Nr. 99. 31. Jahrg. " Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 RL, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Rummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro chat. Bostabonnements nehmen Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. NOS an: Ericheint täglich. für Vorwärts Berliner Volksblaff. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedrudie Bort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig, jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 11hr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Epirus und Albanien. Freitag, den 10. April 1914. Fürstentum Albanien sträuben. Als im Dezember 1913 die internationale Abgrenzungskommission die Gegend bon Aighrokastro durchfuhr, hielten bewaffnete Männer und Frauen und zwar tostische Albaner!- die Automobile an und verlangten, daß Epirus nicht zu Albanien geschlagen werde. 411 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. man der griechischen Jrredenta auf albanischem Boden Kraft und Hoffnung nehmen, wenn nötig mit Waffengewalt. Wir wissen wohl, daß solche Entschlüsse, ja überhaupt folgenreiche Entschlüsse, heute nicht beliebt sind. Man wird wieder von europäischen Das unabhängige, selbständige Albanien ist Gefahren, von der Vermeidung jeden Anlasses usw." sprechen. eine mächtige Garantie der Ordnung da unten. Wir vermögen uns aber vom Temporisieren hier Neues Wiener Tagblatt", 25. Januar 1914. Während die nationalistische und imperialistische Presse Kein Wunder, daß jet, da die europäischen Diplomaten nichts zu versprechen. Also: lieber früher als später! Das fehlte gerade noch, daß wir wegen dieses ruppigen Deutschlands den Prinzen zu Wied auf seiner Fahrt nach Albanien anders entschieden haben und die Gendarmen des„ Mbret" mit ebenso lautem wie unerklärlichem Jubelgeschrei begleitete, anrücken, die Flammen des Aufstandes hell auflodern, fein Berglandes aufs neue in die Gefahr eines Weltkrieges gehaben die sozialdemokratischen Blätter von Anfang an auf die Bunder auch, daß in den Reihen, der Rebellen griechische schleudert würden, denn eine bewaffnete Ginmischung Italiens und Soldaten mit Maschinengewehren für und Desterreich- Ungarns in die Balkandinge, wie sie das den Weltfrieden gefährdende Sinnlosigkeit dieser Staats- Offiziere Brüder" fämpfen. Bindlerblatt heischt, wäre mit einem allgemeinen europäischen schöpfung wie dieser Thronbesteigung hingewiesen. Unsere Be- die Befreiung der unterdrückten Aber wenn man ihre ciferne Stirn nicht fennte, Drunter und Drüber verbunden. fürchtungen sind schneller Wahrheit geworden, als uns lieb ist. Nur vier furze Flitterwochen waren Wilhelm I. in seiner wäre es fast ein Wunder, daß die deutschnationalistische Da ist es vor allem die Aufgabe der dritten DreibundResidenz" Durazzo beschieden, und schon erkennt er, daß, Hegpresse die Kämpfe um Koriza mit der Aufforderung be- macht, Deutschlands, Extravaganzen des österreich ungarischen wenn nach jenem alten preußischen Bort eine Krone mit gleitet, durch eine internationale bewaffnete Einmischung müsse und des italienischen Bundesgenossen nicht nur nicht mitSchuppenketten unterm Kinn befestigt werden muß, das die" da unten" Ruhe geschaffen werden. So tobt, da es lediglich zumachen, sondern sich ihnen im Interesse des Weltfriedens albanische Fürstenkrone ist. Die Zeiten sind schnell verstrichen, gekommen ist, wie es fommen mußte, die Deutsche hemmend entgegenzustellen. Mag der„ Mbret" die Suppe ausessen, die ihm die Mächte eingebrockt haben! Er setzt dada sich der„ Mbret" nur mit den hüpfenden und friechenden a geszeitung": Insassen seines Palastes herumzuschlagen und nur sein Unserer Auffassung nach bleibt nur eine gesunde und wirk bei zwar sein Leben ein, aber ein Menschenleben hat in Insektenpulver trocken zu halten brauchte, denn jegt heißt es, same Lösung übrig: die Mächte, welche Albanien ge- Albanien nur einen Sturswert von 215 M. ernsteren Dingen die Stirn bieten. Die heiligen Bataillone" wollt und gemacht haben, müssen es auch er- Summe nämlich läßt sich die Blutrache ablösen. der Epiroten rennen mit solchem Ungestüm gegen den Bestand halten. Kann Albanien sein Gebiet nicht selbst verteidigen auf der anderen Seite von den Mächten für den Fall seiner o ahnungsvoller Engel! und beruhigen, so muß man ihm tatkräftig helfen. Zweifellos Abdankung" des neugebackenen Fürstentums an, daß der Minister- eine Jahresrat die allgemeine Mobilmachung" beschlossen hat und werden die Mächte der Tripelentente dazu nicht geneigt sein. pension von 200 000 Fr. ausbedungen hat, ist der Gewinn im Mbret" Wilhelm an der Spike der Truppen ins Feld rücken Dann wäre eine solche Hilfeleistung an Albanien Sache der Verhältnis zum Risiko ungewöhnlich groß. beiden Mächte, für die ein lebensfähiges, auch seiner Inwill. Die Mobilmachung zwar wird selbst in ihrer allFür Deutschland aber ständen bei der Einmischung in ein gemeinsten Allgemeinheit rasch von statten gehen, denn vortegrität nach geachtetes Albanien eine Lebensfrage bedeutet:| neues Baltanabenteuer Gewinn und Risiko in gar keinem Das Verhältnis zu einander, denn während das Risiko der Weltberhand besteht das albanische Heer nur aus vier Offizieren, nämlich Italiens und Desterreich- Ungarns. und wenn diesen je ein halber Liter Rakki eingepumpt wird, würde nicht nur die formale, sondern vor allem die realpolitische frieg wäre, ist dem ganzen deutschen Volt Albanien samt Logit fordern. sind sie hinreichend„ mobil", um von schauerlichen Heldentaten Will man ein lebensfähiges Albanien, so muß seinem Mbret" noch nicht einen Hosenknopf wert. wenigstens zu träumen. Aber was dann? 202 " Hilfe vom Ausland. | " mit dieser Da er fich Um die Schwierigkeiten, die Albanien und weiterhin vielleicht den europäischen Großmächten durch den epirotischen Aufstand erwachsen, zu beleuchten, kommt gerade ein Buch zu paß, das ein Renner der Verhältnisse, Spiridion Gopcevic, unter dem Titel„ Das Fürstentum Albanien" foeben erscheinen lägt. Nach den positiven Angaben, die sich Die Erneuerung der deutsch ausländischen Handelsverträge steht 258, auf 44 Tausend Doppelzentner, für Hafer von 3,8 auf 2,7 neben vielem minder. Wertvollen in dem Wert vorfinden, ist bevor und hüben wie drüben trifft man die Vorbereitungen, um Millionen Doppelzentner. der italienische Imperialismus der Vater, die österreichische für einen eventuellen Zollkampf gerüstet zu sein. Die deutsche Bei dem Abschluß der geltenden Handelsverträge war Rußland Ballplagpolitik die Mutter des selbständigen Albanien. Reichsregierung allerdings hatte die Absicht, wenn irgend möglich durch den Japankrieg finanziell und politisch start geschwächt. Es Bekanntlich haben sich Desterreich- Ungarn und Italien seit die bestehenden Verträge ohne nennenswerte Aenderungen einfach mußte daher wohl oder übel den Verträgen zustimmen, da es einen Fahrzehnten wie die Maulwürfe in Albanien eingewühlt, zu verlängern. Aber sie ist dabei auf Widerstand sowohl bei den Bollfrieg nicht auf sich nehmen konnte, zumal es auf eine Anleihe jeder der beiden Staaten den anderen eifersüchtig be- Hochschutzöllnern im Inlande als auch bei den wirtschaftlichen von 475 Millionen Mart bei deutschen Banten angewiesen war. lauernd, jeder hoffend, daß er seine Flagge eines Interessenvertretungen des Auslandes gestoßen. Die deutsche Re- Seither ist Rußland finanziell erstarkt; es braucht und will sich nicht Tages an dieser Küste der Adria hiffen werde. Als mun gierung mag wohl ursprünglich von der Absicht geleitet gewesen die Zurüddrängung vom deutschen Markt und die wirtschaftliche im Verlauf des Ballantrieges die serbischen Bataillone fein, zollpolitischen Debatten möglichst aus dem Wege zu gehen. Bedrohung auf eigenem Gebiete gefallen laffen. Anfang dieses nach einem Uebergang über die unwegsamen albanischen Ge- Aber Aeußerungen der im Kartell der schaffenden Stände" ver- Monats ist die Entscheidung gefallen, daß sobald es die Verträge birge, der als Bravourleistung dent Alpenübergang Hannibals einigten hochschutzölnerischen Agrarier und Schiverindustriellen und mit. Deutschland zulassen, Finnland Getreidezölle erhalten wird und Napoleons nichts nachgibt, an das Ufer des adriatischen ein Borstoß der Nationalliberalen im preußischen Abgeordneten- und Rußland will ebenfalls gegen die deutsche Konkurrenz geMeeres hinabstiegen und die ersehnte See mit hellem Zuruf hause haben natürlich die Regierung zu der bereitwilligen Erschützt werden. Ein Telegramm meldet: begrüßten, schienen diese Hoffnungen schmählich und für immer gänzung" ihrer ersten Ansicht veranlaßt, sich den Wünschen ihrer zu zerrinnen. Da war es Italien, das Desterreich- Ungarn Auftraggeber nach Ausfüllung der Zollüden" zu fügen. anstachelte, die Fernhaltung der Serben von der Adria als Umso mehr wächst selbstverständlich der Protest im Auslande Lebensfrage zu betrachten, und in der Verblendung, in der gegen die Schuzzollpolitik Deutschlands. Voran stehen die fremden die Staatsmänner" des Ballplages dahintaumeln, ipar man Staaten, die selbst agrarische Produkte erzeugen, denen aber der sofort bereit dazu. Albanien, den Serben überlassen, wäre deutsche Markt durch die deutschen Getreide- und Viehzölle verfür Desterreich- Ungarn die sicherste Gewähr gegen die süd- schlossen ist: Rußland und Desterreich, auch Amerika erbittert, Rugland ist besonders slawische Gefahr geworden, denn der„ Gewinn" des unwirt- Standinavien. weil ihm die Einfuhr nach Deutschland erschwert wird, lichen Berglandes mit seiner dreiviertelswilden Bevölkerung nicht mur infolge des famosen Einfuhrschein hätte Serbien nicht gestärkt, sondern unendlich geschwächt und sondern weil es ihm Ströme von Blut, Millionen von Geld entzogen. Aber systems die deutsche Konkurrenz im eigenen Lande zu spüren das serbische Albanien hätte zugleich den Gelüften Desterreich bekommt. Die deutschen Ausfuhrprämien gewähren bekanntlich den Ungarns wie taliens auf das Schtipetarenland einen Riegel deutschen Getreideproduzenten und Händlern die Möglichkeit, ihre borgeschoben. Da aber beide, namentlich Italien, die Hoff- Ware in Rußland abzusetzen und von Jahr zu Jahr sind die Ginnung nicht aufgeben wollten, hier einmal eine Ernte ihrer fuhrziffern für deutsches Getreide und Mehl nach Rußland gestiegen. Aussaat zu erleben, einigte man sich auf das selbständige Für die durch die deutsche Konkurrenz am meisten bedrohten Albanien, in der sicheren Ueberzeugung, daß es sich nur Staaten bieten sich zwei Möglichkeiten, ihrerseits Deutschland er um ein Provisorium von kurzer Dauer handeln werde. " " und heblichen Schaden zuzufügen: die deutsche Ausfuhr mit( höheren) Bei der Festlegung der albanischen Südgrenze, wo jekt Böllen zu belegen und die Auswanderung von Arbeitskräften nach die Schüsse der Epiroten nattern, hatte nun wieder der Deutschland zu sperren. Da die deutsche Landwirtschaft und Schwer italienische Imperialismus seine Hand im Spiele. Er richtet industrie( auch die Textilindustrie) unter den heutigen Umständen auf sein Auge sehnsüchtig auf Valona und sieht schon über furz ausländische Arbeiter angewiesen find, muß eine solche Verhinderung oder Tang die Fahne von Savoyen über diesem Hafen wehen. der Einwanderung wie fie von Desterreich zum Teil beschlossen, Ein italienisches Balona bedarf aber eines italienischen Hinter von Rußland geplant ist die deutschen Hochschutzöllner empfindlandes, und um sich dieses gewissermaßen warm zu erhalten, lich treffen. Da in Rußland ebenfalls Leutenot herrscht, läge eine durften die Gebiete von Argyrokastro und Koriga nicht zu derartige Maßnahme sogar im eigenen Interesse Rußlands. Griechenland geschlagen werden. Da Italien mit Feuereifer Allerdings steht der Berhinderung der Sachfengängerei die Tatdrängte und drückte, sprach wirklich die internationale Ab- fache entgegen, daß die ausländischen Arbeiter infolge ihrer geringen grenzungskommiffion die Bezirke dem Fürstentum Albanien Lebensansprüche in Deutschland leider Ersparnisse machen, die über zut. Für die griechischen Nationalisten aber bedeutet, wie der die Grenze ins Ausland zurückfließen. Auf diese Mittel möchte man frühere Ministerpräsident The o totis in der Kammer aus im Auslande ungern berzichten. rein Petersburg, 9. April.( W. T. B.) Die Reichsduma be riet heute die Gesetzesvorlage betreffend die Einführung eines Einfuhrzolles von dreißig Kopelen für ein Bud brutto( d. i. 4 M. pro 100 Kilo) auf Getreide, Erbsen und Bohnen. Das Haus erkannte die Dringlichkeit der Vorlage an und ging nach kurzer Generaldebatte mit 155 gegen 45 Stimmen zur Spezialberatung über. Der Abgeordnete Meyendorff verwarf die Vorlage, die durch die statistischen Daten nicht genügend begründet sei. Redner schlug vor, den geplanten Zoll wenigstens um die Hälfte zu ermäßigen. Der Kadett Roditschew schloß sich dem Vorredner an. Ein Ver= treter des Handelsministeriums erklärte, ein Zoll von fünfzehn Kopeken für ein Bud genüge nicht, um die westlichen Grenzmarken, welche die Vorlage im Auge habe, gegen den deutschen Wettbewerb zu schüßen. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ausschusses der Reichsduma Mussin Buschkin erinnerte die Opposition daran, daß die Erfolge der deutschen Landwirtschaft hauptsächlich auf die besonders gegen Rußland gerichteten Getreidezölle zurückzuführen seien. Am Vorabend des großen wirtschaftlichen Zweifampfes feien irgendwelche Zugeständnisse unmöglich. Jm Interesse des einzigen russischen Getreide königs, des russischen Bauern, empfahl Redner die Annahme der Vorlage.( Beifall rechts.) Die Reichsduma nahm die Regierungsborlage miterdrückender Mehrheit an und stimmte der von den Progressisten beantragten Uebergangsformel zu, in der die Regierung aufmerksam gemacht wird auf die Notwendig feit von Maßnahmen zur Entwickelung der einheimischen Landwirtschaft, des Getreidehandels, des Müllereigewerbes und zur Verbilligung von Getreide und Mehlzustellungen in Gegenden, wo die eigenen, Produkte nicht ausreichen. Das bedeutet die Einleitung des handelspolitischen Kampfes führte, Epirus dasselbe, was Elsaß- Lothringen den Franzosen Daher haben sich einige Staaten das andere Kampfmittel gegen ist, eine fruchtbare Provinz, die sie schon besessen haben und Deutschland zunuze gemacht. Die Bereinigten Staaten, mit denen zwischen Deutschland und Rußland. Es ist selbstverständlich, daß herzlich gern aufs neue in ihrem Besig fähen. Mit fein Handelsvertrag besteht, haben im vergangenen Jahre plötzlich das Proletariat hüben wie drüben sich gegen jeglichen Zollschutz einem gewissen Recht, obwohl ethno- die Zölle auf einige agrarische Produkte erhöht; daneben verstehen erklären wird. Die finnische Arbeiterschaft hat erst vor kurzem nur wenig Griechen fie laum weniger virtuos als die deutsche Regierung angebliche durch glänzend verlaufene Demonftrationen gegen die Lebensmittelgraphisch betrachtet! hier Das umstrittene Roriga etwa zählt unter fanitätspolizeiliche Maßnahmen zu Zollschranken auszubauen. berteuerung protestiert. Auch das russische Proletariat wird natür wohnen. feinen Einwohnern fanm Griechen, wohl neben Noch dringlicher ist die Frage der deutschen Konkurrenz für lich mit aller Macht gegen den Zollwucher ankämpfen. Die Ein600 chriftlichen und 4000 mohammedanischen Serben Rußland. Wurden doch im Jahre 1918 nach Rußland- dem führung des russischen Getreidezolls gibt indessen, der deutschen 600 Jingeren und 7000 Tosten( Südalbaner im Gegensatz zu europäischen Hauptgetreideproduzenten!- aus Deutschland ausgeführt Arbeiterschaft zugleich Gelegenheit, mit verstärkter Energie gegen den nordalbanischen Gehen). Seit jeher hat aber hier die an Roggen 2,31 Mill. Doppelzentner, an eigen 0,22 Mill., den deutschen Zollwucher vorzugehen. Sollte die Maßnahme Rußgriechische Ausdehnungspolitik mit Anlegung von Schulen ge- an afer 0,88 Millionen Doppelzentner. Durch die Ausfuhr nach lands dazu führen, in die deutsche Zollschußmauer Bresche zu legen, arbeitet: der Bezirk von Storiga umfaßt 44 griechische Schulen Finnland erhöhen sich noch diese Zahlen nicht unbeträchtlich. Die so fönnten die deutschen Konsumenten, bei aller grundsäßmit 88 Lehrern und 3600 Schülern. Durch diese fluge Schul- deutsche Einfuhr aus Rußland dagegen hat nur eine geringe Zu- lichen Gegnerschaft gegen Schutzölle, den Beschluß der politik sind die albanischen Tosten derart gräzisiert, daß sie nahme, für einzelne Artikel fogar eine bedeutende Abnahme erfahren. russischen Duma nur begrüßen. Der russische Einfuhrzoll ist ein fich mit Händen und Füßen gegen einen Anschluß an das so fant von 1912 auf 1913 die russische Einfuhr für Malzgerste von gestandenermaßen ja nur als Kampfmaßregel gedacht, und, falls Deutschland nachgibt, liegt auch für Rußland kaum ein Anlaß vor, die Zölle beizubehalten. Zum mindesten gibt der russische Beschluß unserem Kampf gegen die heimische Zollpolitik ein neues Argu- mcnt. Nicht freuen wir uns der„ausländischen Hilfe"— wie agrarisch-teutsche Blätter uns vorgeworfen haben—, weil sie vcun Ausland kommt, sondern weil sie eine Bestätigung für die Sinn l o s i g k e i t unserer Handelspolitik ist, die Deutschland in einen Kampf ausgerechnet mit dem Lande treibt, das wirtschaftlich die beste Ergänzung zu Teutschland bildet. Nußland als Produzent von agrarischen Rohprodukten und Deutschland als Fabrikant qua- lisizierter Arbeiten sind aufeinander angewiesen, und nur die egoistische Verstocktheit deutscher Agrarier gibt die Erklärung dafür, daß zwischen diesen beiden Ländern wirtschaftliche und politische Berstimmungen entstehen können. königstreue. Bislang haben sich die Junker darauf beschränkt, den Kanzler für das Anwachsen der demokratischen Gefahr verantwortlich zu inachen. Im Herrenhaus so gut wie bei den Zirkusversammlungen des Bundes der Landwirte, von den Artikeln des Herrn Oertel und seiner Freunde gar nicht zu reden, ist ihm bescheinigt worden, daß er ein Schwächling sei, der Mut und Entschlossenheit in sträflicher Weise vermissen lasse. Aber wenn'man schon immer den Eindruck « haben konnte, daß Bethmann hier die Rolle des Sackes spielte, dem » die Schläge im Grunde gar nicht oder doch nicht ausschließlich gelten, so erfährt diese Vermutung eine glänzende Bestätigung durch einen � Artikel der„P o l i t i s ch- A n t h r o p o l o g i s ch e n R e v u e". den vj die„D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" und die„K r e u z z e i t u n g" ohne ein Wort des Widerspruches abdrucken. | Ein Freiherr v. Thüring legt hier unter der Ueberschrift >„Grenzen der Königstreue" ebenso interessante wie politisch wert volle Bekenntnisse einer schönen Junkerseele ab. Er spricht von den„geschäftlichen" Beziehungen zwischen Volk und Monarchen die durch die Revolution von 1348 und Zurch das„Stück Papier" der Verfassung an die Stelle der persönlichen getreten seien. Sie haben zur Folge gehabt, daß die Monarchie immer schwächer gc worden ist, und insbsondere seit' dem Augenblick, wo Wilhelm II. es sich gefallen ließ, daß das Zuchthausgesetz ohne Kommission� beratung vom Reichstage abgelehnt wurde, geht es immer mehr bergab: „Auf diesem Wege verliert die Monarchie das Vertrauen ihrer Anhänger und die Achtung ihrer Feinde. Die Anhänger des Liberalismus, der Scheidemann zum Präsidenten wählte, sitzen in allen Ministerien; sie regieren uns und wundern sich, wenn der Respekt vor den Beamten des Königs abnimmt. Tiefer in der Achtung hat die Monarchie auch nicht gestanden, als der König in den Farben der Revolu- tion über die Linden ritt. Wir aber haben um unserer s e l b st willen den Anspruch auf die Erhaltung der Monarchie. Es steht nicht im Belieben des Monarchen,� das Königtum zur Vogelscheuche werden zu lassen. Das Volk sängt an mißtrauisch zu werden gegen Monarchen, die den Kamps um das monarchische Prinzip scheuen. Was die Presse ausspricht, ist die Meinung des jüdischen Händlervolkes. D i e Stimme unseres Blutes ruft nach einem starken Monarchen, und der Instinkt des Volkes kennt besser die Gefahren der Pöbelherrschaft als der, der nur aus dem Buch der Geschichte gelernt hat." Schöner kann das wahre Wesen junkerlicher Königstreue gar nicht enthüllt werden, als es hier geschieht. Sie kennt überhaupt ?hine Grenzen, sagt der Freiherr v. Thüring am Schluß seines Artikels, und er betont dieses„keine" mit besonderem Nachdruck. DbS heißt: sie hat nichts zu tun mit der Person des jeweiligen Monarchen. Sie hängt vielmehr an dem monarchischen Prinzip. Wird dies von einem Herrscher nicht mit der er- forderlichen Entschiedenheit wahrgenommen, mit anderen Worten, setzt er dem Ansturm der Demokratie auf die Privilegien der herrschenden Klasse nicht den Widerstand entgegen, den diese von ihm erwartet, dann mag er hundertmal von Gottes Gnaden sein, für die Junker ist er erledigt. Heute so wie einst. Als das Märzministerium der preußischen Nationalversammlung die den Junkern unsympathischen Nblösungs- gcsetzc vorlegen wollte, warnte der echte Preuße Leopold v. Gerlach Friedrich Wilhelm IV. vor dem Umsturz des Thrones auf dem sogenannten konstitutionellen Wege:„Ew. Majestät versäumen als- dann Ihre heiligsten Pflichten und sind für die daraus entstehenden Folgen Gott und den Menschen verantwortlich. Sie gehen Ver- pslichtungen ein, die Sie nicht halten können und dürfen." Die göttliche Gnade pflegt den König eben stets im Sinne des Vorteiles der Junker zu erleuchten. Gewinnt es den Anschein, atS ob er diesen nicht mehr genügend deutlich erkenne, so ist das ein Beweis, daß sich die Gnade von ihm abgewendet hat. Im Namen des monarchischen Prinzips muß der Monarch auf die rechte Bahn zurückgeführt werden. Gelingt das aber nicht, so wenden sich die Vertreter dieses heiligen Grundsatzes von ihm ab und setzen, wenn ihm die Kraft zu Taten fehlt, ihre Hoffunng auf den Erben der Krön e. Sie wollen einen„starken Monarchen". Ein starker Monarch aber ist nur der, der sich als das Vollzugsorgan ihres Willens fühlt._ der frankfurter polizeiskanöal. Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: Tie vor einigen Tagen gemeldete Amtsentsetzung des Leiters der Frankfurter Sittenpolizei, Polizeikommissar Schmidt, zieht weitere Kreise. Herr Schmidt ist gestern im Auftrag der Staats- anwaltschaft wegen Kollusionsgefahr verhaftet worden. Vorher fand bei. ihm und bei verschiedenen Bordellbesitzerinnen Haus- suchung statt, um weiteres Material für die Bestechungen zu er- Mitteln. Als die Haussuchung bei Herrn Schmidt beendet war, wurde er von seinen Kollegen höflichst eingeladen, im Auto Platz zu nehmen, das ihn nach dem— Untersuchungsgefängnis fuhr. Die Herren„Ludewigs" in der Hammclsgasse fdort befindet sich das Untersuchungsgefängnis) sollen recht erstaunte Gesichter gc- macht haben, alS sie den ihnen wohlbekannten Herrn Schmidt bei der Promenade sahen. ES steht heute fest, daß Schmidt sich Be- sk e ch e r e i e n in erheblichem Umfange(man spricht von mehreren lausend Mark) hat zu Schulden kommen lassen. Da Beamten- bcsicchung eine sehr mißliche Sache ist, weil nach dem geltenden Recht im Falle der Entdeckung beide Teile bestraft werden, ist man natürlich sehr vorsichtig zu Werke gegangen. Um der Gefahr einer Entdeckung nach Möglichkeit aus dem Wege zu gehen, hatte man einen Modus gefunden, der allerding» die Beteiligten nicht vor Strafe schützt, wohl aber die Entlarvung der Betreffenden außerordentlich erschwert. Herr Schmidt erhielt die ihn: zuge- dachten G-eldsendungen anonym. Eine fein eingefädelte Sache. Herr Schmidt wußte aber anscheinend immer sehr gut. von welcher Hand die Geldsendungen stammten. Inwieweit er sich dafür erkenntlich zeigte, wissen wir natürlich nicht, aber das tut auch nichts zur Sache. Herr Schmidt dachte: dlem ölet. Und damit war die Geschichte für ihn erledigt. Auch aus Eleganz schien er einen besonderen Wert zu legen, denn eines schönen Tages ließ er sich einen teueren Pelzmantel für 1200 Mark anmessen. Herr Schmidt zahlte auch, ohne mit der Wimper zu zucken, aber man wird es dem Untersuchungsrichter schließlich nicht verdenken können, daß er seine Nase in die Pelzmantelgeschichte steckt. Wird doch überall behauptet, daß der Pelzmantel die Gegenleistung einer Bordellbesitzerin für erwiesene Gefälligkeiten darstelle. Aber Herr Kommissar Schmidt liebte nicht nur die Eleganz und ein gut bayerisches Amüsement, er liebte auch einen guten Tropfen. Ter Leser darf es also ruhig in Ordnung finden, daß in Herrn Schmidts Privatwohnung hin und wieder Körbe mit Wein eintrafen, für die er keinen roten Pfennig zu bezahlen brauchte. Ucberhaupt faßte Herr Schmidt manches von der optimistischen Seite auf, was andere nur durch die bekannte schwarze Brille betrachten. Als er die Leihmg der Sittenpolizei übernahm, ließ er die Kontrollmädels antreten und eröffnete ihnen, daß er jetzt Sittenkommissar sei. Dabei erklärte er offen und ehrlich, daß es ihm persönlich ziemlich schnuppe sei, ob die Mädels einen„Strizzi" haben oder nicht. Stur dürfe die Geschichte nicht allzu bunt gc- trieben>verden. Die Herrlichkeit hätte jedenfalls noch länger gedauert, wenn nicht einmal eine dieser begünstigten„Damen" geplaudert häte, weil ihr die Zoppereien zu kostspielig wurden. Die in das Ge- heimnis eingeweihte Frau erzählte die Geschichte ener anderen, die von Schmidt„gedrückt" wurde, und diese macht« daraufhin der Staatsanwaltschaft Anzeige. Neben der Bestechungsaffäre läuft noch eine Meineids- fache her. Gegen Schmidt wird der Vorwurf erhoben, in einer Prozeßfache gegen einen Zuhälter falsche Aussagen gemacht zu haben. Das Verfahren wurde gegen Schmidt eingestellt, später von der Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen und— wieder eingestellt. Bielleicht kommt auch dieses Meineidsverfahren durch, die Wendung der Dinge aufs neue in Fluß. Mit Schmidt wurde eine in Frankfurt stadtbekannte Bordell- besitzerit? namens Bohnert verhaftet. Mit dieser Bohnert hat es eine eigene Bewandtnis. Vor einer Reihe von Jahren hatte sie in einem der feinsten Viertel Frankfurts ein verschwiegenes Liebes- nestchen eingerichtet,, in dem zahlungsfähige ältere Herren junge Mädchen, Ladnerinnen, Modistinnen usw. trafen. Mit der Zeit wurde aber das Treiben in der Villa Bohnert so toll, daß die Nachbarn daran Anstoß nahmen und die Madame Bohnert„hoch gehen" liehen. Schon fürchtete man einen großen Skandal. Aber Madame Bohnert war diskret; sie verriet keinen der feinen Kunden, die ihre Villa nächtlicherweile besucht hatten. Mit Gott- vertrauen auf eine bessere Zukunft brummte sie die sechs Monate Gefängnis ab. Dann privatisierte sie und kuppelte im Stillen weiter. Inzwischen scheint. sie sich die Gunst hoher Polizeibeamten gesichert zu haben. Sie kaufte in der Nähe des Hauptbahnhofes ein Haus mü> richtete es zu einem feineren Bordell ein. Und die Polizei konzessionierte ihren Betrieb, Als darauf die Nachbarn gegen den.Sündenpfuhl" Sturm liefen, wurden sie bei der Polizei abgewiesen. Run suchten sie sich selbst zu helfen. Sie stellten nachts Wachen aus und beleuchteten jeden, der die„Villa Bohnert" besuchen wollte. Die„schwarze Bertha" ließ sich diese Betriebsstörung nicht gefallen, lief zu ihren Freunden auf der Polizei und beschwerte sich. Und nun passierte das Ungeheuerliche, daß eines Nachts fünf ehrsam« Bürger, die Wache standen, von der Polizei sistiert, mit zur Wache genommen und dort„belehrt" wurden, daß eine solche Belästigung des Publikums nicht statthaft sei. Natürlich ist Schmidt nicht der einzige Sünder. Wie wir hören, hat die StvatSanwaltschaft noch gegen fünf andere Polizeibeamte ein Verfahren eingeleitet. Wenn Schmidt und die Bohnert im Untersuchungsgefängnis nicht plötzlich die Sprache verlieren, dann kann man sich noch auf manche Enthüllung gefaßt twachen._ Sevölkerungsbewegung in Sapern 1913. DaS königl. Bayerische Statistische LandeSamt verbreitet eine vorläufige Zusammenstellung über die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1913. Die Veröffentlichung ist in mancher Beziehung von Interesse, zumal in einer Zeit, in der soviel über den Geburten- rückgang gesprochen wird. Deutlich tritt der Einfluß der Krise, der schlechten Arbeits- gelegenheit, hevor in dem Rückgang der Eheschließungen. Seit 1903 war rhre Zahl nie so gering wie 1913; sie betrug nur 48 437 gegen 50856 im Jahre 1912 und 50 339 im Jahre 1911. Auf die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse ist cS zweifellos zum guten Teil auch zu schieben, wenn daS Jabr 1918 abermals einen Geburtenrückgang brachte; er betrug gegenüber dem Vorjahr 7096 Geburten(--- 3,3 Proz.), gegenüber dem Jahr 1911 sogar 7745 Geburten. Endlich wird die schlechte Konjunktur auch dazu beigetragen baben, die Säuglings st erblichkeit wiederum etwas an- schwellen zu lassen, nachdem im Jahre 1912 ein für Bayern ganz ungewöhnlich niedriger Prozentsatz, nämlich 17,7, erreicht worden war; 1913. starben von je 160 Säuglingen im ersten LebenSjabr 18,2. Die Zahl der Todesfälle im allgemeinen zeigt gegen daS Vorjahr eine kleine Verbesserung(120 704 gegen 123 253). Von ganz besonderem Reiz ist eine nähere Betrachtung der Geburtenzahlen. Es zeigt sich nämlich, daß in Bayern der Geburtenrückgang fast ausschließlich dem Lande zufällt, während in den größeren Städten die Zahl der Geburten seit Jahren fast konstant ist. Die Geburten verteilen sich folgender- maßen: Unmittelbare Städte. Bezirksämter eheliche uneheliche eheliche uneheliche Geburten Geburten 1913... 35 950 10 463 145 237 15 803 1912... 35 962 10 338 151 461 16 793 1911... 36 392 10 016 152 146 16 449 Also in den mehr oder weniger ländlichen Gemeinden eine Verminderung der Geburten gegenüber 1912 um weit über 7000, gegenüber 1911 um rund 7500. In den„kreisfreien" Städten gegenüber 1911 eine Verminderung um noch nicht 200; gegenüber 1912 sogar eine Zunahme um rund 100 Geburten. Mit dem Gerede von den verderblichen Wirkungen der Großstädte ist tS also! — wenigsten« in Bayern— nicht«. Die vielgepriesenen Landgebiete sind e«. die den Geburtenrückgang veranlassen. Nicht die Domänen der Sozialdemotratie, viel eher die des KlerkaliSmnS find an der Verlangsamung der Voltsvermehrung schuld, wenn man durchaus nach„Schuldigen" fahnden will. Daß die schwarzen Herrschaften gar keinen Anlaß haben, auf, die befruchtende Wirkung ihre» Einflusses so besonder» stolz zu sein, daS zeigt auch ein Blick auf die Verteilung der Geburten unter die einzelnen Regierungsbezirke. Dir fünf Bezirke, die eine ganz über- wiegend katholische Bevölkerung haben(mehr als 80 Proz.) sind bis auf einen allesamt, zum Teil recht erheblich, am Geburtenrückgang beteiligt: In Niederbayern(98,9 Proz. Katholiken) sank die Zahl der Geburten gegenüber 1912(1911) um 928(749); m der Ober« Pfalz(91,7 Proz. Katholiken) um 313(1128); in Oberbayern (91.1 Proz. Katholiken) um 3125(2998); in Unterfranken(80,4 Proz. Katholiken) um 462(297). Allein in Schwaben<86,0 Proz. Katholiken) fand eine kleine Steigerung der Geburtenzahl um 218 im Jahre 1912 statt; mit 1911 berglichen ergibt sich auch hier eine Abnahme der Geburten um 194.— UebrigenS handelt«S sich bei diesen Regierungskreisen nicht nur um die überwiegende Zugehörigkeit der Bewohner zur katholischen Kirche. In ihnen allen spielt auch daS Zentrum eine mehr oder weniger ausschlaggebende Rolle. In Nieder- bayern musterte es mit den ihm verbündeten Parteien bei der letzten Landiaqswahl 61.2 Proz. der Stimmen, in der Oberpfalz 72,8 Proz., in Oberbayern 46,2 Proz., in Unterfranken 59,1 Proz. Sehr unangenehm muß für die Klerikalen auch die Tatsache sein, daß just in den von ihnen beherrschten Kreisen die Säuglings- sterblichkeit besonders groß ist; sie betrug im Jahre 1913 in Nieder- bayern 25,6 Proz., in der Oberpfalz 23,1 Proz., in Oberbayern 13.8 Proz., in Schwaben 18,6 Proz. Nur Unterftanken mit 13,7 Proz. reiht sich jenen Bezirken an, in denen der Klerikalismus nicht eine so mächtige Stellung einnimmt. In der Pfalz, in Mitlelftanken und in Oberftanken, wo überall der Prozentsatz der Katholiken unter 50 Proz. bleibt, betrug der Prozentsatz 13,3, 17,0 und 14,6.— Dabei soll freilich nicht übersehen werden, daß die überragend klerikalen Kreise zugleich diejenigen mit vorwiegend ländlicher Bevölkerung sind; die rückständigen sozialen Verhältnisse auf dem platten Lande sind hier wohl in erster Linie verantwortlich zu machen— wenn auch freilich zwischen jenen schlechten sozialen Zuständen und der klerikalen Macht- stellung eine starke Wechselwirkung besteht. Im übrigen braucht Bayern trotz des Rückganges der Geburten und trotz der erhöhten Säuglingssterblichkeit noch lange keine Eni- völkerung zu befürchten. Roch werden immer beträchtlich mehr Menschen geboren, als andere sterben. Der Geburtenüberschuß de- trug im vergangenen Jahre immer noch die nette Zahl von 81321 Köpfen, gegenüber einer Bevölkerungszunahme von 86 523 im Jahre 1912 und von 73 656 Seelen im Jahre 1911. Gerade in Bayern würden sich obendrein diese Zahlen noch sehr erheblich ver- bessern lassen— auch wenn die Zahl der Geburten nicht zunehmen würde—, wollte man energisch Maßnahmen zur Bekämpfung des vorzeitigen Absterbens, vor allem auch zur Einschränkung der Säug- lingSsterblichkeit treffen. Die Prozentzahlen sind hier in Bayern beträchtlich schlechter als in den meisten anderen Teilen deS Reichs. politifthe Uebersicht. Tie umgearbeitete Kabinettsorder. Während eine Anzahl liberaler Blätter die kühne Behauptung aufstellt, daß die neue Vorschrift über den Waffen- gebrauch des Militärs immerhin eine gewisse Verbesserung gegenüber dem herrschenden Zustand darstelle und wenigstens die famose Kabinettsorder von 1320 außer Kraft setze, ist selbst die „Germania" viel skeptischer. Gibt doch daS ZentrumSblatt dem Verdacht Ausdruck, „daß die bekannte Kabinettsorder von 1820, die im Falle Zabern häusig erwähnt wurde, bei der Ausarbeitung der neuen Bor- schrift als Muster und Leitfaden gedient, vielleicht sogar bei der Stabilierung des„Militär-HoheitSrechteS" eine Berfchörfung erfahren hat." Daß diese Annahme nur zu begründet ist, zeigt schon folgend« Gegenüberstellung. Jetzt soll es heißen: Beim„staatlichen Roistand" ist daS Militär auch ohne An« forderung der Zivilbehörde selbständig einzutreten befugt und verpflichtet, wenn in Fällen dringender Gefahr für die öffentliche Sicherheit die Zivilbchörde infolge äußerer Umstände außer- st a n d e ist, die Anforderung zu erlassen. In der Kabinettsorder hieß eS: Findet der Militär» Befehls- Haber bei Beobachtung des Auf- trilts nach Pflicht und Gewissen, daß die Zivilbehörde mit der Re« quisition um Militärbeistand zu lange zögere, indem ihre Kräfte nicht mehr zu- reichen, die Ruhe herzustellen. so ist er befugt und ver- pflichtet, auch ohne R e< quisition der Zivilbe- Hörde einzugreifen und den Befehl, dem diese sich zu fügen hat, zu übernehmen. DaS ist im Grunde das gleiche, denn die Wörtchen„infolge äußerer Umstände außerstande" lassen sich schon so drehen und deuteln, daß jeder spätere Gewaltakt genau so straffrei bleiben würde, wie das ungeheuerliche Willkürregiment, daS Oberst Reuter in Zabern geübt hat. Man darf sich deshalb auch nicht durch das Oertel-Blatt irre machen lassen, daS seine Genugtuung hinter scheinbare Bedenken zu verbergen weiß: „Am wichtigsten ist die Bestimmung über daS Einschreiten beim staalUchc» Notstande. Daß das Militär auch ohne Anforde« rung der Zivilbehörde selbständig einzuschreiten befugt und verpflichtet ist. wenn in Fällen dringender Gefahr für die öffentliche Sicherheit die Zivilbehörde infolge äußerer Uuiftände außerstande ist, die Anforderung zu erlassen, ist selvstverständlich. Hier scheint eine Lücke zu klaffen. Wie nun, wenn die Zivilbehorde„infolge innerer Umstände" bewußt oder fahrlässig zögert, die un« bedingt notwendig scheinende Anforderung zu erlassen? Wie nun, wenn dieses Zögern ersichtlich eine i ch w e r e Gefährdung nicht nur der öffentlichen Sicherheit, sondern auch der Staat«- ordnung herbeiführen kann oder gar muß? Solche Möglichkeiten mögen jetzt nicht gegeben sein; aber wer bürgt für die Zukunft? B i e l l e i ch t bat, man diese Möglichkeiten nicht berücksichtigt. weil ma» ein Eingreifen deS Militärs aus eigenem Rechte bei ihrem Eintreten für selbstverständlich erachtet hat. Such diese Frage wird der Prüfung und Erörrerung bedürfen." Im Grunde glaubt also auch die„Deutsche Tagei-Zt g.", daß die neue Borschrift mehr als ausreicht, um dem von dem Janu schauer»ind dem Dr. juris v. I a g o w proklamierten Absolutismus deS Säbels keinerlei Zügel anzulegen! Wer sagt die Unwahrheit? Ueber das Eisenbahngespräch des Herrn v. L i e b e r t veröffentlicht das„Berliner Tageblatt" eine„s ch r i f t I i ch genau fe st gelegte" Erklärung des nationalliberalen Gegenkandidaten Lieberts, des sächsischen Landtagsabgeord» ncten N i tz s ch k e, in der es heißt: AI� ich am 17. März mit einem Freunde in Leipzig in ein Abteil der zweiten Klasse in einem in der Richtung nach Pegau abgehenden Zug Platz genommen hatte, stieg Herr v. Liebekt eben- falls ein und setzte sich, ohne von uns Notiz zu nehmen, in ein durch eine halbe Wand von meinem Platz getrenntes Abteil. Kurz darauf stieg Freiherr v. Streit und ein zweiter, mir unbekannter Herr ein. Nach der üblichen Begrüßung kam Freiherr v. Streit auf das voraussichtliche Wahlresultat zu sprechen. Herr v. Liebert erwiderte, daß er der Sache mit größter Ruhe entgegensehe, und er kam dann auf die Nationalliberalen zu sprechen, die er mehrere Male als Demokraten bezeichnete. Der bessere Teil der Nationalliberalen sei aus seiner Seite, käme in seinen Ver- sammlungen an den Vorstandsttsch, drücke ihm die Hände und gebe seinem Wahlausschuß Geld für seine Wahlen. Die Bauern ständen wieder geschlossen hinter seiner Kandidatur, die Reichsfinanzreform fei vergessen, die Industrie neige auch nach rechts, und dann käm« Nr. 99. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Regierungsgelder für die die Gelben? Das Berliner nationalliberale Organ, der„ Deutsche Kurier", hat im Gegensatz zu zahlreichen anderen Blättern seiner Partei eine starke Abneigung gegen die Gelben und sympathisiert mit den christlichen Gewerkschaften. Das mag damit zusammenhängen, daß sein Chefredakteur seinerzeit als nationalliberaler Parteisekretär in Bochum genötigt war, mit den Christen zu techtelmechteln, um mit ihrer Hilfe den Genossen Hue aus dem Reichstag zu verdrängen. Wie dem aber auch sei, jedenfalls bringt der„ Deutsche Kurier" eine außer ordentlich interessante und, so viel wir wissen, bisher noch nicht bekannt gewordene Mitteilung über die hohen Gönnerschaften, deren sich die Wirtschaftsfriedlichen zu erfreuen haben. Er läßt sich von geschäzter Seite" schreiben: „ Die sogenannte wirtschaftsfriedliche Arbeiterbewegung" ( Gelbe), die die nationale Arbeiterbewegung auf das Schlimmste gespalten hat, findet zurzeit ihre Hauptförderer in den konser vativ- agrarischen Kreisen. In den geheimen Konfe= renzen, die zu diesem Zweck unter Teilnahme faft sämtlicher preußischer Ministerien am 23. November 1912 und am 29. November 1913 im preußischen Abgeordnetenhause stattfanden, spielten der Bundesführer, Freiherr von Wangenheim, und seine Freunde die erste Rolle. Mit einem diesen Kreisen eigentümlichen kategorischen Imperativ forderten sie in diesen Konferenzen von der Regierung die erforderliche finanzielle Unterstüßung für diese Bewegung, und die Regierung gewährt infolge dessen der Bewegung namhafte finanzielle Förderung." Es ist unbedingt notwendig, daß die Oeffentlichkeit über die hier erwähnte finanzielle Unterſtüßungsaktion der Negierung näher unterrichtet wird. Wenn der Gewährsmann des Deutschen Kuriers" seine Angaben nicht erweitern will, wird man versuchen müssen, durch eine Anfrage an den Reichsfanzler oder auf anderem Wege festzustellen, was an den Behauptungen des Deutschen Kuriers" wahres ist, und ob und mit welchem Recht die Regierung tatsächlich der gelben Bewegung mit öffentlichen Geldern zu Hilfe eilt! Gewerkschaftliches. tarifliche Arbeitszeit bleibt." der Maurer bestehen Freitag, 10. April 1914. Die Vertrauensmännerversammlung erklärt, daß nur durch strikte Arbeitsruhe der 1. Mai würdig gefeiert werden kann. Deshalb erwartet die Versammlung, daß die Kollegen auch in diesem Jahre am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen. Ferner beschloß die Versammlung, daß der freiwillige 25- Pf.Beitrag weiter erhoben wird. Hierzu ist noch zu bemerken, daß seit 1911 keine Aufbesserung der Löhne erfolgt ist, während die Lebensweise seit der Zeit eine ganz erhebliche Verteuerung erfahren hat. Auch ist der gegenwärtige Lohn für Steinmezen( 80-90 Pf.) durchaus nicht als zu hoch oder auch nur ausreichend zu betrachten, wenn berücksichtigt wird, Achtung, Klavierarbeiter! In letzter Zeit sind mehrfach in der daß dieser Beruf mit am meisten unter der chronischen Arbeitslosigkeit Beitung Klavierarbeiter nach Glasgow in England gesucht worim Baugewerbe zu leiden hat. Die Löhne der übrigen Steinarbeiter den. Nach den uns zugegangenen Mitteilungen sollen die deutschen bewegen sich zwischen 50 und 78 Pf., Löhne, die gewiß verbesserungs- Kollegen dort als Lohnbrüder auftreten, da ihnen zugemutet wird, bedürftig sind. weit unter den in Glasgow geltenden Lohnsäßen zu arbeiten. Durch allerhand Täuschungen sucht der Unternehmerverband die Ferner sind Klavierarbeiter nach Kristiania in Norwegen Deffentlichkeit für sich zu gewinnen. Baubehörden und Privaten verlangt worden. Die dortigen Kollegen befinden sich in Tarifgegenüber wird behauptet, die Arbeiterschaft fordere durchweg den streitigkeiten; es wird deshalb versucht, in Deutschland ArbeitsAchtstundentag sowie eine 10 bis 12 prozentige Lohnerhöhung. Lügen willige anzuwerben. haben furze Beine. Verschiedene Baumeister usw., welche sich an Wie diese beiden Fälle beweisen, ist es für Kollegen, die nach uns wandten, um Arbeiten in eigener Regie fertig zu stellen, waren dem Auslande gehen wollen, ratsam, recht vorsichtig zu sein. Vor höchst empört über das unlautere Verhalten des Unternehmer- Annahme solcher Stellungen sind stets erst Erkundigungen bei der Bauleitungen nicht Rechnung tragen; mögen sie ihren nicht geringen verbandes. Dennoch konnten wir dem Verlangen der verschiedenen Organisationsleitung einzuzichen. Einfluß nur auf die aussperrenden Firmen geltend machen. Die Branchenleitung der Klavierarbeiter. An Hilfstruppen fehlt es den Unternehmern natürlich auch in Achtung, Gärtner und Gartenarbeiter! Wegen Nichtinnehaltung diesem Kampfe nicht. Unter dem Schuße von Gendarmerie und der in der Handelsgärtnerei üblichen Arbeitszeit von 10% Stunden Polizei, Uniformierten und Nichtuniformierten, gehen Arbeitswillige im Sommer und 10 Stunden im Winter sind die Gehilfen der ihrem Gewerbe nach. Nieder SchönAus den Reihen der Ausgesperrten und Handelsgärtnerei bon H. Fasbender, Streifenden haben sich erfreulicherweise feine„ nüßlichen Elemente" bausen, Blankenburger Str. 21( Blumengeschäft Berlin, gefunden. In erster Linie sind es Poliere, Werkmeister und Posten Schönhauser Allee 21) in den Streit getreten. Herr Fasbender gesellen, welche die notwendigsten Arbeiten zu bewältigen suchen. hat die Durchführung der obigen Arbeitszeit( die selbst vom VorIn den Baugeschäften haben sich leider auch einige Techniker bereit stande des Arbeitgeberschutzverbandes empfohlen wird) wiederholt gefunden, Streitarbeit zu verrichten. An sich fann es durchaus nichts versprochen, sein Wort aber ebenso oft nicht gehalten. schaden, wenn die Herren Techniker und Poliere am eigenen Leibe Der Betrieb gilt darum als gesperrt. versuchen, wie weit die Leistungsfähigkeit eines Arbeiters geht. Eine erzieherische Wirkung für die spätere Behandlung der Arbeiter wird hoffentlich nicht ausbleiben. Allgemeiner Deutscher Gärtner- Verein. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Deutsches Reich. Die preußische Regierung gegen die Gewerkschaften. Ein besonderes Kapitel in der Bewegung nimmt die Grabsteinbranche ein. Diese wollten die Unternehmer aus guten Gründen aus dem Spiele lassen. Sogar zu einigen Zugeständnissen Der Grund für dieses Ent verstanden sie sich für diese Branche. gegenkommen ist in der beginnenden Saison zu suchen. Nachdem die Grabsteinbranche den Winterschlaf hinter sich hat, winter ihr jetzt Die Verfügung des Berliner Polizeipräsidenten, wonach unsere einige„ fette Wochen". Den Nugen derselben möchten die Unter- gewerkschaftlichen Zentralverbände für politische Vereine erklär nehmer für sich allein in Anspruch nehmen und nach beendeter werden, ist nicht, wie vielleicht zuerst anzunehmen war, eine der Saison hätten sie leichtes Spiel, die tariflichen Bestimmungen einseitig festzusetzen. Auf den Leim trochen die Grabsteinarbeiter bekannten impulsiven Polizeitaten des Herrn v. Jagow, sondern sie nicht. Sie werden die günstige Konjunktur zu ihren Gunsten aus ist die Einleitung einer großen Aktion gegen die Gewerkschaften, die zunuzen wissen. Sie viel fann das faufende Bublifum aus Arbeiter von der preußischen Regierung vorbereitet wird. Herr v. Jagow freisen zur Förderung der Bewegung beitragen, indem es auf Dent- ist anscheinend nur der Eilfertigste in der Ausführung der Weisung mälern von Schrifthauern gehauene Schrift verlangt. Die Unter einer höheren Staatsbehörde. Regen Anteil hat er sicher an nehmer empfehlen nämlich jetzt geblajene Schrift als halt dieser neuesten reaktionären Tat, denn aus seinem Gutachten an barer und besser. Diese Behauptung entspricht nicht der Wahrheit das Oberverwaltungsgericht war schon bekannt, daß er und ist lediglich geeignet, die Handarbeit( das Schrifthauen) beim Minister wegen dieser Sache Vortrag gehalten hat. durch Maschinenarbeit( das Sandstrahlgebläse) zu ersegen. Im übrigen wird in den nächsten Tagen eine Liste der Geschäfte ver- Bei Herrn v. Dallwig wird er gewiß ein verständiges Ohr öffentlicht werden, welche den neuen Steinmestarif anerkannt haben. Wir gefunden haben, so daß jezt vom preußischen Ministerium aus dieser würden schon heute mit der Veröffentlichung beginnen, wenn die in reaktionäre Schlag gegen die gewerkschaftlichen Zentralverbände geBetracht kommenden Geschäfte, etwa 30, nicht zurzeit noch den führt wird. Terror des Unternehmerverbandes bezw. der Innung fürchteten. In Kürze dürfte sich die Zahl der Firmen verdoppelt haben, welche den Zum Kampf in der Berliner Steinindustrie. Tarif bewilligten, und der Terror illusorisch geworden sein. An alle Maurer und Bauarbeiter richten wir das dringende ErSeit Ende März tobt in der hiesigen Steinindustrie ein heftiger Kampf zwischen der organisierten Arbeiterschaft und ihren nicht ſuchen, uns in unserem Kampfe durch strikteſte Verweigerung aller minder gut organisierten Unternehmern. Derselbe ist von den Unter- in unser Fach schlagenden Arbeiten au unterstützen. nehmern eröffnet worden, weil diese nicht in eine tariflose Beit Zentralverband der Steinarbeiter. hineinkommen wollten. Sie verlangen von den Arbeitern die un- Ortsverwaltung Berlin, Engelufer 15 L. Fernspr. A. Morigpl. 11871. Veränderte Berlängerung der bisherigen Tarife auf weitere zwei Jahre, während die Arbeiter gewillt sind, das Tarifverhältnis nur dann zu verlängern, wenn ihre Forderungen Berücksichtigung finden. Dieselben lauten in ihren Hauptpunkten: Berlin und Umgegend. Die Bureaus der Berliner Gewerkschaftskommission und des Arbeiterfekretariats sind am Dienstag, den 14. April ( 3. Feiertag), geschlossen. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. " Die Maifeier der Berliner Holzarbeiter. Verkürzung der Arbeitszeit von 9 auf In einer am Donnerstag abgehaltenen Versammlung jämt 8 Stunden und 5 Pf. Stundenlohnerhöhung licher Vertrauensmänner des Holzarbeiterverbandes empfahl Glocke ats Ausgleich für die täglich ausfallende halbe namens der Ortsverwaltung, den 1. Mai in gewohnter Weise auch in diesem Jahre durch Arbeitsruhe zu feiern und sich nicht beirren Ausgenommen von der Verkürzung der zu lassen durch die Bestrebungen der Unternehmer, welche den Ohne DisArbeitszeit bleiben die Versezer( mit Ausnahme Arbeitern die Maifeier illusorisch machen möchten. der Marmorverfezer), für welche nach wie vor die tussion wurde mit großer Mehrheit beschlossen: Stunde. Kleines Feuilleton. " Das folgerung ist, wie die Naturwissenschaften" in einer kurzen Zusammenfassung bemerken, von Professor Lummer während einer nächtlichen Ballonfahrt und beim Anblick des Sternenhimmels auf ihre Richtigkeit geprüft worden. Es ergab sich, daß nur die hellen Sterne auf Stäbchen und Zäpfchen Eindruck machen, während die schwächeren Sterne uns hauptsächlich durch die Stäbchen zum BewußtTheater. Die brotlose Kunst. Aus Paris wird uns geschrieben: Antoine, der einstige Stürmer des ,, Théatre Libre", hatte längst Wasser in seinen Wein gegossen, als er vor acht Jahren die Direktion des zweiten nationalen Schauspielhauses, das Odeon übernahm. sein gebracht werden. Er brachte sogar den süßen Kitsch Alt- Heidelberg" mit, und wenn er mit einigen Inszenierungen Shakespeareicher Tragödien beDeutsches Theater: Scheiterhaufen, Kammerspiel deutende künstlerische Arbeit vollbrachte und an den Nachmittagen von August Strindberg. Das Stück hinterließ in der von des Sonnabend manches ernste ältere und moderne Werk vorgeführt hat, so hat er auch dem Geschmack des schlappen, nur durch eine erotisch- Reinhardt vor geladenem Publikum veranstalteten Matineevorstellung raffinierte Mischkunst aufzuweckenden Bourgeoispublikums reichlich wesentlich denselben Eindruck, wie vor Jahren in der Berliner Ersts Rechnung getragen. Und nun ist er doch pleite. Zwar hat ihm das aufführung durch Direktor Lang. Die Szenen bedrücken, doch sie Parlament vor furzem einen Subventionsvorschuß von 125 000 Fr. erschüttern faum; sie häufen so absichtsvoll das Widerwärtige, bewilligt, aber die Gläubiger haben auch schon Pfändungsantrag schwelgen in so leidenschaftlich anklagendem Hasse, daß das darauf gestellt. Die Gesamtschulden betragen 300 000 Fr. und Uebermaß feinen rechten Glauben an dies Schicksal und diese 40 000 Fr. hat noch das Personal zu fordern. So mußte der Unter- Menschen aufkommen läßt. Auch dieses Strindbergstück, eines aus späterer Zeit, ist die Abrechnung mit einer Frau: diesmal einer richtsminister Antoines Demission zur Kenntnis nehmen. älteren, der Mutter zweier erwachsener Kinder, die ihre ehelichen Odeon ist das einzige große Theater auf dem linken Ufer. Es liegt Bosheiten, Tücken und Untreue noch durch mütterliche Niedertracht im Zentrum der Intelligenzbezirke. Fünfzehntausend Studenten wohnen da und Tausende Professoren, höhere Beamte, Intellektuelle und ganz berrückten Geiz steigert. Der junge Liebhaber, den sie sich verschiedener Berufe. Aber die einen haben kein Geld für Theater- hielt, ein Ausbund skrupelloser Roheit, hat in Hoffnung auf eine besuch übrig, die anderen besuchen lieber die Boulevardtheater mit hohe Mitgift das blind in ihn verliebte Töchterchen geheiratet. ihren stärkeren Reizungen. Die Jugend aber bevorzugt die Bars hofft die Mutter ihn auch später in ihrer Nähe zu behalten. Nach dem Tode des Vaters bricht über sie und ihrem morschen Stamm und die Kientöppe, die sich immerzu vermehren. das Verhängnis zusammen. Der franke, im Trunk Betäubung Die Regierung wird voraussichtlich das suchende Sohn, der immer zu dem Vater hielt, und die dem mütterAntoines nicht annehmen. lichen Einfluß unterworfene Tochter finden sich in ihrem Schmerz Wie man in der Sternennacht sieht. Man weiß seit langem, zusammen. Ein hinterlassener Brief des Verstorbenen bekräftigt sie daß die eigentlichen fehenden Bestandteile der Netzhaut des Auges in ihrem Bund. Der Schwiegersohn, der in der Hinterlassenund nun seine Wut an der Alten die sogenannten Stäbchen und Zäpfchen sind, die in großer Auswahl schaft kein Geld findet vorhanden sind. Die Stäbchen, von denen ganze Gruppen an einem ausläßt, wird abgeschüttelt; und furchtbar entlädt sich dann die Nervenstrange sitzen, sind über die Nezhaut verteilt, mit Ausnahme durch ein ganzes Leben lang zurückgehaltene Empörung der Kinder Stäbchen, sondern nur rund auf der Mutter Haupt. Sie streitet ab, sie lügt. Und dann, als der Netzhautgrube, Diese Nezhautgrube spielt alles das nicht hilft, scheints einen Augenblid, als rege sich etwas 4000 Säpfchen vorhanden sind. beim Sehen eine besondere Rolle, da das Bild eines ins wie reuige Scham in ihrer Seele. Doch schon im nächsten AugenWährend blick ist diese Regung der Weichheit weggespült, ist sie wieder die Auge gefaßten Gegenstandes gerade dorthin fällt. nun der Bau der Netzhaut längst bekannt war, haben erst vor jeder Selbstbestimmung gefeite freche Lügnerin. Der franke Sohn, halb die neueren Untersuchungen über die verschiedene Tätigkeit von trunken, legt Feuer in die Wohnung. Mag alles untergehen, das ist Räpfchen und Stäbchen beim Sehorgane Aufschluß gegeben. Die einzige Rettung! In Wahnsinnsangst stürzt sich die Mutter aus Sohn und Tochter aber harren im ertasischen Anknüpfend an die physiologisch- optischen Untersuchungen Lummers dem Fenster. voraussichtlich das Entlassungsgesuch wo feine So Die„ Ostsee- Zeitung" will nämlich aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die preußische Regierung die Unter stellung der sozialdemokratischen Gewerkschaften unter das Reichsvereins geses beschlossen habe. Die erste Folge dieses Beschlusses sei das Vorgehen des Berliner Polizeipräsidenten gegen die Zentralverbände der Gewerkschaften in Berlin. Gleiche behördliche Maßnahmen durch die übrigen Polizeiverwaltungen Preußens ständen unmittelbar bevor. Eine ganz gleiche Meldung wie die Ostsee- Zeitung" bringt die ,, Braunschweigische Landeszeitung". Sie weiß zu melden, daß auch die übrigen Polizeiverwaltungen Preußens in allernächster Zeit dem schaftlichen Zentralverbände für politische Vereine erklären werden. Borbilde des Berliner Polizeipräsidenten folgen und die gewerk. Schon wissen die Scharfmacherblätter jubilierend zu verkünden, daß die sozialdemokratischen Gewerkschaften zwangsweise ein Fünftel ihrer Mitglieder verlieren durch den Ausschluß der jugendlichen Fenster hineinwehen ließ, erwies sich auf die. Dauer weniger stimmungsvoll als störend. Humor und Satire. Das Beichtschema. dt. In Steele hat ein katholischer Jugendbildner achtjährige Kinder ein Beichtschema mit zweiundzwanzig Sündenrubriken abschreiben lassen. Darunter Punkte wie 4. Ich habe zweimal geflucht. 13. Ich habe Unteusches zweimal freiwillig gesehen. 16. Ich habe Unteusches einmal allein getan. 18. Ich habe Geld gestohlen. Wieviel? Und so lieblich weiter. Wir empfehlen dieses erzieherische Dokument zur Nachahmung auch für das öffentliche und politische Leben und schlagen deshalb folgende Schemata für Erwachsene vor: Für einen nationalliberalen Parteiführer. Dies ist meine Wochenbeichte: 1. Ich habe viermal im Dunkeln gemunkelt. 2. Ich bin siebenmal umgefallen". 3. Ich habe viermal Reaktionäres freiwillig geduldet. 4. Ich habe fünfmal eigenhändig Gegensäge" verkleistert. Für Minister: Dies ist meine Wochenbeichte: 1. Ich habe einmal freiwillig die Volksvertretung beschwindelt. 2. Ich habe siebenmal bewußt an meinem Stuhl geklebt. 3. Ich habe zwei und ein halbes Mal Schriftstüde unterzeichnet, ohne sie zu lesen. 4. Ich habe dauernd gegen nicht homogene Kollegen„ geschoben". 5. Ich habe vierzehnmal auf das" Volt" gehuſtet. Für einen modernen Staatsanwalt: Dies ist meine Wochenbeichte: 1. Ich habe zweimal flaffische Gemälde„ unfittlich" durchschnüffelt. 2. Ich habe viermal unbewußt nach meinem Klassenbewußtsein beantragt. 3. Ich habe zwei moderne Dramen positiv mißverstanden. 4. Ich habe sechs Kabinettsorders und drei Polizeiverordnungen aus der Schwedenzeit ausgegraben. 5. Dafür habe ich freiwillig einen Drden bekommen. Notizen. Anag über das Sehen bei Sternenlicht, macht F. Linke im„ Weltall" Todesdrang der Glut entgegen, sinten im feurigen Qualm erstickt zu hierüber Mitteilung. In erster Linie nehmen die Sehelemente der Boden. Frau Rosa Bertens spielte die Rolle der Alten mit gleicher Netzhautgrube das vom optischen Apparate des Auges entworfene Bild genau auf, und man betrachtet daher einen figierten Gegen- Meisterschaft, wie in der Langschen Aufführung. Das franthaft -Runstronit. Der Kunstsalon von Paul Caffirer bleibt stand hauptsächlich mit den dort vorherrschenden Zäpfchen. Im dunklen Gebundene, Bornierte, die hysterische Furcht, das ganze Heer verwunderbar plastisch zum Ausdrud. am Freitag sowie an beiden Ostertagen geschlossen. Dämmerlichte arbeiten aber die Räpfchen schlecht, und das Auge stockter Leidenschaft fam wunderbar plastisch Theaterchronit. In den Kammerspielen des verlegt deshalb im Dunkeln das Bild unwillkürlich außerhalb der Auch Abels ausgezeichnete Leistung als Schwiegersohn ist schon Dunkeln von damals her bekannt. Neu war Else Bassermann in der Deutschen Theaters findet am Dienstag eine öffentliche Wiederholung Nezhautgrube, wo die Stäbchen liegen, die im besser sehen können, als die Zäpfchen. Nach den Lummerschen Figur der Tochter, eindrucksvoll in den Momenten des Affekts, doch von Strindbergs, Scheiterhaufen" statt. Schachnachrichten. Am 1. und 2. Dsterfeiertag findet im Versuchen sehen die Stäbchen zwar im Dunkeln besser, aber im Geflüster der intimen Szenen vielfach schwer verständlich; neu es fehlt ihnen in hohem Grade an Farbenunterscheidung. Im all endlich Moissi als Sohn. Ein ergreifend schlichtes Bild sich still Leipziger Volkshause ein Schach wettkampf statt, in dem Berlin gemeinen tann man danach sagen, daß die Zäpfchen den farben verzehrenden, manchmal im wilden Ausbruch auffladernden Leidens, gegen Leipzig, Chemnik, Dresden und Dönschten spielt.- Gäste Abfahrt am 1. Feiertag früh 5.85 Uhr tüchtigen Hellapparat und die Stäbchen den jehtüchtigen Dunkel mit Rosa Bertens der Mittelpunkt des Interesses. Der ewige Sturm, fönnen daran teilnehmen. apparat im menschlichen Auge darstellen. Diese interessante Schluß- den Reinhardts Regie nach Strindbergs Vorschrift zum offenen vom Anhalter Bahnhof, für Nachzügler 7.10 Uhr. unier 18 Jahre alten Personen, die politischen Vereinen nicht angehören dürfen. Diese Berechnung charakterisiert sich nicht allein als bodenlose Dummheit, denn daß 20 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder nicht Jugendliche sind— nicht sein können—, muh jeder auch mit nur sehr mittelmäßigem Begriffsvermögen ausgestattete Mensch sofort erkennen. Nein, in dieser Angabe liegt die alte Perfidie versteckt, daß die Gewerkschaften zu einem großen Teile aus„Jungen" bestehen. Lassen wir den Herrschaften ihre Freude an dieser kindlichen Berechnung. Nicht für eine einzige Gewerkschaft— und hätte sie mit noch so viel jugendlichen Personen zu rechnen— kommt dieser Prozentsatz auch nur annähernd in Betracht. Viele Gewerkschaften haben überhaupt keine jugendlichen Mitglieder. Daß Preußen seinem alten Weltruf getreu sich auch hier wieder als Hort der Reaktion zeigt, gehört zur Tradition preußischer Ge- setzgebung und Verwaltung. Landcsgesetz galt dort übrigens noch immer über Reichsgesetz. Um so mehr sind Versprechungen, wie sie Regierungsvertreter im Reichstage geben, für preußische Behörden Luft, wobei freilich bezweifelt werden muß, daß auch an jener Stelle etwa der ernste Wille vorhanden wäre, den Versprechungen gemäß darauf zu achten, daß das„liberale" Vereinsgesetz ohne Schikane in Anwendung gebracht werden soll. Darüber wird sich wohl noch sehr angelegentlichst der Reichstag zu unterhalten haben. Streik im Kölner Baugewerbe. Köln, 9. April.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Sämtliche freiorganisierten Dachdecker und Bauklcmpner find heute in den Ausstand getreten, da wegen des neuen Lohntarifs eine Einigung nicht erzielt werden konnte. Der Ausstand ruft große Störungen im gegenwärtig lebhaft einsetzenden Baugeschäft hervor. Auch die Kölner Werkbundausstellung wird hiervon betroffen, um so mehr, als auch die Stukkateure in den Ausstand eingetreten sind. Der Pfälzer Winzerstreik beendet! Die Pfälzer Weingutsbesitzer hatten bekanntlich die nach Ittägigem Streik mit dem Landarbeiterverband aufgenommenen Verhandlungen plötzlich schroff abgebrochen und Unterwerfung der Winzer unter das vom Arbeitgeberverband gemachte Lohnangebot verlangt. Weil die Besitzer unter den verlockendsten Angeboten keine Arbeitswilligen bekamen, blieb ihnen nach Verlauf einer weiteren Woche nichts übrig, als erneut in Verhandlungen mit den Streikenden einzutreten. Die Verhandlungen fanden unter dem Vorsitz des Bezirks- nintmannS Junker statt und brachten den Winzern die geforderte Erhöhung des Akkordlohnes um 10 Proz., womit der logenannte Baulohn pro Morgen von 60 M. auf 66 M. steigt. Anstatt 2,80 M. bis 3,00 M. Tagelohn wie bisher wird für die nächsten zwei Jahre ein Stundenlohn von 33 Pf. bei 10 stündiger Arbeitszeit bezahlt, der sich im dritten Jahre auf 3� Pf. erhöht. Im Winter beträgt der Stundenlohn bei etwa L stündiger Arbeitszeit 35 Pf. Frauen er- halten 2 M. Tagelohn. Für die Extraarbeiten, wie Spritzen, Schwefeln, Herbsten werden entsprechende Zulagen gewährt. Das gesamte Lohn- und Arbeitsverhältnis wurde in Form eines Tarif- Vertrages geregelt. Dieser gilt bis Ende des Jahres 1916. Dre im Deutschen Landarbeiterverband organisierten Winzer können auf den Erfolg dieses ersten von organisierten Winzern mit großer Energie und Disziplin durchgeführten Streiks stolz sein. Ge- lang doch die grundlegende Regelung ihres Arbeitsverhältnisses gegen ein geldprotziges Unternehmertum und trotz der eigenartigen Öuer- treibereien der zentrumschristlichen Organisation deS bekannten Behrens. Die einzigen sechs Arbeitswilligen in diesem Streik, bei dem sogar die unorganisierten Winzer es streng vermieden, während seiner Dauer in den Weinbergen zu arbeiten, gehörten dem Behrens- Verband an. Der Streik der Pfälzer Winzer, bei dem im Gegensatz zu dem Streik der christlichen Winzer im Rheingau im Jahre 1912 nicht ein einziger Rebstock beschädigt, geschweige sonstige Aus- schreitungen begangen wurden, legt ein glänzendes Zeugnis ab für den Wert der Zugehörigkeit aller Winzer zum Deutschen Land- arbeiterverband. Kuslanö. „Neutralität." In der Gemeinde G r e n ch e n im Kanton Solothurn besitzt die sozialdemokratische Partei die Mehrheit. Am 21. März nahm die Gemeindeversammlung Stellung zu einem von 480 Stimm- berechtigten eingereichten Antrag, es seien die durch die Uhren- a r v e i t e r a u s s p e r r u n g in Not geratenen Gemeindeange- hörigen mit wöchentlich 2000 Fr. aus der Gemeindekasse zu unterstützen. De.r Antrag wurde mit 651 gegen l21 Stirn« m e n gutgeheißen. Tie bürgerliche Minderheit bewies ihre gute demokratische Erziehung und ihre?lchlung vor der Souverän!- tät des Volkes, indem sie in der unflätigsten Weise in der Presse über diesen Mehrheitsbeschluß loszog. Außerdem rekurierte sie an den Regierungsrat, damit er den Beschluß als ungesetzlich wieder aufhebe. Interessant ist die„Begründung" dieses Rekurses. Tie gleichen Leute, die der Regierung zujubeln, wenn sie das Volksheer zur Söldnertruppe degradiert, um streikende Arbeiter zu„besiegen", haben den Mut. in ihrer Rekursbegründung der Regierung u. a. folgendes zu erzählen: „... In solchen wirtschaftlichen Kämpfen wird aber vom Staat immer die st r e n g st e Neutralität verlangt. Ter Staat spielt in solchen Fällen einfach den Hüter der öffcnt- lichen Ordnung. Es würde die Unterstützung einer Gewerkschaft seitens des Staates auch gegen das Prinzip der Handels- und Gewerbcfreiheit verstoßen. Ueberhaupt ist die Auffassung der neutralen Stellungnahme des Staates bei wirtschaftlichen Kämpfen, wie Streiks, Aussperrung usw., die herrschende; sie ist die gegenwärtige Staatsauffasiung in der Schweiz. Das primitivste Rechtsgefühl mutz verletzt werden, wenn der neutrale Staat mit dem Gelde, das in der Hauptsache von den Arbeit- gebern stammt, diese damit bekämpft. Der gegenwärtige Kampf ist zudem nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein politi- scher. Die Stärkung des Uhrenarbeitervereins bedeutet eine Stär- kung der sozialdemokratischen Partei Grenchens. Damit erleben wir hier das Schauspiel, daß ganz offen Gemeindegeld zu poli- tischen Zwecken verwendet wird. In der Konsequenz wird die Gemeindekasse zur sozialdemokratischen Parteikasse, und darin liegt eine Vergewaltigung mit öffentlichem Gelde nicht nur der Ulircnfabrikanten, sondern auch der politischen Minderheiten. Ganz recht, die Uhrenarbeiter sollen nicht gestärkt werden, son- der»— verhungern. Die g l e i ch e Regierung, die man hier träne, iüberströmt um Hilfe gegen die sozialdemokratische Partei anfleht, schickte vor einigen Monaten den am Grcnchentunnelbau streikenden Arbeitern Militär auf den Hals. Dabei werden die schweizerischen Militärausgaben aus den Zolleinnahmen, also zur Hauptsache aus A r b e i t e r g r o s ch e n, gedeckt. Wo bleibt denn da die„herrschende Auffassung" von der„Neutralität" des Staates? Wenn sich aber eine Gemeinde ihrer vom Unternehmerkapital brutal auf die Straße geworfenen Bürger erinnert und sie unterstützen will, dann soll ihr der Staat das verbieten, wiederum— aus„Neu- tralität".,.. �, Und um die„Neutralität zu krönen, kautet das letzte Argument der Kapitalisten, ein Telegramm aus Grenchcn vom 7. April: „Infolge immer häufigerer Zusammenstöße zwischen Au� gesperrten und Arbeitswilligen hat die verstärkte Polizei sich außerstande erklärt, die„Ordnung" zu garantieren. Ter Re- gierungsrat' hat nun beschlossen, die Kompagnien 3 und 4 des Bataillons 50 auf Pikett zu stelle>, und auf dem Bahnhofplatz und vor den Fabriken Massenansammlungen zu verbieten." Die militärischen Gewaltstreiche gegen die Ar- beitcrschaft werden auch in der Schweiz nicht eher enden, als bis die I Urbeiterschaft jeder Vergewaltigung einer Berufsgruppe in irgend- 1 einem Teile des Landes in nationalen Massenaktionen entgegentritt._ Die Borgäuge in Südafrika. Am Dienstag fand in London die angekündigte außer- ordentliche Gewerks chafts-Konfereuz statt. um zu den Vorgängen in Südafrika Stellung zu nehmen. Die Konferenz war von allen Organisalionsrichtungen stark beschickt und hat diese zugleich einander nähergebracht. Sie beschloß, bei der Regierung vorstellig zu werden, damit diese die Ausweisung der deportierten Arbeiterführer aus Südafrika rückgängig mache. Bei dieser Gelegenheit dürsten auch die Proteste der Arbeiterbewegungen aller Länder. die durch den Jnter- nationalen Gewerkschaftsbund gesammelt wurden, überreicht werden. Der Vorsitzende der Arbeiterpartei. Ramsay Macdonald, sowie der Vorsitzende des Gewerkschaftskongresses sollen selber nach Südafrika reisen, um auch der dortigen Regierung gegenüber den Standpunkt der Konferenz zu vertreten und die Wiederzulassuiig der Deponierten zu erwirken. Zur Bestreitung besonders der Prozeß- kosten soll von allen, den Zentralinstanzen angeschlossenen Organi- sationen ei» Ertrabeitrag von 8 Pf. pro Mitglied erhoben werden. — Ein Antrag Tilett. den Boytott aller Schiffe und Waren aus Südafrika für den Fall der Nichterfüllung der Forderungen der Konferenz in Erwägung zu ziehen, wurde abgelehnt. Die südafrikanische Regierung nutzt inzwischen ihre Macht weiter aus, die Arbeiterbewegung niederzuhalten. An demselben Tage, als die Londoner Konferenz tagte, legte die südafrikanische Regierung dem Parlament eine neue Gesetzesvorlage vor, die u. a. vorsteht: Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren für jeden, der unerlaubte Ver- sammlungen einberuft oder in solchen spricht, Geldstrafe bis 1000 M. oder ein Jahr Gefängnis für den, der eine unerlaubte Versammlung bekannt gibt, Deportation für Hochverrat, Aufruhr, öffentliche Ge- waltatte oder Anleitung dazu. /tos öer Partei. Eine Diskussion über die„Neue Zeit". Bekanntlich hat unsere wissenschaftliche Wochenschrift die„Neue Zeit" seit dem 1. April eine Neugestaltung erfahren. Der Um- schlag ist geändert, das einzelne Heft ist um einen halben Bogen vermehrt worden und jede Nummer wird ein Feuilleton enthalten, ebenso wird regelmäßig ein Verzeichnis der neuen sozialistischen Literatur gegeben. Einige Parteiblätter sind mit dieser Aenderung nicht zufrieden. So schreibt die„Chemnitzer Volks stimme": .. Der„Neuen Zeit" Aussehen gefällt uns noch weniger als zuvor, und ihr Inhalt mag reichhaltiger geworden sein— qualitativ höher steht der Durchschnitt der Beiträge nicht. Was die Partei braucht, ist ein wissenschaftliches Zentralorgan, welches das ganze geistige Leben der Partei widerspiegelt. In einer solchen Zeitschrift dürfen Mehring, Rosa Luxemburg und Panne- koei so wenig fehlen wie Kautsky und Wurm, und diese so wenig wie Bernstein, David und Kolb. Dazu braucht man keinen her- vorragenden Gelehrten, aber einen tüchtigen und liebenswürdigen Journalisten als Redakteur des Blattes, d. h. in diesem Falle Zusammensteller der Beiträge und Gewinner immer neuer Mit- arbeitcr. Vielleicht mit einem Beirat der hervorragendsten Wissen- schafter der Partei, die in Berlin wohnen und einmal wöchentlich zusammenkommen könnten. Ehe diese Reform der Redaktion der„Neuen Zeit" nicht vorgenommen ist, bleibt alles Herum- doktern an Kleinigkeiten wertloses Pfufchwerk. Das Anzeigen der Neuerscheinungen(Wafchzettelmassenabdruck) ist z. B. doch ein beschämendes Eingeständnis, daß die Redaktion nicht imstande ist, die Besprechung der Bücher in angemessener Form und Zeit zu organisieren." Die„Leipziger Bolkszeitung" bemerkt dazu u. a.: „... Wenn die„Chemnitzer Volksstimme" die Oefftrnng der „Neuen Zeit" für alle Richtungen fordert, dann rennt sie in Wahrheit offene Türen ein. Ihr Borschlag aber, die Redaktion der„Neuen Zeit" parteipolitisch zu kastrieren— denn darauf läuft ihre Forderung hinaus—, muß entschieden abgelehnt wer- den. Das wissenschaftliche Organ der deutschen Sozialdemokratie muß eine bestimmte Richtung haben und muß sie offen und ent- schieden vertreten. An ihre Spitze gehört ein Mann, der den wissenschaftlichen Sozialismus in seiner Gänze beherrscht, und wir sollen uns freuen, daß wir im Genossen KautSky einen solchen Mann haben, wenn ihm auch journalistische Beweglichkeit und Liebenswürdigkeit abgehen mögen. Eine wissenschaftliche Zeitschrift hat nicht als erste Aufgabe, interessant und aktuell zu sein, womit wir nicht sagen wollen, daß diese Eigenschaften für sie schädlich und etwa nicht erstrebenS- wert wären. Aber ihre Hautpaufgabe ist wissenschaftliche Ver- tiefting und Gründlichkeit, vor der alles andere zurücktreten muß... Deshalb können wir es auch nicht als ein„beschämen- des Eingeständnis" des Unvermögens der Redaktion betrachten, die Besprechung der Bücher in angemessener Zeit zu organisieren. � wenn sie über die Neuerscheinungen zunächst bloße Anzeigen gibt. Diese Anzeigen dienen der schnellen Orientierung der Leser über den Büchermarkt. Besprechungen von wirklich wissenschaftlichem Wert lassen sich nicht im Handumdrehen schreiben, andere aber gehören nicht in die„Neue Zeit". Deutsche Arbeitersänger in Paris. Paris, 7. April.(Eig. Ber.) Am Karfreitag veranstaltet der Düsseldorfer Arbeiterge sangverein„Freiheit" ein Konzert. Es findet im größten Sal von Paris, dem Trocadcro, statt und es ist hervorzuheben, daß die Regierung das im Staatseigentum stehende Gebäude, das gegen den bloßen Ersatz der Unkosten, aber nur für würdige künstlerische Veranstaltungen oder Wohltätigkeitsfeste hcrgeliehen wird, den deutschen Arbeiter- sängcrn zur Verfügung gestellt hat. DaS Konzert hat natürlich nicht den Charakter einer politischen Demonstration, aber es liegt auf der Hand, daß es die Gelegenheit zu einer solennen Befestigung der brüderlichen Gefühle zwischen den deutschen und den fran- zösischen Arbeitern geben wird, zumal da auch 300 Genossen aus allen Teilen Deutschlands an der Fahrt teilnehmen. Der inter- nationale Charakter des Festes wird weiter durch den Besuch Berner Arbeiter unter der Führung des Nationalrats Genossen Grimm verstärkt werden. In diesem Sinne faßt denn auch das Pariser Proletariat die Veranstaltung auf und Genosse Bracke hat in einem warm empfundenen Leitartikel der„H umanit 6" aus das Fest und die Rolle des Chorgesangs in der deutschen Ar- beiterschait hingewiesen. Den Ehrenvorfitz bei dem Konzert hat Anatole France angenommen. Da er aber seiner Kränklichkeit halber im Süden weilt, wird Genosse S c m b a t tatsächlich den Vorsitz führen und die Festrede halten. Weiter werden die Ge- nassen Grimm und Grumbach Ansprachen halten. Von der Parteipresse. In eigener Druckerei wird seit Ansang April ein Teil unseres jüngsten Parteiorgans für den ober- schlesischen Jndustriebezirk, die„O b e r s ch l e s i s ch e Freie Presse", hergestellt. Der übrige Inhalt wird aus Matrizen der Breslauer„Bolkswacht" entnommen. Seit ihrer vor vier Monaten erfolgten Gründung hat die„Oberschlesische Freie Presse" über 1000 neue Abonnenten gewonnen. Ms Industrie und Handel. Eine Warenhausdynastie. In Köln, wo die Zentrale der Warenhausunternehmungen Leonhard Tietz A.-G. residiert, wurde am 8. April der riesige Neubau des Stammhauses eröffnet. In wuchtigen, hoch- strebenden Formen erhebt sich der architektonisch bedeutsame Bau im Zentrum der GeschäftSswdt wie ein Sinnbild des zum Gipfel emporstrebenden Kapitalismus. Der Seniorchef, der im März 1849 im Ghetto zu Birnbaum geboren ijt, eröffnete den Palast wie ein I Fürst seine neue Residenz. Huldigend kam die Hauievolee der rheinischen Metropole, kamen die Spitzen der Behörden herbei, um die Deffliercour vor dem Warcnhauskönig nicht zu versäumen. Ver- zückt schaut Herr Schmock zu dem Geldgewaltigen empor, und auch d i e bürgerliche Presse, die sonst eifrig über die„mittelstandsfeind- liche" Sozialdemokratie sich entrüstet, macht in schleimigen Feuille- tons Herrn Leonhard Tietz ihre Reverenz, denn sein Annoncen- budget ist tausendfach größer als das der über den wuchtigen Kon- kurrenten aufgeregt zappelnden Mittelständler. Immerhin ist die Entwicklung des Hauses Tietz als eines Typ der modernen Warenhäuser recht interessant. Das erst im Jahre 1879 gegründete Haus Leonhard«Tietz, das damals eine Ver- käuferin und einen Lehrling beschäftigte, entwickelte sich zunächst nur langsam. Erst als das Stammhaus aus Stralsund in das Rheinland, nach Elberfeld, verlegt wurde, wo die wirtschaftliche Ent- Wicklung eiliger pulst, ging es mit dem Ausstieg schnell. Es wurden Filialen errichtet: 1890 in Barmen und Koblenz, 1891 in Köln und Düsseldorf. 1892 in Mainz und 1894 in Aachen. Jetzt gibt eS außerdem Filialen in Bonn, Krefeld, Düren, Eschweiler, Remscheid, Kassel. Mülheim a. Rh., in Antwerpen, Brügge, Mecheln, Lüttich und Brüssel. Hinzu kommen Einkaufszentralen in Chemnitz, Berlin und Paris und eine eigene Strumpffabrik in der Eifel. Das Haus in Köln, seit den neunziger Jahren die Zentrale, wurde mit 30 Angestellten eröffnet, ist aber längst auf über 1200 gestiegen. Insgesamt beschäftigen die Häuser Leonhard Tietz 6500 Angestellte. Die Berkaussräume bedecken nach der Eröffnung des Kölner Neubaues 40 000 Quadratmeter. Einer der Grundsätze, denen der noch lebende Leonhard Tietz seinen Erfolg zuschreibt, ist der, möglichst viele Verwandte in leitenden Stellungen unterzubringen, weil diese zuverlässiger seien als„Fremde". Auch die bekannte Firma Hermann Tie tz hat einst zu diesem Verwandten-Generalstab„Leonhards" gehört. Als die Firma Leonhard Tietz im Jahre 1905 in eine Aktiengesell- schaft umgewandelt wurde, hatte sie sich das Grundkapital von 10 Millionen schon selbst„erarbeitet". DaS Aktienkapital wurde 1909 auf 12% Millionen und 1911 aus 17% Millionen erhöht. An der Berliner Börse gelangten die Aktien 1909 zur Einführung. Der Reingewinn hat sich in den letzten acht Jahren verdoppelt. Er stieg von 907 242,27 M. im Jahre 1905 auf 1 841 426,80 M. im Jahre 1913. Mit dem Umfang der Entwicklung hat sich die Firma, deren Name früher mit dem von Schundwaren mehr oder weniger verknüpft war, immer mehr von der„marktgängigen Ware" abge- wendet und ist zu Qualitätswaren übergegangen. Tietz ist gesell- schasisfähig geworden. In einer Festschrist nimmt Herr Leonhard Tietz von der Höhe seines Geldschrankes herab den Mund nicht wenig voll. Er schätzt sich selbst als Kulturfaktor ein und strebt danach, daß ihm auch der Titel eines Kulturträgers verliehen werde. Wir vermuten aber, daß er eher den eines Geheimen Kommerzienrats erreicht. Selbstverständlich werden auch die sozialen Einrichtungen zur Reklame herangezogen. Die Firma Leonhard Tietz hat nämlich ein Ferienheim für weibliche Angestellte, das aber keinesfalls allen, die Erholung nötig hätten, zur Verfügung steht, sondern nur AuS- erwählten. Tie Löhne bei Leonhard Tietz sind natürlich so„hoch" wie in anderen Warenhäusern auch. Immerhin mag Herr Leon- hard Tietz als Rechtfertigung für sich in Anspruch nehmen, daß die Arbeitsverhältnisse in seinen Betrieben weitaus günstiger sind als die bei Kleinkaufleuten. Man denke nur an die Sonntagsruhe, gegen die sich die Krämer gerade jetzt wieder mit ihrem ganzen be° schränkten Fanatismus wenden. Tietz hat sie seit langen Jahren eingeführt. Was man auch gegen das Warenhaus sagen mag, es steht wirtschaftlich und sozial höher als der durchgängige Kram- laden._ Krisenzeichen. Der„Frankfurter Zeitung" zufolge hat sich infolge der ungünstigen Situation am Koksmarft der Essener Berg- Werksverein„König Wilhelm" in Borbet veranlaßt gesehen, die Koksöfen auf der Zeche„Christian Levin" stillzulegen. Der Betrieb der Ammoniaifabrik wurde ebenfalls eingestellt. Infolge dieser Betriebseinschränkung ist eine Verringerung der Be- legschaft erforderlich geworden. Soziales. Wie man in Ostpreußen die„Leutenot" bekämpft. Die Zeit der Feldarbeit naht heran; da müßte, sollte man meinen, den Agrariern daran gelegen sein, ihre Arbeiter etwas besser als sonst zu behandeln, um sie zum Bleiben auf der gesegneten Klitsche zu veranlassen. Daß dem nicht so ist. zeigt folgender Vorgang, der sich auf deni einem Herrn Reich gehörigen Gute Schwcsternhof bei Nautzken im Kreise Labiau zutrug. Dort bekam am Freitag, den 3. April. der Arbeiter Schifkowski infolge eines Einsprungs im Rücken so heftige Schmerzen, daß er nicht weiterarbeiten konnte. Sch. schleppte sich nach seiner Wohnung und legte sich ins Bett. Am Sonnabend versuchte Sch. aufzustehen, mußte es aber unterlassen, da er sich wegen der Schmerzen nicht anziehen konnte. Gegen'/z6 Uhr abends erschien der Gutsinspektor Kepp in der Wohnung des Sch. und fragte, was los sei. Als ihm geantwortet wurde, Sch. sei krank, forderte Kepp die Kinder des Arbeiters auf, hinauszugehen, er werde den Vater kurieren, daß er gleich liegen bleibe. Der Arbeiter veranlaßte seine Kinder, in der Stube zu bleiben. Nun fiel der Inspektor über den im Bett liegenden Mann her, schlug ihn mit seinem eichenen Stock über den Kopf, versetzte ihm mehrere Faust schlage ins Ge- ficht und spie ihm auch ins Gesicht. Als der Arbeiter dann seine Wohnung verlassen wollte, um sich zum Arzt zu begeben, vertrat ihm der Inspektor den Weg. So blieb dem Manne iveiter nichts übrig, als durch das nach hinten gelegene Fenster zu entweichen. Der Arzt stellte fest, daß Ich. krank sei und verschrieb ihm eine Medizin zum Einreiben. Weiter stellte der Arzt Verletzungen fest, die von Stockschlägen herrühren können. Als der Arbeiter fortgegangen war, ließ der Inspektor das dem Sch. gehörige Holz fortholen und nahm ihm seine beiden Ferkel aus dem Stalle. Sch. hatte die Schweine vom Gute gekauft; 20 M. hatte er darauf bezahlt und die restlichen 16 M. sollten ihm nach Verabredung von seinem 23 M. betragenden Lohn abgezogen werden. Für den ganzen Monat März aber hat Schifkowski keinen Lohn bekommen. Der Arbeiter trug zunächst sein Anliegen dem Gemeinde- Vorsteher vor, der über die ihm bekannten Zustände auf dem Gute Schwesternhof nur den Kopf schütteln konnte, sind doch in ganz kurzer Zest drei Familien wegen ähnlicher Behandlung diesem Paradiese entflohen.— Natürlich hat der Arbeiter Strafanzeige gegen den gewalttätigen Inspektor gestellt, dessen brutales Vorgehen noch den Beifall seines Herrn fand. Auch wird wegen des dem Arbeiter zugefügten Schadens sich das Gericht mit der Angelegenheit befassen. Da jammert das Junkertum in den kläglichsten Tön« über die angebliche Leutenot und peinigt die geknechtet« Nr. 99. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jugendpflege an den Berliner Gemeinde- und FortbildungsSchulen. Kürzlich erschien ein bom städtischen Turnwart Hallwachs herausgegebener Bericht über den Stand der Jugendpflege in den Berliner Gemeinde- und Fortbildungsschulen im Winterhalbjahr 1912/13". Danach bestehen an den 306 Berliner Gemeindeschulen insgesamt 168 Klubs, 82 für Knaben und 86 für Mädchen. Alle Klubs zusammen haben 7249 Mitglieder, ja daß auf jeden Klub ungefähr 43 Mitglieder entfallen. Neue Klubgründungen stehen, wie der Bericht sagt, in Aussicht. Die Gemeindeschulklubs beschränken sich aber nicht darauf, entlassene Schüler einer bestimmten Schule zu vereinigen, sondern sie treten mit anderen Vereinigungen in Verbindung, so z. B. mit dem Jungdeutschlandbund in 21 Fällen, mit firchlichen Vereinen in 8 Fällen und mit verschiedenen anderen Vereinen oder Verbänden. Ueber weit mehr Geld verfügen die Fortbildungsschulbereine. Den 10 städtischen Fortbildungsschulen waren für Zwecke der Jugendpflege 23 111 M. zur Verfügung gestellt worden Freitag, 10. April 1914. In Wannsee T.-B. hat das Lokal Fürstenhof", Königstr. 40, Aften und allerlei Schriftstücken, um endlich des Spätden Befizer gewechselt; es bleibt beim alten. nachmittags zum Schreiben, also seiner eigentlichen Lehrarbeit In Niederlehme ist uns das Lokal von Gärisch entzogen worden, zu kommen. Mit Vorliebe erhält er von den anderen Kollegen es ist deshalb von der Lokalliste zu streichen und als gesperrt zu fange Protokolle zum Abschreiben und im Schweiße seines Anbetrachten. Es wird dringend ersucht bei Ausflügen, Abschließung von gesichts sucht er die oft unleserliche Handschrift eines alten, Bartien, sich nur nach der Lokalliste zu richten, besonders weisen auf Affordarbeit angewiesenen Gerichtsschreibers zu entziffernt. wir auf Freienwalde a. D. hin; dort stehen uns nur Oswald Meist na ch Feierabend muß er auch noch mit Einschreibbriefen beide mit Saal, zur Verfügung. Die übrigen Saallokale find streng langem Warten hat er endlich Feierabend. Müde und zer Schramm, Eberswalder Straße und Alb. Schular, Kanalstraße, und Bostanweisungen beladen die Post besorgen und nach Die Lokalfommission. fchlagen kehrt er dann spät abends in sein Elternhaus zurück mit dem Bewußtsein, recht wenig gelernt, seinem Chef aber, durch allerlei Botengänge und Laufereien, ivofür er einent Hausdiener mindestens das Doppelte zahlen müßte, recht viel genügt zu haben. zu meiden. Sechster Wahlkreis. Am Sonntag, den 12. April( 1. Osterfeiertag) findet in den Am Sonntag, den 12. April( 1. Osterfeiertag) findet in den Germania- Sälen, Chausseestr. 110, eine für den Gesamtfreis veran staltete Frühlingsfeier statt. Ein ausgesuchtes Programm bietet Gewähr für einige heitere Stunden. Eintrittstarten sind noch bei den Bezirksführern, auch bei Dams, Schlegelftr. 9, Waldt, Pflugstr. 5 und Sachse, Chausseestr. 25( Eingang Binnowigstraße) zu haben. Hinterm Zaun. Schauspielerkomödie von Karl Rößler. Die juristische Sprechstunde fällt morgen, Sonns abend, aus. Die Einsprüche gegen die A.- E.- G.- Bahn, GesundVierter Wahlkreis. Am Montag, den 2. Osterfeiertag, findet in brunnen- Neukölln, gelangten gestern im Konferenzjaale des Die an die Klubs gezahlten Unterstüßungen aus st aatlichen tongert statt. Obiglos Festsälen, Stoppenstraße 29, ein Instrumental- und Botal Polizeipräsidiums zur Erörterung. Um die 21 Einsprüche Mitwirkende: Der Thilofche Chor Namenlos", näher zu begründen, hatten sich mehr als dreimalsoMitteln betrugen 4160 M. Und wenn auch außerdem noch etwas Dirigent Herr Thilo; das Berliner Tonkünstler- Orchester, Dirigent viel Personen eingefunden. Der Dirigent der VerkehrsGeld aufgebracht wurde durch gesellige Veranstaltungen und Mit- Herr Fr. Blume und die Konzertsängerin Margarete Blume, Sopran. abteilung Ober- Regierungsrat Dr. Haaselau leitete die gliederbeiträge, so ist doch die Opferfreudigkeit der nationalen Es fommen unter anderen zur Aufführung Werke für Männerchor Verhandlungen. Die Grundbefizer- und Bezirksvereine des Jugendpfleger eine recht geringe geblieben. Daher auch die häufig und Orchester. Einlaßkarten a 50 Pf sind bei den Bezirksführern Gesundbrunnens hatten zahlreiche Mitglieder entsandt, um wiederkehrende Klage über den Mangel an Geld, trok all jener und in den mit Blakaten belegten Geschäften zu haben. Anfang ihre Interessen energisch zu vertreten; sie verlangten Vergünstigungen, die der Freien Jugend" niemals zuteil werden: 6 Uhr. Nach der Aufführung Tanz. kategorisch, daß die Bahn auch in ihrer nördlichen Strecke als Eisenbahn- Fahrpreisermäßigung, unentgeltliche Ueberlassung von 5. Kreis. Am 12. April( 1. Diterfeiertag) veranstaltet der Wahl Untergrundbahn geführt werde, sonst wollten sie überAlubräumen und städtischen Turnhallen, Entschädigung der Schulverein des 5. Berliner Reichstagswahlkreises einen„ Bunten Abend" Haupt auf die Schnellverbindung verzichten. diener durch die Stadt, für welchen Zweck im städtischen Etat 1913 im Schweizergarten. Siehe Injerat. Wir haben schon früher mitgeteilt, daß der Kopfbahnhof Geallein 5000 M. eingestellt waren. sundbrunnen der A.- E.- G.- Bahn etwa vier Stodwerfe unter der Erde liegen müßte, so daß der Verkehr wohl sehr darunter leiden würde. Uebrigens hat sich ja die A. E.-G. seinerzeit erboten, die Nordstrecke ebenfalls als UntergrundMillionen Mark erstattet würden. Längere Auseinandersetzungen knüpften sich auch an die Kreuzung der geplanten Schnellbahn Schöneberg- Weißensee" mit der A.- E.- G.- Bahn in der Königstraße und deren Verbindung mit den Untergrundbahnhöfen der Hochbahngesellschaft am Alexanderplat. Das Projekt SchönebergWeißensee liegt den Aufsichtsbehörden übrigens noch gar nicht bor, und es wußte auch niemand Auskunft darüber zu geben, er den Bau ausführen werde. Die Einwendungen der Schiffahrtsinteressenten wurden, mit Zustimmung ihrer Vertreter, einstweilen zurückgestellt, weil die A. E.-G. für die Spreekreuzung boraussichtlich die beim Detroit River beobachtete Bauweise anwenden wird. Nach der üblichen Protokollierung der Einsprüche wurde den Interessenten mitgeteilt, daß der Begehen werde. schluß der Aufsichtsbehörden ihnen demnächst schriftlich zuKarten für zwei Vorstellungen des lustigen, stets mit bahn auszuführen, falls ihr die Mehrkosten von 5,9 Herrnfeld Theater Die Vorstellungen finden statt am eine recht hohe Summe in Anbetracht, daß diesen Vereinen dieselben Vergünstigungen zuteil werden wie den Jugendklubs. Neben großem Beifall aufgenommenen Stückes im der Propaganda für Spiel und Sport zur körperlichen Ertüchtigung" der Jugend wird die geistige Entwicklung der Arbeiterjugend zu beeinflussen gesucht, und zwar durch das recht minderwertige sind noch zu haben. Blättchen Der Feierabend". 500 Gratiseɣemplare wurden im Winterhalbjahr 1912/13 aus Stiftungsmitteln den Fortbildungsschülern geschenkt und 5428 Exemplare auf Kosten der Schüler gehalten", wie es in dem Bericht heißt. Kaum einem Schüler würde es nämlich einfallen, aus freien Stüden den Feierabend" zu lesen, aber das Abonnement wird ihnen von den Lehrern förm lich aufgezwungen, so daß viele aus Furcht, sich migliebig 311 machen und eine schlechte Zensur zu bekommen, sich's gefallen lassen. Das Ziel dieser Jugenderzieher geht dahin, der Jugend mit gänzlich nichtssagendem, überflüssigem Zeug den Kopf zu füllen, um fie davon abzuhalten, über ihre Klaffenlage nachzudenken und darüber Aufklärung zu suchen. 201 Montag, den 13. April( 2. Ofterfeiertag), nachm. 3 Uhr. Karten in folgenden Stellen: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15; 8igarrengeschäft Baumann, Rungestr. 30; Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Blas 10/11( bon 9-1 und 5-7 Uhr); Borwärts"-Spedition, Petersburger Plaz 4; Restauration Dieseler, Brunnenstr. 150; Bureau des 6. Bahl kreiſes, Gerichtstr. 71( von 9-1 und 5-7 Uhr); Restauration Paersch, Oldenburger Str. 10. Sonntag, den 19. April, nachmittags 3 Uhr. Dieser Bericht über die Jugendpflege gab in einer der letzten Baumann, Rungestr. 30; Bureau des 4. Wahlkreises, Stra Karten in folgenden Stellen: Zigarrengeschäft Stadtverordnetenjigungen Anlaß zu lebhaften Auseinandersegungen. Einer unserer Genossen warf die Frage auf, wie denn auer Platz 10/11; Restauration Dieseler, Brunnenstr. 150; die Stadt dazu komme, kirchliche Vereine und den Jungdeutsch- Bigarrengeschäft Schröder, Hagelbergerstr. 53/54. landbund zu unterstützen. Da der Bericht begründet ist auf Frage- robe 1,10 m. Preis des Plages infl. 3ettel und Gardebogen, die von einer zur weiteren Förderung und Beobachtung Der Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. der gesamten Jugendpflege betrauten städtischen Kommission" versandt worden waren, mutete es gar seltsam an, als Stadtschulrat Fischer erklärte:" Die Volksschulverwaltung habe mit diesen Schulflubs nichts zu tun, sie übe keinerlei Aufsicht über sie aus." Nur 14. April inklusive geschlossen. würden auf Antrag von Lehrern oder Rektoren die erforderlichen Räume zur Verfügung gestellt. Neukölln. Die Bibliothet des Wahlvereins ist vom 10. bis Charlottenburg. Die Genoffen der 3. Gruppe treffen sich am 1. Feiertag früh 9 Uhr zur Morgensprache im Waldkater bei Frig Schön, Tegeler Weg 40. Berliner Nachrichten. Der„ Stift". Die Polizeistunde in Groß- Berlin. Der Polizeipräsident von Berlin beröffentlicht eine neue Ver ordnung, welche sich auf die Polizeistunde bezieht und den Landespolizeibezirk Berlin, der aus den Stadtkreisen Berlin, Charlotten burg, Schöneberg, Neukölln, Wilmersdorf, Lichtenberg und der Landgemeinde Stralau besteht, umfaßt. Die Paragraphen dieser Verordnung lauten: § 1. Mit Bezug auf§ 365 des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich, welcher lautet: ,, Wer in einer Schankstube oder an einem öffentlichen Ber gnügungsorte über die gebotene Polizeistunde hinaus verteilt, ungeachtet der Wirt, sein Vertreter oder ein Polizeibeamter ihn zum Fortgehen aufgefordert hat, wird mit Geldstrafe bis zu 15 M. bestraft. Der Wirt, welcher das Verweilen feiner Gäste über die gebotene Polizeistunde hinaus duldet, wird mit Geldstrafe bis au 60 M. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft." bestimme ich, daß die Polizeiftunde die Zeit von 11 Uhr abends die so lange gedrückten Schulbänke verlassen haben, dünft er Ortspolizeibehörde bewilligt werden. So mancher Snabe mag in diesen Tagen freudestrahlend bis 6 1hr morgens umfaßi. Ausnahmen können von der sich doch jetzt als freier Serr. Doch nicht lange dauert die Auf den Widerspruch aufmerkjam gemacht, daß erstens der städtische Turnwart diesen offiziellen Bericht geschrieben habe, daß er zweitens sich auf die städtischen Schulen beziehe und daß drittens städtische Räume zur Verfügung gestellt werden, half sich der in die Enge getriebene Herr Stadtschulrat Fischer mit der Ausrede, der Anschluß der Jugendklubs an kirchliche Vereine oder Jungdeutschland" müsse der Klubleitung überlassen bleiben. Der freisinnige Stadtverordnete Professor Glazel suchte dem bedrängten Schulrat zu Hilfe zu kommen, indem er die Debatte von dem eigentlichen Thema ab und auf die Fortbildungs- Freude. Schon nach ein paar Tagen sieht er sich in einer die Ausübung des Gast- und Schankwirtschaftsgewerbes mit § 2. Etwaige Bestimmungen in Polizeiverordnungen, welche schulvereine zu lenten sich bemühte, von deren musikalischen Fabrit, Werkstatt oder in einem Bureau als Lehrling wieder. Kellnerinnenbedienung regeln, werden hierdurch nicht berührt. Uebungen und Veranstaltungen er lang und breit zu erzählen Von den letzteren soll hier die Rede sein. Unter dem Namen wußte. Aber der Stadtschulrat Dr. Michaelis ging einer Antwort Schreiberlehrling" stehen täglich Duzende von Annoncen in 14. Mai 1901 betreffend die Polizeistunde, ferner, soweit sie den § 3. Die Polizeiverordnung für den Stadtkreis Berlin vom nicht aus dem Wege. Im Gegensatz zu seinem Kollegen erklärte nicht aus dem Wege. Im Gegensatz zu seinem Kollegen erklärte den Scherl- und unstein- Blättern und oft genug tommt es Bestimmungen des§ 1 widersprechen, die Polizeiverordnungen der er, daß die Jugendpflege an den städtischen Fortbildungsvor, daß ein Vater in Ermangelung irgendeiner anderen ge- Herrn Oberpräsidenten in Botsdam vom 14. Juni 1892 betreffend schulen durch die Deputation fontrolliert werde und nichts geeigneten Lehrstelle, im allerlegten Augenblic seinen Sprößling Borschriften über die öffentlichen Luftbarkeiten und den Besuch des schehe ohne Zustimmung der städtischen Behörden. Schreiber" werden läßt. Schankstätten( Amtsblatt S. 263/65) und vom 7. März 1904 über die öffentlichen Luftbarkeiten und den Besuch der Schankstätten ( Amtsblatt S. 85/86) werden aufgehoben. Licbedienerei ganze Müh' ist und bleibt umsonst! " §4. Die Polizeiverordnung tritt am 1. Mai 1914 in Straft. Berlin, den 7. April 1914. Der Polizeipräsident: v. Jagow. festgefeßt, allein es können Ausnahmen von der Drtspolizei bes Nach dieser Verordnung ist zwar die Polizeistunde auf 11 Uhr willigt werden; außerdem werden auch die Damentneipen von der Berordnung nicht berührt. Danach ist und bleibt es der Willfür der Polizei überlassen, Ausnahmen zuzulassen oder nicht. " Mit Recht wies der Redner unserer Fraktion darauf hin, daß, Irgendwelche Vereinbarungen über Dauer der Lehrzeit usw. was an den Fortbildungsschulen selbstverständlich sei, doch auch für werden meist nicht getroffen, ein Gehalt von 15, höchstens die Gemeindeschulklubs bindend sein müsse, und daß Beziehungen 20 M. für den Monat wird vereinbart und nun kann die„ Lehre" zu dem Jungdeutschlandbund und zu kirchlichen Vereinen, die nichts beginnen. Schüchtern, mit einem Berg Stullen bewaffnet und im anderes bezwecken als die Militarisierung und Vermuckerung der Konfirmandenanzug, der noch vor ein paar Tagen sein einziger Jugend, unbedingt als schädlich zu betrachten find. Stolz war, findet sich der neue Lehrling oder Stift, Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß nach wie vor die Be- wie er in den meisten Antvaltsbureaus genannt wird, schon ziehungen zwischen städtischer Jugendpflege und national- firchlichen eine Viertelstunde vor Beginn der Arbeitszeit ein. Neugierig Vereinigungen auch weiterhin durch die Berliner Lehrerschaft ge betrachtet er die vielen Aften, die Schreibmaschine, die Kontor pflegt und von dem Berliner Stadtfreifinn unterstützt und gefördert einrichtung und den Geldschrank, falls einer vorhanden ist. werden. Dagegen gibt es ein sehr gutes Mittel: Wir müssen dieser Unter fundiger Anweisung eines Gehilfen werden ihm seine byzantinisch- freisinnigen Jugendpflege" das Material, nämlich die täglichen Verrichtungen wie das Abreißen der Wandkalender, Wie man aus Anstalten die Unzufriedenheit bannt. arbeitende Jugend, entziehen, indem wir sie der freien Jugend- das Füllen der Tinten- und Kleisterfässer, das Uhraufziehen, Jn Nr. 96 teilten wir mit, daß im Kranten- und Ge bewegung zuführen, dann kann die Berliner Lehrerschaft ihre Ver- das Instandhalten der Bleie und Federhalter usw. gezeigt. nefungshaus Nordend", aus deffen Männerabteilung wir beugungen nach oben, die sie in den letzten Jahren auf Kosten der Dann wird ihm das Aftenheften beigebracht. Mit Mühe und in Nr. 90 allerlei Mängel gemeldet hatten, der Besitzer und leitende proletarischen Jugendpflege so fleißig übt, einstellen, und ihrer Rot, zuerst immer schief und verkehrt, wird da Seite an Seite Arzt Dr. Dosquet Manaffe bei einer Umfrage feinen jedes Blatt Papier, jedes frantierte oder unfrantierte Stuvert unzufriedenen gefunden habe. Hierzu erhalten wir eine Zu eingeheftet. Auch die vorteilhaftesten Einkaufsquellen werden schrift von einer Frau, die im Winter einige Wochen hindurch in ihm gezeigt, denn zu seinen täglichen Aufgaben gehört auch, dieser Anstalt untergebracht war und nach den dort gemachten Er für das leibliche Wohl der anderen Kollegen zu sorgen. Nach fahrungen uns die auch mündlich wiederholte Versicherung gibt, daß einigen Tagen wird der Neue unter fachmännischer unsere Darstellung im wesentlichen ebenso für die Frauenabteilung Leitung eines älteren Stiftes -in den Rechtsanwalts- zutrifft. Sie bezeichnet vor allem das Effen als vollständig ungebureaus, deren Angestellte nach einer statistischen Auf- nügend". Gleichzeitig schildert sie uns, wie es zwei Patientinnen ftellung bis zu 58 Prozent unter 20 Jahre alt sind, ergangen ist, die aus ihrer Unzufriedenheit kein Geheimnis gemacht find meist zwei bis drei Lehrlinge vorhanden mit nach hatten. dem Gericht genommen. Dort werden ihm sämtliche in Be- Eine lungenleidende Patientin, die sich bei Dr. Dosquet- Manaffe tracht tommenden Abteilungen, die Gerichtsvollzieher- über unzulänglichkeit der Beköstigung betlagt verteilungsstelle, die Briefannahme, die Stasse und das hatte, mußte sofort ihre Sachen paden, und schon eine Anwaltszimmer gezeigt, denn in den nächsten Jahren ist er halbe Stunde später schloffen sich hinter ihr die Pforten dieses hier ständiger Gast. Und häufig sieht man auf der Straße fonderbaren Stranten- und Genesungshauses". Später hat sich diese Kleinen Knirpse mit Aften unter dem Arm, die Aufschrift Dr. D.-M. gegenüber einer anderen Patientin darüber geäußert, natürlich nach außen, oder wichtigtuend in ihnen blätternd in welches der Grund der so raschen und plöglichen Entlassung jener der Straßen oder Stadtbahn sigend. Ist das meist stunden- Patientin gewesen sei. Das verlogene Ding" habe, jagte er. ange Heften besorgt, wird er zu einem Gerichtsvollzieher, nur Unruhe" Unruhe" unter die Patienten gebracht. nach der Bost, einem anderen Rechtsanwalt, einem Mandanten, unzufrieden war aber auch diese andere Patientin. Was sie über Ist dann der Tag den Zustand der Anstalt ihrem Schwiegersohn erzählt hatte, teilte zur Bant oder sonstwohin geschickt. immer noch nicht zu Ende, beginnt das Heraussuchen von dieser ohne ihr Wissen dem Vorstand der Ortskrankenkasse Neukölln Parteiangelegenheiten. Zur Beachtung! Das Berliner Verbandsburau, SW 68, Lindenstr. 2, hat von jest ab den Telephonanschluß Amt Morigplag 4740. Der Bezirksbildungsausschuß und das Jugendsekretariat haben den Anschluß Amt Morigplag 4741. Zur Lokallifte. Folgende Lokale stehen uns zu allen Veranstaltungen zur Berfügung: In Lichtenberg N.-B. Das Lofal von Mentes Boltsgarten", Inhaber May Höpfner, Röderstr. 28/29. In Nordend. Das Lotal von Otto Steffen, Blankenfelder Straße 17, Ecke Kastanien- Allee. In Niederlehme T.-B. Das Lokal„ Schwanenberg" in Ziegen hale, Inhaber Rich. Hadbarth. In Bapenberge P.-O.-H. Das Lokal Restaurant Havelschloß", Inhaber Dtto Schöne. " in einer Beschwerdeschrist mit. Der Kassenvorstand überwies die Beschwerde dem Anstaltsleiter zur Gegenäusterung, und nun nahm Dr. D.-M. sich die Patientin vor. Er verlangte, sie solle die schrift- liche Erklärung abgeben, dasi die Darstellung ihres Schwieger- sohnes sich auf Angaben jener entlassenen, von Dr. D.-M. als.verlogen" bezeichneten Patientin stütze. Als diese Zu- mutung entschieden zurückgewiesen und die Beschwerde als leider durchaus zutreffend aufrecht erhalten wurde, kam es zu einer lebhaften Szene zwischen der furchtlosen Patientin und dem leicht erregbaren Dr. D.-M. Sckliesilich erklärte - die Patientin:.Run, dann verzichte ich auf den Aufenthalt hier." .Zawohl." antwortete Dr. D.-M.,„ich kann solche Patienten überhaupt nicht brauchen. Sie würden mir ja nur die anderen unruhig machen." Er nahm sich dann noch die Aeußerung heraus:„Der grosite Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant". Als die Patientin ihren Schwiegersohn hiergegen verwahrte, erklärte Dr. D.-M. mit Bezug auf dessen Beschwerde:.Das tut kein anständiger Mann". Die Patientin ging— und eine Viertelstunde später konnte auch sie die Tür des„Kranken- und GenesungShauscs Nordend" von drangen zumachen. Nach solchem Verfahren ist es kein Wunder, dah der Herr Doktor bei Umfragen in seiner Anstalt keine Ilnzufriedcnheitsäuxe- rungen mehr zu hören bekommt. Wenn er Unzufriedene so rasch los wird, bleiben natürlich nur noch„Zufriedene" übrig. Zur Ehre des Herrn Dr. D.-M. sei aber gesagt, daß er und seine Leute mit einem guten Beispiel von Zufrieden- h e i t voranzugehen sich bemühen. Immer wieder versichert er, daß er selber dasselbe Essen genießt und eS sehr gut findet. Einmal , setzten sich zur angenehmen Ueberraschung der Patientinnen zwei < Assistenzärzte zu ihnen an die Mittagstafel, um die dargebotenen Genüsse zu probieren. Der eine nahm etwas Fisch mit Mostricksauce und rief nach dem ersten Bissen bewundernd auS:„Das Essen schmeckt ja großartig!"„Aber ich darf," fügte er entsagungsvoll mit bedenklicher Miene hinzu,„nicht zu viel essen, sonst ist meine Frau ärgerlich, wenn ich wenig Appetit habe." Als für jede Patientin noch ein Becher Milch ausgetischt wurde, sagte einer der Aerzte:„Noch Milch! So etwas gibt's ja in keinem Krankenhaus." Das war an demselben Tage, an dem nachher die oben erwähnte Patientin wegen der Beschwerde ihres Schwiegersohnes vor Dr. D.-M. zitiert wurde und seinen Zorn fühlen mußte. Ehe er sie aus seiner Anstalt scheiden ließ, wollte er ihr durch Feststellung ihres Körpergewichts noch zeigen, wie die Nordender Mastkur wirkt. Eine wohl etwas auf- geregte Psiegeschwester laS von der Wage 114 Pfd. ab, das wären 7 Pfd. mehr als am Aufnahmetage gewesen.„Na, sehen Sie", frohlockte Dr. D.-M.,„soviel haben Sie zugenommen! In der kurzen Zeit! Bei dieser Kost!" Die Patientin war erstaunt, weil ihr bei einer erst am Tage vorher vorgenommenen Wägung ein sehr viel geringeres Ergebnis genannt worden war. Neugierig ließ sie nach ihrer Entlassung sich in der Verkaufsstelle der Konsumgenossenschaft wiegen— und das Ergebnis war genau dasselbe, wie vor der Auf- »ahme, wo sie sich ebenda hatte wiegen lassen! Was wird die O r t S k r a n k e n k a s s e Neukölln, die so viele ihrer Mitglieder in das„Kranken- und GeneiungShauS Nord- end" gibt, gegenüber den ihr eingereichten Beschwerden tun. Auf die Beschwerde des Schwiegersohnes jener Patientin ist bis heute, nachdem inzwischen reichlich drei Monate hingegangen sind, keine Antwort gekommen. Die Patientin muß sich jetzt daran genügen lassen, daß auf die Beschwerde eines aus der Männerabteilung aus- geschiedenen Patienten Herr Dr. DoSguet-Manasse dem Vorstand der Neuköllner Ortskrankenkasse versichert hat, er habe leine Unzu- frsedenen gefunden._ Pui« der Uebertreibung des„Arbeitsscheueugesetzes". Wie daS sogenannte„Arbeitsscheuengesetz" seinem Zweck gemäß von den Gemeinden zur Minderung ihrer Armenpflegekosten aus- genutzt wird, davon haben wir in letzter Zeit mehrere Proben ge- geben. Wir erfahren ein weiteres Beispiel der Uebertreibung, zu der die Gemeinden sich bei der Anwendung dieses Gesetzes verleiten lassen. Wieder ist es ein H 0 l z a r b e i t e x, den die Arbeitslosigkeit— sie lastet ja seit langem auf den Arbeitern deS Holzgewerbes besonders schwer— in Gefahr gebracht hat, ein Opfer des.Arbeitsscheuengesetzes" zu werden. Ein Tischlergeselle H., der von seiner Ehefrau getrennt in einem Vor- ort von Berlin wohnt, sollte für die in einer Stadt Schlesien? wohnende Frau die ihr dort regelmäßig gewährte Armenunterstützung ersetzen. Er tat das eine Zeit hindurch, stellte aber im Frühjahr 1913 die Zahlung ein, weil er im Winter arbeitslos geworden war und selber wenig zu beißen hatte. Die Armenverwaltung jener Stadt meinte, daß er sich böswillig seiner Unterhaltspflicht entziehen wolle und beantragte bei dem Stadtausschuß des Wohnortes von H. die Ueberiveisung in ein Arbeitshaus für die Dauer der UnterstützungS- bcdllrftigkeit seiner Ehestau. H. nahm, nachdem er Arbeit erhalten hatte, die Zahlungen wieder auf und setzte sie mehrere Monate hin- durch fort, bis er im Herbst 1913 aufs neue arbeitslos wurde. Mitten im Winter bot sich ihm unerwartet in der Provinz eine Ar- beitsgelegenheit, die über die nächste Not hinweghalf, aber schon nach wenigen Wochen war es auch hiermit vorbei und arbeitslos wie zuvor kehrte er heim. Inzwischen war. weil er die geforderten monatlichen Beträge zur Erstattung der für seine Frau auf- gewendeten Armenpflegckosten seit Herbst nicht mehr gezahlt hatte, gegen ihn die Forlsetzung des Versahrens auf Arbeits« Hausüberweisung beantragt worden. Um sie abzuwenden, 1 zahlte er, ungeachtet der Bedrängnis, in die er durch die erneute Arbeitslosigkeit geraten war, im März 1914 zwei Monats- betrüge. Infolgedessen will man daS Verfahren weiter auf ein paar a Monate ruhen lassen. Dem noch immer arbeitslosen H. ist aber £ Fortsetzung angedroht worden für den Fall, daß er nicht fortan seiner Zahlungspflicht regelmäßig nachkommt. Wenn er nächstens 1 wieder Arbeit finden sollte, so wird er den begreiflichen Wunsch l haben, zunächst mal aus dem Gröbsten herauszukommen. Aber danach fragt wohl keine Armenverwaltuiig. Die dann aufs neue zu erwartende Bedrohung mit Arbeitshaus wird ihn nötigen, zu- allererst die Armenkasse aufzufüllen, ehe er an seine eigenen Bedürfnisse denken darf. Die„Eiubrechergenofsenschaft des Westens". Zehn junge Leute, die längere Zeit den Westen Berlins und die westlichen Vororte unsicher gemacht haben, standen gestern vor der ersten Strafkanimer des Landgerichts II unter der Anklage des fort- gesetzten Diebstahls und der Hehlerei. Die Angeklagten sollen eine Art Genossenschaft gebildet haben, deren Mitglieder, mit einem blau- weißroten Bändchen im Knopflock als Erkennungszeichen geschmückt, sich in einem Restaurant in Schömberg zu treffen pflegten und dort die DiebeSzüge, die sie unternehmen wollten, besprachen. Diese seit- same Genossenschaft umfaßte nicht daS gewödnliche Tiebesgesindel, es befanden sich sogar Söhne anständiger Familien darunter, so ein chenialiger Bankbeamter, zwei Handlungsgehilfen, ein Volontär, der Sohn eines Rechtsanwalts, ein ehemaliger Hausdiener eines Warenhauses und der Sohn eines Schutzmanns. Zur Anklage standen etwa 25 Fälle, in denen in Charlottenburg. Friedenau, Wilmersdorf, Schöneberg, ferner in der Potsdamer und Leipziger Straße nächtlicher Weile Schaukästen ge- plündert worden sind. Das Gericht verurteilte die beiden Haupt- rädelsiührer, nämlich den Hausdiener Otto Weigt zu 1 Jahr 8« Mo- naten Gefängnis, den Tapezierer Franz Hübner zu 1 Jahr 6 Mo- naten Gefängnis unter Anrechnung von je 2 Monaten Untersuchungs- Haft. Die übrigen �Angeklagten kamen mit Gefängnisstrafen von 3 Wochen bis zu 4 Monaten davon. Der wegen Hehlerei mitange- klagte Gastwirt wurde steigesprocken. Zu dem Raubmordversuch auf der Chaussee bei Marzahn wird mitgeteilt, daß der Täter noch nicht verbaftet ist. Unter dem Verdacht der Täterschaft wmde am Mittwochabend gegen 11 Uhr in der Wirtschaft von Raabe in Biesdorf ein Arbeitsmann vorläufig festgenommen. ES unterliegt aber keinem Zweifel mehr, daß der Mann für daS Verbrechen nicht in Betracht kommt und bald wieder entlasten werden wird. Das Befinden des Ueberfallenen ist leidlich. Es ist zu ver- wundern, daß sein Zustand nicht schlimmer ist, da er einen ganz furchtbaren Blutverlust erlitten. Große Lachen waren, wie wir schon mitteilten, am anderen Tage noch vorhanden. Tie Joppe Hübners war mit Blut so getränkt, daß sie geradezu davon troff. Trotzdem ist der Ueberfallene nach Ueberwindung der Ohnmacht doch verhältnismäßig bei Kräften geblieben. Eine Gefahr für sein Leben besteht wohl nicht mehr. Dauernd Schaden wird er Wohl an seinem Gehör nehmen. Die Kugel ist dicht am Ohr eingeschlagen. Es ist möglich, daß der Mann das Gehör ganz verliert. Ein alter Partcigenosie ist in der Person deS Zimmermanns Heinrich Rose gestorben. Rose, der 77 Jahre alt geworden ist, gehörte zu jener standhafte» Garde, die in schwerer Zeit ihren Mann gestanden, trotzdem und trotzalledem. Rose stand im sechsten Kreise längere Zeit auf schwierigen Posten, er versah unterm So- zialistengesetz eine Zeitlang die Hauptmannschast 6s. im Kreise. Seine vor einigen Jahren verstorbene Ehefrau hat unseren Veteran in seiner Parteiarbeit wirksam unterstützt. Nun ist der Sieben- undfiebzigjährige dahingegangen. Einer von den Wackeren, die un- gekannt und ungenannt treu und brav ihre Parteipflicht erfüllten. Die Genosien im sechsten Kreise werden den Verstorbenen in gutem Andenken behalten. Ich warne Neugierige. Herr v. Jagow sollte auch seine Beamten vor Neugier warnen. Unlängst hielt ein in Berlin domizilierender unpolitischer Verein hier eine öffentliche Versammlung ab, bei der nach unrichtigen, ten- denziöS gefärbten Zeitungsberichten scharfe Worte und„maßlose Ausdrücke" gefallen sein sollen. Ein überwachender Polizeibeamter war nicht anwesend. Bald darauf fand sich bei dem Einberufer der Versammlung ein Berliner Kriminalkommissar ein und wollte AuS- kunft haben, welche maßlosen Ausdrücke gefallen seien. Selbstver- ständlich wurde dem Kommiffar bedeutet, daß es nicht Sache des Emberufer« fei, sich selbst zu beschuldigen sowie den Redner zu denunzieren, und daß überhaupt maßlose Ausdrücke, wenn man auch gegen die herrschenden politischen Zustände mit gebührender Schärfe gesprochen habe, nicht gefallen seien. Wie naiv muß doch daS Berliner Polizei-Präsidium von Einberufern unpolitischer Versamm- lungen denken, daß eS seine Beamten mit solcher neugierigen Mission betraut!_ Totgefahren. Von einem Kraftwagen überfahren und getötet wurde Mittwoch- abend die 54 Jahre alte Wäscherin und Reinemachestau Witwe Johanna Sennenborn au« Alt-Moabit 144. Als sie gegen 7 Uhr auf dem Heimwege vor dem Hause Nr. 42 den Fahrdamm über- schreiten wollte, überhörte sie die wiederholten Warnungszeichen eines Kraftwagens der Zigarettenfabrik Josetti, wurde von dem Gefährt umgestoßen und so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle liegen blieb. Die Verwundete wurde nach dem Krankenhause Moabit gebracht und starb dort im Laufe der Nacht an einem Schädelbruch. Spielen mit Schußwaffen. Die Schüler Bredow und Kaiser von einer höheren Lehranstalt zu Schöneberg-Berlin unternahmen gemeinschaftlich eine Fußtour in das Havelland. Bei dem Dorfe Schollene spielten die Knaben mit einem geladenen Revolver, auZ dem sich ein Schuß löste, als Bredow die Waffe in der Hand hatte. Die Ladung ging dem Schüler Kaiser, dem Sohne eines Bäckermeisters in Schöneberg, in die Brust und streifte dabei das Herz. Der Versuch, Kaiser nach Berlin zu transportieren, mißlang, da sich dauernd Ohnmachtsanfälle ein- stellten. Kaiser wurde in das städtische Krankenhaus in Rathenow befördert, wo der Chirurg Dr. Schäfer eine Herznaht machte. Das Befinden des Verletzten ist trotz der schwierigen Operation zustieden- stellend. Die Bevölkerungszahl Berlins stellte sich Anfang März 1914, nach den jetzt erst bis dahin vor- liegenden Berechnungen des Berliner Statistischen Amtes, auf 2 981 473. Gegenüber Anfang Januar 1914, für welchen Zeitpunkt die Bevölkerungszahl mit 2 979 136 berechnet wurde, ist eine Mehrung um 2319 zu verzeichnen. Dieser Zu- wachs bleibt aber unter demjenigen, den das vorhergehende Jahr in demselben Zeitraum gebracht hatte. Von Anfang Januar bis Anfang März erhöhte sich in 1913 die Be- Völkerungszahl noch um 4252. In 1913 folgte auf die Mehrung, die aus den ersten Monaten gebucht werden konnte, ein vom Frühling durch den Sommer bis in den Herbst an- dauernder Bevölkerungsrückgang. Erst der Spätherbst lieferte wieder ein Zuwachsergebnis, doch hinderte daS nicht, daß für das ganze Jahr ein beträchtliches Defizit herauskam. Berlin hatte in 1913 beim Jahresschluß um 15 874 Einwohner Weniger als beim Jahresanfang. Jnzwiscklen hat die Differenz sich noch vergrößert: Anfang März war die Bevölkerungszahl in 1914 um 17 897 geringer als in 1913 zu demselben Zeit- Punkt. Bisher ist im Jahre 1914. wie man ficht, gegenüber dem Vorjabr kein Umschwung zum Besseren ein- getreten. Daß der aus den ersten Monaten verbliebene Ge- winn diesmal noch mäßiger als im vorigen Jahre war, ist zurückzuführen auf eine Minderung des Ueberschusses aus Zu- zügen und auch des Ueberschusses aus Geburten. Der Zuzugs- Überschuß bat offenbar unter dem Einfluß der Fortdauer des Beschäftigungsmangels sich weiter verringert. Die Schnmlerung des Geburtenüberschusses ist durch Mehrung der Sterbefälle und gleichzeitige starke Minderung der Geburten verursacht worden. In 1914 sind von Anfang Januar bis Anfang März gestorben 182 Personen mehr und lebend geboren worden 733 Kinder weniger als in demselben Zeiträume von 1913. Dir Leiche eine» Soldaten ist am Mittwoch morgen in Pichels- dori auS der Havel gelandet worden. ES handelt sich um den Grenadier Pieper von der 12. Kompagnie des Königin-Aiigusto- Garde-Grenadier-RegimentS Nr. 4 in Berlin, der seit einigen Tagen vermißt wurde. Offenbar liegt Selbstmord � vor. doch konnte die Ursache zu der Tat bisher noch nicht festgestellt werden. In den Taichen der Uniform de» P. fand man ein Portemonnaie mit 3.89 M. und eine Taschenuhr. Die Spandauer Kommandantur hat die Leiche beschlagnahmen und nach dem Garnisonlazarett bringen lassen. ES ist sofort eine eingehende Untersuchung eingelettet worden. Selbstmordversuch nn Krankenhaus. Aus Furcht vor dar Operation hat am gestrigen DonnerStagnachmittag gegen 4 Uhr da» 38jährige Frl. Anna Tischler seinem Leben ein Ende zu machen versucht. Die T. war vor einigen Tagen wegen eines Unterleibsleiden« in das städtische Krankenhaus in der Gitschiner Straße geschafft worden und sollte dort operiert werden. Die T. glaubte jedoch die Operation nicht überstehen zu können und äußerte deshalb zu einer anderen mit ihr im selben Zimmer liegenden Patientin Selbstmordgedanken. Als die Wärterin nachmittags einen Augenblick daS Zimmer verließ. eilte die?. ans Fenster und versuchte aus dem Fenster zu springen. Eine in der Nähe des Fensters liegende Kranke, eine Frau K., ver- suchte die Lebensmüde zurückzuhalten, und eS entspann sich zwischen den beiden Frauen ein heftiger Kampf. In dem Augenblick, als die Wärterinnen auf die lauten Hilferufe der K. herbeieilten, riß die Selbstmörderin sich los und stürzte sich aus den, dritten Stockwerk in die Tiefe. Sie blieb im Vorgarten des Krankenhauses mit schweren inneren Verletzungen liegen. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt._* Nachtverkehr der Straßenbahn während der Oster- feiertagc. Ilm dem während der Osterkeiertage gesteigerten Spätverkehr Rechnung zu tragen, wird neben dem ständigen Nachtbetriebe auf den Linien 1. 34 und 74 in den Nächten vom Sonnabend zum Sonn- tag und vom Sonntag zum Montag und den in diesen Nächten bis ans weiteres regelmäßig verkehrenden Nachtwagen auf den Linien 43, 69. 81, 91 und? während der Osterfeiertage zu- nächst noch der Betrieb auf den Linien 6, 69 und 73 bis zu fol- genden Zeiten ausgedehnt: In den Nächten vom Sonnabend Sonntag-Montag zum und Montag- Sonntag DienStog bis bis Linie 6 ab Gotzkow-kystr. bis Spittel- markt....... 304 3°* Spittelm arkt nach Moabit 3� 3°° „ 73„ Mariendorf bis Behrenstr. I"1 li: „ Behrenstr. nach Mariendorf l54 l54 „ 69„ Lichtenberg, Hubertusstraße bis Friedenau, Südwestkorso 3� 2� „ Martin-Luther-Straße. 4i* 4® Südwestkorso ins Hubertus- siraße....... 445 4'« Gesangliche Veranstaltungen. Der Gesangverein„R e u E r w a ch t" (Chormeister Heinz Bleil) veranstaltet am 13. Apnl fi. Osterfeiertag) im Konzerlsaal der Brauerei Friedrichshain ein Konzert. Mit- wirkende: Frl. Elisabeth Lee(Sopran), Herr Profeffor Becker(Hello), Herr M. Modern(Violine), Herr Heinz Bleil(Flügel). DaS Konzert beginnt 7V„ Uhr. Der Gesangverein„ M ä n n e r ch 0 r Ost" hat am 1. Oster- feiertag im Friedrichshain einen Volksliederabend arrangiert unter Mitwirkung der Konzertsängerinnen Else Knüttel(1. Sopran), Grete Kohlmann(2. Sopran), Elisabeth Böhm(Alt). Am Klavier E. Thilo. Saalöffnung ö Uhr, Anfang präzise 6 Uhr. Eintritt 59 Pf., an der Kasse 69 Pf. Verloren. Am Montag ist im Stadtbahnzuge von Lichtenberg- Friedrichsfelde nach Halensee abends 7'/, Uhr ein NeineS Paket(em Bild von der Konferenz und ein Verbandsbuch enthaltend) liegen geblieben. Es wird höflichst gebeten, dasselbe im Verbandsbureau der Friseurgehilfen, Linienstr. 73 I oder an Walter Zobel, Mark- grafendamm 34, abzugeben. Versammlungen. Eine Sektionsversammlung der in der Zigarettenindustrie b«. schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen fand dieser Tage im Roseb- thaler Hof statt. T scheuchner erstattete den Bericht der Sektion?» leitung. Die Sektionsleitung legte in diesem Quartal das Haupt- gewicht auf die Organisierung der Hilfsarbeiterinnen. Es fanden zn diesem Zwecke in einem Teil Zigarettenfabriken Werkstatt« besprcchungen statt. Diese Agitation hatte Erfolg. Rund 139 Mit- glieder wurden für die Organisation gewonnen. Der Gedanke der Organisation macht auch unter den schlecht entlohnten Hilis- ardeiterinnen der Zigarettenindustric Fortschritte. Die Zentrali- sation greift weiter um sich; in letzter Zeit haben sich wieder einige Kleinbetriebe mit größeren koaliert oder sind von letzteren aus- gekauft worden. Die Firma Mal-Kah, die tzerstellcrin der„Bebel"- Zigarette, gehört zu den Firmen, welche die niedrigsten Löhne für Hilfsarbeiterinnen bezahlt. Die Firma Zellermaher, die durch den Siegeszug der Maschine sich von kleinen Anfängen zu der heutigen Größe entwickelt bat und schon seit einem Jahrzehnt zu den Betrieben zählt, die in der Ausbeutung der weiblichen Arbeits- kraft an der Spitze stehen, hat vor kurzem die ohnehin schon schlechten Löhne der Akkordpackcrinnen um zirka 14 Proz. gekürzt. Die Firma, die mit der Zigarette„Flugsport" in letzter Zeit eine kostspielige Reklame treibt und nicht zuletzt ihr Absatzgebiet in Ar- beitertreisen hat, glaubt wohl, diese Reklame nur auf Kosten der Arbeitcrlöhne aufrechterholten zu können.— Tie Firma Garbath glaubt ihre alten Methoden immer wieder in Anwendung bringen zu müssen, indem sie die Arbeiter aus geringfügigen Anlässen durch Polizei einzuschüchtern versucht.«0 spielte sich in letzter Zeit in einer Kantinenangelegenheit ein Vertreter der Pankower Polizei als Herr im Hause Garbaty auf. Die Arbeiterschaft wird sich in ihrem Bestreben nach Besserstellung ihrer Lohn- und Arbeits- bedingungcn auch von keiner Polizeiuniform aufhalten lassen.— Unter Branchcnangelegenheiten fand ein Antrag Annahme, der die Sektionsleitung beauftragt, zu prüfen, ob es möglich wäre, eine Sektionskasse zu gründen. Der nächsten Branchenversammlung soll ein dahingehender Vorschlag zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Eingegangene Druckschriften. Von der«Reue» Zeit-' ist soeben das 2. Heft vom 2. Band de« 32. Jahrgang» erschienen� ZIuS dem Inhalt des HcsteS beben wir hervor: Die Ler Hcinze- Männchen.— Die Balkanpolitik der Großmächte. Von Max Sack.— Die Briefe Johannes MiquelS an Karl Maqr. Von Eduard Bernstein.(Zorlietzung und Schluß.)— Innere Kolonisation i» Mecklen bürg. Bon F.«tarosson.— Gewerkschaftliche Jahrbücher. Von Paul Umbreit(Berlin). Feuilleton: Moralischer Katzenjammer. Don A. LunaffcharSki.— Literarische Rundschau._ WitterungSiiberncht vom 9. April 1914. Wetterprognose für Freitag, den 10. April 1914. Etwas wärmer, zunächst zeilweile heiter bei ziemlich lebbasten südlichen Winden; später wieder zunehmende Bewölkung und leichter Regen. Berliner Wetterbureau. Wetteraussichten für das mittlere Slorddeutschlanb b!» Somi- abend mittag: Zunächst vielfach heiter und meist trocken, später von West nach Ost sorlschreilende. langsame Zunahme der Bewölkung und et««» Regen. Am Tage überall mild. Unserem Genossen Ernst Neumann und seiner Braut Fräul. Anna König zu ihrer am 11. April stattfindenden Eheschließung die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen des 630./31. Begirls des 6. Kreises. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Görlitzer Viertel. Bez. 204. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gürtler Walter Kubat Forster Straße 17, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet ant Sonnabend, den 11. April, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des alten Jakobi- Kirchhofs in Neutölln, am Rolltrug, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/15 Der Vorstand. Am Mittwoch, den 8. April, verschied unser lieber Bater, Schwieger und Großvater, der Zimmerer Heinrich Rose im 77. Lebensjahre. 130a ant Um stille Teilnahme bitten. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet 1. Diterfeiertag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Freis religiösen Gemeinde, Pappelallce, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 18. Abt. Bezirk 817. Nachruf. Am Mittwoch, den 1. April, verstarb unser Genoffe, der Rammer Edmund Dittlof Biefenthaler Str. 9. Die Beerdigung hat bereits am Mittwoch stattgefunden. 7. Abt. Bezirk 583. Am Mittwoch, den 8. April, verstarb unser Genoffe, der 8immerer Heinrich Rose Kopenhagener Str. 28. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. d. Mts., nach mittags 4 1hr, von der Leichen balle des Freireligiösen Stirchhofes, Pappel- Allee, aus stait. Rege Beteiligung wird erwartet. Ehre ihrem Andenken! 226/19 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Richard Weiße ( Cuvrystr. 17) am 7. April an Herzleiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. April, nachm. 31, Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Ferner starb unser Mitglied, der Gürtler Walter Kubat am ( Forster Str. 17) am 8. b. Mits. an Zungenleiden. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. April, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des alten Jakobi- Kirchhofes in Neutölln, Berliner Straße, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Metallbrüder Max Pech ( Heichenberger Str. 101) am 7. d. Mts. an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11. April, nachmittags 1 lihr, von der Leichenhalle des Neuen Gemeinde- Friedhofes in Neukölln, Mariendorfer Beg, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 116/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unjer Kollege, der Rollluticher Emil Groth am 5. April im Alter 40 Zábren verstorben ist. DOI Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 11 April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Ahrens felde aus ftatt. 63/20 Die Bezirksverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 1. Berl. Reichstagswahlkreis. Am Sonnabend, den 4. April, verstarb plöblich infolge Gehirnschlags unser Genosse, der Kellner Alois Schön im Alter von 28 Jahren. am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem Städt. Friedhof an der Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. 204/2 Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz penben bei der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter Gertrud Hauptmann Spezialarzt Wirtshaus Schloß Woltersdorf Karfreitag Schlachtefest. mit Werkohl Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). empfehle den Herrenpartien und Ausflüglern. Ebenso empfehle ich Schloß: Blutuntersuchung. Schnelle, sichere part Wilhelminenhof in Oberschöneweide, am Staisersteg 3162. Dampfersagen wir allen Verwandten, Freunschmerzlose Heilung ohne Berufs- station Michaelbrücke a. d. Michaelkirchstraße, gegenüber der Stadtbahn, störung. Mäßige Preise.* Vermietung von Dampfern und Motorbooten. Morigplak 12715. Sprechst. v. 8-8, Sonntags 9-11 geb. Rehan den und Bekannten, insbesondere den Kollegen der Firma Jsrael, den Kollegen der Firma Kantorowicz u. Wuthe sowie den Sängern der Kreuzberger Harmonie unsern innigften Dant. 1645b Die trauernden Hinterbliebenen Alfred Hauptmann und Sohn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Verband der Gastwirtsgehilfen. Teilnahme sowie für die vielen KranzZweigverein der Café- Angestellten Am Sonnabend, den 4. April, verstarb ganz plöglich und unerwartet unser langjähriges Mitglied Alois Schön. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonn abend, den 11. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem städtischen Friedhofe in der Müllerstraße, Ede Scestraße, statt. Treffpunkt 1 Uhr Verbandshaus, woselbst auch die Kränze abzugeben find. Um rege Beteiligung ersucht 31/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim Bezirk Lichtenberg. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schantwirt 14/11 Karl Stiller Blumenthalftr. 13 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabendnachmittag 4 Uhr im Strematorium zu Treptow, Kiefholzstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Lichtenberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Karl Stiller Blumenthalftr. 13 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabendnachmittag 4 Uhr im Krematorium zu Treptow, Stief holzstraße, statt. Treffpunkt: Baumschulenstr. 14 beim Sollegen Erbe. Um rege Beteiligung ersucht 73/16 Die Ortsverwaltung. Verband der Lithographen, Steindrucker u.verwandten Berufe Mitgliedschaft Berlin III ( Lithographen). Am Mittwoch, den 8. April, verstarb unser Mitglied, der Lithograph Karl Degwer am nach langer Krankheit im Alter von 68 Jahren an Schlaganfall. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. April, nachmittags 4 1hr, von der Leichenballe des Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 109/4 Die Verwaltung. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Des am Die Beerdigung 8. April verstorbenen Lithographen Karl Degwer findet statt am Sonnabend, den 11. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des GeorgenKirchhofs, Landsberger Allee. 16545 Das Komitee. Sozialdemokratischer Wahlverein für Steglitz. Am 7. April starb unser Mitglied, die Genossin Auguste Näther ( 8. Bezirk). Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Stegliger Gemeinde- Friedhofes aus statt. Die Sänger treffen sich auf dem Friedhofe. Zahlreiche Beteiligung erwartet 202/4 Der Vorstand. Frack Verleih Institut A. Borchardt, Friedrichst. 115, Dranb.Tor. Tel. Nrd. 10654, verl. Fad, Smokings, Gehrodanzüge in verschied. Preislag. bis z. elegantest. Genre. Sehr große Ausw. Mäß. 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Demme, erhielt die Bezeichnung Lifte I. Der zweite Wahlvorschlag, ein gereicht durch Herrn Ch. Kohl. stedt, beginnend mit dem Namen Hermann Lemnizer und endigend mit dem Namen Johannes Sparing, erhielt die Bezeichnung Lifte II. Die Wahlvorschläge fönnen im Kaffenlokal, Waldemarstr. 48, wochen tags in der Zeit von 8-12 Uhr vor mittags eingesehen werden. Die Wahl der Arbeitgeber- Ausschußmitglieder findet am Montag, ben 20. April 4914, bon 6-8 Uhr abends, im Kaffenlokal statt. Die Gültigkeit der Wahlen tann innerhalb eines Monats nach der Belanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Kaffenvorstand ober dem Versicherungsamt der Stadt Berlin angefochten werden. 271/14 Berlin, den 7. April 1914. Der Vorstand. 8. A.: Gustav Hohdorf, Borsigender. Bekanntmachung. Die für den 18. April d. J. in ben Stammerfälen, Zeltomer Str. 1-4, angelegte Wahl der Vertreter zum Ausschuß der Jnnungs- Krankenkaffe der Juwelier, Gold- und Silberschmiede( 3wangs-) Innung zu Berlin findet nicht statt, weil weitere Wahlvorschläge nicht eingegangen find. Die von dem unterzeichneten Kom missar in Borschlag gebrachten Perfonen sind demnach gewählt. Die Einladung zur Ausschußsikung behufs Wahl des Borstandes erfolgt shriftlich. 271/15 Berlin, den 8. April 1914. Koeppen, Kommissar für die Einrichtung ber Junungs: Krankenkasse der Juwelier, Gold- und Silber. fchmiede:( Zwangs-) Innung zu Berlin. อ Die neuen PROBLEM Cigaretten sind da! 900 Lindenstaedt ENDLICH WAS NEUES Zum Osterfeste auf Kredit! erhält jeder Kunde beim Einkauf eines Anzuges oder Paletots ein elegantes, gestreiftes Oberhemd GRATIS! als Geschenk GRATIS! Morgen Sonnabend Eleg. Jackett- Anzüge Eleg. Jackett- Anzüge.... 30 M. Anz. 7 M. an Eleg. Jackett- Anzüge.... 40 M. Anz. 9 M. an Eleg. blaue Jackett- Anzüge 50 M. 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Für den Inseratenteil berantw.: Zb. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Vorwärts Buchbruderet u. Berlagsanftalt Baul Singer u. Co., Berlin S Kleine Ursachen, große Wirkungen! Unsere, an dieser Stelle schon oft ausgesprochene Mahnung an die Versicherten, auch auf den kleinsten Unfall Obacht zu geben, Meldung zu erstatten, sich Zeugen zu sichern, wird leider noch zu wenig befolgt. Kommt es doch fast tagtäglich vor, daß die Berufsgenossenschaften den Anspruch eines Verlekten abweisen, weil der Unfall nicht erwiesen ist. Ist seit dem Unfall eine längere Zeit verstrichen, hält es äußerst schwer, den Nachweis zu führen, daß der Unfall tatsächlich stattgefunden hat. Der Bäcker Heinrich H. verletzte sich am 30. August 1912 in einem Betriebe in Mez dadurch, daß er sich beint Holzzerkleinern einen Splitter in den rechten Zeigefinger riß. H. achtete zunächst der Verlegung nicht, bis der Finger anschwoll. Es trat eitrige Bellgewebsentzündung ein, die ersten beiden Glieder des Fingers mußten amputiert werden. S. behauptete, dem Betriebsunternehmer als auch seinem Kollegen von dem Unfall Mitteilung gemacht zu haben, auch bei der Aufnahme ins Krankenhaus habe er dem Arzt Kenntnis davon gegeben. Kinderfegen und Gemeindewahlrecht. Gründe, Landsflaven in ber brutalften Weise Was macht's? Jattiven Wahlrechts. Das sei zutreffend. Die Aufnahme in Fliehen die deutschen Arbeiter die Stätten ihrer Qual, so( Bubilligung des aktiven, aber nicht des passiven Wahlrechts.) die Wählerliste dürfe nicht den Bersonen versagt werden, die stellt man billige, willige Polen ein, und legten Endes hilft Die Novelle zum preußischen Einkommensteuergesetz vom der in den Gemeinde- Verfassungsgefeßen aufgestellten Forderung Vater Staat mit Soldaten aus oder„ beurlaubt" arme 26. Mai 1909 hat u. a. in das Gefeß durch§ 20a folgende Be-| eines Mindest- Steuerfazes nur deshalb nicht entsprechen, weil sie Proletarierkinder in die Fron des frechen Junkertums. stimmung hineingebracht: Die in den§§ 19 und 20 gewährten Er- wegen des sogenannten Kinderprivilegs in der Steuer ermäßigt oder Wird im vorliegenden Fall gegen den Inspektor wegen Haus- mäßigungen sind bei Berechnung der zu entrichtenden Steuerbeträge von der Steuer befreit sind. Deswegen sei mit Recht dem friedensbruchs, Mißhandlung und Diebstahls vorgegangen werden? für Wahlawede außer Betracht zu lassen. Kläger das attive Wahlrecht zugesprochen Um die Bedeutung dieser Bestimmung handelte es sich in einem worden. Im übrigen aber fehle dem Kläger das Rechtsstreit des Herrn Scheuber in Nickelshagen( Kreis Mohrungen) Gemeinderecht im Sinne der Landgemeindeordnung nnd gegen die Gemeindevertretung in Ridelshagen. Scheuber war wegen daher insbesondere auch die passive Wahlfähigkeit. der Zahl seiner Kinder auf Grund des§ 19 des Einkommensteuergesetzes um zwei Stufen in der Steuer ermäßigt worden. Der Gemeindevorsteher Loyale" Handhabung der Reichsversicherungsordnung. teilte ihm darauf mit, daß er fein Gemeinderecht und damit auch kein Der 1663 der Reichsversicherungsordnung schreibt vor, daß Recht mehr zu wählen habe. Der Gemeindevorsteher berief sich auf § 41 der Landgemeindeordnung vom 3. Juli 1891. Danach ist für geschäftsmäßige Vertreter( Arbeitersekretäre) vor den Oberversiche= diejenigen Gemeindeangehörigen, welche kein Wohnhaus oder anderen rungsämtern nur zurückgewiesen werden dürfen, wenn aus beGrundbesig in der Gemeinde haben, neben einigen anderen Vor- ftimmten Gründen ihre Unzuverlässigkeit dargetan ist. aussetzungen, die bei Sch. zutrafen, eine wesentliche Voraussetzung die sich auf die politische oder religiöse Betätigung stüßen, sind ausDie Arbeitersekretäre Genossen Krüger des Gemeinberechts die, daß der Betreffende zur Staatseinkommen- drücklich ausgeschlossen. steuer veranlagt ist oder zu den Gemeindeabgaben nach einem und Weber in Königsberg i. Pr. beantragten auf Grund dieser Jahreseinkommen von mehr als 660 M. herangezogen wird. Sch. Bestimmung beim Oberversicherungsamt in Königsberg ihre Zufei aber zu weniger als 660 M. herangezogen worden und könne laffung zur Vertretung. Dies wurde abgelehnt, weil für die Versomit nicht das Gemeinderecht und auch nicht das darin enthaltene tretung schon durch Rechtsanwälte genügend gesorgt sei und weil außerdem das Oberbersicherungsamt von Amts wegen verpflichtet Wahlrecht haben. sei, auch die Interessen der Rentenbewerber zu vertreten. Auf erhobene Beschwerde hob der preußische Handelsminister diesen Bescheid auf, da die angeführten Gründe eine Ablehnung nicht rechtfertigten. Nach längerer Zeit erteilte nun das Oberversicherungsamt einen neuen Bescheid, den der Regierungspräsident Graf von Rehferling diesmal selbst unterzeichnete. In diesen neuen beiden Bescheiden werden den Antragstellern ihre Vorstrafen aufgezählt. Dann heißt es, aus diesen Strafen werde gefolgert, daß die Antragfteller nicht die erforderliche Sachlichkeit und Zuverlässigkeit zur geschäftsmäßigen Vertretung vor dem Oberversicherungsamt befigen! Unter den Strafen befindet sich z. B. beim Genossen Weber eine Strafe von 2 Tagen Haft, die er im Jahre 1884( also vor 30 Jahren) als Handwerksbursche auf der Wanderschaft wegen als Betteln bezeichneten Fechtens erhalten hat. Es ist nun abermals Beschwerde beim Handelsminister eingelegt. Es darf zwar erwartet werden, daß dieser die Bescheide abermals aufheben wird, da die angeführten Ablehnungsgründe( Vorftrafen) sich, abgesehen bom" echten", lediglich auf die politische Betätigung der Antragfteller beziehen und daher keinen Ablehnungsgrund bilden. Es ist aber bezeichnend, mit welchen Mitteln die ostelbische Bureaukratie glaubt, die Angestellten der modernen Arbeiterbewegung bekämpfen zu müssen oder zu dürfen. Soll das etwa die versprochene loyale Handhabung der gefeßlichen Bestimmungen sein? Die Nahrungsmittelindustrie- Berufsgenossenschaft lehnte den Anspruch ab, weil die beiden Zeugen nichts wußten resp. unbestimmt in ihrer Aussage waren, H. im Krankenhaus aber erklärt hatte, daß sich der Unfall bereits am 29. August ereignet habe. Gegen den ablehnenden Bescheid wurde die Berufung beim fal. Oberversicherungsamt Groß- Berlin eingelegt. Dasfelbe erhob Beweis durch Vernehmung des Arbeitgebers. Dieser gab unter seinem Eide zu, daß ihm H. den Finger gezeigt und dabei gesagt habe, er hätte sich wahrscheinlich einen Splitter eingeriffen. Auch der behandelnde Arzt erklärte, daß die Schilderung bezüglich der Entstehung der Krankheit des H. glaubhaft sei. Die Genossenschaft wurde daraufhin verurteilt, den Unfall anzuerkennen und zu entschädigen. In diesem Falle gelang der Nachweis des Betriebsunfalles, in einer ganzen Reihe von Fällen ist leider nicht von einem derartigen glücklichen Ausgang für den Verlegten zu berichten. Daher nochmals, zeigt auch die kleinsten Verlegungen Euren Mitarbeitern, meldet den Unfall. Scheuber flagte gegen die Gemeindevertretung, die sich auf den selben Standpunkt stellte, und verwies auf die Bestimmung des§ 20a des Einkommensteuergesetzes in der Fassung der Novelle von 1909, wonach die Ermäßigungen aus den§§ 19 und 20, also auch das sogenannte Kinderprivileg, bei Berechnung der zu entrichtenden Steuerbeträge für Wahlawede außer Betracht zu lassen wären. Bei ihm lägen die Dinge so, daß ohne das Kinderprivileg er nach einem Einfommen von mehr als 660 m. hätte herangezogen werden müssen. Somit müsse ihm nach§ 20a das Gemeinderecht, insbesondere das Wahlrecht, zustehen. Der Bezirksausschuß als zweite Instanz folgte der Klage infoweit, als er dem Aläger das aktive Gemeindewahlrecht unter Berücksichtigung des§ 20a 3 ufprach, weiter aber erklärte, daß ihm im übrigen das Gemeinderecht nicht zustehe, auch nicht das Recht zur Bekleidung unbesoldeter Aemter in der Verwaltung und Vertretung der Gemeinde. Der Kläger legte noch Revision ein, da er sich mit der Zubilligung des bloßen aktiven Gemeindewahlrechts nicht begnügen wollte. Das Dberverwaltungsgericht verwarf aber das Rechtsmittel mit folgender Begründung: Der Bezirksausschuß habe seinem Urteil den Standpunkt zugrunde gelegt, daß Sch. durch das Kinderprivileg nicht beeinträchtigt werde in der Ausübung des Zu Oftern: Carl Mampes Liköre. entſch 35 Die deutsche Qualitätsmarke Besonders bevorzugt: Mampe- Halb und Halb mit dem Schimmelgespann M. 1.75; Cognac Verschnitt Rottapjel M. 1.80; Berliner Elefanten- Sümmel M. 1.80; Burggräflicher M. 2.25; Eier- Likör M. 2.25; Cherry Brandy M. 3.-; Mampe- Halb und Halb Ertra( Original- Flasche) M. 3.-; Kunst- Eigen- Krug M. 3.75. Von 1 Mark wöchentliche Teilzahlung an liefere elegante fertige Herren Garderobe Anfertigung nach Mass mit Garantie für tadellosen Sitz Besichtigung meiner grossen Läger in fertiger Garderobe engl. und deutschen Stoffen, ohne Kaufzwang erbeten. 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Nachdem sich Freiherr v> Streit noch darüber lustig gemacht hatte, daß Bassermann dem Nitzschke auch noch ein Leumundszeugnis ausgestellt habe, setzte sich der Zug in Bewegung. Es ist also nicht wahr, wenn Herr v. Liebert in seinem Briefe sagt, daß ich die Einzelheiten des Gesprächs bei dem Rattern des Zuges nicht gut habe hören können. Ich habe nicht nur die Stimme des Herrn v. Liebert genau verstanden, sondern ihn auch während des Gesprächs, da er mir gegenüber saß, b e- obachten können. Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, konnte ich allerdings nur verstehen, daß Herr v. Liebert von der nationalliberalen Partei sprach, und dabei die Namen Bassermann, Paasche und v. Richthofen nannte, und es ist ferner ni ch t wahr, wenn Herr v. Liebert sagte, ich hätte mich erst nach einer Viertelstunde in Gaschwitz bemerkbar gemacht. Ich babe, sobald sich die Gelegenheit bot, auf der nächsten Station in Oetzsch folgendes erklärt: „Meine Herren, ich bin gezwungen, gegen meinen Willen Ihre Unterhaltung anzuhören, ich halte es für meine Pflicht, mich Ihnen vorzustellen. Interessant war es mir, Exzellenz, auch hier zu hören, daß Sie uns Nationalliberale als T-emo- kraten bezeichnen. Außerdem stelle ich fest, daß Sie die Post- beamten als Kerle bezeichnet haben, die das Maul vollgekriegt hätten, und daß Sie ohne Einspruch zweimal den Ausdruck „verdammte Schullehrer" hingehen ließen." Herr v. Liebert stellte mir die Frage:„Habeich dasge- sagt?" Worauf ich antwortete, daß ich die Worte gewissen- Haft notiert hätte, und daß außerdem der noch anwesende Zeuge die Unterhaltung ebenfalls mit angehört haben mußte. Hierauf antwortete Herr v. Liebert nur mit einer Betrach- tung über die schauderhaften CoupöS. Als sich der Zug wieder in Bewegung gesetzt hatte, sagte Herr v. Liebert, aller- dings wesentlich leiser als vorher zu Freiherrn v. Streit:»Er wird doch nicht gehört haben» was ich sonst noch gesagt habe?" Herr v. Streit beruhigte ihn. indem er sagte:„Nein, Exzellenz, da war der Zug bereits in Bewegung", worauf Herr v. Liebert mit einem:„Na, na!" antwortete. Wenn Herr v. Streit jetzt einen Teil der Aeußerungen des Herrn v. Liebert aus sich nimmt, dann ist das seine Sacke, ich erkläre, daß für mich jeder Irrtum ausgeschlossen ist. Wenn über den Inhalt des Gespräches die verschiedensten Gerüchte im im Umlauf sind, dann ist das lediglich auf Herrn v. Liebert selbst zurückzuführen, der in der Absicht, den Eindruck einer eventuellen Veröffentlichung im voraus abzuschwächen, sich über das Gespräch allerdings in einer unzutreffenden Form vielfach geäußert hat. Herr v. Liebert hat vor der Stich- wähl unter anderen auch Postbeamte zu sich gebeten, um über diese Angelegenheit mit ihnen zu sprechen. Herr v. Liebert- überläßt die Beurteilung seiner Handlungsweise dem Publikum. Ich bin hiermit einverstanden. Vielleicht bietet mir Herr v. Liebert die Gelegenheit, meine Aussagen vor Gericht bekräftigen zu können. Emil Nitzschke, Mitglied der Zweiten Kammer." Da sich die Erklärungen der beiden„staatserhaltenden" Kandidaten diametral gegenüberstehen und die schroffen Widersprüche auch nicht aus Mißverständnissen und sub- jcktiven Auffassungen heraus erklärt werden können, muß einer der beiden ja wohl wissentlich die Unwahr- heit gesagt haben. Der Reichsverbandsgeneralissimus hätte um so mehr Ursache zu einer gerichtlichen Klarstellung der peinlichen Affäre, als der DarstcUmm des Herrn sicherlich das größere Maß innerer Glaubhaftigkeit innewohnt I Eine Reichsvermögensstatistik. Da die bisherigen, auf Schätzung beruhenden Angaben über das deutsche Volksvermögen in ihren Ergebnissen stark von einander abweichen und au» geringen Ansprüchen auf Zuverlässigkeit in keiner Weise genügen, so hat die Reichsregierung die mit der Veranlagung zum Wehrbeitrage sich bietende Gelegenheit zur Aufmachung einer zuverlässigen ReichSvermögenSstatistik erfaßt und dem Bundesrate einen Entwurf von Bestimmungen über die Wehrbeitragsstalistik vorgelegt. DaS Verfahren ist derart geregelt, daß auf Grund der von den VeranlagungSbchörden für ihren Bezirk aufzustellenden Uebersichten Haupiübersichten gefertigt, und diese dann vom Kaiserlichen Statistischen Amt zusammengestellt und veröffentlicht werden.__ Terrorismus im Beichtstuhl. Mit der Agitation gegen den Geburtenrückgang und die Verfemung der sozialdemokratischen Presie geben sich manche katholische Geistliche noch nicht zufrieden. Auch die G e werk- sch ästen werden im Beicktstnhl verdammt und die Be.cht- kmder zum Austritt aus dem Verband aufgefordert. In M ü h I h a u s e n im Amt Engen in Laden spreite sich zwischen etnem Vikar und einem jungen F�rrkarberter rm Leichtstuhl folgendes Zwiegespräch ab: � m s. .Vikar: Arbeiten Sie«n einer Fabrik. � B e r(fi t krn d. Ja— Vikar: Ja einer solchen Fabrik lauern sehr viele Ge- fahren für einen jungen Menschen. Gehor.nS.ev.elleichl auch dem Verband an?— B e i ch r k r n d: Ja— V< k a r- Senn Sie ein ehrlicher und aufrichtig« Bursche blerben wollen, dann münen Sie aus dem Verband austreten.- Beichtkind. Ich mochte Sie birien, mich zu absolvieren.— � � k a r. Rew.«» rst besser. Sie geben erst hin und erklären Ihren Austritt aus dem Verband und kom.nen dann noch einmal Gelobt ,«, J�suS �nstu« Damit war das Beichtkind entlasten. Der junge Mann war aber mit einem solchen Resultate nicht zufrieden und ging zehn Minuten später noch einmal m d>.n Beichtstuhl, worauf sich wieder folgender Dialog ablpielte: B e t ck t k i n d: Ich mochte Sle nun doch ditlen, mich zu absolvieren damit ich w.e die anderen zur Kommumon gehen kann— Vikar: Das kann ich nichl machen, t r e t e n S i e aus dem Verband aus und kommen«le m dre. Wochen towder Ich bin jederzeit gerne bereit, S,e dann zu absolvieren und ch«erde auch 4 Sie beten und S.e m stder ANuM«. uno Ii« �_ x. nt* b tt« NUN nochmals darum. Mich ÄolnTeren- Vikar:& Sie jetzt an Ihren Platz. Ich werde �ür Sie' beten Gelobt fei Jesus Ehristu».- ki n d: Ich gehe, aber es.'oll mir� eme Wmnung sein, wieder «inmal einen Beichtstuhl zu beireien.„her mir Der junge Ijabrikarbeiter durste Wort halten, aber wie »Wc.mlrri.,'»™»'m-u ihrem großen wtrtschaitlichen �cbaden.-.„äs sagen übrige,. die Behörden zu dieser Art Terrorismud Tie„Kriegskrüppel" im friede«. vor einiger Zeit las man in der„Kölnischen Zeitung" eine suchte, die schnellsten, einige taufend kunstliche Glieder anserttgen könne. Jetzt veröffentlichl rn derselben 8««3) ein bulgarischer»rmeearzl Beobachtungen auS dem Balkankrieg und schreibt unter anderem: WaS hier in Sofia, wo diese Zeilen geschrieben werden, noch äußerlich auffallend an die geschlagenen Schlachten mahnt, sind die vielen Krüppel, die vielen Halb- und Ganz- invaliden, denen man begegnet. Unsere Industrie ist der Aufgabe nicht gewachsen, die Zahl von künstlichen Gliedern zu liesern, um allen b e i n- und handlosen jungen Männern wenigstens die ä u ß e r e Form eines ganzen Menschen zu geben. Man trifft noch oft auf der Straße einzeln und gruppenweise solche Kriegskrüppel, die hinkend, auf einen selbstgeserligten Stock gestückt, sich mühsam schleppend bewegen. Einige Wiener orthopädische Arbeiter sind zwar hierher berufen worden, um künstliche Glieder zu verfertigen, allein das ist ungenügend. Jetzt, länger als ein halbe« Jahr nach den letzten Metzeleien, sind also die Opfer noch nicht mit Gliedmaßen versorgt, weil die Industrie der„Konjunktur" nicht gewachsen ist. Der Armeearzt erhebt schwer« Anklagen gegen alle Kriegs- Verwaltungen, die für andere Dienstzweige das Möglichste tun, bei dem Sanitätsdienst sich aber mit dem.Rotwendigen' be» gnügen. Er bezeichnet einen großen Teil der Opfer des Schlacht- selbes als v e r m e i d l i ch. Das mangelnde Sanitätswesen wecke in dem Soldaten das Gefühl des Verlassenseins, des mutwillig Hingeopferten.' Mit diesen Worten ist trefflick daS Sterben der großen Mehr- zahl der Soldaten in einem modernen Kriege treffend gezeichnet. Sie werden geopfert für Interessen, die nicht die ihrigen sind. „Ein Stenographenstreik". Im„B l i tz", der debattenschriftlichen Zeitschrift des Steno- graphenverbandes Stolze-Schrey, wird in einem besonderen Artikel der bekannte Vorgang im preußischen Abgeorcknetenhause vom 10. Februar behandelt, bei dem unser Genosse Adolf Hoffmann die amtlichen Stenographen halb tot geredet haben soll— wenigstens nach den Darstellungen konservativer Zeitungen. Der Artikel trägt die Ueberschrift:„Ein Stenographenstreik", aber es wird gleich hinzugefügt, daß das Wort in Gänsefüßchen gesetzt werden müsse. Nach einer Schilderung des Zwischenfalles und nach der Wiedergabe einiger scherzhaften und ernsten ZeitungS- auslassungen heißt es: „Nur die sozialdemokratische Partei hatte daS berechtigte Bestreben, den Vorwurf, als ob einer ihrer Redner die Steno- graphen überanstrengt hätte, von sich abzuwälzen. Und so er- schien einige Tage später eine Notiz in deren Zentralorgan, dem „Vorwärts", wonach Hoffmann mit dem Vorsteher des steno- graphischen Bureaus gesprochen und dieser eine Uebermüdung oder Ueberanstrengung der Stenographen in Abrede gestellt habe. Sie hätten bei dem Präsidenten nur den Wunsch auS» gesprochen, da sie durch die lange Sitzung nicht zum Mittagessen gekommen wären, der Landtag möge ihnen die Kosten für das Essen vergüten. Diese Nachricht trägt den Stempel der UnWahrscheinlichkeit an der Stirn. Es erscheint ausgeschlossen, daß wegen einer solchen Geringfügigkeit die Stenographen bei dem Präsidenten vorstellig geworden wären. Soviel wir hören, lag die Sache so, daß man nur eine Pause wünschte, um überhaupt essen zu können, daß der Präsident aber um die späte Stunde keine Pause mehr hätte eintreten lassen wollen und daß er darum die Sitzung abgebrochen hätte. Von einer Ermüdung eines ganzen Bureaus kann nach einer neunstündigen Sitzung im allgemeinen auch nicht die Rede sein...." ES mag ja sein, daß ein kleines Mißverständnis vorgekommen ist, aber auch diese Darstellung bestätigt nur, was an dieser Stelle schon ausgesprochen worden ist: von einem Mattsetzen des steno- graphischen Bureaus kann nicht die Rede sein. . Zollbetrügerei««. Die Kölner Strafkammer verhandelte in den letzten Tagen über eine Anklage wegen Zolldeftaudationen. Eine dortige Holzgroßfirma batie ousländisckie« Holz, da« in großen Ladungen im Kölner Haken ankam, drei Jahre lang in kleineren Holzstapeln verzollt, als an- gekommen waren. Fünf Angestellte der Firma wurden zu Geld- strafen in Höhe von 22 SSV bis 470 M. verurteilt. Der Inhaber der Firma wurde freigesprochen, dock für die Geldstrafen haftbar erklärt, weil er es an der nötigen Beauisicktigung hatte fehlen lassen. Ferner wurden die fünf Angestellten zu einem Ersatz de« Werte« in Höhe von 103 093 M. verurteilt. Für je IS M. wurde ein Tag Gefängnis festgesetzt._ England. Die Stimmung in Südafrika. Londou» 9. April.(Privattelegramm des „V o r w ä r s".) Eine aus Kapstadt eingegangene Meldung besagt, daß die südafrikanische Regierung nichts mehr gegen die Rückkehr der neun deportierten Arbeiterführer ein- zuwenden hat, sobald das dem Unionsparlament vorliegende Gesetz über aufrührerische Versammlungen angenommen ist. Dies wird von den südafrikanischen Genossen als Beweis be- trachtet, daß die Regierung auf ihrem Rückzug eine neue Etappe erreicht hat und daß sie noch weiter retiriercn wird. B a i n erklärt, die Zeit sei nicht fern, da die Regierung froh sein werde, die Rolle, die sie im letzten Jahre gespielt, zu der- gessen. W a t e r s o n meint, daß die Deportierten die Lage der Regierung nicht schwieriger machen wollten, wenn sie nur jetzt einsähe, daß sie einen Fehler begangen habe. Rußland. Die Duma über das Lena-Blutbad. Petersburg, 3. April. Die Reichsduma nahm am Schluß der JnterpellationSdebatte über die Ereignisse auf den Lena-Gold- feldern am 17. April ISIS mit 166 Stimmen der Oktobristen und der Opposition gegen 64 der Reckten und der Nationalisten eine von den Oktobristen eingebrachte Tagesordnung an. In dieser heißt es, daß die Regierung nicht rechtzeitig durchgreifende Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter und zur Regelung ihrer Beziehungen zu der Lena-Gesellschaft getroffen habe. Der Gehilfe des Ministers des Innern habe in seinen Erklärungen Zweifel über die Ordnungsmäßigkeit der gerichtlichen Verfolgung gegen den Gendarmeriekapitän Treschtschenkoff bestehen lassen und ver- sucht, ein den Kapitän fteisprechendeS Gerichtsurteil vorweg zu. nehmen, wodurch klar bewiesen werde, daß das Ministerium des Innern fortfahre die öffentliche Meinung zu verachten und die' Interessen der breiten Masse der Bevölkerung zu ignorieren. Die � Erklärungen des Handelsministers entlasteten sein Ministerium' nicht von dem Vorwurf, Maßnahmen unterlassen zu haben, die das Ereignis vom 17 April 1912 hätten verhindern können; die Er- klärungen des Gehilfen des MmistcrS seien nicht befriedigend. �khanien. Unterwerfung der Aufständischen in Koritza. Dura«», 9. April.(Meldung des Wiener K. K. Telegr.-Korr.- BureauS.) Laut amtlichen Nachrichten aus Koritza haben die Aufständischen die Waffen gestreckt. Die albanesische Gendarmerie ist Herrin der Lage. Man betrachtet den Aufstand als völlig nieder- geworfen. Die Großmächte und die epirotischc Bewegung. Wien, S. April. Das Wiener K. K. Telegr. Korr.-Bureau meldet: Nachmittag? erschienen der englische und der russische Botschafter und der französische Geschäftsträger im Ministerium des Aeußeren und überreichten einzeln dem Grasen Berchtold den identischen Gegencntwurf Rußlands, Frankreichs und Englands für die Antwort der Großmächte aus die griechische Note. Wie die „Wiener Allgemeine Zeitung" aus London von besonderer Seite meldet, hat der Gegenentwurf der Triplecntente folgenden Inhalt: Die sechs Großmächte sollen in Athen erklären, daß sie ihren Ein- fluß auf die albanesische Regierung dahin geltend machen werden, daß den Epiroten sprachliche und religiöse Rechte ge- währt werden. Der Wunsch der Epiroten nach einer z i f f e r- mäßigen Beteiligung an der albanesischen Gen- d a r m e r i e soll als berechtigt anerkannt werden. Es soll ferner in Athen mitgeteilt werden, die Mächte würden die von Griechen- land gewünschte Grenzregulierung im Süden von Argyro- castro in wohlwollende Erwägung ziehen. Bezüglich der Inseln sollen die Großmächte in Athen eine Sicherstellung der mohamme- danischen Minoritäten auf den an Griechenland fallenden Inseln, in Konstantinopel eine gleiche Sicherstellung für die- griechischen Minoritäten auf Jmbros, Tenedos und Castelorizo verlangen, welche Inseln bekanntlich der Türkei von den Mächten zugewiesen wor» den sind. Die Aussperrung öer Steinarbeiter. Eine vollzählig besuchte Versammlung der Ausgesperrte« nahm am Donnerstagabend den Situationsbericht entgegen. Der Referent gab eine sachliche Darstellung von den Ursachen und Wir- kungcn der Aussperrung und zeigte, daß die Arbeiter durchaus Grund haben, mit der jetzigen Situation zufrieden zu fein. So, wie die Dinge liegen, kann es nicht zweifelhaft sein, wohin der Sieg fallen wird.(Lebhafte Zustimmung.) Zentralvorsitzender Starke nahm ebenfalls daS Wort. Er gab in seiner Rede auch eine Darstellung von den zurzeit in den übrigen Gegenden des Reichs ausgebrochenen Kämpfen im Stein« gewerbe. Besonders betonte er, daß die Arbeitgeber bedenken sollten, daß sie es mit einer starken Organisation zu tun haben. Immerhin sei ihr Vorgehen planmäßig organi- siert und die Arbeiter müßten sich auf einen scharfen Kampf ge- faßt machen. Er freue sich, daß die Berliner Steinarbeiter mit so festem Willen und so freudiger Zuversicht dem Kampfe entgegen- fehen. So muß der Sieg auf der Seite der Arbeiter bleiben. Die Stimmung unter den Ausgesperrten ist die denkbar beste. » Alle anfangenden Berufskollegen sind verpflichtet, sich vor Annahme einer Stelle bei der Kommission zu melden. Letzte Nachrichten. Die russischen Zollmaßnahmen. Petersburg, 9. April.(W. T. B.) Die Reichsduma begann heute die Beratung der Gesetzvorlage über die Besteuerung deutschen Getreides in Finnland. Be- richterstatter Rostowzew- machte ziffernmäßige Angabe» über die Einfuhr deutschen Getreides und Mehles in Finn- land, welche bewiesen, daß diese-Einfuhr allmählich die russischen Produkte in Finnland verdränge. Die Kommission habe die Frage aufgeworfen, ob die finnische Bevölkerung nicht durch die Einstellung der Einfuhr deut- schen Mehles geschädigt werde, sie sei jedoch zu der lieber- zeugung gekommen, daß eine bedeutende Perteuerung des Mehles nicht zu erwarten sei. die geplante Maßnahme aber die EntWickelung der finnischen Mehlproduktion sowie die Ausfuhr aus baltischen Häfen nach Finnland fördern werde. Hinsichtlich der russischen Handelsverpflichtun- gen T eutschland gegenüber erklärte Rostowzew, im Handelsvertrage heiße es zwar, daß die russische Regierung die deutsche über eine eventuelle Zollvereinigung Finnlands mit dem Reiche mindestens zwei Jahre zuvor benachrichtigen müsse. Die Kommission habe jedoch im Auge gehabt, daß die Gesetzvorlage keine vollständige Zollvereini» gung Finnlands mit dem Reiche anstrebe, außerdem seien in den Jahren 190K und 1908 mehrfach Zollerhöhungen durchgeführt worden, ohne daß Deutschland Einwen» düngen gemacht habe. Die Kommission habe sich gegen eine vorausgehende Prüfung dieser Gesetzvorlage durch den finni- schen Landtag ausgesprochen, da diese Frage Interessen der russischen Staatswirtschaft berühre. Die ReichSduma nahm die Dringlichkeit der Gesetzesvorlage an. Der„Weiße Wolf" in China. Sianfu, S. April. Die allgemeine Lage ist ernst. Zweitausend kriegStüchtige Räuber und ein Haufen bewaffneter Mitläufer be» finden sich auf dem Marsch nach Westen, Mehrere Gtädt« wurden von ihnen erobert und geplündert» Hunderte von Einwohnern wurden getötet. Der „Weiße Wolf" ließ Proklamationen anschlagen, in denen er die Regierung angreift. Die Ausländer in den fernliegenden Stationen sind angewiesen worden, sich nach Sianfu zurückzuziehen, wo bereits 1600 Mann Truppen von Tungkwan eingetroffen sind und weitere Truppen erwartet werden. Der Luftschiffer Berliner unter Anklage der Spionage. Petersburg, S. April.(Von unserem Privatkorrespondenten.) Wie au» zuverlässiger Quelle verlautet, ist die Untersuchung im Fall Berliner beendet. Gegen die drei deutschen Lustschiffer wird vor dem AppellationSgericht in Kasan verhandelt werden, und zwar gegen Berliner wegen Spionage und gegen alle drei Luftschiffer wegen Ueberfliegens verbotenen Gelände». Die An- gelegenheit wird so beschleunigt werden, daß die ÄerichtSverhaud- lung gleich nach den russischen Ostern stattfinden kann. Die Streikbewegung in London. Lind»n, 9. April. Die Zahl der Ausständigen im Bau- gewerbe, in dem vor mehreren Wochen eine Arbeitsniederlegung begann, nahm heute infolge eines Streiks aller Bau- arbeiter des Bautcnministeriums, dem alle öfient- lichen Gebäude unterstehen, erheblich zu.— Bei den Streitigkeiten der Elektrotechniker und ihrer Arbeitgeber hat sich auch insofern die Lage verändert, als die Elektrotechniker in allen Rc- gierungsgebäuden die Arbeit eingestellt haben. Fortdauernde Kämpfe bei Tampiro. Washington, 9. April.(W. T. B.) Depeschen de» Konter- admiralS F l e t ch e r melden, daß die Kämpfe bei Tampico fovckdauern. Konteradmiral M a h o teilte Fletcher mit. daß die mexikanischen Kanonenboote..Veracruz" und„Zaragoza" Ar« belgrande bombardieren. Nach einer Blättermeldung besteht die Hauptbeute deS Jnfurgentengenerals Villa in Baum- wolle im Werte von 15 Millionen Dollar, wovon bereits ein Quan» tum im Werte von 1 Million Dollar auf dem Wege über die Ver- einigten Staaten nach Europa ausgeführt worden sei, G. m. 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Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungabl Nr. 99. 31. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. ATM Polizeiattacken. Auge. Die Schlafstube dieser Leute zeigte auf dem Boden große, dunkelrote Blutlachen. Im ganzen sollen, wie die„ Niederrheinische Arbeiter- Zeitung" meldet, an 40 Personen bei diesen nächtlichen Polizeiattaden verlegt worden sein. 19dsats, omgbleixo? Gerichtszeitung. Aus Hamborn( Rheinland) werden entsetzliche Amisüberschreitungen zweier Polizisten gemeldet. In der Nacht vom Sonntag zum Montag, 12, Uhr, drangen dort, wie die Niederrheinische Arbeiterzeitung" meldet, zwei Bolizisten mit Namen Schmitz und Steinmeg in das Haus Wilhelmstr. 18a ein. Wie es heißt wollten sie einige Ruheſtörer verfolgt haben, die sich in das Haus- 2012 Die törichten Jungfrauen. geflüchtet haben sollten. Kein Mensch weiß jedoch etwas davon; bleiben zurück. freitag, 10. April 1914. dieses Jahres ohne Arbeit war, faßte er den Entschluß, bei W. cine zubrechen. Er beobachtete mehrere Tage das Haus in der Hoffmung, die Wohnung des W. einmal unbeaufsichtigt zu finden. Als Frau W. am 27. Januar in den Keller ging und die Korridortür nur anlehnte, schlüpfte er schnell in die Wohnung hinein und eignete sich den in der Küche hängenden Korridorschlüssel an. Am nächsten Tage ließ er sich in das Haus einschließen, fand aber nicht den Mut, in die Wohnung selbst einzudringen. In der Nacht zum 31. Januar dieses Jahres fletterte B. dann, die einzelnen Mauerborfprünge benußend, an der Außenseite des Hauses bis zum zweiten Stod werk empor, in dem sich die Lagerräume des W. befanden. Er schlug dann mit einem Revolverknauf die Fensterscheiben ein, um ftohlenen Belzen, die einen Wert von 16 000 m. hatten, verließ er wissen Sachkenntnis die teuersten Pelze zusammen. Mit den gebann mit Hilfe des gestohlenen Schlüffels die Lagerräume über die Hintertreppe. Er schaffte die Beute dann nach den Gepäcaufbewahrungsstellen der Bahnhöfe Alexanderplatz und Stettiner Bahnhof. Von dort wurden die Sachen unter Mitwirkung des Angeflagten Trott nach der Wohnung des Bark geschafft, der dann die Es waren die die Angeklagten Schärfer"( Hehler) herbeibolte. ftrafen der Wiehrzahl der Angeklagten beantragte der Staatsanwalt Guſe und Mielke. Einige Tage später jaß die ganze Geſellſchaft hinter Schloß und Riegel. Mit Rücksicht auf die schweren Vorgegen Brimmer 8 Jahre Zuchthaus, gegen Trott 4 Jahre Zucht" dringen in eine Stube und verlangen mit barscher Stimme Licht. niemand hat etwas von ruheftörendem Lärm gehört. Die Polizisten bleiben" haben dem Agenten Richard Kundt eine Anzahl von dann in die Räume hineinzuflettern. Hier packte er mit einer ge Ein junger Mann will aufspringen, um Licht anzustecken und erhält im gleichen Moment einen Schlag über den Kopf, daß er schwer ins Bett zurückfinkt. Dann gehts ins Nebenzimmer. Beim Zampenschein geht hier die Schlägerei von neuem los. Vier Verlegte Und schon geht es mit der eroberten Lampe weiter. Gine auf und wird im selben Augenblick mit der Säbelscheide Etage höher! Hinein ins Schlafzimmer Einer der Schläfer wacht auf und wird im selben Augenblick mit der Säbelscheide über den Kopf geschlagen. Dann zieht Steinmez seinen Säbel blant und schlägt auf die Insassen des Zimmers ein, die mit Wunden auf Rücken und Armen in die Ecke des Zimmers flüchten. Von da ziehen sie ins Hinterhaus. Ein Ehepaar wird aus dem Schlafe aufgescheucht und unter schrecklichem Radau verlangen die Hüter der Ordnung Einlaß in die eheliche Wohnung. Aus Angst öffnet der Ehemann, die Frau liegt mit ihren Kindern zitternd im Bett. In einem hochnotpeinlichen Verhör wird der Name des Mannes festgestellt. Am 12. Die Liebe, die Dummheit und die Furcht vor dem„ SikenHeiratsschwindeleien ermöglicht, wegen der gestern das Schöffengericht Berlin- Mitte unter Vorsiz des Gerichtsassessors Gran gegen ihn zu verhandeln hatte. Als Zeuginnen marschierten mehrere ältliche Jungfrauen auf, die sämtlich das Recht hatten, sich als verlobte Bräute" des Angeklagten zu bezeichnen. Wie die Anklage ihm 3ur Last legt, hatte der Angeklagte den Mädchen vorgespiegelt, fie zu heiraten, um sie dann gleich hinterher anzupumpen. Wes nehmung einer Zeugin G. Zwischen ihr und dem Vorsitzenden entGeistes Kind diese heiratswütigen Damen waren, bewies die Verwidelte sich folgender Dialog. Vorsitzender: Wann haben Sie den Zeugin: Am 11. Dezember. Angeklagten tennen gelernt? haus und gegen Barz, Guse und Mielke je 5 Jahre Gefängnis. Vorsißener: Wann hat er Ihnen die Ehe versprochen? Zeugin: Das Gericht verurteilte Mielte zu 9 Monaten Gefängnis unter AnVorsitzender: Wann hat er Sie angepumpt? Zeugin: rechnung von 2 Wochen der Untersuchungshaft. Im übrigen lautete Am 13. Vorsitzender: Fühlen Sie sich noch mit dem Angeklagten das Urteil gegen Brimmer auf 4 Jahre 1 Monat Zuchthaus und verlobt? Zeugin: Jawohl. Vorsitzender: Sie wollen ihn also 5 Jahre Ehrverlust, gegen Trott auf 1 Jahr und 2 Wochen Gefäng nis und gegen Bark und Guse auf je 3 Jahre Gefängnis. Zeugin: Ja, wenn er mir mein Geld wiedergibt. Vorsitzender: Na, dann brauchen Sie doch das Geld nicht, es bleibt doch dann in der Familie. Zeugin: Ja, wenn er mir mein Geld Auf demselben Flur in der gegenüberliegenden Stube schlafen gibt, bin ich seine Braut, sonst nicht. Eine andere Braut", die einige Rumänen. Auch da wird eingebrochen. Angstvoll gibt, bin ich seine Braut, ſonſt nicht. richtet sich ein junger 15jähriger Rumäne in seinem Bett auf, bis der Angeklagte in Posen kennen gelernt hatte, mußte folgenden " Revers" unterschreiben, den der Angeklagte aufgejezt hatte: ihm Schumannssäbel Hafenbauende Sus mi beigebracht hate Meine Braut verpflichtet sich, Anfang Januar nach Berlin zu tommen, um sich mit mir zu verheiraten. Sie muß ihr Vermögen mitbringen und mir geben." Die Zeugin hat diesen Schein auch unterschrieben, um dann nach Berlin zu kommen und dem Angeflagten als Anzahlung auf ihr Vermögen 170 M. zu übergeben. Der Amtsanwalt beantragte gegen den Angeklagten, der jede Schuld bestritt, 3 Monate Gefängnis. Das Gericht sah die Sache och milder an, dabei offenbar von der Ansicht ausgehend, daß man bei einer derartig polizeiwidrigen Dummheit der Zeuginnen von einem raffinierten Vorgehen des Angeklagten überhaupt nicht sprechen könne. Das Urteil lautete deshalb nur auf 2 Monate GeEin anderer ist çiligst aus dem Bett herausgesprungen. Er erhält einen Fußtritt gegen die nadten Schienbeine, daß er blaue, blutunterlaufene Fleden davonträgt. Die beiden Polizisten wollen den Schauplatz ihrer Tätigkeit verlassen, da fällt ihnen ein, daß sie rechts am Ausgang noch eine Wohnung vergessen haben. Wieder gehts hinein! Und wieder saust der Schuhmannssäbel auf die Köpfe der überrascht auffahrenden Schläfer, die nicht wissen, was ihnen geschieht. heiraten? fängnis. " Auch in der Mittelstr. 19 wurde nach den angeblichen Ruhe störern gesucht und auch dort wurden vier Leute, die auf einem Zimmer schliefen, von den Schuhleuten im Bett durch Säbel= hiebe verlegt. Dann brachen die beiden Polizisten im Hause Die verwegenen Kletterkunststüde eines Einbrechers, der es Mittelstr. 26 in das Schlafzimmer einer alten Frau ein, zwangen sie aufzustehen und die Lampe zu halten, derweilen sie sich in das Zimmer der Kostleute begaben, wo Steinmeg ebenfalls mit dem Säbel um sich schlug. Schmitz stand mit vorgehaltenem Revolver an der Türe und hielt die mißhandelten Leute im Schach. Im Hause Sandstraße 23 erschienen die Gefürchteten um 31, Uhr, also volle drei Stunden nach dem ersten Erzeß. Besonders wurde dort ein 45jähriger Arbeiter mit dem Säbel bearbeitet. Dem Mann war die Lippe vollständig durchgeschlagen. Ein Arzt, Dr. Höveler, nähte die Wunde zu. Weitere Verlegungen hatte der Mann, der eine Menge Blut verfor, am Kopfe und an einem fertiggebracht hatte, an der Front eines Hauses entlang bis zum zweiten Stockwerk emporzuflettern, tamen in einer Verhandlung zur Erörterung, welche gestern die 6. Straffammer des Landgericht I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Goebel beschäftigte. Wegen schweren Diebstahls unter Mitführung einer Waffe war der vorbestrafte Hausdiener Paul Brimmer angeklagt. Wegen Begünstigung bzw. Hehlerei hatten sich ferner der Arbeiter Reinhold Trott, der den Spiznamen Rothschild" führt, der Arbeiter Otto Bark, der Plättereibesizer Albert Guse und der Reisende Friedrich Mielte zu verantworten. Der Angeklagte Brimmer war bis zum Jahre 1909 bei dem Pelzwarenhändler Winter in der Lebujer Straße als Hausdiener angestellt gewesen. Als er im Januar " Von der Kinozenfur. Der Kinematographenbefizer Beder in Kassel wollte den Film Ranon" öffentlich vorführen. Der Kasseler Polizeipräsident verbot dies aber, weil die öffentliche Sittlichkeit gefährdet erscheine. Es Film um die Schilderung des Lebens eines hädelt sich bei dem Fire& geht, no im privaten Leben geneigt ist, Liebe zu spenden, aber nur gegen Gold oder Geldscheine. Junge Leute ruinieren sich ihretwegen. Einer, der seinen Bruder von der unglückseligen Leidenschaft für sie befreien will, wird ihretwegen zum Dieb. Sie selbst stirbt an den Boden, nachdem sie einen Geliebten besucht hat. Becker flagte auf Freigabe des Films. Der Bezirksausschuß gab auch seiner Klage statt und hob das Aufführungsverbot auf, weil er den Film nicht für so schlimm erachtete. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte jedoch, unter Abände rung der Vorentscheidung, das Verbot der öffentlichen Aufführung mit folgender Begründung: Da das Gericht den Film nicht habe und ihn nicht vorführen lassen könne, so bleibe nichts übrig, als sich an die Beschreibung zu halten, der von keiner der Parteien widersprochen worden sei. Es werde das Leben einer Person geschildert, die zur Dirne werde und durch materielle Mittel immer weiter bewogen werde, sich den Personen, welche sich um sie bewerben, hinzugeben. Die Unfittlichkeiten felber würden ja nicht vorgeführt. Aber es werde ein solches Leben vorgeführt in Situationen, die unzweifelhaft auf das, was folge, hinweisen. Es werden die Anfänge von Unfittlichkeiten dargestellt und ein unfittliches Milieu geschildert, und zwar in einer Weise, daß ein normaler Mensch in seinen sittlichen Gefühlen aufs äußerste verlegt werden müsse. Die öffentliche Sittlichkeit gehöre zur öffentlichen Ordnung, und die öffentliche Ordnung zu schüben, gehöre nach§ 10 Teil 2 Titel 17 des Allgemeinen Landrechts zu den Aufgaben der Polizei. Das Verbot sei deshalb gerechtfertigt. Oster Neuheiten Burg Conr.Tack& Cie. 2008 18789 291010 Besonders preiswert! 8888 Damen Halbschuhe Herren- Schnürstiefel neueste Modelle, aparte Straßenschuhe zum Knöpfen, grau 750 zum Knöpfen, schw. U. braun Chevreau Schnöpfen, 890 Riemenschnürung Riemenschnürung 9.50 hell Sportifalbleber 975 fein Chromlad... in neuesten Modefarben 750 hell Sport 1250. falbleder braun Chevreau... 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Friedrich- Wilhelmstädt, Theat. Karfreitag: Mendelsohns Athalia, borgeführt vom Meltendorfschen Dratorienchor. Anfang 8 Uhr. Sonnabend u. an den Dfterfeiertag. abds. 8 Uhr: Die Förster- Christl. 1. Dfterfeiertag nachmittag 31, Uhr: Zapfenstreich. 2. Diterfeiertag nach mittags 4 Ubr: Fräulein Trallala. Der Vorverkauf für die Osterfeiertage hat bereits begonnen. Cines Rollendorf- Theater. Bas Deutsches Künstlertheater mir die Wildnis gab. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Parsifal. Aniang 71, Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Leffing. Peer Gynt. Berliner. König Richard III. Röniggräger Straße. Mr. Wu. Theater am Nollendorfplat. Opernaufführung. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Sinfang 755 1br. Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Freitag: Geschlossen. Die Tages. taffe ist von 10-1 Uhr geöffnet. Sonnabend 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Feiertags Spielplan: Sonntag 3 Uhr: Der Biberpeiz. 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Montag 3 Uhr: Der Biberpelz. Montag 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Theater a.d. Weidendammerbrücke 7 Uhr: Karfreitags- Konzert unt. Mitw. b. Segl. Stammers. Werner Alberti u. d. Operns. Révy- Chapmann. Metropol. Die Reise um die Belt Theater am Nollendorfplatz 5. in 40 Tagen. Aniang 8 Ubr. Urania. Hochspannung. Deutiches Opernhaus. Der Trou badour. Heute geschlossen. Morg. 7, Uhr: 2. Opernaufführung des Sternschen Konservatoriums. Kammerspiele. Die gelbe Jade. DOSE THEATED Deutsches Künstler Theater. Erziehung zur Ziebe. Thalia. Die Schiffbrüchigen. Kleines. Jettchen Gebert. Theater an der Weidendammer Brücke. Der fliegende Holländer. Trianon. Das Ende der Liebe. Komödienhaus. Hinter Mauern. Lustspielhaus. Das große Geheimnis. Schiller 0. Freiwild. Schiller Charlottenburg. Des Meeres und der Liebe Wellen. Theater des Westens. Bolenblut. Montis Operetten. Jung- England. Residenz. Die Cameliendame. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Forster- Chrift!. Rofe. Das Recht auf den Tod. Kasino. Geheimnisse von New York. Herrnfeld. Haufierer Jodele. Die legte Ehre. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Stom pagnie. Palaft- Theater. Spezialitäten. ang 8, Ubr. Luisen. Geschlossene Vorstellung. Walhalla. Heimat. Folies Caprice. Tohuwabohu. Das Karnidel. Das Erdbeben. Anjang 8%, Ubr. Neues Bolts- Theater. Barrens Gewerbe. Anfang 9 Ubr. Frau Admiralspalaft. Jm Tangollub. Berliner Eispalast. Amor auf Urlaub. Eisballett. Cines Nollendorf- Theater. Was mir die Bildnis gab. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Wanners Schiller- Theater 0. heater. Freitag: Gefchloffen. Sonnabend, abends 8 Uhr; Freiwild. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Sonntag, abends 8 Uhr: Das große Licht. Montag, nachmittags 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Montag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag: Geschloffen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Des Meeres und der Lie be Wellen. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Rosenmontag. Sonntag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Montag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Montag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Theater in der Königgrätzer Straße Geschlossen. Morgen 7 Uhr: Zum 1. Male: uy. Wn. Komödienhaus. Heute geschlossen. Morgen 8 Uhr: Hinter Mauern. Berliner Theater. Heute geschlossen. Morg. 7, ühr: König Richard III. 18. Residenz- Theater Uhr Heute geschlossen. Sonnabend, den 11. April: Die Cameliendame. 1. und 2. Osterfeiertag: Der Regimentspapa. 8 Uhr 1. Dfterfeiertag nachmittags 3 Uhr: Gretchen. Große Frankfurter Str. 132. Heute geschlossen. Sonnabend: Das Recht auf den Tod. Sonnt. 3 Uhr: Das Recht auf den Tod. Sonntag 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Montag 3 Uhr: Im weißen Röss'l. Montag 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. 200 200 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 13. April 1914( 2. Osterfeiertag), in den Konzertsälen von Obiglo, Koppenstr. 29: Instrumental- und Vokal- Konzert Mitwirkende: Der Thilosche Chor Namenlos"( Dirigent: Herr Thilo). Das Berliner Tonkünstler- Orchester( Dirigent: Herr Blume) und die Konzertsängerin Margarete Blume. Es kommen unter anderen zur Aufführung Werke für Männerchor und Orchester. Saalöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Nach der Aufführung: TANZ. Eintrittskarten à 50 Pf. sind noch zu haben bei den Bezirksführern und in den mit 212/ 13* Plakaten belegten Geschäften. Auf Anregung der Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet der Hausarztverein Neukölln am 14. April( 3. Osterfeiertag), ab. 8, Uhr, im großen Saal der ,, Nenen Welt", Hasenheide eine Oeffentliche Volksvorstellung: Die Schiffbrüchigen". Ein Theaterstück in 3 Aufzügen von Brieux. Direktion Hans Reitz. Jugendliche unter 16 Jahren haben keinen Zutritt. 79/7 Karten à 35 Pf. inkl. Programm sind zu haben in Neukölln bei Bartsch, Hermannstraße 49; Kuhnert, Stuttgarter Str. 54; Höse, Wissmannstr. 26; Israel, Emserstr. 4 und 111, und in der Vorwärts"-Spedition, Siegfriedstraße sowie bei allen Funktionären des Vereins, für Berlin- Süden bei M. Thurm. Böckhstr. 37. Empfehlenswert ist es, sich rechtzeitig mit Karten zu versehen. Männerchor Lerche-& inigkeit" ,, Hutmacher, Berlin M. d. D. A.-S.-B. Ohormeister van den Dries Sonntag, den 12. April( 1. Osterfeiertag), im Hotel ,, Deutscher Hof( Apollo- Saal), Luckauer Str. 15 ( an der Oranienstraße): 1646b Großes Konzert::: Mitwirkende: Frau Henriette Friedrichs- Böhmer, Konzert- und Oratoriensängerin, Herr Armin Liebermann, Cello- Virtuose, Kammermusikvereinigung„ Spannemann". Saalöffnung 5 Uhr. Anfang präzise 6 Uhr. Nach dem Konzert: Ball:: Eintritt inkl. Tanz 60 Pf. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Programm u. Liedertexte am Eingang gratis. M. d. D. A.-S.-B. Männerchor ,, Moabit" Chormeister: 0. Sander Sonntag, den 12. April( erster Feiertag), im Moabiter Gesellschaftshaus", Wiclefstraße 24: Großes Konzert Mitwirkende: Berliner Sinfonie- Orchester. Dirigent: Fr. Honigmann. Fräulein Tilly Else Pieschel, Lieder zur Laute. Kassenöffnung: abends 6, Uhr. Beginn 7, Uhr. Eintritt 60 Pf., an der Abendkasse 75 Pf. Billetts im Vorverkauf bei den Mitgliedern so wie in den mit Plakaten belegten Geschäften. 59/1 Sanger Sängerchor Wedding Sagestreunde Chormeister C. Thilo. M. d. D. A.-S.-B. Sonntag, den 12. April( 1. Ostertag) in den Pharussälen, Müllerstr. 142: Sänger- Morgensprache. Referent: Genosse E. Däumig. 58/ 20* Alle Sänger und Sängerfreunde sind hierzu herzlich eingeladen. Anfang 10 Uhr. Der Vorstand. Zu unserem am 26. April in der Sing- Akademie stattfindenden Konzert sind noch Billetts bei den Mitgliedern zu haben. Gesangverein„ Liedertafel Berlin West M. d. D. A.-S.-B. Chormeister: Fritz Stempel. Ostersonntag, den 12. April, im Saale der Victoria- Brauerei, Lützowstraße 111-112: KONZERT<<<< Mitwirkende: Fräulein Irene v. Brennerberg( Violine) und Kahntsche Solisten- Kapelle. Eröffnung 6%, Uhr. [ 59/3] Anfang 7, Uhr. Programm inkl. Liedertexte 50 Pf. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. Heute Starfreitag: Geschlossen. Morgen Sonnabend: Gefchloffene Vorstellung. aus 2200 200 Walhalla- Theater. Heute Karfreitag: Geschlossen. Morgen Sonnabend 8, Uhr: Heimat. 66:: Berliner: Clou❝ ,, Clou Mauerstraße 82 Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. URANIA Taubenstraße 48/49. Heute geschlossen. Sonnabend 4 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. 8 Uhr: Hochspannung. Zoologischer Garten. Heute am Karfreitag Eintrittspreise: Zoo: 50 Pf. Aquarium: Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Morgen u. folgende Tage: Großes Konzert. Neu! Neu! AQUARIUM 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Zirkus Alb. Schumann. Heute Karfreitag geschlossen. Morgen Sonnabend, den 11. April: Um 9 Uhr: Fortsetzung des International, Ringer- Wettstreits. Es ringen folgende Pare: Entscheidungskarapf 1. Deriaz gegen Myake ( Schweiz) ( Japan) 2. Humbert gegen Spuhl ( Tunis) ( Rußland) Fortsetzung des Kampfes 3. Petlivan ( Türkei) gegen Saft ( Deutschland) Vor den Ringkämpfen: abends 7, Uhr: Auffahr. d. gr. Ausstattungsstücks ,, Tipp" sowie das große Sportprogramm. Voigt- Theater Babstraße 38. Sonntag, den 12. April 1914: Nachm. 3 Uhr: In letter Stunde. Abends 8 Uhr: Mutter Thiele. 2. Feiertag 3 Uhr: So find fie alle. abends 7 Uhr: Brezivja. Dienstag, 8 Uhr: Mutterliebe. Staffeneröffn. 10 Uhr, Anf. 3, 8, 7 Uhr. More Großes Doppel- Konzert u. Gastspiel. Admiralspalast Sonnabend: Prager Tonkünstler- Orchester. Dirigent: Kapellmeister und Komponist Julius Fucik. Musikkorps des 4. Garde- Regiments zu Fuß. Dirig. Oberm. Schrader. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. An allen 3 Feiertagen: Großes Doppel- Konzert u. Gastspiel. Eis- Arena Heute geschlossen. Casino- Theater Lothringer Strane 37. Täglich 8 Uhr. heute geschlossen. Morgen: Prager Tonkünstler Orchester. Dirigent: Kapellmeister Geheimnisse von New York. und Komponist Julius Fucik. Musikkorps des Kaiser- Franz- Garde- Grenad.- Regts. Dirig. Oberm. Becker. Eintritt 50 Pfennig. An allen Feiertagen abends 8 Uhr: Wo die Liebe hinfällt. Anfang 1. und 2. Feiertag 4, Uhr. Anfang 3. Feiertag 3%, Uhr. Nachm. 4 Uhr: Die olle Webern. Gewerkschaftshaus Am 1. und 2. Osterfeiertag: :: Musikalische Unterhaltung:: Winter 7 Garten Heute: Geschlossen! Sonnabend, den 11. April: Die 14 April- Attraktionen! Entreeplatz wochentags 60 Pf. An beiden Osterfeiertagen je 2 Vorstellungen 2 Nachmittags 31, Uhr: kleine Preise!" Rauchen gestattet! Metropol- Theater. Heute geschlossen. Morgen Sonnabend, den 11. April, abends 8 Uhr: Gastspiel des Deutschen Theaters Das alte Spiel von Jedermann. Moissi. Bertens. An beiden Osterfeiertagen: Nachmittags 3 Uhr: Ein Blikmädel. Abends 7 Uhr 55 präzise: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Berliner Prater- Theater Staftanienallee 7-9. Sonntag, den 12. April, 1. Feiertag: Apollo- Theater. Der Hüttenbefiber. 8 Uhr. Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr. Heute Karfreitag geschlossen. Morgen das große Varieté- Programm! Rauchen gestattet! Folies Caprice. Morgen Sonnabend: Komiker Schnitzel. Der Dorfmusikant. An allen 3 Feiertagen: Die Novitäten. Schauspiel in 4 Atten von G. Dhnet. Montag, den 13. April, 2. Feiertag: Einmaliges Gastspiel Polnische Wirtschaft Boffe mit Geiang in 3 Alten. Musif von J. Gilbert. Dienstag, den 14. April, 3. Feiertag: Gr. Extra- Soiree: Apollo- Sänger. Trianon- Theater. Karfreitag geschlossen. Sonnabend, Anjang 8 Uhr: Das Ende der Liebe. An beiden Feiertagen, abends 8 Uhr und nachm. 3 Uhr: Die Notbrücke. Reichshallen- Theater Heute: Keine Soiree. Morgen: Elite- Soiree der Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. 1. u. 2. Feiertag, nachm. 3 Uhr, zu ermäßigten Breis. Stuckes Pfingstfahrt Abends: Unsere füßen Dienstmädels. Passage- Panoptikum. Heute den ganzen Tag geöffnet! Alles ohne Extra- Entree! Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaktion bem Bublitum gegenüber feinerlet Berantwortung. Nr. 99. 31. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jugendbewegung. Wie die deutsche Jugend ,, ertüchtigt" wird. Freitag, 10. April 1914. flug Leipzig- Königsberg- Straßburg hinter Breslau in dichten Herzen", in der Stammprovinz Brandenburg werden zarte Nebel geraten und durch schlechtes Arbeiten des Kompasses in nord- Menschenkinder schon öffentlich feilgeboten. In einem Lokalblatte östlicher, statt in nördlicher Richtung weiter geflogen sei. Als er befindet sich folgende Anzeige: nach drei Stunden zu Boden ging, um sich zu orientieren, habe Das Organ der Lübecker Behörden, die„ Lübeckischen An- er eine Festung unter sich gesehen. Er sei noch immer im Glauben zeigen", bringen folgenden Hinweis auf in Lübeck geplante Jugend- gewesen, in Deutschland zu sein und sei gelandet. Daß er durchaus veranstaltungen: feine Spionage beabsichtigt habe, gehe schon daraus hervor, daß er, " Dienstboten ausgeschlossen! Ein ganz gewöhnlicher Dorfwirt in der Neumark läßt nachstehende vielsagende Zeitungsannonce los: Albrechtsbruch. Am 3. Osterfeiertag: Tanzvergnügen Karl Stolze. 9jähriger Knabe für leichte Arbeit zu vergeben. Für Kleidung und Schulgeld wird gesorgt. Auskunft in der Exp. d. Bl. Hier soll also ein schwaches Kind genau wie eine Sache oder Der Krieg ist nahe. Blau- weiß- blau macht mobil. der Betriebsstoff für 13 Stunden an Bord seines Flug- ein Stück Vieh vergeben" werden, nur gegen das bißchen Kost. An den beiden Östertagen werden sich die Garnisonen zeuges hatte, ja einfach hätte wenden und nach Deutschland zurück- Wie lästig und überflüssig muß dieses arme Wesen sein, das sich mit der Deutschen Jugendwehr, blau- weiß- blaue Frei scharen, der Nachbarstädte Hamburg, Wandsbek, Kiel, kehren können, wenn seinerseits irgend eine Spionage beabsichtigt neun Jahren schon sein Brot selbst verdienen soll! In was für einer Schleswig, Plön, Malente- Gremsmühlen, Eutin, Oldesloe gewesen wäre. Erst bei seiner Landung sei ihm durch die Bevölke- er bärmlichen Lage müssen sich die Angehörigen befinden, die und Lübeck vereinigen, um auf der Palinger Heide eine rung und durch die Gendarmen flar gemacht worden, daß er in ihr neunjähriges Kind schon als Ausbeutungsobjekt auf den Menschengroße Schlacht zu liefern. Die Truppen treffen am Oster- Rußland gelandet sei. Wie in den Voruntersuchungen festgestellt markt bringt! Göttliche Weltordnung! Sonnabend ein und werden von den Lübecker Kameraden empfangen war und durch die Zeugen bestätigt wurde, hatte Mischewski weder und in die Quartiere geführt. Am ersten Ostertage wird auf dem einen photographischen Apparat noch überhaupt ein Stück bei sich, Burgfelde ein Feldgottesdienst abgehalten, woran die ein so daß der Verdacht der Spionage von vornherein hätte hinfällig zelnen reitorps mit ihren Fahnen teilnehmen. Nach diesem werden müssen. In der Tat ist der Deutsche auch nicht wegen verfindet ein gemeinschaftliches Essen statt. Die Truppen begeben sich um 2 1hr nachmittags vom Marktplag aus in ihre fuchter Spionage, sondern wegen der oben angeführten Vergehen beStellungen. Von 6 Uhr abends an herrscht Kriegszustand. straft worden. Drei Monate Gefängnis sind übrigens das Mindest Am nächsten Morgen wird voraussichtlich die Schlacht durch maß an Strafe, welches das russische Gesez für derartige Vergehen Vorpostengefechte eingeleitet, während die Entscheidung gegen festsetzt. wozu freundlichst einladet Mittag fällt. Hierauf beim Musikerwäldchen allgemeines AbDienstboten haben feinen 8utritt. fochen. Um 6 1hr rücken die Freischarler wieder in Lübec Ein italienisches Militärluftschiff explodiert. Klassenordnung auf dem Tanzboden einer ein, wo dann die auswärtigen Kameraden per Bahn wieder ihre Eine Katastrophe, wie sie im vorigen Jahre das deutsche Dorfkneipe! Weiter läßt sie sich kaum treiben. OffenMilitärluftschiff L. II betraf, nur mit dem Unterschied, daß bar sollen die Dienstboten am 2. Feiertage bei Herrn Stolze Man muß sich vergegenwärtigen, daß es Jugendliche sind, die diesmal keine Menschen dabei ums Leben kamen, hat am das Tanzbein schwingen und der dritte soll für das„ beffere" in Lübed eine große Schlacht schlagen werden und deshalb aus Donnerstag früh die italienische Militärluftschiffahrt be- Publikum reserviert bleiben. Wenn sie einen Funken von ihren„ Garnisonen“ zuſammenſtrömen. Damit auch nichts fehle, iſt troffen. Nach einer Meldung der„ Tribuna" aus Mailand Ehrgefühl haben, betreten sie das Lokal des stolzen Karl Stolze sogar ein" Feldgottesdienst" geplant, der sicherlich das Ansehen wurde in der Nähe von Cantua das lenkbare Militär- überhaupt nicht, sondern beantworten eine solche Mißachtung der religiösen Zeremonien erhöhen wird. Der Marktplatz, dessen Iuftschiff„ Citta di Milano" durch eine Er- mit dem Eintritt in die Landarbeiter Benugung den Arbeitern für ihre Umzüge versagt wird, ist der plosion völlig zerstört. Die Insassen, drei Offiziere Partei organisation, werden sie Mitstreiter für eine Sammelplatz dieser, Freisch ärler". und vier Mechaniker, erlitten glücklicherweise nur leichtere Ordnung der sozialen Gleichheit aller Menschen. Solche Veranstaltungen tragen zweifellos zur Verrohung der Verlegungen. Hundert Mann Infanterie von der GarJugend bei und stärken deren Uebermut. Aber der höhere Blödsinn nison Como begaben sich sofort an die Unglücksstelle. solcher Kriegsspielerei entwidelt gerade jene Eigenschaften, die die Ueber die Ursache des Unglücks wird uns noch folgendes Boltsfeinde für ihre Zwecke nötig haben mitgeteilt: Das Luftschiff mußte infolge eines Defeftes bei oben herab in jeder Weise begünstigt. Cantua landen, und eine große Menschenmenge strömte hinzu. Plötzlich erfolgte mit lautem Anall eine Explosion und das Schiff verbrannte vollständig. Außer den Insassen erlitten auch viele der Umstehenden durch die Flammen Verlegungen, die aber ebenfalls nur leicht sein sollen. Garnisonen erreichen.' deshalb wird er von Aus aller Welt. = erbaut worden ist, ist seinerzeit aus dem Ergebnis einer all„ Citta di Milano", das von dem Ingenieur Forlanini gemeinen Sammlung dem Heere zur Verfügung gestellt worden. Es hatte eine Länge von 77 Meter und einen Höchstdurchmesser von 18 Meter. Die Verurteilung des Fliegers Mischewski in Rußland. Der deutsche Flieger Bernhard Mischewski ist am Mittwoch von dem Warschauer Appellationsgericht zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten ohne Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt worden. Das Gericht beschloß die Haftentlassung des Fliegers gegen eine Kaution von 3000 Rubel. Seitens der Deutschen Flugzeugwerke in Leipzig ist diese Summe heute bereits bei dem Auswärtigen Stöffler rüstet zum Flug nach Monaco. Amt in Berlin deponiert worden, das den Betrag zu überweisen Ernst Stöffler ist am Donnerstagvormittag gegen 8 Uhr hat. Mischewski wird aller Wahrscheinlichkeit nach erst Anfang 35 Minuten von Mülhausen aufgestiegen, um nach Gotha zu nächster Woche nach Deutschland zurückkehren. Der Antrag des fliegen, wo er am Freitag früh seinen Start nach Monaco Verteidigers W. v. Dobrcinsky auf sofortige Haftentlassung wurde zu unternehmen gedenkt. abgelehnt. Kinderhandel. Nach einer Meldung aus Warschau war Mischewski angeklagt worden: 1. wegen Ueberfliegens der russischen Grenze, 2. wegen Nicht nur im heiligen Land Tirol und anderen gut katholischen Passierens einer Festungszone( Pultusk). Im Laufe der Verhand- Gegenden gibt's Kinderhandel und Kindermärkte, auch lung schilderte Mischewsti, daß er auf einem beabsichtigten Reford- in dem lutherischen und reformierten Preußen, ja, in dessen Kleine Notizen. und Von einem marokkanischen Stamm getötet wurden, wie jetz zur Gewißheit geworden ist, die beiden vermißten französischen Militärflieger, der Artilleriehauptmann Heroé und ein Kor poral. Bei einem Fluge, der von Casablanca nach Fes führen sollte, mußten fie infolge eines Motordefekts im Gebiete des Zemmurstammes landen, wo sie überfallen und getötet wurden. Tödlicher Absturz. Der belgische Militärflieger Verschaeven stürzte, als er einen neuen Apparat erprobte, auf dem Flugplak des zweiten Gleises auf der Bahnstrecke Sirkedschi- San Stefano von St. Job bei Goor ab und wurde sofort getötet. Sechs Bahnarbeiter verschüttet. Bei den Erdarbeiten zur Legung sind wie aus Konstantinopel gemeldet wird in der Nähe des Bahnhofs Matrikoej Erdmassen eingestürzt, wodurch sechs Arbeiter getötet und sieben verlegt wurden. Der Bandalismus der Suffragetten. Eine Frau, in der man eine Anhängerin des Frauenstimmrechts vermutet, zertrümmerte am Donnerstag in der statistischen Abteilung bes britischen Museums in London mit einem Beil eine Anzahl Glasfästen und richtete dabei erheblichen Schaden an. Die Frau wurde verhaftet. Eifersuchtstat eines Berliner Arbeiters. In Helmstedt ( Braunschweig) erschoß am Donnerstag der Eisendreher Fried. rich Blank aus Berlin seine Geliebte mit einem Revolver und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Mit schweren Ver legungen wurde er ins Krankenhaus transportiert, wo er hoffnungslos daniederliegt. 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Von verschiedenen Seiten wurde der Magiftrat heftig ge- Elfe Kühne( Nezitation) und Fräul. Elia Colman( Lieder zur Laute). Am Donnerstag hat die Delegiertenversammlung der Ge- fünstlerische Ausgestaltung, als um die Frage der Aufhebung des hält am Sonntag, den 12. April,( 1. Osterfeiertag) in Café Bellevue, Hauptstr. 2, einen Volksliederabend ab unter Mitwirkung von Frau nossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger selbst ihre Arbeiten Marktes. Von verschiedenen Seiten wurde der Magistrat heftig gebegonnen. Vor Eintritt in die eigentliche Arbeit wurde eine tabelt, weil es ihm nicht gelungen ist, einen anderen Platz für den Elfe Kühne( Rezitation) und Fräul. Elfa Colman( Lieder zur Laute). Trauerfizung abgehalten zum Andenken an den verstorbenen Ge- fich auch Genosse Vogel, während andere Redner sich für die Buchholz. Wochenmarkt ausfindig zu machen. Auf diesen Standpunkt stellte Eröffnung 6 Uhr. Das Programm foftet 40 Pf. nossenschaftspräsidenten Hermann Nissen. Rickelt hielt den Nachruf auf den dahingeschiedenen Führer der Genossenschaft. In Dr. Mayer erklärte, der Magistrat habe sich bemüht, einen anderen vertreterwahlen für gültig erklärt. In einem Protest gegen die Abschaffung des Wochenmarties aussprachen. Bürgermeister Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurden die Gemeinde die Trauer über seinen Tod, so meinte Ridelt, mischt sich auch Plaz für die Abhaltung des Wochenmarktes zu suchen, er habe aber wahl des Bürgerlichen Nette wurde behauptet, daß zwei Wähler: die Freude darüber, daß ein Mann wie Nissen aus den Reihen keinen gefunden. Die Vorlage wurde schließlich einem Ausschuß überder Schauspieler hervorgegangen sei. Stets werde man dankbar daran denken, was dieser Mann für den Emanzipationskampf der wiesen, in dem unsere Fraktion durch die Genossen Bade, Leupold durch Drohung gezwungen worden seien, ihre Stimme für Nette Schauspieler geleistet habe. Es sei nicht wahr, was Neider und und Vogel vertreten ist. Den Rest der Tagesordnung bildete die Be- abzugeben. Ohne diese beiden Stimmen hätte Nette nicht die absolute Mehrheit erreicht. Die Wahl wurde für gültig erklärt; unsere Ge Saffer von Nissen gesagt hätten, nämlich, daß Ehrgeiz und Egois- ratung von Petitionen. Ueber eine Petition der sozialen Arbeitsgemein- nofsen enthielten sich der Stimme. Alsdann wurde beschlossen, von mus ihn an die erste Stelle gebracht hätten. Nein, Nissen mußte Handelsgewerbe beantragte der Petitionsausschuß Uebergang ficherungsordnung der Krankenversicherungspflicht unterliegen, Abschaft der kaufmännischen Verbände betreffend Sonntagsruhe im der Versicherung derjenigen Lehrkräfte, die nach der Reichsverder Führer der deutschen Schauspieler werden, weil er für dieses zur Tagesordnung. Im Gegensatz hierzu beantragte die sozial- stand zu nehmen und für sie in Krankheitsfällen das Gehalt Amt geradezu prädejtiniert war. Nicht nur sein Herz, sondern bemokratische Fraftion die leberweisung an den Magistrat zur Be- ein Jahr lang weiter zu zahlen. Mitgeteilt wurde, daß die Gestand zu nehmen und für sie in Krankheitsfällen das Gehalt auch sein Verstand haben ihn dazu getrieben, den Schauspielern rücksichtigung. Genosse Gebert wies zur Begründung dieses An- ein Jahr lang weiter zu zahlen. Mitgeteilt wurde, daß die Gezu helfen. Sein Ausharren im Kampf für die gute Sache vorbildlich wirken und beim Beginn der ersten Delegiertenbergetverbe beschäftigten Personen die völlige Sonntagsruhe zuteil bemängelt, daß die die Gemeindearbeiten ausübende Tiefbaufirma an vorbildlich wirken und beim Beginn der ersten Delegiertenvertrags auf die Notwendigkeit hin, endlich auch den im Handels- meinde Pankow sich bereit erklärt habe, das Wasser zu 16 Pf. pro Kubikmeter an die Gemeinde zu liefern. Unter Verschiedenem wurde sammlung ohne Niffen solle man einen Rütlischwur ablegen, wie werden zu lassen. Er sprach die Befürchtung aus, daß wenn man, die Kanalisationsarbeiter trotz der schweren Arbeit nur 40 Pf. Stunden. er treu zur genossenschaftlichen Sache zu halten und Vertrauen wie es geplant ist, die Städte mit mehr und mit weniger als lohn zahle. Wenn man in Betracht ziehe, daß die Arbeiter oft bis zu haben zu der Bewegung und ihren Führern. Ridelt forderte 75 000 Einwohnern in der Gefeßgebung unterschiedlich behandele, Ridelt forderte 75 000 Einwohnern in der Gesetzgebung unterschiedlich behandele, Delegiertenebrsammlung auf, sich zum Zeichen dieses Gelöb- den Handelsangestellten in den fleineren Orten die Wohltat einer über die Stnöchel im Wasser stehen müssen, so sei das kein angemessener niffes von den Sihen zu erheben, was geschah. Nach einer fait zweistündigen Pause wird unter Vorsitz von Sonntagsruhe wohl für immer vorenthalten bleiben würde, und bat Lohn. An den Gemeindevorsteher wurde das Verlangen geftellt, Ridelt in die Erledigung der Tagesordnung eingetreten und dringend darum, daß die städtischen Körperschaften fich für die die Firma auf den Vertrag aufmerksam zu machen. Den bürgerlichen Vertretern schien die Behandlung der Frage nicht zu behagen, zwar nimmt die Delegiertenversammlung zunächst den Geschäfts- grundsägliche Anerkennung der völligen Sonntagsruhe für das ganze denn der Schöffe Steeger glaubte den Gemeindevorsteher in Gefahr Reich aussprechen möchten. bericht für 1913 entgegen. In der Debatte hierüber weist BlatenBerlin darauf hin, daß die Einnahmen der verschiedenen Fonds Ausführungen awar nicht bei, aber wenn sie auch den sozialdemo- erreichte damit, daß unserem Genossen Bohl das Wort in dieser Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung pflichtete diesen und er beantragte daher Schluß der Debatte. Die Mehrheit der Vertretung gab dann auch diesem Antrage ihre Zustimmung, fie ganz wesentlich gejunten, die Ausgaben aber bedeutend gestiegen fratischen Antrag ablehnte, fo ging fie doch wenigstens nicht zur Sache abgeschnitten wurde. Damit haben die Herren nur für dies sind. Besonders bedauerlich sei der Rückgang des Solidaritätsfonde um 12 000 M., tros einer erheblichen Zunahme der Mit- Tagesordnung über die Petition über, sondern überwies dieselbe dem mal unsere Genossen gehindert, ihre Pflicht zu erfüllen. Sie werden gliederzahl. An den Verwaltungsfosten müßte erheblich gespart werden. Dagegen sind die Beträge, die für die Unterstützung von Betition verschiedener Hausbefizer in der Hardenbergstraße betreffend Zu erregten Auseinandersetzungen kam es bei Besprechung einer ihre Wünsche und Forderungen bei anderer Gelegenheit erneut zum Ausdruck bringen. Mitgliedern aufgewendet werden, deren Theater eingegangen oder Stundung von Anliegerbeiträgen. Wie aus der Breffe Ober- Schöneweide. die sonst in Not geraten find, nicht gestiegen. Ebenso bedauerlich bekannt ist, find die Anlieger der Hardenbergstraße vom Magistrat sei, daß die Einnahmen des Rechtsschußbureaus ſtart zurückge aufgefordert worden, die Kosten für die Freilegung, erste Einrichtung, sein Ostervergnügen im Schloßpark Wilhelminenhof, bestehend aus Der Turnverein ,, Oberspree" veranstaltet am ersten Osterfeiertag gangen find. Gestiegen seien nur die Einnahmen der für die Pflasterung und Entwässerung der Straße zu entrichten. Die Frauen geschaffenen Einrichtungen. Zum Schluß fordert Platen Betenten behaupten nun, daß die Beranlagung zu Ünrecht er- turnerischen Aufführungen, Konzert und unter Mitwirkung der Willauf, für eine Stärtung der Einnahmen zu sorgen. Bolb- Feigl folgt sei, daß die Forderung des Magistrats ihnen vollkommen über bergschen Sänger. Nachdem Tanz. Anfang des Konzerts 7 lb, ( Wien): Gewiß find die Ausgaben gestiegen. Aber sie erfolgen doch im Interesse der Allgemeinheit. Die Hauptfache ist, daß eine raschend gekommen wäre, und sie ersuchen deshalb, die Bei- Saalöffnung 6 Uhr. Freunde und Anhänger des Vereins find herzträge bis zur rechtsträftigen Entscheidung des von ihnen an- lich willkommen. Organisation etwas leistet.( Lebhafte Zustimmung.) In längeren hängig Ausführungen antwortet Ridelt. Gr weist auf das Wachstum der gemachten Verwaltungsstreitverfahrens zu stunden. Wittenau- Borsigwalde. die beantragte, Genossenschaft hin, die feit 1908 bon 6000 auf fast 13 000 MitPetition dem Berücksichtigung gur Die Kohlenschwindler, die in Berlin bereits ihr Unwesen getrieben Diesem glieder gewachsen sei, wodurch sich natürlich auch eine wesentliche Antrage schloß sich Stadtverordneter Mosgau namens der Liberalen haben, waren gestern in Borsigwalde und Reinickendorf- Beft. Ein Steigerung der Ausgaben ergeben habe. Eine Bemängelung der an. Der Redner gab zwar zu, daß der Magistrat als Sachwalter Dreher. hatte sich 3 Kasten Kohlen a 150 Stück beſtellt, das zu hohen Reisekosten für Mitglieder des Zentralvorstandes erfolge ber Intereffen der Stadtgemeinde verpflichtet sei, die Anlieger Hundert au 0,85 W. Bei der Ablieferung kam die Frau des M. zu Unrecht. Wiederholt haben sich Reisen dadurch ergeben, daß beiträge einzufordern. Andererseits erklärte er, daß die Stadt- hinzu und frug einen der Händler, ob sie die Schwindler wären, bor Oberbürgermeister, die städtische Theater zu bergeben hatten, den Vorstand der Bühnengenossenschaft zu sich baten, um mit ihm berordnetenversammlung nicht nur den Rechtsstandpunkt, sondern denen gewarnt worden sei. Diefer wies jedoch die Frage mit großer über wichtige Fragen zu verhandeln. Wenn Sie das Vertrauen auch den Standpunkt des Mitgefühls mit den Anliegern walten Entrüftung zurück. Nachdem sich die Schwindler entfernt hatten, und zu uns nicht haben, daß wir sachgemäß und richtig vorgehen, dann lassen müsse. Diesen Ausführungen trat Genosse Dr. Borchardt die Kohlen gezählt wurden, stellte sich heraus, daß es statt 450 mur haben Sie ja das Recht, einen anderen Vorstand einzusehen. grundsages das Mitgefühl mit den armen Grundbefizern in der trag für die fehlenden Kohlen retour, der ihm mit 0,60 m. gezahlt scharf entgegen. Er wandte sich dagegen, daß an Stelle des Rechts- 870 Sohlen waren. R. verfolgte die Händler und forderte den Be( Stürmische Chorufe.) Nach Annahme eines Schlußantrages wird dem Zentralbor Gardenbergftrabe treten solle. Darüber, daß Anliegerbeiträge bezahlt wurde. Sofort bestiegen die Händler den Wagen und flüchteten. stand Entlastung erteilt. werden müsse, bestehe fein Streit, sondern nur darüber, ob die Bei- Am 1. Osterfeiertag hält der Borsigwalder Männergesangverein Es folgen die Neuwahlen. Im Auftrage des Zentral- träge auf Grund des Fluchtliniengesezes oder auf Grund des Freiheitsklänge"( M. d. D. A.-S.-B.) in den Borsigwalder Feſtſälen vorstandes wird von Jeffner- Hamburg zum Präsidenten Ridelt Kommunalabgabengesetzes erhoben werden sollen. Unter Ber- fein Frühjahrsvergnügen ab. Da sich der Berein bei Parteifestlich vorgeschlagen, dem die Konsolidierung der Genossenschaft zu danken wischung dieses Klaren Sachverhalts hätten die Betenten die un- feiten stets zur Verfügung stellt, werden die Genossen und Ge sei. Der Zentralvorstand erblicke in Gustav Ridelt den Würdigsten wahre Behauptung in die Presse lanciert, daß der Magistrat nofsinnen gebeten, sich hieran rege zu beteiligen. für den beriaisten Stuhl Hermann Nissens. Zum Vizepräsidenten Unrecht von ihnen Beiträge einfordere. wird Wallauer- Kiln vorgeschlagen, der demnächst nach Ber- spreche damit das Verlangen aus, daß die Hausbefizer schonender zur Berücksichtigung empfehlen wolle, der Nowawes. lin übersiedele. Der langsame Fortgang des Bahnhofbaues, der unter der Gine Magistrat in jedem einzelnen Falle, wo ein Steuerpflichtiger mit der in der Presse scharfe Kritit erfahren hat, veranlaßte den Bürger behandelt werden müssen als andere Bürger. Gewiß folle der wohnerschaft bereits größten Unwillen erregt und in Vereinen wie Bitte um Stundung an ihn herantritt, das Gesuch prüfen. Auch die meister, sich beschwerdeführend an den Eisenbahnminister zu wenden. Sozialdemokraten wollen nicht, daß Hausbesikern gegenüber rigoros In seinem Antwortschreiben teilt nun der Minister mit, daß er die verfahren wird, aber sie feien nicht damit einverstanden, daß ein bauausführende Firma zur möglichsten Beschleunigung der Arbeiten Hausbefizer lediglich deshalb, weil er Hausbefizer ist, milder be- angewiesen habe. Vor dem 1. Juni d. J. sei jedoch die Fertigstellung des der Beiträge, wie die Betenten sie verlangen, sei etwas, was bisher Bedürfnisanstalt unter der Unterführung in der Eisenbahnstraße, zu handelt werden soll als jeder andere. Eine prinzipielle Stundung füblichen Bahnhofsaufganges nicht zu erwarten. Die öffentliche noch nie dagewesen sei. der die Gemeinde einen einmaligen Baubeitrag von 3000 M. zu hausagrarischen Intereffen und unserem Genossen Dr. Borchardt und 1800 M. und die laufenden Unterhaltungskosten zu tragen hat, werbe Nach weiteren Auseinandersetzungen zwischen Vertretern der leisten sowie die Kosten für die Inneneinrichtung in Höhe von etwa nachdem auch Stadtsynditus Sembristi erklärt hatte, daß aus voraussichtlich bereits Ende April fertiggestellt sein. juristischen Erwägungen beraus dem Wunsche der Betenten teine folge gegeben werden könne. überwies die Versammlung unter Ab- Spandau. lehnung eines sozialdemokratischen Antrages auf llebergang zur Tagesordnung die Petition dem Magistrat zur Berücksichtigung. Das Ergebnis der Präsidentenwahl ist, daß Rickelt mit 156 Stimmen gewählt wird, 14 Stimmen find zersplittert. Ridelt nimmt unter stürmischem Beifall die Wahl an. Präsident Rickelt: Die Genossenschaft hat seinerzeit beschlossen, daß das Amt des Die Genossenschaft hat seinerzeit beschlossen, daß das Amt des Bräsidenten nicht mehr im Nebenamt ausgeübt werden soll. G3 Bräsidenten nicht mehr im Nebenamt ausgeübt werden soll. Ga erfordert also die ganze Persönlichkeit und ich mußz daher mein ganzes Leben von nun an, solange ich im Amte sein werde, der Sache der Genossenschaft widmen. Damit beginnt für mich äußer lich ein neues Leben. Ich werde in Zukunft nichts anderes fennen als das Wohl der Genossenschaft und ihre Förderung. Zum Vize: präsidenten wird Wallauer mit 123 Stimmen gewählt. Rudolf Lettinger erhält 41 Stimmen. Außerhalb der Tagesordnung begründet Gussow Dresden einen Dringlichkeitsantrag, wonach die Lokalverbände sich darum kümmern sollen, daß überall bei Gründung neuer Theaterunter nehmungen von den Direktoren ausreichende Kautionen zur Sicherstellung der Schauspieler eingezahlt werden. In der Begründung verweist Guffow darauf, daß bei mehreren Theatergründungen in Sachsen jo bei dem Sarasani- Theater in Dresden und bei der Freilichtbühne in Leipzig sich Mängel in dieser Beziehung herausgestellt haben. Der Antrag wird einstimmig angenommen. D Der Petitions Ausschuß Magistrat zu überweisen. Wer die Petition beiterinnen der Deutschen Waffen- und Munitionswerte in MarDem Berein Arbeiter Jugendheim ist von den Arbeitern und Artinikenfelde ein Betrag von 286,65 M. als Märzfranzüberschuß überwiesen worden. Neukölln. 11hr, Selbstmord eines Soldaten. Im Barackenlager des Garde Grenadier- Regiments Nr. 5, am Tiefenwerderweg, hat sich vorgestern Der Soldat war feit längerer Zeit leidend und bereits einmal der Grenadier G. von der 9. Kompagnie das Leben genommen, indem er sich auf der Revierstube mit seinem Dienstgewehr erschoß. operiert worden. Bei der legten ärztlichen Untersuchung hat sich die Notwendigkeit eines nochmaligen operativen Eingriffes ergeben. Es wird vermutet, daß G. den Selbstmord aus Furcht vor der zweiten Operation verübt hat. Jugendveranstaltungen. Wilmersdorf. Die Arbeiterjugend veranstaltet heute eine Spielpartie nach Bichelswerder( zum alten Freund). Abmarich erfolgt 8 1hr morgens vom Jugendheim, Mannheimer Str. 51. Liederbücher und Proviant find mitzubringen! Nachdem ein Antrag, nunmehr in die Erledigung der zahlreichen borliegenden Anträge einzutreten, abgelehnt war, er- Deffentliches Singen auf dem Herzbergplak. Anschließend an stattete Generaljefretär Dr. Selig den Bericht über die Tätig- die im vorigen Jahre mit großem Beifall auf dem Reuter- Platz auffeit des Kartells, das sich bekanntlich neben der Genossenschaft genommenen Gesangsborträge veranstaltet der Männerchor Neukölln eritredt auf den Chorfängerverband, den Musikerverband, die Or- fein erstes diesjähriges öffentliches Singen am Sonntag, den ersten ganisation der Balletteusen und die Organisation der österreichi Osterfeiertag, vormittags 9 Uhr, auf dem Herzberg- Play. Es geschen Schauspieler. Er führt aus, daß das Kartell die Krönung langen ausschließlich Volkslieder zum Vortrag. Alle Sangesfreunde der Schauspielerorganisation darstellt. Die Schauspielerbewegung find hierzu freundlichst eingeladen. jei eine soziale Klaffen oder Standesbewegung, Sonntag, den 19. d. M., findet im Uniontheater, Hasenheide Baumschulenweg. Sonntag, den 12, April( 1. Ofterseiertag) findet die darauf hinauslaufe, dem Schauspielerstand die Stellung im( Unionsbrauerei), eine Kinovorstellung mit besonders gewähltem unser Dsterausflug statt. Abfahrt 5.31 vom Bahnhof Baumschulenweg nach Volksleben und sozialen Leben zu erkämpfen, bie ihm nach der Programm statt. 1. a. gelangen zur Vorführung: Mensch und Belten. Fahrgeld 1,40 M. Proviant und Liederbücher nicht vergessen! Fintenkrug. Von dort Wanderung durch den Brieselang, Krämer nach kulturellen Bedeutung seines Berufes autommt. Wenn das heute Raubtier, Ginfangen wilder Tiere mit dem Lasso, Wanderumg durch zu diesem Ausflug wird die jest aus der Schule entlassene Jugend ganz noch nicht der Fall ist, so liegt das daran, daß das Theater zu die alten Städte Deutschlands, Sächsische Schweiz, das Familien- besonders eingeladen. einer privaten Geschäftsjache gemacht worden ist und daß die leben der Vögel, sowie verschiedene humoristische Darstellungen. An- Weißensee. Sonntag, den 12. April( 1. Osterfeiertag): Tagespartie Schauspieler Angestellte von Unternehmern sind, die man möge fang 2 Uhr, Ende 14 Uhr. Eintrittskarten zum Preise von 10 Bf. nach Biesenthal, Hellsee, Lanke, Ladeburg und Bernau. Abmarsch 7.30 Uhr lichst herabzudrücken sucht.( Lebhafte Zustimmung.) In den für Kinder und 20 Pf. für Erwachsene sind zu haben im Sekretariat. Dann Marsch über den großen Wuden nach dem Hellsee. In Lante morgens vom Antonplag. Fahrt nach Biesenthal, dort Frühstücksrast. " Freien Boltsbühnen" und in der Veranstaltung von Neckarstr. 3, Spedition Rohr, Siegfriedstraße, Bartsch, Restaurant, Mittagsraft. Von Lanke über Ladeburg nach Bernan. Liederbücher und volkstümlichen Vorstellungen durch Stadtgemeinden sowie in den Hermannstr. 49, Lietsch, Wildenbruchstr. 86, Butenschön, Weisestr. 5, Proviant nicht vergessen. Es wird eine große Beteiligung erwartet. städtischen Regiebetrieben jieht die Schauspielerorgani- Bormann, Liberdaftr. 15, Lehmann, Richardstr. 68, Restaurant Brill, fation begrüßenswerte Anfänge einer neuen Zeit. Die Bedeutung Böhmische, Ede Schudomastraße, Schneider, Weisestr. 64. der Organisation auch für den Schauspielerstand fann heute nicht mehr bestritten werden. Durch das Eingreifen der Organisation Friedenau. find Stadtmagiftrate gang plöglich dazu übergegangen, den Forde rungen der Schauspieler Rechnung au tragen. Vorortnachrichten. Ein tödlicher Straßenunfall ereignete fich Mittwochnachmittag gegen 5 Uhr in der Lefèvrestraße. Die in der Nr. 14 des genannten Straßenzuges bei ihren Eltern wohnhafte vierjährige Elsbeth Edert geriet beim Ueberschreiten des Fahrdamms unter einen Bierwagen. Sie wurde schwer verlegt nach dem Lichterfelder Krankenhaus gebracht, bort ist das Kind gestern morgen gestorben. Schöneberg. Spiel und Sport. Radfahrer. Tourenplan: Arbeiter- Radfahrer- Bund" Solidarität". Mitgliedschaft BerIts. Diter 1. Abt. Karfreitag: Hiischgarten( Tabbert). Start: 1 Uhr. montag früb 8 Uhr und mittags 12, Uhr: Wandlik( Gesellschaftshaus). Starts: Bülowftr. 58. 2. Abt. Starfreitag 7 Uhr: Nauen. 1 Uhr: Spandau( Köpnid), Pichels. Die Charlottenburger Stadtverordnetenverfammlung erledigte am Mittwoch in rajcher Reihenfolge zunächst eine größere Die städtische Sparkasse hat mit dem 28. März d. J. im neuen Anzahl von Magistratsvorlagen, die in der Hauptfache Nach Rathause, Rudolph- Wilde- Play, eine neue Zweigstelle errichtet; der bewilligungen für verschiedene Etatspofitionen betreffen. An- Bau der Stahlfammer mit bermietbaren Schrankfächern daselbst Brandenburg- Plaue- Genthin- Jerichow- Langermünde( Restaur. Magde fließung des ehemaligen Oppenheimischen Barts, feit 10 Jahren im städtischen Berwaltungsgebäude, Hohenstaufen genommen wurde nach furzer Debatte bie Vorlage betreffend Er geht seiner Vollendung entgegen. Die Sparkassenzweigstelle I, die Es handelt sich um einen mit alten Bäumen bestandenen Bart straße 49, untergebracht ist, wird im Laufe des Monats Mai d. Js. mitten in der Stadt, der für die öffentliche Benußung erhalten und ihr Domizil nach dem Straßendreieck Moß-, Bamberger und Hohenmit Kinderspielplägen versehen werden soll. Die Arbeiten sollen ftaufenstraße und zwar nach dem Hause Mozstraße 34, Ede Bambereits in diesem Frühjahr in Angriff genommen werden. berger Straße, verlegen, Eine größere Debatte rief die Vorlage betreffend Ausgestaltung Die Osterwanderung der Freien Elternvereinigung führt nach des Bittenbergplases hervor. Dieser Blag, der durch das Potsdam, Michendorf, Schwielowsee, Glindow, Werber, Botsdam. Gebäude der Hochbahn verschandelt worden ist, soll gärtnerisch und Treffpunkt Sonnabenbnachmittag 18 Uhr Bahnhof Groß- Görschen fünstlerisch ausgestaltet werben. Dieser Ausgestaltung fällt straße. Gäfte willkommen. dorfer Str. 39. Start: Fontane Promenade. Ostersonntag früh 4 Uhr: Uhr: Potsdam( Friedrichsgarten). Alle Starts: Fontane- Promenade. burger Hof). Bahnfahrer bis Brandenburg, Abfahrt 5.35 Potsdamer Bahnh. 2. Tag: Besichtigung von Stendal. 3. Lag: Rückfahrt. Dftermontag 3. Abt. Karfreitag nachmittags 1 Uhr: Bohnsdorf( Vierjahreszeiten Wirt). Starts: Laufizer Platz 12. Ostersonntag: Zweitage- Tour nach Dderberg. Für Logis ist gesorgt. Start 6 Uhr früb. Ostermontag: Bernau( Salzmann). Start: 12 Uhr Laufizer Platz 12. Dfterdienstag, nachm. 1 Uhr: Stiekemal( Heidekrug). bis Strausberg 7 1hr und Bahnfahrer bis Müncheberg- Dahmsdorf 10 Uhr 4. Abt. Ostersonntag. I.: Gusow- Blattom. Start: 5 Uhr. Bahnfahrer Schles. Bahnhof, Ditbahn, Fernverlehr. II.: Strausberg( Dungriger Wolf). Start: 12 Uhr. Dftermontag: Familientour: Sirsagarten( pöhnisch). 90 1 278 1 279 Start: 1 hr. Start: 2 Uhr. Diterdienstag: Johannisthal( Neues Gesellschaftshaus). 1( außer Montag) 10-1, aut Dienstag und Donnerstag auch abends 6-9. 5. Abt. Ostersonntag: Biel wird am Start bekannt gemacht, 1 Uhr tachmi.: Weberwiese, Memeler Straße. Dftermontag früh 9 Uhr: Straus erg( ungriger Wolf). Nachm. 1 Uhr: Betershagen( llten Deffauer). Ofterdienstag: Uhlenhorst bei Köpenid, Bahnhof. Start 2 Uhr: Weberviese, Memeler Straße. 6. Abt. Karfreitag: Bergfelde, Kolonie. Start 1 Uhr:: Oderberger Straße 28. Oftersonntag. 1 Uhr: Stolpe, Nordbahn. Dftermontag. .: Früh 8 1hr Gosener Berge. II.: Nachm. 1 Uhr: Raulsdorf Süd Sanssouci). Alle Starts: Oderberger Str. 28. 7. Abt. Dfterfonntag nachm. 2 Uhr: Wittenau( Schulz, Gesellschaftshaus, Hauptstr. 56). Oftermontag nachm. 1 Uhr: Pichelswerder( Alter Freund). Starts: Schulstraße 29. 8. Abt. Starfreitag nachm. 1 Uhr: Damentour: Glienice, Nordbahn, bei Rust. Sonnabend nachm. 5 Uhr: Brandenburg( Boltshaus). Ostersonntag früh 5 Uhr: Brandenburg. Nachm. 1 Nhr: Lichtenrade( Gust. Baul, Kaiser- Wilhelm- Straße). Ditermontag nacým. 1 Uhr: Potsdam Friedrichsgarten). 9. Abt. Ostersonntag nachm. 1%, Uhr: Hennigsdorf( Brose). Diter montag nachm. 12 Uhr: Saatwinkel. Ofterdienstag, abends 7 Uhr Außerordentliche Mitgliederversammlung. 12. Abt. Motorfahrer. Karfreitag: Strausberg( Hungriger Wolf). Start:. 1 1hr Ringbahnhof Frankfurter Allee. Sonnabend: Stettin. Start: nachm. 4 Uhr Prenzlauer Allee, Ede Heinersdorfer Straße. Ditersonntag: Stettin. Start: früh 5%, Uhr. Treffpunkt in Aranne vor Stettin, Berliner Str. 60. Dftermontag: Rheinsberg( Frih hlrich, Friedrichstr. 42. Start: 5%, Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Charlottenburg. Ostersonntag: Buch. Start: 2 Uhr. Dftermontag: Tegelort. Start: 2 lthr. Alle Starts: Rosinenftr. 3. Lichtenberg. Karfreitag: Bezirtstag( Bellevue). Start: 9 Uhr. Ostersonntag: Ertner Umgegend. Start: 10 Uhr 1. und 2. Abt. Lejjingstr. 40. Dftermontag: Eggersdorf( Lindenhof). Start 12%, Uhr 1. u. 2. Abt. Pfarrstr. 74. Reinidendorf. Ostersonntag früh 6 11hr: Budow. Start: Pantow. Ostermontag: Bohnsdorf( Vierjahreszeiten- Wirt). 1 Uhr Bankow, Marktplak. Tegel. Ostersonntag: Hennigsdorf( Brose). Start: 2 Uhr. Dfterdienstag: Saatwinkel Start: 2 Uhr. Bernau Dstersonntag: Kloster Chorin. Start: 7%, Uhr morgens. Nachzügler: Weiland- Melchow. Oftermontag nachm. 1 Uhr: Gorimjee. Alle Starts: Temmler, Wallstraße. Vereinslotal. # Start: Treptow Baumschulen weg. Starfreitag: Mühlenbed. Start: 1 1hr Treptow( früher Kümmel). Ostermontag: Friedrichshagen( Perche). Start: 1 Uhr Baumschulenweg, Krause. Schöneberg. Karfreitag: Tom wird am Start bekannt gegeben. Start: 9 Uhr. Ostersonntag: Osterfest im Schwarzen Adler". Start: Oftermontag: Hirschgarten( Tabbert). Start: 1 hr. 1 5 Uhr abends. Alle Starts bei Obst.. Neutölln. Karfreitag: Jungfernheide( Schlößchen, Seestraße 88). Start: 1 Uhr Neue Welt". Ostersonntag: Zwei bis drei Tage- Tour: Halbe- Unterspreewald( Gasthof Linde). Start: 6 1hr Hohenzollernplay. Ostermontag: Großbeeren( Heinze, Fichtenwäldchen) Start: 12 Uhr Bahnhof Hermannstraße. Ofterdienstag: Miersdorf( Krüger). Start: 12 Uhr Hohenzollernplay. Turner. Turnverein Fichte" veranstaltet Ostern: 2. M.- Abt. 11. bis 13. April: Rathenow, Ferchels, Arneburg, Hämerten, Tangermünde, Stendal. Abfahrt: Sonnabend 6.07 Uhr Schlesischer Bahnhof nach Rathenow. 3. M.- Abt.: Hohen Fläming( Planetal). 1. Tag: Baik, Mörz, Niemegt, Raben. 2. Lag: Grubo, Biesenburg, Belzig. Treff: 1. Feiertag früh 4 1hr Schlesischer Bahnhof. 5. M.- Abt.: Sternberger Land. Alles Nähere auf der Turnhalle. 6. M.- Abt.: 2 Tage: Ueber den Hohen Flaming nach Neuendorf, Radenftein, Wiesenburg nach Belzig. Treff: 1. Feiertag früh 4 Uhr Schlesischer Bahnhof. 7. M.- Abt.: 2 Tage: Malchow, Schöpfurth, Werbelinsee, Joachimsthal, Gollin, Zemplin. Abfahrt: 1. Feiertag früh 5.59 hr nach Malchow. 10. D. Abt.: 3 Tage, 12. bis 14. April. Abfahrt: 1. Feiertag früh 5.42 1hr Stettiner Bahnhof. 1. Tag: Stargard, Neu- Brandenburg, Stavenhagen, Malchin. 2. Tag: Teterow. Burg Schlik, Baren. 3. Tag: Motorbootfahrt über den Müriksee nach Röbel, Mirom. 11. M.- Abt.: 2 Tage: Königswusterhausen, Dolgensee, Brieros, Wolziger See, Storkom( Nachtquartier), Dolgensee, Wendisch- Ries, Scharmügelfee, Rauensche Berge, Martgrafensteine, Fürstenwalde. Abfahrt: 1. Feiertag früh 6.10 Uhr Görlizer Bahnhof nach Königswusterbausen. Stocher mit bringen! 13. M.- Abt.: 3 Tage, 12. bis 14. April: Frankfurt a. D., Fürstenberg, Guben. Abfahrt: 1. Feiertag früh 4.16 Uhr Schlesischer Bahnhof. 14. M.- Abt.: 1. Tag: Michendorf, Ferch, Rejau, Klofter Lehnin. 2. Tag: Colpinsee, Bliefendorf, Glindow, Werder. Treff: 1. Feiertag früh 8 1hr Schlesischer Bahnhof. 15. M.- Abf.: 3 Tage, 12. bis 14. April. Treff: 1. Feiertag früh 5 Uhr Anhalter Bahnhof. Fahrt bis Trebbin, 90 Pf., Marsch nach Glau( Glauer Berge), Blantensee, Korzin, Stangenhagen, Mertensmühle, Rühlsdorf, Luckenwalde( Nachtquartier). 2. Tag: Gottaw, Jänidendorf, durch den Zinnaer Stadtforst nach Zinna, Klein Zinna, Jüterbog( Nachtquartier, eventuell Heimfahrt). 3. Tag: Merfendorf, Schmillendorf, Hoher Golm, Merzdorf. Baruth( Rückfahrt). IP 16. M.- Abt.: 2 Tage: Königswusterhausen, Teupik, Wendisch- Buchholz, Lübben. 17. M.- Abt.: 2 Tage nach der Udermart. Näheres in der Turnhalle. 3. Fr. Abt.: 3 Tage: Müllrose, Mirdorf, Schlaubethal, Bremsdorf, Schlaubemühle, Neuzelle, Guben. Abfahrt: 1. Feiertag früh 4.16 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. Geschlossen: an den ersten Weihnachts, Oster-, Pfingstfeiertagen. Aquarium. Eintrittsgeld 1 M., vom Zoologischen Garten aus 50 Pf. Berg und Hüttenmuseum.( Invalidenstr. 44.) An Wochentagen ( außer Sonnabend) 12-2, an Sonntagen 12-6, im Oktober und März nur bis 5, im November und Februar bis 4, im Dezember und Januar bis 3. Botanischer Garten.( Dahlem, Königin- Luise- Straße 6/8.) Geöffnet nur vom 1. April bis 15. Oftober: unentgeltlich Sonntag, Dienstag, Mittwoch, Freitag 2-7; außerdem an Wochentagen vormittags gegen Eintritts: geld, toofür ber gedrudte Führer" gegeben wird. Botanisches Museum.( Dahlem, Königin- Luise- Straße 6/8.) Mitttooch 10-5, im Dftober bis März nur bis 4. Baumuseum. Siehe Verkehrsmuseum. Eisenbahnmuseum, siehe Berkehrsmuseum. Kaiser Friedrich Museum.( Monbijoustraße.) Geöffnet: an den Wochentagen( außer Montag) 10-6, an Sonntagen( auch an den zweiten Weihnachts, Oster- und Pfingstfeiertagen) 12-6; an Wochen und Sonntagen( auch zweiten Feiertagen) im Oktober und März nur bis 5, im No bember und Februar bis 4, im Dezember und Januar bis 3. Geschlossen: an Montagen und Feiertagen( außer den zweiten Feiertagen). Zutritt unentgeltlich, nur am Dienstag und Mittwoch gegen 50 Bf. Kunstgewerbe- Museum.( Prinz- Albrecht- Straße 7.) Besuchszeit wie beim Alten Museum. Landtagsgebäude. Wochentags 9-12, außerhalb der Tagung. Landwirtschaftsmuseum.( Invalidenstr. 42.) Geöffnet: an Wochen tagen( außer Mittwoch) 10-3, an jedem dritten Sonntag im Monat 11-3. Geschlossen; am Mittwoch und an Sonn- und Feiertagen( mit Ausnahme des dritten Sonntags im Monat). Strafrecht und Auslese. Von Dr. H. van Hentig. 6 m. J. Springer, Berlin W 9. Häßliche Gesichts- und Körperformen und ihre Verbesserung. Von Dr. Fris Koch. Verlag Wega, Berlin W 50. 1. Vor 50 Jahren. Feldpostbriefe und Auszeichnungen von Leutnant G. Schlüter aus dem Feldzuge 1864. 1,20 M. A. Reuschel, Berlin W 57. Groß- Berliner Verkehrsbuch mit Pharus- Plan. Sommer 1914. Pharus- Verlag, Berlin SW 68. 30 Pf. Unter dem Joch. Geschichte einer Jugend. Bon Dito Krille. 3 M. Aus zwei Cuellen. Roman von J. Loewenberg. 4 M. Verlag von Egon Fleischel u. Co., Berlin W. Marktpreise von Berlin am 8. April 1914, nach Ermittelungen des fgl, Volizeipräsidiums. Mais( mired), gute Sorte 00,00-00,00, Donau 00,00-00,00. Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Richtstroh 4,90. Heu 7,20-9,00. Martthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. Speisebohnen, weiße 35,00-60,00. Linjen 40,00-80,00. Kartoffeln( Kleinbdl.) 4,00-7,00. 1 Rilogramm Rindfleisch, von der Keule 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Stalbfleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3,00. 60 Stud Gier 3,00-4,80. 1 Kilogramm Karbjen 1,20-2,40. Aale 1,80-3,20. Bander 1,60-3,20. Hete 1,40 2,60. Barche 1,00-2,20. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd Krebje 3,50-24,00. Wafferstands- Nachrichten Märkisches Museum.( Wallstr. 50/54.) Geöffnet: an Wochentagen ( außer Sonnabend) und an Sonntagen( auch den zweiten Weihnachts, Diter, Pfingstfeiertagen) 10-3, an den Vortagen vor Weihnachten, Ostern, der Landesanstalt für Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau Pfingsten und am Silvester nur bis 1. Geschlossen: am Sonnabend und an Feiertagen( außer den zweiten Weihnachts, Ofter, Pfingstfeiertagen). Meereskundemuseum.( Georgenstr. 34-36.) Am Montag, Mittwoch, Sonnabend im Sommer 11-4, im Winter 10-3; am Sonntag im Sommer und im Winter 12-4. Museum für deutsche Volkstrachten und Volkskunde. Kloster. straße 36. Besuchszeit wie beim Alten und Neuen Museum. National- Galerie.( Museumsinsel). Geöffnet: am Montag, Diens tag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend 10-6, am Donnerstag 1-6, am Sonntag ( auch an den zweiten Weihnachts, Osters, Pingstfeiertagen) 12-6; an Bochen- und Sonntagen( auch den zweiten Feiertagen) im Oktober und März nur bis 5, im November und Februar bis 4, im Dezember und Samuar bis 3. Geschlossen: an Feiertagen( außer den zweiten Weihnachts, Dfter. Pfingstfeiertagen). Zutritt unentgeltlich, nur am Donnerstag 1 M., am Freitag und Sonnabend 50 Pf. Naturkundemuseum.( Invalidenstraße 43.) Montag, Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend 10-4, im Oftober bis März nur bis 3. An Sonntagen und zweiten Feiertagen wie beim Alten Museum. Poftmuseum.( Leipziger Straße 16/18.) Montag, Dienstag, Donners tag, Freitag 10-2, Sonntag und an den zweilen Feiertagen 12-2. Rauch Museum.( Berte von Christian Rauch. Klosterstraße 76.) An Bochentagen 10-4, im Oftober bis März nur bis 3. 10-3. Rathaus.( Königstraße.) Täglich( außer Donnerstag und Freitag) Reichstagsgebäude.( Königsplay.) An Wochentagen vormittags 9 Uhr, wenn Plenarsizungen stattfinden; vormittags 9, 9, 12, 21, Uhr, 1%, Uhr; an anderen Feiertagen geschlossen. Eintrittsgeld 25 Pf. wenn feine stattfinden; an Sonntagen und zweiten Feiertagen 1 und Stadthaus.( Jüdenstraße.) Wochentags 10-3, Sonntags 11-2. Zutritt zum Stadthaus täglich unentgeltlich, zum Turm gegen 20 Pf.( nur am Montag und Donnerstag unentgeltlich). Sternwarte im Treptower Park. Säglich von 2 Uhr nachmittags, im Sommer bis 12 Uhr nachts, im Winter bis 10 Uhr abends. Für Be sichtigung der Sternwarte und des Astronomischen Museums 50 Bf. für Beobachtung mit dem großen Fernrohr 1 M. Täglich 7 bis ( Laubenstr. 48.) ( für AbendvorVerkehrs: und Baumuseum.( Invalidenstr. 51.) Dienstag. Mitt ooh, Donnerstag, Freitag 10-4, Sonnabend 2-7, Sonntag 11-4. An Feiertagen geschlossen, an zweiten Feiertagen geöffnet wie Sonntag, an darauf folgenden Tagen geschlossen. 11 Uhr abends. 50 31. Sternwarte der" Urania".( Invalidenstraße 57/62.) Urania, Sammlungen und wissenschaftliches Theater. Täglich von 10 Uhr vormittags ab. Eintrittsgeld 50 Pf. stellungen von 1 M. an). beim Alten Museum. Völkerkunde- Museum.( Königgräger Straße 120.) Besuchszeit wie 10-3, im inter 10-2. zweiten Feiertagen 12-3, an Bochentagen( außer Sonnabend) im Sommer Zeughaus.( An der Schloßbrüde.) Geöffnet: an Sonntagen und ( außer zweiten Feiertagen). Geschlossen Sonnabend und an Feiertagen Sonn- und Festtagen 50 Pf.; Kinder die Hälfte. Am ersten Sonntag Zoologischer Garten. Eintrittsgeld an Wochentagen 1 Mart, an jedes Monats 25 Pj. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde fällt morgen, Sonnabend, aus. G. 8. Ja. Wasserstand Memel, Kilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor Wasserstand Saale, Grochlig amt jeit 8.4. 7.4. cm em¹) 203+33 -2 Havel, Spandau) 130 12 Rathenow³) 122 Spree, Spremberg) 114+18 Beeslow 142 Beser, Münden 315+47 am feit 8.4. 7.4. cm cm³) 482-16 171-6 334-19 182+24 179 188-3 138 172+5 104 Minden 384 Rhein, Marimiliansau 562 -6 +-2 +6 376+22 96 +22 Köln 423+-30 -43 -1 Nedar, Heilbronn 167+3 259 +5 Main, Hanau Magdeburg 198 Mosel, Trier Fall.) Unterpegel. Krosjen Frankfurt arthe, Schrimm Landsberg Neze, Bordamm Ibe, Leitmeriz Dresden Barby + bedeutet Buchs, Staub 253+9 216+17 Zeitungs- Ausgabestellen und Inseraten- Annahme. Zentrum: Albert Hahnisch, Aderstr. 174, am Koppenplag. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. 2. Wahlkreis: S. und SW: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 42, an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Friz, Brinzenstr. 31, Hof rechis part. Geöffnet bon 11-1, und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis: sten: Robert Bengel 3, Markusstr. 36. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Petersburgerplaz 4( Laden). Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis, Süd often: Vaul Böhm, Lausikerplak 14/15. Geöffnet von 9- 2 und von 4-7 11hr. 5. Wahlkreis: eo Bucht/ Smmanuelfirchstr. 12( Hof). Geöffnet bon 11-1, und von 4-7 11hr. 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: J. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Raden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgaft, Battstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 1hr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Petershagen. Adlershof: Karl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg:.ornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schönbrück und Buch: Heinrich Brose, Mühlenstr. 5, Laden. Bohnsdorf, Falkenberg und Falkenhorst: Paul Gensch, 1868. Die Invalidenrente würde jährlich 202,40 M. ausmachen. Da Bohnsdorf, Genossenschaftshaus Paradies". Sie aber eine Unfallrente von jährlich 662 M. 40 Bf. beziehen, lönnen Sie Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sejenheimer Str. 1. Ge öffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. jetzt die Invalidenrente nicht beanspruchen. Das wäre nur zum Teil be ziehungsweise in vollem Umfange möglich, wenn und soweit die Unfallrente Eichwalde, Schmöckwitz: Ostar Mahle, Stubenrauchstr. 99. weniger als 643 M. ausmachen würde. Sollte eine Stürzung der Unfall- Erkner, Neu- Zittau: Emil Swang, Scharnweberftr. 10. rente erfolgen, so fönnen Sie einen Antrag auf Gewährung der Invaliden- Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: 6. Höfelbarth, 4. Fr. Abt.: 12. und 13. April: Ertner, Fürstenwalde, Rauen, Schar: rente, stellen. Der Antrag ist beim Versicherungsamt mündlich oder schriftlich .3. Friedenau, Steglitz, Südende, Greß- Lichterfelde, mügelfee, Stortom. Abfahrt: 6.33 Uhr vom Bahnhof Bellevue. anzubringen. Eine besondere Form ist nicht vorgeschrieben. Lankwitz:. Bernsee, Alsenstr. 5 in Steglig. Geöffnet von 6. Fr.- Abt. 2 Tage: 3offen, Teuptz, Baruth, Zinna, Ludenwalde, 1. und 2. Nein. J. R. 29. 1. Ja. 2. bis 5. Nein. 6. Wenn die 11-1, und von 4-7 11hr. Näheres in der Turnhalle. Leistungen außergewöhnlich hoch sind, fann Ermäßigung aus§ 20 beanSchöneberger Arbeiter Turnverein. Dfterwanderungen des Artragt werden. A. M. 32. In solchen Fällen hat der Hausverwalter Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, KI.- Schönebeck: Ernst Berimann, Friedrichshagen, Rōpebeiter Turnvereins. 1. Abt.: Ludwigsfelde, Beelis, Ferch, Potsdam. Treff das Recht dazu. P. R. 84. 1. Beim Notar oder beim Amtsgericht, puuft: Sonntag morgens 1,6 Uhr Bahnhof Schöneberg. 2. Abt.: Bots- und zwar bevor 6 Bochen verstrichen sind, von dem Zeitpunkt ab gerechnet, Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. nider Straße 18. dam, Michendorf, Ferch, Werder, Potsdam. Treffpunkt: Sonnabend abends zu dem Sie von dem Erbanfall Kenntnis erlangt haben. 2. Nein. 9 Uhr Bahnhof Großgörschenstraße. Lehrlings- Abt.: 3offen, Teupit,. M. 35. Mein. R. 2. 83. Ja. Benn jedoch Johannisthal, Rudow: Mar Sonsyur, Parkstr. 6. Senzig, Friedrichshagen. Treffpunkt: Sonntag morgens 5 Uhr Bahnhof nicht Kündigungsausschluß vereinbart ist, nur unter Innehaltung der ge- Karlshorst: Richard Küter. Rödelstr. 9, II. Schöneberg. Gäfte zu allen Wanderungen willkommen. feblichen vierzehntägigen Kündigungsfrist. R. S. Der Pfarrer fönnte Königs- Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Freie Turnerschaft Rummelsburg. Männer- Abt. Sonntag, den die Trauung ablehnen. St. 1. und 2. Darüber haben wir noch feine Baumann, Bahnhofstr. 2, Eingang Beeskower Straße. Geöffnet von 12. April( 1. DOsterfeiertag): Tagespartie nach Finkenbrug, Brieselang, Versuche angestellt. F. A. 25. Die Lohnbeschlagnahme wäre nurt Köpenick: Emil Wigler, Riegerstr. 6, Laden. morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Krämer( Kremmener Forst), Velken, Birkenwerder. Fahrgeld 1,20. wegen des Steueranspruchs für das Kalenderquartal Januar- März 1914 Friedrichsfelde. Hohenschönhausen: Treffpunkt: Bahnhof Stralau- Rummelsburg 5.30 Uhr morgens. Abfahrt: zulässig. Wegen der früher fällig gewordenen Steuer kann Ihre Lohn Lichtenberg, Otto Seitel, Bartenbergstraße 1( Laden). Geöffnet von 8,-2 und 5.56 Uhr. forderung, da fie 28,85 M. nicht übersteigt, nicht beschlagnahmt werden. bon 4-7 Uhr. E. 2. 50. Mündliche Kündigung reicht auch aus, sofern im Mietsvertrage nichts anderes bestimmt ist. Jedoch empfiehlt sich Kündigung durch Ein- Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdori: P. eßberg, Rauls schreibbrief des besseren Beweises halber. Die Kündigung müßte spätestens dorf, Ferdinandstraße 17. am fünfzehnten im Befiz des Bermieters sein und wirkt zum ersten des Mariendorf: August 2eip, Chausseeſtr. 29. folgenden Monats, falls eine andere Kündigungsfrist nicht vereinbart ist. Marienfelde: Emil Beinert, Berliner Str. 114 II. Köpenid, G. M. 12. 1. Nur dann, wenn es sich um Schulden Neuenhagen, Hoppegarten: E. Rahom, Wolterstraße 31. handelt, die für den notdürftigen Unterhalt gemacht find. 2. bis 4. Nein. Neukölln: M. einrich, Nedarftr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-1 G. R. 86. Ja. 5. Ja. 820. 6. Ja. 5. E. 54. Nein. und von 4-7 Uhr; Neukölln, Briz: Rohr, Siegfriedstraße 28/29. 9. 325. 1. Ja, falls der Verstorbene unverheiratet war. 2. und 3. Ja. Geöffnet von 7-1 und von 4-7 Uhr. 4. Das Testament muß nach dem Tode unverzüglich eingereicht werden. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. Die Auseinanderseßung zwischen den Erben fann ohne Mitwirkung des Nowawes: Wilhelm Jap pe, Lutherstr. 2. 5. 34. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Gerichts geschehen, sofern die Erben sämtlich großjährig sind. 1. Nein. An das Amtsgericht in Stüftrin. Grenzftr. 7. Zur Einbe Geöffnet von 7 1hr morgens bis 8 Uhr abends. haltung der Miete waren Sie nicht berechtigt. Erstreckt sich die Beschlag Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: Rigmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet nahme auch auf die Aprilmiete, so müssen Sie an den Gläubiger zahlen. von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wegen der fehlenden Beleuchtung und der Zustände auf dem Hof wenden Sie fich an das Polizeirevier. E. 12. Bereits in Araft seit Dtober v. 3. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: 2. Nur dann, wenn zurzeit ein Sohn dient. 3. Die für den fraglichen Drt P. Gurich, Provinzftr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1, u. 4-7 116r. Allgemeine Kranken und Sterbekaffe der Metallarbeiter. zuständige Regierungskasse. 4. An die Ortspolizeibehörde, auf dem Lande Rummelsburg, Boxhagen, Stralau: A. Rosenfranz, Altder Amtsvorsteher. 5. Von einem bestimmten Einfommen nicht abhängig. Borhagen 56. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. ( B. a. G.), Hamburg. Filiale Baumschulenweg. Den mit. R. 100. 1. Ein solcher Schuldschein reicht zum Beweis für die Schenkendorf b. Sönigs- Wusterhausen: Chr. antife, Dorfstr. 10 gliedern, welche in Treptow wohnen, zur Kenntnis, daß am Sonnabend, Existenz der Forderung aus. 2. Siche Abreßbuch II. Teil( Finanz- Schöneberg: Bilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 69, im Raden. den 11. April, im Lokale von Wolfram, Elsenstr. 101, Ede Kiefholzstraße, ministerium). H.( oder G.) 2. 75. Nicht abzugsfähig. Es kann nur Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. abends von 8-10 Uhr tassiert wird. Ermäßigung auf Grund des Kinderprivilegs verlangt werden und falls ein wesentlicher Teil des Unterhalts durch die Unterstügung bestritten wird. Nantiv. So weit ersichtlich, bezieht sich der Schuh nur auf die Bezeichnung. Der Sicherheit wegen fragen Sie beim Patent 2. 3. 66. 1. und 2. Leider nicht. Sie haben nur Anspruch an die Berufsgenossenschaft. R. A. H. Nein. Am 18. April( 2. Dfterfeiertag): Propaganda- Fußballspiel zwischen Rummelsburg I und Tasmania I( Forst) und Rummelsburg II und Slamen( b. Spremberg). Die Spiele finden tatt in Lichtenberg, Tristweg, auf dem Hertha- Sportplat. Eintritt: Erwachsene 25 Pf., Kinder 10 Pf. Fußball. Märkische Spielvereinigung. Heute um 4 Uhr treffen sich im fälligen Fußballspiele: Spandau- Fichte III in Spandau, Seeburger Straße, Reubellas Weißenfee auf dem Tempelhofer Feld, Viktoria- Libertas in Tempel. hof, Friedrich- Karl- Straße, Fichte XI V. f. B. auf dem Tempelhofer Feld, S. C.- Weißensee, S. E.Lichtenberg in Weißensee, Rennbahnstraße. Wilmersdorf. Am 1. Osterfeiertag findet auf dem Vereinsplak der Freien Turnerschaft, Fordenbeds, Ede Cunostraße in Schmargendorf, neben dem II. Britania"-Plak, nachmittags 2%, Uhr ein Propaganda- Fußballspiel Leipzig gegen Wilmersdorf statt. Museen, Sammlungen, Sehenswürdigkeiten. 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