Nr. 106. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando: Bierteljahul. 8,30 m, monatl. 1,10 m, wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illufirierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste, Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich lingarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemar?, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Sweden und die Schweiz Ericheint täglich. a Tür Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Bercins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrudte 28ort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Prg., jades weitere Bort& Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Beriin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Sonntag, den 19. April 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1984. ein Kunststüd, einerseits die Juden nicht vor den Kopf zu zahlten Arbeitern die Erkenntnis der wirtschaftBürgerliche Jugend- Taktik. foßen, andeterfeits die deutſchvölkiſchen Antiſemiten nicht zu lichen Bedrängnis iſt, die zur Einschränkung der Geverstimmen. Daß dabei eine pädagogisch gebilligte Verlogen- burten führt. heit herauskommen muß, war ganz klar, wenn dadurch auch Wie sehr die ökonomischen Bedingungen die Geburten der Beweis geliefert wurde, daß der vorsitzende Gymnasial siffer tatsächlich beeinflussen, läßt sich vielleicht am besten bedirektor in puncto moralischer Festigkeit nicht sehr diffi- urüdgreift, in eine Zeit, wo es noch keine Sozial weijen, wenn man eine Reihe von Jahrzehnten zil" ist. demokratie gab und von einem Handel mit AntikonzeptionsSelbst bis in Regierungsfreise ist mit einem Male die Erkenntnis gedrungen, daß die Zukunft irgend etwas mit der Jugend zu tun haben müsse. Lange Jahre hindurch waren die Lenker unserer Geschicke vollauf damit beschäftigt, das verdiente Alter mit Orden zu behängen und den Stumpffinn, Aber der Herr demaskierte sich noch weiter. Er war es, mitteln nicht die Rede sein konnte. Immer wieder wird sich wie ihn eine lebenslange Tätigkeit als Diener des Klassen- der vom Anschluß an die freideutsche Jugend abriet, weil diese dann mit verblüffender Deutlichkeit zeigen, wie die Zahl der staates züchtet, mit Titeln und Ehrenzeichen an sich zu fesseln. bereits durch allerlei taftische Fehlgriffe die Sympathie Geburten sich aufs engste den wirtschaftlichen Verhältnissen Heute denken die Herren ganz hoch oben anders und mit weitester Streise verscherzt habe. Ist das nationalliberal oder anpaßt, ihnen, man möchte sagen, mit einem Jahr Verspätung einem Male ist der Kurs umgeschlagen. Die ältesten Rech- nicht? Es war von altersher der Ersatz für Gesinnung und folgt, so daß die Häufigkeit der Zeugungsatte unmittelbar nungsräte sind im Wert gesunken, und der Vater Staat hat Ueberzeugung, taktisch zu sein, und wie man sieht, wird dieser durch die gute oder schlechte Wirtschaftslage bedingt erscheint. sich daran gemacht, die Jugend in die Klauen zu bekommen. Deutsch- bürgerlichen Jugend schon im zartesten Alter dieses Man nehme uur etwa die beiden Jahrzehnte von 1841 bis Es ist nicht weiter verwunderlich, daß er es auf die einzige, Surrogat warm ans Herz gelegt. Es ist bezeichnend für die 1860, charakteristisch durch ein starkes Auf und Ab in der ihm mögliche Art versucht, nämlich im Kasernenhofstil, und Auffassung dieser Herren vom Deutschtum, daß sie auf dem Samals noch mehr als heute charakteristisch für die KonPreisbewegung, und vergleiche die Linie der Getreidepreise, daß er seine liebsten Söhne oder, um im neuesten Juristen- selben Bundestag mit hohlem Pathos versicherten, der junktur, mit der Linie der Geburtenziffer. In jener Zeit deutsch zu reden, den vornehmsten Stand damit beauftragt Wandervogel, dieie Hochschule' lavierender Tattit, jei aus dem betrug in Preußen: hat, die Unmündigen einzufangen. Und er hatte sich nicht Tiefsten des deutschen Wesens hervorgegangen. Man kann es verrechnet. Der Herr Offizier winkte mit ein paar Lizen leicht verstehen, daß diese Herren und ihre Gesinnungsgenossen und Kofarden, und die ganze gesinnungstüchtige Jugend, das mit Feuer und Schwert gegen die proletarische JugendbeweVorbild ihrer staatserhaltenden Väter vor Augen, eilte zu gung zu Felde ziehen, die sich nicht von Zaktit, sondern von den Fahnen. Jungdeutschland ist erstanden, vom Widelfind Ueberzeugung leiten läßt, die diffizilen Punkte nicht umbis zum Abiturienten alles in Feldgrau und noch nie hat schleicht, sondern offen anpackt und die ihre Jugend nicht ein Volf einen Nachwuchs besessen, der fachmännischer und durch Reſolutionen beweisen will, die alten, in der Tret ausdauernder Spalier zu stehen ve itand, als diese echten mühle der Vorgesegteniangit iürbe gewordenen StaatserhalSöhne ihrer Väter. Der Fluch: Ju will die Sünden der tern alle Ehre machen würde. Dafür wächst aber in der Väter heimsuchen bis ins dritte und vierte Glied! ist wörtlich proletarischen Jugend eine Kraft, die sich den Teufel um die in Erfüllung gegangen, ja selbst im fünften und sechsten Altersünden des Bürgertums fümmert und gegen deren Hiebe Glied stehen noch echte deutsche Jungens, die zu Haus am alle gottgewollte und menschenängstliche Taftit nicht aufSaijersgeburtstagsrausch und am nationalen Stimmzettel kommen wird. ihres Vaters gelernt haben, welch Glid es ist, Untertan Wil helmts II. zu sein. Kampf um die Geburtenzahl Roggenpreis Weizenpreis 100 Kilogramm in Mart Geburten Jahr ziffer 1841 102 157 39,6 1842 114 174 41,3 1843 126 149 39,5 1844 101 137 40,8 1845 128 155 41,2 1846 177 206 39,3 1847 215 263 36,2 1848 95 150 35,7 1849 79 147 42,8 1850 91 139 41,6 1851 125 150 40,8 1852 154 172 40,0 1853 170 205 38,9 1834 208 258 38,1 1855 229 284 36,0 1836 213 270 36,4 1857 188 204 40,6 1858 128 182 41,7 1859 136 179 18601 154 210 42,1 So 40,6Bis jetzt schien es, als gab es unter diesen nationalen Jugendorganisationen wenigstens noch die oder jene, der der Unteroffizier nicht als das Brototyp des deutschen Staats Geburtentriidgang nichts anderes wäre als der Ausfluß sozial Gewisse Streise möchten es gern so hinstellen, als ob der bürgers erscheine. Seit dem Bundestag der Wander bemokratischer" Aufklärung und die Folge des freien Handels Um ein ganz anschauliches Bild zu erhalten, stelle man bogelvereine kann man diese Hoffnung endgültig be- mit Antifonzeptionsmitteln. Man leugnet, daß die wirtschaft etwa die Getreidepreise des Jahres 1844 mit ihrer Wirkung graben. Es hat sich dort jogar noch schlimmeres herausliche Bedrängnis, die unsere brutale Wirtschaftspolitik über auf die Geburten des Jahres 1845 gegenüber den Getreidegestellt. Nicht mehr der Unteroffizier allein friegt göttliche breite Schichten der Bevölkerung gebracht hat, legten Endes preisen des Jahres 1847 mit ihren Wirkungen auf die Geburten des Jahres 1848: Ehren, bei dessen eindeutiger Forschheit" man schließlich die Schuld an dem Sinfen der Geburtenziffer trägt. wußte, auf was man zu rechnen habe. Der Wandervogel hat es Zweifellos ist es richtig, daß wirtschaftlicher Wohlstand, hier: 101, 187, 41,2; dort: 215, 263, 35,7. Oder man vergleiche die Jahre 1848 und 1855 mit ihrer fertiggebracht, eine Kreuzung zwischen Unteroffizier und Besik und Ansehen die Geburtenziffer durchaus nicht immer nationalliberalem Oberlehrer herzustellen, die jene auf günstig beeinflußt. Zahlreiche statistische Untersuchungen für Wirkung auf die Geburten der nächstfolgenden Jahre: Berlin, London, Kopenhagen, die Niederlande haben erwiesen, hier: 95, 150, 42,8; dort: 229, 284, 36,4 Kadinen erprobte zwischen Zebu und heimischent Rind weit bag in den vornehmsten Vierteln der Städte oder auch in daß ( 1855 jelbst jogar nur 36,0). in den Schatten stellt. Die erste öffentliche Ehrung diejes jenen Häusern, die sich den Lugus mehrerer Dienstboten leisten Eine bessere Illustration für den Einfluß der wirtschaftKreuzungsprodukts findet sich in den zwei Resolutionen, die fönnen, die Zahl der auf jede Familie kommenden Stinder lichen Verhältnisse auf die Geburtenhäufigkeit läßt sich doch der Bundestag von sich zu geben für gut fand und in denen verhältnismäßig weit geringer ist als in den ärmeren Stadt kaum denken. Und immer wieder muß bemerkt werden: Die es sich erschreckend zeigt, welche Macht das Vorbild der väter vierteln oder in jenen Familien, die sich feine Dienstboten Beispiele sind einer Zeit entnommen, wo von irgend einer lichen Gesinnungslosigkeit auf die Söhne haben kann. Die oder nur ein Mädchen halten können, und das, obgleich die Einwirkung sozialdemokratischer oder sonstiger Agitation keine erite Resolution sprach sich scharf gegen die grundsägliche Säuglingssterblichkeit in den vornehmeren Familien beträchtlich Rede sein kann und wo es sicherlich noch keinen„ schwungAusschließung der Juden aus, lehnte es aber ebenso ent- geringer zu sein pflegt als in den ärmeren. Es gibt also haften" Handel mit Antifonzeptionsmitteln gab. gewiß Streise, bei denen ganz andere Gründe als wirtschaft Die wirtschaftlichen Mißstände sind es, die in den breiten schieden ab, gegen eine Ausschließung im Einzelfall einzu- liche Sorgen zur Herabminderung der Geburten führen; aber Schichten des Volkes die Zeugung einschränken lassen, nicht treten. Die zweite Resolution lehnte es, wie der Bericht so das sind vornehmlich jene Streise, die geradezu im Ueberfluß aber ist es die Möglichkeit, empfängnisverhindernde Mittel schön jagt, rundweg ab, der freideutschen Jugend" beizu leben, die der Lurus faul und träge macht, die jedenfalls von anzubieten. Will man den Handel mit den Antikonzeptionstreten, empfiehlt aber dringend seinen älteren Führern den der sozialdemokratischen Aufklärung" nicht infiziert wurden mitteln verhindern, so wird das dazu führen, andere, der persönlichen Beitritt. Wenn diese zwei Resolutionen nicht und" die auch kaum ein Verbot der Antifonzeptionsmittel menschlichen Gesundheit schädlichere Mittel anzuwenden, um von Baisermann sein könnten, dann wissen wir nicht mehr, zeugefreudiger und zeuge fähiger machen würde. unerwünschten Familienzuwachs fernzuhalten; wird vor allen Paul Mombert hat ja nun freilich in einem vor Dingen, was gar nicht oft und scharf genug betont werden was nationalliberal ist. Nur das Karussel der Partei der Reichsgründung" hat es bis heute fertiggebracht, in so vor wenigen Jahren erschienenen Buch)( Studien zur Be- fann, die Geschlechtskrankheiten sich noch stärker als bildlicher Weise im Kreis herumzufahren, und nur Herr völkerungsbewegung in Deutschland) nachzuweisen gesucht, fie es jetzt schon sind, ausbreiten lassen. Aber man glaube Bassermann beherrschte bis heute die deutsche Sprache in so daß ganz allgemein der Grundsatz aufgestellt werden kann: mur ja nicht, durch ein solches Verbot die Geburtenziffer vorzüglicher Weise, daß er im zweiten Satz das Gegenteil Berbesserung der wirtschaftlichen Lage führt zur Einschränkung günstig beeinflussen zu können! der Kinderzahl. Er hat es nachzuweisen gesucht vor allen Und die Agitation der Sozialdemokratie? Daß sie sich " vom ersten Satz sagen konnte. Es ist nicht nur ein Zeugnis Dingen auf Grund von Vergleichen zwischen der Höhe der gegen die Kinderzeugung richte, kann ja nur die Böswilligkeit für die gänzlich unjugendliche, fast schon aufs Avancement Mietzinse, bezw. der Zahl der Sparkasseneinlagen mit der ihrer Gegner behaupten. Je flarer man aber erkennt, wie bedachte Hasenherzigkelt diefer Jugend, daß sie es nicht wagt, Säufigkeit der Geburten. Die Untersuchungen haben manch abhängig die Geburtenhäufigkeit von den wirtschaftlichen Verfrei herauszusagen, wie sie das mit den Juden und dem intereffantes Resultat ergeben. Aber die Tatsache, daß wirt hältnissen ist, um jo deutlicher tritt umgekehrt in die Erscheinung, Es schaftliche Not einen ungünstigen Einfluß auf die Kinderzeugung daß nichts so sehr einer Vermehrung der Geburten die revolutionären" freideutschen Jugendtag halten will. ift vor allen Dingen eine Schande für die Männer, in deren ausübt, hat er doch nicht widerlegt. Er hat allenfalls nach Wege ebnet wie die sozialdemokratische Agitation, auch im Prole- der sozialdemokratische Stampf für billigere Händen die Leitung des Wandervogels liegt, daß fie ihre gewiesen, daß mit wachsendem Wohlstand eigene erbärmliche Leifetréterei, die man nach ihrem Schielen tariat- das Verantwortlichkeitsgefühl wächst, der Gedanke, Breise, für bessere Lebensbedingungen des nach oben und ihrer treudeutschen Titeljägerei ja allmählich die Familie müsse sich in ihrem Umfang den wirtschaftlichen Volkes. Man gebe den Massen des arbeitenden Wolfes eine Gegebenheiten an passen; aber letzte Ursachen sind deshalb gesundere Eristenzgrundlage, und sie werden mit Freuden für gewohnt ist, der ihr anvertrauten Jugend ins Blut impfen, doch eben diese wirtschaftlichen Lebensbedingungen. Es ist einen reicheren Nachwuchs sorgen; man nehme auch gewissen anba und aus diesen Jungen statt Träger einer offenen Gesinnung bekannt, daß die schlechtest bezahlten Arbeiter feineswegs die höheren" Streifen ihr Zuviel, ihr Uebermaß an Lurus und Schleicher einer opportunistischen Gesinnungslosigkeit machen. besten Gewerkschafter sind; ihre miserable wirtschaftliche Lage Vergnügungen und man wird hier ebenfalls ein gutes Werk Wie diese Herren, denen ja der ganze Wandervogel hindert sie an der flaren Erkenntnis ihrer Solidaritätspflicht tun in dem Sinne, daß jene Herrschaften zeugungsluftiger wiederum nichts anderes ist, als die Leimrute für einen und der Vorteile, die ihnen selbst mit der Zeit daraus er- und fähiger werden. Es gibt kein besseres Programm als Knopilochvogel, ihre jungen Freunde" zur geducten Demit wachsen müssen. Aber deshalb wird doch niemand bestreiten, das sozialdemokratische, um die Geburtenziffer wieder empor eines deutschen Beamten heranziehen, das zeigen zwei andere daß es die Erkenntnis der wirtschaftlichen Nöte und Bedräng schnellen zu lassen. Und man darf hinzufügen: Kein anderes Säge des Berichts über den Bundestag. Die Judenresolu- niſſe iſt, was die beffer bezahlten Arbeiter in die Organi Mittel und Mittelchen wird diesen Effekt haben, es liege denn tion wurde nämlich auf Antrag ohne Debatte angenommen fationen treibt. Ganz ähnlich ist es in der Frage der Ge- in der Richtung der sozialdemokratischen Propaganda für eine und der Berütende, Gymnasialdirektor Neuendorf, gab feiner burtenhäufigkeit: die schlechteſt lebenden Proletarier zeugen Umgestaltung der heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse. Genugtuung Ausdruck über die rasche Erledigung dieses relativ viele Kinder, weil das klare Bewußtsein der Elterndiffizilen Punktes. Mit anderen Worten, die ganze sich in pflichten und der wirtschaftlichen Nachteile für etern zeuger selbst in.ihnen genug ist Ein ärztliches Gutachten. die Ernoch nicht stark und kräftig wird ( bei Heimarbeitern auch der oft Die Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynä fich selbst aufhebende Resolution war ein plumper Schwindel und der vortreffliche Herr Gymnasialdirektor befürchtete, bei Wunsch mitspielen, der Familie durch zahlreiche Kinder tologie zu Berlin hat über den Gefeßentwurf zur angeblichen billige Helfer zu schaffen); aber des Hebung der Geburtenzahl ein Gutachten erstattet, das für die der jugendlichen Unbesonnenheit einiger Wanderpögel fönnte möglichst dieser Schwindel herauskommen. Es ist ja auch immerhin halb ist doch nicht zu bezweifeln, daß es bei den besser" be- Urheber des Entwurfs wenig schmeichelhaft angefallen ist. Ein 5-cd)ot der Einführung, der Herftellung und des Verbotes anti tonzeplionellcr Mittel hält das Gutachten in keinem Fall für ge> boten.•Selbst den Verkauf von Instrumenten, die zuv7frnhzeitigen Unterbrechung der Schwangerschaft geeignet sind tstielförmige Pessarie» und Mutterspritzen mit langem Ansatz) will es nur beschränkt wissen. Der Berkauf solcher Mittel soll den Apo thekcrn auf ärztliches Rezept hin vorbehiÄten bleiben. Tie eigentlich cmpfängnisverhinderndcn Mittel will das Guiachten in lieberem� stimmung mit der überwiegenden Mehrzahl der Aerzte nicht im geringsten dem Verkehr entziehen: „Nach unserer Meinung kann weder ein Untersagen, noch auch nur eine Beschränkung des Verkehrs mit Kondomen in Fräge gezogen werden, da sie außer dein antikonzeptionellen Zwecke in hervorragendem Maße einem gesundheitlichen Zwecke dienen. Die ansteckenden Geschlechtskrankheiten, an deren Unterdrückung die öffentliche Gesundheitspflege ein hohes Jnter esse hat, würden durch Erschwerung des Bezuges von Kondomen zweifellos zunehmen.— So überaus häufig auch der Irrigator zur Verhinderung von Konzeptionen in Anwendung ist, so dient er doch außerdem einem so wesentlichen und unentbehrlichen hygienischen und Reinlichkeitszwecke, daß seine Verkehrsbeschrän- kung als eine entschiedene Schädigung der Gesund- hcitspflege zu verzeichnen wäre. Ein Verbot kann natürlich erst recht nicht in Frage gezogen werden.— Eine Umcrsagung des Verkehrs mit Okklusivpessarcn ist ausgeschlossen, da es eine Weihe von Krankhcitszuftänden gibt, in denen der Arzt aus pflichtgemäßer Erwägung, um erneute Schwangerschaft zu ver- hüten,.diese Pessare verwendet. Aber auch gegen ihre Verkehrs bcschränkung müssen wir uns aussprechen." Diesem Teil de» Gutachtens kann man natürlich zustimmen. Unbegreiflich ist uns dagegen, weshalb die Gesellschaft für GeburtS Hilfe das„Z u r s ch a u st e I l e n" dieser Mittel, die doch nach dem eigenen Urteil der beteiligten Aerzte gesundheitsfördernd wirken können, verbieten will. Lebhaftestem Widerspruch muß endlich die Forderung des Gutachtens begegnen, das berüchtigte Kur» pfuschergesetz wieder einzubringen. Die durch wirtschaftliche Verhältnisse aufgezwungene Geburtenverhinderung wäre zudem der allerschlechteste Anlaß, um ein Kurpfuschcrgesctz zur Annahme zu bringen, das große Schäden nach sich ziehen müßte. ES muß fast peinlich berühren, daß die Aerzte den von allen Reaktionären gc» schürten heuchlerischen Kampf gegen den Geburtenrückgang benutzen wollen, um für sich Sondervorteile herauszuschlagen. politische Ueberflcht. Ein Rüstungstreiber. Bisher sind es nur ausgeschaltete Generäle gewesen, die nimmer müde wurden zu behaupten, daß Teutschlands Rüstung vollkommen unzulänglich sei. In den letzten Tagen haben diese Rüstungs- , treiver Unterstützung gefunden in der Person dxs Präsidenten der Oberzolldire ktion Posen, Geh. Oberfinanzrat E a r t h a u s, der im„Tag" in zwei langen Artikeln nachweist, daß Deutschlands Rüstung nicht auf der Höhe stehe. Zum Beweise � dafür macht er Anleihen bei allen möglichen Schriftstellern, so daß die Annahme gerechtfertigt erscheint, daß der Herr Oberfinanzral sich einen recht beträchtlichen Zitatensack zugelegt hat. Richtig ist, daß nicht alle wehrfähigen Mannschaften ausgehoben werden, und auch gar nicht ausgehoben werden können, weil die Mittel, die für ihre Ausbildung und Unterhaltung nötig wäre», so enorm sind, daß kein Mensch mit gesundem Perstand eine derartig gewaltige Vermehrung der Armee verlangen wird, daß sämtliche Taugliche «ur zwei- oder dreijährigen Dienstzeit eingezogen werden können. ' Die Sozialdemokratie hat gezeigt, aus welchem Wege es möglich wäre, alle waffenfähigen Mannschaften kriegsmäßig auszubilden; auf diesen Boden zu treten lehnen aber Regierung und bürgerliche Parteien ab. Herr Earthaus tritt für ein Wettrüsten im schlimmsten Sinne des Wortes ein und fordert fürs erste die Kleinig- keil von 160 Millionen mehr pro Jahr! Teutschland müsse so rüsten, daß es Frankreich und Rußland gleichzeitig gewachsen sei. Aber der Finanzrat wünscht nicht, daß die besitzenden Klassen noch einmal zu einem Wehrbeitrag herangezogen werden. Die einmaligen Kosten einer neuen Heeresvermchrung will er aus An leihen genommen wissen und die dauernden Aus- gaben will er durch indirekte Steuern gedeckt sehen. Der Beweis dafür, daß neuerliche ungeheure Lasten getragen werden können, fällt diesem Finanzmann riesig leicht. Er nimmt einfach das Buch des Direktors der Deutschen Bank. Dr. Helsferich, zur .Saud, in dem dieser Teutschlands Volkswohlstand berechnet, divi- diert mit der Bebölkerungszahl und kommt dann zu dem Schluß, daß die Deutschen doch eigentlich sehr vermögende Leute seien. ES ist nie bestritten worden und konnte nicht bestritten werden, daß die Vermögen in Teutschland teilweise gewaltig gewachsen sind; gerade jene Kreise aber, die über diese Vermögen verfügen, verstehen es meisterhast, sich von größeren Leistungen für daS Reich zu drücke». Schon dafk der.Herr Geh. Oberfinanzrat keinen neuen Wehr- bcitrag haben will, beweist, daß er den Besitz nach Kräften schonen möchte; wenn aber der Besitz nicht zu großen Abgaben herangezogen wird, dann bleiben die gewaltigen Ausgaben wieder auf den breiten Massen haften..Herr CarthauS hat allerdings gewisse Bedenken soweit der Reichstag in Frage kommt. Er be- fürchtet, daß der Reichstag für seinen Plan nicht zu haben sein wird, aber auch hier weiß er einen Ausweg: man soll den Reichstag -dann einfach zum Teufel jagen und sich überhaupt nicht mehr um ihn kümmern. Was der Finanzmann aus Posen da empfiehlt, daS ist nichts anderes, als der Staatsstreich, und es ist sehr be- zeichnend für die Auffassung der Rüstungstreiber, daß sie ganz offen den Gedanken zum Ausdruck bringen, den Reichstag einfach auszuschalten, sobald er sich weigert, der RüstungStreiberet zu Willen zu sein. Wie würde Herr Earthaus jammern, wenn der Reichstag etwa beschließen wollte, eine besondere Wehrabgabe von jenen Beamten zu erheben, die ein Einkommen von mehr als 12 000 M. haben, denn dann müßte der opferwillige Herr ver- mntlich auch kräftig mitblechen. Opferwillig sind diese Kreise aber nur dann, wenn die Opier aus den Taschen anderer Leute gebracht werden können. Unter diesem Gesichtswinkel müssen alle diese Tiraden von der Opferwilligkeit und der Opserfteudigkeit deb deutschen Volkes betrachtet werden. Immer aber drängt sich wieder � hie Frage auf: wessen Interessen vertreten die RüstungStrcibcr? pic der Mehrheit des deutschen Volkes ganz bestimmt nicht. Ter schwarze Terror. Die Trierer„PetruZ-Blätter", das Organ des Bischofs Korum. schreiben in ibrer Nr. SO: .Kür Freiheit, Recht und Wahrheit" wollten die Gründer und ' Führer des alten Zentrums in ihrer Partei käinpien. Wie ist e« heute? Für„Freiheit" wird gekämpft, indem man alte ver- diente Zentrumsanhänger, die jahrzehntelang oft unter großen Opfern der Partei gedient haben, und durchaus nicht die Absicht halten, ihr untren zu werden, rücksichtslos aus den heutigen Zentrumsorganisationen ausschließt. weil sie sich die.Freiheit' nahmen, einem Parteiaufruf, zu tzesse» Anerkennung man sie zwingen»voll», nur unter gewissen, höchst ehrenhasten Vorbehalten zuzustimmen. Wer nicht pariert, der. fliegt. Für„ R e ch l' kämpft man. indem man Majoritätsbeschlüsse über die Richtigkeit von Programm und Leitmotiven der Partei entscheidend sein läßt. G e w a l l.g e h l heute auch hier vor Recht! Für die.Wahrheit behauptet man zu kämpfen, indem man jede gegenteilige. Meinung in i t Knüppeln niederschlägt. Der Sozialdemokratie sagt man TerroriSinuS nach Aber sie duldet doch in ihrer Milie die Revisionisten, die anderer Meiuung sind al» Rom Luxemburg und Genossen. Wer sich aber als Katholik der Erklärung de» Zentrums- ReichSausichusseS nur insoweit unteiwerfen will, als diele Erklärung übereinstimmt mit der päpstlichen Enzyklika Sinpulari quadam(Förderung der katho lischen Arbeiterverbindungen) und mit der Enzyklika Pascendi (Pflicht jedes Katholiken, das Srnatswohl zu erstreben mit Rück- ficht aus die kalholti che Autorität und ihre Wünsche. Räte und Vorschriften), ein solcher Katholik wird heute aus dem Zentrum ausgeschlossen! Bemerkenswert ist die Mitteilung in derselben Rummer der .PetruSblätter", daß der Erzbischok von Köln dem Klerus von Essen verboten habe, der großen Protestkundgebung des Zentruins gegen die„Ouertreiber" beizuwohnen. Denkschrift über die Duala-Angelegenheit. Zu der unter obiger Ueberschrift in der letzten Freitags- nummer des„Vorwärts" erschienenen Notiz wird uns vom Reichstagsabgeordnetcn Genoffen Otto Wels geschrieben: ..Zu der am 17. d. M. vom„Vorwärts" gebrachten' Mit- teilung, daß die Regierung dem Reichstage Ende April eine Denkschrift in der Duala-Angelegenheit zugehen lassen wird, möchte ich mir eine Bemerkung erlauben. Es kann keine Rede davon sein daß die Budgetkominission des Reichstages durch die Vorlegung einer bloßen Denkschrift ihre in der betreffenden Angelegenheit erhobenen Forderungen erfiillt sieht Das Protokoll der Sitzung vom 18. März weist aus, daß von mir das Verlangen auf Vorlcgung deS ge- samten Briefwechsels zwischen Gouvernement und dem Kolonialamt, zurück vis zum Jahre 1909, in der Urschrift erhoben wurde. Die Regierung hatte gegen diese Forderung nichts ein- gewendet. Erst die„Deutsche Tageszeitung" erhob in wieder- holten Notizen Protest gegen die darin liegende„Erweite- r u n g der P a r l a in e n t s r e ch t e" gegen die„E x e k u t i v e", obwohl auch der Ehefredakteur des Blattes, Herr Dr. Lertcl, diese Konsequenz als Mitglied der Kommission, unter dem frischen Eindruck der vorgebrachten Tatsachen, nicht zu ziehen vermochte. Auch.Herr Bassermann schloß sich in einem Artikel der Abendausgabe der„National-Zeitung" vom 18. März der Aus- sassung an, daß eine Vorlegung des Schriftwechsels vom Reichs- tag bzw. der Budgetkommission erzwungen werden müsse. Auf diesem Verlangen werden vor allem alle die Mitglieder der Budgetkommission zu bestehen haben, die in der Sitzung selbst ihre Zustimmung für den ganzen Etat des Schutzgebietes Kamerun von einer völlig befriedigenden Aufklärung der Entcignungs- Vorgänge abhängig machten. Otto Wels." Tie anständige Zentrumspreffe. Die MonotSichnsl de« Augustinusvereins, der Organisation der deutschen Zentrumspresse, brachle in ihrer vorigen Ausgabe(„Augustinus- blatt" Nr. S. 1914) eine Kundmachung des Vorstandes, worin daran erinnclt(!) wurde. „daß von den dem Augustinusverein angeschlossenen Zeitungen bei Auseinandersetzungen sowohl mit politischen Gegnern wie insbesondere mit GefinnungSgenosien unter allen Umständen diejenigen Grenzen innegehalten werden, welche sich auS den Aufgaben der katholischen Prelle ergeben. Bor allem darf die Polemil nur rein' achlich g«- führt werden und niemal» in persönliche Ansein- düngen ausarten. Es ist ferner für katholische Blätter un- zulässig. Ausdrucke zu gebrauchen und Angelegenheiten zu be> rühren, welche d e n G e g n e r verletzen und persönlich herabsetzen." Rur wenige Wochen nach dieser Mahnung erscheint jetzt in der Zentrumspresse em Korrespondenzartikel. de? sich mit der Tatsache befaßt, daß der früher« Oberst Gädte im„Vorwärts" einen Aufsatz über den Waffengebrauch des Militärs veröffentlicht hat. Der Korrespondenzartikel wimmelt von Gehäifigkeiten und Flege- leien gegen Herrn Gädke. Ironisch wird von seiner„Befähigung und Würdigkeit" gesprochen. Sein Aufsatz wird ein„Erguß" ge- nannt, worin er die Rückgratlosigkeit des Reichstage«„gebührend be- ammert", dem„Bcrl. Tagebl."„verächlliche Geringschätzung" ent- gegenbringe usw. Bei der„Welt am Montag" habe er„abgewilt- schaftet" und sei nun„vor die rote Pforte gekommen, die zu den Gefilden führt, wo Rosa Luxemburg mir blutrünstigen Kraftworten" das Zepter schwinge u'w. Doch es ist zwecklos, sich über den Anstand der Zentrumspreffe zu erregen. Derartige alberne Schimpfereien geboren nun mal zu der erhabenen katholischen Ethik dieser Presse. Der Vorstand de« AugustinuSvereins wird noch oft.Erinnerungen" der obigen Art erlassen können, ohne daß sich der schöne Ton der Zentrumspreffe ändert. Schon vor zwölf Jahren sagte Dr. Julius Bachem, der es doch wohl wissen dürfte, in einer Generalversammlung des Augustinus- Verein»,„daß die Neigung zu gehässiger persönlicher Polemik in der katholischen Presse Deutschlands weiter verbreitet ist, als man im Interesse der Würde und de» Ansehens unserer Presse wünschen möchte. Ztur zu oft wird, wenn man sich sachlich nicht zu helfen weiß, zu allerhand Insinuationen gegriffen. ES gibt nicht« Per- bitlerndereS, als diese Manier, die übrigens nicht bloß in der TageS- prelle sich bemerkbar macht. Wie manche hervorragende, schwer entbehrliche Persönlichkeit ist dadurch abgedrängt worden oder wird abgedrängt. An Beispielen bis in die jüngste Vergangenheit fehlt eS nicht." Seitdem hat fich in der Zentrumspreffe der Sauherdenton noch wesentlich verschlechtert. Und wieder der Tpucknapf. Der erst 20 Jahre alte Unteroffizier Jakob Kellner der 6. Batterie des 12. bayerischen Feldartillerie-Regimcnts in Landau(Pfalz) hatte sich vor dem Kriegsgericht der 3. bayerischen Division in Landau zu verantworten. An einem Tage in der zweiten Hälfte des Febrimr erprobte er seine erzieherische Tätigkeit an dem Kanonier Schreiner. Gegen 8!? Uhr ließ er'Ickwemer auf sein Zimmer kommen und befahl ihm, seine Stiefel zu chmieren und zu wichsen. Er mußte das im Tempo tun und laut und rasch dazu zählen: eins, zwei, drei. Um 9 Uhr ging dann Kellner in das Zimmer Nr. 140. wo Schreiner seine Arbeit ver- richtete. Kellner befahl ihm:„Du mit Deinem Froschmaulgesicht. äge mir einmal nach: ich bin dulüm. frech, faul und gefräßig," DaS muhte Schreiner fünf, bi» sechsmal wiederholen. Nun halte Schreiner nach Ansicht de« Unteroffiziers beim Knöpfeputzen zu wenig Cito! verwandt, weshalb ihm Kellner einen Teil aus dem Fläschchen inj Gesicht warf. Tann befahl Kellner dem Kanonier. von einem Stück verschimmelten BroteS. das schon tagelang im Äohlenkasten lag, zu essen. Schreiner aß auch wirklich davon. Kellner setzte nun seinen Schweinereien die Krone auf. Er ließ von einem anderen Kanonier den Spuck na Pf auf den Tisch stelle» und sagte zu Schreiner:„W e n n D u Durst hast, saufe!" Schreiner hätte auch das geian, wenn der Spucknapf nicht gebraucht gewesen wäre, so aber ekelte er sich und irank nicht. Diese Schikanierungen hatten ihn aber nun so weit gebracht, daß ihm die Tränen an den Backen herunterliefen, worauf der Unteroffizier ihm höhnisch zurief:„Laß Deine Kroko- dilstfä'iwn in den Spucknapf laufen." Inzwischen war es 9'n Uhr geworden. Schreiner hatte sich gewaschen und wurde von Kellner zu Bett geschickt. Kaum lag er im. Bette, so mußte er wieder aus- stehen und den Brustbeutel umhängen. Das ging dem Unter- ofsizicr offenbar wieder zu langsam, weshalb er Schreiner süni- mal befahl, schnell auS dem Bett heraus- und wieder hineinzu- springeiü Schon glaubte Schreiner, daß er nun endlich Ruhe haben werde,. da kam auch schon wieder ein Befehl: er solle nun schlafen und im Tempo schnarchen.„Galopp. Galopp!" hieß es und Schreiner schnarchte dann auch wirklich im Galopp. Und was hatte Kellner- als Enlschüldigung für sein Vorgehen gegen- über �Schreiner vorzubringen?„J n der U n t e r o s i i z i e r- s ch u l e mußten w i r a n ch a l l e s i m T e m v o m a ch e n I" Der Vertreter der Anklage beantragte für Kellner 2 Monate Gefängnis und Degradation! Das- Kriegsgericht verurteilte ibn wegen dieser Gemeinheiten zu nur 42 Tagen Mittelarrcst, hielt ihn aber weiter für würdig, die Treffen zu tragen und Rekruten auszubilden. Ter Oppelner Regierungspräsident und die Schlächter. Ter Regieruiigspräsident in Oppeln hat durch eine Verfügung bestimmt, daß russische Schweine nur noch Fleischern überwiesen werden dürfen, die sich verpflichten, die Preise für Schweinefleisch täglich an der Verkaufsstelle so auszuschreiben, daß sie �von der Straße aus deutlich und leicht-erkennbar sind.' Die Fltziichw- innungen in den oberschlesischcn Industriestädten haben gegen diese Verfügung einstimmig protestiert und den Breslaucr Justizrat Heilberg deauftragt, die Frage der Rechtsaültigkeit der Verordnung des Regierungspräsidenten zu prüfen. Man ficht dem Ausgang dieses Konfliktes der Fleischer mit dem Regierungspräsidenten mir großem Jntereffe'entgegen._ Was ein freisinniger fertig bringt. Einer der größten Säle DanzigS, das BildungSvereinshaus, wurde bisher, obwohl in liberalem Besitz, konicquent den Mitgliedern anderer Parteien verweigert, selbst wenn diese den Saal zu un- politlscden Veranstaltungeil haben wollten. Dieses Verhalt:» des Bildungsvereins führten Kenner der Verhältnisse auf den Dr. Herr- mann zurück, den Chefredakteur der„Tanziger Zeitung", und neben Kommerzienrat Münsterberg Führer der Danziger Fortschriltler. Unter Berufung auf das Preßgesetz bestritt Herrmonn jedow stetö. daß er oder der Bildungsverein mit der Lokalverweige-mg etwas zu tun hätten. Roch im vorigen Monat zwang er unser Tanziger Parieiblatl zur Ausnahme zweier solcher„Berichtigungnr". Nun ist der bisherige Pächter des Lokals, der dieses 14 Jahre inye hatte, aus dem Pachtverhältnis ausgeschieden und, La. das. im llnfrieden geschah, erfährt man endlich, wie sich die Sache verhält. AIS der Wirt das Lokal übernahm, verkehrten dort vier Polen- vereine. Das ging solange gut, als der Wirt einem Polszei- kommissar Vorschüsse gab. Sobald der Wirt seine Taschen zuhielt, kam' ein Milikärboykott. Nun gingen Dr. Herr- mann und der Wirt äff das Polizeipräsidium. Dort v'e r- pflichteten s ich b> i d e durch Unterschrift, Polen und Sozialdemok aten das Lokal nicht mehr zu überlassen. Daraif wurde das Militärverbot aufgehoben. Wie der Wirt behauptet. liat-Tr. Herrmanu ihm noch bei der letzte» AmchStagtwabb'perbqlan. K vn f arpa t in en. S o z ia ld e m o- k r a t e n u n d P o l e n sein Lokal zu überlassen.• Der-ffreisumige Führer, der sich vor kurzem noch auf den§ 11 des PreßgesetzsS'ffe- rief, ist Venn auch plötzlich recht ÖetiMut �gsworde». Die TaMhs. daß er sich polizeilich verpflichtet hat, den Sozialdemokra'vn lind Polen sein Lokal zu verweigern, gesteht er sogar bereits nn.- I« seiner Zeitung schreibt er wörtlich: Ich habe mich in der Tat in meiner. Eigenschaft als Vor» sitzender des BildungSvereinS. der dessen Interessen wahrzunehmen verpflichtet ist. seinerzeit um Äusbebung eines über vaS Lokal ver- hängten MilitäeverboteS bemüht, weil bei denen Andaucr der Wirt geschäftlichen Ruin erlitten hätte und davon auch der Verein selbst in schwere Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Ich habe da- mals auch unter dem Drucke des Augenblicks auf Verlangen des verstorbenen Polizeikvmmissars Maurach, ebenso wie der Wirt, meinerseits als LereinSvoriiyender einen Revers unterschrieben, daß ich, soweit mir' ein Einfluß zustchc, ihn vcrwciidco werbe, um sozinldcmvkratische«der volnischc Vera»- ftaltuugen im Bildungvcrcinshausc zu verhindern. Darauf erst erfolgte die Aufycbung de-Z MilitärvcrboteS. Ich habe dann später in der sorgniS, daß man für diese meine Handlung in der Eigenschaft des Vorsitzenden eines unpolitischer, Vereins mi(t)_ trotzdem als Politiker, alS welcher ich selbstverständlich jede Saalabtreitzung verwerfe, verantwortlich machen könne, daS Polkzeipräsidium. um Rückgabe dieses Reverse« ersucht,»ud diese Rückgabe mu nach- folgender Vernichtung des Reverses iit längst erfolgt; er besteht also nicht mehr. Dr. Herrmanu. Der Revers mag vernichtet sein; die Praxis ist aber»och heute die gleiche wie damals, als er existierte. Aber das ist Nebensache. Die Hauptsache ist. daß ein führender freisinniger Politiker vor einem Polizeikommissar zu Kreuze kroch und sich schrsiilich zur Beihilfe bei der Saalabtreiberet verpflichtet und dann unter Berufung auf den § 11 des PreßgeseyeS ungeniert seine Tat bestreitet. Vom(Heide seiner Untergebeaen hatte der Unteroffizier Otto von Zastrow vom 154. Infanterie- Regiment ein lustiges Leben geführt. Tie ihm vom Feldwebel seiner Kompagnie zur Ausbewahrung übcrgebencn Gelder ver- brauchte der leichtlebige Soldatenerzicher ci/ifad, für sich. Wollte ei» Rekrut sein eigene« Geld zurückhaben, so wurde er damit auf spätere Zeit vertröstet und rhm zugleich dienstlich vom Unterossizier verboten, dem Feldwebel davon Mitteilung zu machen. Dadurch brachte der Unter» Offizier die Rekruten»m 180 Mark ersparter N o t g r o sche n. Aber damit noch nicht genug. Die Rekruten mußten wi-eder- holt aus der Kantine.für ihren Vorgesetzte» Bier und Nahrungsmittel holen und die Beträge hierfür aus- legen, ohne- daß sie j e in« l s- d a v ö» etwas zurückerhielten. Wegen Betruges, Unterschlagung, Verleitung Ifttter- gebcner zum Belügen von Vorgesetzten wurde der Unteroffizier vom Kriegsgericht der 9. Division in Glogau zu 7 Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in die 2. Klasse de« Soldatcnstandes verurteilt- Wegen zu„hoher Bestrafung"' legte daraus der Verurteilte Berufung ein, die aber vom ObcrkriegS- gericht verworfen wurde. Mexiko und die vereinigten Staaten. Washington, 18. April. Tie R e g i e r u n g ließ gestern durch ihren Geschäftsträger O'Shaugnessy Huerta die Warnung zugehen., daß sie sich auf k e i n e w e i t e r e n A r» g u m e n t e einlassen werde. Die Verweigerung des Saluts würde ernste Folgen nach sich ziehen. Huerta habe die ursprüngliche Forderung des Konteradmirals Mayo be- drngungslos anzunehmen. Eine F ri st wurde Huerta nicht gestell t. Hand famt Sroine Lordicaft ins Schloß brin for bedarite fich nur einen Aug Nr. 106. 31. Jahrgang. 11 Barton sind ause and rude? 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Der Christen Rache. in Berlin und Umgegend. Der Abwehrstreik der Kraftdroschkenführer. Gestern fand im Gewerkschaftshause eine Versammlung der streitenden Kraftdroschfenführer statt. werden. Sonntag, 19. April 1914. verband der Gasthausangestellten( christliche Organisation) einen Vertrag abgeschlossen. Der Vertrag lautet auf dieselben Bedingungen, wie sie mit Ihnen bestanden haben, 60 00 M. usw. Zum Schluß mache ich Sie noch darauf aufmerksam, daß ich Sie für jede geschäftsstörende Einwirkung in meinem Schöneberger Betriebe haftbar mache. " Hochachtungsvoll ab„ Stehbierhalle Die Streifleitung berichtete zunächst, daß die Großbetriebe sich Uebergroße Empfindlichkeit verrieten die Christen an der Bewegung nicht beteiligen, auch lehnen es die Großbetriebe Richard Klempt. threm Bruderkrieg nie. Man warf sich gegenseitig die fowie eine Anzahl Mittel- und Kleinbetriebe ab, sich an der SammDazu möchten wir folgendes bemerken: Die Organisation wollte gröbsten Schimpfworte und auch die niedrigsten Motive an lung der Unternehmer zugunsten der bestreikten Firmen zu beteiligen. den Kopf. Wären die Nichtchristen so schlecht, als sich die Der Stand der Bewegung hat sich im wesentlichen nicht verändert. mit Herrn K. nicht den Vertrag mit diesem einen, sondern für seine Kinder der Kirche gegenseitig hinstellen, man könnte sich Im Laufe des Tages find einige Mitteilungen eingelaufen, wonach vier Betriebe abschließen. Interessant ist, daß die Christen schämen, Mensch zu sein. Den Gipfel der Gehässigkeit er- Unternehmer bewilligt haben; auch sind zum Sonntag schon einige hier einen Streifbrecher Lieferungsvertrag Daß die Höhe des Lohnes 60 M. monatlich Zusagen gemacht worden. Aussperrungen oder ein weiteres Zurück geschlossen haben. Klettern die M.- Gladbacher, indem sie ihre Widersacher ziehen der Vergünstigungen von seiten der Unternehmer war nicht beträgt, müssen wir bezweifeln, nachdem Herr K. bereits in einem ( Berliner Richtung) in ihren firchlichen Interessen schädigen. zu verzeichnen. früheren Schreiben an uns darüber unrichtige Angaben gemacht hat. Daß es geschieht, gibt die„ Köln. Boltsztg." unumwunden In der Diskussion wurde das frivole Vorgehen der Unternehmer Die Berichtigung der Brauerei Oswald Berliner in der gestrigen zu. Die Germania" beschwerte sich darüber, daß die ma- gegeißelt. Es wurde betont, daß die Unternehmer das gute Ein- Nummer des Vorwärts" ist nicht ganz vollständig, weil sie vergessen teriellen Beihilfen aus dem Westen für die Abstellung der vernehmen zwischen Fahrern und Besizern direkt mit Füßen getreten hat mitzuteilen, daß fie die Garantie für die Innehaltung des MietsKirchennot ganz außerordentlich nachgelassen hätten. Dazu haben. Ein großer Teil der Unternehmer hat mit den Fahrern vertrages übernommen hat. früher Schulter an Schulter gekämpft. Sie sind hauptsächlich durch bemerkt die Köln. Voltsztg." ganz ungeniert: Für organisierte Gehilfen gesperrt sind die Betriebe: Hadedie fahrenden Kollegen zu ihrem Besiz gekommen. Im weiteren peter", Schöneberg, Hauptstr. 139, Kasino- Restaurant", Berlin, „ Wenn die Katholiken im Rheinland und in Süddeutschland wurde über die falschen Berichte der Presse geklagt und nochmals Friedrichstr. 126," Restaurant Groß- Berlin", Alexanderplatz, Ede immer wieder hören und sehen, daß bei allen Bemühungen Un- hervorgehoben, daß sich die Fahrer nur in einer Abwehrbewegung Neue Stönigstraße, und Krug zum grünen Kranze", Alexanderplatz, frieden, Zwietracht, Haß und Streit in die Reihen der deutschen befinden. Wenn die Unternehmer versuchen, durch falsche Berichte Ecke Neue Königstraße. Stehbierhalle am Paradiesgarten", Inh. Katholiken hineinzutragen, die führenden Geister in Berlin figen, die Deffentlichkeit auf ihre Seite zu bekommen, so dürfte dies schwer Herr Gangberg. Treptow, an der Fahrstraße zum Kaiserbad. und zum Teil Berliner Geistliche sind, darunter solche, die fich werden. So wurde versucht, den Verdienst der Chauffeure auf Eierhaus 3", Inh. Herr Kammla, Treptow. gerade durch den Kirchenbettel einen Namen gemacht 10 M. zu beziffern. Dies fonnte als glatte Lüge bezeichnet Gierhaus 3". Jnh. Herr Führer, Treptow. Stebbierhalle ,, Tierhaben, dann ist es menschlich und natürlich, wenn die haus 2", Jnb. Herr Manichke, Treptow. Die Inhaber dieser Katholiken im Westen und im Süden Deutschlands schließ- Bekanntlich bekommen die Chauffeure 1,50 M. Rohn und 25 Proz. Lokale beschäftigen Gehilfen gelber Vereinigungen und lehnen jede lich sagen: Jahrelang Jahrelang haben wir gern biele Hundert der Einnahme. Erzielt der Chauffeur 20 M. Einnahme, so hat er Vereinbarung mit der Organisation ab. taufende den Berliner Geistlichen für die Bedürfnisse der einen Tagelohn von 6,50 M. Davon hat er aber 75 Pf. WagenVerband der Gastwirtsgehilfen Berlin I. Berliner Katholiken zugewandt, aber wir haben es jetzt fatt, uns waschgeld zu zahlen, fodaß nur 5,75 M. in Frage kommen. Rechnet von Berliner Geistlichen und führenden Berlinern" für dieſe man nun eine 12 stündige Arbeitszeit, so fommen auf die Stunde Aus dem Fleischergewerbe. Wegen Nichtanerkennung des freudige, fatholische Opferbereitschaft bei jeder Gelegenheit und noch nicht 50 Pf. Hinzu kommt, daß der Kraftdroschkenführer den Tarifvertrages bleiben die Restaurationen: Birnaus Hack c= ſelbſt in Rom als mindergute und mindertreue Katholiken ver- ganzen Tag seine Bedürfnisse im Wirtshaus befriedigen muß, da er peter, Gr. Frankfurter Straße 106, Troche, Schöndächtigen zu lassen, bloß deshalb, weil wir die chriftlichen Gewert feine Gelegenheit hat, nach Hause zu fahren. Das Schlimmste ist hauser Allee 72 und Rübe, Kommandantenstr. 73, schaften dem„ Siz Berlin" vorziehen. Das Gefühl persönlichen aber das Nerven aufreibende des Berufs, der mit ständiger Gefahr ver- für organisierte Fleischergesellen gesperrt. Tattes und persönlicher Dankbarkeit hätte schon jene Geist- bunden den Chauffeur außerdem oft wegen nicht verschuldeter VerDie Tariffommission. lichen bei dem langjährigen Verdächtigungsfeldzuge gegen gehen ins Gefängnis bringt. So ist es oft vorgekommen, daß ein die nicht zu Sig Berlin" haltenden Katholiken aus der Chauffeur in einer Woche zwei Strafen à 30 M. bekommt und sein vordersten Kampfreihe zurüdhalten müssen. Das hätte die Verdienst nicht ausreicht, diese Strafen zahlen zu können. Germania" schon vor Jahren jenen Herren fagen sollen; Die Stimmung der Streikenden ist eine vorzügliche und sind sie Samit hätte sie den Berliner Katholiken und der Diaspora fich ihres Sieges gewiß. not befiere Dienste geleistet. Die Herren von Savigny. Baron, Hoheisel, Beyer, Fleischer, Fourneller, Windolf tragen zum großen Teil die Verantwortung dafür, wenn draußen im Reiche unter den deutschen Katholiken die Stimmung für„ Berlin" allmähAm 15. April fanden erneute Verhandlungen zwischen der lich sich in deutlichen Folgen fundtut... Müllabfuhr- Gesellschaft und den in den Ausstand getretenen Ar Also weil man nicht nach der Pfeife der M.- Gladbacher Am Montagvormittag 10 Uhr findet im Gewerffchaftshause eine beitern statt, wobei eine Einigung auf folgender Grundlage erSchließlich fordert weitere Versammlung der Streifenden statt, in der erneut zu der Be- zielt wurde: Ab 1. August 75 Pf., ab 1. April 1915 50 Pf. für tanzt, wird der Beutel zugemacht. die Woche Zulage. Der Vertrag gilt auf drei Jahre, die die„ Kölnische Volkszeitung" noch ziemlich unverblümt wegung Stellung genommen werden soll. Arbeit ist heute( 15. April) bereits wieder aufgenommen worden." eine Maßregelung des Sekretärs Kirsch vom„ Siz Berlin", Eine Zulage von 50 Pf. die Woche macht für den Tag 8 Pf. Die Spanner und Rabizweil er in einer Zentrumsversammlung für Bischof Kopp und dessen Auffassung von der Gewerkschaftsenzyklifa ein- puber bei der Firma Wagenknecht u. Lugino, Berlin- Die gegenwärtige Dauer der Arbeitszeit bei der Abfuhrgesellschaft getreten war. Nun wissen's die Geistlichen: treten sie für Wilmersdorf. Düffeldorfer Str. 12, haben auf dem Bau Stadthalle ist uns nicht bekannt, doch wurde früher von 5 Uhr früh bis 7 beFachabteilungen ein, bekämpfen fie die christlichen Gemert- in Greifswald wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. aiebungsweise 8 11hr abends gearbeitet. Jeder Kommentar ist hier Bir ersuchen sämtliche Kollegen, Pußer und Spanner, Arbeit nach überflüſſig. schaften und ihren Anhang, dann gibts kein Geld für Kirchen. Greifswald nicht anzunehmen und den 3uzug zu meiden. Die Goldstücke rollen wieder, wenn man das Lager der Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Berliner verläßt und einschwenkt nach dem Kommando der M.- Gladbacher. Das ist nun Christentum, das tritt auf als Lehrmeisterin höchster Moral und Ethik. Der Hl. Bater in Rom wird seine Freude haben an solchen Früchten modern fatholischer Erziehung( modern nach Köln- M.- Gladbacher Art). Die Leute, die in solcher Weise terrorisieren, die den gemeinsten Gewissensdruck nicht verschmähen, bringen es dabei noch fertig, sich über freigewertschaftlichen Terrorismus- heuchlerisch zu entrüsten. Und das alles geschieht nicht etwa, um Arbeiterinteressen zu fördern, sondern ganz ausschließlich zum Vorteil des Kapitals, zur Stärkung der Klassenherrschaft und Ausbeutung des Proletariats. " Kleines Feuilleton. Wenn die Unternehmer den Kampf durch eine Sammlung besser führen zu können glauben, so würden sich die fahrenden Chauffeure ebenfalls bereit erklären, täglich einen Teil ihres Verdienstes abzugeben, um ihre streitenden Kollegen für den Ausfall des Verdienstes zu entschädigen. Achtung, Gipsbaubranche! Achtung! Gastwirtsgehilfen. Von Herrn Klempt erhalten wir folgendes Schreiben: An die Ortsgruppe Berlin I des Verbandes der Gastwirtsgehilfen Hier. Deutsches Reich. Niedriger hängen! Man schreibt uns aus Posen: Bei der Posener MüllabfuhrGesellschaft war Sonnabend vor Ostern ein Ausstand eingetreten, weil die Arbeiter und Kutscher mit den gezahlten Löhnen durchaus und mit Recht unzufrieden waren. Die Poiener deutschen Zeitungen vom 16. April bringen nun übereinstimmend folgende Notiz: " Freche Fälscher. " ● 込 D " Die schwarze Presse bringt eine Korrespondenznotiz, die nachweisen soll, daß der Mitgliederrückgang des Bergarbeiterverbandes nicht erst nach dem großen Streit im Jahre 1912 eingetreten ist, jondern schon 1910. Als Beweis werden die folgenden Einnahmen des Verbandes aus Mitgliederbeiträgen angegeben: 1910 2424 371,11 M. 1912 2 193 502,50 M. 1911 2 239 468,68 1913. 1 885 700,80 Da Sie auf mein Angebot, den bestehenden Vertrag zwischen Jubelnd wird eine Mindereinnahme von 538 000 m. seit 1910 Ihnen und Herrn Engelmann für die Dauer seiner Gültigkeit, fonstatiert. In Wirklichkeit betrugen die Einnahmen des Verbandes auf meine Person zu übertragen, eventuell zu verlängern, nicht aus Mitgliederbeiträgen im Jahre 1910 2 122 878 m., 1911 stiegen eingegangen sind, fogar die Mitglieder Jhrer Organisation will sie auf 2239468 M., erst 1912 ging es mit den Beitragssummen fürlicherweise in meinem Schöneberger Betrieb die Arbeit nieder- abwärts. Das Jahr 1914 hingegen dürfte eine erhebliche Steige gelegt haben, so habe ich für diesen Betrieb mit dem Reichs- rung der Mitgliederbeiträge bringen, da der Verband sich schon seit Ja er mußte sogar hören, daß die Dame engagiert ist, um Land-| Einer jungen fremden Frau, die er mit magisch geheimnisvoller schaftsfilms zu begleiten. Ein Film zeigt Tiroler mit Knie- Kraft bannt, enthüllt er seinen Zustand; er spricht ihr von seiner hosen, dem Gamsbart auf dem Hütl, derbe, urdeutsche Gestalten, Einsamkeit, vom Hasse, den er überall gefunden und gedoppelt der Besucher denkt sofort an einen juchzenden Jodler und hört als wiedergab. In einem zerlumpten Bettler, dessen Anblick ihn Efel erfüllt, wittert er Saul Echo eine näselnde Französin schmachtend flöten". Da fann aner mit Wahlverwandts verborgene Kronprinzliches. Heißt'n Geschäft! Paul Liman Lippmann Der arme Vorid" für die geistig etwas schwer aber a satrisch wild werden. Das überschreitet doch alle Grenzen schaft, ein Doppel- Jch, das ihm die eigene Zukunft deutet. mit dem rätselbaften Manne fälligen Leser" der Deutschen Tageszeitung, im übrigen heute der guten Sitte und ist unerhört. Ein deutscher, Kientopp engagiert Das Mitgefühl der Dame Oberhofschriftsteller aller nationalen" Phraseure hat die Gunst eine Französin zur Begleitung von Landschaftsfilms. Eine der wird zur Liebe, und begierig, eine Linderung seiner Dual erhoffend, der Stunde erkannt und ein Buch vom Kronprinzen geschrieben, artige Geschmadlosigkeit," sagt der deutschfühlende Beschauer in greift er danach. Er folgt ihr in das Haus ihres Mannes, eines Aber die Freiheit, die er dem Weibe verdem er den Untertitel„ Gedanken über Deutschlands Zukunft" seiner stolzen Entrüstung, geht ohne Zweifel über den Arztes, und entführt sie. gibt. Das Buch soll Ende April erscheinen. Inhaltsverzeichnis und Rahmen einer Regieenigleisung hinaus." So er heißen, bricht um in trübe Not. Der Geldbrief des Verlegers trifft Borwort unterrichten schon jetzt einigermaßen über das Wesen eignen sich sogar im Kientopp Katastrophen, die die Gefahr eines nicht ein, und als er ihn dann endlich in der Hand zu haben glaubt, Dieser Anbiederung und geschäftlichen Spefulation. blutigen Zusammenstoßes zwischen Deutschland und Frankreich ihn in einer Stunde sonnigen Glückes am Meeresfirande öffnet, liegt Das Inhaltsverzeichnis führt sechs Kapitel auf, die über- ahnen lassen. Ein deutscher Landschaftsfilm, in dem gesprengten nur ein Schreiben, aber fein Geld darin. Er rast, er wütet, er hält schrieben sind: Gegensäße von einst, das Recht der Zukunft, Selbst- Rahmen einer Regieentgleisung rollend, versezt dem besten 3ug es für eine persönliche Malice des lieben Gottes und fündet ihm in porträt, Fronde, Miszellen, Gegenwart und Zukunft. Und aus eines hochpatriotischen Herzens einen unüberwindlichen Stoß, und parodistisch wirkender, doch völlig ernst gemeinter Empörerpofe für es gibt Warnungssignale von sich. Deutsche, geht nicht in ein alle Zeiten den Gehorsam. Hungernd ziehen die beiden ins Heimat dem Vorwort des Verfassers seien diese Säße zitiert: Lichtspiel, dessen Regie so taktlos ist." dorf der Frau, hoch in die Berge. Und doch ist dies Buch nicht zur Verteidigung geschrieben. Die guten Patrioten! Von dem Sensationsdred, mit dem die Die fromme Mutter sucht ihr Kind aus dem verhängnisvollen wohl aber tut es not, rechtzeitig im deutschen Volte die Besinnung Er verläßt sie. Verunglückt im Gebirge, zu wecken, damit nicht das äßende Gift der demagogischen Phraje französischen Filmfrißen das Reich überschwemmen, lassen sie sich Bund zu lösen. ihm die Freude an dem Kaiser der Zukunft, an diesem jugend- gerne paden, aber sie geraten aus dem Häuschen, hören sie ein wird er von Klosterschwestern gepflegt. Als er aus seinen Fieberlichen Fürsten zerstöre. Und festgestellt jei auch, damit die harmloses französisches Lied, das ein Menschenfind, das auch leben phantafien erwacht, bäumt sich sein Troß von neuem auf HochKritik in ihrem Ziel sich nicht irre, daß es weder im Auftrag, noch will, zur Begleitung eines deutschen Landschaftsfilms singt. Und mütig weist er den Beichtiger ab. Indes beim Anblick der verdas gerade fönnte doch versöhnlich stimmen. schleierten Gesellschaft, die schweigend an der Tafel sitt überhaupt mit Wissen des jugendlichen Fürsten geschrieben ist.. Menschen, denen er, voller Argwohn, im Leben Unrecht tat Bestimmend allein ist die Sorge, daß die schon seit Jahren von fich ein dumpfes Schuldbewußtsein und schwillt dann unaufhaltsam den Gegnern der monarchischen Staatsform gewählte Methode, in dem fünftigen Kaiser der Nation einen Lessing Theater:„ Nach Damaskus". Drama von an. Waren wirklich nur die anderen, war er nicht selbst in seines Sein von übler Umgebung mißleiteten, unselbständigen, gedankenleeren August Strindberg. Dieses Werf entstand am Ende der neunziger Wesens liebloser Verstocktheit schuld an seinem Jammer? Worthelden zu zeichnen, dessen Sinnen und Trachten in Spiel und Jahre, nach jener Zeit, als unter den Nachwirkungen einer unglid Damastus ist gekommen, aus dem Saulus soll ein Baulus werden. Die Stimmen seines Innern flingen dem weiter Wandernden Sport aufgeht, der kindisch, ohne jeden inneren Zwang, gegen den lichen Ehe Strindbergs Verfolgungswahn hervorbrach und seine taiserlichen Bater auftritt und durch stete Bekundung kriegerischer Freunde fürchteten, er würde aus der Welt der Einbildungen nie dann auch aus dem Munde der Mutter, der Geliebten und des Bettlers, Gedanken die Zukunft gefährdet, daß diese Methode zulezt doch mehr die Rückkehr zu dem produktiven Schaffen finden. Von den der seinen Weg zum zweitenmal freuzt, entgegen. Aber in mystisch furiofer in manche Werte zerstört, die zu sichern unsere brei Teilen des Dramas( das in der deutschen Strindberg Ausgabe Geheimtuerei sieht der Strindbergsche Held mit der Geliebten wieder flight ist.... Wenn wirklich das Schicksal. allzufrüh, wie des Verlages G. Müller- München einen starken Band füllt) wurde vereinigt, num seine Aufgabe darin, alle Stationen des früheren einst den Vater, so auch den Sohn auf das Feld entscheidender nur der erste aufgeführt. Dem fünstlerischen Wagemut der Direktion Weges mit verändertem Sinn rückwärts nochmals zu durchlaufen. Taten, auf die höchste Höhe des Daseins führt? Dann werden die Barnowsky gefellt sich ein starkes fünstlerisches Können. Was durch So kommt er dann zu guterlegt auf den Platz vor der Kirche. Das Pfeile, getaucht in das Gift der wildesten Dema die bühnenmäßig stimmungsvolle Verbildlichung für diese seltsam neben steht das Poſtamt, aus dem er damals einen postlagernden gogie, von allen Seiten zischen, um mit dem Kaiser auch das schwebenden Szenen überhaupt geschehen konnte, war geschehen. Brief, böje Nachrichten befürchtend, nicht hatte abholen wollen. Doch Kaijertum in das Herz zu treffen.... Dieses Buch soll zur Ab- Emne bis in die legten Details dem Geiste des Werkes sich an- jetzt, als Baulus, tut er es, und siehe da es ist der schmerzlich Der liebe Gott ist also in wehr helfen. Es soll bei dem sichtbar anschwellenden de schmiegende Regie, von stilgemäßen Dekorationen Svend Gades vermißte Geldbrief des Verlegers. diese kindliche Fibelpointe scheint tatsächlich all der Aufwand von mokratischen Zuge der Zeit unser Volk zur Besinnung wirksam unterstützt, hielt in dem ewigen Wechsel der Situationen führen.. den Eindruck traumhaften Vorüber Dämonit auszulaufen-glänzend rehabilitiert, und der Versöhnte das Stüd hat fünfzehn Bildereinigem Baul Liman will gegen den sichtbar anschwellenden demokraUnd Widerstreben in die Kirche ziehen. Der ganze Weltschmerz gleitens aufrecht: fie unterwarf Sprache und Bewegung der und Beschämte läßt sich von der Gefährtin na Spielenden dem Walten eines einheitlichen Rhythmus. Darsteller der des" Unbekannten", in dem schrumpft so zum Schmerz des engen Eigen Jch zusammen, Beginnen, und man wird dem Erfolge seines neuen Machwertes Stanßler, fich Selbst, seine Verzweiflung, feine zittern- das, wenns ihm selber besser geht, auch die Leiden der anderen Strindberg mit Gleichmut entgegenseben dürfen. Auch seine schriftstellerischen Leistungen über Bismard und Wilhelm II. haben keinen erheb- den Aengste, fein Mißtrauen, feinen Troß, harten Egoismus und so die Welt im allgemeinen ganz erträglich findet. nach Erlösung" schildert, berwuchs Die wichtigsten Nebenrollen waren mit Lina Loffen( Ges Bedürfnis das mit der Gestalt so innig, erichien so überzeugend wahr im Ausdrud liebte), Ita Grüning( Mutter) und den Herren Heinz des Zwieivalts, wie vielleicht sonst nur in dem Bekennerdrama Solfner, Saroth, Klein- Robben eindrucksvoll befest. Zolitois„ Das Licht scheinet in der Finsternis". Indes bei allem Aur Schluß der vierstündigen Vorstellung wurde Kayler stür hochgespannten Wollen und Vermögen, die Spiegelung fonnte nur misch gerufen; auch Herr Barnowsky mußte erscheinen. die im Original verstreuten lebendigen Momente au gesteigerter Lebendigkeit erhöhen, nicht die Flecken, die Last des Launenhaften, Zufälligen, des pathologischen Wirrwarrs tilgen. .. tischen Zug der Zeit fechten. Es ist das bei ihm ein unschuldiges lichen Schaden angerichtet. Gs mag ein Zufall sein, aber es ist ein guter Wiß, daß dies neueste Geschreibsel eines längst gezeichneten seichten. Phraseurs in einem Verlage erscheint, als dessen Inhaber ein entschieden fort schrittlicher" Abgeordneter zeichnet. Schmach und Gram, oder: Der Patriot im Kientopp. Der Deutschen Warte" schreibt ein Leser, daß in den Kammerspielen am Potsdamer Platz vor einigen Tagen ein Film über die Lein wand ging, der die bayerischen Hochgebirgslandschaften mit ihren Bewohnern zeigte. Wie staunte aber der deutschfühlende Befchauer", als, feinbar um den Genuß zu erhöhen, ein von irgend einer Französin gesungener französischer Tert den Film begleitete! und Theater. = Je weiter das Drama vorrückt, um so mehr schwächt sich bei der Häufung des wunderlich Verzwickten der Reiz des Spukhaften, der anfangs eine intensive Spannung auslöst, ab. In der ersten Szene fieht man den Unbekannten" auf einem leeren Plage vor der Kirche. Humor und Satire. Die lange Bank. Bon all den Banken und von all den Bänken, Die es in Deutschland gibt, Will ich mein Lied auf dich, auf dich nur lenken, Die jeder innig liebt. alles regt dt, i € [ Monaten boit den Folgen des Streilbruch-Z der GewerkschaftZchristen wieder erholt hat. Um die Oeffentlichkeit zu betrügen, schreckt die schwarze Presse — wie man steht— nicht einmal vor direkten Zahlen- fälschungen zurück._ Eine Lohnbewegung der Landschnftsgärtncr in Hamburg und Umgebung führt« wegen der Ablehnung der Verhandlungen durch die Unternehmer am Donnerstag zur' Arbeitsniederlegung. Bis Freitag hatten 300 Gehilfen und Arbeiter die Arbeit eingestellt Außerdem arbeiten 53 in geregelten Betriebest. Als Arbeitswillige versuchen die Unternehmer ungelernte Arbeiter durch den Vater- ländischen Ar&eilsnachweis heranzuziehen. i i G '31 n n r n Ui i i i i i Der Parteitag öer S.S. p. London, 15. Avril. sEig. Ber.) Der Parteitag der„British S o c i a l i st Party", die bor drei Aahren in Manchester aus tzer Verschmelzung der«. D. P mit anderen sozialistischen Organisationen entstand, fand in diesem Jahre ant Ostersonntag und Ostermontag zu London statt. Den Borsitz fishrte Genosse S t o k e S, Vorsitzender deS Londoner Gewerkschaftskartells, der in seiner Eröffnungsrede folgendes au? führte: Die V. S. P. hält ihren dritten Parteitag in einer der wich tigsten Perioden ihrer Geschichte ab. Unsere Verhandlungen und Beschlüsse werden nicht allein für die gedeihliche EntWickelung der Partei, sondern auch für die gesamte Arbeiterbewegung des Landes von tiefer Bedeutung sein. Als revolutionärer sozialdemokratischer Flügel der britischen Arbeiterbewegung hat die B. S. P. ihre Existenz im verflossenen Jahre vollständig gerechtfertigt. Ihre Auf- gäbe ist eS, das Volk zum Sozialismus zu erziehen und die poli tische Macht zu erobern. Doch in diesen Bestrebungen wird sie auf der einen Seite von einem ohnmächtigen, zersetzenden Anarchismus, auf der anderen von einen, ebenso ohnmächtigen Opportunismus in der Arbeiterbewegung gehindert. Keine dieser Bewegungen kann den Erfordermssen des Klassenkampfes gerecht Iverden, der die Politik jeder kämpfenden Arbeiterbewegung be stimmen muß. Das vergangene Jahr hat uns deutlich die Gefahren vor Augen geführt, die der Arbeiterbewegung aus den Bestrebungen' der bürgerlichen Parteien, das Volk auf eine falsche Fährte zu locken, erwachsen. Wir haben gesehen, wie die U l st e r-„K r i s e" fabriziert wurde, um politisches Kapital zu machen. Die konservativen Syn dikalisten, Aufrührer und politischen Abenteurer können mit Recht be- schuldigt werden, versucht zu haben, die Disziplin des Heeres zu untergraben: aber ebenso richtig ist eS, daß die liberalen Plutokralen und Stellenjäger diesem Treiben untätig zugesehen haben, um aus der„Krise" einen Wahlrus zu destillieren, durch den die Aufmerksam- keit der Wähler von den großen nach Lösung drängenden Wirtschaft lichen und sozialen Problemen abgelenkt werden könnte. Ein zweites NassischeS Beispiel für diese Ablenkungsversuche ist die von den Libe ralen aufgerollte Landfrage. Zu all diesen Fragen nimmt die Sozial demokratie ihre besondere Stellung ein. An die Stelle des Söldnev Heeres, das ein Werkzeug der herrschenden Klaffe zu einer aggressiven Politik im Ausland und zur Unterdrückung im Innern ist, will die Sozialdemokratie ein demokratisches Bürgerheer setzen, das nur der Verteidigung des Landes dienen soll, lind was das Land an- langt, so will sie Grund und Boden in den Besitz des ganzen Volkes überführen, nicht damit er unter kleine Eigentümer aufgeteilt werde, die ihn in Armut und Elend bestellten, sondern damit er durch und für das Gemeinwesen bewirtschaftet werde. ES ist sicher, daß zur Gewinnung unserer Hauptnabrungsmittel große nationale und Grafschaftsbetriebe die wirtschaftlichsten ProduktionS methodenermöglichen. Im vergangenen Jahre hat das Jnter nationale Bureau auf Grund der Amsterdamer Resolution die Einigungsbestrebungen der englischen Sozialisten wieder in Fluß gebracht. Die B. S. P. wurde gegründet, um die sozialistische Einigkeit herzustellen. Wir heißen daher diese Konsolidierung der lozialistischen Kräfte unseres Jnselreiches herzlich willkommen. Vor dem Eintritt in die Verhandlungen wurden eine Reihe Begrüßungsschreiben und Telegramme verlesen, die von den sozial- demokratischen Parteien Oesterreichs. Dänemarks, Schwedens, Portugals, Serbiens, Ungarns und Norwegens eingelaufen waren. Die deutsche, französische und belgische Partei hatten Vertreter ge- schickt, die später eintrafen und Ansprachen hielten. Zum ersten Male In allen Schwierigkeiten unseres Lebens Weiß dir man immer Dank, Denn keiner wendet sich an dich vergebens, Du gute— lange Bank. Hat einer ein Versprechen mal gegeben, DaS ihm dann unbequem, (Was einem jeden mal Kassiert im Leben,) Wie bist du angenehm I Z. B. de? Dreiklastenwahlrechts wegen Zerbricht den Kopf man sich. Herr Bethmann aber ist drum nicht verlegen. Er schiebt es, bums, auf dich. Herr Bethmann Hollweg schwärmt für dich ekstatisch Du In heißem Liebesdraug. bist ir � «» in hohem Grade ihm sympathisch, Du bist, wie er, so lang. Wie lange aber wird er noch da oben Vergießen seinen Schweiß? Er glaubt zu schieben und er wird geschoben, Wer weiß, wie bald, wer weiß! »Fugend' Di ipo :iir Frö «rl- i n 1 n [E ar: üli *= j p. :rc Notizen. — Paul HeyseS Witwe bestreitet, daß die Mit- teilung wahr sei, der Dichter habe in den achtziger Jahren seinen Namen als Deckadresse für sozialistengesetzliche Konterbande her- gegeben. Ihr Gatte habe sich niemals um solche Dinge gekümmert. Aber das Dementi geht sicherlich einen Schritt zu weit: es ließe sich höchstens sagen, Paul Heyse habe niemals von solchen Dingen ge- sprachen. Schweigen ist doch in derartigen Fällen natürlich. Dem Dementi gegenüber läßt sich nur bemerken, daß wir nicht den geringsten Anlaß haben, die Richtigkeit der zur Ehrung deS Menschen Heyfr gemachten Mitteilungen Hermann Schlüters zu bezweifeln. — Theaterchronik. Die Erstaufführung von Bogumu Keplers komischer Oper„Monsieur Bonaparte" am Deutschen OpernhWise ist jetzt endgültig aus Montag, den 27. April, festgesetzt. _ D i» S Couplet des Kronprinzen, d. h. das Lied vom Ladenmädel, das bei einer Separatvorstcllung im kgl. Schloß die besondere Freude de« Kronprinzen erntete, wurde kürzlich von der Berliner Staatsanwaltschaft bei der Konfiskation von zwanzig Liedertexten mit zur Strecke gebracht. Jetzt hat die Straf- kammer des Landgericht« I das Lied mit vierzehn anderen wieder losgeentert. Der Staatsanwalt wird aufatmen: schwer mag der Alp der Kronprinzenbeleidigung auf seiner Mannesbrust geritten fiaben. Wird er den Schreck restlos verwinden? _ 4130 Kubikmeter Holz für ein Schiff. Welch ungeheure Mengen Holz für ein einzige« unserer neueren Riesen- schiffe gebraucht werden, zeigt die.Holzwelt" an einem schlagenden Beispiel. Sie zieht nicht die Kolosse der»Jmperator'-Klasse heran, sondern berechnet nur die Holzmenge, die bei dem jetzt seiner Boll- -nduna entgegengehenden„Kolumbus" de« Norddeutschen Lloyd ge- braucht worden ist. Bei dem Schiff, das eine Länge von 236■-'0 Meter, eine Breite von 25,30 Meter und einen Brutto- raunigehalt von 33 000 Registertonnen hat, wäre ein Wald von der Ausdehnung eines unserer größten Rittergüter notwendig, um den tiol, bedarf zu decken: wären es lauter Stämme von 30 Zentimeter Dicke und 10 Meter Höhe, dann hätten 0000 solcher Bäum« für diesen Vau. gefällt werden müssen. in der Geschichte des englischen Sozialismus schickte die F. L. P einen Vertreter zum Parteitag der Bruderpartei. Die B. S. P. er- widerte den Gruß und entsandte den Genoffen Irving zu dem gleichzeitig in Bradford abgehaltenen Parteitag der I. L. P. Die Grüße der I. L. P. überachte der Genosse Kneeshaw, dem ein sehr warmer Empfang bereitet wurde. Er gab in seiner Ansprache seiner Freude über die neue Wendung der Dinge Aus- druck. Jede der beiden sozialistischen Organisationen, erklärte er, habe ihre eigenen Funktionen zu erfüllen, aber um diese Aufgaben besser erfüllen zu können, sei ein» engeres Zusammenwirken nötig, Was das Bewegung nottue, sei etwas mehr gegenseitige Toleranz. Ein engeres Zusamnienarbeiten werde die Mißverständnisse aus dem Wege räumen, die in der Vergangenheit zu Streitigkeiten geführt hätten. H y n d in a n dankte dem Redner für seine Worte. Die sozialistische Einigung. Bei weitem die wichtigste Frage, mit der sich der Parteitag zu beschäftigen hatte, war die Frage der sozialistischen Einigung. Um eine ungehinderte Aussprache der Delegierten über diesen Punkt zu erzielen, wurde beschlossen, die Verlreter der bürgerlichen Presse während der Debatte auszuschließen. Der Vorstand berichtete über diesen Gegenstand in dem gedruckcen Bericht wie folgt:„Ter wichtigste Teil unserer Arbeit in den vergangenen zwölf Monaten war die Beratung der Vorschläge, die von dem Internationalen Bureau zur Herstellung der sozialistischen Einigkeit in Großbritannien unterbreitet wurden. Diese Vorschläge waren das Resultat einer Vorkonferenz der Vorstände der B. S. P., I. L. P. und der Fabischen Gesellschaft, die vom Internationalen Bureau am 18. Juli de letzten Jahres einberufen wurde: sie wurden später auf einer gemeinschaftlichen Konferenz der drei Vorstände und des Internationalen Bureaus. die am 13. Dezember in London abgehalten wurde, bestätigt, um den Mitgliedern der drei Organisationen zur Ratifikation unterbreitet zu werden. Die in Vorschlag gebrachte Grundlage der Einigung lautet: 1. Ein gemeinschaftlicher sozialistischer Rat soll aus den Ver tretern der drei sozialistischen Organisationen gebildet werden die Befugnisse und Pflichten des Rats werden später bestimmt. 2. Alle dem Vereinigten Sozialistischen Rat angeschloffenen Organisationen müssen der Arbeiterpartei angeschlossen sein. W Nachdem wir die Vorschläge sehr sorgfältig erwogen hatten, empfahlen wir sie Ihnen in einem am 5. Februar herausgegebenen Manifest, das von einem Aufruf des Internationalen Sozialistischen Bureaus begleitet war, zur Annahme. Die damit verbundenen Fragen sind von so großer Wichtigkeit, daß wir es nur für recht erachten, daß jedem Mitgliede der Partei Gelegenheit gegeben werde. seiner oder ihrer Meinung darüber Ausdruck zu verleihen. Wir haben deshalb Anstallen getroffen, daß die ganze Angelegenheit auf der Jahreskonferenz hinlänglich beraten wird, und daß die Partei nach der Konferenz durch ein Referendum der Mitglieder auf besonders anberaumten Mitgliedschaftsversammlungen die Ent scheidung fällt." Die sich an diesen Bericht anknüpfende Debatte nahm folgenden Verlauf: Dan Irving fVorsiandsmitglied) begründet die Haltung des Vorstandes und führt aus: Bielen Mitgliedern scheinen die Be- dingungen, unter denen die sozialistische Einigung erzielt werden soll, zu ungünstig für die B. S. P. zu sein. Aber Sie müffen bedenken, daß hier notwendigerweise ein Kompromiß vorliegt. DaS Jnter. nationale Bureau, dem wir für seine Bemühungen zu großem Dank verpflichtet find, besteht aus Genossen, die die lebenslängliche Hin gäbe zu unserer Sache an die Spitze der Bewegung gebracht hat. hnen können wir doch Vertrauen schenken, sie werden uns keine atschläge geben, die die Bewegung nicht fördern werden, und sie wie die ganze sozialistische Welt sind überzeugt, daß die sozialisti'che Einigung in Großbritannien dringend notwendig ist. Ich bitte die, die gegen diese Vorschläge sind, die Sache noch einmal sorgfältig zu erwägen und nicht zu vergessen, daß damals, als wir au« der Ar beiterpartei austraten, Tausend« unserer Mitglieder, die den Schritt mißbilligten, dennoch der Partei treu blieben. Ich hoffe, daß dies wieder eintreten wird, wie auch die Entscheidung der Mitgliedschaften ausfallen mag.•*. Pearce wendet sich gegen den Vorredner. Man verlangt von uns nicht nur den Anschluß an die Arbeiterpartei im Lande, sondern auch den Anschluß an die Fraktion im Parlament. Deshalb bin ich gegen die Vorschläge. Wie können wir uns einer Partei anschließen. die feige von ihren eigenen Anträgen davonläuft? Man braucht nur auf die Hallung der Arbeiterpartei in den Fragen der südafrikanischen Deportation, der Streiks in London, Leeds und Dublin, auf ihre Haltung in dem Marconiskandal, bei den Nachwahlen in Leicesler und Chesterfield hinzuweisen, um die Unannehmbarkeit der Vorschläge zu erkennen. Ich bin für die sozialistische Einigung, aber nicht für eine Einigung mit Nichtsozialisten, und die Mitglieder der Arbeiter- Partei sind keine Sozialisten. Schließt sich die B. S. P. der Arbeiterpartei an, so wird dies nur zu ewigen Reibereien führen. Die I. L. P.. die sich der Arbeiterpartei angescblossen, hat gefunden, daß dies die Begeisterung ihrer Mitglieder für die Sache geschwächt und zerstört hat. Die kontinentalen Sozialisten, die den Anschluß empfehlen, kennen die Verhältnisse in unserem Lande nickt. In keinem anderen Lande hat man eine Partei, wie es die parlamcn- tarisckc Arbeiterpartei in England ist, und nirgends hat sich eine sozialistische Partei mit einer solchen vereinigt. Kennedy(Parteiorganisator) tritt dem letzten Redner mit folgenden Argumenten entgegen: WaS nützt eS. wenn wir hier die Handlungen der Arbeiterfraktion verurteilen? Wir wollen ja eben durch den Anschluß an die Arbeiterpartei auf die Tätigkeit dieser Partei direkt einwirken und unseren eigenen revolutionären ozialistischen Grundsätzen in der Arbeiterpartei zum Siege ver- helfen. Die Verhältnisse haben sich geändert und mit ihnen muß ich unser Verhalten ändern. Entweder wollen wir fürderhin eine rein propagandistiscke Sekte bleiben— und dann ist eS besser, ivir bleiben außerhalb der Arbeiterpartei—, oder wir wollen eine politische Partei mit eigenen Vertretern im Parlament werden, und dann müssen wir uns der Arbeiterpartei anschließen. Unsere propagandistische Tätigkeit hat einen großen Teil zur Bildung der Arbeiterpartei beigetragen und es war unsere Isolierung, die uns daran gehindert hat, die Früchte unserer Tätigkeit einzuheimsen. Haben wir denn kein Vertrauen zu der siegreichen Kraft unserer Jeecn? Bleiben wir der Arbeiterpartei fern, dann gestehen wir nur, daß wir die Hoffnung verloren haben, die organisierte Arbeiter- chaft dem Sozialismus zuzuführen. Fineberg erklärt sich für die Annahme der Einigung?- Vorschläge. Ein Vorredne« hat gesagt, die festländischen Genossen verstünden nicktS von den englischen Verhältnissen. Aber seien Sie versichert, die Mitglieder des Jmernationolen Bureaus, und namentlich der Genosse Kaulsky. kennen die englischen Verhälmisse sehr genau. Sie haben ihre marxistischen Grundsätze diesen Verbältnissen nur angepaßt. Gewiß hat' die Arbeiterpartei Fehler, aber wir müffen mit der Tatsache rechnen, daß die Masse der Gewerkichaster in der Arbeiierpartei politisch organisiert sind, und dort müssen wir versuchen, ihnen unsere Grundsätze und Anschauungen beizubringen. Für und wider die Borschläge sprach noch eine Reihe Redner. H y n d m a n hatte das Schlußwort. Er trat mit flammender Be- geisterung für die sozialistische Einigung ein. Ich bedauere heute, erklärte er, daß die S. D. F. saus der die B. S. P. hervorgegangen ist) vor Jahren aus der Arbeiterpartei austrat. Durch unseren Austritt räumten wir denen, die mir den Liberalen Kompromisse schloffen uiid intrigierten, das Feld. Niemand wird mir nachsagen, daß ich ein Freund von Kompromissen bin.- Wenn ich aber beute für den zur 'ozialistischen Einigung siihrenden Kompromiß eintrete, so geschieht dies, weil ich erkannt habe, daß wir in unserer jetzigen Isolierung den Arbeitern nicht nahe genug kommen können. In den 33 Jahren ihres Bestehens hat unsere Partei viel Arbeit geleistet, aber die Resultate dieser Arbeit genügen mir nicht. Mir dem Beitritt zur Arbeiterpartei geben wir keinen unserer Grundsätze aus: wir pflanzen nur dre rote �ahne in der Arbeiterpartei auf. Ohne die Gcwerk- chaster können wir keine wirksame Aktion unternehmen und den Gewerkschaftern können wir uns viel leichter als Mitglieder der Arbeiterpartei denn als Außenstehende nähern. Rur mit der«er- der die nun cinigung aller Kräfte der Arbeiterschaft können wir hoffen, den Kapitalismus zu überwinden. Die Frage der Einigung wurde auf dem Parteitag nicht ent- schieden. Gemäß deni Vorschlage des Vorstandes wird ein sogleich stattfindendes Referendum bestimmen, ob die Einigungsvorschläge angenommen werden sollen oder nicht. Ein Mißtrauensvotum gegen den Parteivorstand, der es unter« lassen halte, gemäß dem Beschluß des letzten Parteitages zu Block- pool ein Parteiprogramm auszuarbeiten, wurde mit 74 gegen 34 Stimmen zurückgewiesen. Zweiter Verhandlungstag. Der zweite Verhandlungstag war größtenteils der Besprechung des Vorstandsberichts gewidmet. Der Vorstand, der mitunter heftig angegriffen wurde, konnte nicht über einen günstigen Mitgliederstand und günstige Kaffenverhältniffe berichten. Der Kassenbericht für das verfloffene Jabr weist ein kleines Defizit auf. Zu einer unerwarteten Entscheidung kain es später in der Frage der Bürgerwehe. Der Vorstand hatte eine Dringlichkeitsresolution eingebracht, in das Verhalten der liberalen Regierung gebrandmarkt wurde. so oft das Militär gegen streikende Arbeiter geschickt hat und anläßlich der Ulsterkrise die heuchlerische Parole herausgibt: Das Heer gegen das Volk." „Wir weisen darauf hin", heißt es in der Resolution,„daß Crowsley, Mann und andere von der liberalen Regierung verfolgt und eingesperrt wurden, weil sie gemeine Soldaten inständig baten, nicht ihre streikenden Klassengenossen niederzuschießen, wählend es Sir Edward Carson und seinen politischen Verbündeten gestattet worden ist, ftei zum Aufruhr auf- zufordern und eine bewaffnete Revolte gegen Homerule zu organisieren. Wir weisen ferner auf die Versicherungen, die das Kabinett den Offizieren des Heeres gegeben hat, daß sie nicht aufgefordert werden würden, gegen Ulster zu dienen, und auf die Erklärung Herrn Bonar Laws, daß es die Pflicht des Armeeosfiziers sei, seinem Gewissen zu gehorchen, und wir fordern die Soldaten des britischen Heeres auf, sich dieser Tatsachen zu erinnern, wenn sie aufgefordert werden, in wirtschaftlichen Kämpfen einzuschreiten. Zur selben Zeit weisen wir darauf hin, daß ein stehendes Heer immer ein bereitwilliges Werkzeug in den Händen der herrschenden Klassen für den Angriff nach außen und die Unterdrückung der VolkSfreibeiten und Arbeiterintereffcn in der Heimat fein wird, und wir fordern die Organisierung eines nationalen demokratischen Bürgerheeres, das nur der nationalen Verteidigung zu dienen hat und die einzige Alternative des SoldatenheereS und die einzige sichere Bürgschaft für die Erhaltung deS nationalen und internationalen Friedens ist." Die Resolution gab zu einer regen Diskussion Anlaß, in der der Antrag gestellt wurde, den letzten PaffuS. der von der Bürger« wehr handelt, zu streichen. Mit einer Mehrheit von 76 gegen 58 Stimmen wurde dieser Abänderungsantrag angenommen. Es war ein höchst überraschendes Resultat, denn bisher war die B. S. P. die einzige Sektion des englischen Sozialismus, die in der Militär- frage die Ansichten der festländischen Parteien teilte und die stets für die Bürgerwehr eingetreten ist. Von den übrigen Resolutionen seien noch folgende erwähnt: ES wurde beschlossen, vom 7. bis zum 14. Juli eine Rote Woche abzuhalten: der Beschluß ist direkt auf den Erfolg der Roten Woche in Holland und Deutschland zurückzuführen. Ferner wurde eine Resolution angenommen, in der die Partei für die sozio« listische Landwirtschaft eintritt. Während der Beratungen betraten die festländischen Gäste den Saal. Von Deutschland war Müller, von Frankreich C a m e l i n a t und von Belgien HuySmanS erschienen. Sie alle überbrachten dem Parteitag der B. S. P. die Grüße ihrer Partei. Huysmans redete in warmen Worten für die sozialistische Einigung und führte als internationaler Sekretär an, daß sich noch in allen Ländern die Befürchtungen, die man an die Einigung geknüpft, nachher als unbegründet erwiesen hätten. Auch Müller redete der Einigung das Wort. Seit 1875, erklärte er. haben wir in Deutschland eine geeinigte Partei. In unserer Partei herrscht volle Meinungsfreiheit und diese würde die B. S. P, auch in der Arbeiterpartei haben. Er schloß mit dem Rufe: „ES lebe die geeinigte sozialdemokratische Partei Groß- britanniens!" Den ausländischen Delegierten wurde eine begeisterte Ovation gebracht. Die Kongreßteilnehmer erhoben sich von den Sitzen und sangen die Internationale.• H y n d m a n schloß den Parteitag mit einem Auftuf zur sozia- listischen Einigung und forderte die Delegierten auf. dafür zu sorgen, daß die EinigungSvorsthlägc bei den Mitgliedern Annahme fänden. Als Ort des nächsten Parteitages wurde LeedS bestimmt. Man kann nicht sagen, daß dieser Parteitag der B. S. P. sehr fruchtbar gewesen ist. Doch als der Parteitag, auf dem die sozio- listische Einigung ernstlich beraten und vorbereitet wurde, wird er in der Parteigeschichte seine Rolle spielen. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Veutsch-ruj?ische Handelsbeziehungen. Der Beschluß der russischen Duma, einen Getreideeinsuhrzoll in Höhe von 4 M. für je 100 Kilo zu erheben, wird auch von bürger« ticher Seite als eine gegen Deutschland gerichtete Maßnahme, al« die Einleitung de« zollpolitischen Kampfes gegen Deutschland beurteilt. Denn nur Deutschland führt nach Rußland Getreide in nennenswerten Mengen ein. weil das sogenannte Einfuhrscheinsystem den deutschen Getreideproduzcnlen Ausfuhr« Prämien gewährt, die ihnen die Konkurrenz auf dem russischen Markt überhaupt erst ermöglichen. Die Beurteilung de» russischen Beschlusses ist in der bürgerlichen Presse allerdings je nach der Parteistellung verschieden. Die konservative Presse— voran der sozusagen agrarische Renommierjude der„Deutschen Tages- zeitung"— leugnet schlechtweg, daß die Sperre Deutschlands Land- Wirtschaft schädigen werde. Eine gewiffe Freude auf den Zollkanflzf mit dem noch unausgesprochenen Hintergedanken, als Gegenmaßregel nun selbst den autonomen Zolltarif(von 7 M.) statt des Vertrags« turifs(von„nur" 5 M.) anwenden zu können, tritt in diesen agrarischen Aeußerungen unverkennbar zutage. Die liberale Presse fürchtet dagegen mit Recht, daß Rußland sich durch Erhöhung der Sin- fuhrzölle auf Jndustrieprodukle wehren würde. Gemeinsam ist den Argumenten beider Parteien indeffen die Gleichsetzung der Interessen von Volkswirtschaft und Unternehmerklaffe, während die Sozial- demokratie allem die Jntereffen der Konsumenten, die zugleich die eigentlichen Produzenten sind, in den Vordergrund der Debatte rückt und dabei selbstverständlich einen eng nationalen Standpunkt nicht vertreten kann. Unter allen Umständen muß ein Zollkampf zwischen zwei Ländern, die in regem wirtschaftlichen Austausch stehen, die Interessen der Konsumenten und auch Produzenten beider Gebiete aufs schwerste schädigen. Denn ein Zollkrieg beabsichtigt die, wenn auch nur vorübergehende, Unterbindung jedes Güteraustausches, auf den doch beide angewiesen sind. Man braucht sich nur zu bergcgen« wärtigen, daß Teutschland im Jahre 1911 aus Rußland für 1774 Millionen Mark Waren bezog und für 730 Millionen Mark Waren dort absetzte, um die Bedeutung einer auch nur teilweisen Hemmung dieses Warenverkehrs für das Wirtschaftsleben beider Länder zu be- greifen. Betrachtet man zunächst nur die rohen Aus- und Eiiifnhrziffcrn, o ergibt sich schon daraus, wie sehr, wenn auch in verschiedenem Grade, beide Länder aufeinander angewiesen sind. An der russischen Gesamteinfuhr von 2510 Millionen Mark war Deutschland(im Jahre 1911) mit 730 Millionen beteUigt. Von der russischen Gesamt- Nr. 106. 81. Iahryavy. 2. grilgp des Jarmirls" farliiict gatoMnH. Söimtag 19. April 19(4. von der städtischen Norö-Suöbahn. Die Vergebung der Arbeiten für die Tunnelstrecke von der Tieckstraste bis zur Behrenstrage mil Unterführung unter der Spree und Ueberbrückung einer Moorschlucht zwischen Spree und Bahnhof Friedrichstraste hat einen eigenartigen Verlauf genommen. Es lagen, wie wir schon berichteten, elf Gebote vor, die sich zwischen 10,6 bis herunter zu 5,8 Millionen Mark bewegte». Die Gebote von 6 ftirmen lauteten zwischen 9—10 Millionen Mark. Das qc- ringste Gebot war von der Bau-Aktiengeiellschaft Rautenberg abgegeben worden, dann folgte Tiefboufirma Mast mit 6,4 Millionen, Firma Teich mit 8,2 Millionen und weiter Siemens u Halske und die Gesellschaft für den Bau von Hoch- und Untergrundbahnen mir 9,2 Millionen Mark Die Tiefbaudepulation beschlost in ihrer letzten Sitzung die Ein- setzung einer Subkommission mit dem Auftrage näherer Prüfung der Gebole und mit der Vollmacht, den Zuschlag zu erteilen. Es ergab sich, dast nur kopitalsichere, leistungsfähige Firmen diese schwierige Arbeit ausführen können. Ein wesentlicher Faktor bei dieser Arbeit ist die Entschädigungsklausel. Die Stadt Berlin verlangt von den die Arbeit übernehmenden Firmen die Uebernahme aller aus dem Bau etwa entstehenden Entschädigungsansprüche. Es ist mit den ver- fchiedensten Möglichkeiten zu rechnen und deshalb auch die hohen Forderungen, die mehr Rifikoforderungen zu nennen find. Die Moor- fchlucht, die sich quer durch die Friedrichstraste zieht, hat einen Umfang von etwa 60 Meter und must überbrückt werden. Die mit der Prüfung der Gebote betraute Rommission trat gestern zu einer Sitzung zusammen und entschlost sich nach längerer Be- ratung dahin, die Verdingung für die Helstellung der Tunnelanlage für die Nord-Süd-Bahn auf der Strecke Oranienburger Tor— Behren- straste mil Rücksicht aus ihr ungünstiges Ergebnis aufzuheben und die Arbeiten freihändig den Firmen Siemens u. Halske und Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen gemeinschaftlich für den Preis von etwa 8.5 Millionen Mark zu übertragen. Voraus- setzung hierfür ist aber, dast noch eine Einigung zwischen der Bau- Verwaltung und den genannten Firmen über eine Reihe Zweifel- hafter rechtlicher und technischer Fragen erzielt wird. Da die in Frage kommenden Differenzpunkle immerhin noch recht erheblichsind, dasiesich aufdie Frage derHaflungbeziehen. soist noch nicht sicher, ob Siemens u. Holste die Arbeiten endgültig zugesprochen erhalten. In der Konferenz wurde auch die Frage erörtert, ob es nicht möglich sei, die Untertunnelung der Spree anders auszuführen, als es bei der Strecke Spiitelmarkt— Klosterstrahe geschehen ist. ES wurde berichtet, dast diese Sache auch am Freitag im Polizeipräsidium Gegenstand längerer Erörterungen gewesen sei. Es war nämlich angeregt woroen, ob nicht— wie bei ähnlichen Unternehmungen in Amerika— groste Röhren hergestellt werden könnten, durch welche die Bahn hindurchgeleitct werde» könne. Das wurde bei der Unter führung an der Weidendammer Brücke nicht für durchführbar ge- halten. Die Gleite in den Röhren kämen viel weiter voneinander zu liegen als bei einem Tunnel; die Zusammenführung dieier Gleise in dem Strastentunnel würde groste Schwierigkeilen verursachen, eventuell den Ankauf mehrerer Häuser in der Friedrichstrahe erfordern und damit eine noch gröstere Verteuerung des Projekts herbeiführen, das ohnehin durch verschiedene Auflagen� der AussichlS- behötden verteuert werde. Parteiangelegenheiten. Au die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! Mitte Mai erscheint wieder eine neue Lokalliste. Wir ersuchen daher, allö Aenderungen bezw. Neuaufnahmen bis spätestens Freitag, den 1. Mai, an die nachverzeichneten Kam- missionsmitglieder gelangen zu lassen: Für den I. Wahlkreis an den Genosten Franz Lucht, SW. 68, Lindenstr. 2.„ �, t_ Für den II. Wahlkreis an den Genossen R. Reinhardt. S. 59, UrbanftraKe 67. jiir den III. Wahlkreis an den Genossen Gustav Müller, SO. 36, Grünauer Straste 26, IV. o,„.., Für den IV. Wahlkreis an den Genossen Franz BeycrSdorf, O. 34. Litauer Straße 14....... Für de» V. Wahlkreis an den Genossen Albert Hahn„ch. E. 54. AugUitstr. 51, III. ir s- r r,■ xl Für den VI. Wahlkreis an den Genossen Solomon Joieph, NW. 21, Stromstr. 36._ Für Nieder-Barnim au den Genossen Ernst Werkmann. Friedrichshagen, Äöpcnicker Straße 13. � � Für Teltow-BeeSkow an den Genossen Karl Rohr. Neukölln, sÄ�Potsdam-Osthavelland an den Genossen Emil Stahl, an den Genossen Karl Schindhelm Ebers- �VÄÄr?. der Provinz sind Mitteilungen zur Lokal- liste durch die Borsihenden der Kreise an den unterzeichneten Ob- mann der Kommission zu richten.«„»„n c» Um das rechtzeitige Erich-inei, der Lokall.ste zu ermöglichen, ersuchen wir die Parteigenosten dringend, alle Mit- teilungen in Lokalangelegenhe.tcn für Grost-Berlin dem zu- ständigen Kommissionsmitgliede. für die übrigen Orte der Provinz dem Vor''itzenden des betrenendcn Kreises zu übermitteln.- Ferner wei'en wir wiederholt aus den.n den Lokalkonfcrenzen der Wahlkreise ,0 oft gefaßten Beichluß hin, wonach die örtlichen A o m m i s,» o n S m i tg l i e d e r unbedingt verpflichtet find, vor dem Erscheinen jeder neuen L i st e rechtzeitig an den Obmann ihres Kreise» einen Bericht einzusenden, gleichgültig, ob Veränderungen vor. gekommen sind oder nicht Orte aus denen kein Bericht kommt, werde» in der Liste nichl weiter aufgeführt und habe» sich die betreffenden Genossen die etwa hieraus entstehenden unangenehmen Folgen selbst zuzu. schreiben Alle nach dem 1. Mai einlaufende» Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden und ersuchen wir, dies zu beachten. Des weiteren ersuchen wir wiederholt, alle Mitteilungen in Lokalangelegenheitcn nur durch die oben genannten Kommissions. Mitglieder an den Obmann der Kommission zu richten und nicht direkt an den.Vorntärts". Es entstehen hierdurch nur unnötige Verzögerungen, und da die meisten Einsendungen immer erst m letzter Stunde einlaufen, ist. wenn ei sich um eine Sperrnotiz handelt sVergnügen in einem gesperrten Lokals, eine Publikation nicht mehr möglich. Der Obmann der Lokalkommission: Albert H a h n i s ch, C. 54. Auguststraße 51. Zur Lokalliste. In Buckow bei Britz(T B.) steht uns das LKal von Kloxin zu allen Beranstaltungen zur Verfügung. Das Lokal Uhlenhorst bei Köpenick hat den Besitzer gewechselt. Der jetzige Inhaber, Herr Lindsmann, stellt dasselbe ebenfalls zur Verfügung. b?B. Wir weisen darauf hin, daß zum Abschließen von Ver- gnügungen und Partien den Vereinen sowie Bildungskomitees „Verträge" unentgeltlich bei den Lokalkommisstonsmitglwdern sowie in den Bureaus der Wahlvereine zur Verfügung stehen. ____ Die Lokalkommission. Sechster Wahlkreis. Am Mittwoch, den 22. April, abends 8 Uhr, finden die Ver- sammlungen der jugendlichen Mitglieder in nachfolgen- den vier Lokalen statt: Strack, Schönhauser Allee 134a, Kaczcrowski, Ravenestr 6, Franke, Badftr. 19 und Schröder, Stromstr. 36. Re- ferenten sind die Genossen Erwin Neumann, Wilhelm Paetzel, Simon Katzenstein und Wilhelm Pieck. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, die jugendlichen Mitglieder auf diese Versammlungen aufmerksam zu machen. _ Der Vorstand. Lichtenberg. Am Dienstag, den 21. April, abends 8� Uhr, Generalversammlung bei Arnhold, Frankfurter Chaussee 5. Tages- orduung: Bericht der Bezirksleitung. Diskussion. Neuwahl der Bezirksleitung. Bericht und Neuwahl der Kommissionen. Reu- Wahl der Delegierten. Stellungnahme zur Verbands- und Kreis- generalversammlung. Anträge.— Mitgliedsbuch legitimiert. Jugendsektion. Am Mittwoch, den 22. April, abends 8 Uhr, im Lokal von Piekenhagen, Scharnweberstr. 60: regelmäßige Sektionsversammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Alfred John über:..Technische Umwälzungen". Diskussion. Zu dieser Versammlung wollen alle Jugendlichen von 18— 21 Jahre erscheinen. Da das Lokal für unsere Sitzungen gemietet ist, besteht kein Trinkzwang. Friedenau. Am Mittwoch, den 22. April, abends 8H Uhr, im großen Saale des„Kaiser-Wilhelm-Gartens", Rheinstr. 64: Ge- neralversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht. Neuwahl des Vorstandes. Verschiedenes. Ober-Schöneweide. Am Dienstag, den 21. April, abends 8'A Uhr, im„Wilhelminenhof": Generalversammlung. Tagesord- nung: Jahresbericht. Kassenbericht. Neuwahl der Bezirksleitung und Diskussion. FricdrichSfelde. Dienstag, den 21. d. M., abends SA Uhr, Generalversammlung im Lokal von Bausdorf, Berliner Straße 18. Tagesordnung: Jahresbericht. Wahl der Funktionäre. Ver- schiedenes. Bezirk Rüdersdorf und Umgegend. Heute, Sonntag, nach- mittags 3A Uhr, im Lokal von R. Marx: Bezirksversammlung. Es ist eine wichlige Tagesordnung zu erledigen, weshalb alle Mitglieder erscheinen muffen. Das Mitgliedsbuch ist zwecks Kontrolle mitzu bringen. Wcißeniee. Am Dienstag, 21. April, abends 8A Uhr, in der ..Borussia-Brauerei", Berliner Allee: Generalversammlung d:S Wahlvercins. Tagesordnung: Jahresbericht. Diskussion. Erledi- gung der eingegangenen Anträge. Neuwahl des Gesamtvorstandes. Bezirksangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Mitglieder, die mit ihren Beiträgen länger als drei Monate im Rückstände sind, haben keinen Zutritt. Rudow.?lin Dienstag, 21. April, abends 8 Uhr, im Lokal von Palm: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesord- nung: Jahersbcricht sämtlicher Funktionäre. Neuwahl derselben. Aufnahme neuer Mitglieder. Spandau. Am Dienstag, 21. April, abends 8A Uhr, bei Köpnik, Pichclsdorfer Straße 39: Gen-ralverfammlung des Wahl- Vereins Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und der Funktio- näre. Diskussion. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. Anträge. Maifeier.— Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Tempelhof-Mariendorf. Die Jugendsektion unserer Wal,lver- eine hält am Montag, den 20. April, abends 8A Uhr, im Restau- rani Hennig, Tempelbof, Friedrich-Wilhelm-Straße 35(Ecke Man- teuffelstraße) ihre nächste Zusammenkunft ab.— Vortrag des Genossen Schaarschmidt über:„Die Arbeiterbewegung unter dem So- zialistengesetz." Gäste willkommen. Potsdam. Am Mittwoch, abends 8A Uhr, in allen Bezirks- lokalen Zahlabend. Die Brandenburger Vorstadt häli ihren Zahl- abend von jetzt ab nicht mehr im Lokal Schumacher, sondern im Friedrichsgarten bei Schubert ab. Lichtenrade. Am Mittwoch, 22, April, abends 8A Uhr: Fortsetzung der Generalversammlung im Wirtshaus Lichtenrade am Bahnhof. Tegel.?lin Dienstag, den 21. April, abends SA Uhr: General. Versammlung des Wahlvereins im„Gesellschaftsbaus", Tegel, Tchloßstraße. Tagesordnung: Jahresbericht sowie Neuwahl der Bezirksleitung. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Reinickcndorf-Lst. Am �Dienstag, 21. April, abends 8 Uhr: Generalversammlung im„Seebad", Residenzslr. 49. TageSord- nung: Bericht der Bezirksleitung und der Funktionäre. Neuwahl derselben. Partei» und Vereinsangelegenheiten. Reinickendorf-West. Am Dienstag, 21. April, abends 8A Uhr, im Lokal von Wohlfahrt, Eichbornstr. 13: Generalversammlung. Tagesordnung: Ausnahme neuer Mitglieder. Bericht des Vor- standeS. Neuwahl desselben. VereinSangelegenheitcn und Ver- schiedenes. Borsixwalde-Wittenau. Die Fortsetzung der Gcneralversamm- luiig findet gemeinsam mit der Mitgliederversammlung am Dicns- tag, den 21. April, abends 8A Uhr. im Wittenauer„Gcsellschafts. Haus" statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Serliner Nachrichten. der„Zirkus". In der Nähe des Südosten auf einem an einer Lauben- kolonie gelegenen freien Plätzchen konnte ich kürzlich beob- achten, wie eine Anzahl Schulknaben sich dein Spiel ergaben. Max, der Größte unter ihnen, hatte Tags zuvor bei seiner Mutter einige Groschen locker gemacht, um den in der Nähe befindlichen Wanderzirkus besuchen zu können. Seinen Spiel- kamcraden erzählte er dann von den hervorragenden Pferde- dressuren, den Kunststücken und den Clownspäßen. und rief damit die größte Verwunderung aller hervor. Was der„Max" mitgeteilt, wurde lebendig, ein Zirkus wurde errichtet. Rasch wurden aus der Nähe Hunderte von Steinen herangeschleppt und dieselben kreisförmig aneinandergefügt. Das war die „Manege",— die Vorstellung begann. Max war mit einmal Direktor, der nunmehr mit der Peitsche in der Hand sechs Jungens, gleich den besten dressier- ten Pferden, bald rechts, bald links herumjagte. Zum Schluß mußten die„Pferde" vor ihren» Direktor auf den Hinter- deinen stehen. Wie auf Kommando streckten die Pferde die „Vorderbeine" nach vorn und hielten sie pflichteifrig den, Mar vor die Nase. Kann, war diese Nummer beendet, stand auch schon ein Clown inmitten der Manege. In dem nahen Schmutztümpel hatte sich derselbe Stirn. Nase und Backen clownmäßig dekoriert. Und damit er in der äußeren Auf- machung von den Zuschauern abstach, hatte er die Jacke von innen nach außen ssekehrt. Der Clown verstand aber auch sein Fach. Er trollte sich auf dem Erdboden, daß es nur so seine Art hatte. Ab und zu sauste ein Schmitzer um seine Ohren, doch das ertrug August mit dem gebührenden Gleichmut. August trat ab mit einer Miene, die auf eine gewisse Selbst- Zufriedenheit über hervorragende Leistungen schließen ließ. Mar hatte seine Not, die Manege vor den„Zuschauern", die sich alle bemühten, durch ihre Teilnahme die zirzensischen Künste zu bereichern, freizuhalten. Und als immer neue „Pferde" in den verichiedensten Größen hineintrabten, schloß der Direktor kurzerhand die Vorstellung. Tagelang noa, wiederholten sich diese Vorstellungen, bis der Ferienschfuß und die damit beginnende ernste Lernarbeit der kindlichen Toll- kühnheit ein Ziel setzte.__ Gesamtunterricht im ersten Schuljahre. Eine große Zahl junger Menschenkinder ist mit Schulanfang in einen neuen Lebensabschnitt eingetreten. Es hat für sie die Schul« zeit begonnen. Der Uebergang vom ungebundenen Leben zum regel- mäßigen Schulbesuch ist, wo er nicht durch den Besuch von Kinder- gärten, Kleinlinderschulen u. a. vorbereitet war. schwerer als der un- eingeweihte Beobachter gewöhnlich glaubt. Um ihn den Kindern zu erleichtern, hat man nach Mitteln und Wegen gesucht. Die Pädagogik hat einen solchen gefunden in dem sogenannten Gesamtunterricht, den auch der neue Giundlehrplan für die Berliner Volksschulen ge- stattet. ES heißt darüber:»Um die Kinder aus der Freiheit des Hause» ohne Schädigung zur geordneten Schularbeit zu führen, dari am Ansang der Schulzeit der Unterricht einige Wochen, höchstens jedoch bis zu drei Monaten, ohne Auslösung in einzelne Fächer und ohne vorher bestimmte Unterrichtsziele(Gesamtunter- richt) erteilt werden." Diese den neuzeitlichen Bestrebungen Rechnung tragenden Be« stimmungen werden wohl vor der Hand für die meisten Schulen nur auf dem Papiere stehen. Bei der geheimnisvollen Art. mit der der neue Lehrplan, der mit Beginn dieses Schuljahres in Kraft tritt, wenigstens für die Unterstufe, entstanden ist, war eS natürlich nicht möglich, daß sich alle Lehrer der Unterklasse mit den neuesten Bestrebungen auf diesem Gebiete bekannt machen konnten. Ehe dies nun geschehen ist, dürfre die angesetzte Zeit für den Gesamtunter- richt in diesem Halbjahre vergangen sein. Wo aber Lehrer vor- banden sind, die genau mit dem bekannt sind, was der Lehrplan in dieser Beziehung forde» i, da wird vielleicht schon jetzt damit be- gönnen werden. In diesen Fällen darf eS die Ellern nicht wundern, wenn sich die ersten Unterrichtswochen ihrer Kinder anders gestalten, als sie eS aus ihrer Schulzeit oder der ihrer anderen Kinder ge- wöhnt sind. Es geschieht also in diesen Fällen mit voller Absicht- lichkeit, wenn die Kinder nicht gleich mit Feder und Papier arbeiten und noch keine Fibel mitzubringen haben, wenn die Kinder daheim erzählen von Spielen und Bildern und von dem, was ihnen der»Herr Lehrer" alles mitteilt. Vielleicht werden die Eltern aber auch merken, wie viel lieber jetzt die Kinder die Schule besuchen als srüher, da eS schon gleich in den ersten Schultagen mit dem Drill anfing. Alle Bestrebungen der Neuzeit werden sich aller- dingS auch nicht in Zukunft in der Volksschule verwirklichen lassen Denn wer soll die Kosten tragen für Anschaffung zum Stäbchen- legen, zun, Formen in Ton oder Plastilin, für Buchstabenkasten usw. So lange es nicht erreicht ist, daß die erforderlichen Lehrmittel den Kindern unentgeltlich von der Schule geliefert werden, so lange wird es wohl auch ein schöner Wahn bleiben, den Kindern des Volkes das Schulleben so leicht wie möglich zu machen. Wenn man aller- dingS das für jeden Volksschüler aufwenden würde, waS jeder Schüler einer höheren Schule der Gemeinde kostet, so würde sich manche» möglich machen lassen._ Fünfzig Papierkörbe im Treptower Park sind aufgestellt worden, zahlreiche auch rings um die große Spielwiese, so daß dem Bedürfnis jetzt wirklich genügt ist. Am Freitag, als bei dem herrlichen Frühlingswetter Erwachsene und Kinder in den Treptower Park strömten, ergab sich nun aber die be- dauerliche Tatsache, daß die neuen, überall deutlich sichtbaren Papierkörbe fast leer blieben und die Spielwiese am Spät- nachmittag nach wie vor von Stullenpapiercn übersät war. Ja, es lagen Hunderte von Papieren in unmittelbarer Nähe der Körbe. Wie wir beobachteten, waren auch viele Frauen zu bequem, für Reinlichkeit zu sorgen. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn die Kinder dem bösen Beispiel folgen. Ist denn diese Unsitte gar nicht auszurotten? In die Park- Wege Papier zu werfen, fällt so leicht niemandem ein. Warum wird der schöne grüne Rasen als ein Riesenmüllkasten ange- sehen. Es muß wohl an der Ansteckung liegen. Sind erst ein paar Dutzend Papiere fortgeworfen, dann werden erfahrungs- gemäß schnell Hunderte daraus. Der eine macht dem andern die Faulheit nach. Ebenso kann aber das gute Beispiel an- steckend wirken. In der Schule sollte den Kindern immer wieder um die jetzige Zeit gepredigt werden, daß die Spiel- platze in den öffentlichen Parkanlagen keine Schweineställe sind._ Ein Zeichen der Zeit. DaS Arbeitshaus der Stadt Berlin hatte eine Reihe von Jahren hindurch eine Verringerung der Freqnenzziffer gehabt. Diese erfreuliche Abwärtsbewegung kam im Jahre 1913 in den Sommermonaten zum Stillstand, und die Herbst- und Winter- monate brachten dann leider wieder eine Steigerung. Die erneute Mehrung der Arbeitshausinßiffen ist so stark, daß sie auf- fallen muß. Die Zahl der Männer im Arbeitshaus(von den Frauen darf wegen der Kleinheit ihrer Zahl abgesehen werden) war z. B. Anfang Juli 1912 noch 1065, sank bis Januar 1913 auf 943, weiter bis Juli auf 862 und erreichte im August mit 839 ihren tiefsten Stand. Sie stieg dann Anfang September 1913 auf 853, weiter im Oktober, November, Dezember aus 884, 917, 952 und in 1914 im Januar, Februar, März aus 983, 1029, 1132. Das Ergebnis ist, daß von August bis März, in einem Zeitraum von nur sieben Monaten, die Frequenz sich von 839 um 313 aus 1152 erhöht hat. Man kann die Kreqnenzsteigerung nicht etwa so erklären, daß sie nur unter dem Einfluß der kälteren Jahreszeit zustande ge- kommen wäre. Dazu ist das Plus denn doch zu bedeutend, und im übrigen setzte die Wendung zum Schlechteren lange vor Beginn des Winters ein. Die Ursache ist zu suchen in der w e i t v e r b r e i- teten Arbeitslosigkeit. Der Winter hat die Not noch gesteigert, aber bitter genug wurde sie schon im Sommer empfunden. Daß bei einer Zunahme der Arbeitslosigkeit auch die Arbeits- h a u S f r e q u e n z steigt, ist eine alte Erfahrung. Nicht allen Arbeitern gelingt es, sich aus eigener Kraft über Notftandszcitcn hinwegzuhelfen. Schwächere Elemente erliegen da rasch und werden auf die Bahn des Betteins gedrängt. Bettelei ist die Hauptursache der Unterbringung im Arbeitshaus. Zum Beispiel war im Ver- � sviiltungSZahx 1912(Zlpril 1912 bis März 1913) Bei 565 Reuauf» »ahmen die Ursache der Verurteilung W6mal Bettelei, llßmal Ob- dachlosigkeit, 63mal Zuhälterei. Eine Mehrung der Ueberweisungen |g wegen Betielns, wie sie bei weitverbreiteter Arbeitslosigkeit regel- mäßig zu beobachten ist, hat für die ArbeitShauSfrequenz eine auS- — schlaggebende Bedeutung. Ter letzte Jahresbericht über die Verwaltung des Berliner Arbeitshauses, der das Verwaltungsjabr 1912 böbandelte. äußerte sich zu dem damals noch andauernden grequenzrückgang. SS dürfe, lasen wir da, nicht auf eine Abnahme der„Arbeitsscheu" geschlossen werden.„Die Arbeitslosigkeit, die Bettelei, das Vagabundentum haben," führte der Bericht aus,„nicht abgenommen; nur die Ueber- Weisungen ins Arbeitshaus. Die Leute ziehen untätig und bettelnd in Berlin umher, belästigen die Einwohner und belasten den Armen- etat, während früher eine größere Anzahl von ihnen zum Besten der Allgemeinheit ihren Unterhalt im Arbeilshause erarbeitete." Ter Bericht hob weiter hervor, daß die ArbeitShausunterbringung der Bettler vor allem auch ihrem eigenen Wohl, dem körperlichen wie dem sittlichen, diene. Hat man vielleicht im Arbeitshaus den Frequenzrückgang— bedauert? Nun, der Umschwung ist leider rasch genug gekommen. Er war schon da, als der Verwaltungsbericht für 1912 im Spätherbst 1913 der Oeffenrlich- keit übergeben wurde. Abschluß des städtischen Meischeinkaufs. Dem Magistrat liegt jetzt, nachdem die letzten Frachterstattungen aus Rußland in Höhe von 76 857,14 M. eingegangen sind, der endgültige Abschluß für die erste Einfuhrperiode des russischen Fleisches(Oktober 1912 bis Juni 1913) vor, der ergibt, daß der frühere Bericht, der hierüber der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht worden ist, eine nicht unwesentliche Abänderung zu erfahren hat. Bekanntlich war damals von einem Verlust von 150 430,70 M. die Rede. Diese Angabe stimmt nicht. Nach der letzten Abrechnung stellt sich der Abschluß vielmehr folgendermaßen:„Eingeführt wurde das Fleisch von 11 383 Rindern, 29 242 Schweinen und 5271 Käl- bern im Gesamtgewicht von 6 134 283 Kilogramm. Die eingeführte Fleischmenge kostete 7 780 146,98 M., während der Verkauf des Fleisches 7 706 573,42 M. einbrachte. DaS Wohlfahrtsunternehmen erforderte folglich einen Zuschuß von 73 573,56 M., wovon Berlin 54 210,28 M. und die Vororte 19 363,28 M. zu tragen haben. Da Berlin noch 20 958,54 M. für Herrichtung seiner Markthallen zum Verkauf des russischen Fleisches zahlte, beträgt der Zuschuß Berlins 75 168,82 M., wovon die wieder in die Stadikasse geflossenen Beträge für Miete, Beamtengehälter usw. mit 54 828 M. abzusetzen sind, so daß das Unternehmen für Berlin einen wirklichen Zuschuß von 20 340,82 M. erforderte. Berücksichtigt man, daß allein durch Ein- trocknen des Fleisches während der Lagerung ein Verlust von 174 390 Kilogramm im Werte von 229 700 M. und durch den Mindererlös für Kram ein gleicher von 174 366,30 M. entstanden ist, sowie daß an Zoll die bedeutende Summe von 1086 900 M. gezahlt wurde, dann muß mit Rücksicht auf die Größe und Neu- artigkeit des Unternehmens der von der Stadl Berlin zu leistende Zuschuß von 20 340,82 M. als verschwindend gering und das Er- gebnis der ersten Etnfuhrpexiode als durchaus günstig bezeichnet werden. Ter Abschluß über die zweite Einfuhrperiode liegt noch nicht vor. Das letzte Opfer der Bootskatastrophe gefunden. Die bisher vermißte Leiche des bei der Köpenicker Bootskaia- strsphe ums Leben gekommenen Ftäülein�Mothilde H e i d e b r e ch e r ist gestern vormittag aus dem Waffer gezogen worden. Die Lejche wurde an dem Bollwerk beim„Cafe Sedan" an der Oberspree angeschwemmt und ist von der Polizei geborgen worden. Fräulein Heidebrecher ist das achte Opfer des folgenschweren Zusammen- stoßeö, das sich am Abend des 24. März zwischen SpindlerSfelde und Köpenick auf der Oberspree ereignete. Von den in dem ge- nannten Boot befindlichen 21 Personen konnten 13 gerettet werden. die übrigen acht sind ertrunken. Wahlkomitee gezwungen war, seine Sitzungen in der Privatwohnung des verstorbenen Genossen Eugen Damerow abzuhalten. Wir können nun zu unserer Freude konstatieren, daß der Genosse Damrrow noch lebt und Mitglied des Wahlvereins ist. Hoffentlich trifft bei ihm das Sprichwort zu, daß ein Totgesagter noch recht lange lebt. Erdrosselt worden ist wahrscheinlich ein neugeborene« Kind, dessen Leiche vorgestern abend auf dem Bahnbos Westend in einem Abteil eine« NordringzugeS aufgefunden wurde. Dem kleinen Mädchen war ein bieiter Leinwandstreifen um den Hals geilvlungen und über de» Mund gebunden. Die Leiche, die von der Polizei beschlagnahmt wurde, war eingewickelt in zwei Leinwandstticke, die wahrscheinlich von einem Unterrock herrühren, drei große Bogen gelblichen Pack- Papiers und darüber noch in einen schwarzen seidenen Unterrock, aus dem die Tasche herauSgelrennt ist. Die AuSbildnngskurse für Dienstmädchen des Zentral irrbeits- Nachweises finden einmal wöchentlich abends von>/z8-�>/zl0 Uhr in der Abteilung für Hanspersonal, Eickhornstr. l, Ecke Potsdamer Straße, statt. Anmeldungen für den Schneide, kurfus. Ausbesser- kursus sowie Plättkursus werden in der Zeit von 3—12 und 4-7, mich telephoniich: Lütz. 8753. entgegengenommen. Das Honorar beträgt für jeden Kursus vierteljährlich 4,50, für Jugendliche bis 16 Jahre 3 M. Im Kinderhaus findet wieder unentgeltlicher Unterricht in Säuglingspflege statt, wöchentlich einmal, mit praktischen Uebunge». Meldungen schriftlich oder mündlich von 1—6 Uhr im Bureau des Kinderhauses, Blumenstr. 97. Der Tod der Margarete Ruske, deren Leiche am Freitag aus der Spree gelandet wurde, ist noch nicht weiter aufgeklärt. Daß ein SiitlichkeitSverbrechen an dem Mädchen nicht begangen worden ist. teilten wir noch dem Ergebnis der Obduktion schon mit. Trotz» dem ist eS nickt ausgeschlossen, daß die Kleine einem Verbrecher in die Hände aefallen ist. ES ist möglich, daß sie beraubt und dann in das Waiier gestoßen worden ist. Da« Mädchen halle zum Einholen S M. mitbekommen und diele bis auf 26 Pf. für die eingekauften Waren ausgegeben. Die Waren sowohl wie die 26 Pf. find nun aber verschwunden. ES ist möglich, daß irgend jemand, vielleicht der Mann, der nack Beobachtung mehrerer Zeugen an jenem Abend am Wochemnarkt zu Boum- schuleuweg sich an Kinder heranmachte, es auf Lebensmittel und Geld abgesehen hatte, die Kleine»ach der eine halbe Stunde ent- fernten Ablage lockte, sie dort beraubte und in die Spree stieß, um nicht von ihr verraten zu werden. Die hiesige Kriminalpolizei ist in Verbindung mit der Treptower Polizei bemüht, etwaige Spuren nach dieser Richtung zu fiuden und den traurigen Vorfall ganz auf- zullären. Eingelaufene Anzeigen haben auch bereits zu Zeugen» Vernehmungen und Gegenüberstellungen geführt, bisher aber ohne greifbares Ergebnis.___ Schulwart und nicht mehr Tchuldiener ist jetzt die neue amtliche Bezeichnung der Männer, die für Reinhaltung der Klasscnräuine und des Schulgrundstücks, überhaupt für alle Verrichtungen iin Interesse des äußerlichen Schulbetriebes zu sorgen haben. Tiefer neue Titel ist durch Bekanntmachung der Berliner Schuldeputation angeordnet worden. Todcsstürze. Zwei junge Mädchen haben sich gestern aus dem Fenster ihrer SSohnungen auf die Straße gestürzt und find bald darauf gestorben. In der Straßburger Straße nahm sich ein 16jSbrigeS Mädchen und in dcr Bergstraße eine Stebzehnjährige aus diele Weise dos Leben. Beide starben kurz nach ihrer Einlieferung in das Krankenhau«. Iii beiden Fällen lvaren Differenzen mit dem Bräutigam vorausgegangen. Gin Unglücksfall beim Aufstieg eines Flugapparats ereignete sich gestern abend auf dein Tempelhofcr Felde gegenüber der Kaserne des Augusta-RegimetNs. Ätß ein Militärflugzeug, das gezwungen war. auf dem Fetde zu landen, wieder aufsteigen wollte, geriet eine Frau aus der Zuschauermenge in den Propeller und wurde von diesem schwer verletzt. In einsr Droschke schaffte man die Verletzte nach der Unfallstatian. Von einem Lastautomobil überfahren und schwer verletzt wurde gestern abend in ver achten Stunde vor dreizehnjährige Knabe I a S in ii n d, Fehrbelliner Str. 9 wohnhaft. Als der Knabe die Fehrbelliner Straße überschreiten wollte, geriet er auf unaufgeklärte Weise vor ein Automobil der Konsumgenosienschaft, wurde von diesem umgestoßen und überfahren. In schwerverletztem Zustande brachte man den Unglücklichen nach dem Kinderkrankenhaus m der Neinickendorscr Straße. Ein tälschlich Totgesagter. In der.Festschrift deS 6. Kr«kleS zum 25jäbrigen Bestehe» des Wahlvereins wird auf Settels die Schwierigkeit des damaligen WahlkampfeS geschildert und dabei bemerkt, daß das Vorortnachrichten. Eharlottendurg. Ter Wochenmarkt auf dem Wittenbergplatz. Aus dem Nach- nÄtenamt des Magistrats wird hierzu geschrieben: Die Entschei- dung über den Wochenmarkt auf dem Wittenbergplatz ist im Stadt- verordnetenausschuß im Sinne des die Aufhebung des Marktes ver- langenden Magistratsantrages gefallen. Dieser Beschluß ist nicht so aufzufassen, als strebe die Stadtverwaltung von Charlottcnbucg grundsätzlich die Beseitigung der Märkte an. Die Stadtverwaltung ist im Gegenteil bereit, außer den vier bereits bestehenden Märkten dort, wo das Bedürfnis hervortreten sollte, wie z. B. in Westend und in dem nördlich der Spree gelegenen Stadtteile, noch weitere Märkte einzurichten. Beim Wittenbergplatz aber überwiegen die Verkehrs- interessen derart, daß hinter ihnen alle anderen Rücksichten zurück- treten müssen. Ter Verkehr zum Untergrundbahnhof Wittenberg- platz, auf dem im vergangenen Jahre etwa 4 Millionen Fahrkarten verkaust wurden, ist täglich im Wachsen begriffen; täglich strömen bereits jetzt etwa'22— 23 000 Personen zum Bahnhof; das ist die ganze Bevölkerung einer Mittelstadt. Der Verkehr der Straßen- bahnen nach Wilmersdorf geht zum größten Teile durch die Tauentzienstraße; eine Vermehrung dieser Straßenbahnlinien ist beim Bestehen des Wochenmarktes unmöglich. Außerdem herrscht au Markttagen zur Mittagszeit ein so starker Wagenverkehr, daß schon verschiedene Unglücksfälle vorgekommen sind. Dazu kommt, daß für die Zukunft ein noch lebhafterer Automobilverkehr zu er- warten ist, wenn die Neue Kantstraße, was im Laufe des Sommers geschieht, über den ehemaligen Exerzierplatz weiter geführt und so die direkteste Verbindung über die Tauentzienstraße bis zum Reicks- kanzlerplatz hergestellt«ein wird. Alle diese Umstände erheischen gebieterisch die Aufhebung des Wochcnmarites, die lediglich mit Rücksicht aus die geteilte Stimmung in der Stadiverordnetenver- sammlung bisher von der Polizei nicht zwangsweise verfügt worden ist. Spandau. _ Stadtvcrvrdnetenversammlung. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Vorsteher«i» Schreiben des sozialdemokralilchen Wahl- vereinS, worin Beschwerde erhoben wnrde, daß entgegen dem von der Stadt mit der Firma Siückrath u. Co., der Pächterin der öffent» ticken Anschlagsäulen, abgeschlossenen Vertrage Plakate mit Bekannt- gäbe von öffentlichen politischen Versammlungen seit kurzem der Polizei zur Genehmigung vorgelegt werden müßten. Diese unbe- rechligte polizeiliche Maßnahme sei nur dazu angetan, die Ausübung des Verein«- und Versammlungsrechts zu erschwere». Das Schreiben wurde dem 8. Ausschuß überwiesen. Hierauf wurde ein Antrag unserer Stadtverordnetenstakiion verlesen, allen in Spandau wohnenden Veteranen von 1864, welche keine Steuern entrichten, ein Geschenk von je 30 M. zu überweisen. In vorhergehender Sitzung war beschlossen worden, an die Kriegsveteranen von 1864 die Gemeindesteuer für 1914/15 zurückzuzahlen. Da nun.aber hier etwa sech« alte Düppelveteranen vorbanden sind, die sich zu Deutsch- landS Ehre mühselig als Drchorgelipieler rnw. durchs Leben schlagen müssen, von dcr Vergünstiguiig aber keinen Vorteil haben, weil sie leine Steuern bezahlen, so wollten ihnen die Antragsteller zu diesen, Geschenk verhcl'en. Der Antrag wurde auf die Tagesordnung der nächsten Sitznug gesetzt. Die erste Vorlage betraf die weitere versuchsweise Einrichtung de« Schulhosts dcr 8. Gemeindeichule als Spielplatz. Der be- treffende Schulhof soll, wie im Vorjahre, täglich von 5—7 Uhr sowie Mittwochs und Sonnabends von 3—7 Uhr nachmittags als Spiel- platz benutzt werden. Während der Ferien soll diese Benutzung täglich auf die Stunden von 3—7 Uhr nachmittag« ausgedehnt werden. Bürgermeister Wolf betonte, daß in diestm Jahre eine schärfere Ueberwackung des SchuthostS vorgenommen werden müsse, da in, vorigen Jahre noch nach 7 Uhr abends erwachsene Personen auf dem Schulhof Fußball gespielt und dabei ruhestörenden Lärm verursacht hätten. Nachdem Redner noch darauf bingewieien hatte, daß die Schnldeputation auf der Suche nach einem neuen großen Spielplatze sei, wurde die Vorlage angenommen. Ueber die neue GeschästSonweisiing für die VerwaltungS« depuialionen betr. Vergebung und Ausführung städtischer Arbeilen und Lieferungen entspann sich eine längere Debatte. Genosse Pieck beantragte eine Acnderung dahingehend, daß an den Berdingungen Mitglieder deS Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung sich nicht beteiligen dürfen. Ebenfalls dürsten dieselben nicht für Rechnung Drrltcr, Angestellter oder Kompagnon« städtische Arbeiten übernehmen. Genosse Pieper stellte den Antrag, daß bei Streiks und Aussperrungen die Arbeiten ans städtischen Bauten unbedingt weitergeführt werden müssen. Nachdem noch Stadlv. Kirch eine Reibe Aenderungen beantragt hatte, wurde nochmalige KommissionS- beratung beschlossen Für de» Erweiterungsbau der Oberreallchule wurden 140 800 M. verlangt. Die Kosten sollen durch eine Anleihe ausgebracht werden. Genosse Pieck brockte noch einmal die Anregung bei Beratung des SchuletalS in Erinnerung, die VorichuUlasicn bei der Oberrealschule abzuschaffen. Die Vorlage wurde mit der Einschränkung ange- nommen. daß sie vom 3. Ausschuß noch einmal nachgeprüft werden ioll. Bei der Beratung der Vorlage über Bewilligung von 62 000 M. für den Neubau eines Kesselhauses auf dem städtischen Krankenhau«- grundstück bezeichnete Stadtverordneter Walter den Bau als ein Stück au« dem Tollhaus, da ein dritter Kessel in das Gebäude nicht mehr hineingehe. Trotzdem wurde die Vorlage angenommen. Debaitelos bewilligt wurden 22 500 M. zur Herstellung deS EntwässtrrmgSkanalS im Tiefwerder Weg von der Schulenburgstratze bis zum Jürgengraben, ebenso 40 000 M. aus dem Kapitalvermögen zur Aufhöhung der Rustwiesen. Zum Schluß wurde dann noch sang- und klanglos da« Projekt betreffend den Bau eines StadttheaierS zu Grabe getragen. Eine Magistratsvorlage beantragte die Auslösung des Bertrage» vom 20. Juni 1912 mit der Gtadttheater G. m. b. H. Stadlv. Berlin ging auösührlich auf die Berhandlungen mit der Gesellschaft ein und kam gleichfalls zu dem Schluß, daß die gebotenen Garantien nicht ai« einwandsstei betrachtet werden können. Ohne weitere Debatte wurde der Bertrag mit der Gesellschaft aufgelöst. UnßlvckSsall«der Selbstmord? Sonnabend abend fanden Bahn- beamte auf dem Bahnhof in Seegefeld eine weibliche Leiche zwischen den Schienen liegend. Die Tote war bis zur Unkenntlichkeit zer» malmt. Ihre Persönlichkeit konnte bisher nicht festgestellt werden. Ob die Frauensperson Selbstmord verübt hat oder ob ein Unglück«- fall vorliegt, ist noch ungewiß. Schönederg. Zur Hebung deS Arbeitergrsanges soll am Dienstag, den 2l. April, im„S ck iv a r z e n Adler" eine öffentliche Versammlung statt- finden, in der die Aufgaben deS Arbeitcrgcsangeö in künstlerischer Hinficht wie in ihren Beziehungen zur Gestnnibewegung der Ar- beiterichast behandelt werden sollen. Gleichzeitig ioll in dieser Ver- sammlung auch im Zusammenhang mit dem Schöneberger Männer- ckor ein Frauenchor gegiündet werden. SangeSlustige und stimmbegabte Genossen und Genossinnen mögen sich recht zahlreich in dieser Versammlung einfinden. Rernilkendort Mit einer brutalen Vergewaltigung der sozialdemokratischen Minderheit durch die in der„bürgerlichen Fraktion" vereinigte Mehrheit der Gemeindevertretung endete die diesjährige Beratung des Gemeindeetats. Ter großen finanziellen Schwierigkeiten wegen, in denen sich die Gemeinde befindet, waren die Vorarbeiten für die Aufstellung des Etats und seine schließliche Balanzierung ziemlich schwierig und zeitraubend, so daß die Etatsberatung erst jetzt vor- genommen werden tonnte. Erreicht wurde der Ausgleich zwischen den Einnahmen und Ausgaben schließlich nur dadurch, daß die letzteren arg beschnitten und die Einnahmen weit über die zu er- wartenden Erträge veranschlagt wurden. Schon jetzt ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Einnahmcpositionen durch die wirklichen Eingänge keine Deckung finden werden. Ebenso dürften aber auch „EtatSüberschreitungen" und Nachbewilligungcn ständige Be- ratungSgegenstände dcr Gemeindcvcrtretersitzungen werden. Das wurde auch ganz offen zugegeben vom Bürgermeister alS Re- streuten des Gcmcindevorstandes sowohl als auch vom Redner der bürgerlichen Fraktion. Zur Etatsberatung lagen eine ganze Reihe Anträge der Gemcindebeamten. Arbeiter und Lehrer auf Aufbesse- nmg ihrer Gehälter und Löhne vor. Ein Teil dieser Forderungen, wie z. B. die Erhöhung der Ortszulagen der Lehrer und der Löhne der Gemeindearbeiter sind längst reif und der Gemeindevorstand hatte sich endlich dazu ausgerafft, entsprechende Beträge in den Etat bereitzustellen. Noch weiter ging zunächst die Finanzkommission. Sie wollte einmal„reinen Tisch" machen und verlangte die Auf» nähme aller berechtigten Forderungen in den Etat. Als sich aber aus einer Uebersicht des Gemcindevorstandcs ergab, daß die Er- füllung dieser Forderungen die Erhöhung des Kommunalzuschlages auf 200 Proz. zur Folge habe, erwachte bei der bürgerlichen Mehr- heit die Ordnungsbestie und sie lehnte nunmehr jede Verbesserung ab. Die erhöhte» Etatspositronen des Gemeindevorstondes wurden auch wieder gestrichen. Diesen so seiner besten Zierden beraubten Etat empfahl nun der Bürgermeister zur möglichst einstimmigen Annahme. Die höheren Ausgaben, die leider der Etat bringe, beruhten auf gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtungen. Mehr zu leisten wäre unmöglich. Die Anträge auf Gehalts- und Lohn- ausbesserungen müßten unberücksichtigt bleiben. Niemandes Herz blute mehr darüber als seins. Tie übrigen Darlegungen sind noch von ßrühcren Jahre« bekannt. Neu war in diesem Jahre nur, daß denselben Faden noch ein zweiter weiterspann, der Redner der „Bürgerlichen", der Rechtsanwalt P i n k u S. Demgegenüber betonte unser Genosse Schönberg, wie notwendig es gewesen wäre, schon aus rein taktischen Gründen, diesmal einen Etat auf- zustellen, der die Bestiedigung aller Wünsche und die Erfüllung der wenn auch nur dringendsten Forderungen aufweise. Er er- läuterte, wie wenig selbst der L00-Proz.-Etat diesen Ansprüchen genügt hätte und was darüber hinaus zu tun übrig geblieben wäre. Es wäre notwendig gewesen, rückhaltlos die schlimme Lage dcr Ge- meiude zu offenbaren und der. Öesfentlichkeit zu zeigen, was der Gemeinde nottut. Daß sie all das, ivaS im Etat stände, brauchen und auch haben könnte, und zwar bei um die Hälfte niedrigeren Steuern, wenn sie Junkerübermiit und bureaukratische Bevormun- dung nicht zwänge, ein Eigenleben sSrtzuführen, statt sie zum Nutzen aller nach Berlin einzugemeinden. Aber freilich, eine Ge» meindevertretung, die nicht einmal den Mut fände, der Einaemein» dung zuliebe einen größeren Einsatz zu wagen, werde bei der Re- gierung die Aufnahme finden, die sie verdiene. Schmunzelnd werde die Regierung die Reinickendorfer aus ihren durchaus nicht abnormen 150-Proz.-Etat verweisen und sie bitten, so nur lustig wciterzu- wursteln. Herr Busch, der Führer der bürgerlichen Fraktion, versuchte nochmals, deren Stellungnahme aus allerlei Höflichkcits- rücksichten gegenüber der Regierung zu rechtfertigen.„Man dürfe der Regierung nicht mit solchen Zwangsmitteln kommen; sie könne sich sonst verletzt fühlen." Treffend erwiderte ihm hieraus Genosse G u r s ch, daß diese höfliche Rücksichtnahme nach oben in diesem Falle eine Brutalität nach unten bedeute. Um bei dcr Re- gierung nicht anzuecken, müßten die berechtigten Wünsche der Ange- stellten und die sonstigen notwendigen Forderungen rücksichtslos niedergetreten werden. Diese Auseinandersetzungen ließen wohl die Bürgerlichen schon ahnen, was ihnen in der Spezialdiskussion .des Etats noch bevorstehe. Sie hatten sich infolgedessen schon vorher mit den Mitgliedern des Gemeindevorstandes darüber ver- ständigt, eine Spezia/diskussion nicht mehr zuzulassen. Herr Busch stellte daher nach Schluß der Generaldiskussion namens seiner Fraktion den Antrag, unter Fortsall dcr Spezialdiskussion sofort über den Gesamtetat abzustimmen. Vergebens protestierten hier- gegen unsere Genossen. Als alles nichts half, griffen sie zu einem Mittel, daS die bürgerliche Fraktion heilloS kompromittieren mußte, wenn sie unseren Wünschen nicht nachkam. Ihr Redner hatte selbst anfangs der Etatsberatung betont, wie sehr sie cS bedauern, daß der Etat noch von den alten, hinausgewählten, statt von den von der Bürgerschaft neugewählten Gemeindevertrctern erledigt werden müsse. Unsere Genossen wußten, wieviel Heuchelei dahinter steckte. Beabsichtigten die Neugewählten doch eine neue bürgerliche Fraktion zu gründen, während die Hinausgewählten Fleisch vom Fleisch der Alten waren. Unsere Genossen beschlossen nun in der Notwehr die» heuchlerische Getue zu entlarven und stellten den Antrag, die Etats« beratung um eine Woche zu vertagen und zu Beginn der neuen Sitzung die Neugewählten einzuführen. Sie erhofften von den neuen Herren eine andere Stellungnahme zur Etatsberatung, von einigeu wäre ihnen bekannt, daß sie dcr Ansicht seien, der vor» liegende Etat müsse gründlich durchleuchtet werden. Die bürger- liche Fraktion, hofften sie, würde ja wohl diesem Antrage um so lieber zustimmen, als sie dadurch ihr Versprechen nun voll und ganz einlösen könnte. Ratloses Entsetzen malte sich in den Ge» sichtern der Herren.„Sie wollen uns ja bloß Verlegenheiten be- reiten."„Ihr Vorgehen entspringt ja bloß parteipolitischen und agitatorischen Absichten," riefen sie den Sozialdemokraten zu. Wa» aber nun tun? Keiner wußte Rat. Schließlich lief ein Antrag ein, die Sitzung aus fünf Minuten zu vertagen. Die„Bürger- lichen" hielten eine Fraktionssitzung ab mit dem Ergebnis:„Wir stimmen gegen die Vertagung." Nochmals verdächtigten sie unsere Genossen unlauterer Motive.. DaS trug ihnen eine noch- inalige Abfuhr ein. Genosse Schönberg sagte ihnen auf den Kops den Grund ihrer Verlegenheit zu. Schnell versuchten unsere Genossen noch durch Anträge aus namentliche Abstimmung über den Antrag Busch und über den Etat ein„Sündenregister" aufzu- stellen.• Aber die bürgerliche Majorität reicht hin, auch das zu ver- hindern, und nun ging es flott ans Abstimmen. In wenigen Se» künden war der Etat angenommen— in Bausch und Bogen. Pro» testierend verließen den Saal die Zuhörer. Sie hatten sich einge- redet, gerade die Misere unseres Ortes mache eine gründliche AuS- spräche über den Etat zur Notwendigkeit. Wer zahlen soll, will doch wenigstens sehen, wo sein Geld bleibt und bildet sich schließlich noch ein. dafür mitreden zu dürfen. Unsere Zuhörer werden hoffentlich einsehen gelernt.haben, daß daS nichts weiter war als eine unverschämte Anmaßung.- Hub lamt wwwww Gaine Lordinaft ins Schloß bringen fe bedachte sich nur einen Augenblia, Dann LH VID Nieber Schönhaufen. Eine heftige Gasexplosion erfolgte gestern nacht 1/2 hr im Hause Trestowstr. 1. Der Explosionsherd lag im zweiten Stod in der Wohnung des Dentisten Hoffmann. Durch den gewaltigen Luft. drud wurden zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert und auch sonst erhebliche Demolierungen angerichtet. Frau Hoffmann tourde von der Feuerwehr tot in der Wohnung aufgefunden, während ihr Mann ziemlich schwere Verlegungen davongetragen hatte und ins Kranten haus gebracht werden mußte. Die Ursache der Explosion steht mit Bestimmtheit noch nicht fest. Bermutlich ist in der Wohnung ein Gasbahn offen geblieben, so daß das Gas ausströmen konnte. dann der Mann gegen 12 Uhr nachts die Wohnung betrat und ein Feuerzeug anzündete, fam bas ausgeströmte Gas unter heftiger Detonation zur Explosion. Die Leiche der Frau wurde beschlagnahmt. Oranienburg. ( be Goen, die auf Veranlassung der Brüffeler Staats- 1 anwaltschaft in Untersuchungshaft gesezt wurden. Die beiden Matler besorgten in der Hauptsache die Börsengeschäfte des belgischen Hoch adels. In dieser Tätigkeit haben sie über drei Millionen Frants ihnen anbertrauter Wertpapiere unterschlagen. Ein mißlungener Gaunercoup. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Venus mit dem Papagei. fich langweilt. Mittwoch: Die Benus mit dem Papagei. Donnerstag: Montag: Beer Gynt.( Anjang 7 Uhr.) Dienstag: Die Belt, in ber man Freitag: Beer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Der Kaufmann von Benedig. Sonnabend und Sonntag: Alles um Liebe.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Peer Gynt.( Anfang 7 ühr.) Deutsches Theater. Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Done nerstag, Sonnabend und Sonntag: Was Ihr wollt. Freitag: Romeo und Julia. Montag: König Lear.( Anfang 7, Uhr.) Kammerspiele. Sonntag: Die gelbe Jade. Montag: Der Enob. Mittwoch: Die gelbe Jade. Der Snob. Donnerstag: Sonnabend: Scheiterhaufen. Dienstag: Sonntag und Montag: Der Snob.( Anfang 8 Uhr.) Lessing Theater. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Professor Bernhardi. Montag: Nach Damaskus. Dienstag: Beer Bynt.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Pygmalion.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Beer Gynt. Freitag: Nach Damastus. Sonnabend: Beer Gynt. Sonntag: Nach Damastus.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Phgmalion.( Anfang 8 Ubr.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Rofinen, Theater in der Königgräkter Straße. Allabendlich 8 Uhr: Deutsches Künstler Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Biberpelz. Abends: Erziehung zur Liebe. Montag: Der Raub der Sabi nerinnen. Dienstag und Mittwoch: Erziehung zur Liebe. Donnerstag: Freitag: Schneider Wibbel.( Anfang Der Raub der Sabinerinnen. 7%, Uhr.) Sonnabend: Erziehung zur Liebe. Sonntag: Schneider Wibbel. Montag: Der Raub der Sabinerinnen.( Anfang 8 Uhr) Komödienhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die fünf Frankfurter.. Allabendlich: Kammermufit.( Anfang 8 Uhr.) Theater an der Weidendammbrücke. Sonntagnachmittag 3 1hr und allabendlich 8 Uhr: Der müde Theodor. Der Stadtvertreter eines bedeutenden Pariser Bijouteriewaren hauses, der seine Kundschaft in Begleitung eines Angestellten mit Scheiterbaujen. Freitag: Die gelbe Jade. Als einem Handwagen zu besuchen pflegte, in dem sich zuweilen Bijouterien im Werte von einer Million Frank befanden, bemerkte Abends: Rösselsprung. in letzter Zeit, daß ihm verdächtige Personen folgten und benach richtigte die Polizei. Als am Freitag auf dem Bendomeplatz der Angestellte, der den Wagen schob, ihn zum Scheine einen Augenblid außer acht ließ, sprengte eine der verdächtigen Berfonen das Schloß auf und ergriff eine Tasche, die Bijouterien im Werte In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete zunächst von 400 000 Franf enthielt. Der Mann wurde fofort verhaftet, abendlich 8 Uhr: Wie einst im Mai. Gen. Weber den Jahresbericht. Leider habe die Mitgliederzahl ebenso fünf seiner Mitschuldigen, die feine Bewegungen zu decken Mr. Bu. durch Verzug und infolge der schlechten Konjunktur eine Abnahme gesucht hatten. Unter den Verhafteten befinden sich der 1869 in erfahren, welche Scharte aber unbedingt durch fortgesette Agitation Berlin geborene Graf von Montgelas und fein 1882 in ausgewest werden müffe. Die Stadtverordnetenwahlen hätten Berlin geborener angeblicher Sekretär Breuer. Die Frau des hohe Anforderungen an die Opferbereitschaft der tätigen Genossen Grafen Montgelas, eine geborene Verta Brüggemann, wurde geftellt. Und wenn es bei dieser Wahl trop aller verwerflichen furz darauf verhaftet. Graf Montgelas ist wegen im Ausland be Machinationen unserer Gegner gelungen sei, die dritte Abteilung gangener Diebstähle schon Gegenstand zahlreicher polizeilicher Ervollständig in unseren Besitz zu bringen, so sei das nicht zum mittelungsverfahren gewefen. fleinsten Teile der regen Anteilnahme der Genossinnen zuzuDas„ Gräfliche Taichenbuch" weist einen Maximilian Grafen schreiben. In der Werbung neuer Abonnenten für unsere Bartei- Montgelas auf, der 1869 in Lichtenraad geboren ist und sich 1911 presse dürften die Genossen nicht erlahmen, da sie die befte Waffe in London mit Berta Sonja- Meyer- Brüggemann verheiratete. gegen alle Anfeindungen unserer Gegner darstelle. Bei Erstattung des Kassenberichts durch Gen. Schoof trat zutage, daß die im vergangenen Jahre eingeführte Hauskassierung es ermöglicht habe nicht nur schwankende Mitglieder zu neuen Parteigenossen zu machen, sondern auch die früher sehr zahlreich zu verzeichnenden Restanten gänzlich verschwinden zu lassen. Aber auch die Befürchtung, daß die Zahlabende weniger als bisher besucht würden, hat fich als irrig herausgestellt. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Robert Strobel, 2. Vorsitzender Emil Schumann, Kassierer Aug. Schoof, Schriftführer Friß Dietrich. Zur Leiterin des Frauen- Leseabends und als Beisitzerin wurde Genossin Reichelt gewählt, während der Kinderschuhkommission auch ferner die Genoſſin Zorn angehört. Zum Schluß wies der Vorfizende noch auf die am Dienstag, den 21. d. M. im Lokal des " Waldhaus Sandhausen", stattfindende öffentliche Versammlung hin, in welcher Gen. Eugen Brüdner über das Thema:" Her mit dem Gewerbegericht" sprechen wird. Kleine Notizen. Räuberleben in Rußland. Am Freitagabend drangen drei be affnete Räuber in eine Bäckerei auf dem Suworowprospekt in Petersburg ein und beraubten die Kaffe. Bei der Verfolgung wurde ein Räuber getötet, ein zweiter und ein Hausknecht verwundet. Em Räuber enttam. Der bei dem Ueberfall verwundete Räuber nannte bei seinem Verhör den Namen feines enttommenen Komplizen. Als dieser nunmehr verhaftet werden sollte, gab er zwei Revolverschüsse auf die Polizisten ab und bergiftete sich sodann mit gyantali. Eine französische Ortschaft niedergebrannt. Die franzöftiche Ortichaft Brazey- en- Morvan ist am Freitag einer Feuersbrunſt zum Opfer gefallen. Nur das Bürgermeisteramt, die Schule, die Stirche und drei Häuser sind stehen geblieben. Der Schaden beläuft fich auf über eine Million Frant und ist nur zum Teil durch Versicherung gededt. Zahlreiche Familien find obdachlos und finanziell ruiniert. Man glaubt, daß Brandstiftung die Ursache der Natastrophe ist. Eine furchtbare Blutige Tragödie in einem irischen Dorfe. Familientagödie spielte sich in dem Dorfe Ballinsmullin in der Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige in be. Grafschaft Leister ab. Der Bauer Owen McAleer ermordete in einem Wahnsinnsanfalle seine Frau und seine beiden| Kinder und beging darauf Selbstmord. Sigungstage der Stadt und Gemeindevertretungen. Vantow. Dienstag, den 21. April, nachmittags 5 Uhr, im Ratbaus. Tegel. Montag, den 20. April, nachmittags 5 Uhr, im Rathause. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Aus aller Welt. Russische Kulturblüten. Ein englischer Passagierdampfer in Eeenot. Der englische Dampfer Sighland Piper", der bundert Passagiere an Bord hat, ist bei der Ingles- Sandbank nahe Montevideo gestrandet. Es sind Dampfer zur Hilfeleistung abgegangen. Frauen- Leseabende. Friedrichsfelde. Montag bei Brunt, Brinzenallee 59. Der Lese abend findet jeben britten Montag im Monat statt. Nieder- Schönhausen Nordend. Montag 8%, Uhr bei Rettig, Blankenburger Str. 4. Jugendveranstaltungen. Aus Petersburg wird der Frankfurter Zeitung" gefchrieben: Was Gogol und Schtichedrin nicht auszudenken wagten, das schafft die Wirklichkeit. Die russische Polizei weiß, was sie ihren Ueberlieferungen schuldet, und geht immer wieder über die Phantasie bloßer Dichter oder Historiker hinaus. Kürzlich mußte das eine Kaufmannswitwe in einer fleineren Kreisstadt zu ihrem Schaden er Pankow, Montag 8%, Uhr für den Nordbezir? bei Schrödter, Flora leben von ihren ständigen Gästen waren die angesehenſten der Straße 3; für den Südbezirk bei Heinze, Berliner Str. 78. In beiden Be zirlen findet ein Vortrag statt. Chef der Kreispolizei( 3iprawnif) und seine Gattin. Lange Potsdam. Dienstag abends 8, Uhr bei Hausmann in der Kaiser wollte die Witwe einen dämmernden Verdacht unterdrüden, als ihr Wilhelm- Staße. Vortrag über Kindererziebung. Teile goldenen Smudes und felbst Stücke ihrer trag ber Genoffin Käthe Dunder: Sozialistische Weltanschauung und Kinder Steglin. Montag abends 9 Uhr bei Schellbase, Abornftr. 15a: Bor. Garderobe immer häufiger fehlten. Schließlich fonnte fie erziehung. nicht mehr zweifeln. Der Jiprawnit selber besuchte ihre Wohnung, Mariendorf. Montag abends 8 Uhr bei Benfched, Chauffeeſtr. 27: Bortrag des Genossen Eberlein über:" Was erwarten die Frauen vom wenn sie ausgegangen war, und nahm die wertvollen AnSozialismus?" benten mit. Auch Schuldverschreibungen, die er der Waidmannsluft. Mittwoch, den 22., pünktlich 81%, Uhr, im Schweizer. Witwe für fleine Anleihen ausgestellt hatte, nahm er gelegentlich baus, Dianastraße: Vortrag der Genoffin Classe Berlin über Heinrich Heine. wieder an fich. Die Bitwe entichloß sich zu einer Anzeige, die eine Rezitationen. Weißenfee. Besonderer Umstände wegen muß der für Montag, den Hausfuchung beim Jiprawnit aur Folge hatte. Dabei fand man 20. b. M., angelegte Frauenleseabend ausfallen. Die Genofsinnen ein ganzes Lager gestohlener Wäsche, Damenkleider, werden ersucht, sich recht zahlreich in unserer Generalversammlung am DiensSchmud ufw., aber auch Uniformtuch, aus dem für die tag, den 21. d. M., in der Boruffia- Braverei einzufinden. Schußleute und Gendarmen Mäntel hätten genäht werden sollen. Der Herr Polizeichef batte selbst seine Untergebenen hestohlen. Noch abenteuerlicher flingt die Geschichte des Polizeichefs Nerownja von Bach mut, der sich durch Selbstmord dem Gerichtsverfahren entzogen hat. Der Jsprawnik begab sich eines Tages persönlich zum Polizeihauptmann( Pristaw) eines großen Fabrikdorfes und erklärte ihm, die Errichtung eines jener Etablissemente, die es in Hamburg polizeitechnisch" nicht gibt, sei unbedingt nötig. Er hatte auch schon die Wirtin dafür bereit, Madame Sarra Jakubowitsch, mit der er ein freundschaftliches Verhältnis unterhielt und die daher unter des Pristaws besonderen Schutz gestellt wurde. Die beiden Polizeioffiziere mieteten selber das Haus, das neun Zimmer, einen großen und einen fleineren Saal" enthalten mußte, und überwachten auch persönlich die Herrichtung. Der Betrieb wurde größtenteils mit minderjähri gen Mädchen eröffnet, denen der Schußmann Ledto vom Pristam als„ Onfelchen" zugewiesen wurde, was aber die„ Madame" nicht hinderte, ihre Hausgenossen schlecht zu nähren, der Freiheit zu berauben und geradezu zu mißhandeln. Onkelchen Ledko wohnte und aß in der Anstalt, wo die beiden Polizeioffiziere fast- tägliche Gäste waren, so daß oft die wichtigsten Angelegenheiten öffentlicher Ordnung dort erledigt wurden. Deutsche Kulturblüten. Wie uns ein Telegranim aus Frantfurt a. M. meldet, wird in der Frankfurter Sittenaffäre gegen den Bolizeikommiffar Schmidt und vier Bordellbesizerinnen definitiv die Antlage wegen Bestehung eingeleitet werden. Alle vier wurden verhaftet, doch wird nur die Berhaftung der Bordellbefizerin Berta Bohnert aufrecht erhalten. Wie ein zweites Telegramm aus Frankfurt a. M. meldet, erkannte das Ehrengericht der Frankfurter Anwaltskammer gegen den Rechtsanwalt Dr. Karl ebl. gegen den ein gerichtliches Berfahren wegen Beamtenbestechung schwebt, auf Ausito ßung aus dem Anwaltsstand. Riefenunterschlagungen in Belgien. Brig Buckow. Heute Sonntag, nachmittags 2%, Uhr, im Lofale des Herrn Bebniich, Briz, Kudower Str. 35: Deffentliche unpolitische Jugend versammlung. Tagesordnung: Strie sspiele oder Wanderungen?" Referent: W. Maichle, Berlin. Freie Aussprache. Die Arbeitereltern werden ersucht, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter auf diese Versammlung hinzuweisen. Die Leiter und Gönner des Drtsausschusses für Jugendpflege in Briz sind schriftlich eingeladen! Treptow- Baumschulenweg. Heute Sonntag, nachmittags 1, Uhr, findet in Baumschulenweg im Gesellschaftsbaus, Baumschulenftr. 78, eine unpolitische Jugendversammlung ftalt, in welcher Herr W. Pied- Stegliz über das Thema„ Hinaus ins Leben“ sprechen, wird. Deutsches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Frei schüß. Abends: Parsifal.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Das Rheingold, Dienstag: Martha. Mittwoch: Das Rheingold. Donnerstag: Die Judin. Freitag: Barfifal.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Der Freischüz. Sonntag: die Meistersinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Monsieur Bonaparte.( Anfang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Unsere Käte. Allabend. lich 8 Uhr: Die spanische Fliege. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Der liebe Auguftin. Allabendlich: Bolenblut.( Anfang 8 Uhr.) Thalia- Theater. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.( Anfang 8 Uhr.) Refidenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gretchen. Allabend lich: Der Regimentspapa.( Anfang 8 Uhr.) Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8 Uhr: Die Rotbrüde. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und Abends bis Frei tag: Jettchen Gebert. Sonnabend, Sonntag und Montag: Marys großes erz( Anfang 8 Uhr.) Schiller Theater 0. Sonntagna: mittag 3 Uhr: Geschäft ift Geschäft. Abends: Heiligenwald, Montag: Das große Licht. Dienstag: Das Glüd im Winkel. Mittwoch: Heiligenwald. Donnerstag: Wann wir altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. Freitag: Heiligenwald. Sonnabend: Die beiden Leonoren. Sonntag: Die Maschinenbauer. Montag: Das große Licht.( Anfang 8 Uhr.). 9 Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rofenmontag. Abends: Die Maschinenbauer. Montag: Wann wir altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. Dienstag, Mittwoch und Freitag: Des Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag und Sonnabend: Das große Liat. Sonntag und Montag: Heiligenwald.( Anjang 8 Uhr.) Walhalla Theater. Allabendlich 8, Uhr: Tangofieber. Luisen Theater. Sontagnachmittag 3 Uhr: Freie Bahn. Aken ds Los von Muttern. Montag, Freitag und Montag: Freie Bahn. Di..stag, Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Los von Muttern. ( Anfang 8 Uhr.) Neues Volkstheater.( Neue Freie Boltsbühne.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Michael Kramer. Abends: Der Kaiserjäger. Montag: Frau Warrens Gewerbe. Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag: Die Hauberlerche. Donnerstag und Sonnabend: Der Kaiserjäger. Montag: Maria Friedhammer.( Anfang 8 Uhr.) Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die Förster- Christl. Montis Cperetten Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Alabendlich: Jung- England.( Anjang 8 Uhr.) Rose Theater. Sonntagnachmittag Uhr: Der Mann mit der in der Unterwelt. Allabendlich 8 Uhr: Der Jurbaron. eifernen Maste. abendlich 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Theater am Rollendorfplatz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Drpheus. Metrovol. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Blizmädel. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.( Anfang 7.55 Uhr.) 8%, Kafino Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Geheimnisse von New Dorf. Allabendlich: Wo die Liebe hinfällt.( Anfang 8 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Tohuwabohu.. Das Karnidel.( Anfang br.) Apollo. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Hartstein, der Stolz der dritten Kompagnie.( Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Alabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Ubr.) Zirkus Schumann. Sonntagnachmittag 3%, Uhr und allabenblic 7%, Uhr: Galavorstellung. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger.( Anfang 8, Sonntags 7, Ubr.) Gebr. Herrnfeld Theater. Allabendlich: Die von oben und unten. ( Anfang 8 Ubr.) Admirale palaft. Jm Tangoklub.( Anfang 9 Uhr.) Berliner Eispalast. Eisballett: Amor auf Urlaub.( Anf. 9 Uhr.) Palast am 300. Spezialitäten.( Täglich: 8 Uhr, Sonntag 6 Uhr.) Cines Nollendorf- Theater. Was mir die Wildnis gab.( Täglich: 6%, und 9 Uhr.) Urania Theater. Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Hochspannung. Montag: Mit Roosevelt in Britisch- Dstafrika. Mittwoch und Freitag: Mit dem" Imperator" nach New York. Montag: Unbestimmt.( Anjang 8 Uhr.) Marktpreise von Berlin am 17. April 1914, nach Ermittelungen des fgl. Bolizeipräsidiums. Mais( mixed), gute Sorte 00,00-00,00, Donau 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Nichtstroh 0,00. eu 7,40-8,80. Diartiballenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Sbeisebohnen, weiße 35,00-60,00. Rinien 40,00-80,00. 34,00-50,00. Rofenthal. Heute, nachmittags 2 Uhr, im Lokal des Genoffen Gustav Milbrodt, Walderieeftr. 5, öffe tliche unpolitische Jugendversammlung. Bor trag über das Thema Anbeiterjugend erwache." Namentlich die schul entlassene Arbeiterjugend ist hierzu eingeladen. Tempelhof Martendorf. Heute Sonntag, nachmittags von 3 Uhr ab Epiele im Freien( Schep Ibergen). Montag, den 20. April, Musik und Bejang abend. Dier stag, den 21. April. Mädchenabend. Mittwoch, den 22. April, 2. Boritag„ Wie führt man Wanderungen?"( Mit Lichtbildern.) Kartoffeln( Kleinbbl.) 4,00-7,00. 1 kilogramm Rindfleisch, von der Steule Referent: Herr Leopold Flieg. Donnerstag, den 23. April, Lese und 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Distutierabend. Bringt Freunde und Bekannte mit! Butter 2,40-3,00. Werbt rege für Stalbfleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. 60 Stud Eier 3,00-4,80. 1 Kilogramm Karbien 1,20-2,40. ale unsere Jugendbewegung! Bander 1,60-3,40. bechte 1,60-2,80. Barthe 1,00-2,20. Wilmersdorf. Mittwoch, den 22. April. im Jugendheim", Mann- 1,80-3,20. beimer Str. 51, Vortrag des Herrn Dr. S. Rosenfeld:„ Der junge Schlete 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 8,50-24,00. Schiller". Gäste willkommen. In der nächsten Woche findet eine öffentliche unpolitische Jugendversammlung statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Arbeiter Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. Lehrabend haben in dieser Woche, abends 8, Uhr: Berlin. 1. Abt. Montag, den 20. April, Oranienstr. 103. 2. Abt. Eminemünder Str. 42. Stationen Witterungsübersicht vom 18. April 1914. Barometer fland mm Wind 7760 Bumipa Windstärke Wetter Monatliche Mitglieder- Bersammlung Freitag, den 24. April, Neue Friedrichstr. 35. Hohen- Schönhausen. Heute Sonntag findet um 2 Uhr bei Rehber, Swinemde. 777 DND 3wollent 2 heiter Berliner St. 93, eine öffentliche unpolitische Jugendversammlung mit dem Hamburg 7760 3 wollen! Thema„ Arbeiter- Jugend erwache!" statt. Jugendliche, sorgt für Maffen Berlin 6 wolfen! Franki. a.M 77230 besuch. 769D 6 wolten! Allgem. Kranken- und Sterbefasse der Metallarbeiter( V. a. G.). München Filiale Berlin 8. Conntag, den 19. April, vormittags 10 Uhr, Bien Mitgliederversammlung bei Boigt, Badstr. 58. Temp. n. T. 25 alb bd 5 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm 7 Habaranda 765 Wind Bun 8 Betersburg 772 8 Scilly 761 SSD 8 Aberdeen 77166D 4 Paris 765 DND Windstarle Better Temp. n. 2 bededt 5 1 wollen! 0 3 wollig 11 2 bededt 8 2 wollen! 9 7719 Wetterbrognoie für Sonntag, den 19. April 1914. Troden und vorwiegend beiter bei ziemlich frischen öftlichen Winden und langsam zunehmender Erwärmung. Berliner Betterbureau. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag und Montag: Parsifal.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Salome.( Anfang 8 Uor.) Mittwoch: Figaros Hochzeit.( Anjang 7 Uhr.) Donnerstag: Tristan und Isolde.( Anfang Ungeheures Aufsehen erregt in Brüssel die Verhaftung| Uhr.) Freitag: Bobème. Sonnabend: Mignon. Sonntag: Das Rhein der beiden Börsenmakler August Collet und Bittor gold.( Anfang 7%, Ubr.) Montag: Die Walküre.( Anfang 7 Ubr.) westen zunehmende Bewöllung. KNORR Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Montag mittag: Anhaltend troden und überwiegend heiter, in den Tagesstunden mäßig warm, aber windig. Montag nacht wieber fühl, nachher im SüdDie Beliebtheit der Knorr- Suppenwürfel nimmt ständig zu. Das liegt an dem besonderen Wohlgeschmack und der Ausgiebigkeit der Marke: Knorr"! Verfuchen Sie: Knorr- Bausmacherfuppe, Grünkernfuppe, Pilzfuppe. 1 Würfel s Celler 10 Pf. من ET Otto B.L No: 50: 07 1750 indoidotommmma ost notified some studio and Hubs@ 3B farbig ** W.Wertheim W G. m. Tatus Passage- Kaufhaus b. 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Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. ausfuhr im Werte von 3437 Millionen Mark erhielt Deutschland Waren im Betrage von 1774 Millionen Mark. Rußland gibl also relativ und absolut mehr Waren an Deutschland ab als eS von ihm empfängt. Für Rußland ist Deutschland das wichtigste Absatzgebiet- aber auch die Einfuhr aus Deutschland steht in der russischen Ge- samteinfuhr an erster Stelle. Für Deutschland steht Rußland nur als Lieferant an der Spitze; die deutsche Einfuhr aus Rußland(mit l774 Millionen) beträgt etwa 16 Proz. der Gesamteinfuhr svon 10 386 Millionen). Als Abnehmer von deutschen Waren kommt Rußland dagegen erst an fünfter Stelle. Von 8774 Millionen Mark Äesamtausfuhr nahm Rußland nur etwa 7 Proz.<736 Millionen Mark) ab. Großbritannien, Oesterreich-Ungarn und die Vereinigten Staaten beziehen je aus Deutschland weit mehr Waren als Rußland. Auf dieses Verhältnis gründet sich die Hoffnung der Agrarier, daß Deutschland in einem zollpolitischen Kampfe mit Rußland der überlegene Teil sein wird. Rußland gibt mehr als ein Drittel seiner Gesamtausfuhr an Deutschland ab. Deutschland dagegen an Rußland ein Fünftel. Dieses für Deutschland günstigere Verhältnis im Falle eines Zollkrieges erscheint noch be- deutungsvoller, wenn man Aus- und Einfuhr beider Länder nach Warengruppen gliedert. Rußland lieferte hauptsächlich Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und andere tierische und pflanzliche Naturerzeugnisse<92 Proz. der deutschen Gesamteinfuhr aus Rußland). Rußland bezog dagegen aus Deutschland hauptsächlich Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse und Fahrzeuge<21 Proz. der Gesamtausfuhr Deutschlands nach Rußland), ferner Me- talle und Metallwaren<16.3 Proz.) neben Erzeugniffen der Land- und Forstwirtschaft<17 Proz.). Alle anderen deutschen Industrien sind an der Ausfuhr nach Rußland mit kleineren Prozentzahlen beteiligt. Eine Sperre Rußlands gegen deutsche Waren würde die einzelnen Gewerbezweige relativ weniger treffen, da die Hauptausfuhr nicht nach Rußland geht. Es kommt hinzu, daß ein Teil der nach Rußland ausgeführten Waren auf Grund der Berichte für das„Reichsarbeitsblatt" hat die im Vormonat gemeldete Besserung der Lage des gewerblichen Ar» beitsmarktes angehalten. Namentlich gilt dies von einer Reihe von Saisongewcrben, während sich in anderen wichtigen Ge» werben auch im Bcrichtsmonat keine Belebung bemerkbar machte. Die an das„Reichsarbeitsblatt" berichtenden Krankenkassen battcn am 1. April 1314 8 796 396 beschäftigte Mitglieder oder 296 339 mehr als am 1. März, und zwar hat die Zahl der mann- lichen Mitglieder um 3,54 v. H., die der weiblichen um 3,46 v. v. zugenommen. In der Regel tritt vom 1. März zum 1. April eine Besserung des Beschäftigungsgrades ein. Nach den Berichten von 16 größeren Arbeiterfachverbändcn mit zusammen 1,77 Millionen Mitgliedern waren Ende März 2,7 v, H. der Mitglieder arbeitslos gegenüber 3,6 v. H. Ende Februar d. I. Tie im Februar alljährlich eintretende Abnahme der Arbeitslosigkeit hat sich demnach im Berichtsmonat weiter fort- gesetzt, was in der Hauptsache auf den zunehmenden-Geschäftsgang in den Saisonindustrien zurückzuführen sein wird. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit war stärker als im Vorjahre(von 2,8 auf 2,2 v. H.), immerhin wurde Ende Marz noch nicht der niedrige Stand des Vorjahres erreicht. Bei 363 öffentlichen Arbeitsnachweisen kamen im März auf 166 offene Stellen bei den männlichen Personen 174, bei den weib- lichen 91 Arbeitsgesuche. Die entsprechenden Ziffern des Vor- monats waren 218 bzw. 97. Hiernach hätte der Andrang der männlichen und der weiblichen Arbeitssuchenden abgenommen, und zwar besonders stark bei den männlichen Personen. Auch diese Zahlen deuten auf eine Besserung der Arbcitsmarktlage. Die Berichte von industriell!en Firmen und Verbänden über die Lage des ArbeitSmarktcs im März 1914 lauten im allgemeinen noch fast ebenso u n g ü n st i g wie im V o r m o n a t und mit geringen Ausnahmen ungünstiger als im März 1913. Es wird allentyalbeu über zu geringe Aufträge und schlechte Preise geklagt. Beim Kohlenbergbau hat die Beschäftigung im Ruhrkohlengebict, in Ober- und Niederschlcsicn und im Braunkohlenbergbau der Niederlausitz weiter nachgelassen. Die Roheisenerzeugung konnte eine leichte Besserung erzielen, da nach der Statistik des Verein» deutscher Eisen- und Stahlindustrieller die Ausbeute der Hoch. ofenwerke von 1 445 511 Tonnen im Februar aus 1662 714 Tonnen im März d. I. stieg(gegen 1 629 463 Tonnen im März des Vor- jahrcs). Auch bei den Stahlwerken trat eine Erhöhung ihrer Pro- duktionszitfern ein, indem der Stahlwerksverband seinen Versand von 482 666 auf 561 666 Tonnen steigerte, mit dem er nur wenig hinter dem des Vorjahres<562 666 Tonnen) zurückbleibt. Beim Vergleiche dieser Versandziffern ist aber zu berücksichtigen, daß da» Osterfest im vorigen Jahre in den März, in diesem Jahre in den April fiel und dadurch eine gewisse Verschiebung der Zahl der Arbeitstage eintrat. Im Kalibergbau hat die Beschäftigung nach Erledigung der Frühjahrsaufträge etwas nachgelassen. Der Ma- schinenbau war mit Ausnahme einiger Spezialmaschinenindustrien mangelhaft und schlechter als im Vorjahre beschäftigt. Tagegen melden die elektrische und die chemische Industrie, daß sie ihren im allgemeinen guten Geschäftsgang aufrecht erhalten konnten. / siastumadiniga mis past hnw matinghai કમિ તક વા In der Textilindustrie flagen nach wie vor die Baumwollspinne-| Abonnenten der Arbeiter Jugend" nicht als ein Anzeige erstattete, händigte ihr Sinnig 700 M. aus. Hierdurch reien und Webereien über ungenügende Beschäftigung, was auch in sich geschlossener, bestimmt begrenzter Kreis wurde die Kriminalpolizei auf den wertvollen Fund aufmerksam. noch vom Baugewerbe gilt, das allerdings da und dort Zeichen innerlich verbundener Personen und damit nicht Sie beschlagnahmte die 700 M. und erließ einen Aufruf, in welchen Teichter Belebung zeigt. als Verein zu betrachten sei. Soweit ganz vernünftig. der unbekannte Verlierer der Brosche aufgefordert wurde, sich zu Aber die Entscheidung hat noch ein anderes Gesicht: Das Land- melden. Trotzdem dieser Aufruf durch zahlreiche Zeitungen ge gericht entschied in der gleichen Sache, daß alle zusammen= gangen war, hat sich bis jetzt der rechtmäßige Eigentümer noch fünfte der Arbeiterjugend, ganz gleich zu wel nicht gemeldet, so daß die Herkunft des wertvollen Schmudſtüdes chem 3 wed, als öffentliche politische Versamm= noch in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt ist. lungen zu betrachten sind, da die Tendenz dieser Der Amtsanwalt hielt nicht Betrug, sondern Unterschlagung Veranstaltungen legten Endes eine politische für vorliegend und beantragte 2 Monate Gefängnis. Das Gericht sei. Es handle sich in der Hauptsache immer darum, der Sozial- ging jedoch mit Rücksicht auf die Vorstrafen und das recht raffinierte demokratie neue Anhänger zuzuführen. Vorgehen des Angeklagten über den Antrag hinaus und erkannte auf 3 Monate Gefängnis. Kaliindustrie und Kaligeses. Im Geschäftsbericht der Gewerk schaft Alexandershall für Kalibergbau heißt es: Unsere Beteiligung ging im Berichtsjahre von 11,780 Tausendstel auf 10,648 Tausenditel des Gesamtabjabes zurück, wodurch unser Lieferungsanspruch gegenüber 1912 eine Minderung von etiva 5,8 Proz. der Menge nach und etwa 7,8 Proz. dem Werte nach erfuhr. Im laufenden Jahre wird durch den voraussichtlichen Hinzutritt von etwa 40 neuen Werfen mit vorläufiger und 20 Werten mit endgültiger Beteiligung auch bei erheblicher Abfassteigerung mit einem weiteren Rüdgang unseres Lieferungsanspruches zu rechnen sein. Die im Entwurf einer Novelle zum Reichs- Kaligejek, wie er zurzeit dem Bundesrat vorliegt, vor gesehene Verdoppelung der Karenzzeit für die nach dem 15. Januar 1913 begonnenen Schächte läßt eine nachhaltige Besserung der Verhältnisse nur dann erhoffen, wenn die im Entwurf vorgesehene Kürzung der definitiven Beteiligungsziffern während der Karenz zeit noch erheblich verschärft wird. Gegen die im Entwurf vorgesehene weitere Belastung der Kaliindustrie durch Einführung einer Reichs- Produktionssteuer muß aus prinzipiellen Gründen und angesichts der geschilderten Entwickelung entschieden Stellung Amtsunterschlagung. Wegen Unterschlagung im Amte hatte gestern die 3. Strafkammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schulz gegen den Postassistenten Her mann Tischler zu verhandeln. Es handelte sich wieder einmal um einen im Dienst tüchtigen Beamten, der durch die unjelige Spiel- und Wettleidenschaft verleitet, sich eines Amtsverbrechens schuldig gemacht und damit seine ganze Eristenz vernichtet hatte. Auf Grund dieser unhaltbaren Vorausbestimmung der Tendenz aller Jugendlichen wurden am Donnerstag zwei Jugendliche wegen Teilnahme an einer politischen Versammlung" mit je 3 M. Geldstrafe bedacht, trotzdem selbst die beiden überwachenden Beamten erklärten, daß in der Versammlung" nur gespielt und einige Gedichte vorgelesen worden seien Gedichte, die auch nach ihrer Ansicht keinen politischen Anstrich gehabt hätten. Und am Freitag erhielt wegen der gleichen Tendenz" Genosse Wed, der rein zufällig einem Rezitationsabend im Jugendheim in Wald bei gewohnt hatte, 10 M. Geldstrafe aufgebrannt, weil er den ihm persönlich gut bekannten Beamten, als dieser die Namen der anwesenden Jugendlichen feststellen wollte, in aller Freundschaft frug, auf Grund welcher geseglichen Unterlagen dieses gegen das Reichsvereinsgesez verstoßende Der Angeklagte war auf dem Postamt 10 als Assistent angeDie Hamburger Hochbahn erzielte in ihrem Geschäftsjahr Stören der Versammlung geschehe. Dieses Verbrechen" stellt gewesen. Seit dem Frühjahr v. Js liefen bei dem Postamt einen Ueberschuß von 958 977,96 M. und verteilt eine Dividende unseres Genossen wurde von dem Beamten als Widerstandsleistung von 5 Proz. und eine Superdividende" von% Proz., zusammen und Beleidigung aufgefaßt. Das Gericht jah darin„ nur“ eine 823 000 M. Den diversen Fonds werden 826 150 M. zugeführt. Widerstandsleistung gegen behördliche Maßnahmen, die mit geBerschämt heißt es in dem Bericht an die Generalversammlung: nannter Strafe zu fühnen sei. genommen werden.' r Im Laufe des Jahres wurde eine allgemeine Erhöhung der BeGerichtszeitung. Die Brillantbrosche im Schneehaufen. richters Weßling das Schöffengericht Berlin- Schöneberg Verhandlung zur Sprache, die gestern unter Vorsiz des Amtsbeschäftigte. züge der Betriebsangestellten vorgenommen. Gleichzeitig sind die Beiträge der Gesellschaft zur Fürsorgekasse erhöht worden und Verminderung der Beiträge der Angestellten. Die ordentlichen Eintrittsgelder zur Fürsorgefasse wurden von der Gesellschaft übernommen." Daß alles das eine Folge des furzen Streifs der Hochbahnangestellten ist, wird selbstverständlich nicht erwähnt. Das Schicksal einer wertvollen Brillantbrosche, deren HerDie Oeffentlichkeit weiß es aber auch so. Für Wohlfahrtseinrichtunft in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt ist, tam in einer tungen" tourden 66 669,78 M. ausgegeben. Insgesamt sind mehr Das wäre nicht möglich gewesen, wenn man nicht, besonders zu den als 39 Millionen Personen im verflossenen Jahr befördert worden. Hauptverkehrszeiten, ähnlich wie in Berlin, die Fahrgäste wie die Heringe in die in zu geringer Anzahl vorhandenen Wagen getopft hätte. Der Erfolg ist die Dividende von 5½ Proz. im ersten Geschäftsjahr, ein Rejultat, mit dem die Aktionäre, darunter große Berliner Gesellschaften, sehr zufrieden sein werden. Internationale Vereinbarungen in der Zementindustrie. Im Busammenhang mit der Erneuerung des Rheinisch- Westfälischen Bementshnditates wurde gleichzeitig ein Niederländisches Bementsyndikat im Haag gemeinsam mit dem Süddeutschen Synditat, dem Belgischen Portland- Zementsyndikat, dem EngTischen Zementtrust sowie der norwegischen Zementbereinigung neugegründet, um den Zementabjak des beteiligten Syndifats in den Niederlanden zu heben. Jugendbewegung. Zum Kampf gegen die Arbeiterjugend. Nach Auflösung einer vermeintlichen Jugendorganisation des reises Solingen, die in Wirklichkeit nicht bestand, erklärten bie Berwaltungsorgane und die Gerichte die Abonnenten der Air beiter Jugend" für eine politische Organisation und es regncte Strafmandate gegen die jugendlichen Zeitungsabonnenten. Nun hat das Elberfelder Landgericht entschieden, daß die Den Zuchthaus vorbestrafte Kaufmann Paul Sinnig angeklagt. Wegen Betruges war der schon mehrfach, u. a. auch schon mit Mittelpunkt der Verhandlung bildete eine wertvolle Brosche mit drei großen Brillanten, die u. a. auch schon Gegenstand eines öffentlichen Aufrufes seitens der Kriminalpolizei gewesen war. Vor einiger Zeit machte die jest 18jährige Kontoristin Ella Rims die Bekanntschaft des jezigen Angeflagten, der ihr die Ehe versprach, trotzdem er zu der gleichen Zeit mit einem Fräulein Buchholz verlobt war. Auf eine Frage des Vorsitzenden bezeichneten sich beide Mädchen als die Verlobte des Angeklagten. Eines Tages erschien die N. mit einer Brosche geschmüdt, die bisher unbeachtet in irgendeinem Kommodenkasten gelegen hatte. Der Angetlagte musterte das Schmuckstück mit Kennerbliden und erfuhr dann folgendes: Die N. hatte die Brosche, die sie selbst als wertlos bezeichnete, von ihrer Mutter erhalten, nachdem sie jahrelang als wertloses Tombatstück zwischen Haarnadeln und anderem Aram gelegen hatte. Die Brosche war vor mehreren Jahren von dem Vater der N. in einem Schneehaufen gefunden worden. Der An geklagte, der wohl erkannt hatte, daß es sich um eine sehr kostbare Brosche mit echten Brillanten handelte, ließ sich das Schmuckstüd unter der Angabe, der N. ein paar Ohrringe davon anfertigen zu lassen, von dem Mädchen geben und hat dann die ziemlich großen Brillanten herausgebrochen und sie weit unter dem Wert, für 1150 M., an einen Juwelier verkauft. Als die Mutter der N. dann April v. 3. war der Angeklagte in den Verdacht geraten, diese häufig Beschwerden über verloren gegangene Briefsendungen ein, und zwar handelte es sich stets um Sendungen, denen der Absender fleine Geldbeträge oder Briefmarken beigefügt hatte. Schon im Briefe unterschlagen zu haben. Er bestritt dies damals mit höchster Entrüstung und da bestimmte Beweise fehlten, konnte nichts unternommen werden. Als dann wieder von neuem Beschwerden ein. liefen, wurden auf Veranlassung des Oberpostinspektors Harwardt zwei Briefe präpariert und unter die übrigen Postsendungen gelegt. Der Angeklagte, der in den Briefen Geldstücke gefühlt hatte, ging auch in die Falle. Während er mit den Briefen die Toilette aufsuchte, erschien der Inspektor in Begleitung des Postdirektors Müldner auf der Bildfläche und eine sofortige Untersuchung errichtsafſeſſors Kante, der Geh. Medizinalrat Prof. Straßmann gegab, daß Tischler die Briefe auf dem Abort versteckt hatte. Zu der Verhandlung war auf Antrag des Verteidigers, Geladen, der den Angeklagten als einen etwas minderwertigen Menschen bezeichnete. Das Urteil lautete auf 5 Monate Ges Aemter auf drei Jahre. fängnis und Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Sittlichkeitsdelikt. Zu einem Jahre Gefängnis bei sofortiger Verhung wurde gestern der Musikalienhändler Friedrich Gabbert von der 3. Straf kammer des Landgerichts I verurteilt. Die Verhandlung, die sich bis in die zehnte Abendstunde hinzog, machte die Abhaltung eines Lokaltermins notwendig. Der Angeklagte, welcher in der Schönhauser Allee, ein Mufitaliengeschäft betrieb, ist wegen Mißhandlung Untergebener und fahrlässiger Körperverlegung bereits mit 1% Jahren Gefängnis vorbestraft. Die jebige Anklage machte ihm zum Vorwurf, fich eines Verbrechens gegen die Sittlichkeit an der Verkäuferin Erna M., einer entfernten Verwandten, schuldig gemacht zu haben. Der Angeklagte bestritt dies und ließ durch Rechtsanwalt Hood verschiedene Einwendungen gegen die Glaubwürdigkeit der Be lastungszeugin geltend machen, durch die ein Vokalbermin an Ort und Stelle notwendig wurde. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu einem Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Der Staatsanwalt hatte 2 Jahre Gefängnis beantragt, R Der Kolossale Ansturm dessen sich unsere Geschäfte vor den Feiertagen erfreuen Konnten, waren uns ein neuer Beweis dafür, wie richtig wir den Geschmack des Publikums zu treffen wissen. Richtig nicht nur in bezug auf Stoffe und Fassons, sondern vornehmlich in bezug auf die Preise und auf die Geschäftsprinzipien, die unseren Geschäften zugrunde liegen. Wo tausende reiflich überlegende, Klug wäh lende Frauen ihren Vorteil finden, sollten nicht auch SIE dort günstig Kaufen können? Der Reiz dieses eleganten Kostüms aus prima blau Kammga n Twill liegt in dem schönen breiten Stofischal und dem mit buntem Material apart besetzten Kragen. Vorzüglich verarbeitet und auf Seide 3100 Als Strassenkostüm wird Ihnen dieses hervorragende Dienste leisten. Aus vorzüglichem Cotélé verarbeitet, mit feschem Stoff- Gürtel und schönem Moiréeschal versehen, wirkt es elegant und fesch zug eich. Auf Seide 2750 Königstrasse 33 am Bahnh. Alexanderpl. Chausseestr. 113 beim Stettiner Bahnhof C& A BRENNINKMEYER GMBH. Sonntags geschlossen t erantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neutöln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SING Nach einer Meldung der New York Times" hatte. Huerta zuerst auf die Salutforderung Wilsons hin eine Statthalter- und Ariegserklaring entworfen, doch traten seine Ratgeber dafür ein, daß er feinen Gebrauch davon mache und die amerikanische Flagge salutieren solle. Huerta soll jedoch seinen Entschluß, die Würde und Ehre Merikos zu wahren, nicht aufgegeben haben. Huertas Ausreden. Washington, 18. April. Huerta soll in Begründung seiner Forderung, daß der merikanische Salut Schuß um Schuß erwidert perben müsse, dem amerikanischen Geschäftsträger ' Shaugnesih mitgeteilt haben, daß der megikanische Salut, wenn er nicht Schuß um Schuß erwidert werde, von seiten der Amerikaner vielleicht überhaupt keine Erwiderung finden würde, was die merikanischen Truppen in eine demütigende Lage bringen müßte. Die nächsten Schritte. Ministerwechsel. Korfu, 18. April.( W. T. B.) Wie wir vernehmen, haben Seine Majestät der Kaiser auf Vortrag des Reichskanzlers das Abschiedsgesuch des Statthalters Grafen v. Wedel unter Erhebung desselben in den Fürstenstand in Gnaden zum 1. Mai dieses Jahres genehmigt. Zum Nachfolger des Grafen v. Wedel ist der Staatsminister v. Dallwitz aus. ersehen, an dessen Stelle der Wirkliche Geheime Rat v. 2 ve92bell das Ministerium des Innern übernehmen foil. Noch ein sozialdemokratischer Kreistagsabgeordneter. In der letzten Sibung der Stadtverordneten in Höhscheid ( Kreis Solingen) wurde Genosse Karl Berns, Instrumentenschleifer, an Stelle des zurüdgetretenen liberalen Fabrikanten Cronenberg als Kreistagsabgeordneter gewählt. Jest fizzen pier sozialdemokratische Abgeordnete im Kreistag: je einer aus den Städten Wald and Ohligs und zwei aus Höhscheid. Im Kommunistischen Arbeiter- Bildungsverein in London fand am 14. April eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung statt, in der Genosse Hermann Müller einen Vortrag hielt über Die politische Reaktion in Deutschland und die Sozialdemo kratie". An der Hand der Zaberner Ereignisse schilderte er die Macht der militärischen Diktatur und den ganzen Charakter der politischen Reaktion in Deutschland. Genosse Müller kam auch auf die letzte Heeresvorlage zu sprechen. Er gab zu, daß der Kampf gegen die Militärvorlage in Frankreich das Volf stärker aufgerüttelt hat als in Deutschland. Er sieht diese Erscheinung u. a. darin begründet, daß die Heeresvorlage in Deutschland in erster Linic nicht gegen Frankreich und England, sondern gegen Rußland ge= richtet hingestellt wurde. Und ein Krieg mit Rußland könne unmöglich die gleiche Abscheu erwecken, wie der mit den westlichen Kulturstaaten. Der Vortrag, der mit Aufmerksamkeit verfolgt wurde, war mit großem Beifall aufgenommen. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Herr v. Dallmit ist also wirklich Statthalter von Eliaß Bothringen geworden. Der Mann hat Karriere gemacht! Von jeher eine Inkarnation fonservativen Geistes, des Geistes der Washington, 18. April. Amtlich wird mitgeteilt, daß Volksfeindschaft, der Herrsch- und Naffgier, hatte er das wenn Huerta der an ihn gestellten Aufforderung nicht so Glück, als St analrebell gemaßregelt zu werden. Der schnell als dies nur irgend möglich ist, nachkommt, Tam- Widerstand gegen Wilhelm II. ist ihn gut bekommen, wie ja pico, Veracruz und zwanzig Meilen der Eisen- den Konservativen ihre rücksichtslose und konfequente Bolitif bahn von Merito nach Veracruz ohne weiteren Notenaustausch immer glänzend angeschlagen hat, richtete sie sich nun gegen von den Seeftreitkräften, die sich zurzeit in den den Kaiser, gegen die Reichskanzler oder gar gegen die Waschmerikanischen Gewässern befinden, und denen mitgeteilt mor- lappigkeit des Liberalismus. Herr v. Dallwig brauchte nicht Das humoristische Konzert eine politische Versammlung, den ist, daß sie sich zu sofortigem Einschreiten bereit halten lange seine Talente verborgen zu halten. 1902 gemaßregelt, Vor einiger Zeit veranstaltete das Arbeiterkartell des Aussollen, beset werden. wurde er 1903 Miniſter von Anhalt. Hier offenbarte er feine flugsortes eichlingen bei Golingen einen humorjen reaktionäre Natur jo gründlich, daß Preußen seine Dienste Abend, an dem außer einem Gendarmen und einem Schuhmann nicht mehr zu entbehren vermochte. 1909 fehrte er als Ober auch einige Jugendliche teilnahmen. Den Komikern wurde schon präsident von Schlesien in den preußischen Staatsdienst zurück auf dem Bahnhof in Ohligs vom Gendarmen anempfohlen, poliund ein Jahr später machte Herr v. Bethmann in dem Be- tische Lieder nicht zu singen. So tamen auch nur Lieder zum Vortrag, die bereits in Solingen die Zensur unbeanstandet passiert dürfnis nach Homogenität den so Erprobten zum Minister hatten. Trotz alledem hatte der Gendarm an den Worten" Prosedes Innern, zum Polizeiminifter. tarier" und Wahlrecht" Anstoß genommen und aus ihnen geNun ist der Mann gar Statthalter in Elsaß- Lothringen folgert, daß das Stonzert eine politische Versammlung" sei, an der und erhält den Posten, der in der bureaukratischen Hierarchie Jugendliche nicht teilnehmen dürfen. Der Vorsißende des Kartells als einer der höchsten gewertet wird. Arme Elsässer! Weil wurde als Leiter der Versammlung" in eine Polizeiftrafe in Höhe einige übermütige Militaristen in einer ihrer Städte erzediert von 10 M. genommen. Das Schöffengericht erkannte auf 3. haben, weil friedliche Bürger gegen Recht und Gesek der Frei- Geldstrafe. heit beraubt worden sind, deshalb erhält es als Nachfolger " nachgibt. Ferner wird bekanntgegeben, daß der Kongreß auf gefordert werden wird, am Montag eine Sibung abzuhalten, falls Huerta nicht bis Sonntagabend um sechs Uhr Wilson befürchtet den Krieg. Cleveland, 18. April. Marinesekretär Daniels, welcher hier Vorträge hielt, hat aus Washington ein Telegramm erhalten, das ihn ersucht, sich zur Rüdfehr nach Washington bereit zu halten. Der Staatssekretär hat erklärt, daß das Telegramm die Bemerkung enthalte, Wilfon befürchte, es werde unmöglich sein, den Frieden zu wahren. Der Schutz der Fremden. Tampico, 13. April. Wie gemeldet wird, sind gestern die Pläne für die Sicherheit der Fremden in einer Konferenz angenommen worden, die zwischen den Befehlshabern der fremden Schiffe vor Zampico und dem Rebellengeneral Caballero stattfand. Dieser versprach, das Feuer so zu richten, daß es die Gebäude der Fremden möglichst nicht berühre. Belgien. Die Ueberschwemmung mit flerifalen Schulen in Belgien. Man schreibt uns aus Brüssel: Das neue Schulgesetz ist von de Klerifalen hauptsächlich zu dem Zweck gemacht worden, ihren influß auf dem Schulgebiet zu vergrößern und den Volksschul unterricht noch ausgiebiger in ihre Hand zu bekommen. Man kann borwegnehmen, wie das werden wird, wenn man sich schon ihre heutige Macht bergegenwärtigt. Eine fürzlich im Senat vorgebrachte Statiftit zeigt folgende Gegenüberstellung des neutralen"( offigieffen) und des fonfessionellen Unterrichts: " Preßprozef. des Grafen Wedel, der immerhin, verglichen mit einem. Dall- Vor dem Schöffengericht Coburg hatte sich der verantivort wig, ein Europäer war, diesen Echtpreußen, diesen vom bor- liche Redakteur des Voltsblatt", Genoffe Florschüs, niertesten Oſtelbiertum erfüllten Duzendbureaukraten ohne wegen Beleidigung in zwei Fällen zu verantworten. Beleidigt Talent und ohne Ideen! Was die Minister sündigen, das müssen in Breußen- Deutschland die Völker büßen. fühlte sich der Bürgermeister Langner als Vorsitzender des Berg sicherungsamtes durch eine Besprechung der Ausschußwahlen. Das Gericht erkannte auf 25 M. Geldstrafe. Weiter foll der Angeklagte zwei internehmer- Vorstandsmitglieder der Allgemeinen Oristran tentasse für Rodach beleidigt haben. Er hatte einige Angriffe auf das Boltsblatt" zurückgewiesen. Urteil: 150 M. Geldstrafe. Hob2 " Soziales. Anwalismonopol. Aber es gibt einen Troit! Die Eljässer find feine Preußen. Sie haben französische Freiheitsluft geatmet, auch Sie fühlen sich als Erben der großen Revolution und die Wirt qgfchaft, die dieser Dallwitz in Preußen treiben konnte, die iſt dort im Grenzland doch nicht möglich. Der Schaden, den Elsaß erleidet, der wird aufgewogen durch den Vorteil, den Preußen hat, da es seinen Oberpolizisten losgeworden. Dallwig war der unbedingte Vertrauensmann, oder besser gesagt, Seit den 1. Oftober 1879 ist die freie Advokatur" eingeführt. das unbedingte Werkzeug der Konservativen im preußischen Ministerium. Wäre nicht der Jagow, so wäre der Dallwik Wer das Referendariatsexamen gemacht," Referendar vier Jahre die Verkörperung des Ströcherschen Ideals von dem nicht lang gewesen und das Assessoreramen bestanden hat, muß auf klugen, aber starken Manne geweien! Er war die Seele des seinen Antrag zur Anwaltschaft zugelassen werden. Die Freiheit Widerstands gegen jede Wahlreformt, der Berüber der ebenso der Advokatur stellt einen Fortschritt zu dem System dar, das lächerlichen wie schmählichen Nationalitäten- und Auswei- vorher im größten Teil Deutschlands bestand. Nach diesem wurde fungspolitif, der gehäffige Verfolger der Jugendbewegung nur eine bestimmte Zahl Juristen auf ihren Antrag nach Belieben und noch zulekt hat er im Bund mit seinem Jagow einen der Verwaltung zu Anwälten ernannt. Ein ähnlicher Zustand Schlag gegen die Gewerkschaften zu führen gesucht, indem er herrscht heute noch bei der Zulassung zum Reichsgericht. Seit einigen Jahren wird gegen die freie Advokatur Sturm gelaufen, fie au politischen Vereinen ftempelte. weil viele von den jezigen Anuvälten ihre Jagdrepiere durch neuen Zuzug bedroht fühlen. Es haben sich in verschiedenen Bro bingen besondere Vereine zur Abwehr des Zuzugs neuer Anmälte gebildet. So sind auch in der Mark Brandenburg( einschließlich Berlin) rund 400 Anwälte zu einer Märkischen Vereinigung zur Abwehr der Ueberfüllung des Anwaltsstandes" zusammengetreten. 3med der Vereinsmitglieder ist also: nachdem sie selbst zur bootatur zugelassen find, den Zutritt anderen zu erschweren. Von diesem Innungsstandpunkt aus faßte gestern der Vorstand der genannten Anivaltsvereinigung den Beschluß, um Einführung einer Wartezeit von drei Jahren( bei gutem Gramen von ein bis zwei Jahren) au petitionieren. Empfinden die Herren eine Ueberfüllung als unliebsame Konkurrenz, so steht es ihnen ja frei, durch Niederlegung ihrer Anwaltschaft Luft zu schaffen. Aber zu verlangen, daß die freie Advokatur beeinträchtigt wird, nachdem sie selbst von ihr profitiert haben, ist das stärkste Stüd ungerechter Forderung von Anwälten des Rechts. Die Probing Antwerpen befigt: 813 neutrale und 1809 Tonfessionelle Stlassen; der Brabant 1565 neutrale, 2468 fon feffionelle Klaffen; Oft flandern 400 neutrale, 2667 fonfeffionelle Klaffen; der Hennegau: 1454 neutrale und 1933 tonfessionelle Uns hat der Mann ja nicht geschadet, feine Verfolgungs. Klaffen; die Provinz Lüttich 1 neutrale Schule und 818 fonfessionelle wut hat uns nicht zu schwächen vermocht. Klassen; der uremburg 58 neutrale, 817 fonfeffionelle und die Aber fast sche int es, als ob Herr v. Dallwik Herrn von Broving Namur 108 neutrale und 1086 fonfeffionelle Stlaffen. Bethmann allmählich über den opf gewachsen war und Es stehen demnach im ganzen den 5841 neutralen Schultlaffen mehr, als es dem Reichskanaler lieb sein mochte, feine eigene, 15 240 tonfeffionelle gegenüber zur Aufzucht von Intolerans, bas heißt die intransigenteste konservative Politik betrieben religiösem Fanatismus, geistiger Armieligkeit, Aberglauben und Devotion. Rußland. Demonftrationen in Riga. hat. Die Homogenität hatte einen Sprung bekommen und Herr v. Bethmann ergriff vielleicht mit Freude die Gelegen heit, den allzu mächtig Gewordenen hinauf und zugleich wegzubefördern. Herr v. Loebe II, der frühere Adlatus des Fürsten Bülow wird jedenfalls ein homogenerer Bettgenosse fein als es Herr v. Dallwitz war. Riga, 18. April. Gestern veranstalteten hier Arbeiter unter Umzügen und gebungen. Wie amtlich mitgeteilt Das preußische Volk aber, das den Gehenden zwar mit wird, wurde ein Polizeibeamter durch einen aus der Menge Vergnügen verschwinden sieht denn das Niveau dieser geworfenen Stein verwundet. In der Marienstraße feuerten Gegnerschaft wat reichlich beschämend- weiß, daß es bon mar die Demonstranten Schüsse ab, worauf auch die Polizei dem Bleibenden nichts zu erwarten hat. Denn in den klein feuerte, doch wurde niemand verletzt. Fünfundzwanzig lichen Sändeln, die die reaktionäre Homogenität bisweilen Demonstranten, darunter sechs Frauen, wurden verhaftet. trüben, handelt es sich um Nuancen, die uns wahrhaftig verzweifelt gleichgültig sind. Und wenn wir heute aufs Neue die Frage stellen: Was ist es mit der WahIreform in Breußen? dann wiffen wir, daß die Antwort abhängt nicht von dem Kommen und Gehen der Bureaukraten dort oben, sondern allein von der festen Entschlossenheit und tatbereiten Energie der Massen! Amerika. Das Attentat auf den Bürgermeister. New York, 18. April. Der Mann, der auf Bürgermeister Witch e II geschossen hat, ist vom Staatsanwalt verhört worden. Er gab seinen Namen als Michael Mahoney, sein Alter auf 70 Jahre an. Da er seit Jahren ohne Arbeit gewesen sei, habe er sich um eine Unterredung mit dem Bürgernieister bemüht. Als diese ihm abgeschlagen wurde, sei in ihm der Entschluß gereift, Mitchell zu töten. Er habe vor dem Anschlag eine anarchistische Versammlung besucht, die gegenüber dem Rathause stattfand. Stadtsyndikus Folk liegt im Stranfenhaus. Die Stugel hat ihm die Stinnlade durchlöchert und mehrere Zähne ausgeschlagen. ausgefch Kolumbiens notgedrungener Verzicht. Bekanntlich haben die Vereinigten Staaten um ihre Herr schaft über den Panamatanal zu sichern, mit Erfolg jene Be wegung unterstützt, die aur Losreißung der heutigen Republik Panama, die ganz unter amerikanischer Botmäßigkeit steht, geführt hat. Nunmehr veröffentlicht die Barijer folumbische Ges sandtschaft den zwischen Kolumbien und den Vereinigten Staaten unterzeichneten Vertrag. In Artifel 1 spricht die Re gierung der Vereinigten Staaten den Wunsch aus, allen Streitigfeiten und Weiterungen mit Kolumbien ein Ende zu machen, welche durch die mit der gegenwärtigen Rage in der Landenge von Panama zusammenhängenden Ereignisse hervorgerufen wurden. Die folumbische Regierung nimmt diese Erklärung an, da sie volltommen sicher sei, daß auf diese Weise, jedes Hindernis für die Wiederherstellung einer bollständigen Eintracht zwischen den beiden Ländern verschivinden werde. Der Artikel 2 bestimmt, daß Kolumbien unentgeltlich die immerwährende und freie Durchfahrt durch den Sanal für seine Truppen, sein Material und seine Kriegsschiffe genieße. In Artikel 3 wird Kolumbien eine sechs Monate nach Austausch der Ratifikation des Vertrages zu bezahlende Summe von 25 Millionen Dollar bewilligt. In Artikel 4 verpflichtet sich Kolumbien, Panama als unabhängige Nation anzuerkennen. Die Bereinigten Staaten wieber übernehmen die Berpflichtung, die Regierung von Panama zur Entfendung eines Beamten zu veranlassen, der mit Stolumbien über einen Friedens- und Freundschaftsvertrag unterhandeln soll. Aus der Partei. König Landrat gegen das Arbeiterlied. Im Interesse der Allgemeinheit liegt die Zulassung aller Fähigen, zur Advokatur, wenn nicht die bolle Freigabe der Ver tretung vor Gericht. Die Blutokratie und Bureaukratie verlangt möglichste Erschwerung der Zulassung, um Minderbemittelte aus. auschließen und die Zuzulassenden gefügig zu halten. Die Angestelltenversicherung. Eine Erhebung der Versicherungsanstalt für Angestellte hat ers geben, daß bis Ende vergangenen Jahres 1685 000 Angestellte zur Versicherung angemeldet waren. Bei der Einführung der Versiche rung hatte man mit rund 1827 000 Versicherten gerechnet. Im übrigen haben die Erhebungen ergeben, daß alle Schwierigkeiten bei der Angestelltenversicherung jezt in der Hauptsache überwunden sind. Die Borichriften des Geiezes sind im großen gangen erfüllt. Mit dem Die schlesischen Arbeiterjänger wollten in der Jahrhunderthalle au Breslau ihr viertes Gaufest abhalten. Der Magistrat aber ver- Eingang der Beitrage scheint es noch bier und da zu hapern, benn schloß ihnen diese Salle und der Polizeipräsident verbot den Festin der offiziösen Notiz über die oben erwähnten Erhebungen macht zug wegen Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit. Die die Versicherungsanstalt darauf aufmerksam, daß Unternehmer, die Sänger wählten dann einen Festplatz in der benachbarten Land- es unterlassen, die Beiträge rechtzeitig für ihre versicherungsgemeinde Grüneiche. Nun kommt der Amisvorsteher und verbietet pflichtigen Beschäftigten abzuführen, mit Geldstrafen bis zu 300. im Einverständnis mit dem Landrat das Singen auf diesem belegt werden können. Unabhängig von der Nachzahlung der BeiBlake, weil die Revolution verherrlicht werden soll! In der träge fann den Bestraften noch die doppelte Bahlung der rid ständigen Beiträge abgefordert werden. Begründung des Verbotes heißt es wörtlich: Letzte Nachrichten. .Da mehrere der ausgewählten Gesangsstüde offenkundig der Verherrlichung und Förderung der sozialdemokratischen Be wegung, und damit der gewaltsamen Revolution dienen, so handelt es sich bei der Veranstaltung weniger um Die Wahlen in Schweden. Gesangsaufführungen an sich, als um eine öffentliche sozialdemokratische Versammlung unter freiem Himmel, die eine plan- Stockholm, 18. April. Nach der bisherigen Zählung der mäßig vorbereitete Demonstration für die sozialdemokratischen Stimmen für die Wahlen der Zweiten Kammer sind geParteiideen und gegen die bestehende staatliche und wirtschaftliche wählt: 75 Rechte, 67 Sozialdemokraten und 59 Liberale. Die Ordnung bezweckt. Am Pfingstfonntage pflegen sich viele Taufende von Spaziergängern in der unmittelbar an die Stadrenn- Rechte hat 19 Sige gewonnen und einen verloren, die bahn anstoßenden, zwischen ihr und der Stadt gelegenen Anlagen Sozialdemokraten haben 12 gewonnen und 4 verloren, die des Scheitniger Parkes zu ergehen, die in Ruhe ihren Feiertag Liberalen haben 26 Size verloren. und Erholungsgang genießen wollen; es fann feinem Zweifel unterliegen, daß diese Kreise die sozialdemokratische Veranstaltung mit Unruhe, ja mit Erbitterung aufnehmen würden, denn diese soll ungewöhnliche Ausdehnung annehmen und wird eine überaus große Menschenmasse, deren Erregung in Erwartung der aufreizenden Gesangsvorträge bzw. nach deren Anhören gesteigert ist, durch die Anlagen des Partes strömen laffen." Zum Schluß wird noch die Befürchtung ausgesprochen, daß es leicht zu Zusammenstößen und zu Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit kommen könne, da die Erregung unter der Arbeiterbevölkerung besonders in den letzten Wochen start geschürt wor den sei. Diese Begründung reizt zweifellos die denkende Bevölkerung mehr auf, als viele Arbeiterfängerfeste es tun tönnen. Und das ist bei der so empörenden Sache nach das Gute. Generalstreit in den staatlichen Tabakfabriken Italiens. Rom, 18. April. Heute ist in sämtlichen staatlichen TabakAuch das fabriken der Generalstreit ausgebrochen. Personal der staatlichen Tabakfabriken in Venedig, foren 3, Sestri Ponente und Zucca ist in den Ausstand getreten. Die Spionageaffäre in Neubreisach. Paris, 18. März. Von den in Neubreisach unter bem Ver bachte der Spionage verhafteten brei Franzosen ist einer der Advokat Cachet aus Saint- Etienne, der zweite ein Sohn des Präsidenten der Saint- Etienner Anwaltskammer, Berry, und der dritte ein Pariser Student namens Deville. * A.Wertheim a G. m. b. H. Leipziger Straße Königstraße Schristliche Bestellungen an die Versand- Abtei'urg Berlin W 66 erbeten Rosenthaler Straße In dieser Woche: Moritzplatz Grosser Schürzen- Verkauf Ein Posten zu aussergewöhnlich billigen Preisen Reiche Auswahl in Zierschürzen, Hausschürzen, Blusenschürzen, Kleiderschürzen, Hauskleidern, Mädchenschürzen, Knabenschürzen, Russenkitteln, Spielhöschen. Russenkittel mit gestickten 1.75 Bordüren. Blusenschürze Gingang, bunt besetzt B.usenschürze Flammé, mit Blenden Blusenschürze blau- weiß, mit Paspel Hausschürze blau- weiß gepunkt, doppelseitig schwarz, mit Volant und Hausschürze Tasche Montag bis Mittwoch Seidenstoffe Helvetia in vielen Farben...... Meter 95 Pi. 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Jeder einzelne Staat gibt bor, sich nur gegen Angriffs( Lauf- und Ballspiele), die der Mädchen schönere, anmutigere ausländischen Sozialdemokratinnen, die am Dienstagabend friege sichern zu wollen, und durch dieses Argument läßt sich( Reigen, Nedspiele). Neben den gemeinsamen werden darum auch in der Hafenheide reden sollen. Sie empfindet die Tatsache, das Bürgertum immer wieder födern, aber einmal muß der gesonderte Spiele angeordnet werden können. daß Frauen aus Oesterreich, Italien, Frankreich, Holland zu Augenblid kommen, wo die Völker zusammenbrechen unter regelrechte Durchführung ist schwer erlernbar. Schlecht gespielt Dos Fußballspiel der Kinder ist möglichst zu vermeiden. Seine den deutschen Genojfinnen sprechen wollen, als eine unerhörte der itetia vermehrten Last, wo sie losschlagen müssen, weil sie und ungeregelt führt es leicht au Roheiten und Verlegungen. Es Provokation, die man durch Abwehrmaßregeln beantworten es so nicht weiter treiben können. verleitet die Kinder, stundenlang oder ganze Nachmittage nur bei müsse. Sie behauptet, daß das Auftreten ausländischer SoWas kann die organisierte Arbeiterschaft tun, um den diejem Spiel zu bleiben. Dadurch wird die so notwendige Abzialdemokraten in politischen Versammlungen in Preußen Krieg zu verhindern, und wo ist die besondere Aufgabe der wechſelung verhindert. Es gibt eine Reihe guter Ballspiele, die nicht statthaft fei und verlangt deshalb ihre Ausweisung. Frauen? Die schonungslose Aufdedung der Treibereien un- das Fußballspiel erjeben und die gerne gespielt werden, wenn man die Genoffinnen, um die Revolution zu predigen, wollen fie denswille der Arbeiter aller Länder find ein starkes Bollwerk Es muß Reigung. Beranlagung, Strebjamkeit für dieses Gebiet Was bringt das Scharfmacherblatt so in Zorn? Kommen ferer Rüstungspatrioten und der ernit und fest betonte Frie- fie den Kindern beibringt. Um Jugendspiele leiten zu können, genügt der gute Wille nicht. mit einem Schlage den Umsturz herbeiführen"? Viel gegen den Krieg. Kein Land kann es wagen, die Feindselig vorhanden sein. Dann laffen sich mit einem geringen Aufwand für schlimmer, viel schlimmer noch! Sie wollen eine große feiten zu eröffnen, wenn im Volt teine Begeisterung für den Spielgeräte und mit wenig Kräften weitreichende Erfolge erzielen. Friedenskundgebung veranstalten, wollen den proletarischen Krieg vorhanden ist, wenn es ihm innerlich ablehnend gegen Gut wäre es allerdings, wenn auch für diese wichtige Aufgabe eine Frauen Deutschlands von den Schrecken und Gefahren des übersteht. Arbeitermütter, seht ihr euren Weg? Die organisierte Vorbereitung vorhanden wäre, in der die Ausbildung Krieges erzählen und wollen sie zu eifrigiter Tätigkeit im Jugend ist in eurer Hand. Sie darf nicht in dem Glauben der Spielleiter, die Anschaffung der Spielgeräte nach einheitlichen, Stampf gegen die Kriegshebe anfeuern. Das ist mehr, als Blätter vom Schlage der" Post" ertragen fönnen. Eine großgezogen werden, daß rings um Deutschland der Feind pädagogisch einwandfreien Gesichtspuntten erfolgt. In Belgien nur auf den günstigsten Moment lauert, um hereinzubrechen und Desterreich gibt es bereits ausgebreitete Organisationen, die folche Agitation darf nicht geduldet werden, der Büttel muß und ein Stück Land nach dem andern an sich zu reißen. Wissen auch im Winter eine weitreichende Tätigkeit entfalten. Eine ganze kommen und die Frauen auseinanderjagen, denn hier geht sollen die heranwachsenden Knaben und Mädchen, daß in allen Anzahl für die Erziehung wertvoller Einrichtungen werden be es um die heiligsten Güter aller Scharfmacher: der Profit Ländern die Arbeiterschaft denkt wie bei uns, daß fie ebenso büchereien, Handfertigteitskurse, in denen sich die Kinder selbst trieben. Elternabende mit pädagogischen Vorträgen, Jugendist in Gefahr. Wer soll noch Kanonen, Panzerplatten und wie die deutsche Sozialdemokratie alles daran segt, die Natio- Spielzeuge bauen, Märchenvorlesungen, Wanderungen usw. Sicher Munition faufen, wenn der Friedenswille der Völker so start nalisten und Kriegsheber an den Pranger zu stellen und un- find auch unsere Ferienspiele nur ein Anfang, der ausgebaut wer wird, daß die jetzt noch herrschenden Kreise der Rüstungsschädlich zu machen. interessenten und Kriegsschreier aus ihrer Machtstellung berden muß, und auch wir werden vielleicht dazu kommen, in Arbeiter Elternbereinen die Erziehung unserer Kinder in drängt werden! bessere und schönere Formen zu bringen. Je geschlossener die Arbeiterschaft zusammensteht, je mehr sie zum mitbestimmenden politischen Faktor wird, um so weiter werden die Kriegsmöglichkeiten in die Ferne gerüdt. Es gibt keine größere nationale Tat, als den Völkern den Frieden zu erhalten, ihnen die Vorbedingung zu wirtschaftlicher und geistiger Entwickelung zu geben, und in diesem Sinne gibt es teine nationalere Partei als die Sozialdemofratie.. Die Leitung der Ferienspiele. lands gepflegt werden, hat die Arbeiterschaft ein Stüid Selbsthilfe Mit den Ferienspielen, die jest in vielen Städten Deutsch auf dem Gebiet der Erziehung in Angriff genommen. Es handelt ich nicht um eine Nachahmung bürgerlicher Wohltätigkeitsspielerei, fondern darum, ben kindern aus eigener Kraft das zu geben, was ihnen die Unnatur der heutigen Verhältnisse vorenthält. Die Spiele bereiten den Kindern rechte Freude und, was uns wichtiger ist, fie fördern die Gesundheit und körperliche Entwickelung und sind ein bedeutsames Graiehungsmittel. Ueber den Wert der Jugendspiele schrieb der Voltserzieher Morih Schreber 1860: schaftlichen Spiele der Kinder darin, daß sich der Eigenmille an Ferner besteht ein wichtiger praktischer Nußen der gemeineinem gleichberechtigten anderen Willen bricht. Das Kind lernt seinen Willen mit dem Willen anderer in Einklang bringen, pobei, wenn nur das überwachende Auge Gerechtigkeit malten läßt, un beschadet der individuellen Selbständigkeit, manches Schroffe, manches Echarfe und Edige ganz von selbst sich glättet und rundet. Gin Gewinn fürs Leben.... Agitationsarbeit. Da ist der gewaltige Gegensatz zwischen dem Großfapital und dem Proletariat in Deutschland, und wie bei uns, so ist's bei den andern Bölfern. Ueberall geht durch die Massen die Friedenssehnsucht, der Wille zum freundschaftlichen EinDie unter dem Titel„ Gewinnung und Schulung der bernehmen mit den Brüdern und Schwestern jenseits der rau für die soziale Betätigung" als 8. eft der deutschen Grenzen, und wo Massen zu der Erkenntnis geSozialdemokratischen Frauenbibliothek( Verlag Buchhandlung Vorwärts) erschienene Schrift von Luise 3ies ist eine Fundlangt sind, daß der Krieg nur im Interesse einer verhältnis- Im November des Jahres 1912 zog unter Glodenflängen grube von Anregungen zur Förderung der proletarischen Frauenmäßig fleinen Schicht liegt, da wehren sie sich gegen die un- eine große Schar festlich gekleideter Menschen in das Münster bewegung, die für die im Befreiungstampfe stehende Arbeiterflajje erhörte Zumutung, um jener Kreise willen alles aufs Spiel zu Basel. Die Bertreter der sozialdemokratischen Partei von je länger je mehr zu einer Lebensfrage geworden ist. Die besonde zu setzen: Familie, Erwerb, die bescheidenen, in langem Frankreich. England, Italien, Rußland, Deutschland und an- ren Schwierigkeiten, die sich der Agitation unter den Frauen heute Kampf errungenen Kulturgüter. Die Arbeiterschaft ist bereit, deren Staaten erklärten angesichts des Balkankrieges, ange- entgegenstellen, hat die erfahrene Praktikerin eingehend gewürdigt. ihr Leben für die Freiheit, die wirkliche Befreiung der Völker fichts der kritischen Lage in Europa. daß sie ihre ganze Macht Eines der wichtigsten Erwedungs- und Schulungsmittel zu prolehinzugeben, aber sie will nicht ihr Blut versprißen, um für für die Erhaltung des Friedens einseßen wollten. Es war tarischem Verständnis, das Wahlrecht, fehlt der Frau, und damit das Kapital weitere Anlagemöglichkeiten zu schaffen, sie will eine eindrucksvolle, mächtige Kundgebung. Am Diens- bielfach überhaupt das Interesse für politische Dinge. Dazu kommt nicht dies beständige Schüren und Heten, das keinen anderen tag wollen die sozialdemokratischen Frauen Mutter, die ihr die Orientierung auf dem weiten und anfangs die doppelte und dreifache Belastung der erwerbstätigen Frau und Bred hat, als den Rüstungslieferanten immer neue Mittel dieser Länder in Berlin das gleiche tun. Sie unübersichtlich erscheinenden Felde der Politik aus Mangel an Zeit au erichließen. wollen den Frauen den Weg zeigen, den sie zu gehen haben, und Kraft ur geheuer erschwert. Hunderterlei scheinbar nebenjäch Die Frauen in erster Linie sind berufen, der unerfättlichen sie wollen beweisen, daß die klassenbewußte Proletarierin ihre liche Dinge gilt es zu berücksichtigen, wenn wir den Geist der Frau Gier des Imperialismus einen Tamm entgegenzustellen. An Aufgabe verstanden hat und bereit ist, ihre ganze Straft in aus dem altgewohnten Gleise des Dentens herausdrängen, ihren ihrem Willen soll die verwerfliche Propaganda der Nationa- den Dienst des Völkerfriedens, in den Dienst der Menschheit beschränkten Familiensinn zu Gemeinsinn entmideln, ihre Opferlisten scheitern. Sie haben am schwersten unter dem Kriege au stellen. fähigkeit auch für ideale Ziele weden wollen. Das hat die sozial zu leiden. Die erschütternden Nachrichten vom Balkankriege demokratische Partei sehr richtig erkannt, als' fie auf dem Nürn find noch in aller Gedächtnis. Taufende von Familien find berger Parteitag, auf dem die Broklamierung der Partei als ein der Väter beraubt, Tausende von Müttern beweinen ihre heitliche Organisation für beide Geschlechter. erfolgte, beschloß... he Söhne, die blühende hoffnungsvolle Jugend, die ihr Leben tarterinnen zu treffen. Aber was zur Aufrüttelung indifferenter fondere Veranstaltungen zur Gewinnung und Schulung der Prole auf den Schlachtfeldern lassen mußte. Ganze Dörfer sind Frauenmassen dienen tann: die Veranstaltung von Boltsversamm berwiistet, Mädchen und Frauen wurden geschändet und im lungen mit weiblichen Referenten, die Einberufung besonderer Elend zurüdgelassen, Not und Sorge blieb den Frauen, deren Frauenversammlungen, die mirkungsvolle Umrahmung Männer zu den Fahnen gerufen wurden. Der Krieg nimmt der dort gewonnenen Eindrücke durch Chorlied am Anfang und den Familien den Ernährer, die Frau muß für den Unterhalt Massengesang der Versammelten am Schluß, die Wichtigkeit einer der Kinder aufkommen. Sie muß arbeiten, aber die Er guten Boragitation für diese Veranstaltungen, die padende Formu werbsquellen find verstopft. Industrie und Handel liegen da. lierung des Themas, die Organisierung der Mitgliederaufnahme nieber, es findet sich keine bezahlte Arbeit für die Frauen. in der Versammlung und die beste Art der Hausagitation, dies Die Saaten werden zerstört, an eine Ernte ist nicht zu denken. alles wird flar und einleuchtend in dem Zietzschen Schriftchen er Also bungern. Und zum Hungern fommt Krankheit, fommt lung der neugewonnenen weiblichen Parteimitglieder zu ziciörtert. Nachdem diese Vorarbeit getan, tann die eigentliche Schus die entierliche Sittenverwilderung, die eine Begleiterscheinung Haren Sozialdemokratinnen in den Reseabenden der Gejeden Krieges iſt, kommt die nagende Sorge um das Leben nofsinnen erfolgen. Hier erwerben fie in längerem Zusammender im Felde stehenden Angehörigen. arbeiten unter geschickter Leitung die Grundlagen sozialistischen Das sind die Qualen, die die Frauen zu erdulden haben Denkens, die sie allmählich befähigen, alle öffentlichen Vorkomm und die noch verschärft werden durch das Bewußtsein, daß die niffe, alle gefeßlichen Maßnahmen, alle gesellschaftlichen Einrich Maffe des Rolfes den ihm aufgezwungenen Strieg nicht will, tungen immer im Zusammenhang und in Beziehung zur tapitadaß sie selbst von einem siegreichen Ausgang nichts zu er- Mert, daß sie das Jch mehr oder weniger vergeffen, es irgendeinem nur eine Sterntruppe tatkräftiger Mitarbeiterinnen an der sozialGerade die gemeinschaftlichen Jugendspiele haben den hohen liftischen Wirtschaftsordnung zu beurteilen. So erziehen wir nicht warten hat, als neue Mühen, neue Lasten nach dem Kriege. allgemeinen vede sich unterordnen lassen, daß sie spielend demokratischen Bewegung, sondern auch viele Tausende von Frauen, Aber die Leiden, die der Krieg selbst mit sich bringt, find noch vorbereiten auf das Leben und Wirken für gemeinschaftliche die imstande sind, die politischen Ideale des Mannes zu verstehen, nicht alles. Vorher geht eine Periode fortgesetter ge- Zwede, daß sie Gemeinfinn wecken und fördern, daß sie dabei Ent- gleich ihm Opfer dafür zu bringen und ihre Kinder in sozialistischem fteigerter Rüstungsmaßnahmen. Jedes Land sucht das andere fchloffenheit, Mut und selbstschaffende Tatkraft, Erfindungsgeist, Geiste zu erziehen. Die Ausbildung besonders befähigter Frauen zu überbieten mit Soldaten, Schiffen. Kanonen, Flugzeugen. förperliche und geistige Frische und Gewandtheit bringen. Das kann dann in eigens dazu geschaffenen Kursen erfolgen. Much Immer größere Anforderungen werden an die finanzielle begabtere kind reißt das weniger begabte aufwärts und mit sich der Besuch der Parteischule ist den weiblichen ParteimitLeistungsfähigkeit der Staatsbürger gestellt, die Steuern und fort. Gins hebt das andere und schließlich heben sich alle durch gliedern unter denselben Bedingungen geftattet wie den männ Abgaben häufen sch und drohen die arbeitende Bevölkerung alle." lichen Genossen. Der planmäßigen Mitarbeit der Frauen in der außer den InDieses große und michtige Ziel der erzieherischen Wirkung zu Bartei jieht ein reiches Tätigteitsfeld offen, bom Flugblativer zu erdrücken; alles feufzt unter der Laſt dustrien, die an den Rüstungen verdienen. Notwendige wendung der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und Kräfte. Alle Arbeit in der Leitung der Organisationen der Sozialdemokratie. erreichen, ist nur mögl dh bei einer richtigen und vorbedachten An- teilen angefangen bis zu der ernsten und verantwortungsvollen Stulturaufgaben bleiben unerfüllt, weil kein Geld dafür vor die es unternehmen, Kinderspiele au leiten, müßten sich dazu eben Eine spezialisierte Agitation fann die allgemeine Agitation zu ges handen ist. Alles wird verbraucht für sogenannte„ nationale" so borbereiten, wie der Bebrer für jede Unterrichtsstunde. eigneter Zeit inipfern ergänzen, als sie besondere Frauengruppen 3wede. Das Uebergewicht des Beiters auf dem Spielplatz besteht in besonders bearbeitet, jo z. B. die Handlungsgehilfinnen, die FabrikAuch hier ist die Arbeiterschaft am stärksten benachteiligt. der Kenntnis und Beherrschung der Spiele und Regein, wodurch arbeiterinnen einzelner Branchen, die Landarbeiterinnen, die Die Sozialpolitik wird zuerst eingeschränkt, das erleben er mit einem Bort, mit einer Anordnung das Spiel in geregeltent Frauen in den Domänen des Zentrums, die weltlichen Krankenwir ja erit jekt in Deutschland, wo offen angekündigt wird, Gang erhält, und in seiner flaren Uebersicht. Er muß füit Ab- pflegerinnen und Proletarierinnen der Kopfarbeit wie die Lehredaß die Sozialrolitik fürs erste zu einem Abschluß gekommen wechselung forgen. Ein Spiel oft wiederholt, wird langweilig und rinnen. Neue Arbeitsgebiete haben sich aufgetan in der Werbung ist. Zwar sind noch viele grundlegende Forderungen unerund Schulung von Genojfinnen für die ehrenamtliche Tätigkeit als füllt; was tut's man darf der Industrie und dem Handel, Schuifommissionen und bei der Wohnungsinspektion, wie auch bei Armen- und Waisenpflegerinnen, als Vertreterinnen in Den die am Wehrbeitrag zu schlucken haben, nicht schon wieder der Ausnübung des einzigen Wahlrechts, das wir Frauen bei den neue Ausgaben zumuten. Arbeitslofenfürsorge. Hebammen Krankenkassen haben. Also Arbeit in Hülle und Fülle! besolduna, Wohnungsfürsorge und andere dringend notwen Es wird sich als notwendig erweisen, Altersstufen zu bilden; Möge die so warm und eindringlich von den mannigfachen dige Aufgaben müffen zurditehen, alles verschlingt der Mili- etwa von 6-10 und 10-14 Jahren, denen die Spiele angepaßi fleinen und großen Aufgaben der Sozialdemokratie im Hauje wie tarismus. Dabei ist noch nicht abzusehen, wann endlich ein- sein müssen. Bei der ersten Stufe find andauernde Anstrengungen in der Parteibewegung redende treffliche Schrift der Genossin mal die Heeres- und Flottenforderungen ein Ende haben wer- zu vermeiden. Die Kinder wollen gelegentlich auch neue Spiele Bies recht weite Verbreitung finden, um neue Frauenscharen auf den. Es wird angekündigt. daß neue Rüstungsforderungen lernen. Die Leiter müssen sich also aus Büchern und Zeitschriften den Plan zu rufen, die Hand in Hand und Schulter an Schulter bevorstehen. Rwar dementierte man diese Nachricht offiziös, mit Spielen tertraut machen. Sehr zu empfehlen ist das„ Spiel- mit den Kampfbataillonen ihrer Arbeitsbrüder dem Sozialismus aber was will das heißen! Eben haben die bürgerlichen Bar- buch für die Arbeiterjugend" von Paul Böttcher- Leipzig. den Weg bereiten! M. Kt. teien des Reichstags den Wehrbeitrag bewilligt, dessen legte forderungen an sich zu stellen und zu erfüllen. Auf dem SpielSo hat die Spielleitung schon vor dem Beginn der Spiele AnHolländische Franenkonferenz. Am Vorabend des holländischen Rate im Jahre 1916 bezahlt sein muß, und jetzt redet im plak entstehen neue Schwierigkeiten. Vor allem die Behandlung Parteifongreffes fand in Utrecht eine sozialdemokratische Frauen „ Tag" der Geheime Oberfinanzrat Carthaus schon von etwa ber Kinder. Kinder wollen von den Erwachsenen als Gleichwertige fonferenz statt, bie geleitet war von der Genoffin Helene Anter140 Millionen Marf, die in den nächsten Jahren für Neu- behandelt werden. Jedes kommandieren, Schreien und ergern smit. Es wurde der Beschluß gefaßt, Kinderbibliotheten einzu einstellungen aufgebracht werden müßten, wenn wir nicht ist unangebracht. Da die Kinder an einem geordneten Verlauf der richten; ferner soll der internationalen Frauenkonferenz der Vorhinter Rukland zurücstehen wollen. Spiele interessiert sind, folgen sie jedem Wort, wenn sie fühlen, schlag unterbreitet werden, eine Internationale Korrespondenz zu Es genügt, diese An- gründen, die in zwei oder drei Sprachen zu erscheinen hätte. Ueber Werden sich denn nicht alle gegen diefen Rüftungs- daß die Anordnungen zweckdienlich sind. mahninn ouffehren? Ich fnb es doch nicht nur die ordnungen flar und bestimmt voranbringen. Im übrigen wird die Frage des Frauenwahlrechts referierte Genoffin Ti Ianus. find Arbeiter, die den Krieg fürchen men. Freilich, den Krica jeder die Kinder nach seiner Veranlagung behandeln. Man kann Sie vertrat die Ansicht, daß der Wahlkampf sehr energisch geführt Arbeiter, die den Krieg frch'en men. Freilich. den Krieg mit ihnen selbst kind werden und mitspielen, man muß fie jeden werden müsse, um zu verhindern, daß in die Verfassung ein befelbst wollen die meniaften, aber sie haben nicht den Mut, falls als feinesgleichen behandeln, alfo taktvoll, höflich, helfend. Es schränktes Frauenwahlrecht hineinkomme. Eine Resolution fordert nun auch gegen die Porbereitungen zum Kriege Opposition ist sehr leicht, sich auf diese Weise das Zutrauen und die Neigung die Frauen auf, die Organisation unter der proletarischen Jugend zu machen. Sie fürchten den Vorwurf mangelnden National- der Kinder zu erwerben. nach Möglichkeit zu fördern. Endlich wurde beschlossen, der Intergefühls, und sie wollen fich nicht mit der organisierten Ar- Eine weitere Schmierigkeit ist die verschiedene Beranlagung nationalen Frauenkonferens in Wien den Vorschlag zu unterbeiterschaft in eine Kampflinie drängen lassen. Lieber be- der Geschlechter. Im Prinzip find wir für das gemeinsame Spiel breiten, den Frauentag fünftig im Mai statt im März abzuhalten. ermüdet. Neue Spieie müssen darum in Bereitschaft gehalten die rubiger vor sich geben und Ruhepaufen bedeuten, und Spielen, werden, und man wird kald unterscheiden lernen zwischen Spielen, durch die alle sehr lebhaft in Bewegung gehalten werden, um auch hierin Abwedelung eintreten zu, laffen. Briefkasten, der Redaktion. von 4% bis 6 1hr abends statt. Jeber für den Briefkasten bestimmten Anfrage der Angestellten zwedmäßig, fie vor Ablauf der Probezett darüber zu unter- im Statut vorgesehen und fülaffe 3 W. 3. Wenn der Bater nicht der The juristiche Sprechstunde findet 2tnbensahe 69, voru vier Treppen -Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7% ihr abends, Sonnabenbs, ift ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzetchen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsquittung beigefügt t. verden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor R. O. 10. 1. t. 2. Ein Anspruch auf Ermäßigung beitebt nicht. Die Alimente dürfen allerdings auch nicht zum Einkommen mitgerechnet werden. 3. Ja. 76. 3. Die Witwe soll bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Hinterbliebenenrente beantragen. A. R. 15. Die Einreibung bei der Polizei ist nicht erforderlich. Eriftieren Statuten, find diese auch stempelpflichtig. E. M. Tenpigerstr. 104. Die Angaben reichen nicht aus. Stommen Sie in die Sprechstunde. A. S. 100. Ja. Bei Beigerung ruß beim Amtsgericht, die Bestellung eines Pilegers be antragt werden, der dann die Unterhaltstlage zu erheben hat. 2. Dazu ist der Mieter verpflichtet, falls die Vorrichtungen entsprechend sind. 3. Eine Aufbewahrungspflicht besteht nicht, falls nichts anderes vereinbart ist. 0. S. 707. Nur dann, wenn die anderen Söhne zusammen sechs Bahre gedient haben. Der Antrag ist an die Ortsbehörde zu richten. A. B. 100. Das fönnen Sie tunt, sofern int Mietsvertrag nichts anderes betimmt ift.. K. Den Beitragsanteil tönnen Sie allwöchentlich fürzen. Ben Sie bis zum Ende des Monats warten, so würde die Kürzung nur für die beiden letten Wochen zulässig sein. Für den Krankheitsial würden 6666666 999300 Unserem Genossen August Thöns und feiner lieben Frau die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit! Die Genossen des Bez. 693a. 6. Kreis. Auguft, merkit Du was? 99996666 Unserem lieben Freund und Genossen 17176 Theodor Buchholz zum heutigen Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche! Die Clique von Röntgenthal. Allen Senoffinnen und Genoffen des 630/31. Bezirks des 6. WahlTreises für die Gratulation unseren herzlichsten Dant. 17600und Frau Ernst Neumann geb. König, Neinidendorf- Best, Baldstraße 33. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Frankfurter Viertel. Bezirk 285. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler Hermann Heyden Kleine Andreasstr. 16 gestorben ist. Ehre frinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 20. April, nad mittags 5 Uhr, von der Halle Des Sentral- Friedhofes in Fried richsfelde aus ftalt ,. Un rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß- Berlin. Am Donnerstag, den 16. April, verstarb unser Mitglied Emil Wolff. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 19. d. M., nach mittags 4 Uhr, von der Halle des Reinidendorfer Friedho es, Humboldtstraße, aus ftatt. 56/ 14Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß, unser Mitglied, der Fräser Friedrich Raebel Neukölln, Selchower Str. 82, am 17. April an Schlaganfall gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. April, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle bes neuen Jakobi- Stirchhofes in Neu töln, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 116/19 Die Ortsverwaltung. Am 16. d. M. verschieb plözlich mein lieber Mann und guter Vater, der frühere Restaurateur Friedrich Raebel im Alter von 47 Jahren. Um stille Teilnahme bittet Fr. Raebel nebft Tochter. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. d. M., nach mittags 4 Uhr, pon der Halle des Neuen Zatobi- Kirchhofes, Her + 112A mannstraße, aus statt. Unerwartet verschied mein lieber, teurer Bater, der frühere 3igarrenmacher Moritz Glaß aus Ratibor D./Schl. Tiefbetrübt bringe dies zur Stenntnis. Joseph Glaẞ, Berlin, als Sohn. 17615 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und treusorgende Mutter, die Gastwirtsfrau 106A Marie Welschke geb. Flügge, Antonftr. 24, am 16. April, nachmittags 5 Uhr, jahft entschlafen ift. am August Welschke Hermann Welschke Die Beerdigung findet 20. April, nachmittags 3 Uhr, bon der Kapelle des Städt. Friedhofs, Müller, Ede Seeftraße, aus ftatt. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Welschke, Marie Welschke geb. Flügge Antonftr. 24, Bezirk 2 verstorben ist. am Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 20. April, nach mittags 3 Uhr, von der Halle bes städtischen Friedhofes, Wader straße ,. Ede Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie die viel n Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Wannes Anton Müller fagen wir allen Verwandten, Freunden unb Befannten sowie den Genossen bes, 6. Streifes und den Kollegen her M. G. G. unseren herzlichsten Dant Witwe Pauline Müller. nebst Söhne. Kranzspenden jowie jämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Paul Gross, Lindenstr 69, Tel. pl. 7203 Sie unferes Grachtens unter Berüdsichtigung der Umstände für 1 Woche Recht. p. 2. 15. In solchen Fällen fann der Vormund weitere zur Fortzahlung des Lohnes verpflichtet feln, jeboch fönnen Sie das Schritte nicht unternehmen, solange die Sachlage unverändert bleibt. Hertha 4. 1. Rein. 2. Unterliegt ber BereinKrantengeld.amrechnen. Eine Kündigung ift, falls aus ber Abmachung fich. B. 4. Nein. 2. C. 313. 1. und 2. Nur dann, wenn nichts anderes ergibt, bier nicht erforderlich. Jedoch erscheint es im Intereffe barung mit bem Anwalt. die ftatutarisch festgelegte Zeit. 3. 1. Ja. 2. Silba 9. 1. Freitag. 2. III. richten, ob dauerndes Engagement vorgesehen ift oder nicht. 32. 1. Ja. 2. Für den Fall, daß die Eheleute zusammenleben, verjährt Erzeuger ist und es sich nur um eine Namensgebung handelt, nein. der Scheidungsgrund in 6 Monaten, bei Getrenntleben in 10 Jahren. 6. O. 70. Lehnen Sie Zahlung ab. Lassen Sie es auf die Klage P. K. 21. Eine Klage hat unseres Erachtens Aussicht auf Der Strafantrag müßte bor Ablauf von 8 Monaten nach Rechtstraft des ankommen. Scheidungsurteils geftellt werden. 3. Verboten und mit Gefängnisstrafe Erfolg. Sie fönnen eine Entschädigung verlangen in Höhe des Berdienstes, Bl. No. 11. Die Veröffent bis zu 2 Jahren bedroht. 4. Gefängnisstrafe bis zu sechs Monaten. den Sie bei Ihrer Berufstätigkeit haben. 8. G. 2. Lassen Sie sich in einer Annoncen Expedition, wie hasen- lichung ist zulässig, sofern nicht Beleidigungen in den Schriftftüden entEs gibt mehi ere balten find. J. W. 333. Die Beweismittel würden taum ausreichen. stein u. Vogler, den großen Zeitungskatalog vorlegen. D. B. 22. Wenden Sie Beitungen angefragter Art. P. R. 1000. Der Stiftungsbeputation Wir raten von Erhebung einer Klage ab. fich an das Polizeirevier. F. B. 84. 1. u. 2. Es fann der Dispens des Magistrats Berlin, Boftftr. 16. unterstehen solche Stiftungen. bie Cbe geichtebert 3. 120. Ja... 5. M. 10. Der Unterstützungsanspruch bleibt befteben. beantragt werden und zwar bei dem Landgericht, bas bie B. 111. Die Mieter und auch der Hauswirt tönnen sich an bas bat. 3. Wenden Sie sich persönlich an den Verwalter. Eine Alage ift Bolizeipräsidium wenden. A. 2. 48. Versuchen Sie es mit einer Be aussichtslos. Die Erledigung solcher Sachen dauert immer einige Monate. P. B. 1000. Bis G. 62. Gin Abzug von der Miete ist nicht statthaft. Es tann nur per schwerde beim Versicherungsamt, lofteritr. 65/67. Wirt in Anspruch genommen werden. Erbschaft G. 2. 49. 1. a. zur Großjährigkeit, das ist bis zur Bollendung des 21. Lebensjahres. 3. 28. 1. 1. Besondere Anzeige erfolgt nicht mehr. 2. Unseres Erachtens 2. Die Kinber den Zell, den der verstorbene Bater geerbt hätte. Die B. W. 25. Stieffch vefter die Sälfte des Anteils der rechten Schwefter. 3. Der Erb. nicht pfändbar. 3. Bon jeder Sorte etwa Dugend. Nein. F. M. Pankow. 1. Die Eltern behalten den Anspruch auch verzicht wäre zulässig. Jedoch würden alsdann die beiden Kinder an dent für den Fall Ihrer Berheiratung. 2. Borfizender Robert Rieger, Gubener Anteil, durch den die Grbmasse infolge des Verzichts erhöht wird, mit Straße 57... 4. Wenden Sie sich an den Stassenvorstand, eventuell erbberechtigt sein. 4. Persönliches Erscheinen wäre notwendig. Es find an das Versicherungsamt. M. 91. Unferes Erachtens find Sie im Legitimationspapiere mitzubringen. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor) für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage). Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Mäßige Preise. Sprechst. v. 8-8. Sonntags 9-11. Spezialarzt 1. Sauts, Sarn, Frauenleiben, nerv. Schwäche, Beinkrante jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in 11. Co. tonz. Laborat. f Blut Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptifum Spt. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. 10 Abessinier Bumpen, 8. Selbstaufstell. Bollst. kompl., unter Gar., schon von 8 M. an. 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Der erste Band jenes gewaltigen Wertes, das richtunggebend werden sollte für die stärkste und zielbewußteste soziale Bewegung aller Zeiten, war fertig. Das Produkt der unendlichen Mühen des genialen Meisters, das dem Schicksal, der nie endenden grauen Misere seines täglichen Lebens und der peinigenden Krankheit seines Körpers in zäheftem Stampfe abgerungen, lag nun greifbar vor. Nun sollte dieses Wert hinausgehen und den Kampf des Proletariats gegen seine Unterdrücker geistig befruchten, ihm die stärkste Waffe liefern und in den Köpfen und Herzen der Arbeiter, deren Sache hier geführt wurde, millionenfachen Widerhall finden. Sonntag, 19. April 1914. muß man befizen. Das war aber bisher beim„ Kapital" durch| wir dann abermals int Zusammenhange die beschreibend- historischert Teile, dann werden wir das nicht nur mit erhöhten Genug tun, den hohen Preis des Buches für den Arbeiter sehr erschwert. Doch das Studium des Kapitals" scheiterte häufig nicht nur sondern wir werden an uns selbst erfahren, wie die Kenntnis und an diesen äußerlichen Hindernissen. Das Buch selbst bereitet solche, das Verständnis der abstrakten Theorie nun auch unser Verständ nis der Wirklichkeit geschärft und vertieft hat. die viel schwerer zu überwinden sind. pers sms, ro Marr hatte schon im Jahre 1859 mit der Veröffentlichung seiner theoretischen Lebensarbeit begonnen. Es erschien damals nur das erste Heft zur Kritik der politischen Oekonomie". Wie Engels später mitteilte, bestand das bereits fertiggestellte Manufript dieses Werkes aus 1472 Quartſeiten. Von dem Umfang dieses Manuskriptes gibt vielleicht eine noch zutreffendere Vorstellung, daß die vier starken Bände, die Kautsky unter dem Titel Theorien über den Mehrwert" herausgegeben hat, nur etwa die Hälfte desselben wiedergeben. Die ganze ungeheure Arbeit, die hier aufgespeichert ist, ließ Marr dann aber ruhen und änderte den Plan des Werkes. Zu diesem Zweck leistete er in den Jahren 1859 bis 1867 eine Arbeit, deren Umfang und Tiefe mit um so größerem Staunen erfüllt, je näher man jie kennen lernt, auch wenn man gar nicht berüdsichtigt, daß das Jahre sind, in denen Marr im furchtbarsten Glend lebte, und in denen ihn körperliche Leiden oft monatelang auf die Folter spannten, wiederholt an den Rand des Grabes brachten. II. Mit dem Jahre 1913, 30 Jahre nach Mary' Tod, endete dic Frist, innerhalb deren seine Werte Monopol der Verleger waren. Der Parteivorstand benuzte diese Gelegenheit, um eine volkstüm liche Ausgabe des ersten Bandes des„ Stapital"( die beiden anderen Bände sind noch nicht frei, weil sie rechtlich als Werk des Herausgebers Engels gelten) zu veranstalten und betraute Karl Kautsty mit dieser Aufgabe. Diese Neuausgabe ist jetzt erschienen. Bei der Ausführung dieser Arbeit konnte es sich selbstverständ lich nicht etwa um eine„ Bearbeitung" des Werkes handeln, die nur in einer Verflachung hätte bestehen können. Auch Erläuterungen oder Ergänzungen famen nicht in Frage. Diese bleiben nach wie vor Aufgabe besonderer wissenschaftlicher Arbeiten. Troz dem ist aber die neue Ausgabe nicht nur durch ihren wesentlich eis zu einer„ Boltsausgabe" geworden. Sie ermäßigeren Preis leichtert das Studium des Buches für Arbeiter wesentlich. Zunächst wurde durch genaue Revision des Tegtes eine ganze Reihe sinnstörender Drudfehler ermittelt, die sich im Laufe der aufeinander folgenden Auflagen, besonders seit Engels' Tode, eingeschlichen hatten. Eine sorgfältige Vergleichung mit der franzö fischen und mit der von Engels revidierten englischen Ausgabe sowie mit den Notizen in Marr' Sanderemplar lieferte noch eine ganze Reihe von Fingerzeigen, wie die Verständlichkeit des Tertes gefördert werden kann, ohne den Sinn der betreffenden Stelle oder die Ausdrucksweise des Autors zu gefährden. Außerdem wurden zahlreiche im Texte vorkommende Anglizismen und Fremdwörter verdeutscht, so weit das die eigenartige Wucht des Marrschen Stils nicht beeinträchtigte. Gie Aber zunächst blieb dieses Echo aus. Die Bemühungen von Engels, Dr. Kugelmann und anderen Freunden, für das Buch Propaganda zu machen, blieben fast wirkungslos.. Die gelehrten und ungelehrten Wortführer der deutschen Bourgeoisie haben„ Das Kapital", wie Mary im Vorwort zur zweiten Auflage bemerkt, zu- Dieses ganze ungeheuere Material an Tatsachen und Gedanken nächst totzuschweigen versucht. Gewiß beruhte das aber bei vielen mußte bewältigt und vereinheitlicht, mußte in den Umfang weniger von ihnen nicht auf einem wohlerwogenen Vorsab; sie verstanden Bände zusammengedrängt werden, und dabei handelte es sich um dieje Neuerscheinung einfach nicht und wußten sich in fein rechtes Auffassungsweisen, die dem Herkömmlichen, von der offiziellen Verhältnis zu ihr zu jezen. Pazte sie doch in keines der vor- Wissenschaft Anerkannten vielfach geradezu zuwiderliefen. Kein handenen gelehrten Schubfächer hinein. Dieses Werk war weder Wunder, daß Mary bei der Ausarbeitung nicht zugleich auch das rein hiſtoriſch, noch rein theoretisch, es vereinigte beide Methoden; 3iel volkstümlicher, leichtverständlicher Darstellung sofort erreichen in ihm steckte eine ungeheuere Fülle von Tatsachen, und dabei ging fonnte. Daß er dieses Ziel mit Eifer verfolgte, geht z. B. aus dem es von ganz abſtracten Gedankengängen aus. Es war ein schwer Briefe flar hervor, den er schon am 15 August 1863 an Engels gelehrtes Werk, das ungeheueres Wiffen verrict, und dabei vertrat richtete. Mit meiner Arbeit( dem Manuskript für den Druck)" es die Sache des ungebildeten„ Pöbels". Es zeigte die leidenschafts- heißt es dort, geht es in einer Hinsicht gut voran. Die Sachen lose erzene Ruhe des wiſſenſchaftlichen Forschers, und doch loderte nehmen bei der letzten Ausarbeitung, wie es mir scheint, eine aus ihm die glühende Flamme der Empörung und gellte das bittere erträglich populäre form an, einige unvermeidliche G- W und Lachen des Spottes. Der ernste Mann der Wissenschaft schwang W- G abgerechnet." Erit vier Jahre später war der erste Band Wege geschafft, so wurde eine weitere wesentliche Erleichteru War schon dadurch eine Reihe von Schwierigkeiten aus dem hier die rote Fahne der Revolution, und noch feiner hatte das wirklich vollendet. Aber das Ziel der leichtfaßlichen Darstellung durch die llebersehung der zahlreichen fremdsprachigen Zitate in def. historische Recht des Kapitalismus und der Bourgeoisie so scharf war in den ersten rein theoretischen Kapiteln keineswegs erreicht. Fußnoten geboten. Diese Zitate bilden, wie Engels in der Vorrede und schlagend nachgewiesen, wie dieser Künder ihres bevorstehenden Engels, dem Marr die Korekturbogen zur Lektüre schickte, und ebenso zur dritten Auflage sagt, einen, der Geschichte der ökonomischen Unterganges. Das Ganze war etwas unheimliches. Die Herren Kugelmann erhoben gerade wegen der Schwerverständlichkeit dieser Wissenschaft entlehnten laufenden Kommentar zum Tegt. fühlten, es war ein„ Einbruch in die Gesellschaft" geschehen. Aber Kapitel ernste Bedenken, so daß sich Marr veranlaßt jah, noch einen erleichtern dessen Verständnis oft dadurch, daß sie den dort darerst sehr allmählich und langsam rafften sie sich dazu auf, diesem Anhang zu dem Buch zu schreiben, in dem er diese schwierigen Lehren gestellten Gedanken in anderer Fassung enthalten, oder daß sie zu Einbruch mit den Waffen der Theorie entgegenzutreten. deutlicher zu machen suchte. Die Schwierigkeit des Verständnisses dem allgemeinen, im Text entwickelten Gesez bezeichnende Beiwar noch dadurch erheblich gesteigert worden, daß hier Mary, spiele oder auch Erläuterungen beibringen. Die Benutzung dieses wie er später selbst zugab, stellenweise mit der Ausdrudsweise von Marr selbst gebotenen Kommentars war aber für die meisten Hegels fofettierte", dessen Stil er einst selbst als groteske deljen Arbeiterleser dadurch sehr erschwert, wenn nicht geradezu unmöglich melodie bezeichnet hatte. Es war daher eine große Förderung für die Verbreitung und Autors zitierte, also englisch, französisch, italienisch, aber auch gemacht, daß Marr größtenteils in der Sprache des betreffendent für das Verständnis des Werkes, als Marr für die zweite Auflage lateinisch und griechisch. die Kapitel über die Werttheorie einer durchgreifenden Umarbeitung 3itate durchwegs überfekt und zum Teil auch nach der französischen Für die neue Ausgabe wurden diese unterzog. Doch wollte er sich damit nicht begnügen. Wie Engels Ausgabe ergänzt. Wo es verbreitete deutsche Ausgaben der ziliererzählt, hatte er für die dritte Auflage vor, den Tert des ersten ten Werke gibt, find die Stellen in diesen Ausgaben bezeichnet, wo Bandes großenteils umzuarbeiten, manche theoretische Punkte das Zitat zu finden ist, so daß es dem Leser leicht ist, den Zuschärfer zu fassen, neue einzufügen, das geschichtliche und statistische sammenhang aufzusuchen, in dem das Zitat dort vorkommt. Material bis auf die neueste Zeit zu ergänzen". Seine Krankheit und dann der Tod hinderten ihn an der Ausführung dieser Pläne. das sehr ausführliche Namen und Sachregister, das Von noch größerer Bedeutung für die Neuausgabe ist aber Immerhin hatte er aber wichtige Hinweise in dieser Richtung Genosse Rjasanoff ausgearbeitet hat. Sein 3rved ist nicht, hinterlassen. Mary hat die französische Uebersehung des ersten etwa dem Versammlungsredner im letzten Augenblid eine be. Bandes des„ Kapital" nicht nur genau revidiert, sondern er hat queme Gelegenheit zu bieten, seine Rede noch rasch mit einigen manche Partien des Wertes zum Zwecke der leichteren Verständlich aus dem Zusammenhang geriffenen Zitaten aus Marr' Kapital" feit umgearbeitet, und diese Umarbeitungen wollte er auch der zu schmüden". Natürlich ist es mit Freuden zu begrüßen, daß englischen lebersetzung zugrunde gelegt wissen. cs nun so sehr erleichtert ist die Stellen aufzufinden, an denen Als daher nach Marr' Tode Engels eine Neuauflage des Werkes besorgte, hielt er sich nicht für berechtigt, tiefer einschneidende Ber- Marg gelegentlich über die verschiedensten Themen spricht, die mit besorgte, hielt er sich nicht für berechtigt, tiefer einschneidende Ver- dem Hauptgegenstand seiner Darstellung nur in losent Zusammen änderungen an dem Tegte vorzunehmen, wohl aber berücksichtigte hang stehen, so etwa über Kindererziehung, über Darwins Wert, er die französische Ausgabe ſowie verschiedene Randbemertungen, über naturwissenschaftlichen Materialismus usw. Ein weiterer die Mary in sein Handeremplar des„ Kapital" notiert hatte. So erfolgte von Auflage zu Auflage des„ Kapital" ein Fortschritt in der Richtung leichterer Verständlichkeit. Doch auch im Lager des Proletariats fand das neue Werk zu nächst wenig Verständnis. Zwar brachten sowohl der„ Sozialdemofrat" als das„ Demokratische Wochenblatt", die beiden führenden Arbeiterblätter Deutschlands, ausführliche Besprechungen des Buches, aber selbst noch in den 70er und bis in die 80er Jahre finden wir auch bei den geistigen Führern der sozialdemokratischen Bewegung häufig ein recht geringes Verständnis der Marrschen Gedanken gänge. Den breiten Massen der Arbeiterschaft selbst blieben sie fast völlig verschlossen. Erst die zahlreichen Popularisierungen, noch mehr die Anwendung der Marrschen Methode auf das Studium einzelner Fragen der Dekonomie, sowie der Welt- und Zeitgeschichte trugen dazu bet, auch breitere Schichten des Proletariats mit den Grundgedanken der Marrschen Lehre bekannt zu machen. Vor allem aber war und ist es die sozialdemokratische Tagespresse, der die Aufgabe zufällt, die Tagesereignisse, nicht nur die Geschehnisse der hohen Politik, jondern auch die des täglichen Lebens, die die großen und fleinen Sorgen des Arbeiters betreffen, ihren Lejern im Lichte des Marrismus zu zeigen und sie dadurch von der geistigen Bevormundung zu befreien, welche die Bourgeoisie in Schule und Kirche, in Vereinen und Kasernen auf sie ausübt. So ist heute der Geist des Marrismus tief in die arbeitenden Massen eingedrungen, die sich für ihn auch empfänglich erwiesen; denn seine Grundgedanken sind nichts anderes als der scharf er faßte und flat erkannte Ausdruck des meist noch dunklen, triebhaften Fühlens, Dentens und Wollens des Proletariats. Freilich ist„ Das Kapital" viel, viel mehr als bloß dieser Dolmetsch proletarischen Fühlens, Denkens und Wollens. Dieses Hauptwerk des wissenschaftlichen Sozialismus enthält nicht nur eine ungeheuere Fülle von Wissensstoff, es belebt erst diesen Stoff, indem es ihn durchleuchtet. In ihm finden wir heute auch noch den Schlüssel zum Verständnis des Riesenbaues unserer wirtschaftlichen Verhältnisse; wir erkennen, wie der Kapitalismus geworden, und wie es wieder zugrunde gehen muß, auf daß wir auf seinen Ruinen den lichten Bau unserer Zukunft errichten. einze Troßdem ist das Studium des„ Kapital", auch des ersten Bandes, den schon J. Ph. Beder„ die Bibel des Proletariats" genannt hat, noch immer in Arbeiterkreisen verhältnismäßig wenig berbreitet, wenn auch die verschiedenen neuen Bildungsanstalten des Proletariats, besonders die Parteischule, biel zur Verbreitung und Bertiefung dieses Studiums beigetragen haben. Doch stoßen alle Versuche, die Lektüre des Kapital" zu er leichtern und zu popularifieren auf Grenzen, die in der Natur der Sache liegen, die durch die von Marg eingeschlagene Methode der Darstellung gegeben sind. Er selbst sagt darüber: " großer Nußen des Registers ist, das ca die Stellen zusammenzu tragen erleichtert, an dener Mary über seine ökonomischen und wird der gewaltige Edjaz an Beiträgen zur Geschichte der po sozialistischen Vorgänzez spricht und ihre Werte zitiert. Dadurch litischen Oekonomie und des Sozialismus, der im„ Stapital" enthalten ist, erst richtig nukbar gemacht. Die im Register enthaltenen turzen Angaben über die Lebenszeit der betreffenden Autoren erleichtern weiter die Orientierung. Allerdings muß sich die Darstellungsweise formell von der Forschungsweise unterscheiden. Die Forschung hat den Stoff fich Der Hauptzwed des Registers ist aber doch ein anderer. Es im Detail anzueignen, seine verschiedenen Entwickelungsformen soll, wie der Verfasser in einer eigenen Vorrede bemerkt, das zu analysieren und deren inneres Band aufzuspüren. Erst nachdem diese Arbeit vollbracht, kann die wirkliche Bewegung Studium des Werkes selbst ecleichtern, indem es dem Leser erentsprechend dargestellt werden. Gelingt dies und spiegelt sich möglicht, die verschiedenen Stellen nebeneinanderzuhalten, an nun das Leben des Stoffes ideell wider, so mag es aussehen, denen Marg über denselben Gegenstand oder über verwandte als habe man es mit einer Konstruktion a priori zu tun." Gegenstände spricht, wobei jede Stelle erst durch die andern wieder So darf man sicher sein, daß die neue Ausgabe viel dazu beitragen wird, den ersten Band des„ Kapital" wirklich zu einem Voltsbuch" in des Wortes bester Bedeutung zu machen, besonders da Kautsky in seinem Vorwort zu dieser Ausgabe, gestikt auf einige bon Marr selbst schon gemachte Andeutungen, eine kurze Ans leitung gibt, mie das Werk von einem Arbeiter am besten und leichtesten wirklich fruchtbringend gelesen und studiert werden kann. Zahlreiche volkstümliche Bearbeitungen einzelner Teile oder des ganzen Systems haben mit mehr oder weniger Glück und Ver- Im dritten Bande der Theorien"( S. 576 ff.) zeigt Mary an neues Licht erhält. Das Register soll natürlich das Studium bes ständnis versucht, auch diese Erkenntnisse in die Massen zu tragen. einem Beispiel sehr schön, wie eine solche Analyse der Erscheinungs- Wertes nicht ersehen Sein richtiger Gebrauch wird erst dens Aber ausgeschöpft haben sie die ungeheueren Schäße, die uns schon formen aussieht, die bis zu den Wurzeln des Wertgesetzes vor- möglich sein, der das Werk schon durchgearbeitet hat, nun aber der erste Band des Kapital" bietet, noch bei weitem nicht. Dazu bringt. Im Kapital" aber beginnt die Darstellung sofort mit fich nochmals dem Studium einzelner Fragen zuwendet. Er wird kommt aber noch, daß das Werk des Genies stets auch großen persön- diesem Wertgesetze selbst und entwickelt dann aus diesem die wirk- hier z. B. den Hinweis auf die Stellen finden, an denen Marr lichen Reiz bejizt. Seine Leftüre eröffnet uns den Genuß, uns Stunde liche Bewegung. Dadurch ist aber tatsächlich jener Schein ent über die Methode spricht, die er bei Forschung und Darstellung um Stunde in der Gesellschaft eines der größten Geister der Menschheit standen, als„ habe man es mit einer Konstruktion a priori zu tun", angewendet hat; das Studium des Wertgesetzes wird dem Reser zu wissen, sein Genie, sein Temperament unmittelbar auf uns als jei das Wertgejez eine unbewiesene oder doch eine recht un- erleichtert, wenn er alle die im ganzen Werke verstreuten Stellen wirken zu lassen. All das kann uns die volkstümliche Bearbeitung genügend bewiesene, ziemlich willkürliche Voraussetzung, auf der zusammengetragen findet, wo die einschlägigen Fragen behandelt nie ersetzen; sie ist daher auch dann am besten, wenn sie das dann das luftige Gebilde eines Lehrgebäudes aufgerichtet ist. Dieser werden. Oder wer wird es nicht begrüßen, daß alle Stellen nachStudium des Hauptwerkes nicht überflüssig zu machen, sondern zu irrtümliche Schein hat schon viele Leser des„ Kapital" getrogen, gewiesen werden, wo Marr die Bevölkerungsfrage der die Geihm anzuregen und es zu erleichtern jud. die glaubten, jene ersten theoretischen Kapitel müßten an und für wertschaften oder hundert andere Probleme behandelt? sich, losgelöst von dem übrigen Inhalt des Buches, ein abgeschlossenes Ganzes bilden und als solches verständlich sein. Tatsächlich fann aber das Wertgeses erst in seinem Wirken, in seiner Entwidelung in der wirklichen Bewegung voll begriffen werden. Wollte Marg ein Lehrbuch schreiben, dann mußte er mit einer, eventuell historischen, Beschreibung der wirtschaftlichen Vorgänge Freilich ist das Studium eines so umfangreichen Werkes für beginnen, aus diesen, so wie er das an der erwähnten Stelle der Marg hat schon in der Vorrede zur ersten Auflage seines Proletarier an und für fich schon mit gewaltigen Schwierigkeiten Theorien" tut. das Wertgeset ableiten und dann erst aus diesem Die lange Arbeitszeit. die intensive Ausnüßung der wieder das Bild der Wirklichkeit entwickeln. Ein solches Lehrbuch Werkes gesagt:„ Mit Ausnahme des Abschnitts über die Bert= Arbeitskraft lassen dem Profetarier sehr wenig Zeit und och besigen wir nicht. Warr jetzt bei seinem Zejer die Vertrautheit form wird man dieses Buch nicht wegen Schwerverständlichkeit anEr geht vom lagen können. Ich unterstelle natürlich Leser, die etwas Neues weniger geistige Spannkraft für seine privaten Zwede, für die mit den wirtschaftlichen Tatsachen bereits voraus. Betätigung seines individuellen Lebens übrig, und dieses Wenige Grundgesetz der Wirtschaft, dem des Wertes, aus und verfolgt nun lernen, also auch denken wollen." Diese Voraussetzung ist natürlich auch durch die neue Ausgabe zwingt die Pflicht der Klassensolidarität gerade die geistig Reg- dessen Wirksamkeit durch den ganzen Verlauf der wirtschaftlichen nicht überflüssig geworden und sollte es auch keinesfalls werden. samsten oft, der Arbeit in den politischen, gewertschaftlichen und Entwickelung des kapitalistischen Systems. Will man also„ Das Kapital" als Lehrbuch benüßen, dann muß Das Studium eines der Meisterwerfe wissenschaftlicher Forschung genossenschaftlichen Organisationen zu widmen. Dazu kommt, daß man sich ein schwieriges Wert geistig nur aneignen fann, wenn man sich eben zuerst mit den wirtschaftlichen Dingen selbst bekannt wird nie ein Kinderspiel sein, es wird stets ernſten Willen, Zähig man imftande ist, es wiederholt zu lesen, verschiedene Stellen in machen. Das können wir aber am besten wieder an der Hand von keit und Fleiß zu notwendigen Vorbedingungen haben. Aber die Ruhe zu vergleichen, einzelne Abschnitte gerade dann vorzunehmen, Marg selbst. Wir lesen zuerst die historischen und beschreibenden neue Ausgabe hat die äußerlichen Hemmnisse so weit wie möglich menu man sich in der richtigen Stimmung dazu fühlt. Mit der Kapitel seines Werkes, die dem Verständnis zunächst teine großen entfernt, so daß jest auch dem Arbeiter der Genug ungetrübt bleibt, Lektüre in 3ffentlichen Lesesälen, ja mit der Entlehnung aus einer Schwierigkeiten bereiten. Gehen wir dann an die rein theoretischen einen der größten Geister der Menschheit zum unmittelbaren öffentlichen Bibliothet ist da oft wenig getan; ein solches Buch Teile, so werden uns auch dieje nicht mehr schwer fallen, und lefen Lehrer und Freund gewinnen zu lönnen, berbunden. L h Geffentliche politische Versammlungen. Dienstag, den 21. April 1914, abends 8, 1hr: Große öffentliche Frauen- Verfammlung in der„, Nenen Welt", Hasenheide 108-114. Tagesordnung: Die Arbeiterfrauen und der Weltfrieden. Es werden sprechen: Vertreterinnen der Frauen aus Holland, Rußland, England, Finnland, Frankreich, Oesterreich und der Schweiz; ferner die deutschen Genoffinnen Klara Zetkin und Luise Zietz. 199/7 Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstr. 2. Freireligiöse Gemeinde. Am Sonntag, den 26. April, abends 7 Uhr pünktlich, im großen Saal von Obiglo( fr. Keller), Koppenstr. 29: 99 Volksernährung 1. Einleitender Vortrag des Adolf Hoffmann Volkszukunft Landtagsabgeordneten 2. Wissenschaftlicher Vortrag mit farbigen Lichtbildern und kinematographischen Vorführungen: Die deutsche Hochseefischerei" " 9 1. Die Entwickelung der Fischerei. 2. Die Fischerei an der Unterelbe. 3. Die Hochseefischerei. 4. Auf hoher See. 5. Rückkehr in den Hafen. 6. Das Rettungswesen zur See. Referent: Herr O. Roth. 54/9 Nach den Vorträgen: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintrittspreis 20 Pf. Der Einberufer: A. Harndt, Pappel- Allee 15-17. Zentral- Kranken- und Sterbekasse Wahlverein der Bauarbeiter Deutschlands ,, Grundstein zur Einigkeit". Verwaltung Charlottenburg. Mitglieder- Versammlung Charlottenburg. Dienstag, den 21. April 1914, abends 8½ Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: Mittwoch, den 22. April 1914. General- Versammlung abends 8, Uhr, im Volkshaus, Rosinenstraße 3 ( Barterrezimmer). Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Kajjenangelegenheiten und Ber teilen der Jahresrechnung von 1913. Alle diejenigen Mitglieder, welche von den Haustassierern noch nicht besucht wurden, werden ersucht, ihre Adressen in der Versammlung abzu geben. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 151/3 Die örtliche Verwaltung. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Lichterfelde. Dienstag, den 28. April 1914, abends 8, Uhr, int großen Rathausfaale, BerlinLichterfelde, Schillerstraße 32: Ordentliche Ausschußsitzung Tagesordnung: Tagesordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Diskussion. 3. Neuwahlen des Vorstandes und der Funktionäre. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 250/12 Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Geschäftsstelle: C. 54, Muladftr. 10 I. Zahlstelle Berlin. Fernspr.: Amt Norden 4518. Sonntag, den 19. April, nachmittags 2 Uhr, im Lokal von Boeker, Weberstraße 17: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts: und Kassenbericht vom 1. Cuartal 1914. 2. Aufstellung der Delegierten zum diesjährigen Verbandstag. 3. Verbandsangelegenheiten. Diese wichtige Tagesordnung macht es jedem Mitgliede zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. 42/ 19* Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert zum Eintritt. Die Ortsverwaltung. 1. Abnahme der Jahresrechnung Verband der Schneider, Schneiderinnen für 1913. 2. Verschiedenes. 272/6 Etwaige Wünsche und Beschwerden bittet der Vorstand drei Tage vor und Wäschearbeiter Deutschlands. der Versammlung schriftlich einreichen Sebastianstraße 37/38. zu wollen, damit das einschlägige Filiale Berlin. Tel. Amt Moritplatz 9737. Paterial zur Stelle geschafft werden Achtung! Damenkonfektion. Achtung! Berlin- Lichterfelde, den 18. April 1914. Der Vorstand. Mag Lengenfeld, Georg Mielke, Borsigender. Schriftführer. Krankenunterstütungs- und Montag, den 20. April, abends 8½ Uhr: Oeffentliche Versammlungen in folgenden Lokalen: Für den Wedding, Gesundbrunnen und Moabit: Nordpalast, Kösliner Str. 8. Für den Dsten: Riebeck Brauerei, Frankfurter Allee 53. Neutoan: Für den Norben und Nordosten: Puhlmanns Theater, SchönhauserAllee 148. Begräbnisverein Für den Südoften: Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. gewerbl. Arbeiter zu Berlin Für Neutöän: Bartsche Festfäle, Hermannstr. 49. abends 8 Uhr, im Dresdener Die Ablehnung des neuen Tarifvertrages durch die Fabrikanten und was nun? -Verband unungskrankenkaffe der gewerbl. Arbeiter zu Berlin Bar Deutscher Tabakarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 22. April 1914, abends 81%, Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Tischlerinnung. Dienstag, den 28. April 1914, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Ordentliche Ausschuß- Sigung Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Duartal 1914. 2. Wahl des 3. Bevollmächtigten. 1. Bahl origenten des Aus3. Anträge zum Gewerkschaftstongreß in München. 5. Verbandsangelegenheiten. 6. Verschiedenes. Le g 4. Vorschläge von Delegierten zum Gewerkschaftstongreß. zu erscheinen. A Al ig. em enl B M ein Ci Dr schusses. 2. Bericht des Borstandes. 187/5 3. Abnahme der Jahresrechnung und Wir ersuchen die Kollegen und Kollegiunen, vollzählig und pünktlich Bericht der Revisoren. Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 22. April cr., abends 8 Uhr, im großen Saale ber Arminhallen, Rommandantenstr. 58/59: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1914. 2. Lichtbilder Vortrag des Genossen Felix Linke über: „ Ein Ausflug ins Weltall". 3. Stellungnahme zur Maifeier. 4. Wahl eines Bertreters zum Gewerkschaftstongreß. 5. Ausschlußantrag gegen das Mitglied Nikolaus Schilling. Ohne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Kollegen! Kolleginnen! Die Versammlung wird ganz pünktlich eröffnet! Um je de. Störung zu vermeiden, bitten wir die Kollegenschaft, schon etwas früher zu erscheinen. Die verheirateten Kollegen können auch ihre Frauen mitbringen, da wir für diese die Galerie reserviert haben. 156/12 Vollzähliges und pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Donnerstag, den 23. April 1914, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 58/59: 4. Beschlußfassung über die Stranten ordnung. 5. Berschiedenes. 272/1 Der Vorstand. Gesellschaftshaus", Dresdener ftraße 116: General: Versammlung Tagesordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten " Krankenversicherungsgeset". Derin eugen Brüdner über: 2. Abrechnung vom 2. Quartal 1914. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen, auch Gäfte, Der Vorstand. 3. A.: Friedrich Freudenreich, 284/13 Borsigender, Briz, Hannemannstraße 35. erwartet Deutscher Metallarbeiter- Verband Tagesordnung: Referenten find die Kollegen Bartsch, Börkel, Runze, Kriente 163/3 und Frau Reimann. Diskussion. Die in Zentrumsgeschäften beschäftigten Kolleginnen und Kollegest werden gebeten, in die Versammlungen desjenigen Bezirks zu gehen, in dem sie wohnen. Die Kommission. Zahlreichen Besuch erwartet Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Montag, den 20. April, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlungen Verwaltungsstelle Berlin. N 54, finienftr. 83-85. Modell: u. Fabriktischler Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Montag, den 20. April 1914: im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11-12. Zagesordnung: Bericht von der Generalversammlung. Beratung der Anträge zur 86/9 Branchenkonferenz. Verbands: und Branchenangelegenheiten. Bezirks- Verfammlungen Kisten- und Koffermacher für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin 8 in folgenden Lokalen: Norden: Pharussäle, Müllerstr. 142, abends 8%, Uhr. Norden: Butters Festsäle, Schwedter Straße 23, abends Norden: Frankes Festsäle, Badftr. 19, abends 8%, Uhr. Moabit: Prachtsäle Nordwest, Wiclefftr. 24, abends 8 Uhr. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenftr. 3, abends 8%, Uhr. Tegel: ftraße 18, abends 6 Uhr. Wohlfahrts Festsäle, Reinickendorf, Eichborn. Westen und Schöneberg: aptitr. 5, abends 8%, Uhr. Vereinshaus, Schöneberg, Osten: Comeniussäle, Memeler Str. 67, abends 8, Uhr. Pfarrstraße Quartals- Versammlung. Lichtenberg: Restaurant Kurkowski, Diarritrahe 74. Tagesordnung: 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegen 1. Bericht des Vorstandes. heiten und Verschiedenes. -Mitgliedsbuch oder Arbeitslosenkarte legitimiert. Die Ortsverwaltung rli 178/7 arll atri El P.I abends 8%, 11hr. Stralau- Rummelsburg: Café Bellevue, Hauptstraße 3, abends 8 Uhr. Tagesordnung: Bericht und Neuwahl der Bezirksleitung. in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21. Tagesordnung: Bericht der Kommission. Bericht von der Generalversammlung. Bers bands- und Branchenangelegenheiten. Pflicht jedes Kollegen ist es, zu erscheinen. Mittwoch, den 22. April 1914, abends 8 Uhr: Jalousiearbeiter im Lokal von Böker, Weberstraße 21. Tagesordnung: Stellungnahme zum 1. Mai. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Das Erscheinen jedes Kollegen ist erforderlich. Bürsten- u. Pinselmacher bei Hermel, Holzmarktstr. 21. Tagesordnung: Weißensee: Penkerts Restaurant, Berliner Allee 251, Bortrag über Jugendbewegung. Bericht von der Generalversammlung. abends 8. Uhr. Südenbezirke: Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( Saal 4), abends 8, Uhr. Neukölln: Bartschs Festsäle, Germannstr. 48/49, abends Steinarbeiter! Se 8 Uhr. Meißners Restaurant( früher Fritsch). Schüten. Restaurant Lehmann, Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Schirmmacher Steglitz: strafte 40, abends 8, use, nicht bei Schellhase. im Lokal von Knörig, An der Stralauer Brücke 3. Köpenick u. Friedrichshagen: openid, Bahnhofftr. 44, Versammlung der Grabsteinbranche. Oberschöneweide, Niederschöneweide, JohannisDienstag, den 21. April 1914, abends 8 Uhr, im ,, Englischen Hof", Alexanderstraße 27c: Tagesordnung: Bericht der Kommission und weitere Stellungnahme. Mittwoch, den 22. April 1914, abends 8 Uhr, in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97: abends 8, Uhr. thal u. Umg.: Restaurant George, Oberschöneweide, Spandau: Roter Adler, Spandau, Potsdamer Straße, abends 8 Uhr. Wilhelminenhofstr. 44 a. abends 8, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Kombinierte Versammlung Bericht von der ordentlichen Generalversammlung Tagesordnung: 1. Die Anträge zum Verbandstage. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. Die Kollegen werden ersucht, ohne Ausnahme und pünktlich zu 171/16 eral erscheinen. Die Ortsverwaltung. und Stellungnahme zur außerordentlichen Generalversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Die Ortsverwaltung. 116/16 Der wichtigen Verhandlungen wegen ist es Pflicht jedes Kollegen, zu erscheinen. Donnerstag, den 23. April, abends 8%, Uhr: Bezirk Charlottenburg im Volkshaus, Rosinenstr. 3. Tagesordnung: Bericht vom Gautag. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Korbmacher im Lokal von Krause, Mariannenplay 8. Tagesordnung: Die gegenwärtigen Berhältnisse in der Storbmacherei. Berbands. b Branchenangelegenheiten. | Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse Ortskrankenkasse der Steindrucker und Lithographen Gardinenhaus Bernhard Schwartz Montag, 20. April, abends 8, Uhr, in Kellers Neuen Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97: zu Berlin. Auf Grund des§ 19 der Wahlordnung machen wir das Wahlergebnis Bortrag: Großindustrie und Frauenarbeit. Der Bertreter im Ausschuß hiermit befann 52/9 Referent: Ing. Richardt Woldt. Gäste, Herren und Damen, willkommen! Der Vorstand. Deutscher Händlerverband Verwaltungsstelle Berlin. I. Als Vertreter der Arbeitgeber wurden folgende Herren gewählt: Carl Schmidt, Andreas Müller, Heinrich Friedewald, G. Kuhne, Adolf Kiefer, Paul Liebig, J. Oppenheim, Theodor Stömbase, Dstar Fride, Paul Grasnid, Karl Schulze, W. Frante, A. Böhm, W. Bosselmann, F. Dellerich, Hans Koschmann, K. Klaus, A. Jesse, M. Beder, Paul Pfuhl, Mar Müller, F. Bartels, G. Müller, Br. Barunte, Carl Meth, Dswald Dieke, A. Genter, E. Hader jun., Albert Jastrau, S. Malz. II. Als Vertreter der Versicherten wurden folgende Herren gewählt: Johann Duszynski, Felir Jöchel, William Martin, Baul Janzen, Walter Sonntag, den 19. April 1914, nachmittags 3 Uhr, im Köhler, Alfred Moese, Hermann Bord, Karl Schäfer, Karl Wilke, Ubo imöbler, Gewerkschaftshaus: Generalversammlung Tagesordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Beratung der gestellten Anträge. 3. Verschiedenes. 17276 Mitgliedskarte legitimiert, ohne dieselbe kein Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Mittwoch, den 22. April 1914, abends 81 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffen- und Geschäftsbericht vom I. Quartal 1914. 2. Stellungnahme zur Maijeier. 3. Bericht über den Streit der Maßschuhmacher. 4. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Bollzähligen Besuch erwartet 169/19 Die Ortsverwaltung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 21ettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche( Farbenfebler), Gelegen heitstauf. Fabriklager Mauerhoff, Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Borwärts" lejern 10 Prozent Ertrarabatt. Steppdecken billigst Fabrit Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Gardinenhaus, Große Frant furterstraße 9. Kein Laden! Borjährige eleganteherrenanzüge und Baletots aus feinften Magñoñen 25-60 Mart, goien 6-18 Mart. Beriandbaus Germania, Unter den Rinden 21. Schmidt, Friz Hoenniger, Erich Rudolph, Heinrich Maas, Gustav Baurath, Ludwig Schmidt. Friedrich Engelhardt, Mar Gragen, Justin Hoppe, Her mann Knothe, Theodor Müller, Lucie Haude, Gustav Pietsch, Mar Zahn, Paul Wildgrube, Robert Schulz, Ernst Mezkow, Robert Gaudlik, Paul Höfert, Rudolf Baumann, Billy Altmann, Richard Steegemann, Georg Schönwald, Wilhelm Szimkowsky, Richard Hänsel, Robert Ripte, Hermann Baehold, Max Steiner, August Baeder, Ernst Stopicherst, Wilhelm Schöchert, Wilhelm Zahn, Baul Martiny Willy Kästner, Julius Lafius, Wilhelm Brall, Friedrich Wiehe, Gustav Mahntopj. Start May, Richard Möhring, ( früher Wallstr. 29) jest Wallfir. 13( Spindlershof), erfil. Bezugsquelle für Gardinen unb alle einschlägigen Artikel: Portieren, Läufer, Teppiche, Gobelins, Stiffen ze. Grtra Wertflatt für Polfter- Möbel. Borzügl. Klubfeffet. Alles Vereinzelte fowie Belegenheitsware weit unter Breis. T Die Firma unterhält tetne Filialen! Allgemeine Zentral- Kranken- u. SterbeOrtskrankenkasse kaffe d. Bauarbeiter Deutschl. Ortskrankenkasse der Stadt Seeland, Emil Müller, Walter Madow, Carl her, Schard Schanke, Berlin- Schöneberg. Berwaltungsstelle Berlin, 1914. Grundstein zur Einigkeit" Sonntag, den 26. April Am Mittwoch, den 29. April vormittags 10 Uhr: 1914, abends 8 1hr, findet im Richard Lipkowsky, Richard Henfel. Carl Schulze, Berthold Klare, Emil Schmidt. Die Wahl der Vertreter der Arbeitgeber erfolgte nach§ 9 der Wahlordnung ohne Stimmabgabe. Die Wahl der Bertreter der Bersicherten erfolgte nach§ 11 durch Saale des Schwarzen Abler, Haupt- Mitgliederversammlung Stimmabgabe. Es erhielten Lifte I 2031 Stimmen gleich 55 Vertreter. Es erhielten Liste II 168 Stimmen gleidh 5 Vertreter. Summa 60 Vertreter. Als Erfagmänner gelten: I. Als Bertreter der Arbeitgeber im Ausschuß die unter Nr. 31 bis 90 der eingereichten Liste genannten Herren. II. a) Is Bertreter der Versicherten von Liste I die unter Nr. 56 bis 165 genannten Herren. b) Von Liste II die unter Nr. 6 bis 15 genannten Herren. Die Wahlen gelten bis 1917. Der Vorstand 272/4 der Ortskrankenkasse der Steindrucker und Lithographen zu Berlin. 3. A.: M. Stuhlmann, 1. Borfigender. Herm. Knothe, Schriftführer. straße 144, eine ordentliche Ausschußjizung statt. Tagesordnung: 272/5 1. Wahl des Vorsitzenden des Aus schusses. 2. Jahresbericht und Bericht der Prüfungskommission sowie Er teilung der Entlastung. 3. Genehmigung des Nachtrags zur Sagung§§ 19, 33, 48, 52, 53, 35 und 67. 4. Kaffenangelegenheiten. Kleine Anzeigen Zinkwaichfäfier, Sober, Siwannen, Badewannen. Spezialiabrit Reichenbergerstraße 47. Leiern 5 Broz. Monatsanzüge, Baletots, großes Lager, jede Figur, fauft man am billigsten beim Fachmann; jede Aenderung nach Wunsch in eigener Berkstatt. 5 Prozent billiger für Borwärtsleer. Fürstenzelt, Schneider meister, Rosenthalerstraße 10. 1579 Bettenverkauf! Brachtvolle 6,75 9,75, 12,75. Brautbetten 15,75, 18,75. Daunenbetten 19,75, 22,50. 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