Nr. 102. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando: Vierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntage, numuner mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Belt" 10 Big. Bost 20bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Tur Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgeipaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Etellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pig. Worie über 15 Buch staben zählen für zwei Borte. Inierate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplay, Nr. 1983. Der Waffengebrauch des Militärs. " Mittwoch, den 15. April 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1984. Das allgemeine Stimmrecht in Dänemark. Von Th. Stauning- Kopenhagen. Als ein kleines Ostergeschenk" glaubt das fuadere Berliner Tageblatt" die neue Vorschrift über den Die feit längerer Zeit im dänischen Reichstag geführten| Jahre hindurch auf die härteste Weise regiert. In der Praxis Waffengebrauch des Militärs dem beglückten deutschen Volfe Verhandlungen betr. einer Wenderung der Verfassung sind in wurde der Einfluß des Folkethings ganz aufgehoben; er ankündigen zu dürfen, und die Einwendungen, die es dagegen den jüngsten Tagen zum Abschluß gebracht worden. Falls regierte mit Hilfe des Landsthings und einer Minderheit erhebt, sind überaus vorsichtig und schwächlich, sie treffen das nicht ganz unvorhergesehene Begebenheiten eintreffen, ist die feiner Anhänger im Folfething; er erließ provisorische Gesetze; esen der Sache überhaupt nicht. Es handelt sich in den Durchführung des allgemeinen und gleichen Stimmmrechts mit die Preßfreiheit und die Redefreiheit wurden durch proviBestimmungen nicht um eine Anordnung des Kaisers inner- gleichzeitiger Abschaffung aller Privilegien bei den Wahlen sorische Gejeze gefnebelt, während die Interessen der Gutshalb des Heeres, die durch den götterhaften Begriff der als gesichert anzusehen. besizer auf jede Weise gefördert wurden und eine fostspielige Kommandogewalt gedeckt wäre, sondern es handelt sich um Da diese Sache äußerst interessant ist, wollen wir sie hier und zu gleicher Zeit dumme Militärpolitik einsette. die Verwendung des Heeres nach außen hin gegen die bürgerliche etwas näher beleuchten und dabei auch die Rolle erwähnen, die Während dieser Periode vereinigte sich die gesamte DeBevölkerung und, wie wir gesehen haben, unter Umständen die Sozialdemokratie in dieser Sache gespielt hat. mokratie die Bauerndemokratie, die geistige Demokratie gegen die bürgerlichen Behörden, es handelt sich um Ursprünglich war Dänemark ganz überwiegend ein und die Sozialdemokratie der Arbeiter zu einem gemeineine Auslieferung des des Staates an das Gutdünken acerbautreibendes Land, in dem die Gutsbefizer ihre Bauern samen Stampf gegen die Gutsbesitzerherrschaft. Die Forde der Militärverwaltung. Das aber fann überhaupt regierten und tyrannisierten; bis weit in das vorige Jahr- rung auf Einführung des allgemeinen Wahlrechts war die nicht durch eine einseitige Verfügung des Kaisers geregelt hundert hinein waren die Bauern die Leibeigenen der Guts- gemeinsame Parole und die Anerkennung des Parlamentariswerden, sondern gehört in das Gebiet der Gesetzgebung. Die befizer. Durch die sogenannten Landhaushaltungs- Reformen mus das nächste Ziel dieses Kampfes. Auf der Basis des neue Vorschrift an sich ist daher, ganz abgesehen von ihrem wurden die Bauern aus ihrer Leibeigenschaft befreit, aber bestehenden Wahlrechts- mit relativen MajoritätswahlenInhalt, gesetzwidrig und schlechthin ungültig. Wenn die Par das jahrhundertelange Sflavenjoch hatte tiefe Merkmale in wurde im Jahre 1884 eine Allianz zwischen der Linken und teien im Reichstage auch nur das geringste Rückgrat befäßen, den Bauernstand gepreßt, und diese Merkmale spielten denn der Sozialdemokratie abgeschlossen mit dem Ziel, die Konferwenn sie nicht von so zitternder Angst vor jedem Konflikt auch eine Rolle bei den späteren Verfassungskämpfen. vativen aus dem Folkething zu drängen, was denn auch erfüllt wären, so müßten sie sich sofort nach Wiederzusammen- In der Mitte des vorigen Jahrhunderts, unter dem Ein- beinahe vollständig erreicht wurde. Die Zinke erhielt hiertritt des Reichstags gegen diese traurige Erledigung des elenden flusse der Begebenheiten in Frankreich und Deutschland im durch die absolute Majorität. Zu gleicher Zeit gelang es der Falles von Zabern mit aller Energie wenden. Jahre 1848, erhob sich eine Bewegung zur Abschaffung des Sozialdemokratie, den Widerstand des ländlichen ProleDenn der Inhalt der neuen Vorschrift bestätigt die absoluten Königtums, und das Resultat hiervon war die Ein- tariates zu brechen und Vertreter in den Reichstag zu entschlimmsten Befürchtungen, die man schon bei der Ankündi- führung einer freien Verfassung des Grundgesetzes vom fenden früher als es sonst der Fall gewesen wäre. Dabei begung der Militärverwaltung hegen durfte, die Frage des 5. Juni 1849. Durch dieses wurde ein aus zwei Kammern- wahrte die Partei jedoch unbedingt ihren eigenen selbstän Waffengebrauches selbständig. durch einen Erlaß der Kommando- dem Folkething und dem Landsthing- bestehender digen Charakter. Sie stellte ihre eigenen Kandidaten auf, gewalt, regeln zu wollen. Zunächst ist auch jetzt an dem un- Reichstag mit dem Stimmrecht für alle dreißigjährigen und zwar ganz auf dem Boden des sozialdemokratischen Progeheuerlichen Grundsaße festgehalten, daß preußische Truppen Männer zu beiden Kommern eingeführt, und von irgend gramms. ihre Vorrechte und Befugnisse auch auf nichtpreußisches Ge- welchem Zensus war hierbei feine Rede. Zum Folfething biet mitnehmen, daß für sie also nicht das Recht des Landes maßgebend sei, in dem sie leben, sondern das ihrer preußischen Heimat: die, welche die Gastfreundschaft genießen, werden die Gebieter ihrer Wirte. Nur feige Seelen können sich einen fo Mittlerweile fühlten sich die Gutsbesitzer durch das nach anmaßenden Anspruch gefallen lassen. Ebenso arg ist es, daß den damaligen Verhältnissen so ausgedehnte Wahlrecht in man nun durch einfache Uebereinstimmung der Bundes- ihrer Eristenz bedroht, weshalb ihre Bestrebungen in den staaten, ohne daß deren Parlamente mitgewirkt hätten, nachfolgenden Jahren darauf hinausgingen, die Verfassung dicses Recht auch auf die im Elsaß stehenden zu verändern. Dieses gelang ihnen denn auch im Jahre 1866, bayerischen, württembergischen, sächsischen Truppen ausgedehnt da das Volk nach dem unglücklichen Krieg mit Deutschland Ini Jahre 1901 war die konservative Partei( Höire) endhat. Daß man auch das elsässische Parlament nicht um seine( 1864) wie gelähmt war. Unter der Führung des späterhin lich so kraftlos geworden, daß sie nicht länger imstande war, Zustimmung befragt hat, entspricht so sehr dem ganzen militär- so bekanntgewordenen Politikers Gutsbesitzer Estrup, der sich die Zügel der Regierung zu führen. Die Bauernpartei obsolutistischen System, daß man sich darüber nicht einmal sein Vorbild an dem eisernen Kanzler" Bismard nahm,( Venstre), die, wie erwähnt, die absolute Majorität im Folkemehr zu wundern braucht. wurde die Revision der Verfassung und damit die Befestigung thing besaß, erhielt nun den Auftrag, die Regierung zu der politischen Machtstellung der Gutsbesitzer- Staste durch übernehmen, und hiermit war von seiten des Königs die geführt. Anerkennung des Parlamentarismus geschehen und der Stampf um dieses Prinzip hatte seinen Abschluß gefunden. Wie aber steht es in Baden? Ist auch hier das bessere badische Recht durch einfache Willensmeinung der Regierungen in Scherben geschlagen worden? Oder haben die preußischen Truppen, die in Baden stehen, mehr Rechte als die aus heimatlichen Gauen, stammenden? " 3 waren alle 25jährigen Männer wählbar, während zum Lands thing ein Wählbarkeits- Zensus( 40 Jahre und ein sehr hoher Steuerzensus) festgesetzt wurde. Das Folkething verblieb unverändert bestehen, während für das Landsthing eine neue Wahlordnung, die folgendermaßen aussah, eingeführt wurde: Die Kämpfe dieser vielen Jahre gegen die Reaftion, gegen den Militarismus, für den Parlamentarismus und für ein erweitertes Wahlrecht haben ihre große Bedeutung gehabt fiir die gegenwärtige politische Situation, und die Ereignisse, welche sich in der gegenwärtigen Zeit in Dänemark abspielen, müssen auf dem Hintergrund der geschilderten Geschichte gesehen werden. Nach Erreichung dieses Zieles war es sehr natürlich, daß die Sozialdemokratie eine Agitation für eine VerfassungsSelbst die Rechte, die das preußische Gesez vom Das Landsthing besteht aus 66 Mitgliedern. Hiervon revision, für das allgemeine und gleiche Wahlrecht, einleitete. 20. März 1837 den Wachen und Posten zuerkennt, werden 12 von dem König( der Regierung) auf Lebenszeit Diese Forderung war in Uebereinstimmung mit dem Profind in ihrer weiten Ausdehnung keineswegs über die An- ernannt. Die übrigen werden durch indirekte Wahlen ge- gramm der neuen Regierungspartei, aber dieje war jest zweiflung ihrer gegenwärtigen verfassungsmäßigen wählt, und zwar durch Wahlmänner nach dem Proporz. In gerade nicht sehr begeistert für die Durchführung ihres eigenen Zulässigkeit erhaben. jeder Landkommune wählen sämtliche Folkethingswähler( über Programms. Am schlimmsten aber sind die Bestimmungen über den 30 Jahre) einen Wahlmann, aber außerdem ist der Höchst- Die Linke, welche als die Partei der geknechteten Bauern „ staatlichen Notstand". Man hat jetzt den Aus besteuerte in der betreffenden Gemeinde unmittelbarer Wahl- errichtet worden war, war im Laufe der Jahre gewiffen Berdruck vermieden, daß die Militärbehörden auch dann schon mann also in der Praris der größte Gutsbefizer oder änderungen unterworfen worden. Die Bauern, die auch jetzt eingreifen dürfen, wenn die Zivilbehörden zu lange Großagrarier. In den Städten wählen jämtliche Wähler eine noch den Kern ihrer Wähler bilden, sind nicht mehr der verzögern; man hat dafür gesetzt: in Fällen dringender gewisse Anzahl Wahlmänner und die Höchstbesteuerten( in achtete und unterdrückte Stand wie damals. Gute KonjunkGefahr für die öffentliche Sicherheit infolge äußerer Kopenhagen 3. B. ist die niedrigste Stufe ein Jahresein- turen und die Ausnußung der Korporation im Dienste der Umstände außer stande ist, die Anforderung zu erlajjen".! ommen von 4000 kronen) eine ebenso große Anzahl. Landwirtschaft( Milchereien, Schlachthäuser und dergleichen) Wer zweifelt daran, daß die Reuter und Genossen aus dieses; Die Höchstbesteuerten, d. h. 1100 Gutsbesitzer auf dem haben zur Entstehung eines wohlhabenden Bauernstandes Blüte auch in Zabern den Honig gesogen hätten, der sie zu Lande und 23 000 Höchstbesteuerte in den Städten, stellen beigetragen, der sich, nachdem er die Zügel der Regierung ihrem gewalttätigen Vorgehen ermutigen fonnte. Denn das also die Hälfte sämtlicher Wahlmänner, aber kraft des allge- übernommen, unendlich weit von dem Arbeiterstand entfernt Urteil darüber, ob die Zivilbehörde außer stande" ist, meinen Wahlrechts haben sie ebenfalls Anteil an der anderen fühlte, während die leitenden Politiker sich augenscheinlich von verbleibt in jedem Falle dem Militärbefehlshaber. Und wir Hälfte, so daß mehr als die Hälfte der gewählten Landsthings- der Oberklasse angezogen fühlten. wissen ja, daß die Militärgerichte ihm mindestens den abgeordneten aus Großgrundbesißern und Großkapitalisten Die von der neuen Regierungspartei geführte Politik guten Glauben" zubilligen. Nichts hat sich ge besteht. Auf diese Weise war die Majorität in der revidierten war deshalb in feinem ausgeprägten Sinne demokratisch. vorsichtigerer Ausdrucksweise bleibt die Verfassung sicher, aber um sie auch ganz ficher zu machen, Dagegen führte sie eine Militär-, eine Zoll- und eine SteuerWillkür der Militärbehörde dem Bürger gegenüber die waren die vom König ernannten Mitglieder" eingeschaltet politif usw. nach dem besten konservativen Muster durch, wogleiche wie vorher. Eine Schande, wenn wir uns das worden, indem Estrup ganz natürlich davon ausging, daß durch der Arbeiterklasse die größten Lasten aufgewälzt wurden. gefallen lassen! Der beste Beweis, daß diese Bestimmung nur die Konservativen die Regierungsmacht und dadurch das Recht Im Jahre 1908 gelang es der Partei, ein neues fommunales dem Machtbewußtsein der Militärbehörde, aber nicht staat- zur Ernennung dieser Mitglieder in alle Ewigkeit behalten Wahlgesetz mit Aufhebung des Zweiflasſenzensus und mit lichen Notwendigkeiten entspricht, ist ja die Tatsache, daß würden. Die Zeit hat aber dieses Verhältnis verändert und Einführung des allgemeinen Wahlrechts für alle 25jährigen Bayern, Württemberg und Sachsen sich schwer gehütet haben, steuerzahlenden Frauen und Männer sowie für Chedieje Anordnung auch auf ihr eigenes Gebiet ausdehnen zu frauen, deren Männer Steuern bezahlen, durchzuführen; aber lassen. Dort ist die Bevölkerung noch nicht ganz so knechtisch, auf Grund der Verbindung mit gewissen konservativen Eledie Parlamente noch nicht ganz so reaktionär und verdorben menten im Reichstag wurde dieses Gesek keine durchweg wie in Preußen und im Reiche. demokratische Reform, da der Oberklasse auf dem Lande( den Gutsbesikern) der Einfluß auf die Zusammensetzung der Amtsräte( eine Institution, welche in gewissen Fällen die Oberinstanz für die Gemeindevertretungen bildet) zugesichert wurde, wie auch andere konservative Einschränkungen Plat griffen. ändert, gezeigt, daß die„ vom König ernannten" ebenfalls dem Gesetze der Veränderlichkeit unterworfen sind. Mit der Entwickelung der Maschinentechnik hielt die Großindustrie ebenfalls ihren Einzug in Dänemark, und gleichzeitig mit dem frischen Luftzuge in den siebziger Jahren Dem Ganzen wird die Strone aufgesetzt durch die Be- in anderen Ländern bahnt sich bei uns eine demokratische und hauptung, daß ein gesegliches Hindernis" für sozialdemokratische Bewegung einen Weg. das selbständige Einschreiten des Militärs nicht besteht, so- Der Bauernstand, der die von den Gutsherren applifern dies in Fällen dringender Gefahr für die öffent- zierten Beitschenhiebe nicht verschmerzen fonnte, organisierte liche Sicherheit erforderlich ist". Die alte Anmaßung! In sich in der Partei der Linken"( Venstra) unter der Devise: Preußen ist den Behörden und insbesondere dem Militär zurückeroberung des Grundgesebes vom 5. Juni 1849", AbDiese Politik, in Allianz mit der Rechten, bewirkte, daß alles erlaubt, was nicht gesetzlich ausdrücklich verboten ist schaffung aller Gutsbesizer- Privilegien, Wiedereinführung die Linke bei den Wahlen von der Sozialdemokratie start ( und wenn schon, dann dehnt und redt man die Gefeße so- des allgemeinen Stimmrechts. Die städtischen Arbeiter verdrängt wurde. Außerdem geschah auch eine Sprengung lange, bis sie Handhaben zu bieten scheinen; siehe Vereins sammelten sich unter der Fahne der im Jahre 1871 errichteten der Linken, indem die ausgeprägt demokratischen Elemente gesez), den Bürgern aber alles verboten, was nicht aus Sozialdemokratie ebenfalls um die Forderung des gleichen eine neue Partei die radikale Linke- bildeten. Die drücklich gefeßlich erlaubt ist( und wenn schon: fiehe oben). und allgemeinen Wahlrechts. Partei der Linken, die im Jahre 1901 von den 114 Mandaten In einem gejitteten freiheitlichen, nur den Gesetzen unterdes Folfethings 92 besaß, war nach und nach sehr zusammen. worfenen Staatswesen pflegt es sonst genau umgekehrt zu sein. geschmolzen, so daß sie bei den Wahlen 1910 nur noch 57 Man. Richard Gädke. bate, also genau die Hälfte aller Mandate des Folkethings, Estrup, der bei der Verfassungsveränderung im Jahre 1866 der Führer der Reaktion war, wurde Ministerpräsident und unter seiner Leitung wurde das Land zwanzig lange besehen konnte. In den darauffolgenden Iahren führte die Linke auf Grund einer Reihe von sehr kostspieligen Militär- gesehen eine äußerst undemokratische Steuerpolitik, die einen Sturm der Entrüstung'in der Bevölkerung hervorrief. Als das Land darauf vor den Neuwahlen zum Folkething stand, entschloß sich die Partei zu einem Schackzug, der sie über die entstandenen Schwierigkeiten bringen sollte Im Oktober 1912 unterbreitete die Regierung dem Reichstag einen Gesetzentwurf aber Veränderung der Verfassung, übereinstimmend mit deni Programni der Linken. nach dem das allgemeine und gleiche Wahlrecht eingeführt und das privilegierte Wahlrecht aufgehoben werden sollte. Tie Partei forderte die übrigen demokratischen Parteien auf, diesem Gesetzentwnr-f ihre Unterstützung zu geben. Ta nun die weitergehenden Forderungen der Sozialoeinokratic nicht durchgeführt werden konnten, wogegen eine Zusammen- arbeit aller demokratischen Parteien notwendig war, um dieses Gesetz zum Turchbruch zu bringen, gab sowohl die Sozialdemokratie wie die radikale Linke ihre Zustimmung zu der Sache. Tie.konservativen bekämpften selbstredend den Entwurf, während auf der anderen Seite in der Bevölkerung auf Grund der vorhergehenden Tätigkeit der Regierung ein starkes Mißtranen' gegen die Linke vorherrschend war. Tic Regierung beschloß, die Sache den Wählern zu unter- breiten, und bei den Folkethingswahlen am 29. Mai 1913 standen also alle drei Parteien, die Linke, die Radikalen und die Sozialdemokratie, jede mit ihren eigenen Kandidaten, aber alle mit der Zustimmung zu dem Gesetzentwurf der Regierung. Das Wahlresultat ergab, daß die Linke auf 1-1 Man- date zurückging, während die Sozialdemokratie 32 und die radikale Linke 31 Mandate erhielt. Tie Konservativen gingen von 11 auf 7 Mandate zurück. Tie Sozialdemokratie strebte selbstredend dahin, eine Majorität zu wählen, die sicher und fest auf der Basis des allgemeinen Wahlrechts stand, und das Resultat zeigte, daß die Mehrzahl der Wähler nicht unbedingtes Zutrauen zu der Linken hatte. Aber trotz allem, was bisher geschehen war, zeigte es sich auch, daß der Bauernstand deni allgemeinen Wahlrecht gegenüber an seinen Jugendidcalen festhielt. Während die Bauern auf vielen Gebieten konservativer ge- worden sind, zeigten sowohl diese Wahlen wie die nachfolgen- deil Ersatzwahlen, daß in dieser Sache der Wunsch lebendig war. eine Lösung herbeizuführen. Tie von der Partei der Linken erlittenen Verluste hatten nun zur Folge, daß sich dieselbe von der Regierung zurückzog. indem sie aber doch erklärte, auch fcrnerlstn an dem Gesetz- entwurs weiterarbeiten zu wollen. Ter Führer der Sozial- demokratie, als der nächstgrößten Fraktion im Folkething, wurde zuin König gerufen und ihm die Bildung der Re- gierung— eventuell in Verbindung mit der radikalen Linken— angeboten, aber man weigerte sich, dieses Ersuchen zu erfüllen, und zwar unter Hinweis darauf, daß zur Lösung der Vcrfassungsftagc eine Regierung der Linken gebildet wer- den könne, die dann die notwendige Majorität im Folkething besäße. Tie Linke wollte dicscil Ausweg nicht benutzen, wcs- halb die radikale Linke sich nach Verhandlungen mit der Sozialdemokratie bereit erklärte, die Regierung zu bilden, und zwar mit der Vcrfassungsfrage als ihre hervorragendste Aufgabe. Tie neue Regierung legte darauf im September 1913 bin von der Lurken ausgearbeiteten und vom Folkething vor der letzten Wohl santlionierten Gesetzentwurf aufs neue vor. Terfelbc wurde vom Folkething wiederum angenommen und nun begannen die Verhandlungen im Londsthing. In diesem war die Stellung der Parteien mit Hilfe der„vom König ernannten" verändert worden, indem im Laufe der Re- giernngszeit der Linken als Folge von eingetretenen Todes- fällen ein Teil Anhänger der Linken zu diesen Plätzen er- nannt worden waren, wodurch die Stärke der Konservativen ans 31 Mitglieder reduziert wurde gegen 32 Mitglieder der drei demokratischen Parteien, den sogenannten Vcrfassungs- Parteien. Man hotte schon die Auflösung des Landsthings in Aus- ficht genommen, um eine„Verfassungs-Majorität" herbei- zuführen, aber da trat im Dezember ein Todesfall ein, welcher der Situation ein anderes Aussehen gab. Estrich, der, wie schon anfangs erwähnt, im Jahre 1896 das Grundgesetz mit dem privilegierten Wahlrecht durchführte und einer der„vom König ernannten" war, starb gerade in dem Augenblick, als nion vor einer neuen Revision der Verfassung stand, und sein Tod bahnte den Weg zum Umsturz seines eigenen Werkes. indem die Regierung selbstredend einen Freisinnigen an seiner Stelle ernannte. Ta die Konservativen den Präsidenten stellen und dieser deshalb kein Stimmrecht hat, stehen also nun 33 Stimmen der Verfassungsparteien gegenüber den 32 konservativen Stimmen. Unter dem Drucke dieser Situation sind die Komniissions- arbeiten in dieser Sache nun beendigt und die Mitglieder der drei Verfassungsparteien ernvfehlen deni Reichstag einen Ge- sctzenttonrf zur Annahme, Jier Dänemark eine der f r c i c st c n Verfassungen der Welt verschaffen wird. Ter Inhalt des Gesetzentwurfes ist in seinen wesent- lichsten Punkten folgender: Tos Zweikammersystem wird beibehalten, aber beide Kammern gehen ans dem allgemeinen Wahlrecht hervor. Das Wahlrechtsalter zu dem Folkething ist 25 Jahre kbisher 30 Jahre). Tie Frauen und die D i e n st b o t e n, welche bisher davon ausgeschlossen waren, erhalten das W a b l r e ch t. Für das Folkething geschieht die Wohl in 129 einzelnen Kreisen und außerdem erhalten die an den Wahlen teilnehmenden Parteien im Verhältnis zu den von ihnen abgegebenen Sthmnen Anteil in den 29 Ersatz- fSup- Plienings-) Mandaten, so daß also die Parteien, deren Ver- tictung nicht im Verhältnis zu den von ihnen abgegebenen Stimmen steht, gleichwohl die ihnen zukommende Anzahl Mandate erhalten. Zu dem Landsthing wird ebenfalls das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle eingeführt, wogegen das Wahl- mfstsaltcr erst mit dem 3ä. Lebensjahre eintritt, ober die jetzigen Wähler von 39—33 Iahren behalten ihr Wahlrecht. Tie Frauen und die D i e n st b o t e n erhalten gleichfalls das Wahlrecht zum Landsthing. Ter Wahlmodus ist wie bisher inbirekt durch Wahlmänner, und diese werden nach dem Pro- porz gewählt. Ber den Wahlen existiert weder ein Steucrzensus, noch irgendwelches Privilegium. Im Gegensatz zu der bisher herrschenden Wahlordnung bedeutet dieses einen mächtigen Fortschritt. Tie politische Machtstellung der Oberklasse, die sie kraft ihres Geldes und ibrcs Eigentums bisher innehatte, verschwindet. Dreiviertel Millionen Mitbürger, die Männer zwischen 25 und 30 Jahren, sowie die Frauen erhalten das Wahlrecht, und die Vertretung der Wahlkreise in den Städten und auf dem Lande wird gleichmäßig verteilt. Wenn alles so geht, wie berechnet, wird die neue Verfassung im Laufe einer ganz kurzen Zeit durch- geführt werden. Tie Arbeiterklasse in Dänemark geht da- durch einer besseren Zukunft entgegen. Groß und klein im Sankgewerbe. Zu den obersten Lehrsätzen der kapitalistischen WirtschastSlheone gehört die Behauptung, daß e« zwischen jkapiial und Arbeit keinen Gegensatz gibt. Besonders in der modernen BeiriebSform der un- persönlichen Gesellschaften könne davon keine Rede sein und nament- lud die Privatangestellten.müßten das einsehen", weil dock der oberste Direktor genau so Angestellter des Unternehmens sei wie sie. Aber die Privatbeamten wollen daS merkwürdigerweise nicht einsehen. Ihre Unrufriedenheil wird immer größer. Die Verbände werden immer radikaler und je radikaler sie werden, desto bester entwickeln sie sich. Liegt das nun an dem Unverstand der An- gestellten oder daran, daß einige Tatsachen des Wirtschaft« l i ch e n Lebens mit den Theorien der Dogmatiker deS KapitaliS- nrus nicht ganz im Einklang stehen? Im„Bankbeamlen" ist eine Tabelle veröffentlicht, die hierauf vielleicht eine gewisie Antwort gibt, weil sie einen Einblick in die Gehaltsverhältnisse im Bankgewerbe, also in dem vornehmsten Zweig des Handels gestaltet. Die Ausstcllung bezieht sich auf das Personal, da§ die Schwarz- burgische LandeSbank zu Sondershausen in ihrer Arnstädter Filiale beschäftigt. Von diesen insgesamt neunzehn Personen haben nur vier ein Monatsgehalt von mehr als ISO Mark! Der Leiter des Instituts bezieht das für einen Bankdircktor nicht einmal Hobe Gehalt von 650 M„ das aller« dings durch die Verfügung über ein Dienstauto, durch eine hohe Tantieme und andere Rebeneinkünfle eine nicht unerhebliche Er- gänzung erfährt. Sein Vertreter, der zweite Prokurist, muß sich schon mit 2VO M. im Monat begnügen, hat daneben aber Anspruch auf eine Dienstwohnung. Was dann kommt, zählt bereits zum.Stehkragenproletariat": zwei Bevollmächtigte im Alter von 25 und 30 Jahren mit je 175 M. Gehalt, zwei weitere Angestellte mit 110 M., drei mit 110 und zwei mit 85 M. Den Rest bilden sieben s!) Lehrlinge und ein Bolontär, die Taschengelder von 12 bis 35 M. erhalten. Wenn diese aus- gelernt haben, werden sie mit dem königlichen Gehalt von 75 M. monatlich.fest angestellt", d. h. gegen monatliche Kündigung. Da auf diese Weise in jedem Jahr drei neue 75 Mark-Beamte produziert werden, ist es klar, daß den älteren Angestellten jeder Mut zur Forderung angemessener GehaltSaufbesterungen systematisch ge- nommen wird. Das sind gewiß erbärmliche Verhältnisse, besonders wenn man bedenkt, daß diese jungen Leute verpflichtet find, sich sauber zu kleiden, zu.repräsentieren". Vergeblich fragt man sich im Hinblick auf die unaufhörliche Verteuerung aller Lebensbedürfniste, namentlich der Nahrungsmittel, wovon diese Privatangestellten da« Geld für ibre weitere Bildung und für andere Kulturzweckc her- nehmen. Oder sind solche Bedürfnisse bei ihnen nicht vorhanden? Für ihre vielfach beobachtete Interesselosigkeit gegenüber den poli- tischen Nöten unseres Volkes wäre damit allerdings eine greifbare Erklärung gegeben. Das Bild wäre unvollständig, wollte man sich nicht gleichzeitig die ganz ander« gearteten EiniommenSverhältnisi« vor Augen holten, mit denen die.Großen" im Bankgewerbe ihren kargen Unterhalt bestreiten miisien. Man weiß ja, daß da« Einkommen einet richtigen BankvirektorS zuweilen die Gehälter von hundert Durchschnitt»« bankbeomten aufwiegt. Und«S wird noch erinnerlich fein, wie sehr Dernburg sich verschlechterte, als er seinen Direktorensitz in der Darmstädter Bank verlieb, um die Leitung der deutschen Kolonialpolitik in die Hand zu nehmen. Ein Staatssekretär de» Deutschen Reiches bekommt ja nur ein Behalt von 30 000 M. Greift man aus den zuletzt veröffentlichten Abschlüssen unserer Großbanken wahllos einen heraus, so findet man zum Beispiel in dem Geschäftsbericht der Dresdner Bank an Tantiemen für die Direktoren die Kleinigkeit von 3 331 147 M. ausgeworfen. Aus den Kopf der 110 Direktoren umgelegt, ergibt da« pro Nase 30 285 M. I Da jedoch der größte Teil der hieran Beteiligten nur Filial« oder Titulardirektoren sind, deren Gehalt und Tantieme keine übermäßige Höhe erreichen, kann man ruhig annehmen, daß die sechs volldirektoren jeder ein BielfackieS von dem genannten Durch- schnittsbetrag— wohlgemerkt: al« Tantieme, neben dem Ge- halt— erhalten, sodaß ihr gesamte« Einkommen sich aus m e h r e r« Hunderttausend Mark jährlich stellen wird. Ein« merkwürdige Gerechtigkeit, die sich in diesen Zahlen offen- bart. Die einen werden so jämmerlich entlohnt, daß ste damit un- möglich den verlangten„standesgemäßen" Unterhalt bestreiten können: die anderen verfügen über Summen, die sie persönlich nie« mals verbrauchen können. Wofür«in Arbeiter und ein mittlerer Angestellter sich daS ganze Jahr abschuften müssen, da»»ver- dienen" einzelne Großbankdirektoren an einem Tage. Kapitalistische Gerechtigkeit! Aber da« wird die Lobredner dieser famosen Ordnung nicht abhalten, nach wie vor ihr Geschwätz von der Jntereflenbarmonie zwiichenKapital und Arbeit aufrechtzuerbalten. Denn die Direktoren find ja auch nur Ange st eilte der Unternehmungen! Daß sie die« in ganz anderem Sinn« sind, daß ihre Aufgabe die Vertretung der Unternehmerinteressen ist— und zwar vornehmlich gegenüber der Masse der ausgebeuteten An- gestellten und Arbeiter—. und daß sie eben hierfür die horrenden Einkünfte beziehen, je nun, da« sind so kleine Reben- erschcinungen, an denen sich«in ordentlicher Arbeitnehmer nicht stoßen darf... so meinen die Kapitalisten! politische Ueberßcht. Keine gesetzliche Regelung für die Altpensionare. Während die Erhöhung der Bezüge der Altpensionäre für da« Reich gesetzlich geregelt ist, sollen die Altpensionäre in Preußen nach wie vor mit U n t e r st n tz u n g e n a b g e s p e i st werden, die in das Ermessen der Behörden gestellt find. Als Botwand dienen wieder die angeblich so hohen Kosten, die im Reiche nur 7 Millionen bclragen, für Preußen dagegen 48 Millionen ausmachen würden. Sicherlich ist diese«umme viel zu hoch gegriffen, auch ließe sie sich ja schon dadurch erheblich vermindern, daß man nur die Bezüge der unteren und mittleren Beamten erhöhte— wie da« auch in anderen Bundesstaaten geschehen ist— da ja bei den böheren Beamten nicht im gleichen Maße von einem unerträglichen Notstand gesprochen werden kann. Aber die preußische Regierung will nun einmal keine gesetzliche Regelung nnp die bürgerlichen Parteien versprechen den Alrpensionären zwar alles Mög- liche, klappen dann aber doch vor der Regierung und ihrem Nein energielos zusammen. Ja, wenn e« sich um die Verpfaffung der Fortbildungsschule oder um die Ablehnung der Steuerkoimnisiare bandelt, nehmen wenigstens die Parteien der Rechten und der Milte nicht die geringste Rücksicht auf die Re» gierung: in Sachen der Altpensionäre aber lohnt sich kein emstlicher Konflikt 1 Wiederum vertröstet man die Altpensionäre und Althmter- bitebenen auf die Erhöhung des llnterstützungsfonds und auf die größere Konzilianz bei künftigen Beihllfegewährungen. Die Pen- sionäre und Witwen und Waisen würden, so versichert man offiziös, künftig in Krankheitsfällen besser bedacht werden und auch sonst werde man ohne entwürdigende Betteleien reichlichere Hilfe gewähren. Nun— wenn man wirklich so viel zu gewähren gedenkt, warum stellt man da das Unterstützungswesen nicht auf die von den Alt- Pensionären so dringend gewünschte gesetzliche Basis? Weil man eben gar nicht ernstlich beabsichtigt, auch nur entfernt alle gerechten Ansprüche zu erfüllen. Weil mau nur in den a l l e r s ch r e i e n d- st e n Fällen al« Wohltat das gewähren will, worauf die Darbenden unbestreitbaren RechtSansprrjch haben! Und deshalb wird es auch ohne die entwürdigenden Bitt- g e s u ch e und peinlichen Recherchen nicht abgehen, über die die Altpensionäre so lebhafte Beschwerde führen! Der Handelskrieg Rußlands gegen Teutschland. Gewisse Tollheiten der feudal-kapiialistiscken Produktionsweise überschlagen sich selbst. Sie erreichen eine Höh«, über die hinaus sie nicht mehr können, und werden dann von denselben Gewalten vernichtet, die sie großgezogen haben. Diese Wahrheit hat sich vor allem in den internationalen Zoll- und Handels- kämpfen gezeigt, und sie zeigt sich mit besonderer Eindringlich- keit in dem wirtfchaftspolitischen Verhältnis von Rußland zu Deutschland, wie es sich in den letzten Wochen und Tagen zu- gespitzt bat. Wir haben ausführlich über die Beschlüsse der russischen Reichs- duma vom letzten Donnerstag berichtet. Di« beiden Vorlagen werden von der gesamten Presse für eine ausgesprochene Kampfans age Rußlands gegen Deutschlands betrachtet, und sie be- deuten in der Tat nicht mehr und nicht weniger als einen Handelskrieg Rußlands gegen Deutschland. Man kann aber nicht leugnen, daß es sich lediglich um eine Abwehr Ruß- lands handelt, und daß Deutschland und seine agrarisch verseuchte Regierung zuerst das Kampsbeil erhoben haben. Der Wucher- tarif von 1302 und die auf ihm stehenden Handelsvcr- träge von 1906 haben, wie man weiß, die russische Getreide- einfuhr nach Deutschland mit stark erhöhten Zöllen bedeutend er- schwert und die russischen Produzenten genau so geschädigt, wie sie die deutschen Konsumenten ausbeuten. Aber nicht genug damit, ist, wie gleichfalls oft genug bewiesen wurde, daS deutsche System der Ei»fuhr scheine geradezu zu einer Exportprämie deutscher Getreideeinfuhr nach Rußland geworden. Die deutschen Agrarier wurden damit in den Stand gesetzt, deutsches Getreide in Rußland billiger zu verkaufen wie in Deutschland und wie die russischen Ge- treideproduzenten selbst in Rußland. Die Beschlüsse der russischen Reichsduma vom Donnerstag sind aber zweifellos erst die Anfänge emcS handelspolitischen Krieges gegen Deutschland. Er wird wachsen, je mehr wir uns dem 31. Dezember 1816 nähern, wo der jetzige Handelsvertrag zwischen Teutschland und Rußland abläuft. Dieser jetzt bestehende Vertrag verpflichtet die beiden Staaten, den gegenseitigen Verkehr durch keinerlei Einfuhr- oder Ausfuhrverbote zu hemmen, und in keinem Falle sollen die Erzeugnisse eine« der beiden Länder mit Zu- schlagen, Einfuhrverboten und dergleichen belegt werden, von denen nickt auch die Erzeugnisse irgend eine« anderen Lande» betroffen werden. Die Beschlüsse vom DonnerStag verstoßen zweifellos gegen dies« Hauptgrundlage de» bestehenden Vertrages, denn jeder neue Einfuhrzoll wirkt schließlich mehr oder weniger wie ein Einiubr. verbot. Aber Rußland kann sich, wie gesagt, durchaus darauf be- rufen, daß der gegenwärtige KampfeSzustand durch daS skandalöse System der deutschen Einfuhrscheine seinen Anfang genommen hat. Dieser Konflikt kann aber auch andere schwerwiegende Folgen haben. Rußland hat vor Mitte der neunziger Jabre überhaupt kerne Handelsverträge abgeschlossen, sondern eine volle Zollautonomie gehabt. Wenn es dahin zurückkehrt, veranlaßt und gezwungen durch die deutsche agrarische Politik, so würde daS für die deutsche Industrie einen unübersehbaren Schaden bedeuten, da die deutsche Industrie in ihrem Export mit Hunderten von Mil- lionen Werten aus Ruhland angewiesen ist. Der deutsch-russische Zollkrieg von 1883/34 hat uns von solchen Folgen einen Begriff gegeben, und kein Vertreter der Volksinteressen wird eine Wieder- holung solcher Zustände wünschen. Ein Maifeierfackelzug verboten. Für den zur Feier de« 1. Mai geplanten Fackelzug der Orts- gruvven des sozialdemokratischen Berein« von Oeynhauien und den umliegenden Ortschaften hat die Polizeiverwaltung der Stadt Oeyn- Hausen die Erlaubnis mit folgender„Begründung" versagt: „Die Erlaubnis zu dem beabsichtigten Durchzug ver- mögen wir au« gei'undheits- und veckehrspolizeilichen Gründen nicht zu erteilen. Unser Badeort wird houvt- 'ächlick von solchen Kurgästen aufgesucht, die schwer nerven- krank sind und der größten Ruhe bedilcsen. ES muß deshalb von diesen möglichst jede Störung abgehalten werden, damit sie nicht noch weiteren Schaden an ihrer Gesundheit erleiden. Auch vom verkehrspolizeilichen Standpunkte au» muß die Ablehnung de» Besuches erfolgen, da sich fortwährend ans den Straßen gelähmte und an den Rollstuhl gefesselte Personen bewegen, die durch der- artige öffentliche Umzüge und die damit verbundenen Menschen- ansommlungen in ihrem freien Verkehr aus den öffentliche, Straßen behindert werden." Zu d e r Abendstunde, in der der Fackelzug stattfinden sollte, sind doch Ivohl die Schwerkranken nicht mehr auf der Straße, eine Hinde- rnng in deren Bewegungsfreiheit ist also auSgeickloflen. Die übrige» Kranken dürsten mehr als einen Fackelzug in ihrem Leben gesehen haben und deshalb kaum durch einen solchen aufgeregt werden Patriotische Fackelzüge haben noch nie derartrge sensible Bc fürchtungen ausgelöst._ Bachemiten und Quertreiber. Eine am Osterinontag in Trier abgehaltene ZentrumSversamm- lung. die von 400—500 Parteiangehörigen besucht war. nahm nach Reden der Abgeordneten Marx-Düsseldorf und Dr. Bell- Essen ein- stimmig eine Resolution an. in der die Richtlinien de« Zentrums- reichsauSschnsseS vorbehaltlos angenommen und alle in dieser Frage ander« Gesinnten al« außerhalb der Zentrumspartei stehend bc- zeichnet werden. Beine Majestät der Herr Afseffor. Für den Dünkel, von dem manche Verwaltungsbeamte beseelt sind, ist ein Vorkommnis recht bezeichnend, das in der „Hessischen LandeSzeitung" mitgeteilt wird. DaS Blatt schreibt: „Obwohl die Marbnrger Polizei städtisch ist und also»och nicht eimnal der Landrat ihr Vorgesetzter ist. ließ der RegierungSasseflor Falsch vom Marburger LandralSoinl eines Tage« im städtischen Polizeilokal durch den Kommissar die Schutzleute antreten. stramm stehen und erklärte, die Schutzleute hätten ihn wiederholt nicht gegrüßt, geschehe«» noch einmal, werde er sie zur«««hon« schaft ziehen." Br. 102. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Gewerkschaftliches. Das viel zu teure Personal! Berlin und Umgegend. Mittwoch, 15. April 1914. gehörige des Deutschen Bauarbeiterverbandes( freie Gewerkschaft) nicht beschäftigt werden. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung wird pro Mann und Tag eine Vertragsstrafe von Mark 10 zehn Mark von Ihrem Guthaben in Abzug gebracht und zu unsern Gunsten einbehalten. Kellnerstreif. Am ersten Osterfeiertag haben die organisierten Kellner im Hotel Deutscher Hof", Lucauer Str. 15, und hotel Nordischer Hof", Invalidenstr. 126, die Arbeit eingestellt. Der Inhaber dieser beiden Betriebe, Herr Artur Kromrey, fündigte Sie verzichten auf alle Einreden und Einwendungen. Der Seit einigen Jahren beschäftigen sich die kaufmännischen seinen mit dem Verband der Gastwirtsgehilfen bestehenden LohnRechtsweg wird ausgeschlossen. Fr. v. Minnigerode." Angestellten mit der Not der alten Handlungs- tarif und verpflichtete gleichzeitig seine angestellten Kellner, ihm Wir sind es seit jeher gewöhnt, daß sich unsere Kommunal- und gehilfen, die durch irgendwelche Umstände ihre Stellung einen Revers zu unterschreiben, durch welchen der Lohn um 35 M. verloren haben und nun auf alle Bewerbungen nur ablehnende pro Monat gekürzt würde und die durch den Verband abgeschaffte auch ſtaatlichen Behörden nichts daraus gemacht haben, wenn die Beföstigung wieder eingeführt worden ist. Von Herrn A. wurde Arbeiten, die aus Mitteln der Allgemeinheit ausgeführt wurden, von Antworten erhalten. Eine Erscheinung, die ja durchaus nicht bierbei bemerkt, wer sich dieser Regelung nicht fügen wolle, der auswärtigen Arbeitern unter schlechteren Arbeitsbedingungen, als die bloß im Handelsgewerbe zu beobachten ist. Der fapitalistische müsse seinen Betrieb verlassen. Bei den von der Organi am Orte üblichen, hergestellt werden. Nur wenige Behörden sind Großbetrieb kann alte Menschen nicht brauchen. Biegsam fation eingeleiteten Verhandlungen erflärte Herr K., daß er es mit besonderer Sorgfalt bemüht gewesen, ihren steuerzahlenden anund billig, das sind die hauptsächlichsten Anforderungen, bei der von ihm festgesetzten Vereinbarung belassen müsse, er sei iäifigen Arbeitern die Arbeit und vor allem die geltenden Löhne und die heute an Arbeiter wie Angestellte gestellt werden. Graußerstande, den bisher gezahlten Lohn auch für die Zukunft weiter Arbeitszeit zu sichern. Aber nirgends ist es bisher vorgekommen, fahrungen stehen heute niedrig im Sturs. Die Schemati zahlen zu können. Alle Bemühungen des Verbandes, die Differen, daß eine Behörde ausdrücklich die Ausschaltung der Arbeiter sierung der Arbeit und die Ausschaltung der persönlichen in Güte zu regeln, scheiterten an dem hartnäckig ablehnenden StandGedächtnisarbeit durch Registratur und Startothek gestatten punkt des Herrn St., und das, obwohl ihm gefagt wurde, daß in einer bestimmten Organisation zur Bedingung macht. Eine solche allen gleichartigen Gefchäften bereits dieselben tariflichen Ab- Handlung stellt den schwersten Mißbrauch einer Amtsgewalt dar, den die Verwendung von jungen und ungelernten Sträften an machungen durch den Verband eingeführt worden sind. Herr K. ließ eine Magistratsverwaltung gegen einen Teil der Bevölkerungsschicht Stellen, wo früher der alte Kommis mit seiner weitreichenden den Beauftragten der Organisation durch seinen Geschäftsführer mit anwendet, die sich auf dem Boden des Rechts bewegt. Das ist Kenntnis der Stunden und Lieferanten unentbehrlich war. teilen, daß er sich nicht terrorisieren laffen wolle, worauf er der Terror in der allerschlimmsten Form, die nur Und Verdienste? Verdienste um die Entwickelung widert worden ist, daß bei der einseitig von Herrn A. denkbar ist. des Geschäfts? Die ganzen Jahre treuer und opfervoller feftgefeßten Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe müßte, wenn er auch Arbeit? Terror sich ganz auf seiner Seite befinde und der Verband in Da lächelt der Chef höflich: Bitte, keine Sentimentali- berechtigter Wahrnehmung der Interessen seiner Mitglieder Handeln nur einen Funken von Tariftreue zum Ausdruck bringen wollte, ſeine Mitglieder öffentlich auffordern, solche Bedingungen überall zurüdtäten! So etwas past doch nicht in unsere aufgeklärte Zeit. Beide Betriebe sind für organisierte Gastwirtsgehilfen gesperrt. zuweisen, weil sie mit dem Vertragsverhältnis Ich bezahle meine Leute anständig( was man in PrinzipalsVerband der Gastwirtsgehilfen, Berlin I. im Widerspruch stehen. Erst fürzlich hat das Hauptfreisen anständig" nennt), so lange sie ihren Posten ausim Baugewerbe entschieden, daß es unzulässig füllen, aber ich kann mein Geschäft doch unmöglich zu einem roll, Rottbujer Damm 33, find durch tarifliche Vereinbarung und als eine Maßregelung anzusehen ist, wenn die Unternehmer Achtung, Gastwirtsgehilfen! Die Differenzen mit Herrn Gastwirt tarifamt im Invalidenheim machen. Und dann das hohe Gehalt.... beigelegt. Die verhängte Sperre ist hiermit aufgehoben. Arbeiter wegen ihrer Organisationszugehörigkeit zurückweisen, und Dafür friege ich ja zwei junge Kräfte. Verband der Gastwirtsgehilfen, Berlin I. daß die Unternehmer, die solche Verträge eingehen, in denen die Mitglieder der Vertragspartei von der Beschäftigung ausgeschlossen Deutsches Reich. find, Vertragsbruch begehen. Der Unternehmerbund aber rührt sich nicht. Ein Vorstandsmitglied des Bundes, Herr ThiemannKöln, hat bei einer solchen Gelegenheit geäußert, daß es als eine den wahren Grund ihrer Entlassung mitgeteilt habe. Dummheit des Unternehmers anzusehen sei, wenn er den Arbeitern Die Unters " werde. Feudaler und behördlicher Terror. Wer es noch nicht wußte, daß dies die Moral des kapitalistischen Arbeitsverhältnisses ist, kann es jetzt aus berufenem Munde, nämlich von den Arbeitgebern selbst erfahren. Die befannte Unternehmerzeitschrift Deutsche Konfettion" schreibt in ihrer Nummer vom 22. März: Seit Jahresfrist macht der Pommersche Bauherrenverband VerOft wird mit Entrüstung darauf hingewiesen, daß der eine iuche, an seinen Bauten keine Mitglieder des Bauarbeiterverbandes oder andere Betrieb rücksichtslos langjährige Angestellte gefündigt zu dulden. Vor wenigen Wochen haben die feudalen Bauherren habe, die nun auf der Straße liegen. Hat man sich aber einmal erneut zu erkennen gegeben, daß sie auch in Zukunft ihren Terror nehmer befänden sich in einer Zwangslage; wenn sie die Arbeit gefragt, ob der Chef hier nicht unter dem Zwange eines gebiete- gegen die Bauunternehmer sowohl wie auch gegen die Mitglieder Bedingungen schon eingehen. Der Ansicht scheinen die Unternehmer rischen ,, Muß" handelte, ob er nicht die Gristenz seines ganzen des Bauarbeiterverbandes aufrecht erhalten wollen. In einem Rund- im Arbeitgeberbund ganz allgemein zu fein, wenn es sich darum Unternehmens aufs Spiel fegte, wenn er altes, teueres Bersonal schreiben, das die Borstände der Kleingrundbesizervereine von Greifenbehielt, wo seine Konkurrenz mit billigem jungen arbeitete. M nicht anderen Unternehmern überlassen wollten, müßten sie solche sich darauf verlassen, unter den Angehörigen des Bauarbeiterverbandes Proselyten zu sammeln. Gerade sogenannte Patrizierbäufer" franten häuberg i.. und Treptow a. N. und der Großgrundbesitzerverein handelt, den Arbeitgeberbund von einer Vertragspflicht loszueisen. fig an ihrem viel zu teurem perfonal, an den zabl- diefer Streise herausgegeben haben, heißt es, daß sich 182 Mit Der weitere Rat des Kölner Unternehmers ist allerdings noch nicht befolgt worden, sondern den Arbeitern sind die Schriftstüde vorgelegt reichen Jubilaren, welche man aus hochehrenwertem Anstand be- glieder dieser Vereine entschlossen haben, nur solchen Bauhält und vier- und fünfmal teurer bezahlt als junge Leute, die unternehmern die Ausführung von Bauten zu übertragen, die und ihnen damit gezeigt worden, daß trop der Entscheidung des vielleicht ebensoviel leisteten. Hier gibt es nur einen sozialdemokratisch Haupttarifamts die Unternehmer auf solche Verträge eingehen und organisierte Arbeiter nicht beschäftigen. Ausweg, der den Angestellten unangenehm in die Ohren Das Rundschreiben trägt die Unterschriften der edlen Ritter flingen mag, aber doch zu ihrem und des Geschäfts Besten dient. b. Blittersdorf Karolinenhof, Fuhrmann- Slätfow und Man sei sparsam mit den Gehaltszulagen, wille- Renschow. Zustandegekommen ist es in einer BeriammDaß sich irgend ein Staatsanwalt oder ein Gericht finden wird, der Chef möge sich nicht angesichts eines die sich die feudale Bauherrngesellschaft vornehmen werden und sie Jahresabschlusses von einer generöfen Laune() hinreißen lassen, lung der Herrschaften in Treptow, in der vorher der Landrat der Angestellte möge aber nicht darauf pochen, daß er jetzt schon des Kreises v. Thadden- Trieglaff durch eine hochpatriotische Rede mit einem Prozeß wegen Berrufserklärung, Boykottierung oder Verfo und so lange im Geschäft set und Gehaltserhöhung be- über„ Der Kaiser, Hamburg und Kiel" die Anwesenden gehörig mögensschädigung zur Vernunft bringen werden, daran ist nicht zu denken. Das geschieht nur dann, wenn die Arbeiter sich gegen die anspruchen könne.... Wer sich eine Lebensstellung warm gemacht hatte. fichern will, berzichte auf die fragwürdige Die gleiche Bahn zur Bekämpfung des Bauarbeiterverbandes" Brotherren" wehren. Aber was fagt denn der Herr Staatsobltat progreisiber Gehaltssteigerung, was er beschreitet nunmehr auch der Stadtmagistrat in Treptow minister des Innern dazu? Auf Veranlassung des Herrn heutzutage um fo eher fann, als die Pensionsversicherung ihm an der Rega, an dessen Spize ein Fr. v. Minnigerode und feinen Angehörigen im Alter einen gewissen Ruchalt steht. Also auch ein feudaler Herr, der die gleichen Alüren zeigt Eine feine Scharfmacherleistung! Der Unternehmer soll wie der Bauherrenverband. Die Stadt führt zurzeit einen Neubau auf die verdienten teuren Sträfte verzichten und die An- auf. Unter dem 28. März ist einem Unternehmer der Zuschlag gestellten auf die fragwürdige Wohltat progressiver Gehalts- erteilt, wobei er in einem besonderen Schreiben auf folgenbes verfteigerung. So ist beiden Teilen geholfen. Der arme geplagte Chef begnügt sich mit dem doppelten Unternehmergewinn, der Angestellte aber hat seine sichere Lebensstellung", bei der er dann langsam berhungern fann! Und so kommen wir der sozialen Gerechtigkeit immer näher.... bietet." Kleines Feuilleton. " Holzbock in Weimar.„ Es sommert schon, man merft es gleich, die Atmosphäre tut sich milder, der Holzbod reist durchs Deutsche Reich und sammelt nette Stimmungsbilder." Noch sommert es zwar nicht, lieber Peter Scher er ist der Verfasser dieser Verse, aber der Holzbod ist schon unterwegs. Auf einer Reise nach dem Süden hat er das„ liebe, feine, stille" Weimar rasch noch mitgenommen und wir Banaufen haben das Nachsehen. Die Ruhe, die erhaben und erhebend über diesem Stück' stolzer deutscher Erde liegt, hat ihn, wie er selbst sagt, der Vergangenheit näher gebracht und der Gegenwart entrüdt. Nicht lange aber, denn sehr bald unterbrachen zwei Kinder, gekleidet mit vornehmer Einfachheit, die erhabene Stille, und er, der Träumer, stand wieder mitten in dem Leben, das der Scherlsche Geist durchtränkt. Man grüßt die Kinder vertraut, aber ehrerbietig, folgt ihnen, lacht sie an. Das drei Jahre alte Mädchen ist Prinzessin Sophie, der zwei Jahre alte Knabe der Erbpring Wilhelm Ernst." Das hätte man sehen müssen. Wie er die Kinder vertraut, aber ehrerbietig grüßte, ihnen folgte und sie anlachte. Das muß zu füß gewesen sein. Ja seitdem der Großherzog feine zweite Gemahlin heimgeführt hat und der Bann der Zurüdgezogenheit von ihm gewichen ist, kommt die Jugend von heute in der alten Residenz wieder zu ihrem Rechte und der Scherliche Schmock in die glüdliche Lage, in Ehrfurcht grinsend vergehen zu können. Weimar, Stüd stolzer, deutscher Erde! pflichtet worden ist: b. Delbrüd wurde doch der Bauarbeiterverband mit dem Arbeitgeberbund für das Baugewerbe 1912 zusammengeführt, um durch ein neues Vertragsverhältnis den Frieden im Baugewerbe für die Zukunft zu sichern. Das Treiben des Stadtmagistrats in Treptow a. t. ist doch eine öffentliche Fronde gegen die Absicht des Staatsministeriums. Man soll doch nicht meinen, daß sich die Arbeiter des Baugewerbes eine solche Maßregelung wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer gefeßlich zu Recht bestehenden Organisation ruhig gefallen lassen! Hiermit erteilen wir Ihnen auf Ihr Angebot vom 25. März 1914 auf Ausführung der Maurerarbeiten zum Wieder aufbau des Forsthauies Jungfernbrüd zu den im Angebot angegebenen Einheitspreisen, unter den dem Angebot angehefteten, von Ihnen anerkannten Bedingungen, sowie der besonderen Be- Die Schleifer der Firma A. Bartosit, Metallwerk in dingung den Zuschlag, daß bei den Arbeiten Mitglieder oder An- 2 udenwalde, sind ausgesperrt, weil die Arbeiter Schikanen den Kreisen schweizerischer Künstler, Studenten und Handmerler, die damals Kellers Verkehr bildeten, Herrichte. In drastischen Bildern voll Wig und komischer Uebertreibung werden die Nöte des Durstes, die Qualen des Hungers und Geldmangels geschildert. Einmal läßt der Dichter zwei Uhren im Pfandhause sich unterhalten. Die eine, mit gerichmettertem Glafe, ist in dumpfe Verzweiflung versunken, während ihre Genoifin noch schwache Töne von sich gibt und mit jämmerlichen Geberden ihre Beiger bewegt. In den grotesten Phantasien eines Redakteurs in den Hundstagen" findet man einen armen Zeitungsschreiber, der tief in Schulden steckt und sich wehmütigen Phantasien ergibt. Gleich einem glänzenden Meteor schimmert die riesige Bratpfanne feiner Mutter durch seinen Heimattraum. Ein Klingeln wedt den Mann aus seinen Träumen, aber statt des fehnlich erwarteten Wechsels erhält der Erwachende eine polizeiliche Vorladung. " " Aber neben dieien Erzeugnissen eines derben Bierwiges find in München auch reinere dichterische Versuche entstanden, so zwei Fabeln Es gibt Menschen und Ort Bon echtem und falschem Lichte". fchaften", so lautet die Moral dieser Fabeln, die von einem einzigen ausgezeichneten Manne, der unter ihnen lebt, einen vorübergehenden Ruhm und Glang erhalten. Vor der Welt brüsten sie sich damit. während sie unter sich selbst meistens den, der ihnen diesen Glanz gab, verleugnen und verfolgen; denn dies ist die Gewohnheit aller berjenigen, welche feinen eigenen Wert haben." Stilprobe. In der Frankfurter Zeitung" erzählt der Dichter Riabund: In der Redaktion des„ Täglichen Bollswohl" in Potemst erfchien eines Tages ein schwächlicher, junger Mann, welcher einen äußerst verschüchterten und blöden Eindruck machte. Er wurde in das Zimmer des Chefredakteurs geführt. Was wollen Sie?" schnauzte ihn der Gewaltige an. Freilich, daß die Bank der Alten Und der Bund der jung, Sich befämpfen und zerspalten, Fand Mißbilligung. Störend wirkt der Schein des Lebens. Tut denn so was not? Drunt vermittelst Sigerhebens Schlug man beide tot. Dies erscheint mir sehr plausibel. Ruhe sei im Haus! Wenn dich was, sagt schon die Bibel, Mergert, reiß es añs! Notizen. Ratatosir ( im Simplicissimus"). Theaterchronit. Die öffentliche Vorstellung von Strind bergscheiterhaufen" wird am 22. und 24. April in den Stammeripielen wiederholt. " Die Premiere von Wollmpellers Mirate!" mit der Musik von Humperdinck findet bereits am 30. April im Zirkus Busch statt. Der Vorverkauf zu dieser Vorstellung beginnt am Freitag. Die nächste Novität des Deutschen pernhaufes ist Bogumil Jeplers bereits in Leipzig und Straßburg aufgeführte dreialtige fomische Oper„ Monfieur Bonaparte", Tert von Hans Brennert. Der neue Burgtheaterbirektor. Der Charakter fomifer Hugo Thimig, der seit Bergers Tode das Wiener Burgtheater provisorisch leitete, ist nunmehr endgültig zum Direktor Eine Stelle als Redakteur in Ihrem sehr geschäßten Blatte, dieser Bühne, an der er schon vor vier Jahrzehnten als Schauspieler Aus Gottfried Kellers Anfängen. In der Züricher Gesellschaft Euer Gnaden, wenn ich bitten dürfte." auftrat, ernannt worden. Er stammt aus Dresden und war Kauffür deutiche Sprache" bielt dieser Tage der Universitätsprofeffor Der Gewaltige lächelte verächtlich, als er den ausgemergelten mann, che er zum Theater ging. Dr. E. Ermatinger auf Grund eines fait ausschließlich ungedruckten Körper und die furchtsamen Augen des Kleinen betrachtete, und Das Martyrium der russischen Preise. Das Materials einen Vortrag über die Anfänge von Gottfried Stellers lehnte sich bedeutsam im Lehnstuhl zurück. Moskauer Brofessorenblatt„ Rußtija Bodomosti" bringt eine Statistik Erzählungsfunſt. Nach einem Bericht der„ Neuen Züricher Zeitung" „ Ein Journalist muß sich in allen Fährnissen, die ihn reicher der russischen Bresseverfolgungen für die Zeit von März bis führte der Vortragende etwa folgendes aus: Die älteste Proiaarbeit als jeden andern Sterblichen umblühn, mutig und tatvoll zu be- Dezember 1913, der wir nachstehende Angaben entnehmen: Gs find Kellers, die sich erhalten hat, ist ein Auffaz über einen Fer.enaufnehmen wissen. Sie scheinen mir", er streifte mit einem leichten in diesen 10 Monaten auf gerichtlichem Wege 247 Bücher konfisziert enthalt in Glattfelden im Jahre 1832. Vier Jahre später entstanden Blid feine flägliche Statur, wenig geeignet dazu. Haben Sie und aus 21 Büchern verschiedene Stellen entfernt worden. Ebenfalls dann mehrere novellistische Verinche. Der erste dieser Verfuche, Die wenigftens eine Stilprobe mit?" auf Gerichtsbeschluß wurden fonfisziert 653 Nummern verschiedener Freveltat", ist eine romantische Räubergeschichte, die an Kellers BeichDa zog der schwächliche junge Mann einen Revolver aus der Beitungen und Zeitschriften, während 297 Nummern ganz und 22 nungen aus jener Zeit, mit ihren Baumfrüppeln, menschenähnlichen Stein- Tasche und hielt ihn dem Chefredakteur vor die Stirn. zum Teil der Vernichtung anheimfielen. Insgesamt wurden also blöden und Froßengefichtern erinnert. In der grotesten Zeichnung des Ausgezeichnet", sagte der Gewaltige, ohne mit der Wimper zu auf gerichtlichem Wege fonfisziert oder eingestampft 268 Bücher und Räubers Wulf meldet sich Kellers Humor und in der breiten Schilderung auden." Sie sind mit hundert Rubel monatlich in der Abteilung 972 Nummern verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. 25 perio der Morgenstimmung fündet sich sein Naturgefühl an. Kraftvoll ist für Innere Politik fest angestellt!" dische Organe wurden in dieser Zeit inhibiert oder für immer gee die aus dem Jahre 1838 stammende Schilderung eines Gewitters, fchloffen. in der Naturereignis und Menschenschicksal eng berfettet erscheinen. Neben solche Darstellung allgemein menichlicher Vorgänge tritt die Schilderung eines eigenen Erlebnisses, die unter dem Titel„ Eine Nacht auf dem Uto" befannt geworden ist: dem Jüngling, der eine Nacht auf dem Berge verbringt, ericheint Gott in der Gestalt eines Greises und zeigt ihm die vor einem flammenden Altar Iniende Menschheit. Die dichterischen Beriudhe aus Kellers Münchener Zeit zeigen einen ganz anderen Charakter als diese schwärmerischen Ergüffe des achtzehn und neunzehnjährigen Jünglings: hier findet überschäumende Jugendlust ihren Ausdrud, wie sie in Humor und Satire.) Lenzsturm im Wasserglas. Zu Berlin in einem Saale, Boller Redebrunft, Saß die ichwazionallib'rale Kannegießerzunft. Und Herr Baffermann begunnte, Tabelnd dies und das, gwar mit schmerzbewegtem Munde ,. Aber doch mit Maß. Zu diesen gerichtlichen Verfolgungen kommen noch die administra tiven hinzu: So wurden im Jahre 1913 allein der Presse 360 Strafen in Höhe von 150 000 Rubel auferlegt! Der beste Don Juan Tegt. Der Preis von 10 000 M., den der deutsche Bühnenverein für die beste lleberiezung des Don Juan- Textes ausgeworfen hat, ist dem bekannten Sänger Karl Scheidemantel zugefallen, der bis vor ein paar Jahren an der Dresdener Hofoper wirfte. -Ein Riefengebirgsmuseum, vom Riesengebirgs verein erbaut, wurde in Hirschberg eröffnet. und Abzüge nicht willenlos über sich ergehen ließen.- Buzug von Maifeier im besonderen dienen sollten. An Flugblättern wurden| tragen werden und daß umgekehrt der erweiterte Schiffsverkehr Schleifern, Glänzern und Polierern ist streng fernzuhalten. im Berichtsjahre 84 000 verbreitet. An die Mitglieder wurden ihre Entwickelung fördern wird. Zu solchen Industrien gehört der Der Streit der gelben Hafenarbeiter in Swinemünde ist beendet. 7000 Broschüren belehrenden Inhalts verteilt. Der Agitation feit verhältnismäßig kurzer Zeit in der Grafschaft Imperial Valley unter den ländlichen Arbeitern diente das allmonatlich erscheinende betriebene Bar mwollanbau. Die Arbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem sich Blatt„ Der Landarbeiter", der unentgeltlich abgegeben wird. Die Erichließung des Imperial Valley liegt etwa zehn Jahre die Unternehmer bereit erklärt hatten, unter den alten Bedingungen Sehr erfreuliche Fortschritte hat auch die Lübecker Jugendbewegung zurüd, als es nach vielen kostspieligen, mißglückten Versuchen enddie Entlöschung der Kohlendampfer vornehmen zu lassen. Der vom gemacht, der man vom Jungdeutschlandbund gar zu gern aber ohne lich gelang, den Colorado River einzudämmen und mit Hilfe eines Vorstand der christlich- nationalen Hafenarbeiter gewünschte verVorstand der christlich- nationalen Hafenarbeiter gewünschte ver- Erfolg das Wasser abgraben möchte. Eine ruhige aber stetige Ent- großartigen Bewässerungssystems die bisherige wertlose Wüſtenei schlechterte Tarif ist damit erledigt. wickelung hat das Lübecker Parteiorgan, der„ Lübeder Volksbote", in ungemein fruchtbare Gefilde umzuwandeln. Die Temperatur im zu verzeichnen, dessen Abonnentenzahl im verflossenen Berichts- Imperial Valley ist geradezu tropisch, dabei gibt es so gut wie gar jahre wiederum gestiegen ist. Die Parteileitung wurde in der feinen Regenfall; diese: Nachteil wird jedoch dadurch ausgeglichen, Die Polizei in der Betriebsversammlung. bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt; Vorsitzender ist Ge- daß aus den unerschöpflichen Wassermengen des Colorado mittels Kurz vor den Osterfeiertagen bestätigte das Schöffengericht zu noffe Paul Löwigt, Parteisekretär Genosse William Brom me. eines vorzüglich funktionierenden Bewässerungssystems dem Lande Dresden drei Strafverfügungen gegen zwei Gewerkschaftsangestellte Mit dem 1. April hat Lübeck aufgehört, einen eigenen Bezirk zu jederzeit genau die Menge Waffer zugeführt werden kann, deren es und einen Glasschleifer in Höhe von 150, 50 und 100 M., die von bilden; es ist mit Mecklenburg zu einem Bezirk vereinigt worden. gerade bedarf, und daz die Gefahr, durch Regen zu ungehöriger der Polizei verhängt worden waren, weil die drei Genannten als Beschlossen wurde noch, die Maifeier durch Arbeitsruhe zu Zeit das Ernteergebnis beeinträchtigt zu sehen, ausgeschlossen ist. begehen und weiter, daß auch die in Bureaus der Genossenschaften Wesentlich ungünstiger als in den Südstaaten, dem jeßigen GeVorsitzender, Schriftführer und Referent einer rein gewerk- und anderen Stassen tätigen Genossen den Tagesverdienst unter den biet des Baumwollanbaues, sind im Imperial Valley indessen die schaftlichen Betriebsversammlung der Glasmacher der Firma bekannten Voraussetzungen abzugeben haben. Arbeiterverhältnisse. Die Löhne, auch für die Land Siemens in Dresden einem zur Ueberwachung er= Arbeitsruhe am 1. Mai beschlossen in 2übeck einstimmig auch arbeiter, sind in Kalifornien allenthalben höher als anderswo in schienenen Polizeibeamten feinen angemessenen Play an die Maurer und Bauarbeiter. den Vereinigten Staaten, und Imperial Valley ist wegen seiner gewiefen hatten. Die Versammlung sollte zu der bei der Firma Der Sozialdemokratische Verein für den Wahlkreis enormen Hiße nicht beliebt; Arbeit ist infolgedessen dort knapp und Siemens gezüchteten gelben Gewerkschaft Stellung nehmen. Esürstentum Lippe beschäftigte sich in seiner Generalver- teuer. Mehr als ausgeglichen mird dieser Nachteil jedoch durch den In den Südstaaten soll man handelte sich also auf keinen Fall um eine politische, sondern um eine sammlung mit den verschiedenen Nachwahlen zum Landtage, die erheblich höheren Ertrag. rein gewerkschaftliche Veranstaltung, in der die Polizei absolut seit den Hauptwahlen im Januar 1913 notwendig geworden waren. durchschnittlich nur mit einem Ertrag von wenig über ½ Pallen nichts zu suchen hatte. Die Versammlungsleitung glaubte daher Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Ueber die Tätigkeit des Landtags( zu 500 Pfund) vom Acre rechnen. Schon der für die letzte Ernte berichtete Genosse Schmuck, der dem Landtage als einziger sozial- von etwa 9000 Ballen auf etwa 11 000 Acres Anbaufläche im auch ein Recht zu haben, einen Gendarmen, der als lleberwachender demokratischer Abgeordneter angehört. Die Mitgliederzahl des Imperial Valley sich ergebende Gesamtdurchschnitt ist erheblich an der Versammlung teilnehmen sollte, auf die Unzulässigkeit der Vereins hat sich trotz der ungünstigen Wirtschaftslage wieder ge- größer. Es wird verjichert, daß im Imperial Valley der Farmer, Ueberwachung hinzuweisen und ihm den verlangten Platz auf dem heben. Zum Vorsitzenden wurde für den verstorbenen bisherigen ber sorgfältig verfahre, mit Sicherheit auf einen Durchschnitts. Podium zu verweigern. Sie stellte es ihm aber anheim, als Zuhörer an Vorsitzenden Eggen der von der Parteischule zurückgekehrte Genosse ertrag von 1½ Ballen vom Acre rechnen dürfe, selbst zwei Ballen der Versammlung teilzunehmen und sich selbst einen Platz zu suchen. W. Meier gewählt. sollen nicht selten sein. Die sichere Regelung des Wasserbedarfes in Da der Gendarm darauf nicht einging, wurde er auf Grund eines BeVerbindung mit der langen heißen Jahreszeit, die bei rechtzeitigem Säen allen Kapseln Zeit zum bollständigen Reifen gibt, schließlich schlusses der Versammlung, die leberwachung nicht dulden zu wollen, eine beliebig lange regenfreie Erntezeit dies alles wirkt zuzum Verlassen des Saales aufgefordert; er erklärte daraufhin die Bersammlung für aufgelöst! Eine neue für eine halbe Stunde später zusammen, um nicht nur eine Mißernte auszuschließen, sondern geradezu eine reiche Ernte zu gewährleisten. Gleichwohl dürfte sich angesezte Bersammlung wurde durch ein Polizeiaufgebot gesprengt, wohl zurzeit noch nicht mit Bestimmtheit jagen lassen, ob der BaumJu ihrem Antrage auf richterliche Entscheidung über die gegen fie wollanbau im Imperial Valley von Bestand sein und namentlich, erlassenen Strafverfügungen machten die eingangs genannten Ver ob er sich in dem eingeschlagenen Tempo weiter entwideln wird. sammlungsfunktionäre mit Recht geltend, es habe sich sowohl bei der Für die Druckereien unserer jüddeutschen Parteiorgane ist ersten als auch bei der zweiten Bersammlung um die Erörterung fürzlich auf einer Konferenz der Geschäftsführer in Mannheim Imperial Balley ist noch zu jung, das Farmen ist dort überhaupt äußerst lukrativ; andere Produkte haben sich dort in hohem Maße rein gewerkschaftlicher Angelegenheiten gehandelt und eine offizielle eine Interessengemeinschaft gegründet worden. Ihr Zweck ist haupt- bewährt, so insbesondere Alfalfa und Melonen, die gegenwärtig die polizeiliche Ueberwachung sei daher absolut unzulässig gewesen. Das sächlich gemeinschaftlicher Einkauf von Papier. Zum Obmann der wichtigsten Produkte des Distrikts sind. Erst längere Erfahrung kann Gericht war anderer Meinung. Es nahm an: Aus der Art der öffentlichen Gemeinschaft ist der Geschäftsführer der Union- Druckerei in lehren, welcher Zweig der Landwirtschaft dort auf die Dauer der gewinnbringendste ist. Einladung sei nicht hervorgegangen, daß die Versammlung nur für Frankfurt a. M., Genosse Gustav Heinisch, gewählt worden. die Siemensschen Arbeiter veranstaltet war. Für die zweite Ber Holländischer Parteikongreß. sammlung, die lediglich eine Fortsetzung der ersten gewesen sei, Am Sonnabend wurde der holländische Parteifongres in wäre die Einladung auch nicht lediglich an die Siemensschen Glasarbeiter ergangen. Da es sich um eine sogenannte Soalitions- Utrecht eröffnet. Er ist außergewöhnlich stark besucht, was auf verfammlung handle, bei der nach vorangegangenen Entscheidungen das starte Bachstum der Partei zurückzuführen ist. Vor Eintritt in versammlung handle, bei der nach vorangegangenen Entscheidungen die Tagesordnung ehrte der Kongres die verstorbenen Genossen eine leberwachung zulässig sei, wurden die Strafverfügungen vom Bebel, Quelch usw. Den gleichzeitig tagenden Kongreffen der belgiGericht bestätigt. fchen und englischen Sozialdemokratie sowie der Genoffin Luxemburg Auf die eine oder die andere Art: Die Gewerkschaften sollen wurden Sympathietelegramme gefchict. unter die Polizeifuchtel! Beendete Tarifbewegung. Genehmigter Maifestumzug. Das Polizeiamt Altona hat das Gesuch der sozialdemofratischen Vereine Altona Dttensen, einen Maifestumzug beranſtalten, unter gewissen Bedingungen genehmigt. Gemeinsamer Einkauf. Der erste Tag wurde ausgefüllt durch die Debatte über den Jahresbericht des Parteivorstandes und der Parlamentsfraktion. Bei der Diskussion über die Tätigkeit der Parlamentsfraktion bedauerten verschiedene Redner, darunter Troelstra und Vliegen, Die Tapezierermeister fündigten zum 1. Januar jämtliche in lebhaft, daß sich Genosse van Kol im Senat dazu im Senat dazu hinFrage kommenden Verträge in Rheinland und Westfalen; am reißen ließ, die Bewegung der indischen Eingeborenen wegen 15. Februar war der Ablaufstermin für die Tarife in Düsseldorf, einiger jugendlicher Unreife entsprungener Borkommnisse halber Duisburg, Oberhausen, Bochum, Dortmund, Hagen, Elberfeld und anzugreifen, statt die indifche Regierung wegen der Ber Barmen. Die Verhandlungen vor dieser Zeit führten zu feinem Er- weifung der drei Führer zur Rede zu stellen. Ban Stol verteidigte gebnis, es wurde mit Verlängerung der Verträge weiter verhandelt, sich mit der Bemerkung, er habe nur seiner Ueberzeugung Aus um möglichst auf friedlicher Grundlage zu einer Verständigung zu brud gegeben, fand aber mit dieser Verteidigung feinerlei Anflang gelangen, was endlich unter Ueberwindung größerer Schwierig auf dem Kongreß. Eine weitere furze Auseinanderfchung fand statt feiten möglich wurde. zwischen den Parlamentsmitgliedern Mendels und Troelstra. Während A6 1. April traten die neuen Vereinbarungen in Straft. Die fich Mendels auf den Standpunkt stellte, daß jeder Kriegsetat, der Arbeiter fönnen mit dem Erfolg zufrieden sein, wenn man bedenkt, Ausgabesteigerungen aufweist, abgelehnt werden müsse, machte Troelstra daß gerade in der daniederliegenden Geschäftslage die Unternehmer taltische Bedenken geltend: es jei möglich, daß man sich von den zum Angriff übergingen und wenig oder gar feine Sugeständnisse Stleritalen in eine alle loden ließ und daß die Klerikalen beabsich machen wollten. Der neue Vertrag sieht die 53stündige Arbeits- tigten, das Wahlrechtskabinett über militärische Forderungen zu Falle moche und ab 1. Januar 1917 die 52stündige für die Städte zu bringen. Um das zu verhindern, müsse man unter Umständen Düsseldorf, Dortmund, Duisburg und Elberfeld- Barmen vor. Die auch für das Kriegsbudget stimmen. Arbeitszeitverkürzung erfolgt unter Lohnausgleich, außerdem wird der Lohn während der Tarifdauer um 3 Pf. erhöht. Alle Affordpreise erhöhen sich um 5 Prozent. Sämtliche Verträge laufen bis 15. Februar 1917. Zur Schlichtung von Tarifstreitigkeiten ist außer der örtlichen Kommission neuerdings ein zentrales Einigungsamt borgesehen. Nach einem Kampf von sechs Wochen konnte auch die Bewegung in den Rheinischen Polstermöbelwerken der Firma E. Hemmers Oberhausen beendet werden. Hier galt es, Verschlechterungen der Alfordpreise abzutvehren. Die Sperre über diesen Betrieb ist aufgehoben. Aus der Partei. Totenliste der Partei. " # Polizeiliches, Gerichtliches usw. ,, Unzüchtige" Lichtbilder. Sehr günstige Aussichten soll in Kalifornien auch der Reisbau bieten. Vorläufig beschränken sich die Anfänge des Anbaues allerdings noch auf ein ziemlich begrenztes Gebiet, auf die weitere Dort sind Umgegend von Biggs im munteren Sacramento- Tale. zwar die Bedingungen für den Reisbau nicht absolut am günstigsten, aber es befindet sich dort eine Versuchsstation des Ackerbau- Departements, die eine Zeitlang ihr besonderes Interesse dem Reisbau zugewandt hat, und deren günstige Erfolge die Farmer der Gegend bazu ermutigt haben, auch ihrerseits Versuche anzustellen und Sann den Anbau von Reis in größerem Umfange zu wagen. Am wichtigsten ist die Lösung der Wasserfrage. Als Sumpfpflanze bedarf der Reis wesentlich mehr Wasser als andere Feldfrüchte, und in Kalifornien noch mehr als in anderen Reisgegenden, z. B. den Südstaaten. Diejenigen Gegenden Kaliforniens, ivo neben einer genügend hohen Temperatur im Sommer auch hinreichender Wasservorrat für Bewässerungszwvede vorhanden ist, sind regenarm. Der Reisbau ist infolgedessen ausschließlich auf tünst liche Bewässerung angewiesen. Es fommt hinzu, daß dort der Feuchtigkeitsgehalt der Luft sehr gering und die Temperatur im Sommer sehr hoch ist, was eine ungewöhnlich starke Verdampfung zur Folge hat. Man hat berechnet, daß, während in den Südstaaten der Reis etwa 1,2 Meter Wasser nötig hat, er in Stali fornien etwa 2,1 Meter Wasser verlangt. Wasserbedarf und Tempe raiur, wie sie der Reis bedingt, weifen in Kalifornien seinen Anbau ganz auf die Niederungen der beiden großen Ströme, des Sacramento und des San Joaquin. Nach den vorliegenden Versuchen erschiene der Reisbau in Kalifornien für die Farmer in hohem Maße einträglich und bei dem Umfang des nach Bodenbeschaffenheit und klimatischen Verhält nissen geeigneten Areals auch in hohem Maße entwidelungsfähig. Wichtig ist auch, daß der Reisbau verhältnismäßig wenig Pflege bedingt, mithin die Lösung der Arbeiterfrage teine Schwierigkeiten bietet; dieses Moment ist gerade für Kalifornien bon besonderer Bedeutung, wo die schwierigen Arbeitsverhältnisse schon das Aufkommen mancher Industrie, wofür die sonstigen Lebingungen günstig lagen, verhindert haben. Wenn, wie jest wohl anzunehmen, sich in Kalifornien ein Reisbau in großem Maßstab entwickelt, so wird man in Zufunft mit Reis als einem amerikanischen Massen Gyportartikel zu rechnen haben. Vermutlich wird zunächst der Gang der sein, daß kalifornischer Reis den Westen der Vereinigten Staaten versorgt und in den Südstaaten Reis für den Export frei wird. Marktpreise von Berlin am 11. April 1914, nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Mais( mired), gute Sorte 00,00-00,00, Donaut Mais( runder), gute Sorte 0,00-0,00. Richtstroh 0,00. 00,00-00,00. Sbeisebohnen, weiße 85,00-60,00. 34,00-50,00. Rinien 40,00-80,00. Bor einiger Zeit hielt Genosse Dr. Druder als WanderZentralbildungsausschusses im schlesischen Ort redner des einige Lichtbildervorträge über das Thema: Gr. Rosen einige Lichtbildervorträge über das Menschenkunde". Das Auge des Gesetzes scheint zu spät auf diese Bildungsveranstaltung aufmerksam geworden zu sein, denn als der Kursus längst vorüber war, erkundigte sich erst der Ortsgendarm beim Wirt und anderen Autoritäten nach dem Inhalt der Vorträge, und auf Grund dieser Umfragen entbedte er, daß die damals borgeführten Lichtbilder- unaüchtig gewesen seien. Schleunigst gab er sein Beweismaterial weiter, und schon stellte der Staatsanwalt in Schweidniß die notwendigen Nachforschungen an, um Anflage wegen Verbreitung ungüchtiger Bilder erheben gu können. Dieser Tage wurde mun Genosse Druder auf das Ber In Frankfurt a. M. starb am Karfreitag Genosse Gustav liner Polizeipräsidium geladen und von ihm einfach verlangt, daß Luz. Luzz war früher eifrig für die Partei tätig und teilte wegen er jämtliche damals vorgeführte Bilder dem Staatsanwaltfreieu 7,60-8,80. Martiballenbreise 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Komen seiner Treue und Aufopferung, die er der Partei auch zu den willig" zur Verfügung stelle. Für den Fall, daß er sich dazu schwersten Zeiten bewies, das Schicksal bieler Braven: er wurde nicht verstehen sollte, wurde ihm angekündigt, daß man dann auf Kartoffein( Aleinbbl.) 4,00-7,00. 1 Silogramm Rindfleisch, von der Steule 1886 aus Frankfurt a. M. ausgewiesen. In der Folge führte er Anordnung des Schweidnißer Staatsanwaltes die gewünschten 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2.40-3,00. die Entlarbung des Polizeikommissars Wohlgemut in Mülhausen Bilder beschlagnahmen werde. Selbstverständlich weigerte sich Ge- Stalbfleifa 0,00-0.00. im Elsaß als Polizeispitel herbei, von der er gerne mit föstlichem nosse Drucker, dem nach seiner Ueberzeugung völlig ungefeßlichen 60 Stud Gier 3,00-4.80. 1 Kilogramm Starbien 1.20-2,40. 1,80-3,20. Bander 1,60-3,40. Hechte 1.60-2,80. Barthe 1,00-2,20. Sumor erzählte. Wohlgemut hatte sich an ihn gewandt und ihm Verlangen nachzukommen, und nun schritt man tatsächlich zur Geld versprochen, wenn er der Polizei Dienste leisten und die Saussuchung. Zwei Kriminalbeamte nahmen Genossen Druder in Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 3,50-21.00. Partei verraten würde. Freund Luzz ging, um die Polizei zu ihre Mitte und nun ging es in seine Wohnung. Dort prüften die täuschen, auch auf den Vorschlag ein und bestellte Wohlgemut auf beiden ein Wachtmeister und ein Schumann Schweizer Gebiet. Mit Hilfe einiger Genossen aus der Schweiz mit sachverständigem Blick alle überhaupt vorhandenen Lichtbilder, und dem Elsaß wurde dann Wohlgemut als Polizeispiel entlarvt. aber troß bejten Willens fonnten sie auch nicht ein einziges unNach seiner Rückkehr nach Frankfurt, die im Jahre 1896 erfolgte, güchtiges Bild finden. Mit leeren Händen zogen sie wieder ab. Damit ist die Aktion des Schreibnizer Staatsanwalts guwar 2. wieder eifrig für die Partei tätig. Jeht hat ein Schlaganfall seinem Leben, dem bis zuletzt Summer und Not nicht ge- sammengebrochen. Hätte er die Angaben des Gendarmen genauer nachgeprüft, dann hätte er dem Staate Geldausgaben, Bürgern fehlt haben, ganz plöhlich ein Ziel gesetzt. polizeiliche Vorladung und Haussuchung und sich selbst eine Blamage erspart. Aus den Organisationen. Aus Industrie und Handel. Der Jahresbericht des Sozialdemokratischen Vereins für den Bahltreis i bed wurde in der Generalversammlung am 8. April dieses Jahres erstattet. Die Jahresabrechnung bilangiert in Einnahme und Ausgabe mit 35 930,10 M. Ende März war ein KaffenBaumwolle und Reis in Kalifornien. bestand von 11 767,95 M. vorhanden. Die Mitgliederzahl stieg von Das Näherrücken des Zeitpunktes für die Eröffnung des 5791 auf 8034; sie erhöhte sich demnach um 2243; davon erbrachte die Rote Woche allein 2006. Von den 8034 Mitgliedern waren 1818 Panamafanals bringt es mit sich, daß man jezt mehr von weiblichen Geschlechts. Die Agitation war im Berichtsjahre eine solchen kalifornischen Industrien hört, denen man früher, weil sie recht rege. Es wurden außer den zahlreichen Mitglieder- und sich noch im Anfangsitadium befanden, wenig oder keine Beachtung Bezirksversammlungen 44 öffentliche Volfsversammlungen abs geschenkt hat; jetzt beschäftigt man sich mit ihnen, weil man hofft, gehalien, von denen 21 der Bürgerschaftswahlagitation und 5 der daß auch sie zu der erwarteten Steigerung des Schiffsverkehrs bei KNORR Eingegangene Druckschriften. Aale Die Verbandsbildung in der Seeschiffahrt. Bon B. Guden. ( Staats- und sozialw. Forschungen. Heft 172.) Geh. 8 M. Dunder u. Humblot, München und Leipzig. Moralische Erzählungen. Von Dr. Mehemed Emin Efendi( Pseud. onym). 3 M., Leinb. 4 M. D. Gradlaner, Leipzig. Neues Unser Tierarzt. Von Dr. Krabbe. 1,50 M., geb. 2 M. Gartenbuch. Von G. Matthias. 1,25 m., geb. 1,75 M. L. Schwarz u. Co., Berlin S 14. Tas Narrenschiff. Ill. Wochenschrift. Nr. 1. 20 Pf. Verlag: R. Goerrig, Frankfurt a. M. Wir verleumbeten Elsässer. Von E. J. D. Kleber. 1 M. J. F. Le manns Berlag, Berlin W 8. Jahrbuch 1913 der Dresdener Gewerkschaften. 125 S. Ges werkschaftskartell Dresden. Gewerkschaften und Sozialdemokratie. Bon Adolf Braun. 5 Pf. Berlagsanstalt des Deutschen Holzarbeiterverbandes Berlin. Historisch politische Auffäge und Reden. Bon H. Onnen. 2 Bbe. 12,50 M. R. Oldenbourg, München- Leipzig. Wasmuths Monatshefte für Baukunft. 1 Jahrg. Heft 1. Jährlich 12 Hefte. 24. E. Wasmuth, Berlin W 8. 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Zu bedauern ist nur. daß der Polizeikommissar nicht den Mut fand, dem Herrn zu bedeuten, daß er städtischen Polizei- beamten nichts zu befehlen habe. Lvawbo-Beglüikuug. Die„Berl. Neuesten Nachrichten" fordern nicht nur den Bau der Ovambobahn bis ins Land der Ovambo. sondern auch die Fortführung der Bahn bis an die portu- giesifche Grenze. Eine solche Bahn sei ein wahres„Kultur- werk", denn erst durch die Verwandlung der Ovambo in koloniale Lohnsklaven werde die Gefahr abgewendet, dah schlechte Jahre für die Ovambo zu Hungerjahrcn werden könnten. Dann fährt das Blatt fort: Allein die über 800 Gouvernemenlsbeamten und die 130 Offiziere smit Polizei-, SanilSls- und Beterinäroffizieren) braucken elwa Ivo« persönlich« Diener: dazu lommt der Bedarf der Verwallung an Arbeitern, Polizeidienern mit WO Köpfen, der Militärverwaltung mit 000 Mann. Weiter nehme man die schwarzen Gehilfen bei den Ortsverwaltungen, die Arbeiter beim Hasenbetrieb. bei der Bahn; von der außerordentlich geringen Bevölkerung de» Schutzgebiets— vielleicht 40 000 Männer und Knaben über 10 Jahre, wenn man vom Auslände absieht— nimmt der öffent- lich« Dienst wohl an 10 v. H. in Anspruch, wenn nicht noch mehr, Dann kommen noch persönliche Diener bei Weißen hinzu, Diener in Hotels; für den andauernd wachsenden Bedarf der Farmen, Gewerbe und Berowerksbetriebe, die erwachsene Männer haben müssen, bleibt also nicht genügend übrig. Auch eine jährliche „Sachsengängerei" von 10 000— 13 000 Ovambos wird den wachsenden Bedarf schwerlich zu decke» vermögen; es wird sich wohl als nötig herausstellen, die Ambolandbohn bald einmal bis an die portugiesische Grenze zu verlängern, wodurch eS vielleicht möglich wird, portugiesische Ovambos nach Südwestafrika zu ziehen, Also weil es an Ausbeutungsobjekten fehlt, möchte man die Ovambo„beglücken". Hätte nicht General Trotha seinerzeit die Herero durch seinen Ausrottungskrieg dezimiert und ihrer Zehntausendc dem Tode des Vcrhungerns und Verdurstens preisgegeben, so hätte man jetzt Boys und Arbeiter in Hülle und Fülle! Wie aber, wenn die Ovambo trotz der Bahn nicht so zahl- reiches und so billiges Ausbeutungsmaterial stellen? Je nun. dann wird man es mit ihnen wie mit den Herero machen. Man wird sie durch Händler auswuchern und an den Bettel- stab bringen lassen, und wenn sie sich dann in ihrer Ver- zweiflung zur Wehr setzen— nun, dann hat man ja die Bahn, um schleunigst Truppen gegen sie zu entsenden! Dann kann man ja auch das schöne Weideland der Ovambo annek- tieren, das unseren Farmern in Südwest schon längst in die Augen sticht! Ueberhaupt, so ein schöner neuer Krieg könnte der trotz des DiamantensegenS bankrotten Kolonie wieder für ein paar Jahre auf die Beine helfen! Das ist die wahre Bedeutung der Ovambobahn!_ Der letzte Tag unter dem Militärgesetz. 18 Monate Gefängnis für Unüberlegtheiten unter drm Ein- fluffe de? Alkohols! Der im letzten Herbst bei der Mineuabteilung in Cuxhaven eingestellte Matrose Gustav L o e tz wurde behufs Er- ledigung eines in seine Zivilzeit zurückreichenden Strafverfahrens wegen Meuterei zum 14. v. Mts. zur Disposition der Ersatzbehörden entlassen und bereit» am 13. v. Mts. nach der Heimat beurlaubt. L. reiste am letztgenannten Tage nach Hannover zu seiner Mutter und benützt« den andern und zugleich letzten Tag seiner militärischen Dienstzeit zu einet gemeinsamen Bierreise mit dem Lange Straße 34 wohnhaften Heizer Schaper, dem er Grüß« von seiner Trupp« mitgebracht hatte. Abends nach 9 Uhr waren die beiden in der Hallerschen Wirrschaft in der Bockstraße. wo sie in stark angetrunkenem Zustande wegen einer geringfügigen Differenz militärischer Art mit den stellungslosen Kellnern Reucher, Bauer und Winsen eine kleine Auseinandersetzung hatten. Beim ge- mcinsamen Verlassen des Lokales gingen Loetz und Schapcr zu Tätlichkeiten über, die ein Einschreiten der Schutzleute Meyer und Listenberg erforderlich machten. L., der seine Personalien verweigerte, wurde nach dem Polizeirevier transportiert, wobei er erheblichen Widerstand leistete und geknebelt werden mutzte. Nach Feststellung der Zuständigkeit der Militärgericht« lieferten die Schutzleute den L. auf der Schloßwache ab, wo der Wachthabende sofort, eine halbe Stunde vor Mitternacht, einen Gefreiten und zwei Mann mit der Ueberführung de» L. in das Militärarresthaut beauftragte. L. ging zunächst ruhig mit bis zum Artilleriedepot, wo er plötzlich dem neben ihm gehenden Gefreiten, seinem mili- täuschen Vorgesetzten, einen heftigen Schlag ins Ge- n i ck versetzte und dann daS Weite suchte. Da er aber in der Dunkelheit zu Fall kam, wurde er alsbald wieder ergriffen und trotz heftigen Widersetzen» und Tretens nach seinen Transporteuren um Uhr im Militärarresthaus eingeliefert. In der Ber- Handlung vor dem Kriegsgericht der 20. Division wurde noch fest- gestellt, daß L. auch den Gefreiten durch allerlei Redensarten, wie: „Sie schnoddriger Gefreiter wollen mich ins Arcefthaus bringen. da» können Sie gar nicht" beleidigte. Aehnlicher Beleidigungen hatte er sich gegen die Schutzleute bedient, zu denen er sagte:„Ihr Lumpenspinner, beim Militär seid Ihr nichts geworden, jetzt wollt Ihr Leute verhaften." Im übrigen erklärte L., dessen Verteidigung Rechtsanwalt Tr. T i d o w führte, daß er sinnlos betrunken ge- Wesen sei und sich an die inkriminierten Vorgänge fast gar nicht zu erinnern vermöge. Durch die Beweisaufnahme erschien aber dem Gericht als erwiesen, daß L. wohl stark angetrunken, aber Herr seiner Sinne war. Trotz der Schwere des Falles und ver- schiedcner wegen GewalttätigkeitSdelikien erfolgten Vorbestrafungen des Angeklagten wurden diuem noch einmal mildernde Umstände zugebilligt, auch bezüglich der militärischen Verbrechen minder schwere Fälle angenommen. Immerhin traf den Angeklagten eine sehr strenge Strafe, und das Kriegsgericht verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung, Selbitgefangenenbefreiung in Verbindung mit tat- lichem Angriffe gegen einen Vorgesetzten und wegen Widersetzung in Verbindung mit einem zweiten tätlichen Angriffe zu insgesamt einem Jahre und sechs Monaten Gefängnis. Oesterreich. Eine Miuisterzusamnicnkunft. Die Ministcr des Auswärtigen von Italien und Oester- reich, San Giuliano und Graf B e r ch t h o l d, sind gestern in Abbazia zusammengekommen. Es handelt sich offenbar um Besprechungen, wie die Mittelineerpolitik der beiden Staaten angesichts der neuen Balkanverhältnissc in Einklang zu bringen sei. Der internationalen Presse gibt die Zusammenkunft einen in dieser stillen Zeit erwünschten Stoff zu ellenlangen Kombinationen. Nach einer Meldung der„Köln. Ztg." aus Berlin tfafte die Zusammenkunft der auswärtigen Minister Oester- reich-Ungarns und Italiens jedenfalls auch dazu benutzt werden, um die Erwiderung der Dreibundniächte auf den ihnen vom Dreiverband vorgeschlagenen� Entwurf zur Beant- wortung der griechischen Note über Südalbanien und die Jnselfrage zu beschleunigen. Ungarn. Die Presirrform der Plutokratie. Budapest. 10. April. sEig. Ber.) Das neue Preßgesetz, das am Ostersonntag in Ungarn in Kraft trat,� verfolgt den Zweck, die sozialistische und die Gewerkschaftkpresse durch die materielle Ruinierung ihrer Druckerei zu vernichten. Das Hervorstechendsie Merkmal des Gesetzes ist sein pluwkratischer Charakter. Es macht das Kapital zum uneingeschränkteren Herrn der Presse, als eS irgendwo und irgendwann bisher war. Die Presse wird zu einem Geschäft gemacht, das nur außerordentlich kapitalkräftige Leute betreiben können. Tie zur Herstellung dieses Privilegs vor- geschlagenen Mittel sind mannigfach. Diesen Zweck verfolgt die Erhöhung der Äauiion der Tagesblätter von 20 000 auf 30 000 Kr. und die Einführung der Kaution von 10 000 bis 20 000 Kr. für die bisher kautionsfreien Wochen- und Monatsblätter, wenn sie über Politik schreiben wollen. Man stelle sich ein Gewerkschaftsblatt vor, welches über gesetzlichen Arbeiterschutz, über die sozialpolitischen Debatten des Reichstages nicht schreiben darf! Im Dienste dieser Tendenz stehen die drakonischen Strafbestimmungen, deren wir nur eine erwähnen wollen, die aber den Geist de» Ganzen gebührend kennzeichnet: die Veröffentlichung einer„unwahren" Nachricht wird mit Gefängnis von �einem Jahre und mit 200 bis 2000 Kr. bestraft. Ter Streik der Setzer und Buchdrucker, wenn er nach der Einhändigung des Manuskriptes einsetzt, wird zu einem Delikt ge- stempelt und mit Gefängnis von 13 Tagen bestraft. DaS Gesetz statuiert die Schadenersatzpflicht für zugefügte materielle und moralische Schädigungen. Tie Behauptung, ein Unternehmer beutet die Arbeiter aus, ist eine Beeinträchtigung seines guten Rufes und somit eine moralische Schädigung. Die Kundmachung, daß über eine Werkstatt eine Sperrung perhängt ist. ist ein dem Unternehmer zugefügter materieller Schaden. Denn die Ber- ursachuug dieses Schadens ist ja eben der Fweck dieser Maßregel. Zuzug ist fernzuhalten— kann unier Umständen die Gefährdung eines Betriebs und großer wirtschaftlicher Interessen bedeuten. Auf Grund des neuen Preßgesctzes können in allen diesen Fällen die Unternehmer klagen, und das Gesetz spricht ihnen das Recht auf einen angemessenen Schadenersatz auch in dem Falle zu, wenn in dem belangten Artikel keine strafbare Handlung vorliegt I Aber es kommt noch besser! Für alle Geldstrafen und auch für den Schadenersatz haftet nicht nur die Kaution, nicht nur der Verfasser, Redakteur und Herausgeber der Reihe nach, sondern auch die Druckerei, wo das Blatt, Flugblatt. Auiruf hergestellt wurde. Tie Höhe des Schadenersatzes soll nach der Vermögenslage beider Par- teien bestimmt werden. Man stelle sich nun dre Lage vor, daß ein Redakteur eines Bergarbeiterblattes auf Grund einer Klage einer großen Zechenverwaltung verurteilt wird. Da sämtliche GeWerk- schaftsblätter in der Vilügossäg-Truckerei hergestellt werden und die Redakteure der Arbeiierblätter unbemittelte Genossen sind, muß in allen diesen Fällen letzten Endes die Druckerei auskommen, deren finanzielle Zugrunderichtung und damit die Unterbindung der materiellen Hilfskräfte der ganzen sozialdemokratischen Agtta- tion einer der Hauptzwecke dieses Gesetzes ist. Diese plutokratische Struktur des Gesetzes, die einen Raub- zug auf die Arbeitergroschen darstellt, baden aber nicht nur die Arbeiierblätter zu fürchten. Am Tage der Verkündung des Gesetzes richtete die Ungarische Allgemeine Sparkassen-Aktieugcsell- ichafr an alle bürgerliche Blätter, deren Kaution sie erlegte, ein Rundschreiben, in welchem sie mit Berufung auf die Bestimmungen des Gesetzes, die zu viel Risiko zu Lasten der Kaution enthalten, die Kaution kündigt. Die durch das Gefetz geschaffene Situation kann am besten dadurch gekennzeichnet werden, daß infolge de» Gesetze» die Buda. pejler Staatspolizei den Betrieb de» Poluei-Prefcbureau» einstellte mit der Begründung, daß man die im Preßbureau angestellten Polizeibeamten als Informatoren der Presse keinerlei straf, oder vermögensrechtlichen Verantwortungen aussetzen könne. Somit beginnt am 13. April für die Arbeiterpresse in Ungarn ein Ringen auf Leben und Tod. Wir möchten mit diesen Zeilen die Aufmerksamkeit der International« auf diese Zustände lenken, deren Hilfe und werktätige Sympathie die ungarische Arbeiter- schaft in diesem Kampfe dringend braucht. England. Allerlei kleinafiatische Sorge«. London, 14. April. In der heutigen Sitzung de» Unterhauses, der ersten nach der AeiertagSpause, fragte der Abg. Ree« sUnionist), ob da« Auswärtige Amt einer englisch-deutschen Gruppe, die an die türkische Regierung herangetreten sei oder herantreten könnte, um mit Bezug auf die mesopotamischen Oelselder Konzessionen zu erlangen, diplomatische Unterstützung zuteil werden lasse. Ferner fragte Ree», pb die türkische Regierung, s> inus durch billige Phrasen an dem politischen Aufschwung im Lande Anschluß zu gewinnen, andererseits bewilligt er dem herrschenden Regime alle Mittel, mit denen dieser Aufschwung aufgehalten und bewältigt werden kann. Albanien. Der Kampf um de« Epirus. Londvn. 13. April. Die„Time S" melden au» Durozzo, daß am O-stersonntag ein neues heftiges Gefecht zwischen Albaner» und Epiroten bei Premeti stattgefunden hat. Die Epiroten wurden gezwungen, ihre Stellungen zu räumen. Auf beiden Seiten sind die Verluste groß und eine groß« Zahl griechischer Toldaicu wurden gefangen genommen. Tic Albaner sind bis an den Wiosa- flutz, an dem Premeti liegt, porgedrungen. Das ist der südlichste Punkt, den die albanische Gendarmerie bisher erreicht hat. Außerdem haben verschiedene Scharmützel zwischen Frei- schärlern beider Parteien stattgefunden. Ueberall int Epirus kommt eS täglich zu Reibereien. Alle? hängt jetzt davon ab, ob die griechische Regierung thre Truppen aus dem EpiruS zurückzieht. Die Albaner sehen(angeblich) mit dem größten Vertrauen in die Zukunft und halten sich den Griechen für weit überlegen. Sie sind überzeugt, daß sie die Epiroten sehr bald besiegt haben werden, wenn nur erst die regulären griechischen Truppen abberufen sind. Der albanische Gouverneur von Koritza ist gestern mit 300 Gen- darmen nach dem Süden abgegangen. Wie au» Athener politischen Kreisen verlautet, sollen die Mächt« beschlossen haben, Griechenland in den nächsten Tagen ein« Note zu überreichen, in der die griechische Regierung Aufgefordert wird, den EpiruS zu räumen. Griechenland würde dem Verlangen der Mächte in dieser Frage auch sofort nachkommen. Mexiko. Der«merikanisch-mexikauische Zwischenfall. Washington, 14. April. Ueber die Festnahme amerikanischer Marinesoldaten in Tampico wird ein« weitere Untersuchung«in« geleitet werden, bevor die amerikanische Regierung bezüglich der Forderung auf Valutierung ihrer Flagge wettere Schritte tut. Konzentratton der atlantischen Flotte der Bereinigte» Staaten. Washington, 14. April. Die atlantische Flotte hat Befehl erhalten, sich vor Tampico zu sammeln, um der Forderung deS Admirals Mayo auf Salutterung der amerikanischen Flagge durch die Truppen Huertas Nachdruck zu verleihen. Leiste Nachrichten. Der neue Kurs i« Elsaß. Frankfurt a. Main, 14. April. Wie der„Frankfurter Zeitung" au» Straßbyrg gemeldet wird, hat der BezirkSpräfident des Ober- elsah dem Theaterverein„Freie Volksbühne" in Straßburg die Auf» führung der beiden Theaterstücke„An die Scholle ge- fesselt" und„Die neue Mach t", die in Marlirch aufgeführt werden sollten, verboten. Ter sozialdemokratische Abgeordnete Meyer hat sich um Aufschluß an den Staatssekretär Grafen von Roedern gewandt, und, wie die„Freie Presse" mitteilt, hat ihm dieser geantwortet, daß eine Beschwerde gegen diese» Verbot nickt eingegangen sei, daß aber die Durchsicht der beiden Stücke dem Staatssekretär keinen Anlaß gegeben habe, die Verfügung de» Be- zirlspräsidenten aufzuheben. ES handelt sich bei dem Verbot um zwei Theaterstücke, die in hochdeutscher Sprache geschrieben und die in vielen Städten Deutschlands bereit» aufgeführt worden find. Vorläufiges Wahlresultat in Schwede«. Ltpckholm. 14. April. Heute hat in elf Wahlkreisen die Stimmenzählung stattgefunden. Im ganzen sind bisher ge- wählt 67 Mitglieder der Rechten, 20 Liberale. 32 Sozialdewo- kratcn. Die Rechte hat 9 Sitze gewonnen und einen verloren, die Liberalen haben 10 Sitze verloren und die Sozialdemo- krate» vier gewonnen«nd zwei verloren. Der frühere liberale Finanzminister Freiherr von Adelsvaerd wurde wieder- gewählt._ Haussuchungen und Berhastnngen i» Petersburg. Petersburg, 14. April. Im Laufe der letzten Rächte wurden umfangreiche Haussuchungen unter Arbeiter« und Studenten abgehalten. Zahlreiche Verhaftung«« wurde« vorgenommen, darunter der Vorstand der Krankenkasse der Puttlow» Werke._ Blutiges Eifersuchtsdrama. Essen a. Ruhr, 14. April. Heute morgen verletzte in einer hiesigen Wirtschaft an der Ecke der Anna- und Wilteringsiraße ei« jung:r Mann seine Geliebte durch«inen Schuß in den Kopf schwer und jagte sich dann selbst eine Kugel in den Kopf. Der Grund zur Tat ist in Eifersucht zu suchen. Eine schwere Bluttat. Ohligs, 14. April. Bei dem Gute Hackhausen(Kreis NeußV hat heute der Arbeiter Romanowski seinen Schwager, den Arbeiter Fribc, infolge von Familienzwistigkeiten mit d er Schaufel erschlagen._ Ter Rennfahrer van Nek seine» Verletzunge« erlege«. Leipzig, 14. April. Der holländische Rennfahrer va» Nek. der vorgestern hier gestürzt ist. ist heute nachmittag gestorben, Schwerts Automobilunglück i« Ungar«. Budapest, 14. April. Bei Pest-Szent Lörincz rannt« ei« Automobil de» Großgrundbesitzers Julius Milch gegen einen Baum und überschlug sich. Ter Grundbesitzer erlitt schwere ver« letzungen und starb auf dem Transport ins Kranken- hau»,«eine Freut und der Chauffeur sind leicht, die beide« Kinder schwer verletzt. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Grenadierstraße 37, Hof geradezu, 1 Treppe. Lehrplan für das 2. Quartal 1914. Donnerstag: Volkswirtschaftspraxis( Praktische Nationalökonomie). Güterbeschaffungspolitik: Landwirtschaft. Bergbau. Verarbeitungsgewerbe. Verkehrswesen und Handel. Geldwesen. Bank und Börse. Aeußere Handelspolitik. Kolonialpolitik. Organisationspolitik: UnternehmerDie Staatsorganisationen. Arbeiterorganisationen. wirtschaft: Staatshaushalt. Steuerwesen. Staatsbetriebe. Wohlstandspolitik: Vermögens- und Einkommensverteilung. Bodenpolitik. Wohnungswesen. Versicherungswesen. Armenfürsorge. Gesundheitspolitik: AllBegemeiner Volksgesundheitsschutz. Gewerbehygiene. völkerungspolitik: Mutterschaftsfürsorge. Säuglingsschutz. Erziehungs- und Bildungswesen. Rassenhygienische Aufgaben. Zukunftsziele. Vortragender: Dr. E. David. Freitag: Gewerkschaftswesen( Theorie und Praxis der Gewerkschaften. II). Einleitungsvortrag: Handwerk und Kapitalismus. Einfluß der Gewerkschaften. Sozialpolitik der deutschen Gewerkschaften: Sozialpolitische Forderungen an Staat und Gemeinde. Die sozialpolitischen Einrichtungen der Gewerkschaften. Der sozialpolitische Einfluß der Gewerkschaften auf die Volkswirtschaft. Arbeitsnachweis und Gewerkschaften: Arbeitsnachweise der Gewerkschaften und Unternehmer. Der paritätische Arbeitsnachweis. Arbeitslosenfürsorge: Das Arbeitslosenproblem im kapitalistischen Zeitalter. Armen unterstützung und Notstandsarbeiter. Arbeitslosenunterstützung der Gewerkschaften. Arbeitslosenversicherung. Arbeitsvertrag und Arbeitsrecht: Aus der Geschichte des Arbeitsvertrages. Der Arbeitsvertrag im Gesetz. Forderung Gesetzliche Arbeitervertretungen: Gewerbe- und Kaufmannsgerichte. Gesellenausschüsse der Innungen. Arbeiterausschüsse. Arbeitervertreter in der Unfallverhütung. Koalitions- und Vereinsrecht: Entwickelung des Koalitionsrechts in Deutschland. Gewerkschaftskartelle und Arbeitersekretariate. Gewerkschaftspresse und neuere Gewerkschaftsliteratur. Vortragender: Emil Dittmer. der Gewerkschaften. Sonnabend: Geschichte des Sozialismus. III. Teil. Von der Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins bis zur Gegenwart. Die Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins und seine Entwickelung bis zum Einigungskongreß. Die internationale Arbeiterassoziation. Die Eisenacher. Der Einigungskongreß. Das Sozialistengesetz. Der Anarchismus. Das Spitzelwesen. Fall des Sozialistengesetzes. neue Internationale. Taktische Differenzen unter dem Ausnahmegesetz. Die Unabhängigenbewegung. Maifeier. Boykott. Genossenschaften. Partei und Gewerkschaften. Der Revisionismus. Der Aufstieg der Sozialdemokratie im letzten Viertel des Jahrhunderts. Vortragender: Emil Eichhorn. Sonntag: Fortschrittskursus. -Historischer Materialismus mit geschichtlichen Rückblicken. Zum Fortschrittskursus wird nur eine beschränkte Teilnehmerzahl zugelassen. Alle, die gewillt sind, an diesem Kursus teilzunehmen, müssen bis Sonntag, den 5. April. ihre Bewerbung an den Genossen Franz Beil, Neukölln, Emser Str. 48 I, einsenden. Bedingungen: Die Meldenden müssen mindestens ein Jahr Mitglied der Schule sein, einen Kursus besucht haben und politisch und gewerkschaftlich organisiert sein. Vortragender: Emil Eichhorn. Montag: Literaturgeschichte. 1. Aus der Geschichte und Technik des Dramas. 2. Auswahl aus Lessings Minna von Barnhelm und Nathan der Weise. 3. Goethes Faust. 4. Schillers Wilhelm Tell. 5. Kleists Zerbrochener Krug und Prinz von Homburg. 6. Auswahl aus Hebbels Dramen. 7. Ibsen. 8. Das moderne Drama. Vortragender: Ernst Däumig. Dienstag: Naturerkenntnis.( III. Tell: Das Leben auf der Erde.) 2. Die 1. Die Natur des Lebens( Protoplasma, Zellenlehre). Theorien über die Entstehung des Lebens( Erzeugung usw.). Die Entwickelung des Lebens( Abstammungslehre). 4. Die Triebkräfte dieser Entwickelung( Kampf ums Dasein usw.) Vortragende: Käte Duncker. Mittwoch: Geschichte( Mittelalter). 1. Rückblick auf den Niedergang des Weströmischen Reiches. Ost- Rom und die germanischen Mittelmeerreiche. Die Franken. Das Papsttum. 2. Die Araber, der Islam. das Kalifat. 3. Das Abendland zur Zeit der Karolinger. Der Feudalismus. 4. Kaisertum und Papsttum im 10. und 11. Jahrhundert. Die Normannen in England und Italien. 5. Die Kreuzzüge. Byzanz. Die italienischen Städte. 6. Das Zeitalter der Hohenstaufen.- 7. Deutsche Städte und Fürsten, Grundherren und Bauern seit dem Interregnum. 8. Italien und das Papsttum, die römische Kirche und das Deutsche Reich im ausgehenden Mittelalter. 9. England, Frankreich und die Niederlande im späteren Mittelalter. 10. Byzanz und die Türken. Spanien und Portugal. Vortragender: Dr. A. Conrady. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende resp. Sonntagvormittage. Beginn pünktlich 8, Uhr, Ende 10 Uhr. Sonntags: Beginn 10 Uhr, Ende 11, Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an den Unterrichtsabenden von 7, bie 8, Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf., das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstraße 40a; Reul, Barnimstraße 42; Vogel, Lortzingstr. 37; W. Kaczorowski, Ravenéstr. 6; Horsch, Engelufer 15. Unterrichtsbeginn: Donnerstag, den 16. April: Nationalökonomie. Freitag, den 17. April: Gewerkschaftswesen. Sonnabend, den 18. April: Geschichte des Sozialismus. Sonntag, den 19. April: Fortschrittskursus. Montag, den 20. April: Literaturgeschichte. Dienstag, den 21. April: Naturerkenntnis. Mittwoch, den 22. April: Geschichte. Alle Zuschriften und Geldsendungen sind an den Genossen H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu richten. Der Vorstand. Problem Cigarettes HDE An die Gaff- und Schankwirte Berlins! Berufskollegen! Kein einziger Stand leidet unter so hohen Belastungen und Besteuerungen als das Gastwirts gewerbe. Wer fennt nicht all die vielen Extrabesteuerungen, welche der Gastwirt im Reich, Land und Gemeinde zu leisten hat. Wer kennt nicht die ins Ungemessene gesteigerten indirekten Steuern, wodurch die Rohmaterialien eine ungeheuerliche Preissteigerung erfahren. Steuern auf Bier, Branntwein, Zigarren, Zigaretten, Streichhölzer, Glühförper und andere Bedarfsartikel sind es, die das Wirtegewerbe zu tragen hat. Geradezu vernichtend hat die Finanzreform auf das Gast- und Schankwirtsgewerbe gewirkt. Tausende vernichteter Existenzen bedecken den Weg der letzten Steuerreform. Unzählige Berufsfollegen waren gezwungen, die Stätte, in welcher sie unter Mitwirkung ihrer braven Frauen und fleißigen Kinder Ernährung fanden, zu verlassen. Unzählige von Berufskollegen fristen nur noch eine Scheineristenz. Immer gewaltiger wird das Braulapital. Der Zusammenschluß im Braugetverbe bedingt für diefes eine Machtstellung, welche den Wirt immer abhängiger vom Brautapital macht und ihn zwingt, den Bedingungen dieses Braufapitals sich zu fügen. Neben all diesem vorher Geiagten haben die behördlichen Bevormundungen und polizeilichen Schikanen einen nie geahnten Grad erreicht. In diesen schweren Zeiten kommen täglich neue Nach Beim Wieder. richten, daß weitere Belastungen, Erhöhung der indirekten Steuern geplant seien. zusammentritt des Reichstages nach Ostern wird der Entwurf eines Gefeßes zur Schankgesetzgebung, den die Regierung dem Reichstag unterbreitet hat, im Reichstag zur Verhandlung fommen. Dieser Entwurf enthält neue schwere Gefahren für das Gastwirtsgewerbe. Nichtige Anlässe sind zum Vorwand genommen, die Rechte der Polizeibehörden weitgehend zu erweitern. Würde dieser Regierungsentwurf Gefez werden, würden weitere Tausende von Eristenzen der Bernichtung anheimfallen. Dagegen gilt es, sich zit wehren. Al diese Maßnahmen können nur wirksam bekämpft werden im Intereffe des Wirtegewerbes durch Zusammenschluß. Wie alle Berufsgruppen erkannt haben, daß nur in der Organisation die Kraft und die Möglichkeit beruht, Schritte zum Schuße der Berufsangehörigen zu unternehmen, so muß sich auch diese Erkenntnis in die Reihen der Angehörigen des Gast- und Schankwirtsgewerbes Bahn brechen. Eine solche Organisation besteht, es ist der Verband der freien Gaft- und Schankwirte Deutschlands. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte veranstaltet ant Mittwoch, den 15. April, nachmittags 5 Uhr, für den 1., 3., 4., 5. und 6. Bezirt, und am Donnerstag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, für den 2. Bezirk je eine Bezirks- Versammlung in folgenden Lokalen: 1. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Gicshoit, Wiclefstr. 24. 2. Bezirk. Donnerstag, den 16. April beim Kollegen Wolffgramm, Aderstr. 6. 3. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Fr. Siegel, Gr. Frankfurter Str. 30. 4. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Scholz, Andreasstr. 21. 5. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Fröhlich, Fontane- Promenade 18. 6. Bezirk. Mittwoch, den 15. April beim Kollegen Radke, Neue Jakobstr. 3. In allen Versammlungen finden Vorträge statt über: Die Schankkonzeffionsgefekgebung im Lichte des Reichsverbandes deutscher Gastwirte. Referenten sind die Kollegen Obiglo, Litfin, Wiehle, Zubeil, Matthes. Wir richten an die Gast- und Schankwirte, die feinem Verein oder Verband angehören, die dringende Aufforderung, sich die ihm geschilderten schweren Gefahren vor Augen zu halten und aus ihrer Gleichgültigkeit zu erwachen, sich einer Organisation anzuschließen, Mitglied des Verbandes Freier Gast- und Schankwirte Deutschlands" zu werden. In den oben bezeichneten Bezirksversammlungen werden alle für das Wirtegewerbe wichtigen Fragen eingehend behandelt und find Berufskollegen als Gäste sehr willkommen. Darum nochmals, Kollegen, kommt in diese Versammlungen! Die Ortsverwaltung. 78/14" Selowsky's Caruso- Cigaretten Die reellsten und solidesten:: MÖBEL liefert anerkannt Möbelfabrik von Schulz, Straße 5, seit 36 Jahren die mit langjähriger Garantie zu äußerst billigen, Kassenpreisen und gegen Zinsvergütung auch auf Teilzahlung. Größte Auswahl in moderner Ausführung in allen Preislagen von 240 bis 10 000 M. am Lager. Hautleiden Jetzt bin ich in der Lage, Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihre wundervoll heilende Medizin, die mich vollständig von dem schauberhaften Hantleiden befreit hat, voll und ganz zu zollen. Gustav Sichting, find wie zut Mücheln Hautpillen folgt ( Bez.Halle.) 1 V haben. Generaldepot u. Bersand, Bismard Apotheke Berlin: Wrangelftr. 47, ferner in den Apotheken: Charlottenstr. 51, Bots damer Str. 84a, Landsberger Str. 39, Kajtanien Allee 2, Auguftftr. 60, Königsberger Str. 21, Belle- Alliance straße 12, Charlottenburg: Bismard ftraße 81, Wilmersdorf: Wilhelms. aue 110, Schöneberg: Hauptstr. 151, Spandau: Bichelsdorfer Straße 14, Friedrichsfelde: Zentral- Apotheke. Rhenania, Fabrik chem- pharmac. Produkte, Bonn., Berantw. Redatt.: Alfred Wielepy, Neukölln. Inseratenteil beranto. Th. Glede, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhaltungsbL Reichenberger sind garantiert trustfrei! Nr. 102. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteiangelegenheiten. Dritter Kreis. Heute Mittwoch, den 15. April, abends 812 Uhr, findet der dritte Vortrag des Genossen Dr. Dunder über die GeWitte, Sebastianstr. 39, statt. Der Bildungsausschuß. Neukölln. Am Donnerstag, den 16. d. M., fällt die Unterrichtsstunde des Genossen Heinrich Schulz wegen des Vortragsfurfus des Genojien Dr. Dunder aus. Die nächste Stunde findet am 23. d. M. statt. Lichtenberg. Jugendsettion. Heute Mittwoch, den 15. April, abends 8 Uhr, Beriammlung im Rest. Pickenhagen, Scharnweber: straße 60. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. John über " Technische Umwälzungen". 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Nieder- Schöneweide. Mittwoch, den 15. April, abends 81% Uhr, Generalversammlung im Waldbaus( Inhaber Bock), Berliner Sirage. Tagesordnung u. a. Bericht und Neuwahl der Funktionäre. Mittwoch, 15. April 1914. feineswegs gefräßig, im allgemeinen sogar sehr genügfam. Die vollständig zu tun, um sich selbst zu ernähren. Bei dem beBeeinträchtigung des Schwanenidyls zugunsten eines nicht nötigen städtischen Geschäftsbetriebes tann also nur bedauert werden. Das Opfer des Polizeirevolvers. fannten Vorurteil gegen ehemalige rrenanstaltsinsassen fand er nirgends feste Beschäftigung, war daher auf allerlei Gelegenheitsarbeiten, die gerade das Leben fristeten, angewiesen. Außerdem wurde er durch Entmündigung, die inzwischen schichte tes Sozialismus( Bon Thomas Morus bis jetzt) bei FrizDas herrliche Frühlingswetter hatte an beiden Ostertagen Zehn- und Tritt gehindert. Bureaukratismus in der Parkverwaltung. aufgehoben worden ist, in seinem Fortkommen auf Schritt Er stellte sich daher ganz richtig auf Neukölln. Heute abend Versammlung der Jugendfektion. Auf tausende von Spaziergängern nach dem Treptower Park gelodt. den Standpunkt, daß die Stadt von einem Entmündigten, der der Tagesordnung steht der erste Vortrag des Gen. Zeuner über: Auf allen Wegen und Stegen fluteten die Massen hin und her. Doch selbst unterstützungsbedürftig sei, nicht noch Geldmittel zur Die bürgerlichen Parteien des Reichstags". Es darf wohl von allen der große Spielplag, ein Hauptanziehungspunkt für die Be Unterstügung anderer Personen verlangen dürfe, worauf die jungen Arbeitern und Arbeiterinnen über 18 Jahre erwartet werden, fucher des Parks, besonders für die Kinderwelt, zeigte sehr geharnischte Androhung des Arbeitshauses erfolgte. Erst daß sie in der Versammlung anwesend sind. sich als völlig leere Fläche. Ein rings un den Plaz nach energischem Einspruch eines Vereins, der unter anderem Seil sperrte ihn dem Publikum. Tausende darauf hinwies, daß die Bestrebungen des städtisches Vereins gezogenes zogen vorüber, Tausende hockten dicht gedrängt auf der zur Unterstützung entlassener Izrenanstaltsinsassen in sonderSigbarriere, welche sich an der Böschung hinzieht und den barem Lichte erscheinen müßten, wenn man in dieser Weise ganzen Platz umiäumt. Taufende ließen ihre Blide verlangend über arbeitswillige, aber selbst in Not befindliche Entlaffene me die grüne Raienfläche schweifen, die kein menschlicher Fuß betreten Arbeitshaus stecken wolle, nahm die Armendirektion davon durfte. Eine fleine Schar von Kindern nur war respektlos genug, Abstand, ihre Drohung in die Tat umzusehen. um in völliger Nichtachtung des sperrenden Seils, sich in munterem Spiel auf dem Rasenplatz zu tummeln. Doch die Freude war keine ungeteilte. Da nahte ja von ferne die hohe Obrigkeit in Gestalt Jene nächtliche Schießaffäre, die sich in Berlin an der Ede der eines städtischen Parkwächters. Drei Schritt vor dem Manne mit der Dienstmüße und dem blanken Brustschild fligten die spielenden Dragoner- und der Münzstraße im August 1912 abspielte, ist noch Kinder unter dem Sperrfeil hindurch, um drei Schritte hinter seinem immer nicht erledigt. Ihr Opfer wurde ein junger Mann Artur Rücken wieder unbesorgt auf dem grünen Rasen zu tummeln. So Fischer, den bei einem Auflauf ein Schuhmann Gabbert trieb die harmlose Kinderschar selbst mit dem Vertreter der Obrigkeit niederschoß. Die gegen Gabbert eingeleitete Untersuchung endete sehr rasch mit dem Ergebnis, daß er sich bedroht geglaubt habe und daher Notwehr anzunehmen sei, die ihm Straflosigkeit sicherte. Erst nach Monaten wurde die Persönlichkeit des Erschossenen feftgestellt und zwar durch die eigene Mutter, die nur mit Mühe die Polizei dazu bringen fonnte, ihr Glauben zu schenken und die Richtigkeit ihrer Vermutung endlich anzuerkennen. Also: Für die städtische Parkverwaltung beginnt der Frühling Ausdauer alles Mögliche unternommen, um den Schußmann Gabbert Seitdem hat die Mutter mit einer ganz ungewöhnlichen Energie und am 15. April. Wenn sich der Himmel erlaubt, uns schon einige Tage früher und noch dazu am Osterfest das prachtvolite Frühlings- doch noch auf die Anklagebank zu bringen und auch den Verbleib wetter zu bescheren, so ist das ein Verstoß gegen das bureaukratische der Leiche und der Kleidung festzustellen. Wir haben über diese BeSchema der Parkverwaltung, und solchem Verstoß werden keine mühungen wiederholt berichtet. Der letzte in Sachen Gabbert erKonzessionen gemacht. Trozz schönsten Wetters und größten Massen- gangene Bescheid, den die Eltern des Erschossenen erhielten, fam besuchs bleibt der Spielplatz an den Ostertagen gesperrt. Aber zwei Ende März 1914 vom Minister des Innern. Er lautet:„ Auf die Tage später wird das Sverrieil fallen, mag es auch stürmen und mir von dem Herrn Justizminister übermittelten Eingaben vom 16. regnen und kein Mensch Verlangen haben, sich auf der Rafenfläche und 25. Januar 1914 eröffne ich Ihnen nach Prüfung der Vorgänge, daß ich ebensowenig wie der Herr Justizminister einen zu lagern. Ja, ja, der Bureaufrat tut seine Pflicht, ob's nun vernünftig ist Anlaß gefunden habe, gegen den von Ihnen beschuldigten Schutzmann Gabbert einzuschreiten." Bezüglich des Verbleibes der Leiche weist der Bescheid erneut darauf hin, daß die Leiche nach erfolgter Sektion verbrannt und ihre Reste auf dem Berliner GemeindeFriedhof bei Buch beigesetzt worden seien. Es stehe den Eltern frei, Marienfelde. Am Donnerstag, den 16. April, abends 8½ Uhr, bei Schuster, Kirchstraße: Generalversammlung des Wahlvereins. Berliner Nachrichten. Unbedachte Untugenden. ihr nedisches Spiel. Warum war die große Wiese gesperrt, die doch sonst in der schönen Jahreszeit regelmäßig als Spiel- und Lagerplatz von Taufenden benutzt wird? Die Inschrift einer Tafel gibt des Nätsels Lösung. Sie fündet, daß der große Spielplatz vom 15. April bis 15. Oktober dem Publikum zur Benuging freisteht. oder nicht. Neulich fuhr ich auf der Eisenbahn. Das kommt öfter bor, so jeden Tag, des Morgens nach und des Abends von Berlin. Aber dann ists voll im Wagen und die Leute haben feine Zeit, Apfeljinen zu effen. Diesmal aber wars nicht so voll und auch die Strecke eine andere, es ging nach dem Norden heraus, denn es war Sonntag und auch noch früh. Mit mir im Abteil jaß eine Dame für mein Ziel in die Wildnis reichlich städtisch aufgepuzt und aß Apfelsinen, gemiß ein harmloses Beginnen. Was mich interessierte, waren die sonderbaren Handbewegungen: von der Apfelsine unter die Bank. Den Weg machte nämlich die Schale, einmal, zweimal und noch einmal, dann wurde es mir zuviel. Ich malte ntir im Geiste aus, wie der Wagen ausschauen würde, wenn alle Reisenden diese Liebenswürdige Gepflogenheit hätten und sich ,, Das kann nur das Dienstmädchen gewesen sein!" dann nach und nach Eierschalen, Papierfeßen, Automatenhülfen und dergleichen angenehme Dinge mit den inzwischen Die Sonderstellung des Gesindes ist durch keine noch so mo- diese auf eigene Kosten nach dem Friedhof ihres Wohnortes überHalbzertretenen Apfelsinenschalen zu einem lieblichen Stilleben derne" Gesetzgebung beseitigt worden. Was muß ein Dienstmädchen führen zu lassen. Das dürfte, nehmen wir an, nicht so einfach sein, vereinen würden. Und dann fragte ich die Dame, ob es in auch jetzt noch sich von seiner Herrschaft bieten lassen! Nach wie wie der Minister des Innern es sich denkt. So viel wir wissen, ihrer Wohnung so üblich sei, alle Abfälle unter das Sofa zu vor soll es Demütigungen und Verunglimpfungen in standes- werden auf den Gemeinde- Friedhöfen Berlins die Reite verbrannter werfen, denn der Eisenbahnwagen müsse heute noch vielen gemäßer" Bescheidenheit hinnehmen. Wenn z. B. eine Herrschaft Anatomieleichen" nicht in der Weise beigesetzt, daß für die Asche Ausfüglern stundenlang als Wohnung dienen, ehe er ge- irgendeinen Gegenstand von Wert vermißt, wie bald regt sich da jeder Leiche ein besonderer Sarg genommen und eine besondere reinigt werden könne. Sie war verdugt, daran" hatte sie gegen das Dienstmädchen der Verdacht einer Unredlichkeit! Und wenn Grabstelle hergegeben würde. Bei„ Anatomieleichen" macht man wirklich nicht gedacht. Einige Mitreisende aber lächelten, ich das Vermißte fich nicht sogleich zur Stelle schaffen läßt, wie rasch nicht so viele Umstände, sondern schüttet die Aschen mehrerer weiß nicht, war es Schadenfreude oder Beifall. jagt man da jo einem Mädchen die Tat auf den Kopf zu zeichen zusammen, um sie zusammen zu vergraben. Das ist der erste Gedanke: Nur das Dienstmädchen fann Dann stieg ich aus und suchte den Wald auf, um auch zu frühstücken. Aber ach! An einem schönen Plätzchen da fand ich das Stilleben von eben wieder, nur noch durch eine verIaffene Kaffeeflajche vervollständigt. Auch hier hatten vor mir Leute gehaust, die nicht wußten, daß auch der Wald eine Stube ist, für so viele gar eine gute Stube", die sie nur Festtags betreten können, und die sie darum fein säuberlich halten sollten, weil andere, denen es ebenso geht, doch auch ihre Freude daran haben wollen. " das gewesen sei". Azuleicht traut man dem Gesinde jede Schlechtig feit zu, einen Diebstahl und noch Schlimmeres. Der Fersinnige in der Pante. Eine teure Karambolage. Der folgende Fall von herrschaftlicher Einschäßung der fittlichen Großes Aufsehen verursachte ant ersten Osterfeiertage ein Eigenschaften eines Dienstmädchens verdient Beachtung. Bei dem Geistestranter auf dem Wedding. Er sprang in der Uferstraße in Justizrat Benedit im Hause Tempelhofer Ufer 1 hatte das die Banke und stand bis zum Halse im Wasser. Als ihn ein Schußmann aufforderte, wieder herauszukommen, erwiderte der An ihrem letzten Ausgehe- Mann, er wolle Fische fangen. Er mußte schließlich mit Dienstmädchen Frl. P. gekündigt. sonntag kehrte sie von einem Besuch in der Nacht um 1,12 Uhr zu Hilfe einer Leiter aus der Panke mit Gewalt herausgeholt werden. rüd, und etwas später kam auch die Herrschaft heim. Nachdem Auf dem nahen Polizeirevier stellte sich heraus, daß man es mit Gewiß sind nicht alle Berliner so unbedacht. Wären sie Frl. B. dann zu Bett gegangen war, wurde sie ungefähr um einem Geistestranten namens Georg Midloweit zu tun es, würden die Wälder und Fluren um die Millionenstadt 41 Uhr plötzlich durch stürmisches Klopfen an ihrer Tür aus dem hatte. M. wurde nach der Irrenanstalt gebracht. direkt unzugänglich sein. Aber doch gibt es eben immer noch Schlaf gewedt. Der Herr Justizrat stand draußen und forderte Leute, die sich nichts dabei denken, wenn sie an einer lauschigen in befehlendem Tone, sie solle sofort aufstehen und herauskommen. Waldstelle oder an dem Ufer unserer Gewässer Frühstücksreste Auf ihre verwunderte Frage, was er denn mitten in der Nacht von zurücklassen und damit dem Nachkommenden ihre ganze Speise- ihr wolle, rief er erregt, sie habe in dem Zimmer seiner Tochter farte förmlich aufdrängen. Und wie leicht ist es doch, Flur ben Gashahn geöffnet. Mit heftigen Worten warf er der und Wald rein zu halten, wenn der einzelne nur will. Da Erschrockenen vor, daß sie die Tochter in Gefahr gebracht habe, lassen sich die verderblichen Reste fast überall leicht und ent- durch ausströmendes Gas vergiftet zu werden. Fr. P. antsprechend tief verscharren oder in die vielen Hasenlöcher be wortete durch die Tür, sie selber sei ja gar nicht in dem Zimmer graben. Einwidelpapier fann man nötigenfalls auch mit der Tochter gewesen. Wegen der Aufgeregtheit des Herrn Justiz nehmen und gelegentlich in die Sammelkästen werfen oder zu mit zwei Schuyleuten an, und nun öffnete sie. Jenen Vorwurf zunuze. Ohne daß irgend jemand etwas im Lokal davon bemerkte, nehmen und gelegentlich in die Sammelkästen werfen oder zu rats lehnte sie ab, herauszukommen. Etwa um 1/2 Uhr rückte er dann Stuhl. Diese günstige Gelegenheit machte sich ein dreister Dieb Hause verbrennen. Nie aber werfe man dergleichen oder gar Scherben achtlos weg. Man bedenke stets, daß nach uns noch wies fie aufs neue mit aller Entschiedenheit zurück, aber die Schutz- zog er die Brieftasche heraus und verschwand mit seinem Raube. andere Erholungsbedürftige den gleichen Platz benußen leute führten fie noch in der Nacht zur Polizeiwache. Daß Als Täter kommt ein etwa dreißigjähriger Mensch in Betracht. wollen. Nie darf ein Ruheplag verlassen werden, ohne daß auf- fie nicht in eine Belle gesteckt, sondern in der Wachtstube behalten geräumt ist und alle Spuren der Anwesenheit beseitigt find. Wer die Natur liebt, hält sie rein und nicht minder die Wege, die zu ihr hinführen. Kähne statt Schwäne. den Lohn aus. Um sein väterliches Erbe bestohlen wurde der Bäder Heina rich in einem Café in der Alexanderstraße. Der junge Mann hatte sein Erbteil in Höhe von rund 6000 Mark ausgezahlt erhalten und das ganze Geld in Reichskassenscheinen in eine Brieftasche gesteckt, die er im Jadett aufbewahrte. Als er in der Nacht zum Sonntag im Café mit einem Bekannten Billard spielte, 30g er das Jadett aus und hängte es während des Spiels über einen Verhungert. wurde, ist als besondere Rüdsichtnahme zu schäzen. Immerhin war es für fie eine sehr unangenehme Situation, die ganze Nacht hindurch bis zum nächsten Morgen in der Wachtstube sitzen zu müssen. Beranlaffung gab, Ein Leichenfund, der zu dem Gerücht von einem Verbrechen Veranlassung gab, ist am Ostersonnabend an der Dranien Erst um 9 Uhr vormittags wurde sie vor den Polizeileutnant geführt und von ihm einem neuen Verhör unterzogen. Justizrat B., burger Chaussee in der Nähe von Frohnau gemacht worden. der zum Polizeibureau gekommen war, wiederholte seine Beschuldi- In einer Vertiefung im Walde fanden Spaziergänger die Leiche Jm Treptower Karpfenteich ist schon seit Jahren lein Karpfen eines etwa 40jährigen Mannes. Die sofort benachrichtigte Polizeigung. Er meinte, sie habe den Gashahn wohl aus Schikane gemehr zu entdecken. Gher wäre die Umtaufung in" Schwanenteich" öffnet. Das Ergebnis war, daß der Verdacht als hinfällig angesehen behörde entsandte alsbald mehrere Beamte an Ort und Stelle, berechtigt geweien. Noch vor zwei Jahren erfreuten hier etwa und Frl. P. freigelassen wurde. Sie hatte jegt fein Ber- die feststellten, daß an dem Körper des Toten keinerlei Ver30 Schwäne die Besucher des Treptower Parts. Es war ein Aus einem Notizbuch, das man der fand, ging hervor, prächtiger Anblick, wenn die stolzen Tiere in dichtem Geschwader langen mehr danach, für den Reſt ihrer Dienstzeit in das Haus des legungen vorhanden waren. über das Wasser segelten oder in flotter Fahrt mit weit gefpreizten Juftigrate zurückzukehren. Noch auf dem Polizeibureau zahlte er the daß es sich um einen gewissen Willy Spangenberg aus der Flügeln auf das Ufer stießen, um sich vom Publikum mit allerlei Der Umstand, daß Frl. P. nicht in Haft behalten wurde, zeigt Joachimstraße in Berlin handelt. Aus einem Vermerk in dem Leckerbissen füttern zu lassen. Im vorigen Jahre wurde die Zahl der Treptower Schwäne auf die Hälfte verringert, in diesem Jahre wohl zur Genüge, wie die Polizei über die Gashahnaffäre denkt. Taschenbuche geht hervor, daß dem Sp. in einer Gastwirtschaft in Berlin die ganze Barschaft entwendet worden ist. Darunter hatte Wäre auf dem Mädchen auch nur die Spur eines Verdachts hängen sieht man gar nur sechs. Auch das idyllische Nisthäuschen inmitten des Teiches ist beseitigt worden. geblieben, so hätte der Leutnant schwerlich die fofortige Freilaffung Sp. geschrieben, daß er infolgedessen lebensmüde sei und ins Jenseits Diese Aenderungen werden auf den vor zwei Jahren eingeführten Gondelbetrieb auf angeordnet. Ein bißchen rasch ist in der Familie Benedit das von zu gelangen wünsche. Wahrscheinlich ist der Bedauernswerte dann irgendwem begangene Versehen, den Gashahn nicht zu schließen, in der Umgebung Berlins planlos umbergeirrt und schließlich vor dein Starpfenteich zurückgeführt. Ein Dußend Ruderboote sind gegen dem Dienstmädchen aufs Konto gesetzt worden. Ein starkes Stüd Erschöpfung zusammengebrochen. Nach der Ansicht des hinzugezogenen über der städtischen Erfrischungshalle am Ufer stationiert. ist's, daß obenein nicht Nachlässigkeit, sondern die Absicht eines rates ist Spangenberg verhungert. Von einem Verbrechen kann werden an Wochentagen nur wenig benust, find aber an Sonn- und Schabernacks vermutet wurde, den man selbstverständlich als ver- jedenfalls nicht die Rede sein. Feiertagen begehrt und bringen dem Bächter sowie dem Magistrat brecherische Leichtfertigkeit verdammen müßte. Ob die Tochter des Berlin als Besiger des Karpfenteiches Geld ein. Steht aber diese Justizrats Benedik eine Gesundheitsschädigung erlitten hat, ist uns Geldeinnahme wirklich im richtigen Verhältnis zu der Zerstörung nicht befannt. Dem durch die Beschuldigung schwergekränkten Dienst des Schwanenidylls? Wer Sinn hat für unberührte Naturmädchen ist keine Genugtuung zuteil geworden. schönheiten, wird die Einrichtung des Gondelbetriebes als gänzlich verfehlt bezeichnen müssen. Sie Die einst so föstliche Ein entmenschter Vater. in der schwersten Weise vergangen zu haben, ist der Heizer Unter dem dringenden Verdacht, sich an seinen eigenen Kindern Hurras aus Oberschöneweide verhaftet morden. H. wird beschuldigt, sich schon seit längerer Zeit an seinen unmün digen Töchtern bergriffen zu haben. Er bestreitet zwar energisch die ihm zur Last gelegten Verbrechen, wird jedoch von den eigenen Kindern aufs schwerste belastet, so daß seine Vere haftung erfolgte. Szenerie des Karpfenteiches hat nur darunter gelitten. Es Die bureaukratische Anwendung des Arbeitsscheuen gesetzes besteht aber auch feinerlei Bedürfnis für diesen Gondelbetrieb, weil ja auf der nahegelegenen Oberspree zwischen durch die Stadt Berlin erstreckt sich auch schon auf-eheTreptow und Stralau dem Bublifum massenhaft Mietsruderboote malige Jrrenanstaltsinsassen. In einem Falle drohte die Das Gebiß verschluckt. Von einem eigenartigen schweren zur Verfügung stehen. Natürlich sind durch den Ruderbetrieb die Berliner Armendirektion, wie uns geschrieben wird, einem Schwäne start beunruhigt worden. Sie weichen den Booten aus, Kaufmann Sch., der nach viereinhalbjährigem Aufenthalt im Unglücksfall ist der Kaufmann Kurt Schulz aus der Miquelstr. 10 weil sie vielfach gehänselt werden, und gingen in ihrem Aussehen Irrenhause entlassen worden war, wenige Monate nach der in Steglig betroffen worden. Sch. befand sich am zweiten Osterfeiertag in fröhlicher Stimmung in der Gesellschaft mehrerer Freunde und Befinden zurück. An Brüten ist kaum mehr zu denken. Der Entlassung das Arbeitshaus an, falls er nicht seiner Familie in seiner Wohnung. Als der Kaufmann über einen Wig eines BeMagistrat soll eingewendet haben, daß die Schwäne vom Publikum Unterstandsmittel gewähre und dadurch der Armenverwaltung fannten laut lachen mußte, löfte sich sein Gebiß und geriet in den überfüttert worden seien. Das fann aber nicht gut stimmen, da die Unterstügungslast abnehme. Der Entlassene, der mit Schlund. Die Freunde brachten den Verunglückten sofort nach der die Fütterung jahrelang ohne Nachteile bestand. Schwäne sind auch seiner Ehefrau noch heute in Scheidung liegt, hatte natürlich nächsten Unfallstation, wo man sich aber vergeblich bemühte, das Gebiß aus dem Halfe zu entfernen. Schulz mußte nach dem] beharren zu wollen. Wie uns aus Bauarbeiterkreisen berichtet wird, I Bertreter trotzdem hinausgeschoben wird. Die nächste GemeindeKrankenhause geschafft werder, wo unmittelbar nach seiner Einliefes hat sich die Zahl der Arbeitslosen nicht gemindert. Nach Fertig- bertretersizung ist auf Freitag, den 17. April, angesetzt, in der über rung eine Operation vorgenommen wurde, durch die das Gebiß stellung der Bauten dürften diejenigen Buzer und Stuffateure, die die Wahlen Beschluß gefaßt wird. auch glüdlich im Augenblick höchfter Erstidungsgefahr entfernt werden jetzt noch Innenarbeiten ausführten, die Zahl der arbeitslosen Bau- Ertner. fonnte. Noch ein Unfall beim Wassersport. Erziehung zu Kunstgenüffen. arbeiter noch weiter vermehren helfen. Spandan. Die Generalversammlung des Wahlvereins beschäftigte sich zu Der Wilmersdorfer Magistrat sowie das sozialistenreine Stadt nächst mit der stattgefundenen Gemeindevertreterwahl, in der unfere parlament haben seinerzeit sowohl die Arbeitslosenpetition der Bau Genossen Grund und Ostertag den bürgerlichen Kandidaten Milz und Zu den von uns bereits gemeldeten Unfällen auf dem Wasserarbeiter wie auch den aus der Arbeitslosenversammlung dringenden Amtssekretär Müller unterlagen. Die Wahl des letzteren wird tritt ein neuer hinzu. Gestern tenterte auf dem Wolziger See in Schrei nach Brot mit Stillichweigen übergangen und sie wegen Nichtwählbarkeit eines Amtssekretärs angefochten werden. der Nähe des Drtes Görsdorf ein mit brei Herren befegtes Segel verweilen, trozdem die Verhältnisse sich auch jetzt noch nicht Nachdem dann die Funktionäre den Tätigkeitsbericht des verboot. Alle Infassen stürzten ins Wasser. Während es gelang, zwei weiter in Untätigkeit. Auf sie hat weder gangenen Jahres gegeben hatten, wurden die Neuwahlen der BeBerfonen zu retten, fand ein junger Bantbeamter namens ris gebessert haben, Schanz aus Berlin seinen Tod in den Wellen. das Weihnachtsfest noch das soeben verflossene Osterfest einen girtsleitung vorgenommen, und zwar wurden gewählt als Bezirks Hauch der christlichen Nächstenliebe hinterlassen. Und wie es den leiter Ostertag, als Vertreter A. Boite, als Kaffierer& Pauligt und Und wie es den als Schriftführer A. Szymanski. Als Beifizer zur Bezirksleitung Wilmersdorfer Bauarbeitern, so ist es den technischen Beamten er- wurden zum Teil die alten Genossen wiedergewählt. Die dies Das Wirken der Bildungsausschüsse in Groß- Berlin tritt immer lofenunterfügung gleichfalls abgelehnt wurde. Und die Wünsche der gangen, deren Petition um Einführung einer kommunalen Arbeits- jährige Maifeier soll in altgewohnter Weise begangen werden. deutlicher in Erscheinung. Nicht nur, daß rein äußerlich auf die städtischen Arbeiter harren gleichfalls noch der Erledigung. Aus Schmargendorf. Herstellung der Programme zu den festlichen Veranstaltungen Wert diesen Vorgängen geht flar und deutlich hervor, daß die unter den Warum müssen wir uns mit Geschichte beschäftigen? Ueber auf geschmadbollere Ausstattung des Programms gelegt wird, kann heutigen Wirtschaftsverhältnissen leidenden Erwerbsschichten von den dieses Thema referierte in der Mitgliederversammlung des Wahlman auch aus der Zusammenstellung und dem Inhalt der aufzu- fommunalen Körperschaften Wilmersdorfs nichts zu erwarten haben. vereins Genofie Farwig- Brig. Nach dem mit großem Beifall aufführenden Brogrammnummern sich überzeugen, daß beute mehr denn nur eine starke sozialdemokratische Vertretung vermag auf Befferung 1. Mai feiern, ersucht, sich an der Frübversammlung in Wilmersdorf genommenen Referat wurden diejenigen Genossen, welche den je Mühe aufgewandt wird, um den Zuhörern etwas Gutes zu bieten. Dieser Lage zu drängen. Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen zu beteiligen. Die Feier am Drte findet 8 Uhr abends im ReſtauEin Blid auf die von einer Reihe von Gewerkschaften und Barteis bieten die beste Gelegenheit, diese Stimmung der werktätigen Be- rant Waldtater, Warnemünder Str. 14/15, statt. organisationen in letzter Zeit arrangierten Unterhaltungsabende zeigt völkerung klar zum Ausdruck zu bringen. dieses Streben sehr deutlich. Möge es sich um einen Heiteren Abend handeln oder um einen Lieder- oder Konzertabend, immer ist er- Charlottenburg. fichtlich, daß die Veranstalter alles aufzuwenden fuchen, um immer Befferes zu geben. Auch in den Parteiorganisationen ist man bemüht, weniger auf den üblichen Ueberschuß au sehen, als ben Genossen einen genußreichen Abend zu verschaffen. Mit dem Chansonettentram scheint endgültig gebrochen zu sein. Das fonnte man kürzlich wieder beobachten, als der 6. Kreis sein 25. Stiftungsfest feierte. Stein überladenes Programm, aber um so gediegener Das gleiche fonnte bei den Osterveranstaltungen des vierten und fechsten Streises festgestellt werden. Dort bei Obiglo ein gediegenes Instrumental- und Bokalkonzert, bei dem der Thilosche Chor Ramen Los" mit 120 Sängern mitwirkte und das prächtige Erntelied" von D. Fried unter stürmischem Beifall zu Gehör brachte, hier in der , Germania" eine Frühlingsfeier mit entsprechenden Musik- und Lieder borträgen, die starken Anklang fanden. Mehr und mehr ist auch Sorge getragen, daß lleberfüllungen wie früher vermieden werden, die große Erbittrrung derursachten und manchem Genossen das Wiederkommen verleideten. So scheint mehr denn je auch für die Zukunft immer größere Gewähr gegeben au fein, daß unseren Genossen in unseren eigenen Organisationen Genüsse geboten werden, die den Menschen die Liebe zum Reinen, zum Schönen anerziehen und die Teilnehmer auf eine höhere, geistige Stufe heraufziehen. " Zu der Familientragödie in der Faldensteinstraße 5 teilt uns der Ehemann Helmsen mit, daß er mit seiner Frau stets in bestem Einvernehmen gelebt habe. Seine Frau war jedoch unterleibsleidend und sollte nach der Geburt eines zu erwartenden Kindes Die Leiche eines unbekannten, etwa 35 Jahre alten, anscheinend dem Arbeiterstande angehörenden Mannes wurde am 7. d. Mis. aus dem Nordhafen gelandet. Die Seiche hatte etwa zwei Wochen im Waffer gelegen. Der Verstorbene war von mittelgroßer unter fester Gestalt, dunkelblond, hatte gleichfarbigen Schnurrbart, war mit grünem Jadett und Weste, grau und ichwarzgeftreifter Soie fomie ichwarzen Schnürschuben bekleidet und trug eine Schürze aus Sadkleinwand. Mitteilungen über die Periönlichkeit des Verstorbenen erbittet die Kriminalpolizei zu 1401 IV/ 55. 14. Ein Einbruchsdiebstahl im Konsumverein Merkur"( Berkaufsstelle Feinde ringsum! Ueber dieses Thema sprach der Reichstags- Birkenstraße) wurde am Sonnabendnachmittag in der Zeit von 1 bis abgeordnete Genosse Zubeil in einer start besuchten Ber- 3 Uhr verübt. Der Spizbube versuchte erst die mit einem Sicherjammlung im großen Saale des Boltshauses. Zunächst beitsschloß versehene Tür zum Laden vom Hausflur aus zu er behandelte Genoffe Zubeil die äußere Politik. Auf diesem brechen. Da dies aber anscheinend mißlang, erbrach er den Keller Gebiete herrsche, nachdem sich der durch die Alarmartikel der Kölni- und nahm von dort aus seinen Weg zu den Verkaufsräumen. Erschen Volkszeitung" und des Berliner Tageblatts" gegen Rußland beutet hat der Einbrecher aus den vorderen Fächern der Ladenkaſſe Die in den hinteren Fächern der Kasse befindlichen verursachte Sturm wieder gelegt habe, verhältnismäßig Ruhe. Sei 123,91. nach außen hin augenblicklich auch Ruhe eingetreten, so sehe es um 236,09 2. ließ er in der Gile unberührt, ebenso die Warenbestände. der Arbeiter zu beschneiden, seien fich alle unsere Feinde einig. Schon so schlimmer im Innern aus. In der Absicht, das Koalitionsrecht Das ist bereits der vierte Einbruch in diese Berkaufsstelle. Mit erheblichen Schwierigkeiten hatte bis vor kurzem der feit den letzten Reichstagswahlen mache sich in der ganzen bürger Bildungsausschuß insofern zu kämpfen, als ihm die großen Säle in lichen Gesellschaft ein Zug nach rechts bemerkbar. Bezeichnend für Spandau zu seinen Veranstaltungen verschlossen blieben. Nachdem die gegenwärtige Lage sei, daß kein einziges sozialpolitisches Gejes jegt hier alle Säle der Arbeiterschaft zur Verfügung stehen, kann der mehr zustande komme. Wenn die Arbeiterklasse über die gegen Bildungsausschuß seine ihm gestellten Aufgaben voll zur Ausführung wärtige innere Krise hinwegkommen und sich nicht bloß auf die Ab- bringen. Das erste gelungene Arrangement, das einen vollen Er= wehr der frechen Angriffe ihrer Feinde auf die Arbeiterrechte be- folg brachte, war der am ersten Feiertage veranstaltete Solistenschränken wolle, werde es in nächster Zeit schwere Kämpfe geben. a bend in der Brauerei Bichelsdorf. Das neue Tontünstler Für diese Zeiten müsse sich das Proletariat unaufhörlich borbe- orchester feffelte mit seinen fünstlerichen Darbietungen in dem reiten. Jeht gelte es, besonders die Frauen in den politischen 4%, Stunden tauernden Konzert die zahlreich erschienenen KonzertKampf hineinzuziehen. Nur, wenn die Männer und Frauen des besucher bis zum Schluß. arbeitenden Boltes gemeinsam fämpfen, wenn die Frau nicht zum Hindernis im Kampfe für den Mann werde, könne die entrechtete Klasse siegen troß alledem und alledem. Das zweistündige Referai wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie fand die Versammlung ihr Ende. Lichtenberg. Ausgabeftellen guter Bücher. Gegen die Schundliteratur richtet sich eine Einrichtung, welche Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß am bie Verbreitung guter Bücher zum Ziel hat. Die heutige Nummer Donnerstag, den 16. April, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn unferes Blattes enthält an anderer Stelle ein Verzeichnis von Aus- Steuer, Frankfurter Chauffee 128, wiederum eine öffentliche ungabestellen, das unseren Lefern zur Beachtung empfohlen wird. Espolitische Jugendversammlung stattfindet, in welcher Herr Dr. Rudolf wird gebeten, die Bücherausgabestellen fleißig zu benußen und das Breitscheid sprechen wird. Die Arbeitereltern wollen ihre erwachsenen Berzeichnis aufzubewahren. Kinder auch auf diese wichtige Versammlung aufmerksam machen und möglichst felbst in derselben erscheinen. Nowawes. In der letzten Bersammlung des Wahlvereins gedachte der Bor figende zunächst des verstorbenen Mitgliedes Hermann Liebe. So dann gab er das Resultat der Noten Woche am Drte bekannt. Neu gewonnen wurden 126 Mitglieder, und zwar 94 männliche und 26 weibliche, ein Resultat, mit dem der Verein zufrieden sein könne. Die Agitation für die Parteipreffe habe leider einen weniger Das Vorgehen der Polizei gegen die Bestrebungen der Arbeiter- günstigen Erfolg gehabt. Der Verfuch des Vorstandes, in Geoperiert werden. Auch war sie früher schon einmal vorübergehend jugend hat in den Kreisen der wertätigen Bevölkerung lebhafte meinschaft mit dem Startellausschuß den Wiederzusammenschluß des in einer Lungenbeilanstalt. Dies hatte sie sich so zu Herzen geneugegründeten mit dem alten Radfahrerverein herbeizuführen, sei nommen, daß sie in legter Zeit wiederholt Selbstmordgedanken Entrüstung wachgerufen. Die Folge ist, daß immer größere Scharen scheinbar ergebnislos gewefen, obwohl die für die Notwendigkeit der geäußert hat. Auch habe er seine Schwägerin telephonisch benach- jugendlicher Arbeiterföhne und Töchter fich der verfolgten Arbeiter Absplitterung vorgebrachten Gründe nicht stichhaltig seien. Nach dem richtigt, daß er an dem betreffenden Tage etwas später nach Hause jugend anschließen. Gegen das völlig widerfinnige, jeder rechtlichen Staffenbericht betrugen Jahreseinnahme und ausgabe des Wahlvereins tommen werde, und sie gebeten, dies seiner Frau mitzuteilen. Unterlage entbehrende Vorgehen der Lichtenberger Polizei ist natür- 4155,61 M. Die Mitgliederzahl betrug zu Beginn des Geschäftsjahres 984, lich Beschwerde erhoben worden. Daß dem Lichtenberger Tage am Ende desselben( 81. März 1914) 1127; bierbon find 920 männ Die Maifeier soll nach blättchen, als dem Organ des Polizeipräsidiums von Lichtenberg, liche und 207 weibliche Mitglieder. diese Aeußerungen echten preußischen Polizeigeistes gefallen, braucht gemeinsamen Vorschlag des Vorstandes und Kartellausschusses in nicht besonders erwähnt zu werden. Ein Blättchen, das mit Bes folgender Form begangen werden: Am Vormittag Versammlung bagen bie Produkte des Reichsverbandes abbrudt, wird in der Polizei mit Referat in einem der beiden Barteilokale. Am Abend in dem anderen Lotal eine der Bedeutung des Tages entsprechende mit Festnur noch das„ berufene Organ des Gegenwartsstaates" sehen, dem rede verbundene Feier mit Botal und Instrumentalfonzert fowie es obliegt, die Jugend vor unberufenen Erziehern" zu verschonen. turnerischen Aufführungen. Der übliche Zang soll diesmal weg8um Glüd vermag weber das Lichtenberger Blättchen, noch die be fallen. Das Entree wurde auf 15 Pf. pro Person festgelegt. In rufene Bolizei zu verhindern, daß die Arbeiterschaft ihre Jugend feinem Vortrage über fommunale Angelegenheiten erörterte nicht die der paar Lichtenberger Tageblatt Abonnenten in Genoffe Neumann an Hand des Etats für das Jahr 1914 die Finanzlage der Gemeinde und die noch der Erfüllung ihrem Geifte erzieht. barrenden kommunalen Aufgaben. Während der Etat des Jahres 1913 mit einer Unterbilang von 80 000 m. abschloß, balanciere der dies. jährige zwar, es sei jedoch unverkennbar, daß die Gemeinde ebenso wie zahlreiche andere Drte Groß- Berlins vor dem Bankrott ftebe. Mangels jeglicher werbender Anlagen, wie Elektrizitätswerk, Straßenbahn, Gasanstalt usw., sei die Gemeinde hauptsächlich auf die Er träge der Steuern angewiefen; diese seien jedoch kaum ausreichend, um die laufenden Ausgaben für die höheren und Volksschulen sowie für die Polizeiverwaltung und die Berzinsung der Anleihen zu beden. Dabei stehe die Gemeinde vor der Notwendigkeit, ein neues, etwa dreißigklaffiges Bollsichulgebäude zu erbauen. Wenn dasselbe im vorigen Jahre erbaut worden wäre, dann hätte der neue Etat eine Unterbilang von etwa 750 000 m. aufzuweisen gebabt. Ein vorläufiger Notbehelf gegen die Finanzmifere wäre eine nochmalige Herauffezung der Steuerzuschläge, doch müßte fich dies von großem Schaden für die Gemeinde erweifen, weil dadurch der Zuzug steuerfräftiger Ber fonen unterbunden und die Errichtung von Fabrifen noch mehr als bisher erschwert würde. Der legte Rettungsanfer wäre die Ein richtung einer eigenen Spartaffe und die Gründung einer Feuerlasse; es bestehe jedoch wenig Hoffnung, die Genehmigung des Kreiſes Die Akademischen Unterrichtsturse für Arbeiter und Arbeiterinnen hierfür zu erlangen. Der im Etat enthaltene Vermögensausweis gebe topllen Männern und Frauen, die nicht mehr die Fortbildungsschule über die vorhandenen Werte ein ganz falsches Bild; so repräsentieren besuchen können, Gelegenheit zu gründlicher Ausbildung in den manche Straßen faum den zehnten Teil des angegebenen Wertes, weil elementaren Unterrichtsfächern bieten, vor allem sollen die Hörer fie jezt alt feien. Wenn man dies in Betracht ziehe, dann schrumpfe das richtig schreiben, sprechen und rechnen lernen. Der Unterricht wird Die Generalversammlung des Wahlvereins nahm den Bericht mit rund 1 507 877 Marf angegebene Vermögen zu einer faum nennens von Studenten der Berliner Hochschulen erteilt. Wöchentlich einmal der einzelnen Funktionäre entgegen. Der Vorfizende monierte am werten Sumine zusammen. In der Diskussion wurde der schlechte findet ein Rurfus abends von 8-10 Uhr statt. Anmeldungen Schluffe feines Geschäftsberichts, daß die Mitarbeit der Mitglieder Zustand der Priesterstraße bemängelt, die an Markttagen bei werden in folgenden Lokalen entgegengenommen: 1. Banfitr. 17, bei den legten Gemeindewahlen fehr zu wünschen übriggelassen habe. Regenwetter und im Winter taum zu passieren sei. Scharf fritisiert am Bahnhof Wedding, am 16. April, abends 8-10 Uhr. Rach dem Kaffenbericht des Genoffen Karl Effardt betrugen die wurde auch die Unfähigkeit der Gemeinde, eine öffentliche Bade 2. Gipsstr. 23a, am Bahnhof Börie, am 16. und 21, April, abends Ginnahmen für das leste Quartal 427,60 M., die Ausgaben 378,27 anstalt au errichten. die nun durch den Drisausichuß für nationale 8-10 Uhr. 3. Langeftr. 31, am Schlesischen Bahnhof, am 17. und Mart Die Neuwahl der Funktionäre ergab als 1. Borfizenden Jugendpflege zur Ausführung fomme. Verurteilung fand ferner der 21. April, abends 8-10 Uhr. 4. Neukölln, Kaiser- Friedrich- Karl Bints. 2. Vorfizenden Ballow, 1. Kaffierer Karl Ellardt, fortgejezte Bechiel der Polizeibeamten und die zwangsweise PenfioStraße 208-210, am 20. und 22. April, abends 8-10 Uhr. 2. Staffierer Thoms. Schriftführer Träger, Beifizer Frau Deburg. nierung weier Polizeifergeanten, die noch jahrelang hätten ibren Am 18. und 25. April, abends 8 Uhr, finden im Saale des Als Bezirksführer wurden gewählt: 2. Bezirt Schoß, 3. Niegel. Dienst verieben fönnen. Durch die Penfionierung der beiden Zentralarbeitsnachweises, Gormannstr. 18, allgemeine Hörer 4. Grachut, 8. Zimmermann, 8a. Gebauer, 9. 8ameit. 10. W. Leb Beamten werde die Gemeinde um jährlich etwa 4000 M. gefchädigt. bersammlungen statt, in denen nähere Mitteilungen über die Art mann, 11. Scheibe. Der 1., 5., 5a., 6., 7. und 12. Bezir! fonnten Die Einwohnerschaft habe daher ein Recht, gegen eine solche Wirtdes Unterrichts und die Organisation gemacht werden. In diesen nicht befegt werden, die Wahlen hierfür werden den nächsten Zahl ichaft mit den Mitteln der Allgemeinheit ganz energii au pros Bersammlungen werden ebenfalls Anmeldungen entgegengenommen. abenden zugewiefen. Als Reviforen fungieren Liepold und Straffas teftieren. Da die Ausgaben für die höheren Schulen nach Ansicht Bei der Anmeldung ist eine einmalige Gebühr von 50 Pf. für der Lokalkommission gebören Hahn und Spritulla, der Kindericus der Versammlung weit höhere find, als für die Vollschulen, so wurde den Besuch jebes Nurses fowie 25 bis 50 Pf. für Lehrmittel zu entfommiffion Frau Wenzel, dem Jugendausschuß Knabe, Kelch und der Vorstand beauftragt, an die Gemeindevertretung das Ersuchen zu Kühn, dem Bildungsausschus Heinig, Baltow, Müller, Frl. Lehmann Es wird gebeten, die Anmeldungen möglichst früh vorzunehmen. an. Die Schifferagitation wurde Finke übertragen, als Bibliotbefar ellen, für die Volksschulen die unentgeltliche Lieferung der Lehr mittel einzuführen. In den Unterrichtsstunden sollen grundsäglich keine Meldungen mehr fungiert Heinig. Aufgenommen wurden 12 Mitglieder. Die diesangenommen werden. jährige Maifeier findet bei Wahrendorff statt. Der Unterricht beginnt am 4. Mai und dauert bis Anfang Auguft. Hohen Schönhausen. Die Arbeiterbildungsschule beginnt in dieser Woche ihr neues Ein empörender Borgang spielte sich am stveiten Feiertag nach Unterrichtsquartal. Am Donnerstag, den 16. April, beginnt der Kurfus für Nationalökonomie, am Freitag, den 17. April der Kurfus mittags 5 Uhr am Stadtpark ab. Dort wurde ein anscheinend über Gewerkschaftswesen, Sonnabend, den 18. April der Sturius dem Arbeiterstande angehörender Knabe im Alter von 6-8 Jahren über Geschichte des Sozialismus. Sonntag, den 19. April findet von einem in einem Automobil fizenden Knaben mit der Fußbant ber erste Fortschrittsturius statt. Montag, den 20. April nimmt der Kursus über Literaturgeschichte, Dienstag, den 21. April der über Naturerkenntnis und Mittwoch, den 22. April der Kursus über Gefchichte seinen Anfang. Heute, Mittwoch, den 15. April findet die Generalversammlung im Schullokale statt. richten. Straßensperrungen. Das Igl. Polizeipräsidium teilt mit: Die Kaiserstraße von der Alexander- bis zur Kleinen Frankfurter Straße ist wegen der Auswechselung von Gleifen für Fuhrwerke und Reiter gesperrt worden. Die Siebelstraße wird wegen Unter führung von Gasröhren am 15. April für Fuhrwerte und Reiter gesperrt werden. Vorortnachrichten. Wilmersdorf. Die Klagen über das unsoziale Verhalten des Wilmersdorfer Magistrats den zahlreichen beschäftigungslosen Bauarbeitern gegen über wollen nicht verstummen. Trotzdem die Gemeinden sich mehren, bie zunächst ihre anfäffigen Arbeiter bei fommunalen Arbeiten be äftigen, scheint Wilmersdorf auf seinem rückständigen Standpunkt fo auf den Kopf gefchlagen, daß eine stark blutende Wunde entstand. Diefer Vorgang spielte sich im Beisein Erwachsener ab, die sich im Automobil befanden. Als die lepteren faben, was der Anabe angerichtet hatte, fuhren fie davon. Auch der blutende Knabe eilte von dannen. Für den Fall, daß die Eltern des verlegten Knaben Augenzeugen des Borganges und event. die Berfonen des Automobils ermitteln wollen, tönnen sich dieselben an Otto Stiller, Frankfurter Allee 160, II wenden. Lichterfelde. Weiter soll der WahlSigungstage der Stadt und Gemeindevertretungen. Buckow. Mittwoch, den 15. April, abends 7 Uhr, im Gemeindebureau, Einspruch gegen die Gemeindewahlen der dritten Klaffe ist von Dorfstr. 29. Mariendorf. Donnerstag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, in bürgerlicher Seite erfolgt. Als Gründe werden angeführt, daß fich der Wahlvorsteher über die Berion des gewählten Siebenwirth nicht der Atla des Reformrealgymnasiums Stailerstraße 20/21. Reinickendorf. Donnerstag, den 16. April, nachm. 5 Uhr, im Rat ausreichende Klarheit verschafft hätte, daß es im Orte mehrere Gehaufe, Hauptstrate 38/40, II( großer Sibungsfaal). meindemitglieder gleichen Namens gibt. Spandau. Vorgen Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, im Sizungs. borstand die Legitimation der Wahlberechtigten nicht einwandfrei faal des neuen Rathauses. geprüft haben. Auch wären nach Schluß der Wahlstunde noch fozial- Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ift be demokratische Wähler hineingelaffen, bürgerliche Wähler dagegen rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. zurüdgewiesen worden. Die angestellten Ermittelungen baben die Saltlosigkeit diefer Broteftgründe" vollauf ergeben, so daß selbst der Gemeindevorstand fich gezwungen sab, den Einspruch als unbegründet zu erkennen. Die Beichlußfaffung über die Gültigkeit der Wahl ebenso die Einführung der neugewählten Vertreter foute nun in einer am 8. April anberaumten Gemeindevertretersizung vor sich gehen. Im legten Augenblid wurde aber die Sigung abgefagt. Es wird als merkwürdig empfunden, bag, nachdem die Proteftgründe als haltlos erkannt werden mußte, die Einführung der neugewählten Soziales. Erprefferische Scharfmacher. Die Brandschagung der Materiallieferanten durch die Unternehmerverbände ist keine ganz neue Erscheinung. Schon Hr. 102. 31. Zadrgsllz. 3. ßtilnjt des Jotroirts" ßetlinrr DaldsM. MittVoch, 15. April l9l4. Iahreskongreß öer belgischen Arbeiterpartei. Brüssel, den 12. April.(Eig. Ber.) Heute begannen im Brüsseler Volkshause die Beratungen des Jahreskongresses der belgischen Arbeiterpartei. Auf Vorschlag des Parteisekretärs Vandersmissen wurden zu Borsitzenden der flandrische Deputierte De Bune und W auterS, Chefredakteur des„Peuple", gewählt. D e Bunne weist auf die 29 jährige Kampfestätigkeit der Partei hin, deren sichtbare Machtzeichen im ganzen Land in Form von Volkshäusern. Genossenschaften und sozialistischen Unternehmungen aller Art inmitten der klerikalen Bollwerke von Kirchen und Klöstern emporragen. Der Sozialismus wird auch das Werk der Wahl- reform trotz aller Widerstände zu Ende führen. Der Voisitzende begrüßt Otto Braun, den Vertreter der Sozialdemokratie Deutschlands und Dubreuilh von der geeinigten f r a n zösischen Partei. Es erhält da» Wort der deutsche Delegierte Otto Braun, der die Grüße des deutschen Parteivorsiandes übermittelt. Wir haben, sagt er, stets Ihre Kongreßarbeiten, Ihre fruchtbare organisatorische Tätigkeit verfolgt und besonders Ihre Disziplin im Wahlrechtskampf bewundert. Haben wir nicht dieselben Feinde, den Kapitalismus und den Klerikalismus?— Deutschland aber hat vor allem seinen Imperialismus, diese stete Gefahr der Kultur, die uns einen Weltkrieg bringen kann, wie ibn mörderischer die Menschheit noch nicht gesehen hat. Um diese Gefahr zu be- seiligen, gibt es nur das eine Mittel: den einmütigen Friedenswillen deS Weltproletariats, der zugleich dem RüstungSwahnsinn der Nationen ein Ende machen wird, der alle Kräfte aufsaugt, die Kultur und die Freiheiten der Völker be- droht. Wir sehen die Folge der Militärdiktatur in Deutschland, die die Säbelherrschaft zum Rechtsprinzip erheben will. Auch im Kampfe gegen diese ist die Arbeiterschaft allein: die Bourgeoisie verkriecht sich feige und flüchtet hinter die Pickelhauben und Maschinengewehre. Denn sie fürchtet mehr als den äußeren, den inneren Feind, der ihr Portemonnaie bedroht. Indes vergißt sie. daß zu ihren Maschinen- gewehren und Kanonen Menschen gehören, die denken— und daß im selben Maße wie das Bewußtsein der Massen fortschreitet, auch die Gefahren des Krieges schwinden. Wir sehen, daß es trotz alledem unaufhaltsam vorwärts geht: Beweis der Riesenerfolg unserer Roten Woche, der uns aber lange nicht zufrieden macht, denn die Zufriedenheit wird uns erst das Endziel bringen.— Ich wünsche Ihren Verhandlungen denselben Geist der Zuversicht der uns beseelt! Es lebe der Sozialismus! Die mit demonstrativem Beifall aufgenommene Rede wird vom Sekretär der belgischen Gewerkschaftskommission, N e r t e n S, ins Französische übersetzt. Dubreuilh weist auf den Wahlkampf der französischen Partei, der augenblicklich alle ihre Kräfte in Anspruch nimmt. Er begrüßt daß befreundete Belgien, das für das sozialistische Frank- reich stets ein Beispiel im Kampfe war. Wir haben nicht Eure schönen Volkshäuser, aber wir haben jetzt eine einige Partei wie Ihr, und wir haben uns unser tägliches Blatt geschaffen! Wir verfolgen mit innigem Anteil Euren Wahlrechtskampf und wünschen Euch für die kommenden Wahlen Erfolg: Keinen Sieg der Mandate— den das Pluralwahlrecht ausschließt, aber den erhofften moralischen Sieg.— Unsere gegenwärtige Agitation gilt der Klärung der Situation— wir zeigen, wo es zum Krieg und zum Frieden geht und fragen in dieser Alternative daS Land, ob es gewillt ist, den nationalifti- schen und chauvinistischen Treibereien der.patriotischen' Presse und den Machinationen der Regierung zu folgen. sStarker Beifall.) ES beginnt die Diskussion über den Bericht deS Parteivorstandes. Sekretär Vandersmissen macht die Mitteilung, daß in den ersten Tagen deS Mai das neue v l ä m i s ch e Tageblatt für den Brüsseler und Antwerpener Wahlkreis erscheinen wird. Der Bericht deS Vorstandes und der parlamentarische Bericht werden zur Kenntnis genommen, für den Finanzbericht inklusive den Bericht über die Kassengebarung des Generalstreiks Entlastung erteilt. Es folgt die Diskussion über die sozialistische Presse. in der zunächst W auterS s.Peuple") das Verhalten der Typs- g r a p h e n anläßlich des Generalstreiks bespricht. und vom Kongreß Stellungnahme verlangt. Die Buchdruckerorganisation hat sich nämlich während des Generalstreiks geweigert, daS vom Streikkomitee beschlossene »Bulletin' zu drucken, das dann in Lille hergestellt wurde. W a u t e r s stellt die Frage: .Wenn ein Berus sich dem beschlossenen Streik anschließt, darf es ihm dann überlassen bleiben, nach seinem Belieben die Details zu regeln, ohne nach den Wirkungen zu fragen, die für die Allgemein- heit daraus erwachsen?' Nach kurzer Diskussion wird die Regelung der Frage der G e- Werkschaftskommission zugewiesen. W a u t e r S verlangt weiter, daß alle Organisationen für ihre Einsendungen, Berichte, Anzeigen im.Peuple' eine Pauschale ent- richten.(Ein Teil der Gruppen hat bereits in diesem Sinne Ver- fügungen getroffen.).. De Visch verlangt Unterstützung der vlam, schen Prepe. Die Berichte des BildungsauSschuffeS in der sozialistischen Ge- nossenschast werden ohne Debatte angenommen..... Eine lange und bewegte Diskussion ruft der Bericht der Föderation der sozialistischen Gemeinderate hervor. Der Anlaß ist die Haltung eines sozial, itilchen Gemeinde- raleS in der Frage der G e in e i n d e r e g i e, die erst von ihm selbst gerechtfertigt und dann von anderen kritisiert wird. Den Kern der Tebaite bildet die prinzipielle Stellungnahme derSozialdemokratiezurGemeinderegie. Ein Lütticher Genosse erklärt unter vielfachem Widerspruch, die Gemeindereaie sei keine Frage des Prinzip«. Es könne vorkommen. dan die Verwaltung einer privaten Gesellschaft mehr taugt als die einer Gemeinde, und dann habe der sozialistische Gemeinderat das Reckt oeaen die Gemeinderegie zu stimmen. Eine gute Konzession. sagt der Genosse, sei ihm lieber als-in- sckleckte Regie. Gemeinderat Vinck wefft diese Auffassung energisch zu- rück. Gewiß, die Regie an sich sei kein Sozialismus— aber sie soll sozialistisck werden. Wenn eme Gememderegw lchlecht se,. wenn sie Arbeiter entrechte und zuweilen sogar schlechter behandle als die Privatgesellschaften, ist nicht die E l n r i ch t u n g der Gemeinde- r e g i e daran schuld, sondern die Verwaltung und innere Organisation, die w,r eben„sozialistisch durch- dringen' müssen. Tie sozialistische Reg.e ,st-,n Anfang deS sozialistischen Regimes. Wir wollen Eigentümer auf a l l e n G e b» e t- n e l v o r t e sieht einen Teil der mißverständlichen Auffassung darin, daß manche unserer Genossen in den Gemeindev.rwattung-n sich von den günstigen Angeboten blenden stisten. die die Privat- gesellsckaften immer dann machen, wenn ihnen das Monopol zu entgehe» droht. Tie Genossen glauben dann, für die Pr,vatges-ll- schoflen und gegen die Regie stimmen zu müssen, weil sie d.e Vor- teile der letzteren und ihre Folgen mcht kennen.- A n s« e l e: Die Regie ist nichts Sozialistisches. T.cher a b e r was ist denn»Sozialistisch«n der heutigen G e- s« l l s ch a f t? Etwa die Genossenschaften 1 Rem, wir müssen erst die neue Welt in die alte einstellen, sie in den Sozialismus hinein- führen. Die Regie ist die Administration der Gesamtheit und stellt diese an die Stelle des einzelnen. Und den kapitalistischen Einfluß zu brechen, die kapitalistischen Interessen davon zu jagen, ist unser Ziel. Die Gemeinderegie wird überall dort für die Arbeiterklasse wertvoll sein, wo der Sozialismus seinen Einfluß geltend macht. Wir wollen die Grundfesten des Kapitalismus erschüttern, wo wir können, und allenthalben unsere finanzielle, unsere kommerzielle, unsere administrative Fähigkeit beweisen, um zu zeigen, daß wir imstande sind, die Gesellschaft zu dirigieren und von ihr Besitz zu ergreifen. V a n d e r v e I d e ist mit den Folgerungen Anseeles ein- verstanden, vor allem auch damit, daß die Arbeiterpartei im all- gemeinen die Gemeinderegie anstreben soll. Es ist indes, sagt Vandervelde, für mich— und ich teile darin die Meinung von Lütticher Genossen, GueSdes und vielen anderen— nicht zweifel- Haft, daß die Regie an sich nichts Soziali st isches ist. Sind wir nicht gezwungen, unS gegen das Staatsmonopol zu wenden, wie daS seinerzeit von unserer Seite gegenüber dem ge- planten Tabak- und Getreidemonopol in Deutschland ge- schehen ist? Ich kann nur in demokratischen Staaten für eine staatliche Regie sein und bin also ent- schieden gegen eine Ausdehnung der staatlichen Regie, z. B. in Rußland und Deutschland, ohne in einen Fetischismus der Prinzipienfrage zu verfallen oder die Frage des Prinzips genauer untersuchen zu wollen. Ich ziehe in den meisten Fällen auf dem Gebiet der Gemeindeverwaltungdie Gemeinderegie jedem anderen System vor und möchte den Lütticher Genossen dahin be- richtigen, daß es in der Praxis zwar schlechte Regien geben kann. daß es aber keine guten Konzessionen gibt. Damit ist die Diskussion geschlossen. Der Kongreß nimmt eine Resolution an. die die Föderation der sozialistiichen Gemeinde- räte ersucht, die Frage der Regie auf die Tagesordnung ihres nächsten Kongresses zu setzen. In der Debatte wurde auch Beschwerde geführt, daß von den 1300 sozialistischen Gemeindevcrtretern des Landes nur 800 der Föderation angehören. Es sollen Mittel gefunden werden, den An- schluß der außerhalb des Verbandes Stehenden herbeizuführen, um allen sozialistischen Vertretern die Möglickkeit zu geben, sich in ent- sprechender Weise zu informieren und in der Lage zu sein, ihr Mandat als sozialistische Gemeindevertreter im Sinne unseres Pro- gramms und im Interesse der Arbeiterschaft ausüben zu können. Die Sitzung wird wegen der nachmittags stattfindenden Ein- Weibungsfestlichkeiten bereits um 1 Uhr geschlossen. Iahreskonferenz öer?. L. p. Bradforb, 11. April. Die Industriestadt Bradford, die stärkste Burg des Sozialismus in England, sah heute die Eröffnung der „Großjährigkeitskonferenz' der I. L. P. Vor 21 Jahren wurde die „Jndependent Labour Party' in Bradford gegründet und daS Zentrum der Wollindustrie hat heute ihre alten Gäste wieder auf- genommen. Freilich viele der Alten sind nicht mehr unter uns. Keir Hardie, Robert Smillie und ein paar andere erschöpfen die Liste der noch lebenden und anwesenden Väter der I. L. P. Die „Großjährigkeitskonferenz' wurde um 143 Uhr in der St. Georges fall feierlich eröffnet. Dr. Granville Bantock, der bekannte englische omponist, hatte einen Feftmarsch für diese Gelegenheit geschrieben, der unter seiner Leitung von Chor und Musikkapelle vorgetragen wurde. Die Delegierten wurden darauf von dem sozialistischen Stadtrat Palm im Namen der Arbeiter Bradfords herzlichst begrüßt. Der Redner bemerkte, daß in dem großen Kataster des normänni- schen Eroberers(dem DoomSday-boot) Bradford als ein Oedland bezeichnet wurde. Aber dank den Bemühungen der I. L. P. ist dieses Oedland furchtbar gemacht worden. Die I. L. P. hat in Bradford 1600 zahlende Mitglieder, sie hat 20 Vertreter im Stadt- rat und ihre Kandidaten vereinigten bei den Gemeindewahlen im November des letzten Jahres 13 Proz. aller Stimmen auf sich. Die Bradforder Arbeiter, versicherte Genosse Palin, hätten sich nie, wie die Arbeiter anderswo, Täuschungen in bezug auf den Liberalismus hingegeben; der Bradforder Liberalismus sei ein recht schwächliches Ding. Ter Vorsitzende, Genosse Keir Hardie, hielt die EröffnungS- rede, in der er die Anfänge, das Werden und die Zukunft der I. L. P. besprach. Leider gingen die meisten seiner Bemerkungen in dem unaufhörlichen Lärm, den eine Reihe Suffragetten in der Galerie veranstaltete, verloren. Eine Person nach der anderen mußte aus dem Saale entfernt werden, und die Unruhe dauerte selbst noch fort, als Genosse Huhsmans die Grüße des Jnter- nationalen Bureaus überbrachte. In einem erfreulichen Gegensatz zu der skandalösen Aufführung der Suffragetten, deren Haupttätig- keit in der letzten Zeit darin besteht, die besten Freunde und Bahn- brecher des Frauenstimmrechts am Reden zu hindern, standen die Ausführungen des Fräulein Marshall, die als Gast anwesend war und die Nationale Union der Frauenstimmrechtsgesellschaft vertrat. Sie führte in ihrer Begrüßungsrede aus, daß der Verband so enge Beziehungen mit der Arbeiterpartei unterhalte, weil die Foderung des Frauenstimmrechts eine so hervorragende Stelle auf dem Programm der I. L. P. einnähme. Frauenbewegung und Arbeiterbewegung seien Kinder derselben Mutter— der Demokratie. Die eine wolle die Klassenherrschaft, die andere die Geschlechtsherr- schaft abschaffen. Beide hätten viele gemeinsame Feinde. Beide hätten gmeinsam auch viele Probleme zu lösen. Während die Arbeiterbewegung auf der Hut sein müsse, daß das Klassenbewußt- sein nicht in Klassenhaß umschlage, müsse die Frauenbewegung dafür sorgen, daß das erwachende GeschlechtSbewuhffein der Frau sich nicht in Geschlechtshaß verwandle. Beide Bewegungen hätten auch gemein, daß sie international seien und für die Erhaltung des Friedens arbeiteten. Es war eine klare, vorzügliche Rede, die diese Frau hielt, eine Rede, die vom ersten bis zum letzten Wort die Aufmerksamkeit fesselte und keiner der anderen an Inhalt und Form nachstand. Auch die Genossenschaftliche Union hatte einen Vertreter(S. Foulgar) als Gast zum Parteitag der I. L. P. ent- sandt. Es ist dies das erstemal, daß die Genossenschaften durch diesen öffentlichen Schritt ihre enge Verwandtschaft mit der sozio- listischen Arbeiterbewegung anerkennen. Ihr Vertreter betonte, daß die I. L. P. und die Genossenschaften dasselbe Ziel: die Wirtschaft- liche Befreiung der Arbeiterklasse verfolgten und nur auf verschie- den Wegen dem Ziele zusteuerten. Wie die Genossenschaftliche Union hatte auch der Gewerkschaftskongreß dieses Jahr zum ersten Male einen Vertreter als Gast entsandt. Unter den zahlreichen Gästen der Bruderorganisationen befanden sich auch die Vertreter der französischen und der deutschen Sozialdemokratie. Für die erstere sprach der alte und doch jugendliche Mitbegründer der ersten Internationale und Kommunard, Genosse Camelinat. Die Grüße der deutschen Genossen überbrachte Genosse Hermann Müller. Er führte folgendes auS: Der Vorstand der deutschen Sozialdemokratie hat mich beauftragt, der I. L. P. zu ihrem Partei- rag und zu ihrer Feier des 21jährigen Bestehens der Organisation die herzlichsten Grüße zu überbringen. Seien Sie versichert, daß hinter dieser brüderlichen Kundgebung nicht allein die Million der in der Sozialdemokratie politisch organisierten Arbeiter Deutsch- lands steht, sondern auch die vier Millionen sozialdemokratischer Wähler stehen. Es ist nicht wahr, daß die Mehrheit dieser Wähler aus Mitläufern besteht. Diese Wähler wissen wohl, was wir wollen. Wenn wir es ihnen bei den Wahlen nicht erklärt hätten, so würden das unsere Gegner gründlich nachgeholt, ja, sie würden noch mehr hinzugefügt haben. Wir werden in unserem Vaterlande als Vater- landslosc Gesellen hingestellt und unsere Gegner werden nicht müde, unS die patriotischen französischen und englischen Sozialdemo» kraten als Muster vorzuhalten. Aber wir wissen, wie eS mit dieser Sache steht. Wir wissen, daß wir uns auf unsere französischen und englischen Freunde in unserem gemeinsamen Kampf gegen den völkerverhetzendcn Kapitalismus verlassen können. Bei dem letzten deutsch-französischcn Konflikt habe» die sozialdemokratischen Par- teien der beiden Länder gemeinschaftlich gegen die Kriegshetzer gearbeitet. Niillionen von Flugblättern wurden in Teutschland und Frankreich verbreitet, in denen dem Volke die wahre Stim- mung und die wahren Gefühle des Rachbars geschildert wurden. Und auch in England haben wir an der Kwitik, der der Genosse Keir Hardie die englische Diplomatie— die wahrlich nicht die schlechteste ist— unterzog, gesehen, daß unsere englischen Freunde auf demselben Boden stehen wie wir. Wir marschieren gerade auf unser Ziel los. Aber wir haben auch Gegcnwartsarbeit zu leisten. Eine unserer wichtigsten Gegenwartsarbeiten ist die Propaganda gegen den Krieg. Mit Freuden haben wir gesehen, wie unsere Genossen von der I. L. P. im Parlament, in ihren Versammlungen und ihrer Presse gegen den Krieg und die Kriegshetzer arbeiten. Wir in Deutschland warnen die Regierung stets vor den unaus- bleiblichen Folgen eines Konflikts, den die imperialistische Politik heraufbeschwört. Dem deutsch-französischeii Krieg folgte die Kom- mune; dem russisch-japanischen Krieg folgte die russische Revolution, und dem Weltkriege würde die Revolution folgen. Der frühere deutsche Reichskanzler Bülow hatte dies erkannt, als er die Regierungen zur Besonnenheit mahnte und daraus hinwies, daß nur die Sozialdemokratie aus einem Kriege Nutzen ziehen würde. Aber wir wollen den Krieg nicht; wir wollen auf dem Wege des Friedens unserem Ziele zustreben, wenn er auch etwas länger ist. Wir haben mit Freuden die Meldung vernommen, daß die sozialistische Eini- gung in England bevorsteht. Wir wünschen Ihnen Glück zu dem Unternehmen, das noch in allen Ländern unsere Bewegung gestärkt und gekräftigt und sie dem Ziele näher gebracht hat. ES lebe die I. L. P.! Es lebe die geeinigte Partei! ES lebe die inter- nationale Sozialdemokratie! Der morgige Tage(Sonntag) wird von Versammlungen, De- monstrationen und Festlichkeiten ausgefüllt werden. 3. Sunöestag öes Mbeiter-Samariter-' bunöes. Erfurt, den 13. April 1914. Während der Osterfeiertage hielten hier im Gewerkschaftshaus „Tivoli" die Arbeitersamariter ihre 3. Bundesversammlung ab. Damit war gleichzeitig eine Ausstellung von AusrüstungS- gegenständen, Lehrmitteln u. dergl. verknüpft. Zur Tagung waren aus 40 Orten S4 Delegierte erschienen. Der Bundesvorstand war vertreten durch den Vorsitzenden Stein- Charlottenburg und den Kassierer Frankenstein- Berlin. Vom Ausschuß war dessen Obmann Richter-Dresden anwesend. Als Gäste loaren eingetroffen: von der Zentralkommission für Sport und Körperpflege R e i ch a r d t- Berlin, vom Arbeiter-Radfahrer- bund„Solidarität' L a m b e ck- Offenbach, von dem Touristenver- ein„Äe Naturfreunde"(Wien) F r a n k- Dresden, vom Verband „Volksgesundheit" K ö n i g- Dresden. Aus Dänemark war der Golverkschaftssekretär K i e f e r- Kopenhagen vom dänischen Ar- bciter-Samariterbund entsandt, dessen Vorsitzender er ist. Be- grüßungstelegramnie und-Schreiben liefen ein vom Parteivor- stand-Berlin, von der Generalkommission, Zentralstelle der arbeiten- den Jugend, Arbeiter-Abstinentenbund und einer größeren Anzahl Arbeitersportvereinen. Kiefer-Kopenhagen gab in seinen Be- grüßungsworten eine interessante Schilderung von der EntWicke- lung des dänischen Bruderbundes. Den Tätigkeitsbericht gab der Vorsitzende Stein. Auf dem letzten Bundestag, 1912 in Hamburg, konnte der Bund 3107 Mitglieder für Ende 1911 und 2706 Kursusteilnehmer für die Jahre 1910 und 1911 zählen. Am Schlüsse des Jahres 1912 betrug die Zahl der Mitglieder 3760 und Ende 1913 6231, von denen sich 4206 aktiv beteiligten. In den beiden Berichtsjahren ist also ein Zutvachs von rund 2000 Mitgliedern zu verzeichnen. Ge- Witz ein schöner Erfolg! Die Zahl der Kolonnen stieg von 43 Ende 1911 auf 98 Ende 1913. In Kursen wurden 1912 2183 und 1913 2782 Mitglieder für den Sanitätsdienst fachgemäß ausgebildet. Die praktische Tätigkeit des Bundes ist an der Zahl der Hilfe- l e i st u n g e n zu ermessen: sie betrug 1912 15 693 und 1913 21 057. Sicherlich eine Tätigkeit, auf die unsere Arbeitersamariter stolz sein dürfen. Langsam komme, wie der Referent berichtet, die An- erkennung durch die Gemeinden, die sich in Subventionen und Einräumung von Lokalen zu Unterrichtszwecken äußert. Als Kuriosa erwähnt Stein das Entgegenkommen der Gemeinde Dort- mund, die der dortigen Kolonne die— Vergnügungssteuer erließ. Den Kassenbericht gab der Bundeskassierer Frankenstein. Tic Ausgaben betrugen für das Geschäftsjahr 1913 19 306 M, denen Einnahmen von 24 488 M. gegenüberstehen. Der Kassen- bestand betrug am Jahresschluß 5181 M. Die sich an den Bericht anschließende Debatte brachte eine Menge Anregungen. In der Nachmittagssitzung des ersten Verhandlungstages kam die Äartellierungsfrage zur Behandlung. Einem Auf- trage des 2. Bundestages folgend, vollzog der Vorstand den An- schluß an die Zentralkommifsion für Sport und Körperpflege. Da dieser Kommission auch der Verband„Volksgesundheit" angegliedert ist, drohen dem Bunde Schwierigkeiten, weil die Aerzte an dieser losen Kartcllierung mit dem angeblichen Kurpfuscherderband An» stoß nehmen. Die meisten Kolonnenärzte wollen ihre Tätigkeit ein- stellen, wenn der Kongreß den Anschluß an die Zentralkommission bestätigt. Der Bundcsvorsitzende ging als erster Referent auf die Machinationen des Leipziger Aerzteverbandes ein, die auch in die Kartellierung des Bundes hineinspielen. Wenn auch wirklich mit dem Austritt aus dem Kartell ein Stein des Anstoßes beseitigt sei, so würden die Herren Aerzte nicht verlegen sein um eine neue Ursache. Bestehe doch die Gefahr, daß auch der Samariterbund über kurz oder lanß politisch erklärt wird. Komme aber die Politisch- erklärung, dann hätten die ärztlichen Standcsvercine willkommenen Grund, den Kolonnenärzteii ihre Wirksamkeit in den Kolonnen zu untersagen. Durch Verbleiben in der Zentralkommission hätte aber der Bund, als junge und noch schlvache Organisatio.t, einen starken Rückhalt in dem aufgezwungenen Kampfe.(Lebhafter Beifall.)! Als zweiter Redner gibt nunmehr der Sekretär der Zentralkom- Mission, Reichardt-Berlin. in zweistündiger Rede ein Bild von dem Zusammenschluß der Nebenorganisationen in der Arbeiter. bewegung in der Zcntralkommission, um daraus für den Bund die Notwendigkeit abzuleiten, im Kartell zu ver- bleiben. Die Politischerklärung sei nur eine Frage der Zeit, denn die feine Spürnase der Behörden dürfte sehr bald bei dem jetzigen Kurs sozialdemokratische Gipsverbände ent- deckt haben. In der Zeutralkommission seien heute bereits durch den Anschluß der verschiedenen Verbände Vi Million Personen zusammengefaßt. Dies bedeute Macht, die dem Samaritcrbund zu- statten komme. Als Außenseiter würde aber der Bund sich und seiner Sache nur schaden. Unter stürmischem Applaus schloß der Redner mit der Bitte, den Schritt des Vorstandes zu sanktionieren. Der Arzt der Dresdener Kolonne, Dr. Kreischmcnin. führt den Delegierten vor Augen, daß es sich für den Bund darum handle, ob er auch fernerhin auf medizinwissenschaftlichcm Boden weiter- arbeiten wolle oder— gewollt oder ungewollt auf kurpfuscherisch,: Abwege geraten soll. Bei der Kartellierung mit der„Volksgesund- heit" wäre das Verbleiben der Aerzte in den Kolonnen unmöglich. Das politische Moment scheide für seine Kollegen hierbei völlig aus, Hierauf nimmt der Vertreter der.Volksgesundheit' daS Wortt Hm diy gänzlich irrtümliche Auffassung zu widerlegen, daß feig Verband etwas mit Surpfuscherei zu tun habe. Ihr Ziel ſei, im| 5. Bundestag des Arbeiter- Athleten-| Zur Bekämpfung der Schundliteratur Aufklärung über Gesundheitspflege, Körperkultur und Wohnungshygiene zu verbreiten. Die Unterstübung seitens der Aerzte wäre ihnen stets willkommen, aber die Standesgerichte dieser Herren lassen dies nicht zu. Es sei ganz unverständlich, von Kurs pfuscherverband zu reden und aus der Kartellierung mit dem Arbeiter- Samariterbund diesem einen Strid zu drehen. Brauermen Annahme: bundes Deutschlands. Reipzig, 13. April. und zur Förderung des Vertriebes guter Unterhaltungs- und Bildungslektüre getroffen: Der Bundestag wird am Sonntag nach einer Begrüßungsrede Hamburg meint, es müſſe ein Mittelweg gefunden werden, damit von Winkler- Zeipzig vom ersten Bundesvorsitzenden Baul hat der Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin folgende Einrichtungen den Kolonnen die Aerzte nicht verloren gehen. Nach äußerst leb- Strumpf eröffnet. Der Bundestag ist von 30 Delegierten, drei hafter Distuffion fand folgende Resolution mit 32 gegen 22 Stim- Vorstandsmitgliedern, dem Obmann des technischen Ausschusses und find in größerer Anzahl angeschafft worden und werden Teihweiſe 1. Anerkannt gute Jugendschriften zum Preise von 10-75 Pf. dem Obmann der Kontrollkommission besucht. Als Gäste sind an= meiend Genosse oppiich vom Arbeiter- Turnerbund, Tre u e- gegen Deponierung des Preises zur Verfügung gestellt. Offenbach vom Arbeiter- Radfahrerbund, Jahn- Leipzig vont Arstellen ohne Legitimation so viele Bücher wie er will. 2. Jedermann erhält in den nachstehend angeführten AusgabeEr hat ent beiter- Schwimmerbund. Die Tagesordnung wird um den Punkt weder den Wert der Bücher zu deponieren oder bereits früher " Zentralfommission und Ortskartelle" erweitert. entnommene Bücher zurüdzugeben. Eine Leihgebühr wird nicht Den Verwaltungs.bericht gibt der Bundesvorsitzende erhoben. 3. Wer die Bücher behalten will, hat dazu das Recht, er hat Strumpf. Der Bericht erstreckt sich auf 1% Jahre. Der Referent weist darauf hin, daß der Bundestag in Nürnberg nichts Einheit- dann bei Entnahme neuer Bücher wiederum den entsprechenden Beliches geschaffen habe; jezt müsse man unbedingt zur Einführung trag zu deponieren. Rücksprache mit ihren Aerzten sich den örtlichen Kartellen anzu ir jebe portorganiſation ſei; die freiwillige Unfalltaffe biete ein Es sind folgende Ausgabestellen eingerichtet: einer obligatorischen Unfalltasse schreiten, die eine Notwendigkeit Berlin: 1. Wahlkreis " Der 3. Bundestag des Arbeiter- Samariterbundes beschließt, einstweilen von der Zugehörigkeit zur Zentralfommission für Sport und Körperpflege zurückzutreten, um die Stellungnahme der Aerzte zu erfahren. Nach Einsichtnahme derselben sollen Bundesvorstand, Ausschuß und die Zentralfommission gemeinschaftlich die Frage behandeln eventuell nach Ermessen einen außerordentlichen Bundestag einzuberufen oder die endgültige Entscheidung durch eine Urabstimmung herbeiführen zu lassen. Bis dahin bleibt es den einzelnen Kolonnen überlassen, nach schließen." Ueber Agitation und Organisation referierte wenig erfreuliches Bild. Die Bundesarbeit sei im letzten Jahre Brauer- Hamburg und Stein- Berlin. Die Einteilung in Gaue erheblich gewachsen, besonders mit der Anstellung eines besoldefen oder Kreise bitten die Redner abzulehnen, da sie doch keine Ent- Beamten, die am 1. April 1913 provisorisch erfolgt und von allen Stralauer Str. 3-6. Zigarrengeschäft von Blumenberg. Leider seien aber Berlin: 2. Wahlkreis lastung des Vorstandes bringen. Auch von der Einführung einer Kreisen, außer dem 16., gebilligt worden sei. Unfallunterstübung sollte man Abstand nehmen. Ein Antrag, die die für die Anstellung notwendigen Extrabeiträge nur spärlich ge- sagelbergerstr. 53/54, bei Schröder. Gaue, die bereits bestehen, zu belassen, wurde gutgeheißen und zahlt worden. Mit der Anstellung haben Bundesvorstand und Aus- Schönleinstr. 23, bei Beher. beschlossen, Plakate in künstlerischer Ausführung anzufertigen; schuß nur die Förderung des Bundes beabsichtigt und sicher auch Schönleinstr. 29. Lokal von Bracht. Jeden Montag von 8-10 Uhr abends. ferner wurde gutgeheißen, daß Mitglieder auch gleichzeitig dem erreicht. Die Mitgliederzahl beträgt 7311 Mitglieder und Morisstr. 2. bei Bethge. Roten Kreuz angehören. Für den Kolonnendienst werden nur außerdem 3000 Jugendliche unter 18 Jahren. Bei der Agitaärztlich geprüfte Samariter zugelassen. Die Vorstandsämter tion stoße man in den meisten Kreisen noch auf große Schwierigwurden neu bestätigt. feiten, nicht nur infolge der Macht der gegnerischen Verbände, sonDamit waren die Arbeiten beendet. Der Vorsitzende Stein dern auch in der Arbeiterschaft selbst, die vielfach der Meinung ist, wünschte in seinem Schlußwort, daß die Arbeiterschaft auch in Zu- daß der Athletenbund überflüssig sei und der Partei nur Kräfte funft ihnen Sympathie entgegenbringen möge. entziehe, während er in Wirklichkeit die Jugend erziehe und der Partei Mitglieder zuführe... Die Zentralfommission für Sportund Körperpflege müsse dem Bund Geltung verschaffen. Auch das Bundesgeschäft habe sich gehoben. Der Umjaz sei in den lebten 1½ Jahren auf 5955 M. gestiegen. Jeder Verein müsse einen eigenen Vertrieb errichten und in jeder größeren Stadt müsse eine Filiale gegründet werden. Die Sportzeitung des Bundes, Die Athletik", habe eine Auflage von 9500 Gremplaren; sie diene der Agitation, der Orientierung und dem Studium, und habe die Aufgabe, erzieherisch und aufklärend zu wirken. Aus agitatorischen Gründen sei es nötig, Bezirke zu bilden und einige Kreise zu verschmelzen. Die Zentralisation durch die Sportfartelle biete Die Verschmelzung mit dem Arganz eminente Vorteile. beiter- Turnerbund zu einem Sportverband sei in der Zukunft möglich; jetzt sei die Zeit noch nicht gekommen, doch dürfe die Brücke nicht vorzeitig abgebrochen werden. 15. Bundestag des Arbeiterschwimmerbundes. Hamburg, den 13. April 1914. Im Gewerkschaftshause traten am Karfreitag 58 Delegierte zum 15. Bundestag des Arbeiterschwimmerbundes zusammen. Zu Vorsitzenden wurden Massa- Berlin und Schumann- Hamburg gewählt. Die Arbeiterturner vertrat Wildung- Leipzig, die Arbeiterradfahrer Fischer Offenbach a. M. und die Organisation der Naturfreunde Töpfer Hamburg. Blumenthalftr. 13 I, bei Schade. Von 7-9 Uhr abends, außer Sonnabends. Markgrafenfty. 73. Lokal von Löhrich. Jeden Freitag von 8-10 Uhr abends. Berlin: 3. Wahlkreis Engelufer 15. Zigarrengeschäft von Horsch. Von 8-6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Prinzenstr. 41, Hof part. Stefan Frik, Spedition des Vorwärts". Abends von 5-7 Uhr, mit Ausnahme des Sonntags. Berlin: 4. Wahlkreis 5-7 Uhr. Stralauer Blaz 10/11. Bureau des 4. Wahlkreises. Von 9-1 und Elisabethstr. 11. Verband der Fleischer. Von 10-1 Uhr und 5-7 Uhr. Gr. Frankfurter Str. 126. Arbeiter- Jugendheim. Von 6-10 Uhr. Lippehner Str. 15. Bigarrengeschäft von Herforth. Bon 8-6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Manteuffelstr. 73. Bigarrengeschäft von Otto Busse. Von 8-6 Uhr mit Ausnahme des Sonnabends. Rotherstr. 1. Bigarrengeschäft von Holm. Von 8-6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Weinstr. 8, part. Verband der Kürschner. Von 9-1 Uhr und 3-7 Uhr. Hufelandstr. 31. Bigarrengeschäft von Paul Schneider. Berlin: 5. Wahlkreis Ausnahme des Sonnabends. mit Ausnahme des Sonnabends. Ausnahme des Sonnabends. Naugarder Str. 39. Zigarrengeschäft von Chmilewski. Von 8-8 Uhr, Auguststr. 49. Bigarrengeichäft von Latschinski. Von 8-8 Uhr, mit Heinersdorfer Str. 26. Uhrengeschäft von Eslinger. Von 8-8 Uhr, mit Landwehrstr. 3. Friseurgeschäft von Schrolle. Von 8-8 Uhr, mit Aus nahme des Sonnabends. Gollnowstr. 13. Bigarrengeschäft von Weise. Von 8-8 Uhr, mit AusBerlin: 6. Wahlkreis nahme des Sonnabends. Nach dem gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht hat sich Gesamteinnahmen in der Geschäftsperiode betrug 18 631,68 M., die Den Kassenbericht erstattet Schoof- Magdeburg. Die der Bund in der Berichtszeit den beiden letzten Jahren gut entwickelt. Am Schlusse des Jahres 1911 waren an 43 Orten Ar- Gesamtausgabe 15 386,55 M., an Eintrittsgeldern, Monatsbeiträgen beiterschwimmbereine, die zum Bund gehörten, Ende 1913 bestanden und Delegiertenbeiträgen wurden 14 423 M. eingenommen. Die an 55 Orten derartige Vereine. Die Zahl der Mitglieder stieg in Beitung erforderte eine Ausgabe von 5788,17 M. Das Vermögen der Geschäftsperiode von 5999 auf 8349, also um rund 2600. Die beträgt 8405,78 M. Ein einheitlicher Bundesbeitrag sei geboten betriebene Agitation war demnach erfolgreich. Es gelang dem und die Erhöhung der Monatsbeiträge notwendig. Bund, besonders in Süddeutschland in den wichtigsten Orten Fuß In der Debatte über diese Berichte betonen verschiedene zu fassen. In Frankfurt a. M., Stuttgart, Heilbronn, München, Delegierte, daß die eigenmächtige Anstellung eines besoldeten BeNürnberg, Mainz sowie Mannheim und Darmstadt wurde eine be- amten durch den Bundesvorstand einen Verstoß gegen das Prinzip der Demokratie bedeute, die meisten Delegierten aber anerkennen, Die von der Zentralkommission für Sport und Spiel angeregte daß durch die Anstellung ein großer Schritt vorwärts getan worden örtliche Kartellierung der Sportvereine hält der Geschäfts- sei. Es wird eine beffere Ausgestaltung der Sportzeitung und bericht für unbedingt notwendig. Doch dürfe die Selbständigkeit vierzehntägiges Erscheinen verlangt. Verschiedene Redner wenden der einzelnen Vereine nicht darunter leiden. Ganz entschieden sei sich gegen die Angliederung von Fußballvereinen, während dem Gartenstr. 101. Verband der Kupferschmiede. Von 10-11 Uhr und 6-7 Uhr. aber die Schaffung eines sogenannten Zentralvereins, wo alle gegenüber von anderen betont wird, daß man diese Vereine fördern Er- daß viele Leichtathleten dem Pappelallee 15/17. Bureau der Freireligiösen Gemeinde. Sonntags Sportarten nur Unterabteilungen feien, zu verwerfen. Die Our Bunde untreu würden. In ſeinem&& Iu hwort betoni Strumpires donde mor, wochentags user monnersta 10-12 Uhr, außer von 12-5 Uhr. nochmals, daß die Anstellung eines befoldeter Beamten eine Not- 2ittstoder Str. 23. Bigarrengeschäft von Fröhlich. wendigkeit gewesen sei, mit der man nicht bis zum nächsten Bundes- Siemensstr. 12. 2. Hof part. Arbeiter- Jugendheim. Von 6-10 Uhr. Amsterdamer Str. 15, Seitenfl. part., bei Ried. tage habe warten können. fürzeren ziehen. Der Kassenbericht des Bundes schließt mit einem Jahresumjak von rund 17 000 m. ab, eine im Verhältnis zu den früheren Jahren ganz enorme Steigerung. Im Jahre 1911 balancierte der Raffenbericht mit nur 4315 M. Die jetzige Steigerung ist zum Teil auf die auf dem legten Bundestag in Elberfeld beschloffene Beitragserhöhung, sowie auf die Einrichtung der Geschäftsstelle zurüdzuführen. Das eigene Geschäft hat sich wider Erwarten gut entwidelt. Der Umfaz betrug ungefähr 13 000 m. Die Verhandlungen beginnen am zweiten Tage mit der Disfusion über die Anträge zu dem Verwaltungsbericht. halter Ludwigshafen erstattet sodann den Bericht des Technischen Ausschusses und behandelt gleichzeitig die dazu gestellten Anträge. Nach ausgedehnter Debatte beschließt der Bundestag, nur über die Anträge allgemeiner Natur abzustimmen, dagegen die Anträge technischer Natur dem Technischen Ausschuß zu überweisen. Anstreite, ein Antrag auf unbeschränkte Stiftung von Ehrenpreisen genommen wird ein Antrag für möglichste Einschränkung der Wettwird abgelehnt, und der Nürnberger Beschluß: Stiftung von nur zwei Ehrenpreisen erneut bestätigt. Als Bundestrainer für Leichtathletit wird Georg Sieber Nürnberg bestimmt. Ausnahme des Sonnabends. Antonitr. 34. Zigarrengeschäft von Kriegsmann. Von 8-6 Uhr, mit Brunnenstr. 70. Arbeiter- Jugendheim. Von 6-10 Uhr. Fehmarnstr. 8. Zabalarbeitergenossenschaft. Brit. nahme des Sonnabends. Charlottenburg. Vororte: Von 8-6 Uhr, mit Auss Wahlkreis Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg Adlershof. Bismarcstr. 50, bei Schwarzlose. Paradiesstr. 9, Genossenschaftshaus, bei Böhlke. Jeden Bohnsdorf. Freitag von 7-8 Uhr abends. Hannemannstr. 35( Idealgenossenschaft). Sigarrengeschäft von Freudenreich. Rosinenstr. 3. Arbeiter Jugendheim. Dienstags, Donnerstags. Sonnabends und Sonntags von 7-9, Uhr. Grünau. Friedrichstr. 1, bei Bluhme. Lichterfelde. Bäfestr. 7, Arbeiterbibliothek. Sonnabends von 8-10 Uhr. Köpenid. Stieger Str. 6, bei Wigler. Von 8-8 Uhr. Johannisthal. Johannes Werner- Str. 23. Bigarrengeschäft von Seifert. Lanfwik. Kaiser- Wilhelm- Str. 35, bei Richter. Martenfelde. Berliner Str. 114, part. Bibliothek. Neukölln. lfeftr. 1, Bigarrengeschäft von Miglaff. Bon 8-6 Uhr, mit Ausnahme des Sonnabends. Weichselstr. 8, Arbeiter- Jugendheim. Mittwochs und Sonnabends von 6-10 Uhr. mit Ausnahme des Sonnabends. Schmargendorf. Stöjener Str. 10 I, bei Basewitz. Schöneberg. Ebersstr. 32, Bigarrengeschäft von Dräger. Von 8-6 Uhr, Steglit. Jugendheim, Kniephofstr. 59. Mittwochs von 4-6 Uhr. Tempelhof Mariendorf. Kaiser- Wilhelm- Str. 76. Arbeiter- Jugendheim. Wochentags von 8-10, Sonntags von 3-10 Uhr. Treptow. Graeßstr. 16, Hutgeschäft von Frite. Von 8-8 Uhr, mit AusTrebbin. Bahnhofftr 52a, bei Trabus. Wannsee. Königstraße, im Restaurant Adermann. nahme des Sonnabends. Wahlkreis Niederbarnim Bernau. Kaiserstraße. Rich. Wünsche, Zentralbibliothet. Sonntags von 5-7, Freitags von 8-10 Uhr abends. In der Debatte über den Geschäftsbericht wurden vielfache Wünsche zur Bekleidungsfrage, zum Ausbau der Bundeszeitung und zur Vereinheitlichung des technischen Betriebes laut. Im allgemeinen erkannte man die Bemühungen des ehrenamtlich tätigen Vorstandes an. Nach eingehender Begründung und angeregter Diskussion Ueber die Reorganisation des Bundes referiert wurde beschlossen, eine Unfallunterstüßungskasse einzuführen. Der Beitrag wurde von 15 Pf. auf 20 Pf. pro Monat erhöht. Je nach der Strumpf. Die Beitragszahlung müsse fester geregelt werden, Dauer der Mitgliedschaft werden Mitglieder, die beim Schwimm- es müsse eine straffere Bentralisation eintreten. Die obligatorische sport Unfälle erleiden, mit 1 M. bis 1,50 M. vier bis acht Wochen Unfalltasse jei notwendig. Man plane ferner die Ausgabe einer unterstützt. Bei tödlichen Unfällen wird ein Sterbegeld bis zu peiten Zeitung, die lediglich als Korrespondenzblatt dienen solle. 100 M. gezahlt. Bei der Besprechung dieses Antrages wurde darauf diese Aenderungen seien nicht ohne Erhöhung der Beiträge durchhingewiesen, daß besonders in den Badeanstalten kleinerer Städte zuführen und der Bundestag müſſe den Anträgen des Bundesdurch die mangelhaften Einrichtungen die Unfallgefahr nicht gering borstandes auf Einführung der einheitlichen Kopfsteuer von 20 Pf. pro Mitglied und Monat, sowie eines jährlichen Delegiertenbeitrags sei und daß die Mitglieder der Rettungsmannschaften vor Unfall- von 25 Pf. für jedes Mitglied zustimmen. Viele Delegierte, begefahren geschützt werden müßten. Da der Verband der Ruderer sich dem Arbeiterschwimmerbundsonders aus Süddeutschland, erklären sich gegen eine solche sprungangeschlossen hat, machten sich weitgehende Sakungsänderungen rat hafte Erhöhung, da sie dadurch eine Absplitterung vieler Vereine wendig. Der Verband führt in Zukunft den Namen„ Arbeiier- befürchten. Im Schlußwort erklärt darauf Strumpf, daß der Bundesvorstand allen Kreisen Rechnung tragen wolle und darum Wassersport- Verband"; die Verbandszeitung heißt" Arbeiter einer Beitragserhöhung auf nur 15 Pf. zustimme. Wassersport". Um keinerlei Vereinsmeierei aufkommen zu lassen, des Delegierten Erlenwein- Ludwigshafen auf Einführung Ein Antrag wurde beschlossen, daß an jedem Ort nur je ein Schwimm-, Ruder- einer monatlichen Kopffteuer von 15 Pf. und einer jährlichen Deleoder Segelsportverein bestehen dürfe. Das Aussehen von Preisen giertensteuer von 25 Pf. wird angenommen. ist verboten. Den Mitgliedern wird im Rahmen der Vereinstätig- Am dritten Verhandlungstag referiert Reichardt- Berlin teit Rechtsschuß gewährt. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, von der Zentralkommission für Sport- und Körperpflege über: Birkenwerder. Hauptstr. 90 II, bei Wilhelm Pieper. Wochentags zu einen Geschäftsführer anzustellen, weil sich die ständig wachsenden Zentralfommission und Ortstartelle". Die Sportkartelle sollen bie Vorläufer eines großen Sportverbandes sein, dessen Kommen Borgwalde. Freie Scholle 4. Mar Zachau, Sonntags vormittags. sicher sei, für den aber die Verhältnisse jetzt noch nicht reif sind. Bruchmühle. Bismardstraße. Mar Lindholz. Mittwochs nachmittags, Sonntags von 9-12 Uhr vormittags. Der Redner geht dann ein auf die Schikanen und Denunziationen Erfner. Beuststraße, bei Richter. Gine intereffante Debatte erhob sich bei einem Antrag des Ver- von bürgerlicher Seite, die zur Gründung der Zentralfommission Fichtenau. Moltkestraße. Ernst Klodow, Laden. Täglich von 4-8 Uhr, eins Leipzig, der die Einsehung einer Kommission verlangte, die geführt haben und erörtert die Aufgaben der Zentralfommission außer Sonntags. die Frage des Anschlusses an den Arbeiterturnerbund und den Bund und der Ortskartelle. In der Diskussion betont Koppisch vom Friedrichsfelde. Walderfeestr. 49 part., Bibliothet des Wahlvereins. der Athleten prüfen solle. Die Begründer wiesen auf die vielen Be Arbeiter- Turnerbund: er sei im Grunde für jede Verschmelzung Friedrichshagen. Drachholzstr. 2 part. Konsumverein. Montags und Dienstags von 1/28 Uhr abends ab. rührungspunkte hin, die die Mitglieder der genannten Verbände der Arbeitersportvereine. Der Arbeiter- Athletenbund sei jedoch noch Donnerstags von 8-1 und 3-8 Uhr. hätten. Auf Wunsch des Bundestages äußerte sich auch der Ver- nicht reif für eine Verschmelzung mit dem Turnerbund, da auf Glienicke( Nordbahn). Hauptstr. 5. Haberland, Zigarrengeschäft. Täge treter des Arbeiterturnerbundes, wildung- Leipzig, zu dem dem Gebiete des Wettstreites um Ehrenpreise noch zu große Mei- lich während der Geschäftsstunden. Antrag. Wildung hielt den Zeitpunkt der Verschmelzung auch noch nungsverschiedenheiten zwischen Athleten und Turnern bestehen. Hermsdorf. Berliner Str. 23a. August Schulze, Schuhwaren. Außer nicht für gekommen. Jedoch sei die Frage einer eingehenden Prü- Andere Delegierte, die die Verschmelzungsfrage behandeln, weisen Sonnabends täglich während der Geschäitsstunden. fung wert. Das Ziel müffe ein Sportverband sein, in dem die ein- darauf hin, daß noch ein großes Feld für die Athleten zu bearbeiten Herzfelde. Hauptstr. 64b II. Wilh. Hierchert. Sonntags von 9-12 Uhr. zelnen Sportarten eine möglichst autonome Stellung einnehmen. jei, auch müffe unter den Turnern noch aufklärend gewirkt werden. Sohen- Neuendorf. Schönfließer Str. 79. Karl Tiedt. Wochentags von Bei dem Sportverband würden gegen den heutigen Zustand ge- Ferner wird in der Diskussion die Einrichtung der Zentralkom- Sohen- Schönhausen. Berliner Str. 93. Emil Herschleb. waltige Summen gespart werden. Die Arbeiter brauchten nicht mission wie der örtlichen Sportfartelle begrüßt. Die Anträge in der Kaulsdorf. Adolfftr. 11 II. Ratschinski. Montags, Donnerstags und mehr in mehreren Vereinen zu gleicher Zeit sein. Zeit und Geld Verschmelzungsfrage werden dem Bundesvorstande überwiesen. Freitags von 6-8 Uhr. der Arbeiter werde gespart. Die Meinung, daß die zersplitterten Eine Resolution des Bundesvorstandes, daß in einem Orte oder Klosterfelde. Kari Eichler. Täglich. Sportbereine die Kraft der Arbeiter zu sehr in Anspruch nehmen, in einem Stadtteil nur ein Bundesverein bestehen dürfe, wird Alt- Landsberg( Süd). Landsberger Chauffee. Thomas Schmidt. Täg angenommen. Arbeiten nicht mehr im Nebenamt machen lassen. Zum ersten Vorfizenden wurde Muschert Berlin und zum Geschäftsführer Massa Berlin gewählt. 請 = jei nicht ganz unberechtigt. Gewiß müßten einzelne in der Arbeit für den Sport aufgehen, es sei aber nicht gut, wenn das im großen Maße geschehe. Wenn die Warenvertriebsstellen der Verbände zu fammengelegt würden, lasse sich großes schaffen. Der Jahresbeitrag werde geringer werden. Der Kampf um die Mitglieder werde aufhören und der moralische Kredit solcher großen Sportorganijation fich in ungeahnter Weise steigern. Nachdem andere Redner noch Bedenten gegen eine Verschmelzung vorgetragen hatten, wurde der Antrag Leipzig dem Vorstand zur Prüfung überwiesen. Nachdem noch beschlossen war, daß der nächste Bundestag in Frankfurt a. M. abgehalten werden solle, wurde die Tagung mit einer Ansprache des Vorsigenden Massa am zweiten Ostertage gefchloffen. Die Statutenänderungen werden in der vom Berichterstatter der Statutenredaktionskommission, Preuß- Berlin, vorgeschlagenen Fassung angenommen, die neuen Statuten sollen am 1. Juli 1914 in Araft treten. Die provisorische Anstellung des Genoffen Strumpf als bejoldeten Borfißenden und Redakteur wird vom Bundestag nach lebhafter Debatte beschlossen. Als Gehalt wird 2200 M. festgesetzt. Als Kassierer wird Schooff Magdeburg wiedergewählt, es wird ihm eine Vergütung von 1 Proz. für Mantogeld gewährt. Als Obmann des Technischen Ausschusses wird Haushalter Ludwigshafen gewählt. Siz des Ausschusses bleibt Berlin. Mit einem Appell an die Solidarität der Sportsgenossenwird der Bundestag geschlossen. jeder Zeit. 4-8 Uhr. lich bis 7 Uhr abends. Lichtenberg. Dosseftr. 22. Jugendheim. Täglich von 7-9, Uhr abends. Lenbachstr 22. Mar Braun. Zigarrengeschäft. Bon 5-8 Uhr. Gärtnerstr. 11. Ernst Hollberg. Bigarrengeschäft. Täglich während der Geschäftszeit, außer Sovnabends und Sonntags. Scharnweberstr. 53 I. Willi Klüjener, Schuhwaren. Täglich während der Geschäftszeit. Margaretenstr. 26. Brattlow, Friseurgeschäft. Von 10-6 Uhr, außer Sonnabends und Sonntags. Möllendorffstr. 15/17. Rud. Kaiser, Bigarrengeschäft. Täglich außer Montags von 8-6 Uhr. Schillerstr. 12 part. I. Artur Hader, Rähmaschinen. Donnerstags und Sonnabends von 6-8 Uhr. Scharnweberstr. 1. Rich. Wunsched, Zigarrengeschäft. Außer Sonnabends von 8-6 Uhr. Mahlsdorf. Bahnhofstr. 16. Thiele. Montags, Mittwochs und Freitags| Stralan. Krachtstr. 16 II. Emil Rausch. Montags und Donnerstags bon bon 6-8 Uhr. Mühlenbeck. Buchhorster Straße. Paul Brudmann. Sonntags. Nieder- Schönhausen. Charlottenstr. 44. Schierbaum, Laden. Täglich. Eichenstr. 14. Fichner, Laden. Täglich. Ober- Schöneweide. Klarastr. 2. Jugendheim. Mittwochs von 8-9, Uhr. Siemensstr. 8. P. Burgschat. Wochentags von 3-4 Uhr. Oranienburg. Konsum- Genossenschaft, Lager 1 und 2, Königs- Allee und Havelstraße. Ausgese in der Geschäftszeit. Pankow. Mühlenstraße 50.„ Borwärts"-Spedition. Von 10-7 Uhr. Brehmestr. 20. Otto Seweret, Friseurgeschäft. Täglich von 10-6 Uhr, außer Sonnabends und Sonntags. Spiekermannstr. 3. Friseurgeschäft von Flügel. Rahusdorfer Mühle. Chausseestr. 11. Mar Boddin. Täglich. Reinickendorf Oft. Residenzstr. 66. Neumann, Zigarrengeschäft. Wochentags bis 7 Uhr Residenzstr. 138. Tesle, Zigarrengeschäft. Wochentags bis 7 Uhr abends. Provinzstr. 56." Borwärts"-Spedition. Wochentags bis 7 Uhr abends. Provinzstr. 74. Bibliothek des Wahlvereins. Montags von 8-10 Uhr. Reinickendorf- West. Eichbornſtr. 87. Anna Kiesel, Zigarrengeschäft. Täglich von 8-6 Uhr, außer Sonnabends. Röntgental. Mar Plehn, Barbiergeschäft, am Bahnhof. Außer Sonnabends und Sonntags täglich bis 8 Uhr. Nosenthal- Wilhelmsruh. Berliner Allee 30. Jugendheim. Mittwochs und Sonnabends von 8-10 Uhr. Rüdersdorf- Kalfberge. Redenstr. 14. Otto Fiebig. Täglich. Gr. Schönebeck. Liebenwalde 65. Paul Laschin. Sonntags von 10-12 Uhr. Kl.- Schönebeck. Albert Hamm. Täglich. Schönerlinde. Haus 39a. Otto Binder. 4-8 Uhr. Schönwalde. Dorfstr. 18. Stegemann. von 10-12 Uhr. Dienstags und Freitags von Täglich von 7-9, Sonntags 3-5 Uhr, Sonnabends von 5-8 Uhr. Tegel. Bahnhofstr. 15. Jugendheim. Montags und Donnerstags von 8-10 Uhr. Waidmannsluft. Nimrodstr. 105. Pallavicini. Täglich. Weißenfee. Röldeſtr. 165. Franz Grauert, Bigarrengeschäft. Täglich von 2-7 Uhr. Sedanstr. 72. g. Schröder, Zigarrengeschäft. Täglich von 2-7 Uhr. Gustav Adolf- Sh. 17. Wilh. Behrendt, Zigarrengeschäft. Täglich von 2-7 Uhr. Wilhelmshagen. Moltkestraße. Herm. Diederik, Laden. Täglich von 4-8 Uhr, außer Sonntags. Woltersdorf. Schleusenstr. 55. Kroll, Zigarrengeschäft. Täglich. Zerpenschleuse- Kienitz. Bahnhofstr. 49. Karl Grund. Sonntags von 10-12 Uhr. 19b Stationen Witterungsübersicht vom 14. April 1914. Barometerstand mm richtung WindWindstärke Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 4 halb bd. Temp. n. E. 5° C.= 4° R. 14872 Swinemde. 760 SGD Hamburg Berlin Franti. a.M München Wien 762 NNW 2 bededt 761 S Dunst 764 Still 764 SSW 2mollig 765 SD 3wollig 2Regen 12 Babaranda 747 2 Nebel 8 Petersburg 756 S 1 bedeďt 11 Scilly 7729 11 Aberdeen 761 6 wolfenl 12 Paris 7689 3 bedeckt 12 1 halb bd. 12 Wetterprognose für Mittwoch, den 15. April 1914. Zunächst vorwiegend trübe, fühler mit leichten Regenfällen und ziem lich frischen nordwestlichen Binden; nachher langsam aufflarend und wiede etwas wärmer. Berliner Wetterbureau. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag: Größtenteils troden und vielfach heiter, anfangs fühl und späte wieder ostwärts fortschreitende Erwärmung und langsame Zunahme de Bewölkung. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureat Wasserstand Spree, Spremberg) 112 Beeskow efer, Münden 3999 am feit 13. 4. 12. 4. o'm cm³) am Memel, Silfit 444 Bregel, Insterburg 3 220 Weichsel, Thorn 350 +3 Wasserstand Saale, Grochlig Havel, Spandau) Rathenow) feit 13.4. 12.4 cm 180 124 124 Dder, Natibor Krossen Frankfurt 154 179+-4 138 181 Warthe, Schrimm Minden 374 Landsberg 174-1 Rhein, Marimiliansau 552 118+4 Kaub 406 89 -10 Köln 454 -27 -15 Nedar, Heilbronn 138 295 0 Main, Hanau 251 238 +8 Mosel, Trier 154 19 Fall.-) Unterpegel. Nete, Bordamm Elbe, Leitmerit Dresden Barby Magdeburg 1) bedeutet Wuchs, iamt Unserem treuen Mitgliede Wilhelm Ahrendt nebst Braut die herzlichsten Glüdwünsche zur heutigen Vermählung bom 58a Freundschaftsklub ,, Klette". Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Gruppe VIII. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Buchbinder Heinrich Duden Nürnberger Str. 18, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Gemeindefriedhofes, Friedrichs. felde, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 250/11 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Tischler Hans Kowalkowski ( Neukölln, Treptower Str. 68/69) im Alter von 55 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Peter Holländer ( Charlottenburg, Pestalozzistr. 82) im Alter von 50 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 86/5 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin, Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Galvanijeur Richard Rottmann Neutölln, Hermannir. 23 am 9. April an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 116/12 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Lichtenberg. Am Montag, den 13. April, verstarb unser Genosse, der ehemalige Tischler, jezige Privatier Moritz Gläser Sonntagstr. 2( 53. Gruppe). Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße, statt. 14/13 Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei der Beerdigung unserer teuren Entschlafenen Minna Kauschke sagen wir allen hiermit, insbesondere meinen Kollegen von der Turbinenjabrit, Abteil. Eisengießerei, unseren besten Dank. 1687b Im Namen der Hinterbliebenen C. Kauschke. Mohrenstr.372 Kolonnaden. Gr.Frankfurterstr. 115 Trauer Magazin Kleider, Hüte etc Außerste Preise Farbige Konfektion in größtem Maßstabe zu billigsten -PreisenWestmann St. Jakobs- Balsam Hausmittel I. Ranges von Apotheker C. Trautmann, Basel. Bew. Eingetr. Schutzmarke. Heilsalbe für Wunden u. Verletzungen jeder Art, off. Beine, Krampfadern, Brandschaden, Ausschl., Hämorrhoid., Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Mäßige Preise. Sprechst. v. 8-8. Sonntags 9-11. teppdecken * größte Auswahl, billigst; auch Aufarbeiten alter Steppdecken. 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Uebernahme der Schule durch den Bezirks- Bildungsausschuß Groß- Berlin. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge müssen bezahlt werden. 6/ 7* Donnerstag, den 16. April 1914, abends 8%, Uhr, im Volkshaus, Rosinenstraße 3: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Moses über: ,, Die Ertüchtigung des Proletariats". 2. Diskussion, eventuell Fragebeantwortung. Orts- Krankenkasse für die Gewerbe der Tischler u. Pianoforte- Arbeiter zu Berlin. Auf unser Wahlausschreiben vom Der Eintritt in die Bersammlung ist für jedermann frei. Wer sich in der Versammlung als Mitglied des 24. März 1914, betreffend die Wahlen Hausarztvereins Charlottenburg aufnehmen läßt, braucht das sonst übliche Eintrittsgeld nicht zu zahlen. Deutscher Metallarbeiter- Verband Zentralverband der Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Donnerstag, den 16. April 1914, abends 8 Uhr: Versammlung aller in den Innungsbetrieben beschäftigten Schmiede in Boekers Festsälen, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wilhelm Siering. 2. Diskussion. 8. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. erfcheinen. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu Mitgliedsbuch legitimiert! 0 Die Vertrauensmänner Konferenz der Schmiede findet am Donnerstag, den 16. April, nicht statt. Achtung! Dreher! Die Vertrauensmänner- Konferenz der Eisendreher findet nicht am Donnerstag, den 16. April, sondern Donnerstag, den 23. April, statt. 116/13 Die Ortsverwaltung. Steinarbeiter! Handlungsgehilfen Bezirk Groß- Berlin Büro: C25, Münzstr.20 Heute Mittwoch, den 15. April, pünktlich 8%, Uhr, in Musiker- Sälen( großer Saal), Kaiser- Wilhelm- Straße 31: General- Versammlung 1. Tagesordnung: Neuwahlen: a) Aktions- Ausschuß; b) Bildungs- Ausschuß; c) Vorort- Kommission. 2. Besprechung der Anträge zum Verbandstag. Kolleginnen und Kollegen! Wegen der änkerst wichtigen und reichhaltigen Tagesordnung bitten wir um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. 77/ 11* Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Einsetzer. Donnerstag, den 16. April, abends 8½ Uhr: Bezirks- Verfammlung in den bekannten Lokalen. Der 8. Bezirk tagt im Lokal von Ullrich, Malplaquetstr. 33. Tagesordnung: Bericht von der legten Generalversammlung. Verbands- Branchenangelegen 86/2 Die Ortsverwaltung. Hente Mittwoch, 15. April, abends 8 Uhr, im Englischen beiten und Verschiedenes. Hof, Alexanderstraße 27e; Versammlung der Marmorarbeiter. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgemacht. Die Wichtigkeit derselben erfordert das Erscheinen aller Kollegen. Die Ortsverwaltung. as Mittwoch, den 15. April 1914. Anfang 4 Uhr. Urania. Ueber den Brenner nach Venedig. Anfang 5 Uhr. Paffage Theater. Sino- Barieté. Anfang 6%, Uhr. Cines Nollendorf.Theater. Was mir die Wildnis gab. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Parsifal. Deutsches Opernhaus. Parfifal Anfang 7, Ubr. Kgl. Schauspielhaus. Die Benus mit dem Bapapel. Deutsches. Was ihr wollt. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anfang 75 Uhr. Anjang 9 Ubr. Mit der Beseitigung des Normalduktus aus dem Schreibunterricht der preußischen Schulen sind der Redis- Quellstift und die Ly- Feder unter anderen als Schreibwerkzeuge zugelassen. Dieses Resultat verdanken wir dem berühmten Wiener Stunstgewerbelehrer Prof. Rudolf von Larisch und dem Berliner Pädagogen Heinrich Grothmann, die in ihren interessanten Werfen und Vorträgen unermüdlich für die Schriftreform eingetreten sind. 79/8 zum Vorstande obiger Kasse ist von ben Bertretern der Arbeitgeber sowie der Versicherten nur je ein Babl vorschlag eingegangen, welcher vom Vorstand als gültig anerkannt wor den ist. Arthing wird in heilbaren, wenn auch veralteten Fällen behoben durch meine glänzend bewährten Asthmatropfen, Flasche 2.50 M. Bei starken Anfällen sofortige Hilfe durch Indische Asthmakräuter, Kart. 2.00 M. Garant. unschädlich! VorNachahm.jed. Art sei gewarnt! Otto Reichel, Berl.43, Eisenbahnst.4 Drei Tropfen Kaol geben schmutzigstem Metall Dauerglanz Unentbehrlich für Autos Ueberall zu haben in Flaschen. Theater und Vergnügungen Admiralspalast. Im Tangoflub. Berliner Eispalast. Amor auf Urlaub. Eisballett. Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Freie Bahn. Walhalla- Theater. 8 Uhr: Tangofieber. Gr. Posse m. Ges. u. Tanz in 3 Atten Cines Nollendorf- Theater. Bas Komödie in 4 Aften von Baul Bliz. von E. Urban. Mufit v. Hugo Hirsch. mir die Wildnis gab. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 URANIA Taubenstraße 48/49. 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. 8 Uhr: Hochspannung. Wauner TOURISTEN DIE VEREIN FEATURFREUND Touristenverein „ Die Naturfreunde" Orts gruppe Berlin. | Apollo- Theater. 8 Uhr. Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr. Zum 121. Male! Der Stolz d. 3. Kompagnie mit Hartstein. Vorher das große Varieté- Programm. Rauchen gestattet! Mitglied der Zentralfomm. für Sport- u. Störperpflege. Winter Freitag, den 17. April 1914: abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Ein 11 12 Die auf dem Wahlvorschlage der Arbeitgeber unter Nr. 1 bis 4 be zeichneten Herren: Heinrich Noeste, Büdlerstr. 31, Konrad Hille, Köpenider Str. 154a, Friedr. Kortum, Wiener Str. 44, Hermann Fengler, Krautstr. 52, sowie die auf dem Wahlvorschlage der Versicherten unter Nr. 1 bis 8 be zeichneten Herren: Emil Boeste, Neuköln, Lehkestr. 18, Otto Stube, Schönleinstr. 16, Hermann Maaß, Rungestr. 30, Robert Dorn, Neukölln, Kaiser. Friedrich- Str. 238, Friz Zinte, Reichenberger Str. 80, Robert Krüger, Manteuffelstr. 72, Wilhelm Hirse, Landsberg. Allee 145, Julius Müller, Buchholzer Str. 18, gelten fonach gemäß§§ 9 und 25 der Wahlordnung als gewählt. Einsprüche gegen die Gültigkeit der Wahl find bis zum 13. Mai 1914 bei dem Vorstande oder bei dem Berficherungsamte zu erheben, dasselbe entscheidet endgültig. Die ordentliche Ausschuß- Sitzung der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten findet statt am Donnerstag, den 23. April 1914, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts. haus, Engelufer 15, Saal 1, au welcher dieselben hierdurch eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Wahl des Vorfizenden des Aus schusses. 2. Abnahme der Jahresrechnung pro 1913 nebft Bericht der Re biforen. 3. Beratung und Beschlußfassung über den Voranschlag für das Rechnungsjahr 1914. 4. Beschlußfassung über die Krankenordnung. 271/20 Der Vorstand Emil Boeske, Borsigender. Otto Kube, Schriftführer. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick. dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade 8, 11.( Stadtb. Börs.) Nur noch kurze Zeit! Zirkus Alb. Schumann. Heute Mittwoch, 15. April, abends 7, Uhr: Große Sport- Vorstellung sowie Aufführung des großen Ausstattungsstücks Tipp Außerdem Fortsetzung des Garten Intern. Ringer- Wettstreits Lichtbilder- Vortrags- Abend. beispielloser Die Natur im Wechsel der Jahreszeiten" Schiller- Theater 0. beater. 2. Sommer in Tirol. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hierauf: Liebe. Nachher: Lottchens Geburtstag. Metropol. Die Reise um die Welt Wann wir altern. in 40 Zagen. Anfang 8 Uhr. Urania. Hochspannung. Leffing. Röffelsprung. Kammerspiele. Die gelbe Jade. Berliner. Wie einst im Mai. Röniggräger Straße. Mr. Bu. Theater des Westens. Bolenblut. Theater am Rollendorfplay. Der Jugbaron. Deutsches Künstler Theater. Erziehung zur Liebe. Thalia. Wenn der Frühling kommt. Rleines. Jettchen Gebert. Freitag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Wann wir altern. Hierauf: Liebe. Nachher: Lottchens Geburtstag. Donnerstag, abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Freitag, abends 8 Uhr: Die beiden Leonoren. Theater an der Weidendammer Theater in der Königgrätzer Straße Brücke. Der müde Theodor. Trianon. Die Notbrüde. Komödienhaus. Kammermufit. Sustspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller O. Die Maschinenbauer. Schiller Charlottenburg. wir altern. Liebe. Geburtstag. Wann Lottchens Montis Operetten. Jung- England. Residenz. Der Regimentspapa. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christl. Rofe. Die Dollarprinzessin. Kajino. Bo die Liebe hinfällt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Die von oben und Herrnfeld. unten. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kompagnie. Palaft- Theater. Spezialitäten, Anfang 8 Uhr. Luisen. Freie Bahn. Walhalla. Tangofieber. Folies Caprice. Tohuwabohu. Das Karnidel. Das Erdbeben. Anjang 8, Uhr. O Neues Bolt Theater. Frau Barrens Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik“. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Theater a.d. Weidendammerbrücke 8 Uhr: Der müde Theodor. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Mittwoch, 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Donnerstag, 8 Ubr: Der Raub der Sabinerinnen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Anfang 8 Uhr. 1. Frühling am Bodensee. 3. Serbst im deutschen Walde. 4. Winter im Schwarzwald. Ca. 80 hervorragend schöne Farbenphotographien, hergestellt nach dem System Lumière. 1/5 Bortragender: F. Steiner- Stuttgart( Gauobmann der Naturfreunde). Eintritt 30 Bf. Rauchen nicht gestattet. Theater des Westernts. Residenz- Theater. Polenblut. Sonntag 3%, Ubr: Der liebe Augustin. 8 Uhr: Folies Caprice. Der Regimentspapa. Tohuwabohu 84 Das Karnickel Das Erdbeben. Erfolg der von Publikum und Presse glänzend beurteilten April- Attraktionen! Entreeplatz wochentags M. 0,60. Rauchen gestattet! Metropol- Theater. Admiralspalast. Abends 7 Uhr 55 präzise: Theater am Nollendorfplatz 5. Die Reise um die Erde 8 Uhr: Der Juxbaron. DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Anfang 8 Uhr. Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Akten von Willner und Grünbaum. Mufit von Leo Fall. Morgen: Die Dollarprinzessin. in 40 Tagen. Voigt- Theater Badstraße 58. Mittwoch, den 15. April 1914: Krieg den Frauen. Orig.- Lustspiel in 5 Att. v. R. Kneisel. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 81, Uhr. Boranzeige. Mittivoch, d. 29. April: Benefiz Ernst Franzen: Der stolze Heinrich. ,, Clou" Mauerstraße 82 66:: Berliner:: Konzerthaus Zimmerstraße 90/91. Großes Doppel- Konzert u. Gastspiel Prager Tonkünstler Orchester. Dirigent: Kapellmeister und Komponist Julius Fucik. Musikkorps des Garde- Füsilier- Regiments, Dirig. Oberm. Dippel. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Eintritt. Die Förster- Chriftl. Wochentagen: Gr. Nachmittags- Konzert bei freiem Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Druck u.Verlag: Vorwärts Die Eis- Arena. Novität Im Tangoklub" 99 und zum 223. 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Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow! 19 Jahre alt. 20 Säle mit Sehenswürdigkeiten Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. wiederholt ist es bekannt geworden, daß gewiffe Scharf- macherverbände, das gilt insbesondere vom Arbeitgeberbund für das Baugewerbe, den Lieferanten die Verpflichtung auf- erlegen, bestimmte Prozente ihres Umsatzes an den Kampf- fonds der Unternehmer abzuliefern. Auch der Arbeit- geberverband für das Maler-, An st reicher- und verwandte Gewerbe in Rheinland und Westfalen, Sitz Barmen, ist schon seit längerer Zeit bemüht, die Lack- und Farbwarenhändler für seine Vereinszwecke tributpflichtig zu machen. Dieser Scharf- macherverband, der eine gewisse Berühmtheit dadurch er- langt hat, daß er im Herbst vorigen Jahres vom Haupt- tarifamt für das Malergewerbe als tarifbrüchig erklärt wurde, arbeitet mit„V o r z u g s k a r t e u", welche die Lieferanten lösen müssen. Um diese Geldquelle recht er- giebig fließen zu lassen, versendet der Arbeitgcberverband an seine Mitglieder nicht nur eine Liste der Firmen, welche Vor- zugskarten gelöst haben, sondern auch eine weitere Liste der Firmen, welche die Karte nicht gelöst haben. Diese Erpressungsmethodc schien sogar der„Kölnischen Zeitung", die im allgemeinen den Bestrebungen der Scharf- macher viel Sympathie entgegen bringt, etwas bedenklich. Sie berichtete darüber unter der Ueberschrift„Ein verfehltes Mittel" und sie mahnte die Malermeister, auch den Schein zu vermeiden, als ob sie auf die nichtzahlenden Firmen einen unzulässigen Druck ausüben wollten. Ter Arbeitgeber- verband für das Malergewerbe suchte nun sein Vorgehen zu beschönigen, indem er in einer Zuschrift an das genannte Blatt auseinandersetzte, daß die Berechtigung der Vorzugskarten in weiten Händlerkreisen anerkannt werde. Die Gegenleistung bestehe darin, daß der Arbeitgeberverband durch die Her- stellung geordneter Lohn- und Arbeitsverhältnisse(das sagt der Unternehmerverband, dem der Tarifbruch ordnungsmäßig bescheinigt wurde) die Absatzmöglichkeiten der Lieferanten auf- recht erhält, daß er die Gründung von Einkaufsgenosscn- schaften zu verhindern sucht und daß er den Lieferanten Aus- kunft über die Kreditfähigkeit der Malermeister erteilt. Von dieser Erklärung war die„Kölnische Zeitung" noch nicht recht befriedigt. Ihre Auffassung wurde bestärkt durch eine Zuschrift des Zentralausschusses der„Vereinigung der Lack- und Farbcnbranche Deutschlands." Diese Organisation der gebrandschatztcn Lieferanten schreibt: („Kölnische Zeitung" Nr. 412 vom 9. April.) „Die Ausgabe der Borzugskarten durch den Arbcügebervcrband für das Malergewerbe in Rheinland und Westfalen erfolgt lediglich zu dem Zweck, um mit Geldmitteln der Fabrikanten und Händler die Kasse de» ArbeitgeberverbandeS zu füllen, der zur Aufbringung dieser Mittel au» eigener Kraft außer st aNde ist. Die sür die Abnahme der Torzugskarten den gab» ikanten und Händlern in Aussicht gestellten Gegenleistungen sind gleich Null. Der Arbeitgeberverband schiebt diese angeblichen Gegenleistungen nur in den Vordergrund, um so seine Abficht zu veroergen, durch Androhung wirtschaftlicher Nach- teile die Fabrikanten und Händler zu zwingen, dem Verband Mittel zuzuführen. Kein Fabrikant und Händler hätte je wegen der angeblichen Gegenleistungen sich zur Abnahme der Vorzugsaktien entschlossen. Der Arbeilgeberverband bar jedoch durch Herausgabe von Listen. Beeinfluslungen seiner Mitglieder und unmiltelbareS Herantreten an die beteiligten Fabrikanten und Händler letztere zu zwingen gesucht, die Karlen abzunehmen, da ihnen andernfalls Verlust der Kundschaft in unverblümter Weise in Aussicht gestellt wurde. Sin von uns eingeholtes RechtSgutachten einer Autorität hat auf Grund des eigenen, dem Gutachten zugrunde gelegten schrift- lichen Materials des ArbeitgeberverbandeS in dessen Lorgehen den Tatbestand der st rasbaren versuchten Sr- Pressung erblickt. Trotzdem dieses Gutachten dem Arbeitgeber- verbände zur Verfügung gegeben ist. hat eS ihn nicht veranlaßt, die Ausgabe der Karten zu unterlassen. Sämtliche Organisationen der Lack- und Farbenbranche haben sich einmütig gegen das System der Kartenausgabe gewandt und in ihm den Versuch de» ArbeitgeberverbandeS gebrandmarkt, durch wirtschaftlichen Boykott angebliche ideale Interessen zu vertreten und sich Vor- teile von Kreisen zu verschaffen, welche seiner Verbandstätigkeit nicht unterstehen. Im Interesse der Moral des geschäftlichen und wirtschaftlichen Leben« kann vor dem Vorgehen des Arbeitgeber- Verbandes nur aufs entschiedenste gewarnt werden." Das Reichsgericht hat erst kürzlich wieder in einem Hamburger Fall, bei welchem der Angeklagte allerdings ein Arbeiter war(Siehe„Vorwärts" vom 12. April) entschieden, daß die Androhung des Boykotts ein Erpressung s- versuch sei. Im vorliegenden Falle ist es nicht bei dem Versuch geblieben, der Ärbeitgeberverband für das Maler- gewerbe in Rheinland-Westfaleii hat sich durch sein Vorgehen gegen die Lieferanten einen rechtsividrigen Äemögensvorteil verschafft. Wird nun, nachdem diese Tatsache offenkundig ist, der Staatsanwalt gegen ihn einschreiten? Wir glauben, daß man darauf vergeblich warten wird. Ter Erpressungs- Paragraph wird nur zur Anwendung gebracht, um vie Arbeiter in ihrem wirt'chaftlichen Kampf zu schädigen. Ge- fetzeSverletzungen der Unternehmer im Kampfe gegen die Be- strebungen der Arbeiter bleiben bei uns gewöhnlich un- geahndet, denn in Preußen-Teutsckland gilt bekanntlich als oberster Rcchtsgrundsatz: Wenn zwei dasselbe tun, dann ist es nicht dasselbe! Aus einer sozialdemokratisch verwalteten Krankenkasse. Unter dieser Spitzmarke macht zurzeit eine Notiz die Runde ourch die Reichsverbandspresse, in der von der OrtSkrankenkaffe in Ztolp i. P. die Rede ist. die nunmehr zu einer ollgemeinen Ortskrankenkasse umgewandelt ist. In der betreffenden Noliz wird gleich zur Einleitung gesagt.' daß die neue Kasscnvenvattung ein schwieriges Stück Arbeit zu leisten hat.„um die eingerissene Miß- Wirtschaft auszuräumen' Und dann geht es im einzelnen über die„Mißwirlschaft" her. die natürlich von der..früheren sozial- demokratischen Mehrheit" stammt. Ter f.ühere Vorsitzende soll noch schnell, bevor die Herrlichkeit ein En�e nahm,„ein(Grundstück an die Krankenkasse zu einem anormal hohen Preis verkauf! haben".„Ter frühere zweite Vorsitzende und der Schriftführer der Kasse die als Vertreter der Krankenkasse den Kauf abgeschlossen hatten, wurden noch schnell zu V-rnnten befördert." ES sei spater eine gerichtliche Tancrung erfolgt.„Hierbei wurde oaS Grund- stück um Z0VO0 M. billiger taxiert, wie es der Vorsitzende an d,e Kasse verkauft hatte. Ter schon begoimene Neubau wurde sofort eingestellt und weitere Schritte in die Wege geleitet, um den sonderbaren Kauf rückgängig zu machen." Soweit bit Not.z, in den bürgerlichen Amt»- und Winkelblättern. Was ist nun eigenllich»n der Stolper Krankenkasse borge- gangen, so ange die„sozialdemokratische Mehrheit am Ruder" war? Die eingerissene„Miß-virts-haft". von der die Notiz s-ncht. w.rd am besten dadurch gelennzeichnet ali daS, wa» sie m W'rklichke't ii-at, wenn w.r oarauf verwesen, dag eS der„soz'aldemoiraNsch-n .Herrlichkeit" gelungen war. bei einer erhöhten Krankenzahl mn-r. halb zwei Jahren einen Ueberschuß von 40 000 K. zu«zt-len und 60 Proz. Krankengeld zu zahlen, während alle übrigen Kassen am Orte nicht über SO Proz. herausgehen konnten. Ferner war die Kasse so mustergültig geleitet, daß die Aufsichtsbehörde sich in schwierigen Fällen von ihr Rat und Hilfe holte. Nach der Um- Wandlung der Kasse zu einer„Allgemeinen" war Stolp die erste Stadt im Reiche, deren Kasse einen amtlich bestellten Vorsitzenden erhielt. Dieser, ein Leutnant a. D., legte aber schon nach kurzer Zeit das Amt nieder, nachdem er eingesehen hatte, daß mit den „nationalen Vertretern" nicht zu arbeite» war. Daß die Krankenkasse von Dem ehemaligen Vorsitzenden ein Grundstück gekauft hat, ist richtig. Dieser Vorsitzende war aber kein Sozialdemokrat. Unwahr ist, daß der Preis des Grundstückes ein anormaler gewesen sei. Das Grundstück tosteie dem Verkäufer S1 000 M., was bei der Berechnung der Wertzu- wachssteuer mit Urkunden belegt worden ist. Für das gleiche Grundstück, das im Werte nicht gesunken ist, hat er von der Kasse nur 48 500 M. erhalten. Kann da behauptet werden, daß 20 000 M. zudiel gezahlt wurden? Im übrigen ist ein Gerichtsverfahren an- bängig gemacht worden, das die Angelegenheit genau prüfen wird. Der frühere Vorsitzende hat Strafantrag gestellt. Und wie steht es mit der schnellen Anstellung der Beamten, die den Kauf gutgeheißen haben? Am 6. September wurde der Kaufvertrag geschlossen. Am l. November wurde ein Beamter an- gestellt, der als Dirigent bei den nationalen Vertretern tätig war. Am 1. Dezember erfolgte die Anstellung des früheren Schrift- führers als Kontrolleur. Also der Nichtsozialdemokrat wurde noch vier Wochen eher angestellt, als der Sozialdemokrat und letzterer noch dazu nur als Krankenlontrolleur. Am 1. Januar kam dann erst der ehemalige stellvertretende Vorsitzende an die Reihe und zwar wurde er Kasienbotc. Fünf Wochen später wurde er aber, da er zu der Zeit auch national geworden war, des wenig angenehmen Außendienstes cnthabcn und dafür als Beamter auf der Kasse selbst beschäftigt.„ DaS ist der Sachverhalt. Von einer angeblich sozialdemokra- tischen Mißwirtschaft wird wohl niemand etwas entdecken. Wohl aber kann mit Recht von einer nationalen Günstlingswirischaft gesprochen werden. Znr Wahrnehmung berechtigter Interessen. Der 8 193 des Strafgesetzbuchs schützt denjenigen vor Strafe wegen Beleidigung, der zur Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt hat. Leider besteht über das, was der Begriff„berechtig- teS Interesse" wohlwollend umfaßt, oft eine sehr verschiedenartige Auffassung zwischen dem natürlichen Gerechiigkeitsempfinden des urteilsfähigen Laien und dem durch die Straffreudigkeit unseres Strafgesetzbuches beeinflußten juristischen Empfinden mancher Tat- richter. Unsere Rechtspraxis will das„berechtigte Interesse" am liebsten auf die nächste Person oder einen bestimmten Kreis be- schränken; ein Handeln nach dem alten Grundsatz: einer für alle, alle für einen, wird nicht anerkannt. Im Gegensatz hierzu deutet das natürliche Gerechtigkeitsprinzip daraus, daß jeder, der dazu berufen ist, allgemeine Interessen öffentlich zu vertreten, als berechtigt erscheinen muß, sie zu wahren. Einer Zeitung, die von allen Kreisen täglich um tausenderlei Dinge befragt wird, die be- rufen ist, aufklärend und unterrichtend zu wirken, sollte man immer das Recht zuerkennen, dem Allgemeininteresse unter die Arme zu greifen. Vorausgesetzt, daß ein besserer, weniger der- letzender Weg nicht bestand, um das erstrebenswerte Ziel zu er- reichen.(Ein Recht, jemanden aus bloßer Freude oder Schikane zu beleidigen oder zu blamieren, wird man natürlich niemandem einräumen dürfen.) So hat die Zeitung doch geradezu die P f l i ch t, Mißstände aller Art in objektiver Weise zu kritisieren. Jeder Leser erwartet das von einer Zeitung. Wollen unsere Juristen der Presse das Recht zu dieser Pflicht streitig mcuhen?— Von Interesse zu diesen Ausführungen find jedenfalls einige Urteilssprüche der Strafsenat« des Reichsgerichts: Berechtigte Interessen kann nur derjenige wahrnehmen, den die behandelt« Angelegenheit wegen feines besondere« Verhältnisses zu ihr nahe angeht. An dieser Voraussetzung fehlt eS bei Wahrnehmung allgemeiner politischer Interessen, die den Täter nicht näher angehen als jeden anderen. In einem solchen Falle ist der Verbreiter nicht erweislich wahrer Tatsachen nicht straflos.(4 D 442/13—19. 9. 13.)— Die Strafkammer hatte den Angeklagten, der in bezug auf«ine Beschwerdeschrift das Wort„Lüge" gebraucht hatte, auf Grund de» ß 193 freigesprochen. DaS Reichs- gericht hat dieses Urteil gebilligt.(1 v 1220/13— 23. 1. 14.)— Die Strafkammer hat die Anwendbarkeit des 8 193 des Strafgesetz- bucheS verneint, weil aus der Form der in der Eingabe ge- brauchten Ausdrücke unzweifelhaft das Vorliegen einer Beleidigung und die 2 bs i ch t. zu beleidigen, hervorgehe.((1 V 455/13— 9. 10. 13.)— Die Strafkammer stellt ausdrücklich fest, daß der Angeklagte al» Lehrer und Mitglied des Provinzial-Lehrervereins und als von dem Lehrerverein mit der Leitung der Lehrerzeitung Beauftragter" berechtigt gewesen sei, in dieser Zeitung die Mißstände im S ch u I w e s en zur Sprache zu bringen und die Interessen der Vereinsmitglieder zu vertreten; sie versagt ihm aber den Schutz de»§ lgg. weil er nicht„in Wahrnehmung", gemeint ist offenbar „zur Wahrnehmung" berechtigter Interessen gehandelt habe.(Er hätte erst an den ihm bekannten amtlichen Stellen den Beschwerde- weg beschreiten sollen.) Damit ist die Nichtanwendung des§ 193 gerechtfertigt: denn zur Antvendung dieser Gesetzesbestimmung genügt es nicht, daß der Täter mit den beleidigenden Aeuße- rungen ein berechtigtes Interesse hätte wahrnehmen können, die Aeußerungen müssen vielmehr zur Wahrnehmung eines solchen gemacht sein; der Täter muß mit dem Willen, dieses Interesse wahrzunehmen, gehandelt haben.(4 V 691/13— i. tl. 13.)— Es erhebt sich die Frage, wann ein nur„allgemeines" Jntec- esse im Gegensatze zu einem besonderen des Täters anzunehmen ist. In dieser Richtung genügt cS, auf die Darlegungen des Reichs- gerich!» in dem Urteil vom 21. Mai 1894(R.-G.. S. 35, 363, 364, 365) zu verweisen; danach ist unter dem„allgemeinen Jnter- esse", welches den Begriff der berechtigen Interessen im Sinne von § 193 de» Strafgesetzbuches nicht erfüllt, das Interesse der Ge- samtheit aller Staatsbürger, das für jedermaim im Staate vor- handene Interesse zu verstehen, im Gegensatz ,u dem besonderen Interesse des einzelnen, das aber nicht ein höchstpersönliche« zu sein braucht, sondern ebenso anzuerkennen ist, wenn eS in gleicher ' ikm durit) ein gemeinsame» Band verbunden sind und«inen erkennbar gegen die Allgemeinheit abgegrenzten Personenkreis bilden, etwa ernen Verein, eine Genossenschaft, eine Stadk- oder Landgemeinde, ein Nicht er-oderLehrerkollegium und dergleichen mehr.(3 v 95/13— 20. 10. 13.) Gerichtszeitung. Tie„unzüchtigen" Tango-P-stkarten. Postkarten mit Federzeichnungen bekannter französischer Kunst- ler bildeten den Eegenstand eine«.TittlichkeitSprozesse»" der die 12. Strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen Ber- breitung unzüchtiger Abbildungen war der Kaufmann Gustav Man- del angeklagt.— Im Auftrage der Staatsanwaltschaft waren im Dezember v. I. in mehreren Papiergeschästen Postkarten beschlag- nahmt worden, die ein Tangotänzerpaar darstellten. Der Tänzer trägt einen Frack, während die dargestellte Dame eine Decollete- Balltoilette trägt. Von der Kleidung dieser Dame wird, zum Be- weise der Unzüchtigkeit der /Darstellung, von der Slaatsanwaltschasr folgendes gesagt:„Schon diese Ballkleidung ist auf den Karten eine derartige, daß sie'den weiblichen Körper nicht in schamhafter Weife verhüllt(!), sondern vielmehr die Reize desselben in pikanter Werse hervorhebt. Auch der Brustausschnitt sei so tief, daß er der Wirk- lichkeit unmöglich entsprechen kann, vielmehr die Plkanierie der Darstellung zu erhöhen geeignet ist. Außerdem sei die Stellung der tanzenden Paare zueinander so, daß die Vorstellung erweckt wird, als befänden sich die Tanzenden in Gedanken an Vorgängen in- timster Art".— Gegen diese Hineinlegung des unzüchtigen Mo- mentS erhob Rechtsanwalt Georg Lewh I als Verteidiger des An- geklagten Protest. Wenn der Staatsanwalt eine Balltoilette der- lange, die die Reize der Frau verhülle, so verlange er etwas Un- mögliches. Er wäre dann in der Konsequenz gezwungen, bei den Hofbällen einzuschreiten, bei denen bekanntlich ein ziemlich tiefes Decollete Borschrift sei. Nichl zulässig sei es auch, wenn die Staats- anwaltschaft mit der etwas stark gequälten Kombination arbeite, die tanzenden Paare könnten„Gedanken an Vorgänge intimster Art" haben. Es komme lediglich aus daS Empfinden des normalen Menschen an, und die Gedanken, die ein solcher beim Anblick eines tanzenden Paares habe, seien wirklich nicht„beschlagnahmefähig". — Während der Staatsanwalt die Beschlagnahme der Karten und die Verurteilung des Angeklagten beantragte, kam das Gericht, deni Antrage des Verteidigers entsprechend, zu einer Freisprechung aus Kosten der Staatskasse. Mus aller Welt. Sliwowitz unö Hackschisch. Budapest, 8. April. Die von dem österreichisch- ungarischen Konsulat in UeSlüb gemeldete Verhaftung des Tebrecziner Bo in benatten- täter» Catarau erweist sich als ein Irrtum. Der Chef der Uesküber Polizei erklärte, Catarau sei nicht verhaftet worden, sondern sei nur, augeblich, von einem dortigen Gendarmen gesehen worden; dieser Gendarm ist aber seit gestern vollständig betrunken und konnte des- halb bisher noch nicht vernommen werden. Eine Idylle aus Neu-Serbien! Ist es nicht herzig? Liest es sich nicht, wie aus der Feder eines Roda Roda geflossen? In atcm- loser Spannung harrt die politisch interessierte Welt im Habs- burger Reich und weiterhin auf die Kunde, daß man den Rumänen gefaßt oder gesehen hat. der Sprengkapseln gegen den Debrecziner Bischofspalast schleuderte, und schlicht und treuherzig kommt die Meldung:...Hat sich Gendarm Dimitri Pawlowitsch Attentäter ge- sehn, is sich aber besuffa und red't nix!" Aber wer nunmehr nach der billigen Art des„Simplizissi- muS" die Serben wieder als eine Nation von Verschnapsten bin- stellen möchte, gerät mit der Wahrheit arg ins Hintertreffen. Nach allem, was über den Balkankrieg von 1912/13 bekannt geworden ist, war die serbische Armee die einzige, in der ganze Truppenteile den Feldzug abstinent durchsührten und in denen der Branntweingcnuß verpönt war. Nachmachen! Aber haben wir auch sonst Grund, uns angesichts des. bom Sliwowitz übermannten Gendarmen von Uesküb in die Brust zu werfen? Eben ist der Polizeipräsident von Köln über die Klinge gesprungen, und ein neuer Besen erscheint in der Karnevals- residenz, um einen wahren Augiasstall— Backschi sch!— auszufegen. Und eben ist in Forst ein Polizeiinspektor wegen Verfehlungen im Amte— Backschisch!— verhaftet worden. Und eben hat man auch in Frankfurt a. Main einen königlich preußischen Polizeikommissar beim Schlafittchen gepackt, weil er— Backschisch! Backschisch!— daS Ressort der Sittenpolizei sehr weitherzig verwaltet hat. Und eben ist auch noch in frischer Erinnerung, daß— Backschisch! Back- schich!— in Myslowitz preußische Polizeibcamte dem Mädchen- Handel Vorschub geleistet haben. TaS alles drängt sich in wenige Wochen zusammen. Fällt da- neben der aufrichtig besoffene Gendarm von Uesküb wirklich noch ins Gewicht! Und sind wir Nicht-Wilden wirklich bessere Mensche»? Noch ein verschollener Dampfer. Das furchtbare Unwetter in den Gewässern von Neu- Fundland hat noch den Untergang eines dritten Robbendampfers herbeigeführt. ES handelt sich un? den Dampfer„ K i t e", der seit den Tagen des furchtbaren Blizzards verschollen ist. Der Kapitän des Dampfers„Blood- hound" berichtet, daß er einen Mann von der Besatzung des Dampfers„Kite" gerettet hat, alle anderen scheinen um- gekommen zu sein. Nach weiteren Angaben desselben Kapitäns hat dieser 89 Meilen südlich vom Kap Race große Mengen S ch i f f s t r ü m m er und eine große Anzahl schwimm enderLeichen angetroffen. Man glaubt, daß es sich hier um Ueberreste des am 31. März gescheiterten Dampfers„Southern Croß" handelt. Verzweiflungsatt einer Mutter. Die 22 Jabre alt« Ehefrau deS HilfSkanzlisten Schachtschueider in Posen verletzte Montagabend ihre vier Kinder im Alter von tünk Jahren bis drei Monaten mit einer eisernen Stange schwer und verübte dann einen Selbstmordversuch. Ein Kind ist bereits gestorben, der Zustand eines zweiten ist äußerst bedenklich: die Frau ist nur leicht verletzt. Der Grund ist darin zu suchen, daß die Frau von ihrem Ehemann geschieden wurde und in den nächsten Tagen die gemeinsam« Wohnung verlassen sollte. Sie war als der schuldige Teil erklärt worden. Schwere Bootsunfälle. Bei einer Kahnfahrt aus dem Main verunglückte bei Schweinsurt der Glasergeselle Wilhelm Stubenrauch mit seinen beiden Kindern im Alter von a ch t und sechs Jahren und der zehnjährigen Tochter seine« Bruders. Der Kahn wurde von einer starken Strömung erfaßt, stürzte um und alle vier Personen ertranken. Drei junge Mädchen, die sich mit Gondelkahren auf der Saale vergnügten, kamen dem Trotha« Wehr zu nahe und wurden über da» Wehr gezogen. Da» Boot schlug um. Nur eine» der jungen Mädchen konnte gerettet werden. Aus dem Uckersee bei Prenzlau ertranken am DienSlag zwei Arbeiter, die eine Ruderpartie unternommen hatten. Ii, mitten des SeeS kippte auf bisher nicht aufgeklärte Ursache daS Boot um. die beiden Insassen fielen ins Wasser und konnten nicht mehr gerettet werden. Die Leichen sind noch nicht geborgen. Eisenbahnkatastrophe in Schottland. Sozialdemokratische Umtriebe. bis Ende März. Meldungen bei dem für den Wohnort der Hebammen zuständigen Streisarzt und demnächst bei dem Königl. Polizeipräsidium. In einem ostpreußischen Ort hatte der Bahnmeister erfahren,. B. 33. Fragen Sie bei dem betreffenden Landgericht an. W. R. 26. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich Dienstagmorgen Kosmos 21. Uns nicht bekannt. Imperator: 280 Meter in der Nähe der Eisenbahnstation Burntisland in Schottland daß einer seiner Eisenbahnarbeiter nicht zur Stadtverordnetenwahl Nein. zugetragen. Der Expreßzug von London nach Aberdeen fuhr gegangen war. Dabei hatte er ihm eine Stunde Urlaub ge- lang, 32 Meter hoch, 22, Knoten in der Stunde, der Kohlenverbrauch ift mit einer Geschwindigkeit von 60 englischen Meilen nahe der geben und an zahlreichen väterlichen Ermahnungen, unter allen Um- uns leider nicht bekannt. A. B. 23. Die Kosten sind richtig berechnet. Zahlen Sie sofort, sonft ständen zur Wahl zu gehen, hatte es wirklich nicht gefehlt. Der 33 Johannisthal. Sie genannten Station mit einer Güterzuglokomotive Mann hatte wohl sein Fernbleiben von der Wahl mit einer plökönnen die Sachen durch einen Gerichtsvollzieher öffentlich versteigern haben Sie Zwangsvollstreďung zu erwarten. zusammen. Ein Lokomotivführer und ein lichen Krankheit entschuldigt, doch die kannte der Bahnmeister. Sie lassen, nachdem Sie vom Schuldner unter Sehung einer Frist die EinHeizer wurden getötet, vier Reisende wurden stellte sich bei öffentlichen Wahlen recht häufig in seinem Betriebe lösung unter Androhung der Versteigerung gefordert haben. Lagergeld schwer verletzt. Durch die Gewalt des Stoßes wurde ein. Der Arbeiter war ihm gewiß schon dadurch verdächtig vor fönnen Sie unseres Erachtens nicht verlangen. die Maschine des Expreßzuges neben die Gleise auf gekommen, daß er feinen Schnaps trant, doch der Bahnmeister hat das Feld geworfen, wobei sie zwei Wagen mit das leider zu leicht genommen. sich rig. Viele Reisende sind wie durch ein Wunder dem Tode entronnen. Gegensätze. # Kleine Notizen. Arnheim. Auf Befragen müßten Sie die Strafen angeben. Richten Sie vor dem Termin ein Gesuch an das Gericht, Sie nach den Vorstrafen nicht zu befragen. P. J. 25. 1. Ja, soweit Nachlaß des Vaters vorhanden war. 2. Ja, Eines Tages nun beauftragte der Bahumeister den verdächtigen Der falls Ihr Eigentum, andernfalls nur mit Zustimmung der Miterben. Arbeiter, einen Signalmast rot und weiß anzustreichen. Neukölln, J. Ka. 84. Sie haben Anspruch auf die drei Tage. Mann machte sich auch an die Arbeit, hatte jedoch vergessen, die Handelt es sich bei der Unterstützung immer um dieselbe, noch nicht geheilte weiße Farbe mitzunehmen und strich zuerst den Mast von oben straniheit, so endigt die Unterstützungspflicht, wenn für 26 volle Bochert bis unten rot an; die weiße Farbe wollte er das nächste Mal Krantenunterstützung ausgezahlt worden ist. A. P., Bernau. Ja, da Neuhs T. Ihr Sohn kann am 15. die Stellung In einem bürgerlichen Blatte Wie der Magdeburger Bolts- auftragen. Als der Bahnmeister hinzufam, stand es für ihn fest, im Gesez vorgesehen. W. W. 99. Für die Zeit vom 1. Januar bis einschließlich wird gemeldet, daß wohl die stimme aus Aten a. E. berichtet daß der Arbeiter auf diese Weise nur seine sozialdemokratische Ge- verlassen. F. J., Nklln. Die Kündigung ist rechtswirksam, da allerfostbarste Garderobe der Welt wird, konnte man dort in der sinnung hätte zum Ausdruck bringen wollen. Und er entließ den Dezember 1913. der Papst besize. Die Etikette Komturstraße volle 29 Stun Sünder auf der Stelle wegen staatsgefährlicher sozia= für Sie die geietliche vierzehntägige Kündigungsfrist maßgebend ist. Einen Anspruch auf Fortzahlung des Lohnes haben Ste nicht, sofern die Krank verlangt von ihm, daß er jeden den lang den Hausrat eines Listischer Umtriebe. heitsdauer die 14 Tage übersteigt. 2. R. 11. 1. Ja, sofern Jhre Tag des Jahres andere Gewänder Mieters bewundern, dem es nicht Mutter im Sinne des Gesetzes invalide ist. 2. Um zwei. 3. Fragen Sie bei der Stiftungsdeputation des Magistrats an. E. W. 49. Unseres trägt, und da diese fast alle mit gelang mit seiner zahlreichen Erachtens ja. Der Antrag ist an die Ortsbehörde zu richten. den kostbarsten und seltensten Familie eine neue Wohnung zu Vorbereitungen zur Taufe. Die Firleichen Eheleute in Thiemen- R. S. 37. 1. Ja. 2. Beim Polizeipräsidium in Charlottenburg. Edelsteinen verziert sind, dürfte bekommen. Das Elend der Fatein Millionär hoffen, sie erwerben milie wurde noch verschlimmert, dorf im Kreise Lauban wollten am Ostermontag die Taufe. 2. 14. 1. Ja, sofern die Kinder nicht das 17. Lebensjahr erreicht zu können, selbst wenn ihm ein als ein sanfter Regen in ihres Kindes abhalten. Wegen der in Aussicht genommenen haben. 2. Unseres Erachtens find Papiere für die Kinder nicht erforderlich. Preis dafür angegeben würde. der Nacht einseßte und die kümmer- Feierlichkeit entstand zwischen den Eheleuten ein Streit, der in Ertundigen Sie sich doch noch bei dem Reisebureau der Schiffahrts= Der Mann erichlug hierbei die gesellschaft. 3. Nein. 4. Eventuell eine Vollmacht. 5. Unseres Erachtens nein. Die fleinen Stopfbedeckungen lichen Habfeligkeiten vollstän Tätlichkeiten ausartete. J. D. 100. Nach Ihrer Darstellung haben Sie an Ihrem Kollegen ( Käpsel) des Papstes sind aus der dig durchfeuchtete. Die Frau mit einer Art. Er ist entfloben. einen Bablungsanspruch, der beim Gewerbegericht geltend zu machen ist. Fo genschwere Panit im Theater. Im Stadttheater zu Tortola S. Steglit. 1. Sie können die Beträge beanspruchen, die die Krankenallerfeinsten Seide hergestellt und Kinder schliefen auf dem seine bestidien samtnen Pantoffeln Hofe auf den zurecht in Spanien brach infolge eines blinden Feuerlärms eine Panit aus. tasse nach dem Statut zu gewähren verpflichtet ist für den Fall Ihrer bieten einen prächtigen Anblick. gemachten Lagerstätten. 20 Frauen und Kinder wurden im Gedränge schwer Krankenhausbehandlung. 2. Rein, da die neue Erwerbslosigkeit in das neue Steuerjabr fällt. 2. S. 100. 1. Bei Ermäßigungen aus§ 19 fommen Noch kostbarer sind seine Hand- Die zweite Nacht tampierte die verlegt. Deutsche Opfer der Fremdenlegion. Wie aus Saigon gemeldet Ermäßigungen um Steuerstufen in Frage. Im übrigen haben Sie, da schuhe aus weißer Wolle, die in ganze Familie in einer Rateine Unterhaltspflicht gegenüber der Schwiegermutter nicht besteht, feinen Kreuzesform mit herrlichen Perlen aus zelle, und in der dritten wird, sind bei den Kämpfen mit Chineſenbanden an der Tonkinesischen Anspruch auf Anwendung. des§ 19. Es tönnte sich eventuell nur um§ 20 bestickt sind. In Nom wird eine Nacht endlich landeten diese Un- Grenze unter andern drei deutsche Fremdenlegionäre( Berücksichtigung besonderer die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen besondere Herde von 50 Schafen glücklichen im Sprigenhaus, gefallen und zwar Manid aus Klangen in Elsaß- Lothringen, wesentlich beeinträchtigender wirtschaftlicher Verhältnisse). 2. Das wäre zwed dienlich. 3. Nein. Fahrgeld nur dann, wenn Sie vermöge Jbrer Be gehalten, deren Wolle nur zu um hier Einsturzkatastrophe in Algier. Seit 25 Jahren ist diese Sleidungsstücken des Papstes dient. baber borläufig ein Heim zu Mathies aus Muzig und Raid aus Raiblingen. Im Eingeborenenviertel in schäftigungsart genötigt find, häufig die Arbeitsstelle zu wechseln. Ja, jegen Sie sich mit der Handwerkskammer in Ver Die Stola des Oberhirten besteht Familie ortsansässig, der Mann Algier stürzte eine Terrasse eines Hauses ein, in dem sich ein Neukölln. A. J. Nein. ausschließlich aus den kostbarsten, ist vollständig invalid arabisches Café befindet. Drei Mohammedaner wurden bindung, dort erfahren Sie auch den Kostenbetrag. feinsten Spizen, während eine und fann sich nur an zwei getötet, zehn schwer verletzt. Man befürchtet, daß noch Art längeren Mantels, die cappa Stöden fortbewegen. Seine An- weitere Leichen unter den Trümmern sich befinden. Sieben Menschen verbrannt. In Boston fam in einem fünfmagna, der nur selten getragen sprüche auf Rente wurden abwird und dann von den Schultern gewiesen. Die Folge war, stöckigen Wohnhause ein Brand aus, der sich so schnell vergerade hinabhängt, von oben bis daß es in der Familie immer breitete, daß sieben Personen sich nicht mehr retten konnten. unten buchstäblich von Gold und mehr bergab ging. Die Armen- Unter den Trümmern fand man ihre teilweise verkohlten Leichfoftbaren Steinen blendend gligert. verwaltung mußte oft eingreifen. name. Auch die mit vielen Juwelen von Die Aussicht auf ein menschenunvergleichbarer Pracht besetzten würdiges Unterkommen ist vorRinge des Papstes entziehen sich läufig nicht gegeben, da Wohnungen völlig jeder Schäzung ihres nicht frei sind, ja es wohnen Geldwertes. mehrere Familien zusammen. Eine brennende Erdgasquelle. In der Nähe der ungarischen Ortschaft Maghariaros bradh unter vulfanartigem Donnergetöse bei den staatlichen Bohrungen das Erdgas aus und entzündete sich. Eine riesige Feuersäule ist auch hier sichtbar. Seit Montagabend erstreckt sich das Hervorquellen des Gases auf über 160 Joch. Da das Gas sich an mehreren Stellen entzündete, sind bereits mehrere Gebäude abgebrannt. Infolge der durch die Gasausbrüche hervorgerufenen Bodenveränderungen hat sich der Sarosbach ein neues Bett gebahnt. Dieses Angebot Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 21nden fraße 69, vorn bier Treppen - Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabendo, von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzetchen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsantttung betgefügt tft. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde voz. verden nicht beantwortet. Tub. triv. Wenden Sie sich um Auskunft in dieser Sache an die Zentralkommission der Krankenkassen, Berlin, Alexanderstraße 39/10. Schmidt. Bei der Stiftungsdeputation des Magistrats Berlin, Poststr. 16 zu erfahren. J. K. 86. Bund für Mutterschus, Auskunftsstelle: Frau Möller, Berlin W., Regensburger Str. 14a( Sprechstunden 10-11). M. G. 26. Private Institute empfehlen wir nicht. Im Berliner Adreß5. Z. 93. In der buch, Band 2 finden Sie die gewünschten Adressen. Königlichen Charié, Berlin, Schumannitr. Walter Sprenger, Ober R. G. 3677. Alter nicht unter 20 und schöneweide, Wilhelmsstrand. nicht über 30 Jahre. Etwa 300 W, Stutjus in der Charité vom 1. Oftober Soeben erschien: 247/ 13* Militarismus, Krieg und Arbeiterklasse Rosa Luxemburg vor der frankfurter Strafkammer Ausführlicher Bericht über die Verhandlungen am 20. Februar 1914. Preis 10 Pf. Dieser Prozeß, eine der feinsten Blüten preußisch deutscher Rechtsprechung, der mit der Verurteilung unjerer Genoffin Luyemburg zu einem Jahr Gefängnis endete, hat überall berechtigtes Aufsehen erregt. So interessant nun auch die Ausführungen des Staatsanwaltes sein mögen, auch die Jrrungen bei der Anwendung der zur Verurteilung benötigten Paragraphen, alles dies wird in den Schatten gestellt durch die meisterhafte und aufrechte Berteidigungsrede unserer Genoffin Luremburg. Dieser Prozeß wirkt aufpeitschend. Sorgt für eine Maffenverbreitung dieser Broschüre! Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstr.69 HERMANN TIETZ zeichnet sich durch Besondere Preiswürdigkeit aus. LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE Glas- Porzellan- Steingut Tafelgeschirr Feston Goldrand" Wirtschafts- Artikel 30 45 60 Waschgarnituren Eierversandkisten gezinkt 145 175 215 265 Aermelbretter bezogen.... 28 Pt. Jena 5 teilig 375 Plättbretter bezogen. 28 PL. Golf 5 teilig 425 Wäscheleinen Aloe 20 PL. Jenny 5 teilig.. 15 PL. Strassburg stellig. 575 Emaille- Geschirre 90a Speiseteller Suppenteller Abendbrotteller ... Kompotteller Kaffeegeschirr Goldrand" Kaffeekannen.... Teekannen..... 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Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.