Nr. 113. Abonnements- Bedingungen: . Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 3 Bfg. Sonntags nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Abdal 31. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblaff. Die Infertions- Gebühr und beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( guläffig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inseraie für die nächste Nummer mufen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegrammi Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983. Die Wahlen in Frankreich. Sonntag, den 26. April 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1984. „ freien" Schulen zu vernichten. Seither hat ein radikaler ment auf der anderen Seite aus der Erde stampfen und derKandidat nach dem anderen seine Anhänglichkeit an die Unter- gleichen mehr. richtsfreiheit mit einer nicht weiter definierten staatlichen Rontrolle offenbart. Nebenbei bemerkt, wäre das Unterrichtsmonopol, gegen das sich auch so ausgezeichnete Pädagogen und überzeugungstreue Radikale wie Buisson ausgesprochen haben, schon wegen des tristen Zustandes des Budgets unmöglich. In Wirklichkeit haben die Amerikaner gerade genug zu Paris, 23. April.( Eig. Ber.), tun, wenn sie sich mit ihren gegenwärtigen Streitkräften in Am 26. April wird Frankreich eine neue DeputiertenVeracruz halten wollen. Die paar tausend Mann der Landkammer wählen. Man würde an der Wahrheit vorbeigehen, armee, die jetzt nach Veracruz gehen, können für einen Vorwenn man behauptete, daß die Massen der französischen stoß auf die Hauptstadt Meriko gar nicht in Betracht kommen. Nation diese Bürgerpflicht diesmal mit dem Bewußtsein, an So sieht man die Angriffskraft des Radikalismus auf und auch die Schießereien an der Grenze von Teras sind einer geschichtlichen Entscheidung mitzuwirken oder mit hoch allen Gebieten erloschen. Als er vor 8 Jahren die Mehrheit nicht weiter ernst zu nehmen. Hüben wie drüben stehen hier gespannten Hoffnungen auf eine vom Wahlergebnis ab- gewann, glaubte man, nun sei die Epoche gekommen, wo die so wenig Truppen, daß irgendwelche, den Gang des Krieges hängende staatliche Wiedergeburt ausüben. Das steptische gegen die konservativen Mächte gesicherte bürgerliche Demo- entscheidende Kämpfe vorläufig gar nicht stattfinden können. Wort: Je mehr die Dinge wechseln, desto mehr bleibt sich's fratie den Entscheidungskampf gegen das sozialistische Progleich" ist in den letzten Jahrzehnten der bürgerlichen Politik letariat würde führen müssen. Es ist wohl etwas anders ge- heimen mit amerikanischen Agenten zu unterhandeln, ob sie Die merikanischen Rebellenführer scheinen jetzt im genur zu sehr bestätigt worden. Der Radikalismus hat das un kommen. Der Radikalismus kämpft jest wiederum mit seinen sich auf den Boden des Kriegszustandes: gegen Huerta ſtellen bestreitbare historische Verdienst, die Kirchenpolitik der Republik Gegnern zur Rechten nicht um seine politischen Ziele zu in die einer modernen Demokratie geziemenden Bahnen geführt sichern, sondern um sein Monopol in bürgerlichen Staats- sollen. Bei diesen Verhandlungen wird sicherlich der Dollar zu haben, aber nachdem dieses unter den Antrieben einer großen parasitismus. Er hat mit dem Haß der Kleinbürger gegen eine wichtigere Rolle spielen als Flinten und Kanonen. nationalen Krije in Angriff genommene Werk vollbracht war, die Großfinanz zu rechnen, mit der er sich verschwistert hat, interlag er dem moteriellen Mächten und den Ideologien, nicht aus einer besonders forrupten Natur heraus, sondern Bryan und Carranza. die heute in allen kapitalistischen Staaten die Herrschaft haben. weil dies eben das Schicksal jeder regierenden Partei im Washinton, 25. April. In einer Note, die Staatssekretär Er warf in den großen sozialen Konflikten die Staatsmacht bürgerlichen Staat ist. Und seinen Zorn über diese Un- Bryan gestern dem merikanischen Insurgentenführer gegen das Proletariat und paktierte mit dem Kolonialismus, popularität kehrt er gegen die Sozialisten, namentlich gegen Carranza übermittelte, erklärte Bryan, die Vereinigten Imperialismus und Militarismus. Genau betrachtet, haben aurès, weil dieser sich nicht dazu hergegeben hat, den Staaten würden ihre Streitkräfte aus Meriko zurüdrufen, alle bürgerlich- republikanischen Parteien, von den Demokraten Brunnen der Wahrheit zuzudecken. und Briandisten bis zu den Radikalen, die sich nebenbei mit Es wäre ein müßiges Beginnen, über den Ausfall der Bereinigten Staaten eine feindliche Haltung einnähme, würde stärkerer oder schwächerer Betonung auch als„ Sozialisten" Wahlen Vermutungen aufzustellen. Die Radikalen haben er ganz Merito in einen Krieg stürzen. Suertas Macht erklären, dieselbe ausdrucksloſe Familienphysiognomie. Ihre den Vorteil des Machthesizes für sich, die Regierung arbeitet würde fortbestehen, und die Sache der Insurgenten würde Wahlprogramme zeigen keine großen Unterschiede, und geht für sie, und wenn die neuesten Skandale den politischen verloren sein. man erst den einzelnen Kandidaten in ihre Kreise nach, findet man fast überall die gleichen schwammigen Züge, nur mit den für die besondere Situation zugeschnittenen Grimassen. 0 Alle diese Bewerber beteuern ihre Anhänglichkeit an die Laienschule, ihr Eintreten für soziale Reformen und Maß nahmen zugunsten der Mittelklassen, für die Steuerreform mit Heranziehung der Besitzenden, ihre Sorge für die Nationalperteidigung. Höchstens in der Wahlreformfrage ist ein ausgesprochener Gegensatz vorhanden. Im ganzen faun man sagen, daß, die von der Mehrheit der Naturforscher aufgegebene Theorie der Mimikry für die Politik eine sichere Geltung hat. Der Kandidat nimmt die Färbung der Um welt an. teptizismus in den Massen vermehrt haben, so haben vor allem die Oppositionsparteien unter einer Verminderung der Wahlbeteiligung zu leiden. Das eine läßt sich voraussagen, daß unter den gewählten Kandidaten gar viele sein werden, die sich lieber zu einer Annäherung an die Briandsche Gruppe, als zu einer Kampfpolitik im alten Blodfinne bereit finden werden. -Von der amerikanisch- merikanischen Grenze. Washington, 24. April. Der amerikanische Kriegssekretär teilte heute dem Gouverneur von Teras mit, daß auf seine Billen ein weiteres Regiment regulärer Truppen an die Grenze geschickt werden würde. Das Kriegsamt hat Instruktionen zum Schuße der internation nalen Brüden erlassen. Der Brückenschuh dürfe nur von der über den Rio Grande einen, Einfall in das Gebiet der Konftiamerikanischen Seite aus geschehen, da eine Bewegung der Truppen tutionalisten bedeuten würde, was gegen die amerikanische Bolitit fei. Republik. Man braucht darunter nicht etwa eine Bedrohung So zeigt die Wahlbewegung die Krise der bürgerlichen der Staatsform und eine siegreiche Rückkehr des Klerifalis mus zu verstehen.. Auch wenn die Briand und Barthou wieder ans Ruder kommen sollten, wird man faum etwas Laredo, 25. April. Nuevo Laredo ist heute nur noch ein anderes sehen, als eine Verhunzung der an sich infolge Trümmerhaufen, nachdem gestern die merikanischen RegierungsWas ist aus dem stolzen Programm von Bau geworden? der Finanglage schließlich unvermeidlichen Steuerreform truppen die Gebäude der Stadt in Brand gesezt oder mit Dynamit Was von den hoffnungsstarken Blodparteien als eine Morgen- und eine gesteigerte Anmaßung des Militarismus, gegen den gesprengt haben. Von den Schüssen der amerikanischen Schnellröte fraftvoller und famipfeslustiger Demokratie begrüßt ja, wie die Ereignisse gezeigt haben, der Radikalismus feine feuergeschüße wurden zwei Merikaner getötet; andere jah man wurde, war eine kurze Abendröte, der rasch die Nacht folgte zuverlässige Schußwehr ist. Siegt die radikale Linke, be- niederstürzen. Heute früh brannte noch eine Anzahl von Gebäuden, die Nacht, in der alle Kühe schwarz sind. In Pau haben deutet das wiederum die Verhinderung der Wahlreform und doch bestand feine Möglichkeit, die Flammen zu löschen; die Meridie Radikalen der dreijährigen Dienstzeit den Krieg erklärt. Damit der Verwaltungsreform, deren Notwendigkeit erst faner hatten die Brände mit Petroleum und anderen feuergefähr Seither haben berühmte und unberühmte Parteileute, Mi- durch diese neuesten Standale wieder deutlich geworden ist. lichen Mitteln angelegt. In Laredo ist kein Schaden entstanden. nister und einfache Deputierte und Kandidaten die Notwendig. Ob so oder anders die bürgerliche Republik fann aus 3wei Merikaner wurden von Scharfschüßen getötet, der eine, als feit des dritten Stajernenjahres anerkannt. Wenn Caillaug eigenen Kräften feinen Schritt mehr vorwärts machen. die radikale Opposition in den Kanipf gegen die Vorlage er die internationale Brüde mit Dynamit sprengen wollte, der andere, als er den Bahndamm aufsprengen wollte. führte und diese, so wie sie war, für unnötig und schädlich erklärte, verkündet die radikale Seine- Föderation jett offiziell, die schrittweise Rüdfehr zur zweijährigen Dienstzeit werde in einer unbestimmten Zukunft unter der Vorausjebung möglich sein, daß nicht genauer bestimmteReformen in der militärischen Ausbildung durchgeführt würden. Statt barer Bezahlung also ein fauler Wechsel auf Sanft Vielleicht. 3012 Die Opfer der Beschiehung von Veracruz. Paris, 25. April. Nach einer Meldung des hiesigen„ New York Vor der Besetzung von Tampico. Die Sozialisten führen den Kampf im ganzen Land gegen alle bürgerlichen Parteien. Sie haben 420 Kandidaten in der Schlachtlinie und dürfen eines sehr bedeutenden Stimmengewinnes sicher sein. Die Schwierigkeit der sozialistischen Werbearbeit liegen nicht hauptsächlich, wie man oft Herald" aus Veracruz fanden die Amerikaner in den Trümmern meint, in der vergleichsweise langsameren industriellen Ent- der Kaserne und der Marineschule, die von den Kriegsschiffen bewidelung des Landes. Vielmehr muß für Frankreich die schossen worden waren, die Leichen von 64 merikanischen Soldaten. Tatsache festgestellt werden, daß der Sozialismus in den Die bisher festgestellte Gesamtzahl der bei dem Bombardement ländlichen Gegenden raschere Fortschritte macht als in in- von Veracruz gefallenen Merikaner beträgt 182. Herr Doumergue aber, der ein Spezialist für duftriellen Zentren, wo ihm antiparlamentarische Vorurteile Nach einer anderen Depesche desselben Blattes wurden durch Loyalität ist, hat die loyale Ausführung des Gesetzes sound anarchistische Agitationen, aber auch der korrumpierende die von den merikanischen Truppen auf Laredo abgefeuerten Toyal, daß durch das Kadergesetz eine Aufhebung so gut wie und verheßende Einfluß der großen bürgerlichen Preffe ent- tanonenschüsse drei Amerikaner getötet. Die Kugeln der ameri unmöglich gemacht wurde mit der loyalen Ausführung gegenwirken. Die Gegner fämpfen wie gewöhnlich mit ver- fanischen Grenzpatrouille, welche den Angriff erwiderte, föfeten der Beschlüsse von Pau in der Evangelienbarmonie bon gifteten Waffen, aber sie haben in ihren Köcher eine neue etwa zehn Merikaner. Souillac vereinigt, wo die Zukunft auf das Wort des De- getan, die allerdings ihr Ziel nicht treffen wird. Der famoje putierten Paté, des Berichterstatters der Kommissionsmehr Parti Ouvrier" hat nämlich eine zum Teil kostspielige Kamheit, gestellt wird, der ja auch, um der Kammer die Bille zu pagne in einer Reihe von Wahlkreisen geführt. Wer be. New York, 25. April. Man erwartet, daß heute vom verfüßen, gemeint hatte, die neue Last werde wohl nicht für zahlt sie? Diese Frage, die man schon bei der Heraus- Präsidenten Wilson der Befehl zur Landung amerikanischer alle Zeit nötig sein. Die Entwickelungsphilosophie des gabe des täglichen Parteiorgans"„ Cri du Peuple" stellen Truppen in Tampico gegeben wird. Die Amerikaner haben Ministerpräsidenten stützt sich auf den tiefen Erkenntnissaß, mußte, ist nicht so einfach zu beantworten. Der„ Parti jezt die erwarteten Verstärkungen erhalten. daß nichts auf Erden ewig ist. Die„ Entwickelung" aber hat Duvrier" nimmt nämlich Geld von allen Seiten. Er hat Amerikaner die Landung versuchen werden, dürfte es zu vorläufig zur Verlängerung der Dienstzeit geführt, und in Roubair einen Kandidaten gegen Guesde auf heftigen Kämpfen mit den Merikanern kommen, die in einer entsprechende„ Entwickelungs" systeme sind in der republikani- gestellt, im Interesse der Klerikalen, in Uzès einen Stan- tärfe von ungefähr 10 000 Mann unweit Tampico stehen. schen Bourgeoisie auch auf anderen Gebieten wahrzunehmen. Bidaten gegen Compère Morel, im Dienst des radi. Die Amerikaner haben 13 Schlachtschiffe in der Bucht von Im übrigen muß gesagt werden, daß sich die bürgerlichen kalen Finanzabkömmlings Cremieur. Diese angeblich zur er werde alle Petroleumquellen anzünden lassen, falls die Tampico zusammengezogen. General 3 apata hat gedroht, und bäuerlichen Massen mit dem Dreijahrgejez leichter ab- Bekämpfung der Korruption der geeinigten Partei gegründete er werde alle Petroleumquellen anzünden lassen, falls die gefunden haben, als man hätte vermuten sollen. Ein erfolg revolutionäre" Partei ist einfach ein politisches Gegenſtiid Amerikaner tatsächlich versuchen sollten, in Tampico zu landen. reicher Ansturm gegen das Gesetz ist auch dann nicht zu erzu den Mietlingskompagnien des Streifbruchs. Sie liefert" Die merikanischen Truppen haben den Hafen von Salina warten, wenn die Regierung in den Wahlen eine zuverlässige allen Feinden der sozialistischen Partei Verwirrungskandi- Cruz auf der Oſtſeite Merikos geräumt und die Amerikaner Mehrheit der linksradikalen Gruppen erlangt. In ihrer daten und Verleumdungsagenten gegen bare Bezahlung. Und haben dort nunmehr gleichfalls Truppen gelandet. Furcht vor der reaktionären Demagogie und in ihrem Streben, in dieser Quinteſſenz fapitalistischen Schmutzes endet der allen Verdacht mangelnden Patriotismus auf die geeinigten altersblinde Allemane das ruhmreiche Leben eines ReSozialisten abzuwälzen, haben viele radikale Kandidaten selbst alles getan, um die Wähler an eine Bedrohung Frankreichs glauben zu machen. So haben wir einen Anschlag eines radikaljozialistischen Kandidaten gesehen, worauf dieser auf Grund seiner Studienreisen in Deutschland erklärt, das deutsche Volk lasse sich gehorsam von den Alldeutschen führen. volutionärs! Der mexikanische Krieg. Der Haß gegen die Sieger. Beracruz, 25. April. Die Zeitung„ El Dictamen" meldet, daß in der Stadt Meriko drei Amerikaner vom Pöbel von Straßenbahnwagen heruntergerissen und auf der Straße getötet worden seien. Ein vierter Amerikaner jei im Gebäude des Christlichen Vereins junger Männer von Mitgliedern eines Fußball! lubs, dem er angehörte, ermordet worden. Tie Meldung entbehrt der Bestätigung. Verhaftung von Engländern und Amerikanern. Washington, 25. April. Staatssekretär Bryan hat dem engDie amerikanische und europäische Sensationspresse hat Auch in der Steuerfrage suchen die radikalen Kandidaten wieder einmal gut Wetter. Infolge der eigenartigen SiFormeln, die bei den durch eine raffinierte Kampagne der tuation auf dem merikanischen Kriegstheater kann jeder großen Preise in Zorn und Angst versetzten Spießbürgern findige Berichterstatter die fetteſten Enten aufflattern lassen, lischen Botschafter Springrice mitgeteilt, daß in Orizaba ein möglichst wenig Anstoß erregen. Und selbst das beliebte ohne eine Kontrolle seiner Wahrheitsliebe befürchten zu Engländer und neunzehn Amerikaner verhafiet worden seien. wird nur noch mit Samthandschuhen angefaßt. Die Mehr müffen. Und so liest man denn von, merikanischer Offensive" Bryan stellt in Abrede, daß die Gefangenen hingerichtet worden heit des Stongresses von Bau hat sich für das staatliche Unter- gegen Amerika, von großen Schlachten, von Armeen, die seien; das brasilianische Konjulat in Orizaba jei gebeten worden, richtsmonopol ausgesprochen, um dadurch die klerikalen Huerta auf der einen und das amerikanische Kriegsdeparte- sich um die Freilassung der Verhafteten zu bemühen. Stedenpferd des Trivialradikalismus die Schulpolitik politische Uebersicht. Ende der Kleinbahudebatte. Eidlich ist die Sekundärbahnvorlage in: Abgeordneten. Hause in erster Lesung durchberaten und der Budgetkommission überwiesen worden. Tie Treiklassenmänncr. die unter Hintansetzung ihrer persönlichen Interessen die weite Reise nach Berlin gemacht und sich fiir das Wahl ihrer Wahlkreise aufgeopsert haben, können sich wieder beruhigt ihren häus- lichen Geschäften widmen, sie haben ihre Pflicht erfüllt, und ihre Wiederwahl ist. wenn das Wahlrecht nicht geändert wird, gesichert. Tie Kreisblätter werden ihre Reden im Wortlaut, vielleicht auch ihre Photographien veröffentlickien und den er- staunten Kreisangehörigen zeigen, wie gut sie im Parlament vertreten sind. Der einzige Redner, der keine Kirchwms- Politik trieb, war Genosse H a e n i s ch. der für verschiedene Gegenden bessere Bahnverbindungen forderte und treffend ausführte, daß die Sozialdemokraten sich nicht als Vertreter einzelner Kreise, sondern des ganzen Volkes fühlen und das Wettrennen um die Gunst der Wähler nicht mitzumachen ge- nötigt sind. Ter Kommissar des Ministers sagte wohlwollende Erwägung aller geäußerten Wünsche zu. In der Absicht der Mehrheit lag es. außerdem noch den Nachtragsetat, der 3 Millionen als erste Rate zur Erwerbung des Grundstücks Königgrätzer Straße 121 und Prinz-Albrecht- Straße 7 für einen Garten des Abgeordnetenhauses und einen Bauplatz für das Finanzministerium fordert, sang- und klanglos der Budgetkommission zu überweisen. Da aber die Sozialdemokraten diesen Plan durchkreuzten und eine Debatte verlangten, setzte man den Punkt kurzerhand von der Tages- ordnung ab. Die sozialdemokratische Fraktion ist in der Budgetkommission nicht vertreten, sie kann deshalb einer dcbattelosen Ueberweisung nicht zustimmen. Am Montag beginnt die zweite Lesung des Kultusetats. Zuwachssteuer. Der Entwurf eines Ausführungsgesetzes zum Z 1 des Reichs. gesetzes über Aenderungen im Finanzwesen ist dem preußischen Slbgoordnetenhause zugegangen. Hiernach soll das Recht zum Erlaß von WertzutvachSsteuerordnungcn den Kreisen, den Stadtgcmeinden und denjenigen Landgemeinden gegeben werden, die mehr als 5000 Einwohner haben oder in denen eine Wertzuwachssteuer schon vor dem 1. Januar 1911 in Kraft war. Bekanntlich hatten die Gemeinden und Kreise bis zum Erlaß des ReichszuwachSsteuer- gesetzes das Recht zur Erhebung einer Wertzuwachssteuer beim Uebergang von Grundstücken. Durch K 72 des Zutoachsstcuer» gesetzeS find die Steuerordnungen mit wenigen Ausnahmen grund- sätzlich beseitigt worden. Ter Zweck dieses Gesetzes war in erster Linie, dem Reiche eine Einnahme zuzuführen. Durch den§ 1 Abs. 3 de? Gesetzes über Aenderungen im Finanzwesen ist es diese? Zweckes entkleidet worden, seine gänzliche Aufhebung schien nur deshalb bedenklich, weil es die eine Hälfte deS Ertrages zum kleineren Teile den Bundesstaaten, zum sehr viel größeren den Gemeinden und Gemeindeverbänden überwiesen hatte, und weil das Reich den Gemeinden ihre Einnahmen nicht nehmen konnte, ohne die Finanzvcrhältnifie zahlreicher Kommunen schwer zu er- schüttern. Eö ließ daher daS ZuwachSsteuergesctz noch in Kraft und setzte nur den Reichsanteil außer Hebung. Nachdem nunmehr das Reichsgesetz über Aenderungen im Finanzwesen dem Landes- recht die Befugnis zur Regelung dieses Gebietes wiedergegeben hat, soll den preußischen Gemeinden nicht etwa eine neue Steuerquelle erschlossen, sondern nur die Möglichkeit gegeben werden, eine be- stehende Steuer neu zu regeln. Die Verbände, welche zur Ver- anlagung der Reichssteuer berechtigt waren, sollten auch zu ortS- statutarischer Regelung, und zwar ebensowohl zur Veränderung wie zur Aufhebung der Steuer berechtigt sein. Ebenso wie das Reich, soll auch der Staat aus den Erträgen der Zuwachssteuer vollständig ausgeschaltet werden, die Steuer soll eine rein« Kom- munalsteuer sein. Die Regierung ersucht, den Entwurf, der noch von Herrn v. Dallwitz gegengezeichnet ist,„sobald als tunlich' der Beschlußfassung des Abgeordnetenhauses zu unterbreiten. Liberale Illusionen. Die Ersetzung deS Herrn v. Dallwitz durch Herrn v. Loebell hat die Liberalen, nicht nur d>e Nationalliberalen, sondern auch die Herren Freisinnigen in einen wahren HoffnungStaumel versetzt. Schon sehen fie die preußische Wahlrechtssrage in der schönsten Werse gelöst, ja sogar eine neue glorreiche Blockära herausdämmern. Den braven Fortschrittlern hängt der Himmel so voller Geigen, daß jüngst die„Bossische Zeitung' allen Ernste« daS Zentrum über die neue Situation zu trösten suchte. Denn wenn jetzt auch mit Herrn v. Loebell die preußische Politik einen Ruck nach links bekommen habe, brauche das arme Zentrum doch nicht gleich eine völlige Ausschaltung zu befürchten, denn auch der erste liberal-konservative Blockkanzler habe ja gar nicht die Abficht gehabt, da» Zentrum dauernd auszuschalten. Es ist zu komisch— schon wenn ein Konservativer preußischer Polizeiminister wird, der nicht ganz so ultrareaktionär ist, wie sein Vorgänger, träumen unsere Linksliberalen von neuer Blockpaarung und dem Anbruch herrlicher liberaler Zeiten! Das ist denn doch auch der„Berliner VolkS-Zeitung" zu dumm. Sie spottet über da«„große Trara', mit dem von„einigen optimistischen Blättern' das Nahen der preußischen Wahlreform an- gekündigt werde. Auch über die anderen schönen liberalen Konjekturen spottet das Blatt, das schließlich sehr skeptisch die Frage aufwirft, ob denn just Herr v. Loebell nach seinen politischen Ante- zedentien der geeignete Mann sei.„das überaus schwierige Werk der preußischen Wahlreform zu meistern'. In der Tat kann es nichts Sonderbarere? geben, als den liberalen Jubel über die nunmehr außer Frage stehende Wahlreform in Preußen. Als ob die Regierung, sei eS mit, sei eS ohne Dallwitz oder auch Bethmann Hollweg, nicht ohnehin gezwungen gewesen wäre, in der lausenden Legislaturperiode eine Wablreform herbei- zuführen! Daß eine neue Borlage kam, war sicher— e« fragte sich nur, wie diese Vorlage und das zu schaffende neue Wahlgesetz aussehen würde. Und da bietet der Name und die politische Vergangenheit v. LoebellS doch wahrhaftig keine Garantie für dir Inangriffnahme einer Reform, die auch nur den bescheidensten Ansprüchen eine? wirklichen FortschrittlerS entsprechen könnte. Der Freisinn hat eben seit den Tagen der Blockpolitik nicht das geringste gelernt. Die glorreichen Errungenschaften der Blockära haben sich zwar längst als wertloser Plunder herausgestellt— aber unser Fortschritt wäre sofort wieder bereit, gegen die armseligsten, trügerischsten Scheinkonzessionen alle liberalen Grundsätze kampflos preiszugeben. Eine Wahlreform erwartet dieser Freisinn nicht vom energischen Kampfe der entrechteten VolkSmaiien, sondern von der Gunst der.liberal' angehauchten Staatsmänner, von der gnädigen Geberlaune der Herren Loebell und Bethmann Hollweg. Unser deutscher LmlsliberaliSmuS kommt als Bundesgenosse für eine demokratische Politik überhaupt nicht mehr in Betracht. Weder im Reiche noch in Preußen. Er kapituliert kläglich vor allen An« maßungen des Absolutismus und Militarismus und legt die Ent- scheidung über die preußischen VolkSrechte vertrauensvoll in die Hände konservativer Ministerl_ Der Exgonverneur v. Rechenberg alS Reichstags« abgeordneter. Bei der ReichStagSnachwahl im S. Königsberger Reichstags- Wahlkreis BraunSberg-Heilsberg ist, wie wir bereits gestern unter „Letzte Nachrichten' meldeten, der frühere Gouverneur von Deutsch- Ostafrika, Freiherr v. Rechenberg, als Vertreter deS Zentrums in den Reichstag gewählt worden. BraunSberg-tzeilSberg ist ein ganz sicherer ZentrumSkrers. Bei der Hauptwahl im Jahre 1912 konnte sich das Zentrum sogar den LuxuS einer Doppelkandidatur leisten. ES erhielt damals Dr. Preuh 13 98S Stimmen, ein zweiter Zentrumskandidat 1261 Stimmen, während auf den sozialdemo- kratischen nur rund 496 und auf einen freisinnigen 173 Stimmen entfielen. Bei der jetzigen, durch den Tod de» Dr. Preuß not- wendig gewordenen Nachwahl hat nun Freiherr v. Rechenberg nur lö 000 Stimmen erhalten, auf den sozialdemokratischen Kandidaten kamen etwas über 200 Stimmen. Ter Reichstag zählt nun wieder einen früheren Gouverneur aus den Kolonien zu seinen Mitgliedern. Bisher war der durch. gefallene Reichsparteiler General Liebert der einzige„Kolonial- Praktiker', der allerdings als solcher im Reichstag wenig Seide ge- spönnen hat. Das Zentrum hat sich schon immer bemüht, einen Kolonialbeamten in die Fraktion zu bekommen; es verhandete seinerzeit ernsthaft mit dem früheren Gouverneur Leutwein wegen sciner Kandidatur in einem badischen Wahlkreis, die Verhandlun- gen zerschlugen sich aber, da die Liberalen, deren Hilfe zu einer Eine Campagne in Zrankreich. Sei öen Sauern ües GarS. Es war Nacht, als wir von der Fahrt durch den Wahlkreis La Palisse in V i ch y, seiner größten Gemeinde, ankamen. Der berühmte Weltkurort, der sich übrigens weder in seiner landschast- lichen Lage, noch in der Großartigkeit der Anlagen mit seinem Konkurrenten Karlsbad messen kann, macht jetzt außerhalb der Saison den Eindruck einer Kokette, die noch nicht ihre Morgen- toilette gemacht hat. Einige Schminktöpfe sind schon geöffnet— eS wird gebaut, renoviert, angestrichen. Doch zeigt der Ort, der etwa 15 000 Einwohner hat, auch jetzt eine, von der Schläfrigkeu anderer Provinzstädte abstechende Lebhaftigkeit des Verkehrs. Von den berühmten Quellen sind mehrere nur während einiger Morgen- stunden dem Publikum geöffnet. � Die Füllung der Flaschen für den Versand geht ohne Unterbrechung vor sich. Der Versand des als Tafelgetränk berühmten Wasser der Quelle der Cölestiner hat die natürliche Ergiebigkeit dieser Quelle schon um das Dreifache überschritten. Wie daS möglich ist, wissen die Ouellgötier und die Ehemie. In politischer Hinsicht bietet die Stadt, wie so manche vom Fremdenverkehr lebenden Orte, ein unerfreuliches Bild. Die Gesellschaft der Brunnenpacht hat die Gemeinde völlig korrumpiert. Einer ihrer leitenden Personen war übrigens der erschossene C a l- mette, der von der reaktionären Presse als Hüter sämtlicher Heiligtümer des christlich-bürgerlichen HerzenS hingestellt worden ist. DaS hauptsächlichste Heiligtum der Pachtgesellschaft sind aber die Spielsäle des Kasinos. Es ist ein öffentliches Geheimnis, daß bei der Erneuerung der Konzession unterschiedliche Senatoren eine ausgiebige, wenn auch diskret klingende Anerkennung erhalten haben. Tie Ungcsundheit der Verhältnisse in der Stadt der Gesund- brunnen macht sich biS in die Sektion der geeinigten Partei geltend. in der MißHelligkeiten oft die EntWickelung hemmen. Bei den Gegnern gebietet die Skrupellosigkeit. Genosse Dumas hat hier bor kurzem zwei Stunden lang vergeblich gegen eine kleine, aber brutale Truppe von Versammlungssprengern gekämpft. Sein öffent- licher Protest gegen die Radaubrüder ist noch auf den Anschlag- säulen zu lesen. *» m Die Stadt Ni m e s hat sich in den vier Jahren, seit ich auf dem Kongreß der geeinigtcn Partei hier war. nicht geändert. Nur wütet diesmal kein eisiger Mistral in den Straßen. Ein wunder- voll sanfter Frühling spielt um die wuchtige Schönheit der römischen Arena. Aber noch immer sind die zwei Cafes am groß gedachten Esplanadenplatz da: das Cafe Tortoni, wo die Royalisten und Kleri- kalen, und nebenan das Grand Cafö, wo die Protestanten, die Re° publikaner und die Sozialisten verkehren. Die Musik, die am Abend, zum„Aperitif' und nach der Dinerzeit aufspielt— am Montag, dem Börsentag, auch vormfttagS—. ist bei den Katholiken um ein weniges besser. Die Gesellschaft bei Tortoni— viele pensionierte Offiziere und Stockbourgeois— ist steifer alS beim Rivalen. Dafür sieht man im Grand Cafe beim Spätabendkonzert allzu viel Eltern mit kleinen Kindern, was wiederum die Weisheit der„Fortgeschrit- tenen' nicht ehrt. Die konfessionellen Unterschiede und Gegensätze leben in NimeS und im ganzen Departement fort, als ein— immerhin sich abschwächender Nachklang der alten Religionskämpfe. Mischehen sind besonders bei den Bauern äußerst selten. Immerhin bekommen die Klasseninteressen in der Politik schon manchmal den Vorrang vor der religiösen Ideologie. Protestantische Großbürger geben klerikalen Royalisten ihre Stimmen. Ab und zu wandeln vor den CafeS Herren mit wichtigen Ge- sichtern, in ernstem Gespräch mit ihren Begleitern, vorüber. Das sind Kandidaten. Da der Korso überaus klein und der Kandidaten sehr viele sind, könnte man glauben, daß halb NimeS kandidiert. Aber es gib! in NImes außer Kandidaten auch Stierkämpfer. Doch wird ihre Saison erst beginnen, wenn der politische Stierkampf vorbei ist. � Tie Politik beherrscht derzeit alle». Und hier ist schon der Süden, mit seiner Leidenschaft in Gebärde und Wort und mit seinen erhitzten politischen Bandenkriegen. Im ersten Wahlkreis von NimeS, zu dem das Stadtgebiet und ein ländlicher Kanton gehört, wurde das letztemal ein„unabhängiger' Sozialist gewählt oder— richtiger— für gewählt erklärt, denn ein.republikanischer' Gemeindebeamter hat notorischerweise Stimmzettel gestohlen, die auf den Namen de« Royalisten lauteten. Diesmal kandidiert neben dem bisherigen�Abgeordneten ein Royalist, ein Radikalsozialist, ein Briandist, ein Sozialist, ein„Arbeiterkandidat'. Außerdem haben die Anarchisten pro form, einen Kandidaten angemeldet, um ihre Aufforderungen-zur Stimmenthaltung neben den Wahlplakaten an- schlagen zu können. Bekanntlich läßt daS neue Gesetz Anschläge nur auf den von der Gemeinde für jeden Kandibalen reservierten, gleich- bemessenen Plätzen zu In der„Humanitö' hat Genosse A l l a r d da», auch von der sozialistischen Fraktion angenommene Gesetz nach- traglich angegriffen, da eS die Agitation in der Zusendung von ir.ugb.ättern und Zeitungen konzentriere, die ärmeren Parteien mehr benachteilige, als ehedem der Kampf der Kampf der Plakate. soviel ich bisher feststellen konnte, sind indes die meisten Genossen mit der neuen Ordnung ganz zufrieden. Die sozialistische Kandi- Wahl notwendig gewesen wäre, nicht mitmachten. Von der Wahl Rechenbcrgs- verspricht sich das Zentrum offenbar in Kolonial- fragen mancherlei Hilfe gegen die Regierung und ihm unbequeme Personen. Die Enthüllungsaktion gegen den früheren Schutz- truppenkommandeur in Oftafrika, v. Schleinitz, setzte denn auch be- reits vor der Wahl Rechenbergs in der„Germania' ein. Nach dieser Richtung scheint daS Zentrum also auf seine Rechnung zu kommen. vielleicht aber stellt das kuhhandelnde Zentrum in allgemeinen Kolonialfragen Rechenberg ebenso rasch kalt, wie den Zentrums- general Häusler, der ihm in Militärfragen mehr als einmal un- bequem wurde. Ter stjall Schleinitz. Wir brachten kürzlich eine Mitteilung der„Germania' zum Abdruck, nach welcher der frühere Schutztruppenkommandeur von Ostafrika, Freiherr v. Schleinitz, einen seiner Offiziere bei dessen Versetzung die Instruktion gegeben haben soll:„iSe kommen jetzt nach N. auf Posten; wenn Sie nicht binnen Jahresfrist einen Aufstand in Ihrem Bezirk haben, kann ich nicht welter mit Ihnen kapitulieren.' „Durch diese Anzettelung von Unruhen," so führte das Zentrums- blatt weiter aus.„sollte eine Verstärkung der Schutztruppen herbei- geführt, zunächst aber eine Verminderung derselben unter allen Umständen verhindert werden.' Die„Tägliche Rundschau" hat sich bei Freihcrrn v. Schleinitz erkundigt, der die Notiz der„Germania", für eine dreiste Er- s i n d u n g erklärte. Zu den übrigen Angriffen der„Germania", die sich insbesondere auf die bekanmen Grausamkeiten in Urundi durch Eingeborene beziehen, sagte Herr v. Schleinitz wörtlich folgendes: „Im Sommer 1908 wurde mit Genehmigung des damaligen Gouverneurs Freiherrn v. Rechenberg eine Expedition nach Urundi unternommen. Es waren Unruhen ausgebrochen, und Hauptmann v. Grawert erhielt den Befehl, die Ruhe wiederherzu- stellen und die Rädelsführer gefangen zu nehmen. Nach zwei- monatiger Dauer wurde die Erpedition als erfolglos abgebrochen, da v. Grawert schwer erkrankte, v. Grawert beauftragte nun 10 Eingeborene unter einem schwarzen Chargierten, die Rädels- führer lebend oder tot zu fangen, damit die Ruhe dauernd wieber- hergestellt werde. Zu dieser Maßnahme war v. Grawert ge- zwungen, da nur eingeborene Krieger, die die Eigenart der Ein- wohner genau kennen, in der Lage waren, die Aufrührer zu fangen, die sich beim Herannahen von Weißen sofort unauffindbar versteckten oder versteckt gehalten wurden. Auch diese Unter- expedition fand die volle Billigung des Gouver- neurS Freiherrn v. Rechenberg. Die Unterschrist Rechenbergs unter der Zustimmungserklärung ist von vielen Offizieren gesehen worden. UebrigenS schärfte v. Grawert den Leuten nachdrücklichst ein, jede Grausamkeit zu unterlassen, ins- besondere gegen Frauen und Kinder nichts Gewalttätiges zu unternehmen. Er wies auch auf die hohen Strafen bin, mit denen Grausamkeiten geahndet werden. Leider sind trotzdem Grausamkeiten vorgekommen, dt« aber auch strenge gesühnt wurden.' Julius Bachem als Sammlungstrompeter. Der Hauptsührer der deutschen ZentrumSpartei, Dr. Julius Bachem- Köln setzt im Scherlschen.Tag' seine Bemühungen, die Nationalliberalen für einen Block der Rechten zu gewinnen, unermüdlich fort. Er befaßt fich mit den Erörterungen über die vom Hauptvorstande der nationalliberalen Partei angeregte„Kon- zentrierung', die auf die Auslösung deS Verbände» der Jungliberalen hinausläuft. Gegenüber diesen Auseinandersetzungen innerhalb einer anderen Partei will Herr Bachem, wie er versichert, .Zurückhaltung' beobachten.' Er meint: „Für die Draußenstehenden haben jene Auseinandersetzungen ja auch nur Interesse insoweit, als fie eine Rückwirkung auf da» Verhältnis zu den anderen Parteien ausüben, als sie insbesondere erkennen lassen, ob eine Politik der Sammlung der Nationalliberalen, der Konservativen und de« Zentrums gegenüber dem andrängenden Radikalismus in Zukunft mehr Ausficht haben als bisher.' In dieser Hinsicht gefallen Herrn Bachem die Darlegungen Dr. F r i e d b e r g S, der„in der Partei nicht dem linlen Flügel angebört', gar nicht. Friedberg habe in der„Naiionalliberalen Korrespondenz' begonnen,„mit der ZenlrumSscheu zu operieren" er tue so, al« hafte einer Partei, die mit dem Zentrum zusammen- arbeilet, so etwa» wie ein Makel an. Da» sei verletzend. Aber datur hat übrigens gar keine Aussicht auf Erfolg, obwohl die Ge- meindeverwaltung in den Händen der Parte» ist. Dies war aber Kandidaten zu verdanken— die Politik im französischen Süden ist eben reich an Seltsamkeiten. Die Stadt Nimes hat etwa 80 000 Einwohner, davon ein Viertel Protestanten. Die Arbeiter bilden einen nicht unansehnlichen Teil der Bevölkerung, indes sind die bedeutenderen Industrien, die ehe- dem hier bestanden— Schuhbanderzeugung und Schuhfabrikation —«ingegangen. Ein großer Teil der Arbeiter arbeitet in den um- liegenden Weinbergen, Da» Departement Gard vergibt im ganzen 7 Mandate. Davon sind zwei— Nimes II und Uze«— in den Händen der Partei» genossen Hubert Rouger und Compere- Morel. Tie Partei» söderatron, die zu den stärksten und rührigsten der Partei gehört— sie ist vom Stamm des alten Auesdistischen Parti Ouvrier— führt diesmal den Kampf mit aller Kraft. In den beiden Wahlkreisen von Alois sind die Genossen Valette, Bürgermeister von NimeS, und Lutten Roland aufgestellt. Alois, das ein nicht unansehn« liches Kohlenrevier hat, ist die einzige Region de« Departements, die einen größeren Verhältnissatz industrieller Arbeiterschaft Hut. Dort ist auch ein starker Großgrundbesitz. NimeS ll und UzS» sind vollständig agrarische Kreise. Ihr wirtschaftlicher Charakter ist indes verschieden. In Nimes II ist der Weinbau fast ausschließlich die Erwerbsquelle der Einwohnerschaft, in UzeS ist ein« gemischte land» wirtschaftliche Produftion die Regel. *« * 28it haben zunächst den Genossen Rouger auf einer Fahrt begleitet. Sein Wahlkreis umfaßt 57 Gemeinden. Die Eigentum»» Verhältnisse find verschieden. Doch spielt der große Grundbesitz nur eine geringe Rolle. Tagegen ist neben dem Kleinbesitz, der von der Familie bewirtschaftet wird, ein etwas größerer Typus vorhanden. die Aufnahme einiger weniger Arbeiter zu bestimmten Zeiten not- wendig macht. Tie Löhne sind nicht schlecht, e» herrscht Arbeiter- mangel. Tie Lage der Besitzer ist infolge der Preissteigerung de» Weines derzeit recht günstig. Der Hektoliler, der in der Zeit der großen Krise um 6 und 7 Frank verkauft werden mußte, bringt letzt 30 Frank ein. ES gibt viele Winzer, die um 300 Hektoliter herum produzieren. Der Klassengegensatz kann also in dieser Gegend den Bauern nicht unmittelbar zum Bewußtsein kommen. Ein eigentliches Elend, wie es die gerverblichen Arbeiter, die landwirtschaftlichen Taglöhner oder Zwergbauern in ungünstigeren Erdstrichen kennen, ist nicht vorhanden. Tie Gefahren für die wirtschaftliche Existenz drohen vom Wetter und von der Marktlage und diese ist. wie wir sehen. im Augenblick sehr gut. Die Ernährung ist auSgiebig und überau» Nr. 113. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 26. April 1914. Gewerkschaftliches. Die Ohnmacht der Handlungsgehilfenbewegung. wie das die Art dieser Leute ist, frampfhafte Versuche, um das Vorgehen des Metallarbeiterverbandes bzw. der Streikenden in MißTredit zu bringen. Um diesem Treiben entgegenzutreten, hatte der Metallarbeiterverband am Freitag eine Versammlung der bei Siemens n. Salste beschäftigten Arbeiter einberufen. tragen. straße 139, Kasino- Restaurant, Berlin, Friedrichstr. 126, Krug zum grünen Kranze", Alexanderplay, sowie über das Restaurant„ GroßBerlin", Alexanderplag, Ede Neue Stönigstraße, bleibt bestehen. Wie sehr die Brauereidirektion an dem Geschäftsgang genannter Betriebe interessiert ist, beweist am besten der Umstand, daß diese Abnehmern von Bier auf deren Fragen nach dem Stande der Differenzen Der Bezirksleiter Lüd legte die Ursachen des Streiks dar. unrichtige Informationen gibt. Behauptungen wie, die Kellner des Cohen führte in einer längeren Rede unter anderem aus: Verbandes verlangten 90 M. Monatslohn und ähnliche Angaben über Der Zentralverband der Handlungsgehilfen hatte, weil so lange die Vereinbarungen bestehen, sind die von uns bean- die Streifenden werden verbreitet. Demgegenüber ist festzustellen, die Reichstagsverhandlungen über die Sonntagsruhe einen tragten Verhandlungen über Differenzen nie in 10 Tagen er- daß die Forderungen der Streifenden nicht andere sind, als sie beso ungünstigen Verlauf genommen haben, sich bekanntlich an ledigt worden. Ja es ist mehrfach überhaupt nicht verhandelt reits von Hunderten von Unternehmern bewilligt wurden. Die Verdie übrigen großen Verbände der kaufmännischen Angestellten worden. Statt dessen erhielten wir immer nach länger als zehn breitung derartiger Mitteilungen foll natürlich nur den 3wed haben, gewendet und diese ersucht, mit ihm eine gemeinsame Ver- Tagen vom Vorstand des Verbandes der Metallindustriellen die die Streikenden in ein schlechtes Licht zu sehen. Daß man mit dieser einbarung zu treffen, wonach die Mitglieder der Organi- Antwort, daß die von uns angeschuldigte Firma die Berechtigung Zaftit fein Glück haben wird, dafür wird die Organisation Sorge fationen bei den Unternehmern vorstellig werden und von der Differenz bestreitet. Also, anstatt mit uns zu verhandeln, Die Sperre über das Lokal„ Kleines Eierhäuschen", Treptow, einem zu bestimmenden Zeitpunkte ab die Leistung weiterer entscheidet der Vorstand des Verbandes der Metallindustriellen Inhaber Führer, ist infolge tariflicher Vereinbarungen aufgehoben. Sonntagsarbeit ablehnen sollen. Diese Aktion ist aber ge- nach Anhörung der Firma die Streitfrage. Das können wir uns Dagegen bleiben in Treptow die Betriebe: Gierhaus 3, Inhaber scheitert, da die bürgerlichen Verbände es ab nicht gefellen lassen. Wir verlangen Verhandlungen vor einer Rammla, Stebbierhalle Eierhaus 2, Inhaber Manschte, sowie die gelehnt haben, dem Vorschlage zu folgen. paritätischen Schlichtungskommission. Zu dem Vorstande des Ver- Stehbierballe des Paradiesgartens, Inhaber Ganzberg( an der Sie haben es sogar abgelehnt, ihre Verbandsstellenvermitte- bandes der Metallindustriellen können wir nicht das Vertrauen Fahrstraße zum Kaiserbad), gesperrt. Die Inhaber dieser Lokale lungen für solche Stellen zu sperren, in denen nach wie vor haben, daß er Differenzen unparteiisch entscheidet. Die Er- lehnen jede Vereinbarung mit der Organisation ab und beschäftigen Verband der Gastwirtsgehilfen. Sonntagsarbeit geleistet wird. fahrung hat uns gezeigt, daß der Verband der Metallindustriellen Sellner gelber Vereine. Nach Lage der Sache konnte der Zentralverband der es gar nicht wagt, eine Entscheidung gegen die großen Unternehmer Der Reichsverband der Gasthausangestellten ersucht uns unter Handlungsgehilfen nicht anders, als die Masse der Hand- zu treffen. Da die Firma Siemens u. Halste die Vereinbarungen Hinweis auf den§ 11 des Preßgesezes um die Aufnahme folgender lungsgehilfen erneut aufzufordern, endlich zu gewerkschaft- nicht gehalten hat, so zeihe ich sie öffentlich des Vertragsbruchs. Berichtigung: Unrichtig ist die Behauptung in Nr. 110 des„ Vorwärts", daß lichen Mitteln zu greifen, nachdem sich immer wieder heraus- Auch die Unterzeichner der Vereinbarung: Kommerzienrat Bor- der Reichsverband der Gasthausangestellten im Betriebe des Herrn stellt, daß die bürgerliche Reichstagsmehrheit ihren Wünschen sig, Dr. Kühnemann und Direktor Peier13, die mit ihren Klempt, Schöneberg, Hauptstraße 139, Lohnverträge abgeschlossen hat, nicht nachkommt. Viel Hoffnung, daß die bürgerlichen Namen für die Vereinbarung eingetreten sind aber Verstöße gegen welche auf 10 M. weniger lauten als die bestandenen Verträge. Handlungsgehilfenverbände dem Vorschlage zustimmen dieselbe dulden, klage ich des Vertragsbruchs an. Als vertragRichtig ist, daß der abgeschlossene Vertrag zwischen Herrn würden, bestand von Anfang an nicht. Es konnte aber nicht schließender Kontrahent ist der Verband der Berliner Metallindu- Klempt und dem Reichsverband der Gasthausangestellten für Kellner erwartet werden, daß jene Verbände es geradezu als Grund- triellen nach alledem ein sehr fragwürdiger Fattor. Er hat auf ein monatliches Gehalt von 60 m. lautet, ebenso für Aushilfsfaz proflamieren würden, daß die Handlungsgehilfen unter- teinen Einfluß bei den großen Unternehmern arbeiten an Wochentagen 3,50 und an Sonntagen 4,50 M. Hochachtungsvoll J. A.: Cremer. würfig sein und bleiben müssen. Der Verein für Handlungs- und kann deshalb die Innehaltung des Vertrages nicht durchsehen. tommis von 1858 und der Deutschnationale HandlungsMan hat gesagt, bei der Firma Siemens u. Halske sei die gehilfenverband haben nämlich den Vorschlag zur gewerk gelbe Bewegung so start, daß die Firma vor dem Metallarbeiterschaftlichen Selbsthilfe dazu benutzt, um in zahlreichen Tages verband Ruhe habe. Der gegenwärtige Streik zeigt, daß das ein zeitungen ausdrücklich zu betonen, daß sie gar nicht rrtum ist und daß wir uns nicht scheuen, auch bei Siemens u. daran denken, für ihre Berufskollegen das Salske für unsere Rechte einzutreten. Der Streit war notwendig. zu erstreiten, was ihnen die Gesezgebung Mögen die gelben Agitatoren unser Vorgehen zu verunglimpfen und die Unternehmer berweigern. suchen, das wird unserer Bewegung keinen Abbruch tun. BächerDie bürgerlichen Handlungsgehilfenverbände fuchen die lich ist es, wenn die Gelben glauben machen wollen, sie seien unbom Zentralverband der Handlungsgehilfen vorgeschlagene abhängig von den Unternehmern. Die Firma Siemens u. Halste Aftion als eine bloße Agitationsmethode hinzustellen, ohne unterstützt den gelben Werkverein finanziell sehr stark. Im Aus dem Fleischergewerbe. Der Fleischermeister Silprich, fich dabei der Tragweite ihrer Worte voll bewußt zu sein. Statut des Gesamtverbandes der Metallindustriellen wird hinsicht Hermannstraße 114 weigert sich, den Tarifvertrag der FleischerDenn wenn der Vorschlag geeignet ist, agitatorisch zu wirken, lich ber bei Aussperrungen erforderlichen Maßnahmen bestimmt, organisation anzuerkennen. Die Organisation hat über den Betrieb so würde damit erwiesen sein, daß die Masse der Handlungs- daß in den Betrieben über die Namen der Gelben, ihren Ein- für organisierte Fleischergesellen die Sperre verhängt. Ferner gehilfen nicht so demütig gesinnt ist, wie ihre bürgerlichen und Austritt Listen zu führen und den Bezirksvorständen des Ver- find wegen Richtanerkennung des Tarifvertrages die Fleischereien: Führer. In der Tat wird allerdings das Verhalten der bandes der Metallindustriellen regelmäßig einzureichen sind. Dorn, Danziger Straße 9, Paulus, Choriner Straße 45 und großen Handlungsgehilfenverbände wohl dazu beitragen, den Angesichts dieser Tatsachen hatte Dr. Natansohn, der Sekretär des a day, Reutöän, Mahlower Straße 8, gesperrt. Angestellten die Augen darüber zu öffnen, daß sie von den gelben Wertvereins bei Siemens u. Halske den Mut, kürzlich in jenigen Organisationen, denen sie bisher in ihrer Mehrheit einer Versammlung in meiner Gegenwart zu behaupten, die nachgelaufen sind, eine Verbesserung ihrer Arbeitsverhältnisse gelben Werkvereine seien eine selbständige, von den Unternehmern nicht zu erwarten haben. Das würde der erste Schritt auf unabhängige Arbeiterbewegung. Er schämt sich wohl, den dem Wege sein, der gegangen werden muß, wenn die kauf schmußigen Charakter der gelben Bewegung zuzugeben. männischen Angestellten aus ihrer Schwäche und Ohnmacht herauskommen wollen. Berlin und Umgegend. Der Formerstreit bei Siemens& Halske. Seit dem 6. April befinden sich, wie schon mitgeteilt, die Former der Eisengießerei des Betriebes von Siemens u. Halste im Streit. Die gelben Agitatoren von Siemens u. Halske machen, Kleines Feuilleton. Die Ausführungen der Referenten fanden lebhaften Beifall und allgemeine Zustimmung. Nur ein junger Mann, der kürzlich zu den Gelben übergelaufen ist, versuchte mit mehr Eifer als Verständnis, eine Lanze für seine Freunde einzulegen, womit er je doch bei keinem der Versammelten den geringsten Erfolg hatte. Achtung, Gastwirtsgehilfen! Die Sperre über die Ausschänke der Brauerei Oswald Berliner, Sadepeter, Schöneberg. HauptAber nun tam das Beste. Die Amtshandlungen des falschen Pastors konnten doch keine Gültigkeit haben? Die von ihm geschloffenen Ehen waren doch null und nichtig? Sie mußten doch aufs neue eingesegnet werden? Doch es erhob sich ein Raunen im Lande. Wie Frühlingsahnen ging es durch die Gemeinde! Die von Partisch zusammengefoppelten Ehepaare waren nicht etwa erbost über die Scherereien, die ihnen bevorstanden, sondern sie frohlodten und konnten die Zeit nicht erwarten, bis sie voneinander befreit würden. Eine solche Gelegenheit, auf gute Art loszukommen, konnte ja nie wiederkehren. Der unmoderne Krieg. Wenn nicht die fürchterlichen Schlächtereien wären, der kriegerische Geist scheint verschwunden zu sein. Es ist amüsant zu beobachten, wie so ein Ausbruch eines Krieges zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten nur eigentlich die das sind die, die tot Börse und die unmittelbar Beteiligten " Das merikanische Volk hat gegen das Und da hatte die Behörde ein Einsehen. Um der Verwilderung erregt. geschossen werden amerikanische Volt keinen Groll..." verkünden großmäulige Mani- und der Zerstörung so vieler Ghen vorzubeugen, mußte sie wohl fefte der Gewalthaber. Ach das eine Wolk weiß von den anderen oder übel die Amtshandlungen des falschen Pastors sanktionieren. doch auch nur, daß die Mehrzahl für Geld arbeiten muß und froh und fluchend mußten sich die Ehemüden auch fürder in ihr Joch ist, sein bißchen Leben zu haben. Aber schließlich mögen das die beugen. Formen sein, unter denen sich dergleichen abzuwideln hat. --Der Geist...? Auch der hat gewechselt. Hand aufs Herz: niemand sieht mehr in einem solchen Krieg eine ehrenhafte Sache, der praktische Engländer läßt schon lange dieses widrigste aller Handwerke von bezahlten Leuten verrichten, ohne sich selbst die Hände schmuzig zu machen. Nur der deutsche Wehrvereinler träumt noch von vergangenen Zeiten, in denen der einzelne Mann und nicht das Börsensyndikat etwas galt. Er sieht noch immer den„ Helden", der in Wirklichkeit Kanonenfutter ist. Gefährlich ist nur, daß eine gewiffenlose Presse und ein Klüngel fich nicht scheut, seine Gefühle der ganzen Nation zu suggerieren. Wenn wirklich einmal mit Deutschland etwas passiert, man könnte schwören, daß die ganze Gesellschaft in drei Tagen stockbesoffen ist. Man nennt das: begeistert. Aber in Wahrheit ist es eine grandiose Betrunkenheit, die die Leute vors Schloß treibt und die NationalSie bilden sich ein, nicht länger leben zu hymne abfingen läßt. tönnen, wenn sie nicht totgeschossen werden dürfen. Der Krieg ist unmodern, aber das Geschrei patriotischer Fanatifer wird ihn schon wieder modern machen, wenns soweit ist. Alle die großen Worte werden wiederkommen, vor denen einen heute schon etelt: das von dem„ Volt"( das nie ein anständiges Wahlrecht beanie nicht marschieren) betam), das von den„ braven Soldaten"( die ins Zuchthaus fliegen, einzuschläfern Aber wenn all die Massen erst einmal wissen, für wen sie sich da schlagen, dann wird der Krieg nicht mehr unmodern, sondern un möglich sein. Zum Streit der Maßschuhmacher. In der Besohlanstalt von Borchwardt, Müggelstr. 1/2, bei Bannad, Müggelstr. 5, des gleichen bei Matthes, Seumeftr. 30 in Lichtenberg, wird Streikarbeit fertiggestellt. Unsere Kollegen und die Parteigenossen werden ersucht, ein wachiames Auge zu haben und uns die Heimarbeiter und Besohlanstalten namhaft zu machen, die für Maßgeschäfte Arbeit fertigstellen. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Geschäftsstelle Berlin. Zentralverband der Fleischer. Deutsches Reich. Weiße Salbe." In welch jfrupelloser Weise im Bergbau Leben und Gesundheit der Arbeiter aufs Spiel gesetzt und wie die revidierenden Auffichtsbeamten hinters Licht geführt werden, wurde vor dein Schöffengericht in Zwidau nachgewiesen. Unser Zwickauer Parte: blatt und die„ Bergarbeiter- Zeitung" brachten vor einiger Zeit gleichlautende Artikel über Geheimnisse des„ Auroraschachtes" in Zwickau, in denen 16 einzelne Tatsachen für die Mißstände in dieser Grube behauptet wurden. Die gravierendsten seien hier angedeutet: Die Förderstrecken sind verlottert und die Arbeiter müssen Sein Rausch jetzt sich in unbestimmte Krakeelereien und einige BeGefnickt tehrt er von dem leidigungen des Franzosenkaisers um. Gerichte, das ihm ob dieses Frevels einen Monat Gefängnis aufge= brummt hat, zu seiner resoluten Ehehälfte heim. Was soll aus dem Geschäfte werden, wenn seine Scheere so lange feiern muß? Indessen, die Frau weiß Rat. Keiner von den französischen Gefängniswärtern kennt den Verurteilten. Nichts einfacher mithin, als für den Meister einen der Gesellen, der gegen ein paar Taler zu solchem Dienste gern bereit sein wird, in das Cachot zu senden. Wibbel fann dann, zu Haus in einem Loch verborgen, ruhig weiterschneidern. Nur damit hat das Pärchen nicht gerechnet, daß der Ersatzmann, ein spindeldürrer kranker Bursch, sich im Gefängnis hinlegen und sterben werde. Das dient dann als Vehifel etwelcher grotesten Possentrids. aus seinem Versted fieht der Meister die schöne Leichenfeier an, zu der die Nachbarn sich auf die Kunde seines Todes bei der trauernden holen kann, verkleidet das Frauchen den Versteckten, läßt ihn mit gefärbten Haaren in den Abendstunden zu vergnügten Exkursionen fort. Schließlich wird er dabei von den Nachbarn als Einbrecher in seinem eigenen Haus ergriffen. Auch das bringt Madam Wibbel nicht in Verlegenheit. Sie schwindelt teck, der Fremde sei ein jüngerer Bruder ihres Seligen und neu erforener Bräutigam, mit dem fie nächstens Hochzeit halten werde. Und alle sinds zufrieden. Das war Bartisch, der die Theologie kompromittierte. Der Witwe zusammenfinden. Damit er sich von seiner Einsamkeit erHausknecht als Pastor. Der Köpenicker blamierte den Militarismus. Der Kösliner aber schoß den Vogel ab. Er blamierte nicht nur Bureaukratie und Regierung, er statuierfe auch ein Exempel deffen, daß der noch so begabte, der glänzend begabte Proletenjohn nur durch Betrug zu einer Stellung kommen kann, die seinen Fähigkeiten entspricht. So ist das Leben. Nicht wie in der unwahrscheinlichen Geschichte vom Erzieher Flachsmann, der zugleich ein unfähiger Lehrer und ein Schwindler ist. 1 Herr Tiedtke spielte die Figur des Meisters, die leider dem Humor des Schauspielers nur wenig dankbare Gelegenheiten bot. Sehr schmud und munter war Senta Söneland als Frau. Von den Rebenrollen wären etwa Herrn Otto Werthers verliebter jüngerer Gesell und Marrs asthmatisch korpulenter Polizist zu nennen. Notizen. dt. Wem hat der falsche Bürgermeister in seiner Stellung eigentlich Böses getan? Niemandem. Vielleicht wirkte er viel Gutes. Aber er konnte zu seiner nüßlichen Tätigkeit nur durch einen Aft des Betruges fommen, ja durch fortgesetzte Afte des Betruges. Die niemenschlich gerebet überhaupt mandem schadeten. Bedarf es einer Bestrafung? Etwa um andere abzuschreden? Aber im Ueber Kunst, Künstler und Sozialismus Gegenteil! Durch die Enthüllung dieses falschen Woldemar sind die Behörden auf lange Zeit hinaus vorsichtig gemacht. Aehnliche Be- spricht Montag, den 27. April, der Wanderlehrer unseres ZentralIndustriefestfälen, Beuthstr. 20( am Spittelmarkt). Beginn pünktlich trüger, wenn sie nur ebenso tüchtig und fleißig wären, sollte sich der Bildungsausschusses Dr. Mar Poensgen- Alberth in den Staat geradezu wünschen. Ohne die schamloje Heuchelei des Klassenstaates wäre es dent- 8 Uhr. Diskussion. Er fehrt zurüď. Voreilig und eitel war die von manchem der gestern und immer erflungen ist, wenn es galt, Aufmerksamkeiten leistete, alles verziehe und ihn in aller Form und Rechtens zu einem beitsurlaub des Generalobersten der Berliner Hochschule für bildende wirklichen Bürgermeister machte. Der Staat und die Gemeinde begründeten Werner Kapitels der genannten Anstalt. Das würden eine wertvolle Kraft gewinnen, der Schwindler würde chr- Stünfte sei das Zeichen vom Ende des armseligen, aber wohlKapitel wird ungefürzt weiterlaufen: Held Anton tritt mit frischlich gemacht und dadurch gegen sich selber moralisch verpflichtet. Wie gesagt, ohne die schamlose Heuchelei... und ohne einiges gewichsten Lebensstiefeln wieder in Aftion, und alles bleibt beim alten. Aber wieviel vom alten würde eigentlich verschwinden, wenn Theater. der Held jetzt einem andern feinen Platz räumte? Künstlertheater: Schneider Wibbel. Komödie Vorträge. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania andere. rf. Drei Hauptkerle. Der erste war nicht der Hauptmann von Köpenid. Sondern ein Mann, der vor Jahren im Oldenburgischen lebte. Partisch hieß er und diente als Knecht bei einem Pastor. Sah, wie der Bastor amtierte; wie er traute und fegnete und Säuglinge von Hans Müller- Schlösser. Der Spaß, der hier zu einer hält Dr. Friz Wertheimer am Mittwoch, abends 8 Uhr, einen bewässerte und Konfirmanden unterwies, wie geschrieben steht. Und abendfüllenden Komödie" fortgesponnen ist, hätte als kleine Bortrag mit Lichtbildern über Tsingtau, das er als deutsche Musterhörte, wie er predigte und sich räusperte und Gott im Munde führte. Schnurre erzählt, ganz wohl belustigen können. Zur Aus- folonie in Ostasien schildern will. Ibsen Reliquien. Der Sohn Henrik Ibsens hat der Bartisch sah das und fand es nicht schwer. Und Partisch lernte münzung in Lustspielform, gebrach es dem jungen Autor, den ein Baitor. Eines Tages trat er in einem Orte als Bewerber um die sehr wohlwollend gestimmtes Publikum zum Schluß hervorrief, an Stadt Christiania das Mobiliar des Arbeits- und Schlafzimmers Bfarrſtelle auf. Er predigte Probe. Vermutlich hinreißend, denn Bühnentemperament und an Beweglichkeit der Phantasie. Das win- feines Vaters zur Aufstellung im Norwegischen Volksmuſeum überRichard Strauß' Ballett, betitelt Jofefs Legende, er wurde gewählt. Gott mag wissen, was für Papiere und wie er zige Motiv, statt Ausgangspunkt und Rahmen launiger Charakter- wiesen. fie sich verschafft hatte. Partisch war also Pastor. Jahrelang. Er fomit zu werden, blieb ohne eigentliche Füllung, schleppte fich langheiratete, wie es heißt, eine Pastorstochter und zeugte in chriftlicher fam in fünf Bildern hin. Dem Schneider ſelbſt fehlt jede ausge- wird Mitte Mai an der Bariser Großen Oper mit Hilfe eines The mit ihr liebliche Kinder. Aber da ritt ihn der Satan, daß er prägte Physiognomie, und die Verlegung in die Zeit der napoleoni- ruffischen Balletts die Uraufführung erleben. Dilemma. In der Münchener Jugend" entringt sich wertvolle oder vermeintlich wertvolle Kirchengemälde an einen Ame- fchen Kriege machte die Geschichte um nichts farbiger. Gleich das erste Bild die Szene in der Schänke des nieder- einem Schutzmann, der ein im Freien lieblosendes Pärchen bes ritaner verkloppte und damit hereinfiel. Aus der Anklage wegen bieser Unterschlagung von Kirchengut entwidelte fich fachte eine rheinischen Städtchens- zeugte von arger Spärlichkeit der Einfälle. obachtet, folgender Stoßfeufzer:" Serrgott- jest woak i wirkli foll ma die zwoa anzeigen z'wegen Unsittlichkeit oder Untersuchung über Nam' und Art des Pastors Partisch. Und kurz, In all dem Hin und Her der kannegießernden und randalierenden nimmer ez az erledigt. Uebrigens soll er nach Verbüßung feiner Strafe einen Bürgersleute fällt nirgendwo ein überraschend pointiertes foll ma aufpass'n, daß net g'stört wer'n- wegen Geburtenrüd Wort, Auch ein Schwibs verleiht Wibbel.teinen ultigen Elan. gang!" wieder eine bürgerliche Eriftens geschaffen haben. tciltoeise bis an die Knöchel iin Wasser und Schlamm waten. Die Trinkwasserfässer stehen im Schlamm und sind in einem Zustand, dast selbst der Aufsichtsbeamte geäußert hat, daraus könne man nicht trinken; das Wasser wird der Vorschrift zuwider tagelang nicht erneuert. Tie Abortkübel werden mitunter wochenlang nicht geleert, so daß sie überlaufen und die Strecke durchstinken. Tie geleerten Nbortkübel kommen tagelang nicht wieder an ihren Platz. Tas..Zentimetern" der Hunde(Abzüge für nicht bis zum Rande gefüllte Kohlenhunde) ist sehr im Schwange. Für Mindermaß und unreine Kohle werden Strafen von SO Pf. bis 3 M. ausgeworfen. Tie Strafen werden jedem Arbeiter auferlegt, der au dem Hund« beteiligt ist, ohne Rücksicht auf seine Schuld, so daß für einen Hund Kohle ö M. und sogar ö M. Strafe fällig werden können. An den Haspelbergen und Fallöchern fehlt es an ausreichendem Schutz für die Arbeiter. Die Wetterführung zwingt die Belegschaft, teilweise mit elektrischen Glühlampen zu arbeiten, weil die Luft zu schlecht ist. Eine Strecke war so verlottert und betriebsgefährlich, daß die Bergpolizei hätte einschreiten müssen. ES wurde aber trotzdem dort weitergearbeitet. Als die Inspektion erschien, wurde die Strecke zugeschlagen und die Arbeiter wurden angewiesen, den JnspektionSbeamten vorzulügen, daß durch diese Strecke nicht durch- gefördert werde. Auch die Beamten beteiligten sich daran, aus der behördlichen Grubcninspektion„Weiße Salbe" zu machen und „alles in Ordnung" erscheinen zu lasten. Als der Inspektor durch war. wurde die Strecke wieder aufgerissen und wieder in Betrieb genommen. Die Werksverwaltung, die bei jeder Gelegenheit zum Kadi läuft, verklagte auch diesmal die verantwortlichen Redakteure der beiden Blätter, Vor Gericht war nur der Genosse Barth vom „Sächsischen Volksblatt" erschienen. Tie Verhandlung wurde wegen der Abwesenheit des Genossen Wagner von der„Bergarbeiter- Zeitung" vertagt. Dennoch wurde in eine vorläufige Vernehmung der Zeugen eingetreten, die sich sofort rückhaltlos auf den Boden der beiden Artikel stellten; auch ein Steiger muhte sich bequemen, die von ihm anfänglich bestrittenen Aeuherungen der Arbeiter- zeugen als richtig anzuerkennen. Darauf erklärte sich die Werks- leitung bereit, die Klage zurückzunehmen, wenn Barth ein Viertel der Gerichtskosten trage. Diese Bedingung wurde angenommen, weil im„Volksblatt" die unrechte Person für die Mißstände. verantwortlich gemacht worden war. Genosse Wagner ging auf die gleiche, ihin gestellte Bedingung nicht ein. Er wollte als praktischer Bergmann diesen ganzen Grubenbetrieb einmal bei Licht betrachten lassen. Da wählte die Werks- vorwaltung den besseren Teil der Tapferkeit— sie zog die Klage zurück! Auf dem Wege zum paritätischen Arbeitsnachweis. Die Hamburger Bürgerschaft bewilligte in ihrer letzten Sitzung 30000 M. als Bcibilfe für den gemeinnützigen Arbeitsnachweis der „patriotischen Grsellenschaft" und lehnte den Scharfmacheranirag. die Sache vorher in einem Ausschuß zu prüfen, mit 66 gegen 50 Stimmen ab. Die Scharfmacher sehen in dem staatlich unterstützten Arbeitsnachweis der„patrioiischen Gesellcnschaft". die eine vor zirka 100 Jahren gegründete politisch neutrale Vereinigung zur Förderung der Künste und Gewerbe ist. den ersten Schritt zum paritäliichcn Ar- beitSnachweis. den sie bekämpfen, weil nach ihrer Ansicht der Ar- beitSnachweis in der Gewalt der Unternehmerorganisationen bleiben soll. Mit knopper Mehrheit gelang e«. ihren Anschlag, der dem ge- meinnützigen Arbeitsnachweis in Hamburg die EntwickelungSmöglich- keit abgeschnitten haben würde, abzuwehron. Die Entführung öer Javanerin. Nach Eröffnung der gestrigen Sitzung durch Landgerichts- direktor Hesse beantragte Rechtsanwalt Dr. Fuchs, nochmals in die Beweisaufnahme einzutreten und den Abschiedsbrief, den Dr. Go- rodiski an Margarete Holzke gerichtet hatte, zu verlesen zum Be- weise der Innigkeit des Verhältnisses zueinander. Der Brief, welcher verlesen wird, lautet: Mein liebes Gretel! Viele Worte kann ich nicht machen. Ich danke Dir für alle Liebe, die Du mir entgegengebracht hast, Du hast Bessere« der- dient, fei stets lieb und gut. Ich leide unsäglich. Für Deine brave und treue Kameradschaft nochmals meinen herzlichsten Dank, fei lieb zu dem Kinde und fei ihm eine Freundin, wie Tu mir eine warst. Grüße alle noch recht herzlich und fei auch Du in Gedanken geküßt von Deinem unglücklichen Lutz. Von dem Vorsitzenden über den Verbleib der 1000 Mark, die Margarete Holzke kurz vor dem Tode des Dr. G. von diesem er- halten hat, befragt, erklärte diese, daß sie 180 M. für Trauerlleider, mehrere hundert Mark für Nachhilfestunden und den Rest für das Honorar der Verteidiger verbraucht habe. Die Beweisaufnahme ist hiermit endgültig geschloffen. Staatsanwalt Steiner beantragt nach einem ausführlichen Plädoyer: gegen Holzk: wegen der Entführung 2 Jahre Gefängnis, wegen des Erpressungsversuchs gleichfalls 2 Jahre Gefäuguis, wegen der Unterschlagungen 1 Jahr und ö Wochen Gefängnis und eine vir- samtstrafc von 3 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 6 Mo- naten Untersuchungshaft sowie Ehrverlust auf 3 Jabre; gegen Frau Holzke wegen ihrer Mithilfe bei der Entführung 100 Mark Geldstrafe eventuell 20 Tage Gefängnis; gegen Ella Holzke gleichfalls 100 M. Geldstrafe: gegen Margarete Holzte wegen der Entführung 100 M. Geld- strafe und wegen der Unterschlagung 1 Monat und 3 Tage Gc> fängnis. Rechtsanwalt Dr. Philipp als Verteidiger des Angeklagten Holzke beantragt Freisprechung, eventuell empfehle sich eine Strafe, die durch die Uutersuchuugshasb ausreichend gesühnt sein würde. Rechtsauwalt Dr. Herbert Fuchs' behandelte eingehend die psychologische Seite, die bei dieser Strafsache bezüglich der Ehefrau und insbesondere bei den beiden Töchtern im Vordergrunde stehe. Wenn man dem Falle alles nehme, was psychologisch interessant und sensationell erscheine, so bleibe nichts übrig als ein Fall, der schon oft sich abgespielt habe und typisch sei: nämlich ein Pension»- streich, ein erster Roman dieser jungen Mädchen, eine Phantasterei und Kinderei, wie er in Bücher», die für Pensionsbackfische ge- schrieben werden, enthalten sein könnte. Die beiden Mädchen, von denen Ella die phantastischere und impulsivere, Margarete die rezeptivere, aber zielbewußtere sei. haben gewissermaßen eine einheitliche Persönlichkeit dem Dr. G. gegenüber dargestellt, einen »europathisch-psychologischen Typ, in den der Dr. G. verliebt war. Die sexuelle Hörigkeit der Mädchen dauerte auch nach dem Tode dcS Dr.®. noch fort. Ella und Margarete bildeten mit der Agnet, dem Hans und dem Dr. Gorodiski eine einzige geistige Familie, eine einheitliche seelische Gemeinschaft; sie liebten die beiden Kinder in dem Dr. G. und diesen in den beiden Kindern. AuS dieser psychischen Abhängigkeit von dem Dr. G- und dieser Zusammengehörigkeit resultiere die Abneigung und die Berteidigungs- stellung gegenüber der Frau Menke. Tie Mädchen haben während der ganzen Entführungsassäre doch sicher nicht einen Augenblick daran gedacht, daß sie etwas tun. was strafbar iei und mit dem Strafgesetzbuch in� Widerspruch stehe. Was die einzelnen Punkte der Anklage gegen die drei weiblichen Angeklagten betrifft, so kommt der Verteidiger im Anschluß an die Ausführungen des Mit- Verteidigers zu dem Antrage auf Freisprechung eventuell auf Auf- erlegung einer Geldstrafe. Nach 11h stündiger Beratung verkündet der Borsitzende Land- aerichtSdirektor Hesse das Nrteit: Das Gericht sei zu einer«erorteilung der sämtlichen Ang». ßlsgien gelangt, freilich nicht in dem Umfange des Eröffnung». beschlusses. Um zu einer zutreffenden Beurteilung zu gelangen, müsse man von der Situation und dem Milieu ausgehen, da» zur Zeit der Straftaten in der Familic Holzke geherrscht hat. Holzke befand sich in einer recht prekären Vermögenslage, eS war bei ihm fruchtlos gepfändet worden und er hatte ein bedeutendes finanzielles Interesse an dem Familienzuwachs durch die Agnes Gorodiski. Als die Veränderung drohte, drohte den HolzkeS auch eine Verschlechterung ihrer Vermögenslage, und daher sei es erklärlich, daß sie sämtlich zusamnicnwitlten, um die Agne» ihrer Mutter zu entziehen. Wie weit die suggestive Wirkung ihrer Einflüsterungen gegangen ist und wie weit dies die Abneigung der AgneS gegen ihre Mutter verstärkt hat, lasse sich nicht nachprüfen. Das Gericht sei davon ausgegangen, daß das Kind zur Mutter nicht zurück wollte; diese Tatsache schließt aber eine Strafbarkeit der Auge- klagten nicht aus, die mit List eine Herausgabe der Agnes au die Mutter zu verhindern verstanden haben. Ter Gerichtshof war nicht im Zweifel darüber, daß Holzke aus selbstsüchilgeu und ver- mögeuSrechtlicheu Motiveii, nicht aber aus ethischen Gesichtspunkten heraus gehandelt hat. Die weiblichen Augeklagten haben ihm, unter seinem Einflüsse stehend, Beihilfe geleistet. Auch den Er- pressungSvcrsuch des Holzke habe der Gerichtshof als nachgewiesen erachtet, aber nicht eine selbständige Handlung, sondern Ideal- konkurrenz mit der Straftat der Entführung angenommen. Sei» ganzes Vorgehen bei diesem Erpressungsversuch stelle ihn als sehr zäbe» und gefährliche,, Geschäftsmann dar. Dos Gericht habe andererseits nicht angenommen, daß die Frauen gewußt haben, daß der Vater unberechtigte Verinögensvorteile erstrebte.— Was die übrigen zur Anklage sleheiiden Delikte betrifft, so ist der Gerichts- Hof bezüglich der Beleidigung des Rechtsanwalts Benjamin zu einer Bemtcilung, bezüglich der 1000 Murk zu einer Frei- sprechung sowohl des Holzke als auch der Margarete Holzke, bezüg- lich der Ringe zu einer Verurteilung des Holzke, aber zur Frei- sprechung der Margarete Holzke gekommen. Von der Anklage des Betruges zum Nachteile des Detektivs Graeger hat da« Gericht die Frau Holzke und ihre Tochter freigesprochen. Was das Strafmaß betrifft, so hat das Gericht berücksichtigt. daß der Angeklagte Holzke uiit außerordentlicher Rücksichtslosigkeit und großem Zielbewußtsein vorgegangen ist und recht verwerfliche Mittel angewiindt und große verbrecherische Energie entwickelt und sich als ein rücksichtsloser Jch-Mensch gezeigt hat. Andererseits ist mildernd berücksichtigt worden, daß der Angeklagte in schlechter Vermögenslage sich befand und daß die eigentlich Verletzte otfen- sichtlich ein sehr geringes Interesse an der Bestrafung dcS Angeklagten hat. Viel milder liege die Sache bei den drei Mit- angeklagten. Sie hoben offensichtlich unter dem Einfluß des Holzke gestanden, bei ihnen habe auch wohl Mitleid und Freund» schart eine Rolle gespielt, wenn auch das Gericht der emphatischen Erklärung der Ella H., daß Geld bei ihnen gar keine Rolle gespielt habe, skeptisch gegenüberstehe. Da» Urteil lautet gegen Holzke auf 2 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 9 Monaten UnterfuchungSbaft und 3 Jahre Ehr- Verlust, gegen Frau Holzke und die beiden Töchter auf je 100 Mark Geldstrafe. Ein Antrag de» Holzke auf Haftentlassung wird abgelehnt. /tos öer Partei« Totenliste der Partei. Im Alter von 45 Jahren starb am Mittwoch Genosse Rein- hold GchebS aus B u n z l a u, in einer schlcstscben Nerven» klinik. Schebs, von Beruf Schriftsetzer, war einer von den wenigen, die schon in ganz jungen Jahren rednerisch für die Partei tatig waren. Im Alter von 23 Jahren trat er 1803 in die Redaktion der„VolkSwachi" in Breslau ein. Als Redakteur des von allen Barteiblättern am meisten verfolgten Breslauer Bruderorgans lernte er die„Freuden" eines solchen in weitgehendster Weise kennen. 1804 wurde Genosse eochebs aus der Redaktion h raus verhaftet und zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wegen Majestätsbcleidigung. Nach seiner Freilassung iiahin Schebs wieder einen bürgerlickicu Beruf in Bunzlau auf, blieb aber trotzdem ein eifriger Agitator und Organisator der Partei. Seiner unermüdlichen Tätigkeit>var es zu danken, daß Bunzlau zu den e r st e n schlesischcn Kleinstädten geborte, die Sozialdemokraten in das Stadtparlament enden konnte. Selbst die bürgerlichen Gegner konnten ihm ie Anerkennung über seine Kenntnisse nicht versagen. Bor zwei Jahren wollte Schebs wieder in eine Parteistellung treten und war deshalb mehrere Monate wieder in der„VolkSwachi" tätig. Hier schon zeigte es sich, daß seine Geisteskräfte im Schwinden begriffen waren. Es machte sich die Ueberführung in eine Irren- anualt notwendig, die er bis zu seinem Tode nicht mehr ver- lassen sollte._ 25 Jahre Redakteur. Am 27. April 1880 trat der Genosse Georg Gärtner in die Redaktion der„Fr änkischcn TageSP oft" in Nürnberg ein,»achdem er bcreils vorher als Korrespondent für Ober- franken Mitarbeiter am Nürnberger Parteiblati war. Genosse Gärtner kann also am Montag, den 27. April auf eine Löjährige Tätigkeit als Redakteur an einem und demselben Partciblatt zurückblicken. Ter Eintritt Gärtner in die Redaktion der„Fränkischen Tagespost" erfolgte zu einer Zeit, in der das Sozialistengesetz noch mit aller Wucht auf der Partei lastete. In dieser schweren Zeit zeigt« sich Gärtner als ein zu- verläfsigor Genosse, dem weder Polize, noch Gericht schrecken konnten. Bald erwarb er sich das unbeschränkteste Vertrauen seiner Redaktionskollegen und der übrigen Parteigenosse». Grillen- bcrger war Gärtners Lehrmeister. Er weckte die in dem jungen Genossen schlummernden journalistischen Fähigkeiten, die Gärtner. der nur eine dürftige Landschule besucht hat, felbst mit Eifer und Ausdauer weiter entwickelte. 25 Jahre lang ist Gärtner al« Berichterstatter und Lokalredakicur an der„Fränkischen Tages- Post" tätig. Auch als Uebersetzer fremdsprachlichei:(sranzösischcr, vlämischer und englischer) literarischer Werke ist Gärtner den Lesern der Parteipressc bekannt geworden. Gärtner ist in Bayern der Pionier der Arbeiterwanderbcwegung. Mehrere Führer und Wanderbücher sind die Produkte dieser Wanderungen. Auch in der Nürnberger Parteigeschichte hat sich Gärtner verdient gemacht durch die Herausgabe der Geschichte der Nürnberger Arbeiter- bewegung. gelegentlich des Parteitages in Nürnberg im Jahre 1008. Das Vertrauen der Nürnberger Arbeiterschaft berie, ihn vor einigen Jahren in das Nürnberger Gemeiiitzekollegium. Natürlich hat unser Kollege während seiner langjährigen Redaktionstätigkeit nicht nur die Freuden, sondern auch die Leiden des Redakt-urS zu kosten gehabt. Sin« Reihe von Geldstrafen und längere FreiheitS- strafen haben ihn, die Gerichte auferlegt für sein unerschrockenes Eintreten für die Interessen der Arbeiterschaft und der'Partei. Möge Genosse Gärtner noch viele Jahre zu seiner eigenen Freude und zum Wohle der Partei seine Tätigkeit ausüben. Genosse KarSkt au« der Haft entlassen. Genosse K a r s k!, der sich nicht in Kiel, sondern in Berlin in Uiuersuchungshaft befand, ist Sonnabend mittag gegen Stellung einer Kaution von 10 000 M.»»z der Haft entlassen worden. Nach der kürzlich«» � Ablehnung her Haftentlassung durch das Kieler Gericht ist die jetzige Entscheidung um so erfreulicher, als cS in der Ablehnung hieß: bei d-r zu erwartenden hohen Strafe und in Rücksicht auf die Tatsache, daß Karsli Ausländer sei. wäre»in Fluchtverdacht um so eher begründet. Da« Gericht scheint nun doch von seiner Meinung, daß eine hohe Strafe zu erwarten sei, ab- gekommen zu sein. Die ungarisch.slowakifch« Sozialdemokratie hielt im Preßburger Arbeiterheim ihren vierten Parteitag ab. der von den Lraauisationon zahlreich beschickt war. Dar Partei« setretar Genosse K üb a l mußte berichten, daß die Agitation in den v,«r Jahren, dt« seit' dem letzten Parteitag verflossen find, große I Schwierigkeiten zu überwänden hatte. Auch der Kassenbericht sah sehr traurig aus, und e» närd darin über mangelhafte lluterstützung durch die ungarische Parteileitung geklagt. Diese Klagen kehrten auch in der Tebatte wieder.— Ueber den Stand der G e w e r k« schaftsorganisattonen referierte Genosse Benda, der anführte, daß es schon Zeiten gegeben habe, wo bis 8000 slowakische Arbeiter gewerkschaftlich organisiert waren, was aber jcbt nicht mehr behauptet werden katin. Eine Ursache dieses schlechten Standes der Organisationen sei auch der Umstand, daß die in Budapest ihren Sitz habenden Verbände den sprachlichen Bedürfnissen der slowaki- scheu Arbeiter nicht Rechnung' tragen; ebenso sei die Schreibweise des magyarischen Zentralorgaiis„Nepszava" daran Schuld, das sich rühme, zur Magyarisierung der Slowaken beigetragen zu haben. In einer Resolution, die einstimmig angenommen wurde, sprach sich der Parteitag für den Anschluß der slowakische» Arbeiter au die zentralen GewertschaftSverbändc aus, die jedoch aufgefordert werden, den sprachlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, lieber „Tie slowakische Nationalpolitit und die Sozialdemokratie" rcfe- rierte Genosse L e h o ck y, der sowohl an der Nationalpolitil der bürgerlichen Slowaken wie auch an der dem magyarischen Chauvi- niSmuS zu weit entgegenkommenden Haltung der ungarischen Parteigenossen und ihres Organs gegenüber den nationalen Fragen Kritik übte. Genosse B u ch i n g e r verteidigte die Parteileitung und die„NcpSzava" gegen diese und andere Vorwürfe. Es wurde schließlich eine Resolution angenommei,, in welcher sich der Partei- tag auf das Programm der ungarischen Sozialdemokratie festlegt, da» im vierten Punkte die völlige Gleichberechtigung der ungarischen Nationalität fordert. Schließlich wurde noch der bevorstehende Wahl- kämpf be'prochen._ polizeiliches» Gerichtliches ufw. Preßprozeß. Vom Schöffengericht in Pirna wurde der Verantwortliche der..Pirnaer volkszeitung". Genosse Tietz, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er die ungleichmäßig« Verteilung der Erträgnisse eines Kornblumen tage« kritisiert hatte. In Lichtenhain bei Schandau waren nur zwei Mitglieder des Sächsischen Militärvereins mit Beihilfen bedacht worden, viel be- dürftigere Veteranen aber waren leer ausgegangen. Mit der Beleuchtung diese» Vorganges soll Tietz die Veranstalter des Korn- blumentages und verschiedene Ausschußmitglieder des Sächsischeu Militärvereins beleidigt habe,,. Bei der Vernehmung der Zeugen wurden festgestellt, daß der K o r n b l u m e n t a g S a u« s ch u ß i n Pirna von einer einzigen Personernannt worden ist. Gegen daS Urteil wird Berufung eingelegt. Ms Industrie und Handel. Kalisyndikat und Gesetzgebung. Angesichts der K a l i g e s e tz n o v« l l e. die den Bundesrat bereits passiert hat und wohl in Kürze dem Reichstag zugehen wird, suchen die Kaliunternehmungen selbst eine Bindung für Neugrün» düngen vorzunehmen. Die Novelle will, um die allzu zahlreichen Neugründungen einzuschränken, eine Kaliproduktion»« st e u e r einführen und die Fristen für die Zuerteilung von Quoten für neue Werke verlängern. Ob die Novelle den schon mit dem Gesetz von 1909 beabsichtigten Zweck, die Kalineugründungen zu erschweren, erreicht, ist nach den bisherigen Mitteilungen fraglich. Noch viel weniger kann aber die Bindungsaktion der Kaliwerk« selbst der Vergeudung von Kapital und Arbeit durch technisch und wirtschaftlich überflüssige Neugründungen steuern. Denn nicht dem Syndikat angehörige Kapilalisten unterstehen natürlich den Dyndi- katsbeschlüssen nicht und können sie jederzeit durchbrechen. Eine gesetzliche Neuregelung des Kalibergbaues wird deshalb durch die Beschlüsse des Syndikats keineswegs überflüssig. Wenn die Kaliinteressenten sich übrigens jetzt gegen die„industrie» feindlichen Gesetzesexperimente" wenden, so muß darauf hingewiesen werden, daß sie selbst im Jahre 1909 nach einem Kaligesetz schrien. Ueber den Stand der Syndikatsverhandlungen wird offiziell mitgeteilt: Tie Gesellschaftsversammlung des Kalisyndikats nah-»- am Frei. tag den neuen Gesellschafter- und neuen Verkaufsvertrag an. Am Sonnabend werden die Verhandlungen fortgesetzt und insbesondere der BindungSvertrag beraten. Mit ihm hängt die Frage des Kündigungsparagraphen aufs engste zusammen. Man hofft, daß die Mehrheit sich zum BinduugSvertrage bekennt. E» ist vor« gesehen, den Syndikats- und Verkaufsvertrag bis 1026 z u v e r l ä n g e r n. Es soll aber auf vorzeitige Kündigung des Vertrage» nur dann verzichtet werden, wenn sämtliche Gesell- schafter den BindungSvertrag bis zum 31. Mai d. I. anerkennen und unterzeichnen, und wenn ferner auch die außerhalb des Syndikats stehenden Besitzer von Unternehmungen und Gerecht- same, und zwar sowohl Private wie Bundesstaalen, sich dem Bin- dungsvertrage anschlichen. Besondere Bedingungen sollen hierbei nur zulässig sein, wenn die Genehmigung von drei Viertel der Syndikatsgesellschafter dafür vorhanden ist.— Bezeichnend ist auch, daß gerade die kleinen Bundesstaaten bei der Bindung besondere Schwierigkeiten machen! Lohnzahlung in Papier. Ueber die Einführung der Lohnzablung in Papier an Berg» arbeiter macht der„Verein für bergbaulich« Interessen Dortmund" interessante Angaben: „Unter wie geringen Schwierigkeiten sich der Uebergang zur Papiergeldlöhnung vollzogen hat, beiveist die in weniger als Jahres» frist eingetretene Verschiebung der Zahlmittel bei der Auszahlung von Lohngeldern. Im Bezirk der Rcichsbankstelle Essen wurden die Lohngelder noch im letzten Bierteljahr 1912 zu 80 Proz. in Gold und zu 13,5 Proz. in Papier abgehoben, im zweiten Vierteljahr 1913 war das V e r h a l t n i s s ch o>, u ni g c t e b r t; nur 6.7 Proz. der Gesamtlohniumme wurden in Gold und 8 5 Proz. in Papier« geld gefordert. Diese Mehrverwendung von Papiergeld ist auch in den übrigen Teilen des OberbergamsbezirkS Dortmund zu ver- zeichnen. Von Anfang März bis Ende Juni 1913 haben die Reichs- bankstellen Bochum. Tortmund. Duisburg. Essen und Mülheim (Ruhr) von den verlangten Lohnsummcn verabfolgt: 4LL Proz. in ?5niro*en. äu je 60 M„ 34,1 Proz. in solchen zu je 20 M. und ir r"«- in Kassenscheinen zu je 10 M.. zusammen 78ch Proz. in Papiergeld; nur 12,7 Proz. wurden in Gold und 8,8 Proz. in Silber verlangt. Em großer Teil der Zechenverwaltungen nimmt heute �ie �ohn- und Gehaltszahlungen ohne Gold, ausschließlich t„ Papiergeld und«Uber vor. Ter Minister hat in einem an die -Handelskammer zu Düsseldorf gerichteten Erlaß vom 1. März 1013 unter eingehender Begründung die heutige Rechtslage dahin aus- geleat. daß die Vorschrift des«j 113 G-O eine Zahlung der Löhne in ReichsfafsenschiUnen nicht ausschließt, und daß eine Barzahlung vorliegt, sobald ein Arbeiter solche ZablnugSm'ttel annimMi. o b w o h l er dazu nicht verpflichtet ist. Wenn auch der Uebergang zur Papicraeldlöhnung sich über Erwarten rasch und ■ ä0?Cn ko sind doch bei dem umfangreichen Verkehr— die Geiarnftumme der in 1913 im Oberbergamtibezirk Dortmund gezahlten Lohne betrug 672 Millionen Mark- eine Reihe von Un. Vollkommenheiten in die Erscheinung getreten, die Anlaß zu folgen» den Verbesserungsvorschlägen gegeben haben: 1. Häufige Srneucriiiig der Banknoten wegen der sehr raschen Abnutzuna und starken Beschmutzung im Verkehr. S. Wertausdrucks auf jeder Ecke, damit auch bei einem zu« sammeugefalteten Schein der Wertbetrag sofort zu sehen ist� Nr. 113. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag. 26. April 1914. Montag, Kinderschutzkommission. Ift Kinderschuh Kulturarbeit? Diese Fragen werden die Genossinnen Martha Demmning, Emma Dölk, Elfriede Ryned und Luise Zies in den nachfolgend angezeigten öffentlichen Volksversammlungen behandeln: Dienstag, den 28. April, abends 8½ Uhr, den 27. April: Frauen- Leieabend. dichein geben, macht das ja nichts aus. Auf gleicher Höhe 23. November 1913. Jezt sind fünf Monate ins Land gegangen, da steht vielfach die Staffeemusik, der nur noch Mister Meschugge soll endlich die Wahl vorgenommen werden. fehlt. Mann kann ohne Eintrittsgeld, das der waschechte Als Wahltag ist der 1. Mai angesetzt worden, und was das Berliner selbst am Sonntag für Gartenlokale ungern zahlt, Tollste ist, es sollen die Arbeiter in einem Zimmer im Berliner Ratnicht allzuviel verlangen. Die Wirte mit bescheideneren haus wählen. Die Arbeiter vom Friedhofe in Buch, die Arbeiter Lofalitäten verschreiben sich aus der Musikerbörse einen aus Friedrichsfelde müssen nach Berlin, um ihr Wahlrecht Das ist doch wirklich ein solch starkes Stüd, Klavier- und einen Geigenspieler, in den größeren Lokalen ausüben zu können. aber muß es Tschingbum- Musit in Uniform" sein. Sie soll daß gegen eine solche Behandlung der Arbeiter endlich einmal Schließlich darf doch mit Paufenschlag und Blechgetön die Spaziergänger von weit- öffentlich Einspruch erhoben werden muß. her anlocken, was denn auch die beabsichtigte Wirkung meist nicht die Bequemlichkeit der Verwaltung und eines Magistratsnicht verfehlt. Weil's ja„ nichts" fostet, abgesehen von der iekretärs maßgebend sein, wenn es sich um Arbeiterangelegenheiten braunen Lauge. Wirklich Militärmusik? Ach nein, das wäre handelt. Ohne Schwierigkeiten hätte man die Wahlen an Drt und bei den Preisen, welche die Generalfommandos den Militär- Stelle vornehmen lassen können, wie das in allen anderen VerEs dürfte über unser städtisches in den Corona- Prachtsälen, Kommandantenstr. 72 und in den fapellen zur Befriedigung des Uniformkikels verordnen, un- waltungen auch der Fall ist. Berliner Musikersälen, Kaiser Wilhelmstr. 31. erschwinglich. Der preußische Musikdirektor fordert ja für Friedhofswesen noch recht viel zu sagen sein, aber in der vorfeine eigene Person soviel, als eine kleine Zivilistenkapelle liegenden Frage ist die an die Arbeiter gerichtete Zumutung gar erhält. So nimmt man mit Vorliebe die billig arbeitenden nicht zu rechtfertigen. in den Pharussälen, Müllerstr. 142 und Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147. Dienstag, den 5. Mai, abends 8½ 1hr, Mittwoch, den 6. Mai, abends 81 Uhr, in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Dienstag, den 12. Mai, abends 8½ Uhr, Andreasstr. 21. im Lokale„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75 und Andreas- Festfäle, Die Parteigenoffinnen werden ersucht, für diese Verfammlungen rege Propaganda zu entfalten. Parteiangelegenheiten. Zur Lokalliste. In Chorinchen( Kreis Prenzlau- Angermünde) ist das Lokal von Krüger, am Bahnhof, von der Lokalliste zu streichen. Herr Krüger hat durch Inierat im„ Angermünder Anzeiger" erklärt, daß er sein Lokal der Sozialdemokratie nicht mehr zur Verfügung stellt. Wir tommen dem nach und streichen es von der Lokalliste. In Rosenthal( N.-B.) ist das Lotal von Kabelig, Hauptstr. 84, von der Lokalliste zu streichen und als gesperrt zu betrachten, denn Herr Kabelig verweigert uns sein Lokal zu Versammlungen. Ausflügler, die nach Werder zur Baumblüte fahren, werden darauf aufmerksam gemacht, die uns zur Verfügung stehenden Saallofale Schwarzer Adler", Fischerstr. 98, Inhaber Reinert, und Friz Hinge, Kugelweg 58, berüdsichtigen zu wollen. " Die Lokalkommission. Berliner Lehrerverein. $ Jugendwehrkapellen, obgleich sie eine Musik verzapfen, die Eine Bettelei im Großen wird heute in verschiedenen Musikverständige zur Verzweiflung bringen kann. Oder die Stirchen Berlins für die Berliner Stadtmission vorgenommen Rapellen von privaten Musikdirektoren, die lauter in werden nach entsprechenden Predigten. Da wird aber ein Phantasieuniformen gesteckte Lehrlinge beschäftigen. Die Hauptarbeit fällt der Paute zu, die mit ohrenbetäubendem Andrang der Kirchgänger stattfinden! Getöse alle Dissonanzen verschlingt. Und das Publikum? Na, alles ist vertreten, was über viel freie Zeit verfügt. Die In der Verfammlung des Berliner Lehrerbereins am 24. b. M. Höhenkreise haben ihren Fünfuhrtee im vornehmen Hotelsaal, sprach Nettor Billy Miller über das Thema:" 8ur Eindas Bürgertum läuft zum Staffeekonzert. Fünfzig Prozent führung in den neuen Grundlehrplan für die find Sechsdreierrentiers mit feisten Ehehälften und Töchtern Boltsschulen Groß Berlins". Der Vortragende berglich in unmöglichen Kostümen, biedermännische Hausagrarier und den neuen Lehrplan mit dem früheren und mit den Vorschlägen, die mittlere Beamte, denen mit den dröhnenden Klängen des der Berliner Lehrerverein im Jahre 1911 für eine Lehrplanreform Armeemarsches der liebe Kasernenhof vor das Gedächtnis gemacht hat. Der neue Lehrplan verzichtet in seiner Voraussicht der Schwierigkeit eines solchen Unterfangens auf die Festsetung tritt. Die anderen fünfzig Prozent sind„ Frühlingskinder" eines allgemeinen Bildungszieles, dagegen stellt er, im Gegengehen mit sittsamen Augen auf Abenteuer aus, sorgen für die fag zu feinem Vorgänger, Teilziele für die einzelnen UnterrichtsReunion und für das warme Abendbrot vor. Nur Arbeiter- fächer auf. frauen sieht man fast gar nicht. Sie sind auch noch vom Kaffee- Freikonzert ausgeschlossen, weil selbst hier der Kapitalismus fortierend die Türwacht hält! " Der„ Lokal- Anzeiger" und die Arbeitslosigkeit. Seitdem der Lokal- Anzeiger" reines Regierungsblatt geworden ift, muß seine Redaktion in Arbeiterfragen eine noch mehr reaktionäre Haltung einnehmen wie früher. Das trat besonders im verflossenen Lichtenberg. Heute Sonntag, mittags 1 Uhr: Deffent- Winter in frafie Erscheinung, als bei dem großen Schneefall die liche Protest versammlung im Schwarzen Adler", Frank Arbeitslosen als arbeitsicheue Subjekte bingestellt wurden. furter Chauffee 5. Tagesordnung: Polizeigewalt gegen Arbeiterrecht". Referent: Landtagsabgeordneter Otto Braun. Da die Polizei nicht nur zum dritten Male die unpolitische Versammlung der Jugendlichen aufgelöst, sondern auch die Mitgliederbersammlung des Wahlvereins am legten Donnerstag verboten und den Saal mit Gewalt geräumt hat, wird Massenbesuch erwartet. " Schöneberg. Dienstag, den 28. April, abends 81%, Ubr pünkt lich, Meininger Str. 8( Rathausiäule). Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: Die Reaktion in der preußischen Verwaltung. Ref.: Genoffe Bartels( Mitglied des Parteivorstandes). Steglit. Dienstag, den 28. April, pünktlich 19 Uhr abends, Mitgliederversammlung des Wahlvereine bei Schelhafe, Ahornitr. 15a. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Döring: Die franzöfifche Rebolution. Wahlvereinsangelegenheiten. Lichterfelde. Dienstag, 28. April, abends 8½ Uhr, bei Erpel, Berliner Straße: Fortsetzung der Generalversammlung. Mariendorf. Dienstag, den 28. April, abends 19 Uhr: Generalversammlung des Wahlvereins bei Salein( früher Graßl), Chauffeeftraße 805. Tagesordnung: Vorstandsbericht, Wahl der Funtionäre, Wahl der Delegierten zur Kreis- und Verbandsgeneralversammlung. Verschiedenes. Jetzt bringt der„ Lokal- Anzeiger" folgende Notiz: Die städtische Arbeitslosenunterstügung von 300 000 Mart ist bisher nur zum Teil aufgebraucht. Als Höchstbetrag war bei Bewilligung der Summe durch die Stadtverordneten 40 m. pro Darlehen angenommen, so daß also mindestens 7500 Gesuche hätten berücksichtigt werden können. Nun sind allerdings solche Gesuche in großer Anzahl eingelaufen, bei ihrer Prüfung hat es sich aber herausgestellt, daß viele der Petenten nicht anspruchsberechtigt waren und daß ferner von einer Arbeitslosigkeit bei einem großen Teil der Betreffenden nicht die Nede fein konnte. Es scheint biernach, daß die Alagen über die Arbeitslosigkeit im vergangenen Winter doch erheblich übertrieben waren." dem Den Bei der Feststellung des Planes für den Religions. unterricht ist der Einfluß des Konsistoriums unverkennbar. Die Zahl der Religionsstunden ist nicht einmal für die Oberstufe vermindert, der religiöse Memorierstoff sogar vermehrt worden. Für den Deutsch unterricht bedeutet der neue Lehrplan einen erheblichen Fortschritt gegen den früheren, zumal er Lehrer ein recht erhebliches Maß von Freiheit läßt. größten Bruch mit der Vergangenheit stellt die Bulassung des Gesamtunterrichts für die ersten drei Monate der unterften Klasse dar. Im Geschichtsplane, der im übrigen manchen Fortschritt zeigt, mutet die fehr erhebliche Menge der auswendig zu lernenden Zahlen eigenartig an. Mit dem Plan für technen fann man im allgemeinen einverstanden sein; dagegen fordert der Plan für Raumlehre die Kritit heraus, weil er die methodische Freiheit des Lehrers über Gebühr einschränkt. Die Heimatkunde tritt nicht bloß als Prinzip, sondern auch als Unterrichtsfach auf, wobei Ausflüge eine bedeutende Rolle spielen. eberaus fchmerzlich ist die Lehrerschaft durch die 8ertrümmerung der achttlassigen Berliner Gemeindeschule berührt worden. Trop einzelner Mängel stellt der neue Lehrplan gegenüber dent alten einen bedeutenderen Fortschritt dar. Seine Bearbeiter find an feiner wesentlichen neuzeitlichen Strömung auf pädagogischem Ges biete vorübergegangen. Darum ist der Lehrplan weder einseitig, Lehrplan ist nicht bequem. Er bedingt ein großes Maß von Arbeit, noch hypermodern, sondern modern im besten Sinne. Der neue verlangt Produktivität und fordert die Individualität des Lehrers heraus. Der neue Lehrplan ist eine Vertrauenstundgebung der Unterrichtsbehörde an die Berliner ehrerschaft. Die Berliner Lehrerschaft wird dieses Vertrauen Berliner Zehr aft wird bi zu würdigen wissen. Zunächst müssen wir feststellen, daß die Stadtverordneten- Verfammlung 300 000 m. nicht als Arbeitslosenunterstützung bewilligt hat, wie aus der Einleitung der Notiz hervorgeht, sondern nur als Darlehn. Wenn die Summe nicht verbraucht worden ist, wie berichtet wird, so tann doch kein verständiger Mensch, der die Verhältnisse auch nur einigermaßen kennt, den Schluß ziehen, die Klagen über die Arbeitslofigkeit im vergangenen Winter seien übertrieben gewesen. Viel mebr muß festgestellt werden, daß bei der Verteilungsstelle der Eine Neuwahl im 34. Gemeindewahlbezirk der dritten Darlehne außerordentlich engherzig bei der Gewährung der Gesuche berfahren worden ist. Uns sind Fälle bekannt, in denen die Armen- Abteilung will der Magistrat vornehmen lassen. Es handelt fommissionen für die Bewilligung der Gesuche eingetreten sind, daß sich um das Hezscholdsche Mandat. Wie wir berichteten, hatte aber die Verteilungsstelle trotz der Befürwortung die Anträge ab- ein rachsüchtiger Innungsmeister der Bäcker gegen Hezschold die Eröffnung des Konkursverfahrens gegen das Nichtgelehnt hat. Viele andere Gefuche sind schon von der Armenkommiffion bermögen H.s beantragt, um unseren Genossen an der Aus. vielfach zu Unrecht gar nicht erst befürwortet worden. übung seines Mandats zu hindern. Das Gericht hat das Zehlendorf( Wannseebahn). Am Dienstag, den 28. April, abends Art der Prüfung der Gesuche war vielfach wie Hohn auf den in der Verfahren zwar eröffnet und es ist jetzt erledigt ohne den 8 Uhr, bei Benno Milley, Potsdamer Str. 25: Generalversamm Stadtverordnetenversammlung ausgesprochenen Wunsch, bei Prüfung der geringsten Erfolg für den Bäckermeister. Nun hätte Hetzschold lung des Wahlvereins. Tagesordnung: Jahresbericht, Kassenbericht. Anträge möglichst liberal zu verfahren. Aus dem auf diese Weise Stadtverordnetenversammlung eingeführt werden Bericht der Funktionäre, Diskussion, Neuwahl des Vorstandes und zustandegekommenen Ergebnis Schlüffe nach Art des„ Lokalanzeigers" müssen, wie das auch früher zugesagt war. Jetzt ist aber der der Funktionäre. Magistrat zu der Meinung gekommen, das Mandat sei erStralau. während allgemein Jugendheim" findet am Mittwoch, den 29. April, im Lokal von handelt sich hier auch nur um Arbeiter! Da muß schon im Interesse die Ansicht herrschte, das Mandat H.s habe nur geruht. Die Generalversammlung des Vereins Arbeiter- au aieben, harakterisiert das Scherlblatt zur Genüge. Aber es Steinide statt. Tagesordnung: Geschäftsbericht und Wahl des Aus- der Auftraggeber im Lofalanzeiger" so geschrieben werben! schusses. Treptow Baumschulenweg. Dienstag, den 28. April, pünktlich abends 81%, Uhr, in Sauers" Gesellschaftshaus", Baumschulenstr. 78: Jahres Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und der Kommissionen. Neuwahl des Vorstandes und der Kom misfionen. Parteiangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch Legitimiert. Der junge Herr zu Fuß. Die ganze in die Auf den Linien der Städtischen Straßenbahnen berkehren bom 1. Mai ab Wagen zu folgenden Zeiten: 1. Virchow- Krankenhaus- Hermannplay. Ab Virchow- Krankenhaus 5.57 bis 11.17 alle 10 Minuten, ab Hermannplag 6.00 bis 11.30 alle 10 Minuten. 2. Stettiner Bahnhof- Behrenstraße. Stettiner Bahnhof 5.53 bis 11.33 alle 10 Minuten, ab Behrenstraße 6.14 bis 11.24 alle 10 Minuten. Bankow. Am Dienstag, den 28. April cr., abends 8 Uhr: Zwei ergögliche Momentbilder aus dem„ intelligenten" Berlin Generalversammlung im Restaurant Zum Sturfürsten", Berliner Straße 102. Tagesordnung: Erstattung des Jahresberichts, Neu- boten sich am gestrigin Vormittag bar. Um 9 Uhr etwa hielt vor wahl der gesamten Funktionäre, Orisangelegenheiten, Verschiedenes. der Wohnung des Stronprinzen dessen Auto. Das war Anlaß genug Nieder- Schönhausen- Nordend. Dienstag, den 28. April, abends für das um diese Zeit dort verkehrende diftinguierte Bublifum, stehen 81 Uhr, Mugliederversammlung bei Mante, Beuthstraße, Ecke zu bleiben, Mund und Rafe aufzureißen und der weltbewegenden Charlottenstraße. Tagesordnung: Vortrag der Genoifin Dölz- Dinge zu harren, die da kommen sollten leider" aber nicht Treptow: Ist Kinderschutz Kulturarbeit?" Vereinsangelegenheiten. tamen. Die an den Tag gelegte Ausdauer fand ihren Lohn in dem Die Wagen der Linien 1 und 2 ergänzen fich zu einem Verschiedenes. erhebenden Anblick der Vorüberfahrt eines fronpringlichen- Baletots. Fünf- Minuten- Verkehr zwischen Strelißer Straße bis HerDer Inhaber desselben hatte es nämlich vorgezogen, zu Fuß zu mannplay. Berliner Nachrichten. Kaffee- Freikonzert. gehen. Dieser Umstand verursachte ein nicht minder belustigendes 3. Kreuzberg- Behrenstraße. Ab Kreuzberg Schauspiel. Der Weg des Kronprinzen führte unter anderem durch 6.36 bis 11.06 alle 10 Minuten, ab Behrenstraße 6.37 bis die Friedrichstraße- Leipziger Straße. Um ihn herum ein Schwarm 11.27 alle 10 Minuten. vorwiegend„ besserer" Herren und Damen, die beinahe übereinander 4. Großgörschenstraße Behrenstraße. Ab hinwegitolperten, weil das Objekt ihrer lächerlichen Neugier gar zu Großgörschenstraße 6.27 bis 10.57 alle 10 Minuten, ab Behrengroße Schritte machte. Sie traten sich gegenseitig auf die Hühnerstraße 6.32 bis 11.22 alle 10 Minuten. augen:„ Aber bitte recht sehr, das macht absolut nichts." Einsetzwagen werden nach Bedarf eingestellt, unter anderem Mit Wollust erträgt der gebildete" Mob das. Wir aber wenden verkehrt ein Nachtwagen ab Stettiner Bahnhof 1.31 bis Waruns beluftigt, mehr noch angewidert, zur Seite und gönnen allen schauer Brücke. Beteiligten das Vergnügen. Aus der städtischen Friedhofsverwaltung. Die Sommerwirte haben drei Haupteinnahmequellen: den Sonntagnachmittags- Wassenbesuch, falls Petrus die gute Laune nicht versagt, den abendlichen„ Schwoof", der nach dem Muster der Badeorte in das vornehmer klingende" Reunion" umgetauft ist, und das Kaffee- Freikonzert. Letzteres war einstmals ein unverbrieftes Privilegium der Zeltenwirte am Hoteldiebe. Tiergarten. Aus allen Stadtgegenden pilgern noch heute die Hoteldiebe scheinen sich wieder Berlin als besonderes Arbeitsverschiedensten Menschensorten, die mindestens den NachIn Arbeiterfragen findet man in der städtischen Friedhofs- feld" ausgesucht zu haben. Ueber das Auftreten des Stiefelliebhabers, mittag verbummeln dürfen, nach den lokalhistorischen Zelten, um hier in drangvoll fürchterlicher Tisch- und Stuhlenge bei verwaltung leider recht geringes Berständnis und Entgegenkommen. Der einige vierzig Franzofen in einem großen Hotel des Westens Kaffee und Kuchen schlechte und gute Musik zu verstauen. Das ist selbst dann der Fall, wenn es nicht einmal etwas toftet. in Verlegenheit brachte, haben wir schon berichtet. Der Dieb ist noch Nebenber ist ein nur dem Eingeweihten erkennbares Etüd hatten da die Arbeiter im Vorjahre durch die Organisation des Ge- nicht ermittelt. Auf wertvollere Sachen hat es ein anderer abgesehen. Heiratskontor im Freien etabliert. Was dem Wirte die Musik meindearbeiter- Verbandes um die Einrichtung eines Arbeiter- In einem Hotel der Dorotheenstadt stieg vor einigen Tagen ein eines oft start befesten Orchesters tostet, muß der Kaffee ein- ausschusses ersucht. Das Kuratorium lehnte den Antrag einfach ab; Juwelenhändler aus Amerita ab. Ihm wurden in der Nacht zum bringen, der also vom Publikum mit dem Bielfachen seines die Friedhofsarbeiter wären aus verschiedenen Gruppen zusammen Sonnabend fieben Ringe, die 2500 m. wert sind und die er in Wertes bezahlt wird. Neuerdings hat die Sitte des Kaffee- gefeßt, die man nicht gut unter einen Sut bringen fönnte. Dabei Seidenpapier eingewidelt in seinem unverschloffenen Zimmer Freifonzerts sich über zahlreiche Sommerlofale in den be- fab ein Beschluß der Gemeindebehörden ausdrücklich die Bildung hatte liegen lassen, auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise Die Ringe, alles Brillantringe, tragen den engfuchtesten Vororten an der Weichbildgrenze ausgedehnt. Da von Arbeiterausschüssen vor, wenn die Zahl der Beschäftigten 35 gestohlen. Lischen Goldstempel. Drei von ihnen sind leichter zu erkennen. Der für ist der Kaffee noch um etliche Bohnen ärmer oder ganz betrage. Auf Beschwerde an den Magistrat ordnete dieser die Einrichtung eine ist ein Marquisring und trägt ungefähr 80 Brillanten, die zum Surrogat geworden. Aber den vielen„ Surrogattinnen", die sich dort in Begleitung des ewig Männlichen ein Stell- eines Arbeiterausschusses für die Friedhofsarbeiter an. Das war am beiden anderen find jeder mit brei großen Brillanten befest.- Gin Hoher Beamter, der in einem Hotel in der Nähe des Potsdamer Trogdem iei es möglich gevesen, die Mitgliederzahl von 5984 auf[ ins Röpnider Krankenhaus, wo schwere innere Verlegungen sowie Bahnhofes wohnt, lies ebenfalls sein Zimmer unverschlossen und 6631 zu steigern. Das bedeute ein Mehr von 647 Mitgliedern Knochenbrüche bei ihm festgestellt wurden, machte gestern die unliebſame Entdedung, daß ein Dieb die Ge- gegen das Vorjahr und ein Plus von 1098 gegen das letzte Halb- Tempelhof. Legenheit benutzt hatte, ihm eine goldene Uhr im Werte von 650 m. jahr, in welchem die Mitgliederzahl bedeutend zurückgegangen sei. Vom Genossen Ewald geht uns folgende Erklärung mit der und dazu noch eine feingliedrige goldene Kette, einen goldenen Blei- fie beträgt jegt 8139.- Die Wahlen zum Abgeordnetenhauſe hätten Bitte um Veröffentlichung zu: In dem Bericht der„ Tempelhofer Die Zahl der Vorwärts" leser habe sich ebenfalls bedeutend erhöht, stifthalter und die Börse mit ungefähr 100 M. zu stehlen. Die 1hr große Anforderungen an die Genossen gestelt. Redner ist erfreut, Beitung" über die Gemeindevertretersizung vom Donnerstag heißt trägt auf dem vorderen Deckel das Monogramm J. B. mit einer fonstatieren zu können, daß die Genossen voll und ganz ihre es unter anderm: Schöffe Jung wandte sich noch einmal gegen den siebenzadigen Strone und dem Datum 27. 6. 87, und auf dem Schuldigkeit getan haben. Welchen Terrobehaupteten Terrorismus auf bürgerlicher Seite. Hinterdeckel ein Wappen, einen Stechschild mit einem über eine Hürde springenden Widder und der Umschrift„ In der Treue fest". Selbstmorde. In der Nacht zum Sonnabend verübte der Kaufmann Dr. jur. Walter v. Rabenau in der Wohnung seiner von ihm geschiedenen Ehefrau zu Schöneberg, Junsbruder Straße 56, Selbstmord durch Erschießen. Anscheinend find finanzielle Schwierigkeiten die Ursache. Die Leiche wurde von der Schöneberger Polizei beschlagnahmt und dent Schauhause zugeführt. Mit durchschossener Schläfe wurde am Freitagabend gegen 21 Uhr in der Wohnung seiner Eltern der 20 jährige Ulanenleutnant Heros v. Borde aufgefunden. Ein Licbesdrama spielte sich gestern nachmittag in der Friedenstraße ab. In der Wohnung seines Freundes gab dort der 21 Jahre alte Mechaniker Hans Pännide aus der Heidenfeldstraße 2 ztrei Revolverschüsse auf seine Geliebte, die erst 18 Jahre alte Anlegerin Martha Groschef aus der Zorndorfer Straße 440 ab und versuchte sich dann selbst ebenfalls durch zwei Schüsse zu töten. Während die Verlegungen des Mädchens dessen Leben nicht gefährden, ist der Zustand des jungen Mannes hoffnungslos. Der junge Mann soll die unselige Tat berübt haben, meil seine Eltern sich der Heirat ihres Sohnes mit der G. widerfesten. Der Verlauf der Roten Woche sei durch das Eingreifen der rismus die Sozialdemokratie übe, gehe genugsam daraus hervor, Bolizei ein glänzender gewesen. 981 neue Mitglieder, 451 neue wie man Happel, der selbst von einem Scheinvertrag spricht, ge Vorwärts" leser feien gewonnen, zum Teil durch die liebens- zwungen habe, einen Teil seines Hauses abzutreten." Hierzu habe würdige Agitation des Polizeipräsidenten. Die Arbeiterjugend steht ich zu erklären: Es ist nicht wahr, daß Happel von mir oder irgend unter dem besonderen Schuß der Polizei. Die beiden letzten un- einem Beauftragten gezwungen worden ist, mir einen Teil seines politischen Versammlungen hätten das betwiesen. Auch beim Aus- Grundstücks zu überlassen. Die von Herrn Jung in der Gemeindehang der Plakate mache die Polizei fortgesezt Schwierigkeiten. Be- vertretung dahingehend gemachte Mitteilung muß ich als Verleumdung fannt sei, daß auch der vom Bildungsausschus arrangierte Lichtbilder- bezeichnen, dazu bestimmt, mich und meine Partei in der öffentlichen vortrag Märztage 1848" verboten und dann die Versammlung Meinung herabzusetzen. sofort aufgelöst wurde. Dieser Vortrag wird in der nächsten Mit- Wenn die Tempelhofer Zeitung" erwartet, daß ich mich mit gliederversammlung den Genossen geboten werden.( Braso!) Zum ihr und dem Syndilus Seyffarth über die von Seyffarth in der Schluß fordert Jaffte die Genossen auf, alle Kraft anzufpannen, um Gemeindevertretung gemachte Mitteilung, bei meiner vorjährigen bei den im Herbst auf Grund der ungültig erklärten Wählerlisten Wahl habe es sich um einen Scheinvertrag gehandelt, auseinandervorzunehmenden Stadtverordnetenwahlen die zweite Klasse voll und setzen werde, so irrt sie. Ich habe weder Lust noch Veranlassung, damit die Majorität zu erobern. Herrn Seyffarth in seinen Kombinationen zu stören. Mit der Tempelhofer Zeitung" seze ich mich über diese Frage aus den vom Vorwärts" bereits früher gekennzeichneten Gründen nicht auseinander. Wenn ich den von der„ Tempelhofer Zeitung" gebrachten Bericht über die Gemeindevertreterjigung im ganzen Bewerten foll, muß ich erklären, daß mir ein tendenziöserer und abgeschmadterer Bericht noch nicht vor Augen gekommen ist. Petershagen- Fredersdorf. Genosse Lenzner erstattete den Kassenbericht. Der Etat balanziert mit 34 741,75 M. Die von früher resultierenden Schulden an Druckkosten. usw von rund 1000 M. sind beglichen. Die vetschiedenen Sammellisten haben etwa 3000 M. gebracht. Der Kaffenbestand hat sich gebessert; er beträgt 1520 M. In der Diskussion wurden Ausstellungen an der Tätigkeit nicht gemacht. Ein Redner bemängelte die Art der Schulkinderunterfuchung, bei der Mädchen im Alter bis zu 14 Jahren in Gegenwart der Lehrer und Schuldiener sich vollständig entkleiden müßten. Die Angelegenheit wird die Fraktion noch einmal beichäftigen. Die Neuwahl der Bezirksleitung ergab die Wiederwahl der bis jest tätigen Genossen: Jaffle als Bezirksleiter, Lenzner Kassierer, Thurm, Schriftführer. Die übrigen Funktionäre wurden nach dem Vorschlage der Bezirksleitung gewählt. " In der Generalversammlung des Wahlvereins gab der Vorsitzende zunächst den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl beträgt 66 männliche und 6 weibliche Mitglieder. Aus dem Kassenbericht, den Genosse Fieting, gab, ist zu entnehmen, daß einer Einnahme von 482,77 m. Großfeuer im Luna- Park. Auf dem Terrain des Lung Parts eine Ausgabe von 461,70 m. gegenübersteht. Der Spediteur teilte fam gestern nachmittag 4, 1hr ein Großfeuer zum Ausbruch. Der mit, daß 195„ Vorwärts" leser vorhanden sind. In der Konsums Brand entstand in der sogenannten Liebesmühle, die repariert Nach dem Bericht und der Neuwahl der Kommissionen erfolgte vereinsfrage wurde angeregt, ichon jest fleißig Propaganda zu werden sollte. Ehe noch an ein Löschen zu denken war, hatten die Stellungnahme zur Neuwahl des Kreisvorstandes. Nach längeren machen, bis die Genossen Kreuer und Willinsky die Angelegen Flammen auch das Holzwerk der darüber liegenden großen Berg- Auseinandersetzungen wurden folgende Genossen in Vorschlag ge- heit mit der Zentralstelle der Provinz Brandenburg erledigt und Talbahn erfaßt, so daß die Situation recht bedrohlich aus- bracht: Jaffle, Vorsitzender; Brühl, Kassierer; Glöder, Schriftführer; hätten. Zum Bunkt Maifeier wurde beschlossen, in diesem Jahre jah. Die Wilmersdorfer Feuerwehr eilte mit beiden Löschzügen zu Martha Arendsee, Beisigerin; Gäbel und Scheibenhuber, Bildungs- auch eine Vormittags- Versammlung abzuhalten. Dieselbe ſoll bei Hilfe und griff das Feuer unter Leitung des Branddirektors ausichuß; Berger, Revisor; Elias, Schlichtungskommiffion; Wigle, Kirchner am Bahnhof Fredersdorf stattfinden. Im selben Lokale Dannehl mit elf Schlauchleitungen an, die zum Teil von Preßkommission. Die übrigen Punkte wurden der vorgerüdten Zeit beginnt nachmittags 4 Uhr die Maifeier. Die Neuwahl des Voreiner Dampfsprize, zum Teil von Hydranten und zum Teil von standes ergab: 1. Vorsißender G. Uffenwasser sen., 2. Vorsitzender der Motorsprige gespeist wurden. Den Bemühungen der LöschF. Dunder, Raffierer ieting, 1. Schriftführer Uffermann jun., mannschaften gelang es nach etwa einstündiger Tätigkeit, den 2. Schriftführer F. Krause, Beijißer Grosse und Schreiber, Revisoren Brand zu unterdrüden. Ein Teil der Liebesmühle und ein Teil der willinsky, Mickert und Ludwig. Berg- und Talbahn ist zerstört worden. Erst gegen 7 Uhr konnte die Wehr den Brandplaz wieder verlassen. wegen vertagt. Schöneberg. Die letzte Sigung der Gewerkschaftskommission beschäftigte sich mit der Besegung der im Mai stattfindenden Wahl der Beijizer zum Versicherungsamt; es wurden sechs ordentliche und zwölf StellDie Spitzbubenzunft ist eifrig an der Arbeit. Jm Hause Link bertreter aus den hier angeschlossenen Organisationen aufgestellt, Straße 10 stahlen Spizbuben aus der Reisekofferhandlung von Wollny welche dem Vorstand der hiesigen Krankenkasse übermittelt werden für 1000 W. Waren. Zum Wegschaffen der Sachen benußten sie sollen. Des weiteren wurde beschlossen, den 1. Mai wie bisher zu einen gestohlenen Reifetoffer. Für 2000 M. Schuhwaren er begehen. Vormittags 10 Uhr Versammlung in den Rathausfälen beutelen Einbrecher bei dem Schuhmachermeister Banz in der und nachmittags eine Feier in der Schloßbrauerei. Es wurde erTauroggener Straße in Charlottenburg. In der Berleberger fucht, für guten Besuch der Versammlung, sowie für guten Abfag Straße 54 schnitten die Spizbuben an dem Zigarrenladen der der Maimarken zu agitieren. Auch wurde der Versuch des Berliner Witwe Gossing die Türfüllung heraus. Sie hätten wahrscheinlich Bolizeipräsidenten, verschiedene Gewerkschaften für politisch zu er den ganzen Laden ausgeräumt, wenn sie nicht gestört worden wären. flären, des längeren besprochen. Genosse Stange vom GastwirtsAber auch so erbeuteten sie mehrere Tausend Zigarren und gehilfen- Verband teilte mit, daß der Hadepeter( Inh. Klemmt), Zigaretten bekannter Marken. Im Hause Püdlerstraße erbeuteten Hauptstr. 139 den Tarif seiner Organisation nicht mehr anerkennt. die Spizbuben in einer Privattrobnung zwei Frauenfoftime, einen Eine Ehetragödie spielte sich gestern abend gegen 8 Uhr vor Blüschmantel und andere Kleidungsstüde fowie zwei gute Herrennhren, dem Hause Meeraner Straße 10 ab. Dort versuchte ein Mann, eine Damenuhr mit Kette und bar Geld. Allem Anschein nach tommen zwei Männer als Spigbuben in Betracht, die am Freitagvormittag zwischen 9-11 Uhr in der Bückler- und Köpenider Straße mit einem boch bepadten Tragforbe, der mit einem blauen Rodtuch zu gedeckt war, gesehen worden sind. Nähere Angaben über die Gauner werden an A. Rosenfeld, Püdlerstr. 14 II, erbeten, wofür eine Belohnung ausgesezt ist. Der Sängerchor Wedding"( M. d. D. A.-S.-B.), Chormeister Emil Thilo, veranstaltet am heutigen Sonntag, abends 7 Uhr, ein Konzert in der Singakademie. Mitwirkende: Hoforganist Professor Otto Beder( Orgel und Klavier), Frau Bianca Becker- Samolensta ( Violine). Billetts an der Kasse a 75 Pf. Vorortnachrichten. Charlottenburg. dessen Personalien bisher noch unbekannt sind, seine Ehefrau durch einen Revolverschuß zu töten. Der Schuß traf die Frau in den Kopf. In schwer verleztem Zustande wurde die. Fran nach dem Schöneberger Krankenhaus gebracht. Der Mann selber jagte sich dann zwei Stugeln in die Schläfe, die seinen jofortigen Tod herbei führten. Seine: Leiche wurde nach dem Schauhaus gebracht. Neukölln. Tegel. Ein tödlicher Betriebsun fall ereignete sich gefiern mittag in der Gasanstalt 6. Auf einer sogenannten Schwebebahn wurden Schladen befördert. An einer Stelle werden die Schwebewagen aus dem Sängegerüst gelassen, um dann auf dem Erdboden auf Schienen Hängegerüst gelassen, um dann auf dem Erdboden auf Schienen weitergefahren zu werden. Auf bisher nicht aufgeflärte Ursache fiel plöglich ein Wagen aus dem Gerüst und auf den untenstehenden Arbeiter Künsti aus Reinickendorf, Scharnweberstr. 72. Der Bedauernswerte war sofort tot. Er hinterläßt eine Witwe mit vier Kindern. Friedrichsfelde. neuen Sizungssaale des Realprogymnasiums ab. Der Raum ist Die Gemeindevertretung hielt zum ersten Male ihre Sigung im jedenfalls besser und bequemer ausgestattet, als die bisher benutzten Schulräume. Für die Presse genügt jedoch der vorhandene Tisch in feiner Weise. Dem Hebel dürfte sich jedoch leicht abhelfen lassen.Einsprüche gegen die Gültigkeit der Gemeindewahlen sind nicht erhoben worden. Bemerkenswert ist, daß der siegreichen Karlshorster Fraktion die Wahlen rund 1200 M. Kosten verursacht haben. Das heißt, jede Stimme fostet ihnen 2 Mart! Nun hat die Bürgermeisterpartei eine Mehrheit. Wenn das Gemeindeoberhaupt daraus die Zuversicht schöpft, das werde ein besseres Zusammen Durch einen Schuß in die Schläfe suchte sich der achtzehn Jahre arbeiten mit sich bringen, so glauben wir das schon, denn über ihre alte Kaufmann K. aus der Jägerstraße das Leben zu nehmen. Nach gemeinsamen Interessen werden die Herren kaum in Uneinigkeit geeiner erregten Auseinandersetzung mit seinen Eltern zog der junge raten. Wie die Interessen der Allgemeinheit dabei wegkommen R. einen Revolver aus der Brusttasche hervor, und jagte sich, ehe er von seinen Angehörigen daran gehindert werden konnte, eine Stugel werden, wird sich ja zeigen. Die Polizeiverordnung über das Halten von Hunden in die rechte Schläfe. Der Lebensmüde wurde ins städtische Kranken- erfuhr eine Ergänzung in der Weise, daß frei umherlaufende Hunde haus eingeliefert. mit Halsbändern versehen sein müssen, die Namen, Wohnort und Einen schändlichen Streich spielte gestern ein Einbrecher einer Wohnung des Besizers ersehen lassen. Es genügt auch, wenn die armen Witwe aus der Prinz- Handjery- Straße. Die Witwe Br., die Hunde eine Steuermarke tragen, auf der Bersteuerungsort und Der Wehrbeitrag der Stadt Charlottenburg beträgt nach den fich durch Näharbeiten für ein Geschäft fümmerlich nährt, wurde Nummer der Steuerliste vermerkt ist. nunmehr abgeschlossenen Feststellungen 28,1 Millionen Mart. Das nach einem benachbarten Lokal an den Fernsprecher gerufen. Der Die Befreiung der Beamten und Lehrkräfte von der Krankenzur Einkommensteuer veranlagte Gesamteinkommen aller Charlotten- Anrufer, der sich für einen Vertreter ihres Geschäfts ausgab, be- versicherungspflicht rief eine längere Debatte hervor. Der Gemeindeburger Steuerzahler mit über 3000 M. Einkommen beträgt etwa auftragte fie, gleich zu kommen, um wegen einer dringenden neuen vorstand beantragte, nach§ 169 der Reichsversicherungsordnung 380 Millionen Mark. Das Gesamteinkommen einschließlich der Ein- Arbeit Rüdiprache zu nehmen. Erfreut über den neuen Auftrag die im Dienste der Gemeinde stehenden Beamten und die mit Befommen von 900-3000 M. wird man auf mindestens 500 Millionen eilte sie den weiten Weg nach der Kommandantenstraße. Dort amteneigenschaft angestellten Lehrer und Lehrerinnen, soweit sie der Mart schäzen können. Das infolge des Wehrbeitrages mehr wußte man nichts von der Bestellung und konnte fich den Frrtum Versicherungspflicht unterliegen, also weniger wie 2500 m. Eindeklarierte Einkommen wird höchstens 1 Proz. des Gesamteinkommens nicht erklären. Enttäuscht fehrte Frau Br. nach Hause zurüd. Als fommen haben, von der Versicherungspflicht zu entbinden. Es wird sie ihre fleine Wohnung wieder betrat, merkte fie, was es mit der ihnen, dem Gesez entsprechend, im Krankheitsfalle ein Anspruch auf Bestellung auf sich gehabt hatte. Ein Einbrecher hatte sie mit dem Gehalt, Ruhegeld usw. gewährleistet. Unsere Genossen wendeten sich erdichteten Auftrage weggelodt und unterdessen ihr die Wäiche, die gegen die Vorlage. Wenn auch den Beamten bei Erkrankungen das fie für das Geschäft zu nähen hatte, ihre ganze eigene Wäsche und volle Gehalt gezahlt werde, so habe doch die bisherige Erfahrung außerdem Kleidung und außerdem noch ihre geringen Schmudfachen und ihre gelehrt, daß oft bei toftipieligen Sturen usw. von der Gemeinde namhafte Zuschüsse geleistet werden ganzen Ersparnisse von 63 M. gestohlen. Wären die Betreffenden versichert, dann fame Bartsch, Hermannstr. 49, in einer großen öffentlichen Jugendverjamm- freie ärztliche Behandlung. Die neugewählten Beamten Bauſe lung Landtagsabgeordneter Heinrich Ströbel. und Schellpfeffer sprachen gegen den Antrag unserer Genossen, Alle jungen Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 Jahre werden daß die Beamten versichert und die Beiträge von der Gemeinde geleistet werden. Die Vorlage wurde darauf gegen die Stimmen aufgefordert, diese Versammlung zu besuchen. unferer Vertreter angenommen. ausmachen. Eine Pulsstraße. Der Magistrat hat beschlossen, die Privat ftraße A, eine Querstraße zur Sophie- Charlottenstraße und Parallelftraße zur Molwigstraße, an der die Puls'sche Altersverforgungsanstalt errichtet wird, zum ehrenden Gedächtnis der Stifter Pulsstraße" zu nennen. Lichtenberg. " Ueber Jugend und Politit spricht heute, mittags 1. Uhr, bei mußten. ihnen ferner zugute die Lieferung von Medikamenten und Als unfreiwilliger Schuspatron der Lichtenberger Polizei ges bärdet sich das Lichtenberger Lofalblättchen. Trotzdem die Bevölkerung das seit längerer Zeit angewendete ungefeßliche und Ueber den Wert des Turnens für Frauen und Mädchen spricht rigorose Vorgehen der Polizei gegen die anberaumten VersammIn den Steuerausschuß wurde an Stelle des Genshen Pinseler lungen einhellig verurteilt, findet dieses Blättchen noch den traurigen in einer von der Freien Turnerschaft Neukölln- Briz am Donnerstag, der Maurermeister Klöppel gewählt. An der neuen Turnhalle der Mut, die Polizei als den rettenden Engel darzustellen. Fast scheint den 30. April, in den Passage- Festsälen, Bergstr. 151/52, veranstalteten ersten Volksschule einen Windfang anzubringen, hat die Baues, als ob eine echt russische Schreiberseele die Redaktion des Schönberg. Beginn der Versammlung 8% Uhr. In der Versamm 1100 M. erforderlich. Genosse Dehlert wendete sich mit Recht gegen öffentlichen Frauenverfammlung der Bezirksvertreter Herr Max verwaltung verabsäumt. Um diesen Fehler zu beseitigen, find Blättchens führt. Denn sonst wäre es nicht denkbar, daß sie das lung soll eine Abteilung für ältere Turnerinnen gegründet werden, die dadurch bedingten Mehrkosten. geradezu provokatorische Vorgehen der Polizei gegen friedliche um den über 24 Jahre alten Frauen und Mädchen Gelegenheit zu Straßenpassanten, wie dies nach Schluß der legten aufgelösten geben, im Kreise ihrer Altersgenossen der edlen Turnerei zu huldigen. Jugendversammlung in den verschiedenen Nebenstraßen zu beobachten Reger Besuch dieser Versammlung wird erwartet. war, noch als„ polizeilichen Pflichteifer" bezeichnen fönnte. Das Bolizeiblättchen besigt sogar die Stirn zu betonen, daß die Genossen nicht aufhören wollen, die Lichtenberger Jugend in ihrem staatsfeindlichen Sinne zu beeinflussen, und sie von dem AnBenthen. Köpenid. Kaulsdorf. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst erfolgte die Einführung der neugewählten Vertreter. Bei der Wahl des Schulvorstandes Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich vor einigen Tagen am wiesen unsere Genossen auf ihren in voriger Sizung vorgetragenen Neubau der hiesigen Kirche. Dort stürzte der Dachdecker Paul Standpunkt hin, wonach es dringend nötig sei, in den Schulvorstand Mitglieder zu wählen, deren Kinder die hiesige Schule besuchen, schluß an die, jeber Politit fernstehenden natio. Dommisch von hier, der mit dem Einlatten des Daches beschäftigt und fernerhin auch der Lehrerschaft einen Gig einzuräumen. Der It's war, durch einen Fehltritt herab. Mit äußeren und inneren Ver- Borichlag, den Genossen Seyfert als Schulfommissionsmitglied zu nalen Jugendorganisation fernzuhalten. Wie wählen, wurde mit der Begründung abgelehnt, daß gesetzliche Be Dummheit oder Unverfrorenheit, die den Schreiber solche Gelegungen wurde er in das Briger Kreiskrankenhaus gebracht. danken zum Ausdruck bringen lassen? Auf jeden Fall wäre dieser uns versichert wird, hätte der Absturz nicht die schweren Folgen denken dieser Wahl entgegenstehen. Auf die Ausführungen des GeSchwazz besser an diejenigen Streise gerichtet, die nicht müde werden, haben können, wenn genügende Schuhvorrichtung vorhanden genossen Schmidt, daß die bürgerlichen Herren, unbeschadet der evenwesen wären. Erst nach dem Unfall wurde die Schugrüftung ver- tuellen Nichtbestätigung, doch von dem Recht der Selbstverwaltung, die Jugend im hurrapatriotischen Geiste zu erziehen. Eine solche beffert. für das sie in ihren Flugblättern eintreten, praktischen Gebrauch Erziehung bildet eine Gefahr für die gesunde Geistesentwicklung der machen sollten, schwiegen sie. Auch unserem Antrag, einen Lehrer heranwachsenden Generation. in die Schulfommission zu delegieren, wurde nicht stattgegeben. Der Die Arbeiterschaft Lichtenbergs wird trok der Maßnahmen der Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Motorrod und von einem Mitgliede vorgebrachte Einwand, es fönne unter solchen Polizei und ihrem Preßgelichter sich von dem Wege, ihre Jugend einem Geschäftswagen trug sich vorgestern auf der Chauffee bei Umständen leicht zu Mighelligkeiten zwischen Rettor und Lehrer in ihrem Geiste zu erziehen, um feinen Deut abbringen lassen. Ertner zu. Der Kaufmann Eduard Peschke hatte auf seinem führen, wurde von uns als nicht stichhaltig bezeichnet. Der wahre Daß sie diesen Willen hat, wird sie in der heute mittag 1 Uhr im Motorrad eine Fahrt von Köpenid nach Grtner unternommen. Als Grund ist wohl der von Herrn Hennig vorgetragene, daß leicht eine Schwarzen Adler", Frankfurter Chauffee, stattfindenden Protester in später Abendstunde die Heimfahrt antrat, geriet das Motorrad allzu schulfreundliche Kommission entstehen würde, was zurzeit noch gegen einen in gleicher Michtung fahrenden unbeleuchteten Geschäfts- nicht zweckmäßig wäre. In dem im iesten Wahlkampje verbreiteten bersammlung mit aller Deutlichkeit bekunden. wagen. Der Zufammenprall erfolgte mit solcher Heftigkeit, daß der bürgerlichen Flugblatte trat Herr Hennig besonders für den Ausbau Na der gutbesuchten Generalversammlung nahmen die Genossen Fahrer mit seiner Maschine zu Boden geschleudert wurde und schwer- der Schule ein und warnte vor der Wahl von Bauern, die in diesem sach in Chrung der verstorbenen Mitglieder den Geschäftsbericht verlegt liegen blieb. Der Kutscher des Fuhrwerks jagte davon, den Punkte rückschrittlich seien, was er auch durch Aussprüche diefer für das verflossene Geschäftsjahr entgegen. Die herrschende Arbeits- Schwerverletzten seinem Schidial überlassend. So mußte B. lange Serren bekräftigte. Dieser erit vor einem Monat verkündete ProTojigkeit habe, wie Genoffe Jaffle in seinen Erläuterungen zum ge- Zeit hindurch hilflos auf der Chauffee liegen bleiben, ehe Radfahrer grammjab hat aber weder Herrn Hennig noch die anderen bürgerbruckt vorliegenden Berichte bemerkte, dis Berbearbeit sehr eriswert. vorüberkamen und sich seiner annahmen. Die legteren schafften ihn liichen Herren abgehalten, von vier zu wählenden Schulmitgliedern swei Bauern ihre Stimme zu geben. Die Schulfommission besteht der Salle fiegen bleibt oder nicht rechtzeitig in Betrieb genommen jezt, außer dem Gemeindevorsteher, Rektor und Pfarrer, aus den wird. Diesem Antrage wurde zugestimmt. Der übrige Teil der Herren Landwirt Hamann, Landwirt Hermann Schmidt, Tagesordnung wurde nichtöffentlich verhandelt. Gerichtssekretär Doß und Redakteur Borchardt. Die Einrichtung Eichwalde. eines Fuhrwertbetriebes nach den höheren Schulen in Friedrichsfelde wurde von Herrn Hennig befürwortet. Er schilderte die großen Da eine Vormittagsversammlung am 1. Mai am hiesigen Orte Unbequemlichkeiten, die denjenigen Kaulsdorfer Kindern erwachsen, nicht abgehalten wird, wollen diejenigen Arbeiter, die den Tag welche das neuerbaute Friedrichsfelder Realgymnasium besuchen durch Arbeitsruhe begehen, sich zu den Versammlungen ihrer Geund regte an, aus Gemeindemitteln einen Teil der Kosten zu be- werkschaften nach Berlin begeben. Nachmittags Treffpunkt bei Witte ſtreiten, um einen täglichen Wagenverkehr nach dem Schulgebäude und Kaffeekochen, ab 4 Uhr Gartentonzert und Kinderbeluftigung. in der Treskowallee zu schaffen. Die für die Gemeinde entstehenden Abends Festrede und Tanz. Billetts inklusive Tanz 30 Pf. Kosten würden sich auf zirka 800 m. pro Jahr belaufen, das wäre bei dem augenblicklichen Stande von 5 Kindern 160 m. pro Kind. Friedrichshagen. Genosse Seyfert bemerkte, daß die Sozialdemokratie stets für eine Bessergestaltung der Schule zu haben sei, jedoch prinzipiell auf dem Boden der Einheitsschule stebe. Heute könne nur derjenige, der sich in gesicherten finanziellen Verhältnissen befinde, seinen Kindern eine bessere Bildungsmöglichkeit bieten. Da auch die Kinder armer Eltern Anlagen und Fähigkeiten befäßen, die sie zu den heute priviLegierten akademischen Berufen eignen würden, jei es eine Pflicht der Gesellschaft, diese Fähigkeiten zu entwickeln, und zwar durch die Einheitsschule. Der Einwand des Herrn Hennig, daß die Gemeinde sowieso 130 M. pro Kind Schullasten trage, sei hinfällig, da durch den Besuch der 5 Kinder an der hiesigen Gemeindeschule eine Mehrausgabe nicht entstehen würde. Nachdem dann noch Herr Doß seine platonische Liebe für die Einheitsschule ausgesprochen, die aber im Interesse der steuerkräftigen Elemente unseres Ortes unzweckmäßig sei, wurde die Angelegenheit als nicht spruchreif einer Kommission überwiesen. Unter Verschiedenem wurde auf die mangelhafte Beschaffenheit der Hönower Straße hingewiesen; vom Gemeindevorstand wurde Abhilfe zugesagt. Der Tag der Erjakwahl für die 3. Klaſſe iſt auf Sonntag, den 3. Mai, festgesezt. Es gilt nunmehr, an dem Verhalten der Bürgerlichen in der Schulfrage den indifferenten Wählern flarzu machen, daß nur die Wahl eines Sozialdemokraten für die 3. Klasse in Frage kommen darf. Bennzt die kurze Zeit, die uns noch vom Wapltermin trennt, zur mündlichen Agitation, um die Säumigen aufzurütteln und so die in der am Freitag stattgefundenen 3uſammenkunft der bürgerlichen Wahlmacher geschöpften Hoffnungen zurichte zu machen. Mariendorf. Bohnsdorf. Jit der Villa Kabt, Jnhaber Badofzer. Borsigwalde- Wittenau. Dienstag, in den figivander geitjälen. Bortrag der Genossin Matschte: Die Frau und der Sozialismus". Mittwoch, den 29. April, abends 8, Uhr, im Lokal von Wittchom, Oranien Burger Straße 99/100. Vortrag der Genossin Martha Arendsee:„ Die Frant und der Sozialismus". Briz- Buckow. Mittwoch bei Beder, Chausseestr. 97. Vortrag der Genoffin Fr. Jeeze:„ Die Frauen und der Maigedanke". " Charlottenburg. Montag, 8%, Uhr pünktlich, in folgenden Lokalen: I. Gruppe( Westend) bei Schellbach, Königin- Elisabeth- Str. 6. II. Gruppe bei Höft, Nehringstr. 25. III. Gruppe( Rick) bei Bade, Kaiſerin- Augusta Allee 52. III. Gruppe( Moabit) bei Ernst, Reuchlinstr. 6. IV. Gruppe bei Liebke, Suarezftr. 4. V. und VI. Gruppe im Volkshause", Rosinenstraße 3. VII. Gruppe bei Thunad, Wielandstr. 4. Köpenick. Dienstag, bei Otto, Stadttheater. Vortrag des Genossen In der Sigung des Gewerkschaftskartells erstattete der Obmann Beinschildt- Uhlenhorst:" Dichter und Dichtungen". Genosse Breunig Bericht über die Arbeiten des verflossenen Jahres. Friedenau. Dienstag, Handjeryftr. 60/61. Referent: Genosse Der Unterkommission sind 13 Gewerkschaften mit 1120 Mitgliedern Wahrenholz. angeschlossen. Die Jahresrechnung ergibt an Einnahmen 86,81 M.. Hermsdorf. Mittwoch bei Eggebracht, Albrechtstr. 1. Vortrag des an Ausgaben 79,85 M. Als Vorsitzender wurde Genosse August Genossen Schrodek über:" Seruelle Jugenderziehung". Johannisthal. Friedrichstr. 11a bei Heidrich, Beginn des VortragsBreunig, Linden- Allee 3, wiedergewählt. Betreffs der Maifeier wurde beſchloſſen: früh 29 Uhr Zu- urses. Referent Genosse Neumann:„ Was wollen die Sozialdemokraten". Lichtenberg. 1. Biertel bei Schmih, Friedrich- Start- Str. 11: Genosse sammenkunft im Gesellschaftshaus, woselbst die Maimarten geklebt Wigle. 2. t. 6. Viertel bei Pidenhagen, Scharnweberfir. 69: Gent. Elias. werden. Um 10 Uhr Versammlung in Konrads Festsälen, Friedrich- 3. u. 4. Viertel bei Blume, Alt- Borbagen 56: Genosse Peterhansel. straße 137. 3. Viertel bei Berner, Wilhelmstr. 86: Genosse Röseler. Thema in allen Lofalen„ Deriliche Schulverhältnisse". Neukölln. Montag. Thema: Steuern und Zölle." 1. Bezirk bei Neugebauer, Sanderstr. 11( Referent Helmut Schönlant). 2. Bezirk bei Kolegey, Reuterstraße 62( Franz Preuß). 3. Bezirt bei Meißel, Bannierstraße 59( Frik Koch). 4. Bezirk bei Krämer, Beser firaße 31( Wilh. Schulz). 5. Bezirk im Ideal- Kasino, Beichselstr. ( Luise Siedel).- 6. u. 7. Bezirk bei Schwengel, Elbestr. 8( Rich. Strille) 8a Bezirk bei Kaiser, Bildenbruchstraße 86( Friz Carl). 8b Bezir 9. 11. 10. Bezirk bei Schulz. bei Gauter, Harzer Str. 88( Herm. Kunze.) 11. Bezirk bei Prill, Böhmische ichardstr. 35 Frit Brinkmann). Straße 41( Emil Barth). 12. Bezirk bei Müller, Thüringer Straße 5 Rosenthal. - An Stelle Sieben neue Gemeindeverordnete, darunter unsere Genossen Grell und Frische wurden in der letzten Gemeindevertreter fißung in ihr Amt eingeführt. Unsere Fraktion ist um 2 Mandate berstärkt worden, so daß nun 5 Vertreter( darunter ein Nichtangefessener) von uns die ganze dritte Abteilung bejegen. des von hier verzogenen Arztes Dr. Beulshausen wurden Herrn Dr. Jürgens die Funktionen als Schularzt übertragen. Angeregt wurde, daß die Kinder gleich bei der Einschulung oder zu Schulanfang ärztlich untersucht. werden sollen. Einer Beteiligung an der Kollektivversicherung bei Hilfeleistung der Berliner Feuerwehr wurde zugestimmt. Die Auspflasterung des Schönholzer Weges in 5 Meter Breite bis zur Kurfürstenstraße foll nun, froß der Schwierigkeiten, die zwei Anlieger bereiten, ausgeführt werden. Der Firma Langen hierselbst ist diese Arbeit zum Breife von 17 000 W. übertragen worden. Zum Oktober werden die Verwaltungsräume nach dem alten Schulhause im Mutterdorfe verlegt werden; doch müssen hier erst bauliche Veränderungen eintreten, wofür im Etat 16 500 M. vorgesehen sind. Zum Schluß fragte Genosse Aus der Gemeindevertretung. Zu unbejoldeten Schöffen wurden Milbrodt an, wie es fomme, daß zurzeit eine verheiratete Lehrerin die Gemeindeverordneten Schmidt und Treppens und für Südende Unterricht erteile. Dr. Kruse erwiderte, daß es sich nur um AusRentier Mau gewählt. Infolge der Teilung einer Vorschulflaffe hilfe bis zum 1. August handle. Da mit Fertigstellung der neuen im Reformrealgymnajium wurden 1355 M, für eine Hilfskraft ge- Schule zwei Lehrer überflüssig werden, feien fremde männliche LehrZum befoldeten Gemeindeschöffen fordert. Genosse Weber plädierte für Ablehnung der Forderung und träfte nicht eingestellt worden. wünscht den Ausbau der Volksschule. Der Antrag wurde angenommen. wurde, da das Ortsstatut hierfür die Person des GemeindebauUm der Gemeinde neue Einnahmequellen zu erschließen, war von meisters vorfieht, Herr Regierungsbaumeister endewerk mit Hürgerlicher Seite die Einführung der Billettsteuer für Sportpläge 11 von 17 abgegebenen Stimmen gewählt; 6 Stimmzettel waren Beantragt. Genosse Reichardt wandte sich entschieden gegen diesen weiß abgegeben. Antrag, weil durch die Einführung derselben alle Stunst- und Bildungsbestrebungen hart getroffen würden. Es wurde beschlossen, der Gemeindevertretung eine diesbezügliche Vorlage zu unterbreiten. Den Kriegsteilnehmern von 1864 follen nach einem von bürgerlicher Scite gestellten Antrag für dieses Jahr die Steuern erlassen werden. Von unseren Genossen wurde der Antrag unterstügt und der Zujaz antrag gestellt, daß allen bedürftigen Veteranen eine Ehrengabe von 20 Mart bewilligt werde. Genosse Huhn tritisierte hierbei die „ Dankbarkeit" des Vaterlandes an die Opfer des Krieges, er wies an den zahlreich vorkommenden Selbstmorden der Veteranen die Unzulänglichkeit des Ehrenfoldes nach. Der Antrag wurde angenommen. Auf Antrag des Genossen Reichardt wurde der Kommissionsbericht über die Jmperator- Hallenbaugesellschaft öffentlich verhandelt. Die Gefellichaft will auf einem hiesigen Gelände eine tiesige Sporthalle erbauen und dazu 1800 000 Mart geben, während die Gemeinde ein in 30 Jahren zu tilgendes Darlehen von 1 200 000 M. geben soll. Der Unterhandler der Gesellschaft bietet der Gemeinde eine Garantieſumme von 50 000. für den Fall, daß das Projekt scheitert. Die Kommission empfiehlt der Gemeindevertretung, dem Projekt nur dann näherzutreten, wenn das Konfortium die Garantiefumme auf 200 000 M. in Wahlwechseln hinterTegt. Diese Summe verfällt zugunsten der Gemeinde, wenn der Bau Herrn Otto Schoppe zu feinem 25jährigen Arbeitsjubiläum die herzlichsten Glüdwinfche! 130A Familien Herbst und Labrzycki. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Stralauer Viertel. Bezirk 303. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Restaurateur Julius Jost gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 27. April, nach. mittags 4 Uhr, von der Halle des Himmelfahrts- Kirchhofes in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 213/2 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Julius Jost Elbinger Str. 62, Bezirk 4 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 27. April, nach mittags 4 Uhr, von der Zeichenhalle des Himmelfahrts- Kirchhoses in Nordend statt. Um rege Beteiligung erjucht 74/2 Die Ortsverwaltung. Am 23. April entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein berzensguter Mann, unfer Schwager, fürsorglicher Bater, Großrater, Bruder und Dntel, der Restaurateur Julius Jost im fast vollendeten 53, Lebensjabre. 882 Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen Auguste Jost geb. Schombel nebit Kindern. Beerdigung findet Die alit Montag, den 27. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Himmelfahrts- Kirch hofes, Nordend, aus statt. Sihungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Nieder Schönhausen. Dienstag, den 28. April, abends 6 11hr, im Rathause. 4 Diese Sigungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist bc: rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Frauen- Leseabende. ( Rich. Nowakowsky). mann). mann.) 22. und 13. Bezirk bei Laube, Bendastr. 20( Rich. Grob14a und b Bezirk bei Felsch, Senesebecstr. 48/49( Aug. Heit15. u. 17. Bezirk bei Beher, Nogat-, Ecke Bodestraße( Erich Lezinski.) 16a u. b Bez. bei Miehlig, Oferstr. 8/9( Robert Köppen). 18. u. 19. Bezirk bei Tappert, Steinmenſtr. 114( Karl Franke). 20. und 21. Bezirk bei Bartsch. Hermannstr. 49( Alfred Burbs). 23. Bezirk bei Müller, 24. Bezirk im Karlsgarten( Rudolf Schulz). Mainger, Ede Biebrichstraße( Gertrud Scholz). Es ist dieses der sechste Vortrag in der Erörterung unseres Parteiprogramms. Die Genossinnen werden dringend ersucht, vollzählig zu erscheinen. Reinickendorf: Weft. Dienstag, im Jugendheim, Bachholderstr. 44. Bortrag. Rosenthal. Dienstag, im Lofal von Gust. Milbrodt, Walderfeestr. 5. Schöneberg. Montig, 8%, Uhr. 1a Bez. bei Händel, Vorbergstr. 9. Bortrag der Gen. Kolanty: Was die Arbeiterin als Mutter vom Staat fordern fann. 1b Bez. bei Milde, Nollendorfstr. 16. Vortrag. 2a Bez. bei Schulz, Apostel- Paulus- Straße. Vortrag. 2b Bez. bei Winde, Mühlenstr. Sa. Vortrag. 3. Bez. bei Wandife, Bahnstr. 25. 4. Bez. bei Häuser, Königsweg 42. 5. Bez. bei Lehmann, Sedanstr. 56. 6. Bez. bei Grams, Eberts straße, Ede Tempelhofer Straße. 7. Bez. bei Krause, Rubens-, Ede Begasstraße. Tegel. Montag. Jugendheim, Bahnhofstr. 15. Ref. Genoffin Matschte. Witterungsüberücht vom 25. April 1911. Stationen Barometer urut quv Wind 766 93 76523 Erster Wahlkreis. Bei Beihnacht, Grünstr. 21: Vortrag der Ge- Swinemde, 762 N nojfin Luife Ziek. Hamburg 7669 Zweiter Wahlkreis. In folgenden Lofalen: Biemers, Bülowstr. 58. Berlin 764 23 Genoffin Grumach:„ Stellung der bürgerlichen und proletarischen Frauen Frantj. a. 767 NW Sag, Cornftr. 2. Genosse Freter:" Familienrecht". München zum Bahlrecht". Fröhlich. Blücheritr. 56, Ede Fontanestraße. Gen. Baader:" Bon der Wien. utopie zur Wissenschaft". Löhrich, Markgrafenstr. 73. Gen. Burm:„ Die Frau" boy Bebel. Dritter Kreis. 1, 2, 5. bl. bei Linius. Killerstr. 123. Referent 3., 4., 6., 7. Abt. bei Henning, Gen. Leid:„ Die Frau in der Gemeinde". lerandrinenſtr. 44. Referent Gen. Bazel über: Die Frauen und Zölle 8., 9., 10. Abt im Sprechof"( Stantine), Wusterhausener Str. 16. Gen. Ad. Ritter:" Die Frau in der Gemeinde". " Alt- Glienicke. Jugendheim, Rudower Str. 54, parterre.. Genoffin Ryned: 3ft Kinderschutz Kulturarbeit?" Am Freitag, den 24. d. M., entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein e inniggeliebte Frau. Schwester und Nichte. Emma Krause geb. Fiedler im 45. Lebensjahre. Dies zeigen in namenlosem Schmerz an Neukölln, Saalestraße 12 Adolf Krause. Elise Meier geb. Fiedler. Adolf und Berta Schäfer. Die Beerdigung findet Montag, den 27. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des St. Jakobi- Kirchhofes, Hermannstr. 99-105, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am Freitag, den 24. April, verstarb unsere Parteigenoffin Emma Krause Saalestraße 12/13, 12. Bezirk. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 27. April, nach mittags 5 Uhr, von der Zeichen balle des St. Jakobi- Kirchhojes, Hermannstr. 99-105, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 237/2 Der Vorstand. am Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 1. Abt. Bezirk 480. Am Donnerstag, den 23. April, verstarb unser Genoffe Hermann Stein Mezer Straße 20. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 27. April, nach mittags 4 Uhr, von der Zeichenballe des Immanuel- Kirchhofes in Weißensee, Fallenberger Straße, aus statt. Rege Beteiligung erivartet Der Vorstand. 12. Abt. Bezirk 729. Am Mittwoch, den 22. April, verstarb unser Genosse, der Betons hilfsarbeiter Ferdinand Prätz Birfenstr. 12a. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 27. April, nachmittags 2 Uhr, von der Leidhjen halle in Stahnsdorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 227/3 Der Vorstand. 112A Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 25. April verstarb unser Parteigenoffe Wilhelm Sedler Weisestraße 27, 16. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. April, nam. 3, Ubr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarheiterverhand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler' Wilhelm Sedler Reutölln, Beiseitraße 27 im Alter von 55 Jahren gestorben ist.. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. April, nachmittags 3, llbi, von der Halle des Neutöliner Gemeinde- Fried: hofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 86/15 Die Ortsverwaltung. Nach langem, fchweren Leide: verstarb meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Florentine Asael geb. Rosin Die Beerdigung findet am Montag, den 27. April, nach mittags 2 lbr, von der Leichenballe des städtischen Friedhofes, Seestraße, Eingang Müllerstraße, 1835b aus ftatt. Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher Metallarhelter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, bas unser Mitglied, der Helfer Karl Schulze Köpenid, Bahnhofstraße 41, am 23. April an Darm- und Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. April, nachmittags 4 11hr, von der Leichenballe des Gemeinde- Friedhofes in Ober- Schöneweide aus statt. Ferner starb unser Mitglied, der Bauanschläger Paul Drees Leffingſtr. 33, am 24. d. Mts. an Magenleiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des St. Hedwigs Stirchhofes in Reinidendorf, Scharnweberstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 117/6 Die Ortsverwaltung. Freitag, abends 11, 1hr, entfchlief fanit nach kurzem, aber schwerem Leiden unser lieber Bater. Sohn, Bruder, Schwager und Dntel August Lutter ( Stalizer Str. 69) im 57. Lebensjahre. Dies zeigen schmerzerfüllt an Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung erfolgt am Dienstag, den 28. April, nachmittags 5 11hr. von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Reukölln, Hermannstr. 129/187, a113. Banz unerwartet verschied am 23. April meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter Emma Liehr geb. Wichert. Dies zeigen tiefbetrübt an Richard Liehr, Tischler, nebst Kindern, Greisenhagener Straße 7. Die Beerdigung findet am Montag, den 27. April, nachmittags 5 Uhr, von der Zeichenhalle des Gethsemane Kirchhofes, Nordend, aus ftatt. richtung Windstärke Better Temp. n. 6. 5° C.4° R. tho Stationen зазашоли stand mm Wind richtung Windstarte 8 Haparanda 7519 7 Betersburg 754 G 8 Scilly 7749 12 Aberdeen 774923 769 M 4wolfig 5 bebeďt 4halb bd. 3 wolfig 4 bededt 11 Paris 2 bededt 11 Wetter 2 balb bd. Temb. n. C. 1 Regen 4 wollig 11 5° 64° 9. 54161 2 molten 6 2 bedeckt 11 Wetterprognose für Sonntag, den 26. April 1914. Bielfach heiter, aber noch veränderlich bet ziemlich seischen nordwestlichen Winden, Mihler Nacht itid langsam steigender Tagestemperatur, teine oder Berliner Wetterbureau. unerhebliche Niederschläge Wetteraussichten für das mittlere. Norddeutschland bis Montag mittag: Anfangs größtentciis heiter und iroden, aber noch ziemlich fühl und windig. Später im Norden etwas wärmer und besonders an der Küste wieder stärkere Bewölkung. Verband d. Gemeinde- u.Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Unsern Mitgliedern zur Rachricht, daß der Kollege Otto Hilbig welcher bei der 2. Revier- Jnspektion der städtischen Gaswerke beschäf tigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet morgen Montag, den 27. April, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 34/2 Die Ortsverwaltung. Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschl Ortsverwaltung Berlin. Allen Mitgliedern zur Nachricht, day der Kollege Georg Knipping ( Betrieb Gattel) im Alter von 65 Jahren verstorben ist. 76/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 27. April, nach mittags 23, Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes, Ede Seestraße, aus statt. Zahl ciche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Danksagung. Für die Beweise liebevoller Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau jage ich allen Freunden, Bekannten und Verwandten, dem Wahlverein, besonders Genossen Ligner für die zu Herzen gehenden dem Trostesworte, Gejangverein " Frohsinn", dem Sparverein„ Feste Männer" und meinen Kollegen und Mitarbeiterinnen meinen aufrichtigen, 137 herzlichen Dank. Karl Fickler nebst Kindern. Danksagung. Für die außergewöhnlich vielen Beweise herzlichster Teilnahme und Kranzspenden anläßlich der Beerdigung meiner lieben, unvergeßlichen Frau, unserer guten Mutter 235/4 Emma Lochner fagen wir hiermit allen Verwandien, Freunden und Be tannten, sovie den beteiligten Bereinen unseren herzlichsten Dank. Karl Lochner und Kinder. Danksagung. Für die vielen Betveise der Herzlichen Teilnahme sowie für die Kranz spenden bei der Beerdigung des Schriftseherinvaliden 18236 Albert Jensch sprechen wir unseren besten Dank aus. Familie H. Eppinger. Feuerbestattung mit allem Zubehör u. Gebühren 105 Mark. Institut, Flamme" Manteuffelstrasse 111. Broschüre gratis. Fernspf.: Moritzpl. 5582. Bon der Reise zurüd Professor A. Pinkuẞ, W. Kleiststr. 2. 66/ 4* Kranzspenden sowie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Paul Gross, Lindenstr. 69, Tel. pl. 7203 Mitteilung. Teile hierdurch Freunden und Genossen mit, daß ich das Lofal von Michaelies, Pankstr. 65, übernommen habe. 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Der auslöhnende Beamte verliert bei Auszahlung größerer Mengen von Papiergeld die Sicherheit im Gefüht dafür, ob mehrere Scheine aufeinander haften; an den Wasserzeichen sieht er deutlich, ob er einen oder mehrere Scheine gefaßt hat." Von der Bagdadbahn. Der türkische Finanzminister hat dem Vertreter der Deutschen Bank zu Konstantinopel mitgeteilt, daß er den von dem bekannten deutsch- österreichischen Konsortium für die Zollanleihe von 1911 der türkischen Regierung im Jahre 1911 gewährten und wiederholt erneuten orschuß von 3 Millionen türkischen Pfund im Laufe des Monats Mai zurückzahlen werde. Die Rückzahlung erfolgt aus dem Erlös der von Frankreich gewährten neuen ottomanischen Anleihe und steht in einem gewiffen Zusammenhang mit den deutsch französischen Abe machungen über die türkischen Eisenbahnfragen insbesondere mit der in Aussicht genommenen Zurücknahme der französischen Beteiligung an der Bagdadeisenbahn. Die Deutsche Bank bahn. Soziales. Arbeitswillige Maurer gesucht. war, wandte er feine Liebe und sein Geldbedürfnis einem anderen Objekt, und zwar einem Fräulein zu, dem er schon nach kurzer Bekanntschaft mit Hilfe einer gefälschten Urkunde zirka 2000 W. abnahm. Eines Tages, als die Braut Nr. 2 sich gerade mit dem Angeklagten in dessen Wohnung ein Rendezvous gab, erschien ploßlich die Braut Nr. 1 auf der Bildfläche, die sich als eine recht schlagfertige Dame betätigte und auf den ungetreuen Liebhaber losschlug. Bor Gericht bestritt der Angeklagte, der sich übrigens feine Wohnung mit elektrischem Strom, den er von der Hausleitung Pyramide gelegt. entwendete, beleuchtet hatte, sich der Körperverlegung schuldig gemacht zu haben und behauptete, daß er sich stets in Notwehr befunden habe. Das Gericht nahm dies auch an und erkannte bezüglich der Körperverlegung auf Freisprechung. Wegen der übrigen Delikte lautete das Urteil auf 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte 1% Jahre Zuchthaus beantragt. Vom Pflichtexemplai. Umt einem längst gefühlten dringenden Bedürfnis abzuhelfen, soll wieder einmal ein Denkmal errichtet werden. Nach einigem Besinnen hat sich sogar ein Ereignis gefunden, dessen historische Bedeutung man der Nachwelt in Erinnerung rufen möchte. Ani 25. April 1910 ist bei Weilburg der" Zeppelin II" zugrunde gegangen, vier Jahre später, am 25. April 1914, wurde an der Unglüdsstelle der Grundstein zu einer ZeppelinFeierlichst wurden eine Urkunde über den Borgang, einige Münzen, ein paar übriggebliebene Reste des ver- ein Exemplar des Weltblattes„ Weilunglückten Luftschiffes und burger Tageblatt" in den Grundstein eingemauert. Zur Errichtung der Pyramide werden nun Arbeitswillige gesucht. Zur Errichtung fann aus seiner Heimat einen Baustein mitbringen und selbst einmauern. Kalf braucht niemand mitbringen, da am Orte vorhanden. Vorsicht bei der manchen ungewohnten Tätigkeit ist geboten; die Berufsgenossenschaft für das Baugewerbe tommt bei diesem Bau für Unfallschäden nicht auf. Wer die Prozedur glücklich überstanden hat. tann sich obendrein in das Namensregister der Pyramidenerbauer eintragen. Also, Deutsche, auf nach Weilburg! Eine interessante Breßfache beschäftigte gestern die 150. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Berlin. Der Verleger der fachtechnischen Zeitschrift des Verbandes der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands und Vorsitzender des Verbandes, Genosse H. Stühmer, erhielt einen Strafbefehl über 20 Mark, weil er es unterlassen Stumpffinn, du mein Vergnügen... hatte, dem Polizeipräsidium ein Belagsexemplar der Zeitschrift Wohl mancher hat sich schon seine Gedanken gemacht, welch übernimmt also den bisherigen Anteil Frankreichs an der Bagdad einzureichen. Hiergegen war Widerspruch erhoben. In der Ver- hehren Zweden eigentlich die leider auch in der Arbeiterschaft hier handlung machte der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, und da anzutreffenden Rauch klubs" dienen mögen. Ihre geltend: Laut§ 9 des Preßgesezes ist von jeder Zeitung oder Zeit- Daseinsberechtigung blieb uns dunkel, bis uns das Liederbuch) Pfeifchen glüh" des dem katholischen Gesellenverein schrift der zuständigen Polizeibehörde ein Exemplar sofort nach dem in Duisburg als Unterabteilung angeschlossenen Rauchklubs" FeierErscheinen einzureichen. Ausgenommen hiervon sind Zeitschriften, abend" zu Gesicht tam. Das mit dem wunderhübschen Motto: Gegen die ausschließlich der Kunst, der Wissenschaft, dem Gewerbe oder Bier und Tabaksdunst ist alle Weiberlist umsunſt! versehene der Industrie dienen". Der Verteidiger legte zwei verschiedene Büchlein brachte uns die Erleuchtung. Auf 31 Seiten nichts anderes Nummern der Zeitschrift vor. Die Artikel lauteten: Fehlerhaft als tonzentrierter Stumpfsinn. Seine Sihungen schildert das christfizende Damenkleider und deren Aenderung. Die Stunft des Alen Katholische Tabakskollegium also: derns. Die Herkunft der Belze. Ein teufliches Kleidungsstüd usw." Große Seiterfeit erregte die Berlesung des Artikels: Moderner Saffo für einen Didbaud". Da abfolut nichts Politisches in der Bitschrift enthalten war, beantragte auch der Amtsanwalt die Freifprechung. Auf diese erkannte das Gericht. Bummelei bei der Landkrankenkasse. Die Reichsversicherungsordnung hat die Versicherten bekanntlich mit den Landfrankenkassen beglüdt, von deren Verwaltung die Versicherten so gut wie ausgeschlossen sind. Wie es mit der Geschäftsführung bei diesen Krankenkassen bestellt ist, zeigt ein Beschwerdefall gegen die Landkrankenkasse für den Kreis Büdingen ( Oberheffen). Gegen diese Kaffe wurde am 27. Januar d. J. eine Beschwerde wegen verweigerter Unterstützung beim Versiche rungsamt Büdingen erhoben. Wochen und Wochen bergingen, aber der Erkrankte hörte von dem Schicksal seiner Beschwerde nichts. Eine Erinnerung vom 13. März trug auch keine Nachricht ein. Endlich tam auf eine zweite Mahnung vom 1. April unterm 3. April Ein fatholischer Pfarrer geriet auf Grund folgenden Sach wenigstens eine Antwort der Aufsichtsbehörde, des Versicherungs- verhalts in die Fußangel des§ 166 des Strafgesetzbuchs und wurde amts. Sie nußte dem Erkrankten aber gar nichts, denn sie enthielt wegen Beschimpfung der protestantischen Kirche vom Landgericht nur eine Vertröstung. Wörtlich schrieb das Versicherungsamt: Breslau zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt. " Ihre Beschwerde haben wir sofort nach Eingang dem Vorstand der Landkrankenkasse zur Aeußerung übersandt. Infolge der gegen wärtig außerordentlich großen Geschäftslast ist von dort eine Antwort noch nicht eingelaufen. Wir haben dem Vorstand eine Er innerung zugehen lassen." Mit einer solchen Vertröftung ist den Erkrankten nicht gedient. Sie können beanspruchen, daß über die Berechtigung ihrer Ansprüche auf Unterstützung durch die Krankenkassen rasch entschieden wird. Wir möchten nicht das Geschrei hören, das erhoben würde, wenn eine sogenannte" fozialdemokratische" Ortstrantentasse ihre Arbeiten ebenso langsam erledigen würde. Gerichtszeitung. Der Straßenunfall der beiden Zentrumsabgeordneten vor Gericht antworten. § 166 des Strafgesetzbuchs. Der Pfarrer Dr. Paul Nieborowski gibt das in Breslau erscheinende Wochenblatt Dae katholische Deutschland" heraus, das auf dem Boden der Berliner Richtung steht. In Nr. 22 diefer Wochenschrift vor 1. Juni v. J. erschien unter der Spizmarke: Die fonfeffionelle Selbsterniedrigung der Katholiken" ein von dem Angeklagten N. verfaßter Artikel, in dem es u. a. hieß: der katholische Glaube sei nicht tonfeffionell, die katholische Stirche sei keine Konfeffion wie die übrigen christlichen Religionsgemeinschaften, viel mehr nur schlechtweg die Kirche. Die Stirche aber sei Gotteswert, während die Konfeffionen Menschenwert feien und nur elende Kari faturen und Stümper; jeder Katholit, der diese neben die Kirche stelle, erniedrige sich selbst. In diesen Redwendungen lag nach Ansicht des Gerichts eine Beschimpfung der protestantischen Landes firche, weshalb es den Pfarrer als Verfasser des Artikels und den berantwortlichen Redakteur des Blattes, Ramme, au 3 bezw. 1 Tag Gefängnis verurteilte. Das Reichsgericht verwarf am Freitag die von den Angeklagten eingelegte Revision. Die beleidigten Stadtväter von Keyin. Ift auch' ne alte Man lacht sich oft Füllt ,, Man Daß der Radau nicht fehlen darf Jad, Die Wize sprühen fein und scharf, halbwrad. Der Tabaksqualm steigt in die Luft, alles ringsumber, Bis plößlich eine Stimme schallt: sieht jo bald nichts mehr!" usw. In anderen Versen. wird besungen, wie der Pfeifenbruder in bte ewige Seligkeit einwandert und dort alles ganz wie in feinem Pfeifentlub findet. Echt christlich heißt es da: Gebt mir' nen Qualm Dazu laßt eure Pfeifen glühen, wie stets so Brauch, Ich muß jest nach dem Jenseits ziehen, Doch leichter geht's im Tabaksrauch. Wenn ich dann an den Himmel flopfe, Und Petrus läßt mich nicht herein, So laß ich ihn ne Pfeife stopfen, Dann sagt er sicher nicht mehr nein. -Er merkt auf alle Fälle Daß ich ein Rauchfollege bin, Das Tor macht auf er auf der Stelle, Und ich marschier zum Himmel rin. Man Im Himmel Pfeif und Tabat minien, raucht darin den ganzen Tag. Auch Bier kann man darinnen trinken, So viel der Magen fäffen mag. www Man singt die schönsten Rauchklubelieber, Man kennet keinen Unterschied, Doch schau ich auf die Erde nieder, Dem Rauchflub gilt mein erster Blick. Die Engel heißen mich willkommen, Als Rauchkolleg im Himmelslicht, ― Doch wollt ihr in den Himmel tommen, Vergeßt die lange Pfeife nicht. Danach scheinen die christkatholischen Pfeifenbrüder die ein aigen Menschen zu sein, die, ohne den Läuterungsprozeß im höllischen Fegefeuer durchzumachen, gleich in den siebenten Himmel fommen, der ausgerechnet als auchsalon eingerichtet ist. Den frommen Spektakel möchten wir sehen, wenn Ungläubige sich dermaßen lustig, machten über die heiligsten Gefühle jedes wahren Christen". Kleine Notizen. Vor dem Schöffengericht Berlin- Tempelhof hatte sich der Vor dem Potsdamer Schöffengericht war der SchuhmacherKraftdroschfenführer Bolaun wegen fahrlässiger Körper- meister Baul Krumnow aus Rezin wegen öffentlicher Beleidigung berlegung der beiden Reichstagsabgeordneten der Zentrums der Keßiner Stadtverordneten angeklagt. Kr. trat in einer öffent Die verschwundenen Torpedoboote. Der Verbleib der franzö fraktion, des 58jährigen Pfarrers Benedift Hebel aus lichen Versammlung, die am 1. November v. J. stattfand, und sich fischen Torpedoboote, von denen man annahm, daß sie von Wiedergeltingen und des 63jährigen geistlichen Rats, Dekan mit den Ausschußwahlen für die Ortskrankenkasse beschäftigte, als fremder Hand davongeführt worden waren, hat sich aufgeklärt. und Stadtpfarrers Johann Püz aus Wernding zu ver- bem Reginer Stadtparlament und bezeichnete die Stadtverordneten benutzt wurde, sich noch an der Stelle befindet, wo es Redner auf. Er zog in seinen Ausführungen einen Vergleich mit Man hat festgestellt, daß das Torpedoboot 174, bas als Zielscheibe Bie noch erinnerlich, waren die beiden Abgeordneten am Vor- als" Rickebrüder ohne eigene Meinung, die auf jeden Vorschlag vor einiger Zeit gefunten ist. Das andere Torpedoboot" Siagne" mittage des 4. Februar d. J. durch die Unvorsichtigkeit des Führers fammlung den Beifall der Zuhörer aus. Strumnow ersuchte schließländischen Schiff ins Schlepptau genommen und nach Italien des Vorstehers gleich nidien". Seine Worte löften in der Ver- soll die Ankertette gebrochen haben, von einem aus einer Kraftdroschte schwer verlegt worden. Die beiden Herren, die in dem Hause des Konvents der Grauen Schwestern in der ich, die Kandidaten der freien Gewerkschaften zu wählen. Diese gebracht worden sein. Mittenwalder Straße wohnten, wollten sich an jenem Vormittag neten. Zwölf stellt Strafantrag wegen Beleidigung. Nach dem Ausführungen des Str. erregten das Mißfallen der Stadtverordnach dem Reichstagsgebäude begeben. Als sie gerade im Begriff Antrag des Amtsanwalts wurde Sr. wegen öffentlicher Beleidiwaren, die Straßenkreuzung der Blücher und Mittenwalder Straße zu überschreiten, fam aus der die Verlängerung der Mittenwalder gung unter Versagung des Schußes des§ 193 zu 50 Mark GeldStraße bildenden Brachvogelstraße eine von dem jezigen Ange flagten gesteuerte Automobildroschte heran. Ehe die beiden Herren ausbiegen konnten, waren sie von dem Fahrzeug erfaßt und zu Boden geworfen worden. Sie erlitten ziemlich schwere Verlegungen und mußten sofort nach dem Hedwigskrankenhause übergeführt werden, wo sie operiert wurden. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Das Gericht tam jedoch zu einer milderen Auffassung, da ein Zeuge befundet hatte, daß die beiden Verlegten eine gewisse Mitschuld hatten, da, wenn sie ruhig stehen geblieben wären, nichts passiert wäre. Das Urteil lautete deshalb nur auf 100 M. Geldftrafe. Heiratsschwindel. ftrafe verurteilt. Vorgehen gegen die Kritik ihrer Tätigkeit erhöhe ihr Ansehen. Die 12 Stadtväter irren recht sehr, wenn sie annehmen, ihr Aus aller Welt. Minister, die den Staat betrügen. Aus London wird uns geschrieben: Der englihe Staat hat dafür gesorgt, daß es Personen, die einmal einen der sehr gut bezahlten Ministerposten bekleideten, auch im späteren Leben nicht schlecht gehen soll. Hat ein Minister seinen Posten verloren, so Als Heiratsschwindler hatte sich der frühere tann er eine Bension beanspruchen, wenn er eine Erklärung abPolizeikommissar und Amtsanwalt Konrad gibt, daß sein Privatvermögen nicht ausreicht, um Klehr betätigt, gegen den gestern das Schöffengericht standesgemäß leben zu können. Zurzeit befinden sich Berlin- Mitte unter Vorsiz des Amtsgerichtsrats Reich eine alle Pensionen, die nur in beschränkter Zahl gewährt werden, in Anklage wegen Betruges zu verhandeln hatte. den Händen von Konservativen, die es während ihrer leßten langen Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte der Angeklagte, der Regierungsperiode verstanden, alle freien Pensionen ihren Leuten verheiratet ist, aber einige Zeit von seiner Frau getrennt lebte, zuzuschieben. Drei Tage vor dem Rücktritt des Kabinetts Balfour auf Grund von Heiratsannoncen die Bekanntschaft von heirats- gewährte Herr Balfour noch seinem Bruder Gerald eine Iuftigen Mädchen gemacht, denen er sich zum Teil unter falschem Namen näherte. Unter der Vorspiegelung, die Mädchen heiraten Ministerpension. Vor kurzem ist einer der pensionierten Minister, zu wollen, trat er zunächst zu ihnen in intime Beziehungen, um ord Croß, im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Mann ihnen dann nach und nach ihre gesamten Ersparnisse abzunehmen. hinterließ ein Vermögen von 80000 Pfd. Sterl.( 1 600 000 Mit dem erschwindelten Gelde spielte er dann an anderen Stellen Mart). Zwanzig Jahre lang hat er als früherer Minister, der den noblen Kavalier. In der Verhandlung war wegen Ge- von seinem Vermögen nicht standesgemäß leben konnte, eine fährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Das Staatspension in der Höhe von 2000 Pib. Sterl.( 40 000 M.) jährGericht verurteilte den Angeklagten, der bis vor einiger Zeit in lich bezogen. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß der Mann dieses einem Orte in der Laufis als Bolizeikommissar tätig gewesen war, wegen Betruges in zwei Fällen zu 5 Monaten Gefängnis unter große Vermögen erst im hohen Greifenalter erworben hat. Aber wenn schon, so hätte er als ehrlicher Mensch auf die Weiterzahlung Anrechnung von 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft. In ähnlicher Weise hatte sich der aus Oesterreich stammende, der Pension verzichten müssen, die ihm der Staat nur unter geschon mehrfach vorbestrafte Ingenieur Adolf Wedam betätigt, der wissen Voraussetzungen gewährte. Wäre Lord Croß ein gewöhn gestern aus der Untersuchungshaft der 3. Straffammer des Land- licher Altersrentenbezieher gewesen, so wäre es ihm schlecht er gerichts II vorgeführt wurde, um sich wegen Betruges, schwerer gangen; denn man hätte ihn schnell beim Wickel gehabt. Der engUrkundenfälschung, Unterschlagung, gefährlicher Körperverlegung fische Staat gewährt Greisen und Greifinnen vom 70. Lebensjahre und Entziehung elektrischer Energie zu verantworten. Mit dieser ab eine Pension im Höchstmaß von 5 Schilling die Woche, wenn taten hat es folgende Bewandinis: Der Angeklagte, der schon sie kein oder nur ein winziges Einkommen haben. Wenn einer wegen Diebstahls und Urkundenfälschung vorbestraft ist, hatte durch dieser Staatspensionäre falsche Angaben über sein Vermögen oder ein Heiratsinserat die Bekanntschaft eines Fräuleins G. gemacht, sein Einkommen macht, so tann er oder sie bis zu sechs Monaten der er einen Heiratsantrag machte, als sie ihm erzählte, fie er- 8wangsarbeit verurteilt werden. Wenn einer sich sein Leben lang halte eine Mitgift von 18 000 M. Nachdem er ihr, gewissermaßen für die Gesellschaft abgeradert hat und dann der Versuchung unter als Vorschuß auf die Mitgift, etwa 3000 m. und verschiedene liegt, den Staat um eine fleine Summe zu betrügen, jo tommt er Schmudfachen abgenommen hatte, ließ er das Mädchen sißen, da ins Zuchthaus. Greift einer aber führ zu und nimmt er gleich er erfahren hatte, daß es mit der Auszahlung der übrigen 10 000 M. bas Zwei- bis Dreihundertfache, dann ist ihm eine Nische in hapern würde. Während beide zusammenlebten, fam es häufig Tempel ber patriotischen Selden sicher und die wohlanständige zu feinen vorchelichen Brügelszenen, welche die Zeugin veran faßten, auch Strafantrag wegen Störperverlegung au stellen.- Breffe pergießt bei seinem Tode Ströme von inte und feiert seine Als der Angeklagte sah, daß von der G. nichts mehr zu erwarten Tugenden und Verdienste in spaltenlangen Artikeln. bahnhof in Bangendreer( Westfalen) riß am Sonnabend bein Schwerer Unfall auf einem Güterbahnhof. Auf dem GüterUmladen von Waren aus einem Güterwagen die Kette eines Ladefrans, an dem eine schwere Walze hing. Die Walze fiel herab und traf zipei Rottenarbeiter, die beide gefährlich verlebt wurden. Dem einen wurde der Leib aufgerissen. Pegoudflüge in München. Der Minister des Innern, Freiherr b. Soden, teilte dem Bezirksamt von Fürstenfeldbruck mit, daß laut amtlicher Meldung das Mailänder Strafverfahren gegen Pegoud eingestellt sei. Daraufhin verlautet, Pegoud werde am 2. und 3. Mai in Puchheim bei München fliegen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2inbenstraße 69, vorn vier Treppen Fahrstuhl, wochentäglich von 4½ bis 7 Uhr abends, Sonnabends, von 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeber für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Brieffiche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Ellige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. F. B. M. 40. 1. Der Mann. 2. Zustimmung des Bormundes ist zur Berheiratung erforderlich, wenn das Mädchen noch nicht 21 Jahre alt ist. Zwei Wettende. Das deutsche Landheer hat jetzt 25 Armeekorps. Nr. 14 badisch, Nr. 15-18 preußisch, Nr. 19 fächsisch, Nr. 20 und 21 preußisch ( Gardelorps und Nr. 1-11 preußisch, Nr. 12 sächsisch, Nr. 18 württembergisch, und dazu drei bayrische Armeekorps.) Das 16. und 17. Armeekorps wurde im Jahre 1890 formiert, das 18. uno 19. Armeekorps sowie das 3. bayrische im Jahre 1905 und das 20. und 21. im Jahre 1913. Diefer Reichstag hat F. K. 1. Fragen Sie an bei der zwei Heeresvorlagen bewilligt. Stiftungsdeputation des Magistrats Berlin, Poststraße 16. Pau 2. 1. 3wedmäßig ist eine Aussprache mit dem Lefter der Präparandenanstalt. 2. In Höhe der Leistungen, die die Drtstranfenfasse gewährt, in Fällen, in benen Strankenhausbehandlung angeordnet wird. 3. 3m 14. Jahrhundert Am 16. Jahrhundert als Fahrweg eingerichtet, um Wasser von der altwendisch Struvel, war eine Bucht der Spree, die später zugeschüttet wurde. D. R. 17. Darüber sind wir nicht Spree holen zu können, Fragen Sie einen Fachmann. 21. 8. 21. Jeben orientiert. Donnerstag, abends 9 Uhr, im Bootshause, Oberschöneweide, Wilhelmsstrand. Fabrverbindung bis zum Bahnhof Baumschulenweg. 8. G. 64. 1. Die Steuer wird von dem Eigentümer eingezogen, fann jedoch, was hier geschehen ist, durch Vereinbarung abgewälzt werden. 2. Ja, Stofsten verschieden, je nach dem Umfange des Betriebés. 3. Das Einkommen pflichtigen Einkommens nicht veranlagt werden. aus dem Gewerbe bleibt fteuerfrei. 4. Ihre Frau tönnte mangels steuerF. N. 14. 1. Ja. Gricheint zwemägig. 8. Huseres Erachtens fa. 4. und 5. Es empfiehlt fich Mitteilung an die Kirchenbehörde. Arnau 38. 1. u. 2. Nein. $. R. 200. Die Wäsche sowie R. Sch. 74. Der Mann den Teil der Möbel, der mit dem Gelde Ihrer Frau bezahlt worden ist. 2. B. 115. Die Krankenbaustoften tönnen von dem Gelde gedeckt werden. Die Herausgabe des verbleibenden Betrages tönnen Sie verlangen. Sie baben jedoch kein Verfügungsrecht über den Betrag, fondern lediglich den Rießbrauch. würde auch fernerhin baftbar bleiben. Die Bestellung durch den Mann war zuläffig. Durabel. 1914. 1. Die Beffion war zulässig. Jedoch hat der Beffionar feine weiteren Rechte erworben, als wie der Bebent fie hatte. 2. Die Bernehmung kann erfolgen. Es ist in das richterliche Er messen gestellt, ob der Ausiage Glauben beigemeffen wird ober nicht 2. R. 46. 1. Ja. 2. Die Kürzung von der Miete ist nicht zulässig. Menn ble Aubeiten auf Aufforderung hin nicht ausgeführt werden, so tönnen Sie das felber tun lassen und die verauslagten Koften bezahlt verlangen, A. WERTHEIM Leipziger Str. Königstr. In dieser Woche a. Schriftliche Bestellungen&. d. Versand- Rosenthaler Str. Moritzplatz Abteilung Berlin 66 erbeten In dieser Woche Großer Herren- Artikel- Verkauf zu Extra- Preisen! 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Die Erscheinungen des Katarrhs bestehen in einer Entzündung der Schleimhäute, welche die Atmungsorgane ausfleiden und in der Absonderung eines zuerst glasigen, später mit massenhaften Batterien durchwucherten, zähen oder auch dünn flüssigen Schleimes. Die entzündete Schleimhaut, beren natürliche Abwehrvorrichtungen durch die Entzündung, außer Funktion gesezt wird, ist für diese Batterien der denkbar günstigste Nährboden. Sie ist aber auch während diefer Zeit eine ge fährliche Einbruchspforte für die Ansteckung durch Diphtheritis, Lungenentzündung und Tuberkulose, und es ist ziemlich sicher, daß die große Mehrzahl aller Tuberkulose Erfrankungen ihren Anfang während solcher Katarrhe nahmen. 0 Nase und Dhr stehen bekanntlich durch einen Kanal in Verbindung, daher greift ein Nasenfatarrh oft auf die Ohren über und verurfacht die gefährliche Mittelohrentzündung, deren Heilung äußerst langwierig ist. Eine sofortige energische Bekämpfung jedes Katarrhes, mag er nun milde oder in der schweren Form der Influenza auftreten, ist deshalb unbedingt geboten. Sie geschieht durch Bebandlung der er frankten Schleimhäute mit desinfizierenden und Löfenden Mitteln gweds Abtötung und leichter Entfernung der Batterienwucherungen. Diese Behand lung muß sich aber bis in die Tiefen der Lungen erstreden, denn gerade da ist die Gefahr am größten. Man hat deshalb schon längst Sprahapparate konstruiert, durch welche zweckdienliche Flüssigkeiten zerstäubt und eingeatmet werden. Diese Zerstäubung war aber bei den bisherigen Apparaten nicht fein genug, die Hauptmenge der Flüssigkeit gelangte nur bis an den Mund, ein ganz geringer Bruchteil auch in den Realtopf, die Berzweigungen der Luftröhren erreichten sie nie. Das gelingt nun durch Tancrés Inhalator, aus welchem die Flüssigkeit nicht in Tröpfchen mit naffem, schwerem Dampf vermischt, austritt, sondern in Form eines feinen, nicht näfjenden, gasartigen Rebels, der bis in die feinsten Teile der Luftwege gelangt. So fein ist die Bergasung, daß man diesen Nebel, wenn man ihn eingeatmet bat, wie Zigarren Apparaten ganz ausgeschlossen ist. Dadurch erklären sich die schnellen, bisher bei Statarrhen der Lufiwege ganz ungewohnten Erfolge, welche zahlreiche Aerzte veranlaßten, Tancrés Inhalator aufzunehmen und ihren Patienten zu verordnen. Trotz der kurzen Zeit, feit welcher Tancrés ne halator im Handel ist, liegen bereits über 14 000 Anerkennungsschreiben von Herzten und Batienten vor, welche durch vereidigten Bücherrevisor und polizeilich beglaubigt sind. Fälle, die jahrlang jeder anderen Behandlung geEs handelt sich dabei zum großen Teil um trott haben. So schreibt Herr Magistrats- Oberassistent Jal. Fredl, München, Rumfordstr. 24 IV. L: Es freut mich, Jhnen mitteilen zu können, daß ich mit dem von Ihnen bezogenen Inhalator sehr zufrieden bin. Ein im November bei mir aufgetretener hart. nädiger Katarrh in Verbindung mit jahre altem Brustkatarrh verursachte mir ernstliche Befürch tungen, da fich auch schweres Asthma zugefelte und das Stiegensteigen zur wahren Qual machte. Jch fezte mein ganzes Vertrauen in den von Ihnen bezogenen Inhalator und fann nun mitteilen, daß nicht bloß der Katarrh mit feinen Begleiterscheinungen und Asthma völlig geschwunden ist, sondern mich auch fräftiger und wohler als je fühle. Herr Hermann Jahnke, Berlin Nr. 58, Schönhaufer Allee 74, fchreibt: Jm November v. J. ließ ich mir auf Ihr Inferat in einer Zeitschrift Ihren Inhalator fenden. Ich kann Ihnen nur versichern, daß derselbe viel besser ist als Sie denselben angepriesen haben. Es ist wirklich herrlich, frei zu ſein, wenn man sich jahrelang mit dem Katarrh herumgeplagt hat, und jetzt bei dem ungünstigen Wetter ist Hals und Nase in Ordnung. Nähere Auskunft über den Driginal. ancré Inhalator wird von der Firma Carl A. Lancré, Wiesbaden SO 60, gerne fostenlos und ohne Kaufztvang erteilt. Man schneide den Kupon aus und fende denselben als Drud fache ein. Firma Carl A. Taneré. Wiesbaden SO 65. Ich wünsche genaue Aufllirung über Ihr neues Inhalationssystem. Es dürfen mir jedoch keine Roften hierdurch entstehen. Name und Stand: Wohnort: Genaue Adresse: Im offenen Briefumschlag mit 3 Bf. frantieren. Da die feinen Verästelungen der Luftröhren in den Lungen, die Bronchien, sich immer wieder mit zähem, batteriendurchwuchertem Schleim füllen, so ist besonders des Morgens ein heftiger Huftenreiz borhanden, der infolge der Anstrengung fehr schmerz Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei a. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. als Staatsmann will Iuliu-5 Bachem daS nicht weiter„negieren', denn: in der Palitik komme es ja.nicht auf Semiments, sondern auf realpolitische Würdigung gegebener Verbaltnisse an". Eine Blockpolitik. ohne oder gegen das Zentrum sei aber nicht möglich, und: „Wo.zu unter bieten Umständen das Operieren mit der ZentrumSsweu, Was soll nationalliberalerieits damit erreicht werden? Wäre die Situation der nationalliberalen Partei damit zu verbessern?* Es ist rührend anzusehen, wie der klerikale Führer sich das Wohl der Nationalliberalen zu Herzen gehen läsit. Dann heisit es weiter: .Ganz von selbst müyte meines Trachtens das Schwergewicht der Berhältnisie, wenn der Einflub des Junglibera» lismuS zurückgedrängt würde— und darauf käme doch die Konzentrierungsaktion in der Hauptsache hinaus—, das Verhältnis der Nationalliberalen zu der Rechten und zum Zentrum ein weniger gespanntes werden, Eine„Verbrüderung" gäbe eS allerdings auch dann nicht! eine solche könnte es nicht geben und brauchte es nicht zu geben. Es würden etwa parlamentarische Verhältnisse wieder hergestellt, wie sie in der letzten Periode der v, Bennigsen- schen Führung sich herausgebildet hatten..,. Gelänge es jetzt, eine ähnliche parlamentarische Situation zu schaffen, so würden nicht nur für den Rest der Legislaturperiode wertvolle positive Leistungen zu erwarten sein, es würden sich auch für die nächsten Reichstagswahlen gute Aussichten für die Zurückdrängung der r a d i ka l e n S t r ö m u n g e n eröffnen.". Man sieht, wie Julius Bachem, der eigentliche Vater der als „Wacker-Taktik" bezeichneten Kandidaten« und Stichwahlpolitik des Zentrums, heute schon auf die Reichstagswahlen bedacht ist. Noch eine Bauernrebellion. Zu der Bauernrevolte in der klerikalen Eifel, die durch einen Konflikt mit den kirchlichen Behörden verursacht wurde und zum Austritt von 68 Bauern aus der katholischen Kirche führte, hat sich soeben eine ähnliche auf dem evangelischen Hunsrück gesellt. Hier steht das Dorf Meckenbach im Mittelpunkt eines PfarrhauSstreites. Ende voriger Woche sprach sich eine sehr stark besuchte Bürgerver- sammlung einstimmig dafür ans, aus der evangelischen Landeskirche auszutreten. Es wurden folgende Gründe angeführt:„Wir lassen uns keineswegs gefallen, daß in unserer Gemeinde ein neues Pfarrhaus zwangsweise erbaut werden soll, wie es die Koblenzer Regierung verlangt. Eine Gemeinde von 350 Seelen darf nicht gezwungen werden, über 13 0(13 M. ohne Nacharbeiten zum Neubau aufzubringen; es geht auch nicht an, daß der Nachbarort Hofstetten den Pfarrer wählt und wir allein für die Wohnung sorgen sollen. Zieht die Regierung ihre Forde- rung nicht sofort zurück, dann kommt unser Beschluß aus Kirchen- austritt sofort zur Ausführung." Ankauf der Münchener neuen Pinakothek. Wie aus München gemeldet wird, hat der Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer die Regierungsvorlage betreffend die Erwerbung der neuen Pinakothek einstimmig angenommen. Eine Junggesellensteuer. Der Landtag von Reuß ä. L. hat eine Regierungsvorlage an- genommen, d e die Junggefellenfteuer einführt. Der Ertrag soll zur steuerlichen Entlastung der Minderbemittelten dienen. Totengräber ües Liberalismus. Das„Berliner Tageblatt" bringt in der Abend- , ausgab? vom 24. b. WA«nen Artikel über den Au s f äN der schwedischen Wahlen. Dreier Artikel ist bit- zeichnend für den Tiefstand de» deutschen Liberalismus. Das Blatt mutet den schwedischen Liberalen zu. die konservativen Stiefeln z u küssen, die ihnen soeben die Zfutztritte verseßten. Der Artikel sucht eine Gefahr darin, daß Liberale und Sozialdemokraten zusammengehen könnten, wo- durch die jetzige Regierung der Hofkamarilla regierungsunfähig würde. Und es wird sodann die Krage ausgeworfen, ob die Liberalen im eigenen wie im Interesse des Landes das verantworten können. Vielmehr sollen die Liberalen sich mit den Konservativen zur Lösung der Rüstungsfrage zusammen- finden. Es wird sodann den schwedischen Liberalen aus- einandergesetzt, daß sie ungeschickt waren, als sie„die schmackhaft, die Kultur der Küche gehört zur Tradition der HauS- flauen. Als Kochfett wird Olivenöl benutzt, gute Wurstware, wie sie namentlich Arles produziert, ist sehr beliebt. Wenig wird auf Kleidung verwendet. Auch der Wohlhabende fühlt sich nur wohl, wenn seine Kleider ihn möglichst wenig genieren. Tie Bauanlage der ansehnlichen Dörfer ist romanisch, d. h. stadtähnlich: HauS an Haus, viel Mauerwerk, wenig Gärten. Aber die Bauern haben in ihren Weinbergen und Olivenpflanzungen kleine Landhäuser, M a z e t s genannt, errichtet, wa sie mü ihren Familien den Sonn- -ag verbringen. Die Wohlhabenderen haben dort auch für Schlaf- gelegenheit gesargt und bleiben die Nacht auf Sonntag und Montag draußen. Wenn man von den Höhen oberhalb Nimes in das sonnen- beglänzte Hügelland blickt, sieht man es mit diesen in das Grau- grün der Olivenbäume eingebetteten glücklicheren Vettern der Ber- liner Laubenkolonien förmlich übersät Die heitere Natur, die Rasse und die verhältnismäßig günstigen Lebensverhältnisse haben wohl zusammengewirkt, um die provcnca- lische Bauernschaft zu einem unvergleichlich liebenswürdigen Menschenschlag zu machen. Kam nun zur ungezwungenen, herz. lichen Gastlichkeit dieser Menschen daS sozialistische Gefühl der Zu- sammcngehörigkeit und der Wunsch, es zu bezeigen, so konnte der Sozialist aus fremdem Land ob der Fülle der Freundlichkeit, die sich während einiger Tage, da er dieses Land kreuz und quer durch- streifte, förmlich in Verlegenheit kommen. Wie kommt es nun, wird mancher fragen, daß diese vom Hunger und vom Jammer der Arbeitslosigkeit verschonten Land- leute. die noch Herren ihres ProduktionZmittels, des Bodens, sind und keinem Hausherrn wucherische Grundrente leisten müssen, für sozialistische Kandidaten stimmen, sich eins fühlen mit dem Prole- tariät der großen Industrie, das viele, von ihnen nie zu Gesichte bekommen haben und— wie ich eS gesehen habe— die Idee erfassen, daß die Arbeitenden aller Länder zueinander gehören und berufen find, Frieden. Freiheit und Wohlstand auf der ganzen Erde zu begründen? Ich habe einige Tage lang die Wahl arbest der Genoffen Rouger und Compere-Morel beobachtet. Aber noch wichtiger schien mir. zu erkennen, welche sozial'st�sche Arbeit überhaupt bei den südfranzösischen Bauern vollbracht worden ist Tie Bedingungen der ersten Arbeit können die zweite unter Umstänoen und vorüber- gehend etwa» verwischen Em Wahlkamps ist eben ein Kampf um Macht und nicht ohne weiteres mit Erziehung gleichzusetzen. Aber das Problem des Sozialismus aus dem Lande ist mehr als die Frage, wie man Bauern für Sozialisten zur Urne bringt— es ist die Frage, wie der Bauer für die Idee der sozialen Befreiung der Menschheit empfänglich gemacht werden kann. «ime». Otto Pohl. J Rüstungsfrage mit der Versassungsfrage über die Reefite des Königs verkoppelten". Und schließlich wird den schwedische» Russenhctzcrn Wein ins Glas gegossen, das schwedische Volk fühle sich„in der Tat und mit Recht in seiner Sicherheit bedroht" durch russische Maßnahmen. Es sind nur wenige Wochen her, daß der militärische Sachverständige de» „Berliner Tageblatts". Major a. D. Morath, das Gegenteil schrieb, daß nämlich die Russenfurcht in Schweden weit über- trieben sei. Aber jetzt gilt es dem„Tageblatt", den Konser- vativen zu Hilfe zu kommen und da wird aus dem£ ein U gemacht. Es gibt ein schwedisches Sprichwort, das im Krämer- laden entstanden ist und auf den obigen Artikel der Jünger von Masse gut angewendet werden kann:„Das war im Sack, bevor es in die Tüte kam." Für das„Berliner Tageblatt" ist es bezeichnend, daß es seine schwedische Politik aus dem Sacke der k o n s e r v a t i V e n s ch w e d i s ch e n Presse bezieht. Denn gerade diese hat den Liberalen die Taktik empfohlen, die das„Berliner Tageblatt" kritiklos nach- plappert. Und am Tage zuvor, als das„Tageblatt" die konservativen Lockrufe zu den seinen machte, gab das liberale Hauptorgan in Stockholm die Antwort auf die koniervativen Wünsche.„Dagens Nyheter" schrieb schon am Donnerstag: „Das einzige Ueberraschende ist, daß es Konservative mit so gutem Magen und so schlechtem Kopfe gibt, daß sie es wagen, den Freisinnigen die Anlehnung a» die konservative Partei vorzuschlagen, bevor die Schlußziffern festgestellt sind, nach einer Wahlbewegung wie die verflossene. Gewiß hat man gewußt, daß die konservativen Agitatoren s e l b st nicht im g e r i n g st e n alle Verleumdungen geglaubt haben, die sie verbreiteten. Aber was für Art Leute sind sie wohl in ihrer innersten Seele, wenn sie wagen, mit offenen Armen und den Judasmund zum Kusse gespitzt, an die Männer h er anzutreten, die sie so blutig verunglimpft haben. Die Freisinnigen haben zu einer solchen Beleidigung keinen Anlaß gegeben. Vorschläge in der Richtung können nur auS einem Sinn kommen, der so weit der- g r ö b e r t worden ist, daß ihm der Verrat gegen Ideale» nd die Vergangenheit wie etwas Natürliches und Sympathisches vorkommt." Es wird dem„Tageblatt" nur angenehm sein, zu hören, wie ein wirklich liberales Blatt über seine Politik denkt! Tos„Berliner Tageblatt" wagt auch zu behaupten, daß „das Volk in Schweden sich gegen die Verfassungsthcoretiker und für die konservativen Machtpolitiker entschieden" habe. In Wirklichkeit ist. das Gegenteil eingetreten. Von 769 536 abgegebenen Stimmen baben die beiden Parteien der Linken. die„Verfassunfjstheoretiker". die in 14 Kreisen sogar mit gemeinsamen Listen zur Wahl gingen, rund 475 909 Stimmen erhalten gegen 285999 Stimmen der„Machtpolitiker". Die „Verfassungstheoretiker" können also mit ihrem Vorsprung von fast 299 909 Stimmen in dieser Beziehung sehr zufrieden sein, denn es handelte sich um einen konservativen Macht- kämpf, in dem die Verfossungsparteien zerschmettert werden sollten. Er gehört durchaus zur Autoritätsduselei des deutschen Liberalismus, wenn das„Berliner Tageblatt" vor Sven Hedin auf dem Bauche kriecht, dem Manne, der den Kampf zwischen Konservativen und Liberalen als den Kampf „zwischen Gott und dem Teufel" bezeichnete und die Offiziere eines Regiments--aufforderte, sich.bereit zu halten, wenn er sie rufen würde- Also-.Ttaatsstreichl Das ist die Nachbar- schaft des„Tageblattes". Wenn die schwedischen Liberalen das Schicksal des deutschen Liberalismus teilen wollen, mögen sie den Ratschlägen des„Berliner Tageblattes" folgen. Aber es ist kaum anzunehmen, daß dieses Ziel ihnen so verlockend wäre. Denn diese„Verfassungstheoretiker" haben selbst bei den jetzigen Kosakenwahlen aus eigener Kraft 7! Mandate ernmgen, während die deutschen Liberalen nur auf den Krücken anderer Parteien in den Reichstag gelangen. Norwegen. Die Ministerkrise. Kristiania, 22. April.(Eig. Ber.) An Stelle de? aus- geschiedenen- Handelsministcrs, Herrn Castbcrg, hat der Staats- minister den bisherigen Präsidenten des OdelSthings, Friis- Petcrsen, für das Handelsministerium gewonnen. DaS ist vom Standpunkte des Kabinetts zweifellos eine kluge Wahl. Denn FriiS-Peterscn ist eine sympathische Persönlichkeit und gleichzeitig ein Politiker, von dem das Kabinett Knudsen keine Schwierigkeiten zu erwarten b aucht. Die Sympathien, deren sich der neue Handels- minister als Privatperson erfreut sollen über die andere und schwächere Seite hinwegtäuschen. Insbesondere erlvarten die Freunde einer ernsten Sozialreform bis auf weiteres nichts, seitdem Herr Castberg gegangen wurde. Denn heute weiß man bereits, daß die Zwangsvergleichsvorlage nur einer der Gründe für die Demission CastbergS war. Im Prinzip soll er sogar mit der Vorlage einig gewesen sein, aber er wollte sie nicht gegen den Willen der Arbeiter durchgeführt wissen. Und das wurde der formelle Anlaß seines Scheidens. Inzwischen hatte aber der Handelsminister auch eine Vorlage zum Schutze der Industriearbeiter fertiggestellt. Er forderte hier für die Buchdruckereien und Teile der Papierindustrie den gesetz- lichen Achtstundentag und für die übrige Industrie den Neun- stundentag. Die übrigen Minister ließen ihn aber allein, sie gingen nicht weiter als zum Zehnstundentag. Und in der Zollpolitik blieb er auch allein, als er in der Regierung die Verwirklichung der liberalen Programmforderungen verlangte. Ter norwegische Liberalismus befindet sich eben auf der schiefen Ebene und es geht mit Riesenschritten abwärts. Schon beginnt die konservative Presse den Ton für die liberale Regierung anzugeben. Amerika. Tie Frühjahrswahlen. New Aork, S. April.(Eig. Ber.) Bemerkenswert sind die vargestern in einer Reihe von Einzelstaatcn abgehaltenen Wahlen durch drei Erscheinungen: durch das Anschwellen der sozial!- stischen Stimmen, durch die Abkehr sehr weiter Wähler- kreise von den Demokraten�, die ja im November 1212 ihren Wahlerfolg bei ihrem eigenen Stimmenrückgang lediglich der durch den Ehrgeiz Teddy RooseveltS herbeigeführten Spaltung der republikanischen Partei zu verdanken hatten, und schließ- lich durch die im Eiltempo erfolgende Auflösung der 1912 von R o o s e v e l t ins Leben gerufenen progressiven Partei. Bon zwei Nachwahlen zum Repräsentantenhaus(Zweite Kammer des Bundespurlamcnts) abgesehen, fanden am Dienstag ausschließlich Kommunal- und Country-(Kreis-) Wahlen statt. Uns Sozialisten haben sie gehalten, wa» wir angesichts des fortschreitenden Zusammenschlusses aller kapitalistischen Partelen gegen den gemeinsamen roten Feind erwarten konnten: eine starke Zunahme der Stimmenzahl aber keine entsprechende Ver- mehrung unserer Vertreter in den Kommunal- und Country» Verwaltungen. In Milwaukcc unterlag der sozialistische MayorS« (Bürgermeister-) Kandidat Seidel abermals dem vom ganzen Ordnungsbrei unterstützten„parteilosen" Bading um 8 554 Stimmen. Vor zwei Jahren vereinigte Bading 12 864 Stimmen mehr auf sich als Seidel, der 1910 nur darum durchdrang, weil ihm ein Demokrat und eist Republikaner gegenüberstanden und die relative Mehrheit zur Wahl genügt. Inzwischen erließ der Staat Wisconsin ein nur auf Milwaukee Anwendung findendes Gesetz, demzufolge nur diejengen zwei Kandidaten, welche bei den Primär- (Vor-) Wahlen die meisten Stimmen erhalten, bei den eigentlichen Wahlen als Bewerber um das gleiche Amt auftreten können. Mit diesem Gesetz wollte man ein für allemal sämtliche Bekenner der verschiedenen kapitalistischen Parteien gegen die böse Sozialdemo- kratie zusammenfassen. Lange wird auch dieses Mittel nicht mehr vorhalten, wie sich aus der rapiden Abnahme der Mehrheit des gesamten Ordnungsbreis ergibt. Uebrigens brachten unsere Genossen in Milwaukee den bis- herigen, 1910 gewählten Stadt-(Staats-) Anlvalt Haan wieder durch, wie sie auch im Vergleich zu den Wahlen von 1912 einen der sechs von den Wählern der ganzen Stadt zu vergebenden Stadtratssitze eroberten und die Zahl ihrer in Bezirksivahlen zu erkürenden Stadtratsmitglieder von sechs auf acht erhöhten. In G i r a r d(Kansas), dem Berlagsorte des in einer Auf- läge von einer halben Million Exemplaren erscheinenden sozia- listischen Wochenblattes„Appeal to Reason"(Appell an die Ber» nunft) wuchsen die sozialistischen Stimmen seit der letzten, vor drei Jahren vorgenommenen Kommunalwahl um 44 Prozent. Aber der Genosse Houghton, welcher 1911 zum Mayor ge- wählt wurde, unterlag vorgestern, weil die Demokraten, Repu» blikaner und Progressiven sich dieses Mal auf einen gemein- s a m e n Kandidaten einigten, während vor drei Jahren jede Par- tei einen eigenen Bewerber aufgestellt hatte. Die Mehrheit in der Verwaltung der 40 000 Einwohner zählenden Stadt Butte(Montana) bleibt sozialistisch, während unsere Genossen von Missoula(Montana) zwei Stadtkom- missäre durchbrachten und damit die Kontrolle über die Kommune eroberten. Die Repräsentantenhaus- Nachwahl in Paterson wurde durch den Tod Bremncrs notwendig, der im November 1912 mit 9990 demokratischen gegen 0666 republikanische, 4747 progres- sive und 1649 sozialistische Stimmen gewählt worden war. Vor- gestern wurde das Mandat von den Republikanern erobert, deren Kandidat Trucker 10 620 Stimmen erhielt, während für den De- mokraten O'Bhrne 5380, für den Sozialisten Demarest 5063 und für den Progressiven Whitehead 610 Stimmen gezählt wurden. Soweit die bürgerlichen Parteien in Betracht kommen, spielte im Wahlkampf fast nur die Zollpolitik eine Rolle. Für die Wahl O'Byrnes, dessen eventuelle Niederlage er in einem für die Leffentlichkeit bestimmten Briefe als DeSavouierung seiner eigenen Politik bezeichnete, legte sich der Präsident Wilson nachdrücklich ins Zeug. Daher mutz der Ausfall der Wahl auch als eine Verur- teilung der demokratischen Politik im allgemeinen, und der Hal- hing des Präsidenten, vor allem(leider!) der wenigstens theo- «tisch richtigen, wenn auch durch die Ausführungsbeftimmungen verschandelten Zolltarifrevision im besonderen gedeutet werden/ Noch schlechter als die Demokraten schnitten RooseveltS Progressive ab, die auch bei der Nachwahl in Boston durch den Massenabnarsch inS rspublikanischc Lager verhältnismäßig die meisten Stimmen verloren.—: Letzte Nachrichten. der mexikanische Krieg. Die Zurückhaltung der Amerikaner. Washington, 25. April. S h i v e l y, Mitglied deS Senats. ausschusseS für die auswärtigen Angejegenheiten, erklärte nach einer Konferenz im Weißen Haust, daß die nordamcrikanifchen Streitkräfte in Mexiko keine weiteren»ffenfiven Be. wegungen unternehmen würden, wenn nicht gerade Unruhen in der Hauptstadt oder offensive Bewegungen Huertai oder der 5tonstitutionalistcn ihre Aufmerksamkeit beanspruchten. Kampf vor Tampico. Beracruz, 25. April. Von den britischen Kriegsschiffen, die vor Tampico liegen, wurde dem Admiral Badger berichtet, daß bei Tampico zwischen den mexikanischen Bundestruppen und den Rebellen ein Kampf im Gange sei. Bedrohung eines amerikanischen Konsulats durch Mexikaner. Washington, 2b. April. Admiral Howard berichtet auS Mazat» I a n, daß dort eine Demonstration vor dem amerika» nischen Konsulat stattgefunden habe. Der Gouverneur Hab« jedoch jede mögliche Genugtuung geleistet. Bundessoldaten be, wachen jetzt das Konsulat. Stillegung einrs Phoenix-Werkes. Essen, 25. April. Das Hochofenwerk der Phoenix-Aktien- gesellschaft in Kupferdreh, das bis vor kurzem 260 Arbeiter beschäftigte, ist heute endgültig stillgelegt worden. Die älteren Arbeiter wurden pensioniert, während die jüngeren teilweise in anderen Betrieben der Phoenix-Gesellschast Arbeit erhalten haben. Um der Gemeinde Kupferdreh, die von der Stillegung naturgemäß empfindlich getrosten wird, die UebergangSschwierigkeiten zu er- leichtern, hat Phoenix sich bereit erklärt, die von den Kupferdreher Werken bisher gezahlten Steuern in einer Jahreshöhe von 9000 M. auf weitere vier Jahre über die Stillegung hinan» zu bezahlen. Tie Katze läßt das Mause» nicht. Köslin, 25. April. Die StadtgemeindeÄöSlin hat nach einent Extrablatte der„KöSliner Zeitung" dem Staatsanwalt mitgeteilt. daß der Verdacht bestehe, daß Alexander alias Thormann zwei Ouittungen gefälscht und einen Betrag von 386 M. sowie einen anderen von 500 M. erhoben bat. Den letzteren Betrag will Thormann an einen Stettiner Architekten Johannsen gezahlt haben, der Entwürfe für einen neu zu errichtenden Jugendsportplatz angefertigt haben soll. Der Architekt Johannsen ist aber hier in Köslin überhaupt nicht gesehen worden. Am 8. April dieses Jahre» ließ Alexander durch sein« Schreibhilfe 500 M. aus der Stadthauptkasse abheben, um diese dem angeblichen Johannsen auszuzahlen. Als der Beamte mit der Sumem ankam, erklärte ihm Alexander, der Architekt sei eben auf einen Augenblick ausgetreten. Er wolle das Geld in Empfang nehmen. Der Beamte händigte ihm den Betrag auch auS und Alexander quittierte ihm hierüber. Wie und an wen der frühere Betrag im Februar ausgehändigt wurde, läßt sich heute nicht mehr feststellen. Für káble Abende brauchen Sie einen dieser modernen eleganten Popeline- oder Seidenmäntel! 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Auf der Tagesordnung steht zunächst ein Nachtragsetat, durch den drei Millionen Mart als erste Rate zur Erwerbung des Grundstüds Königgräber Straße 121, Prinz- Albrecht- Straße 6 in Berlin für einen Garten des Abgeordnetenhauses und einen Bauplaß für das Finanzministerium gefordert werden. Abg. Winkler( f.) beantragt, den Etat ohne Debatte der Budgetfommission zu überweisen. Abg. Dr. Liebknecht( Soz.): Wir widersprechen diesem Antrag; die Sache ist zu wichtig, um ohne Debatte erledigt zu werden. Auf Vorschlag des Präsidenten Grafen Schwerin- Löwiß wird der Nachtragsetat einstweilen zurüdgestellt. Hierauf wird die Debatte über die Sekundärbahnvorlage fortgejezt. Nachdem eine Reihe von Abgeordneten ihren Wahlkreisschmerzen Ausdrud gegeben hat, spricht für die fozialdemokratische Fraktion Abg. Haenisch( Soz.): feit und einer Vereinbarung hinsichtlich dieses Gebietes, bei der und die Abhängigkeit des Gerichts von seiner politischen Stellung: Aufrechterhaltung aller übrigen Quellen der Spaltung, erzielt Der. Amtsvorsteher Oehmischen in St. Hedwigsdorf werden kann. Die Praris hat gezeigt, daß selbst eine dauernde, bei Hahnau i. Schl., der die Anzeige erstattet hat, schrieb während mehr oder minder koordinierte Tätigkeit auf einem Gebiete( parla- des Verlaufes des Prozesses an das Amtsgericht Hahnau am mentarische Tätigkeit in der Duma, Gewerkschaftsbewegung, Ver- 12. November 1911 folgenden Brief: jicherungswesen) keine Garantie bietet gegen die Zerstörung aller Früchte dieser gemeinsamen Tätigkeit bei jedem neuen Ausbruch der Kämpfe zwischen den Fraktionen. Eine Vereinbarung tann nur in dem Falle von Dauer sein, wenn sie sich auf alle Fragen der Parteiarbeit, auf alle Gebiete der Bewegung beziehen und für sämtliche Teile der vertragschließenden Parteien obligatorisch sein wird; sie wird nur dann bon Dauer sein, wenn jedes Gebiet der gemeinsamen Parteiarbeit von der Einwirkung äußerer Faktoren geschüßt sein wird, die die Einheit untergraben. So ist es z. B. vollkommen klar, daß es hoffnungslos wäre, bloß auf die Wiederherstellung der Einheit der Dumafrat tion, unter Aufrechterhaltung der Spaltung in der ganzen Partei hinzuarbeiten. Eben die Praxis der Dumafraktion, die unter dem Banner der Aufrechterhaltung der Einheit gewählt wurde, bat gezeigt, wie sehr ein solcher Versuch von vornherein zu cinem Mizerfolg verurteilt ist. In der Tätigkeit der Dumafraftion find teine wesentlichen Meinungsverschiedenheiten aufgetaucht. wenn die Einheit der Fraktion nicht bewahrt werden konnte, so nur aus dem Grunde, weil einzelne Teile der Dumafraktion un bermeidlich in die in der Bewegung selbst enthaltenen Streitig feiten hineingezogen wurden, und weil einige der untereinander fämpfenden Teile der Partei die Dumabertretung als Waffe im Fraktionskampf auszunuben suchten. Das Endergebenis war, daß alle Versuche der Wiederherstellung der Einheit der Dumafraktion an der Unn.öglichkeit scheiterten, daß die betreffenden Teile der Dumafraktion politische Verpflichtungen übernahmen, die der Politik der entsprechenden Teile der Partei zuwiderliefen. Das gleiche gilt hier auch für die Bersicherungsorganisationen und für andere Gebiete der sozialdemokratischen Tätigkeit( Gewerkschaftsbewegung, Bildungsarbeit usw.) Die Sozialdemokraten haben sich an dem tagelangen Wettrennen um die Gunst der Wähler um des willen nicht beteiligt, weil wir es nicht nötig haben, gerade bei diesem einen Anlaß unsere Volksfreundlichkeit ins rechte Licht zu sehen. Im Gegenjak zu den bürgerlichen Parteien vertreten wir die Interessen der Bevölkerung nicht nur an ein paar Tagen im Jahre, sondern ständig.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch fühlen wir uns nicht in erster Linie als die Anwälte besonderer Wahlkreisinteressen, wie viele der bürgerlichen Herren, sondern als Vertreter des gesamten preußischen Volkes und seiner allgemeinen politischen Interessen. Nichtsdestoweniger liegen uns natürlich auch die Angelegenheiten des Verkehrs sehr am Herzen. Für wirkliche Kulturaufgaben haben wir stets ein offenes Herz und eine offene Hand. Wir begrüßen es auch, daß von den Herren aus den Reihen ganisation, die die Sozialdemokratie heute spalten, unter der Konservativen und des Zentrums so viele neue Bahnen nach den finsteren Gegenden Ostelbiens und der Eifel gefordert werden; denn wir hoffen, daß mit den neuen Bahnen auch neue Gedanten in diese Gegenden ihren Einzug halten werden. So werden sich die reaktionären Befürworter all der neuen Bahnlinien wieder einmal als Revolutionäre wider Willen erweisen. ( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Nach unserer Ansicht muß die Aufgabe der Konferenz darin bestehen, daß die Meinungsverschiedenheiten auf dem Gebiete der Auslegung des Programms, ber Tattit und der OrTeilnahme der Vertreter der Internationale einer eingehenden, objektiven Untersuchung unterworfen werden. allgemeine Richtungslinie auszuarbeiten, die jeder Es muß versucht werden, in jeder dieser Fragen eine solche Seite gestattet, ihre Agitation im allgemeinen Rahmen so auszuführen, daß sie die speziellen Momente, deren Hervorhebung von ihr als besonders wichtig erkannt wird, so wenig wie möglich Redner befürwortet weiter dringend, besonders im Interesse preiszugeben braucht. Wir sind überzeugt, daß die Ausarbeitung einer solchen der Küstenbevölkerung und der Fischer von Rügen den Ausbau der Rügenschen Kleinbahn in eine Vollbahn. So Richtungslinie auch in den heifelsten Fragen, die die Partei spalten, energisch wir zollpolitische Maßnahmen zugunsten der Fischer ab- möglich ist, wenn die Teilnehmer der Konferenz den guten Willen dazu haben. lehnen, so sehr treten wir für den Schutz der nationalen Arbeit" Und wenn eine Vereinbarung über diese einzelnen Fragen durch verkehrspolitische Maßnahmen ein, zumal diese Maßregeln den Konsumenten zugute fommen. Weiter fritt Redner für Beseiti- lich, wie wir hoffen, als durchführbar erweist, so liegt es durchgung der unerträglichen Verkehrsmifere in Teltow und für die aus im Bereich des Möglichen, für die Uebergangszeit eine solche Form des organisatorischen Zusammenarbeitens Sebung der Verkehrsverhältnisse an der Strecke Berlin- Bernau der einzelnen Fraktionen zu finden, bei der eine gemeinsame Arund an der Nordbahn ein und befürwortet den Ausbau des beit mit dem Mindestmaß von Reibungen geführt werden könnte. Systems der Sonntags- und Arbeiterfahrkarten. Schließlich wendet Es könnte eine föderative Vereinigung der bestehenden sich der Redner den Verkehrsverhältnissen im Westen zu. Im allgemeinen und örtlichen Zentren, ähnlich der bei der Vorbe Ruhrrebier, das immer mehr zu einer einzigen großen Stadt werde, müsse ein Vorort- und Nahverkehr nach dem Muster von reitung des Stockholmer Kongresses vom Jahre 1906 auf der Grundlage der bollen Gleichberechtigung der födeGroß- Berlin eingeführt werden. Nachdem der Redner noch beson- rierten Teile, ihrer Vereinbarung in allen Fragen der dere Eisenbahnwünsche aus Düsseldorf und dem Sauerland praktischen Bewegung und der gemeinsamen Kontrolle bei der Vorzur Sprache gebracht hat, schließt er mit einer Polemit gegen den bereitung und Einberufung eines für alle Teile autoritativen fonservativen Abgeordneten v. Hassel, der im Interesse der hei- tongresses oder einer Konferenz geschaffen werden, die mischen Arbeiter neue Bahnbauten im Mansfelder Revier gefordert das Einigungswert durch die Schaffung einer einheitlichen habe, selbst aber in seiner Eigenschaft als Landrat die billigen aus- Parteiorganisation frönen fönnte. ländischen Arbeiter durchaus bevorzuge. Das ist der konWas die Teilnehmer der Konferenz betrifft, so kann diese servative" Schuß der nationalen Arbeit".( Beifall bei den Sozial- nach unserer Ansicht nur dann fruchtbringend verlaufen, wenn die Zusammenseßung der Konferenz bestimmt wird entweder durch die Anerkennung eines und desselben Programms, als welches das Internationale Bureau das Programm der Sozialdemo fratischen Partei Rußlands anerkannt hat, oder eines ihm ähnlichen Programms( P. B. S.- Lewiza)." Demokraten.) Nach mehrstündiger Debatte geht die Vorlage an die Budgettommission. Montag 11 Uhr: Kuitusetat. Schluß 4% Uhr. Der Einigung entgegen! Uns wird geschrieben: Wie ich erfahren, findet nächsten Donnerstag Termin statt betreffs der nicht angemeldeten sozialdemokratischen Landarbeiters versammlung im Gasthaus von Reichelt in St. Hedwigsdorf. Ich bitte ergebenst, die Schuldigen jo hoch mie möglich zu bestrafen und keine Milde walten zu lassen. Die in der gemeinsten Weise stattfindende jozialdemokratische Verhebung trägt bereits schon Früchte dadurch, daß die jungen Burschen und Knechte in jeder Weise widerspenstig und frech sind und drohen, die Arbeit niederzulegen. Wenn die sozialdemokratische Berhebung so weiter geht und weiter gehen darf, wie hier unter den Landarbeitern, so ist ein Streit vor oder in der Ernte mit Sicherheit zu erwarten. Auch bitte ich ergebenst, den Verein der Landarbeiter( Landarbeiterverband) sobald mie möglich aufzulösen. Aus den Akten ist zu ersehen, daß er ein politischer Verein ist." In einem anderen Brief dieses Amtsvorstehers heißt es: " 1 Es ist mir neulich zu Ohren gekommen, daß sämtliche männlichen und weiblichen Teilnehmer an der Versammlung genau einer wie der andere dieselben Aussagen gemacht habe. Selbstverständlich ist anzunehmen, daß sich jämtliche Teilnehmer an der Versammlung, welche gut organisiert sind, ber abredet. haben, nur ein und dasselbe auszusagen und nichts anderes. Nur die drei Zeugen, die ich als Amtsvorsteher zirka zwei Tage nach der Versammlung am 5. Oktober zu Protokoll vers nommen habe, haben ihre Aussagen wahrheitsgetreu gemacht, ohne von irgend jemand beeinflußt worden zu sein, etwas anderes auszusagen als der Tatsache entsprechend. Im allgemeinen stimmen die drei Aussagen dieser drei Personen überein und nur deshalb, weil die Verhöre überraschend und unbeirrt von jedem Einfluß Organisierter gemacht wurden. Ich bitte ergebenst, auf die Aussagen dieser drei Zeugen besonderes Gewicht zu legen." Jene drei Kronzeugen des Amtsvorstehers hatten bei der durch ihn erfolgten, selbstverständlich objektiven Vernehmung nämlich ausVersammlung davon gesprochen, daß die armen Leute Steuern gesagt, der Gauleiter des Landarbeiterverbandes habe in jener zahlen müßten, und die Reichen befämen sie dann wieder. Arbeiter sollten einfach fortlaufen usw. Die Der Amtsvorsteher schrieb noch folgenden dritten Brief an das Gericht: " Ich bitte ergebenst, den Paul Jakob nicht zu beftrafen; er hat es meines Erachtens nur aus Unerfahrenheit und Unbesonnenheit getan und ist dazu verführt worden. Hingegen bitte ich, den 15jährigen Dienstjungen E. ftreng zu bestrafen. S. ist in jeder Beziehung ein frecher Patron, wird von seinem früheren Dienstherrn nur als großer Rüpel geschildert. Auch ist S., tros meiner Warnung, Mitglied des sozialdemokratischen Landarbeiterverbandes #geblieben. Bei S. würde die strengste Strafe an gebracht sein." in dem Kopfe jenes Amtsvorstehers die Welt. Wie ganz anders doch, als sonst in Menschenköpfen malt sich Dabei ist zu beachten, daß die preußischen Amtsvorsteher in der Regel auch landwirtschaftliche Arbeitgeber sind. achter, ob die Jugendlichen der bedingten Strafaussegung zu emp Der Schöffenrichter hat in feiner Gigenschaft als Begut fehlen sind, folgenden Vermerk zu den Akten gemacht: " Die Verurteilten haben im heutigen Hauptverhandlungstermin auf den Gerichtshof den allerungünstigsten Eindruck ges macht. Troß ihrer Jugend sind sie überzeugte Anhänger der sozialdemokratischen Partei, wie es ihr verstocktes dreiftes Auftreten vor Gericht am besten kenn zeichnet. Der Hang zum Schlechten ist bei ihnen allen bereits start entwidelt. Von jugendlichem Leichtsinn fann bei ihnen bei Begehung der Straftat feine Rede sein. Mit Freuden sind sie offensichtlich der Einladung zu der von sozialdemokratischer Seite einberufenen Versammlung gefolgt, und sich weiter gegen die bestehende Ordnung, insbesondere gegen die Behörde aufreizen zu lassen. Einstimmig hat der Gerichtshof daher beschlossen, die Berurteilten nicht der bedingten Strafausseßung mit Aussicht auf demnächstige Begnadigung zu empfehlen." Die Aufgaben, die hiernach der geplanten Einigungsfonferenz zugewiesen werden, sind allerdings recht groß, und auch die Schwierigkeiten, die bis dahin zu überwinden sind, sind nicht gering. Um so ergiebiger muß sich aber die auf dieser Basis vorgeschlagene Aussprache für die Praxis der So wird das liberale Vereinsgesetz gegenüber dem Landarbeiter. Das Internationale Sozialistische Bureau beschloß be sozialdemokratischen Bewegung in Rußland gestalten. Es verband gehandhabt. Diese Aeußerungen und Begutachtungen be fanntlich in seiner Sizung vom Dezember v. J., die Initiative hängt, wie das Organisationskomitee ganz richtig bemerkt, weisen wiederum die behördliche Voreingenommenheit gegen die zu einer Einigung der verschiedenen Richtungen der Sozial- von dem guten Willen der Konferenzteilnehmer ab, ob eine Arbeiterbewegung. Sie legen aber auch jedem Landarbeiter, der demokratie Rußlands zu ergreifen. Das Erekutivkomitee des gemeinsame Richtungslinie der praktischen Bewegung ge- Gleichberechtigung aller Menschen und Besserung der bestehenden Internationalen Bureaus wurde damit betraut, eine Kon- funden wird, die täglich immer dringendere Anforderungen Zustände anstrebt, die Notwendigkeit des Anschlusses an den LandDie Nadelstichpolitik muß auch ferenz der russischen Organisationen einzuberufen, die die an die Partei des Proletariats stellt. Die sozialistische Inter- arbeiterverband dringend nahe. Einigungsaktion durch gegenseitige Aussprache im Beisein nationale kann nur wünschen, daß eine solche gemeinsame Indifferenten über die Notwendigkeit der Teilnahme am Kampf der Vertreter anderer Organisationen vorbereiten soll. Zu Basis baldigst gefunden wird, damit die Sozialdemokratie diesem Beschluß liegt jetzt die offizielle Antwort einer der Rußlands einig und geschlossen in die heraufziehenden rebeiden Parteiinstanzen vor, um die sich die meisten Organi- volutionären Kämpfe eintreten kann. fationen der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands on gruppieren. Das Organisationskomitee, das neben dem Zentralfomitee als einer der Mittelpunkte der Sozialdemo fratischen Arbeiterpartei Rußlands gilt, hat dem Internationalen Bureau folgende Antwort zugehen lassen: land führen tann. Politik und Landarbeiterverband. aufklären. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Mexiko und die Vereinigten Staaten. " Bereits gestern ist an anderer Stelle dieses Blattes Merifos imperialistische Ausbeutng" vom Genossen Ledebour sfizziert torden. Trotzdem wird es nicht überflüssig sein, den wirtschaftBoden im einzelnen nachzugehen. Das jetzige Vorgehen der auflichen Interessen der Vereinigten Staaten an dem merikanischen Union gegen Merito ist eingeleitet worden durch die Unruhen, die seit mehreren Jahren mit amerikanischem Gelde finanziert worden sind. Auch der Sturz des mexikanischen Präsidenten Porfirio Diaz( im Mai 1911) und seines Nachfolgers Madero( im Februar 1913) können mittelbar auf nordamerikanischen Einfluß zurüdgeführt werden. Wenn sich die Union gegenwärtig au einem energischen Vorstoß unter eigener Flagge gegen Merifo entschließt, so müssen dafür besonders dringliche Ursachen vorliegen. Man geht nicht fehl, wenn man sie darin sucht, daß Amerika die Panamafrage, diesen Zentralpunkt nordameri fanischer Politik im wahren und bildlichen Sinne des. Worts ciner endgültigen Lösung entgegenführen will. „ Wir begrüßen den Beschluß des Internationalen Bureaus, in dem wir einen Schritt sehen, der unter den heutigen Verhält- Der Berliner Polizeipräsident v. Jagow hat bekanntlich nissen zu einer Lösung der so atut gewordenen Parteifrise in Ruß den Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes Wir stimmen hinsichtlich der Frage über den Charakter der anzumelden. Mit diesem Vorgehen hat Herr v. Jagow einen Wunsch Meinungsverschiedenheiten in der Sozialdemokratie Rußlands voll- des Bundes der Landwirte erfüllt. Dieser hat schon im Jahre 1911 kommen mit dem Internationalen Bureau überein. Wie be- von den Behörden verlangt, den Landarbeiterverband als einen deutend diese Meinungsverschiedenheiten auf allen Gebieten der politischen Verein zu betrachten. Der Wunsch der Agrarier scheint fozialdemokratischen Tätigkeit auch sind, so können sie schon aus Herrn b. Jagow von der angeblich politischen Tätigkeit des Landdem Grunde eine dauernde Spaltung nicht rechtfertigen, weil alle arbeiterverbandes überzeugt zu haben. Fraktionen ein und dasselbe Programm anerkennen und Seitdem der Landarbeiterverband feine Tätigkeit aufgenommen in tattischen Streitfragen an die Grundsätze des Marrismus hat, wird er von den Behörden und den Gerichten verfolgt und feine Tätigkeit ganz besonders überwacht. Das Schöffengericht in Bafewalt fällte am 26. Mai 1910 u. a. folgendes Urteil über die Tätigkeit des Landarbeiterverbandes: appellieren. Wenn die Spaltung trotzdem zu immer größerem Schaden für die Arbeiterbewegung nicht aufhört, so liegt der Hauptgrund nach inserer Ansicht in den äußeren Tätigkeitsbedingungen der Sozialdemokratie Rußlands, die der Möglichkeit beraubt ist, ihre follettive Parteiansicht über neu auftauchende Fragen der Taktik auf Hem normalen Wege auszuarbeiten, über den die Arbeiterparteien in den anderen Ländern verfügen. Daß die abgehaltene Versammlung vor allen Dingen eine Aufreizung der arbeitenden Klassen zum Ansturm gegen bestehende Staatseinrichtungen und erst in zweiter Linie vielleicht einen Zusammenschluß der Landarbeiter zum Zwecke der Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen bezwedte." Ueber derartige Urteile braucht man sich bei der Zusammensegung der ländlichen Gerichte nicht zu wundern. Die Hineinbeziehung der außereuropäischen Erdteile( besonders Asiens) in die großkapitalistische Sphäre bringt es mit sich, daß die Bedeutung des Etillen Ozeans wachsen muß. Die fürzeste VerUnter diesen Verhältnissen hängt die Vereinbarung und die bindung zwischen den älteren Kulturstaaten( Europa einschließlich gegenseitige Anpassung der in der Partei entstehenden abweichenden Ansichten weit mehr als irgendwo von dem guten Willen Seit dem Jahre 1910 wird im Streise Goldberg- Haynau eine der Ostküste Amerikas) und den neuen Gebieten geht aber über und der Bereitwilligkeit zu Kompromisjen bei den ständige Bebe auf Grund des Reichsvereinsgefeges gegen den Land- Mittelamerika und so entsteht das natürliche Streben der Verleitenden Gruppen der Partei ab. Eben deshalb erscheint uns die arbeiterverband hand betrieben. hehe at bger tie bier Aktionen der einigten Staaten, biefen uitnotenpunkt in seine Hand zu Einmischung der Internationale in die zwischen diesen Gruppen Behörden sind in jenem Gebiete zu berzeichnen, um den Land- bringen. Der Panamakanal wird in furzer Zeit von den Nordbestehenden Reibungen und die Unterstübung ihrer Vertreter bei arbeiterverband als politische Organisation zu stempeln. In dem amerikanern vollendet worden sein und einen wichtigen, wirtschaft. den Versuchen, die allgemeinen Grundlagen einer Vereinbarung lebten Prozeß wurde in letter Instanz entschieden, daß der Land- lichen und strategischen Stützpunkt für sie bilden. Aber bei der zwischen ihnen auszuarbeiten, nicht nur als nüßlich, sondern auch arbeiterverband keine politische Organisation sei, daher großen Ausdehnung von Mittelamerika in nordsüdlicher Richtung als im Einklang stehend mit den Anforderungen aller russischen in dieser Beziehung eine Freisprechung erfolgte; während eine und der reletiv sehr geringen Breite von Ost nach West genügt der Arbeiter, die aufrichtig die Wiederherstellung der Einheit herbei Versammlung, die sich mit den Landkrankenkassen beschäftigte, als Besik der schmalen Kanalzone nicht, um den gesamten Verkehr über politisch angesehen und dementsprechend die Strafe wegen Nicht-| Die nachstehenden, von uns schon mittelamerika zu beherrschen oder durch den Kanal abzulenten. Die Praris der letzten Jahre hat gezeigt, daß die Wiederher anmeldung bestätigt wurde. stellung dieser Einheit nicht stüdweise, nicht durch Versuche der früher publizierten Auszüge aus den Aften des letzten Prozesses Es ist sogar denkbar, daß die mittelamerikanischen Staaten infolge Lokalisierung irgendeines Gebietes der sozialdemokratischen Tätig- l tennzeichnen die Einwirkung politischer Behörden auf das Gericht des Kanalbaus wirtschaftlich, finanziell und politisch erstarken, und fehnen. + 0 Komödienhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine vertidelte Sache. Aulabendlich: Kammermusif.( Anfang 8 hr.) Theater an der Weidendammbrücke. Sonntagnachmittag 3 11hr und allabendlich: Der müde Theodor.( Anfang 8% Uhr.) Deutsches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bar und Zimmermann. Sonntag und Donnerstag: Die Meisterfinger von Nürn berg.( Anjang 7 Uhr.) Montag und Freitag: Monfieur Bonaparte.. Sonnabend: Barsifal.( Anfang Dienstag: Tiefland. Mittwoch: Fidelio. 7 Uhr.) Sonntag: Die Jüdin. Montag: Tiefland.( Anfang 8 Uhr.) Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. A abendlich 8 Uhr: Die spanische Fliege. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der liebe Augustin. Allabendlich: Bolenblut.( Anfang 8 Uhr.) Thalia Theater. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.( Anfang 8 Uhr.) Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Frau Präsidentin. Allabendlich: Der Regimentspapa.( Anfang 8 Uhr.) Die Notbrüde. dadurch ihre Abhängigkeit von Noudamerika Lodern können. Für Feuerung für Schiffe und Lokomotiven neue verheizungsvolle nachtstraum. Donnerstag: Hamlet. Sonnabend: Der Kaufmann von die kleineren Staaten besteht diese Möglichkeit allerdings prattisch Aussichten. Der zu erwartende Aufschwung des Eisenbahn- und Benedig.( Anjang 7, Uhr.) Kammerspiele. Sonntag, Montag, Freitag, Sonnabend und Monfaum. Dagegen könnte die große Republik Merito, mit ihrem Schiffsverkehrs in Mittelamerika wird von dem am besten genuzi tag: Der Snob. Dienstag: Freiheit.( Anfang 7, Ubr.): Mittwoch: großen Mineralreichtum, günstigem Klima und mehreren brauch- werden können, der im Besitz der Oelquellen ist. So strebt denn Scheiterhaufen. Donnerstag: Wetterleuchten. Sonntag: Freiheit.( Anjang baren Häfen, ein Konkurrent der Union werden, zumal Megiko stets Nordamerika danach, Merifos Delreichtum unter seinen Einfluß 8 Uhr.) Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Professor Bernhardi. das Eindringen europäischen Kapitals bevorzugt hat. zu bringen. Und was bisher amerikanisches Kapital allein nicht Abends: Nach Damastus. Montag, Mittwoch, Donnerstag und Montag: Untersucht man unter diesem Gesichtswinkel zunächst die Ver- erreichte, das soll durch das militärische Vorgehen vollendet werden. Pygmalion.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Peer Gynt. Freitag: Beer tehrsverhältnisse in Mittelamerika näher, so ergibt sich die über- Sucht man die in der megikanischen Petroleumindustrie ange- Gyit. Sonntag: Peer Gynt. Sonnabend: Nach Damastus.( Anfang raschende Tatsache, daß Merito durch seine Eisenbahnen dem legten Kapitalien nach Ursprungsländern abzugrenzen, so ergibt sich 7%, br.) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Rosinen. Panamakanal Konkurrenz zu bieten bermag. Von diesen ten Kapitalien nach Ursprungsländern abzugrenzen, so ergibt sich Allabendlich 8 Uhr: Wie einst im Mai. Bahnen kommt zurzeit. in erster Linie die über den Isthmus von zunächst folgendes: Es existierten Ende 1912 in Megiko 55 amerika- Theater in der Königgräger Straße. Allabendlich 8 Uhr: Tehuantepec, die Tehuantepec National Railway", nische, 21 merikanische und 13 englische Petroleumgesellschaften. Mr. Bu Deutsches Künstler Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der in Frage. Diese Bahn ist bereits 1894 als Regierungsbahn er Die 89 Gesellschaften besaßen insgesamt ein Kapital von 175 Mil- Biberpels. Abends: Schneider Bibbel. Montag: Der Raub der Sabine öffnet worden, aber ihre Anlagen waren so schlecht, daß sie keine lionen Dollar. Der Anteil der mexikanischen Gesellschaften war rinnen. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag: größere Bedeutung gewann. Zu Anfang dieses Jahrhunderts er- aber verschwindend flein( 2½ Millionen Dollar). Englisches Kapis Schneider Bibbel. Sonnabend: Grziehung zur Liebe. Montag: Der Raub warb jedoch die englische Firma Pearson and Son( London) tal war dagegen mit 75 Millionen und nordamerikanisches mit der Sabinerinnen.( Anfang 8 Uhr) die Konzession zum Ausbau und Betrieb der Bahn auf 50 Jahre 97% Millionen Dollar vertreten. Schon hieraus ergibt sich, daß ( bis 1953). Die Anlagen wurden nun unter Aufwendung von England und Nordamerika in lebhaftem Wett= 15 Millionen merikanischer Dollar ausgebaut und im Januar 1907 streit um die Beherrschung der Delproduktion liegen müssen. neueröffnet. Gleichzeitig hatte die englische Firma an den beiden Die Delgesellschaften gruppierten sich um zwei Konzerne. Das Endstationen moderne Hafenanlagen errichtet, die z. B. die direkte englische Kapital konzentriert sich in den Händen der Firma Umladung aus dem Schiff in den Eisenbahnwagen ermöglichen. Die Bearson and Son( London), die wir als Besizerin der Hafenbauten verschlangen zwar weitere 40 Millionen merit. Dollar, Tehuantepecbahn kennen lernten und die auch zahlreiche meritaaber der Hafen Salina Cruz( am Stillen Ozean) ist dadurch nächst nische Bergwerksunternehmen kontrolliert. Zusammen mit dem San Franzisko der beste Hafen an der Westküste Nordamerikas ge- zweiten Deltonzern( der Doheney- Gruppe) beherrscht Bearworden. In ganz kurzer Zeit schnellte der Verkehr auf der Tehu- son 95 Proz. der Delproduktion. Die Pearson- Gruppe vereinigt antepecbahn in die Höhe. Das Charakteristische ist dabei, daß die Produktions-, Transport, Raffinerie- und Verkaufsgesellschaften, Bahn nicht nur Personen, sondern in starkem Maße auch Güter während die Doheney- Gruppe sich nur mit der Produktion und dem befördert. 1907 betrug der Verkehr 0,36 Millionen Tonnen, 1912 Transport, nicht aber mit der Raffinerie und dem Verkauf der waren es bereits 1,15 Millionen Tonnen. Diesen Aufschwung ver- gebrauchsfertigen Delprodukte befaßt. In der Doheney- Gruppe Trianon- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8 Uhr: dankt die Bahn ihrer günstigen Lage. Sie ist nur 310 Kilometer war und ist amerikanisches Kapital tätig. Bis zur formellen AufKleines Theater. Sonntag, Montag, Mittwoch, Donnerstag, Conn. Tang, liegt aber 960 Kilometer nördlicher als der Panama. Die lösung des amerikanischen Oeltrusts auf Grund des amerikanischen abend, Sonntag und Montag: Marys großes Herz. Dienstag und FreiBahn verkürzte den Weg für Dampfer von New York nach San Antitrustgesetzes vor wenigen Jahren ließ sich der Einfluß tag: Jettchen Gebert.( Anfang 8 Uhr.) Schiller- Theater O. Conntagnacmittag 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Franzisko von drei Monaten auf 25 Tage. Der Vorteil liegt also des Petroleumfönigs Rodefeller in der Doheney- Abends: Die Maschinenbauer. Montag: Das große Licht. Dienstag: darin, daß die Fracht wesentlich zu Schiff befördert werden kann. Gruppe deutlich feststellen. Seither find einzelne Unter- Herodes und Mariamne. Mittwoch: Heiligenwald. Donnerstag: RosenFür die kurze Bahnstrecke erhöhen sich die Frachtkosten nicht so nehmen von dieser Gruppe abgesplittert, deren Haupt jetzt montag. Freitag: Das große Licht. Sonnabend: Die beiden Leonoren. Montag: Heiligenwald.( Anfang wesentlich, daß die Benuzung nicht rentabel wäre. Andererseits die Waters Pierce Oil Co. bildet. Kurz nach der Sonntag: Flachsmann als Erzieher. 8 Uhr.) stellt sich die Befrachtung auf diesem Wege, der zum großen Teil Trennung erhöhte diese von dem Oberst Pierce geleitete und Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: per Schiff zurückgelegt wird, auch billiger als über die langen auch nach ihm benannte Gesellschaft ihr Kapital von 0,4 auf Rofenmontag. Abends: Deiligenwald. Montag: Heiligenwald. Dienstag: nordamerikanischen Pacificbahnen. Besonders für wertvolle Güter 21 Millionen Dollar. Wer das Kapital vorgestreckt hat, ist bis was Ihr wollt. Mittwoch: Des. Meeres und der Liebe Wellen. Donners bat die merikanische Tehuantepecbahn den nörblicheren heute nicht bekannt. Die Heimlichkeit der Transaktion könnte tag: Das Glüd im Winkel. Freitag: Wann wir altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. Sonnabend: Herodes und Mariamne. Sonntag: Die Bacificbahnen der Union einige Konkurrenz bereitet. In den darauf weisen, daß Rodefeller die Hand im Spiele hatte, um sich Maschinenbauer. Montag: Des Meeres und der Liebe Wellen.( Anfang beiden Hafenorten und Endstationen legen denn auch heute 20 große Einfluß zu behalten. Von anderer Seite wird dagegen behauptet, 8 Ubr.) Walhalla Theater. Allabendlich 8, Uhr: Tangofieber. Dampferlinien an, darunter acht europäische. Uebrigens ist der daß Petroleum trust der englisch holländische Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Tangofieber. Abends: Güterverkehr vom Stillen Ozean( der Westküste) nach dem Atlan-( die Dutch Shell"-Gruppe) oder das zum dritten Welt- Deltonzern Los von Muttern. Montag, Dienstag und Donnerstag: 203 von Muttern. tischen Ozean( Richtung Europa) fast doppelt so umfangreich als( der Europäischen Petroleum- Union") gehörige Bankhaus Mittwoch: Freie Bahn. Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: Ein umgekehrt. Rothschild die Waters Pierce Oelgesellschaft kontrolliert. Da seltsamer Fall( Anfang 8 Uhr.). Neues Volkstheater.( Reue Freie Boltsbühne.) Sonntagnachmittag Der Isthmus von Tehuantepec als natürliche Brücke des die merikanische Regierung durch die Bedingungen der Konzession, 3 Uhr: Grau Barrens Gewerbe. Abends: Die Haubenlerche Montag, Welthandels", wie Alexander v. Humboldt ihn bezeichnet hat, die Höhe der Abgaben u. a. das englische Kapital bei der Vergebung Mittwoch und Sonntag: Maria Friedhammer. Dienstag: Der Kaiserscheint nun selbst der Konkurrenz des Panamafanals standhalten von Delfeldern bevorzugt, fürchtet das amerikanische Sapital jäger. Donnerstag, Sonnabend und Montag: Die Haubenlerche. Freitag zu können. Die Tehuantepecbahn hat vor dem Panamatanal au- wieder zurückgedrängt zu werden. Es liegt daher die Kombination Frau Barrens Gewerbe.( Anfang 8, Uhr.) Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Allabendlich 8 Uhr: Die nächst den Vorzug, daß sie 960 Kilometer nördlicher liegt als der nahe, daß der jeßige Krieg gegen Megito neben anderen Absichten Förster- Christl. Kanal, was selbst bei der Entfernung New York- San Franzisko auch den Zwed verfolgt, den Einfluß der Rockefeller- Gruppe zu ver- Montis Operetten Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die noch in Frage kommt. Wichtig ist ferner, daß die Bahn durch ein größern. Es ergäbe sich dabei der für amerikanische Verhältnisse Fledermaus. Alabendlich: Jung- England.( Anfang 8 Uhr.) Roie Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Königin der Deteltet. günstiges Alima fährt, während in der tropischen Zone des feineswegs einzig dastehende Widerspruch, daß die gleiche amerika- alabendlich 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Panamatanals leichtverderbliche Güter leiden können. Die Bahn nische Regierung aus Furcht vor der öffentlichen Meinung gegen Theater am Nollendorfplan. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Drpheus hat weiter den Vorteil, daß sie kultivierte und relativ bevölkerte einen Trust vorgeht, um ihn dafür an anderer Stelle um so reich- der Unterwelt. Alabendlich 8 Uhr: Der Jurbaron. Gebiete berührt. Auch befinden sich auf dem Isthmus von Tehu- licher zu entschädigen! Metropol. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Blißmädel. Allabendlich: Die Reise um die Welt in 40 Tagen.( Anfang 7.55 Übr.) Apollo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Hartstein, der Stolz der dritten Kompagnie.( Anfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Ubr.) Reichsballen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger.( Anfang 8, Sonntags 7 Ubr.) Gebr. Herrnield- Theater. Allabendlich Die von oben und unten. ( Anfang 8 Ubr.) Admiralspalaft. 3m Tangoflub.( Anfang 9 Uhr.) Berliner Eispalast. Eisballett: Amor auf Urlaub.( Anf. 9 Uhr.) Palait am Zoo. Spezialitäten.( Täglich: 8 Uhr, Sonntag 6 Uhr.) Cines Nollendorf- Theater. Was mir die Wildnis gab.( Täglich: 6%, und 9 Uhr.) antepec Delfelder, die als Versorgungsgebiete von Heizmaterial für Auch bei dem Kampf um den Delfelderbefiz handelt es sich Schiffe( und Eisenbahnen) in Frage kommen; selbst die Zuleitung nicht allein um wirtschaftliche Interessen, sondern auch um bon Del aus weiterer Entfernung unterliegt weniger Schwierig strategische Absichten. Es ist bekannt, daß die englische Flotte feiten als am Banamatanal. Kurz, es ist wahrscheinlich, daß der durch Schiffe mit Oelfeuerung ergänzt werden foll, und England Bahn zum mindesten der Gilgutverkehr weiter vorbehalten bleiben hat sich daher bemüht, Delfelder unter den Einfluß feines Kapitals wird, und daß auch der übrige Verkehr ebenso wenig leiden wird, zu bringen. In Merito ist das in bedeutendem Maße gelungen. wie sich Banama bahn und Tehuantepecbahn gegenseitig Abbruch Die Mittelamerika borgelagerten, zum Teil in englischem Besiz getan haben. befindlichen westindischen Inseln, wie Trinidad, verfügen zivar über Delquellen, die aber mit amerikanischem Kapital gegründet worden sind. Das Vorgehen der Union richtet sich also mittelbar gegen England, das für seine Flottenstüßpunkte auf den west indischen Inseln an dem Besiz des Heizmaterials Oel start intereffiert ist. in Grof glodner, Gastein, Salzburg. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Urania Theater. Sonntag: Hochspannung. Montag und Freitag: Sonntag: Mit dem Imperator" nach New Yort. Mittwoch: Tsingtau, die deutsche Musterkolonie. Montag: Unbestimmt.( Anjang 8 Uhr.) Jugendveranstaltungen. Trotzdem haben die Nordamerikaner ein Intereffe, die Tehu antepecbahn in ihren Besiz zu bringen, weil sie heute englischem Einfluß untersteht. Durch eine Tarifpolitit entgegengesett den Interessen des Panamafanals tönnten leicht Reibereien entstehen, die eine Zurüddrängung der Engländer schon jetzt ratsam macht. Der Frachtverkehr auf der Tehuantepecbahn ist noch relativ Neben den Verkehrswegen und dem Delreichtum ist es dann flein und wird natürlich nie auch nur annähernd die Höhe der das Vorkommen von Mineralien, das den Amerikanern die Verschiffung durch den Panamatanal erreichen fönnen. Aber neben Angliederung Megitos wünschenswert erscheinen läßt. Dem Werte Lankwik. Heute Sonntag: Theaterbesuch.( Schiller Theater, Char der Isthmusbahn gibt es noch mehrere andere merikanische Eisen- nach steht an erster Stelle die Produktion von Silber, die lottenburg.) Treffpunkt der Teilnehmer um 2 Uhr Bahnhof Lankwiz( Ab bahnen, die wenn auch nicht in gerader Linie ebenfalls beide größer ist als in irgendeinem anderen Lande der Welt. Dann fahrt 2.7. Abends 7 Uhr: Unterhaltungsabend bei Schulz, Lankwiz, Stur fürstenitraße 37. Dienstag, den 28. April, abends 8 Uhr: Mädchenabend Küsten verbinden. Der Ausbau dieser Bahnen insgesamt folgt die Gold erzeugung( im Jahre 1912: 24,5 Millionen Dollar), bei Frau Modral, Charlottenstr. 47. Donnerstag, den 30. April, abends bermag nun ficher bei entschrechender Tarifpolitik dem Panama- die heute in der Weltproduktion den vierten Plab erobert hat. Die 8 lbr bei Heizmann, Marienstr. 7: Lese- und Diskussionsabend. Kanalverkehr Schwierigkeiten zu machen. Die Beherrschung upfer produktion Merifos steht an zweiter Stelle; sie hat die Sonntag, den 3. Mai: Frühlingsfeier der südwestlichen Vororte in den Meritos in irgendeiner Form liegt daher viel mehr im Interesse Spaniens bereits überholt; sie wird nur von der Nordamerikas, Blauer Bergen bei Thyrow. Treffpunkt für Lankwiz 6.27 Uhr, Bahnhof Lichterfelde- Dft. Nordamerikas als der Besitz der fleineren mittelamerikanischen allerdings um das Siebenfache, übertroffen. Auch die Förderung Republiken, die von der Union weiter entfernt sind, ein ungünsti- von Blei ist rapide gestiegen. Ferner werden Zint, Quecksilber, Allgemeine Familiensterbekaffe. Heute Babl- und Aufnahmetag geres Alima, geringere natürliche Reichtümer und eine kleinere auch Eisen und Kohlen gefördert. Die Zahl der Bergarbeiter in bon 3-6 Uhr im Restaurant Aderstr. 122 und Budower Str. 14. Bevölkerung haben als Merito. Merito beträgt heute rund 100 000. Auch in der Ausbeutung Marktprette von Berlin am 24. April 1914. nach Ermittelungen Mit Rücksicht auf den Panamakanal und die neueste Entwicke- dieser Schäße hat Merito das englische Kapital bevorzugt, trotzdem des tgl. Volizeibräfidiums. Mais( mixed), gute Sorte 0,00-0,00, Donau Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Stichtstroh 0,00. lung in der Seeschiffahrt gewinnt auch der Petroleum die lebten Präsidenten mit amerikanischem Gelde zur Herrschaft 0,00-0,00. Seu 7,40-8,50. Reichtum Merifos für die Union besonderes Interesse. Die gelangten. Marttballenpreise. 100 Stilogr. Erbien, gelbe, zum Kochen Rohölproduktion Meritos begann erst im Jahre 1907. Sie betrug Schließlich bietet auch die landwirtschaftliche Kultur Megitos 34,00-50,00. Speiſebobnen, weiße 35,00-60,00 Linien 40,00-80,00, damals 0,13 Millionen Tonnen oder 0,4 Proz. der Weltproduktion. für die Union einen Anreiz. Neben den Pflanzen, die ein tropisches Startofiein( Sleinodl.) 4,00-7,00. 1 Rilogramm Rindfleisch, von der Reule Im vergangenen Jahre war sie aber bereits auf mindestens drei lima berlangen( Kaffee, Kakao, Tabak), gedeihen Weizen, Gerste, 0.00-0.00. Rindfleisch. Bauchfleif 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Ralbfleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3,00. Millionen Tonnen oder 6 Proz. der Weltrohölgewinnung gestiegen. Bohnen, Mais, Kartoffeln. So exportiert Megiko Weizen. Auch 60 Stud Gier 3,00-4.80. 1 Kilogramm Starbten 1,20-2,40. Male Heute steht Merito von allen Petroleumproduktionsgebieten bereits seine Viehzucht( Rinder und Schafe) ist recht bedeutend. Rindvieh 1,80-3,20. 8ander 1,60-3,40. echte 1.40-2,80. Bardhe 1,00-2,20. an dritter Stelle( hinter Nordamerita mit 64 Proz. und Rußland 3. B. bildet einen Ausfuhrartikel. Welcher Steigerung die Land- Schlete 1,60-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Streble 3,50-24,00. mit 18 Broz.). Seine Delproduktion übertrifft seit 1913 die wirtschaft noch fähig ist, mag die Tatsache beweisen, daß erst rund Wafferstands- Nachrichten Rumäniens und Galiziens zusammen genommen. Aber noch 10 Proz. des Bodens bebaut find. Aber hinter der Bedeutung der immer finden neue Bohrungen statt und eine weitere Eteigerung Industrie tritt natürlich die der Landwirtschaft für die Union weit der Lundesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Betterbureau ift zu erwarten. Die meisten Delfelder sind sehr günstig gelegen; aurüd. fie befinden sich nicht weit von der Europa zugewendeten Ostfüfte, die mehrere brauchbare Häfen hat. Die Beförderung nach den Häfen durch Röhrenleitungen ist also relativ billig. Die Ausfuhr ist daher auch in die Höhe gegangen, während die Einfuhr sinkt. Der Wert der Petroleumausfuhr stieg von 1911/12 au 1912/13 bon 3,7 auf 14 Millionen mer. Dollar. Amerika verlor dadurch einen Petroleumabnehmer, der jetzt selbst sogar mit ihm konkurriert. Die Brobufte einiger merikanischer Delfelder nähern sich dazu der Be. schaffenheit nach sogar den besten pennsylvanischen Leuchtöl qualitäten. Für Vnerika gewinnt Petroleum aber in wachsendem Maße als Benzin, Heizöl für Wärme- und Kraftanlagen an Bedeutung. Die Erfindung Diesels öffnet der Anwendung von Del zur e. m. Bafferstand Memel, Kilfit Bregel, Infterburg Bei diel. Thorn Dber, Ratibor Krosjen Frantiurt Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Cpernhaus. Sonntag: Das Rheingold.( Anfang 7%, Ubr.) Montag: Die Wallüre.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Die Fledermaus. ( Anfang 7, Ubr.) Mittwoch: Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Donners tag: Bioletta.( Anfang 7%, Ubr.) Freitag: Götterdämmerung.( Anfang 61%, Uhr.) Sonnabenb: Cavalleria rusticana. Bajazzi.( Anfang 7%, Ubr.) Sonntag: Die Hugenotten.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Lohengrin.( An- Barthe, Schrimm Landsberg fang 7 Übr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag und Mittwoch: Alles um Liebe. Nee, Bordamm ( Anfang 7%, Uhr.) Wontaa, Donnerstag, Sonnabend und Montag: Beer Ibe. Leitmeriz Synt.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag und Sonntag: Die Venus mit dem Babagei.( Anfang 7, Uhr) Freitag: Die Welt, in der manfih langweilt. ( Anfang 7%, Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag, Mittwoch, Freitag, Sonntag und Montag: Bas Ihr wollt. Montag: König Lear. Dienstag: Ein Sommer. Dresden Barbo Magdeburg cm³) ant feit 24.4. 23. 4. am feit cm 288 -16 Baffernand Saale, Grochli 24.4. 23.4. cm cm³) 61 7. avel. Spanbau) 265 -5 131 Spree, 150 112 4 92 Rathenow³) 117 98 Spremberg) Beestow 104 154 Befer, Münden 169 76 -10 Minden 268 125. 10 in, Marimiliansau 472 60 -6 Staub 274 14 0 Röln 285 -106-10 Redar, Heilbronn 95 180 141 -11 Main, Hanau 173 Mojel, Trier 84. Fall. 3) Unterbegel. 1)+ bedeutet Bus. KNORR Ein kleiner Kindermagen kann nicht alles vertragen. Aber gute Süppchen aus Knorr- Hafermehl bekommen ihm ausgezeichnet. Das Paket koftet nur 30 pfg. Nr. 113. 31. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 26. April 1914. Aus der Frauenbewegung. Die Kinderfreunde Oesterreichs. Einigung der deutschen Stimmrechtsbewegung? Wir erhalten folgende Mitteilung: Fabritarbeit, ist auch die Namen- und Monogrammstiderei zuzu-| tragen, daß Personen zweifelhaften Charakters von dort ferngehalten zählen. Eine Arbeiterin muß schon lange im Beruf und sehr ge- werden. Daß das Familienleben durch die politische Tätigkeit der schidt sein, um 20 oder gar 25 Pf. in der Stunde zu verdienen. Frau natürlich in keiner Weise ungünstig beeinflußt wird, hat die In dem letzten Jahrzehnt wird in allen nationalen Organisa- Sonst beträgt wohl der Durchschnittsverdienst 10 bis 15 Pf. Dabei Erfahrung bewiesen. Prof. Broda wies darauf hin, daß, wie sein tionen der Sozialdemokratie ein neues Arbeitsfeld urbar gemacht. strengt die Arbeit Nerven und Augen stark an. Bürgerliche Damen Freund, Oberst Rey in Melbourne, betont habe, ja auch keine Man hat überall eingesehen, daß wir uns nicht nur um die Er- find allerdings als Lohnbrüderinnen kaum tätig, da der Beruf Störung des Familienlebens dadurch eintrete, daß ein Vater und wachsenen, sondern auch um die Heranwachsenden fümmern müssen, längere Uebung und intenfive Tätigkeit erfordert. Aber der Mangel feine Söhne verschiedenen politischen Parteien angehören; weshalb bevor noch anderer Samen ihren jungen Sinn erreicht hat. Nach an jeder Organisation in diesem Zweige der Heimarbeit trägt wohl jolle also, was bei der harten Art der Männer gegeneinander nicht der Jugendbewegung trat eine neue Form der Organisation auf, die Schuld, daß die Arbeitslöhne heute noch die gleichen sind wie zu Zwiftigteiten führe, sich gerade in das zartere Verhältnis zweier die sich mit dem proletarischen Stinde befassen will und die in den bor 40 bis 50 Jahren. Heute fehlt diesen schlecht bezahlten Stide- Chegatten zueinander eindrängen? rinnen fogar die Arbeitsmöglichkeit; denn von zwei Seiten ist In Norwegen ist das Frauenstimmrecht noch nicht lange genug einzelnen Ländern verschiedene Formen angenommen hat. In der ihnen Konkurrenz entstanden. Die einfache Arbeit nimmt die Maschine, eingeführt, um schon von Ergebnissen desselben sprechen zu können. Schweiz und in England wurde der Schulverein der Sozialdemo- die feine nehmen die Stichschulen Schlejiens. Um zu verhindern, In Frankreich wird das Gemeindeſtimmrecht für Frauen, das Engtratie gegründet, und die Kinder wurden in Sonntagsschulen ver- daß die armen schlesischen Webertöchter am Webstuhl brustkrant land bereits bejizt, nach Brodas Versicherung nicht mehr lange auf sammelt, wo sie in den verschiedensten Fächern sozialwissenschaft- werden, hat man in Neurode, Lewin, Reinerz, Mittenwalde, sich warten lassen, während er glaubt, daß Deutschland erst, wenn lichen, ethischen und praktischen Unterricht erhalten. Die Form der Wünschelberg und Habelschwerdt Stickschulen aus öffentlichen das Beispiel aller Nachbarländer es dazu zwingt, seinen Frauen die Schule hat aber für das proletarische Kind sehr viele Mängel, vor Mitteln erbaut und ausgestattet, und gibt ihnen noch jährliche politische Gleichberechtigung geben wird. allem, weil ein Schulunterricht die Kinder wieder an den engen Subventionen( bis zu 135 000 M.). Ein Vertreter des KunstRaum fesselt und verhindert, daß sie in die frische Luft tommen; gewerbes und eine Oberleiterin haben in diesen Schulen die Aufauch ist ja die heutige Schule, der diese Sonntagsschule nachgebildet ficht und Lehrdamen sorgen für fachgemäße Ausbildung der Schülerinnen, die sich aus allen Bevölkerungsschichten zusammensetzen. " Die Kämpfe, die seit Jahren die deutsche Stimmrechtsbewe ist, fein Ideal einer Unterrichtsorganisation, die doch vor allem Auch darum, daß diese Schulen die nötige Arbeit haben, ist der gung durchziehen und zur Gründung immer neuer Organisationen mit praktischer Tätigkeit Hand in Hand gehen müßte. In Deutsch Staat besorgt. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten hat geführt haben, haben zugleich den Wunsch nach nationaler Ge land und in Desterreich wären außerdem solche Schulen nicht mög- beispielsweise hier in Berlin, Tempelhofer Ufer 12, eine Sammel- schlossenheit rege gemacht. Am 4. Oktober werden daher Vertretelich, weil ja dazu die Erlaubnis der Staatsbehörde notwendig ist, stelle ei gerichtet, die jetzt den Namen führt: Königliche Ar- rinnen aller Organisationen in Düsseldorf zu einer Kon die nicht zu erhalten wäre. Es haben deshalb die österreichischen beitsvermittelungsstelle der schlesischen Stickschulen". Hier laufen ferenz zusammenkommen, um über die Gründung eines Bundes Genossen eine neue Form der Kinderfürsorge gefunden, die zuerst aufträge aller größeren Berliner Wäschefirmen zusammen und die deutscher Stimmrechtsvereine zu beraten. von Genossen Afritsch in Graz und dann von vielen anderen Ge- Arbeitsmaterialien gehen dann portofrei nach den schlesischen Die Konferenz wird von der Reformpartei" vorbereitet und Schulen. Die Preise, zu denen die Schulen liefern, können unter nossen und Genoffinnen propagiert worden ist und sich heute mehr solchen Verhältnissen erheblich niedriger sein als die der Berliner berufen. Sie wird von etiva 40 Stimmrechtlerinnen besucht sein. und mehr das Interesse und die Liebe der österreichischen Arbeiter- Stiderinnen. Daher sind jetzt diese geübten Arbeitskräfte fast ent- Etwaige Anfragen: Bureau Kalischer, Berlin- Wilmersdorf, Duisfchaft gewinnt. behrlich. Früher galt Plauen als Lohnbrüderin für die Stickerei- burger Str. 9." Es sind dies die Vereine der Kinderfreunde. Die Vereine der branche, jezt ist dieser Ort durch die schlesischen Schulen gänzlich aus- Die Reformpartei" innerhalb des„ Deutschen Bundes für Kinderfreunde sind selbstverständlich eine Organisation der Eltern, geschaltet. Die Schulen liefern beffere Arbeit und die Geschäfte sparen Frauenstimmrecht" ist die Gegnerin der Forderung des die für ihren Mitgliedsbeitrag das Recht erhalten, alle Kinder, so noch das Porto: ein Geschent des Staates also an die Großfirmen teichstagswahlrechtes für Frauen. Sie will sich mit biel sie immer haben mögen, in den Verein zu schicken, damit sie zum Schaden der Berliner Arbeiterinnen, die oft wochenling ohne jedem beliebigen Frauenwahl- Unrecht begnügen. Wenn jezt eine an den Spielnachmittagen, Unterrichten usw. teilnehmen können. Arbeit sind. So hungern sich denn diese Stickerinnen durch, weil Einigung unter ihrer Leitung zustande kommen sollte, so kann das es für viele zum Erlernen eines anderen Berufes zu spät ist, und Der Verein vermeidet jede Wohltätigkeit. Es gibt keine freien marten auf die Weihnachtszeit, der Hochsaison der Stickerei. Da natürlich nur in der Weise geschehen, daß der geplante Bund zu Jausen, keine Geschenke, keine Almosen. Jedes Kind muß sein fällt für die Berliner Stiderinnen ein Brosamen ab, und Lag und gunsten der Lauen und der Gegnerinnen des Reichstagswahlrechies Essen selbst mitbringen, jedes Kind sein Fahrgeld bezahlen, wenn nacht wird gearbeitet, um ein paar Weihnachtsgroschen zu ver- auf eine flare Stellungnahme verzichtet. Wir sind neugierig, ob es notwendig ist. Um es allen Kindern, auch den Aermiten, zu er- dienen. Die Geschäfte bekommen auf diese Art ihre eiligen Weih- auch die Vereine, die noch in ihren Sagungen das Reichstagsmöglichen, doch dabei zu sein, werden Spartarten ausgegeben, wo nachtssachen geliefert. So ist die Monogrammstickerei hier in Berlin, wahlrecht fordern, diefem neuen reaktionären Gebilde moralische die Kinder dazten zu 10 Seller faufen und einfleben können, die zum Teil dank der staatlichen Fürsorge" auf den Aussterbeetat und finanzielle Unterstützung leihen werden. rierae" auf ben ihnen jederzeit zurüdgezahlt werden, wenn das Kind das Geld für gebracht. Ausflüge verwenden will. Sind Kinder Arbeitsloser oder besonders Frauen in der städtischen Armenverwaltung. Den oft wieder bedürftiger Mitglieder auch dazu nicht imstande, so wird den Eltern holten Anregungen und Forderungen der sozialdemokratischen das Geld gegeben, damit sie es den Kindern einhändigen. Dadurch Stadtverordneten in Brandenburg a 5. auf Einbeziehung wird verhindert, daß die Kinder das Gefühl bekommen, sie hätten von Frauen in den Dienst der städtischen Armenpflege hat der weniger Rechte als die Zahlenden, es wird vollständige Gleich dortige Magiftrat mit Beginn des neuen Geschäftsjahres Rechnung berechtigung hergestellt. getragen. Nach einer Mitteilung des zweiten Bürgermeisters in Die Tätigkeit spaltet fich in zwei Aufgaben. Einmal sollen die sind vom 1. April 8. 3. ab 14 Frauen als Armenpflegeder am Donnerstag stattgefundenen Sibung der Stadtverordneten Kinder durch gemeinsame Ausflüge, Unterrichte und Spielnachrinnen bestellt und mit ihren Dienstobliegenheiten vertraut gemittage an eine demokratisch organisierte Gemeinschaft gewöhnt macht worden. und zum anderen Mal sollen die Eltern dieser Kinder durch Vorträge, Diskussionen und Literatur zum Verständnis ihrer erzieherischen Aufgaben geführt werden. Die Kinder stehen bei allen Veranstaltungen unter der Aufsicht einer gemügenden Anzahl von Vertrauenspersonen, die für das Wohl der Kinder verantwortlich sind. Die Kinder werden so oft als möglich ins Freie geführt, und selbst im Winter, wenn es irgend geht, werden draußen Rodelpartien, Eislauftage und Schneeballschlachten veranstaltet. Das Bewegen in freier Luft gibt ihnen die Möglichkeit, ihre förperlichen Sträfte zu entwickeln und ihre Sinne auszubilden. Es ist das beste Gegenmittel gegen die Schule und das lange Stillfißen; es ist aber auch eine kleine Hilfe gegen die elenden Wohnungsverhältnisse der großen Städte. Die Beschäftigung im geschloffenen Raume wird nur als Notbehelf bei schlechtem Wetter und im Winter geübt. Es wird aber auch bei den Unterrichten darauf geschaut, daß sie keine zwangsvollen Schul unterrichte sind, sondern zwanglose Zusammenkünfte, wo mur die Disziplin der freien Gemeinschaft herrscht. Es wird gesungen, Handfertigkeitsturse werden veranstaltet, und es wird geturnt. Jedes Kind kann wählen, welchem Unterricht es angehören will, doch kann es selbstverständlich an allen Unterrichten teilnehmen. Dadurch wird den Kindern die Beschäftigung eine Freude, die sie gern kommen läßt. Es agitiert auch niemand so für den Verein als die Kinder, die ihre Eltern betteln, dem Verein beizutreten. Wie schnell sich die Organisation entwidelt, dafür ist vor allem Niederösterreich und hier vor allem Wien ein Beispiel. Am 1. Ja nuar 1913 hatten wir 8 Ortsgruppen mit 1778 Mitgliedern, dieses Jahr 16 Ortsgruppen mit 3639 Mitgliedern. Wenn man die Wirtfchaftskrise berücksichtigt, die das ganze Jahr in Desterreich geherrscht hat, so muß man sagen: ein glänzender Erfolg. In Wien nahmen an den Veranstaltungen fast 100 000 Kinder teil. Im Freien. An 348 Halbtagsausflügen beteiligten sich. 2 82 Badetagen " " 177 Tagesausflügen " 19 Fermalausflügen 401 Spieltagen " " 87 Erfurfionen Im gesloffenen Raum Am Gesangsunterricht beteiligten sich Turnunterricht " • • 7486 " • 888 27.842 " " • 3853 1 697 39 Summa 58 313 Rinder. • . . 9 700 Kinder • 11 932 • . " 11 497 7501 " Die Frauen in der Partei. Frauenwahlrechtsanträge. Kurz vor Ostern hat Lord Selborne eine Frauenwahlrechtsbill im englischen Oberhaus eingebracht, der aber die englischen Frauen nicht das geringste Intereffe entgegenbringen. Der konservative Lord beantragt, den Frauen, die jetzt das kommunale Wahlrecht befizen, auch das politische Wahlrecht zu geben. Danach sollen nur die Frauen das Wahlrecht erhalten, die eine eigene Wohnung befizen. auch für Wales ein selbständiges Parlament zu gewähren; in dem Von den Waliser Unterhausmitgliedern ist beantragt worden, Gefeßentwurf, den sie eingebracht haben, ist auch die Gleichberech tigung der Frauen vorgesehen. Gegen den Alkohol. Genoffin Dr. Willim, geborene Prinzessin Pauline von Württemberg, ist in der Nacht zum Donnerstag in Was nüht aller noch so heftige schriftliche und mündliche Breslau gestorben. Bereits seit 28 Jahren hat die in ihrem Kampf gegen das Alkoholelend gegenüber der Menge derer, die eußern etwas erentrisch auftretende Frau sich in der sozialdemo- nicht glauben, was ihnen nicht sinnfällig vor Augen geführt wird? fratischen Partei betätigt und sie regelmäßig unterstüßt. Seitdem Dieser Erkenntnis wegen veranstaltet der Deutsche Verein gegen das Vereinsgesetz den Beitritt der Frauen zu politischen Organi- den Mißbrauch geistiger Getränke Wanderausstellungen über den beren Vereinsleben sie sich rege beteiligte und die sie auch mit zu sehen ist. Sie bietet ein reichhaltiges Material, deffen zwingend fationen gestattet, war Frau Willim Mitglied der Partei, an Alkoholismus, deren eine jest in dem Berliner Vorort Friedenau materiellen Mitteln reichlich unterstüßte. Darüber hinaus zeigte deutliche Sprache durch Vorträge und Grläuterungen in gemein fich Frau Willim notleidenden Genossen gegenüber außerordentlich verständlicher Form noch unterstützt wird. Natürlich gilt es, in hilfsbereit und hat zahllose Familien aus ihren Mitteln unter erster Linie die Jugend auf die Verheerungen hinzuweisen, die ftüßt. Genoffin Willim war eine Tochter der Herzogin Mathilde der Alkohol auf dem Gewissen hat, und sie davon zu überzeugen, von Württemberg und wurde wegen ihrer Heirat mit dem bürger- wie notwendig die völlige Enthaltsamkeit von allein geistigen Gelichen Arzt Dr. Willim aus ihrer Familie ausgestoßen. Ihre Ver- tränken ist. Deshalb werden für Schulkinder besondere, ihrem geltung bestand darin, daß sie sich dem Kampfe der Enterbten an- Verständnis angepaẞte Vorträge mit gleichzeitigen Führungen in der Ausstellung veranstaltet und sie werden aufgefordert, ihren schloß und ihm bis zum Lebensende treublieb. der Ausstellung zu veranlassen. Eltern von dem Gehörten zu erzählen und sie ebenfalls zum Besuch Frauenversammlung, in der Genoffin Adelheid Popp und Am Donnerstagabend wurde der Verstorbenen in einer großen Genoffin 2uise Bieb sprachen, ein sympathischer Nachruf gewidmet. Die Frau im Parlament. Da werden aufs anschaulichste die Wirkungen des Trinkens auf Herz, Magen, Leber, Hirn und Niere durch die Gegenüberstellung des betreffenden gesunden, des durch Alkohol angegriffenen und des bereits ganz verheerten Organs dargetan. Teils nachdenklich stimmende, teils erschütternde Aufschlüsse geben daneben Die Gegner des Frauenstimmrechts in Deutschland, die gegen die statistischen Tabellen; da werden in der Abteilung„ Alkohol Die politische Gleichberechtigung der Frau alle nur erdenklichen Ein- und Volkswirtschaft" die Einwirkungen auf Wohnungsausgaben wände erheben, wurden glänzend widerlegt durch die Ausführungen und Haushaltungsverbrauch und auf die Arbeitsluſt beleuchtet; des Herrn Prof. Broda aus Paris, des Herausgebers der„ Doku- es wird gezeigt: das Verhältnis des Alkohols zur Ernährungsfrage, mente des Fortschritts", der im Charlottenburger Verein für au Krankheiten und zur Sterblichkeit, zur Zahl der Unfälle in den Frauenstimmrecht aus eingehender Kenntnis der Verhältnisse her- Bergwerken und in verschiedenen Fabrikbetrieben, zu förperlicher aus über die Wirkungen sprach, die in anderen Ländern die Einführung der Frau ins Parlament zur Folge hatte. und geistiger Leistungsfähigkeit; in letterer Hinsicht spricht eine besonders eindringliche Sprache die Abteilung„ Alkohol und Schule". Das Furchtbarste aber sagen die Tabellen, die den Anteil des Trinkers an der Zahl der Verbrechen darstellen und den Einfluß des Alkohols auf die Nachkommenschaft. Daß die weitaus meisten Verbrechen und rohen Ausschreitungen an Sonntagen und Sonnabenden begangen werden, daß sie am Montag nur wenig ab nehmen, während ihre Zahl von Dienstag bis Freitag mit jedem Tage fintt, ist eine allgemein bekannte Tatsache, die aber doch immer wieder betont werden muß. Wie das Trinken auf das Entstehen von Nachkommenschaft überhaupt, auf deren Lebensfähigkeit und Gesundheit, auf ihre geistige und moralische Beschaffenheit, auf ihre Fruchtbarkeit und wiederum auf das Gedeihen von ihrem Kind und Kindestind in verheerendem Sinne wirkt, zeigt eine Anzahl von tabellenmäßigen Darstellungen, von denen eine, die den Stammbaum eines Trinters veranschaulicht, beredter spricht, als Bände irgendeines Werkes es vermöchten. Neben diesem abschreckenden Material hat man dann noch solches aufgestellt, das vergleichsweise einen Begriff vom Nährwert guter Getränke( Milch, Katao) und empfehlenswerter billiger Nahrungsmittel gibt. In Finnland, wo Prof. Broda ebenso wie in Australien persönliche Studien gemacht hat, hat die Einführung des Frauenstimmrechts an der Parteipolitik nur wenig geändert; wohl aber find große Fortschritte in der Sozialgesezgebung infolge des Ein17 047 Kinder. fluffes der Frauen im Parlament gemacht worden: fie treten erfolgreich für Verbesserung der Gefeße zugunsten des Erbrechts des Kindes und der Stellung der Ehefrau ein, sorgten für wirksamen Schutz des Kindes gegen Mißhandlung und Ausbeutung, für allgemeine Einführung staatlich besoldeter Hebammen; auf ihr Wirken ist das Verbot der Nachtarbeit in den Bädereien, die häufig eine Berrüttung des Ehelebens in den Familien der Bäckereiangestellten zur Folge hatte, zurüdzuführen; und das vollständige Verbot der Fabrikation, der Einfuhr und des Ausschanks von Alkohol( die Frauen hatten einfach ihre Stimmen all den Parteien versagt, die dieses Verbot nicht auf ihr Programm gejezt hatten); dieses Gesetz fonnte allerdings vorläufig erst zum Teil durchgesezt werden, weil es vom Zaren noch nicht genehmigt wurde. Es geschah das auf die Weise, daß der Ausschant auf dem Lande ganz verboten und in den Städten zum Gemeindemonopol gemacht wurde, so daß das persönliche Interesse des Wirtes an reichlichem Absah wenigstens ausgeschaltet wurde; da der Gewinn der Gemeindeverwaltung zu fließt, so können die Beamten leicht der ihnen gegebenen Weisung Aber es liegt auch ein Stüd Sozialismus in der Kinder nachkommen, so wenig wie möglich zu verkaufen, und der Ausschank ist dadurch auf ungefähr ein Fünftel gegen früher zurüdgegangen. In Neuseeland, wo den finnischen vollständig entgegengesetzte Die gemeinschaftliche Erziehung, die die Fähigkeiten zu sozia Verhältnisse herrschen, hat die politische Tätigkeit der Frau ganz lem Zusammenleben und Zusammenarbeiten schon in dem ganz ahnlich gewirkt. Nach Angaben des Präsidenten des dortigen jungen Stinde entwickeln will, arbeitet in sozialistischem Geiste. Ohne obersten Gerichtshofes sind, seit Frauen dort im Parlament fißen, Unterdrückung oder Vergewaltigung des einzelnen übt sie soziale die Berurteilungen wegen auf Alkoholgenuß zurückzuführender Eingewöhnung und pflegt fie die gemeinschaftlichen Interessen. Verbrechen um etwa 7/8 zurüdgegangen. Durch Freiheit und Förderung der individuellen Entwidelung er zieht sie zu gegenseitigem Verständnis und zu gegenseitiger Achtung. Mit dieser sozialen Grundgesinnung ist der Kindergarten jeder, auch der besten mütterlichen Erziehung überlegen. Somit erweitert fich noch der Kreis derer, die ihn brauchen: es brauchen ihn alle, die ihre Kinder in neuem, sozialistischem Geiste erzogen wpissen wollen. Dieser sozialistische Geist aber ist der andere Bürge der Zukunft des Kindergartens, denn er ist der Geist der uns überseh baren Zukunft überhaupt. Handfertigkeitsunterricht beteiligten sich An den Vorlesungen beteiligten sich. Summa 40 630 Kinder Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß alle diese Kinder auf den staubigen Straßen spielen mußten, daß sie oft ohne Aufsicht den Gefahren der Straße preisgegeben waren, so müssen wir erkennen, welche große Arbeit die Kinderfreunde für das Proletariat geleistet haben und noch leisten werden. All diese Kinder lernen sich in einer freien organisierten Gemeinschaft bewegen, sie lernen die Pflichten und Rechte des Proletariers in seinen Organisationen aus der persönlichen Erfahrung ihrer Spielnachmittage erkennen, und sie werden durch die Freude und den Genuß mit den Menschen verbunden, die für sie im späteren Leben Kameraden in Werkstatt und Fabrik und Brüder im Klassenkampf sein werden. Das schöne Wert, das da geleistet wird, wird gewiß überall Nachahmung finden, wenn auch jedes Land seine Formen für diese schöne Sache selbst finden muß. E. F. Frauenarbeit und-berufe. Staatliche Fürsorge" für Stiderinnen. Den Branchen der Beimarbeit, die fchlechter entlohnt werden als schlecht bezahlte Die politische Mitarbeit der Frauen in Australien wird dort auch von den Männern als wertvoll durchaus anerkannt. Ihr sind zu danken: die Einrichtung einer allgemeinen Staatsbürgerverfiche rung, die ohne vorangegangene Zahlung von Versicherungsbeiträgen einen gewissen Altersschuh gewährt, Hinaufießung des Schußalters der Mädchen, die Einführung von Lohnämtern, die die Seimarbeit regeln, die Aufhebung von Spielhöllen; aber die Frauen haben auch auf die Zusammensehung des Parlaments in psychologischer Hinsicht verändernd eingewirkt, indem sie dafür Sorge gartenidee. Gemeinschaftliche Erziehung. Erziehung. ( Hulda Maurenbrecher, Wachstum und Schöpfung".) Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentl. Volksverfammlung am Dienstag, den 28. April, abends 8 Uhr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilfernf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ulrich Rauscher mit erläuternden Lichtbildern. Bekanntmachung Zentralverband der Hausangestellten der Innungskrankenkaffe der Tischler- Junung zu Berlin. 48/8 ( Ortsgruppe Berlin). Sonntag, den 26. April, abends 7, Uhr, in den Corona- Prachtjälen, Kommandantenstr. 72 I: Bortrag der Kollegin Hanna. Die Ortsleitung. Oeffentliche Versammlung. Nach dem Bontrag: Gemütliches Am Montag, den 8. Juni 1914, Beisammensein und Tanz. Gäste willkommen. abends von 8-9 Uhr, finden im Gewerkschaftshaus. Engelufer 15, die Wahlen der Bertreter und deren Grsaßmänner zum Vorstand statt. Es fuid zu wählen aus der Mitte der Arbeitgeber 4 Vertreter und 8 Griagmänner, aus der Mitte der Versicherten 8 Bertreter und 16 Erfabiaänner. Wahlberechtigt sind nur die ge Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Montag, den 27. April, abends 8 Uhr: Ordentl. General- Versammlung Tagesordnung: wählten Vertreter zum Ausschuß und im Gewerkschaftshause, Saal 5. fordern wir dieselben hiermit auf, Wahlvorschläge gesondert für die Ars beitgeber und Versicherten spätestens bis 11. Mai cr. an den Vorstand, Michaelfirchstr. 15, einzureichen. Die Wahlvorschläge müssen von mindestens 3 Wahlberechtigten unterzeichnet sein. Die zugelassenen Wahlvorschläge liegen eine Woche vor der Wahl in der Zeit von 8-1 Uhr im Kassen272/15 Zu der Versammlung werden Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. verausgabt, die in nach lokal aus. folgenden Ausgabestellen zu haben sind: Bigarrengeschäft Schröder, Hagelbergerstraße 54/55. Zigarrengeschäft Horsch Engelufer 15. Bigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Plaz 10/11. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Borwärts"-Spedition, Petersburger Blaz 4. Bigarrengeschäft Schneider, Hufelandstraße 30. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Hof. Bureau des 6. Wahlkreises, Gerichtstraße 71. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Restauration von Baersch, Oldenburger Straße 10. Im übrigen berweisen wir auf die Bestimmungen der Wahlordnung. Berlin, den 25. April 1914. Der Vorstand Wilhelm Güth, Borsitzender. Allgemeine Orts- Krankenkasse für den Stadtbezirk Köpenick. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politi- Gemäß§ 116 der Staffenfatung schen Gefangenen Rußlands zugewendet. 199/9 Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. Sechster Wahlkreis. Dienstag, den 28. April, abends 8½ Uhr: Zwei öffentl. politische Versammlungen 227/ 4* 1 in folgenden Lokalen: Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147. Pharus Säle, Müllerstraße 142. Tagesordnung: „ Ist Kinderschuh Kulturarbeit?" 2 Distuffion. Referentinnen: Frau Luise Zietz und Frau Martha Demmning. Für die Einberufer: Friedrich Stäffler, Banfftr. 65. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Engelufer 14/15 II. Telephon: Amt Moritplas Nr. 4747 und 2382. Achtung! Achtung! bringen wir nachstehende Ber änderungen im Vorstande zur Kennt mis: Die Versichertenvertreter Herr Hermann Muchow und Herr Mag Hauptmann sind aus dem Vorstande ausgeschieden, an ihrer Stelle find in der Reihenfolge der Erfazvertreter gemäß die Herren: Richard Jahnke, Tischler, Kauls. dorfer Straße 2a, und Paul Mantenffel, Arbeiter, Riez 5 getreten. An Stelle des Herrn Muchom ist in der Vorstandsfizung vom 21. April Herr Frik Grahl zum Schriftführerftellvertreter gewählt worden. 272/20 Köpenid, den 24. April 1914. Der Vorstand. Friedrich Murcken, Schriftführer. Otto Nickel, Borsigender. Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin- Schöneberg. Die Wahl der Arbeitnehmergruppe des Vorstandes ist ordnungsmäßig erfolgt und sind demzufolge in ihr Amt eingetreten die Herren: Lagerverivalter Frizz Krutow, Monteur Paul Körlin, Buchdruder Otto Brünner, Rohrleger Eduard Siebert, Redakteur Artur Schuldt, Spanner Rudolf Grundmann. Die Wahl der Arbeitgebergruppe des Vorstandes ist durch Beschluß des Versicherungsamtes vom 23. April 1914 für ungültig erflärt. Aus diesem Grunde ist eine Wiederholung der Berlin- Schöneberg, 25. April 1914. Der Vorsitzende. F. Krukow. Delegierte zur ordentlichen General- Versammlung der Bezirks- Bahl diefer Gruppe erforderlich. verwaltung Groß- Berlin. Am Montag, den 18. Mai 1914, abends 8%, Uhr, in Kellers Neue Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97: Ordentl. General- Versammlung pro 1. Quartal 1914. Anträge. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen- und Arbeitsnachweisbericht. 3. Erledigung ebentl. eingegangener 4. Geschäftliches, NB. Legitimationsfarte fowie Mitgliedsbuch find mitzubringen und zweds Kontrolle bezw. Abstempelung Ohne Karte und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Borzulegen. Ber über 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rüdstande ist, hat ebenfalls feinen Zutritt. Die Bezirksverwaltung. 3. A. Werner. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen. Vergolder. Montag, den 27. April, abends 6 Uhr, im ,, Gewerkschaftshaus", Engelufer 15( Saal I). Zagesordnung: Bericht der Kommission vom 1. Quartal. Stellungnahme zum 1. Mai. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. In Anbetracht der Tagesordnung werden die Kollegen und Kolleginnen ersucht, in der Versammlung zu erscheinen. Küchenmöbel- Tischler. Montag, den 27. April, abends 6 Uhr, im Englischen Hof, Alexanderstraße 27c. Tagesordnung: Bericht von der lekten Generalversammlung. Der 1. Mai. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Einsetzer. Donnerstag, den 30. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause. Bezirk Weißensee. Montag, sen 27. April, abends 5%, Uhr, im Prälaten, Lehderstraße 122: Bezirks- Versammlung. Tagesordnung: Die diesjährige Maifeier. Verbandsangelegenheiten. 86/16 64/10 Spezialarzt f. Haut, Harn, Franenleiden, nerv. Schwäche, Beintrante jeder Art, Ehrlich pata Kuren in u. Co. tonz. Laborat. j Blut Dr. Homeyer untersuchung., Fäden 1. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Banoptikum Spt. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzabi. Separates Damenzimmer. Andreas- Festsäle Telephon: Telephon: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren über das erite Cuartal 1914. 2. Die Zeitungszustellung. 3. Wahl eines Revisors für den Hauptvorstand. 4. Verschiedenes. 20/8 Der Vorstand. Zahlreiches Erscheinen erwartet Widmet Euch dem Rudersport! 12 An die organisierte Arbeiterschaft Berlins! Um weiteren Streifen der hiesigen Arbeiterschaft den so gesundbeitsfördernden Rudersport bekannter und zugänglicher zu machen und insbesondere denen, die infolge ihrer wirtschaftlichen Lage fich einer so schönen Leibesübung bis jetzt nicht widmen fonnten, die Betätigung derselben zu ermöglichen, bestebt seit längerer Zeit eine Bereinigung der biesigen Arbeiter Rudernereine unter dem Namen Freier Ruder- Bund" Berlin. Die Einrichtungen der dem Bunde angehörigen Vereine stehen auf der Höhe und entsprechen allen billigen Anforderungen. Gintrittsgeld und Beiträge find so be. messen, daß jeder organisierte Arbeiter, sowohl wie jede Arbeiterin dieselben für einen so schönen Sport erübrigen kann. Wer die Boche über in Arbeitsstube, Werkstatt oder Fabritfaal gefrondet hat, der wird es begrüßen, wenn er sich im jezt beginnenden Frühling an den Sonntagen in der freien Natur auf unseren herrlichen Seen und Wasseriäufen austummeln fann. Durch Beitritt zu einem der angeschlossenen Vereine ist hierzu die Gelegenheit geboten. Anfragen beantworten gern die dem Bund angeschlossenen Pereine: Ruder- Verein ,, Collegia". Bootshaus: Tiefwerder bei Spandau. Sizung jeden Freitag 9 Uhr abends im Restaurant May Brimm, Charlottenburg, Windscheidstr. 18. Ruder- Verein Freiheit". Bootsbaus: Stralan, Tunnelstr. 28/29. Sigung daselbst jeden Donnerstag abends 9 Uhr. Ruder- Verein„ Vorwärts". Spreeichlok). Bootshaus: Ober- Schöneweide, Wilhelmstrand( Ueberfahrt Sigung daselbst jeden Donnerstag abends 9 Uhr. 284/16 Freier Ruder- Bund" Berlin. Bekanntmachung. Betriebskrankenkasse der Stadtgemeinde Berlin. Gemäß§ 24 der Wahlordnung zur Sabung der Betriebskrankentafe der Stadtgemeinde Berlin wird die Wahl der Bertreter der Versicherten im Borstande für die Jahre 1914 bis einschließlich 1917 auf Mittwoch, den 10. Juni 1914, abends 6 Uhr, im Sizungszimmer Nr. 63, Rathaus. 2. Stockwerk, Berlin, Königstr. 15/18, während der daselbst stattfindenden außerordentlichen Ausschußfikung an beraumt. Die Wahl wird um 7 Uhr abends geschlossen. Zu wählen find 6 Vertreter der Versicherten und 12 Eriamänner. Die Vertreter der Versicherten im Ausschuß dürfen nicht dem Vor stande angehören, werden solche in den Borstand gewählt, so scheiden sie aus dem Ausschuß aus. Wahlberechtigt find nur die Vertreter im Ausschuß. Bablbar ist nur, wer bei der Rasse versichert ist. Die Wahlen sind geheim, gewählt wird nach den Grundsäßen der Ver hältniswahl nach näherer Bestimmung der Wahlordnung. Die Vertreter der Versicherten im Ausschusse werden aufgefordert, Wahlvorschläge einzureichen, und zwar an den Vorstand der Betriebstrantentaffe der Stadtgemeinde Berlin, hier, Aleganderir. 39/40, 1 Hot, 1. ufgang, 2 Treppen. Nach§ 5 der Wahlord ung werden aber nur solche Wahlvorschläge berüasich iat, die spätestens 4 Bochen vor dem Wahltage, d. h. bis zum 13. Mai 1914 beim Borstande eingehen. Rönigstadt 3520. Andreasstr. 21. Königstabt 3520. wählen sind. Die einzelnen Bewerber find unter fortlaufender Nummer Empfehle meinen großen Saal bis 800 Personen faffend den geehrten Vereinen und Gewerkschaften zu allen Festlichkeiten und Bersammlungen. Kleiner Saal bis 180 Personen zur nächsten Saison noch Sonnabende und Sonntage frei. Gegründet 1894. 15 Mark BlusenKostüm. ceim vorzenie uleses insera es 9 Mark Sport Paletots B allen modernen Farben. F. Scholz. Cr. da au Damen sparen Geld! 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Mit den Vorschlägen ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zu Annahme der Wahl bereit ist. In jedem Wahlvorschlag ist ferner ein Bertreter des Wahlvorschlages und ein Stellvertreter für ihn aus der Mitte der Un erzeichner zu bezeichnen. Der Wahlvorschlagsvertreter ist berechtigt und verpflichtet, dem Vorstande die zur Be feitigung etwaiger Anstände erforderlichen Erklärungen abzugeben. Die An stände müssen spätestens 2 Wochen vor dem Wahltage, d. h. bis zum 27. Mai 1914 beseitigt sein. Bis zu diesem Zeitpunkte fönnen Wahlvorschläge auch zurücgenommen werden. Eine Berbindung von Wahlvorschlägen findet nicht statt. Die Bahlvorschläge find ungültig, wenn sie verspätet eingereicht werden, oder wenn sie nicht mit den erforderlichen Unterschriften versehen, oder wenn die Bewerber nicht in erkennbarer Reihenfolge aufgeführt find, es sei denn, daß die Mä gel rechtzeitig beseitigt werden. Sind auf gültigen Wahlvorschlägen im ganzen nur so viele wählbare Bewerber benannt, wie Vertreter zu wählen sind, so gelten sie als gewählt. Sind weniger Bewerber vorgeschlagen, so gelten diese ebenfalls als gewählt. Die zugelassenen Wahlvorschläge werden unter Angabe der Ordnungsnummer und des Namens des ersten Unterzeichners den Ausschußmitgliedern nebst einem mit dem Rassenftempel verschenen Wahlumschlag spätestens eine Woche vor der Bahl mitgeteilt werden. Die Stinmabgabe tit an die Wahlvorschläge gebunden. Berlin, den 16. April 1914. Der Vorstand der Betriebskrankenkasse der Stadtgemeinde Berlin. v. Schulz. Tagebuch Nr. 936 B. st./14. Geschichte des niederen Volles in Deutschland von Eccarbus 2 Bände broschiert. Früher 14 Mark jetzt 7 Mark. 272/18 Gegen Franto- Einsendung des Betrages, Franto- Versand durch Verlagsbuchhandlung W. Spemann in Stuttgart. Spitzenwäsche Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). 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