Nr. 28. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlid 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzeine Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzs band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boit Zeitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6019. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Feftagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 3. Februar 1894. Ein ,, dummer" Streich?„ revolutionäres" Wesen gezeigt hat wir meinen den wollen nur von dem letzten Streich reden, in dem er sein Züricher Krawall. Die Herren Unabhängigen und Anarchisten werfen der Sozialdemokratie bekanntlich vor, daß sie, sei es aus persön- Wohlgemerkt, wir behaupten nicht, daß die„ Unablicher Feigheit oder aus spießbürgerlicher Rechnungsträgerei, hängigen" und" Anarchisten" in Zürich den Zug gegen den Gebrauch revolutionärer Mittel verschmähe und die das Haus des italienischen Konsuls vorbereitet und in - das könnte für eine Denunziation Arbeiter vom Gebrauch solcher Mittel abhalte, wodurch der Szene gesetzt haben " Sieg der Revolution verzögert werde. Es fällt uns nicht gelten, obgleich jene Herren ja ihrer eigenen Redeweise ein, dieſem tausendmal widerlegten Vorwurf die Ehre einer nach Feiglinge wären, wenn sie nicht bei der Sache mittausend und ersten Widerlegung zu theil werden zu lassen. gewirkt hätten. Indeß eins steht fest: jener Krawall war Unsere Leser wissen, daß er auf einer kindischen Ver- eine revolutionäre That" im Sinne der UnDeffentliche wechselung von Zweck und Mittel, Macht und Gewalt a bhängigen und Anarchisten. alles genau beruht. Wenn Mary die Gewalt als Geburtshelferin der Manifestation, Prügelei mit der Polizei politischen und sozialen Umgestaltung bezeichnet hat, so hat nach dem Rezept, das man uns" Feiglingen" so oft vor er damit nicht gesagt und nicht sagen können, die Augen gehalten hat. daß die Gewalt als solche ein revolutionärer Faktor Und wo ist die Revolution? Hat das Rezept fei. Wenn ich einen Reaktionär, der mit ge- fich bewährt? schwungenen Säbel auf mich losstürmt, mit meinem Stocke zu Nun, die Revolution ist nicht da; und wie das Boden schlage, so ist mein Stock doch nicht revolutionär- ebenso Rezept sich bewährt hat, das lehrt uns ein Blick in die wenig wie der zur Bethätigung der Gewalt noch viel ge- schweizerische Presse. Der Weizen der Reaktion blüht, das schweizer Asylrecht ist auf lange Jahre hinaus vernichtet, und die revolutionäre Sache der Arbeit hat schwer in der öffentlichen Meinung gelitten. eignetere Eäbel des reaktionären Gegners. War der Koch- Riesiger Jubel in den Zeitungen der Reaktio= topf Vaillant's etwa revolutionär? Wie furchtbar revo- äre! Und einstimmige Verurtheilung der" That" durch lutionär müßte da erst der preußische Kriegsminister sein, sämmtliche demokratischen und Arbeiter der über Millionen von Sprenggeschossen verfügt jebes blätter der Schweiz. hundertmal mörderischer als der Vaillant'sche Rochtopf. Und wäre es revolutionär, wenn wir in der Straße ein paar Dutzend Polizisten zu Boden schlügen, um uns zehn Minuten später von herzueilenden Polizisten und Soldaten niederhauen und niederschießen zu lassen? Das wäre nicht revolutionär, es wäre verrückt und machte niemandem Spaß als unseren Feinden, die sich ins Fäustchen lachen würden. " " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Aber diejenigen, die als Wortführer die Konsequenzen ihrer Reden und Anträge mehr oder minder zu bedenken verpflichtet waren, hätten sich sagen müssen: 1. eine solche Demonstration bringt uns nothwendig mit der öffentlichen Gewalt in Konflikt, weil die Schweiz völkerrechtlich verpflichtet ist, die Vertreter der ausländischen Regierungen vor jeder Unbill zu schützen; 2. sie ist eine Thorheit, weil den italienischen Konsul in Zürich doch keinerlei Verantwort lichkeit treffen kann für die Zustände in Italien; 8. fie ist ein bewußter oder unbewußter Verrath an der Sache des arbeitenden Wolfes, weil sie eine schändliche Institution der politischen Polizei und überhaupt aller reaktionären Be strebungen stärkt. Eine Revolte hungernder und unwissender Arbeiter, wie es der Berner Krawall war, hat, so wenig wir ihn vom Gesichtspunkte der Zweckmäßigkeit aus gutheißen tönnen, unsere volle menschliche Sympathie; für solche Demonstrationen aber, wie die vom letzten Sonntag in Zürich, mangelt sie uns, wenn auch selbstredend die Polizeibüffelei unseren scharfen Zadel herausfordert. Doch den Kultus der revotutionären Phrasen und der zwedlosen Demonstrationen dürfte nach gerade jeder in die Rumpeltammer werfen, dem es wirklich um die Förderung der Arbeitersache zu thun ist, und nicht um die Stärkung der internationalen, polizeiSpigelnden Reaktion. Unser Schweizer Korrespondent schreibt uns über den Züricher Krawall": Zürich, 31. Januar. Sehr richtig und sehr mild geurtheilt." Dummer Streich", gewiß richtig von den„ Dummen", die gedankenlos mitgelaufen sind und nur an eine„ Dummheit" gedacht haben. Allein, sollten denn Alle dumm" gewesen sein? Das ist uns doch unwahrscheinlich. Und waren GeEinige„ Unabhängige" spielen natürlich die harmlosen scheidte dabei, die sich die Folgen überlegt haben, Lämmer, und schieben alle Schuld auf die Polizei, die freilich dann haben sie feinen dummen Streich gemacht, sondern wohl nicht mit Sammetpfötchen zugegriffen hat was einen gescheidten, einen sehr gescheidten Streich übrigens beiläufig bemerkt für die anarchistischen Bramarbasse für die internationale Reaktion. Ja, wenn wir mit Gewalt" die Revolution machen" sehr wenig schmeichelhaft gewesen wäre. In Baseler könnten! Aber das geht eben nicht; nur ein Simpel oder Vorwärts" geht unser Freund Wullschleger mit diesen ganz Unwissender glaubt es noch. Und jeder Ver- unabhängigen" Polizeiheulern scharf ins Gericht. Er such der sogenannten" Anarchisten" oder" Unab- schreibt: hängigen", durch Propaganda der That" die Revolution" zu machen", hat je nach den Umständen zu lächerlichem oder blutigem- in jedem Fall gleichgründlichen Fiasko geführt, so daß die revolutionären Arbeiter aller Länder von dem Trugschein des Anarchismus, der nichts ist als ein vom Sumpf der Bourgeois- Gesellschaft ausgehauchtes Jerlicht, sich längst abgewandt haben. Nur hier und da rumort der anarchistische Poltergeist noch, und finden sich Gruppen von rückständigen Leuten, wie z. B. unsere Unabhängigen", die noch an das alte Gespenst glauben, oder wenigstens zu glauben vorgeben. Was wir von diesen Unabhängigen" und verwandten unsicheren Kantonisten halten, das haben wir schon so oft gesagt, daß eine Wiederholung vom Uebel wäre. Wir wollen auch nicht wiederholen, was wir über die neuesten Thaten" des Anarchismus" gesagt. Wir " " Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. ( Alle Rechte vorbehalten [ 33 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Konrad war der Nothwendigkeit enthoben, darauf zu antworten. Minister Lermina und Vizesekretär Dr. Mende tamen mit dem Hausherrn die Terrasse herauf. Exzellenz wollte dem franken Bruder seines Gastgebers einen kurzen Besuch machen. Als ihm Konrad vorgestellt wurde, schoben sich seine Brauen ein wenig in die Höhe, als wüßte er, wer das sei, dann grüßte er talt und höflich. Wir glauben auch, daß bei taktvollem, besonnenem Auftreten der Polizei die Demonstration einen wesentlich fried licheren Verlauf genommen hätte. In dieser Beziehung gab die St. Galler Polizei beim Militärmusik- Krawall ein gutes Beispiel. An Taft hat es leider die Polizei in Zürich bei solchen Anlässen man denke nur an den Schlosserstreit bis jetzt fast immer fehlen lassen. Die schweizerischen Behörden haben Glück. Mit Ausnahme der in Chaux- de- Fonds zu je 4 Monaten Gefängniß und 1000 Franken Buße verurtheilten 5 Anarchisten wäre die jüngste Aktion der politischen Polizei resultatlos verlaufen, wenn nicht am Sonntag in Zürich der Italiener- Krawall, wie die bezüglichen Vorgänge geheißen werden, vorgekommen wäre. Der Vorwärts" hat darüber bereits telegraphisch berichtet, indeß ist der Vorgang Leider können, trotz der polizeilichen Tölpelhaftigkeit, die von den Agenturen start aufgebauscht worden. Wie ein im Manifestanten auch von unserem Standpunkte aus nicht von Hause des italienischen Konsulats wohnender Kaufmann der über jeder Schuld freigesprochen werden. Die Demonstration an den Vorfall wegen seiner polizeilichen Folgen sehr vergnügten sich war, daß wir's offen heraussagen, ein dummer Neuen Züricher 3tg." berichtet, zählte der Demonstrationszug Streich. Wir erheben wahrlich keine Vorwürfe gegen die nicht 500, sondern nur 60 Theilnehmer, ein Beweis dafür, daß den zirka armen italienischen Arbeiter, die in gerechter Entrüstung über von 300 Versammlungsbesuchern mit der Demonstration einverstanden die traurige Lage ihrer Brüder und Schwestern in der Heimath kleinerer Theil und die Schandwirthschaft der Crispi und Genossen durch ihr war. Ferner verhielt sich nach demselben Berichte südländisch- hiziges Temperament zu einer nußlosen Demon- die Gruppe vor dem Konsulat im ganzen recht harmlos stration sich hinreißen ließen. und zog dann zum Theil singend weiter. Erst nach einer Weile " Gott sei Dank, die Papiere wären enorm gefunten." Und er wischte wieder über die Stirn, auf der die hellen Tropfen standen. Lermina zuckte vornehm die Achseln. Rußland besitzt fabelhafte Hilfsmittel und mit oder ohne Skobeleff wird es die Armee Osman Pascha's gefangen nehmen oder vernichten. In jedem Falle wird es seine Mission zu erfüllen wissen." " " Und die wäre?" fragte Mar. " nur ein friede wäre damit bedroht es wäre ein schreckliches Unglück!" " Vielleicht das größte, das uns treffen könnte," versette Lermina mit Bestimmtheit. Das monarchische System, hat in Rußland noch immer eine feste Stüße, dort ist der Hort der Legitimität." " Allerdings, das Gottesgnadenthum ist in Rußland," bestätigte Max. " Leider steht es finanziell sehr schlecht," flagte Geb hart." Der Kredit wankt, ich versichere Sie, der Rubel Die geknechteten, christlichen Bulgaren von dem türkischen sinkt, und wenn die Russen Schläge bekommen, dann Joch zu befreien," antwortete der Minister. Dann wandte ist die Katastrophe da, Dann wandte ist die Katastrophe da, dann haben wir die UmIch bitte Sie... Das möchte ich nicht mehr er sich lächelnd an den jüngeren Gebhard: Das muß wohl wälzung... Ich bitte Sie. auch Ihre Sympathien verdienen?" Meine Sympathien, Exzellenz?" fragte dieser erstaunt, Man tam sogleich auf den Krieg und die Vorgänge nicht im Geringsten, da ich an diese völkerbefreiende vor Plewna zu sprechen; es war das Thema, das Alle Mission Rußlands nicht glaube. Wie könnte ein interessirte. Die letzten Telegramme berichteten von despotischer Staat, der jede freiheitliche Regung bei seinem wiederholten und mörderischen Angriffen der Russen auf eigenen Volke so grausam unterdrückt, einem anderen die Griviza. Die braven Jungen sangen, als man sie gegen Freiheit bringen?" den Feind trieb," erzählte Max. Aber was nügen heutzutage Muth und Tapferkeit dem Soldaten! Bei unserer verbesserten Kriegstechnik werden sie reihenweise hingemäht, -16 000 Mann in zwei Attaquen daß es gerade auch Menschenleiber sein müssen! Man könnte ebenso gut auf Popanze schießen," fügte er bitter hinzu. " Es wurde so schlimm, weil man General Skobeleff im Stiche gelaffen hatte," versetzte Lermina trocken, die erbetene Hilfe blieb aus." Was es da unten will, ist Konstantinopel," bemerkte Konrad, der bisher ruhig und scheinbar theilnahmslos beiseite gestanden, nun kurz und bestimmt. Lermina's altes Gesicht ging in die Länge und als er sich nach dem Sprecher umwandte, sah er ungemein vornehm und abweisend aus. " " erleben." Konrad lächelte. Sie sind ein robuster Mann, Herr Gebhart, ich denke, Sie werden noch lange darüber hinaus sich Ihres Lebens erfreuen." Und Sie sind ein Spaßvogel, Herr Ebner; das heilige Rußland scheint Sie sehr heiter zu stimmen." Und doch ist es ein gar melancholisches Land," seufzte Max, auf's Aeußerste ausgesogen, hat es jetzt die schweren Lasten dieses Krieges zu tragen, aber für die Soldaten, die Blut und Leben dahin geben, ist nicht ges sorgt." " Ihre Verpflegung soll ganz unzureichend sein," sagte Gebhart. Armeelieferungen, das kennt man ja, find immer schlecht, aber die für Bulgarien sollen unter der Kanone sein." Es fehlt auch an Aerzten, au Pflegerinnen, sogar an Verbandsmaterial," bemerkte Konrad in seiner ruhigen positiven Weise. Und nun geht ein Hilfeschrei durch das Land. Tausende und Abertausende von Verwundeten find ohne Obdach, ohne ärztliche Hilfe und Pflege und die Privathilfe muß angerufen werden, sollen sie nicht elend verderben." Die hohe Politik der Kabinete entzieht sich der Diskussion, meine Herren; es giebt Dinge, die von Laien und Fernstehenden niemals richtig beurtheilt werden können." " Was ich in diesen Tagen gelitten habe, tönnen Sie Das ist die Geschichte vom beschränkten Unterthanensich nicht vorstellen, meine Herren," versicherte der wohl- verstand," bemerkte Konrad mit einem feinen Lächeln. beleibte Hausherr, indem er mit seinem Tuche die feuchte Exzellenz sah ihn starr an mit schier vernichtendem Stirne wischte, da er leicht transpirirte. Auf der Börse Blick. Aber ehe er noch etwas erwidern konnte, hatte war das Gerücht verbreitet, Stobeleff sei verwundet man sich die kleine tugelige Gestalt des Bankiers dazwischen geschoben. hat ihn sogar todt gesagt, denken sie nur." Aber ich bitte ich denke wir Alle können eine Niederlage Rußlands nicht wünschen der Völkers versezte Lermina. Es ist widerrufen worden," beruhigte Vizesekretär Mende. Diese Hilfe ist eine freiwillige und gern geleistete," " 1 H gemessenen Befehl erhalten, den Zug der" Nothen" unter allen Umständen am Alexander Plaz aufzuhalten und, wenn es nöthig sein sollte, auch in der allerschärfsten Weise vorzugehen. Der Urheber dieser Depesche, die in der„ Newyorker Staatszeitung" vom 18. Januar zu lesen, ist der Berliner Bertreter jener Agentur: Herr Theodor Reus. schritt Polizei ein und es entstand eine Balgerei, bei der die den Innungen oder an ihrer Stelle Fachgenossenschaften Polizei blank zog. Ein direkter Anlaß scheint zu diesem Ein- errichtet werden, sondern die bestehenden Innungen sollen schreiten auch nach der von anderer Seite gegebenen Darstellung als Grundlage für die Organisation des Gesammthandwerks nicht vorgelegen zu haben, dagegen wird über den polizeilichen benutzt werden. Die Innungen sollen erweiterte Rechte erhalten Angriff durch ein demokratisches Blatt einiges Licht verbreitet, und alle Handwerker innerhalb einer bestimmten Frist das die Aufregung der Polizei und namentlich ihres Hauptmanns Fischer auf die Kritik zurückführt, die ein„ Un- verpflichtet sein, sich ihnen anzuschließen. Hierdurch würden abhängiger" in der Protestversammlung vom 23. Januar an also obligatorische Innungen geschaffen werden. ihnen übte. Wäre dies richtig, so würde sich das Dreinschlagen Besonderer Werth wird den Meisterprüfungen beigelegt. der Polizei als ein persönlicher Rachcaft darstellen. Es gab Nur geprüfte Meister dürfen als gerichtliche Sachverständige richt über Konfignirung der Truppen, über die Befehle au Nun entsteht die Frage: Hat Herr Reuß diese Nachjedoch auf beiden Seiten Verwundete, deren Verlegungen herangezogen werden. aber nur leichte sind. Die Zahl die Kommandeure, in der allerschärfsten Weise der Verhafteten be- Taß die Organisationen das Handwerk retten werden, vorzugehen, wiederum aus dem Reichskanzleramte trägt nunmehr 17, darunter auch eine junge Italienerin. mögen Jnnungsfanatiker erhoffen, jeder Kenner der wirth- erhalten? Aber wieso hat denn dann Minister Bötticher Das italienische Konsulat sucht seine Landsleute in Schutz zu schaftlichen Entwickelung weiß aber, daß auch die revidirten darüber gar nichts zu sagen gewußt? Und gar die fürchternehmen und die ganze Schuld an den Vorgängen den deutschen Unabhängigen", welche in der Versammlung geredet und den Vorschläge des Herrn v. Berlepsch das Handwerk nicht vor lichen Droh briefe von einem Zuge nach dem königBug mit angeführt haben, zuzuschieben. Das bestreitet aber in dem Untergange behüten werden. lichen Schloffe, von denen ,, natürlich auch die Behörden polizeilichem Uebereifer die Neue Zürcher Zeitung". Ginge es nach diefem plutokratisch- reaktionären Blatte, so müßten Massen einem Abt Uhlhorn in Hannover auf der dortigen Landes- Menschenseele in Berlin von solchen Drohbriefen“ ein Der soziale Sport" evangelischer Geistlicher ist von Kenntniß erhielten"! Bis heute, 2. Februar, hat keine ausweisungen nach dem Molto erfolgen: Das ganze Ausland soll es sein", d. h. alle Ausländer in der Schweiz müßten aus synode, wie wir anerkennen, ziemlich richtig beurtheilt Sterbenswörtchen gehört, geschweige denn solche zu Gesicht gewiesen werden, die nicht Abonnenten der Neuen Bürcher worden. Man überschätze, so etwa führt D. Uhlhorn aus, bekommen, mit alleiniger Ausnahme des famosen Theodor Beitung" find. So schlimm wird es nun freilich nicht werden, den Werth solcher Kurse, indem sie vielmehr zu einem Neuß und natürlich der Behörden". Welche Beallein die Züricher Aktion der Bundesanwaltschaft schließt nun gerade auf diesem Gebiete gefährlichen Dilettantismus ver- hörden? Das Reichskanzleramt? Oder wird Herr durch die Gefälligkeit der" Unabhängigen" nicht ohne Resultat, leiteten. Auch sei nicht zu verkennen, daß diese ganze Be- Reuß wie in's Reichskanzleramt auch auf das Polizeisondern mit befriedigendem Erfolg". Daß durch diese Vor- wegung in sozialistische Bahnen und Anschauungen einzu- präsidium zur Entgegennahme von Aufträgen berufen? gänge auch die Aussichten für die bundesräthliche Anarchisten- lenken drohe, wodurch der Kirche nur neue Gefahren er- Oder hat gar blos Reuf, er ganz allein, solche ,, Drohgesetz- Vorlage sich wesentlich bessern, kann nicht verkannt werden. wüchsen. Eine fast wärtlich gleichlautende Aeußerung eines briefe" gesehen und in höchsteigener Person den ,, Behörden" Mitgliedes des preußischen Oberkirchenraths hat die Magde- übergeben? Dann ergäbe sich die interessante Frage: Wer burger Zeitung" erfahren. In der That können die pro- ist der Schreiber dieser mysteriösen Drohteberlicht. teſtantischen Prediger( wie übrigens ebenso ihre katholischen briefe? Und wieso kommt blos der in öffentlicher Stiefbrüder im Amte) gar nichts Dümmeres begehen, Parlamentssigung als Polizeispion gebrandmarkte Reuß in Berlin, den 2. Februar. als sich mit der sozialen Frage zu befaffen. Sie sind dazu den Besitz solcher Drohbriefe? Bundesrath. In der am 1. d. Mts. unter dem Vor: da, den Armen das Evangelium zu predigen, und so ist So klar für uns die Sache liegt, für die Behörden", siz des bayerischen Gesandten Grafen von Lerchenfeld- Köfe- eine natürliche Zweckgemeinsamkeit zwischen ihnen und den für Polizeipräsidium wie Reichskanzleramt, drängt sich die ring abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde herrschenden Klassen gegeben. Eine Gemeinsamkeit der Pflicht, Aufklärung zu geben über die Urheber und Anstifter eine Nachweisung der Veränderungen im Bestande des Zwecke, der die Geistlichkeit dadurch genügt, daß sie den der Polizeiattacken am 18. Januar, von Tag zu Tag immer Grundbesizes des Reichs vorgelegt, und von dem Bericht Armen die Leiden dieser Welt als etwas Verdienstliches, zwingender auf. über die Thätigkeit der Reichs- Limes- Kommission vom die Freuden des Lebens als etwas Sündhaftes, das Leben Nebenbei freilich erscheint der Umstand, daß gerade für Ende November 1892 bis 1893 Renntniß genommen. als eine Art Buchthauspensum darstellt, das abgearbeitet diese Versammlung in letter Minute der Einberufer fehlte, Einem Antrage des III. IV. und V. Ausschusses, betreffend werden muß, damit die Hauptsache", auf die alles an- in immer merkwürdigerem Lichte. Am 18. Januar namdie Ergänzung und Aenderung der Anweisung zur fommt, die Anwartschaft auf die ewige Glückseligkeit im lich telegraphirte Herr Reuß( auch auf Mittheilung vom Ausführung des Vereins- Zollgesetzes und des Eisenbahn- Jenseits, nicht verscherzt werde. Der Zweifel an der Reichskanzleramte oder Polizeipräsidium?) nach New- York: zoll- Regulativs, sowie dem Entwurf einer Gemeinde- Richtigkeit der Klassenherrschaft und der Richtigkeit einer ordnung für Elsaß- Lothringen wurde die Zustimmung er- Berewigung von Armuth und Elend stellt die Richtigkeit theilt. der Verewigung der Kirche und ihrer Einrichtungen als einer Heil- und Trostanstalt selbst in Frage. Politische Die Zentrumspartei hat im Abgeordnetenhause beantragt, Erhebungen über das Wahlverfahren zu veran stalten. Der Antrag lautet: tlassen ausgeübt hat." " Da die Polizei Ruhest örungen in größerem Maßstabe zu befürchten Grund hatte, so waren bei Zeiten alle nothwendigen Vorkehrungen getroffen, um die Abhaltung der Versammlung zu ver hindern". Herr Reuß und der 18. Januar. Herr v. Bötticher, Staatssekretär des Reichsamts des Innern, wußte am Und siehe da: Rodrian, der Einberufer der Versamm " Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Die könig 22. Januar in der Reichstags Sigung fiche ſteno- lung, fam nicht zum Vorschein; er war auch nicht, wie sein liche Staatsregierung zu ersuchen, dem Abgeordnetenhause bald möglichst, zunächst für alle Städte von mehr als 10 000 graphischen Bericht noch kein Sterbenswörtchen, daß die Genosse Litsin mittheilte, verhaftet, aber er fürchtete die baldmöglichſt, zunächst für alle Städte von mehr als 10000 Berliner Polizei am Donnerstag, den 18. Januar, Berliner Verhaftung". Die Versammlung konnte daher nicht eröffnet Ginwohnern, statistische Mittheilungen über die Ergebnisse des Wahlverfahrens nach Erlaß des Aenderungen des Wahl Bürger ohne jeden Anlaß mit dem Säbel traktirt hatte; werden und es tam dann geradeso, wie Reus deverfahrens betreffenden Gesetzes vom vom 29. Juni 1893 Herr v. Stumm aber wußte in der gleichen Sizung peschirte. an machen, welche sowohl bezüglich der Wahlen zum bereits, daß die Polizei zu ihrem Vorgehen veranlaßt Die Jungezechen wollen der sie mit Ausnahmegesetzen Abgeordnetenhause, als bezüglich der Gemeindewahlen, soweit worden sei durch Versuche der Arbeitslosen, einen De verfolgenden österreichischen Regierung mit einer Voltsbei diesen das Dreillaffen- Wahlsystem gilt, unter Vergleichung monstrationszug zu arrangiren. Aber noch mehr als dieser bewegung antworten, die nicht blos nationalczechische mit den entsprechenden Zahlen bei früheren Wahlen den Einfluß nach einem neuen Sozialistengesetze girrende Täuberich Forderungen erhebt, sondern auch solche vertritt, die jederersehen lassen, den die neuere Wahl- und Steuergesetzgebung der brutalsten Gewaltspolitik gegen die deutsche Arbeiter- mann, ohne Unterschied der Nationalität, als erstrebensauf die Vertheilung der Wähler in die verschiedenen Wahl klasse wußte Reus, der trok oder wegen seiner werth betrachtet, so vor allem das allgemeine Wahlrecht. Wir müssen gestehen, daß wir uns gründlich irrten, Bergangenheit und Beziehungen zum Polizeianarchisten Ein dahin zielender Antrag wurde im böhmischen Laudtage als wir aus Anlaß des Gerüchtes, daß die Zentrumspartei Beukert und zu Herrn Krüger?- heute als literarischer gestellt. So erfreulich diese Aktion der Jungczechen ist, einen Wahlreform- Antrag einbringen werde, in unserer Vertrauensmann in's Reichskanzleramt berufen wird, wenn deren demokratische Elemente ja allen Anlaß haben, bestrebt Nummer vom 1. d. M. schrieben: es gilt, Dynamitattentats- Nachrichten der ahnungslosen Welt zu sein, daß die panslavistischen Tendenzen einiger ParteiWir bezweifeln nicht, daß der Antrag durchaus demo- mitzutheilen. führer den demokratischen Charakter der Partei nicht überfratisch ausfallen wird, geheime Wahl, gleiches Stimmrecht u. s. f. Die Polizei- Attaken fanden am 18. Januar Vor- wuchern, so ist es doch als selbstverständlich zu betrachten, Denn das Zentrum hat es ja oft genug gesagt, daß es alles mittags zwischen 10 und 11 Uhr statt; am selben daß die österreichische Sozialdemokratie als die energischste das auch für Landes- und Gemeindewahlen wünscht, und muß Tage Morgens 3 Uhr( oder nach Einrechnung der Zeit- und rührigste Verfechterin des allgemeinen Wahlrechtes von endlich schandenhalber etwas in der Richtung thun. Hierzu ist differenz zwischen Berlin und New- York Morgens 8 Uhr dieser Bewegung den meisten Nutzen haben wird. Ort und Zeit außerordentlich günstig gewählt. Ort: Abgeord- 40 Minuten) konnte die amerikanische Presse durch Die französischen Agrarier haben einen großen Erfolg netenhaus, Beit: Landrathskammer." 17. Januar Abends in Berlin aufgegebene Depesche ver- nahm einen Antrag Meline's an, nach welchem der Zoll die Telegraphen- Agentur The United Preß" folgende, am zu verzeichnen. Die Bollkommission der französischen Kammer auf Getreide auf 8 Fr. erhöht wird. Sobald der GetreideNun aber stellt sich heraus, daß die Zentrumspartei blos eine Statistik über die Landtagswahlen fordert. Bescheidener kann man wohl nicht sein. Wir sind aber wieder einmal gewarnt, von unseren Gegnern nichts Volksthümliches, selbst als taktisches Manöver zu erwarten. Zur amtlichen Handwerkerorganisation wird, wie wir dem Volt" entnehmen, aus hiesigen Jnnungsfreifen geschrieben, daß die Berlepsch's chen Vorschläge zur Organisirung des Handwerks unter Berücksichtigung der öffentlichen Kritik und der Berichte der Regierungspräsidenten einer wesentlichen Umarbeitung unterzogen werden sollen. Es sollen nicht neben " 1 " In diesem Falle ist sie ein muß." -öffentlichen. Berlin, 17. Januar. Für morgen früh haben die furs 25 Fr. erreicht, soll eine allmälige Herabsehung des hiesigen Anarchisten eine Massenversammlung der Arbeitslofen Bolls so erfolgen, daß bei jeder weiteren Preissteigerung einberufen. Bahlreiche unter dem Publikum verbreitete von 50 Cts. der Zoll um je 50 Cts. herabgesetzt wird. Der Drohbriefe kündigen an, daß eine großartige Demon Boll soll ganz aufgehoben werden, sobald der Getreidekurs stration vor dem königlichen Schloß geplant sei. Natür- 33 Fr. erreicht. Der bewegliche Zoll ist ein kleines Bugeständniß an lich[ dieses„ Natürlich" ist unbezahlbar!( Red.)] hat auch die Konsumenten, es wird aber den Gegenstoß gegen die die Behörde Kenntniß von den Drohbriefen erhalten. überspannten Forderungen der Agrarier nicht aufhalten. Infolge dessen ist Militär sowohl wie Polizei Auch in Frankreich geht die Hochschutzzoll- Aera ihrem Ende tonsignirt und die betreffenden Kommandeure haben entgegen. stüßend, die Allee erreicht hatte, furchte sich seine Stirne und er sah böse und zornig aus. " " Das ist' mal was für unsere Frauen," fiel der fette Maun gutmüthig ein, die brennen ja nach Bethätigung,„ Es war mir sehr interessant, sehr interessant, die Aufdann können sie Charpie zupfen und Bandagen anfertigen, faffungen dieser Herren zu vernehmenei, ei, ich wußte fie können Geld sammeln oder ihren Schmuck verkaufen ja gar nicht, daß Ihr Bruder sich diesen Menschen und fie wählen immer das erstere." ihren gemeingefährlichen Bestrebungen so völlig und rück„ Es werden sich auch manche als Krankenpflegerinnen haltlos sich geschlossen hat." engagiren laffen unsere Emanzipirten wenigstens; Sie Ich versichere Exzellenz, ich auch nicht," sagte ängstlich werden sehen, daß es da unten von Nihilistinnen wimmeln der kleine Mann, während er neben ihm hertrippelte, aber wird," sagte der Vize. ich beschwöre Exzellenz, denken Sie nichts Böses von Mar " Na, von einer hübschen Nihilistin gepflegt und verer ist ein so guter Mensch." bunden zu werden, dürfte den Jungen nicht übel vorkommen," Was gut oder nicht gut er gehört zu denen, die scherzte Gebhart, während er nach dem Körbchen griff, um ihnen die Munition liefern." Lüftern eine Beere zu naschen. Munition? aber ich bitte--" " Man wird nur Klosterschwestern dazu lassen, die Moral muß vor allem gewahrt werden," versette Lermina mit erzwungener Würde. Ich glaube, sie werden die Hilfe nehmen, woher fie tommt, so wie sie das Geld nehmen, ohne nach seiner Provenienz( Herkunft) zu fragen," bemerkte Rourad trocken. Max wendete sich sichtlich entrüstet dem Minister zu: " Exzellenz, Hände, die sich diesem schweren und an strengenden Dienste widmen, sind von vornherein geweiht", sagte er und seine Stimme bebte ein wenig. 31 Na, na, rege Dich nur nicht gleich auf", mahnte Gebhart, indem er dem Bruder auf die Schulter klopfte, Du sprichst zu viel, Du bist ganz kongestionirt." " Bergebung", sagte der Minister, ich wollte durchaus feine Debatte zwischen uns herbeiführen", und mit unsäglichem Hochmuth fügte er hinzu:„ Wir nehmen ja von vornherein einen zu verschiedenen Standpunkt ein, um uns verständigen zu können..." " Wir wollen Sie auch nicht weiter beunruhigen Adieu" und er reichte Max lächelnd die Hand zum Abschiede, während er Konrad völlig ignorirte. Er war an der Treppe, als er sich zu erinnern schien, daß ja noch Jemand da gewesen sei, und als höflicher Mann nichte er vornehm ihm zu. Er hatte eine Zeit lang seine lächelnde Grimasse bei behalten, als er aber, auf den Arm des Bankiers sich " Aber plötzlich entrunzelte sich diese Stirne und der bitterböse Ausdruck wandelte sich so rasch in sein Gegentheil, er wurde so süßlich und faunhaft verliebt, daß ihn ob dieser drastischen Wirkung jeder Mimiker hätte beneiden können. Er hatte Helene erblickt; er stieß sich mit der Hand in den Rücken, um sich strammer empor zu richten und eilte dann auf sie zu, so rasch es seine alten Beine erlauben wollten. Von den Damen wurde das Ehepaar Hartmann über sein spätes Rommen mit lauten Vorwürfen empfangen. Frau v. Lermina, die das Lawn tennis leidenschaftlich liebte, seitdem eine bedenkliche Neigung zum Embonpoint sich bei ihr zu entwickeln begann, war über diese Verzögerung höchst aufgebracht gewesen. Sie war gewohnt, mit Hartmann zu spielen; seine anmuthige Beweglichkeit ergötzte ihr Auge, seine Geschicklichkeit erhöhte die ihre, er wußte das, und doch ließ er sich erwarten. D, er war überhaupt nicht mehr so liebenswürdig wie sonst. Sie war in der übelsten Laune und hätte ihm dies gerne fühlen lassen, aber die Besorgniß, ihn ganz zu ver lieren, war in diesem Augenblick größer als je. Verstehen Sie denn nicht; mit seinem Geld unterstützt er diese Bestrebungen auf das Nachdrücklichste und das ist einfach Verrath und verdiente die höchste Strafe." Der Kleine Mann war bleich geworden. Aber was sollen wir thun er ist sehr frant, Exzellenz." Dann stellen Sie ihn unter Kuratel. Es sollte überhaupt nicht geduldet werden, daß chriftlich und ehr lich erworbene Vermögen für die revolutionäre Propaganda verschleudert werden. Aber sie dürfen Alles und wagen Sie hatte seine Frau in ihrer Unbedeutendheit beAlles! Wir haben ja kein Gesetz, das die Religion schützt lächelt, jezt konnte sie sich nicht länger verhehlen, daß und die sittlichen Grundlage des Staates- aber verlassen Helene das Herz des Ministers entzündet hatte und Sie sich darauf-wir werden es haben. Ich habe es jetzt dieser nur zu geneigt war, ihr zu gewähren, was sie vergesehen, wie zwanglos fie miteinander verkehren; und das langte. kommt und geht durch die ganze Welt, tauscht Gedanken, Hartmann brauchte sie nicht mehr seine eigene ermuntert und unterstüßt sich gegenseitig und schließt sich Frau protegirte ihn, und dieser Thatsache gegenüber fand fester und fester zusammen, zu einer großen, internationalen sie es für angemessen, ihren Groll in sich zu verschließen. Organisation. Darin liegt die Gefahr, aber wir werden ihr zu begegnen wiffen. Wir werden das Gesetz haben, das uns diese Feinde unseres christlichen Staates, unserer sittlichen Gesellschaftsordnung in die Hände liefert." gesprochen. Man begann das Spiel, aber bei der herrschenden Schwüle fühlten sich alle Theilnehmer rasch ermüdet und gerne folgte man dem Rufe der Hausfrau, die zu den Erfrischungen einlud, die im Pavillon servirt waren. Man sette sich zu Tisch. Der alte Mann hatte mit ungewöhnlicher Heftigkeit Bald entfaltete sich jene forcirte Luftigkeit, die lachen Ju den kleinen tiefliegenden Augen brannte es auf, will, ohne Ursache und innere Fröhlichkeit. während ein verbissener Zug um die dünnen zurückgezogenen Lippen spielte. ( Fortsetzung folgt.) N Zur Lage in Holland wird uns geschrieben: ficher vor sich. Ronnte ein Cornelissen sich in Zürich noch Unterdrückung Die Debatte über die Lokroy'sche Interpellation, und das Wahlsystem zu gunsten der Besitzenden verbessern".| fanterie- Regiments von Plewna, des 4. Kavallerie- und des betreffend den Zustand der französischen Flotte, ist Daß der Wahlakt bei geheimer Stimmabgabe selbst ein öffentlicher 3. Artillerie- Regiments. im Sande verlaufen. Die Einsegung einer parlamentarischen sein soll, ist z. B. in den Augen der Lords ein großer Fehler Der Fürst über Bulgarien" wird wohl vernünftig Untersuchungskommission ist von den Ministern bekämpft der Bill. Sie möchten dem armen Landarbeiter gern den Weg und von der Kammer abgelehnt worden, die der Ne- zur Wahlurne ersparen. Weiter fann man doch in der Für genug sein, es selbst für einen schlechten Scherz zu halten, wenn er den noch ungetauften Säugling zum Regimentschef gierung schließlich ein Vertrauensvotum gab. Es wird forge für den Landproletarier wirklich nicht gehen. also weiter gestohlen! Und damit auch dem Chauvinismus, zu arg, so werden natürlich die Regierung und ihr Anhang im noch nicht in dem Maße zutage getreten ist, um den Machen es die Lords mit der Verballhornung der Bill gar ernennt; er weiß wohl auch, daß seine eigene Tapferkeit der das Vaterland für gefährdet halten könnte, der Mund Haus der Gemeinen sich weigern, die Amendements anzunehmen, Säugling im Voraus den militärischen Tapfergestopft wird, hat man die Frage einer Heeres- und dann ist die dritte der gesetzgeberischen Produktionen des te its orden für die Kriegsthaten zu verleihen, die das vermehrung aufs Tapet gebracht natürlich unter gegenwärtigen Parlaments glücklich sterilisirt." arme Wurm noch später begehen könnte; auch darüber Hinweis auf die deutsche Heeresvermehrung. Und vor Man begreift, daß unter diesen Umständen die Radikalen wird sich der glückliche Vater feiner Täuschung, hingeben, läufig dürfte die Schraube ohne Ende auch drüben nicht gern eine Agitation großen Stils gegen das Haus der Lords daß das Söhnchen des" Fürsten über Bulgarien" nicht entfalten möchten. Aber weiter wie zu einem paar deklamatorischen, versagen, so daß Herr von Caprivi ſeine nächste Militär- jeden Eindruck verfehlenden Resolutionen radikaler Klubs haben gleich als Regimentskommandeur und Ritter eines Militärvorlage bald wird vorbereiten können. sie es noch nicht gebracht. Vielleicht werden sie es nach der Session ordens auf die Welt zu kommen braucht. Wenn wir uns Sozialistische Wahlreform- Anträge. Aus Paris mit Demonstrationen großen Stils versuchen, deren Erfolg in hiernach eine Meinung erlauben dürfen, so muß Fürst wird uns geschrieben: Jules Guesde hat in seinem 2ondon mit davon abhängt, ob sich die Sozialisten an ihnen be- Ferdinand in Bulgarien derartige schlimme Erfahrungen gemacht haben, daß er schon einen Beweis hoher Tapferkeit Namen wie in dem der sozialistischen Fraktion folgende vier theiligen, resp. sie unterſtüßen werden. das Wahlrecht betreffende Anträge eingebracht: 1. einen liftische Presse zunächst eher ablehnend verhalten, wohl haupt Ferdinandchen überhaupt als Pringlein von Bulgarien ins Bis jetzt ist das zweifelhaft, wenigstens hat sich die sozia- und Unerschrockenheit darin sieht, wenn sich so ein kleines Antrag, welcher dahin geht, das bestehende sogenannte all- sächlich in dem Bestreben, das sozialistische Element der Be- Dasein drängt. Eine Tapferkeit zugleich, die durch den gemeine Wahlrecht in Wirklichkeit zu einem allgemeinen pölferung zu warnen, fich nicht zum Schwanz des bürgerlichen militärischen Tapferkeitsorden von Bulgarien nicht einmal Dasein drängt. Eine Tapferkeit zugleich, die durch den zu machen, indem die Aufenthalts- Bedingungen gegen- Radikalismus berzugeben. Das ist eine ganz lobenswerthe Abwärtig ist nur derjenige wahlberechtigt, der mindestens ficht, aber wenn sich die Frage mehr zufpitzt, wird das Mittel genügend belohnt ist, so daß noch das Kommando dreier sechs Monate in der Gemeinde wohnt, in deren Wähler- faum vorhalten. Die Sozialisten können und dürfen nicht abseits Regimenter ergänzend hinzutreten muß. lifte er eingetragen werden will aufgehoben werden Recht haben soll, Beschlüsse der gewählten Kammer umzustoßen, aufgehoben werden stehen, wenn es sich darum handelt, ob eine erbliche Kammer das Die egyptische Marseillaise. Einer unserer Mits und damit den Wanderarbeitern oder Arbeitsnomaden, wie und weil sie in diesem Punkt am radikalsten urtheilen, wird ihr arbeiter schreibt uns: Während der kleine Alexander in es im Texte heißt, die Möglichkeit gegeben wird, ihr Wahl- Eingreifen in die Agitation auch ihnen als Partei am meisten zu Belgrad mit Hilfe seines verbummelten Vaters einmal recht auszuüben; 2. einen Antrag, wonach jeder Kandidat gute tommen. wieder Staatsstreich spielt, hat der kleine Abbas in das Recht erhalten soll, sich in jedem Wahlbureau vertreten Die Liberalen werden ja selbst im äußersten Falle schwerlich Alexandria in einer Anwandlung von Selbstherrlichkeit den zu laffen, um en allen Wahlmogeleien einen Riegel vor den Kampf zu Ende- d. h. bis zur Beseitigung der erblichen Versuch gemacht, den festen Händen seines Vormundes John zuschieben. 3. einen Antrag, welcher verlangt, daß die Ge- Kammer führen, sondern mit irgend einem Kompromiß sich Bull die Zügel zu entwinden. Ein einziger Schlag auf segesbestimmung, wonach alle Versammlungen in ge- fchließlich zufrieden geben, so daß nicht die geringste Gefahr be- die Finger hat genügt, ihn wieder zu bemüthiger Unterschlossenen und gedeckten Räumen abzuhalten sind, für steht, als ob der grundsätzliche Gegensatz zwischen Liberalismus würfigkeit zurück zu bringen, und der englische Resident geWahlversammlungen keine Geltung haben soll, und 4. und Sozialdemokratie durch diese Agitation verwischt werden bietet nach wie vor am Nil. Es ist traurig aber wahr, einen Antrag, welcher verlangt, daß dem allBei solchen Gelegenheiten zeigt es sich aber, daß die hiesige daß die europäische Fremdherrschaft unvermeidlich ist im gemeinen Stimmrecht die Wahl der Mandatare frei- Bewegung, was bei ihrer relativen Jugend freilich auch kein Pharaonenlande. So peinigend sie für das Selbstbewußtsein gegeben d. i. das Gesetz über die mehrfachen Wunder, noch über gewisse settirerische Tendenzen nicht ganz der egyptischen Paschas und Kapitalisten ist, behütet sie Kandidaturen, wonach Niemand in mehr als einem Wahl hinaus ist. Wir haben da hauptsächlich zwei Strömungen: eine, doch die Masse des arbeitenden Volkes, die Fellahs, vor der bezirke zum Kandidaten aufgestellt werden kann, aufgehoben die durch Diplomatifirerei und Durchstecherei große praktische schlimmsten Ausbeutung durch diese habgierige und werde. Als die wichtigste und weitesttragende von all diesen Erfolge für die Arbeiterklasse einheimſen zu können glaubt, und gewissenlose Bande. Dem egyptischen Bolt, den Fellahs, Bestimmungen kann wohl diejenige bezeichnet werden, die deren Gegenpole die Gruppe der Fabianer einerseits und die die jahrtausende Lange Gruppe Champion- Barry andererseits bilden, während in der iſt durch den Arbeitsnomaden, b. i. jenen zahlreichen Proletariern, Sozialdemokratischen Föderation und bei einem Theil der durch die unablässige Steuererpressung vermittels der die im Frühjahr ihr Heimathsdorf verlaffen, um bald in Independent Labour Party sich oft ein gewisser Impossibilismus Bastonade und der Nilpferdpeitsche so sehr alles Selbstdieser, bald in jener Gegend, wo man ihrer eben bedarf, vordrängt, die doktrinäre Vorstellung, man müsse sich allem, was gefühl aus den Gliedern hinausgepeitscht worden, daß sie schwere Feld, Erd- oder Bauarbeiten zu verrichten, ihr Wahl von anderer Seite geschieht, negativ gegenüberstellen, resp. es nicht mehr den Muth und die Kraft zum Widerstande recht zusichert. Die kapitalistische Presse, die über sämmt durch zur Zeit aussichtslose Forderungen überbieten. gegen die heimischen Tyrannen haben. Erst die Fremdliche Bestimmungen herfällt, verbeißt sich darum wohl auch herrschaft kann den Anstoß zu einer gesunderen Entwickelung in diefe am meisten. Diesen Vertretern des Parasitenthums des Boltslebens geben, indem sie in doppelter Weise auf sind die Wanderarbeiter nichts als ein arbeitsscheues Ge- Mauserung der holländischen Partei geht zwar langsam, aber die Egypter einwirkt. Einmal zieht sie der völligen Willkür findel, das die Sozialisten für ihre Zwecke einzufangen erbreiften, zu behaupten, die parlamentären Sozialdemokraten in der Ausbeutung durch Beamte und Kapitalisten gewiſſe suchen. Wie gewöhnlich zeichnet sich der" Temps" auch Holland feien nur einige wenige Herren„ mit Gelb"; wenn er gesetzliche Schranken, andererseits wirkt sie, da die Ausdiesmal hierin ganz besonders aus. Ihm zufolge ist es nur jetzt wieder so etwas zu sagen wagte, würde das Lügenhafte übung der Regierungsmacht, obgleich sie an sich milder ist, ein, Euphemismus( Umschreibung einer anstößigen Sache feiner Darstellung doch zu offenfundig sein. Es hat sich jetzt als die einheimische, sich doch in das verlegende Gewand durch beschönigende Ausdrücke), von Arbeitsnomaden zu herausgestellt, daß der Anhang der antiparlamentarischen Richtung der Fremdherrschaft kleidet, aufreizend auf die Bevölkerung, reden, unter welchen Landstreicher, Fechtbrüder und sonstige durchaus nicht ein so großer war, als man früher geglaubt hat. wo in ihr überhaupt noch Funken von Selbstgefühl vorobdachlose Individuen zu verstehen seien, die Frankreich scheint nur vielen der ſittliche Muth, der herrschenden handen sind. Mit der Zeit wird die englische Herrschaft von einem Ende des Jahres zum anderen durchstreifen; Resolution hat jedoch jetzt den Echeidepunkt herbeigeführt, und am Nil sich ihr eigenes Grab graben, gegenwärtig aber Meinung entgegenzutreten, gefehlt zu haben. Die Groninger Faulenzer, die anfangs um ein freiwilliges Almosen ersuchen, die Befürworter der parlamentarischen Tattit, die bis jetzt so läuft das, was aus Egypten von patriotischer Aufregung aber bald zur Einschüchterung greifen, um die widerspenstige schwer zu kämpfen hatten, weil sie von ihren thatsächlichen Ge- gemeldet wird, auf Taschenspielerkünfte der ausbeutenden Barmherzigkeit des Passanten oder des Bewohners einsam sinnungsgenossen im Stich gelassen wurden, wurden, sehen jetzt Bascha- und Kapitalistentlique hinaus. Ein charakteristisches gelegener Landorte zu ihren Gunsten zu stimmen; die eine zu ihrer Freude, daß fast alle Agitatoren und Re- Beispiel dafür liefert die egyptische Marseillaise", Hand bittend öffnen, während die andere sich zum Schlage dakteure von Arbeiterzeitungen ihre Kampfgenossen find. ein patriotisch egyptisches Lied," das ein am Nil lang schließt und der Blick allein schon eine Drohung ist. Und Die Sympathie für die Anwendung der parlamentarischen Jahre ansässig gewesener englischer Geschäftsmann Namens diesen Leuten ist Herr Jules Guesde bemüht, das Mittel Taftit ist im stetigen Wachsen begriffen. Der gefunde Verstand Fairman, Ritter türkischer und egyptischer Orden, in zu geben, ihre Ansicht über die öffentlichen Angelegenheiten wird schließlich auch in Holland über die blinde Seidenschaft den auszudrücken. Alle Wähler sind eben gut mitzunehmen." Sieg davongetragen. Aus den Artikeln Domela Nieuwenhuis französischer Sprache gedichtet hat, und jetzt als Beweis für fühlt man heraus, daß er einsieht, wie es mit seinem Einfluß den Aufschwung des egyptischen Patriotismus an europäische Und diese Presse, die eine ganze Kategorie von ehrlichen, rückwärts geht; sogar in seiner unmittelbaren Nähe hat dieser Beitungen versendet. In miserablen Versen, die nach der in auftrengender Arbeit kümmerlich lebenden Menschen als leidige Parlamentarismus Wurzel gefaßt, denn sogar der Haupt- Melodie des französischen Revolutionsliedes gesungen werden Bagabunden bezeichnet, sagt dann, daß es die Sozialisten agitator gegen die parlamentarischen Sozialdemokraten, Corne- sollen, werden da der Khedive, Abbas der Kleine, als seien, die zum Haß aufreizen! liffen, hat sich in Groningen als ein Freund der politischen Erretter des Vaterlandes und die Franzosen als seine Vaillant- Marchal's Hinrichtung gilt als wahrschein man sich an der parlamentarischen Aktion betheiligen wolle, vollen Manieren", heißt es ba, sollte regieren ohne zu Aktion erwiesen, in dem er anführte, es sei nicht die Frage, ob Bundesgenossen gefeiert. Unser braver Khedive, mit würdelich. Die Berufung des zum Tode Verurtheilten ist ver- fondern nur an welchen Maßregeln man im Parlament mit herrschen?! man möchte ihn in Schranken halten, um ihn worfen worden, und der Präsident hat auf das eingereichte arbeiten folle, was jeder Sozialdemokrat ihm zugeben wird. so beffer einschüchtern zu können!... nein, der Kalif und was jeder Sozialdemokrat ihm zugeben wird. Gnadengesuch noch keinen Bescheid gegeben. Wir erklären In ihrer letzten Nummer bringt" Recht voor Allen" eine das für eine Barbarei und Grausamkeit. Nachdem die Notiz, in der die Redaktion den Wunsch ausspricht, die Groninger der Khedive dürfen allein hier herrschen" u. s. w. Was Geschworenen in ihrer blödsinnigen Angst vor dem selbst- Resolution möge durch das Referendum nicht angenommen würde Rouget de l'ale wohl für Augen machen, wenn er geschaffenen Anarchistengespenst sich der Feigheit schuldig große antiparlamentarische Strömung in der Partei besteht; die die egyptischen Fellahs reif sind für die Freiheit, werden geschaffenen Anarchistengespenst sich der Feigheit schuldig werden. Man könne zufrieden sein, daß man weiß, daß eine diese Profanirung seines Freiheitsliedes sehen könnte! Wenn gemacht, einen unglücklichen Frrenhaus- Kandidaten zum Tode persönliche Gedankenfreiheit sei der Redaktion mehr werth als sie sich ihre eigenen Freiheitslieder dichten; sie bedürfen zu verurtheilen, war es die Pflicht des obersten Beamten der der scheinbare Erfolg. Aus der Thatsache, daß Recht voor Allen" dazu feines mit Sultansorden geschmückten internationalen Republik, feinen Augenblick Zweifel darüber zu lassen, daß sich in der Weise drückt, kann man sehen, daß die anarchistisch Geschäftsmannes. er die Vollstreckung des Todesurtheils verhindern gesinnten Elemente immer mehr an Einfluß verlieren. werde. Das war er der Menschlichkeit nicht nur, das war er auch der Ehre Frankreichs und seiner eigenen schuldig. die Wirklichkeit ändern, und bis jetzt haben sich die holländischen fangen- meldet der französische General Dodds Er hat es nicht gethan. Seit drei Wochen spielt er mit Arbeiter in der That als Anhänger der deutschen Parteitaktik triumphirend nach Paris. Ein theuerer Sieg: 1000 fran der Todesqual eines Menschen, und sollte Carnot selbst noch Bings hat sogar das Amsterdamer Arbeitslosen- Komitee sich mit 3ösische Soldaten todt und 20 Millionen Franks verpulvert, gezeigt. An mehreren Wahlen haben fie fich betheiligt und neuerim letzten Moment das Wort der Gnade aussprechen einer Adresse an den Gemeinderath gewandt, was einer indirekten wie die radikale Presse ausrechnet. Und jetzt, da die Franfür seinen Ruf ist es jedenfalls zu spät. parlamentarischen Aktion gleichkommt. zosen den König Behanzin haben, möchten sie ihn wieder Freiheit und Sozialismus. Eins der Steckenpferde, Genosse Troelstra in seiner Broschüre Das Wahlrecht und dingungen, wie sie, ohne Krieg, in Güte noch besser von Ueber die Frage: Was nun geschehen soll? spricht sich los werden. Besten Falls erhalten sie von ihm solche Beauf tenen die Feinde des Sozialismus seit Jahrzehnten bie Sozialdemokratie" aus. Nach seiner Meinung stehen den ihm zu haben gewesen wären. O diese theuere Kolonialhermreiten, ist die Behauptung, der Sozialismus unter Anhängern der parlamentarischen Tattit zwei Wege offen: fie politif! dride die Freiheit. Der französische Renegat, gewesene tönnen entweder eine neue Partei bilden, oder in der Minister und Urheber des vorjährigen Attentats auf die bestehenden Partei bleiben für dasjenige, was diese woh I thun Pariser Arbeitsbörse, Herr Yves Guyot, will, und sich daneben organisiren für dasjenige, was die Die Redaktion der Arbeiterstimme" fommt in Nr. 9 thres hat soeben ein ganzes Buch geschrieben, betitelt: Die Partei nicht thun will. Im ersten Fall werden sie eine mit Blattes aufs Neue auf unsere Mahnungen zurück, sie dreht dabei Ideen von 1789 und der Sozialismus", das die der bestehenden Partei konkurrirende Organisation bilden müssen; aber die Sache so, als hätten wir die schweizerische SozialNichtigkeit dieser Behauptung nachweisen soll. Herr Yves im anderen Fall konturriten sie nicht mit ihr, sondern arbeiten demokratie angegriffen. Das ist ein Klopffechter- Kunststück, gegen ie blos auf der von ihr verlassenen Grundlage und ergänzen das wir Verwahrung einlegen müssen. Unsere Anklage gegen Guyot ist, gleich den liberalen deutschen Sozialistentödtern, ihre Thätigkeit. Letzteren Weg hält Troelstra für den vernünftig die Redaktion der Arbeiterstimme" war ungemein einfach und ein fanatischer Anhänger der Manchesterlehre von der unten; denn es ist nicht wahr, daß die Ziele der parlamentarischen lar; es handelte sich um ihre schon seit längerer Zeit bemerkbare beschränkten Freiheit des Individuums. Das hindert ihn und'antiparlamentarischen Sozialisten verschiedene sein müssen, Animosität gegen die deutsche Sozialdemokratie, und ihre direkte freilich nicht, Schutzöllner zu sein und für Knebelgesete ihre Wege können vielmehr in einem bestimmten Punkt: dem und indirekte Inschußnahme der Krakehlereien der Unabhängigen. gegen die Anarchisten und Sozialisten zu stimmen. Im sozialistischen Ziele, zufammentreffen. So lange wenigstens Die Berichte über die Verhandlungen des vorjährigen interübrigen ist er gerade so oberflächlich wie seine deutschen beide Parteien fozialistisch bleiben. Wenn sie sich jedoch nationalen Arbeiterkongresses, die die Arbeiterstimme" brachte, Kollegen. Seine Freiheit besteht darin, daß der wirth- gegenseitig bekämpfen, so muß immer eine von den beiden legen dafür das schlagendste Beugniß ab. Die Quelle, aus der wir schöpfen, ist also so tlar wie möglich, und Rathschläge, mie schaftlich Starke den wirthschaftlich Schwachen frei" und Parteien den sozialistischen Standpunkt verlassen haben. nach Belieben zu Boden schlägt, und daß der wirthschaftlich den Rath, mit aller Anstrengung den Kapitalismus weiter zu Bebel's in Zürich entnahmen, schließen jeden Zweifel über den Zum Schluß giebt der Verfasser der oben genannten Schrift wir sie neulich der Arbeiterstimme" anläßlich der Versammlung Schwache sich dies gefallen lassen muß aus Achtung vor bekämpfen. Ueber die Art und Weise rede man nicht zu Geist aus, der in der Redaktion der Arbeiterstimme" herrscht. den Ideen von 1789". viel. Derjenige sei der Beste, der am meisten schafft. Wo Also nur teine Verdunkelung der Thatsachen, verehrte Kollegin.wir kämpfen, halten wir die rothe Fahne hoch, worunter Märtyrer gefallen sind und noch fallen werden." Mit der Entwaffnung der Sizilianer geht es nicht nach Wunsch. Selbst Regierungsblätter beklagen es, daß, während die Ordnungsliebenden bereitwillig die Waffen hergeben, diese von den gefährlichen Elementen" nur sehr widerstrebend oder gar nicht abgeliefert werden. Und wie leicht sind Waffen in einem so gebirgigen Land zu verftecken! Erfolgreich entwaffnet sind also blos die Anhänger der Regierung. Die Sachlage ist also eine günstige. Keine Resolution tann " Suchen wir nicht für uns selber Ruhm und Ehre; weder in der Boltsversammlung im Beifall der Massen, noch im parlament in einer ehrenvollen Stellung. Der König von Dahomey, Behanzin, ist ge" " Briefkasten der Redaktion. Fischerei. Das Statut giebt die Fälle der Ausschließung nicht an, also richten Sie sich nach dem dort allgemein giltigen bürgerlichen Recht. Darüber müssen Sie einen dortigen Juristen Das Proletariat leidet schrecklich, auf! zu den Waffen!" Seine Gemahlin hat ihm eben einen Sohn geschenkt, und er zu Rathe ziehen. Fürst Ferdinand ist unter die Wizbolde gegangen. hat dieses freudige Ereigniß seinem Volke" feierlichst ver- S. R., Rigdorf. Klagen Sie nicht. Solche Schäden Die Lokalverwaltungs- Bill, die Sozialisten und die fündet. Dabei sagte er unter anderem: Der Neugeborene find in Geld nicht zu schäßen. Wenden Sie sich an die Agitation gegen die Lords. Hierüber schreibt unser Londoner ist bulgarischer Prinz, Erbe des bulgarischen Thrones, Prinz frühere Arbeitsstelle. Vielleicht war das Zeugniß kopirt und kann Korrespondent: wieder ausgestellt werden. Mit bezug auf die Lokalverwaltungs- Bill wollen die Lorde von Tirnowa, Herzog von Sachsen, Ritter der ersten und Reinhardt, Naunynstr. Unverständlich. Kommen Sie in vor allem die schon verstümmelten Bestimmungen über die zwangs- vierten Klasse des militärischen Tapferfeits- bie Sprechunge weifen Expropriationen von Landstücken für Landarbeiter weiter Drdens und Träger des Kolliers des St. Alexander Langjähriger Abonnent. Wenden Sie sich an den Ober verstümmeln, die Demokratifirung der Armenbehörden abschwächen Ordens. Wir ernennen denselben zum Chef des 4. Jne präsidenten in Kaffel. Für den Inhalt der Jujerate über. Adolph Ernst- Theater. nimmt die Redaktion dem Publikum Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 3. Februar. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauern- Ehre). Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Die Minnekönigin. Verbotene Früchte. Leffing- Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Das Recht auf Glück. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Neues Theater. Der Amerikafahrer. Central- Theater. Herr Coulisset. Berlin 1893. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Borher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Aleranderplatz- Theater. Vitriol. National- Theater. Charley's Tante. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Wintergarten. Spezialitäten Borstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. National- Theater. Allen Kollegen und Freunden die Am Montag, den 5. Februar, Abends 84 Uhr, in den Germania- Sälen, Chausseestraße 103: Nachricht, daß am Sonntag, den 4. d., Vormittags 10 Uhr, der Bautischler Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Heinrich Kietzer von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus begraben wird. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. Ein Stiergefecht in Cadix. Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime, ausgeführt von den spanischen Clowns Hermandos. Neu! Frl. Elsa Zeller, RostümSoubrette. The Willon's, DoppelJongleure. Gefchiv. Gläser, Gesang- u.Jnstrument.- Duettistinnen. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Große Frankfurterstraße 182. Doppelvorstellung zu einfachen Preifen. MorigNovitäten! Novitäten Charley's Tante. Große parodistische Poſſe mit Gefang und Tanz von Hugo Busse. Regie: Mar Samst. Musik von Adolph Wiedece. Vorher: PassageGustav Boden, Oppelnerstr. 13. Todes- Anzeige. Am 1. Februar, Vorm. 9 Uhr, verschied plötzlich mein Bruder, der Töpfer 1561b E. Wolgast. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Februar, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Zionsgemeinde in Neu- Weißensee aus statt. Albert Wolgast, Töpfer, Putbuserstr. 18. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Bruder und Schwager, der Schraubendreher Gustav Göhl Gr. Volksversammlung. Tages- Ordnung: Die Geschichte als Erzieherin! Referent Reichstags- Abgeordneter Wilhelm Liebknecht. Frauen haben Zutritt. 3ur Deckung der Untoften Entree nach Belieben. 454/16 Der Einberufer: Ludwig, Schwedenstraße 2. Achtung! Achtung! Gr. Volksversammlung am Montag, den 5. Februar, Abends 8 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Herrn Fritz Wilke über: Unsere Waffen im Kampf ums Dasein". 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen, besonders der Frauen, ersucht Die Frauen- Agitationskommission. 3460/10 am 1. Februar, Nachm. 2/43 Uhr, im Alter von 22/3 Jahren an d. Proletarierfrankheit gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Febr., Nachm. 1565b Achtung! Steinbildhauer. Oeffentliche Versammlung 3 Uhr, von der Leichenhalle des am Sonntag, den 4. Februar, Vormitt. 10 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Emmauskirchhofes aus statt. Tagesordnung: 1. Der Streit der Steinbildhauer auf dem Plage Carl 148/10 Hugo Lüderitz u. Frau geb. Göhl. Schilling. 2. Verschiedenes. Das Erscheinen ist dringend nothwendig. Die Agitationskommission der Bildhauer Berlins. Gauverein 148/11 Panopticum. Berliner Bildhauer. Verein der Maschinisten u. Heizer Berlins. Allen Kollegen, die zur zweiten Sonntag, 4. Februar, Nachm. 5 Uhr, in den Arminhallen, Im Theater- Saal, ohne Extra- Entree: Nord und Süd, Liederspiel von R. Linderer. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Moriz Play. Etablissement Bla. Buggenhagen. Täglich: Gr. Instrumental- Konzert. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Payenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An den Wochentagen findet das Konzert in den unteren Restaurationsräumen, Entree 10 Pf., Sonntag in dem oberen Saal, Entree 25 Pf., statt. Festlichkeiten 2c. Der Teufel in Berlin. Säle für Verſammlungen, Kommerje, Große Posse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von Eugen Prudens. Musit von A. Wiedecke. Regie: Mar Samft. Rafseneröffnung 61/ a Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm. 3 Uhr, Voltsvor ftellung: Don Carlos. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Bum 7. Male: Iratweil'sche Bierhallen G Kommandantenstr.77-79. Welt. u. größt. Etablissem. Berl. Neues Programm. Herr Coulisset. Täglich von 6 Uhr ab bei Schwank in 3 Aften v. Blum u. Toché. freiem Entree. Exkursion nach der Sternwarte eingeschrieben waren, zur Nachricht, daß der Besuch Sonntag, den 4. Febr., Vormittags 11 Uhr, stattfindet. Treffpunkt: Rest. Schultheiß, Zimmer- und Friedrichstraßen- Ecke. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vormittags 1014 Uhr Rosenthalerstraße 38: Dortrag von Herrn Dr. Wille: Unfehlbarkeit. Kommandantenstr. 20: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. 298/8 Lithographen u. Steindrucker. Es hat sich die Nothwendigkeit herausgestellt, daß zur Aufstellung der Delegirten- Kandidatenliste zur Orts- Krankenkasse unbedingt die Nummer des Rassenbuches angegeben werden muß. Die Vertrauensmänner werden daher ersucht, von den Kandidaten ihres efchäfts die Buchnummern am 5. Februar in die VertrauensmännerSitzung bei Philipp mitzubringen, eventuell schleunigst an den Unterzeichneten einzusenden. Ferner werden die Kollegen ersucht, alle sich für die Gäste sind sehr willkommen.[ 441/6 Sache interessirenden auf diese Annonce aufmerksam zu machen. ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Sonntag, den 4. Februar 1894: Stettiner Sänger Anfang Uhr. Entree 50 Pf. Zum Schluß ( höchster 210/18 Im Auftrage der Kommission. Fr. Scherer, Lithograph, Liegnigerstr. 34 vorn 2 Tr. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen, Mitgliedschaft Berlin. Am Montag, den 5. Februar 1894, Abends 8% Uhr, Alte Jakobstraße Nr. 75: Mitglieder- Versammlung. Lacherfolg!) 458/9 Eine Soiree Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Saffenbach über: Heinrich Heine". 2. Mitgliedschaftsangelegenheiten. Der Vorstand. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis befindet sich Anneustraße 16, Lehmann's. 2. Hof part. bei Ehrenberg. Sierauf zum Berlin 1893, National- Konzert Montag: Viktoria- Brauerei. Revue in 2 Abth. von 2. Leipziger D. Obenlandler Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Tin National- Tracht und Anftreten von bei Dienstag: Böhmisches Brauhaus. 3eutral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. American- Theater. Künstlern. Spezialitäten Oertlidge Verwaltung Berlin G. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen 1. Ranges. Lichtenbergerstr. 16: 305/8 Sonntag, 4. Februar, Vorm. 10% Uhr, Mr. Kauning, Concertmaler. in Bolzmann's Festsälen, Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Borstellung verlooft wird. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Nur noch kurze Zeit! Präuscher's anat. Museum. : Rehlkopftuberkulose, Kehlkopfpolyp, Bruftfellentzündung, Lungenentzündung, Lunge mit Tuber Franziska Häser. fulofe, Herz mit Klappenfehler, Magen Die Bombe, Aftervermietherin im Müll- mit Entzündung, mit Geschwüren, winkel des Sonnenaufgangs" Leber- und Milzkrankheiten. Schußkanal durch fünf Körper, Gladiatorenkampf, täglich für erwachsene Herren, Dienstag und Freitag für Damen. 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Oertliche Verwaltung Berlin H. Sonntag, 4. Februar, Vorm. 10 Uhr, bei Schweitzberger, Köpnickerstraße 3: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1893. 2. Bericht des Delegirten von der in Bouständig neue Ausstattung. Neue Sannover stattgefundenen General- VerEinlagen, u. a. Signorina Varetti, die fammlung. 3. Berschiedenes. tleinste Solotänzerin der Welt. Mitgliedsbuch legitimirt. Außerdem: 4 arab. Schimmel- 1569b Die Ortsverwaltung. hengste, als Fahnenpferde vorgef. v. Direttor Fr. Renz. Hurdle- Race von 20 Pferden. Die hohe Schule, ger. v. Frl. Oceana Renz. Unerreicht! Bentral- KrankenMm. Ella in ihren Lauer- Sprüngen kaffe der Tischler durch 40 Ballons. 3. 1. M.: Frl. Agnes, Jongleurin zu Pferde. Verwaltung Berlin B. Die Trapeztünftlerinnen Gesch. Hoff Mitgliederversammlung mann. Pas de deux, ger. von Miss am Sonntag, den 4. Februar, Rose und Mr. Franconi 2c. Sonntag: 2 Borstellungen, Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei) Parade- Festaufzug und Abends 71/ 2Uhr: Ein Künstlerfest. Preise wie gewöhnlich. Der Circus ist gut geheizt. Vormittags 10 Uhr, ( Dresdener Garten), Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1898. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Morgen, Sonntag, den 4. februar 1894, Vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung der Eisen- und Metalldreher im Lokal des Herrn Ullrich, Waldemarstraße Nr. 75. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Regierungs- Baumeisters a. D. G. Kessler. 2. Dis fuffion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Verbands: angelegenheiten. Die Kollegen der Firmen Butzke, Joseph, Pintsch und Frister& Rossmann sind hierzu besonders eingeladen. Uni zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 281/19 Der Vorstand. ,, Der Sozialdemokrat" Wochenblatt der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abonnements- Preis pro Quartal Mk. 1,20. No. 2 wird am Sonnabend, den 10. Februar früh in den Händen aller Abonnenten und Kolporteure in Deutschland sein. Probenummern zum Sammeln von Abon nenten stehen jederzeit zur Verfügung. 55802* Redaktion und Expedition des ,, Sozialdemakrat" Berlin SW., Beuthstraße 2. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplat größtes Lager Berlins. Muster Kinderwagen bücher gratis. Theilzahlung 19 gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins ha be. F. Metzner. 2. Berichterstattung der Delegirten Don Boltz' Festsäle, S. Alte Jakobstrasse 75, der Generalversammlung in Hannover. 3. Verschiedene Raffenangelegenheiten. Säle zu Festlichkeiten und Versammlungen. Zu den OsterFr. Renz, Direktor. 301/11 Die Ortsverwaltung. Feiertagen stehen noch Säle 3. Abhalt. v. Matinees z. Verfüg. Amt I, 1082. Hierzu zwei Beilagen Verantwortlicher Redakteur: Nobert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 28. Sächsische Gemüthlichkeit.") Sonnabend, den 3. Februar 1894. " " " 1 " 11. Jahrg. her aber hatte auch der Staatsminister von Metzsch über das wickelung der Arbeiter ist, muß dieselbe sobaly Vertrauen dankend quittirt, welches die erste Kammer seiner wie möglich durch Geseze erreicht werden. Die Im gemüthlichen" Sachsen blüht gegenwärtig die bürger- Thattraft" entgegenbrachte. Die Landgendarmerie wird sicher Versammlung hält es für die Pflicht des liche Agitation für Ausnahmemaßregeln gegen die Sozialdemo- verstärkt werden; ein Erlaß, wie der Eulenburg'sche in Preußen Staates wie der Kommunen, diese Reformen tratie besonders lieblich, so daß Herr von Stumm feine helle zur Bekämpfung der Sozialdemokratie ist schon wiederholt" an sofort für ihre eigenen Arbeiter durchzuFreude daran haben wird und vielleicht gar daran denkt, seinen die Behörden gegangen, sodaß also der fächsische Staatsbürger führen." Wohnsiz in ein Land zu verlegen, dessen Bourgeoisie ihm so wahrhaftig nicht mehr sagen kann, er stünde hinter dem Die Vertreter von Fredrikstadt in ihrer wirthschaftlichen sympathisch" ist. Bei der Reaktion gegen unsere Partei hört preußischen zurück. Und was das gefeßliche Einschreiten be- Unwissenheit fürchteten, daß die Reform eine Lohnreduktion und ja der Unterschied zwischen Schwarzweißen und Grünweißen be- treffe, so werde nöthigenfalls die sächsische Regierung nach Berringerung des Kapitalwerthes" mit sich bringen könnte. Für fanntlich fofort auf. Der Vorwärts" hat den" Nothruf" Maßgabe der politischen Bewegung feinen Anstand nehmen" solche Weisheit" vermochten sie aber doch nur wenige zu ge loyaler Staatsbürger aus den Dresdener Vorstädten an den( diese Redewendung ist ausgezeichnet zutreffend!), an zu winnen und so wurde Stilbred's Resolution mit 44 gegen 8 Landtag schon besprochen; aber die Agitation nimmt ihren Fort- ständiger Stelle"( soll heißen bei der Reichsregierung) Stimmen angenommen, und wurde derselben auf Antrag des gang und es lohnt sich, diesen, sowie einige Einzelheiten darauf hinzuweisen, daß es wohl wenigstens der Er- Buchhalter Hostvedt noch folgender Zusatz hinzugefügt: Die aus der Besprechung des Nothrufs" in der ersten sächsischen wägung bedürftig sei, inwieweit weitergehende Versammlung stellt es den angeschlossenen VerRammer etwas näher zu betrachten. legislatorische Maßregeln gegenüber den einen anheim, am ersten Mai einen Demon= Die erste Kammer des sächsischen Landtages hat in ihrer alles Bestehende zersehenden( hu!) Parteien ftrations- 3ug für den Normal- Arbeitstag zu Sigung vom 18. v. Mts. einen Antrag angenommen, nach geboten erscheinen." Deutlicher kann es uns nicht gesagt veranstalten." welchem die Ständeversammlung ersucht wird, die zur Verwerden, was wir von diesen Herren zu erwarten haben. Auch hinsichtlich des Wahlmodus siegte die von den Sozia mehrung des Landgendarmerietorps für die Um- So steht's jetzt im„ gemüthlichen" Sachsen. Unseren Ge- liften vertretene Anschauung und lautete die angenommene Resogegend Dresdens nothwendigen Mittel zu bewilligen, wegen der nossen erwächst aus dieser Sachlage die Pflicht, das Volk zeitig lution dahin, daß die Storthingswahl eine direkte zur Beseitigung dieser Mißstände erforderlich erscheinenden Maß auf die Attentatsgelüfte der Herrschenden hinzuweisen, durch sein solle und an einem gefeglich zu be= nahmen, vielleicht Gewährung von Staatsbeihilfen an die in diesen Hinweis tüchtig für die Ausbreitung unserer Ueber- it immen den freien Tage stattzufinden habe. Rede befangenen Gemeinden zum Zwecke der Verstärkung zeugungen zu sorgen, die ja richtig sein müssen, wenn man er- Ferner, daß die Kommunalwahlen geheime und direkte sein ihrer Polizeiorgane der hohen königlichen Staats- lärt, sie nur mit Gewaltmitteln bekämpfen zu können, auf der sollten und die größeren Wahlkreise in fleinere eingetheilt regierung befürwortenden Vortrag erstatten zu wollen." So anderen Seite aber auch durch Zucht und straffe Disziplin dafür werden. verzopft der Stil dieses schönen Beschlusses ist, so rück zu sorgen, daß durch nußlose und rohe Ausschreitungen, die ständig sind die Anschauungen, denen er entspringt. Das immer zu verdammen sind, kein Vorwand zur Gewaltspolitik geEine paßt vorzüglich zum Andern. Man kann den hohen Herren liefert wird. Dann können wir der Entwickelung der Dinge mit ihre Entrüstung schließlich gar nicht übel nehmen, sondern nur Ruhe entgegensehen. inniges Mitleid mit ihrer totalen Hilflosigkeit empfinden. Ein Kammerherr von Burgt jammerte in der Debatte urkomisch dar über, daß er schon in den 60er Jahren zu Frankfurt und Paris „ nur deshalb insultirt worden sei, weil er einen Zylinder getragen und in einem Wagen gesessen habe." Er sei der Lezte, der nicht zugestehe, daß die Gegensäße zwischen Arm und Reich sich verschärfen; aber mit dem bloßen Anfeinden verbessere man diese Zustände nicht. Dieser Mann mit dem Zylinder ist das Urbild der hilflosen Ständeherren". " Parteinachrichten. Für den Parteitag der österreichischen Sozialdemofratie, der, wie wir bereits gestern mittheilten, für den 25. März 1894 nach Wien einberufen ist, ist von Seiten der Parteileitung vorläufig folgende Tagesordnung festgesetzt worden: Nach der Wahl des neuen Vorstandes wurde noch einstimmig die Resolution angenommen:„ Es ist die Aufgabe des Vorstandes dafür zu wirken, daß die vom Arbeiterfongreß gefaßten Beschlüsse in möglichster Ausdehnung durchgeführt werden; besonders wird der Vorstand ersucht, dahin zu wirken, daß die Stimmrechtsfrage, die Altersversorgung und die Geltendmachung der Vereinigungs-, Versammlungs- und Stimmfreiheit der Arbeiter in das Programm der Linken aufgenommen werde."(!!) Das Interessanteste an diesem Kongreß ist, daß auch eine Vereinigung, die im Grundprinzip auf antisozialistischem Boden zu stehen behauptet, in ihren praktischen Bestrebungen mit den ersten und nächsten Zielen der Sozialdemokratie Hand in Hand geht und daß in Norwegen die radikale, aber fapitalistische Linke einzusehen beginnt, daß sie diese Forderungen anerkennen muß, wenn nicht die gesammte Arbeiterschaft schon jetzt ins Lager der Sozialisten übergehen soll, was infolge der noch nicht genügend erſtarkten sozialistischen Organisation noch nicht der Fall ist. So gelangen eine Reihe der Forderungen unserer Partei bereits zur Anerkennung, ehe wir noch die Uebermacht gewonnen haben. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Dem, gemüthlichen" Sachsen nachzustreben scheint in der Absicht des badischen Bezirks ants Freiburg zu liegen. Genosse Gec aus Offen= burg sollte gelegentlich eines Vortrages den Gendarmen verhöhnt" haben. Das soll durch die Aeußerungen: „ daß( bei Umgestaltung der Staatsordnung nach dem Programm der sozialdemokratischen Partei) man in einer Versammlung keinen Gendarmen mehr neben sich fizzen haben werde; in einer Versammlung des künftigen Staates habe selbstverständlich auch der Wachtmeister das Recht zu sprechen, während er jetzt nur dasigen und nicht sprechen dürfe," Man weiß, daß sich der Gegensatz zwischen Arm und Reich 1. Parteibericht. 2. Organisation. 3. Das allgemeine Wahl fortwährend verschärft; aber man hängt zu sehr am eigenen recht und der Generalstreik. 4. Der Achtſtundentag und die Reichthum, der das Leben so schön und bequem macht, und man Maifeier. 5. Der Arbeiterschutz und das Parlament. a) Reform weist deshalb alle Reformen ab, welche den Gegensatz mildern der Gewerbe- Ordnung. b) Ausdehnung der Unfallversicherung. und beseitigen tönnten. Hinterher aber wundert man sich dar- c) Die Bruderladen. 6. Die Parteipresse. 7. Neuwahl der Parteiüber, daß als Folgeerscheinungen des zunehmenden Massen- vertretung. 8. Sonstige Parteiangelegenheiten. elends Verbitterung und Empörung beim darbenden Volke Play Die Verhandlungen werden voraussichtlich eine volle Woche greifen, die sich, wir leugnen es gar nicht, dann und wann in in Anspruch nehmen. Die Form wird, wie bisher immer, die Erzeffen und Rohheiten Einzelner äußern, die aber von der der auf geladene Gäste beschränkten Versammlung(§ 2 B.-G.) Bourgeoisie gewohnheitsmäßig übertrieben werden und für die sie, sein. Anträge sollen noch vor dem 1. März an den Parteinicht wir, verantwortlich ist, weil sie einer Hebung der unteren fekretär Gen. J. Neumann, Wien VI, Amerlinggaffe 5, Voltsschichten zu Wohlstand und Bildung beharrlich Widerstand eingereicht werden. leiftet. Der konsequente Ausdruck dieser Unfähigkeit zu Reformen ist dann die Stimmung, welche ein anderer Kammerherr" Norwegischer Arbeiterkongreß in Stien. Dritter Tag in der beregten Sizung ganz richtig schilderte: daß man den Nach Berlesung eines Berichts über die Verbandsthätigkeit der Dingen ihren Lauf lasse, auch wenn zunächst die Revolution drei letzten Jahre, aus dem hervorging, daß e Organisation tomme." Soll uns auch recht sein dafür, daß die nach der nun 14 Städte und 64 Landesverbände mit etwa 13 000 MitRevolution erhoffte Reaktion nicht eintritt, forgen schon die gliedern umfaßt, wurde beschlossen, den Namen der Organisation: Verhältnisse. Neben den„ geistigen Waffen", die in Verstärkung Der vereinigte norwegische Arbeiterbund" izubehalten. Dann der Landgendarmerie und Polizei bestehen, durfte natürlich die entspann sich eine lebhafte Debatte, ob auch Vereine, die einer Knebelung der Arbeiterpresse durch die Gerichte nicht fehlen. anderen Organisation angehörten, beitreten dürften. Die Ein Herr von und zu Trüßschler meinte, man habe das Gefühl, Sozialisten Bang und Stilbred traten lebhaft hierfür ein, auch daß gegen die Ausschreitungen der sozialdemokratischen Presse Waseng wünschte es aus ideellen Gründen. Aber die Furcht, geschehen sein. Es ließ sich trotz aller Dehnbarkeit unserer nur relativ selten Anklage erhoben werde." Sachsen ist also ein daß die Sozialisten, wenn sie als ganze Verbände der Organi- Strafgesetzbuch- Paragraphen jedenfaus teiner finden, auf welchen wahres Eldorado der Freiheit für unsere Redakteure! Schade nur, sation beitreten, bald die Uebermacht haben würden, brachte die hin eine Anklage hätte geschehen können und da dem gekränkten daß die Betheiligten so wenig davon merken. Die fede Behauptung Angstmeier dazu, einen Antrag, welcher die Möglichkeit des Ein- Gesetzesmann doch unbedingt Genugthuung werden mußte, so war auch nur ein Fühler, der ausgestreckt wurde und ganz die tritts dieser Verbände schaffen sollte, mit 44 gegen 18 Stimmen unternahm man es, das Verbrechen durch eine polizeiliche richtige Stelle traf. Denn der Justizminister erhob sich also- abzulehnen, von welch letzteren höchstens die Hälfte Strafverfügung zu fühnen. Geck wurde mit 50 Mark bald, um zu erklären, daß das Ministerium zwar nicht in der Sozialisten waren.( Es ist damit dieses Mal der Versuch, den Polizeistrafe belegt, wird aber natürlich, um diese liebliche Lage sei, den Gerichten ihre Entscheidung vorzuschreiben, die norwegischen Arbeiterbund ganz unter sozialistischen Einfluß zu Methode nicht erst zur Blüthe zu bringen, richterliche EntGerichte feien ja ganz selbständig!" Aber das Justiz bringen, leider noch gescheitert.) Es wurde nur der Antrag an scheidung beantragen. ministerium, werde, wie es seither schon ge- genommen:" Der Landesverband bildet eine gemeinsame Organi- Es wird immer schöner in Sachsen. Mit than habe, auch fünftighin jederzeit etwaige fation für alle Arbeitervereine des Landes, welche sich zu seinem Riesenschritten nähert man sich dort den polizeilichen Machenunrichtige Rechtssprüche wenigstens außer Programm bekennen(!) und demselben beitreten. Seine Aufgabe schaften sozialistengefeßlicher Zeit. In einer Versammlung in amtlich(!!) er könne nicht sagen torrigiren, ift: bazu beizutragen, den norwegischen Arbeitern volle bürger- Ottendorf- Okrilla wurde dem Parteigenossen Hünig, aber doch die betreffenden Richter auf ihren liche Rechte zu verschaffen und ihre ökonomischen Verhältnisse zu der das Wort in der Debatte ergreifen wollte, dieses von dem überStandpunkt aufmerksam machen." beffern.( Diese Leute glauben noch, bei dem tapitalistischen wachenden Beamten von vornherein entzogen. Desgleichen verEines Kommentars bedarf diese Erklärung nicht. Sie ent- System eine wirkliche Besserung herbeiführen zu können.) bot der Ueberwachende dem Vorsitzenden der Versammlung, seine hält das offene Eingeständniß der Abhängigkeit der fächsi Schließlich wurde beschlossen, daß alle drei Jahre Kon- Handlungsweise irgend einer Kritik zu unterziehen, widrigen schen Gerichte von der gegenwärtigen, reaktionären Regierung greffe stattfinden sollten. Hierauf kam der Norma l- falls er die Versammlung auflösen werde. So etwas ist seit und zerstört in einer Weise, wie sie uns gar nicht willkommener Arbeitstag zur Diskussion. Die Debatte eröffnete den Tagen des Sozialistengesetzes auch in Sachsen noch nicht sein kann, das Mährchen von der Unparteilichkeit der bürgerlichen der Sozialist Skilbred, der folgenden Resolutionsantrag dagewesen. Es ist völlig ungefeßlich. Das sächsische VereinsRechtsprechung in einem bürgerlichen Musterstaate. Schon vor befürwortete: Da die Einführung des acht und Versammlungsgesetz gestattet es, daß einem Redner, der stündigen Arbeitstages von größter Be Ausführungen macht, die zu Gefeßesübertretungen oder unfittdeutung für die geistige und körperliche Ent- lichen Handlungen verleiten" können, das Wort entzogen wird. *) Raummangels wegen verspätet. Unternehmergewinn bei Staatsbauten. Welche Riesensummen bei Errichtung von Staatsbauten mühelos von dem profithungrigen Unter nehmerthum in die unergründlich tiefen Taschen gesteckt werden, zeigt die Bildhauer- Zeitung" in zwei Artikeln, welche sich mit den Entbehrungslöhnen" der Steinmetz Innungsmeister am ftolzen Reichstagsbau" beschäftigen und noch außerdem für weitere Kreife Interessantes genug enthalten. Wir entnehmen ihnen folgendes: " " 1 V Geld verarbeitet war und das plötzliche Einstellen der Arbeit an man ihnen die Arbeiten( und den daraus resultirenden Gewinn) den erst zu drei Viertel ausgearbeiteten Stammbäumen zur Folge entzöge, sich der Preis der Steine bedeutend höher stellen batte zur Freude sämmtlicher Gegner der Regie Arbeiten, würde, wenn nicht überhaupt in Erwägung zu ziehen sei, die Dornehmlich der Herren Innungsmeister. Lieferung des Materials dann ganz zu verweigern--!- Auch Das plögliche Einstellen der Regie- Bildhauerarbeiten war ein Schauspiel für-- Patrioten! eine Rüdsichtslosigkeit sondergleichen gegen die davon betroffenen Das Ende vom Liede war ein Kompromiß und um auf Steinbildhauer, und zwar in einer der ungünstigsten Arbeits- feiten der Reichstags- Bauverwaltung nicht ganz zu unterliegen, perioden, wo noch genug innere Arbeit vorliegt, und hätte an wurde wenigstens eine kleine Anzahl von Bildhauern in Regie einem solchen Bau bei einigermaßen gutem Willen vermieden beschäftigt." werden müssen. Daß des österen ein Auge zugedrückt und Wurde dort nicht, wie auf den Steinmetzplägen, mit dermangelhafte Arbeiten troß der enormen Preise so mit durch- selben wahnsinnigen Haft und Flüchtigkeit gearbeitet, die das geschmuggelt wurden, bei Abnahme der von den Unternehmern System des Akkordlohns mit sich bringt, so gereicht dies den Daß wir in der Aera der staatlichen Rapitalisten züchterei gefertigten Bildhauerarbeiten, ist in Fachkreisen öffentliches Ge- Kollegen nur zur Ehre, da sich jeder einzelne zur Pflicht machte, stehen, ist leider eine allzu traurige Thatsache, daß aber ein Bau, heimniß. die Regie- Arbeiten zu möglichst hoher fünstlerischer Vollendung wie der Reichstagsbau, ganz besonders als melkende Ruh von Die am Mittelbau der Ostseite stehenden, unter künstlerischer zu bringen. den Herren Unternehinern betrachtet wird, an welchem die Plus. Oberleitung ausgeführten Trophäen haben denn auch den Bei- Alle Wuth und alle Maßregeln" von jener Seite werden macherci dieser Herren wahre Orgien feiert, verdient aufs schärfste namen Klempnerarbeiten" erhalten. Daß diese Manipulationen die klaffenbewußten Bildhauer nicht abhalten, den Unternehmern perurtheilt zu werden. Nichts ist diesen Unternehmern, den lehr von Fachkennern bemerkt worden sind, geht aus den Worten des und ihren Helfershelfern den Spiegel vorzuhalten und den Kol lingszüchtenden Innungsmeistern, sowie einigen patriotischen" Herrn Baurath Wallot hervor, welcher bei Gelegenheit einigen legen und dem Publitum zu zeigen, welcher Art der Patriotismus Künstlern heilig weder Prinzip, noch Runft, alles, alles unternehmern Regie- Bildhauerarbeiten zeigte und dabei äußerte: jener Herren ist. Wenn nur der Gewinnst ein halbwegs annehm wird mit Füßen getreten, was sich ihrer Profitgier in den Meine Herren, sehen Sie, das sind wirkliche Bildhauerarbeiten!" barer, lassen sie Vaterland und Monarchie zum Teufel fahren!" Weg stellt! " Die höhere, bessere" Einsicht der maßgebenden Behörden, Dem gegenüber verweist die Bildhauer- Zeitung" auf das An einigen Arbeiten berechnet die erwähnte Zeitung, daß noch mehr aber das gegenwärtige Produktionssystem, lassen es 2003 der ausgebeuteten Arbeiter in der Steinbranche, die ihre innerhalb eines verhältnißmäißg furzen Zeitraumes der Ber- leider nicht zu, daß bei derartigen Bauten das Prinzip der Regie- Gesundheit bei dieser ungesunden Beschäftigungsart opfern müssen, dienst der Herren Innungsmeister zirka 100 000 Mart arbeit allgemein durchgeführt wird. Ueber die Regiearbeit sagte um die Reichthümer jener Herren vergrößern zu helfen. betragen habe und fährt dann fort: Da ist allerdings der alte Hof- Baurath Demmler in Schwerin trefflich:" Die Ar die Hetjagd fegreiflich die diese Herren auf die Bild- beiten können in eigener Regie und Sicherheit solid gemacht hauer Arbeiten am Reichstags Bau machten, dieselben werden, während die Leistungen der Unternehmer hinsichtlich der Herren, welche seiner Zeit den Steinmetzstreit vom Baune Materialien und der technischen Ausführung häufig viel zu brachen und hunderte von Steinmetzen monatelang brotlos wünschen übrig laffen. Auch sind künstlerische Absichten leichter machten, nur um ihre Macht als Innungsmeister zur vollen dabei durchzuführen. Ebenfalls ist es vortheilhaft, wenn der Geltung zu bringen. Ebenso erklärlich ist es denn auch, dirigirende Architekt im Laufe des Baues Veränderungen in den wie diese Herren die Regie Bildhauer Arbeiten, grundlegenden Bauriffen oder Abweichungen von Detailzeichnungen die von der Reichstags Bauverwaltung direkt übernommen nöthig hält, er in nichts daran gehindert wird zc." wurden, zu unterdrücken suchten und hierbei in entgegen- Liegen alle diese Vortheile nicht auf der Hand und sollte tommenster Weise von Herrn Volte, dem von Süddeutschland es nicht wünschenswerth sein, dieses Arbeitssystem allgemein durch ( München) herangezogenen Leiter unterstützt wurden. Um nämlich zuführen? " den Unterschied der Preise zwischen den Arbeiten, welche die Unter- Was sehen wir dagegen für ein Schauspiel am Reichsnehmer ausführten und den Regie- Arbeiten nicht zu enorm erscheinen tagsbau? zu lassen, wurden letztere dadurch vertheuert, daß die Arbeit zum Als die Verwaltung sich mit der guten Absicht daran machte, zweiten und dritten Male in ganz nuglofer und unpraktischer die Bildhauerarbeiten in Regie zu vergeben, trat der Ring der Weise entweder neu herstellt oder Ueberarbeit" eintrat. Am auf- Steinmegmeister in Wirksamkeit und es zeigte sich, daß diese fälligsten geschah dies an den beiden historischen Stammbäumen Herren die Situation beherrschten und als die Besizer der in am Mittelbau der Westfront, bis schließlich das bierzu bewilligte Frage kommenden Steinbrüche einfach erklärten, falls Die mörderischen Wirkungen des Steinstaubes und die Unbilden der Witterung bringen unsere Kollegen im frühesten Mannesalter in die Gruft. Erwiesenermaßen sterben 90 pCt. aller Steinarbeiter frühzeitig an Lungenschwindsucht. Die letzten Jahre haben bei den Bildhauern dies vollauf bestätigt. Und so mancher brave Kollege hat schon den Keim des. Todes in sich, so daß sich die Verlustliste in kurzer Zeit noch vergrößern wird. Wieviel Arbeiter, Zimmerleute und Maurer haben aber außerdem an diesem Bau ihren Tod durch Abstürzen und Erschlagen gefunden? 12 Familienväter sind es, soweit wir orientirt sind, die bis jetzt im Dienste der Unternehmer an. diesem Bau verunglückt sind. Mögen uns diese gefallenen Genossen immer daran mahnen, daß unsere erste und heiligste Aufgabe sein muß: die Organi fation zu festigen und dazu beizutragen, daß ferner eine Gesell schafts- und Wirthsschaftsordnung beseitigt werde, welche Auswüchse, wie die geschilderten, zeitigt. Nirgendwo aber selbst in diesem urreaktionären Gesetz ist der Polizei ein Anhaltspunkt dafür gegeben, daß sie einem Staatsbürger ganz nach ihrem Belieben das Reden überhaupt verweigern, ihn politisch mundtodt machen darf. gebracht: welcher er " Lokales. folwieder " „ und hochschwangere Tochter der Entbindungsanstalt der Charitee zu belagert. Die Leute warteten wohl über eine Stunde lang, der überliefern". Am 13. d. M. begab er sich wieder dorthin, um Hauswirth war immer noch nicht zu Hause, wie es hieß. Einige, fich nach dem Befinden seiner Tochter zu erkundigen, mußte die trotzdem in's Haus hineingegangen waren, tamen unverrichaber unverrichteter Dinge wieder von dannen ziehen, denn die teter Sache wieder zurück. Da drückte sich ein Mann in SchuhOberwärterin hatte nur einen nichtachtenden Blick für ihn. mannsuniform, jedoch mit der Mütze bekleidet, durch die Menge, Nach vier Tagen begab er sich wieder in die Charitee und bekam und es dauerte kaum 10 Minuten, da kam er lächelnden Antliges nunmehr seine Tochter zu sehen und zu sprechen. Von dieser aus dem Hause heraus und hinter ihm ließ sich eine Stimme erfuhr er zunächst, daß dieselbe im Laufe der Woche nach ihrer vernehmen: Die Stelle ist besetzt! Die Wartenden konnten erfolgten Entbindung eine Postkarte an ihn gerichtet habe, die gehen und Betrachtungen über die staatserhaltende Natur unserer Die sozialdemokratischen Stadtverordneten haben indessen bis dato noch nicht in seine Hände gelangt ist. Be- Hauswirthe anstellen, die sich darin äußerte, daß bei Vergebung genden Antrag bei der Stadtverordneten- Versammlung ein- greiflicherweise trug der Vater Verlangen, von seiner Tochter eines Hausverwalterpostens ein Mann in sicherer Stellung dem über so Manches Auskunft zu erhalten und um nicht stehenden wirklich bedürftigen vorgezogen wird, wenn der Mann mit sicherem Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht den Magistrat, Fußes die längere Unterhaltung zu pflegen, fab er sich nach Brot nur ein schneidiger Schußmann ist. mit ihr in gemischter Deputation über die Schaffung einer meisthin dienendes Möbelstück, so da Stuhl genannt ist, war rämpfung der öffentlichen Sittenlosigkeit", Verbandszeitung einer einer Siggelegenheit um, Vergebens! Ein solchen Zwecken ,, Tugendwächter". Das Das Korrespondenzblatt zur Be Organisation zu berathen, welche den Zweck hat: 1. durch die Aufnahme und Fortführung einer Arbeitslosen- nicht zu entdecken. Zu des Mannes unendlicher Freude gelang großen Zahl von„ Sittlichkeitsvereinen", jammert in seiner Statistik die thatsächlichen Verhältnisse in bezug auf Umfang und es schließlich dennoch, ein solches in einem Krankenhause höchst letzten Nummer stärker als je über die immer mehr um sich überflüssiges Inventarstück herbeizuschaffen. Doch die Freude Dauer der Arbeitslosigkeit festzustellen, und 2. durch die Beschäftigung Arbeitsloser bei städtischen Ar- währte nicht lange, denn als der Mann sich des Stuhles bebiente, greifende Unfittlichkeit". Bei dieser Gelegenheit versucht es einmal, zu beweisen, daß Unfittlichkeit" und in „ umstürzlerische" Bestrebungen einem inneren beiten und in städtischen Betrieben der in immer wachsendem brach er mit demselben zusammen. Zum Sigen war der Stuhl Bu Umfange hervortretenden Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zu denn die Lagerstätten der armen Wöchnerinnen war in ähnlicher offenbar nicht bestimmt. Nun, der Mann fonnte sich trösten, sammenhange mit einander stehen. Die Verrohung fteuern. der Sitten", meint das Blättchen, die MißBerfassung. Dieselben ruhten in eifernen Bettstellen, welche achtung des Menschen nimmt zu. Die Werthschägung Arbeiter- Bildungsschule. Diejenigen Mitglieder, die ge- unten mit Stricken zusammengeschnürt waren. Auf diesen also des Familienlebens und der Ghe finft immer mehr... Aa' willt sind, an einem Kursus in der ganz vereinfachten Arends hergestellten Bettböden war ein Strohsack plazirt, dessen Füllung die echten Edelsteine, die bisher als schönster Schmuck deutschen schen Stenographie theilzunehmen, werden gebeten, heute Abend aus einem strohartigen Gemengsel bestand, eine für Wöchnerinnen Wesens galten, finden kaum noch Beachtung. Aber die Saaten, 81%, Uhr in der Reichenbergerstr. 133 zu erscheinen. Der Unter- allerdings sehr zuträgliche Lagerstatt. Weiter erfuhr der Vater die der Umsturz Tag und Nacht mit tausend geschäftigen Händen richt wird unentgeltlich ertheilt und dauert sechs bis acht Stunden. von seiner Tochter, daß das Effen unzulänglich und oft unge- ausstreut, fallen allerorts in tiefgelockerten Boden und reifen Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. nießbar, das Esgeschirr unsauber sei, turzum, daß auch hier Kammerknechte. Mit dem Stempel Kabinet Ihrer Majestät ißände bestehen, wie sie bereits des Desteren in der Deffent- überschnell zur Verderbensernte. Wie könnte es auch anders der Kaiserin und Königin" versendet der Oberhofmeister Freiherr lichkeit befannt gegeben und gerügt worden sind. Infolge dessen sein? Gin Bolt, in dem Gottes sechstes Gebot mit Füßen gev. Mirbach eine Zuschrist an die bürgerlichen Zeitungen, in übergab der Vater am nächstfolgenden Tage, am 18. Januar, treten wird, kann unter dem verthierenden Einfluß dieser Sünde zuletzt feine Autorität mehr gelten laffen im Himmel ... Wo wir nicht bauen und halten und „ Kaiser Wilhelm Gedächtnißkirche" Anstoß nimmt und es den eine Tochter, welches der Portier auch sofort nach der betreffen- fämpfen und werben, da sind die Sozialdemokraten und Anaran unserem Mittwochsgeplauder in Sachen der beim Brother der Anstalt ein Packet mit leichten Gßwaaren für und auf Grben. gutgesinnten Redaktionen anheimstellt, diesem Artikel entgegenden Station sandte. Am 20. Januar besuchte der Vater seine zutreten und daraufhin ein einmüthiges Vorgehen aller wohl- Tochter wiederum und erfuhr nunmehr, daß derselben das Packet chiften und Materialisten jeglicher Spielart unablässig an der gesinnten Berliner ohne Unterschied der Partei und des Bekenntnisses, mit Eßwaaren nicht ausgehändigt worden sei. Auf energische Arbeit. Deren Werbetrommel gellt und lärmt unaufhörlich durch bie Lande. Und wohin sie die Völker, auch unser Volk, führen, sowie der städtischen Behörden anzuregen". Unsere sanften Siebe Nachfrage nach dem Verbleibe des Packets brachte die Oberpflegerin die Lande. Und wohin sie die Wölfer, auch unser Volk, führen, die von dem Verbrecher Baillant, der wohlgemertt auch haben also gesessen. Leider scheint es aber mit der guten Ge- dasselbe schließlich zum Vorschein, warf dem Manne dasselbe auf ein Ghebrecher war, unlängst in die französische Kammer Bombe redet laut genug davon." finnung der dem den Hals er geschrieben den bürgerlichen Blättern nicht weit her zu sein. Wenigstens" Umgang mit Menschen" sicher nicht entnommen waren. Als niedergeschleuderte schweigen sich mit Ansnahme zweier, fämmtliche Berliner Inspektor zu Hilfe, und nun entspann sich in dem Zimmer der schweigen sich mit Ansuahme zweier, sämmtliche Berliner ihr in geziemender Weise gedient wurde, holte sie sich den Haus- Wenn der Verfasser selber glaubt, was und wir nehmen an, daß er es wirklich glaubt, so eindann muß man sich nur Morgenblätter über das Rundschreiben des freiherrlichen Wöchnerinnen eine Szene, die sicher wohlthuend auf den Gefund fältig sein Geschreibsel auch ist, Stürmers und Drängers gründlich aus. die auf den Aufruf zur simultan-patriotischen That ein heitszustand der armen Dulderinnen wirken mußte. Von unseren wundern, daß er sich nicht schleunigst in Sicherheit bringt; denn gehen, behandeln die Sache allerdings recht verschiedenartig. Gewährsleuten, sowie von anderen Augenzeugen werden uns wenn jeder Ghebrecher, jeder, der das sechste Gebot verletzt hat, Während die Bolts Beitung" dem Freiherrn furz und weiter Mittheilungen gemacht, betreffend die Behandlung der in Zukunft zur Bombe greifen sollte, dann würden bald bündig zur Thür hinaustomplimentirt, ergreift das andere Wöchnerinnen und der Neugeborenen, welche hier wiederzugeben fehr reiche und sehr vornehme", sehr gebildete" und sehr fromme" Leute unter die Bombenwerfer bürgerliche Organ, es ist dies der Börsen- Gourier", mit wahrer wir Abstand nehmen müssen, die aber darthun, daß die Behand- auch sehr Wolfsgier die Gelegenheit, um nach oben hin zu zeigen, daß es lung eine menschliche, auch nur angemessene nicht genannt wer- gehen müssen, und des Bombemverfens wäre schließlich kein tros feines in höchsten Kreisen übelbeleumdeten Ghetto- Geruchs den fann. Es scheint, daß auch hier bezüglich der Patienten Ende. Der lamentirende Artikelschreiber des„ Korrespondenzblatt" bei jeder Stonjunttur patriotisch und königstreu sein fann. Ob dieselbe Auffassung vorherrschend ist, wie bezüglich der Kranten brauchte, wenn er mit feiner Behauptung vom Zusammenhang dem Freiherrn von Mirbach, der in der ihm aufgetragenen An- der syphilitischen Abtheilung. Von dem Vater der in Rede der Berachtung des sechsten Gebotes mit dem Bombenwerfen Recht gelegenheit zwar nicht besonders taktvolt, aber immerhin doch stehenden Wöchnerin ist Beschwerde beim Minister für geistliche hätte, sich gar nicht weit umzublicken; er brauchte nur zuzugreifen, um fofort ein halbes Dußend sehr sittliche" und sehr mit einem in seinem Sinne verdienstvollen Eifer handelt, der und Medizinal- Angelegenheiten erhoben worden. fromme"( Herren zu faffen zu friegen, von denen er nach neuerstandene Mitkämpfer und Bundesgenosse" besonders beGewerbegerichtliches. Wenig bekannt ist noch, daß bei seiner Theorie befürchten müßte, daß sie den Vaillanthagen wird, möchten wir trotz der freiherrlichen Devise ohne Klageobjekten unter 150 M. Bollmachten für etwaige Prozeß schen Kochtopf bereits unter der Kutte tragen. Unterschied der Partei und der Religion" doch nicht so ohne vertreter, die an sich nicht stempelpflichtig sind, der Stempelpflicht besinnt sich der Herr nicht auf die unterschiedlichen Geistlichen, weiteres behaupten. Hören wir, wie das führende Organ der unterliegen, wenn aus ihnen die Höhe des Objekts nicht hervor Hausväter, Lehrer u. s. w., die in den letzten Jahren wegen der Burgstraße seine Rolle herunterschnarrt: " Der sozialdemokratische Vorwärts" ist sehr entrüstet darüber, geht. Das Gericht veranlaßt dann die Stempelung. Um dies niederträchtigsten Sittlichkeitsvergehen, die sie an wehrlofen, ihrer zu verhindern, brauchen Parteien, welche sich vertreten lassen, Obhut anvertrauten Kindern begangen hatten, eingesteckt worden daß man sich bemüht, für einen Beitrag der Stadt Berlin zum nur an die Spitze der Vollmacht sehen: Klageobjekt unter 150 m., find? In dem„ Korrespondengblatt" allerdings, das sonst über Ausbau der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche Stimmung zu oder auch einfach bles die Klagesumme angeben. Bei Objekten jeden, auch den geringsten Frevel am sechsten Gebot ſehr machen, und daß insonderheit der Ober- Hofmarschall der Kaiserin von mehr als 150 M. ist bekanntlich die Stempelung nothwendig. eingehend berichtet und den Frevler an den Pranger Freiherr von Mirbach in dieser Richtung thätig ist. Daß das Die Stempelgebühr beträgt 1,50 M. stellt, wird man eine Besprechung der meisten der von genannte sozialdemokratische Organ seiner Entrüstung nur rüpelGeistlichen, Hausvätern, Lehrern u. s. w. verübten Sittlichkeitshaften Ausdruck zu geben weiß, entspricht seinem Geschmack und Auch ein Nothstand. Recht lehrreich und interessant ist vergehen vergeblich suchen. Die Redaktion des Korrespondenzseinen Gewohnheiten. Dergleichen darf man ihm nicht übel die neueste amtliche Statistik über die Veranlagung zur Ein- blatt" liest die Tageszeitungen aller Parteien, auch den Vornehmen. Daß das genannte Blatt den Freifinn im innersten tommensteuer im preußischen Staate. Nach den Ergebnissen derwärts", wie sie in jeder Nummer zeigt, mit großer AufmerkſamGrunde seines Herzens vaterlands- und königstreu" nennt und Selbsteinschätzung ist als reichster Steuerzahler in Preußen ein feit. Die Annahme, daß ihr gerade die meisten der from men" damit eine Schmähung auszusprechen glaubt, ist gleichfalls ohne Mann in Dortmund zu betrachten. Derselbe hat sein Einkommen Sittlichkeitsverbrecher entgangen sein könnten, muß also zurück. Bedeutung und verdient feine besondere Erwähnung. Die Aus- für das Steuerjahr 1893/94 auf 8,23 Millionen berechnet. Im gewiesen werden. Unsere Leser mögen darnach beurtheilen, was laffung des„ Borwärts" schließt aber mit den Worten die Vorjahre hatte sich derfelbe noch mit einem jährlichen Einkommen von diesen„ Tugendwächtern" und ihrem Kampfe gegen die Proletarier brauchen ja nichts zu bewilligen, sie brauchen nur zu von rund 11 Millionen eingeschätzt. Man sieht, die fortschreitende Unfittlichkeit zu halten ist. Wenn diese Leute dann noch einen zahlen" und das erfordert eine Erwiderung. Proletarifirung ergreift nun auch schon die Millionäre, denn nach Busammenhang zwischen„ Unfittlichkeit“ und„ umstürzlerischen" „ Es ist eine Fabel, daß der Proletarier nichts zu bewilligen der Differenz in der Einschäßung hat der Arme einen Verlust Bestrebungen beweisen wollen, so ist das entweder, wie bereits und nur zu zahlen habe. Wenn die Stadt Berlin einen Beitrag an Einkommen von über 2 Millionen Mark erlitten. Herr bemerkt, sehr einfältig oder sehr fed. Jene vom„ Korrespondenzleistet für die Kaiser Wilhelm Gedächtnißkirche, so hat bei der Krupp in Effen hat indessen keinen Verlust zu beklagen. Im blatt" meist mit Stillschweigen übergangenen Sittlichkeits Bewilligung der Proletarier in seiner Vertretung durch die Gegentheil! Nach seiner Berechnung hat sich sein Einkommen verbrecher predigten nicht den Umsturz", sondern das sozialdemokratischen Stadtverordneten wohl mitzusprechen, seit dem vorigen Steuerjahre uni 440 000 m. erhöht und hat er Wort Gottes, sie waren nicht Sozialdemokraten, Anarchisten aber zu zahlen hat er ganz und gar nichts. Der sich demzufolge pro 1893/94 mit einem Einkommen von über Proletarier liegt auf dem Säckel der Stadt Berlin als ein 7 190 000 m. eingeschätzt. Auch bei dem Frankfurter Mothschild hat oder Materialisten, sondern sie gehörten oft zu den angesehenften sehr schweres Gewicht. Der Proletarier zahlt der Nothstand bereits angeklopft. Während er im Vorjahre noch ein und hervorragendsten Stüßen der religiös, monarchisch und teinen Heller Steuern, aber er nimmt die Dienste jährliches Einkommen von 5 855 000 m. verſteuerte, hat er nun- gut den Schluß ziehen, daß beispielsweise auch zwischen Unſittlichtapitalistisch gesinnten Gesellschaft. Wir könnten daraus ebenso der Stadt Berlin und den Geldbeutel der Stadt mehr die traurige Entdeckung machen müssen, daß sein versteuer- feit und Frömmigkeit" ein innerer Zusammenhang besteht. Daß Berlin in einem Maße einem Maße in Anspruch, das für den bares Einkommen pro 1893/94 nur noch 5 840 000 m. ausmacht. Nichtproletarier Berlins sehr empfindlich ist. Dabei darf Berlin darf sich rühmen, den vierten Mann in der Reihe der ein solcher Zusammenhang zum mindesten zwischen Unfittlichkeit und man den Begriff" Proletarier" sehr weit nehmen und nicht Höchstbesteuerten mit einem jährlichen Einkommen von über fapitalistischer Wirthschaftsordnung besteht, ist oft genug erwiesen blos an diejenigen denken, die Armenunterstützung empfangen. 5 750 000. zu stellen. Der gute Mann hat es verstanden, worden. Daher wird auch jeder, dem es ernsthaft um Bekämpfung Millionen zahlt die Stadt Berlin für die Schulen, deren Besuch sein Einkommen seit dem Vorjahre gemäß der Steuerbeklaration wirklicher Unsittlichkeit zu thun ist, zu allererst den Kapitalis mus bekämpfen müssen. In diesem Sinne ist gerade vom tostenlos ist. Wenn aber die Stadt Berlin irgend welche Auf- um 850 000 M. zu erhöhen! Diesem Berliner folgt ein Breslauer Muckerthum, das ja zu den eifrigsten Schüßern des Kapitalismus wendungen macht, ja wenn sie nur ein Frühstück veranstalten mit einem Jahreseinkommen von über 4 330 000. und diesem gehört, am wenigsten für den Kampf gegen alle wirkliche Unwill, so schreien die Herren Proletarier, als ob ihnen damit ein wiederum zwei Berliner mit einem Jahreseinkommen vonittlichkeit zu erwarten. Daß sich im übrigen unsere Anschauungen Unrecht geschähe. 4 220 000 m. und 3 500 000 m. Ein jährliches Einkommen Es ist in neuerer Zeit Brauch geworden, bei allen öffent von 8-4 Millionen Mark nur 3 Personen, 5 müssen schon mit über die Begriffe fittlich" und" unfittlich" mit denen der Mucker lichen Maßnahmen nach den Proletariern zu fchielen und einem Jahreseinkommen von 2-3 Millionen Mart und 12 Ber- und Pfaffen nicht decken, brauchen wir nicht erst weiter auszuabzuwarten, was diese wohl dazu sagen werden. Es ist fonen gar mit einem solchen von 1-2 Millionen Mark zufrieden unferes Erachtens hohe Beit, diesen Brauch aufzugeben, der fein. Wenn man dem ehrenwerthen Stande eines Thaler- Der Umgang mit Menschen in einer Berliner dahin geführt hat, Anmaßlichkeit und Begehrlichkeit zu steigern. Millionärs" ein jährliches Einkommen 120 000 M. Brauerei. Ein Mann von zärtlichem Gemüth ist der KellerIn diesem Punkte find die Sozialdemokraten und die Sozial zu grunde legt, so würde es solcher in Berlin im meister in der Brauerei von Oswald Berliner. Als ein Arbeiter feudalen von genau dem gleichen Kaliber. Es wird hohe Beit, ganzen 426 geben. Die Zahl derselben ist indessen vor turzem an einer von dem Platz dieses Herrn ziemlich enteinmal die Rechnung aufzumachen, welche zeigt, daß bei uns feit dem vorigen Jahre um 14 gesunken. Ein weiterer Rück- fernten Stelle beschäftigt war, entquollen dem Munde des ganz besonders in der Stadt der Proletarier nichts zahlt, gang ist bei der Zahl derjenigen Personen in Berlin zu ver- Kellermeisters die lieblichen Worte: Sie olles verfluchtes Sie sich her an den aber für jede Bahlung, die nicht zu feinen gunsten gemacht zeichnen, deren jährliches Einkommen mehr als 100 000 m. be- polnisches Aas, Sie, scheeren Der Arbeiter nahm die Anrede respektwird, ein großes Geschrei erhebt. Die Aehnlichkeit zwischen de rägt, Während solcher Berlin im vorigen Jahre noch 569 Fahrstuhl!" daß Sozialdemokraten und den Agrariern in bezug auf Begehrlich aufzuweisen hatte, find im neuen Steuerjahre derer nur noch voll hin, wagte jedoch schüchtern einzuwenden, feit und Leistungsschen wird sich als eine erstaunlich große 556 vorhanden. Im ganzen preußischen Staate giebt es er gerade bei einer anderen Arbeit zu thun habe.„ Sie herausstellen." 1832 Personen mit einem jährlichen Einkommen von mebr als sind wohl schon verrückt geworden," schallte es würdevoll zurück. Unsere Leser werden nicht von uns verlangen, daß wir das 100 000 M.; das bedeutet gegen das Vorjahr einen Rückgang Auf die Verneinung dieser Frage schrie der ob der oratorischen gellende Gekreische, in dem die freisinnigen Kammerknechte vom von 49. Demnach ist auch unter den armen Reichen ein" Noth- Opposition( in höchste Empörung gerathene Kellermeister:" Sie Börsen Courier" ihre innersten Herzenswünsche fundgeben, fiand" zu verzeichnen, der indessen eine Ablengnung taum er alte polnische Sau, ich schmeiße Sie vom Hof herunter, daß Sie anders als von der heiteren Seite auffaffen. fahren dürfte! sich Hals und Beine brechen." = Bemerken wollen wir am Ende, daß heute( Freitag) Abend ihr ausschließlich gepachteten Jargon affistirt. von Schneidigkeit wird längst nicht mehr in militärischen und führen. " Oder Das sind die Vertreter des Unternehmerthums, die dem Arvorangehen sollen? noch die ,, Staatsbürger- Zeitung" Herrn v. Mirbach in dem von Beamtenkreisen allein verlangt. Gar mancher Unternehmer sieht beiter ja wohl vor allem in der Gesittung mit gutem Beispiel Ueber dem Herrn Oberhofmarschall waltet in dieser Sache bildung als auf die Eigenschaft, daß der neue Meister es gehörig bei Besetzung eines Antreiberpostens weit weniger auf Fachein tragisches Geschick. Rechts von ihm der ,, Börsen- Courier", Zur Zentralisation der Krankenkassen Berlins theilt zu seiner Linten der Aylwardt Moniteur: In der That, eine versteht, die ihm unterstellten Arbeiter in schuftiger und der Borstand der Dris- Krankenkasse für das Bierbrauergewerbe herzloser Weise zu fujoniren und auszupressen. Aber auch uns mit, daß er in seiner Sigung vom 28. Januar beschlossen mehr als peinliche Situation. Namentlich für die Geruchsnerven unsere Hauswirthe haben die Tugend der Schneidigkeit habe, im Prinzip der Zentralisation aller Krankenkassen Berlins des Herrn Oberhofmarschall. Im übrigen wiederholen wir, daß man in„ höchsten" Kreisen und Schnauzigkeit schäzen gelernt und es ist daher seit zuzustimmen. Der Vorstand erwartet von der bestehenden Komeiniger Zeit die Gitte bei um das Zustandekommen des fehlenden Fonds nicht bange au Bortier- und Hausverwalter- Stellen wenn irgend möglich mit ihnen eingeriffen, ihre mission eingehende Vorschläge. sein braucht. Die ordenslüfternen Freisinnspudel werden mit Gier Beamten- am liebsten mit Schußleuten zu besetzen. Die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft, Schiffbauerdie halbe Million apportiren; fie drückt das Geld ja nicht. Reiner weiß seinen Worten und Handlungen mehr damm, glaubte ihren Patriotismus am legten Sonnabend Wenn sie heute noch hier und da knurren, so hat das nichts zu Autorität anzumaßen, als so ein gewefener Unteroffizier und dadurch zur Geltung zu bringen, indem dieselbe vorn am Ge gegenwärtiger Sicherheitsbeamter. Diese Anschauung trat, wie bäude prächtig illuminirte, während hinten, in den Werkstätten, Nochmals die Charitee. Ein in sehr beschränkten uns berichtet wird, so recht in die Erscheinung, als ein ca. 40-50 Mann entlassen wurden. Vielleicht sollen die ver Wohnungsverhältnissen mit einer großen Familie lebender invalider, aber äußerlich noch fernfester Arbeiter auf schiedenen Tausende, welche die Illumination verschlang, auf hiesiger Hausindustrieller, welcher aus diesen Gründen genöthigt der Suche nach einer Portierstelle Der Mann, diese Art und Weise wieder herausgeschlagen werden. war, seine Tochter nach der Entbindungsanstalt der Königlichen der von der Unfallversicherung eine Rente von baaren sechszehn schlimmsten spielte die humane Gesellschaft einem gewissen W. Charitee zu überführen, da ihm eine andere Gelegenheit nicht zu Mart pro Monat bezieht, troßdem er in seinem Beruf er ist mit. Derfelbe, ein älterer Arbeiter, fann wie gewöhnlich, nicht Gebote stand, theilt uns seine und seiner Tochter bei dieser An- Zimmermann durchaus arbeitsunfähig geworden ist, las diefer mehr gut gebraucht werden. Er wurde aber nicht direkt entgelegenheit gemachten Erfahrungen mit, die wohl geeignet er: Tage im Lokal. Anzeiger" eine Annonce, in der ein Haus- lassen, bewahre, es läßt sich viel besser bewerkstelligen, um denscheinen, darzulegen, daß auch in dieser Abtheilung Bustände verwalter" gesucht wurde. Als er sich bei dem in der Kur- selben los zu werden. Er bekommt am Sonnabend zuweilen herrschen, die sich denen in anderen Abtheilungen würdig zur fürstenstraße wohnenden Hauswirth, der laut Anzeige von 11 bis den Bescheid: Sie müssen 14 Tage ausfeßen", welcher sich nach Seite stellen und ebenso dringend der Abhilfe bedürfen. Es war 1 Uhr zu sprechen war, zeitig vorstellen wollte, war die Thür abgelaufener Beit öfters wiederholt. Dadurch in fatale Lage am 11. Januar d. J., als der Borgedachte genöthigt war, seine von etwa vierzig Personen, die alle auf die Stelle reflektirten, gerathen, begab M., welcher nebenbei gesagt schon 4 Wochen bedeuten. war. Am aussette", außerdem noch eine an der Zungenentzündung zeichen A tragen, sind so vorzüglich geprägt, daß die Fälschung| Gewalt des Zusammenstoßes beider war eine so große, daß die schwer erkrankte Frau und 7 Kinder besitzt, sich freudigen nur durch ein sehr geübtes Auge oder unter der Loupe dadurch Perrons vollständig an die Wagen gepreßt wurden. Von dem Herzens an dem bewußten Illuminationsabend nach der oben erkenntlich wird, daß die Ecken der Schrift nicht ganz so präzis Decksitz des hinteren Wagens stürzten mehrere Passagiere auf das genannten Arbeitsstätte in der Hoffnung, daß er ein paar ausgearbeitet sind, wie die echten Münzen, und daß sich das Pflaster herunter. Ein Herr verletzte sich erheblich an der Hand. Wochen wieder arbeiten könnte, um sich abermals den guten Be- Falsifikat etwas fettig anfühlt. Wie uns von fach Auch Passagiere und der Kutscher des ersten Wagens fielen auf. scheid vom„ Aussehen" zu holen und dann muthlos nach Hause, männischer Seite mitgetheilt wird, enthalten die Falsifikate die Straße. Es währte längere Zeit, bis die Folgen dieses Zu wenn man es noch so nennen darf, gehen zu dürfen. Freilich, für zirka 40 Pfennig Silber nach dem gegenwärtigen sammenstoßes beseitigt und der Betrieb wieder aufgenommen Humanität ist bei reinem Ueberschuß von beinahe 2 Millionen Silberkurse gerechnet, während die echten Martstücke nur werden konnte. Mark nicht am Plaze für die Aktionäre. 35 Pfennig Silberwerth haben. Der unternehmungsluftige Polizeibericht. Am 1. b. M. Morgens wurde in einer Fälscher hat jedenfalls auf den zur Zeit so niedrigen Silberkurs gerechnet, er hat wohl eine größere Quantität dieses edlen Gastwirthschaft in der Invalidenstraße ein Schlosser mit einer vollere Markstücke als der Staat, wobei der spekulative Falsch hatte sich seine Geliebte mittelst Phosphor zu vergiften gesucht. Metalls angekauft, und verfertigt nun flott beffere und werth- Schußwunde in der Brust todt aufgefunden. Mit ihm zugleich münzer noch immer an jedem Markstück zirka 54 Pfennig Nähe des Floraplages, brachte sich Vormittags ein Mann einen Sie wurde nach der Charitee gebracht.- Jm Thiergarten, in der Schuß in die Brust bei, so daß seine Ueberführung in die Charitee Zu der Liebestragödie aus der Invalidenstraße wird erforderlich wurde. Vor dem Hause Leipzigerstr. 124 fiel Nachm. weiter berichtet, daß die unverehelichte Bertha Barusch auf furze ein etwa 65jähriger Mann vom Hinterraume eines in der Fahrt Zeit zum Bewußtsein zurückgekehrt war und als Grund für den befindlichen Pferdebahnwagens und erlitt anscheinend schwere gemeinsam beschlossenen Tod weniger unglückliche Liebe, als Verlegungen am Hinterkopfe. Auf dem Belleallianceplay, vielmehr Krankheit genannt hat, die beide für unheilbar ansahen. gegenüber dem Hause Nr. 13, lief ein Schneider in der TrunkenDiese Aussage deckt sich auch mit dem Inhalt des Briefes, den heit gegen einen in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen, der Maschinenmeister Otto Butt erhielt, und der die Unterschrift wurde zu Boden geschleudert und blieb mit einer bedeutenden der beiden jungen Leute trug. Verlegung am Hinterkopfe bewußtlos liegen. Er wurde nach Redwechsel. Das„ Kleine Journal" hat auch sein Aeußeres nach Art der Pariser Boulevard- Revolverblätter umgeändert und diesen Wechsel in einem Gedicht an der Spize ſeines gestrigen Morgenblattes verkündet. Dies Ereigniß feiert einer unserer Leser in folgenden luftigen Gratulationsversen: Du hast' nen neuen Rock erhalten; Gewiß, es war auch hohe Zeit, Denn Anstoß nahm man an dem alten, Weil er schmutzig, weit und breit." Db dich der neue besser fleide? Die Antwort d'rauf ist nicht zu schwer. Blatt. Und gehst du selbst in Sammt und Seide, Du giltst doch keinen Heller mehr. Nicht immer machen Kleider, Leute! Und wer wie du, hohl und gemein, Der bleibet gestern, so wie heute Doch stets das allergrößte Aus dem Städtischen Obdach wird uns berichtet Geradezu himmelschreiend ist es, wie die Obdachlosen 31 m Theil untergebracht werden. Bekanntlich sind nach dem Erweiterungsbau 40 Baracken vorhanden und dennoch müssen pst vier Personen auf zwei Pritschen schlafen. Es ist Niemand im stande, sich bequem umdrehen zu können. Jede Baracke wird mit 100 Personen belegt und durchschnittlich 2500 Personen verdient. -W Vermischtes. Ueber einen zweiten Selbstmordversuch aus unglücklicher dem Krankenhause am Urban gebracht. Abends fiel ein Liebe, dessen Echauplatz das neue Reichstags- Gebäude war, wird Tischler vor dem Hause Elsasserstr. 11 in der Trunkenheit zu uns in Nachstehendem berichtet: Eine Frau Sch.. die in dem Hause Boden und zog sich eine erhebliche Verlegung am Hinterkopfe Schiffbauerdamm 37 wohnt und in dem Reichstagsbau eine Kantine zu, so daß seine Ueberführung nach der Charitee erforderlich für die Arbeiter und Handwerker unterhält, wird hierin durch wurde. ihren 23 Jahre alten Sohn Otto unterstützt. Dieser hatte einem Im Laufe des Tages fanden drei fleine Brände statt. jungen Mädchen seine Neigung zugewendet und verehrte ihr vor einiger Zeit als Angebinde einen großen Hund. Dieses Geschenk scheint der Angebeteten auf die Dauer nicht gefallen zu haben; denn vor einigen Tagen wurde das Verhältniß unter Rückgabe Vom Welfenfonds ist es lange still gewesen. Jezt. des Thieres gelöst. Otto Sch. ließ seitdem den Kopf hängen. hören wir mit einem Mal, daß nicht blos für den ganzen Gestern Abend gegen 10 Uhr hörte die Mutter ein Röcheln, das Welfenfonds sondern auch für die Welfenkrone, vielleicht dem tommt das? Weil die Unterbeamten schalten und walten können, fand ihren Sohn auf dem Sopha fizend bewußtlos vor, er hatte logar auch die Welfenhose ein legitimer Erbe sich gemeldet wie sie wollen. Es vergeht keine Nacht, in der nicht einige eine Flasche, die 200 Gramm Kümmelöl enthielt, in felbst- bat. In Florenz leben zwei junge Männer, Giovanni Leute auf dem steinernen Fußboden in der Baracke ihren Schlaf mörderischer Absicht geleert. Das 3. Polizeirevier brachte den und Raffaello Di Guelfi, von einer alten Fafestern geschah dies in Baracken 9 und 10. Mündliche Be Leben erhalten zu können hofft. genicßen, und zwar wegen Raumangels. Speziell vorgestern und Lebensmüden in einem Krankenhause unter, wo man ihn am milie aus Fiesale, die direkt und legitim in jüngerer Linie von den alten Welfen( Guelfi) von Este, Herzögen, schwerden bringen dem Asylisten nur Grobheiten ein und eine Remedur feitens der Inspettion wäre hiermit Wiederum hat sich ein 17 jähriger Lehrling im Thier- von Bayern, Sachsen und Braunschweig u. f. w. gerechtfertigt. garten zu erschießen versucht. Als gestern Nachmittag gegen abstammen. Diese zwei jungen Männer, deren Stammbaum 2 Uhr eine Schuhmannspatrouille des 33. Polizeireviers ben völlig rein und zweifelsohne ist, haben am 24. November des Floraplah beging, feuerte der Steindruckerlehrling Paul G., der vorigen Jahres durch einen Notar in Form Rechtens dem bei den Eltern in der Megerstraße wohnt, aus einem Zerzerol italienischen Minister des Aeußern zur einen Schuß auf sich ab, der ihn unter dem Herzen traf. Er Uebermittelung an die deutsche Regierung ein wurde sofort nach einem Krankenhause gebracht, wo er als Grund Attenstück überreichen lassen, durch welches sie ihre ge Bwiftigkeiten mit Verwandten angab. Die Wunde scheint nicht sammten Rechtsansprüche geltend machen und zunächst auf lebensgefährlich zu sein. den gesammten Welfenfonds Anspruch erheben. Also wird uns, mit dem vollen Gewicht einer amtlichen Als ich noch Prinz war von Arkadien... Genfationelles Aufsehen erregt, fo schreibt ein hiesiger Berichterstatter, in Sports- und Kavelierkreisen das plögliche Verschwinden eines erotischen Prinzen, der einem hiesigen Garde- Regiment attachirt war, um die Einrichtungen der deutschen Armee zu fin diren. Der Prinz, der im Südwesten der Stadt eine aus sechs Zimmern bestehende, fürstlich eingerichtete Wohnung mit zwei Pferdestöllen für sechs Pferde und Hemise für zwei Equipagen besaß, Der berüchtigte Einbrecher Adolf Krüger, welcher im fell angeblich durch Wuchermanipulationen in eine derartige Oktober aus der Frrenanstalt Herzberge entsprungen ist, wurde Kundgebung mitgetheilt. Ein Scherz ist ausgeschlossen. Bedrängniß gerathen sein, daß ihm ber Sand der am Donnerstag Abend durch die Polizei in einem Dresdener Juristisch ist die Sache jedenfalls ernst. Der WelfenMart unter den Füßen zu heiß wurde und er es Restaurant verhaftet. fonds ist aber ein hochpolitisches Ding, und die WelfenDorzog, die heimischen Penaten am goldenen Horn bezir. am Strande des Nils aufzusuchen. In anscheinend untermann sind in dem hier, Admiralstr. 1, belegenen Geschäftslokal nicht viel um das gemeine Recht. Daß es dem Vorwärts" Von dem flüchtigen Goldarbeiter Rudolf Bau- Krone erst recht- und die Politik kümmert sich bekanntlich 2-300 000 m. angegeben. Thatsache ist, daß die prinzlichen verschiedene Werthfachen zurückgelassen, die ihm zur Ausbesserung zugefallen ist, diese Nachricht in die Welt zu bringen, ge= 2-800 000 m. angegeben. Thatsache ist, daß die prinzlichen Verhört Boudoirs vor kurzem von einem Gerichtsvollzieher versiegelt und übergeben waren und jetzt von der Kriminalpolizei in Ver- hört zu den kleinen Späßchen, welche die sonst so ernste wahrung genommen worden sind. Die unbekannten Eigenthümer 4 Pferde und die beiden Equipagen( diese sollen einen Werth Dieser Gegenstände können sich zur Empfangnahme der einzelnen Göttin der Geschichte sich manchmal erlaubt, um nicht der von 80 000 m. repräsentiren) nach der Pfandkammer geschafft Stücke im Zimmer 197 des Polizei- Dienstgebäudes einfinden. Langeweile zu verfallen. richteten Kreisen wird die Höhe der Schuldenlaft auf worden sind. Seitens des Regiments foll dem Prinzen ein Literarisches. " Das Januarheft der Freien Bühne", herausgegeben von D. J. Bierbaum, Verlag von S. Fischer, Berlin, ist uns vor einigen Tagen zugegangen. Der Inhalt dieser Monatsschrift ist, seitdem sie den Neben20tägiger Urlaub zur Regelung seiner Verhältnisse bewilligt In der Nigdorfer Gemeinde Vertretung wurde am worden sein und er diesen benugt haben, um seine Abreise un- Donnerstag beschlossen, die Herstellung der Hausleitungs- Anschlüsse auffällig zu bewerkstelligen. Wenn den verschiedenen Gerüchten an die Kanalisation einem Berliner Unternehmer zu übertragen, Glauben zu schenken ist, so dürfte die Affäre noch ein Nachspiel da die Rixdorfer Kleinen Meister zu theuer wären. Genoffe in Gestalt eines Wucherprozesses à la Hannover vor den hiesigen Müller stellte hierzu den Antrag, daß der betreffende Berliner Gerichten finden. Unternehmer verpflichtet werden soll, nicht nur vorwiegend RigBeamtenpflicht und Menschenpflicht. Vor etwa vierzehndorfer Arbeiter anzustellen, sondern denselben auch einen MinimalTagen meldete der amtliche Polizeibericht, daß sich ein hiesiger John von 35 Pf. zu zahlen. Der erste Theil des Antrages fand titel Neue Deutsche Rundschau" führt, wesentlich ausgedehnt Tagen meldete der amtliche Polizeibericht, daß sich ein hiesiger ja bei den übrigen Mitgliedern der Gemeinde- Vertretung An- worden, im Ganzen zum Vortheil der Revue des" Jungen Beamter durch Erhängen das Leben genommen habe. Wie uns nun von einem Lokal Berichterstatter mitgetheilt wird, handelt erkennung, aber den zweiten Theil, der einen so entsetzlich hohen Deutschland". Als erste, wenn auch nicht hervorragendste es sich um den Hilfs- Gerichtsvollzieher bei der Gerichtskaffe des entschiedenste, obwohl Genosse Müller in trefflicher Rede darauf spiel„ Der Amerikafahrer". Aus einem Bruchstück läßt sich ja es sich um den Hilfs- Gerichtsvollzieher bei der Gerichtskaffe des 2ohn verlangte, bekämpften die satten Bourgeois aufs Aller- Leistung präsentirt sich der erste Akt von Max Halbe's ScherzAmtsgerichts I hierselbst, Herrn Schilling, dessen tragisches Ende hinwies, daß es Pflicht der Gemeinde sei, dafür zu sorgen, daß immerhin nicht sicher auf Inhalt und Werth des Ganzen allgemeines Mitleid in den Kreisen der daselbst beschäftigten bei ihren Arbeitsaufträgen die Arbeiter wenigstens ihre Existenz schließen, und ein Urtheil kann sich ja erst nach der bevorBeamten hervorrufen soll. Ech., dessen Gutmüthigkeit trop feines fristen können. Bei der Abstimmung stimmten nur die Arbeiter stehenden Aufführung des Werkes bilden, aber dennoch glauben wir, Berufes bekannt war, hatte vor etwa drei Wochen bei einer vertreter für den Müller'schen Antrag; er wurde abgelehnt, und daß bei Halbe's neuestem Opus schon die eine Frage berechtigt ist: Wittwe, welche sieben Kinder zu ernähren hatte, wegen Gerichts- so ist dem Unternehmerthum wieder einmal Gelegenheit geboten, Warum hat der Dichter sich mit der Konstruktion von Knittelkosten zu pfänden. Als der Beamte in die bescheidene Woh die Arbeiter mit Hungerföhnen abzuspeisen. Hoffentlich merkt sich verfen abgequält? Warum hat er einen durchaus nüchternen, fosten zu pfänden. Als der Beamte in die bescheidene Woh- so nung der Wittwe trat, um feine Pflicht zu thun, warf sich aber die Nixdorfer Wählerschaft diese Fürsorge für die nächste fast hölzern zu nennenden Stoff in eine der waghalsigsten Vers nung der Wittwe trat, um seine Pflicht zu thun, warf sich die Aermste demselben zu Füßen und bat, ihr doch nicht das arten bringen wollen? Man sieht es den Reimen nur zu oft Leyte wegzunehmen, und in der That waren es nur noch wenige an, daß ihr Schmieden dem Dichter dicke Schweißperlen gefoſtet Gegenstände, die zu pfänden gewesen wären. Den Bitten der Ein Häuptling der Rigdorfer Antisemiten, der Raths hat. Gine meisterhafte Arbeit bietet sich uns dar in Dr. Ostar armen Familie vermochte der gutherzige Mann nicht zu wider- fellerwirth Mar Höhne, ist pleite. Schon seit längerer Zeit Panizza's Auffah über das Haberfelbtreiben. Der Verfasser iſt stehen; wiewohl es seine Pflicht gewesen wäre, der Schuldnerin scheute sich das anständige Publikum, den Rixdorfer Rathsteller mit ganzer Seele bei der Erforschung des Ursprungs und der alles zu pfänden, was sie noch besaß, erklärte Sch. die Grefution zu betreten, da dort fast täglich antisemitische Radauszenen vor- Bedeutung dieses herzerfrischenden Boltsgerichts gewesen und für fruchtlos. Auf irgend welche Weise muß jedoch die kamen. So kam es denn, daß Herr Amits- und Gemeinde- hat ein Wert geliefert, das von ganz bedeutendem kulturs. vorgesetzte Behörde des Ech. erfahren haben, daß der Beamte vorsteher Boddin in der am Donnerstag stattgefundenen Gemeinde- historischen Werth ist. Aus dem übrigen Inhalt des Heftes feine Pflicht verlegt, in Begleitung des legteren begab sich ein Sigung erklären mußte, daß Höhne schon seit Monaten keine fallen die vielen Selbstberäucherungen auf, die der Herr HerausInspektor zu der Schuldnerin und hier fanden sich in der That Miethe gezahlt habe. Infolgedessen beschloß die Gemeinde- geber sich leistet. Mit peinlicher Sorgfalt wird Beit und Ort doch noch einige Möbelstücke, die gesiegelt hätten werden müssen. Bertretung, von dem Vertragsrecht Gebrauch zu machen und die registrirt, wo ein Gedicht von Otto Julius Bierbaum liebevolle Ech. fab fein Schidsal nunmehr vor Augen, die Disziplinar fofortige Räumung des Lokals zu verlangen. Die Verpachtung Aufnahme gefunden hat. Etwas mehr Burückhaltung in diesem Untersuchung drohte und in der Verzweiflung, fein Amt und des Rathstellers soll auf 6 Jahre öffentlich ausgefchrieben Buntte würde von den meisten Leuten weniger unangenehm feine Ehre zu verlieren, erhängte sich der Wermste noch an dem werden. Höhne hat inzwischen den Rathsteller bereits ver- empfunden werden. felten Abend auf dem Dachboden seiner Wohnung. laffen. Seine zahlreichen Gläubiger aber haben das Nachsehen, denn es ist keine Hoffnung vorhanden, daß diefelben auch nur einen Deut bekommen. Kommunalwahl. So traurig das Schicksal des Mannes ist, er hat es verEingelaufene Druckschriften. dient. Wer als Beamter tüchtig und pflichtbewußt handeln will, Gesundheitsrath. Zeitschrift für die gesammte Naturheilkunde, hat vor allen Dingen Gefühls- und Herzensregungen in sich für Gesundheitspflege und natürliche Entwicklung. Herausgegeben gründlich zu ersticken. Zu einem Konflikt zwischen Beamten Zusammenstoß zweier Pferdebahnwagen am Köllnischen von Friedrich Krauß.- Redaktion, Verlag und Expedition pflicht und Menschenpflicht darf es bei einem ordentlichen Fischmarkt. Heute Morgen 8 Uhr 10 Minuten stieß ein Wagen Stuttgart, Seidenstr. 2.- Monatlich 2 Nummern. Preis viertelBeamten, und vor allem bei einem preußischen, überhaupt nicht der Linie Kreuzberg- Gesundbrunnen hinter der Mühlendammder Linie Alexander- Play- Nollendorf- Platz mit einem Wagen jährlich 1,25. tommen. Zum Glück für die bestehende Rechtsordnung haben Brücke heftig zusammen. Der vorausfahrende Wagen der Linie die meisten Gerichtsvollzieher dies auch von Grund auf be- Alexander- Play- Nollendorf- Platz fuhr über die Haltestelle am griffen. Köllnischen Fischmarkt in scharfer Gangart hinaus und bremste Depeschen. Was der niedrige Silberpreis zu Wege bringt. Eine dann so plößlich und stark, daß der Kutscher des dahinter be( Wolff's Telegraphen Bureau.) hoch intereffante Geldfälschung, welche um so origineller ist, als findlichen Wagens der Linie Kreuzberg- Gesundbrunnen, dessen Washington, 2. Februar. Die Abstimmung über die Tarifbie Falsifitate werthvoller sind, wie die von der Pferde sich gleichfalls im Trabe befanden, die Bremse so vorlage im Repräsentantenhause war von imposanten Szenen Reichsmünze geprägten derartigen Geld fräftig gebrauchen mußte, daß die Kette zerriß und begleitet. Die zu den Gallerien Einlaß begehrende Menge be forten, übt gegenwärtig ein noch nicht ermittelter Falsch- infolge dessen der zweite Wagen auf den ersten trug über zwanzigtausend, während nur für 3000 Personen münzer aus. Seit turzer Zeit sind in Berlin falsche Einmart mit großer Gewalt auffuhr. Ein Pferd entging schweren Ver- Plaz vorhanden ist. Wilson wurde nach Beendigung seiner flücke im Umlauf, deren täuschende Nachahmung in Prägung, legungen nur durch schnelles Lintsausbrechen. Das zweite Pferd Rede von begeisterten Kollegen auf den Schultern aus dem Saal Farbe und Klang bei der zuständigen Behörde allgemeines Auf- wurde zu Fall gebracht und gerieth unter den Hinterperron des getragen. Nur 17 Demokraten, darunter 8 New- Yorker, stimmten fehen hervorruft. Diese Falsifikate, die sämmtlich das Münz- Borderwagens und den Vorderperron des Hinterwagens. Die gegen die Vorlage. Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands.( iliale Berlin.) Vertrauensmänner- Sizung Bentral- Kranken- u. Sterbekasse Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes der Tischler u. s. w. 210/19 Oertliche Verwaltung Berlin A. am Montag, 5. Februar, Abends 81/2 Uhr, bei Philipp, Rosenthalerstr. 38. Die Bertrauensmänner werden ganz besonders barauf aufmerksam gemacht, recht zahlreich in der Sigung zu erscheinen, da die Verwaltung mit reichlichem Material versehen ist. Die Verwaltung. Sozialdemokratischer Vegetarier- Verein. Sonntag, den 4. Februar 1894, im Lokale der Arminhallen, Kommandantenstrasse 201 Vortrag des Herrn G. Selss über: Anfang präzise 7 Uhr. 1560b Meine fünfjährigen Erfahrungen als Vegetarier. Kaffeneröffnung 6 Uhr. Entree 10 Pig. Garderobe 15 Pig. Rauchen unter allen Umständen verbeten. Diese Vorträge nebst Tanz finden regelmäßig alle 14 Zage tatt. Mitglieder- Versammlung Sonntag, den 4. Februar, Vormittags 10/2 Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Oranienstr. 180. Tages- Ordnung: | für Berlin und Umgegend. Versammlung der Filiale Nord" am Sonntag, den 4. Februar 1894, Abends 6 Uhr, im Kolberger Salon( großer Saal), Kolbergerstraße 23. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Näther über: Malthus und seine Lehre". 2. Diskussion. Nach der Versammlung gemüthliches Beifammensein 1. Abrechnung vom 4. Duartal 93. und Tanz. Gäste sehr willkommen. 2. Bericht des Delegirten von der Generalversammlung. B. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Da laut Beschluß der Generalversammlung neue Bestimmungen für die Mitglieder in Kraft treten, ist es noth wendig, daß alle am Plage find. 800/12 Die Ortsverwaltung. Möbel Der Vorstand. 460/9 Spiegel und Polster- Waaren. Ausstattungen in Mahagoni u. Nusbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco. Berlin S.0., Franz Tutzauer, uidere. 25. Zentral- Kranken- und Sterbelase der Tischler u. f. w. Achtung, Former! Arbeiter- Bildungsschule ( Dertliche Verwaltung Berlin C.) Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 4. Februar 1894, Vormittags 11 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1893. 2. Bericht von der GeneralVersammlung. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Die öffentliche Versammlung findet Umstände halber nicht diesen Montag, sondern Montag, den 12. Februar Sonntag, 4. Februar, Vorm. 9½ Uhr,( Eröffnung 10 Uhr): bei Müller, Johannisstr. 20, statt. im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72( in der Nähe der Jannowißbrücke). Außerordentl. Generalversammlung 154/14 J. A.: Der Vertrauensmann. H. Tauschel. Stellmacher Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, 17. Februar, ein Sonntag, den 4. Febr., Vorm. 91/2 Uhr, bei H. Keller, Bergstr. 68: großer Wiener Maskenball in Kur' Etablissement, Hasenhaide 52/53, stattfindet. Der Ueberschuß ist für die Invaliden obiger Kasse bestimmt. Billets sind auf allen Zahlstellen, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Das Komitee. 302/8 Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 5. Februar, Abends 81/2 Uhr, bei Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Zages Ordnung: GeneralMitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Vorstandswahl, Gewerkschaftliches, und Verschiedenes. Tages- Ordnung: 1. Antrag Wagner: Auflösung der Schule vom 1. April, Neugründung in anderer Form. 2. Antrag Flato w und Genossen: Reorganisation der Schule vom 1. April( Fortfall des Elementar- Unterrichtes). Die Schulen bleiben Sonntag geschlossen. Mitgliedstarten sind mitDer Vorstand. zubringen. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. s. w. ( E. H. 2 Hamburg), Filiale Berlin D. Am Sonntag, den 4. Februar, Vormittags 10 Uhr, im Lokal der Aktien- Brauerei Moabit, Thurmstraße Nr. 25-26: Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mit Mitglieder- Verlammlung. lieber werden aufgenommen. 285/15 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. 1. Vortrag des Herrn A. Hoffmann über: Die zehn Gebote und die Dertliche Verwaltung Berlin E. Sozialdemokratie.( 1. Theil). 2. Diskussion. 3. Antrag des Borstandes auf Mitglieder- Versammmlung Abänderung der Geschäftsführung im Arbeitsnachweis. 4. Vereinsangelegen Sonntag, den 4. Febr., Borm. 10 Uhr, heiten. 5. Verschiedenes. 474/10 Die Kollegen werden höflichst ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu im Lokale des Herrn Wilke, Hocherscheinen. Der Vorstand. Großer Wiener Maskenball des straße 32a. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1893. 1. Berichterstattung des Delegirten von der Generalversammlung. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal 1893. 2. Berichterstattung des Dele girten von der Generalversammlung. 3. Diskussion. 303/7 Die Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Oranien- Bad, Oranienstr. 44. Dampfkasten- Bad. Einpadung in seidenen Laken. Massage. Mitglieder sämmtlicher Vereine zahlen nur pro Bad mit Packung und Massage 175 Pfennige. Fachv. der Musikinstrumenten- Arbeiter witigen Tagesordnung balber if MOTH ami Sonnabend, den 10. Februar, im Elysium, Landsberger Allee 40-41. Musik von der Freien Vereinigung der Berufsmusiker". Billets à 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Demaskirnng 12 Uhr. Gräfeftr. 12, H. II; Südost im Restaurant Rohr, Naunynstr. 78; Ost beim Kollegen P. Scholz, Am Ostbahnhof 7, III vorn, und im Restaurant zur Gleichheit" von Wilte, Andreasstr. 26, sowie in allen mit Plakaten belegten Geschäften. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Billets find vorher zu haben: für den Süden beim Kollegen G. Koch, Der Vorstand. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen: Internationales aus dem„, Volksstaat" ( 1871-1875). Bon Friedrich Engels. 72 Seiten 8° Preis 30 Pf.- Wiederverkäufer Rabatt. Inhalt: Vorwort. I. Abermals Herr Vogt( 1871). II. Die Bakunisten an der Arbeit( 1873). III. Zwei Flüchtlingskundgebungen: a) Eine polnische Proklamation( 1874). b) Programm der blanquistischen Kommuneflüchtlinge. IV. Soziales aus Russland 1875. Nachwort hierzu 1894. Die Neuauflage der hier gesammelten, s. 3. im„ Voltsstaat" und zum Theil auch in Broschürenform erschienenen Abhand lungen ist gerade im gegenwärtigen Moment von besonderem Interesse. Namentlich trifft das zu auf, Die Bakunisten an der Arbeit" und das Programm der blanquisti schen Kommuneflüchtlinge". In ersterem Aufsatze schildert Engels das schmähliche und die Interessen der Arbeiter klasse schädigende Treiben der Anarchisten und liefert in der Geschichte des 78er Aufstandes in Spanien den Nachweis, wie die auch heute von einer gewissen Seite immer wieder erhobene Forderung der Enthaltung vom politischen Kampf in der Praxis stets darauf hinauslaufe, die Interessen der Bourgeoisie und der Reaktion zu fördern, und wie die Deklamationen vom allgemeinen Weltstreit auch in jenem spanischen Aufstande an den politisch- ökonomischen Thatsachen scheitern mußten. Die Kritit des Blanquistischen Flüchtlings- Programmes von 1874. ist gerade jest um so interessanter, als die Gruppe der Blanquisten, die damals zum ersten Male sich zum jetzigen deutschen Kommunismus bekannte, daneben aber den Standpunkt der„ revolutionären That" einnahm, heute unter Führung ihres bedeutendsten Kopfes Vaillant in die französische Deputirtentammer eingetreten und mit den„ Marxisten" in die gleiche Kampflinie eingeschwenkt ist. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Buchhandlung des ,, Vorwärts". Künstl. Zähne 2 M., Plomben 1,50 M., schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Zahnarzt Robert Wolf, Leipzigerstr. 22, Sprechst. 8-7 Uhr. zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. 15665 Die Ortsverwaltung. Berliner Spar- u. Bauverein. Außerdem Schwefel-, Sool- Sih- und Wannenbäder. 3 Wannenbäder mit Seife und Handtücher 1 Mark. Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin. Ganze Ausstattungen in Mahagoni und Nussbaum. 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Am Sonntag, den 4. Februar, Eugen Neumann& Co., Inh. Conrad Neumann, Abends 1/27 Uhr, findet bei Bolt, ( früher Feuerstein), Alte Jakobstr. 75, ein Tauzkränzchen statt. Entree: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Um zahlreiches Erscheinen der Genossen und Genossinnen bittet 1571b Das Komitee. Aufforderung. Ich fordere diejenigen auf, welche den Vorfall am 22. September 1893 der Köpenickerstr. 114 mit610 6a, Belle- Alliance- Play 6a. 81, Neue Friedrichstraße 81. 8, Dranienstraße 8. Hosen, Herren- u. Knabenanzüge| Rem. Ank. Uhr mit echter Nikelkette. spottbillig. Sopha- Teppiche v. 5 M. an, im Ausverk. Pfandleihe, Staligerstr. 131. Homöopathisches Institut. 5 Mark. Garantie! Silb. Rem. Uhr feinst. Werk 16,50 M. Umtausch gest. Beste Quelle f. Uhren. u. Schmuck. System nach Dr. Hannemann, Grüner Joh. Gg. Müller, Versandtg. Pforzheim. 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Drud und Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„Vomärts" Berliner VolMatt. l\v. 28. Sonnabend» den 3. Febrnar 1894. 11. Jabrg. Ueber die Zage in Italien bringt heute die„Kreuz-Zeitung" einen vergleichsweise recht ver- minstigen Artikel. Das Junkerblatt giebt zu, daß die Hunger- revolution nicht das Werk sozialistischer oder anarchistischer Agitatoren war, sondern die Frucht der elenden wirthschaftlichen Verhältnisse, und daß die Gefahren der Lage aus diesen elenden wirthschaftlichen Verhältnissen entspringen.„Kaum in einem anderen Staat ist der Gegensatz zwischen Arm und Reich so groß. und gewiß zählt kein anderes Land mehr Bettler." Der„Ein- heitsstaat" hat zur Hebung des Nothstandes nichts gethan— er hat umgekehrt dies Nebel weiter fressen lassen, die Lasten des immer mehr verarmenden Volkes fortwährend gesteigert, dem Land eine erdrückende Staatsschuld aufgehalst— und das Alles in Zeiten des Friedens. Zum größten Theile ist dieselbe(die Staatsschuld) eben durch die Kämpfe un> die Einigung des Königreiches entstanden. aber auch nachdem diese längst gesichert, ist sie fortwährend ge- wachsen, 1882 nahm sie 478 Mill. Franks jährlich in Anspruch, 1892: 882 Mill.. die Gesammlausgaben sind in jenem Zeit räume von 1426 aus 1781 Mill. gestiegen, ohne daß ein be- sondcres Ereigniß. wie ein Krieg, eingetreten wäre, das große außerordentliche Ausgaben erklärte. Und es trifft ferner die Sache in keiner Meise, wenn man sagt, daß Italien aus den Kopf jährlich 89 Franks aufzubringen habe, Frankreich aber 9« und England 192. denn die letzten beiden Länder sind unendlich viel reicher, beide tragen ihr Budget von mehr als 3 Milliarden Franks, ohne daß wesentlich über Steuerdruck geklagt wird, für Frankreich berechnet man die jährliche Ersparniß des Volkes auf mindestens 2 Milliarden, trotz der notorisch schlechten Finanzwirthschast der Republik, 1886 schätzte der Statistiker A. de Foville den Nationalreichthum aus 209 Milliarden") Für- Großbritannien und Irland giebt Gissen denselben 1885 mit 7620 Millionen Lstrl. an"), wobei zu bemerken ist. daß die Zins- last der Staatsschuld mehr als 4 Millionen Lstrl. durch Amor tissemcnt vermindert war. Dagegen berechnet Bantaleoni den Reichthum Italiens 1884 nur auf 50 Milliarden"�"), wobei die erwähnte Steigerung der Schulden in Betracht kommt. T Land kann also im Vergleich mit Frankreich nur den vierten Theil der Steuerlast tragen, während diese thatsächlich 89 Frks. ans den Kopf gegen 90 Franks in Frankreich beträgt, so daß man fragen muß. wie es möglich sein soll, neue Steuern auszubringen. welche doch nöthig erscheinen, um das Gleichgewicht im Budget herzustellen? Derartige Rechnungen sind allerdings stets ungenau, aber an der Thatsache. daß Italien ein weit ärmeres Land ist und nicht annähernd dieselbe Steuerlast zu tragen vermag, wie Frankreich. kann kein Zweifel bestehen. Die„Kreuz-Zeitung" ist auch so vorurtheilslos, zuzugestehen, daß Italien aus Rücksicht auf den Dreibund, oder richtiger, in« folge seines Dreibund-Verhältnisses„sich eine für seine wirthschaftlichen Kräfte zu schwere Rüstung an- gelegt hat." So weit, so gut. Jedermann sollte erwarten, daß die„Kreuz Zeitung" nun Heilung der wirthschaftlichen Schäden und A b legung der„zu schweren Rüstung" verlangt. Doch das hieße die „Kreuz-Zeitung" schlecht kennen. Es geht ihr wie allen Leuten mit fixen Ideen. Sie denken absolut logisch bis zu einem ge- wissen Punkt,— so logisch, daß. wer kein erfahrener Irrenarzt ist, sie für'durchaus normal hält— da taucht plötzlich die fixe Idee aus oder die„Wahnvorstellung", wie der Psychiater es nennt, und Ade Logik. Die fixe Idee der„Kreuz Zeitung" ist bekanntlich die: an allen wirthschaftlichen und politischen liebeln dieser sündigen Welt ist der Jude und der Parlamentarismus schuld." Mit dem Juden läßt sich in Italien nichts machen, sintemalen die Cri-pi, Gioletti. kurz die ganze Panammo Gesellschaft. die Italien zu Grunde gerichtet hat, unbestritten christlichen Glaubens, sogar römisch katholischen, und arischer Abstammung ist. So bleibt denn der Parlamentarismus als einziger Sündenbock. Ter Rest des „!ir«uz-Zeitungs"-Arlikels verliert sich in Betrachtungen über die Schlechtigkeit des Parlamentarismus, die Herrn Domela Nicuwenhuis mit Entzücken erfüllen und ihm für sein geistiges Arsenal frische Munition liesern würden, wenn er nur die ") La France Economique, p. 442. "*) The Growth of capital 1889, p. 43. ♦**) Dell' Ammontare probabile della richezza private in Italia, Borna 1884. |lod| etwas von Uenß. In unterem Artikel:„Ein edles Brüderpaar" wiesen wir auf einen Artikel hin. den Dave am 3. Juli 1836 in Nr. 27 der „Freiheit" gegen Neust veröffentlicht hat. Unser Bild von dem heutigen journalistischen Vertrauensmann des Äeichskanzleramtes und gestrigen Anarchisten- und Spitzelgenossen des famosen Peukert wäre aber gar zu unvollständig, wenn wir nicht auch noch dieses Kapitel unseren Lesern vorführen würden. Einmal schildert es gar anschaulich, wie Herr Reust seine Polizeifäden in London angeknüpft hat. und dann ist es für unsere Genossen auch um deswillen interessant, weil die Art und Weise, wie Reust operirte, typisch ist für die traurig-frechen Gesellen von der Spihelzunft. Die Lehrmeister der Lockspitzel scheinen eine sehr gedankenarmselige Gesellschaft zu sein; der preußische Fusel und der kollegiale Umgang muß das bischen Verstand dieser wahr- hast„Armen im Geiste" völlig ausgezehrt haben, denn überall und allezeit ist nach der hier geschilderten Schablone automatisch gearbeitet worden. Dave, ein belgischer Anarchist, war Ende 1879 in London mit Most in Verbindung getreten und hatte im November 1880 eine Reise nach Deutschland unternommen, um die Anhänger Most- und den Verlrieb der„Freiheil" zu organisiren. Da aber Most von allen, Ansangßan von Spitzeln umgeben war, sie sogar in oas Expeditionspersonal der„Freiheit" hatte eindringen lassen, so war die Berliner Polizei sowohl von der Reisetour Tavö's, wie von der Thalsache unterrichtet, wo und wann ein Kongreß der Most'schen Anhänger geplant sei. Davö wurde in Augsburg verhaftet und die zum Kongreß nach Frankfurt ge- reisten„Delegirten" lheils dort oder auch schon unterwegs von der Polizei abgefangen. Es kam zu dem bekannten Hochverraths- prozeß Breudcr, Dave und Genossen, der Strafen in der Höhe von 13 Jahren Zuchthaus zur Folge hatte und in dessenZVerlauf der denn später erdolchte P o I i z e i r a t h Rumpfs als Züchter und Nährvater des Lockpsitzels Horsch entlarvt wurde. Dave war nach zehnmonatlicher Untersuchung zu 2>/s Jahren Zuchthaus verurtheilt worden, die er in Halle abüßte, und im November 1884 wieder nach London zurückgekehrt. Tort traf er mit Reuß zusammen, und seine Erlebnisse mit ihm schildert er im erwähnten Artikel, den wir unter Weglassung der nebensächlichen Breiten hiermit wiedergeben. Meine Beziehungen zu Charles Theodor Reust. .... Ter H...... Reuß ließ sich vor etwa scchszehn Monaten in der„Socialist League" als Mitglied aufnehmen. Niemand kannte ihn dort, aber da er vorgab, ein Mitglied des„Kommunistischen Arbeitervereins" zu sein, was (wie sich später herausstellte) nicht der Fall war, so wurde er „Kreuz-Zeitung" läse. Im Wüstensand dieser Jeremiade über den Parlamentarismus verlaust sich der Artikel, zu dem wir nur noch zwei Worte zu bemerken haben. Für den Parlamentarismus eine Lanze zu brechen, fällt uns nicht ein. Und wir geben auch zu, daß gleichzeitig mit dem Reich des Parlamentarismus auch das Reich der Staatsschulden begonnen hat. Allein daraus erhellt doch nichr, daß der Parka- mentarismus der Baier der Staatsschulden sei. Tie absolute französische Monarchie hat im 18. Jahrhundert drei Mal mehr Staatsschulden kontrahirt als das parlamentarische England. Das absolutistische Oesterreich hat drei oder gar vier Mal Bankrott gemacht, und das absolute Rußland wird augenblicklich nur durch seine Schulden vor dem Staatsbankrott bewahrt. Das möge die„Kreuz-Zeitung", die es beiläufig sehr wohl weiß, sich hinter die Ohren schreiben. Und zum Schluß noch eins: aus die finanzielle Mißwirth schaft und Misere des Königreichs Italien hinzuweisen, immer und immer hinzuweisen, ist gerade in diesem Augenblick eine brennende Pflicht, weil Jialien auf das deutsche Publikum ein Pump-Attentat beabsichtigt. Dieser» Attentat Vorschub zu leisten, war beiläufig der Zweck des Pindter'schen Versuchs, der deutschen Presse einen Maulkorb vorzubinden. Taschen zui Kammer 11, 29. Januar. Die Pelz Gewerbegericht Vorsitzender: Assessor v.Schulz. Sitzung vom Maschinennäherin Müller beansprucht vom Kürschnermeister Henze eine Lohnentschädigung in. Betrage von 32 M. Ter Beklagte behauptet, Klägerin sei zu Recht entlassen worden, nachdem sie am Tage vorher gekündigt worden sei. Sie habe seine Vertreterin(seine Braut) grob beleidigt. Unter a» deren, sei dieselbe von ihr„freches Frauenzimmer" genannt worden. Hierzu wurden mehrere Zeuginnen vernommen. Fest- gestellt wurde zunächst, daß die„grob Beleidigte", Fräulein Kindlein, thatsächlich in seiner Abwesenheit vertritt. Betreffs der groben Beleidigung konnte keine der Zeuginnen außer Fräulein Kindlein selbst etwas aussagen. Sie hallen entweder nur ein„gegenseitiges Geschimpfe" gehört oder garnichts. Aus den Aussagen ging hervor, daß Fräulein Kindlein's Autorität gelegentlich einer Kabbelei zwischen der Klägerin und einigen Arbeiterinnen angerufen wurde, ohne daß die Klägerin ihr Dazwischentreten beachten zu müssen glaubte. Dieselbe sah sie nicht„für voll an". Ter Streit zwischen Arbeiterinnen wurde so ein solcher zwischen der Klägerin und der„Vertreterin" des Be- klagten. Dieser brachte als zweiten Einwand gegen die Klage noch den, Klägerin habe die Arbeit verweigert. Die Verweigerung der Arbeit soll in einem öfteren Aufgucken von der Maschine bestanden haben, das Klägerin nicht unierließ, als Fräulein Kindlein sie zum Arbeiten aufforderte. Man war nämlich noch in der Hitze des Gefechts. Ter Gerichtshos verurtheilte den Be- klagten zur Zahlung der Klagesumme mit der Begründung, daß ihm der Nachweis nicht gelungen sei, Klägerin habe beharr- lich die Erfüllung ihrer aus dem Arbeitsverhältuiß hervor- gehenden Verpflichtungen geweigert und Fräulein Kindlei» grob beleidigt. Kammer III. Vorsitzender' Assessor C u n o. Sitzung vom 29. Januar. Tie Bausirma Roimarus n. Tetzel hatte dem Putz- meister Winter die Puharbcitcn aus einem ihrer Bauten über- tragen; für den Quadratmeter waren 80 Ps. vereinbart. Winter glaubte, mit seiner Kolonne nicht zur rechten Zeit fertig zu werde», und warb mitten im Akkord noch die Putzer Reichart und Kluckert an. Bei einer der letzten Abrechnungen stellte sich heraus, daß die Kolonne an Kostgeld(pro Tag 7 M.) schon mehr heraus hatte, als die bis dahin gefertigte Arbeit nach dem vor- einbarten Akkordpreis ausmachte. Bei der Schlußabrechnung mußte das natürlich wieder„glatt gemacht" werden; es gab so wenig heraus, daß die nachträglich angenommenen Putzer Reicharl und Kluckert in der letzten Woche„nicht aus ihren Lohn kamen". Sie verklagten deshalb Roimarus u. Tetzel aus Zahlung von 26 und 19 M. Die Beklagte wies nach, daß sie den mit Winter für die gcsammte Arbeil abgemachten Preis be- zahlt hat und bestritt den Klägern ihr angebliches Recht, von der Firma noch Geld zu verlangen. Die Kläger behaupteten, Winter habe ihnen 7 M. pro Tag versprochen, gaben aber zu, ohne weiteres angenommen. Die„League" war da- mals jung, brauchte Kräfte und da Reust sich von vorn- herein willig zeigte, recht thätig zn sein, ivurde er in Bälde sogar in den V o r st a n d g e w ä h l t.') Einmal da, war es ihm ein Leichtes, bei den deutschen Soziali sie n Ein- gang zu s i ii d e n.a) Er ging zuerst, wenn ich nicht irre, zu der dritten Sektion,�) und kurz darauf kanr er zu der ersten Sektion des Kommunistischen Arbeitervereins. Nach und nach besuchte er sämmtliche in London vorhandene sozialistische Organisationen. Damals kannte ihu niemand unter seinem richtigen Naweu, er hieß für jedermann„Genosse Charles Theodor". Zuerst trat er in der„Socialist League" als Lehrer der englischen Sprache für deutsche Genossen aus. Etwas später begann er, sich denjenigen Leuten in freundschaft- licher Weise zu nähern, von denen er vermuthen konnte, daß sie mehr und genauer als andere in Parteiangelegenheiten eingeweiht waren. Bei der„Socialist League" wurden die beiden Sekretäre, dann Genosse Scheu und einige andere, bei uns Neue, Trunk und ich(Dave) seine ausgewählten Umgaugssreunde. Im Mai 1835 wurde ich brieflich zu einer wichtigen und vertraulichen Zusammenkunft im Hotel Windsor am Strand ein- geladen. Neve hatte ebenfalls eine derartige Einladung erhalten; wir gingen also beide hin und trafen dort in einem Salon im y Angesichts solcher Geständnisse braucht man sich freilich nicht zu wundern, daß die Londoner Klubs von allem Anfange an ein wahres Nieselseld für Lockspitzclei'gewesen und bis zur heutigen Stunde geblieben sind. Der nächste beste Spitzellumpazi kommt und meldet sich zur Aufnahme; niemand kennt ihn. niemand kontrollirt ihn, niemand prüft seine Angaben— er wird schlankweg aufgenommen und falls er— was bei einem Spitzel doch ganz selbstverständlich ist— sich als besonders„willig und eifrig" erweist, auch sosort aus einen Vertrauensposten gestellt. Uebrigeus darj man auch anderswo in Arbeitervereinen diese Lehre heute noch beherzigen. 2) Wen» Dave von deutschen Sozialisten hier spricht, meint er immer die„sozialrevolulionären" anarchistelnden Mostianer oder die im Klub Autonomie organisirten Anarchisten Peulerl'scher Observanz. Infolge des Ausschlusses von Most aus der Partei aus dem Wydener Kongreß hatte sich der alte Marr'sche iiommu- nistische Arbeiter- Bildungsverein gespalten. In der ersten und drstten Sektion vereinigten sich die im Laufe der Jahre aus- getretenen oder ausgeschlossenen„Sozialrevolutionäre", die „reinen" Mostianer schlössen sich in der ersten Sektion um Neue, Trunk, Dave rc. Unsere Genossen sind heute noch unter dem alten Namen in Tottenham Street 49 organisirt. gewußt zu haben, daß es für den Quadratmeter 80 Pfennig gab, also, daß es Akkordarbeit war. Sie wurden abgewiesen, weil sie gewußt hätten, sie träten in einen Akkord hinein. Die Be- klagte habe keine Verpflichtung gegen sie, wenn die Vereinbarung mit Winter erfüllt sei, was nachgewiesen ist. Die Kläger hätten eben Pech gehabt. Habe sie Winter benachtheiligt, dann könnten sie gegen den vorgehen. K a m m e r IV. Vorsitzender: Assessor W e l tz. Sitzung vom 26. Januar. Ter Einsetzer Strauß hatte seiner Zeit einen regulären Ver- trag(schriftlich) mit der Baufirma Heß u. Komp. geschlossen, in dem er sich verpflichtete, die Einketzarbeitcn auf einem be- st i m in t e n B a» zu bestimmten Akkordpreisen gut auszuführen, sich so viel Gehilfen zu nehmen, wie er brauche, deren Kranken- tassen- und Jnvaliditätsversicherungs-Angelegenheiteii auf eigene Rechnung zu regeln:c. Dann räumte der Vertrag der genannten Baufirma das Recht ein, bei schlechter Ausführung der Arbeit den p. p. Strauß ohne Kündigung entlassen zn können. Strauß stellte die ihm übertragenen Arbeiten fertig, worauf er noch andere Arbeiten für seine Austraggeberin ausführte, dann aber plötzlich entlassen wurde. Er klagte beim Gewerbcgericht auf Zahlung einer Lohnentschädiguug. Tie beklagte Baugesellschaft stützte sich nun aus jenen Akkordvertrag, gegen die Klage einwendend, durch denselben sei ja die Kündigung ausgeschlossen worden. Der Kläger trat diesem Einwände ganz richtig mit dem Bemerken entgegen, daß jener Vertrag nur die Arbeiten auf dem in Frage kommenden Bau in der Bergmannstraße angehe, daß sei» (Klägers) Weiterarbeiten bei Heß n. Komp. eigentlich das Ein- gehen eines neuen Arbeitsverhältnisses gewesen sei. eines Arbeits- Verhältnisses, in dem stillschweigend die gesetzliche Kündigung?- frist anerkannt wurde. Uebrigeus hätten zwischen der Fertig- stellung des betreffenden Akkordes und der späteren Beschäftigung für die Beklagte sogar einige Tage der Beschäftiginigslosigkeit gelegen, so daß schon aus diesem Grunde die Annahme eines neuen Ärbeitsverhälliiisscs Berechtigung hätte. Diese Auseinandersetzungen fanden nicht die Zustimmung des Gerichtshofes, die Mehrheit desselben war anderer Ansicht wie der Kläger. Derselbe wurde mit der Klage abgewiesen. Der Vorsitzende" gab als Grund des Urtheils an, der Kläger habe in einem fortlaufenden Arbeits- vcrhällniß bei der Beklagten gestanden, der.Kündigungsausschluß im erwähnten Akkordvertrag habe auch während der letzten Zeit der Beschäftigung des Klägers bei der Beklagten Geltung gehabt. (Das Urlheil und seine Begründung sind entschieden einer ganz salschen Beurtheilung der Sachlage entsprungen. Wie kann der Kündiguiigsausschluß in einem scharf umgrenzten Akkordvertrag nach Erfüllung desselben noch Geltung haben! Der Bericht- crstatter.) Kammer lll. Vorsitzender Assessor Fürst. Sitzung vom 30. Januar. Der Prozeß Heidemann und Genossen gegen den ehemalige» Schlächtermeister Röhn hatte dadurch ein Nachspiel, daß nun- mehr auch der in den damaligen Verhandlungen vielgenannte Töpfer, augeblich Töpfermeister, S a a tz für dieselbe Zeit eine Lohnentschädiguug gerichtlich geltend machte, für welche jene hinter dem Titel„Heidemann und Genossen" verborgenen fl4 Töpfer eine solche erstritten haben. Wer unsere Berichte über den genannten„Monstreprozeß" gelesen hat. wird sich des That- bestaiidcs noch entsinnen. Die Kläger hatten auf einem Bau, den der Klempnermeister Thrun mit dem Gelde des Herrn Röhn auf einem Grundstück aufführen ließ, das er von Röhn gekauft, d. h. merschtendcels gepumpt hatte, gearbeitet. Eugagirt waren sie von S a a tz, der zu diesem Zwecke zum„Töpfermeister" plötzlich sich entwickelt hatte. Vom 14. bis 28. Oktober„blieb die Arbeit auf dem fraglichen Bau liegen", aus Verankassung der Unteriiehmer. Am 28. war das Gnindsliick unter gerichtliche Administration gelangt, Nohn als Haupt- gläubiger des„Besitzers". Thrun'wurde vom Administrator als dessen Vertreter installirt, unter seiner Aussicht wurde dann weiter gearbeitet. Die„ausgesetzten" 14 Tage wollten die Töpfer bezahlt haben; wie gesagt, wurde der Anspruch vom Gericht an- erkannt. Die Kläger hatten sich gegen Röhn und nicht gegen Thrun oder Laatz gewandt, weil sie ihn für den„eigentlichen" Bauherrn ansahen; diese Ansicht thcilte das Gericht. Für den Verurtheilte» hatte darauf zweimal Fabrikant Weigert die Restitutioiisklage erhoben. Er wurde jedesmal abgewiesen, weil die beigebrachten Urkunden nach Ansicht des Gerichts nicht ge- eignet waren, eine Restitutioiisklage zn begründen. Laatz, der „Töpfermeister", wurde trotz der Anmeldung des„Gewerbes", trotzdem er auch sonst die Fornialitäten zu erfüllen getrachtet ersten Stocke des Hauses zehn oder zwölf Mann an. Es waren Sozialisten von allen Nationalitäten. Neuss eröffnete uns, daß ihm die Idee gekommen sei, um die Propaganda auf dem Kontinente besser unterstiitzen zu können, einen Zentral- bund zu gründen, dessen Mitglieder die Aufgabe haben sollten, die Korrespondenz zu zeutralisiren, dieselbe monatlich einmal auf den Kontroll- Bundestisch niederzulegen und darnach gemeinschaftlich zu handeln. Der Bund soll ein geschlossener, also ein geheimer sein/) 4) Diese revolutionäre Zentral-Korrespondenz scheint ein Lieb- lingsinventarstück aller Spitzelchefs zn sein. Der Pariser Polizei- präfekt Andrieux erzählt in seinen„Memoiren", wie er in den 80er Jahren— also um die gleiche Zeit— diesen Plan ver- wirklicht habe: Er gab das Geld zur Gründung einer anarchistischen Zeitung, ließ einen Spitzel in die Redaktion wählen und alle Morgen in einer sog. Redaklionskonserenz die gesamnite Korre- spondenz vorlesen und besprechen. Louise Michel war bekannt- lich ebenfalls unter den daraus hineingefallenen Anarchisten. Spitzel Schmidt in Zürich trug sich mit dem gleichen Plane; aber er wollte die Mitglieder seines Geheimbundes auch noch phoiographirl wissen; nicht blos ihre Korrespondenz, auch ihre Visagen sollten der Polizei überantwortet werden; Schröder und Kaufmann hatten bekanntlich die Korrespondenz in ihre fände zu leiten verstanden. Auch der ehemalige Berliner tudent Nonne trug sich in Paris mit der gleichen Idee. Als 1884 ein Studiengenvsse ihn in Paris aufsuchte(und von ihm bei der Gelegenheit auch zu Ober minder geführt wurde), entwickelte Nonne ganz den gleichen Plan: in den sozialistischen Zeitungen wie„Sozialdemokrat":c. könne man doch die internen Partei-Angelegenheiteir nicht besprechen, zur Beförderung der internationalen Revolution wäre daher eine geheime Gesellschaft nothwendig, in deren Hände die Korrespondenz aus allen Ländern zusauimenlausen sollte. Nebenbei mag erwähnt werden, daß dieser selbe Nonne es auch war, der 1879 in Berlin die erste revolutionäre Geheimdruckerei mitgründete und das erste Flug. blatt initfabrizirle und den Vertrieb arrangirte, wofür dann der Drucker und ein Student zu 11 bezw. 8 Monaten Gefängniß verurtheilt wurden, während Nonne selbstverständlich rechtzeitig nach Paris abgereist war. Als Nonne durch die Enthüllung des„Sozialdemokrat" für die Parteispionage unmöglich geworden war, scheint seine durch jahrelangen Aufenthalt in London und Paris erworbene Personalkenntniß unter den ausländischen, besonders russischen Revolutionären als eine sehr werthvolle Eigenschaft betr,sion aus- worden zu sein. Denn von nun ab sehen wir. wie Reußne Arbeits- Wilhelmstraße, so auch Nonne eine Sprosse höher stei hatte, durch welche man„felbstSndiger Gewerbetreibender" wird, nicht als Arbeitgeber der Kläger angesehen. Das Gericht hielt ihn für„zwischengeschoben". Laatz klagte nun jetzt als Aus- touleurer, als Vorarbeiter von„Heidemann und Genossen", unter der Begründung, wie die Töpfer in der Zeit vom 14. bis 28. Oktober 1393 am Arbeiten verhindert gewesen seien, so sei auch er es gewesen.— Weigert, welcher den Beklagten Röhn vertrat, suchte in längeren juristischen Ausführungen nachzuweisen, daß Röhn kein Bauschwindler sei, der andere„vorschiebe". Zur Begründung dessen führte er dieselben Thatsachen an. wie ,n den früheren Prozeflen. Als Einwand gegen die Klage brachte er unter anderem auch vor, daß Laatz in einer Quittung über 42 Mark. welche er am S. Dezember erhielt, als einer Schluß- und Restzahlung quittirt habe. Demnach hätte derselbe keinerlei Ansprüche mehr an seinen Austraggeber. Eingewandt hatte Weigert ferner, das Gericht sei unzuständig. Herr Röhn sei Rentier und habe nur als Hypothekengläubiger Interesse an dem fraglichen Hause, sonst nicht.— Das Gericht erklärte sich für zuständig, aus den Gründen, die in den im Prozeß Heidemann und Genossen gefällten Urthcilen enthalten sind.(Es war also der Ueberzeugung, Bauunternehmer Thrun und„Töpfermeister" Laatz seien nicht die eigentlichen Arbeitgeber der damaligen Kläger, letzterer nicht einwandssreier Gewerbetreibender gewesen.) Der Kläger wurde kostenpflichtig abgewiesen, und zwar auf grund der Quittung über die„Schluß"- und„Rest- zahlung". Begründend führte der Vorsitzende aus. daß nach einer Bestimmung im Allgemeinen Landrecht(Erster Theil, Titel 18, Paragraph IIS) weitere Ansprüche für die Zukunft nicht erhoben werden können, wenn Quittungen dieser Art vor- Händen sind. Das„Engagement auf Probe" vor dem Gewerbe- geeicht. Zu den beliebtesten Einwänden von beklagten Unter- nehmern, die wegen Nichtinnehaltung der gesetzlichen Kündigungs- rist vor das Gewerbegericht zitirt werden, gehört der, Kläger oder Klägerin sei nur„auf Probe" engagirt worden und könnte deshalb nicht auf eine Kündigungsfrist Anspruch erheben. Diesem Einwände brachten die Richter von Beginn der Thätigkeit des Gerichts an die größte Aufmerksamkeit entgegen; sie legten großen Werth auf eine möglichst genaue Feststellung des vorliegenden Thalbestandes, um zu ersehen, ob hinter der„Probearbeit" irgend ein„Kniff" des Arbeitgebers verborgen lag oder ob sie den realen Zweck hatte, die Befähigung der angenommenen Arbeiter bezw. Arbeiterinnen für die in Frage kommenden Arbeiten zu erproben. Es wurde nämlich öflcr erwiesen, daß die betreffen- den Arbeitgeber mit dem Auf-Probe-Arbeiten nur bezweckten, eine möglichst billige Arbeitskraft oder eine solche zum Aushelfen zu bekommen, oder auf sonst irgend eine Weise davon zu pro- sttiren. Wo nach Ueberzeugung des Gerichts nicht wirkliche Probearbeit vorlag, erfolgte natürlich, wenn sonst kein stichhaltiger Grund zur Entlastung ohne Kündigung erwiesen wurde, die Verurtheilung der Beklagten. Ueber die Berechtigung des„Engagements auf Probe" als solches waren die Vorsitzenden wie in allen prinzipiell zur Entscheidung gekommenen Fragen verschiedener Meinung, das bewiesen die verschieden gearteten Urtheile verschiedener Kammern. Da kam die auch im„Vorwärts" abgedruckte E» t- scheidung des Berliner Landgerichts!, daß ein Probe- Engagement überhaupt nicht statthast sei, mit der Be- gründung, wolle der Arbeitgeber aus Probe arbeiten lassen, dann brauche er ja blos die Kündigungsfrist auszuschließen. Thue er das, so stehe ihm ja jederzeit frei, sich von einem unbrauchbaren Arbeiter zu befreien. Mehrere Assessoren des Gewerbegerichts machten diese Anschauung zu der ihrigen und brachten, sich auf die Landgerichtsentscheidung stützend, in ihren Kammern Urtheile zu stände, die dem Sinne derselben entsprachen. So z. B. Asseffor Dr. Meyer in Kainmer VII. Andere waren damit nicht einverstanden, legten aber Werth auf die Dauer der Probezeit; ein zu lange? Arbeiten auf Probe betrachteten sie als festes Engagement, das nur mit Jnuehaltung der Kündigungsfrist eine rcchtsgiltige Lösung erfahren könne— immer vorausgesetzt selbstverständlich, daß die Kündigungsfrist nicht aus- drücklich aufgeschloffen sei. In der Begründung einer Ver- urtheilung hob ein Vorsitzender als mitbestimmend für dieselbe hervor, daß keine bestimmte Probezeit zwischen den Parteien verabredet wurde. Jetztwird nun auchinder Frage der Probezeit eine einheitliche Recht- sprechung von den Vorsitzenden angestrebt. Und zwar ließ sich darüber der Assessor Weltz gelegentlich der Verhandlung eines Prozesses zwischen dem Fraiser Holz- man» und dem Fraisereibesitzer Wuth folgendermaßen vernehmen: Die Vorsitzenden hätten unter sich berathcn, wie man sich zur Probe- Annahme stellen solle. Sie hätten sich ge- einigt, das Engagement auf Probe als be- rechtigt anzuerkennen. Nur wäre vielleicht daraus zu halten, daß die über eine bestimmte Frist hinausgehendeBeschäftigung nicht mehr als Probe-Arbeit angesehen werde. Eine Probe- beschäftigung auf b Tage etwa sei entschieden als statthaft zu betrachten, während eine Ver- längerung um Wochen zu verwerfen sei. Das Berliner Landgericht stehe mit seiner Entscheidung bezüglich Es war dies für mehrere unter uns eine Ueberraschung, weil doch der Stifter dieses merkwürdigen Bundes ein so blut- junger Genosse in der Bewegung war, und trotzdem er an- scheinend eine Art halbverdauter Bourgeoisiekultur genossen hatte, doch im Grunde, in politischen und ökonomischen Sachen, ein absoluter Ignorant war. Nach zwei oder drei Zusammenkünften hatten alle Eingeladenen vollauf genug von seinem Bund, und das Ding kam nicht zu stände. Im November 1883 kam ich nach London zurück und wir beschloffen, den Neuß sehr scharf im Auge zu behalten. Von jetzt ab wurde ich zum Scheine fein guter Freund. Ich hörte von ihm, daß er von dem Vermögen seiner Frau lebe; er sagte mir sogar, wie viele Pfund Sterling er wöchentlich ausgeben könne, und es ist Thatsache, daß er ivirklich über ziemlich große Geldmittel verfügte; ich habe Gelegenheit gehabt, dieses öfter in seiner Wohnung zu beobachten. Tagegen erzählte er den englischen Genossen stets, er sei, um sein Leben zu fristen, vollständig auf Uebersetzungsarbeiten angewiesen und diese literarischen Arbeiten müsse er'im britischen Museum ausfuhren. Dies ist aber wieder unwahr, denn im britischen Museum, wo ich jede Woche vier bis fünf halbe oder ganze Tage zubringe, habe ich ihn nur«in einziges M a l angetroffen, und dies eine Mal bestand seine ganze literarische Beschäftigung darin, in Most's„Freie Gesellschaft" und Bebel's„Frau" zu blättern. Er gab an, sich für einen Bortrag über„Die Frau in der Zukunft" vorbereiten zu wollen. Später fing er an, Konzert» zu arrangiren, um Wagner'sche Musik zu popularisiren. Den englischen Ge- nossen sagte er, diese Konzerte bildeten für ihn eine ansehnliche Erwerbsquelle, mir gegenüber aber erzählte er wieder, er müsse an jedem Konzerte drei bis vier Pfund Sterling, also 68 bis 88 M., zusetzen. Und das letztere ist wohl auch der Fall ge- wesen, denn ich weiß, daß jedesmal zwei Drittel der Zuhörer mit Freikarten versehen waren. Kurz, über seine Existenz- mittel hat er nie anderes als Lug und Trug erzählt. Nach und nach bekam ich auch zu wissen, daß Reust für findet bei den Reisen hoher und höchster Personen als eine Art rerlönlicher Sicherheuspolizei Verwendung— eine Aufgabe, die am';o genuß- wie verdienftreich sein mag, da ja Fürstenreisen aktlvncrnbe des 19. Jahrhunderts zu den alltäglichen Elaals- zählen. der Probe-Arbeit vereinzelt da; mehrere größere Land- gerichre hätten sich auch mit derselben zu beschäftigen gehabt und anders entschieden, so, wie es jetzt die Vorsitzenden des Gewerbegerichts beabsichtigten. Dafür habe fich außer- dem ein sehr beachlenswerlher Aufsatz in den„Blättern für soziale Praxis" ausgesprochen. Das Urtheil im genannten Prozeß lautete denn auch au- Abweisung der Klage, da der Werkführer des Beklagten des schworen hatte, der Kläger sei„auf Probe",„versuchsweise" an- genommen worden. Assessor Weltz fügte dem Urtheil begründend hinzu:„Es lag im Ermeffen des Meisters, zu entscheiden, ob ihni die'Arbeit des Klägers genügte oder nicht. Da der Meister seiner Aussage gemäß nicht damil zufrieden war, mußte der Ge- selle bei seinem Einverständniß mir der versuchsweisen Beschäfli- gung es sich gefallen lassen, entlassen zu werden." Tie grundsätzliche Behandlung des Probeengagements durch die Assessoren des Gewerbegerichts mit ihrer Verwerfung des angeführten Urtheils des Berliner Landgerichts verdient beleuchtet zu werden. Würde ein Engagement auf Probe ständig vom Gericht als unzulässig erachtet, so würden die Arbeitgeber, welche des an- genommenen Gehilfen Tatiglichkeir für ihren Betrieb erst er- proben wollen, einfach von dem ihnen zustehenden gesetzlichen Recht des Kündigungsausschluffes, vielleicht nur für eine bestimmte Zeit, Gebrauch mache». Eine Bcnacktheiligung der Ar- geber bestände auf keinen Fall, die Gewerbe-Ordnnng schützt sie davor. Das„Probearbeiten" ist übrigens auch nichts weiter, als ein Kündigungsausschluß, insofern nicht verabredungsgemäß eine b e st i m m t e Frist inne gehalten werden soll. Das geschieht aber in den weitaus mei st en Fällen nicht. Wie wird denn meistens die Bedingung der Probezeit gestellt?„Sie müssen erst auf Probe arbeiten."—„Wenn mir Ihre Arbeit ge- fällt, können Sie bei mir bleiben."—„Vorläufig sind Sie auf Probe hier"— so oder ähnlich, oft durch noch viel unklarere Aeußerungen werden die Bedingungen dem Arbeilsbedürltigen aufoktroyirt, vom Abschluß eines Ver- träges zwischen einem Darbenden und einem mit wirthschastlicher Macht Ausgestatteten kann wohl nur ironisch gesprochen werden.„Auf Probe" kann in solchem Fall nur bedeuten: Wenn ich herausgefunden habe, daß Sie mir nicht konveniren, dann entlasse ich Sie, ergo: ich kann Sie jeder- zeit eullaffen. Soll ein derartiger Verlrag aber r e ch t s g i l t i g sein, dann muß dem Engagirten das Recht, während der Probe- zeit, an jeden, Tage die Arbeit liegen lassen zu können, zu- gestanden werden. Denn der§ 122 der Gewerbe-Ordnung sagt: Werden andere Kündigungsfristen als die gesetzliche verabredet, dann müssen sie für beide Theile(Arbeitgeber und Arbeitnehmer) gleich sein. Blieben diejenigen Probe-Engagements, bei deren Abschluß eine bestimmte Frist festgesetzt wird. Die Vereinbarung einer solchen enthält gewissermaßen ein„festes" Engagement für die Zeit ihrer Tauer, das keiner der Kontrahenten vor seiner Beendigung zu lösen befugt ist, wenn nicht Entschädignngs- anspräche daraus erwachsen sollen. Diese Engagements haben, wenn sie den reellen Zweck der Probe-Arbeit in sich schließen, nur als Vorstufe eines auf längere Daner zu schließende» Ar- beitsverhältnisses Sinn— sonst„steckt was dahinter". Solch festes Engagement oder Vertragsverhältniß— und sei es nur auf 14 Tage, und nenne es sich„aus Probe", oder habe den Zweck der Probearbeit— ist gesetzlich zulässig. Seine Giltigkeit wird vielleicht unter diesen oder jenen Umständen au- gefochten werden können, an sich ist es aber vor dem Gesetze gerechtfertigt.— Hingegen alle Aus-Probc-Annahinen ohne ver- abredete, innezuhaltende Frist sind unseres Erachtens hinfällig. Durch ihre Nichtigerklärung würde das Gericht einer großen Menge von Beklagten die oft sehr faulen Einwände nehmen, eine ganze Anzahl Termine mit der Beweiserhebung über jene paren, und trotzdem nicht die Möglichkeit den Unternehmern entziehen, neuengagirte Leute, die ihnen nicht passen, ohne Kün- digung„loszuwerden".— Ten Arbeitern aber ist nur zu rathen, „aus Probe" so wenig wie denkbar sich ausnutzen zu lassen und nicht mit„Probelöhnen" zufrieden zu sein. Wo die 42 sGemeindevorftäude der Umgegend von Dresden das Material zu ihrer famosen Petition an den Landlag hergenommen, wer bei der„Zügellosigkeir", wer bei den„tumultuarischen Szenen" die Helden gewesen sind, zeigt recht beutlich folgende Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht zu Dresden. Auf der Anklagebank erscheinen der Bildhauer Georg Petzold, der Reisende in einem Jngenieurbureau Otto Gebauer und der Geschäftsinhaber Johannes Franz Körtzinger. Das„gebildete" Trio hatte einen ganzen Schwärm gute Bekannte mitgebracht. Diese nach Gigerlmanier ausgeputzte Suite findet kaum Platz im Zuschauerraum, so zahlreich ,sl sie. Tie drei An- zeklagten haben im August v. I. sich zunächst im Schillcrgarten In Blasewitz betrunken und schon im Lokal selbst zum Aergerniß der anwesenden Gäste ihre Rüpeleien vollführt. Gegen 2 Uhr Morgens verließen sie das Lokal und jetzt galt es, die Bewohner der umliegenden Häuser durch Brüllen und Schreien im Schlafe zu stören. Ter Nachtwächter, der dazu kam, hatte Respekt vor der eleganten Kleidung der drei Radaubrüder; er verwies le zur Ruhe und forderte sie höflich auf, nach Hause >u gehen. Er war aber an die Unrechten gekommen; nachdem äe ihn eine Weile verhöhnt und beschimpft hatten und er schließ- eine Korrespondenz eine ganze Anzahl der verschiedensten Adressen benutzte. In die„Socialist League" ließ er sich zwei Abonnements auf den„Sozialdemokrat", sowie z w e i Abonnements aus die amerikanische Ausgabe der „Freiheit" kommen; in seine Wohnung bestellte er ein drittes Exemplar der„Freiheit"« und zwar die Londoner Ausgabe.b) In einem Wiener Kaffeehaus in der Oxford Street bezog er ein Abonnement auf ein Berliner Blalt, in Holborn Viadukt 3, unzählige Briese, wovon die meisten stets eingeschrieben waren, u. f. w. Ich will hier auch gleich«och hinzufügen, daß, seitdem Reust aus den englischen und deutschen Vereinen aus- geschlossen wurde, er brieflich in der Londoner Expedition der „Freiheit" auf zwei verschiedene Namen noch auf' drei weitere Exemplare desselben Blattes abonnirt hat, und daß seine Abonnements in derselben Zeit und in der- selben Anzahl zunehmen, als die Abonnenients eines anderen Deutschen. der seit längerer Zeit der Polizeidienste verdächtig erschien, in der Ex- pedition der„Freiheit" abgenommen haben. Vielleicht nur«in mysteriöser Zufall i— Mittlerweile war ein Genosse von London abgereist, um sich aus einem gefährliche» Pollen niederzulassen. Reust, von Natur aus ein ganz' frecher Mensch, schnüffelte so lange überall herum, bis er die Adresse des Genossen X... herausgetistelt hatte. Als ich merkte, daß er schon Alles wisse, sagte ich ihm. X. wohne wirklich da, werde aber in Bälde nach Deutschland reisen. was indeß nicht der Fall war. Als Reust dies erfuhr, belästigte er Genosse Trunk, bis dieser ihm eines Tages auf sein ewiges Fragen antwortele:„Ja, X. ist weg!" — Sofort eilte Reust nach meiner Wohnung und wollte wissen, wohin Freund X. sei.„Nach Berlin," meinte ich.„er geht aber erst nach Augsburg. Nürnberg. Plauen. Leipzig und erst Donnerstag wird er in Berlin ankommen." Am darauf- ») Damit die Berliner Polizei für ihre verschiedentlichen Zwecke stets rechtzeitig und genügend Exemplare der im Ausland er- scheinenden, aus grund des Sozialistengesetzes verbotenen Zeitungen und Broschüren erhielt, mußten die Spitzel und zonstigen Zuhälter der Polizei im In- und Auslande stets unter möglichst unversänglicheu Adressen eine Anzahl dieser Blätter abonniren und dan» sosort nach Empfang nach Berliu weiter spediren. lich zu ihrer Arretur schreiten wollte, stürmten sie mit dem Rufe: „Jetzt wollen wir'mal die Polizei verhau'»", auf den Nacht- wächter ein und bearbeiteten ihn mit Stößen und Faustschlägen. Auf das Nothsignal des bedrohten Beamten kam noch ein Nacht- wächter und drei Zivilpersonen herbeigeeilt, welche sich lange Zeit mit jenen sauberen Herren herumbalgen mußten, ehe es gelang, sie zur Wache zu bringen. Auf dem Wege zur�Wache leisteten sie außerdem noch erheblichen Widerstand, wobei sich die Beamten Bezeichnungen wie„verfluchte Spitzbuben" gefallen lassen mußten. Das Schöffengericht sprach Körtzinger frei und verurtheilte Petzold zu 68 M. und Gebauer zu 38 M. Geldstrafe. Wahrscheinlich hat der Gemeindevorstand zu Blasewitz. wenn er die oben erwähnte Petition mit unterschrieben hat, solche Vor- gänge im Auge gehabt, wie sie hier dem Gericht zur Beurthei- lung vorlagen, und die zweite Kammer des sächsisch?» Landtags wird jetzt wissen, wo das„Strolchenthum" zu suchen ist. Der frühere ReichStagS-Zlbgeordnete, Chef-Redakteur der„V o l k s- Z e i t u n g", Karl V o l l r a t h, hatte sich heute vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I wegen Beleidigung durch die Presse in drei Fällen zu verantworten. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Hoppe, die Anklage- behörde vertrat Staatsanwalt Strehler. die Vertheidigung führte Rechtsanwalt Träger. In dem ersten Falle sollten der Erste Staatsanwalt Maizier zu Magdeburg und der dortige Ge- säugnißinspektor die Beleidigten sein. In der Nummer der „Volks-Zeitung" vom 9. August 1892 erschien eine aus Magde- bürg datirte Notiz, worin mitgetheilt wurde, daß der Erste Staatsanwalt Maizier mit außerordentlicher Härte gegen den Tischlergesellen Franz Königftedt vorgegangen sei, der damals eine Gefängnißstrafe wegen Majestätsbeleidigung zu verbüßen hatte. Es sei entdeckt worden, daß Königstedt mit einem Militärposten Durchsteckereien getrieben, indem der letztere behilflich gewesen, daß der Gefangene Packeis mit Nahrungsmitteln an einer Leine bis an sein Zellenfenster hinaufgezogen hatte. Während der Posten dieserhalb zu neun Monaten Festung verurtheilt worden sei, habe der Erste Staatsanwalt die Fesselung des Königstedt angeordnet und der Gefängnißinspektor Kreisel diesen Befehl in der Weise zur Aussührung gebracht, daß er den Königstedt mit schwereren Ketten an den Fußboden befestigen ließ, als sie bei dem Raubmörder Erbe zur Anwendung ge- kommen seien. Das Fußgelenk des Königstedt sei von dem Eisen blutig gescheuert worden. Ter Erste Staatsanwalt habe diese Maßregeln getroffen, ohne davon dem Untersuchungsrichter Anzeige zu machen, oder die geschäftlichen Vorschriften zu beob- achten. Wie der Angeklagte zugab, beruht ein großer Theil dieser Mittheilungen auf Unwahrheit. Er sei von dem Bericht- erstaltcr getäuscht worden, dessen Mittheilung um so glaub- würdiger erschien» da derselbe die betreffenden Verfügungen des Ersten Staatsanwalts dem Anscheine nach im Wortlaute wiedergegeben hatte. Bei diesem Geständniß des Angeschul- digten erübrigte sich die Vernehmung der aus Magdeburg ge- ladenen Zeugen. Der zweite Theil der Anklage betraf einen im Oktober 1392 in der„Volks-Zeitung" erschienenen Artikel mit der Ueberschrift: „Aus dem Reiche des Herrn v. Stephan." Dieser� Artikel, der dein„Vorwärts" entnommen war, schilderte Vorgänge, �die sich angeblich auf dem Postamte zu Slawentzitz in Oberschlesien zu- gelragen haben sollten. Der dorlige Postvorsteher Mildner sei eines'Tages von seinem Untergebenen, dem Postgehilfen Jüttner, dabei betroffen worden, als derselbe einen an den lehleren ge- richteten Brief öffnete, von dem Inhalte Kenntniß nahm und den Brief dann wieder verschloß. Jüttner habe seinem Vor- gesetzten dafür eine kräftige Ohrfeige versetzt. Es sei das Ver- hallen des Vorstehers darauf zurückzuführen, daß seitens der Behörde die geheime Versüguug erlassen sei. die Korrespondenz der jungen Beamten zu überwachen. In betreff des geschilderten Vorfalls fei eine Untersuchung von dem Postinspektor zu Oppeln vorgenommen worden, die damit geendet habe, daß der Vorsteher penstonirt und der Gehilfe versetzt worden sei. In dem Artikel ließ man durchblicken, daß der Vorsteher geschont worden sei, weil er seinen Vorgesetzten Wild geschickt habe.— � Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Artikel fast durchweg auf Unwahrheit beruhte. Der Zeuge Jüttner mußte zugeben, daß er aus eitler Großsprecherei mehreren Kollegen er- zählt habe, daß er seinem Vorgesetzten eine Ohrfeige versetzt habe, weil seitens des Letzteren das Briefgeheimniß verletzt worden sei. Ter Zeuge Mildner erklärte, daß die ganze Geschichte er- sunden sei. Er habe nie einen Streit mit Jüttner gehabt, es habe keine Untersuchung gegen ihn stattgefunden und er sei heute noch im Dienste. Der Angeklagte erklärte, daß der Telegraphen-Asststent Schmidt ihm Monate vor dem Erscheinen des Artikels in der Redaktion genau dieselben Mittheilungen gemacht habe, die dem Artikel im„Vorwärts" zu Grunde lagen. Während er damals abgelehnt habe, die Sache zu veröffentlichen, habe er nach dem Erscheinen des Artikels die Ueberzeugung von der Wahrheit des Inhalts gewinnen müssen und denselben deshalb unter Quellenangabe nachgedruckt. Der dritte Artikel, welcher beleidigend sein soll, stammt aus der Cholerazeit und erschien in der„Volks- Zeitung" am 22. September 1892. Der Artikel trug die Ueberschrift:„Eine Quarantäne in Berlin" und kritisirte das Ueberwachungssystem auf dein Lehrter Bahnhose. Während die folgenden Dienstag wurden in Augsburg drei Anarchisten verhastet(und bald darauf wieder frei» gelassen), in Leipzig bei zwei anderen Haus- suchung abgehalten, und am Donnerstag Mittag kau« in Berlin ein Detektiv in die Wohnung des Korrespondenten des Genossen X. und knüpfte mit dessen Frau folgendes Gespräch an:„Ist Z.... nicht hier?"— „Nein, er ist soeben nach der Arbeit gegangen."—„Ja, ist denn mein Freund T. noch nicht angekommen? Ich komme ebenfalls von London, und wir sollen uns hier treffen". —„Ich kenne keinen Freund X. aus London. Komme» Sie wieder, wenn mein Mann von der Arbeit zurück ist."—„Heule Abend wird X.... wohl da sein, ich komme wieder." Er ließ sich nicht mehr blicken. Aus der Straße aber be- gegnete er dem 18jährigen Knaben dieser Leute und frug auch diesen: „Ist Onkel X... noch nicht bei Dir angekommen?"—„Ick wces nich," war die Antwort. Von der ganzen Angelegenheit wußte aber weder derBerliner Genosse, noch unser Freund X... ein Sterdenswört.chen. Nur Trunk und ich hatten diese„Reise" veranstaltet. Nachdem wir über all' das unterrichtet waren, frug ich den Reust, ob er vielleicht irgend Jemand Mittheilungen gemacht habe; er betheuerte feierlich das Gegentheil, wurde aber dabei so blaß im Gesicht und stoiterte derartig, daß Jeder hätte sehen können, daß er ganz entschieden die Unwahrheit sprach. Ich that aber, als ob ich ihm Glauben schenkte. Im Monat Februar, nach der Trafalgar-Affäre15). wo alle eitungen mit den Londoner Unruhen sich beschäftigten und die ourgeoisie Europa's darüber einen heillosen Schrecken empfand. begegnete mir Reuß im„Kommunistischen Arbeiterverein" und erzählte mir von einem guten Fund, den er gemacht. Er hatte nämlich Bekanntschaft mit dem Direktor eines Ber- liner Blattes gemacht und dieser ihm angeboten, für seine Zeitung Artikel zu schreiben. Auf das Erwidern Reust', er sei Sozialist, soll dieser ihm gesagt habe», das sei gerade, was er haben möchte; Korrespondenzen über soziale Gegenstände. «) Nach Schluß einer Nrbeitslosen-Demonftration war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen und zur Plünderung einzelner Läden in Oxford- und Regents- Street— den feinsten Geschäftsstraßen Londons, die etiva der Friedrich- und Leipziger- ftraße entsprechen. Untersuchung der auS Hamburg kommenden Reisenden ärztlicher scits in der Weise vorgenommeu werde, daß die verdäcktigen Personen nach dem Krankenhause oder nach der Desinfcktions- anstatt geschickt würden, sei diese ganze Maßnahme nutzlos, da Leute ohne polizeiliche Ueberwachung nach der Desinfektions: anstatt geschickt worden feien. Es sei somit ganz von dem Er messen der betreffenden Leute abhängig, ob sie die Anstatt besuchen wollten oder nicht. In diesem Vorwurf erblickte die Anklagebehörde eine Beleidigung. Der als Zeuge vernommene Polizeilieutenant. der auf dem Lehrter Bahnhof den Aussichtsdienst versehen hat, gab zu, daß Leute, die der Desinfektionsanstalt zu- gewiesen waren, durchzuschlüpfen vermochten, wenn sie es darauf abgesehen hatten. Der Staatsanwalt hielt alle drei Artikel für beleidigend und beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten. Ter Vertheidiger, Rechtsanw. Träger, hob die vielen Um- stände hervor, die für den guten Glauben des Angeklagten sprachen. Der letzte Artikel sei überhaupt nicht beleidigend und wegen der beiden ersten Fälle, in denen der Angeklagte das Opfer unzuverlässiger Personen geworden sei, könne eine Geld- strafe wohl für eine ausreichende Sühne gehalten werden. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu 1200 M Geldbuße event. 120 Tagen Gefängniß. Nns der befferen Gesellschaft. Aus Beuthen(Ober- schlesten) meldet manl der„Voss. Ztg.: Großes Aufsehen erregt die Verurtheilung des reichen und angesehenen 70 jährigen Kauf- manns Morgenstern, eines Verwandten von Millionären, zu sechsmonatlichem Gefängniß wegen einer Reihe von Diebstählen in einer Badeanstalt. Unter den Bertheidigern befand sich Ab- geordneter Munckel-Berlin. Gegen 80 000 Mark Kaution ist der Verurtheilte aus der Haft entlassen worden.— Aus Mann- heim wird telegraphirt: Wilhelm Maaß, der älteste Chef der Firma Solomon Maaß, ist am Mittwoch nach längerem Ver- hör verhaftet werden. Ter mit den Inhabern des Bank hauseS befreundete Hopfenhändler Ludwig Mayer hat sich heute früh erschossen. Sozislo llclicti'ttljl. An sämmtliche deutsche Arbeitervereine! An die Vorstände politischer Vereine, an die Vorstände von Lese- und Bildungsvereinen, Bildnngsschulen und Volksbühnen richte ich die Bitte, mir möglichst umgehend Namen des Vereins und Adresse des Versammlungslokals einzusenden. Es handelt sich um die Aufnahme dieser Adressen in eine Schrift, welche auf den festen Zusammenhalt der organisirten Arbeiter stärkenden Einfluß gewinnen will und gewinnen dürfte. Alle Ein sendungen sind, auch während meines demnächstigen Aufenthalls im Gefängniß, zu richten an die unterzeichnete Adresse. Mit sozialdemokratischem Gruß Dr. Franz D i e d e r i ch. Dortmund, Burgholzstraße Nr. 51. Sämmtliche Arbeiter der Nadelfabrik von Ahl in Hof i. B. haben die Arbeit eingestellt, weil ihnen ein zehn- prozentiger Lohnabzug in Aussicht gestellt wurde. obschon jetzt nur 18-20 Pf. Stundenlohn bezahlt würbe. Da die meisten der Arbeiter organisirt sind, ist ein Erfolg sicher. Zuzug ist streng fern zu halten. Anfragen, Sendungen u. f. w. sind zu richten an Heinrich Kolb. Hof, Fabrikzeile Nr. 50. Franz.-Buchholz. An die Zigarren-Arbeiter! Am 1. d. M. ist in der Zigarrensabrik des Herrn Cismar hier ein Streik ausgebrochen. Wie wir hören, giebt sich der betreffende Fabrikant die größte Mühe. Berliner Kollegen als Streikbrecher heranzuziehen. Wir richten an alle Berliner Kollegen die dringende Bitte, den Zuzug nach hier streng fern zu halten, da die Verhältnisse hier unerträglich sind. Die Streikkommission. I. A.: R. Hübner. Solidarität der Arbeiter. Die Augsburger Former verweigern die Ausführung von Arbeiten für Nürnberger Fabriken und erklären, im Zwangsfalle in den Streik einzu- treten; sie unterstützten außerdem die ausständigen Nürnberger Former durch eine ansehnliche Summe.— Bravo! Die freie Ncrztcwahl ist nun auch in Mainz zur Ein sührung gelangt. Eine aus Mainz eintreffende Nachricht besagt: „Nachdem die Generalversammlung der Orts-Krankenkafse bereits im Prinzip beschlossen hatte, entgegen dem seither be- standenen Institut der Kassenärzte die srere Aerztewahl wieder einzuführen, ist es jetzt gelungen, den Beschluß auch zu rcalisiren. Durch eine Uebereinkunst mit dem ärztlichen Kreisverein können von jetzt ab sämmtliche hiesige Aerzte durch die Mitglieder der Ortc. Krankenkasse kousultirt werden. In Arbeiterkreisen wird die neue Einrichtung freudig begrüßt. Ich rieth ihm, das Anerbieten zu benutzen und den Schrecken der Bourgeoisie warm zu halten. Er verlangt von mir Notizen über die vorhandenen Vereine und ich gab ihm diese in der Weise: Was ein Jeder wissen darf und auch weiß, schrieb ich vollständig, was nicht Jedermann wissen sollte, das entstellte ick absichtlich. Ter Artikel erschien etwa drei Wochen später, theilweise um- gearbeitet, aber nicht in einem deutschen Blatte, sondern als eine Mitlheilung des Londoner Nachrichten-Bureaus: der„Central Stews-Agentnr"�). und wurde von da aus in verschiedene Blätter des Kontinents aufgenommen. Als ich dem Reust vorhielt, der Artikel sei nicht in einem deutschen Blatte erschiene», wollte er gar nicht verstehen, auf welche Weise das von der„Central News' ausgegangen sei; er habe es nicht veranlaßt. Ich theilre ihm aber im Laufe der nächsten vierzehn Tage zwei weitere Notizen mit, und auch diese beiden Miltheilungen gingen wiederum von der„Central News" aus. Erst jetzt gestand Neust mir, daß er in diese Preßagentur als Mitarbeiter eingetreten sei. Das ist aber noch lange nickt Alles über den ...... Anfangs Mai reiste er nach Deutschland, angeblich um eine Konzert-Tournee zu arrangiren, in Wirklichkeit aber, um mit einer Künstlerin, Madame S...... eine Vergnügungstour zu machen und gleichzeitig für die Polizei thälig zu sein. In Deutschland besuchte er unter dem Vor- geben, von Trunk und mir abgesandt worden zu sein, einen Genossen. Dieser srug bei mir an und ich antwortete per Tele- gramm, daß Niemand den...... geschickt habe, er also vor- sichtig sein soll. Genosse X... gab Neust, der nach Düsseldorf weiter reiste, einige Briese und Zeitungepackete zum Exvediren mit. In den Briesen war jedoch nur unbeschriebenes Papier enthalten. Das war die letzte Probe. Später schrieb Reust dem Genoffen X..., er habe alles besorgt. Nach London zurückgekehrt, erfuhr Reust, daß er als internationaler Polizeispitzel aus der„Socialist League" ausgeschlossen worden sei. Das geschah am 10. Mai. Kein einziges Mitglied des Vorstandes hatte auch nur ein Sterbenswörtchen zu seinen Gunsten zu sagen gewußt. Er war den meisten Genoffen schon seit längerer Zeit verdächtig. Reuß schrieb nun sofort an diesen oben erwähnten Genoffen in Deutschland, man habe ihn der politischen Spionage beschul- digt.„Uud dafür habe ich mich in Teutschland noch kompro- mittirt," fährt er in seinem Schreiben vom 19. Mai 1886 fort. „denn Du mußt wissen— mit den Briefen ging es ja ganz glatt in Düsseldorf, aber mit dem Packet— das konnte ich nicht auf einmal los werden, und scheine ich dadurch auf- � Für diese Agentur arbeitet Reust auch heute noch. Heber„Arbeiter als Fabrikinspektoreu" bringt der „G e w e r b e f r e u n d", ein kapitalistisches Blatt, folgende ver »iinftige Notiz: Es verdient Beachtung, daß der englische Minister des Innern den Versuch gemacht hat, 16 Arbeiter zu Fabrikinspekloren zu ernennen, was sich durchaus bewährt hat. Diese haben dazu beigetragen, während ihrer sechsmonatigen Amtszeit wesentliche Uebelstände im Fabrikwesen abzustellen, die sonst unentdeckl geblieben wären. Der Minister hat im Hinblick aus diese Erfolge in seiner letzten Rede die Ernennung von weiteren Fabrikinspektoren in Aussicht gestellt, welche ihre Er- fahrungen als regelrechte Fabrikarbeiter gesammelt haben. Auch die weiblichen Fabrikinspektoren, welche früher Arbeiterinnen ge- wesen, sollen vermehrt werden. Nun also! Wenn der„Ge- werbefreund", wie es den Anschein hat, es einsieht, daß Arbeiter am Besten geeignet sind, Uebelstände im Fabrikbetriebe zu kennen und abzustellen, warum tritt er dann nicht unserer Forderung bei, das in England Bewährte, auch in Deutschland zur Einführung zu bringen? Eine vernünftige Thätigkeit kann unter Um- ständen auch die Polizei entwickeln. So übt die Elberfelder Polizei seit kurzem eine scharfe Kontrolle nicht über„umstürzlerische" Schriften, sondern über die Nah rungsmittel. Nachdem sie die zum Verkauf gelangende Milch geprüft hat, hat sie nun in etwa 50 Geschäften der Stadt Wurst entnommen, um sie auf ihren Gehalt zu untersuchen. Die Zeitungen in Dentschland. Für geistige Nahrung sorgen nach der amtlichen Zeitungsliste im Deutschen Reiche nicht weniger als 10 Ss6 Zeitungen und Zeitschristen, und zwar 7630 Stück in deutscher Sprache(gegen 7416 Stück im Jabre 1893) und 2916 Stück in 33 fremden Sprachen(gegen 2347 Stück in 32 fremden Sprachen im Jahre 1393). Die schönfärberische« Angaben des Herrn v. Bötticher über die Besserung der Erwerbsverhältnissi!, die er in der Noth- tandsdebatte im Reichstage machte, erfahren immer weitere An- echtungen. So schreibt man der„Frkf. Ztg." aus Sachsen: Bei den Nothstandsverhandlungen im Reichstage hat der Staats- ekretär v. Bötticher über die gegenwärtigen industriellen Ver- Hältnisse Mittheilungen gemacht, die einer Ergänzung durchaus bedürfen. Wir können Herrn v. Bötticher nicht zugeben, daß die Lage der Textclindustrie eine günstige ist. In dem vor- wiegend textilindustriellen Sachsen iveiß man von einer der- artigen günstigen Lage nichts. Selbst in solchen Textilzweigen, die im Winter„Saison" haben, ist das Geschäft still. So liegt die große Wirkwaaren- Industrie sehr fühlbar darnieder. Auch wo größere Aufträge vorhanden sind, haben die Preise einen so niederen Sland erreicht, daß die Rückwirkung auf die Lebenshaltung der Arbeiter eine augenfällige ist. Das siebt auch die Chemnitzer Handelskammer zu. Auch in der ächsischen Posamentenindustrie herrschen ähnliche Verhältnisse. Arbeitslöhne von 80 Pf. bis 1 M. täglich sind nicht selten. Davon soll eine oft 6— 6köpfige und auch wohl noch stärkere Emilie erhalten werden.„Nothstand" herrscht nalürlich in olchen Familien nicht. Auch in der sächsischen Weberei herrschen keineswegs günstige Zustände, ebenso sind die Arbeitslöhne in der Schuhmacherei sehr gering. Auch widersprechen wir dem Herrn Staatssekretär darin, daß in Sachsen gegenwärtig Mangel an ländlichen Arbeitskräften vorhanden sei. Wo eine nur halb- wegs annehmbare Stelle offen ist, da kann dieselbe auch sofort wieder besitzt werden. AuS dem Reichs- BersicherungSamt. Ein vom Arbeiter Finko aus Furtwangen gegen die Tiefbau- Berussgenossenschaft »m Gewährung der Unfallrente anhängig gemachter Prozeß gab den Anlaß, daß sich das Reichs- BersicherungSamt unterm 22. Januar d. I. über eine für das Baugewerbe prinzipiell wichtige Streitfrage zu äußern Gelegenheit hatte. Der bei der Beklagten mit seinem Betriebe katastrirte Arbeitgeber des Finko, ern Bau- Unternehmer. hatte während der Winterszeit dem F. den Auftrag ertheilt, bei einigen seiner Kunden den Schnee von den Dächern zu werfen. F. ist bei dieser Arbeit gestürzt und hat infolge der dadurch erlittenen. seine Erwerbsfähigkeit mindernden Verletzungen den Antrag auf Gewährung der Unfallrente bei der beklagten Berussgenossenschaft gestellt. Diese hat den Antrag abgewiesen und ihre Entschädigungs- pflicht verneint, weil bei ihr nur der Baubetrieb des Arbeit- gebers versichert sei, das Schneehinabwerfen von den Dächern zu demselben aber nicht gehöre. Der Kläger hat dagegen Be- rufung einaelegl. Derselben ist vom Schiedsgericht zu Karlsruhs unter der Begründung stattgegeben worden, daß man den Unfall als im Baubetriebe geschehen ansehen müsse, denn, so führte der Gerichtshof aus, es sei gerichtskundig, daß in den Ortschaftin des Schwarzwaldes die schweren Schncemassen oftmals den Gebäuden gefährlich würde». Dieselben müßten von den Dächern beseitigt werden, da diese sonst unter deren Gewicht und auch bei plöy- lichem Thauwetter durch das Wasser leiden würden. Habe diese Reinigung ein Bauunternehmer gewerbsmäßig übernommen, so sei sie auch eine Arbeit im Baubetriebe und gleich den übrigen Arbeiten in demselben für mitversichert zu erachten. Gegen diese Entscheidung hat die Berufsgenossenschaft das Rechtsmittel gefallen oder sonstwie beobachtet worden zu sein,— kurz und gut, in Neuß kommt ein Polizist mit einem Tele- gramm an mein Koupee, wonach ich zuverhaften i e i... Die Zeitungen aber waren in der Damentasche. Ein Glück für mich! Da keinerlei verbotene Sachen bei mir vor- gesunden wurden, wurde ich gegen Erlegung meines gesammten Baargeldes als Kaution(Lstr. 13---- 260 M.) wieder freigelassen." Am 20. Mai kam Reust in meine Wohnung und verlangte Aufklärung über den staltgesundenen Ausschluß. Ich theilte ihm Alles mit und ließ ihn dann weiter erzählen. Er behauptete, nicht in Neuß(wie er an X... geschrieben hatte) sondern in Mnnchen-Gladbach verHaftel worden zu sein. Die Dame, mit welcher er reiste und die überhaupt nicht wußte, daß er Sozialist ei, habe gar keine Miene verzogen, und gethan, als ob sie ihn nicht kenne, und'sei dann mit dem ganzen Gepäck weitergereist. Er aber sei einem vierstündigen Verhör beim Untersuchungs- rickter unterzogen und dann gegen Kaution von 250 M. einlassen worden. Der Richter hatte aber angeblich ganz ver- gessen, während der vier volle Stunden dauernden Untersuchung ihm zden Grund seiner Verhaftung mitzu- t h e i l e n! Reuß ließ mich dann ein Papier sehen, welches ihm im Amtsgesänaniß Mnnchen-Gladbach eingehändigt worden war. Ich hielt ihm vor. die Polizei händige öfters derartige Zettel den Spitzeln aus, damit sich dieselben bei den naiveren Genossen legirimiren könnten: er solle den Zettel nur deutschen Genossen zeigen, die würden ,hm schon über oen Werth desselben Bescheid sagen. Reust wurde leichenblaß und bat mich nachdrücklicher Weise, doch j« niemandem twas über diesen Zettel mitzutheilen. Ich Halle also den Nagel auf den Kops getroffen und zeigte ihm die Thür! Am 24. Mai erdreistete sich Reust noch einmal, mir zu chreiben:„Mein lieber D.! Am Klubleben werde ich mich nach den geinachten Erfahrungen natürlich nicht mehr betheiligen, aber mit einigen wenigen, die ich kennen lernte, möchte ich doch auch serner in Berührung bleiben. Sie können mich zu jederzeit in meiner Wohnung treffen, u. s. w." Seitdem weiß ich von dem...... nichls meyr. Ich füge hinzu, daß die jährliche Konferenz der englischen Delegirlen der„Sozialist League" am 13. Juni die Ausschließung des Charles Thevd. Reust leinstimmig für giltig erklärt hat. Ich besitze nebst anderem Material, das zu veröffentlichen ich mir vorbehalte, die sämmtliche» Briese und Papiere, aus welche in diesem Artikel hingewiesen ist. und dieselben stehen jederzeit zur Verfügung. deS Rekurses ergrissen. Dasselbe ist vom ReichS-Versichernngs- amt unter folgenden begründenden Ausführungen zurück- gewiesen worden: Das Hinabwerfen von Schnee könne aller- dings allgemein nicht als Bauarbeits bezeichnet werden. Da- gegen sei der Vorentscheidung für diesen Fall beizutreten gewesen; denn hier handle es sich um einen Saisonbetrieb, der im Winter zu feiern gezwungen sei. Das Entscheidende bei dem vorliegenden Streite sei, daß während des Winters von dem Unternehmer Zwecks Erhaltung eines festen Arbeitsstammes und dessen Be- schäftigung alle nur irgend ins Fach schlagenden Arbeiten an- genommen werden müßten. So lange diese Notharbeiten irgend eine, wenn noch so entfernte Aehnlichkeit mit den sonstigen Ar- beiten des einschlägigen Fachs haben, müssen sie dem eigentlichen Betriebe auch zugerechnet werden. So habe auch hier der Ar- beitgeber selbst bekundet, daß er alle nur irgend sich darbietenden Arbeiten während des Winters annehmen müsse, um sich die Arbeiter zu erhalten. Da aber die Befreiung der Gebäude von dieselben bedrohenden Stoffen immerhin eine Verwandtschaft mit der Bauthätigkeit habe, so sei die Arbeit unter diesen Umständen allerdings als dem Baubetriebe zugehörig anzusehen gewesen._ VerlKininlniigen: In einer öffentlichen Versammlung der Bildhauer die am 23. Januar tagte, sprach Genosse Hoffmann in einem beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema:„Die zehn Gebote und die besitzende Klaffe." Eine Resolution die mit dem Vortrag ihr Einverständniß bekundet, gelangt nach einer längeren Debatte zur Annahme. Tie nächste Versammlung wird sich mit der Stellung zum ersten Mai beschästigen und die Fortsetzung des Vortrages Ende Februar stattfinden. Eine öffentliche Versammlung aller in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am 19. Januar. Kollege Beutner, Gewerbegerichtsbeisitzer, gab der Versammlung einen ausführlichen Bericht über die Thätigkeit des Gewerbegerichts und beantwortete eine Reihe an ihn gerichteter Fragen. Der Delegirte der Ge- werkschaftskommisston empfahl hierauf in seinem Bericht über die Verhandlungen in der Gewerkschaftskommisston, den 1. Mai als Feiertag zu begehen. Die Versammlung stimmte einer dahin- gehenden Resolution zu. In die Agitationskommission wurden sodann gewählt: Frau Glanz, Kollege Wier, Wenk, Witatschek, Dittmann, Thomsen und Freyer. Der Kassenbericht vom Kollegen Wier verlesen, weist eine Einnahme von 339,26 M. und eine Ausgabe von 293,82 M. auf; mithin einen Ueberschuß von 45,44 M., dazu der Bestand vom vorigen Jahre in Höhe von 34,60 M. ergiebt einen Baarbestand von 80,04 M. Zum Schluß fordert Hübner und Dittmann die Kollegen auf, diejenigen Meister zu denunziren, die ihre Arbeiterinnen des Sonnabends nach 5>/s Uhr beschäftigen. Eine gutbesuchte Versammlung derTextilarbeiter (Filiale I) tagte am 20. Januar. Das Referat des Genossen Hoffmann über das Thema:„Das moderne Raubritterthum" wurde recht beifällig aufgenommen und erledigte hierauf die Versammlung die Wahl des zweiten Vorsitzenden, mit welchem Amte der Kollege Fleischer betraut wurde. Vom Kollegen Schuster wird das Ergcbrnß der Statistik mitgetheilt, die vom Verein in der Hausweberei aufgenommen wurde. Das Gesammt- ergebniß giebt einen Einblick in die überaus elende Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen dieses Berufes. Arbeits- zeit von 12—13 Stunden, dabei Löhne von 10—13 M., Anspannung aller Kräfte der Frauen und Kinder, wie es in der Hausindustrie üblich ist, lassen den Schluß ziehen, wenn es weiter bergab geht in der hiesigen Hausweberei, in Kürze wir Zuständen entgegengehen, wie sie nur noch bei den Webern im Eulengebirge zu finden sind. Nach Er- ledigung einiger Vereinsangelegenheiten wird zum Schluß bekannt gegeben, daß am zweiten Osterfeiertag ein gemeinschaftlicher Besuch der Urania arrangirt ist. Der Verein der Bauauschliiger(Berlin W.) beschäftigte Ich in einer Versammlung am 21. Januar mit der Frage:„Ist der Zusammen''chluß aller drei hier bestehenden Vereine zweck- mäßig?" Die Veranlassung zur Erörterung dieses Gegenstandes hatte die letzte öffentliche Versammlung der Berufsgen offen ge- geben. Von den Kollegen Kochmann, Deutschmann und Gabriel wurde denn auch sehr lebhast für den Zusammenschluß plädirt. Nach einer sehr ausgedehnten Diskussion wählte man zwei Dele- girte. die Kollegen Kochmann und Gabriel, die in Unterhandlung treten sollen mit den anderen Vereinen, um das Ergebniß der nächsten Versammlung zu unterbreiten. Die in der Kiirschnerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielten am 22. Januar eine Verbandssttzung ab. Die von der Kommission ausgearbeiteten Statuten wurden von der Versammlung genehmigt. Nach Mittheilung des Kollegen Dittmann. Vorsitzender des Ausschusses, findet der Vcrbandgtag Ende März in Berlin statt. Hierauf gab der Kollege Thomsen den Bericht vom Arbeitsnachweis und wurden die anderen Gegen- iände wegen der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung ab- gesetzt. Im Verband der Gold- und Silberarbeiter hielt am 22. Januar der Augenarzt Herr Dr. Wurm einen recht inter- essanien lehrreichen Vortrag über das Thema:«Die Erhaltung der Sehkraft". Der Vortragende gab eine sehr anschauliche Dar- tellung der Augenerkranlunaen, sowie der Ursachen, die diese Erkrankungen zur Folge haben. Die Beantwortung zahlreicher Fragen nach dem Vortrage zeugten von der regen Aufmerksamkeit. mit der die Anwesenden dem Vortrage gefolgt waren. Der hierauf vom Kollegen Tschentscher verlesene Kassenbericht weist eine Einnahme von 397,10 M. und eine Ausgabe von 227,11 M. aus, mithin ein Bestand von 169,93 M. Der Maskenball des Vereins findet am 3. Februar statt. Eine Wanderversnmmlnng des Frauen« und Mädchen-Bildungsvereins tagte am 23. Januar im Lokale Waldemarstr. 75. Frau Rohrlack hatte das Referat über- nommen. Rednerin vertritt in einer eingehenden Darstellung den Standpunkt, für die Geiverbe-Juspektion auch weibliche Beamte anzustellen. Eine Resolution, die den gleichen Wunsch ans- stricht, wird einstimmig angenommen. Die Resolution soll der ilgitationskommission überwiesen werden mit dem Wunsch, dieses Thema auch in Versammlungen außerhalb Berlins zu be- handeln. Der Frauen- und Mädchen-BildungSverein(Filiale N.) hatte am 24. Januar eine Versammlung einberufen. Das Referat über:„Die Frau in Dichtung und Wirklichkeit" hatte Genosse A. Hofsmann übernommen. Redner führte aus, wie die Stellung, welche man der Frau in der Dichtung zuweise, wo man sie preise, verherrliche, besinge, im Widerspruch stehe mit dem traurigen Laos, das man der Frau sonst in der Wirklichkeit bereite, wo man sie schmähe, herabsetze, ihr alle Menschenrechte nehme und alle Schuld aufbürde. Zur Diskusston sprachen Frav Noack, Fräulein Zäske und Fräulein Löwenherz. Eine öffentliche Versammlung der Zimmerer tagte am 28. Januar, um den Bericht der Vertrauensmänner entgegen- »nehmen. Dieser Aufgabe entledigte sich der Kollege Obst in 'ehr ausführlicher Weise. Nachdem die Restanten der Versamm- lung bekannt gegeben waren, wurde in einer Resolution dem neu- tewählten Vertrauensmann Fischer der Austrag, sich von den -chuldnern einen Revers ausstellen zu lassen. Zum Schluß gab Stehr einen Berickt über die Thätigkeit der Gewerkschafts- kommission. Eine Resolution, die ihr Einverständniß mit der Thätigkeit des Delegirlen und der Gewerkschaftskommission aus- spricht, wird abgelehnt. Fischer befürwortet hierauf die Arbeits- 0 M. & Die " Industrie total zu Grunde gerichtet wird, zeigt die Produktions- hauptet, die großen Fabriken weise des Bianoforte Fabrikanten Joseph, in Firma( Siemens u. Halste, Freund u. f. w.) feien mit AufS sing Had mo " Herrn Dr. med. Heymann. - Verein der Rügenwalder. Sonnabend, den 8. Februar, Abends Uhr, Leipzigerfir. 134 Achtung, Schaftarbeiter. Sonnabend, den 8. Februar, Abends 9 Uhr, große öffentliche Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Jahn über: Die franzöfifchen Arbeiter- Affoztationen. 2. Wahl eines Delegirten zur Gewerkschaftskommiffion. Zahlreiches Erscheinen tst nothwendig. Cheaterverein Bulkania. Sonnabend, den 3. Februar, Abends Vergnügungsverein Einigkeit. Sonntag, den 4. Februar, NachFidelitas. ruhe am ersten Mai und fordert zur regen Agitation für die-| konkurrenz nicht aushalten können und die- fonkurrenz zum Banterott| über alle vorkommenden Arbeiten Bericht zu erstatten ist. Bur felbe auf. oder zur Aufgabe ihres Betriebes gezwungen werden. Redner nochmaligen Durchberathung dieses Organisations- Entwarfes Die Freie Vereinigung der Militärmüşenmacher hielt forderte nicht blos die Arbeiter dieser Branche, sondern auch die wählte die Versammlung eine fünfgliedrige Kommission, welche am 27. Januar eine Versammlung ab. fleinen Unternehmer auf, energisch gegen die Gefängnißarbeit gleichzeitig beauftragt wurde, das Vereinsstatut ebenfalls einer Das in Aussicht genommene Referat mußte von der Tagesordnung abgesetzt werden, Front zu machen. Nach einer längeren Diskussion, die fich im Prüfung zu unterziehen. Die Mitglieder werden ersucht, Wünsche da der Referent am Erscheinen verhindert war. Man ging de wesentlichen um die Zustände in der genannten Fabrik drehte, resp. Anträge auf Aenderung des Statuts durch den Vorfizenden Beier der Kommission zu übermitteln. Der Komhalb gleich zur Erledigung von Vereinsangelegenheiten über und nahm die Versammlung folgende Resolution an: Die gesammte Klavierindustrie liegt infolge der von Jahr mission gehören an: Rube, Grüneberg, Wilh. Schulz, vollzog zunächst die Wahl der Revisoren, mit welchem Amt die Kollegen Krause, Sievers und Weinert betraut wurden. Ein zu Jahr sich steigernden Krisen vollständig darnieder. Taufende Fähnert und Sprennberg. Gerechte Entrüstung rief Antrag, zu der nächsten Delegirtenversammlung der Filialen von Arbeitern liegen beschäftigungslos auf der Straße. Wie eine Notiz in der Charlottenburger Gemeinde- Beitung von gleichfalls einen Vertreter zu entfenden, gelangte zur Annahme aber die Arbeitslosigkeit geradezu fünftlich gesteigert und unfere 28. Januar hervor, die Beier verlas. In derfelben wird beam Salzufer und wurde dieser Auftrag dem Kollegen Fischöder zutheil. Die nächste Versammlung findet am 10. Februar bei Röllig, Neue Mittag Nachfolger. Diefer Herr läßt seine Klaviere trägen überhäuft und die Nachfrage nach Arbeitskräften allen Bauten Friedrichstr. 44, statt. Auch auf theilmeise im Rorrettionshaufe Strausberg durch wäre eine recht lebhafte. gu so daß von einer eigentlichen Die Kernmacher hatten am 28. Januar eine öffentliche Sträflinge herstellen. Selbstverständlich kann nur ein sehr herrsche rege Thätigkeit, Versammlung einberufen, in der Genosse Adler in eingehender minderwerthiges Instrument hergestellt werden. Die Versamm Arbeitsnoth in diesem Winter nicht die Rede sein könne. Von Weise die Aufgaben der Gewerkschaftsorganisationen behandelte. lung giebt auch im Interesse des faufenden Publikums Renntniß mehreren Arbeitern aus einigen dieser Fabriken wurde übereinDem Referat schloß sich eine dem Vortrag zustimmende Diskussion von der Herstellungsart der Klaviere dieses Herrn. Ferner er stimmend bekundet, daß diese Behauptung die Thatsachen geradezu an. Ein Antrag des Kollegen Betfin, ein gemüthliches Beifammen- warten die Berliner Klavierarbeiter, daß die Pianofortefabri- auf den Kopf stelle. Alle fonnten über fortgefekte Entlassungen sein zu veranstalten, wurde abgelehnt und nach Erledigung einiger kanten und Händler Stellung zu einer derartigen Konturrenz vieler Arbeiter und Beschränkung des Betriebes auf die Tagesanderer unwesentlicher Anträge die Versammlung geschlossen. wuth nehmen." Das Bureau wurde beauftragt, diese Resolution stunden und die damit im Zusammenhang stehenden Lohnherabin geeigneter Weise, namentlich auch in England, dem Haupt- jehungen gerade in diesen Fabriken berichten. Der Lügenbericht Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Berliner absaggebiet der Firma öffentlich bekannt zu geben. Der Bericht der betreffenden Zeitung soll auf die Tagesordnung einer demKuopfarbeiter hielt am 28. Januar eine Generalversammlung von der Gewerkschaftskommission wurde für die nächste Versamm nächst stattfindenden öffentlichen Versammlung gestellt werden. ab. Nach dem Kaffenbericht beliefen sich die Einnahmen des -Schließlich bewilligte die Versammlung die Mittel zur AnVereins im vorigen Jahre auf 331 M., die Ausgaben auf 447 m. lung vertagt. schaffung einiger naturwissenschaftlicher Werke für die Bibliothek. Sodann gab der Vorsitzende einen eingehenden Bericht über die Die selbständigen Kürschner Berlins hatten am 1. Febr. Bom Kassirer wurde noch bekannt gegeben, daß er gezwungen Thätigkeit des Vereins. Danach ist die Mitgliederzahl infolge eine Versammlung bei Seefeldt einberufen. Genosse Metzner fei, verschiedene Mitglieder zu streichen, falls nicht ein Gesuch der traurigen wirthschaftlichen Verhältnisse um ca. 100 zurück- legte in einem beifällig aufgenommenen Vortrage bie Nachtheile um Stundung der Beiträge erfolge. gegangen. An Unterstützungen find an verschiedene streifende der hausindustriellen Beschäftigung dar, welche dem Arbeitgeber Freireligiöse Gemeinde, Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 4. Februar, Gewerkschaften 140 M. gezahlt. Außerdem sind der Kommission wesentliche Erleichterungen gewährt, während der selbständige" Bormittags 10% Uhr, Vortrag über:„ Unfehlbarkeit". Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 4. d. Mts., Abends 6 Uhr: der Gewerbegerichts Beisiger 20 M. und dem Gewerkschafts- Arbeiter gezwungen ist, zu allen sonstigen Unkosten noch die Bureau 10 M. zur Zeit überwiesen. Aus der darauf vor- Miethe für den Arbeitsraum und damit die drückende Mieths- Referent Kirche nub Moral." Bersammlungen. 1. Jn Gratwell's Bierhallen, Rommandantenstr. 77-79, genommenen Borstandswahl gingen hervor: Als 1. Borsigenber feuer zu tragen. Bebner geht des Näheren auf die Zustände Referent Herr Dr. Segmann über: Staat, airde mud worn." 2. Grenabier Kollege W. Krause, 2. Vorsitzender R. Höfig, 1. Kassirer A. Frey- in der Pelzkonfektion ein und zeigt an einigen drastischen neuesten Erscheinungen im Lichte der Sittlichkeit." tag, 2. Kassirer G. Jätel, 1. Schriftführer E. Brand, 2. Schrift Fällen, wie oft schon durch die Entscheidungen des In der Humanistischen Gemeinde, Kommandantenstraße 79, hält am nächsten Sonntag, Bormittags, 10% Uhr, der Lehrer der humanistischen daß selbst führer Coftroa. Beifizer: Grunow, Haack und Albrecht. Zu Gewerbegerichts festgestellt ist, der geringe Gemeinde, Herr G. Schäfer, den zweiten Bortrag feines am 21. Januar beRevisoren wurden die Kollegen Brendel, Carius und Curt, in Verdienst der Hausindustriellen durch allerlei Chikanen noch ge- gonnenen Bitluses: Fortgang der christlichen Kultur im Mittelalter." Tischler- Verein. Sonnabend, den 3. Februar, Abends 9 Uhr, die Rechtsschutz- Kommission Pratsch, Finke, Schneider, Lehmann schmälert wird. In der fehr lebhaften und ausgedehnten Deund Grahl gewählt. Nachdem noch ein Antrag, den streikenden batte wurden die Zustände bei der Firma V. Manheimer Melchorstraße 15: Bersammlung mit Damen. Tagesordnung: Bortrag des Schuhmachern 20 M. zu bewilligen, angenommen, wurde nach einer gründlichen Kritik unterzogen. Eine Resolution, welche sich Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten die Versammlung ge- gegen die angeführten Misstände richtet und schleunige Abhilfe schlossen. verlangt, wurde einstimmung angenommen. Bemerkenswerth Eine gutbesuchte Versammlung des Verbandes ist, daß Nauk und Hartmann sich zunächst weigerten der Schneider und Schneiderinnen tagte am 29. Ja Blafate anzunehmen, auf welchen der Name der oben genannten Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen nuar im Berliner Prater. Die Arbeiterinnen in der Damen- Firma verzeichnet war, weil das eine Beleidigung" des Herrn fonfektion waren zu dieser Versammlung besonders eingeladen Manheimer sei; schließlich haben sie sich doch eines Besseren be- beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin 1. Montag, den 5. Februar, Abends s½ Uhr, Grünerweg 29. Mitgliederversammlung. Vortrag und zahlreich erschienen. Reichstagsabgeordneter Paul Heiß- sonnen und die Plakate anheften lassen. des Herrn Dr. Heymann. Bildhauer. Oeffentliche Versammlung der Stein- Bildhauer am Sonntag, haus schilderte in treffender Weise die Zustände in der DamenIn der öffentlichen Versammlung Berliner Gastwirths- den 4. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Ehrenberg, Annenſtr. 16.( Stehe fonfektion, die erbärmliche wirthschaftliche Lage der Arbeiterinnen. An einer statistischen Uebersicht weist Redner sodann den gehilfen am 1. d. M. sprach Genosse Posch über den im Inserat am Sonnabend.) Verein der Bananschläger Berlins und Umgegend. Versammlung am ungeheuren Aufschwung der Konfektions- Branche nach. März b. F. in Berlin stattfindenden Kongreß. Redner sprach sich dahin Die Folge dieser Entwickelung ist die immermehr sich ausbreitende sollten, die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung mittags 4 Uhr, Gigung mit Fidelitas im Lokal des Herrn Tempel, Bergnügungsverein Eintracht. Sonntag, den 4. Februar, Nachaus, daß zu demselben nur solche Delegirte zugelassen werden Sonntag, den 4. Februar, Vormittags 10% Uhr. Hausindustrie, das Zwischenmeistersystem mit all seinen Auswüchsen und verderblichen Einflüssen, lange Arbeitszeit, niedere stehen. Die auf dem Kongreß zur Tagesordnung stehende Orga- angestraße 65. Löhne und schrankenlose Ausbeutung der Arbeiterinnen. Alle misationsfrage würde nach Meinung des Referenten Anlaß zu 9 Uhr, im Gesellschaftshaus, Gartenstraße 13/14. Fidelitas und Aufnahme Arbeiterschutzgesetze sind für die Frauen in der Hausindustrie größeren Meinungsverschiedenheiten geben. Von Hamburg aus würde neuer mitglieder. jedenfalls für die Zentralisation Propaganda gemacht werden. bedeutungslos, weil sich ihr Wirkungskreis nicht bis dahin er- Aus Zweckmäßigkeitsgründen erklärte sich Referent für Bei- tags uhr. Stzung im„ Englischen Hof“, Neue Roßstraße 3. Nachher fireckt, weshalb jene Uebelstände weiter wuchern können. behaltung der jetzt bestehenden lokalen Organisationsform. Ein Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den giebt in der Mäntelkonfektion kaum noch 5 Monate im Jahre weiterer Punkt der Tagesordnung des Kongresses würde die 4. Februar, Vormittags präz. ½ Uhr. Ausschuß- Sigung in den Ärminvollauf Beschäftigung. Nothwendig sind die Arbeiterinnen gedie Vertretung sämmtlicher Vereine. zwungen, dann Tag und Nacht zu arbeiten. Statistisch ist feft- Fachpresse bilden resp. die Frage der eventl. obligatorischen Ein- Hallen, Kommandantenfir. 20. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert führung des Fachorgans, Der Gastwirthsgehilfe". Die Forderung Nener Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den 8. Februar, gestellt, daß der jährliche Verdienst der Mäntelnäherinnen nicht eines 36 stündigen Ruhetages in jeder Woche erscheine ihm als Abends ühr, Rosenthalerstr. 38. Bereinsversammlung. Tagesordnung: hinreicht, das Allernöthigste zum Leben zu beschaffen. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8-10% Uhr. Dstmaschinelle Fortentwicklung macht in vielen Berufen bedeutende ein besonders wichtiger Gegenstand. Die behördlicherseits ver- 1. Bortrag des Herrn Dr. H. Gerstmann über: Die Sonne. Süd- Ost Schule, Arbeitskräfte überflüssig, von denen sich ein beträchtlich Theil der anstaltete Enquete sei durchaus unzulänglich, indem z. B. staat- ule, Martusfirabe 31: Unterricht in Rechnen. Konfektionsarbeit zuwendet. Unkenntniß der Verhältnisse läßt liche und städtische Betriebe gänzlich übergangen worden feien. Reichenberger ftr. 183: Unterricht in: Boltsthümliche Medizin. In allen Der Kongreß hätte gegen diese Enquete zu protestiren und zu unterrichtsfächern fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch icht im Laufe des Semeſters, eintreten. diese unwillkürlich zu Lohndrückern werden. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. In anbetracht dieser elenden Zustände heißt es für die veranlassen, daß in ganz Deutschland zur Ergänzung der behörd= Kortum, Manteuffelftr. 19, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Arbeiter und Arbeiterinnen dieses Berufes mit aller Entschieden- lichen Enquete Fragebogen nach dem Muster derjenigen des Neumann. Aue Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten an Friedrich heit für die Forderungen eintreten, die die schlimmsten Aus- Berliner Vereins verausgabt werden. Ferner hätte der Kongreß Aufnahine neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Rigdorf, Hermanus u. Ruejebedbei Beyerle. 2yrania, Landsbergerstraße 31 bei Sanges: Echo, Naunynstraße 86, bei gubeil. wüchse dieses Systems beseitigen können. Dazu gehört: Aus- Stellung zu nehmen zur Lehrlingsfrage und eine gefeßliche Rege- fraßen- Ede Glüd zu, dehnung der Arbeiterschutzgesetzgebung auf die Hausindustrie; Verung zu erstreben. Die zu wählenden Delegirten empfahl Referent mufehold. Das Referat fand in Freundschaft 2, Friedenstraße Nr. 48 bei Tollkühn. Prinzen- Allee 57.- Esmeralda, Fruchtstr. 70 bet Ritsche.- Steder. kürzung der Arbeitszeit bei entsprechender Lohnerhöhung; Ab- ohne gebundenes Mandat zu entsenden. Die bezug auf Zulaffung gum Kongreß Hand in Hand 2, nicht die tranz in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. schaffung des Stücklohnes, Einführung des Zeitlohnes. Diese volle Zustimmung der Versammelten. Gesundbrunner Gastwirth Martin Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 bei seinede. Frisch auf, Forderungen haben die Arbeiter hinauszuschreien gleich den noth- erzberg wünschte entschieden, daß der Zutritt zu dem änner door, Gefundbrunnen, einen lee 10. Vorwärts 7, Friedrichsberg, Rummelsburgerstraße Dedert. leidenden Agrariern bis sie gehört werden.( Lebhafter Bei fall.) In der Pause nach dem Vortrag ließen sich zwanzig Rongreffe ohne Rücksicht auf die politische Parteistellung gewährt Hummelsburg, Goethe- und Kantstraßen- Ede bet Greinert. Frisch auf 2, Schönwalde in werde. Charles stellte die Lohnfrage in den Vordergrund. grün, Tegel, Spandauerstr. bei Rentner. 2orbeerzweig, SwinemünderMitglieder aufnehmen. Die Diskussion gestaltete sich zu Die Diskussion wurde hier unterbrochen und zunächst die beste as bet Quettich. Schulz. einer recht lebhaften, in der der Schneidermeister Voltmann Wahl von 5 Detegirten zum Kongreffe vollzogen. raftße 35 Gewählt Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend in der bekannten Manier aller Schwäger ein Konglomerat wurden Schröder, Strölinger, Beier, Pöhsch und Ane Zuſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend von Verdächtigungen gegen die Sozialdemokratie zum Besten gab, der er eine Schilderung der überaus großartigen Lohn- 3eiske. Nach Vollzug der Wahl wurde die Diskussion fort- find su richten an: P. Hentel, Bergmannstr. 14, Sof 2 Tr. Sonnabend: gefeßt. Strölinger bemerkt, daß von der Hamburger Theaterverein Aurelia, Mendelssohnſtr. 9 bei Miethe Abends 9 Uhr. verhältnisse in der Mäntelbranche folgen ließ. Die nachfolgenden Kongreß- Kommission die Stellenvermittelung als sechster Punkt Vergnügungsverein Einigteit, Manteuffelftr. 67, Abends 9 Uhr. Redner, Zimm und der Referent, fertigten den Herrn in der ge Gemüthlichte it, Lindenstr. 105, im Bürgergarten. hörigen Weise ab. Der Vorsitzende Ha a se giebt zum Schluß be- auf die vorläufige Tagesordnung gefegt worden sei. Er wünschte Geselliger Verein Deutsche Eiche, Kohlen- Ufer 2, bei Bech. kannt, daß am Sonntag, den 11. Februar, in der Berliner Ressource gefehliche Maßnahmen gegen das Kommiſſionärunwesen und felligkeit, Brenzlauer Allee 26, bei Drühler, alle 14 Tage.- Theaterverein ein Maskenball stattfindet und fordert zum regen Besuch der am gegen die Ausbeutung der Lehrlinge, Inspektion der Schlaf- effing. Langeitr. 9, bei tiezersft. Montag, den 5. Februar, bei Marten stattfindenden öffentlichen räume zc. 28 egn er hätte auch nichtorganisirten Kollegen Ver- Nidel'icher Mufitverein Allegro bei Spindler, Reichenbergerſtraße 118, tretung auf dem Kongreffe gewünscht. Nach einer Erwiderung Ede Forſterſtraße. Versammlung auf. Des Referenten auf die Ausführungen der Vorredner Zurnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute Der Holzarbeiter- Verband( 3ahlstelle Berlin) hielt am stellte derselbe den Antrag, am Freitag, den 9. d. Mts., von 8-10% Uhr in der Turnhalle, Freienwalderstr. 39. Bühnenverband Normania jeben legten Sonnabend im Monat bei Privattheatergesellschaft Schneeglödchen, 29. Januar eine Generalversammlung ab. Dem sehr umfang- Nachts 12 Uhr, eine Fortsetzung der Versammlung stattfinden zeichniß, Königsbergerfir. 24. Theaterverein Berliner reichen Kassenbericht des Kassirers Post ist zu entnehmen, daß die zu lassen und die noch erforderlichen Beschlüsse zu fassen. Abends 9 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. Ebenso nachfolgender Bär jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Abends 9% Uhr, KöpenickerGesammteinnahmen 5766,84 M. und die Ausgaben für die Dieser Antrag wurde angenommen. Straße 65a. Theaterverein Lessing. Jeden ersten und legten Sonn PrivatHauptkasse 3149,17 M. betragen. Am Drt war ein Kassenbestand Antrag: Die Versammlung beantragt:" Der Kongreß der An- abend im Monat 9 Uhr Abends Sigung bei Rudolph, Krautstr. 6.von 3193,03 m. vorhanden, dem eine Ausgabe von 1107,55 m. gestellten im Gastwirthsgewerbe möge beschließen, Erhebungen Theatergesellschaft Beneta, Sigung mit Damen jeden Sonnabend Abend 9% Uhr bei Pape, Kolbergerstr. 22. Theatergesellschaft Edelweiß, gegenübersteht; folglich ein gegenwärtiger Kaffenbestand von über die Länge der Arbeitszeit, über die Lohn- und Wohnungs: Sonnabend s uhr, Sigung mit Damen bet Ravul Aoree, Chorinerstr. 53. 2085,48 M. Der Bericht des Vorsitzenden kann erfreulicher Weise verhältnisse, über den Ruhetag, über die Stellenvermittelung und Bultania, uhr, Sigung in Zäger's Gesellschaftshaus, Gartenftr. 13-14. Verein Morgenstern, 9 Uhr, Sizung mit Damen im Restauauf einen Zuwachs der Mitgliederzahl hinweisen, der auch trotz das Lehrlingswesen durch Verbreitung von Fragebogen über ganz Fidelitas. Nach langer lebhafter Diskussion tant von Krone, Wörtherstr. 11. Nach der Sigung Fidelitas. der schlechten Geschäftslage in diesem Quartal anhält. Der Deutschland vorzunehmen." Gefelliger Verein Freundschaft, jeben Sonnabend Abend 9 Uhr im Bericht des Kollegen Wiedemann vom Arbeitsnachweis giebt fand eine Resolution Annahme, in welcher die Versammlung ihr Restaurant Baug, Blumenfir. 10, Sigung mit Fidelitas. Bergnügungsveretn Azalia 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimftr. 16. folgende Uebersicht. Es waren im legten Quartal 605 Gesuche Bedauern ausdrückt, daß die Lotaltommission die Frage nach Arbeitskräften vorhanden. Die Zahl der Angebote belief bezüglich der Sperre der bekannten drei Lokale, die zu Arbeits- Bergnügungsverein uftige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Lautenbach, Cuornsir. 3. Bergnügungsverein Lustige Becher Abends fich aber auf 1185. Eine ausführliche Darstellung nach Berufen losen- Versammlungen verweigert wurden, so lange in der 9% Uhr Mendelssohnfir. 9.- Vergnügungsverein Carmen Sylva Sigung 9 Uhr im Restaurant von D. Wils, Mariannen- Ufer 2. Gefelliger Verein soll in nächster Zeit zur geordnet Renntniß gebracht Schwebe laffe. Linde jeben Sonnabend 9 Uhr bei Grawe, Brunnenstr. 147. werden. Sodann wird bekannt gegeben, daß vom 1. April Der Wahlverein für Teltow- Beeskow- Charlottenburg gnügungsverein armlos, Sigung mit Damen Sonnabend, Abends 9 Uhr, Theaterverein Freundes ab der Arbeitsnachweis nach der Annenstr. 39 verlegt wird. Bergnügungsverein Hierauf folgte der Bericht der Bezirksleiter und Werkstatt- Berhielt am 31. Januar in leztgenanntem Drt, Bismarckstr. 74, feine trets 8 1hr, in eftoitglieder büntlich.- Theater trauensmänner, der im allgemeinen ein zufriedenstellendes Er- Mitglieder- Quartalsversammlung ab. Nach einem beifällig ent- guftig, Gigung Abends 8½ Uhr, bet Falbe, Reichenbergertu, 149. gebniß in der Agitation aufweist. Eine rühmliche Ausnahme gegengenommenen Vortrage des Genossen Hansen erstattete Rauchtlub Blaue Quaste, Sonnabend 9 Uhr bei Müde, N., Wöhlertstr. 2. der Kassirer Schnell den Vierteljahresbericht. Mit dem Bedavon machte Friedrichsberg, dem dortigen Obmann konnte es stand von 251,13 M. betrugen die Einnahmen im 4. Vierteljahr Rauchtlub Giferne Pfeife, Mittwoch und Sonnabend Sigung bei beim besten Willen nicht gelingen, eine Versammlung abzuhalten, 1893 335,38 M. Die Ausgaben beliesen sich auf 142,95 M., fo- Weinert, Adolffir. 20, Abends& Uhr. Schieß- Klub Fein Korn, Köpdie den bescheidensten Ansprüchen genügt hätte. Nach dem Bericht mit verblieb am Anfang des Jahres ein Bestand von 192,43 m. nicerſtr. 23a, Restaurant Haun, tagt Sonnabend und Montag. der Werkstatt Kontrollkommission, die im ganzen 25 Sigungen Revifor Kube bestätigte die Richtigkeit der Abrechnung. Der echt Wing, Bücklerfir. 55. anberaumt hatte, wird zur Ergänzungswahl des Vorstandes ge- Borsitzende Beier theilte mit, daß die Einnahmen beim Stifschritten. Es wurden gewählt: 1. Vorsitzender Hing; 1. Kassirer tungsfest am 2. Dezember bisher 112,50 M., die Ausgaben Post; 1. Schriftführer Sommer; Revisor Daun; Erfahleute 91,55 m. betragen haben. Genaue Abrechnung sowohl über Manns und Otto. Zum Schluß wurden die Mitglieder der dieses als über das am 3. Weihnachtsfeiertag stattgefundene Werkstatt- Kontrollkommission von der Versammlung bestätigt. Vergnügen erfolgt in der nächsten General- Versammlung. Die Klavier- Arbeiter hatten am 30. Januar eine sehr Ferner unterbreitete Beier der Versammlung einen Antrag des gut besuchte Versammlung, in der Genosse Paul Jahn über Vorstandes auf Neugestaltung der Organisation des Vereins. Gefängnißarbeit" sprach. Redner gab ein anschauliches Bild Die Erfahrungen bei der legten Reichstagswahl hätten gezeigt, von der Behandlung und Ausbeutung der Gefangenen und rügte, daß es unserer Bewegung nur nüßlich sein könne, wenn eine Deutscher Sozialdemokratischer geschlub in Paris. daß der Vortheil der geringen Entlohnung der Gefangenen dem stetige intensive Agitation betrieben werde von Leuten, die in Privatkapitalisten zu gute kommt, während freie Arbeiter der einem bestimmt abgegrenzten Stadtbezirk selbst wohnen und so Sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Berein Londons, der betreffenden Branche dadurch arbeitslos werden und die Kosten in der Lage find, persönlich auf ihre Mitbürger einzuwirken. Zusammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer Unterricht. der Rechtspflege und der Gefängniß- bezw. Zuchthausstrafe von diesem Zweck soll jeder der sechs Kommunal- Wahlbezirke Char- alte, von Karl Mark und Friedrich Engels 1840 begründete den Bürgern aufzubringen sind. Die Versammlung erörterte im lottenburgs wiederum in kleinere Bezirke mit je einem Führer Rommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach, Anschluß an diese mit Beifall aufgenommenen Ausführungen die an der Spiße eingetheilt werden. Diese Bezirksführer unter- ie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Produktionsweise des Pianoforte- Fabrikanten Joseph, in stehen ihren Abtheilungsführern, welche berechtigt sind, allen VorV 1 Immer Theaterverein Iphigenia, bei Kramer, Rigdorf, Hermannstr. Nr. 140. Gefang46 bei Went. 1 1 Bitherklub Nordklub Ge= und gesellige Vereine. Sonnabend. Paul -Ber Rauchtlub Dornröschen, Sigung Abends 9 Uhr, bei Krüger, Fennstraße 5. Rauchtlub Weiße Wolte, Bernauerstr. 14, bei Henoch. Stattlub Gordischer Knoten, jeden Sonnabend 9 Uhr bei Kar Danst Forening Freia( Dänischer Berein reta), Lindenstraße 106 bei Poppe. Berein ehemaliger Schüler ber 30. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, Restaurant Freitag, KoppenBoite, ftolbergerstr. 23. ftraße 65. Geselliger Verein Italia, jeden Sonnabend im Restaurant Stattlub Kreuzbube bei Steuer, Weinstr. 22. Statflub Revolution Kartenflub Nulle tagt Statflub Blaue Blouse, jeden Sonnabend bei Wuttte, GraudenzerStattlub Ginigteit bet Grube, Martendorferstraße, ce Abends Reichenbergerstr. 73, bet Faustmann. den Sonnabend und Montag im Restaurant Humboldhein, Hochstr. 32a. Straße 2. Solmsstraße. Touristenverein Wanderlust Abends 9 Uhr im Restaurant Märkischer sof, Admiralstr. 18c. Rite St. Firma Mittag Nachfolger, der damit begonnen bat, ftandssigungen beizuwohnen. Damit die Behörde nicht die Briefkaffen der Redaktion. als be Die Gefängnißarbeit in der Pianofortebranche einzuführen. Ge- Möglichkeit erhält, diese sechs Abtheilungen einander in 2. A. Sie sollten doch( wissen, daß es bei dem heutigen nofje Mattutat wies darauf hin, daß nur die großen Unter- fondere Vereine hinzustellen, welche mit Verbindung treten, so haben die Wahlen Dichten und Trachten unserer Justiz heißt: Ja, Bauer, das ist nehmer in der Lage find, Gefängnißarbeit für sich auszu- unerlaubte Verbindung in den Vereinsversammlungen ganz was anderes! Im übrigen wollen wir Ihre Anregung nutzen, und daß demgemäß auch die fleineren Unter der refpeftiven Dbmänner nehmer darunter zu leiden haben, indem sie die Schund- stattzufinden. Die Abtheilungen unterstehen dem Vorstand, dem bei Gelegenheit befolgen. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.