Nr. 119. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 3.30 Mt. monatl. 1,10 RL, wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Kummer 5 Bfg. Sonntags, mimmer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Böjt. Sbornement: 1,10 Mar? bro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übtige Ausland 4 Mart pro Monat. Bustabonnements nehmen alt: Belgien, Dänemart ,, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 fg., für politische und gemertschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckie Wort 20 Big.( guläffig 2 fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengefuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Big., jedes meitere Borto Bfg. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1983. Nach den Wahlen. Von Hjalmar Branting Stockholm. Sonntag, den 3. Mai 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morinplatz, Nr. 1984. Es gibt ja auch gewiß in der schwedischen rechtsliberalen für die Arbeitslosenversichung ausgesprochen hatte. Was man Presse Stimmen, welche eine solche, selbstmörderische Politik| vielleicht nicht so voraussehen konnte, war die Geschlossenheit, ihrer Partei empfehlen. Unter den wirklichen Führern mit der die Ablehnung erfolgte. Von den mehr als 90 Steichsder Liberalen werden sie jedoch kaum die rechte Gegenliebe räten traten ungefähr 10 für die Regierungsvorlage ein. finden. Es steht fest, was ich früher schon angezeigt habe, Die Abstimmung ist bedeutsam nicht wegen der Höhe der Der Ausgleich der Stärkeverhältnisse unserer drei daß die schwedische liberale Partei von ihrem rechten Flügel, Summe, um die es fich handelte. Die 75 000 m. hätten, auch Parteien, den ic) als wahrscheinliches Resultat der Wahlen dank den diesjährigen Ereignissen, ziemlich gesäubert worden wenn sie bewilligt worden wären, herzlich wenig Bedeutung in meinem vorigen Artikel( siehe Vorwärts" vom 18. April) ist. Nur eine sehr geringe Zahl von Rüstungseiferern um für die Arbeitslosen gehabt. 75 000 W. für Hunderttausende angegeben hatte, liegt jetzt als Tatsache vor. Die Parteien jeden Preis hat sich in den Wahlen gehalten. in einem Augenblick, da man eben die königliche Zivilliste berteilen unter sich die Wählerschaft wovon diesmal rund Man fann es aber andererseits verstehen, daß die libe- um rund anderthalb Millionen erhöht hatte, es fam einer 72 Broz, gestimmt haben gegenüber nur 57 Prog. 1911 soralen Führer offenbar nicht allzu geneigt sind, sofort das Verhöhnung der Not der Arbeitslosen gleich! Aber es war daß die Sozialdemokraten 30 Pro 3., insgesamt 230 000 Staatsruder wieder zu ergreifen. Ihre Partei ist die einzige, doch ein Prinzip, das hier zur Entscheidung stand. SollteStimmen, bekommen haben, die Liberalen etwas mehr als die bei den Wahlen zurückgedrängt wurde und durch unglück zum ersten Wale in Deutschland von einem Staate aus 32 Pro, 245 000 Stimmen, und die Rechte etwa 37% Pros., liche Zufälle der Wahlkreisgeometrie ist sie sogar zur klein- irgend etwas zur Förderung der Arbeitslosenverfithering gerund 285 000 Stimmen. st en herabgedrüdt worden; ein richtiger Proporz würde schehen oder nicht? Die Regierung und die Vertreter des uns statt 73 nur 70, den Liberalen aber 74 statt 71 Sige gegeben Bolfes hatten sich dafür entschieden. Die Reichsratskammer haben. Ihre parlamentarische Position ist zwar insoweit eine hat einen Strich durch ihre Rechnung gemacht. starfe, daß sie zwischen Stonservativen und Sozialdemokraten die Entscheidung geben. Der Vergleich mit ihrer früheren Position wird jedoch allzu nahe liegen, und die Notwendigkeit eines beträchtlich engeren Einverständnisses mit den Sozialdemokraten wird einer Fraktion der liberalen Partei nie bejonders angenehm erscheinen. 1911 waren die entsprechenden Zahlen resp. 28,5, 40,2 und, 31,5 Proz. Der absolute Stimmenzuwachs betrug jebt für uns 57000 Stimmen, für die Liberalen nur 2000, für die Rechte dagegen etwa 98,000 Stimmen. Unter diesen befinden sich die nationalistischen Ueber Täufer, die früher rechts- liberal gestimmt haben, deren Zahl vielleicht 20 000 bis 30 000 beträgt. Den Liberalen ist es gelungen, diesen Verlust aus ihren Reserven wettzumachen, mehr aber haben sie diesmal nicht vermocht. Die Reichsratstammer ist, ins Bayerische übersetzt, ungefähr dasselbe wie das preußische Herrenhaus; allenfalls ein wenig plutokratischer. Nur absolut zuverlässige" Elemente zählen zu ihr; rund anderthalb Dugend königlicher Brinzen, etwa ebensoviele„ Häupter der ehemals reichsständigen Familien", zwei Stronbeamte des Reichs, vier geistliche WürdenWenn solche Bedenken im liberalen Lager überwiegen, träger und im übrigen erbliche und lebenslängliche, vont fann man ja offenbar die Partei nicht nötigen, jest wider König ernannte Mitglieder; der König wird sie," so heißt es gillen die Regierung zu übernehmen. Es wird wohl unter mit erfrischender Offenheit im Artikel II des Gesetzes vont folchen Umständen zunächst eine Interimsregierung 9. März 1828 über die Bildung der Kammer der Reichsräte, eintreten, sei es, daß die jetzige, trotzdem ihre Vorschläge in aus ienen Personen auswählen, die entweder dem Staate entscheidenden Punkten voraussichtlich verworfen ausgezeichnete Dienste geleistet haben, oder von adliger werden müssen, doch noch einige Monate weiter fortzuwursteln Geburt sind, oder Vermögen besitzen." wünscht, oder daß eine andere Regierung interimistischen Sie rühmen fich gern, die wahren Stüßen des Thrones Charakters ihren Platz übernehmen wird, bis die Septem- und der Regierung zu sein. Und find es auch, solange der berwahlen die endliche Entscheidung gebracht haben. Die Thron und die Regierung ihre Stiven sind. Sonst geht es Riberalen erhoffen von diesen eine teilweise Revanche der auch anders. Der Minister des Innern, der Freiherr v. Soden Rechten gegenüber, und es wäre sehr möglich, daß es so tom und der Ministerpräsident Graf Hertling bemühten fich zit men fönnte. gweit im Schmeiße ihres Angesichts, die verianmelten Reichstäte für ihre Vorlage zu gewinnen; es halj dennoch nichts. Der König jelbft hatte ich vor einigen Monaten, als er nach Nürnberg tam und fich dort bei der Industriebevölkerung eine gute Aufnahme schaffen wollte, in einem Handschreiben für die Arbeitslosenversicherung eingefekt; es hinderte die patentierten Sliter und Schüßer des Thrones nicht, ihre Zufriminung zu berfagen. Selbst ein gutes Dugend der Königlichen Prinzen desavonierte ihren königlichen Herrn und Familtenvorstand. Nur daß die Bedingung dafür ist, daß die Frage der Berstärkung der Landesverteidigung von dem jetzt bevorstehenden Reichstage gelöst wird. Es ist folglich vorauszusehen. daß die liberale Partet ihr möglichstes qufbieten wird, eine positive Lösung in der Sommerfeffion zu erreichen. Es kann ohne weiteres zugestanden werden, daß der 3uwachs der Rechten ein wenig stärker ausgefallen ist als es anfangs wahrscheinlich schien. Die Position der Liberalen in den Bauernprovinzen Mittel- und Nordschwedens bat fich dagegen etwas schivächer erwiesen, als man nach dem Eirdrud der Versammlungen und der Stimmung der lokalen Bresse meinen konnte. Das läßt darauf schließen, daß die Bropaganda des Sojafen Schredens, die Signatur dieser Wahlen, auch bei den kleinen Leuten auf dem flachen Lande etwas mehr gewirft hat, als man es vorher gern angenommen hätte. Der Einfluß der Geistlichkeit in gewissen Bandesteilen ist auch nicht zu unterschätzen. Hat es sich ja diesmal in großer Zahl unt Leute gehandelt, die erst jeit 1911 überhaupt wahlberechtigt, noch niemals früher gestimmt haben. Wie es in den ganz entlegenen Gegenden gentacht wurde, davon teilt eines unserer nördlichen Provinzblätter ein drastisches Beispiel mit: In Karesuando, der allernörd lichsten Ecke von Lappland, noch Hunderte von Kilometern Die große Frage für die nächste Entwidelung Schwebens nördlich von Kiruna, wurden insgesamt 60 Stimmen abge- wird felglich sein: welche Lösung? Mit der Rechten zu geben, alle für die Konservativen. Die Priester und Pre- gehen, dürfte jeder politische Anstand, jedes politische Vordiger in jenen weltentfernten Gegenden, alle von einem ausfehen den Liberalen absolut verbieten. Bleibt dann nur, sonderartigen finnischen Settierertum, Laftadianismus ge- eine Löfung im wesentlichen zusammen mit den Sozialnannt, angehaucht, hatten überall in den Ansiedlerdörfern demokraten zu versuchen, die ja auch, trotz der Lügen das Märchen verbreitet, daß die Sozialisten die allgemeine und Verdrehungen der meisten bürgerlichen Blätter, für ein Abichlachtung aller Christen vorbereiteten! Im füdlichen Teil desselben Wahlkreises, der bis zum nördlichsten Teil des Bottnischen Meerbusens sich ausdehnt, gingen weibliche Agitatoren unter den Bauern herum und fragten fie, ob sie denn wirklich, wie die Linke, den König absetzen wollten, weil er ihnen den nötigen Schutz gegen die Rojaten zu geben wünscht. Trotz alledem haben unsere Genossen in jenem Streise 2 von den 3 Mandaten gewonnen; die Liberalen sind aber vollständig ausgefallen. positives, die Landesverteidigung in den wichtigsten Punkten verstärkendes Programm eingetreten sind. Offenbar wird es Schwierigkeiten bieten, diesen Weg zu betreten, Schwierigkeiten auf seiten beider daran allen falls beteiligten Parteien. Wenn jedoch das schwedische Volk nicht bergebens gegenüber den Ansprüchen des königlichen Militarismus seinen Kampf jo brab bestanden hat, so wird so das der einzige Weg sein, der zu einem Ziele führen kann. Der mexikanische Konflikt. Die bayerischen Reichsräte sind auch sehr fronime Leute. Ganz abgesehen von den vier hohen Geistlichen, haben sie in dem Herrn v. Gramer- Slett, Hauptaktionär der Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg, einen Mann in ihrer Mitte, der einen wahren Apostelberuf in sich fühlt; er liebt es mit Gott dem Allmächtigen" zu operieren und predigt von der Kanzel der Reichsratskammer herunter die Erneuerung in Christo". Das hat weder ihn noch seine Freunde gehindert, unter den fadenscheinigsten Vorwänden gegen den staatlichen Zuschuß zur Arbeitslosenversicherung zu stimmen. Noch am Tage vor der Abstimmung hielt er eine seiner Bußpredigten und pries die Gebote der Bergpredigt. Die praktische Betätigung des Herrn fann höchstens an eins erinnern: Selig sind, die da geistig arm sind. Es handelt sich bei diesem endlichen Gesamtergebnis jedoch nur um sehr fleine Sorrekturen an dem, was vorausgesehen war; die Rechte ging auf etwas über 36 Proz. herauf ,! Nach einem Telegramm aus der Stadt Merito hat die Königstreue und Christentum sind gute Dinge. Aber die Liberalen blieben etwas hinter 33 Proz. zurück; die So-| zialdemokratie ist, wie wir es hofften, verstärkt aus dem mexikanische Regierung die Einstellung der Feind sie dürfen sich dem Profit nicht in den Weg stellen. Die Wahlkampfe gekommen und steht jest an Zahl den beiden seligkeiten während der Vermittelung befohlen. Von die den Reichsräten ihre Saltung diktierte. Es trat deutlich Angst um den Profit, um die eigene Machtstellung war es, alten Barteien sehr nahe. Der allgemeine Ein- den Vertretern der Vereinigten Staaten, der Bundestruppen genug zutage. Der Freiherr v. Würzburg gab seiner Bedrud des Wahlresultats bleibt folglich derselbe: die Rechte und der Rebellen sei bereits das dreifache Abkommen fürchtung Ausdrud, daß die Einführung der Arbeitslosenvermar und bleibt eine Minderheit; das schwedische Bolt hat mit rund 475 000 Stimmen gegen nur 285 000 das über den Waffenstillstand unterzeichnet worden. ficherung die Gewerkschaftsbewegung fördern könnte, ähnlich. jetzt vorzulegende Rüstungsprogramm des Königs Danach würde also in Mexiko der Waffenstillstand zwischen wie es auch schon bei den Ausschußberatungen geäußert worund seines jetzigen Ministeriums im voraus verworfen. allen Parteien zur Tatsache geworden sein, während ein den war. und der Fürst von Löwenstein- Wertheim- FreidenInsoweit ist die parlamentarische Lage ganz früheres Telegramm nur von der Einstellung der Feindselig berg erflärte, deshalb gegen die Bewilligung der 75 000 Har. Den 86 Stimmen der Rechten in der neuen Stammer feiten zwischen den Vereinigten Staaten und den Truppen Mark zu sein, weil damit ein Programmpunkt der Sozialdemokratie" zur Durchführung kommen würde. Um die Ge( tehen 73 sozialdemokratische und 71 liberale Stimmen gegen- Huertas zu melden wußte. werkschaften feinen Vorteil ziehen zu lassen, um der Sozialftimmte man gegen Regierung und König, gegen christliche demokratie nicht einen Erfolg zuteil werden zu lassen, darunt Gebote und eigene beijere Erkenntnis. über. Auch wenn die beiden Kammern in Budgetfragen Diesen Nachrichten widersprechen aber andere. Danach eventuell gemeinsam abstimmen, wird die Mehrheit der Rech hätte Huerta seinen Ministern des Aeußern, Rojas, entten in der Ersten Kammer( 87 gegen 50 Liberale und 13 So lassen, weil dieser den Vorschlag gemacht hätte, eine Stom zialdemokraten) nicht genügen, um das Votum des Reichstags zu bestimmen. Es bleibt noch immer eine Mehrheit der mission zu Friedensunterhandlungen nach Washington zu senden. Und ebensowenig ist mit den WaffenstillstandsLinfen von 207 gegen 173 Stimmen. Gegen die Zinke fann folglich in Echiveden nicht re- Meldungen zu vereinbaren, daß die Stämpfe um Tampico giert werden. Aber gewiß hängt dabei alles davon ab, ob mit ungeminderter Heftigkeit fortdauern. Ja der„ New York Diese ganze Linke auch die Konsequenzen des Volksvotums Herald" bringt bereits die Meldung, daß die Stadt Tampico zu ziehen bereit ſei. schon am Freitag in die Hände der Rebellen gefallen sei, die Ich habe im Stocholmer Sozialdemokraten" als die unter dem Oberbefehl des Generals Carranza standen. nach meiner Ansicht natürlichste Lösung der Krisis die Die Streitkräfte Huertas hätten eine definitive Niederlage er Wiederherstellung des durch das persönliche Eingreifen fitten. Würde sich diese Tatsache bewahrheiten, so würde sie des Königs gestürzte Ministerium Staaff angegeben, aber mit einer Orientierung nach links, die dem freilich Huerta zur Nachgiebigkeit drängen. verstärkten Einfluß der Sozialdemokratie entspräche. In der fonservativen Presse hat man darüber Zeter und Mordio ge Reichsräte und Arbeitslose. Die Frage bleibt mur, ob man nicht gerade das Gegenteil von dem erreicht, was man sich vorſette. Es kann für die Arbeiterschaft nichts Aufreizenderes geben als die Ablehnung dieser Forderung für die Arbeitslofenversicherung; fie hat bereits am 1. Mai ihre Wirkung getan. Wo immer die Nedner dieses Tages sich mit der Haltung der Reichsratskammer beSchäftigten, löfte das Thema ungewöhnliche Bewegung and dem Vorstoß der Reichsratskammer Stellung genonumen. Dos Entrüstung aue. In Hunderten von Resolutionen ward an ist auch durchaus verständlich. Immer noch lastet, befonders auch in Bayern, die Krise schwer auf dem wirtschaftlichem Leben. Das Elend der Arbeitslosigkeit ist groß. Die Rückfichtslosigkeit und Selbstherrlichkeit, mit der die geborenen und ernannten Gefeßgeber der Ersten Kammer den Anfang einer schrien. Da schwelgt man noch in täuschenden Vorstellungen staatlichen Versicherung gegen die Schäden der Arbeitslosigkeit des gewonnenen großen Sieges", wozu die neugewonnenen Die bayerische Kammer der Reichsräte hat die von der vereitelten, muß noch langehin ihre aufrüttelnde Wirkung 22 Mandate strupellos umgedichtet worden sind. Ohne weiteres wird proklamiert, daß nach der ganzen Lage die Libe- Regierung geforderten, von der Abgeordnetenkammer nach tun. Die Arbeitslosenversicherung als soziale Notwendigkeit ralen sich jetzt nur zu unterwerfen hätten, um mit der langen Verhandlungen auch bewilligten 75 000 M. für staat- wird sich durchsetzen, fie marschiert. Indem die ReichsratsRechten gemeinsam die Rüstungsfrage zu lösen. Solche Töne liche Zuschüsse zu einer fommunalen Arbeitslofenversicherung fammer fich ihr in den Weg stellte, gerät sie nur in die Gewerden auch hier und da in der ausländischen Preise laut; so abgelehnt; auch ein Vermittelungsantrag des Grafen fahr, von ihr zu Boden getreten zu werden. Reif, um verfehe ich z. B., daß die Bojiische Zeitung" und das„ Berliner v. Törring- zettenbach fiel. Man hatte nach den Ausschuß nichtet zu werden, ist sie längst. Es wäre nur zu wünschen, Tageblatt" gefchäftig in dasselbe Horn blasen: die schwedischen, beratungen die Ablehnung erwarten müffen, obgleich noch daß ihr Streich gegen die staatliche Förderung der Arbeitsvor zwei Jahren ein Beschluß der Reichsräte sich in der Theorie lofigkeit ihr Ende beschleunigt. Liberalen müßten sich jetzt nach rechts orientieren, Maifeier im Junkerparlament. " Idem Hause, um die Vortrefflichkeit der Berufsgenossenschaft| legt. Gegenüber den Erklärungen des Abg. Borsch im preußi und die Uneigennütigkeit der Reeder zu besingen. schen Landtage versichert das Aachener Zentrumsblatt, daß Ministerialdirektor von Joncquières machte den der falsche Raiserbrief schon vor 6 Jahren Anfang. Der Reihe nach folgten ihm Herr Dr. Pfleger in Zentrumsfreifen allgemein befannt war. bom Zentrum, Herr Bassermann, Graf Westarp, Das jezt abzustreiten, sei ein ganz nugloses Beginnen. WörtDr. Heckscher, Dr. Arendt und so weiter.... Am lich erzählt der Aachener Volksfreund": „ Als der„ Volksfreund" die Angelegenheit zur Sprache eifrigsten war Herr Dr. Heckscher. Natürlich! Es war eine brachte, fiel man von allen Seiten mit Kennermiene aus den ausgezeichnete Gelegenheit zur Betätigung all der EigenTüren; sogar der umstrittene Sak wurde bestätigt; so int schaften, die ihn einst zum Blockjüngling befähigten. AußerBayerischen Kurier" Nr. 83, im Badischen Be= dem ist er Direktor bei Herrn Ballin. Und zwar der sozialobachter" Nr. 82, in der Augsburger Postzeitung" politischen Abteilung der Hamburg- Amerifa- Linie! Es war Nr. 135 und in der Korrespondenz Erzberger". Es also ganz in der Ordnung, daß er besonders feurig in der handelt sich also nicht um den etwa isolierten„ Voltsfreund" und Abwehr gegen Schumann war. um die„ Allgemeine Rundschau", wie jetzt die Dialektik feststellen möchte." Unvorsichtig aber war ein Appell an das Zeugnis des Genossen Stolten. Der Nachfolger Bebels im Reichstag antwortete ihm alsbald in einer sehr sachkundigen und aufmerksam angehörten Rede, daß er sich in völliger sachlicher Uebereinstimmung mit Schumann befinde. Und da Herr Dr. Heckscher sich so sehr über den Ton in Schumanns Rede entrüstet hatte, war Stolten boshaft genug, ihm, der einst revolutionären Sturm und Drang poetisch umgesetzt hat, lächelnd zu sagen, daß der Ausdruck immer Sache des Temperaments ist. " Gegenüber dieser interessanten Feststellung wird auch das Geschwätz Erzbergers nichts nügen. Es bleibt bestehen, daß in Zentrumsfreisen bereits seit Jahren hinter den Kulissen mit dem gefälschten Kaiserbrief operiert und Stimmungsmache betrieben worden ist, und daß das jekige Hervorholen des Briefes nur erfolgte, um die Regierung zur völligen Aufhebung des Jesuitengesezes zu zwingen. Nachdem der Verfitch mißglidt ist, wird mun freilich die Meute zurüdgepfiffen, und die Herren Erzberger und Jäger müssen sogar an sich selbst ein Art Harifiri vollziehen. 1200 Millionen Wehrbeitrag. Als zielbewußte Verfechter des Gedankens der völligen Arbeitsruhe, soweit die herrschenden Klassen in Betracht kommen, hat die übergroße Mehrzahl der Mitglieder der preußischen Duma diesen ihren Programmpunkt in die Tat umgesetzt und ist am Freitag, den 1. Mai, der Situng ferngeblieben. Und das Bäckerdutzend, das sich cingedent seiner parlamentarischen Pflichten in der Pring- Albrecht Straße eingefunden hatte, demonstrierte seinerseits für den Acht Stundentag, indem es die Verhandlungsdauer auf rund acht Stunben ausdehnte. Dieser Unfug, der im Abgeordnetenhause eingerissen ist, ist selbst dieses Parlaments unwürdig. Einstimmig hat das Haus vor einiger Zeit die Regierung um frühere Einberufung des Landtags gebeten, die Regierung aber hat sich nicht daran gekehrt und wieder den verfassungsmäßig spätesten Termin für den Zusammentritt gewählt. Und das, obwohl sie außer dem Etat eine Reihe umfangreicher Gesetzesvorlagen eingebracht hat, deren Beratung ungewöhnlich lange Zeit in Anspruch nimmt. Schon die " normalen" Sizungen pflegen sich jetzt so auszudehnen, daß es feinem Menschen möglich ist, den Verhandlungen mit der nötigen Aufmerksamkeit zu folgen. Die Abgeordneten, noch mehr aber die Beamten des Hauses und vor allem die Vertreter der Preise werden über alle Maßen angestrengt, die Debatten selbst sind nur noch eine Farce. Und das allerskandalöseste ist, daß die MehrheitsAuch Schumann selbst ließ sich von seiner Verworfenheit parteien, an deren Widerspruch eine Begrenzung der Sizungen auf nicht überzeugen. Er stellte noch einmal in aller Präzision ein vernünftiges Maß zu scheitern pflegt, selbst nur in ganz ge- feinen Standpunkt fest. Der Vertrag selbst wurde einstimmig in drei Lesungen ringer Zahl anwesend sind. Die Bänke der Rechten und des Zentrums sind so gut wie leer, nur hier und da sieht man ein Mitglied verabschiedet. Die Berlliner Politischen Nachrichten" teilen anscheinend Die Sonnabendiizung war dem Buch ma che r- offigiös mit, daß sich die Erträgnisse des Wehrbeitrags sein Mittagsschläfchen halten. Die Abgeordneten, die es mit der Erfüllung ihrer Pflicht ernstnehmen, werden durch eine grenzenloje geje gewidmet. Das Lotteriespiel ist in Deutschland längst erst im Spätsommer endgültig feststellen lassen würden, immerhin Ausbeutung ihrer Arbeitskraft bestraft. Ein 12 stündiger Arbeits- eine amtlich geschütte und organisierte Einrichtung. Die ließen die aus einer Reihe von Großstädten und Landkreisen bis tag ist für die Mitglieder des Hauses, die gleichzeitig Kommis- Finanznot hat jetzt die Regierung dazu gedrängt, das Wett- her bekanntgewordenen Ziffern der voraussichtlichen Wehrbeitragssionen angehören, die Regel geworden. Und das alles, weil die spiel bei Pferderennen in engeren gesetzlichen Rahmen zu einnahme einen einigermaßen zuverlässigen Schluß wenigstens Herren von der Regierung sich nicht bequemen, den Landtag zeitig fassen: die Buchmacher, die bisher mehr oder weniger geheim insoweit zu, als mit einem Ueberschuß in Höhe von mindestens einzuberufen. Läßt sich das Haus das gefallen, dann freilich ist solche Wetten annehmen, sollen nach der Vorlage besonders 200 millionen Mart über die ursprüngliche Ertragses einer solchen Behandlung wert. fonzessionierte Persönlichkeiten werden. Der Staatsschäßung von 1000 Millionen Mark hinausgerechnet werden dürfe, Die Debaite selbst, die sich auf das Universitätswesen iekretär des Reichsschazamtes, der nach der Erledigung wobei auch ein Abzug von 3 Proz. für nichteingehende oder bezog, zeichnete sich wieder durch die Tendenz aus, die Universitäten einiger Rechnungssachen und zahlreicher Petitionen- jeinen zurückzuzahlende Beträge in Ansat gebracht sei. Auf Grund noch mehr als es heute schon der Fall ist, in den Dienst der Inter- Entwurf begründete, behauptete zwar, die Regierung dieser Annahme, zu der sich die Reichsfinanzverwaltung bekennt, essen der herrschenden Klassen zu stellen. Eine freie Wissenschaft wolle nichts davon wissen, daß der Grundjak non olet in das würden sich für die Gestaltung der Finanzlage des Reiches gibt es in Preußen nicht mehr, an ihre Stelle ist schon längst die Staatsleben offizielle Aufnahme finde. Aber sein durch- während der Geltungsdauer des Wehrbeitragsgesetzes günstigere föniglich preußische Wissenschaft getreten, die ihr Gepräge von schlagendes Argument war doch die Bemerkung, daß das neue Aussichten eröffnen. Von der Höhe des Betrages, um den die für einem reattionären Ministerium empfängt und nur das zu lehren Gesetz Erträgnisse in Höhe von 10 bis 12 Millionen Mark den Dedungsbedarf des Wehrgesetes erforderliche duldet, was oben genehm ist. Aber das geht den Dunkelmännern haben werde. Daneben kann man freilich anerkennen, daß Summe schließlich überschritten wird, würde es natürlich im Junkerparlament noch nicht weit genug. Es genügt ihnen die Konzessionierung der Buchmacher die weitere Ausdehnung abhängen, ob und in welchem Maße eine Kürzung der nicht, daß Lehrer wegen ihrer politischen Anschauungen aus ihren des Rennwettens in die breitesten Volkskreise hindern werde, Tekten Rate des Wehrbeitrags Plak greifen kann. Aemtern entfernt, daß Lehrstühle nur mit Vertretern einer be- schon dadurch, daß sie die Zahl der Gelegenheiten verringert. Man wird schon dafür sorgen, daß der Ueberschuß von stimmten wissenschaftlichen Richtung besetzt werden, ihr Streben Darauf wies namentlich Genosse Franf hin, der gerade 200 Millionen Mark durch lleberschreitungen" des Voranschlags ist darauf gerichtet, die freie Forschung völlig zu fnebeln, und sie diese sozialpolitische Wirkung des neuen Gesezes unterstrich. aufgebraucht wird wenn nicht ettoa mittlerweile eine neue sind entschlossen, nicht cher zu ruhen, als bis die Wissenschaft zur Die Redner sämtlicher Fraktionen erklärten sich mit dem Ge- Militärvorlage kommt, die den Ueberschuß auffrißt. dienenden Magd entwürdigt ist. Dies Verhalten der herrschenden dankengang des Entwurfes einverstanden, bis auf den Polen Kreise stellte Genosse Liebknecht gebührend an den Pranger; Seyda, der prinzipielle Bedenken äußerte und auf Herrn gleichzeitig trat er in seiner Rede warm für das Frauenstudium Dr. Arendt, der die warnende Stimme seiner rettenden Sittein und kritisierte abfällig das Vorgehen der Universitätsbehörden lichkeit erhob. gegen Ausländer, das sich im Grunde genommen nur gegen die russischen Studenten richtet. Eine längere Diskussion riefen einige Anträge hervor, die sich auf die Frankfurter Universität beziehen und die Errichtung einer theologischen Universität wünschen. Die Konservativen wollen dafür staatliche Mittel bewilligt haben, offenbar in der Absicht, den Einfluß der Regierung zu vermehren. Die Nationalliberalen dagegen hop/ fordern die Errichtung der theologischen Fakultät ohne Staatsmittel. Beide Anträge, zu denen zu sprechen unserem Vertreter durch wentinen Schlußantrag die Möglichkeit genommen wurde, gingen an die Budgetkommission. Das gleiche Schidjal widerfuhr Anträgen, die die Pflege der Auslandswissenschaften betreffen. * Am Sonnabend setzte das Abgeordnetenhaus die Beratung des Kultusctats fort und beendete zunächst das Kapitel Universitäten. Die Debatte war, obwohl nur noch lokale Fragen erörtert werden durften, doch von großer Bedeutung. Beigte sie doch, daß das Bestreben, wenn auch nicht die Wissenschaft so doch wissenschaftliche Institute Klasseninteressen dienstbar zu machen, selbst in fortschrittlichen Kreisen Sympathien begegnet. Genosse Braun brachte das Verhalten der Direktoren der Universitätskliniken in Königsberg anläßlich des letzten Aeratestreits zur Sprache. Die Aerzte haben dort, da es zu keiner Einigung mit den Kassen kam, ihre Tätigkeit für die Kassen kurzer Hand eingestellt. Aber nicht genug damit, haben sie die Direktoren der Universitätskliniken bewogen, ein gleiches zu tun und Rassenmitglieder nicht mehr zu behandeln. Und diesem geradezu haarsträubenden Mißbrauch der aus allgemeinen Mitteln unterhaltenen Universitätseinrichtungen, die übrigens auch vom Minister gebilligt war, erstand ein Verteidiger in der Person des Fortschrittlers" Dr. Mugdan, der es in echt talmudistischer Spitfindigkeit so darzustellen suchte, als ob die Sv= zialdemokraten verlangen, daß die Universitätskliniken zuungunsten der streifenden Aerzte Streitarbeit verrichten sollen. Dieser seltſame Schutzpatron der streitenden Aerzte wurde in glänzender Weise durch den Genossen Braun abgeführt, und als er an dieser einen Abfuhr noch nicht genug hatte, brachte ihn Genosse Hue durch ein paar kurze, aber treffende Bemerkungen vollends zur Strede. Interessant waren auch die Ausführungen unseres Genossen Sat nisch über die Maßregelung von Greifswalder Studenten, die es gewagt hatten, gegen den Alkoholmisbrauch zu agitieren. Mit Recht zog er aus diesem Vorgang den Schluß von der Unhaltbarkeit des heutigen Universitätsrechts. Nach Ueberweisung einiger Anträge auf Errichtung von Lehrftühlen an die Unterrichtskommission begann das Haus die Beratung des Kapitels Höheres Schulwesen", vertagte aber die Debatte bald auf Montag. Politische Uebersicht. Kleine Vorlagen im Reichstage. Die Freitagssigung des Reichstags war einer Reihe fleiner Vorlagen gewidmet, von denen indessen eine, das internationale Abkommen, das aus der TitanicRatastrophe hervorgegangen ist, eine längere Erörterung brachte. Die anderen Vorlagen über statistische Aufnahmen der Vorräte an Getreide und Müllerei- Erzeugnisse und über Rechte der Besizer von Schuldverschreibungen wurden beide debattelos in allen Lesungen erledigt. überwiesen. Ein Mißtrauensvotum für den sächsischen Polizeiminister. stat des Ministeriums des Innern zur Beratung. Die sozialdemo Am Donnerstag stand im sächsischen Landtage, der Die Vorlage wurde schließlich an eine Spezialkommission Am Montag beginnt die zweite Lesung der Kon- kratische Fraktion rechnete mit dem Grafen Visthum, dem furrenzklausel- Vorlage. Minister des Innern, wegen seiner Nichtbestätigung gewählter sozialdemokratischer Gemeindevorsteher ab. Regelmäßig werden in Sachsen Sozialdemokraten, auch wenn sie nur zu GeDie zurückgepfiffene klerikale Meute. meindeältesten gewählt worden sind, nicht bestätigt, selbst wenn sie Die Zentrumstaftifer halten es für angebracht, noch deut- wiederholt gewählt worden sind. Dieses Verfahren hatte die Relicher als bisher zu verkünden, daß die Zentrumspartei als gierung bei der Statsberatung mit der Rebensart begründet, die solche nichts mit den von verschiedenen Zentrumsblättern Sozialdemokratie jei staatsfeindlich. Solche Maßregelung wegen veröffentlichten Raiserbrieffälschungen zu tun haben will und politischer Gesinnung fennzeichnete bei der Beratung des Minijede Verantwortung dafür ablehnt. Nachdem jüngst von dem fteriums des Innern Genosse Fleißner als verfassungswidrig und flerifalen Bizepräsidenten des Abgeordnetenhauses, dem Ge- fündigte an, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten bei der heimrat Dr. Borsch, die Verbreiter der gefälschten Stellen Abstimmung über das zur Beratung stehende Gehalt des glatt abgeschüttelt worden sind, kommen nun auf Befehl der Ministers zum Ausdrud bringen würden, daß der Minister das Bentrumsleitung auch noch die Herren Erzberger und Vertrauen der Bevölkerung nicht befize äger selbst und bestätigen, daß sie vorgefIuntert Der Minister erwiderte darauf, die Bestätigung werde haben. Abgeordneter Erzberger versichert in einer nicht der sozialdemokratischen Gesinnung wegen versagt, wohl längeren Erklärung: aber dann, wenn sich die Gewählten offen zur " Auf Grund bester Informationen, die nicht von Regie- Sozialdemokratie bekennen. Man könne nicht verrungsseite erfolgten, kann ich mich den Ausführungen des Ab- langen, daß die Vertreter einer Partei, die bei jeder Gelegenheit geordneten Dr. Borsch anschließen und erklären, der Kaiserbrief die. Revolution berherrliche und auch die Barrikadenenthält nichts, was für einen Katholiken beleidigend wäre. Mit fämpfer von 1849 feiere, in Aemtern bestätigt würden, mit denen feiner Silbe ist in ihm unsere Kirche erwähnt oder gar eine polizeiliche Befugnisse verbunden seien. Gehässigkeit gegen dieselbe enthalten. Die„ Nordd. Allg. 3tg." hat ganz richtig berichtet nach amtlichen Mitteilungen, denen eine genaue Abschrift des Briefes zugrunde lag.... Allen diesen Darlegungen entgegengesezte gute und beste" Informationen, mögen sie auch seit Jahren umlaufen oder schon vor Jahren unwidersprochen veröffentlicht worden sein, müssen als falsch und unzutreffend bezeichnet werden. Dies festzustellen gebietet die Leider war vorher eine umfassende Generalabrechnung mit historische Wahrheit und die Gerechtigkeit gegenüber dem Kaiser dem Minister nicht möglich, weil die Gegner durch einen Gewaltsowie gegenüber der Frau Landgräfin von Hessen." streich der Debatte vorzeitig ein Ende machten, indem sie cinen wodurch drei sozialdemokratijoje Noch weit demütiger leistet der Zentrumsabgeordnete Schlußantrag durchdrückten, wodurch Dr. Eugen Jäger wegen jeines in der Allgem. Nund- Redner, die besonders noch die Handhabung des Vereinsrechts in schau" erschienenen Sekartikels Abbitte. Er erklärt: Sachsen beleuchten wollten, ums Wort kamen. Der Gewaltstreich wird. jedoch die gewünschte Wirkung nicht " Der Wahrheit gemäß muß ich feststellen, daß die ganze Angelegenheit mit der Zentrumspresse und 3entrums haben; denn bereits am Freitagvormittag hat die sozialdemo partei als solcher nichts zu tun hat. Die Andeutung der kratische Fraktion drei Jnterpellationen eingebracht, die Rheinisch- Westfälischen Zeitung" wurde nur vom„ Aachener sich auf die Handhabung des Reichsvereinsgesetzes, den BauVolksfreunde" und meiner Wenigkeit( in der Aarbeiterschutz und die Unfallversicherung im allgemeinen beziehen. gemeinen Rundschau" in München) aufgegriffen. Sonst hat sich Auf diese Weise ist die Möglichkeit gegeben, trotzdem zu jagen, die Zentrumspresse nur berichtend und höchst rückhaltend, vielfach was infolge Mundtotmachung unserer Fraktion zum Etat nicht jogar ablehnend verhalten. Von den Abgeordneten der Partei ist gesagt werden konnte. Unsere Genossen wollen ferner Vorsorge einzig meine Persönlichkeit engagiert und selbstverständlich auf treffen, um weiteren berartigen Ueberrumpelungen vorzubeugen. eigene Rechnung und Gefahr. Abänderung des württembergischen Gemeindefteuerrechts. Diese Erklärung beantworteten unsere Genossen damit, daß sie zunächst getrennte Abstimmung über das Gehalt bes Ministers forderten und schließlich dieses geflossen ablehnten. Das ist seither im sächsischen Landtage noch nicht vorgekommen. Der Minister machte denn auch ein recht verdustes Gesicht. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat das, was ber „ Aachener Volksfreund" und die„ Allgemeine Rundschau" über Die württembergische Erste Kammer hat Freitag das Gesetz den angeblichen Inhalt des Kaiserbriefes sagte, dementiert mit über die Abänderung der Besteuerungsrechte der Gemeinden und der den Worten,„ daß der Brief keinerlei Ausspruch irgendwelcher amtlichen Körperschaften in der Form der Vermittelungsvorschläge Art über den katholischen Glauben, die katholische Kirche oder die der Zweiten Stammer angenommen, nach denen das Eristenzminimum Katholiken und die Stellung des Kaisers zu ihnen enthält. Alle fallen gelaffen wird. Danach ist es also den Gemeinden möglich, gegenteiligen, in der Presse verbreiteten Angaben sind aus der vom 1. April 1914 ab Zuschläge zur staatlichen Einkommensteuer bis Luft gegriffen". Damit waren meine Mitteilungen in Nr. 13 75 Broz. der staatlich veranlagten Säge zu erheben, gegen 50 Proz der Allgemeinen Rundschau", soweit sie den Kaiserbrief betrafen, nach dem bisherigen Recht. als unrichtig erklärt.... Auch mir sind inzwischen von der ersten hier zuständigen Seite Mitteilungen geworden, die das bestätigen, was die beiden obengenannten Herren( Stultusminister Trott und Abg. Porsch) über den Inhalt des Kaiserbriefes sagten. Ich darf meinem Gewährsmann vollen Glauben schenken und darf nun ebenfalls erklären, daß der Kaiserbrief nichts enthielt, was für einen Katholiken beleidigend wäre, daß er mit feiner Eilbe die katholische Kirche erwähnt und auch feine Gehässigkeit gegen dieselbe enthält." Die Aussprache über den internationalen Vertrag, der den Schutz des menschlichen Lebens auf See erhöhen will, war schon Tags zuvor begonnen worden. Man erinnert sich, daß Genosse Schumann die Seeberufsgenossenschaft lebhaft fritisiert und eine wirksame Kontrolle durch Errichtung eines Die Selbstaufopferung des Reichstagsabgeordneten Dr. besonderen Aufsichtsamtes verlangt hatte. Diese Kritik war Jäger ist gründlich. Sie dürfte jedoch den gewünschten Erfolg sowohl der Regierung wie den bürgerlichen Parteien stark für die Zentrumsparteileitung nicht haben, da der„ Aachener auf die Nerven gefallen, und in vollendeter Eintracht erhoben Volksfreund", der zugleich mit Dr. Jäger den gefälschten Brief fich nacheinander die Herren vom Regierungstisch und aus ausspielte, nicht die gleiche Selbstüberwindung an den Tag Zur Kündigung Jastrows. Als die Aeltesten der Kaufmannschaft ihrem früheren volkswirtschaftlichen Beirat, ersten Rektor und Professor der Handels. hochschule Jastrow das nicht ein Wort der Anerkennung enthaltende Kündigungsschreiben durch einen Gerichtsvollzieher überbringen ließen, haben sie sich wohl nicht vorgestellt, daß die furgfaufmännische Art ihres Vorgehens so viel Staub aufwirbeln würde. Die Presse aller bürgerlichen Parteien nimmt gegen die Abfägung Jastrows Stellung. Dozenten und Studenten der Handelshochschule drohen mit dem Streif. Der Reichstagspräsident und Vorsitzende der Aeltesten Dr. Kaempf muß nun dafür seine Reise zur Besichtigung des Hapag- Dampfers Baterland" aufgeben und mit den„ Aufsässigen" verhandeln. Die Ursache her Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentl. Volksversammlung am Montag, den 4. Mai, Anfang pünktlich 8 Uhr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ulrich Rauscher mit erläuternden Lichtbildern. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher Bureau: Melchiorstraße 28, part. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Filiale Berlin. USW. Arbeitsnachweis: Gormannstraße 13 Fernsprecher: Amt Norden 3791-97 Dienstag, den 5. Mai 1914, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Versammlung der Maler, Lackierer und Auftreicher Berlins und der Vororte. Zagesordnung: Der Widerstand der Unternehmer gegen die soziale und kulturelle Besserstellung unserer Berufskollegen. Referent: Rollege J. Zimmermann, Frankfurt a. M. Wir ersuchen die Kollegen, für diese Bersammlung rege zu agitieren. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politi- 186/ 20 schen Gefangenen Rußlands zugewendet. Es wird Vorsorge getroffen werden, daß eine Ueberfüllung bermieden wird und jeder Karteninbaber Einlaß findet. Genossen, die im Besitz einer Karte sind, die zu dem Vortrage am Dienstag, den 28. April, berechtigte, von derselben aber leider infolge der Ueberfülle feinen Gebrauch machen fonnten, wollen diese Starte in einer der folgenden Verkaufsstellen gegen eine neue Starte umtauschen: 199/ 11* Bigarrengeschäft Schröder, Hagelbergerstraße 54/55. Zigarrengeschäft Horsch Engelufer 15. Zigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Blaz 10/11. Von 9-1 und 5-7 Uhr. ,, Vorwärts"-Spedition, Petersburger Platz 4. Zigarrengeschäft Schneider, Hufelandstraße 30. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Hof. Bureau des 6. Wahlkreises, Gerichtstraße 71. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Restauration von Paersch, Oldenburger Straße 10. Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Montag, den 4. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Außerordent.Generalversammlung Tagesordnung:" Die Ortsverwaltung. Ortskrankenkasse der Steindrucker u. Lithographen zu Berlin. Bei einer Nachprüfung des Wahl. ergebnisses fir den Ausschuß zur Kasse hat sich ergeben, daß die Liste I 56 und die Liste 2 vier Bertreter er halten hat. Dies hat zur Folge, daß Herr Ernst Klahn auf Riste I als Schmidt von Liste 2 zurücktreten muß. Der Vorstand. 273/5 Bericht über die Maifeier und Stellung- gewählt gilt, während Herr Emil nahme hierzu. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Erster and dritter Wahlkreis. Ordentliche Generalverſammlung Dienstag, den 5. Mai 1914, abends 81 Uhr: Offentliche Volksversammlung 1. in den Corona- Prachtsälen, Kommandantenstr. 72. Tagesordnung: Ist Kinderschutz Kulturarbeit? Referentin: Genoffin Emma Döltz. 2. Diskussion. • Die Einberuferin: Martha Schröder, Ritterstr. 56. Anträge hierzu müssen bis zum 6. Mai an bas Bureau eingereicht werden. Die Vertrauensmänner- Versammlungen der Bezirke und Branchen fallen für diesen Monat aus. Sargtischler. 9 Uhr, Dienstag, den 5. Mai 1914, abends bei Michaltsef, Petersburger Str. 84: Vertrauensmänner- Versammlung. 87/7 9 Jeder Betrieb muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Fünfter Wahlkreis. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Dienstag, den 5. Mai 1914, abends 8 Uhr: Öffentliche Volksversammlung 1. in den Berliner Musikersälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Tagesordnung: Ist Kinderschutz Kulturarbeit? Referentin: Genoffin Elfriede Ryneck. 2. Diskussion. Die Einberuferin: Röschen Wollstein, Siegmannftr. 5. Zweiter Wahlkreis. Mittwoch, den 6. Mai, abends 81/2 Uhr: Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norben 1987, 1239, 9714, 185. Montag, den 4. Mai, abends 6 Uhr: = Große Verfammlung= der Metalldrücker u. Polierer Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 4. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Die Reichsversicherungsordnung". Referent: Kollege Hartmann. 2. Disfuffion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Kollegen! Da unter Bunft 3 der Tagesordnung wichtige Angelegen heiten zu erledigen sind, ist das Erscheinen jedes einzelnen notwendig. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, da von 8 Uhr der Saal anderweitig vermietet ist. Die Ortsverwaltung. 117/14 Offentliche Volksversammlung Steinarbeiter! 1. in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: Ist Kinderschut Kulturarbeit? 2. Diskussion. 199/ 12° Referentin: Genoffin Luise Zietz. Der Einberufer: Heinrich Schröder, Hagelbergerstr. 53/54. Heute Sonntag, den 3. Mai. vorm. 9% Uhr: Versammlungen beider Sektionen in der Philharmonie, Köpenicker Straße 95-96. Tagesordnung: Stellungnahme und Beschlußfaffung über das bis. herige Verhandlungsergebnis. 171/18 Kein Kollege darf fehlen. Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Achtung! Ballschuhmacher Berlins. Dienstag, den 5. Mai, abends S½ Ihr: Vier öffentl. politische Versammlungen in folgenden Lokalen: Inbaber Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10.| Kaftanienwäldchen( aber) Badftr. 15/16. Stadttheater Moabit, Alt- Moabit 47. Germania- Säle, Chaufferstraße 110. Tagesordnung: 1. Auf zum Kampf gegen Kapitalismus und Militarismus. 2. Disfuffion. Referenten: Reichstagsabgeordneter Georg Ledebour und Dr. Karl Liebknecht. Landtagsabgeordneter Heinrich Ströbel und Stadtverordneter Dr. Kurt Rosenfeld. 207/80 Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint in Maffen. Für die Einberufer: Friedrich Stäffler, Banfftr. 65. Montag, den 4. Mai, abends 8%, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Situation in der Ballschuhbranche und die bevorstehende Lohnbewegung. 2. Verschiedenes. Kollegen! Jeder einzelne hat in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Branchenleitung. Donnerstag, den 7. Mai 1914 findet in benselben Lokalen u. zu derselben Zeit wie bei der Hauptwahl bie Stichwahl der Delegierten zum Verbandstage in Hamburg statt. M. Stuhlmann, Borsigender. Allgemeine Orts- Krankenkasse Berlin- Schöneberg. der Stadt Dom In der Vorstandssigung 29. April 1914 sind gewählt worden: Der Lagerverwalter Frig Strutow als erster Borfizender, der Malermeister Franz Johns als erster Schriftführer, der Buchdrucker Otto Brünner als zweiter Schriftführer. Als stellvertretender Borfizender amtiert der Buchbindermeister A. Wöller. 273/7 Berlin- Schöneberg, 30. April 1914. Der Vorsitzende: F. Krukow. Staubmäntel und Sportjacken in neuesten. Formen 750 1050 1500 2250 Kostüme inFrotti u.prima Wollen- Stoffen. eleg. Ausführ. 1250 1750 2500 38⁰⁰ Seidenmäntel und Jacken enorm billig. Sonntag 8-10 geöffnet H. Heymann Engros- und Einzelverkauf Gontardstr. 5, I. Etage Ecke Königstraße direkt am Bahnhof Alexanderplatz Monats- Garderobe! 10 4-500 getragene Anzüge für Herren: Smoting, Frad und Gehrock Anzüge( auch zu ber leiben), Frühjahrspaletots fowie v. Stavalieren getragene, fast neue Sachen( a.Seide), f. jed. Figur pass. in größter Auswahl 3. unübertroff. billigen Preisen. 1Tr., deshalb billiger wie im Raben. Hirsch Kieferbaum, straße 12/13 1 WassertorResterHandlung. Twill- Kammgarne, Cetelés, blau und farbig. Meter 2,50 an Mod. Kostüm- u. Rockstoffe, 180 breit... 1,95 Mäntel-, Kleider- und Blusenseid., doppeltbr.3,50 Moiree- Charmeuse 95 3,50 99 Reste zu Herren- und KnabenAnzügen spottbillig. Konfektion Gelegenheitskäufe: Moiree- und SeidenMäntel Kostüme Röcke 18,50 an 15,50 große Auswahl. 3,50 Kindermäntel sehr billig. Gediegene Maßanfertigung. Paul Karle, 169/11 Warschauer Straße 18. Stimmzettel find in den wahllokalen zu haben. Zu wählen ist ein Delegierter. Stimmzettel, die mehr Namen enthalten, find ungültig. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Wahlbeteiligung wird im Mitgliedsbuch bermerft. Die Ortsverwaltung. Bollzählige Beteiligung erwartet pobi Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse Todes- Anzeigen- Tentralverband der Steinarhelter Montag, 4, Mai, abends 8%, Uhr, in Kellers Nenen Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97: Bortrag: Volkswirtschaft und Volksgesundheit." Referent: Fräulein Dr. Wygodzinski. Gäste willkommen. 52/10 Der Vorstand. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Heute: Sonntag, den 3. Mai, mittags 12 Uhr, bei Knörig, A. d. Stralaner Brüde 3( Nähe Bahnh. Jannowigbr.): Versammlung für den Außenbetrieb der Berliner Wafferwerke. Tagesordnung: Die Verhandlungen über die plöglichen Entlaffungen in den Außenkolonnen( Magerviehhof und Biesdorf).. Bollzähliges und pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. 34/7 D R> KΣ Am 29. April verstarb nach schwerem Krankenlager unser hochverehrter Rendant Herr Adolf Stahlknecht im 64. Rebensjahre. 273/6 Der Berstorbene hat sich in seiner faft 30jährigen Tätigkeit bie Achtung der Mitglieder und seiner Mitarbeiter erworben. Sein Andenken werden wir ftets in Ehren halten. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse Reinickendorf. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes, Berlin- Reiniden dorf, Humboldtstraße, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirke 98 und 99. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Buzer Verband der Sattler u. Portefeuiller Hermann Arandt Ortsverwaltung Berlin. Solmsstr. 29, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet heute Mittwoch, den 6. Mai 1914, abends 8 Uhr, im großen Fest Sonntag, den 3. Mai, vormittags faal der Neuen Philharmonie, Köpenider Straße 96-97: Außerordentliche Versammlung aller im Sattler- u. Portefeuillergewerbe beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tagesordnung: ,, 25 Jahre Sattler- Organisation." Referent: Reichstagsabgeordneter Eduard Bernstein. Da alle turnusmäßigen Branchenversammlungen zugunsten dieser Ber fammlung ausfallen, so wird das vollzählige Erscheinen aller Berufs. angehörigen erwartet. 156/13 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Aerzteverein Mittwoch, den 6. Mai 1914, abends 9 Uhr pünktlich: Sitzung im Weihenstephan- Palaft, Berlin W 8, Friedrichstr. 176/177 I. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Simon Katzenstein: ,, Arzt und Sozia lismus". 2. Diskussion. 3. Bereiusangelegenheiten( Antrag Thajes usw.). 19315 Gäste willkommen. J. A.: Dr. Simmel- Baumschulenweg. Deutscher Arbeiter- Wanderbund 99 Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin. Pfingsten 1914 Billige 3täg. Gefellſchaftsfahrten nach der Insel Rügen und in die Sächsische Schweiz. Rügen. Stettin, Göhren a. R., Binz, Dampferfahrt nach Sagnik, Stubbentammer, Königsstuhl, Dampferfahrt an der Kreideküste entlang nach Saźnik, Heringsdorf, Stettin. Teilnehmerkarte 20 m. ( einschl. Eisenbahn- und Dampferfahrten, Logis mit Frühftüd und zweimal Barmabendessen). Auskunft erteilt Georg Krämer, Berlin N. 58, Brunnenstr. 180. Vordere fächfiiche Schweiz. Weblen, Bastei, Lichtensteiner Wasserfall, Buschmühle, Prebischtor, Edmundsflamm, Herrnstretschen, Dampferfahrt auf der Elbe nach Pirna. Hintere Sächsisch- Böhmische Schweiz. Birna, Dampferfahrt auf der Elbe nach Herrnstretschen, Edmundsklamm, Hohenleiper Raubfchloß, Dittersbach, Db. Schleuse, Shaatal, Sebniz. Teilnehmerkarte 20 m. ( einschl. Eisenbahn, Dampfer, Boot- und Ueberfahrten, Logis mit Frühstüd und zweimal Barmabendessen). Auskunft erteilt Hugo Sinn, Berlin N. 20, Stettiner Str. 30. Schluß der Kartenausgabe am 20. Mai. Ausführliche Programme und Teilnehmerfarten sind zu haben bei jirage 17/18. Seyfe, Bayenstr. 19, Kruse, Mariannenstr. 11, Blankenstein, Schiding: 1/ 6* Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Lichterfelde. Nachdem die Vorstandswahlen für gültig anerkannt worden sind, sekt fich der Borstand nunmehr wie folgt zusammen: 1. Borfizender Bildhauer Hans Fischer( Arbeitgeber). Oberfeuermaun Gustav Stich( Arbeitnehmer). 2. 1. Schriftführer Klempner Reinhold Modrat( Arbeitnehmer). 2. Schwester Frida Kueist( Arbeitnehmer). Beifiker Uhrmacher Mag Lengenfeld( Arbeilgeber). Direttor Ernst Kröbel( Arbeitgeber). Maurer Karl Gemmerer( Arbeitnehmer). Dachbeder Georg Lommassch( Arbeitnehmer). Gärtner Josef Hahn( Arbeitnehmer). Berlin- Lichterfelbe, den 2. Mai 1914. Hans Fischer, Borsigender. Der Vorstand. 278/8 Reinhold Modrat, Schriftführer Aufruf! an alle, die sich mit kleinem Einkommen stets gut und modern kleiden wollen. Ueberzeugen Sie sich, daß die seit 25 Jahren als reell bekannte Firma des Schneidermeisters A. Ringel jedem Gelegenheit bietet, sich mit reeller, fertiger Garderobe für billiges Geld zu versehen. 33.-M. Anzüge, Paletots, Ulster 22.-, 25.-, 28.-, 33.- M. 36.-, 39.-, 44.-, 49.- M. Extra- Anfertigung Abonnement und Verleihung sämtlicher Herren- Bekleidung. Verliehen gewesene Garderobe und Modelle, von Maßschneidern gearbeitet, werden billigst abgegeben. 11 Uhr, im Strematorium Gericht ftraße 37/38, ftatt. 206/3 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Aranzspenden höflichst verbeten. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 13. Abt. Bezirk 687. Am Donnerstag, den 30. April, verstarb unser Genosse, der Kernmacher Max Fehse Zwinglistraße 10. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 4. Mai, nach mittags 2 Uhr, von der Leichen balle des Städtischen Friedhofes in der Müllerstraße, Ede See ftraße, aus ftati. Um rege Beteiligung ersucht 227/7 Der Vorstand. Deatscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kernmacher Max Fehse am 30. April an Herzleiden ge storben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Zeichenhalle des städtischen Friedhofes in Berlin, Müller, Ede Seestraße, aus statt. Ferner starb unser Mitglied, die Kollegin Frida Jirschott am 30. April an Reberleiden. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 8 Uhr, von der Leichenballe bes Dantes- Kirchhofes in Neinidendorf West, Blankestraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Ferner starb unser Mitglied, der Kernmacher Emil Wendegast am 28. April an Schlaganfall. Ferner starb unser Mitglied, der Schloffer Bruno Benzner am 28. April an Lungenleiden. Ehre ihrem Andenken! 117/15 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Reinickendorf- Cft. Am Donnerstag, den 30. April, verstarb unser Genosse, der Arbeiter Franz Kape Nordbahnstr. 16. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 8. Mai, nach mittags 3, Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes in der Humboldtstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 240/18 Der Borstand. Verband der Hut- und Filzwarenarbeitern. Arbeiterinnen Deutschl. Ortsverwaltung Berlin. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Franz Kape verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Reinidendorfer ( Gemeinde- Friedhofes, Humboldtftraße, aus ftatt. Bahlteiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. A. Ringel, Schneidermeister, Chausseestr. 31. 76/12 Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim Bezirk Weißensee. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Wirfer Hermann Schönfeld Straßburgstr. 77 nach schwerem Leiden am 30. April im 54. Lebensjahre verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 3. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes, Röldestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 18/18 Der Vorstand. Deutscher Textilarbeiter- Verhand Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 195/7 Hermann Schönfeld. Wirker, am 30. April im Alter von 54 Jahren an Magenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mai, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Weißenseer Friedhofes, Röldestraße, aus statt. Rege Beteiligung wünscht Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Begräbniskasse für Textilarbeiter etc. Verwaltung Berlin. Am Donnerstag, den 30. April, verstarb unser Mitglied, der Strumpfwirker Hermann Schönfeld Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Mat, nachmittags 4 Ubr, von der Leichen: balle des Weißenseer Gemeinde friedhofes, Nöldestraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Ferner starb unser Mitglied, der Arbeiter Arno Schüttpelz am 20. April an Lungenentzündung. Ehre seinem Andenken! 195/8 Die örtl. Verwaltung. Verband d. Gemeinde- u.Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Fritz, Klimpel welcher im Betriebe des Elektrizi tätswertes Neukölln beschäftigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. am Die Bestattung findet Montag, nachmittags 3/4 Uhr, bon der Halle des Gemeinde- Friedhofs am Wariedorfer Weg, aus statt. 34/6 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Richard Walther Bettentoferstraße 13, im Alter von 26 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Mai, nachmittags 1 Uhr, von der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichs felde aus statt. 87/6 Die Ortsverwaltung. Am Sonnabend, den 2. Mai, 13 Uhr morgens, entschlief nach langem, schwerem Leiden unser lieber forgender Gatte und Bater, 1942b der Gürtierinvalide Reinhold Schmolt m 58. Lebensjahre. Dies zeigen schmerzerfüllt an Ottilie Schmolt nebst Sohn Reinhold. Die Beerdigung erfolgt Dienstag, den 5. Mai, 3 Uhr nachm., von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeindefriedhofes, Mariendorfer Weg. Zahlstelle Berlin. Am 1. Mai starb unser Kollege, der Sandsteinmet Albert Mehlmann im 44. bensjahre an der Berufstrantheit. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 2, Uhr, von der Reichenhalle des Städti schen Friedhofes, Müllerstraße, Ede Seeftraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 171/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Johanna Weiß geb. Krause im Alter von 35 Jahren nach ichwerem, langem Leiden ver storben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Bruno Weiß nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 4, Uhr auf dem Elisabeth- Kirchhof, Prinzenallee, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die reichen Stranz spenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen Mannes, des Tischlers 80A: Ernst Schumann sage ich hiermit allen denen, die ihn zur legten Ruhe gebettet haben, ins besondere dem Holzarbeiter- Berband Hermann Brandt( Bablitele Köpenid), dem Arbeiter am 26. April im Alter von 66 Jahren an Herzschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonntag, den 3. Mai, vor. mittags 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. 142/10 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am Mittwoch, den 29. April, verstarb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriger Mit arbeiter 19335 Adolf Bethge im Alter von 35 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr auf dem neuen Jakobi- Kirchhof, Neukölln, Her mannstraße, statt. Das Personal der Buchdruckerei W. Moefer. Am 1. Mai verschieb nach furzem Strantenlager im hoffnungsvollen Alter von 20 Jahren 19415 unfer Kollege Wilhelm Kuhnke. Wir werden dem so früh Da hingegangenen ein ehrendes An denten bewahren. Die Kollegen der Hofbuchdruckerei Julius Sittenfeld. Die Beerdigung findet am Mon tag, den 4. Mai, nachm. 6 Uhr, von der Salle des ElisabethFriedhofs, Bollantstr. 66, aus statt. Dantjagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, unieres guten Vaters, sagen wir auf diesem Wege allen Beteiligten unseren herzlichsten Dant. 109A Berta Durin nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres Enkels Paul Neustädt fagen wir den Meistern sowie den Kollegen der Firma Roller unseren besten Dant. 126a Die Großeltern. Radfahrer- Bund Solidarität“( Mit gliedschaft Köpenid) und seinen frü beren Kollegen der Tischlerei der Firma Gebr. Krüger u. Co. meinen aufrichtigen Dant Im Namen der Hinterbliebenen: Frida Schumann. Für die Beweise herzlicher Teil nahme und Krangspenden bei der Be erdigung meines lieben Mannes und. Baters Karl Zimmeth fagen wir allen Freunden und Be fannten sowie den Genossen des Wahlvereins, dem Verbande Freier Gastwirte und dem Gesangverein " Freie Sängerschaft Tempelhof" für den erhebenden Gesang unsern herzlichsten Dank. 54a Bitte Berta Zimmeth nebst Kindern. Danksagung. Für die Beweise herzlichster Teil nahme bei der Bestattung meiner inniggeliebten Frau Emma Krause geb. Fiedler fage hiermit allen, allen herzlichsten Dant. 113 Neukölln, Saaleftr. 12/13. Adolf Krause. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines inniggeliebten Gatten und Baters Reinhard Dahlke fagen wir allen Beteiligten, insert besondere den Meistern, Kollegen und Lehrlingen der Firma M. Ruhnke, dem Berband, dem Wahlverein, dem Eparverein, sowie Herrn Melle und dem Gesangverein unseren berz lichsten Dant 132 Frau Dahlke und Sohn.. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Louis Isberner fagen wir allen Verwandten, Freunden und Belannten, besonders allen Ber einen und Korporationen, welche dem Berstorbenen die legte Ehre èrwiesen, sowie Herrn Walded Manasse für seine trostreichen Worte unseren innigften Dant. 900 Ww. Ida Isberner nebst Kindern. Westmann Mohren str.37g GrFrankfurterstr 115 2 Sondertage für ReiseBekleidung Verkauf 10 bis 2, 3 bis 9 Uhr. Herrlichste Kostüme Loden, Frotté, Eolienne, Kammgarn( Modelle) imprägniert, wasser dicht, sonst. Preis 26 bis 192.für 2 Tage C 14.- 18.- 25.- 36.- bis 100.Wunderbarste Mäntel Loden, Popelin, Alpaka, Seide ( Modelle) in kurz u lang, für kleinste wie für stärkste Figuren, sonst. 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Die Versammlung der Buchbinder in der Königsbank" war das Proletariat aller Länder vereinigt, um für den großen Arbeiterfänger gaben der Veranstaltung durch den Vor- von 1400 Personen besucht. Referent war der Genosse Bauer. Inhalt seines gewaltigen Kampfes, für den Sozialismus, zu trag zweier Kampflieder einen stimmungsvollen Abschluß. Die Versammlung des Fabrikarbeiterverbandes war von zirka demonstrieren, um seinen Willen zu bekunden, seine Kultur- In musterhafter Ordnung gingen die Versammelten ausein- 400 Personen besucht. Genossin Klara Weyl behandelte in treffenarbeit nicht durch Greuel des Krieges unterbrechen, sein ander, so daß die draußen postierten Polizeimannschaften den Worten das Thema des Tages. Menschentum nicht durch ein Uebermaß kapitalistischer Aus- und-offiziere- wie immer nicht wußten, was sie eigent. lich sollten. beutung niederdrücken zu lassen. Derselbe Gedanke, dasselbe Gefühl internationaler Brüderlichkeit vereinte am gleichen Tage auf der ganzen Erde die Kämpfer für eine neue Gesellschaft. Lief hat der Gedanke des Maitags in den Herzen des Proletariats Wurzel gefaßt und neue Kraft für die mühevolle Arbeit des Tages schöpfen Millionen aus diesem ihren Festtag. Daher auch der Haß der Gegner gegen diesen Tag, der Daher auch der Haß der Gegner gegen diesen Tag, der fie alle ohne Unterschied der Parteien vereinigt. Es ist der eigene Wille des Proletariats, den sie fürchten, es ist die Ankündigung einer neuen Welt, die sie bange ahnen, es ist die Mobilisierung der feindlichen Armee, was sie mit solchem Zorn erfüllt. Nicht, daß an einem Tage mehr oder weniger im Jahre die Räder stillstehen, sondern daß das Proletariat sie als Demonstration für sein politisches Ideal stillsetzt, das ist es, was ihnen unerträglich erscheint. Und deshalb der Kampf gegen die Arbeitsruhe. Um so höher aber muß es gewertet werden, daß trotz alledem und trotz der Krise die Arbeitsruhe im großen Umfang durchgeführt worden ist. Die jenigen aber, denen ein übermächtiges Unternehmertum es unmöglich gemacht hat, die Feier in ihrer würdigsten Form zu begehen, die sich aber zu Hunderttausenden in ganz Deutschland zu den Abendversammlungen eingefunden haben, die werden nur um so mehr den Zwang der heutigen Gesellschaft empfunden und um so fester das Gelöbnis erneuert haben, den Kampf fortzusehen, die Organisation und die Macht ihrer Slasse zu stärken, bis die Kraft der Arbeiterklasse start genug geworden ist, nicht nur die Maifeier, sondern noch Größeres durchzusezen. * * Die Feier der Holzarbeiter. In der Versammlung der Glasarbeiter, die in den„ Comeniusfälen" stattfand, referierte Genosse Barth. Redner erläuterte in Seit Jahren versuchen die Unternehmer der Holzindustrie, eingehender Weise die Bedeutung des 1. Mai und die Forderungen die Arbeitsruhe zu vereiteln. Es ist ihnen nicht gelungen. der modernen Arbeiterbewegung. Mit einem Hoch auf die interAuch der diesmalige Vorstoß der Unternehmer, ihre proto- nationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. follarische Erklärung, daß sie die Maifeier als einen Vertrags- Die Versammlung der Kürschner, die in den„ Musikersälen" bruch betrachten, hat die Arbeitsruhe im allgemeinen nicht be- stattfand, war von über 200 Personen besucht. Nach einem mit einträchtigt. Mit ruhigem Selbstbewußtsein und fester Ent- lebhaftem Beifall aufgenommenen Referat der Genoffin Haase schlossenheit schritten die Massen der Solzarbeiter über die schloß der Vorsitzende die Bersammlung mit einem Hoch auf die einseitige Erklärung der Unternehmer hinweg. Sie gingen moderne Arbeiterbewegung. am Morgen des 1. Mai nicht in die Werkstätten, sondern in In der von zirka 2000 Personen besuchten Versammlung der die Lokale, wo sich die einzelnen Branchen sammelten, um von Nahrungs- und Genußmittelindustrie, welche in Boekers Festsälen dort nach dem gemeinsamen Festlokal, der„ Neuen Welt", zu in der Weberstraße tagte, wurde das Referat des Genossen ziehen. Als die Branche der Ladentischler in einer etwa Boesch mit großem Beifall aufgenommen. 300 Personen starken Gruppe den Moritzplatz überschritt, trat ihnen ein von zwei Polizeileutnants kommandiertes SchußDoch eine kurze Strecke weiter hatten sich die Maifeiernden mannsaufgebot entgegen und versuchte, den Zug zu sprengen. wieder zusammengefunden und konnten dann unbehelligt ihren Weg fortsetzen. " Die Versammlung der Bäcker, Konditoren und verwandten Berufsgenossen, welche in„ Sanssouci" in der Kottbuser Straße stattMorgengrauen" eröffnete und schloß die Versammlung durch den fand, war von 8-900 Personen besucht. Der Gesangverein Vortrag stimmungsvoller Lieder. Dem Referenten, Genossen Dittmer, lohnte reicher Beifall für seine eindrucksvolle Rede. Die Caféangestellten hielten in diesem Jahre zum erstenmal eine Maiversammlung ab. Sie fand morgens um 6 Uhr im„ Germaniasaal" in der Chausseestraße statt und war von 600 Personen besucht, die den Vortrag der Genoffin Rosa Luxemburg mit lebhaftem Beifall aufnahmen. Wie immer, so haben auch diesmal die Transportarbeiter gui An der Kottbuser Brüde trafen, aus den dort einmündenden Straßent fommend, mehrere Züge feiernder Holz arbeiter zusammen. Von da an zogen sie in ununterbrochenen Reihen den Kottbuser Damm entlang über den Hermannplatz nach der Hafenheide. Ein imposanter Bug war es, der etwa beiterdemonstration gab, an der niemand achtlos vorüber- daran getan, zwei Bersammlungen zu veranstalten. eine Stunde lang dem Straßenbild das Gepräge einer Argehen konnte.- Im Garten der„ Neuen Welt" drängten sich gut daran getan, denn beider Versammlungen Besuch zeugte von die Massen. Wer von einem erhöhten Standpunkt das einem energischen Fest- und Hochhalten des Maifeiergedankens. Menschengewühl übersah, fonnte sich des Eindrucs nicht er- Ginen geradezu überwältigenden Anblid bot der Aufzug der Feiern wehren, daß die Holzarbeiter auch in diesem Jahre wieder den in der Andreasstraße. In losen Zügen strebten fie den„ Coneine imponierende Demonstration zustande gebracht haben.-cordia- Festsälen" au. Fast barsten hier die Galerien unter der In dem überfüllten Saale hielt Genosse et schold die Riesenzahl der Erschienenen. Paul Müllers Maigedanken Feststimmung. Reaktion lösten stürmische Zustimmung aus. Die Maifeier in Berlin. eftrebe. Vorträge eines Arbeitergesangvereins erhöhten die schneidige Geißelſtreiche auf den Müden der preußisch- deutſchen Die diesjährige Veranstaltung trug ersichtlich den Stempel einer Feier in Zeiten der Krise. Aber trotz alledem drückte der Weltfeiertag dem Weltstadtgetriebe zu gewissen Zeiten und an gewissen Orten unverkennbar sein Gepräge auf. An zwei Stellen besonders konzentrierte sich in den Vormittagsstunden der Aufmarsch der Feiernden. Im Nordosten, am Friedrichshain, wo die Metallarbeiter ihre Feier abhielten, und im Südosten in der Hasenheide, wo die Holzarbeiter gewohntermaßen in Massen antraten. Die Demonstration in der Hasenheide ist seit jeher die wuchtigere, aber der Rahmen der Beranstaltung am Friedrichs. hain ist der stimmungsvollere. Noch ist es länger als eine Stunde hin bis zum Versamm Iungsbeginn. Der Friedrichshain prangt in einem üppigen Gewande lichten Grüns, so licht und verschwenderisch aus gestreut, daß es fieghaft das Grau des Himmels zurückdrängt. Nur einige Händler mit roten Blumen und etliche Behelmte deuten an, daß diesem Maientag vor allen anderen eine besondere Bedeutung innewohnt. Und namentlich die Revolverumgürteten lassen uns nicht im Zweifel, wer diesen Maien tag herausheben wird zu einem besonderen Feiertage. Die Entrechteten und Gefnechteten werden es sein. Wie durch die Kontrolle festgestellt wurde, haben sich an der Demonstration in der Neuen Welt" rund 17 000 Mit glieder des Holzarbeiterverbandes beteiligt. Die in Lichtenberg, Weißensee und einigen anderen Vororten wohnenden Holzarbeiter beteiligten sich an den von den dortigen Gewerk schaftskartellen veranstalteten Feiern. Bu Tausenden strömten die Massen der Banarbeiter nach der Bodbrauerei am Tempelhofer Berg; die Belle. Alliance- Straße herauf zog sich zu beiden Seiten ein Strom von Frauen und Männern hin, die fest ich gekleidet und mit roten Nelten geschmüdt, die erstaunten Blide der bürgerlichen Anwohner auf sich lenkten. Kopf an Kopf faßen und standen die Zuhörer, als Reichstagsabgeordneter Frib 8ubeil das Wort ergriff und in martigen Worten die Bedeutung des Tages erläuterte. Aber nicht alle der augeströmten Bauarbeiter fonnten seinen Worten lauschen, viele mußten sich im Garten aufhalten, da der Saal bis auf den letzten Platz besezt war. Mit jugendlichem Feuer geißelte Redner den RaubtierEs ist neun Uhr geworden. Horch!-Tönt es da nicht charakter des Kapitalismus mit seiner verwüstenden, zerseßenden herüber aus dem Sain wie ein geheimnisvolles Rauschen Wirkung, nicht minder dessen furchtbarsten Bruder, den Militaris und Flüstern? Sind es schöne, alte Märchenweisen, wach- mus. Um so leuchtender konnte Genosse Zubeil die rastlose segensgerufen durch Hofmanns liebenswürdige Schöpfung? Oder reiche Stulturarbeit der Arbeiterbewegung schildern, die allein es find es Stimmen aus den Gräbern der Märzgefallenen? ermöglicht habe, daß das Proletariat nicht nur nicht völlig Nein, nein. Wende nur deinen Blick auf jenen Weg, der aus tegeneriert und entrechtet, sondern stolz und machtvoll zur Vergrünüberwölbter Dämmerung zu uns herführt, und du wirst teidigung seiner Rechte aufgestanden ist. Noch aber sei die Arbeiter feben, es ist lebensprühende Wirklichkeit, deren Tönen wir schaft mehr denn je von Feinden und Gefahren umgeben. Immer hören. Die Metallarbeiter sind es, die mit ihrem neue Attaden unternähmen die Gegner auf die Rechte der ArAnmarsch beginnen. Wohl brennt auch in jedem von ihnen beiterschaft. Um so mehr ergebe sich die Notwendigkeit für die die Sehnsucht, die frühere Geschlechter in die Märchenform Arbeiter, ihre Organisationen auszubauen und zu stärken und die gegossen; und auch das tatbereite Wollen ist in ihnen wach, fernstehenden und verführten Klassengenossen heranzuholen. Dann das den Märzkämpfern den gern und nicht ganz vergeblich können wir den Feinden mit Zuversicht zurufen: Ihr hemmt uns, erduldeten Opfertod brachte. Was sie aber vor jenen voraus- doch ihr zwingt uns. nicht. Mit warmen Worten wandte der Rehaben, ist das Bewußtsein ihrer Macht und die Gewißheit, ferent sich an die anwesenden Männer, auch ihre Frauen auf daß sich diese Macht endlich siegreich durchsetzen wird, trok zuklären, damit diese als treue Kameraden und brave Streiterinnen alledem und alledem. Und so schreiten sie einher, erhobenen Schulter an Schulter mit dem Manne den Befreiungskampf führen Hauptes und mit zielflarem Blid; Mai ringsumber und Mai werden. Er hoffe, daß bei der nächsten Maifeier so viele Frauen im Innern. Wenige Minuten genügen, um den weiträumigen anwesend sein werden wie diesmal Männer. Diese mögen dann Saal zu füllen. Aber in ununterbrochenem Strome kommen im Garten berbleiben, damit die Frauen das Wort der Aufklärung die Hunderte, Tausende. Alle Tore müssen weit aufgetan hören. Mit dem Dichterwort: Mensch, werde Mensch und mache Dich; werden, um den Ankommenden leichter Zutritt zu gewähren und dennoch staut sich der Zug auf der Straße. Allmählich frei! jojloß der Redner seine zündende Ansprache unter stürmischem nimmt sie der riesengroße Garten auf. Bald ist auch er dicht Beifall der Versammlung. gefüllt. Wer da befürchtet hatte, der Druck wirtschaftlichen Liefstandes werde den Besuch der Versammlungen beeinträchtigen, der mußte gar bald freudig überrascht seinen Irrtum einsehen. Mindestens 8 bis 10 Tausend Metallarbeiter und -arbeiterinnen, darunter auch die Kupferschmiede, saßen und Die Versammlung der Maler fand in den„ Andreasjälen" statt. standen dicht gedrängt um den Konzertpavillon, denn es war Diefelbe war sehr gut besucht, auch nahm eine große Zahl von ganz natürlich, daß die Versammlung nach dem Garten ber- Frauen daran teil. Die Versammlung hörte das Referat des Gelegt wurde. Selbst das Konzertpodium und die Veranda am nossen Haß mit großem Beifall. Saalgebäude waren dicht mit Zuhörern besetzt. Otto Hue sprach. Wuchtigen Hammerschlägen gleich fauften seine Worte hernieder gegen die tönernen Füße unferer heutigen Wirtschaftsordnung. Daneben zeichnete er mit fräftigen Strichen unsere Forderungen, oft das vieltausendstimmige Echo der gespannt Lauschenden wachrufend. Und wenn auch seine machtvolle Stimme vielleicht nicht bis in die äußersten Winkel des Gartens drang, der Geist, der aus ihm Sprach, loderte doch in aller Herzen. Das bezeugte der stürmische Applaus am Schlusse seiner Ausführungen. Nach einen eindringlichen Schlußwort des Vorsitzenden ante war die imposante Versammlung zu Ende. Die Dachdecker hielten ihre Versammlung leider bei sehr schwacher Beteiligung bei Wilke, Sebastianstr. 39, ab. Die organisierten Töpfer versammelten sich im großen Saale des Gewerkschaftshauses. Hier hielt Genosse Johannsen das Referat über:„ Die Bedeutung des 1. Mai". Der Saal war vollbefeht, unter den Besuchern waren viele Frauen. Der Gesangverein der Töpfer spendete ein Eröffnungs- und Schlußlied. Die Maiversammlung der Steinarbeiter war von zirka tausend Personen besucht. Die zündenden Ausführungen des Genossen Mutty wurden mit heller Begeisterung aufgenommen. Ein gleiches Bild in Kellers Neuer Philharmonie". 12 Uhr. Dicht gedrängt sitzt hier Zuhörer neben Zuhörer, erfüllt von dem wuchtigen Kampfgedanken des Weltfeiertags. Zündend und padend zugleich referierte hier Surt Rosenfeld über die Bedeutung des 1. Mai. Der frohe Kampfesjubel bewies, daß des Redners Worte auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Versammlung der Leitergerüstbauer im Saal 2-3 des Gewerkschaftshauses war von 360 Personen besucht. Auf Aussperrungen hin wurde beschlossen, mit Lohnforderungen zu antworten. Noch nie hatten die Handlungsgehilfen unter den gegebenen Verhältnissen solch gewaltige Maidemonstration, als die am Freitag; wohl selten haben die Musikersäle" folche Ueberfüllung aufgewiesen. Ein Zeichen der Zeit. Proletarier Handlungsgehilfe hat begonnen, seine Straft zu erkennen. Wisfells fernige Rede entsprach ganz den Geist der Versammlung. Ganz besonders bemerkenswert war hier ein Zug von zirka 600 Handlungsgehilfen und-gehilfinnen, der geschlossen zum Versammlungslokal ging. So manchem Angestellten des Tietzschen Warenpalastes mag wohl beim Anblick dieses Zuges ein Gedanke von der Bedeutung des Solidaritätsgefühls aufgestiegen sein. Bei den Porzellanarbeitern, welche ihre Feier im Saal 1 des Gewerkschaftshauses abhielten, waren zirka 200 Personen anwesend. Gesangliche Vorführungen und ein eingehendes Referat des Genoffen Georg Bauer frönten die Veranstaltung. Die Arbeiterschaft der Schuhindustrie war nach dem Schweizergarten" am Friedrichshain berufen. Trop der vom Verband der Berliner Schuhfabrikanten verhängten viertägigen Aussperrung vermochte der große Saal die Erschienenen kaum zu fassen. Nach der stimmungsvollen Einleitung durch die Gesänge der Gesangsabteilung des Schuhmacherverbandes hielt Genoffe Eichhorn sein mit zündendem Beifall aufgenommenes Referat, woran der gleichfalls in der Versammlung erschienene, mit Beifall begrüßte Genosse Manasse, einem Wunsche der Versammelten entsprechend, eine feurige Ansprache anknüpfte. Außerordentlich imposant war die Versammlung der Sattler und Portefeuiller. Mehr als 1200 Berufsangehörige füllten den großen Saal der„ Arminhallen", und obgleich die Galerie und die Nebenräume bis zum letzten Winkel ausgenügt wurden, konnte eine größere Anzahl Berufsangehöriger keinen Ginlaß finden. Demonstrativen Beifall fanden die Ausführungen des Gen. F. Spliedt. Die Maiversammlung der Textilarbeiter in den Prachtsälen Alt- Berlin" war von 400 Personen besucht. Das Referat hielt die Kollegin Martha Hoppe. Die bon zirka 600 Männern und Frauen besuchte Waiversammlung des Verbandes der Steinfeger, Rammer und Steinhauer nahm das Referat des Genossen Dr. Wel mit Beifall auf. Der Verband der Tapezierer hielt die Maifeier in Wendts Festsälen ab. Reicher Beifall belohnte den Genossen 3izewiß für sein Referat. Unter Mitwirkung des Männerchors„ Norden" nahm die Feier einen würdigen Verlauf. Die Versammlung der in der Leberbearbeitung beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Schmidts Festfälen, BringenAllee 33, war noch zahlreicher besucht, als die Versammlung im vorigen Jahre. Ungefähr 500 Personen lauschten den eindrucksvollen Ausführungen des Genossen Fr. Schneider über die Bedeutung des 1. Mai. Der Gesangverein Gesundbrunner Harmonic" brachte einige der Feier angepaßte Lieder in vorzüglicher Weise zum Vortrag. * Die Abendfeier der Partei. Der plögliche Temperatursturz beeinträchtigte leider die Gartenfeier in einer großen Reihe von Lokalen. Nur die ganz Die Bildhauer aller Branchen waren in der„ Alhambra" er- Unentwegten hielten trop der Maifühle tapfer aus. Die warmen Alsdann ergriff Adolf Cohen das Wort, um besonders noch das Kesseltreiben gegen die Koalitionsfreiheit und schienen, um dem vorzüglichen Referat des Genossen Reichstags- Säle fanden- wenn das noch möglich wargrößeren Zuspruch das Borgehen Traugott von Jagows zu beleuchten. Und als abgeordneten Giebel au folgen. In wirkungsvoller Weise schilderte als sonst. Die Veranstaltungen selbst deckten sich ihrem Charatier er schließlich die Resolution zur Abstimmung brachte und der Referent den Gedanken des Maientages. Teilnehmer waren nach faft überall. Gesangsvorträge, Musik, Beranstaltungen des Turner und Festreden wechselten in bunter Reihe ab. unzählige Proletarierhände emporgeftredt wurden, schien es gegen 400 erschienen, Moabit und Weddiug. Ein ziemlich gleiches Bild wiesen all die vorgesehenen Lokali- täten aus.?n der Brauere» Patzenhoser, Stadttheater, Intel- lestaurant, Moabiter Schützenhans und der Bockbrauerei vergnügte Kinderscharen, Spezialitäten, allerlei Kurzlvcil und-- ein dem ungünstigen Wetter entsprechender Besuch. Tie Referenten des Abends: Gaiser, Heinig, H ci n l e i n, M a r o k e und Fuß würdigten die Bedeutung des Tages in wohlgelungencn Reden. Ta das garstige Wetter ein frühes Aufsuchen der Säle gebot, ent- wickelte sich in diesen gar bald ein frohes Treiben. Jung und alt schwang das Tanzbein und für wenige Stunden machte das Tenken an die graue Alltagssorge heiterem Frohsinn Platz. Gesundbrunnen und Schönhauser Vorstadt. In Büttner? Festsälen, Schwedter Straße, hatten sich schon am frühen Nochmittag zahlreiche Besucher eingefunden, die aber recht bald der niederen Temperatur wegen die schützenden Innen- räume aufsuchten. Hier entwickelte sich schnell eine recht gemüt- liche Stimmung. Rbwechselungsreiche Tarbietungen sorgten für Unterhalt«�, während im kleinen Saal die Jüngeren der Göttin Terpsichor« huldigten. Die kurze und wirkungsvolle Festrede des Genossen Jahn fand lebhaften Beifall Sie wurde in feurige Gc- sänge eingekleidet. Für das Brunnenviertel waren in drei Lokalen Veranstaltungen getroffen. Und dennoch erwiesen sie sich als zu klein. Selbst in den Gärten haben viele Besucher bis in die späten Abendstunde« ausgehalten, um den gesanglichen, humoristischen und musikalischen Tarbietungen zu lauschen. Auch den Kindern wird der Tag noch lange in Erinnerung bleiben, sind doch in freigebigster Weise Papierlaternen an sie verteilt worden, mit denen sie frcude- strahlend im Dunkel deS Abends mit den Eltern nach Hause trippelten, während die erwachsenere Jugend sich noch fröhlich im Tanze drehte. Der Osten. Auch in dem Etablissement der Brauerei Friedrichshain ver- einigte die Nachmittagsfeier eine stattliche Zahl von Genossen mit ihren Familien. Ter schöne, große Garten allerdings, der viele Tausende aufnimmt, wenn das Wetter günstiger ist, verwaiste diesmal gegen Abend vollständig. Wer nachmittags hier der empfindliche�: Maikühle getrotzt und dem Konzert gelauscht hatte, suchte gegen 6 Uhr den großen Saal und die weiten Nebenräum» lichkeitcn auf. Das Konzert des Berliner Tonkünstlerorchesters nahm dann hier seinen Fortgang. In den Sälen herrschte bald eine erdrückende Fülle. Turner, geschmeidige Gestalten aus der Arbeiterschaft, ernteten mit ihren großartigen Darbietungen reichen Beifall. Als dann Mozarts„Weihe des Gesanges", von einem starken Männerchor mit Orgelbegleitung vorgetragen, erklang, er- faßte tine weihevolle Stimmung die aufmerksame Hörerschaft. Lieder von R. Schumann und Uthmann folgten. Eine Phantasie über das Lied„Ein Sohn des Volkes" wurde vom Komponisten Blume selber auf der Orgel vorgetragen. Er, wie die Gesänge, lösten begeisterte Beifallskundgebungen aus. Tarauf hielt Genosse Eugen Brückner den Festvortrag. Wie die stürmische Zu- stimmung bewies, werden die versammelten Männer und Frauen seiner Mahnung gedenken und selber Hand anlegen im Ringen um eine große Zukunft, auf daß eS besser werde hier aus unserem Erdsnstern. Weitere Gesänge der geschulten Schar beschlossen diesen Hauptfestakt. Im Schweizer-Garten fand das Fest in der Hauptsache ebenfalls in den geschlossenen Räumen statt, die gar nicht alle die- jenigeu zu fassen imstande lvaren, die zur Maifeier herbeieilten. Instrumentalmusik und Gesangövorträge wechselten miteinander ab. Ten Festvortrag hielt hier Mathilde Wurm. �nachdem die Arbeiter-Gesangvereine stimmgewaltig Frühlings- und Freiheits- gesänge unter lebhaftestem Mitempfinden und lautem Beifalls- jubel der Anwesenden zu Gehör gebracht hatten. Bevor Genossin . Wurm zu Worte kam. mußte aber erst der Auszug der Kinder und Jugendlichen dank einem reaktionären Vereinsgesetz erfolgen. Während sie draußen im weiten Garten ihren Fackelumzug hielten. würdigte Frau Wurm in markanten Sätzen die Bedeutung deS Tages. Sie betonte, daß es vor 25 Jahren, als die Maifeier zum erstenmal stattfand, keine großen Scharen gewesen seien, die daran teilnahmen. Damals, nach dem Falle des Schandgesetzes. sei eS nur ein kleines Häuflein Treugeöl, ebener gewesen. Und jetzt! Welch gewaltiger Aufschwung seit damals. Berlin allein zeige 120 000 Organisierte und darunter 21 000 Frauen, die man habe gewinnen können- dank der Forderung der Gleichberechtigung. Wir seiern jetzt am 1. Mai zwar den inzwischen erreichten Fort- schritt unserer Bewegung, aber noch lange keinen Tag der Ernte und deS Sieges. Tie müßten erst erkämpft werden. Der Arm deS Proletariats müsse noch viel stärker werden; darum heißt es heute mehr als je: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! < Stürmische Zustimmung.) Ein Kampflied der Sänger folgte als stimmungsvoller Ab- schluh dieses Teiles der Feier. In den Festsälen von O b i g l o in der Koppenstraße 20 nahm die Maifeier ebenfalls einen würdigen Verlauf. Neben einem guten Konzertprogramm sorgte die Gesellschaft Strzeleivicz für an- gemessene Unterhaltung, wobei auch die soziale und politisch» satirische Note nicht fehlte. Die Festrede des Genossen W i e I o-ch, stimmungsvoll ein- � gerahmt durch die dem Tage angepaßten Darbietungen des Arbeiter- ; Sängerchors, fand großen Beifall. Im Gewerkschaftshause hatten die Fcstteilnehmer sich «' ausschließlich im großen Saal zusammengefunden. Ein Verweilen im Garten war infolge des kühlen und stürmischen Wetters nicht möglich. Für diesen Aulfall entschädigte indes ein erlesenes Pro- gramm in reichlicher Weise. Musikalische und gesangliche wechselten s mit hunwristischen und artistischen Darbietungen, die bei den Zu- Hörern vollste Anerkennung auslösten. ? In der achten Stunde nahni Genosse Wilhelm P f a n n k u ch, - der Vertreter des dritten ReichstagSwahlkreises. das Wort zu einer � Ansprache, in der er den Weltfeiertag des Proletariats einer ein- ! gehenden Würdigung unterzog. Die prächtigen Worte des Redners l fanden im Herzen der Anwesenden freudigen Widerhall. ! Nachdem dem Tanzgott noch sein Tribut gezollt war, hatte die 1 hübsche Feier ihr Ende erreicht. Auch die Veranstaltung in Treptow hatte sich eines regen l Zuspruchs zu erfreuen, wenngleich auch hier die unbehagliche 1 Temperatur viele abhielt, die sonst nur zu gern einige frohe Stunden in dem schönen Garten des Restaurants„C o n k o r d i a", am Treptower Park 68, verweilt hätten. So beschränkte sich auch hier der Besuch auf die Säle. Im großen Saale war für künst- . fxrische und unterhaltende Darbietungen' auf das reichlichste ge- I sorgt. Konzert, Cborgcsänge. turnerische Aufführungen. Kinder- belustigungen und Fackelzug boten des Guten genug und bewahr» 5 heiteten, was der Dichter sagt:„Wer vieles bringt, wird manchem V etwas bringen, und jeder geht befriedigt aus dem Haus." Ten ü«eftvortrag hatte Genosse E w a l d- Tempelhof übernommen und ' der starke Beifall bewies, wie gilt er seinen Zuhörern aus dem Herzen gesprochen hatte. In der Haseuhcide. Happoldts Brauereiausschank war der Sammelpunkt für die Genossen des ersten Wahlkreises. Der Garten übte trotz seiner frischen Frühlingspracht wenig Anziehungskraft aus, denn das Mailüftchen wehte gar zu kühl. Nur wenige Wetterfeste wagten es, dem Gartenkonzert beizuwohnen. Die meisten zogen die schützenden Jnnenräume vor. Bald wurde denn auch die Feier in den stimmungsvoll dekorierten Saal verlegt, der sich in den Abend- stunden vollständig füllte. Die Verhältnisse des ersten Wahlkreises bringen es mit sich, daß die persönlichen Beziehungen unter den Parteigenossen enger geknüpft sind als in den großen Wahlkreisen mit Zehntausenden von Mitgliedern. Infolgedessen trug die Feier in Happoldts Saal einen fast familiären Charakter. Die in jähre- langer Kanipfesarbeit vereinten Genossen und Genossinnen ver- lebten hier einen genußreichen Festabend, der in jeder Hinsicht der Bedeutung tzeS Tages gerecht wurde. Neben dem Berliner Sinfonieorchester sorgten der Gesangverein„Typographia" sowie Mitglieder des Turnvereins„Fichte" für die Verschönerung des Festes und Genosse Eichhorn trug in einer wirkungsvollen Rede dem demonstrativen Charakter der Maiseier Rechnung. In der„Neuen Welt" fanden sich am Nachmittag und Abend die Genossen und Genossinnen aus Neukölln und aus dem dritten Berliner Wahlkreise ein. Der Besuch war so stark, daß bei mildem Wetter, das eine„Seßhaftigkeit" im Freien gestattet hätte, der riesige Garten wohl gefüllt gewesen wäre. Aber bei der empfindlichen Maikühle stundenlang im Freien zu sitzen, das kann Frauen und Kindern nicht leicht zugemutet werden. Da ein längerer Ausenthalt in den dichtbesetzten Jnnenräumen auch nicht jedermanns Geschmack ist, so konnte man während der ganzen Dauer des Festes ein ununterbrochenes Kommen und Gehen be- obachten, so daß die gewiß große Zahl der Festteilnehmer nicht zu schätzen ist. In zwei Sälen machte die tanzlustige Jugend von der Gelegenheit, sich nach den Klängen der Musik zu drehen, aus- giebigen Gebrauch, während die übrigen Jnnenräume von zwang- los sich unterhaltenden Gruppen besetzt waren.— Im Garten war nur der mittlere Teil in der Nähe der großen Bühne bis in die späteren Abendstunden dicht besetzt. Hier übte die Hauskapelle der „Neuen Welt" schlecht und recht ihr Handwerk ans, während eine im nicht besetzten vorderen Teil des Gartens konzertierende kleine Kapelle, die wesentlich bessere Leistungen bot, leider nicht die ver- diente Beachtung fand.— Wohlverdienten Beifall ernteten die Vorträge der Arbeitersänger. Mitglieder des Arbeitcr-Sportkartells Neukölln produzierten sich mit Leistungen, die auch jedem beruf?- mähigen Artisten Ehre gemacht haben würden und mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Ein farbenprächtiges Brillant. feuerwerk bildete den Schlutzeffekt der Ausführungen im Freien. »* * die Maifeier in öen Vororten. Neukölln veranstaltete drei öffentliche Vormittagsversamm- lungen, in denen die Genossin L u n g w i tz sowie die Genossen Fritz Carl und Ohlhoff in überaus treffender Weise die Be- deutung des l. Mai klarlegten. Sämtliche Versammlungen waren überfüllt, trotzdem die Unternehmer auf der ganzen Linie mit Aus- sperrungsmaßregeln drohten. Bei Bartsch und in den„Bürger- sälen" wirkten die Neuköllner Liedertafel und der Neuköllner Männerchor mit. Sonderbarerweise wurde keine Versammlung polizeilich überwacht. ** # Die von der Tchönrberger Gcwerkschaftskommission einberu- fene Maibersammlung war von 600 Personen besucht. Referent war Genosse W ü ck e. Im Charlottenburger VolkshauS referierte in einer zahlreich besuchten Versammlung Genosse Theodor Glocke unter lebhaftem Beifall. Lichtenberg. Die Versammlung bei Schwarz war von 1500, Personen besucht. Referent war Genosse Brühl, der in seinen der Bedeutung des TageS entsprechenden Darlegungen u. a. auch das provokatorische Vorgehen der Lichtenberger Polizei scharf ver- urteilte. Im Cafe Bellevue hatten sich 1200 Teilnehmer versammelt. Hier referierte Genosse W u s ch i ck. In Wilmersdorf sprach im Viktoriagarten vor 500 Personen Genosse S a r t m a n n- Treptow. In Köpenick hatten sich etwa 1000 Männer und Frauen ver- sammelt. Das Referat hielt Genosse Mermuth. In Adlershof legte Genosse Artur Schmidt vor 220 Ver- sammelten die hehren Gedanken des 1. Mai dar, dabei besonders die Vorstöße der Reaktion gegen das Koalitionsrecht, die Auswüchse der Klassenjustiz und des Militarismus geißelnd. Die Versammlung für Weißcnsee im Schloß Weißensee war von 1500 Personen besucht, während mindestens 500 Personen, die der Saal nicht mehr faßte, sich im Park aufhielten. Das vor- zügliche Referat des Genossen Dr. Breitscheid wurde mit starkem Beifall aufgenommen. In Pankow war die Versammlung von 400 Personen besucht. Dal Referat hielt Genosse Langnitschke. von etwa 300 Personen besucht. Die Referate hielten die Genossen Obrrschönrwcide. Die Versammlungen in Reinickenborf-Ost und-West waren je von etwa 800 Jahren besucht. Die Referate hielten die Genossen Emil Lehmann und A. H ö n l e i n. Für Vritz-Vuckow war die Versammlung in Buckow anberaumt. Hier referierte vor 400 Teilnehmern die Genossin D c m m n i n g. Für WaidmannSlust und Umgegend fand die Maifeier auf dem Bergschloß statt. Ein der Bedeutung deS Tages entsprechendes Referat hielt Genosse Franke. In Eichwaldc sprach vor 120 Personen Genosse T h i e I i ck e. In Lichterfcldc referierte vor 250 Personen Genosse O b st. . In Nowawcs nahm die Feier im Gegensatz zum Vorjahr, wo ein Polizeibeamter als Friedensstörer auftrat, einen ruhigen Ver- lauf. An der Vormittagsversaminlung im Singerschen Lokal beteiligten sich über 300 Personen— ein in Anbetracht der kaum überwundenen Periode langer Arbeitslosigkeit gerade im Bau- berufe gewiß zufriedenstellendes Resultat. DaS Referat hielt Ge- nosse R e u t t e r- Halensee. Vor etwa 100 Versammelten sprach in Alt-Glirnicke Genosse Geiser. Einen glänzenden Verlauf nahm auch die Vormittagsversamm- lung in Potsdam. Das Referat hielt Genosse S t a a b. Spandau. Hier war die Vormittagsversammlung noch nie so stark besucht, wie in diesem Jahre. ReichStagsabgcordneter Genosse Jäckel sprach vor 1200 Personen. An der Versammlung betei- tigien sich insbesondere Bauarbeiter; sämtliche hiesige Bauten ruhten. Holzarbeiter feierten nur wenige. In fast allen Versammlungen erhöhten die örtlichen Arbeiter- gesangvereinc durch stimmungsvolle GesangSvorträge die Feier des Tages. Die Abendfeiern wurden nach den vorliegenden Berichten unter großer Beteiligung begangen. Außer guten, zum Teil künst- lerischen Darbietungen stellten sich die Arbeitergesang- und-turn»' vereine zur Verfügung, um durch ihre Mitwirkung die Feier z« einer recht eindrucksvollen zu gestalten. ** * die Maifeier im Reiche. Die filnfundzwanzigfte Wiederkehr unseres Maientages! Ein Jubiläum! Und die Teilnahme zeigte, daß die Arbeiter allen hämischen Bemerkungen zum Trotz an ihrer Maifeier hängen, daß ihnen die Maifeier in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ter diesjährige, der Jubiläums-Maientag fiel auf den Freitag, der für die Arbeitsruhe ungünstigste Wochentag, weil in vielen Be» trieben Lohntag. Es wäre durchaus verständlich gewesen, hätte dieser Umstand die Maifeier ungünstig beeinflußt. Aber ganz im Gegenteil. Die Arbeitsruhe ist, soweit sich aus den Nachrichten aus dem ganzen Reiche übersehen läßt, eher größer geworden. AuS allen Großstädten und Industriezentren wird über außerordentlich starke Beteiligung an den Vormittagsversammlungen— der Gradmesser für die Arbeitsrilhe— berichtet. Uns liegen heute folgende Meldungen vor: In Sachsen wiesen die Maiseiern durchweg starke Beteiligung auf, die teilweise durch das schlechte Wetter beeinträchtigt wurden. In Leipzig waren die fünf Vormittagsversammlungen trotz deZ regnerischen Wetters sämtlich überfüllt. Der sich anschließende Maifestzug bewegte sich vom Johannapark nach dem Braüereigarten in Stötteritz und umfaßte 10 000 Demonstranten. Tie Polizei hatte also mit ibrem Verbot des Sozialisten- und Andreas-Hofer- Marsches auch ihr Teil zur Verbreiterung des Maigedankens bei» getragen.— In Dresden verlief die Maifeier wie in früheren Jahren. Am TemonstrationSzuge nahmen 5000 Personen teil. An vielen Orten der Umgebung fanden Abendfeiern statt.— In Chemnitz gestaltete sich die Maifeier zu einer imposanten Demon- stration. Trotz strömenden Regens nahmen 5000 Personen am Festzuge teil, darunter 500 Frauen. Auch die Kommersveranstal- tungen am Abend waren gut besucht.— In Zwickau war die Morgenversammlung glänzend besucht. Der MaiauSflug litt unter dem schlechten Wetter.— Die Abendveranstaltungen in zirka 25 Orten der O b e r l a u s i tz fanden allgemeine Beteiligung. Die Zittauer Amtshauptmannschaft verbot den Jugendlichen unter 18 Jahren die Teilnahme an sämtlichen Veranstaltungen; daher gingen die Arbeiter in S e i s h e n n e r s d o r f mit ihren Veranstaltungen nach Böhmen. In Zittau und NeugerSdorf wurden Morgenveranstaltungen abgehallen. Tie Stadt Halle sah trotz des Festzugsverbots am Vor» mittag eine recht eindrucksvolle Strahendemonftration. Aus neun Lokalen in den verschiedensten Stadtteilen zogen die Teilnehmer. etwa 2000 Mann, dem Versammlungslokal entgegen und trafen auf einer der Hauptverkehrsstraßen zusammen, wo sie die Polizei anscheinend gar nicht vermutet hatte. Ein halbes Hundert rad- fahrende Polizeibeamte trieb den Zug wiederholt auseinander. Im Volkspark tagten um 11 Uhr zwei Versammlungen, die zusammen 2200 Besucher zählten. Außer den Holz- und Steinarbeitern hatten auch die Bauarbeiter sowie die Brauer vollkommene Arbeitsruh! beschlossen.— Im Bezirk Halle wurden in etwa 35 Orten teilweise stark besuchte Versammlungen und festliche Veranstaltungen abgehalten.— Eine glänzende Frühversammlung hatte Eilen» bürg mit 1200 Besucher». Auch der nicht genehmigte„Festzug" am Nachmittag gelang hier ausgezeichnet.— An dem Spaziergang der Erfurter Genossen nach dem gothaischen Tors Rhoda nahmen 300, an der NachmittagSveranstaltung 1500 und an den Abendver- anstaltungen in drei Lokalen 3500 Personen teil.— In S u h l bei Erfurt waren an der Nachmittagsfeicr 400, an der Abendseier 1000, in sechs weiteren Orten etwa 3000 Personen beteiligt. Die Polizei verhielt sich reserviert.— Der MorgcnauSslug der M a g d e- b u r g e r Genossen wies trotz deS schlechten WetterS eine stark« Beteiligung auf. Am Abend vereinigte sich die Arbeiterschaft in fünf Festversammlungen.— In Gera war die Vormittagsver- sammlung von 750 Personen besucht. Die Maifeier war durch daS schlechte Wetter beeinträchtigt.— Am Frühausflug der Braun- s ch w e« g e r Genossen nahmen 2500— 3000 Personen teil. DaS Baugewerbe feierte fast vollständig. Die Nachmittagsversammlungen waren sehr gut besucht.— Auch in Wolfenbüttel waren die Früh- und die Nachmittagsversammlungen gut besucht. Abends wurden in 15 Orten des Herzogtums Versammlungen abgehalten. Tie TemonstrationSversammlung in Köln war am Vormittag überfüllt. Am Nachmjttag und Abend fanden weitere Veranstal- tungen statt, die gut besucht waren. Tie Polizei war zurückhaltend. — In Düsseldorf wies die Morgcndemonstration eine un» erwartet starke Beteiligung von etwa 4000 Personen auf. AbcndS tagten acht Festveranstaltungen ernsten Charakters.— In Essen nahmen an der Morgenversammlung 3000 Personen teil. Die innere Stadt war polizeilich abgesperrt.— In Elberfeld- Barmen fanden am Vormittag zwei überfüllte Versammlungen statt. Die Abendfeier großen Stils wurde in dem 5000 Personen fassenden Barmer Zirkusgebäude abgehalten.— Für den Wahltreis Bochum war auf dem Schützenhof zu Bochum eine Zcntralfeier am Nachmittag veranstaltet, an der 6—7000 Personen teilnahmen. Tie gesamte Polizeimannschaft war auf den Beinen.— Die Mai- Veranstaltungen in Solingen verliefen gut.— In Wald, Ohligs. Höhscheid ließ der Besuch der Tagesveranstaltungen zu wünschen übrig, da der Freitag Zahltag ist und auch die selb» ständigen Arbeiter nicht feiern konnten, weil sie Freitags ihre Arbeit abzuliefern haben. Tie Maiseier in Hamburg wurde mit einem imposanten Fcstzug, der drei Stunden dauerte und 40 000 Teilnehmer zählte, eingeleitet. Er bewegte sich vom GcwerkschaftShause zum Horner Park. Fast alle Gewerkschaften hatten ihre Banner entfaltet.— In Kiel war die Morgenveranstaltung von 1500 Personen besucht. Abends fanden drei weitere gut besuchte Versammlungen statt— In Lübeck nahmen an der Morgenversammlung 1000 und am Festzug 3000 Personen teil. Auch in den umliegenden Orten ver» liefen die Maifeiern gut.- In R ü st r i n g e n. W i l h e l m s» Häven wies die Morgenversammlung 2000 Personen auf Im Gegensatz zum Vorjahre ließ die Wilhelmshavener Polizei die Teil» nehmer dann ruhig durch Wilhelmshaven nach dem oldenburgischen Gebiet ziehen. Stark besuchte Abendfeiern fanden außer in Rüstringen auch in den oldenburgischen Städten Oldenburg. Delmenhorst. Nordenham. Varel. Jever und Schor» t e n s, sowie in Emden statt.— In Harburg war die Morgen» Versammlung gut besucht. In Königsberg i. Pr. waren die beiden Vormittagsver» sammlungen und am Nachmittag das Volksfest stark besucht. Einige Berufe feierten geschlossen Ein starkes Aufgebot von Polizei zu Pferde und zu Fuß fehlte nicht.- Infolge der Teilnahme von 4000 Ausgeiperrten der Linke-Hoffmann-Werke wiesen die Ver- sammlungen in Breslau einen großen Andrang auf. Tie Nach- mittagsveranstaltungen zeigten trotz kühlen WetterS eine ähnlich- Fülle. In der Umgegend fand die Maifeier am Abend statt. An der Maifeier in Augsburg waren am Vormittag 2000 Personen beteiligt, die einen imposanten Festzug mit Musik durch die Stadt veranstalteten. Die Abendversammlungen in AugSb»«, Lechhausen, Göppingen und Gersthofen warm überfüllt. Nr. 119. 31. Zahrgavg. 2. Jrilüjf des DwSck" Kerlim Sonntag. 8. Uai M. Gewerksthastliches. Maifeier-Aussperrungen. Die Maifeier wurde in der Berliner Metallindustrie in 191 Betrieben von 6821 Personen begangen. In 13 Be- irieben wurden darauf 337 Personen wegen der Maifeier ausgesperrt. Auch in einer Reihe von Schuhfabriken ist die Ar- beiterschaft bis zum 7. Mai ausgesperrt worden. Da außer- dem die Unternehmer angekündigt haben, diejenigen Aus- gesperrten, deren Plätze inzwischen besetzt würden, nicht weiter zu beschäftigen, ersucht die Organisation die gesamte Arbeiter- schaft der Schuhindustrie, Solidarität zu üben und während der Aussperrung keine Arbeit bei folgenden Firmen anzu- nehmen: Jakobowski, Neukölln, Weigandufer 42; P i n n e r Nach f., Äöpenicker Str. 127; Leiser. Große Frankfurter Str. 53; C a r s ch, Rungestr. 20; H i n tz e, Blumenstr. 81; W a h l i ch, Grüner Weg 103; Schulze, Äeibelstr. 41; Silberberg, Große Frankfurter Str. 87; Stein,. Schillingstraße 12; Zimmt, Neue Schönhauser Straße 14; H e i m a n n, Landwehrstr. 11. und Pascha, Gollnowstr. 12. Das Einnehmen der Plätze von Ausgesperrten gilt als Streikbruch! öerlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Die Kollegen der Bierdruckapparat- brauche befinden sich seit dem 1. April im Streik, und ersuchen wir den Zuzug von folgenden Firmen streng fernzuhalten: Bach u. Mahlow. Berlin, Sophienstr. 31; H. Denicke Lankwitz, Char- lottenstr. 46; A. Kurtz, Berlin, Simeonstr. 13; Herm Krüger u. Co., Berlin, Köpenicker Straße; Gebr. Krüger, A.-G., Köpenick; Crnst I a g e n o w, Berlin, Molkenmurkt 1; H. Jungebluht, Berlin, Köpenicker Str. 36/38. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Streik in zwei Großbäckereien. In der Großbäckerei von G o l d a ck e r, Brunnenstr. IM, haben die Bäcker am Donnerstagabend, in den Bäckereien der Firma Hanke u. C o. am Freilagmittag einmütig die Arbeit niedergelegt, nachdem die letzten Versuche, eine Einigung herbein>führen, an dem Widerstand beider Firmen scheiterten. Freitag morgens stand bereit? die Polizei, durch drei Schutz- leute vertreten, vor dem HauSeingang bei G o l d a ck e r. Jeder, der Miene machte, das HauS zu betreten, wurde scharf gemustert! Die Arbeiter, die am Freilag fich Lohn und Papiere holen wollten. wurden nur einzeln und immer in Begleitung eines Behelmten vorgelassen. Fürchtete Goldacker etwa, daß die Leute, die teilweise viele Jahre ihre Arbeitskraft im Interesse seines Profites opferten, revolutionieren würden? Auf dem JnnungSbureau wurde alles in Bewegung gesetzt, um Arbeitswillige für Goldacker zu werben. Ob diese Liebesmühe Erfolg hatte, ließ fich noch nicht genau feststellen. Zunächst versucht man, den Betrieb mit Hilfe der zu.Lehrlingen gepreßten jungen Leute, die bisher zu den Lohndrückereien benutzt wurden, sowie durch die seitherigen Antreiber aufrecht zu erhalten. Zuzug ist von dieser Großbäckerei streng fernzuhalten. Herrn Weidner, dem Inhaber der Firma Hanke u. Co., scheint vor seiner Heldentat, der Entziehung deS wöchentlichen Ruhetages, im letzten Augenblick Angst geworden zu sein. Die Firma war noch am Montagmorgen zu Verhandlungen bereit. Aber da trat der Ober- meister dee Bäckerinnung dazwischen und nun ließ die Firma die Verhandlungen absagen mit der Molivierung: der Obermeister habe den Abschluß eines neuen Tarifs verboten! Die Firma mag auch gefürchtet haben, daß ihre meist aus lArbeiterkreisen bestehende Kundschaft diesen Raub an den Bäcker- ''gesellen als einen Schlag gegen die Kundschaft betrachten könnte, und um einen Gegenschlag abzuwenden, war sämtlichen Filialen Anweisung zugegangen, vom 30. April an durch Plakat im Schau- fenster bekannt zu geben, daß das Brot von jetzt an ein Pfund schwerer wiege. Da erschien in der Nummer vom 30. April im.Vorwärts' jene Notiz, die auf die Bekanntmachung der Firma hinwies. Darüber ungeheure Aufregung bei der Firma! Sofort wurden die ominösen Plakate eingezogen und der Leiterin einer Filiale, deren Mann zu den Streikenden gehörte, sowohl die Filiale als auch die Wohnung gekündigt. Der Firmeninhaber von Hanke u. Co.. Herr Weidner, ist mit Paul Hanke, dem Inhaber der Firma P. H a n k e S Groß- bäckereien verwandt! Wie wir erfahren, soll Weidner die Kraft- probe zur Beseitigung des wöchentlich 36 stündigen Ruhetages machen. Ist er in den Bäckereien W e i d n e r s beseitigt, müssen dort die Leute wieder sieben Schichten in der Woche arbeiten, so soll dasselbe in den Bäckereien deS Herrn Paul Hanke eingeführt werden, sollen auch dort die Arbeiter sieben Tage in der Woche arbeiten. Die Bäcker allerorts werden dringend vor Zuzug sowohl zu Goldacker. als auch nach den Bäckereien von H a n k e ck T o., Inhaber Weidner. gewarnt. Die Firma O Hanke ersucht uns, zu erklären, daß sie mit der Firma Hanke& C o. nicht identisch ist. Wir kommen diesem Er- suchen gern nach. In den Bäckereien von O. Hanke ist der Tarif strikt eingehalten worden. Differenzen bestehen nur mit der Firma H a n k e ck C o.._ Scharfmacherei im Friseurgewerbe. Die aus Meistern und Gehilfen bestehende Tarifkommission hat den bisher bestehenden Tarifvertrag neu formuliert, weil dessen Fassung etliche Mängel aufwies, die sich in der Schlichtungspraxis herausstellten. Bei dieser Gelegenheit wurden zugleich einige gering- fügige Verbesserungen in den neuen Verlrag aufgenommen, der dann den bisher mit der Gehilfenorganisation im Vertragsverhältnis stehenden Meistern in einer Versammlung unterbreitet wurde. Außer den drei Innungen besteht in Berlin eine.Freie Vereinigung selbständiger Barbiere und Friseure', die ehedem— als sie noch klein war— mit der Arbeiterbewegung sympathisierte und kokettierte, der jedoch heute.die ganze Richtung' nicht mehr paßt. Da nun für die Tarifgemeinschaft eine ganze Reihe Mitglieder dieser Vereinigung in Frage kommen, soll die Gelegenheit deS Neuabschlusses des Tarifvertrags offenbar zu einer Machtprobe der.Freien' genützt werden. Zu Anfang dieser Woche, bevor noch der neue Tarif den Meistern zur Anerkennung unterbreitet war, wurden mehrere organisierte Gehilfen bei Mitgliedern der Freien Vereinigung nach v o r a u fg e g a n g e n e r Kündigung entlassen und an ihrer Stelle un« organisierte Gehilfen ein ge st eilt. Ein Vertragsbruch liegt zwar insofern nicht vor. weil der bis- herige Tarifvertrag abgelaufen ist; dow ist den betreffenden Meistern sehr wohl bekannt, daß sie den neuen Tarifvertrag mit der Gehilfen- organisation nicht abschließen können, wenn sie unorganisierte Gc- Hilfen beschäftigen._ Nach dem Chauffeurstreik. Die Wiedereinstellung der ausgesperrten und streikenden Kraft- droschkenfahrer geht nicht so glatt vonstatten, als es nach den vor dem Einigungsamt abgeschlossenen Vergleich der Fall sein müßte- Hiernach sollen alle Chauffeur« auf ihre alten Arbeitsstellen, soweit sie nicht besetzt sind, wieder eingestellt werden. Die meisten Unter- nchmer find dieser Bedingung nachgekommen. Ein kleinerer Teil der Krafldroschkenbesitzer dagegen hat die bei ihnen beschäftigt gr- wesenen Chauffeure noch nicht eingestellt, obgleich die betreffenden Wagen noch frei sind. In einer am Sonnabend abgehaltenen Versammlung der Chauffeure waren noch etwa 200 Ausständige anwesend. Es wurde dort festgestellt, daß«in Teil der Unter« »ebmer, welche ihre Chauffeure noch nicht eingestellt haben, angeben, sie hätten ihre Wagen in Reparatur gegeben. Ein anderer Teil aber weigert sich ohne Grund, die Einstellung vorzunehmen. Wie in der Versammlung behauptet wurde, soll die Leitung deS Vereins der Krafldroschkenbesitzer ihren Mitgliedern mitgeteilt haben, sie könnten sich die einzustellenden Chauffeure beliebig aussuchen. Ob diese Behauptung zutreffend ist, konnte nicht festgestellt werden. Sollte eine derartige Mitteilung des genannten BereinSvorstandes ergangen sein, so würde daS den Einigungsbedingungen direkt wider- sprechen. Die Versammlung beauftragte die Leitung deS Transport« arbeiterverbandes, mit der Unternehmerorganisation in Verbindung zu treten, um die strikte Erfüllung der Einigungsbedingungen zu verlangen. Ans dem Flcischergewerbe. Ter Restaurateur R ü st i n g, Neu- kölln, Hermannftr. 210, hat den Tarifvertrag der Organisation an- erkannt. Die Sperre ist somit aufgehoben.— Wegen Nichtanerkennung des Tarifvertrages bleiben die Restaurateurc Trochc, Schönhauser Allee 72, und P i r n a u s„Hackepeter", Gr. Frank- furter Str. 106, sowie die Fleischereien: Horn, Tanziger Str. 9, L ö tz s ch, Ecke Reichenberger und Forsterstraße, und Pohle, Pali- sadenstr. 29, gesperrt. Die Tarifkommission. Zum Streik der Maßschuhmacher. In der Besohlanstalt von W e n s k u ß, Ratiborstr. 13, wird von dem Inhaber und dem Gesellen Reusch Streikarbeit fertiggestellt. Desgleichen bei M a t t h e s, Seumestr. 30, wo auch der Platzarbeiter Bernhard Lehmann seinen Kollegen in den Rücken gefallen ist. Auch in der Besohlanstalt von B o r g w a r d t, Müggclstr. 1/2 in Lichtenberg. wird Streikarbcit angefertigt. Herr B a u n a ck, Müggelstr. 5, ist infolge eines Irrtums veröffentlicht. Dort wird keine Streikarbeit angefertigt. Wir ersuchen, davon Notiz zu nehmen. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Geschäftstelle Berlin. Achtung, Schuhmacher! Wir weisen besonders darauf hin, daß die Stichwahlen zum Verbandstag am Tonnerstag, den 7. Mai, stattfinden. Näheres im Inserat. Zentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Gastwirtsgchilfen! Nachstehende Lokale in Treptow sind für organisierte Gastwirtsgehilfen gesperrt: Hanptrcstauraut „Eierhaus 2"(Inhaber K a m m l a). Stehbierhalle„Eierhaus 2" (Inhaber M a n s ch k e)> Stehbierhalle am„Paradicsgartcn"(In- haber G a n tz b e r g). Tie Inhaber dieser Lokale lehnen jede Ver- einbarung mit der Organisation ab und beschäftigen Kellner gelber Vereine. Verband der Gastwirtsgehilfen. Berlin I. Deutsches Neich. Um die Einführung des Reichstarifes kämpfen die Maler und Anstreicher in Velbert. Bekanntlich haben die rheinisch- westfälischen Unternehmer im Malergewerde den im vorigen Jahre abgeschlossenen Reichstarif nicht anerkannt und sind deshalb, mit dem Makel des Tarifbruches behaftet, aus dem Hauptverband der Unternehmer ausgeschlossen worden. Ter Kampf wird weniger um eine Lohnerhöhung, weil die im Reichstarif vorgesehenen Löhne bezahlt werden, sondern um die Anerkennung des Reichstarifes geführt. Da im ganzen Rheinland und Westfalen zurzeit die Bs- wegung entbrannt ist oder bevorsteht, ist den zureifenden Maler- gehilfen zu empfehlen, bevor sie Arbeit nehmen, bei der Organi- fationsleitung darüber Erkundigungen einzuziehen, ob bei der Firma nicht auch Differenzen bestehen. Ter Zuzug nach Koblenz, Neutz bei Düsseldorf und Velbert ist strikte zu vermeiden, da sich in diesen Orten die Malergehilfen zur Anerkennung deS Reichs- tarifes im Streik befinden. Mie sieben Brotfabriken in Wiesbaden und Mainz, die zusammen vierzig Arbeiter beschäftigen, konnte der Zentralverband der Bäcker und Konditoren die Lohn- und Arbeitsverhältnisse tarif- lich regeln. Bei einer zehnstündigen täglichen Arbeitszeit und sechs Schichten in der Woche beträgt der wöchentliche Mindestlohn 30 M. In Wochen mit Feiertagen werden fünf Schichten geleistet. Uebcr» stunden werden mit 60 Pf. bezahlt. Alle vor dem 1. Januar in Arbeit gestandene Arbeiter erhalten in den Sommermonaten eine Woche Ferien. kleines Zeuilleton. Jakob Mcycr-Beer. Giacomo Meyerbeer(so nannte er sich später) starb gestern vor fünfzig Jahren,, und dieser Tddestag wird begangen von einem Häuflein musikalischer Reatnonäre und von jenen schlauen Theaterdirektoren, die einem schlechten stehen- gebliebenen vormärzlichen Kunstgcschmack deS Publikums der Kasse wegen schmeicheln, itatt ihn zu erziehen und zu verbessern. Der geschickte Musiker, der sich nach kleinen Anfängen zum Franzosew zum Italiener, zum Rivalen des urdeutschen Weber, zum� königlich preußischen Generalmusikdirektor durchgehäutet hatte, ist künstlerisch schon längst tot. Er war einst eine Gefahr, auf die nicht nur R. Wagner rechtzeitig in seinem berühmten Pamphlet:»DaS Judentum in der Musik' hingewiesen hat. Damals, als das tonangebende Europa sich in Huldigungen für den geseierieii Komponisten der Hugenotten, des Propheten, Robert des Teufels und der Afrikanerin überbot, als die sogenannte„Giwße Oper, die historische Oper mit Prunk. Lärm. Scheinleben. Schlitt,chuh. läufern, Sonnenuntergängen, Füsilladen, Lutherchoralen,«chifts- branden und Tempeleinsturzen eine Rolle im gelingen Leben der Kulturvölker spielte. Als die Musik nur Ohrenschmaus. Vorwand zu Kehlkopfakrobatik, die Handlung nur Augenweide und eine leere Häufung von Effekten war, als die Oper in der tiefsten Kurve ihrer Manieren stand. Seltsam: Mozart und mit ihm die Renaissance deutsch-italienischer Melodik war schon dn, aber noch uicht el-kannt und die bravourösen Pathetiker der großen italienischen und französische Oper, die Spontini, Auber konnien somrt ungehindert ihren Einfluß auf die deutsche Oper, die keinen Fuhrer hatte, und das in blödeste Fremdmannssucht verfallene deutsche Publikum aus- üben. Bis der kam. der sie mit geschickter Anpayung und meist«. haster technischer Aufmachung an Ort und Stelle emsig koplcrte: ��Mai"'mub sich fragen, was hätte M. mit seiner spielenden Beherrschung aller musikalisch-dramatischen TarstellungSmittel ge- leistet wenn ihm auch der berühmte„nttliche Ernst. die hohe Kunstäuftassuna von den Göttern gegeben worden wäre! Wenn er den Effekt zu einer Folge des künstlerischen Ausdrucks gemacht�hatte. statt ,um Selbstzweck! Wie das Richard Wagner, im„Rienzi noch sein erbitterter Nachahmer, dann sein großer Gegenpol und Z«- störer getan hat. Mit dem Bayreuther trat d.e„ideale deutsche Kunst', das aus sittlichen Idealen erwachiene national Kunitwerk. trat der Mensch mit seinen Kampsen und schmerzen auf Oper- bübne und die historisch kostümierten Singpuppen Meverbeers und -w» zahlreichen Gesinnungsgenossen mit all'hrem hohlen Pathos und gefälligen Schnörkelwerk der Koloraturen hatten von Rechts wegen für immer in der Versenkung verschwinden sollen. S-e taten es aber leider nur unvollkommen. Denn noch rmm« nicht hat lt-'kob Meverbeer seine Rolle ganz ausgespielt in den Tagen der umS»«söTnrfjpn Ccibcnichcist# bct tonbichtcrisdjcn in lestXage� der wiedcrerwcckt-n Freude S geisUwller Musik, an Anmut. Grazie Melodie und F-o?mäcsühl und Rhythmus. In den Tagen eines Ntttlne! Zl S�u« und Wolf-Ferrari. Denn die schlechten Mameren in der Kunst sind schon auszurotten wie die eine» unge. »ogenen Kindes, �. Der Ueberfchmock. Die leichteste Erkältung ded alten Kaiser? gibt immer zu den schwersten Besorgnissen Anlaß. Aber diesmal wars gar so viel schlimm. Alle Schmücke waren angesteckt. Ihr Handwerk trieb die tollsten Blüten, lag doch ein Katarrh der Luft- röhrenäste vor, und sie setzten, ergriffen von den Fiebererscheinun- gen, die bei dem alten Herrn auftraten, das ganze Welttheater in belle Bewegung. Auf die Börse wirkte lähmend schon ein Wild- hachee, das Lieblingsgericht de? Kaisers, das in die Küche zurück- wandern mußte, und die Papiere sanken mit jeder Steigung der hohen Temperatur des hohen Patienten. Aber wie immer, war eS auch diesmal der„Lokal-Anzeiger', der(in der Zeit der Not) publizistisch aus dem Vollen schöpfte. Er gab von dem Wien dieser Tage ein Bild, daS hier um jeden Preis höher gehängt werden muß. „Man sieht," erzählt er,„man sieht sie nicht, diese Art Lähmung, die über die Stadt kommt, wenn der Kaiser krank wird. Die Men- scheu ziehen wie sonst ihre Straße und die elektrischen Bahnen und Autos lärmen wie sonst. Und doch hält jeder den?ltem an und wird nachdenklich. Ein unsichtbarer �Schleier senkt sich gleichsam herab, als ob er eine Zukunft zu verhüllen hätte." Die Autos sausen wie sonst, aber der Chauffeur hält den Atem an und wird nach- denklich.„Es geht wie ein Ruck durch die Bevölkerung, wenn in der Zeitung steht, der Kaiser habe sich erkältet. Da kommt es wie eine schmerzhafte Ratlosigkeit über die Menge." Eine Art Lähmung, drt man nicht sieht, kommt über die Stadt. ein Ruck geht durch die Bevölkerung, jeder hält den Atem an und mit einem Schmock geht die Phantasie durch. Und ferner kommt eine schmerzhafte Railosigkeit über die Menge, er aber weiß sich zu helfen. Und ob auch die.Sprache der Bulletins" immer beängstigen- der wird, er wagt sich mit den schäbigitcn Impressionen hervor; für daS kostbare Leben des Kaisers gibt man fast keinen roten Heller mehr, er aber verdient._ Humor und Tatire. Nur für Herren!� Professor Roethe von der Berliner Universität hat seine Vorlesungen:„Geschichte der deutschen Lite- ratur des siebenzehnten Jahrhunderts" damit begonnen, daß er der weiblichen Hörerschaft ankündigte: er werde während des Semesters einige Male die Damen bitten, bei bestimmten Vorlesungen nichtzuerscheinen. Wie verlautet, wird das Vorgehen Schule machen. Die Do- zenten der verschiedenen Fakultäten sollen beschlossen haben, bei Behandlung diverser Themata Hörerinnen auszuschließen. Unb zwar: der Anatom bei Demonstration des Adamsapfels; der Theologe bei den Kapiteln von der Liebe des Nächsten und der unbefleckten Empfängnis, der Jurist bei den§§ 759—761 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, Tiiel: Leibrente; der Astronom beim Durchgang der VenuS; in der Technischen Hochschule: Kon- strukiion der Mutterschraubem Auf besonderen-venatsbeschlutz bin sollen, wie eine allerdings noch unverbürgte Nachricht wissen will, in der Chemie Jmmatri- kulationen von Studerninnen überhaupt nicht mehr stattfinden, da die Chemie die— Scheidekunst ist. Im übrigen wird eifrig weiter nach anstößigen Themen gesucht, und demnächst sollen Preise für das Finden solcher am .S�warzeg Brett" angekreidet werden. Angeregt wurde« für die Zukunft Vorlesungen, die ohne Damen stattfinden sollen, in den männlichen Abteilungen der Rotunden abzubalten, da die dortigen Türschilder„Für Herren I" schon vorhanden und auch stets respektiert worden sind._ Notizen. — Wichtige neue Kleistbriefe. Der Direktor der Dredener städlischen Sammlungen Dr. Minde-Pouet hat Briefe aus- gefunden, die Heinrich v. Kleists Beziehungen zu seiner Cousine Marie v. Kleist aushellen und allem Anscheine nach besonder« den edlen Charakier dieser Frau, die den Dichter begriff und zu stützen suchte, durch neue Tatsachen erhärten. Die bisher gellende Annahme. die Königin Luise habe dem Dichter eine Pension gezahlt, dürfte nicht länger zu hallen sein: Marie v. Kleist selber war die Geberin und hat jene Legende ersunden, um den Dichter zur Annahme des Geldes zu veranlassen. Auch eine neue Fassung deS wilden GcdichtS gegen die französiiche Fremdherrschaft(„Ichlage ihn tot! Das Weltgericht fragt nach euren Gründen nicht") soll gesunden sein. — Vorträge. Der Verein Berliner Freie Studentenschaft eröffnet das Sommerhalbjahr am 4. Mai. abends 8Vz Uhr, im Cafö Austria, Potsdamer Str. 28. mit einein Vortrage über die letzten Versuche sozialer Betätigung in der Studentenschaft. — M u s i k ch r o n i k. In dem am 5. Mai im großen Saale der»Neuen Welt' staNfindendcn VolkS-Orntorienlonzert der Stadt Neukölln führt der Oraiorienverei» zu Neukölln zum erstenmal Mendelssohns„EliaS" auf. Max Reger ist von der Leitung der Meininger Hoftapelle zurückgetreten. Der Jenenser UiiivcrsilälS-Musitdirekloc Fritz Stein wird ihn ersetzen. — Kunstchronik. Die Kunstgewerbe« und Handwerkerschule Charlottcnburg lädt zur Vocbesichligung der Arbeiten ein, die sie auf der Deutscheu Werkbundausstellung in Köln in der Abteilung: „Künstlerische Erziehungsmethoden" zeigen wird. Die Arbeiten sind im Festsaal des Charlottenburger Rathauses. Berliner Straße 72 (Untergrundbahnhof Wilhelmplatz), bis zum 6. Mai täglich von 19 bis 7 Uhr zu besichtigen. — O t t o H e n n e a m R h y n, der Verfasser kulturhistorischer Schriften, die viel gelesen wurden, ist. 86 Jahre alt, in Weiz in Steiermark gestorben. — L i l i e n c r o n S K r i e g S n o v e l l e n kommen in» Verlag Schuster u. Loeffler, Berlin, in den nächsten Tagen in neuen Drucken heraus, die bis zum 150. Tausend reichen. — D e r g e h e i, t e H a n d s ch u h. Bei jedem Wetter, bei dem schneidendsten Winde, hat der Krastwagensübrer die Hände am Sieuerrade: was Wunder, wenn ihm die Finger stieren! Ein Erfinder sucht dem abzuhelfen und hat sich, wie der„PromelbeuS" berichtet, einen elektrisch heizbaren Handschuh durch Patent schützen lassen. AI, Heizkörper dienen Wideistände; sie haben Kontakle an der äußeren Handschuhfläche, und diese werden an die Stromleitung gelegt, deren Kontakte am Steuerrade liegen. — Weltsprachbewegung. Ein erster Kongreß der An- Hänger des Systems Ida soll vom 6.-8. September in Luxemburg stattfinden. — Nicht weniger als 157 Kongresse werden währen* der Dauer der Deutschen Werkbundausstellung in Köln tagen. Jugendbewegung. Wo das Geld bleibt! Rennwvert. Als Sicherheit für die zu leistende Garantie erhält die| Angeklagten zogen nun den Jagdwagen des Mathesius aus der Regierung eine Hypothet auf die Linien der Canadian Northern Remise und erreichten hierdurch, Mathefius noch einmal zum Ry., die die drei Brärie- Provinzen durchziehen und deren Länge Herunterkommen zu bewegen. Als dieser auf der Bildfläche erungefähr 5000 Meilen beträgt. Zu den Untergesellschaften, die in schien, soll er den Revolver in der Hand gehalten haben. Basin In der Sitzung des Budgetausschusses des Preußischen Abgeord- der neuen Gesellschaft zusammengeschlossen werden, gehören ver- sprang auf ihn zu, padte ihn an der Hand und suchte ihm den netenhauses vom 27. April gab ein Vertreter des Kultusministers schiedene Eisenbahngesellschaften, die Terminal Co., Telegraphen-, Revolver zu entreißen. Dabei fiel plöblich ein Schuß, die Kugel drang Aufschluß über die Verteilung der Statsfonds für Expreß- und Elevatoren- Gesellschaften und die Canadian Northern Mathesius durch die linke Wange in Höhe des Nasenflügels in Jugendpflege im Jahre 1913. Zur Jugendpflege wurden ber- Steamship Co. den Kopf und führte den sofortigen Tod herbei. Basin rief gang wandt für dahin zielende Einrichtungen an Boltsschulen 34 800 m., entsept: So sollte es doch nicht kommen, ich denke doch nicht, daß an Fortbildungsschulen 54 000 M., an Fachschulen 1105 M., an Das erste Auswandererschiff von Emben. In Emden wurde das Ding gleich losgeht" und rannte selbst nach einem Arzt. Hiertirchliche Veranstaltungen 190 237 M., an Gemeinden 178 182 M., am Donnerstag der Dampfer„ Rugia" der Hamburg- Amerika- Linie auf stellte er sich selbst der Polizei. Es wurde zunächst ein Ver an nationale Turn-, Spiel- und Sportvereinigungen 160 282 M., mit 3wischendedpassagieren und Ladung nach Philadelphia abge- fahren wegen Mordes gegen ihn eingeleitet, dieses aber später auf an sonstige im vaterländischen Sinne geleitete Vereinigungen" fertigt. Damit hat der erste Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie fahrlässige Tötung eingeschränkt. Die versuchte Nötigung wurde 89 522 M., an Orts- und Kreisausschüsse für Jugendpflege 285 585 im nordamerikanischen Dienst von Emden die Ausreise angetreten. in dem Herausziehen des Jagdwagens, die Bedrohung in dein Mark und an sonstige Empfänger 155 050 M. Ferner wurden verWerfen mit dem Mauerstein gefunden.- Rechtsanwalt Dr. Herbert wandt zur Dedung barer Auslagen, die den nebenamtlichen Fuchs hielt eine Freisprechung für geboten und führte insbesondere Jugendpflegern entstammten, 38. 157 M., für Abhaltung von für Basin aus, daß dieser sich im Stande der Notwehr befunden Jugendpflegekursen in den Provinzen 195 413 M., an Landesund eine Fahrlässigkeit ihm nicht zur Last falle. Das Gericht beranstalten 40 171 M., für Anschaffungen von Schriften, Lichtbilderurteilte den Angeklagten Basin wegen Bedrohung und fahrlässiger serien, Wanderpreise 3713 M., zu Beihilfen für eine JugendpflegeTötung zu 4 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat fonferenz ufw. 32 657 M., zur Verfügung der RegierungspräfiUntersuchungshaft und sprach die beiden Mitangeklagten frei. denten verblieben am Ende des Jahres 183 039 M. und an der Politische Versammlung? Zentralinstang 16 425 M. Man sieht aus diesen Zahlen, welche bedeutenden Summen aus der großen Goldquelle in Berlin zur Erfrischung der christlich nationalen Jugendbewegung ins Land fließen. Immer wieder muß dabei auf das Erbitternde hingewiesen werden, daß von diesen großen Beträgen, die aus den Steuergroschen des ganzen Volkes aufgebracht sind, kein Pfennig der Arbeiterjugend zugute kommt, jondern die Summen fast ausschließlich von Leuten verbraucht werden, die dem bürgerlichen Jugendpflegesport ganz gut aus eigenen Mitteln huldigen oder ihren Bedarf an Geld, wie früher auch, zujammenschnorren könnten. In der Kommissionssitung wurden betwegliche Klagen Laut, daß einige liberale Landräte den kirchlichen Vereinen den Geldjack recht hoch hängen. Der Vertreter des Kultusministers miß billigte das natürlich und versprach den guten Christen, daß sie überall zu Gottes Hilfe auch noch die staatlichen Hundertmarkscheine bekommen sollen. Ein weiterer Wunsch ging dahin, Jugendheime zu errichten, die zugleich als Logishäuser dienen fönnten. Dem Wandervogel" wurde von einigen Seiten zugefeßt, meil er beschlossen hat, Juden nicht mehr aufzunehmen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr man, daß der Wandervogel sich an dem Geraufe um den Jugendkorruptionsfonds nicht beteiligt. Er hat noch feinen Pfennig Staatsunterstützung erhalten. Aus Industrie und Handel. Bautätigkeit und Wohnungsmarkt. Gerichtszeitung. Rettung aus Lebensgefahr kein Notstand? Eine eigenartige Auslegung des Begriffs Notstand wurde in einem von dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg gefällten Urteil gegen einen praktischen Arzt Dr. Sch. aus Steglit Eine das Vereinsgefes berührende Frage hatte gestern die zum Ausdruck gebracht. Gegen Dr. Sch. war von der Polizeibehörde ein Strafmandat 141. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte zu entscheiden. erlassen worden, weil er eines Nachts mit einem unbeleuchteten Der praft. Arzt Dr. med. Konrad Eckold, der Kirchhofswart Automobil durch die Straßen von Stegliz gefahren war. Der Arzt gab den Sachverhalt zu, gab aber folgende Erklärung hierfür. und Geschäftsführer der Freireligiösen Gemeinde Adolf Harndt und Er sei in der fraglichen Nacht zu einem schwerkranken, mit dem der Schriftführer des Komitees„ Konfessionslos“ waren angeklagt, Tobe ringenden Kinde gerufen worden. Als er sein Automobil gegen die§§ 5, 6, 18, Ziffer 2, des Reichsvereinsgesetzes vom aus der Garage herauszog, habe er zu seinem Schrecken gesehen, 19. April 1908 verstoßen zu haben. Sie sollen am 29. November daß die Affumulatorenbatterie, welche die Laternen speiste infolge v. J. öffentliche Versammlungen zur Erörterung politischer AnKurzschlusses völlig entladen war, so daß die Lampen nicht brannten. gelegenheiten( politische Versammlungen) ohne die vorgeschriebene Mitten in der Nacht habe er keine Möglichkeit gehabt, sich eine Anzeige bzw. Bekanntmachung veranstaltet haben. Sie hatten durch andere Batterie oder eine andere Laterne zu beschaffen. Er sei Annoncen im„ Vorwärts" und durch Plakate für den 30. November deshalb mit dem unbeleuchteten Wagen losgefahren und gerade noch zu rechter Zeit gekommen, um dem Kinde durch eine Serum- drei große Doppelversammlungen zum Maffenstreit gegen Staatseinsprigung das Leben zu retten. Auf der Rückfahrt sei er dann firche, Reaktion und Mudertum" einberufen, ohne polizeilich anvon einem Polizeibeamten angehalten und aufgeschrieben worden. zumelden, daß es sich um öffentlich- politische Versammlungen" Der vorliegende Fall sei geradezu ein Schulfall von Notstand. Er handle. Die Angeklagten und der Verteidiger Dr. S. Rosenfeld hätte es mit seinem ärztlichen Gewissen feinesfalls vereinbaren bestritten, daß die als einziges Beweismaterial vorliegende Anzeige tönnen, weil aufällig feine Laternen nicht brannten, ein mit dem die Schlußfolgerung zulaffe, daß es sich um öffentlich- politische VerTode kämpfendes Kind im Stich zu lassen. sammlungen handelte. Das Schöffengericht erkannte auf die niedrigste gesetzlich zulässige Strafe von 1 M. mit der Begründung, daß jene Bestim mungen zum Schuße der Allgemeinheit erlassen seien und das Interesse der Allgemeinheit bzw. der Schutz des Publikums höher stehe als das Interesse des einzelnen Individuums. Der Amtsanwalt beantragte zu 20 M. Geldstrafe, da, solange die Verquidung von Staat und Kirche bestehe, die auf der Ver fammlung erörterten Fragen politische Angelegenheiten betreffen. Auch das Gericht war derselben Meinung. Alles, was sich auf Mildes Urteil gegen einen Automobilisten. Die Auslegung des Gerichts entspricht freilich dem Buch- Staatsverfassung und Staatsverwaltung beziehe, falle in das Ge staben des Gesezes, nach dem(§ 54 des Strafgesetzbuchs) Not- biet der politischen Angelegenheiten und Versammlungen dieser stand nur vorliegt, wenn die Tat zur Rettung aus einer Art müssen in der Weise publiziert werden, wie es den VorVon der Bautätigkeit und dem Wohnungsmarkt in deutschen gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben des Täters schriften des Vereinsgesetzes entspricht. Die Angeklagten wurden Städten im Jahre 1913 wird in einer Sonderbeilage zum April- oder eines Angehörigen begangen worden ist. Bei zu je 3 M. Geldstrafe event!. 1 Tag Haft verurteilt. heft des Reichs- Arbeitsblatts" berichtet. Die Statistik erstreckt freierer Auslegung des Gesetzes konnte man aber sehr wohl sich auf die Städte mit über 50 000 Einwohnern. Wie im Vorjahr zu einer Freisprechung gelangen, weil der Arzt in Ausübung litt der Baumarkt unter dem hohen Zinsjaj. Von 35 Städten, für litt der Baumarkt unter dem hohen Zinssaß. Von 35 Städten, für die sich die Angaben über die Bautätigkeit in den letzten beiden feiner höher als die Beachtung einer Ordnungsanordnung Jahren vergleichen lassen, hatten nur 14 eine stärkere, 21 aber eine stehenden Pflicht, also nicht rechtswidrig, gehandelt hatte. geringere Bautätigkeit aufzuweisen. Den stärksten Wohnungszugang zeigt Buer mit 61,35 v. T. des Bestandes, Düsseldorf mit 41,19 v. T., Königsberg mit 32,47 v. T., Herne mit 30,79 v. T., den geringsten Wiesbaden mit 3,31 b. T., Borbed mit 4,91 b. T., Darmstadt mit 5,10 v. 2., Görlitz mit 5,15 v. 2., Berlin mit 5,90 v. 2. Der Zugang an Kleinwohnungen war bei 42 Städten geringer als der Zugang an Wohnungen überhaupt, nur bei 10 Städten war er größer. Der geringen Bautätigkeit entsprechend hat die Zahl der leerstehenden Wohnungen abgenommen. Nur in 10 Städten ist der Bestand an leerstehenden Wohnungen gestiegen, in 3 ift er gleichgeblieben, bei 43 aber zeigt sich ein zum Teil recht erheblicher Rüdgang. Im Verhältnis zum Bestand hatte die meisten leerstehenden Wohnungen Hamburg mit 5,6 v. H., Wilmersdorf mit 5,5 v.., Steglis mit 5,4 v. S., Altona mit 4,7 b. Neukölln mit 4,5 v. 5. und Berlin mit 4,4 v. 5. aufzus weisen. Die wenigsten leerstehenden Wohnungen hatte Dortmund mit 0,3 b. 5., Im mit 0,4 v. H., Bielefeld, Linden, Lübeck, Recklinghausen und Stettin mit je 0,5 v.. Eine neue Pacificbahn in Kanada. Die Canadische Nordbahn- Gesellschaft soll mit Hilfe der Regierung erneuert werden. Die Regierung übernimmt die Garantie für neue Bonds der Gesellschaft. Die Höhe der neuen Anleihe wird 45 Millionen Dollar betragenn; ihr Erlös ist zur Bollendung und zum Ausbau des transkontinentalen Eisenbahnsystems bestimmt. Die Regierung übernimmt, falls nötig, die Zahlung der Zinsen auf die neuen Bonds und garantiert die Erfüllung des Zinsendienstes für die Dauer von brei Jahren nach Eröffnung des Durchgangsverkehrs zwischen Montreal und der pazifischen Küste. Das Aktienkapital der Canadian Northern Railway Co. und ihrer Untergesellschaften, das sich auf 145 Millionen Dollar beläuft, wird auf 100 Millionen Dollar reduziert und bildet das Kapital einer neuen Gesellschaft, die die verschiedenen Untergesellschaften zusammenfaßt. Die Regierung erhält 40 Millionen Dollar zum Notwehr oder Schuld? In auffallendem Gegensatz zu den oft ungerechtfertigter. weise überaus harten Urteilen gegen berufsmäßige Chauf feure steht ein Urteil, das gegen einen Kommerzienrat er. gangen ist, der einen Mann überfuhr, ihn dann hilflos liegen ließ, so daß der Ueberfahrene verstarb. Die Bluttat in Glienicke an der Nordbahn, welcher im Vor der Mannheimer Straffammer stand der Kommerzien. Herbst des vergangenen Jahres der Bankier Mathesius rat Bh. Plaz, der frühere Inhaber der Maschinenzum Opfer fiel, hatte am 1. Mai ihr gerichtliches Nachspiel fabrit Badenia" in Weinheim„ wegen Anstiftung zu einem vor der ersten Strafkammer des Landgerichts III unter Vor- Vergehen" als Angeklagter. Am Abend des 26. Oktober v. J. hat fiz des Landgerichtsdirektors Bah r. Unter der Anklage der das Automobil des Kommerzienrates zwischen Schriesheim und fahrlässigen Tötung, der Bedrohung und versuchten Nötigung Leutershausen an der Bergstraße einen Arbeiter überfahren. Der hatte sich der Maler Karl Basin, wegen versuchter Mann hatte eine starte Kopfverlegung und blutete so stark, daß sich Nötigung hatten sich der Maurer Alois Heinze und auf der Landstraße eine Blutlache gebildet hatte. Anstatt ben der Malergehilfe Wallasch zu verantworten. Verlebten in das Auto zu nehmen und zum nächsten Krankenhaus zu bringen, ließ man den Im Oktober fanden bei dem Bankier Mathesius Ausbesserungsarbeiten statt, die von dem Maurermeister Ursum geleitet wurden. ichwerberlebten Mann liegen und fuhr nach m 18. kam es zu einem Auftritt zwischen den Arbeitern und Schriesheim. Dort stieg der Notar Lederle, der zur Platzſchen Herrn Mathesius, der darauf zurückzuführen war, daß ihnen Ursum Autogesellschaft gehörte, bei der Polizeiwache ab und rief zur Tür ihren wohlverdienten Wochenlohn nicht zahlen fonnte und ihnen hinein:" Da draußen an der Straße nach Leutershausen liegt einer, gesagt hatte, sie sollten sich den Lohn von Herrn Mathefius holen. er ist betrunken, es ist wahrscheinlich ein Schnapser!" Die zwei Die Angeklagten hatten schon einmal wegen ausgebliebener Lohn- Schriesheimer Polizisten begaben sich auf die Suche, kehrten aber, zahlung durch Ursum aufgehört zu arbeiten, die Arbeit aber wieder als sie bis zum Ortsausgang nichts fanden, wieder zurüd. Am aufgenommen, nachdem, wie sie behaupten, ihnen gesagt worden anderen Morgen fand man eine Leiche; es war die des überwar, Mathesius garantiere für den Lohn. Am 18. Oftober be- fahrenen 62 Jahre alten Tagelöhners Michael Leidner aus Rime gaben sich die Angeklagten in großer Erregtheit zu M. und suchten bach. Erst zwei Wochen später konnte der Autobesiter festihn zu bewegen, doch den Lohn für Ursum zu bezahlen. Mathesius gestellt und zur Verantwortung gezogen werden. Vom Schöffen soll sie mit dem Revolver in der Hand empfangen und ihnen ge- gericht wurde der Kommerzienrat merkwürdigerweise freige. antwortet haben: er gebe nichts mehr, denn Ursum habe schon iprochen. Das Gericht hatte seine ebenfalls merkwürdige Ausmehr weg, als er zu bekommen habe. Bajin soll hierauf aus- rede, der Mann fönne ja von einem anderen Auto überfahren gerufen haben:.Wenn Sie uns fein Geld geben, sind Sie ein worden sein", Glauben geschenkt. Hatten etwa die Saöffen an: Lump!" und als Wallasch noch einmal Herrn, M. eine Bezahlung genommen, der von des Kommerzienrats Auto Ueberfahrene, den des Lohnes nabelegte, soll nach der weiteren Behauptung der An- man blutend hatte liegen lassen, habe sich bald wieder erholt und geklagten Mathesius gerufen haben:„ Gehen Sie die Treppe hin- sei dann seines Weges fürbaz gegangen, genau an derselben Stelle unter oder ich schieße Sie über den Haufen!" Dann verriegelte sei dann in derselben Nacht ein anderer Mann von einem anderen M. die Tür und die Angeklagten gingen hinunter. In seiner Em- Au: überfahren und getötet worden? Die Straffamme: pörung über die Nichtzahlung seines Lohnes nahm Basin einen tam vernünftigerweise zu einem anderen Schluffe und zu einer Mauerstein auf und warf ihn gegen die Tür mit den Worten: Verurteilung des Angeklagten. Die Strafe fiel allerdings Man müßte die ganze Bude hier in Klumpen schlagen." Die sehr milde aus. Sie lautete auf 300 M. Geldstrafe. ” -Stiller Gegr. 1867 3entrale: C., Jerufalemer Str. 32-35 Potsdamer Straße Nr. 2 Tauentzien Straße 19 a Tauentzien Straße 7 b Friedrich- Straße Nr. 75 König- Straße Nr. 25-26 Rofenthaler Straße Nr.5 . Oranien Straße Nr. 161 6r. Frankfurter Str. 123 Chauffee Straße 114-115 Schönebg., Haupt- Str.146 Neukölln, Berg- Straße 25 Charl., Wilmersdorfer Straße 45 • 3weigniederlaffungen: Hamburg Lübeck Roftock Stettin Danzig Königsberg Bromberg · Polen 66rlitz Dresden falle Magdeburg Caffel • • . Allein- Derkaufs Stellen an vielen anderen Plägen. 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Dr. Heckscher( Vv.) schließt sich den Vorrebnern an und polemisiert gegen den Abgeord neten Schumann, dessen Ausführungen von einem Haß gegen die Seeberufsgenossenschaft getragen waren. Die Behauptung, daß die fragt, ob dem Reichstanzler bekannt ist, daß beim Infanterie. Reeder mur deshalb etwas getan haben, weil bei dem" Titanic" regiment Nr. 43 in Straßburg und Elsaß infolge von Heberan- inglid auch Paffagiere erfter Kajüte umgekommen sind, ist vom strengung bei Felddienstübungen im Gelände biele Erlimmsten lassen haß eingegeben.( Hu! hu! bei den frantungen borgekommen sind, so daß die Lazarette zeitweilig Sozialdemokraten.) überfüllt waren, daß zwei Soldaten der 2. Kompagnie infolge dieser Ueberanstrengung nach kurzer Erkrankung it ar ben, und daß zmei andere Soldaten der 2. Kompagnie ans Verzweiflung ihrem Leben ein Ende machten, und was der Reichskanzler zu tun gedente, um solchen Vorkommnissen vorzubeugen. Generalmajor Wild v. Hohenborn: Abg. Dr. Arendt( Rp.): erfüllten Rede nur seine Pflicht als Sozialdemokrat getan. Der Abgeordnete Schumann hat mit seiner giftigen, baß Dadurch wollen wir uns aber nicht die Freude an dem großen Fortschritt verderben lassen, den wir mit diesem Vertrage machen. Abg. Behrens( Wirtsch. Vg.): Auch meine Freunde sind von dem Abkommen befriedigt. Abg. Stolten( Soz.): Es ist nicht zutreffend, daß infolge von Weberanstrengungen biele Erkrankungen vorgekommen und die Lazarette geimveilig überfüllt waren, es ist auch nicht zutreffend, daß zwei Soldaten an den Folgen von Weberanstrengung starben, vielmehr starb der eine an Genidstarre, der andere infolge eines UnglüdsIch hätte aufs Wort verzichten können, toenn man nicht der falls, es ist auch nicht richtig, daß zwei Soldaten ihrem Leben Regierung und der Seeberufsgenossenschaft hier ein foldies Lob ein Ende machten, vielmehr tam nur ein Selbstmordver- gesungen hätte, und Herr Hedscher mich nicht in Gegensatz zu such vor, dessen Ursache in feinem Zusammenhang mit den in der meinem Parteifreund Schumann zu bringen versucht hätte. Sachl, Anfrage genannten Umständen steht. Im übrigen wird die Bestehe ich ganz auf dem Standpunkt Schumanns, felbit antwortung der Anfrage abgelehnt, da weder der Reichsberständlich ist cs Sache des Temperaments, wie man seine Aufs tangler noch der Reichstag in Angelegenheiten der Aus- faffung zum Ausdrud bringt. Der Ministerialdirektor hat sich über bildung der Truppen zuständig ist( Lachen bei den Sozialdemo- die Bemerkung entrüftet, wenn es sich nicht um verunglüdte reiche fraten). Leute gehandelt hätte, so märe nicht eingegriffen worden, und bat Abg. Dittmann( Soz.): auf die große Zahl der Zwischendedspaffagiere hingewiesen. Das bemeist doch nicht, daß auch eingegriffen worden wäre, wenn nur Ich frage weiter zur Ergänzung, ob dem Reichskanzler bekannt grischendedspassagiere auf dem Schiff gewesen wären.( Unruhe.) ist, daß bei den in der Anfrage erwähnten ununterbrochenen fünf- Aber ich nehme ohne weiteres an, daß bei einem solchen ungeheuren tägigen Felddienstübungen die Soldaten nicht aus Kleidern famen und daß nicht für Quartiere und Ver Zwischenbedspaffagiere gehandelt hätte, denn das Gegenteil wäre den Unglüd die Regierung auch eingegriffen hatte, werin es sich nur um pflegung gesorgt war. Ist es ferner dem Reichskanzler bekannt, fa ganz unberantwortlich. Aber die Berufung darauf, daß die Regiedaß einer der ums Leben gekommenen Soldaten von 4 1hr rung bei solchen und ähnlichen Katastrophen immer eingreift, iit früh bis 7 Uhr abends ununterbrochen Dienst hatte, nicht ganz jridhalsig; wir haben beispielsweise auf anderen Geund in der Nacht in der Kälte auf Voiten zog, so daß er 40 Stunden bieten, in Bergwerfen, lang nicht aus den Kleidern herausgekommen ist. Generalmajor Wild v. Hohenborn: Ich habe meiner Antwort nichts hinzuzufügen. Abg. Dittmann( Soz.): Ich frage weiter zur Ergänzung, ist der Reichskanzler bereit, trenn ihm Material dafür überreicht wird, daß die in seinem Ramen abgegebene Erklärung unzutreffend ist, von neuem Ermittlungen anzustellen. Präsident Kaempf: Das ist keine Ergänzung der Anfrage. Abg. Birkenmayer( 3.) fragt, ob der Reichetangler seinen amtlichen Einfluß zur möglichst umfangreichen Verwendung des von dem Dr. Mallebrein in Karlsruhe hergestellten Beilmittels gegen Infektionskrankheiten geltend zu machen gedenke. Ministerialdirektor. v. Jonquières: Derartige Auskünfte müssen, wenn auch ungewollt, zur ReFlame oder zur Distreditierung solcher Seilmittel dienen; sie müssen daher grundfäßlich abgelehnt werden, wenn nicht ganz besondere Rüdsichten des öffentlichen Wohles ausnahmsweise einmal eine Abweichung gebieten. Hierauf wird die erste Beratung des Internationalen Vertrages zum Schuße des menschlichen Lebens auf See fortgefekt. Ministerialdirektor v. Jonquières: Jahr für Jahr große Katastrophen Sonntag, 3. Mai 1914. Schließlich will ich noch darauf hinweisen, daß vor allem notwendig sind Vorschriften über ausreichende Bemannung der Schiffe, über das Vorhandensein einer genügenden Zahl vo Booten und sonstigen Rettungseinrichtungen, Vorschriften über Bootsübungen vor allem und über die Zahl der geprüften Bootsleute an Bord. Dazu genügt es nicht, daß alle 14 Tage eine lebung vorgenommen wird. Viele Seereisen dauern ja gar nicht 14 Tage. All dies muß also viel genauer in den Ausführungsvorschriften präzisiert werden als im Vertrage selbst.. Und wenn dann der Vertrag auch in allen Stücken wirklich burchgeführt wird, so ist ja damit leider noch lange nicht alles erreicht, was auf diesem Gebiete erreicht werden müßte. Das beweifen schon die zahlreichen Wünsche, die dem Protokoll weitere praktische Versuche gemacht werden sollen. Wir können noch angehängt sind, und die Bemerkung des Artikels 30, daß nut hoffen, daß diese praktischen Versuche Erfolg haben werden. Vor allem muß im Auge behalten werden, daß die deutsche Reichsgesebgebung Maßnahmen trifft, die geeignet sind, die strikte Durchführung der vertraglichen Bestimmungen wirklich möglich zu machen. ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dove( Vp.): Dr. Arendt hat mangels Anerkennung von anderer Seite geglaubt, sich selbst einen Lorbeer winden zu müssen.( Heiterkeit.) Die Ausführungen des Regierungsvertreters aber haben bewiesen, daß es einen Anstoßes zu dem Vertrage nicht bedurfte. Im übrigen freue ich mich, daß sich die Erwartung des Abg. Heckscher erfüllt hat, daß Abg. Stolten sich die Annahme feines Fraktionskollegen Schumann nicht zu eigen gemacht hat, daß der Vertrag nicht getommen wäre, wenn nur zwischendedpaffagiere umgekommen wären. Abg. Schumann( Soz.): irgendwie zu forrigieren. Ich bin nicht in der Lage, meine gestrigen Ausführungen Jahr für Jahr haben wir Katastrophen erlebt, bei denen Menschenleben zugrunde gegangen ficht auf das Profitinteresse der Reeder bei der Regierung ausfind, und froh unserer ständigen Kritif ist bisher immer die Rüdschlaggebend gewesen. Auch der schon vom Abg. Stolten verlesene Saz der Dentschrift über die Wirkungen der Konkurrenz der Reeder beweist, daß ich recht hatte. Ebenso eine andere Stelle, wo darauf hingewiesen wurde, daß die Abmachung über das Zertifikat nur erreicht werden konnte, wenn wir uns verpflichteten, auch für die deutschen Schiffe die Bedingungen der ausländischen Gesetze gebung zu erfüllen. Herr v. Jonquières hat sich mit einer früheren hauptete, daß von den auf den deutschen Schiffen beschäftigten Mannschaften ein hoher Prozentsaz bootsunkundig sei, wurde das von ihm bestritten. Heute hat er selbst gesagt, daß nur ein niedriger Prozentjak der Schiffsbejazung bootskundig sei. Aber was nühen dann die schönsten Rettungseinrichtungen, wenn niemand versteht, mit ihnen umzu gehen. Ich könnte an vielen Fällen ferner nachweisen, daß die Reedereien sich an die schönsten Unfallverhütungsvorschriften nicht tehren. Die Seeberufsgenossenschaft und ihre Organe haben keine Macht, ihren Anordnungen den nötigen Nachdrud zu verschaffen. Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Entscheidungen der See mannsämter die Tatsache, daß Mangel an Rettungs. einrichtungen vorhanden ist und daß die Boote im unbranchbaren Zustand sind. Selbst nach dem Titanic- Unglück hat die Seeberufsgenossenschaft eine Bestimmung neu herausgegeben, wo nach bei passender Gelegenheit" Uebungen mit den Booten vorgenommen werden müssen, also eine ganz nichtssagende Bestimmung. Daß heute noch für die deutschen Reeder der Standpunft von Baeisz maßgebend ist. beweisen Dußende von Urteilen aus Fachkreisen. So schreibt ein Kapitän:„ Es gibt viele Reeder, die in gewiffenloser Weise zu verzeichnen, und noch immer ist nicht das nötige geschehen, um ihnen vorzubeugen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Gerreußerung heute in Widerspruch gesetzt. Als ich seinerzeit beSedfcher erstieg ben Gipfelpunkt der Entrüstung mit der Drohung, die Reederorganisationen würden nicht mehr mit den Arbeiter organifationen verhandeln. Die Reederorganisationen verhandeln doch nicht wegen der schönen Augen der Arbeiter, sondern ihrer eigenen Interessen wegen.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Beschwerde der Nichtheranziehung der Ar beiter zur Konferenz hält Herr Direktor v. Jonquières für un begründet, weil auch die Passagiere teine Bertreter gehabt hätten. Wir haben in Deutschland etwa 80 000 Seeleute, die fort gefest auf See sind. Ich glaube nicht, daß zu irgendeiner Beit im Jahre auch nur annähernd soviel Bassagiere auf der See schwimmen. Natürlich hat jeder Passagier das Interesse, bor Unfällen möglichst geschüßt au sein. Freilich hat das Waffer feine Balten, und es werden sich deshalb niemals alle Unfälle vermeiden lassen. Aber bie neuen Vorschriften beweisen doch, daß es bisher mit den Schuß einrichtungen nicht so stand, wie es hätte stehen können, wenn fchon früher internationale Vereinbarungen getroffen worden wären. T Im Artikel 10 des Vertrages ist vorgeseben, daß, wenn Eis in der nähe ist, im Dunkeln bie Schnelligkeit des Schiffes gemäßigt trerden foll. Wenn dics von der Titanic" befolgt worden wäre, so wäre wahrscheinlich das ganze Unglüd verhindert worden. Da entsteht nun die Frage, welche Mittel zur Verfügung die Vorschriften außer acht lassen, wenn sie Zeit oder Geld sporen steben, um in Zukunft die Befolgung der Vorschriften des Vertrages wollen."( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Man höre nur auch wirklich zu erztvingen, denn wir werden damit rechnen müssen, die täglichen Klagen der Staatsbeamten, wenn sie den Reederu daß sich Widerstände gegen die Durchführung dieser Vorschläge gegenüber machtlos sind, weil sie feine Egetutibgewalt geltend machen werden. Die Vorausseßung für seine wirksame baben."( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und auf einer Herr Schumann hat gestern die Gewinn- und Rekordsucht Durchführung ist die allerpeinlichste Befolgung aller Vorschriften. Bersammlung des Vereins Deutscher Seeschiffer auf kleiner Fahrt des Reedertapitals für das Unglüd der„ Titanic" verantwortlich Dafür bietet aber zunächst der Vertrag selbst gar keine Sandhave, vom 4. Juli 1913 wurde darüber Beschwerde geführt, daß die gemacht und ferner geäußert, wenn nur das Leben von Zwischen- und man fragt sich, was foll den Reedereien und Kapitänen ge- Stapitäne von ihren Reedereien gezwungen werden, mit ihren bedfern verloren gegangen wäre, so hätte die Regierung nicht ein- fchehen, die diesem Vertrag zuwider handeln. Es wird Sache Leichtern im überladenen Zustande über See zu fahren. gegriffen. Ueber diese Beurteilung der Dinge muß ich meiner der Ausführungsgefeße sein, über die wir uns später zu unterhalten( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das wird erst anders Entrüstung Ausdrud geben. Auf der" Titanic" haben feines haben werden, und die dem Vertrag erst den rechten Inhalt zu geben werden, wenn unsere Forderung nach einem Reichsbemannungswegs die Passagiere 1. Kajüte die Hauptrolle gespielt, uns ist das berufen sind, auch solche geses und einem Reichsschiffahrtsamt sowie von der SeeberufsLeben eines Zwischendeders genau so wertvoll wie das eines ameri genossenschaft völlig unabhängigen Kontrollbeamten erfüllt ist. es zu Verhandlungen zwischen den Reebern und den Organisationen Redner polemisiert weiter gegen den Abg. Hedscher. Ob der Seeleute fommt, hängt von den gegenseitigen Machi rufsgenossenschaft. Strafen vorzuscheu verhältnissen ab. Wir begrüßen das Ergebnis der Konferenz als ersten Schritt Abg. Dr. Arendt( Np.): fanischen Milliardärs. Auch ohne derartige Katastrophen geschieht und überhaupt eine Ergänzung der Bestimmungen des Vertrages das notwendige, und wir hatten bereits die Einführung der draht durch die Reichsgefesgebung vorzunehmen. Ferner ist notwendig, lojen Telegraphie ins Auge gefaßt. Weiter erhob Herr Schumann den Vorwurf, die seemännischen Arbeiter seien bei Veranstaltung daß auch schärfere Bestimmungen für das Leben und auch für die Gesundheit der Mannschaften an Bord geschaffen werden. der Konferenz nicht gehört worden. Das ist unzutreffend, sie find gehört worden, und zwar durch Vermittlung der Seebe. Der Staatssekretär sprach gestern von der Erleichterung, die den auf dem Wege, den wir mitmachen wollen, werden uns aber das malie war, muß ich entschieden in Abrede stellen. Der Matrose ist, erwächst, indem sie dadurch frei werben von der Kontrolle in gewiffe Kreise nur durch rüdsichtslose Kritik auf dem Wege des 20renz hat auch den Punkt zur Sprache gebracht ob an die Aus. ausländischen Häfen. Wenn diese Kontrolle bisher geübt wurde, Schußes von Leben und Gesundheit der Mannschaften und Bassagudsleute Ferngläser gegeben werden sollen, und es wurde ein. 10 ist das ein Betreis dafür, daß die Kontrolle in Deutschland ungu giere vorwärts getrieben werden können.( Beifall bei den Sozials mütig beſchloſſen, hierüber erst die Ansichten der übrigen Rationen reichen in eutic amb bie Bertificate erteilt werden, so bebingt Beraten.) auf der Konferenz zu hören. Nach den Erfahrungen der Amerikaner das, daß in Deutschland die Kontrolle mit aller Schärfe und Gründwurde davon A bit and genommen. Dag auf der Konferens selbstlichkeit durchgeführt wird. Und zwar muß diese Kontrolle von die Arbeiter nicht besonders vertreten waren, ist nur begreiftaatlichen Organen vorgenommen werden. Der Seeberufslich, die Passagiere, die doch vor allem ein Interesse an der Sicher genossenschaft darf diese Kontrolle nicht überlassen werden, und heit haben, waren ja auch nicht vertreten. Die amerikanische Re- swar aus grundsäßlichen Erwägungen heraus. Die Secberufs. gierung hat ihren Vertretern einen Sachverständigen aus Arbeiter genossenschaft ist eine Aorporation von Interessenten, freisen mitgegeben, aber schlechte Erfahrungen damit gemacht, denn und wenn man sie mit der leberwachung der Schiffsausrüstung usw. er hatte wegen Meinungsverschiedenheiten mit den übrigen Mit beauftragt, so heißt das, eine gewisse Selbstüberwachung der Intergliedern sein Mandat niedergelegt. Das ist natürlich kein Beweis effenten einführen, und diese wird auch beim besten Millen der dafür, daß die übrigen Mitglieder im Unrecht waren. Ferner Seeherufsgenossenschaft unzureichend sein. Nun hat man sich dar meinte Herr Schumann, es würde nichts Gejcheites herauskommen, über empört, daß Schumann gestern gegen die Seeberufsgenossen: wenn nicht für die Durchführung der Vorschriften Sorge getragen schaft scharfe Worte gebraucht hat und hat die Unfallverhütungsvor würde, und verlangte hierfür ein Reichssecamt. Die Frage der schriften dieser Genossenschaft ganz besonders gerühmt. Ich will Durchführung beschäftigt uns jetzt nicht, es wird Ihnen in der nur daran erinnern, daß diese Unfallverhütungsvorschriften eine nächsten Session ein Ausführungsgeseh vorgelegt werden. Wenn geleitet worden sind mit dem berüchtigt gewordenen Wort des verHerr Schumann sich aber gegen die Beteiligung der Seeberufs- storbenen Laeisz: Mundus vult decipi Ich habe mich nicht als Urheber dieses Vertrages aufgespielt. Herrn Stolten gegenüber bemerke ich, daß ich recht viel auf See gewesen bin und mich immer dabei über die Verhältnisse der Mannschaften und des Rettungswesens orientiert habe. Aba. Heckscher( Vp.) betont, daß er im Widerspruch zu entscheidenden Persönlichkeiten des Unternehunertums es für sehr wünschenswert halte, wenn 1Internehmer- und Arbeiterorganisationen miteinander verhandelu. Er habe fich lediglich dagegen gewehrt, daß der wirtschaftliche Kampf von dem Abg. Schumann in einer Form geführt worden sei, die die Mißbilligung der großen Mehrheit des Hauses gefunden habe. Der Vertrag wird gleich in zweiter und auf Antrag des Abg. Dr. Arendt( p.) sofort auch in dritter Lesung en bloc cina ftimmig angenommen. Es folgt die erste Beratung des Geseßentwurfs betr. statistische Aufnahmen der Vorräte von Getreide und Erzeugnissen genossenschaft an der Kontrolle wendet, so halte ich ihm entgegen, daß wir die Seeberufsgenossenschaft für durchaus geeignet balten,( die Welt will betrogen sein).( Sehr wahr! bei den Sozialdemo um die Funktionen, die einer solchen Organisation obliegen, zu traten.) Damit meinte er doch: Macht mur soviel Unfallverhütungserfüllen. vorschriften wie ihr wollt, vor der Welt sieht das gut aus; wir Abg. Dr. Pfleger( 3.): machen doch, to as wir wollen. Daher haben die Arbeiter Wir sind der Meinung, daß der Vertrag geeignet ist, die Sicher großes Recht zu dem allerhöchsten Grade von Misen beit zur See zu fördern. Es muß zurückgewiesen werden, daß die trauen gegenüber der Seeberufsgenossenschaft. Und das tommt deutschen Kaufleute, daß vor allem auch die Reeder und banseatischen auch in Frage, wenn ihr die Neberwachung dieses Bertrags über des Kaufleute bei solchen Dingen stets nur an ihren Ge to inn denken tragen werden sollte. Es ist etwas unter der Oberfläche im Wege ( Bravo.). getoefen, um das zu erreichen; aber selbst ein Organ, das so auf Abg. Bassermann( natl): Seiten der Reeder steht wie die Hamburger Nachrichten", haben das Den Vertrag begrüßen wir mit Genugtuung. Die Behaup für nicht wünschenswert erklärt. Wir verlangen, daß die Aufsicht tung des Abg. Schumann, daß ohne die Titanic"-Katastrophe bon staatlichen Organen ausgeübt wird. Dr. Arendt meinte, da auf diesem Gebiete nichts geschehen wäre, weisen wir mit Ent. durch würde die Disziplin an Bord der Seeschiffe leiden, wenn diefe schiedenheit zurüd. Bur Kontrolle der Durchführung der Bor- Organe paritätisch zusammengesett irerben. Ich weiß nicht, welche schriften des vorliegenden Vertrages wünschen wir nicht ein neues Idee er von der Seeschiffahrt hat, ob er schon einmal auf See Reichsamt. Die Angriffe der Sozialdemokraten gegen die See- gewesen ist( Seiterkeit), jedenfalls wird er von den Wünschen der Seeleute eine Ahnung haben. Wenn er ein besonderes Verberufsgenossenschaft sind unberechtigt. dienst an dem Zustandekommen des Vertrages für sich in Anspruch Abg. Graf Westarp( f.): nahm, jo läßt das auf tein besonders hohes Mag von Bescheidenheit Auch meine politischen Freunde werden dem Vertrage zu schließen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich glaube, ftimunen, in dem wir einen großen Fortschritt erbliden. Die dag andere Leute um diesen Vertrag sehr viel größere Verdienste Frage, wie später die Ueberwachung der Durchführung geregelt haben. JE der Getreidemüllerei. Der Entwurf wird ebenfalls in zweiter und auch dritter Resung bloc angenommen. Entwurfs zur Aenderung des Gefeßes betr. die Lester Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Beratung gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen. Geheimrat Delbrüd empfiehlt die Vorlage, die die Möglichkeit schaffen soll, beim Fortfallen eines Treuhänders einen neuen zu bestellen, ohne Mitwirkung der Gläubigerversammlung. Abg. Dove( Vp.): Die Vorlage will einen Notstand beseitigen; ich bitte sie in erfter, zweiter und dritter Lesung anzunehmen. Die Vorlage wird in allen brei Lesungen angenommen. Nächste Sibung: Sonnabend 10 Uhr.( Rechnungen, Wahl. prüfungen, Betitionen, Rennwettgeset.) Schluß: 4 Uhr. "4 7. Sonnabend, den 2. Mai, vormittags 10 Uhr. Nm BAndeLraistisch: K o in in i s s a r e. Eingegangen ist die Dcndschrift über die Enteignung der 'S u a 1 1 a. Einige R e ch n n n g S s a ch c n werden debattelos erledigt. Tie Wahl des Abg. Bructbvff lBp.) wird entsprechend dem An- trag der Wahlprüfungskomniission dcbattclos für gültig er- t l ä r t. Debatielos wird eine Reihe van Petitionen nach den Au- tragen der Petitionskommission erledigt. ES folgt die erste Beratung des Entwurfs eines Rennwettgefetzes. Abg. Held(natl.): D-iö Wetten ist eine Bolksleidenschaft geworden, die sich nicht ■mehr beseitigen lassen wird, auch nicht durch drakonische Sirafen. Wir beantragen, das Gesetz an eine Kommission von 21 Mitgliedern zu verweisen und hoffen, daß etwas Gutes dabei herauskommen wird. Reichsschaßsekretär Äühn: Zunächst bitte ich um Entschuldigung, daß ich erst setzt komme; ich glaubte, bei der Reichhaltigkeit der Tagesordnung (Heiter feit) würde das Rennwetkgesetz erst später zur Verhandlung kommen— die Wettleidenschaft ist eine für das Volksleben so schlimme, daß viele Kreise glauben, eine behördliche Regelung des Wcttwesens sei nicht angebracht, sondern man müsse lediglich mit dem Strafgesetz und mit Justizverboten gegen das Wetten vor- gehen. Man hat deshalb auch der Regierung vorgeworfen, sie betätige mit diesem Entwurf lediglich den bekannten Grundsatz de» non olct(Geld riecht nicht), um sich Einnahmen zu verschaffen. Diesen Vorwurf piuß ich auf das entschiedniste zurückweisen. Wer das Wetten und seine Schäden durch Polizei und Strafgesetz glaubt unterdrücken zu können» schließt die Augen vor den realen Tat- fachen des Lebens. Es darf auch nicht verkannt werden, daß die gesteigerte Wcttlust nicht ohne günstige Wirkungen auf die deutsche Pferdezucht gewesen ist, der sie in gesteigertem IKaße Kapitalien zugeführt hat. Aber der Wettnehmcr entbehrt bei dem heutigen Stande der Tinge jeglichen Rechtsschutzes gegen- Lber dem Buchmacher. Wir hoffen, durch den Entwurf das Weit- geschäft in solide Bahnen zu leiten und gerade dadurch das unsolide Wetten unterdrücken zu können— Welchen Einfluß das Gesetz auf die Einnahmen des Reiches haben wird, läßt sich nicht abschätzen. Aus der einen Seite nennt man märchenhafte Summen, auf der anderen Seite schätzt man sie auf fast Null; wir meinen, im Be- hammgszlrstaird, der allerdings nicht leicht erreicht werden wird, wird das Reich auf 10 bis 20 Millionen Mehrein- nahmen rechnen können. Abg. Dr. Frank- Mannheim(Soz.): Das gesteigerte Interesse am Sport zeigen die gesteigerten Ein» nahmen aus den Erträgnissen des Totalisatorgesetzes, die sich in der Zeit von 1806 bis 1812 verdreifacht haben, von zwei auf iechs Millionen. Das hat wohl dem Reichsschatzamt den ersten Anlaß gegeben, zu prüfen, ob nicht auch'außerhalb der Rennplätze saf» tige Wiescngründe für den Retchsschatzsekretär zu finden sind.(Heiterkeit.) Auch die Zahl der Buchmacher ist sehr gestiegen, von Kennern wird sie auf etwa 6888 geschätzt, und manche be» baupten, diese Schätzung sei noch viel zu gering. Die Zahl der Personen, die mit ihnen Geschäfte machen, wird auf jährlich etwa zwei Millionen angegeben. DaS beweist schon, daß die Gewohnheit des WettenZ nicht auf die wohlbabcnden Kreise be- schränkt ist. Die Vorlage hat nun eine finanzpolitische, ein« sozial. politische Seite, und vielleicht auch einen allaemeinpolitischen, einen rechtspolitischen Zweck. Zu den finanzpolitischen Vorschlägen werden wir unsere Stellung von den Ergebnissen der KommissionSberatung abhängig machen. In bezug.auf die sozialpolitisch« Seite halten auch meine Freunde das Umsickareifen des Wettens in den un- bemittelten Volkskreisen für u n c r f r« u l i ch. Es ist kein« lieber- treibung, wenn gesagt wird, daß in manchen Stadtteilen kein F r i sc u rg e sch ä ft, kein Z i garr« nla den. � keine Wirtschaft vorhanden ist, wo nicht täglich Weitzeschäfte abge- schlössen werden, und uns liegen Klagen von Ehefrauen vor, wonach die Männer den Wochciwerdienst beim Wirt nicht mehr in Alkohol umsetzen, sondern ihn beim Wirt lassen, der zugleich Wettvermittler ist. Solche Zustände(vollen wirjsindäimiien und beseitigen. Die Regierungsvorlage will nun an Stelle des wilden Buchmachers den konzessionierten setzen. Wir haben materiell eine Aenderung des Bürgerlichen Gesetzbuches. ES ist merkwürdig, daß eine Aenderung des Bürgerlichen Gesetzbuches für Leute, die sozial- politische Schäden tragen, so schwer zu erreichen ist; für Menschenfreunde ist sie beinahe unmöglich, für T i e r- freunde geht die Sache schon leichter.(Heiterkeit.) Wir haben die Aenderung des Tierhalterparagraphen und sehen es jetzt bei den Liebhabern von Pferden.— Die Regierung hofft, eine Ein- schränkung der wilden Buchmacher auch durch strenge Strafbestim- muugen zu erreichen. Die vorgeschlagene Bestrafung der Weit- nehmer ist etwas Neues in unserer Gesetzgebung. Der Schatz- sekretär hat betont, daß die Verfolgung der wilden Buchmacher jetzt iebr schwer ist, weil die Kunden dieser Buchmacher mithelfen, das Delikt zu hehlen. Wenn nun die Wettnehmcr selbst bestraft werden sollen, wird sich diese Schwierigkeit noch vcrdreisacheii.(Sehr richtig!) Diese Srrasvorschrist scheint mir auch nicht»mit dem Rechtsgefühl in Einklang zu stehen. Wir sind schon an sich, glaube ich, das mristbcstrafte Volk der Welt (Heiterkeit), da sollten wir nicht auch noch solche Strafbestimmungen einführen, die uns eine ungewöhnlich große Zahl neuer Strafver- folgungen bringen müßten. Zum Schluß noch ein Wort über die rechispolitische Unterlage des Gesetzes. An der Begründung heißt es, es könne die Erhaltung des Rechtsgefühls und der Achtung vor dem Rechte nicht förderlich sein, wenn ein Strafgesetz täglich m allgemeinbekannter Weise und unter Mitschuld selbst angeiehener Volksklassen ungestraft über- treten weiche, dadurch weiche die Achtung vor Recht und Gesetz unier- graben. Als ich das las, glaubte ich, die Begründung zu einem neuen A n t i d n e l l g e s e tz zu lesen.(Heiterkeit.� Hoffentlich wird diese Begründung wörtlich in eine derartige Vorlage über- nommen, die uns demnächst gebracht wird, und die von größerer Bedeutung sein würde, als das Rennwettgesetz. die sich aber viel- leicht mit denselben Kreisen befassen würde.(Lebhaftes Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Erzbergcr(Z.)'k Die Wege der deutschen Gesetzgebung sind wunderbar. 1888 iii das Buchiiiachergeschäst verboten und mit Strafe belegt worden; sobald dies Gesetz in Kraft tritt, wird es K a i s e r l i cl> o e u t s ck' e privilegierte B u ch in a ch c r geben. Au der Entwickeluna des BuchmacherunwesenS trägt auch die Untätigkeit der Polizei schuld. Herr v. Jagow täte besser daran, daraus seine Aufmcrr- samkeit zu richien, als auf iiiancl>t andere Dinge. Wenn man nun aber das Wetten und Buchmachen legalisieren will, ob die vorgeschlagenen Steuersätze nicht zu hoch sind? Ferner habe ich , schwere Bedenken gegen den iz Ii des Entwurfs, wonach ein großer Teil der Erträge— es könnten leicht 58 Millionen Mar! sein— den Rennvereinen überwiesen werden; dazu liegt gar kein Anlaß vor, wir können diese Summen viel besser für die g e h o b e- n c n Po st h e a m t e n und die A l t p e n s i o n ä r e verwenden.— Wir sind bereit, dieses Gesetz noch in dieser Session zu verabschieden, wenn dasselbe mit der Besoldungsnovelle und dem Ge- l setz für die Altpcnfionäre geschieht. Zeit ist bis zum 18. Mai reich- ; iich, diese drei Gesetze zu erledigen.(Beisall im Zentrum.) Abg. Dr. Netimaun- Hoser(Vsi.): Ter Kamps der Gesetzgebung gegen die Buchmacherivetten ist vergeblich geNwsen. man mutz daher den anderen Weg wählen, der mit dickem Gesetzentwurs beschritten wird. Ob freilich der neue Stand der kaiserlich privilegierten Buchmacher eine Bereicherung unserer Volkswirtswaft sein wird, ist dock zu beztoeiscln. Meine Freunde werden sich bei der weiteren Behandlung dieses Gesetzes von dein Wunscke leiten lassen, die Verbreitung der Weit- s e u ch e nach Möglichkeit einzudämmen, aber auck die heimische Pferdezucht zu heben.(Bravo! bei den VolkSparteilern.) Abg. v. Flcmnnng(k.): Keineswegs gehört der Wettbetrieb zu den erfreulichen Er- scheinungen; aber mit drakonischen Strafen ist nichts gegen ihn auszurichten. Der vorliegende Entwurf zeigt einen gangbaren Weg. da? Wetten im Zusammenhang mit dem Renichetricfc in vernünftige Bahnen zu lenken, wenn wir auch einzelne Bestimmungen anders zu fassen wünschen. Abg. Setida(Pole): Wir haben gegen die Porlage sehr erhebliche grundsätzliche Bedenken, wir haben große Zweifel, daß die Wettscuche ein- geschränkt werden kann durch die Schaffung eines konzessionierten Buchmackergewerbes. Die Stellung zu dem Gesetz machen wir davon abhängig, ob es gelingen wird, es so zu fassen, daß die Wcttseuchc eingeschränkt, nicht erweitert wird. Mg. Dr. Arendt(Rp.): Auch in diesem Gesetz haben wir eine Verguickung von Ein- nähme- mit Ausgabengesetzen. Wir wünschen alle die Besoldungs- Vorlage zu erledigen, und ich halte cS für bedenklich, daß man uns sagt, das kann nur gescheben, wenn auch dieses Gesetz erledigt wird. Tann ist die Gefahr vorhanden, daß das Gesetz übereilt wird. Nach der Logik des Entwurfs heißt eS: Das Roulettespiclen ist verboten, aber es wird geübt, und deshalb müssen wir es legali» sieren. Dann sollten wir doch die öffentlichen Spielsäle wieder eröffnen. Von der Konzesfionierung der Buchmacher be- fürchte ich eine Ausbreitung, nicht eine Eindämmung des Wettcns. Ein Gesetz, gegen das derartige Bedenken vorliegen, sarf nicht übereilt werden. Aber wir sind in einer Zwangslage, es ist uns gesagt worden: Friß, Vogel! oder stirb! Wie lange der Reichs- tag sich eine solche Behandlung gefallen lassen wird, ist Sache deZ Reichstags. Ich wollte jedenfalls meinc-w a r n e n d e Stimme er- heben. Die Beratung schließt. Der Entwurf wird einer Kennmission von 21 Mitgliedern überwiesen. Nächste Sitzung: Montag, 2 Uhr(Konkurrenzklauselgesetz). Schluß 12-/! Uhr. Mgeorönetenhaus. 63. Sitzung. Freitag.den l. Mai, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Trott zu Solz. Die zweite Beratung ües Kultusetats wird beim Kapitel Universitäten fortgesetzt. Abg Eickhoff(Vp.) begrüßt eS, daß die Regierung sich jetzt mit dem Doktortitel für Zahnärzte einverstanden erklärt hat. Weiter verteidigt Redner das Verhalten der Aeltesten der Kaufmannschaft im Falle I a st r o w. Was die Angriffe des Abg. v. d. Osten aus die Kathedersozialisten betrifft, so sieben wir auf dem Standpunlt, daß auf den Universi- täten zwar alle Richtungen zum Wort kommen sollen und Verlan- gen aber, daß bei der Auswahl der Dozenten einzig und allein die wissenschaftliche Tüchtigkeit entscheiden soll, am allerwenigsten jeden- falls die Rücksicht, daß der Betreffende im Dienste dieser oder jener Interessentenkreise steht.(Bravo! links.) Kultusminister v. Trott zu Solz: Unser Privatdozentenwesen bedarf keiner Aenderung. Don einer Protektionswirtschaft an unseren Universitäten in dem Umfang, wie eS angenommen wird, ist keine Rede, wenn auch hier und da Konnexionen eine geringe Rolle spielen mögen. Prbf. Adolf Wagner wird hoffentlich noch lange lehren können, die Frage seiner Nachfolge ist noch gar nicht spruchreif. Selbstverständ- lich ist nur die wissenschaftliche Eignung bei der Ernennung der Professoren maßgebend. Aber die verschiedenen Richtungen des Volkswirtschaftlebens müssen berücksichtigt werden und das geschieht auch von mir und auch in anderen Disziplinen, namentlich den theologischen. Tie Caritas wird zwar schon jetzt wissenschaftlich ge- pflegt, aber ich will die Anregung des Abg. Jaßbender auf Er- rickmiig einer eigenen Lehrkanzel dafür prüfen. Schließlich he- spricht der Minister die vr. nieä. vet.-Frage. Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): Der Doktortitel ist heute entwertet, er besitzt keinerlei Be- deutung mehr. Vor allem ist et eine Geldfrage, ob man ihn erwerben kann oder nicht. Ein großer Mangel ist, daß wir noch immer kein Universitätsgesetz haben, kein Gesetz, das die Verhält- nissc der Studenten regelt. Von diesem Minister und diesem Hause möchte" ich allerdings ein solches Gesetz auch nicht gemacht haben. Bei der Besetzung der akademischen Stellen verlangen wir eine von allem Besitz und sonstigen Verhältnissen losgelöste Auswahl der Tüchtigsten.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Politisch ist unsere Studentenschaft in außerordentlich ungünstiger Lage, sie hat kein freies Vereins- und Ver- sammlungsrecht und muß eS sich gefallen lassen, daß ihr bei politischer Betätigung von der Aufsichtsbehörde in ihrer wissen. schaftlichen Betätigung unausgesetzt Schwierigkeiten bereitet werden. Allen Beitrebungen innerhalb der Studenten, sich in voraussetzungS- loser Weise auch ein Urteil zu bilden über die versckiedenen poli- tischen und sozialen Bestrebungen unserer Zeit, widersetzt man sich Auf der anderen Seite kommt man den Studenten auf das Sanft- mutigste entgegen, wenn sie Forderungen selbst mit den Mitteln des Streiks vertreten, deren Berechtigung von den besitzenden Klassen anerkannt wird. Ich erinnere an den Klinikerstreik in Halle und den Streik der Studenten der Zahnheilkunde wegen des Doktortitels. Die Zahl der st u d i e r e n d e n F r a u e n hat sich in den letzten 5 Jahren mehr als verdreifacht und diese Vermehrung hält an. Wir Sozialdemokraten wissen, daß das Fraiienstudium für die Proletarierinnen noch nicht in Frage kommt, aber wir treten trotzdem mit aller Energie dafür ein, daß die Frauen auch in dieser Beziehung volle Gleichberechtigung mit den übrigen Staatsbürgern erhalten. Ich komme dann zur A u s l ä nd e r fra ge. Ihre Zahl ist an den deutschen Universitäten neuerdings begrenzt worden, aber tatsächlich bezieht sich diese Begrenzung nur aus die russischen Studenten, was mit einem gewissen ZvniSinuS auch ganz offen zugegeben worden ist. Ganz uiiwahr ist, daß es sich hierbei uin einen Akt der Notwehr der deutschen Studenten handelt. Tic Hetze gegen die Ausländer ist ausgegangen von Universitäten, wo die Ausländer fast aar keine Rolle spielen. Wir haben es hier zu tun mit einer reaktionären Erscheinung gehässigster und kulturwidrigster Art, auch der Antise- mitiSmu« spielt dabei eine Rolle. In einigen Universitäten vir- langt man von den Studenten, daß sie bereits im Ausland studiert haben. Das ist wieder eine bewußte Unauirichtigkeit. ES ist doch bekannt, daß gerade die jüdisch-russischen Studenten in Rußland zum Studium gar nicht zugelassen werden.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) An der Berliner Uniöeriität ist im letzten Semester kein einziger russischer Student mehr neu angenommen worden, ebenso in Königsberg und Breslau. (Hört! hört!) Tabei ist die Zahl der Ausländer an' den deutschen Universitäten verhältnismäßig gering, sie beträgt im Durchschnitt etwa d Proz. an allen Hochschulen, an den Universitäten eiwa 4 Proz. Ein Teil der Abneigung gegen das russische Studenten- tum deruht natürlich darauf, daß man in ihnen politisch mißliebige Eleniciite sieht. Ter beste Beweis sind die immer wieder vorkom- inenden politischen Maßregelungen gegen solche Studenten, die enge Solidarität zwischen Polizeibehörde und Universitäten. Kein Student wird aufgenommen, der nicht ein polizeiliches Führungszeugnis aus seiner Heimat bringt, das auch über seine politische Führung orientiert, und wir wissen, daß sich die UnivcrsitätSbehöroen nicht schämen, sich außerdem noch an die Konsu- late auswärtiger Staaten zu wenden, um Auskunft über die politische Gesiiiiiung des Ausländers zu erhalten. Mir liegt ein solches Schreiben vor. worin ein russischer Student, der denunziert wird, daß er als Gvmnasiast mit 1ö Jahren sich an der revolutionären Bewegung 1886 beteiligt habe. Ter russische Generalkonsul v. Hamm teilt das dem Sekretariat der Ber- liner Universität mit und dieser hat nicht etwa den Wisch an den Generalkonsul zurückgeschickt und ihm gesagt, was fällt Ihnen ein, sich in unsere Angelegenbeiten zu mischen, sondern hat das Schreiben sorgfältig verwahrt. Es geht daraus hervor, daß sie gewöhnt ist, mit diesem russischen Generalkonsul in engster Fühlung zu stehen. Bekannt ist auch das Vorgehen gegen den russischen Schriftsteller Lunatscharski, der mitten auS einer Versammlung herauS verhaftet und nachher über die Grenze gejagt wurde. Tics Vor- gehen der Polizeiverwaltung ist zurückzuführen auf eine schmutzige Denunziation, wahrscheinlich aus den Kreisen der cchtrussischen Studentenschaft hier in Berlin. Leider gibt cS seit der Revolution von 188S unter den hiesigen russischen Studenten Elemente, die sich nicht schämen, Partei zu ergreifen gegen die verfolgten russisch-jüdischen Stu- denten und die sogar der Polizei Handlangerdienste leisten. Ein Beispiel solch schamloser und ehrloser Gesinnung hat der Sohn des Generalkonsuls v. Hamm bewiesen, der sich nickt gescheut hat, nack dem Fall Lunatscharski in der»Deutschen Tages- zeitung" einen Hctzartikcl gegen den hiesigen russischen Studenten- verein loszulassen. Solchen Elementen werden allerdings in Preußen keine Schwierigkeiten gemacht, ebensowenig wie den russi- schon Spitzeln, sondern nur anständigen russischen Studenten. Dann zur Frage der Unabhängigkeit der Wissen- s ch a f t aus unseren Universitäten. Eine absolut VoraussetzungS- lose Wissenschaft gibt es ja nicht, denn auch die rein geistigen Wissenschaften sind ganz wesentlich bestimmt durch Voraussetzung. Die Wahrheit ist so ungemein schwierig zu erkennen, daß auch die- jenigen von ihrem Wege leicht abschweifen können, die am liebsten den geraden Weg der Wahrheit gehen würden. Tie Rechtlosigkeit der außerordentlichen Professoren an den Universitäten ist von einigen Vorrednern bereits besprochen worden, denen ich mich nur anschließen kann. Nock viel wichtiger aber ist die Frage der P r i v a t d o z e n t e n, die die einzigen sind, die ohne staatliche Berufung auf Grund der Selbstverwaltung der Universitäten im Lehramt wirken und die allein noch der staailichen Bindung der Universitäten entgegenwirken könnten. Gerade im Interesse der wipenschaftlichen Unabhägigkeit unserer Universitäten müßten die Privatdozenten fichergestelll werden. Aber wie eS damit steht, ist nicht nur wiederholt aus akademischen Kreisen veröffentlicht wor- den. sondern wird auch durch den Namen Conrad Schmidt und durch das eine Wort Lex?l r o n s genügend gekennzeichnet. sSeh» wahr! bei den Sozialdemokraten) Der Lehrstuhl Erich Schmidts an der Berliner Universität ist bis zum heutigen Tage noch nicht bcsetzr, obwohl nach der Auffassung der Fachgcnossen eine ganze Anzahl sehr geeigneter Bewerber, auch in Berlin, vorhanden sind. Davon sind allerdings einige Juden, und die müßten sich erst taufen lassen, ehe sie d-e Befähigung erlangten, eine Professur zu erhalten! Verschiedene Dozenten verwalten nun den Lehrstuhl Erich Schmidts, in erster Linie Herr Gustav Roethe. Er hat, wie es scheint, die stärkste Anwartschaft auf die Nachfolge Erich Schmidts. obgleich ihm. nach der Auffassung der Fachleute, jede wissenschaftlich» Qualifikation dafür fehlt. Dafür aber gehört Roethe zu der strammsten Leibgarde der Hohenzollern der Berliner Universität.(Hört! hört! links.) Bei dem Jubiläums- kommers der Berlins: Universität hat diese Koryphäe der voraus« sctzungslosqn Wissenschaft eine Bierrede gehalten, rn der er seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß, wenn draußen die Militär- musik vorbeizieht die Studenten sich von der Wissenschaft ab- wenden und ein rhythmisches Zucken in ihren Beinen verrät, daß sie lieber Parademarsch machen würden Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Er hat in jener Rede auch von der bezwingenden Macht des Preußengeistes gesprochen und die deutsche Freiheit und den Geist preußischer Zucht als ein zusammengehöriges Ehepaar bezeichnet.(Heiterkeit bei den Sozial- demokraten.) In neuester Zeit hat er aus dem Rcichskommers des Vereins deutscher Studenten sich in einer so herzerfrischenden Weise ausgelassen, daß man zunächst glauben muhte, die Rede fei von dem Herrn v. Oldenburg auf Janufchau gehalten und nicht von einem Professor an der bedeutendsten deutschen Universität. Allerdings. Herr Roeihc ist ein Vertreter derjenigen voraussetzungS- losen Wissenschast. die die Herren von der Rechten wünschen! Er sprach da davon, daß man bei dem Worte Zaber» einen ver- rotteten Kleinstaat vor sich sähe. der feinen Pöbel nicht zu zähme« wisse. Eine feine Ausdrucksweise und ganz vorauSsetzungSlose Wissenschaft! Dem Reichstage sagte er nach, daß et nicht die sittliche und intellektuelle Ileberlcgenhcit gehabt habe, sich dem demokratischen Taumel zu entziehen; der Kriegsminister aber wird als der schlichte, brave, preußische Soldat gefeiert, der seine Pflicht tue, ohne nach den drei„P" zu fragen, näml'ch nach Presse- geschrei, Pöbellärm und Parlamentsherrschaft. Wie mag sich Herr Roethe, der m't solch duftigen Sprachblüien um sich wirft, eigentlich den Pöbellärm vorstellen?(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Diese Zierde edler Wissenschaft preußisch- agrarischen Kalibers ist natürlich auch in der Frage des Frauen- studiums noch aus einem Standpunkt ans der Vergangenheit stehen- geblieben. Er liest über die deutsche Literatur im 17. Jahrhundert und da hat er den weiblichen Hörern, denen er zu seinem Bedauern den Zutritt gestatten muß. angekündigt, daß er sie einige Male, nicht allzu oft. werde bitten müssen, den Vorlesungen fernzubleiben, weil da sittlich anstößige Dinge vorkommen können. Allerdings, wenn er seine Vorlesungen in dem Ton seiner Bier- reden hält, dann kann ich wohl verstehen, daß nickt nur eine Frau sich dort wenig woßlsühlen wird, sondern ich möchte fast glauben, daß wohl kaum überhaupt irgend ein anftändigel Mensch sich bei dieser Ausdrucksweise wohlfühlen würde.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Tie Dame» müssen aber diese Lorlesungen hören, da sie sonst ihr Studium nicht vollenden können, und da ist dieser Mann, der bei öffentlichen demonstrativen Veranstaltungen Reden hält, die doch in den Zeitungen von den Jungstauen Deutschlands gelesen werden, so zimperlich, die Damen zu bitten, daß sie mal hinausgehen sollen.(Heiterkeit.) Natürlich ist das nur ein über- legier Hohn dieser Koryphäe der preußischen Wissenschast, und wenn er wirklich den Lehrstuhl Erich TckmidtS erhält, so kann man unseren llniversiiäten nur dazu gratulieren!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Hätz des Äbg� v. d.L st e n gegen den Kathcdersozialismus ist langst vorher von der»Deutschen Tageszeitung" und anderen reaktionären Blättern betrieben worden. Tragikomisch ist et, daß der Abg. v. d. Osten danach fragt, wann denn Adolf Wagner seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen würde. Adolf Wagner ist dock einer der extremsten Kathedersozialisten; aber er ist allerdings auch ein waschechter S ch u tz z o l l n e r. wäcnend sein jetziger Vertreter angeblich Freihändler sein soll. Herr v. d. Osten vertrat also das agrarische Nützlichkeitöinteresse. Es ist die Sor-ge um die künstigen Handelsverträge, die oiese Herren hier plötzlich die Fahne der freien Wissenschaft aufpflanzen läßt; sie Nr. 119. 31. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Wälderkauf. Entscheidung im Zweckverband. Der Zwedverband Groß- Berlin hatte am Sonnabend eine bebeutungsvolle Sigung. Er sollte in der Frage des Wälderkaufes endlich eine Entscheidung treffen. Die Vollversammlung war so gut besucht wie vielleicht noch nie seit Bestehen des Verbandes. Sie hatte den Bericht über die Verhandlungen des Sonderausschusses entgegenzunehmenn, dem die den Waldankauf beantragende Vorlage überwiesen worden war. Der Sonderausschuß empfahl die Vorlage im wesentlichen unverändert zur Annahme, aber ihr Schicksal in der Vollversammlung erschien noch feineswegs sicher. Etwas von der Stimmung eines großen Tages" lag über dem Hundert der Verbandsabgeordneten, als der Vorfigende Oberbürgermeister Wermuth- Berlin die Sigung eröffnete. Den Ausschußbericht gab Stadtverordneter Sonnenfeld= Berlin. Die vom Ausschuß vorgeschlagenen Verbesserungen sind hauptsächlich diese: Für etwa 40 000 Morgen soll der Fiskus die geforderten 50 Millionen Mark erhalten, doch unter Abzug von 8-900 000 M. für Belastung des Grunewaldes durch das den Charlottenburger Wasserwerken gewährte Recht der Wasserentnahme; bom Kaufpreis sollen 5 Millionen angezahlt und der unverzinsliche Rest mit jährlich nicht 3% Millionen, sondern mit jährlich 3 Millionen abgezahlt werden, so daß die Abzahlung nicht 12, sondern 15 Jahre dauert. Ein Mehr an Milderungen war aus den langwierigen Verhandlungen des Sonderausschusses nicht herausgekommen: für den Fiskus blieb hiernach das Geschäft nahezu so profitabel wie zuvor. Auf Grund der in dieser Weise geänderten Vorlage soll der Verbandsausschuß dann der Vollversammlung den mit dem Fiskus abzuschließenden Vertrag über den Waldantauf vorlegen. Sonnenfeld bemühte sich, die paar Aenderungen als ausreichende Verbesserungen hinzustellen. Das Opfer an Geld sei groß, müsse aber gebracht werden. Auch den Grunewald dürfe man vom Anfauf nicht ausschließen da durch die bekannte Kabinettsorder keineswegs seine Erhaltung gesichert sei. Die Gefahr, daß er durch die andauernde Wasserentnahme vernichtet werde, bestehe nicht. Sonntag, 3. Mai 1914. koration für das dem Fiskus verbleibende Bau- ihnen zuviel des Kindersegens wird, wehren sie sich, indem I and dient, und dafür sollen wir zahlen, statt Bezahlung zu er- sie baldigst das Mietsverhältnis durch regelrechte Kündigung halten. Redner wandte sich dann gegen die Auslegung, die man beenden. Daneben wird auch die Anwendung des Mittels jetzt der Kabinettsorder zu geben versucht. Darin liegt die fofortiger Vertragsaufhebung und Ermission immer wieder noch verUnterstellung, daß trok dieser Kabinettsorder, unter Verlegung fucht, in den Fällen nämlich, wo die Familie eines fleinen Mieters bon reu und Glauben, der Grunewald gefährdet sei. Und sich nicht durch Geburt, sondern durch Hinzukommen einer, fremden" gerade die„ Staatserhaltenden" seien es hier, die der Staatsregie Person vermehrt. Wenn Hauswirte zu den fremden" Personen, die nicht in die rung das zufrauen. Genosse Stadthagen begründete eingehend die oben mitgeteilten Anträge, deren Annahme auch den begeistertsten Familie eines Mieters aufgenommen werden dürfen, sogar nahe Freunden des Waldankaufes möglich sei. Sie seien das Mindeste, und nächste Verwandte zählen, dann wird man sich nicht wundern, was man fordern müsse, wenn man nicht lieber die ganze Vorlage daß sie auch die Aufnahme von Pflegekindern zu einem Vertragsauflösungsgrund stempeln. Diesen Versuch scheint ein Haus ablehnen wolle. Der Vorsitzende, Oberbürgermeister Wermuth, knüpfte an befizer in Lichtenberg machen zu wollen, ein Loko Paul Kirks, Eigentümer des Hauses Stadthagens Ausführungen die Bemerkung, er habe hoffentlich nicht motivführer Die Frau eines seiner Mieter Mitgliedern der Verbandsversammlung nachsagen wollen, daß fie grenenstraße 15. den Fistus einer Verlegung von Treu und Glauben für fähig nahm im April dieses Jahres ein elternlos gewordenes 11jähriges halten. Mädchen zu sich in Pflege, wobei sie einen Wunsch der ihr seit langem befreundet gewesenen, zu Anfang dieses Jahres in Schöneberg verstorbenen Mutter des Kindes erfüllte und die Zustimmung des Vormundes wie der Schöneberger Waisenverwaltung hatte. Das Kind wurde in Lichtenberg durch Vermittlung des Herrn Kirts polizeilich angemeldet, wobei die Pflegemutter auf dem ihm über sandten Anmeldungsformular ausdrücklich vermerkte, daß dieses Kind zu ihr in Pflege" fam. Nachdem Herr Kirks hiergegen zunächst feinen Einspruch erhoben hatte, fiel's ihm plötzlich nach etwa 1, Wochen ein, dem Mieter und seiner Frau den folgenden Brief zu schicken: = Für einen Teil der Bertreter von Gemeinden aus Niederbarnim erklärte Kommerzienrat E. v. Borsig, daß jie trotz der daraus für sie erwachsenden Belastung dem Kauf zustimmen wollen, weil sie nicht kleinliche Politik treiben". Ein" Bravo" antwortete es fam aus dem Munde des Herrn Haberland, des ihm bekannten Führers der Terrainspekulation. Stadtverordneter Rosenow Berlin, Mitunterzeichner jener Anträge ging noch näher auf die an der Kabinettsorder versuchten Deuteleien ein. Ob es Aufgabe des Staates sei, die Wälder zu erhalten? Ja, bezüglich des Grunewalds hat das der König gewollt und seinen Minister beauftragt, das dem Magiftrat von Berlin zu versichern. Gegenüber der Kabinettsorder betrachte ich es geradezu als eine Beleidigung, daß wir jetzt das Recht auf den Grune wald erst erkaufen sollen. Wir wollen nicht, schloß Redner, unser Geld dem Fiskus hinwerfen, den man ja in diesem Fall als einen gierigen bezeichnen kann.„ Aber doch nur theoretisch!" mahnte der Vorsitzende. Parteiangelegenheiten. " ,, Wie ich erfahre, haben Sie ein Kind in ständige Pflege genommen. Laut Mietsvertrag dürfen Sie ohne mein Wissen und Willen keine fremde Perfon in Ihrem Haushalt aufnehmen. Ich ersuche Sie deshalb, die Angelegenheit bis zum 1. Mai 1914 wieder abzuändern, widrigenfalls ich genötigt bin, von meinem Hausrecht Gebrauch zu machen." Von der Tatsache, daß es sich um ein Pflegefkind handelt, muß der Herr Hauswirt schon aus der Anmeldung, die er doch wohl selber unterschrieben haben wird, Kenntnis erhalten haben. Wir haben in dem Mietsvertrag keine Bestimmung finden können, die es verbietet,„ fremde" Personen aufzunehmen. Zu den Aftermietern und Schlafleuten, die nicht ohne Wissen und Willen des Hauswirtes aufgenommen werden dürfen, wird Herr Stirks ein Pflegefind hoffent lich nicht zählen wollen. Die Androhung, sein Hausrecht zu ge brauchen, ist offenbar dahin zu verstehen, daß der Mieter die Er Denn Herr Kirks wird selbst miffion zu gewärtigen hat. verständlich nicht zu dem Mittel greifen wollen, den Familienzuwach einfach dadurch zu beseitigen, daß er nur das Pflegefindermittiert" Man sagt uns, daß Frau Kirks in einem bürgerlichen Frauenverei dem Vorstand angehört. Betätigt dieser Verein sich auf dem Gebie der Kinderfürsorge? Auch Stadtverordneter Nathan- Berlin äußerte gegenüber der Vorlage Bedenken und empfahl Zurückveriveisung. Dagegen trat Stadtverordneter Tassel- Berlin mit wortreichem Eifer, wenn auch mit schwerem Herzen" für sofortige Annahme ein. Ueber die Tragweite der Kabinettsorder hatte er eine Die sozialdemokratischen Mitglieder der Ver- andere Meinung als Stadthagen, Rosenow und Nathan, von denen bandsversammlung machten zusammen mit einem Teil der libe- er sich im übrigen hinsichtlich seines Vertrauens auf das ralen Vertreter für Berlin den Versuch, eine Reihe Forderungen Wort des Königs nicht übertreffen lasse. In den Anträgen durchzusetzen, die von ihnen größtenteils, schon im Sonderausschuß auf Zurüdverweisung usw. sah er die Gefahr, daß die ganze Voraufgestellt worden waren, aber dort feine Mehrheit gefunden hatten.| lage zu Fall kommen könnte. Sie beantragten, die Vorlage dem Verbandsausschuß zurüd- Ein Antrag auf Schluß der Debatte wurde, obwohl noch zugeben mit dem Ersuchen, auf folgenden Grundlagen nochmals drei Redner auf der Liste standen, angenommen. mit dem Fiskus au verhandeln: der Ankauf des Grune- In einer persönlichen Bemerkung berichtigte Stadtverordneter walds sei abzulehnen, weil nach der königlichen Kabinettsorder vom Genosse Hirsch Charlottenburg eine irige Angabe Sonnenfelds 6. August 1907 und der Erklärung des Landwirtschaftsministers im über eine Aeußerung, die Hirsch im Landtag zu der Waldfrage gePatriotismus und Geschäftsreklame. Herrenhaus es eines Ankaufs gar nicht bedürfe, und der Preis für tan hatte. Der Jungdeutschlandrummel nimmt immer lächer die übrigen Waldungen sei danach herabzujeßen. Weiter beantragten Nach einem Schlußwort Sonnenfelds wurde zur AbstimAm nächsten Sonntag soll auf dem Bossene sie, eventuell die Vorlage an den Verbandsausschuß zurüdzuber- mung geschritten. Von den Anträgen Stadthagen, Rosenow lichere Formen an. weisen mit dem Ersuchen, zur Bedingung des Kaufs zu machen, daß usw. wurde der erste mit 64 Stimmen gegen 29 abgelehnt, die Truppenübungsplaß eine große Geländeübung abgehalten werder die von den Wasserwerken dem Regierungspräsidenten eingeräumten anderen drei mit ähnlichem Stimmenverhältnis gleichfalls abge- bei der nach dem„ Berliner Lokal- Anzeiger" mit einer Beteiligun Rechte bezüglich der Wasserversorgung der an sie anzuschließenden lehnt. Die Waldborlage wurde dann in der vom Sonder von vielen Tausenden gerechnet wird. Eine besondere Gruppe sollen di Sie fin Gemeinden auf den Zweckverband übergehen, und daß wegen der ausschuß vorgeschlagenen Fassung mit 67 Stimmen gegen 27 an 300 Gilboten der Berliner Paketfahrtgesellschaft bilden. für diese Uebung eigens neu eingekleidet, werden in gefchloffener Schmälerung der Wasserschätze des Grunewalds ein erheblicher genommen. Zuge unter Voiantritt des Musikkorps der Jugendwehr von der Preisnachlaß gewährt wird. Sie beantragten ferner, die KaufGeschäftslokal der Paketfahrt in der Ritterstraße nach dem Schöne bedingungen dahin zu ändern, daß die Verpflichtung des Verbandes berger Militärbahnhof geleitet und von da nach Zolfen geschleif zur Erhaltung des Grunewalds als Dauerwald fortfällt, soweit sie Selbstredend hat der Staatsretter Herr v. Jagow die Genehmigun durch die den Wasserwerken vom Staat eingeräumten Rechte unmöglich gemacht wird, und daß von einem dadurch etwa verursachten Charlottenburg. Dienstag, den 5. Mai, abends 8% Uhr, Mit- für einen öffentlichen Aufzug solcher Art ohne weiteres erteilt un Mehr an Erhaltungskosten der Fiskus die Hälfte übernimmt. In gliederversammlung des Wahlvereins im Volkshause, Rosinenstr. 3. wird auch noch für eine polizeiliche Ehrengarde sorgen, womit ma einem vierten Antrag endlich forderten fie ein spezifiziertes Gut- Tagesordnung: 1." Bon unten auf", Referent Genosse Stadt- die Gummifnüppelarbeit der Berlin- Lichtenberger Polizeihelden a hagen; 2. Diskussion; 3. Stellungnahme zur Kreisgeneralver- unseren Jugendlichen vergleichen wolle. achten über die voraussichtlichen Aufforstungstoften. In der Debatte ergriff als erster Redner der Oberbürgermeister ſammlung; 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Tempelhof- Mariendorf. Die Jugendfektion hält am Montag, Wermuth- Berlin das Wort. Ein großer Teil der Verbands- den 4. Mai, in Tempelhof, Friedrich- Wilhelm- Str. 35, bei Hennig versammlung, führte er aus, stimmt der Vorlage auch mit den vom ihren Diskutierabend ab. Thema:„ Militarismus". Gäste willSonderausschuß vorgeschlagenen Aenderungen ohne Freude zu. kommen! Das Schlagwort vom Groß- Berliner Wald- und Wiesengürtel hat Kaulsdorf. Heute Sonntag, den 3. Mai, Gemeindevertreter im Laufe der Jahre eine Wandlung erfahren. Die Wälder zu erwahl in der Turnhalle, Adolfstraße, von 2 bis 5 Uhr. Die Genossen halten, ist eine Notwendigkeit, aber nicht nur für die Gemeinden, treffen sich um 2 Uhr in Hamanns Restaurant, Inhaber Kossondern auch für den Staat. Das hat einen treffenden und sehr lowski, Frankfurter Str. 50, zum gemeinsamen Abmarsch nach dem edlen Ausdruck gefunden in der Kabinettsorder von 1907, die dem Wahllokal. Stralau. ich fasse es entDie vertagte Generalversammlung des Verein Magistrat von Berlin die Versicherung und schieden so auf die Zusicherung gibt, daß 3000 Hektar des Arbeiterjugend findet nunmehr am Dienstag, den 5. Mai, im Grunewalds von der Bebauung frei bleiben sollen. Der jezige Weg Lokal Steinicke, abends 8% Uhr, statt. bedeutet eine Abkehr von jener Auffassung und legt den Grundsat fest, daß für die Gesundheit der Groß- Berliner Bevölkerung die Gemeinden und sie allein verantwortlich sind. Er bedeutet auch einen Freibrief dafür, daß nunmehr die anderen, noch im Besitz des Staates bleibenden Waldungen um Berlin ohne Zögern der Bebauung preisgegeben werden sollen. Oberbürgermeister Wermuth tam ungeachtet aller grundsätzlichen Bedenken zu dem Ergebnis, daß man dem Wälderkauf zustimmen müsse. Für die Vertreter der Gemeinden des Kreises Teltow erklärte Bürgermeister Langerhans. Cöpenid, daß sie der Vorlage trot Reinickendorf- Weft. Heute Sonntag, den 3. Mat, wichtige Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen aus. Berliner Nachrichten. Schont die Natur! Die Beteiligung der Gesamtheit der jugendlichen Paketfahr boten sieht verdächtig aus. Die Direktion der Paketfahrt hat ei starfes Interesse, daß alle Mann auf Kommando mitmachen und de berfügungsfreien Sonntag opfern, denn für sie ist ja der patriotisd Rummel eine vorzügliche Geschäftsreflame. Die Roften des Spektake werden sich reichlich verzinsen. Nur die schlechtbezahlten Angestellte haben nichts davon. Eröffnung der Hochbahn- Omnibuslinie. Auf dief Gestern früh ist die erste der neuen Autoommibuslinien mit d Einrichtung von Uebergangsfarten zur Hoch- und Untergrundbat in Betrieb genommen worden. Die Linie vermittelt den Verke zwischen dem Ningbahnhof Hermannstraße in Neukölln und de Ringbahnhof Prenzlauer Allee im nördlichen Berlin. Strecke werden berührt: Hermannplay, Hochbahnhof Kottbuser T Morigplay, Untergrundbahnhof Inselbrüde, Berliner Rathaus, Unte grundbahnhof Alexanderplatz. Von da fahren die Omnibusse du die Neue Königstraße, Immanueltirchstraße und Prenzlauer Allee E zum Bahnhof Prenzlauer Allee. Es werden in den Wagen der neu Linie sowohl einfache, nur für den Autoomnibus gültige Karten au gegeben, wie auch llebergangskarten zur Fahrt mit dem Omnib und anschließender Hochbahnfahrt. Die Omnibusteilstrecken foſt 15 Pf.) Uebergangsfahrkarten für die Hochbahn fosten von irgen 10 und 15 Pf.,( Dedjig 10 Pf.); die ganze Strede 20 Pf.,( Ded Kaum ist das erste Grün heraus, kann man auch schon überall Ausflügler sehen, wie sie Zweige und Aeste von ihren ganz erheblichen Mängeln zustimmen wollen. Verschiedenen Sträuchern und Bäumen abbrechen, um sie schließlich später einem Punft der Autoomnibuslinie bis zum nächsten Bahnhoft Gemeinden, deren Interesse an dem Ankauf der Wälder durch den achtlos fortzuwerfen. Am vergangenen Sonntag vormittags Hoch- und Untergrundbahn und von da bis zu dem 5. Bahnl Zweckverband nur gering sei, werde die Zustimmung nicht zwischen 9 und 10 Uhr konnte man auf dem Uferwege zwischen 15 Bf., bis zum 8. Bahnhof 20 Pf. Für die 2. Stlaſſe find es leicht.( Zuruf des Stadtverordneten Stadthagen- Berlin: Lehnen Grünau und Carolinenhof einen Trupp von ungefähr 40 bis fprechende Zuschlagfarten auf den Bahnhöfen zu lösen. Die Bag Sie doch ab!) Sie seien„ trotz alledem"( Gelächter) dazu bereit. 50 junger Mädchen, anscheinend Mitglieder der Wandervögel der neuen Linie sind leicht kenntlich an ihrem blaugelben. Anstrich. In der Kabinettsorder sieht der Redner feine Zusage der dauernden oder Pfadpfinderinnen, beobachten, wie sie sich auf das junge Erhaltung des Grunewalds; sie habe nur einen negativen Grün stürzten und ganze Hände voll abbrachen. Als sie auf Inhalt und sage nur, daß er nicht bebaut werden soll.( Ber- das Verderbliche aufmerksam gemacht und ihnen vorgehalten wunderte Zurufe.) Der etwa vorhandene Wunsch, daß bei Nicht- wurde, daß es doch Baumfrevel sei, hatten sie keine Antwort. zustandekommen des Wälderkaufes der ganze Zweckverband zu Eine Leiterin oder ein Führer war bei dem Trupp nicht zu sammenbrechen und dann eine Groß- Berliner Eingemeindung fich bemerken. Die Mädchen trugen schwarz- weiß- rote Schleifen und einen graugrünen Kakihut. als nötig erweisen werde, habe wenig Aussicht auf Erfüllung. Ermission bei Familienzuwachs? Den Geliebten und sich selbst erschossen. In der Nacht zum Sonnabend hat die 40 Jahre alte Wit Frau K. woh Marie Kaffel aus der Glanzstr. 2 zu Baumschulenwege ihren Geliebten und dann sich selbst erschossen. mit dem 39 Jahre alten bei der Landesversicherung beschäftigt Zahnarzt Ferdinand Eber zusammen. Sehr oft gab es heftige u lärmende Auftritte, besonders wieder in den letzten Tagen. S Unfer Genosse Stadtverordneter Stadthagen- Berlin Frau, die von der Eifersucht geplagt wurde, äußerte einmal, d führte den Nachweis, daß der Kaufvertrag, wie der Sonderausschuß Daß Arbeiterfamilien mit reichlichem Kinderfegen wegen weiteren fie der Geschichte ein Ende machen werde. In der Nacht zum Sor ihn vorschlägt, ein schwerer Nachteil für Groß- Berlin ist. Wir taufen" ja überhaupt nicht, denn wir dürfen ja über die teuer be- Familienzuwachies von ihrem Hauswirt den Laufpaß erhalten, ist abend kam es wieder zu einem wüsten Auftritt, auch hörte m zauen Wälder, diese Sandflächen, die früher mal Wälder waren, feine Seltenheit. Alles Jammern über den fortschreitenden Ge- Schüsse fallen. Als gestern morgen die davon benachrichti ehe der Fiskus durch seine Nachlässigkeit sie verwüstete, gar nicht burtenrüdgang fchafft nicht diese Tatsache aus der Welt, und die Polizei die Tür erbrach, fand man die beiden Wohnungsinfaf wie über unser Eigentum verfügen. Gewiß, wir alle fich immer wiederholenden Fälle, daß an Kindern reiche, aber an tot daliegen. Frau Kassel lag mit einem Revolver in der rech wollen, daß für die Einwohner Berlins und der Umgegend reichlich Geld arme Familien nach vergeblicher Wohnungssuche geradezu Hand tot auf dem Schlafsofa, Eber daneben im Bett. Nach Erholungsstätten vorhanden sind und erhalten bleiben. Aber wir obdachlos werden, fönnen nicht dazu beitragen, die besiglose Klasse der Dinge hat die Frau sich während des Streites von ihrem La dürfen nicht unter dem Vorgeben, daß das erreicht wird, einen Ver- zur Erfüllung ihrer Pflicht gegen das Vaterland", zur Heran- erhoben, ihrem Geliebten eine Kugel in die rechte Stopfseite trag schließen, der auf Kosten der Groß- Berliner Bevölkerung bem fchaffung der nötigen Ausbeutungsobjekte und des erforderlichen schoffen und sich dann selbst ebenso getötet. Fistus diesen Profit in den Rachen wirft. Dem Staat Sanoner utters, anguipornen. J Berlin icredten in der Zeit sollen wir die Erhaltung seiner Bilicht, den Wald als Wald zu er de beiüungten Gründerjahre" mit ihrer aufs äußerste acſtiegeren manche Hauswirte nicht davor zurüd halten, abnehmen und dann sollen wir noch dazuzahlen! Und, Wohnungsnot zahlen sollen wir eine Unsumme, mehr sogar, als die Waldungen Mietsverträge die Bestimmung aufzunehmen, daß bei etwaigem bekannte, etwa 50-55 Jahre alte Frau von einem Privatautome wert wären, wenn sie unser freies Eigentum würden. Hinter diesem Familienzuwachs der Bertrag ohne weiteres aufgehoben sei. überfahren und getötet. Sie ist 1,55 Meter groß, unterſent, aber geblieben ist startes graumeliertes Haar und rundes volles Gesicht und tr ganzen Plan steckt das Spekulationsinteresse des Fistus, das zu So etwas gibt's ja heute nicht mehr, jammenfällt mit dem Spekulationsinteresse einzelner Gemeinden den Hausbesitzern die Abneigung gegen eine Vermehrung des faliches Gebis." Bekleidet war die Unbekannte mit grauem zerriffer too es Kostüm, weiß und blau gestreifter Bluse, schwarzem Strohhut und Terraingesellschaften, Geben will er uns nur, was als De. Personenbestandes der Familien ihrer Mieter, und in die Wer ist die Getötete? Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 29. April 1914, nachmitt 12 Uhr, wurde in Echmargendorf, Franzensbaderstraße, eine 1352 4. 48. 14 entgegen. Polizeiattacken in Lichtenberg. Die Seidenraupe hat es der Lichtenberger Polizei angetan. Gegen die Donnerstagversammlung in Lichtenberg fonnte die Bolizei nichts ausrichten; sie hielt sich aber schadlos, als die Versammlung ihr natürliches Ende erreicht hatte. Ueber die Wirtfamkeit der Polizei gegen die heimkehrenden Versammlungsbesucher wird uns berichtet: „ Ein ungeheures Aufgebot von Kriminalbeamten und uniformierten Schuhleuten trieb die Versamlungsbesucher zu einem großen Haufen zusammen und schlug dann rüdsichtslos mit Gummitnüppeln und blanken Säveln ein. Bersammlungsbesucher und auch völlig unbeteiligte Straßenpaffanten wurden auf die Erde geworfen, gestoßen und mit Gummifnüppeln bearbeitet. Berittene Schußleute sorgten für die Räumung der Bürgersteige. Autos mit Schuhleuten vollgepfropft fuhren hin und her und wo eine Anzahl Personen zusammengingen oder standen, sprangen sie heraus und hieben mit blanter Waffe ein. Dabei sind einige Jugendliche arg verletzt worden, mehrere konnten am anderen Tage nicht zur Arbeit gehen. Die Polizei ist auf dem Holzwege, wenn sie annimmt, die Aufforderung: Jugend heraus!" könne wirksam mit der anderen: Säbel heraus!" beantwortet werden. Besser als viele Reden es bermögen, beweisen solche Willkürakte den Jugendlichen, wie notwendig der Kampf gegen die preußische Reaktion ist. P Tüllgarnierung, weißleinenem Hemd ohne Zeichen, weißem wollenem|( Stürmische Zurufe: Zur Geschäftsordnung!) Wie aus diesem steht mit der Stadtgemeinde Schöneberg in einem Vertragsverhält Beinkleid, rotem Unterrod, schwarzen Strümpfen und schwarzen, Schreiben hervorgehe, seien die technischen Mitglieder des Ma- nis. Danach ist Schöneberg das Recht eingeräumt, sein Drudrohr früher braunen Schnürstiefeln. Auskunft über die Persönlichkeit gistrats für den inzwischen von diesen aufgestellten erheblich durch Tempelhofer Gebiet zu legen, und bei vorzunehmenden nimmt die Striminalpolizei 11. Bezirk sowie jedes Polizeirevier zu besseren Plan, während der Oberbürgermeister glaube, sich über Reparaturen diefe ohne Genehmigung Tempelhofs zu vollziehen. die Fachmänner hinwegsehen zu können und den alten ange- lichen Muffen zu verstärken. Hierzu stellte der Tempelhofer GeSchöneberg hatte nun die Absicht, die an dem Druckrohr befindfochtenen Bebauungsplan mit allen, und zwar sehr zweifelhaften meindevorstand die Bedingung, daß Schöneberg nach der WiederMitteln durchſehen zu sollen.( Stürmische Unterbrechungen.) Der herstellung der aufzureißenden Straßen eine fünfjährige Garantie Stadtverordnetenvorsteher unterbrach ebenfalls heftig läutend den für die Saltbarkeit derselben übernehme. Dies lehnte Schöneberg Redner und rügte unter heftigem Widerspruch der sozialdemo- ab, indem es sich auf den oben gekennzeichneten Vertrag berief. fratischen Fraktion die Ausführungen desselben als nicht zur Ge- Während diese Verhandlungen schwebten, plagte in der Borussiaschäftsordnung gehörend. Oberbürgermeister Raiser bean- itraße ein Drudrohr, wodurch Tempelhof ein Schaden von ca. tragte darauf die Verweisung der Beratung in die nichtöffentliche 3000 M. erwachsen ist. Diesen Betrag foll Schöneberg ersehen. Sibung. Stadtv. Busty( Soz.) beftritt ganz entschieden, daß Tempelhof daran gehindert worden sei, die Muffen an dem Drud Schöneberg behauptet demgegenüber, dadurch, daß es durch ein Magistratsmitglied der Versammlung die Geschäftsordnung be- rohr zu verstärken, einen Schaden erlitten zu haben, der sich auf einflussen könne und betonte die unbedingte Rotwendigkeit öffent. ca. 13 000 m. beziffere. Da Vergleichsverhandlungen gescheitert licher Behandlung der allgemein als wichtig anerkannten Ange- find, beschloß die Vertretung, die vom Gemeindevorstand gefor legenheit. Bei dem Versuch des Redners, seine Auffaffung zu be- berten 3000 m. auf dem Wege der Klage von Schöneberg ein gründen, kam es wieder zu heftigen Zusammenstößen mit dem zufordern. Einem Vertrag mit dem Reichsmilitärfiskus wegen erregt die Glocke schwingenden Vorsteher und den bürgerlichen Errichtung von Baulichkeiten auf der Ostseite des Tempelhofer Fraktionen. Das Gleiche setzte sich bei den erneuten Ausführungen Debatte entspann sich bei der Beratung über den Abschluß eines Feldes wurde nach kurzer Debatte zugestimmt. Eine längere des Stadtv. Dr. Silberstein fort, der nochmals dem Oberbürger- Bertrages betr. Anschlagsäulen. Vom Gemeindevorstand wurde ein meister vorwarf, in der Sache dissentiert zu haben, so daß man Bertrag mit der Firma Strauß u. Co., Charlottenburg, empfohlen. bei seinem Vorschlag annehmen könne, die in Frage kommenden Diese Firma sei mit dem Groß- Berliner Anschlagwesen vertraut Vorgänge häten das Licht der Ceffentlichkeit zu fcheuen. Ober- fie habe bereits das Anschlagwesen in Charlottenburg und bürgermeister Kaiser wies das erregt zurüd und erklärte, den Schöneberg in Pacht. Der Vertrag würde auf 6 Jahre abMagistrat hinter sich zu haben. Die bürgerliche Mehrheit ver- gefchloffen gegen eine Pachtsumme von jährlich 2000 m. Die wies darauf den sozialdemokratischen Antrag in die geheime Firma verpflichtet sich, zu den bisherigen acht Säulen noch zwölf Sigung. neue aufzustellen, die sofort in das Eigentum der Gemeinde überOhne Debatte beschloß die Versammlung, den 3ugangs der Tempelhofer Elektrizitätslieferungsgesellschaft für 50 M. pro gehen. Bisher habe die Gemeinde acht Transformatorensäulen von weg zum neuen Güterbahnhof Neuföln- Treptow an der Süd- Säule und Jahr gepachtet und diese dem Haus- und Grundbesizereinfahrt zu pflastern, die Dronhstraße zwischen den Gas- berein gegen die gleiche Entschädigung überlassen. Um nun diesem behältern hindurchzuführen und ordnungsgemäß( Fahrdamm Guß- Verein für die sofortige Auflösung des bisherigen Vertrages ein asphalt, Bürgersteig Blattengehbahn und Mosaiksteinpflaster) an. Aequivalent zu bieten, hat der Gemeindevorstand vorbehaltlich der zulegen und der Aufstellung von Fernsprechhäuschen an Bustimmung der Gemeindebertretung mit Strauß u. Co. ver öffentlichen, start frequentierten Punkten der Stadt zuzustimmen. einbart, daß die Wohnungsanzeigen dieses Vereins unentgeltlich Stadtschuldbuches wurde allgemein zugestimmt, nachdem Während sich bisher die Preise in den verschiedenen Blafatgrößen Dem Antrage des Magistrats auf Einrichtung eines gebrudt und angeschlagen werden. Außerdem hat sich die Firma berpflichtet, die Berliner Theaterzettel unentgeltlich anzuheften. die Stadtvv. K urbrod, Jacobsohn und Abraham mit auf 5, 10 und 15 M. stellten, will Strauß u. Co. 3, 6 und 11 M. einigen juristischen Wenn und Aber der im Entwurf vorgelegten für die Woche erheben. Es hat sich noch eine Stettiner Firma be Schuldbuchordnung einige Fehler anzubeften fich bemüht hatten. werben, die bei 10jährigem Vertrag jährlich 5000 M. Bacht zahlen Restere ging daher an eine Kommission, der u. a. auch die sozial will, aber bedeutend höhere Preise( 5,60, 9 und 15 M.) fordert. demokratischen Stadtvv. Päbel und Rohr angehören. Genoffe Müller stellte den Antrag, die Firma, der der Zuschlag erAöln wurden als Delegierte der Stadtverordnetenvorsteher Hausbesizer au veröffentlichen, die dem Hausbesiserverein nicht Für den 4. Deutschen Städtetag am 15. und 16. Juni d. J. in teilt wird, zu verpflichten, auch die Theateranzeigen der Freien Boltsbühnen anzuschlagen, und auch die Wohnungsanzeigen ber Sander und der Vorsteherstellvertreter Schola, für die Ver- angehören. Auch Herr Mehner wandte sich gegen die Bevorzugung tretung auf dem Brandenburgischen Städtetage am 26. Mai d. J. des Hausbesikervereins. Das, was von der Gemeinde geschaffen in Guben u. a. auch Stadtv. Groger( Soz.) gewählt. werde, müsse auch der Allgemeinheit zugute kommen. Die AusVor Eintritt in die Tagesordnung interpellierte Stadtver- führunger Meßners gaben Herrn Jung Veranlassung, seiner Verordneter Aloth( Soz.) den Magistrat über die Gründe, welche für wunderung darüber Ausdruck zu geben, daß es ein Mitglied des die mehrmalige Bertagung der anberaumten Beratungen der Hausbesikervereins wage, gegen die Interessen dieses Vereins aufTariffommiffion maßgebend waren. 1911 sei diese Kommission zutreten. Er erinnerte Herrn Meßner daran, daß er ja dem Hausbereits gewählt worden, und noch immer habe sie ihre Aufgabe, Werde der Antrag Müller angenommen, dann trete mindestens besitzerverein berbante, wenn er in der Gemeindevertretung size. eine Berücksichtigung tariflicher Arbeitsbedingungen bei städtischen die Sälfte der Mitglieder aus dem Verein aus, da diese demselben Arbeiten durch die Unternehmer herbeizuführen, nicht erfüllt. Es habe fast den Anschein, als ob Mitglieder der Kommission durch Wiesner trat, anstatt von allen Angehörigen der Gemeindewegen dieser Vergünstigung angehören. Bürgermeister Fernbleiben von den Sihungen Obstruktion treiben wollten. Stadt- bertretung die Wahrnehmung der Gemeindeinteressen zu fordern, baurat Weigand erklärte, daß er nur dem Wunsche der Kom- der Auffaffung des Herrn Jung bei. Unter Ablehnung des Anmissionsmitglieder gefolgt sei, aus deren Mitte wiederholt wegen trages Müller wurde dem Bertrane mit der Firma Strauß zu Behinderung ein Aufschub der Sizungen gewünscht worden ist. gestimmt. Innerhalb der nächsten beiden Wochen werde aber wohl die Erledigung der schiebenden Frage möglich sein. Selbstmord eines Einjährig- Freiwilligen. Eine aufregende Szene spielte fich in der Nacht zum Sonnabend in der Freiligrathtraße 10 ab. Dort stürzte sich der 18 Jahre alte Einjähtig- Freibillige Hugo Grunert vom Kaiser- Franz- Grenadierregiment Nr. 2 rus einem Fenster des vierten Stockes auf die Straße hinab und zog sich so schwere Verlegungen zu, daß er bald darauf starb. Der unge Mann vermochte infolge seiner förperlichen Schwächlichkeit en Anforderungen des Dienstes nicht zu entsprechen, obgleich er, vie seine Vorgesezten bekunden, den besten Willen besaß. So ant es, daß er sich von seinen Kameraden und den Mannschaften urüdgesezt fühlte. Aus Gram hierüber führte er die Tat aus. Der Männer- und Frauenchor Neukölln veranstaltet heute bend im großen Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain ein tongert. Außer Männer- und Frauenchören gelangt das Chorivert Die Hekatoncheiren"( Die Hunderthändigen) unter Mitwirkung es Blüthner- Orchesters, sowie Männer- und Frauenchor und Baritonsolo( Herr Thümler- Walden) zur Aufführung. Anfang ünktlich 7 Uhr. Der Frühjahrsfahrplan der Spree- Havel- DampffchiffahrtsBeſellſchaft Stern tritt heute den 3. Mai in Kraft und wird von Montag ab im Bureau der Stern- Gesellschaft, Brandenburger Ufer, nd auf allen Stationen unentgeltlich ausgegeben. Das Borderbild es Titelblattes ist das Ergebnis des Wettbewerbes, den die SternSesellschaft im vergangenen Jahre bei ihrem 25jährigen Jubiläum ir Amateurphotographen erlassen hatte. Aus dem reichen Inhalt t namentlich hervorzuheben, daß an Wochentagen billige Doppelthrscheine nach allen an der Oberipree gelegenen Ausflugsorten für ie Hin- und Rückfahrt ausgegeben werden. Außerdem fahren die Dampffchiffe zum großen Teil von Berlin( Jannowizbrücke) bis nach Schmöckwitz direkt durch, während man früher in Grünau umsteigen mußte. Zu bemerken ist noch, daß nach Werder zur Baumlüte in diesem Jahre zum erstenmal 15000 Schulkinder befördert orden sind. Der Arbeiter- Radfahrerbund ,, Solidarität", Mitgliedschaft Berlin, elt fürzlich seine ordentliche Generalversammlung bei Obiglo, oppenstraße, ab. Das verflofiene Quartal stand im Zeichen der orbereitungen zu den in diesem Jahr stattfindenden Tagungen der rganisation. Der im August statifindende Bundestag wird sich mit r Politisch- Erklärung des Bundes beschäftigen müssen. Stattfunden haben im Vierteljahr: 1 Generalversammlung, 5 Ortsvers altungssigungen. An Unfallunterstügungen für 85 Tage wurden 5,50 M. gezahlt, für 4 Sterbefälle 300 M., Notfallunterstützung M. Zur Mitwirkung der Reigenmannschaft beim Bundesfest des terreichischen Arbeiter- Radfahrerbundes in Wien wurde ihnen aus r Kaffe der Mitgliedschaft der Betrag von 250 M. überwiesen. 1 Grenzfarten wurden 5 nach Desterreich ausgestellt. Zur erbreitung und Fortentwicklung der Organisation wurden 10 000 ugblätter berbreitet. Der Bericht des Kassierers weist eine Ausbe bon 3072,60 M. auf. Rechtsschutz wurde in zwei Fällen geährt, es handelt sich um Schadenersaz. Bom Feftausschuß wurde Die Gültigkeit der am 6. März im 2. und 3. Wahlbezirk ber 2. Wählerabteilung stattgehabten Erfabwahlen wurde von der Versammlung anerkannt. Stadtverordnetenvorsteher Sander verpflichtete darauf die Gewählten, Justiarat Jacobsohn und Bureauvorsteher Rurrod, in der üblichen Weise. Seute, Sonntag, Familienausflug nach RahnsdorfFriedrichshagen. Abfahrt Bahnhof Neukölln 7.20 Uhr vormittags. Fahrgeld 65 Pf. Außerdem wird ersucht, den Kindern 10 Bf. und etwas gemahlenen Kaffee zum Staffeetochen mitzugeben. ildenbruchplah( Elsensteg). Im recht rege Beteiligung ersucht Mittwoch, den 6. Mai, Spielen in Treptow. Treffpunkt 2 Uhr der Spielausschuß. Wilmersdorf. nur • Schöneberg. Der neugegründete Frauenchor wird Mittwoch, den 13. Mai, um 9 Uhr abends. zu feiner ersten lebungsstunde in den neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8, zusammentreten. Alle die Sängerinnen, die sich bereits angemeldet haben, sowie alle Frauen und Mädchen, die dem Chor noch beitreten wollen, werden erfucht, vollzählig zu erscheinen. Eintrittsgeld wird am ersten Abend nicht erhoben. Der Mitgliedsbeitrag beträgt wöchentlich 10 f. Das Anspielen der Freien Elternvereinigung findet am Sonntag, den 10. Mai statt. Sonnabend, den 16. Mai. Elternabend in den neuen Rathausjälen. Heute abend: Gemütliches Beisammen fein im feinen Saal des Schwarzen Adlers. Mariendorf. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst fand die Einführung der neugewählten Schöffen Schmidt, Treppens und Mau statt. Sodann teilte der Gemeindevorsteher mit, daß der Gemeindeverordnete Herrs mann( Soz.) fein Mandat wegen Verzugs niedergelegt hat. Einer In einer gemeinsamen Sigung ber städtischen Körperschaften Beichidung des Brandenburgischen Städtetages in Guben tann aus if das am 14. Juni wieder wie im Vorjahre stattfindende all- wurde für den zurücktretenden Stadtverordnetenvorsteher Roch als dem Grunde nicht entsprochen werden, weil im Etat dafür feine meine Arbeiter- Sportfest in Weißenfee hingewiesen, unter verstärkter Vertreter für den Zweckverband Dr. Frande und an Stelle des Mittel vorgefehen find. Genosse Weber plädierte für die Beschickung, itwirkung aller Sportzweige soll diesmal gegen die Verweigerung Dr. Leidig in den Kanalisationszweckverband des Kreises Teltow da yach dem aufgestellten Programm fommunalpolitisch wichtige & Stadions demonstriert werden. Alle für die Mitgliedschaft der Stadtverordnete Schäfer gewählt. Borträge vorgesehen sind. Von der Aufsichtsbehörde wird die Aendestimmten Sendungen sind an den Vertrauensmann, Genossen In der anschließenden Sibung der Stadtverordnetenberjamm rung einer Ortspolizeiverordnung gefordert. Es entipann sich eine chard Karras, S 39, Schönleinstr. 11, zu richten; derfelbe erteilt lung wurden zu unbefoldeten Stadträten die Herren Holstein und lebhafte Debatte zwischen Südender und Mariendorfer Hausbesizern 18funft ülaer alle Bundesangelegenheiten. Wenzel gewählt, letterer gegen den Vorschlag des Wahlausschusses. über die zwedmäßigste Pflasterweise der Bürgersteige. Der§ 21 der Aleine Nachrichten. Auf dem Bahnhof Lichtenrade stürzte der Von der Auslosung sind die Stadtbb. Wiener, Dr. Gottschalt, Kicker Bolizeiverordnung lautete bisher: Den zur Erhaltung der Sicherheit ivatier Teschner beim Berlassen eines Zuges zwischen zwei Bahn- und Heinrich betroffen. Dann erstattete der Magiftrat die end auf den öffentlichen Straßen ergangenen Aufforderungen der Beamten igen und fam so unglücklich zu liegen, daß ihm ein Arm und ein gültige Abrechnung über die Erschließung des Scheunenviertels, ist unweigerlich Folge zu leisten. Diesem Baifus foll jezt eingefügt Der werden: insbesondere zum Schutz der Personen und des Eigen18 abgefahren wurde. In der Ackerstraße geriet ein etwa deren Kosten insgesamt 304 919,77. betragen haben. Jahre alter Mann namens Mar Schön aus der Rügener Straße Lehrerverein petitionierte um Berücksichtigung von Festräumen tums". Genoffe Huhn wandte sich entschieden gegen diese neue ter die Räder einer Automobildroschke. Er blieb schwerverletzt bei der Erbauung von Volksschulen. Die Petition wird von einigen Faffung, weil damit nur eine Beeinträchtigung des Stoalitionsrechtes gen und wurde sterbend in das Lazarusfrankenhaus gebracht. Stadtverordneten unterstüßt, die auf die sehr unterschiedliche Be verbunden ist. Unsere Genossen stimmten gegen diese Polizei n schwerer Straßenunfall ereignete sich gestern mittag in der handlung von höheren und Voltsschulen in Wilmersdorf hinweisen. verordnung. ichenberger Ede Grünauer Straße. Die Frau des Arbeiters Da ein Reubau erst in 4-5 Jahren zu erwarten steht, wird die Am Sonntag, den 10. Mai, findet bereits die Wahl für die Ges thite, Reichenberger Str. 75/76 wohnhaft, wollte an genannter Petition bis dahin dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen. meindevertretung an Stelle des verzogenen Genossen Herrmann und ( fe einen Straßenbahnwagen besteigen. Durch zu frühes AnDie schwedische Kirchengemeinde in Berlin hat dem Magistrat des Gastwirts Schramm ftatt. Unsere Genoffen müssen unverzüglich ren tam sie zu Fall, geriet zwischen Motorwagen und Anhänger ein Kaufangebot für den freien Platz am Hohenzollernplak gemacht. mit der Wahlarbeit beginnen, um die Mandate für die 3. Klaſſe zu b wurde eine Strede mitgeschleift. In schwerverlettem Bu Der Kaufpreis beträgt 135 396 M., ist in bar zu zahlen und dafür behaupten. nde wurde sie nach dem Urbantrantenhaus gebracht. soll der Platz in längstens 4 Jahren bebaut sein. Es soll eine Die Wahlen für die als Schöffen gewählten Vertreter Schmidt Kirche mit Wohnungen, Versammlungsräumen usw. errichtet und Treppens fowie die erledigten Wandate Jahn und Erich werden Verloren. Der Verband der Steinarbeiter ersucht uns um werden. Ueber die bauliche Ausgestaltung des Projekts behält sich am 11. Mai borgenommen. fnahme folgender Notiz: In der Stehbierhalle des Gewerkschafts- die Stadt das Einspruchsrecht vor. Auf Wunsch des Stadto. Droese Bris. afes, Engelufer 15, hat ein ausgesperrter Steinarbeiter sein wird die Vorlage einstweilen dem Finanzausschuß zur Prüfung rtemonnaie mit Inhalt verloren. Der Finder wird ersucht, das überwiesen. Eine längere Distuffion entspann sich über den Antrag be im Verbandsbureau der Steinarbeiter, im Gewerkschaftshaus, Dr. Havestadt und Genossen, wonach die Stadtverordnetenversamm mittag in der Dorfstraße. Gegenüber dem Hause Nr. 15 spielten e Treppe, Zimmer 7, abzugeben. lung den Magistrat ersuchen soll, für das Berbleiben Wilmersdorfs einige Knaben auf dem Milchkühlfeller. Als einer herunterfiel, flies bei der Potsdamer Handelskammer zu wirken. Stadtv. Hanemann er dabei den unten auf dem Bürgersteige spielenden dreijährigen begründete in eingehender Rede seinen gegenteiligen Standpunkt Baul Garl, Sohn eines Arbeiters, so an, daß er quer nach dem und verteidigte die Berliner Kammer, die mit ihren glänzend Straßendamm zu niederschlug. In diesem Augenblide aber fuhr organisierten Fachausschüssen die beste Gewähr für eine zwedentfi 21 21 D EE eukölln. Vorortnachrichten. Zu stürmischen Auseinandersehungen Ein entfehlicher Unglüdsfall ereignete sich vorgestern nach sprechende Vertretung auch der Wilmersdorfer Interessen biete. bort ein schwerbeladener Bäschewagen aus Tempelhof die Straße Stadtb. Wiener ersucht, von einem Beschluß abzusehen und die entlang. Der Knabe fiel mit seinem Kopfe gerabe vor das Hinter Entscheidung der Interessenten abzuwarten. Dr. Leidig rügte die rad bes Wagens, fo daß ihm durch das Rad der Kopf zermalmt gitation der Berliner Kammer. Der Antran Saverstadt wurde wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. bann schließlich angenommen, nachdem auch Magistrat erfläct Spandau. hatte, er stehe einstimmig auf dem gleichen Boden. jrte in der Stadtverordnetensizung am Donnerstag der Antrag : fozialdemokratischen Frattion, mit Rücksicht auf die„ bon be fener Seite gegen den neuen Bebauungsplan bes nach eptom au gelegenen Geländes geltend gemachten Bedenken" in Temvelhot. Die letzte Stadtverordnetenversammlung beschäftigte fich zunächst te erneute Prüfung der Angelegenheit einzutreten. Stadtvermit der Vorlage betr. Gewährung eines Darlehns von 3000 m. auf In der Gemeindevertretersitung wurde zunächst die Ein- 10 Jahre unfündbar an den Verein für soziale innere Stolonisation, meter Dr. Silberstein( S03.) beantragte, die Tagesordnung führung der neu resp. wiedergewählten Gemeindevertreter vor der sich die Stultivierung von Dedländere en durch Beschäftigung von zuändern und den an letter Stelle stehenden Antrag als vierten genommen. Die Kaffenprüfungsverhandlung für März 1914 hat Arbeitelofen zur Aufgabe macht. Genoffe Pieck, der der Vorlage inkt zu verhandeln. Derselbe befasse sich mit einer äußerst wich- einen Bestand von 1977 617 M. einschließlich der zinsbar an- iympatisch gegenüberstand, batte Bedenken dagegen, daß auch alte en Sache und müsse mit Muße und gründlich beraten werden. gelegten Beträge ergeben. Durch das Ausscheiden mehrerer Gebner führte für die Notwendigkeit erneuter eingehender Prüfung meindevertreter aus der Vertretung machte sich die Ergänzung verseinerzeit beschlossenen und jetzt dem Minister vorliegenden schiedener Kommiffionen nötig. So wurde Genosse Müller in die e bauungsplanes bie Angriffe, welche dieser im Architektenaus Gesundheitskommission und den Grundsteuerausschuß und Genoffe 31 uß erfahren habe, und den kürzlich veröffentlichten Aufsehen eines Entschädigungsanspruches gegen die Stadtgemeinde Schöne Frank in die Bautommiffion gewählt. Ueber die Geltendmachung egenden Brief des Verbandsdirektors Dr. Steiniger an, den berg wegen Beschädigung der Boruffiastraße durch das Schöne fer in der Angelegenheit an das Ministerium gerichtet hat. berger Druckrohr referierte Synditus Seyffarth. Die Gemeinde Leute zu diefer schweren Arbeit herangezogen werden sollen, die sie schwerlich verrichten fönnten. Die Vorlage gelangte zur Annahme, während ein Zuiagantrag, auch auf dem fiädtischen Gute Womsdorf Arbeitsloie zu beschäftigen, abgelehnt wurde. Aufhebung des Beschlusses, den Striegsveteranen von 1864 die Gemeindeſteuern für das laufende Jahr zu erlaffen, beantragte ber Magistrat. Dafür wurde verlangt, denjenigen Veteranen von 1864, die ein Einkommen von weniger als 2000 W. haben, eine Ehrenmollers das Muge " Sie eine perilime me per suunn IDIE gabe von 20 M. zu bewilligen. Gleichzeitig lag ein Antrag unferer Fraktion vor, den in Spandau wohnenden Veteranen von 1864, welche nicht in der Lage sind, Steuern zu zahlen, eine Ehrengabe von je 30 M. zu überweisen. Wie Stadtverordneter Groß mitteilte, haben sich 60 Veteranen gemeldet, von denen 14 ein Einkommen über 2000 m. und 26 ein solches unter 2000 m. haben, während 20 gar feine Steuern zahlen. Genoffe Pied führte aus, daß der Ruhm der Sozialdemokratie den Magistrat nicht schlafen lasse. Der Abänderungsantrag des Magistrats fei der reine Stonkurrenzneid. Tief beschämend für das Reich sei es, daß diefe alten Leute, die ihr Blut und Gut für das Vaterland geopfert haben, nun so im Stich gelaffen werden, so daß fie auf Almofen angewiefen sind; einige müßten mit der Drehorgel von Haus zu Haus ziehen. Redner erweiterte seinen Antrag dahin, daß diese Veteranen, die feine Steuern bezahlen können, 50 M. erhalten. Der Antrag des Genoffen Bied wurde angenommen, ebenso ein Antrag Stattes, wonach die Beteranen mit einem steuerpflichtigen Einkommen unter 2000 M. je 30 M. erhalten. Hierauf wurde in die Beratung des Dringlichkeitsantrages ber Stadiv. Dr. Kantorowicz und Genoffen eingetreten, der sich gegen den Waldankauf des Zweckverbandes wandte. Wir haben den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt, tez sich gegen den Anlauf erklärt. Demgegenüber er flärte Oberbürgermeister Kölge, Stadtverordneter Bender und Lüdike, daß sie sich nicht binden lassen werden. Als Beihilfe für den Verein Ferienkolonie Spandau" beantragte der Magistrat 600 M. zu bewilligen. Auf Antrag von Dr. Kantorowicz und Genossen Pieper wurden 1000 M. zu diesem Zwed bewilligt. Hierauf folgte geheime Sigung. Nieder- Schönhausen. " 1 Beit mit einem gewissen Unbehagen in die Sizungen gekommen, Sihungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. An ber englischen Küfte bei Ibebourgh fenferte in ber Nacht zum Sonnabend während eines Sturmes ein Boot der Treptow. Dienstag, den 5. Mai, abends 6 Uhr, im Rathause. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Diele Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige it be. Küstenwache. Drei Mann von der Besatzung ertranfen. Aus aller Welt. Die deutschen Luftschiffer in Rußland verurteilt. Eisenbahnkatastrophe im Rheinlande. Ein deutscher Dampfer gesunken. Wie aus Glückstadt gemeldet wird, ist in der Nacht zum Sonnabend in der Störmündung der Dampfer Dollart" der Bereinigten Bugfier- und Frachtschiffahrtgesellschaft Hamburg, der Kleine Notizen. Frauen- Leseabende. bon Ein Am Donnerstag hatten sich vor de mrussischen Appellhof in mit Del von Harburg nach London bestimmt war, auf das Wrack Berm( Rußland) der deutsche Luftschiffer Hons Berliner des am vorigen Sonntag in der Störmündung gestrandeten wegen Spionage und seine beiden Mitfahrer Alexander aaje Dampfers Werner" aufgelaufen. Das Vorderschiff des Dollart" und Arnold Nitolai wegen unerlaubten Fluges über die Grenze wurde vollständig aufgerissen. Der Dampfer kenterte zu verantworten. Der Berliner Freiballonführer Ingenieur Hans und fant innerhalb einiger Minuten; er liegt im FahrBerliner war bekanntlich am 8. Februar d. J. von Bitterfeld auf waffer in unmittelbarer Nähe des Wracks des Dampfers" Werner". geflogen und mußte im Bezirk von Krasno- Usimlt in Rußland Der Maschinist olla und der Heizer Keil, beide aus Hamburg, Mit diesem 3000- Silo- find ertrunken, die übrige Besatzung wurde gerettet. bei Berm eine Notlandung vornehmen. meterflug bis in den Ural stellte Berliner einen Weltreford auf. Mann hat schwere Verlegungen an der Hand davon. Er wurde mit seinen Mitfahrern nach der Landung verhaftet und getragen. vor das Gericht gestellt. Nach siebenstündiger Beratung ließ der appelhof die. Anklage gegen Berliner wegen Spionageversuches fallen, verurteilte jedoch alle drei Angeklagten zu je sechs Schönwälder ist unter Ein Magistratsrat geflüchtet. Der Breslauer Magistratsrat Zurüdlaffung einer einer großen Monaten Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat schulden last aus Breslau verschwunden. Schönwälder, der und 28 Tagen der erlittenen Haft Die Freilassung wurde verfügt Dezernent der Baupolizei war, ist vor furzer Zeit vom gegen je 2000 Rubel Kaution; der Ballon wurde konfisziert. Die Magistrat eine Abfindungssumme von 6000. gezahlt worden Angeklagten sollen überführt worden sein, Pläne angefertigt und unter der Bedingung, daß er aus dem städtischen Dienst scheide. Er hatte feine Stellung dazu mißbraucht, Terrain befestigte Punkte beschrieben zu haben. intereffenten große Darlehen aufzunehmen. Schweres Brandunglück. In der Nacht zum Sonnabend ist in Vellahn in Mecklenburg- Schwerin die Riechlingsche Bäckerei In der lesten Gemeindevertretersißung wurde zunächst die MitDie beiden LehrEin folgenschwerer Zugzusammenstoß hat sich am Freitags vollständig niedergebrannt. teilung gemacht, daß in der Enteignungsangelegenheit der Waldund Hermannstraße vom Bezirksausschuß die Enteignungssumme morgen auf der Station Niedersaulheim im Rheinlande linge und ein Mädchen werden vermißt und dürften auf 54 000. festgesetzt worden jei. Die Angelegenheit wurde zugetragen. Ein von Alzey nach Mainz fahrender Personen- in den Flammen umgekommen sein. Die Tochter des Bädermeisters hat erhebliche Brandwunden erlitten. der Bautommission zur Prüfung überwiesen, ob sich die Gemeinde zug stieß auf der Station mit einem rangierenden Güterzuge Folgenschwerer Unfall bei der französischen Marine. Infolge mit diesem Beschluß zufrieden geben soll. Leider kann vorläufig zufammen. Der Zusammenstoß der beiden Züge erfolgte mit Bruchs einer Kette wurden im Hafen von Toulon acht mit dem Ausbau der Straßen noch nicht begonnen werden, da der folcher Heftigkeit, daß beide Lokomotiven vollständig in- matrofen aus einer Jolle des Kreuzers„ Ernest Renan" ins Bezirksausschuß dies von der Rechtskraft des Beschlusses abhängig einanderrannten und entgleisten. Die Maschinen Meer geschleudert. Drei Mann ertranten, zwei wurden macht. Unter Buntt Mitteilungen" gab es dann noch eine kleine find vollständig demoliert. Von dem Personenzug ist außer verwundet. leberraschung, indem Herr Beder mitteilte, daß er seit längerer dem der Packwagen und drei Personenwagen und Die Opfer der Grubenkatastrophe in West- Virginien. Nach einer weil er über die auf der Tagesordnung stehenden Buntte nicht ge- vom Güterzug ein Pack und zwei Güterwagen bis zur Meldung aus New York wurden von den im New River- Bergwert Unter den Trümmern wurde berunglückten Vergleinen bisher 50 Mann als Leichen gehörig orientiert gewesen sei. Aus diesem Grunde habe er sich mit Unbrauchbarkeit zerstört worden. funden. Ein weiteres Bordringen der Rettungsmannschaften den Herren Arlt, Gebhardt, Noa und Müller zu einer Fraktion der Lokomotivführer Lehr aus Alzey, das Fräulein wurde durch giftige Gase verhindert. zusammengeschlossen. Sämtliche fünf Vertreter gehören dem alten Wieland aus Flanheim und die Witwe Guttantin Hausbesitzerverein an. Die Begründung wollte der Bürgermeister aus Wörrstadt tot hervorgeholt. Schwerverlegt nicht als stichhaltig anerkennen, jedoch mußte er zugeben, daß die wurden der Heizer des Personenzuges Magsam aus Alzey Bildung von Fraktionen ein gutes Recht der Gemeindevertreter sei. und vier Reisende, leicht verlegt etwa 10 Personen. Ueber die Veranstaltung von Theatervorstellungen entspann fich eine längere lebhafte Debatte. Hierzu machte Bürgermeister Abraham die Mitteilung, daß die Stadt Neukölln an ihn mit der Anfrage herangetreten sei, ob die Gemeinde bereit sei, sich den Bestrebungen des Märkischen Wandertheaters anzuschließen. Er habe die Angelegenheit der Pressekommission unterbreitet, die sich eingehend damit beschäftigt und beschlossen habe, den Anschluß an das Märkische Wandertheater zu empfehlen. Beabsichtigt sei, für das Winterhalbjahr 1914/15 sechs Theatervorstellungen zu geben, dafür habe die Gemeinde für jede Vorstellung eine Einnahme von 300 M. zu garantieren. Als Theatersaal soll das Restaurant Schloß Schönhausen" in Aussicht genommen werden. Herr A. Kuhlmann sprach sich gegen den Antrag aus, die Sache sei ideal schön, aber er verspreche sich keinen Erfolg davon. Unsere Vertreter traten warm für den Antrag ein, ein allzu großes Risiko könne nicht entstehen, da der Bildungsausschuß der Arbeiterschaft im Falle der Annahme Die beiden Fliegeroffiziere Beutnant Niemeier vom eds Antrages beschlossen habe, von der Veranstaltung eigener föniglich sächsischen Infanterieregiment Nr. 178 als Führer und Theater- Vorstellungen abzusehen. Der Antrag, 6 Vorstellungen zu veranstalten, wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Oberleutnant Mayer vom Luftschifferbataillon Nr. 1 als Der Umbau des Realprogymnasiums wurde nach Borlegung des Begleiter, die Freitag morgen in Döberis auf einem DoppelProjektes genehmigt und die Summe von 77 000 m. bewilligt. Herr deder aufgeftiegen waren, find mittags in 20 Meter Höhe über Restaurateur Tunsch will auf seinem Grundstück Kaifer- Wilhelm- dem Flugplaz Halberstadt von einer Böe erfaßt worden. Das Straße eine Bedürfnisanstalt errichten, wenn ihm die Errichtung Flugzeug wurde zu Boden geschleudert und vollständig zertrüm einer Stehbierhalle gestattet wird. Die Anstalt soll den polizei- mert. Oberleutnant Maher wurde sofort getötet, Reut lichen Vorschriften entsprechend angelegt werden und dem Rublikum nant Riemeier schwer berlebt. fostenlos zur Verfügung stehen, dem wurde zugestimmt. In der nichtöffentlichen Sizung wurden die Wahlen für die Kommissionen und Ausschüsse vorgenommen. Der Baufommission gehören die Der Lehrer als Revolverheld und Mefferstecher. Genoffen Breitmann 1.nd Woschte an; Steuerausschuß Genosse In der Nacht zum Sonnabend geriet der ungefährt 20 Jahre Dumsch; Finanzkommission Breitmann und Siege; Beleuchtungs- alte Unterlehrer Kirchmeier von Medarsulm mit dem und Straßenreinigungskommission Dumsch; Friedhofstommission Breitmann und Hellrich; der Verwaltung des Wasserwerks und der ungefähr 60 Jahre alten Oberlehrer Riengler von Jag ftKanalisation Siege; Pressefommission Hellrich und Siege; Gesund- 3 e II in einer Wirtschaft in Echweighausen in Württemberg heitskommission Hellrich. Die Wahl von Armenbezirksvorstehern in Streit, in dessen Verlauf der Unterlehrer auf seinen Vorgesetzten wurde zurüdgestellt. einige Rebolberschüsse abgab, die aber nicht trafen. In der Wohnung des Oberlehrers in Jogstzell setzte sich der Wortwechsel fort, wobei Kirchmeier nach dem Messer griff und dem Oberlehrer sechzehn Stiche in den Bauch und in die Seite und einen Stich in den linken Unterarm beibrachte, der die Echlagader, durchschnitt. Marktpreise von Berlin am 1. Mai 1914, nach Ermittelungen blutüberströmt zusammen. Ein um 2 Uhr nachts herbeigerufener des fönial. Bolizetoräfidiums. Mais( mired), Natal 00,00-00,00, Donau 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Richtstroh 4,80. Seu 7,40-8,50. Friedrichsfelde- Karlshorst. Zur Gründung eines Frauenchors findet am Dienstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal von Bausdorf, Friedrichsfelde, Berliner Straße 18, eine Verfammlung statt. Stimmbegabte und fangeslustige Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse fowie alle Freunde des Arbeitergesanges sind zu dieser Versammlung eingeladen. Bernau. Bestialisches Verbrechen. Auf der Chaussee nach Jüterbog wurde Freitag morgen gegen 6% Uhr die 12jährige Anna Lehmann aus dem Dorfe Haussteckluft, die sich auf dem Wege nach der Schule befand, von einem Manne überfallen, vergewaltigt und durch Schaufelschläge niedergeftredt. Man brachte das be wußtloje, schwer verletzte Kind nach dem Krankenhause in Jüterbog, wo es bald feinen Verlegungen erlag. Als der Tat dringend verdächtig wurden ein Mann in Jüterbog und ein anderer in Qudenwalde festgenommen. Abfturz zweier Militärflieger. Kienzler brach Arzt stellte fest, daß Kienzler kaum mit dem Leben davonkommen wird. Der Täter ist in der Richtung auf Schweighausen geflüchtet unb fonnte noch nicht ermittelt werden. Kienzler stand vor der Benfionierung. Tragödie im Irrenhause. Eine von über 500 Personen besuchte Protestversammlung der Kassenmitglieder der Ortstranfenfasse Niederbarnim beschäftigte sich mit den Mißständen obenbenannter Kasse. Der Referent Genosse Randel- Reinickendorf beleuchtete an der Hand eines umfangreichen Ein entseglicher Vorgang hat sich im Irrenhause von Alicante Tatsachenmaterials das Epariystem des derzeitigen Leiters der Kaffe, des Regierungsassessors Dr. Bormann, der lieber in Schantitätten in Spanien ereignet. Dort waren zwei Tobjüchtige in einer Belle Krankengeld auszahlen laffe, als die leerstehenden Bureauräume der untergebracht worden, von denen der eine in die 8 wangsjade alten Stassen, für welche noch jahrelang Mieten zu zahlen find( in gestedt werden mußte. Während die Wärter auf kurze Zeit sich Reinickendorf allein noch 10 000 m.), als Zahl- und Meldestellen zu aus der Zelle entfernten, warf sich der zweite Tobsüchtige auf benußen. Ferner unterzog Redner das System der Nachuntersuchung den wehrlos am Boden liegenden Leidensgenossen. Durch die einer herben Kritik. Im Bureau der Kasse am Friedrich- Karl- jämmerlichen Schreie aufmerksam gemacht, eilten die Wärter herbei. Ufer würden die Kranken im Kasernenhofton angeiprochen. Sie fanden den Unglücklichen blutüberströmt am Boden liegen. Anstatt die alten erfahrenen Beamten der aufgelösten Stassen Der zweite Tobsüchtige hatte mit einem Heinen Meffer, das er übernehmen, würden Militäranwärter und junge Leute angestellt, welche absolut feine Erfahrung und Kenntnis im Stranfenfaffenwesen sich auf unerklärliche Weise beschafft hatte, seinem Zelleninfassen haben. Von 80 Beamten im Streise hat man ganze 29 übernommen, die Augen ausgestochen und die Zunge aus dem obwohl alle übrigen ihr Gehalt bis 1. Oftober befommen und nun alfe geriffen. Das blutige Messer hielt er noch in der von ihren Fähigkeiten feinen Gebrauch machen können. In der Hand; er fonnte nur mit Mühe überwältigt werden. Diskussion wurde vor allen Dingen das manchmal wochenlange Warten auf den Krankenschein, sowie auf Krankengeld, ferner die unwürdige Behandlung bei der Nachuntersuchung und das Fehlen einer Meldes und Zahistelle am hiesigen Orte gegeißelt. Zum Schluß fand eine Refolution, welche vor allen Dingen vom Versicherungsamt bie Ausschreibung zu den Wahlen des Vorstandes fordert und ferner allen gewählten Ausschußbertretern zur unbedingten Pflicht macht, mit allen gefeglichen Mitteln dahin zu wirken, damit folche Mig. stände beseitigt und geordnete vertrauenswürdige Zustände herbei geführt werden, Annahme. Bootskatastrophen. Auf dem Schloßteich in Königsberg i. Pr. fenterte am Freitag abend ein mit zwei Herren und zwei Damen befektes pot Die beiden Damen wurden Sonnabend vormittag als eichen geborgen, eben so der eine der beiden Herren, bei dem eine Ausweistarte auf den Namen Schulz gefunden wurde. Ob auch der vierte Insasse ertrunken ist, bedarf noch der Aufklärung. KNORR " Wilmersdorf. Montag bei Schilli. g, Lauenburger Str. 20: Vortrag der Geno fin Siedel: Warum müssen wir Sozialiitinnen sein?" Lankwik. Montag bei Schulz, Surfürstensfr. 37: Vortrag von Dr, Grumach über die täglichen Unfälle des Lebens. Fretreligiöfe Gemeinde. Sonntag, den 3. Mai, vormittags 9 Uhr, Babpelallee 15-17; Neukölln, Jdealpaffage"; Tegel, Bahnhofstr. 15, uná Vormittags Oberschöneweide, selaraitr. 2: Freireligiöse Vorlesung. Theodor Fontane". Damen und Herren als Gäste willkommen. 11 Uhr, kleine Frankfurter Str. 6: Vortrag von Herrn Dr. M. Brie: и Jugendveranstaltungen. Buchholz. Heute Sonntag, nachmittags 2 Uhr, im Bartrestaurant, Saubtitr. 71( Inb. Aug. Rossad): Deffentliche Jugendversammlung. Wir bitten die Genossen, ihre schulentlassenen stinder auf diese Bersammlung aufmertfam zu machen. Tempelhof Marieudorf. Heute Sonntag: Frühlingsfeier in den Blauer Bergen. Festrede, Gelang, Rezitationen und Boltstänge. TeffStraße, für Mariendorf: 8 Uhr am Bahnhof Mariendorf. Bringt punkt für Tempelhof:% 8 Uhr Friedrich- Start- Straße, Ede Berliner Eltern, Freunde und Bekannte mit! " Lichtenrade. Die arbeitende Jugend beteiligt sich heute Sonntag an der Frühlingsfeier in den Glauer Bergen. Erscheint alle! Lantwit. Heute Sonntag: Frühlingsfeier der füowestlichen Vororte in den Glauer Bergen bei Thyrow Treffpunkt für Lantwit früh 4.7 Uhr Bahnhof Lichterfelde- Dit( Abfahrt bis Luomigsfelde 6.27). Rückkehr abends Birla 10 Uhr. Fabrgeld für Abonnenten der Arbeiter- Jugend" 40 Bf. Sochproviant und Liederbücher mitbringen. Dienstag, den 5. Mai: Mädchenabend bei Frau Modrat, Charlottenstr. 47. Anfang 8 Uhr. Donnerstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr: Lese- und Distussionsabend bei Heizmann, Marienitr. 7. Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 3 1hr: Spiele auf dem Feld vinter der Bietenstraße. Abends 6 Uhr: Unterhaltung bei Schulz, Kurfürſtenſtr. 87. " Für Charlottenburg, Schöneberg. Wilmersdorf und Umgegend findet am Donnerstag, den 7. Wai, abends 8%, Uhr, in den Brachtjälen des Westens"( großer Saal), Spichernstr. 3, am Nürnberger Play, eine statt. unpolitische Jugendfundgebung Tagesordnung: Jugend heraus!" Referenten: Reichstagsabgeordneter Dr. Erdmann und Frau Bally 3epler. Freie Aussprache, zu der auch die Gegner geladen find. Jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, Männer und Frauen werden gebeten, für Wassenbesuch zu sorgen. Martiballenpreise. 100 Stilogr. Erbien, gelbe, zum Kochen 34.00-50.00. Speisebohnen, weige 35,00-60,00 Linien 40,00-80,00. Startofein( Klemmbbl.) 4,00-7,00. 1 Silogramm Rindfleisch, von der Keule 0.00-0.00. Hindfleisch, Bauchfleiich 0,00-0.00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Stalbilerich 0.00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3,00. Aale 1 Kilogramm Starvien 1.20-2,20. 60 Stud Cier 8:40 4.80. 1,60-3,20. Zander 1.00-3.40. echte 1.40-2.80. Barche 1,00-2,20. Schlete 1,40-8,20. Bleie 0,80-1.60. 60 Stud Streble 3,50-24,00. Wetterprognofe für Sonntag, den 3. Mai 1914. Vorwiegend heiter und troden, nachts wieder etwas fühler, am Tage wärmer bei ziemlich frischen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Mon. tag mittag: Trecen und zunächst gröstenteils beiter, allmähliche Wieder erwärmung. Am Montag im Often, etwa bis zur Dber, noch stellenweiſe Nachtfrost. Nachher im Westen beginnende Zunahme der Erwärmung. Große Berliner Kunstausstellung Mai- September 1914 1914 Mai- September im Landesausstellungs- Gebäude. Die kluge Hausfrau verwendet nur Knorr- Suppenwürfel, weil sie ausgiebiger sind als andere und außerdem am besten schmecken. 48 Sorten, wie Weibertreu, Sieben Schwaben. 1 Würfel 3 Teller 10 Pf. 1 Extra billige Angebote 00000 Sport- Jacke aus Rips- Velvet Moiré- Blusen- Jacke prima florfeste MaccoQualität, in modernen Farben M RM 1850 Berlin S. Oranienstrasse 165 am Oranienplatz mit farbigem Paspel. Flotte Form M. IaTaffet- Chiffon- Jacke sehr elegant verarbeit. aut reinseid. Futter. In schwarz u. modern. Farben 1450 Kostüme aus modernsten Stoffen in denkbar größter Auswahl. 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Nach dem Schreiben des Ministers sollten in den Polikliniken Krantentassenmitglieder nicht behandelt werden, weil es nicht unbemittelte Patienten seien, da die Krankenkasse für sie einzutreten verpflichtet sei. Bis dahin war es den Direktoren der Kliniken sogar sehr lieb gewesen, wenn die Kaffenverwaltungen ihnen Patienten zuschickten. Ich hoffe, der Minifter wird nach nochmaliger Prüfung der Sachlage anerkennen müssen, daß die Direktoren der Kliniken ihre Pflicht nicht getan haben, daß staatliche Inftitutionen, zu denen auch die Arantentassenmitglieder durch ihre Steuern beitragen müssen, im rein privaten Interesse der Aerzte mißbraucht worden sind. Ich hoffe, daß diese Erörterung dazu führen wird, daß in Zukunft sich die Kliniken von einer solchen Parteinahme für streifende Aerzte freihalten.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Haz gegen die Kathedersozialisten hat sich Herr v. d. Often auf begründet einen Antrag auf Errichtung einer Auslandshochschule Robbertus berufen, der fast als der Water des Kathedersozialismus aus dem Berliner Orientalischen Seminar, und bezeichnet werden kann. In der Deutschen Tageszeitung" hat Fris Bleh ja schon längst die Professoren Zorn, Schücking, Delbrück und Günther- München verdächtigt. Als den wahren Schuldigen seinen Antrag auf bessere Pflege der Auslandswissenschaften. an der Berrottung" des Geistes an den deutschen Hochschulen hat er aber einen gewissen Wolfgang v. Goethe crmittelt.( Seiter feit links.) Die Berufung des Nürnberger Scharfmachers Tafel an die Breslauer Technische Hochschule beweist. daß auch, das mobile Kapital Einfluß an den Universitäten gewinnt. Sierher gehört auch der bekannte Brief der Elbinger Scharfmacher von der Schichauwerft, worin dem Professor Bernhard Die Anträge gehen nach eineinhalbstündiger Debatte an die Budgetkommission. Nach fast achtstündiger Eikung schlägt der Präsident vor, morgen um 11 Uhr weiterzuberaten. Abg. v. Pappenheim( f.) will schon um 10 Uhr beginnen, um die Arbeiten zu fördern. Abg. Braun( Soz.): Abg. Dr. Mugdan( Vp.): Dieses Bestreben haben heute alle Redner gehabt und betätigt. Wenn Transportarbeiter streifen und Militär zur Wenn wir die Arbeitskraft der Abgeordneten gar zu sehr über. Aushilfe geschickt wird, so entrüsten sich die Sozialdemokraten, daß spannen, dann wird schließlich der Etal vor leeren Bänken der Staat den Streifenden in den Rüden fällt. Hier verlangen sie, bera ten, was eine Farce wäre.( Sehr richtig! links) Den Acht daß das könglich preußische Universitätsinstitut zuungunsten der stundentag, mit dem Sie heute gegen die Arbeitsruhe am 1. Mai streifenden Aerzte Streitarbeit verrichtet. Im übrigen können diese demonstriert haben( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten. Lachen Universitätskliniken als Lehrinstitute nicht jeden Kranken aufrechts, im Zentrum und bei den Nationalliberalen) wollen wir hier nehmen, der gar kein wissenschaftliches Interesse hat. Ich bin dem Minister für seine Entscheidung dankbar. doch nicht dauernd einführen. Das Haus nimmt gegen die Rechte und die Mehrheit des Zentrums den Antrag des Präsidenten an. Schluß gegen 6% Uhr. * Abg. Braun( S08.): Das begreife ich, denn Herr Mugdan ist ja bekannt als enragierter Vertreter der extremsten Forderungen der Aerzteschaft. Die Parallele des Abg. Mugdan stimmt nicht. Wenn kein Umzug stattfinden kann, leidet keiner Schaden an seiner Gesundheit. Etwas ganz anderes ist es, wenn schwer trante Leute teine ärztliche Behandlung finden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Im übrigen haben wir uns stets mur dagegen gewandt, daß die Regierung bei Streits überhaupt Stellung nimmt, während wir berlangen, daß sie sich in solche Lohnkämpfe nicht hineinmischt. Dasselbe verlangen wir auch hier. Die Ausrede mit Univerfi- ben Unterrichtszweden paßt auch nicht, denn die Kassen haben nur verlangt, daß die Kaffenmitglieder in derselben Weise wie bisher in den Kliniken behandelt werden. 70. Sigung Sonnabend, den 2. Mai 1914, Am Ministertisch: v. Trott zu Solz. Der Kultusetat. Fortsetzung der Besprechung über das Kapitel Universität Königsberg. • · Abg. Braun( Soz.): Abg. Dr. Mugdan( Bp.): Informationen und Anweisungen für feine Lehrtätigkeit gegeben werden; nebenbei gibt es allerhand despektierliche Aeuße rungen gegen die Regierung und den Reichstag. Die Angriffe gegen die Kathedersozialisten werden damit begründet, daß die Arbeiter jezt ihren genügenden Anteil an den Gütern unserer Zeit hätten und nun der Grundbesitz und das Kapital wieder an die Reihe Tommen müßten.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das wird behauptet in der Zeit einer ungeheueren Depression, Arbeitslofigkeit und gänzlichen sozialpolitischen Unfruchtbarkeit, und gleich zeitig mit dem Sturmlauf gegen die Arbeiterflasie, gegen die man neue Zuchthausgeseke fordert. Ich habe fein parlamentarisches Wort, um diese eigenfüchtigen Praktiken zu kennzeichnen, die Sie anstreben, während Sie sich darauf vor bereiten, bei der Beratung der neuen Handelsverträge einen neuen gewaltigen Raubzug auf die Taschen des gesamten deutschen Volkes zu unternehmen!( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Daß Die Regierung gegen den Geist chauvmistischer Verhebung auf den Universitäten nichts einzuwenden hat. beweist jene Rede des Marburger Universitätsrektors, die den Kampf gegen den ErzWer feind herbeisehnte und jede Versöhnungspolitt verwarf. aber, wie die Kathedersozialisten, auch nur den Anschein ermedt, als ob er auf eine Versöhnung der Klassengegensätze hinwirkt, den verfolgen Sie bis aufs Messer. Der Geist der Universitätsverwaltung aber ist ein Teil von Ihrem Geist. Im vorigen Jahr feierte der täten". Byzantinismus wahre Orgien. Zu Ehren des ersten Rektors der Berliner Universität, eines Mannes, um den die Welt Deutschland beneidete, eines gewissen Fichie, wurde aber nur eine schlichte Gedenkfeier an seinem Grabe abgehalten, wie etwa eine Wenn Leute gekündigt sind und aus der Wohnung heraus Gedenkfeier für einen Selbstmörder! Offiziell wurde bekannt ge- Ich möchte bei diesem Titel das Verhalten der Direktoren der geben, daß von einem besonderen Festalt wegen der zeitlichen Nähe Universitätskliniken in Königsberg anläßlich des legten Aerzte- müssen, so find fie auch in einer Notlage. Wenn Sozialdemokraten Ser Kaifergeburtagsfeier Abstand genommen werde. Fichie fonnte ftreits zur Sprache bringen. Königsberg war bekanntlich eine der anerkennen, daß der Staat in solche Notlagen eingreift, dann müssen nicht geehrt werden, weil die Pflichten des Byzantinis menigen Städte, wo es den Kassenvertretern nicht gelang, eine fie es auch für richtig halten, daß in dem erwähnten Falle Soldaten mus der Berliner Universität vorangehen!( Hört! hört! bei den Einigung mit den Vertretern der Aerzteschaft über das neue Ber- Streitarbeit verrichten. Uebrigens ist es nicht etwa so gewesen, Sozialdemokraten.) An den Universitäten herrscht jener byzanti- tragsverhältnis, das am 1. Januar d. J. in Straft treten sollte, zu- daß Schwerkranke keine Hilfe bekommen hätten; die sind trotzdem Abg. Hue( So3.): nische Geist, der im vergangenen Jahr zu dem lächerlichen Konflikt stande zu bringen. Die Aerzte stellten so exorbitant hohe Forde behandelt worden. wegen des Kaiserhochs in Königsberg geführt hat, der beinahe wie rungen, daß ihre Erfüllung den Ruin der Kasse hätte herbeiIch bin mit Herrn Mugdan stets für die freie Arztwahl eineine Sprengbombe unter der Studentenschaft gewirkt hätte. Mit führen müssen. Deshalb hat auch das Oberversicherungsamt in der Nichtehrung Fichtes wegen der Nähe einer byzantinischen Feier Königsberg damals der Kaffe das Recht zugestanden, ihre Verpflich getreten, aus den Erfahrungen heraus, die wir in unserem hat aber die Universitätsverwaltung den Stab über sich selbst ge- tung, den Mitgliedern ärztliche Behandlung zu gewähren, durch Industriebezirk mit dem Zwangsarztsystem gemacht haben. Also brochen und über die Behauptung, daß an dieser Berliner Uni- Bahlung von Barleistungen den Mitgliedern gegenüber abzulösen. ich bin in diesem Fall objektiv. Aber ich muß doch sagen, der Verversität wirklich unabhängige, voraussetzungslose Wissenschaft gelehrt Die Aerzte haben damals die Verhandlungen mit den Kassenber- gleich des Herrn Mugdan mit den Transportarbeitern stimmt nicht. werde. Sie wollen feine voraussetzungslose Wissenschaft, sondern tretern mit dem Hinweise hingeschleppt, daß es notwendig fei, Die Notlage des Umziehenden und des Stranken ist nicht auf eine cine Wissenschaft nach Ihrem Willen und nach Ihrem zentrale Abmachungen zwischen der Aerzteschaft und den Kranken- Stufe zu stellen. Und bei dringenden Notlagen werden bei allen Serzen. Der Sozialdemokratie wird es überlassen bleiben, den lassen zu treffen. Als diese zentralen Vereinbarungen nicht zustande Streits von den Gewerkschaften Leute ablomman= Stampf um die Freiheit der Wissenschaft durchzuführen.( Lebhafter tamen, hat das Reichsamt des Innern sich veranlaßt gesehen, eine diert. Interffant war übrigens, daß, als Herr Mugdan sich da Verhandlung mit den Vertretern der zentralen Körperschaften der gegen wandte, daß in Königsberg die Universität Streif Beifall bei den Sozialdemokraten.) Aerzteschaft und der Krankenkassen in Berlin anzuberaumen und brecherdienste leisten sollte, auf der rechten Seite Beifall ertönte. hier ist es im Dezember vorigen Jahres zu einem Abkommen ge- Das werden wir uns für die Zukunft merken.( Sehr gut! bei den fommen, wonach die Honorarverhältnisse und die Zulaffungsbedin Sozialdemokraten.) gungen für die Kassenpraxis an den einzelnen Orten zwischen den einzelnen Stassen und den örtlichen Aerztetorporationen geregelt werden sollten. Sich ergebende Streitpunkte sollten durch eine Schiedskommission erledigt werden. Auf Grund dieses Abkommens wurde im Januar in Königsberg verhandelt, es tam, da die Merate ihre hohen Forderungen aufrecht erhielten, zu feiner Gini gung und die Kaffenbertreter waren nun der Meinung, daß die Streitpunkte durch die in dem Abkommen vorgesehenen Schieds. instanzen entschieden werden müßten. Aber die Aerzteschaft beschloß furzerhand. das Abkommen beiseite au schieben und einfach die Tätigkeit für die Masse einzustellen.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Als dieser Bescheid der Staffe zuging, die durch den Rektor der Universität Greifswald vorgenommene hatten die Aerzte schon ihre Tätigkeit eingestellt und etwa 80 000 aßregelung mehrerer Studenten, deren ganzes Personen waren bereits ohne ärztliche Versorgung. Die Aerzte Verbrechen" darin bestanden hat, daß sie für die studentische Abhatten jedenfalls geglaubt, die Kaffe auf diese Weise zu zwingen, itinenabewegung eingetreten sind, und die gegen den Mürwider. Kaiferrede berbreitet ihre Bedingungen au afzeptieren. Aber die Mitglieder der, Kaffe Altoholmißbrauch gerichtete haben sich einige Tage ausgeholfen und als die Aerzte dann sahen, haben. Diese Studenten sind mit Verweisen, mehrtägigen Karzertritt in warmen Worten für den Professor Roethe ein, von dessen fie fämen mit ihrem rigorosen Vorgehen nicht durch, haben sie die strafen usw. belegt worden. Daß sich die Anwendung des mittelKommersreden man nicht jedes Wort auf die Goldwage legen dürfe, Direttoren der Königlichen Universitätstliniten alterlichen Disziplinar, Rechts" bei Universitäten diesmal gegen über deffen patriotische Begeisterung man sich aber freuen müsse. beranlaßt, ebenfalls ihre Tätigkeit einzustellen stramm„ nationale" und königstreue Studenten richtete, macht die Profeffor Roethe hat für seine Berufung die Bedingung gestellt, absolute Urhaltbarkeit des heutigen Universitätsrechtes, das Frauen nicht zulassen zu müssen. Das ist ihm eingeräumt worden. und die ambulatorische Behandlung in den Kliniken den Kaffen- Sache besonders interessant. Der Vorgang beweist aufs neue die einen Sohn bedeutet auf das alte Wort: Frei ist der Bursch". Wenn er jetzt bei seinen Vorlesungen als provisorischer Vertreter mitgliedern zu entziehen. Darin sehe ich einen ihre Zu Mißbrauch der Universitätsinftitutionen, Im übrigen sollten die Universitätsbehörden statt der Bewegung der Disziplin Erich Schmidts Frauen zulassen muß laffung darf übrigens nicht in die Willtür des einzelnen Professors die den Direktoren überantwortet sind.( Sehr richtig! bei den Sozial- gegen den Alkoholismus auf Schritt und Tritt Schwierigkeiten zu gestellt werden, nachdem sie einmal allgemein zugelassen sind( 3u demokraten.) Bisher hatten die Kliniken gerade gewünscht, daß die bereiten, diese Bewegung nach Kräften fördern. Auch hier könne ftimmung) und dabei zu der Ueberzeugung kommt, daß man deutsche Literatur auch vor Frauen vortragen tann, so wird mich Stassenverwaltungen ihnen Krankheitsfälle zuwiesen, weil sie folche fich die Regierung wieder einmal ein Beispiel nehmen an der bas sehr freuen, und er wird dieser Ueberzeugung auch Ausbrud im unterrichtschen Intereffe durchaus brauchten. Jest teilten fie Tätigkeit der Sozialdemokratie.( Sehr gut! bei den Gozialdemo Nach weiterer Debatte über lokale Universitätsangelegenheiten geben, denn er spricht mmer feine Ueberzeugung unumwunden mit, daß sie mit Rücksicht auf den Aerztestreit, von Notfällen abge- fraten.) aus, ob sie nun Gefallen findet oder nicht, und das macht ihn mir Die Kaffe hat sich sofort beim Minister und auch beim Kurator der und Ablehnung eines Vertagungsantrages Münsterberg( Bp.) folgt gerade besonders sympathisch.( Beifall.) Universität, dem Oberpräsidenten, über dies Berhalten der Diref= toren beschwert. In der Antwort des Kultusministers wird die Ein Schlußantrag wird angenommen. In der Debatte werden in der Hauptsache OberlehrerDie Errichtung einer theologischen Fakultät an Entscheidung darüber, ob Staffenmitglieder in die Universitäts. der Universität rankfurt a. M verlangen zwei Anträge: fliniten aufzunehmen sind, dem bflichtmäßigen Ermessen wünsche geäußert. Nach einer Rede des Abg. Viered( ft.) ser des Abg. Dr. Friedberg( natl.) will keine Staatsmittel dafür des Diretors der Klinik überlassen. Die Regierung wird endlich ein Vertagungsantrag angenommen. Schluß 5 Uhr. aufwenden, der Antrag Windler( t.) will Staatsmittel dafür hat also hier Stellung genommen zugunsten der Aerzte. Wir sind es ja gewöhnt, daß die Regierung bei Streits zugunsten ber Montag, 11 Uhr: Weiterberatung. aufwenden. Abg. Dr. Dittrich( 3.) wünscht vergrößerte Fürsorge für die katholisch- theologischen Falul. täten, lehnt die Ersetzung des Religionsunterrichts durch religions. geschichtlichen Unterricht ab und tritt für die Wünsche der Privats Dozenten ein. Abg. Dr. Hek( 3.) spricht über den Doktortitel der Tierärzte und hält den Spott Dr. Liebknechts gegenüber Profeffor Roethe nicht für ungerechtfertigt. Abg. Münsterberg( Bp.): Die Stellung zum Schutzzoll oder Freihandel darf bei der Daß Roethe an Bejezung von Lehrstühlen teine Rolle spielen Stelle von Erich Schmidt liest, bedauere ich, aber nicht wegen seiner Person, sondern weil die Frage der Nachfolge noch immer nicht erledigt ist, und insbesondere wegen seiner ablehnenden Stellungnahme gegen das Frauenstudium. Minister v. Trott zu Sol Möbel Engros- Lager Berliner Tischler- u. Sapezierermeister in Abg. Braun( Soz.): Herr Mugdan sagte, von den Kliniken sei mehr verlangt wor ben als bisher, nämlich baß sie alle bettlägerig Kranten aufnehmen follten. Das ist nicht berlangt worden und kam gar nicht in Frage, weil burch die kommunalen Behörden für Krankenhausbehandlung hinreichend gesorgt ist Der Titel wird bewilligt. Bei ber Universität Greifswald bespricht Abg. Haenisch( Soz.) gediegene Ein-, Zwei- u. Drei- Zimmer- Einrichtungen erstklassiger Ausführung zu konkurrenzlos billigen Wir lietern direkt an Private als Spezialität: Schlafzimmer: M 183, 219, 270, 328, 428, 532,€ 40, 814, 992,1088 bis 3500 Beste Verarbeitung 10 Jahre Garantie Wohnsalons: M. 242, 369, 429, 543, 736, 850 bis 2500 Speisezimmer: M. 296, 333, 426, 505, 622, 781 bis 4000 Neuzeitl. Küchen: M. 51, 58. 75, 93, 125, 169, 249, 450 Herrenzimmer: M. 209, 328, 487, 550, 627, 752 bis 3000 Ständiges Lager von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswaal bis zum Auserlesensten, Illustr. Katalog m. Referenzenliste gratis. Frankolieferung durch ganz Deutschland direkt ab Fabrikgebäude. Bis 150 km durch eigene Möbelautos. Einzelmöbel. Kranken Wäsche bas höhere Schulwefen. 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Abends 7 Uhr: Garten an Sonnabenden von Mai bis August mit Spezialitäten gratis zur Berfügung. ㄓ Far den Jnnait der Jn crate Der stolze Heinrich. bernimmt die Redaktion dem Raffeneröffnung 10 Uhr. Publikum gegenüber teineriet Verantwortung. Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. SIl: östlichen Westfalen und beide Lippe fanden *5 Versammlungen statt. Am MorgenauSflug der Bielefelder Tenassen beteiligten sich 500 Personen; an den Abendveranstaltungen und am Lampionzug 6000 Personen.— In Dortmund war die »rbeitsruhe und die Beteiligung an der Maifeier stark. Sechs Per- iammungen waren überfüllt.— In Frankfurt a. M. hatten öle Versammlungen am Vormittag einen sehr starken Besuch. Der große Saal des Gewerkschaftshauses war mit seinen Nebenräumen bis auf den letzten Platz von den Feiernden gefüllt. Auch die Nach- Mittags- und Abendveranstaltungen liehen nichts zu wünschen übrig.— Tie Maifeier in Nürnberg litt unter der starkwütenden *"ise. Am Morgen wurden zwei Versammlungen abgeholten, die »on 300— 1000 Personen besucht waren. Am Nachmittag unter» uahmen die Parteigenossen einen Ausflug. Das eigentliche Mai- fest wird nächsten Sonntag im großen Waldpark abgehalten werden. '"Fn Oberbaden war die Arbeitsruhe infolge der Krise gering; °2gegen waren die Abendfeiern gut besucht.— In Stuttgart Erlief die Maifeier trotz strömenden Regens imposant. Die Vor- Mittagsversammlung war stark besucht; abends der Festsoal der �iederhalle überfüllt. Den Verkauf roter Nelken hatte die Polizei durch hohe Besteuerung der Verkäufer vereitelt. Die Jugendlichen Wurden am Eingang des Saales von der Polizei, welche eine «outrolle ausübte, zurückgewiesen.— Prächtige Festversammlungcn wnden auch statt in tzeilbronn, Cannstatt, Feuerbach, �udwigsburg, Ulm, Heidenheim und anderen Städten Württembergs. Tie kleineren Orte halten ihr Maifest am nächsten Sonntag ab.— Die Maifeiern in Pommern wiesen nur schwache Beteiligung auf; die Abendveranstaltungen waren stärker besucht. on C: c t t i n wurden zwei Frühversammlungcn abgehalten, die ! mit einem Spaziergang verbunden waren. Die Abendveranstaltung Mar gut besucht. Die Maifeier in Elsah-Lothringen stand unter dem j ocichen der kommenden Gemeinderatswahlen. Alle Veranstaltungen ! Mit Ausnahme der Ausflüge, die unter strömendem Regen litten, Miesen eine stärkere Teilnahme auf als in den Vorjahren. In i mtraßburg nahmen an der Vormittagsvcrsammlung zirka 600 ■ Parteigenossen und Verbandskollegen teil, während die Abend- i dercmstaltungen in zwei Lokalen abgehalten werden muhten. Auch >n den übrigen größeren Städten wie Colmar. Metz, Schlett- ftodt waren die Versammlungen durchweg stärker wie sonst be- sucht. Tie kleineren Ortschaften begehen die Maifeier erst am «onntag.— In M ü l h a u s e n i. E. wiesen die zwei Vormittags- Versammlungen 800 Feiernde auf. Ter Umzug wurde durch das andauernde schlechte Wetter beeinträchtigt; die Nachmittagsver- lammlnng hatte 2000 Teilnehmer. ** die Maifeier im /luslanöe. Oesterreich. ! Wien, 1. Mai. Vormittags wurden in den Wiener Gemeinde- "szirken zahlreich besuchte allgemeine Versammlungen abgehalten, me alle in voller Ruhe verliefen. In einzelnen Bezirken fanden Mich tschechische und polnische Versammlungen der sozialdemokra- Aschen Organisationen statt. Nachmittags durchzog ein Demon- �ationszug die Straßen Wiens, der jedoch durch das zweifelhafte Detter sehr beeinträchtigt war. Im Laufe des Nachmittags ging ach furchtbares Gewitter mit Hagelschlag nieder, so daß die Mai- feier einen vorzeitigen Abschluß fand. Es ereigneten sich keinerlei �U-ischcnfälle. Prag. l. Mai. Die Maifeier hatte unter dem anhaltenden j�gen stark zu leiden. Es fanden zahlreiche Versammlungen statt. ��utJwiucht�mKmu�InJieinJlmzufp� sich zirka 20 000 Perkonen. Es ereigneten sich nirgends bemerkenS- werte Zwischenfälle. Trieft, 1. Mai. Die sozialdemokratische sowie die slowenische Arbeiterorganisation veranstalteten zur Maifeier nach den öffent- lichen Versammlungen Umzüge durch die Stadt. Während die Kundgebung der Sozialdemokraten ruhig verlief, kam es bei dem Umzüge der Slowenen zwischen diesen und Jta- >l i e n e r n an mehreren Punkten der Stadt zu Schlägereien, so dah die Polizei eingreifen mußte. Ein Slowene verletzte einen Italiener schwer durch einen Stich ins Herz. Aus einem Gast- Hause wurden auf eine Gruppe von Slowenen zwei Revolverschüsse abgefeuert, die jedoch niemanden trafen. Italiener veranstalteten eine Gegenkundgebung und warfen dabei mehrere Fensterscheiben ein. Es wurden 29 Personen verhaftet. Schweiz. Zürich, 2. Biai. sEig. Ber.) In der Schweiz wurde die Maifeier an 106 Orten durch öffentliche Demonstrationen und Volksversammlungen begangen. In Zürich feierten auch die Angestellten der städtischen Werke und der Bundcswerkstätten. Auch alle Schulen waren geschlossen, weshalb für die Kinder eine be- sondere Veranstaltung arrangiert worden war. Der Reinertrag der Maiseierfestlichkeiten ist für die politischen Flüchtlinge und für die politischen Gefangenen in Rußland bestimmt. An vielen Orten war ein Alkoholvcrbot ergangen. Frankreich. Paris, 2. Mai. sPrivattelegramm des„Bor- wärt s".) Die diesjährige Maifeier wurde vom ganzen Bau- gewerbe durch Arbeitsruhe begangen; auch ein ansehnlicher Teil des Metallgewerbes feierte. Die meisten Werkstätten wurden am Mittag geschlossen. Nachmittags fanden in Paris und Umgebung 22 allgemeine Gewerkschaftsversammlungen statt, abends wurde im großen Saale Wagram ein Meeting abgehalten, in dem die Ge- nassen I o u h a u x, der Engländer A p p e l t o n und der Deutsche R ie b k e, Vorsitzender des Pariser deutschen Gewerkschaftskartells, sprachen. Auch in der Provinz, insbesondere in den Bergrevieren, war die Arbeitsruhe allgemein. Auch in den Hafenstädten feierte ein starker Teil Staatsarbeiter mit Erlaubnis ihrer vorgesetzten Bcbörde. In den Versammlungen wurde überall die gleichlautende Resolution, die sich für die Arbeitszeitverkürzung, den freien Sonnabendnachmittag, gegen den Militarismus sowie gegen die politischen Verfolgungen und für die internationale Verbrüderung aussprach, angenommen. Spanien. Madrid, 1. Mai. Die Arbeitcrmanifcstationen anläßlich des l. Mai haben heute eine Ausdehnung angenommen, wie dies seit vielen Jahren nicht zu verzeichnen war. Alles verlief in größter Ruhe und Ordnung. Sozialdemokratische Hymnen wurden gesungen und die Sänger mit stürmischem Beifall begrüßt. Häufig hörte man feindliche Rufe gegen den konscr- vativen Führer M a u r a. Holland. Amsterdam, 1. Mai. lPrivattelegramm deS„V o r- wart 6",) Der Maifestumzug war glänzend, er wies 10 000 Teil- nehmer und fünf symbolische Wagen auf. Abends fanden in Amsterdam drei Meetings statt. Im Lande wurden über 100 Versammlungen veranstaltet. Ruhland. Warschau, 1. Mai. Anläßlich der heutigen Maifeier streikten in achtzig Fabriken 11 000 Arbeiter. Amerika. New Jork, 2. Mai.(22. T. 25.) Gestern abend kam eS bc einer sozialistischen B ers a m m l u n g auf dem Unionplatze zu Zusammenstößen. Mitglieder der Gewerkschaft der In- dustriearbeiter demonstrierten auf dem Platze. Zahlreiche Po- lizeibcamte gingen mit ihren Knüppeln gegen sie vor; es entstand unter der versammelten Menge, die aus 10 000 Män- nern. Frauen und Kindeon bestand,.eine Panik, wobei ungefähr 12 Personen verletzt wurden. der italienische Parteitag. Ancona, den 29. April. Vierter Verhandlungstag. Mit den Debatten über die kommunale Wahltaktik ist das Hauptinteresse des Parteitages erschöpfr. In der Tat ist heute nur eine ganz bescheidene Zahl von Delegierten anwesend. Es wird zunächst, fast ohne Diskussion, die Resolution der Refe- ernten Casalini, Tella Seta und Siehe! über das s o z i a l i st i s ch c Kommunalprogramm angenommen. Diese Resolution stellt für die kommunale Wirksamkeit unserer Partei die folgenden Forderungen auf: 1. Kommunale Autonomie. 2. Hebung der Volksschulbildung, Schulkantinen, Volksbibliotheken. 6. Politische 'Agitation der Gemeinden für Herabsetzung der Lebensmittelzölle, Einrichtung städtischer Schlächtereien und Bäckereien, kommunale Vcrösfentlichungen über die Lebensmittelpreise. 4. Ucbernahme des öffentlichen Dienstes in Gemeindebetrieb, ö. Errichtung billiger und gesunder Arbeiterwohnungen. 0. Verteidigung der Einrichtungen der Arbeiterllasse, Verbesserung der Krankenhäuser, Schutz der Mutterschaft und der Kinder, bygicmsche Erziehung der Massen. 7. Ardeiterpolitik, Anerkennung der Organisationen unter den Gr- meindeangestellten und Arbeitern, Kiauseln über Löhne und Arbeiter- schütz bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten, kommunale Arbeits- nachweise, Arbeitslosenunterstützung. Es wird darauf ohne Diskussion eine Resolution Vella gegen die Schutzzölle angenommen. Ueber he Frage der Rüstungen liegt ein Referat Treues, Fasulo vor, das von der soz. Parlaments- fraktion energische Bekämpfung der MilitärauSgabcn fordert und beschließt, aus dem internationalen Kongreß in Wien für eine Neuordnung des Internationalen Bureaus einzutreten, die es in Stand setzen soll, eine Wirksamkeit zu entfalten, a) um die internationalen Arbeiterverbände gewerkschaftlicher Art für die Idee des Weltfriedens und des Antimilitarismus zu gewinnen und mit ihnen praktische Abkommen zur Verhütung des Krieges zu treffen; d) um einen schnellen Nachrichtendienst in der internationalen Presse durckzusetzcn, durch den die Einmütigkeit und Gleichzeitigkeit der antimilitaristischen Bewegung des Proletariats in den der- schicdencn Ländern in scharfes Licht gesetzt wird, so daß dadurch die Besorgnis entkräftet wird, der Antimilitarismus könne ein Land zugunsten des anderen entwaffnen. Die Schlußfolgerungen des Referenten werden angenommen.� Nach Annahme einer Resolution Schiavi gegen den Alkoho» l i s m u s und einer Resolution für das Frauenstimmrecht wird die Liste des neuen Parteivorstandes vorgeschlagen. Es ent- steht eine Diskussion, weil man die Abgeordneten ausschließen will, in welchem Sinne der Kongreß beschließt. Ausgeschlossen wird aus dem bisherigen Parteivorstand auch Genosse Fwritti, der im Verdacht steht, Freimaurer zu sein. Es werden also wiedergewählt: Bacci, Smorti. Vella, Della Seta, Balabanoff, Ratti, Zerbini, und neugewählt Sangiorgi, Barberis, Marabini, Serratt, Giuseppe Prampolim. Außerdem verbleiben im Parteivorstand der Partei- fekretär Lazzari, der Fraktionssekretär Morgari und der Chef- redakteur des..Avanti" Mussolini. Ter Parteitag schließt dann seine Arbeiten nach einem Schlußwort des Genossen TodeSchini, der die sozialistische Internationale feiert. NN110 114 A.WERTHEIM Leipziger Str. Königstr. 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Verlagsanstalt Baul Singer& Co, Berlin SW, Aündigung scheint der Wunsch gewesen zu sein, von dem Jahres 1 gierung die Handhabe, auch die leiseste politische Opposition in Eine Eingabe der Berliner Fachabteiler und des Zentralrates gehalt Jastrows, das 21 000 M. betrug, zu sparen und dafür einen ihrem Schattenparlament zu meucheln. dritten Dozenten für Nationalökonomie anzustellen. Oder werden die eigentlichen Gründe noch immer von beiden Parteien verschwiegen? Jastrow erhält bei Lösung des Vertrages noch eine Abfindungssumme von 42 000 M. Hirsch- Dunderscher Gewerkvereine fordert die Schaffung eines Außer dem Genossen Tscheidse soll auch aus ähnlichem Reichsbergsrechtes auf der Grundlage des achtstündigen ArbeitsAnlaß der Vorsitzende der„ agrarsozialistischen" Arbeits- tages. Vor nassen und heißen Orten 6 Stunden, Grubentontrolleure, gruppe, Rechtsanwalt er en sky zur Verantwortung ge: die Anforderungen der Mitglieder bei Arbeitswechsel sichern. Diese mit geheimer Wahl, Schaffung leistungsfähiger Snappschaftskassen, die zogen werden. Es ist bezeichnend, daß die Regierung bei Eingaben wurden nach Begründung durch den Genossen Sachse einihrem Attentat gegen die Berfassung gerade gegen die beiden stimmig zur Berücksichtigung überwiesen. talentvollsten Redner der äußersten Linken zum Schlage Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft haben an Stelle Jastrows den Professor Dr. Elen aus Zürich an ihre Handelshochschule berufen, obwohl alle Dozenten gegen Eglen gestimmt ausholt. haben. Professor Ehlen hat sich vor einem Jahr durch Veröffentlichung eines recht tüchtigen Buches über Deutschlands Fleischverfergung einen Namen gemacht. Als Gegengewicht gegen Sombarts geistreiche" Schwägereien fann Glens Berufung nut begrüßt werden. Preisaufschläge der Apotheken. Die Apotheker sind wegen ihrer Preispolitik berüchtigt. Einen Einblick in ihre Praxis gewährt ein Zirkular, das die Kommission des Apothekervereins zur Bearbeitung der Spezialitätentage für das Deutsche Reich versandt hat Da liest man: Die Schreckensherrschaft in der sibirischen Verbannung. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Im Dorf 23 orobjo mp, Gouv. Jrfutst, fand auf Anregung der Behörden, haupt sächlich des neuen Bezirksschreibers, ein Pogrom gegen die politischen Zwangsansiedler statt. Der politische Verbannte Radfikowsky wurde getötet, ein anderer ist schwer verwundet. Die Verbannten verteidigten sich und töteten hierbei einen der Bogromisten. Zwei Berbannte wurden wegen des Widerstandes" verhaftet. Man erwartet neue Pogrome gegen die politischen Verbannten. " Albanien. Die Kämpfe in Epirus. Aus der Partei. Aus den Organisationen. Der Sozialdemokratische Verein Elberfeld- Barmen hielt am 28. März seine Jahresgeneralversammlung ab, in der der Parteisekretär kohnen den Jahresbericht erstattete. Die Einnahme betrug 49 483,06 m., die Ausgabe 46 700,33., der Staffenbestand am 1. April 1914 2782,73 M. An den Parteivorstand wurden 5200 Mart, an das niederrheinische Agitationskomitee 3079,66 M., obgcführt. Die Zahl der Mitglieder betrug am 1. April 1913: 6923, am 1. April 1914: 7522, hat sich somit um 599 erhöht. Von den brachte 1450 neue Abonnenten. Mitgliedern find 1242 weibliche. Die im Januar 1914 stattgefun dene Agitation für die monatliche Agitationsschrift Morgenrpt" " Das Morgenrot" hatte in Glber= feld- Barmen im März 1913: 10 439, im März 1914: 11 889 Abonnenten. Die Rote Woche brachte der Organisation 1500 neue Mitglieder und der Freien Preffe" 1000 neue Abonnenten. Dem Gesamtvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. In den Vorstand wurden die Genossen Dröner, Drescher, Quigau, Sauerbrey, Wiechelhaus, Damm, Hirsch, Soffmann, Haberland sowie die Genossinnen Großbeder und Sille gewählt. " Polizeiliches, Gerichtliches usw. Im Dorfe Birjulfa, Gouvernement Jrtutst, und in den nächster Zeit in neuer Ausgabe erscheinen. Für ihre Bearbeitung Silfstassen der politischen Verbannten von den Behörden vernichtet Die Spezialitätentage für das Deutsche Reich soll in aller anliegenden Dörfern find alle gemeinnüßigen Einrichtungen und hat der Vorstand des Deutschen Apothekervereins einstimmig be= schlossen, grundsäßlich die Durchführung der Ziffer 21 der deut- worden. Die Mitglieder dieser Kassen sind ins Gefängnis gesperrt fchen Arzneitage 1914 anzuftreben. Dieselbe lautet: und sollen nun wegen regierungsfeindlicher Tätigkeit vor Gericht Bei der Abgabe fabritmäßig hergestellter Zubereitungen, gestellt werden. Viele von ihnen werden als Kriminalgefangene bedie nur in fertiger Aufmachung( Originalpadung) in den handelt; ihnen droht die Verurteilung zur Zwangsarbeit! HeberHandel kommen, ist, sofern nicht ein höherer Verkaufspreis vom haupt hat sich die Lage der politischen Verbannten im GouverneSerfteller feftgefeßt ist, dem Einkaufspreis bis zu 1 t. ein ment Jrtuist in lester Zeit außerordentlich verschlechtert! Zuschlag von 100 Broz., dem Einkaufspreise von mehr als 1,25 ML bis zu 3 M. ein Zuschlag von 60 Proz., dem Eintaufspreise von mehr als 3,20 Mt. ein Zuschlag von 50 Proz. zuzurechnen. Beträgt der Einkaufspreis mehr als 1 Mt., aber nicht mehr als 1,25 Mt., so beträgt der Verkaufspreis 2 Mt, Durazzo, 2. Mai. Der Regierung zugegangene Telegramme beträgt der Einkaufspreis mehr als 3 Mt., aber nicht mehr besagen, daß Kolonia von aufständischen Epiroten, welche über als 3,20 Mt., so beträgt der Verkaufspreis 4,80 Mt., sofern zahlreiche Kanonen und Maschinengewehre verfügten, eingenommen wurde von unserem dortigen Parteiblatt das Verhalten eines Während eines Holzarbeiterstreits im 3 widauer Bereiche nicht höhere Verkaufspreise vom Hersteller festgesezt sind. Wir beabsichtigen auch Ihre in der Anlage aufgeführten worden ist. Kolonia hatte, da von dort nach Storiza Gendarmerie Streifbrechers fritisiert und diesem zum Vorwurf gemacht, daß er Bräparate in diese Tage aufzunehmen. Da jedoch die Preise der zur Verstärkung der Besaßung abgegangen war, nur eine leine sich von den Fabrikanten habe faufen" lassen. Die StaatsBestimmung der Biffer 21 der deutschen Arzneitage nicht ent- Garnison, welche dem Ansturm nicht standzuhalten vermochte. Bei anwaltschaft nahm sich den Artikel vor, um dem verantwortlichen sprechen, bitten wir Sie, um unliebsame Auseinandersetzungen dem hiesigen Gendarmeriekommando eingelangte Telegramme be- Rebatteur einen Strid mit fife des§ 153 der Gewerbeordnung mit dem Publikum und die etwaige Anbringung von Zetteln richten, daß die Aufständischen nach der Einnahme Kolonias zu drehen. Als sie die Nuglosigkeit ihres Beginnens einsah, vermit dem erhöhten Preise seitens der Apotheker zu vermeiden, um Frauen und Kinder hingemordet und die Stadt in anlaßte sie den Fabrikanten, Strafantrag zu stellen und erhob baldgefällige Mitteilung, ob Ihrerseits etwa Aenderungen der Brand gesteckt hätten. Die Aufständischen sollen weiter vor- willige hatte die gleiche an ihn gerichtete Aufforderung ausdrüc dann im„ öffentlichen Interesse" Beleidigungsklage; der ArbeitsEinlaufspreise beabsichtigt sind, um so den Apotheker den in der rüden. Diese Nachrichten riefen große Erregung hervor. Arzneitage zugelassenen Nußen zu gewähren.... Das Zirkular beweist aufs neue, wie dringend notwendig die on der Sozialdemokratie schon längst geforderte Verstaatlichung des Apothekenwesens ift. Gegen die Sonntagsruhe. Parlamentarisches. Der Militäretat in der Kommission. Staatsanwaltlicher Uebereifer. " ob= lich abgelehnt. Vor dem Schöffengericht Zwickau fiel die Staatsanwaltschaft mit ihrer Klage glatt ab. Obwohl nun in dieser Sigung der als Zeuge geladene, angeblich beleidigte Fabrikant unter Gid erklärte, daß er selbst in dem inkriminierten Artikel teine Beleidigung gegen sich gefunden habe und erst von der Staatsanwaltschaft über das Beleidigende in dem Artikel aufgeklärt und Der Kontorleutnant" stand am Freitag fast drei Stunden zur Stellung des Strafantrages aufgefordert worden sei Mit 57 gegen 52 Stimmen wurde am Mittwoch in der Ham- Tang im Mittelpunkte der Budget- Kommissions- Be- wohl er selbst also gar nicht eine Beleidigung empfunden hatte, burger Bürgerschaft ein Antrag der bürgerlichen Linten an- ratung des Reichstags. Der Stat fordert u. a. Mittel zur legte der Staatsanwalt Berufung ein, um den sozialdemokratischen genommen, durch den der Senat ersucht wird, im Bundesrat mit dauernden Einrichtung einer bereits provisorisch bestehenden A u 3- Nichtsünder verknaden zu lassen. Aber auch die Straftammer hatte Entschiedenheit“ einer weiteren Ausdehnung der Sonntagsruhe unftsstelle, die den Offizieren bei Erlangung von Zivil- kein Verständnis für derlei Prozeßmacherei und verwarf die Beentgegnzuwirken. Der Antragsteller berief sich darauf, daß die ftellungen zur Seite stehen soll. Diese Forderung begegnete fait rufung. Die Kosten muß der Staat bezahlen. Eigentlich sollten Kommission des Reichstags dem Ansturm der Eingaben der Ge- allseitigem lebhaften Widerstande. Schließlich erlebte die Forderung die Arrangeure dieser Klage dafür in Anspruch genommen werden. hilfenverbände zu erliegen scheine. Bei der Zusammensetzung des das Schicksal des Preffereferats: sie wurde glatt abgelehnt. Reichstags sei es nicht ausgeschlossen, daß die völlige Sonntags- 17,7 Millionen Mark erhöhten Geldverpflegungen der Truppen zuAus dem weiteren Verlaufe der Beratungen, die sich der um Gerichtliches Nachspiel eines Wahlkampfes. ruhe beschlossen würde, dann komme womöglich noch die Forderung wandten, ist bemerkenswert die durch eine Anfrage provozierte tagserfaßwahl in Stuttgart- 2and spielte sich der national Bei der im November vorigen Jahres stattgefundenen Landdes freien Sonnabendnachmittags usw. Deshalb müßten die Ge- feierliche Erklärung des Kriegsministers, daß eine liberale Kandidat, Stadtpfarrer Lamgarter aus Stuttgart, als das bag cine werbetreibenden darauf bringen, daß dem Fortschritt der neue Militärvorlage nicht vorbereitet jei. Aller Muster eines sozial verständigen Politikers auf. ArbeitslosenAller- liberale Sozialpolitik endlich ein Damm entgegengesett dings könne die Heeresverwaltung eine Bindung für die Zukunft versicherung, Steuerfreiheit für Einkommen bis 1200 m., lleber nicht anerkennen, da Verschiebungen in der politischen Situation Von unserem Gencffen Weinheber und dem bürgerlichen Ge. au weiteren Rüstungsverstärkungen, drängen könnten. Diese Er nahme der Schullasten auf den Staat und andere Reformen ver hilfenvertreter Schaper wurde den Gegnern der Sonntagsruhe ent Stimme gegen„ bie unerhörten und unverantwortlichen Rüstungs- und bent nationalliberalen Brogramim bestehe, aufmerksam gemod, Klärung rief den Abg Gehrenbach( 8.) auf den Blau, um seine sprach er den Wählern. Von unseren Genossen auf den unübergegengehalten, daß von der Beschränkung der Sonntagsarbeit do treibeteien gewisser Streife" zu erheben. Die Heeresverwaltung Buch die Gewerbetreibenden, forveit sie selbst mitarbeiten, Vorteil möge bebenten, daß angesichts der foloſſalen Belastung burch die erklärte er das Programm für ein einfaches Stüd Papier. Die hätten. Der Wunsch der Antragsteller gehe offenbar darauf hinaus, lekte Wehrtorlage die Leistungsfähigkeit des Volkes eine Grenze feftaunageln. Der Stadtpfarrer lief zum Sadi und das Schöffer nicht nur die weitere Ausdehnung der Sonntagsruhe zu ver- babe und daß die Rüftungs- und Bewilligungsbereitschaft der Nation hindern, sondern die bis jekt erzielten Fortschritte wieder rüd- unter Umständen in das Gegenteil umschlagen könne. Beine optigängig zu machen. mistische Hoffnung, daß auf 25 Jahre hinaus teine ähnliche große Belastung zu erwarten sein werde, wurde von der Kommission mit bour entsprechend politisch gewürdigt. verständnisvoller Seiterfeit quittiert und vom Genossen ebe. werde. Durch Annahme eines Schlußantrages wurde, nachdem noch mehrere Mittelstandsretter gegen die Sonntagsruhe gelobt, der weiteren Erörterung ein Ende gemacht und der reaktionäre Antrag angenommen, der insofern offene Türen einrennt, als der hamburgische Bundesratsvertreter ohnehin bereits gegen die weitere Beschränkung der Sonntagsarbeit in den Kontoren eingetreten ist. Wahlsitten in Pommern. brüdbaren Widerspruch, der zwischen diesen Wahlversprechungen Schwäbische Tagwacht" versäumte nicht, diesen Politifec gericht zu Stuttgart verurteilte ben verantwortlichen Rebatteur. Genossen Crispien, zu 100 m. Geldstrafe wegen Beleidigung, wurden. Zeugniszwangsverfahren. Die„ Bolfswacht" in Bielefeld brachte im Oktober des borigen Jahres einen Artikel, worin nach einer Kritik der Behand= lung ihrer Knechte die Fehltritte eines frommen Geschwisterpaares Die Wahlprüfungstommiffion des Reichstags beschäftigte fich auf einem Stolonat bei Bünde( Westfalen) zur Sprache gebracht am Freitag mit der Wahl des tonservativen Grafen v. Schwerin. Der verantwortliche und ein anderer Redakteur der Gegen die Wahl ist von liberaler Seite Protest eingelegt worden." Wolfswacht", der der Verfasserschaft bezichtigt war, wurden wegen Von den Konservativen liegt ein Gegenprotest vor. Beleidigung angeklagt; doch im Voruntersuchungsverfahren wurde Graf b. Schwerin wurde im eine Anklage gegen das Geschwisterpaar wegen Blutschande daraus. pommerschen Reichstagswahltreise Demmin Antlam im ersten Wahlgange mit 8866 Stimmen Als nun der verantwortliche Redakteur, Genosse Dredshage, Den gewählt. Für den Fortschrittler wurden abgegeben 4814, den zum zweitenmal fich weigerte, die Gewährsmänner zu nennen, die Sozialdemokraten 1625 und den Nationalliberalen 1176 Stimmen berhängte am 29. April der Untersuchungsrichter des Landgerichts Mehrheit der Liberalen sowie eine Anzahl Zentrumsleute für die Der liberale Protest behauptet, in einer Reihe von Orten seien gar Bielefeld über ihn eine Geldstrafe von 100 M. oder 10 Lage Haft. Städtische Arbeitslosenversicherung. Die Breslauer Stadtverordnetenversammlung nahm mit 40 gegen 20 Stimmen einen Antrag des Magistrats an, eine städtische Arbeitslosenversicherung nach Kölner Muster einzuführen. Borlage. Frankreich. . • feine Wählerlisten ausgelegt worden. Jeder Versuch, Einsicht in die Listen zu nehmen, war vergeblich. Nach weiteren BeDie Hamburger Polizei gegen ein Maifeiergedicht. hauptungen wurden konservative Stimmzettel im Wahllofal Am Sonnabendvormittag wurden von der politischen Polizei berteilt, von Beifibern im Wahlvorstand Nebenlisten ge- in Hamburg in den Geschäftsräumen des„ Hamburger Echo" die Die Stichwahltaktik der Radikalen. führt, die Wähler von Wahlvorstehern im konservativen Sinne be- noch vorhandenen Nummern des„ Hamburger Scho" hom 1. Mai Paris, 1. Mai. Des Ausschuß der Linten der legten einflußt u. a. mehr. Die Isolierzellen sollen nicht überall in Ord- beschlagnahmi. Inkriminiert ist nach Mitteilung der Polizeinung gewesen sein. In einem Wahlbezirke war der Nachtwächter beamten das an der Spize des Hauptblattes stehende Gedicht„ Wagt Deputiertenfammer fordert die Republikaner auf. bei den Stichbeauftragt, in der Isolierzelle konservative Stimmzettel zu ver- es nur!" von Karl Petersson, und zwar wird darin ein Vergehen wahlen überall ihre Stimmen auf denjenigen Kandidaten der teilen. In der Stadt Demmin sollen den herangeschleppten gegen§ 130 des Strafgesetzbuches gesehen. Barteien der Linken, der die meisten Aussichten hätte, gegen Wählern gleich amtliche Wahlfuberts mit dem Stimmzettel des Den Kandidaten der verbündeten reaktionären Parteien zu ver- Grafen Schwerin in die Hand gedrückt worden sein. Natürlich find einigen. Im Berlauf einer Wählerversammlung fam es in Marseille gestern zu einem Zusammenstos zwischen den Anhängern der beiden Kandidaten, die in die Stichwahl kommen. Es wurden Revolverschüsse abgegeben und eine Berion schwer verletzt. Rußland. auch in diesem ostelbischen Wahlkreise von konservativer Seite Schnaps, Bier und Bigarren in Massen gratis an die Wähler berabfolgt worden. Die Kommission beschloß über die Protestbehauptungen Beweis erheben zu lassen. Arbeiterrechtsfragen in der Petitionskommission. Die Petitions- Kommission des Reichstages verhandelte am 1. Mai über eine Eingabe des Allgemeinen Deutschen Gärtnerbereines Siz Berlin. Die Eingabe fordert die Anwendung der Beftimmungen der Gewerbeordnung Titel VII auf Arbeitgeber, Getrieben. Ferner sollen landesgeseßliche Bestimmungen über den Das Attentat gegen die Immunität. In den Kreisen der Dumaabgeordneten herrscht große Erregung über die bevorstehende Anflage gegen den Vorfißen- Hilfen, Lehrlinge und Arbeiter in Gärtnerei und Gartenbaubeden der sozialdemokratischen Dumafraftion, die ... Letzte Nachrichten. Unruhen im portugiesischen Kongsgebiet. Lissabon, 2. Mai. Im portugiesischen Kongogebiet find infolge von Steuererhöhungen Unruhen ausgebrochen. Truppen schlugen und verfolgten die Rebellen. Die Ruhe ist zum Teil bereits wieder hergestellt. Die Streikunruhen in Colorado. Washington, 2. Mai. Kriegssefretär Garrison hat nach auszuliefern. Genossen Dienstvertrag des Gesindes und der ländlichen Arbeiter für das einer Besprechung mit dem Präsidenten Wilson Befehl gegeben, der Duma Arbeitspersonal von Gärtnerei- und Gartenbaubetrieben aller Art, die Zahl der Bundestruppen im Streitrevier von Colorado auf Veranlassung des Ministers des Innern zur Verantwor- 5. H. auch solchen, die nicht Erwerbszwecken dienen, außer Kraft zu vervierfachen. Der Kriegssekretär erließ ferner einen tung gezogen werden soll. Ihm wird zur Last gelegt, daß er gefest werden. Endlich sollen die Bestimmungen im§ 105b Abs. 1 Aufruf, durch welchen die Niederlegung der Waffen gefordert wird. in seiner Rede vom 24. März anläßlich der Beratung der der Gewerbeordnung Festtagen für Washington, 2. Mai. Die Streifenden in der Umgebung Regierungsvorlage über Errichtung von Arbeitshäusern( eine Gärtnerei- und Gartenbaubetriebe zur Anwendung kommen. Eine von Walsenburg haben sich bereiterklärt, die Waffen republikanische Staatsform als Musternahme der Bestimmungen über Kinderschuß und Sonntagsruhe Rom, 2. Mai. Die Agenzia Stefani" erfährt aus aufgestellt hat. Daraus folgert nun die Regierung, daß er( Siz Düsseldorf) fordert, daß die Rechtsverhältnisse und das Washington, die Bundesregierung habe sehr wenig Nachrichten über die gleichen Forderungen. Der Verband Deutſcher Privatgärtner bur Umwälzung der bestehenden Ordnung" und zur offenen Lehrlingswesen in den Betrieben der gesamten Gärtnerei einheitlich den Streit und die Arbeitskämpfe in Colorado, da dafür nur die Revolte gegen die Regierung aufgefordert hat, und will ihn geregelt wird." Der Regierungsvertreter lehnte eine ausnahmslose Regierung des Staates Colorado zuständig sei. Die Bundesauf Grund des Artikels 129 zur Verantwortung ziehen. Die unterstellung der Gärtnereibetriebe deshalb ab weil eine strenge regierung habe sich darauf beschränkt, auf Bitten des Staatsrwähnte Angelegenheit ist bereits im Ministerrate erörtert unterscheidung zwischen Gärtnereibetrieb und Landwirtschaft nicht gouverneurs von Colorado Truppen und zwei Beamte als Verworden, und dort wurde als Grundsatz aufgestellt, daß die zu ziehen ist. Vom Abgeordneten Behrens und vom Genossen mittler zwischen den amerikanischen Arbeitern und den Bergwerks. wurde für alle Ueberweisung zur genießen und der Loten und Cumia, die gegen das Strafgesetzbuch verstoßen, zur Berant. wanbten sich die Zentrumsmänner rl, Wallenborn, der Verwundeten. Unter den Opfern des Kampfes befanden sich außer wortung gezogen werden können! Dringt diese Anschauung abgedroschensten Redensarten. Der Antrag leberweisung auf Be- tanen; an talienern sollten zwei Männer, eine Frau burch, ſo iſt es natürlich mit der schon jetzt arg beschnittenen rücksichtigung wurde gegen die Stimmen der Nationalliberalen, und fünf Kinder getötet sein. Der griechische GeschäftsRedefreiheit in der Duma völlig zu Ende, denn die Kautschuk Fortschrittler und Zentrumsmitglieder abgelehnt. Weberweisung träger habe bereits eine. Protestnote an das Staatsdepartement ge Nationalliberale Strad und der Fortschrittler egter mit den Amerikanern auch österreichisch- ungarische und griechische Unterrichtet, IM WUNDERSCHONEN MONAT MAI-Cal TREUERURANT ju 8 in iti 111 ei 111 di 233 Hübscher Seiden- Mantel 9 aus dem weich anschmiegenden Mohair Eolienne in schwarz und farbig. Der typische Sommerpaletot. Der schöne gelegte Schal mit grosser Rosette und eleganter Schleife wirkt sehr elegant, wie der capuchonartige Kragen. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Die 300 Millionen- Bank. Durch die Angliederung $ Sonntag, 3. Mai 1914. Beteiligung bei der Beschaffung von dauerndem Kredit für die Die Diskontogefellschaft bietet in ihrer Entwidelung ein Bild Industrie( durch Uebernahme der Ausgabe von Aftien und lang von der Konzentration im deutschen Wirtschaftsleben. Einige Jahre fristigen Schuldverpflichtungen) verschafft schließlich gewaltige nach ihrer Gründung befaß sie ein Kapital von 30 Millionen Mark Gründungsgewinne. Am regsten wird die Tätigkeit von Banten( im Jahre 1856). Seither hat sich ihr Attientapital ber natürlich in wirtschaftlich so entwidelten und entwidelungfähigen zehn fact. Damals betrug der Bestand an Wechseln etwa des Schaaffhaufenschen Gebieten wie in Rheinland- Westfalen in Anspruch genommen. Nun drei Millionen Mart, Ende 1913 dagegen 257 Millionen Mart. Die Bantvereins gelangt die Diskontogesellschaft nach ist die Distonto bereits feit langer Zeit bort tätig gewefen. Sie ist Debitoren( Dritten eingeräumter Stredit) beliefen sich im Jahre 1855 der Höhe des Aktienkapitals an die Spize aller deutschen Banken. die Kreditgeberin für die Gelienfirchener Bergwerfs- Attiengesellschaft; auf rund 5 Millionen, Ende 1918 auf 391 Millionen. Un Ver Künftig wird die Diskontogesellschaft über ein Aktienkapital von sie steht auch in Beziehungen zur Phönig Gesellschaft und zu waltungskosten wurden damals rund 50 000 Mart berechnet, im 300 millionen Mart verfügen. Ihr folgt die Deutsche Bank Deutsch. Luremburg. Aber ihre Beziehungen in Rheinland Jahre 1913 verschlangen fie 31 Millionen Mark. Der Wechselmit 250 Millionen, die Dresdner Bank mit 200 Millionen, Westfalen sind doch weit weniger umfangreich und eng als verfehr betrug im Jahre 1855 rund 50 Millionen, im Jahre 1913 bie Bant für Handel und Industrie( Darmstädter Bank) mit die der Deutschen Bank, des Schaaffhaufenschen Bankvereins aber 6,49 Milliarden. Gerade diese Zahlen weisen auf den 160 Millionen, die Berliner Handelsgesellschaft und die Allgemeine und selbst der Dresdner Bank. gewaltigen Aufichwung nicht nur des Bankverkehrs, sondern des Deutsche Kreditanstalt( Leipzig) mit je 110 Millionen, die neue Durch die Angliederung von Schaaffhausen verfügt die Diskonto Warenverkehrs im deutschen Wirtschaftsleben überhaupt. Schaaffhausen A. G. mit 100 Millionen. Trotzdem ist die Diskonto- nun mit einem Schlage über ein weitverzweigtes Nez von BeDa nicht abzusehen ist, daß diefer Konzentrations geiellichaft noch nicht die größte deutiche Bank geworden. Für ziehungen zur westdeutschen Industrie. Denn Rheinland- Westfalen prozeß zum Stilstand gelangt, rüdt die Fusion Schaaffhausendie Abschäzung des Größenverhältnisses zweier Unternehmen muß ist das eigenste und älteste Arbeitsgebiet von Schaaffhausen; erst Diskonto die Gefahr eines deutschen Banten Trusts nahe. die gesamte finanzielle Basis mitberücksichtigt werden. Aktienkapital 1892 errichtete der 1848 in Köln gegründete Bankverein eine Zweig Die Deutsche Bank, die Diskontogesellschaft und die wenigen und offene Referben zusammen betragen nun bei der Deutschen niederlassung in Berlin. Etwa zehn Zweigniederlassungen anderen Großbanken bilden schon jetzt zur Uebernahme großer GeBank 425 Millionen, während die Diskontogesellschaft fünftig über mit ebenso vielen Depofitentassen befitt Schaaffhausen im ichäfte Gruppen. Die Ausschaltung einiger jetzt noch selbständiger 300 Millionen Aktienkapital und 120 Millionen offene Reserven ver- Rheinland. Eine Tochtergesellschaft des Bankvereins, die Banten bahnt den Weg für die böllige Verständigung der fügen wird. Die Differenz zwischen Deutscher Bant und Diskonto Westfälisch- Lippesche Vereinsbank in Bielefeld, verfügt über weitere Riefenbanken, denen dann Industrie und Handel, Staat und Gegesellschaft besteht also noch, wenn fie fich auch gegen das Vorjahr sieben Niederlassungen in Westdeutschland. Daneben beherrscht sellschaft in noch viel ausgedehnterem Maße ausgeliefert sein werden, start berringert hat( im Jahre 1913 besaß die Deutsche Bant Schaaffbaufen auch noch die Mittelrheinische Bank in Koblenz mit als es schon heute der Fall ist. 315 Millionen, die Diskonto 281,8 Millionen Attien- und Reserven 4 Filialen. Die Uebernahme dieier Bankstellen und Bank fapital). beziehungen bringt der Diskontogefellschaft einen gewaltigen Machtzuwachs. Eine Reihe der größten Industrieunternehmen geraten da mit unter ihren Einfluß, fo Aumez- Friede, die Vereinigten StahlWiffener Hütten, Köln- Neueffener Bergwerksverein, die Bechen Trier, Hermann und zahlreiche fleinere Unternehmen. Zu Phönig und Deutsch- Luxemburg festigen sich die Beziehungen. denkt. e. m. werke Burbach- Eich- Dudelingen, Stahlwerke van der Sypen und Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Deutsches Theater. Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag Donnerstag: Der Kaufmann von Benedig. Sonnabend: König Lear. und Montag: Was Ihr wollt. Dienstag: Ein Sommernachtstraum. ( Anfang 7%, Ubr.) 8 Uhr) Dieser Vergleich bedeutet mehr als bloße Zahlenspielerei. Denn in ihm drückt sich die Tatsache aus, daß auch inner halb der genannten sechs größten deutschen Banken( denen man ein weiteres halbes Dugend Bankinstitute im Besige von je 99 bis 60 Millionen Mark Aktienkapital anfügen könnte) der Kon Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Hugenotten.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Samson und Dalila. zentrationsprozeß gewaltige Fortschritte macht. Schon im Mittwoch: Freischüb. Donnerstag: Tannhäuser. Freitag: Die lustigen Jahre 1912 beherrschten nach dem Deutschen Defonomist" die drei Das Hineindrängen der Diskontogefellschaft in Rheinland- Beiber von Windsor. Sonnabend: Die Zauberflöte.( Anfang 7, Uhr.) Grozbanken: Deutsche Bant, Diskontogeſellſchaft und Dresdner Westfalen wird zugleich mit Aenderungen in der industriellen Sonntag: Die Meistersinger von Nürnberg.( Unjang 7 Uhr.) Montag: Bant 61 Broz. des gesamten Banttapitals. Heute ist ihr Anteil an Struttur jenes Gebietes verbunden fein. Mignon.( Anfang 7, Uhr.) Das Bant Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Venus mit dem Papagei. der deutschen Kapitalmacht noch größer. Die Heraborüdung der intereſſe an möglichst gleichmäßigen Einnahmen drängt zur( Anfang 7% Uhr.) Montag: Peer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: früher selbständigen und zugleich ältesten deutschen Kreditbank, des monopolisierung der Don den Banten finanzierten Der Störenfried.( Anfang 7%, Uhr.) Mittwoch: Peer Gynt.( Anfang Schaaffhausenichen Bankvereins, zu einer Tochterbank der Diskonto Industrien. Denn erst die Kartelle und Synditate sichern Freitag: Beer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Die Jungfrau von 7 Uhr.) Donnerstag: Die Venus mit dem Papagei.( Anfang 7%, Uhr.) gesellschaft wird dieses Verhältnis am stärksten verschoben haben. den Aktionären der beteiligten Unternehmen eine Rente, die von den Orleans.( Anfang 7, Upr.) Sonntag: Beer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Diese zunehmende Konzentration, die jetzt schon Großbanken selbst Konjunkturschwankungen relativ wenig berührt wird. So find es Montag: Der Störenfried.( Anfang 7%, Uhr.) erfaßt, muß aber notwendig zu einer Berschärfung des Konkurrenz denn gerade die Großbanten gewefen, die durch ihren Druck auf tampfes unter den siegreichen Riesenunternehmen führen. Der einzelne Unternehmen die Kartelle der deutschen Schwerindustrie geWetlauf unter den Größten wird dabei wieder neue Angliede- fördert haben. Am Kohlensyndikat ist vornehmlich die Diskontorungen fleinerer und mittlerer Banten zur Folge haben. gesellschaft und die Deutsche Bank intereffiert, und der Stahlwerks Rammerspiele. Sonntag, Dienstag: Freiheit. Montag, Mittwoch, So ist die Kapitalserhöhung der Diskontogefellichaft von 225 auf verband kam nur auf Betreiben von Schaaffhausen zustande. Durch Donnerstag. Sonnabend, Sonntag und Montag: Der Snob. Freitag: 300 Millionen und die Aufnahme des Schaaffhaufenschen Bank die lebernahme von Schaaffhausen verstärkt sich der Einfluß Frühlings Erwachen.( Anfang 8 Uhr.) vereins sicher nur die Einleitung zu mehr oder weniger nahe bevor der Diskontogesellschaft auch in der Eisenindustrie. Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Professor Bernhardi. Das ist abends: Beer Gynt.( Anfang 7 Uhr.) Montag, Mittwoch, Freitag: stehenden Sapitalserweiterungen und Fufione bestrebungen der anderen nm so bedeutiamer, als die Syndizierung der Eisenindustrie Liliom.( Anfang 8 Uhr) Dienstag, Sonnabend, Sonntag, Montag: Großbanken, wie ja auch der Schritt der Diskontogesellschaft zum durchbrochen worden ist. Vor zwei Jahren wurde zwar der Stahl- Pygmalion.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Nach Damastus.( Anjang Teil auf die Verschmelzung der Bergisch Märkischen Bant in Elberwertsverband erneuert; aber mur bie A- Produkte( Salbzeug. Eisen- 7 Uhr) Berliner Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Große Rosinen. feld mit der Deutschen Bant und auf die Kapitalserhöhung der letzteren bahnmaterial, Formeifen) nicht mehr als B- Produkte( Stabeifen, Bleche, Alabendlich 8 Uhr: Wie einſt im Mai. von 200 auf 250 Millionen zurückzuführen ist. Schon jetzt wird Balzbraht, Röhren) wurden von dem Syndikatsvertrage erfaßt. Die Theater in der Königgräter Straße. Allabendlich 8 Uhr: angekündigt, daß die Dresdner Bant, die für den Wettlauf fapitalfräftigere Distontogefellichaft verfügt über stärkere gwangsDeutsches Künstler Theater. am ehesten in Frage kommt, an eine Verschmelzung mit der mittel als Schaaffhausen, und es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß Biberpela. Abends: Echneider Bbbel. Montag, Freitag: Der Raub der Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Rheinischen Bant in Essen und der Märkischen Bank in Bochum durch die Fusion Distonto Shaaffhausen die Sabinerinnen. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Die Form der Fusion ist einigermaßen umständlich und bedarf näher geführt werden wird als bisher; zumal auch die Monopolifterung der Eifenindustrie ihrem Ziele Schneider Wibbel. Mittwoch, Montag: Erziehung zur Liebe.( Anjang Komödienhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die fünf Frankfurter. baber der besonderen Begründung. Wie erinnerlich, gründet bie sonstigen Bedingungen( z. B. durch die Vollendung der Erweiterungs- allabendlich: Stammermusfit.( Anfang 8 Uhr.) Diskontogefellichaft eine neue Schaaffhaufensche Bank Aktiengesell bauten der großen gemischten Werke) günstiger liegen als vor zwei Theater an der Weibendammbrüde. Sonntagnachmittag 3. lihr schaft in Köln mit einem Aktienkapital von 100 Millionen und bis drei Jahren. Eine Wirkung ber Banfenfusion werden also auch und allabendlich: Der müde Theodor.( Anfang 8% Uhr.) offenen Reserven von 10 Millionen. Der alte Bankverein befißt die tonsumenten durch Erhöhung der Eisenpreise zu spüren abends: Die Jüdin. Deutiches Opernhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Freischük. 145 Millionen Kapital und 25 Millionen Reserven. Sämtliche befommen. Montag: Tiefland. Dienstag und Donnerstag: Monfieur Bon aparte. Mittwoch: Die Königin von Saba. Freitag: Das Aftiven der neuen Gesellschaft behält die Diskonto wenigstens Wegen der Beziehungen zum rheinisch westfälischen Industrie- Rheingold.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Die Meistersinger von Nürn zunächst in ihrem Befiz. An die neue Echaaffhausen- Bant geht gebiet hat wohl die Diskontogesellschaft hauptsächlich die Fusion ab- berg.( Anfang 7 libr.) Sonntag: Der Troubadour.( Anfang 8 1hr.) der gesamte Besiz des alten Bankvereins über; nur das Berliner geschloffen. Denn nach Westdeutschland richten sich die Wünsche aller Montag: Parsifal.( Anfang 7 Uhr.) Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hofgunst. Allabendlich Geschäft von Schaaffhausen wird von Diskonto direkt übernommen. Großbanken. Die Deutsche Bank nahm dort zu Anfang dieses 8 Uhr: Die spanische Fliege. Die Aktionäre vom Schaaffhausenschen Bankverein erhalten für ihre Jahres die Bergisch- Märkische Bank( Elberfeld) auf, und die Dresdener Theater des Westens. Allabendlich: Polenblut.( Anfang 8 Uhr.) alten Aktien neue Anteilicheine der Diskonto, nicht etwa Aftien des Bank beabsichtigt die Angliederung der bereits genannten TochterThalia Theater. Allabendlich: Wenn der Frühling kommt.( Anfang neuen Schaaffhausen. Einfacher wäre natürlich ein völliges Auf- banten in Essen und Bochum. Die Diskontogefellichaft hat jetzt vor Residenz Theater. Allabendlich: Ein Walzer von Chopin.( Anfang geben von Schaaffhausen in der Diskontogesellschaft gewesen. Beide beiden konkurrentinnen einen Vorsprung gewonnen, der nicht fo leicht 8 Uhr.) Gesellschaften hätten dabei die Gründungskosten( Stempel usw.) in nachzuholen ist. Lag bisher der Schwerpunkt des Geschäfts der Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich 8 Uhr: Die Notbrücke. Höhe von 15-17 Millionen Mark gespart. Auch hätte dann die Diskonto in Süddeutichland, in Königreich und Provinz Sachien Kleines Theater. Sonntag, Montag, Mittwoch, Donnerstag, Sonn Diskonto in Zukunft ibre Gewinne nur einmal( in Berlin) zu und im Auslande( befonders Südamerika), so verschiebt er sich jetzt besteuern brauchen, während die gewählte Form der Verschmelzung nach Westdeutichland. tag: Jettchen Gebert.( Anfang 8 Uhr.) eine Doppelbesteuerung( Diskonto in Berlin und Schaaffhausen Mit der Uebernahme von Schaaffhausen erweitert sich der Ge- Abends: Flachsmann als Erzieher. Montag: Heiligenwald. Dienstag: Schiller- Theater 0. Sonntagna úmittag 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. in Köln) der im Grunde gleichen Gewinne zur Folge hat. Wenn ichäftskreis der Diskontogesellschaft zugleich auf Petroleum Das große Licht. Mittwoch: Die beiden Leonoren. Donnerstag: Das trog dieier Nachteile die Diskonto eine formelle Neugründung vor und stali bergwerksunternehmen. Durch die Intergroße Light. Freitag: Was ihr wollt. Sonnabend: Das große Licht. nimmt, so geschieht das, um dem Partitularismus der nationale Bobrgefellihaft in Erfelenz, einer Tochter. Sonntag: Heiligenwald. Montag: Wann wir alterni. Liebe. Rottchens rheinisch- weitfälischen Stapitalistenfreise entgegenzukommen. Der Name gefellschaft von Schaaffhausen, verstärkt die Diskonto ihre Be- Geburtstag.( Anfang 8 Uhr.) Schaaffhausenicher Bankverein, der als Attiengesellschaft schon jetziehungen zur rumänischen Petroleuminduſtrie, an der fie fchon Roienmontag. Abends: Die Maschinenbauer. Montag: Des Meeres und Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: 1848 existiert, hat in Westdeutschland einen so vertrauten Klang, daß heute intereffiert ist. Sollte bas Petroleummonopol zustande ber Liebe Bellen. Dienstag: Wann wir altern. Liebe. Lottchens Geburts die Leitung der Diskonto nicht auf ihn verzichten möchte. Auch hat tommen, so würden sich die Aussichten für diefen an sich schon tag. Mittwoch: Ueber unsere Kraft. 1. Teil. Donnerstag: Heiligenwald. die Diskonto wohl aus der Tatsache gelernt, daß die Verschmelzung wertvollen Besitz noch steigern, wenn auch die Diskonto Freitag: Ueber unsere Kraft. 1. Teil. Sonnabend: Heiligenwald. Sonntag: der Bergisch Märkischen Bant nebst ihren zahlreichen Filialen mit den Gegnern des Monopols gehört. Ueber unsere Straft. 1. Teil. Montag: Des Meeres und der Liebe Wellen. ( Anjang 8 Ubr.) der Deutschen Bant, unter Aufgabe des Namens der Proving der Kaliintereffen Schaaffhausens wird der Diskonto ebenfalls nur Walhalla Theater. Allabendlich 8%, Uhr: Die Dollarprinzessin. bant, in dem rheinischen Gebiet auf Broteft gestoßen ist. Borteile bringen. Die durch die zahlreichen Kalibergwerks. Luisen Theater. Sontagnachmittag 3 Uhr: Maria Magdalena. Nicht zuletzt wird auch bei der Diskonto die Erwägung mit Neugründungen hervorgerufene Entwertung der Anteile von Kali- abendlich: Ein seltsamer Fall.( Anfang 8%, Uhr.) gespielt haben, Schaaffhausen vorläufig eine gewiffe organisatorische unternehmen ist schon durch Schaaffhausen abgefchrieben worden. Selbständigkeit zu lassen, um die Schwierigteiten einer zentralen Leitung von Berlin aus zum Teil zu verringern. AU V Die Uebernahme 8 Uhr.) abend, Sonntag und Montag: Marys großes Herz. Dienstag und Freis 3 0 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Abends: Maria Friedhammer. Montag Neues Volkstheater.( Neue Freie Boltsbühne.) Sonntagnachmittag Dienstag und Sonnabend: Die Haubenlerche. Mittwoch, Freitag und Sonntag: Maria Friedhammer. Donnerstag: Frau Barrens Bewerbe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Allabendlich 8, Uhr: Die Montag: Charleys Tante.( Anfang 84, Uhr.) Förstet- Christ. Montis Operetten Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die Fledermaus. Allabendlich: Jung- England.( Anfang 8 Uhr.) Rose- Theater. Sonntagnachmittag 6 Uhr: Die Dollarprinzessin Allabendlich Allabendlich Nicht zu unterschätzen ist es auch, daß die Diskonto durch SchaaffJedenfalls ist die Form der Angliederung durchaus kein Beweishausen in Beziehungen zu dem Nobel- Dynamit Trust tritt. dafür, daß die Diskontogefellschaft nicht nach Rheinland- Westfalen Dadurch gewinnt fie Einfluß auf die Köln- Rottweiler Bulberfabriken gehen mußte, wie ein großes bürgerliches Blatt urteilt. Daß durch und mittelbar auch auf die Deutschen Waffen- und Munitionsdie gewählte Form feine Spefen gespart werden oder durch die An- fabriken d. h. auf die deutsche Rüstungsindustrie. Schließlich übernimmt Diskonto von Schaaffhausen auch noch gliederung nicht mit Sicherheit eine Dividenerhöhung zu erwarten ift, ist noch fein Beweis gegen die ökonomische Notwendigkeit der Beteiligungen am Berliner Bau und Terrainmarkt. Der Sonntagabend, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonn Fusion. Selbst vom reinen Aktionärsstandpunkt aus liegt ein Grund artigen Geschäften, die selbst die Deutsche Bank empfindlich in Mit- abend: Die Tochter bes Heimgekehrten. Sonntag und Montag: Die Förster- Christl.( Anfang 8 Uhr.) für die Angliederung vor: Die Aktionäre von Schaaffhausen, denen leidenschaft zogen und auf die zum guten Teil der Niedergang des Theater am Nollendorfplak. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Drpheus für das laufende und die nächsten Jahre höchstens eine Dividende Schaaffhausenschen Bankvereins zurückzuführen ist, stand die Diskonto in der Unterwelt. Allabendlich 8 ühr: Der Surbaron. Trozdem ist das Risiko auch hier für die Metropol. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Blizmäß bon 3 Proz. winkte, erbalten für 1914 bereits 4 Proz., in den bieber völlig fern. weiteren Jahren aber etwa 10 Broz.( io viel schüttete die Diskonto Distonto gering. Schaaffhaufen hat diesen Boften feines Befiges Die Reise um die Welt in 40 Tagen.( Anfang 7.55 Üh Apollo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Spezialitäten. in den legten Jahren aus). Die Notwendigkeit der Fusion für start abgeschrieben; weitere Berluste sind daber nicht zu erwarten. Dito Reutter.( Unfang 8 Uhr.) Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Ubr.) den Schaaffhausenichen Bankverein liegt weiter darin, daß die Gerade jest treten ja auch die ersten Arzeichen einer Besserung am Reichshallen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich Bank mit der verstärkten Konkurrenz von der Deutschen Bant, der Baumarkt auf. Alles. in allem, die Uebernahme des Schaaffhausenichen Bank Stettiner Sänger.( Aniang 8. Sonntags 7%, llbr.) Gebr. Herrnfeld Theater. Alabendlich: Gin Steinfall. Scut Diskontogefellschaft und der Dresdner Bank rechnen mußte. Dem unsicheren Ausgang des Stampfes beugt Schaaffhausen dadurch vor, vereins geschieht in einem durchaus günstigen Moment. Auch die Art übermorgen.( Anfang 8 116r.) Admirals palaft. Im Tangoklub.( Anfang 9 Uhr.) daß er sich zu recht günstigen Bedingungen jept freiwillig unterwirft. der übernommenen Werte ist so befchaffen, daß für die weitere EntBerliner Eispalast. Eisballett: Amor auf Urlaub.( Anf. 9 Uhr.) Aber von den Interessen Schaaffhausens an der Fusion ab- widelung der Diskonto aller Voraussicht nach daraus nicht nur teine Balaft am Zoo. Das Miralel.( Täglich: 8 Uhr, Sonntag 6 Uhr.) Cines Nollendorf Theater. Histoire d'un Pierrot. 6, un gefehen, auch für die Distontogefeßlichaft lag eine Notwendigkeit Gefahr, sondern sogar eine bebeutende Machtverstärkung erwachien bor. Die Fusion bedeutet für fie einen plöglichen, träftigen wird. Nicht zu unterschäßen tft babei auch. bag allein 20 Groß- 9 Uhr.) Urania Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ueber ben Brenner nac Borstog in eine 8entrale des deutschen Wirtschafts- Berliner Depofitentaffen von Schaaffhausen dirett in den Befit ber ba ja Benebig. Sonntagabend, Montag. Mittwoch, Donnerstag und Freitag Lebens, in Rheinland- Westfalen. Die Bedeutung bes westdeutschen Diskonto übergehen, in Berlin bie Firma Schaaff weit dem Imperator" nach New York. Dienstag: Großglodner, Gaften überhaupt berschwinden soll. Auch dieser Macht Salzburg. Sonnabend und Sonntag: Zum Hochfirn der Jungfrau. Mor Industriegebietes für eine Großban! liegt so offensichtlich, daß fie baufen ist bei dem seit Jahren Jahren währenden Bettlauf tag: Unbestimmt.( Anjang 8 Uhr.) feiner Begründung bedarf. Wer Beziehungen zur Großindustrie zuwachs Kasino Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Trubchens Sommer unterhält, nimmt an deren Gewinnen teil. Der Befiz von Industrie der Großbanken um das Geld des fparenden Bublifums äußerst attien bringt hohe Dividendeneinnahmen. Die Gewährung des wertvoll. Die Geschäftsuntoften wachsen infolge des gilialfyftems reise. Allabendlich: wo die Liebe hinfällt,( Unfang 8 Uhr.) Folies Caprice. Allabendlich: Tohumabohu. Das Starnidel. Eri laufenden Stredits( im Kontokorrentverkehr) gewährt bei dem großen bei den Großbanken relativ rasch, und die Fusion bedeutet für die beben.( Unfang 8 r.) Zirkus Busch. Alabendlich: Das Mirakel.( Anfang 8 thr.) Gelbbedarf der industriellen Riesenbetriebe Hohe Binsüberschüsse. Die Distonto nach dieser Richtung hin gewiffe Griparniffe. Unserm lieben Genossen und unserer lieben Genossin Max und Henriette Torgler zu ihrer heutigenSilberhochzeit die herzlichsten Glüdwünsche. Die Funktionäre der 3. Abt. des dritten Kreises. Achtung. Ausflügler! In Hermsdorf, direkt am Bahnhof, neben der Apotheke, Glienicker Str. 2, ist das Gartenkino, verbunden mit Boltscafé, eröffnet. Taffe Staffee 15, Kanne 20 Bi. Konzert: Klavier, Mandoline. Eintritt frei. Ab 9 Uhr: Eine Reise un die Welt!. Sieben- After. Uni gütigen Zuspruch bittet. Die Direktion. Weit über 1.000.000 Siegelringe und andere Gegenstände unseres Katalogs aus echt 12kar. 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