Nr. 103. Abonnements- Bedingungen: Bibonnements Breis pränumerando: Bierteljährl 8,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags, nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage, Die Neue Welt" 10 Pig. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen att: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint tägl Vorwärts Berliner Volksblaif. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramdresse: ,, Sozialdemokrat Berlin", Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 1983. Zum Wahlrechtskampf in Braunschweig. Donnerstag, den 16. April 1914. Wenn die hohe Landesregierung glaubt, mit ihrer platonischen Erklärung den Wahlrechtskampf der Arbeiterklasse zu lähmen, so wird sich zeigen, daß sie sich verrechnet hat. Das schien auch ein Landtagsabgeordneter zu empfinden, der bei der Beratung des Polizeietats die Anregung gab, einige tüchtige Beamte im Photographieren auszubilden, damit diese dann bei„ Verbrechen und Aufruhr" Das Herzogtum Braunschweig hat zur Landesvertretung Momentaufnahmen machen könnten. Wir werden also in ein Wahlrecht, das als eines der rückständigsten auf dem nächster Zeit wahrscheinlich das Vergnügen haben, die heilige europäischen Kontinent zu bezeichnen ist. Der Landtag, oder Hermandad nicht nur mit Säbeln, Revolvern und Gummiwie man hier sagt, die Landesversammlung setzt sich aus fnüppeln, sondern auch mit Photographenkasten ausgestattet zu 48 Abgeordneten zusammen, die auf Grund eines Dreiflajsen- fehen. und Ständewahlrechts gewählt werden. Es wählt der GrundJe genauer man sich die Tätigkeit der gefeßgebenden besitz, die Beamten, die gelehrten Berufe und das Groß Versammlung des Herzogtums Braunschweig ansieht, desto gewerbe. Bei diesem Wahlrecht fällt die zahlreichste und mehr muß man zu der lleberzeugung von der Notwendigkeit wirtschaftlich bedeutungsvollste Klasse, das Lohnproletariat, der Reform des Wahlrechts kommen. Mit einer solchen auf völlig aus. Die Arbeiterschaft ist zur politischen Bedeutungs- den krassen Eigennut eingestellten Landesvertretung kann Tofigkeit verurteilt, sie hat nur das Recht, Steuern zu zahlen selbst eine reationär gefärbte Regierung auf die Dauer nicht und den Mund zu halten. In die politische Verwaltung und arbeiten. Jeder Stand sucht möglichst viel für seine Glieder Vertretung des Landes vermag sie nicht einzudringen. Alle Ver- herauszuschlagen und alle zusammien sorgen nur für ihre fuche, dieses reaktionäre Wahlgefeß, das selbst nach Ansicht bürger- Sippen und ihre Brut. licher Politiker nur noch in Mecklenburg und Montenegro schlechter Das fleine La.id mit kaum einer halben Million Einist, zu Fall zu bringen, scheiterte an der Einsichtslosigkeit und wohner hat ungefähr 5000 Beamte( inkl. Kommunalbeamte) am engherzigen Egoismus der herrschenden Klassen und an zu erhalten, und diese Bureaukratie hat natürlich das Beder Sozialistenangst der Landesregierung. streben, sich stärker zu vermehren, als es die finanzielle Die bürgerlichen Streise vegetieren in einem unbeschreib- Leistungsfähigkeit des Landes gestattet. Deshalb betrachtet die lichen politischen Stumpfsinn dahin, einem Stumpfsinn, der Regierung die Reorganisation der Verwaltung als eine der seit der Thronbesteigung durch den Schwiegersohn Wilhelms II. wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Mit diesem Landtag noch ärger geworden ist und der durch die bürgerliche Presse wird diese Aufgabe niemals gelöst werden können; die maßin einem nicht mehr zu überbietenden lafatenhaften Servilis- gebenden Familien des Landes wachen eifersüchtig darüber, mus noch besonders gepflegt wird. daß ihr Nachwuchs an die Futterkrippen des Staates oder der Kommune gelangen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. ein freundlicher und wohlwollender Vorgesezter gewesen war. Möglicherweise ist auch Furcht vor schwerer Strafe der Grund zum Selbstmord gewesen, obwohl eine solche wegen des Angriffs auf den General nicht sicher zu erwarten war. Die gerichtlichen Feststellungen lassen es nämlich als nahezu ausgeschlossen erscheinen, daß der Ueberfall vorher geplant gewesen ist. Es muß vielmehr mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, daß in der halb finsteren Stube Weiß den General, der mit Schlafrock bekleidet war und noch niemals vorher früh die Burschenstube betreten hatte, bei seinem Angriff überhaupt nicht erkannt, sondern, aus fejtem Schlafe durch Besprigen des Kopfes mit etwas Wasser geweckt, in Schrecken oder Schlaftrunkenheit auf den vermeintlichen Eindringling eingeschlagen hat. Db und in welcher Weise Schremer sich etwa an den Tätlichkeiten beteiligt hat, vermag General Boëß nicht zu befunden, da er bei dem von hinten verübten Angriff des Weiß sich sofort gegen diesen wandte. Wenn Schremer an dem tätlichen Angriff nicht beteiligt gewesen ist, so hat er sich mit Weiß zusammen wohl deshalb das Leben genommen, weil er mit Rücksicht auf feine in der ersten Bestürzung begangene Flucht befürchtete, für den Mitschuldigen des Weiß gehalten zu werden. Vielleicht war er auch schon vorber aus Gram über eine ihm angekündigte Bestrafung zum Selbstmord entschlossen. Eine Bestrafung sowohl, wie die Ablösung des Schremer als Burschen und des Weiß als Stabsordonnanz sollte erfolgen, weil sie sich in der Nacht vom 21. zum 22. Februar ohne Urlaub herumgetrieben und ein gestanden hatten, daß sie sich mehrfach in gleicher Weise bergangen hätten. Schremer hatte bereits nach Androhung der Bestrafung Selbstmordgedanken geäußert. Zu einem Einschreiten gegen irgend jemand hat die unter Berücksichtigung aller überhaupt in Betracht kommenden Fragen geführte gerichtliche Untersuchung des tiefbedauerlichen Vorfalles nicht den geringsten Anlaß gegeben. Die Beerdigung der beiden Soldaten fand nicht in der Heimat, sondern im Garnisonorte statt, weil die Eltern die Ueberführung der Leichen nicht wünschten. Die Frage ist mit den Angehörigen mündlich durch die zuständige Dienststelle erörtert worden; in einem Falle mit den Eltern selbst, im anderen mit dem Bruder des Soldaten, der im Auftrag der Mutter handelte. Die Mutter Schremers hat indessen nachträglich( 13. März 1914) um die Ueberführung der Leiche nach der Heimat gebeten. Diefer Bitte wird stattgegeben werden." Die ganze Darstellung ist offensichtlich darauf berechnet, alles in schönster Ordnung erscheinen zu lassen. Weder wird die Frage So hat denn die Arbeiterschaft seit Beginn dieses Jahres den Stampf um ein anderes Wahlrecht wieder in Auch in vielen anderen Fragen der Landespolitik ist eine verschärfter Weise aufgenommen. Die erste Wahlrechts- Volksvertretung von der Qualität der braunschweigischen nicht demonstration fand bei Erlaß der Thronrede und der Zu- geeignet, in fortschreitendem Sinne zu wirken. Jahrzehntelang fammenberufung der Landesversammlung Mitte Januar statt. ist die Verpachtung der Domänen an die Lieblinge der die den Bächtern In sechs Versammlungen protestierten die Arbeiter Brann- Regierung au Bedingungen erfolgt, die So erklärte fürzlich ein fchweigs gegen die Nichtbeachtung ihrer berechtigten Forderung riesige Gelvinne einbrachten. auf ein gleiches, allgemeines, geheimes und direktes Wahl- Domänenpächter, bei der Neuverpachtung seiner in der Nähe beantwortet, wieviel Burschen der Generalmajor in der letzten Zeit recht. Als die Versammlungsteilnehmer nachher auf die der Stadt Braunschweig gelegenen Domäne 19 000 M. freiStraße zogen und laut und vernehmlich auf die Herstellung willig mehr Bacht zahlen zu wollen, obwohl ihm aus der gehabt, noch die Frage, ob die Soldaten nicht durch allerhand voraufder Grundrechte des Volkes bestanden, da schritt auch schon Domäne ein schöner Fezen Landes zu einer Gartenstadt gegangene Dinge bis zum Aeußersten gereizt waren, ehe sie sich an die Polizei ein. Die Nervosität der Behörden steigerte sich, herausgeschnitten wurde. Den Morgen Land, für den er dem dem General vergriffen. Freilich, die beiden Soldaten find tot, sie als am 1. Februar, einem Sonntag, 15 000 Arbeiter auf dem Staate 8 Mark Pacht zahlte, verpachtete er für 100 Mark an fönnen nicht mehr Zeugnis ablegen und man kann nun verschweigen. größten Blake in Braunschweig für ein anderes Wahlrecht Barzellenbauern weiter. Aehnliche Zustände wurden noch bei was zu sagen für die Beteiligten unangenehm wäre. Aber glauben wird kein Mensch, daß sich ein paar junge kräftige Menschen das demonstrierten. Polizei zu Fuß und zu Pferde suchte die Verpachtung anderer Domänen festgestellt. berühmte braunschweigische Ordnung" zu retten, aber gegen Man mag hinblicken, wohin man will, überall sehen wir, eben nehmen aus Gram oder Furcht vor ein paar Tagen Arrest, den Willen der empörten Massen war die die staats- wie sich die herrschenden Klassen und ganz besonders die ebenso wenig wie die phantastische Erzählung Glauben finden wird, retterische Strategie der Polizei ohnmächtig. Schließlich Bureaukratie im Lande wohnlich einrichten. Auf den Schultern daß der Soldat Weiß auf den General losgeschlagen, in der Annahme, einen nächtlichen Eindringling abzuivehren. Diese Er räumte die schnaufende und hin und her hegende Landes- der arbeitenden Klassen, die in politischer Rechtlosigkeit gehalten wägungen drängen sich jedem auf, der halbwegs mit militärischen verteidigung das Feld und die Massen verliefen sich. Aber die Pharifäer und Heuchler. werden, errichtete die Bourgeoisie ihr Machtbereich. Diese Demonstration der Arbeiter sowohl als auch das Nun kommt durch die Massenbewegung der Arbeiterschaft Einrichtungen Bescheid weiß. Wenn sich die Antwort der Regierung unglaubliche Benehmen der Polizei hatte das politische Er- die Position der herrschenden Klassen ins Schwanken. Man borsichtig darum berumdrüdt, so verstärkt das nur den Eindrud, daß wachen liberaler bürgerlicher Kreise zur Folge. Einige politi bietet Polizei und Gerichte auf, um die Massenattion lahm- fie mehr verbergen als sagen will. sierende Advokaten begrüßten die Straßendemonstrationen als zulegen, die empörten Arbeiter einzuschüchtern. letztes und zweckmäßiges Kampfmittel einer politisch völlig Braunschweiger Arbeiterschaft und ganz besonders die Sozialentrechteten Staffe und sogar ein Pfarrer sprach den Straßen- demokratie hat mit ihrem Elan die besten Erfolge erzielt. Der demonstranten seine Sympathien aus, was ihm natürlich feine Busammenhalt der Arbeiter ist fester geworden, die Partei Einen fürchterlichen Reinfall kann die konservativ- bauern Schmeicheleien von seinen Amts- und Klassengenossen ein hat es in der Stadt Braunschweig auf 10 000 Mitglieder gebracht hat. Im Stadtverordnetenkollegium zu Braunschweig gebracht, und mehr als je hat sich im Laufe des Wahlrechts- bündlerische Partei Württembergs buchen, nachdem das wesens tam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen den sozialdemo- fampfes gezeigt, daß die Sozialdemokratie der Sauerteig des verwandte Zentrum das gleiche Malheur noch nicht verschmerzt fratischen Stadtverordneten und der bürgerlichen Mehr gesamten politischen Lebens zu werden vermag, wenn sie hat. Wie bekannt, glauben die beiden genannten Parteien heit des Kollegiums wegen der polizeilichen Maß furchtlos von den Machtmitteln Gebrauch zu machen versteht, zurzeit ihre„ staatserhaltende, unwandelbar treu monarchische nahmen anläßlich der Wahlrechtsdemonstrationen. Der Ober- die das Gebot der Stunde erheischt. bürgermeister, selbst Landtagsabgeordneter, erklärte, daß das ahlrecht reform bedürftig sei und er gern für ein besseres Wahlrecht eintreten wolle, aber mit Wahlrechts- Die Den fürzlich auch ein Oberamtsdemonstrationen solle man Braunschweig verschonen. gleichen Wunsch brachte fürzlich auch Neißer Burschentragödie.minées Gesinnung" und ihren abgrundtiefen Abscheu vor der Sozialdemokratie besonders start betonen zu müssen. Wer die sozialdemokratische Partei als gleichberechtigt mit anderen Parteien anzuerkennen geneigt ist, der gehört zum Abschaum der Menschheit. Wer gar taftische Wahlabmachungen mit der Sozialdemokratie unter Umständen für geboten erachtet, besonders dann, wenn solche Abmachungen sich gegen Zentrum und Kon fervative richten, der gehört gerädert und gehenkt! In Neiße warfen sich am Morgen des 25. Februar die beiden richter als Vorsigender des Schöffengerichts zum Ausdruck; Soldaten Weiß und Schremer, Burschen des Generalmajors dieser Herr hatte einen Wahlrechtsdemonstranten zu 30 Mart Boeß, vor einen Zug und wurden getötet. Dieſem furchtbaren So lieft man's täglich in der konservativen und in der Geldstrafe verurteilt und in der Urteilsbegründung gesagt, militärischen Drama war ein Renkontre zwischen den Soldaten und daß ganz gewiß viele Leute mit dem jegigen dem Generalmajor voraufgegangen. Die Burschen, spät zu Bett ge- Zentrumspresse. So reden die Vertreter dieser Parteien in Wahlrecht unzufrieden seien, aber mit Hilfe von gangen und todmüde, waren von dem Generalmajor dadurch geweckt den Barlamenten und außerhalb des Hauses. Dem württemWahlrechtsdemonstrationen werde es niemals(?) gelingen, dieses worden, daß er ihnen faltes Wasser über den Kopf goß. In der bergischen Zentrum ist, wie berichtet, diese Heze sehr übel Wahlrecht zu beseitigen. Das ist für einen Richter, der begreiflichen Erregung darüber hatten sich die so Gewedten an bekommen. In einer der letzten Sigungen der württemobjettiv urteilen und jenseits der politischen Parteifämpfe Boeß vergriffen. Es wurden in der Folge noch allerhand bergischen Zweiten Rammer, als die schwarzen, Volksvertreter" erbauliche Dinge über das Burschenleben bei dem Generalmajor just wieder in Todfeindschaft" gegen die Sozialdemokratie stehen sollte, eine ganz gewiß bemerkenswerte Leistung. " Die Arbeiterschaft hat aber nicht locker gelassen, sondern mitgeteilt. Ein Zentrumsblatt wies darauf hin, daß der Burschen- schwelgten und die Fortschrittliche Volkspartei anrempelten, noch einige Wahlrechtsdemonstrationen veranstaltet, bei denen wechsel bei diesem Vorgesetzten ein außerordentlich großer gewesen weil diese Partei bei der letzten Landtagswahl in einzelnen sich die Polizei eine gewisse Zurückhaltung auferlegte. Das sei, daß die Soldaten schwer zu leiden gehabt hätten unter den Wahlkreisen wahltaktische Abmachungen mit der Sozialdemowar sehr weise, denn die Heldentaten der Polizisten und Schikanen einer Haushälterin usw. usw. Um der Sache auf den fratie getroffen hatte, wurde den reaktionären Heuchlern von Es wurde der Nachtwächter hatten Braunschweig in einen bösen Ruf gebracht. Grund zu gehen, richtete der Abg. Erzberger eine kleine der Sozialdemokratie bös heimgeleuchtet. Es ist auch verbürgt, daß der Herzog sich über die Ur Anfrage" an den Reichskanzler, in der er um Auskunft über Nachweis geführt, daß auch vom Zentrum versucht worden fachen der Straßendemonstrationen Vortrag halten ließ und das Ergebnis der militärgerichtlichen Untersuchung des Vorfalles war, sozialdemokratische Stimmen zu ergattern, selbstverständdabei vom Minister die tröstliche Zusicherung erhielt, daß in ersuchte. Der Staatssekretär Dr. Delbrück hat nun in Ver- lich gegen entsprechende Leistung in einem anderen Wahlkreise. absehbarer Zeit die Straßendemonstrationen nachlassen würden, tretung des Reichskanzlers folgende Antwort auf die Frage Erz- Stürmische Heiterfeit erregte ferner die Feststellung, daß nicht nur für die Landtagswahl in Württemberg, sondern auch für weil beabsichtigt sei, im Landtage regierungsseitig eine Er- bergers erteilt flärung zum Bahlrecht abzugeben. Diese Erklärung ist nun inzwischen auch im Landtage abgegeben worden. Sie ist geeignet, politische Stindstöpfe, nicht aber aufgeklärte Staatsbürger zufriedenzustellen. Der leitende Minister brachte nur zum Ausdruck, daß die Regierung„ nach wie vor eine Aenderung des Wahlrechts erwäge, aber es feien so viele notwendige statistische Vorarbeiten dazu zu er ledigen, daß in diesem Jahre dem Landtage ein Wahlgefegentwurf taum vorgelegt werden dürfte! „ Die Stabsordonnanz Husar Weiß, Husarenregiment Nr. 6, die Reichstagswahl außerhalb, Württembergs die gütige Ver und der Bursche, Musketier Schremer, Infanterieregiment Nr. 62, mittelung württembergischer Parteigenossen von Zentrumsfeiic beide kommandiert zum Generalmajor Boëß, Stommandeur der erbeten worden ist. Früh morgens um 6 1hr schon hat der 24. Infanteriebrigade zu Reiße, haben in der Frühe des württembergische Zentrumsabgeordnete Herbster den Ges 25. Februar 1914 Selbstmord verübt, nachdem Weiß tags zuvor nossen Mattutat aus dem Bett geholt, um dem Zentrum mittels einer Waffe den Generalmajor Boëß angegriffen und er heblich verletzt hatte. Der Grund zum Selbstmord wird bei die sozialdemokratischen Stimmen im Konstanzer ReichstagsBeiß Reue wegen der Tat gewesen sein, wobei bemerkenswert wahlkreis wenn möglich zuzuführen gegen Wahlhilfe des ist, daß der General, wie die Bernehmung der Angehörigen und Sentrums in einem württembergischen Landtagswahlkreis. Kameraden der Burschen ergeben hat, diesen bisher stets An der Abneigung der Sozialdemokratie, mit dem Zentrum , ein solches Wahkgeschäft zu machen, ist dee Handel gescheitert. ,1 DaS Zentrum suchte sich mit der bekannten Ausrede zu sal- vieren, das sei ein Anbiederungsversuch eineS unverantwort- '! lichen Parteifreundes gewesen, für den die Partei nicht ver- antwortlich gemacht werden könne. Was von solchen Aus- reden zu halten ist. weiß jeder, der das politische Leben auch nur einigermaßen kennt. Der Reinfall des jjentrums, der den Konservativen eine ernste Warnung hätte sein sollen, machte diese Herrschaften nur übermütig. Zic glaubten sich nunmehr der lästigen r Konkurrenz des Zentrums auf deni Gebiete der Rettung des Thrones und des Altars ledig. So klemlaut auf einmal die Zentruuispresse geworden war, so laut wurden die Brüder von der f andern Fakultät. Unser Stuttgarter Parteiorgan der ewigen ' Anwürfe von konservativ-bauernbündlerischer Seite endlich - mübc gab den Herren durch die Blume zu verstehen, sie täten gut, ein wenig vorsichtiger zu sein. Umsonst. Die»Tag- wacht" wurde noch deutlicher. Sie teilte mit, daß man sich auch auf kouscrvativ-bauernbündleri scher Seite um sozialdemokratische Stichwahl- Hilfe bemüht, die Stich lvahlforderunacn der Sozialdemokratie zur Reichstagswahl 1912 unter schriftlich anerkannt habe. Auch diese mehr als deutliche Warnung konnte den Rotkoller der Konservativen nicht dämpfen. Zwar mußte das bauernbündlerische Organ in Stuttgart, die„Schwäbische Tageszeitung", in der Nummer vom Dienstag, den 14. April, zugeben, daß ein wiirttembergischer Landtagsabgeordneter und Reichstagskandidat der Konservativen den Fragebogen der Sozialdemokratie beantwortet habe, jedoch— so versichert das bauernbündlerische Organ —„ohne in einem einzigen Punkte seine grundsätzliche Stellung preiszugeben, sondern da, wo er eine abweichende Stellung einnahm, hat er dieselbe, wie er uns mit teilte, offen und deutlich präzisiert, sodaß er sich von vornherein klar war. daß die Be- antwortung der Fragen eine Unterstützung durch die Sozialdemokratie ausschließen w ü r d e." Diese mehr als dreiste Ableugnung der Tatsachen zwang nunmehr unser Parteiorgan, der widerwärtigen Heuchelei der Konservativen ein Endo mit Schrecken zu machen. In der Mittwochnummer vom 15. April veröffentlicht die„Schwöb. Tagwacht" den Fragebogen des Landesvorstandes der Sozial- demokraten Württembergs zur Reichstagsstichwahl 1912 und die Antworten des konservativ-bauernbündlerischen Kandidaten finr den 8. württemb. Reichstagswahlkreis Freudenstadt-Sulz, des Landtagsabgeordncten Dr. N ü b l i n g auf Schloß Reu- steußlingen, dattert voni 16. Januar 1912. Wir geben Fragen und Antworten im Wortlaut ungekürzt wieder: Linidrsvorstand der Sozialdemokraten Württembergs. Stuttgart, den tS. Januar 1912. Fragebogen zur ReichStagswahl. Sind Sie bereit, sich dahin zu verpflichten, als Reichstag?- abgeordneter einzutreten und zu stimmen: 1. für Aufrechterhaltung des bestehenden Wahlrecht« für den Reichstag? Antwort: Ja! L. gegen eine Beschränkung de« BeremS- und BersannnIungS- und de« Koalitionsrechts? Anwort: Ja! 8. gegen eine Verschärfung der sogenannten politischen Para- graphen de« Strafrecht«? Antwort: Ja! i. gegen ein wie immer geartete« Ausnahmegesetz? Antwort: Ja! t. gegen jede Erhöhung oder Neueinsührung von Zöllen aus die VerbrauchSartikel der großen Masse? Antwort: Ja! «. gegen jede Neueinsührung oder Erhöhung indirekter Steuern auf Verbrauchsartikel der großen Masse? Antwort: Ja! »Nachschrift des Adressaten): Die Verpflichtung gilt für die Dauer des gegenwärtigen Reichstags. sUnterschrift) Dr. N ü b l i n g. Reusteußlingen, Post Hütten, den lö. Januar 1912. Man sieht, der Brave hat alle Fragen glatt ohne jede Einschränkung bejaht. Und da wagt daS konservative Blatt noch zu behaupten, sein Parteifreund habe„in keinem einzigen Punkte seine grundsätzliche Stellung preisgegeben, sondern da. >vo er eine abweichende Stellung einnahm, dieselbe offen nnd deutlich präzisiert, so daß er sich von vornherein klar war. daß sie Beantwortung der Fragen eine Unterstützung durch die Sozialdemokratie ausschließen würde"! Der Reinfall des Zentrums war grausam, der der Kon- servativen ist wenn möglich noch fürchterlicher. Zweifellos wird nun das konservativ- bauernbündlerische Organ dem Beispiel des Zentrunls folgen nnd sich gleichfalls mit der Ausrede zu retten versuchen, das sei halt auch ein unbesonnener Streich eines einzelnen Parteifreundes, für den die Partei nicht verantwortlich gemacht werden könne. Wir empfehlen dieser Partei der Pharisäer und Heuchler jedoch dringend, recht, recht vorsichtig mit solchen Verteidigungsversuchen mit un- tauglichen Mitteln am untauglichen Objekt zu sein, sintemalen und alldieweil... So sehr den beiden schwarzen Spießgesellen die Blamage zu gönnen ist, so notwendig es war, daß diesen gewissenlosen Heuchlern die Maske vom Gesicht gerissen wurde, so wider- wärtig ist letzten Endes doch der Kampf mit solchen Gesellen. Oeffentlich triefen sie von gottseliger Sozialistenfeindschaft— und hintenherum suchen sie mit den„Todfeinden des Thrones und des AltarS" nach allen Regeln der Kunst zu tcchtelmechteln I Und mit solchem Pack müssen wir uns herumschlagen! Geburteneinschränkung durch Arbeitsvertrag. Im Margetal bei Barmen liegt das einem dortigen Fabri- kauten gehörende sogenannte„Pilgerheim". Wanderer und Spaziergänger, zumeist christliche Vereine, halten hier Rast und sorgen für des Leibes Bedürfnisse. Ter Bibelspruch über der Ein- gangstüre deutet schon an, daß man sich in einem christlichen Hause befindet. Tie Bewirtschaftung dieses Betriebes, in ocm an die fremden Pilger, Wanderer und Spaziergänger, gegen Bezahlung natürlich, hauptsächlich Kaffee mit Zutaten verabreicht wird, unter- steht dem dort angestellten Gärtner des Besitzers mit. nnd zwar ist diese Arbeit, wozu auch das Jnstandhaltcn und Reinigen des großen geräumigen Hauses gehört, eine Beschäftigung der Ehe-. frau des Gärtner«. Eine weitere Hilfskraft zur Verfügung zu stellen, lehnte der Besitzer ab. Die Gärtnersfamilie hatte bei Uebernahme der Stellung vor etwa Jahren zwei Kinder. Ms nach Verlauf eine« Jabres ein drittes Kind ankam, gab es dieser» halb mit dem Arbeitgeber schon Differenzen. Ilm die Stellung nicht zu verlieren, mußte sich die Gärtnersfrau entschließen, ihr Kind lein schon mit dem siebenten Monat von der Mutterbrust zu entwöhnen. Nach abermals einem Jahre kündete sich das vierte Kind an. Und nun war die Langmut des christlichen Besitzers zuende. Tie Gärtnerssamilie erhielt um dieser Frevel- tat willen ihre Kündigung und mußte die Stellung räumen. Ihr Nachfolger wurde ein lelngcr christlicher Gärtner, der nun mit seiner ledigen christlichen Schwester den Garten- und Wirtschaftsvetrieb versieht. * Das Pestolozzi�Fröbclhaus II in Berlin«Berliner Berein für Bolkserziehung) ersuchte einen Stellennachweis um Ucberweisung eines Gärtners, der gewillt sei, die Stellung eines Hausmeisters iu dem betreffenden Hause zu übernehmen.„Er kann verheiratet sein, darf aber höchstens ein älteres Kind haben." Warum nur eins?„Weil die Wohnräume beschränkt sind." Und warum sind die Wohnräume beschränkt? Das verschweigt der Verein für Bolkserziehung. Man darf aber annehmen: um da- mit eine plausible Erklärung und Entschuldigung für die Vertrags- bedingung„höchstens ein Kind" zur Hand zu haben. Und daZ trotz Pestalozzi und Fröbel...... * „Christliches, kinderloses Ehepaar zur Bear- beitung eines zirka 2% Morgen großen Gartengrundstücks bei monatlich(l) 45 Mk., freier Wohnung und selbst gewonnenem Ge- müse für eigenen Bedarf gesucht. Adr. Lr. 971, Filialexped. d. Verl. Lokalanzeigers, Naunynstr. 33." Christlich und kinderlos sind hier offenbar deS enormen Gehaltes wegen Voraussetzungen für Annahme dieser Stellung. • . Die Frau des Gärtners muß mit Federvieh Bescheid wissen und ztvei Schweine füttern, eins davon gehört ihr. Im Sommer, solange die Herrschaft auf dem Landsitz anwesend, muß die Frau von 2 bis 6 Uhr sich der Herrschaft zur Verfügung stellen. Bei freier Wohnung setze ich ein Monatsgehalt(!) für den Gärtner(die Frau hat die Arbeiten unentgeltlich zu leisten) auf 69 Mk. fest; bisher habe ich nur 54 Mk. gegeben. Frau Dr. Braß, Berlin, Zinnnerstraße." » „Herrschaftliches kinderloses Kutscher-Ehepaar, welches mit Haus- und Gartenarbeit völlig vertraut ist. zum 1. April gesucht. Offerten mit Lohnansprüchcn zu richten an Major von der Wense, Obramühle bei Schwerin a. d. Warthe." « „Suche zum 15. Februar oder i. März für meinen Abmelk- stall von 29 bis 25 Kühen einen zuverlässigen, nüchternen, ver- heirateten holländischen Schweizer, ohne oder mit einem Kind. Persönliche Vorstellung wird gewünscht. Lohn nach Uebereinkunft. Joh. Winoeck, Gut Fürkelrath bei Gräfrath, Krei« Solingen." » „Für einen Abmelkstall von 49— 59 Kühen wird zum 1. Mai dieses Jahre« ein zuverlässiger verheirateter Schweizer gesucht. Der Stall ist modern eingerichtet und bequem zu ver- sorgen, da Schlempe gefüttert wird. Schöne freundliche Wohnung ist ebenfalls vorhanden. Der jetzige Schweizer, welcher schon 8 Jahre die Stellung bekleidet, verläßt dieselbe nur, weil seine Frau infolge größerer Anzahl kleiner Kinder nicht mehr melken helfen kann. Familie, welche selbständig mit einem größeren Sohn den Stall versorgen kann, erhält den Vorzug. Angebote nebst Einsendung von Zeugnis- abschriften und Angabe der Lohnansprüche bei freier Wohnung, Brand und Licht unter?. 7469 durch den Verlag dieses Blattes (Feld und Wald, Esscn-Ruhr) erbeten." « „Fleißiger solider Waldarbeiter mit nur kleiner Familie für dauernde Anstellung gesucht. Bewerber wollen Offerte mit Zeugnisabschriften nebst Angabe der GehaltSansprüche senden an Justizrat Simons, Altena i. W." ch „Zu sofortigem Eintritt ein verheirateter Pferde- knecht, möglichst kinderlos, eventuell mit älterem Bruder oder Sohn, bei hohem Lohn gesucht. Kambergerhof bei Neuß." » „Lebensstellung. Zum t. Mai tüchtiger, äußerst nüchterner, verheirateter, aber kinderloser Schweineknecht gesucht. Selbiger muß in der Mästerei sowie in der Aufzucht bewandert sein. Alter nicht unter 39 Jahre. Frau muß melken können. Angebote an die Direktion der Kropper Heil- und WohltätigkcitSanstalten." 0 „Suche zum 1. Zlpril verheirateten, kinderlosen Diener, welcher gärtnerische Arbeiten übernehmen kann, nnd dessen Frau HauSmädchenstclle und Wäsche über- nimmt. Wohnung im Hause. Zeugnisse, Gohaltsangabe, Alter und eventuell Bild an Frau Regierungsrat Dr. v. Rose, Aurich, Ost- frieSland." 0 Für ihren bisherigen Gärtner, den sie in jeder Hinsicht im Fache als tüchtig empfiehlt, suchte Frau Baronin Zedlitz-Neukirch auf Khnau i. Schles. eine anderweitige Stellung. Die Frau Ba- ronin rühmt dem musterhaften Manne auch folgende Eigenschaften nach:„Er ist ein fleißiger, anspruchsloser Mann, evangelisch, Frau katholisch." Nur zum Schlüsse die fatale Tatsache, die ihm in der bisherigen Stellung offenbar das Genick gebrochen.'„Fünf Kinder." * „Zeugnis. Der Gärtner M. Krämer ist am 1. Februar 1898 von meinem Schwager und mir auf unser elterliches Gut engagiert worden und von 1992 ab in meinen Diensten geivesen. Ich bescheinige, daß ich denselben aus dem Grunde entlassen habe, weil ich Kinder bei meinen Angestellten nicht wünsche. Mit seinen Leistungen war ich zufrieden, und entlasse ich ihn mit meinen Wünschen für sein ferneres Fortkommen. Düsseldorf, den 23. Januar 101L Frau M. Boedinghaus, KönigSallee 2." 0 Unseren staatserhaltenden Nationalen von Herrschaft und Be- sitz, die heute so greinen und flennen oder sich moralisch entrüsten über den Geburtenrückgang, wird empfohlen, einen Blick in diesen Spiegel zn tun und sich ihre Ebenbilder einmal anzu- sehen � politische Ueberffcht. Prompt dementiert! Nachdem in den letzten Tagen die reaktionäre Presse von der ehrsamen„Kreuz-Ztg." bis zu den gcmischt-auchlibcralen „Hamburg. Nachrichten" dem Strelitzer Staatsminister Dr. Bossart wegen der Unterredung, die er einem Mitarbeiter des „Berl. Tageblatts" gewährte, von oben herab ihr höchstes Mißfallen ausgesprochen und ihn direkt angewiesen hatten, den im Moffeblatt veröffentlichten Wortlaut des Gesprächs zu dementieren, war jedem Politiker klar, daß alsbald irgendwo in einem Regierungsblatt ein Dementi der Exzellenz Bossart erscheinen werde; denn welcher mecklenburgische Minister darf es wagen, die Junker zu brüskieren, und welcher besitzt die Energie und den Verstand, den offenen Kampf gegen die Ritter deS Landes mit dem Symbol des Ochsenkopses aufzunehmen? Tatsächlich bringt denn auch bereits heute die„Landeszeitung für beide Mecklenburg" folgende schöne Erklärung über das im„Berl. Tagebl." erschienene Interview: „Der betreffende Vertreter des Blattes(des„Berliner Tage- blatteS") hat vor einigen Tagen den Minister„in einer«vichtigen Angelegenheit" um eine Unterredung gebeten, die ihm, da der Zweck seiner Bitte nicht erkennbar war. auch gewährt wurde. Hierbei richtete er die Frage an den Minister, ob der Regie- rung in der mecklenburgischen Verfassungsangelegenheit eine Unterstützung durch die Presse erwünschr sei. Der Minister bejahte diese Frage unter Hinweis darauf, daß die Re- gierungen das Zustandekommen der Reform wiederholt als StaatSiwtwendigkeit bezeichnet hätten, fügte aber aus- drücklich hinzu, daß gerade die liberale Presse der Sache am besten dadurch dienen würde, daß sie ihre üb.ertriebenen Forderungen ein- schränke. Wünsche z.B. wie daS allgemeine, gleiche, direkte Wahl- recht seien selbstverständlich unerfüllbar und könnten daher nur Ichaden, da ein Ausbau der Verfassung nur auf der historisch gewordenen Grundlage möglich sei.— Die weiteren Acußerungen des Ministers sind in dem betreffenden Artikel teils dirett unrichtig wieder- gegeben, teils tendenziös zugespitzt, das gilt insbesondere für die Ausführungen über die Frage der«Einmischung des Reiche? in die mecklenburgische Berfassungsangelegenheit und bezüglich der weiteren Behauptung, daß der Minister der liberalen Presse für ihre bisherige dankenswerte Unterstützung in der Verfassungsfrage ein besonderes Lob gespendet habe. Diese letztere Behauptung ist frei erfunden, und waS die Frage der Einmischung des Reiches anbelangt, so ist von dem Minister betont worden, daß er die Weigerung deS Bundes« ratS, sich durch Erweiterung der Reichskompetenz in die cinzel- staatlichen BersaffungSverhältnisse einzumischen, schon mit Rück« ficht auf den Ansturm gegen die preußische Verfaffung für durchaus begreiflich und berechtigt halte. Die ganze Unter« Haltung ist vom Mnister als eine rein persönliche und nicht für die Oeffentlichkeit bestimmte angesehen worden. Eine Bitte, den Inhalt der Unterredung veröffentlichen zu dürfen, ist nicht gestellt. auch ist eine Genehmigung seitens des Ministers dazu nicht erteilt worden." Ganz das übliche Dementi— nur etwas weniger ener- gisch, als man nach den drohenden Anzapfungen der konser- vativen Blätter erwarten durfte. Die„Kreuz-Zeitung" fühlt sich denn auch im wesentlichen von dieser ministriellen Ab- bitte befriedigt. Sie schreibt:„Erfreulicherweise war unsere Hoffnung, daß der Mitarbeiter des„Berliner Tageblatts" über seine Unterredung mit dem Strelitzer Staatsminister Dr. Boffart mangelhaft berichtet habe, berechtigt." Vergeben werden freilich trotzdem die Junker dem Staatsminister Dr. Bossart diesen Seitensprung nicht— und niemand wird sich wundern, wenn nach kurzer Schonzeit aus Mecklenburg die Kunde kommt, Herr Bossart hätte aus GefundheitSrück- sichten seinen Abschied genommen. Von der deutsch-russischen Grenze. Unser liebenswürdiger Nachbar an der Ostgrenzc schemt sich wieder mal einen der bekannten Uebergriffe erlaubt zu haben. Der„National-Ztg." wird darüber berichtet: „Am Mittwoch, den 8. April, waren mehrere Fischer, die am Kurischen Haff ansässig sind, mit einer Ladung Fische in die Gegend des GrcnzorteS Lasdehnen gekommen. Sie fuhren den Grenzfluß Szeszuppe hinauf, um das Dorf Klein-Dorgussen zu erreichen, wo sie Stinte absetzen wollten. Zwischen Lasdehnen und Dorgussen bildet der Fluß die Landcsgrenzc zwischen Rußland und Preußen. Die nördliche Hälfte gehört zu Rußland, die südliche zu Deutsch- land. Die Grenze geht mitten durch den Fluß. Die Fischer waren bemüht, sich möglichst auf der deutschen«Seite zu halten. Tie SzeSzuppe führt jedoch Hochwasser und durch die Strömung scheint das Boot der Fischer nach der russischen Seite hinübergetrieben zu sein. Als sie in die Nähe des russischen Ufers kamen, tauchten am Rande des Fluffes Soldaten aus, die ihnen etwas zuriefen. Tie Fischer gaben sich jetzt alle Mühe, wieder nach der preußischen Seite hinüber zu gelangen. Ehe sie jedoch die Mitte des Fluffes erreicht hatten, fielen vom Ufer her mehrere Schüsse und Kugeln praffellen gegen das Boot. Zwei Fischer warfen sich sofort auf den Boden des Kahnes und entgingen so der Gefahr, getroffen zu werden. Der dritte verweilte zu lange stehend und wurde durch mehrere Kugeln an den Armen und Beinen sowie durch einen Streiffchuß am Kops« verwundet. Die Fischer zählten im ganzen zehn Schüsse. Als das Gewehrfeuer aufgehört hatte, brachten die beiden unverletzten Männer das Boot unter Aufbietung aller Kräfte zum preußischen Ufer hinüber und trugen den Schwerverletzten in den nächsten Ort, wo ein Arzt sich seiner annahm. Sodann erstatteten sie Anzeige, aber inzwischen war schon ein Offizier der russischen Grenzwachen, der durch das Schietzen aufmerksam geworden war, herbeigeeilt und hatte die Grenzsoldaten, die die Schüsse abgegeben hatten, durch einige andere Soldaten entwaffnen und abführen lassen. D«r Vorfall dürfte durch das Borgehen de» russischen OffiziersimPrinziperledigtsein." Keine preußische Wahlreform! Die„Ostsee-Zeitung" erfährt, daß im preußischen Ministerium des Innern keine neue Wahlreform in Vorbereitung s e i. Die Meldung der„Frankfurter Zeitung" fei falsch. Seit dem Scheitern der letzten Wahlrechtsreform in Preußen habe sich das zuständige Ministerium deS Innen: überhaupt mit keinen Bor« bereitungen für eine neue Wahlvorlage befaßt. Hierzu bemerkt die Redaktion des Blattes noch, daß die Nachricht mit einer anderen vollkommen übereinstimme, die ihr bereits vor einigen Tagen von anderer Seite zugegangen fei.__ Ter Waffengebrauch des Militärs. Die„Kreuz-Zeittlng" ist in ihrer Ausgabe vom Mittwoch- abend in der Lage, einzelne Paragraphen der neuen Bor- schristcn über den Waffengebrauch des Militärs im Wortdmt »viedetgeben zu können. 2 bestimmt: Nr. 103. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Gelbe Agitatoren als Hochschullehrer. Donnerstag, 16. April 1914. Gesperrt sind außerdem für organisierte Gehilfen folgende Betriebe: Hackepeter, Schöneberg, Hauptstr. 139; Kasino- Restaurant, Berlin, Friedrichstr. 126, und der in den nächsten Tagen zu eröffnende Spezialausschank der Brauerei Oswald Berliner", Alexanderplatz, Ede Neue Königstraße, dessen Bewirtschaftung Herrn Klempt ebenfalls übertragen ist. muß, die in den Großbetrieben bon eigens dazu an gestellten Monteuren verrichtet werden. Der geringen, übrigens sehr schwankenden Mehrbezahlung in den Kleinbetrieben steht also eine Mehrleistung von Arbeit durch den Chauffeur gegenüber. Nun haben die Kraftdroschlenbesizer beschlossen, vom 15. April ab in den Klein Wir hatten in letzter Zeit wiederholt Veranlassung, uns betrieben dieselben Löhne zu zahlen, die für die Großbetriebe gelten. Sie begründen das der Deffentlichkeit gegenüber, indem sie sagen, Herr Klempt lehnte Verhandlungen mit der Organisation, mit der sonderbaren Sozialwissenschaft verschiedener Tendenz der Ileine Kraftdroschtenbesiger habe schwerer um seine Eristenz zu welche die tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse professoren vom Schlage der Ehrenberg, Bernhard, fämpfen, als der große Unternehmer, es sei deshalb nicht berechtigt, für die Angestellten in seinen Betrieben bezweckten, ab und verboi Srüdmann usw. zu beschäftigen, die auf ,, wissenschaftlichem" von dem Kleinbesizer mehr Lohn zu verlangen, als von dem Groß- den Vertretern des Verbandes das nochmalige Betreten seiner Wege die Geschäfte der Scharfmacher besorgen. Neuerdings wird unternehmer. Diese Argumentation ist eine Täuschung der Deffent- Räume. Herr Klempt gab durch die Direktion der Brauerei Oswald nun ein Fall befannt, wonach zur Besetzung von Lehrstühlen lichkeit, denn es wird verschwiegen, daß die Kleinbetriebe zwar Berliner den Vertretern des Verbandes die Absicht bekannt, daß die vorherige Betätigung als Führer der gelben Bewegung ebenso viel zahlen wollen, als die Großbetriebe, daß sie aber nach er in seinem Schöneberger adepeter die Kellner entlassen werde und dafür Animierdamen einstellen will, welche in den meisten scheinbar eine wertvolle Voraussetzung bietet. Der frühere wie vor mehr Arbeit verlangen, als diese. Die im Deutschen Transportarbeiterverbande organisierten Fällen ohne Lohn arbeiten müssen. Die Kellner haben darauf die Direktor des Eisenwerts Nürnberg A.-G. vorm. J. Tafel u. Co., Droichtenchauffeure haben am Dienstag beschlossen, den Abwehrkampf Arbeit eingestellt. Herr Wilhelm Tafel ist fürzlich zum ordentlichen Professor an gegen die von den Unternehmern geplanten Lohnabzüge zu führen Verband der Gastwirt@ gehilfen. Berlin I. die Technische Hochschule in Breslau berufen worden. Nun und in allen Betrieben, wo die bisher üblichen Zuschläge nicht beDeutsches Reich. hat Herr Tafel allerdings vor neun Jahren ein Patent auf zahlt werden, die Arbeit niederzulegen. Das ist inzwischen geeine Führungsvorrichtung für Walzwerke mit hintereinander fchehen. Gestern hatten sich im Verbandsbureau 800 Streifende geschalteten Walzen" erhalten; im übrigen aber ist von irgend aus etwa 200 Betrieben gemeldet. Andererseits wurde festgestellt, Herrn Lafel in dag 83 Betriebsinhaber, welche zuſammen 560 Chauffeuer welcher wissenschaftlichen Betätigung des Herrn Tafel in daß 83 Betriebsinhaber, welche zufammen 560 Chauffeure beweiten Kreisen nichts bekannt. Es ist doch auch nicht an- ſchäftigen, erklärt haben, die von den Unternehmern beschlossenen weiten Streifen nichts bekannt. Es ist doch auch nicht an zunehmen, daß seine politische Betätigung für die Reichspartei Abzüge nicht zu machen, sondern die bisherige Entlohnung beizubehalten. eine besondere wissenschaftliche Qualifikation verbürgt. bon ift, aus Der Bauarbeiterverband im Jahre 1913. Die schwere Krise, die im allgemeinen das wirtschaftliche Leben im Vorjahre zu Boden drückte, hat eine große Belastungsprobe auf gewerbe getroffen. Man durfte deshalb wohl mit berechtigter die Gewerkschaften ausgeübt. Ganz besonders hart wurde das BauSpannung die Jahresbilanz erwarten, mit der die größte Organisation im Baugewerbe das Berichtsjahr abschließen würde; war Herr Tafel ist aber insofern bekannt geworden, als er in Nürnberg der hervorragendste Förderer der wirtschafts- Unter den Werkstättenarbeitern der Großen Berliner herrscht doch schon seit langer Zeit dem Verbande ein starker Rückschlag friedlichen" Arbeiterbewegung war. Es genügte ihm nicht, in eine starte Unzufriedenheit, die ihre legte Irjade in einem an- prophezeit worden. scheinend belanglosen Vorkommnis fand, das aber charakteristisch für Nun zeigt sich, daß der Verlust, den der Verband an Mitgliedern feinem eigenen Wert eine gelbe Garde zu züchten, sondern er bie Art ist, in der man die Arbeiter dieses Institute zu behandeln zu verzeichnen hat, verschwindend gering ist. Die Jahresdurchwirfte auch außerhalb seines Betriebes und wurde in den wagt. Die Große Berliner Straßenbahn unterhält in der Haupt- idhnittsziffer der Mitglieder ist von 335 560 auf 326 631, also um Versammlungen der gelben Werkvereine als Besucher und vor werkstätte Uferstraße eine Stantine, die recht gute Ueberschüsse ergab. 8929 zurückgegangen. Neun Bezirke haben sogar einen Zuwachs zu allem als Geldgeber gern gesehen. Wenn die Gelben in Nürnberg Diese Ueberschüsse werden einem Fonds überwiesen, aus dem bei verzeichnen. In einem Bezirk( Bromberg) ist die Mitgliederzahl in der Lage sind, ein besonderes Tagesblättchen herauszugeben, Krankheitsfällen fowie aus anderen Anlässen den in der Werkstatt stabil geblieben, und in drei weiteren Bezirken( Pommern, Proving so verdanken sie das der Freigebigkeit Tafels. Kurz vor Beschäftigten Unterstützungen gewährt werden sollen. Nun besteht Sachsen und Hannover) beträgt der Verlust unter 500. In den der Niederlegung seines Direktorpostens leistete er sich aber fein Ausschuß, der darüber zu wachen hat, ob auch alles übrigen 8 Bezirken ist der Verlust größer. Zu diesen Bezirken folgendes bezeichnende Stückchen. Er lud die Arbeiter- feinen richtigen Gang geht und der auch den Interessenten Bericht zählen das Königreich Sachsen mit seinem jährlichen Zustrom aus funktionäre des Werkes zum Abschiedsmahle. Nur dem Aus- gibt über die Verwendung des Unterstützungsfonds. Wenn auch Böhmen und Bayern und Württemberg mit dem Zustrom aus dem Herrn Werkstättenvorsteher als Verwalter der Kantine Italien, der aus Anlaß der Krise ausblieb. schußältesten, der freigewerkschaftlich organisiert war, überder Gesellschaft das Recht augebilligt fich Merklicher als nach dem Mitgliederverlust angenommen werden mittelte er neben der Einladung noch ein besonderes Schreiben. zur Unterstüßung der Verwaltung für die Kantine noch einen muß, tritt der wirtschaftliche Tiefstand im Baugewerbe in den Seine Einnahmen Darin wurde der Arbeiter gebeten, von der Einladung feinen Beirat, bestehend aus drei Beschäftigten, hinzuzuziehen, so ist die Rafiengeschäften des Verbandes hervor. haben sich von 7 644 759 M. aus dem Jahre 1912 auf 7 261 610 M. Gebrauch zu machen, da sich Herr Tafel über seinen Anblick Wahl dieser Personen nicht nach dem Geschmad der Konsumenten. ärgern müßte. Kurze Zeit vorher waren nämlich die Gelben Nun trug sich der Herr Werkstättenvorsteher mit der Ab- berringert. Diese Differenz tann durch den Verlust der Mitglieder eine bestimmte Summe den Pensionären sein. dem allein nicht entstanden Sie ist mit zurückzuführen bei den Arbeiterausschußwahlen den freigewerkschaftlichen ficht, Das haben die Arbeiter auf Entnahme die größere der Marken für arbeitslose Unterſtügungsfonds auszuhändigen. Kandidaten unterlegen. Und abgelehnt. nun erfolgte Konflikt auf Konflikt. Bisher Mitglieder. Am deutlichsten aber offenbart sich die Not Es ist nun gewiß interessant, daß Herr Tafel, dessen Ver- wurden zwei Sorten Bier zum Verkauf gebracht, Schultheiß in Dem Anwachsen der Ausgaben für Reiseunterstützung dienste lediglich gelb gefärbt sind, der fünftige Berater der und Löwenbier. Das Schultheißbier wurde, obgleich es 1 Bf. die und Krankenunterstügung und weiter in der Unterſtügung in Hier könnten SozialStudierenden einer technischen Hochschule sein soll. Die Flasche teurer war, lieber getrunken. Der Herr Vorsteher befahl besonderen Notfällen und in Sterbefällen. Reaktion verläßt sich ja mit ihren dunklen Plänen immer aber den Arbeitern, welche den Flaschenbierverkauf erledigen, immer hygieniker und Schutzölner ein interessantes Studiengebiet finden. mehr auf die Jugenderziehung. Da liegt es allerdings nahe, je die Hälfte Schultheiß und Löwenbier zu verkaufen. Das lehnten So ist die Reiseunterstüßung von 56 000 m. auf 74 000 M. an Der Herr Vorsteher erklärte darauf furz und gewachsen. Die Krantenunterstützung ist von 750 523 M. auf auch die späteren technischen Angestellten schon vorher diese ab. „ Das Bier, was getrunken wird, bestimme ich!" 1025 840 M. gestiegen. Auf den Kopf der Mitglieder berechnet, be,, wirtschaftsfriedlich" einzupaufen, damit sie sich in der Praris bündig: den Arbeitern gegenüber entsprechend verhalten und auch Seit dem 1. April ist denn auch, ohne daß mit jemand Rücksprache trägt die Ausgabe 3,14 M., sie ist gegen das Vorjahr um 90 Pf. Und nun erst die Unterstützung in selbst der gewerkschaftlichen Technikerorganisation fernbleiben. genommen wurde, eine andere Sorte Bier eingeführt worden. Das gestiegen. Die Unterstützung in Sterbefällen ist von 160 184 m. wollen sich die Arbeiter nun doch nicht gefallen lassen. Acht auf 190 528 M. gestiegen. Die gelbe Gesinnung als Ersaz wissenschaftlicher bundert Männer wollen sich nicht von einem einzelnen drang besonderen Notfällen. Sie hat im Jahre 1912 67 142 M. betragen, Qualifitation ist auf jeden Fall ein Novum. falieren laffen. Sie wollen so lange die Kantine meiden, bis ihre und im Berichtsjahre wurden 391 660 M. für diesen Zweck verRechte anerkannt werden. Sie verlangen ernstlich einen Kantinen ausgabt. Auch die Ausgaben für gemaßregelte Mitglieder und für ausschuß, der für alle Angelegenheiten verantwortlich ist. Mit Hohn Rechtsschuß sind von 83 739 M. auf 99 546 M. gewachsen. Wenn spricht man von dem gelben Verein, dessen Mittätigkeit es zu diesen man diese Zahlen liest, denke man einmal an das Gebelfer der UnterZuständen kommen ließ. nehmerpresse über die Bergendung der Arbeitergroschen. Kein vaterländischer Verein oder wie er auch heißen mag, wird den Nachweis Die im Droschfenbetriebe tätigen Chauffeure arbeiten sozusagen in Akkord. Ihr Lohn besteht nämlich in der Hauptsache in einem Achtung, Gastwirtsgehilfen! Nachstehende Lokale sind für organie führen fönnen, sich so um das Web seiner Mitglieder gekümmert zu haben; auch wenn er noch so reichlich mit dem Gelde der UnterAnteil an den Tageseinnahmen, die der Chauffeur mit dem von fierte Gastwirtsgehilfen gesperrt: ihm geführten Wagen erzielt. Zu diesem Anteil kommen in den„ Stebbierhalle am Baradiesgarten", Inhaber Serr Gang- nehmer ausgehalten wird. ,, Aleines Durch die große Tarifbewegung, die der Verband im BerichtsKleinbetrieben noch gewisse Zuschläge. Hauptsächlich der, daß, wenn berg, in Treptow an der Fahrstraße zum Kaiserbad. jahre durchzuführen hatte, haben sich auch die Ausgaben für Streifs, die Tageseinnahme 30 M. übersteigt, der Chauffeur eine Extra- Gierhäuschen Nr. 3", Inhaber Herr Führer in Treptow. vergütung von 50 Pf. erhält. Außerdem kommt noch eine Be- Hauptrestaurant Eierhaus Nr. 3", Inhaber Herr Kammla in Berhandlungen und Verbandstage, die zu der Lohnbewegung Sie bezu nehmen hatten, erheblich gesteigert. teiligung an den Einnahmen aus dem Gepäcktarif und andere fleine in Treptow. Stehbierhalle vom Eierhaus Nr. 2", Inhaber Herr Stellung Laufen sich auf 1074 094 M. und sind rund eine besondere Vergütungen in Frage. Daß alle diese Extravergütungen, Manicle in Treptow. Troz dieser er die in Großbetrieben nicht bestehen, in den Kleinbetrieben gefordert Die Inhaber dieser Lokale beschäftigen Gehilfen gelber Ver- halbe Million höher als im Jahre 1912. werden und auch bis jetzt anstandslos gewährt wurden, hat einigungen und lehnen jede Vereinbarung mit der Organisation ab. heblichen Steigerung der einzelnen Ausgabeposten ist das feinen Grund darin, daß der Chauffeur in den Kleinbetrieben an Gleichzeitig machen wir bekannt, daß es den organisierten Gehilfen Verbandsvermögen bedeutend gewachsen. Wenn auch nicht der gleiche feinem Wagen gewisse Reparaturen und sonstige Arbeiten ausführen nicht gestattet ist, in den vorbezeichneten Lokalen Stellung anzunehmen. Vermögenszuwachs zu verzeichnen ist, wie er im Jahre 1912 Berlin und Umgegend. Abwehrkampf der Kraftdroschkenführer. Kleines Feuilleton. Notizen. des der Art der für die Aviatik benutzten. Auch auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens ist man der Lösung vieler Probleme näher ge- Freie Hochschule. Die Vorlesungen des Frühjahrskommen: sehr viele Erfinder haben sich hier besonders mit der quartals der Freien Hochschule Berlin nehmen in dieser Woche ihren Das Lawinenspiel des Sensationstinos. Der Kientopp ist in Frage der Signale befaßt; man will es dahin bringen, daß zur Anfang. Im ganzen find 75 meistens zehnstündige Vorlesungen und größeren Sicherheit der Reisenden die Signale automatisch der modernen Welt voran. Die Filmindustrie spielt nun auch mit funktionieren und von der Einwirkung und dem oft unheil- Führungen und sechs Einzelvorträge im Programm angezeigt. dem weißen Tod. Eine Pariser Kinematographenfirma hat sich auf bollen Urteil des Menschen nach Möglichkeit unabhängig- Musikchronit. Den Schluß der dieswinterlichen Konzertder Suche nach einer gar nicht alltäglichen Sensation in den Schoß bleiben. In der Mineralölindustrie bemühen sich die Erfinder Haupt- faifon bildet ein Konzert Bronislaw Hubermans, das der der ewigen Natur eingeichlichen. Die stumme Kunst wird die Natur fächlich um die Erforschung der besten Methoden zur Umwandlung Meister am 25. April im großen Saal der Philharmonie ver Die Volts Sinfoniekonzerte in der frevelhaftesten Weise und zu dem gemeinsten Zwede zum ber schweren Dele in leichte, für den Automobilismus verwendbare anstaltet. Reden bringen. Sie wird Lawinen entfesseln, um sie auf die Platte Effenzen. Blüthner Orchesters, die unter die Leitung der Kapellmeister zu bannen. Aus Tirol wird gemeldet, daß große Lawinengefahr Die aus neuerer Zeit stammenden Gefeße über den Betrieb in Eugen Sauerborn und May Wachsmann gestellt wurden, beginnen besteht, und es wird vor Bergtouren gewarnt. Gang gewiß Bergwerken, Gesetze, die zur Verhütung von Schlagwetterfatastrophen am 2. Mai, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain. ist es jedoch nicht, ob Lawinen niedergehen werden, und die Einführung automatischer Signale vorschreiben, haben gleichfalls -Paul Ehrenreich, der Ethnologe und Mythenforscher, nur im Berner Oberland ist das abgemachte Sache. eine ansehnliche Anzahl von Erfindern auf den Plan gerufen. Die der an der Berliner Universität und am Museum für Völkerkunde Da werden in den nächsten Tagen ganz bestimmt Lawinen großen, ständig wachsenden Erfolge der Kinematographie veranlaßten wirkte, ift, 58 Jahre alt, gestorben. Seine Forschungen über füdniederstürzen. Man kann Gift darauf nehmen. zahlreiche Erfindungen über die beste Herstellung von Films es amerikanische Indianer sind von anerkannter Bedeutung. Er hat Die rührige Pariser Filmgesellschaft hat einigen Bergführern in handelt sich hierbei vor allem um die Wiedergabe der natürlichen 1887 bis 89 an Steinens zweiter Expedition nach Zentralbrasilien Engelberg den Auftrag erteilt, ihr ehestens eine Serie der gang Farben der zur Darstellung gelangenden Dinge. barsten Lawinen zu liefern. Und die Schwyzer, die bekanntlich gegen Die Zahl der Frauen, die um Patente für Erfindungen ein- teilgenommen, die mit der steinzeitlich- primitiven Kultur der Indianer am Xingu näher bekannt machte. rentable Geschäfte feine Abneigung tragen, gingen auf den Vorschlag gekommen sind, ist von 646- soviel betrug fie im Jahre 1912 ein. Sie werden die Lawinen schicken und ähnlichen Aufträgen auf 497 gefunken; fast alle Erfindungen, die von Frauen gemacht anderer Firmen stets gerne entgegensehen. Geschäft ist nun eben worden sind, beziehen sich auf das Hauswesen. Geschäft. Die gewaltigen todbringenden Echneemassen sollen durch eletEin Stadtrat für Mufit. Die Stadtverwaltung der englischen Hauptstadt gibt den Kommunalbehörden der europäischen Großstädte ein interessantes Beispiel städtischer Musikpflege: Hubert Bath ist zum Stadtrat für Musik in London ernannt worden. hm fällt die leberwachung der Programme jener Konzerte zu, die in den verschiedenen Stadtteilen Londons öffentlich veranstalter werden; er hat somit Einfluß auf 50 Drchester. Er erklärte, darüber wachen zu wollen, daß fortan nur Musikstücke gespielt werden, die geeignet sind, das Musikverständnis und das musikalische Urteil der Allgemeinheit zu verbessern. Ein heimatlojes Porträt. Ein Meisterwerk des franDie Jrrfahrt der verbotenen Tolstoi- Bücher. In Rußland behält trische Minen ins Rollen gebracht werden. Sobald die Beleuchtungs- die Polizei immer das lezte Wort: das hat nun auch Tichertkow erverhältnisse am besten liegen, werden die Operateure an, günstigen" fahren müssen, der Freund Tolstois und Begründer einer Bauern Aufnahmestellen ihr Leben aufs Spiel setzen, einer der Bergführer kolonie, die den Namen Tschertfow trägt. Tolstoi, so berichtet der wird auf einen Knopf drücken und das furchtbare Naturereignis wird Rußkoje Slowo", hatte in einem fleinen Hause im Parte von sich vollziehen. Der Kientopp reißt Lawinen in die Tiefe, das „ Lebende Bild" beschwört den weißen Tod herauf. Die ilm- Jasnaja Poljana eine nicht unerhebliche Anzahl von Eremplaren jener feiner Werte verwahrt, die in Rußland verboten sind. Hin gesellschaft, die den schönen Ehrgeiz hat, etwas noch nie Dageweſenes und wieder gab er intimen Freunden ein Exemplar, Leuten, von auf den Markt zu bringen, hat alle ihre Leute, die an der Auf- denen er annahm, daß ihnen der Besiz eines verbotenen Buches zösischen Malers Carrière ist das Porträt Anatole Frances, der heute nahme des Naturschauspiels mitarbeiten werden, gegen hohe Summen feine Unannehmlichkeiten bringen könnte. Allein die in Rußland 70 Jahre alt wird. Die Fronie will es, daß dieses Bildnis des versichern laffen, und sie hat ſich auch verpflichtet, jeden Schaden allgegenwärtige und allmächtige Polizei erfuhr doch von dieſem berilhmten Schriftstellers heimatlos ist. Das Porträt war von dem tragen, den die blindwütigen Lawinen anrichten werden. Es ist ihr Geheimlager verbotener Bücher, und als Tolstoi starb, einigten sich Verleger Pelletan dem Louvre- Museum gestiftet worden; allein das Die Sensationscanaille bezahlt alles doppelt und sein Sohn Andreas und die Gräfin Alexandra, diese verbotenen Museum lehnte die Annahme des Bildes ab. nichts zu teuer. Jm Stadtparlament dreifach. Der Tiroler Bauer bekreuzt sich, wenn er das Donnern einer Werte fortzuschaffen und jedenfalls nicht in die Erbmasse einzubeziehen, machte nun der Seinepräfekt den Vorschlag, das Wert für das da die Exemplare dann doch nur vernichtet werden würden. Die Carnavalet- Museum anzunehmen, aber auf Veranlassung des StadtLawine hört. Die Geschichte lehrt, daß die Tiroler ein mutiges Gräfin ließ die Bücher verpacken und in ihr Haus Tetjatnikow schaffen; verordneten d'Andigné lehnte das Parlament die Annahme des Por Bolt find, aber die Filmfrißen sind noch mutiger. Sie fämpfen aber es waren fünf Zentner Bücher, die man nun in einem Haferschober ver- träts ab und zwar mit der Begründung, daß durch die Annahme des steckte. Als die Gräfin später ihren Wohnsiz verlegte, wußte sie Geschenkes einige Hundert Frant Kosten entstehen könnten. auch um den blutigsten Profit. Eine Statistik der Erfindungen. Der englische Kontrolleur der nicht, was sie mit den verbotenen Büchern anfangen sollte und gab - Der Esel auf der Ansichtskarte. Batente und Fabritmarken veröffentlicht seinen Bericht für das Jahr schließlich, unt Konflikte mit der Polizei zu vermeiden, Auftrag. die 1913; er läßt darin die verschiedenen Kategorien von Erfindungen, Werke zu vernichten. Allein die Persönlichkeit, die das vollbringen für welche im verflossenen Jahre besondere Patente verlangt worden follte, wagte nicht, den großen Bücherbaufen zu verbrennen, aus find, vorüberziehen und weist nach, daß der größte Teil diefer Er- Angit, die Polizei könne davon erfahren; und er begrub heimlich in bei Nacht und Nebel die Tolstoi- Bücher. Die Bewohner von findungen im ganzen wurden 30 077 Batente nachgesucht irgendeiner Beziehung zu dem modernen Verkehrswesen in allen Tichertkow entdeckten das Versted, gruben die Bücher aus und beBei der Gerichtsverhandlung machte der Angeklagte geltend, daß Verbesserungen der Transportmittel bezwecken, find von den Er- an der Grenze Eisenbahndiebstähle vorgekommen waren, machte der die Petersburger Herren von der Zenfur jenes Bild nicht gerade auf feinen verschiedenen Abarten steht. Alle mechanischen Probleme, die schlossen, sie im Ausland in Sicherheit zu bringen. Der Zufall, daß findern, wenn schon nicht restlos gelöst, so doch mindestens in An- Odyssee der Tolstoibücher ein Ende: da alle Kolli durchsucht wurden, ihre Berfon zu beziehen brauchten, da es in Rußland noch andere Nun hat sie die Polizei verbrannt, die Bensoren gibt. Das Gericht schloß sich dieser Ausführung an und griff genommen worden. Man braucht nur zu erwähnen, daß entdeckte man die Werte. 25 Broz. der Erfindungen auf den Automobilismus in allen feinen Absender verhaftet und gegen Raution freigelassen, Tschertlow aber sprach den angeklagten Verleger frei. Der Satire in Rußland dürfte dieser anregende Freispruch sehr gelegen kommen. Formen Bezug haben und 10 Broz. auf die Explosionsmotoren von mit einer hohen Geldstrafe belegt. -Gegen den Petersburger Berleger Garjasin hatten jüngst die Beamten der Benfur eine Klage wegen Beamtenbeleidigung eingereicht, weil Garjasin eine Ansichtskarte in den Verkehr gebracht hatte, worauf ein plärrender Efel abgebildet war mit der Aufschrift:„ Unabsetzbares Mitglied des Zensurkomitees". 18 315 300 M. Aus der Partei. der Staatsanwaltschaft die Frage ber Beleidigung und vorhanden war, wo er 4 299 788 M. Betragen hat, so ist für das bielt eine eremplarische Strafe ztvei Monate Gefängnis Berichtsjahr doch immerhin ein Zuwachs von 2867 369 M. zu für angebracht. Der Pressesünder, Genosse Blechschmidt, buchen gewesen. Der Vermögensbestand in den Lokaltassen hat sich allerdings um 109 992 Wt. verringert und beträgt aurzeit 2 621 522 Wt. definierte die Begriffe„ borniert" und" Kaste", verwahrte sich ent Der staatsgefährliche Maifestzug. Die Mehrausgabe ist auch hier hauptsächlich auf die außerordentliche In Düsseldorf wurde auch in diesem Jahr die Genehmi- fchieden gegen die ihm unterstellte beleidigende Absicht und beUnterstützung zurückzuführen, die in verschiedenen Zweigvereinen an gung zu einem Maifestumzug verweigert. Während aber im vorigen antragte seine Freisprechung. Im Eventualfalle erbot er sich zu die arbeitslosen Mitglieder gezahlt worden ist. Das Gesamt- Jahr die Polizei eine Gefahr darin fah, daß die Maifeier eine einer umfangreichen Beweisführung dafür, daß in Zeiz die Beamtenvermögen des Verbandes betrug am Schlusse des Berichtsjahres Demonstration gegen das preußische Dreitlassenwahlrecht und die würde in oft unerhörter Weise verlegt worden sei, ohne daß man Heeresvorlage werden sollte, gefallen ihr in diesem Jahre die inter- den Staatsanwalt zu Hilfe gerufen. Das Gericht lehnte die Benationalen Forderungen und Ziele der Sozialdemokratie nicht, denn weisanträge ab, da ein einziger Beamter zur Klagestellung legiti diese seien nicht nur eine schwere Gefahr für die bestehende Ordnung miert und es deshalb unerheblich sei, wenn einzelne Beamte, die den überhaupt, sondern auch eine Brüstierung der nationalen Strafantrag mit unterschrieben haben, näher charakterisiert würden. Empfindungen weiter Kreise der Bevölkerung. Unter diesen Um- Weiter sagte das Gericht, daß in der Form der unter Anklage stehenständen und im Hinblick auf den von Jahr zu Jahr schärfere den Schreibweise eine Beleidigung zu erblicken fei und verurteilte Formen annehmenden politischen Kampf zwischen Sozialdemokratie den Angeklagten zu 300 Mark Geldstrafe. und den auf staatserhaltenden Boden stehenden Bevölkerungsschichten müsse befürchtet werden, daß der zweifellos provokatorische Charakter eines Maiumzuges Gefahren für die öffentliche Sicherheit im Gefolge hat". Achtung, Fliesenleger! Von der Sektion der Fliesenleger des Bauarbeiterverbandes in Halle a. S. ist über die Firmen Rich. Wolf und Kurt Ströfer u. Co. die Sperre verhängt worden. Die Firmen wollen sich den Forderungen des Verbandes auf Beseitigung des Zwischenmeistersystems nicht fügen. Da sich der Unternehmerverband für das Baugewerbe in die Differenzen hineingemischt hat, wird er sich auch mit besonderem Nachdrud die Vermittlung von Streifbrechern angelegen sein lassen. Gehe deshalb fein Fliesenleger nach Halle! Sozialdemokratischer ,, Wirrwarr". Achtung, Optiker und Mechaniker! Die Firma Hahn, Attien Man schreibt uns aus der Schweiz: gesellschaft für Mechanik und Optit in Kaffel- Ihringshausen sucht fortwährend in den verschiedenen Fachzeitschriften und in der Partei- Im Jahre 1912 eroberte die Sozialdemokratie im Gemeinderat Im Jahre 1912 eroberte die Sozialdemokratie im Gemeinderat presse Feinmechaniker, Optiker, Dreher usw. für dauernde und der 30 000 Einwohner zählenden welschen Gemeinde La Chaug Lohnende Beschäftigung. Mancher hat sich auf das Verlockende dieser de fonds im Kanton Neuenburg die Mehrheit und damit das Inserate hin dazu verleiten lassen, seine vielleicht halbwegs sichere Verwaltungsregiment. Schon während des Wahlkampfes wurde für Mit den polizeilichen Ausschreitungen in Hamborn befaßte sich am zweiten Osterfeiertag auf Veranlassung unserer Partei eine start besuchte öffentliche Versammlung, in der lebhafter Protest gegen die Polizeiwillkür erhoben wurde. Die Versammlung bedauert, daß die Polizeiverwaltung die schuldigen Beamten nicht Auch wird eine schnelle schon längst aus dem Dienst entfernt hat. dafür verlangt, daß solche Dinge nicht wieder vorkommen. Untersuchung und Erledigung der Angelegenheit sowie die Garantie Stellung aufzugeben, um bei der Firma Hahn in Arbeit zu treten. den Fall des sozialdemokratiſchen Sieges ein fozialdemokratischer Der 29. Kongreß der belgischen Meist schon nach 14 Tagen muß der also Verleitete die üble Er Berwaltungswirrwarr" prophezeit, die administrative Unfähig fahrung machen, daß es mit der gesicherten Lebensstellung" ein feit der Sozialdemokraten, so hieß es, werde vor allem in einer Ende hat. Ein raffiniert ausgeflügeltes Arbeitssystem, nach dem verlotterten Finanzwirtschaft zutage treten. Es wurde geradezu unerhörte Anforderungen an die Arbeitsleistung gestellt denn auch seitdem von den Bürgerlichen feine Gelegenheit versäumt, werden, verleidet dem Arbeiter sehr bald die Stellung. Sierau um die nichtigsten Zufälligkeiten in der lächerlichsten Weise aufzu tommt noch, daß es sich immer nur um Spezialarbeiten handelt, in bauschen und den Eindruck zu erwecken, als ob die Gemeinde die fich der einzelne erst einarbeiten muß. Alle Arbeiten werden La Chaux- de- Fonds vor dem Bankrott stände. Heute liegt mum der jedoch von der ersten Stunde an in Alford ausgeführt, so daß der Geschäftsbericht über das erste Jahr, für das allein die sozial Uneingearbeitete nicht auf seine Rechnung kommen fann. Noch viel demokratische Berwaltung verantwortlich ist, über das Jahr 1913, weniger fann er einen Lohn erzielen, wie er nach den berlockenden vor. In der Sentinelle", dem Organ der welschen Genoffen, verVersprechungen der Firma hätte erwarten dürfen. Die Arbeiter, die öffentlicht darüber Genosse Paul Graber einen Auszug, dem wir auf die Inserate der Firma hin sich um die Stellung bewerben, tun folgendes entnehmen: gut daran, bevor sie eine solche definitiv annehmen, sich zuerst bei der zuständigen Organisation zu erkundigen. Aus dem Töpfergewerbe. In Posen ist am Sonnabend ein Abwehrstreit der Ofensetzer ausgebrochen. In Graudenz find die Töpfer ausgesperrt. Zuzug ist von beiden Orten fernzuhalten. Die Aussperrung der Pflasterer in Rheinland und Westfalen Tonnte erfolgreich für die Arbeiter beendet werden. Gleich nach Ausbruch des Kampfes schrieben wir, daß von den Chriftlichen, mit denen die Unternehmer einen Tarif abgeschlossen hatten, den der Verband der Steinfeger einfach anerkennen sollte, bald nichts mehr übrig fein würde, als eben ihr Tarif. Diese Voraussage hat sich schneller erfüllt als vorauszusehen war. Kurz vor den Feiertagen wandte sich die Unternehmerorganisation selber an den Verband der Steinfeger mit der Anfrage, ob er bereit sei, noch vor Ostern an Verhandlungen teilzunehmen. Am Ostersonnabend haben dann Verhandlungen in Bochum stattgefunden, die zu dem Resultat führten, daß alle Verschlechterungen, die der chriftliche Tarif für die Arbeiter im Gefolge gehabt hätte, glatt be feitigt wurden, so das unsinnige Arbeitspenfum, bon dem felbft biele Unternehmer erklärten, daß es zu hoch fei. Beiter wurde die Einführung der Affordarbeit zurückgezogen, eine Berbefferung der Bestimmungen über die Junggesellen erzielt, des gleichen über die Lohnzahlung u. a. Der Verband der Steinfeger hat weiter damit durchgefeßt, daß mit den Chriftlichen fein gemein famer Tarif abgeschlossen wurde, sondern daß diefe, entsprechend ihrer wirklichen Bedeutung, nur einen Rebenvertrag erhalten. Arbeiterpartei. Am Dftermontag hielt der Kongreß zuerst eine geschlossene Sigung ab; die öffentliche Tagung fand um 10 Uhr statt. Auf der Tagesordnung stand der Punkt: Revision des Statuts. Es ist dies wohl der wichtigste Punkt der Tagesordnung des Kongresses. Um es vorweg zu nehmen, handelt es sich bei der Revision des Statuts um die Schaffung und den Ausbau von rein politischen Propagandaorganisationen an der Seite der Gewerkschaften und Genoffenfchaften, deren Gruppen gegenwärtig das Gros der belgischen In der allgemeinen Verwaltung steht dem bisherigen Defizit Arbeiterpartei bilden. bon 63 000 Fr. ein Einnahmeüberschuß von 45 000 Fr. Im Namen der im vorigen Jahre eingefeßten Kommission er Er führte ungefähr aus: gegenüber, das ist eine Verbesserung des Rechnungsgriff Genosse Bandersmissen das Wort. ergebnisses bon rund 100000 Fr. Aehnlich steht es mit unsere gegenwärtigen Statuten sind in ihrem wesentlichen Teil bereits den städtischen Werten, die in erster Linie der Gegenstand zwanzig Jahre alt. Seit dieser Zeit aber ist die Drganisation der von Angriffen der gesamten bürgerlichen Presse der Schweiz ge- Gruppen eine andere geworden und die Aktion der Partei hat sich wesen waren. Das Wasserwert wirft 97 000 Fr. für die Ge- entwidelt. Drei Punkte haben die Statutenfommission bei ihren meinde ab, bei 78 202,71 Fr. Amortisationen und 5686,10 Fr. für Arbeiten vor allem geleitet: 1. Die Bildung und Eingliedernng von Neuinstallationen. Das ist ein Mehrwert von 175888,81 r. Propagandaorganisationen, 2. bie finanzielle Lage der Partei, gegen 150 168,23 Fr. im Jahre 1911, also eine Besserstellung von 3. die Zusammensetzung des Kongresses. Vor allem ist eine woht 25 000 Fr. Das Elektrizitätswert liefert 43 750 Fr. in disziplinierte Armee von Genoffen notwendig, die die Ideen des die Gemeindekaffe, bei 191 926 Fr. direkten und 34 284 Fr. indirekten Sozialismus in die Massen trägt. Dazu gehört eine mit Waffen Amortisationen für das Stromberteilungsneg. Das entipricht einem wohl versehene Organisation, die diese Aufgabe erfüllen kann. Wir Bruttoüberschuß von 269 960 Fr. gegen 175 940 Fr. im müffen in allen Orten eine Drganisation tätiger Genossen haben, VerDas Gas trauensleute in allen Quartieren und Straßen, welche die Propaganda Jahre 1911. Die Verbesserung beträgt 94 019 Fr. wert hat der Gemeindekasse 169 250 Fr. eingetragen bei direkten für die Partei, die Genossenschaften, die Gewerkschaften und unsere Amortisationen im Betrage von 99 774 und indirekten von 21 656 Fr. Breffe machen. Dazu gehören permanente politische Gruppen und Das Rechnungsergebnis stellt sich auch hier um 26 584 Fr. günstiger nicht, wie gegenwärtig, gelegentliche. als im Jahre 1911 unter bürgerlicher Verwaltung. Insgesamt weisen die städtischen Werte einen Ertrag von 736 479 r. gegen nur 590 240 Fr. im Jahre 1911 auf. Das ist der prophezeite sozialdemokratische Verwaltungswirrwarr". Die Bürgerlichen, bemerkt dazu Genosse Graber, haben zwei Möglich feiten, sich mit dieser Tatsache abzufinden. Entweder lügen fie den Erfolg in einen Mißerfolg um und schädigen durch diese patriotische" Zat auch fernerhin den städtischen Kredit, oder sie schleichen um das Ergebnis herum, wie die Kaze um den heißen Brei. So oder anders, die Sozialdemokraten marschieren unbefümmert vorwärts. Holländischer Parteikongres. Durch die Maßnahmen, die der Verband der Steinfeger in ber borigen Boche getroffen hatte, war die Zahl der am Stampfe Be teiligten von 450 auf etwa 1100 gestiegen, was wesentlich zur AbDie Vormittagssigung des zweiten Kongreßtages war der Befürzung des Stampfes beigetragen hat. Dabei stellte es sich auch heraus, daß im ganzen Kampfgebiet nur 57 Mann weiter arbeiteten, sprechung des Zentralorgans der Partei gewidmet. Die Redaktionsführung wurde allgemein gutgeheißen und die Redaktion einstimmig die aber längst nicht alle der christlicher: Drganisation angehören. In Köln batten fich die meisten christlich Organisierten ohne wiedergewählt. Den Borschlag zur Gründung einer eigenen wissen weiteres dem Streit angeschlossen; sie sind bis auf wenige Mannschaftlichen Monatsschrift der Partei akzeptierte der Parteivorstand. zum freien Verbande übergetreten. Die bei einer Firma in Mülheim Jezt gibt es nur eine private Monatsschrift, in beren Redaktion beschäftigten Chriftlichen weigerten fich, die ihnen in Köln an neben Barteimitgliedern auch Ultraradikale figen, die aus der Partei gewiesene Streifarbeit zu machen. Es läßt sich also denken, baß die ausgeschieden sind. Als während der Vormittagsfigung der aus Leitung der christlichen Organisation über den Ausgang des Kampfes Südafrika verbannte Arbeiterführer Poutsma in den Saal trat, nicht sehr erbaut ist. Es war ihr nicht beschieden, in diesem Kampfe wurde ihm eine lebhafte Begrüßung zuteil. die Rolle zu spielen, die ihre gleichartige Bruderorganisation im Bergarbeiterstreit gespielt hat. in Vandersmissen befaßt sich hierauf mit den Ge tverti aften, die immer mehr ihren lokalen Charakter verlieren. Sie beginnen sich fiber ganze Industriezentren zu erftreden. Sie sind also nicht mehr in der Lage, die sozialistische Propaganda in den einzelnen Orten zu betreiben. Ebenso ist es mit den Genossenschaften. Die genoffenschaftliche Konzentration fdbreitet vorwärts. Dhne eine spezielle Organisation fann fich die politische Tätigkeit auf dem Rommunalgebiete nicht entfalten. Die politische Aftion ist notwendig. Die finanziellen Quellen der Partei müssen vermehrt werden. Bom Generalrat der Partei wird immer mehr verlangt. Wir fönnen nicht länger auf außerordentliche und freiwillige persönliche Bei träge angewiefen sein. In bezug auf die Bertretung bei dem Jahreskongreß fordert Vandersmissen, daß nicht mehr den Gruppen, sondern den Föderationen das Recht auf Vertretung zustehe. Aus der Beratung des Kongreffes muß eine befiere Organisation, eine Beifall.) brüderlichere, hervorgehen, die zu neuen Siegen führt.( Langanhaltender Genosse de Broulère, ber zu den Vorschlägen der Kom mission einige Abänderungsanträge eingebracht hat, glaubt, daß fein io großer Unterschied zwischen feinen Vorschlägen und denen der Kommiffion besteht. Es besteht keine Kluft zwischen den ökonomischen Gruppen und den politischen Gruppen der Partei. Die organisierten Arbeiter müssen eine politische Aktion üben, die darin besteht, ihre In der Nachmittagsfizung wurde die Resolution des Partei- Standidaten auszusuchen, fie zu wählen, die Gewählten au unterſtügen vorstandes zur Wahlagitation beraten. Einstimmig gutge- und zu bewachen. Aber die ökonomischen Organisationen fönnen nicht in heißen wurde der Aufruf zu einer Tagesdemonstration. An einem politischen Fragen entscheidend sein. Das wäre gefährlich. Sie sind auf Wochentage foll die Arbeit ruhen für den Fall, daß die Erste Rammer gewisse Bezirke beschränkt und lönnen die allgemeinen Interessen einer Verfassungsrevision Widerstand entgegensest. Vielfachen Wider- nicht entsprechend prüfen. Deshalb sind besondere Organisationen ruch fand jedoch der Vorschlag des Zusammenarbeitens mit den zu schaffen, die es ihren Mitgliedern ermöglichen, an allen politischen Freifinnigen bei den Provinzialwahlen, die über die Zusammen- Aftionen Anteil zu nehmen. Ich erachte es daber für angebracht, fegung der ersten Kammer entscheidend sind. Nachdem der Partei die Arbeiter nach ihren Berufen zu organisieren und sie in vorstand erklärt hatte, er wolle nur ein Zusammengeben mit den andere Drganisationen, die rein politisch sind, ebenfalls einbesonders einigen gefährdeten Wahlfreifen aureihen. Es wäre gut für die Arbeiter, wenn sie zweierlei Freifinnigen möglich machen, um einen bestimmten Wahltrid der Klerifalen Au Beiträge zahlten. In Deutschland ist dieses System durchgeführt. durchkreuzen, wurde auch dieser Teil der Resolution vom Parteitag Broutere läßt sich fiber die Art der Drganisation in Deutschland, mit übergroßer Mehrheit angenommen. England, Frankreich und Italien des näheren qus. Er wendet sich In der Abendsizung wurde nach kurzer Debatte ein Antrag bann gegen das vorgeschlagene System der Ausstellung der Parteieiner Ortsfektion zur Wiedereinführung der Hilfe des Internationalen farten. Das würde zu einer Art Pluralrecht führen. Man würde Allem Anscheine nach Bureaus zur Wiederherstellung der Einheit im dadurch die Nichtgewerfichaftler zurüditoßen. Diejenigen, welche holländischen Sozialismus fast einstimmig abgelehnt unter der nicht gewerkichaftlich organisierbar sind, müssen ihre Beiträge an Begründung des Vorsitzenden, daß vor fünf Jahren unsere Partei den eine der politischen Gruppen zablen tönnen. Die Vertretung auf Einigungsvorschlag des Bureaus akzeptiert, die andere Partei ihn bem Stongreß muß gänzlich geändert werden. Unsere Kongresie aber abgelehnt hatte und heute das Organ der Ausgeschiedenen schon im jind zu zahlreich besucht, ernste Diskussionen find schwierig. Die Beitragsfrage ist eine sehr delikate. Machen wir erst Versuche in voraus die Wiedervereinigung abgelehnt hatte. Der weitere Abend und ein großer Teil des dritten Tages war einführen. Das System, welches ich vorschlage, ichloß Broufère, einer gründlichen Reorganisation der Partei in Heberei oder drei Föderationen. Die Verwaltung muß neue Methoden einstimmung mit ihrem großen Wachstum gewidmet, u. a. wurde begünstigt eine wirklich politische Altion aller der Partei an die Ernennung des Parteivorstandes durch Urabstimmung durch die geichlossenen Arbeiter. Es wird ermöglichen, daß wie in Deutich Ernennung vom Kongreß eriezt und die Referendumabstimmung land und Holland, so auch in Belgien durch persönliche Besuche bei In den Autowerken der Firmen Reuter und Auer in über die Kongreßbeschlüsse eingeschränkt auf diejenigen Beschlüsse, den Arbeitern Tausende für die Partei und die Presse gewonnen Stuttgart stehen sämtliche Arbeiter im Streit. Ebenso wird in bei denen ein Biertel des Kongresses eine solche Referendum- werden können.( Lebhafter Beifall.) Längere Diskussion brachte Die nachmittags fortgesette weitere Disfussion des Der Fahrzeugfabrit in Heilbronn, in Draug' Karosseriewerten in abstimmung wünscht. Bondas Lüttich Seilbronn und in den Starofferiewerten in Weinsberg gestreift. Frage, in welcher Weise die in der Partei seit einem Jahre Statutenvorschlages gestaltet sich sehr lebhaft. den Partei ist der Meinung, daß die Uebereinstimmung zwischen den beiden Eingeleitete Berhandlungen haben sich zerjchlagen, weil die Unter- heraufgekommene Frauenorganisation in nehmer, unter dem Einfluß des Metallindustriellenverbandes stehend, rahmen einzugliedern sei. Es war die Meinung eines erheblichen am Vormittag gehörten Borichlägen allgemein ist. Man müsse feine Zugeständnisse machen. Die Unternehmer fuchen durch den Teiles des Kongresses, die auch von Frauen vertreten war, bedenken, daß nur 9 Proz. der Parteimitglieder in den Arbeiterliguen Arbeitsnachweis der Metallindustriellen und auch unter Chiffre durch der Frauenorganisation, so wie sie und der Parteivorstand es und 91 Broz. in den Gewerkschaften und Genossenschaften orAusschreibung von Vizemeisterstellen besonders Sattler als Streit wünschten, ein gewisses eigenes Beschlußrecht und Agitationsrecht ganifiert sind. Die politische Organisation muß also gestärkt werden. Ohne Debatte akzeptierte die Partei ein neues Man hat sich bisher um das innere Parteileben nur gekümmert bei brecher. Die Arbeiter werden daher gewarnt, auf diese Inserate zugestehen. politifoes Brogramm, das aber nur eine kodifizierung der Aufstellung der Kandidaten. Gewiß, die Finanzquellen der hineinzufallen. Die genannten Orte sind streng zu meiden. früherer Stongregrefolutionen ist und nach einigen Jahren von einem Bartei müssen stärter werden. Aber beträchlichere Quellen machen ganz neuen, von einer Kommission auszuarbeitenden Programm der die Aftion nicht eben stärker. Gewerkschaft und Genossenschaft politischen Forderungen zu erfeßen ist. Der arbeitsreiche und sehr einmütige Kongres ging dann unter leben ihr eigenes Leben. So weit muß es mit der Bartei auch Gilmant- Borinage erklärt, daß fich die Föderation der Borinage für den Statusquo ausspreche. Alle Gruppen seien zur Partei zu gelassen. Tillmanns- Brüssel spricht gegen die Erhöhung des Beitrages für die Mitglieder der Arbeiterliga. Er erklärt sich für den Vorschlag von Broufère: Politische Organisationen an jedem Drt. Scharfmacherprovokationen im Hamburger Holzgewerbe. Am Karfreitag tamen die Hamburger Mitglieder des Holz arbeiterverbandes in einer start besuchten Versammlung zusammen, um zu dem Verhalten der Unternehmer in der Schlichtungskommission Stellung zu nehmen. Ganz offenbare Tarifverlegungen werden von den Unternehmern gedect, Umgebungen beschönigt und ausgesprochene Mißachtungen der Tarifinstanzen entfchuldigt. Dieser Zustand ist unerträglich geworden. Vor einigen Tagen tam es zum Bruch, als der Vorfigenbe der Schlichtungstommiffion mit Drdnungsrufen und Wortentziehung gegen die Vertreter der Arbeiter vorging; die Holz arbeiter verliegen unter Proteft die Sigung. wollen die Führer des Unternehmerichußverbandes, unter deren augenfälliger Regie die Sache vor sich geht, durch eine systematische Herabdrückung bestimmter Tarifpofitionen der Vertragsbewegung des Dazu scheint ihnen die immer noch nächsten Jahres vorarbeiten. flaue Konjunktur geeignet. Die Versammlung protestierte in einer Resolution entschieden gegen die flizzierten Borgänge und fündigte den energischsten Widerstand gegen die Angriffe auf die Bertragsbestimmungen an. Ausland. Tabatarbeiterstreit in Mazedonien. den Klängen der Internationale auseinander. . 17 nur die Personalien. Genosse Eugen Prager, bisher politischer ReTribüne", ist in die politische Redaktion dakteur der Erfurter ber Leipziger Boltszeitung" eingetreten. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Preßprozek. Am 9. April beschlossen 15 000 Zabatarbeiter in Kawalla einen Streit, dem sich alsbald 4000 Arbeiter in Drama, 4000 in Brati und 3000 in Salonifi anschlossen. Die Arbeiter fordern eine Rohn erhöhung, verminderte Arbeitszeit und ferner die Verpflichtung für die Arbeitgeber, nur dem Syndikat angehörige Arbeiter einzustellen, jowie das Recht der Inspektion der Werkstätten durch Vertreter des Syndilats. Die Arbeitgeber find bereit, die beiden ersten For derungen zu erfüllen, lehnen aber die anderen ab. In Saloniki Der Boltsbote in 8eis hatte bei einer öffentlichen Befam es zu Zusammenstößen, als Streifende Arbeitswillige von der Arbeit abhalten wollten. Die Polizei schritt in durchaus west- sprechung von Beamtenverfehlungen die Worte„ bornierte Beamten europäischer Manier ein. Abgesehen von diesen unbedeutenden taste" gebraucht. Dadurch sollten plöglich alle Beamten beleidigt Die Gerichte in Zeiß aber wiesen die Klage ab, Zwischenfällen herricht vollkommene Ordnung. Die Verhandlungen worden sein. Der Beschwerde wischen Arbeitgebern und Arbeitern, die bieber in Sawalla statt worauf der Amtsanwalt Beschwerde einlegte. fanden, find nach Saloniti verlegt worden. Man fürchtet, daß sie wurde stattgegeben und die Sache an bas Schöffengericht in Ipsterfeld berwiesen. Dort bejahte natürlich der Bertreter abgebrochen werden, " tommen. Debarsy glaubt, daß alle Genossen dasselbe Ziel verfolgen, es aber mit verschiedenen Mitteln erreichen wollen. Das rote Banner muß flattern über den Gewerkschaften, den Genossenschaften und nicht nur über der Armee von Politikern. Das wollen wir nicht. ( Beifall.) Jacquemonte- Brüssel: Die Macht der Gewerkschaften darf nicht Abbruch erleiden. Im Klassentampfe find die Gewerkschaften bie ersten auf dem Plane.( Anseele: Die einen wie die anderen!) Da feine neuen Mitglieder für den Generalrat ber Partei porgeschlagen sind, erklärte der Kongreß die Genoffen Baeck. Bertrand, de Broulsre, Debunne, Telporte. Lekeu, Band er« Velde und WauterS für wiedergewählt. Die Debatte über den Statutenentwurf wird so-- dann wieder aufgenommen. Es sprewen dann noch eine ganze Anzahl Redner, darunter die Genossen Brouköre und Vandenniissen, welche die vorgebrachten Einwände zu widerlegen suchen. Broukvre schlägt dann folgende Resolution vor: Der Kongreß bcauslragt den Generalrat der Partei, dem nächsten Kongreß eine neue Fassung eines Statutenentwurfes vorzulegen, welche den Anträgen auf diesem Kongreß Rechnung trägt. Mit dieser Resolution erklärte sich Genosse Vandersmissen ein- verstanden. Sie wurde nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte mit allen gegen 6 Stimmen angenommen. Hierauf vertagt? sich der Kongreß auf Dienstag 9 Uhr. der Parteitag öer?. L. p. «radford. 13. April.(Eig. Ber.) Der Ostersonntag war der eigentliche Festtag, an dem das Jubiläum unserer englischen Bruderpartei gefeiert wurde. Au' 10l/8 Uhr morgens war eine internationale Konferenz anberaumt worden. Die Gäste vom Kestlande— H. Müller«Deutichlandj, C. HuySmans(Belgien) und Camölinat(Frankreich)— kamen allein zu Wort. Von dem Vorsitzenden MacDonald auf- gefordert, schilderte ein jeder von ihnen die heutige politische Lage in seinem Baterlande und die Gedanken, Tendenzen und das Wirken der Sozialdemokratie in den verschiedenen Ländern. Nach den Reden stellten die Delegierten Fragen an die ausländischen' Referenten. Die Fragen ließen erkennen, daß gar mancher die Gelegenheit beim Schöpfe ergriff, um nach Argumenten über Parteipolitik zu fischen. die er in de» Debatten des Parteitages benutzen könnte. Aber fie bewiesen auch, daß die Mitglieder der F. L. P. großes Interesse für die Tätigkeit der sestländiichen Parteien besitzen. Tie interessante Neuerung verdient wohl, nachgeahmt zu werden, da sie zweifelsohne ein gutes Mittel ist, die Sozialdemo- kraten der verschiedenen Länder einander näher zu bringen: einige gesprochene Worte dringen viel tiefer als ganze Bände von Sorreipondenzen. Nachmittags wurde ein Festzug durch die Straßen der Stadt nach der St. Georges Hall veranstaltet, wo eine Massenversammlung abgehalten wurde. Abends um 6 Uhr wurde in demselben Saale die Demonstration veranstaltet, die dem 21jährigen Bestehen der Partei galt. Leider wurde das schöne Fest wiederum durch Suffra- gelten und die von ihnen gemieteten Rowdies gestört. Eine Frau hatte sich mit einer Kette an ihren Sitz gefesselt. Ein Rowdy warf vom Ballon aus zwei Tüten mit Mehl»ach MacDonald, als sich dieser erhob, um seine Rede zu hallen. Er traf damit nur einige Journalisten, die sich, von oben bis unten mit Mehl bedeckt, entfernen mußten. MacDonald bemerkte zu dem mißglückten Alten- tat:„Dies ist das erste Mal. daß ein Gegner versucht hat mich weiß zu machen." Gegen 39 Männer und Frauen mußten aus dem Saale entfernt werden. Später ani Abend versuchten wiederum gedungene Burschen, das in dem Victoria Hotel abgehaltene Fest zu stören. Bei der in der St. Georges Hall abgehaltenen Demonstration war der Hauptredner der Genosse Jowcll, daS sozialistische Par- lamentsmttglied Bradfords. Er schilderte in seiner Rede den Fort- schritt, den der Sozialismus und die Ideen des Sozialismus seil der Gründung der I. L. P. vor 21 Jahren in England gemacht haben: wie Ideen, die einst als thöricht und verbrecherisch verschrien wurden, heut« selbst im Parlament kaum noch ernsthaften Widerstand finden; wie die I. L. P. gearbeitet hat, um die Ansichten des Volkes und damit die der herrschenden Klassen umzugestallc»; mit welchem Stolze die Partei aus ihre Erfolge blickt, die sie mit ihrer Tätigkeit, in der Idealismus und praktische Politik glücklich gemischt, er- rungen hat. Die praktischen Arbeiten des Parteitags nahmen erst heute (Montag) ihren Anfang. Die Morgensitzung wurde mit dem Per- lesen zahlreicher BegrüßungSschrelben und Telegramme, die von allen Parteien des Festlandes und vielen bekannten Genossen ein- gelausen waren, und der Beratung des Vorstandsberichts ausgefüllt Der Borsitzende Keir Hardie teilte auch unter anderem mit, daß ein Berlreler der I. L. P., Genoffe K n e e s h a w, nach London zu dem gleichzeitig stattfindenden Parteitag der B. S. P. gereist sei, um die Grüße der I. L. P. zu überbringen. Er habe eine herzliche Aufnahme gesunden und am folgenden Tage werde Genosse Irving von der B. S. P. als Gast aus dem Parteitag der I. L. P. er- scheinen, um die Grüße zu erwidern. Dieses Wlederankiiüpfcn der intimen Beziehungen zwischen den beiden Richtungen des englische» Sozialismus ist vielversprechend für die bevorstehende Einigung. Nachdem ein Beschluß gefaßt worden war. einen besonderen Beitrag zu erheben, um den leeren Wahlfonds zu füllen, diskutierte man des längeren die Frage der sozialistischen Presse. Der„Dailv Citizen", an dem die I. L. P. und ihre Mit- glieder mit eltler Einlage von 25 000 Pfund interessiert sind, gab Anlaß zu manchen Klagen. Es hieß, die Parlamentsberichte und der Nachrichtendienst seien ungenügend. Die Leser müßte» sich, um ausführliche Berichte zu erhalten, an die bürgerliche Presse wenden. Bon anderer Seite wurde auf die iwwierlge Aufgabe hingewiesen, die sich der„Daily Citizen' gestellt. Nur zwei andere Morgeiibläller in Großbritannien hätten sich wie der„Daily Citizen' als Ver- breitunasfeld das ganze Land gewählt. Die Verbreitung des Blattes koste sehr viel Geld, der„Citizen" lönnc auw wegen seines CharallerS den lokalen Sachen nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Vom„Labour Leader", dem Organ der I. L. P., Körte man, daß die Zahl seiner Leser fest dem Erscheinen des Tageblattes sehr abgenommen habe, daß es der Leitung aber gelungen sei, durch ein besseres Ver- breitungSi'ystem das wöchentliche Defizit von 25 Pfd. auf 7—8 Pfd. zu reduzieren. Doch der wichtigste Teil der Arbeiten des Parteitages war dle von allen ersehnte Debatte über die Parteitaktik, für die der ganze Nachmittag bestimmt war. Die Debatte hatte als Unterlage den Bericht der siebe» Parlamentsmitglieder der I. 8. P.. von dem wir in dem Vorbcricht schon Auszüge gegeben baben. Die allgemeine Presse war von dieser Sitzung ausgeschloffen. Rur die Vertreter der Paiteipresse des In- und Auslandes wurden zugelassen, von denen man natürlich erwartete, daß sie die nicht für die Oeffentlichteit bestimmten Dinge nicht an die große Glocke hängten. Aus früheren Parteitagen trug die Debatte über Partei- taktik stets einen unnatürlichen Charakter. Ein Merkmal der Ge- nost'en von der I. L. P. ist. daß sie ihrer Partei immer sehr loyal sind Bei Anwesenheit der bürgerlichen Presse wagte es daher niemand sich frisch und frei auszuiprecheo. da man niemals wußte, wie die Gegner die Kritik entstellen und zum Schaden der Parrei ausnützen würden. Diesmal konnte ein jeder ohne Furcht sein Herz ausschütten, und von der Gelegenheit wurde weidlich Gebrauch ge- macht Die Kritik haue sehr wenig mir dem Bericht der Parlamen- tarier' zu tun Es handetie sich hauptsächlich um zwei Fragen. Dre erste war das Gerüchl von dem bevorstehenden Wahlbiindius zwischen Arbeiterpartei und Liberalismus. Durch die Rede AsqnilhS in Ladybank in der dieser erklärte, daß zwischen den Parteien der Linken wenig Unterschied bestehe und daß diese sich deshalb gegen die Reaktion fest zusammenschließen müßten, war dem «erüchl neue Nahrung zugeführt worden. Dazu kam. daß die liberale Presse ein derartiges Bündnis in der letzten Zeit fast täglich lebhaft befürwortet. Alles dies hatte in den Reihen der I. L. P. große Beunruhigung hervorgerufen, die auf d m Parteitag deutlich zum Ausdruck kam. Die zweit- Frage ivar die allgemeine Haltung der parlamentarischen Fraltion, der nackg-iogt wurde, daß sie sich mehr für die Uberale Politik als für ihre eigene iVtatffUfc. Was zunächst dal»ündnil mit den Liberalen an- da» geschloffen werden soll, wu es heißt, um gememschaftlich mit den Liberaken«ach der ParkamentSauflösung die Konservatiben im Wahllamps zu besiegen, in den: die Homerulefrage die Haupt- frage sein würde, so wurde von mehr als einem angesehenen Pariei- genossen erklärt, daß er der Partei den Rücken kehren werde, sollte ein derartiges Bündnis zustande komme». Groß war daher die Er- leichterung, als MacDonald klipp und klar versicherte, daß von einem Bündnis oder einem Einverständnis oder einer Abmachung— wie man das Ding auch nennen wolle—»ist den Liberalen oder irgendeiner anderen Partei nicht die Rede sein könne: er selbst habe den Liberalen im Parlament genau dieselbe Erklärung ab- gegeben. Andere meinten dagegen, daß die Haltung der Fraktion im Porlanrent, selbst wenn kein Bündnis oder Einverständnis mit den Liberalen bestehe oder in Aussicht genommen sei, die Meinung aufkommen lasse, daß in Wirklichkeit ein Bündnis be- stehe. Mau führte die Abstimmungsziffern an, aus denen hervor- ging, daß sich die Mitglieder der Arbeiterpartei stärker für die liberalen Vorlagen als für die Vorlagen und Resolutionen ihrer eigenen Partei ins Zeug legen. Geheiinnisse über die Beziehungen der Fraklion zu der liberalen Parteileitung wurden enthüllt, die be- weisen sollten, daß die Arbeuerpartei nur der getreue Hausknecht der Liberalen sei. Wie können wir die Liberalen draußen angreifen, meint« ein Redner, wenn wir im Parlament Hand in Hand mit ihnen gehen und wenn unsere Fraklion nur von der einen Sorge geplagt wird, die liberale Parier am Ruder zu halten? Unsere Politik im Parlament muß mit unseren Reden im Lande in Einklang gebracht werden. Wie kann die sozialistische I. L. P. die Politik der Arbeiterpartei, von der sie ein Teil ist, verteidigen? Ist es ein Wunder, daß die I. L. P. keine neuen Mitglieder gewinnt? Im Parlament reden die Minister von den Arbeiterparteilern, als ge- hörten sie zur liberalen Partei. Was sollen die Arbeiter, und namentlich die konservativen Arbeiter, die wir für eine unabhängige Arbeiterpartei gewinnen wollen, dazu sagen? Was hat uns diese liberale Knechtschaft eingetragen? Nichts. Wenn doch die Fraktion als Entgelt für die Untcriiützung der Regierung einen bestimmten Preis verlangte, dann ließe sich diese Politik noch verstehen. Sie verfolgt offenbar nicht sozialistische Ziele, sondern eine nebelhaste Sozialreform. Aber auch dann wäre es viel gescheiter, wir schlöffenunS der liberalen Partei desiniliv an; denn als Mitglieder könnten wir sie weit kräftiger beeinflussen denn als Außenstehende. Dock mit der liberalen Partei, die unsere einfachsten Forderungen unerfüllt läßt, die aus streikende Arbeiter schießen läßt, die das schmähliche Bündnis mit dem Zarismus geschlossen, die mit den schlimmsten Hetzern im Wettrüsten rivalisiert, können wir nie und nimmer ein Bündnis schließen. Unsere Parlamentarier nützen das Parlament nicht ordentlich aus. Sie sollten es mehr als Tribüne benützen, von der aus fie zum Volke reden. Weshalb gibt man uns nicht mehr Reden von der Sorte, die Philip Snowden unlängst hielt, als er die Rüstungshetzer an den Pranger stellte? Dieser Art waren die Argumente der Kritiker. Ihnen wurde er- widert: Wir geben zu. daß die Fraktion im Parlament mehr propagandistische Arbeit leisten sollte. Aber erstens gibt es nicht viele Philip Snowden und dann kann man nicht den vierten Teil der Parlamenlarier zum Effeltivbestand der Pariei rechnen. Die ganze parlamentarische Arbeft fällt auf ein paar Schultern. Einige Leute tragen die ganze Last der parlamentarischen Arbeiten; sie haben nicht die Zeit, propagandistische Reden, die im Lande zünden würden, auszuarbeiten. Für diesen Zustand können die sieben Mann der I. L. P. nicht ver- anlwortlich gemacht werden. Es ist nicht wahr, daß die Politik der Arbeiterpartei die I. L. P. am Wachstum hindert. In der Stadt, in der dies nach der Ansicht der Kritiker am ehesten zutreffen sollte, wächst und gedeiht die Partei. Die Kritik, die wir gehört haben, hat außerhalb der Partei ihren Ursprung. Den konservativen liegt zweifelsohne daran, daß wir bei den nächsten Wahlen möglichst viele Kandidaten aufstellen, damit sie selbst möglichst viel« Sitze gewinne». Sie reden daher unseren Mitgliedern ein, daß sie von ihre» Parka- mentsmitgliedern verraten und an die Liberalen verkauft werden. Die Liberalen wiederum behaupten, die Partei sei zu unabhängig und mache nur die Geschäfte der Reaktion. Weshalb horchen die Genossen nicht auf ihre cigeuen Vertreter? Weshalb schenken sie ihnen nicht niehc Vertrauen? Die Politik im Parlament läßt sich nicht führen wie die Politik im Lande. Weshalb dies so ist, ist schwer zu erklären. Aber bei allem, waS die Parlamentarier tun, lassen sie sich von den sozialistischen und den Interessen des sozialistisch-gewerkschaftlichen Bündnisses leiten. Unsere Partei geht nicht zurück; das baben die Nachwahlen und die letzten Gemeinderats- wählen im ganzen Lande bewiesen.— Ein Redner meinte, daß die Kritik der Partei von der katholischen Kirche ausgehe, die die britische wie die ausländischen Arbeiterparteien vernichten wolle.— Man hatte den Eindruck, daß die Debatte, die einem möglichen Bündnis mit den Liberalen den Todesstoß versetzt hat, ei» neues Kapitel in der Geschickte der I. L. P. eröffnet. Der parlamentarische Bericht wurde einstimmig angenommen. Steuerfragen. Die Sleuereinschätznngen haben beognne». Es ist deshalb zweckmäßig und entspricht vielfachen aus unserem Leserkreise ge- äußerten Wünschen, wieder die wichtigsten Steuervorschristen zu- samwenzustellcn. Wonach wird das Einkommen Gemessen? Nach§ 28 des Einkommensteuergesetzes haben bekanntlich die HausGesiver die Verpflichtung, den ArGeitgeGer und die ArdeitS- stelle der ÄrGeiter, Dienstboten und Gewerbegehilsen, die als Mieter bei ihnen wohnen, anzugeben. Ferner müssen aus Erfordern Arbeitgeber den Arbeitsverdienst der von ihnen dauernd gegen Gehalt oder Lohn beschästigten Arbeiter und Angestellten, sofern deren Einkommen jährlich 3000 M. nicht übersteigt, der Steuer- behörde mitteilen. Das Einkommen der Arbeiter und Angestellten wird daher bis auf den letzten Pfennig znr Steuer herangezogen. Das Einkommen wird, soweit Arbeiter und Angestellte in Be- tracht kommen, nicht mehr aus dem dreijährigen Durchschnitt, son- der» nach den Ergebnissen des dem Steuerjahre unmittelbar vor- hergehenden Kalenderjahres(also letzt das Jahr 1913) bemeffen. Liegt aber ein Jahresergebnis nicht vor— ist der Steuerpflichtige z. B. länger qls 10 Wochen krank oder arbeitslos gewesen—, so erfolgt die Veranlagung nach dem„mutmaßlichen" Jahresertragc des c-tcuerjahres. Für das Einkommen aus Handel, Gewerbe, Bergbau und aus Land- und Forstwirtschaft wird auch jetzt das Einkommen nach dreijährigem Durchschnitt bemessen, sofern der steuerpflichtige in geordneter Weise Bücher führt. Bon der Besteuern« ausgeschlossen sind(wir gebe» hier die eventuell für Arbeiter und Angestellte in Betracht kommenden Vor- 1. Das Militäreinkommen der Personen des Unterossizier-- und Gemeinenstandes; 2. die auf Grund gesetzlicher Vorschrift den Kriegs, oder Frie. densinvaliden gewährten PenfionSerhöhungen und Bcrstummelungs- zulagc»; 3. die mit dem Militärehrenzeichen 1. Klasse und mit dem Militärverdienstkreuz verbundenen Zulagen von monatlich 3 M. bis 9 M. sowie Ehrenzulagcn für Inhaber des Eisernen Kreuze»; 4. die aus einer Krankenversicherung dem Bersicherten zustehen- den Leistungen. Als steuerpflichtiges Einkommen rechnet da« Gesetz alle Ein» künfte in Geld oder Geldeswert aus Kapitalvermögen, Grundver- mögen. Pachtungen, Mieten(einschließlich des Mietwer'es der Wohnung im eigenen Hause), Handel und Gewerbe sowie aus gewinn- bringender Beschäftigung und aus Rechten auf periodische Hebungen und Vorteile irgend welcher Art. Danach gehört nicht zum steuerpflichtigen Einkommen: ein Gewinn aus Geschenk»«, Lotterie, Spiel. Wetten, ebensowenig eine GewerkschaftSunterftützung. Wohl aber rechnen leider di« Jnva- liden- und Altersrenten zum stenerpsluhttgen Einkomme«. Das Einkomme» der Ehefrauen sowie da? au? dem Nutz« nießungsrecht an dem Vermögen der Kinder fließende Einkommen ist dem des Haushaltungsvorswndes zuzurechnen. Welche Abzüge sind zulässig? Den Kapitalisten sind eine Reibe Abzüge bei Berechnung ihres Einkommens gestaltet, denen ähnliche Wzuge' der Arbeiterklasse gegenüber nicht zur Seite stehen, Tie wesentlichsten dieser gesetz- lichcn Tteuerprvilegicn zugunsten des Großkapitals und des Groß- grundbesitzes sind folgende: Es sind abzugssähig: 1. Die Beiträge zu öffentlichen Be- und Entwässerungsver- bänden, sowie zur Unterhaltung von solchen Wasserläufen, für welche besondere Gesetze zur Verhütung von Hochmassergesahrcii. erlassen worden find; 2. die von dem Grundeigentum, dem Gewerbebetrieb und dem Bergbau zu entrichtenden direkten Kommunalstcurr» bis zur Höhe der staatlich veranlagten Grund-, Gebäude- und Ge- wcrbesteuer. Bis zur gleichen Höhe werden in den Gutsbrzirken die realen Kommunalsteuern und die neben ihnen bestehenden. Gutslasten als abzugsfähige Werbungskosten angesehen: die Gutslastcn kommen dabei mit 30 Hroz. der staatlich veranlagten. Grund-, Gebäude und Gewerbesteuer auch dann in Ansatz, wenn die Gutslasten erheblich niedriger sind; 3. die Beiträge zu den Berufskammern, z. B. die an eine LandwirtschastS-, Handels-, Handwerks-, Aerzte-, Anwalts-, Apothekerkammer zu zahlenden Beiträge(nicht aber die an Gr» werkschaften oder Arbeitervereine zu entrichtenden Beiträge); 4. die auf Kirchen-Patronatsvcrpflichtungen beruhenden dauernden Lasten; 5. die auf Grund rechtlicher Verpflichtung vom Steuerpflich- tigen zur allmählichen Tilgung eines auf seinem Grundbesitz haftenden Schuldkapitals zu entrichtenden Beträge, soweft sie 1 Proz. des Kapitals und den Betrag von 000 M. jährlich nicht übersteigen; 6. für die Besitzer von Waldstücken, welche nicht nach einem sorstmäßigen Plane bewirtschaftet werden, trifft ß 12 des Ein- kommensteuergesetzcs da? neue Privilegium, daß die Ergebnisse von Antrieben aus diesen Waldstücken als steuerpflichtige» Ein- kommen nicht anzurechnen sind, wenn und soweit dieselben sich in einem Jahre auf mehr als den zehnten Teil des Wertes des vorhandenen Holzes erstrecken. Neben diesen insbesondere dein Großgrundbesitzer seit dem Jahre 1907 zugute kommenden Geschenken ist die Zuläffigkeii der bereits früher für zulässig erklärten Abzüge aufrechtzuerhalten. Dahin gehören zum Beispiel die Deichtasten, die indirekte« zu den Geschäftsunkosten zu rechnenden Abgabe«, die regelmäßige« jähr- lichen Absetzungen für Abnutzung der Gebände, Maschine» und dcS sonstigen toten Inventars. Aehnlichr Abzüge zugunsten des Arbeiters bestehe« nicht. Dem Arbeiter sind nach wie por Abzüge für die zur Erhaltung seiner Arbeitekrast gemachten Auswendungen nicht gestattet: er kann weder für Lebensunterhalt, noch für Bekleidung, noch für Miete Abzüge mache«. Für di« Abzüge, die er vom Einkommen machen darf, gelte» nur folgende allgemeine Bestimmungen. Es sind abzugsfähig: 1. di« von dem Steuerpflichtigen zu zahlenden Schulden� zinse«; 2. Renten und dauernde Lasten, die auf Privatrechtstiteln (z. B. Vertrag, Beschreibung, letziwilliger Verfügung) beruhen; 3. die von dem Steuerpflichtigen für seine Person oder eine» nicht selbstä ichig zu veranlagende« Haushaltua�Sangehörige« gesetz- oder vertragsmäßig zu entrichtenden Beiträge zur Kranken», Unfall-, Alters- und JnvalidenversicherungS-, Angestellte«»«:» sicherungS-, Witwen-, Waisen- und"Penstonskassen, soweit diese Beiträge zusammen die Höhe von 600 M.«icht übersteige«(auch Beiträge zu einer Hilsskaffe); 4. Bersicherungsprämien, welche für Versicherung des Steuer» Pflichtige« oder eine» nicht selbständig zu veranlagenden Hans- baltungsangehörigen auf den Todes- oder LcbenSsall gezahlt wer» den, soweit die Prämien de« Betrag von 690 M. jährlich nicht Übersteigen. In Betracht kommt noch folgende, durch Gesetz vom 26. Mai 1909 abgeänderte Bestimmung(§ 19 des Einkommensteuergesetzes): „Gewährt ein Steuerpflichtiger, dessen Einkommen den Betrag von 6500 M. nicht übersteigt, Kinder» oder anderen Familienangehöri- gen aus Grund gesetzlicher Verpflichtung(Hß 1601 bis 1615 des Bürgerlichen Gesetzbuches) Unterhalt, so werden die im Z 1? vor- geschriebenen Steuersätze ermäßigt um eine Stufe bei dem Vorhandensein von 2, um zwei Stufen bei dem Vorhandensein von 3 oder 4, um drei Stufen bei dem Vorhandensein von 5 oder 6 derartigen Familienmitgliedern. Für je zwei weitere solcher Familienangehörigen tritt eine Er- Mäßigung um eine weitere Stufe ein. Bei der Feststellung der für die Ermäßigung maßgebenden Personenzahl werben nicht mitgerechnet die Ehefrau des Steuer- Pflichtigen und diejenigen Kinder uich Angehörigen, welche das 14. Lebensjahr überschritten haben und entweder im landwirtschaft- lichen oder gewerblichen Betriebe des Steuerpflichtigen dauernd tätig sind oder ein eigenes Einkommen von mehr als die Hälfte des ortsüblichen Tagclohncs nach ihrer Altersklasse und nach ihrem Geschlecht haben. Ist nach Absatz 1 Ermäßigung unter dem Steuersatz von 6 M. begründet, so tritt Befreiung von der Staatssteuer ein." In Fällen, in denen jemand für uneheliche Kinder Unterhalt leistet, sieht das Gesetz leider eine Ermäßigung nicht vor. Der§ 17 enthält den Steuertarif, den wir, soweit er für Minderbemittelte in Frage kommt, unten abdrucken. Durch die Abänderung des ß 19 ist die Möglichkeit genommen, schon bei einem im ttzesetz genannten Familienangehörigen den Betrag vo 50 M.. vom steuerpflichtigen Einkommen in Abzug zu bringe», Der§ 20 des Einkommensteuergesetzes gestattet dann noch eine Ermäßigung der Steuer um höchstens drei Stufen aus sogenannten Billigkeitsgründen. Als solche gelten außergewöhnliche Belastungen durch Unterhalt und Erziehung der Kinder, Verpflichtung zum Unterhalt mittelloser Angehöriger, andauernde Krankheit, Verschul- dung und besondere Unglücksfälle. Für einen Arbeiter, der ein kleines Anwesen mit amortisier- barer Hypothek besitzt, ist noch von Erheblichkeit, daß ferner abzugs- fähig sind: Die auf Grund rechtlicher Verpflichtung vom Stcuervsiich- tigen zur �allmählichen Tilgung eines nus seinem Gruiwbe.sitz haftenden ÄchuldkapitalS zu entrichtenden Beträge, insoweit die» selben 1 Proz. des Kapitals und den Betrag von 600 M. jährlich nicht übersteigen. Neben diesen auf ausdrücklicher Vorschrift des Gesetzes be- ruhenden Abzügen oder Ermäßigungen kommen auf Grund von Entscheidungen des OberverwaltungSgerichts, die auf Auslegung allgemeiner Vorschriften beruhen, und ans Grund der ministeriellen Anweisungen als abzugssähig in Betracht: Di» von den einzelnen Arbeitern oder von der betreffenden Arbeiterkateaorie zu teisteuden unh aus dem Lohne zu bestreiten- den Ausgaben zur Beschaffung vi« Werkzenaen oder Roh- Materialien, Ausgaben für Fahrten zur Arbeitsstätte und der- gleichen, sowie auch angemessene Absetzungen auf Abnutzung des von den Ar« beitern etwa herzuhaltenden Werkzeuge» oder der ArbeftSkleidun«. Allerdings ist der Standpunkt der Steuerbehörden in der Frage der Abzugsfahigkeit des Fahrgeldes nicht einheitlich. Welche Rechtsmittel stehen dem Veranlagte» z«? Seit dem Jahre 1907 ist den Steuerpflichtigen mit Einkommen von nicht mehr als 3000 M. der Rechtsweg gegen ungerecht« Ver- anlagungen erheblich beschnitten. Es steht ihnen nur der Einspruch an die Beranlagungskommissivn und di« Berufung an di« Be- rusnngskvmmifft»« zu. Tie Beschwerte an da» Oberverwaltnng«- I '«ST 3 * e' e I L Gericht ist«ls» i>e« Mittelstand und de« Arbeiterstand genammen� Nur den mit Einkommen über 300V M. Veranlagten steht der Weg an dos von der arbeitenden Bevölkerung mit bezahlte Oberverwal tungsgericht noch offen. Einspruch. Der Einspruch ist an den Vorsitzenden der Veranlagungskom- Mission zu richten. Er ist innerhalb 28 Tagen einzulegen und hat etwa wie folgt zu lauten: Gegen die Tteuerveranlagung vom l-t. März sAktenzsichen 9fr. 1403) leg- ich Einspruch ein und beantrage Herabsetzung der Steuer von 21 auf fl M. Mein Einkommen beträgt nicht lävv bis IfGO M., sondern 1050 bis 1200 M. Eine Berechnung meines Einkommens im Jahre 1S12 und der zulässigen Abzüge füge ich bei. Als Beweismittel beizubringen bin ich bereit soder: als Beweismittel füge ich an usw.). Datum und Unterschrift. lieber den Einspruch entscheidet die Veranlagungskommission. Gegen deren Entscheid ist dann Berufung innerhalb 28 Tagen zu lässig. Auch die Berufung ist bei dem Vorsitzenden der Ver- anlagungskommission anzubringen. Steuertarif. Die Einkommensteuer beträgt bei einem Einkommen von mehr als SOO bis 1050 M. 6 M. Die Gieuerstufen von 1200 M. ab erleiden durch Gesetz vom W. Mai 1900. rückwirkend vom 1. April 1900, folgende Zuschläge tri Eiakimmru von mehr als 1200 bis 3000 M. 5 Broz.; von mehr als 3000 bis 15 500 M. 10 Proz. Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung wird bei den ge- «annten Steuerstufen ein Zuschlag von 7,5 bezw. 15 Proz. erhoben. Steuerpflichtige, deren Steuersatz wegen des sogenannten FamilienaNgehörigenprivilegs oder aus Billigkeitsgründen 19 und 20 des Gesetzes) ermäßigt ist. entrichten den Stcucrzuschlag derjenigen Einkommensteuerftufe. die dem ermäßigten Steuersatz entspricht. Soweit ihre politischen Rechte von der Steuerleiftung abhängig sind, werden ür durch dir Herabsetzung nicht verändert» wählen als» so» als ob sie zu der höheren Stufe steuerten. Jim Industrie und Handel. Die neue Zufio» i« Kohlenkoutor. Die Arenberg f che Aklieugeiellschast kür Bergbau und Hüttenbetrieb in Essen sRuhr) schloß mit der Kohlengroßbandlung- und Reedereifirma Joseph Schürmgnn in Duisburg ein Fusionsabkommen ab. Mit dem Sitz in Duisburg wird eine Genossenschast mit beschränkter Haftung gegründet, in welche da» gesamte Kohlen- und Reedereigeschäft der Firma Joseph Schürmann eingebracht wird. Auch diese ver Schmelzung dient dazu, einer Kohlenzeche im Kohlenkontor ider Ver triebSgesellschast des Kohlensyndikat« für West- und Süddeutichland) eine feste Stellung zu verschaffen. Die Zahl der reinen Kohlen- Handelsfirmen nimmt dadurch weiter ab, während die gemischten Firmen(Zechen mit Handelsfirmen) im Kohlenkontor fast zu alleiniger Bedeutung gelangen. Auch der preußische BergfiSkuS scheint seine Beziehungen Zu Kohlenhandelsfirmen auszudehnen. ES wird berichtet, daß die Kohlenhandelsfirma Hansen u. Neuerburg in Straßburg im Elsaß «in« Reedereiabteilung mit Filialen in Straßburg und Duisburg und Kohlenumschlagglätzen in diesen Städten errichtet hat. Die Firma Hansen u. Neuerburg aber steht außerhalb der Vertriebs- organisation des KohlenshndikateS, außerhalb des Kohlenkontors. Sie vertreibt Produkt« der fiskalischen Saar- und Ruhrzechen. Der FiSluS scheint also ernstlich an eine Transportsicherung zu denken. Dadurch wird seine Position auch dem Kohlensyndikate gegenüber gefestigt. Der Marzorinetrust. Durch die kürzlich erfolgte Gründung «ineS Schutzverbandes der unabhängigen Margarinefirmen ist das vordringen des holländischen Margarmetrusts bezw. einer hollän- dischen Morgarinegrupve allgemeiner bekannt geworden. Anfang 1914 schlössen die beiden Margarinesabriken Dr. Max Böhmer u. Comp. und van Bofium u. Comp, in Emmerich eine Interessengemeinschaft mit Van der BerghS Margarinewerken in Cleve und den Hollän- dischen Margarinewerken Jürgens u. Prinzen in Goch. Zunächst verloren also die Betriebe ihre Selbständigkeit, die den holländischen Firmen am nächsten gelegen sind, nämlich Beiriebe in Krefeld, in Emmerich, in Cleve usw. Aber auch nach Norddeutschland hat die Vertrustung übergegriffen, so daß heute der Konzern Goch-Cleve- Altona den Haupteinfluß aus den deutschen Margarinemarlt hat. Dieser Konzern steht in engster Verbindung mit der holländischen Gruppe. Allerdings ist nicht nur holländisches Kopital m die deutsche Margarineinduftrie eingedrungen, sondern auch belgisches Kapital und in bedeutenden» Maße englisches Kapital. Was die deutsche Margarineprodultion angeht, so ist sie seit einigen Jahren, besonders seit 1912, sehr wesentlich gestiegen. Das ist deutlich an dem Aufschwung des Margarineexportes zu erkennen. Während früher unter den Ausfuhrposten Margarine kaum oder doch nur mit sehr geringen Ziffern verzeichnet war, wurden schon im Jahr« 1911 176 562 Doppelzentner im Werte von 15.0 Millionen Mark exportiert. Im Jahre 1912 ist diese Summe weit überschritten worden.___ Jugendbewegung. „Ansgevaßt, Junge»», der Golf kommt!" Dos ist der Titel eines Hestchens in vlutigrotein Umschlag, das vam General setretariat des Verbandes der ka» tholischen Jünglingsvcreinigungen Deutsch- l(i n d t herausgegeben ist und zurzeit an die zur Entlaffnng kam- mende VolkSschuljugcnd verteilt wird. Das Heft ist wahrscheinlich inhaltlich und sprachlich da« gemeinste, was man bisher in Deutschland der Jugend zu bieten wagte, und deshalb mögen eine Reihe von Textproben festgehalten werden. Selbstverständlich richtet es sich gegen die freie Jugendbewegung und gegen die Sozialdemo- kratie, und zwar mit Blüten des Stumpfsinns, wie sie nur aui klerikalen Mistbeeten gedeihen können. Tie Sudelei baut sich aui dem alten schönen Kindermärchen vom Rotkäppchen aus. Die So- zialdemokraiie ist der Wolf, der sich in die Kleider der alten Groß- mutier versteckt hat und die unschuldigen katholischen Rotkäppchen zerreißen will. Der reißende Wolf hat sogar schon manchen katho- lischen Jungen„ausgehapst". Und nun höre und staune man über den.geistvollen' Inhalt und die.edle" Sprache dieses Werbe- heftchenS der Frommen. „Solche reißende Wölfe, vor denen man nicht eindring- sich genug warnen kann, sind in unserer Zeit die Sozialdemo- k r a t e n." Diese ,.S o z e n- A p o st e l" sind reißende und reisende Wölfe zugleich, die den Jugendlichen nach den Erzählungen dieses Märchenbuches Reden vom Zukunftsstaat und Märchenglück halten. Abgesandt werden diese roten Wölfe aus einer„Zentral» höhle", womit selbstverständlich die Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands gemeint ist, die als..Hoher W o l f»- R a t" « Berlin zusammen sitzt. Mit wahrer»Wolf» gier" gehen ihre sungen Wolfe an die Arbeit, und leider heulen nun schon recht viele mit„im roten Wolfschor", was natürlich die„Zentral- wölfe" sehr erfreut. Die Zentralhöhle fabriziert nun eine Jugenderzichungslehre, die in der„Aufhetzung gegen alle göttliche und menschliche Lbrigkeit, in der Schürung des glühenden Klassen- Hasses und in nichtswürdigen Angrissen gegen die Lehren der Reli- gion" Unübertreffliches leistet. Durch„Sticheleien, Drohungen und allerlei Behelligungen und Quälereien" werden die Jungen schließlich zu einem Zwangs abonnemenk aus die„Ar beiterjugend" gezwungen. Der„rote Wolsskatechismus' lehrt die schlimmsten Teufeleien, und das Jugendliederbuch als ..knallrotes Gebetbuch" führt die verlorene Jugend vollends in die Hölle. Aber die fromme Jugend läßt sich nicht gleich fangen. Sie fragt in der lieblichen Sprache wahren Christentums:„Groß- mutier, was hast Du denn für ein großes Maul?" und die heiligen Jünglinge antworten ihr auf den„Phrasenschwall": ..Freilich, das Maul ausreißen, das kann jeder." Die katho- lische Jugend will sich nicht zum„moralischen Krüpp e�l" machen lassen, und sie lacht über die„langen Ohren" der So- ztaldemokratie. Der Zukunsisstaat ist von de» schlauen Führern nur für „Narren" ausgeheckt. Die schlauen Führer singen denen, die nicht alle werden, vor: Siehste woll, bald kimmi er, Lange Schritte nimmt er, Kimmt er auch ein wenig spat. Doch er kimmt, der Zukunsisstaat." Es würde diesem Schmarrn in der Tai etwas fehlen, wenn man nicht in diesem Zusammhang auch unfern verstorbenen Ge- nofi'cn Bebel, dessen Cbarakter doch wahrlich jedem jungen Menschen als Vorbild dienen kann, durch den Schmutz ziehen würde. Die„A r b e i t e r- I u g e n d" ist der„alte, böse, g c- fräßige und heißhungrige Wol f". Wenige Zeilen später bringt es der schimpffreudige Verfasser dieser ungeheuerlichen Sudelei auch noch fertig, sich über die„unedle, rauhe und rohe" Sprache der„Arbeiier-Jugend" aufzuhalten. Gleich darauf erzählt er aber wieder von..ekligen Hauern", von'einem „häßlichen haarigen Wolfsgesicht" und ruft mit Entrüstung:„Groß- mutier, D u l ü g st." Zu dieser„edlen" Sprache paßt es vortreff- lich, daß die Ergebnisse der Naiurforschung, soweit sie nicht in die klerikale Märchenwelt passen, glattweg als Quatsch bezeichnet werde». Das wunderliche Heft warnt schließlich jeden, der freien Jugendbewegung beizutreten, denn„Sonst wird auf einmal das wahr, was einst der Teufel sagte, als er eine Bratpfanne verschlucken wollte, und mit dem Stiel anfing: Des dicke Ende folgt nach. Wer mit dem roten Wolf anbändelt, wird schließlich von ihm aufgefressen." Der einzige Schutz gegen den roten Wolf sind natürlich die Pferche d»r katholischen Jugendbewegung, die der Verfasser in duftendem Eigenlob eine„gottbegeisterte Helden schar der jungen Kreuzritter" nennt. Eine herrliche Jugendschrist, nickt wahr? Ein Kuliurdokument für den geistigen und sittlichen Tiefstand gewisser Gesellen, die man unter staatlicher Unterstützung aus die Jugend losläßt. Soziales. Auß dem Grwerbegericht. I. Der Musiker Klinger war mit dem Kapellmeiffer Fideli in Streit geraten. Die Folge war seine Entlassung. Wütend darüber zerschmetterte er eine kostbare Geige des Kapellmeister?. Der Wert soll 1000 M. sein. Um sich für seinen Srbaden zu sichern, hat Fideli eine Anzahl Instrumente, die zum Teil dem Musiker ge- hörten, teils geliehen waren, zurückbehalten.-Es war bereits zu einem Vergleich gekommen. Klinger sollte 600 M. in wöchentlichen Raten von 5 M. ckbzahlen. Fideli hatte aus begreiflichen Gründen die Bedingung gestellt, daß der Vater Klingers die Gewähr ffir Einbaltimg deS Vergleichs übernähme. Daran scheiterte der Ver- gleich. Nun klagte Klinger aus Herausgabe der einbebaltencn Instrumente, weil ihm ohne diese jede ErwerbSmöglichkeit ge- Kommen sei. Auf dem Wege der einstweiligen Verfügung wurde vom Ge- richt angeordnet, daß dem Kläger die Instrumente, mit Ausnahme von drei, herausgegeben werden. Die drei Instrumente darf der Beklagte bis zur. Erledigung des Strafverfahrens einbehalten. II. Zwei Einschaler forderten gestern von der Firma Müller, Marx u. Co. l. für 66 Stunden 15 Pf. Zuschlag laut Tarif für Wasserarbeiten; 2. für 12 Tage Landzulagc a 50 Pf.; 3. Bezahlung der Rückfahrt von Jnsierburg und 4. Ersatz für ein Paar gestohlener Stiefel. Zu Punkt 1 wendete die Firma ein, es habe sich um keine Wasserarbeit gehandelt. Das Gericht stellte sich auch aus diesen Standpunkt, obwohl die Aroeiisstelle täglich so voll Wasser gelaufen war, daß sie ausgepumpt werden mußte. Zu einem Entscheid über den weiteren Einwand, daß der Berliner Tarif für Arbeiten außer- halb nicht gelte, kay�Ms deshalb nicht. 2. Landzulage war ursprüng- lich 1 M. pro Tagwereinbart. Sie wurde später vom Bauleiter aus 1,50 M. erhöhi, aber einige Zeit danach wieder auf Verlangen der Firma aus 1 M. herabgesetzt. Dieser Teil der Forderung wurde den Klägern zugesprochen. Auch wurde ihnen die Bezahlung der Rückfahrt zugebilligt. Zwar hatten sie unterschrieben, keinen An- spruch auf Rücksahrtsvergütung zu haben, wenn sie nicht mindestens acht Wochen in Jnsierburg tätig seien. DaS Gericht sah aber die vorzeitige Lösung des Arbeitsverhältnisses als berechtigt an. weil ihnen die einmal bewilligle höhere Landzulage wieder entzogen wurde.. Ten Ersatz der gestohlenen Stiesel lehnte das Gericht ab, weil die Firma ein Verschulden nicht treffe. Der Diebstahl geschah nachts mittels Einbruchs. III Ein Werkmcisteranwärier klagte gegen die städtischen GaS- werke aus Zahlung von 134,40 M. Bei den Werken sollte eine neue Kategorie von Werkmeistern geschaffen werden. Ein Beschluß der Deputation war noch nicht gefaßt. Um jedock, zur gegebenen Zeit die erforderlichen Kräfte zur Hand zu baben, wurden im Dezember 1912 eine Anzahl sogenannter Werkmeisteranwärter eingestellt mit dem Hinweis, daß sie zunächst drei Monate zur Probe tätig sein müßten und dann Aussicht bätten, am 1. April 1913 also, mit einem Monatsgehalt von 175 M. angestellt zu werden. Taraus wurde nichts. Die fraglichen Stellen sind erst am 1. März d. I. ins Leben gerufen worden. Der Kläger will sich bereits im April 1913 an den zuständigen Revierinspcktor gewendet und von diesem die Zu- tcherung erhalten haben, er möge zunächst mit 70 Ps. Stunden- lohn weiterarbeiten, sobald die Stellen bewilligt seien, bekäme«r die Differenz zwischen seinem verdienten Lohn und 175 M. Monats- geholt nachvergütet. Er wartete bis zum November, schrieb dann an die Direktion der Werke und an den Oberbürgermeister. Schließ. lich wurde ihm fristgerecht zum 1. März d. I. gekündigt. Nun fordert er für die Zeit vom l. April 1913 bis zum Tage seiner Entlassung Nachbezablung der Differenz. Er wurde jedoch vom Gericht mit einem Klageanspruch abgewiesen. Den Nachweis, daß ihm«ine entsprechende Zusicherung gegeben wurde, hatte der Kläger nicht erbracht. Der Inspektor war eruch, wie er wußte, nicht befugt, aus Eigenem ihm eine solche Zusicherung zu geben. Die Zahlung von 175 M. war abhängig von der Bewilligung der Werkmefiterstcllen durch die Deputation, und die erfolgte erst zum 1. März 1914, also nachdem das Arbeitsverhältnis des Klägers bereits zu Ende war. Mus aller Welt. Der Tternflug»ach Monaco. Nach dem Ausscheiden der beiden deutschen Bewerber ) i r t h und Ernst Stöffler kommen nur noch französische jlieger in Jjrage. Und zwar ist Bnndejonc ded Moulinaiß ' noch am letzten Tage deS Wettbewerbs in seinem Landsmann G a r r o s ein ernster Konkurrent erstanden. Garros ist es nämlich nach zwei Fehlstarts beim dritten Antrieb gelungen. die Strecke glatt zu absolvieren. Am Dienstag legte er m 10 Stunden 33 Minuten die 1083 Kilometer von Brüssel nach Marseille zurück und am Mittwoch traf er um fftll Uhr vor- mittags in M o n a c o ein. Ob er oder Brindejonc die bessere Zeit hat, steht noch nicht fest. Jedenfalls handelt es sich nur um eine geringfügige Differenz. Den dritten und vierten Platz haben Renaux und M a l l a r d belegt, doch benötigte Renaux öl Stunden zur ganzen Strecke. Mallard gar 331 Vz Stunden.— Hätten Stöffler und Hirth gleich Garros Ersatzmaschinen zur Ver- fügung gestanden, so würde daS Endresultat vielleicht noch ein anderes geworden sein. frommer Terrorismus. In B o n n- E n d« n i ch ist zurzeit Mission. Eine merkwürdige Wirkung des neu belebten kirchlichen Sinnes der Endenicher bekam jetzt ein dortiger Arbeiter zu spüren. Seine Frau wurde von der Hausbesitzerin zur Rede gestellt, weil sie die MisstonS- predioten nicht besuchte. Dabei erklärte die würdige Hausbesitzerin wörtlich:„Wenn Sie nicht mit zur Andacht kommen, dann kün. dige ich Ihnen zum 15. April die Wohnung!" Ihr Vorhaben auszuführen, wurde die fromme Frau indessen verhindert. Der Arbeiter ließ sich so etwas nicht bieten und kündigte selber. Die Christen unter sich. In sehr würdiger Weise haben in P o r t e f e r r a i o aus der Insel Elba die Mitglieder der Brüderschaft der Barmherzigkeit und der des allerheiligsten Sakraments den Karfreitag begangen. Als die Prozession eben in den Dom zurücklehrte, wo über 2000 Gläubige der Feier beiwohnten, fingen die Angehörigen der einen Brüderschaft mit denen der anderen dicht am Hochaltar einen Streit an, der sich bald zu einer regelrechten Rauferei ent- wickelte. Der fromme Eifer war so groß, daß die Kämpfenden laut schrien, wodurck eine Panik entstand, da man den Spektakel auf Feuerlärm zurückführte. Alle? drängte in wilder Flucht zum Aus- gang, wobei Frauen und Kinder zu Boden gerissen wurden. Viele Personen find verletzt,'am schwersten ein zehnjähriger Knabe, der im Krankenhaus im Sterben liegt. Furchtbares Verbrechen eines Sittlichkeitsattentäters. Als«in furchtbares Verbrechen stellt sich eine Brandkatastrophe dar, die sich dieser Tage bei P u l l a ch in Bayern ereignete. Drei Mädchen des Korbflechters Seider. die unter den brennenden Trümmern einer Hütte begraben wurden, konnten als verkohlte Leichen geborgen werden. Das vierte Kind, ein neun- jähriges Mädchen, wurde in einem Graben tot auf« gefunden. ES ist ein SittlichkeitSverbrechen an ibm begangen worden. Der Verbrecher hatte das Häuschen in Brand gesteckt und daS älteste Kind zu seinem scheußlichen Verbrechen davon- geschleppt._ Auf Abwegen. In einem Dresdener Hotel logierte sich in einer der letzten Nächte ein Arzt au« Zittau«in. Er hatte eine junge Dame in seiner Begleitung, die er für seine Frau ausgab. Die wirkliche Ehe- frau traute aber, wie die„Dresdener VolkSzeitung" schreibt, der Reise ihres Gatten nach der Residenz nicht so recht und schickte kurzerhand einen Detektiv hinterher. Dieser hatte denn auch bald da» Hotel ausfindig gemacht, in dem der Gatte mit seiner neuen„Frau" abgestiegen war. Tele« graphischer Benachrichtigung zufolge eilte die Frau Rr. 1 im Schnellzuge in Begleitung eine? Rechtsanwalt? nach Dresden, wo sie kurz vor Mitternacht eintraf und eben- falls in dem kritischen Hotel abstieg. Bor einer Zimmertür des Hotels bemerkte die Frau zwei Paar Schuhe stehen, von denen sie ein Paar als die ihre? Manne« erkannte. Sie ließ von der Polizeiwache in der Scheffelstraße einen Gendarmen kommen, um den Namen des Mädchen? festzustellen. Ilm Mtternacht wurden der Arzt und seine angebliche Gattin aus dem Schlafe geweckt, damit der Polizerbeamte seine Erörterungen vomehmen konnte. während der von der Frau mitgebrachte Rechtsanwalt die nötigen Aufzeichnungen machte, die zu einer Ehescheidung nötig sind.— Ueber daS weitere schweigt des Sängers Höflichkeit am besten. Kleine Notizen. Selbstmord auf den Eisenbahnschienen. Auf dem Bahnhof Jüterbog warf sich am Miltwochmittag ein Mann in dem Augen- blick auf die Gleise, als der Zug Berlin— Dresden einfuhr. Der Puffer der Lokomotive drückie ihm die Scbädeldecke ein; auch wurden ihm beide Beine abgefahren. ES soll sich um einen Lehrer auS der Umgegend von Jüterbog handeln. Srffelexplofion in einer Wedfabrik. In der Webfabrik Fröhlich u. Sohn in Warnsdorf(Böhmen) hat sich ein schweres Unglück ereignet. Durch eine Kesselexplosion wurde ein Arbeiter ge- tötet, der Betriebsleiter und ein Arbeiter schwer verletzt. Mehrere ander« Arbeiter erlitten leichtere Verletzungen. Em brennender Dampfer auf hoher See. Der Dampfer „Minnesota" hat auf der Fahrt von London nach Philadelphia aus dem Atlantischen Ozean den kleinen französischen Dampfer„St. Ange" brennend angetroffen. Die Mannschaft wurde von dem„Minnesota" an Bord genommen. Der„St. Ange" treibt als Wrack auf dem Meere umher. Schmerrr Automobllunfall. Am Mittwochvormittag fuhr ein Automobil aus Holland auf der Landstraße Düsseldorf— Krefeld gegen die Sperrsteine und stürzte um. Der Besitzer deS Automobil?, Albert Lann auS Amsterdam, erlitt mehrere Rippenbrücbe, seine Frau starke Knieverletzungen und der Chauffeur einen Schädelbruch: sie wurden in das Krankenhaus in Fischeln gebracht. Zwei Kinder verbrannt. In dem Tors« Tannenhausen bei Aurich (Hannover) verbrannte».beim Anzünden eines Ost er- feueri zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren. Baotsonßliick auf der Elbe. Bei einer Bootsfahrt auf der Elbe in der Röhe von Leitmeritz kentert« daS Boot und die In« fassen, drei junge Leute, fielen ins Wasser. Während sich zwei bunt Schwimmen retten konnten, ertrank ein dreizehnjähriger Gymnasiast._ «vaberftandS-Rachrichten der Landes im 11 alt lür Gewässerkunde, mitgelcilt vem Berliner ZSetterbureav vasserstan» M e m« t, TUM P re gel. Jntterbm» Weichsel. Tborn Oder. Ranbor , Rroijen , Franklur! Warth«,«trimm , LandSberg Netze, Vordamm Elb'«, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg >)+ bedeute! Wuchs.— ssall.— 1 Unteriiejel. ««rantworikicher Redakteur: Alfred W-elePP, Neukölln. Für den Inseratenteil verant».: ThZ»l»ck«, Berlin. Druck u.verlag:versärt»Buchdruckerei«. BerlagSanftalt Pöui»inger lverlin SW, DaZ Militär ist serner zum WaffengebrauS befugt und deri- s ihn pflichtet, soweit er erforderlich ist zur Beseitigung einer Störung~ seiner dienstlichen Tätigkeit oder um einen Angriff aus Militär . Personen oder militärisches Eigentum abzuwehren. s 3 sagt; Ferner. steht jeder Militärperson die Ausübung der Notwehr zu. Notwehr ist diejenige Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden, ohne Unterschied, ob der gegenwärtige rechtswidrige Angriff sich gegen Leib, Leben. Ehre oder Eigentum richtet. Z 4 lautet: a) Zur Unterdrückung innerer Unruhen und zur Ausführung der Gesetze ist das Militär auch ohne Anforderung der Zivil- behörde selbständig einzuschreiten befugt und verpflichtet in Ge bieten, die in Kriegs- oder Belagerungszustand erklärt worden sind. K) Wenn in Fällen dringender Gefahr für die öffentliche Sicher- heit die Zivilbehörde, infolge äußerer Umstände außerstande ist, die - Anforderung zu erlassen. Die„Kreuz- Zeitung" bedauert heuchlerisch, daß mit diesen Vorschriften wiederum eine Sicherung im staatlichen Organismus preisgegeben sei? Für seine Verdienste befördert! Ein grelles Schlaglicht auf das in Elsaß-Lothringen herrschende RegierungSsystcm wirst die soeben bekannt gewordene Versetzung deS Regierungsrats Liebermann von der Kreis- und Polizeidirektion in Mülhausen i. E. nach dem Bezirkspräsidium für Elsaß-Lothringen in Metz. Regierungsrat Liebermann ist jener polizeiliche Draus gänger, auf deffen Maßnahmen und Berichte die aufreizenden Polizeiaufgebote und-absperrungen bei dem Bauarbeiterstreik am Nordbahnhof in Mülhausen i. E. im Sommer vorigen JahreS zurück- geführt wurden, welche die Erschießung zweier junger Arbeiter durch Gendarmen zur Folge hatten. Anläßlich der sozialdemokratischen Interpellation über diese Vorgänge charakterisierte der Landtags abgeordnete von Dornach, Genosse Martin, diesen Regierungsrat durch eine Reihe seiner eigenen Aussprüche. So hatte der Herr Regierungsrat am Tage nach der Erschießung der beiden Arbeiter zu dem Arbeitersekretär Wicky in Mülhausen gesagt:.Im Ver- trauen gesagt, wissen Sie, Herr Wicky, ich hätte eher schießen lassen.. Und zu einem Journalisten sagte er am gleichen Tage:»Heute abend geht eS da draußen noch ganz anders. zu, heute abend gibt'S mindestens 100 Tote!" Ueber die Regierung selbst äußerte er sich später, als die Gcneraldirektion der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen zur ginlichen Beilegung des Konflikts auf Grund der Tariflöhne des Deutschen Bauarbeiter Verbandes die Hand bot, wörtlich vor Zeugen:„Daß die Bande Bulach und Genossen schlapp macht, war noch zu verstehen, aber daß die Reichsregierung nachgibt, daSistmirunverständlich..." Die„Bande Bulach und Genossen*, das war die damalige Straßburger Regierung, die aus Anlaß der Zaberner Vorgänge in- zwischen ihren Abschied genommen hat. Auf die vorsichtige An zweiflung dieser Auslassungen deS Herrn Regierungsrats bestätigten in. jener Sitzung sofort mehrere andere Abgeordnete dem lfnter staatssekretär Mandel, daß dieS in der Tat die Sprache des gemüt- vollen. Herrn sei. Und nun befördert die neue Regierung den Mann von der Kreisdirektion zum Bezirkspräsidimn I Hie Papst, hie Zentrum! Der Streit zwischen, den„Köstiern' und de»„Jntegrolen*.im klerikaleu Lager., spitzt sich immer schärfer zu. Zum, SUtger der Bachemiten verkündet das»Kathslische Deutschland*(Nr. 1S>.«daß es, sobald 10 000 Abonnenten vorhanden sind, sich aus einer Wochen- fchrift in eine Tageszeitung umwandeln werde. Die Integralen denkeir gar nicht daran, vor dem Bachemiten-Terror die Waffen zu strecken. Mittlerweile kommen aus allen Teilen des Reiches Nachrichten von Zusammenstößen der beiden Richtungen, und die Hinaus- würfe der Papsttreüen aus dem Zentrum nehmen täglich zu. Vor.den Geistlich en, die nach katholischer Lehre Stellvertreter Gottes auf Erden sind, macht die Kölner„Reinigung* nicht halt. Bekanntlich hat die Zentrumspartei in Trier vier hervorragende Geistliche, Freunde des Bischofs Korum, ausgeschlossen. Aehnlich erging eS anderen Geist- lichen aus der Umgegend Triers. Die„Kölnische VolkSzeilung* nennt den Erzpriester Pfleger in Ostrog(Obcrschlesien) den „Drahtzieher* der„ganzen zentrumsfeindlichen Agitation* und den P f a r'r e r Melzer aus Woinowitz seinen„stets hilfsbereiten Sekundanten". Der Boykott der von Geistlichen aus der Umgebung des Trierischen Bischofs Korum geschriebenen„ P e t r u s b l ä tter* wird mit äußerster Gehässigkeit betrieben. Die„Kölner Kor- respondenz" erinnert an die päpstlichen und bischöflichen Ehrungen, die dieser Wochenschrift zuteil geworden. Sie schreibt' im Anschluß daran: »DaS ist in gerader Linie die ganze katholische Hierarchie, die sich vor die„P e tr u s b l ä t t e r* stellt, sie warm empfiehlt und ermutigt. Was tut aber das verkölnerte Trierer Zentrumskomitee? Es belegt das von den berufensten und höchsten Organen der Kirche empfohlene integral katholische Organ mit dem großen Zentrumsbann, erklärt eS für ein»Luenreiberblait* und sucht ihm durch Abtreiben von Abonnenten und Inserenten die materiellen Lebensbedingungen zu unterbinden. Dabei hat das Blatt noch kürzlich einen längeren Artikel veröffentlicht, worin dargelegt wurde, daß man auch als integraler Katholik die Kundgebung des ReichsauSschusseS der Zentrumspartei unterschreiben könne. Angesichts eines solchen Terrors und einer solchen Verhöhnung der kirchlichen Auto- rit.St haben wir einen Schrei der Empörung aus den katholischen ZentrumSkreisen der Stadl Trier erwartet. Vergebens! Unser bis in die Knochen katholisches Volk weiß noch nicht, welch frevelhaftes Spiel mit ihm getrieben wird. Runmehr ist die fchlesische katholische Aktion mitsamt ihrem Organ, dem „Katholischen Deutschland", namentlich exkommuniziert, ebenso die trefflich wirkende Wochenschrist„Klarheit und Wahrheit* mitsamt ihrem Herausgeber und schließlich die von Bischof und Papst bc- lobte».Petrusblätter*. Wann kommen wir an die Reihe?* ' ES ist allerdings eine Ironie des Zufalls, daß der Terror der Bachemrichtung das schärffte Organ des„Roeren-ShndikatS* noch nicht erreicht hat. Aber das wird schon kommen. Offizielle Besuche des Schatzsekretärs Kühn. . Der Staatssekretär des ReichSschayamtS Kühn wird, wie aus Stuttgart gemeldet wird, in de» nächsten Togen die Höfe von München. Stuttgart und Karlsruhe besuchen. Er wird am 18. April in München vom König Ludwig empfangen werden und am 30. April folgt der Empfang in Stuttgart. Sind schon wieder sogen. Vorbesprechungen zum Zweckt irgend welcher„Sainerung der Reichsfinanzen* nötig? Erweiterung der Getreide- und Mühlenfabrikate- Statistik. Den Reichstagsabgeordneten ist gestern der Entwurf eines Gesetzes betreffend statistische Aufnahmen� der Vorräte von Getreide und Erzeugnissen d er Betreidemüllerei zugegangen, nachdem ein bürgerliches Blatt schon einen Tag borher veröffentlichen konnte. Nach dem Entwurf können statistische Aufnahmen der Vorräte von Weizen(Dinkel und Spelz). Roggen, Menggetreide(Meng- korn), Mischfrucht, Hafer, Gerste und Mais sowie von Er- zeugniffen der Getreidemüllerei für menschliche und tierische Ernährung für den Umfang des Reiches vom Bundesrat an- geordnet werden. Die Aufnahmen können sich erstrecken auf die landwirtschastlichen und diejenigen Unternehmen, welche solche Vorräte aus Anlaß ihres Handels- oder Gewerbebetriebes in Gewahrsam haben, sowie auf die Vorräte im Gewahr- iam von Kommunen, öffentlich-rechtliche» Körperschaften und Verbänden. Ausgenommen sind die Vorräte im Gewahr- sam von Behörden des Reiches oder eines Bundesstaates. Diese Statistik soll zuerst in zwei aufeinander folgenden Jahren vor- genonrmen werden Die Bestimmung des Tages wie der sonstigen näheren Vorschriften sind dem Bundesrat überlassen und die spezielle Durchführung der statistischen Aufnahmen den Landes- regierungen. Zum Zwecke der statistischen Aufnahmen dürfen nur Fragen gestellt werden die sich auf die vorhandenen Vorräte beziehen oder die genaue Bezeichnung des Be- lriebeS und feine Größe betreffen. Jedes Eindringen in die Vermögens- und Einkommensverhältniffe ist ausgeschloffen Für die wahrheitSwidrige Beantwortung der Fragen sind die üblichen Strafen vorgesehen. In der B e g r ü n d u n g des Entwurfs wird zutreffend ans- geführt, daß eine Statistik der Getreidevorräte und der daraus zu menschlicher und tierischer Ernährung hergestellten M ü l l e r e i e r z e u g n i s s e eine notwendige Ergänzung der E r n t e st a t i st i k und der Statistik über die Ein- und Ausfuhr der wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugniffe ist. Erst mit Hilfe einer Borratsstatistil läßt sich ein Ueberblick über die Bewegung deS Getreides gewinnen, bis eS in den Verbrauch übergeht, über die Vorräte, mit den�n das Land in die neue Ernte, eintritt, und endlich wird zusammen mit den Zahlen der Stattstik über Ernte, Ein-, und Ausfuhr eine Verbrauchs st ati st ik, die bis heute ganz sehll, ermöglicht. Aus diesen Gründen wird auch die Sozialdemokratie dem Entwurf« nur zustimmen können, ganz abgesehen davon, daß sie von Anbeginn ihrer parlamentarischen Tätigkeit bis heute immer wieder uyd wieder auf Erweiterung und Vertiefung der Reicbsstatistik hingearbeitet bat. Keine andere Partei, wie sie, ist ja auch g r u n d- s ä tz I i ch so dazu verpflichtet: eine Politik, die aus dem tatsächlich gewordenen ökonomischen Zustand der Gegenwart in die Zukunft hineinführen will, hat vor allenr ein Interesse daran, daß dieser gegenwärtige Zustand auch statistisch erfaßt wird. Was die besondere Statt st ik der Getreideproduktion und des Getreideverbrauchs betrifft, so ist längst von unserer Fraktion eine Verbefferung. und Erweiterung angeregt worden; im besonderen wieder ist eine zuverlässigere Ver brauchSstatistik gefordert worden. Ter Stand der nationalliberalen Organisation. In einem Artikel, der sich mit der Einigung im nationalliberalen Lager beschäftigt, teilt der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Böttger mit, daß die nationalliberale Partei gegenwärtig über rund 2000 Vereine mit 280 000 Mitgliedern und über 400 Zeitungen verfüge.- BöUger fügt hinzu, daß die nationalliberalen Wähler— darunter versteht er natürlich auch dies« 280 000 Mitglieder— von dem Streit in der OrganisationSsrage nicht berührt würden. Aller dingS werde die Führung unter den heutigen Verhällniffen immer schwieriger.-rrr— Tie übliche Denunziation leistet sich die„Post* wiedermal gegenüber der geplanten inter» nationalen Frauenkundgebung. Nachdem daS Scharfmacherblatt mit- geteilt hat, daß am 21. April in der„Neuen Welt* in Berlin neben den Genossinnen Zetkin und Zieh die Genossinnen Popp und Boscheck aus Wien und verschiedene andere aus Holland, Rußland, Frank- reich und der Schweiz reden sollen, wendet daS ehrenwerte Organ sich mit folgenden Worten an Herrn v. Jagow: „Es dürfte angebracht sein, daß sich die zuständige Behörde etwas näher mit dieser internationalen Kundgebung beschäftigt. DaS Auftreten ausländischer Sozialdemokraten in politischen Ber- sammlungen ist in Preußen bekanntlich nicht statthaft, und bisher wurde in solchen Fällen immer mit Ausweisung gegen die lästigen Ausländer vorgegangen.' Es genügt, diese Denunziation tiefer zu hängen. ES lohnt sich nicht. Blättern wie der„Post* gegenüber darauf hinzuweisen, daß in Preußen„bekanntlich* kein Gesetz besteht, das von vornherein Ausländern die rednerisch« Teilnahme an Versammlungen verbietet. Wenn auch die preußische Polizei bisher vielfach den schönen Wünschen der„Post* entsprach, so erlangt dadurch die Polizeipraxis doch noch lange keine gesetzliche Grundlage. Rückgang der Militärtauglichkeit. AuS neueren Zahlen über die Aushebung der Rekruten ergibt sich, daß der Prozentsatz der Tauglichen weiter abgenommen hat. Er betrug im Jahre 1903 noch S7,1 Proz., jetzt nur noch SS.S Proz.; ebenso weist die Rubrik der„künflig Tauglichen* einen Rückgang auf, und zwar von 14,7 Proz. auf 14,3 Proz. Zugenommen haben dagegen die„minder Tauglichen* von 19,5 Proz. aus 24 Proz.— Ein, wie uns scheinen will, untrüglicher Beweis für dm gesundheit- lichen Rückgang in der deutschen Bevölkerung. Ein Zuchthansurteil— freudig begrüfit. Großen Abscheu vor dem Militarismus muß der Musketier Valenz in Ma su ch Pom Jnfanterie-Regiment Nr. 146 haben, der dieser Tage wegen Fahnenflucht und Rückfalldiebstahls vor dem Allensteincr Kriegsgericht stand. Der Angeklagte hat eine überaus traurige Jugend gehabt. Als er klein war. ergab sich sein Vater dem Trunk und die Mutter verfiel in religiösen Wahnsinn. Der junge Masuch, der ohne jede Aufsicht war, kam nach der— Für. s o r g e a n st a l t. wo er„gebessert* Iverden sollte. Im Jahre 1912 Ivurde er in den bunten Rock gesteckt, aber bereits nach wenigen Monaten rückte er aus, wobei er einigen Kameraden Geld und Wertsachen entwendete. Er ging nach dem Ausland, stellte sich aber im Marz dieses. Jahres dem Konsulat in Amsterdam. Der Anklagevertreter ließ an der Fürsorgeerziehung kein gutes Haar. Er meinte, die Fürsorgezöglinge berechtigten zu keinen großen Hoffnungen; seien die Jungen noch nicht ganz verdorben, so würden sie es in der Anstalt. PoniovZögli» genwürden 9 0 Verbrecher. Der Angeklagte könne nicht beim Militär bleibe», da er sonst schädlich auf seine Kameraden einwirken würde. DaS Gericht ließ sich von denselben Erwägungen leiten und ver- urteilte den Angeklagten zu einem-Jahr acht Mo- naten Zuchthaus, Ausstoßung aus dem Heere und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. IIS. der Vorfitzende fragte, ob der Angeklagte sich mit dem UrteiL zufrieden gebe, war dieser freudig erregt und rief aus: „Jawohl, ich»ehjne.die strafe gern an und will s i fwrt»an.chrcte.n," Ter Mann ist. deshalb so„freudig erregt" gÄvesen. weil daS Gericht neben der Zuchthausstrafe auf Ausstoßung aus dem Heere erkannt hat. die Vereinigten Staaten uyö Mexiko. Ter Konflikt, der aus Anlaß der Gefangennahme der amerikanischen Matrosen durch mexikanische Regierungstruppeu bei Tampico entstanden ist, spitzt sich immer mehr zu. Huerta weigert sich den von den Vereinigten Staaten geforderten Salut vor der amerikanischen Flagge zu leisten. Er war zwar bereit, das amerikanische Kanonenboot„Delphin" zu salu- tieren, das als Depeschenboot vor Tampico benutzt wixd, stellte jedoch Bedingungen hinsichtlich des Saluts. Brhan erklärte aber dem mexikanischen Geschäftsträger, er werde auf einem bedingungslosen Salut bestehen. Unterdessen wird die gesamte amerikanische Flotte vor Tampico versammelt. Sie wird aus 11 der modernsten Schlachtschiffe bestehen und das Landun-gs'- korps aus den Besatzungen des Geschwaders wird 13 000 Mann stark sein. Präsident Wilson erklärte Mitgliedern des Kongresses, falls Hue-rta der amerikanischen Forderung nicht nachkäme, sei der erste Schritt der amerikanischen Regierung die Besitzergreifung von Tampico und Vcracruz. Amtlich wird erklärt, daß zu den Gründen für die Entsendung der amerikanischen Flotte auch die Tatsache zu rechnen sei, daß Depeschen an den amerikanischen Geschäftsträger in Mexiko von den Mexikanern aufgefangen worden seien. Das erste Aufgebot. Norfolk, 15. April. Die Schlachtschiffe„Arkansas*.„Vermont", „New Hampshire*'und„New Jersey" sowie das Depeschenboot „Dankton" sind heute vormittag von Hampton RoadS unter vollem Dampf nach Tampico abgegangen. Erfolge der Rebellen. Juarez, IS. April. Nach einer hier eingegangenen Meldung hat General Villa nach einer neuntägigen Schlacht die Re« gierungstruppen bei San Pedro im Norden von Torreon geschlagen Die Verluste werden auf beiden Seiten auf 3000 Mann geschätzt. Die Bundestruppen zündeten einen Teil der Stadt an, ehe si« sie räumten_ Rußlanü. Die Aussperrung iu Riga. Riga, 15. April. In der Ueberschuh-Abteilung der Gummi- Warenfabrik Prowodnik und in der Fabrik von Rosen- kränz n. Co. ist die Arbeit heute wieder aufgenom» men worden. Japan. Das neue Ministerium» Tokio, 15. April. Die Liste des neuen Kabinetts ist heute nach- mittag dem Kaiser unterbreitet worden. Sie ist noch nicht amtlich veröffentlicht, doch glaubt man, daß sich.daS Ministerium folgender« maßen zusammensetzen tverde: Vorsitz und Inneres Okuma. AeutzereS Baron Kato, Finanzen Wakatfuki, Marine Admiral Dashiro, Krieg General Oka, Justiz Ozaki, Unterricht Jchiki, Ver« kehr Taketomi, Handel Viscount Oura.- Die Mitglieder des Kabinett« gehören zwei Parteien deS Abgeordnetenhauses an, der Dofhikai- und der Tehefeikaipartei, die zu unterstützen sich die Kokuminto-Partei verpflichtet hat» aber die S e i y k w a i- Partei behält die Majorität. Man glaubt, daß dies eine Lluflös.un.g d.es Parlaments-nopfc wendig-machen werde und daß die Wahlen die Entfernung � de» Ieiykwai- Majorität zur Folge haben werden. DaS Kabinett-.ist!. wahrscheinlich das populärste seit Errichtung der Verfassung. Et besitzt die einmütige Unterstützung der Presse und verfügt über da»' Vertrauen des Publikums. Die Börsenpapiere zeigen ein wesent» licheS Steigen Premierminister Okuma verspricht wirtschaftlich« Reformen und praktische Neuerungen. Die Mitglieder deS Kriegsgerichts, das gegen hie in den Flottenskandal verwickelten Offiziere verhandeln soll, sind nunmehr ernannt worden.__ Lebte Nachrichten. Weitere sozialdemokratische Wahlerfolgc»n Schwede«. Stockholm, 15. April.(Priva tteleg ramm des „Vorwärts".) Heute hatte die Sozialdenrokratie wieder� einen glänzenden Erfolg zu verzeichnen. In dem Wahlkreis Gästrikland wurden' drei S o z i a l d e in o k r a t e n und ein. Liberaler gewählt. Früher hatten beide Parteien je zwei Sitze; der Rüstungsliberale Stzarbäck ist. diesmal von uns verdrängt worden. Bisber sind gewählt ivordcn: 41 Ionser» vative(früher 34), 38 Sozialdemokraten(35) und 24 Liberale(34)._ Eine Erklärung der amerikanischen Regierung. Washington, 15. April.. Die Regierung hat ein« amtliche Erklärung erlassen, in der sie den Uebcrgriff gegen die ameri- gegriffen worden seien. Die Regierung gibt weiterhin der An» und anderes mehr aufzählt. Diese wiederholten Uebcrgrifse, er« klärt die amerikanische Regierung, die man sich keinem Vertreter einer'anderen Macht gegenüber erlaubt habe, hätten iwüvendiger- weise den Eindruck hervorgerufen, daß die Vereinigten Staaten' für Kundgebungen bösen Willens und der Geringschätzung heraus» kanischen Matrosen in Tampico, die Zurückhaltung von Depeschen ficht Ausdruck, daß die mexttanische Regierung, wenn ihr die ernste Wirkung der sich häufeirden Zwischenfälle deutlich gemacht werde» einsehen würde, daß«s schicklich und notwendig sei, solche Be-, weise von ihrem Wunsche, diese Vorfälle zu mißbilligen und wieder gut zu machen, zu geben, die nicht nur die Vereinigten Staaten de- friedigen, sondern auch der übrigen Welt zeigen würden; daß sie ihre Haltung völlig geändert habe. Die äe iaetc» bestehende Rcr gierung in Mexiko- könne nichts von ihrer Würde verlieren, wenn ie die Forderungen einer großen souveränen Regierung bezüglich der angeführten Tatsachen anerkenne. Die Regierungserklärung. kam ganz unvermutet. Bezüglich der Verhaftung der Matrosen wurde bei der Konserenz im Weißen Hause insofern ein neuer Um- tand bekanntgegeben, als mitgeteilt wurde, daß zwei der Ver».' hafteten tatsächlich vom einem Boot des„Delphin" weggeführt wur» den. Einer der Senatoren, die an der Konferenz teilnähmen, machte die Voraussage, daß Präsident Wilson, falls Huerta nicht nachgehen öllte, eine Botschaft an den Kongreß richten werde. Das Marineamt hat eine Flottendemonstration auch an der pacifischen Küste angekündigt. Beendigung des euglischen Bergarbeiterstrriks. London, 15, April:(W. T. 23.). Die Grubenarbeiter von horkshirc haben mit einer Mehrheit von 15 000 Stimme« d'.e iederaufnahmc der Arbeit beschlossen. Ei» schweres Brandunglück in der Schweiz. Ehur, 15. April, In Malans brannte beule eine Mühle ab; dabei ka me n drei Kin d e'-r einer Jralienertn' um, ein viertes erlitt schwere Brandwunden. mirs are his hefte I Eine freundliche Aussicht, nicht wahr Socess Disten begann mie 300 Unserem Bezirksführer, dem Genossen Eckardt zu seinem heutigen Geburtstage ein dreifach donnerndes Hoch! Tie Genossen des 706. Bezirks. Unter uns. Todes- Anzeigen 122a Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 3. Abt. Bezirk 516. Am Montag, den 13. April, ver starb unser Genosse, der Friseur Gustav Melzer am Wörther Str. 38. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. d. M., nachmittags 5 1hr, von der Leichenballe der Segens- Gemeinde in Weißensee, Röldestraße, aus statt. 9. Abt. Bezirk 626. Am Dienstag, den 14. April, verstarb unser Genosse Anton Müller Gartenstr. 53. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. April, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenballe des Städtischen Friedhofes in der Müllerstraße, Ede, Seeftvaße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 227/1 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders jagen wir allen Freunden und Bekannten sowie den Bereinen unseren herzlichsten Dank. 16886 Geschwister Kubat. Zentral- Kranken. u. Sterbekasse U. der deutschen Wagenbauer. Berlin IV. Den Mitgliedern, zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Anton Müller im Alter von 47 Jahren am 13. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. April, nachm. 4 Uhr, vpn der Halle des städtischen Friedhofes, Seestr. 93, aus statt. 257/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Hermann Linke Petersburger Str. 28 im Alter von 50 Jahren ge= storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des. Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Heinrich Kortstadt Heimstr. 11 im Alter von 53 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 18. April, nachmittags 5 1hr, von der Halle des alten Luisenstädtischen Kirch hofjes, Bergmannstraße, aus statt. 86/6 Die Ortsverwaltung. UN Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann Heinrich Kortstadt im 53. Lebensjahre an Herz16915 schwäche gestorben ist. Dies zeigt tiesbetrübt an Wwe. Martha Kortstadt geb. Nain Heimstraße 11. Sonnabend, Beerdigung am nachm. 5 Uhr, auf dem alten Luisen- Kirchhof, Bergmannstraße. Verbandd.Buch- u.SteindruckereiHilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Am 15. Februar verstarb ganz plöglich unser Mitglied Emil Viebig im Alter von 25 Jahren. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. April, nachmittags 3, Uhr, auf dem ZentralFriedhof in Friedrichsfelde statt. 27/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Sektion der Stuffateure. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 9. April unser Kollege Georg Gnieser im Alter von 35 Jahren gestor ben ist. Die Beerdigung erfolgt am Donnerstag, den 16. April, nach, mittags 23% Uhr, von der Halle des St. Philippus Apostel- Kirchhofes, Müllerstr. 44/45. Um rege Beteiligung. bittet 142/5 Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige! Am Ostersonntag, abends 74, Uhr, ist uns unsere herzige Ilse im achten Lebensjahre nach schwerem Leiden entrissen worden. Die Einäscherung hat bereits ftattgefunden. Kondolenzbesuche dankend verbeten. Berlin, den 15. April 1914. Theodor und Lucie Liebknecht. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Friedrich Krasa Neukölln, Elbestr. 9/10, am 13. April an Magenleiden ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Neuköllner GemeindeFriedhofes in Neukölln, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 116/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bierfahrer Karl Lehmann am 5. April im Alter von 36 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 64/3 Die Bezirksverwaltung. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Am 13. April verstarb nach furzer Krankheit unser langjähriges Mitglied, der Holzbildhauer Oskar Borchart 20/6 am im 58. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. d. M., nachmittags 5 1hr, von der Leichenhalle des neuen Jacobi Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Nach langem, schwerem Leiden verschied sanft meine liebe Frau, 1692b unsere Mutter Klara Wolf geb. Kühn im 58. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Emil Wolf und Kinder. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 17. April, 4, Uhr, von der Leichenhalle des Ober- Schöneweider Friedhofes statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau 16896 Ella Mandel geb. Thal sagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten, allen Vereinsfollegen unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Vaters, Großvaters und Urgroßvaters jagen wir allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. 108A Frau Egelseer und Angehörige. Theater und Vergnügungen Wallner Donnerstag, 16. April 1914. Schiller- Theater 0.ner. Anfang 5 Uhr. Passage Theater. Kino- Varicté. Aniang 6 Uhr. Cines Nollendorf- Theater. Was mir die Wildnis gab. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Barsifal. Kgl. Schauspielhaus. Peer Gynt Anfang 74, Ubr. Deutiches. Was ihr wollt. Zirkus Schumann. Galavorstellung. Anjang 753 11hr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wann wir altern. Hierauf: Liebe. Nachher: Lottchens Geburtstag. Freitag, abends 8 Uhr: Die Maschinenbauer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Das Märchen von Heiligenwald. CharlottenSchiller- Theaterburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Freitag, abends 8 Uhr: Die beiden Leonoren. Sonnabend, abends 8 Uhr: Metropol. Die Reise um die Belt Des Meeres und der Liebe in 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. Urania. Hochspannung. Deutsches Opernhaus. Lescaut. Leffing. Rösselsprung. Manon Kammerspiele. Der Snob. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräger Straße. Mr. Wu. Theater des Westens. Bolenblut. Theater am Nollendorfplatz. Der Jurbaron. Deutsches Künstler: Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Thalia. Benn der Frühling fommt. Kleines. Settchen Gebert. Theater an der Weidendammer Brücke. Der müde Theodor. Trianon. Die Notbrüde. Komödienhaus. Kammermusif. Lustspielhaus. Die spanische Fliege. Schiller 0. Wann wir altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. Schiller Charlottenburg. Des Meeres und der Liebe Wellen. Wellen. Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik“. Berliner Theater. 8 11hr: Wie einst im Mai. Theater a.d. Weidendammerbrücke 8 Uhr: Der müde Theodor. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Donnerstag, 8 Uhr: Montis Operetten. Jung- England. Der Raub der Sabinerinnen. Residenz. Der Regimentspapa. Roie. Die Dollarprinzessin. Kafino. Bo die Liebe hinfällt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Herrnfeld. Die von oben und unten. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Kompagnie. Balajt Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Ubr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christl. Buifen. Los von Muttern. Walhalla. Tangofieber. Folies Caprice. Tohuwabohu. Das Karnidel. Das Erdbeben. Anjang 8, Ubr. 0 Menes Volks Theater. Die Haubenlerche. Anjang 9 Ubr. Admiralspalast. Im Tangoklub. Berliner Eispalast. Gisballett. Amor auf Urlaub. Cines Nollendorf: Theater. Was mir die Wildnis gab. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Theater des Westens. 8 Uhr: Polenblut. Sonntag 3, Uhr: Der liebe Augustin. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Anfang 8 Uhr. Die Förster- Chriftl. Freitag, 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Theater am Nollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Anfang 8 1hr. Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Aften von Willner und Grünbaum. Musik von Leo Fall. Morgen: Die Dollarprinzessin. Residenz- Theater. 8 Uhr: Der Regimentspapa. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Unsere füßen Dienstmädels Urfomische Burleste von Mehsel. Anjang 8 Uhr. Sonnt. 7 Uhr. Freie Boltsbühne Ordner- Sitzung Sonnabend, den 18. April, 8 Uhr, im Gewerkschaftshause. Extra- Opernvorstellung: Zar und Zimmermann. Sonntag, den 26. April, nachmittags 3 Uhr, im Deutschen Opernhause. Einlaßkarten a M. 1.30( Nichtmitglieder zahlen 25 Pf. mehr). Der Vorstand. 244/7 Vereinigte Berliner Volksbühnen. Luisen- Theater. 8 Uhr: Los von Muttern! Gr. Ausstattungspoffe m. Gejang u. Ballett in 4 Atten. Walhalla- Theater. 8 Uhr: Tangofieber. Gr. Posse m. Gej. u. Tanz in 3 Akten bon E. Urban. Musik v. Hugo Hirsch. Brauerei Friedrichshain Heute Donnerstag: Wiener Volksmusik- Konzert Gastspiel des Musikdirektors und Komponisten Karl Komzák aus Wien mit großem Orchester Anfang 8 Uhr Großes Entree 50 Pf., :: Berliner:: URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Hochspannung. 11 12 1 Winter Garten Ein beispielloser Erfolg der von Publikum und Presse glänzend beurteilten April- Attraktionen! Entreeplatz wochentags M. 0,60. Rauchen gestattet! Apollo- Theater. 8 Uhr. Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr. Zum 123. Male! Der Stolz d. 3. Kompagnie mit Hartstein. Vorher das große Varieté- Programm. Rauchen gestattet! Metropol- Theater. Abends 7 55 präzise: Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Hinscheidens meines licben Mannes und Baters, unferes guten Sohnes, Schwieger sohnes und Schwagers, des Gastwirts Karl Stiller sage ich hiermit allen, insbesondere dem jozialdemokratischen Wahlverein, dem Berein der freien Gastwirte jowie der freiwilligen Feuerwehr Lichtenbergs meinen liefgefühlten Dank. Bertha Stiller, geb. Lude, nebst Sohn. Danksagung. 74a Allen Freunden, Genossen und Kollegen sage ich für die außer ordentliche Teilnahme der lezten Ehrung meiner Frau meinen besten Dant. 125A Paul Adrian, Gottschedstraße Nr. 26. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und die liebevollen Kranzsvenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Wilhelm Zinke jagen wir allen Teilnehmern, inse besondere dem Reichstagsabgeordneten Fris Zubeil für die troftreichen Worte, dem Wahlverein, den Kollegen und der Firma Bechstein sowie dem Sparverein„ Blühe" unsern tiefgefühlteiten Dant. 16986 Witwe Alwine Zinke und Kinder. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode meines lieben Mannes, des Kaufmanns Gustav Hecke sage ich hiermit allerseits meinen herzlichsten Dant, besonders auch den Genossen vom Wahlverein. Frau Margarete Hecke geb. Spitzer. Nur noch kurze Zeit! 108 Zirkus Alb. Schumann. Heute Donnerstag. 16. April, abends 72 Uhr: Große Novitaten- Vorstellung Debüt! Debüt! Huno- Guno- Truppe in ihren Wunder- Produktionen und weitere Attraktionen. Ferner Aufführung des großen Ausstattungsstückes..Tipp" Außerdem Finale- Kämpfe Es ringen folgende Paare: 1. Petlivan gegen Esson ( Türkei) ( England) Entscheidungskämpfe 2. van Riel gegen Jussuf ( Rußland) ( Türkei) gegen Spouhl 3. Saft ( Deutschland) ( Rußland) Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Notbrücke. Sonntags Nm. 3 Uhr: Die Notbrücke. Passage- Panoptikum. Der englische Riese Teddy Bobs. Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow! 19 Jahre alt. 20 Säle mit Sehenswürdigkeiten Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Clou" Konzerthaus Reise in die Casino- Theater Konzerthaus Die Reise um die Erde Mauerstraße 82 Zimmerstraße 90/91. Doppel- Konzert u. Gastspiel Prager Tonkünstler Orchester. Dirigent: Kapellmeister und Komponist Julius Fucik. Musikk. Kaiser- Alexander- Garde- Gren.- Regts. Dirig. Kgl. Musikdir. Brase Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 8 Uhr. An allen Eintritt. Wochentagen: Gr. Nachmittags- Konzert bei freiem Berliner Volks- Chor. Von Gibraltar bis Spitzbergen Vortrag mit eigenen Lichtbildern. Farbenaufnahmen und Kinomatogrammen von Dr. Alfred Guttmann Sonnabend, den 18. April 1914, am im gr. Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer. Beginn pünktlich 9 Uhr. Nach dem Geselliges Beisammensein u. Tanz Vortrag: Eintritt 50 Pf. inkl. Tanz. Billetts an der Abendkasse zn haben. in 40 Tagen. binger Straße 37. Täglich 8 Uhr. Wieder ein großer Theater- Erfolg! Der neue Lustspiel- Schlager Wo die Liebe hinfällt. Borher das neue April Programm. Tauberts! Selma Wallis! Willi& Wiwi! Sonnt. 411.: Geheimnisse v. New York. Folies Caprice. Admiralspalast. 8¼ Tohuwabohu Das Karnickel Das Erdbeben. Eis- Arena. Novität Im Tangoklub" und zum 224. Male das effektvolle Eisballett..Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr abends und ab 10%, Uhr halbe Kassenpreise. Berliner Prater- Theater Wein- und Bier- Abteilung. Kastanien- Allee 7/9. Donnerstag, den 16. April 1914: Gastspiel des Voigt Theaters. Mutterliebe Charlottenburger Festsäle, Charlottenbg., Kaiser- Friedrich- Str. 24. Heute oder: Der Sturz i. d. Höllengraben. in beiden Sälen: Großer Ball. Boltsst. mit Ges. in 4 Att. v. Willhardt. Anfang 8 Uhr. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Eintritt und Tanz frei. 2 Kapellen. .. ,, Alt- München"... Ecke Friedrich- und Mohrenstraße Sehenswürdigkeit Berlins:: Münchener Kochelbräu Im Bräustübl vorzügl. Frühstücksund Mittagstisch zu kleinen Preisen. Berantw, Redalt: Alfred Wielepp, Neukölln. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drudu. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 103. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mehr Entbindungsanstalten! Wir haben vor kurzem wieder an einem Beispiel gezeigt, welche Echwierigkeiten es manchmal bereitet, für schwangere Frauen zu ihrer Entbindung eine Aufnahme in der UniversitätsFrauenklinik( Artillerieſtraße) zu erwirken. Daß unsere Forderung„ Mehr Entbindungsanstalten!" berechtigt ist, lehren aufs neue Erfahrungen, die in dieser Anstalt eine ihre Niederkunft erwartende Frau R. Hat machen müssen. Berliner Nachrichten. Ein Wort zur Lehrlingsausbildung. Donnerstag, 16. April 1914. stellung neuer Linien infolge des Baues des Straßenbahntunnels unter dem Kaiser- Franz- Joseph- Plak zunächst weitere Geldopfer fordern wird, so wird auch in den nächsten Jahren auf eine höhere Dividende als die jetzt vorgeschlagene nicht gerechnet werden dürfen. TPP Hiebe vom Paftor. Wieder sind die Tage gekommen, wo Hunderttausende, zumeist Arbeiterkinder, in das erwerbstätige Leben treten, die Der Pastor hat gegenüber seinen Konfirmanden das Brust gefüllt von Hoffnungen und Erwartungen auf die Zukunft. Viele wähnen ja, jekt nach dem Verlassen der Züchtigungsrecht. Daß er auch Gebrauch davon macht, paßt durchSchulbank einer freien" Zukunft entgegenzugehen. Allein aus zu dem Geist des Christentums". Wäre er ein rechter manche Träume werden zerrinnen, wenn der ganze Ernst des Christ", der nicht eine Tracht Prügel als läuterndes ErziehungsLebens an diese hoffende Jugend herantritt. Das gilt ins- mittel zu schäßen wüßte? Das nötige Verständnis hierfür fehlt besondere für alle diejenigen, die sich durch eine jahre- freilich manchen der Eltern, die ihre Kinder zum Paftor schicken und lange Lehrzeit für einen bestimmten Beruf ausbilden lassen sie von ihm fonfirmieren lassen. Daraus fönnen dann so einem prügelnden Verkünder des Gotteswortes leicht allerlei Unannehm.Es lohnt deshalb, die Aufmerksamkeit auf die berufliche lichkeiten entstehen. und moralische Erziehung der heranwachsenden jungen Leute in Fabrit und Werkstatt zu lenken, soweit der erwachsene wollen. amtierenden Pastor Köppen hat der Vater eines KonfirmanAuch ihr nügte es nichts, daß sie schon acht Wochen vorher sich dort meldete und die übliche Einschreibegebühr entrichtete, um hierdurch, ipie sie hoffte, sich die Aufnahme zu sichern. Als Frau R. ihre schwere Stunde nahe glaubte, fuhr sie noch am Abend zur Ilniversitäts- Frauenklinik, wo sie etwa um 9 Uhr eintraf. Eine Hebamme der Anstalt untersuchte sie und erklärte danach, es werde Gegen den in Berlin an der Melanchthontirche wohl noch eine Weile dauern", doch solle ste nur hierbleiben. Frau R., die schon in Anstaltskleidung steckte, mußte sich nun in Nebenarbeiter einen Einfluß ausüben kann. den, den der Herr Pastor geprügelt hatte, den Staatsanwalt in Beeinen Raum begeben, in dem mehrere Frauen ihre Entbindung erDie Ausbildung der Lehrlinge ist bekanntlich in erster wegung zu jezen versucht. Erfolg hat er damit nicht gehabt, nicht warteten. Vier schwangere Frauen lagen in ihren Betten, sie selber Linie ein Privileg des Handwerks. Die größte Anzahl der bei der Staatsanwaltschaft des zuständigen Landgerichts Berlin II aber mußte sich auf einem Stuhl nieperlassen, weil für sie Lehrlinge wird in fleineren Betrieben ausgebildet, wo eine und auch nicht bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kammergerichts tein Bett mehr frei war. So saß sie man möchte es nicht für verschwindende Zahl von Gehilfen oder Gesellen in Frage Berlin. Für manchen unserer Leser, der bisher über das Züchti möglich halten die ganze Nacht hindurch! Daheim überließ der tommt. Der Betriebszählung von 1907 ergab 809 286 Lehrgungsrecht der Pastoren in Unkenntnis war, wird eine eingehende Gatte und ihre alte tränkliche Mutter sich der Nachtruhe, froh im linge, wovon 689 668 auf die Gewerbeabteilung Industrie Darlegung des Verlaufes dieser Angelegenheit von Interesse sein. Gefühl der Zuversicht, daß die Schwangere bestens aufgehoben jei. und Bergbau entfielen. Von lekteren Ziffern famen auf Der betreffende Konfirmand ist ein Knabe, der an einem sofort Zu derselben Zeit wand Frau R. fich in Schmerzen, ohne die die ausgesprochenen Kleinbetriebe, die bis fünf Personen be- bemerkbaren Körpergebrechen leidet. Wegen spinaler KinderMöglichkeit zu haben, sich in einem Bett auszuschäftigen, 318 824 Lehrlinge und weitere 97 304 auf Betriebe lähmung" hat er bis zu seinem neunten Lebensjahr in Heilstreden. Dafür fand sie Gelegenheit, in dieser einen Nacht nicht mit über 5 bis 10 Personen. Es iſt notoriſch, daß viele anstalten zubringen müssen und ist an einem Bein zweimal operiert weniger als drei Entbindungen mitanzusehen, die vor Lehrherren eine Lehrlingszüchterei in großem Maße betreiben worden, ehe es gelang, ihn gehfähig zu machen. In der Schule ihren Augen in dem Raume ausgeführt wurden. Für eine und wenig oder gar feinen feinen Wert auf die auf die Aus- wurde er, wie seine Eltern angeben und er selber bestätigt, niejunge Frau, die selber das erste Kind zur Welt bringen soll, ist das bildung des Lehrlings zu einem tüchtigen Arbeiter des mals geschlagen. Ein Pastor mußte der erste sein, der mit dem eine sehr eigenartige Vorbereitung. Mit wie zarter Sorge wird Berufes legen, sondern lediglich den Lehrling als eine billige lahmenden Jungen nicht ohne Hiebe fertig wer eine schwangere Frau aus der befizenden Klasse umgeben, wenn und gewinnbringende Arbeitskraft ansehen. In den größeren den zu können meinte. sie ihrer schweren Stunde entgegensteht! Dieser Frau eines Ar- Werkstätten und in den Fabriken, wo der Lehrherr jich per den zu können meinte. Welchen Anlaß hatte Pastor Köppen, diejen Krüppel zit beiters aber mutete man die Qual zu, eine lange, lange Nacht hin- sönlich nicht um den Lehrling fümmert, haben die mit der durch Zeugin der Qualen ihrer Leidensgefährtinnen zu sein. Am Ausbildung beauftragten Personen oft nicht die Zeit oder viel prügeln, und wie spielte die Prügelerekution ſich ab? Die von Morgen schickte eine Hebamme Frau R. hinaus, und diese mußte mehr nicht das nötige Interesse und Verantwortlichkeitsgefühl, dem Jungen jelber gegebene, von den Eltern in ihre Anzeige aufjetzt in einem Hörjaal auf einem der Size, von denen aus sonst sich des Lehrlings anzunehmen. Eine ungenügende Fach- genommene Schilderung des Sachverhalts ist weder von der Staats die lernbegierigen Studenten wohl den am lebenden Studien- ausbildung rächt sich aber später immer bitter, wenn nach anwaltschaft noch von der Oberstaatsanwaltschaft in ihren ablehnenmaterial vollzogenen Entbindungen zuschauen, es sich„ bequem" zu Ablauf der Lehrzeit der junge Mann hilflos, mit nur schatten den Bescheiden als unrichtig bezeichnet worden. Hiernach müssen machen versuchen. Zusammen mit noch drei anderen schwangeren haften Begriffen vom Beruf ausgerüstet, selbst um seinen die Eltern vermuten, daß die von ihnen wiedergegebene Darstellung Frauen, für die ebenfalls keine andere Unterkunft vorhanden zu Unterhalt kämpfen muß. So bietet sich für den erwachsenen als richtig erkannt und nur nicht Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes angenommen worden ist. sein schien, wartete nun Frau R. weiter in dem Hörsaal, immer Arbeiter, der in Fabrik oder Werkstatt mit Lehrlingen zuDer Junge verweilte vor einer Konfirmandenstunde noch noch ohne die Möglichkeit, in einem Bett zu ruhen. Von Mittag sammen tätig ist, ein dankbares Feld, wo er sich im an war sie wieder allein, weil die drei inzwischen eine nach der Interesse des Nachwuchses betätigen kann, insofern, als er in außerhalb des Konfirmandensaales, obwohl das untersagt war. Er anderen hnausgeführt worden waren. Am Nachmittag durfte sie beruflicher Hinsicht dem Lehrling jede Förderung angedeihen handelte gegen das Verbot, weil er einer Frau, die ihren Sohn auf einem Korridor eine Schwägerin begrüßen, die zum Besuch läßt, die in seiner Möglichkeit liegt. Gewiß, die berufliche gleichfalls zu Bajtor Köppen in den Konfirmandenunterricht zu fam. Endlich am Abend schlug für Frau R. die Erlösungsstunde. Ausbildung des Lehrlings ist eine Aufgabe, die in erster bringen beabsichtigte, den ihr noch nicht persönlich bekannten Pastor Eine Hebamme nahm eine nochmalige Untersuchung vor, und jetzt Linie von den dazu rechtlich verpflichteten Personen zu zeigen sollte. Nachdem er bei Annäherung des Pastors ihr diesen lautete der Bescheid, es werde noch lange dauern", sie könne erfüllen ist. Wir wissen auch, daß viele vom besten Willen Dienst erwiesen hatte, wollte er in den Saal gehen, fand aber die noch mal nach Hause gehen. Vierundzwanzig Stunden beseelte erwachsene Arbeiter außer stande sind, sich in beruf Tür jetzt verschlossen. Als Pastor Köppen vor der Tür des Saales hatte die schivangere Frau in der Anstalt geivartet, vierundzwanzig licher Hinsicht um den Lehrling zu fümmern. In wüster eintraf, gab der Junge auf Befragen an, weshalb er noch draußen Stunden hatte sie ohne Bettruhe zugebracht und jetzt wurde sie Affordarbeit müssen sie Tag für Tag ihre Kräfte auf das weilte. Pastor Köppen habe, so führte die Anzeige weiter aus, das wieder weggeschickt! Ach, sie war froh, daß man sie heimgehen ließ. äußerste atspannen und jede zeitraubende Beschäftigung nicht gelten lassen, sondern den Jungen ins Gesicht und an den tommt einem materiellen Opfer Kopf geschlagen, so daß er hingefallen sei. Wir wollen uns m Am späten Abend, ehva un 10 Uhr, schloß sich hinter ihr die mit dem Lehrling kommt einem Pforte der Anstalt. Ohne Begleitung und Hilfe mußte sie von der gleich. Allein wo sich immer Gelegenheit bietet und die diesen Andeutungen begnügen und es uns verjagen, alle Einzelbietet sich recht oft da sollte der erwachsene Arbeiter beiten der Anzeige hier wiederzugeben. Die in ihr enthaltene ge Artilleriestraße bis zur Museumsstraße gehen, um die von ihr zu benußende Straßenbahnlinie zu erreichen. Schwer wurde ihr nach nicht unterlassen, dem Lehrling in beruflichen Fragen ratend nauere Schilderung des Auftrittes läßt vermuten, daß der Serr her der Weg von der Endhaltestelle der Straßenbahn durch die steil und helfend zur Seite zu stehen. Ein aufgeklärter Arbeiter Bastor ganz außerordentlich erregt gewesen sein muß. Den Eltern erteilte der Erste Staatsanwalt des Land ansteigenden Straßen der Tempelhofer Vorstadt nach ihrer Moh- sieht in dem Lehrling nicht den zukünftigen Ronkurrenten auf nung, vor der sie in der Nacht, etwa un 11 Uhr, anlangte. Haus- dem Arbeitsmarkt, sondern den späteren Kampfgenossen; er ist gerichts Berlin II den Bescheid, er sei„ nicht in der Lage, Anund Korridorschlüssel hatte sie nicht bei sich, doch stand zum Glüd dessen eingedent, daß ein leistungsfähiger, beruflich tüchtiger Tage zu erheben". Die Begründung sagte:„ Der Beschuldigte die Haustür offen. Als sie mühsam sich die Treppe hinaufgeschleppt Nachwuchs Gewähr für eine mutige und rücgratfeste Kämpfer- hat Ihrem Sohn kraft des ihm zustehenden Züchtigungsrechtes wegen schar bildet. Ungehorsams eine Bestrafung zuteil werden lassen. Eine Ueberhatte, waren ihre von ihr aus den Betten herausgeflingelten AnAuf dem Gebiete der sittlichen und geistigen Erziehung des schreitung des Züchtigungsrechtes ist nicht festgestellt." Man begehörigen entjest über den Zustand völliger Erschöpfung, in dem sie sich befand. Die Entbindung, die am anderen Tage vor ehrlings in Fabrik und Werkstatt wird von den erwachsenen achte, wie hier dem Jungen weiter nichts als„ Ungehorsam" vorin dem sie sich befand. Die Entbindung, die am anderen Tage vor Arbeitern noch viel gefündigt, obgleich es dank der gewerk geworfen wird! fich ging, scheint recht schwer gewesen zu sein. Noch um Mitter- fchaftlichen Aufklärungsarbeit von Jahr zu Jahr besser ge- Gegen den Bescheid des Staatsanwalts wurde durch Renacht hatte der Gatte die Hebamme geholt, die dann die ganze Nacht worden ist. Es gibt aber noch recht viele minderwertige, verschwerde der Oberstaatsanwalt angerufen. Sie bestritt, daß der hindurch und am folgenden Tage bis in die Nachmittagsstunden ächtliche Charaktere, die ihre Aufgabe darin sehen, den prügelnde Pastor in Ausübung seines Züchtigungsrechtes gehandelt hinein ununterbrochen ausharrte. Der am Morgen herbeigerufene Lehrling mit Zoten zu unterhalten, oder die den wehrlosen habe. Der Junge habe, indem er außerhalb des Saales sich aufArzt fam noch vor seiner Sprechstunde und wieder sogleich nach der Lehrling als Gegenstand ihrer Launen ansehen, aus den nich hielt, feinen Ungehorsam begangen, der eine Züchtigung rechtSprechstunde und dann, nachdem um die Mittagszeit die Ent- tigsten Gründen brutalisieren, nur weil es immer so war" fertigte. Nur um jener Frau und zugleich dem Pastor in seiner bindung vor sich gegangen war, noch zweimal an diesem Tage. Die oder weil man es selbst in der Lehrzeit nicht besser hatte", Tätigkeit als Konfirmandenlehrer einen Dienst zu erweisen, habe Wöchnerin und ihre Angehörigen rühmen dankbar die opferfreudi- Dem ernsten und gebildeten Arbeiter liegt die Pflicht ob, er das Verbot übertreten. Das Pastor Köppen den Mizgriff begen Bemühungen der Hebamme und des Arztes. solchem Treiben einen Riegel vorzuschieben; denn es liegt ging, trois vorgebrachter Entschuldigung eine Züchtigung für zu Der Oberstaatsanwalt antwortete, er könne nach GinWelche Nuzanwendung ergibt sich aus diesen leidvollen Er- auf der Hand, daß eine derartige Behandlung eine ernste lässig und nötig zu halten, könne ihm nicht Straffreiheit sichern. Im fahrungen einer Arbeiterfrau, die Mutter werden sollte? Neben Gefahr bildet in bezug auf die jittliche Haltung des Klassen übrigen wäre, auch wenn hier ein Züchtigungsrecht zugebilligt wer unsere Forderung, die Entbindungsanstalten zu bergenossen als späteren Klefsentämpfers. Werkstätten und Faden sollte, mindestens Ueberschreitung anzunehmen. Sei auch teine mehren, stellen wir die an die Frauen gerichtete Warnung, briken, wo Kasernenluft weht, wo der Lehrling als Gesundheitsschädigung entstanden( das Arztattest berichtete nur von Entbindungen die Universitäts- Frauen- Objekt roher Mißhandlungen betrachtet wird, wo altere, einer„ wallnußgroßen schmerzhaften Stelle an der linken Scheitel. flinif aufzusuchen. Es scheint, daß wirklich nichts anderes jittlich tiefstehende Arbeiter durch böse Beispiele gute Sitten seite"), so müsse doch im Hinblick auf das dem Pastor Köppen bek übrig bleibt als die Notwendigkeit, direkt vor dieser Anstalt zu verderben, sind wahre Brutstätten zur Züchtung jener minder tannte und für jedermann ohne weiteres bemerkbare Körper= warnen. Lieb wird ihr's nicht sein, ihr Studienmaterial fnapper wertigen Charaktere, die später in allen ernſten Kämpfen ver gebrechen die Art der Bestrafung als Ueberschreitung des werden zu sehen, aber nur hiervon versprechen wir uns Aenderung fagen. Züchtigungsrechtes angesehen werden. und Besserung der beklagten Zustände. Bis dahin empfehlen wir Von Kollegialität und Kameradschaftlichkeit beseelt, muß dringend, zu Entbindungen andere Anstalten aufzusuchen, sofern der organisierte, aufgeklärte Arbeiter in beruflichen und sicht der Aften die Beschwerde nicht für begründet halten. Anjtaltsbenutzung nötig ist. Das Virchow- Krantenhaus z. B. hat moralischen Fragen dem gewerblichen Nachwuchs, der jetzt Interessant ist noch, wie Pastor Köppen die Angelegenheit eine eigene und gut eingerichtete Abteilung für Geburtshilfe, in der nach den Festtagen stockenden Fußes und untundig des Weges zu beenden gedachte. Weil in jener Konfirmandenstunde der wegen übrigens die Schwangeren und Wöchnerinnen nicht als Studien- in das Erwerbsleben eintritt, mit Rat und Tat zur Seite 3 beenden gedachte. Weil in jener Konfirmandenstunde der wegen „ Ungehorsam" geprügelte Junge die Hiebe nicht in Demut hine stehen. Wenn der organisierte Arbeiter sich als guter, ge- nahm, verwies der Pastor ihn aus dem Saal. Als dann noch vor rechter und anständig handelnder Mensch zeigt, so wird Schluß der Stunde die Eltern nach dem Gemeindehaus tamen, das auf das empfängliche Gemüt des Lehrlings den lehnte Pastor Köppen in erregten Worten ab, jich sogleich hier mit nachhaltigsten Eindruck machen. Ein solches Verhalten bildet ihnen auszusprechen. Die Eltern verzichteten darauf, ihn in seiner aber auch die beſte Agitation für die Arbeiter organisationen. Der jugendliche Arbeiter, der eine gute Be Wohnung aufzusuchen, und schickten ihren Sohn nun nicht mehr Jugendsettion des fünften Kreiſes. Am Sonntag, den 19. April, handlung erfahren haf, wird, wenn er vollwertiger Neben- um Konfirmandenunterricht. Bei Bajtor Köppen regte sich sodann Ausflug nach Spandau, Hennigsdorf. Treffpunkt 7%, Uhr Alexander- arbeiter geworden ist, den Bestrebungen der organisierten Ar- im Laufe des gegen ihn eingeleiteten Verfahrens der Wunsch, eine play an der Berolina. beiter nicht gleichgültig und teilnahmslos oder gar feindlichussöhnung mit den Eltern zustande zu bringen. Noch ehe gegenüberstehen. Mit einem Wort: Es werden Mitkämpfer ihnen der ablehnende Bescheid des Staatsanwalts zuging, erhielten erzogen. Und die Arbeiterschaft hat ein brennendes Interesse leid getan, daß sie sich nicht in seiner Wohnung mit ihm ausge Am Sonntag, den 19. April, veranstalten unsere jugendlichen erzogen. Und die Arbeiterschaft hat ein brennendes Interesse sie von dem Herrn Pastor einen freundlichen Brief. Es habe ihm daran, tüchtige Mitkämpfer zu erziehen. material dienen. Parteiangelegenheiten. Sechster Wahlkreis. Mitglieder( Gruppe Wedding und Oranienburger Vorstadt), eine Wanderung nach Biesenthal- Liepnig- Bernau. Treffpunkt Stettiner Fernbahnhof. Abfahrt des Zuges 5,52 Uhr, Gesundbrunnen 5,59 Uhr. Fahrt bis Biesenthal. Fahrgeld 1,10 M. Friedenau. Die Genoffen werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" ( E. B.) seine Wanderausstellung vom 16.- 19. April hier in der Homuthstraße im Realgymnasium abhält. Dieselbe lann von jedermann besichtigt werden. Trebbin. Am Sonnabend, den 18. April d. J., abends 81, Uhr, im„ Schützenhaus"( B. Fromm) Wahlvereinsversammlung. Zages. ordnung: Kaffe und Aufnahme neuer Mitglieder, Abrechnung vom legten Duartal 13/14, Jahresbericht, Parteiangelegenheiten, Verfchiedenes. Berliner Elektrische Straßenbahn A. G. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sigung am 7. d. M. beschlossen, für das Geschäftsjahr 1913 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3½½ Proz.( i. V. 5 Proz.) zu empfehlen. Bestimmend für diesen Beschluß war, daß einmal der Wettbewerb anderer Verkehrsunternehmen und die allgemeine schlechte wirtschaftliche Lage einen Rückgang der Einnahmen hervorgerufen haben, daß weiter insbesondere aber die Dringend notwendige Erneuerung des Wagenpartes erhebliche Aufwendungen bedingt. Da auch für die kommenden Jahre zu gleichem Zwecke größere Mittel werden gebraucht werden, außerdem die Hersprochen hätten. Von ihm aus stehe nichts dem im Wege, daß ihr Sohn tonfirmiert werde. Nur für jene Stunde jei er wegen seines Verhaltens ausgeschlossen worden. Wolle er wiederkommen, so tönne er das tun. Der Brief schloß:" Ich schreibe Ihnen dies, unt Ihnen zu zeigen, daß mir viel an einem guten Einvernehmen auch mit den Eltern meiner Konfirmanden liegt. In der Hoffnung, daß ich auch mit Ihnen zu einer Verständigung über den bedauerlichen Fall fommen werde, bin ich Ihr ergebenster M. Köppen, Pfarrer." Die Eltern des geprügelten Konfirmanden gaben dem Herrn Pastor- teine Antwort. Und feine Antwort ist auch eine Antwort". Die Siegesallee unter vermehrtem Polizeifchut. Die Denkmalsbeschädigungen in der Siegesallee haben zur Folge gehabt, daß die Zahl der Polizeimannschaften, die die 32 Marmor gruppen zu überwachen haben, auf acht verwehrt worden ist. Seit gestern versehen die Schutzleute ihren Dienst. Je vier Denkmäler werden von einem Schutzmann namentlich während der Nacht be- ständig bewacht.___ Todessprung aus dem zweiten Itock. Im Hause Weberstraße 22 stürzte sich gestern abend der 48 Jahre alte Schlächter Franz Gagstädter aus einem Fenster des zweiten Stocks auf den Hof hinab. Er blieb init zerschmettertem Schädel bewußtlos liegen und starb auf dem Transport in das Krankenhaus am Friedrichshain. Dauernde Krankheit und Arbeitslosigkeit sind die Gründe der Tat. Fahre nicht über das Ziel! Bisher war es auf der Eisenbahn so, daß man auf der Station, die man über sein ursprüngliches Ziel hinausgefahren war, den einfachen Fahrpreis nachzahlte. Das ist— wie uns ein Leser schreibt— jetzt anders geworden, wie wir Ostern zu unserem Leid- Wesen bei unserer fünfköpfigen Familie erfahren muhten. Jetzt heißt es nachzahlen und außerdem denselben Betrag noch einmal blechen, gewissermaßen als Strafe.— Woher eigentlich die Bahn- direktion die Berechtigung zu einer solchen ungerechten Besteuerung des Reisenden herleitet, ist nicht ersichtlich. Sie schlägt einfach einen UkaS auf den Bahnhöfen an und überläßt es dann. dem reisenden Publikum, sich damit abzufinden. So wurden auch wir als lieber- zielfahter von dem Bahnvorsteher in Eichwalde darauf aufmerksam gemacht, daß dieser Anschlag schon im Juni vorigen Jahres erfolgt sei. Und tatsächlich, er hängt nicht nur da, sondern auch auf den: Görlitzer Bahnhof aus. aber gelesen hatten wir ihn nicht. Dazu gehört überhaupt Zeit, denn man muß sich das Eisenbahndeutsch erst verdeutschen. Und hiernach hieße eS;„Fährst Du übers Ziel, dann zahlst Du doppelt!" Denn was sonst noch in dem Anschlag gesagt ist über die Lösung der Zuschlagkarte vor Erreichung der Zielstation, kann doch bloß als Scherz aufgefaßt worden. Man kann sich nämlich die.Be- strafung" ersparen, wenn man vor Erreichung der Zielstation das Nachlösen der Zusatzkarte besorgt, d. h. man läßt seinen Zug weg- fahren, löst die Karte und fährt dann, so Gott will, mit dem nächsten Zug. Immer korrekt.— Wir möchten der Bahndirektion den Vor- schlag machen, die jetzt leere Rückseite der Fahrkarten mit einem ent- sprechenden Hinweis zu bedrucken. Er braucht nicht ganz so lang zu sein wie der Anschlag auf den Bahnhöfen. Eventuell sind wir zu Vorschlägen bereit. Dann noch eins. Man sollte auf der Görlitzer Bahn, da wir gerade von dieser sprechen, doch dafür sorgen, daß mehr Sitzgelegenheit auf dem Bahnhof selbst für das wartende Publikum geschaffen wird. Heute sieht man sich bald die Füße in den Leib, wenn man auf den nächsten Zug zu warten hat. Und noch ein«. Des Sonntags abends ist die Bedürfnisanstalt für Fracken in EichWaldc in einem Zustande, daß eine Frau fie nicht betreten kann. Auf den anderen Haltestellen wird eS nicht viel anders sein. Abhilfe tut hier dringend not, eventuell durch An- pellüng von Wartefrauen.____ Zum Köpenicker Bootsunglück. Seit dein Unglück bei Spindlersfeld sind einige Wochen ver- strichen. Die Opfer der Katastrophe sind bis auf Mathilde Heide- brecher geborgen und beerdigt. Nach dem.Lokalanzeiger" und der .Morgenpoft" soll zwar auch die letztgenannte Arbeiterin gefunden worden sein, aber die Nachricht ist falsch. Sie hat sogar schon Un« heil angerichtet, denn auf die Mitteilung hin kamen Verwandte, welche die Notiz gelesen hatten, mit Kränzen, um der Verunglückten das letzte Geleit zu geben. Und weil sich der Irrtum herausstellte, wurden die Kränze auf den Gräbern der übrigen Opfer des Un- glückS niedergelegt. Bis heute hat man noch nichts gehört davon daß die Leiche der Arbeiterin Heidebrecher gefunden worden ist, man hört auch nichts davon, daß besondere Bemühungen im Gange wären, die Leiche zu finden. Ja: Wenn es sich um die Tochter eineS StadtvaterS oder einer anderen höher gestellten Persönlichkeit handelte, würde man lange Artikel in den Berliner Zeitungen lesen über die fieberhaften Anstrengungen, die wegen Auffindung der Leiche gemacht würden. Aber so handelt eS sich ja nur um ein Mädchen ouS dem Volke, um die Tochter einer armen Arbeiter- frau.---- Noch nicht ermittelt. Das rätselhafte Verschwinden der kleinen Margarete Ruske auS Baumschuleirweg harrt noch immer der Aufklärung. Von jenem unbekannten Manne, der die Kleine vor mehreren Wochen entführt hat, ist bisher noch keine Spur entdeckt worden. ES können nur noch zwei Möglichkeiten vorliegen, entweder hält der Unbekannte daS Kind zu unsittlichen Zwecken versteckt, oder die Kleine ist gar nicht mehr am Leben. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei werden nach beiden Richtungen hin vorgenommen. Auf die Aussetzung der Belohnung von 300 M. hin haben sich zwar eine Reihe von Personen gemeldet, die eine eingehendere. Beschreibung von dem fremden Manne zu geben vermochten, doch hat sich nicht mit Sicherheit feststellen lassen, welche Richtung der Entführer mit seinem Opfer ringe- schlagen hat.__ Das morsche Geländer. Ein Leser schreibt uns: Böse Erfahrungen machte ich am Montag- nachmittag an der Abfahrtstelle der Sterndampfer in Tegel. Jck> löste Fahrkarten nach Tegelort und begab mich mit meinen beiden 5 und g Jahre alten Söhnen zur Landungsbrücke 3. Der Dampfer fuhr gerade ab, obwohl noch zirka 100 Personen auf der Brücke standen, die nicht ntitkamen, da der Dampfer besetzt war. Ich hielt mich mit meinen beiden Söhnen am Lande auf, um auf den nächsten Dampfer zu warten. In wenigen Minuten aber sammelte sich eine größere Menschenmenge an und ich wurde mit meinen Kindern gegen das Geländer des Bollwerks gedrückt. Und da der andere Dampfer be- reits angelegt hatte, ivar es mir mit dem besten Willen nicht mehr möglich, mit meinen Kindern zurückzukommen. Wie mir ging eS auch andern. Um ein Totguetschen meiner Kinder zu verhüten, nahm ich beide vor mir, stemmte beide Arme gegen daS Geländer und hielt mit meiner Kehrseite die nachdrängende Menge zurück. Doch daS Geländer war morsch und verfault, eS hielt dem Druck nicht stand und brach. Ich fiel auf die Knie und wehrte mich verzweifelt. meine Kinder in den Armen haltend, welche auch schon am Boden lagen. Ich hatte die eine Schulter gegen einen stehengebliebenen Pfeiler gestemmt; was nun, wenn auch dieser brach? Ich sah mich mit meinen Kindern ins Wasser stürzen und viele andere hinterher. Doch daS geschah glücklicherweise nicht. Ich ivurde in dieser Situation irre an der Umsicht der Behörde, die es zuläßt, woS dich immer und immer wiederholt. Und ich frage: Wozu ist ein Gtländer da? Ist es nur eine Warnung, daß man nichr weiter gehen darf? Oder ist es dazu da, ein Abstürzen zu verhindern? Wenn es eine Schutzvorrichtung sein soll, so muß sie ober mindestens so beschaffen sein, daß sie den Anforderungen entspricht. Ich vermag mir die Folgen nicht auszudenken, wenn an meine Stelle eine schwache Frau gestanden hätte. Verwunderlich ist e§ nicht, daß der dort weilende Schutzmann es nicht für nötig hielt,, mich zu Protokoll zu vernehmen oder wenigstens meine Adresse sestzüstellen, obwohl er die Frage an mich stellte:„Ach. Sie sind der Mann?" Spielthier nicht Schutzmann und Geländer die gleiche Rolle?" Ein Zusammciistost eines Pferdeomnibusscs mit einem Straßen- bahnwagen hat sich am gestrigen Mittwochmittag gegen V,1 Uhr in der Brunnenstraße zugetragen. Dort scheuten vor einem vorüber- sausenden Automobil die Pferde eines Omnibusses der Linie 23 der Allgemeinen Berliner OmnibuS-Aktien-Gesellschast und gingen durch. Die Tiere jagten die Brunnenstraße entlang, direkt auf einen ent- gegenkommenden Straßenbahnwagen der Linie 11 zu. Im letzten Augenblick bogen die Pferde zwar zur Seite, doch wurde der Omnibus gegen den Bahnwagen geickileudert. An dem Motorwagen wurde der Vorderperron beschädigt und zwei Seitenscheiben wurden zertrümmert: an dem Omnibus wurde die Seitenwand demoliert. Zwei Fahrgäste de» Straßenbahnwages erlitten einen Nervenchok. Beide Damen mußten die Hilfe der nächfien Unfallstation in An- spruch nehmen und wurden von dort aus nach ihren Wohnungen gebracht. Sechs Jnsaffen des Omnibusses Nagten über Sckunerzen, setzten aber ihren Weg fort. Straßcnbahnunfall. Gestern abend gegen 8V3 Uhr wollte ein sechsjähriges Mädchen, welches bei dem Produktenhändler Klose in der Hollmannstraße 3S zu Besuch weilte, den Fahrdamm dieser Straße überschreiten. Dabei geriet sie gegen einen Wagen der Städtischen Straßenbahn, wurde umgestoßen und kam unter den Schutzrahmen zu liegen. Erst durch Anheben des Wagens konnte die Kleine befreit werden. In schwerverletztem Zustande wurde fte zur Unfallstation gebracht. Das Berliner Aquarium ist neuerdings durch die Bemühungen der Biologischen Anstalt in Helgoland in den Besitz einer Anzahl großer Lumpfische gelangt, die zusammen mit großen Dorschen und einem Stör in dem großen, runden� Becken der Seewasser- abteilung untergebracht sind. Die Lumpfische, auch Seehasen ge- naunt, fallen durch ihre eigenartige, man möchte sagen koffersörmige, gedrungene Gestalt und die merkwürdige Eigenschaft auf, daß sie im- stände sind, sich mittel« einer an ihrem Bauche befindlichen Saug- scheibe an Steinen festzuheften. Ferner üben diese sonderbaren Tiere eine Art von Brutpflege in der Weise aus, daß der vom Weibchen abgelegte, rosa gefärbte Laich vom Männchen bewacht wird. Leider ist die Haltbarkeit dieser meiste nur im Frühjahr zu uns gelangenden Fische nicht gut, so daß eS sich empfiehlt, diese Be- wohner der nordischen Meere je eher je lieber in Augenschein zu nehmen. Der Zentralarbeitsnachweis teilt uns mit, daß er am20. d. MtS. eine neue Abteilung für weibliches Hauspersonal in der Koppenstraße 1, Ecke Stralaucr Platz, eröffnet. Dicht am Schlesischen Bahnhof gelegen, soll diese Zweiastelle den aus der Provinz ankommenden Mädchen ermöglichen, kostenlos Stellungen zu bekommen und den Hausfrauen dieser Gegend Gelegenheit geben, sich mit Mädchen von außerhalb zu versorgen. Mit dem Arbeits- Nachweis ist eine Herberge verbunden, in der fremd nach Berlin kommende Mädchen sauber und billig Unterkunft finden. In den Nachmittagsstunden von 4—7 Uhr werden Mädchen für Alles, Köchinnen, Hausmädchen. Kindermädchen vermittelt. Vor- mittags von 8—12 Uhr findet die Vcrmittelung von Waschfrauen, Reinmachefrauen, Aufwärterinnen und Aushilfen statt. Be- stellungen erfolgen durch Postkarte 80 17. Koppenstr. 1. oder durch telephonischen Anruf: Amt Alexander 2230. Borträge über Waisen- und Bormundschaftsrecht, sowie über Armen- nnd Fürsorgewesen. Im Sommersemester finden an jedem Mittw och abend (8— 0% Uhr) vom 22. April ab Vorlesungen über„Waisen- und Vormundschaftsrecht" in dem Schulgebände Hinter der Garnisonkirche 2 statt. Die Abhaltung der Vortr-vge hat der Leiter des Vormundschaftsamtes. MagistratSrat Dr. Schoenberner, übernommen. Am Donnerstag, den 23. April, beginnt ferner in dem gleichen Gebäude ein Vortragszyklus über Armen- und Für- s 0 r g e w e s e n. Die Vorlesungen, die an jedem Donnrcstagobend von 8— g°/4 Uhr stattfinden werden, sind vornehmlich für die Mitglieder der Armenkommissionen bestimmt. Indessen können auch andere Personen, soweit der Platz reicht, daran teilnehmen. Die Vorträge umfassen etwa zehn Abende, sie sind für un- besoldete Gemeindebeamte unentgeltlich. Anmeldungen können abends»m Amtszimmer des Dirigenten erfolgen._ Ein gefundenes Portemonnaie. Am zweiten Feiertag ist in einem Abteil 3. Klasse in einem Zuge Angermünde— Berlin in EberSwalde ein Portemonnaie mit Inhalt gefunden worden. Das- selbe ist beim Bahnhofsvorsteher in Eberswalde abzuholen. Verkäufliche Wahlurnen. Der Magistrat hat die früher alS Wahlurnen verwendeten etwa 40 X 31 X 40 Zentimeter großen Blechkästen den Gemeindekirchenrälen, OrtSkrankenkaffen. Vereinen und auch Privatpersonen zum Ankauf für einen geringen Teil der Selbstkosten zur Verfügung gestellt. Etwa gewünschte Urnen können auch jetzt noch in der Markthalle X. Am ArmmiuSplatz. angekauft werden. Aus der Selbstmordchronik. In der vergangenen Nacht hat sich auf der Fahrt vom Alexanderplatz nach dem Oranienburger Tor ein etwa fünfzig Jahre alter Mann m einer Pferdedroschke erschoffen. Der Kutscher brachte den unbekannten Fahrgast nack» der Unfall- station in der Eichendorffstraße, wo der Arzt den Tod feststellte. Die Persönlichkeit des Mannes konnte noch nicht ermittelt werden. Er hat dunkelblondes, meliertes Haar und ebensolchen Bart. Be- kleidet war er mit einem grauen Ueber, zieher: sein Taschenttich ist R. 8. gezeichnet. Die Leiche wurde dem Schauhause überwiesen.— Ein Opfer seiner W e t t l e i d e n s ch a f t ist der 58 Jahre alte Zug- führer a. D. Franz Haehle ouS der Auguslstraße geworden. Er er- schoß sich aus Verzweiflung über seine Spielverluste an der Tier- garten-Allee.— In seiner Wohnung am Eliiabetbufer suchte sich der 29 Jahre alte praktische Arzt Alfred L. mir Morphium zu vergiften. Er wurde nach dem Krankenhaus Bethanien gebracht. Das Motiv der Tat soll in Schwierigkeiten zu suchen sein, die sich seiner Ver- heiratung entgegenstellten.' Berichtigung. In dem Bericht von dem Bundestage der Arbeiter- somariter muß es am Schluffe natürlich heißen.Bundesmitglieder dürfen nickt gleichzeitig dem„Roten Kreuz" angehören", der nicht allein den Bund bekämpst und ibm die Aerzte abtreibt, sondern auch als pattiotisch-vaterländische Organisation die„Volkskranlheit" Sozialdemokratie bekämpft. vorottnachrichten. Nowawe». Das von der Konsumgeuoffenschaft„Hoffnung" für Potsdam und Umgegend an der Husarenftraße hiericlbst nach den Plänen des Architekten Arno Neumann erbaute Zentrallager wurde Ende voriger Woche durch die Verwaltung sowie die Filialleiter und einen engeren Kreis von Personen aus der Arbeiterschaft besichtigt. Das drei- stöckige Wväude enthält große, helle Lagerräume, eine Einrichtung zur Herstellung von Selterwasser und Limonaden sowie eine Kaffee- rösterei nebst einem«bwiegeraum. Die Lagerräume, die einen Fuß- boden au« künstlichem Steinbolz und eine schalldämpfende Decke haben. sind miteinander durch eine» elektrisch betriebenen Fahistnhl ver- bunden. Auch der geräumige Boden und die Kellerränme sind zur Aufbewahrung von Waren eingerichtet. Die im Betriebe vorgeführte Selterwaffer- und Limonadensabrikation geschieht mittels neuester Maschinen, die gleichfalls elektrischen Antrieb haben. Das benötigte LettungSwaffer wird vor seiner Verwendung durch eine» Berkefeldfilter einer nochmaligen Reinigung unterzogen, um den Mitgliedern ein völlig reineS Getränk, zu dem nur die besten Fruchtsäste und Extrakte verwendet. werden, zu bieten. Die Reinigung der Flaschen geichieht durch eine große Spülmaschine. Obwohl die Lagerräume für eine länget e Reihe von Jahren ausreichend erscheinen, ist doch Vorsorge für etwa später notwendig werdende Anbauten getroffen. Auf dem südlichen Teile des Grundstücks, dicht an der projektierte« Straße, befindet sich das Stallgebäude, während an der Ecke der Husaren- und der neu angelegten Straße sich ein Wohnhaus im Rohbau erhebt, das drei Dreizimmer-, neun Zweizimmerwohnungen. einen Laden, Bureauräume und ein Sitzungszimmer enthält. Die ganze Front an der Husarenstratze bleibt späteren Wohnhaus- anbauten vorbehalten. Die Besucher waren von dem Gesehenen vollauf befriedigt. In nächster Zeit soll auch den übrigen Genossen- schaftsmitgliedern Gelegenheit zur Besichtigung gegeben werden.— Am nächsten Sonnlag. den 19. April, mittags 1 Uhr, findet im .Friedrichsgarten" in Potsdam die Generalversammlung der Konsum- genosienichaft statt. Potsba«. Ein großes Schadenfeuer brach vorgestern mittag um'/zl Uhr auf dem Gehöft des Landwirts Brase in der Dorfftraße in Bornim aus. das sich bald vom Wohngebäude auf die Scheunen und Ställe ausdehnte. Flugfeuer setzte bei dem herrschenden Winde auch da« Nachbargehöft des Landwirts Wulkow in Brand. Im Nu waren die Ställe und Scheunen mit einen, Wohnhaus ein Flammenmeer- Zuerst rückte die Bornimer Wehr an. die aber gegenüber dem Feuer machtlos war. Man requirierte die Potsdamer Berufsfeuerwehr, die mit ihrer Automobilspritze ankam. Brandinspektor Edel ließ sofort gewaltige Wassermassen auf die Nachbargebäude schleudern, um sie zu retten. Die brennenden Objekte wurden bis auf den Grund ein- geäschert. Vieh und Haustiere wurden gerettet. Der Brandschaden ist sehr bedeutend und die in den Scheunen lagernden Erntevorräte sind vernichtet. Vom Bierfaß erschlagen. Ein tragisches Ende fand der 53jährige Bierfahrer Karl Wilke aus der Alten Luisenstraße 82. W. war bei der Brauerei Senst beschäftigt und sollte vor dem Hause Jäger- allee 12 eine halbe Tonne abladen. Als er das Gefäß bereits vom Wagen gehoben hatte, glitt er auf dem Damm aus, das Faß ent- rollte seiner Hand und fiel ihm auf den Kopf. Der Schädel wurde dem Bedauernswerten zertrümmert und röchelnd stürzte er auf den Boden. In wenigen Minuten war W. eine Leiche. Er hinterläßt eine Frau und mehrere Kinder. Steglitz-Friedeua«. A« Dienstag, den 21. April, abends 8'/, Uhr, findet bei Schell- Hase, Ahornstr. 15a, die außerordentliche Generalversammlung de« Vereins Arbeiterjugendheim statt. Sehr wichtige Tagesordnung. Mitgliedskarte legitimiert. Lichterfelde. Zur Teilnahme an der Beerdigung des kleinen Werner Hahn wollen sich die Genossinnen am Freitag, nachmittags Uhr, zahlreich Steinstraße 6 einfinden. Lichtenberg. Zn dem gestern berichteten Borgang, der sich am zweiten Feier- tag am Stadtpark abspielte, wird uns mitgeteilt, daß der betreffende Knabe zu der Zeit, als er mit der Fußbank auf den S— 8 Jahre alten Junge» einschlug, allein in dem Automobil gewesen sei. Erst nach der Tat sei der Knabe in da» Haus Parkaue 3 gelaufen, in welchem sich seine Angehörigen bei Bewohnern auf Besuch befanden. Kurz daraus seien die Inhaber mit dem Auto davon gefahren. Des weiteren ersucht der Augenzeuge des Vorganges mitzuteilen, daß etwaige Anfragen der Eltern des verletzten Knaben an Otto Stiller, Franfturter Allee 109. nicht 100, wie gestern irrtümlich mitgeteilt wurde, zu richten find. Britz. Freitag, den 17. April, abends 8'/, Uhr: Generalversammlung des Vereins Jugendheim. Da wichtige Entscheidungen zu treffen sind, ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Pankow. An deu Feiertagen sind im Schloßpark Spormarlen der Volk«- fürsorge a 50 und a 10 Pf. gefunden worden. Der Eigentümer kann dieselben im Lokal von Mandel, Am Schloßpark, abholen. Sitznugstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Britz. Freitag, den 17. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Rathaus. Diese Sitzungen sind Isfentlich. Jeder Gemeindeangehdrige ist be- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Gerichtszeitung. Der Betrugsprozeß gegen die„Sparia". Ein Tauer-Rckord wird durch den Strafprozeß aufgestellt wer- den, dessen Verhandlung gestern vor der 7. Strafkammer des Land- gerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schnitzker begann. Das schon vor Jahresfrist eingeleitete Strafverfahren richtet sich gegen den Kaufmann August Hübner in Berlin-Rummelsburg und 31 ftir ihn tätig gewesene Agenten, von denen nur 18 persönlich anwesend, die übrigen, auswärts wohnenden, aber vom Erscheinen an hiesiger Gerichtsstelle entbunden sind. Es handelt sich um den schwindelhaften Geschäftsbetrieb der„Kommanditgesellschaft Sparia, August Hllbner", die sich mit Darlehnsvermittelungen beschäftigte und ihre Tätigkeit über ganz Deutschland verbreitete. Hübner, der persönlich haftender Gesellschafter der„Sparia" war, steht unter der Anklag« des vollendeten und versuchten Betruges in zahllosen Fällen, ferner der vollendeten und versuchten Erpressung, der Fälschung von Beitrittserklärungen, der Unterschlagung und der wissentlich falschen Anschuldigung. Er ist beteiligt an mehr als 1000 Einzelfällen. Tie Mitangeklagten, die Agenten der„Sparia" waren, sind des Betruges, des versuchten Betruges und der Beihilfe beschuldigt. Die Anklage, die 480 gedruckte Seiten umfaßt, wird vom Staatsanwalt Dr. Gutjahr vertreten, der zur Vorbereitung der Anklage neun Monate Urlaub erhalten hatte. Nach Ansicht de? Staatsanwalts gehört die„Sparia" zu denjenigen schwindelhaften Darlehnsvermittelungsinstituten, die zur Landplage für Deutsch- land geworden sind. Ter Betrieb der Gesellschaft ist schon seit vier Jahren im Gange, ihre Geschäftspraktiken haben schon vielfach die Behörden beschäftigt. Hübner und seine Agenten sind schon mehr- fach in Celle, Hannover, Liegnitz, Bremen usw. in Anklagezustand versetzt worden, es erfolgte aber fast immer Freisprechung. Trotz- dem steht die Staatsanwaltschaft auf dem Standpunkt, daß der ganze Geschäftsbetrieb der„Sparia" auf Schwindel beruht.— Bei dem Riesenumfang, den die Verhandlung annehmen wird, sind zwei Ersatzrichter bestellt werden. Da es sich darum hand-ch..>as ganze Geschäftsgebaren des Angeklagten Hübner beztv. der„Sparia" auf- zurollen, sind etwa 1000 Akten aus Zivilprozessen herangezogen worden, zu deren Beherbergung ein großes Aktenregal hinter dem Richtertisch aufgestellt ist. Hübner ist im Jahre 1882 in Hannover als Sohn eines Eisenbahnkanzlisten geboren, er hat eine Realschule bis Quarta besucht und dann die kaufmännische Laufbahn einge- schlagen. Er lernte zunächst bei dem Darlehnsvermittler und In- Haber eines Sportbureaus Blume, war dann in dem kleinen Ziga- retteugeschaft seiner Mutter tätig und begründete schon im Jabre 1905 eine.Internationale Finanz- und Sportsostictät". Diese Ge- sellichaft unter Leitung des damals 23 jährigen Hübner betrieb Dar- lehnsvermittelungen und Auskünfte in Sportangelcgenheiten, Ver- Eingegangene Druckschriften. Der Selbstfabrikant für Küche und Haus. Von C. Beek. Geb. 1,200. Die Auflaffungskosten betragen ausschließlich Stempelfoffett, die schon bei einem eventuell notariellen Vertrag verwendet sind, 2 M.-N. R. 19. Nicht festzustellen. Marktpreise von Berlin am 14. April 1914, nach Ermittelungen 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Nichtstroh 0,00. eu 7,60-8,00. Katarrhe und Tod. Winke nach Dr. Doebereimers. 20 Pf. des fgl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 00,00-00,00, Donau Briefkasten der Redaktion. Die zum Preise von 20 bis 40 Bf. in der Buchhandlung Vorwärts erhältlichen Führer" dienen zur Information über Fragen auf den verschiedensten Rechtsgebieten. Martthallenpreise. 100 Kilogr. Erbjen, gelbe, zum Kochen 34,00-50,00. Speisebohnen, weiße 35,00-60,00. Linien 40,00-80,00. Kartoffeln( Kleinhdl.) 4,00-7,00. 1 Silogramm Rindfleisch, von der Steule 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3,00. Stalbfletid 0,00-0,00. Aale 60 Stud Eier 3,00-4,80. 1 Kilogramm Karbien 1,20-2,40. 1,80-3,20. Bander 1,60-3,40. Hechte 1,60-2,80. Barsche 1,00-2,20. Schleie 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd Strebje 3,50-24,00. Witterungsübersicht vom 15. April 1914. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Better Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° E.= 4° N. wertung von Tips usw. Am 7. Januar 1907 ist er wegen Betruges zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Diesem Urteil lagen 450 Einzelfälle zugrunde. Der Grundgedanke seines damaligen Geschäfts war schon der gleiche wie bei der später von ihm ins. Abigt, Wiesbaden. Leben gerufenen Sparia". Wie das zur Verlejung gelangte Urteil ergibt, mußten ihm Agenten im ganzen Deutschen Reiche Leute zuführen, welche Geld fuchten; die Agenten nahmen Darlehns anträge auf Formularen entgegen und mußten sich sogleich Vorschuß zahlen lassen, der je nach der Höhe des beantragten Objekts abgestuft war. Die damalige Finanzjozietät besaß kein Geld und hatte auch keine Hintermänner, so daß sie gar nicht imstande war, die Die juristische Sprechstunde findet inde attraße 69, vorn vier Treppen gewünschten Darlehen zu gewähren. Während er seine Strafe ver- abrkubl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, büßte, starb seine Mutter und hinterließ ihm ein unbedeutendes von 4% bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort fleines Kapital, Kapital, welches Hübner bald aufbrauchte. Bald wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt tk, nachdem er im Juli 1908 das Gefängnis verlassen hatte, begründete verden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 5. S. 92. Die fraglichen Verhältnisse sind uns leider nicht bekannt. er in Hannover die Sparia", National- Rabait- Sparsystem, als eine sogenannte Gesellschaft mit zehnjähriger Dauer, an der jeder Jedenfalls würden Sie bei der betreffenden Betriebsinspektion Auskunft erhalten. Redner 1000. Melden Sie sich bei der Arbeiterbildungsschule gleiche Rechte haben sollte. Das ganze Unternehmen hatte eine an. Bielleicht erreichen Sie dort den erwünschten Zwed... 100. E. A. 87. Das haben wir uns nicht gemerkt, fragen Sie bei Swinemde. 765 NM gang phantastische, raffinierte Grundlage. Die„ Sparia" siedelte 3a. Walli 27. Sönnen Sie durch die Hamburg 769 NNW im Jahre 1911 nach Berlin über und sandte ihre zahlreichen Agenten der Direktion des Zirkus direkt an. 2. E. 29. Ja. R. B. 1. 1. und 2. Nein. in alle Welt hinaus. Die Geschäftsmethode des Angeklagten soll Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 69, zum Preise von 1,30-1,50 M. beziehen. Berlin A. O. 7. Darin Franff. a.M 772ND 7 Aberdeen 774 WSB Die Abweisung der Klage ist möglich. München 770 N 4 bedeckt 5 Paris 773 ND darin bestanden haben, die Leute, die Geld suchten, unter falschen fann Berzeihung gefunden werden. 766 6 .. 50. 1. Es bleibt nur Klage übrig. 2. Ja, sofern der Erbfall Bien 3 Regen Vorspiegelungen als Mitglieder" oder„ Abonnenten" zu verpflichWetterprognose für Donnerstag, den 16. April 1914. ten; fie mußten zwei bis drei Jahre lang einen Beitrag von 10 bis eingetreten ist und Sie im Besitz eines Schuldtitels find. 3. Beschaffen Sie sich ein Armenattest und beantragen Sie unter Ueberreichung desselben Vielfach heiter, nachts sehr fühl, am Tage wieder wärmer bei mäßigen 15 M. zahlen, alsdann erhielten sie eine Abonnements- Mitglieds- bei dem Landgericht in Potsdam die Bewilligung des Armenrechts und Altersrente 66. 1. Mit Vollendung des westlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. tarte zugestellt und ahnten nicht, daß sie damit auf Jahre hinaus Betordnung eines Anwalts. Berliner etterbureau. mit Beitragszahlungen festgelegt wurden. Bei nicht rechtzeitig er- 70. Lebensjahres. 2. 1200 Beitragswochen. 3. Bei dem Versicherungsamt 2. 37. Etwa 8 M. Die Umschreibung ist noch bis zum Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitag folgter Kündigung, die von Hübner noch dazu vielfach geleugnet 1. Mai zu erreichen. Parzelle 1. Das ist abhängig von den eventuell mittag: Im Westen, etwa bis zur Dder hin, meist heiter und troden, im oder direkt hintertrieben worden sein soll, mußten sie abermals 10 bestehenden ortspolizeilichen Vorschriften. Fragen Sie deswegen bei der Often noch veränderlich, aber feine erheblichen Niederschläge. Am Tage 2. Sie haben auch für den Fall der Konkurs. wieder überall etwas wärmer; in der Nacht zu Donnerstag, besonders im bis 15 M. auf Jahre hinaus zahlen, ohne irgendwelche erkennbaren Drtspolizeibehörde an. Vorteile von der„ Sparia" zu haben, und kamen in Gefahr, durch eröffnung einen Anſpruch auf Auflaſſung, falls ein notarieller Kaufvertrag besteht. südlichen Binnenlande, vielfach' Nachtfrost. " ihre verpflichtet in Soldin. 767 3wollig 5halb bd. 7 Haparanda 760 N 4 wollen! 2 4 bededt 6 Petersburg 750 6 Scilly 2 Nebel 1 7740 3 heiter 1 bedeckt 2 wolfen! 6 4 wolfen! 6 färe einmalige Verbindung der Gefelligets geitlehem best fate Invaliden- Unterstützungskasse der Gürtler Allgemeine Kranken- u. Sterbekaffe zu werden. Es kam zu zahlreichen Zivilprozeffen, und zwar follen in etwa zwei Jahren an die tausend Prozesse dieser Art die Gerichte beschäftigt haben. Die gestrige Verhandlung beschränkte sich zunächst auf eine kurze persönliche Vernehmung der Angeklagten, von denen einzelne, versichern, daß sie selbst von Hübner betrogen wor den seien. Für die Verhandlung find vorläufig Sigungstage bis Mitte Juni angesetzt worden. ,, Die bedauerliche Vorliebe deutscher Frauen für Ausländer hat dem Angeklagten seine Straftaten ziemlich leicht gemacht" Achtung! zu Berlin. S. 42, Oranienstraße 138. Achtung! Montag, den 20. April 1914, abends 6 Uhr: General- Versammlung aller Mitglieder der Metallarbeiter. V. a. G. Hamburg. Mitglieder- Versammlungen der Filialen ſo bemerkte gestern der Vorfikende der vierten Straflammer des der Invaliden- Unterfügungskaffe der Gürtler zu Berlin siiale Berlin 1: in den Arminhallen, Kommandantenstr. 57/58. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Bericht der Revisoren. 2. Ergänzungswahl zum Borstand. 3. Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 5, Abs. 3. 4. Verschiedenes. Die Bersammlung wird präzise 6 1hr eröffnet. 284/12 Zutritt haben nur Kassenmitglieder. Der Vorstand. J. A.: Maynz, Borsigender. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Norden 4518. Geschäftsstelle: C. 54, Muladftr. 10 I. Fernspr.: Amt Landgerichts II, Landgerichtsdirektor Dr. Seligmann, bei der Urteilsverfündung in einem umfangreichen Heiratsschwindelprozeß. Auf der Anklagebant jag der aus Rumänien stammende angebliche Ingenieur Georges Popescu, ein schwarzhaariger, verwitterter Ge selle, in dessen Geficht sich alle möglichen bösen Leidenschaften und Laster ausprägten. Vielleicht waren es gerade diese sonst nicht sehr anziehenden Eigenschaften des Herrn Popescu, welche die auf der Zeugenbank fißenden 12 Mägdelein im Alter von 35 bis 40 Jahren Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird erwartet, daß die Mitglieder so betört hatten, daß sie nichts sehnlicher gewünscht hatten, als möglichst bald Madame Popescu" zu werden. Die Beweisaufnahme zahlreich erscheinen und gelangen am Eingang des Saales die Jahresentrollte wieder das in den Moabiter Strafkammersälen alltägliche berichte nebst dem Antrag des Vorstandes zur Berteilung. Bild von der unglaublichen Leichtgläubigkeit alternder Mädchen, bei denen jede Vernunft verschwindet, wenn sie das Wort„ Heirat" hören. Der Angeklagte, der sich als Ingenieur oder Fabrikbefizer ausgab, hatte die betrogenen Mädchen fast ausschließlich in dem Café Fürstenhof" am Potsdamer Plaz kennen gelernt. Er sprach fie in gebrochenem Deutsch an, und die Mädchen, die in dem Ausländer irgendeinen egotischen Millionär oder Fürsten vermuteten, Tießen sich auch gleich in ein Rendezvous mit dem Angeklagten ein. Als der Rumäne dann das elektrisierende Wort„ Heirat" aussprach, ließen sie sich zumeist auch näher mit ihm ein und stellten ihm, wenn er sich in momentaner Geldverlegenheit" befand, ihr Portemonnaie zur Verfügung. Auf diese Weise brachte es Popescu fertig, zu gleicher Zeit neun Bräute zu haben. Bei seinen Schwinde Teien spielte die Hauptrolle ein angeblich in Glogau geführter Prozez, in welchem er sofort die Gebühren für einen Sachverständigen bezahlen müffe, anderenfalls er den Prozeß verlieren würde. Auf diesen Schwindel fielen die heiratswütigen Weiblein auch hinein und gaben dem Angeklagten Summen bis zu 2000 M. Einer der Geschädigten, die sich Mutter fühlte, gab der Angeklagte den Rat, fich mit einer„ weisen Frau" in Verbindung zu sehen. Die hierin liegende Aufforderung zu einem Verbrechen konnte jedoch wegen Staatseingetretener Verjährung nicht mehr verfolgt werden. anwalt Burczek bezeichnete das Verhalten des Angeklagten als ge= miffenlos, gemeingefährlich und herzlos und beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Jahren. Das Gericht erkannte auf 2½ Jahre Gefängnis. Wie der Vorsißende bemerkte, babe der Angeklagte die Mädchen in der schamlosesten Weise ausgebeutet, wobei ihm deren fast unglaubliche Torheit und ferner die höchst bedauerliche Vorliebe deutscher Frauen für Ausländer zustatten ge= tommen sei. Sonntag, den 19. April, nachmittags 2 Uhr, im Lokal von Boeker, Weberstraße 17: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht vom 1. Quartal 1914. 2. Aufstellung der Delegierten zum diesjährigen Verbandstag. 3. Berbandsangelegenheiten. dieser 42/19 Diese wichtige Tagesordnung macht es jedem Mitgliede zur Pflicht, in Bersammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert zum Eintritt. Die Ortsverwaltung. Ziehung am 23., 24. u. 25. April ardinenGard Spezialhaus Quittung über Beiträge zum Bebel- Fonds. Emil Lefèvre Stranzüberschuß Abt. 9a durch Lorenz 5,60. Pflichtanteil 50 Prozent Lotteriegewinn 4,25. Kollegen der Firma Hauff, Blumenftr. 32 4,80. Rranzspenden von den Kollegen ber Firma Motorfabrit Magnet, Beißensee 15,55. Berlin S, Oranienstr. 158. 5. Streis auf Listen 72,05. Darunter: I. Abt. durch Genoffin Blum 6,75, I. Abt. durch Gen. Chilewski 1,15, II. Abt. durch Gen. Weise 27,25, III. Abt. durch Gen. Braun 10,50, IV. Abt. durch Gen. Thiemede 7,15, VI. Abt. durch Gen. Hader 16,-, VII. Abt. durch Gen. Boettcher 3,45. Ueberschuß vom Märzfranz der freiorganisierten Arbeiter bei Flohr, Berlin 43,25. 4. Streis ertra. Von den Bauarbeitern Konsumbau Lichtenberg durch Haida 9,- 4. Streis auf Listen 1679,90. S., Wilmersdorf 10,-. Einige Diener der Firma Bertheim, Leipziger Straße 3,60..., 6. Nate 168,-. 6. Areis. extra statt Märzfrang Typographia St. Urban 54,85. 6. Kreis, Deutsche Maschinen- Bertriebsgesellschaft( Chauffeeftr. 128/129) 28,10. 6, Streis. Wunderbare Neuheiten, Gardinen, Stores, Vitrages, Tüllbettdecken etc. in allen Stilart. Abge- Dekorationen paßte mit Querbehang. Allovernettüll, Fenster 5,75 von den Arbeitern der Firma St. Schöning( Abteilung Maschinenbau) 11, Etamin( buntfarb.) ,, 6,75 6. Kreis, Märzfranz- Ueberschuß v. b. Kommrich- Wert 12,35. 6. Streis auf Liften 1068,42. Ueberschuß der Märzfranzspenden von den Arbeitern und Arbeiterinnen der Firma Mir u. Geneft 68, Die Sammlungen zum Bebelfonds sind noch nicht abgeschlossen. 1 Posten reichgestickter Erbstüll3. Strassburg. Münster Geld- Lotterie 250 000 Lose. 9339 Geldgewinne Mk.: 250000 Hauptgewinne Mark Nur Bar- Geld 75000 30000 20000 10000 Strassburg. Munster Geld- Lose à 3 Mk. Porto und Liste extra 30 Pf., zu haben in allen Lotteriegeschäften, Loseverkaufsstellen und durch Beitere Beiträge find zu richten an Emil Boeste, Berlin SW 68. Bettdecken mit Volant Lud. Müller& C Lindenstraße 2 1. Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 20. April, abends 8%, Uhr, in Kellers Neuer Philharmonie, Stöpenider Straße 96: Vortrag des Herrn Jng. Boldt: Großindustrie und Frauenarbeit". Gäste wilkommen. Π Sonnabend, den 18. April: Besichtigung des Wöchneriunenheims, à 285 435( bisher 5 bis 7 M.). mit Volant Erbstüll- Stores 335 475( bisher Spezial- Katalog à 5 bis 8 M.). Bankow, Breite Str. 46. Treffpunkt: am Eingange 3 Uhr. Straßenbahn Spezial- Katalog 45, 47, 48, 49, Jugendveranstaltungen. Steglit Friedenau. Das Jugendheim, Kniephofstr. 59, ist an folgenden Tagen geöffnet: Sonntags von 4-10, Montag, Mittwoch und Frei fag von 6-10 Uhr. An den Freitagen finden abwechselnd Mädchen- und Lejeabende statt. Charlottenburg. Folgende Veranstaltungen finden im Monat April für die arbeitende Jugend natt: Heute Donnerstag, den 16. April, abends 8 Uhr: Bortrag des Herrn Beimann: Die arbeitende Jugend im Kampfe. Freitag, den 17. April: Mädchen- Abend. Sonntag, den 19. April, nachmittags: Spielpartie nach Westend. Abmarsch 2 Uhr Wilhelmplat. Abends 8 Uhr: Musikalische Abendunterhaltung im Jugendheim, Rojinenstr. 3. Seitenfl. part. Montag, den 20. April: Heitere Borlesungen. Sonntag, den 26. April: Tagesausflug nach Klein- Machnow. Abmarsch 48 Uhr vom Sophie- Charlotte- Play. 650 Abbildungen gratis u. franko. Frankoversand waller. 20M. v. an. in Berlin, Werderscher Markt 10. J. Stürmer in Straßburg i. E., Langstr. 107 Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Prg. Die reellsten und solidesten::::: MÖBEL liefert anerkannt Möbelfabrik von seit 36 Jahren die # Schulz, Reichenberger Straße 5, mit langjähriger Garantie zu äußerst billigen Kassenpreisen und gegen Zinsvergütung auch auf Teilzahlung. Größte Auswahl in moderner Ausführung in allen Preislagen von 240 bis 10 000 M. am Lager. " Berlin 2: Berlin 3: " Berlin 4: " Berlin 5: Berlin 6: finden statt: Sonntag, den 19. April, vorm. 10 Uhr, in Habels Brauerei, Bergmann straße 5-7. Montag, den 20. April, abends 8%, hr bei Sitzlach, Ritterstr. 121. Staffenbericht. Verschiedenes. Sonnabend, den 18. April, abends 8, 1hr, bei Kayser, Reichenberger Straße 154. Kaffenbericht vom 1. Duartal 1914. Sonnabend, den 18. April, abends 8 Uhr, bei Bringmann, Andreas. straße 26. Kaffenbericht. Verschiedenes. Sonnabend, den 18. April, abends 8%, Uhr, bei Thiel, Rückerstr. 7. Sonntag, den 19. April, vorm. 10 Uhr, im Gesellschaftshaus, Swinemünder Straße 42. Rassenbericht vom Januar bis März. Kassenangelegenheiten. Berlin 7: Berlin 9: . Berlin 10: • . Charlottenburg: Friedrichshagen: Lichtenberg 1: Sonntag, den 26. April, vorm. 10 Uhr, bei Hoffmann, Pajewalter Str. 4. Sonntag, den 19. April, vorm. 10 Uhr, bei Liehr, Berlichingenftr. 14. Sonntag, den 19. April, vorm. 10 1hr, bei Faber, Stephanstr. 11. Sonnabend, den 18. April, 8%, Uhr, im Volkshause, Rofinenstr. 3. Sonnabend, den 18. April, abends abends D Lichtenberg 2: Neuköln: abends 8, 1hr, bei Tinius, 2ilhelmftr. 53. Sonnabend, den 18. April, abends 8 Uhr, bei Johann Blum, Frank. furter Chauffee 116. Sonnabend, den 18. April, abends 8 Uhr, bei O. Blume, Alt- Borhagen 56. Kaffenbericht. Verschiedenes. Sonnabend, den 18. April, 8, Uhr, bei Tappert, Steinmenftr. 114. Nieder- Schöneweide: Sonntag, den 19. April, vorm. 9 Uhr, bei F. Rabe, Wilhelminenhofstr. 43. Kassenbericht vom 1. Quartal. Reinidendorf- Ost: den 18. April, 9%, Uhr, bei Schröter, Floraftr. 5/6. Abrechnung Vortrag über Feuerbestattung. bom Winterbergnügen. Geschäftliches. Sonnabend, den 18. April, abends 9 Uhr, bei Brückner, Provinzftr. 74. Abrechnung. Kassenangelegenheiten. Pankow: Sonnabend, abends " . Schöneberg: Steglitz: Tempelhof: Sonnabend, ben 25. April, abends 9 Uhr, bei Obst, Meininger Str. 69. Sonnabend, den 18. April, abends abends 8 Uhr, bei Benschek, Mariendorf. Chauffeeftr. 27. 8%, Uhr, bei Schmidt, Mommsenstr. 7. Sonnabend, den 18. April, Weißensee: Wildau: Sonnabend, den 18. April, abends 9 Uhr, bei Peukert, Berliner Allee 251. Sonnabend, den 18. April, abends 8 Uhr. Rege Beteiligung der Mitglieder erwünscht. 116/14 Die Ortsverwaltungen. Kennst Du das Land, wo dicke Eichen stehn? 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