Nr. 118. BbonnemcntS'BedinQUiwii: ■bonnemcnlä- Preis dränumerrmdo: »ierteliöhri. 3,30 2KI, monoü. 1,10 Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Runimer ö Pfg. Eonntogs« nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg, Post- Abonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Pos!- ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich. Ungarn L.ö0 Marl, für da- übrige Ausland . Marl pro Monat. Poftabonnemems nebinen an: Belgien. DSnemarl, Holland, Italien. Luxemburg, Portugal. Rumänien. Schwede» und die Schweiz. tklchewt täglich. yh Verlinev Volksblnkt. 31. Jahrg. die Insertion!-Sedii he beträgt für die scchSgespaltenc Koloncl. Zelle oder deren Rauin 00 Pfg„ für Politische und gewertschaftlichc Bercin-'" und BersnmmluugS-Anzeigcn 30 Pfg, „Ateine Ztn-«ig-n". das fettgedruckte Wort 20 Pfg,(zulässig 2 fettgedruckte Worte), icdeS weitere Wort 10 Pjg Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg,, iedeS weitere Wort ö Pfg, Worie über lö Luch- ftaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis B Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „SozUMtmolirzt Berlin". N O Zcntralorgan der(odaldcmokratifchcn parte» Deutfchlands. Redaktion: SSI. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Freitag, den 1. Mai 1914. Sxpedttion: SSI. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. l 981. Der Maifeier fünfunözwanAigjle Wieüertehr. Der Tag öer Internationale. Von Emile vanüervelüe Präsident des Juternationalen Sozialistischen Bureaus. Ein halbes Jahrhundert ist seit der Gründung der ersten Internationale verflossen, ein Vierteljahrhundert, seit die neue Internationale im Jahre 1889 in Paris den 1. Mai als Fest- tag der Arbeit bestimmte, der die Arbeiter der ganzen Welt in der Jordcning für den Achtstundentag und— wie ein späterer Kongreß verfügte— in der Friedensforderung ver- einen sollte. Seither sind diese alljährlichen Demonstrationen immer mächtiger angewachsen. Aber auch die feindlichen Mächte, gegen die wir.zu kämpfen haben, haben sich cnt- wickelt. Wenn der Sozialismus steigt, ist damit noch nicht ge- sagt, dag der Kapitalismus fällt. Die Klassengegensätze treten in ganz Europa immer schärfer hervor und die Arbeiter- rcformen stogen auf wachsenden Widerstand. Finanzmacht, Militärclique und KlcruS bilden einen zu immer kühneren und unverschämteren Angriffen gerüsteten Dreibund.» In Schweden stellt sich das Königtuni selbst an die Spitze der Reaktion. In Italien übernimmt die Koalition der Rechten die Liquidierung der Erbschaft GiolittiS in Lydien. In Frankreich, wo allein der Sozialismus dem entgeht, was Barres die„ParlamcntsfäulniS" nennt, haben die bürgerlichen Abgeordneten unter der Einwirkung Jaurss gezwungenermaßen selber den mißbräuchlichen Einfluß, den die Finanz aus sie ausübt, cinbekannt und aufgezeigt. Und wenn si�i die Führer dcrCliquen imStteit um die Macht auch ungeniert gegenseitig den Schmutz inS Gesicht werfen, so findet sie der Kamps gegen die Arbeiterschaft wieder beisammen, um vereint mit den Klerikalen das Dreijahrsgcsetz durchzuführen und die Arbeiterschutzgcsetzc zu verpfuschen. In England, wo die Regierung seit zehn Jahren mehr als in jedem anderen Land mit der Macht der organisierten Arbeiterschaft zu rechnen gezwungen ist. nehmen die Konser- dativen, gestützt auf die Kirche, keinen Anstand, zu erklären. daß die Offiziere, die passiven Gehorsam leisten sollen, wenn es für die Regierung den Geldschrank zu verteidigen gilt, auch das Recht haben, wenn es ihre politischen und religiösen Interessen erfordern, die Anordnungen der Regierung zu diskutieren. In Deutschland, in Rußland, in Oesterreich, und infolge der Rückwirkung auch in anderen Ländern, werden die Lasten für den bewaffneten Frieden von Budget zu Budget immer drückender. Die nationalistische Hetze nimmt immer mehr überhand, unter- stützt durch eine verbrecherische Pressecampagne. die sich bemüht. in den Massen die Angst vor den Nachbarn zu erzeugen. Frankreich rüstet aus Furcht vor Deutschland. Deutschland rüstet aus Furcht vor Rußland. Und die anderen Regierungen, von der Ansteckung gepackt, folgen aus Furcht vor einer allgemeinen Konflagration. Die orolgc davon' ist, daß die Herrschenden der kapitalistischen Gesellschaft vor ihrem eigenen Werk selber in«chrccken geraten und zwischen dem Wunsch. Ablenkungen zu finden. und der Gefahr, die Schultern der Völker allzu sehr zu belasten, beginnen sie sich schließlich zu fragen. ob sie'nicht mit eherner Notwendigkeit der schrecklichsten aller Katastrophen entgegengehen. Vielleicht aber müssen die Dinge einen solchen und einen noch schlimmeren Lauf nehmen, damit es in Zukunft bester wird. Der Stand der gegenwärtigen Meinung layt es als ausgeschlossen erscheinen, daß die Völker den Abgrund nicht sehen, zu dem man sie hindrängt, und sich mcht zur Wehr setzen, um ihr Geschick abzuwenden. Die logische Entwicklung des Kapitalismus bietet ihnen keine andere Alternative als den Krieg oder den Bankro t Um dcni einen oder dem andern zu entgehen, bleibt den Völkern nur die eine Rettung: immer kraftMr und zahl- reicher organisiert, den: internationalen Sozialismus entgegen zu marschieren! Dem Sozialismus entgegen. Ter Weltfeiertag des klassenbewußten Proletariats .aller Völker jährt sich in diesem Jahre zum fünfundzwanzig- sten Male. Trotz der vereinten Anstrengungen der internationalen Reaktion, trotz eines beispiellosen Terrorismus, den die vereinigten Kapitalisten der Welt aufboten, um diesen verhaßten Festtag der einigen Arbeiterschaft zu unterdrücken, trotz der Aushnngerungstaktik und trotz den Polizeischikanen wird zum fünfundzwanzigsten Mal der 1. Mai die klaffen- bewußte Arbeiterschaft zu einer gewaltigen, selbstbewußten Demonstration einigen, für die schon jetzt ein Heer von Ver- boten und Aussperrungsbeschlüssen mobil gemacht ist. Ein ganzes Jahr voller Arbeit, ein ganzes Jahr, das der Hervorbringnng von Werten gewidmet ist, aus denen andere Wohlleben, Luxus und Macht ziehen und nur ein Tag, den die Arbeiterschaft selbstherrlich zu ihren» und nur zu ihrem Festtag bestimmt hat, und der in der bürgerlichen Welt wie eine trotzige Warnung dasteht: Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will! Längst ehe der Tag anbricht, haben sich die Feinde schon zu- sammengcrottet, um dem Weltfeiertag den Garaus zu machen und an allen Ecken und Enden spitzt Polizei und Unter- nchinertum bereits Pen Bleistift, um die„vaterlandsloscn Ge- sellcn" zu notieren, die an diesem Tag in der Landschaft ihres Vaterlandes, mit den Liedern ihres Vaterlandes für eine freiheitliche, vom Rnstungswahnsinn und van� der Ftzssel des Kapitalismus befreite Zukunft ihres, und aller Vaterländer dcntonstrtercn. Diesmal fällt die Maifeier in eine Zeit, die von Rnstun- gen starrt und in der glücklich wieder einmal zwei Völker aufeinander prallen, während die Regierungen der anderen. mit allen modernen Mordwaffen versehen, nur warten, bis auch sie das Signal zur gegenseitigen Zcrfleischimg geben können. Imperialisten und dentschvölkische Narren, beide mit dem gemeingefährlichen Wahnsinn blutiger Erobernngsgelüstc behaftet, scheuen sich nicht, geheint und offen die l, eilige Mission des Krieges z» predigen und diejenigen als Vater- landsfeinde zu verschreien, denen ein friedliches Zusammen- wirken aller Völker als' leuchtendes Ziel vorschwebt. Der Imperialismus wird an der Börse gehandelt, zugleich mit den Aktien der Waffenindiistrien, und mit dem Geldc aller Steuerzahler versucht die Regierung, der Jugend schon den Imperialismus ins Blut zu impfen und sie immun zu machen gegen das„Gift� einer völkerversöhnenden und völkerbefreieitden Lehre. Den Prätorinnern seiner Majestät liegt heute noch der Machtkitzel im Blut, den ihre schneidigen Vertreter bei der siegreichen Schlacht von Zabern empfanden und ein neuer Waffenerlaß bemüht sich in möglichst unver- sanglicher Form der Diktatur des Säbels ein möglichst gcsetz- mäßiges Mäntelchen umzuhängeft. Das Bürgertum, äugst- lich auf seinen Geldsack bedacht und in andächtiger Anbetung des Rocks des Königs versunken, verehrt jegliche Anmaßung eines schnoddrigen Leutnants als Ausfluß der kaiserlichen Kvntmandogewalt und läßt sich lieber unter Hurrarufen den Säbel übers Hirn schlagen, als daß es in eine Front mit dem Proletariat rücken, seiner Kraft sich bewußt werden und den zweifarbigen Moloch niederringen wollte. Waffen nach außen und Waffen nach innen, Hohn und Spott für die Prediger des Weltfriedens, Orden und Ehrenzeichen für die tollen Prc- digcr des Weltkrieges: in solch eine Welt tritt diesmal der Weltfciertag. Aber auch auf andere Weise versucht man, dein gehaßten „inneren Feind" zu Leibe zu rücken. Kein Monat vergeht, ohne daß, sei es im Reichstag, sei es im preußischen Land- tag, ein Vorstoß gegen die Koalitionsfreiheit unternommen würde. Die Gewerkschaften sind das zu hetzende Wild aller karrierelüsternen Regierungsassessoren, und es gibt ge- sinnungstüchtige Verwaltungsbeamte genug, die einen Ar- beiter-Turnverein in schreiendem Widerspruch zum Vereins- gesctz zu einem politischen stempeln. Während auf der einen Seite stramme Militärs und bauchkriechende Bürgerliche die Uniforiniernng der Jugend im reaktionärsten Sinne betreiben, wird ans der anderen Seite die proletarische Jugend- bewegung in ungesetzlicher Weise niedergeknebelt, wird' jede Versammlung von Jugendlichen, mag sie noch so unpolitisch sein, für politisch erklärt, und staatsgefährlich scheint diesen skrupellosen Hütern eines zu Unrecht gewordenen Rechts selbst ein Vortrag über die Seidenraupe, ohne daß allerdings die Herren dabei Seide spännen. Von allen Seiten bläst die Reaktion zum Angriff, von den Plänkeleien ist sie längst zum offenen, brutalen Kampf ubergegangen, und sie verbirgt'ihren Zynismus kaum mehr, wenn sie init schnoddrigen Worten die Arbeitslosenunterstützung ablehnt oder den Namen der Ge- rechtigkeit schändet, in dem sie in ihm gegen Koolitionsrecht, gegen Streikrecht ihre willfährige Regierung scharf macht. Der Zündstoff hat sich zu Bergen gehäuft. Aus ihnen sollen an diesem Weltfeiertag die Festscuer emporlodern, wie die Flammcnzcichen einer neuen Zeit. Heute noch liegt es in der Macht der Polizei, die Umzüge zu verbieten, die den ein- heitlichen, ehernen Kampfeswillen des Proletariats zum Ans- druck bringen sollen. Heute noch gilt eine Gesinnung, die sich nicht init biegsamem Rückgrat und byzantinischer Schweif- Wedelei verbinden läßt, als eine Schande, die von Staats- wegen bekämpft werden muß, wie eine fressende Seuche. Der Sieg wird uns nicht morgen kommen, wir wissen zu genau, wie eng verfilzt int Klassenstaat Hurrapatriotismus,� Geld- bcutelinteressen und Angst vor einer Zeit sind, in der nicht der ererbte Name und nicht der ererbte Kassenschrank, nicht das Maulhcldcntum und nicht das Säbelgerassel den Mann emporheben soll, sondern einzig und allein die eigene Tüchtig- keit. Aber jeder erste Mai, der das Proletariat einig, opfer- bereit und kanipsesfroh findet, ist ein Schritt vorwärts zum Ideal der Zukunft, vorwärts zum Völkerfrieden, vorwärts zur Entknechtuug des Proletariats. Ter erste Mai muß eine Demonstration sein jair die nächsten Interessen der klaffen- bewußten Arbeiterschaft, aber auch ein Markstein auf dem schweren Weg zur Verwirklichung ihrer Ideale. Sie braucht zu dieser Feier kein Glockengeläute. keinHtPrnnk und keinen höfischen Glanz/ ihr herrlichster Prunk mftx die geschlossenen Bataillone der Zukunft, die unter dem brennenden Rot ihrer Fahnevmarschieren und in deren hgllcnden Schritten der ewige Vorwärtsmarsch der kämpfenden, siegessicherc» Mensch. heil dröhnt. Es lebe her er st eMail Feiertag. Von Tr. Max Adlcr-Wien. Zum fünfundzwanzigstcn Male vereinigt heute der 1. Mai da? Proletariat der Welt i» eine großartige und feierliche Gemeinschaft der Gedanken und Gefühle. Schon.längst ist der ursprüngliche Zweck dieses Tages, bloß eine internationale Demonstration für die Verkürzung der Arbeitszeit zu seilt, zurückgetreten vor der Gewalt des Bedürfnisses, sich des ganzen Kulturinhaltcs der sozia» listischen Bewegung bewußt zu werde» und' laut von ihr zu zcuffen. Und so ist der 1. Mai ein Tag geworden, dessen eigentliche Be- deutung in keiner Weise getroffen wird, wenn man ihn nur als Demonstrationstag, sei es auch von noch so gewaltiger Größe, be- zeichnet, sondern er ist ein Feiertag geworden, ein uc»er Feiertag, der aber allein noch für das kämpfende Geschlecht unserer Zeit einen wirklichen Sinn in sich schließt. Man darf es auszusprechen wagen, ohne einer Uebertrcibung geziehen zu werden, daß die nichtsozialistische Welt keine echten Feiertage mehr hat, so viele auch ihrer rot im 5talcnder stehen mögen. Die Feiertage der Kirche sind bloße Ruhe- und Erlustigiings- tage geworden, darüber hinaus jedoch inhaltsleer. Schon längst ist ihre uralte mythische Bedeutung, die sie in engsten Zusammen- hang mit dem Leben der Natur brachte, dem Bewußtsein unserer Zeit entschwunden. Dagegen bedeutet ihre jetzige rein kirchliche Ausgestaltung wegen des damit verbundenen dogmatischen und zeremoniellen Beiwerkes, das überdies vielen ganz unverständlich und zur gedankenlosen Ucbung geworden ist, eher noch eine Ab- schwächung ihrer Wirkung auf das Gemüt aufgeklärter und seelisch tiefer veranlagter Naturen. Was sollte man auch an bestimmten Tagen, die für uns nur der Kalender aus ebensolchen anderen Tagen unterscheidet, anderes empfinden als höchstens ein Gefühl historischer Pietät! Es fehlt den offiziellen Feiertagen heute jegliche Beziehung zu modernen Äulturwertcn, zu den Eni- wickelungsrichtungen unseres geschichtlichen Daseins, zu den Sorgen und Hoffnungen der ringenden Menschheit unserer Zeit; damit muß ihnen aber auch sede Eignung dafür abgehen, was eigentlich erst einen Tag des Kalenders zum Feiertag stempeln kann: ihrer Zeit die wegweisenden Ideale ins Gemüt zu rufen und alle die Feiernden in einer großen und lebensvollen Seelenstimmung immer aufs neue diesen Idealen zu verbinden. So sind sie unvermögend geworden, nicht nur den einzelnen aus der Isoliertheit seines tag- lichcn Lebenskampfes herauszuführen in eine geistige Solidarität höherer Interessen, sondern auch nur ihn selbst als vereinzelten innerlich zu formen und zu vertiefen. Alles was diese Feiertage in einer durch Arbeitskncchtschaft müde gehetzten Welt noch sein können, ist, daß sie Arbeitspausen sind. Tarin besteht ihre ganze Bedeutung und selbst diese ist dem Proletariat verkümmert, weil nur zu oft Fciertagsarbcit oder Feiertagslohnabzug auch den letzten feiertäglichen Schimmer verwischen. Nur weil sie durch Arbeits- pause uns entweder zur Häuslichkeit zurückführen, wie zu Weih- nachten, oder uns in die ftcie Natur entlassen, wie zu Ostern und Pfingsten, haftet diesen Feiertagen noch ein Hauch einer ihnen
eigen scheinenden Bedeutung und Schönheit die aber aus ganz anderen Quellen fließen. Der 1. Mai ist auch eine Arbeitspause; aber er ist eine solche, in der das Proletariat nicht nur ruht, s-ondern-auch weiß, warum es dies tut. Nicht aus der bloßen Arbeitsruhe fließt die Bedeutung des 1, Mai, auch nicht daher, daß er die geplagten Scharen der Arbeitenden, indem er sie an einem Tage, der sonst ein Arbeitstag Ware, hinausführt aus ihren dumpfen Werkstätten in die frühlingsfrische Natur, erkennen läßt, wie die Welt alle Tage sonntäglich sein kann, wenn der Mensch es will. Nein, der l. Mai ist ein Ruhetag ganz besonderer Art— und das macht erst den Kultursinn seiner Arbeitsruhe aus—, ein Ruhetag, nicht anders wie der siebente Schöpfungstag, nur daß er nicht ein Ruhe- tag nach einer Wcltschöpfung ist, sondern inmitten einer in voller Schöpfung begriffenen neuen Welt. Der neue Schöpfer, der jetzt am Werke ist, die alte Welt umzuschaffcn nach seinem Ebenbilde, das seiner Kulturbestiinmung bewußt gewordene Proletariat, ruht an diesem Tage, nicht nach vollbrachter Arbeit eine solche gibt es nicht in der neuen Welt der planmäßigen Kulturschöpfung—, sondern mitten in ihr,.nicht, um zu sehen, daß alles gut ist, sondern o b alles wohl getan sei, was bisher geschehen, und wieviel noch zu schaffen bleibe. Deshalb ist uns der 1. Mai ein Feiertag, der leden einzelnen, dessen Gemüt von seiner Bedeutung erfüllt ist, herausreißt aus der Enge und Bedrücktheit der Alltagsnot und ihn mit den besten Regungen seines geistigen Wesens einer Gemein- schaft. gleich hoch gestimmter Genossen zuführt, mit denen vereint er sich selbst gehoben und bereichert findet. Und darum ist der 1. Mai et» Feiertag, der nicht bloß unseren Zukunftsgedanken gilt, sondern den wir schon für unsere Gegenwartsarbeit gar nicht ent- behren können. Denn durch seine Arbeitsruhe, ja mehr noch durch die opferbereite und über alle Schwierigkeiten schließlich hinweg tragende Entschlossenheit, sich diese Arbeitsruhe zu erringen und zu erhalten, ist er unersetzlich, um alle Gemüter immer von neuem mit jenem Neuweltsgefühl durchfluten zu lassen, das für die Ziele, aber auch für die Pflichten der Zukunstskultur empfäng- lich macht und nur zu leicht in der notwendigen Arbeit des Tages abgestumpft wird. Hatten die alten Feiertage in dieser Hinsicht die Menschen aus ihrem zeitlichen Treiben auf ihr ewiges zukünftiges Interesse hin- lenken wollen, so haben auch wir Sozialdemokraten ein solches Interesse über und jenseits unserer Gegenwartsarbeit. Aber so wie unser Feiertag ein selbstgeschaffener ist, so ist auch unsere zu- künftige Welt nur die, welche wir uns selbst begründen. Darum iit sie nicht minder doch eine andere Welt, eine wahrhaft höhere Art des Daseins, als dieses jetzige, in dem die überwältigende Mehrzahl der Menschen nicht einmal zur physischen, geschweige denn zur intellektuellen Befriedigung ihres Wesens gelangt. Und hier offenbart sich uns nun noch eine andere Seite unseres Maifeiertages, worin er sich wahrhaft als Feiertag einer neuen Zeit erweist, geeignet, auch dem modernen, von dem Geiste der Wissenschaft getragenen Bewußtsein etwas zu sagen: daß er in seiner Zukunftshoffnung zum erstenmal in der Geschichte das Ideal mit der Erkenntnis vereint, daß es nicht meyr ein bloßer Glaube ist, der diesen Feiertag trägt, sondern ein unablässig zu seiner Festigung und Berichtigung arbeitendes Wissen. Es ist kein bloßer Traun« mehr, der uns' ein Zukunftsgemälde vorgaukelt, „... kein leerer, schmeichelnder Wahn, erzeugt im Gehirne der Toren." Es ist das Wissen von der Gesellschaft, was dem niodernen Sozia- lismus die Möglichkeit gibt, an die Stelle bloßer Hoffnungen und Wünsche die Verbindung gesetzmäßiger EntWickelungen m der Ge- schichte treten zu lassen. In dem Wissen um die gesellschaftlichen und geschichtlichen Bedingungen, die bis zu der heutigen Gestalt der Gesellschaft geführt haben, um die sozialen Kräfte, die aus ihrer jetzigen Form weiter treiben, und um die geistigen Gesetze, die diesen sozialen Kräften notwendige Richtpunkte ihrer zukünftigen EntWickelung setzen, ist der feste Boden gelegt, auf dem der moderne Sozialismus sich ebenso seines wissenschaftlichen wie seines idealen Eharakters sicher weih. Denn hier ist nun ein Gebiet der mensch- lichen Betätigung erschlossen, in welchem endlich auch in der Praxis gelten muß, was in der Theorie richtig ist, weil die Theorie des Sozialismus eben nichts anderes ist als die wissenschaftlich erkannte Oer Maiaufstanö üer öerg- arbeitet 1889. . Am heurigen 1. Mai find es 25 Jahr, wo das erste Feuerzeichen zu der 8S-r Erhebung der Bergarbeiter aufstieg. Auf Zeche.Fried- rich Ernestine" bei E s s e n warfen die Schlepper und Pferdetreiber am l. Mai tie, Brocken" hin, weil' ihnen ine""ehnziilage vertagt wurde. Zivar fuhren sie am 3. Mai wieder an, aber ihr impulsives Vorgehen sollte von symptomatischer Bedeutung sein. Der Ex- plosionsstoff hatte sich seit Jahren im ganzen Gebiet so massenhaft angehäuft, daß das unter der Decke glimmende Feuer nun auch an anderen Stellen zum Durchbruch kann Am selben Tage(3. Mai) traten die Belegschaften von „Christian Lewin",„König Wilhelm" und„Königsgrube" in Streik. IlNd in den nächsten Tagen loderte der Brand durch das ganze Revier. Die Untertagsarbeiter standen schier bis zum letzten Mann jm Streik. Am 10. Mai waren es ihrer 70 000, am 12. 100 0001 Alle Welt ivar überrascht, die Befitzenden und Regierenden be- stürzt. Eine solche elementare Bewegung hatte man in den oberen Regionen einfach für unmöglich gehalten. Um so mehr, als eine Organisation nicht bestand. Der 1877 nach vielen Mühen auf kon- fessionell-neutraler Grundlage zustande gekommene Verband, an niclchem die ehrlichen katholischen Elemente stärksten Anteil batten, war durch die vereinigten Bemühungen der offiziellen Zeit- truinspresse, katholischen Geistlichkeit und der Führer der fanati- sierten evangelischen Arbeiter schnell zu Tode gehetzt worden. Wegen des auch ferner emsig gepflegten konfessionellen Haders hatte man sich eines gemeinsamen Handelns der Arbeiter nicht versehen. Doch der Druck, der auf den Arbeitern lastete, war zu groß geworden. Seit Monaten hatten sie sich in großer Zahl in Ner- sammlungen zusammengefunden. Der Durchschnittslohn datte im Ruhrgebiet betragen: 1886: 2.58 M.. 1887; 2,57 M., 1888: 2,69 M., und dies bei neun- bis Mölfstündiger ArbeitszeitI �ic Knapp schaftsrechte lagen im argen; Beleidigungen und Mißhandlungen der kranken Mitglieder und sogar ihrer Frauen notwendige Praxis, die das Proletariat in der Geschichte entfalten muß. Auf diese Weise aber wird der Feiertag des Proletariats noch in einem umfassenderen Sinne der Feiertag einer neuen Welt. Er führt uns hinaus über den unseligen Zwiespalt einer Jammer- Welt, in der das Rechte und das Wahre durch den sie zerreißenden Klassengegensatz ewig nur zu kalten und kraftlosen Idealen ge- stempelt werden, die so hochgestellt sind, daß das übliche Leben sie nie erreichen kann. Nun aber spricht unser Feiertag von jener neuen Stimmung der Gemüter, in welcher nicht nur die Herzen erfüllt sind von der alles Große in der Menschennatur hervor- treibenden Wärme des Ideals, sondern auch die Köpfe erhellt werden von dem Lichte der Wissenschaft, um so die Mittel für die immer bessere Verwirklichung jenes Ideals ebenso begeistert zu suchen wie überlegt zu finden. Und so geht von diesem neuen Feiertag auch ein tiefes Erlösungsgefühl aus, das aber nichts anderes ist, als das kraft- volle Bewußtsein einer höchsten Aufgabe, gegenüber welcher alle anderen Ziele politischer und gewerkschaftlicher Arbeit nur mehr als Mittel für sie in Betracht kommen: endlich aus dem nichtssagenden Zustande bloßer Staatsbürger herauszukommen und Welt- bür g er eines Reiches der Kultur zu werden, dessen reale Existenz- bedingungen sowohl subjektiv in den Menschen als objektiv in den Einrichtungen herzustellen der eigentliche Kampf der internatio- nalen Sozialdemokratie ist. Gewerkschaften, Partei nnö Maifeier. In schwerer Zeit begehen die Gewerkschaften ihre Maifeier. Unsere Regierung, die ja stets betrübt ist, wenn Er- regung in die Arbeiterschaft„künstlich hineingetragen" wird, sorgt— offenbar aus diesem Grunde— eifrig dafür, daß der Zündstoff für natürliche Erregung nicht ausgeht. Die Situation erinnert in vielem an die Zeit vor acht- undzwanzig Jahren, als der berüchtigte Puttkamersche Streikerlaß erging. Damals wie heute stand die Koali- tionsfreiheit der Arbeiter im Brennpunkt einer konzentrischen Hetze, damals wie heute suchten findige Polizeiseelen, ihr durch die Politischerklärung der Gewerkschaften den Rechtsboden abzugraben. Puttkamer hatte entdeckt, daß„die in Berlin unter den Arbeitern bestehende Lohnbewegung ihren rein wirtschaftlichen Charakter zu verlieren begonnen hat", und das war Grund genug, mit Hilfe des Sozialistengesetzes allein im Mai des Jahres 1886 in Berlin 3l) Versammlungen gewerkschaftlichen Charakters zu verbieten, 11 genehmigte Versammlungen auf- zulösen und vier Gewerkschaften polizeilich zu schließen. Da- mals, genau wie das heute auch geschieht, war dem Reichs- tage zwar versichert worden, daß man die Koalitionsfreiheit „als solche" nicht antasten wollte, aber das ist immer so: vor dem Parlament gelobt die Polizei, wie der Feldherr Adner vor David, fein säuberlich mit dem Knaben Absalon umzu- gehen; hgt sie ihn über erst in ihrer Gewalt, dann stößt sie ihm drei Lanzen ins Herz. Was ist nicht auch seinerzeit von dem„freiheitlichen Geiste" verheißen worden, in dem das neue Vereinsgesetz gehandhabt werden sollte! Aber zuerst konnten sich die Be- Hörden nicht an diesen Geist gewöhnen und dann verstanden sie plötzlich den w i r k l i ch c n Geist dieses angeblich liberalen Gesetzes so'gut, daß sie es mit einiger juristischer Auslegungskunst in eine Fessel für das Koalitionsrecht und eine gefähr- liche Fußangel für die Gewerkschaften umschmieden konnten: es muß jetzt dazu dienen, den jugendlichen Arbeitern ihr Koalitionsrecht zu rauben. Und dies wiederum, indem Poli- zei und Gerichte die Geioerkschasten für politische V e r- eine erklären. Nur ein liberaler oder fortschrittlicher Narr kann die Ge- werkschaften damit trösten, daß der politische Charakter einer Organisation Tatbe st an dsfrage sei und es folglich von ihr selber abhinge, ob sie politisch sein wolle oder nicht. Als ob es darauf jm mindesten ankäme, als ob die Reaktion nicht Winkelzüge und Auslegungskünste genug zur Verfügung hätte, um ihren Zweck auf jeden Fall zu erreichen. Hier treffen mit entsprechender Aenderung die Worte zu. die K a r l M a r x im Jahre 1842 in der„Rheinischen Zeitung" gegen die Ten- denzgesetzgebung schleuderte: seitens der Knappschaftsärzte kamen häufig vor. So wurden die Arbeiter durch die Macht der Verhältnisse dazu gedrängt, alle religiösen und politischen Gegensätze zu vergessen. Als eigentlichen Ausgangspunkt für die Bewegung darf man eine am 10. März 1889 in Essen stattgefundene Versammlung be- zeichnen, in der Ludwig Schröder über die Notwendigkeit der Organisation sprach. In dieser Versammlung wurde ein im Jahre zuvor gewähltes„Komitee zur Förderung knappschaftlicher Reformen" ergänzt. Ihm wurde zugleich nun der Auftrag erteilt. bei den Gewerken um Lohnaufbesserung einzukommen. Eine am 8. April stattgefundene Versammlung hieß die von dem Komitee entworfene Eingabe gut. In dieser wurden die„Bestrebungen" der Bergleute wie folgt zusauunengefaßt: .1. Aufbesserung der Löhne durch einen 15pro,entigen Zusatz für alle Bergarbeiter. 2. Abschaffung der lieber Produktion durch zu lange Arbeitszeit: a) der Ueberarbeit von viertel bis halben oder ganzen Schichten und somit b) Einführung der zurzeit üb- lich gewesenen achtstündigen Schicht, einschließlich Ein- und AnS- ■ fahrt.■ Die Belegschaften erhielten keine Antwort. Das mutzte natürlich Unwillen erzeugen. Aber noch bevor von Arbeiterseite eine weitere Stellungnahme hatte erfolgen können, hatten die Schlepper und Pferdetreiber auf„Friedrich Ernestine" die Wlehnung ihrer direkt vorgetragenen Wünsche auf Lohnerhöhung kurz entschlossen mit dem Streik beantwortet. Am 5. Mai rückte bereits Militär ein! Am 7. floß das erste Blut bei Gladbeck, dann in Bochum und bei Hörde! Das löste schäumende Empörung aus, der insbesondere die gutverbreitete Zentrumspresse schärfsten Ausdruck verlieh. Das geflossene Blut brachte die Arbeiter nur noch enger zusammen, und in wenigen Tagen sah man einen Streik vor sich, wie er von ähnlicher Wucht und Größe in Deutschland noch nicht erlebt worden war. Wilhelm II. war ungehalten, weil das Militär in Aktion getreten war ohne sein Wissen. Er war auf See gewesen. Jetzt schickte er seinen ehemaligen Erzieher. Dr. Hinzpeter, ins Streikgebiet. Dieser fiihr nach Tortmund, verschaffte sich ver- schiedene„Gutachten" und reichte sie mit cinein zusammenfassenden Bericht seinem?luftraggeber ein. Ueber dieses„programmwidrige" Borgehen des Kaisers war man in„maßgebenden" Kreisen nicht wenig erbost. Die Mißstimmung wandelte sich zur Empörung, als „Das Tendenzgesetz bestraft nicht allein das, was ich tue, sondern das, was ich außer der Tat meine.... Ich kann mich drehen und wenden wie ich will, es kommt aus den Tatbestand nicht- an. Meine Existenz ist verdächtig, mein innerstes Wesen, meine Individualität wird für eine schlechte betrachtet und für diese Meinung werde ich be- straft. Das Gesetz straft mich nicht für das Unrecht, ivas ist tue, sondern für das Unrecht, das ich nicht tue. Ich werde eigentlich dafür gestraft, daß meine Handlung nicht gesetzwidrig ist, denn nur dadurch zwinge ich den milden, wohlmeinenden Richter, an meine schlechte Gesinnung, die so klug ist, nicht ans Tageslicht zu treten, sich zu halten." In diesen Worten haben wir Punkt für Punkt das Rezept vorgezeichnet, nach dem gegen die Gewerkschaften von Gerick- ten und Verwaltungsbehörden verfahren wird.„Ich mag mich drehen und wenden wie ich will"— glaubt man im Ernst, mit aller Vorsicht und Zurückhaltung des Vorgehens gegen die Logik von Behörden anzukoinmen, denen es ein Kinderspiel ist, die„EntWickelung der Seidenraupe" für ein politisches Thema, Schillers„Bürgschaft" für ein höchst verdächtiges Gv- dicht zu erklären? Oder hofft mau ein Gericht, wie jene an- haltinijche Strafkammer, durch Wohlverhalten umzustimmen, die den Besuch angeblich sozialdemokratischer Arbeiterver- sammlungen durch Jugendliche mit dem Besuch eines Bordells auf eine Stufe stellt?! Nein,„das innere Wesen, die Individualität" der Ge- werkschaften wird, um mit Marx zu reden,„für eine schlechte betrachtet" und deshalb werden sie für politisch erklärt. Vor- wände und Handhaben finden sich immer. Zur Zeit des Sozialistengesetzes half sich die Justiz, indem sie die Stellung- nähme zu den Bismarckschen Arbeiterversicherungsgesetzen be- reits für eine politische Tätigkeit erklärte. Und heute niag sie sich an diesen oder jenen Vorwand klammern, ihr eigentlicher Kampf gilt doch der„schlechten Gesinnung", das heißt der inneren geistigen Verbundenheit der Gewerkschaftsbewegung mit dem übrigen großen Befreiungskampf des Proletariats. Das Urteil gegen den Bergarbeiterverband, der Jagowsche Erlaß, die polizeiliche Sprenguna von Jugend- lichenversammlungen, sie sind ja nur die eine Seite der gegen- wältigen Hetze gegen das Kealitionsrecht. In dem von den Scharfmachern mit wachsender Heftigkeit geforderten„Schatz der Arbeitswilligen" mitsamt dem Verbot des Streikposten- stehens ballt sich die andere Gefahr zusammen. Noch haben die Gegner ja einen parlamentarischen und gesetzgeberischen Sieg im Reichstag nicht erzielt, trotzdem aber hat ihr Geschrei schon Erfolg gehabt: Verwaltung und Justiz schwenken mit einer solchen Folgsamkeit ein, daß heute das vom Reichstag dreimal abgelehnte Ausnahmegesetz in der Praxis schon zu drei Vierteln besteht. Die Polizeiinstruktion gegen das Streik- postenstehen ist heraus, und damit dies Recht, das man auf dem Wege der Gesetzgebung nicht zu ermorden wagte, auf dem Verwaltungswege gemeuchelt. Andererseits kann man in Urteilen der Berliner, Breslauer, Erfurter und anderer Straf- kammern grauenhaft hohe Strafen gegen Streikende fort- gesetzt mit deni Hinweis begründet sehen, daß„allent- halben(?I) verschärfte Maßnahmen zum Schutze der Arbeits- willigen gefordert würden". Mit Stauffacher können heute die Gewerkschaften sorgen� voll sprechen: Wohl sieht das HauS gezimmert und gefügt, Doch ach, es wankt der Grund, auf dem loir bauten. Das Koalitionsrecht, der Boden aller Gewerkschaftsarbeit, so schmal er ohnehin den Gewerkschaften für ihren Riesenbau zugemessen war, ist bedroht. In den Parlamenten aber sitzen neben den offenen Gegnern in allen Schattierungen falsche, unzuverlässige und laue Freunde. Für die Konservativen ist das Arbeitswilligenschutzgcschrei ein Lockmittel, um den Libc- ralen die Industriellen abspenstig zu machen: dadurch sind die Liberalen in ihrer Angst gezwungen, dem Unternehmertum nach der Richtung des Arbeitswilligenschutzes hin weitgehende Zugeständnisse zu machen. Das Zentrum aber gsvinnt in dem Grade an einer solchen Gesetzgebung Geschmack, in dem die christlichen Gewerkschaften sich zu reinen Streikbrecher- organisationen umwandeln. So bleibt als einziger fester und zuverlässiger Hort der Koalitionsfreiheit die Sozialdemokratie. Hier zeigt sich wieder einmal deutlich, daß die Partei des kämpfenden Proletariats die einzige ist, ja sein k a n n. die in entscheiden- der Stunde den Rechtsboden der Gewerkschaftsbewegung schütz� und verteidigt. Ein Gutes zeitigen die K ä m p f e um �das�Koalitionsrecht auf jeden Fall: sie führen dem Arbeiter der Empfang der sogenannten„Äaiserdeputation" beschlossene Sache war. Ein Entschluß, der auf den Einfluß Hinzpeters zurückgeführt wurde, wie auch später die Entlassung des Oberpräsidenten von Wefffalen und des Regierungspräsidenten von Arnsberg. »» * Wegen des Mangels einer Organisation hatten die führende» Leute, besonders Schröder, in den vorausgegangenen Versamm- lungen sich entschieden gegen den Gedanken an einen Streik ge- wendet. Die Ereignisse waren nun den Führern über den.Kopf gewachsen. Man stand der so plötzlich über das ganze Kohlen- gebiet sich ergießenden Bewegung unvorbereitet gegenüber. So verging z. B. geraume Zeit, bis ein Zentral-Streik- k o m i t e e zusammengebracht war. dem die schwere Aufgabe zufiel. einige Ordnung und Einheitlichkeit in den Kampf zu bringen. Diese Verhältnisse lassen es denn auch begreiflich erscheinen. daß'eincS Tags in einer Versammlung bei Dortmund der Vorschlag in die Debatte geworfen wurde, eine Deputation an den Kaiser zu senden. Der Gedanke fand sofort allgemeine Zustimmung, und im Hand- umdrehen wurden Schröder. Bunte Und Siegel gewählt. Sich der Wahl zu widersetzen, wäre, wie Siegel sich später geäußert, unter den obwaltenden Umständen einfach unmöglich gewesen. Die Antwort, die Wilhelm II. den drei Deputierten in der Audienz, die einschließlich der Ansprache des Kaisers nur ganze 10 Minuten dauern durfte, gab, war für alle Beteiligten und über deren Kreise hinaus fo lehrreich, daß sie verdient, hier nach dem offiziellen Bericht nochmals wiedergegeben m werden: -Jeder Untertan, wenn er einen Wunsch oder eine Bitte vorbringt. hat selbstverständlich seines Kaisers Ohr,... Ihr habt Euch aber ins Unrecht gesetzt, denn die Bewegung ist eine u n- gesetzliche, schon deshalb, weil die Istagige Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde.... Infolgedessen seid Ihr k o n t r a k t- brüchig.... Was die Forderungen selbst angeht, so werde ich diese durch meine Regierung genau prüfen und Euch das Er- gebnis durch die dazu bestimmten Behörden zugehen lassen. Sollten aber Ausschreitungen gegen die öffentliche Ordnung und Ruhe vorkommen, sollte sich ein Zusammenhang der Bewegung mit sozialdemokratischen Kreisen herausstellen,' fo würde ich n i cht imstande sein, Eure Wünsche mit meinem königlichen Wohlwollen zu erwägen, denn für mich ist ytbtX
klar vor Augen, daß die wirtschaftliche Interessenvertretung durch die Gewerkschaften Hand in Hand gehen muß mit der Volitischen Interessenvertretung durch die sozialdemokratische Partei, daß ein verständnisvolles Zusammenwirken beider Faktoren der Arbeiterbewegung notwendig ist, um der Wirt- 'chaftlichen Bewegung die politische Flanke, der politischen Bewegung die wirtschaftliche Flank« zu decken. Dieser Gedanke kommt auch zum Ausdruck, wenn Partei und Gewerkschaften gemeinsam den Weltfeiertag der Arbeiter- klasse begehen. Di« Forderung, für die das Proletariat an diesem Tage denionstriert, gehört gleichermaßen dem poli- tischen wie dem gewerkschaftlichen Ideenkreis an. Wohl soll 'schließlich ein Gesetz den ach t st ündigen Arbeitstag festlegen, aber kommen kann und wird das Gesetz um so eher, als ihm die gewerk schaftlicheSelb st hilf« die Wege gebahnt und allenthalben die Arbeitszeiten so tief als möglich herabgedrückt hat. Partei und Gewerkschaften feiern den Weltfeiertag ge- ineinsam. Polizeiseelen, die Mischen Politik und Welt- onschauung nur dann unterscheiden können, wenn es gilt, irgendwelche politischen Exzesse des Jungdeutschlandbundes, der Kriegervereine, der nationalen Turnerschaft usw. zu be- Mänteln, mögen aus dieser Tatsache triumphierend den Be- weis für den„politischen" Charakter der Gewerkschaften her- leiten. Ter Proletarier wird allerdings nicht mehr auf das tiefe geistige Niveau herabzudrücken sein, daß er mit dem Unternehmer den Kampf um Pfennige und Minuten führt, ohne sich über den Charakter und die Konsequenz dieses Rin- gens Gedanken zu niachen. Er begrüßt in'dem Gewerkschafts- kämpfe �das Wachsen und Kommen einer neuen Zeit, er fühlt sich als Streiter für eine gerechte und bessere Weltordnung, als den Träger einer Weltanschauung, der die Zukunft gehört. Die Drangsalierung der Gewerkschaften durch die staat- lichen Büttel läßt im gegenwärtigen Augenblicke das Wesen dieses Kampfes besonders grell hervortreten. Und deshalb muß die diesjährige Maifeier nicht nur eine Demonstration Mir die Zukunft sein, sondern gleichzeitig ein Protest gegen das Unrecht, das der Arbeiterbewegung durch den Gegen- wartsstaat zugefügt wird. Ein Protest, welcher der Bureau- kratie zeigt, daß mit allen kleinlichen Polizeischikanen dem kampffrohen Geist des Proletariats, nicht beizukommen ist. die erste Maifeier in öerlin. � Der 1. Mai 1890 stand noch unter dem Schatten des Sozialistengesetzes. Noch bedurften alle öffentlichen Versamm- lungen einer polizeilichen Genehmigung und die Polizei machte von dieser Befugnis Gebrauch, wenn es ihr gerade voßte. Aber der glänzende Wahlsieg im Februar 1890 hatte doch der Bismarckschen Gewaltpolitik einen schweren Stoß versetzt, den sein Urheber nicht mehr verwinden sollte. Stolz erhoben die Sieger ihr Haupt. In diese Zeit fiel die Vor- btzkeitung zur Maifeier 1890. In zahlreichen Versammlun- gen nahmen die Berliner Gewerkschaften Stellung zur Mai» inet. Es galt, die Feier am 1. Mai in Berlin zu einer ein- drucksvollen Denwnstration für den Achtstundentag zu ge- stalten. Zahlreiche Versammlungen erklärten, die Maifeier durch stritte Arbeitsruhe begehen zu wollen. Ein wahrer Enthusiasmus entbrannte für eine möglichst würdige Demon- stration. Die kaum gewählle Reichstagsftattion war noch nicht zusammengetreten und in Ermangelung irgendwelcher Tirek- tiven erschien am 23. März 1890 im„Berliner Volksblatt" ein von einer Anzahl bekannter Berliner Genossen unterzeichneter Aufruf mit der Ueberschrift:„Was soll am 1. Mai geschehen?" In diesem Aufruf wurde die Notwendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit dargetan und darauf hingewiesen, daß mit aller Kraft die Agitation für den Achtstundentag begonnen werden müsse. Zu diesem Zwecke müsse der 1. Mai in allen Industriestädten, in denen starke Organisationen beständen, als Feiertag betrachtet werden. Alle GeWerke müssen Sozialdemokrat gleichbedeutend mit Reichs- und Vaterlandsfeind. Merke ich daher, daß sich sozialdemokratische Tendenzen in die Bewegung mischen und zu ungesetzlichem Widerstand anreizen, so würde ich mit un n achsichtlicher Strenge einschreiten und die volle Gemalt, die mir zusteht— und dieselbe ist eine große— zur Anwendung bringen! Fahret nun nach Hause und überlegt, >oas ich gesagt habe. Sucht auf Eure ftameraden einzuwirken, daß dieselben zur Ueberlegung kommen... Etwas ander» mögen die Deputierten, deren Sprecher nur Zeit gehabt, alles was die Bergleute drückte in drei bis vier Sätzen zu- sammenzufassen, sich den Empfang im Kaiserschloß doch gedacht haben. Und die Kämpfenden daheim nicht minder. Aber in der öffentlichen Wiedergabe der königlichen Antwort fehlte noch ein besonders markanter Satz. Wie Genosse Hue in seinem Buche: „Die Bergarbeiter"(2. Band) berichtet, haben die Delegierten sich gewundert, daß in den Zeitungsberichten die Stelle ausgelassen war:.. Und ich werde alles über den Haufen schießen lassen, was sich mir widersetzt!" Nichtsdestoweniger hatte die Deputation einen moralischen Erfolg. Durch Vermittelung freisinniger Abgeordneter hatten sie eine Aussprache mit dem Vorsitzenden des Bergbaulichen Vereins und erhielten ziemlich weitgehende Zusagen, darunter auch die der Errichtung von Ä r b e i te r a u s s ch ü s s e n. Auf diese Zusagen nahm Wilhelm II. mit Ausdrücken großer Genugtuung Bezug, als er anderen Tags, am Ib. Mai, eine Deputation der Zcchenbesttzer, mit Dr. H a m m a ch e r an der Spitze, empfing. Auch die Zechen- Herren wurden übrigens anders empfangen, als sie erwartet haben mögen. Die Anrede an die Arbeiterdelegierten hatte ja zur Ge- nüge ertennen lassen, daß die Gegenminen, die gegen Hinzpeterö Einfluß gelegt worden waren, eine gute Wirkung gehabt. Wilhelm II. nahm den Zechenherren gegenüber für die Arbeiter- deputation in Anspruch, daß sie sehr wohl als legitimiert zu betrachten sei, auch wenn sie nur einen Teil der Arbeiter hinter sich hätte. Er empfahl den Herren dringend.„inZukunftnahe Fühlung mit den Arbeitern zu halten." damit ihnen solche Bewegungen nicht entgehen,„denn ganz unerwartet könnederStreiksichunmögllchentwlckelthaben. ... Die Arbeiter läsen die Zeituygen und wüßten wie die Gewinne der Gesellschaften stehen. Daß sie daran teilhaben wollten, sei erklärlich usw. Er könne den Herren nur ans per, �»«Mt». Redakt.: Mfrev«ielep».»eutölln. Inseratenteil verantw. ruhen! Im Laufe des Vormittags seien öffentliche Vcr- sammlungen einzuberufen mit der Tagesordnung:„Die Acht- stundenbewegung." Der Nachmittag gehöre der Familie. Hinaus ins Freie! sei die Losung. In anderen Orten, in denen keine starken Arbeiterorganisationen beständen und die Proklamierung der Arbeitsruhe unmöglich sei, solle ein be- kannter Genosse zu einer entsprechenden Zeit eine öffentliche Versammlung mit dem genannten Thema einberufen. In den Versammlungen sollen Resolutionen zugunsten des gesetz- lichen Achtstundentages beschlossen und an die Arbeiterver- treter im Reichstage gesandt werden. Außerdem wurde eine Massenpetition mit Unterschriftensammlung angeregt. Dieser Aufruf führte zunächst zu einer Polemik mit der Fraktion, der damals noch die Parteileitung oblag, und hatte schließlich im April auch einen Aufruf der Frattion zur Folge, der zwar den Arbeitern anheimstellte, dort, wo dies ohne Konflikt zu erwirken sei, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, sonst aber, unter Betonung der Undurchführbarkeit einer allge- meinen Arbeitsrusie und mit Hinweis auf die Notwendigkeit, jeden Anlaß zu Konflikten mit der Staatsgewalt zu vcr- meiden, die Veranstaltung von Versammlungen oder Festlich- leiten empfahl. Dieser Frattionsauftuf wurde vielfach als eine Art Bremserlaß angesehen, der geeignet sei, die Bewegung für eine Arbeitsruhe aml. Mai zu beeinträchtigen und zu lähmem Jedenfalls war diese Debatte über die Form der Maifeier nicht geeignet, die Arbcitsruhe zu verstärken. Viel- fach wurde es diesem Umstände zugeschrieben, daß die Unter- nehmer in Berlin sehr entschieden gegen die Maifeierbeschlüsse Stellung nahmen und sich gegen den Eingriff in ihr Herren- recht mit allen Mitteln zu wehren suchten. Trotzdem konnte das„Berliner Volksblatt" täglich eine lange Liste von Fir- inen veröffentlichen, die auf Anttag ihrer Arbeiter den 1. Mai freigegeben hatten. Ter Verband der Eisenindustricllen aber wollte seine Macht zeigen. Er ließ in den Verbandswerk- stätten einen Ukas anschlagen, in welchem den Arbeitern, die am 1. Mai feiern, die Entlassung angedroht wurde. Es solle auch kein Arbeiter, der am 1. Mai feiere, in anderen Ver- bandswerkstätten bis zum 9. Mai eingestellt werden. Die gut organisierten Former verlangten von den Eisengießereien die Zurücknahme dieses Erlasses; sonst würden sie am 1. Mai die Arbeit niederlegen. Die Drohung der Former kam auch zur Ausführung, weil die Unternehmer dem Verbände der Unter- nehmer gehorchten. Zum 1. Mai hatten zahllose Gelverkschaften zum Vor- mittag Versammlungen einberufen. Da erschien in letzter Stunde die Polizei auf den Plan und verbot die Abhal- tung� der Maiversammlungen. Für die Arbeitsruhe stellten folgende Berufe größere Kontingente: Bildhauer, Drechfler, Former und Berufsgenossen(3000), Graveure. Hutinacher, Lederarbeiter, Klempner, Kistenmacher, Maler, Maschinenschlosser, Maurer(3000), Parkettbodenleger, Schnei- der, Schuhmacher(1500), Stuckateure, Tapezierer, Texttl- arbeiter. Vergolder, Zimmerer. Die Versainmlungsverbote schreckten die Maifeiernden in keiner Weise. Die Arbeitsruhe war immerhin recht umfang- reich und das war ja das Wesen der ersten Maifeier. Die Arbeitsverweigerung in Massen läßt den Arbeiter«st seine ganze Macht erkennen; sie läßt ihn erkennen, daß der Ar- beiter alles kann, wenn er vereinigt ist, läßt ihn ahnen, daß er den ganzen Wirtschaftsorganismus ins Wanken bringen kann, wenn er will. Das Selbstbewußtsein, das Solidari- tätsgesühl wird gehoben und wird gestärkt. Und von diesem Gefühl beseelt, begaben sich die Maifeiernden hinaus ins Freie, der Großstadt den Rücken kehrend, um wenigstens einen Tag frei zu sein. Und so sahen wir am 1. Mai 1890 die Demonstranten in kleineren oder größeren Trupps durch die Straßen wandern, hinaus nach Schildhorn, wo mehrere Berufe sich vereinigten, oder nach Wilmersdorf, wo die Schneider und Schneiderinnen sich zusammenfanden. Stolpe hatten die Töpfer und Vergolder als Ausflugsziel ge- wählt. legen, daß das, was ihr Vorfitzender mit Erfolg begonnen, möglichst bald zu gutem Ende gefichrt werde. Große Rührseligkeit beim Bürgertum. Die Zechenherren aber waren mit dem, wozu ihr Vorsitzender sich bereit erklärt, nicht ein» verstanden, insbesondere nicht mit den Arbeiterausschüssen. Dr. Hammacher wurde öffentlich desavouiert. Damit war zugleich auch dem Kaiser eine Nase gedreht. Unterm 18. Mai veröffentlichte der Bergbauliche Verein alsdann eine Erklärung, in der über die Regelung der Arbeitszeit ganz unbestimmt gesprochen wurde und die Arbeiterausschüsse ganz gestrichen waren. Als eine vom Zentral-Streikkomitee zum 1ö. Mai einberufene Delegiertenversammlung zu der Erklärung Stellung nahm, hatte die Bewegung bereits ihren Höhepunkt über- schritten/. Die Streikleitung, die aus Männern der verschiedensten Richtungen zusammengesetzt war, riet unter diesen Umständen fast einstimmig, sich mit dem Angebot der Unternehmer einverstanden zu erklären, da im Augenblick mehr nicht zu erreichen sei. In diesem Sinne wurde auch beschlossen. Die noch im Streik stehenden 70 000 Mann nahmen den Be- schluß zwar nicht günstig auf, doch waren sie diesem am LI. Mai bereits bis auf 33 000 nachgekommen. Da kam aus verschiedenen Ecken des Reviers die Nachricht, daß die Wiederanfahrendcn ver- höhnt und Maßregelung von Delegierten sowie Lohnreduktionen un- gekündigt worden seien. Große Empörung unter den Arbeitern, die stellenweise zur Streikfortsetzung führte. Eine neue Delegierten- Versammlung, die am 24. Mai, in der eine von Dr. Hammacher und dem Syndikus des Bergbaulichen Vereins abgegebene Er- klärung, daß sie für völlige Durchführung des Versprechens vom 18. Mai sorgen würden, verlesen wurde, zeigte schon ein bedauer- liches Bild der Zerfahrenheit. Ter-Vorsitzende des Zentral-Streik- komitees. ein gewisser Weber(Bochum), der schon in der vorauf- gegangenen Versammlung die merkwürdige Ansicht vertreten, die Entscheidung über die Annahme des Angebots der Unternehmer den Belegschaften der einzelnen Zechen zu überlassen, legte sich jetzt leidenschaftlich für die Fortsetzung des Streiks ins Zeug. Weber. der, wie sein Sekundant in jener Versammlung, ein gewisser Fürköiter, später sich als christlich-nationaler Kämpe gerierte, wurde aus der Versammlung heraus wegen Majestätsbeleidigung verhaftet. Später auch unter der gleichen Anschuldigung Für- k ö t t e r. Beide sind auch verurteilt worden. Sie hatten indes den Td.Älocke, Berlin. Druck«„Verlag: Vorwärts Buchdr. u.Verlagsanstab Ten stärksten Besuch aber wies Frrcbrichs Hägen auf. Hier hatten sich etwa 10 000 Maifcierndc eingefunden. Ten Genossen des Ortes war es gelungen, von dem Amts- Vorsteher die Genehmigung zur Abhaltung von zwei Volko- Versammlungen am Vormittag des 1. Mai zu erlangen. Nach Schluß der Versammlungen zogen die Teilnehmer durch die Straßen des Ortes, wo dem kurz vorher verurteilten Genossen S ch i p p e l eine Ovation gebracht wurde, für welche Schip- pel vom Balkon seiner Wohnung aus eine Ansprache an die Versammelten hielt, in der er darauf hinwies, daß in den nächsten Tagen die Arbeiter unter der Rachsucht der Unter- nehmer zu leiden haben würden. Ein donnerndes Hoch auf den 1. Mai beendet« die eindrucksvolle Demonstratton. Viele Ortseingesessene hatten während des Durchzugs der Maidemonfttanten die Häuser geschlossen und die Laden- jalousien herabgelassen: andere Furchtsame hatten schon am Tage vorher ihre Gelder nach Berlin in Sicherheit gebracht. In Bellcvue und im M ügg elschlößchew wo Schippe! eine Rede hielt, fanden sich nachmittags Tausende Berliner Genossen ein. Darunter 3000 Former, welche trotz aller Drohungen. der Unternehmer den 1. Mai durch stritte Arbeitsruhe begingen. Der Berliner Korrespondent der halboffiziösen„No- woje Wremja", der die Feier in Friedrichshagen besucht hatte, äußerte in seinem Blatte seine Bewunderung über die großen Massen und über die Disziplin der Demonstranten. Es habe eine würdige Feststimmung und eine musterhafte Ordnung geherrscht. Am meisten imponierte dem Rüsten der Geist der Disziplin.„Du sollst kein Bier mehr trinken," habe ein durch eine weiße Schleife im Knopfloch kenntlich gemachter Ordner zu einem jungen Arbeiter gesagt, der im Begriff stand, des Guten zuviel zu tun und„ohne Murren" habe der Angeredete das ihm eben gebrachte Glas beiseite ge- schoben und sich ein Glas Selter bestellt. Aus einer Unter- redung mit einein Maifeiernden gab der Korrespondent folgende Schilderung in seinem Blatte: „Halten Sie den Tag für einen Sieg oder für eine Niederlage der Arbeiterpartei?" Antwort: Seltsame Frage angesichts dieser Demonstranten.„Aber Sie müssen doch zu- geben, daß das erste Ziel, die Arbeitsruhe, nicht erreicht worden ist. in den meisten Werkstätten wird beute gearbeitet." Antwort:„Nicht überall! Allein in Berlin ist in 217 Werk- stätten der heutige Tag freigegeben. Auf einen Hieb fällt eben kein Baun:. Nichtsdestoweniger wird der heutige Tag von 25 Prozent der gesamten Arbeiterschaft gefeiert. Aus� Be- scheidenheit will ich jedoch diese Zahl auf 15, ja selbst' ans 10 Prozent herabsetzen, ist das fürs erste Mal nicht ein glän- zender Erfolg? Sind doch die Herren mit 10 Prozentchcn zufrieden...." Der Bericht zeigt, welch guter Geist unter den Tenosten herrschte. Die deutsche bürgerliche Presse aber suchte unsere Veranstaltungen zu verkleinern und redete von einem Miß- erfolg. Das Gegenteil war natürlich richtig. Wenn man be- rücksichtigt, daß es sich um die erste Maifeier handelte, wenn man erwägt, daß jede Initiative von leitender Stelle übec< die Form der Maifeier fehlte und ferner den Umstand in Betracht zieht, daß der Fraktionsaufruf eine Schwächung der Arbeitsruhebestrebungen mit sich brachte, so kann die Maifeier 1890 in Berlin nur als eine großzügige Kundgebung für den Achtstundentag bezeichnet werden. Der revolutionäre Geist, der aus der ersten Maifeier in Berlin sprach, der Geist der Entschlossenheft, der Arbeftersolidarität, der uns überall ent- gegentrat und der eben nur in der Arbeitsruhe zum Ausdruck kommen konnte, er hat erst die Erfolge verbürgt, die später in dem Aufschwung der Partei- und Gewerkschaftsbewegung zum- sichtbaren Ausdruck gekommen sind. Dieser Geist ist neuerdings in dem Masten sftelkgedankcn wieder aufgewacht, der Kampfesmut und die Jnterestensoli- darftät, das sind die Mittel, um über eine Macht von Gegner« zu triumphieren. Trotzdem und alledem! Erfolg gehabt, daß die größere Zahl der Delegierten für Fortsetzung des Streiks stimmte. Doch der Elan der Bewegung war dahin. Die am 26. Mai erfolgte plötzliche BerhaftuugsämtlicherübrigenMit- glieder der Streikleitung durch den Staatsanwalt Schulze-Vellinghausen, einen Zechenbcsitzcrssohn, besiegelte das Schicksal des Kampfes, der so vielversprechend begonnen. Wie stark die Arbeiterseinde sich in dem Augenblick wieder ftchlte«, als die Arbeiter sich u u e i n ig zeigten, mögen die Worte zeige«, mit denen der Staatsantoait Schulze- Vellinghausen die verhaftete« Streik- lciter begrüßte: „Weshalb habt Ihr eigeutlich gestreikt? Meint Ihr, die Grubenbesitzer wären so gut gestellt, um Eure Forderungen bc- willigen zu können? Mein Vater ist auch Grubenteilhabcr, ich weiß daher, wie eS damit bestellt ist.— Ach, was soll ich noch länger reden! Einer von Euch hat gesagt: Wir sind die Herren der Situation!—• Nein, wir sind die Herren der Situation. Wer nicht will, wie wir wollen, den lassen wir aiufach niderkartätschcn!" Unter dem deprimierenden Eindruck, den das Verflackern der Bewegung im Ruhrgebiet zeitigte, litt natürlich die Bewegung in den übrigen Revieren sehr. Ja. es ist kein Zweifel, daß der Ver« laus des Streiks im Ruhrbecken der Grund war, weshalb die Br- wegung draußen, die allenthalben um die Mitte des Monats bis zur Arbeitsniederlegung gediehen toar, auf halbem Wege stehen blieb. Im Sa a r g e b i- t, wo der Streik am 25. Mai ausgebrochen, war am 28. der Höchststand mit 11 700 Streikenden(gegenüber 13 881 Arbeitenden) erreicht. In Oberschlesien am 21. Mai mit 13 300 von insgesamt 41 000. Im Königreich Sachsen war es nach Hues Ermittelungen bis zu 8000 Streikenden bei einer Äesamtbelegschaft von eNva 20 000 gekommen. Für das Ruhrgebiet war außer einer direkten Besserung der ArbeitsverMtnisse die Frucht des Kampfes: die Erkennt- nis der unbedingten Notwendigkeit einer O r g a» i- s a t i o n! Am 13. August 1889 wurde sie auf dem Bergmanns tag in Dorstfeld beschlossen. Am 27. Oktober fand m Bochum die kon- stihiierendc Versammlung statt, nachdem die am Sonntag zuvor der polizeilichen Auflösung verfallen war. Möge jeder Arbeiter aus der Geschichte des Maiaufstandes der Bergarbeiter von 1880 und aus der Folgezeit die richtige Leljrc ziehen. Vor allem die Bergarbeiter selbst! P. Wolf. Paul Singer&£o., SJerliuSW. Hierzu 7«ei l-oeu«.ttuterhakt«»Ml.
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Sandte heute eine Kiste leere Flaschen zurück. Der Brunnen hat mir und meiner Frau, die sich in den Wechseljahren be- findet, wieder ausgezeichnete Dienste bei rheumattachen Beschwerden getan. Werder a. H.. 13. März 1314. Gustav Abel, Photograph. Da mir Ihr altbewährter Stahlbrirnnen seit 15 Jahren bei meinem schon langjähiigeir Nerven- uns Illa�enletsen stets gute Dienste geleistet hat. lo bestelle ich hiermit 36 Flaschen. Berlin, 18. März 1314, Frau U. Brookmeier, Johanniterstr. 11. Da ich im vorigen Jahre gegen lachtas 60 Flaschen Stahldrunnen getrunken habe und mir derselbe gute Dienste getan hat, so möchte ich Sie hierdurch büten, mir wiederum 60 Flaschen zuzusenden. Berlin, 12. März 1314, Frau Dulse Schuir. Triftstraße 46.__ Ich bestätige Ihnen, daß inir Ihr Berliner Stahlbrumren in den Wech'eljahien sehr gute Dienste getan hat. Ich litt hauptsächlich an sehr heftigen Blasen- n. Kopfschmerxen; doch nach Verbrauch von 30 Flaschen bat sich mein Allgemein- befinden sehr gebessert. Ich bitte, die 30 leeren Flaschen aö- zuholen. Berlin, S. März 1314,' Prau E. Schulz. Heidestraße 33. Mit Freuden teile ich Ihnen mit. daß ich durch Ihren Ber- liner Stahlbiunnen nach dem Gebrauch von 60 Flaschen derartig wieder hergestellt bin. daß ich seit einigen Tagen meinen hänS- lichen Verpflichtungen wieder nachkommen kamr. Ich litt seit Jahren an Berz-"und Nervenleiden, dazu gesellte sich noch Schla«r»der-VenraU:uii�. L;;H.mflo>-ixkelt. Blutandrang nacki dem Kopse und hartnäcki-r�r Stuhl, mit einem Wort gesagt, mein Zustand war qualvoll. Habe alle erdenklichen Mitiel angewendet, welche aber nur kurze Linderung brachten. Ihr Bninnen hat alles übertroffen, so daß ich denselben mit gutem Gewissen allen ähnlich Leidenden empfehlen kann. Ich gestatte Ihnen, von meinem Schreiben Gebrauch zu machen, und bitte gleichzeitig um weitere Zusendung von 30 Flaschen. Berlin, 2«. Februar 1314 Hussitenstraße 40. Frau E. Marquardt. Nachdem meine Frau bereits vor vier Jahren bei ihren, Eeberlelden den Berliner Stahlbrunnen mit Erfolg an- wandle, hat derselbe sie auch jetzt wieder nach 30 Flaschen von Nervosität und Schwäche befreit. Wrttftod. 8. Januar 1314. W. Käaelltz. Oberkettenstraße 46a.___ Meine Frau leidet schon seit langer Zeit an einer Gall- blascn-Entzttndncg und Erwelterunar, und diese Sranl« Heit unt immer heftiger auf. Meine Frau konnte schließlich nichts mehr zu sich nehmen, nach dem leichtesten Essen hatte sie heftige Schmerzen. Nachdem wir nnn schon sehr viel ver- sucht hatten, wurde uns von einer Verwandten in Berlin Ihr Berliner Stahlbrunnen empfohlen und hat derselbe sehr gute Dienste getan. Meine Frau ist wieder so weit hergestellt, daß sie alles cffen kann und auch ihrem Hansstand wieder vorsteht. Hamburg» 22. Dezember 1313. Eikhössirnße 8.___ Ernst Kath. Ihnen die freudige Mitteilung, daß Ihr Berlmer Stahl- brunnen mir bei meiner Krairkheit Leberleiden und Nieren entsttndung große Dienste geleistet hat. Ich werde ihn allen Leidenden cmpiehlen. Pärchen, 23. Dezember 1313. Bürgcrstraßc 47. Frau Hünloke. Seit 12 Jahren litt meine Frau an offenen Pttssen, und durch Ihren Berliner Stahlbrunnen ist sie vollständig wieder hergestellt worden, was ich hiermit jedem Leidenden empfehlen kann. Berlin, 18. Dezember 1313. Gerichtstraße 17. r. Friedrich. Ich teile Ihnen hierdurch mit. daß mir Ihr Berliner Stahl» brunnen auch dieses Jahr wieder gute Dienste gegen Ollcdar- stelfhelt getan hat, und bitte um Abholung der leeren Flaschen. Berlin, 17. Dezember 1313. Pr. Schulz. Hochstr. 32d. Möchten Sie, bitte, die leeren Flaschen abholen lassen, es sind ca. 60 Stück. Gleichzeitig teile ich Ihnen mit, daß der Berliner Stahldrunnen mir und meiner Frau sehr gut geholfen hat und wir beide recht gesund geworden sind: wir haben bereits mehrere Jahre unser Leiden gehabt, Belssen. Gicht und sonst alles, sind jetzt aber gesund und dankbar bis auf weiteres. Wir werden jedem Kranken den Berliner Stahl- brunnen empfehlen und bitten, dies zu veröffentlichen. Berlin, 13. Dezember 1313, Ritterstraße 88. Hermann Neumann. Die 90 Flaschen Berliner Stahlbrunnen haben meinem Manne sehr gute Dienste gegen Bhenmatlamus und Koptschmerzen getan. Schöneberg, 23. Dezember 1313, Hauptstraße 104. Frau Spiegel. Teile Ihnen hierdurch mit. daß Ihr Stahlbrunnen mir bei Bheumatismus. meiner Frau bei hartnäckigem Nervenleiden sehr gute Dienste getan hat sbei einem Verbrauch von je 60 Flaschen). Kann die Kur jedem Leidenden aufs beste empfehlen. Strehlen i. Schlesien, 13. Dezember 1313. P. Brantsohek, Bäckermeister. Erteile Ihnen hierinit die Erlaubnis zur Veröffentlichung meines Erfolges bei 3 Sendungen(90 Flaschen.) Symptome: Verstopfung und allgemeine Schwäche. Berlin, 10. Dezember 1313. Wrangelstraße 112. Wagen-Lackierermeister Faul Leue. Nach meiner lleberzeugung hat mir Ihr Berliner Stahl- brunnen sehr gut geHolsen bei I.eberschwellung. Herz- und Magenleiden, Nervosität. SchwindelaniäUen, und bin bereit, die.Kur zu wiederholen. Bitte daher um Zusendung von 60 Flaschen. Berlin, 2. November 1313. M. Gohr. Bornemannstr. 9. Auf Ihr wertes Schreiben vom 25. d. Mts. bin ich gern bereit, folgendes mitzuteilen: Ich gebe nicht nur meine Em- willigung zur Veröffentlichung, fondern bin hocherfreut, der Menschheit damit einen guten Dienst zu tun. Ich wünsche jedem Patienten, der die Kur anwendet, genau so wie mir, einen guten Erfolg. Berlin, 25. November 1313.». Sehr. Bornemannstr. 9. Ich muß Ihnen mit herzlichem Dank schreiben. Ich litt 4 Jahre an Rhenmatlsmus und Gicht und Herzkrankheit und habe Gesundung nur Ihrem Stahldrunnen zu verdanken. Ich fühle mich, Gott sei Dank, wie neugeboren. Es ist das beste von allen Mitteln, die ich schon angewandt habe. Ich brauche keinen Tee mehr, wo ich früher ohne Tee nicht leben konnte. Kurzum, Ihr Stahlbrunnen»st Einfach großartig. Bitte, senden Sie inir noch 30 Flaschen. Berlin, 23. August 1313. �... Neuenbnrger Str. 12. Frau Aug. Sowalski. Mit Freuden bestätigen wir gern hiermit, daß uns der Berliner Slablbrcnnec bei unseren Leiden— bei Nieren-. Gallensteinen und chronischen Darmschwetlungen vorzügliche Dienste geleistet bat. Wir können dem Herrn Apotheker Kumbier nicht genug dafür danken. Wir können ihn nur jederzeit bestens empfehlen. Berlin, 26. Mai 1913. Frau Czemetskl. Antonstraßc 6, Hof 2 Treppen.• Frau Klatte. Analy««: Katriumchlorid 1.202. Netriuwsnlfat 20.920, Kali'imsulfil 0.172. M»;oesiamJalfat 1.169. Maaeiu!»al£«t 0. Verzeihen Sie, daß ich Sie so lange auf mein Schreiben warten ließ. Ich wollte sehen, ob sich Rückfälle einstellen würden. Iva» bis jetzt noch nicht der Fall ist. wofür ich herzlich danke. Ich litt an so hartnäckiger Verstopfung, hatte oft 4—5 Tage keinen Stuhl, dazu Koptsohmerzen und Rückenschmerzen. Ferner litt ich an Verdauungs- störungen und an Schlaflosigkeit. Schon nach Verbrauch von 30 Flaschen Ihres„verst. er vteiUvriiiinenn" verspürte ich Besserung, nun hat midi der Gebrauch von 60 Flaschen wieder hergestellt, Esten und Trinken schineckt und schlafen kann ich auch sehr gut. Ich werde jede Gelegenheit wahrnehmen. Ihren Brunnen zu empfehlen. Postlin, 7. Februar 1313. Maria Gothan. Mit Freuden teile ich Ihnen mit. daß ich durch Ihren „Berliner Slelübriianen" von meinem Hera- und Magenleiden derartig hergestellt bin. daß ich seil einigen Wochen meinem Dienst wieder vorstehen kann. Ich war sehr matt, hatte keinen Appetit und schwitzte bei der geringsten Anstrengung. Nachdem ich ungefähr 10 Flaschen getrunken hatte, machte sich auch der übelricchende Nachtschweiss nicht mehr bemerkbar. Vor mehreren Jahren halte ich Ihren nrennen schon mit Erfolg angewandt und kann ihn jedernrann empfehlen. Lindow(Mark), 33. Januar 1313. Eernke, Gcndarmcriewachtmstr. Bin sehr zufrieden mit der Brunnenkur, mein Allgemeinbefinden hat sich enorm gebessert, loa? bei meinem Körperzustand und I-ähmung viel sogen will. Auch den krankhatten Fettansatz bab« viel verloren. Neukölln, 22. Januar 1313. Reuterstraße 84. Frau Martha Altmann. Ich litt an großer Blutarmut und konnte nicht schlafen, auch hatte ich heftige Magenschmerren und tonnte fast kein Essen mehr vertragen. Nachdem ich 120 Flaschen von Ihrem„Berliner Suhllirunnen" getrunken habe, habe ich wieder Blut bekommen, der Schlaf hat sich wieder eingestellt und die Magenbeschwerden sind besser geworden. Ich bin 61 Jahre alt. Meine Tochler trank 60 Flaschen„Berliner Stshldrnnnen- gegen rheumatische Bücken schmerzen. Schon bei der 8. Flaiche machte sich der Ersolg bemertvar und besserte sich täglich zusehends. Jetzt kann sie sich wieder flink bewegen. Meine Tochter wird die Kur im Frühjahr wiederholen. Wir sind Ihnen sehr dankbar und werden Ihren.Berliner Stahl» brunnen' mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Berlin, 5. Januar 1313. Fr. E. Zepernick. Gotzkowskystr. 24, IV. Auf Ihre gütige Anfrage teile ich Ihnen mit, daß ich Ihnen nicht nur die Erlaubnis gebe, sondern ich möchte Sie sogar bitten, meinen guten Erfolg mit Ihrem Berliner Stahl» brunnen zu veröffentlichen. Ich danke Gott, daß ich durch Zufall Ihr Inserat in der„Berliner Allgemeinen Zeitung' vom 18. August gelesen habe, ist mir doch durch die Kur so gut ge» halfen worden. Ich werde Ihren Brunnen überall emp'ehlen. Berlin, 16. Januar 1313. Frau E. Zepernick. Gotzkowskystr. 24, IV. Ich litt seit 20.Jahren an chronischem Magen- und Dickdarmkatarrh verbimden mit hartnäckiger Stuhlver- stopfung, B utan drang nach dein Kopfe, heftigen Kreuz- Schmerzen und altgemeiner Körpersohwäche. Ich konnte zuictzt die Stelle eines LandwirtschaftSinipektorS nicht mehr ausfüllen und begab mich 13 Wochen nach Polen zu einem Spezialarzt. Habe Karlsbader, Kissinger und Marien» bader Brunnen getrunken, aber dieselben wirkten bei der hart» nackigen Verstopfung nicht genügend. Ihr Stahlbr. hat alle anderen Brunnen übertroffen, er bat mir außerordentliche Dienste getan, und ick kann ihn ähnlicki Leidenden nur emp» fehlen. Ich hatte mir das Leiden durch ein kaltes GlaS Bier zugezogen. Hohensalza, 23. Sepfbr. 1312. W. Drews, Kirchhofstraße 4. Wirlschaftsinspeitor. Droekaechen mit•welieren HeilerfolKcn kostenlos. ,14 Kitenkarbonst 2.197 in 10,000 TalUo. 30 Flaschen 10,- Mark, 60 Flaschen 17.-, 90 Flaschen 24-, 120 Flaschen 39.-. Nachbestellungen vor Ablauf von 19 Wochen sind 2.— Mark billiger. „Berliner Stahlbrunnen"(Apotheker Kumbier*8 Erben)&«. b, H.,".».e(»wu. i.n.i Berlin, Mariensir. 30, ieui Berlin-Treptow, Treptower Chaussee 41 Ffernwrech- Anschlüsse: Amt Moritzplatz»636 und 3637. Fabrik gegrüubef 1886. (zwischen Bahnhof Treptow und Spreetunnel).
Ar. Ü8. 3t. Jahrgang. 1. ßtilnjf des Awirls" Knliull WksM MH 1. W«i 1914. der mexikamfthe Konflikt. Den Nachrichten aus Washingtou zufolge macht die V e r- Mittelung Fortschritte. Ter Rebellcngcucral C a r- r a n z a hat seine Zustimumng zu seiner Teilnahme an einer Konferenz gegeben, die einen Weg zur Lösung der Schwierig- leiten in Mexiko selbst finden soll. Voraussetzung für den Erfolg der Vcrmittclung bleibt aber wohl der Rücktritt Huertas. Denn nur nach dessen Verzicht würden sowohl die Rebellen als die Vereinigten Staaten ciuein Friedensschluß zustimmen. Ob Hucrta schon in so verzweifelter Lage ist, daß ihm nur der Rücktritt bleibt, ist allerdings noch frag- lich. Immerhin hat sich seine Hoffnung auf eine gemeinsame Erhebung, ganz Mexikos gegen die Vereinigten Staaten nicht erfüllt. Tie ursprüngliche Erbitterung über den Angriff scheint rasch verschwunden zu sein, die Rebellen machen ge- mcinsame Sache mit dem Feind und scheinen im Vordringen begriffen. Die Vcrinittclnngsaktiou. Washington, 30. April. Carranza hat den vermittelnden Machten mitgeteilt, er sei bereit, die Vermittelung anzu- nehmen und über den Gegenstand zu verhandeln. Die Zustimmung Carranzas erweitert das Feld der Vermittelung, so daß sie nicht nur die Frage zwischen Hucrta und den Vereinigten Staaten, sondern euch die Revolution innerhalb Mexikos ein- schließt. Präsident Wilson und Staatssekretär Bryan sind über die Zustimmung Carranzas sehr erfreut. Ihre Hoffnungen auf ein umfassendes, b c f r i e- d i g e n d e s Abkommen sind bis zu einem bis- her noch nicht vorhandenen Grade g e st i c g e n. Washington, 30. April. Aus zuverlässiger Quelle wird mitgeteilt, daß die an der Mediation beteiligten südamerikani- schen Staaten einen Appell an die europäischen Regierungen gerichtet haben, ibre guten Dienste anzuwenden. nm die Verhandlungen zu fördern. Sie haben in- dessen nicht darum ersucht, besonderen Einfluß auszuüben, um den Präsidenten Wilson zur Stellnng leichter Bedingungen zu veranlassen, wie gemeldet worden war. Ferner wird init- geteilt,. daß Abgesandte an Carranza abgc- gangen sind, um ihm vorzuschlagen, an dem Waffen- stillstand teilzunehnicn. Die amerikanischen Konsuln in einigen mexikanischen Städten sind ermächtigt worden, auf ibre Posten zurückzukehren, was als ein günstiges Zeichen für die Entwickelung der mexikanischen Frage betrachtet wird. Der Kampf um Tampico. Rem Jork, 30. April. Nach einer Depesche aus Tampico dorn 26. April haben die Rebellen die Stadt vier Tage lang angegriffen und sind jetzt im Besitz aller Punkte am unteren Flußuscr bis nach La Barra. Tie Bundestruppcn, die von Kanonenbooten unterstützt werden, haben bisher sämtliche Angriffe zurückgewiesen. Sic hoben einen Offizier unter Parlainentärflagge mit der Anforderung zu den Rebellen gesandt, sich ihnen bei dem Widerstände gegen die Amerikaner anzuschlietzcn. Die Rebellen haben dies abgelehnt, haben jedoch erklärt, sie würden den A,neri- kanern Widerstand leisten, wenn diese in das Gebiet der Rebellen sielen. Eine Protestkundgebung. San Francis«, 30. April. In der hiesigen Bürgerschaft macht sich eine lebhafte Protestbewegung gegen die Politik des Präsidenten Wilson bemerkbar. Gestern fand ein großes Meeting statt, an dm über 10 000 Personen teilnahmen und in dem die.Haltung des Kabinetts in Washington in einer äußerst heftigen Tagesordnung verurteilt wurde. Tic Bürger erklärten den Einmarsch der Amerikaner in Mexiko als Beginn eines furcht- baren Trauerspiels und verlangen die sofortige Zurück- Ziehung der amerikanischen Truppen. Kamps zwischen Bundestruppcn und Ausständischcn. Washington, 30. April. Admiral Howard, der Bciehlshaber der amerikanischen pazifischen Flotte, meldet, daß m e x i t a n i s ch e Bundestruppcn und Insurgenten bei Mazatlan und A c a p u l c o kämpfen._
fvor das Essen fertig war. unter dem Vorluand, daß ich mich unwohl fühle. Die Soldaten Ivaren schon mit dem Essen fertig und saßen oder standen zwischen den Zelten in klcincrc Gruppen zerstreut. Ich konnte die, Unserigcn nicht unterscheiden, und es wurde:n r schwer, den bekannten Genossen zu finden. Endlich traf ich ihn. „Na. also?" „Noch ein bißchen warten. Wenn alle versammelt sind, gehen wir gruppenweise an den Ort der Zusammenkunft. Das geheimnisvolle Warten in der Dunkelheit machte mich ungeduldig. Ich hatte meine Epauletten und meinen Säbel im Zelte gelassen, und die Soldaten gingen an mir vorüber, ohne mich zu erkennen. Plötzlich schien es mir, als ob ich von der Richtung, wo wir uns versammeln sollten, ein Gespräch hörte. Vielleicht hatten sich einige� Genossen schon dort eingefunden? Ich ging gleichfalls yi'.c Die Stimmen wurdcn immer lauter. Das sind sie sicher. Sobald sie merkten, daß ich komme, hörten sie auf zu sprechen, um zu sehen, wer es sei. Ganz überrascht sah ich Waffen und ein Korporal
kamen sie zu mir und fragten mich, ob ich noch müde Ware von gestern. Da sagte ich:„Jawohl, Herr Hauptmann. Habe nämlich die Naäit auf Wache gestanden und vier Stunden draußen." Da sagte er:„Das sollst Du nicht umsonst getan haben. Bald gehen die Alten nach Hause und dann werdet Ihr alte Leute. Du sollst Deinen Lohn bekommen und Ostern 14 Tage Urlaub haben. Das sage ich Dir zeht schon zu. Da ivar meine Müdigkeit hin, denn ich dachte die 14 Tage zu Dir zu fahren."(Am Tage vor Ostern war der arme Kerl bereits den Strapazen erlegen. Die Re- daktion.) » Brief an die Braut vom 21. Januar 1814: „Ich habe den Husten wieder schlimmer und bald gar keine Stimme. Tic Brust tut mir so weh, daß ich es manchmal nicht aushalten kann und Kopfschmerzen zum Verrücktwerdcn. Hatte mich gestern krank gemeldet, doch der Arzt sagte:„Das mache nichts!" Ich wolle mich nur drücken. Doch wenn er wüßte, wie ich manchmal Schmerzen habe, dann sagte er anders. Doch es ist ein anderer Arzt, ein Schwcinhund. Wenn wir den anderen noch hätten, hätte er mich sofort ins Lazarett geschickt. Doch es macht nicht. Jeden Morgen melde ich mich krank, bis daß er es leid ist. Denn wenn ich nicht kann, kann ich eben nicht. Gern melde ich mich auch nicht. Doch ivenn es nicht geht, geht es doch nicht. Was man hier bei den Preußen nicht alles aushalten muß. Man muß erst halb tot sein, dann können sie erst sehen, daß man krank ist. Gerade tvie bei meinem Freunde, als ich auf Wache toar, wovon ich Dir schon geschrieben habe. Als er eben eine Stunde im Lazarett war, da war er schon tot. Vorige Woche babe ich wci Wachen stehen müssen und auf der letzten Wache babe ich es wegbekounneiu... Nach dieser Zeit kommt eine andere Zeit. Ich hatte mir auch das Solitatenlcben anders vorgestellt. Du glaubst nicht, wie leid ich es hier bin. Mit aller Anstrengung geh' ich des Morgens zum Dienst. Du kannst es mir glauben, wenn Du nicht wärest und mich nach dieser schweren Zeit glücklich machtest, ich wäre nicht mehr hier..... Werde morgen eine Karte schreiben und schreiben, was der Arzt sagt. Werde mich morgen wieder krank melden, da ich es vor Sckmierzen nicht aushalten kann.... Verzeih die schlechte Schrift, ich kann die Hand noch nicht richtig bewegen vor Kälte." » Brief an die Braut vom 22. Februar INI 4. „Wir waren diese Woche hier nicht in Straßburg, sondern hatten eine Hebung von Dienstag Bis gestern Abend. I5S ging jeden Tag weiter. Bis an die Grenze sind wir gewesen. Das war nichts. Des Morgens früh ging» los bis des Abends spät. Tann dachten wir in Quartier zu kommen, doch ach, statt dessen mußten wir in der Scheune schlafen. Dabei so müde und am anderen Morgen war man ganz steif. Das Zeug konnte mau nicht ausziehen. So haben wir von Diens- tag vis gestern, Sanistag, abend das Zeug nicht vom Leibe gehabt, Waschen war Nebensache. Als wir gestern abend wieder nach Hause zurückkamen, sofort wurde sich gewaschen, obwohl wir müde waren zum Umfallern Wir konnten kaum noch die Treppe herauf, so müde waren wir. Das Zeug flog nur so in die Hütte(Spind) und der schwere Affe(Tornister) flog sofort unter das Bett. Tann gings ins Bett. Bis heute mittag haben wir geschlafen. In keiner Stadt oder Dorf haben wir Halt gemacht, sondern es ging immer weiter. Im Felde haben wir zu Mittag gegessen und morgens und abends Kaffee ge- trunken. Auf dein Lande bei den Bauern kamen wir in Ouartrer. Da konnte man aber nichts bekommen, das war ein Jammer. Wurst, Butter oder so etwas konnte man nicht haben.(Die Be- völkerung dort ist selber blutarm. Tic Redaktion.) So konnte inan trocken Brot essen. Ich war froh, als es hieß:„Samstag- abend gehts nach Hause", denn wir sollten noch länger aus- bleiben... Ich bin auch noch gesund und munter, nur noch m ii d c, und wenn ich den Brief fertig habe, gehts wieder ins Bett. Dann schlafe ich mich mal tüchtig wieder aus, denn in der Scheune ist doch kein Schlafen, man wird nur noch müder.... Ich muß iviedcr nach Hause schreiben, daß sie was schicken, denn das Essen ist zu schlecht hier. Man kann es kaum essen. Dann will ich lieber trocken Brot essen, als wie den Fraß. Ich habe mich vorige Woche, als ich daS Essen sah, übergeben müssen. Doch es macht nichts, die Zeit geht um. Wir brauchen ja nicht immer und ewig in Straßburg Soldat zu sein und das ist ein Glück.... Verzeihe die schlechte Schrift, bin noch halb am Schlafen." « Brief an d i e Braut vom IS. März 1814: „Ich wollt, die Zeit wäre um, ich bin es hier so leid, besonders diese Woche war ich nahe an der Verzweislung. Mau kann es manchmal kaum aushalten und wenn Du nicht wärest, wer weiß, kam mir entgegen. Er meinte, ich sei der auffichtsführende Offizier und kam. um sich zu melden. Es war mir unangenehm, doch ließ ich ihn nicht näherkommen, damit er nicht sehen konnte. daß ich ohne Waffe bin. „Ist alle» in Ordnung, Korporal?" „Jawohl, Herr Leutnant." „Ist gut, geh zu Deinen Leuten." Ich drehte mich um und eilte schnell davon. Es war sehr gut. daß ich als erster gekommen war. Wären die anderen gruppenweise gekommen, so hätte die Wache die Versammlung entdeckt und ver- eitelt. Nun wollte ich die anderen verständigen. Ich kam wieder zu den Soldatcngruppen zurück, aber die unseligen konnte ich nicht derausfinden. Eine Gruppe setzte sich in der Richtung nach der Wache in Bewegung. Ich lies ihr nach und bald erkannte ich, daß eS die unserigcn waren. Niemand sprach ein Wort. Jeder war sich bewußt, seine Pflicht zu erfüllen, aber eine, deren Erfüllung strafbar war. Jeder tat seine Pflicht in geheimnisvoller Stille. Da ich sie nicht einholen konnte, rief ich halblaut: „Bleiben Sie stehen! Gehen Sie nicht hin!" Taraus blieben sie stehen. Ich teilte ihnen dann mit, daß sich an dem geplanten Orte die Wache befinde, und daß wir eine andere Stelle suchen müßten. „Wo denn?" Zwei Kilometer vom Lager entfernt, befand sich auf einem Berge der türkische Friedhof. In der Mitte lag eine Kapelle, und ihr kleines Fenster, das von einem Lämpchen beleuchtet war, sah wie ein Stern aus. Da, auf dem kleinen türkischen Friedhofe, bei der kleinen Kapelle, sollte die sozialistische Maiversammlung ab- gehalten werden. Zwei Genossen blieben zurück, um etwa Rachkommende von dem neuen Versammlungsort in Kenntnis zu setzen; wir anderen gingen zur Kapelle. Anfangs wurde wenig gesprochen, daS gegen- seitige Vertrauen nahm aber rasch zu. Vierzig Leute waren zu- sammen, als die Versammlung begann. Es wurde sehr heftig gegen die neuen Kriegsvorbereitungen gesprochen und über die Anstrengungen der Internationale berichtet, den Weltbrand zu verhindern. Kurz vor neun Uhr war die Ver- sammlung zu Ende. Alle zusammen kamen wir, halblaut die Internationale singend, ins Lager zurück. Diese Rächt werde ich nie vergessen. ob ich noch hier wäre. Ich habe des nachts geweint vor Wut und Leid.... Doch ich werde aushalten und wenn es mir noch so schwer wird. Ich will aushalten, solange ich kann. Mache Dir keine Sorgen, wenn sich auch diese Woche hier einer aufgehangen hat. Den leiben sie soweit gebracht, daß er sich das Leben nahm aus Verzweiflung. Der sich neulich geschossen hat, ist auch gestorben und am Dienstag werden wir ihn beerdigen.... Hoftentlich bist Du auch noch gesund und munter, was ich auch noch bin, nur sehr müde von dem anstrengenden Dienst, und ich bin froh, daß wir heute Sonntag haben, daß man sich ausruhen kann.... Ist es da auch so schlechtes Wetter wie hier? Hier ist es immer am regnen von des morgens bis des abends und wir sind immer darin, so daß wir immer durch und durch naß sind. Wir sind froh, wenn es abend ist, so daß wir uns ausziehen können. Doch am andern Morgen müssen wir es auch wieder anziehen und es muß auch noch rein sein, sonst hat man Nachexerzieren. Habe diese Woche auch nachexerzieren müssen. Hab es nicht richtig reinbekommen. Ich könnt es auch nicht reinbekommen, so dreckig war es. Es war mir auch egal, ich war so wütend, daß ich es lieber denen an den Kopf geworfen hätte, als wie mich damit herumärgern. Twch ich werde mich jetzt in Acht nehmen, daß ich nicht mehr nachexerzieren brauche, denn dann wird man geschliffen, daß einem der Schweiß so runterläuft. » Karte an den Vater vom 2 2. März 1814: „Teile Euch mit, daß ich hier im Lazarett liege. Meine Krank- heit soll Rippenfellentzündung sein." * Brief vonk 1. November 1913 an den Vater. Um W Uhr müssen mir aufftehen, um 7 Uhr gehen wir schon ins Gelände bis 4 Uhr. Wenn wir dann zu Hause find, müssen wir putzen bis 8 Uhr und für den anderen Morgen alles fertig machen. Dann ist es 8 Uhr, wo wir ins Bett müssen.� Dann ist man aber auch so müde, daß man kaum die Knochen fühlen kann. Meine Beine sind davon ganz wund und dick angeschwollen. Wenn man sich krank meldet, wird man mit dem Bemerken fortgeschickt: „Du Aas bist wohl zu faul, mach daß Du raus kommst!", und zum zweitenmal geht man nicht hin. Aber cS macht nichts, ich tue mit, solange ich kann. politische Ueberslcht. Mecklenburg. Mecklenburg ist, wie man weiß, an Rückständigkeit den: großen preußischeil Bruder noch überlegen. Nachdem alle Versuche, im Lande selbst eine Verfassung zustande zu bringen, die auch nur bescheidenen Ansprüchen genügen würde, gescheitert sind, hat die Sozialdemokratie erneut ein Reichsgesetz verlangt, das das allgemeine gleiche Wahlrecht für die dortige Volksvertretung einführen soll. Dieses Ver- langen stellte sie in Form einer Interpellation an den Reichs- kairzler. Genosse Dr. Herzfeld, der die Interpellation be- gründete, gab eine Schilderung von dem heutigen Zustand, den er durch die Feststellung kennzeichnete, daß es in Mecklen- bürg nur politische Rechte von Grund und Boden, nicht aber politische Rechte von Staatsbürgern gibt. Er zeigte ins- besondere, wie die Ritterschaft es verstanden hat. auch die vorsichtigsten Versuche des Großherzogs nach Schaffung einer höchst unvollständigen Verfassung zu vereiteln.. Ein Reichs- gesetz ist, das bewies unser Redner, der einzige Weg, und er zeigte, daß man in solchem Falle nicht im entferntesten von einem Attentat aus die föderative Grundlage der Reichsver- fassung sprechen könnte. Trotzdem erklärte Herr Dr. Del- brück, daß die Regierung nach wie vor nicht daran denkt, einen solchen Entwurf einzubringen, und er fand einen kräf- tigen Helfer in dem mecklenburgischen Bundesratsbevollmäch- tigten. Die Redner der Nationalliberalen und der Fort- schrittler bekannten sich zwar nicht zu der sozialdemokrati- scheu Forderung in der Form, wie sie die Interpellation ent- hält, sie erklärten indessen immerhin, daß das Reichsgesetz notwendig sei. Daß Herr v. Graefe für die Konservativen gegen jedes Vorgeheil des Reichs sprach, nimmt nicht weiter wunder. Man kann aber iimner allen Ersahrungen zum Trotz erstaunt sein, daß Herr Dr. Spahn im Namen des Zentrums jede Initiative des Reichstags in einer solchen Frage ablehnte. Genosse TÄ Herzfeld erklärte, daß eine solche Haltung nichts weiter bedeute als die Preisgabe eines der wesentlichsten Rechte des Parlaments. Die Vorlage über Postdampfersubventionen für deil Verkehr nach Ostasien und Australien wurde noch einer kurzen Begründung des Staatssekretärs des Innern der Budgetkommission überwiesen. Die erste Beratung des internationalen Vertrags zum Schutze des menschlichen Lebens auf See war nach einer kurzen Begründung, die wieder Herr Dr. D e l b r ü ck gab und nach einigen kritischen Bemerkungen des Genossen Schumann rasch zu Ende. Unser Redner erklärte, daß olle Bestinmiungen wirkungslos bleiben, wenn nicht eine gründliche Kontrolle gleichfalls vorgesehen wird. Der Antrag unserer Fraktion, den morgigen Tag mit Rücksicht auf die Maifeier freizuhalten, wurde von der Mehrheit abgelehnt, die keine Rücksicht aus den Wunsch der größten Fraktion des.Hauses nahm. Es ist das eine um so größere Rücksichtslosigkeit, als bekanntlich alle kirchlichen und höfischen Feiertage sitzungsfrei bleiben und der Reichstag auch sonst mit seiner Zeit nicht inmlsert, wenn es gilt, Einladun- gen zu Festen oder Besichtigungen zu folgen. Immerhin war die kleine aber scharfe Debatte, die unser Antrag aus- löste, eine wirkungsvolle Maidemo nstration. Mißbrauch mit Religion und Freiheit der Wissenschaft. Die Donnerstagsitzung des Abgeordnetenhauses, in der die Beratung des Kultusetats fortgesetzt wurde, ist in mehr als einer Hinsicht charakteristisch für den Geist, der die herrschenden Kreise und das Ministerium in Preußen beseelt. Zunächst kam es beim Kapitel„Katholische Geistliche und Kirchen" zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen unseren Genossen Adolf Hoffmann und Haenisch auf der einen und dem Zentrum auf der anderen Seite. Hossmann hatte. unter Betonung unseres grundsätzlichen Standpunktes, gegen die Bewilligung der durch den Etat vorgesehenen 8 Millionen für die katholische Kirche protestiert und auf die Reichtümer der Kirche verwiesen. Das erregte den Unwillen der ftommen Zentrumsleute. die sich zunächst nicht anders zu helfen wußten, als in der Art ihrer Hetzpresse in Zwischenrufen das Märchen von der großen Hinterlassenschaft unseres verstorbene» Bebel auszuwärmen. DaS gab Hoffmann Veranlassung, die Zeitungsnachrichten über das Vermögen des verstorbenen Fürstbischofs Kopp zur Sprache zu dringe«, Ader obgleich unser Redner nur Gleiche? mit Gleiche» vergolten hatte, schickte das Zentrum nun einen seiner waschechten Jesuiten. Herrn Dr. Bell, vor, der in einer an Entstellungen reichen Rede wüste Angriffe gegen die Sozialdemokratie richtete. Herr Bell hätte besser getan, wenn er versucht hätte, die trefflichen Darlegungen unseres Genossen Haenisch über die Art, wie die Kirche in den Dienst der politischen Agitation des Zentrums gc- stellt wird und wie das Zentrum die Religion zu politischen Zwecken mißbraucht, zu widerlegen. Die Besprechung der weiteren Kapitel des Kultusetats bc- weisen, wie es um die Freiheit der Wissenschast in Preußen be- stellt ist. Der von nationalliberaler Seite vorgetragene Fall des Oberlehrers Mugler in Siegen, dem wegen liberaler Anschauungen aus Betreiben der Christlichsozialen der Religionsunterricht ent- zogen ist, findet die Billigung des Kultusministers. H«tte der Oberlehrer doch das fluchwürdige Verbrechen begangen, nicht etwa in der Schule, sondern außerhalb, als Privatmann, Anschauungen zu äußern, die dem Pfarrer des Ortes unbequem sind! Und dabei hatte er nur, wie Abg. Traub nachwies, sich gegen Angriffe ver- teidigt, die öffentlich gegen ihn erhoben ioaren. Ties unduldsame Vorgehen findet natürlich die Billigung der konservativ-klerikalen Mehrheit des Landtages. Die freie Wissen- schaft ist in Preußen verpönt. Das ist auch der eigentliche Grund für den Vorstoß, den die Vertreter der Mehrheitsparteien beim Kapitel„Universitäten" gegen die Kathedersozialisten unternahmen. Die Wählerschaft soll zur melkenden Kuh herabgewürdigt werden. Am Freitag wird die Debatte über Universitäten fortgesetzt. Der Entwurf des Rennwettgesetzcs. Dem Reichstage ist der Entwurf eines Rennwettgesetzes zuge- gangen, der die Konzessionierng der Buchmacher verlangt. Nicht konzessioniette Buch», acher werden in dem Entwurf mit einer Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren bedroht. Da- neben kann auf Geldstrafe von 388 bis 6888 M. sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Auch die Personen, die bei nichtkonzesfionierten Buchmachern wetten oder den Antrag zum Abschluß einer Wette stellen, sollen mit Geldstrafe bis zu 1888 M. bestrast werden. Die konzessionierten Buchmacher sollen von jeder bei ihnen ab- geschlossenen Wette sechs Prozent des Wetteinsatzes an das Reick, entrichten, außerdem sollen acht Prozent der Gewinne als Abgabe an das Reich fließen.__ 144 Millionen Mark Wehrbeitrag in Groß-Berliu. Wie amtlich mitgeteilt wird, liegen jetzt sämtliche Ergebnisse der| Veranlagung zum Wehrbeitrag im Gebiet des Zweckverbonde« Groß- Berlin vor. Die bisher in einem Teil der Presse veröffentlichten Schätzungen, wonach allein Berlin etwa 288 Millionen Mark zum Wehrbettrog aufbringe, stellen sich danach als wett übertrieben heraus. Die amtlichen Zahlen find folgende: Stadtkreis Berlin..... 74 235*580 M. , Charlottenburg.. 28188888„ , Wilmersdorf rd. 11508 000, , Schöneberg, 6 500 000„ , Neukölln. 640000. , Lichtenberg, 560000„ Spandau» 580 000„ Landkreis Teltow, 18 000 000, , Niederbarnim 3600000„ 144 665 600 Vi. Bemerkenswert sind die verhältnismäßig hohen Dchrbeiträgc in Charlottenburg und Wilmersdorf. Auch der Ertrag der Ver-! anlagung im Kreise Teltow ist beträchtlich zu nennen. Die Ergeb- nisse bestätigen aufs neue die bekannte Tatsache, daß die großen Vermögen und hohen Einkommen innerhalb Groß-BerlinS vor- i wiegend im Westen und Südwesten zu finden sind. Ablehnung der Arbeitslosenversicherung durch de« bayerischen Reichsrat. Der bayerische Reichsrat lehnte am Donnerstag nach längerer Debatte mit großer Mehrheit die Regierungsvorlage über die: Arbeitslosenversicherung ab, ebenso einen in letzter Stunde ein« gebrachten Vcrmiticlungsantrag des Grafen Toerring. Auch der größte Teil der Prinzen des Hauses Wittelsbach half die Arbeit»- losenvcrsicherung niedcrstimmcn. Die Minister Hertling und Soden, Graf Toerring, sowie die Vertreter der Geistlichkeit beider Kon- � fesfioncn hatten sich vergeblich bemüht, das HauS umzustimmen, j Anträge auf Einführung der Proportionalwahl in Baden. Die badische Zweite Kammer hat bekanntlich schon vor Jahre« die Regierung um Einführung der Proportioiralwahl ersucht. Die Regierung lehnte in einer Denkschrift eine Wahlrechtsänderung nach dieser Richtung ab, der Landtag aber bleibt bei feiner Forde- rung bestehen. Die Justizkoinmission hatte Anträge der National- liberalen und Demokraten, welche die Proportionalivahl erneut fordern, zu beraten und empfiehlt deren Annahme mit folgender Resolution über die Ausführung der Proporzwahl: -„Die Zweite Kammer wünscht, daß bei Vorlage eines Gesetz- entwurfs über Einführung der Verhältniswahl zur Zweiten Kammer folgendes berücksichtigt wird: 1. Es sollen 3 Wahlkreise gebildet werden, einer, der die privilegierten 13«tädte, einer, der die übrigen Landesteile oberhalb der Murg, einer, der die übrigen Landesteilc uiucr« halb der Murg umsaht. 2. Der Städteloahlkrcis soll 24 Mandate umfassen, die restlicken 45 Mandate sollen auf die beiden Landkreise nach der Zahl der Wahlberechtigten, nicht nach der Einwohnerzahl verteilt werden. 3. Es sollen gebundene Listen eingeführt werden; die Vorschlagslisten brauchen nicht vollständig zu sein, es soll nur eine geringe Zahl(etwa 20 bis 30) Unterschriften zur Ein- reichung eines Wahlvorschlags gefordert werden. 4. �ie Wahl soll nach dem System der einmalige,* Stimm- gebung erfolgen. die Maifeier in Italien. Rom, 3l). April.(P r i v a t t e l e g r a in m des„Vor- wärt s".) �n ganz Italien haben umfangreiche Vorberci- tungen zur würdigen Begehimg des Maifestes stattgefunden- vielen tauienden Versammlungen wird die Partei für den Weltfrieden und gegen den Militarismus demonstrieren. In 0 öum ersten Male die Festruhe auch auf die Läden ausgedehnt Tie städtischen Schulen bleiben ge- schlössen. Tie u m z ii g g sind diesmal nirgends verboten. die schwedischen Liberalen und das berliner Tageblatt. ... Sonntag haben wir den Versuch des„Berliner Tage- blattes" gekennzeichnet, die schwedischen Liberalen mit den konservativen Rustungshetzern zu verkoppeln. Jetzt antwortet; in femer Tienstagnummei: das liberale Hauptorgan in Stock- z Holm„Tagens Nyheter". Und was das Blatt schreibt, wird| auch dem deutschen Liberalismus zu erfahren interessant sein. Wir mochten nur folgendes aus dem langen Artikel mit- teunu
Kr.v8. 31. Ichnasy. 2. Öfiligc des Jormirts" Sttlititt iloltetilitt. Freitag, i. Mai 1914. Gewerkschaftliches. die Serliner yolzinöuftrieUen unü öer 1. Mai. Seit Llnigen Jahren haben sich die Halzindnslriellen Mähe gegeben, in ihrer Stellungnahme zum 1. Mai den Scharfmachern der Eisenindustrie nachzueifern. Während im Jahre 1905 noch eine Vereinbarung mit dem Obermeister Rahardt möglich war, nach der die Arbeiter, um Tiffe renzen wegen des Feicrns am 1. Mai zu vermeiden, ihre Ar beitgcber verständigen sollten, daß sie am 1. Mai nicht »ur Arbeit kommen würden, ist seit 1998 auf die Maifeier eine Aussperrung in mehr oder weniger größerem Umfang erfolgt. 2ie Unternehmer im Holzgewerbe werden gedrängt von den Scharfmachern der übrigen Arbcitgebervcrbände, insbesondere derer im Baugewerbe, durch schärferes Vorgehen die allgemein im Holzgcwerbc übliche Arbeitsruhc am 1. Mai zu verhindern. Vor zwei Jahren glaubten die Berliner Holzindustriellen in dem Wegbleiben der Arbeitsvermittlcr des Holzarbeiter Verbandes vom paritätischen Arbeitsnachweis einen„Ver tragsbruch" erblicken zu müssen. In diesem Jahre suchen sie mit Hilfe der Scharfmacher im Baugewerbe die Feier d e s 1. M a i selbst als Vertragsbruch zu kennzeichnen. Zu diesem Zweck wollten sie das Einigungsamt bereits vor dem 1. Mai benutzen, das Einigungsamt, das wohl für Beilegung von Differenzen aus dem"Vertrag bestimmt ist. ober bei solchen Anlässen von den Arbeitgebern kaum beachtet wird. So schweben zwei Differenzen bereits über ein halbes Jahr, die votn Einiguugsamt erledigt werden m ü ß t e n. Die Herren Arbeitgeber hatten bisher jedoch weder Zeit noch Vertreter, vor dem Einigungsamt zu erscheinen. Plötzlich soll nun über den 1. Mai zu Gericht gesessen werden; innerhalb zwei Dagen soll die Sitzung stattfinden. Als der Holzarbeitervcrband in dieser kurzen Zeit die Vertreter für das Einigungsamt nicht stellen konnte, haben die Unternehmer den Vorsitzenden des Gewcrbegerichts, Herrn Magistratsrat vonSchulz, zu dem ungewöhnlichen Verfahren veranlaßt, eine Erklärung der Herren zu Protokoll Zu nehmen, daß sie das Feiern am 1. Mai als Vertragsbruch betrachten. Seit.25 Jahren gilt in der Holzindustrie der 1. Mai als Feiertag und in dieser Zeit ist die Feier stets durch Arbeits- ruhe begangen worden. Die Unternehmer hatten sich damit abgefunden. Es sind inzwischen wiederholt Verträge mit dem Arbeitgeberschutzverband für die Holzindustrie abgeschlossen, so 1907, 1910 und 1913. Doch ist niemals bei den langwierigen und eingehenden Verhand- lungen die Frage der Maifeier berührt worden. Hiernach muß die Maifeier, die nun traditionell im Holzgewcrbc geworden ist, ganz losgelöst vom Lertragsvcrhältnis der Parteien betrach- tet werden. Für die Haltung der Holzindustricllcn in diesem Jahre ist neben dem Drängeil der Scharfmacher im Baugetverbc auch bic Unzufriedenheit einer größeren Anzahl Unternehmer im Holzgewerbe mit dem Vertrag maßgebend. Die Herren wollen Wohl einen Vertrag, der aber nicht ihnen, sondern nur den Arbeitern Verpflichtungen auflegt. Ani 1. März war nach den Bestiinmungen des Vertrages eine Erhöhung der Stundenlöhne um 2 Pf, und eine Akkordprciserhöhung um um 3 Proz. fällig. Diese geringe Lohnerhöhung hat ein Teil der Unternehmer, unter denen sich namhafte Vertreter des Vorstandes befinden, rebellisch gemacht. Erst nach Wochen war es dem Holzarbciterverband möglich— und dann auch erst nach Einstellung der Arbeit in einer Reihe von Bctric- Ken—, die Vertragslöhne durchzudrücken. Noch hat eine nicht geringe Zahl von Unternehmern bis heute, also zwei Monate nach dem Fälligkeitstermin die Vertragslöhne mcht gezahlt. was unzweifelhaft Vertragsbruch ist Da kommt der Vorstand des Arbeitgeberschutzverbandes nicht�um seine Mitglieder zu rügen, sondern erklärt die seit 2SJahren be st eh ende Vertragsbruch! Wenn der Arbeitgeberschntzverbond glaubt, mit diesem Trick sich über die Nichtbefolgung der Ver- tragsbesfimmungen seiner Mitglieder hinwegsetzen zu können, dann irrt er. Der Holzarbeiterverband wird sich seine Rechte zu wahren wissen. Serlin unü Umgegenü. Zum Kampf der Steinarbeiter. Nach sechswöchiger Dauer ist der Kampf der Stcinarbeiter wieder in dos Verhandlungsstadium getreten, nachdem die Unter- nehmer von ihrem alles ablehnenden Standpunkte zurückgetreten sind. Die Verhandlungen finden am Donnerstagabend statt. Einer besonderen Erwähnung ihrer KampfeSweise bedarf die Airma Breit kreuz, Grabsteingeschäft in Neukölln, Hermann- straße 72 und 112. Dort glaubt man die ihres AmteS waltenden Streikposten als Tagediebe und Rumtreiber bezeichnen zu können. Auch ein Arbeitswilliger sucht die Streikposten nach Möglichkeit zu provozieren; doch hüten sich diese, die gesetzlichen Grenzen zu über- schreiten. Im übrigen sucht die Firma ihre Arbeiten mit den Lehrlingen zu bewältigen, die jetzt eine Arbeitszeit von S'/z Uhr morgens bis 8 Uhr abends zu absolvieren haben. Einer derselben ist erst vier Wochen in der Lehre. Könnte hier nicht die Aufsichts- behörde eingreifen? Zentralverband der Steinarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Telephon! Amt Moritzplatz 11371. Aus dem Flcifchergcwcrbc. Ter Hackepeterinhaber und Rcstau- rateur R ü ft i n g, Neukölln, Hermannstr. 210, weigert sich, den Tarifvertrag der Organisation anzuerkennen. Die Organisation für organisierte Fleischcrgescllen hat über den Betrieb dieSperre verhängt. Desgleichen sind gesperrt: Pirnaus Hackepeter, Gr. Frankfurter Straße 100 und T r o ch c, Schönhauser Allee 72. Der Restauratenr und Hackepeterinhaber Karl Rübe, Kommandantcnftr. 72, hat den Tarifvertrag anerkannt. Die Sperre ist dort ausgehoben. Tic Tarifkommission. Deutsches Reich. Für die Maler in Marburg ist auf dem Wege der friedlichen Verhandlung ein Tarifvertrag auf drei Jahre abgeschlossen worden, der eine Erhöhung des Stundenlohnes von 7 Psi, verteilt auf die drei Vcrtragsjahrc, dringt und Miiedestlöhne von 48 Pf. für Ge- Hilfen über 20 Jahre und 42 Pf. für solche unter 20 Jahren vor- sieht. Es ist dies der erste Tarif im Marburger Malergewerbe. Die Unternehmer lehnten in früheren Jahren jede Verhandlung mit dem Verband ab, das geschlossene Vorgehen der Arbeiter brachte sie zur Aufgabe ihres bisherigen Standpunktes. Die Krefelder Sanitapprcturnrbciter haben ihre im März an« gefangene Lohnbewegung mit Erfolg beendet. In den Krefelder AuSrüstungSanitaltcn bestehen Siaffellöhne, die mit den Jahren steigen. Die Löhne der Rauher, Scheerer, Senger, Reiniger betrugen bis jetzt im ersten, zweiten, dritten, vierten Jahre nach beendeter Lehrzeit 18, 20. 23, 20 M., nach zurückgelegtem 24. Lebensjahre 27 M. Die Löhne wurden in allen Stasieln um eine Mark erhöht. Ebenso wurden für olle Arbeiterinnen über 10 Jahre die Löhne um eine Mark erhöht. Diese betragen jetzt 10, 12,60 M.. 1b M. und 10 M. Für die Arbeiterinnen, die neu in die Branche eintreten, aber schon das IS. Jahr zurückgelegt habe», erhöht sich der Anfangslohn um eine Mark. Die Arbeitszeit wurde um eine Stunde verkürzt und beträgt jetzt für alle Beschäftigten 58 Stunden wöchentlich. Ueberstunden dürfen Hörstens zwei am Tage gemacht werden, jedoch nicht, an Montagen und Tagen vor Sonn- und Festtagen. An den Verhandlungen nahmen auch die Ehristlichen teil, trotzdem sie keine Forderungen gestellt halten. Die Verhandlungen selbst wurden glatt und rasch geführt. Die Krefelder Unternehmer scheinen doch aus dem vorjährigen Färberkampf gelernt zu haben. Polizeiliche Neberwachung der Gewerkschaftsversammlung. Am 27. April fand in Dresden eine öffentliche Schiiciderversammlung statt, die polizeilich überwacht wurde. Der Polizeibeamtc verlangte vom Wirt den Aushang des Militärverbots, worauf der Wirt den Versammelten den Saal verweigerte. Die Versammlung mußte darauf nach einen? anderen Lokal verlegf werden. Aber auch dorthin folgte der Ueberwachungsbcamtc. Da cS sich um eine rein gewerkschaftliche Versammlung handelte, in der nur wirtschaftliche Fragen erörtert wurden, ist diese polizeiliche Maßnahme ein Ver- stoß gegen das Reichsvereinsgesetz, gegen den die OrganisationS- leitung der Schiieider Beschwerde führen wird. Besuch der Buchgcwerbcausstcllung durch Arbeiter. Die Hain- burger Filiale des Buchbinderverbandes hat beschlossen, den Mit- gliedern, die die Buchgewerbeausstcllung in Leipzig besuchen, eine . Rciseunterstützulig zu gewähren. An die Unternehmer soll das Maifeier f u r I Ersuchen gerichtet werden, im Interesse der sachlichen Weiterbildung der Buchbinder solchen Gehilfen, die die Ausstellung besuchen wollen, unter Fortzahlung des Lohnes einige Tage Urlaub zu gewähren. Ruslanü. Achtung, Steinarveiter! In der belgischen Provinz Liege (Lüttich� haben am 10. April 1362 Steinarbetter die Arbeit niedergelegt, weil die Unternehmer die Tarifpreise willkürlich hernntcr- setzten. Die Unternehmer sind bereits abgereist, um Arbeitskräfte aus dem Auslande herbeizuziehen. Sicherem Vernehmen nach sollen sie zurzeit in Schlesien und Bayern sein. Wir ersuchen alle Stciii- arbeitcr dringend, dafür besorgt zu sein, daß sie hier keine Arbeits- willigen finden werden. Internationales Sekretariat der Steinarbeiter. Der Bergarbeiterkampf in Slmerika. Die Mißstimmung über die unnachgiebgc Haltung der Rocke- fcllcrs gegenüber den streikenden Coloradobergleuten ist allgemein. Die Arbeiterorganisationen halten täglich mehrere Versammlungen ab, in denen auf das schärfste gegen das Verhalten der Rockefellcr protestiert wird, aber auch außerhalb der Arbeiterschaft ist die Erregung groß. Eine bemerkenswerte Drmon- stration veranstalteten die Mitglieder eines liberalen Klubs in New Uork vor dem Gebäude der Standard Oil Company. Sie zogen schwarz gekleidet unter Vorantragung einer schwarzen Fahne, in deren Inschrift gegen Rockefellcr jr. protestiert wurde, vor das Gebäude und blieben längere Zeit, umringt von einer ungeheuren Menschenmaffe, davorstehen und entfernten sich wieder, ohne daß von ihrer Seite ein Wort gefallen wäre. Die Lage im Etreikgebiet ist trotz der Vermittelung des Gouverneurs sehr ernst. Im Lause des vorgestrigen Tages kam es z» einem heftigen Kampfe zwischen den Bergarbeitern und der Miliz. der den Charakter einer förmlichen Schlacht trug. Die Miliz fuhr Artillerie gegen die Streikenden auf, von denen vier getötet imd sechs verwundet wurden. Zu einem weiteren Kampfe kam es, als Streikende einen Zug, in dem sich Miliz befand, zum Entgleisen bringen wollten. Hierbei wurde ebenfalls ein Bergarbeiter getötet und sechs ver- w u n d c t.__ Staötverorönetenversammlung. 15. Sitzung vom Donnerstag, den 30. April 1914, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Verhandlimgen nach 5* Uhr. Der Ausschuß für die Vorlage betr. das neu zu errichtende städtische Medizinalamt ist gewählt und hat sich konstituiert; zu seinen Mitgliedern geboren auch die Sbadtviv. Frühlich, Paul Schulz, Wurm und Dr. Wehl(Soz.). Gegen die Verlegung der Gemüse- und Qbst-Großinarkthall« stich neuerdings zahlreiche Petitionen eingegangen. In die E m p s a n g s k o m m i s s i o n für den Besuch von Ver- tretcrn der Stadt Wien in Berlin werden durch Zuruf 6 Mit- gliedcr der Versammlung gewählt. In die A r m e n d i r e k t i o n ist neben Frau Gerndt ein incitercs weibliches Mitglied zu wählen. Vorgeschlagen sind: Die verwitwete Frau Rektor Liewcrcnz, Spenerstr. 21, und Frau Henriette May, Königgräher Str. 97. Gewählt wird die erstcre mit 49 gegen 39 Stimmen. Die Petition eines Ommbusschafiners wegen Schaffung von Einrichtungen in der Stadt Berlin, welche die Ausbildung von Volksschullehrerinnen ermöglichen, soll nach dem Antrage des Petjtionsausschusses dem Magistrat als Material über- wiesen lverden. Der Petent nimmt Bezug auf das Vorgehen der Staatsbehörden gegen die Präpavandinnenanstalt von Hoch und gegen die Volksschullehrcrinnrnseininare von Ulrich und Vogler, wodurch ihm die Möglichkeit genommen sei, seine Tochter zur Volksschullehrerin ausbilden zu lassen. Referent ist Stadw. Imberg sN. L.). Er bemerkt, daß die genannten Anstalten noch existieren, insofern also die Petition nicht ganz auf richtigen Voraussetzungen beruhe. Es könne aber' immer- hin später auf diesem Gebiete ein Notstand eintreten. Der Ma- gistratsvertretcr habe für diesen Fall Maßnahmen der Stadtver- waltung in Aussicht gestellt. Stadw. Dr. Knaucr(N. L.) wünscht, daß der Magistrat möglichst bald damit vorgehe. Ein Ersatz für diese Anstalten müsse irgendwie geschaffen werden, wenn es da? Ucbelwollen der Re- gierung gegen Berlin dahin gebracht habe, diese letzten noch übrig gebliebenen Privalinstitute unmöglich zu machen. Kleines Feuilleton. Mairuf. Wenn du im Mai die Arbeiter heimkehren stehst und die Frauen und Mädchen der Fabrik. möchtest du aufbrüllen: Brüder, Schwestern, so schaut doch um euch! Greift mit euren gequälten Händen in das Geblühe der jungen Bäume, packt die frohe Erdenlust— preßt sie wie Trauben und schlürft den süßen Wein in euch! Nehmt doch den Frühling mit m die Werkstatt— er wird euch predigen: Um mich müßt ihr kämpfen, ���hel. Kein Mai urnfvnst! Di-«äume stehen wi-d-r w Laub. ießende Ranken hängen und wehi-n. Lunger B�r Mill onen hten. Unter Stürmen sind sie erwacht. Jeder Ma« st ,ich au» IT* Mai fühlt Siege voraus. Wer ringen mutz, dnngt w� D�rMahd» ringende Mai. pocht kühn im Herzen Der�ino�nde M��ist das Maß der Natur. Sie mißt an ihm D« rmgende Mar M°°* � hinter. Abermals hat der h-ia-°WM?chr-S Werdens sich durchgesetzt. Grün rauscht sie auf. Ääi�nb- luvor Sin uralte» Bild, scheinbar sie.S gleich, und zwoli Monde entwickelt jeder Mai. Wir sehen« nicht. da. Der Drang nach Neuem lebt in ihm und bürg, ir ,ü Kttinste» dankbar sammelt und sichert er. was m den c-.1'"!«,,�« Und da« Verborgenste gilt. Eine« ren helmlich„fienbar gm Größeren dann, da« fichtbar e« w.rd s.m-«rast offenbar- 3 wiederum die volle m ÄfÄ-5»?«--"- .« Si4l(tom BfcO« an,, T«,».«. oir sammeln, w' �lleS Starke pflanzen und nähren WeU zieht unser Pflug, über die Welt weht unsere , wir Sluten. greifen, pack«, w.r Md?f�fi-fig- Mder. Wir wachsen herauf mit dem Weltenwerk. Den Mai der Zeiten bereiten wir. Wir, die Unzähligen! Näher bringt ihn jeder Mai. Und höher flammt in jedem Mai der LebenSglaube, der LebenSdrang, errungen, erzwungen in zähem Trotz. Au« dunklen Massen lodert cS hell, heilig-rot, jubelnd au« jeder Brust genährt. Und die Massenflamme singt und tönt: Kein Mai umsonst! Kampferwarten ist unser Mai. Und Kampferinnern! Kampf ist uns höchste Lebensfreude; die feiert ihr Fest am ersten Mai. Di- Freude sorgt: kein Mar umsonst! Und wo sie feiert, gewinnt da« Leben. Wa» dem Erinnern sie verttaut, ist ein lebendige« Bau- gestein. Das wächst und wächst, in Jahren geschichtet, und tönt und singt in wachsender Macht: eS steigt der Bau, und jede Schicht gilt! Umsonst kein Stein I kein Mai umsonst! Tie Große Berliner Kunstausstellung. Es kann nicht bezweifelt werden, daß die diesjährige Ausstellung einen ziemlichen Rückschritt bedeutet. Mit schmerzender Plumpheit drängt sich einem beim Durchwandern dieser 5t) Säle das Zwecklose all dieser Bilder und Steinfigureu entgegen. Welch eine Vergeudung von Kraft, Zeit und sogenanntem Idealismus. An ganzen Reihen kann man vorbeigehen, ohne auch nur einmal sich angehalten zu fühlen; man wird schließlich stumpf, verärgert und fast verekelt. Ter schlichteste Handwerker, der ein Stück Eisen technisch ein- wandfcei zu hämmern oder zwei Hölzer richtig zu verleimen weiß, nützt der Kultur mehr, als diese zwecklosen Vergeuder von Farbe und Leinwand. Macht doch endlich Schluß mit diesen Diebstählen an unseren und euren Tagen. Kunst hat nur dann einen Lebens- zweck, wenn sie Kräfte zu erwecken vermag, wenn sie aus Kraft wuchs. Durch Kunst sollen die Menschen sich über sich selber hinaus- recken. Im Moäbiter Glaspalast schläft man ein, man verdämmert. ES ist eine Oual, sich durch diese Räume schleppen zu müssen. Einige Kollektionen verdienen es. aus all dem Gleichgültigen hervorgehoben zu werden: A l b r e ch t aus Königsberg, Clären- bach aus Düsseldorf und Brandis aus Aachen. Brandis ist der Schwächste von diesen Dreien; er malt mit sauciger Geschick- lichkeit alles, was ihm vor den Pinsel kommt; er putzmachert mit die Tiefe des Raumes, er kanalisiert seine Bilder durch Alleen von Bäumen, er strebt auch nach einer schweren und fast bunten Farbig- keit. Er scheint ein wenig sich selber zu verlieren; aber er bleibt doch trotz alledem ein Maler. Albrecht, der Stadtkollege Dettutzanns, erfreut durch seine keusche Reinlichkeit; er ist ein schlichter Landwanderer, ein cmpsind- samer Mensch, dem ein Grashalm etwas zu sagen hat. und der ein Salatblatt mit leuchtenden Augen ansehen mutz. Das Zeich- nerische überwiegt in seiner Veranlagung; viclleickit ist er ein ivenig dünn. Aber keinesfalls ist er etwas anderes als das, wozu ihn die Natur bestimmte. Darum wirkt er wie eine Erfrischung inmitten all dieser Verlorenen, inmitten all dieser Toren, die durch- aus etwas leisten möchten, wozu sie nicht berufen wurden, rbr. Das Mirakel im ZirkuS Busch. DaS Theater der Fünftausend, daS Reinhardt erstrebt, wurde Donnerstag wieder einmal provi- sorisch eröffnet. Im ZirkuS Busch ging das Mirakel vor sich, die von Reinhardt inszenierte, von Vollmöller verfaßte und von Humperdinck komponierte Pantomime, die in London vor Jahr und Tag ihre Premiere erlebte und inzwischen in der Provinz hier und da aufgeführt wurde. Reinhardts Entwickelungsgang mußt« bei der Zirkuspmitomime enden: die Regie der Massen und die mit allen Künsten durchgeführte malerische Inszenierung können nur hier voll entfaltet werden. Aber was im einzelnen zur Be- iebung deS Wortdrama? loistkomnlen sein mochte» das versagt, in Masse genossen, verselbständigt und zur bloßen Quantität gesteigert, auf die Dauer. Man rennt aus dem ZirkuS-Oedipus und aus dem spiel von Jedermann, dem wenigsten» das Wort noch nicht fehlte, die Möglichkeiten Reinhardtscher Künste. Im Mirakel wiederholten sie sich bis zur Ermüdung: das Spiel der hundertfach flehend, drohend oder zujubelnd erhobenen Hände, das Strömen von Massen, die bewegten Fcftzügc, der zusammengeballte Menschenknäucl— verschwommenes Dunkel und Blitzbeleuchtung. Ter Zirkus ist in eine hohe Kathedrale verwandelt, durch bunte Kirchenfenstcr fällt gedämpftes Licht, Weihrauch rollt, fromm« Gesänge ertönen. Vollmöller hat den alten Legendenstoff von dem Nönnlein verarbeitet, das dem Kloster in Weltlust enispmng und Unheil und Verderben in die Welt streut, und von der gütigen Mutter Gottes, die von ihrem Postament herabsteigt und der Sünderin Dienst tut, bis sie reuevoll zurückkehrt. Gottftied Keller und Anatole France haben auch fromme Legenden neu gedichtet, aber wie ganz wissen sie uns menschlich zu packen oder durch ihr- seine Ironie uns die alten Stoffe doch nahe zu bringen. In diesem Mirakel erleben wir nicht das einzige Wunder, das uns noch erlösen könnte: die Lebendigwerdung des Alten. Es bleibt bei katholischer Kirchenstimmung, und bei einer Fülle von bunten Bildern, die uns auch als Regieleistung betrachtet, nicht immer ge- lungen vorkommen.� Wer diese Schaustücke zum erstenmal steht, ohne Reinhardts frühere Leistungen zu kennen, dem wird gewiß manches imponieren: wie die Heilung des Gichtbrüchigen, hübsche Kinderreigen, die Richtszene. Die Musik Humperdincks ist zu modern und opernhaft schwer; das ewige Glockengebimmel, das immer wieder an das Kloster gemahnen soll» verstimmt auf die Dauer. Aus dem Riesenansgebvt von Mitwirkend«, find nur tM» wenige hervorzuheben. Mary Dietrich stattete die Nonne JB«
Sivdw. Dr.(vofj«(Saz.) icili die Auffassung, daß die Stadt Bertin die Ausbildung ihrer Volksschullehrerinnen selbst in die wand nehmen mutz, und beleuchtet das Berlin feindliche Verfahren der Schulaufsichtsbehörde und des Kultusministeriums durch Anführung einer Reihe von Sinzelheiten. Minister und Provinzialschultollegium wollen Berlin auch hinsichtlich der Auswahl der Bolksfchullehrerinnen unter ihre Botmässigkeit zwingen. Ttadtv. ltasscl: Die vom Vorredner dem Minister unterstellte Absicht liegt diesem meiner Kenntnis nach fern, er ist jedenfalls von Wohlwollen gegen die Stadt Berlin geleitet. Die von der �chulaufsichtsbchörde getroffene Verfügung müssen wir aber sehr vetlagcn: im Abgeordiietcnhausc hat der Minister erklärt, ihm sei davon nichts bekannt. Wir werden die Angelegenheit dort weiter verfolgen. Durchaus wünschenswert ist. dag Berlin seinerseits ein Seminar und eine Präparandcnanstalt für Volksschullehrerinnen errichtet. An der weiteren Erörterung beteiligen sich noch Stadtschulrat Dr. Fischer und Stadtv. Dr. Eohn. Ter Antrag des Petitionsausschusses wird angenommen. Am 12. Februar d. I. war der Antrag Dr. A r o n s(Soz. und Genossen: Den Magistrat zu ersuchen, daß Kuratorium der st ä d t i s ch c n Heimstätten aufzulösen und die Vcr- waltung der Heimstätten der Krankcnhausdcputation, cventl. unter entsprechender Vermehrung ihrer Mitglicdcrzahl, zu unter stellen, einem Ausschüsse überwiesen worden. Dieser hat am 2l. April nnte« Vorsist des Stadtv. Bamberg Dr. Fapbender(Z.) schlieft sich der Verurteilung de» Kathedersozialismus an und wünscht Lehrkanzeln für chariiative Wissenschaften. Abg. Dr. Lohmanu(uatl.) «klärt die sozialdemokratische Behauptung für unrichtig, daß nur Söhne vermögender Leute die Hochschulen besuchten und tritt dann für die Wünsche der außerordentlichen Profesioren lExtraordinarien) in bezug auf ihre Rechte und ihre Stellung an den Hoch- schulen ent. Abg. Dr. Rcwoldt(fk.) wünscht Berücksichtigung„aller" Richtungen bei Besetzung der Lehr- stuhle für Volkswirtschaft. ffreitag 11 Uhr: Weiterbcratung. Schluß nach 5 Uhr. parlamentarisches. Ter Militärrtat vor der Kommissiou. Die Budgetkommission des Reichstages beendete am TonnerS- tag zunächst den E t a t d e s Auswärtigen Amtes. In Fortsetzung der �hiua-Tebattc beklagte Abg. Paasche inatl.) die in Bank- und Handelskreiscn eingetretene, vom Abg. G o t h e i n tBp.) bestätigte Chinamüdigkeit und richtete lebhafte Borwürfe gegen Dcrnburg, der dubch-gelegentliche Reden diese abflauende Stimmung befördert habe. In längeren Ausfübrungcn unterhielt n:an sich sodann über die Konzessionspolitik in China, die Stellung der Handelssachvcrständigen, die Stundung der Boxcranlcihen u. a Der von sozialdeinokratischcr Seite gestellte Antrag auf Beröfseni- lichung einer Statistik über A u s l ä n d e r a u s w e i s u n g e n seit 1900 wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ab- gelehnt. In vertraulicher Erörterung erledigte die Kommission bierauf die Frage der Förderung des deutschen Schulwesens im Auslande sowie einige andere Titel; den Schluß machten die einmaligen Ausgaben und der Ergänzungsetat. Hierauf wurde in die Beratung des Militäretats eingetreten, die Entlastung erfuhr durch die Entschließung des Kriegsministers v. F a l k e n h a n n, nähere Angaben über die Axt und Weise der Durchführung der letzten großen Heercsvorlage im Plenum zu machen. Bezüglich der seit einer Reihe von Jahren geforderten Reorganisation des Jntcndanturwcscns überraschte er die.Kommission durch die Erklärung, daß er die von seinem Amts- Vorgänger bearbeitete Denkschrift nicht vorlegen könne, da er rbr nicht in allen Punkten beizutreten vermöge und daß er um Zeit und Hilfskräfte ersuchen müffe, um eine Neubearbeitung der Denkschrift vorzunehmen. Tie weitere Debatte drehte sieh um Borschläge und Maßnohmen, die sich ans die Kriegsbereitschaft beziehen, und trug vertraulichen Charakter. Die Forderung eines eigenen Presscbureaus für die Heeresverwal- t u n g, die vom Kriegsminister mit dem Bestreben begründet wurde, zur Bolksmeinung bessere Beziehungen zu haben, stieß in der Kommission aus lebhaften Widerstand. Die Kommission lehnte nicht bloß die Ncukordcrung des Etats ab, sondern auch einen Ber- mittelungSantrag von konservativer Seite. Und da ein Antrag Erzberger, einen inaktiven Offizier zu bewilligen, vom Kriegs- Ministerium als undurchführbar bezeichnet wurde, fiel auch dieser ins Wasser, so daß die Heeresverwaltung ganz leer ausging. Es verbleibt bei dem Prctzrcfcrate in bisherigem Umfange. Ter Kampf um die Tonntagsruhr. Die Sonntagsruhckommission des Reichstages befaßte sich am Donnerstag zum Abschluß der Bestimmungen über die offenen Berkaussläden ausschließlich mit dem sozialdemokratischen Antrage, -ksedem sonntäglich beschäftigten Gehilfen oder Lehrling einen freien 23 o che n n ackmi t da g zu gewähren. Der von sozialdemotra- -Ärschen Äommissionsmitgliedcrn eingehend begründete Antrag wurde schließlich mit 16 gegen 16 Stimmen abgelehnte Mit dem gleichen Stimmenverhältnis fiel auch ein Zentrumsantrag, der verlangt«, statt der freien Nachmittage eine mindestens achttägige Urlaubszeit zu gewähren. Mit 17 gegen 9 Stimmen wurde da- gegen ein konservativer Antrag angenommen, der den sozialdemo- kratischen Anirag verwässert und lediglich eine unbestimmke..Frei- zeft in der Woche" für die sonntäglich beschäftigten Gehilfen ver- langt. Am Schluß der Sitzung brachte Genosse Dr. Quarck die Behauptungen einer neuerdings verteilten Schrift des Verbandes deutscher Handlungsgcbilfcn in Leipzig zur Sprache, nach der etwa 50 deutsche Gemeinden ung es etzliche S o n n t a g s a r b e i t in der Dauer von über 5 Stunden, und zwar bis zu 10 Stunden, ortssta(ixt arisch eingeführt hätten. Die Regierungsvertreter erividerten. daß auch den Behörden die Fest- stellungen bereits ausgefallen und daß Erhebungen zu ihrer Auf- klärimg angeordnet seien._ Der italienische Parteitag. Dritter Tag. A n c o n a, 28. April. Nach Eröffnung der Sitzung»erden Bcgrüßungstelegramme des holländischen Partcivorstandes verlesen, der englischen Labour Parth, der russischen Sozialdemokratie und einiger italienischer Sektronen. Es wird dann vom Gen. R c p a c c i ein Votum gegen die anweseirdcn Vertreter der bürgcrHchcn Blätter eingebracht, das diese als vom Reptilienfonds bezahlt bezeichnet, woraus ein mehrere Minuten andauernder Tumult entsteht. Man tritt dann, ohne zu dem angeregten Votum zu kommen, in die Diskussion über die Kommunale Wahltaktik Die Referenten L u c c i und R a l l i verweisen auf ihre ge- druckten Referate, von denen das des erstercn die Blockbildung zuläßt, während Ralli jedes Wahlbündnis ablehnt. In lebhafter und gründlicher Diskussion Iverden Argumente zugunsten der einen nnd der anderen These angeführt. Es wird auch der Gedanke vertreten, mir den gewerkschaftlichen Organisationen Wahlbündnisse einzugehen. Circo tli bekämpft diesen Standpunkx. Wo es unserer Partei an Personen fehlt, brauchen wir keine Mchrheitslistc aufzustellen. Es gibt keine organi- iicrte Parteien, die mit nns verwandt sind. Die moralische Sanierung der Gemeindeverwaltungen sei nur ein Vorwand, um die Blockpolitik einzuschmuggeln.(Beifall.) Modigliani will dagegen Bündnisse mit den Gewerkschaften und Berufsvcrbändcn zulassen. In demselben Sinne spricht Pctrucci. S e r r a t i bekämpft jedes Bündnis. Mit der Politik käme der Zwist in die Gewerkschaften. Die Partei hätte diesmal eine Reinigung vorgenommen— man müsse dafür sorgen, daß auf dem neuen Parteitag nickt neue Ausschließungen nötig seien. M a z z o n i ist für die absolute Jntransigenz. will aber mit Rücksicht auf die kleinen Gemeinden ausnahmsweise Wahlbündnisse zulassen. Tie Entscheidung soll aber von einem provinziellen Parteitag getroffen werden. �» Es gelangt ein Telegramm der f i n n l ä n d i s ch c n Sozial- demokratie zur Verlesung. L u e c i lAbgeordneter von Neapel) hat zuerst den Eindruck gcbabt, daß der Parteilag das Niveau der Partei hcrabgedriickt hätte. Jetzt sieht er aber, daß man doch der Wirkung keine Zu- geständnisse macht.— Wenn Ihr keine Angst vor der Rückkehr der Reformisten habt, wenn Ihr nickt den Teil der Mehrheit fürchtet, den sie vertreten, so müßt Ihr zugeben, daß es keine sozialistische Kommunalpolitik gibt. Jede Partei will Autonomie der Gemein- den. bessere Wohnungen, öffentliche Bäder usw., aber das ist kein Sozialismus. Der Redner nimmt Neapel zum Beispiel: über 700 000 Ein- wohner, kaum 100 organisierte Sozialisten. Der Parteivorstand forderte bei den letzten Parlainentswahlen die Aufstellung eigener Kairdidatcn in jedem Wahlkreis, oo hat sich in Neapel der Instinkt der Rebellion nach unserer Partei hin orientiert, wie er sich nach den Anarchisten hin orientiert hätte, wenn sie vor die Massen ge- treten wären. Wir haben an diesen Instinkt appelliert, haben vor einer zu 70 Proz. analphabethischen Masse von Miseren Zielen ge- sprachen, auch davon, daß wir diesen Massen Häuser und Brot und ebrlichc Berivaltuirg erkämpfen wollen. Jetzt kommt die Partei und sagt: Ihr dürft nichts für diese Leute tun. der Parteitag ver- bietet es! Wir stehen im Süden politisch noch vor der Steinzeit. Ohne Industrie— kein Proletariat, sondern Pöbel. Die Leute haben noeb keine Menschenwürde, sie haben kein Brot zu essen. Und wir sollen ihnen sagen: Der Kongreß von Ancona hat bc- schloffen, daß ihr intransigent die Stadtverwaltung erobern sollt! Damit hören wir auf, anständige Menschen zu sein. Damit halten war das Elend zum Besten! Achtzig Stadträte. 170 öffentliche Wohltätigkeitsanstalten zu verwalten, nahezu 1000 Stellen zu bc- setzen! Und mit fähigen anständigen Menschen zu besetzen! sZwischenrüf: Mit wem wollt Ihr Bündnisse schließen?) R edller fortfahrend mit Wucht: Mit dem Teufel! Sicher nicht mit den Unternehmern. Die wollen uns gar nicht. Es gibt auch keine Großindustrie in Neapel. Mit den rechtschaffenen Elementen der Demokratie.(Unruhe.) Der Redner schließt mit der Erklärung, daß die heutige Verknöchcrung der Partei zur Kirche, notwendig ist, aber vorübergehen wird. Ralli, Korreferent, vertritt in seinem Schlußwort die ent-, gegengesetzte Ansicht. Er hält Lucci entgegen, man hätte dem/ Proletariat in Neapel nicht den Sozialismus gelehrt. Wie soll es den Begriff des Klassenkampfes bekommen, wenn Ihr Bündnisse mit Bourgeois schließt? Lucci ist reformistischer als Bissolati. Ralli spricht von Mißerfolgen der Bündnispolitik uich fordert Ab- lehnung jedes Bündnisses. Wo keine Parteisektion ist, mag man tun und lassen was man will. Das interessiert die Partei nicht. Es wird dann gleichzeitig über drei Tagesordnungen abge- stimmt: Resolution Mazzoni sür die Zulassung von Wahl- bündniffen auf Beschluß des Proviuzialpartcitagcs, Modigli- a n i siir Bündnisse mit den Gewerkschaften und Berufsorgani- sationcn, Ralli gegen jedes Bündnis. Das um 11 Uhr abends bekannt gegebene Votum lautet Mazzoni 8534, Modigliani 3214, Ralli 22 591._ Srieftaften öer Reüaktion. Tchinzel. Vcrka-Hcilftättc. Unverheiratete haben nur dann Anshrpch auf das.ixmSgcld, wenn sie den lliiterbalt sür Angehörige ganz vder über-, wiegend aus ihrem Arbeitsverdienst bestritten haben. Zu den vkugchörigcn■ sind z. B. zu rechnen: Eltern. Großeltern, aber mich GeschMster, Neffen, sl — A. M., Moabit. Verlangen«ie außer der Schlustquirtung auch die| Herausgabc des anscheinend ergangenen Urteils. Für den Z-all der U Weigerung können Sie beim Amtsgericht Klage erheben.— H. St. 104. l. Die Erklärimg müßte vor einem Noiar abgegeben werden. Kosten H etwa 5 M. 2. Rümmer vom 32. April 1914. Ja. soscrn Sic in der fraglichen Zeit Verdienst gehabt haben, der der Veranlagung entspricht.— 79 M. I. Ja. Sie konnten aber innerhalb Monatsrist von Kenntnis des Versicherungsvertrages ab gerechnet, diese» ausheben. Ist die Zeit bereits verstrichen, so sind Sie zahlnngsbflichtig.— C. 8. 19. Beschaffen:; Sie sich von Ihrem Vater-ine schriftliche Vollmacht und verlangen Sie unter Vorlegung derselben von dem Anwalt Aushändigung der Akten. Lchtcrer ist alsdann zur Aushändigung verpflichtet.— B. III. Nein, ein ctlva vorhanden gewesener Anspruch ist verfährt.— C. R. 17. Es können beide Renten bezogen werden, soseru nicht die Unsallrentc den 7s, fachen Betrag des GrundbelragcS der Juvalidcnrcute erreicht. Wie bvch dieser Betrag ist, läßt sich nur nach Kenntnis der Anzahl und der Höbe. der Vcrsichcrungsmarken beurteilen.— C. Z. 10. Die Berliner LriS- krankeniasse.— Zl. R. 30. Jeder von Ihnen gewählte Anwalt. Tic Kosten richten sich nach der Höhe des Objekts.— A. Jh. 97. Rein. — G. X. 100. Das ist zulässig, auch zweckmäßig iie müssen innerhalb zwei Jahren mindestens 29 BeitragSwochcn einer beliebigen Lohnklasse verwenden und für den Ilmtauich in diesem Zeitraum Sorge tragen.— Frd. 13. Unseres Erachtens nein.— F. 100. 1. Jährlich etwa 262,32 M. 2. Von Mitte Januar ab.— Zg. R. 13. Fall? Ihre Behaust timgcn bc« weisbar sind, erscheint eine Klage gegen den Vermieter aus Lösung des. Nietsoertrages durchführbar. Vor Erhebung der Klage empschlen wir, den■ Wirt nochmals ichriftlich unter Setzung einer Frist auszusordern. für Beseitigung des Uebeljtandes Sorge zu tragen. Vielleicht erfolgt auch Abhilfe, wenn Sic eine Mitteilung an das Polizeipräsidium machen.—„Motten- fraß". In jeder Drogerie erhalten Sie das Mittel.— M. S. 4. Versuchen Sic es bei der Sriftungsdeputalion des Magistrats, Berlin, Postftr. 16,— Schlcreth. 1. Kein wesentlicher Unterschied. 2. Englisch, f «.»itterungSüberiicht vom 30. April 1914. Stationen Z- Swincmde. 760 W Hamburg 762MNW Berlin ,760!O Franks. a.M761 SÄ München 762"S Wien 1761 NO' Wetter Aheiter' UwolieiU 2wolkcnl 2 Dunst 3 halft bd. 1 heiler §". w5> 11 13 14 13 12 Stationen sH Wetter c-- s» ffc* Savarandch74S NW Petersburg 74 8'NW Scilla 760 NO Aberdeeq 767NO Paris 760 SSW 41 heiter i 1 3| bedeckt j— 0 1 wolkig| 11 2 bedeckt i 6 2l bedeckt| 13 f Wetterprognose für Freitag, de» 1. Mai 1914 Etwas kühler, zunächst vorherrschend wolkig, später wieder vielfach heiter bei ziemlich frischen nordwestlichen Winden; keine oder unerhebliche Nieder- chläge, Berliner Wctterbureau. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutsc�land bis Sann» abend mittag: Etwas kühler, windig. Im Südosten überwiegend heiter, im Süden und Osten vielsach wollig, scdoch nirgends erhebliche Niederichläge. W LL- Das vorzüglichste W Hausbranderzeugnis Kr., »6-57 jlugenauj und aufgepaßt I —.,_•„ v, i- x#»1 i /• Vi AlAcante An •h neuester Mode zu tieiaeu...... Wir nnterhalton ein grelles Lager in wenig getragenen Maß» u. Kava]ier«Garderoben Abteilung: Getragene Garderoben •,'a6- Annflge, reine U'oIIe, aus einem 00 üt Of„nck ersten Abonnementshaus.. M.""i 41 höher —• ai Paletot« nnd Ulster hochelegant...... Fracks- nnd Clescllscharts-An- Ol M 41, M, 15, 18, 21 Ä höher 28, 25 und ■6*«, auch leihweise.,.. M«w höher [n der Abteilung: Xene Garderoben kör Herren und "—•h-mfnlls ein enormes Lager. Vl%"---——--------- Jfinglinge unterhalten wir ebenfalls ein enormes Verlrank ru billigen Preisen. Moderne Herrenbekleidung ck; Könlgstr. Ar. 50-57 vis-a-vis Rathaus. Meinen werten Nachricht, daß ich Gästen, Freunden nnd Bekannten zur GrOner Weg 88-MM einen JJlnCIl U,(l&W-iwa mmm Schultheiß- Ausschank röftnet habe. 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Er6tKlas�ig�H f Unsere� Marine." Beste-�TIfg� Vxigarette/ PAUL" □□□ DDD □□□ Theater und Vergnügungen tUlHO □□□ Freitag, de» 1. Mai 1914. Anjang 5 Uhr. Paffagr-Thrater. Kino-VarietS. Änfang K'/. Mr. ttgl. Opernhaus. GötterdZmme« rung. Sonriabend 7'/, Uhr: OavaUvria riistioana� Eines Nolleudorf-Tbeater. Was mir die Wildnis gab Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Ansang VI, Ubr. Sgl. Schanipteldau«. Die Welt, in der mgn sich langweilt. Sonnabend 7 Uhr: Peer Gynt. Deutsches. Was Ihr wollt. Sonnabend: Der Kausmann von Venedig. Leiiing. Peer Ahnt. Sonnabend: Nach Damaskus. Anfang 7" Ubr. Vtetrop«� Die gleise um die Welt w 40 Tagen. Eonnabend: Dieselbe Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Urania. Der Grohglockner, Gastein und die Salzburger Alpen. Sonnabend 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sonnabend 8 Uhr: Mit dem»Im« perator' nach New Jork. tkammerspiele. Der Snob. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Deutsches«nnftler> Theater. Schneider Wibbel. Sonnabend: Erziehung zur Liebe. Berliner. Wie einst int Mai. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. ttoniggrSher Strafte. Mr. Wu. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Dheatc« des Westens. Polenblut. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Theater am RoUctitarfptaii. Der Juxbaron. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Jettchen Gebert. Sonnabend: Marys großes Herz. Tdalia. Wenn der Frühling kommt. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Triano». Die Notbrücke. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Komödienhaus. Kammermusik. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. MontiS Operetten. Jung-England. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Opernhaus. Monsieur Bonaparte. Sonnabend 7 Uhr: Parfifal. Luftspielhans. Die spanische Fliege. Sonnabend: Dieselbe Vor,lcllu:..z Schiller O. Das große Licht. Sonnabend: Die beiden Leonoren. Schiller Charlotteubnr«. Wann wir altern. Liebe. Sonnabend: Herodes u. Mariamn«. Rose. Die Dollarprinzessin. Sonnabend: Die Tochter deS Heimgekehrten. Kasino. Wo die Liebe hinfällt. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Reichsdalle». Stettiner Sänger. Herrufeld. Ei» Zieinsall. Heut' ist übermorgen. Klabrias-Partie. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten. «pollo. Prcmrere. Otto Reuiter. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Palast-Thcatcr. Spezialitäten. Ansang Sll, Uhr. Residenz. Ein Walzer von Chopln. -mmiibend: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmftädtische». Die Förster-Ehristl. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Komische Oper. Der müde Theodor. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Walhalla. Tangosieber. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Ein seltsamer Fall. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Folie» Capriee. Tohuwabohu. DaS Karnickel. Das Erdbeben. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Ansang 8'/, Ubr. Rene» BoltS- Tbeater. Marrens Gewerbe. . Sonnabend: Die Haubenlerche. Aniang 9 Ubr. Admiralspalast. Im Tangollub. So,«abend: Dieselbe Vorstellung. Berliner Eispalast. EiSballett. Amor aus Urlaub. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Eines Nollendorf-Theater. Was mir die Wildnis gab. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. »» * Sternwarte, Jnvalidenftr. 57—62 Schiller-Theater 0.1&n£ Freitag, abends 8 Uhr: Das grolle k iekt. Sonnabend, abends 8 Uhr: IMe beiden I,conoren. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Geuchaft tut Geschalt. Sonntag, abends 8 Uhr: ilachamann als Krsiehcr. Sehiller-Theater""KST" Freitag, abends 8 Uhr: Wann wir altern. Hieraus; liebe. Nachher; LottcHens Geburtstag. Sonnabend, abends 8 Uhr: Herodea und Harlamne. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: � Rosenmontac. iornitag, abends 8 Uhr: Die Masetalnenbaaer. Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. • ,8 Uhr: „Kammermusik". Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Idealer aa dar Weidendammerbrücke Täglich S'/j Uhr: Der mit Henry Bender als Gast. Stürmischer Lacherfolg laut ein- stimmigem Bericht der Presse. fmiii'ied-Vildelmtzlil. Ideztei'. Ansang 8',. Uhr. Die Forster-Christl. veulzehkZ Mztlerlhester ISoMletat. NOrnberger Strafle 70/71, an, Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Freitag, 8 Uhr: Schneider Wibbel. Sonnabend, 8 Ubr: Erziehung zur Liebe. Residenz-Theater. Ansang 81/« Uhr. Sin Walzer von Chopin. Schwank in 3 Allen von Henri Käroul und Albert Barr». Morgen und solgende Tage: Hin Walser von Gbopln. Zirkus Busch Gastspiel des Deutschen Theaters Direktipn: Max Beinhardt. Antanc 8 Uhr. Vorverkauf an der Tageskasse des Deutschen Theaters u. an allen Theaterkassen von A. Wertheim.— Preise der Plätze von 1— 10 M. * Brauerei Friedrichshain. Sonnabend, den%. Rai 1914, abends 8 Uhr: 1. großes Sinfonisches Konzert. Ausführende: Das. Blfithner'Orchester(60 Künstler). Dirigent: Paul Elgert«. Solistin: Kammersängerin Elisabeth Boehtn van Endert. Abendkasse 1 M. Kinlaßkarton imVorverk. SO Pf. bei den Vorwärtaspediteuren Zucht, Immanuelkirchstraße, und Hanisch, Ackerstraße 174, Cafe Borussia Hasenheide 5. Unter Leitung Franz Elgler9 Cafetier. Täglich: r�Konzert�. lResde,8iKahnt& Hertzer Fernst». _____....______________ Königst. 2062 'billige Dampter-Extrafahrten bis auf weit. Sonntag«. Ab Walsenhrllehe �anSlSbn?"hIO,,"Gptt,,aa~ Absahrtnach mi, tags 2 Uhr.— Hin und zurück SS Pfennig. IW" Außerdem r Sonntag, den Z. Mai: Zur üaninhlhtH nach Werder a. H. Ms?hrt: Weidendammerbrücke 6ei v-rmi«. Voranzeige! � mmM mit Rundfahrt aus der idyllischen Lanke. Abs. S strliu-loule-Eerdlnand-Liralie, vormittags 9 Uhr. Heue Mühle(59 Pf.l Zernsdorf(90 Pf.) Uhr Waisenbrückc. Ikestee des Westens. s uhr- Polenblut. Sonntag 3'/, Ubr: Oer liebe Auguetin. 10SE=ThEATE | Große �frankfurter Str. 132. Ansang 8 Uhr. Die Dollarprinzessin. Sonnabend: Zum ersten Male: Die Tochter des Heimgekehrten. Sonntag 3 U.: Die Dollarprinzessin. Walhalla-Theater Wembergsweg 19/20. Ab morgen. Sonnabend 8'/, Uhr täglich: Gastspiel des Operetten- Ensembles vom Rose-Thcaier: Die DoHarpriniessin. Theater am ileodorlplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Heute Premiere! Rajah in ihren Tänzen sowie 14 hoetiinteressante Debüts 14. 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Bette liegend geprügelt worden sei. Man hatte Frau Glukat an- dauernd um Hilfe rufen gehört und dazwischen das klatschen von Schlägen wahrgenommen, die ofscnoar auf ihren Körper fielen. Frau Glukat wies dem Gericht ein ärztliches Attest vor, das über blutunterlaufene Stellen und Beulen berichtete. Immer wieder versicherte sie, an dem Ueberfall hätten sich eine Frau Hcnzc und eine Frau Müller beteiligt. Frau Hcnze, die bekannte Jnspektorin des„Deutschen Tierschutzvereins", deren Amt es ist, durch die Straßen zu patrouillieren und auf Tiermiß- Handlungen zu fahnden, erklärte vor Gericht(zunächst unvereidigt): „Ich fasse keinen Menschen an!" Ob Frau Müller, die von ihr als ihre„Pflegerin" bezeichnet wurde, Frau Glukat geschlagen habe, hatte Frau Henze nicht gesehen. Gesehen hatte das aber eine Schutzmannsfrau Herrmann, die gleichfalls, durch den Lärm und das Geschrei angelockt, aus der Nachbarschaft herbeigeeilt war. Sie bekundete, in ihrer Gegenwart sei Frau Glukat von Frau Müller geschlagen worden. Frau Müller habe gehört, daß Frau Glukat dem Fräulein Ungcr Geld gestohlen haben sollte, und da sei sie hineingestürmt und habe auf Frau Glukat eingeschlagen. So- gleich nachher seien aber, fügte Zeugin hinzu, 2ll M. auf dem Teppich gefunden worden. Das bestätigte auch ein Zeuge Boden- schlag, der selber das Geld aufgehoben hatte. Dieser Zeuge hatte gesehen,-daß„Frau Hcnzc und Frau Müller die Frau Glukat vor- hatten", er konnte aber nicht sagen, ob sie die Frau, die„furchtbar schrie", schlugen.„Bitte, schützen Sic mich vor Frau Müller!" habe Frau Glukat ihm nachher gesagt. Frau Bodcnschlag hatte gehört, wie Frau Müller, aus der Wohnung herauskommend, sagte: „Ra, ich hab's ihr jetzt gründlich besorgt." Nach der Tarstellung der Frau Hcnze havc man die schreiende und tobende Frau Glukat beruhigen oder aus der Wohnung hinausbringcn wollen; Frau Glukat und Frau Müller hätten„sich beide gehabt". Frau Müller selber wurde nicht als Zeugin vernommen. Daß die An- geklagte die ihr zur Last gelegten beleidigenden Acustcrungen über Fräulein Ungcr getan habe, bekundeten verschiedene Zeuginnen. Ter Rechtsbeistand der Widerklägerin Fräulein Unger, Rechts- anwalt Fonthci, hielt die 1v Tage Haft für eine angemessene Strafe und beantragte, die Berufung zu verwerfen. Auf Geld- strafe zu erkennen sei zwecklos, denn die Angeklagte habe ja nichts und würde eine Geldstrafe ja doch absitzen müssen. Das Gericht kam zu einer Schuldigsprechung, änderte aber bezüglich des Straf- maßes das Schöffengcrichtsurtcil ab und hielt nicht eine Frcihrits- strafe, sondern eine Geldstrafe von->0 M. für ausreichende Sühne. Amtsrat Schräder als Angeklagter. Eiire Privatklage des Justizrats E s cfi e n dach- Berlin gegen den A m t s r a t Schräder, Mitglied des V o r st a n d e s der Landwirtschaftskammer aus A l t- L a n d s b c r g. gelangte vor dem Schöffengericht in Lichterfcldc zur Verhandlung. Justizrat Gichenbach war Direktor der von ihm im Jahre l8K4 gegründeten Landwirtschaftlichen Provinzial-Genossenschaftskasse für Brandenburg. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats dieser Ge- nossenschaft. Baron zu Putlitz-Groß-Pankow, hatte infolge aus- gebrochener Differenzen mit den Verwaltungsorganen feine Stelle niedergelegt und soll nun, wie der Privatkläger behauptet, gesucht haben, diesen aus seinem seit 19 Jabrcn innegehabten Amte zu verdrängen. Der Privatklägcr sucht- sich gegen diese Angriffe zu schützen und lnandtc sich an den beiden Parteien belannten Herrn von Eroß-Älanin mit der Bitte um Auskunft, weshalb Baron zu Puilitz auch aus seiner Stellung eines Vorsitzenden der so- genannten Spirituszentrale ausgeschieden sei, und zwar gegen eine Abfindung von 190 000 M. Als Amtsrat Schräder von den genossenschaftlicken Differenzen erfuhr, hatte er mit Baron Putlitz eine Rücksprache und sandte im Verfolg derselben an den stellvcr- tretenden Verbandsdircltor der brandenburgischen Genossenschaften, Sekretär des Landcsökonomickollegiums v. Altrock, einen gegen den Privatkläger gerichteten, schwer beleidigenden Brief, der bon Herrn v. Altrock in einer Generalversammlung der Provinzialkasse verlesen wurde. Die Rennung des Autors wurde mit dem Bemerken verweigert, daß v. A. dazu nicht berechtigt sei, und auch auf er- neute Anfrage nach dem Verfasser des Briefes wurde dem Privat- kläger eine Antlvort nicht erteilt. Inzwischen hatte auf Antrag des Privatklägers die Staatsanwaltschaft in die Sache eingegriffen, nun bekannte sich der Amtsrat Schräder als Verfasser des Briefes. Tarauf erhob der Privatkläger gegen ihn und den Dr. v. Altrock die Privatklage. In dem fraglichen Briefe war von dem Privatkläger in verletzendster Weise gesprochen und speziell von ihm behauptet worden, daß er prominente Persönlichkeiten der deutschen Landwirtschaft verdächtigt habe, und auf die Aufforderung. Be- weise zu erbringen, dies nicht getan habe, so daß er sich als „Denunziant verwerflichster Art" erwiesen habe. Betreffs des y. 1. r„....-vi. v....... c_ r i. I.. ff S..• fs ,4** v«««•«.* 4**« X X* 1 ausgesprochen habe, mit der Aufforderung an den Privatkläger seinerseits die Pflicht eines unabhängigen Mannes zu erfüllen, und in diese Dinge hineinzuleuchten. Das Gericht kam auf Grund der Betvcisaufnahme zu dem Er- gebnis, daß dem Angeklagten der Schutz des§ 193 St.G.B. nicht zuzubilligen, und daß der angetretene Wahrheitsbeweis mißlungen sei. Mit Rücksicht auf die weittragenden Folgen, die. das Vorgehen des Angeklagten gehabt, verurteilte das Gericht den An- geklagten wegen öffentlicher übler Nachrede zu 1000 M. Geldstrafe, eventuell 200 Tagen Gefängnis und legte ihm die Kosten des Vcr- sahrens auf. Dem Privatklägcr wurde die Befugnis zugesprochen, das Urteil in der„Deutschen Tageszeitung", dem„Landbotcn", offizielles Organ der Brandenburgischen Landwirtfchaftskammcr, und der„Deutschen landwirtschaftlichen Genosienschaftsprcsse", offizielles Organ der Gencralanwaltfchaft der deutschen landwirt- schaftlichcn. Genossenschaften, auf Kosten des Angeklagten zu vcrg öffentlichen._ Versammlungen. Die Rohrleger und Helfer nahmen in einer am Mittwoch ab« gehaltenen Branchenversammlung den Jahresbericht über die Tätigkeit der Schlichtungskommission entgegen, den Ziese er- stattete. Er I>cmerttc zunächst, daß sich die Tätigkeit der Organi- sation nach Nbscklntz des Vertrages auf die Heranziehung der Firmen erstreckte, die sich dem Vertrage nickt angeschlossen hetttcn. Der Erfolg nach dieser Richtung wurde durch die schlechte Ge- schäftslag« beeinträchtigt. Immerhin ist es gelungen, eine Reihe von Firmen zum Anschluß an daS Vertragsverhältnis zu bewegen, Ivas sich immer mehr ausdehnt.— Die Schlichtungskommission hatte 113 Beschwerden von Arbeitern und 21 Beschwerden von Ar- beitgebern zu erledigen. Die Beschwerden betrafen Differenzen aus dem Vcrtragsverhältnis. Bei den Beschwerden der Arbeiter handelte es sich um Lohnforderungen, Akkordüberschuß. Maßrege- lung, Akkordberechnung. Mängel im Arbeitsnachweis usw. Einen öfter wiederkehrenden Differenzpnnkt bildet die Frage, wann das Arbeitsverhältnis gelöst werden kann. Der Tarif schließt die Kün- digung aus. DaS bedeutet nach der Praxis des Gewerbogerichts, der sich auch die SchlichtungSkommisfion angeschlossen hat, daß dos Arbeitsverhältnis am Schluß eines jeden Arbeitstages gelöst werden darf. Nun haben aber manche Unternehmer durch Arbeitsordnung festgesetzt, daß das Arbeitsverhältnis jeden Augenblick, also auch im Laufe des Tages gelöst werden kann, und der Lohn dann nur bis zur Entlassung, aber nicht bis zum Abend bezahlt wird. Es kommt nicht selten vor, daß Arbeiter eine solche Arbeits- ordnung, ohne Kenntnis von ihrem Inhalt zu nehmen, unter» schreiben,' sich dadurch der beireffenden Bestimmung Unterwerfen und mit einer Klage auf Lohnzahlung für den vollen Tag ab- gewiesen werden müssen. Wer das nicht will» darf eine derartige Arbeitsordnung nicht unterschreiben. Mit Befriedigung nahm die Versammlung die Mitteilung auf, daß sich von"dem 20 Mitglieder zählenden Leipziger Berein der früheren Rohrlegcrorganisation 17 dem Deutschen Metall» arbeiterverband angeschlossen haben. Mus aller Welt. Untergang eines Dampfers in Cuxhaven. Ter norwegische Dampfer„Liv" aus Bergen mit einer Ladung Holz aus der Ostsee kommend, kollidierte am Mittwoch um Mitter- nacht im' Nebel mit dem in Cuxhaven vor Anker liegenden schw c- d i s ch e n Dampfer„U st a d". Dieser ist sofort gesunken. Die Mannschaft wurde mit Ausnahme des Cuxhavcner Lotsen, der ertrunken ist, gerettet. Ein Mann ist schwer vb0k, wafferdtchie«taublasche. voppelsohic» MIO90 38/39 II90«kia50 Sandalen und Turnschuhe Zieforno-Kimdawi, slatueaform. beau» Ziindleder und Absahflech M/26»7/2» 29/36 37/33 34/35 36/42 43/« 225 250 280 320 350325�430 Turn- u. Sport-Schnürschuhe »rau und draun Segeltuch, Shmoledtisohwi M/M 30/33 36/4»«/« IM 225 2M 320 WW elasttsche»«urnmifeWru 420 440 470 200 2�0 Kür kleine Kinder Schnürstiefel f4«,«r]»>d braun atz»gn»>ed«r M/24* 25/26' 1 m» Miau 445 495 2 45 Sek» Mm, sehe leicht"l90 22'5 3 25 Schwarz echt OheBMoa, /«kappe Conrad Tack&<5ie., A.-G., Burg Schuhwarenfabrik 444 s-rkauf-st-ffn im Zieich«, davon 2� in Äerlm u. 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Vr. 118. 31. Jahrgang. i KeilW des Jtntätts" ßtrlinet UsldsdlR Freitag, 1. Mai 1914. Zum 1. Mai. Von E. H o e r n l e. taut heulen die Fabriken Gebieterischen Ton.— Wie lang beugt dieser Rücken Dem Sklavenjoch sich schon? wie lang' find diese Hönde vom Eisendrucke hart? wie lang' habt. Werkslattwände, Ihr mich gefoppt, genarrt? Ich lernte Eisen schweißen, Zch Hab' geschweißt den Leib, Das herz macht' ich zu Eisen: Die Arbeit war mein Weib. Ich kam zu ihr am Morgen, Ich lag bei ihr den Tag: Das Weib gebar mir Sorgen. Mehr als ich nähren mag. 0 pfui! Den schlechten Knaben! Unseliger Mutterschoß!— Arbeit, von deinen Gaben Sag' ich mich heute los.— Du heilige Maitagsfonne, Dich hat man mir geraubt: Mit deiner Strahlenkrone Schmück' heute dieses Haupt! Ich komme ungeladen, Bin schwarz von Ruß und Staub. In dir will ich mich baden. wie dieser Baum sein Laub. Ich habe Schinuh getragen wie's Sleid in Bot und weh'n; heut will ich's einmal wagen, In Gold gekleidet geh'n. Ich will— und morgen schmiedet Der Hunger mich ins Joch.>— Den Leib Hab' ich vermietet, Ich weiß... und juble doch! Ich weiß— und stärker wieder Spur ich die stolze Srast Der notgestählten Glieder. Die lausend Güter schafft. Ein wort Hab' ich zu eigen. Das ist mir herzlich lieb: Der Schöpfer soll sich zeigen, Verkriechen sich der Dieb. Drum heult nur auf. ihr Raffer! Maschine, schweige still!— heut spricht das Volk der Schaffer Sein Herrenwort: Ich will! \ Parteiangelegenheiten. Verband der Sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Unseren Parteigenossen zur gefälligen Kenntnisnahme. daß der Vortrag des Schriftstellers Ulrich Rauscher über das Thema: Aus russischen Kerkern! Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rnsilands (mit erläuternden Lichtbildern) am Montag, den 4. Mai, wiederholt wird. Es wird Vorsorge getroffen werden, daß eine lieber- süllung vermieden wird und jeder Karteninhaber Einlaß findet. Genossen, die im Besch einer Karte find, die zu dem Vortrage am Dienstag, den Ä. April, berechtigte, von der- selben aber leider infolge der Ueberfülle keinen Gebrauch machen konnten, wollen diese Karte in einer der Verkaufsstellen gegen eine neue Karte umtauschen. Die Verkaufsstellen sind folgende: Zigarrcngeschäst Schröder. Hagelbergerstr. öilöö; Zigarrengeschäft Horfch, Enaelufer 15; Zigarrcngeschäst Baumann, Rungestraße 30: Burau des 4. Wahlkreises. Stralauer Platz 10/11(von 9-1 und 3-�7 Uhr);„Vorwärts"-Spedition. Petersburger Platz 4; Kiaarrenacschäft Schneider. Hufelandstraße 30; Restaurant Tieseler Brunnenstr. 150. im Hof: Bureau des 6. Wahlkreises. Gertchtstr. 71(von 9-1 und 5-7 Uhr); Restaurant Paevsch. Oldenburger Str. 10.. � � as i-* Der U e b c r s ch u v wird dem Deutschen Hilfsverein für die politischen Gefangenen Rußlands zugewendet. �- Der geschaftssiihrende Ausschup. A» die Bildungsausschüffc und Lrganisationsvorstände. Wir machen die Organisationen, die in den letzten Monaten Führungen im Aquarium vem-nstaltet haben, auf den von der Buch- Handlung„Vorwärts" herausgegebenen.Fuhrer durch das B- r l i n e r A a u a r i u in" ausmerk, am. Wir einp,ehlen den Teil- nehmern an den Führungen die Amchapung der Broschüre. Die ncqmcrn an ücii jyuniu.»„„s hmm den nUgSbedlngungen der Partiebezug n? direkt an die Buchhandlung wenden. Dcr Bezirks-BUdungSausschuß Groß-Berlw. i öerliner Nachrichten. Ein Maitag. Der Maimonat bedeutet den Höhepunkt, den siegreichen Triumph des hoffnungsstarkcn Frühlings über den ciscrstarr ten Winter. Dem stürmisch-revolutionären März und dem wechselvollen, trüb-fröhlichen April folgt ans dem tiefinncrcn Schöße dcr Natur ein warmes, festliches Hoffen und Blühen, ein glanzvolles Leben— der licht-grüne Mai. Ter Mai— das sichtbare Wachsen, das siegreiche Emportrciben der ringen den Naturkräfte— das ist das hohe Weihefcst jcdes�neucn Frühlings, der gesamten Natur— das leuchtende Symbol einer wunderbar wirkenden Kräfteharmonie, wohin der Blick sich auch wendet, dcr urgewaltige Antrieb zu neuem Leben lind Schaffen! Aber die öde Großstadt mit ihren endlosen Zeilen düsterer Häuserreihen— was offenbart sie uns von Maienwonnc und Maienzauber? Nichts, oder doch nur herzlich wenig! Wer den Mai in seiner berauschenden Fülle �on Pracht und Herr lichkeit, in seiner sonnigen Ruhe und Schönheit schauen und fühlen will— der muß dieses ungeheure Stcinmeer verlassen, muß vor die Tore der Stadt pilgern, weit und weiter hinaus, wo die Natur in köstlicher Reinheit festlich prangt. * Zwischen Nacht und Morgen bin ich hinausgewandert. Die Welt ruht noch in tiefstem Frieden. Durch das Tages Zwielicht schimmert am Osthimmcl das glühende Morgenrot. Uebor den wcitgcstrccktm Feldern und Wiesen schweben sanft und leicht blaue Dunstschleier. Auf und ab wiegen die dünnen Schwaden. Werden sie steigen? Werden sie fallen? Tic höher kommende Sonne wird dem.Schauspiel' ein Ende bc reiten. In Bauni und Busch bringt ein gemischter Vogelchor dein erwachenden Mainiorgen den Gruß dar. Purpurrot strahlt nun dcr östliche Horizont, als wäre die ganze Welt in Flamincn geraten. Aengstlichc Ruhe tritt ein. urplötzlich verstummt dcr fröhliche �Vogelgesang. Ein Klingen und Rauschen, Summen und Stöhnen, Flimmern und Frösteln erfüllt den unendlichen Raum. Alles dreht sich um uns her. alles scheint sich aufzulösen, zil zerrinnen. Ist es der nahende Weltuntergang? Nein! Sonnenaufgang! Goldig-klar erhob sich der feurige Sonnenball. Rot und gewaltig kam er den Himmel hcraufgcrollt wie auf ein ün ermeßliches Feld. Nebel und Wolken ballen sich wirbelnd zu sammcn, als wollten sie den sicheren Lauf des mgjestätischcn Weltgestirns hemmen. Doch die glühenden Strahlen saugen den Nebelschaum auf und der weite Raum strahlt in der Sonne Licht. Das Licht triumphiert! Das Licht hat gesiegt! Die Vögel stimmen ein gewaltiges Singen an. Zahlreiche Lerchen schwingen sich kühn in die Lüfte empor, glockenrein klingt ihr Jubellicd in den sonnigen Morgen hinein. Und die Felder und Wiesen, die Bäume und Sträucher atmen bc- scligt den köstlichen Sonncnodcm. Die ganze Welt zeugt von Frühlingsjubel, von dem heiligen Drang zu neuem, höherem Leben.,- * In weiter Ferne liegt die unruhige Großstadt. Dort rüsten die Tausende klassenbewußter Proletarier zum Mai- feste, und dorthin wende auch ich mich. Das kämpfende Proletariat hat sich den vollendeten Frühlingsnwnat, den jugendstarken ersten Mai erkoren, um seine berechtigten Kul- turforjierungen, den Weltmai der Menschheit verwirklichen zu können. Größer und größer wird die Riesenarmee der Mai- kämpfer, und näher rückt damit die große historische Stunde, wo der Mai nicht nur in der Natur, sondern auch in dcr Ge- sellschaft siegen muß. Die nächste Nummer unseres Blattes erscheint der Maifeier wegen am Sonntag, den». Mai. Die Stadtverordnetenversammlung. hatte gestern eine ausgedehnte Erörterung über die Hei m- st ä t t e n. Nur eine Frage der Vcrwaltungsorganisation schien der Antrag dcr sozialdemokratiichen Fraktion zu bc- rühren, der die Auflösung des Hcimstättcnkuratoriums und die Unterstellung der Heimstätten unter die Krankenhaus- deputation forderte. Aber die Debatte, die sich an die Aus- schußbcrichterstattung knüpfte, wurde eine gründliche Aus- spräche über Zweck und Aufgabe dcr Heimstätten und ihre Abgrenzung gegenüber den Aufgaben dcr Krankenhäuser. Im Ausschuß hatte sich keine Mehrheit für unseren Antrag gc- fundcn, doch auch das, was er nun vorschlug, drang im Plenum nicht durch. Angenommen wurde ein Antrag Landau- Körte, der eine Verschmelznng der beiden Verwaltungskörpcr empfahl. Er war, wie Genosse Wehl darlegte, dem An- trag der sozialdemokratischen Fraktion so nahe verwandt, daß diese ohne weiteres für ihn eintreten konnte. Im ersten Teil der Sitzung kam es im Anschluß an die Ausschußberichterstattung über eine Petition zu einer Debatte über die Frage, ob die Stadt Berlin selber Einrichtungen zur Ausbildung von Volks schullchrerin neu schaffen soll. Die Darlegungen unseres Genossen Cohn über das Vorgehen der Regierung gegen einige private Anstalten dieser Art, eine Präparandenanstalt uni� zwei Lehrerinnenseminare, veranlaßten den Stadtschulrat F i s ch e r zu der Er- klärung, daß Berlin vielleicht selber eine Präparandinnen- anstalt werde einrichten müssen. Die Petition wurde dem Magistrat als Material überwiesen. Zu der Vorlage über die F r i e d r i ch st r a ß c n V e r- breitem na vor dem früheren Grundstück des Militär- arztinstituts beantragte die sozialdemokratische Fraktion Ans- schußberatung. lieber die Bedenken, dle von unseren Ge- nossen Leid und Stadthagen vorgebracht wurden, namentlich über die Tatsache, daß wegen des Verkaufes des dem Reichsmilitärfiskus gehörenden Grundstücks der Reichs- tag noch gar nicht befragt worden ist, setzte die Mehrheit sich hinweg. Sie nahm die Vorlage iofort än. Z|u>» Waldankauf., Die Ungeheuerlichkeit der vom Fiskuö gestellten Bedingungen wegen der Waldüberlassung an den Zwcckverband hat zu einer Reihe von Anträgen auf Aendcrung der Vorschläge des Verbands- ausickusses geführt. Ein Antrag verlangt,„die Vorlage an den Vcrbandsausschuß mit dem Ersuchen zurückzuverweisen, mit dem Fiskus aus folgender Grundlage erneut zu verhandeln: a) der Ankauf deS Grunewalds soll abgelehnt werden, da es eines Ankaufes nach der KabinettSorder vom 1(5. August 1907 und der Erklärung des Herrn Landwirtschaftsininistcrs im Herren- banse nicht bedarf; l>) dcr Preis für die dann noch verbleibenden Wald- und Freiflächen soll— nach Fortfall des wertvollen Terrains des Grunewalds— entsprechend herabgesetzt werden". Ein weiterer Antrag verlangt, der Vcrbandsausschuß solle als eine Bedingung des Kaufvertrages verlange»!, daß die dem Regierungspräsidenten von den Wasserwerken eingeräumten Rechte aus den Zweckverband übergehen, und mit Rücksicht aus die Bc- schränkung dcr Wasserschätze des Grunewalds einen erheblichen N ach laß vom Ä a u s g c l d verlangen. Vor dcr Entscheidung stellt ein fernerer Antrag das gerecht- fertigte Verlangen, ein spezifiziertes Gutachten darüber zu crfar- der», welche Kosten die Aussorstungsarbcilcn voraussichtlich ver- Ursachen werden. Eine ausdrückliche Entschädigungspslicht des Fiskus zur' Hälfte wünscht endlich ein Antrag für den Fall, daß dcr Forst infolge dcr Weggäbe dcr Wasserschätze des Grunewalds erhebliche A�swcndungcn erfordert. Das sind alles durchaus bcrcchtigie Forderungen, die das Mindestmaß dcr zu stellenden Bedingungen darstellt, wenn nun dcr Zwcckverband sich überhaupt darauf einlassen sollte, die Wald» flächen zu einem einen anständigen Eigcntumsprcis weit über- steigmidcn Preis zu erwerben,«hnc vcrfügungsfrcirr Eigentümer zu werden. Am Sonnabend soll die Entscheidung fallen. � Die Spandaucr Stadtverordneten gegen den Waldankauf. Die Spandauer Stadtverordnetenversammlung beschloß gestern nach langer Debatte mit großer Majorität, den Magistrat zu er- suchen, gemeinsam mit ihr den Zweckverband zu bitten,' den Ankauf der fiskalischen Wälder abzulehnen. Von den drei anwesenden Vertretern des Zweckverbandes erklärte Oberbürgermeister K c> c l tz c und Baurat Bender, daß sie, entgegen der Mehrheil der Stadtverorduclen. trotzdem für den A n ka uf des Grunewaldes stimmen würden. Auch der dritte Vertreter im Zweckverband speoch sich für den Waldankauf aus. Genosse Pieper sprach sich gegen den Waldankauf auS, da der Staat in erster Linie die Verpflichtung habe, der Groß-Berliner Bevölkerung den Wald zu erhalten. . Heiratspinkc für Offiziere. Zur Abwechselung in der Flucht blamabler militärischer Er- eignisse ist plötzlich ein schöner Eifer entbrannt, den deutschen Offizicrstand, dessen Schild längst Rostflecke zeigt, zu moralisieren. In dcr braven„Krenzzeitunq" tritt ein frumbdcr Gymnasial» Professor, dcr wohl dabei an den Ducllunfug und anderes Mord- Handwerk gedacht hat, dafür ein, daß— allen Ernstes!— ein Religionsunterricht für Offiziere eingeführt wird, und ein Berliner Wochenblatt, das in solchen Dingen manchmal eine feine Rase hat, weiß zn berichten, von einem Geheimcrlaß, dcr den Offizieren dcr deutschen Armee und Marine verbietet, sich zur Erzielung einer reichen Heirat mit gewerbsmäßigen Heiratsvermittlern, in Bcr- bindung zu setzen. Im Falle des Zuwiderhandcllis wird der„blaue Brief" mit schlichtem Abschied angedrobr. Vor bestimmten Heirats- Vermittlern beiderlei Geschlechts wird noch besonders gewarnt. Madame Margarete Bornftein, die wohl auch aus der schwarzen Heiratsliste prangt, dürste nebst ihren Kollegen und Kolleginnen auf solche Geheimcrlasse pfeifen.' Das Geschäft mit' Offizieren blüht deshalb unverändert weiter. Nu wie heißt? Wird man doch schlimmstenfalls anit Kußhand auf den bunten Tresscnrock ver- zichten, wenn mit Hilfe des Fleisch- und Geldmarktes das leere Portemonnaie gefüllt werden kann. Geld ist die Seele vom Butter- geschäft, nicht Religion. Es gibt aber auch sehr bochgestelltc Heirats- Vermittler, die für anständige Provision in gesetzlich erlaubter Kuppelei machen. Ob sich gegen die auch dcr Geheimcrlaß richtet?. Todcssprung von einer Eiscnbahnbrückc. Ein ausregender Vorfall hat sich gestern mittag um 12 Uhr in Schöneberg zugetragen. Zu dieser Zeit fiel den zahlreichen Passanten der die Stubenrauchstraße mit der Monumentenstraße verbindenden, über die Potsdamer Bahn führenden Siegfriedbrücke ein etiva öOjähriger Mann durch sein aufgeregtes Wesen auf. Als von Berlin her ein Fernzug herannahte, schwang sich der Mann plötzlich auf das Geländer der Brücke, um sich auf den Bahnkörper zu stürzen. Ein Passant, der zufällig an dem Fremden vorbeiging, versuchte diesen noch zurückzuhalten. Es kam zu einem heftigen Kampfe, in dem der Lebensmüde aber die Oberhand behielt. Ehe andere Augenzeugen hinzueilen konnten, war der Mann über das Geländer geklettert, stürzte sich kopfüber aus das Gleis und fiel wenige Meter vor dem herannahenden Zuge nieder. Der Lokomotivfühicr hatte jedoch zufällig den Vorgang auf dem Brückengeländer beobachtet und rechtzeitig die Geschwindigkeit des Zuges so gemäßigt, daß dcr Train dicht vor dem Lebensmüden zum Halten gebracht werden konnte. Blutüberströmt und befinungslos wurde dcr Mann mittels Krankenwagens nach dem Schöneberger städtischen Krankenhause ge- schafft, wo er bald nach seiner Aufnahme, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, an den Folgen der erlittenen schweren inneren und äußerrn Verletzungen starb. In dem Selbstmörder wurde ein 48jährigcr Arbeiter Johannes Faltz ermittelt, der anscheinend ohne Wohnyng lvar und die Tat Ivohl auS Rahrun gs» sorgen verübt haben dürfte. Ein Automobildiebstahl beschäftigt wieder die Kriminalpolizei. Aus einer Garage in der Normannstraße zu Lichtenberg wurde in der Nacht zn gestern eine Chklonette gestohlen, die 2700 M. wert ist. ES ist ein schwarzlackierter, viersitzigcr Wagen von« PS. Der Wagen. vor dessen Ankauf gewarm sei. hat ein graueS Scgeltuchverdeck, die Nr. In 3403. Der Motor ist 1334 gezeichnet. Die Arbcitcrunterrichtskurse beginnen am 4. Mai in den ver- schiedenen Gemeindeschulen. In der Gemeindcschnle Gipsstr. 23 werden am 4. Mai abends von 3—10 Uhr noch Anmeldungen ent- gogengenommen. Die Teilnahme an den Kursen kann nur empfohlen werden. Es handelt sich um Unterricht in den Elementar- fächern, wie Schreiben, Deutsch, Lesen und Rechnen;' der Unterricht wird von Studenten in uneigennütziger Weise erteilt und kann manche Lücke noch ausfüllen, die die Gemeindcschule offen gc- lassen hat. In E h a r l o t t e n v u r g werden Anmeldungen in der 3. Ge- meindeschulc, Schloßstr. 2, am l. und 2. Mai, abends bstz— BMIHr, entgegengenommen. Unterrichtet wird in den Elementarfachern Deutsch. Rechnen, Schönschreiben und in- Maschmenzeichnen, Geometrie. Buchstabenrechnen, Erdkunde, Buchführung und Natur- lehre am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8— 10 Uhr. Jeder 5tursus findet wöchentlich einmal statt und kostet für da? ganze Halbjahr 30 Pf. Berliner Adreßbuch. Der Nachtrag zum Jahrgang 1914 ist soeben erschienen und gelangt von heute ab zur Ausgabe. Er enthält alle seit Erscheinen der HauptauSgabe angemeldeten Gc- schäftseröffnungen und Geschäftsverleginigen sowie die Wohnung?- und Grundbesitzveränderungen und bildet somit eine wesentliche Bereicherung des Jahrgangs 1914. Der Nachtrag wird allen Ab- nehmern des diesjährigen Adreßbuches in der Haupt-Expedition des ..Berliner Lokol-AnzeigerS", SW, Zimmerstraße 36-41. und in dessen säimlichen Filialen bis Ende Mai dieses Jahres unentgeltlich ver- abfojgt.
Achtung! Gewerkschaften. Achtung! OeffentUehe politische Versammlungen am 1. Mai Sämtliche Versammlungen finden vormittags 10 Uhr mit Hilfsarbeitern und grauen statt. Die Tagesordnung in sämtlichen Versammlungen lautet: Dte Bedeutung; des Mai. Glasarbeiter, Glasschleifer, Glasbläser, Glaser, Hilfsarbeiter and Arbeitemlie«. In den ,Vomen!us-2älen�. Memeler Str. 67. Rejerent: Genosse M. Barth.— Tresip»mkt der Glas- arbeiter und Arbeiterinnen S>/, Uhr bei Lohann, Neue Jakobstr. 26. Abmarsch 9 Uhr. (&r/, Uhr tu den»Germanta-Prachtsälen», Thauffeestr. 110. Ellso-AUArflrlllr. Reserenttn: Genossin Luxemburg. Nahruigi-»°d«tn-HmMrlgkwerde. SZÄÄS Elisabethstr. It. Brauerei- und Mühlenarbeiter, GastwtrtSgehilfen, Caföangestellte, Hoteldiener, Friseure, r' Gärtner, Musiker, Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen gehen direkt in dte Versammlung. �seberbeurbeitllllg. L«»Schmidts F-stsSlen», Prinzenalle« 33. Referent: Genosse Fr. Schneider. Schlltider und Schaeiderinut«, Wüsche- und Krawatteuarbeittrillnell und Zuschneider. In»ObigloS Nestsälen», Koppenstr. 29, Reserent: Genosse/, Uhr Alle Branche» m der Berliner Bockbrauerei, Tempelhoser verg. Reserent: Genosse F. Zubeil. Dachdecker. In grü? Wittes Festsälen. Sebastian,'tr. 39. Reserent: Genosse Grünbel. Fabrikarbeiter. Im»Rosenthaler Hof», Rosenthaler Str. 11/12. Ref.: Genossin Frau Klara Wehl. Gemeiudearbeiter. Im»Englischen Garten», Alexanderstr. 27o. Referent: Genosse A. Ritter. BormtttagS 10 Uhr,»Reue Welt», Hasenheide 108—111. IJUlfUllirmt. Reserent: Genosse Karl Henschold. Die Mitglieder der einzelnen Branchen treffen sich um 8 Uhr vormittags in folgenden Lokalen: Bürstenmacher bei Hermel, Holzmarktftr. S1? Jalousiearbeiter bei Greive, Rungestr. SO: Kammacher bei Hermel, Holzmarktstr. 21: Kistenmacher bei Müksch. Krautstr. LI? Klavierarbeiter im»Märkischen Hof», Admiralstr. 18«? Korbmacher bei Kraus«, Martannenplatz 8 s Küchenmödel- tischler im»Englischen Hof», Alexanderstr. 27«? Ladentischler im»Englischen Hof«, Alexander straste 17«; Modell- und Fabrittischler im»Rosenthaler Hof». Rosenthaler Str. 11: Perlmutter- arbeiter bei Thomas, Mrlchiorstr. S? Rahmenmacher bei Wehltsch, Stalitzer Str. 22? Schirmmacher- bei Knörig, An der Stral. Brücke 3: Stellmacher im»Rosenthaler Hof», Rosenthaler Str. 11/12? Stockarbeiter bei Hermel, Holzmarktstr. 21? Theaterttschler bei Greive, Rungestr. 30? Bergolder bei Hedmann, Engelufer 1. Die Tischler, Drechsler. Möbelpolierer und Maschiuenarbeiter treffen sich in den Lokalen, in denen sie ihre Werkstattsttzungen abhalten und gehen von dort nach der»Reuen Welt», Hasenhetde 108—114. Die Holzarbeiter von Weifte nsee, Lichtenberg und Friedrichsfelde nehmen qn den in diesen Orten stattfindenden Versammlungen teil.— Di« Kollegen von Wetftensee versammeln sich um 0 Uhr, im»Prälaten', Lehderstr. 122. Daselbst werden auch dir Raimarken ausgegeben. liniMchrr. Mmnimdriw irab Ardnwmne«. ßnnforfiftirttoh« Treffpunkt 9 Uhr im Lokal Königsgrabe»». Bon dort aus zur Versammlung der lUipirilUJinliür. Metallarbeiter in der Brauerei Friedrichshatn. HÜtilhütt. Ln den»Muftker-Sälen», Kaiser-Wilhelm-Straff«. Ref.: Genossin G. Hauna. Wulff miil Fnckiffff. In den»Andreas.Festsälen». Andreasstr. 21. Reserent: Genosse I. Haft. Die Küchenmöbelmaler versammeln sich vorher um 8'/, Uhr in den»M«stk«rfälen»,Kaiser-Wilhelm-Slr.Zl. Wriill-rbetttr. b» Zchehvareu-Zedeslm.-»WKs-ZS SÄLLff" � Perzella-erbtiter««d Zchildtmalrr. �"■ Settin nnb Pnitstmiln. itn mu«.""™""1'"""'''1'' Qfotnnrtioi'fo«- L« den»Musiker-Sälen»(grosser Saal), Kaiser-Wilhelm-Strasse 31. �itUllulliiiil» Reserent: Genosse E. Wntzky. Stfinsetzer, Rammer nnd Stfiuhaukf. Sn bcs«Ä?'Ä"X. w«5ie.nflraBt n/18- Tapf;iffff. In WeudtS Festsälen, Beuthstrasse 21. Referent: Genosse«. Zitzewift Ttttilarbeitfr. (Töpsff. Im Gewerkschaftshans(grosser Saal), Engeluser 1ö. Reserent: Genosse Johannseu. Zimmeref. In der Brauerei«önigftadt, Schönhauser Allee 10. Reserent: Genosse C. Büchner. In den»Prachtsälen Alt-Berlin», Blumenstrasse 10. Ref.: Genossin Martha Hoppe. Di« einzelnen Branchen versammeln sich vorher in ihren bekannten V-rkehrslokalen. Alle in Berlin stattfindenden Versammlungen gelten durch dieses Inserat als genügend angemeldet. Außerdem finden m Oroß- Berlin noch folgende Versammlungen der Unterkommissionen zur Gewerkschaftskommission und anderer Vororte statt: Vormittags 10 Nhr im AdlerShofer GesellschaftShaus, Bismarckstr. 29. Reserent: Genosse Artur Tehmtt. CharlotteNbUrg. Im BolrShaus. Rosinenstr. 3. Reserent: Genosse Th.«locke. Erkner. I« Restaurant Zum alte« Krng, Jnh. Degebrodt, Friedrichstr. TS. Referent: Gen. Künstler. In Eonrads Festsäle«. Friedrichstr. 137. Reserent: Gen. Max Rift. Vor' �rsrvrsri�v�ttg�ss. herige Zusammenlimst,8>/,llhr: GesellschastShaus: Entgegennahme v. Maimarlen. Grost-Lichterfelde. Im Restaurant von Frist Wahrendorf. o-ekestr. 7. Res.: Gen. E. Obst. Köpemck. Im Gesellschaftshans, Gronauer Str. 31. Reserent: Genosse Wermnth. 2 Versammlungen: bei Paul Schwarz. Möllendorffstr. 25,26. Reserent: Senosie �ttyrenorrg. Paul Brühl, und in. Cafb Bellevue(Jnh. Tempel) Reserent: Gen.». Wusqick. Nieder-Schönhausen. � Neu-CarlShof bei«. awoiue�ehanottetiftr. 8. Reserent: Gen. rtlT«t 3 Versammlungen: in«artschs Festsälen, Hermannstr. 49. Referentin: Genossin«unawist. "»eUrVIIN. � den Bürgersäleu. Bergstr 147 Reserent: Genosse F. Ohlhof, und in Rich. Filschs GesellschaftShanS, Knescbeckjtr. 48. Reserent: Genosse Frist Earl. �ben-�chönelveide. Wilhelminenhof in Ober-Ichöneweide. Reserent: Gen. Rob. Kendel. Pattkotv. 3« RoezickhS GefellschaftshanS. Kreuzftr. 3/4. Referent: Genosse Langnitschre. Akeinilkendors-�st. Im Restaurant Sedan. Residenzftr. 124. Referent: Gmil Lehman«. Reinickendorf-West. �«--d.»«.ldschu�e.,*/,? Uhr: Nauen(kruntep 12'/, Uhr nachmittags: Pichelswcrder(Freund). Starts: Pjarrstr. 74.— 2.' Abt. Hoppcgartcn(Wilder Mann). Start: 6 Uhr Türrschmidtstr. 40. Weißen sec: Sonntag, den 3. Mai: Tour wird am Start bekannt gemacht. Früh 8 Uhr und nachtn. i Uhr. Treptow-Baumschulenweg. Mittcnwaldc. Start: 8 Uhr srüh Treptow(Kimm et). Schoneberg. Mittcnwaldc(Naumann.) Start: srüh 8 Uhr bei Obst. Nachmittags 2 Uhr nach Lichtenrade(Lokal am Bahnhos). Licht crsclde. Sonntag, den 3. Mai: Tour nach NowawcS. Start: 1 Uhr Pcreinslokal. Wilmersdorf. Sonntag, den 3. Mai, vormittags 6 Uhr: nach Rüdersdorf, Besichtigung des Bergwerks. Nachzügler Gasthaus zur Linde. (Znh. G. Rademacher. Heinitzstr. 18. Start; Am Denkmal. Wilhelmsaue. O d c r s ch ö n e w e i d c. Sonntag, den 3. Mai. srüh 7 Uhr: Schön- eiche(Mann). Mittags 12V. Uhr: Rahnsdorser Mühle. Untcrbczirkstour nach Erkner. Frühlour jchlicjzt sich an. Arbeiter- Radfahrer- Berein„Grost- Berlin�. Sonntag, den 3. Mai, srüh 6 Uhr nach Alter Fmkenkrug(30 Kalometcr). Anschlußstart: Wilhelmsplatz Ecke Voßstrasic.— Nachm. 1 Uhr: Pichelswcrder(Alter Freund). Anschlutzstart: Wilhclmsplatz Ecke Vosistrasic. Turner. Turnverein„Fichte", Am Sonntag, den 3. Mai: 13. M ä n n c r- A b t e i l u n g: Partie nach Werder— Potsdam. Treff: 0.45 am Schlesischen Tor. 8. Männer.Abteilung: Tour Bernau— Licpnitzsce— Biesen- thal. Treff: 6.30 Stett. Vorortbahnhof. Mittwoch, den 6. Mai: UcbungSabcnd in den Fortunasälen,«Gaus- bcrgerstraße 3. 16. Männer- Abteilung: Turnsahrt nach Schwante durch die Holländische Forst nach Lehnitz. Turnverein„Froh»nd Frei"(Bcrlin-Lichterfcldc) hält sein diesjähriges Anturnen am Sonntag, den 3. Mai. auf seinem Platz, Lankwitz, Zietenslraßc, nachni. 2 Uhr ab. Schöncbcrgcr Arbeiter- Turnverein. Das Anturnen sindct am Sonntag, den 3.?Nai statt. Beginn nachmittags 3 Uhr mit allgemeinen Freiübungen. Dann Icichtathlctifche Wettkämpfe und WcUspicle zwischen den einzelnen Abteilungen. Der Spiel- und Sportplatz bcsindct sich Rubensftraße(hinter dem Helmhoitz-Gymnafinm). Arbeiter-Turnvcrein Pankow. Am Sonntag, den 3. Mai, nach- mittags 2','. Uhr: Anturnen aus dem Platz in der Kissingenstratzc. Obcrschöneweide. Sonntag, den 3. Mai, nachniittags 4 Uhr, sindct aus dem Platze des Turnvereins„Obersprec" in der Köpcnicker Straße (Straßenbahnhaltestelle„Villa Weißenburg") ein Propaganda-Futzballspicl zwischen Obcrsprcc I. Mannschast und Luckenwalde 7 III. Abt. 1. Mannschaft statt. Vordem findet ein Spiel der II. Mannschast mit Neukölln- Britz II. Mannschait statt.'IJZ Uhr. Vormittags 9 Uhr finden aus obigem Platz 5 erstklassige Faustballspiele statt. Freunde und Gönner des Sports find sreundlichst eingeladen. Schwimmer. Arbeiter- Schwimmklub..Neptun 189-t' Lichtenberg.(M. d. A.-Sch.-B.) Am Sonnabend, den 2. Mai, feiert der Verein sein LOjährigcs Stistungssest in den Comenius-Sälen, Memcler Str. 67. Der Verein er- sucht alle Jportsgcnossen und ehemaligen Mitglieder um recht rege Be- teiligung. Freunde und Gönner sind herzlich willkommen. Eintritt und Tanz 50 Ps. Ansang 9 Uhr. Arbeiter- Tchwimmerbund(Kreis I). Das Slrciswasserballspicl zwischen Wcißenscc und Neukölln am 20. April endete mit 8:0.— Das KuiZwasserballspicl zwischen Charlottenburg und Berlin III am 29. April in der Kerichtstraßc endete mit 5: 0. Schwimmverein.Vorwärts" Berlin 1897� hielt am vergangenen Sonnlag in der flädlischen Badeanstalt in der Oderberger Straße ein Ablcilnngsschwimmfest. veranstaltet von der Abteilung Oderberger Straße, ab. Trotz deS herrlichen Wetters war die Halle gut besucht. Das ziemlich umfangreiche Programm wurde flott in drei Stunden abgewickelt. Ein- geleitet wurde das Fest durch einen Prolog, gesprochen von Frl. Spindler, wobei einige Mitglieder ein Gruppenbild bildeten. Von den Konkurrenzen sei hervorgehoben: Das Seniorschwimmcn gewann M. Klcmck, Oderberger Straße, in 3 Min. 7"/, Sek.(211,5 Meter). Iugendscniorschwimmcn: E. Jahr. Oderberger Straße in 1 Min. 14 Sek.(94 Meter). AbtcilungS- stafelle, 3)< 2 Bahnlängcn mit Absprung wurden die beiden Abteilungen Oderberger Straße und Schillingsbrückc Erster in 1 Min. 32'/, Sek. 'Außer den vielen Konkurrenzen fanden zwei Wasserballspicle und ein schwieriger Reigen, geschwommen von der Abteilung«chillingsbrückc, statt. Durch dieses Fest bewies der„Vorwärts" wieder, was er zu leisten ver- mag. bewies aber auch die freudige und srohc Arbeitslust und den hohen Eiser sür cinc gcjundc und vernünftige Spvrtenlwickelnng. Beim Schwimmscst in der Bärwaldstraße am 1. März ist eine goldene Damcnkette gesunden worden. Vcrltererin möge sich an O. Diesener, 0 17, Goßlerstr. 22, wenden. V e r a n st a I t u n g c n: Sonnabend, den 2. Mai, Monatsversamm- lung bei Bringmann. Andreassir. 26.— Sonntag, den 3. Mai, AbieilnngS- Versammlung der Abteilung Schillingsbrückc im Restaurant„Bellcvuc". Lichtenberg. Hauptstr) 2.— Iugendvcrsammtnng der'Abteilung Gerichtstraßc bei Kaczoroivsl,. Ravcnsstr. 6, nachmittags 3 Uhr.— Am 17. Mai: An- badcn aller Abteilungen. Ruderer. Freier Ruderbund Berlin. Ausnahmen neuer Mitglieder ersolgcn in den VcreiiiSsitzungcn der angeschlossene» Vereine. Rndcrvcrein„Gollegia". Bootsbaus Tieswcrder bei Spandau. Sitzung Freitags 9 Uhr. Eharlotlcnbnrg, Windscheidstr. 18. Rudervercin„Freiheit". Bootshaus Stralau, Tuimelstr. 26/29. Sitzung Donnerstags 9 Uhr. daselbst. Ruderverein„Vorwärts". Bootshaus Ober-Schöneweibe(Wilhelm!» strand, Ucbcrsahrt Sprccschloß). Sitzung Donnerstags 9 Uhr daselbst. Wunderer. Deutscher Arbcitcr-Wandcrbnud„Die Naturfreunde»'. Am Sonntag, den 3. Mai, werden folgende Touren unternommen: Ortsgruppe Berlin: 1. Ncimhanscn, Ferchesar, Nennhauscn.'Abfahrt Lehrter Fcrnbahnhos 4 53 Uhr vorm. 2. Schwanke, Grüncbcrg. Abfahrt Stettiner Fernbhs. 6.46 Ubr von». 3. Biesenthal, Hellsee, Rüdnitz. Abf. Steliiner Fernbhs. 5.59 Ubr vor«. 4. Oranienburg, Licbcnwaldcr Forst, Bicsenthal.'Abfahrt«tettincr Vorortbhf. 5.45 Uhr vorm. 5. Belzig, Hagelbcrg, Wiesenburg. Abfahrt Bahnhos Friedrichstraße 4.t2 Uhr vorm.(nicht wie im Tourcnprogramm 4.24 Uhr). 6. Werder, Glindow, Michendorf. Abfahrt Potsdamer Ferubahnhof 6.45 Uhr vorm. 7. Sadowa, Pscrdcbucht, Kanlsdors. Abs. Schles. Bhs. 1.23 Uhr nachm. 8. Kindertour. Tegel. Hcrinsdors. Treffpunkt Bahnhof Weddmg(Ein- gang Nettclbeckplatz) 8 Uhr,"Schlesischer Bahnhof(Ecke Frucht- und Madai» slraßc)'/.8 Uhr vorni. Ortsgruppe Neukölln: I. Rehscldc. Märkische«chwciz, Dahmsdorf- Müncheberg. Absahr Sonnabend 6.42 Uhr, Sonntag srüh 7 Uhr vom Schlesischen Bahnhos. II. Nachmitlagstour. Buckow, Glasow. Rudow. Treffpunkt Bahnhof Hermannslraßc 12'/. Uhr mittags. III. Kindertour. Rahnsdors, Fricdrichshagen. Abfahrt Bahnhof Reu» lölln 7.28 Uhr vorm. e Steglitz: champsee. Lehnin, Groß-Kreuz. Ab- 8.23 Uhr abends, Wannsec umsteigen O r t s g r u p l Beelitz(Heilstätte), ~ itz So- Nachttour. fahrt Bahnhos Steglitz Sonnabend (Charlottcnburg 8.54 Uhr abends). Gäste stets willkommen. Zu Pfingsten finden drei billige mehrtägige Gesellschastssahrte» nach Rügen und in die Sächsische Schlveiz statt. Aussührliche Programme und Teilnehmerkarten sind zu haben bei Hehse, Botzenstr. 19; ttruse, Mariannen- straffe 11 und Blanlenslein, Schillingstr. 17/18.— Näheres siehe Inserat am Sonntag. Arbcitcr-Touriftrnvercin„Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin(Mitglied der Zentrallommission sür Sport und Körperpflege). Sonntag, den 3. Mai. Wanderungen: I. Brandenburg, Diebesgrund, Gränert Abfahrt nach Brandenburg an der Havel a) am Sonnabend, den 2. Mai, nachm 5.32; b) Sonntag, den 3. Mai, srüh 5.35 Uhr Potsdamer Fernbhs. 2. Hennigsdorf, Zicgenlrug, Schwante. Abfahrt nach Hennigsdorf Stettiner Bhf. 6.00 Uhr. 3. Buch. Lievuitzscc, Bernau. Abfahrt nach Buch Stett. Bhs. 6.40 Uhr. Gäste willkommen. Ztrbcitcr-'TSandcrvercin Berlin. Sonntag, den 3. Mai: Wander- sabrt nach Löwenbcrg, Kleiner und Großer Lankesee, Licbcnbcrg, Schweizer Hütte, Malz, Lehnitz.'Abfahrt 5.42 Uhr Stetlincr Hauptbahnhvj. Wcglänge zirka 24 Kilometer. Gäste willkommen. Sonntag, den 10. Mai! O b c r s p r c e w a l d s a h r t. Lübbenau. Lehde, Lcipc, Königl. Erlenwald, Korsthaus Eiche, Kanomühle, Watschossla, Lübbenau. Tcilnehnicrkarten zu 5,75 sür Bahnjabrt 3. Klasse und Kahnsahrl— keine Fußwanderung— sind in unseren Zahlslcllcn Frip Wähiisch, Slaiitzcr Str. 22 und Georg Weihnacht, Grünstr. 22 zu haben. vcrtcrcssentcn wollen bitte unseren auSjührticheii Prospelt in dm Zahlstellea Anlangen. Fußball. Märkische Spiel-Bereinigung. Bezirk Groff-Berli«. Am kommenden Sonntag sindct das Entscheidungsipiel um die Meisterschaft des Bezirks Groß-Bcrlin statt. Es treffen sich Ncuhellas und 'Allcmauia aus dem Bundesplatz in Weißcnscc, Rcnnbahnstraßc 40, nach» mittags 5 Uhr. Um 3 Uhr spielen Fichte III gegen Fichte XVII. Außer- dem treffen sich um 4 Uhr: Fichte XII gegen Liberias in Pankow, Kissiuger Straße; Fichte XI gegen Eharlottenburg aus dem Tempethoser Feld. ine eiosissrtige Ausstellung in den Schaufenstern unserer vier Kaufhäuser von moderner Sport- und Reise-Kleidung für See, Gebirge u. Touristik, darunter hervorragende Schöpfungen unserer weltbekannten Kleiderwerke. f Sport- und Touristen- Anzüge Falten-Joppe mit kurzer od. langer Hose 18.-24.-30.-36.- 40.- 45.- Loden- Pelerinen für Herren und Damen, grau oder grün„Imprägniert" 750 135° 1650 18.- 21.- 24.- Borener Mäntel für Herren und Damen, grau oder grün. Imprägniert" 16.-18.-21.- 24.- 27.- 30.- Gummi" Mäntel für Herren. cedit englische und deutsche Fabrikate 1250 18.- 2250 27.- 30.-40.- Strand- und Tennis- Anzüge .bastfarbene und creme mit feinen Streifen 1250 16._ 21.- 27.- 36.- 45- Reise-Sakko- Anzüge Neueste Muster— Elegante Formen 24- 30- 36- 40- 50- 60- Reise- Ulster und Paletots Neueste Farben— Praktische Stoffe 21- 27- 33.-40- 45-60- Reise-Beinkleider schone Streifen— strapazierfähig 55° 650 8.. 1050 1250 15.. Reise-Staub-Mäntel in grau, mode, grün und khaki 360 450 6— 750 iiso 1650 Litewken u. Loden-Joppen in blau, grau, grün und oliv 350 450 6- 750!!._ 15- **9 >-- / MunthisterKlelgiiiii* fi, rakBergslelgctii.WMtoer j 1/ Ami 2».- 1 „ Hose!S"f."* 8- Breeclies••••«• 8.50 Frack-, Smoking- und Cutaway-Anzuge+ Phantasie-Westen+ Rcise-Wäsdrc Reise-Hüte+ Reise-Mützen+ Stroh-Hüte+ Panama-Hüte+ Hosenträger Krawatten+ Pyjamas+ Tennis-Hosen+ Sport-Hemden+ Sport- u. Westen- Gürtel+ Ruderer- und Segler- Kleidung* Oeltuch- Kleidung, Südwester Radfahrer-, Turner- u. Wanderer-Kleidung+ Rucksacke 4-Bergstocke+ Loden- Wickel-Gamaschen+ Khaki-Anzüge+ Wasch- u. Lüster-Kleidung+ Leder- Kleidung+ Leder- u.Scfailfstoff-Gamasdien+ Jagd- u.Reit-Kleidung+ Tropen- und Chauffeur-Ausrüstungen+ Livreen+ Flieger- u. Luftschiffer-Kleidung Chausseestraße 29-30 BERLIN Gr. Frankfurter Straße20 g<«t.189i 11 Brückenstraße 11 Schoneberg/Hauptstr. 10 Dmr Haupt' Kaifflog A[r. 49(Aftuett* kUnttlorltcha Moden) kostenfrei «orantpg zz» rypp
tfiT llnfcttn Genossen% | Wiih. Schoch Frau| ® zu flci- am 2. Mai(taltfinücn-& G den Silberhochzeit die herz- W E lichsten Glückwünsche! � W vi« Genossen des 268. Bezirks A N 4. Kreis. lü'J'il E t> Oratulatlon. ö Unserem Kollegen | Hermann Fröhlke � P zur Silberhochzeit ein donnern- «des Hoch. Verband der btasobinisien und Heizer. Bezirk Weißensee. Fröhlke � HSSSAKDEKHOHH«: �DGSSEO«»»SASAUSi � Unserem Kollegen ! Hermann i zur Silberhochzeit am2. Mai l die besten Glückwünsche! ' die Kollegen und Mitarbeiter i der Berliner Sladtbrauerei. Todes-Anzeigen SozialdemokratiseherWahlverein l. d. 4. Berl. Reictistagswatilkreis. Kdpenicker Viertel. Bezirk 166. 1 Den Mitgliedern zur Nachricht. dah unser Genosse, der Buch- binder Theodor Heidbreder Waldcmarstr. 10, gestorben ist. Ghre seinem Andenken: Die Beerdigung siudet am Sonnabend, den 2. Mai, nach. mittags 3 Uhr, von der Halle des ZentralsriedhoseS in Friedrichs- seldc aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. DeDlseher Buelitilniler- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige Nachricht, dag unser langjähriges Mitglied, Kollege Theodor Heidbreder nach kurzem Krankenlager ge- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung smdet morgen Sonnabend, nachmitlagS i! Uhr, aus dem städtischen Zentral-Fried- Hose in Friedrichsseldc statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 23/13 Die Qrtsverwaltuug. Um Dienstag, den 23. April, verstarb nach kurzein, schwerem Krankenlager unser pflichtgetrcuer Kollege 1915b Theodor Heidbreder. Sei» Andenken in Ehre«! Die Kolleginnen und Kollegen der Buohblnderei und Schnittmuster- Abteilung der Firma Ullstein u.Co. Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 2. Mai, nach- mitlaaS 3 Uhr, von der Leichen- balle des städtsichen Zcntral-Fricd- hoscS in Friedrichsseldc aus statt. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirksverwaltung GreB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, dag unser Kollege, der Chauffeur Xlbert Leipold am 28. April im Alter von 34 Fahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Freitag, den I. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kreuz- Kirchhofes in Mariendors aus statt._ Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Franz Maschke Germania-Lesezirkel am 23. April im Alter von 29 Fahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Freitag, den 1. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des ThomaS- Kirchhoses, Neukölln, Hermannstrafie, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht SsUZ���ie�Bezirksven� Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dag mein lieber Manul unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Putzer Herniatm Arandt im Aller von 66 Fahren plötzlich an Herzschlag verstorben ist. Dies zeigt ticsbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen IVw. Auguste Arandt geb. Maetschke, Berlin, SolmSstr. 29. Die Einäscherung findet am Sonntag, vormittag? 11 Uhr, im Krematorium, Gcrichtstr. 37, statt. Kranzspenden höflichst verbeten. Am Montag, den 27. April. starb plötzlich und unerwariet mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Restaurateur Karl limmeih im Aller von 46 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Berta Zimmeth nebst Kindern. Die Beerdigung findet am 1. Mai, nachm. b1/, Uhr, aus dem Friedhof der Gemeinde Tempel- hos, Germaniastrahe, statt. S4A Sozialdemokratischer Vabiverein Tempelhof. Am Montag, den 27. AprU, verstarb unser Mitglied, der Restaurateur Kai-I Zimmeth Moltkestr. 17. Wir verlieren in dem Ver- storbenen einen braven Partei- genossen, der jederzeit bereit war, für die Interessen der Arbeiter- schasi einzutreten. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet heute Freilag. nachmittags ö1/, Uhr, von der Leichenhalle des Tempclhoscr GemcindesriedhoseS aus statt. Um rege Beteiligung der Mit- gliedcr bittet 202,7 Ter Borftand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Opt«verwaltnnjt Berlln- Sohftneberg a. Umg. Am 27. April verschied unser braver Kollege Ksn> Zimmeth Teinpelhos, Moltkestratze Nr. 17. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Mai. nachm. 5'/, Uhr, von der Leichenhalle dcS Friedhofes der Gemeinde Bcrlin-Tcmpelhos, Ger- maniaskrafie, aus statt. Allseitige Beteiligung erwünscht. 74/4 Ter Borstand. Freie Sängerschaft Tempelhof. Am Montagabend verstarb unser Sangesbruder, der Gastwirt Karl Zimmeth. Seine langjährige Mitgliedschast und sein biederer Charakter sichern ihm ein bleibendes Ge- senken. Die Beerdigung findet am Freitag, den 1. Mai, nachmittags SV-Uhr, von der Leichenhalle deS Gemeinde FriedhoseS, Germania- strage, aus statt. 59/11 Sozialdemokratischer VahWercin Niederbamim Bezirk WclBenwec. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Genoffe, der Arbeiter Thomas Sierzschala am 23. April bei seiner Arbeit in der städtischen Gasanstalt im Aller von 47 Jahren tödlich Verunglücktist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 1. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle in der Falken- berger Strafte aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 18/7 Der Borftand. Verband d.Gemeinde-u.Staatsarh. Filiale«roil-Bcrlln. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß der Kollege Thomas Sierzsehala welcher im Betriebe des städlischen Gastverks Danziger Straße be- jchäsligt war, infolge eines Be- triebSunfalls verstorben ist. Wir iverden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Freitag, den 1. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des All-Weißenseer KirchhoseS in Weißensee, Falkenberger Straße, aus statt. 34/5 Vis Ortsverwaltung. Verband der Buch- und Steindruckerei-Hilfsarbeiter undirfaeiterinnen Deutschlands. OrtHvervvaltnng Berlin. 2 im Mittwoch, den 29. April. verstarb nach langem,, schwerem Leiden unser Mitglied A.clolf Bethke im Alter von 35 Jahren. Ehre seinem Andenken k Die /Beerdigung smdet am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 4 Uhr, aus dem neuen Jakobi- Kirchhos, Hermannslraße, statt. 27/17 Oie Ortsverwallung. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Den Rlitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Polierer VeoTy Schönefeld Mirbachstraße 63. im Aller von 46 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 1. Mai, nachmittags l'/j Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhoses in Friedrichs- selde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 87/3 Oie Ortsverwaltung. Deutscher iletaflarbeiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Ernst Seiffert am 29. Slpril an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 2. Mai, nach- mittags 5'/, Uhr, von der Leichen- balle des Kirchhofes in Westend, Fürstenbrunnerweg, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 117/13 Oie Ortsverwaltung. Drdnerschaft der Reuen freien Volksbühne. Am 27. April Verstarb unser lieber Kollege Richard Schröder Neukölln, Niemetzsir. 3. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 1. Mai. nachmittags 4'/, Uhr, von der Leichenhalle des ThomaS-Kirchhoses in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. 155/2 Um rege Betelligung ersucht Oer Verstand der Ordnersohatt. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitglieder» zur Nachricht, daß der Kollege Lvemg Hohn Weidenweg 44, Bezirk 3 verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung ersolgt am Freitag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, auf dem Georgen-Kirchhos in der Landsberger Allee. 74/5 Die OrtSverwaltnng. Danksagung. f Für die vielen Beweise herzlicher' Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres inniggeliebten SohneS und Bruders Eirich Marschel sagen wir allen Teilnehmern, ms- besondere den Meistern, Kollegen und Lehrlingen der Firma Bernhardt u. (So. unfern tiesgesühlten iZ/ank. Owwal«! Marsohel nebst Frau und Söhnen. 108A Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei der Beerdigung nteincs lieben Mannes, Vaters und Groß- oaters 113a Wilhelm Sedler jagen wir allen, wsbesondere dem Wahloerein, Verband und den Arbeits kollegen unseren innigsten Dank. krau Sedler nebst Kindern. BaaltNaeaag. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben BaterS Franz Richter sagen wir allen Verwandten und Be- kannten, sowie dem Gesangverein Neuköllner Männerchor, dem Pflanzer- verein Frühaus und den Meistern und Kollegen der Firma Laborenz unteren herzlichsten Dank. 52Ä Die trauernden Hinterbliebenen Familie Piepenburg. Familie Richter. Danksagung. Für die in so reichem Maße er- wiejene Teilnahme beim Tode und Begräbnis unseres lieben Entfchlaje- nen sagen wir hiermit unseren verbindlichsten Dank. RamenS der Hinterbliebenen: Witwe Bartha Schaarn ?eb. Putzmann, nebst Kindern. ow, Brehinestr. 57. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung un- seres lieben Sohnes Kurt Kimme! sowie für die Kranzspenden sagen wir hiermit unseren aufiichtigsten Dank. 113A Familie Kiiuniel. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter plorentine �sae! sage ich allen Beteiligten, insbesondere dem Gesangverein„Kreuzberger Harmonie" und dem Sparverein „Freya" meinen innigsten Dank. Max Asael nebst Angehörigen. Kauft zum Etport: Sonnabend N.Sonntag, den 2.«. 3. Mai; Junge uötl alte Kanm- hähne und WeiMen im Restaurant 6. Grundmann, Berlin H., Kommandantenstr. 5% sEcke Alexandrinenstraße). Kotibuser Tor Damen- u. 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Belle-Allianccstraße 1/2. Lackschriftschreiber, tüchtige, so- sort verlaugt. Vorstellung 1—2 Uhr mittags oder 7— 8 Ubr abends.— 91. Jaudors u. Eo., Belle-91llianee- straße 1/2._____ 25105t Junges Mädchen sür leichte Gänge, Will» Hahn, Köthenerstraße 21. Blumenfadrit verlangt geübte jkleberinnen, Dresdenerslraße lt. Pleureusen-Knüpserinnrii werden angelernt und erhallen sofort lob- nende Beschästtgung außerin Hause bei Gebrüder Nelson, Leipziger- straße 7l/72. 19126* Bertäiiserinnen, tüchtige, sür Lebensmittel werden für unser neues HauS Eharlottenburg sofort gesucht. Meldungen nur von 7—8 Uhr abends. A..Vindorf u. Co., Bellc-Allianre- slraße 1/2. 2508S Verband der Fleischer. MT- Der Restaurateur und Hacke- Petcr-Jnhaber K» r» l It ü I» e. tä»INI» UN«lunten-fite. TZ!, hat den Tarifvertrag der Organisation anerkannt. 285/1 Die Sperre ist somit auf- hoben. Hl» Tarlfkonimiitttion, Derattiwortfichcr Rejzaktsur: Alfreß Wirjepp, Neukölln. Für diu Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck u.Lerlag: Torwärt» Buchdruckerei u. T c rlagsanstaI?Paul Zentralverband der Steinarbeiter. Gesperrt sind folgende Grab- steingeschäfte:>71>7 Stahl A Hrrr.os, Neukölln, Hermauustr. 196; Breitkrenu, Neukölln, Hermann- straße 70 und 122: X«-iiiii»»». FricdrichSjcldc, Am Zentralfriedhot: lir-aiiifi«, Berlin, Ackcrflr. 38: Itttfiiol»r-, Berlin, Am Bahnhof Gesundbrunnen; Bräiicr, Berlin. Badstr. 9; Cifinther. Remickendorf. Scharn- weberstraße; Vogt. Hohenschönhausen; Mpielvogcl. Purp«\a«-hf., Bertin. Landsberger Allee 151; IVoltMcheifiUI, Berlin, Landsberger Allee 17; Haeher, Westend, Neuer Fürsten- bruuner Weg; I-aago, Schöneberg. Maxstraße; l,tth»«a, Wilmersdorf, Berliner Straße; Delßensee, Rölkestraße. hf«:hnfi�lel«r, Berlin, Bergmann- straße 69: �»»«trk», Berlin, Bergmann- slraße 70: Ba«I«p, Berlin, Liesen str. 10. ftehr. Klein, Britz, Rudower Straße. Die Ortsverwaltou». Singer S:"6V Berlin LW.
der sozialdemokratischen Ashivereine am Freitag, den 1. Mai 1914.-WE Tagesordnung in den Versammlungen: vie Bedeutung des 1. Mai. Vormittags Ueranstaltimgen. Alt-Glienicke, Restaurant Gottfried Schäfer, Schiernerftr. 54 (Am Wasserturm). Bernau, Salzmanu, Basdorfer Straße. Bohnsdorf— Grünau, Restaurant Wilhelm Wirth, Bahnhof- straße. Buckott», Restaurant Klein, Chausseestr. 12. Kaulsdorf— Mahlsdorf, Hamanns„GcsellschaftShaus", Kaulsdorf, Frankfurter Straße. Königs- Wusterhausen, Restaurant Gebert, Luckenwaldcr Straße 5. Nowawes, Singers„Volksgarten", Priesterstr. 31. Oranienburg,„Waldhaus Sandhausen"(Jnh. Petzolb). Petershagcn— Fredersdorf— Neuenhage«— Bruchmnhle, bei Kirchner, am Bahnhof Fredersdorf. Wannsee, Restaurant„Fürstcnhof", Königstr. 40. Die Versammlungen beginnen um 10 Uhr; in Bernau um 9'/, Uhr; in Buckow um 11 Uhr. Referenten: �srttta Demmning— Marg. Grumach— Hans Geiser— Wiih. Gründe]— Konrad Haenisch— Alfr. John— Emi! Kloth— Erwin Neumann— Ernst Reuter— Georg ücko> Nachmittags und Adend Ueranstaltungeu. UsppolSts Sranerei, Hasenheide 32-38. SocRbrauerei, Tempelhofer Berg. Weue Welt, Hasenheide 108-114. Gewerkschaftsliatts, Engelufer 15. Konzert- und Testsäle, Koppenstr. 29. Brauerei Triedriebshain, Am Friedrichshain Rr. 16-23. Berlin. Viktoriagarten, C. Ludwig, Am Treptower Park 25-26. Lekweizergarten, Am Königstor. Trater-Theater, Kastanien-Allee 7-9. Büttners Testsäle, Schwedter Str. 23-24. Kastaniemväldchen, Inhaber Walter, Badstraße 16. Referenten: ?osef Trankes Testsäle, Badstr. 19. Bockbrauerei, Abt. II, Chausseestr. 64. Voigt-Theater, Badstr. 58. IKioabiter Schützenhaus, Plötzensee. Brauerei Talzenhojer, Turmstr. 25. Stadt-Theater, Alt-Moabit 47-49. Snsel-ltestaurant, Plötzensee. V Eugen Brückner— Otto Büchner— Richard Fischer— Gustav Fuß— Hans Geiser— Wilhelm Hünlein— Kurt Heinig— Karl Jahn— Paul John Wilhelm Pfannkuch— Hans Plettner— Fritz Ruf— Max Sassen— Dr. H. Weyl— Artur Wieloch— Mathilde Wurm. Richard Maroke— Wahlkreis T elto w- Beesko w- Storkow- Charlottenburg:. �hlf fdljof, Wöllsteins Lustgarten, Biömarckstr. 79. |Ut-<$li*ntdt** Terrassenreftaurant Qnd.Rodenbascli). �ohtlöbarf. 3» den»ler Jahreszeiten(Jnh. W. Wirth). Beckers GesrllschaftShaus, Chausseestr. 97. Charlotten bürg.«-Ushans. R-finenftr. z. (TäpeUtlk. Stadttheater, Fried richstr. S. Äahenbor�. Restaurant Zur Bagelwiefe(Jnh. Wiese). Drewitz. Restaurant Zur freie« Ausficht. Cichwalde. Wittes Waldschlöstchen. Groß-Kichterfelde. Rest. Wahrendorf, Baekestr. 7. �irnnon. Restaurant Gravelotte(Jnh. Dnchantronr). ÜoIjUIUliötljOl. Senftiebens Festsäle, Friedrichstr. 48. Nlorienbor�. Restaurant Karlshöhe, Tempelhofer Strohe. Mittenwalde. Rest. Zum Kronprinzen(Jnh. Xenmnnn). flCUhÜUtt. Neue Welt. Nieder-Sltzöneweide. Rest. Waldhaus. BerlinrrStr.81. Deutsche Feftsäle(Inhaber Wnlfran»), zlowawes. Wtlhelmstr. 41,43 Rudow. Restaurant Balm, Eöpenicker Str. 81 Referenten: tiermann Llajus— Ernst DSumig— Oskar Ewald— H. Farwig— Martha Jeetze— Franz Künstler Erwin Neumann— Hermann Radtke— Albert Regge— Schmargendorf.*)nt"cmönbcc Schönederg. Schlostbrauerei, Hanptftraste 4»I. Steglitz. Birkenwäldche«. Tempeltzof. Restaurant Tivoli, Berliner Strafte. Gasthof zum Kronprinzen. Abendfeier im alten tü'W'l'lli» Schübcnhaus(Jnh. Fromm). Treptow-Kanmschnlenweg.Z�!�!����"' Milmerodorf. Viktoriagarten, WilhelmSane 114,119. Zossen. Restaurant Scberlvr, Barnthcr Strafte. Bruno Emil Riedel— Alfred 8cholz— Karl Thleleke Lieske— Emil Lüdke— Franz Marx— Hermann Müller — Fritz Voß— Franz Wendel— Alfred Wielepp. Wahlkreis NiedersBarnim. 1 Uhr Abmarsch nach dem Schießstand, dort Volttsest, Sk�nau. abend» VfS Uhr bei Salzmann. Sorslgwalde» BorsI«�.aIder Festsüle. Drnchmntzle. Lm Lokal von»Iiie. Dirkenwerder.«eseUsebaftsbans, Hauptstrafte 99. Dnchkoll. Bei Bossack, Hauptstr. 71. 1 � L.ercbcs FcstslUe, Friedrich, Friedrichstzagen. strafte n». Hennigsdorf. Bei Künstler, Fabrifstrafte. Hohenschöntzansen. Sei Bobert Scbnln. Hauptstrafte. Lichtenberg. Sebaarser �dler, Frankfurter Chaufiee 3. Lichtenberg, ciuko Bellevne, Hauptstraftr. Mohlsdorf,»ei Idnke, Grunowstrafte. !lenenhagen. Bei B. Büt*cber. Dottiftr. u. Ui-der-Schönhaast«. Gdrr-Kchimrmeide. Cesellschaftshans(Inhaber Dobat), oiranienonrg. Ichäpenftrafte so.»00a.», Pankow. Im Kurfürsten, Berliner Strafte IOS. Peintckendorf-Ost. Bnbertns-Sül», Brovinzstr. 77,79. Remickendorf-Mest. Bei«e�cr, Scharnweverstr. 101. Reinickendorf-West. Rosenthal. Bei«. Ullbrodt, Walderseestr. S. Tegel. Trapps Festsftle, Bahnhofstr. 1. Watdmannslnst. Im BereschloB, am Bahnhof. Weistensee. ScbloB WelBensee. Woltersdorf. Im Alten Krns, Hanptftrafte. Referenten: Otto Braun— Paul Brühl— Emil Dlttmer— Adolf Domnick— Gustav Franke— Otto Glöckner— Max Hecht— Adolf Hofer— Alfred John— Richard Kflter— Emil Lehmann— Leo Ostrowski— Wilhelm Ramsbrock— Wilhelm Schenk— Max Schütte- Rudolf Schwarzburger— Adolf Zeuner. Die Abendfeiem sind zusammengesetzt aus Festreden, l�onsert-Kluffiihrungen, turnenfehen Huffübrungen, ßefangs Vorträgen des Hrbciter-Bängcrbundce, Darbietungen des Hrbeiter-Radfabrerbundes sowie öpeziaUtäten-Vorftellungen. Anmelduugen, Versammlungen und der Festreden sind durch die Kreise resp. Orte zu bewirken. verband io�ialtlemokratiicher AaHIvereine Berlins und llmgegend.
Mi Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, IS39. 9714, Z85. Sonnabend, den 2. Mai 1914, nachts 12 Uhr, in Wtv. Augustins Lokal, Oranienstratzc 19»: Allgemeine Uersammlung Kino-Operatenre Groß-Berlins Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nnaack: Kin« ii» I»»enst«»Ivr Arbciterbcwegnngp*. 2. Diskussion, o. Brnochcnnngclcgenheiten. Sonntag, den». Mai, vormittags 19 Uhr, im Lokal von Habcrland, Linienstrafte H'i: Krnnchen Uersammlung der Kesselschmiede. Tagesordnung: l. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Xalili?e!cl»v«« F.rMchi'luen wird erwartet. Sonntag, den». Mai 1914, vormittags 19 llhr, in den Mnsikcr-Sälen, Kaiser-Wilhclm-Str. 31, groß. Saal: Kranchen- Versammlung der Maschinenschlosser. 2. Branchen- TageSordnung: 1. Vortrag des Reichs tags abgeordneten Nappler. angelcgcnheitcn. UM- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt."'VW Sonntag, den 3. Mai 1914, vormittags 91/3 Uhr, bei Obiglo(früher Keller), großer Saal, Koppcnstraße 29: Kranchen> Uersammlung der Eisen-, Metall- u. Revolver- dreher sowie der Rundschleifer. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Diskussion. 2. Wahl des Branchen- vcrtreters und der Kommisionsmitglieder. Z. Verschiedenes. m Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.= Zahlreiche« Besuch obiger Versammlungen erwartet 117/12 Pie Orts Verwaltung. Verwaltung Berlin. Montag, den 4. Mai, abends«'/s Uhr, im tSewerkschaftshans, Engelufer 16: Anßkrerdknt.Griltralotckmmtllilg Tagesordnung: Bericht über die Maifeier und Stellung- nähme hierzu. 87/4 Ple Ortsverwaltnng. Deutscher Tabakarbeiter-Verband. - Kahlstelle Berlin.= Am Sonntag, den 3. Mai cr., findet im„Rosenthaler Hof", Roseuthalcr Str. 11/13, in der Zeit von 11 bis 3 Uhr Wahl des Delegierten zum Gewerkschaftskongreß in München statt. Als Kandidat ist von der letzten Mitgliederversammlung der Kollege Wilhelm Boerner aufgestellt. Wir ersuchen die Kollegen, sich an der Wahl zu beteiligen.— Wer länger■ als sechs Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstände ist, hat lein Wahlrecht. - Mitgliedsbuch legitimiert.- Beiträge werden am Saalewgange entgegengenommen. 187/7 Ple Ortsverwaltung. Beter«*n jetermann-- Möbel auf Kredit ._..____ UZ» lauf Varainhnpunn u hAtiuom Ahrahl bei Zablunn einer Monahrate laut Vereinbarung u. bequem. Abzahl. komplette UoKnanBfi Eliirlch«nnoeia sowie einzelne MöbelstücKe, Polsterwaren, färb. Kuchen ■web..»«——.1: m-> n Letb- u. Bcttwaactic, Steppdecken, T�olcnc' Ul3rHinBnf Betten, Kronen. Kinderwagen uew. ' in modernster Austiihrune.— Ferner; Garderobe für Herren, Damen u. Kinder Gröbste Auswahl neuester Fassens doriv, JOE L.OE sind Ceutralbausmoiüerreiibeideidiii L: Biene Frledrichstr. Jö an der Zentral-Markthalle It.: Vnrmwtr. S?, I. Etage, liefert an jedermann elegante llerren-(jarderobe DSU- nach Haß"Whg unter föarantic für tadellose»>Zitz gegen wöchentliche Teilzahlung von 1 Hark 0«. Zuschnciderciu. Werkstatt im Hause. Aus Wunsch Besuch des Reisenden mit neuesten Swssmnstern.(' _ Sonntags 8-10geöffnet.. Hilscbkin Bier 6cv£> Tob ich mir SOfÜfr Damentucue �« schwan u. färb. Mtr. W an Kostiimstoffe.. neueste englische/ Muster p. Meter von" Än Cöield... 3.25 � GnbnrdlnevonZ.JSan Futter-Selde i4ei,a,"gen Satin• Futter aä- Knopfes. Besatzartikel« C. PELZ Kottiiuser Str i» Allen Freunden und(Sönnern, Vereinen und Gcwerkjchastcn zur Kenntnis, daß ich die Waldschänke ci' öffnet habe. Uni gütigen Zuspruch bittet Dikl fflltom. Ifgagg: Heines Werke -- z Lände 4 Utart" Bud)hanb(ung vorwärts Vornehme Herren-Moder? fertig und nach Maß Garantie: Tadelloser Sitz feinste Verarbeitung! Auf Wunsdi Wodienrate von/ M. an J, Kurzberg Sr Co. Maß- Schneiderei Rosenthaler Strasse 36 1 Reinickendorfer Str. 4' Gegründet 1898 Schlafzimmer„Rekord", echt Eiche. sehr apart wirkend. Illustr. Katalog No, 13 gratis u. franko! Frachtfrei nach all. Plätzen Deutschlands.* lehSn'""!' w"c,hk.t>m.m?dc.'.Spkompieu ml'mb,- 1 ui _Sonntage» von 8 hin IQ L'hr geBffnet, PeWNtwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Reuköllm�Für de? Lnfcratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u.Berlag:VorwärssBuchdruckcres�Ve�o�:-miställP'äul Siirger�Cö�BcrlinLV�
Nr. 118. 31. Iahrgaug. 6. WIM des JotBirts8 Kerl« Mag,!. M IM. fim üer Frauenbewegung. Mrbeiterinnenschutz unö Maifeier. Stand die Maifeier deZ vorigen Jahres im Zeichen des patriotischen Festefcierns und unheimlich drohender Kriegs gefahr, so steht die diesjährige im Zeichen völligen Vev sagens der Arbeiterschutzgesetzgebuug. Tie herrschenden Klassen rechneten damit, durch die ungeheure Heeresvorlage das Volk von seinen Interessen abzulenken und suchten durch die Stärkung des Militarismus ihre eigene politische und wirtschaftliche Macht zu befestigen. Aber gerade deshalb ist uns der diesjährige erste Mai um so willkommener, Staat und Gesellschaft an ihre Verpflichtung� denen gegenüber zh erinnern, die jahraus jahrein auf dem Schlachtfeld der Arbeit Nerven- und Muskelkraft, oftmals das Leben opfern müssen im Dienst des Kapitals. Mehr als sonst haben sich in jüngster Zeit die Frauen der Beachtung der Herren im Lande crfteut. Nicht e:wa, weil der Schrei nach Hilfe der überlasteten Arbeiterinnen- müttcr ein offenes Ohr gefunden hätte, sondern es erregte im Gegenteil den Unwillen der gesctzegebenden und gesctzebeherr sehenden„Edelsten und Besten der Nation", daß das viel geplagte Weib begonnen hatte, sich selbst zu helfen. Wie konnte die Frau aus dem Volke wagen, die Ge burtenzahl ihrer Kinder willkürlich einschränken, eine sie fast erdrückende Last erleichtern zu wollen, damit die Masse derer zu vermindern, die für Staat und Kapitalismus als Kanonen und Maschinenftitter unentbehrlich sind? Wie durste sich die P r o t e t a r i e r i n zu tun erlauben, was bis jetzt alleiniges Vorrecht ihrer reichen, wohlbehüteten und beschützten Schwestern gewesen war? Ueber die Rechtlosigkeit der Fr auen, über den mangelhaften Schutz der Arbeiterinnen, der Mütter und Säuglinge, über die durch Zölle und Grenzsperren hervorgerufene Teuerung— die zwingende Ursache des Geburten riickganges— sprachen die Herren nicht I Desto mehr aber über die Gott- und Vater- landslofigkeit der proletarischen Mütter, deren Bestimmung es nun einmal sei, ihrem„ureigensten" Beruf fleißig nach- zukommen und so viel Kinder wie möglich in die Welt zu setzen. Was aber haben Staat und Gesellschaft bis heute ge- tan, um die Arbeiterin in ihrer Eigenschaft als Weib be- sonders zu schonen und zu schützen? Seit 2a Jahren fordert die Sozialdemokratie den A ch t- st u n d e n t a g. Bis Herste ist er noch nicht erreicht. Und gerade die erwerbstätige Frau bedarf seiner so ganz be- sonders, wenn sie das sein soll, was die herrschende Gesell- schaft von ihr verlangt: eine tüchtige Hausfrau, eine gesimde Mutter und Erzieherin ihrer Kinder. Für die Satten und Sorglosen ist es leicht, über die Ver- rohung und Verwahrlosung der proletarischen Jugend zu zetern. Doch dieselben Leute lehnen die einzig wirksame Hilfe ab:Verkürzung der Arbeitszeit und aus- k ö m m l i chse n Lohn für Mann und Frau. Nach jahrelangem Kampfe erstritt die Sozialdemokratie von 191V ab endlich für die F r a u e n d e n Z e h n st u n d e n- ta g, an Sonnabenden und an Vorabenden von Festtagen den AcWstundeistag. Aber fünfzigmal im Jähre kann die Profitgier der Unternehmer die Arbeiterin zu einem zwölf- stündigen Arbeitstag mit gesetzlicher Erlaubnis zwingen. Für Landarbeiterinnen, Hausangestellte. Heimarbeiterinnen besteht überhaupt keine andere Äusbeutungsgrenze, als sie in der körperlichen. Leisnmgsfähigkcit gegeben ist. Doch nicht nur der Verkürzung des Arbeitstages setzen lalle bürgerlichen Parteien den lebhaftesten Widerstand entgegen, einem ausreichenden Mutter� und Säug- l i n g s s ch u tz stehen sie genau so ablehnend gegenüber. Statt des Verbots jeglicher Erwerbsarbeit während der Dauer von 8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt, wie es die Sozialdemokratie forderte, gewährt �die RciclBversichc- rungsordmmg nur insgesamt 8 Wochen Schonzeit, von denen K Wochen in die Zeit nach der Entbindung fallen müssen. Taß diese 6 Wochen nicht erstfernt genügen, weder die stillende Mutter wieder voll erwerbsfähig zu machen, noch um dem Kinde genügend Nahrung zu geben, ist von medizinischer Seite längst' erwiesen. Hinzu kommt noch die Sorge um den Lebensunterhalt, der durch den FlMiillenznwachs lelbstver- ständlich verteuert wird. Die Wöchnerin erhält nichts wester, als auf die Dauer von acht Wochen ein Wochengeld in der Höhe des Krankengeldes. Die Kasse kann, aber ve muß es nicht, eine Hauspflege stelleik lind dafür die Halste de� Wochengelde:- abziehen, unenltgeltlichie tiieburtshilje leiiten Und ein Stillgeld in der Höhe des halben Krankengeldes istis die Zeit von 12 Wochen vom Tage der Niederkunst an ge- währen Alle diese Bestimmlingen sind höchst unzurelchend und bei' dem„neuen Geist", der jetzt— nach der„Reinigung von sozialdemokratischem Einfluß"- in den Kassenverwal- tungen vorherrschend zn werden droht, w gut wie nicht vor- � 1,1 Ebenso unzulänglich wie der Schutz der Mütter ist die Versicherung der Witwen und Waisen. Es genügt istcht, daß eine Frau Witwe ist uni eim Rente zu be- kommen, sondern sw muß-me invalide Wrtwe eiw Erst dann erhält sie jährlich eine Rente--- von b8 bis /o Mr.! Also im Höchstfalle 20 Pf. täglich! Davon kann kaum em Hund existieren, geschweige denn ein» rw achs e n e r M e n' ch. Für eine Waise unter 15 Jahren werden äl Mt. iabrlich gezahlt, für jedes iveitere Kind 26.50. Mfl Daß auch hier durch höhere Witwen- und Waisenrente ein Mittel gegeben ist, der Kinder- sterblichkeit, der Verwahrlosung der Jugend, der vorzeitigen Invalidität der Frauen durch Überanstrengung einen Tamm entgegenzusetzen läßt ihre Volksfeindlichkett Regierung und herrschende Parteien nicht einiehen Dabei konnte dw Waisen- reute, wie unser Genosse Molkenbuhr in der..Neuen Ze. schon vor einem Jahre unwider, prochen na�ewiesen hat, ehr wohl auf 150 M. jährlich erhöht weid�il�t�rheut'M 26—34 M.. die noch hinter der Armemmterstutzung zumcl- Doch nicht nur diejenigen Schutzgesetze, die die Arbeiterin in ihrer Eigenschaft als Frau und Mutter treffen, sind für sie von Bedeutung. Die Arbeitslosenversicherung, die Sonnt agsruhe, aller gewerbliche Arbeiterschutz und was daniit zusammenhängt, gehen sie in gleichem Maße an. Leider kümmern sich die Arbeiteriiinen im großen und ganzen viel zn wenig um diese Tinge. Erst wenn die harten Tatsachen zu ihnen sprechen, wenn sie die Mängel der Gesetzgebung am eigenen Leibe spüren, drängt sich ihnen mit Ge- ivalt die Einsicht auf, wie notivendig es ist, cm Politik und Gesetzgebung Anteil zu nehmen. Tie Zahl dieser Frauen ist nicht gering? Und heutc; ist der Tag, da wir alle unsere Stimme erheben, um die Forderung zu erneuern, die auf dem internationalen Arbeiter- kongreß zu Paris im Juli 1889 zum ersten Male gestellt wurde: Den Kampf gegen die Verelendungs- tendenzdesKapitalismuszuführenauchmit dem Mittel des gesetzlichen Arbeiterschutzes, insbesondere der Verkürzung der Arbeits- zeit! Arbeiterinnen! Proletaricrinnen! die Ihr bereits zu dieser Einsicht gelangt seid, heute, am Tage der 23. Wieder- kehr der Maifeier, werbet mit frischer Kraft unter denen, die uns noch fernstehen, daß sie mit uns kämpfen, mit uns ar- beiten an dem großen Werk der Bcfreiuung der Arbeiterklasse aus dem Joche des Kapitalismus, auf daß der Tag bald komme der Frcihcii und Gleichheit aller ohne Unterschied der Nationalität und des Geschlechts! der blühenöe Hammer. Eine Legende vsn der Arbeit und vom Mai. Die Sonne segnet den kleinen Halm» nur die Arbeit atmet noch Ruß und Qual«, steht drinnen am Amboß und werktet und schuftet, und draußen da lenchtrt rß, blüht«ad duftet.»» „Ist denn nicht heute Walhurgistag? Da mag denn hämmern» wer hämmern mag! Ach will hinaus in den Frühling schreiten, will meine Arme ins Lichte breite«», Ei spricht die Arbeit und geht an» be« Haus der Mühe inS blühende Land hinaus. Dort stößt sie mit wuchtiger Zorngcbärde den L-ammcr hinein in die lcnzjunge Erde und streckt sich daneben inS fnschgrüur Gras. Sie sinnt über dies und sinnt über das, schickt ihre Gedanke» mit Wolken und Winden, und fühlt sich mit ei«S im Traume entschwinden,». Der Hammer zu ihrer rechte» Hand ragt einsam hinan» ins leuchtende Land. Da!— an dem kohlen gedrehten Schaft wirkt eine geheime Wunderkraft. Ter Hammer schlägt Wurzel, die Zweige sprosien, gleich sind die ersten ins Watt geschossen, und im obersten Wipfel gebettet liegt schon die erste Blüte, vom Wind gewiegt. Die zweite, die dritte ist aufgegaugen, bald ist das ganze Geäst behängen mit roten Rosen» die grüßen weit hinein in die feiernde Frühlingszeit. Um den blühe iideu Hammer, Hand in Hand, steha schaffende Brüder aus Stadt und Land. Sie alle kommen, das Wunder zu sehn und jubelnd hört man die Kunde gchn: »Letzt blüht der Hammer in«nsrer Hand? Frei herrscht dir Arbeit im freie« Land!" _ Karl B r ö g e r. Suggestion als Erziehungsmittel. Mit 12 Jahren war ich ein rechter Beugel, keine Minute zu Hause, so laug die Sonne schien. Immer mit den wildesten Jungen im großen Park herumgestrichen und herumgetollt. Am liebsten beim Räuber- und Wächterspiel. Die Mutter war ganz unglücklich, daß ich mir nicht einmal zum Essen Zeit nahm. Sie bat und drohte und schalt. Es nützte nichts. Ich war verhätschelt worden; jetzt tat ich, wa? ich wollte. Meine Kumpanen fingen um diese Zeit heimlich zu rauchen cm. Das Heimliche reizte mich nicht; mir tat niemand etwas, wenn ich rauchen wollte. Am Abend, als der Pater, wie gewöhnlich, seine halbe Zigarette während der Arbeit ein wenig hinlegte, nahm ich sie in den Mund. Ich mußte dock sehen, wie das Zeug schmeckt. Es schmeckte gar nicht. Aber ein Onkel aus der Provinz, der zugegen war, schlug die Hände über den Kopf.„So verdorben! Vor den Augen der Eltern raucht er! Diese Großstadt!" Und da fand meine Mutter ein Wort, das ich ihr heute noch danke. Sie sagte zum Onkel:„Du wirst sehen, er wird kein Raucher werden. Er will nur sehen, wie es schmeckt. Aber rauchen wird er sein Lebtag nicht." Das hat mir einen RIß gegeben. Meine Mutter kannte mich und sie hatte keine gute Meinung von mir. Und jetzt behauptete sie ruhig und bestimmt. ich werde nicht rauchen. Ich habe nicht geraucht, und erst wie ich als Großer von der Suggestion gelesen, wußte ich. wie damals das Wort auf mich gptoirtt. Ein Verbot oder Schläge damals hätten mich sicher zum leidenschaftlichen Raucher gemacht. Gegen Bitten war ich abgestumpft. Aber daß man mir beibrachte, es fei mein Wille, nicht zu rauchen, hat gewirkt. Das ist Suggestion. Die unauffällige Uebertragung de» eigenen Willens auf den anderen. Es wird dem anderen eingeredet, daß er den gleichen Willen babe. Aber ruhig, bestimmt und bei der richtigen Gelegenheit. Nun wende ich den Kunstgriff selber an. Wenn nach einer beendeten Märchenvorlesung die 500 oder 000 Kmder aufspringen und dem Ausgang zustreben, wobei gewohnlich das Gedränge entsteht, bei dem dem Verantwortlichen angst und bange wird, dann sage ich den Kindern nicht:„Ihr müßt jetzt auf den Plätzen bleiben!" Ich sage, ruhig und bestimmt:„Ihr werdet jetzt ruhig sitzen bleiben!" und gebe dann Lce Anweisung, reihenweise den Saal zu verlassen. Wird das Wort„Ihr müßt!" gebraucht, so springt die Hälfte der Kinder auf und reißt die anderen mit fort. Von einem Anordnen ist keine Rede mehr. So aber erreicht man mit einem Wort mehr, als man mit 10 Ordnern erreiche» kann. K» ist eine gute und schöne Eigenschaft der Kinder, daß sie gehorchen wollen, ohne sich befehlen zu lassen. Diese Eigenschaft soll man ihnen zn erhalten suchen. Das Gesagte soll nun keine Schablone sein und kein Allheilmiitel. Suggestion kann man nicht bei jeder Gelegen- heit, in. jedem Augenblick und nicht immer mit denselben Worten anwenden. Erziehung ist eine Kunst und von jeder Kunst kann nur das Technische gelehrt werden..Kunstgriffe, Fertigkeiten. Die Art der Anwendung richtet sich nach der eigenen Persönlichkeit und nach dem Gegenstand, der zu behandeln ist. Die Suggestion �ist nur ein Hilfsmittel in der Erziehung, neben vielen anderen. Sie ist besonders geeignet, Unarten und Charakterschwäche zu beseitigen. Indem man den Kindern Selbstvertrauen und gute Eigenschaften einredet. Die Erklärungen müssen dabei mit solcher Sicherheit und Bestimmtheit abgegeben werden, daß der Gedanke, es könnte auch anders sein, gar nicht aufkommen kann. Das Recht öer Hausangestellten. Reichsgesindcordnung. Die Kommission für die Dienstboten« frage des Bundes deutscher Frauenvercine hat einen Entwurf zu einer Reichsgesindcordnung ausgearbeitet, der demnächst zur Veröffentlichung gelangen soll. Er enthält Bcstimm'ungeu über: 1. Eingehung des Dienstvertragcs. 2. Rechte und Pflichten der Herrschaften. 2. Rechte und Pflichten der Hausangestellten. 4. Dauer des Tiensiverhältnisscs. a) Kündigungsstift. b) Auflösung aus besonderen Gründen. 8. Schlichtung von Streitigkeiten ans dem Dienstverhältnis. Die Kommission hatte nach einem Bericht in Nr. 6 deZ „Zentralblattcs de» Bundes deutscher Frauenvercine" bereits die Hoffnung aufgegeben, eine Mehrheit für ein modernes Gesinde- recht im Reichstage zu finden und sich deshalb mit der Ausarbeitung eines Dienstvertragcs beschäftigt, der die Härten des Ge- sinderechts durch schriftliche Vereinbarung zwischen Herrschaft und Hausangestellten beseitigen sollte. Nach den Bestimmungen, die der Oeffentlichkcit bekannt geworden sind, waren aber Rechte und Pflichten sehr ungleich verteilt. Zu kurz kamen natürlich nur die Hausangestellten. Der Vertrag soll für die nächste Gcncralvcr- sammlung veröffentlicht werden. Wir werden dann darauf zurückkommen, gstiubcn aber Nach dem, was seinerzeit davon veröffentlicht worden ist, nicht, daß der Mangel an brauchbarem Personal dadurch behoben»Verden kann. Ob der- angekündigte Entwurf einer Reichsgesindcordnung ein modernes Gesinderecht zu schaffen beabsichtigt, muß abgclvartct werden. Wir fordern nach wie vor die Schaffung eines e i n h e i t» lichen Arbeitsrechtes, das auch die Dienstboten und Land- arbeiter umfaßt, eventuell durch Unterstellung der genannten Ar- bciterkategoricn unter die Gewerbeordnung. Zrauenstimmrecht. Einen kleinen Erfolg haben die englischen Frauen zu ver» zeichnen. Von den vierzehn Frauen, die als Kandidaten zu den Urban District Councils aufgestellt waren, sind sechs gewählt worden und zwar zwei Unabhängige, zwei Fortschrittliche und zwei, deren Parteizugehörigkeit nicht angegeben ist. Die Urban District Councils sind Lokalbehörden, denen vor allem die Gesundheitspflege obliegt. Sie übernehmen die WohnungS- inspektion und Fabrikinspektion in bezug auf die gesundheitlichen Einrichtungen, die Sorge für genügende Zuleitung reinen Wassers für jedes Wohnhaus, die Vorsorge gegen die Verbreitung anstecken- der Krankheiten, Inspektion der Meiereien, Vernichtung ungesunder Milch oder anderer zum Kauf angebotener Lebensmittel, und außer- dem sind ihnen noch eine Reihe anderer nicht minder wichtiger Aufgaben übertragen. Ihr Tätigkeitsgebiet eignet sich vorzüglich für die Frauen, und es wäre nur zu wünschen, daß mehr Frauen in die District Councils gewählt würden. 103 572 Pariserinnen verlangen das Wahlrecht. Die Parise- rinnen haben während der letzten Parlamentswahlen eine rege Propaganda für das Frauenwahlrccht entfaltet, die darin gipfelte, daß eine Probeabstimmung für das Frauenwahlrecht vorgenommen wurde. Auf besonderen„Wühlerinnenkarten", die die stark unter- strichene Aufschrift trugen:„Ich wünsche zu wühlen" sollten die» jcnigcn Frauen, die das Wahlrecht verlangen, ihre genauen Adressen einzeichnen. Die Karten wurden in desonderen Lokalen gesammelt. Auf diese Weise baben sich, wie jetzt ein Berliner Blatt mitteilt, 103 672 Frauen sür das Frauenwahlrecht erklärt, und zwar wurden am meisten Unterschriften in den Arbeitervierteln von Paris ge- sammelt. Die ganze Aktion hal natürlich keine große praktische Bedeutung, aber sie kann zweifellos dazu betragen, in weiteren Kreisen Interesse für die Frairenwablrechtsbcwegung zu erwecken und den Eifer der in der Bewegung stehenden Frauen zu erhöhen. Erziehung zur Freiheit. Aber etwas mehr Worte muß man machen über die Meinung, daß das Gehorchenlerneii eine schwerere Sache sei, als der Gebrauch der Freiheit. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die freiheitliche Erziehung verlangt von dem Kinde viel mehr Willen, Energie, Ueberlegung, Anspannung, Selbstzucht als die Erziehung zu nn- bedingtem Gehorsam. Wer von seinem Kinde nur Gehorsam ver- langt, der mächt es sowohl sich selber, als auch seinem Kinde sehß oeguem. Zunächst sich selber, denn er fordert einfach statt zu er- klären, er übt Zwang statt zu begründen. Und dann auch seinem Kinde, er erspart ihm das Denken, daö Ueberlegen, das Verstehen und das Entscheiden. Wo der Stock redet in bildlichem oder in direktem Sinne, da kann der Verstand ruhig schlafen; wo ein an- derer entscheidet, da braucht der eigene Wille keine Arbeit zu tun. Der unbedingte Gehorsam erzieht nur denkfaule und moralisch träge Menschen. (Hulda Maurenbrecher, Wachstum und Schöpfting.) Literarisches. Gegen den staatlichen Gcbärzwang. Verlag der Vollsbuch- Handlung Hannover. 24 Seiten. Preis 15 Pf. Die Broschüre enthält die Reden der Genossen August Brey und Dr. Silberstein und der Genossin Luise Zietz in der Berliner Protestversammlung gegen den Gesetzentwurf über den Verkehr mit cmpfängniSver- hütenden Mitteln. Sic unterrichtet kurz über die Stellungnahme der Sozialdemokratie zum Geburtenrückgang und erläutert die sozialen Reformen, von denen allein ein Ansteigen des Bevölke- rungszuwachses zu erwarten ist. Die Broschüre wird als Propa- gandamittel gegen die beabsichtigte politische Quacksalberei und für die sozialpolitischen Forderungen der Sozialdemokratie gute Dienste tun.— Kurzer Leitfaden für Mütter. Bon Schwester Lydia Rueh» land. Kommissionsverlag der Volisbuckwandlung Hannover. 31 Seiten. V reis 30 Pf. Schnittmuster für Säuglingswäsche 10 Pf. �ie whr empfehlenswerte Schrift gibt die notwendigsten Anwei- sungen sur Säuglingspflege in knapper, leichtverständlicher Form. lieber Bett, Bad, Ernährung, Körperpflege der Kleinen finden sich zahlreiche prattische Hinweise. Die Verfasserin, eine Genossin, ist Leiterin und Vortragend« der von der Pott-Zbaugewllschajt per- «> statteten Muttrrtnrs«.
In il Ii IL ii I. Golüfarb Pttass-Staraart aaoan gßQründet 1839. Tabac rosse a pfisengout de Kowno. q. □»□»□.□■□.□»□«□«□'□'□'□F'O'Ooa'O �1 Prawdziwa tabaka do 1� j| °|| zazywania„Kownoepry�| 'Dirk ul«tu« . Brttllell» Ä2.50 Mark 1 Sofa 1 Sofatisch 1 Trumeau 4 Stühle 1 Vertiko t Kleider schrank 2 Bettstellen 2 Matratzen 1 Wasehtiseh 1 komplette Küchs m allen Farben Anrahlnag Stark I Sota, 2 3oo toi 1 Salontloeti I Tromtau 4 StOhle. 2 81»I. 1 Teppich 2 Fanaler- Portieren t Vertiko 2 Bettitellen 2 Matratzen I Wasehtiseh I Nachttioeh t Schranktpiai. 1 komplette larblge Sil ehe A-asahlang Das größte Abonnementshaus feinster Herren= /Vtoden J. Stock& Co. verkauft seine Monats-Garderobe direkt an private. Anzüge und Paletots von 10 M. an.* Friedrichstr. 108 Tis« der w. mit Bret vernichtet radikal Goldgellt W.Z. 75198. Färb- n. genteh- los. Eeiniet d. Kopfhaut v. Schuppen u. Schinnen, befOrd. d. Haarwuchs, verhütet Krankheit d. Kopfbaut, Haarausfall u. Zuzug neuer Parasiten. Wichtigf.Schulkinder. Tausende v. Anerkennung. Bcht nur in Kartons k|.1,0 U.0.50-M.. niemals offen ansgewogen. In Apotheken u. Drogerien. Man weise Nachahmungen zurock, die z. Zwecke der Täuschung vielfach ähnlich klingende Samen tragen, und achte genau auf die Firma d. alleinig. Fabrik. Rademacher A Co., Siogburg, nnd d. Samen Goldgeist! flusnabnis-fltlerle! Große Posten Herren-lnziige zu Ausnahme-Bedingungen! Damen-Koslilnte zu Ausnahme-Bedingungen! Serie 1 Anzahlung M. Serie II Anzahlung M. 12'�' Serie III Anzahlung M. � Nur solange Vorrat! \ Ii H in jeder Art, komplette MO bei Einrichtungen u. einzelne Stücke unter Garantie zu leichtesten Raten::;; Kleinste Anzahlung:! Fraiikf. Allee 154, Ecke Nieder barnimstraBe. G MtwörtlicherNedsTteur: SUfrfb Wiclrpp, MeuZölln. Für dev LnseratenteU verantw.: ThlGlöcke, Berlin. Druck' d. Verlag:Lorwärt, Buchdruckern u. Berlag»«mstalt Paul Singer&«o, Berlin SW,
Matt*» Mlis KtilW des Joniitte" fit SßdmDtßU Genossensihastliches. Heuchlerische Genossenschaftshetze. Die„Deutsche Arbeitgeber-Zeitung" stößt inS Horn der Staats- retterei. Sie wittert Gefahr in den— Genossenschaften. SMS heißt: nur in den Arbeiterkonsumvereinen. Warum gerade die das Vaterland bedrohen, verrät das Scharfmacherblatt nicht. Es be- gnügt sich mit der Behauptung. Man muß also annehmen, daß der genossenschaftliche Zusammenschluß die Grundsäulen der Ord- nung ins Wanken bringt. Wenn dem so ist, dann hätte die«Ar- bcügeber-Zeitung" die Kassandrarufe nach einer anderen Richtung erschallen lassen muffen. Am besten verstehen sich nämlich nicht die Konsinnenten in den Städten auf das Genossenschaftsgründen. Darin sind ihr die Agrarier weit überlegen, und zwar gründen die ebenso eifrig als Konsumenten wie als Produzenten. Diese Tat- fache enthüllt auch eine nette politische Heuchelei des agrarischen Klüngels, dessen Weltanschauung und Ueberzeugung immer vom Geldbeutel ausgeht und darin wieder mündet. Unter großer Lärm- niachcrei denunzieren die braven, harmlosen Agrarier die Arbeiter als Mittelstandsfeinde, weil sie durch ihre Konsume Kleingewerbe- treibenden die Existenzmöglichkeit unterbänden. Nun zeigt sich aber, daß die Agrarier in der Vernichtung des Mittelstandes, in der Entziehung von Raum und Luft für Handwerker und Händler jeden Rekord spielend schlagen. Die nachfolgende Aufstellung be- weist das. In ihr sind die rein gewerblichen und die rein land- wirtschaftlichen Genossenschaften, sowie die Konsumvereine in Ver- gleich gestellt. Die'übrigen Genossenschaften, die weder aus- gesprochen gewerblicher noch ausgesprochen landwirtschaftlicher Art sind, lassen wir unberücksichtigt. Der Bestand am 1. April 1914 und die Zahl der Neugründungen in der Zeit vom 1. Januar 1912 bis 1. April 1914 veranschaulicht die folgende Zusammenstellung: Rohstoffgenossenschaften Werkgenossenschaften.. Magazingenossenschaften. Rohstoff- und Magazin- genossenschaften.. Vroduktivgenossenschaften Konsumvereine.... Ncugründungen gewerbl. landw. Bestand gewerbl. landw. 27 234« Wie man sieht, stellt die Gründung landwirtschaftlicher Ge- nossenschaften die EntWickelung der gewerblichen Genossenschaften wie auch die der Konsumvereine weit in den Schatten. In der letzten Zeit hat man sich stark auf die Gründung von Genossen- schaften zur Verteuerung des Gemüses gelegt. Es werden Ge- nossenschaften zum Bau und Vertrieb von Feld- und Garten- flüchten gegründet, deren Äufgabe es ist, den starken Abfluß frischen Gemüses auf die städtischen Märkte gleich nach der Ernte zu verhindern, um die Preise auf der Höhe zu halten. Das Ge- müse soll sofort in eigenen Konservenfabriken verarbeitet werden. Am 1. Januar 1914 bestanden bereits 187 derartige Genossen- schaften. Daß die Landwirte durch gemeinsamen Einkauf landwirt- schaftlicher Bedarfsartikel und durch gemeinsamen Vertrieb ihr>r Erzeugnisse Vorteile zu erlangen suchen, ist ganz selbstverständlich ihr gutes Recht. Etwas anderes ist es allerdings, ob sie dabei auch Maß und Ziel halten. Von den Meiereigenossenschaften kann man vielfach schon bestimmt das Gegenteil behaupten. Die Ge- nossenschaft wird ein Instrument zur Ausplünderung der Konsu- menten. Trotzdem: wenn die Konsumenten sich zusammenschließen, um unnötige Zwischcngewinne auszuschalten, dann schreit der Chorus der sogenannten StaatSerhaltenden über Umsturz und ge- fährliches Beginnen. Und die Hauptschreier bei solch ekelhafter Heuchelei sind selbst die allereifrigsten Genossenschaftsgründer. Auch das ist ein ganz interessanter Ausschnitt aus dem Kapitel von der Sitte und Moral der vielgerühmten göttlichen Welt. ordnung._ Vorortnachrichten. Charlottenburg. In der Schulzahnllinik der Stadt Charlottenburg, mit deren Errichtung im Jahre 1903 in der Fürsorge für das körperliche Wohl der GemeindeschuUinder ein bedeutsamer Schritt vorwärts getan wurde, find in der Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 ins- gesamt 8848 Kinder, d. h. 33 Proz. aller Gemeindeschulkinder, zahn- ärztlich untersucht worden; davon wurden 7814, also 83,3 Proz. der untersuchten Kinder, zahnärztlich behandelt. ES wurden 9415 Zähne gezogen, 14 307 gefüllt und 2294 Wurzelfüllungen vorgenommen; gereinigt wurden die Zähne in 981 Fällen. Besonders rege war der Besuch der Schulzahnklinik im letzten Bierteljahre; eS wurden in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1914 insgesamt 3596 Kinder behandelt, und zwar wurden 4003 Zähne gefüllt, 3250 gezogen und in 394 Fällen der Nerv getötet. Die GewcrkschaftSkommissio» nahm in ihrer letzten Sitzung Stellung zu den�kommenden Neuwahlen der Beisitzer zum Bersiche- rungsamt der Siadtgemeinde Charlottenburg. In Frage kommen sechs Beisitzer aus dem Kreise der Versicherten, nebst sechs ersten und zweiten Ersatzmännern. Die Vorschlagsliste muß bis zum 12. Mai eingereicht werden, die Wahl selbst findet nach dem Ver- hältniswahlsystem am 3. Juni statt. Ter Referent, Genosse Storch, betonte daher in seinem instruktiven Vortrage, daß es Pflicht der in Betracht kommenden Krankenkassen-Vorstandsmitglieder sei, ein- mütig für unsere Kandidaten einzutreten. Nachdem man in der Ssiskussion noch auf verschiedene Fragen, die Wahl betreffend, eingegangen war, erfolgte die Nominierung von sechs Vertretern nebst zwölf Ersatzmännern aus den ver- schiedensten Gewerkschaften. Als weiterer Punkt stand auf der Tagesordnung:«Die bevor- stehenden Wahlen zur Deputation für den Städtischen Arbeitsnach- weis." Gen. Hammel hielt zunächst ein kurzes Referat über die Bedeutung dieser Wahl und des Avbeitsnachweises. Alsdann wur- den als Kandidaten einstimmig aufgestellt: Schneider Huxol, Gast- Wirtsgehilfe Demietzel, Bureauangestellter Flemming, Holzarbeiter Graudenz und Handelshilfsarbeiter Bernhard. Unter«Gewerkschaftlichem" ging der Obmann Gen. Richter noch auf die bevorstehende Maifeier ein und gab ferner bekannt, daß am 6. Mai in der«Neuen Welt" eine große Versammlung sämtlicher Gewerkschaftsfunktionär« stattfinden wird, die gegen die bekannten Jagowschen Maßnahmen Protest erheben soll. Gen. Mende er- wähnte noch die vom Deutschen Metallarbeiterverbande veranstaltete SMmpsersahrt zu Pfingsten nach Bornholm und Kopenhagen. Etwaige Teilnehmer an der Fahrt können noch Berücksichtigung finden. Ohne Entschuldigung fehlten die Asphalteure, Schuhmacher und Tapezierer. Neukölln. Gegen einen Lichtmast raunte gestern morgen 10'/, llhr in der Berliner Straße ein Wagen der AuioomnibuSlinie 4, wahrscheinlich, weil die Bremse versagte. Der Anprall war so heftig, daß der schwere eiserne Lichtmast glatt abbrach und zu Boden stürzte. Zum Glück fiel er der Länge nach auf den Bürgersteig, sonst hätte er in dem gegenüberliegenden Schlächterladen oder unter den Fußgängern leicht Unheil anrichten können. Die Scheiben deS Wagens gingen in tausend Stücke und die umherfliegenden Scherben verletzten mehrere Fahrgäste. Ein Mann, der auf der Hinteren Plattform stand, wurde vom Wagen geschleudert und zog sich Verletzungen zu. die aber zum Glück auch nicht schwer zu sein scheinen. Bei dem Konzert des Neuköllner Männer- und Frauenchors am Sonntag, den 2«. April, in der Neuen Welt ist eine Haarschmuck- nadel für Ober-Schöne- weide, Rieder-Schöneivetde und Johannisthal gab der Obmann der Gewerbogcrichtsbeisitzcr, Gcnosic Gierth, den Bericht über die Tätigkeit des Gewervegerichts im verflossenen Jahre, Es wurden hiernach insgesamt 139 Klagen l gegen 182 im Jabre 1912) anhängig gemacht. Zur Erladignng dieser 139 Klagen waren 40 Sitzungen ohne und 18 Sitzungen mit Beisitzern notwendig; tl Klagen wurden durch Vergleich, 8 durch Klagczurücknahme, 16 durch Abweisung, die übrigen 61 durch teilweise oder gänzliche Verurteilung nach dem Klageantrage erledigt. Das höchste Klage- objckt betrug 187 M.(im Vorjahre 1361,20 M.). Berufung beim Kim igt. Landgericht Berlin II wurde in diesem Jahre in keinem Falle eingelegt. Daß in diesem Jahre 43 Klagen weniger als im Vorjahre anhängig gemacht wurden, ist lediglich auf das vollständige Ruhen der Bautätigkeit zurückzuführen. Das Baugewerbe, welches im Vorjahre mit 64 Klagen beteiligt war, ist in diesem Jahre nur mit 17 Klagen vertreten. Von-Arbeitgebern gegen Arbeitnehmer wurde in einem Falle, von Arbeitnehmern gegen Arbeitgeber in 138 Fällen geklagt. Niedcr-Schöncweidc mar mit 32, Ober-Schöncweide mit 107 Klagen beteiligt. In seiner 3>�jährigcn Tätigkeit bat das Geweröegericht insgesamt 578 Klagen erledig:.— Von den Johannisthaler Delegierten wurde beantragt, Schmie einzuleiten, um den Anschluß der Gemeinde Johannisthal an das hiesige Ge- Werbegericht herbeizuführen; es wurde beschlossen, in einer Ein- gäbe an die Gemeindevertretung diesem irackrzukoiiuncn.— Des wei raren beschäftigte sich das Kartell mit der Krankenkasse Nieder- Barnim. In einer demnächst statlsindrnden öfsentlichcn Versammlung soll ein Bericht von der eingesetzten Bcschwerdckommisiion über die Verhandlungen mit dem Regicrungsaffcssor Herrn Bor- mann gegeben werden. Schtznkcndorf bei Königs �Wusterhausen. Am Sonntag, den 19. Mai, feiert die Ortsgruppe Schenkcndorf des Arbeiter-RadfahrcrbundeS Solidarität ihr Sommervergnügen verbunden mit Tanzkränzchen und Korsofahrt i3 Uhr).— Da der bürgerliche RadsaHrerverem ebenfalls am 10. Mai sein Vergnügen mit Wetc- und Korsofahren veranstaltet, werden die Partei- und Sportsgenossen Berlins und Umgegend ersucht, die Veranstaltung des erstgenannten. Vereins rege zu unterstützen. Treffpunkt zur heutigen Maifeier. Lankwitz. Die Lankwitzer Genojsen beteiligen sich an der Vor- mitragsversammlung in Lichterfekde. die um 10 Uhr bei Wahrendorf stattfindet. Treffpunkt 9 Uhr bei Gicgel, Kaiser-Wilhelm-Straße 34. Nachmittagsseier von 3 Uhr an bei Gieael. Johannisthal. Treffpunkt der Marseiernden vormittags 9 Uhr bei Artner, von da gemeinschaftlicher Abmarsch nach der Versamm- Inng im Wilhelminenhof. Lichtenrade und Umgegend. Nachmittags 4 Uhr treffen sich die Genossen mit ihren Angehörigen iin Restaurant von Kohlschreiber, Berliner Straße 13, zum gemütlichen Beisammensein. Jugcudveranstaltuuge». Neukölln. Sonntag, de» 3. Mai: Großes G e l ä n d e s p i e l in der Liermsdorser Forst. Alle Teilnehmer weise» sich um C1,. Uhr am Her- mannplatz(Apotheke). Die Einteilung der Parteien und die f' des Plane» erfolgt an Ort und r________ m Bekanntgabe Ztellef Fahrgeld 40 Pj.— Montag, den 4. Mai: Großes Ausspielen aus dem Platz an der Gehgerswaßc. Beginn 7 Uhr. Treptow-Baumschnlenwcg. Sonntag, den 3. Mai: Partie nach Beni au, Berti aner Forst, Llepnitzjee. Rüdnitz.'Abfahrt von Baumschulewveg z" Uhr und vom Stettmcr Bahnhof um 6 Uhr. Lichtcrseldc. sonntag, den 3. Mai: Wanderung»ach den Glauer- bergen. Dort Frühlingsseier mit den Organisationen der westlichen Tor orte. Treffpunkt'f.? Uhr—"' m;"'' an der Wicscnvaudc. Kosten 60 Pj. Landsmannichast Ueckcrmnnde- Usedom Wolli». Am Soimtag, .... F � Versammlung im Lokal von Olto Lohan, Steue Jakobslr. 26. Die Parteigenoffen und Genossstmen Ml» genimntem Kreise sind hiermit renndlichjl cmgcladc«. Eingegangene druckschristen» ?„n der„Neuen Zeit", ist soeben das 6. Heft vom 2. Band des 32. Fahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Gedallwitz:.— Johannes Miguel � über Marr und seine Abwendung von ibm. Von Eduard Bernitein.— Die politische Krise in Schweden. Von Wilhelm Jansson.— Sozialismus.und Arbeiterpartei in England. Von I. Sachs?(London).— Der Kamps gegen die Gewerkschaften. Von Rechts- nnwalt Dr. Hugo Heincmann.— Notizen: lieber die Entwickclung des Kitiematographenwisens. Bon G. E. Feuilleton: Johann Christian Günther. Von Hermann Wendel. Literarische Rundschau: M. P. Pawlowitsch, Die großen Eisenbahn- und Seewege der Zukunft. R. Hennig, Probleme des Wcltocrkebrs. Von sp. I. B. Söverae, I.c- skonvemem Lvnckieal. Von Georg Stiekloff. Olto Krille, Unter dem Joch. Von L. Lessen. TS» der.»Gksichheii", Zeitschrift für die Fnkeresse» ber Arbelkerknn«. ist uns soeben Nr. 16 des 24. Jabrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dicier Nummer beben wir hervor: Fünsnndzwanzig Jahre.— Gegen den staatlichen Gebärzwang. lRede der Genossin Zieh.(Schluß., � Proleiarierinnen heraus! Die Masienerkranlungcn der Petersburger Ar- beilcrinnen und die Bewegung des russischen Proletariats. Von E. Tenen- bauin.— Eine Frauenzcimng int Jahre 1S48: Kirche und schule. Von a. e.— Die Bedeutung des sozialdcinokrattjchen Frauentages in Rußland. Von St. Kollontay. Die neueste Nummer des Wahren Jacob gelaugt am I. Mai zur'Ausgabe und ist der Bedeutung des Tages entsprechend ausgestattet. Der Preis der Nummer ist 46 Ps. Probenunmieru sind jederzeit durch den Verlag I. H. W. Dictz Aachs. G. m. b. H. in Stuttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Wilhelm Joseph Schfinefeei*. Hauptsir. 163 Berlin, GroBiOrsthenstf. 1 Ein Verkauf sereisnis! Ihr eigenes Interesse erfordert es, meine Handschuh- und Strümpfe-Tage Große Muster* Kollektionen: (Herren) StFÜlBPfB(Damen) Damen-Strümpfe 48, 38 pi. Damen-Strümpfe ÄdteÄä 53 pi Damen-Strümpfe 7 5 Pf. Damen-Strümpfe Ä? 9 5 pi. seit lange mit großer Sorgfalt vorbereiteten eine gebührende Beachtung zu schenken! 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Armeekorps, beauftragt, sich nach V c r d u n zu begeben, um wegen der von zwei Offizieren des 2. Husarenregiments betriebenen antircpnblikanischen Wahlpropaganda und der von mehreren Unteroffizieren in einer Wählerversammlung veranstalteten royalistischen Kundgebung eine Untersuchung über die Gesinnung und Haltung der dar- tigen Garnison einzuleiten. Englanü. Der friedliche Asquith. Lindau» 20. April. Vor der Ablehnung des TadclSvotums hielt der Ministerpräsident As q u i t h eine Rede, in der er mit Beziehung auf die Rede Carsonz sagte: eine Vereinbarung könnte nichl erfolgreich erstrebt werden durcb parlamentarisches Feilschen in den Wandelgängen des Hauses. Es sei nutzlos, zu versuchen, hinter dem Rücken der Ulstcrleutc oder der Nationalisten zu einer Ver- mtbacuitg zu gelangen. Er nähme von der Erklärung Ca rso n S Kenntnis, doch sei diese in vielen Punkten unbestimmt und bedürfe noch starker Ergänzung, bevor man einer Einigung näher kommen könne. Die Rede Carsons sei bedeutungsvoll und zeige die Absicht, eine Beilegung zu ermöglichen, und die Regierung erwidere vollkommen de» Geist der Rede. Er könne und werde nicht mehr sagen, als daß die Regierung ein aufrichtiges und vernünftiges An- gebot gemacht habe, welches noch offen stehe. A s q u i t h schloß: Ich habe niemals die Tür vcrschloffen irgend welchen Mitteln, die zu einer Beilegung führen könnten, vorausgesetzt, daß sie die ehr- liche und aufrichtige Zustimmung der hauptsächlich interessierten Iren auf beiden Seiten und der beiden großen politischen Parteien in diesem Lande erhält, und ich werde diese Tür niemals schließen, wenn ich nicht durch die absolute Macht der Umstände dazu gc- zwungen werde. Unter keinen anderen Bedingungen halte ich cS für möglich, zu einer Verständigung zu gelangen, und ich flehe zum Himmel, daß wir zu einer Verständigung im- stände sein werden.__ Neue Anfragen und Ausflüchte. London, 30. April. Ter liberale Abgeordnete B Y I c s fragte an, welcher Art die geeigneten Schritte feien, um der Hoheit des Gesetzes Achtung zu verschaffen, die Ministerpräsident Asquith versprochen habe und die die Regierung unternehmen werde als Antwort aus die jüngsten aufrührerischen Borgange ,» Ulster. Asquith antwortete: es seien bereits Maßnahmen getroffen worden, die sich hoffentlich als wirksam erweisen wurden, um ledc Wiederkehr solcher Zwischenfälle unmöglich zu ma&n. Zic Regierung werde die Angelegenheit auch von anderen Gesichtspunkten a«S emer sorgfältigen Erwägung unterziehen. Es sei nicht wün- schcnswert, zurzeit eine öffentliche Erklärung abzugeben. Bhles fragte ferner, ob Asquith in Betracht ziehe, daß eine nationale Beschimpfung von solcher Größe und einem derartigen Charakter; wenn man sie unbestraft hingehen ließe, die Waffe des Gesetzes schwächen und die Achtung vor dem Gesetz vermindern würden. Asquith antwortete: Ich habe gesagt, daß die Regierung die Angelegenheit von ihren verschiedenen Gesichtspunkten aus einer sorgfältigen Erwägung unterziehen wird. China. Die Scheinverfaffung. Peking, 30. April. Die abgeänderte Verfassung, deren Wort- laut mvrgeil veröffentlicht wird, gibt dem Präsidenten die umfassendsten Befugnisse und macht ihn zum Haupt der Nation. Die Regierung kann die gesetzgebende Körperschaft einberufen, eröffnen, vertagen, schließen und auflösen, kann Vor- lagen und Etats einbringen, kann Gesetze, die vom Parlament angenommen worden sind, ihm zur Wiederertvägung zurück- geben und kann, falls ein solches Gesetz mit Dreiviertelmajorität nochmals angenommen wird, mit Zustimmung des Verwaltungsrats seine Veröffentlichung zurückhalten. Ferner kann die Regierung es ablehnen. Fragen über Verwaltungsangelegen- heiten, die ihr vom Parlament gestellt werden, zu beantworten, ivenn sie Geheimhaltung für notwendig hält. Der Präsident hat allein das Recht. Beamte und Offiziere zu ernennen oder zu entlassen, Krieg zu erklären. Frieden zu schließen und über Heer und Marine und die für beide notwendigen Ausgaben zu ver- fügen. Eine Bestimmung in der vorigen Verfassung, daß keine Einmischung höherer Beamter in die Amtsführung der Richter stattfinden soll, ist in der neuen Verfassung nicht enthalten. /tos der Partei. Genehmigter Maifestzug. Der Fcstzng am 1. Mai wurde von der Lübecker Polizeibehörde freigegeben, doch konnte die Behörde ihre Rotscheu nicht ganz überwinden; sie verbot deshalb die Mitführung von roten Bannern und Schärpen, die dem Zuge den Charakter einer sozialdemokratischen Demonstration geben könnten. Es wird aber doch eine!_ polizeiliches, Gerichtliches usw. Auf den Spuren Jagows. Tic kleinen Pristaws in der Provinz möchten es gern dem Berliner Polizeigewaltigcn Jagow nachmachen. So hat schon vor einiger Zeit der Polizcigewaltigc der Stadt Krefeld, ein Freiherr Dr. v. Hausen, der der Dezernent der städtischen Polizeiverwal- lung in Vertretung des gleichgesinnten Oberbürgermeisters Dr. Johansen ist, die Ausführung des Kinodramas„Wilhelm Dell" vor Kindern untersagt, hat das Drama Brieux',„Die Schiffbrüchigen", stubenrein zusammenstreichen lassen und durch die Anwendung der berüchtigten Verordnung des Oberpräsidenten betreffend die Ver- binderung des Strcikpostcnstehens während des Färberstreiks(Be» Hinderung der„Bequemlichkeit des Verkehrs") einer ganzen Reihe von Streikposten zu polizeilicher Bestrafung verholfen. Als neues Blatt hat er seinem Lorbeerkranz nunmehr die schikanöse BeHand- lung der den 1. M a i feiernden Arbeiter hinzugefügt. In einem Erlaß vom 27. April verfügt er, daß er öffentliche Umzüge ver- bindern und die Veranstalter zur Bestrafung bringen werde, daß er das Tragen„rrrcvolutivnärcr" Abzeichen verbiete, daß er aber auch die Schmückung deS Festlokales mit revolutionären Abzeichen, als da seien rote Fahnen usw., verhindern werde; da jedermann Zutritt zu diesem«saale gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes höbe. Ilm die Maifeiernde» weiter zu schädigen, verbietet er sogar den Tanz am l. Mai im Fcstlokalc. Dies Vorgehen ist um so besremd- licher, als bisher lediglich in Festzügen das Tragen„revolutionärer" Abzeichen verboten wurde. Das Vorgehen des kleinen Amtskollegen Jagows zeigt, daß jetzt auch am Rhein ein schärferer Wind zu wehen beginnt. Natürlich erreicht die Polizei nur das Gegenteil dessen, was sie will. Se hat damit eine gute Reklame für die Maifeier der Krefclder Arbeiterschaft gemacht. ftue Industrie und Handel. Eine Zwölfhundertmillionen-Grundung. Eine der größten finanziellen Transaktionen auf dem amcri- konischen Eisenbahnaktienmarkt ist gestern perfekt geworden. Unter der Führung der New Dort Central Bahn sind heute die Lake Shore, die Michigan Southern Bahn und einige andere kleinere Bahnen zu einer einzigen Gesellschaft, die den Namen der New Uork Central Bahn weiterführen wird, verschmolzen worden. Das Aktienkapital beträgt 300 Millionen Dollar(d. h. mehr als 1250 Millionen Mark), von denen 240 S90 OOO Dollar vorläufig zur Ausgabe gelangt sind, während der Rest erst später begeben wer- den soll._ Meierei C. Bolle A.-G. Die Meierei C. Bolle A.-G. in Berlin erzielte im letzten Jahre einen etwas geringeren Brutto- und Reingewinn als im Jahre 1912. Der Reingewinn stellt sich nach Abzug der Abschreibungen auf 523 700 M.(1912: 561 960 M.). Den Rückgang der Ergebnisse führt die Verwaltung auf die reichliche Milchproduktion des Jahres 1913 und auf dm starken Konsumrückgang infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage zurück. Als Dividende können trotzdem 9 Proz. auf das Aktienkapital von 4 Millionen gezahlt werden._ Ein Westdeutscher Eisenhändlerverband ist in diesen Tagen zustande gekommen. Ihm gehören elf Stabeifenhändler-Bercini- gungen in Rheinland-Wcstfalen an. Die unpolitifthe Seidenraupe. Gestern abend versammelte sich die Lichtenberger Arbeiterjugend in übergroßer Anzahl, uni das am vorigen Donnerstag für politisch erklärte Referat über„Pflege und Entwickelung der Seidenraupe" entgegenzunehmen. Die Fülle der Besucher war so mächtig, daß die Erwachsenen den Jugendlichen Platz machen mußten und den Garten als Aufenthaltsort wählten. Der Saal wurde polizeilich abgesperrt und es fanden Hunderte keinen Ein- laß. Die Polizei war in riesengroßem Aufgebot erschienen und bevölkerte die Frankfurter Chaussee und angrenzenden Straßen. Die Referenten des Abends, Lüdemann und Gottschar, er- örterten das Thema vom Standpunkt des Züchters und vom tcch- nischen Standpunkt aus. Der überwachende Polizeibeamte ver- suchte es mehreremal, den zweiten Redner Lüdemann zu unter- brechen, doch wurden polizeiliche Aktionen durch sofortige Ver- tagung der Versammlung verhindert. Roch einmal setzte er den Helm auf und„Ich ersuche den Redner"., v doch derselbe war fertig und es gab nichts mehr z» ersuchen. ?lls in der Diskussion ein Jugendlicher das Wort„letzter Donnerstag" erwähnte, ersuchte der Leutnant, den Saal innerhalb fünf Minuten zu räumen, da die Versammlung n u n- mehr einen politischen Charakter annehme. Der Vorsitzende setzte ihm jedoch auseinander, daß diese historische Er- wähnung nicht politisch wäre und die Versammlung weiter tagen werde. Da sich weitere Diskussionsredner nicht meldeten, wurde die Versammlung geschlossen, nachdem aufgefordert war, ohne Ver- zug nach Hause zu gehen, da die Rücken der jugendlichen Prole- tarier zu schade seien, um von Polizeisäbeln zerhackt zu werden. Als sich nach Schluß der Versammlung die Teilnehmer nach Hause begeben wollten, kam an der Ecke Gürtelstrahe und Frank- furter Chaussee mit mehreren Autos ein starkes Polizei-- a u f g e b o t an, das grundlos auf die ruhig ihres WegeS gehenden Passanten mit Gummiknüttcln einschlug, während reitende Schutz- leute die Bürgersteige säuberten. Dieses unerhörte Vorgehen reiht sich würdig den letzten Vorkommnissen an, nach denen sich ver- schiedcne Jugendliche in ärztliche Behandlung begeben mußten und teilweise noch heute arbeitsunfähig sind. So roh und brutal diese empörenden Vorfälle find, so sorgt doch die Polizei für immer stärkeres Anwachsen der proletarischen Jugendbewegung. Wer angesichts dieser Tatsachen die Ungercchtig- keit nicht erkennt, mit der man die Arbeiterjugend verfolgt, dem ist nicht zu helfen. Der Polizei gebührt aber für die geleistete Agitationsarbeit schließlich doch noch der Dank der Arbeiterjugend- bcwegung. Letzte Nachrichten. Ter Wahnftn« des Wettrüstens. Budapest, 30. April. Im Hcercsausschutz der u n g a r i- schenDclegation hielt Kriegsmimster v. Krobatkin ein Expose, in dem er ousführtc: Die G c s am t f o r d e rungen der Heeresverwaltung für das nächste Vertvaltungsjahr belaufen sich auf 575933 415 Kronen. Ge- Miß ein hoher Betrag, doch ist die militärische Last unserer Bevölkerung viel geringer, als die der Bevölkerung anderer Staaten. Der Minister verwies sodann auf die Riesen- s u m in e n, welche die großen Staaten des Kontinents ge- rade in der jüngsten Zeit ihrer Wehrmacht zugewandt hätten, und fuhr dann fort: Gegen die Macht der immer größer werdenden Rüstimgszahlen können wir uns nicht verschließen. Solange diese Zahlen bei unseren Nachbarn wachsen, könnenwir trotz unserer friedlichen Tendenzen nicht stehen bleiben, wir müssen viel- mehr weiter bauen, Wenn wir unsere berechtigten Interessen wahren wollen und unsere Grenzen unantastbar bleiben sollen.__ Ausstand in de» Hochofenwerkrn von Potrow. Petersburg, 30. April. In den Hochofenwerken von Potrow, Gouvernement Wladimir, ist ein Ausstand aus» gebrochen, der auf Lohndifferenzen zwischen den Arbeitern und der Verwaltung zurückzuführen ist. 10 00 0 Arbeiter haben sich bereits dem Streik angeschlossen. Man befürchtet, daß noch weitere ihrem Beispiel folgen werden und die Hochofenverwaltung dadurch gezwungen wird, verschiedene Hochöfen auszublasen. Zu Ruhestörungen ist«S bisher nicht gekommen. Arbeitslofenverficherung in Breslau. Breslau, 30. April. Di« Stadtverordneten stimmten dem An- trage des Magistrats gemäß der Vorbereitung einer Gründung einer Versicherungskasse gegen ArbeitSLefig. keit zu. F 3 unserer beim Gericht niedergelegten Statuten lautet:*Die Gesellschaft ist verpflichtet, die Verkaufspreise derart zu normieren, dass dieselben nicht höher als 10 Prozent über dem Selbstkostenpreis sind* Professor Dr. Schär, Dozent an der Berliner Handelshochschule, schreibt in der Zeitschrift für Handelswissenschaft folgendes:>Das Verkaufsspstem— Selbstkostenpreis+ to Prozent— bedeutet einen ökonomischen Fortschritt im Detailhandel.* Deutsche Bekleidungsgesellschaft m.b.H. Vertrieb von Herren« und Knafeen- Garderobe mm Seibstkostenprei»+ 10% Hutien Chausseestrasse 27 Gr. Frankfurter Strasse 4 Turmstrasse 80 Neukölln, Bergstrasse 7-8 Nahe invalldenetracee Ecke Fruchtetraeee Moabit Ecke Prinz-HandJery-ttraaaa Herren-Anzüge..............„16"«.« 49" Herren-Beinkleider.....„ 2" t.".16" Herr.-Paletots u. Ulster».» 15M»•>< 46ss Knaben-Anzüge..............„ 2"«•„12" Bedeutende Ersparnisse Nur erstklassige Fabrikate
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