sge Nr. 120. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,36 m., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Poſt- Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an Belgien, Dänemark, Montagsausgabe = Vorwärts Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. 5 Pfennig 31. Jahrg. 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Als sich zu Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts die junkerlichen Strauchdiebe und Krippenreiter der Mark Brandenburg zusammenrotteten, um dem von Nürnberg her ins Land verpflanzten Hohenzollern ein paar Nasenftüber mit der eisernen Faust zu versetzen, fanden sich die „ edelſten“ und„ erlauchtesten" Namen zusammen, deren Träger noch heute in Preußen vornean sind: neben den Quitows die v. Rohr, v. Möllendorf, b. Sad und v. Wartenberg. Auch aus der Altmark fam Zuzug: ein Mathias v. Jagow, zwei Brüder v. AI vens leben und ein Werner von der Schulenburg. Ein Ahne dieses lettgenannten altmärkischen Raubriters, auch ein Werner von der Schulenburg, singt jetzt in der " Zukunft" die Hohenzollern wie folgt an: Nunsizt Ihr fünfhundert Jahr in der Mart. Schließlich ist das fein lauer Quart. Ihr habt was getan. Kein Ungeheuer War unter Euch, freilich auch wenig Feuer Nur ein, Genie, ein Kerl, der wiegt: Der alte Friz, der die Welt besiegt. Ihr habt nicht immer gerecht gehandelt, Habt sogar den preußischen Adel verschandelt. Ihr ließt ihn bluten; und dann, zum Schluß, Ließt Ihr ihn liegen.„ Der Adel muß." Ihr kamt als Fremke und seid es geblieben. Ein bißchen Frorde nach unserem Belieben Habt Ihr uns nic so recht verziehn. Ihr versteht das nicht. Richt Friesad, Varzin, Nicht das, was in uns rumort und brennt, Was anders will als der pp. Regent. Wir sind nun mal von anderem Blute. Ins ist noch etwas wilder zumute Als Euch mit fränkischen, feinen Sitten, Von Friedrich den Ersten bis Friedrich dem Dritter Wir fühlen's noch immer, als einen Schaden: Warum ist kein Anisow von Gottes Gnaden? Warum? Warum? Na, und so weiter... Wir waren doch Eure besten Streiter.. Ihr behandelt uns schlecht. Das ist mal so. Ihr seid unsere Gegner. Das macht uns froh. Seut habt Ihr uns mal wieder bergessen. Mögt lieber bei Industriellen essen. Nur ruhig Blut! Es kommen noch Zeiten, Wo wir Euch wieder Attacken reiten, Wo wir Euch aus dem Wurstkessel holen. Dann jammeln wir also feurige Kohlen? Nee. Man kann einfach nicht mehr voneinander. 1 Montag, den 4. Mai 1914. Expedition: S. 68, Lindenstraße 69. Serninredher: Amt Moritblak. Nr. 1984. Ungnade des Königs feineswegs einschüchtern, als sie den Polizei zu finden hofften. Weshalb Kochannn als erstes Opfer Mittellandkanal bewilligen sollten. Noch immer gilt für jie: ausersehen wurde, erklärt sich dadurch, daß er, der vor einiger Zeit der König absolut, wenn er unsern Willen tut! Den König aus der sibirischen Verbannung entflohen ist, eine Broschüre in betrachtet die Junkersippe nur als ein Werkzeug in ihrer tschechischer Sprache veröffentlichte, in der die Greuel in den russiHand, und zwar um so faltblütiger, als für diese erdhaften schen Gefängnissen und Verbannungsorten auf Grund seiner und kernfesten Burschen von den Klitschen Hinterpommerns eigenen Beobachtungen in ihrem wahren Lichte geschildert werden. und der Uckermark das Gottesgnadentum nur ein Phrase für Als einer der Prager Vertreter des„ Krakauer Hilfsverbandes für Kriegervereinsreden ist. Von Gottes Gnaden! Was von Gottes Gnaden? Ihren ersten Klassengenossen, der ihren die politischen Gefangenen Rußlands" wirkte er energisch für die lasseninteressen zu dienen hat, sehen die Junker im moralische und materielle Unterstützung seiner früheren LeidensMonarchen, und im Grund die Verse Schulenburg genossen, und eben diese Tätigkeit war es, die ihm den Haß des machen kein Hehl daraus! hätten sie heute noch lieber die russischen Konsulats und der russischen Regierung zuzog. Auch die von den übelsten Slawophilentendenzen erfüllten tschechischen BeQuißows als die Hohenzollern an der Spize. Ein politischer Fehler wäre darum die Annahme, das hörden blickten scheelen Auges auf die Tätigkeit des russischen Junkertum lebte nur von und in der Hofgunst. Die oft- Schriftstellers, dessen von den edelsten humanitären Grundfäßen elbischen Granden lassen sich zwar Cäsars lächelndes Wohl geleitete Propaganda gegen die zarische Gefängnisschmach sie als wollen um so lieber gefallen, als es sich für sie meist in Beleidigung„ Mütterchen Rußlands" betrachteten. So erklärt es. metallisch flingenden Vorteil umsetzt. Aber Hoflakaien sind. sie nicht, und die ekelhafte Sumpfpflanze des Byzantinismus sich, daß diese Behörden, auf Grund der lügnerischen Aussagen wuchert gemeiniglich anderswo als auf den Stammfißen der eines russischen Polizeispiels, der russischen Galgenjustiz wieder Geschlechter, die einst mit den Quikoms gegen die ein neues Opfer zuführen wollen. Das unerhört standalöse Benehmen der Prager Behörden hat Hohenzollern in den Strauß ritten. Ein Zentrumsmann war jener Reichstagspräsident, der bei einem Geburts. heftige Empörung wachgerufen. Der sozialdemokratische Abgeord tagsglückwunsch vor dem allergnädigsten Herrn" in aller- nete Genosse Winter hat bereits den Justizminister in dieser tieffter Devotion" arb", und auch das sogenannte fort- Angelegenheit interpelliert, und der Genosse Nemec hat in den schrittliche Bürgert.. ist in der edlen Kunst des Bauch- Delegationen" eine Anfrage über das schmähliche Verhalten der rutschens sehr bewandert. Das mag in der Stammkneipe noch Behörden eingebracht. Auch außerhalb Oesterreichs muß die liebeso dröhnend mit der Faust auf den Tisch schlagen, das mag dienerische Haltung der österreichischen Regierung gegenüber den seinen Männerstolz vor Königsthronen noch so dräuend be- zaristischen Henkerswünschen die schärfste Verurteilung wachrufen. tonen, das mag schließlich auch für Herrn Naumann schwärmen und Herrn Wiemer wählen so bald sich nur die Schnurrbartipike eines Hohenzollern von fern zeigt, fenfen sich die Nacken wie Schilfrohr. über das der Wind fährt. Mit diesen Mameluden läßt sich darum auch keine Politik treiben. Sie wollen ja gern freigesinnte deutsche „ Deutsche Anfang April stellte der nationalliberale Männer fein, aber es mit: Majestät verderben um Simmels Willen! Als es mit Bismard zum Kradh fam. Kurier" die Behauptung auf, daß am 23. November 1912 und fürchtete Wilhelm II. einen Augenblic allen Ernites, der am 29. November 1913 im Preußischen Abgeordnetenhause derbe Junker werde ihm ein Tintenfaß. an den Kopi geheime Konferenzen stattgefunden hätten, auf denen schleudern; ein bürgerlicher Minister aber hat sicher nie bor in Anwesenheit fast sämtlicher preußischer Minister und ver dem allergnädigsten Herrn" anders gestanden als in der schiedener konservativ- agrarischer Parteiführer über die gelbe unterwürfigen Saltung des ergebenen Dieners. Und mit Arbeiterbewegung verhandelt worden sei. Die Stonwelchem Gemisch von Grauen und. Neid mag das byzantinische ſervativen hätten dort mit einem diesen Kreisen eigentümBürgertum auf die elegante Nachlässigkeit bliden, mit der des Junkertums berufener Dichter in der Zukunft", statt fich für die Kündigung auszusprechen, dem fremden" Geschlecht der Hohenzollern noch weitere fünfhundert Jahre gönnerhaft zubilligt. Da freilich nicht die Junker allein über Herrschaftsdauer eines Fürstenhauses zu bestimmen vermögen, hat die Verlängerung des Kündigungstermins um fünfhundert Jahre nicht unbedingt bindende Wirkung. Eine russisch- österreichische Polizeischurkerei. Gelbe Korruption. lichen kategorischen Imperativ" von der Regierung eine finansielle Unterstübung der wirtschaftsfriedlichen" Bewegung gefordert und", so schloß die Mitteilung, die Regierung gewährt infolgedessen der Bewegung, namhafte finanzielle Förderung". Es dauerte eine geraume Zeit, bis diese Nachricht dementiert wurde, und auch dann ging das Dementi nicht etwa von der preußischen Regierung aus, die doch die nächſte dazu gewesen wäre, sondern von dem Vorsitzenden des Förderungsausschusses der nationalen und wirtschaftsfriedlichen Arbeiterbewegung, dem General z. D. von Loebe II, der der rechtsstehenden Presse folgende Berichtigung sandte: „ Eine vom Deutschen Kurier" gebrachte Mitteilung, wonach mit den Vertretern der wirtschaftfriedlichen, nationalen Arbeiterbewegung im Abgeordnetenhaus, unter Teilnahme fast sämtlicher preußischer Ministerien geheime Konferenzen stattgefunden haben, und wonach die Regierung der wirtschaftsfriedlichen Arbeiterbewegung namhafte finanzielle Förderung gewäbre, ist nach jeder Richtung hin unzutreffend. Eine Konferenz hat überhaupt nicht stattgefunden." Leben und Sterben: Hero- Leander. Steiner ist mehr, der sich über Euch wundert. Drum sagen wir ruhig: Nochmal Fünfhundert. Bravo! Und so ists recht! Das heißt einmal ohne Vifier in den Strauß reiten und das ist doch einmal etwas anderes als der übliche Phrasenweihrauch, mit dem sonst das Haus Wilhelm II. umgeben wird. Hier trumpft ein echter Junker auf, einer von der Sippe, und sagt frei von der Leber weg, was die ganze Sippe denkt: Hohenzollern! Hütet Euch! Ihr kamt als Fremde und seid es geblieben! Wir, die Junker, sind die erbgesessenen Herren im Lande und wir Am 15. April wurde auf Veranlassung der russischen Regierung dulden Euch nur! Unserethalben nochmal fünfhundert Jahre! Aber hütet Euch wir können auch anders herum! Und der in Prag lebende russische Schriftsteller Kirill Kochann es flirrt, als ob eine Eisenfaust auf die Tischplatte schlägt. unter der Anklage verhaftet, daß er am 22. September 1912 einen Im Grunde genommen ist es nichts Neues, was der von Attentatsversuch gegen einen Polizeikommissar im Gouvernement Daß der Förderungsausschuß so lange gebraucht hatte, Gedacht haben die Bessarabien verübt habe. Diese Anschuldigung wird schon dadurch um diese Erklärung fertigzustellen, war in hohem Maße verder Schulenburg hier vorträgt. Nunter ſtets je und auch ausgesprochen haben sie's bisweilen. widerlegt, daß Kochanny am 22. September a's Storrespondent eines dächtig, doch da der„ Deutsche Kurier" zunächst schwieg, mußte Der draufgängerischste Heißsporn der konservativen Partei, deffaer Blattes an dem in Prag stattfindenden Radiologenkongreß man annehmen, daß sein Gewährsmann seine Behauptungen b. Kleist- Rezow, rühmte sich gelegentlich mit einem Unterton von Hohn in der Stimme, daß seine Vorfahren und teilnahm. Trotz dieses unanfechtbaren Alibis wird Kochanny in nicht aufrechterhalten könne oder wolle. Jezt aber, nach ein die Junker überhaupt in den Forsten der Mark schon Sauen Prag gefangen gehalten, und zwischen der russischen und der öfter- paar Wochen, meldet sich der Mitarbeiter des nationalliberalen gejagt hätten, als es noch feine ohenzollern im Lande reichischen Regierung findet wegen der administrativen Organs, der inzwischen verreist war, aufs neue zum Wort, gab. Und der Demokrat Franz Ziegler durfte schreiben: Auslieferung Kochannys an Rußland ein lebhafter diplomati er hält nicht nur alles früher Gesagte aufrecht, sondern er " Die märkischen Junker find eine ganz besondere Rasse; ich scher Schriftwechsel statt. Die russische Regierung hat ihren Begänzt feine Mitteilungen noch durch Ent. bin unter ihnen aufgewachsen, habe mit ihnen gejagt, gehebt, amten lawinsky mit der besonderen Mission nach Prag enthüllungen, die das allergrößte Aufsehen er regen müssen. geritten und habe hundertmal gehört: So lange wir die fandt, die Auslieferung Kochannys durchzusetzen, und die dortigen Er bleibt dabei, daß die Konferenzen im November 1912 Hohenzollern im Lande haben, denn sie fißen hier dreihundert Behörden waren so entgegentommend, alle bei dem Verhafteten und im November 1913 im Abgeordnetenhause stattgefunden Jahr länger, und für sie ist dies Geschlecht eben nur vierten gefundenen Schriftstücke dem Abgesandten der russischen Regierung haben, und er stellt jogar fest, daß die Berichte über die Verauszuhändigen und ihn quasi mit der Leitung der ganzen in handlungen in Broschürenform erschienen seien, die allerdings Ranges." Ihr famt als Fremde und seid es geblieben! In der Tat lebt, wenn auch sie von den Wirkungen des gelegenheit zu betrauen. In welche Hände jetzt das Geschick des der Deffentlichkeit nicht zugänglich gemacht würden und die Kapitalismus angefault und zerfressen sind, in unseren verhafteten russischen Schriftstellers gelegt worden ist, geht schon man nicht einmal in den Büchereien der Parlamente einsehen Sunfern wine such etwas von dem wilden Blut der Quikows, die von der„ gottgewollten Obrigkeit" der daraus hervor, daß Slawinsky, um das Alibi des Verhafteten zu könnte. Es heißt dann weiter. Hohenzollern nun schon gar nichts wissen wollten. Seit entfräften, erklärt, er habe ſelber bei seiner Veſpiketung teilgenom dieses sengende, mordende und raubende, aber hochadelige Ge- men und sogar aus einem Revolver auf ihn geschossen. Gin findel jenem Markgrafen den drohenden Hinweis auf den ruſſiſcher Polizeiſpiel wagt es also, öffentlich als Partei gegen Strick an die Schlotür geschrieben, haben die Junker stets einen politischen Flüchtling aufzutreten, und der Respekt der Prager erfolgreich Widerstand geleistet gegen alle Versuche des Behörden gegen ihn ist so groß, daß sie seine Anweisungen wortlos Landesfürsten, sie zu ducken und zu gehorsamen Untertanen befolgen, anstatt den Polizeispiel, dem, wie allen seinen Zunstzu machen. Das geht bis auf diesen Tag so. Wie die junker kollegen in Anbetracht des notorischen Zusammenhanges zwischen fiche Fronde um von der Marmit vor hundert Jahren, den russischen politischen und militärischen Spikeln der Aufenthalt auf alle Königstreue pfeifend, es in der Auflehnung gegen in Oesterreich verboten ist, aus Prag auszuweisen. die Stein- Hardenbergiche Gesetzgebung bis zur offenen Rebellion trieb, so beschloß Anno 1848 die JunkerWie uns aus Prag mitgeteilt wird, wird die Verhaftung famarilla um die Gerlach 3, die Sache des Königtums Kochannys von den dort lebenden Ruſſen als Beginn eines plane auch gegen den König au vertreten, und die Dallwig und mäßigen Feldzuges gegen alle angesehen, die im„ freien" Dejterreich Genossen ließen sich abermals fünfzig Jabre später durch die eine Zufluchtsstätte vor den Verfolgungen der russischen politischen „ Die Konferenzen trugen einen durchaus die Standesorgani= sationen( auch die christlich- nationalen Gewerkschaften) ablehnenden Charakter. Nur die Wirtschaftsfriedlichen", die sich durch einen ihrer Förderer an den Beratungen beteiligten, wurden bedingungslos empfohlen. Tatsache, ist ferner, daß wiederholt und nachdrücklich Staatsbeihilfen gefordert wurden. Es ist nach unserer Kenntnis der Dinge eigentlich unmöglich zu bestreiten, daß die sogenannte gelbe Bewe gung aus öffentlichen Mitteln gefördert wird. Natürlich erfolgt diese Förderung auf indirettem Wege in ver fchiedenster Form. So zum Beispiel erhält der Hauptausschu der Wirtschaftsfriedlichen" jährlich 15 000 Mart aus Mitteln der öffentlich- rechtlichen Versicherung, über deren Zusammenhang mit staatlichen Organisationen hier wohl näheres nicht ausgeführt zu werden braucht. Das ist eine recht beträchtliche Sumare, went man in Betracht zicht, daß der gesamte Etat des Hauptausschusses nur etwa 20 000 Mark beträgt. 5000 Mark zahlt der Förderungsausschuß." Politische Uebersicht. Ein Angriff auf den Reichstag. ausgesetzten Krieg gegen die starke Monarchie geführt hätten und als ob nicht der Einheits gedanke der Volksmassen im Grunde stets nur der nationalen Einheit als der Voraussetzung auch der Freiheit und der Volkswohlfahrt geDer Gewährsmann des Deutschen Kurier", der nach allen Anzeichen im Lager der christlichen Gewerkschaften zu die Mitglieder des Bundesrats und des Reichstags suchen ist, erinnert dann weiter an die seinerzeit ja auch im Reichstag besprochenen Zuwendungen, die der gelbe Bund Sozialdemokraten hielten sich natürlich fern- waren Sonn- golten hätte, feineswegs aber einer Begeisterung für einen ganz oder halb absoluten Monarchen! Ja, als ob nicht, wie der Militärhandwerker als„ Zuschuß zu Fortbil- abend und Sonntag in Cuxhaven zur Besichtigung eines neuen gerade das germanische Altertum bewiesen, die nechtische dungskursen" von der Heeresverwaltung erhalten habe, und großen Passagierdampfers der Hamburg- Amerika- Linie. Herr Beugung unter einen Herrn ein durchaus undeutscher er macht darauf aufmerksam, daß im Heeresetat für 1914 der War Schinkel, der Aufsichtsratsvorsikende der Gesell- Beugung unter einen Herrn ein durchaus undeutscher Charakterzug wäre! Titel Wohlfahrtspflege", unter dem sich die Pflege der Wohlschaft, schlug in seiner Begrüßungsrede die üblichen imperia- Aber mit Spec fängt man Mäuse und so hoffen denn fahrt der Gelben schamhaft verbirgt, um 9800 M. erhöht wor- listischen Töne an und dankte seinen Gästen für die Opfer, unsere Junker auch durch qualmende Beweihräucherung des den sei. Auch der auf gelbem Boden stehende Leipziger die sie stets für die Kriegsflotte gebracht( soll heißen: dem Königs und schlimme Prophezeiungen vor den Gefahren der Stallschweizerbund beziehe für seine Stellenvermitt- deutschen Volte auferlegt) haben, da angeblich nur unter dem liberalen Kapitalisten und der im Hintergrunde lauernden Massenlungszwecke Subventionen aus öffentlichen Mitteln. Sie Schutz der Kriegsflagge sich die Handelsschiffahrt so günstig herrschaft die Krone von der Einlösung des bereits vor fünf figurierten im preußischen Etat als Ausgaben für Rechtsaus- hätte entwideln fönnen. In seiner Antwortrede pries der Jahren verpfändeten Königswortes zurückzuschrecken. funftswesen, Arbeitsvermittlung der Landwirtschaftskammern Staatssekretär des Innern, Herr Dr. Delbrüd, wie es usw., und offenbar stammten aus dieser Position auch die dem höflichen Gast geziemt, gebührend den Gastgeber, ließ Mittel, aus denen der gelbe Arbeitersekretär in der Altmark sich aber dann zu folgendem Ausfall gegen den deutschen besoldet werden solle, für dessen Anstellung sich der Landrat Reichstag hinreißen: des Kreises Salzwedel, wie aus einem vor kurzem an die Deffentlichkeit gelangten Schreiben hervorgeht, amtlich so lebhaft interessiert. Die wichtigste und bedeutsamste von all diesen Feststellungen bleibt aber die, daß der Etat des gelben Förderungsaus schusses sich zu drei Vierteln auf den Beiträgen der öffentlich- rechtlichen Versicherung aufbaut. Nicht nur, weil hier die Unterstützung der Streikbruchorganisation mit öffentlichen Geldern besonders kraß zutage tritt, sondern auch noch aus einem anderen Grunde. Ohne allen Zweifel ist unter der hier erwähnten öffent lichen Versicherung der als Konkurrenz gegen die Volksfürjorge gegründete Verband öffentlich- rechtlicher Versicherungsanstalte nzu verstehen, dem als erstes Unternehmen die Versicherungsanstalt der ostpreußischen Landschaft angeschlossen ist. An der Spize dieses Betriebes aber steht der Geheime Oberregierungsrat& app, der im Jahresbericht des Unternehmens für 1912 seiner Wut über das Emporblühen der Bolkfürsorge in der verleumderischen Behauptung Luft machte, daß die Volksfürsorge jedem seine Sypothek fündigen werde, der nicht sozialdemokratisch wähle, und daß sie die Gelder der Versicherten benutzen werde, um die Anhänger der Sozialdemokratie zu belohnen und ihre Gegner zu bestrafen. Bekanntlich ist der Versuch, Herrn Kapp gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen oder wenigstens zur Unterlassung d Sie werden mir darin zustimmen, daß man manchmal den Eindruck hat, als wenn man nirgends so wenig Verständnis hätte für die Erfolge und die Entwickelung unseres Vaterlandes als im Deutschen Reichstage. Hier draußen aber in der freien Hanseatischen Luft an der Pforte des Weltmeeres, angesichts dieses stolzen Schiffes, das sich zu seiner ersten Fahrt in den Ozean anschickt, wird unser Blid freier und wir sagen uns mit Stolz, daß wir im Laufe der letzten vierzig Jahre im Deutschen Reiche doch nicht vergebens gearbeitet haben. Der Artifel schließt mit dem beweglichen Appell: ,, Eine riesenhafte Verantwortung liegt heute auf der preußischen Regierung. Springt dieser gefährliche libe= ralisierende Versöhnungsturs auch nach Preußen über, das sich im Deutschen Reiche schrittweise von altbewährten Regierungsgrundsägen hat abdrängen lassen ich erinnere nur an das Reichsvereinsgefeß, Diätenbewilligung für die Reichstagsabgeordneten, elias lothringische Verfassung mit demokratischem Wahlrechte, dann wird er in furzem zu einer innerlichen Erschütterung unserer preußischen Zustände führen, die weder Preußen noch das durch Preußen allein zusammengehaltene Deutsche Reich ertragen kann. Diese Kritik im Munde eines Bureaukraten ist zum So lächerlich diese Kassandrarufe auch sind- man sieht, mindesten eine anmaßliche Ueberhebung und bei wie sich die Junker bereits rühren, um die Wahlreform zu dieser Gelegenheit eine arge Tattlosigkeit obendrein. vereiteln oder wenigstens total zu verhunzen. Wäre es da Wir haben gewiß sehr viel an der Tätigkeit des Deutschen nicht an der Zeit, daß auch die Liberalen sich zu rühren beReichstages auszuseßen. Sicher ist aber, daß es um das Wohl gönnen, statt alles Heil von Herrn v. Loebell zu erwarten?! des deutschen Volkes noch viel schlechter bestellt wäre, wenn dieses nur der Einsicht der Bureaukratie ausgeliefert wäre. Die christlichen Gewerkschaften und das Koalitionsrecht. Selbst wenn man als mildernden Umstand in Betracht zieht, An die christlich- nationale Arbeiterschaft Deutschlands wendet daß diese Rede beim opulenten Frühstück gehalten worden ist, sich ein Aufruf, den der Vorstand des Gesamtverbandes der christwird der Reichstag doch nicht umhin können, sich eine lichen Gewerkschaften in der letzten Nummer des„ Zentralblattes" solche Kritik zu verbitten. Muß man doch schon darüber veröffentlicht. Der Aufruf hat den Zweck, die christlich- nationale erstaunt sein, daß die anwesenden Reichstagsmitglieder nicht Arbeiterschaft gegen die Feinde das Koalitionsrechts auf die Schansofort gegen diese Worte protestiert haben. Aber hoffentlich zen zu rufen. Er weist auf das verschärfte Stampfesgeschrei der holen die Herren, nachdem das Fest vorbei ist, das Versäumte zahlreichen, mächtigen Gegner des Koalitionsrechts hin und auf noch nach. die Vorstöße, die von diesen in den einzelnen Parlamenten schon unternommen worden sind. Durch die jüngst erfolgte Erklärung Die Junker suchen vorzubauen. " Der Zweck der ganzen Treibereien ist flar ersichtlich. Die in vorderster Reihe stehenden Vertreter der Großindustrie wollen vor allen Dingen das weitere Vordringen des Tarif= gedankens aufhalten. Dazu brauchen sie in erster Linie die Beschränkung des Koalitionsrechts der Arbeiter. Tie rund 10 000 Tarifverträge, unter denen heute bereits mehr denn 1½ Millionen Lohnarbeiter in Deutschland arbeiten, sind den Herren der Schwerindustrie ein Dorn im Auge. Sie befürchten ein Uebergreifen der Tarifidee auf die Großindustrie. Sie wollen fein Verhandeln mit den Arbeiter= organisationen über die Arbeits- und Lohn= verhältnisse in ihrem Betriebe; sie wollen diese vielmehr nach wie vor einseitig festschen. In diesem Vestr.ben soll ihnen die Organisation des Handels, der Landwirte und des Mittelstand: s hilfreiche Hand leisten. feiner unwahren Behauptungen zu zwingen, gescheitert. Das Die kommende preußische Wahlreform jetzt die Federn be- des preußischen Ministers des Innern, die Verfügung zur auf Antrag der Volksfürsorge eingeleitete Verfahren wurde reits lebhaft in Bewegung. Aber während die Liberalen auf unterbrüdung von Streitausschreitungen" be eingestellt, weil der preußische Landwirtschaftsminister den den neuen preußischen Polizeiminister bauen und der Re- treffend, zeige sich, daß die Koalitionsrechtsfeinde bereits von der Konflikt erhob. Das Versicherungsunternehmen, so hieß es, gierung immer wieder zu verstehen geben, daß auch der preußischen Regierung eine Abschlagszahlung auf ihre Forderungen ſei eine öffentliche Anstalt und ihre Beamten trügen öffent- intsliberalismus schon über die lumpigste Abschlagszahlung gegen die Arbeiterorganisationen erhalten hätten. Dann heißt es im Aufruf weiter: lichen Charakter. Die Publikation des Jahresberichts stellte Hochbeglückt sein werde, halten es die Junker wieder einmal also eine Amtshandlung dar und gehörte zu den Hand mit der Atta de. Sie nehmen gar feinen Anstand, auch Iungen der Staatshoheit, die laut Verordnung vom gegen die Absichten der Regierung rücksichtslos Sturm zu 26. Dezember 1818 und nach der Stabinettsorder vom 14. De- laufen. Natürlich wollen sie die„ Liberalisierung" Preußens zember 1831 der Kompetenz des Gerichtes nicht unterständen. nur im Interesse der Krone und der Wohlfahrt des Staates Wir haben es hier also mit einem doppelten und selbst bereitelt sehen. Aber zwischen den Zeilen geben sie dreifachen Skandal zu tun. Deffentliche Gelder wer- Strone und Ministern doch deutlich genug zu verstehen, daß die den mißbraucht, um im Interesse des kapitalistischen Unter- Edelsten der Nation einfach ihre alten Privilegien geschütt nehmertums eine Bewegung aufzupäppeln, die die Aufgabe haben wollen und nichts weiter! hat, den gewerkschaftlichen Verbänden der Arbeiterschaft in den Rücken zu fallen. Der leitende Beamte eines öffentlichen Unternehmens, dessen Ueberschüsse zu diesem edlen Zwecke verwandt werden, erhebt in demselben Moment, wo feine Anstalt so in den Dienst einer bestimmten politischen Richtung gestellt wird, gegen die von den Gewerkschaften und den Genossenschaften ins Leben gerufene Volfsfürsorge den beleidtgenden Vorwurf, daß sie mit den thr anvertrauten Mitteln politischen Mißbrauch treibe. Den Verleumdeten wird ein Borgehen gegen den Beleidiger unmöglich gemacht, da die Regierung, die die Zusammenhänge natürlich sehr genau fennt, die unwahren Behauptungen für Akte der Staatshoheit erklärt und ihren Urheber dadurch immun macht. Ursprünglich schien die Affäre in der Hauptsache nur für die gelbe Bewegung kompromittierend, und da an dieser nicht mehr viel zu kompromittieren ist, verhältnismäßig harmlos. Jest aber stellt sie sich als eine öffentliche Angelegenheit von weittragender Bedeutung dar: auf der Anklagebank sikt die Regierung des preußischen Rechtsstaates, der jeden mit Feuer und Schwert verfolgt, der an seinen sittlichen Qualitäten zu aweifeln wagt. Opfer und Schmaroher. So warnt die Kreuz- Zeitung" in einem langen Leitartikel fcierlichst vor einem Zugeständnis an die Volksforderungen. Jede Liberalisierung Preußens sei nur der Beginn der Demokratisierung und damit der Zersegung des herrlichen Junkerstaates. Der Verfasser, der sich symbolisch Wolfgang Eisenhart nennt, weil er ein umgekehrter Schmied von Ruhladen Landgrafen unlöslich in die Bande seiner junkerlichen Vasallen schmieden möchte, sieht in dem jezigen feudal- absolutistischen Preußen das höchste Jdeal der Staatsfunst verkörpert. Verächtlich spricht er dagegen von dem süddeutschen Wesen", der Bassermannschen Schwächlichkeit, die er mit plump berechnendem, faustdick auftragendem Byzantinismus darauf zurückführt, daß Süddeutschland eben das Glück Preußens nicht zuteil geworden" sei, jahrhundertelana sich an dem Anblick einer starten, segensreichen, von großen Ideen erfüllten monarchischen Regierung schulen zu fönnen! Der Verfasser dichtet auch der deutschen Volksfecle" das psychologische Bedürfnis nach einer starten, führenden monarchischen Gewalt" an, als ob nicht gerade die herrschenden Mächte in Deutschland durch all die Jahrhunderte einen untung wird mit berlogenen Mitteln geführt. Man stellt sich taub und blind gegen die wahren Ursachen, die immer wieder Deutsche in die bureaux de recrutement Frankreichs treibt. Die gangen gekennzeichneten Vorgänge und Tendenzen machen cin entschlossen& Vorgehen der christlich- nationalen Arbeiterschaft zur dringenden Notwendigkeit. Das Verhalten der Polizei bei den künftigen Arbeitskämpfen ist scharf zu beobachten. Gehen die Polizelorgane in offenbar einseitig r Weise zugunsten der Unternehmer g gen die Streitenden oder Ausgesperrten vor, so muß sofort Beschwerde erhoben und eventuell bis zur höchst.n Instanz durchg fochten werden. Auf die Rechtsprechung der Gerichte bei Streit= vergehen ist besonders zu achten. Die drakonischen Urt.ile, die wegen geringfügiger Streifvergehen gefällt werden, find im Wortlaut zu famme n. Die von den Scharfmachern verlangte Schnelljustiz, die sich hier und da bemerkbar macht und die dem Angeklagten taum Zeit gibt, seine Verteidigung vorzubereiten, muß ebenfalls festgestellt werden. Weiter find alle Vorfälle zusammenzust llen, wo Untern hmer und deren Organisationen die Mittel des Zwanges und des Boykolts gegen ihre eigenen Kollegen und deren Lieferanten bei Arb.its ämpfen schwarzweitrote Militarismus und der blauweißerote Militarismus in die Hände arbeiten. Ihr sagt Ja und Amen dazu, daß Polizei und Justiz uns die Heranbildung der Arbeiterjugend verekeln wollen. Was sind da nicht schon für Mordgeschichten über das Treiben Eine Bildung, die dem jungen Arbeiter die Augen über das wahre der angeblichen Werber für die Fremdenlegion in Deutschland in Wesen des Militarismus und über Kolonialraub und koloniale die Welt gesetzt worden. Geschichten, die für jeden, der die Dinge Gewaltpolitik öffnet und ihm von vornherein die Lust nimmt, seine näher kennt, den Stempel des Schwindels an sich tragen. Da will Haut für die kolonialen Kapitalbyänen Frankreichs zu verkaufen. einer, der einen dummen, Streich gemacht hat, sich interessant Die meisten Herren, die gegen die Fremdenlegion getern, haben machen, ein anderer will seinen Eintritt in die Legion mit einer dem Neuter und dem Forstner zugejubelt, sind einverstanden mit gruseligen Mordsgeschichte beschönigen. Die deutschen Fremden- dem System der preußischen Bidelhaube und der Polizeifaust, das legionsvereine, in denen allerlei alldeutsche, franzosenfresserische jahraus jahrein viele junge Elsässer und Lothringer in die Legion Elemente ihr Unwesen treiben, leisten solchen Schwindelgeschichten treibt. mit Hilfe einer urteilslosen Presse Vorschub. Ja, man kann sogar sagen, daß solche Schwindelnachrichten seit dem Bestehen dieser Vereine erst recht ins Straut geschoffen sind. Man muß doch seine Eristenzberechtigung erweisen. Wenn wirklich einmal ein alter Walzbruder irgendeinem jungen Grünschnabel Wunderdinge von der Legion erzählt und ihm das Maul nach Afrikas Palmen, Weibern und Jagden wässerig macht, so ist das gewiffenlose Aufschneiderei; mit einem systematischen Werbesystem hat das aber nicht das mindeste zu tun. Jeder ehrliche Kerl, der einmal aus irgendwelchem Grunde in die Legion verschlagen wurde, muß zugeben, daß all diese Werbergeschichten eitel Schwindel sind. Das mußte sogar ein deutscher Regierungsvertreter in einer der letzten Wir sind in Deutschland jetzt glücklich so weit, daß man von Eikungen der Budgetkommission des Reichstages zugeben. Ach einer richtigen Fremdenlegionsindustrie reden kann. Die natio- nein, ihr Herren vom Hilfsbund gegen die Fremdenlegionen, nale Schundliteratur ist durch Bücher über die Fremdenlegion ge- ihr müßt es ganz anders anfangen, wenn ihr die Quellen des ivaltig bereichert worden. Gerissene Verleger wissen Sie deutschen Zustroms zur Frembenlegion verstopfen wollt. Das geKonjunktur gut auszunuzen, zweifelhafte Elemente, die schieht nicht durch eure Mordgeschichten, die höchstens die kriegerisch einmal durch die Fremdenlegion gelaufen sind, erzählen die haar überhitte Phantasie mancher vom Jungdeutschlandbund„ ertüch sträubendsten Dinge; sie haben allmählich herausbekommen, daß, tigter" jungen Leute an oden können. Es geschieht auch nicht je bider aufgetragen wird, je wüster die französischen Armeezu durch Lichtbilder und Films, denen man nur zu oft die knalligite stände dargestellt, je lauter das Rob des deutschen Heeres aus- Kinomache ansieht. Am wenioften ist aber zu erreichen durch ein posaunt wird, desto leichter für ihre Schriften Absatz zu finden ist. Ballfest mit Tombola, Settlauben und patriotischer Theatermimit. Selbst das Theater und die Film- und Lichtbildindustrie haben sich Nein, sehr verehrte Herrschaften, mit all diesen Kinkerlik en des dankbaren Stoffes bemächtigt, und ein ganzer Vereinsapparat werdet ihr die Fremdenlecionsschande nicht aus der Welt schaffen. ist darauf aufgebaut. Je mehr ihr den nationalen Hak schürt, desto mehr stärkt ihr das Und was ist mit all dem Geschrei und all dem Tamtam gegen Fundament der Fremdenlegion. Je mehr ihr die Packen aufblast Die Fremdenlegion erreicht worden? Nichts anderes, als daß der und nach verstärkter Rüftung schreit, desto mehr hält der fran Zustrom zur Fremdenlegion in den letzten Jahren nur stärker zöfifche Militarismus an der Region fest, die ihm ein Armeetores getvorden ist, daß das deutsche Kontingent diefer Söldnertruppe eigener Landestinder erseßt. Je mehr ihr gegen den internationicht fleiner geworden ist. Es ist ja auch zu natürlich. Der nalen Gedanken und den Friedenswillen der deutschen und franStampf gegen diefe aller modernen Kultur Hohnsprechende Einrich- zösischen Arbeiterschaft geifert und fäfft, desto mehr werden sich der Der Wohltätigkeitsklimbim der verflossenen Wintersaison ist am letzten Donnerstag mit einem Fest für die verlorenen Söhne Europas", für die Fremdenlegionäre, beschlossen worden. Warum auch nicht! Nachdem man für arme Witwen und Waisen, für Säuglinge und strofulöse Kinder, für Kriegsveteranen und gefallene Mädchen geflirtet, getangot und champagnifiert hat, kann man auch einmal für die armen Teufel, die schwerbepackt durch nordafrikanischen Wüstensand und heiße Haljasteppen marschieren, das Lanzbein schwingen und diverse Schoppen Wein oder Bier hinter die weiße Ballbinde gießen. Wenn deutsche Legionäre, die froh sind, am Lagerplak aus tiefer Zisterne bradiges Wasser zum Löschen des brennenden Durstes heraufzuwinden, auch nichts von dem Schwofen und Zechen im Eispalast haben, so tamen doch woenigstens die Unternehmer und Teilnehmer dieser FremdenTegionärrettung auf ihre Rechnung. Denn die Wohltätigkeit, zu mal wenn sie sich im nationalistischen Theatermarkt spreiat, ist eine schöne Sache. Nur schade, daß trok der Riesenzahl von Wohl tätigkeitsbällen das Elend nicht aus der Welt verschwinden will. Und so ist auch diese Art des Kampfes gegen die Fremdenlegion nichts als eine alberne Farce, die an den Dingen nicht das mindefte ändern wird. Gewiß, barbarisch und kulturwidrig ist die Eristenz, sind die Zustände in der Legion. Aber gescheiter wäre es, anstatt die deutschen Fremdenleg onäre zu retten, wenn es schon zu spät ist, dafür zu sorgen, daß Deutsche nicht in die Versuchung fommen, die Legionsuniform anzuziehen. Wie oft haben die deutschen Hilfsvereine in Frankreich nicht indirekte Werberdienste für die Legion getan? Die fatten und behäbigen Leutchen, die drüben beim Erbfeinde" ein gutes Auskommen gefunden haben, sind nur zu oft höchst ungnädig gestimmt, wenn ein deutscher Bruder auf der Walze ihre Mildtätigkeit in Anspruch nimmt. Wie mancher hat, wenn die 50 Centimes, die ihm großherzig in die Hand gedrückt wurden, aufgezehrt waren, dem Hunger durch den Eintritt in die Legion zu enigehen versucht. Und wie wird in deutschen Stajernen für Zustrom zur Fremdenlegion gesorgt! Gewiß, das Regionsleben, die Feldzüge in Marotto, Tontin, Madagaskar usw. verschlingen viele Gristenzen. Aber warum laufen jedes Jahr Hunderte aus deutschen Kasernen über die Grenze, um die Pidelhaube mit dem Stäppi zu vertauschen? Ist das Spucknapfaussaufen, das Kot- aus- Reithofen- leden, das Stubenscheuern mti Zahnbürsten, das feldmarschmäßig- bepadt- aufdie- Spinde- klettern und unter- die- Betten- triechen, das hundertfache Gewehrstrecken und Auf und nieder und was dergleichen Kasernenraffinements mehr sind, nicht mindestens ebenso brutal wie das Legionsmotto: marche ou crève!"( Marschiere oder verrecke!) Nein, ihr edlen Menschenfreunde vom Verein gegen die Frembenlegion. Im Bunde mit Rüstungskapitalisten, allbeutschen Kriegshebern, profitlüfternen Verlegern und sonstigen Nubnießern der Antilegionspropaganda kann den berlorenen Söhnen Europas" nicht geholfen werden. Nur die führen einen ehrlichen Stampf gegen die Fremdenlegion, die gegen Rüstungswahn, militaristische Brutalität und soziale Verelendung Front machen. Ernst. anwandten und noch anwenden; ferner, wo Unternehmer gegen wird behauptet- im ersten halben Jahre über 6000 M. Ver- die am 1. Mai fälligen Mieten für das Haus Hussitenstr. 57 e inihre Arbeiter desha. mit Entlassung bzw. Verrufserklärung dienst und das neben der regelmäßigen Berufsarbeit. Die zuziehen und sie dem Verwalter nach der Marienburger Straße ( schwarze Listen) vorgehen, weil diese von ihrem Stoalitionsrecht Geschichte ist sehr einfach: Man bezieht billige gangbare zu überbringen. Das erstere hat S. auch prompt erledigt, doch Gebrauch machen. Ebenso wichtig ist es auch, einwandfreies Waren, wohl am besten von der so überaus liebenswürdigen liefern. Er ist mit der Summe flüchtig geworden und wird nun bergaß" er bisher die Gelder, etwa tausend Mark, abzuMaterial über die Aechtungs-, Berrufs- und Boykottierungsmittel der anderen Streise bei politischen und kommunalen Wah- Firma, die sich jetzt„ Chemisches Laboratorium" nennt, an- von der Polizei gesucht. Da S. immer fürs Ausland schwärmte, Ien usw. Leizubringen. Alles einschlägige Material ist möglichst nonciert tüchtig, die Post bringt Bestellungen und Geld wie so dürfte er wohl die Gelegenheit wahrgenommen haben und über bald den Verbandsvorständen zu unterbreiten. Heu ins Haus und dann macht man sich an den Versand. die Grenze gegangen sein. Endlich ist erforderlich die Aufklärung der Gleich gültigen und Unwissenden tarüb.r, was das Koalitionsrecht für die Arleiterschaft bedeutet. Sieje muß sich darau besinnen, wie spärlich und urgenüg nd dieterrecht über haupt noch sind. Und da sollen wir auch noch sehen, wie gerade an der empfind id ft.n Etell. davon algebrödelt wird zugunsten der ohnehin sehr viel Lesser gestellten Unternegmer?" Der Aufruf zeigt, daß die drift iden Cererischaften beginnen, Der Aufruf get tog ble griftiden Cemerligafien begin den Ernst der Situation in der Frage des Koalitionsrechtes zu erfassen. Bisher haben sie viel dazu beigetragen, den Uebermut der kapitalistischen Terrorismusschreier und der Feinde des Koalitions. rechtes zu stärken. Waffenstillstand in Mexiko. Washington, 3. Mai. Nach einem Telegrammt, das dem Marineamt zugegangen ist, haben die mexikanischen Bundestruppen mit den den Insurgenten bei Tampico einen Waffenstillstand geschlossen. Einstellung der Feindseligkeiten. Mexiko, 3. Mai. Das Kriegsministerium hat alle Befehlshaber der Bundestruppen angewiesen, auf Grund des Waffenstillstandes die Feindseligkeiten einzu stellen. Ein mit Deutschen vollbesekter Eisenbahnzug ist gestern nach Veracruz abgegangen. Völlige Anarchie in Albanien. Durazzo, 8. Mai. Telegramme aus Epirus melden, daß dort völlige Anarchie herrsche. Bographos jei nicht Herr der Lage. Die Aufständischen richteten arge Ver wüstungen an. Die, mohammedanische Bevölkerung sei den Uebergriffen der Banden vollkommen schutzlos preisgegeben. Optimismus der Regierung. Durazzo, 3. Mai. Gestern am späten Abend sind der Regierung Nachrichten aus Koriza zugegangen, wonach die Albaner im Laufe des Tages einen erfolgreichen Angriff gegen die Aufständischen unternommen, viele in der Gegend des Feindes befindliche Dörfer zurüderobert haben und bis Bomati in der Nähe von Kolonia vorgedrungen sind. Die Regierung hegt die volle Zuversicht, daß auch Kolonia in allerfürzester Zeit zurüderobert werden wird. In ganz Albanien macht sich eine patriotische Bevegung bemerkbar. In allen Teilen des Landes rüstet man zur Befreiung des vom Feinde bedrohten Gebietes. Die Regierung hofft mit Hilfe der heranzückenden Scharen von Freiwilligen die Aufstandsbewegung binnen turzem niederwerfen und die Epirusfrage einer für Albanien günstigen Lösung zuführen zu können. Aber freilich muß man dazu die wertvollen Erfahrungen des Hamburger Freundes vorher fennen, um vor Fehlschlägen sicher zu sein. D'cfe Geschäftsgcheimnisse und Kniffe stehen in finer„ Privatbroschüre". die er liebenswürdigerweise für 5,50 m. gegen Nachnahme übermittelt, der gute Freund. rei ich muß man sich beei'en, solch köstliches Buch zu erhalten, sonst ist der ganze Vorrat ausverkauft. Die christlichen Gewerkschaften auf dem Jugendfang. Die christlichen Gewerkschaften wittern in Berlin Morgenluft. Der Streich des Berliner Polizeigewaltigen gegen die freien Gewerkschaften ermuntert sie, ihre Werbekraft unter den Berliner jugendlichen Arbeitern zu erproben. Natürlich spielt die Politik und die Hetze gegen die Sozialdemokratie bei ihrer Agitation die Wer sich aber nicht ranhält, bekommt bald einen noch Hauptrolle. Bemühen sich Polizei und Gericht im Schweiße ihres Angesichts, die freien Gewerkschaften zu politischen Vereinen zu größeren Brief, aus dem er au seiner Freude ersehen kann, stempeln und werden hierzu die Gründe an den Haaren herbeidaß der böse Buchbinder einige der Broschüren ein ganz wenig gezogen, so brauchen sich die Chriftlichen dieser Gefahr nicht aus verschnitten hat, die er darum natürlich ausnahmsweise zujeßen. Im Gegenteil, fie lönnen bei ihrem Jugendfang ganz schon für 2,50 M. erhalten kann. Und dann dauert es nicht offen Politit treiben, ohne befürchten zu müssen, daß die wachsame lange und das Heftchen stellt sich unter Nachnahme ein. Wird Polizei sie dabei stört. Aber trotz aller wüsten Schimpfereien es eingelöst, dann hat sich dies Postordergeschäft" für den scheint die christliche Parole wenig Werbetraft unter den jugendlieben Hamburger Freund wieder einmal gelohnt. Ist der lichen Arbeitern zu befizen. Das bewies eine zu Sonntag von dem Empfänger dann noch dümmer, so fällt er auch darauf herein, Startell der chriftlichen Gewerkschaften Groß- Berlins einberufene Jugendversammlung. Obwohl acht Tage lang vor den Fort= sich seine Ware- kosmetische Artikel von derfelben Be- bildungsschulen Einladungen verteilt wurden, füllte sich die Veraugsquelle fommen zu lassen und das Geschäft kann losgehen. jammlung mit ganzen 80 Personen, davon etwa 50 Erwachsene Sicht er aber nach einiger Reit seine Dummheit ein und und zirka 30 Jugendliche! Die Referenten, Riedel vom möchte se'n weggeworfenes Geld wiederhaben, so ist der Ham- chriftlichen Malerverband und der Pfarrer Ungnad, sahen denn burger Menschheitsbeglücker taub und stumm. Sein„ Labo- auch ihre Hauptaufgabe darin, mit dem üblichen Phraſenſchwalm ratorium" wird keiner finden, denn das Hamburger Adreß- gegen die Sozialdemokratie zu wettern. buch kennt solche Firma nicht. Einigen Jugendlichen, die sich erlaubten, anderer Meinung als natürlich ganz in den Rahmen der christlichen Duldsamkeit paßt. die Referenten zu sein, wurde einfach das Wort entzogen, was " Solcher Nebenverdiente gibts vielerorts, finden fie doch an vielen bürgerlichen Zeitungen so willkommene Hilfe, so lange sie gut zahlen. Ein Blatt, das es ernst mit seiner Aufgabe gegenüber den Lesern nimmt, wird es machen wie das Arbeiterblatt, dem man auch diefen lohnenden Auftrag anbot und das, als es die Aufdeckung der Einzelheiten zur Voraussetzung der Aufnahme machte. keine Antwort mehr erhielt. Reine Antwort aber ist auch eine. Nicht immer aber liegt für den Kundigen der Schwindel so offenbar. Darum fei der Leser allen solchen zweifelhaften Anpreisungen gegenüber vorsichtig. Meist ist es nur auf sein Geld abgesehen, mit dem dann wohl ein anderer, aber nicht er reich wird. Gin Drama auf dem Friedhof. Von dem Erfolg ihrer ersten großen Jugendversammlung", wie sie so hochtönend in den Einladungen bezeichnet wurde, dürften die Christlichen wenig erbaut sein. Trotzdem werden wir bald in ihren Blättern und Flugschriften von der großartigen Werbetraft des christlichen Gedankens" zu lesen bekommen. Das bringt mun einmal die echtchristliche Wahrheit so mit sich. Diebesfahrten. Durch nächtliche Einbrecher schwer heimgesucht wurde der Inhaber eines Herrenkonfektionsgeschäfts in der Kaiser- Wilhelmstraße 20. In der Nacht zum Sonntag drang eine Diebesbande unter Zuhilfenahme von Brecheisen, Nachschlüsseln und Dietrichen in die Lagerräume ein und schleppte große Posten an Herrenanzügen und Sommerpaletots sowie an Kleiderstoffen fort. Anscheinend haben die Einbrecher ihre Eine furchtbare Nacht hatte vom Sonnabend zum Sonntag ein Beute, die einen hohen Wert repräsentiert, auf einem Handwagen Selbstmordkandidat auf dem Friedhof an der Wörthstraße in weggeschafft. Auch auf dem Grundstüc Oranienstr. 47 waren Weißensee zu überstehen. Der 45 Jahre alte Kaufmann in der Nacht zum Sonntag Einbrecher an der Arbeit. Sie hatten Ferdinand Sch. sollte am heutigen Montag eine fleine Gefängnis- es hier auf die Filiale des Echuhivarenhauses Leiser abgesehen. strafe antreten. Er beschloß, lieber in den Tod zu gehen als die um in dieses zu gelangen, hoben sie am Hof eine eiserne Tür Strafe abzubüßen. Am Grabe seiner Mutter, die auf dem Be- aus den Fugen und stahlen dann für über 2000 Mart Schuhgräbnisplatz an der Wörthstraße beerdigt ist, jagte sich der Lebensparen aller Art. Mit der umfangreichen Beute entfamen müde in der Nacht zum Sonntag eine Revolverfugel in die Stirn und brach bewußtlos zusammen. Der Schuß hatte zwar schwere, aber nicht tödlich wirkende Verlegungen verursacht. Vom Kraftomnibus totgefahren wurde am Sonntagnachmittag Als der Unglückliche die Besinnung wieder erlangt hatte, machte gegen 3 Uhr die 11 Jahre alte Lucie Mertens, Annenstraße 16 er die furchtbare Entdeckung, daß er durch den Shuß sein Augen- wohnhaft. Als das Kind den Fahrdamm an der Ecke der Dresdener licht verloren hatte. Er tastete sich nun von Grab zu und Annenstraße überschreiten wollte, wurde es von einem Grab, bis er schließlich an einem der Hügel niedersant. Am Auto omnibus der erst am Sonnabend in Betrieb genommenen frühen Morgen fand man den Schyververlehten im fläglichen zu erfaßt und überfahren. Auf der Unfallstation, wohin die Unglüdliche Linie der Hochbahngesellschaft Hermannplatz- Prenzlauer Allee" stande auf und brachte ihn schleunigst nach dem Augusta- Viktoria- gebracht wurde, fonnte der Arzt nur noch den bereits eingetretenen Krankenhaus. Wenn er auch mit dem Leben davonkommen dürfte, Tod feststellen. Die Putomayo- Greuel vor Gericht. Lima, den 3. Mai. Die Anklageschrift in dem aufschen erregenden Prozeß in Sachen der Greueltaten gegen die eingeborene Bevölkerung auf den Kautschutplantagen am Putumayo umfaßt 3100 Seiten. Der Untersuchungsrichter wird Anflage gegen 16 bereits in Untersuchungshaft sein Augenlicht wird er wahrscheinlich nicht wiedererlangen. befindliche Personen erheben, von denen es erwiesen ist, daß sie sich furchtbarer Grausamkeiten gegen die Indianer haben zuschulden kommen lassen. Weitere 67 Saftbefehle sind hinter Weiße erlassen worden, die sich ihrer Festnahme durch die Flucht entzogen haben. Nur 7 der in Untersuchung haft figenden Personen wurden wegen Mangels an Beweisen wieder in Freiheit gesetzt. Aus Groß- Berlin. Willst Du reich werden? O Die Ausgestaltung des Wittenbergplates wird die Charlottenburger Stadtberordnetenver. fammlung in der nächsten Situng nochmals beschäftigen. Nachdem in der Situng vom 22. April d. J. die Aufhebung des Wochenmarktes auf dem Wittenbergplak abgelehnt worden ist, unterbreitet nunmehr der Magistrat der Stadt Charlottenburg den Stadtverordneten einen neuen. Entwurf, der eine Ausgestaltung des Blazes unter Beibehaltung des Wochenmarktes vorsicht. Auf dem füdlichen Teile des Mittenbergplates wie auf dem mittleren sollen gärtnerische Anlagen, wie sie der ursprüngliche Entwurf vorfah, ausgeführt werden. Dagegen soll auf dem nördlichen Teil in der Mitte lediglich der auch früher in Ausficht genommene Brunnen hergestellt werden, während an dem Bürgersteige im Puge der kleift- und Tauentienstraße ein 5 Meter breiter, in der Mitte des Plates auf eine größere Länge unterbrochener Grünftreifen angelegt werden soll. um den Rutritt zum Wochenmarkt von der Tauenhien- und Kleift ftraße einzufchränken und die Aufstellung der Wagen auf dem Fahrdomm im Zuge der Kleist- und Tauenzienstraße nach Möglichkeit zu verhindern. Durch Not in den Tod getrieben. fie unbemerkt. Opfer des Verkehrs. Beim Ueberschreiten der Straßenfreuzung an der Ecka Naunyn- und Adalbertstraße geriet am Sonntagnachmittag die 62jährige Frau Anna Röhr unter die Räder eines Postwagens. In schwerverlßtem Zustande wurde Frau R. in das UrbanArantenhaus gebracht, wo eine Amputation des linken Beines not wendig wurde. Verhandlungen im Lohnkampf der Steinarbeiter. Streik und Aussperrung der Steinarbeiter währen bereits sechs Hat da vor einigen Jahren ein Mann, der sich in seiner ochen. Neuerdings haben wieder Verhandlungen zwischen den Bescheidenheit nach der amerikanischen Millionärsfamilie Vertretern der Parteien stattgefunden. Auch bei dieser Gelegenheit Gould nannte, ein Buch herausgegeben, in dem er seinen lehnten die Unternehmer, wie sie es von Anfang an taten, die lieben Mitmenschen den Weg zum Reichtum wies. Das Buch Berkürzung der Arbeitszeit grundsäglich ab und machten die weiwar zwar auf schauderhaftem Pap er gedruckt, schlecht geheftet teren Verhandlungen davon abhängig, daß die Arbeiter auf Verund kostete trotzdem drei Neichsmark. Aber was macht das, fürzung der Arbeitszeit verzichten. In der Lohnfrage wollten die wenn man aus ihm erfährt, wie man mit Leichtigkeit durch Unternehmer nur eine Erhöhung von 2 Pf. pro Stunde guten Nebenverdienst sich ein Vermögen schaffen kann, wie dies bewilligen. Als die Arbeiter das entschieden ablehnten, erklärten der Umschlag ankündigte. Die Rezepte waren denn auch versich die Unternehmer bereit, 2 Pf. nach Abschluß des Tarifes und blüffend einfach:„ Reklamevorträge für die verschiedensten nochmal 2 Pf. nach einem Jahre zu bewilligen. Hinsichtlich der Entschädigung von Fahrgeld, Fahrzeit, Montagezulage usw. bestehen Industriefirmen werden gut bezahlt. Wanderredner erhalten in der Marmorbranche bessere Verhältnisse als in der Sandsteinoft neben allen Spesen 75 bis 200 M. pro Vortrag. Maibranche. Die Unternehmer wollen diefen Punkt einheitlich geregelt blumenfultur bringt viel Geld. Fleischbeschauen und NahEin trauriges Schicksal hat am gestrigen Sonntag die 66jährige morbranche, sondern sie wollen einen Schritt rüd wärts wissen, doch nicht im Sinne der günstigeren Verhältnisse der Marund verschaffen als Nebenerwerb betrieben ein gutes Ein- Schneiderin Martha Niklahn, Greifswalder Straße 40 wohn- machen. Wenigstens die Sandsteinunternehmer, während die Unterrungsmitteluntersuchung erfordern nur wenige Instrumente fommen. Mehlwürmerzucht bringt ebenfalls manche Mark. haft, in den Tod getrieben. Die alte Frau, die sich fümmerlich nehmer der Marmorbranche der Beibehaltung der bisherigen BeMöbel neu- oder aufladfieren lohnt sich recht gut, denn für durch Flickschneidern nährte, und die seit 20 Jahren Witwe war, nehmer der Marmorbranche der Beibehaltung der bisherigen Be= dingungen nicht widerstreben.- Dies Ergebnis der Verhandlungen einen weißen Lad werden 15 Mark bezahlt." So werden dem hatte vor drei Jahren ihren erwachsenen Sohn, der die Mutter wurde am Sonntag zwei getrennten Versammlungen der SandZaien, per nebenbei Geld verdienen möchte, der Wege unterſtüßte, durch den Tod verloren. Seitdem ernährte sich die stein- und der Marmorarbeiter vorgelegt, um Stellung dazu zu noch recht viele gezeigt, um schnell zu Reichtum zu gelangen. Frau burch fleine Schneiderarbeiten, die sie in ihrer Keller nehmen und der Verhandlungskommission weitere Direktiven 34 G8 ilt suauseben, daß ein Buch mit solch wertvollen" An- wohnung anfertigte. Seit einiger Beit war die Frau jedoch durch geben, da die Verhandlungen am Montag fortgesetzt werden. weisungen tatsächlich Verdienst einbringt, wenn es genügend einen leichten Schlaganfall arbeitsunfähig geworden. Da Absatz findet, aberdings nur für den Herausgeber. Die armen die ihr von der Armenkommission gewährten Unterstübungen nicht empfohlene Resolution an, welche lautet: Käufer werden dadurch zwar nicht um Geld, so doch um eine ausreichten, um das Leben ohne Nebenverdienst fristen zu können, Erfahrung reicher. Wer einen Taler loswerden will, faufe beschloß die Greifin, in den Tod zu gehen. Am Sonntagnachmittag das Buch heute noch. Der Verleger dürfte noch einige Erem- 30g fie ihr Sochzeitstleis an und erhängte sich dann an der Türklinke. Nachbarn, die die Wohnung verschlossen fanden, plare haben. Hochgegangen! Beide Versammlungen nahmen eine von der Streitleitung verhältnis. 1m Die angebotene, auf zwei Jahre zu verteilende Lohnerhöhung von 4 Pf. lehnen die Versammelten als zu geringfügig ab und fordern an deren Stelle eine sofortige Lohnerhöhung von 5 Pf. pro Stunde in allen Branchen. das baldige Zustandekommen eines erneuten Tarifverhältnisses nicht zu gefährden, ziehen sie ihre auf Verkürzung der Arbeitszeit gerichtete Forderung zurüd, erwarten jedoch, daß Bestimmungen in den Tarif aufgenommen werden, welche das Ueberstundenunwesen beseitigen." Die Versammlung beauftragt ihre Kommission, die Verhand langen in der bisherigen Weise fortzusehen. einheitlicher Bestimmungen über Fahrgeld- und Fahrzeitentschädi Besonderen Wert legen die Versammelten auf die Schaffung Solcher Wohltäter der Menschheit" gibt es nun aber ließen die Tür aufbrechen und fanden die Frau tot auf. Auf dem gung am Orte, die Regelung des Montagewesens im In- und mehr und besonders in den Zeiten großer Arbeitslosigkeit Tisch des Zimmers lag ein Bettel, auf dem die Lebensmüde ge Auslande und die Aufnahme der Hilfsarbeiter in das Tarif machen sie sich gern an die so oft in ihren Hoffnungen ge- schrieben hatte:" Ich kann nicht mehr arbeiten und muß lang= täuschten Erwerbsuchenden heran, um diesen für die in Aus- sam berhungern. Da ich zu stolz bin, um zu betteln, sicht gestellte Berdienstquelle den letzten Groschen aus dem scheide ich freiwillig aus dem Leben." Beutel zu locken. Auch gegenwärtig macht wieder in den Inseratenplantagen einiger Fachblätter bürgerlichen Verlages ein solches Schwindelinserat die Runde und selbst ein HirschDunckersches Gewerkschaftsblatt hat ihm Aufnahme gewährt. Freilich, es bringt dem Verlag bombensicher sechsmal hinter einander je 6 bis 10 Mr. ein. Nebenverdienst wird da ange boten, aber nur für Herren", dafür aber kann der Glückliche, dem sich d'es Geheimnis offenbart. 500 bis 1000 m. im Monat bequem im Hause verdienen. Ist das nicht verlockend? Wer sich„ postlagernd Hamburg" den Prospekt bestellt, dem lüftet sich der Schleier schon etwas. Ganz im Vertrauen natürlich, unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit wird ihm mitgeteilt, daß der Weg zum Glück einzig und allein über das vollständig neue Postordergeschäft"( hier nennt man das wohl einfach ,, Verjandgeschäft") führt, in einer Rommodenschublade als Lager" beginnt und mit einem großen Betrieb und Riesengewinnen endet. Ein Versuch brachte " 1 Einen guten Fang hat am Sonnabend die Pankowo er Striminalpolizei gemacht. Es war ihr hinterbracht worden, daß in der Schulzestraße eine Einbrecherbande ihr Unwesen trieb. Die Beamten tamen gerade noch zurecht, is in dem Hause Schulze straße 38 einen der Spizbuben auf frischer Tat abzufassen und festzunehmen. Der Verhaftete ist ein schon längst von den Behör den gesuchter schwerer Junge, der wohnungslose Gelegenheitsarbeiter" Emil BohL. 3. hat schon wiederholt im Buchthaus gesessen. Gleich nach seiner lebten Entlassung aus dem Gefängnis schloß er sich einer Einbrecherbande an, die die nördlichen Stadtteile Berlins und die angrenzenden Vororte unsicher macht. Der„ Vizeverwalter". Letzte Nachrichten. Flugrekord. Paris, 3. Mai. Der Flieger Levasseur hat mit einem Fluggast an Bord und mit einer Belastung von 300 Kilogramm Auf einen Ungetreuen fahndet die hiesige Kriminalpolizei. in 58 Minuten eine Höhe von 1950 Metern erreicht und damit -Der 36 Jahre alte Ignaz Sa to ahli hatte den Auftrag erhalten, eine neue Höchstleistung erzielt. Theater. Montag, den 4. Mai 1914. Anfang 5 Uhr. Paffage- Theater. Kino- Varieté. Aniang 6%, Ubr. Cines Nollendorf: Theater. Histoire d'un Pierrot. Anfang 7 Uhr. Rgl. Opernhaus. Lohengrin. 8gl. Schauspielhaus. Peer Gynt. Anfang 7, Uhr. Deutsches. Was Ihr wollt. Anfang 755 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Zagen. Urania. Anfang 8 Uhr. Mit dem Imperator nach New Yort. Leffing. Liliom. Kammerspiele. Der Snob. Deutsches Künstler Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräßer Straize. Mr. Wu. Theater des Westens. Bolenblut. Theater am Nollendorfplat. Der Jurbaron. Kleines. Marys großes Herz. Thalia. Benn der Frühling fommt. Trianon. Die Rotbrüde. Komödienhaus. Kammermusif. Montis Operetten. Jung- England. Deutsches Opernhaus. Tiefland. Sustipielhaus. Die spanische Fliege. Schiller 0. Heiligenwald. Schiller Charlottenburg. Des Meeres und der Riebe Wellen. Rose. Die Tochter des Heimgefehrten. Kajino. Wo die Liebe hinfällt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Herrnfeld. Ein Reinfall. Heut' ist übermorgen. Klabrias- Partic. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Otto Reutter. Palast- Theater. Spezialitäten. Anfang 8, Ubr. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christl. Komische Oper. Der müde Theodor. Walhalla. Die Dollarprinzessin. Luisen. Ein seltsamer Fall. Folies Caprice. Tohuwabohu. Das Starnidel. Das Erdbeben. Anfang 8%, Ubr. Neues Volks- Theater. Haubenlerche. Anfang 9 Ubr. Die Admiralspalast. Im Tangoklub. Berliner Gispalast. Amor auf Urlaub. Eisballett. Cines Nollendorf- Theater, Histoire d'un Pierrot. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Neuester Zahnersatz! Nicht herausnehmbar! Gef. gesch. Ohne Konkurrenz in ganz Groß- Berlin. Schonendste Behand. lung Nervöser. Keine Luruspreise. Franziska Kutzer 1. Gerhard Koppe, Charlottenburg, Kantstraße 49, Neukölln, Bergstraße 156. Stoffe flir g. Massanzüge, Paletots Meter 4., 6., 8-. M. Damen- Kostümsto fe Meter €€€€** 9999 Unserem Genossen Max Becher nebst Frau zur Silberhochzeit cin donnerndes Hoch! 19436 Die Genossen u. Genossinnen des 5 E Bezirks. Neukölln. ArbeiterAllen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und Bater Albert Mehlmann verstorben ift: Dies zeigt tiefbetrübt an Bwe. Auguste Mehlmann nebit Kindern. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Mai, nachm. 2 Uhr, auf dem städtischen Friedhoje in der Müller-, Ede Seestraße, statt. Gesundheits- Bibliothek ReutersWerte Jedes Heft 20 Rig 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Zirkus Busch Gastspiel des Deutschen Theaters Direktion: Max Reinhardt. Das Mirakel Antang 8 Uhr. Vorverkauf an der Tageskasse des Deutschen Theaters u. an allen Theaterkassen von A. Wertheim.- Preise der Plätze von 1-10 M. Für die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes und deren Angehörige werden zwei große fünftägige Gesellschafts- Reisen nach der veranstaltet Insel Bornholm, der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und Insel Rügen. 1. Reise: Pfingsten, 30. Mai bis 3. Juni 1914. 2. Reise: 27. Juni bis 1. Juli 1914. Preis der Sonderfahrten pro Person 65 Mark einschließlich Eisenbahn-, Dampfer- und Motorbootfahrten, Verpflegung( Frühstück-. Mittag- u. Abendessen) sowie für vier Nächte Logis in guten Hotels, Führungen usw. Prospekte werden gratis verabfolgt. Da die Zahl der Teilnehmer eine beschränkte ist, wird um baldige Anmeldung gebeten. Aufnahmen werden an folgenden Stellen entgegengenommen: Moabit: Johann Döring, Gotzkowkystr. 14. Norden: Schurzmann, Jasmunder Str. 8; Nebel, Maxstr. 13b. Charlottenburg: W. Richter, Häselerstr. 11; Wernicke, Bismarckstr. 39. Westend: Schellbach, Genossenschaftswirtshaus, Königin- Elisabeth- Straße. Nonnendamm( Siemensstadt): Aug. Marsand, Nonnendammallee. Ecke Märkisch. Steig. Oberschöneweide: Walter, Zigarrengeschäft, Wilhelminenhofstr. 45. Konsumverein C. P.Goerz bei Wilhelm Schmidt. Verbandsbureau: Linienstraße 83/85, vorm. 9-11, nachm. 4-7 Uhr, Zimmer 9, Mitglieder anderer frelen Organisationen können daran teilnehmen. 117/16 Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentl. Volksverfammlung am Montag, den 4. Mai, Anfang pünktlich 8 1hr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: Aus russischen Kerkern. Ein Hilferuf! Die Leiden der politischen Gefangenen Rußlands. Vortrag des Schriftstellers Ulrich Rauscher mit erläuternden Lichtbildern. Der Ueberschuß wird dem Deutschen Hilfsverein für die politischen Gefangenen Rußlands zugewendet. Es wird Vorsorge getroffen werden, daß eine Ueberfüllung vermieden wird und jeder Karteninhaber Einlaß findet. Genossen, die im Befiz einer Karte sind, die zu dem Vortrage am Dienstag, den 28. April, berechtigte, von derselben aber leider infolge der Ueberfülle feinen Gebrauch machen konnten, wollen diese Karte in einer der folgenden Verkaufsstellen gegen eine neue Karte umtauschen: Zigarrengeschäft Schröder, Hagelberaerstraße 54/55. 199/ 11* Zigarrengeschäft Horsch Engelufer 15. Bigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des 4. Wahlkreises, Stralauer Plaz 10/11. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Vorwärts"-Spedition, Petersburger Platz 4. Zigarrengeschäft Schneider, Hufelandstraße 30. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Hof. Bureau des 6. Wahlkreises, Gerichtstraße 71. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Reftauration von Paersch, Oldenburger Straße 10. Verband Der Einberufer: Eugen Ernst, Lindenstraße 2. der Maler, Lackierer, Anstreicher Bureau: Melchiorstraße 28, part. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Filiale Berlin. usw. Arbeitsnachweis: Gormannstraße 13 Fernsprecher: Amt Norden 3791-97 Dienstag, den 5. Mai 1914, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Versammlung der Maler, Lackierer und Anftreicher Berlins und der Vororte. Tagesordnung: Der Widerstand der Unternehmer gegen die soziale und kulturelle Befferstellung unserer Berufskollegen. Referent: Sollege J. Zimmermann, Frankfurt a. M. Wir ersuchen die Kollegen, für diese Versammlung rege zu agitieren. 136/20 Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 69. Heines Werke Soeben erschienen: August Bebel Mar 3., 5.-7.-M. Aus meinem Leben. Original englische Stoffe Meter 8.-, 10.-, 12.- M. Loden für Pelerinen, Anzüge Meter 2., 3., 5.- M. Reste günstigste Kaufgelegenheit. Tuchlager Koch& Seeland G. m. b. H Gertraudtenstr. 20-21 vis- à vis der Petrikirche Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69, Laden Wichtig für jeden preußischen Steuerzahler Führer durch das preußische Einkommensteuer- Gesetz Vom Arbeitersekretär Rud. Wissell mit 19 Formularen für Reklamationen. Preis 30 Pf. Dritter Teil. Herausgegeben von Karl Kautsky. VIII und 275 Seiten. Mit einem farbigen Porträt von A. Bebel. Preis gebunden 2,25 M. Fordern Sie Engel- Marke wenn Sie Flaschenbier kaufen, dann erhalten Sie das gewünschte„ Engelhardt" „ Caramel- Bier" alfoholarm, pasteurifiert Buchhandlung Borwärts Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 69 Führer durch die ReichsversicherungsOrdnung. 1. Die gemeinsamen VorDie Ortsverwaltung. Wahlverein Charlottenburg. Dienstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 4. Ber. 250/14 1.„ Von unten auf!" Referent Genosse Stadthagen. 2. Dis. fussion. 3. Stellungnahme zur Kreis- Generalversammlung. schiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zablreichen Besuch erwartet schriften u.d.Verfahren Spezialarzt Preis 40 Pf. Dieses Heft enthält auch die Formulare, wie sie bei der Einrichtung von Klagen und Eingaben zu verwenden sind. II. Die Krankenversicherung. Preis 30 Pf. III. Die Gewerbe- Unfallversicherung, Pr. 30 Pf. IV. 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Warnung licher Preisforderung angeblicher Spezialärzte. vor minderwert. Heilverfahren u. ungeheuerEhrlich- Hata- Kur stärung) nach ohne Berufsneuester, erfolgreichster Methode.( Siehe Broschüre.) Mikroskop. und chem. Blut- und Harn- Untersuchung. Der nächste Herren- Vortrag findet statt am Donnerstag, den 7. Mai, abends 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58-59, über: Harnleiden, wirksame und kurpfuscherhafte BohandEhrlich- Hata lungsmethode; ferner über mit Demonstrationen an naturgetreuen Wachsmodellen. Eintritt frei. - Fragenbeantwortung. Erstes Spezialhaus für Gummimäntel Herren- Mäntel: 14, 16, 19, 25, 30, 35, 40 Mark usw. □ □ □ Damen- Mäntel: 23, 25, 28, 30, 35 Mark usw. Garantie für Wasserdichtigkeit von 25 Mark an. Benedict Schwarzer, Berlin C., Dircksenstr. 36, Ecke Kaiser- Wilhelm- Str. 40. Verantw. Redakteur: Ernst Meyer, Steglit. Injeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& C., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage. Soldatenlied (in Bitterkeit einem der schönsten Soldatenlieder nachgebildet). Soldatenleben! Das heißt oft traurig sein. Ja. traurig sein! Im Dienst gebunden Werd' ich geschunden. Kann kaum noch stehn! Kann kaum noch gehn l Schatz, mein Schatz! Wie bist du weit von hier. So weit von hier. Werd' ich im Garten Nock) mal dein erwarten. Im grünen Klee, Im weißen Schnee? Meiner zu gedenken. Das gebrauchen ja die Mächt'gen nicht, Tie Mächt'gen nicht! Wenn rohe Seelen Zu Tod mich quälen, S'ist ihnen eben recht. S'ist ihnen recht l Hassan. Die ersten hiebe. Eine Kiudergcschichtc von Karl R ö! l g c r. „Mama, bei wen komme ich?" ..Bei Fräulein Schumann." Elli, die Schwester von Franz, sagte:„O, die iS strenge, die haut!" Franz sah vor sich lzin. Er fühlte vor sich etwas Schweres, Dunkles, das er noch nie s o gemerkt hatte. Nun war's mit einem Male da-, etwas ganz Fremdes, dessen er nicht Herr werden konnte. Er grübelte, aber sand nichts. Zuletzt fragte er:..Tie haut?" „Ja, die haut. Wenn de»ich still sitzen tust, haut sc Dich." Franz grübelte wieder. R'ja. er konnte ja still sitzen. Denn haute sie eben doch nicht. Morgen also!-- „Mama, wer bringt mich denn hin nach die Schule?" „DaS tut Papa." Franz sagte nichts mehr Er kriegte seinen Tornister her und machte die Fibel auf. Da stand so'nc Masse drin. Das muhte er alles lernen. Er sah ssch's an und sah eine fremde Welt. Was mochte das werden? Elli konnte all das lesen:„Ein— jun— ges Lamm— chen, weih— wie— Schnee—" und all das andere. Er sich ssch die Zeilen an; es war sonderbar, man konnte das lesen. Wenn er sich die Zeilen ansah, ja die erzählten auch ihm etwas; aber e< war nicht das. was Elli las. Das sollte er nun auch lernen. Und dann kriegte er was auf und muhte Schularbeiten machen. Neulich war er mit Mama an der Schule vorbeigekommen. Da hatte Mama gesagt:„Kuck. sie haben grad' Pause." Da halte er eine Masse Kinder gesehen, die alle aus einem Platz spielten. Da war er ganz bange geworden vor all den vielen Kindern. Was mochte das werden? lind Fräulein Schumann war frech. Wenn sie ihn nun doch haute? Das Bewußt- sein, daß er überhaupt gehauen werden konnte, war lästig. War wie eine dunkle Wolke. Und dann rief Mama zum Kaffee, denn es war vier Uhr vorbei. Und der Vater kam aus dem Kontor herüber und erzählte Mama allerlei, was er nicht verstand, und was ihn doch so lebhaft interessierte. Und dann erzählte Elli von Hcrminchen ihrer neuen Puppenstube, und ob sie hingehen dürste und die besehen. Und da sagte Mama:„Ja, wenn Tu Franz mitnimmst!-- Und dann war das letzte Schulgesühl wieder weg, ganz weg.— Aber als er am andern Morgen gewaschen, gekämmt und an- gezogen wurde, war's wieder da. Wie Lampenfieber beim Künstler. Er war ganz stumm. Er fragte nichts. Antwortete nur einsilbig aus die Fragen des Baters:„Hast Tu den Tornister gepackt? Hast Du die Griffel? Sind sie spitz? Zeig nial Sc» Federkasten! Gib mir mal den Tornister, daß ich ihn ordentlich zuschnüre". Und dann gings los. Bater haitc ihn an der Hand gefaßt. Tas Herz klopfte ihm. Ihm war, als sähen ihn alle Leute auf der Straße an.— Ein Bekannter seines Vaters begegnete ihnen auf dcr Straße, grüßte und fragte:„Muß der Kleine auch schon zur Schule? Ich komme eben von dort, ich habe meinen Karl schon abgegeben. Er heulte'n bißchen, als ich wieder ging. Aber die JungcnS müssen's ja einmal gewohnt werden." Sic gingen weiter. Die Frühlingssoune lag schön blank ans der Straße, und als sie an Wipperstegö Garten vorüber kamen, kuckten die Zweige vom Flieder mit den ersten grünen Blättchen über die Mauer. Aber er konnte nicht recht froh darüber werden. Nun sah er das SchulhauS. Von roten Backsteinen gebaut. Die große Tür stand offen, da gingen sie rein. An langen, langen Reihen Haken hingen Mützen, lauter Mützen, Jungcus- und Mädcheninüben. Und dann mächte der Vater eine Tür auf und da gingen sie hinein. Jetzt hatte et richtig'Angst. Da standen so viele Leine— und da saßen in den Bänken schon so viele Kinder.— Er hörte viele sprechen. Das taten die Großen, die sprachen mit der Lehrerin. Auch der Bater sprach mi! ihr und dann sagte die Lehrerin:„Setz Dich nur da hin." Er setzte sich schüchtern vorn auf die Bank, den Tornister behielt er aus den: Rücken und sah starr nach dein Pult, wo die Lehrerin stand. Sic schrieb manchmal was in einem großen blauen Buch. Es war gut. daß keiner mehr aus ihn achtete. Nur der Vater kam noch einmal heran, nahm ihm den Tornister ab, legte ihn auf die Bank, strich, ihm noch einmal über den Kops, lochte ihn an und ging.— Und dann gingen langsam nacheinander auch die anderen Leute weg, sahen sich alle in der Tür noch einmal um— Tann waren die Kinder mit der Lehrerin allein. Er hatte ein Gefühl wie ein Wanderer im fremden Land. Er wagte nicht, sich umzusehen. Er fühlte nur viele unbekannte Kinder neben sich, hinter sich-und die fremde Lehrerin vor sich. Er grübelte. Aber es ward ihm schwer, etwas zu denken. Er fand nur, in die Schule gehen, ist nicht schön. Es ivar das Gefühl grenzenloser Fremdheit. Und er hörte gar nicht, wie die Kinder hinter ihm miteinander sprachen; hörte, nicht, wie die Lehrerin zu sprechen anfiilg. Er wachte erst auf, als mit einem Male'ne Masse Kinder zu lachen ansingen. Warum lachten die? lieber ihn? Nein, nun sah er's, die Lehrerin wollte einen Schmetterling, der durchs offene Fenster hereingeflogen war, fangen— oder wieder hinausjagen. Und das wollte ihr nicht gelingen. Da mußte auch Franz lächeln. Zuletzt schwankte das Tierchen doch nach draußen, und die Lehrerin machte halb ärgerlich, halb befriedigt das Fenster zu. Die Schule fing an. Es war eine leise, ganz leise Eniiäuschuug bei Franz. Erst dachte er: Wen haut sie zuerst? Aber sie haute keinen. Sie fragte alle Kinder, wie sie heißen, wo sie wohnten und was der Vater täte? Und locr's am lautesten sagte, der kriegte ein Lob: das war schön. Dann kam die Pause. Da kam wieder die Angst vor den Kindern. Er stellte sich in eine Ecke und sah zu. Die andern spielten mit dem Fräulein, sie faßten sich au den Händen und gingen im Kreise, und ein paar waren Katze und Maus und liefen durch den Kreis und um den Kreis und mußtev sich kriegen. Tas hatte er schon auf der Straße gesehen. Es machte ihm schließlich Spaß: das Zusehen. Aber dann sahen ihn einige Kinder aus seiner Klaffe allein dastehen und riefen:„Fräulein, Fräulein, der spielt nicht mit." Und dann hörte er dcS Fräuleins Stimme:„Komm her." Langsam, langsam schob er sich heran. Zwei Kinder faßten ihn und nun stand mit im Kreis. Er atmete auf.— Als er um zehn Uhr nach Hause kam, faßte er seine Mutter am Kleid und sagte:„Mama, sie hat nicht gehaut."---- Jetzl ging Franz schon vier Wcchc» zur Schule. Er konnte schon das i, das u und das c. Er konnte was erzählen vom Igel, vom Uhu und vom Esel. Fräulein Schumann hatte die Bilder von den Tieren, die hatte sie den Kindern gezeigt. Aber oft dauerte ihnen das Besehen und Erzählen zu lange und dann baten welche: „Ach, Fräulein, nun zeig' uns ivas anders." Aber dann ivurde Fräulein streng und sagte:„Pstl Still sitzen! Willi Meier setz' Dich hin." Da saß einer vorn in der ersten Bank, neben Franz, der aß beim Bilderbeschen so gern sein Butterbrot— wenn Fräulein es nicht sah. Aber einmal sah sie es doch und sagte scharf:„Hermann Drechsler, laß das Essen sein!" Hermann zog die Hand unter der Bank hervor.,. Schade---- es schmeckte so gut. Aber lauge hielt er'?- nicht aus, er spürte bald ein Zucken in seiner Hand—— und vorsichtig, ganz vorsichtig— mit de» Auge» nach Fräulein hinspähend, die neben dem Ständer stand und aufs Bild hinsah— lastete er an sein Butterbrot, brockte einen großen Happen ab und steckte ihn in den Mund. Franz sah es mit Schrecken, er saß neben ihm. Fräulein aber hatte es auch gesehen— wenigstens, wie er das Brot in den Mund steckte. Mit etwas roten Schläfen kam sie heran, langte Hermann aus der Bank und haute ihm ganz kurzer- Hand, klitsch-klatsch, den Hintern voll. Und setzte ihn wieder auf die Bank.---- Franz hielt den Atem an, als das neben ihm geschah. Angst preßte sein Herz. Ein leises Zittern kam ihm von diesem Auge», Nr. f20 31. Iabryany. Stilllge des Joiiiiils" IMinrr UMMM. 4 M Der Kampf mit der Seiöenraupe. Die Lichtenbergcr Polizei verbot einen Vortrag über die Seidenraupe und trieb die Versammlung fugendlichee Arbeiter mit Waffengewalt auseinander. In Sachsen wurde die Rezitation von Schillers„Sürgschast" vor jungen Arbeitern beanstandet, in Krefeld die Aufführung von Szenen aus„Wilhelm Cell" vor Jugendlichen untersagt. Ein alter Kriegsmann öes Proletariats. � Wenn die Internationale in Wien die Wiederkehr des Tages feiern wird, an dem vor oll Jahren die alte Jnter- nationale gegründet wurde, wird man auch nicht den alten Robert Applegart h vergessen, der nach einein Leben voll fruchtbarster Arbeit für die Bewegung des Proletariats noch heute im einnndacht.ügsten Lebensjahre treu zur Flagge hält. Vor kurzen: ist eine Biographie des Veteranen er- schienen. A. W. H u m p h r e y ist ihr Verfasser und die „National Labour Preß", die Druckerei der I. L. P. hat sie herausgegeben.„Dies ist eine Geschichte," schreibt S i d n e y Webb in einem Vorwort zu dem Werke,„welches künftige Geschichtsschreiber schätzen werden, wenn die Geschichte lernt, sich mehr mit den Massen als mit den Ministern zu beschäf- tigeu. Aber es ist auch eine Geschichte, die jeder Gewerk- fchaftcr studieren sollte, um etwas von den Kämpfen zu ver- stehen, durch die unsere heutigen Freiheiten gewonnen worden find." Das Lob ist eher zu zurückhaltend als zu warm, Ein Gefühl der Erhebung und der Zuversicht an dem Siege nn- serer Sache überschleicht einem beim Lesen des Lebenswerkes des Veteranen der englischen Arbeiterbewegung, der als zehn- jähriger Stiefelputzer die rauhe Laufbahn des Proletariers betrat, unermüdlich an seiner vernachlässigten Bildung ar- beitete und seine Fähigkeiten und erworbenen Kenntnisse in den Dienst seiner Klasse stellte. Aeußerlich wie innerlich er- innert Applegarth viel an unseren August Bebel, der jedoch zweifelsohne der gröbere und begabtere Mensch war. Doch m den kleinen zerbrechlichen Körpern der beiden Holzarbeiter wohnte ein stammesverwandter Geist. Wie bei Bebel so finden wir bei Applegarth einen unverwüstlichen Optimismus und Schaffensdrang, einen unlöschbarcn Wissensdurst, eine grenzenlose Hingabe zu dem in Angriff genommenen Werke und die seltene Fähigkeit, in kritischen Augenblicken die Jni» tiativc zu ergreifen. Fehlen Applegarth auch die hohe poli- tische Begabung und die Redegewalt seines deutschen Ge- nassen, so hat er doch das mit ihn: gemein, daß sich die Men- schen instinktiv zu ihn: hingezogen fühlen und ihm Vertrauen schenke.:: Wären die politischen Verhältnisse in Grob- britannien der Arbeiterklasse günstiger gewesen, so hätte Applegarth sicher in der englischen Politik nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch öffentlich eine bedeutende Rolle ge- spielt: denn er war es vor allen anderen, der vor 4l1 und 50 Jahren die englischen Gewerkschaften von der Notwendig- feit der politischen Aktion der Arbeiterklasse zu überzeugen versuchte und seiner Vorarbeit als Bahnbrecher ist es zu ver- danken, dast die englische Arbeiterschaft heute in der Politik eine aktive Rolle spielen kann. Am 26. Januar �83-1 zu Hull geboren, lernte der junge Robert bald die Sorgen der Arbeiterexistenz kennen. Sein Vater war Matrose und war selten zu Hause. Schon früh- zeitig mußte er mitverdienen und schlieblich seine Mutter ganz ernähren. Im zehnten Lebensjahre wurde er bei einem Schuster Stiefelputzer, dann fand er eine lohnendere Beschäfti- .gung bei einem Kaufmann. Aber Robert sehnte sich danach, Zimmermann zu werden. Es gelang ihm, in einer Werk- stelle Arbeit zu finden. Hier mußte er den Gesellen Bier herbeischaffen und ähnliche Arbeit verrichten. Es ging ihm wie so vielen anderen englis�>en Jungen: er lernte seinen �. Beruf so nebenbei. Im achtzehnten Jahre zog er als wohl» bestallter Zimmermann hinaus in die Welt. Mit 21 Jahren heiratete er. Tann zog ihn Amerika, das Eldorado aller Ent- erbten im vorigen Jahrhundert, an. Er kehrte jedoch bald nach seiner Heimat zurück, wo er sich in Sheffield niederließ. Tort schloß er sich im Jahre 1838 der Gewerkschaft der Zimmerleute an und wurde ein fleißiger Leser in der städti- schen Bibliothek. Er brachte es bald in seiner Gewerkschaft zu Amt und Würden und als im Jahre 1862 der Verband dlick an immer, wenn Fräulein vorbeiging. Und es war von nun an keine Unmöglichkeit, daß mich er gehauen wurde. Man konnte ja in der Schule nie wissen, ok> man nicht etwas tat, was man nicht sollte.--- Zu Hause erzählte er das Gräßliche feiner Mama:„Tu, sie haut d ochl" „Hat sie Dich geschlagen?" „Nein, Hermann Drechsler." „Warum denn?" „Er hat gegessen in der Schule." „Ja, siehst Du, das darf man auch nicht."--- „Mama," sagt er einige Tage später,„nimmt Fräulein Schu- mann wohl Blumen, wenn ich ihr welche mitbringe?" „Warum soll sie die nicht nehmen? Sie wird sich freuen." „Dann pflück mir ein Bukett, Mama." Sie gingen in den Garten und Mama machte ein Bukett zurecht. Franz grübelte. Fräulein war immer so ernst und Mama sagte, sie wird sich freuen, wenn sie die Blumen kriegt. Die Span- nung und die Ungeduld kamen schon über ihn: Cb sie wohl lacht, wenn er die Blumen mitbringt? Als er nachmittags in die Schule kam, schämte er sich vor den andern Kindern, weil er Blumen hatte und die nicht. Er ging auf seinen Platz und hielt die Blumen unter der Bank. Da läutete die Glocke und da kam Fräulein herein Die Kinder standen, wie immer, auf und sagten Gu— ten— Tag!— Und setzten sich wiedr hin. Jetzt muß ich hingehen, dachte Franz; ging langsam aus der Bank, ganz langsam bis zum Pult. Er war ganz rot im Gesicht vor Aufregung, wie einer, der auf schlimmen Wegen geht. Da stand er schon am Pult. Fräulein Schumann nahm gerade die Listen heraus und die Lehrbücher und sab ihn nicht gleich. So stand er rot und schwer atmend da. Und alle Kinder kuckten, bis eins halblaut sagte:„O, der hat Blumen mitgebracht!" Da sah die Lehrerin auf, sah Franz an, der die Blumen gesenkt hielt, und fragte:„Run, was willst Tu?" Er konnte nichts sagen, so schlug ihm das Herz. Er hob die Blumen ein wenig, hielt sie ihr ganz langsam hin. Nun streckte sie ihre Hand, nahm die Blumen, versuchte z» lächeln und sagte kurz:„Danke!" Und legte die Blumen aurs Pult. Franz stand da. und stand und stand, als warte er noch auf etwas. Auf etwas Liebes. Aber eS kam nicht. Sie sagte nur:„Du kannst Dich wieder setzen." Da drehte er sich um, rot vor Scham, und setzte sich auf seinen Platz. Sein Herz blutete. Er war fast fassungslos. O. so hatte er sich es nicht gedacht. Er hatte gedacht, sie würde sich freuen.— Er war nahe am Weinen.--- Und dann kam der Tag, wo er seine ersten„Hiebe" kriegte. Sie waren in der Fibel schon bei„s" und„sch". Die Lehrerin stand an der Tafel, wo eine Reihe Buchstaben angeschriebene waren. der Zimmerleute und Bautischler nach dem Vorbilde des Maschinenbauerverbandes gegründet wurde, wurde Robert Applegarth sein Generalsekretär und blieb es bis zum Jahre 1871. In diese Periode fällt sein fruchtbarstes Wirken für die englische Arbeiterbewegung. Tie Rolle, die Robert Apple- garth im Kampfe für die rechtliche Anerkennung der Gewerk- schaften und für die Volksbildung gespielt hat, wird unver- geßlich sein. Er war einer der fünf Gewerkschaftsführer, die man die„Junta" nannte. Sie leitete bis in die siebziger Jahre die Geschicke der englischen Arbeiterbewegung, bis sie durch das parlamentarische Konntee des Gewerksckaftskon- grosses ersetzt wurde. Man müßte einen Auszug aus der Ge- schichte des englischen Proletariats in der Mitte des letzten Jahrhunderts geben, wollte man all die Bewegungen er- wähnen, in denen der unermüdliche Applegarth eine hervorragende Rolle spielte. Einige dieser Bewegungen hatten. Wie es uns heute scheinen mag, einen Stich ins Komische. Es möge hier ein von dem Biographen angeführter Vnssus aus Applegarths Schriften angeführt werden, der nebenbei auch den noch heute unverwüstlichen Optimismus des alten Kämp- fers kennzeichnet. «Der Marquis Townsend schlug die Bildung einer Liga für einen sehr lobenswerten Zweck vor, obgleich manche das in Aussicht genommene Werk als beschränkt in seinem Umfange und zu unbedeutend in seinem Charakter, um Aufmerksamkeit zu verdienen, betrachten mögen. Ter Name der Gesellschaft lautete:„Tie Allgemeine Liga zur Verbesserung der Lage des Volkes aller Nationen." Da ich in solcher Arbeit gut beschlagen war und, wenn notwendig, die Sache ganz allein bewältigen konnte, schloß ich mich der Liga an und war mit fünf anderen bei der Geburt anwesend. Ich war damals(18lZ2) in einem Alter, wo man alles vom Anfang an und noch weiter zurück weiß; seitdem habe ich lange genug gelebt, um viel mehr zu lernen und sehr viel weniger zu wissen. Wir kamen in einem Zimmer in der Greek Street in Soho zusammen, und nachdem wir beschlossen, daß die Liga gegründet werden sollte, und den Sekretär beauftragt hatten, das Protokoll aufzunehmen, vertagten wir die Sitzung bis zur nächsten Woche, als vier von uns an- wesend waren. Ter Sekretär verlas das Protokoll, das er in Ermangelung eines besseren Buches auf ein Stück Papier geschrieben hatte, in dem vorher eine halbe llnze Tabak ein- gewickelt gewesen war. In der Sitzung steckten wir die Themse nicht in Brand und vor der nächsten Sitzung trat ich aus. Die Liga hatte kein langes Leben und die Zwecke, die sie verfolgte, wurden nicht alle verwirklicht, ehe sie entschlief. Ich glaube. manche von ihnen verdienen noch heute unsere Aufmerksamkeit." Doch was die Liga mit dem langen Namen erstrebte, wurde zwei Jahre später von der Internationale ernstlich in Angriff genommen. Applegarth war nicht von Anfang an Mitglied der Internationale. Er wurde am 1. Januar 1863 als Mitglied aufgenommen. Tie in der Biogravhie reproduzierte Mitgliedskarte trägt auch den Namen Marx. Mit dem Altmeister des Sozialismus unterhielt Applegarth die engsten Beziehungen, doch ist er nie in seine Gedankengänge tiefer eingedrungen, obwohl die Schriften und Reden Apple- garths ganz deutlich die Spuren marxistischen Einflusses auf- weisen. Applegarth ging ganz in der praktischen Arbeit auf und hat sich scheinbar nie daran gemacht, seine Rcformbestre- bungen in ein System zu bringen oder zu erwägen, wohin ihn seine Arbeit führt. Auf dem dritten zu Brüssel abgehaltenen Kongreß der Internationale wurde Apvleqarth zum Vorsitzen- den des Generalrats gewählt. Drei Jahre später sehen wir ihn als Kriegswrresvondenten in Teutschland und Frankreich. Man findet in der Biographie ein hübsches Bildchen. Apple- garth war in Köln und mischte sich unter die nach der Front reisenden deutschen Soldaten. Er kam ins Gespräch mit ihnen: „Einige, die keine direkten Beziehungen zu den Werkstellen hatten, schienen sich darüber zu freuen, daß sie nun einmal„den Franzosen verhauen würden", aber diejenigen, die vom Amboß, Schraubstock und Webstuhl gerufen worden waren und Familien hinter sich gelassen hatten, drückten ihr Bedauern darüber aus, daß Umstände die Arbeiter zweier großer Nationen zwingen sollten, sich als Feinde gegenüberzutreten. Einer von diesen, ein Buchbinder aus Leipzig, zögerte nicht, den Krieg in ven stärksten Ausdrücken zu verwünschen und mit der größten Hoch« achtung von Liebknecht und Bebel zu reden, die sich im Nord- deutschen Reichstag geweigert hatten, die zum Krieg notwendigen Gelder zu bewilligen. Mittlerweile hatte unsere Unterredung eine Menge Zuhörer angelockt. Was folgte, war im wesentlichen, daß man kämpfen müsse, da Napoleon den Krieg heraufbeschworen habe; und da er die Absicht hege, Deutschland die Rheinprovinz abzunehmen, wolle man jetzt den Spieß umdrehen und Frank- reich Elsaß-Lothringen wegnehmen; man wolle zwar keine Er- oberungen machen, aber Elsaß-Lothringen könnte zu dem benach» barten Gebiet geschlagen werden und einen neutralen Staat zwischen Frankreich und Deutschland bilden. Der Buchbinder war mit dieser Ansicht nicht einverstanden. Er wünschte, die kaiserliche Regierung zermalmt zu sehen, um einer Regierung Platz zu machen, die nach seiner Ansicht mehr den Interessen der Arbeiterklasse entspreche; das würde eine sicherere Bürgschaft für den künftigen Frieden sein als alles Gebiet, das man Frank- reich abnehmen könnte. Die Meinung erhielt die lauteste und herzlichste Zustimmung. Doch jetzt erscholl ein Trompetensignal und die Leute stellten sich in Reih und Glied. Als ich von dem Freund Buchbinder Abschied nahm, flüsterte ich ihm zu:„Sie sind Mitglied der Internationale?" Er sagte:„Ja; sind Sie?" Ich nickte bejahend und wir trennten uns mit einem wärmeren Handschlag wie zuvor." Ter alte Kriegsniann des englischen Proletariats weilt noch, von der gesainten Arbeiterbewegung Großbritanniens verehrt, unter den Lebenden. Er nimmt noch den regsten Anteil an allem, was in der politischen, gewerkschaftlichen, ge- nossenschaftlichen und Bildungsbewegung seiner Klasse vor- geht.„Hätte ich noch zwanzig Jahre zur Verfügung," so rief er in seiner letzten Rede aus, mit der er sein öffentliches Wirken abzuschließen gedachte,„so würde ich sie gern dazu hergeben, der Arbeiterschaft schlimmsten aller Feinde zu be- kämpfen, der nicht der Kapitalist oder der Ausbeuter des Schwitzsystems ist, von dem wir so viel hören, so schlimm sie auch sein mögen, sondern die Teilnahmslosigkeit und die Gleichgültigkeit vieler meiner eigenen Klasse." I. K ö t t g e n- London. Epilog. Ort der Handlung: Eine Quetsche. Zeit: Sonnabend, den 2. Mai. „Jörke. Wie viel?" „Bitte." „Wie viel ich Ihnen abziehen soll?" Drei oder fünf?" „Heule gar nichiS." „Gar nichls? Was heißt gor nichts? Man muß doch zu einem Ende kommen. Das wäre noch schöner. Drei Mark. „Aber— „Es gibt keine Vorschüsse mebr. Jeden Sonnabend hat man mit Ihnen dasselbe Theater. Ein Skandal ist das. Wahrhaftig." „Ich habe mir doch bis setzt jeden Sonnabend eine» Taler ab- ziehen lassen. Aber gestern war doch der erste Mai." „Wenn schon." „Da werden mir ohnehin schon füns Mark abgezogen." „Wer bat Ihnen getagt. Sie sollen teiern ersten Mai? Ich habe auch nicht gefeiert. Man kann auch leben, wenn man den ersten Mai nicht feiert." „Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, ihn zu feiern." „Reden Sie keinen Unsinn. Pflicht. Wirklich sehr gut. Es war doch erst Ostern. Und in vier Wochen ist schon wieder Pfingsten." „Aber das sind olles doch nur gesetzliche Feiertage." „Nur? Was beiß: nur? Wie soll man das versteh»?" Schlank, mager stand sie da, wie ein Ausrufungszeichen hinter ihrem:„Achtung! Hersehen!" das sie in kurzen. Abständen den Kindern zurief. 5lurz. ruckweise glitt ihr Zeigestock von einem Buchstaben zum andern. Die Kinder saßen grade in ihren Bänken und sahen nach der Tafel. Und bei jedem Ruck des Zeigeftockes flutschten die Finger i „Ich weiß nicht." „Tann ruf' ihn." Elli lief nach draußen:„Franz, Du sollst'reinkommen." Franz bückte sich noch tiefer in seine Hände und schwieg. Elli rief zurück:„Mama, er kommt nicht." Nun ging die Mutter selbst. Er Höne sie kommen, und dann hoch. Ein Name wurde gerufen, das Kind stand ans und nannte den fühlte er wieder die namenlose Angst, das entsetzliche quälende Laut, der gezeigt war. «Franz Müller!" Franz tauchte auf der Bank hoch:„f", sagte er „Fasch. Willi Meier sag's ihm." „sch," sagte Willi Meier. „Gut. Franz, gib besser acht. Setz Dich!" Und so g-ng's weiter. O, e» dauerte sehr lange. Nach einer Weile:„Franz Müller!" Er schrak zusammen, denn er hatte mal wieder geträumt, er stand auf und— schwieg. „Wie heißt dieser?" Tie Stimme war scharf. Die Angst bekribbclte ihn am ganzen Leibe:„f," sagte er. Fräulein Schumann legte den Zeigeftock hin. nahm das Rohr- stöckchen vom Pult, faßte Franz am Arm. zog chn sanft aus der Bank und sagte:„Bück' Dich!" Er sah sie mit großen Augen an wie ein Wahnsinniger. ..Mach' schnell, wir haben nicht so viel Zeit.", Die Angst stieg in ihm auf, wie Wasser, ein schrecklicher Wirbel i war in seinem Kopf, und ganz mechanisch machte er einen Versuch, seinen Oberkörper zu beugen... Klatsch, klatsch... Und dann hörte er wie aus dichtem Nebel eine Stimme:„Setz' Dich!" Als er zur Besinnung kam, sah er aus seinem Platz. Er wußte gar nicht, wie weh es getan hatte. Es war auch wohl gleichgültig. Aber sie hatte ihn geschlagen. Er konnte nicht weine». Es war nur so ein sonderbares Weh in ihm. Und ein Haß. Er hätte sie mit dem Fuß stoßen mögen.——— Als die Schule aus war, ging er ganz langsam fort, er wollte allein sein. Sonst war er immn mit Robert und Käthchen gegangen, heute wollte er das nicht. Er dachte alle Leute müßten ihm an- Gefühl: vom Hirn herab bis tief in den Unterleib. Er sprang auf, lief, lief... Einen Augenblick stutzte die Mutter, dann sprang sie ihm nach, haschte ihn an der Gartenpforte, legte ihn auf ihren Arm und legte seinen Kopf an ihren Hals. Er wehrte sich nicht, aller Schmerz kam nun heraus, er schluchzte, schrie. <:eiii ganzer Körper zitterte. Es war ihm so wohl, seine Augen und Wangen an ihrem Hals zu fühlen und nicht« zu sehen. Und immer wieder das stoßweise, konvulsivische Zucken und Schluchzen. So trug sie ihn in das Haus. Geöanken in Rußlanü.'l Von Wernerle Sombart. lTem„Berliner Tageblatt" gewidmet.) In meinem letzten Aufsatz, der so berechtigtes Interesse er- regte, sprach ich feinsinnig und unerschrocken von der Rüpelhastig- ke-t höherer und niederer Dienstboten. Friseure, Verkäuferinnen. K-llner, Kutscher, Portiers. Stimmen aus den feineren Bankier- kreisen des Westens entschädigten mich durchaus für das breitere Unverständnis. Ein sechsundzwanzigfacher Aufsichtsrat klopfte mir aus die Schulter und sagte schmunzelnd: Sie kann man schicke»! �ch tue mir gewig nichts auf meine originelle Art der Auffassung zugute, aber das wird selbst der Unbefangene zugeben müssen: ein Profeyor, der zum ersten Mal nach Rußland fährt, und gleich auf den ersten-�Iick die kulturellen Segnungen des servilen Stumpf- Unns von-Menpmannern und Kutschern entdeckt, wie er ihnen sehen, daß er Schläge gekriegt hatte Er s-blich an"den Häusern«uks deutlichste mit der Knute auf dem Rücken geschrieben steht, der Straße hin Das Gehen wurde ihm viel schwerer als sonst, � noch n.e da! er kam nur langsam weiter!., i,?, men"euen Beweis meiner eigenartigen Be- Je näher e. seines Vaters Hause kam. um so langsamer ging> jficm rcbet letzter Zeit so viel von er. Ganz langsam klinkte er die Pforte des Gartens auf. ging n �fungmssen. Naturlich ist es das Krämerpack, da» nicht -•- �'» d,e eminent reinen Verzweigungen des behördlichen Zartgefühls iich hmeinempfinden kann, wie es gerade beim russischen Straf- Vollzug triumphiert. Wenn bei uns jemand unschuldig im Zucht- Haus sitzt, erbebt die Presse(deren Reklamewert ich nicht unter- schätze) sofort ein widerliches Geschrei, als sei es für das Kulturleben durch den Garten bi» zur Treppe und setzte sich da auf die Stein. stufen. Er mochte nicht ins Hans gehen. Er schämte sich. So saß er lange— bis die Tränen kamen. Um zwölf kam Elli aus der Schule Er hörte sie kommen, legte sein Gencht fest in die Hände, wandte sich ab und hatte ein Gefühl, als könnte sie ihn nun nicht sehen. Sie sagte nichts, sah nur neugierig zu ihm herab, klinkte die Haustür auf, stürzte in die Küche�und rief:„Mama, Franz sitzt auf'm Strin und weint." „so? Warum denn?" «» rÄ-ff0 bie bisher vergebens auf die Fortsetzung dieser ;*!• 11 a-n h, m"1«/ rrr' �agebl." gewartet hat. haben wir UN» ent- schlössen, dem Verfasser bei uns Unterkunst zu gewähren, zugleich m:t der vorausgeahnten Verwahrung de».Tageblatt. " Der erste Mai ist ein weltlicher Feiertag. Die Arbeiterschaft| Charakter. Besonders drastisch ist der Gegensatz am Konal, dem 1 selbst hat ihn zum Feiertag erhoben." " Zustand. Also drei Mark." " Ziehn Sie mir doch am nächsten Sonnabend sechs Mark ab. Wenn Sie mir heute drei abziehn, friege ich nur 21 und ein paar Pfennige' raus. Miete ist auch Und meine Frau liegt auch " Na wozu feiern Sie den ersten Mai, wenn Sie wissen, daß Miete zu bezahlen ist." noch." " Wer kann dafür, daß der erste Mai gerade auf den Ersten tädt?" " Ich habe Ihnen doch gleich gesagt: Jörfe, feiern Sie nicht. Es ist so viel Arbeit da, die eilig heraus muß. Nun stehn Sie da mitt'n diden Kopf." Es ist schlimm, daß der Arbeiter so sehr mit jedem Pfennig rechnen muß. Wenn er heute feiert, weiß er morgen nicht mehr ein noch aus. Das Kapital-." " Was reden Sie vom Kapital? Das hat doch keinen Zwed hier. Nehmen Sie Ihr Geld, und es ist gut. Sind Sie froh, daß Sie nicht Ihre Papiere friegen." Sie schmeißen doch keen' raus. Sie nicht," Königspalast. Unmittelbar an dem neuangelegten Flügel des war darüber beraten worden, eine Gegendemonstration zu veran Palastes stehen einige Hütten, die in Zweifel find, nach welcher Seite fie umfallen sollen. Der Teil des Palastes, in dem 1903 die serbischen Offiziere ihre damalige Königsfamilie um die Pen fionsberechtigung brachten, ist niedergerissen worden. Man soll, wie mir gesagt wurde, nicht gern an diese Kulturtat sich erinnern lassen. " Die Arbeiterorganisationen haben die Nachwirkungen des Krieges noch nicht überwunden. Das Parteiblatt, das vor dem Kriege einen Ueberschuß von 8000 Frank im Jahre erzielte, deckt jest gerade die Untosten. Immerhin hat es 7600 Abonnenten bereits wieder gewonnen. Das sozialistische Frauenorgan„ Die Gleichheit" hat 1500 und das wissenschaftliche Organ Der Kampf" 1000 Exemplare Auflage. Das sozialistische Boltshaus" ist den Arbeitern erhalten geblieben. Es wurde 1910 für 70 000 Frank gekauft und repräsentiert heute mehr als den doppelten Wert. Es ist eine alte Stirche der Sekte der Nazarener, die eines Erweiterungsbaues bedurfte, um den Zweden der Arbeiter dienen zu können. Heute sind noch 50 000 Frank Hypotheken auf dem Grundstück, die leicht verzinst und mit der Zeit abgetragen werden " Das sind ja unglaubliche Zustände, die hier herrschen. Jeder können. Die Gewerkschaften zählen bereits wieder 6000 Mitmacht, was er will." glieder. Etwa 30 Proz. der früheren Mitglieder können, weil sie aus der Kriegszeit mit Schulden belastet sind, ihre Beiträge nicht zahlen. Das Wirtschaftsleben beginnt sich zu heben und hofft man, bald alle Schwierigkeiten überwunden zu haben. Nach dem Kriege haben die Gewerkschaften bereits wieder 14 Streits geführt. In einigen Monaten wird mit der Agitation unter den Arbeitern in den neuerworbenen Gebieten begonnen werden. Hier herrscht gegenwärtig noch die Militärdiktatur und will man Nonflikte vermeiden. Deswegen ist der Beginn der Agitation hinausgeschoben worden. Dagegen ist mit der Agitation unter den Bergarbeitern begonnen, denen die Regierung das Koalitionsrecht abspricht. Es Erz-, Nun haben Sie mir doch drei Mark abgezogen." Haben Sie etwas anderes erwartet? Rasch. Der nächste. Ich habe keine Zeit. Fräulein Seligsohn, flingeln Sie meine Frau an. Sagen Sie ihr, daß sie mich schon um sechs Uhr abbolen soll. Wir werden vor dem Theater speisen. Frech sind die Leute. Lepke! Hier. Ein Tag geht ab. Bleiben siebzehn Mark und dreißig. Haben nicht satt zu fressen, aber feiern. Bande." Jm Klub der Nationalisten", der echt bulgarischen Männer, stalten. Einige Heißsporne hatten dem Empfangskomitee geschrieben, daß eine solche Gegendemonstration erfolgen würde, wenn in dem Zuge nicht Fahnen in den Nationalfarben getragen würden. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß, wenn eine solche Aktion versucht würde, die Akteure heillose Brügel bekommen würden. Minister des Innern war außerdem erklärt, daß, wenn die Polizei nicht jede Störung der Demonstration verhindere, teine nationale Demonstration mehr stattfinden würde, ohne von den Sozialisten gestört zu werden. Ferner wurde dem Minister gesagt, daß der König Ferdinand dann besser täte, fünftig zu Haus zu bleiben, weil er zu erwarten habe, bei seinem Erscheinen auf der Straße eine antimonarchische Demonstration zu erleben. Das hatte die erhoffte Wirkung. Aber sonderbar. Derselbe Klub der Nationalisten sandte am zweiten Osterfeiertag( hier ist zwar die Tageszeit gegenüber Mitteleuropa um eine Stunde voraus, aber Ostern ist nach dem griechischen Kalender eine Woche später als in Europa, so daß ich in einem Jahre zweimal die Feier der Auferstehung Chrifti erleben konnte) eine Deputation an mich, die mir eine Adresse in französischer Sprache überreichte. Die Deputation erklärte, daß, trenn ich für die Rechte der Arbeiter eintrete, es auch meine Pflicht wäre, die Rechte der unterdrückten Nationen zu wahren und wo immer sich Gelegenheit biete, dafür zu wirken, den in anderen Staaten lebenden Bulgaren ihre nationalen, geistigen und religiösen Rechte zu sichern. Ein solches Versprechen konnte ich leisten, Theater am ohne mir als Sozialdemokrat etwas zu vergeben. Balfan! Gewerkschaftsbriefe vom Balkan. find in ben 54 Kohlens, Gras, Gilber und Bleigruben faal bereits gefüllt. Es waren etwa 6000 Berfonen anwesend, Von Karl Legien. I. Sofia, Ende April. Der Auftrag des Internationalen Gewerkschaftsbundes, eine Einigung der beiden bulgarischen Gewerkschaftsgruppen zu versuchen, führte mich nach Bulgarien. Der Einladung der gewerkschaftlichen Landeszentralen von Ungain, Kroatien und Bosnien folgend, besuchte ich auf der Reise auch Eudapest, Agram und Sarajewo. In diesen Bezirken machen sich die verheerenden Nachmirkungen der Mobilisierung in erschredendem Maße geltend. Die Arbeitslosigkeit hat einen nie gekannten Umfang angenommen. Die Mittel der Gewerkschaften sind durch die Unterstützung der Arbeits Tosen erschöpft. Nichtsdestoweniger sind die organisierten Arbeiter feineswegs niedergedrückt. Sie haben begonnen, die zum Teil zerstörten Organisationen wieder aufzubauen und damit auch Grfolg gehabt. Serbiens zirka 30 000 Arbeiter beschäftigt, von denen nur wenige Hundert organisiert sind. Auch die Versammlung, in der ich in Belgrad sprach, verlief sehr befriedigend. In dem nicht sehr großen Saale des Volfshauses" drängten sich mehr als 600 Menschen zusammen, um den Vortrag in deutscher Sprache anzuhören, der ins Serbisch- kroatische übersetzt werden mußte. Es schienen nur wenig Leute im Saal au sein, welche die deutsche Sprache verstanden. Die Versammelten bewahrten eine außerordentliche Ruhe, ganz im Gegensatz zu den Bulgaren, die ich anderen Tages fennen lernen sollte. II. Die Demonstration eröffnete für die Einigungsverhandlungen die besten Aussichten, und auch die Versammlung, die am ersten Ostertage früh stattfand, nahm einen imposanten Verlauf. Um 9 Uhr sollte die Versammlung beginnen, um 7 Uhr war der Riesenwelche die Mahnung zur Einigung mit leidenschafti.chen Zurufen begleiteten. Die Verhandlungen in den Konferenzen hatten nicht ben erwarteten Erfolg. Die„ Engherzigen" haben gegenwärtig etwa 6000, die Weitherzigen" 3000 Mitglieder in ihren Gewerkschaften. Außerdem bestehen neutrale Gewerkschaften der Postund Telegraphenbeamten, der Eisenbahner, der Lokomotivführer, der Kellner und Lehrer mit zusammen mehr als 12 000 Mitgliedern. Diese hatten Deputationen an mich gesandt, die erklärten, daß alle diese Verbände sich einer einheitlichen gewerkschaftlichen Landeszentrale anschließen würden. Da ein bedingungsloses Aufgehen der Gewerkschaften der Weitherzigen" in die der„ Engherzigen" vielleicht eine Einheit, jedoch keine eicht eine hätte, fo wurde der Vorschlag gemacht, aus beiden Landeszentralen eine Organisation, unabhängig von beiden sozialistischen Parteien, zu errichten. Bon den Weitherzigen" wurde die Durchführung dieses Vorschlages als die einzig mögliche Lösung des Konfliktes bezeichnet, während die Engherzigen" ihn rundweg ablehnten. Damit waren die Verhandlungen zunächst gescheitert. Besprechungen, bie nach Ablauf der Verhandlungen mit Vertretern der„ Engherzigen" stattfanden, führten jedoch dazu, daß das Versprechen gegeben wurde, den Vorschlag in aller Ruhe in den Organisationen zu prüfen und, wenn irgend möglich, einen Weg zur Einigung zu fuchen. Soffentlich führt das Klaffengefühl über Kleine Differenzen in der sozialistischen Auffassung zur Einigkeit. " Bei der Abreise von Belgrad wiederum Paßrevision, ebenso auf der bulgarischen Grenzstation Tzaribrod. Hier ging die Sache sehr glatt, denn ein von beiden Parteien eingesetztes Empfangstomitee war uns von Sofia entgegengefahren und ging uns bei der Erledigung der Grenzgeschäfte zur Hand. Auf dem kleinen Bahnhofe hatten etwa 40 organisierte Eisenbahner Aufstellung ge In Semlin( Zimony), an der kroatisch- serbischen Grenze, nommen, die mit Blumen in den Händen den Gast begrüßten. Der merkt man, daß man an der Eingangspforte zu den Balfanstaaten Lokomotivführer, der gleichfalls organisiert war, hatte seine Masich befindet. Sämtliche Reisenden müssen den Zug verlassen und schine zur Feier des Tages bekränzt. Ein anderer Lokomotivunter Kontrolle eines Bewaffneten ihren Baß zur Abstempelung führer, der dienstfrei war, machte die Fahrt auf der Maschine mit. borlegen. Die Berfonalien jedes einzelnen werden eingetragen. Der Sicherheit wegen", wie er fagte. Der erste Empfang auf Dasselbe Schauspiel dann auf dem Bahnhof in Belgrad. Welchen bulgarischem Boden war vielversprechend. Der in Sofia jedoch Zweck die Sache eigentlich haben soll, ist nicht recht verständlich. übertraf alle Erwartungen. Auf dem Bahnhofe standen die ArDie Einfahrt in Belgrad brachte einen Vorgeschmad der beiter bis an den Zug so bicht gedrängt, daß die Ordner nur mit Freuden, die den Westeuropäer in den Hauptstädten des Baltans Gewalt eine Bahn zu schaffen vermochten. Wie die anderen erwarten. Die Straße hat fußtiefe Löcher, so daß wir jeden Passagiere aus dem Bahnhof herausgekommen sind, weiß ich nicht. Augenblick in Gefahr schwebten, mit dem Wagen umzustürzen. Erst die Mitteilung, daß ich am Sonntag in einer Versammlung Sämtliche Straßen der Stadt sollen neu gepflastert werden, des- fprechen würde, veranlagte die Maffen, etwas Raum zu geben. wegen hält man es für überflüssig, die Löcher auszufüllen, auch Auf dem Berron wurden Ansprachen in deutscher und bulgarischer wenn bis zur Beendigung der Neupflasterung noch einige Jahre Sprache von Vertretern der Parteien und der Gewerkschaften ge- den Tendenzen der Religion Chrifti im allgemeinen? bergehen. Diese ist im Bentrum ber Stabt fertig. Solspflaster halten. Dann ging es im Buge, der bie ganze Straßenbreite ein. und breite asphaltierte Trottoirs geben diesem Stadtteil den Cha- nahm, so daß der Wagenverkehr aufhörte, zum Hotel. Sier mußte tafter einer modernen Großstadt. Auch eine Anzahl großer schöner ich vom Balkon des Hauses eine Ansprache an die Demonftranten Bauten zeigt, daß Belgrad zu einer solchen sich entwickeln till. halten, denn früher verließen sie den Platz nicht. Die ganze DeDaneben jedoch auch Hütten von geradezu erbarmungswürdigem monstration verlief ohne Störung und ohne Eingreifen der Polizei. Leutnantsreligion. ( In der Kreuz- Zeitung sind Religious stunden für Offiziere angeregt worden.) Der gaminator: Was wissen Sie, Herr Leutnant, von Der Leutnant: Sie will die Religion der Armen fein, fie ftellt die menschliche Gleichelt aller fest und verwirft jede lleber hebung und egoistische Gewalt. Der Egaminator: Welche Schlüffe ziehen Sie daraus für ben Dffiziersstand im besonderen? der oberen Zehntausend nicht ganz gleichgültig, ob die belanglose| Rutenstreiche eingegangen sind. Auch das Gefühl des„ Noch Plak| Gegner der Todesstrafe diese selbst in solch milder Form ablehnen Witwe Hamm sitzt oder nicht sitzt. Ja, der neue Mittelstand" habens", von dem ich in meinem ersten Artikel sprach, habe ich müssen. Ganz und gar nicht einiggehen können wir aber mit dem hat es fertig bekommen, unser Gefühlsleben derart zu verkitschen, nur insoweit in den russischen Gefängnissen empfunden, als sie Herrn Verfasser, wenn er sagt, die Einführung der Badewanne daß eine Aktion für solch sicherlich brummige und flegelhafte Ber- ficherlich noch viel Platz haben, wenn mit den gesetzlichen Strafen durch den bertitschten Mittelstand" schädige die Kultur. Wir sind sonen eingeleitet wird. Wie anders im heiligen Rußland, dieser unter den Gefangenen ordentlich aufgeräumt wird. Ein ungemein es unseren Lesern schuldig, Protest zu erheben gegen eine solche Urmutter aller menschlichen Kultur. Dort fißen Tausende in den netter Bug ist mir übrigens in einem als besonders grausam ver- Aeußerung, die geeignet erscheint, unsere neuen aufstrebenden Gefängnissen, die mindestens so unschuldig sind wie die Witwe schrienen Gefängnis begegnet. Es sollten dort vier politische Ver- Stadtteile zu schädigen. Schon die zutreffende Bezeichnung KulturHamm, und dennoch verliert kein Mensch in diesem gefegneten brecher, die sich nicht gescheut hatten, eine sozialdemokratische Bei- wohnungen" widerlegt die schiefe Auffassung des Herrn Verfassers, Land ein Wort darüber. Die Behörden besonders beweisen hierin tung zu halten, und sogar im Geruch standen, mit einem Sozial- dem wir mit aller Entschiedenheit entgegenhalten müssen, daß es eine geradezu rührende Rücksicht auf die Nerven der fremden Be- demokraten einmal an einem Tisch zusammengesessen zu sein, ge- gerade die Herren Hausbefizer find, die unsere architektonische fucher. So wie ich das Paßwesen Rußlands als etwas außer hängt werden. Und hier zeigte sich so recht, mit welchem Bartgefühl Stultur auf die heutige Höhe gehoben haben. Den Herren Hausordentlich Anheimelndes gepriesen und auf das Rührende hinge- die ruffischen Behörden vorzugehen verstehen. Bei uns hätte man befizern aber( die wir gleichzeitig auf unsere täglich erscheinende, wiesen habe, daß eine Obrigkeit in einem so riesigen Reich wie wahrscheinlich dem Scharfrichter die ganze Sache übertragen, der vollständig geführte Subhastationsliste aufmerksam machen) rufen Rußland sich um den einzelnen fümmert, wie Eltern um ihre Un- natürlich nicht im geringsten Verhältnis zu den Verbrechern steht wir im Hinblick auf die Badewanne zu: In hoc signo vinces! mündigen( nebenbei gesagt meine fabelhafteste Bemerkung!), so und der ganzen Sache einen übel geschäftsmäßigen Anstrich gegeben fand ich auch das Wahl- und Quallose bei den Verhaftungen in hätte. Wie anders hier. Der Gefängnisdirektor erlaubte einem Rußland ungeheuer patriarchalisch. Die mütterliche Behörde tat ber vier Verurteilten, seine drei Freunde der Reihe nach unter so, als sei sie mit dem geringsten ihrer Untertanen seit Jahren möglichster Schonung aufzuknüpfen und nur dieser eine wurde auf Du und Du und behandelt ihn so wohltuend formlos, daß sie zum Schluß von drei heiter betrunkenen Gefängniswärtern mit nicht einmal einen Grund angibt, wenn sie ihn nach Sibirien ver- einer Geschicklichkeit, wie sie nur langjährige treue Tätigkeit im schickt. Bei uns bedarf es erst einer läftigen Untersuchung, die Dienste des Baren verleiht, niedergeschlagen, ausgezogen, aufgehängt dadurch noch in die Länge gezogen wird, daß sich jeder renitente und scherzhaft in die Länge gezogen. Gerade das Patriarchalische Arbeiter erlaubt, einen Anwalt zu nehmen. In Rußland gibt es trieb mir faft die Tränen ins Auge, um so mehr als ich erfuhr, so viel Menschen, die wissen, daß der Arbeiter ein rechtloser Lump daß diese Gelegenheitshenker, genau so wie die Moskauer Droschten ist, daß an so unnötigen Formeltram nicht gedacht wird. Man kutscher, ihr Gewerbe nach keinem Zarif ausüben, weil sie ihn mit sperrt das Pack einfach in die Gefängnislöcher, im Notfall peitscht Recht für ein bedauerliches Zeichen einer plebejischen Kultur erDiese ganzen Zusammenman die Bande einmal ordentlich aus und erzielt so Resultate, achten, in die sie nicht hineinpassen. die gerade der von den Gegnern immer lärmend gerügten Ge- hänge zwischen Prügelstrafe und kulturellem Hochstand sind aber so etwas überragend Großes und so kompliziertes, daß fängnisüberfüllung abhelfen: die Kerle sterben wie die Fliegen. ausführlicher darüber berichten möchte. * ** Muckers Stoßseufzer. basH 19/1901821 Aber auch die Gefängnisse selbst haben mich wahrhaft angeHeimelt. Es ist eine alte Weisheit, daß die Kultur mit der Reinlichkeit sich nicht verträgt. Wo der verkitschte Mittelstand die BadeWernerle Sombart, Rußland und Badewanne. wanne einführt, ist es mit der Kultur aus, die sich lediglich mit In dem Artikel„ Gedanken in Rußland" fanden sich Aeuße der Patina des Schmuges verträgt. Und Schmus, Schmus gibt es in russischen Gefängnissen übergenug, um zwei Kulturen damit rungen, auf die wir zurüdkommen möchten. Es wurde da gesagt, zu düngen! Etwas unendlich Wohltuendes ist es, zu sehen, wie es sei gleichgültig, ob die belangloje Witwe Hamm size oder nicht die Untersuchungsgefangenen schon von den Wärtern behandelt fize. Ohne uns auf sentimentale Erwägungen einlassen zu wollen, Sandn alle Suchend durch die Galerie Bin ich neulich still gegangen, Bilder sah ich, wie noch nie, An den hohen Wänden hangen. Beiber, splitterfafernadt, Feen, Nymphen oder Musen Grimmig hat es mich gepadt Da im feufchen Männerbusen! Meine Blide, eisern, fest, eifern, Hab' ich stramm auf sie gerichtet Hätten sie von Scham' nen Rest, Wär'n schon dadurch fie vernichtet. Doch nicht Leda mit dem Schwan, Noch die Benus war betroffen Dafür tat ein Jüngling nahn, Der davor stand wie besoffen. Mit den Blicken gier verschlang werden, als seien fie nahe Verwandte. Das klatscht von Ohr- müssen wir dem geschäßten Verfasser doch zu bedenken geben, daß Er die schönen, nackten Leiber feigen, da regnen Büffe und hageln Fußtritte, daß man meinen es im Hinblick auf die Staatskasse durchaus nicht so gleichgültig fönnte, man sei mitten in einer jener ewig betrunkenen, frucht ist, ob ein Gefangener mehr oder weniger die Gefängniskost genießt. baren Familien Rußlands, auf denen die Größe und Schönheit Wir können durchaus verstehen, daß der Herr Verfasser von der Dieses Landes beruht. Ich kann mir den Hinweis nicht versagen, objektiven Galtung der russischen Behörden den unschuldig VerWir müssen aber wie unangenehm und querulantenhaft sich wohl ein deutscher urteilten gegenüber angenehm berührt war. Strafgefangener, besonders aus den dienenden Schichten, benehmen ihm zu bedenken geben, daß in Rußland dem Staat ganz andere Ohrfeige erlauben würde. Selbst in den Gefängnissen trifft man Bodenschäßen dieses Riefenreiches nicht so sehr darauf ankommt, nur selten den mürrischen und verärgerten Typ, der bei uns so ob ein paar Gefangene mehr oder weniger am Gnadenbrot des häufig ist. Die meisten liegen demütig und schweigend auf den Staates trepieren. Die hübsche Anekdote von den vier politischen zehn Quadratzentimetern, die ihnen zukommen, allerdings nicht Verbrechern, die nicht durch rohe Henkershand, sondern burch milbe immer auf Grund des alten Herren- und Dienerberhältnisses, fon- Freundesbeihilfe vom Leben zum Tode gefördert werden, weist dern manchmal auch, weil sie gerade infolge der letzten hundert sicherlich feine, menschliche Züge auf, wenn wir auch als überzeugte Ich dagegen ohne Zwang Fluchte wie ein Schweinetreiber. Heil'ger Jagow. hör' mein Leid, tten Laß durch mich dein Serze rühren: 10 Tu zum Schutz der Sittlichkeit würde, wenn sich ein Aufseher die kleine Bertraulichkeit einer Mittel zur Verfügung stehen und daß es bei den ungeheuren Diese Bilder tonfiszieren! In ein eigenes Gebäu Lasse diese Bilder kommen, Sichtbar nur der Polizei Und den echten, wahren 60 Frommen! E. AL. Der Beutnant: Daß er der vornehmste Stand ist, daß er fräumen war, sette fie in ähnlicher Weise gleich die ganze Versamm staatlich und gesellschaftlich zum Herrn über alle geboren ist, und lung an die Luft. daß er dies auch durch möglichst strammes Verhalten jederzeit zum Ausdruck zu bringen hat. Die Der gaminator: Sehr gut, Herr Leutnant! Bergpredigt ist Ihnen bekannt? Schön! Was halten Sie von dem Spruch„ Selig sind die Friedfertigen"? und Arztkosten verursacht hatte, begreiflicherweise den Urheber gern Da fie nun, weil die schwere Arbeit ihr einen Ohnmachtsanfall Spiel und Sport. Der Berufsringkampf. sprechen wollte, dieser ihr aber ftets auswich, so zitierte sie ihn im Auftrage ihres Herrn und Gemahls vor Gericht. Runde mußte Große Anschlagplafate, die uns auf den Straßen und in sich vor dem Riefenburger Schöffengericht wegen Beleidigung und den Cafés begegnen, loden uns zu den Ringkämpfen. An der Hausfriedensbruch verteidigen. Hausfriedensbruch wollte das Ge- Kasse des Birfusgebäudes war ein Gedränge, daß es faft richt nicht gelten lassen, aber eine Beleidigung nahm es an und nicht zum Durchkommen war. Logenfiz 5,70 M., Galerie bedachte den Gemeindevertreter mit 10 M. Geldstrafe. Die 200 Be- 50 Pf. Der große Raum war vollständig besett. Kopf an wohner von Groß- Sonnenburg haben nun einen Gesprächsstoff für Kopf und eng aneinandergepreßt saßen die Massen. mehrere Jahre, da man fich darüber nicht einig ist, wen man als Auf ein Zeichen hin betreten in furzen, prallen, Der Leutnant: Hier stehe ich freilich äh auf einem anderen Standpunkt, den ich allerdings nur im engeren Kreise zum Ausdrud bringe. Ich halte mich gegenüber der neutestamentlichen Lehre: So Dir jemand einen Streich gibt auf die linke Backe etcetera, mehr an das Alte Testament Auge um Auge" und so Sieger auszeichnen soll. weiter. " Der Examinator: Sehr gut! Herr Leutnant. Ich sehe schon: Ihr Verständnis alle Achtung! Lassen Sie uns nun nur noch ganz kurz die zehn Gebote ftreifen. Wie interpretieren Sie das atveite Gebot:„ Du sollst nicht fluchen"? Der Leutnant: st äb von den oberen Chargen. vom Major aufwärts, tunlichst zu befolgen. Unteroffiziere und Gefreite bleiben dagegen von dieser äh ziemlich unpreußischen Forderung unberührt. Der Examinator: Und das dritte:„ Du sollst den Feier tag heiligen"? Der Leutnant: Gilt selbst- verr- ständlich für die Herren Offiziere uneingeschränkt. Für die Mannschaften wäre die Puhstunde und einige andere Kleinigkeiten strifte auszunehmen. Der Examinator: Und wie stellen Sie sich zu dem fünften Gebot? Der Leutnant( zuckt lächelnd und verbindlich die Achseln.) Der Eraminator: Ausgezeichnet! Herr Leutnant. Gestatten Sie nur noch eine furze Frage! Sie erinnern sich gewiß, daß in einem der späteren Gebote von dem Beibe des Nächsten die diede ist, das man nicht begehren soll. Der Leutnant: Wenn dieser gewiß immerhin pein liche Vorfall sich ereignet, so ist wohl die Hauptsache was Martin Luther übersehen zu haben scheint daß die äh- Angelegen heit unter allen Umständen standesgemäß erledigt wird. Der Examinator: Herr Leutnant! Ich gratuliere Ihnen und überreiche Ihnen gleichzeitig den kleinen Katechismus, in Leder gebunden, als Preis für die Auszeichnung, mit der Sie Ihr Egamen in. Religion bestanden haben! Vom Jahrmarkt des Lebens. Die gewaltige Frau von Sonnenburg. Aus Danzig wird uns geschrieben: Der Gemeindevorsteher von Groß- Sonnenburg, Kreis Rosenberg, ist gewiß fein schlechter Mann. Er hat nur die Eigen schaften, die man so oft bei den ostelbischen Gemeindevorstehern zu finden pflegt: er glaubt sich als König des Dorfes mit dem Recht ausgerüstet, allein über das Wohl und Weh seiner Gemeinde wachen zu müssen. Kein Wunder also, wenn er sich das Bestima mungsrecht in allen Sachen vorbehielt und seine bessere Sälfte ein scharfes Regiment führte. Leider jedoch mußte ab und zu der Form genügt, das heißt, eine Gemeindevertreterversammlung einberufen werden, die für gewöhnlich in der Wohnung des Vorstehers tagte. Nun war es geschehen, daß in die sonst so friedliche Wunde der Gemeindevertreter ein Befiber namens Otto Runde gewählt worden var. Dieser wagte es oft, den Bestimmungen des Gemeindevorstehers mit bescheidenen Fragen zu begegnen, die, das fühlte jeder, die Autorität und das Ansehen des Herrschers von Groß- Sonnenburg arg bedrohten. So auch diesinal. Die Herren Gemeindeber treter waren in die Wohnung ihres Herrn und Meisters zu einer Gemeindevertreterversammlung gebeten worden. Man wollte sich über die Anmeldung von Pferden zu Remontezweden und die Vergebung von Ausbesserungsarbeiten an einer Brücke der Dorfstraße unterhalten. Ueber die Remonten plauderte man recht genütlich, selbst der Opponent hielt sich in den Grenzen, die in der feierlichen Versammlung schicklich waren. Die Debatte über die Brüdenaus besserung aber führte zu einem Zusammenstoß, der vor dem Riesenburger Schöffengericht ein ergößliches Nachspiel hatte. In früheren Jahren hatte der Gemeindevorsteher stets die Brüdenausbesserung übernommen; weshalb sollte er es diesmal nicht tun? Die Versammlung fand darin nichts Auffälliges; fie hatte auch dagegen nichts einzuwenden, daß der Herr des Ortes sich für diese Arbeit 100 M. aus der Gemeindefasse zahlen lassen wollte. Nur Runde, der Unverbesserliche, fand den Mut, von Sachverständigen zu sprechen, die die Arbeit auf höchstens 30 bis 55 M. schäßten. Leicht erklärlich, daß dieser ebenso empörende wie störende Einwurf den Herrn Gemeindevorsteher erregte, und leicht begreiflich, daß er das Mitglied der Gemeindevertretung dreimal aufforderte, die Wohnung zu berlassen. Der Erbfreund und der Erbfeind. schwarzen Trikots die Ringer, wandelnden Fleischmaffen gleich, im Gänsemarsch die Arena. Zum Schluß ein etwas unproportioniert gebauter und mit einer be. Die ganze staatserhaltende Presse ist entrüstet. Der russische kleinen, aber deutlich sichtbaren Anlage zu X- Beinen Bär hat seinen früheren Barbareien eine neue hinzugefügt und sonders starker Mann... ein Amerikaner. die drei deutschen Luftschiffer, die mit ihrem Freiballon vor zivei Zwei Kämpen treten auf den großen Teppich, der mitten Monaten nach Rußland verschlagen wurden, wegen Spionage zu in der Arena ausgebreitet liegt und der für heute abend den je sechs Monaten Einzelhaft verurteilt. Die Beweis- Kampfplak bildet. Der Manager und Oberschiedsrichter, aufnahme in diesem Prozeß entsprach offenbar den Rechtsgaran- der im Smoking, erscheint, gibt durch einen schrillen Pfiff tien, die man sonst bei den russischen Feldgerichten zu wahren das Zeichen zum Beginn des Kampfes. Und nun gehen die pflegt. Die drei armen Teufel sind verurteilt und alle Lamen- beiden Riesen aufeinander los. tationen der staatserhaltenden Presse, die sonst die Brutalität unseres östlichen Rachbars als eine Fügung Gottes gelassen hinnahm, hätten sie von der Abbüßung der Strafe nicht befreit, wenn es nicht gelungen wäre, rechtzeitig die 6000 Rubel Kaution auf zubringen, für deren Zahlung Rußland die Verurteilten entwischen lassen will. Rußland weiß, toas es sich mit deutschen Staatsbürgern ungestraft erlauben darf. Und doch könnte diese Presse, wenn sie nicht instinktiv in unserem öftlichen Nachbar den Hüter der Reaktion und in dem politisch radikalen Frankreich den Erbfeind jähe, aus einem völlig gleich gelagerten Vorfall manches lernen. In letzter Woche wurden nach Frankreich drei deutsche Luftschiffer verschlagen. Sie hatten dieselben Orientierungspläne in ihrem Ballon, wie die in Rußland verurteilten Luftschiffer. Aber sie hatten das Glüd, in einem Kulturstaate zu landen und wurden daher nach den üblichen Förmlichkeiten sofort entlassen, um in die Heimat zurüd zukehren. Die Staatserhaltenden werden nichts lernen. Bei der ersten besten Gelegenheit wird wieder eine wüste Heze gegen den Eröfeind im Westen durch ihre Blätter toben. Das Stiefvaterland. Noch blüht in deutschen Landen die Romantik, und sie ist eine Blume, die zum Himmel stinft. Sie blüht in der Farbe der Schain, die das Vaterland nicht fennt und das Bürgertum als etwas Beraltetes abgelegt hat. In einem bescheidenen Mansardenstübchen des Hauses Charlottenstr. 70 beging der 72jährige Beteran des Strieges 1870/71, Friedrich Ethe, init seiner wenig Jahre jüngeren Fr das Fest der goldenen Hochzeit. Ethe, der bei der Belagerung von Belfort schwer verwundet wurde und durch Lähmung beider Beine seitdem dauernd invalide ist, wird von seiner treuen Lebensgefährtin gepflegt. Beim Fest der goldenen Hochzeit des Jubelpaares, das sich ben 27 W. monatlichen Einfünften erhalten muß, fam die altberühmte deutsche Romantik wieder einmal zu Ehren. Als erster Gratulant erschien der Vorsteher des 38. Polizeireviers, der mit den Glückwünschen des Kaisers ein Gnadengeschenk in Höhe von 50 M. überbrachte. Verschiedene Firmen und mehrere Stammtische der Gegend erfreuten den alten Soldaten, dessen Brust zahltriche Orden und Ehrenzeichen des lebten. Feldzuges schmücken, durch Geldspenden und materielle Genüsse. So die gerührten bürgerlichen Blätter. Was war das vor Belfort? Eine Kazbalgerei. Ein Kinderspiel. Das Heldentum begann erst, als Ethe den Kampf mit dem Leben im Dachgeschoß aufnahm. Zum blutigen Drama steigerte sich das Heldentum durch die verzweifelten Anstrengungen, sich und seine Frau mit 27 M. Rente pro Monat zu unterhalten. Jest, da er 72 Jahre alt ist, wird dem Veteranen das Leben, das er hinter fich hat, verschönt. Der Kaiser hat ihn ein Geschenk überreichen lassen, 50 M., aber doch ein Gnadengeschenk. Unter dem Schluchtruf: Gebt für einen Invaliden, sammelte man an Stammtischen; Firmen rückten mit„ materiellen Genüssen" an, und bis in den späten Abendstunden wurde Ethes Mansardenstübchen von Gratulanten belagert. Das Vaterland fehlte unter ihnen. Aber es hatte ja auch inimer seiner Pflicht genügt. Monat für Monat zahlte es dem Invaliden seine Rente in Höhe von 27 M. Der Gipfel. Ein Handgeplänkel, dann ein festeres Zufassen. Der„ starke Mann" gefällt sich darin bei jedem neuen Griffajien, seine geräumige Hand auf die bloßen Fleischteile seines Gegners möglichst nachdrucksvoll und unter klatschendem Geräusch niederfallen zu laffen. Den anderen Ringer ärgert dies. Er sucht sich daher ausgiebig zu revanchieren. Ein Pfiff des Managers. Die eriten 10 Minuten sind um. Eine Minute Pause. Dann tobt der Kampf von neuem, beginnend mit einem erneuten Teppichklopfen. Die Augen des Starken funkeln wie bei einem gereizten Tiger. Seinem Gegner gelingt es, ihn durch einen blikschnellen Griff von hinten in die Söhe zu heben und zu Boden zu werfen. Die schmerzhafte Nackenmassage fett ein. s Auf der Galerie stedt einer zum Zeichen des Protestes zwei Finger in den Mund und pfeift aus Leibeskräften. Vom ersten Plaz ruft ein anderer dem fühnen Pfeifer das Beruhigunaswort zu: iiifit!" Nun kommt Leben und Aufregung in die Menge. Unten in der Arena liegt der Deutsche auf dem Amerifaner und bearbeitet ihm tatkräftig den Nacken, während der ,, stärkste Mann" durch Beißen die Griffe seines Gegners zu mehren sucht. Da durch einen plötzlichen Griffwechsel legt der Deutsche den Amerikaner auf beide Schultern. Von allen Seiten des Hauses ertönt ein tausendstimmiges Beifallsgeheul. Die Kämpfer verlassen den Plat. Dem amerikanischen Riesen stehen die Tränen in den Augen. Noch zwei Paare freten zum Ringen an. Und wieder be. ginnt das gleiche oder ein ähnliches Spiel. Genau wie vorher sah alles so ernst und so echt aus, als ob die beiden Gladioren da unten in Leben und Tod kämpfen werden. Wer aber hinter die Kulissen sehen kann, weiß, daß alles abgefartetes Spiel ist. Komödie, bezahlte Komödie. Mache, nichts als Madhe. Und ich frage mich: Warum opfert der Arbeiter eine lange Reihe von Abenden seine guten Groschen einer solchen Komödie, wo er das alles viel beffer und echter und vor allent billiger auf den Turner und Atkethenwett kämpfen umjerer Turn- und Atlethenvereine haben tanır? 68 95 Da geht es um die Ehre. Da gibt es kein einstudiertes Spiel wie hier unten in der Zirkusarena, wo es nur ums Geld, ums liebe, verdammenswerte Geld gebt... Sport und Geld sollten ein und für alle mal zwei unvereinbare Dinge bleiben. Fußballresultate. 1. Mannschaften: Alemania gegen Neuhellas 2: 1; Charlotten burg gegen Fichte 11 1: 6; Fichte 12 gegen Liberia 4: 1; Rummels burg gegen Jung- Stralau 3: 2; Siralauer Ballspielklub gegen Mahlsdorf 2: 2; Sperber gegen Neukölln- Bris 2: 0. II. Mannschaften: Fichte 12 gegen Fichte 4, lampflos von Fichte 12 gewonnen; Freie Sportvereinigung gegen Lichtenberg 5: 1: Fichte 5 geger: Gesundbrunnen 5: 10; Adler gegen Fichie 33: 0; Froh und Frei gegen Zehlendorf 4: 2; Rummelsburg gegen Jung Stralau 3: 2; Sperber gegen Hansa 33: 5; Hertha gegen R. B. C. 0: 2; Fichte 12 gegen Fichte 17 1: 1; Stralauer Ballspielklub gegen Mahlsdorf 7: 3; Fichte 9 gegen Astania- Köpenid 8: 2. Hockey. Fichte 10. Männerabteilung gegen Sportklub Often 1913' 9 3; Der Berliner Lotal- Anzeiger" rühmt sich bekanntlich, das einzige Blatt zu sein, dessen Lektüre Witheim II. in unzerschnittenem Zustande genießen dürfe. Und doch entblödet sich das" Faichte milienblatt für die besseren Stände" nicht, folgendem Inserat Auf- Fichte 12. Männerabteilung gegen 3. Männerabteilung 3: 1. Herr, nicht in Berlin wohnend, sucht separates, durchausungeniertes Absteigequartier als fester Monatsmieter. Nähe Untergrundbahn Nollendorfplat, Bülowstraße oder Leipziger Platz. Preis ohne Frühstück nicht über 30 M. Runde scheint wunderbarerweise der Ansicht gewesen zu sein, eine Gemeindevertreterversammlung, selbst wenn sie in der Woh- nahme zu gewähren: nung des Gewaltigen abgehalten wird, müsse ibre festen Gesetze haben. Er bemühte sich deshalb nicht, dem dreimaligen ebenso flaren roie aufmunternden Runde muß raust" zu entsprechen, sondern wollte erst wissen, ob die Versammlung denn schon geschlossen sei. Mein", sagte der Vorsteher, und" nein" echote die Versammlung, denn die Brücke war immer noch zu vergeben. Glaubte Runde nun durch seine offenbare Versammlungsweisheit dem gesamten Rat Man ist ant Lokal- Anzeiger" zwar gewöhnt, daß er bei der imponiert zu haben, so hatte er seine Rechnung völlig ohne die Frau Aufnahme von Inseraten dem Grundsak huldigt: non olet! Diefes Gemeindevorsteher gemacht, die sich von der Küche her so tapfer ganz offene Vorschubleisten der Kuppelei läßt aber darauf schließen, an der Beratung beteiligte. Die Frau Genteinderat ist eine entschlossene Dame. Sie tat daher, was der Herr Gemeindevorsteher daß sich das Leibblatt der Hohenzollern trok der jüngsten Sanierung unterlassen hatte, stürzte ins Zimmer, bearbeitete den Mann, der in arger finanzieller Bedrängnis befinden muß. Denn ohne Grund es wagte, eine Meinung zu haben, mit den Fäusten, nahm ihn beim setzt man sich doch nicht der Gefahr aus, mit der Staatsanwaltschaft Kragen und warf ihn zur Tür hinaus. Weil sie gerade beim Auf- nähere Bekanntschaft zu machen. Handlungsgehilfinnen, Handlungsgehilfen Handelshilfsarbeiter! Heute, Montag, den 4. Mai, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59( großer Saal): Oeffentl. Versammlung Reichstagsabgeordneter Dr. Quard, Frankfurt a. M. spricht über das Thema: Die verhunzte Sonntagsruhe. Nach dem Vortrage: Freie Aussprache. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Stralan. Am 1. Mai verschieb nach lan gem Leiden unser Genosse, der Glasarbeiter Gustav Meier. ANI Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Mai, nachmittage 5%, Uhr, von der Reichenhalle aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. In Freien Stunden Die Es wird Maffenbeinch erwartet, um die Versammlung zu einer möglichst eindrucksvollen Kundgebung der Handelsangestellten und Arbeiter für die vollständige Sonntagsruhe zu gestalten. Wochenschrift für Arbeiterfamilien Zentralverband der Handlungsgehilfen Deutscher Transportarbeiter- Verband wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Münzftr. 20. Alte Leipziger Str. 1. Leichtathletik. Bei dent ant Sonntag erfolgten Anturnen des Schöne berger Arbeiterturnvereins wurden recht erfreuliche Resultate erzielt. Bon 90 zu erreichenden Puntien brachte es ein Sportgenosse auf 87. leber 70 Bunfte erreichten noa) fünf andere Teilnehmer. Auch bei den Turnerinnen und den Jugendlichen wurde guier Sport erzielt. Auf dem Reinidendorfer Turnplak des Turnvereins, Fichte am Sonning der das Anturnen Frauen fand abteilungen des Vereins bei einer Teilnahme von zirka 100 Turnerinnen statt. Wettkämpfe fanden statt in Sugelitoßen, Ballweittours. Dreisprung, Weithochsprung und 50- Meter- Laufen. Die Höchstzahl der Bunkte, die eine Turnerin erreichte, waren 102. Eine andere brachte es auf 80 Puntte, während fünf Sports genossinnen es auf 60 und mehr Puntte brachten. ist der schönste Ausflugsort? Wo? Immer noch Pichelswerder, an der neuen beim Alten Freund. Heerstraße Wir empfehlen jedem Zeitungslejer zur Anschaffung: Liebknechts Volksfremdwörterbuch Dreizehnte Auflage. Reu bearbeitet, berichtigt und vermehrt unter Berüdfichtigung der Rechtschreibung nach dem vereinbarten amtlichen Regelbuch. Preis in Leinwand gebunden Mark 3,20. Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 69( Laden). Berantwortlicher Redakteur: Ernst Meyer, Steglik. Für den Inferatenteil verantw.: Tb. Glede, Berlin. Drudu. Betlog: Borwärts Buchdruderei n. Berlagsanftalt Baul Ginger a. Co., Berlin 248/ 13*