 39 733 164278 451 662 976 185421 768$ 68154 404 668 804 167006 182 225 64 361 683 168124 38 426 629 37 639 917 169380( 600) 434 616( 400) 170044 378 446 57 94 563 713( 400) 171038 43 416 668 756 68 96 929 172149 249 302 17 677 173011 225 694( 400) 730 174037 172( 400) 426 776 930 175019 145 80 85 402 658 66 804 924 26 31 65 176178( 400) 681 746 177097 186 248( 500) 82 178278 654 700 59 ( 400) 928 179305 401 75 604 180115 266 601 779 811 42 51 92 181238 56 817( 600) 182085 178 372 432 574 690 720( 5000) 61 821 183210 316 ( 400) 24 68 663 770 802 77 92 925 184152( 400) 185017( 500) 101 373 88 622( 400) 712 16 89 869 904 186201 343 490 696 187324 864 188603 188779 873 190608 94 863 949 191006 16 151 326 582 666( 400) 192037 457 653 845 50 57 193396 607 783 873 194049 197 356 523 757 866 934 97 195098 116 271 87 467 587 657 79 196161 75 234 403 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Prensisch- Süddeutsche ( 230. Königl. Vrenk.) Klaffenlotterie 4. laffe 2. Biehungstag 8. April 1914 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 192 M. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 95 201 328 669 1080 393 856 2550 628 795 832 92 3140 54 453 54 78 82 4032 39 265 394 500 64 866 968 5233 80 98 360 508 655 796 823 43 907 63 84 6397 697 816 95 913 7299351 505 93 654 8148 422 70 556( 400) 760 82 86 830 9041 208 10 304 20 78 528( 400) 22,70 556 10184 86 593 643 880 11065 138 453 647 652 729 998 12032 148 307 10 73 633 13099 308 578 14186 223 309 627 916 15003 8 67 194 284 554 715 16506 77 686 98 741 927 17028 66 74 122 86 93 308 95 431 33 627 735 867 18000 411 28 557 693 972 19116 678 839 20020 82 336 871 21140 63 540 776 22148 260 580 709 12 888 906 23230 405 582 691 914 61 24647 710 864 25243 81 95 308 33 89 441 640 848 92 28115 86 457 641 619 61 700 2 923 27168 211 647 52 750 902 28066 164 300 15 18 48 768 818 909 29395 579 859 903( 400) 30059 31025 361 817 32023 229 78 97 33193 435 591 712 ( 500) 843 91 34375 783 974 35030 427 66 765 927 36163 550 37111 64 237 302 17 38079 81 150 375 456 546 678 717 63 84 871 936 39178 481 987 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71 279 321 520 707 39 886 124015 122 537 95 836( 500) 954 125062 851 429 654 56 667 819 127107 45 297 314 44 537 640 128010 69 127 347 445 654 99 129104 276 378 588 823 60 130660 719 25 131089( 400) 245 412 779 95 998 132080 209 27 62 337 530 97 637 133149 70 201 49 340 891 953 134106 223 430 563 894 135108 51 471 91 602 136195( 400) 207 356 694 187111 395 406 767( 1000) 84 888 188168 493 755 957 139057 859 974 140215 643( 400) 718 876 937 141352 472 933 142020 264 693 143282 144021 447 527 705 92 903 145454 626 40 622 41( 1000) 970 94 146310 476 540 147030 243 340 411 524 625 729 977 148039 409 71 729 69 78 149101 93 654 909 89 150160 393 448 573 908 151020 194 897 999 152152 67 214 619 94 705 874 153180 366 605 37 761( 400) 154104 243 339 425 619 664 812 155144( 500) 217 354 463 77 700 50 158219 40 341 92 775 97 157080 346 686 685 784 865 158605 981 150001 517 654 806 160043 265 79 85 605 72 786 880 161481( 400) 529 600 ( 400) 42 771 97 911 182724 163041 85 367 434 898 972 184682 868 165101 283 338 491( 400) 653 620( 400) 30 806 77 166141 81 433 52 89 501 767 167009 297( 400) 373 96 411 658 892 168246 403 85 645 54 766 847 952 169333 509( 400) 170050 110 290 503 23 55 76 740 63 926 171019 132 590 794 830 172248 403( 1000) 84 173057 149 ( 400) 336 506 12 605 23( 500) 78 731 91 174123 73( 400) 697 741 892 955 77 175874 937 51 176016 25 36 64 128 37 43 475 740 42 177016 366 82 837 178024 230 343 400 19 584 826 93 989 179051 192 99 314 413 679€ 60 74 84 952 180016 33 230 77 488 687 607 69 976 181011 17 49 246 200 605 35 99 182242 779 183100 677 184069 114 456 628( 400) 857 185040 124 428 30 961 186023 984 187015 276 531 800 83( 3000) 946( 400) 188445 926 189382 569 75 673 736 977 190211 959 191186 283 720 44 809 931 192007 29 136 299 311 615 708 193120 78 266 351 475 86( 1000) 552 59 682 947 194075 188 213 338 482 742 195011 796 196162 382 ( 3000) 642 75 858 938 197026 42 399 409 94 634 43 635( 400) 72 807 54 902 198150 295 402 33( 400) 746 847 199203 26 302 43 65( 500) 469 200220 60 607 56 201214 515 79 809 202001 398 676 85 625 786 937 203032 153 296 376 81 558( 400) 708 92 814 204104 31 43 290 689 651 740 205190 839 909 41 54( 400) 206385 429 625 951 93 207000 617 915 80 208001 544 610 927 93 209177 208 455 785 210082 211098 158 933 212143 781 86 809( 400) 213118 225 345 703 214532 686 952 215002 389 449 713( 400) 216052 294 305 599 737 985 96 217090 392 775 80 218198 273 93( 500) 347 593 628 842 79 219175 203( 500) 61 302 94 767 220043 271 361 430 76 635 811 936 43 221168 302 88 710 862 222061 86 153 256 74 675 771 90 872 919 34 223402 624 807 224103 287 675 225006 60 267 722 996 226001 37 116 36 52( 1000) 300 567 227161 424 55 603( 400) 789 840 228185 250 368( 15000) 74 84 457 609 61 63 621( 400) 724 43 Die Ziehung ber 5. Klaffe der 4. Preußisch- Süddeutschen( 230. Kgl. Breußischen) Alaffenlotterie findet vom 8. Mai bis 4. Juni 1914 ftatt. Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. gebender Bedeutung für die Mehrheitsbildung in dieser gesetz- gebenden Kürperschaft ist. Der Genosse Rebenstorf hatte aus Person» lichen Gründen fein Mandat niedergelegt, um daZ im ersten SLahl- gange die Sozialdemokratie, die Agrarier und die Freisinnigen rangen, ohne daß es zu einer endgültigen Entscheidung kam. Die Freisinnigen blieben in der Minderheit. Nach Berhandlungen zwischen der sozialdemokratischen Parteileitung und der Leitung der Fortschrittlichen Volkspartei für das Grotzberzogtum Oldenburg gab letztere die Parole auZ. dah die Freifinnigen für den sozialdemokratischen Kandidaten Genosse» Kick zu stimmen und die Bildung einer schwarzblauen Mehrheit zu per- hindern hätten. Leider hat dieser vernünftige, den realen Taisawen und den liberalen Interessen dienende Besch lutz nicht die genügende Befolgung gefunden. Ein Teil der Auch-Liberalen setzte daZ.nationale" Gefühl in Bewegung zugunsten des Landbündlers v. Levetzow, eines der schlimmsten Reaktionäre. Tos Resultat der Stichwahl ist für den Liberalismus be- schämend, v. Levetzow wurde mit 2488 Stimmen g e» wählt, während auf den sozialdemokratischen Kandidaten 2264 Stimmen entfielen. Bei der Hauptwahl wurden für die Sozial- demokratie 162S, für den Freisinn 1140 und für den Bündler 1817 Stimmen abgegeben. Hätten die Liberalen etwas mehr Rückgrat gezeigt, so wäre die Bildung einer schwarzblauen LandtagSmebrheit leicht zu verhindern gewesen. Runmehr haben die Sozialdemokraten und Liberalen zusammen 22, das Zentrum und die Agrarier eben- falls 22 Sitze im Landtag innc. Ein Mandat, doS bisher der Bündler Müller-Rutzhorn besaß, ist durch dessen Tod erledigt. Ter Zentrumestreit macht sich zurzeit mit besonderer Schärfe in Trier, der Stadt d«S heiligen Rockes, am Sitze des Bischofs Dr. Korum, bemerkbor. Dieser Tage hat dort das Wahlkomiiee der ZentrumSpartei be» schlössen, daß es diesenigen, die der Erklärung des ReichSausichusies der ZentrumSpartei„nicht vorbehaltlos beizutreten vermögen, als Mitglieder einer Parteiorganisation des Zentrums nicht mehr betrachten kann". Ferner sprach das Kontitee seine„schärfste Mißbilligung" über da« Borgehen der in Trier er» scheinenden»ntegralen,'papsttreuen„PetruSblätler" aus. Es fei„pflichtwidrig für ein treues Mitglied der Partei, diese Zeit- schritt, so lange sie ihre bisherige Tendenz auf politischem Gebiete weiter verfolgt, in irgend einer Form zu unter- st ü tz e n. Die PetruSblälter seien als Ouertreiberblatt zu betrachten und zu bekämpfen." Kein ZeiitrumSkatholik darf also künftig die„Petrusblätter", die vom Pap st e gesegnet und vom Bischof Korum ge- fördert wurden, durch Abonnement oder Anzeigen unterstützen. Fm Juli vorigen JabreS noch hat der B i s ch o f von Trier de» »PetruSblättern" geschrieben: „Ich wünsche(!> und hoffe, daß Ihre Wochenschrift, die seit ihrem Bestehen an ihrem Programm trotz aller An- feindungen(!) treu festgehalten hat, auch in Zukunft den Interessen der Kirche dienen und immer reichere Erfolge erntei, wird." Aber nicht nur gegen die„Petrusblätter" richtet sich die Aktion des Trierer WahlkomiteeS: der Beschluß bedeutet zugleich den Hinauswurf der besten Freunde des Bischofs Korum auS der ZentrumSpartei, nämlich der Herren Doinkapitulor Stein, Bezirkspräses Treitz, Deminarprofefsor Dr. Marx und Pfarrer Rosche l, sämtlich hervorragende Geistliche Triers und Männer aus der nächsten Umgebung des Bischofs. Und weshalb werden sie aus- geschlossen? Weil sie nicht, wie es der Rechtsanwalt Stock als Borfitzcnder des WahlkomiteeS buchstäblich verlangt hat, den Aufruf d� RcichsauSschusleS„rückhaltlos",„ohne jede Ein- fchränkung" und„ohne jeden Borbehalt" unter» schreiben wollten. r„Wer nicht pariert, der stiegt!" so hat die ZentrumSpreffe sp oft in bezug aus die Sozialdemokratie geschrieben, die niemals an thre Anhänger solche inguisitorischen Ansinnen gestellt hat._ 5chllda-?choppoustedt. Tie Nichtbestätigung des zum Stadtrat in Gera gewählten monistischen Rechtskonsulenten Hart mann, über die wrr bereits berichteten, erscheint in einem ganz besonderen Lichte durch die Tat- lache, daß der von der behördlichen Maßnahme betroffene Hartmann über den Gang der Ding«— nur aus den Tageszertungen— und vom Hörensagen unterrichtet ist. Die Behörde selbst, die von jedem Staatsbürger die minutiöseste Einhaltung und Befolgung aller GesetzeSvorichriften verlangt, hat es bis zur Stunde nicht für nötig gehalten, den„degradierten" reußischen Staatsbürger über die über ihn verhängte Maßregel ku unterrichten. Also nur auf Umwegen wurde der„Gehenkte" mit seinem Geschick bekannt. Run hat sich ober herausgestellt, daß der Hartmann, auf desien„Sünden" eine wahlweise reußische Regirrung ihre Nichtbestätigung aufbaute, mit dem Rechtskonsulenten Hartmann gar nicht identisch lst. Das Schild- büpgerftückchen vonGera wirkt also immer komischer! WaS wird nun eine hohe Regierung diese« Duodezstaates machen? Rechtlich müßte sie nachträglich dem Gematzregelten doch wohl mitteilen, daß sie über ihn ein falsches Gerückt in Umlauf gesetzt habe, und schließlich muß sie ihn, da sie mit ihrer bekannten Begründung der Matzregel so glatt abgefallen ist, doch bestätigen. Die Blamage wird also eine doppelte sein. Es ist aber nicht da« erstemal, daß das reußische Ländchen und feme Leiter in solchen Sachen in schstdbürgerischer Weise von sich reden machen. Bor«inigen Jabren verfügte die hohe Behörde, daß die Einäscherung der Ungläubigen in der Weise vor sich zu gehen habe, daß die nickt einwandfreien Toten, bei der Bersenlung zum Einäscherungsofen, nicht den Weg anderer steiblicher Ueberreste durch die Senkgrube der Kapelle gehen durften. Diese sollten von außen der Einäscherung zugeführt werden. Zu diesem Zwecke wurde extra eine Scnkvorrichlung außerhalb der Kapelle eingerichtet, für die der Bolkimund die Bezeichnung„Monistenloch" gefunden hat. „Stach Berliner Muster." Den gemütlichen Kölnern soll nun durch eine Polizei nach Ber» liner Muster der echt preußische Schneid beigebracht werde«. Der neue Polizeipräsident v. Glasenapp, von 1901— 1909 Polizeipräsident in Rixdorf.>st an der Spitze einer Kommission in Köln eingerückt. In der bürgerlichen Presse wird verkündet, daß ein Polmidienft „nach Berliner Muster" eingeführt werden soll. Der Geist Jagows schwebt also auch über den Wassern deZ Rheins. Ei»„Opfer der Sozialdemokratie". Ein geriebener Buriche mit Namen Heinrick Wandt suchte in der Stuttgarter Organisation«ine Rolle zu spielen.. Er wurde nach kurze: Zeit kaltgestellt. Zum Militär ausgehoben, wurde er nach einigen Monaten fahnenflüchtig, obgleich die Behandlung seitens ieiner Borgesetzlen ihm nickt den mindesten Anlaß dazu(jah. Einige Mon-lc trieb er sich im Ausland, in der Schweiz und in Fron» eich herum und suckle dort die Parteigenossen nach allen Regeln der Kmist zu brandschatzen. AlS ihm daS unmöglich gemacht worden war. er sich zu ehrlicher Arbeit aber nicht bequemen wollte, versuchte er es bei den Gegnern der Sozialdemokrane. Einem Stuttgarter bürgerlichen Blatt erzählte er Räubergeschichten über seine„Er- fahrungcn" in der Sozialdemokratie, die Sie'eS Blatt in einer Serie Aniket veröffentlichte, natürlich gegen nicht zu knapp benieffeneS Honorar. Die Artikel verfolglen weiter den Zweck, sich als„Opfer der vaterlandslosen Sozialdemokratie" hinzustellen Und so das Militärgericht milder zu stimmen. Die Uebung ist vorbeigelungen: am Montag, den 6. April, verurteilte da« Kriegsgericht in Ulm den Mann zu acht Monaten Gefängnis und Versetzung in bi« zweite Klaffe des SoldaienstandeS. Das Urteil ist sehr hart, wenn auch zuzugeben ist. daß die Art, wie der Wandt seine aus Scheu vor körperlicher Anstrengung entsprungene Fahnenflucht zu motivieren suchte, mildernde Umstände kaum rechtfertigt. Hüter der Ordnung und Titte. In den letzten Tage» ging die Mitteilung durch die Preffe, die eingeleitete gerichtliche Untersuchung gegen den vom Dienst sus- pendierten Polizetkommiffar Schmidt, den Leiter der Sittenpolizei in Frankfurt a. M-, habe nichts Belastendes gegen ihn ergeben. Die Meldung war falsch. Schmidt erscheint so schwer belastet, daß der Utitersuchiiiigsrichter Schmidt» Verhaftung gutgeheißen hat. EZ bandelt sich um eine Bestechungsaffäre. Schmidt soll von der Be- sitzerin eines öffentlichen Hauses in der Altstadt Geschenke und er- bebliche Tarlehen angenommen und ihr dafür allerlei Vergünstigungen gewährt haben. Die Anzeige erfolgte von der Besitzerin eines anderen öffentlichen Hauses,■ das demnächst geschlossen wird. Die Untersuchung wird streng geheim geführt, und eS läßt sich noch zischt sagen, ob sie auf den einen Fall beschränkt bleibt. Eine ähnliche Polizeiaffäre wird aus F o r st i. L. gemeldet. Dort wurde der Polizeiinspektor Off in Untersuchungshaft genommen und zwar, wie dem Sladtverordnetenkollegium mitgeteilt wurde. wegen Amtsmißbrauchs bei Veimittelung von PersicherungF- geschästen, omtSmißbräuchlicher Verfügungen in eigener Sache, Verdacht der Unterschlagung städtischer Gelder,, Vernichtung von Ur- künden und Urkundenfälschung, Tätliches Bergreifen au eine« Vorgesetzten— tätliches Vergreifen an Untergebene«. Am Kriegsgericht der ö. Division in Nürnberg spielten dieser Tage einige Prozesse, die ein grelles Licht auf die Ungerechtigkeit de« militärischen Rechtes werfen. Der Unteroffizier Georg Hermann vom Artillerieregiment in Erlangen konnte den Rekruten R. nicht leiden. Als der Unteroffizier einmal in betrunkenem Zustande zu- fällig an dem Rekruten vorüber kam, gab er ihm eine tüchtige Ohrfeige. Der Unteroffizier mußte vor Gericht selbst zu- geben, daß ihm der Rekrut auw nicht das geringste in den Weg gelegt hatte und daß zu seinem Verhalten auch nicht der geringste Anlaß vorlag. Der übermütige Stellvertreter Gottes redete sich lediglich auf Trunkenheit hinaus. Der rohe Treffenträger kam mit acht Tagen Mittelarresk davon. Der Unteroffizier Brunner des 2. Chevauxlegcr- Regiments in Dillingen ließ eineil Rekruten, mit vorgestreckten Armen einen ge- füllten Dungkasten hallend, fa lange in Kniebenge stehen, bis der Soldat ohnmächlig wurde und umfiel. Dieser Unteroffizier erhielt 18 Tage Mittclarrest. Bei beiden Soldatenschindern wurde„ein minder schwerer Fall" angenommen. Nun das Gegenstück. Kurz nach dieset, Verhandlungen hatte sich vor dem gleichen Gericht der Rekrut W. der 7. Kompagnie des 14. Infanterieregiment« wegen tätlichen VergreifenS an seinen Vor» gesetzten zu verantworten. Dieser Soldatevar einmal an sesnem Feiertag sehr stark betrunken. Er hatte 20 Glas Bier jju sich genommen und mußte am Abend von Kameraden förmlich geschleppt werden. In der Kaserne angelommen, wurde dem betrunkenen Soldaten irrtümlicherweise von Kameroden gesagt, er müffe sich bei dem Jourunterosfizier Rupprecht vorstellen. Hierüber geriet der Rekrut, der kurz vorher von dem gleichen Unteroffizier gemeldet wurde und deswegen Strafexerzieren erhalten hatte, in große Erregung. Mit Mühe und Not wurde der Soldat von Kameraden beruhigt und ging zu Bett. Plötzlich geriet der Soldat wiederum in Wut, sprang aus hem Bett und ging im Hemd aus das Zimmer des Unteroffiziers Rupprecht. der sich gleichfalls schon im Bett befand. Vorher Hätte der Rekrut ins Zimmer hineingerufen:..Wo ist denn der Kerl, der Unter» offizier. der mich hängen will?" Am Bett« des Unteroffiziers an» gelangt, wurde der Soldat von diesem gepackt und au« dem Ber» schlage, in dem das Bett des Unteroffiziers stand. hinaus» geworfen. Ein anderer Unteroffizier kommandierte einige Soldaten und ließ den Betrunkenen hinausschaffen. Dabei schlug der alkoholisierte Soldat um sich und sträubte sich gegen die Fortschaffung. Damit hatte der Soldat dem„tätlichen Bergreifen an einem Vorgesetzten" noch em« Widersetzung beigefügt. Obwohl dem Unteroffizier, den der Betrunkene„tätlich angriff", rein gar nichts passierte, und obwohl die Soldaten, die den Betrunkenen fortschafften, durch dessen Widersetzung in keiner Weise beschädigt wurden, verurteilte das Gericht den krankhaft per- anlogten Soldaten zu der schweren Strafe von einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis. Ein Militärarzt, der Sachverständiger war, bezeichnete den Soldaten als chronischen Tri« lex. Frankreich. Die Vernehmung Caillaux'. Pari«, 7. April. Eaillaux erklärt« vor dem Untersuchungsrichter weiter, er habe den Tod Calmettes tief bedauert. Dieser hätte keine persönliche Animosität gegen ihn haben können. Er habe ver- schiedene Angebote für einen Feldzug gegen Calmette bekommen, eS aber immer von der Hand gewieien, solche Waffen zu gebrauchen. Indem er auf die Veröffentlichung gewisser Schriftstücke über die Verteidigung Frankreichs zu sprechen kam, die der„Figaro" plante, erklärte Eaillaux, daß eS auf eine Intervention Barlhoüö auf Ersuchen de§ V-rlrei-rs der am meisten interessierten Macht zurückzuführen sei. daß Ealmette im letzten Augenblicke' auf diese Veröffentlichung verzichtete, die schwere auswärtige Ver» Wicklungen hätte schaffen können. Eaillaux erklärte, er fürchte- die Veröffentlichung dieser Schriftstücke nicht. An dem Tage, wo die Zeit thr Werk getan haben wird, sagte er, und wo ich frei werde sprechen können, an dem Tage. Mio das von mir geschriebene Werk über Agadir der OeffentlicMit übergeben werden wird, werden alle Bürger, desien bin ich sicher, �»icht nur meiner Vaterlandsliebe, sondern auch meinem poltltschen Scharfblick, um nur dies zu sagen. Gerechtigkeit widerfahren lassen. Eaillaux schloß daraus, daß folcke Schriftstücke nabe daran gewesen seien, veröffentlicht zu werden, daß er richtig über den„Figaro" informiert gewesen sei. und daß ein Gegner, der zu solchen Waffen greife, vor nichts zurück- schrecken würde. Darauf sprach Eaillaux von seiner Entrüstnng über die Veröffentlichung des Briefes mit der Unterschrift„Dein Jo". einer Entrüstung, die noch gewachsen sei, als von verschiedenen Seiten Hörle, daß der„Figaro" Privatbriefe veröffentlichen werde, die sein Gesühlsleb n schilderten. Schließlich sprach er von dem Tage des Dramas und gab die schon bekannten Einzelheiten darüber. Pari«, 8. April. Vor der Gegenüberstellung Eaillaux' und BarthouS, die heute stattfinden soll, vernahm der Untersuchung«- richte: noch einmal Eaillaux, der ihm bewel>en wollte, daß seine Galtin nicht die Veröffentlichung des Berichts Favres verhindern wollte, als sie in die Redaktion des„Figaro" gmg. Erstens, sagte Eaillaux, glaube er nicht an das Borhandeniein der Dokument« FabreS, dessen Existenz Fabre selbst ihm gegenüber immer geleugnet hatte. Zweitens seien er und sein« Fron ber Meinung geweien. daß. wenn»rgend eine Note veröffent» lichr weiden würde, dies in euiem Abendblatt geschehen würde, drittens glaubte er und glaube er auch jetzt nock. daß ein- Veröffentlichung über feine Rolle in der Rochelte-Angelegenheit nur auf seine Gegner zurückfallen könne. Er halte sein- Jntervcniion bei Monis für durchaus gesetzmäßig und habe keinen Mißbrauch mit seinem Einfluß gelrieben, sondern einfach eine Regierungshandlung ausgeführt. Die Gegenüberstellung Eaillaux' und BarthouS zielte allein aus die Fesrftrllung ab, ob Frau Guehdan im Sichte einer Straßenlaterne Barthou die beiden intimen Briefe vorgelesen habe. Ohne Eaillaux förmlich zu dementieren, gab Barthou die Versicherung, daß er bis vor kurzem nichts von dem Vorhandensein dieser beiden Briefe gewußt habe. Wahr- scheinlich habe Eaillauix. hypnotisiert durch die Furcht vor der Veröffentlichung semer intimen Briefe, geglaubt, Frau Gueydan habe sie mitgeteilt. aber er täusche sich. Eaillaux blieb dabei, daß Barthou ihm von intimen Briefen ge- sprochen und gesagt habe, Frau Gueydan habe ihm Papiere gezeigt. Barthou erklärte, Eaillaux irre sich gewiß, eS handle sich nicht um eine kürzliche Unterredung mit Frau Gueydan. sondern um ein Ge- sprach, das schon etwa ein Jahr zurückliege. Darauf vernahm der Untersuchungsrichter den Redakteur Avril vom-.Figaro", der erkärte. Eaillaux habe zu ihm gelegentlich eines Gesprächs in der Kammer geäußert: wenn der Feldzug EalmetteS fortdauert, werde ich ihm meine Zeugen schicken und Iis wissen, ich schieße gut. Eaillaux, der daraufhin Ävril gegenübergestellt wurde, erklärte, sich nicht zu er» innern, diese Aeutzerung getan zu haben. Italien. Das bedingte Vertrauensvotum. . Rom, den 6. April.(Eig. Ber.) Die Kammer hat in der ersten politischen Abstimmung vom S. d. dem Ministerium Salandra mir beträchtlicher Mehrheil den Willen ausgesprochen, mit wohlwollender Erwartung seinem definitiven Programm entgegen zu sehen. Ein eigentliches Vertrauensvotum war das natürlich nicht, obwohl Salandra ein solches gefordert hatte. Die Kammermehrheil will zunächst abwarten, wie sich das neue Ministerium anläßt, und das ist ihr gutes Reckt. Die von Salandra abgegebenen Erklärungen, mit denen er die viertägige Diskussion schloß, lasten an Deutlichkeit nicht« zu wünschen übrig. In bezug auf die stachlige Frage der Haltung gegenüber den Klerikalen hat der neue Premierminister gesagt, er werde den Gesetzentwurf über den Bortritt der Ziviltrauung aufrechterhalten und sich nicht widersetzen, daß die Kammer den Initiativantrag über die Ehescheidung in Erwägung zöge. Wenn es aber zum Votum käme, würde er, Salandra. gegen die Ehescheidung stimmen. Was die Finanz betrifft, so hätte er von einer möglichen Emission neuer Schatzschuldickeine gesprochen, um von vornherein zu zeigen, daß von Anleihen im Auslände nicht die Rede sei. Für die Eisenbahner sei die Regierung bereit. IL Millionen zu geben. Zum Schluß sagte Salandra— und diese Worte müssen den Giolittignern sehr bitter klingen—, daß ihm nichts an einer Person- lichen Mehrheit gelegen sei. Auch wolle er weder geduldet, noch von anderen beherrscht werden, dem Lande dienen und nicht einer Mehrheit, Ausdruck einer Partei fein, nickt einer buntfarbigen Parlanientsmajorität. In kurzen Worten beißt da», daß er nicht mit den Mitteln regieren will, mit denen Giolitti regiert hat. Man muß nun abwarten, ob er das kann. Englanö. Asquith wiedergewählt. Loudon, 8. April. Premiermmistcr Asquith ist in East Fife ohne Gegenkandidaten wieder in das Unterhaus gewählt worden._ Vertagung des Unterhauses. Loudon, 8. April. Das Unterhaus hat sich biS zum 14. April vertagt. Nußlanö. Wer beguadigt wird. v Barschau, 7. April.(Mcloung der Petersburger Telegraphen« Agentur.) AuS Anlaß der begimrendcn katholischen Osterseierlago hat der Obeppolizeimeister öS Studenten freigelassen, welche sich feit dem 19. März wegen der Demonstration vor dem beut- fchen Konsulat in Polizeihaft befanden. Nationalistische Schreier tonnen auf die Milde der Zarenschergen rechnen: die fteiheitlichen Element« werden nach wie vor mit der schlimmsten Barbarei behandelt. Letzte Nachrichten. Die Wirkung des Fraueustimmrechts iu Illinois. Ehitago, 6. April. Ileber das Ergebnis der Abstimmung der Frauen bei den Wahlen in Illinois wird gemeldet: In der Stadt Ehikago sind alle Fxauen, die für Stadtverordneten» am t er kandidierten, mit überwältigender Mehrheit geschlagen. Außerhalb Ehikago« haben die Stimmen der Frau«: die Wirkung gehabt, daß in kleineren Städten und Ortschaften insgesamt etwa tausend Lokale, die a l! oho lhalt i g e Getränke verschänken. geschlossen werden müssqn. Bon den Distrikten, in denen bereits vor der Wohl ein Verbot des Ausschanks geistiger Getränke bestand, ist keiner der Tempercnzbewc- gung verloren gegangen. Diese hat vielmehr zahlreiche weitere Gemeinden hinzugelvonnen. Abgesehen von der Stadt Ehikago haben etipa 70 Prozent der Frauen gegen den AI» koholausschank gestimmt. r Ter„Weihe Wolf" nicht sremdcuseiudlich. Schanghai, 8. April. Zum Beweis dafür, daß die Banden de« „Weißen Wolf" nicht fremdenfcindlich sind, wird auf Grund einer Untersuchung, die in den von den Räubern verwüsteten Gegenden vorgenommen wurde, angeführt, daß die Bonden de«.Weißen Wolf" zu verschiedenen Zeiten im ganzen 28 Fremde in Gefangenschaft hielten und daß die an Ausländern in Liuanchau, Lachokau und anderen Orten begangenen Morde tatsächlich nicht auf Wei- s un g d« s.W e iß e n W o l s" e r f o l g t sind. Tic Räuber ziebvr jetzt westlich durch Shensi._ Verhaftung eines Mädchm« Händlers. Ppsen, 8. April.(P r i v a t t e I e g r a m m de««Pp r- wä r t«".) Aus dem Posener Hauptbahnhof wurde heute.Her Mädchenhondler Cohn au« Ostrowo verhaftet. Cohn war im Begriff, einen MädckentranSport nach Amerika zu führen. Jugendliche Strahenräuber. Köln: 8. April. Der löjähriae Lehrling Peter Leuther und der IL Jabre alte Laufbursche Schütz standen heute wegen. ver- suchten Morde« vor der Strafkammer. Ersterer hatte seinem Bater ein Gewehr mit Patronen entwendet und zusammen mit seinem Gr- noffen eine Verwandte aufgesucht. Sie überfie lcndieKrau, verletzten sie lebensgefährlich und flohen vnter Mit- nähme von 100 M. Da« Gericht nahm Straßenraub än und ver- urteilte die jugendlichen Verbrecher zu je einem Jahre Ge.- fäugnis.__ Scharlach in einem bayrischen Jnfanterie-Regimaui. Ingolstadt. 8. April. Scharlach ist bei der 4. Kompagnie de» 10. Jnfanterie-Regimcttts in Ingolstadt ausgebrochen. Der Bs- zirk der Kompagnie darf nicht betreten werden. Zwei französische Militärflieger i» Marokko verwißt. Pari». S. Avril. Man hegt hier lebhafte Befürchtungen über das Schicksal zweier französischer Militärflieger, die in Weit» Marokko aus einem Erkundigungsfluge zum Landen gezwungen waren. Man befürchter, daß sie von Marokkanern ermordet worden sind, Blusen u. 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Stein eingiger Stand leidet unter so hohen Belastungen und Besteuerungen als das Gastwirts gewerbe. Wer tennt nicht all die vielen Extrabesteuerungen, welche der Gastwirt im Reich, Land und Gemeinde zu leisten hat. Wer kennt nicht die ins Ungemessene gesteigerten indirekten Steuern, wodurch die Rohmaterialien eine ungeheuerliche Preissteigerung erfahren. Steuern auf Bier, Branntwein, Bigarren, Zigaretten, Streichhölzer, Glühförper und andere Bedarfsartikel sind es, die das Birtegewerbe gut tragen hat. Geradezu vernichtend hat die Finansreform auf das Gast- und Schantwirtsgewerbe gewirkt. Taufende vernichteter Cristenzen bedecken den Weg der legten Steuerreform. Unzählige Berufsfollegen waren gezivungen, die Stätte, in welcher fie unter Mitwirkung ihrer braben Frauen und fleißigen Kinder Ernährung fanden, zu verlassen. Unzählige von Berufskollegen fristen mir noch eine Scheineristenz. 3 Immer gewaltiger wird das Braulapital. Der Zusammenschluß im Braugewerbe bedingt für dieses eine Machtstellung, welche den Wirt immer abhängiger vom Braufapital macht und ihn zwingt, den Bedingungen dieses Braukapitals sich zu fügen. Neben all diefem vorher Gesagten haben die behördlichen Bevormundungen und polizeilichen Schifanen einen nie geahnten Grad erreicht. In diesen shiveren Zeiten fommen täglich neue Nachrichten, daß weitere Belastungen, Erhöhung der indirekten Steuern geplant feien. Beim Biederzusammentritt des Reichstages nach Ostern wird der Entwurf eines Gefezes zur Schantgefezgebung, den die Regierung dem Reichstag unterbreitet hat, im Reichstag zur Verhandlung lommen. Diefer Entwurf enthält neue schwere Gefahren für das Gastwirtsgewerbe. Richtige Anlässe sind zum Vorwand genommen, die Rechte der Polizeibehörden weitgehend zu erweitern. Würde dieser Regierungsentwurf Gesez werden, würden weitere Tausende von Eristenzen der Vernichtung anheimfallen. Dagegen gilt es, sich zu wehren. All diese Maßnahmen können nur wirkjam bekämpft werden im Interesse des Wirtegewerbes durch Zusammenschluß. Wie alle Berufsgruppen erkannt haben, daß nur in der Organisation die Kraft und die Möglichkeit beruht, Schritte zum Schuße der Berufsangehörigen zu unternehmen, so muß fich auch diese Erkenntnis in die Reihen der Angehörigen des Gast- und Schantwirtsgewerbes Bahn brechen. Eine solche Drganisation besteht, es ist der Verband der freien Gaft- und Schankwirte Deutschlands. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der freien Gast und Schankwirte veranstaltet am Mittwoch, den 15. April und am Donnerstag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, je eine Bezirks- Versammlung in folgenden Lokalen: 1. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen| 4. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Gieshoit, Wiclefftr. 24. Scholz, Andreasstr. 21. 2. Bezirk. Donnerstag, den 16. April beim Kollegen 5. Bezirk Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Wolffgramm, Aderstr. 6. 3. Bezirk. Versammlung beim Kollegen Fr. Siegel, Gr. Frankfurter Str. 30. Fröhlich, Fontane- Bromenade 18. 6. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Radke, Neue Jakobstr. 3. In allen Versammlungen finden Vorträge statt über: Die Schankkonzeffionsgefehgebung im fichte des Reichsverbandes deutscher Gastwirte. Referenten find die Kollegen Obiglo, Litfin, Wichle, Zubeil, Matthes. Wir richten an die Gast- und Schankwirte, die feinen Verein oder Verband angehören, die dringende Aufforderung, sich die ihm geschilderten schweren Gefahren vor Augen zu halten und aus ihrer Gleichgültigfeit zu erwachen, sich einer Organisation anzuschließen, Mitglied des Verbandes " Freier Gaft- und Schankwirte Deutschlands zu werden. In den oben bezeichneten Bezirksversammlungen werden alle für das Wirtegewerbe wichtigen Fragen eingehend behandelt und sind Berufskollegen als Gäste sehr willkommen. 73/ 14* Darum nochmals, Kollegen, kommt in diese Versammlungen! Belmonte a. 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Sind wir so sicher, für jeden erledigten Plaz immer Bestimmung, daß jeder Bürger, um wählen zu können, sechs den entsprechenden Mann zu finden, daß wir nicht darunter leiden, Monate vor dem Wahltag seine Steuern für die drei vorherwenn wir die Hälfte der Menschheit unter einen Bann legen und gegangenen Jahre entrichtet haben muß, eine Vorschrift, von es von vornherein ablehnen, ihre Fähigkeiten, so hervorragend die deren Bedeutung für die Arbeiter jenseits der„ Mason- und selben auch sein mögen, nußbar zu machen? Im voraus be- Dicon- Linie" sich jeder, der die hundeelende Lage der unter den stimmen, daß Personen einer gewissen Gattung nicht Aerzte oder Palmen des Südens wandelnden Proletarier kennt, ein Bild machen Advokaten oder Parlamentsmitglieder sein sollen, heißt nicht nur fann. Wenn man näher zusieht, wird man eben finden, daß hinter sie, sondern auch die beeinträchtigen, welche Aerzte, Advokaten, den Rassenvorurteilen, an die des Südens Machthaber zur Durchfebung ihrer Entrechtungspläne stets erfolgreich appellieren, das hervorragende Parlamentsmitglieder brauchen." Klasseninteresse der Besißenden lauert. Wie weit die Reaktionswirtschaft in der amerikanischen Demokratie" geht, zeigt die Wahlstatistik Virginiens. Bereits vor einem Menschenalter lieferte der Staat George Washingtons bei der Präsidentenwahl gut 300 000 Wahlstimmen, bei den gleichen Wahlen von 1908 und 1912 war das Gesamtvotum Virginiens auf 137 000 bzw. 136 000 Stimmen zusammengeschrumpft, trok erheblicher Bevölkerungszunahme! Die südstaatlichen Reaktionäre sind es bei alledem, die nicht nur in der Parlamentsdemokratie, in der Mehrheitspartei des Senats, wie des Repräsentantenhauses, sondern auch in der Regierung zurzeit die längſte Bfeife raucher. dürfen, trop des verschrienen„ Radikalismus" des Wilson- Kurſes. Frauenwahlrecht. Das Frauenstimmrecht in Illinois. Am 7. April haben im Staate Illinois zum erstenmal die Frauen von ihren Stimmrecht Gebrauch gemacht. Allein in Chicago iparen 217 500 Frauen neben 455 000 Männern in die Wählerlisten eingetragen. Heber 80 Proz. von ihnen haben von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, während die Ziffer bei den männlichen Wählern sich nur auf 70 Proz. stellt. Acht Frauen haben ihre Kandidatur für hohe Magistratsposten aufgestellt und man erwartet mit großem Interesse das Resultat der Wahlen. In den anderen Teilen des Staates befizen noch etwa 50 000 Frauen das Stimmrecht. wartet als erstes Resultat die Abschaffung der Schanffonzession für etwa 3000 Wirte. Während des ganzen Tages herrschte in den Wahllokalen lebhafter Verkehr und auch der große Regen konnic die Frauen nicht abhalten, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Das Wahlrecht als Belohnung für die Dienstpflicht aufzufassen, Von den landläufigen Gründen, die für den Ausschluß der ift vollständig verkehrt. Das Wahlrecht ist keine Belohnung für Frau vom Wahlrecht angeführt werden, erkennt Mill auch nicht irgendwelche dem Staate geleistete Dienste, es ist kein Geschenk für einen als stichhaltig an. Selbst wenn die Mehrheit der Frauen aufgezwungene Pflichten: das Wahlrecht beansprucht das Volk einer Klasse in ihrer politischen Ansicht nicht erheblich von der politischen Ansicht der Männer derselben Klasse abweichen sollte, so beheute, weil es mündig ist, als ſelbſtverſtändliches Recht der Selbst- dürfen die Frauen des Wahlrechts doch als der sichersten Gewähr bestimmung. Doch sehen wir einmal zu, wie sich denn die Praris für eine gerechte Vertretung ihrer eigenen Interessen. Der Gezu der Meinung stellt: Das Wahlrecht ist die Belohnung für die sellschaft aber bedeutete die Verleihung des vollen Bürgerrechts an Dienstpflicht. Danach müßten alle die Männer, die ihrer Dienst- die Frau nicht weniger als die Verdoppelung der dem Dienst der Menschheit zu Gebotestehenden Summe pflicht genügten, das Wahlrecht besiken, die Männer aber, die nicht der geistigen straft". Wenn alle fünstlichen Hemmnisse beSoldat waren, dürften dann nicht wählen. Wie steht's damit in feitigt sind, die sich heute der vollen Entfaltung der weiblichen Birklichkeit? Grundsäßlich hat jeder männliche Deutsche mit Naturanlagen entgegenstellen, wenn die geistige Erziehung der Soweit indessen die Frauen die Leidtragenden dieser reaf25 Jahren das Wahlrecht, ob er gedient hat oder nicht. Demnach Frauen vervollkommnet würde, dann erst würde man ein gerechtes tionären Entwickelung sind, bleibt ihnen wenigstens in den Nordkann das Wahlrecht keine Belohnung für das Dienen sein, sonst Urteil über ihre Fähigkeiten haben. Allein schon von dem Nieder- und Weststaaten gute Chance, sich in den Einzelparlamenten und reißen der Schranken, die die Fran vom Vollbürgertum trennen, durch das Referendum zu erkämpfen, was die herrschenden Mächte müßte es denen verweigert werden, die aus irgendeinem Grunde verspricht Mill sich eine erzieherische Wirkung vom höchsten Werte. in der Bundespolitik ihnen unter Wilson versagen. nicht Soldat wurden. Das geschieht aber nicht. Aus einer Reihe Schon das bloße Abschütteln der Anschauung, daß alle größeren anderer Gründe jedoch wird das Wahlrecht den Männern vielfach Ziele des Denkens und Handelns, alle Dinge, welche der Gemeinberweigert, auch solchen, die ihrer Militärpflicht genügten. Ist z. B. jamkeit angehören und nicht lediglich Privatinteressen sind, nur die Männer angehen, und daß man Frauen davon zurüdzuhalten jemand gezwungen, Armenunterſtüßung anzunehmen, so verliert habe, indem man ihnen die meisten verbietet und sie in den er sein Wahlrecht, er mag vorher zwei oder drei Jahre lang als wenigen, die man ihnen erlaubt, talt und vornehm duldet schon noch so guter Soldat den bunten Rod getragen haben. Ebenso ist's das Bewußtsein, das die Frau erfüllen würde, ein Mensch gleich bei Geschäftsleuten, die im Konkurs stehen, bei Männern, denen allen Menschen zu sein, die Berechtigung zu haben, sich ihre Lebenszwede zu wählen schon das Bewußtsein, das Recht zu bedie bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt sind, bei Entmündigten und igen, denjenigen Teil des Einflusses auf alle die Menschheit beIrrsinnigen. Sie alle dürfen nicht wählen, wenn sie auch ihrer treffenden Angelegenheiten auszuüben, welche im Bereiche der perMilitärpflicht genügt haben. Man sieht, Dienstpflicht und Wahlrecht sönlichen Meinung liegen, schon dieses allein würde die geistigen stehen in gar keiner Beziehung zueinander. Wäre das Wahlrecht Anlagen der Frauen in ganz unermeßlicher Weise erweitern und einen nicht minder wichtigen Einfluß auf den Standpunkt ihrer wirklich eine Belohnung für das Soldatsein, dann müßten ja gerade moralischen Gesinnungen und Gefühle ausüben." Die Erweiterung die aktiven Soldaten, die nun dabei sind, dem Staate zu dienen, des weiblichen Gesichtskreises, die die politische und soziale Gleichdiese Belohnung erhalten. Aber gerade das Gegenteil sehen wir stellung der Geschlechter zur Folge haben muß, ist Mill ebenso eine hier. Alle aktiven Soldaten,„ Gemeine", Unteroffiziere, Offiziere Gewähr für den Fortschritt der Menschheit, wie auch für eine bis hinauf zu den Generalen besigen fein Wahlrecht. Ms Soldaten Vervollkommnung der Beziehungen zwischen Mann und Weib. Eines bedingt und fördert das andere. Die zu politischem Verständnis haben sie keinen Anspruch darauf! Sie haben auch nach Ablauf erwachte Frau, von der das Etigma der Sörigkeit wie der Under Dienstpflicht nicht ohne weiteres das Wahlrecht. Eigentlich gleichheit genommen ist, des Mannes ebenbürtige Gefährtin, jie müßte die Belohnung" doch dann sofort folgen. Aber wer als wird nicht länger Ballast oder Hemmschuh für den Mann sein, Dreiundzwanzigjähriger vom Militär zurüdfommit, muß, wie jeder wenn er, um seiner Ueberzeugung zu folgen, Opfer bringen muß Dreiundzwanzigjähriger vom Militär zurückfommit, muß, wie jeder die nicht nur ihn, sondern auch seine Familie treffen. Sie wird Nichtsoldat, bis zur Vollendung seines 25. Lebensjahres warten, Teil haben an seiner Begeisterung, fühlen, wie er fühlt und mit che er zum Reichstag wählen darf. Wie ist alles das in Einklang ihm entbehren, wenn es sein muß.„ Treibt die Frau den Mann nicht zu bringen mit der Behauptung, das Wahlrecht sei eine Belohnung vorwärts, so hält sie ihn zurüd." Das Jdeal einer Ehe erblidt für das Dienen? Viel tausende Männer gibt es in Deutschland, Mill in der„ Aehnlichkeit der Kräfte und Fähigkeiten mit gegen feitiger Ueberlegenheit, so daß jeder rabbedfelnd fich die Genug die nie Soldat waren, die gänzlich frei sind von allen milliärischen tuung zu verschaffen vermag zu dem andern emporzusehen, und Uebungen und die trosdem ihr Wahlrecht habent und ausüben. abwechselnd das Vergnügen haben kann, auf dem Pfade der Ent Keiner fragt sie dann: Halt, habt ihr auch gedient? Sonst dürft| widelung das Amt des Führenden zu übernehmen oder geführt zu ihr nicht wählen. Beim Dreiklassenwahlrecht entscheidet vielmehr werden". Alle Aussichten, Gebräuche oder Einrichtungen, welche einem solchen Jdeal der Ehe nicht förderlich sind, müssen fallen. der Geldsad. Der reiche Nichtsoldat wählt in der ersten Klasse, Dann erst wird eine filtliche Wiedergeburt der Menschheit möglich der arme Teufel hingegen, mag er noch so lange gedient haben, sein. vielleicht in der dritten Abteilung oder gar nicht. Mit 18 Jahren fann der junge Deutsche Soldat werden; darf er dann wählen? nein, noch lange nicht. Erst mit 24 Jahren wird er als Preuße, mit 25 als Deutscher wahlberechtigt. So sehen wir in der Wirklichkeit nirgends einen Zusammen hang zwischen Dienstpflicht- und Wahlrecht. Ein solcher hätte ja auch gar keine Berechtigung. Da aber keine stichhaltigen Gründe gegen das Frauenwahlrecht vorliegen, so versuchen es eben die Bürgerlichen mit dem erwähnten läppischen Einwand. Leider sind einige bürgerlichen Frauen dumm genug, darauf hineinzufallen. Sie verlangen jest auch für die jungen MädchenDies sind einige der Grundgedanken aus dem berühmten Buche Mills. Wenn auch das Zeitalter der gewerblichen Frauenarbeit uns erst mit den stärksten und durchschlagendsten Gründen für die Gleichberechtigung der Frau ausgerüstet hat, so gedenken die proletarischen Frauen doch gern und dankbaren Herzens der Vortämpfer, die, wie John Stuart Mill, aus der ökonomisch bedingten Erkenntnis ihrer Zeit heraus dem Gleichheitsgedanken Bahnbrecher waren. Das Frauenstimmrecht im amerikanischen Senat. ein Dienstjahr; während dieser Zeit sollen die Mädchen ihre Ar- Aus New- York wird uns geschrieben: beitstraft in Krankenhäusern, Krippen, Kindergärten und anderen sozialen Anstalten dem Staate widmen! Um dann als Belohnung des Wahlrechts würdig zu sein. So wenig aber die Dienstpflicht der Männer die Vorbedingung ist für das Wahlrecht, ebensowenig wird das angestrebte Dienstjahr der Mädchen eine Gewähr für die Erlangung des Frauenwahlrechts sein. Wir fordern das Frauza wahlrecht nicht als Belohnung für irgendwelche dem Staate geleisteten Dienste, sondern als ein soziales Recht, dessen Grundlage in den heute bestehenden sozialen Verhältnissen zu suchen ist, die sich gegen frühere Zeiten wesentlich geändert haben. John Stuart Mill. Man er= In Genf haben die erwerbenden Frauen das volle attive und passive Wahlrecht für die Wahlen zum Gewerbegericht( Prud'hommes). Eine reaktionäre Initiative, die mit zirfa 1200 Unterschriften versehen war, verlangte die Abschaffung des Frauenftimmrechts und die Schaffung besonderer Frauen- Gewerbegerichte, zu denen nur Frauen als Wähler oder Richter zugelassen sind wir hätten es also in Genf zu Prud'hommes gebracht, ein, nebenbei bemerkt, recht zweideutiger Begriff. Die Regierung empfahl zwar dem Wolfe die Initiative zur Ablehnung, aber auch sie krebste vor den reaktionären Initianten und machte einen Gegenvorschlag in dem Sinne, daß nur diejenigen Frauen Stimmrecht haben sollen, die ich in ein Stimmregister eigenhändig einzeichnen, während die Männer nach wie vor ein Stimmrecht ohne Einzeichnung haben sollten. Auch das bürgerlche Parlament des Kantons genehmigte diesen Gegenvorschlag der Regierung. Stimmrechtlerinnen war es einzig die Sozialdemokratie, die mit aller Wucht und Energie für die Beibehaltung des vollen Frauen stimmrechts eintrat. Das Volf desavouierte in seinem guten Instinkt jowohl die Regierung als das Parlament und lehnte sowohl den Initiativvorschlag( mit 2623 gegen 3168 Stimmen) als auch den Gegenvorschlag( mit 3501 gegen 3150 Stimmen) ab. Frauenbildung. Ein höflicher Magistrat. Vor einiger Zeit berichteten wir, daß cuf eine Betition des Verbandes deutscher Studentinnenbereine an den Stettiner Magistrat folgende Antwort einlief: Urschriftlich zurüdgereicht. Wir glauben, daß Studierende besseres zu tun haben, als sich in die Schulpolitik zu mischen. Wir bedürfen des Rates junger Mädchen nicht. Der Magistrat. J. A.: Hahne." In der Etatsberatung wurde dieses Antwortschreiben von mehreren Stadtverordneten scharf kritisiert, so daß der Oberbürgermeister fich veranlaßt fühlte, die Verantwortung für die Form des Schreibens einzig und allein dem Stadtschulrat Hahne zuzuschieben. Er habe ſeine Magistratskollegen dringend ersucht, ihre subjektive Ansicht zurückzustellen und einwandfreie Formen zu finden. Sahne suchte seine Unhöflichkeit noch zu rechtfertigen, zog sich dadurch aber nur eine erneute zurückweisung durch die Stadtverordneten zu. Schulrat Gewerkschaftliche Eine Frauen- Gewerkschaftsschule. Die Frauen- Liga von Amerika hat sich abermals als ein fortschrittlicher Faktor innerhalb der Arbeiterbewegung der Vereinigten Staaten erwiesen, indem sie ihrer Hauptverwaltung in Chifago eine Einschaftswelt noch unbekannt war: eine Schule zur ſyſtematiſchen richtung angliederte, wie sie bisher in der amerikanischen Gewerkund gründlichen Ausbildung agitatorischer und organisatorischer Kräfte. Die Schule wurde in diesem Winter mit ungefähr dreißig Schülerinnen, sämtlich organisierten Arbeiterinnen, eröffnet. 3wei von ihnen studieren über Tag, für die anderen sind Abendkurse eingerichtet worden und nach Art aller an weitere Volfskreise beispielsweise appellierenden amerikanischen Bildungsanstalten lehrt die Frauen- Gewerkschaftssogar der Chikagoer Universität schule in Chifoga auch auf dem Postwege. Das Bedürfnis für eine solche Schule wurde empfunden, als in den vergangenen Jahren die an die Verwaltung der Liga herantretenden Gesuche um Entsendung von unterrichteten und befähigten Frauen zur Gründung von örtlichen Gewerkschaften oder zur Heranziehung des weiblichen Elements an bestehende Verbände immer zahlreicher wurden, so bis dahin meist daß die vorhandenen agitatorischen Kräfte der Arbeit nicht mehr gewachsen waren. Die bürgerliche Frauen Schule wirft auch dadurch fortschrittlich, daß sie auf dem Grundsaz beruht, für die Agitations- und Organisationsarbeit nur noch proletarische Frauen, Arbeiterinnen der jeweiligen Gewerbe, zu Der Bundesse: at in Washington hat sich am 19. März mit einer Stimme Mehrheit für das Frauenstimmrecht erklärt. Es ist dies das erste Mal, daß sich im Oberhause des amerikanischen Pariaments überhaupt eine Majorität für das Stimmrecht der Frau gefunden hat. Die Stimmrechtsfämpferinnen fönnen somit einen Erfolg buchen, der aber leider vorläufig noch ohne praktische Zedeutung bleiben wird. Denn da eine Resolution, die den Einzelparlamenten der Staaten ein Verfassungsamendement unterbreitet, der Zweidrittelmehrheit bedarf, so fommt die Entscheidung der Millionärs- Kammer" tatsächlich einer Ablehnung gleich. Für unter den 34 befanden sich nicht weniger als 14 Exemplare der das Amendement wurden 35, dagegen 34 Stimmen abgegeben und unter Wilsons Führung sonst als riejig radikal geltenden Demomada traten. Das Bollwerk der Demokratie find bekanntlich die alten Sflavenhalterstaaten des Südens, und diese demokratischen Gentlemen sind es denn auch gewesen, die das Frauenwahlrecht diesmal zu Fall gebracht haben. Damit ist die Einführung des Im Jahre 1867 wurde die erste Petition, welche die Verleihung Stimmrechts der Amerikanerin, soweit sie durch eine Maßnahme des Wahlrechts an die Frauen forderte, int englischen Unterhause des Bundesparlaments für das ganze Gebiet der Union, natürlich verhandelt. Der Mann, der sie dem Barlament überreichte und in in der Beschränkung auf die Nationalwahlen, erfolgen sollte, vor einer glänzenden Rede verteidigte, hieß John Stuart Mill. Bevor läufig außerhalb des Bereiches der Möglichkeit gerückt. Darüber er als liberaler Politiker hervortrat, hatte er sich in der wissen gibt folgender Passus aus der Senatsrede des fortschrittlichen" schaftlichen Welt Englands als Philosoph und Nationalökonom einen Herrn Borah qus Idaho Auskunft:„ An die Aufnahme eines Namen gemacht. Auch in der Geschichte der Frauenbewegung lebt Frauenstimmrechtsamendements in die Bundesverfassung ist solange sein Name fort als der eines der beredtesten Vorfämpfer der nicht zu denken, als das 15. Amendement der Konstitution in Kraft Frauenrechte. Zwei Jahre nach jener denkwürdigen Parlaments- bleibt, das den Negern gleiche politische Rechte mit den Weißen rede erschien Mills Buch:" The Subjection of Woman"(„ Die gibt. Wenn auch diese Verfassungsbestimmung in den meisten Hörigkeit der Frau.") Schon der Titel dieses Buches zeigt, wie Staaten ein toter Buchstabe ist und nirgends völlig durchgeführt Mill die Stellung der Frau seiner Zeit auffaßt. Tatsächlich war wird, so fragt es sich doch nicht, daß die Südstaaten alles tun diese in England damals so, daß Mill die Worte prägen fonnte: würden, um nicht vor die Alternative gestellt zu werden, entweder Die Lage der Frau unter dem gemeinen Gesez von England ist Negerfrauen zur Ürne zuzulassen oder aber Ausnahmegesehe zu übler, als die der Stlaven unter den Gesezen verschiedener Länder" erlassen, um sie von den Wahllokalen fernzuhalten und sie an der und die Ehe ist die einzige wirkliche Leibeigenschaft, die unser Ausübung ihres Rechtes zu verhindern. Die Südstaaten geben Gesez tennt". Erst im Jahre 1882 wurde die zivilrechtliche Un- sich daher niemals für eine Maßnahme her, durch die solch eine Der Junge, der als sechsjähriger Knirps schon weiß, daß das mündigkeit der Frau in England zum größten Teile gesetzlich Alternative für sie geschaffen würde, und die erforderliche Zu- Puppenpflegen ein verächtliches Mädchenspiel ist, wird schwerlich beseitigt. stimmung 36 einzelstaatlicher Parlamente für ein Frauenstimm- später einmal seiner eigenen Frau zu Liebe ein Kind versorgen rechtsamendement wird daher, so lange das 15. Amendement in oder sein Schreien zu beruhig wissen. Und das Mädchen, das der Verfassung steht, nicht zu erlangen sein." niemals draußen unter wilden Jungen sich seiner Saut zu wehren " verwenden. Kinderspiele. Mills Buch, dessen Abfassung unter dem Einfluß und der Mitmirtung seiner Gattin zustande fam, geht von der Idee aus, daß die gesetzliche Unterordnung eines Ge chlechts unter das andere nicht Nach dem Rezepte ausnahmegeseßlicher Durchfreuzung fonfti- gelernt hat, das wird wohl wie ein geduldiges Schaf jede häusnur ein Unrecht, sondern auch eines der wesentlichsten Hindernisse tutioneller Rechte durch die Einzelstaaten ist im aristokratischen fiche Placerei auf sich nehmen, wird aber schwerlich viel von den einer höheren Vervollkommnung der Menschheit sei. Wie die recht- Süden" schon seit den ersten Jahren nach Erlaz des Neger- Kämpfen der Gegenwart um neue Wege und neue Ziele halten. liche Gleichstellung der Geschlechter ihm eine Vorbedingung glüd- Stimmrechtsamendement gegen die männliche Negerbevölkerung Alle folche Entwicklungen fangen in unscheinbaren Keimen an, mit Großvater- lauseln" licher Chen ist, so ist ihm auch die Zulassung der Frau zu allen operiert. worden die solche aber sind sie erst vollendet, so bringen sie gar manches Unheil Aemtern und Beschäftigung des Mannes nötig zum wahren Ge- Schwarze, deren Großpapas nicht bereits freie, wahlberechtigte zwischen Mann und Weib. Darum müssen auch die Spiele der deihen des Gemeinwohls. Haben wir einen solchen Ueberfluß an Ameritaner waren, von der Urne verscheucht Wahlsteuern und Jugend schon ihre Gemeinschaft so weit wie irgend möglich ( Hulda Maurenbrecher, Wachstum und Schöpfung Renschen, die sich für die Erfüllung höherer Aufgaben eignen, daß Analphabeten- Paragraphen. Bei der Wahlsteuer( poll tax) handelt festigen. Das Parlament der Schauspieler. Iaten Berlin ein, wonadj fowohl die Benfionsanstalt pie bic jungen Segen mit Unzufriedenheit und Haß zu erfüllen und Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger interne Angelegen fie dadurch bes besten, was sie haben, zu berauben." heiten in nichtöffentlicher Sihung beraten follen. Der So mare aljo, nach der Zogif des besorgten Herrn Jgenstein, Die Delegiettenversammlung der Genossenschaft Deutsche Antragsteller Blaten begründet ausführlich den Antrag und ber- 3ufriebenheit das beife, was ein Mensch haben kann. Bühnenangehöriger hat am Mittwoch ihre Arbeiten begonnen, und weist darauf, daß eine ganze Reihe von Fragen, die erörtert Benn's so wäre, die Menschheit wäre heut noch nicht über einen zwar trat, wie üblich, auch in diesem Jahr zunächst die werden sollen, für die Oeffentlichkeit ohne Intereffe feien, und daß primitiven zustand hinausgekommen. Bensionsanstalt der Genossenschaft zufammen. Der Aber wir brauchen uns um die Widerlegung des Herrn gar bisherige Bizepräsident Ridelt eröffnet die 36. Vertreterversamm biele Delegierte sich bei dem Vortrag von Klagen und Beschwerden durch die Anwesenheit der Deffentlichkeit beengt fühlen. Ridelt nicht zu bemühen. Das be orgt sehr gut einer von seiner eigenen lung der Benfionsanstalt und gedenkt dann der Verstorbenen, an erster Stelle des verstorbenen Präsidenten Hermann Nissen. Die bekämpft den Antrag mit großer Leidenschaftlichkeit. Die Genoffen- Richtung. Im Verlage von B. G. Teubner ist ein vom Ort 3Delegiertenberjammlung hört den Nachruf stehend an, Ridelt teilt fchaft Deutscher Bühnenangehöriger table seit vielen Jahren die ausius für Jugendpflege der Stadt Riel herausGeheimsizungen des Deutschen Bühnenvereins und nun werde der gegebenes Bert über. Jugendpflegearbeit" erschienen. mit, daß die Delegiertenversammlung am morgigen Tage zum Antrag gestellt, daß sie selbst Geheimfizungen abhalten solle. Dort findet sich ein gedruckter Vortrag eines Herrn M. S. An Gedenten Nissens eine besondere Trauersihung abhalten werde. Ridelt wirft erregt die Frage auf, warum sich die Genossenschaft zu drejen, feines Reichens Gewerbeschullehrer in Kiel, Dann teilt Ridelt mit, daß der Tob auch jonit unter den Mitgliedern einem Geheinbund umbilden wolle. Wenn etwa beabsichtigt fei, in über eime für Jugendliche". Diefer. Serr führt u. a. und Freunden der genossenschaftlichen Suche eine große Ernte geben Geheimfizungen nur persönlichen Klatsch und Tratsch vor- folgendes aus: halten hat. Beifällig begrüßt werden die Vertreter des österreichischen Bühnenbereins. aubringen, io erffäre er auf das bestimmteste, daß er bas, jo lange er auf diesem Bosten stehe, niemals zulaffen werde. Sachliche Aritit tonne jederzeit auch in voller Oeffentlichkeit geübt merden. Bersönlichen Machenschaften sei Niffen zum Opfer gefallen und man folle sich immer den Opfertos Niffens vor Augen halten, ehe man durch Einführung von Geheimsizungen erneut die Möglichkeit fchaffe, folche persönliche Sachen vorzubringen.( Lebhafter Beifall.) Nachdem noch mehrere Redner für und gegen den Antrag eingetreten find, wird er gegen wenige Stimmen abgelehnt. Es folgen sodann noch Beratungen über eine ganze Reihe von Anträgen, die interne Angelegenheiten betreffen. Jugendbewegung. Wenn zwei dasselbe sagen Bielfach werben Konfirmandenjäle oder Schulräume als Seime verwendet. Reider hat hier die Jugend nichts Anziehenbes. im Gegenteil find die Schul. entlassenen durchweg froh, dieser Stätte des 3wanges" entronnen zu sein. Jedenfalls wird man gut tun, alles zu entfernen, was an firchliche oder unterrichtliche 3mede erinnert." Man tann nicht gut verlangen, daß ein Mann, der in Diensten. der Regierung steht und selbst Lehrer ist, noch deutlicher wird. Auch hatte er ja teine Anrebe an Jugendliche zu halten und konnte sich also wesentlich fürzer faffen. Was sagt aber Herr Pastor Jlgenstein dazu? Briefkasten der Redaktion. Sie farthische Spremitunde finbet Staden fraße 69, wer bter Treppen -& ahrkuh, wochentäglich von 4 bis 7 Uhr abends, Sonnabends, G8 wird nun in die Erledigung der Tagesordnung ein getreten. Der Obmann des Direfioriums der Pensionsanstalt, Bruno Köhler- Berlin erstattet den Rechenschaftsbericht über das bergangene Jahr: Das Geschäftsjahr 1912/18 schließt ab in den Einnahmen mit rund 832 000 m., in den Ausgaben mit 404 000 Mart, jo daß sich ein Vermögenszuwachs vont 427 000. ergibt. Das Vermögen der Bensionsanstalt beträgt beim schlug 9 810 000 Mart. Die feit Beginn der Pensionsanstalt für Renten und Invaliditätszuschüsse ausgegebenen Summen betragen jest ins gejamt rund 7 Millionen Mart. Durchschnittlich werden jetzt im Jahr rund 370 000 für Renten und Invaliditätszuschüsse aus gegeben. Im Anschlug an die Bekanntgabe diejer Zahlen macht Stohler die mit großem Beifall aufgenommene Mitteilung, daß das Direktoriumt eine allerdings nur eine Erhöhung der Pensionen, Gin Herr Bastor Jigenstein, ber das Vernichten der pros hefchloffen hat. Allerdings müßten gegen 30 000 M. durch eine Tetarischen Jugendbewegung von Perufs wegen besorgt, hat im ver en 4 bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage Kopfftener unter den Mitgliedern aufgebracht werden, wenn nicht noch eine Reihe von Bühnen, die in den lezten Jahren für die gangenen Jahre eine Broschüre erscheinen lassen, die giveifellos in ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort Bensionsanstalt nichts gegeben haben, fich nachträglich zur Erfüllung unsere schon jooft totgejagte Bewegung zum neunundneunzigsten wir nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ik serben nicht beantwortet. Gilige Fragen trage man in ber Sprechstunde vez. ihrer genossenschaftlichen Pflicht entschließen. Söhler jebt dann ale umbringt. Besagte Schrift führt den Titel:„ us dem P. 50. Können Sie durch die Buchhandlung Vorwärts beziehen. Es eingehend auseinander, bag die vielfach verbreitete Ansicht, die 2ager ber fozialdemokratischen Jugendbewe Benfionsanstalt jei durch die staatliche Angestelltenversicherung gung Ihr Inhalt ist geradezu typisch für die Art und Weise, in gibt mehrere. Die deutsche, die Münchener, die Prager und die Biener. . Ja.. 5. V. 30. Nein, da Berjährung eingetreten ist.. 7. Nur dann, überflüssig geworden, irrig ist. Die Benfionsanstalt fönne niemals welcher man die proletarische Jugendbewegung glaubt mit Erfolg Breis für einen Jahrgang 24, Mart, gebunden 30,- Mart. von der staatlichen Versicherung überholt werden, und zwar ans belämpfen zu können. Alles was ba an Zitaten aus unserer Preffe wenn es fich um einen politischen Berein handelt, andernfalls nicht, dem Grunde, weil die Pensionsanstalt ohne Rüdsicht auf das Alter herangezogen wird, ist einfach unwahr"," berlogen" oder mindestens 103.. In der Regel nein. Gegen das Urteil des Oberversicherungsamts ist der Returs beim Reichsversicherungsamt innerhalb Monatsfrift, gegen fünftlerische Invalidität verfichere, während der Staat nur sozialdemokratische Uebertreibung". So wird u. a. ein Artikel des Thüringischen Boltsfreund": pon ber Bufstellung des Urteils ab gerechnet, zulässig. 5. P. Halenfee. bei Krankheit und allgemeiner förperlicher Inbaltbität eingreifen fönne. Der größte Teil der Pensionen entfalle auf das Alter lnferen Schulenilaifenen zum Grup" abgebrudt, Der ganze Betrag it an die Biftoria zu zahlen, fofern beren im Pfändungs- und Üleberweisungsbeschluß bezeichnete Forderung mindestens zwischen 40 und 50 Jahren und das soll der Staat erst einmal dem es heißt: fo boch ist, als Jhre Schuld. 5. 101. 1. Ja, wenn nicht andere Ab Donnernb flogen die Schultüren ins Schloß, als Ihr zum machungen getroffen find. 2. Uns nicht bekannt. nachmachen!( Zustimmung.) Selguland 45. Iebben Pale der 3wingburg ben Rüden lehrtet. Nach achtjähriger unerhalb awei Jahren, beginnend mit dem Ende des Kalenderjabres, in Merterhaft grüßt hr das Licht und die Freiheit. Nie mehr seht dem die Forderung entstanden ist. F.. 32/33. 1. Ja, falls Sie Jhr den Fuß auf die Stätte, die Euch acht kostbare Jahre Gueres nicht als selbständiger Gewerbetreibender die Arbeit verrrichtet haben. Sit Lebens raubte.. Was ist bon all Guerer Jugendhoffnung das lektere der Fall, so wäre das Amtsgericht Charlottenburg zuständig. Sobbie Charlottenstr. Ja. geblieben, mit der Ihr Gud der Schule anvertrautet? Ach das 2. Im Rathaus in Charlottenburg. Neue borlor bald feinen Glanz. Es war fein Ebelmetall, bas bie.. 100. Falls Sie in versicherungspflichtiger Beschäftigung stehen, wie es den Anschein hat, muß für jede Arbeitswoche eine Beitragsmarte Schule Euch bot, es war wertloses Blei, das nur für Augenblide entwertet werden. 8. 2. 26. 1. und 2. Falls Sie durch ärztliches glangt und bald blind wird. Keine von den vielen schönen Gutachten nachweisen können, daß Sie zur Fortsegung des Unterrichts Hoffnungen, die Guer Berg erfüllten, ist lebendig geblieben. Eine außerftande find, brauchen Sie das Honorar nicht zu bezahlen, andernfalls, um die andere habt Ihr trauernd zu Grabe tragen müssen. Ihr ja R. 2. 26. 1. Meift, tbobl aber für das Kind. 2. Ja. 3. Nein. R. G. 37. Rein. Str. 6. Ein eigenhändig geschriebenes, mit berlangtet nach Bissen, das Eueren Geist stärten und erfrischen Ja. follte, aber die Schule gab Euch Steine tatt Brot. Ihr sehntet Goll es ein gemeinschaftliches Testament von Ehegatten fein, jo muß ber Drtsbezeichnung, Datum und Unterschrift versehenes Testament genügt. Euch nach fröhlichem Spiel, aber die Schule schnürie Euch Zeil, der das Testament nicht geschrieben hat, den eigenhändig geschriebenen ein. 3hr wolltet Aufflärung über die tausend Fragen der Natur Bujas machen, daß das Testament auch als das feinige gilt. Der Zufa und des menschlichen Lebens, aber bie Schule umnebelte Euere muk ebenfalls mit Drtsbezeichnung, Datum und Unterschrift versehen sein. Sinne mit dem Mobergeruch längt berfuntener Zeiten." 3. A. 4. 1. In der Regel wird in solchen Fällen Zurüdnahme ber Auf diese Ausführu igen hat Serr Igenstein nichts anderes Stünbigung angenommen, so daß die fragliche Kündigungsfrist innegehalten werden muß. 2. Es ergeht nach Rechtstraft des Urteils eine besondere au erwidern als das: Aufforderung, auf der die Frift verzeichnet ist. G. D. 32. Für den So veretelt di: Sozialbemokratie der noch nicht urteils- Unterhalt des Kindes find Sie gefeßlich nicht haftbar, jedoch für bie Unter fähigen Jugend auch ore Schule und bas, was sie bort gelernt hat, baltskosten, die durch den Aufenthalt Ihrer Frau in der Anstalt entstehen. um den Boden für ihre revolutionären 3deen zu Todern, die 6. 39. C. Das Zeugnis würde ausreichen. Borher muß eine Auf Es beginnt nun eine mehrstündige Aussprache über diesen Bericht und über die zahlreichen Anträge. In der Nachmittagsfibung wird zunächst der Antrag bes Direktoriums der Pensionsanstalt auf Erhebung einer Stopfiteuer um amei Jahre zurüdgestellt, weil man hofft, daß inzwischen durch freiwillige Spenden bie notwendigen Gelder eingehen werden. Eine. Reihe von Delegierten macht unter lebhaftem Betfall Mitteilung von bereits erfolgten Schenfungen, die int. Einzelfall bis 10 000. betragen. Einstimmig angenommen werden Anträge des Direltoriums auf Erhöhung der Invaliditätszuschüsse der Bensionäre und Serabjegung des monatlichen Beitrags für die Versicherung von Zusagrenten. Der Antrag des Direftoriums auf Errichtung einer Beibrentenversicherung wird zurüdgestellt, weil es bafür noch an ben notwendigen perficherungstechnischen Unierlagen fehlt.. Ein Antrag Iaten Berlin, wonach die Mitgliedschaft bei der Pensionsanstalt erlöschen foll, wenn ein Schauspieler aus der Ge nossenschaft austritt, wird angenommen, obwohl boni Präsidiuni, mie bon einem bersicherungstechnischen Beirat ausgeführt wurde, daß das Aufsichtsamt für Privatversicherung einer berartigen Bestimmung niemals ihre Zustimmung geben würbe. P Sängere Zeit nimmt die Beratung eines meiteren Antrags in 439 417 1 H. Esders & Dyckhoff Herren- u. 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Die Haushaltungsgegenstände verbleiben dem Manne. unternehmen. Da die behördlichen Eritte gefeßlich zulässig waren. Der übrige Nachlaß gebührt ihm zur Hälfte. Von der anderen Hälfte lann Reuk. Z. Ihre Angaben reichen zur Beantwortung der der Bater ein Biertteil, die Geschwister das andere Viertteil beanspruchen. Fragen nicht aus. Wiederholen Sie die Anfrage und geben Rüfter 100. Von der Zahlungsfrist fönnen Sie sich befreien, wenn Sie noch an, welcher Art die Tätigkeit Ihres Sohnes ist. Sie der Erbichait entsaget. und zwar vor Ablauf von 6 Wochen, vom Tode V. V. 29. Darüber sind wir nicht orientiert. D. R. 39. Nein. der Mutter ab gerechnet. Ihr Mann ist nicht bajibar. 2. B. 100. Proletarier Südoft. 1. und 2 Ohne nähere Darlegung der Ein- 1. und 2. Der Gerichtsvollzieher war dazu befugt, da das Bersäumnis Todes- Anzeigen Am 7. April, nachmittags 4 Uhr, entriß uns unerwartet der graufame Zoo meinen lieben Mann, unseren herzensguten fürsorgenden Bater, den Kaufmann Gustav Hecke im 38. Lebensjahre. 108a Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Margarete Hecke geb. Spiker und Kinder Elsbeth und Käte. Die Beerdigung findet Sonn abend, den 11. April, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des EmmausFriedhofes in Neukölln, Hermanns itraße, aus ftatt. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Köpenicker Viertel. Bez. 193 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Kaufmann am Gustav Hecke Faldenfteinftr. 15, geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. April, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofs in Neuföln, Hermannstraße, aus ftatt. Petersburger Viertel. Bez. 339. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Saloffer Georg Liebmann Frankfurter Allee 81, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. April, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes, Friedrichsfelbe, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/14 Der Borstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Georg Liebmann Frantjurter Allee 87, am 5. April an Herzleiden ge ftorben ift. Ehre feinem Aubenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, ben 9. April, nacht. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus ftait. Rege Beteiligung erwartet 116/9 Die Ortsverwaltung. Yerband d.Gemeinde- u. Staatsarb Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Ernst Knispel welcher im Betriebe der Straßen reinigung Lichtenberg beschäftigt war, verstorben ist. Bir werden ihm ein ehrenbes Andenken bewahren. am Die Bestattung findet Donnerstag, den 9. April, nach mittags 3 Uhr, von der Zeichenhalle bes Lichtenberger Gemeinde Friedhofes in Marzahn aus statt. 38/19 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Bez. Lichtenberg II, Rummelsburg. Am Dienstag ist unser Mitglied Albert Ehricke an ciner Dperation verstorben, Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. April, nachm. 8 br. von der Halle des Rummelsburger Krankenhauses, Schlicht- Allee, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 257/14 Die Ortsverwaltung. Am Sonnabend verstarb mein lieber Bruder, der Schriftieser Willi Müller. Dies zeigt tiefbetrübt an 132 Max Müller. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. April, nach mittags 3% 11hr, auf dem Aufe erftehungs- Stirchhof in Beißensee, Lichtenberger Straße, statt. ant unfeil borläufig volftredbar ist. 3. Sa.- R. 100. Die genannten Sachen Ihrer Frau fönnen gepfändet werden, sofern sie nicht, was bei Kleidungsftüden in der Regel der Fall ist, zu den unentbehrlichen Sachen gehören. 1111. 1. Das ist zulässig. Die Erklärung ist persönlich entweder beim Standesamt, bei bem ber Geburtsfall gemeldet ist, oder bei einem Notar abzugeben. 2. Dhne weiteres nicht. Jedoch können Sie beim Vormund schaftsgericht einen entsprechenden Antrag stellen. Es ist möglich, daß diesem Antrag stattgegeben wird. 3. Beim Standesamt kostenlos, sonst mit geringen Kosten verknüpft.$ 0. 66. Ja, fofern der Vater zahlungsfähig ist. Eine Klage müßte innerhalb Jahresfrist, von der Verheiratung ab gerechnet erhoben werden.- Steuer 1914. Die Abzahlungsraten find nicht abzugsfähig Osterwein Santa Lucia Zentralverband der Lederarbeiter Filiale Berlin I. Hierdurch den Kollegen zur Kenntnis, daß unser Mitglied, ber Handschuhmacher Bernhard Egelseer geftorben ist. Ehre feinem Aubenken! Die Beerdigung findet am Frei tag. ben 10. b. Mts., nachmittags 4 1hr, auf dem Sophien- Arch hof. Freienwalder Straße, statt. Um zahlreiches Geleit eriuht Der Vorstand. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß- Berlin. Am Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines geliebten, unvergeßlichen Sobnes, unseres guten Bruders, Schwagers, Dnfels und Neffen Paul Oesterling • fomie für die vielen Strangipenden, insbesondere Herrn Robert Bahn für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen, dem Turn Berein Fichte, der Eltern Bereinigung " Friedrichshain", dem Wahlverein 6. Abt. Bez. 644/45, dem Deutschen Metallarbeiter verband, dem Köpnid Köhlerschen Duartett und den Kollegen und Kolleginnen der Firma Julius Bethge sage ich meinen tiefgefühlteften Dant. 1020 Im Namen der trauernden Hinter bliebenen Die Beerdigung meines Sohnes Hans Gladow findet am 10. 8. Mts.. nachmittags 3 Uhr, in Alt- Landsberg statt. Ernst Gladow. 34/14 Diese Woche enorm billiger Verkauf einer großen Partie Echter Perser Teppiche!! Kelims!! Jim Montag, ben 6. April, Wwe. Anna Oesterling Djidjims!! verstarb unser Mitglied Johann Lisewski. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, ben 11. April, nach mittags 1, 1hr, von der alle des Rummelsburger Friedhofs, Friedrichsfelde, Hummelsburger Straße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 56/12 Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlftelle Schöneberg. Am Mittwoch, den 8. März, verstarb die Frau unseres Kol legen Wilh. Nåther Stegliz, Martsteinstraße 1. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 10. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Steglizer Friedhof, Berg straße, ftatt. 73/15 Der Vorstand. Dienstag früh 41%, Uhr entschlief sanft nach ihmerent Herzle iben in Den Armen feiner Eltern unser Lieber, hoffnungsvoller Sohn, unfer herzensguter Bruder Willi im fast bollendeten 18. Lebens. jahre. 1633b Familie Adolf Zyttkowski. Grünau( Mart), Jägerstr. 15. Die Beerdigung findet Freitag, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Grünauer Kirchhofs aus statt. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hillsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Um 6. April berstarb nach langem, schwerem Leiden unser Mitglied Martha Niel im Alter von 29 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11. b. M., nach mittags 3 Uhr, auf dem Geth femane- Airchhof in Nieder- Schön baufen statt. 27/13 Die Ortsverwaltung. und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Seilnahme und die zahlreichen Blu menfpenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Hugo Eisemann 116A Gebetstücke!! Teppich- Lefèvre fage ich allen Kollegen, Berwandten, Berlin S. Seit 1882 nur Freunden und Bekannten meinen innigften Dant. Frau Wwe, Minna Eisemann, & Sechster Wahlkreis. Am Rarfreitag, den 10. April 1914: KF Fußpartie. Treffpunkt in Hermsdorf, Albrechtseck. Jab. Eggebrecht, Albrechtstr. 1'( 2 Minuten vom Bahnhof) Abfahrt vom Bahnhof Gesundbrunnen um 8,55 Uhr. Für Nachzügler um 9,36 und 9.46 Uhr. Abmarsch von Hermsdorf 10,45 Uhr, Von dort zurüc nad Neubrück bei Hennigsdorf. nach Tegel. Zur Rüdfahrt können auch die Bahnhöfe Hennigsdorf, Schulzendorf und Tegel benutzt werden. Um zahlreiche Beteiligung der( Senoffinnen und Genoffen ersucht 226/17 Der Borstand. Steinarbeiter! Donnerstag, den 9. April, abends 8 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 58/59: Kombinierte Versammlung. Oranien- Straße 158 171/ 14* SINGER ORIGINAL * SINGER FamilienNähmaschinen sind die ORIGINAL SINGER NAHMASCHINE vollkommensten! AHMASCHINE Neue Spezial- Apparate für den Hausgebrauch. SINGER CO. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin, Leipziger Str. 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. Zigarrengeschäft neu Wer ein einrichtet, wende fich vertrauensboll an die bekannte Firma Carl Röder, Berlin, Grüner Weg 119.( Königstadt 8861.) Alle bekannten Tabake( Kapitän, Hanewader, Grimm u. Triepel, Kopenhagener Rautabat usw., Rapitän Rauch. Tagesordnung: Der gegenwärtige Stand unserer Bewegung. Rein Rollege darf fehlen! Die Ortsverwaltung. 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