Nr. 115. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 M., monatl. 1,10 2, wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer t illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Quremburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Big.( 3läfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenatt zeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1983. Der Wiederzusammentritt des Reichstags. Heute tritt der Reichstag wieder zusammen, nachdem er gerade vier Wochen seine Tätigkeit eingestellt hatte. In dieser seiner Ruhepause hat aber das politische Leben, wie man weiß, starke Wellen geschlagen, und auch der Reichstag Dienstag, den 28. April 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplak, Nr. 1984. Unter diesen Umständen geht das arbeitende Volk erst von Merikanern angefangen, umherzuziehen und Schimpfrecht nach dieser Ruhepause nicht mit größeren Erwartungen worte gegen die Amerikaner auszustoßen, die sich in die beiden auf eine volfsfreundliche Fruchtbarkeit an diesen Reichstag größten Hotels zurückgezogen hätten. Um Mitternacht habe heran wie sonst. Aber je weniger man Hoffnungen auf diesen bürgerlichen Parlamentarismus sett, je stärker wird man das Volk bis in seine Tiefen aufwühlen müssen und es immer mehr dahin bringen, seine Geschicke selbst in die Hand zu nehmen, sei es nun ohne den Reichstag oder mit einem Reichstage, in dem wirkliche Vertreter des Volkes die Majorität haben! ſelbſt iſt in feiner Zuſammenſebung von den politischen Leben Der mexikanische Konflikt. nicht unberührt geblieben. Herr v. Riebert, für dessen. Anwesenheit im Reichstag weder eine persönliche noch eine fachliche Notwendigkeit vorlag, ist aus ihm hinauserpediert " die Menge begonnen, Steine gegen ein Hotel zu werfen. Ein Merikaner schoß in ein Hotelfenster, ohne jemand zu verwunden. Der Kommandant des deutschen Kreuzers Dresden" habe Offiziere an Land geschickt, die der Wenge mitteilten, wenn sie sich nicht binnen 15 Minuten zerstreue, würden deutsche Matrosen gelandet werden. Darauf zog sich der Volkshaufen zurüd. Deutsche Matrosen geleiteten dann die amerikanischen Frauen aus beiden Hotels auf Booten an die Schiffe im Hafen. Das Kriegsrecht in Veracruz. Veracruz, 26. April. Konteradmiral Fletcher hai am Sonntag das Kriegsrecht über Veracruz verhängt und bekannt gemacht, daß jede Ausschreitung ohne Aufschub bestraft werden würde. Niemand außer den amerikanischen Truppen dürfe Waffen führen; wer ohne Erlaubnis Schußwaffen trage, werde erschossen. Der Vermittlungsvorschlag der größeren südamerikanischen und an seine Stelle Genosse Ryssel gewählt worden. Der Staaten hat vorläufig nur eine platonische Bedeutung, obsogenannte deutsche Kandidat im Wahlkreise Schwetz gleich sich auch Huerta mit ihm einverstanden erklärt haben ist wiedergewählt worden, nachdem er sich seit 1912 zum foll. Die amerikanische Regierung wird bei aller scheinbaren drittenmal einer Wahl hatte unterziehen müssen. Ferner hat Bereitwilligkeit, auf eine Vermittlung einzugehen, doch ver- Ein Zug mit britischen und nordamerikanischen Flüchtlingen ist das Zentrum im Kreise Braunsberg Heilsberg suchen, ihre imperialistischen Pläne in Meriko durchzudrücken. unter britischer Flagge aus Merifo hier eingetroffen. einen bemerkenswerten Mandatwechsel vollzogen. Der neu- Der Vermittlungsvorschlag ist ihr auch sehr gelegen gekommen, gewählte Abgeordnete Freiherr v. Rechenberg, der Auszug der Amerikaner. frühere Gouverneur von Deutsch- Ostafrika, wird sehr bald da sie dadurch Zeit gewinnt, ihre militärischen Vorbereitungen Washington, 27. April. Nach einer Konferenz mit Präsident Gelegenheit haben, zu zeigen, wer er ist. Sein Konflikt mit zu treffen. Denn die Mobilisierung ihrer Milizen und Wilson fündigte Staatssekretär Bryan an, daß die Verhandlungen dem Obersten v. Schleinik wird bei der dritten Lesung Freiwilligentruppen erfordert noch wochenlange Arbeit. abgeschlossen seien, um allen Amerikanern das Verdes Etats eine gewichtige Rolle spielen. Immerhin ist das Eingreifen der südamerikanischen. Staaten Tassen Meritos zu gestatten. Siebenhundert AmeriIn der Presse wird jetzt bei dem Wiederbeginn des in einen großen politischen Konflikt bedeutsam, zeugt er doch faner mit ihren Frauen, die noch in der Stadt Merifo weilen, haben Reichstages erneut die Frage diskutiert, ob er troß seiner davon, daß auch in Südamerika das Selbstgefühl und die darauf mit ihren Vorbereitungen zur Abreise begonnen. umfangreichen Arbeiten, die noch unerledigt sind, gepolitische Selbständigkeit der einzelnen Staaten bedeutend schlossen werden wird, oder ob, wie es der Reichstag gewachsen ist. über diese Frage hier bereits ausführlich ausgesprochen und Das Ergebnis der schwedischen Wahlen. Stockholm, 24. April.( Eig. Ber.) Die Wahlergebnisse liegen Sie bestätigen den großen Aufjebt endgültig festgestellt vor. schung der Konservativen und der Sozialdemokraten, während die Liberalen 30 Mandate verloren haben und ihre Stimmenzahl nur mit der Wahl von 1911, erhalten: unbedeutend vermehren konnten. In Stimmen haben, verglichen Konservative Liberale Sozialdemokraten Bunabme 1911 188 691 242 795 172 196 1914 286 320 245.040 229 176 97 629 2245 56 980 selbst wünscht, eine Vertagung eintritt. Wir haben uns Inzwischen sorgt die kapitalistische Sensationspresse der fie unter dem Gesichtswinkel beurteilt, daß diese ganze Frage- Vereinigten Staaten durch eine Flut von Alarmmeldungen stellung die ungeheuerliche Abhängigkeit des einen gesetz- dafür, daß das Feuer der Kriegsbegeisterung im Volke gegebenden Faktors im Reiche, des Reichstages, von dent an- schürt wird. Denn ohne eine solche Erhizung des Nationalderen gejebgebenden Faktor, dem Bundesrat, anschneidet. Wie gefühls ist ja die Formierung der Miliz und Freiwilligendie Dinge im Moment liegen, läßt sich daran nichts ändern, aufgebote nicht durchführbar. Die Haltung der Regierung ist und das Proletariat hat ein verhältnismäßig geringes Inter- fehr zwiespältig, ihre Friedensdeklamationen müssen mit den wenn diese Frage nicht grundsäßlich und endgültig durch eine ist noch nicht abzusehen, ob den Völkern Ameritas ein langeffe daran, ob der Reichstag geschlossen, oder vertagt wird, imperialistischen Tendenzen in Widerspruch geraten. Vorläufig demokratische Reform der Reichsverfassung entschieden wird. wieriger, blutiger und kostspieliger Guerillatrieg erspart Es ist unter normalen Verhältnissen aber gar nicht daran zu denken, daß der Reichstag den schon vorliegenden und den bleibt ,, aus dem einzig und allein das Großkapital Nußen noch zu erwartenden Beratungsstoff bis vor Pfingsten zichen würde. Denn auch die Stellungnahme der merierledigt. Außer wichtigen Teilen des Etats liegt vor ihm tanischen Rebellenführer ist noch ganz unsicher, obwohl es die noch ein ganzer Katalog von Gefeßentwürfen und Kom- Regierung der Vereinigten Staaten sich etwas tosten lassen missionsberatungen. Wir greifen nur das Wichtigste heraus: wird, die Gegner Huertas auf ihre Seite zu bringen. das Gesetz über die Hausiererei und die WanderDie südamerikanische Vermittelungsaktion. lager, über die Sonntagsruhe, über den LuftWashington, 26. April. Nichtamtlich verlautet, der Plan berkehr, über die Jugendgerichte, über die Gebührenordnung für Zeugen und Sachver der jüdamerikanischen Regierungen fasse die Entfernung ſtändige, über das Gastwirtschaftsgewerbe und Huertas ins Auge, auf der die Vereinigten Staaten von die Steunpetten, über die Unterstützung der iſt den diplomatischen Vertretern von Argentinien, Brasilien vative 86 Mandate( bisher 65), Liberale 71( 101) und Sozialdemo die Kinos, über den Verkehr mit Leuchtöl, über Anfang an bestanden hätten. Das Vermittelungsanerbieten Das Ergebnis der Mandatverteilung ist folgendes: Konser Altpensionäre, über die Erweiterung der und Chile in der Stadt Mexiko sowie auch Carranza mitgeteilt fraten 73( 64). Unsere Partei hat 13 neue Mandate gewonnen, Getreide statistik, über die Spionage, über die worden. Die Gesandten von Peru, Bolivien, Costarica, hat aber an die Konservativen 4 Mandate verloren, so daß der Balistich und zur Besoldungsordnung, die Sonduras und Panama ſowie der kubanische Ge- effektive Gewinn nur 9 Mandate beträgt. Die Proportionalwahl Schaufenster. Dazu kommen die Novellen zum Borlage über den Bertrag zum Schuße des mensch schäftsträger gefellten sich zu den Gesandten von bat dieses Mal unsere Bartei besonders begünstigt, indem sie ein Borlage über den Bert See, über die Wiederauf- Argentinien, Brasilien und Chile, als diese eine Mandat auf je 3139 Wahlmänner bekommen hat, während die nahme eines Disziplinarberfahrens, über Beratung abhielten. die Konkurrenzflausel, über den Kolonial. gerichtshof, über die Post dampfschiffsverbindungen. Eine Reihe kleinerer und unwesentlicher Vor lagen, die Masse der unerledigten Petitionen und Initiativanträge wollen wir gar nicht besonders nennen. Sieht man von den schon erledigten Teilen des Etats ab, so kann man wohl behaupten, daß selbst bei Beginn einer von neuen Session dem Reichstage kaum jemals eine solche Fülle pou Beratungsmaterial vorgelegen hat, wie jetzt noch nach seiner Oſterpauſe. Die Hauptschuld daran trägt die Regierung. Seit Jahren wird der Reichstag viel zu spät Die Haltung Huertas. Washington, 27. April. Der spanische Botschafter erklärt, er habe private Nachrichten aus Meriko erhalten, daß Huerta die guten Dienste von Brasilien, Argentinien und Chile zur Beilegung des Streites angenommen habe. Amerika rüstet weiter. Insgesamt sind also abgegeben 760 536 gültige Stimmen gegen. 603 682 im Jahre 1911. Die Konservativen sind durch die Russenfurcht die größte Partei geworden, sie vertreten jekt 37,65 Broz. der Wahlberechtigten, während die Liberalen 32,22 Proz. und die Sozialdemokratie 30,13 Proz. vertreten. Unsere Partei ist aber in nicht weniger als 23 der 56 Wahlkreise die größte Partei geworden, während sie bei der vorigen Wahl nur in 13 Kreisen diese Stellung inne batte. darunter 12 von den Liberalen und 1 von den Konservativen. Sie Konservativen ein Mandat auf 3329 und die Liberalen auf 3451 Wähler bekamen. Wäre das ganze Land ein Wohlkreis gewesen, hätten wir nur Anspruch auf 70 Mandate gehabt und die Liberalen auf 74. Diesmal hat die Wahlkreisgeometrie uns also be günstigt, während bei der vorigen Wahl die Liberalen in dieser glücklichen Stellung waren. An Stelle der 101 Mandate hätten die Liberalen 1911 bei einer gerechten proportionalen Verteilung nur Anspruch auf 92 Mandate gehabt, die Konservativen auf 72 statt Washington, 27. April. In amtlichen Streisen scheint man 65 und die Sozialdemokraten auf 66 anstatt 64. Genau gesehen, ist über die Aussicht erfreut zu fein, daß Huerta dem Ver- also die Verschiebung ziemlich geringfügig, zu einem nicht geringen mittelungsvorschlage Gehör schenken werde. Aber trotz Teil ist sie sogar die Folge der Wahlkreisgeometrie, die das eine aller Friedenshoffnungen dürften die Kriegs- Mal die Liberalen, das andere Mal uns begünstigte. Die Konserborbereitungen in der Armee und der Flotte vativen haben bei beiden Wahlen ungefähr das bekommen, was einberufen, ſeit Jahren werden die Regierungsvorlagen nicht nachlassen. ihnen nach ihrer Stimmenzahl zustand. Eine fonservative MehrNeuer Zündstoff. außergewöhnlich langsam und unvollkommen vorbereitet. Das heit hat die Wahl weder in der Zweiten Kammer, noch in den geWashington, 27. April. Der amerikanische Generalkonsul Hanna meinsamen Abstimmungen der beiden Kammern erreicht. Zur geht so weit, daß eingesetzte Kommissionen ihre Arbeiten wochenlang sistieren müſſen, nur weil die Regierung in der in Monterey berichtet von einer ihm durch die Föderaliſten wider- Mehrheit in der zweiten Kammer fehlen ihnen 30 Mandate und Borlage das Material nicht entsprechend und ausgiebig genug fahrenen Demütigung: Ein Hauptmann der Bundestruppen kam am in den gemeinsamen Abstimmungen etwa 20 bis 25 Mandate. Noch vorlegt. Sind die Verhandlungen im Gange, ſo läßt der 21. April, vom Böbel begleitet, vor das Konsulat, erbrach die Türe ungünstiger sieht es mit ihrer Mehrheit aus, wenn man die Bundesrat wieder mit seinen entscheidenden Entschlüssen zu und forderte die Einziehung der Flagge der Vereinigten Staaten; Stimmenzahlen der beiden linten Parteien mit auf sich warten. Dann wieder müssen diese Beratungsgegen Bundesfoldaten die Flagge bereits nieder und traten darauf herum. Die Linte gestimmt, gegen 285 000 für die Rechte. Die überwiegende stände, im Reichstage zurückgestellt werden, weil er seine ge- In das Generalkonsulat wurde eine Bache gelegt und alle Infassen Mehrheit der Wähler haben sich also für die Politik der schäftlichen Dispositionen inzwischen wesentlich ändern mußte. gefangen genommen. Am 22. April kam Polizei und durchsuchte das inten ausgesprochen und gegen die Politik der Hoffamarilla So treibt eine Verzögerung die andere, und das Ergebnis Gebäude. Der Generalkonsul wurde unter dem Geleite der Menge und die Konservativen. ist ein ungeheurer Berg von unerledigten über die Straße geschleppt und ins Zuchthaus gefahren, sodann in Die Stimmenzahlen und Verluste der Liberalen müssen aber Aufgaben, eine steigende Ausdehnung der das Gerichtsgebäude, unter of dorfer wewegung gehalten und am recht fühl beurteilt werden. Denn darin find eine große Zahl rechtsSeifion, eine Ueberbürdung und Ueber Abend vor das Kriegsgericht gestellt mit der Beschuldigung, daß er es mit liberaler Stimmen auch rechtsliberaler Mandate enthalten, die nur müdung der Reichstagsabgeordneten und den Rebellen halte. Erst an 21. mare er wieder freigelaſſen, als die langit fällige Liquidation einer im liberalen Gewand Reichstagsbeamten. Hilfe ist nur möglich durch rück- die Rebellen Monterey eingenommen hatten, die ihn sehr entgegen aufgetretenen konservativen Barteirichtung bedeuten. Diese Reinis lichtsloje Energie des Reichstages gegenüber der Regierung; tommend behandelten.- Präsident Wilson und Staatssekretär Bryan gung wäre auch zu erwarten gewesen, wenn nicht zufällig die aber es hieße Feigen vom Dornenstrauch pflücken wollen, sind sehr aufgebracht über das Verhalten der Föderalisten. Rüstungsfrage, sondern eine große demokratische Frage Gegenstand wenn man eine solche Energie von der bürgerlichen Mehrheit Das Eingreifen eines deutschen Kriegsschiffes in Tampico. des Wahlkampfes gewesen wäre. Wie wenig die Rüstungsfrage des gegenwärtigen Reichstages erwarten wollte. Vielleicht Köln, 27. April. Die Kölnische Zeitung" meldet aus für diese Leute entscheidend war, geht schon aus den minimalen muß die Unsinnigkeit dieser Art parlamentarischer Arbeit noch mehr auf die Spike getrieben werden, um ihre gänzliche New York: Aus Galveston wird berichtet: Die Flüchtlinge Abweichungen zwischen dem Programm der Regierung und dem des Unhaltbarkeit zu erweisen und eine Aenderung zu erzwingen. aus Tampico erzählen, am Dienstagabend hätten Haufen Herrn Staaff hervor. Bis auf die Detailfragen handelt es sich .'Igentlich nur um VA Monate Ilobungszcit der Jnfantcrie süüer oio Grös;e deu Panzerschiffe wird man sich schon einigen!) und um Sie Frage der zusammenhängenden oder geteilten Rekrutenschule. Im finanziellen Effekt ist die Differenz aber etwa 115 Proz., was nicht unbedeutend ist, wo schon 45 Proz. des Budgets für Rüstungen draufgehen. Tie abgesplitterten Rechtsliberalen, die mit den Xonscrvativen gemeinsam unter der Listenbezeichnung„Die Ver- teidigung zuerst" zur Wahl gingen, hätten daher wenig Ursache zu ihrem Verrat gehabt, wenn sie nicht längst dafür reif gewesen wären. Die Kammer soll erst am 13. Mai zusammentreten, weil die Regierung ihre Militärvorlagc er st fertig- st e l l e n will. Die neue Lage in d c r K a m m e r lätzt sich noch nicht übersehen, aber die Konservativen buhl-n schon um die Gunst der liberalen Stimmen und in ihrer Presse wird der Bruderkuh an- geboten. Da» liberale Hauptorgair in der Hauptstadt,„Tagens Nhheter", verhöhnt die lockigen Jünglinge mit ihren Liebeswerbungen nicht schlecht:„Man hat schon so bei kleinem begonnen, die Hirtenflöte zu blasen für die freisinnige Partei, der man jetzt seit einigen Monaten Ehrlichkeit und Ehre zu entreißen bestrebt war. In Wirklichkeit ist sie ja ebenso verteidigungsfreundlich wie die Konservativen, heißt es jetzt. lind man will ihr so wohl. Das gemästete Kalb liegt schon auf der Schlachtbank in Erwartung der Feier der Heimkehr des verlorenen Sohnes. Alles soll wieder gut werden, und die Freisinnigen sollen nie Anlaß bekommen, die Stunde zu bereuen, in der sie sich in den Schutz der hochsinnigen Konservativen begaben. Ter Platz an der rechten Seite steht in Bereitschaft und es ist nichts im Wege, daß die„Landesverräter" auch politische Abenteurer genannt, sogar in den Hochsitz gesetzt werden." Aber das Blatt lehnt dankend ab. Es weist auf das liberale Rüstungsprogramm hin und will es den anderen überlassen, aus dieser Grunorage die Wehrfrage mit den Liberalen zu lösen. Eben- so wird jede Kombination einer liberalen Regierung abgelehnt, ein Vorschlag Brantings; es heißt vielmehr: die Liberalen haben keine Verpflichtung, den Konservativen die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Will die jetzige Regierung von Königs Gnaden gehen, dann möge die konservative Partei die Regierung übernehmen. Eine Klärung ist vorerst nicht zu erwarten. Erst wenn die Militärvorlage fertig und der Reichstag zusammengetreten ist, kann beurteilt werden, wohin die Reise geht. Verschmelzung zweier Großbanken. Die Konzemration im deutschen Bankgewcrbe hat in den letzten Iahren rapide Fortschritte gemacht. Ein paar Großbanken be- herrschen beute das gesamte Wirtschaftsleben. Sie vermehrten in raschen Abstanden ihr Kapital, kleinere Unternehmungen wurden von ihnen aufgesogen oder angegliedert; ihre Einflußsphäre wuchs im Bankgewerbe und wuchs in der Industrie. Bei der Angliederung von Bankunternehmungen handelte es sich bisher aber stets nur um kleinere und mittlere Unternehmen. Jetzt ist der Konzentra- tionsprozeß bereits soweit gediehen, daß zum ersten Male eine Großbank ihre Selbständigkeit aufgeben und an eine andere Groß- dank abgeben muß. Der A. Sch a a ffh a u s e n sch e Bankver- c i n Berlin-Köln mit dem respektablen Aktienkapital von 14ö Mil- lionen und einem gesamten arbeitenden Kapital von etwa 650 Mil- lionen Mark geht in den Besitz der D i s k o n t o g e s c l l s ch a f t, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Berlin, über, d. h. die älteste deutsche Großbank, die über 66 Jahre hindurch bestanden hat, muß vor einer anderen nur wenig jüngeren Großbank(gegründet 1851) kapitulieren. Die Verschmelzung der beiden Banken soll folgende Form haben: Die Diskontogesellschaft gründet eine neue Bank Schaaff« Hausen in Köln. An diese Aktiengesellschaft geht der Besitz der alten Bank Schaaffhausen in Rheinland-Westfalen über, während das Berliner Geschäft des alten Schaaffhausen direkt von der Tis- kontogesellschaft übernommen wird. In Groß-Berlin wird eS also; in Zukunft keine Filialen oder Tepositcnkassen des alten oder neuen! Schaaffhausen geben. Während Schaaffhausen zurzeit 145 Mil-! ch vom Zentrum, der den Neigen der Redner eröffnete, in beweglichen Klagen über die Ausführung des Jeiuitengesctzes und über angeblich unparilätische Behandlung der Katholiken. Man merkte es ihm an, wie schwer es ihm wurde. wirkliches beweiskräftiges Material flir leine Behauptungen zu erbringen. In der Tat hat die„regierende Partei" keinen Grund zum Klagen, in Preußen geschieht nichts gegen ihren Willen, und wenn die Re« gierung es auch aus Selbsterhaltungstrieb nicht dulden kann, daß die Kirche einen Staat im Staate bildet, so stehen sich die frommen Herren doch bei dem jetzigen Zustande so gut. daß sie getrost auf die Erfüllung dieses Wunsches verzichten können, ohne daß ihre Sonder- intcressen dadurch gefährdet werden. Deshalb war auch das schwere Geschütz, das der nationalliberale Kullurkämpfer Dr. v. Campe gegen das Zentrum auffuhr, durchaus nicht am Platze. Wer anders als die Freunde des Herrn v. Campe trägt denn die Schuld an der Macht des Zentrums? Von den Zeilen des Kulturkampfes an bis auf den heutigen Tag haben die Nationalliberalen nur mit Worten die Verpfaffungsbesttebungen bekämpft, aber wenn eS zur entscheidenden Tat kam, haben sie noch jedesmal die Gesetze so muckerisch und reaktionär gestaltet, daß dem Zentrum zu tun kaum noch etwas übrig blieb. Es sei nur erinnert an das Volkssckmtunterhaltungs- gesetz, das auf ewig ein Schandfleck nationalliberaler Gesetzes- macherei bleiben wird. Auch der so ostentativ zur Schau getragenen sittlichen Entrüstung des nationallibero len Redners über die Fälschung des Kaiserbriefes über die katholische Religiou wird man keine allzu große Bedeutung beilegen. Vielleicht ist dieser Zwsichenfall den Nationalliberale» gar nicht so ungelegen gekommen, denn worüber hätte sich ihr Redner sonst in diesem Jahre entrüsten können? Nach einer beweglichen Klage des sreikonservativen B i e r e ck über die Erfolge des Komitees„Konfeff'ionsloS" und einigen schul- technischen Anregungen des Abg. Eickhoff(srs. Vp.) mühte sich der Konservative Freiherr Schenk zu S ch w e i n s b e r g im Schweiße seines Angesichts ab, den preußischen Staat als Kultur- staat hinzustellen, eine Behauptung, die eine drastische Widerlegung durch den Polen S t y s z i n s k i erfuhr, der ein treffliches Bild von der Drangsatierung der polnischen Staatsbürger im„Kultuistaat" Preußen entrollte. Ein unbedeutender Irrtum, der ihm bei der Schilderung der bekannten Moabiter Borgänge unterlaufen war. gab dem Minister Trott zu Solz Gelegenheit, einen Beweis seiner ministeriellen Logik an den Tag zu legen. Weil dieser eine Fall nicht ganz richtig geschildert ist. meinte der Minister des Geistes, sind auch die anderen Fälle falsch. Er brauche darauf nicht ein- zugehen. Sprach'S und setzte sich, bejubelt von den ob solcher Weis» heit entzückten Junkern. Als letzter Redner des ersten TageS kam Genosse Ströbel zu Worte, drr kurz und treffend unsere programmatischen Forde- rungen der Trennung von Staat und Kirche, Beseitigung aller Sub» venlionen an die Kirche und Trennung von Schule und Kirche be» gründete, die Ursachen der konfessionellen Verhetzung untersuchte und gestützt auf ein reichhaltiges Material die Notwendigkeil einer cnd» ltchen Hebung des VolsschulwesenS und der Volksbildung im Interesse der Kultur nachwies. Kann es eine trefflichere Illustration der offiziellen Bildungsbestrebungen in Preußen geben als die von unserem Redner angeführten Zahlen? Auf der einen Seite ein paar hunderttausend Mark für die Bildung des Volkes, auf der anderen Tie Physiognomie der Versammlung unterschied sich sehr de- deutend von der Bauernversammlung, die ich im Allier mitgemacht habe. Tie landläufige Vorstellung, daß der Südfranzose klein sei, ist jedenfalls in bezug auf die Bauern dieser Gegend unzu- treffend. Man findet unter ihnen auffallend hochstämmige Männer. Ter Teint ist von der Arbeit in der Sonne stark gc- bräunt, indes ist der dunkle Typus, wenn auch vorherrschend, keines- Wegs allgemein. Man sieht nicht wenig blonde Menschen, die ebensogut in einem deutschen Torf aufgewachsen sein könnten. Das faltige, verschlossene Bauerngesicht, das ich im Allier nicht gesehen habe, ist hier häufig.— Die Sprache, die die Bauern untercin- ander gebrauchen, ist das„Patois", wie sie sagen, d. h. das Proven- calische, das in Wirklichkeit ja eine eigene Sprache, nicht eine Abart des Französischen ist. Von den Aelteren sprechen viele das Iran- zösische schwer und fehlerhaft, und auch viele von den Jüngeren haben eine häßliche, harte Aussprache. Wie man mir sagt, nimmt das Französische im Sprachgebrauch einen wachsenden Platz in Anspruch. Da es die alleinige Unterrichtssprache ist, bemühen sich viele Eltern, es ihren Kindern schon vor dem Eintritt in die Schule beizubringen. Die Provencalen haben einen außerordentlich entwickelten Pro- vinzial-Patriotismus, indes ist von einem nationalen Gegensatz zu den Nordfranzosen oder von separatistischen Wünschen nicht die Spur, und die Alldeutschen werden gut tun, sich in bezug auf die Wiederherstellung der Hohenstaufenherrlichkeit von Arelate einst- weilen zu getrösten. Herbert Rouger ist ein Kind dieses Landes, überschäume!� von Temperament und Humor. Er entstammt einer protestantischen Familie, in der republikanische Gesinnung zu Hause war. Seine Tätigkeit in der sozialistischen Partei hat er begonnen, als er Buch- drucker war. Er leitete die genossenschaftliche Druckerei der Stadt. Als in den vorletzten Gemeindewahlen die Sozialisten die Mehrheit bekamen, wurde er Bürgermeister. 1919 eroberte er das De- putiertenmandat mit 9399 von 17 999 abgegebenen Stimmen. Dies- mal hat er nicht weniger als sechs Gegenkandidaten, und alle be- kennen sich zur„unifizierten" radikalen Partei. Generac hat das letztemal gut gewählt. Die Wählerschaft, die zu reichlich zwei Dritteln aus Grundeigentümern besteht, cnt- hält einen bedeutenden Prozentsatz Protestanten. Der Sozialismus ist jetzt daran, die alten Gegensätze der Konfessionen zu überwinden. Der Einfluß des Klerikalismus im Schulwesen ist noch bedeutend. Von den katholischen Kindern besucht ein großer Teil die„freie", d. h. konfessionelle Schule. Daher spielen die Fragen der Schul- Politik hier wie im ganzen Departement eine große Rolle. Rouger beginnt seine Rede mit einer grundsätzlichen Erklärung. Das sozialistische Programm wolle nicht, wie die Gegner behaupten, die Produktionsmittel den arbeitenden Eigentümern entreißen, sondern im Gegenteil allen Arbeitenden die Produktionsmittel Seite Millionen für die Verblydung der Jugend? lind dabei gibt »t immer noch Leute, die Preußen für einen jtuliurstaat halten I Die Beratung wird am Dienstag forlgesetzt. Zwei deutsche Kardinäle. Lange haben die Zentrumsblätter bedauert, daß nach Kopp� Tode keiner der deutschen Bischöfe den Kardinalshut trägt. Jetzt soll dieses Sehnen gestillt werden. Der„Osser- vatore Romano" kündigt an, daß der Papst am 25. Mai ein Scheimes Konsistorium halten wird. In einem öffentlichen onsistorium am 28. Mai wird er zu K a r d i n ä l e n ernennen: den Erzbischof von Toledo, den Assessor der Kon- grcgation des Heiligen Offiziums Scrafini. den Erzblscüof von Bologna della Chiesa. den Erzbischof von Strigonia C s e r n o ch, die Erzbischöfe von Lyon: S c v i n. München: Bettinger, Köln: Dr. Hartmann. Wien: Piffl, den Sekretär der Kongregation der Sakramente Giustini, den Dekan Lega der Sacra Romana Rota, den Assessor der Kon- sistorial-Kongregation Tecchi und den Präfekten der englischen Benediktiner-Kongregation Gasquet. H a r t m a n n und B e t t i n g c r. Tie Abschlicßung von Wahlbündnissen mit der Sozialdemokratie hat also dem jetzigen Münchener Erzbi'chof in den Augen des Statthalters Christi nichts geschadet, schließt doch Rom selbst Bündnisse mit dem Teufel, wenn es im Interesse der Hierarchie liegt. Militärkabinett und Reichstag. Die skandalöse Hintergehung des Reichstags, die darin bestand, daß man ohne den Reichstag erst gu fragen, in der teuersten Ge- gend Berlins eine Villa für den Chef des Militärkabinetts kaufte und daneben ein Dienstgebäude bauen ließ, fand damit ihren Ab- schluß, daß die Gebäude dem ReichSichatzamt überwiesen wurden. Ueber den Verkauf oder die anderweitige Verwendung der Gebäude ist eine Beschlußfassung des Reichstags berbsizuführen. Dem Reichstag wird nun eine Vorlage zugehen, wonach diese Grundstücke vom ReichSichatzamt an die Heeresverivaliung gegen Erstattung der für den Erwerb aufgewendeten Kosten abgetreten werden, um zur Unterbringung des Mililärkadiuetls hergerichtet zu werden, Das ist denn doch eine direkte Verhöhnung des Reichstages. Gerade damit die Heeresverwaltung diese Grundstücke nicht bekommen soll, sind sie dem Reichsschatzamt überwiesen worden, das sie ander- wcitig veriverten, nämlich verkaufen sollte. Wäre das nicht der Wille des Reichstages gewesen, dann war es sinnlos, die Grundslücke der Militärverwaltung zu entziehen. Bekommt der Chef des Militärkabinetts die von ihin gewünschte Villa als Tienstwohnung, dann müssen die deutschen Steuerzahler an Verzinsung und Unterhaltungs» kosten für die Wohnung dieses Generals pro Jahr nicht weniger als 120 000 Mark aufwenden. Es handelt sich hier um einen Kampf zwischen Militärkabinett und Reichstag. Will der Reichstag sein Ansehen nicht selbst mit ffüßen treten, muß er das Militärkabinett, jene eigentliche militärische Regierung, in dessen Schranken zurückweisen. Ter Strcikposten-Erlah des preußischen Polizeiministers v. Dallwitz. Das preußische Ministerium des Innern läßt offiziös niitteilen, daß die Meldung, ain 1. Juli werde eine neue Ctreikpostenverordnung in Kraft treten, irrig ist: „Die vor mehreren Tagen von der Tag.spresse gebrachte Nachricht, demzufolge vom preußischen Ministerium des Innern darauf hingewirkt worden sei, daß am 1. Juli für sämtliche preußische Provinzen gleichlautende Polizeiverordnungen über die praktische Handhabung des Arbeitswilligenschutzes bei AuS- standsbewegungen in Kraft treten, ist nicht zutreffend. Ebenso- wenig ist es richtig, daß allgemeine Oberpräsidialverordnungcn solcher Art in der Rheinprovinz e r st jetzt ergangen seien. Bielmehr haben solche Polizeiverordnungen, die probeweise erlassen waren, in Westfalen und Rheinland läng st bestanden und sind bei den weiteren Maßnahmen der Staatsregierung als Muster benutzt worden. Irgendwelche neuen Schritte zur praktischen Handhabung des Arbeitswilligenschutzes sind seitdem nicht erfolgt. Vielmehr war bereits A n- fang Februar, wie der Minister des Innern Dr. v. Dallwitz zurückerstatte«. Nach dieser kurzen Feststellung hält er einen Rück- blick über die abgeschlostene Gesetzgebungsperiode. Rouger bespricht dann u. a. im einzelnen die Bemühungen der Sozialisten speziell im Interesse der ländlichen Bevölkerung: Wenn es ihnen gelungen ist, das Altersversicherungsgesetz zugunsten der Arbeiter zu verbessern, so bleibt noch die Gleichstellung der als frei- willig Versicherte angesehenen Bauern in bezug aus den staatlichen Zuschuß durchzusetzen. Er zeigt, daß der beschlossene Grundsteuer- Nachlaß hauptsächlich den großen Grundbesitzern zugute kommt. Aber die Sozialisten werden unermüdlich für alle Reformen im Interesse der Arbeitenden in Stadt und Land eintreten. Der Redner wendet sich dann gegen die Marokkopolitik, deren Schäden er darlegt. Sic hat aber auch die dreijährige Dienstzeit im Gefolge gehabt. Rouger weist die Beschuldigung des Autipatriotismus zurück. Die Sozialisten sind so gute Patrioten wie nur irgend jemand. Aber sie fordern eine andere, volkstümlichere Organisation der Armee. Der Bevölkerungsunterschied zwischen Teutschland und Frankreich macht einen Wettkampf der Zahlen der Kaserncnarmce unmöglich. Die Sozialisten fordern die Verwirklichung der Nation in Waffen. Sie wollen aber auch eine Politik des Friedens. Tie Arbeiter und Bauern Deutschlands sind ebenso friedlich wie die Frankreichs, die Gefahr droht uns von den Herrschenden. Auch die chauvinistische Hetze, die sich an das geschichtliche Unrecht von 1871 knüpfe, muß ein Ende nehmen. Tie Elsaß-Lothringer selbst haben ihren Willen erklärt, nicht der Zankapfel zwischen den beiden Völkern zu bleiben, sondern ihr Berbindungsstrich zu werden. Dieser Wunsch muß respektiert werden. Die Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich ist ebenso möglich wie die zwischen Frankreich und England, die ja auch niemand im Augenblick der Faschoda-Affärc vorausgesehen hätte. Tie Rede Rougers fand starke,» Beifall und keine Gegenrede. Sic hat mir gezeigt, daß von Liebäugeln mit der Reaktion bei diesem Genossen nicht die Rede sein kann. Gewiß— Rouger hat sich gegen das Unterrichtsmonopol ausgesprochen, aber das tun in der ganzen Region auch die radikalen Kandidaten, u»d manche obendrein gegen ihr eigenes früheres Pro- gramm. Gegen das Monopol sind auch Radikale von führender Bedeutung, wie Ferdinand Buisson, der Organisator der mo- derncn französischen Volksschule. Das ganze ökonomische Pro- gramm des Sozialismus auseinander zu setzen, bietet eine Wahl- Periode und das besondere Milieu kaum Gelegenheit. Aber das entschlossene Eintreten für den Völkerkrieden und gegen die chau- vinistische Hetze zeigt, daß die ftanzöstschen Genossen ihre inter- nationale Pflicht überall erfüllen und die Aufnahme dieser Rede beweist, wie tief ihre Lehre in das Denken auch der bäuerlichen Massen eingedrungen ist. Rkmes. Otto Pohl. im Abgeordnetenhaus bei Stellungnahme zu dem nationallibe- raleu Autrag v. Krause mitgeteilt hat, behufs Durchführung der an alle Oberpräsidien ergangenen Verfiigung wegen Abänderung der in ihren Bezirken bestehende» Polizeiverordnungen das Er- forderliche veranlaßt. Gemäß der Verfügung ist für eine angemessene Instruktion der Polizei- exekutivbeamten durch die vorgesetzten Dienststellen Sorge zu tragen, damit von der erweiterten Polizeivorschrift auch ein angemessener Gebrauch gemacht werde. Des weiteren hat der M i n i st e r damals bereits betont, daß bei Streikbewegungen von Erheblichkeit dafür Sorge getragen wird, daß regelmäßig, wenn irgendwie der Eindruck hervortritt, daß nicht in genügendem Maße für den Schutz der Arbeitswilligen gesorgt ist, von der Zentral st elle aus darauf hingewirkt wird, daß nach dieser Richtung hin die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden. Das ist der wirkliche Sachverhalt." Aus dieser„Berichtigung" geht hervor, daß die betreffende Streikpostenverordnung sch o n Anfang F e- brtiar ergangen ist. Dadurch wird die Meldung in der Hauptsache bestätigt, denn nicht ans den Zeitpunkt kommt es an, sondern darauf, ob überhaupt eine solche Verordnung be- steht. Wie überdies in einem Schlußsatz zugegeben wird, treten hier und da die neuen Polizeivorschriften, die aus Grund der Miiiisterialverfüguilg zilstandc kamen, erst am 1. Juli in Kraft. Dadurch findet auch der formale Teil der Meldung seine teilweise Bestätigung. Wenn voil dieser„Berichtigung" etwas Beachtenswertes übrig bleibt, so ist es allein die Versicherung, daß die preußische Regierung schon iin Februar den Kanipf gegen die Arbeiter- organisationen aufnahm._ Zentrum und Wahlreform. In einem Leitartikel gegen einen Aussatz des Herrn v. Zedlitz iin.Tag" verwahrt sich die.Kölnische Volkszeitung" dagegen, daß das Zentrum dein neuen Minister des Innern v. Loebell Schwierigkeiten machen werde. Seine Sünden während der Bülow- Aera trage es ihm nicht nach. Er werde übrigens einsehen müssen, daß das Zentrum nicht mehr ausgeschaltet werden könne. Darüber, wie eS sich die Wahlreform denkt, äußert sich das Kölner Zentrumsblatt in folgenden Sätzen: .Der Hinweis auf die Wahlreform kann uns nicht schrecken. Man hat im Zentrum stets die Notwendigkeit dieser Reform be- tont und auch stets die Ansicht vertreten, daß eine gedeihliche Re- form nur dann möglich ist, wenn die großen Parteien Konfer- vative, Freikonservative. Zentrum und Nationalliberale, sich in dieser Frage auf einen billigen Ausgleich einigen. Das Zentrum legt dabei den Haupiuachdruck auf eine genügende Berücksichtigung und Schonung der Handwerker, der Gewerbetreibenden und der Bauern, die alle zusammen unter den Begriff de? M i t t e l st a n d e s in Stadt und Land fallen. Vielleicht ist das Zentrum mit dieser Forderung gar nicht allzuweit entfernt von dem Programm des neuen Ministers des Innern und des Reichskanzlers in der Wablrechtsfrage, Wir sind übrigens mit Herrn v. Zedlitz ganz der Ansicht, daß die Wahlrechtsfrage heute n o cv g a r n i ch t a k u l i st. Jedenfalls glauben wir versichern zu können, daß sie bei der Berufung des Herrn v Loebell zum Minister des Innern nicht entscheidend war, und daß der neue Minister des Innern überhaupt bei seiner Berufung weder diese noch eine andere Bedingung eingegangen ist." Also, wenn nur der Mittelstand und die Bauern in der neuen Wahlreformvorlage genügend berücksichtigt werden, ist das Zentrum zufrieden— vom Arbeiter ist keine Rede. Tie Antisemiten oder, wie sie sich jetzt nennen,.Deutschvölkische Partei", hielten am Sonntag einen Verbandstag in Dresden ab. Man beriet über die Organisation der neuen Partei, über die zukünftige Werbe- täligkeit und über die Stellungnahme zu den sächsischen Landtags- wählen 1915. bei denen eigene Kandidaten aufgestellt werden sollen. Eine Entschließung wendet sich gegen das Eindringen jüdischer Offiziere in das Heer._ Immer wieder geschmierte Polizeibeamte. Mülheim am Rhein, das jetzt Köln eingemeindet wird, bringt ein Angebinde mit. das des.deutschen Roms" würdig ist: einen Mül- heiiner Polizeiskandal. Im Anschlüsse an einen großen Hehlerprozcß sind Bestechungen Mülheimer Polizeibeamter behauptet worden, die zu einer Untersuchung Veranlassung gaben. Die Sache wurde zwar sehr geheim gehalien, doch ist schon durchgesickert, und es siebt fest, daß Beamte der Mülheimcr Kriminalpolizei belastet sind. Die Unter- suchung ist soweit gediehen, daß bald die öffentliche Verhandlung zu erwarten ist._ Der Ulster-Konflikt. London, 26. April(Privattelegramm deS.Vor- wärts"), Tie aus Ulster kommende Meldung, daß es den Freiwilligen gelungen sei, 76000 Gewehre und 40 Tonnen Munition einzuschmuggeln, ist wahrscheinlich stark übertrieben. Jedoch vernimmt man aus anderen Quellen, daß tatsächlich große Mengen Waffen und Munition in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend eingeschmuggelt worden sind. Das Ereignis scheint eine sehr emstc Lage geschaffen zu haben. Man versteht jetzt erst, weshalb die Konservativen in den letzten Tagen so eifrig eine einfältige Geschichte kol- portiertcn, wonach die Regierung am 20. März ein Pogrom veranstalten wollte, um den Widerstand der Ulsterleute zu brechen. Heute erklären die Konservativen, der große Waffen- schmuggel ist die Antwort Ulsters auf das beabsichtigte, aber mißglückte Blutbad. In liberalen Kreisen glaubt man, daß die Regierung jetzt die energischsten Schritte gegen die konservativen Revolutionäre unternehmen wird, die sie schon vor zwei Jahren hätte unternehmen sollen. Das einzige. >vas man von einer Aktion der Regierung weiß, ist, daß die Polizei in verschiedenen Gegenden Illsters den Auftrag be- konimen hat, nach den versteckten Waffen zu fahnden. Die Namen vieler Offiziere, die sich an der Einschmuggelung aktiv beteiligt hatten, sollen den Behörden bekannt sein. Ob ihnen etwas geschehen wird, ist jedoch sehr zweifelhaft. Die Haupt- anfiihrer der Ulstcrrcbellcn reisen ganz frei im Lande umher. sie verlassen sich auf die liberale Aengstlichkeit und werden sicher das gefährliche Spiel noch weiter treiben. Es wird der- sichert, daß die Demoralisation des Offizicrkorps immer mehr um sich greift. Militärische Maßnahmen der Regierung. London. 27. April. Die.Times" melden aus Dublin, daß alle Regimenter in Dublin am Sonnabend Befehl erhalten haben, sich sofort marschbereit zu hallen. Das Westlent- Regiment und das leichte Jnfanterie-Regiment von Dorkshire werden heute früh Belfast erreichen und das Manchester-Regiment wird sofort von Curragh aufbrechen. Sozlalöemokratische wahlerfolge in Frankreich. Paris, 27. April.(P r i v a t t c l e g r a m m d e S „V o r w ä r t s".) Tie Kammerwahlen brachten unserer Par- tei im ganzen Lande einen �gewaltigen Stimmenzuwachs. selbst Algerien brachte 7000 stimmen auf. Und im Seine- departement ist allein eine Zunahme von 25 000 Stiinmen zu verzeichnen. So behaupteten L a u ch�e den ersten Wahl- kreis des 11. Pariser Arrondissements, Sembat den ersten Kreis des 18., Rozier den zweiten und Dejeantccd den ersten Kreis des 19. Pariser Arrondissement. V a i l l a n t gewann trotz verminderter Wählerschaft im zweiten Kreis des 20. Arrondissements über 700 Stimmen. In St. Denis wurden die Genossen Veber, Walter und V o i l i n, in St. Ouentin N i n g u i e r gewählt. Ferner wurden ge- wählt: Thivier in Montlueon, B r i z o n in Moulins, G o n i a u s in Donai und G u e s d e, dessen Stimmen um 800 zunahnicn, in R o n b a i x. In? ersten Kreis von Bethune lvnrdc B a s l Y, im zweiten L a ni e n d i n, in Lyon Claussat, Thiers und R o g n o n, in Montcean B o u v e r i, in Charolles M e r l e und in Niort de l a Porte. I a u r d s wurde in Carmaux, V i g n e lind Format im Departemcut Bar, B e t o u l l e in Limoges, A l d y in Narbonne, C a b r o l in Villafranche, B o u i s s o n in Marseille, T u m a s und M a u g e r im Departement Cher, Goude in Brest, Compere Morel in Uzss, Camelle in Bordeaux, Barth e in Beziers und Roblin in Revers. Brunei eroberte den dritten Kreis des 17. Arrondissements, den ehemaligen Wahlkreis Brousses, und C o n st a n s seinen alten Wahlkreis, den zweiten Kreis in Montlueon, Dürre holte sich Valenciennes> C a d o t den dritten Kreis von Be- thune und Presse in ane den zweien Kreis von Limoges. Ro u a u e t s Sieg in der Stichwahl erscheint sicher, desgleichen die Wahl von Albert Thomas in Delory sowie die von Ghesquiere und vieler anderer. Im ersten Kreis des 14. Arrondissements erlangte Bracke mehr Stimmen als in der Stichwahl im Jahre 1910. Verloren haben wir nur Boulogne, wo aber unser Kandidat M y r c n s wegen Mogelei mit den Klerikalen von der Föderation gestrichen und zu den Briandisten übergelaufen war. A l l e m a n e erhielt in seinem alten Pariser Wahlkreis nur 1200 von 9200 abgegebenen Stimmen. Uebcrhaupt scheint seine Renegatenpartci verkracht zu sein. Die Eroberung neuer Mandate für uns in der Stich- Wahl erscheint so gut wie sicher. So sind die Aussichten für die Wahl von L o n g u c t in Sceaux sehr günstig, und auch die Wahl N a v a r r e s im 2. Kreis des 13. Arrondissements gilt als gesichert, da der an zweiter Stelle stehende radikale Kandidat Bouisson zurücktrat. Die Verschiebungen anläßlich der Wahl zwisck>en den bürgerlichen Parteien sind so gering, daß sich Radikale und Opposition gleichzeitig den Sieg zuschreiben. Erster« beson- ders wegen der Wiederwahl des Erministers Caillaur, letztere weil Paris wieder reaktionär gewählt hat.„Patrie" weist auf das Anwachsen des Sozialismus hin und for- dert die Einigung der bürgerlichen Parteien im Kampf gegen den inneren Feind._ Japan. Tie Marine-Korruptions-Affare Tokio, 26. April. Ter ehemalige Korrespondent der Agentur Reuter, Poolh, der Vertreter der SiemenS-Schuckert» Werke, Hermann sowie verschiedene japanische Journalisten werden sich zusammen mit den der Bestechlichkeit beschuldigten Admirälen vor dem japanischen Gericht zu verantworten haben. Die Verhandlungen werden in vollster Oeffentlichkeii geführt werde». China. Der Weiße Wolf. Wie die„Kölnische Volkszeitung" von ihrem Vertreter au» S ch a n t u n g erfährt, vermehren sich die Banden des Weißen Wolfes ungemein durch den Zuzug von entlaufenen Soldaten. Einige Missionare sollen bereits ermordet und eine europäische Handelsstation verbrannt und geplündert ffein. Ein Revolutionsführer, H u a n s h i n, hat sich neuerdings mit einer großen An- Hängerschaft mit dem Weißen Wolf vereinigt. Die Bewegung, die einen ausgesprochen ftemdenfeindlichen Charakter trägt, zieht immer größere Kreise, weshalb es verwunderlich ist, daß verschiedene Mächte ihre Schutztruppcn zurückgezogen haben. Die jetzige Lage ist be- deutend kritischer als bei der ersten und zweiten Revolution. Bei Kiautschou wurde ein Transport Silber im Werte von 90 000 M., der auf einem großen Ochsenwagen verladen und von einem Trupp Soldaten begleitet war, durch berittene Soldaten geraubt und aus das Meer entführt. Auch ganze Munitionsladungen verschwinden in den Händen der Banditen. Peking, 27. April. Der Gouverneur von Schensi meldet, daß die Banden des Weißen Wolfs eine schwere Niederlage bei Pintscha» in Schensi erlitten haben. Letzte Nachrichten. Die Vorgänge in Ulster und die Regierung. London, 27. April. Im Verlauf der Sitzung des Unterhauses erklärte Ministerpräsident Asquith in Erwiderung auf eine?ln- frage, welche Schritte die Regierung nach den jüngsten Vor- fällen in Ulster zu unternehmen beabsichtige: Im Hinblick auf diese schwere Ausschreitung, die keinen Präzedenzfall besitzt (Beifall bei den Ministeriellen) möge das Haus versichert sein, daß die Regierung unverzüglich geeignete Schritte unternehmen wird, um den? Gesetz Achtung zu verschaffen und die Offiziere und Diener des Königs(Beifall bei den Ministeriellen) und Seiner Majestät Untertanen in der Ausübung ihrer Pflichten und in dem Genuß ihrer gesetzmäßigen Rechte zu schützen.(Beifall.) Der Führer der Ulsterpartei, Sir Edward Carsen, wohnte der Sitzung bei. Eine verspätete Intervention. Washington, 27. April. Präsident Wilson hat persönlich an John Rockefeller appelliert, er möge eine Verständigung in dem Gruben st reit in Colorado herbeiführen und den Gewalttätigkeiten ein Ende machen, die v i e I c Menschenleben gekostet und großen Eigentumsschaden verursacht hätten. Russische Polizisten im Kampf mit Räubern erschossen. Jelisawetpol(Tiflis), 27. April, Im hiesigen Bezirke wurden tvährend der Verfolgung einer Räuberbande und eines flüchtigen Zuchthäuslers e in Polizeiosfizicr und ein Polizei- bcamtcr getötet. Ein anderer Polizeibeamtcr sowie zwei Dorfbewohner wurden verwundet. BB W.Wertheim G. m. b. H. Passage- Kaufhaus Friedrich trasse 110-112 Fortsetzung des 50 Konkursmassen- Ausverkaufs zu bedeutend herabgesetzten Preisen in den Lebensmittel- Abteilungen. soweit der Vorrat reicht: Kolonialwaren, Konserven, Tee, Liköre u. Weine( Originalmarken). Morgen Mittwoch beginnt der भ Konkursmassen- Ausverkauf zu bedeutend herabgesetzten Preisen von Glas, Porzellan u. Steingut, Emaillewaren, Wirtschaftsartikeln, Beleuchtungsartikeln, Musikinstru menten, Spielwaren, Bettstellen u. Betten, KüchenFür das photographische Atelier werden Aufträge nicht mehr angenommen! Am 1. Mai bleibt Achtung! auch in diesem Jahr mein Geschäft geschlossen. Arbeits- Anzüge BrunnenWilhelm Pahr, str. 116. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Prg. usw. Der Konkursver walter 2336 Berlin So. 16. H.Pfau, Bandagist H.& P. Uder, Engel- afer 5. Tabak- Großhandlung und Tabakfabrik. Rauch, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu Originalpreisen. kannten Marken Amt 4, 3014. Zigaretten. Berlin Direksenstraße 20 aerei, alzensäge usw. umständeC.. zwischen Bahnboj Alexanderplat und Polizeipräsidium.- Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankentañjen. Theater und Vergnügungen Dienstag, den 28. April 1914. Romische Oper. Der müde Theodor. Theater in der Königgrätzer Straße Theater an der Weidendammerbrücke. Anfang 5, Uhr. Paffage Theater. Kino- Varietė. Aniang 6%, br. Cines Rollendorf: Theater. Was Kgl. mir die Bildnis gab. Walhalla. Tangofieber. Quifen. Los von Muttern. Folies Cavrice. Zobuwabohu. Das Karnidel. Das Erdbeben. Anjang 8, Ubr. Neues Bolts- Theater. Kaiserjäger. Der Die Fleder Aniang 7, Uhr. Cvernhaus. maus. Sgl. Schauspielhaus. Die Venus mit dem Papagei. Deutsches. Ein Sommernachts. traum. Leijing. Peer Gynt. Kammerspiele. Freiheit. Anjang 7 1hr. Metropol. Die Reise um die Belt in 40 Tagen. Anfang 8 Ubr. Urania. Mit dem„ Smperator" nach New York. Deutsches Künstler. Theater. Echneider Wibbel. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräßer Straße. Mr. But. Theater des Westens. Bolenblut. Theater am Nollendorfplan. Der Jurbaron. Thalia. Benn der Frühling fommt. Rieines. Jettchen Gebert. Trianon. Die Notbrüde. Komödienhaus. Kammermifit. Sustipielhaus. Die spanische Fliege. Deutsches Opernhaus. Tiefland. Schiller O. Herodes und Mariamne. Schiller Charlottenburg. Was Ihr wollt. Anjang 9 Uhr. Admiralspalast. Im Tangoflub. Berliner Eispalaft. Amor auf Urlaub. Elsballett. Cines Nollendorf: Theater. Was mir die Wildnis gab. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik“. Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einft im Mai. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Anjang 8 Täglich 8 Uhr: Der müde Theodor mit Henry Bender als Gait. Stürmischer Lacherfolg laut einftimmigem Bericht der Presse. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Mit dem„ Imperator" nach New York. Residenz- Theater. Winter 8 Uhr: Ein 11 12 1 Garten Letzte Woche! Die Farmer- Cheint. Der Regimentspapa. beispielloser Förster- Chriftl. Schiller- Theater O. Theater am Nollendorfplatz 5. Casino- Theater ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Herodes und Mariamne. Mittwoch, abends 8 Uhr: Heiligenwald. Donnerstag, abends 8 Uhr: Rosenmontag. Schiller- Theater Charlotten8 Uhr: Der Juxbaron. Deutsches Künstlertheater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Dienstag, 8 1hr: Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Wieder ein großer Theater- Erfolg! Der neue Austspiel- Schlager Wo die Liebe hinfällt. Vorher das neue April- Programm. Tauberts! Selma Wallis! Willi& Wiwi! Sonnt. 41.: Trudchens Sommerreise. burg Schneider Wibbel. Voigt- Theater Dienstag, abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Mittwoch, abends 8 1hr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag, abends 8 1hr: Das Glück im Winkel. Montis Cperetten. Jung- England. Theater des Westens. Residenz. Der Regimentspapa. Roie. Die Dollarbrinzessin. Kajino. Bo die Liebe hinfällt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Herrnfeld. Die von oben und unten. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Der Stolz der 3. Som pagnie. Palast Theater. Spezialitäten. Anfang 8, Uhr. # Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christl. 8th: Polenblut. Sonntag 3, Uhr: Der liebe Augustin. COSE= THEATED Broße Frankfurter Str. 132. Anfang 8 Uhr. Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Aften von Willner und Grünbaum. Musik von Leo Fall. Mittwoch: Die Dollarprinzessin. Mittwoch, 8 Uhr: Schneider Wibbel. Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Notbrücke. Badstraße 38. Morgen Mittwoch, den 29. April 1914: Zum Benefiz für Ernst Franzen: Erfolg der von Publikum und Presse glänzend beurteilten April- Attraktionen! Entreeplatz wochentags M. 0,60. Rauchen gestattet! Der stolze Heinrich. Apollo- Theater. Bollsstüd mit Gesang in 5 Aften von Jacobson und Willen. 8 Uhr Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr Nur noch 3 Tage. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anj. 8, 115r. Der Stolz d. 3. Kompagnie Brauerei Friedrichshain. Sonntags Nm. 3 Uhr: Die Notbrücke. Sonnabend, den 2. Mai 1914, abends 8 Uhr: 1. großes Sinfonisches Konzert. Ausführende: Das Blüthner- Orchester( 60 Künstler). Dirigent: Paul Elgers. Solistin: Kammersängerin Elisabeth Boehm van Endert. Abendkasse 1 M. Einlaßkarten im Vorverk. 50 Pf. bei den Vorwärtsspediteuren Zucht, Immanuelkirchstraße, und Hanisch, Ackerstraße 174. mit Hartstein. Vorher das große Varieté- Programm. Rauchen gestattet! Metropol- Theater. Abends 7 Uhr 55 präzise: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Wichtig für Fräser! Fabrik für Holzbearbeitung, Hobelei, halber fofort billig zu verkaufen. Gelegenheit zur Bildung einer Genoffenschaft vorhanden. Näheres Reichenberger Str. 57. Passage- Panoptikum. Der englische Riese Teddy Bobs. Der größte Mensch, der je gelebt! 160 mm größer als Machnow! 19 Jahre alt. 20 Säle mit Sehenswürdigkeiten Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Folies Caprice. Tohuwabohu 8 Das Karnickel Das Erdbeben. Admiralspalast. Novität 99 Eis- Arena. Die„ Im Tangoklub" und zum 288. Male das effektvolle Eisballett ,, Die lustige Puppe". Bis 6 Uhr u. ab 10%, Ukr halbe Kassenpreise. 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Bereits 1872 wurde auf dem ersten Sattlerkongreß, der von Jgnaz Auer, damals noch Sattlergeselle, einberufen war, der„Allgemeine Deutsche Sattlerverein" gegründet. Ihm voraus waren die verschiedensten lokalen Vereine mannig- fachster Färbung gegangen. Tie rauhe Zeit der siebziger Jahre, der schneidige Staatsanwalt Tessendorf und später das strittige Problem über die Bedeutung der gcwerk schaftlichcn Organisation bliesen der jungen Organisation sehr bald das Lebenslicht aus. Llndcrs im Jahre 1889. Als zum zweiten Male der„Allgemeine Deutsche Sattlervcrcin" gegründet wurde, bestanden in vielen Großstädten schon lange Jahre Fachvereine. Weiter war im Jahre 1884 eine zentrale Hilfskasse der Sattler gegründet und im April 1887 die„Allgemeine Deutsche Sattler-Zeitung" inS Leben gerufen worden. Unter diesen Voraussetzungen war der Gedanke einer Zentralorganisation bei den Sattlem gut vorbereitet worden. Der einzige Widerstand war in dem Berliner Fach- verein anzutreffen, so daß in Berlin bis zum Jahre 1896 beide Organisationen nebeneinander bestanden. Die Organisation im Sattlergewcrbc baute sich zunächst nur auf die Militäreffcktensattlcr auf. Das übrige Sattlcrgewerbc, die Privatindustrie, war zu sehr von dem Kleinmeistertum beherrscht. Die Fabrikation der Militäreffekten Ivar ein Periodcngeschäft. Jahrelang lag die Produktion brach, um dann wiedenlm alles, was Sattler war, aus dem Versteck herauszuholen. Solche ProduktionSmethoden sind der natürliche Nährboden für die Hausindustrie und für das Zwischenmcistersystem. Hinzu kommen noch die ungünstigen Submissionsbedingungen. Die Fluktuation im Mitgliederstandc war daher sehr groß, sie wirkte auch außerordentlich ungünstig auf die Kassenverhältnisse ein. Mit jeder neuen Militärarbeit entstanden auch neue Lohnkänipfe, für deren Durchführung die Sattler in den ersten Jahren des Bestehens ihrer Organisation mehrfach die Hilfe der Oeffentlichkcit und der anderen Organisationen in An- spruch nehmen mußten. Als es Ende der neunziger Jahre gelang, die Privatsattler der verschiedensten Branchen für die Organisation zu interessieren und nach und nach der enormen Fluktuation im Mitglicderstande durch Einführung der verschiedenen Unterstützungszweige in gewissen Grenzen Einhalt geboten wurde, nahm die Organi- sation stetig an Bedeutung zu. Wie in allen übrigen Organisationen wurden im Anfang des Bestehens der Organisation die geringen Fortschritte der Form der Organi- sation zugeschoben. Bereits im Jahre 1892 wurde mit der Tapezicrcrorganisation über einen Zusammenschluß der beiden Organisationen verhandelt. Im Laufe der neunziger Jahre wurde diese Frage wieder sehr lebhaft diskutiert, ohne jedoch zu positiven Resultaten zu führen. Auch andere Fusions- vestrebungen tauchten auf. von denen bis zur Stunde keine einzige realisierbar wurde. Nach lüOO wandte sich die Satticrorganisation mehr ihrem eigenen Ausbau zu. Mit dem Aufschwung der allgemeinen wirtschaftlichen und technischen EntWickelung wurden der Organisation neue l Agitationsgebiete zugeführt. Das ständige Wachstum auf dem Gebiete des Verkehrs und die nie ruhende Ent- Wickelung im Verkehrswesen selbst wirkten auf das Sattler- Bewerbe im ab- und aufbauenden Sinne gewaltig ein. Die uxusindustrie in der Automobilbranche und in der Leder- Warenfabrikation beschäftigt viele Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen, die schon zu einem großen Teile der Organi- sation zugeführt wurden. Die technische Vervollkommnung im Produttionsprozeß brachte die Portefeuillcr und Sattler im Jahre 1909 zur Verschmelzung ihrer beiden Organisationen. Der Verband darf an seinem Gedenktage, an dem er zirka 15000 Mitglieder zählt und fiir zwei Drittel der Mitglieder tariflich geregelte Arbeitsbedingungen aufzuweisen hat, auf ein erfolgreiches Streben zurückblicken. Möge er auch weiterhin erfolgreich für seine Berufsangehörigen wirken. öerlin unö Umgegenö. Zum Kampf der Steinarbeiter. Die Steinarbeiter von Groh-Berlin befinden sich jetzt die sechste Woche im Kampf. Beginnend mit der Aussperrung der Marmor- arbeiter am 23. März, zog die Bewegung weitere Kreise durch die Aussperrung der Sandsteinarbciter am 1. April und die Arbeits- niederlegung der Grobsteinarbeiter. Jusgesamt stehen WI) Stein- arbeiter im Kampf, etwa die Hälfte aller Berufsangehörigen. Hervor- gerufen wurde der Kampf durch den Verband der Steinmetzgeschäfte, welcher die seit 1911 bestehenden Tarife nach dem jetzigen Ablauf weitere zwei Jahre unverändert bestehen lasten wollte. Dem- gegenüber verlangten die Arbeiter eine Verkürzung der Arbeitszeit und gleichzeitigen Lohnausgleich für die verkürzte Zeit. Ursprünglich den Achtstundentag auch für die Bauten fordernd-i, oder„belästigt" hatten. Natürlich wird wie in allen anderen Fällen das Gericht zu entscheiden haben, ob das Gesetz oder die Polizei maßgebend ist. In Weißensee tut die Gendarmerie ihre Schuldigkeit. Die Arbeits- willigen der„Norddeutschen Granit- und Marmorwerke, Inhaber Gott« schall, Schönstratze, und diejenigen der Firma Elker». Z ache, Lehdcr« straße, werden durch starke Aufgebote von und nach der Arbeit eskortiert. Und der Herr Obenneifter und Verbandsoorsitzende Herzog, in Firma Stahl u. Herzog. Grabsieingeschäft in Neukölln, Hennann- straße, ist ständig bemüht, den polizeilichen Schutz zu erweitern, obgleich kein Mensch ihn, ein Härchen zu krümmen beabsichtigt. Auch das Photographieren der Streikposten soll ihn, durchaus nicht ver- übelt werden. Wahrscheinlich wird im hohen Rat des Unternehmer« Verbandes geplant, die nächste„schwarze Liste" als Photographie- album herauszugeben. Scharf verurteilen müssen wir jedoch das Verhalten des Spandauer Zentralarbeitsnachweises. welcher der Firma Vetter Arbeitswillige vermittelt bat. Solche paritätische Institute habe» sich unseres ErachtenS einer Parteinahme während eines Kampfes unbedingt zu enthalte]]. Das gleiche sollte man auch von der Militär« Verwaltung erwarten. Ein Bruder dcS GrabsteingeschäftSinhaberS Jäkel in Weißensee, Rölckestraße. hat seinen Urlaub bereits da« zweite Mal verlängert erhalten. So sehr wir einem Soldaten den Urlaub an sich gönnen, dürfte er nicht dazu verwandt werden streikenden Arbeitern in den Rücken zu fallen. Bielleicht ist die» auch der Militärverwaltung in Spandau, 3. Pionierbataillon v. Rauch, nicht bekannt. Auch die Landarbeiterzentrale, Koppenstraße W und Fruchtstraße 72, gibt sich redliche Mühe, den Unternehmern Arbeits« willige zuzuschanzen. Bis jetzt ohne Erfolg. Am schäbigsten zeigt sich auch im Kampfe der Steinarbeitcr die sogenannte unparteiische Presse, die leider noch immer von Arbeitern durch Abonnement unterstützt wird. Inserate nach unorganisierten Arbeitern sind täglich in ihr zu finden? dazu eine Berichterstattung. die ebenfalls aus dem Unternehmerlager stammt Noch am 25. April berichtete die„Morgenpost", daß die Steinarbeiter auf ihrer Forderung der achtstündigen Arbeitszeit verharren und daß die Unternehmer nicht in der Loge seien, diese mit dem dazugehörige]] Lohnausgleich zu bewilligen. Auch die beamteten und privaten Bauinteresienten werden durch die Unternehmer falsch unterrichtet. um die Schuld an der Verzögerung der Arbeiten den„unver- schämten" Arbeitern aufzuhalsen. Demgegenüber stellen wir wiederholt fest, daß die Stein arbeiter neben der teilweisen halbstündigen Arbeits- zeitverkürzung nur eine zirka fünfprozcntige Lohnerhöhung fordern. Wegen ihrer übrigen For- derungen, die ja wie bei allen Lohnbewegungen Ver- Handlungsobjekte sind, ist überhaupt noch nicht verhandelt worden, wie denn überhaupt die Unternehmer sich jeder Ver besterung gegenüber auf den strikt ablehnenden Standpunkt stellten. Ihr einziges„Entgegenkommen" bestand darin, daß sie erklärten, die angebotenen Verschlechterungen zurückzuziehen. Die Berliner Steinarbeiter werden den ihnen aufgezwungene» Kampf weiterführen. Sie erwarten die moralische Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft. Insonderheit bitten sie, die Liste der gesperrten Geschäfte zu beachlen und dle in Arbeit befindlichen Stein« inetzen und Marmorarbeiter einer scharfen Kontroll« zu unterziehen. Jeder in Arbeit befindliche Steinarbeiter der Granit-, Marmor-, Sandstein-, Kunststein- und Grabsteinbranche muß mit einer Arbeits- Meines Feuilleton. Tie BUdungSarbcit der Arbeiterklasse. An zwei Tagen wurde soeben ein Blick auf den Gesomlbau der BildungSarbeit des klaffen- bewußten deutschen Proletariats möglich. Im achten Jahre wird jetzt die Arbeit planmäßig überS Reich hin betrieben. Der hart«, verlagerte Grund, auf dem die Arbeiterschaft mit den] Spaten ihres Willens zur Macht immer tätig gewesen ist, wurde mit neuen Mitteln in Arbeit genommen, und in kurzer Frist ist die Ausschachtung weiter wichtiger Bodenstrecken so weit gediehen, daß schon die Grundmauern gelegt und bis über den Bodenrand emporgeführt werden konnten. Da? Ergebnis des achten Arbeitsjahres ist, daß die BildungS- auSschllsie ganz Deutschland überziehen: auch das letzte noch un- besetzte Feld ist jetzt unter den Spaten genommen, lind nun wirkte die Tagung der Ausschüsse, die am Sonnabend und Sonntag beriet, wie ein ausgedehnter hunderträumig angelegter Bau, auf dem überall Werkleute Stein auf Stein mauern: sicher Eingearbeitete und noch lastende Neulinge, alle mit ruhiger Gewissenhaftigkeit hantierend und alle mit Vertrauen, daß das mühevolle Werk wachsen ivird. Dies schlichtfeste Vertrauen zur Sache prägte das Btld der Tagung. Wir dürfen zustieden fein. Und darum: weiter I Was ist eigentlich der Wert unserer BildungSarbeit? Sie ver- zweigt sich über eine Reihe Bildungsgebiete, auf denen durchaus nicht wir zuerst tätig sind. VortragSwesen, Bibliothekswesen, Kunst- pflege, Jugendbildung, Hauserziehung, alles ist schon vorher durch- dacht und vielfach gesonnt worden. In großem Angebot drängte diese Arbeit sich auf dem Markte deS geistigen Lebens der Gegen- wart, und auch die Arbeiterschaft hat mancherlei Vorteil davon ge- habt. Aber eines gelang der Vorarbeit nicht: so zu schaffen, daß die Masse der Arberlerschast dafür geweckt wurde. Weshalb eS nicht gelang? Weil geistige Kultur sich nicht in irgendeiner Fonn künst- lich aufpfropfen läßt. Sie hängt von gesellschaftlichen Möglichkeiten ab: im Anikeimen schon und dann in der Weile ihres Gedeihens. Soll das Korn Wurzeln treiben und gesund ausgehen, so muß eS einen Boden von bestimmter Art um sich haben. Das aber macht im modemen öffentlichen Erziehungswesen die Bedeutung der Arbeit unserer BildungSauSschüsse au«, daß sie zwischen Korn und Boden diese beste Verbindung herstellt Die geistige Kultur der Arbeiterklasse kann nur gedeihen, wenn sie das Werk' der Arbeiterklasse selbst ist. Die BildungSauSschüsse aber wachsen auS den organisierten Massen der Arbeiterklasse her- vor, und was sie leisten, hängt im Gelingen davon ab, wie sehr sie imstande sind, die besondere erzieherische Form zu finden, die im Proleiariar den Drang nach geistiger Enrwickelung in Bewegung zu setzen vermag. In immer neuen Einzelheilen, die auf der Tagung der Bildungausichüsie bei all den beratenen Arbeitsstoffen bekannt gegeben wurden, zeichnete sich daS ernste Werben und Kämpfen um diese Form, die allein zu Erfolgen führen kann. Worauf sie beruht? Kurz gesagt: auf erzieherischer Selbstzucht der Klasse. Eigenartig ist der geistige Berkehr zwiichen Erzieher» und Zuerziehenden, den wir herausmodeln müssen. Wir demokratisieren ihn aus der Seele der Arbeiterschaft heraus. Sie schafft sich auf diesem Felde ihr Recht, indem sie ihre geistigen Helfer nach ihren höchsten Lebensbedürfnissen berät und leüct E« ist ein wesentliches Merkmal dieser Bewegung, daß sie ihre Sorger und Helfer in schnell wachsender Zahl aus den eigenen Reihen holt und an den andrängenden Ausgaben entwickelt. Daß ihr das von Jahr zu Jahr mehr gelingt, ist ein belangvolles Zeichen der natürlichen Kraft, die in ihr wohnt. Vielerlei Druck- lachen, die auf der Tagung ausgelegt waren und herumgereicht wurden, viele rednerische Aeußerungen kurz und bündig gefaßt, bestätigten die reife sachliche Tätigkeit, die hier am Bau schafft: eigengewachsen, besonderen Bedingungen vergliedert, und mit dem Drang, das Beste aufzubieten. Wir haben den guten Ruf. unverwüstlich zäh zu fein, und wir werden ihn, so schwer die Arbeit ist und so allmählich sie. vor lleberstürzungen organisch bewahrt, fortschreiten mag, auch aus diesem Felde beweiien. Wrr haben uns durchgerungen zu dem uns in allem Tun beHerr- fchenden Lebensgefühl: Es geht vorwärts. Aus dieicm Lebensgefühl saugt nun auch unsere Bildungsarbeit das Vertrauen, das sie beseelt und über alle Hemmungen und alles Mißlingen im kleinen hinweg- bringen wird zum Gelingen im großen. Unsere Kraft ziehen wir auS der Einsicht, daß geistig« Kultur auS dem Boden der Klassenkultur aufsteigt. Indem wir dreser Ein- ficht folgen, schaffen wir dem einzelnen Ertrage die beste Sicherung: wir geben ihm eine Umwelt, die ihn hält, stützt und weiter fördert. Unsere BildungSarbeit, getragen und befruchtet von dem Wirtschaft- lichen und politischen Fortichritt der Arbeiterklasse, wird die Wirkung haben, daß die niederziehenden Gewalten, von denen die kulturelle Entwickelung deS Einzelnen heute von allen Seiten her erschwert wird, an Macht einbüßen. Je mehr unsere Bildungsarbeit die Arbeiterklasse erfaßt, um so mehr wird sie im höchsten Smne gesell- schaflliche Kultur. Karl WeiserS Hekatoncheirea in Berlin. Im heutigen Musik- schaffen dokumentiert sich neben Ehrlichkeit und Geiundheü doch auch die eitle Sucht nach Erfindung ungewohnter Tonfolgen und Klang- effekte. Damit allein ist für die Mehrheit nichts getan. Anders verhält es sich mit solchen Gebilden, in deren Rhythmen die Sprache einer nach geistiger und sozialer Freiheit verlangenden ValkSmasse, in deren Polyphonie der Erlösungsschrei und zugleich der Kampfschritt ungezähller Millionen vernehmbar wird. Das sind jene Klärige, die von den Empfindungen einer zusammengehörenden Volkheit ge- tragen werden? das ist vielleicht d i e Musik) die in eine neue Welt der Begriffe hinüberführt. Als eine Schöpfung von dieser Art moderner zukunstverheißender Volksmusik ist das nunmehr vom Musikverlag des Deutschen Arbeiter- sängerbundes angekaufte Werk„Die Hetatoncheiren", nach der gleichnamiaen Dichtung Karl WeiserS von Ernst G. El s ä s s e r für Bariton, Männer-, Frauen- und gemischten Chor mit Orchester- begleilung komponiert, zu bezeichnen. Erst reichlich vierzig Jahre nach ihrem Entstehen grüßte uns vom Grabe Karl WeiserS, des verstorbenen Schauspielers und kraftvollen sozialistischen Poelen, diese grandiose Dichtung, in deren Strophen der Ringkampk des Arbeiter- Proletariats um Licht und Freiheit eine so gewaltig ergreifende Sprache redet. lind erst einem Komponisten unserer Tage ward es gegeben, dazu die kongeniale Sprache der Töne zu finden. Wir haben auS Werken von Mahler, Slrauß, HauSegger, Reznicek den Drang und die Fähigkeit modernster Musiker verspürt, die Erscheinungen von Natur und Leben in realistische Klanglautc umzusetzen. Wir kennen Oskar Frieds mächtiges„Erntelied". Auf der Bahn dieses letzteren vor allem bewegt sich Elsässer einige ent- scheidende Schritte weiter. In seiner Orchestermusik konzentriert sich sozusagen das ganze gewerkschaftliche Mühen der Arbeiterklasse, da» Schaffen dieses millionenhändigen in Wahrheit einzig urgewaltigcn Riesen unseres industriellen Zeitalters. Da vernimmt unser Ohr in Fabriken, Werkstätten, Erz- und Kohlenschächten das Gerassel von Schwungrädern, daS Pochen schwerer Hämmer auf Ambosse: da pfeifen Treibriemen und stoßen Maschinenkolben, da schwirren Weberschiffchen, da schütteln und klappern Dreschflegel auf den Tennen und Mahlgänge in großen Mühlen: draußen aus den Feldern raschelt die Egge, der Schollen stürzende Pflug. Fernab aber von dem allen, in Dichter- und Gelehctenstuben rascheln die Schreibfedern über weiße Papierbögen, die sich gemach mit geharnischten Buchstabenrittern stolzer revolutionärer Gedanken füllen. Und allenthalben, wohin wir horchen, ertönt das Parolewort: Freiheit. Immer ungestümer vernehmbar wird dieser Ruf: immer kompakter schließt sich daS Volk der Schwiclenhände zu- sammen: immer plastischer, plastisch bis zu einer Bfldlichkeit, die ordentlich sichtbar zu werden beginnt, gestaltet sich die Musik der Instrumente, bis dann über dem Grabe der Tyrannei das Orchester mit den noch wechselnd einzeln singenden Chören sich zu einer Masse vereint, um den Siegesklang der Liebe und Brüderlichkeit freudig ertönen zu lassen. Der Komponist perfuhr gemäß der Struktur deS Gedichts, indem er auf einen Bariton die Rolle des ZustandsschildererS übertrug. Dadurch wurden der Männerchor wie der Frauenchor zu ton- charakteristischen Vertretern ihrer besondere]] Ideen. Der Zu- sammenschluß de» ganzen Vokal- wie des JnstrumentalkörperS, ähnlich dem in Beethovens Neunter Sinfonie ergab sich da aus den vorausgegangenen Situationen. Ausführende waren das Blüthner-Orchester, der Bariton Gustav Thüntler-Walden und der Männer- und Fraueitchor Neukölln. Es ist unstreitig ein große» Verdienst seines Dirigenten I. Vieth, daß er nach dem Vorgang von Erfurt und Jena als erster iür Berlin die Aufführung des sowohl ig poetischer wie musikalischer Beziehung einzigarligen Werkes gewagt hat. Wieviel Begeisterung und technisches Bemühen daran gesetzt wurde, ließ sich schon jetzt erkennen. Den Wiederholungen wird sicher die Wieder- gab« in allen Teilen noch» vollendeter gelingen. Aus dem Programm stach�noch eine Rhapsodie für Bariton und Orchester:„Norncgasts Saug" hervor, die den Chorleiter auch als einen sattelfesten begabten Tonsetzer zeigte. ek. Theater. Kleines Theater: Marys großes Herz, Lustspiel von K o r f i z H o l m. Offiziere in österreichischer llnisorm, oie als mehr oder minder beteiligte Chargen über die Bühne gehen, vermögen nur den Unkundige]] über den wahren Schauplatz der „Handlung" zu täuschen. Kenner der Münchner Gesellschaft und des Münchner„Milieus" wissen es besser. Daß das Stück anläß- lich seiner Uraufführung am Münchner Schauspielhaus im vorigen Jahre als„Schlüsseldrama" angesprochen wurde und daß der Ver- fasser sich genötigt sah, diese]] ihm besonders wegen der Titelfigur gemachten Anwurf durch öffentliche Erklärungen zu entkräften, ist schließlich nebensächlich. Weiber vom Schlage der Kommerzicnrätin Mary Enrieder mit einem„großen", viel Männern auf einmal Unterschlupf gewährenden Herzen, oder wie der Stockmünclpier drastischer zu sagen pflegt: Weiber mit einer„weißen Leber", gibt's ja überall. Mary ist nur ein Typus dieser leicht Enlzund- eig die die Jr nu dr Str tei ih mi Di it ni De ge N 2 P el 11 r 9 f 5535 Berechtigungsfarle versehen sein. Jm anderen Falle liegt Streif- eine zehnprozentige Rohnherabsehung aufgehalft wird festgeftampft und nimmt nach Herausnahme des Holzmodelles arbeit vor und bittet die Verbandsleitung, solche im Bureau, Engel- worden, die lediglich damit begründet wird, daß die Pflasterer bei der nun entstandene Hohlraum das flüssige Metall auf. Nach der ufer 15 I, Telephon Morigplatz 11 371, zu melden. den bisherigen Akkordlöhnen zu hohen Verdienst erzielt haben! Erstarrung zeigt das Metall die Nohform des gewünschten WertZum Lohnkampf der Kraftdroschkenführer. Sieht man von dieser sehr bedauerlichen sozialen Seite des stückes, die dann von Metallhoblern, Drehern und Fräsern weiter Borganges ab, so kann der Magistrat für sich in formaler Hin- bearbeitet wird. In ihrem Beschäftigungsgrad ist infolgedessen die Nach dem Beschluß der Unternehmer sollten am Montag jämt sicht allerdings geltend machen, daß er an keinerlei Tarif oder ähn- schaft des Berufes rekrutiert sich zum Teil aus direkt auf den BeModelltischlerei von der Metallindustrie abhängig. Die Arbeiterliche Chauffeure ausgesperrt werden. Daß die Aussperrung bei liche Bestimmungen gebunden ist und mithin die Löhne nach seinem ruf Lernenden, zum anderen aus den Bau- und Möbeltischlern, weitem feine allgemeine werden würde, war vorauszusehen und ist Belieben festsetzen kann. In einem nach sozialen Gesichtspunkten von denen einzelne auch wieder in den alten Beruf zurückwechseln. selbst von den Unternehmern damit gerechnet worden, daß ihr Be- geleiteten Betriebe allerdings wird man sich mit den Arbeitern zu Organisatorisch gehört deshalb der Beruf in Deutschland zum schluß nur von einem Teil der Kraftdroschkenbesitzer ausgeführt verständigen suchen, was hier nicht geschehen ist; die Arbeiter Holzarbeiterverband. werden würde. Jezt hat sich gezeigt, daß die beschlossene wurden einfach vor die vollzogene Tatsache gestellt. Aber das Bau- Die Modelltischler arbeiten zum Teil in den eigenen BetriebsAussperrung nur in einem sehr geringen Umfange amt, speziell sein Leiter, der Bauamtmann Hörburger, geht noch werkstätten der Maschinenfabriken und Werften, zum anderen in eingetreten ist. Höchstens 300 Chauffeure sind nach Feſtſtellung viel weiter. Neuerdings ist von ihm ein Ufas herausgekommen, reinen Modelltischlereien, die ihrerseits sich Kundschaft in den der Streifleitung am gestrigen Montag ausgesperrt worden. Das ist der den Privatbetrieben nicht Geringeres zumutet, a Is den erst abriten der Metallindustrie suchen. Da die amtliche Berufsfeine nennensiverte Erweiterung der Kampffront. Hingegen sind von in diesem Jahre nach langem zähen Ringen zum Teil in die Holz-, zum Teil in die Metallindustrie rangiert, ist zählung die Modelltischlereien infolge dieser Doppelstellung zum unbeteiligter Seite Friedensverhandlungen angebahnt worden mit Abschluß gekommenen Tarifvertrag glatt zu deren Arbeiterzahl nicht feststehend. Die Erhebungen des Holzdem Erfolge, daß die Vertreter beider Parteien am Montag unter durchbrechen! Auch da hat es dem Herrn Bauamtmann der arbeiterverbandes ergeben jedoch das Vorhandensein von mindeLeitung des Gewerbegerichtsvorsitzenden b. Schulz verhandelten. zu hohe" Affordverdienst angetan; allerdings wird von einigen stens 10 000 bis 12 000 Modelltischlern. Ein Ergebnis hatten die Verhandlungen nicht. Sie trugen nur den Affordlöwen" bei einer bestimmten Arbeit hoher Verdienst erzielt. Ehemals galt der Beruf des Modelltischlers als etwas beCharakter einer Bor besprechung. Die Vertreter der Parteien erklärten Es handelt sich um sogenanntes Kleinpflaster, von welcher Arbeit sonders Grstrebenswertes, bot eine sicherere Eristenz und besseren sich bereit, am heutigen Dienstag in offizielle Verhandlungen vor der genannte Herr die ansässigen Münchener Pflasterer bisher syste- ohn als sonstige Branchen der Tischlerei. Das Blatt hat sich jedoch dem Einigungsamt einzutreten. matisch ferngehalten hat, angeblich, weil sie es nicht verstehen. Jetzt eberangebot von Arbeitskräften, während auf der anderen Seite im Laufe der Jahre gewendet und herrscht heute auch hier ein sollen sie erst einen Kursus zur Erlernung dieser Arbeit durch die Arbeiter der sonstigen Tischlerei in größeren Schritten vorAchtung, Gastwirtsgehilfen! Mit dem Inhaber der Ausschänke: wozu sich die Arbeiter auch bereit erklärt haben Schöneberg, Hauptstraße 139, asino- dann sollen sie zu der Arbeit zugelassen werden, wenn und wärts gekommen sind. Besonders macht sich in den letzten Jahren Hackepeter sie sich an einigen Orten in der Modelltischlerei die in den Metallbetrieben Restaurant Berlin, Friedrichstr. 126, Strug zum grünen bereit erklären, zwölf Prozent unter dem verein- grassierende gelbe Seuche bemerkbar. Immerhin ist es dem DeutKranze, Alexanderplatz, sowie des in nächster Zeit zu eröffnenden barten Lohntarif zu arbeiten. Dabei muß man bedenken, schen Holzarbeiterverband gelungen, allein im Jahre 1913 für Restaurants Groß- Berlin", Aleganderplay, Ede daß in einer ganzen Anzahl von Städten derselbe Preis, zum Teil 669 Angehörige dieser Branche Lohnbewegungen durchzuführen, Neue Königstraße, sind tarifliche Vereinbarungen abgeschlossen sogar noch höhere, für diese Arbeit gezahlt wird, wie er im Münche- und hatte er Ende 1913 die Arbeitsverhältnisse für 85 Betriebe worden. Die Differenzen sind dadurch beigelegt und die Sperre ner Tarif festgesetzt ist. Die Folge des bauamtlichen Vorgehens mit 685 Beschäftigten tariflich geregelt. wird hierdurch aufgehoben. Um nun den Berufsangehörigen dieser Branche wieder einmal ist, daß entweder die Münchener einheimischen Pflasterer nach wie Gelegenheit zu einer Aussprache über die engeren Berufsangelegenvor auf diese Arbeit verzichten müssen und diese. weiterhin von heiten zu geben, hatte der Deutsche Holzarbeiterverband zum 26. fremden Arbeitern ausgeführt wird, oder aber sie übernehmen die und 27. April eine Reichskonferenz nach dem Berliner GewerkArbeit zu dem reduzierten Preise und werden damit zum Lohn- fchaftshause berufen. Eine solche Konferenz hatte bereits vor acht drücker gegenüber ihren fremden Kollegen. Die Arbeit verweigern Jahren in Halle a. S. stattgefunden. Die jeßige Tagung war dürfen sie auch nicht, da das Gewerbegericht München in einem von 52 Delegierten aus 42 Orten sowie Vertretern der Zentralfrüheren Falle entschieden hat, daß unter keinen Umständen die kommission der Branche, des Verbandsvorstandes und des Ver= Arbeit eingestellt werden darf, wenn ein Tarifvertrag besteht. Be- bandsorgans beschickt. Als Vertreter der österreichischen Modelltischler war Ring- Wien erschienen. merkt jei noch, daß der genannte Stadtbauamtmann in einem Der Prozesse als Zeuge erklärt hat, er sei durchaus sozial gerichtet". Ausland. Verband der Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Töpfer! Ueber das Ofenbaugeschäft Markert Nachfolger Inhaber Kaufmann Semon), Schöneberg, Sachfendamm 44, und dessen Meister Paul Kalbe und Emil Kuffner mußte wieder die Sperre verhängt werden, weil hier Kollegen gemaßregelt wurden, die an dem Streik, der letthin bei dieser Firma geführt werden mußte, beteiligt waren. Meister Kalbe erklärte: er tönne mit den Leuten vom Bau Spessartstraße in Wilmersdorf nicht weiter arbeiten, da sie ihn durch den Streit geschädigt hätten. Nach dem ganzen Gebaren der Firma in den letzten Wochen steht fest, daß die Firma alle Verbandskollegen herausschmeißen und mit Unorgani jierten arbeiten will. Leider hat sich schon ein Teil Unorganisierter gefunden, die hier Nausreißerdienste ausführen. Diese sollen jedenOrganisierten mehr zahlen mußte. Als Ersatzmann erhielt Stimmen: Hodapp 1594. Die offizielle Feststellung des Wahlrefultats erfolgt durch den Hauptvorstand. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. machen Bericht der Zentralfommission, Organisation und Agitation den Specht erstattete, ließ ein erfreuliches Anwachsen der Crganisation seit der lebten Konferenz erkennen. Von 3169 Mitfalls das wieder einbringen, was die Firma durch den Streit den Der Zusammenschluß der Britischen Gewerkschaften. aliedern im Jahre 1906 ist die Branche auf 5975 zu Ende 1913 ge stiegen, obgleich die Beschäftigtenziffer in den reinen ModellLondon, 26. April 1914.( Eig. Ver.) tischlereien in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Die Zahl der Zurzeit kommen die Bauten Kuglerstraße, Hermannstraße in Bei weitem das wichtigste Ereignis, das sich in der britischen Modelltischler, die anderen Organisationen angehören, konnte aus Neukölln, Bruchwizerstraße in Lankwitz und Konradinstraße in Gewerkschaftswelt seit langer Zeit zugetragen, ist das am 23. April 32 wichtigeren Orten festgestellt werden und waren dort bei anderen Tempelhof in Frage. Die Verbandsleitung. in London angebahnte Schuß- und Truzbündnis der Bergarbeiter, freien Verbänden 133, bei den Christen 153, den Hirschen 250, Brauerei- und Mühlenarbeiter! Die Delegiertenwahlen zum Eisenbahner und Transportarbeiter. Auf der letzten Generalver- in gelben Werkvereinen aber 506. Diese letteren haben in einVerbandstag 1914 und zum Gewerficafstongreß 1914 sammlung der Bergarbeiterföderation wurde der Vorstand beauf- zelnen Orten infolge des ungeheuren Drudes der Fabrikanten haben am Sonntag, den 26. April, folgendes Resultat ergeben: tragt, sich an die Vorstände der Eisenbahner und Transportarbeiter mehr Mitglieder als der Verband. Wer einmal gelb ist, kann sich Verbandstag: Abgegebene Stimmen 1736, davon ungültig 102. zu wenden und sie zu einer gemeinschaftlichen Sizung einzuladen, diesen Einflüssen selten entziehen, da dem Austritt aus WerkverEs erhielten Stimmen: Hodapp 1064, Juris 1023, aut 995, um zu beraten, wie die drei großen Organisationen in ihren einen in der Regel die Entlassung sofort folgt. Wenn trotz dieses Willi Schmidt 897, apte 867, Bantalla 852. Peters 821, Kämpfen Hand in Hand gehen könnten. Diese Sigung fand nun Drudes der Verband gut zugenommen habe, so danke er dies vielLeischow 810, Frizz Schulze 716, Waschinsti 608, am 23. April im Westminster Palace Hotel zu London statt. Die fach dem Umstande, daß die Aussperrungswut der MetallinduSnappe 604, Neh 434, Bodich 3, Schwedler 1. Konferenz, in der der Präsident der Bergarbeiter Robert Smillie striellen die Modelltischler aufgerüttelt und von dem Glauben an Gewerkschaftskongreß: Abgegebene Stimmen 1736, davon un- den Vorsitz führte, wurde von den aus 57 Personen bestehenden die Lebensstellung gründlich geheilt habe. Die Zentralfommission gültig 114. Es erhielten Stimmen als Delegierter: Tröger 942, drei Vorständen befucht, die gegen 1 350 000 organisierte Arbeiter hat durch regelmäßige Umfragen und Berichterstattung, AgitationsSchuldt 665, Hodapp 5, ubrig 4, Peters 3,( 800 000 Bergarbeiter, 300 000 Eisenbahner und 250 000 Trans- touren und Flugblätter, sowie eine Erhebung über das LehrlingsBocksch 2. portarbeiter) bertraten. Die Sigung, die zwei Stunden dauerte, wesen das Interesse an der Organisation zu heben gesucht. nahm einen höchst günstigen Verlauf. Alle Teilnehmer erklärten In der Diskussion fand denn auch ihre Tätigkeit durchweg sich sehr befriedigt mit dem zutage getretenen einmütigen Wollen. Anerkennung. Von den zu diesem Punkt vorliegenden Anträgen Sie faßten folgenden Beschluß:„ Nach der Ansicht dieser Konferenz wurden die auf Namensänderung der Zentralfommission abgelehnt, ist ein Aktionsvertrag( working agreement) oder Plan zwischen dagegen angenommen, daß Erhebungen über die Lohnverhältnisse den drei vertretenen Körperschaften wünschenswert." Ein aus den im Reich vorgenommen werden sollen. Der Magistrat von München als Lohndrücker. Vorsitzenden der drei Verbände( Smillie- Bergarbeiter, Bellamy- Die Fragen der Eisenbahner, Gosling- Transportarbeiter) bestehendes Unterkomitee Wenn der Münchener Magistrat es bisher verstanden hat, den wurde eingesetzt, das einen Plan auszuarbeiten hat, der einer Ruf einer sozial fortgeschrittenen Stadtverwaltung aufrechtzu- neuen Konferenz vorgelegt werden wird. Die Sekretäre der drei behandelte Jaenecke- Magdeburg in einem Referat, in dem er erhalten, so scheint das Bauamt die Absicht zu haben, jetzt diesen Organisationen( Ashton- Bergarbeiter, J. E. Williams- Eisenbahner, die bereits erzielten Fortschritte würdigte und vor einer UeberBuf gründlich beseitigen zu wollen. Den im Regiebetriebe be- Robert Williams- Transportarbeiter) wurden zu gemeinschaftlichen schätzung der Gelben warnte, die, weil nur dem Zwange folgend, schäftigten Pflasterern ist nämlich in diesen Tagen ganz plötzlich Sekretären ernannt, die von den vertretenen Verbänden Informas in diesem Berufe für die Unternehmer eine zweifelhafte Schutztion einzuholen haben, die das Komitee instandseben wird, einen truppe feien. Man dürfe auch nicht alle, die sich in einen gelben lichen, die die„ Kunst" zu„ Icben" ohne moralischen Kazenjammer Plan auszuarbeiten. Welcher Art das erstrebte Bündnis sein wird, Verein zwingen ließen, als endgültig verloren betrachten, sondern bis ins vorgerückte Alter ausüben, weil sie ewige Jugend zu be- muß natürlich die Zukunft lehren. Doch die Triebkräfte dieser Be- müsse auch diese Leute durch Aufklärung zu gewinnen suchen. Der ſißen meinen. Mary hat also stets mehrere und immer neue" wegung laffen schon die Umrisse erkennen. Der starfe Bug nach eg zum Fortschritt gehe über die Kleinarbeit. In der ZugehörigLiebhaber: zumeist junge Leutnants, ältere Schwerenöter und einer Konsolidierung der gewerkschaftlichen Streitkräfte Groß- feitsfrage fönne heute kein Zweifel mehr darüber walten, daß geworfene Justizrätin Went haben's nicht anders gemacht. Man die Lehren der letzten Kampfepoche und die Sorgen um die nächste flären, daß auch der Vorstand des Deutschen Metallarbeiterverso... Freundinnen, wie die nun freilich längst zum alten Eisen britanniens, der sich in den letzten Jahren bemerkbar gemacht hat, für die Modelltischer allein der Holzarbeiterverband zuständig sei. Zu dieser Frage konnte sodann ein Vorstandsvertreter erfennt das in der Gesellschaft; denn moralisch ist nur das, wovon Zukunft haben alle zusammengewirkt, um diese Konferenz möglich bandes jetzt diesen Standpunkt anerkenne, was in einem vor dem man nicht spricht. Ueber Mary wird allerdings bös gelästert. zu machen. Streifen die Eisenbahner oder die Transportarbeiter, Abschluß stehenden Sartellvertrag festgelegt werde, der auch Ihre bereits mannbaren Kinder sind kein Hinderungsgrund für dann werden die Bergarbeiter arbeitslos, und streiken die Berg- das bisher mitunter umstrittene Zusammenarbeiten bei Lohnihre Leichtlebigkeit. Unterdessen ist Marh schon Großmutter gearbeiter, dann sehen sich die Eisenbahner und Transportarbeiter bewegungen in Metallbetrieben regele. morden. Jetzt will aber auch ihre Jüngste ihren Baron- Leutnant vor die unangenehme Aufgabe gestellt, die von den Grubenbesizern beiraten. Da ist's endlich Zeit, sich, aufs eigene Lebengenießen ver- aufgespeicherte Kohle zu transportieren. Diese durch die Ereignisse gestimmt, welche die Bildung von Sektionen und den Austausch Nach ausgiebiger Diskussion wurde einer Resolution zu= zichtend, zurückzuziehen. Das tut Marh denn auch und demonstrierten Tatsachen mußten die Fragen aufiverfen: Können des Agitationsmaterials durch die Zentralkommission empfiehlt und wie nicht anders zu erwarten, in glüdlicher Gemeinschaft ihres wir denn nicht diese ungewollten Nebenwirkungen unserer Kämpfe die Einberufung von Konferenzen den zuständigen Instanzen von fommerzienrätlichen Gatten, eines gutmütigen Trottels, als der durch ein Zusammenarbeiten ausschalten? Jit es nicht möglich, er während einer nun viertelhundertjährigen Ehe ja immer ge- durch ein planmäßiges Zusammenwirken der drei so eng mitein- all zu Fall anheimſtellt. Beschlossen wurde ferner, den Settionen Dieser Abschluß enttäuscht einigermaßen an dem sonst ander verbundenen Berufsgruppen bei geringeren Opfern größere bezirke gemeinsam mit den Gauvorständen durch Kommissionen in zu empfehlen, die agitatorische Bearbeitung größerer Industriegefällig hingestrichelten Konversationsspiel, bei dem schadenfrohe Wirkungen zu erzielen? Diese Fragen wären vielleicht noch lange Angriff zu nehmen. Lachlust zuweilen anständig auf ihre Stosten kommt. distutiert worden, ohne praktisch gelöst zu werden, stünden nicht Die Verhandlungen gehen weiter. Vielleicht wäre der Erfolg stärker gewesen, wenn Marietta Bergarbeiter wie Eisenbahner unmittelbar vor sehr wichtigen EntOlly als Marh und Rosa Valetti als stänkernde Justizrätin fcheidungen, die die ganze Lebenshaltung dieser großen Arbeiterim Ton und Gehaben weniger die Grenze des Nachtfabarett- schichten auf Jahre hinaus bestimmen werden. Die Eisenbahner milieus gestreift hätten. Paul Otto gab als Oberleutnant eine stehen in diesem Jahre vor der Revision des Einigungssystems, bei vorzügliche Charaktercharge. Recht nett nahm sich die Szene der die Forderung der vollen Anerkennung der Gewerkschaften eine zwischen Enrieders beiden Kindern und dem Leutnant- Verlobten wichtige Rolle spielen wird. Und im nächsten Jahre laufen die aus. Im ganzen jedoch ließen die meisten Darsteller es an nötiger Verträge der Bergarbeiter ab; es müssen neue Verträge geschlossen Der Sozialdemokratische Verein für Halle und den Saal Deutlichkeit des Sprechtons fehlen. Manche Dialogpartien fielen werden, wobei es sich auf der Seite der Arbeiter namentlich darum reis hielt am lebten Sonntag seinen diesjährigen Kreistag ab, unvernehmbar in die Versenkung. handeln wird, die während der Prosperitätsperiode errungenen der von insgesamt 160 Delegierten und Funktionären besucht war. Vorteile statutarisch festzulegen und die das Arbeitsverhältnis In seinem Tätigkeitsbericht gab der Vorstand zunächst einen furzen Notizen. regelnde Bestimmungen, die heute in den Revieren sehr verschieden Rückblick auf die kürzlich durch eine besondere Veranstaltung festlich sind und die Bewegungsfreiheit der Föderation hemmen, im ganzen begangene 25 jährige Jubelfeier des Vereins, um dann mit GenugTheaterchronit. Der Wedekind- 3yklus in den Lande zu vereinheitlichen. Dies sind Fragen von fundamentaler tuung festzustellen, daß auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Kammerspielen des Deutschen Theaters wird sich aus sieben Wichtigkeit, die leicht zu großen Kämpfen Anlaß geben könnten, fräftiger Schritt nach vorwärts getan worden sei. Der MitStücken des Dichters zusammensetzen. Eröffnet werden diese Vor- die sich aber bei einem einmütigen Vorgehen der drei großen Ver- glieder best and betrug am Anfang des Geschäftsjahres 7961, stellungen am 31. Mai mit der Uraufführung des Mysteriums„ Franziska" bände vielleicht friedlich lösen lassen. Mit der Londoner Konferenz am Schlusse desselben dagegen 8430, darunter 1138 Genoſſinnen. in der soeben vollendeten endgültigen Fassung in Versform. Es folgen: ist auch der erste Schritt zur Bildung einer wirklich repräsentativen Der Kassenbericht berzeichnet einschließlich eines Kaffen" Erdgeist"," Marquis von Keith"," Karl Hetman der Zwergriele", und die gewerkschaftliche Bewegung übersehende und leitende bestandes von 20 151,36 M. eine Einnahme von 56 240,18 M., der " Daha"," Der Kammersänger" und schließlich das Schauspiel„ Der Zentralförperschaft getan, die man in Großbritannien bisher ver- eine Ausgabe von 44 171,70 M. gegenübersteht, so daß auf das Stein der Weisen", das im Rahmen des Zyklus seine Berliner mißte; denn der bestehende Gewerkschaftsbund ist in der Haupt- nächste Jahr 12 068,48 W. vorgetragen werden können. Die Zahl Premiere erlebt. Alle Stücke werden von Frank Wedekind der fache nur ein Streifrüdversicherungsverband, und das Parla- der Stadtverordneten beträgt in der Stadt Halle 5 und in dem auch mit seiner Gattin in den Hauptrollen mitwirkt persönlich in mentarische Komitee des Gewerkschaftsfongresses beschäftigt sich, Landstädtchen Löbejün 3. Auch die im März stattgefundenen GeSzene gelegt. wie sein Name besagt, hauptsächlich nur mit den die Gewerkschaften meindevertreterwahlen brachten der Partei schöne Erfolge. Die Die Schusstelle für Verlagsrecht, deren Be- direkt angehenden politischen Fragen. Die optimistische Stimmung, Zentralbibliothek, die 4312 Bände zählt, kann berichten, daß von gründung der wirtschaftliche Verband der bildenden Künstler die die Londoner Aussprache bei den Mitgliedern der drei Vor- 19 361 Lesern 25 538 Bücher entliehen worden sind. Die Aufwenvor einiger Zeit beschloß, hat ihre Tätigkeit unter Leitung des Malers stände hinterlassen hat, spricht sehr für das gute und baldige Ge- dungen für die Bibliothek betrugen 2535,08 M. Die PreßkommisOtto Marcus begonnen. lingen des großen Wertes. Revolutionäre, syndikalistisch fion des Halleschen Volksblattes" fann gleichfalls über einen begehauchte Gewerkschaftsvertreter und Altgewerkschaftler der libe- friedigenden Abschluß des Pregunternehmens berichten, da es ohne ralen Schule waren sich auf der Konferenz absolut einig. Erhöhun des 60 Pf. pro Monat betragenden Abonnementspreises möglich war, die Redaktion zu verstärken und eine tägliche Unterhaltungsbeilage einzuführen. golten ek. Eine Berliner Volksmusikschule will der Deutsche Musikpädagogische Verband begründen. Sie soll den musikalischen Jugendunterricht der breiten Volksschichten der privaten Spekulation entreißen". Die Berliner Schule ist als Musteranſtalt für weitere gleichartige Gründungen gedacht. Vorläufig fehlt aber noch das Geld, um den Plan in großer Form zu perwirklichen. an= Zweite Konferenz der Modelltischler Deutschlands. " = Aus der Partei. Aus den Organisationen. Der gedrudt vorliegende Jahresbericht des Sozialdemokratischen Vereins für den 7. sächsischen Reichstagswahltreis Das Universitätsrecht der Kaufleute. Der ( Meißen Großenhain) fonstatiert dank der eifrigen Werbeakademische Senat der Kopenhagener Universität hat jetzt dem Anarbeit die Ausfüllung der durch die Arbeitslosigkeit entstandenen trage, Kaufleute als vollberechtigte Studierende zuzulassen, im Prinzip Die Modelltischlerei ist ein Hilfsgewerbe für die Metall- Lücken und außerdem ein wesentliches Wachstum der Mitgliederzugestimmt. industrie, das dieser die Holzmodelle für die einzelnen Maschinen- zahl. Die 21 Ortsgruppen haben ihre Gesamtmitgliederzahl von Ein Kreiselkraftwagen, der einspurig auf zwei teile und sonstige Gußstüde liefert. Der Modelltischler fertigt seine 6539 auf 7361, also um 822, gesteigert. Darunter find 1212 iveibhintereinander gestellten Rädern läuft, hat in London erfolgreiche Modelle, die ein wenig größer als das fünftige Werkstück werden liche Mitglieder, die um 311 gewachsen sind. Dieser Fortschritt Probefahrten veranstaltet. Der Russe Peter Schilowsky hat den müssen, nach der Zeichnung des Maschinentechnikers an. Das drückt sich auch im Kassenbericht aus, der mit 44 404 m. bilanziert. Wagen fonftruiert. Modell wird von dem Former in den Formsand eingebaut, dieser Es wurden 56 öffentliche und 159 Vereinsversammlungen abge Genehmigte Maifestzüge. Das In Leipzig wurde der Maifestzug zum Brauereigarten in Leipzig- Stötterih und die Ueberlassung des städtischen König- AlbertBarts als Hauptsammelort unter der Bedingung genehmigt, daß die Arbeiter- Marseillaise, der Sozialistenmarsch und der AndreasHofer- Marsch nicht gespielt wird. Stadarten dürfen im Zuge nicht getragen werden; die angegebenen Fahnen sind zulässig. Tragen republikanischer Abzeichen ist ebenfalls verboten. Während der politischen Ansprache sind alle Personen, die unter 18 Jahre alt find, aus dem Versammlungslokal zu entfernen. Die Hamburger Polizei erteilte wie alljährlich so auch diesmal die Erlaubnis zum Maifestzug, der sich in der Nähe des Gewerkschaftshauses formieren und durch die volfreichen Stadtteile Hammerbrook und Hamm nach dem Horner Park bewegen wird. Auch in Bergedorf bei Hamburg, sowie in den preußischen Nachbarorten Sande und Schiffbeck ist der Maifestzug genehmigt worden. Jugendbewegung. Wanderherbergen. Die Unterkunftsfrage spielt bei größeren Jugendwanderungen Gesamtausgaben Mart auf einen Ver= Ents schädigungen Mark auf einen entschädigten Berwaltungskosten Mart auf einen Unfall sicherten Unfall auf einen Bersicherten auf einen Unfall 1907 15,58 302,06 207,43 1,09 21,11 1908 16,15 320,21 210,44 1,18 22,86 1909 16,36 316,33 213,91 1,23 23,80 1910 16,78 325,22 216,71 1,24 24,04 219,56 1,22 23,0% 225,84 1911 1912 Halten und Flugblätter und Broschüren in einer Gesamtauflage bon 185 600 verbreitet. Das Bildungswesen hat rege Förderung er= fahren. Auf Beschluß des Kreisvorstandes soll ein Lichtbilder= apparat angeschafft werden. Die Benutzung der Bibliotheken mit 5133 Bänden hat bedeutend zugenommen und an Unterrichtskursen nahmen 195 Personen teil, außer den erstmalig für die Jugendlichen zwischen 18 bis 21 Jahren abgehaltenen, die ein recht be- immer eine bedeutende Rolle. Bisher ist sie nur für Schüler und friedigendes Resultat ergaben. Ein gemeinsamer Fonds zur Unter- Studenten einigermaßen zufriedenstellend gelöst. In welchem stübung von Maiausgesperrten, der durch die Beiträge der An- Maße für diese Art Wanderer Herbergen vorhanden sind, zeigt gestellten und durch Verkauf von Maimarken gespeist wird, hat einen für 1913. Er weist für das Jahr 79 498 Nächtigungen aus, gegen der von ihrer Zentralstelle in Hohenelbe verfaßte Jahresbericht Bestand von 1329 M. 16,34 309,35 69 408 im Vorjahre. Davon entfallen 62 000 auf reichsdeutsche 15,74 292,60 1,24 23,11 Herbergen Von den Herbergsgebieten steht die Eifel mit 11 343 Die Gesamtausgabe auf einen Versicherten und auf einen UnBesuchen an der Spize. An zweiter Stelle stehen die Herbergen des rheinischen Verkehrsvereins mit 4108, an der Mosel 3861, im fall ist gesunken. Auf je einen Unfall waren die Kosten am Höchsten Taunus 1883, im Hunsrück 1109 usw. Die meisten Herbergen im Jahre 1910, seitdem sanken sie erheblich. Die Steigerung der geben neben dem Freiquartier auch freies Frühstück, andere jedoch Entschädigungen für Unfallrentner erklärt sich aus den eingetretenen nur Freiquartier. Man hat beobachtet, daß diejenigen Gegenden, Lohnsteigerungen, die sich auch in höhere Rentenbeträge umsetzen, in denen Herbergen mit freiem Frühstück vorhanden sind, am und vor allem auch in der Zunahme der schweren Unfälle. Tros meisten besucht werden. Die Kosten betrugen zusammen über der Rentenquetscherei stieg die Zahl der entschädigten Unfälle im 70 000 m., ein großer Teil davon wird durch die Beiträge der legten Jahre um über 4000, die der tödlich verlaufenen um 762. Schüler gedeckt, nämlich 36 500 M. Da fleine Renten immer weniger gezahlt werden, die Entschädigungen In den Herbergen werden nur mindestens sechzehn Jahre alte fich in steigendem Maße auf ganz schwere Unfälle verteilen, muß Schüler zugelassen, und zwar dürfen höchstens vier Schüler von natürlich der Durchschnittsbetrag steigen. einer Anstalt zusammenwandern, wenn sie in einer Herberge aufgenommen werden sollen. Ferner hat jeder Aufnahmesuchende eine Ausweiskarte des Schulleiters vorzuzeigen. Am Rhein und in der Eifel werden die Schüler dadurch zur regelmäßigen Fortfegung ihrer Wanderung gezwungen, daß sie in den stark besuchten Bahnherbergen außer dem Schulausweis auch noch eine Son= trollmarte aus einem auf den Höhenwegen gelegenen Orte vorzeigen müssen, was eine längere Fußwanderung bedingt. Dadurch soll nicht nur das Bahnfahren, sondern auch Unfug in den Herbergen verhindert werden, weil die müden Schüler nicht mehr 64 Ausschreitungen neigen. Der Bericht klagt lebhaft über 1 n= itten der jugendlichen Wanderer, die der Wanderbewegung das Wohlwollen der Landbevölkerung rauben. Aller7,61 32,59 Wanderern angerichtet werde. Jedenfalls darf man Steigerung der Verwaltungskosten, trotzdem Rüdgang der Zaften nungen vor Feueranzünden, Obst- und Kartoffeldiebstählen, auf 1 Versicherten und einen Betrieb. Hier zeigt sich auch, was von Trinkgelagen, Lärm im Walde, der das Wild beunruhigt, und dem Gerede über die schwere Last aus der Unfallversicherung zu ähnlichen Ungezogenheiten sehr unterstüßen. Auch der Vorwurf, halten ist. Sm letzten Jahre entfielen auf einen Betrieb ganze daß die Wandervögel zuviel Zeit dem Abkochen widmen, die dem 7,61 M., bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften 210,14. eigentlichen Wandern, das doch Hauptzived sei, verloren gehe, ver- in richtigeres Bild von der Belastung geben die Kosten auf den dient gehört zu werden. Um die Wanderer vom Gebrauch der Versicherten. Bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften erSolzfeuer abzuhalten, hat der Eifelberein beschlossen, die Mit geben sie 2,41 M., bei den gewerblichen 15,74 M. Die landwirtnahme großer für offenes Feuer bestimmter Kochkessel zu unter- schaftlichen Genossenschaften zahlen auch sehr niedrige Entschädigungen. Im Jahre 1912 betrug die Entschädigung im Durchschnitt, bei den getverbl. landw. Neuerdings werden in den Herbergen auch Lehrlinge zuBer. Gen. Ber.- Gen. gelaffen. sofern he zu nationalen Jugendbewegungen gehören. M. M. Verbote des Maifestumzugs. Der Bürgermeister des preußischen Städtchens Lühen an der sächsischen Grenze unweit Leipzigs, ein enragierter Konservativer, verweigerte die Erlaubnis zum Maiumzug, da„ durch den demonstrativen Umzug durch die Straßen der Stadt eine zwedkloje Hemmung des Straßenverkehrs erfolgt, und der weitaus größte Zeil der Bürgerschaft in seinem nationalen und monarchischen Empfindings behauptet er, daß der Unfug hauptsächlich von„ wilden" den brüstiert wird". Das gefährliche Maiplakat. Unsere Kölner Genoffen wollten das Maiplakat ankleben lassen, das von unserem Leipziger Parteigeschäft herausgegeben ist und auf künstlerische Bewertung Anspruch hat. Einige Arbeiter sind um einen Fahnenschwinger geschart! Der rote Wimpel trägt den Hinweis auf die Maifeier. Die Plakatgesellschaft verweigerte das Anleben, wenn nicht für die Fahne eine andere Farbe gewählt werde. Selbstverständlich ließen sich die Kölner Genossen auf eine ebenso findische wie geschmackiose Verunzierung des Plakates nicht ein. Interessant, daß dies passiert in einer Stadt, in der in wenigen Wochen die Deutsche Werkbund- Ausstellung eröffnet wird, die der Hebung des Kunstempfindens dienen soll. Die Leitung der Ausstellung sollte das Plakat in ihrer Sammlung unterbringen mit der Anmerkung:„ Anschlag verboten in Köln 1914." Ins eigene Heim eingezogen find am Sonnabend, den 25. April, die Genossen in Königs= bergi. Pr. In einer der belebtesten Stadtgegenden, auf dem Vordertoßgarten, haben sie mit einem Kostenaufivande gon 70 000 " jagen. die MahB Noch auffälliger als bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften kommt das Sparsystem in den Rechnungsergebnissen der landwirts schaftlichen Berufsgenossenschaften zum Ausdrud. Das Reichsversicherungsamt berechnet folgendes: Es entfielen Gesamtkosten Mark auf auf Verwaltungsfosten Mark auf 1 Unfall 1 Versicherten 1 Betrieb 1907. 1908 3,48 8,26 25,02 2,32 7,34 26,11 2,35 7,44 28,05 2,38 7,52 30,58 2,36 7,47 29,75 2,41 1909 1910 1911 1912 für 1 entschädigungspflichtigen Unfall für 1 Witwe für 1 Waise 225,84 78,97 202, 94, 183, 75, Die Aufgaben des proletarischen Jugendausschusses. Winke und Ratschläge von Richard Tronice. Herausgegeben von der Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69. Die Ziffern enthüllen das Elend der Unfallversicherung. Die In der Broschüre sind die in mehrjähriger, praktischer Arbeit Witwe eines getöteten gewerblichen Arbeiters bekommt pro Tag gesammelten Erfahrungen eines proletarischen Jugendleiters 55 Pf., für eine Baise gibt es 50 Pf. Die Witwe eines Landniedergelegt, die für proletarische Jugendfunktionäre, besonders arbeiters muß sich gar mit 26 Pf. begnügen und für eines Landdie kleinerer Orte, manigfache brauchbare Anregungen bringen. arbeiters hinterlassene Kind werden noch nicht 21 Pf. gezahlt. Das Der Preis der Schrift beträgt im Buchhandel 20 Pf., Jugend- nennt man mustergültige Arbeiter fürsorge! ausschüsse erhalten die Broschüre zum Selbstkostenpreis. Soziales. Krebs. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, vorn vier Treppen Fahrstuhl-, wochentäglich von 4% bis 7% Uhr abends, Sonnabends, von 4 bis 6 Uhr abends statt.. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Brieftiche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Buchhandlung Vorwärts Führer zum Preise von je 20 bis Für die Fragen auf einzelnen Rechtsgebieten sind in der Pf. erhältlich. Mark einen schmucken Bau errichtet, der der chronischen Wohnungsnot" der Zentralstellen der Königsberger Arbeiterbewegung für immer ein Ende macht. In dem dreistödigen Vordergebäude, dessen unterftes Stodwerk neben dem Buchhandlungsladen der Königsberger Volkszeitung" und einem zweiten Laden ein sauberes und gemütliches Familienrestaurant umfaßt, sind die Parteiſefretariate für Stadt- und Landkreis, sämtliche Gewerkschaftsbureaus, das Arbeitersekretariat und die Zentralbibliothek untergebracht. Im Mittelgebäude, dessen Front des Genossen Bildhauer Obst fünftlerische Hand mit einem prächtig gelungenen Relief Die schaffende Im Jahre 1912 sind in Preußen 636 303 Personen geArbeit" schmückte, befindet sich über den für 2000 Personen aus storben, 60 551 weniger als im Jahre 1911, dessen heißer reichenden weiten Garderoben und einem Erholungsraum der große Sommer viele Leben vernichtete. Es starben allein von je Saal mit einem Flächeninhalt von 640 Quadratmetern, Mit seinen 10 000 Einwohnern 27,34 an Krankheiten der Verdauungspraktisch angelegten, terrassenförmig gebauten Galerien mit fester Bestuhlung umfaßt er 1600 Sigplätze. Eine aufstellbare Bühne organe. An der Sterbeziffer im letzten Jahre ist diese Todes. 50 ermöglicht mit ihren modernen technischen Einrichtungen theatra- ursache nur noch mit 15,94 auf 10 000 Einwohner beteiligt. lische Aufführungen. Durch eine 9 Meter breite Durchfahrt unter Eine Abnahme läßt sich auch bei einigen anderen Todesdem Saal gelangt man in den für mehrere tausend Personen ursachen feststellen, bei anderen wieder eine Zunahme. Mehr berechneten, terrassenförmig angelegten schönen Garten, der 2600 Todesopfer erforderten Strankheiten der Kreislauforgane, Strebs, Quadratmeter umfaßt, mit gärtnerischen Anlagen verschen, durch Selbstmord, Steuchhusten, sowie Masern und Röteln. Die eine solide Kunststeinmauer seinen Abschluß an dem idillisch ge- letztere Strankheit steht mit 6011 Todesfällen( 1911: 5509) in Legenen Schloßteich findet. Im Garten, von frischem Grün umgeben, steht auch die geistige Waffenschmiede, die Druckerei der der Statistik. Die Zahl der an Keuchhusten Gestorbenen Königsberger Volkszeitung". Durch ihre Ausrüstung mit den tech- erhöhte sich von 8230 auf 9477. Sehr groß ist immer noch nischen Errungenschaften der Neuzeit, als Rotationsmaschine, Set- die Zahl der im Kindbett gestorbenen Frauen, 4051( 4093) maschinen usw., ist es auch der Volkszeitung" möglich geworden, oder 33,57 auf 10 000 Entbundene. Obligatorische Hebammenhilfe, von den Blockparteien bisher vereitelt, würde mancher seit dem 1. April in neuem Gewande zu erscheinen. jungen Mutter das Leben retten. Aber für solche Sachen haben wir kein Geld, das verschluckt Moloch Militarismus. Aus diesem Grunde nimmt auch die Zahl der an Krebs Gestorbenen noch ständig zu. In den letzten zehn Jahren starben an Krebs: Der von 10 000 Lebenden männl. 1903. 9 678 Personen weibl. 11 580 zufamm. 21 258 auf 100 überhaupt Gestorbene 3,00 5,98 1904 10 394 12 192 22 586 3,22 6,26 1905 10 466 12 649 23 115 3,18 6,29 1906 10 795 13 111 23 906 3,55 6,40 1907 11 370 13 730 25 100 3,69 6,62 1908 11 551 14 051 25 602 3,69 6,65 1909 12 009 14 407 26 416 3,95 6,77 1910 1911 1912 12 673 15470 28 093 4,40 7,10 13 293 13 587 16 180 16 458 29473 30.045 4,23 4,72 7,28 7,32 zu erkennen. Zurzeit find folgende Führer erschienen: Führer durch die Landgemeindeordnung für die fieben östlichen Provinzen Führer durch das Gewerbegerichts- und Kaufmannsgerichts. gejet Führer durch das Militärpensionsgesch Führer für den Militärpflichtigen Führer durch das Mietrecht Führer durch das preußische Einkommensteuergeset Führer durch die Strafprozeßordnung. Kirchensteuer und Kirchenaustritt in Preußen Führer durch das Versicherungsgeset für Angestellte Führer durch das preußische Gesinderecht Die Verfassungsurkunde für den preußischen Staat. Führer durch das Vereins- und Versammlungsrecht Wie wird die Staatsangehörigkeit erworben? Führer durch die verschiedenen Gebiete der Reichsversicherungsordnung. 30 Pf. 25 50 30 40 30 30 20 40 30 30 40 30 30 bis 40 Gemeindewahlfiege der englischen Arbeiter. „ Labour London, 25. Ber.) ( Eig. April. R. B. 95. 1. und 3. Soweit uns bekannt, ja. 4. Positiv sichere Leader" gibt eine Uebersicht der Ergebnisse der eben statt Nachricht ist uns darüber nicht zugegangen. 12. D. In der Königgefundenen Gemeindewahlen, aus der zu ersehen ist, daß die lichen Charité, Berlin, Schumannstraße, finden solche Kurse statt. Brivate Arbeiterpartei und die sozialistischen Organisationen sehr be= Institute empfehlen wir nicht. Cilig 70. 1. Eine Antwort braucht friedigende Erfolge erzielt haben. Die Arbeiterpartei und Im übrigen war die Anmeldung nicht notnicht abgewartet zu werden. wendig. 2. Nein. 3. Fragen Sie an bei Massa, Berlin- Tegel, Schlieperstraje 30. die Sozialisten hatten nicht weniger als 390 Kandidaten aufgestellt. E. P. 11. 1. Nein, sofern Sie nicht Ersparnisse oder sonstiges Vermögen Dabon waren 220 erfolgreich, und darunter befinden sich 126 zum haben. 2. und 3. Nur dann, wenn Ihre Zahlungspflicht festgesezt wird. erstenmal eroberte Mandate. Demgegenüber sind nur 11 Verluste 4. Ja. 5. Bestreiten Sie Ihre Verpflichtung der Armenverwaltung gegen zu verzeichnen, so daß die Arbeiterbewegung nun 115 mehr Verüber. 6. Nein. 2. B. 222. Nein. 6. M. J. Dahme. Eine Ans, treter in diesen lokalen Körperschaften( städtische Distriktsräte, fechtung des Vergleichs ist unseres Erachtens nicht mehr zulässig. Der An Armenräte und schottische Schulräte) haben. Wie sich die eroberten walt ist zur Einziehung der Forderung und zur Abrechnung verpflichtet. Fordern Sie ihn dazu unter Segung einer Frist von vielleicht 14 Tagen auf. Mandate auf reine Arbeitervertreter", auf Vertreter der J. 2. P. Sie tönnen eventuell Beschwerde bei der Anwaltstammer in Botsdam führen, und der B. S. B., verteilen, ist sehr schwer festzustellen, zumal erP. K. St. 29. Falls von Ihrer Frau die Mitgliedschaft freiwillig fort freulicherweise in vielen Orten gemeinsame Kandidaten aufge= gesezt ist, besteht Anspruch auf die statutarischen Regelleistungen. Für die stellt wurden, aber jedenfalls war ein sehr großer Teil der Kandibollen Krankenhauskosten würde die Kasse nur dann haften, wenn sie die daten in einer der sozialistischen Parteien organisiert. Fälle von Aufnahme in das Krankenhaus genehmigt hat. M. 22. An das Amts wechselseitiger Bekämpfung sozialistischer oder Arbeiterkandidaten, In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der an Strebs Ge- gericht, Nachlaßabteilung, in dessen Bezirk Ihr Schwieg ervater verstorbent ist. Die Ansprüche verjähren erst in 30 Jahren. F. W. Das ist zu wie sie früher nicht selten waren, scheinen diesmal gar nicht mehr storbenen um 8787 gleich 41,3 Proz. gestiegen. Auf das lässig, jedoch könnte die Polizei Ihnen ein Strajmandat übermitteln. vorgekommen zu sein. 1. Das eigenhändig errichtete Testament kann zu Hause auf Die Erfolge der Arbeiter bei den Wahlen zu den lokalen Ver- weibliche Geschlecht entfällt von den Todesfällen ein größerer 1868. tretungskörperschaften zeigen schon seit einer Reihe von Jahren Anteil. Auch ist bei ihm die Steigerung größer, sie beträgt bewahrt werden, muß aber nach dem Tode eines der Erblasser sofort eins gereicht werden. ein höchst bemerkenswertes Bild. Es ist ein ununterbrochener 42,1 Proz. Die böse Zunahme der an Krebs Gestorbenen ist zum 15. des Monats mit Wirkung zum darauffolgenden Erſten. 2. Falls der Mietzins nach Monaten bemessen ist, bis Siegeszug. Die Arbeiter hatten die folgenden Reingewinne noch deutlicher aus dem Anteil an den überhaupt Gestorbenen K. R. 28. Damit brauchen Sie nicht einverstanden zu sein.— C. C. 50. zu verzeichnen: 1911: Aprilwahlen 41 Mandate, Novemberwahlen Der Anteil erhöhte sich von 3 Proz. auf Barten Sie die Nachricht des Vorstehers der Stadtverordnetenversammlung ab. Eine Klage verspricht wenig Aussicht auf Erfolg. 74 Mandate; 1912: Aprilwahlen 30 Mandate, Novemberwahlen 4,75 Proz. oder um 57,3 Proz. Ob man nun endlich Bei Vorhandensein eines Kindes besteht ein Anspruch auf Herabsetzung energische Maßnahmen zur Bekämpfung der Krebskrankheit nicht. Im übrigen verweisen wir auf den Artikel" Steuertragen" im 6. M. 5. 276,34 Mart jährlich. ergreift? Dant unserer famosen Wirtschaftsordnung und" Borwärts" vom 14. April 1914. G. 135. 1. Ja. 2. Nein, wohl aber vorschlagen. 3. Ja, die Auswahl 7777 B. B. W. 1. Bis zur Sittlichkeitsheuchelei ist die Zahl der an venerischen Kranktrifft jedoch der Vormundschaftsrichter. heiten Gestorbenen ebenfalls sehr hoch und steigt noch weiter. Bollendung des 16. Lebensjahres. 2. Ja, mit Zustimmung des Vormundes 1911 fielen den genannten Krankheiten 908 Personen und des Vormundschaftsgerichts. 3. Je nach Ihren Einkommens- und ( darunter 410 weibliche) zum Opfer, 1912 starben 932 Bermögensverhältnissen. Es würden etwa 1000 bis 1500 M. in Frage Menschen( 411 weibliche) an venerischen Strankheiten. Die tommen. 4. Mit dem Vormund in Verbindung segen. 5. Eine Verpflichtung zur Mitteilung hat niemand. 6. Durch Anfrage beim Vormundschafts E. 2. 100. Dauert die Krankheit länger als 14 Tage an, nein. Zahl der an Säuferwahnsinn Gestorbenen ist von 948 auf gericht. M. 2. 16. 1. Etwa 300 M. Es ist auch Ratenzahlung gestattet. 936 zurückgegangen. Würde das Medizinalwesen nicht allzu M. 50. Nicht zu enträtseln. genügt. 5. Nein. stiefmütterlich behandelt, manches Menschenleben könnte ver- 2 Beim Kreisarzt, bald. 3. Jahr. 4. Allgemeine Bollsschulbildung 2. P. 105. 1. Zunächst Anmeldung beim Amtsgericht Berlin- Mitte. Frühestens nach längert werden. Ablauf von vier Wochen, spätestens innerhalb sechs Wochen Wiederholung der Erklärung persönlich beim Gericht. In der Regel erfolgt Vorladung. 2. Für die Zeit bis einschließlich Kalenderjahr 1915. G. 100. Wir Mit dem bekannten, standalösen Rentenquetschen spart das halten Sie für berechtigt, den Vertrag aufzuheben. F. S., LichtenUnternehmertum große Summen, obwohl für Aerzte, Gutachten, an berg. Gegenseitiges Einverständnis ist nicht ausreichend. Doch können die Zeugengebühren usw. ganz ansehnliche Beträge gezahlt werden anderen Gründe genügen, falls beweisbar. Nach Lage der Sache würde ein Armenattest zu erreichen sein. G. 1905. Leider nicht. Im liberalen Goethe- Ländchen Sachsen- Weimar wurde müssen. Die Verwaltungskosten steigen, die Gesamtausgaben finken! 23. 100. 1. Ja, jaus Gefahr im Verzuge liegt. 2. Ja, von dem Verden Arbeiter- Turnvereinen angekündigt, daß sie nach einer Ent- Man spart auf Kosten der Krüppel. Ganz auffällig macht sich das lehten. 3. Unter der zu 1 genannten Boraussetzung, nein. Großscheidung des Thüringischen Oberlandesgerichts als politische Ver- seit 1909 bemerkbar. Das beweisen die Berechnungen des Reichs- beeren. 1. Ja, jedoch macht Berlin in der Regel von dem Recht keinen eine betrachtet würden und daß daher junge Leute unter 18 Jahren versicherungsamts, die wir nachfolgend zusammenstellen. an den Turnstunden nicht mehr teilnehmen dürften. man Ertüchtigung" der Jugend! 40 Mandate; 1913: Aprilwahlen 115 Mandate, Novemberwahlen 70 Mandate; 1914: Aprilwablen 115 Mandate. Wenn das so weiter geht, dann werden die Arbeiter sehr bald eine ganze Reihe von wichtigen Vertretungskörperschaften unter ihrer Kontrolle haben. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Eine mißlungene Staatsaktion wurde gegen das„ Boltsblatt" in to burg unternommen. Durch eine Notiz vom 11. März 1913 fühlte sich die Neustädter Schuldirektion beleidigt. Die Angelegenheit wurde mehrfach vertagi. Dann hatte das Gericht die Sache dermaßen auf die lange Bank geschoben, daß es am 24. April wohl oder übel dem Antrage des Berteidigers zustimmen und das Verfahren wegen Verjährung einstellen mußte. Die Kosten wurden auf die Staatskasse übernommen. Im Kampf gegen die Arbeiter- Turnvereine. Das nennt Sparen auf Koften von Krüppeln. Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften entfallen: 2. Nr. 56. Gebrauch. 2. Der Anspruch bleibt weiterbestehen. Jedoch kann die Heimat behörde die Rückkehr verlangen. 8. S. 4. Einen gesetzlichen Anspruch hat Ihr Bruder nicht. Todes- Anzeigen Am 26. April verstarb nach schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unser guter Vater, Schwager und Onkel, der Schriftfeter Theodor Klüber im 57. Lebensjahre. Dies zeigt zugleich im Namen der Hinterbliebenen an seine tiefbetrübte 18736 Witwe Marie Klüber geb. Kohlhoff. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 2 Uhr von der Halle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. 3. Abteilung. Zahlnacht. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Theodor Klüber ( Brunnenstr. 77) im 57. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. April, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofes in Friedrichs. felde aus statt. 206/2 Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 621. Bezirk. Am Sonntag, den 26. April, verstarb unser Genosse Theodor Klüber ( Brunnenstr. 77) im 57. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 29. April, nach mittags 2 Uhr, von der Reichen Halle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Aut Sonntag, den 26. April, starb unser lieber Mitarbeiter Theodor Klüber im 57. Lebensjahre, nachdem er zwei Jahrzehnte als Gezer bei der Herstellung des Berliner Partetorgans tätig war. Wir werden dem unerwartet Dahingeschiedenen ein ehrendes Andenken bewahren. Borwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. Am Sonntag, den 26. April, starb nach längerem Krantjein unser Iteber Mitarbeiter, der Schriftseger Theodor Klüber im 57. Lebensjahre. Der Verstorbene hat in seiner langjährigen Tätigkeit an der technischen Herstellung des Bor wärts" durch seinen follegialen Sinn und sein wirken sich die Achtung seiner Mitarbeiter er worben. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Das Versonal am der Vorwärts- Buchdruckerei. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. April, nach mittag 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. TYPOGRAPHIA. Am Sonntag morgen verstarb nach längeren Krantjein unser treues Mitglied, Stollege Theodor Klüber im Alter von 56 Jahren. Seine langjährige Mitgliedschaft und sein biederer Charakter sichern ihm ein bleibendes Gedenken. Beerdigung fiehe vorstehend. Die Mitglieder werden gebeten, unserem braven Kameraden möglichst vollzählig das letzte Geleit zu geben. 39/10 Der Vorstand. Verband d. Gemeinde- u.Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Infern Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege Gustav Durin welcher bei der 10. Rev.- Inspektion der städtischen Gaswerke beschäftigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Diens. tag, den 28. April, nachmittags 3 Uhr, von der Reichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 34/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Erich Marschel Oppelner Str. 18 am 24. April an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, die Arbeiterin Dora Schnitka- Dauensch am 24. April an Lungenleiden. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. April, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Spandauer städtischen Friedhofes, In den Seiffeln, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 117/8 Die Ortsverwaltung. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Sonntag, den 26. April, verstarb nach langer Krankheit unser trenes Mitglied, der Steinbildhauer Theodor Timmann im Alter von 48 Jahren. Derselbe war 25 Jahre Mit glied unserer Drganisation. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. April, nach mittags 2 1hr, auf dem GeorgenKirchhof in Weißensee, Röldestraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 20/9 Der Vorstand. Verband der Lithographen, Steindrucker u.verwandten Berufe ( Deutscher Senefelder- Bund). Am 26. April verstarb unser Mitglied, der Steinbruder Franz Woiczikowsky im Alter von 60 Jahren an Lungenleiden. 109/5 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. April, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Verwaltung der Filiale 1. Zentral- Kranken- Unterstützungsverein d. Schmiede Deutschlands. Zahlstelle Pankow. Am Sonnabend, den 25. April, verstarb unser Mitglied Reinhold Schaum am Brehmestraße 57. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. April, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen halle des 2. Pantower GemeindeFriedhofes, Gaillardstraße, aus ſtatt. 284/18 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenarbeiter Max Rüster Tabor Straße 6 im Alter von 51 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. April, nach mittags 5 Uhr, von der Halle des Emmaus Kirchhofes, Hermannstraße, aus stati. Um rege Beteiligung ersucht 86/19 Die Ortsverwaltung. Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Zahlstelle Berlin Den Mitgliedern diene zur Nach. richt, daß unser Kollege, der Stall 42/20 mann Friedrich Lehmann verstorben ist. Wir werden sein Andenten in Ehren halten. Die Ortsverwaltung. Am 26. April verstarb nach langem, schwerem Leiden im Alter von 12 Jahren unser lieber Sohn und Bruder Kurt Kimmel ( Weichselplatz 2). Die zeigen tiefbetrübt an Die Eltern. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. April, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Neutöüner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 113A Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Pankow. Am Sonnabend verstarb unser Genosse Reinhold Schaum infolge eines Unfalles. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. April, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofs, Gaillardstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 240/17 Die Bezirksleitung. Sparverein„ Letzte Hoffnung“. Am Sonnabend verstarb infolge eines Unfalles unser Mitglied Reinhold Schaum. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. April, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofs, Gaillardstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 284/19 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Stranz Spenden bei der Beerdigung unseres unbergeßlichen Sohnes Willi fagen wir vor allen dem Jugendausschuß, der Firma Friz Andre u. Co., den Arbeitern der Städtischen Gaswerke Lichtenbergs, den Mietern des Hauses Kronprinzenstr. 20a und allen, die fich daran beteiligt haben, unseren 96A herzlichsten Dant. Die tieftrauernden Eltern und Geschwister Paul Schulz nebst Frau. Allen Verwandten und Befannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Auguste Schröter am Sonntag, den 26. April, plöklich verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an August Schröter, Wrangelftr. 73. am Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Danksagung. Für die vielen Beiveise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines Mannes und unferes Baters fagen wir hiermit dem Verband der Gemeinde und Staatsarbeiter sowie den Kollegen des städtischen Kohlenplages unseren tiefgefühlten Dant. 742 Vergiften Sie fich nicht mehr. Was berheerende Seuchen nicht besser vollbringen, das leistet die Menschheit seit undenklichen Beiten an ihrem Drganismus, an ihrer Ge sundheit: fie zerstört sich selbst durch eine unvernünftige Lebensweise, durch einen viel zu großen Genuß von Fleisch, Lee, Kaffee usw., wodurch unserem Körper ein lebermaß von Harnsäuregift zugeführt wird. Rheumatismus, Gicht, Herzleiden, Nierenleiden, Blajenleiden, Wassersucht, Zuderkrankheit usw. sind die Erscheinungen, die durch das Harnsäuregift hervorgerufen werden. Mattigkeit und Müdigkeit am Morgen, ein bleiernes Gefühl in den Beinen, falle Füße, Gliederreißen, geschwollene Füße oder Hände, Zudungen, Rüdenschmerzen, Gelenkschmerzen, Klopfen in den Adern, Blutandrang nach dem Kopfe, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Niedergeschlagen. heit, Unlust zur Arbeit, Schmerzen in der Nierengegend und beim Urinieren, dunkler Urin mit rotem Sand oder weißen Floden, Stoffwechselstörungen, Appetitlosigkeit, auch Hautausschläge, das sind die Anzeichen dafür, daß Ihr Treten solche An Körper wohl jast immer mit Harnsäure vergiftet ist. zeichen bei Ihnen auf, so ist es die höchste Zeit, daß Sie Ihre Lebensweise vollständig ändern, dann ist es Zeit, daß Sie. Botano" trinken. Botano" wirkt überaus belebend, anregend und kräftigend auf den ganzen Körper ein. Botano" wirft blutreinigend, blutklärend, blutausbessernd " Botano" wirft geradezit verjüngend, da durch ihn sowie harntreibend. eine gründliche Durchspülung aller Gefäße des Körpers erfolgt. 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Wahlkreis, Südosten: Baul Böhm, Laufiperplaz 14/15. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 5. Wahlkreis: Leo 8ucht, Immanuellirchstr. 12( Hoj). Geöffnet bon 11-1, und von 4-7 Uhr. 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph. Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: 3. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Bolgast, Wattstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Sarl Schwarzioje, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke: Bilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg: H. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schön brück und Buch: Heinric Broje, Mühlenstr. 3. Laden. Bohnsdorf, Falkenberg und Falkenhorst: Baul Gensch. Bobnsdorf, Genossenschaftshaus Baradies". Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimer Str. 1. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: Dafar Mahle, Bismardstr. 4. Erkner, Neu- Zittau: Emil Zwang, Scharnweberstr. 10. Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: S.öjelbarth, Petershagen. Friedenau, Steglitz, Südende, Groß- Lichterfelde, Lankwitz:. Berniee, Alfenitr. 5 in Steglig. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, Kl.- Schönebeck: Ernst Bertmann, Friedrichshagen, Köpe nider Straße 18. Grünan: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: Mar Gonshur, Parkstr. 6. Karlshorst: Richard Rüter, Nödelftr. 9, II. Königs- Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Baumann, Bahnhofstr. 2, Eingang Beeskower Straße. morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seitel, Wartenbergstraße 1( Laden). Geöffnet von 84-2 und bon 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kanlsdorf, Biesdorf: B. Heßberg, Kauls. dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August 2eip, Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Emil Beinert, Berliner Str. 114 IL Neuenhagen, Hoppegarten: E. Nachow, Wolteritraße 31. Neukölln: M. Heinrich, Nedarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-1 und von 4-7 Uhr; Neukölln. Briz: Rohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet von 7-1 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. Nowawes: Wilhelm Jappe, Lutherstr. 2. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. ( Beöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: Rißmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet bon 11-12 und von 4-7 Uhr. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh • und Schönholz: P. Gurich, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1%, u. 4-7 Uhr. Rummelsburg. Boxhagen, Stralau: A. Rosentranz. Alt. Borbagen 56. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Schenkendort b. Königs Wusterhausen: Chr. antichte, Dorfstr. 10 Schöneberg: Wilhelm Bäumier, Martin Lutherstr. 69, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: toppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 1hr morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenan Waidmannslust, Hermsdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf. West: Baul Rienait, Borsigwalde, Räujchstraße 10. Geöffnet von 11-1%, u. von 4-7 Uhr. Teltow: Wilhelm Bonom, Teltow, Berliner Str. 16. Tempelhof: Job. Krohn, Borussiaftr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Stiefholzstraße 412, Laden. 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weitensee, Heinersdorf: R. Fubrmann, Sedanstr. 105, part. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Zeuthen, Miersdorf: Ernst ittig, Zeuthen, Miersdorfer Str. 14 Wilhelmsaue 27. Geöffnet von Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert Sonntags find die Ausgabestellen geschlossen. Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlag: Borwärts Buchbruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 115. 31. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 28. April 1914. Abgeordnetenhaus. 65. Sigung. Montag, den 27. April 1914, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: b. Trott zu Solz. Auf der Tagesordnung steht der Kultusetat. Abg. Dittrich( 3.) Schulen und Volksschulen muß ein organischer Zusammen- Herr Dietrich wünschte dann freie Betätigung der Kirche hang hergestellt werden. In diesem Sinne bin ich ein Freund der Einheitsschule.( Bravo! links.) Ferner fordern wir ein reines Unterrichtsministerium, wie es in anderen Kulturstaaten längst besteht. Die Aufsicht über die verschiedenen Schularten dürfte nur Fachmännern überlassen werden, Volksschullehrern resp. Oberlehrern. ( Beifall links.) neben dem Staate und Beseitigung der ausnahmerechtlichen Z11 stände für die katholischen Orden. Wir Sozialdemokraten können uns diesem Wunsche nur voll anschließen. Wir sind stets für die Aufhebung des Jejuitengeseßes gewesen.( Abg. Hoff: mann( Soz.]: lind nicht abfommandiert! Heiterkeit.) Wir sind gegen jede Ausnahmegefeggebung und wünschen, daß Abg. Freiherr Schenk zu Schweinsberg( f.): die Herren Jesuiten jede Betätigungsmöglichkeit bei uns in Deutschland erhalten. Wir glauben auch mit den Jesuiten fertig werden Der Etat beteist, daß das Wort, daß der preußische Staat in bezug auf Ausgaben für Kulturzwede der rü du fönnen. Jedenfalls sind wir im Prinzip für gleiches Recht, verlangen allerdings dann auch, daß auch die anderen Kräfte, die ständigste sei, nicht zutrifft. Die Errichtung neuer Uni im Volke vorhanden sind, sich ebenfalls frei auswirken können, daß versitäten wünschen wir nicht; sie würde Itur zur Ver wendet sich gegen den Bundesratsbeschluß zur Ausführung des mehrung des also auch wissenschaftlichen Proletariats Jesuitengesetzes, das ein schlimmes Ausnahmegesetz sei.( Sehr wahr! führen. Die Gleichstellung der höheren Schularten soll zu einem alle ausnahmerechtlichen Praktiken gegen die im Zentrum.) Wir werden nicht aufhören, es zu bekämpfen, bis es Rüdgang in den Leistungen der alten Sprachen geführt haben. Sozialdemokratie beseitigt fällt, denn wir fordern gleiches Recht für alle!( Lebhafte Zuftisung Daher soute man mit weiteren Reformen vorsichtig sein, auch wenn werden. Wenn die Möglichkeit besteht, daß die verschterenen Weltim Zentrum. Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Orden fie unter nationaler Flagge fegeln, wie das Streben nach einer anschauungen, die ultramontane und die sozialistische in Kampf müssen im Interesse der Kirche und des Staates in nationalen Einheitsschule.( Bravo rechts.) Der Religionsunterricht gegeneinander treten, dann zweifle ich gar nicht, auf welcher Seite größerem Umfang zugelassen werden, besonders in Ostpreußen, wo ist das Schmerzenskind unseres höheren Schulunterrichts; 90 Pro- der Sieg auf die Dauer sein wird. Aber das Zentrum ist ja gor der Staat ein Bedürfnis danach nicht anerkennt. Der Redner bezent aller Schüler sollen die Schule als religiös gleichgültig nicht dafür, daß wir Sozialdemokraten uns frei betätigen können. gründet einen Antrag. Ordensangehörige zur Krankenpflege zuzu- oder gar antireligiös verlassen. Im so weniger sollte man Deshalb ist es eine euchelei, wenn es Beseitigung des Auslassen und einen weiteren Antrag, auch den nicht mit Korporationsrechten den Religionsunterricht zum rein religionswissenschaftlichen Unter- nahmerechtes für die Jesuiten fordert, ohne gleichzeitig zu verausgestatteten Orden die Erlangung der Rechtsfähigkeit zu ermög- richt werden lassen. Was den ersten Antrag des Zentrums an- langen, daß ähnliche Bestimmungen gegenüber uns Sozialdemo lichen. Heute werden die Orden in ihrer fegensreichen und barın langt, so balten wir die Beseitigung der in der Krankenpflege be- fraten beseitigt werden.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) herzigen Krankenpflege in jeder Weise beschränkt; so z. B. dürfen fie stehenden Beschränkungen für gerechtfertigt.( Bravo! im Zentrum.) Vor allem müßte die Kirche dann aber auch auf den Charakter nur Katholiken pflegen. die Diakonissen aber dürfen auch KathoUm eine darüber hinausgehende Auslegung des Antrags aus einer Staatskirche verzichten. Heute werden ja ſehr lifen pflegen.( Hört! hört! im Zentrum.) Monistische und staats- zuschließen, haben wir eine entsprechende Aenderung beantragt. Wir erhebliche Aufwendungen im Stultusetat für die Kirche gemacht. gefährdende Vorträge gestattet man, aber die Jesuiten dürfen richten uns ins in diesen Fragen nach dem alten Wort: Geb: Im Jahre 1909 find wieder mehr als 13 Millionen an Gehältern nicht öffentlich auftreten. Man lasse die Orden zu und gebe ihnen dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. für die Geistlichen der beiden Konfessionen bewilligt worden. Das Eristenzmöglichkeit, mindestens aber die Rechtsfähigkeit! Man mache( Bravo! rechts.) war um so unerhörter, weil man nicht Geld genug zu haben erdie reichen Kräfte der Kirche nugbar für Bolt und Staat!( Lebklärte, um die allzu berechtigten Wünsche der unteren Beamten hafter Beifall im Zentrum.) auch deshalb, weil man nicht im geringsten daran gedacht hat, auch zu berücksichtigen( hört! hört! bei den Sozialdemokraten) und dann ein öchstgehalt für die Geistlichkeit festzusehen und die hier bestehende Pfründenwirtschaft zu beseitigen. Ueber 40 Millionen werden vom preußischen Staat für die Geistlichen beider Kon= daß die Konservativen nicht dafür zu haben sind, daß auch die fessionen jährlich gezahlt. Kleinlich ist es unter diesen Umständen, jüdischen Kultusgemeinden vom Staate unterstützt werden. Die jüdische Religion ist doch nicht schlechter als die katholische oder evangelische Konfession. Wir wollen selbstverständlich von solchen Aufwendungen nichts wissen, weil wir prinzipielle Gegner jeder Subvention von Kirchengemeinschaften sind. Wir verlangen bolle Religionsfreiheit, sind aber gerade deshalb der Auffassung, daß die Kirchengemeinschaft rein private Institutionen Kultusminister v. Trott zu Solz: Schon 1903 hat die Staatsregierung ihre Stellung zu diesen Anträgen bekannt gegeben und zu einer Aenderung liegt fein AnI ag bor. Seit 1902 ist die Zahl der in der Krankenpflege tätigen fatholischen Ordensmitglieder in Preußen von 19 000 auf 26 000 gestiegen, die Gesamtzahl der Ordensleute auf 36 000. Die Regierung hat also weites Entgegenkommen gezeigt. Wohlwollende und entgegenkommende Prüfung der Zulassungsanträge sichere ich zu. Den Antrag bitte ich abzulehnen. Abg. Dr. v. Campe( natl.): Abg. Styczynski( Pole) ㄓ spricht für die Zentrumsanträge und fritifiert, daß seit 7½ Jahren der Posten des Erzbischofs von Gnefen noch immer unbesetzt ist. Zu welch skandalöien Vorkommnissen die unzulässige Einmischung des Staates in innere Angelegenheiten der Kirche führen kann, haben die bekannten Szenen in der St. Pauls irche in Moabit bewiesen. Was geht den Staat der Religionsunterricht der polnischen Kinder an? Wirksam kann der Religionsunterricht nur in der Muttersprache erteilt werden. Aber felbft taubstumme polnische Kinder werden in deutscher Sprache unterrichtet, was für sie so gut wie wertlos ist. Kultusminister Trott zu Solz: Abg. Ströbel( Soz.): sein müssen. Diese Freiheit wird den Kirchengemeinschaften viel besser bekommen, weil sie sich dann viel beffer der Pflege der religiösen Ideale widmen können. Der fonservative Redner hat in pathetischem, pastoralem Ton uns allerhand erzählt über religiöse Ideale. Aber von dem eigent lichen christlichen Ideal der Betätigung der Nächstenliebe durch die Kirche ist von Ihnen allen nicht mit einem Worte geredet worden. Wir treten dafür ein, trotzdem wir Ihrer Kirche nicht angehören. Das ist der große Ruhmestitel des Sozialismus, daß wir eintreten für Gleichheit alles dessen, was Menschenanilik trägt, ein Bostulat, das auch der von Ihnen sonst so gerühmte sichte bereits aufgestellt hat. Es ist traurig genug, daß die Kirche infolge ihrer Abhängigkeit von dem Klassenstaat für das Ideal der Nächstenliebe nicht praktisch eintritt. Wir haben es ja erlebt, daß Pastoren, wie Jaiho und Traub, gemaßregelt worden sind wegen ihrer Anschauungen in Glaubensdingen, und wenn ein stellt, wenn er seine Nächstenliebe durch die Tat in sozialer Beziehung energijch betätigen will, fliegt er erit recht, wie bas Beispiel des Pastors Göhre bewiesen hat. Deshalb wäre es sehr wünschenswert, wenn die Kirchen des staatlichen Charakters entkleidet und sich wirklich einmal auf das alte Christentum befinnen würden. In der Ordensfrage tommen wir deshalb nicht weiter, weil wir nicht Der Vorredner hat die Schuld an den Vorgängen in der nur mit der evangelischen Geistlichkeit, sondern auch mit dem Papst St.- Pauls- Kirche in Moabit der preußischen Regierung in Rom zu tun haben. Wenn Herr Dittrich die freie Kirche im zugeschoben. Wie waren die Vorgänge? Die Polen in Berlin freien Staat fordert, so wäre die Stonsequenz davon die Ausschaltung scheuten sich nicht, ihre politische Agitation hineinzutragen in die jedes staatlichen Aufsichtsrechts über die Kirche.( Widerspruch im heiligen Räume der Kirche.( 3uruf bei den Polen: Nicht wahr!) Zentrum.) Das fann fein Staat zugeben, am wenigsten der Dort ist ein derartiger Tumult entstanden, daß die Geistlichen sich preußische Staat. Die Anträge des Zentrums bedeuten einen prin- nicht anders zu helfen wußten als dadurch. daß sie die Polizei zipiellen Vorstoß dieser Herren gegen die Friedensgefeßgebung der au Silfe riefen. Das nennt der Abgeordnete ein Einmischen 80er Jahre. Der Antrag des Zentrums über die Schulaufsicht, der der preußischen Regierung in innere Angelegenheiten der Kirche! noch nicht zur Debatte steht, bedeutet einen Angriff auf die Darüber irgendwelche Anordnungen zu treffen, wie der KommuGrundpfeiler der Eristenz des preußischen Staates.( Gelächter nionunterricht von den Geistlichen zu erteilen ist, ist der Regierung im Zentrum.) Die Kirche hat feinerlei Rechte an die Schule als niemals eingefallen. diejenigen, die der Staat ihr einräumt.( Lebhafter Widerspruch im Zentrum. Bravo! links.) Der Staat ist der eigentliche Herr der Herr Viereck sprach von der Agitation des Komitees KonfessionsSchule.( Sehr gut! links.) Minister v. Stadt hat früher schon los für den Kirchenaustritt. Als jozialdemokratische Partet haben darauf hingewiesen, daß die Diakoniffenvereine feiner firchlichen wir ja mit diesem Komitee nichts zu tun; aber ich möchte auf seine Obrigkeit unterstehen wie die katholischen Orden. Solche Vereine Ausführungen doch kurz eingehen. Er berief sich zum Beweis mit ganz verschiedenem Charakter gleichzustellen, wäre alles andere dafür, wie wenig bei dieser Agitation die religiöse Empfindung als Parität. Die Barität fann nicht in Gleichstellung jeder Kirche Andersdentender respektiert worden sei, auf Posttarten, auf denen bestehen, sondern darin, daß man jeder Kirche das ihre gibt.( Sehr verschiedene Denksprüche in freireligiösem Sinne geftanden haben. Pastor in sozialer Beziehung allzu weitgehende Forderungen auf richtig! links.) Warum flagen die Herren nur immer Eine der Karten enthielt zwei Sprüche: Das Wort Friedrichs über das schreckliche Preußen und nicht au über des 3 weiten, daß in seinem Lande jeder nach feiner Fafson Bayern.( Sehr gut! lints.) Beantragen Sie boch, jelig könne, und das Wort von Schiller, daß er aus day die bayerischen Geseze hier eingeführt werden, ich Religion teiner Religion angehöre. Das Hohenzollernglaube, Sie tamen vom Regen in die Traufe. Daß die Ver- wort Friedrichs des Großen ist ja von diesem leider nicht immer hältnisse bei uns gar nicht so schlimm sein können, beweist auch die verwirklicht worden. Nach der liberalen Legende soll wirkliche Tatsache, daß jährlich etwa 2000 neue Ordenspersonen religiöse Toleranz in seinem Staate geherrscht haben. Aber es nach Preußen hereingelassen werden.( hört! bört! lints.) An eine ist bekannt, daß, als einmal ein Geistlicher erklärt hatte, daß die Aenderung der Maigefeße ist nicht zu denken in einer Zeit, wo Jahr Desertion feine unverzeihliche Todsünde sei, für Jahr die Brandfacel der Erregung in die evangelischen Kreise Friedrich der Große mit diesem Geistlichen sehr bösartig umgehineingetragen wird. Ich hoffe, die Regierung wird im Bundesrat sprungen ist. Herr Viered sprach dann von der Flachheit der dafür eintreten, daß§ 1 des Jesuitengesezes nicht aufgehoben wird. Sie Kirchenaustrittsbewegung, die an dem gesunden Sinn des Volkes wird damit dem fonfessionellen Frieden am besten dienen.( Bravo! scheitern würde. Es mögen in den Versammlungen nicht alle bei den Nationalliberalen.) Ich muß dann noch auf die ethnologischen, soziologischen und philosophischen Wurzeln der ReliFälschung des Raiserbriefes zu sprechen kommen.( Un- gionen erörtert worden sein, aber die Disfusion wird wohl ta um ruhe im Zentrum.) Wenn dieser Brief jezt in die Diskussion ge- niedriger gestanden haben, als das Niveau der Debatten zogen wurde, so mußte man annehmen, daß die Betreffenden in der hier bei Beratung des Kultusetats.( Sehr wahr! bei den Lage gewesen waren, den Brief selbst zu lesen.( Sehr richtig! links.) Sozialdemokraten.) Was hier an Tiefsinn über diese religiösen Burde doch behauptet, es stehe in dem Briefe, der Kaiser hasse Probleme bisher vorgebracht ist, wiegt wirklich nicht allzu schwer. die katholische Religion. Schließlich hat dann die" Nord- Wenn Herr Viereck von der deutsche Allgemeine Zeitung" in fräftigen Worten diese Machinationen der katholischen Preffe zurückgewiesen und festgestellt, daß keinerlei verlegende Aeußerungen über den fatholischen Glauben in dem Briefe enthalten seien. Die große fatholische Presse hätte so loyal sein müſſen, gegen dies Treiben der kleinen katholischen Presse zu Die fonfessionellen Gegensäge werden durch ein solches Gebaren nur vertieft. Es ist ein geradezu frebelhaftes Spiel getrieben worden mit diesem Kaiserbrief, darin kann ich der Nordd. Aug. 3tg." nur zustimmen.( Lebhaftes Bravo! bei den Natt., Zischen im Zentrum). Abg. Viered,( jf.). proteftieren.( Sehr richtig! links.) scheitern. Der Interessant ist auch, daß heute in der Zeit der ewigen Kriegs. treibereien es die Kirchen nicht zu ihrer Aufgabe machen, energisch für die Friedens idee einzutreten. Von der internationalen Verständigung wird auf den Kanzeln nicht gesprochen.( Wider spruch rechts.) In all den Predigten, die ich gehört habe, ist von den praktischen Fragen des sozialen Lebens und der Politik nie mit einem Sterbenswörtchen die Rede gewesen. Sie( nach rechts) ris. fieren ja nicht einmal hier ein so vernünftiges Wort, und da collen Sie behaupten, daß das von der Kanzel aus geschieht. Das ist nicht der Fall. Das haben ja auch Geistliche auf der Tagung des Pro= testantenbundes und anderer christlicher Kreise zug ben:„ Wir tragen selbst Schuld daran, so daß wir in den breiteiten Waffen des Volfes fein Vertrauen gewinnen, denn wir haben immer abseits gestanden; deshalb ist die Sozialdemokratie so groß geworden, weil sie das getan hat, was wir eigentlich tun müßten." gesprochen hat, so ist die bei den Besitzenden allerdings in außer-( Sört! hört! und Zustimmung bei den Sozialdemokcan) Man sucht sich damit zu trösten, daß die Austrittsbewegung ordentlich hohem Maße vorhanden. Die Besitzenden sind nur dafür besorgt, daß dem Volte die Religion erhalten bleibt, damit sich nicht so schlimm sei, wie sie vom Komitee Konfessionslos" hingedas Bolt duct und sich von ihnen beherrschen und ausnußen läßt. ſtellt wurde; es ſeien nur 12 000 ausgetreten. Nach der Behauptung ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Gegen eine Vertiefung des Komitees trifft das nicht zu, aber wenn es auch nur 12000 in des Religionsunterrichts an den höheren Schulen, wie Herr Viered einem Jahre sind, so wird die Zahl immer größer werden, wenn sie wünschte, haben wir natürlich nichts, wenn diese Vertiefung die Kirche nicht einen vollständig anderen Charakter annimmt, und dahin geht, daß die Entstehungsgeschichte der Religion ge- das ist ausgeschlossen bei ihrer engen Zusammengehörigkeit zu dem lehrt wird, daß Vergleiche gezogen werden zwischen den verschiedenen Klassenstaat. Religionen. Sonderbar ist nur, daß Herr Viered diesen Wunsch Ueber die nur für die höheren Schulen geäußert hat, nicht auch für die religiösen Gleichgültigkeit in Behandlung der Dissidentenkinder betont die Wichtigkeit der Religion als Grundlage des Staats. Volksschulen. Wir meinen, was für die höheren Schulen gut ist, wird ja später gesprochen werden, aber bezeichnend für die ZuDas Komitee Konfeffionslos" erhält bei seiner Volksverführung muß auch den Volksschulen gewährt werden. Der Religionsunter- stände in dem pseudomodernen Preußen ist es, daß schon 1859 ein Hilfe von den" Leuten, die sonst die rote Fahne vorantragen und richt muß dort mindestens ebenso gründlich erteilt werden.( Abg. preußischer Kultusminister v. Bethmann- Hollweg erklärt hat, daß denen die Massen zu folgen gewohnt sind und die nun die aschiered: Aeltere Schüler in höheren Klassen!) Dann sollte man in bezug auf den Religionsunterricht gegen die Dissidentenkinder graue Fahne der Verneinung schwingen. An dem doch in den unteren Klassen den Religionsunterricht überhaupt feinerlei 3wang ausgeübt werden und dieser Unterricht für gefunden Sinn unseres preußischen Volkes wird diese flache, ausschalten und den Kindern nicht eist falsche Begriffe bei- folche Kinder durch freireligiöse Lehrer erteilt werden soll. angezettelte Bewegung aber Sehr bedauerlich ist bringen. Damals hatte man noch in ganz anderem Maße Tole aber die religiöse Gleichgültigkeit der Gebildeten. Herr v. Campe sprach von dem Kaiserbrief, in dem die ranz gegenüber Dissidenten und als Andersgläubigen Religionsunterricht darf nicht verflacht werden, Religionsgeschichte Stelle vorgekommen sein soll:" Ich habe es mir zur Rebensaufgabe jetzt, ipo Preußen angeblich Deutschland und und die Kunde von den anderen Religionen muß hinzutreten, dann gestellt, den Aberglauben, dem Du Dich jetzt zugewendet hast, in der Welt voran ist.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) werden die Schulen den Schatz unserer christlichen Lehre zu würdigen auszurotten." Der Reichstagsabgeordnete Jäger soll sich ja wir verlangen also die Trennung von Staat und Kirche wissen. Dazu müssen aber auch die Lehrer mehr vorgebildet bekanntlich für die Richtigkeit dieser Briefstelle verbürgt haben. und die Beseitigung aller staatlichen Subventionen für die Kirche. werden. Zu einer Benderung der Regelung des Ordenswesens liegt Sier ist es den Herren offenbar unbequem, auf solche Dinge ein- Dieses Geld fann viel besser verwendet werden. Es dient heute fein Grund vor. Die Krankenpflegeorden usw. sollen nicht zu ſehr zugehen. Wenn jetzt in der Norddeutschen Algemeinen" behauptet zum Teil zur Errichtung immer neuer Kirchenbauten, obgleich beschränkt werden, aber die Staatshoheit muß aufrecht erhalten wird, solche Worte hätten nicht in dem Brief gestanden, so bejagt festgestellt ist, daß die Kirchen nur zum allerkleinsten Teile gefüllt bleiben. Ich beantrage, die Zentrumsanträge einer Kommission von das nichts. Hat doch die" Post" selbst einmal geschrieben, die find. Selbst nach einem Bericht der„ Kreuzzeitung" hat Bastor 21 Mitgliedern zu überweisen.( Bravo! bei den Freikonservativen.) Norddeutsche Allgemeine" sei ja dazu da, Keller in einer Versammlung im Januar 1913 erklärt, daß in Abg. Eickhoff( Vp.): Hamburg in gewissen Stadtteilen nur 1 Proz. der Be ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich erinnere auch daran, wohner in die Kirche gehe. Wenn Sie uns wieder ein daß die Frankfurter Zeitung" geschrieben hat, daß der Wortlaut mal damit kommen sollten, daß Sie die Gewerkschaftsbeiträge der des Kaiserbriefes seit Jahren auch liberalen Politikern Arbeiter, die doch die beste Anlage darstellen, weil die Gewerkschaften Den bekannt sei.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Um die die Arbeitszeit verkürzen, das gesamte Lebensniveau der Arbeiter Sache wirklich flarzustellen, gibt es zwei Wege: Erstens den der erhöhen und die ganze soziale Gefeßgebung herbeigeführt habes gerichtlichen Aufklärung. Wir sind sonst keine Freunde davon, daß wenn Sie uns wieder diese Gewerkschaftsbeiträge mit den StaatsDie Errichtung eines Zentralinstituts für Erziehungswissenschaft die Breffe durch die Gerichte behelligt wird, wenn aber dadurch steuern usw. vergleichen sollten, dann werden wir Sie an die begrüßen wir. Zwischen den verschiedenen Schularten muß ein die Möglichkeit gegeben ist, eine solche Sache aufzuklären, die doch gewaltigen Summen erinnern, die für die Kirche aufge organischer Zusammenhang hergestellt werden.( Sehr richtig! links.) wirklich von einiger Bedeutung ist, so wäre es wohl angebracht, bracht werden, obgleich die Kirche ein ungeheueres, uns freilich Eine Gründung weiterer Universitäten und vor allem weiterer durch gerichtliche Verhandlung einwandfrei festzustellen, ob etwas verschwiegenes Vermögen befizen muß. In Neukölln betrug technischen Hochschulen ist bei der Ueberfüllung der jezigen Anstalten, Wahres daran ist. Und die zweite Möglichkeit: Warum veröffent- die Einnahme der Kirchentasjen 1912 657 000 M. Davon wurde ihrer Höriäle und Laboratorien dringend not.vendig. Auch die licht man nicht den wirklichen Brief? Das läge doch außerordentlich nur 1/2 für Mildtätigkeit ausgegeben, nämlich an bebrüdie Methode des akademischen Unterrichts bedarf der Reformierung, er nahe.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aber die Herren Gemeindemitglieder, für Jubilare und Sochzeitsgescheute 1150 M., vom Zentrum begnügen sich damit, durch die Presse Mißtrauen im für arme Konfirmanden usw. 1846,15 M. Außerdem wurden für In einer Aufhebung des Jesuitengeieges fönnte ich eine Gefährdung des fonfeffionellen Friedens nicht erblicken.( Bravo! im Zentrum.) Hoffentlich bedanert das Zentrum die Fälschung des staiserbriefes und hoffentlich wird der Schuldige festgestellt. Schülern sollen die Fortichritte der Religiouswissen ichaften nicht vorenthalten werden. muß mehr feminarifiert werden. um berufsmäßig die unwahrheit zu sagen. Die Selbständigkeit, die heute nach dem Zwang in der Schule Lande auszustreuen. Das trägt seine Früchte und hier in Par- Wohltätigkeit und Kirchenzwed" noch 5700 M. ausgegeben, darii plöglich an die jungen Studenten herantritt, sollte in den legten lament schweigt man darüber. Da ist man zu„ vornehm", auf aber stecken auch die Ausgaben für den Evangelischen Bund, den Gustav- Adolf- Verein usw. Rechnet man aber selbst diese 5000 M. Schuljahren schon vorbereitet werden. Auch zwischen höheren solche Dinge einzugehen. Sie fragen uns manchmal, warum wir die Not der Arbeiter nicht durch Hergabe der Gewerkschaftsfonds linderten, obgleich gerade die Aufspeicherung dieser Fonds nötig ist, um mit, so bleibt doch ein klaffender Widerspruch bestehen zwischen der die Hochschulen aber 30 Millionen allein für die Polizei in des Unfallschutzes im Solagewerbe noch sehr viel zu tun ist und eine bedeutenden Summe, die der Kirche in Neukölln zur Verfügung Groß- Berlin! Für den Militarismus mit allen Nebenausgaben Besserung sich vorläufig nicht ankündigt, wenn man nicht die stand, und der Kleinigkeit, die für Wohltätigkeitszwecke aus- und Unkosten gibt das Deutsche Reich jährlich mehr als 3 Milliarden Abnahme der Unfälle an einigen besonders gefährlichen Maschinen gegeben wurde. aus. Würde dagegen mehr für die Volksbildung und Volksauf- schon dafür nehmen will. Bei verschärfter Aufsicht und verbesserten klärung geschehen, so wäre das die beste Bekämpfung des Chauvi- Schuhvorrichtungen hätte die Unfallziffer nicht steigen dürfen. Eine nismus. Für Volksbibliotheken hat der Etat nur 150 000 nicht minder traurige Tatsache ist, daß die Zahl der entschädigten Mark übrig. Dann entrüstet man sich über die Verbreitung der Unfälle abgenommen hat. Denn niemand wird glauben, daß die Schundliteratur. Für Jugendliche und Jugendver- Unfälle zwar mehr, aber dafür weniger schwer geworden seien. blödung aber werden 3 Millionen Markt zur Förderung der Vielmehr zeigt sich, daß die Tendenz, die Renten abzuwälzen, nach bürgerlichen Jugendbewegung ausgeworfen. Die proletarische wie vor besteht. Und das ist angesichts der ungeheuren Opfer an Jugendorganisation haben Sie mit Hilfe der Staatsanwälte und Leben und Gesundheit die schärfste Kennzeichnung des geltenden Gerichte zersprengt und nicht einmal Vorträge über Systems im Unfallschutz. Friedrich Schiller und über die Seidenraupe dürfen heute vor jungen Arbeitern gehalten werden. Sie begnügen sich aber nicht mit der Aus Industrie und Handel. Krisis und Arbeitslosigkeit. die Unternehmer in Schranken zu halten. Wenn Sie diese Frage aber wieder einmal aufwerfen sollten, dann denken Sie an die Zahlen über das Kirchenvermögen von Neukölln. Die Kirche ist einerseits Staatskirche, andererseits wird aber nicht einmal uns, die wir hier Mittel für die Kirche bewilligen sollen, Auskunft über die Finanzen der Kirche gegeben. Sogar das fründenwesen der Kirche wird geheim gehalten. Das Vermögen der Kirche muß aber außerordentlich groß sein, denn Der Abgeordnete Eidhoff ist gegen die Privilegierung der nach amtlichen bayerischen Quellen besitzt die Kirche allein in Juristen in den höheren Verwaltungsstellen Sturm gelaufen. In Bayern 1200 Millionen Mark. Bei der Materialiensammlung für anderen Ländern sind Arbeiter auch schon Minister gewesen, die Reichsfinanzreform im Jahre 1909 ergab sich, daß an Kirchen- und diese werden unseren Ministern mindestens noch die Stange Eine Arbeitslosenzählung, die sich von der sonst üblichen Zäh= steuer insgesamt 654 Millionen bezahlt wurden.( Abg. Adolf halten!( Seiterkeits links, Unruhe rechts.) Es muß allen Men- lungsweise vorteilhaft auszeichnet, hat das Statistische Amt der Hoffmann: Du sollst nicht Schätze sammeln!) Diese Beträge schen die Möglichkeit gegeben werden, auch zu den höchsten Stellen Stadt Nürnberg in der Zeit vom 18. bis 22. Februar 1914 werden zum großen Teil zwangsweise eingezogen von Reuten, im Staat aufzusteigen. Die Weltgeschichte hat gezeigt, daß gerade vorgenommen. Die Zählung geschah durch städtische Beamte und die innerlich mit der Kirche zerfallen sind, die es aber wegen der die nichtbejizenden Klassen der geistige Jungbrunnen Bedienstete von Haus zu Haus. Wohl zum ersten Male in Deutschsonst eintretenden Verfolgungen nicht riskieren können, konse- der Völker sind. Deshalb verlangen wir die Umgestaltung quenterweise aus der Kirche auszutreten. Es ist ja noch unver- unserer ganzen Schulverhältnisse, die Einheitsschule. Wir ver- land wurden bei dieser Gelegenheit auf Antrag der sozialdemokra= geffen, daß ein ehrer in Magdeburg, der sich nicht das Ge- werfen einen Zustand als fulturwidrig, rückständig und barbarisch, tischen Vertreter im Magistrat neben den eigentlichen Arbeitslosen ringste hatte zuschulden kommen lassen, gemaßregelt wurde, wo mur diejenigen es zu höheren Stellen bringen können, die in auch die Arbeiter mitgezählt, die bei verkürzter Arbeitszeit arbeiten. weil er nach seiner ehrlichen Ueberzeugung aus der Landeskirche der Wahl ihrer Eltern vorsichtig gewesen sind. Wir( Wir nennen sie weiterhin die Kurzarbeiter.) ausgetreten war!( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber fordern einen Zustand, wo die gleichen Möglichkeiten der Bildung Arbeitslose Vollarbeiter wurden am 18. Februar auch nichtbeamtete Zivilpersonen müssen aus Angst vor der und des Vorwärtskommens allen Volksgenossen eröffnet sind. 1914 gezählt 3774 gegen 2421 am 11. April 1913 und 2513 am schtversten materiellen Schädigung sich den Austritt aus der Kirche( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) 10. Dezember 1908, zur Zeit der letzten Krisis, 1914 also 56 Pro 3. bersagen.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) mehr als 1913, 52 Pro3. mehr als 1908. Das schon ist ein schlagender Beweis für die Wucht der gegenwärtigen Krisis, die die von 1908 noch weit in den Schatten stellt. Aber die Statistik bringt noch andere Ziffern, die auf die gegenwärtige Krisis eigen= tümliche Schlaglichter werfen. Wir fordern weiter die Trennung der Schule von der Kirche. Es ist hier vom Rechte der Eltern gesprochen worden, die doch das Recht haben müßten, auch auf die religiöse Erziehung und Das Haus vertagt die Weiterberatung auf morgen, Dienstag, 11 Uhr. Schluß nach 5% Uhr. Gefinnung ihrer Kinder einzuwirken. Selbſtverſtändlich wird dieses Die Unfallgefahren im HolzRecht von keinem Sozialdemokraten bestritten, aber nach unserer Ueberzeugung darf es nicht in der Schule durch einen religiösen Zwangsunterricht, sondern nur durch private religiöse Unterweisung der Kinder je nach dem Bedürfnis der Eltern befriedigt werden. Uns Sozialdemokraten liegt unsere sozialdemokratische Weltanschau ung sicher so am Herzen wie Ihnen Ihr Christentum; aber es wird uns niemals einfallen, zu fordern, daß etwa sozialistische Anschauungen offiziell durch die Schule gelehrt werden. Das könnte höchstens dann geschehen, wenn der Sozialismus gesiegt hat und die sozialistische Weltanschauung regiert.( Lachen und Aha! rechts.) Nur objektive wissenschaftliche Tatsachen sollen durch die Schule verbreitet werden. Wir würden uns vollauf damit begnügen, wenn der Sozialdemokratie die Möglichkeit der privaten Unterweisung in der sozialistischen Weltanschauung gegeben würde. Aber das wollen Sie nicht, das machen Sie uns unmöglich und nicht einmal gestatten Sie, daß sozialistische Eltern ihre Kinder von einem sozialistischen Lehrer privat unterrichten lassen.( Buruf rechts: Selbstverständlich!) Das ist Ihre Toleranz? Dann spotten Sie Ihrer selbst und wissen nicht wie. Wären Sie von der Richtigkeit und der Kraft Ihrer Weltanschauung fo überzeugt wie wir von der unserigen, dann würden Sie gleich uns dafür eintreten, daß allen Geistesrichtungen die gleiche Möglichkeit der Einwirkung auf die Jugend gegeben werde. In der Schule kann auch nach unserer Meinung Religionsgeschichte gelehrt werden, aber niemals in dogmatisch gebunbener und fonfeffionell gefärbter Weise. Frankreich ist uns durch die Ausschaltung eines derartigen Unterrichts vorangegangen; es wäre Zeit, daß wir folgen, um jo mehr, als von bürgerlicher Seite wiederholt diese Forderung erhoben worden ist und ein großer Teil, namentlich der Lehrerschaft, auf unserem Standpunkt steht.( Abg. Seins( Wirtsch. Vg.): Ich danke schön! Heiterkeit links.) Das glaube ich Ihnen. Wenn man lesthin Ihre antisemitische Rede gehört hat, dann begreift man, daß Sie einem bernünftigen Gedanken nicht zugänglich find!( Sehr gut! links.) In Preußen ist ja durch das auch von den Nationalliberalen angenommene Gesetz von 1906 sogar die von dem Minister Falt eingeführte Simultanschule beseitigt gewerbe. Von den Mängeln des Unfallschutes legt jeder Bericht der Berufsgenossenschaft beredtes Zeugnis ab. Der Verband der Holzarbeiter hat versucht, durch seine Veröffentlichungen, durch die Ausstellung der„ klagenden Hände", der Oeffentlichkeit, den gesetzgebenden Faktoren und nicht zuletzt auch den Aufsichtsbehörden das Gewiffen zu schärfen. Die unermüdliche Propaganda ist gewiß nicht ohne Wirkung geblieben. Wieviel aber noch zu bessern ist, zeigt der Bericht der Norddeutschen Berufsgenossenschaft für das Holzgewerbe, die den weitaus größten Teil des ganzen Gewerbes umfaßt. Von den Arbeitslosen sind 3451 oder 91,44 Proz. männliche, 323 oder 8,56 Proz. weibliche. In Krisenzeiten trifft die Arbeitslosigkeit die Arbeiter stärker als die Arbeiterinnen, in Nürnberg beträgt der Anteil der Frauen an den Erwerbstätigen rund 30 Proz. Die gegenwärtige Krisis hat besonders die älteren, über 30 Jahre alten Arbeiter stärker als sonst getroffen. leber 30 Jahre alte Arbeiter waren bei der letzten Zählung 1703 oder 45 Proz., während bei früheren Zählungen auf diese Gruppe 38 Proz. und 34 Proz. kamen. Auch die Verheirateten sind bei der letzten Zählung verhältnismäßig viel stärker vertreten als in den früheren Erhebungen. Am 18. Februar 1914 waren es 1537 oder 41,86 Broz, 1913 33,75 Broz, 1908 32,83 Pro3. Von den Arbeitslosen hatten 48,68 Proz. eine Familie oder Angehörige zu unterhalten. Von den Arbeitslosen waren arbeitslos bis zu 4 Wochen 863, von 4-8 Wochen 658, von 8-13 Wochen 653, von 13-26 Wochen 1003, von 26 Wochen bis 1 Jahr 452, mehr als ein Jahr 188. Infolge Entlassung waren arbeitslos 2848 oder 75,46 Proz., wegen Streif oder Aussperrung nur 20. Zwar heißt es in dem Bericht für das Jahr 1913: Die Anordnungen von Schutzvorrichtungen und Sicherheitsmaß nahmen fanden im allgemeinen keinen Widerspruch und zeigten sich für Belehrungen über die Anwendung von Schuhmaßnahmen ber der Metallverarbeitung 489, im Maschinen- und Apparatebau 689, Der Berufszugehörigkeit nach wurden Arbeitslose gezählt: in ständnisvolle Bereitwilligkeit und Entgegenkommen." Die 13arbeiter betrachten aber das„ Entgegenkommen" vieler Arbeitgeber in der Industrie der Holz- und Schnisstoffe 314, im Baugewerbe gegenüber den Aufsichtsbeamten recht steptisch. Den Arbeitgebern 1004. Handel und Verkehr, einschließlich Wirtsgewerbe, verzeichnet ist klar geworden, daß sie gegenüber den mit Vollmachten ausge- 408, häusliche Dienste und Gelegenheitsarbeit 24, Landwirtschaft statteten Aufsichtsbeamten wohl oder übel bereitwillig sein müssen. usw. 62, sonstige Berufsarten 32 Arbeitslose. Was im Betrieb geschieht, nachdem ihn der Beamte verlassen hat, steht auf einem anderen Blatt. Von welcher zweifelhaften Art die Bereitwilligkeit" der Arbeitgeber ist, beweist die Klage der Holzarbeiter darüber, daß sich die Beamten von dem Arbeitgeber oder dem Betriebsleiter durch den Betrieb begleiten lassen. Den Arbeitern wird es auf diese Weise unmöglich gemacht, den revidierenden Beamten auf Betriebsmängel aufmerksam zu machen. Insgesamt wurden nur 5925 Betriebe( 11,66 Proz.) mit 42272 beschäftigten Arbeitern( 13,84 Pros.) revidiert. Trotzdem mußten die Beamten in 2453 oder 41,4 Proz. der revidierten Betriebe 9534 Anordnungen treffen. Bei den Anordnungen handelt es fich in einer großen Anzahl von Fällen um einfache und selbst= verständliche Schutzmaßregeln, wie die Verkleidung der Wellen, Riemen, Sägeblätter usw., wo jede Unterlassung von entseglichen Folgen begleitet sein kann. Die in 273 Fällen über Unternehmer verhängten Geldstrafen in Höhe von 10 245 M. haben keine Besserung herbeiführen können. Die Zahl der Unfälle ist vielmehr gegen das Jahr 1912 von 16 071 auf 16 185 geftiegen. Von diesen Unfällen führten 2779 ( 17,17 Proz.), gegen 3062( 1905 Proz.) im Vorjahre, zu Entschädigungen. 105 Unfälle( 108 im Jahre 1912) verliefen tödlich. Befonders zahlreich sind die schweren Unfälle beim Holztransport, wo von 1071 Unfällen 66 tödlich verliefen. Was durch geeignete Schutzvorrichtungen erreicht werden kann, beweist der starte Rückgang der Unfälle an den gefährlichen Abrichtmaschinen. Hauptsächlich durch die Einführung der runden Messerwelle sind die Unfälle von 300 im Jahre 1912 und 190 im Berichtsjahre zurückgegangen. Das Auflegen von Riemen während des Betriebes hat wieder zahl reiche Opfer gefordert. Die fühle Objektivität der Zahlenreihen wird durch Aeußerungen über bemerkenswerte Unfälle unterbrochen, die wenig zu den Tatsachen passen. So heißt es an einer Stelle:" Gin Drechslerlehrling S. wollte eine Schmierbüchse nachziehen, hierbei wurde der Aermel seiner Arbeitsbluse von der Welle erfaßt und der Verleßte herumgeschleudert die Folge des Leichtsinns und der Unvorsichtig fit war der Bruch beider Oberschenkel." Die einzig mögliche Schlußfolgerung, daß jugendliche, unerfahrene Arbeiter an gefähr lichen Maschinen nicht beschäftigt werden sollen, vermag der Bericht nicht zu ziehen. Auf nicht höherer objektiver Warte stehen ähnliche Bemerkungen über den„ Leichtsinn" der Arbeiter. Von den Folgen der Affordarbeit weiß der Bericht dagegen nichts zu sagen. Außer den festgestellten 3774 arbeitslosen Vollarbeitern waren am 3ähltage noch 591 durch die Stadt beschäftigte Notstandsarbeiter vorhanden. Von der Krisis werden aber nicht nur die eigentlich Arbeitslosen getroffen, sondern auch die Arbeiter, die unter verkürzter Arbeitszeit arbeiten. Es wurden ermittelt insgesamt 7992 KurzDavon famen allein 6442 oder 80 Proz. auf die arbeiter. Industrie der Maschinen und Apparate, 1056 oder 13 Proz. auf die Metllaverarbeitung und 252 oder 3 Proz. auf die Industrie der Holz und Schnitzstoffe, das sind insgesamt 96 Proz. Die Arbeitszeitverkürzung beträgt 15 bis 40 Proz. In den großen Betrieben sind bei der letzten Krise nicht so viele Entlassungen wie in früheren Jahren vorgekommen, man ist der schlechten Nonjunttur mehr mit verkürzter Arbeitszeit begegnet. Das ist sicher ein Erfolg der gewerkschaftlichen Organisationen, die nach dieser Richtung hin mit Vorstellungen an die Leitungen der Betriebe herangetreten sind. Dieses System entspringt aber sicherlich auch der Erwägung der Unternehmer, daß sie immer eine geschulte, im Betrieb eingearbeitete Arbeiterschaft zur Hand haben. Und nicht zuletzt mögen Erwägungen börsenfinanzieller Art diese neue Methode begünstigt haben. Für die Beständigkeit des Aktienkurses der großen Gesellschaftsunternehmungen, wie für deren Ansehen bei den Auftraggebern, ist es sicher von großer Bedeutung, wenn auch bei verkürzter Arbeitszeit der Eindruck erweckt wird, als ob die Krisis den Beschäftigungsgrad des Werkes nicht erheblich beein trächtige. Woher großkapitalistische Werte" stammen. der " und durch die konfessionelle ersetzt worden. Ich erinnere mich aus meiner Schulzeit noch, wie sehr die fonfessionelle Schule zur fonfessionellen Verhebung beiträgt. Sie aber, die Sie bei jeder Gelegenheit über den konfessionellen Unfrieden jammerten, verschulden ihn durch die konfessionelle Schule! Es wurde gesagt, daß man mit der Religion die Unfittlichkeit bekämpfen müsse. Gut, tun Sie das aber indem Sie sich religiöser Privatorganisationen bedienen. Uebrigens sollten Sie sich doch auch sagen, daß die Gläu= bigen nicht fittlicher sind als die Religionslosen. Mit solchen abgetragenen, einer so erlauchten Versammlung eigentlich unwürdigen Argumentationen sollte man doch gar nicht mehr kommen. Auch das Zentrum sollte einsehen, daß Unsittlichkeit und Segualität nichts miteinander zu tun haben und dann würde es allerdings seine sittlichen" Schnüffeleien einstellen. Abg. Dittrich empfahl die Religion auch gegen den Geburten rüdgang. Es wird ihm aber doch bekannt sein, daß in dem fatholischen und namentlich auf dem Lande flerifalen Frankreich schon seit langer Zeit das 3 weikindersystem herrscht, das erst in der letzten Zeit auch in Deutschland um sich greift. Wenn wir erst nach Ihren Idealen der inneren Kolonisation Kleinsiede lungen über das ganze Land bekommen, dann würde das Zweifindersystem noch mehr um sich greifen, denn der Grund und Der Appeal to Reason" teilt eine Aussage mit, die der große Boden läßt sich doch nicht bis ins unendliche teilen, sondern nur Bankier Ryan 1908 unter Eid vor einer Untersuchungs bis zu der Grenze, wo noch ein Besib eine Familie ernähren kann. fommission in New York über den Geschäftsbetrieb der BahnDas einzige Mittel gegen den Geburtenrückgang wäre, daß Sie der Wie Unternehmer das Wirken der Berufsgenossenschaft ein- gesellschaften gemacht hat. Das Verhör lautete: Herr Ryan, Masse der Eltern die Sicherheit geben, daß ihre Kinder in Zukunft schäzen, geht aus der Antwort eines Maschinenfabrikanten hervor, Sie waren mit einer großen Zahl Eisenbahn- und Straßenbahnein besseres Dasein werden führen können. Wenn der gleich anderen angewiesen war, die Maschinen mit den vor- gesellichaften in Verbindung. Als Bankier haben Sie die Stapitaab und zu Handwerker- oder Unterbeamtenfamilien ungewöhnlich geschriebenen Schußvorrichtungen zu liefern. Der Herr im Hause" lisation vieler Eisenbahnen des Landes aus der Nähe kennen ge biele Kinder haben, so beweisen solche Ausnahmen aus den Schichten, schrieb:" Sobald ich nichts Gegenteiliges ausdrücklich fest verein- lernt. Wie hoch schäzen Sie den Prozentsatz von Wasser"( undie noch nicht zum modernen Persönlichkeitsbegriff aufgestiegen sind, bart habe, liefere ich meinen Kunden nach meinen Lieferungs- bezahlten Aktien), wie man fagt?"- 95 Prozent des gar nichts. bedingungen, nach meinen Katalogen und Prospekten, woraus Kapitals Eijenbabngesellschaften dieies Niederknüppelung der Arbeiterjugend, die von mir für notwendig erachteten Schußvorrich andes haben nie einen Dollar gekostet."-„ Sie sondern wenden noch Staatsgelder, die von den Staatsbürgern tungen zu ersehen sind. Wenn Sie glauben, in irgendeinem Inter- fagen, daß 95 Prozent des Stapitals der Eisenbahngesellschaften Ja. Die Eisenbahnen haben im letzten effe etwas für die Schutzvorrichtungen tun zu müssen, so hätte es Wasser" ist?" aller Barteirichtungen aufgebracht werden müssen, zur Förderung fich für Sie geziemt, den Fabrikanten in bescheidenster Weise Vor- der großen Spekulationsjahre, die wir gehabt haben, ihr Ihrer Parteiorganisationen an! Fast eine Million jugendliche schläge zu machen, deren Befolgung Sie uns ganz unserem Ermessen Stapital erhöht. Es war leicht, Geld auf Aktien oder Schuldscheinen Arbeiter im Alter von 14 bis 21 Jahren sind heute erwerbstätig; anheimstellen konnten, ev. im Höchstfalle uns darum bitten fonnten. aufzubringen. Aber bis 1885 haben 95 Broz. aller Bahnen und die proletarische Jugendbewegung will diese jungen Leute ertüchti- Das Recht aber, dem Fabrikanten etwas vorzuschreiben, zu befehlen Industriegeſellſchaften nie einen Dollar eingezahltes Stapital gehabt, gen und die Durchführung der für sie erlassenen Arbeiterschutz- oder gar anzudrohen, streite ich Ihnen auf das entschiedenste ab ausgenommen einige Organisationsausgaben, für die im Anfang ein bestimmungen sichern. Daran hindert man sie. Ihre Jugend- und behalte mir weitere Schritte in dieser Angelegenheit ausdrück- paar Attien erfordert wurden.... Bis 1878 war kein Dollar einorganisationen aber find feineswegs in diesem Sinne tätig und der lich vor." Der gute Mann macht sich allerdings mit seiner Drohung bezahlt für die St. Paul, Nordwest, Omaba- oder sonst eine dieser Breslauer Jungdeutschlandbund hat sogar junge Leute, statt etwas nur lächerlich. Die Anordnung ist gesetzlich gestützt und muß befolgt Bahnen. Wenn Sie diese Bahnen, wie sie hete beschaffen sind, befür ihre Erholung zu tun, als Erdarbeiter für 75 Pf. bis werden, wenn der Vorstand der Berufsgenossenschaft den Nacken trachten, mit Einschluß aller Aufwendungen für Gleise, Ausrüstung 1,20 m. Tagelohn auf die Güter schlesischer Agrarier vermittelt. steif hält. usw., vorausgefeßt, daß alles auf gesunder Grundlage ruht, so find ( Rebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Interessant ist schließlich noch die Betriebszählung. 35% Dollar bar ausgegebenes Geld für je 100 Dollar Aktienkapital ein Danach wurden ermittelt 1912 28 383 Großbetriebe mit 264 375 Ar- hoher Prozentjazz.... 95 Proz. haken ursprünglich nichts gehabt." beitern und 1913 30 475 Betriebe mit 278 258 Arbeitern; mithin Ein Beisiger:„ Wir verstehen das so, daß die Bahnen tat1300 Religionsschulstunden wurden im Berichtsjahre 2092 Großbetriebe und 18 883 Arbeiter fächlich nur 5 Proz. ihres Attienkapitals an wirklicher Kapitalsin den 8 Jahren sind nur 460 Stunden für Geschichte, 420 Stunden mehr ermittelt. Die durchschnittliche Arbeiterzahl in Großbetrieben einlage erhalten haben. Sie wurden also mit Bonds( Schuldscheinen) " Jawohl. Die Union Pacific wurde mit Schulds für Erdkunde und 760 Stunden für Naturwissenschaften, also zu fant von 9,31 im Jahre 1912 auf 9,13 im Jahre 1913. Die Klein- gebaut?" sammen nur 1640 Stunden für die anderen Un= betriebe( Betriebe ohne maschinelle Straft) haben sich im gleichen scheinen gebaut und erhielt außerdem eine Landschenkung( vom terrichtsgegenstände vorgesehen.( Hört! hört! bei den So- Zeitraum von 20 732 mit 28 718 auf 20 320 mit 27 263 Arbeitern Staate) im Werte von etwa 250 Millionen Dollar. Ebenso die - Fred Warren im Appeal to Reason" bemerkt zialdemokraten.) Nun prost man immer mit Preußens Ausgaben vermindert. 1912 tamen 1,38 und 1913 1,33 Arbeiter auf den Atchison Bahn." für Schulzwede. Was sind aber die 180 Millionen für die Volts- Kleinbetrieb. Die Verminderung der Betriebe erklärt sich dadurch, zu dieser Aussage: 95 Proz des Aktienkapitals der Eisenbahngefellschulen gegenüber den ungeheuren Bedürfnissen nach verbesserter daß eine große Anzahl von Kleinbetrieben zu maschinellen Ein- ichaften fosten also teinen Dollar. Hier hat einer der größten Bolfsschulbildung! In Preußen sind mehr als 6% Millionen richtungen überging. Sie werden im Bericht als Großbetriebe auf Finanzmänner erklärt: daß die Eisenbahn- und sonstigen AftienBoltsschüler, der Staat gibt also pro Stopf nicht einmal 30 geführt, sind ökonomisch aber nichts weiter als Kleinbetriebe. Des fapitalien dieses Landes Lüge und Schwindel sind. Mittels dieses Mart aus, dagegen pro Kopf der Universitätsstudenten halb hat das mitgeteilte dürftige Ergebnis der Betriebszählung für Schwindels ist der größere Teil des von der Arbeiterklasse 700 bis 800 m.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch die Beurteilung der Entwicklung der Betriebsgrößenverhältnisse erzeugten Reichtums in die Tasche einiger vom Glüde Begünstigter hier zeigt sich, daß unser Staat ein Klassenstaat ist. 22,7 Millionen auch nur sehr bedingten Wert. geflossen. Benn ich solche Dinge erfahre, befestigt sich mir immer werden für die höheren Schulen ausgegeben, 18% Millionen für Alles in allem läßt der Bericht erkennen, daß auf dem Gebiete mehr die Meinung, daß der einzige gerechte und vernünftige Weg Unter der Verquidung von Kirche und Schule leidet auch die Schule. Neben den " H für die Behandlung der Eisenbahnräuber die Ronfistation[ lung vorgenommen. Die Anträge, deren Erledigung wegen| aufgemacht wurde. Von denen, die auf den Straßen voll frommer ihres„ Eigentums" ist. Die Eisenbahnmagnaten haben selbst das Mangel an Zeit in der letzten ordentlichen Generalversammlung Begeisterung ihr„ Christ ist erstanden" in die Welt hinaus jubelten, Stonfistationsspiel fehr erfolgreich über ein halbes Jahrhundert ge- nicht mehr erfolgen konnte, wurden dann erledigt und bis auf den wurden nicht weniger als 1500 sinnlos betrunken in die spielt. Da sie ihre Gewinne nicht verzehren fonnten, haben sie sie Anirag betreffend Hauskassierung sämtlich abgelehnt. Dieser wurde Bolizeireviere eingeliefert. 400 ganz besonders schwer Geladenen in anderen Industrien angelegt und so find ihre Profite von Jahr nochmals bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung zurüd- mußte ärztliche Hilfe geleistet werden, 11 davon starben zu Jahr durch den bloßen Zeitablauf wie die sprichwörtliche Lawine gestellt. gewachsen. Soll man diese Industrien mit ihren Scheinwerten Taufen oder sie einfach übernehmen und so das ganze Volk wohlhabend und glücklich machen? Aus aller Welt. Die kontrollierte Heiratsluft. an Alkoholbergiftung. Frömmigkeit und Schnaps zwei Kulturgüter, die der russische Untertan in ungemessenen Quantitäten genießen kann. Frömmigkeit und Schnapszivei Dinge, die auch das Herz eines jeden Echtpreußen höher schlagen lassen. Familiendrama in Hamburg. Kapitalistische Entwicklung im Braugewerbe. Bei einem fast gleichbleibenden Bierkonsum von rund 4 Millionen Hektoliter im Es ist, als ob man die Stickluft der Hörigkeit atmet, wenn Jahre verringerte sich die Zahl der Brauereien Württembergs von 2430 im Jahre 1885 auf 1000 im Jahre 1912. Die Zahl der man einen Erlaß liest, den der Präsident der königlich an ſein In Hamburg hat am Montag eine unglückliche Ehe fleinen Brauereien mit einem Malzverbrauch bis 500 Doppelzentner fächsischen Brandversicherungskammer ging in dieser Zeit von 2040 auf 730 zurück, die mit über 500 bis Personal erläßt. In seiner Verfügung verlangt der Herr, daß die durch eine schwere Bluttat einen entsetzlichen Abschluß ge2000 Doppelzentner von 835 auf 210, die Zahl der Großbrauereien Expedienten und Hilfsarbeiter ihre Verlobung vor der Ver- funden. Der, seit einigen Tagen von seiner Frau getrennt mit einem Malzverbrauch von über 2000 Doppelzentnern stieg zu öffentlichung ihm anzuzeigen haben. Und er gibt als Grund dafür lebende Fabritarbeiter Schreyer durchschnitt seinen nächst von 49 im Jahre 1885 auf 86 im Jahre 1899. 1912 gab es an, daß in der Jehtzeit mit ihren gesteigerten Ansprüchen und dem rei Kindern die Kehle und erhängte sich indessen nur noch 59 Riefen- Bierfabriken, die fast den ganzen Be- hohen Aufwande für Wohnung und der Unterhaltung einer Familie darauf. Die Tat wurde entdeckt, als die Frau sich nach darf deckten. Mittlerweile haben sich noch etliche große Brauereien es als ein unverantwortlicher Leichtsinn angesehen dem Befinden der Kinder erkundigen wollte. fufioniert. In wenigen Jahren werden ein halbes Duzend Groß werden muß, wenn junge Leute lediglich auf das Einkommen eines brauereien das Monopol der Biererzeugung in Württemberg an sich Expedienten oder eines Hilfsarbeiters einen Hausstand gründen wollen. Der Herr Präsident will im Interesse des Ansehens der Brandversicherungskammer gegebenenfalls erwägen, ob ein Erpedient oder Hilfsarbeiter, der eine Ehe lediglich auf das dienstliche Einkommen gründen will, nicht zu entlassen ist. gerissen haben. Versammlungen. Die Alabasterarbeiter hielten am Sonntag eine Versammlung An den ab, in der der Bericht der Kommission erstattet wurde. Bericht schloß sich eine längere Diskussion. Hierauf wurde die Frage der Maifeier behandelt. Nach kurzer Debatte beschloß die Versammlung, daß in sämtlichen Betrieben der 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen sei. Einmütig kam die Ansicht zum Ausdruck, daß dies die würdigste Form der Maifeier ist. Da in den Alabasterbetrieben auch Transportarbeiter beschäftigt sind, ist dieser Beschluß in vollem Einverständnis mit denselben gefaßt worden. Ferner beschloß die Versammlung, daß die Feiernden sich in einem bestimmten Lokal treffen sollen. Der menschenfreundliche Herr hat in seinem Bestreben, die soziale Stellung seiner Angestellten auf der richtigen Höhe zu er halten, eines vergessen. Wäre es nicht besser, statt solche an die Zeit der Fronherrschaft erinnernden utaje zu erlassen, das Gehalt der Expedienten und Hilfsarbeiter so zu bemessen, daß sie auch mit einer Familie ein menschenwürdiges Dasein führen können? Dann brauchte der Herr Präsident keine Propaganda für die doch sonst so berpönte Geburtenbeschränkung zu machen. Explosionskatastrophe auf einem russischen Dampfer. Offiziere als Flugblattverbreiter. In Verdun wurden in der Nacht zum Montag zwei Leute festgenommen, die Schriftstücke unter die verlossenen Türen schoben. Die Verhafteten gestanden auf dem Polizeitommissariat, daß sie Leutnants im 2. französischen Husarenregiment seien und auf diese Weise gegen die Republik gerichtete Flugschriften verteilt hätten. Gegen die beiden Offiziere, die mit der royalistischen Action Française in Verbindung stehen, wurde Anzeige bei der Militärbehörde erstattet. Kleine Notizen. Ein Luftmörder zur Zuchthausstrafe verurteilt. Der Bureauvorsteher Georg Müller, der die gemeinsam mit ihm bei einem Breslauer Rechtsanwalt beschäftigt gewesene 15 Jahre alte Stenotypistin Martha Rupprecht am 6. d. M. im Bureau erschossen hat, da sie die Annäherungsversuche Müllers abgelehnt hatte, ist am montag vom Schwurgericht zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen MetallarbeiterEine in ihren Ursachen bisher nicht aufgeklärte schwere verbandes hielt am 26. April eine außerordentliche Generalberjammlung ab. Auf der Tagesordnung stand zunächst:„ Stellung Explosion hat sich am Montagmorgen auf dem nach Rouen Ein graufiger Fund. Aus Angoulème wird gemeldet, daß nahme zum bevorstehenden Gewerkschaftsfongreß in München" und bestimmten russischen Dampfer, Rometa" ereignet. Aufstellung der Kandidaten für die Delegiertenwahl. Einleitend Durch die Explosion, die sich etwa 20 Seemeilen von Algier in einer Hütte einer Nachbargemeinde der Leichnam eines etwa gab Cohen einen Ueberblick über die Tagesordnung des Kon- entfernt zutrug, ist das Schiff wrack geworden und bald 70 Jahre alten Mannes gefunden wurde, der fast vollständig gresses und besprach in großen Zügen die einzelnen Punkte der darauf gesunken. Ein Teil der Besayung wurde gerettet, von Hunden und Ratten verzehrt war. Die Polizei hat selben. Anträge zum Gewerkschaftsfongreß zu stellen wurde nicht 15 Mann werden vermißt. Es wird vermutet, daß eine Untersuchung nach der Todesursache des Greises eingeleitet, da beschlossen. Die Verwaltungsstelle Berlin hat zum Gewerkschafts- sie durch den Luftdruck über Bord geschleudert wurden und man glaubt, es mit einem Verbrechen zu tun zu haben. fongreß 9 Delegierte zu wählen, entsprechend dem Beschluß des Marktpreise von Berlin am 25. April 1914, nach Ermittelungen Verbandstages, wonach auf je 10.000 Mitglieder ein Delegierter ertrunken sind. des fönigl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), Natal 16,60-17,30, Donau fommt. Es wurde beschlossen, 18 Kandidaten aufzustellen. Die 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 14,80-15,20. Nichtstroh 0,00. Wahl selbst erfolgt an dem vom Zentralvorstand festgesetzten ge= meinsamen Wahltag für ganz Deutschland, das ist der 24. Mai. Es scheint auf einem Naturgesetz zu beruhen, daß man ge- Heu 7,60-9,00. Martthallenpreise. 100 Stilogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen Linien 40,00-80,00. Sodann wurde der Rest der Tagesordnung von der letzten rade in den Gegenden, wo die Rechtgläubigkeit am stärkSpeisebobnen, weiße 85,00-60,00. 34,00-50,00. ordentlichen Generalversammlung erledigt. Zunächst wurde die sten in die Erscheinung tritt, auch den größten Verbrauch Startoffeln( seleinbdl.) 4,00-7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Neule Wahl eines Angestellten nach Beschluß der Generalversammlung Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3,00. vom November 1913 erledigt. Gewählt wurde Meißner. Nun- an Fusel konstatieren karn. Welche verheerenden Wirkungen 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Male 60 Stüd Gier 3,20-4.80. 1 Kilogramm Starbien 1,20-2,40. mehr wurde die Kommission gewählt, die die Erfazwahl für zwei die beiden eng miteinander verbundenen Dinge auf weite Bolts- Stalbileii 0,00-0,00. Zander 1,60-3,40. echte 1,40-2,80. Barsche 1,00-2,20. verstorbene Angestellte vorzubereiten hat. Die Wahl selbst wird in schichten ausüben, zeigt eine Statistit, die in Petersburg ge- 180-3,20. der am 8. Juni d. J. stattfindenden ordentlichen Generalversamm-| legentlich des in letzter Woche stattgefundenen russischen Osterfestes Schlete 1,60-3.20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Strebie 3,50-24.00. Frömmigkeit und Schnaps. Eleber nachfolgende Ausschänke der Brauerei Oswald Berliner wird infolge eines erfolgten Tarifabschlusses die Sperre aufgehoben: Sadepeter Schöneberg, Hauptstr. 139- Rafino Restaurant Berlin, Friedrichstraße 126 Rrug zum grünen Kranze, Alexanderplatz, sowie das in nächster Zeit zu eröffnende Restaurant Groß Berlin" Alexanderplatz, Ede Neue Königstraße Berband der Gastwirtsgehilfen, Ortsverwalt. Berlin Mehr als garantiert Diese drei Worte kennzeichnen die Leistung des Continental Vollreifen MASSANFERTIGUNG vornehmer Herren Kleidung Künstlerischer Schniff Neuzeitige Moden Tadelloser Sitz Sakko- Anzüge nach Maß 60, 70, 75, 80, 90, 95 M. Cutaway u. 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Ueber diese Seite der Frage nach dem Werden der Seele des Großstadtmädchens referierte Schulrat Wychgram aus Lübeck, der früher in Berlin die Augustaschule geleitet hat. Frau Federer- Köfter aus Hamburg, die nach ihren dort im Volksheim gemachten Erfahrungen ein Referat über die weibliche Jugend der Arbeiterklasse geben sollte, war durch Krankheit verhindert. Ersatz hatte sich in der Gile wohl nicht heranschaffen lassen, und so kam man leider um den vielleicht interessantesten Teil des Programms. Auch die Diskussion konnte nur wenig hierfür entschädigen. Whchgram ging aus von dem Unterschied und Gegensatz zwischen Großstadt und Kleinstadt. Die Kleinstadt gestattet ein Aufwachsen in Beschaulichkeit, einen starken Einfluß der Familie, ein inniges Zusammenleben mit der Natur. Von all dem kann die Großstadt den meisten Mädchen nur wenig bieten und vielen bietet sie das genaue Gegenteil von all dem. Beeinträchtigt wird hier auch das Familienleben, und der Vater ist wegen Inanspruchnahme durch seinen Beruf auch in den bemittelteren Gesellschaftsschichten fast ganz aus der Erziehung ausgeschaltet. Als einen Vorzug der Großstadt rühmte Wychgram unter anderm die frühzeitige Weckung des sozialen Empfindens. Er führte sie zurück auf den Anblick des scharfen Kontrastes von reich und arm. An den von ihm beobachteten Großstadtmädchen will er eine starte soziale Tenden3" bemerkt haben. In bezug auf die Bildungsarbeit fanden in Berlin eine Anzahl größerer Veranstaltungen statt, die einen sehr regen Zuspruch fanden und von rund 30 000 Personen besucht waren. Etwas Neues bedeutete die Veranstaltung von kinematographischen Vorführungen für die Jugend. Ferner wurden eine große Anzahl Wanderungen veranstaltet. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch der Agitationsarbeit unter der weiblichen Jugend gewidmet. Sodann wurden besondere Veranstaltungen für die weibliche Jugend in Form von Handarbeitsabenden eingeführt, die ein recht reges Interesse der weiblichen Jugend finden. " Dienstag, 28. April 1914. Am Eingange im Empfangsraume, wird jeder junge Mann, wves Standes und Berufes er auch sei, herzlich begrüßt. Ein ganzes Reich steht ihm dann zur Verfügung: eine große TurnHalle, ein Lesezimmer, ein Vortragssaal, wo man sich billig er= frischen kann, ein Soldatenheim, Wannen- und Brausebäder, eine photographische Dunkelkammer. Dazu kommen noch gemütliche Klubzimmer, sowie auch ein Dachgarten, wo man die oberen Schönheiten der fleißigen Stadt Neukölln übersehen und frische Luft schnappen tann. Gestern stellte sich hier oben eine frischfröhliche Pfadfindergruppe vor. Nicht zu vergessen sind aber die 45 Wohnungen, die in dem Hause zu billigem Preise jungen Männern angeboten werden. Das Schönste ist des Hauses christlicher froher Geist, der überall herrscht. Vielen jungen Leuten ist das Heim schon zum Segen geworden. Zu bedauern ist höchstens, daß sich viele Jugendliche von selber ausschließen. Sie liegen in den Fesseln des Klassen und Religions basses, während in den Vereinsräumen hier die wirklich freie Jugend" herrscht." Eine eifrige Tätigkeit entfaltete der Ausschuß auf dem Gebiete des Sports. Der Referent betonte, daß gerade dieses Gebiet ganz besonders gefördert werden müßte, weil in dieser Beziehung die Gegner, besonders der Jungdeutschlandbund, außerordentlich regsam sind. Zur Ausbildung der Wander- und Spielleiter veranstaltete man naturwissenschaftliche Streifzüge, Museumsbesuche sowie instruktive Vorträge. Die etwa über ein Jahr bestehende Wander- Man sieht hier klar und deutlich, daß der„ christliche sparkasse erfreute sich einer regen Benutzung. Es gelangten im ver- frohe Geist" die Hauptsache ist, welcher die sogenannte„ Freie gangenen Geschäftsjahr 1644,60 M. zur Auszahlung. Die Aus- Jugend" beseelt. Und deshalb auch die Förderung, welche gaben beliefen sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 28 113,89 m., ein solches Freies Jugendheim" überall findet. denen eine Einnahme von 28 195,46 M. gegenübersteht. Nicht ein- Wenn es unserer herrschenden Klasse nur um die Freude gerechnet sind hierbei die Ausgaben für die Jugendheime, von denen der Jugend, um ihr Wohlbefinden wäre, so müßte sie alles in Groß- Berlin 24 bestehen und die durch besondere Vereine erhalten unterstützen, was dieses Wohlbefinden herbeizuführen geeignet werden. iſt. Wir sehen aber heute das Gegenteil. Die wirkliche Es folgten dann die Berichte von Teltow-Beeskow und Nieder- proletarische Jugend wird wie ein Wild gehetzt. Die freien barnim, worauf sich eine lebhafte Diskussion entwickelte besonders Turner wirft man aus den städtischen Turnhallen hinaus, über die Frage des Verhältnisses der Jugendausschüsse zu den weil sie jugendliche Proletarier durch Turnübungen stärken, Sportvereinen. Mit einem Hoch auf die freie Jugendbewegung unsere Jugendheime erfreuen sich der besonderen Fürsorge der konnte nach Schluß der Diskussion der Vorsitzende, Genosse Rosenfeld, Polizei, man verbietet selbst Vorträge über die Entwickelung die Verhandlungen schließen. der Seidenraupe vor Jugendlichen, furz, es wird ein Kesseltreiben veranstaltet gegen alle Maßnahmen, die eine systematische Erziehung der Arbeiterjugend zu Höherem, Schönerem zum Ziel haben. Parteiangelegenheiten. Jugendfektion des fünften Kreises. Morgen Mittwoch, den 29. April, abends 81 Uhr, findet bei Po wilett, Jofty str. 7, eine Versammlung aller 18-23 Jahre alten Parteimitglieder statt.' Tagesordnung: 1. Vortrag:" Aus der Naturgeschichte". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Sechster Wahlkreis. Die am vorigen Mittwoch vertagte Versammlung der jugendlichen Mitglieder des Bezirks Gesundbrunnen, findet am Mittwoch, den 29. April, bei Franke, Badstr. 19, statt. Referent tst der Genosse Wilhelm Pieck. Die Genossen der in Frage kommenden Abteilungen werden gebeten, ihre jugendlichen Mitglieder auf diese Versammlung auf merksam zu machen. verbreitung. 9 9 Berliner Nachrichten. Wahre und falsche Jugendfreunde. Die Jugendlichen werden deshalb schon selber erkennen, wo die wahren und falschen Freunde der Jugend zu suchen sind. Alle Arbeitereltern aber, die aus der Schule entlassene Söhne und Töchter haben, sollten mehr denn je ihre Kinder von den falschen Jugendfreunden fernhalten, die sich im Jungdeutschlandbunde breitmachen und sie der freien Jugendbewegung zuführen, die Luft, Licht und Sonne den proletarischen JugendHungerkuren in Krankenhäusern? In den Krankenhäusern der Stadt Berlin wächst die Unzufriedenheit mit der neuesten Beköstigungsreform", die feit einiger Zeit im Gange ist. Die sogenannte„ Reformtommiffion", die den Zweck hat, Ersparnisse an der Beköstigung zu machen, schaltet und waltet nach eigenem Ermessen. Der Stadtfämmerer ist ihr leitender Geist, ihr tätigstes Mitglied ist ein Revisor und was diese beiden an neuen Sparmöglichkeiten пене Auch in der Diskussion behauptete vor dem Mädchen der Arbeiterfamilie den Vorrang die höhere Tochter". Ueber sie zu 5. Kreis 1b Abteilung( Bahnhof Weißensee). Heute abendlichen verschaffen will. sprechen, war ja den meisten Rednerinnen das Nächstliegende. 8 Uhr, findet im Lofal von Ziebarth, Carmen- Sylva- Str. 51, die Nur sie und ihr Seelenleben ist ihnen genauer bekannt, während Abteilungsversammlung statt. Tagesordnung: Abteilunge angelegenErhöhte Krankenhausgebühren im Kreise Teltow. fie in die Seele eines Arbeitertindes schwer sich hineinfühlen heiten und Wahl der Abteilungsfunktionäre. Einen tief einschneidenden Beschluß hat der Zeltower fönnen. Einen Versuch hierzu machten besonders zwei Rednerinnen, Kreistag am Sonnabend gefaßt. Es sollen vom 1. Juli ab Fräulein Dr. Alice Salomon und die dorthildungsschulleiterin die Gebühren für Kranke aus dem Kreise und WilmersFräulein Henschke. Sie gelangten verschiedenen Urteilen. dorf, das bekanntlich die Krankenhausgemeinschaft mit dem Alice Salomon wandte sich gegen den Pessimismus, der Streise verlängert hat, um 50 Pf. und für Stranke aus Drtin dem Referat wie in der Diskussion aus den Betrachtungen über schaften außerhalb des Kreises um 1 M. erhöht werden. Die den Einfluß der Großstadt auf die Psyche der weiblichen Jugend Säße stellen sich demnach in den Krankenhäusern Britz und heraustlang. Sie glaube in freudigem Optimismus an unsere Lichterfelde auf 3,50 M. für einheimische und 4,50 M. für Großstadtjugend und sei erfüllt von Bewunderung für ihre Kraft auswärtige Kranke, in den kleinen Krankenhäusern auf 3 und und ihr Streben nach dem Jdealen. Das Mädchen aus dem Charlottenburg. Die Jugendsektion veranstaltet am Mittwoch, 4 M. Der Kreistag stimmte darauf der Erhöhung der Bolt, wie sie es fenne, nötige ihr die höchste Achtung ab. den 29. April, abends 81 Uhr, im Voltshause, Rosinenstr. 3, einen Krankenhausgebühren zu. Diese Beschlußfassung bedeutet Die weibliche Jugend der Arbeiterklasse habe sich in allen Mühen Diskussionsabend über:„ Das Erfurter Programm". Alle über eine Verschlechterung des öffentlichen Gesundheitswesens. Je der Erwerbsarbeit das Streben bewahrt, anständig zu bleiben. 18 Jahre alten jungen Arbeiter und Arbeiterinnen sind dazu will- teurer die Tagessäße in den Strankenhäusern sind, desto Ginen anderen Eindrud hat Fräulein Henschte empfangen. tommen. weniger werden sie in Anspruch genommen werden können. An der weiblichen Großstadtjugend der Arbeiterklasse ist Friedrichshagen. Mittwoch, den 29. April, abends 8%, Uhr, bei Das liegt aber nicht im Interesse eines guten Gesundheitsihr aufgefallen, daß sie anspruchsvoller, pussüchtiger, Lerche, Friedrichstraße 112: Generalversammlung. Tagesordnung: wefens, an dem die Allgemeinheit und auch Streis und Staat bergnügungsfüchtiger sei als die Töchter aus höheren" Geschäfts- und Kassenbericht: Neuwahl der Bezirksleitung; Anträge; großes Interesse haben sollten. Lediglich vom finanziellen Gesellschaftsschichten. Sie erklärte es nicht nur daraus, daß die Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Gesichtspunkte läßt sich diese Frage nicht betrachten, das Mädchen aus dem Volt allen Gefahren viel mehr ausgefeßt seien. Karlshorst Heute Dienstag, abends 81%, Uhr, im„ Fürstenbad", Es fehle ihnen auch das Beispiel der Mutter und die Führung Inhaber Bartels: Generalversammlung. Bericht und" Neuwahl der heißt eine Sturzsichtigkeit beweisen, die sich bitter rächen dürfte. durch fie, da in der Arbeiterklasse die Mutter meist die Autorität Bezirksleitung. Etellung zur Streisgeneralversammlung. ganz eingebüßt habe und überdies oft selber ein schlechtes Beispiel Krämer, Röntgenthal, Kaiser Wilhelm Straße, aus HandzettelRöntgenthal, Zepernick. Heute Dienstag abend 7 Uhr von gebe. Dieses Urteil wird manchen verblüffen. Wir selber hatten bisher gemeint, daß solche Vorwürfe sehr viel eher den anspruchsbollen Töchtern aus guter Familie" und ihren beispielgebenden Müttern zu machen seien. Fräulein Henschke flagte ferner, daß die jugendliche Arbeiterin auch gegenüber ihrem Arbeitgeber zu anspruchsvoll sei und ihr zunächst jeder Begriff eines Vertragsverhältnisses fehle. Das führte sie zurüd auf das zersetzende und vergiftende Mißtrauen des Elternhauses". Schließlich bekannte Um die Jugend ist ein Kampf entbrannt, der in einen austüfteln, das wird probiert, unbekümmert um die Direktoren fie aber, daß auch sie an die Großstadtjugend glaubt". Das alles Wettstreit ausgeartet ist. Die herrschende Klasse ringt um und Aerzte der Anstalten, unbekümmert auch um die ganze seien nur unschöne Erscheinungen der Oberfläche. die proletarische Jugend; es genügt ihr nicht, daß in acht Krankenhausdeputation. Wenn dann die Insassen der KrankenDer tiefere und bessere Stern entwidele sich bei den Fortbildungs- Schuljahren die heranwachsende Generation zu gottgefälligen Berringerung der Qualität und der Quantität häuser eines Tages an häuser eines Tages an der Beköstigung wieder eine schülerinnen unter dem Einfluß des Vertrauens zur Schule. dem Staate treu ergebenen Menschen gedrillt wird. Gerade An der Debatte beteiligte sich auch Professor Brunner, der auf die schulentlassene Jugend kommt es ihr an; sie fern- bemerken, dann wendet ihre Unzufriedenheit und ihr Grimm, da sie Polizeifachverständige in Unfittlichkeits"-Fragen. Er fühlte das zuhalten von den Einflüssen der um ihre Grundrechte ringenden den Sachverhalt nicht kennen, sich gegen das Personal. So geht uns jetzt aus dem Krankenhaus am Urban Bedürfnis, auch hier für den Schuß der Jugend vor den Ge- und um ihre schließliche Befreiung aus der Lohnftlaberet die Klage zu, daß im Pavillon I in einem Saal des oberen Stod des zu wirken. Daß die Gerichte kämpfenden Arbeiterklasse ist das Zur ihn und die Seinen etliche Male im Stich gelassen" haben, stellie Bieles sind alle Mittel recht. Und wie man die kämpfende werkes ſeit 1. April den hier untergebrachten schwer lungenfranken er mit Verdruß fest. Auf der Jugendfürsorgekonferenz fand er Arbeiterschaft früher durch die Hungerpeitsche des Sozialisten- Batienten beim Mittagessen die Milch und meist auch das Kompott Beifall. gesetzes und später durch das Zuckerbrot der sogenannten entzogen worden ist. Die Patienten führen das darauf zurück, daß mit Das Ergebnis dieser Unterhaltung über„ Die Psyche der weib- Sozialreform gefügig machen wollte, so verfährt man jetzt dem 1. April die bisher hier tätig gewesene Oberschwester durch eine lichen Großstadtjugend" war nicht sehr reichlich. Nach dem wirt nach dem gleichen Rezept mit den jugendlichen Proletariern. andere ersetzt worden ist, die nun, wie man anninant, Ersparnisse schaftlichen Untergrund, in dem die Entwickelung des Die Jugendlichen, die sich nicht unter die Botmäßigkeit machen wolle. Nein, so weit geben die Befugnisse einer OberSeelenlebens der Jugend wurzelt, wurde wenig gefragt. Eigent- von Pfaffen und anderen falschen Jugendfreunden stellen schwester denn doch nicht, und an der beklagten Entziehung von lich ging nur die schon erwähnte Fortbildungsschulleiterin Henschke wollen, sich vielmehr im Sinne ihrer für Verbesserung Milch und Kompott ist die neue Oberschwester sicherlich ganz näher hierauf ein. Sie tabelte, daß in Arbeiterfamilien so oft ihrer Lebenslage kämpfenden und gegen alles Unrecht und unschuldig. Wir sind überzeugt, daß diese Beköstigungsverschlechterung die Mutter einem Konflikt mit der Tochter lieber aus dem Wege Vorrecht wirkenden Väter betätigen wollen, werden polizeilich wieder nur ein Werk der„ Reformkommiffion" ist. Daß jest for gehe, weil sie das Gefühl nicht nur der inneren Unsicherheit" schifaniert und verfolgt. Das Buderbrot wintt ihnen, wenn gar schon an der Milch gespart wird und selbst gegenüber ihrer so viel gebildeteren" Tochter, sondern auch einer fie gegen ihre eigensten Interessen sich den staatlich geförderten ungentrante darunter leiden müssen, segt all' Geht das so weiter, äußeren Abhängigkeit" gegenüber der schon so viel verdienenden Jugendklubs und christlichen Jugendvereinen anschließen und ihren bisherigen Leistungen die Krone auf. Tochter habe. Es war kennzeichnend, daß von allen Wirkungen der alles mitmachen, was man von ihnen verlangt. Dafür gibt dann werden die Strankenhäuser der Stadt Berlin in den Ruf Notwendigkeit, früh zu verdienen, nichts anderes es billige Eisenbahnfahrkarten, Kriegsspiele unter Leitung von kommen, daß ihre Kranken eine Hungerkur durchzumachen haben. wirklichen Offizieren und gelegentliche Vorstellung vor nicht nur Batienten, sondern auch Personal. Ueber die Experimente der Reformkommission" flagen übrigens als diese eine in den Kreis der Betrachtung gezogen wurde. höheren Persönlichkeiten, die herablassend sich auch einmal zur Belöstigung des Personals wird jest nach Kräften gespart. Im Denn auch an der Besichtigung einfinden. Auch Vorträge bekommen die Jugend- tinder Krantenhaus( Reinickendorfer Straße) ist es, wie lichen zu hören, die natürlich eine ganz bestimmte Tendenz wir hören, fürzlich vorgekommen, daß sogar am Tisch der Aerzte, Wie es mit diesen Veranstaltungen bestellt ist, geht er der sonst splendide genug befegt wird, die Quantität des Effens als Wenn das am Aerztetisch geschieht, neut aus einem Bericht hervor, den wir in der Sonntags- unzulänglich empfunden wurde. nummer des Reichsboten" finden. In der Lenaustraße am was soll am Tisch des Wartepersonals und der Patienten werden! Rottbuser Damm haben fromme Herrschaften ein Jugendheim gegründet und ihm den Namen" Freie Jugend" gegeben. Wann endlich wird Hetzschold eingeführt? Am Sonntag teilten wir bereits mit, daß der Magistrat statt Genoffe Weimann gab den Bericht über die Tätigkeit im Offenbar glauben die Gründer unter dieser falschen Flagge vergangenen Geschäftsjahr. Aus diesem geht hervor, daß im letzten bessere Geschäfte zu machen. Am Freitag fand dort ein so- der endlichen Einführung des Genossen Stadtverordneten Hezschold Jahre recht eifrig auf dem Gebiete der Jugendbewegung gearbeitet genannter Empfangsabend statt. Diese Veranstaltung ging eine Neuwahl angeordnet wiffen will. Dies Vorgehen halten wir worben iſt. Er betonte, der beste Schutz gegen die Bestrebungen aus von dem Damenbeirat unter Vorsitz einer wirklichen aus verschiedenen Gründen für durchaus gesetzwidrig. Heßschold ist ber Gegner, die mit allen Witteln an die proletarische Jugend Gräfin, Edith zu Rangau. Man hatte dafür gesorgt, daß gewählt. Seine Wahl ist von der Stadtverordnetenversammlung heranzukommen suchen, sei eine gut ausgebaute Organisations- und auch Mitglieder aus Hofkreisen durch ihre Anwesenheit dem vom 30. Dezember für gültig erklärt. Ein Protest gegen seine Wahl Agitationsarbeit. In dieser Beziehung ist im vergangenen Jahre Abend die„ rechte Weihe“ gaben. Man begeisterte sich gegen- ist nicht eingereicht. Also muß seine Einführung erfolgen. Der in Groß- Berlin gearbeitet worden. Besonderer Wert wurde auf die feitig an der Einrichtung des Hauses, die aber nur dann den Magistrat hätte, wenn er der Ansicht wäre, durch die eigenartige Ausbildung der Helfern und Helferinnen gelegt, die mehrmals zu rechten Zweck erfüllen könne, wenn möglichst viele Helfer dem Konkurserklärung sei das Mandat erloschen, innerhalb der 14tägigen instruktiven Vorträgen zusammenberufen worden sind. Konferenz der Jugendausschüsse im Bezirk Groß- Berlin. Am Sonntag, den 26. April, fand eine Konferenz der Jugendausschüsse im Bezirk Groß- Berlin statt, die von 118 Delegierten besucht war. Im Bezirk Groß- Berlin bestehen 43 Jugendausschüsse, von denen 35 vertreten waren. Redner schildert dann in anschaulicher Weise die umfassende Tätigkeit, die das Jugendsekretariat entfaltet hat. haben. Verein beitreten. Dem Bericht über das Heim entnehmen wir die folgende charakteristischen Bemerkungen: Frist den Beschluß der Stadtverordneten anfechten sollen. Er tat das nicht, weil er damals mit dem Kommentar von Dertel der Ansicht war, die Vorschrift in§ 7 Abs. 5 der Städteordnung:„ Verfällt ein Bürger in Ronkurs, so verliert er dadurch das Bürgerrecht", sei durch§ 521 des Ausführungsgefezes zur Konkursordnung vom 6. März 1879 Stralan. Aus russischen Kerkern. Seute um 8 Uhr findet, wie in unserem Blatte schon an- Zahlreiche Klagen werden über die hiesige Gemeindeschule laut dahku geändert, daß das Mandat für die Dauer des Konkurses gefündigt, in biglos Festfälen, Koppenstr. 29, der Es wird mitgeteilt, daß die Lehrer die Schulkinder um Auskunft erbes ruhe. Jezt ist er anderer Ansicht geworden. Wir wollen hier Vortrag des Schriftstellers Ulrich Rauscher über die Greuel in fuchen, wo der Vater beschäftigt sei. In einzelnen Fällen soll der nicht darüber streiten, ob die ältere oder die neuere Ansicht des den russischen Gefängnissen und Verbannungsorten statt. Der Vor- Rektor in barschem Ton gefragt haben, so daß Kinder weinend nach Magistrats die richtigere iſt. Denn einmal ist rechtsbeständig die trag bietet ein vollständiges, anschauliches Bild des Leidensweges, Hause gekommen seien. Auf die an die Lehrer gerichtete Frage ein Gültigkeit des Mandats erklärt und ferner trifft§ 7 Abs. 5 der den die russischen Freiheitskämpfer zit gehen haben; er führt uns zelner Bürger, weshalb man von den Kindern ben Arbeitsort und Städteordnung, gleichviel wie sie auszulegen ist, auf den Hezschold- hinein in die Hölle der Qualen und Entbehrungen, die der russische selben geantwortet haben, daß dies die Schulbehörde verlange. Wir die genaue Adresse der Arbeitsstelle wissen wolle, sollen dieFall überhaupt nicht zu. Wir hatten schon früher dargelegt, daß Barismus für die besten Söhne und Töchter des russischen können nur annehmen, daß es sich im vorliegenden Falle um Er ein Konkurs bei dem Vorhandensein nur eines Gläubigers ein Boltes ausersehen hat. Niemals ist diese Hölle schlimmer mittelungen handelt, die wie in zahlreichen anderen Orten für Unding ist, weil das Wesen eines Konkurses darin besteht, daß die gewesen als in den legten Jahren, wo eine blind- Schullastenforderungen beſtimmt sind. Ist dem so, dann müßte die gleichmäßige Befriedigung aller Gläubiger erzielt wird. Der wütige Reaktion Rache nimmt an denjenigen, die die Herrschaft der Gemeinde fich direkt an die Eltern der Kinder wenden, lettere aber gleichen Annicht sind von hervorragenden Kommentatoren zum Bei- Knute und des Galgens in fühnem Ansturm zu brechen trachteten. unter allen Umständen damit verschonen. Zu wünſchen wäre, wenn spiel Seuffert, Endemann, Meisner, Heilmann. Selbst wenn man 3ahllos find die Opfer, die die Galgenjuſtiz und das„ langsame sich die Gemeinde zu dieser Angelegenheit einmal äußern würde; aber mit dem Reichsgericht( Bd. 11, S. 40) amimmt, ein Gläubiger Sterben" in den Gefängnissen bereits gefordert haben. Es sind das wäre schon im Interesse des guten Einvernehmens zwischen genüge, falls dieser Gläubiger wegen Sicherstellung durch einen aber immer noch Zehntausende, die in den steinernen Massengräbern Schule und Haus erforderlich. Konfurs interessiert ist, so trifft dies auf den Fall Hezichold ganz der„ Katorga" und in den Eiswüsten Sibiriens eingeschlossen, sehnund gar nicht zu. Hier hatte, wie schon früher dargelegt, offen- süchtig der Stunde der Befreiung harren. Man muß dieses sichtlich der Antrag auf Eröffnung des Konkurses nur den Zweck, Martyrium in allen seinen Einzelheiten fennen lernen, um den tiefen Segichold politischen Schaden zuzufügen. Es liegt also inneren Zusammenhang zu verstehen, der zwischen den Massengräbern Schikane vor. Hätte Hezschold Beschwerde gegen die Eröffnung des der Kriegsgefangenen des Zarismus und dem neuen Aufschwang der Konkurses eingelegt, so würde dieser stattgegeben sein. Sie ist, um Freiheitsbewegung in Rußland besteht. die Aufhebung des Konkurjes zu beschleunigen, unterlassen. Endlich aber trifft§ 7 Abs. 2 der Städteordnung den Fall Hezschold nicht, weil„ Konkurs" im Sinne der Städte. ordnung Konkurs nach der preußischen Gesetzgebung von 1853 iſt und darüber Einigkeit besteht, daß ein Konkurs wegen nur eines Gläubigers nach der preußischen Gesetzgebung unzulässig war und das wegen nur eines Gläubigers eröffnete Verfahren kein Konkurs im Sinne der Städteordnung iſt. Die Einführung des Genossen Sezschold hat also auch ohne Neuivahl zu erfolgen. Enttäuschte Arbeitslose. " = Adlershof. " Aus unserem toten Gebein Wird der blutige Rächer erstehn!" Vorortnachrichten. Tempelhof. LokalDen Bericht des Vorstandes erstattete in der Generalversamm lung des Wahlvereins Genosse Ostar Ewald. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit 1. April 1913 um 64 erhöht; fie beträgt gegen wärtig 649( 534 männliche und 115 weibliche). Der tatsächliche Zugang an Mitgliedern beträgt 236; dem aber ein Abgang infolge Umzugs, Austritt, Streichung wegen Resten usw. von 172 gegenübersteht. Vorwärtsleser sind jetzt 808 am Orte. Die Agitation in der roten Woche brachte uns zirka 70 neue Mitglieder und 60 Vorwärtslejer. Wenn dieser Erfolg auch mit Genugtuung zu begrüßen ist, so darf dieses aber durchaus nicht befriedigen; denn diese Zahlen hätten in unserem Orte um ein Vielfaches höher sein müssen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß die Gemeindewahlen während dieser Zeit alle Kräfte vollauf in Anspruch nahmen. Der vom Ges nossen Müller gegebene Kassenbericht weist im letzten Quartal eine Einnahme von 712,34 M. und eine Ausgabe von 658,64 M. auf. Ein großes Schadenfeuer, das mehrere Drtswehren stundenlang Der Bericht des Genossen Irrgang über die Tätigkeit des Bildungsbeschäftigte, wütete am gestrigen Vormittag auf dem ausgedehnten ausschusses zeigte ein anschauliches Bild über die Fülle an Arbeit, Grundstück der Filzfabrik in der Oppenstraße. Dort brach auf bis die hier geleistet worden. Zu bemerken ist, daß der Bildungsaus her noch nicht festgestellte Weise in einem Arbeitsraum des zweiten schuß seine Jahresabrechnung ohne Defizit abschließen fonnte. Die Trübe Erfahrungen mußten etwa 200 Arbeitslose machen, die Stodwerkes der sogenannten Wolferei, eines zweistödigen isolierten Wahl des Vorstandes und der Funktionäre hatte folgendes Erauf eine Annonce des„ Arbeitsmarkts" der Morgenpost" sich Gebäudes, Feuer aus, das in den zur Verarbeitung aufgestapelten gebnis: Ewald erster, Irrgang zweiter Vorsitzender; Butzke erſter, gemeldet hatten und zur Verwendung bei einer Film Borräten reiche Nahrung fand und außerordentlich schnell eine große Lieste zweiter Kassierer; G. Lieske Schriftführer; Frau Schmacht aufnahme angeworben worden waren. Am Donnerstagabend Revisoren: Graul, Neumann, Pittelfow. meldeten sie sich mit Militärpaß, wie die Annonce es verlangte, in Ausdehnung annahm. In kaum einer Viertelstunde stand das zweite kommission: Biersad, Joh. Müller. Bildungsausschuß: Katz, JrrStodwerk vollständig in hellen Flammen. einem Restaurant am Plannfer, Ecke Johannistisch, und erhielten zurzeit beschäftigten 15 Arbeiter hatten sich sofort, als der Brand standskommission: Mar Schmidt, Bielschowski, Bock, A. Neumann, Die in dem Gebäude gang, Gröjeling, Radlach, Topp, Bielschowski, Frau Huf. Mißvon einem ihre Adressen notierenden Agenten die Anweisung, ſich bemerkt wurde, ins Freie begeben, so daß Menschen nicht zu Schaden Mende, Arnold, Gatowski, Tesmar, Lentschu. Zeitungskommiſſion: am Montag um 7 Uhr früh in Weißensee in der Franz- Josef Straße gekommen sind. Da die Flammen, die inzwischen das ganze Feige, König, Arndt, Naumann, Kleist. Kinderschußkommission: einzufinden. 4 M. Tagelohn", fügte der Agent verheißungsvoll Gebäude ergriffen hatten, weithin sichtbar waren, trafen Frau Huf, Kaz, Frau Herzberg, Karl Gruner. Landagitations. hinzu. Als aber am Montag früh zur festgesetzten Zeit die ganze in furzer Zeit außer der Ortsfeuerwehr die fommission: Korn, Diemert, Appelt, Marquardt, 3iederich, Kersten, Schar. der angeworbenen Arbeitslosen sich an der bezeichneten Gruner. Franz Schulz, Gottwaldt, Jugenausschuß: Bothe, aus Glienice, Köpenick, Nieder Schöneweide Rudow, Stelle einfand, wurde ihnen zu ihrer großen Enttäuschung der Diemert, Windsch, Sommerfeld, Mende, M. Schmidt, Frau Kaspary. Brandstelle ein und gaben sofort aus allen vergesagt, daß sie wieder nach Hause gehen sollten, fügbaren Rohren Wasser. Vertreter der Jugendsektion und Releabendleiterin: Frau Schmacht. Trozdem konnte nicht verhindert Ats Delegierte zur Kreisgeneralversammlung sowie der Verbands= da die Filmaufnahme nicht stattfinden fönne. Es läßt werden, daß das vom Feuer ergriffene Fabrikgebäude fast generalversammlung von Groß- Berlin wurden Puzte, Kaspary und sich denken, daß bei den Arbeitslojen, die größtenteils vollständig ausbrannte und zum Teil einstürzte. Naumann gewählt. Auf Antrag des Vorstandes wurde beschlossen, einen weiten Weg nach Weißensee hinaus gemacht hatten, diese Dabei sind eine Anzahl wertvoller Maschinen beschädigt worden. die Bibliothekskommission nicht mehr neu zu wählen, sondern dieAbweisung große Erregung hervorrief. Sie erklärten, daß sie auf Glüdlicherweise gelang es den vereinten Anstrengungen der Wehren, ſelbe dem Bildungsausschuß anzugliedern. Die Frauenleseabende Zahlung des ihnen zugesicherten Lohnes bestehen müßten, aber An- das lebergreifen des Feuers auf die anliegenden Fabrikgebäude, in finden von jetzt ab nur in einem Lofale, und zwar bei Becker gestellte der Filmfirma es handelt sich um die Kontinen denen feuergefährliche Stoffe verarbeitet werden, zu verhindern. Erst Schmidt, soll wegen Nichtteilnahme an der Gemeindewahl das Ausstatt. Gegen den Besizer des Wilhelmsgartens, Gastwirt Pant tale Kunstfilm Gesellschaft", die ihren Sitz in Berlin, in den Mittagsstunden war der Brand soweit gelöscht, daß die schlußverfahren aus der Partei eingeleitet werden. Zum Schluß Friedrichstr. 235, hat zuckten die Achseln und verwiesen die Ent- Wehren der umliegenden Ortschaften abrücken konnten, während die wurde noch auf einen von der Konsumgenossenschaft am Montag, täuschten an den Agenten. Nach langem Hin und Her, wobei einer Fabriffeuerwehr, unterstützt von der Adlershofer Wehr, mit den Auf- den 4. Mai, im" Tivoli" veranstalteten Lichtbildervortrag über:„ Die der Arbeitslosen sich per Telephon direkt an die Firma wandte und räumungsarbeiten begann. Der durch das Feuer angerichtete Genossenschaftsbewegung in England" verwiesen. Der Eintritt auch Polizei vermittelnd einzugreifen versuchte, wurde nicht mehr Schaden ist sehr bedeutend, aber durch Versicherung gedeckt. Der Be- hierzu ist unentgeltlich. bewilligt als die Zahlung von 20 Pf. Fahrgeld für jeden Ertrieb der Filzfabrik erfährt feinerlei Einschränkung. Schienenen. Die Arbeitslosen nahmen das unter Vorbehalt an, und reichten dann noch an demselben Tage beim Gewerbegericht gegen die Firma eine Massenllage ein, die von 83 Personen unterzeichne wurde. . " Friedenau. = Wehren auf Wahlsdorf an der Ostbahn. Aus dem Jahresbericht, der in der letzten Generalversammlung Das Versicherungsamt abgelehnt! Bor etwa Jahresfrist wurde des Wahlvereins erstattet wurde, ist hervorzuheben, daß die Einvon unseren Genopeit die Erdichtung eines Versicherungsamtes Fnahme 1609,29 M., die Ausgabe 1557,18 M. betrugen. Die Mitbeantragt. In der Gemeindevertretersizung, die sich mit der Sache gliederzahl belief sich am Jahresschluß auf 149 männliche und Die Groß- Berliner Polizei und die Rote Woche. beschäftigte, wurde der Antrag abgelehnt, weil nach Ansicht des 63 weibliche, zusammen 212. Alsdann wurde die gesamte BezirksGemeindevorstandes und der Mehrheit der Gemeindevertretung ein leitung wiedergewählt, mit Ausnahme des Genossen Laufs, an dessen leber die Parteigenossen, die während der Roten Woche Plakate Bedürfnis für den Ort nach dieser Richtung hin nicht vorläge. Stelle der Genosse Giese gewählt wurde. Die verflossenen Ge ausgehängt oder Zettel angeklebt haben sollen, in denen Auf- Später, als beschlossen war, eine Landkrantentasse einzurichten und meindewahlen riefen eine rege Diskussion hervor, an der sich die forderungen zum Abonnement auf die Presse und zum Beitritt in die Herren vom Gemeindevorstand sich mit der ihnen gänzlich un- Genossen Dippner, Käming, Dertel, Schmidt, Scheibe, Franz und die Organisationen enthalten waren, ist ein Hagelschauer von Straf bekannten Sozialpolitik etwas näher befassen mußten, jah der Schulz beteiligten. Alle Redner stimmten darin überein, daß eine mandaten niedergegangen. In Berlin selbst lauten die Straf- Gemeindevorstand ein, wie umständlich es für eine Rassenverwaltung regere Agitation betrieben werden müßte. Im Verschiedenen wurde mandate fast ausschließlich auf Haft von 5 bis zu 14 Tagen. Viele ist, dem Versicherungsamt eines anderen Ortes resp. des Kreises beschlossen, am Sonntag, den 12. Juli, ein Sommerfest bei Linke Restaurateure und Ladenbefizer, denen vorgeworfen wird, Plakate unterstellt zu ſeint. Er stellte deshalb den Antrag, jegt ein solches abzuhalten. Zum Schluß ersuchte der Vorfizzende diejenigen, welche Amt zu errichten. Begründend wurde gesagt, daß für die Er der Kranken- und Sterbekasse( Siz Hamburg) angehören oder Mitüber die Note Woche ausgehängt zu haben, sollen je 50 M. an die richtung ausschließlich das Interesse der Versicherten bestimmend sei. glied derselben werden wollen, ihre Adresse beim Genossen R. Polizeikasse zahlen. Eine Anzahl Genossen ist auch sofort mit einer Wir sind boshaft genug anzunehmen, daß dem Gemeindevorstand Dippier, Grunotstr. 17, abzugeben, um eventuell hier am Ort eine Anllage bedacht worden. Es ist im Augenblid der ganze polizei- jest wie vorher das Interesse der Versicherten ziemlich gleich Bahlstelle genannter Stasse zu errichten. liche„ Segen" noch nicht zu übersehen, es steht aber schon jetzt fest, gültig ist und daß er das Versicherungsamt nur im eigenen Interdaß die Polizei beabsichtigt, einen sehr reichlichen Zehnten von dem esse wünscht. Nun haben wir es bei unserer Gemeindevertretung Jobannisthal. Ertrag der Roten Woche einzuftreichen. schon oft erlebt, daß sie einen vernünftigen, in einem lichten Augen- Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurde au Stelle des blick gefaßten Beschluß nach ganz kurzer Zeit wieder aufhob. So bisherigen Schöffen Herrn Rentier Rehbein Herr Malermeister Starl 3. B. die Sonntagsruhe, Wertzuwachssteuer und anderes. Ist aber Müller mit 7 gegen 6 Stimmen gewählt. Im weiteren Verlauf der Erstickt. wie beim Versicherungsamt und der Landkrankenkasse, ein Beschluß Sigung wurde das Gehalt des Gemeindevorstehers um 500 M. erhöht. Vom elektrischen Schlage getroffen. Ein vierjähriges Kind ist Montagmittag in der Mariannen- gefaßt worden, wie er nur noch in Wilmersdorf und irgend einem Die Verwendung des Betrages hat sich der Gemeindevorsteher vorstraße 4 bei einem Brande erstickt. Das Kind wurde noch vor Ein- hinterpommerschen Dorfe möglich ist, so halten die Herren mit behalten. Ein dahingehender Antrag war bereits in der vorigen treffen der Feuerwehr herausgeholt und nach Bethanien" geschafft. zäher Ausdauer daran fest und so verfiel auch der Antrag des Gemeindefizung bei Beratung eines Antrages auf Erhöhung der Gemeindevorstandes der Ablehnung. Bei der Neubeſegung der Ortszulage für die Schullehrer gestellt. Da legterer Antrag auf Dort ist es inzwischen verstorben. Der Brand soll durch Spielen Kommissionen wurde von unjeren Genossen Richter in Grund der noch immer sehr hohen Gemeindesteuerzuschläge abgelehnt mit Streichhölzern ausgekommen fein. die Ausschüsse für Rechnungsprüfung, Finanzen, Straßenreinigung, wurde, erklärte der Gemeindevorsteher, über seine Gehaltserhöhung Gleichzeitig trug sich ein Unfall in dem Warenhause von Wohlfahrtsausschuß und Arbeitsnachweisausschuß, Höhn in die Abstimmung nicht vorzunehmen. Arbeitslosenunterstützung ist Markt, 9. Wertheim am Morigplak zu. Ein fünfzehnjähriges Mädchen der den Bau, und ElektrizitätsTeuerungsausschuß bisher an 19 Personen in einer Gesamthöhe von 260 M. gezahlt Maggigesellschaft fam dem elektrischen Strom zu nahe und wurde gewählt. Als Bürgendeputierte fungieren im Armenausschuß der worden. Einigen Bewerbern wurde durch die Gemeinde Arbeit zuauf der Stelle getötet. Alle Bemühungen der Feuerwehr und eines Genosse Georg Klemann und im Waisenrat der Genosse Heinrich gewiesen und einigen die Unterſtüßung versagt, weil sie GemeindePöhlmann. Nach einer Vorlage des verstärkten Bauausschusses arbeit abgelehnt haben. Die Breite für die neu anzulegenden Arztes um die Verunglückte waren erfolglos. Die Leiche wurde der wurde der Gesamtkostenanschlag für das neue Rathaus in Höhe von Straßen der Terraingesellschaft Flugplatz ist für ruhige Wohnstraßen Polizei übergeben. 1571.500 M. bewilligt. Da zur Veranstaltung von Festlichkeiten auf 22 Meter zwischen den Baufluchten und für Verkehrsstraßen auf am Drt nur ein Saal zur Verfügung steht, und der Wirt, da er 26 Meter resp. 30 Meter festgelegt. Genehmigt wurde das von der eine Konkurrenz nicht zu befürchten hat, unseren Genossen seine Finanzkommission vorberatene Ortsstatut über Erteilung von RechtsRäume zur Abhaltung von Versammlungen zur Verfügung stellt, auskunft an Gemeindemitglieder; danach soll für die Auskunft ein find unsere Batentpatrioten schon seit Jahren in starker Bedrängnis. Betrag von 50 Pf. bis 3 M.( für größere Schriftfäße) erhoben werden. Sie müssen mit den Sozis unter einem Dache tagen und können Für Unbemittelte erfolgt die Auskunft unentgeltlich. den Lokalinhaber nicht durch Terrorismus gefügig machen. In Bukunft soll das wieder möglich gemacht werden, da GemeindeElemente bewußt waren und die Errichtung eines großen Bürgerborstand und Gemeindevertretung sich ihrer Pflicht als staatserhaltende festsaales im Rathaus beschlossen haben. Daß dieser Saal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehen wird, kann jezt schon als selbstverständlich angenommen werden. Weiter wurden für ärztliche Untersuchung und Berufsberatung der schulentlassenen Jugend die Mittel bewilligt. Bootsunglück auf dem Müggelsec. Trog der stürmischen Witterung wurde am Sonntag in Berlins Umgebung viel gerudert. Der hohe Wellengang brachte mehrere Boote zum Kentern. Ein Boot mit drei Damen und einem Herrn schlug auf dem Müggelsee um. Die Insassen riefen um Hilfe, und der Rettungsdampfer der Rettungsgesellschaft fonnte zwei Damen Eine Dame, die unter das und den Herrn den Wellen entreißen. Boot geraten war, ertrant. Ihre Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Eine Revolverschießerei erregte gestern vormittag in der Danzigerstraße 35 erhebliches Aufsehen. Dort schoß der Fabrikant Hubert Saulen, der auf dem Grundstück eine Ristenfabrik betreibt, auf den Arbeiter Niemann zweimal und verlegte Niemann am Halse und im Gesicht, nachdem Staulen zwei große Doggen auf den Arbeiter gehezt hatte. Kaulen gibt an, bedroht worden zu sein und in Notwehr gehandelt zu haben. Weißenfee. besuchten Generalversammlung des Wahlvereins Genosse Gründler Ein erfreuliches Wachstum der Organisation fonnte in der gut in seinem Vorstandsbericht fonstatieren. Troß der anhaltenden Strije sei es gelungen, die Mitgliederzahl, die 1913 1870 männliche und 278 weibliche, insgesamt also 1648 betrug, auf jetzt 1699 männ liche und 387 weibliche, insgesamt 2086 Mitglieder zu steigern. Die Zunahme um 486= 25 Proz. sei ein Erfolg, auf den wir stolz fein In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Genosse fönnten. Hehne den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Die Zahl Der vervielfältigt vorliegende Kassenbericht ist der erste nach der Mitglieder ist vom 1. April des Vorjahres von 321 auf 381 ge- der Hauskassierung. Der Kassenbestand ist von 1406,84 M. auf stiegen, darunter find 66 weibliche. Die Bibliothek umfaßt zurzeit 933,61 M. zurückgegangen, was durch die im verflossenen Jahre außerordentlichen 380 Bände. Der Rassenbericht verzeichnet eine Einnahme von erforderlichen Ausgaben zu erklären ist. 1571,36 W., der eine Ausgabe von 1457,20 M. gegenübersteht. Die Während im Jahre 1913 17 512 Beiträge abgelegt wurden, konnten Frauenleseabende hatten sich eines leidlich guten Besuches zu erfreuen. in diesem Jahre 1134 Beiträge mehr, also 18 646 verkauft werden. Dachstuhlbrand in der Tegeler Straße. Der Bericht des Jugend- und Bildungsausschusses befriedigte ebenfalls Das Ergebnis ist in Wirklichkeit noch günstiger, da der großen Wegen eines großen Dachstuhlbrandes wurde am Montagmittag bis auf die letzte Schulentlassungsfeier, die leider am Besuche gerade der Arbeitslosigkeit wegen 1455 Monate als arbeitslos oder frant abdie sechste Kompagnie der Berliner Feuerwehr nach der Sauerstoff- Schulentlaffenen zu wünschen übrig ließ. Bei der nun folgenden gestempelt wurde, welche Zahl in Mitglieder umgerechnet 121 erfabrit in der Tegeler Straße 15 alarmiert. Dort stand der Dach- Wahl wurden gewählt als 1. Vorsitzender Richard Hagen, 2. Vor- gibt. Dieſe 121 Mitglieder wären ohne Hauskassierung verloren stuhl des Wohnhauses bei Ankunft des ersten Löschzuges schon in sizender Georg Kussel, 1. Raffierer Karl Paulus, 2. Kassierer Ernst gegangen. Im Vorjahr wurden bei 1648 Mitgliedern 461 oder ganzer Ausdehnung in Flammen. Die Feuerwehr griff sofort mit fünf Förster, Schriftführer Frizz Götschel. Revisoren: Heider, Kleemann 28 Proz. wegen rückständiger Beiträge gestrichen, in diesem Jahre Schlauchleitungen von Motorsprißen an und benutte zum Angriff und Richter. Der Jugend- und Bildungsausschuß fezt sich aus den waren es nur 12,6 Proz. Die Zahl der Vorwärts" leser ist von Genossen Kamerowsti, Fischer und Rosenberg zusammen. Als 2105 auf 2293 gestiegen. In der„ Roten Woche" find mehrere Maschinenleitern, weil die Treppen schon total verqualmt Bibliothefare fungieren Storch und Rosenberg. Die Lokalfommiffion 833 Mitglieder und 218" Vorwärts" leser gewonnen worden. Nach mehrstündiger Tätigkeit gelang es, den ausgedehnten ist durch die Genossen Paulus und Weber vertreten. Als Leiterin Die Bibliothek ist 1412 mal von nur 114 Lefern benutt Brand auf den Dachstuhl zu beschränken. Dieser ist verloren, auch der Frauenleseabende wurde Genofsin Tolle wiedergewählt. Zum worden. Den Bericht der Kinderschuhkommission gab die das obere Stockwert hat etwas durch Wasser gelitten. Die Ent- Schluß wurde noch mitgeteilt, daß die diesjährige Maifeier wieder Genofsin Schlee. Die Nachforschung aller Uebertretungen habe eine stehung des Feuers ist noch nicht ermittelt. mit Stegliz gemeinsam im Birkenwäldchen stattfindet. Unfumme von wirtschaftlicher Not, Ausbeutung, Unwissenheit, Migwaren. " zu machen. er handlung usw. ergeben. Den Bericht des Bildungsausschusses gaben und Kriebler( Bibliothekskommiffion); Feder, Hagemann, Hildes, I nach dem Wilhelmsplah in Charlottenburg, der Angeklagte folgte die Genossen Schulz und Hartmann. In der Diskussion wurden heimer, Tauten und Alfred Schmidt( Jugendausschuß); Fey und ihnen, sprach sogar die Mädchen in der Hardenbergstraße an und nennenswerte Ausstellungen am Bericht nicht gemacht, so daß Genosse Wilsdorf( Lokalkommission); Daehn und Wilsdorf( Beitungsfom- hielt der Elfe ihr Benehmen vor. Er verfolgte sie auch, trokdem Gründler mit Genugtuung fonstatieren fonnte, daß die Mitglieder mission), Genoffin Zepernick( Leseabendleiterin und Kinderschuß sie sich jede Belästigung verbat. Als die drei am Wilhelmsplah mit den Arbeiten des Vorstandes vollauf zufrieden waren. Die tontrolleurin). einen Straßenbahnwagen der Linie Q bestiegen, sprang der Ange. Versammlung beschäftigte sich hierauf mit Ausschlußanträgen Zum Schluß entspann sich eine Debatte über die Abhaltung der flagte auf denselben Wagen und verfolgte sie, als sie an der Ecke gegen zwei Genossen wegen Streifbruch. Einstimmig wurde Maifeier in den Subertusfälen. Genojie Schönberg legte dar, der Gartenstraße ausstiegen und bis zum Hauje 47 gingen. Der beschlossen, das Ausschlußverfahren beim Kreise beim Kreise anhängig aus welchen Gründen die Bezirksleitung einstimmig das genannte Angeklagte erklärte dort es war gegen 11% Uhr nachts Genosse Gründler begründete sodann eingehend Lokal für die Feier des 1. Mai gewählt habe. Er wie auch die wolle der Else ihre Briefe zurückgeben, holte dann aus seiner den Antrag des Vorstandes auf Einführung eines Ertra- nachfolgenden Redner verurteilten scharf die Quertreibereien gegen Manteltasche einen Revolver hervor mit den Worten:„ Ich kann beitrages von 5 Pf. pro Monat zweds Errichtung eines Jugend- unfere diesjährige Maifeier und forderten die Genossen und Ge- nicht mehr leben, jest wollen wir abrechnen" und schoß zunächst auf heims im Drt. Nach längerer Diskussion wurde der Antrag gegen nosjinnen auf, die Maifeier recht zahlreich zu besuchen. Eine rege Kutit. Der Schuß ging fehl, Stutit schlug mit seinem Spazierſtoc vier Stimmen angenommen. Die nunmehr vorgenommene Neuwahl Beteiligung an der Maifeier sei die beste und wohlverdiente Ant- auf den Angeklagten ein, dieser aber schoß nun auf seine frühere ergab folgendes Resultat: Erster Borsigender Woldt, Kassierer Kaufs wort gegenüber den fachlich ungerechtfertigten Angriffen. Diese Braut Else, aber auch dieser Schuß traf nicht. Dagegen wurde hold, Schriftführer Neumann. Auf Vorschlag wurden die Delegierten Ausführungen wurden mit Beifall aufgenommen und die Maße die Schwester. Margarete das unschuldige Opfer des Wüterichs: als zu den Kreis- sowie Verbands- Generalversammlungen wie bisher nahmen der Bezirksleitung ohne Biderspruch gutgeheißen. durch die Vorstandsmitglieder besetzt. Mit einem Hinweis auf die bevorstehende Maifeier sowie auf die demnächst stattfindende Mitgliederversammlung mit der Gemeindevertreterfraktion wurde die Versammlung geschlossen. Charlottenburg. Friedrichsfelde. Drewis( Potsdam). Der flüchtige Gemeindevorsteher Rother von hier, der nach Unterschlagung von über 20 000 9. seit Wochen verschwunden war, hat sich der Staatsanwaltschaft in Potsdam gestellt. Hermsdorf bei Berlin. sie über den Damm davonlief, eilte ihr der Angeklagte nach, feuerte auf sie und traf sie in den Rücken, so daß die Kugel durch Herz und Lunge ging und das Mädchen tot zu Boden sant. Auch gegen die davoneilende Else feuerte der Angeklagte noch einen Schuß ab, ohne fie zu treffen. Herr Kutit hieb wieder mit dem Spazierstock auf den Angeklagten ein; dieser schoß sich eine Kugel in die Schläfe, die aber nicht in das Gehirn drang, und fiel zu Boden. Er und Margarete Stürmer wurden nach dem Lazaruskrankenhause transportiert, Der falsche Redakteur. Der Erweiterungsbau der städtischen Boltsbadeanstalt in der Krummen Straße soll noch in diesem Jahre in Angriff genommen Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurden die neu- resp. wo. Der Arzt nur den eingetretenen Tod der Margarete feststellen werden. Nachdem der Vorentwurf für den Bau bereits im vorigen wiedergewählten Gemeindeverordneten, darunter auch der Genosse konnte.. Jahre von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden ist, Karl Neunzig, eingeführt. Alsdann teilte der Gemeindevorsteher Der Angeklagte behauptet, sich seit dem Hervorziehen des Rehat jetzt der endgültige Entwurf die Zustimmung des Magistrats mit, daß der Kreisausschuß die Kanalisationsgebühren, die mit bolvers an feine Einzelheiten mehr erinnern zu können. Als er gefunden. Dieser sieht in erster Linie eine zweite große Schwimm- 4 Promille vom staatlich veranlagten Gebäudesteuer- Rugungswert in seine Manteltasche gegriffen und ihm der Revolver in die Finger halle vor, deren Ausmaße bei einer Wasserfläche von etwa erhoben werden sollen, genehmigt habe. Dagegen habe der Kreis- geraten sei, sei ihm ganz schwarz vor den Augen geworden und 450 Quadratmeter gegenüber einer in Berlin üblichen von ausschuß der von der Gemeindevertretung beschlossenen Erhöhung er wisse von da ab nicht mehr, was geschehen sei. Außer 8 Zeugen 200 Quadratmeter- in Deutschland nur noch von dem Elberfelder der Hundesteuer von 20 auf 30 M. die Genehmigung verfagt. find Geh.- Rat Dr. Straßmann, Medizinalrat Dr. Hoffmann und Stadtbad übertroffen werden. Die neue Schwimmhalle ist lediglich Genofie Sobrauer betonte hierzu, daß er und seine Freunde wohl Gerichtsarzt Dr. Marg als Sachverständige geladen. Die Verfür Männer beſtimmt, während die kleinere schon bestehende aus prinzipiellen Gründen gegen die Erhöhung der Bundeſtener handlung wird mehrere Tage dauern. Ueber den Ausgang werden Schwimmhalle für Frauen vorbehalten bleibt. Die Anordnung der gestimmt haben, daß nichtsdestoweniger aber die Bevormundung des wir berichten. Schwimmhalle stellt insofern eine Reuerung dar, ale dabei die reisausschusses zurückgewiesen werden müsse. Das Fremden Austleidezellen nicht in der Schwimmhalle selbst untergebracht schulgeld von 72 M. ist nunmehr von der Regierung genehmigt werden, sondern in einem besonderen Nebenraum, so daß die Be- worden, nachdem im vergangenen Jahre die Genehmigung versagt In der Rolle eines Redakteurs Dr. Seberg" hatte der Artist Teuchtung der Halle durch Einbauten nicht beeinträchtigt und e eine worden war. Die Gemeinde verharrte bekanntlich auf An- Leopold John verschiedene Schwindeleien verübt, die ihn nun vor Schädigung der Kleidung durch feuchte Luft vermieden wird. trag unserer Genossen auf ihrem Standpunkt. Des weiteren die 2. Straffammer des Landgerichts II führten, vor der er sich teilte der Gemeindevorsteher mit, daß das Turnhallengebäude wegen Beiruges und schwerer Urfundenfälschung zu verantworten fertig fei. In den oberen Räumen seien fünf Klassen hatte. Der Angeklagte, der als Erzentrittänzer auftrat, durfte In der Generalversammlung des Wahlvereins gedachte Genosse der Volksschule und eine der höheren Knabenschule untergebracht. einige Zeit wegen eines Leidens seinen Beruf nicht ausüben. De Sawent der im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder Gali- die Turnabende sollen an hiesige Turnvereine gegen angemessene er hierdurch in Geldnot geriet, fam er auf den Gedanken, einen nowski, Klaus, Liebreich und Waldmann. Hierauf erstattete er den Entschädigung vergeben werden. Um aber der Gemeinde selbst fleinen Schwindel zu inszenieren, bei dem er sich die Eitelkeit vieler Bericht vom vergangenen Geschäftsjahr. Die Einrichtung, ab- Abende zu sichern, soll dies widerruflich geschehen. In den Schul Künstlerinnen zunuze machen wollte. So erſchien er u. a. bei wechselnd gemeinsame Zahlabende abzuhalten, habe sich gut bewährt. vorstand wurde auf Borschlag unserer Genossen Professor Rudolf der Konzertjängerin Charlotte B. und stellte sich ihr als verantwort Die Mitgliederbewegung war im Anfang des Geschäftsjahres 265 Neunzig gewählt. Jm Steuerausschuß und der Einquartierungs- licher Redakteur der Kunstrevue", Dr. Seberg, vor. Er gab an, männliche und 67 weibliche, am Ende desselben 298 männliche und fommission sind vertreten Genosse Karl Neunzig. Etats- und daß die Zeitschrift ein Bild der Künstlerin bringen wolle, wenn 75 weibliche. Die Agitation in der„ Roten Woche" brachte uns Rechnungskommission: Genosse Sohrauer. Baukommission und sie sich bereit erkläre, einen Beitrag zu den Kosten des Klischees einen Zuwachs von 36 männlichen und 3 weiblichen Mitgliedern, Friedhofskommission: Genofie Priegmeier. Gemeindewerkeľommission: zu zahlen. Die Künstlerin ging auch wirklich auf diesen plump außerdem 34 neue Vorwärts"-Abonnenten. Als ein großer Vorteil Genosse Behrends. Die Vergebung der Pflasterarbeiten für Turn angelegten Schwindel ein und zahlte an den angeblichen Dr. Seberg sei die Haustassierung zu bezeichnen. Der Besuch der Zablabende halle und Feuerwehrdepot sowie die Vergebung der Lieferung von 6 Mart, der auch die Quittung mit diesem Namen unterschrieb. habe dadurch nicht gelitten. Die Einnahmen und Ausgaben Kanalisationsmaterialien für das Rechnungsjahr 1914 wurden der Bon der föniglichen Hofopernsängerin A. wurde der Angeklagte balancieren in Höhe von 2253,30 W., tobon 1104,10 m. infl. Listen Baufommission überwiesen. Hierbei fkritisierten die Genossen Prieß höflich, aber entschieden hinaustomplimentiert mit dem Bemerken, qu den Kreis abgeführt wurden. Aus der Bibliothek sind 273 Bände meier und Sohrauer das bisherige Verhalten bei Vergebung von bag ihr Bild schon so genug befannt sei und sie eine bezahlte entliehen worden. Arbeiten und Lieferungen durch die Gemeindeverwaltung. Es Reflame nicht nötig habe. Ueber den Stand der Jugendbewegung am Drte gab Genojie wurde dabei gefordert, daß in Zukunft die Bergebungen und Liefe Waldmann einen furzen Ueberblid. Die Neuwahl der Bezirksleitung ergab folgendes Resultat: rungen durch die Baukommission erfolgen sollen. Schwent Bezirksleiter, Kassierer Rambach, Schriftführer Hutter. " Die Abbaltung einer Mittagsversammlung im Orte am 1. Mai wurde abgelehnt. Diejenigen Genossen, welche am 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, sollen sich nach ihren zuständigen Gewerkschaften begebent. Zum Schluß fordert Genosse Schwenk die Versammelten auf, auch im neuen Geschäftsjahr ihre vollste Pflicht und Schuldigkeit zu tun. Die Abendfeier findet am 2. Mai bei Bürger statt. Die Bibliothel des Wahlvereins befindet sich bei dem Genossen Sutter, Prinzen- Allee 47 I. Geöffnet wochentags von 61 bis 81, 11hr abends. Sonntags von 10 bis 12 Uhr vormittags. Spandau. Mit Vom Tode creilt wurde auf dem Wege zum Feuerwerkslaboratorium der Arbeiter 2., Kirchhofstr. 31 wohnhaft. Er war gestern früh 6 Uhr im Begriff, sich nach dem Eiswerder zu begeben. Als er auf der Brüde über die Havel einherschritt, brach er mit einem Male vom Herzschlag getroffen zusammen. Reinickendorf- Oft. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Tempelhof. Donnerstag, den 30. April, nachmittags 5%, 1hr, im Gemeindefizungszimmer, Dorfstr. 42. Diese Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige it be. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Gerichtszeitung. Der Totschlag in der Gartenstraße. Mit Rücksicht darauf, daß sich der Angeklagte in Not befunden hatte, es sich auch nur um fleine Beträge handelte, erkannte das Gericht auf nur 2 Wochen Gefängnis unter Anrechnung von einer Woche der erlittenen Untersuchungshaft. Eine milde Strafe gegen einen Fliegerunterpffizier. In ganz unglaublicher Weise hat sich der Angeklagte seiner Uniform unwürdig gezeigt!" mit diesen Worten kennzeichnete der Bertreter der Anklage das Verhalten des Unteroffiziers Edstein vont 1. Fliegerbataillon, der sich gestern wegen hinterliftigen Ueberfalles und Körperverlegung vor den Kriegsgericht der 1. Gardedivision zu verantworten hatte. Ein roher Neberfall, den der Angeschuldigte in der Nacht zum 22. März in der Hollmannstraße an einer Prostituierten verübt hat, lag der Anklage zugrunde. E. hatte eine gewisse Rofinski nach dem Hause Hollmannstraße 24, po die S. wohnte, begleitet. In dem Augenblid, als die K. den Torweg aufschloß und den Flur betrat, fiel der Angeschuldigte über te her, schlug jie zu Boden und würgte sie am Halse. Die Ueberfallene vermochte unter Aufbietung ihrer ganzen Kräfte sich aus der Umflammerung des Unteroffiziers zu befreien. Sierauf schlug der Täter rob mit den Fäusten auf sein am Erdboden liegendes Frauen- Leseabende. Die rohe Anwendung eines Revolvers, durch die ein Der am 1. Mai in Kraft tretende neue Straßenbahnfahrplan Menschenleben hingeopfert worden ist, beschäftigte gestern fieht verschiedene Verkehrsverbesserungen vor. So wird unter das Schwurgericht am Landgericht I. Unter der Anklage des anderem auf den Hauptverkehrsstraßen an Stelle des 8 bezw. Totschlages, des versuchten Totschlages, der Bedrohung und 7- Minutenverkehrs der 6- Minutenverkehr eingeführt. Außer der der Urkundenfälschung steht der jetzt 42jährige BigarrenhändNonnendammlinie find für alle anderen Streden die Fahrzeiten um ler Mar Karl Jaskolsky. eine und zwei Minuten verkürzt. Dies dürfte wahrscheinlich auf Den Vorsiz führt Landgerichtsdirektor Macco, die Anflage Opfer ein und brachte ihm Beulen und Wunden im Gesicht uns Kosten der an und für sich schon sehr furz bemessenen Bausen der vertritt Staatsanwaltsassessor Ziemann, der Angeklagte wird von am Kopf bei. Sodann ergriff sich E. an dem Unterförper des Straßenbahnangestellten erfolgen. Auffallend ist es, daß jest eine ben Rechtsanwälten Dr. Alsberg und Dr. Apfel verteidigt. Der Mädchens. Er riß ihr gewaltsam ein Hosenbein herunter und größere Anzahl auswärtiger Arbeiter als Straßenbahnschaffner an- Angeklagte ist mehrfach, auch schon mit Zuchthaus, vorbestraft. Er zerrig teilweise den Rod. Als die Ueberfallene laute Hilferufe ausgelernt werden. Im Winter wurde das alte Personal aus nicht gut war seinerzeit in Pajewalt als Malergehilfe tätig, wandte sich aber stieß und Leute auf der Straße nahten, ließ E. von seinem Opfer zu heißenden Sparsamkeitsrüdsichten bedeutend vermindert. bald dem Theater zu und trat als Vortragskünstler und Schnell- ab und ergriff die Flucht. Bassanten jahen nun, wie er mit geVorliebe holt sich der Straßenbahndirektor sein Personal aus rüd- maler in Varietés auf. Er kam dann nach Berlin, verheiratete sich zücktem Seitengewehr auf die Straße hinaussprang, und als man ständigen Gegenden, weil diese Leute nicht so leicht für den Verband hier im Jahre 1899, nach 4 Jahren starb aber seine Frau. In den ihm entgegentreten wollte, drohte er mit der Waffe. Zweimal berzu haben sind. Jahren 1900 bis 1905 war er bei der A. G. G. als Lagerist besuchten mehrere junge Leute, sich dem Flüchtling entgegenzustellen, fchäftigt, ging dann nach Stettin und wurde dort am 27. April doch stellte sich ihnen der Unteroffizier mit der blanken Waffe ent wegen Rückfalldiebstahls mit einem Jahr Zuchthaus bestraft. Als er gegen. An der Ede der Lindenstraße sprang der Angeklagte dann 1907 aus der Strafanstalt entlassen wurde, ging er wieder nach in ein Automobil und wollte losfahren. Man holte ihn aber aus Berlin, wurde eine Zeitlang bei seiner Schwiegermutter, die ein dem Wagen heraus und durch einen auf dem Patrouillengang fleines Kohlengeschäft betrieb, beschäftigt und gründete im Jahre befindlichen Schuhmann wurde er mitsamt den Zeugen in einent 1908 ein Zigarrengeschäft in Wilmersdorf, Uhlandstr. 83/84. Des Automobil nach der Polizeimache in der Wilhelmstraße gebracht. Abends und Nachts trat er daneben noch als Vortragskünstler in Der Vertreter der Anklage führte u. a. aus, daß sich der Angeklagte In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Vor- Varietés und Vereinen auf, hatte auch vorübergehend einmal ein in ganz unglaublicher Weise seiner Uniform unwürdig gezeigt habe. Er beantragte wegen hinterlistigen Ueberfalles die milde stand den Jahresbericht. Danach hat sich die Zahl der Mitglieder Kinotheater gemietet, das sich aber nicht rentierte. Im Jahre 1910 lernte er die damals in der A. E. G. beschäftigte, Strafe von 14 Tagen Gefängnis. Das Kriegsgericht erkannte noch von 1097( davon 176 weibliche) auf 1173( 178) vermehrt. Neuaufnahmen sind 293( 32) zu verzeichnen, zugezogen 96( 11) Mit- späterhin als Verkäuferin in einem Warenhause tätige 17jährige weit milder, nämlich auf 75 Mark Geldstrafe, indem es nur einfache glieder. Der Verlust durch Tod, Austritt, Begzug und Streichung Elie Stürmer kennen und es entspann sich ein ernstes Liebes- Körperverlegung annahm. betrug 313( 41) Mitglieder. Ein erfreuliches Bild boten die Kajjen verhältnis zwischen beiden, das reich an heftigen Auftritten war; verhältnisse. Die Zahl der zahlenden gegenüber den eingeschriebenen der sehr eifersüchtige Angeklagte hat der Else Stürmer bei den ver Mitglieder hat sich von 86 Proz. des Vorschiedensten Auseinandersetzungen den Revolver auf die Brust getrog der Krife jahres auf 90 Proz. gesteigert, wobei noch zu bemerken ist, daß die jetzt. Er scheint auch Grund zur Eifersucht gehabt zu haben, denn in der Roten Woche gewonnenen zirka 180 Mitglieder nur einen Glje Stürmer unterhielt neben ihm noch ein Verhältnis mit einem Monatsbeitrag geleistet haben. Die Besserung in den Einnahmen Kinoführer Karl Freund, den sie in einem Kinotheater fennen geist der Haustassierung zuzuschreiben. Die Einnahmen be- lernt hatte und dem sie sogar einmal nach München nachgereift war, tragen 5342,40 M., die Ausgaben 5814,26 M.; davon ent- um etwa 4 Wochen mit ihm zusammen zu bleiben. Nach ihrer fallen auf Abführung an den Kreis 3330,02 M.; Verwaltungs- Rüdfehr machte ihr der Angeklagte über ihr Verhalten heftige Vortrag des Genossen Ernst Gehrke, Brik. ausgaben 513,18 M.; Agitation amt Orte 605,92 M., auf dem Vorwürfe, es fam wieder zur Versöhnung und sogar am 1. Mai Lande( für ein halbes Jahr) 167,70 M.; die Ausgaben für die 1913 zur offiziellen Verlobung. Troßdem es nun häufig Streit Landtags- und Gemeindevertreterwahlen betragen 520,04 M.; der gab und der von Eifersucht geplagte Angeklagte wiederholt mit dem Bibliothek wurden 122,75 M. überwiesen. Die Zahl der Vorwärts- Revolver hantierte und mit Grschießen drohte, verkehrte Else hause, Berliner Str. 63. Leser beträgt 1548. Der Bildungsausschuß berichtete über zehn Ver- Stürmer, obgleich sie sich vorgenommen hatte, das Verhältnis zu anstaltungen. Leider", flagte der Obmann, sei das Interesse der lösen, weiter mit ihm, weil sie sich vor ihm fürchtete. Ihre Mutter Mitglieder für diese Veranstaltungen nicht so groß, wie sie es ver- und ihre Großmutter rieten ihm wiederholt, doch das unerquidliche dient hätten. Hoffentlich sei das nur auf die Krise zurückzuführen Verhältnis aufzulösen, er erklärte aber wiederholt:„ Lieber schöffe derselben auch hierin eine er sich eine Kugel durch den Kopf, denn er könne von dem Mädchen Weichen und trete Einnahmen des Bildungsausschusses nicht laffen." Schließlich wurde Else vor ihm verborgen gehalten ein. Die Besserung die Ausgaben 1486,25 M. 1471,48 M., Die unter dem Vorgeben, sie sei verreist und die Mutter gab ihn am betragen Bibliothek umfaßt 501 Bände gegen 496 im Vorjahre, die Zahl 7. Oktober den Verlobungsring der Tochter zurüd. Er wurde darder Ausleihungen 1632. Das Fehlen eines Jugendheims über sehr aufgeregt und als er in diesem Zustande zu seiner Swinembe. 767 N 5 bedeckt beklagte lebhaft der Obmann des Jugendausschusses; er forderte alle Schwiegermutter kam und auch diese ihm zuredete, doch von dem Hamburg 772 Genossen und Genojjinnen auf, unverzüglich dem Verein Ar- Mädchen abzustehen, erklärte er wieder:„ lieber wolle er sich eine Die Lokalverhältnisse Kugel durch den Kopf schießen." Als er dann in die Wohnung der München beiter Jugendheim" beizutreten. haben sich in der Berichtszeit nicht geändert. Gesperrt find nach wie Großmutter der Else Stürmer, Gartenstraße 47, eilte, traf er da- Bien bor„ Schloß Schönholz" und" Kuhrmanns Gesellschaftsgarten". Nach selbst die Else selbst, ihre Schwester Margarete und deren Mutter Es tam zu Auseinandersetzungen und Else erklärte ihm, daß furzer Diskussion wurden die Neuwahlen vorgenommen. Den Vor- an. stand bilden die Genossen Schönberg( Vorfizender), Scaruppe sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Er ging dann auch ( Staffierer) und Genoffin Hornemann( Schriftführerin). Zur Er- und zwar zunächst zu dem Friseurgehilfen Stutit, auf den er auch ledigung besonderer Funktionen wählte die Generalversammlung eifersüchtig war. Als er von diesem hörte, daß er für jenen Abend die Genoſſen. Gurich, Bolowski und Lorenz( Bezirksleitung); Bartels, mit den Schweſtern Elſe und Grete Stürmer verabredet habe, fich mittwoch mittag: Im Dsten noch vielfach woltig ohne erhebliche Bogt, Staufmann und Gödde( Revisoren); Selke, Zepernit, Timm, am Bahnhof Zoologischer Garten zu treffen, eilte er auch dorthin. Niederschläge bei wenig veränderter Temperatur. Im Westen ein wenig Zuschneid, Kurz und Wittwer( Bildungsausschuß); Schulze, Haafe Kutit ging mit den beiden Mädchen die Hardenbergstraße entlang wärmer, vielfach beiter und froden. " mit dem Blutarme ul. " Kranke trinken während der Rekonvaleszenz feurig süßen 4 Nowawes. Heute Dienstag 8 Uhr bei Siemte, Ballstr. 35. Bortrag der Genoffin Siebel: ft Kinderschus eine Sulfurarbeit?" Ober- Schöneweide. Morgen Mittwoch 8, Uhr bei Rabe, Bil. Tempelhof. Mittwoch 8, 116r bei Beder, Berliner Str. 86/87. helminenhofftrage. Neuköllu. Donnerstag, den 30. April, nachmittags 5 11hr, im Rate Stationen BarometerWitterungsübersicht vom 27. April 1914. flanb mm Wind richtung Berlin 770 23 Franki. a. 77490 772D Windstärke Setter 4voltig Temp. n. C. 5° C.= 4R. Stationen Barometer fland mra 9 Haparanda 749 11 Vetersburg 748 2 Windrichtung Windstacle Wetter Temp. n. E. 6FB9-2 mollen! 1 2 mollen! 4 2 wolten! 10 1 wolfen 12 2 wolfen! 8 5 wolfig 10 Scilly 1774 DED 1 heiter 8 Aberdeen 774528 2 halb bd. 7 Paris 773ND 77128 Shalb bd. 11 Wetterprognose für Dienstag, den 28. April 1914. Ein wenig fühler bei ziemlich frischen nordwestlichen Binden und ver änderlicher Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner etterbureau Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschlasub bis Santa Lucia Stärkungs- Fl. 1.50 Nachahmung bitte zurückzuweisen. Rotwein U. 2 Käuti, in Apotheken Drogerien u. Delikat.- Gesch. 1.2_ Geffentliche politische Versammlungen. Sechster Wahlkreis. Dienstag, den 28. April, abends 8% Uhr: Oeffentl. Volksverfammlung Zwei öffentl. politische Versammlungen am Dienstag, den 28. April, abends 8 Uhr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ulrich Rauscher mit erläuternden Lichtbildern. Zu der Versammlung sind Eintrittskarten zum Preise von 20 Bf. noch an der Abendkasse zu haben. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politischen Gefangenen Rußlands zugewendet. 199/ 9* 227/ 4* Puhlmanns Theater, Schönhauser Allee 147. Pharus- Säle, Müllerstraße 142. Tagesordnung: 1.„ Ist Kinderschutz Kulturarbeit?" 2 Diskuffion. Referentinnen: Frau Luise Zietz und Frau Martha Demmning. Achtung! Für die Einberufer: Friedrich Stäffler, Bankstr. 65. Achtung! Die auf den Maifeier- Billetts und Blakaten bereits bekanntgegebene Maifeier in den Pharussälen findet nicht statt, da uns die Behörden Schwierigkeiten bereiten und eine Anmeldung als öffentliches Vergnügen verweigern. Wir verlegen deshalb die Maifeier dieses Lokales nach dem Moabiter Schützenhaus in Plößensee. Bekanntmachung. Am Montag, den 4. Mai d. J., berlegen Deutscher Holzarbeiter- Verband. wir unsere Zahlstelle 1 Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. Deutscher Metallarbeiter- Verband.+ Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1289, 9714, 185. von Klosterstraße 71/72 nach Bruchbandagen lofterstraße 65/67. Leibbinden, Geradehalter, Irrigateure, Spritzen etc., Suspensorien, sowie Die Abteilung für Hausgewerbetreibende und hausgewerblich Be schäftigte wird am gleichen Tage ebenVerwaltung Berlin. Montag, den 4. Mai, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Außerordent.Generalversammlung Tagesordnung: alle Artikel z. Krankenpflege falls nach Stloſterſtraße 65/67 verlegt. Bericht über die Maifeier und Stellungempfiehlt Berlin, den 27. April 1914. Fabrikant Pollmann, AllgemeineOrtskrankenkaffe jetzt Achtung! Rohrleger u. Helfer. Achtung! Berlin N., Lothringer Str. 60. Mittwoch, den 29. April 1914, abends 8 Uhr: Allgemeine Branchen- Verfammlung im großen Saal bes ,, Gewerkschaftshauses", Engelufer 15, Tagesordnung: 1. Bericht der Schlichtungskommission. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. 4. Ersagwahl von zwei Mitgliedern der Schlichtungskommission. Mittwoch, den 29. April 1914, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung der Gold- u. Silberarbeiter u. verwandten Berufsgenoffen im ,, Dresdener Garten", Dresdener Str. 45. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Ad. Wuschick über: ,, Aus dem deutschen Bauernkrieg". 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Mittwoch, den 29. April 1914, abends 6 Uhr: Versammlung fämtlicher in der chirurgischen Branche beichäftigten Kollegen und Kolleginnen im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthaler Str. 11/12. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Wilhelm Düwell über: „ Der Volksfeind". " 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, In dieser Versammlung anwesend zu sein. Achtung! Achtung! Die nächste ordentliche Generalversammlung der Verwaltungsstelle Berlin ist am Montag, den 8. Juni. Anträge hierzu müssen bis spätestens Montag, den 11. Mai, in den Händen der Ortsverwaltung sein. Die Ausgabe der Maimarken erfolgt im Bureau Linienstraße 83-85, 3immer 10, in der Bureauzeit von 9-1 Uhr vorm. und 4-7 Uhr nachm. gegen Vor zeigung des Mitgliedsbuches und der Legitimationskarte. 117/7 Die Ortsverwaltung. Wahlverein Berlin- Schöneberg Heute Dienstag, den 28. b. M., abends pünktl. 81, Uhr: Mitglieder- Versammlung 15/7 in ben ,, Nenen Rathaussälen", Meininger Str. 8. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Bartels( Parteivorstand) über: Die Reaktion in der preußischen Verwaltung". Diskussion, Vereinsangelegenheiten. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwünscht 3. A.: Der Vorstand. für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. Stühle 2-21 M Diwan von 52 M Schlafsofa von 75 M Kein Kredithaus der Stadt Berlin. Bauer, Borfigender.[ 273/2 Nürnberg, Schriftführer. Möbel Tische 6,50-65 M. Schränke 19-165 M Billige Preise Vertikos 38-72 M. Büfette 125-450 M Bettstellen 21-72 M. Garnitur Berlin N von 100 M. Otto Piehl Brunnenstrasse 120 Chaiselong. von 21 M Küchen von 48 M. Reelle Qualität Muschelsofa v. 60 M Umbausofa von 52 M. Spiegel Jeder Art Teilzahlungen erhöhen nicht die Preise! Kredit kulant LINDENSTAEDT Blendol benutzen heut Millionen, mach den Verfuch, er wird sich lohnen! Bester flüssiger Metallputz überall erhältlich. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter Ohne Anzahlung Filiale Groß- Berlin. Donnerstag, den 30. April 1914, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause( großer Saal), Engelufer 15: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht für das Geschäftsjahr 1913-1914. Berichterstatter: Kollege Hoffmann. 2. Aenderung der Organisationssatzungen der Filiale ( u. a. Einführung des Delegiertensystems). 3. Ausschluß eines Mitgliedes. 4. Berbandsangelegenheiten. Die Bedeutung der Tagesordnung muß es allen Mitgliedern zur Pflicht machen, in der Versammlung zu erscheinen, da über die wichtige Frage einer möglichst gerechten Zusammensetzung der Generalversammlung zu entscheiden ist. 34/3 Die Ortsverwaltung. Sonntags 8-10 geöffnet. liefere an jedermann Möbel auf Kredit bei Zahlung einer Monatsrate laut Vereinbarung u. bequem. Abzahl. komplette Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke, Posterwaren, farb. Küchen Portieren, Gardinen, Betten, Kronen, Kinderwagen usw. Teppiche, Leib- u. Bettwäsche, Steppdecken, in modernster Ausführung. Ferner: Garderobe tür Herren, Damen u. Kinder Grösste Auswahl neuester Fassons Weinmeisterstr. 9 S. DORN, Ecke Alte Schönhauser Str. Sonntags 8-10 geöffnet. nahme hierzu. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Ordentliche Generalversammlung Anträge hierzu müssen bis zum 6. Mai an das Bureau eingereicht werden. Achtung! Bodenleger. Achtung! Am Mittwoch, den 29. April 1914, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( Saal 5). Zagesordnung: 1. Bortrag über" Die augenblickliche Lage in unserem Gewerbe und ihre Folgen". Referent: Kollege Emil Wiedemann. 2. Be richt von der Generalversammlung. 3. Branchen- Angelegenheiten. Einsetzer. Donnerstag, den 30. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause: Branchen- Versammlung Tagesordnung: Bericht der Kommission. und Branchen- Angelegenheiten. Wahl des zweiten Obmanns. Verbands Holzarbeiter. Nach dem Beschluß der Vertrauensmänner- Versammlung soll die Maifeier durch Arbeitsruhe begangen werden. Die Drtsverwaltung erwartet von den Mitgliedern die strikte Einhaltung dieses Beschlusses. Die Maiversammlung findet ſtatt vormittags 10 Uhr in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114. Referent: Genosse Karl Hetzschold. Die Mitglieder der einzelnen Branchen treffen sich vormittags 8 Uhr in folgenden Lokalen: Bürstenmacher bei permel, Holzmarktstr. 21. Jalousiearbeiter bei Greive. Rungestr. 30. Kammacher bei Hermel, Holzmarktstr. 21. Kistenmacher bei Mütsch, Krautstr. 24. Klavierarbeiter im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Korbmacher bei Krause, Mariannenplatz 8. Küchenmöbeltischler im Englischen Hof, Alexanderstr. 27c. Ladentischler im Englischen Hof, Alexanderstr. 27c. Modell- und Fabriktischler im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12. Perlmutterarbeiter bei Thomas, Melchiorstr. 5. Rahmenmacher bei Wählisch, Skalizer Str. 22. Schirmmacher bei Rnörig, An der Stralauer Brüde 3. Stellmacher im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Stockarbeiter bei Sermet, Holzmarktstr. 21. Theatertischler bei Greive, Rungestr. 30. Vergolder bei Hedmann, Engelufer 1. Die Tischler, Drechsler, Möbelpolierer und Maschinenarbeiter treffen sich in den Lokalen, in denen sie ihre Werkstattfizungen abhalten und gehen von dort nach der Neuen Welt, Hasenheide 108/114. Die Holzarbeiter von Weißensee, Lichtenberg und Friedrichsfelde nehmen an den in diesen Drten stattfindenden Versammlungen teil.- Die Kollegen von Weißensee versammeln sich um 9 Uhr im Prälaten, Lehderstr. 122. Daselbst werden auch die Maimarten ausgegeben. Jeder feierude Kollege erhält zur Kontrolle eine Maimarte in der Neuen Welt. Achtung! Arbeitslose. Achtung! Die Arbeitslosen brauchen am 1. Mai den Arbeitsnachweis nicht zu besuchen und die Arbeitslosenkarten nicht stempeln zu lassen. Das Verbandsbureau ist am 1. Mai den ganzen Tag geschlossen. Die Kollegen, die den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, melden sich am 2. Mai in den Betrieben zur Arbeit. Werden sie ausgesperrt, so stellt der Werkstattvertrauensmann die Zahl der Ausgesperrten fest und meldet sich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr im Gewerk schaftshaus, Saal 1. Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Zh. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.