Nr. 121. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis prämumerando: Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1,10 wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Motl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat Bostabonnements nehmen all: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, nanien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. ads ad Vorwärts Berliner Volksblaff. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 fg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsa und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte 28ort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 1983. Das Militärkabinett. Dienstag, den 5. Mai 1914. dieses selbständigen Militärkabinetts nicht bedarf, beweist nicht nur der geschichtliche Hergang in Preußen, sondern vor allen Dingen das Beispiel der süddeutschen Staaten und Bayerns insbesondere, wo der Kriegsminister die persönlichen Angelegenheiten als oberster Chef mitverwaltet. Die Behauptung von der verfassungsmäßigen Stellung des preußischen Militärkabinetts ist blanker Schwindel. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 1984. Die Handlungsgehilfen waren zunächst über den ungenügenden Inhalt des Entwurfs sehr aufgebracht. Die bürgerlichen Parteien und die Regierung aber bearbeiteten planmäßig die bürgerlichen Gehilfenverbände und brachten jie in der Tat Schritt für Schritt von ihren Forderungen ab. Echließlich blieb noch der Streit über eine arge Verschlechterung des bestehenden Gesezes, eine Verschlechterung, die bezeichnend ist für die Stellung der bürgerlichen Parteien und der Regierung zu den Gehilfen. Das Wettbewerbverbot wird in der Regel mit dein Zusak vercinbart, daß der Gehilfe eine bestimmte Geldstrafe bezahlen muß wenn er im Widerspruch mit dem Wettbewerbverbot eine Stelle annimmt. In einem solchen Falle darf der Unternehmer nach dem geltenden Gesez nur die Geldstrafe verlangen. Dagegen schlug der Regierungsentwurf vor, daß in Zukunft in einem solchen Falle der Gehilfe durch Haft. bis zu 2 Jahren zum Austritt aus der verbotenen Stelle gezwungen werden kann. unsere absolutistische Bureaukratie die größten Wirkungen. was sie der Tüchtigkeit und der Tätigkeit eines Angestellten verVon nun an dehnte sich der Geschäftsbereich des Kabinetts danken auch nach dessen Austritt aus deren Geschäft nußbar zu mehr und mehr aus, und jetzt erst machte sich allmählich das machen, ohne Rücksicht darauf, ob dadurch das Fortkommen des Bedürfnis erheblich vergrößerter Bureauräumlichkeiten Angestellten erschwert werde. Das Wettbewerbverbot untersagt dageltend, die von Gottes und Rechts wegen in die Gebäude des her den Angestellten und Arbeitern das, was die Unternehmer tun: Der Ankauf und Bau der luxuriösen und kostspieligen Kriegsministeriumis hineingehören. es ist eine unverantliche Rechtsschmälerung der Villa in der Viktoriastraße, der unter ironischer Beiseite- Die Mehrheit des Reichstages mag ja in ihrer grotesken Angestellten und Arbeiter. schiebung des verfassungsmäßigen Budgetsrechts des Reichs- Harmlosigkeit der unverbindlichen Versicherung tranen, daß Seit vielen Jahren bereits haben denn auch alle Angestellten tages erfolgt ist, lenkt wieder einmal die allgemeine Aufmerk man sie nie wieder so vergewaltigen werde wie jetzt; bewilligt und Arbeiter die unbedingte Beseitigung der Wettbewerbverbote ſamkeit auf die eigenartige Stellung des Militärkabinetts in- fie aber gegenwärtig die fürstliche Villa und die Beigabe der gefordert. Schließlich sahen sich Regierung und die bürgerlichen mitten unseres Verfassungslebens. Man würde beinahe ein Bureauräumlichkeiten( diese sind in der Tat nur der Vor- Parteien genötigt, etwas in der Sache zu tun. Gefühl der Erleichterung verspüren, wenn man sagen dürfte, wand, das wesentliche ist die Villa), so erkennt sie da- Zunächst tamen die Handlungsgehilfen an die Reihe. Jedoch daß sie nur noch ein leberreft aus vorverfassungsmäßiger, mit für alle Zeiten die staatsrechtliche Stel- brachte der Regierungsentivurf nur ein ganz ungenügendes Flick= absolutistischer Zeit sei, eine Ruine, die mit der Weiter- Iung des Militärkabinetts grundsäßlich an, erkennt wert, das auf einem Umwege die Unternehmer abschrecken sollte, entwidelung und Befestigung der Parlamentsrechte von jelbst ebenfalls an, daß die Kriegsminister berechtigt find, jede Ver- gar zu leichtfertig ihren Handlungsgehilfen das Wettbewerbverbot stürzen würde. Leider ist dem nicht so; in der absoluten antwortung, jede Auskunft über dessen Handlungen und Maß- aufzuzwingen. Zu dem Zwecke verpflichtete der Entwurf die UnterMonarchie war seine augenblickliche Allmacht dem Kriegs- nahmen zu verweigern. Daß die Kommandogewalt an sich nehmer, den Gehilfen für die Zeit, in der sie durch Wettbewerb minister gegenüber längst beseitigt; lekterer allein war der verbot von der Annahme bestimmter Stellen ausgeschlossen sind, Krone gegenüber für alle Gefeße, Verordnungen und Erlasse eine Entschädigung zu zahlen. verantwortlich und leistete die Gegenzeichnung. Die augenblickliche überragende Stellung des Militärkabinetts ist.durch aus ein Neubau aus nach verfassungsmäßiger Zeit. Bei seiner Errichtung war die bewußte Absicht leitend, auf dem wichtigsten Gebiete des staatlichen Lebens die alte Vollgewalt der Krone wiederherzustellen, die Mitwirkung des dem Par- Bekanntlich ist es nicht das erste Mal, daß Iamente immerhin verantwortlichen Kriegsministers in mög- dieses den Reichstag vergewaltigt und daß der Reichstag die lichst weitem Maße auszuschalten, vor allen Dingen aber Chrfeige demütig eingesteckt hat. Um die Wende des Jahrüber die Grenzen der Kommandogewalt aus hunderts hatte er bekanntlich die Stellung des Kommandanten eigenem Rechte zu bestimmen. Troy des tückischen von Altona als„ fünftig fortfallend" erklärt; sie wurde beim Rates Friedrich Wilhelms IV. möchte man die beschworene Abgang des Inhabers seelenruhig, ohne den Reichstag irgend Verfassung nicht offen brechen; und so suchte man unserem wie zu befragen, vom Militärkabinett wieder besetzt. Der ReichsVolfe auf Umwegen möglichst viel von seinen verbrieften tag aber ließ sich durch einige Beruhigungspillen des Ministers, Freiheiten und Rechten wieder zu entziehen. Feierliche Zu- die ebenso vielen realen Wert hatten wie jetzt die des Herrn jogen ließ man unausgeführt, inden man die notwendigen von Falkenhayn, beschwichtigen. Man sieht, wie sehr die Gejeke nicht einbrachte oder verhinderte, Bestimmungen der bitteren Erfahrungen" der Militärverwaltung nugen. Sie Verfassung umging man, indem man alte Gejeze und Verwird durch solche Nachgiebigkeiten nur inuner anniaßender. Diesen Vorschlag empfanden die Gehilfen als eine schwere ordnungen für noch gültig erklärte, und andere Festsetzungen Wer jetzt der Versicherung glaubt, daß ähnliche Dinge nie Schädigung und verlangten, daß diese Bestimmung unter allen erläuterte man in dem von dem Absolutismus gewünschten wieder vorkommen werden, der ist ein Narr und gehört nicht Umständen gestrichen werde. Troßdem geben die bürgerlichen Sinne durch einseitige Verordnungen der Krone. in den Reichstag, sondern in eine Idiotenanstalt. Parteien die Hoffnung nicht auf, die Gehilfen auch für die VerSo besonders auf dem Gebiete des Heerwesens; denn Menß man erinnern an die Vergewaltigung des Vize- fchlechterung zu gewinnen. Die Parteien vertagien in der lebten nie vergaß man, daß, wer die Vollgewalt über das Heer präsidenten des Reichstages, der ja auch jetzt wieder amtiert, Sigung des Reichstags vor Ostern die zweite Beratung des Entdiese furchtbare Waffe" nach Herrn von Falkenhayn be- in seiner doppelten Eigenschaft als Abgeordneter und Reserve- wurfes, nachdem der Staatssekretär des Reichsjustizantes erklärt figt, der wahre Herr int Staate ist, allen Verfassungen und offizier. Auch hier hat man doch den Kampf ums Recht ge- hatte, daß die Regierungen des Gesetz scheitern lassen, wenn der affen Gejezzen zum Troz; siehe den Militärkonflikt der schent und schwachherzig nachgegeben, obwohl nichts flarer Reichstag nicht auch die Verschlechterung annimmt. sechziger Jahre und jetzt wieder Zabern! zutage lag, als der rechtswidrige Terrorismus der Militär- Seitdem sind einige bürgerliche Handlungsgehilfenverbände Man begann die Loslösung der Kommandogewalt von behörde. Und solche Leute glauben unseren Heeresgebietigern umgefallen, an ihrer Spike selbstverständlich die antisemitischen ihrer verfassungsmäßigen Verantwortlichkeit, indem man die zu imponieren! Der überaus klägliche Ausgang der Zaberner Deutsch- Nationalen. Das gab den bürgerlichen Parteien den Mut, befannte Stabinettsorder des Jahres 1861 13 Jahre nach Angelegenheit hat ihnen die Augen noch immer nicht geöffnet. ten Entwurf in der Fassung anzunehmen, den die Regierungen Einführung der Verfassung erließ, durch die bestimmt Und darum bin ich überzeugt, der Chef des Militär- wünschen und so vereinigten sich jänttliche bürgerlichen Parteien wurde, welche Erlasse der Krone in Heeresangelegenheiten fabinetts wird auch diesmal seinen Willen durchseßen. Wehe auf einen derartigen Antrag. der Kriegsminister nicht gegenzeichnen solle, und welche ihm dem Kriegsminister, wenn ihm das nicht glückt! Bei dem Gestern hatte der Reichstag darüber in der zweiten Lesung allein zur Kenntnisnahme und zu den Akten zugehen könnten. Geiste, der unsere Reichsboten beherrscht, wäre das freilich des Entwurfs zu beraten. Unsere Genossen dagegen forderten Herr Laband, der große Jurist, sagt von dieser Order, daß sie ein Kunststück. den unbedingten Ausschluß der Wettbewerbverbote. nicht gerade sehr klar sei. Diese naive Berühmtheit" hat Diesen Antrag begründete Genosse Hoch. Er wies nach, offenbar gar nicht gemerkt, daß solche Unflarheit Absicht daß die jetzt vorliegenden bürgerlichen Vorschläge völlig ungenügend ist. Wenn man nicht überhaupt in Bausch und Bogen die l sind und nur das von uns verlangte Verbot den berechtigten ForBefugnis der Krone verwirft, dem Kriegsminister Anwei- f derungen der Gehilfen Rechnung trägt. Unser Redner sagte aber sungen darüber zu geben, wo seine verfassungsmäßige Verauch den bürgerlichen Parteien ins Gesicht, daß sie für die unantwortlichkeit aufhört, kann man die einzelnen Festjegungen genügenden Verbesserungen und für die Verschlechterung des bes Carranza gegen den Waffenstillstand. nicht wohl angreifen, weil sie sich in gewollt- allgemeinen stehenden Gesetzes verantwortlich sind, und daß sie durch ihr El Paso, 4. Mai. Es wird gemeldet, daß General den Gehilfen so schädliches Verhalten immer weitere Kreise der und dehnbaren Redewendungen ergehen, mit denen man alles und jedes verteidigen, aber ebensogut auch alles und jedes Carranza es formell abgelehnt hat, während der Gehilfen um so schneller der Sozialdemokratie zutreiben. die Feindseligkeiten Das peitschte die bürgerlichen Parteien auf. Die Abgcordpreisgeben fann. Wie's trefft! Das ist eben die erschreckende Bermittelungsverhandlungen Kurzsichtigkeit und Beschränktheit unserer Volksvertreter, daß gegen Huerta einzustellen. Eine Note dieses Ju- neten Trimborn, Waldstein, Dr. Thoma usw. sie hinter der scheinbaren Harmlosigkeit der Militärbehörden haltes ist am Sonnabend nach Washington gesandt worden. Die Lage Huertas. niemals den Pferdefuß des Teufels merken. Die Vieldeutig keit der Ausdrudsweise gestattet den Kriegsministern, jedesLoudon, 4. Mai. Der Korrespondent der Times" meldet mal mit der biedersten und unschuldigsten Miene von der Welt, jede Berfassungsverlegung, jede böse Absicht mit den aus Merito, daß in der Stadt alles ruhig sei. Huerta politiker, hätten ganz und gar nicht ein Parteiinteresse im Auge, Brufitone der Ueberzeugung in Abrede zu stellen. Auch Herr foll am Ende seiner Kräfte angelangt sein. Er sieht sondern quälen sich einzig und allein zum Wohle der Gehilfen ab. bon altenbann hat nach seinem ersten mißglückten Auftreten feinen Einfluß langsam schwinden. Er lebt in beständiger und dann folgte die übliche jittliche Enirüstung der Herren über in der Zaberner Angelegenheit sehr rasch gelernt, den Ton Furcht, ermordet zu werden und hat daher große Vorsichts- bie Alles- oder- Nichts- Politi" der Sozialdemokraten und über der Bierchrlichkeit diesem gutmütigen und zugleich vor Ston- maßregeln zum Schuße seines Lebens getroffen. fliften zurüdbebenden Reichstage gegenüber auszuspielen. 11 Der zweite Schritt geschah dann in der ersten Hälfte der achtziger Jahre, als man das Militärkabinett auch formell von der Unterordnung unter das Kriegsministerium befreite. Durch die Reformgefebgebung in der Periode der Befreiungsfriege war die einflußreiche und mächtige Stellung des bor tragenden Generaladjutanten" beseitigt worden. Die Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten" bildete einen Teil des Kriegsministeriums; ihr Vorstand hatte zwar persönR. Gädke. Der mexikanische Konflikt. Ein gesunkenes Schiff. 11 furz alle bürgerliche Redner vergossen Krokodilstränen darüber, daß; So unser Genosse eine agitatorische Rede gehalten habe. Go sei die ganze Sozialpolitik der Sozialdemokraten nur Agitation im Parteiinteresse. Sie aber, die selbstlosen, bürgerlichen Sozialihre eigene staatsmännische Kunst, sich mit dem Erreichbaren zu begnügen leider nur stets zum Schaden der Angestellten und Arbeiter. Megifo, 4. Mai. Laut Telegramm aus Manzanillo ist der merikanische Dampfer merikanische Dampfer Luella" infolge Explosion Ihnen antworteten die Genossen Dr. Quard und Dr. Cohn. einer Mine im Hafen, die für den Kreuzer der Vereinigten Staaten Sie legten eingehend dar, daß das ganze moralische Getue der Raleigh" gelegt worden war, gesunken. Die Zahl der Opfer Gegner unangebracht jei. Die Angriffe unseres Redners konnten ist noch unbekannt. " lichen Bortrag beim Stönige, aber nur in Anwesenheit des Die betrogenen HandlungsKriegsministers. Jetzt benutzte man die Gelegenheit, daß der neuernannte Kriegsminister Bronsart von Schellendorff I. jünger im Range war als der General von Albedyll, um das Militärkabinett abzutrennen. Bisher hieß es in der Ranggehilfen. sie als völlig berechtigt nachweisen. Genosse Schumann begründete unseren Antrag, die Weilbewerbverbote auch für die andern Angestellten und Arbeiter, auf die sich die Gewerbeordnung bezieht, zu verbieten. Diese und einige weitere Verbesserungsanträge unserer Genossen lehnten die Gegner ab. Der nationalliberale Gehilfenführer Marquart jammerte vergebens über die Haltung seiner Partei, erklärte aber zi Schluß doch, daß er die Kapitulation vor der Regierung mitmachen werde. Nur gegen die Haftstrafe als Zwangsmittel gegen die Gehilfen wolle er stimmen. Darüber wird heute namentlich abgestimmt werden und die Gegner werden sogar diese Ungeheuerlichkeit beschließen. Die Sozialdemokratie hat auch bei dieser Gelegenheit wieder Die bürgerlichen Parteien haben es erreicht. Sie wagen es, liste unter„ Militärkabinett": siehe Abteilung für die die unerhörte Bergewaltigung fortbestehen zu laffen, daß der persönlichen Angelegenheiten. Von nun an steht das Militär- Sandlungsgehilfe nach Austritt aus seiner bisherigen Stelle nicht fabinett als selbständige Behörde hinter den Adjutanten des in jene Stonkurrenzgeschäfte eintreten darf, in denen er seine ArKönigs und unter„ Abteilung für die persönlichen Angelegen beitstraft am besten verwerten könnte. Ein solches Bettheiten" des Kriegsministeriums liest man die lakonischen bewerbsverbot erflären die Unternehmer für notwendig, alles getan, um die berechtigten Forderungen der Handlungsund es trifft dies für alle Angestellte gehilfen zur Geltung zu bringen. Sie standen aber allein. Die Worte: siehe Militärkabinett"; und zwar hinfort ganz un- weil sonst der Gehilfe nach seinem Austritt aus dem Geschäft das, türgerlichen Parteien und das klägliche Zurüdweichen eines Teils abhängig davon, ob der Minister älter oder jünger als der und Arbeiter zu Chef des Militärkabinetts ist. Daß lekterer stets dem junter- was er darin gelernt hat, in einer anderen Stelle zum Schaden der Gehilfen haben es verschuldet, daß die Gehilfen nur so wenig lichen Abel Breußens angehört, jei nur in Barenthese be- feines früheren Prinzipals ausnüßen tönnte. Dagegen sehen es erreicht haben. So sind die Gehilfen von ihren bürgerlichen merkt. Mit so fleinen und unscheinbaren Mitteln erzielt die Unternehmer als ihr selbstverständliches Recht an, sich alles, Freunden im Stich gelassen worden, politisihe Llebersicht. Sozialdemokratische Schulidcale. Die Gegner der Sozialdemokratie, die uns geflissentlich als Leute Einzustellen suchen, die die Vernichtung jeglicher Kultur aus ihre Fahne geschrieben, können sich, menn anders sie sich nicht absichtlich jeder besseren Belehrung verschließe», aus der Rede, die Genosse H a e n i s ch am Montag im Abgeordnetenhause über das höhere Schulwesen gehalten hat, mit Leichtigkeit davon überzeugen, wie verkehrt ihre Anschauungen über das Wesen der Sozialdemokratie sind, Tas von Haenisch entwickelte Programm wird von mehr als einem Pädagogen unterschrieben werden, und niemand, dem die Verbreitung von Bildung und Wissenschaft am Herzen liegt, wird sich den grundsätzlichen Forderungen widersetzen können, daß die Schätze des WisienS dem ganzen Volke zugänglich gemacht werden sollen. Wie e-Z aber heutzutage mit diesem von wahrhaft patriotischer Gesinnung getragenem Ideal bestellt ist, das setzte unser Redner, gestützt auf ein ungemein reichhaltiges Material, mit beißender Schärfe auseinander. Selbst die gewerbsmäßigen Lobredner des bestehenden ZustandeS werden nicht zu behaupten wogen, daß es ein Ruhmesblatt für Preußen ist. zu sehen, wie d.e Besucher der höheren Lchransialten durch einen eigens aus diesen Zweck zugeschnittenen Unterricht nicht zu vorurteilslosen freien Menschen, sondern zu Hurrapatriotcn erzogen werden sollen. Die Geschichte wird direkt gefälscht, Staats- und Gesell'chaftswissenschast werden den gleichen Zwecken wie der Geschichtsunterricht dienstbar geniacht, und sogar die Literatur wird den Muckern und Strebern zu Liebe kastriert. Diese traurigen Schulzustände zu schildern und ihnen gegenüber die Forderungen der Sozialdemokratie zu vertreten, »vor die Aufgabe, die sich Haenisch gestellt hatte und deren Lösung er sich in seiner anderthalbstündigen Rede init Geschick unterzog. Vorher hatte der neugewäblte Vertreter von Nordhausen, der Abg. Pietz ker sVp.j eine Reihe von Mißständen auf dem Gebiete des höheren Schulwesens zur Sprache gebracht und manche beherzigenswerten Anregungen gegeben. Freilich werden diese An- regungen ebensowenig wie die unseres Redners vorläufig aus frucht- bare» Boden fallen. Erklärte doch der Minister, der iin übrigen alles gut und schön findet, sich aufs entschiedenste gegen die Einheits- schule! Unter Herrn Trott zu Solz sind wirklich durchgreifende Re- formen nicht z» erwarten, die kleinen Zugesländnisie, zu denen er sich im Lause der Jahre bequemt hat, bedeuten keine Aenderung des System?. Nach weiterer unerheblicher Debatte, in der u. a, Abg. Heß vom Zentrum sich zum Sprachrohr der psäffischen und rückschrittlichen Bestrebungen machte, während die Fortschrittler Münsterberg und Cassel sich über Einzelheiten des höheren Schulwesens ver- breiteten, schloß die allgemeine Besprechung. Am Dienstag soll nach Erledigung kleinerer Vorlagen die Beratung des KultuSctats fortgesetzt werden. Eine Schamade. Herr Staatssekretär Tr. Delbrück will nichts gegen den Reichstag gesagt haben. Das Wölfische Bureau erklärt jetzt, daß in der Wiedergabe der Rede in Cuxhaven Un° genauigkeitcu unterlaufen sind. In Wirklichkeit hat danack der Staatssekretär gesagt: Wer, wie wir in Berlin, tagtäglich in der Schützenlinie stehen muß. wird durch die Krilik, die er dauernd üben oder über sich er- gSben lassen muß, in der Freiheit des Urteils darüber beeinträchtigt. was eigentlich das Ergebnis unserer Arbeit ist.(Allgemeine Heiter- len.» Sie werden mir darin zustimmen, daß eS zuweilen den Anschein hat. als wenn man sich der Erfolge und der Entwickelung unseres Vaterlandes nirgends so wenig bewußt ist, als im Reichs- tag: es ist ja selbstverständlich nicht der Fall, aber eS kann doch so scheinen. Hier draußen aber in der freien hanseatischen Luft, an der Pforte des Weltmeeres, angesichts dieses stolzen Schiffes, das sich zu seiner ersten Fahrt in den Ozean anschickt, wird unser Blick freier, und wir sagen uns mit Stolz, daß wir im Laufe der letzten vierzig Jahre im Deutschen Reich doch nicht vergebens gearbeitet haben. Das klingt freilich ganz anders, als die gestrige Fanfare. Die„Post" hat sich also vergebens über den Angriff gegen den Reichstag gefreut und � das„Berliner Tageblatt" hätte nicht erst nötig gehabt, ihn mühsam wegzuinterpretieren. Gewerkschaftsbriefe vom Salkan. Von Karl Lrgicn. III. Bukarest, Ende April. Sofia ist als Großstadt weiter entlvickelt als Belgrad. JJine Anzahl recht prächtiger Gebäude liegen im Zentrum der Stadt. Darunter eine russische Kirche, die noch nicht eingeweiht, aber zur Besichtigung zugänglich ist. Die Kirche, innen mit großer Pracht ausgestattet, ist als Denkmal für den russischen Aaren, dem Be- freier Bulgariens, gedacht. Die Baukosten sind durch Beiträge der Gemeinden gedeckt. Der König Ferdinand wollt: sich hier als Zar des Balkans krönen lasse». Tann hat cr�eS sich überlegt, daß die Krönung würdiger in Konstaiitinapel vollzogen würde. Dazu kam es jedoch nicht. Nun ist die Spannung mit Rußland so groß, daß man fürchtet, der Zar würde zur Einweihung der Kirche nicht komme», vielleicht nicht einmal eine Deputation senden. Deswegen wird die Eröffnung des Geschäftsbetriebes hinausgeschoben, bis die Verhältnisse sicki gebessert haben. Der Königspalast ist nur klein. Ter Wunsch des Königs ist, von der Stadt einen großen öffentlichen Park geschenkt zu be- kommen, in dem ein prächtiges Schloß erbaut werden soll. Da die Sozialisten aber eine recht ansehnliche Vertretung in der Ge- lueindcverioaltung besitzen, so gelingt die Sache nicht, obgleich viel: Bürgerliche gewillt sind, den Wunsch des Königs zu erfüllen und dem Volte den Park zu nehmen. Das Hotel- und Wirtshausleben ist, soweit die von dein Bürgertum frequentierren Lokale in Be- t rächt kommen, von dem deutscher Städte nicht wesentlich ver- schieden. Auch in den Ausflugsorten am Fuße des acht Kilometer von 2ofia> entsernteii Gebirges merkt inan wenig Unterschied gegenüber gleichen Orten in Deutschland. Tagegen hatte ein Volks- fest am ziveitcn Ostertap einen ganz andern Charakter. Aus einem rasigen Felde waren Tausende in heiterster Stimmung ver- saimnelt. Die bunten Nationaltrachten, die Zigeunerlager, in denen Mais gedörrt und als Lcckerbisicn verkausl wurde, gaben drin Ganzen einen echt orientalischen Anstrich. Originell war der bulgarische Nationaltanz. In der Mitte Zigeunermusik, Pauke, Trommel und Geige. Alles, was tanzen wollte, faßte sich an den Händen und hüpfte im Kreise herum. Welche Verschwendung von Kraft und Geld die Trennung in zwei sozialistische Parteien verursachte, lehrte uns ein Besuch der Arveiterlokalitäten. Tie„Engherzigen" und die„Weitherzigen" haben je ein Arbeiterheim, in welchem sich Burcauräume, die Buchhandlung, Sitzungszimmer und die Druckerei befinden. Die Zeitung der Engberzigen bat ILOOOO. die der Weitherzigen 10 000 Auslage. Tie Literatur ist die gleiche. Wie weil die Trennung geht, wurde uns an einer bulgarischeil Ausgabe von Mark �Kapital" gezeigt. �Zedc der.Parteien hat eine bcjonderc Uebcr- Kölner und Integrale. Es will den„Kölnern", trotz alles Terrorismus, nicht gelingen, oie integralen„Quertreiber" im klerikalen Lager zur Unterwürfig- kcit und Einstellung ihrer Kritiken an den großen Leistungen der Zentrumspresse zu zwingen. So beleuchtete Graf Oppersdorf ohne Rücksicht auf d'.e feigen Ableugnungen der„Kölnischen Volks- zeitung" in seinem Blatte„Klarheit und Wahrheit" die Rolle, die das offizielle Zentrum in der Episode des gefälschten Kaiserbriefes gespielt hat: „Tie ganze Kaiserbriefgeschichte ist ein Werk von Jen- trumsleuten, und nicht von belanglosen, sondern von Ab- geordneten und Redakteuren, von Parteimitgliedern also, die ins Weite zu wirken berufen sind. Und wenn die„Kölnische Volks- zeitung", um die ganze Kläglichkeit ihres Verhaltens in dieser Angelegenheit zu krönen, von einer„gehässigen Kampfesart der zentrumsseindlichen Presse" und von„Verlogenheit"(im Sperr- druck) zu reden sich erdreistet, so lügt sie. schlicht und einfach, mit demselben Talent unbestreitbare Tatsachen aus der Welt, mit dem Herr Gehcimrat Porsch ebenso unbestreitbare Tatsachen aus dem Gedächtnis verlor. Oder will die„Kölnische Volkszeitung", ganz abgesehen von ihrem eigenen Verhalten, vielleicht behaupten, daß der„Bayerische Kurier", der„Badische Beobachter"(des Zähringer Löwen), die..Augsbnrger Poll- zeitung"(mit dem gleichgerichleren Angriff gegen die Kaiserin!), die Korrespondenz des in allen Sätteln gerechten Zentrums- sührers Erzberger, die„Allgemeine Rundschau", die„Trierer Landeszeitung", der„Deutsche Bolkssreund" e tutti qusnti mit dem Zentrum nichts zu tun haben, keine führenden Zentrums- blätter sind? Tann entschuldigt vielmals, ehrliche Herren!... Und nun, zum Schluß, noch eine Frage: Wer stört den konfessionellen Frieden? Der(unterstellt einmal alles als wahr, was in Wahrheit sich als gefälscht erwies), der einen solchen Privatbrief schrieb, oder der, der ihn als die Ueberzeugung des obersten Vertrauensmannes der Nation in die Ocfscntlich- kcit zerrt? Tie Frage wäre einer Antwort wert. Und wenn sie auch nur auf drei Minuten sich einmal zu einem ehrlichen Bekenilliüs entschlössen, könnten sie sie Herren Kölner sogar selbst finden." Man kann es verstehen, wenn die so Gezeichneten den Grafen Oppersdorf mit ihrem Haß verfolgen. Freilich kennen die Anhänger der„Kölnerei" gegen ihre Wider- sacher noch viel weniger Schonung, als die Integralen. Der badische Zentrumsführer, der Geistliche Rat Wacker, rechnet zum Beispiel mit den Trierer„PetruS-Blättern", dem Organ des Bischofs Komm, im„Badischen Beobachter" in folgender Weise ab: 1. In persönlicher Beziehung. Ich finde eS unerträglich, anmaßend und feige zugleich, wenn jemand in der Art des Trierer„Quertreiber"- Blattes auftritt und dabei im Versteck der Anonymität verbleibt. Für Gegner solcher Art habe ich w c d er Respekt noch Beachtung übrig. Meine Oberen, die mich zur Rechenschaft ziehen können und denen ich gegebensalls bereitwillig und pflichtgemäß Rechenschaft geben würde, sind der Erzbischos von Freiburg und das erzbischös- liche Ordinariat(und über ihnen natürlich der päpstliche Stuhl). Von einem JnqusitionStribunal mit unbekannter Zusammensetzung in Trier oder irgendwo anders weiß ich nichts und will ich nichts wissen. Was es etwa unter- nimmt oder leistet, ist in meinen Augen absolut belanglos. Und so wenig ich der Meinung bin, daß ein Priester sich ohne weitere« über daS hinwegsetzen darf, wie von anderen aus Kosten seiner Ehre geurteilt wird, so bestimmt erkläre ich: Bei dem bisherigen Verhalten der„PetruS-Blätter" und ihres Augustinus ist e» mir ganz gleichgültig, ob sie ihr„Urteil" über mich abändern oder aufrechterhalten. 2. Nach der sachlichen Seite. Ungleich wichtiger als die Seite der ganzen Sachs, die mich persönlich berührt, ist die andere, welche mu weiner Person gar nicht zusammenhängt. Rur verblendeter Fanatismus kann übersehen, wie sehr mit einem solchen Treiben, wie gewisse„Quertreiber"- und„Inte- gral"-Elemente eS entfalten, den ausgesprochensten Feinden des Zentrums und der Kirche in die Hände yearbciict und welch unermeßlicher Schaden den wichtigsten Inter- essen der katholischen Kirche Teutschlands zu- gefügt wird. Tie Art, wie das Trierer„Oucrlreiber"-Organ auf meine Kosten aufgetreten ist. drängt die Frage auf, ob denn in Trier eine Gesellschaft mit geheimer Zusammensetzung sich etabliert hat. um Verdächtigungsmaterial auszuschnüffeln setzung anfertigen lassen.— Die Eisenbahner, die Lokomotib- sührer, die Lehrer und die Kellner haben besondere Lokalitäten. Diese Organisationen gehören keiner der beiden GewcrkschastS- gruppen an. Wenn alle diese Einrichtungen bereinigt würden, ließe sich ein staatliches HauS mit den modernsten Einrichtungen schaffen, während jetzt manches der Lokale recht primitiv, dafür aber sehr teuer ist. Dabei ist in der Arbeiterschaft im Lande anscheinend keine große Differenz vorhanden. Das zeigte sich auf der Fahrt von Sofia nach Rustschuk. Auf jeder Station, au welcher der Zug hielt, eine Demonstration mit vielen Fahnen, Ansprachen und Blumenspenden mit roten Schleifen. Immer sprach entweder ein Engherziger und ein Weitherziger, die sich für die Einigung erklärten, oder es sprach auch nur einer im Rainen beider Par- tuen, weil sich diese am Orte einig waren. Es half nichts, ich mußte von der Treppe deS Waggons auf die Ansprachen antworten. Ein demokratischer Abgeordneter der Sobranjc und ehe- maliger Minister des Innern bemerkte, daß einem Bürgerlichen daS Reden vom Waggon aus nicht gestattet sein würde.„Aber die Sozialisten haben�die Eisenbahnen durch ihre Organisation okkupiert."„Werden Sic Sozialist, dann dürfen Sie da- Gleiche tun," war meine Antwort. Er lehnte jedoch dankend ab, an- scheinend ist seine politische Betätigung einträglicher, als die eines Sozialisten. Bald war unser Coup« mit Blumen gefüllt, so daß wir in der Lage waren, unsererseits Blumenspenden mi die zahlreich er. schienenen Lehrerinnen auf den einzelnen Stationen zu verab- folgen. Ein sinniges Geschenk erhielten wir in Plevna. Von Schülern der dort befindlichen Weinbauerschule wurden uns drei Flaschen eines alten bulgarischen Weines überreicht, die uns die weiteren Strapazen, welche die Ovationen mit sich brachten, leichter ertragen ließ. In Rustschuk gab es dann noch eine Massendcnion- stration mit zwei Ansprachen. Fast hätten wir darüber das Schiff versäumt, das uns über die Donau nach Guirjewo in Rumänien bringen sollte, dum nun hörte der Einfluß der organisierten bulgarischen Eisenbahner auf. Tie Paßrevision war noch komplizierter als an der serbischen und bulgarischen Grenze. Daß unsere Pässe von dem rumänischen Konsul in Belgrad avisiert waren, genügte dem Grenzwächter nicht. Er wollte wissen, zu wem wir in Bukarest wollten. Aus unser Be- merken, wir würden in einem Hotel wohnen, verlangte er die Angabe de» Hotels. Schließlich befreite uns der Parteisekretär. der uns aus Bukarest entgegengefahren war, durch Nennung eines Hotels von diesem Examen. Die Pässe behielt der Grenzwächter zunächst. Wir mußten sie uns von der in der Nähe befindlichen Polizcistation abholen, denn an der rumänischen Grenze ist neben der papiernen Legitimation persönliche Bcaugenscheinigung durch cincn� Polizeimenschcn erforderlich. In Bukarest hatten sich wider Erwarten einige hundert Partei- genossen am Bahnhos eingesunden, die uns mit dem Gesang der International� empfingen. Mit Gesang ging es auch ein Stück in und zu Dennnziationszwecken zu verarbeiten. Müßte gegen alles Erwarten die Frage bejaht werden, dann wäre weiter zu fragen, ob der Klerus in Teutschland solches ertragen und der Episkopat in Deutsch- land es dulden könnte. Anderes will ich nicht hervorheben. Th. Wacker. Man sieht, der„Löwe von Zähringen" weiß sich in Positur zu setzen, den Rachen aufzureißen und zu brüllen. Doch werden di: Integralen dieses Getue nicht allzu ernst nehmen; denn sie wissen, wenn er auf den Schwanz getreten wird, zieht er ihn ein und schleicht still davon. So hat er es damals gemacht, als der Papst durch den Münchener Nuntius Frühwirth erklären ließ, er werde die Gewerkschaflsfrage regeln und wünsche, daß bis zu dieser Regelung die Zentrumspresse schweige. Noch wenige Tage vorher hatte Herr Wacker mit seiner ganzen Rabulistik bewiesen, daß der Papst in die Gewerkschastsfrage nicht das geringste hineinzureden habe. Als dann aber der Papst die Entscheidung vor sein Forum zog, sank Herrn Wacker der Zähringer Löwenmut in die Hosen, und er wagte kein Wort der Widerrede. Genauso steht es auch jetzt mit seinem Gebrüll. Immer wieder versichert er, weder der Papst noch der Episkopat hätten dem Zen- irum in politischer Hinsicht irgendwelche Vorschriften zu machen, und doch erkennt er in der obigen Erklärung dem Erzbischos von Freiburg und dem päpstlichen Stuhl das Recht zu, ihn wegen seiner politischen Tätigkeit zur Verantwortung zu ziehen. Wie stimmt das zueinander? Ueberflüssige Ausgabe. Der Kaiser hat nunmehr den Generalleutnant v. G e l i u S zum Militärbevollmächiigtcn am russischen Hose,„attachiert der Person des Kaisers aller Reußen", ernannt. Für die Geschäfte deS Militärbevollmächtigten hat Deutschland in Petersburg einen anderen Offizier fitzen. General v. Gelius wird einfach dem russischen Kaiser beigegeben, weil dieser auch dem deutschen Kaiser einen militärischen Begleiter in der Person des russischen Generals Tatitschoff gestellt hat. Wie sich Herrscher früherer Zeiten gegenseitig mit cinzelilen besonders großen Soldaten beschenkten, so tauschen der deutsche und der russische Kaiser einen General miteinander aus. Gegeil diese» private Vergnügen wäre vielleicht nicht viel einzuwenden, wenn nicht die Steuerzahler die Kosten zu tragen hätten. Aus den deutschen Anteil entfallen ungefähr 16 000 M. Fortschrittlich-nationalliberales Wahlabkommen in Sachsen. Ter Gei'chäftssührende Ausschuß und der Landesvorstand der nationalliberalen Partei Sachsens beschäftigten sich am Sonntag mit dem Wahlabkommen. das mit der Fortschrittlichen Bolksportci abgeschlosien werden soll. DaS Wahlabkommen wurde sestgelegt und soll beiden Landesparteitagen zur Genehmigung vorgelegt werden. Enteignung der Dual«. Dem Reichstag wird am heutigen Dienstag die von der Re- gierung zugesagie Denkschrift über die Enteignulig in Duala vor- gelegt werden. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt bereiis am Montagabend einen Auszug auS der Denkschrift. Dieser Auszug läßt erkennen, daß die Regierung alle Angaben der Eingeborcncn b e st r e i t e t. Den Eingeborenen wird zunächst zum Vorwurf geniacht, daß sie sich hartnäckig weigern, der Verlegung ihrer Wohnsitze zuzustimnr-ii. Obwohl die dortigen Beamten ihnen eingehend zugeredet haben, lassen sie sich angeblich nicht belehren. Sie haben der Durch- führung der Enteigliung von Anfang an bi« jetzt pajsivcn Widerstand entgegengesetzt. ES wird zugegeben, daß eine Anzahl Hütten einfach abgerissen worden sind und daß man eS den Eigentümern überlassen hat, diese Hütten in einem anderen Gebiete wieder aufzubauen. Bestritten wird auch, daß den Ein- geborenen der Wert ihres bisherigen Besitze» nicht ersetzt werden soll. ES wird behauptet, daß die Durchschnittspreise bezahlt werden und daß daS Geld für die bereits emeigneten Eingeborenen bereit liege, daß sie sich aber geweigert haben, das Geld in Empfang zu nehmen. Die Denkschrift gibt zu, daß das Hotel. daS von einem Eingeborenen betrieben wurde, abgerissen worden ist. Es wird aber behauptet, daß das Hotel nur auS einer Wellblech- barocke im Werte von 8000 M. bestanden habe, in der vorübergehend eine Kneipe iinterhalten wurde. Dem jetzigen Eigentümer ist eine Entschädiguiig von 90 Pf. für dos Quadratmelcr die Stadt hinein. Tann im Auto ins Hotel, denn wir sollten, ob- gleich eS zehn Uhr geworden war. noch zum sozialdemokratisäien Parteitag, der seine letzte Sitzung nach dreitägiger Dauer hielt. Das war keine anjjenehme Aussicht, denn eine vierzehnstündige Eisenbahnfahri, verichärst durch Tcmonstrationeii an den Halte- stellen, lag ja hinter uns. Die Delegierten de» Parteitages, etwa 10, hatten mehr Ausdauer. Während wir uns um 12 Uhr ver- abschiedeten, tagten sie noch bis morgens ö Uhr, um die Beratung bei Parteistatuts zu beenden. DaS Arbeitcrheim, mit einem kleinen Bersammluiigssaal,' einigen Bureaus für Partei und Gewerkschaften und der Buchband- lnng, ist recht primitiv, obgleich es nicht weniger als 6000 Frcs. Iahresmiete kostet. Tie Räumlichkeiten liegen im Hofe, zu dem man durch einen tunnclartigen HauSeingang gelangt. Das dreimal ivöchentlich erscheinend: Parteiblatt hat eine Auftage von 7000 bis 10 000 Exemplaren. Die Parteiorganisation zählt nur wenig Mitglieder. Tie Beiträge für die Partei werden auch von den Gewerkschaften durch Markenverkauf einkassiert. Tie Gciverk- schaften haben es wieder auf etwa 6000 Mitglieder gebracht, wäh- rcnd sie vor dem Kriege deren 10 000 hatte». Die Regierung läßt den Arbeitern zurzeit freien Spielraum. Jedoch nicht aus Liebe zur Arbeiterbcweg'-ing, sondern, um diese gegen die liberale Parle: auszuspielen. In den Jahren 1907— 1911 wäre weder der Empfang noch die Versammlung möglich gewesen. Die Ausländer wären ohne weiteres ausgewiesen worden, wenn sie in einer sozialistischen Versammlung hätten reden wollen. Die Versamni- lung selbst war von etwa 1000 Personen besucht, obgleich ein Ein- trittSgeld von 50 Centimen erhoben wurde. Die Versammlungs- säle kosten so hohe Mieten, daß sich die Erhebung eines Eintritts- geldes nicht umgehen läßt. Das Wahlrecht, das heute etwas preußisch ist, soll in nächster Zeit verbessert werden. Tie Agitation für das allgemeine, gleiäie und direkte Wahlrecht bildet gegenwärtig den Agitationsstoff in der Arbeiterschaft. Im Ganzen zeigen sich die Bewegung und die leitenden Personen recht sympathisch. ES ist wie in den anderen Balkanländern. Tie ersten Ansätze festgefügter Organisationen, dem Stande der industriellen Entwickelung entsprechend. Doch Rumänien will nicht zu den Balkaiiländern gezählt werden. Ties: sollen erst südlich der Donau beginnen, während Rumänien ein Kulturstaat sein soll. Bukarest wird mit Paris verglichen und auch Klein-Paris genannt. Diesen Vergleich kann nur ein Rumäne oder ein Westeuropäer machen, der Paris nie gesehen hat. Wenn man einige Gebäude oder Straßen mit Gleichartigem in Paris in Parallele stellt, kann nur die große Entfernung zwischen den beiden Städten zu dieser optischen Täuschung führen. Und Kultur- land?_ Wohl in keinem anderen Lande der Welt findet sich wie in Rumänien eine solch: Versklavung der Bauern durch die Bojaren. die ihre aus den Arbciterknockien erpreßten Kapitalien in Bukarest verzehre». Tic wiederholten Bauernaufstände sind in Blut erstickt. Der Kulturfirnis der Hauptstadt kann über diese Tinge nick't hinwegtäuschen, dabei mond gehen konnte. bewilligt worden, außerdem ist ihm der Zementsockel, auf dem die wenn ein höfischer Stunfitempel entstehen foll? Was kommt vom eigenen Partei scharf elbst die Konzession ist in seiner Wellblechbarade stand, mit 820 M. entschädigt worden. In der heraus? Die Entziehung der fürstlichen Gunst, und das Ende vom eigenen Partei scharf kritisiert worden. An seiner rechten Denkschrift werden alle Angaben der Eingeborenen als bewußt un Liebe ist, daß Seine Durchlaucht sagt: Nein, nun bekommt Ihr über Flanke hängen zudem die unabhängigen Nationalisten, die wahr bezeichnet; die Petition bestehe in der Hauptsache aus solchen haupt nichts! ihn unbarmherzig verfolgen, und auf der linken Seite hat er bewußten unwahrheiten und haltlosen Verdächtigungen. Die Und die bürgerlichen Stadtverordneten wagten feinen Ton des mit der von Larkin und Connally geführten Arbeiterbewegung Absicht der Eingeborenen sei, mit ihrem seitherigen Grund Widerspruchs gegen diesen flaren und glatten Versuch einer Burecht zu rechnen, die von einer Zersplitterung Irlands, die die und Boden Spekulation zu treiben. Durch die Auf weisung, der nicht im mindesten berechtigt war; denn in dem Augen Arbeiterschaft Dublins, Corks und anderer fatholischer Städte wendungen, die die Kolonialverwaltung mache, um die Wege blid, wo die Stadtverordneten Zuschüsse zu dem Theaterbau be- von den Arbeitern der Großindustrie Ulsters trennen und zur zu verbessern, Wasserleitung und Kanalisation auszubauen, steigt willigt hatten, wurde aus der reinen Privatangelegenheit des politischen Ohnmacht verurteilen würde, absolut nichts wissen der Wert des Grund und Bodens, und den Gewinn daraus wollen Fürsten" eine öffentliche Angelegenheit. Bon sozialdemokratischer will. Das weiß der geriebene Jurist Carson sehr genant. die Eingeborenen ziehen. Danach wären die Duala ja überaus Seite ist das in der Sigung denn auch zum Ausdrud gebracht ag er auch jetzt versöhnlich reden und dem Vorschlag 811zivilisationsfähig, hätten sie doch die Magimen unserer Haus- und worden, und indem der sozialdemokratische Vertreter die fürstliche Grundstüdsspekulanten sehr rasch begriffen! Die Dentschrift sagt: Burechtweisung" zurüdwies, betonte er augleich, daß die Stritit in „ Die Weißen sollten die Bienen sein und die öffentlichen Angelegenheiten vor der Person des Fürsten nicht Halt Eingeborenen wollten als Drohnen ein forgen- machen werde. Ioses Dasein führen." Mit einem Wort geht aber die Denkschrift darauf ein, daß auch die Verwaltung die Absicht hat, mit diesen enteigneten Grundstüden Spetulation zu treiben! Die Mosel- und Saarkanalisierung. stimmen, Ulster von der Homerule auszuschließen bis zur Einführung eines allgemeinen Föderativsystems, unter dem England, Schottland und Wales ebenfalls lokale Parlamente haben würden, er rechnet mit der Möglichkeit, die Nationaliften so in die Enge zu treiben, daß sie entweder mit den zit allem bereiten Liberalen brechen oder moralisch Bankrott In der am Sonntag in Trier abgehaltenen Generalversamm machen müssen. Diese plötzliche Befehrung eines Feuerfressers lung des Vereins für Mpfel- und Saarlanalisierung wurde nach kann nur die heilige Einfalt betrügen. Das Gerede voit Langer Debatte einstimmig eine Resolution angenommen, welche die Schließlich wird darauf hingewiesen, daß die Verhandlungen baldige Inangriffnahme des Kanalprojekts in wirtschaftlichem und einem Föderativsystem scheint nur ein Mittel zu sein, mit der Budgetkommission bereits schipere politische Folgen gezeitigt nationalem Interesse fordert. Die parlamentarischen Vertreter dem die Regierung ihren Rückzug verdecken will. Als solches haben. Schon am zweiten Tage nach der Sitzung der Budget werden gebeten, ihre Tätigkeit gegen den Widerstand der Kanal- faßt es jedenfalls auch Sir Edward Carson auf: denn was tommiffion feierten die Eingeborenen ihren Sieg über die Regierung feinde fortzufegen und auf die großen wirtschaftlichen Nachteile, die tann die Tatsache, daß in Edinburgh ein schottisches Varlaangeblich mit Tanz und Trinkgelagen. Wenige Tage später sollen ein weiteres Hinausschieben bringt, hinzuweisen. Du ment fist, an den Eigenheiten Ulsters ändern, die doch das sie ihrem Berliner Rechtsanwalt 5000 M. überwiesen haben und bereit Argument für den Ausschluß dieser irischen Provinz aus dent fein, neuerdings weitere 3000 m2, au bezahlen. Die ggitation folüter der Lehrfreiheit. ieanneuen land abgeben? Die Someruleschlacht ist noc). Lange zu bereits auf weitere Bezirke übergegriffen haben, politische Veriamm- Das Eintreten der Dozenten und Studenten an der Berliner nicht vorüber. Es ist nur eine Windstille eingetreten, in der lungen werden angeblich in der Nacht heimlich und gegen das aus- Handelshochschule für ihren Kollegen und Lehrer Professor Jastrow die Konservativen versuchen werden, die Quetschbarkeit" der drückliche Verbot des Bezirksamtmanns, von deffen Abberufung und berührt ohne Zweifel sehr sympathisch. Wenn Profeffor Jastrow Liberalen auf eine neue Probe zu stellen. Bestrafung bereits gesprochen wird, abgehalten. Die Autorität der den Nachweis führen wollte, daß man ihn seiner wissenschaft- Im Gegensatz zu den Liberalen, die jetzt sehr fleinlaut Regierung und der weißen Rasse soll bereits erheblich gelitten lichen Anschauungen wegen loswerden wollte, jo fönnten wir uns geworden sind, hören die Konservativen nicht auf, von den Raſſe lichen lichen dem Protest, der sich vorläufig nur gegen die Form der Kündigung Sympathien, die zwischen dem Heere und der Flotte einerWir werden, wenn die Denkschrift vorliegt, näher richtet, ebenfalls anschließen. Da aber allein in der Kündigungsseits und den Ulsterfreiwilligen andererseits bestehen, und darauf eingehen. Die Regierung rechnet offenbar damit, daß bei flaujel des Ausstellungsvertrages eine Beeinträchtigung der Lehr- von den kriegerischen Taten und der Tüchtigkeit der letteren der Geschäftslage des Reichstags, der unbedingt am 16. Mai in die freiheit gesehen wird, weshalb hat Professor Jastrom nicht sofort zu reden. 1350 250 10 Ferien gehen will, eine durchgreifende Behandlung der ganzen Frage umgangen werden fann! Im übrigen ist es nach dieser Darstellung um so unbegreiflicher, warum die Regierung die vorlegung des Schriftwechsels verwandfreierer Form, als wie bei Jastrow gewählt wurde, sicherzuweigert hat! haben. Gintre ber Berline England.A Das Budget. bei Abschluß des Vertrages dagegen protestiert? Wir halten es durchaus für gerechtfertigt, daß der Fall Jastrow dazu benutzt wird, die Lehrer an der Handelshochschule selbst vor Kündigungen in ein London, 4. Mai. Unterhaus. Der Schaktangler Toy S stellen. Wenn aber Organe wie die Deutsche Tageszeitung" und George brachte heute das Budget ein, wobei er u. a. ausführte, die„ Staatsbürger- Zeitung" fich plötzlich als Hüter der Gedanken- daß das vergangene Jahr ein Ausnahmejahr gewesen sei. Sandel Bertagung des württembergischen Landtages. Nach beinahe viermonatiger Tätigkeit ist der württembergische freiheit aufspielen, so verrät sich doch zu deutlich die Absicht, im und Wandel hätten ihren Höhepunkt erreicht, die Arbeitslosigkeit sei Trüben fischen zu wollen. Rufen nicht gerade jene auf die niedrigste 3ifer gefunden. Kaum ein anderes Land könne Landtag am Sonnabend bis zum Herbst vertagt worden. Es war Blätter stets nach einem Bernhard für etwas weniger scharf bies für sich geltend machen. Er sei imitande gewesen, die Mittel ein sogenannter Zwischenlandtag", der keinen Etat zu erledigen hatte. Einigermaßen aufgeräumt wurde mit den Vorlagen, die im macheriſche ſozialwissenschaftliche Dozenten?! Gar die preußische für die Ergänzungsetats bereitzustellen und dann noch einen vorjährigen Etatslandtag unerledigt geblieben waren, mit den Regierung gegen die Weltesten auszuspielen, mutet uns fomisch an; uebering von 750 000 fund Sterling zu erzielen. wenn wir auch gut wissen, daß die liberalen Heltesten ebenso wenig wenn die Flottenausgaben nicht seit 1909 die Erwartungen überInitiativanträgen und den Petitionen. Unerledigt geblieben find namentlich die Gefeßentwürfe über die innere Drd- wirkliche Gedankenfreiheit geben und etwa einen sozialistischen troffen hätten, so würde er imitande gewesen sein, Borschläge zur Dozenten anstellen würden. Was ist die Bestallung eines Straf Verminderung der Steuern zu machen. Der Schatzkanzler vernung des Etats, über die Errichtung eines unabhängigen profeffors, der einem mißliebigen Dozenten auf die Nase gefekt anschlagte die Einnahmen für das neue Budget auf Grund der be Rechnungshofes, über Neuordnung der staatlichen Gebäude- wird, in Preußen anders, als die offene Kündigung. Auch der stehenden Besteuerung auf 200 655 000 Pfund Sterling, die Aus brandversicherung und die Vorlage einer neuen Wegeordnung, Strafprofessor, dem die( einträglichen) Prüfungsämter übertragen gaben auf 205 985 000 Pfund Sterling, wobei ein Fehlbetrag voit die den Staat in größerem Maße als bisher zum Träger der Straßen5 330 000 Pfund Sterling verbleibe. Weitere Ausgaben würden fosten machen soll. Von den in den letzten Wochen erledigten Vor- werden, soll ja die Einnahmen seines Kollegen kürzen helfen. u. a. für Zwecke der Gemeinden und des Unterrichtswesens notlagen kommt derjenigen politische Bedeutung zu, die den Höchstiazz wendig werden. Mit Bezug auf die Ausgaben für Zwecke der Geder zulässigen Gemeindeeinkommensteuer von 50 auf 75 Proz. der staatlichen Einheitssäge erhöht. Auf Drängen unserer Die bisherigen Feitstellungen über die Wehrsteuerergebnisse in meinden behandelte der Schazkanzler ausführlich das Verhältnis. Fraktion war in der ersten Beratung beschlossen worden, die Ein- ansen( Schlesien) ergaben, daß das der Besteuerung hinter- von Staats- und Gemeindesteuern zu einander und zählte die zogene Vermögen rund 500 000 M. beträgt. Wanſen ist ein 3wede auf, für welche den Gemeindebehörden Zuschüsse gegeben von weniger als 950 befreien." Nachdem Saber bie Grſte Stammer die ganze Gleines Städtchen mit 2713 Einwohnern, die in der Hauptfache werben sollen. Die zuidzülje für bas öffentliche GesundheitsErhöhung Landwirtschaft betreiben und konservativ flerifal bis auf die wegen ihrer Wirkung auf die großen Einkommen abgelehnt und ins Knochen sind. besondere die Schußbestimmung zugunsten der Zwergeinkommen scharf zurüdgewiesen hatte, gab die Zweite Kammer diese Schutzbestimmung preis und erlaufte mit einer Milderung der Wirkungen Ueber den Charakter der Zentrumspresie hat der Präfes des nach oben die Zustimmung der privilegierten Oberhäusler. Die Katholischen Arbeitervereins zu St. Elifabeth, Pfarrer 8imbal in icharfen Debatten, die darüber entstanden, werden in der Agitation Breslau ein intereffantes Bekenntnis abgelegt. Nach den eigenen nachwirken. Auf den zum dritten Mal von der Zweiten Stammer Berichten der katholischen Schlesischen Volkszeitung" führte er aus, Schlesischen Volks. gefaßten Beschluß, daß die Regierung Mittel für die Arbeits er ziehe die fozialdemokratische Preffe der zeitung" bor, benn fie fei anständiger. Gr leſe beshalb lieber bie lofenfürsorge bereit stellen solle, hat sich die Regierung noch Breslauer Volkswacht, als die Schlefifche Boltszeitung". das nicht gerührt. Dagegen ist die neue Landespolizei Ben- Sentrumsblatt, das ihn und die Berliner Fachabteilungen anpöbele. trale errichtet und ein Kino gejes geschaffen worden, das der Die Wut des Klerifalen Blattes ist darüber nicht gering, und sie Polizei den Auftrag der fittlichen Erziehung des Volles erteilt. zieht den offenen Pfarrer gehörig durch die Zähne. Vorbereitungen für die Schiffbarmachung bes Patriotische Steuerdrückeberger. Bekenntnis eines Pfarrers. Die neue politische Lage in England. wesen würden sich für ein volles Jahr auf 4 750 000 Pfund SterLing belaufen. Der erhöhte Zuschuß für Unterrichtspejen in England und Wales werde 2 750.000 Bfund Sterling betragen. Anbere Buschüsse im Zusammenhang mit der Krankheitsversiche rung würden sich auf 1 250 000 Bfund Sterling belaufen. Die G1 währung aller dieser Zuschüsse werde im Dezember beginnen. Ihre Gesamtsumme betrage für das laufende Finanzjahr 4218 000 Bfund Sterling, die er dem Fehlbetrag von 5 335.000 Pfund Sterling hinzurechnen müsse. Mit einer notwendigen Ausgleichsjumme bon 200 000 Pfund Sterling werde sich der Gesamtfehlbetrag dant Er schlage Erhöhungen auf 9 800 000 Pfund Sterling belaufen. bei der Einkommensteuer vor. Die Die Einkommensteuer auf selbstverdiente Einkommen unter 1000 fund Sterling solle unverändert bleiben. Bei selbstRedars find trop einer ausgedehnten Landtagsdebatte keinen verdienten Ginfommen von 1000 bis 3000 Pfund Sterling folle sie Schritt weiter gediehen, so daß die Industrieverbände rebellisch zu merden beginnen. Zustande gekommen sind eine Anzahl Gesetze, die Aus London wird uns geschrieben: Mit einem Schlage fich jedoch staffelförmig bis auf einen Schilling und vier Pence Die Einkommensteuer auf nicht selbstverdiente Einu. a. die Unterstützung der notleidenden Weingärtner und der von hat sich die politische Situation verändert. Konservative und erhöhen. den Stürmen des vorigen Sommers Betroffenen regeln, ben Liberale, die sich vor wenigen Tagen noch verhöhnten und be- tommen werde von ein Schilling zwei Pence auf einen Schilling Denkmalschuß und die Förderung einiger Ausstellungen betreffen drohten, die sich im Parlament Schimpfwörter wie Lügner. vier Pence erhöht. Die Ergänzungssteuer solle anstatt bei 5000 Auch ein neues Gesetz über die Penfions- und Unfall fürforge der Verbrecher, Spigel an den Kopf warfen, liegen heute ein Pfund Sterling schon bei 3000 Pfund Sterling beginnen und Unfallfürsorge Störperschaftsbeamten hat Annahme gefunden. Bei der Neuregelung ander in den Armen und machen sich gegenseitig Romplimente. itaffelweise steigen, bis bei einem Einkommen von 100 000 Sterling eine Gesamteinkommensteuer nach dem des Verfahrens bei Submissionen wurden auf unseren Antrag Be Das Publikum ist verdust und weiß nicht, was es von der Pfund 2 Schilling 7 7 Pence pro Pfund Sterling stimmungen zum Schuß des Koalitionsrechts und zur Bevorzugung Geschichte denken soll. Viele, die nie die liberal- konservativen Gabe bon der Bewerber mit günstigen Arbeitsbedingungen getroffen, die aber Rämpfe ernit genommen und sie als furchtbar ernit aus zu zahlen seien, der Gesamtertrag der Ergänzungssteuer fehende, aber vorher abgekartete Bühnenringkämpfe betrachten, würde für ein volles Jahr 7 770 000 Pfund Sterling erIm Jm ganzen hat die Mühle des württembergischen Landtags in jehen in der Vorstellung nur eine Bestätigung ihrer Ansichten. geben. Die Erbschaftsst eu er würde bei Nachlässen von über den letzten Monaten eifrig gemahlen, aber ihre Ergebnisse bilden weifellos tragen viele Kämpfe der beiden bürgerlichen Bar 60 000 fund Sterling erhöht werden. Zum Schlusse erklärte mehr Spren als Weizenmehl. Und für das nächste Jahr find die teien, die doch denselben Grundanfichten huldigen, einen un- Lloyd George, seine Vorschläge stellten einen entscheidenden Schrift Aussichten schon darum nicht günstig, weil es nach den Erklärungen wirklichen Charakter. Aber diesmal war man auf beiden auf dem Wege dar, welcher das Bolt zu höherem Glück und größerer des neuen Finanzministers unter den Nachwirkungen der Steuer- Seiten doch im Ernst; denn der Kampf stellt in letter Hin. Leistungsfähigkeit und die britische Nation zu größerer und auspolitik des Reichs fehr schwer sein wird, den nächsten Etat ins ficht einen Verfuch der Konservativen dar, die Liberalen mit bauernder Kraft führe. Gleichgewicht zu bringen. winfiéen. 10010 Seine Durchlaucht wünschen. Aus Detmold wird uns geschrieben: Da mag einer fagen, was er will aber in den Kleinstaaten leben wir gemütlich beschaulich und erbaulich, und wenn wir nicht den Kalender von 1914 vor uns hätten, wir fönnten, weiß Gott, wähnen, es sei alles noch fo, wie damals, als der fürstliche Absolutismus auch in deutschen Landen freigiebig Zenfuren und was für welche austeilte. Wir schreiben heute den 80. April 1914, und der Oberbürgermeister der fürstlich lippischen Residenz stadt Detmold erklärt da in der Stadtverordnetenverfammlung, daß der Fürst ihn gleich nach der vorigen Sigung zu sich befohlen und ausdinoibömo Japan. Die Bestechungsaffäre. einem Ruck und mit ganz neuen Mitteln aus den Ministerjeffeln zu heben. Die liberale Preise versucht, ihren Rückzug vor den Konservativen und den mit diesen verbündeten Streit Tokio, 4. Mai. Das Marinedepartement veröffentlicht eine fräften der Krone durch die Behauptung zu erklären, daß sich der gesunde Ordnungsinstinkt der Voltsmasse endlich offen. bart und die Politiker gezwungen habe, die sterfrage auf Reihe von Anflagen gegen Admiral Fujii, worin er Wie angegeben wird, friedlichem Wege zu lösen. Andere Liberale reden gar von beschuldigt wird, von zwei bekannten englischen Schiffswerften einem Rückzug der Konservativen, die sich in einer Gadgaffe Brovifionen erhalten zu haben. befunden hätten. Die Wahrheit ist, daß die Regierung, in bat Fujii in der Zeit vom Januar 1911 bis September 1912 von der die Angstmeier die große Mehrheit bilden, ihren Preis. den Lieferanten 352 700 yen( etwa 1½ Millionen Mart) erhalten. fämpfer Churchill vorschickte, um eine Brandrede zu azul. 150 halten, die in einer inständigen Bitte um Frieden ausklang. Daß thin gefagt habe- doch wir wollen es lieber gleich wörtlich hierher die Ronfervativen den Friedemantra annahmen, war 211ales Letzte Nachrichten. selbstverständlich. in Waffenstillstand, der jezen: und sprach mir gegenüber fein Befremden herrscht, kann die Regierung unmöglich etwas gegen die uidine Die Streifunruhen in Colorado. darüber aus, daß in der legten Sitzung feine Brivat. Waffenschmuggler und Gefeßesübertreter in Ulfter unterangelegenheiten in die Verhandlung gezogen seien nehmen, wenn fie nicht die Unruhen veranlassen will, die die New York, 4. Mai. 86 Milissoldaten des Staates Colorado, Seine Durchlaucht hält Aeußerungen, wie sie in der legten Stadt- Friedensverhandlungen beschwören sollen. Die Ulsterleute die den Tod von zwei Frauen und 11 Kindern verschuldet haben, verordnetenfizung gefallen find, für nicht angezeigt. Sum fönnen nun in aller Seelenruhe einen neuen Schlag vor werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Jede Waffeneinfuhr in den Schluß fagte Seine Durchlaucht der Fürst, daß er nicht bereiten. Die Basis der Friedensverhandlungen ist den Konfer Washington, 4. Mai. Der österreichisch- ungarische Botschafter wünsche, daß feitens der Stadtverordneten wieder über feine Privatangelegenheiten verhandelt vativen auch sonst sehr günstig. Die Frage des Ausbesuchte heute den Staatssekretär Bryan, um sich nach der Lage im Ein großer Teil der würde. Wenn das aber dennoch wieder geschehen follte, würde er sich veranlagt fühlen, der Stadt die schlusses Ulsters aus der Homerule, die jest zwischen Streifgebiet in Colorado zu erfundigen. ihm zur Verfügung gestellte Summe aurüd den englischen und irischen Parteien hinter verfchloffenen dortigen Grubenarbeiter ist österreichischer und ungarischer Staatszugeben und von dem Neubau eines Zheaters Türen diskutiert werden soll, bietet den Konservativen angehörigkeit. Es heißt, daß für die bei den Unruhen Getöteten gerade das Mittel, das sie brauchen, um ihr wahres Riel zu Schadenersahanfprüche geltend gemacht werden sollen. Abstand zu nehmen." Erfolg der Na, seht ihrs nun, das ist der Erfolg der Nörgelei über das erreichen: die Sprengung der nationalistisch- liberalen RoaEchnedentempo, in dem fich die Vorarbeiten zum Theaterbau be lition und den Fall der Regierung. Herr Asquith bat wegten! Was hat eine Stadtverordnetenbersammlung, zumal die den Ulfterleuten mit Genehmigung der Nationalisten bekannteiner Refibenz- und mag fie zehnmal zuschüsse zu den Bautoften lich schon vor etlichen Wochen den Vorschlag gemacht, die Graf Grafen d'Aillières hat heute nachmittag im Parc des Princes bewilligt haben und der veralteten Meinung sein, daß es ihre Pflicht schaften Ulsters, die es verlangen, auf sechs ahre von dent stattgefunden. Es sind zwei Kugeln auf 25 Schritt Entfernung fei, über die richtige Verwendung der Steuergrofchen zu wachen übrigen sich selbst verwaltenden Irland auszuschließen. Das gewechselt worden, ohne daß einer der Gegner verlekt worden was hat eine Stadtverordnetenversammlung überhaupt zu nörgeln, war die äußerste Grenze, bis zu der der renführer Ned.wäre. Caillaug schof in die Luft. Staat wurde verboten. Caillaug duelliert sich. Baris, 4. Mai. Ein Pistolenduell zwischen Gaillaug und dem Istasious Im Passage- Kaufhaus Fortsetzung des Friedrichstr. = 110-112= Konkursmassen- Ausverkaufs der Firma W. Wertheim G. m. b. H. in den Abteilungen: Glas, Porzellan und Steingut, Emaillewaren, Wirtschaftsund Beleuchtungsartikel, Musikinstrumente, Spielwaren, Kolonialwaren, Konserven, Tee, Spirituosen und Weine. Es sind unter anderem herabgesetzt: Lampen, Kronen u. Ampeln Gas oder 40% für elektr. Licht um das 1. d. Erfrischungsräume noch vorrätige ungebrauchte Geschirr. um 75% Weine, Spirituosen und Konserven um Heute beginnt der 61 40% Konkursmassen- Ausverkauf In den Abteilungen: Damen-, Backfisch- und Mädchen- Kleidung, Damen- Hüte und Putz, Pelzwaren und Schuhwaren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für das photographische Atelier werden Aufträge nicht mehr angenommen! Theater. Dienstag, den 5. Mai 1914. Anfang 5 Uhr. Paffage- Theater. Rino- Varieté. Anjang 6%, Ubr. Cines Nollendorf- Theater. Histoire d'un Pierrot. Anjang 7, Ubr. Rgl. Opernhaus. Samson und Dalila. Kgl. Schauspielhaus. Der Stören fried. Deutsches. fraum. Ein SommernachtsAnjang 755 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt is 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. Urania. Der Großglodner, Gastein, Salzburg. Leffing. Pygmalion. Kammerspiele. Freiheit. Deutsches Rünler Theater. Schneider Bibbel. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräger Strake. Mr. Bu. Schiller- Theater O. URANIA ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Das große Licht. Mittwoch, abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das große Lieht. CharTaubenstraße 48/49. 8 Uhr: Der Konkursverwalter Trianon- Theater. Täglich abends 8 Uhr: Die Notbrücke. Residenz- Theater, Anfang 8 Uhr" Metropol- Theater. Abends 7 1hr 55 präzise: Ein Walzer von Chopin. Die Reise um die Erde Der Großglockner, Gastein und die DOSE THEATED Spant in 3 ten von Senri Réroul Salzburger Alpen. Schiller- Theater letten Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Dienstag, abends 8 Uhr: burg. Anjang 8 116r. Wann wir altern. Hierauf: Die Förßter- Chrifl. Liebe. Nachher: Lottchens Geburtstag. Mittwoch, abbs. 8 Uhr, 3. ersten Male: Ueber unsere Kraft( I. Teil). Donnerstag, abends 8 Uhr: Helligenwald. Deutsches Künstlertheater Theater Sozietät. Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. Kasse: Hollendorf 1383. Dienstag, 8 1hr: Schneider Wibbel. Mittwoch, 8 Uhr: Erziehung zur Liebe. Theater des Westens. Bolenblut Theater in der Königgrätzer Straße Theater am Rollendorfplat. Der Jurbaron. Kleines. Jetichen Gebert. Thalia. Benn der Frühling fommt. Trianon. Die Notbrüde. Komödienhaus. Kammermusi?. Montis Operetten. Jung- England. Deutsches Opernhaus. Monfieur Bonaparte. Sustipielhaus. Die spanische Fliege. Schiller O. Das große Licht. Schiller Charlottenburg. Wann mir altern. Liebe. Lottchens Geburtstag. oje. Die Tochter des Heimgefehrten. Rafino. Bo die Liebe hinfällt. Reichshallen. Stettiner Sänger. Herrnfeld. Ein Reinfall. Heut' ist übermorgen. Klabrias- Partie. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Otto Reutter. Palast- Theater. Das Miralel. Anfang 8%, Ilbr. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Christl. Theater an der Weidendammer Brüde. Der müde Theodor. Walhalla. Die Dollarprinzessin. Luisen. Ein feltsamer Fall. Folies Caprice. Tobulabohu. Das Karnidel. Das Erdbeben. Anfang 8, Ubr. Neues Bolts- Theater. Haubenlerche. Anjang 9 Ubr. Mittwod), 8 Uhr,( zum 25. Male): Mr. Wu. Komödienhaus. Mittwoch. 8 Uhr,( zum 100. Male): ,, Kammermufit". Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einft im Mai. Theater am Hollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Theater des Westens. 8 hr: Polenblut. Theater an der Weidendammerbrücke. Zaglich 8, 11hr. Ende 10% ,: Der müde Theodor mit Henry Bender als Gaft. Stürmischer Lacherfolg laut einstimmigem Bericht der Presse. Die Voigt- Theater Badftraße 38. Morgen Mittwoch, den 6. Mai 1914: Admiralspalaft. Im Tango Prinz und Bettlerin Berliner Eispalast. Amor ani Urlaub. Cines Nollendorf- Theater. Histoire d'un Pierrot. Sternwarte, Invalidenfr. 57-62 Sensationstomödie in 6 Bildern von S. V. Luz. Rasseneröffn. 7 Uhr, Anfang 8%, Uhr. Boranzeige. Freitag, den 15. Mai: Benefiz D. Rein ,, Der Liebe Erwachen" Große Frankfurter Str. 132. Die Tochter des Heimgekehrten Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Die Tochter des Heimgekehrten. Zirkus Busch Gastspiel des Deutschen Theaters Direktion: Max Reinhardt. Das Mirakel Antang 8 Uhr. Vorverkauf an der Tageskasse des Deutschen Theaters u. an allen Theaterkassen von A. Wertheim. Preise der Plätze von 1-10 M. Die Küche im Mai Kochkunst Ausstellung Clou Eröffnung: Morgen! Brauerei Friedrichshain. Nur Donnerstag, den 7., u. Freitag, den 8. Mai 1914: Gastspiel von Johann Strauß aus Wien Dirigent a. D. der k. k. österr. Hofballmusik mit seiner vollständigen Kapelle. Entree 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Aibert Barré. Morgen und folgende Sage: Ein Walzer von Chopin. in 40 Tagen. ZOOLOG Passage- Panoptikum. ischer Garten Tagl. ab Militär- Konzert. 4 Uhr: Vom 15. Mai 1914 ab: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintrittspreise: Zoo 1 M., von 6 Uhr ab 50 Pf. Aquar. 1M. v.d.Str. 50Pf. v.Zoo Kinder unt. 10 Jahr. die Hälfte. Neu! Neu! AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Der unfesselbare Rappo, der König der Ausbrecher. Vom Publikum gefesselt. Vor dem Publikum befreit. Aga, die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. 20 Säle mit Sehenswürdigkeiten Alles ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Apollo- Theater. Casino- Theater 8 Uhr Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr Otto Reutter u. ein vollständ. neues Varietéprogr. Ranchen gestattet! WINTER CARTEN Neues Programm! Rajah in ihren Tänzen Johnson u. Dean Jeanette Denarber RagtimeSextett mit ihrem Ballon und eine Auslese hervorragender Kunstkräfte! Entreeplatz wochentags M. 0,60. Ranchen gestattet! Admiralspalast. Eis- Arena. Lothringer Straje 37. Täglich 8 116 Litke Čarlsen int Der Glückspilz". Juana, 3 Tauberts, Mile. Lolitta. Hierzu der große Lustspiel- Schlage Wo die fiebe hinfällt. Stürmischer Lacherfolg. Folies Caprice. Tohuwabohu 8 Das Karnickel Das Erdbeben. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Herr D'rektor Kuhlicke Burleske vou Mensel. Anjang 8 Uhr, Sonntags 7%, Uhr. Walhalla- Theater Weinbergsweg 19/20. Di Im Tangoklub" Novität 99 und zum 246. Male das effektGastspiel des Operetten Ensemble Direktion: Bernhard Rose. volle Eisballett., Die lustige Die Dollarprinzessin Puppe". Bis 6 Uhr u. ab- 10, Uhr halbe Kassenpreise. Anjang 8% Uhr. Wein- und Bier- Abteilung. Mittwoch: Die Dollarpringeff Beranta, Rebatt.: Alfred Wielepy, Reukölln. Inferatenter verantw. Zb.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanftah Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungs Nr. 121. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Der deutschnationale Umfall. Dienstag, 5. Mai 1914. auch, daß ihn diese Ueberzeugung nicht trügen wird. werkschaften gehört, so ist es doch bekannt, daß gerade die HolzDenn wer die ganzen Jahre hindurch zur Schwäche und industrie sehr schwer unter der letzten Wirtschaftsfrije gelitten hat. Energielosigkeit erzogen worden ist, von dem kann man nicht Der Verband nimmt schon seit einer längeren Reihe von Jahren erwarten, daß er in der entscheidenden Stunde plötzlich zum deren Ergebnisse jo ungünstig als im Jahre 1913. Wenn man aus allmonatlich eine Arbeitslosenzählung vor, aber noch nie waren selbstbewußten Kämpfer wird. Es kommt alles, wie es fommen mußte. Zuerst legte Wie uns heute berichtet wird, sind der Frankfurter Versich die„ Soziale Praxis" für die unsozialen Vorschläge der band und der Verein der Handlungskommis von 1858 am Regierung ins Zeug, jetzt kommen ihr die Deutschnationalen Sonntag bereits auf das deutschnationale Signal eingeschwenkt, zu Hilfe wollen wir wetten, daß binnen kurzent auch die sodaß gegenwärtig nur noch die Haltung des Leipziger VerVerbände der„ Sozialen Arbeitsgemeinschaft" ihr ,, Unannehm- bandes unentschieden ist. bar" zurückziehen werden? decken? Berlin und Umgegend. genten, in Berlin Arbeitswillige für Stuttgart anzuwerben. Wir bitten dringend, alle Arbeitsangebote nach Stuttgart abzulehnen. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. ,, Revolution" in der Brunnenstraße. feitgestellten Arbeitslosenziffern am Schlusse der einzelnen Monate den Jahresdurchschnitt berechnet, dann betrug die Arbeitslosigkeit im Jahre 1911 2,49 Proz., 1912 3,15 Proz., sie stieg aber im Jahre 1913 auf 5,10 Bro3. Das heißt im Durchschnitt waren an jedem Tage des verflossenen Jahres 5,10 Proz. der Verbandsmitglieder arbeitslos. Am Jahresschluß war die Arbeitslosigkeit jogar auf 11,0 Broz. gestiegen. Der Deutsche Holzarbeiterverband hat aber das schwere Jahr 1913 verhältnismäßig gut überstanden. Betrachtet man nur den Jahresdurchschnitt der Mitgliederzahl, dann ergibt sich sogar gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung von 192 645 auf 195 400. Bon Jahresschluß zu Jahresschluß gerechnet, ist allerdings ein Verlust bon 3735 zu verzeichnen. Am Ende des Jahres zählte der Verband 193075 Mitglieder. Die Einbuße an Mitgliedern ist also in Anbetracht der großen Arbeitslosigkeit verschwindend gering. Dabei hat die Zahl der weiblichen Mitglieder noch eine Steigebon 1116 auf 1148 erfahren. rung von 7193 auf 7470 und die der jugendlichen eine solche Reiseunterstügung Arbeitslosenunterstüßung Streitunterstüßung Krantenunterstützung • 1912 M. 140 133 1 389 487 1913 M. 180 019 2 250 806 876 242 1 459 281 989 633 71587 Herr Alfred Roth, der Führer des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes hat es unternommen, in der letzt Achtung, Metallarbeiter! In den Karosseriefabrifen in Stutt erschienenen Nummer der„ Sozialen Praris" die kaufmännischen gart befinden sich die Kollegen im Streit, und versuchen einige Angestellten zur Aufgabe ihrer so bescheidenen Forderungen in der Konkurrenztlauselfrage und zur Annahme der Regierungsvorschläge zu überreden. Dieser Vorstoß verdient um so mehr Beachtung wegen der bekannten Beziehnugen des deutschnationalen Verbandes zur Zentrumspartei. Als im Dezember vorigen Jahres in der Gesellschaft für soziale Inhaber Otto Weidner, scheint wieder einmal die Polizei in un Der Streit der Bäcker bei Golda der und ante u. Co., Reform das erste große Kompromiß zustande gebracht wurde, gebeure Aufregung versetzt zu haben! War schon ein starkes Aufdiente als Grundlage dazu eine Resolution, die der Zentrumsgebot von Behelmten bei der Arbeitsniederlegung bei Goldader fo- außergewöhnlich starken Ansturm auf die Kassen des Verbandes. Erklärlicherweise bewirfte die große Arbeitslosigkeit einen abgeordnete Trimborn als Vorsitzender eines Unter- wie bei Auszahlung des Lohnes und Herausgabe der Papiere vor- Im Jahre 1912 hatte der Verband für Unterstüßungszwede ausschusses für Angestelltenfragen scheinbar persönlich einbrachte, handen, so wurden am Sonnabend und Sonntag vor dem Hause 3 676 180 M. ausgegeben. Diese Summe erschien ungewöhnlich hoch; von der sich aber zur größten Ueberraschung aller Teilnehmer Brunnenstr. 129/130 ein förmliches Kriegslager ein sie wurde aber im Jahre 1913 weit in den Schatten gestellt. Haben hinterher herausstellte, daß sie das Ergebnis einer vorherigen gerichtet. Außer den zahllosen uniformierten Schuhleuten war doch die Mitglieder des Verbandes aus der Haupt- und den LokalVerständigung mit dem deutschnationalen Verband darstellte. noch ein starkes Aufgebot von Polizisten in Zivil vertreten, die wie fassen insgesamt nahezu 5½ Millionen Mark an UnterHandelt Herr Roth jetzt vielleicht im Auftrage des Herrn gewöhnlich außerordentlich schneidig" borgingen. Durch einen der st üßungen bezogen. Der Löwenanteil an dieser Summe ent Antreiber bei Goldader, einen ehemaligen Hausdiener, der die fällt natürlich auf die Arbeitslosenunterstüßung, für Trimborn, um den unvermeidlichen Umfall des Zentrums zu Streifenden ziemlich genau fannte, wurden die Staatsretter auf die welche mehr als 2 Millionen Marf aufgewendet wurden. Streifpoften aufmerksam gemacht, die wider alles Rechts nicht nur Aber nicht nur die Arbeitslojenunterstützung, sondern alle UnterDie Gründe, mit denen der deutschnationale Führer seine verjagt, sondern auch verhaftet wurden. Teilweise mußten die Verfügungen haben gegenüber dem Jahre 1912 eine beträchtliche Berufskollegen zu überzeugen sucht, sind, wie man sich denken hafteten mehrere Stunden auf der Wache zubringen. Auch die übungen haben gegenüber dem Jahre 1912 eine beträchtliche fann, äußerst schwach. Herr Roth spielt sich einfach als den Bettelverteiler wurden verhaftet! Kein Wunder, daß sich alsbald Steigerung erfahren, wie aus der nachfolgenden Uebersicht hervorgeht: erfahrenen Realpolitiker auf, der seit mun bald 15 Jahren eine größere Menschenmenge ansammelte, die ihrer Entrüstung über mit an erster Stelle in der Handlungsgehilfenbewegung steht", das Borgehen Goldaders sowie Weidners ziemlich unver und schilt über die törichten Leute, die den Angestellten ein hohlen Ausdrud gab. Die Streifenden hatten im Laufe des Sonnabends in den steifes Rückgrat wünschen und hervorheben, daß Erfolge nicht Stadtteilen, in denen sich die Filialen der beiden Firmen befinden, durch fortwährendes Zurückweichen und Nachgeben zu erreichen durch Leute mit polizeilichen Erlaubnisscheinen Laufzettel verbreiten sind, sondern nur durch zähes Festhalten an den Forde- lassen, worin die Kollegen der Streifenden zur Solidarität aufrungen. Wer so etwas schreibt, sagt Herr Roth, wird gefordert wurden! Auf diese Bettelverteiler machte die Polizei bedem Ernst der Lage ganz gewiß nicht gerecht, und fonders Jagd. Die Flugblätter enthielten lediglich eine Darstellung damit auch der Scherz zu seinem Recht kommt, beruft der Differenzen und eine Aufforderung an die Bädergesellen zur Solidarität. er sich auf Eduard Bernstein, der in irgend einem Nichtsdestoweniger wurden die Zettelverteiler berhaftet. Auf den ziemlich deutlichen Protest einer Anzahl der Zusammenhang einmal die Demokratie als eine Hochschule Verteiler haben verschiedene Polizeiwachen die Zettelverteiler der Kompromisse genannt hat. Aber Herr Roth ist bestimmt wieder entlassen und ihnen die Flugblätter zurüdgegeben mit Es ist begreiflich, daß bei einer solch rapiden Steigerung der im Irrtum, wenn er glaubt, dieses Wort so auslegen zu der Bemerkung, daß diese Flugblätter nicht direkt vor den Ausgaben das Verbandsvermögen keine wesentliche Vermehrung erfönnen, als ob die widerstandslose Billigung jedes faulen Geschäften selbst, sondern einige Häuser entfernt davon verfahren hat. Insgesamt verfügte der Verband am Jahresschluß in Kompromisjes bereits ein Stück Demokratie sei. teilt werden können. Allein in der Brunnenstraße vor dem der Haupt, den Gau- und Lokaltassen über ein Vermögen Im übrigen ist Herr Roth ein großer Pessimist. Für ihn Hauptgeschäft Goldaders wurde das Verteilen fonsequent auch bon 7404017 M. Gegenüber dem Stand am Schluß des VorDie Zettelverteiler wurden jahres beträgt die Zunahme nur 182 440 M. unterliegt es feinem Zweifel, daß der Gefeßentwurf über in bestimmten Abständen verboten. arretiert und die Flugblätter tonfisziert, auch troz Protest und Hin die Konkurrenzklausel auf Nimmerwiederkehr erledigt" ist, weis auf das ungefeßliche dieses Borgehens nicht wieder freigegeben. Solzarbeiterverbandes ist der Umstand, daß auch die Ausgabe an wenn es nicht zur Verständigung auf der von der Regierung Db dieser überaus eifrige Polizeikampf dem bedrohten Profit Gold Streifunterstützung eine sehr wesentliche Steigerung erfahren hat. verlangten Grundlage kommt, denn, so fragt er triumphierend, aders und Weidners etwas muzen wird, ist wohl zu bezweifeln. Gegenüber dem Vorjahre mit 961 Lohnbewegungen und 51 449 Bewie wollte der Reichstag den ihm verfassungsmäßig Aehnlich ging die Polizei in der Turmstraße vor. teiligten ist wohl die Zahl der Bewegungen zurüdgegangen, aber hierin gleichgestellten Bundesrat zur Vorlegung eines ihm Wahre Orgien feiert bei diesen Stämpfen aber die Handwerks- die Zahl der Beteiligten ist start gestiegen. Der Verband hat im genehmeren Gesezentwurfes zwingen? In der Tat ver- retterei der Bäderinnung, die dem Großbäder Goldader sofort Jahre 1913 696 Lohnbewegungen mit 85188 Bc. blüffend! Es ist nur schade, daß Herr Roth diese Weisheit zu Hilfe tam. Tatsächlich gaben sich auch einige Bäder zu Raus teiligtengeführt. Die große Mehrzahl der Lohnbewegungen, nicht früher zum besten gegeben hat, denn wenn die Ver- reißern für Golbader her, obgleich dieselben 2 M. Wochenlohn nämlich 367 Angriffsbewegungen mit 68 721 Beteiligten und 19 Abbündeten Regierungen doch niemals gezivungen werden können, weniger erhalten und täglich zirka zivei Stunden länger arbeiten wehrbewegungen mit 462 Peteiligten, fonnten ohne Streit durchauf den Willen des Reichstags Rücksicht zu nehmen, hat diese missen, als die Streifenden laut Tarif. Die Bäder werben auf das geführt werden. Diese Tasache sei besonders jenen Streifen zur dringendste vor Zuzug sowohl nach der Bäderei Goldader, Beachtung empfohlen, die in den Gewerkschaften nur Organisationen ganze Einrichtung doch schließlich gar feinen Zweck. Wir Brunnenstr. 129/130, als auch nach den Bädereien der Firma zur Anzettelung von Streits sehen wollen. Das gerade Gegenteil empfehlen dem fenntnisreichen Herrn allen Ernstes, sich von Hanke u. Co., Inhaber Weddner, gewarnt. ist richtig. Eine gut gefügte Gewerkschaft ist ein Mittel, Streifs unferem Genossen Bernstein einmal etwas gründlicher über zu verhüten. Je schwächer die Organisation der Arbeiter ist, unt Demokratie und Parlamentarismus aufflären zu lassen. so eher läßt es der Unternehmer auf den Streif ankommen, während er einer leistungsfähigen Organisation gegenüber viel leichter zum Verhandeln und Zugeständnissen bereit ist. wert gelegt. Das Lokal des Schankwirts Kron, Soldiner Straße 8, wurde Aber Herr Roth tennt seine Leute! Er setzt seinen in der vorigen Woche dazu gemißbraucht, um von dort aus arbeitsBerufskollegen einfach in fünf langen Spalten auseinander, willige Bimmerer nach Rüftrin zu vermitteln. Wie Herr Kron welchen„ annehmbaren Fortschritt" die Regierungsvorschläge nns mitteilt, geschah dies ohne sein Witwissen. Als er von der doch immerhin darstellen würden, den Leitern der anderen Sache Kenntnis erhielt, hat er den Beteiligten sofort das Hand Harmonieverbände versichert er beruhigend, daß es durchaus Deutsches Reich. feine Schande sei, gelegentlich einmal verbandstaktische Hemmuungen beiseite zu schieben", und am Ende seiner Epistel ist er bereits überzeugt, die Handlungsgehilfen denken Und wir glauben fie Besseres nicht bekommen fönnen". 11 " praktisch genug, unt den Teilerfolg hinzunehmen, da Deutsche Sänger. Eine Gesellschaft, eine Gesellschaft, diese teutschen Sänger!. „ Deutsch und start" nennen sie sich. So wie alles Teutsche. Auch dem Munde rührt wenn es sich mit den Armen, den Beinen oder statt der Kehle. Sogar bis ins Mart" soll das gehen. Man bedente!... Aber, aber! Deutsch?( Aufgefaßt im Sinne der Germanentugenden.) Ne, is nich. freilich etwas sagenhaften Start?( Als wahrhaft, aufrecht genommen.) Ne, ne, um alles in der Welt nich. Bleibt nur: deutsch und start etwa in dem Sinne, daß sie sich patriotisch unter Aufwendung großer Lungenfraft gebärden.... Beweis? Bitte: Neben dem Bielen, das darüber schon bekannt wurde, zwei Schreiben, die uns der Frühlingswind von Niederrhein her auf den Tisch wehte. Das erfte: Euer Hochwohlgeboren! Herrn Proveßor......! Gnädigster Herr. Der Deutsche Holzarbeiterverband im Jahre 1913. Der Veröffentlichung der Jahresabrechnung des Deutschen Holzarbeiterverbandes hat man mit einer gewissen Besorgnis entgegengesehen. Wenn dieser Verband auch zu den leistungsfähigsten GeGemaßregeltenunterstützung Sterbegeld Umzugsunterstützung Rotfallunterstützung Rechtsschutz Zusammen 65610 1 200 624 118 591 74517 52 290 47 610 72 755 133 644 23123 26 840 3 676 180 5 496 612 Beachtenswert und ein Zeichen für die Kampfestüchtigkeit des Immerhin mußte der Holzarbeiterverband 171 Angriffsstreifs mit 10 127 Beteiligten, darunter 637, denen die Forderung ohne Streit bewilligt wurde, 117 Abwehrstreits mit 3259 Beteiligten und 22 Aussperrungen mit 2619 Beteiligten führen. Das Ergebnis der Lohntämpfe war in der überwiegenden Zahl der Fälle den Arbeitern günstig. Als Gesamtergebnis wurde registriert: Für 68 659 Personen eine Arbeitszeitverkürzung um durchschnittlich 1,3 Stunden pro Woche und für 71 983 Personen eine 2ohnerhöhung um durchschnittlich 2,56 M. pro Woche. ähnlicher Leute. Dabei betont er aber ausdrücklich, daß er noch und tauen an ihrer Nabelschnur." Sie sollte man übrigens kauen andere fürstliche und hohe Personen" zu Ehrenmitgliedern hat! lassen, wenn sie nur nicht produzierten! Und dann kommt es: Wenn man nun dieses Schreiben liest, fommt einem da nicht die Ihr aber, Ihr Dichter, ob jung, ob alt, ob hoch, ob gering, Erinnerung an jene schönen Zeilen von dem Teiche, in dem eine stellt Euch mit beiden Beinen fest auf die Erde! grünlich- bleiche, schleimig- weiche Wasserleiche" lag? Von wegen Nehmt an die Hand, wenn etwas Gure Silfe sucht, wartet und dem Schleimigen, widerlich Weichen darin?? Dabei handelt schützt und fahrt drein, jeder nach seinen Gaben und seinem Veres sich hier nur um einen„ Proveßor", um einen ganz gewöhnlichen gnügen! Greift zu! Und greift an! Denn die Zeit hat Professor! Mit welchen Superlativen mag man da wohl die anderen ihre Not. Und arbeitet an der Zeit. Personen bedacht haben, die schon längst Ehrenmitglieder geworden Laßt Euch nicht mit fünstlerischen Ewigkeitsworten benebeln in der Zeit ruft die Ewigkeit. sind, die Majestäten, Königlichen Hoheiten, Durchlauchten, ErzelIhr, denen das Wort verliehen ist, nicht bloß singen sollt Ihr, lenzen e tutti quanti?? Und dann das zweite Schreiben: Ihr sollt auch sagen! Sprechen und reden. Und wenn fie's Euch tausendmal verbieten, gerade weil nicht bloß Künstler sollt Ihr sein fie's Euch verbieten und Bildner, auch Helfer, Berater, Freunde und Ueber den Parteien Gesinnungsgenossen. heißt das, über den Parteien! Jeder ist Partei, und um so mehr, je mehr er selber Einer ist. Unterzeichneter Verein meldet sich zu Ihrem bevorstehenden Großen Gesang Wettstreit mit 56 Sängern an. Mit der Voraussetzung, daß Sie uns den Kaiserpreis sowie die vorherige Angabe der Preisrichter zusichern. Mit deutschem Sängergruß im Streit." was Ueber den Parteien ist das graue Nichts. Und Dichter dürfen keine Schatten sein. Farbe müssen sie haben! Und Farbe müssen sie bekennen. Kämpfer. Und Rufer So Mar Dreyer. Helfen wird das natürlich nichts, denn die Dichter hat viel tiefere Ursachen wie den Mangel an gutem Willen Auch dieser Verein ist in jener sehr großen Stadt des NiederDer Männergesangverein...... wünscht Ihnen Gnädigster Herr Provezor nebst Ew. Hochgeschäßten Familie ein glückliches theins zu Hause. Er kann zwar nicht solche Ehrenmitglieder auffröhliches Osterfest. Möge es dem Herrn Proveßor nebst Familie weifen, wie der hohenzollernsche", trägt aber dafür ein anderes vergönnt sein dießes fröhliche Fest durch ein langes von Gott Charakteriſtikum: es ist ein Fabrikgesangverein, also durchaus gesegnetes Leben noch lange Jahren in steter Gesundheit erleben. waschecht. Der Adressat wohnt ganz in der Nähe jener großen Weltabgewandtheit der meisten unserer gegenwärtig lebenden natürlich! ebenfalls zu den Deutschen" Für die von Herrn Proveßor dem Verein bisher bewiesene Stadt und gehört Wohltaten sagen wir unsern beften Dant. So erlauben wir uns und„ Starfen". Ob die 56 Mann den Kaiserpreis bei dem Großen oder auch an Aufrichtigkeit: fie wurzelt in der glatten Unfähigkeit, Ew. Hochwohlgeboren Herrn Proveßor die Ehrenmitgliedschaft Gesang Wettstreit" erhalten haben, darüber sagt die Chronik nichts. die Fragen des modernen Lebens zu verstehen und zu behandeln. Aber das ist schließlich auch ganz gleichgültig. Wie man sich diese Geben der Hoffnung Raum das Ew. Hochwohlgeboren uns Preise erwirbt", das zeigt dieses Schreiben und darauf kommt es Das aber ist föftlich. die Ehre zu teil werden lassen, Ew. Hochgeschätzten Namen in an. die Ehrenliste eintragen zu dürfen. Möge es dem Verein ebenfalls vergönnt sein, durch eine tleine Spende feitens des Herrn Proveßor Gnädigen Hilfreiche gütige Hand ein fröhliches Osterfest im Berein feiern zu können. Guere großen Gütigkeit mit Freuden entgegensehend als Euer Hochwohlgeboren untertänigster aber trotzdem hat dieser Appell seine Bedeutung, denn er zeigt, daß selbst in den Reihen der Dichter die Erkenntnis darüber aufbämmert, wie sehr sie auf falschen Wegen wandeln und wie sehr eine Abkehr davon notwendig ist. Dichter an die Front! Diesen Kampfruf erhebt May Der Gang der Modedame. Wir lesen in der Wochenschrift Dreyer in den„ Das fen", der Halbmonatsschrift des Düffel Beit im Bild": Wie grotest wirkt der Gang der heutigen Modedorfer Schauspielhauses. Es gibt so schreibt er Leute genug, dame! Sie macht fleine trippelnde Schritte, wie ein Kind. Der die sich als Cherubim mit Flammenschwertern aufpflanzen und zu enge Rock hindert das Schwingen des Beins im Hüftgelenk, das den Dichtern, den Weg zur Gegenwart wehren. Sie meinen, hier sozusagen in die Knie verlegt wird. Der Rock würde sie zum hätten die Dichter nichts zu suchen, denn hier kämpften lebendige Stolpern, ja zu Fall bringen, wenn sie nicht mit leicht eingefnidten Dazu nur folgende Bemerkungen: Dieser Verein ist kein Meinungen, Dichter dürften aber eine Meinung haben, das sei Knien ginge. Dazu kommen die modernen Stöckelschuhe, die noch r- beliebiger und nicht von irgendeinem Kaff. O, nein. Er ist in Berrat an der Stunft," Sie haben ein Wort zur Hand, scharf schon zur Unsicherheit des Ganges beitragen und die Ferse derart heben, einer jehr großen Stadt am Niederrhein zu Hause, steht unter dem im Slang wie eine Meſſerklinge. Damit schneiden sie sich die Kehle baß die Behenspiben die Schwere des Körpers allein tragen müſſen. weshalb er wohl auch ab, sobald sie es wagt, etwas auszusprechen, was einer Ansicht nur um das Gleichgewicht zu erhalten, neigt der Oberkörper naturProtettorat eines Hohenzollernprinzen Durch die unwillkürliche Vorwärtsbeugung das Wort Hohenzollern in sein Firmenschild eingefügt hat und ähnlich ist. Tendenz heißt das Wort." Davon sollten sich aber gemäß nach vorne. führt unter anderen als Ehrenmitglieder auf: den deutschen Kron- die Dichter nicht beirren laffen." Lazt sie rufen. Fürchtet Euch entsteht eine Abflachung, bei hängenden Schultern sogar eine bor ihren Flammenschwertern oder ihren Schächt- Rundung des Rückens, und die anmutig geschwungene Rückenlinie prinzen, den König von Belgien, den Erfönig( wörtlich!) Manuel nicht Irret die Spielleute nicht! steht Jesus Jesus Sirach des normalen Körpers geht verloren. Auf die" Panzerung" der bon Portugal, die Serzöge von Sachsen- Koburg- Gotha und Sachsen- messern. Wollen sie Euch aber beirren, Modewalfüren" noch erst hinzuweisen, halte ich für überflüssig. Meiningen, den Fürsten zu Wied, drei Hohenzollernprinzen, den zweiunddreißig Vers fünf. Oberpräsidenten der Rheinproving, den Generalleutnant von Einem, o lat Guch nicht auch nicht von ihnen, den erhabensten Sann nun so eine Modedame einen graziösen Gang haben? Ich den Veneral von Trotha, ben Landeshauptmann der Rheinproving, bereft heten, die ganz oben in weltenferner Söhe figen, ber- muß es mit Bedauern verneinen, denn bei Kleiderpuppen mit finen Hofchef, einen Ehrenkammerherrn und etwa ein Dutzend zücht ob sich selber, versunken in das Glück der Selbstbetrachtung, innerer Mechanik kann man weder von Grazie noch von indivi Auch bie TarifverkrZgc in der Holzindustrie haben im verflossenen Jahre einen weiteren Zlusöau erfahren. Am Slhlutz des Jahres 1912 war der Holzarbeiterverband beteiligt an 1995 Ver- trägen für 14 339 Betriebe mit 144 659 Personen. Im Laufe des Jahres waren davon 242 Verträge für 5929 Betriebe und 93 581 Personen abgelaufen, aber es wurden 282 Verträge für 9283 Betriebe und 68 943 Personen abgeschlossen, so daß am Schlüsse des Jahres 1 1 3 5 V e r t r ä g e für 14 999 Betriebe mit 14 912 3 Personen in Kraft waren. Der Deutsche Holzarbeiteroerband kann mit Befriedigung auf das Jahr 1913 zurückblicken. Seine Leistungsfähigkeit war auf eine schwere Probe gestellt, aber er hat sie glänzend bestanden. Der geringe Mitgliederverlust will wenig besagen; sickerlich ist die Zahl der Aerbandsmitglieder, die gedrängt durch die langanhaltende Arbeitslosigkeit den Beruf gewechselt haben und deshalb aus der Organisation ausgeschieden sind, weit grösser als der nominelle Verlust des Verbandes. Hat die Wirtschaftskrise den Mitglieder- stand nicht zu erschüttern vermocht, so hat sie doch bewirkt, daß die Kassen in ausserordentlichem Masse in Anspruch genommen wurden. Sie haben sich aber dem Ansturm gewachsen gezeigt. Aufs neue ist erwiesen worden, dass die Arbeiter in allen Notlagen eine sichere Zuflucht in ihrer Gewerkschaft haben. Mit besonderem Stolz darf der Deutsche Holzarbeiterverband auf die Erfolge seiner Lohn- bewegungen im verflossenen Jahre zurückblicken, die in Anbetracht der schweren Wirtschaftskrise unter besonders schwierigen Umständen errungen wurden. Frohen Mutes und hosfnnngsfreudig dürfen die Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbandes, nach den Er- fahrungen, die ihre Organisation im Jahre 1913 gemacht hat, der Zukunft entgegensehen._ Der Verband der Maler stärkt seine Reihe». Schon seit Wochen entfaltet der Verband der Maler eine um- fassende, planmässig durchgeführte Agitationstätigkeit. Der Heraus- gäbe einer instruktiven, das Wirken und die Erfolge der Organisation trefflich schildernden Aufklärungsschrift und einer Hausagitation folgt vom 4. bis 12. Mai eine allgemeine VersammlungSaktion. An- nähernd 399 Versammlungen mit den Verbandsfunktionären als Referenten werden über ganz Deutschland hinweg in diesen Tagen abgehalten werden. Darin soll behandelt werden:„Der Widerstand der Unternehmer gegen die soziale und kulturelle Besserstellung der Arbeiter deS Malergewerbes".— Die Nr. 18 des„VereinS-An- zeigers*(Organ des Malerverbandes) ist als Agitationsnummer gut ausgestaltet und in grösserem Umfang als sonst erschienen, Ausser einer Anzahl Artikel,' die den Wert der Organisation behandeln. ist an erster Stelle in einem Aufruf mit wenigen Sätzen die im Maler- gewerbe herrschende Situation klar und deutlich ausgezeichnet. Die Entwickeluug deS Organisationsgedankens, die Leistungen des Verbandes der Maler, die Pläne des Unternehmertums, dessen im Vorjahr inszenierte, aber verunglückte Machtprobe und dann ein ganzes Sündenregister sozialer Rückständigkeil und mittelständlich- verbohrter Arbeiterfeindlichkeit werden da geschildert. Die im Unternehmerverband organisierten Malermeister— wenigstens ihre Führer— hetzen jetzt zusammen mit den Scharf- inachern aller Grade gegen die soziale Gesetzgebung, besonders gegen den Unfall« und Gesundheitsschutz, gegen eine anständige Bezahlung. vor allem der ältereir Arbeiter; gegen die Arbeitslosenverstcherung; desto mehr aber wirken sie für die Verkümmerung des Koalittons- rechts der Arbeiter, indessen sie selbst den schlimmsten Terrorismus üben, den Farbenhändlern Beiträge abzwingen und die Zwangs- innungen zu ihren Kampfzwecken nnssbräuchen; sie verlangen die Politischerklärung der Gewerkschaften, treiben aber selbst un- ausgesetzt Politik. Dass e§ aber auch ein lebhaftes Echo in den Kreisen der beteiligten Arbeiter findet, bezweifeln wir nicht. Die rührige Tätigkeit der leitenden Faktoren des Verbandes der Maler zeigt, dass dessen Mitglieder bei ihm eine energische Vertretung ihrer Interessen gegen ei» sozial-rückständiges Unternehmertum finden. Former und Giestereiarbeiter! Die„Marienhlltte" in Kotzenau bei Liegnitz in Schlesien sendet Werbeagenten aus, um Former. Maschinenarbeiter und Giessereiarbeiter zu bekommen. Wegen der miserablen Lohn« und Arbeitsverhältnisse m diesem Betriebe hat eine grosse Anzahl Former und Giessereiarbeiter vor einigen Wochen Kotzenau verlassen und in anderen Orten Arbeit angenommen. Die Hüttenverwaltung will nun die entstandenen Lücken füllen. Bei der Anwerbung wird ziemlich skrupellos verfahren. So hat dieser Tage ein Agent in Meissen zirka 49 Mann angeworben und nach Kotzenau befördert. Den Leuten war ein Verdienst von 4,59 bis S M. schrift- lieh garantiert worden. Kaum in Kotzenau angelangt wurde ihnen mitgeteilt, dass sie nur 2,29 M. bis 2,69 M. erhalten. Natürlich entstand daraufhin eine grosse Erregung unter den Angeworbenen, alle verlangten unentgeltlich Zurückbeförderung nach Meissen, die schriftlich garantiert worden war. Davon wollte aber die Hütten- Verwaltung nichts wissen, sie ordnete vielmehr die Räumung deS Lehrlingsheims, in dem alle einquartiert waren, an. Durch Ver- mittlung deS Bürgermeisters wurde erreicht, dass die Leute auf Kosten der Firma am gleichen Tage nach Meissen zurückbefördert wurden. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf der„Marienhütte" sind die denkbar schlechtesten. Arbeiterinnen erhalten Löhne von 11 Pf., Hilfsarbeiter von 22 Pf. die Stunde. duellem Charakter des Ganges sprechen. Sie sind Kunstprodukte eines Kleidermagazins, einer Kultur des Aeußerlichen. Sie sind nur imstande, einen Typus, den der Gedankenlosigkeit, darzustellen, und in diesem liegt auch die Unbeständigkeit und das Wechselnde in ihrer Erscheinungsform. Wo eine Kleidung dem Lebenselement und der Notwendigkeit des Körpers entspricht, bleibt sie in ihren Grundrissen einheitlich und unterwirft sich keiner Mode; das sehen wir bei den Beschäftigungen, die die Körperhaltung als Zweck und die Kleidung als Mittel erachten, z. B. beim Schwimmen, Reiten, Fechten, Tanzen, Turnen, Bergsteigen, bei Gartenarbeiten usw. Hier herrscht Grazie, weil wir bei der Bekleidung auf die nackte Gestalt des Menschen, auf seinen normalen Knochen- und Muskelbau zurückgehen und uns so kleiden, dass die Stoffe die Körperbewegung nicht hemmen, noch in naturwidrige Formen einpressen. Humlve und Satire. Triumph deS Kientopps. I. Errungenschaft. Im Auftrag einer Filmgesellschaft operierte ein Berliner Arzt unter Mitwirkung des KinooperateurS einen gar nicht Operations- bedürftigen, der keine Ahnung hatte, dass die Operatton eine Operette war. II. Steigerung. Im Auftrag einer Filmgesellschaft entleibte sich— gegen ein Riesenhonorar zugunsten seiner Gläubiger— der Gardeleutnant D Nach der vorzüglich gelungenen Aufnahm« des spannenden Todes- kampfeS(unter freundlicher Mitwirkung von Pastor D.) eröffnete Justizrat Z. das Testament deS Verblichenen, der keine Ahnung ge- habt hatte, daß er irrsinnig war, was die Gesellschaft der Zahlung des Honorars enthob. (Emanuel im„SimplicissimuS"). Notizen« — Vorträge, lieber„Ziele und Aufgaben der Expeditton zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis am 21. August 1014" spricht Direktor«rchenhold im„Verein von Freunden der Treptow- Sternwarte" am Mittwoch, abends S'/z Uhr,«n grossen Hörsaal deS Institutes. — Theaterchronik. Im Schiller-Theater 0 geht Mittwoch statt der„Beiden Leonoren"„Was ihr wollt" in Szene. — Im Deutschen Theater ist die Aufführung deS EwerSscheu Dramas.DaS Wundermädchen von Berlin" im Einverständnis mit dem Autor auf die nächste Saison verschoben. — Ein Klaui-Groth- Museum wurde in Heide, der Geburtsstadt des plattdeutschen Dichters Klau» Groth. eingeweiht. Zum Kampf in der Solinger Waffenindustric. Volle neun Wochen stehen nunmehr die Solinger Waffenarbeiter im Kampf, ohne dass auch nur ein einziger Arbeiter der Sache un- treu geworden wäre. Streikbrecher find nicht zu finden. Die deni Scharfmacherkonfortinm angehörenden fünf aussperrwütigen Firmen sind am Ende ihres Lateins angelangt. Dem Unternehmerverband gelang eS nun, durch einen geivisten Druck auf die nicht aus- sperrenden kleinen Firmen insoweit einzuwirken, dass zwei dieser Firmen(Kock u. OHIigcr und Clemen u. Jung) sich der Aussperrung angeschlossen baben. Den Arbeitern dieser Firmen wurde bereits gekündigt und den siir diese Firmen arbeitenden Selbständigen wurden keine Austräge mehr erteilt. Auch die anderen kleinen Firmen wurden nochmals aufgesordert, sich der Aussperrung anzu- schliessen, die dann eine allgemeine werden dürfte. Die an der Aussperrung beteiligten drei Arbeiterorganisattonen haben diese Massnahme damit beantwortet, dass sie in einer Waffen« arbeiterversannnlung am Sonnabend beschlossen, über alle dem llnternehmerverband angehörenden Waffen- firmen den Streik zu verhängen. Die Zahl der be- troffenen Arbeiter wäckist damit auf 899 an. Industriearbeiter-, Metallarbeiter- und christlicher Metallarbeiterverdand stehen ge- schloffen hinter den Streikenden und werden den Kämpf energisch weiter führen._ Eine erfolgreiche� Bewegung um Verkürzung der Arbeitszeit haben die Krefelder Samtwcbcr soeben zum Abschluß gebrockt. Es handelt sich bei ihrer Forderung nm den Mittagsarbeitsschluß an den Sonnabenden. In der Textilindustrie sind von den über eine Million Beschäfttgten gegen 69 Proz. Arbeiterinnen. Zu einem erheblichen Teil sind die Arbeiterinnen auch verheiratet. Neben der Fabrikarbeit bleibt in der Regel für diese Frauen auch noch die ganze häusliche Arbeit zu verrichten. Die meisten dieser Frauen erwarten den Sonntag, damit sie alles, was naturgemäh an den Arbeitstagen an häuslicher Iftbeit zurückbleibt, aufarbeiten können. Nm diesen Frauen den Sonntag als Feiertag zu ge- Winnen, gibt es nur ein Mittel, die Verkürzung der Arbeitszeit überhaupt und an den Vorabenden der Sonn- und Feiertage im besonderen. Auch für die männlichen Arbeitskräfte in der Textil- industrie ist eine kürzere Arbeitszeit und der Mittagsarbcits- schluss an den Sonnabenden wohlbegründet, namentlich, wenn sie, wie das meistens der Fall ist, ihren ebenfalls in der Textil- industrie beschäftigten Frauen bei den häuslichen Arbeiten mit- helfen wollen. Vom Deutschen Textilarbeiterverband wird schon seit Jahren Mittagsarbeitsschluß an den Sonnabenden propagiert. Dem Reichstag ließ er kürzlich eine von vielen taufenden Arbeitern und Arbeiterinnen unterzeichnete Petition zugehen, um so eine gesetzliche Regelung der Frage herbeizuführen. Krefeld gehört mit zu den Textilorten, die zu allererst mit durch das Trängen der im Deutschen Textilarbeiterverband Organisierten den Zehn- stunden-Arbeitstog einführten. Einsicht für die Notwendigkeit, die Arbeitszeit zu verkürzen, ist hier unter der Textilarbeiterschoft vor- Händen. Neben einigen Swffwebereien und anderen Betrieben ist in der Hälfte der Samtwebereien schon seit Jahren Sonnabend mittags Arbeitsschluß. Die Samtweber in den noch übrigen Be- trieben forderten daZ ebenfalls und wandten sich schon im Herbst 1913 durch ihre Arbeiterausschüsse an die Herren Arbeit- geber. Die Antwort war ablehnend; sie mag durch die Krise und durch den organisierten Streikbruch der Christen unrühmlich ver- laufenen Färberstreik beeinflußt gewesen sein. Von einigen Firmen wurde sogar der Versuch gemacht, den freien Sonnabend- nachmittag, wo er bestand, illusorisch zu machen. Im Februar 1914 mit Einsetzen der besseren Konjunktur erhoben die Samt- Weber neu ihre alte Forderung, in allen Samtwebereien Sonn- abend mittags die Betriebe zu schließen. Und da wiederum kein Arbeitgeber bewilligen wollte, blieben die Arbeiter und Arbeite- rinnen des größten Betriebs Sonnabend nachmittag? von der Arbeit weg. Die Beschäftigten der anderen Betriebe wollten diesem Beispiele folgen. Nun scheint der Arbeitgeberverband doch ein- gesehen zu haben, dass Nachgeben das beste ist, und hat Hann be- schlössen, in Samtwebereien, wo die Beschäftigten den Sonnabend- nachmittag frei haben wollen, die Bewilligung dieser Forderung dem eigenen Ermessen der Firma zu überlassen. Damit wurde in den letzten Samtwebereien der Sonnabendmittags-Arbeitsschluss erreicht. Das bedeutet für zirka 1459 Beschäftigte eine Verkürzung der Arbeitszeit um zirka 4599 Stunden wöchentlich. Ms?nöustrie unö Handel. Betriebsgemeivschaft Hapag— Lloyd. In Köln haben am Sonnabend erneute Verhandlungen zwischen den atlantischen Schiffahrtslinien zwecks Verlängerung der n o r d- atlantischen Schiffahrtskonvention stattgefunden. Da mit den kanadischen Linien eine Einigung noch nicht zustande kam, wurden die Verhandlungen einstweilen abgebrochen und auf den 5. August vertagt, wo sie in London wieder aufgenommen werden sollen. Zwischen den deutschen, holländischen und englischen Linien hat die Verständigung indessen bereits zu dem Beschluß ge- führt, die Zwischendecksraten sofort um 49 Mark (auf 159 Mark für Schnelldampfer und auf 149 Mark für sonstige Dampfer) zu erhöhen. In Köln wurden auch die Verhandlungen zwischen Hamburg- Amerika-Linie und Norddeutschem Lloyd weitergeführt und eine völlige Einigung über die Herstellung der Betriebsgemein- s ch a f t beider Linien für den nordamerikanischen und ostafiatischen Verkehr erzielt._ Der Leltrust in China. Nach dem Wortlaut deS zwischen der Chinesischen Regierung und der Standard Oil Company im Februar 1914 getroffenen AbkommneS über die Erschliessung und gemeinsame Ausbeutung der Erdölvorkommen bei Den Chang und Den An Fu in der Provinz Shensie und Cheng Te Fu(Jehol) in der Provinz Chihli ist das Abkommen durchaus nicht so ungünstig für China, wie es nach den ersten ungenauen Nachrichten schien. Die Standard Oil Company verpflichtet sich, die Oelfelder von Uen Chang und Uen An Fu sowie die angrenzenden übrigen Felder der Provinz Shensie und die Oelfelder von Chengtefu sowie die daran angrenzenden übrigen Felder der Provinz Chihli durch Sach- oerständige untersuchen zu lassen und die Hälfte der hieraus ent- stehenden Kosten zu tragen. Für den Fall, daß sich die Felder als abbauwürdig erweisen, ist zum Zwecke ihrer Ausbeutung die Gründung einer amerikanisch-chinesischen Gesellschaft vorgesehen, an der die Standard Oil Company mit 55 Proz., die chinesische Regierung mit 37,5 Proz. des Kapitals beteiligt sein soll. Der Anteil der Chinesischen Regierung wird jedoch nicht in bar ein- gebracht werden, sondern stellt den von der Gesellschaft an die chinesische Regierung für die Erteilung der Konzession zu er- stattenden Preis dar. Tie Chinesische Regierung verpflichtet sich dagegen, daß in den erwähnten Oeldistrikten der Provinzen Shensi und Chihli die neu zu gründende Gesellschaft das a u S s ch l i e tz l i ch e R e ch t a u f die Produktion, die Raffinerie und den Verkauf von Petroleum haben, und daß künftighin in China keinerle» Monopol oder Konzession auf Petroleumfelder an irgendwelche Ausländer vergeben werden soll. Diese Verpflichtung erstreckt sich auf einen Zeitraum von 99 Jahren. Ausserdem hat sich die Regierung verpflichtet, der zu gründenden Gesellschaft in bezug auf den Transport ihrer Produkte, die Enteignung der Landeigentümer und die Abfindung bereits bestehender Petroloumproduzenten alle erforderlichen Erleichterungen zu gewähren. Von einem Rückkaussrecht oder automatischen Rückfall der Oelfelder au die Chinesische Regierung sowie von der Höhe deZ Kapitals der neu zu gründenden Gesellschaft ist in dem Vertrage picht dte Rede. Weitere Preisermässigungen. Tie Düsseldorfer Warenbörse bat am Freitag für die meisten F e r t i g e i s e n p r o d u k t e gegen die Notierungen vom 17. April eine Reihe von Preisermäßigungen vorgenommen, womit den seit längerer Zeit am Markte herrschen» den Verhältnissen Rechnung getragen wird. Stabeisen, Bandeisen, Grob- und Kesselbleche wurden um 1 Mark, Feinbleche um 2 Mark ermäßigt. Diese Notierungen stellen aber keineswegs die niedrigsten Sätze dar, denn Stabeisen und auch Eisenbleche wurden noch um 1—2 M. unter dem Preis der Düsseldorfer Produktenbürse ange- boten.— Nach dem Marktbericht des Börsenvorstandes hat sich da? Geschäft am Kohlenmarkt weiter gebessert, wogegen der Koks» abruf unbefriedigend ist._ Soziales. Ihr lästt den Armen schuldig werden, Tann überlaßt Ihr ihn der Pein. Ter Gutsarbeiter W. wurde mit drei anderen zur An» zeige gebracht, weil sie ihrem Arbeitgeber, dem Gutspächtcr Tchütze in Katzenhagen i. Mecklenburg, ver- schiedene Male insgesamt etwa 11 Zentner Roggen und Hasser entwendet hatten. Zweimal soll dies mit je einem �ack beim Treschen geschehen sein, zweimal war der Transport- wagen für eine Bahnfuhre mit einem überzähligen coack Roggen beladen und zweimal wurde Hafer vom Kornboden geholt. Tas Korn wurde jedesmal verkauft und der Erlös geteilt. Tie Angeklagten behaupteten im Termin vor der S t r a f k a m m e r des Landgerichts N e u st r e l i tz Mitte Januar 1914, sie hätten aus Rot gehandelt. Ter Arbeiter W. hatte z. B.(wie auch die übrigen) diese Lohnbezüge: Barlohn 159 M. jährlich, Korudcputat zirka 49 Zentner Korn und Gerste im Wert von ungefähr 399 M-, freie Wohnung mit etwas Gartenland, Wert 69 M. 199 Ruten Karwfsclacker im Pachtwert von etwa 89 M., 7 Meter Brennholz im Wert von etwa 49 M. und täglich 3 Liter Milch, die, pro Liter zu 19 Pf. berechnet, 190 M. ausmachen. Dies stellt ein Einkommen von etwa 740 M. jährlich dar. Stellt man das Korn als voll verkauft in Rechnung, dann kommen aber nur 450 M. Barlohn in Betracht, davon müssen alle Ausgaben für Nahrungsmittel, Kleidung usw. bestritten werden. Tas Gericht kam im Urteil auch zu der Auffassung: „Mag nun auch eine gewisse Notlage unterstellt werden, so gab diese den Angeklagten doch keinen Grund zum Stehlen. Immerhin sind den Angeklagten um deswillen mildernde U m st ä n d e zugebilligt." Tie mildernden Umstände hinderten das Gericht aber nicht, ganz ungeheuerliche Strafen gegen drei der Angeklagten auszusprechen. Ter am meisten Belastete erhielt 1 Jahr 3 Monate Gefängnis, die übrigen 9 Monate, 5 Mo- nate und der vierte 3 Tage. Tic drei Schwcrbestraften hatten wegen ähnlicher Tiebstähle bereits Vorstrafen. Bei einem lag eine am 30. Juni 1913 zudiktierte noch nicht verbüßte Ge- fängnisstrafe von 2 Wochen vor wegen Entwendung von Weizen beim selben Arbeitgeber. Ter mit 9 Monate bestrafte Arbeiter W. war nach dem Zeugnis des GutspächterS bereits mit Schulden auf die Arbeitsstelle gekommen. Mit dem Verbüßen der Gefängnisstrafe sollten für die Familie des Letztgenannten die Leiden noch nicht erschöpft sein. W. war nach seiner Entlassung aus der Arbeitsstelle von Katzenhagcn nach Rcubrandenburg gezogen. Am 1. April dieses Jahres trat er die neunmonatige Gefängnisstrafe an. Für seine aus Frau und vier Kindern im Alter von einem bis sieben Jahren bestehenden Familie sollte nun der bisherige Arbeitgeber Tomänenpächter Schütze in Katzenhagen die Armenkosten aufbringen. Er weigerte sich, so daß die Familie nach dem Gut Katzenhagen abgeschoben werden mußte. Ter armen Frau sollte bald klar werden, weshalb der Agrarier die Familie selb st verpflegen wollte. Einem Ge- Nossen, der ihr seine Hilfe anbot, schrieb sie am 4. April d. I.: „Es geht mir hier in Katzenhagen sehr schlecht. Ich habe diese Woche noch nichts bekommen von Schütze. Ich loar am Donnerstagabend zu ihm und habe ihn gebeten um bißchen Lebensmittel für die Kinder, da ich doch nichts mehr hätte siir die vier Kinder zu leben und die Kinder schrien immer hinter mir her, sie haben großen Hunger. Am Montag sind wir hergezogen und bis heute, Sonnabendmittag, habe ich noch nichts bekommen. Wir essen immer Pellkartoffeln, die tunken wir uns in Salz. Wie ich bei Schütze war und habe ibn gebeten, da läßt er mich gar nicht zu Wort kommen. Er hielt mir die F a u st inS Gesicht und sagte:„Ich schlage Ihnen mit der Faust in die Fresse, oder Sie kriegen Fußtritte von mir, daß Sie hinten aus der Tür fliegen!" Er gibt mir nickts eher, bis er eine Bescheinung hat von Strelitz, daß mein Mann da ist(im Gefängnis), und wenn eS noch acht Tage dauert. So lange kann ich doch nicht hungern mit den Kindern. Es kümmert sich hier kein Teufel um mich. ES ist beinahe so weit, daß man sich das Leben nehmen muß, und das wollte ich doch nicht gerne. Nun muß ich schließen, der Kleine schreit zu toll vor Hunger. Besten Gruß Frau W." Der Briefempfänger inachte sofort das Großh. A m t in S t a r g a r d auf die skandalösen Zustände aufmerksam und ersuchte, gegen den Gutspächter einzuschreiten. Obwohl er sein Schreiben zurückerhielt mit dem von einem Herrn v. Maltzan unterzeichneten Vermerk:„als unbeachtlich zurück, da jegliche Legitimation des Beschwerdeführers fehlt", wurde doch ein Gendarm nach dein Gut zur Einholung von Erkundigungen geschickt. Dieser berichtete dann auch unterni 10. April(sein Bericht fand sich mit Papier überklebt auf dem zurückgesandten Beschwerdeschreiben), daß die Familie im Schnitterhause mit den übrigen fremden Schnitter- familien untergebracht sei und nun wöchentlich 30 Pfund Kartoffeln, 16 Pfund Brot, 3 Pfund Erbsen und 1 Pfund Mehl sowie täglich 2 Liter Milch erholte. Es sei der Frau auch Arbeit zugesagt, wobei sie 1,50 M. Tagelohn verdienen könne.... Daß die Famthe bis dahin hungern und von der Mild- tätigkeit anderer Kleben mußte, war nicht berichtet, ebenso- wenig, daß der Inspektor die Frau auf ihre wiederholten dringenden Bitten um Lohnarbeit— auf die Erntezeit verwiesen hat. Gegenwärtig brauche man neben den frem- den Schnittern niemand. Die Frau ist somit dem unterhaltspflichtigen Gutspächter auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Wegziehen kann sie nicht, weil sie völlig mittellos ist. Arbeitsverdienst wird ihr nicht gewährt und die wenigen Nahrungsmittel reichen für die fünf Personen gerade zum langsamen Verhungern. Will man die Frau ebenfalls dazu treiben, daß sie aus bitterer Not zur Diebin wird und man sie dann los wird? So werden Landarbeiterfamilien zugrunde gerichtet und derFeil überbieten Jich Regierung und herrschende Klag« ji Deutschland im Kampf gegen die Mittel, die zur Verhütung allzureichen Kindersegens in Arbeiterfamilien dienen. Wahrlich, eine Gesellschaftsordnung, wert, daß sie zugrunde geht!_ Ter hygienische Maximalarbritstag im Gastwirtkgcwerbc. Tie letzte Novelle zur Gewerbeordnung vom Jahre ISIt hat eine Aenderung der Bestimmungen über den sogenannten hygieni schen Maximalarbeitstag gebracht. Bis dahin war nur der Bundes rat befugt, für solche Gewerbe, in welchen durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird, Verfügungen zu erlassen, durch welche Dauer, Beginn und Ende der zulässigen täglichen Arbeitszeit bestimmt wird. Nach dem jetzigen Wortlaut des Z ILll k der Gewerbeordnung sind nunmehr auch die Landeszentralbehörden ermächtigt, derartige Verfügungen zu erlassen. Ferner können die zuständigen Polizei behörden für einzelne Betriebe Verordnungen dieser Art erlassen. von diesem Rechte hat jetzt die Regierung von Ober d aHern zum ersten Male für das Gästwirtsgewerbe, und zwar für den Palizeibezirk München Gebrauch gemacht. Nach dem Er« laß der bayerischen Regierung werden die Bestimmungen deS Bundesrats vom 23. Januar 1902 auf das Hilfspersonal ausgedehnt. Diese Verordnung tritt mit dem I. Mai in Kraft Tie oben bezeichnete BundeSratsverordnung hat für die gastwirt schaftlichen Angestellten einen kleinen bescheidenen Schutz ihrer Arbeitstraft gebracht. Aeußerst bescheiden— den 16 stündigen MaximalarbeitStag und alle 14 Tage, in Städten von unter 20 000 Einwohnern alle drei Wochen, einen Ruhetag; für die Lehr linge unter 16 Jahren ist ein« neunstündige ununterbrochene Ruhezeit vorgeschrieben. Nach 10 Uhr abends und vor 6 Uhr morgens dürfen jugendliche Leute nicht beschäftigt werden. Das ist so das wesentlichste des vielgerühmten Arbeiterschutzes im Gast wirtsgewerb«. Das schlimmst« aber ist, daß diese Bestimmungen sich nur auf das gelernte Personal beziehen..Kellner, Koch lehrlinge sind geschützt. Als Page, Hausdiener, Küchenmädchen uftv können die jugendlichen Angestellten im GastwirtSgewerbe aber in unbegrenzter Arbeitszeit ausgebeutet werden. Alle Versuche der Organisation, hierin Wandel zu schaffen, um dem mehrere Hundert tausende umfassenden Heere des Hilfspersonals auch wenigstens die kleinen Vorteile de» Gesetze? teilhaftig werden zu lassen, sind immer wieder gescheitert an dem Widerstand der Regierung und der bürgerlichen Parteien. Durch die Gewerbenovelle ist also jetzt ein Ausweg gefunden Bis jetzt hat sich freilich, wie schon erwähnt, nur die Münchener Polizeibehörde dazu verstehen können, den Widersinn, der durch die unterschiedliche Behandlung von gelernten und ungelernten Ar bcitcrn durch die BundeSratsverordnung gegeben ist, zu korrigieren. In die Münchener Verordnung sind auch die Fremdcnpensionen mit einbezogen. Mit Recht, denn in diesen sind die Arbeitsverhältnisse nicht besser als in den eigentlichen Gastwirtschaften. So wenig es ist, gegenüber den derzeitigen Zuständen ist es ein kleiner Fort- schritt. Vorzuziehen wäre natürlich eine reichsgesetzliche Regelung. Wie die Dinge liegen, wird die Organisation der GastwirtSgehilfen überall an die ortSpolizeilichcn Behörden mit der Forderung heran treten müssen, dem Münchener Beispiel« zu folgen. Im übrigen ist der§ 120 k natürlich auch anwendbar auf andere Gewerbe, vor allem sollten die Avbeiter der Nahrungsmittelindustrie, die alle unter einer langen Dauer der Arbeitszeit zu leiden haben, sich die neue Gesetzeslage-zunutze machen. Di» Not der Winzer. Wenn der Kleinbauer Pech mit der Ernte des Getreides hat, dann tröstet ihn gewöhnlich noch eine mittelmäßige Ernte in Heu oder Kartoffeln. Anders ist e» dagegen mit den Winzern, die einzig und allein auf den Erlös ihrer Weinberge angewiesen sind und für die sie mangels eigener Landwirtschaft sogar den Dung nock kaufen müssen, wenn sie auch ihre eigene Familie in die Arbeit deS JahreS teilen, um so teure Arbeitskräfte zu ersparen. Die Steigerung aller Lebensmittel macht sich dann auch bei den armen Winzern doppelt fühlbar, die oft noch schlechter gestellt sind als manche Arbeiter. Im dieSjährlgen Bericht des LandcSausschusse» für den Re gierungSbezirk Wiesbaden finden wir darüber folgende Bc- mcrkung: „Dagegen hatte die Landwirtschaft eine in Getreide. Futter Mitteln und Kartoffeln gleich vorzügliche Ernte zu verzeichnen. Nur Obst und Wein bildeten eine Ausnahme. Namentlich der Weinertrag muß zu den schlechtesten... seit Jahrzehnten gerechnet werden. Neben 12 Gemeinden, die eine vollständige Mißernte zu verzeichnen haben, stehen andere mit nur'/« Herbst und andere mit Zwischenstufen biS zu K Herbst. Die Qualität schwankt zwischen mittel und sehr gering." In diesen amtlichen Zeilen spiegelt sich die ganze Not der Winzer wider, die in 12 Gemeinden am Rhein eine„vollständige Mißernte zu verzeichnen hatten und in den übrigen Gemeinden kaum einige Mark Erlös erzielten. Tie Folge ist, daß neue Schulden zu den alten Schulden gemacht werden müssen, da ja die meisten Winzer ihr Darlehen vor einigen Jahren noch nicht einmal zur Hälfte tilgen konnten. Wohl stellte man neue Mittel zur Bekämpfung des Sauer. Wurms in den Etat ein, der aber auch den reichen Weinberg?- besitzcrn schädlich werden kann. Damit ist aber die große Nor der Winzer am Rhein nicht abgeholfen. So sorgt sogar die Natur für die Prolctarisierung der Winzer des Rheins, die fest am allen hängen, treue Zentrumswähler bisher waren und die ganze Ber- teuerungZpolitik ihrer eigenen Partei jetzt doppelt am eigene» Leibe spüren müssen.__ Gerichtszeitung. Schuldig? Wieder hatte der Revolver�as letzte Wort in einer iebesaeickichte deren Schluß das Schwurgericht des Land- -rickts II unter Vorsitz des LandgerichtSdirektors Dr. S elig. r an n gestern beschäftigte. Unter der Anklage des versuchten 'otsckloaes hat sich die uiwerehellchte Charlotte Liefeld i verantworten. Als Nebenkläger ist der Kausinann Kurt l l e s i n g e r zugelassen. Di- 30 �obre alte Angeklagte hatte nnt dem Kaufmann lesinger seit' einigen Jahren ein Liebesverhältnis. Früher hatte ' mit einem in Petersburg wohnenden Herrn ein intimes Ver« ilwis, auS welchem ein jetzt S Jahre«1%, flink, stammte. Die naeHaatc hotte ut letzter Zeit mehrfach Differenzen mit Herrn lesinger, dessen Mutter mit diesem Liebesverhältnis ihres SohneS cht einverstanden war. Dieser war anfangs Februar auf eine eichäfisreife aeaanaen und hotte eine Prooiermamiell mit- nommcn. Dadurch wuchs die Eifersucht der Angeklagten, und s sie einige Tage keine NachrM von.hm«h.elch fchneb st-.hm neu von Eifersucht diktierten Brief, den Herr Gl. d-r Prolner- amsell zeigte. Die Pwbiermamsell war über den Verdacht sehr empört und schrieb der Angeklagten einen Brief folgenden Inhalt»: „Ich verbitte mir ein für alle Male diese Aeußerungen. Ich möchte Ihnen nur raten, Herrn Glesinger laufen zu lassen, denn er liebt Sie ja doch nicht; er hat gar nichts mehr für Sie übrig. Meinetwegen brauchen Sie nichts zu befürchten, denn ich habe für Herrn G. absolut nichts übrig." Herr G. kam Mitte Februar von der Reise zurück, und die Angeklagte las ihm den Brief seiner Reisebegleiterin vor. Ihre Eifersucht wurde dann aufs neue rege. als sie merkte, daß Herr G. wieder der Probiermamsell von ihrer Unterredung mit ihm Mitteilung gemocht hatte. Nun wurde die Spannung zwischen Gl. und der Angeklagten größer und größer. Am 17. Februar schrieb sie nach einem heftigen Streit mit Gl. vier Briefe, darunter einen an ihren früheren Petersburger Freund, von dem sie monatlich eine Unterstützung von 200 M. erhielt und einen an die Mutter des Gl., der mit den Worten schloß:„Bei Empfang dieser Zeilen ist Ihr heißgeliebter Sohn und ich tot." Das Dienstmädchen hatte diese Briefe zur Post gebracht; der Angeklagten, die inzwischen wieder eine Aussprache mit G. hatte, wurde die Sache wieder leid, und dem Dienstmädchen gelang es auch, drei Briefe zurück zu erlangen, bis auf den Brief an die Mutter. Ms sich Herr G. dann wieder von ihr fernhielt, suchte sie in der Nacht des 20. Februar auf alle Fälle Herrn G. zu treffen. Sie erfuhr, daß er in jener Nacht in das Cafe Kannen- berg kommen würde und wartete dort stundenlang auf ihn. Als er erschien, kam es zu Auseinandersetzungen, die sich auf der Straße fortsetzten bis zu dem Hause, wo die Angeklogte wohnte. Sic bat ihn dann, doch noch einmal in ihre Wohnung zu komme», ivas G. aber ablehnte. Er schloß die HanStür auf, und da bat sie ihn. ihr doch noch einen letzten Abschicdskuß zu geben. Als er ihr diesen Wunsch gewährte, gab die Angeklagte plötzlich Schüsse aus einem Revolver, den sie zumeist bei sich trug, auf ihn ab, die ihm eine Wund» in der Brust und eine am Ohr beibrachten. Der Revolver wurde ihr dann entwunden. Dw Angeklagte behauptete, daß sie nicht wisse, was sie getan habe. Sie habe starke Seclenqualen erlitten, und da sie Herrn G. wirklich liebte eine Trennung von ihm nicht ertragen konnte. Sie sei lebenSübcrdrüssig geworden und habe sich selbst töten wollen. Als sie nun endgültig von G. lassen sollte, habe sie blindlings zu- geschossen, ohne jede Ueberlegung und ohne die Absicht, Herrn G. zu töten. Alz Zeuge gab Glesinger zu, daß er die Angeklagte in einem bestimmten Falle gezüchtigt habe, als er alle Veranlassung zu der Ansicht gehabt habe, daß die Angeklagte den Besuch eines fremden Mannes gehabt hatte. Zur Sprache kam auch noch, daß der Zeuge dem Portier des Hauses, in dem die Angeklagte eine Dreizimmer- Wohnung innehatte, einmal eine hohe Belohnung versprochen hatte, wenn er ihm mitteilen würde, wenn die Angeklagte Herrenbesuche empsänge; auch einen Detektiv hätte er einmal mit der lieber- wachung der Angeklagten betraut. GcrichtSarzt Tr. Marx gab sein Gutachten dabin ab, daß die Angeklagte eine seelisch leicht erregbare, nervöse Person sei und eine gewisse geistige Minderwertigkeit bei ihr vorliege. Der Staatsanwalt beantragte die Bejahung der Schuldfrage wegen versuchten Totschlages und mit Rücksicht auf daß Gutachten des Tr. Marx die Zubilligung mildernder Nmftände.— RcchtS- anlvalt Dr. Schwindt beantragte als Verteidiger Freisprechung. Nach li/zstüudiger Beratung verkündete der Obmann der Geschlvorenen den auf„N i ch t s ch u l d i g" lautenden Wahr- ivruch. Kaum war das Wort„Nein" in der Frage- beantwortung erklungen, als ein minutenlanges tosendes Beifallklatschen und ein all« gemeines Bravorufen im Zuhörerraum und auf den Logen begann, so daß der Vorsitzende nur mit Aufbietung aller Stimmittel Ruhe gebieten und im Wiederholungsfalle mit sofortiger Räumung des Saales und Bestrafung der be- treffenden Personen drohen konnte. Das Tribunal wurde hier zur Szene und das Händeklatschen und Bravorufen hörte erst auf. als die Gerichtsdiener Miene machten, einzelne Rufer aus dem Zuhörerraum herauszuholen. Das auf Freisprechung lautende Urteil wurde dann auch unter vollkommener Ruhe des Publikums verkündet. Zum Rachdrucksrecht der Zeitungen. Nach dem Gesetze über das Urheber- und Verlagsrecht ist der Abdruck von Ausarbeitungen wissenschaftlichen, technischen oder unterhaltenden Inhalts verboten, auch wenn ein Vorbehalt der Rechte fehlt. Tie Strafkammer zu Detmold hatte am 30. April zu entscheiden, wie der Begriff„unterhaltenden Inhalts" auszulegen sei, und in der Verhandlung wurde nebenher das Verhalten eines Korrespon- denzinhabers Dr. Sch-nthal in München charakterisiert, der jeden Nachdruck seiner Erzeugnisse strafrechtlich verfolgen läßt, wenn seinen unverhältnismäßig hohen Honorarforderungen nicht ent- sprachen wird. ES handelte sich um drei kleine, nur wenige Zeilen umfassende Mitteilungen, die die Ueberschriften trugen:„Das Hopfenkisscn als Mittel gegen die Schlaflosigkeit",..Der tote Papagei auf der Eisenbahn" und„Tie unsichere Hutnadel". Der Redakteur der„Lipp. Landeszeitung" in Delmold hatte diese Neineii Sachen in irgendeiner Zeitung gefunden und sie, in der Annahme, daß es sich um vermischte Nachrichten tatsächlichen Inhalts handle, ohne weiteres abgedruckt, Ter Korrespondcnzinhaber verlangte darauf ein hohes Honorar, die Zeitung lehnte diese Forderung aber ab und bezahlte nur den üblichen Satz. Dr. Sch. nahm das Geld an, stellte trotzdem aber Strafantrag und verlangte eine Buße von 15 M. für jeden Artikel. Tie Strafkammer verurteilte den Angc- klagten zu der gesetzlichen Mindeststr-fe von 3 M., zusammen 9 M. In der Verhandlung wurde hervorgehoben, daß es sich hier um eine gewerbsmäßige Brandschatzung handle. Der Korrespondenz- inhaber benutze vorgedrucktc Formulare zu seinen Strosanträgcn, und zwar allemal dann, wenn sich die Zeitungsredaktionen seinen unverhältnismäßig hohen Ansprüchen nicht geneigt zeigten. Die Strastammer hatte ein Gutachte» der literarischen Sachverständigen- kommission in Berlin erbeten. Es ging dahin, daß allerdings die Sachen unterhaltenden Inhalt hätten, ivomit jedoch über ihren Wert nichts gesagt sei. Das Kriterium des Begriffs„unterhaltender Inhalt" sei eben, daß der Leser durch den Artikel nicht bloß über irgendein tatsächliches Vorkommnis unterrichtet, sondern auch durch die Art der Darstellung gefesselt und unterhalten werde. In den Urteilsgründcn der Strafkammer heißt es: Zugunsten des Angeklagten ist i» Betracht zu ziehen, daß das Bcrhaltcn deS Tr. Sch. keineswegs als ein sehr faires zu bezeichnen ist. Er hat es unzweifelhaft darauf angelegt, die Leute hinein- zulegen: er hat die Artikel geschrieben und dann herumspioniert. wo sie abgedruckt würden, und er hat auch demnächst Bezahlung ür den Nachdruck erhalten. Aus diesen Gründen ist von der Zu- erkennung einer Buße abgesehen worden, In der Verhandlung kam auch zur Sprache, daß in einem ähnlichen Falle vor der Strafkammer zu Stade Freisprechung des Angeklagten erfolgt ist, weil der Korrespondenzinhaber Strafantrag gestellt hatte, obgleich Bezahlung für den Abdruck schon erfolgt war. Wiederholt haben wir gegen die Strafvorschrist des Nach- druckgesetzeS. die nachgerade zu einem Erpressungsmittel geworden ist. uns gewendet. Ist eine angemessene Bezahlung erfolgt, so fehlt jedes Interesse für eine Strafverfolgung derartiger Artikel. Mus aller Welt. der Irrwahn öes Kriegsveteranen. I» der hrandenburgischen Kreisstadt S o l d i» hoben sie un« längst einen Kri»g«vetera»en ins Krankenhaus trans- portiert. Der bedauernswerte alte BaterlandSverteidigrr litt an der ixen Jde«, daß da» Deutsche Reich die Männer, die auf blutigen Schlachtfeldern ihr Leben riskiert und zu seiner Gründung wesentlich beigetragen, im Alter ordentlich versorgen würde. Dieser Irrwahn verdichtete sich schließlich zu der verrückten Idee, auf dem Landrats- amt würden außer dem kärglichen„Ehrensold" noch besondere Veteranenbeihilfen ausgezahlt. Er teilte diesen politischen Aber- glauben einer Anzahl Kameraden mit und fand bei ihnen einen solchen Anklang, daß sie unter seiner Führung nach dem Kreishanse marschierten, um die eingebildete Belohnung in Empfang zu nehmen. Sie sahen sich aber nur angeführt. Die Beamten machten höllisch verdutzte Gesichter, als sie die ansehnliche Schar älterer Krieger anrücken sahen und ihr Begehren hörten, und konnten den Aermsten statt des Geldes nur die traurige Erklärung geben, daß sie zweifellos einer Mystifikation zum Opfer gefallen seien. Da ivurde der arme Anführer ganz wild und verfiel in Tobsucht, sodaß sich seine nachherige llsberführung in eine Heilanstalt not- wendig machte. Nach unserem psychiatrischen Erachten ist der Mann leider u n- heilbar. Wer sich einbildet, in dem militarisierten Deutschland werde auch für den einfachen Veteranen anskömnilich gesorgt, dein ist nicht mehr zu helfen, der ist ganz wahnsinnig. Das ist eine fast ebenso verrückte Idee, als wenn einer auf ostelbischen Guts- Höfen praktisches Christentuni vermutete, im Zentrum»Wahrheit, Freiheit und Recht", wie es auf dem Programm steht, oder bei den Nationalliberalen Standhaftigkeit und Liberalismus. Gegen alle derartigen Wahilvorstelluiigen hilft keine ärztliche Behandlung. Zum Glück sind die Patienten aber harmloser als der Anführer der Soldiner Kriegsveteranen, sodaß sie ohne direkte Gefahr frei herumlaufen können.__ Grubenunglück in Australien. Wie ein Telegramm aus Melbourne meldet, hat sich in den Kohlengruben von B o n d i g o ein schweres Gruben» Unglück ereignet. In dem Augenblick, als zahlreiche Berg- arbeiter den Schacht verließen, erfolgte aus bisher unbekannten Gründen eine heftigeExPlosion. SiebenGrnben- arbeiter wurden auf der Stelle getötet, mehrere andere sehr schwer verletzt, so daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Automobilkatastrophen. Auf der Güstrow— Krakower Chaussee geriet am Sonnlag das Automobil deS Herrn v. Tiele-Winckler auf Rothen Moor, in dem sich außerdem Frau v. Müller zu Hohcn-Luckow, der Chauffeur und ein Tiener befanden, auf der abschüssigen Chaussee auf einen Nebenweg und schlug um. Frau v. Müller war so- fort tot. Herr v. Tiele-Winckler wurde schwer verletzt, der Chauffeur erlitt leichtere Verletzungen, der Diener konnte vorher abspringen. Ein folgenschweres Automobilunglück, bei dem drei Per- sonen getötet wurden, hat sich am Sonntagabend in der Nähe von New V o r k ereignet. Ter Kausmalin Willis hatte mir seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern sowie zwei Bekannten, dem Advokaten Walsb und dessen Frau, eine Vergnügungstour im Auto unternommen. Als man sich auf der Heimfahrt befand, wurde plötzlich an einem Bahnübergang die Schranke heruntergelassen, Willis, der sein Auto selbst steuerte, bremste stark, um die Schranks nicht zu überfahren. Ter Wagen überschlug sich, flog gegen einen Baum und stürzte in den Chausseegraben, wobei das auslaufende Benzin explodierte. Drei der Insassen, Willis, dessen Frau und Frau Walsh erlitten so schwere Braiidwundcn, daß sie nach wenigen Minuten verstorben. Auch die Kinder Willis' haben schwere Verletzungen und Brandwunden davongetragen, so daß sie gleichfalls kaum mit dem Leben davon« kommen dürften; ebenso ist Walsh schwer verletzt, doch dürfte er am Leben erhalten werden können. Vom Zarismus zu Tode gehetzt. Ein Opfer der bekannten russischen Gefängnisschande ist der Deutsche Johannes Holzmann geworden, über dessen Lage noch am Mittwoch in der Bndgetkommission des Reichstages gelegentlich der Verhandlungen über den Etat des Austoärtigen Amts gesprochen wurde. Holzmann, der unter dem Namen S e n n a Hoy auch in Berlin lebte, machte seinerzeit als Anarchist piek von sich reden. Später ging er nach Frankreich, der Schweiz und nach Ruhland. Hier fiel er Spitzeln in die Hände, die ihm den Patz eine? von den russischen Behörden lange gesuchten schweren Verbrechers zusteckten. Bei der Revision des Passes ivurde er festgenommen und von den russischen Behörden trotz oller Einwendungen als der lange von ihnen gesuchte Verbrecher zn lebenslänglicher Korker st rase verurteilt. Im Gcfäng- niS zu W a r s ch a n, in dem, wie in allen russischen Gefängnissen, infolge rücksichtsloser Ueberfüllung die Schwindsucht und andere Seuchen grassieren, erlöste ihn min vor einigen Tagen der Tod nach einer achtjährigen Kerkerhaft von seinem Lei- den, der Tuberkulose, die auch ihn ergriffen hatte. Gerade.in letzter Zeit hofften die Angehörigen deS Holzmann, die olles unter« nahmen, un, den für die Schuld eines anderen Büßenden zu be- freien, auf seine Entlassung. Ihre Bemühungen hätten vielleicht zu seiner Befreiung geführt, so aber starb der Beklagenswerte als unschuldige? Opfer der elenden Zustände in den russischen Ge. fängnissen, bevor die Bemühungen seiner Angehörigen von Erfolg gekrönt werden konnten. Die Leiche Scnna HoyS wird nach Verlin übergeführt und hier bestattet. Kleine Notizen. Verhaftung eines Rechisaiiwaltes. Hilter der Beschuldigung, in einer Konkurssache 25 000 Mark veruntreut zu haben, ist in Bamberg der Rechtsanwalt und Justizrat Hans T r a n t n e r verhaftet worden. Trautncr übte seine AnwaltSproxis seit etwa 20 Jahren aus. Die Schulvorstchcri» als KindeSmörderi». In der rheinischen Ortschaft Geisweid wurde auf dem Speicher einer Schule die Leiche eine? neugeborenen Kindes gefunden. Die Er- Mittelungen ergaben, daß die Mutter des Kindes die Schul» Vorsteherin ist. die das neugeborene Kind auf den Speicher ge- bracht hatte. Die schwerkranke Mutter wurde dem Krankenhause als Gefangene zugeführt. Um 60 Pfennige erschossen. Am Sonntagnachmittog wurde in der westpreußischen Stadt Laulenburg der Hausdiener des Hotels „Kronprinz" au« Soldau von dem Kaufmann PrzybilZki in dessen Laden erschossen. Beide waren wegen einer Zeche von 60 Pfennig, die der Hausdiener nicht bezahlen wollte, in Streit gerolen. Ränberianptmann Daniel. Der russischen Polizei ist eS gelungen. den beriichligien Banditen Daniel, genaniit der„Pocken- naibige Teufel", der seit mehreren Monaten ganz Polen in Schrecken setzte, zu überraschen. Daniel setzte sich bei seiner Festnahme zur Wehr und w u r d e i in Verlauf d e S Kampfes getötet. Von mehreren feiner Komplicen, die festgenommen werden konnten, haben sich �wei im Gefängnis das Leben genommen. Tic �ustragclte als Vildrrstiirmrriii. Eine Anhängerin deS Frauenivahlrechis machte Montag vorniitlag in der Londoner König« lichcn Akademie mit einer Axt einen Angriff auf ein Gemälde des Malers S a r g e n t. Das Bild, ein Porträr de? Schriftstellers S-iiryJamcsemes der besten Bilder Sargents, ist durch drei chmtte beschädigt worden. Geffentliche politische Versammlungen. Erster and dritter Wahlkreis. Heute Dienstag, den 5. Mai 1914, abends 8½ Uhr: Öffentliche Volksversammlung 1. in den Corona- Prachtsälen, Kommandantenstr. 72. Tagesordnung: Ist Kinderschutz Kulturarbeit? 2. Diskussion. Referentin: Genoffin Emma Döltz. Die Einberuferin: Martha Schröder, Ritterstr. 56. Fünfter Wahlkreis. Heute Dienstag, den 5. Mai 1914, abends 8½ Uhr: Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher etc. Arb.-Nachw.:Gormannst.13 Bureau: Melchiorftr. 28, part. Filiale Berlin. einspr.: Norden 3791-97 Fernspr.: Amt Morippl. 4787. Tonnerstag, den 7. Mai 1914, abends 8% Uhr: Versammlung der Lackierer sämtlicher Branchen Berlins und der Vororte im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Tagesordnung: Einladung der Krankenkaffe der PersonenLohnfuhrwerks- Junung Berlin, Dircksenstraße 5. Zur Wahl der Vertreter im Vors stande ist eine Ausschußßigung der Ausschußmitglieder auf den P 18. Juni 1914, im Prälaten", Dircksenstraße, Stadtbahnbogen 110, anberaumt worden. Die Wahl er 1. Der Einfluß unserer Organisation auf die Gestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse im Lackierergewerbe. Referent: folgt für die Arbeitnehmer in der Kollege SI o. Zeit von 5-7 Uhr nachmittags, und 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Wir ersuchen die Kollegen, rege für diese Versammlung zu agilieren für die Arbeitgeber von 8-9 Uhr und besonders pünktlich zu erscheinen. Auch sind die Kollegen anderer abends. Die Zahl der zu wählenden Ber Berbände sowie Unorganisierte eingeladen. 135/5 Die Sektionsleitung. treter beträgt bei den Arbeitgebern 3 und bei den Arbeitnehmern 6. ErsatzKollegen! Am 9. Mai sindet unser 28. Stiftungsfest männer find von den Arbeitgebern 6 in den Musikerfälen statt. Billetts find bei den Vertrauensleuten und im und von den Arbeitnehmern 12 zu Bureau zu haben. Einlaßkarte 50 Pf. Zahlreicher Besuch wird erwartet. wählen. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Kammacher. 87/8 Vertrauensmänner Versammlung = Der Wahlvorschlag des Borstandes folgt nachstehend und ist derselbe auch in der Geschäftsstelle, Dirdjen straße 5, einzusehen. Die wahlberechtigten Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden hiermit ergebenst zur Einreichung von weiteren Bahlvorschlägen mit dem Hinweis darauf aufgefordert, daß nur solche Borschläge berücksichtigt werden, die spätestens vier Wochen vor dem Wahltage bei uns eingereicht werden, und bunden ist. Dienstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr, bei Hermel, Holzmarktftr. 21. daß die Stimmenabgabe hieran ge Öffentliche Volksversammlung Deutscher Metallarbeiter- Verband. 1. in den Berliner Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Tagesordnung: Ist Kinderschutz Kulturarbeit? 2. Diskussion. Referentin: Genoffin Elfriede Ryneck. Die Einberuferin: Röschen Wollstein, Siegmannstr. 5. Zweiter Wahlkreis. Morgen Mittwoch, den 6. Mai, abends 81 Uhr: Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon: Amt Norden 1987, 1239, 9714, 185. Donnerstag, den 7. Mai, abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung der Autogenschweißer im Lokal von Knörig, An der Spandauer Brücke 3. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Wahl eines Kommiffionsmitgliedes. 4. Berschiedenes. Achtung Bauanschläger Achtung! Donnerstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr: Öffentliche Volksversammlung Branchen- Versammlung 1. in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: Ist Kinderschutz Kulturarbeit? 2. Diskussion. 199/ 12* Referentin: Genofsin Luise Zietz. Der Einberufer: Heinrich Schröder, Hagelbergerstr. 53/54. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Heute Dienstag, den 5. Mai, abends S% Uhr: Vier öffentl. politische Versammlungen in folgenden Lokalen: Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10.| Kaflauienwäldchen( er) Badftr. 15/16. Germania- Säle, Chaufferstraße 110. Stadttheater Moabit, Alt- Moabit 47. Tagesordnung: 1. Auf zum Kampf gegen Kapitalismus und Militarismus. 2. Diskussion. Referenten: Reichstagsabgeordneter Georg Ledebour und Dr. Karl Liebknecht. Landtagsabgeordneter Heinrich Ströbel und Stadtverordneter Dr. Kurt Rosenfeld. Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint in Massen. Für die Einberufer: Friedrich Stäffler, Pantstr. 65. 227/ 8* Am Mittwoch, den 6. Mai 1914, abends 8 Uhr, in den Räumen der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114: Versammlung der Funktionäre= aller zeatralorganisierten freien Gewerkschaften Berlins u. Umgegend. Tagesordnung: 300/3 1. Die Politischerklärung der Gewerkschaften durch den Polizeipräsidenten v. Jagow. Referent: Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine. 2. Diskussion. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Spezialarzt 1. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in Dr. Homeyer V u. Co. tonz. Laborat. f Blut untersuchung., Fäden i. Harn usw. 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Mpl. 346 hält ffets vorräfig Buchhandlung Vorwärts Lindenftr. 69( Laden) Auch die zugelassenen Wahlvors schläge der Wahlberechtigten liegen bis zum Wahltage in der Geschäftsstelle, Dirdfenstr. 5, zur Einsicht für die Wähler aus; diese müssen von mindestens 10 Wahlberechtigten der betr. Gruppe mit zusammen 30 Stim men unterzeichnet sein. Als Nachweis zur Wahl und Stimmberechtigung genügt die jedem Ausschußmitgliede besonders zugehende schriftliche Einladung. Die Stimmzettel müssen von weißer Farbe in der Größe 9 X 12 fein. Alle übrigen Bestimmungen sind aus der Wahlordnung ersichtlich. Wahlvorschlag für Arbeitgeber: 1. Alfred Helterhoff 2. Adolf Klitsch 3. Gustab Rose 4. Albert Ervel 5. Ernst Jestram 6. Johann Bettinger 7. Franz Richter 8. Ludwig Zimmerman 9. Hugo Siebert. Wahlvorschlag der Arbeitnehmer 1. Julius Hennig 2. Friedrich Barth 3. Mar Baumgarth 4. Karl Stunde 5. Willi Krause 6. Friedrich Dehlschläger 7. Otto Meher 8. Hermann Wilfe 9. Gustav Bastian 10. Adolf Haberstroh 11. Gustav Kriewik 12. Dewald Graeber 13. August Belfa 14 Friedrich Marg 15. Hermann Marten 16. Alfred Dittrich 17. Albert Behrendt 18. Paul Danz. Berlin, den 27. April 1914. Der Vorstand. J. A.: Gustav Sose. 1M. wöchentl. Teilzahlung liefere elegante HerrenModen fertig und nach Mass Garantie für tadellos, Sitz und feinste Verarbeitung J. Karzberg co. Mass- Schneiderei Gegründet 1898 Rosenthaler Strasse 36 I. Etage Reinickendorfer Str. 4 Weddingplatz. Restaurant Schwarzer Adler Werder a. H., Fischerstr. 98. Telephon Nr. 189. Erftes freies Lotal, am Baffer gelegen. Eigener Dampfer anlegefteg. Herrlicher Garten. Saal 800 Berf. fassend. Vereinen Vorzugspreise. Staffee in Kannen. Familien tönnen Kaffee lodhjen. Bej. Karl Neinert. Pitesser Pickel, auch die harts näckigften, fettglänzende Sant u. sonstige Hantunreinig teiten werden am ficherften durch meine feit fast 25 Jahren bewährten Garantiert Spezialmittel beseitigt. mirtham und unschädlich! 2.50 M. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.4. Berantwortlicher Redakteur: Wfred Wickepp, Neukölln, Für den Inferatenteil becontw.: Th. Gode, Berlin, Dend u.Bertag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger& Co, Berlin SW Nr. 121. 31. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Elektrizitätsfragen. 1. Das Problem. Bei allen großen Fragen, zu deren Entscheidung der einzelne Mensch oder eine Vielheit von Menschen, etwa ein Staat, cine Stadt, eine Partei oder ein Parlament berufen sind, kann man nur durch richtige Problemstellung die nötige Klarheit gewinnen. Erst wenn man genau weiß, um was es sich handelt, tritt die Bedeutung eins Ja oder eines Rein in das rechte Licht, gewinnt man die Möglichkeit, die näheren und ferneren Wirkungen eines Entschlusses zu überschauen. Erst dann auch gewinnt man die nötige Freiheit des Urteils von zufälligen Beeinfluffungen oder von der Gebundenheit durch vorgefagte Meinungen. Eine gutgestellte Frage ist die halbe Antwort. Das kann man so recht erkennen, wenn mán die öffentliche Erörterung der Berliner Elettrizi tätsfrage bon ihrem Anfange an beobachtete und in ihren mannigfachen Jrrgängen verfolgt hat. Man kontmt dabei auf merfwürdige Dinge, mit denen wir uns noch wiederholt zu beschäftigen haben werden. Aus einer langen und auffälligen Schweigjamkeit durch unsere gutgemeinten und sichergezielten Rippenstöße etwas unsanft auf gestört, beschäftigt sich das Berliner Tageblatt" in feiner Nummer vom 30. April d. J. endlich auch einmal in einem rebat tionellen, von seinem neuen Kommunalchef" Herrn v. Thsta gezeichneten Artifel mit der zukünftigen Elektrizitätsversorgung Berlins. Wenn wir auf diese Abhandlung näher eingehen, so ganz gewiß nicht deshalb, weil wir den Kampf um die B. E. M. von Dienstag, 5. Mai 1914. nicht an ihnen, sondern an der unnatürlichsten Verbindung der schen, ganz gleich ob männlich oder weiblich, einen starfen B. E.. mit der. E. G., die ihnen die Kräfte ausiaugte, Einfluß aus. Die jungen Menschen sind stark empfänglich fie zur demütigen Sflavin fremden Willens machte. Die A. E. G. für alle Einflüsse, die von außen auf sie einstürmen. Leicht hat nur ein sehr geringes Interesse an der Erzeugung elettrischer ist ein Fehltritt getan, vielleicht nur eine Dummheit, die aber Energie. Sie hat ein sehr starkes Interesse an der Fortdauer des von unserer bürgerlichen Gesellschaft geahndet wird. Dann Lieferungsmonopole für elektrische Maschinen, Kabel und Instal- kommt die Angit, die Angehörigen fönnten das erfahren und lationsmaterial, welches wie ein Alp auf den B. E. W. all die es reift der Plan, dem Orte zu entfliehen und hinauszugehen, Jahre daher gelastet hat. ohne recht zu wissen, wohin. Es gibt junge Leute in diesen Bevor irgend etwas über die zukünftige Form der Elektrizi- Jahren, die sich plötzlich von den Angehörigen entfernen, die tätsversorgung von Berlin beschlossen werden kann, ist daher die sonst brav und gut waren; ohne daß sich jemand Rechenschaft Befreiung der B. E. W. aus der Umflammerung geben fönnte, wie das möglich war. Die innere Ursache ist durch die A. E. G. vorzunehmen. Es bedarf feines langen eben das Erwachen der Geschlechtsreife, die einen großen Nachdenkens, um dabei zu dem Schluß zu kommen: das ist nur seelischen Einfluß ausübt. Es lehrt die Erfahrung, daß viele auf dem durch den Vertrag glidlicherweise offengehaltenen Wege diefer jungen Leute bald wieder zurückfehren, andere wieder der Berstadtlichung der B. G. W. möglich. Und zwar auf aus falscher Scham oder aus eventueller Furcht vor Strafe dem Wege der reinen Verstadtlichung ohne Mischform. sich das Leben nehmen. In allen Fällen bringt das VerWer etwas anderes vorschlägt, der besorgt, wie die Dinge nun schwinden eines Familienangehörigen eine Unmenge voir einmal liegen, bewußt oder unbewußt die Geschäfte der A. G. G. seelischen Schmerz über die Angehörigen. Tag und Nacht und arbeitet damit zum Nachteile der Stadt; er gefährdet die machen Vater und Mutter, fönnen fein Auge schließen, fo Grundlage, auf der allein die Möglichkeit einer ordentlichen Elef- die notwendigste Nahrung zu sich nehmen, bis die Aufklärung trizitätsversorgung von Berlin für die Zukunft aufgebaut werden kommt, ob der Vermißte lebt oder tot ist. Kehrt das junge tann. Namentlich darum ist den Propheten der gemischten wirt Menschenfind zurück, so ist zunächst alles gut, die Aufregung schaftlichen Unternehmung mit Entschloffenheit entgegenzutreten, legt sich. Aber nach einiger Zeit erscheint der Kriminalweil sie durch ihre Querireibereien in den Reihen der Gegner des beamte mit dem Verhörbogen, der in allen Fällen aufge bestehenden Zuständes Verwirrung anrichten fönnen. men wird, wenn es sich um Personen unter 18 Jahren handelt; es ist der Bogen für die Fürsorgeerziehung. Alle möglichen Fragen werden gestellt und gewissenhaft wird die Antwort protokolliert. Dann erscheint der Pfarrer des Bezirks in der gleichen Mission, obwohl er den jungen Menschen in den uns aus zu einem Zank mit dem„ Berliner Tageblatt" herabziehen Graumann, Naunynstr. 27, eine Versammlung für das Görlißer Biertel bleibt das Objekt der Fragerei von der Fürsorgeerziehung Bierter Wahlfreis. Heute abend 8, Uhr findet im Saale von meisten Fällen nicht fennt, und nur in den wenigsten Fällen möchten, sondern weil es fich um eine große Frage handelt, 311 ftatt. Tagesordnung: Bortrag der Genoffin obm- Suberichont. Zur ersten Aufregung der Eltern gefellt sich die deren Lösung jenes Blatt nach unserer Meinung falsche Wege über: Seguelle Auftlärung im Saufe." 2. Distuffiou. meist. Das B. T." ist anscheinend sehr wenig erfreut darüber, Am Donnerstag, den 7. Mai, finden zwei Versammlungen der weife, der Unterbringung in Fürsorgeerziehung. daß wir auf sein auffälliges, einzig und allein dem Hause jungen Mitglieder des Wahlvereins im Alter von 18-21 Jahren So zieht die plößliche Entfernung von Angehörigen aus Rathenau" zugute fommendes Gebaren hingewiesen haben. 3um tatt. Für den Stadtteil Eid- Dit abends 8 1hr im Reichenberger der Familie bei den Verbleibenden Aufregung um Aufregung. Beweise, wie recht wir darin taten, genügt aber die Bemerkung. Sof. Reichenberger Str. 147. Bortrag. Gram und Schmerz nach sich, Folgeerscheinungen, die schweren daß an demselben 20. April, an dem unser Leitartikel erichien, imtr. 30, abends 81%, br. Vortrag des Genofien E. Eichhorn fich unter den Vermißten hin und wieder auch Angehörige Für den Stadtteil Often im Lofal von Siegel, Gr. Frankfurter Schaden an Körper und Geist anrichten können. Befinden " B. T." wieder ohne jede redaktionelle Bemerkung eine, der besserer Kreise und sind diese Fälle mehr auf gewisse geistige offensichtlich von einer Zentralftelle aus planmäßig veranlagten berus fozialistengefeslicher Zeit Sonnabend, den 9. Mai, findet in den Andreas Festiälen, Refolutionen irgend eines obsturen Hausbesitzervereins, beröffent- Andreasfir. 21, für die beiden Jugendsettionen bes Difené Defekte zurückzuführen, so ist diese Erscheinung doch int licht wurde, die die Stadtverwaltung und die Stadtverordnetenver- und Südostens ein Regitationsabend statt. Mitwirkende find: Frau wesentlichen auf materielle Ursachen zurückzuführen, die in sammlung energisch auffordern, die Verstadtlichung der B. E. W. Kühne vom Hoftheater in Weiningen und Herr Kühne bom hiesigen unseren gesellschaftlichen Zuständen ihren legten Grund abzulehnen. Am 30. April ist dann der erwähnte Artikel des Herrn Residenz- Theater. Nach den Darbietungen Tanz. Eintrittspreis finden. v. Tysta erschienen, der, wie wir noch sehen werden, den durchaus 50 f. Garderobe 10 B. Anfang 81, Uhr. anfechtbaren Vorschlag macht, die B. E. W. in die Form einer Charlottenburg. Die Jugendfeffion hält am Mittwoch, den gemischten wirtschaftlichen Unternehmung" überzuführen. Und 6. Mai, abends 8 Uhr, im Voltshause, Nofinenftraße 3, ihren Ein neuer Spiel- und Sportplaß ist am Sonntag in Hohenschönhausen eingefveiht worden; er ist von der schon am 2. Mai wird im politischen Notizenteil des Blattes die Disfuffionsabend ab. Gäste willkommen. Reflametrommel fräftig für eine solche Vereinigung des privaten Die Genossen werden ersucht, sich bei Todesfällen betreffs Jugendvereinigungen des Ostens eingerichtet worden. StaatKapitals mit der Stadt gerührt, als ob deren Notwendigkeit und Nachrufs und tranzbestellung nur an den Genossen Adolf Teumis, liche und städtische Behörden waren vertreten, auch der Verfreter des Jungdeutschlandbundes Herr v. d. Goltz fehlte Nüßlichkeit durch den Thifaschen Artikel vom 30. April tatsächlich unauftr. 12, zu wenden. Gleichzeitig berweifen wir auf die heute abend 8% Uhr im nicht. Die proletarische Jugend hat mit dieser Einrichtung bewiesen, nicht etwa nur behauptet wäre. Boltshanie, Rojinenstr. 3, stattfindende Mitgliederversammlung, in nichts zu tun. der Genosse Stadthagen spricht. Thema: Bon unten auf". Bei einem solchen Sachverhalt und angesichts der daraus zu befürchtenden üblen Konsequenzen bleibt nichts anderes übrig, ais daß wir die ganze Frage noch einmal gründlich aufrollen, auf die Gefahr hin, manches wiederholen zu müffen, was unseren ejern bereits aus früheren Artifeln, namentlich aus unseren Veröffent lichungen vont 6. und 7. Februat d. J., bekannt ist. Parteiangelegenheiten. 4 Um die Jugend. Das gleiche trifft zu auf eine am Sonntag stattgehabte in Lolal von Ostar Blatte, Alt- Borhagen 56: Abteilungsversamm Sadowa. Aus patriotischer lieberbegeisterung haben die Boote Lichtenberg. 10. Abteilung. Heute Dienstag, abends 8%, Uhr, Taufe von fünf Booten des Jungdeutschland- Rudervereins in lung. Tagesordning: 1. Bortrag: Wie ist die Religion ent die Namen Jahn, Friesen, Echill, Lützow und Gneisenau er ftanden?" Referent: Genoise Alfred John. 2. Wahl des Delehalten. Zur Ausschmückung der Vereinsräume hat der Kaiser gierten zur Kreis- und Verbands Generalversammlung. 3. Berdas Bild„ The Germans to the front verliehen, und der idiebenes. Minister für öffentliche Arbeiten hat dem Verein völlige Schleusenfreiheit verliehen. Wenn das nicht hilft! Mariendorf. Mittwoch, den 6. Mai. abends 8%, Uhr: Auger ordentliche Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Breuß, Stur fürstenstr. 44. Tagesordnung: Die bevorstehende Gemeindewahl. Diskussion. Keiner darf fehlen. Heimstätten- Disziplin. Oben fagten mit, daß es bei öfentlichen Erörterungen guerit auf eine gewissenhafte Fragestellung antomme. Dieser allgemein anerkannten Forderung hat auch Dr. v. Tysta dadurch ein formales Bugeständnis gemacht, daß er aus einer Reihe von Tatsachen das zu behandelnde Problent abzuleiten sucht. Aber sein Zugeständnis ift mirflich nur ein fornielles, weil er durch eine falsche FrageBankow. Am Mittwoch, den 6. cr., abends 7 Uhr: Flugblattstellung die Aufmerksamkeit von der Hauptsäche ablenkt. Er sagt, verbreitung über den ganzen Ort zur Gemeindepahl. In der Heimstätte Buch fommandiert noch immer als das Berliner Werf jei vor die harte Notwendigkeit gestellt, ent- Die Mitglieder, welche bei der Schreibarbeit helfen wollen, leitender Arzt der Herr Dr. Reuter. Er machte früher viel von weder Berlin mit seiner Industrie und seinen Vororten sich zu treffen fich heute Dienstag, abends 8 Uhr, bei Larsen, Brehine- fich reden durch heftige Zusaminenstöße, die er mit Patienten des erobern oder zur Bedeutungslosigkeit herabzusinfen und vielleicht straße 47/48. Heims hatte. Der Vorwärts" mußte ihm manches Denkmal felber aufgesaugt zu werden"; daher lautet das Problem: Bietet die Botsdam. Am Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Hausmann: sezen, und auch in der Stadtverordnetenversammlung wurden ihm Hébernahme der Werke durch die Stadt die beste Gewähr dafür, daß Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung u. a. Haustajfterung. dieje Aufgabe vollkommen gelöst wird, oder ist eine andere Form der Unternehmung geeigneter hierzu?" Jm Verlaufe feiner Dat legung singt er dann das hohe Lied der gemischten wirtschaftlichen Unternehinung, indem er behauptet, daß" maßgebende Kreise in der Stadtverwaltung wie auch in der Verwaltung der B. E. W. dem Gedanken, ihrer Berwirklichung nähergetreten feien". Berliner Nachrichten. Vermißt. von jozialdemokratischer Seite gelegentlich einige Betrachtungen gewidmet. In neuerer Zeit scheint nun der Herr Sanitätsrat eingesehen zu haben, daß ein Anstaltschef seine Autorität durch Poltern nicht steigert. Dafür verspricht er jetzt sich mehr Erfolg von einem Strafsystem, das da draußen von ihm und seiner Oberschwester mit unentwegter Strenge durchgeführt wird. Gewiß. in Anstalten muß auf Ordnung gehalten werden. Das liegt int Wer die, Geschichte der B. E. W. und ihrer Beziehungen zur Es vergeht feine Woche, in der nicht. Vermißtanzeigen Interesse der Gesamtheit, dem der einzelne sein persönliches JuterEtadt Berlin fennt, weiß, daß das Problem ganz anders au faffen in der Presse erscheinen. Die Anzeigen beziehen sich auf alle effe unterzuordnen hat. Es geht nicht an, daß in einer Anstalt ist, als das Berlifier Tageblatt", uns glauben machen will. Altersflaffen: auf Erwachsene, Halberwachsene und Kinder, jeder fo iut, wie wenn er zu Hause wäre". Von Anstaltsinjassen, heißt nicht, ob die eine oder andere Organisationsform den Vorzug Es ist faum etwas Furchtbareres auszudenken, als wenn ein verlangen auch wir, daß sie Gemeinsinn genug haben, Ordnungsverdient, sondern so:„ Sollen die Stadt Berlin und die Angehöriger der Familie plöblich verschwunden ist ohne zu vorschriften zu achten und Ungehörigkeiten zu Konsumenten elektrischer Energie Berlins für wissen, wohin. Die Ungewißheit, die quälende Sorge über bermeiden. Aber in der Heimstätte Buch ist man doch ein die Zukunft von der A. E. G. abhängig bleiben, wie das Warum und Wohin, über die Frage, ob dem Vermißten bißchen rasch bereit, in Kleinigkeiten eine Ungehörigkeit zu ſehen, bisher, oder sollen sie Freiheit der Selbstbeft im ein Unfall zugestoßen ist, ob er überhaupt noch am Leben ist, die scharf zu rügen sei. Patienten aus Buch flagen, daß man sia mung erringen?" Die Organisationsform wäre eine Frage ist eine wahre Geißel für die bedauernswerten Angehörigen. behandle, wie wenn sie in einer Meinkinderschule wären. Und nach zweiter Ordnung, wenn sie nicht mit der eben aufgeworfenen in Da warten die Ehefrauen mit den Kindern auf den verschwunden Mitteilungen, die uns darüber gemacht worden, sind, können innigen Zusammenhange stünde. denen Mann und Vater, der Mann auf die verschwundene wir ihnen in diesem Punkt nicht unrecht geben.. Man hat mit Recht darauf hingewiesen, daß eine der größten Frau, Boter und Weutter auf den verschwundenen Sohn oder Ein paar Proben werden genügen, zu zeigen, wie man in Schwierigkeiten für die Stadt Berlin der Mangel eines wirklichen die Tochter oder auf das kleinere Kind. Stunde unt Stunde Buch, sich Achtung verschafft". Etwa fünfzehn Patienten, die von Ronirahenten bei der Regelung der Elektrizitätsfrage sei. bergeht, nirgends eine Nachricht. Bei allen Bekannten und einem Bartspaziergang verspätet zum Abendessen kamen, mußten B. E. W., die natürlich eine ordnungsmäßig eingetragene Aftien Verwandten, an die man mur: entfernt denten fönnte, wird zur Strafe sich die belegten Stullen entziehen lassen und wurden gesellschaft sind und durch Jahrzehnte hindurch die Berliner Glet Nachfrage gehalten, alles umsonst. Schließlich gehts nach den für diesmal mit unbelegten Stillen abgespeist. Nach einer Liegetrizitätskonsumenten geradezu ansplünderten, einen Teil der In- Bolizeirebier. Von hier aus nach dem Präsidium, wo die halfenrevision, bei der eine Schwester einen musikalischen Gruß, auf dustrie aus den Grenzen unserer Stadt durch unsinnige Tarife Berjonalien der Vermißten aufgenommen werden, wenn mög- irgend einem Inftrument geblasen, gehört zu haben glaubte, wur verscheucht, der breiten Maffe der Bevölkerung die hygienischen und lich unter Abgabe einer Photographie. den fünf Patienteit dazu verurteilt, ihren Durst statt mit Bier ästhetischen Vorteile der elektrischen Beleuchtung, unjerem baue- Die Polizei hat schon gewiffe Erfahrungen auf diejem oder Limonade mit Selterwasser zu löschen. Entziehung belichen Gewerbe und den Handwerksbetrieben den billigen Motor Gebiete gesammelt; jie nimmt zuerst eine abwartende Saltung ionderer Genüsse ist in der Heimstätte Buch überhaupt als vorenthalten haben diese B. E. W. existieren eigentlich ein in der Hoffnung, daß der Vermiste fich doch noch von selber Strafmittel üblich. Weil bei der Verabschiedung einiger die Anstalt gar nicht. Sie sind nur eine Attrappe, sind ein Wandschirm, anfindet. Sie unterläßt daher auch zunächst die Vermißten verlassender Patienten ihnen die Abschiedsgrüße ein bißchen zu hinter dem die nächtigen Beherrscher der A. E. G., vor dem neu anzeige in der Preise und stellt den Angehörigen anheim, dieses stürmisch nachgerufen worden waren, wetterte Schwester Helene: gierigen Blick der Oeffentlichkeit geschützt, ihre Geschäfte gemacht selber zu tun. „ Das tommt mir beinahe so vor, als ob ich unter Menschen wäre. haben und weiter zu machen hoffen. Eine Hoffnung, die nicht Maßgebend für die Beurteilung des einzelnen Falles ist die nicht normal sind." Den Protest gegen diese fräniende Aeuße zuschanden werden wird, so lange sie überhaupt ihre Finger in dem die vernnufliche Ursache der Entfernung. Am verhältnismäßig rung beantwortete, fie damit, daß sie dem Herrn Sanitätsrat einfachsten liegt er bei Kindern; in den meisten Fällen liegt Meldung machte, und dieser ließ dann zur Strafe für das un Eine Gesundung der Berliner Elektrizitätsverhältnisse ist nur einfaches Verlaufen vor: in selteneren Fällen Verschlepvung. anständige Benehmen" die gemeinsame Landpartie ausfallen, die möglich, wenn die Erzeugungsstelle ihre volle Freiheit von der Es gibt aber auch schulpflichtige sindber, die infolge Eduwadh für den Tag geplant war. Als darauf etwa 90 Patienten eine Schwach A. G. G. gewinnt. Kein noch so flug ausgedachter Bertrag würde finns entlaufen, in Häusern und auf Beden nächtigen, bis sie Landpartie" mit Musik durch den Park veranstalteten, trat den monopolistischen Einfluß der A. E. G. auf ein annehmbares aufgegriffen werden. Bei erwachsenen Personen läßt sich Dr. Reuter ihnen entgegen und nannte das ein„ pöbelhaftes Ber Maß zurüdjchrauben imftande sein. der Grund des plöglichen Fortgebens inime noch eher erraten nehmen". Wie leicht man in Buch zu einer ll n botmäßigkeit" Die technischen und kaufmännischen Leiter der B. E.. find als bei Salberwachsenen. Entweder liegen Differenzen in der fommen kann, dafür ist folgender Fall ein Beispiel: Bei Tische alles andere, nur teine Toren und keine einfichtslosen Bureaukraten, Familie oder schwere materielle Sorgen vor, die zum Teil zum unterhielt ein Patient sich mit einem anderen, der an der Nachbardie ohne Interesse am Gedeihen und am Ansehen ihres Werkes Selbstmord, zum Teil auch nur zum Verlaffen der ehelichen tafel zu ihm Rüden an Rüden saß. Die Oberschwester untersagte nur jo fortgewurstelt hätten; fie gehören im Gegenteil anerkannter Gemeinschaft führen. ihm das, und als er meinte, das sei doch erlaubt, herrschte sie maßen zu den rührigsten und flügften Fachmännern auf ihrem Die größte Zahl der Vermißten wird von den Halb- ihn an: Sie haben hier gar nichts zu jagen". Jest lief dent Gebiete in ganz Deutschland. Wenn dennoch vor ihren eigenen erwachsenen gestellt, von den jungen Menschen im Alter von Patienten die Galle über, und ärgerlich antwortete er:„ Na, ich Augen und unter ihrer nominellen Verantwortung die Versorgung 13, 14 bis 18 Jahren. Dieses Alter ist für die Entwickelung bin doch hier nicht im Zuchthaus!" Noch an demselben der Reichshauptstadt mit elektrischer Energie zum Schulbeispiel des Menschen das entscheidende. Die Zeit der Pubertät, in Nachmittag sah er sich entlassen und mußte nach Berlin zurüdwurde, wie es nicht gemacht werden soll, dann lag die Schuld der die Geschlechtsreife eintritt, übt auf den jungen Men- fehren. Berichtet wird auch von einer Strafe", die über einen Gewebe haben. 4 11 jungen Menschen verhängt worden sei, weil er im Umhertollen fein waschbares Llnstaltskostüm zu rasch beschmutzte. Bei der Bisite sagte die Oberschwester zu Dr. Reuter:„Sehen Sie sich mal den an— gestern hat er die Sachen gekriegt, heute sind sie schon wieder schmutzig." Darauf verordnete Dr. Reuter ein Dauerliegcn, das der Patient 14 Tage hindurch aushielt und dann eigenmächtig beendete. Es ist kennzeichnend, dah Patienten auch hier die Absicht einer Bestrafung angenommen und trotz unseren Zweifeln dabei beharrt haben. Man sieht, was in Buch für möglich gehalten wird. Wir wiederholen: Ordnung muh in einer Anstalt herrschen. TaS ist auch die Meinung der Patienten, die mit diesen Klagen (und noch anderen, z. B. auch solchen über die Beköstigung) sich an uns gewandt haben. Erbitternd wirkt aber die Sucht, jede Kleinig- keit auszunutzen und Strafen zu verhängen, wie wenn man's mitSchuljungen zu tun hätte. Dem Eifer des SanitätS- ratS und seiner Oberschwester sollte wieder mal ein Zügel angelegt werden. Tie Folge der hier geschilderten Zustände ist, dah über den Insassen der Heimstätte Buch eine schwer lastende A t m o- sphäre von Unzufriedenheit lagert. Sie verleidet ihnen den Aufenthalt in der Anstalt und kann der Zweck der Heimstätten- pflege geradezu vereiteln. Bestattung von Hunden auf Aktien. Mit einem Kapital von 6000 Märkern hat sich in Berlin unter der Firma„Treue um Treue" eine Aktiengesellschaft gebildet, die den Zweck verfolgt, Hunde und Katzen und andere Haustiere würdig zu bestatten. Hoffentlich kommen die Hundebeerdigungsaktionärc später nicht in die Lage, � als„Anatomieleichen" behandelt zu werden. Cäsar und Minka würden sich vielleicht noch in ihrem schön- gepflegten, mit dem christlichen Kreuz geschmückten Grabe um- dreben, wenn Herrchen oder Frauchen.�wie heutzutage Hun- derre von M e n s ch e n, unter dem Seziernresser zersäbelt, dann verbrannt und mit seinen schäbigen Resten irgendwo eingebuddelt wird. Es paßt aber zu unserer Zeit des bürger- lichen Sittenverfalls, daß das krepierte Vieh höher geachtet wird als der im Elend ohne Mammon gestorbene Mensch. Arbeitcrentlastungen im Austenbctrieb der städtischen Wasserwerke. Die Verwaltung der städtischen Wasserwerke Berlins läßt zur- zeit neue Rohrleitungen in der Nähe von Biesdorf legen. Vor etwa acht Wochen wurden für diese Arbeiten eine Anzahl in Berlin an- fässige Arbeiter mit einem Stundenlohn von 48 Pf. und Fahrgeldvergütung eingestellt. Hundert von diesen Arbeitern sind jetzt Plötz- lich entlassen worden. Als EntlassungSgrund wurde ArbeirZmangel angegeben. Das trisst jedoch nicht zu. denn die Arbeiten, bei denen die Entlassenen beschäfsigt wurden, sind noch lange nicht fertig. Aber die bisher in eigener Regie der Stadt Berlin ausgeführten Arbeiten sind kürzlich einem Privatunternehmer übertragen worden. Wenn nun die Otadt die Arbeiter nicht mehr beschäftigen kann, so könnte es doch der Privatunternehmer tun, denn er braucht wahrscheinlich noch mehr Arbeitskräfte als die Stadt beschäftigte, da die Arbeiten bis zum Ib. Mai fertiggestellt werden sollen. Doch der Unternehmer zahlt nur 40 Pf. Stundenlohn und kein Fahrgeld. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die Arbeiter, die in Diensten der Stadt 48 Pf. und Fahrgeld bekamen, sich nicht um Einstellung bei dem Privat- Unternehmer gedrängt haben. Dieser hat dann zu dem niedrigeren Lohnsatz Arbeiter, meist von ausivärts. angenommen, wo er sie gerade bekommen konnte. In anderen Zweigen der städtischen Ver- waltung besteht der auf Drängen unserer Parteigenossen eingeführte Grundsatz, daß bei Vergebung von Arbeiten den betressenden Unter« nehmern die vertragliche Verpflichtung auferlegt wird. Tariflöhne zu zahlen und in Berlin ansässige Arbeiter zu beschäftigen. In dein Vertrage, durch den die Wasserwerke dem Privatunternehmer die genannten Arbeiten übertragen haben, fehlt diese Bestimmung. Gerüchtweise wird behauptet, die Stadt zahle dem Unternehmer im vorliegenden Falle einen Lohn von ö3 Pf. pro Stunde und Arbeiter. Wenn das richtig fein sollte, dann hat doch wohl die Verwaltung der Wasserwerke damit gerechnet, dah der Privatunternehmer dieselben Löhne zahlen werde, die sie den Arbeitern bisher gezahlt hat. Er würde ja dann immer noch ein gutes Geschäft machen und die jetzt entlassenen Arbeiter brauchten nicht auf die Straße gesetzt werden. Am Sonntag kamen die Entlassenen in einer vom Gemeinde- arbeiterverband einberufenen Versammlung zusammen. Allgemein war der Unwille darüber, daß mau sie wegen angeblichen Arbeits- mangels entlassen hat, während die Arbeiten noch in vollem Gange sind. Man verlangte, daß die Sperre über die Arbeitsstelle ver- hängt werde, doch davon riet die Verbandsleitung aus taktischen Gründen ab. Verlangt wurde, daß in allen Fällen, wo die Stadt Arbeiten zu vergeben hat, dw betreffenden Unternehmer in Berlin ansässige Arbeiter zu Tariflöhnen zu beschäftigen haben, wie dies in der Bauverwaltung bereits geschieht. Spar fürs Kind! Unter dieser Ueberschrift gebt uns folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung zu: „Mit fröhlichem Sang und wehenden Fahnen ziehen die Berliner Lolksschulkinder jetzt ins Freie zu Landaufenthalt, Wald- crholung, Ferienwanderung und Ferienkolonie wohl 0000, gesunde und kranke Kinder. Aber mehr als 200 000 müssen zu Hause bleiben in diesem Jahre und in den kommenden— weil eS an Geld fehlt, in den Bereinen, loie bei den Elten?. Und doch sind die Kosten für die Erholung eine« Kindes für diele zu erschwingen, wenn sie zur rechten Zeit, also schon jetzt, an- fangen für den Sommer zu sparen. Unserer Jugend zu Nutz ist in Dr. H. Neumanns Kinderhaus unter anderen gemeinnützigen Einrichtungen«ine Sparkasse, die viel- fach in Anspruch genommen wird und die folgendermaßen benutzt wird: Die Mutler besorgt für ihre Kinder ini Bureau des Kinder- hauseS, Blumenstr. 97, vorn pari, links, 2—5 Uhr, eine Sparkarte. tierbei erhält sie unentgeltlich Auskunft über jede zweckmäßige onn von Landaufenthalt. Da nur der Arzt bestimmen kann, welche Art Erholung notwendig ist, so werden die Kinder Un- bemittelter zu diesem Zweck auf Wunsch auch unieriucht. Wie auch diese Untersuchung ausfällt, so läßt sich jedenfalls für das gesparte Geld eine Erholung im Freien vermitteln. Die Sparmarken sind in der Nähe der Wohnung der Sparer zu haben. Das gesparte Geld kommt ohne Abzug den Sparern wieder zugute. Berliner Asylverein für Obdachlose. Im Monat April nächtigten im Männerasyl 14 833 Personen, ioovon 6316 badeten, im Frauenaspl 2306 Personen, ioovon 346 badete«. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer und Frauen Wiesenstr. 53/39.___ Folgenschwere Gasexplosion in der Mittelstraste. Durch eine heftige Detonarion wurden gestern morgen Uhr die Bewohner deS HauseS Mittelstr. 36 aufgeschreckt. Im Keller deS Seitenflügels war in der Wohnung des GrünkramhändlerS Schröder eine Gasexplosion erfolgt, die einen so starken Luftdruck erzeugte. daß fast im ganzen Hause die Fensterscheiben in Trümmer gingen. Man alarmiete sofort die Fenerivehr, die in die Kellerwohnung, in der infolge der Explosion auch Feuer ausgebrochen war. vordrang. Die Feuerwehrmannschaften fanden den Grünkramhändler leblos vor; er war zum Teil von den abgerissenen Stuckmassen der Keller- decke und von Brettern der Verschalung verschüttet. Seine Frau Dorothea stand stöhnend an ein Fenster gelehnt und wies schwere Verbrennungen an beiden Unterarmen auf. Sie wurde von den Samaritern der Wehr in Behandlung genommen und dann in die Königliche Klinik in der Ziegelstraße gebracht. Bei ihrem Ehemann stellten die Samariter sofort Wieder- belebnngsversuche an, es waren aber alle' Bemühungen ver- geblich, da der Tod schon eingetreten war. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Mann schon vor Eintritt der Explosion an den Folgen der Gaseinatmung gestorben ist. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt und dem Schauhau« überwiesen. Nach den polizeilichen Ermittelungen hatte der Mann in dem hinleren Raum, in dem der Erplosionsherd lag, geschlafen, wahrend die Frau die Nacht in einem vorderen Zimmer verbracht hatte. Ver- mullich ist in dein Hinteren Raum ein« Gasleitung undicht geworden, so daß das Gas über Nacht ausströmte und sicki unter der Keller- decke ansammelte. Als dann gestern morgen Frau Schroeder den Hinteren Raum betrat, um ihren Mann zu wecken, erfolgte die Ex- plosion, da die Frau wahrscheinlich ein brennendes Licht in der Hand hatte. Das durch die Explosion entstandene Feuer konnte von der Webr in kurzer Zeit gelöscht werden. Im ersten Stock des Hauses wurde ein Fräulein infolge des Schrecks ohnmächtig. Sie stürzte zu Boden, erholte sich aber unter den Händen der Samariter nach einiger Zeit wieder. Wegen eines Dachstuhlbrande» wurde die Feuerwehr nach der Straßmannstraße 20 gerufen. Die Löscharbeiten nahmen längere Zeit in Anspruch. Ein Teil vom Tachstuhl des Ouergebäudes ist zerstört._ Verloren wurde bei der Maifeier in der Neuen Welt eine goldene Damenuhr. Da es sich um ein Familienandenken handelt, wird der ehrliche Finder gebeten, dieselbe im Bureau des Wahlvcrein«, Neckarstr. 3, abzugeben. Tie Oeffcntlichc Bibliothek und Lesehalle, SO., Adalbertstr. 41, die jedermann zu unentgeltlicher Benutzung offensteht, ist im Monat April von 11277 Personen besucht worden. In der AuSleih- Bibliothek wurden 6121 Bände unterhaltende und belehrende Literatur nach Hause verliehen. In der Lesehalle liegen zurzeit 020 Zeitungen und Zeitschristen seder Art und Richtung aus. Das Institut ist werktäglich von 6'A bis 10 Uhr abends, Sonntags von 0 bi» 1 und 3 bis 6 Uhr geöffnet. Im Apollothcater wird das Maiprogramni von Otto Rentier beherrscht. Reutter wartet allein mit einem umfang- reichen Programm aus. Und wenn er. die Hände über den Bauch gefaltet und mit den Augen zwinkernd einen Schlager nach dein andern so friedlich-gemütlich vorträgt, dann kann er des Beifalls sich gar nicht erwehren. Jedem gibt er etwas. Seine Couplets mit dem Refrain:„'s wird langweilig mit der Zeit",„Michel, sei stolz" und mit der Echliißsrage:„Warum?" brachten dem beliebten Humoristen Beifallsstürme ein. Auch die übrigen Programmnunimern, in denen Reckakrobaten, ein Billardjongleur und Keulenschioinger Vorzügliches leisten, können zu erstklassigen Darbietungen gerechnet werden. Luiscn-Thcater.„Ein seltsamer Fall". Vor Jakren haben wir bereit« an nikhreren hiesigen Bühnen ein englische? Drama gleichen Namens und gleichen Inhalts gesehen. Jetzt hat eS ein Herr v. Metz-Schilbach, der seinerzeit Margareie Böhme? weliberÜhmteS„Tagebuch einer Verlorenen" ungefragt zu einem Spektokelstück verarbeitete und dafür zu 600 Mail Geldstrafe verurteilt wurde, abermals zu einem„Sensationsschauspiel" her- gerichtet. Die« Fragezeichen vorausgeschickt, mag denn dem„Bearbeiter" zugegeben werden, daß er sich aus die Erzeugung wirksamster Theaierei gut versteht. Alle Ingredienzen der Hmtertreppenlileratur: Gist, Dolch. Revolver, Mord und Totschlag. Kriminalpolizei usw., wobei es einem gruselig über den Rücken läuft, marschieren hier prompt wieder auf. Ja, sie find so raffiniert kientoppmäßig vor die Rampe gerückt, daß jegliches tiefere rein menschliche Interesse an dem gestellten Problem selbst verschwindet. Es handelt sich näm- lich darum, daß jemand im„DämmerimgSzustand", wie das auch Paul Lindau in seinem gefilmten Schauspiel„Der Andere" de- monstriert hat, gesitteter Mensch und scheußlicher Verbrecher in einer Person sein lönne, ohne es zu wissen. Rur wie gesagt: was an dem Stück ursprünglich noch einen gewisse» kunstmäßigen Anstrich besessen haben mochte, da« erscheint jetzt heruntergeschraubt iir die muffige Atmotsphäre einer Jahrmarktsbude. Und das Bedauernswerte ist, daß an dergleichen Machwerke schanftnelerische Oualitätsleistungen gesetzt werden, die einer edleren Sache würdig wären. Die meisten Darsteller waren überraschend gut; Heinz Huber in seiner Doppel- rolle als Lord Jekhll und Mörder Heyde sogar verblüffend natu- ralistisch._ Vorortnachrichten. Neukölln. Gültigkeit eines sozialdemokratischen Stadtverordnetenmandats der zweiten Abteilung. Bei der Stadtverordneten-Stichwahl, welche im 3. Wahlbezirk der 2. Wählerabtetlung am 3. Mai 1012 stattfand, sielen aus den Kaufmann Weber und auf den sozialdemokratischen Kandidaten, Maurermeister Wilhelm S ch u ch, der neben dem Rufnamen Wilhelm auch noch die Vornamen Hermann Friedrich hat, die gleiche Anzahl von Stimmen. Bei der notwendigen Auslosung fiel da? Los auf den Genossen Schuch, der für gewählt erklärt wurde. Die Stadtverordnetenversammlung erklärte jedoch die Wahl de? Genossen Schuch aus den Einspruch eines Reisenden Vogt für u n- gültig, weil ein« Stimme nicht auf Wilhelm Schnch, sondern auf Hermann Schuch lautete. Der Bezirksausschuß verwarf die von Schuch angestrengte Klage mit folgender Begründung: ES sei durch die Vernehmung eines Zeugen für festgestellt zu erachten, daß tatsächlich eine der dem Maurermeister Wilhelm Schuch zugezählten Stimmen für„Maurermeister H e r r m a n» Schuch" abgegeben worden sei, und daß vom Wahlvorstand diese Stimme dem Kläger Maurermeister Wilhelm Schuch. ohne Feststellung der Identität beider Personen, zugezählt worden sei. Der fragliche Wähler habe also eine andere Person als den Kläger genannt.— Unerheblich sei hierbei, daß Kläger auch den Vornamen Hermann führe. Es komme darauf an, daß Kläger den Rufnamen Wilhelm habe. Der Zweck des Rufnamens sei es gerade, eine Person bestimmter, als dies allein mit dem Zunamen geschieht, zu bezeichnen. Im Verkehr komme daher nur der Rufname von mehreren Vor- „amen in Betracht.— Eine Wahl sei ein formaler Akt, der eine AuSlegungder hierbei getanen Willensäußerungen über dasjenige hinaus ausschließl, was aus der Willensäußerung selbst nicht ohne wciieres zu entnehmen ist. ES komme deshalb auch nicht darauf an, ob der Wähler Jahn die Absicht hatte, Wilhelm Scknch zu wählen, sondern nur dar auf. daß er einen andern als Wilhelm Schuch gewählt habe. Demgemäß hätte der Wahlvorstand jene Stimme nichl ohne wettere« dem Wilhelm Schuch zurechnen dürfen. Die Wahl sei des- halb, da e« auf eine Stimme ankam, ungültig. Genosse Schuch legte Berufung ein. Sein Vertreter Rechts- anwalt Wolf gang Heine betonte unter andern,, daß der in Betracht kommende Wähler Jahn niemand anderem als Wilhelm Schuch feine Stimme habe geben wollen. Wenn er vernommen worden wäre, was nicht geschehen{«i, dann würde er dies auch be- kündet haben. Es sei auch sonst ohne weiteres klar, daß sein Wille dahin gegangen war, da bei der Stichwahl, um die es sich handele. außer dem Gegenkandidaten Weber nur ein Maurermeister Schuch in Frage gekommen sei. Im übrigen: selbst wenn man in dem Bezirksausschuß annehmen wollte, Jahn habe tatsächlich den Namen Herrfiann Schuch und nicht Wilhelm Schnch genannt, so wäre die Stimme dem Kläger schon deswegen mit Recht durch den Wahlvorstand zugerechnet worden, weil der Kläger auch den Vor- namen Hermann habe. Daß dies nicht sein Rufname sei, wäre gleichgültig.— Schon im Interesse der Auirechterhaltung einer durchaus rechtsgültig zustande gekommenen Wahl sollte solche Silbeiistecherei unterbleiben, wie sie von denjenigen vorgenommen seien, welche die Ungültigkeit der Wahl de» Klägers beantragt und durchgesetzt haben. Die Wahl müßte für gültig erklärt werden- Das Oberverwaltungsgericht gab der Berufung statt, hob die Vorentscheidung auf und erklärte die Wahl des Genossen Schuch für gültig. Gründe: Ter Senat sei der Ueberzeugung, daß tatsächlich bei der Stichwahl einer der Wähler seine Stimme für Hermann Schuch abgegeben habe. Auch sei der Senat der Meinung, daß die Abgabe der Wahlstimme als reiner formaler Akt anzusehen sei, wo- bei ein Irrtum nicht, wie auf Grund des bürgerlichen Rechts, an- gefochten und berichtigt werden könne. Es müsse so die Abgabe einer unrichtigen Stimme als definitiv angesehen werden. Dieser Grundsatz finde, wie aus die Hauptwahl auch auf die Stichwahl An- Wendung. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, sei nur zu prüfen gewesen, ob der Wähler Jahn mit der Abgabe seiner Stimme für „Maurermeister Hermann Schuch" einen a n d e r e n gewählt habe, wie den Maurermeister Wilhelm Schuch. Diese Frage babe der Senat verneint. Sie wäre dann zu bejahen gewesen, wenn der Maurermeister Schuch nicht auch noch, neben seinem Bornamen Wilhelm, den anderen Namen Hermann hätte. Wenn letzteres nicht der Fall wäre, dann läge eine falsche Bezeichnung vor, die ebenso zu behandeln gewesen wäre, als wenn der Wähler einen ganz anderen Namen genannt hätte. Ini Gegensatz dazu lägen die Dinge hier aber so, daß der Borname Hermann einer von mehreren Vornanien SchuchS sei, die ihm ebenso gut zukäme, wie der Vorname Wilhelm. Unter diesen Umständen sei die Stimme Jahns als für Kläger abgegeben anzusehen und seine Wahl müsse für gültig erklärt werden. Tie erste Schulzahnklinik für unseren Ort ist nunmehr Wilden« bruchstraße 78/80 eröffnet. Für bedürftige Kinder der Mittel- und Volksschule ist die Behandlung völlig unentgeltlich: für die anderen Kinder ist ein Abonnement für ein Jahr zum Preise von 1 M. fest- gesetzt. Bedenk�man, daß 90 bis 95 Proz. aller Kinder zahnleidend sind, dann ist zu ermessen, von welchem Segen es gerade für die ärmeren Kinder ist, früh und sachgemäß zahnärztlich behandelt zu werden. Der Pflege der Zähne wird leider in vielen Familien viel zn wenig Sorgfalt geschenkt, sehr zum Schaden der Kinder. ES ist anzunehmen, daß die Lehrer jetzt die Kinder auf die Schulzahnklinik aufmerksam machen, um so dazu beizutrage», daß Kindern die Zähne gesund erhalten bleiben. Die Klinik selbst ist allen modernen Anforderungen entsprechend eingerichtet? vier Operationsstühle stehen zur Verfügung, drei Aerzte und eine Krankenschwester versehen den ärztlichen Dienst. Am Sonnlag wurde die Klinik eingeweiht, deren Einrichtung in erster Linie den unermüdlichen Anstrengungen unserer Genossen im Stadtparlament zu danken ist. Gharlottendurg. Neue Beurlaubungsgrundsäqr für die städtischen Beamten. An- gesteillen und Arbeiter hat der Magistrat ausgestellt. Danach erhalten Stadtsekretäre, Sekretäre und Diätare mit Sekretärprüfung sowie die im gleichen Range stehenden Beamren der Betriebs- Verwaltungen, die bisher 3 Wochen und nach lOjähriger Dienstzeit 4 Wochen Urlaub erhielten, künftig auch nach 5jähriger Dienstzeit und Bollendung de« 50. Lebensjahres bis 4 Wochen Urlaub. SekretariatZassistenten, Diätaren, Registratncasststenten und de» entsprechenden Kategorien der Betriebsverwaltungen kann nach lOjähriger Dienstzeit oder nach öjähriger Dienstzeit und Vollendung des 35. Lebensjahres bis 3 Wochen, nach 5jähriger Dienst- zeit und Vollendung des 50. Lebensjahres 4 Wochen Urlaub erletlr werden. Boten, Pförtner, Schuldiener uiw. erhalten bereits nach Zjähriger(bisher djähriger) Dienstzeit 2 Wockien Urlaub. Den weib- lichen Dienstverpflichtete» stehen zunächst 3 Wochen, nach lOjähriger Dienstzeit oder nach öjähriger Dienstzeit und Vollendung des 50. Lebensjahres 4 Wochen Urlaub zu(bisher nur 2 bezw. 3 Wochen). Den städtischen Arbeitern wird bereit« im 2. Dicnstjahre chis- her im dritte») ein Urlaub bis zu 3 Tagen gewährt, im 4. bis zu 5 Tagen, ini 6. bis zu 7, im 8. bis zu 10 und vom 11. Dienstjahre bis zu 14 Tagen(bisher 10). Die Aussehcr, Vorarbeiter, Ofen- arbciler der Gaswerke usw. sowie die Wärter und Wärterinnen der Krankenhäuser können im 2. Dienstjahre bis zu 5 Tagen, im 4. bis zu 7, ini 6. bis zu 9, im 8. bis zn 12 und vom 11. Dienstjahre ab bis zu 14 Tagen Urlaub erhalten. Am kommenden Sonnabend, den 9. Mai, abends 8�/, Uhr, findet im großen Saale des Volkshauses, Rosinenstr. 3, ein Lichtbilder- Vortrag statt über: Wanderungen in der Mark. Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein. Es wird gebeten, für einen recht zahl- reichen Besuch dieser Veranstaltung �orge zu tragen. Eintrittskarten zum Preise von 30 Psg. find zu haben bei Scharrnberg, Sesen- beimcr Str. 1 tVorwärts-Spedition) und in der Stehbierhalle des VollShaufrS. Mariendorf. In der gut besuchte» Generalversammlung de? Wahlvereins nahmen die Genossen den Geschästsbericht des verflossenen Jahres entgegen. Der Vorsitzende, Genosse Huhn, erwähnte, daß dos ver- flossene Jahr ein arbeitsreiche« gewesen sei. Die LandtagSwahl habe uns von 58 Wahlmännrrn 30 gebracht. Bei der Gemeinde- vertieterwahl wurden für unser« Kandidaten 1160, für die Bürger- lichen nur 400 Stimmen abgegeben. Di« Zahl der Mttglieder stieg von 384»läimliwen und 93 weibliche» aus 490 männliche und 182 weibliche Mitglieder. Di« Rote Woche brachte dem Wahlverein 124 Aufnahmen, davon 79 Frauen, außerdem noch 85 Leser des „Vorwärts". Die Zahl der Abonnenten stieg im ganzen Jahre von 760 auf 900. Der Vorsitzende teilte ferner noch mit, daß Genosse Hermann verzngShalber sein Mandat als Gemeindevertreter niederlege; da auch der im März von uns gcwählre Gcmeindeverlrcter Schramm das Mandat nicht angenommen hat, stehen wir wieder vor der Wahl von zwei Vertretern. Es sei Pflicht eines jeden Parteigenosien, bis zur Wahl seine Schuldigfeit zu tun. Den Kassenbericht erstattete Genosse Spannberg. Der vermehrten Bibliothek wurd->n 333 Bücher eniliehen. ES folgten dann noch die Berichte deS BildungS« und Jugendausschusses, deren Veranstaltungen nicht genügend Interesse entgegengebracht ivorden ist.— In der Diskussion wurden wesent- liche Einwendungen an der Tätigkeit deS Vorstände« nickt gemacht. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Resultat: 1. Vor- sitzender: Eberlein. 2. Vorsitzender: Oldenburg. Kassierer: Spann- bcrg. Schriftführer: Krüger. Beisitzer: Genossin Goede. Den Schluß der Versammlung bildete die Wahl der übrigen Funktionäre sowie die der Delegierten zur KreiS- und VerbandSgeneralver- sammlung. Kaulsdorf. Dir am Sonntag stattgefundene Gemeindevertreterwahl bracht« un« nicht den gehofften Erfolg. Unser Kandidat erhielt 104, der bürgerliche 134 Stimmen. Dieses Resultat war nur unter An» Wendung krassesten Terrorismus zu erreichen. Wurden doch u.«. Amtspersonen vor den Wahlkarren gespannt, in der wohlbegründeten AuSjichl, daß deren Untergebene getreu dem Sprichwortc ,weS Brot Nr. 121. 31. Jahrgang. Reichstag. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 248. Sigung. Montag, den 4. Mai, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: Kommissare. Die Konkurrenzklausel. Dienstag, 5. Mai 1914. die böse Regierung. Aber das ist nicht wahr. Sie selbst sind Fehler, einem„ Versehen" des Gesetzes; die Begründung paßte ledig verantwortlich für diese Bestimmung. Sie sind hierbei nicht über lich für den Ausschluß der Klage auf Entschädigung, nicht für den den Stock der Regierung gesprungen, sondern die Regierung ist über Ausschluß der Klage auf Erfüllung. Vertraglich übernommene BerIhren Stock gesprungen, sie ist nur das ausführende Organ der pflichtungen müssen eben erfüllt werden, und wir können daher Bestimmungen, die Sie beschlossen haben.( Sehr wahr! bei den nicht dem sozialdemokratischen Antrag zustimmen, in solchen Fällen Sozialdemokraten.) die Androhung und den Vollzug von Freiheitsstrafen für unzulässig Erst boten Sie den Handlungsgehilfen als Entgelt für die Er zu erklären. Will man der Kommission überhaupt den Vorwurf der füllung die Gehaltsgrenze von 3000 m. Nachdem Sie die Erfüllung Einseitigkeit machen, so fann es nur in dem Sinne geschehen, daß hatten, wurde die Gehaltsgrenze heruntergefeßt. Immer wieder die Interessen der Arbeitnehmer zu sehr berücksichtigt worden find haben Sie mit den Handlungsgehilfen zu verhandeln, weil Sie es gegenüber den Interessen der Arbeitgeber. Das ist ja aber natürlich, nicht wagen fonnten, ihnen ein solches Gesetz vorzulegen. Die da es sich hier um ein Arbeiterschutzgesetz handelt. Die Wirkung Echon der Regierungsentwurf hatte die Handlungsgehilfen ent- Handlungsgehilfen müssen leider für ihre Erfahrungen mit Ihnen des Gesezes wird eine se gensreiche sein, die leichtfertigen ein schweres Lehrgeld zahlen. Dieselben Parteien, die Konkurrenzklauseln werden verschwinden und nur die berechtigten täuscht, sie hatten erwartet, daß mindestens die Forderung, die mit dieser Tattit die Handlungsgehilfen so schwer geschädigt haben, werden bleiben.( Bravo! bei der Voltspartei.) alle Parteien der Handlungsgehilfen stellen, die vollige Bemachen jegt, dasselbe Spiel in der Sonntagsruhe. feitigung des Wettbewerbsverbots, erfüllt werde. Leider ist das nicht geschehen. Bei der Erörterung der Gründe, die ommission.( Lebhaftes Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) der Staatssekretär dafür vorgebracht hat, ist in der Kommission fest- Auch da werden die Handlungsgehilfen gestellt worden, daß irgend ein fachlicher Grund für die Abg. Hoch( Soz.): systematisch getäuscht. Beibehaltung des Wettbewerbsverbots nicht vorhanden ist, Gs bewahrheitet sich eben auch für die Handlungsgehilfen und die wenn man sich auf den Boden des gleichen Rechts stellt. bürgerlichen Parteien das Wort: Niemand kann zween Herren dienen. Der Staatssekretär hat den Fall angeführt, ein Reisender lerne die Kundschaft des Geschäftes kennen und nehme dann eine andere Stellung an, worin er diese erworbene Kenntnis zuungumsten des früheren Geschäfts verwertet. Gerade dieser Fall zeigt, wie un richtig es ist, hier mit einem Wettbewerbverbot einzugreifen. Der Reisende erwirbt doch kraft seiner Tüchtigkeit die Kunden für das Geschäft, er muß die Fähigkeit haben, zu erkennen, was sie brauchen, durch seine Tätigkeit wird ein ganz neuer Kundenkreis für das Geschäft erst erworben. Sowohl das Geschäft wie der Angestellte sind an diesem Erwerb beteiligt und haben Vorteile davon; wenn der Angestellte nun die Stellung wechselt, soll das Geschäft den Vorteil, ben es seiner Tüchtigkeit verdankt, behalten, er aber soll die von ihm erworbene Kundschaft nicht mehr besuchen dürfen. Das ist ernähren kann, und heute hören wir, das die Grenze weiter auf 1500 M. Heruntergesett Abg. Frommer( f.): Nur scheinbar sind die Interessen der Arbeitnehmer und Arbeit geber einander widerstreitend, in Wirklichkeit sind beide Gruppen auf einander angewiesen, im Hausgewerbe ebenso wie auf anderen Gebieten. Nur den Auswüchsen soll entgegengetreten werden, aus Deshalb muß man fragen: Ist die Konkurrenzklausel nötig, ist sie Die Arbeiter haben das längst erkannt und die Konsequenzen daraus nur wünschenswert, oder ist sie gar unmoralisch? Bei objektiver gezogen. Dasselbe werden Sie auch bei den Handlungsgehilfen erleben Würdigung aller Umstände muß man dazu kommen, sie in manchen müssen. Noch sträuben sich die Handlungsgehilfen mit aller Gewalt gegen Fällen für unentbehrlich zu erklären. Den Auswüchsen auf diesem den Anschluß an die Sozialdemokratie, aber die Erbitterung unter Gebiet wird durch die Vorlage in ausreichender Weise entgegenihnen wird immer größer. Die Arbeiter haben durch ihren getreten.( Bravo! rechts.) Anschluß an die Sozialdemokratie Fortschritte auf sozialpolitischem Gebiete erreicht; auch die Handlungsgehilfen werden zu der Er- Ueber den sozialdemokratischen Antrag auf Nichtzulassung der fenntnis fommen: der einzige Ausweg bleibt der Anschluß an Freiheitsstrafe bei der Erfüllungsklage wird namentliche die Sozialdemokratie.( Lebhafter Beifall bei den Sozial Abstimmung beantragt. demokraten, Widerspruch und Zurufe bei den bürgerlichen Parteien.) Das flingt Ihnen unangenehm in die Ohren, aber wenn die Handlungsgehilfen sich in immer größeren Scharen der Sozial- bleibt auf der Tribüne unverständlich. demokratie anschließen werden, so wird Ihnen das Lachen vergehen. Traurig ist nur, daß diese Entwickelung mit so viel Elend der Angestellten verbunden ist, aber dafür tragen Sie die Verantwortung.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Trimborn( 3.): enthält. Abg. Dr. Thoma( natl.): Abg. Dombek( Pole) Abg. Mertin( Rp.): N Direffor im Reichsamt des Innern Dr. Delbrüd: Der Herr Staatssekretär ist zu seinem Bebauern durch seinen Gesundheitszustand verhindert, den Beratungen über dieses Gesetz beizuwohnen. Herrn Trimborn erwidere ich: Die Wohltaten des Gesetzes kommen auch den Angestellten der Versicherungsgesell schaften auf Gegenseitigkeit zugute. Abg. Dr. Duard( Soz.): möglich war. uns hinübertreiben. Eine Alles- oder Nichtspolitit fann man uns Bundesrat und Reichstag sind gleichberechtigte Faktoren, aber eine durch und durch ungerechte Maßregel. die Gleichberechtigung des Bundesrats wollen die Herren links nie Sie wollen den Angestellten zwingen, aus dem Kundenkreise, den gelten lassen. Dabei sind die Verbündeten Regierungen auch bet er fennt, herauszugehen und wieder einen neuen Kreis zu suchen, dieser Vorlage im Laufe der Kommissionsverhandlungen den Wünschen wo er mit einem ungenügenden Anfangsgehalt zufrieden sein muß. Eine solche Ungerechtigkeit ist unvereinbar mit der Gleichheit vor Der Versuch des Vorrebners, die Handlungsgehilfen ins sozial- des Reichstages sehr weit entgegengekommen, und wo sie un dem Gesetz, und früher hat das die bürgerliche Rechtsprechung auch demokratische Lager zu ziehen, ist recht ungeschickt. Wir wollen einen annehmbar" gesagt haben, haben sie gute Gründe dafür. Wir fönnen Geseze anerkannt. So hat im Jahre 1827, das Oberappellationsgericht in billigen Ausgleich zwischen den Interessen der Handlungs die Regierungen und der Reichstag sich auf einer mittleren doch auch nicht anders machen, als daß München ein derartiges Wettbewerbsverbot für unbedingt un- gehilfen und denen der Prinzipale. Von den Interessen der Prinzi- Linie entgegenkommen. Auch die Prinzipale haben ein gültig erklärt. Seit 1827 haben wir ja aber eine pale aber hat Herr Hoch nichts gesagt, deren Schicksal ist ihm gewaltige Entwickelung durchgemacht. Der Staatssekretär Del gleichgültig. In zwei Punkten haben wir dem Unannehmbar der Recht zu leben und zu atmen. Das Gesetz bringt zweifellos dem brück hat es für nötig gehalten, den bürgerlichen Parteien Regierung entsprochen, um die Vorlage zustande zu bringen, in der gegenwärtigen Zustand gegenüber große Vorteile.( Bravo! rechts.) Abg. Mumm( Wirtsch. Vg.): gestern eine Strafpredigt zu halten, als ob man nirgends fo wenig Gehaltsgrenze und in der wahlweisen Zulassung der Verständnis für die Entwvidelung Deutschlands hätte, als im Deutschen Erfüllungstlage. Die völlige Beseitigung der Konkurrenz- Vor die Frage gestellt, die Kompromißvorschläge anzunehmen Reichstage. Wenn diese Strafpredigt wirklich so gelautet hat flaufel ist nicht erreichbar. Auch unsere Bemühungen, die Gehaltsgrenze ober die Vorlage scheitern zu lassen, müssen wir den Bundesrat als und ich für meine Person glaube es dann kann sie ja nur an zu beseitigen, find leider erfolglos geblieben. Das Griſtenzminimum muß gleichberechtigten Faltor anerkennen und nachgeben, zumal der die bürgerlichen Parteien gerichtet gewesen sein; wir Sozial- auf alle Fälle von der Konkurrenztlaufel freibleiben, dagegen werden wir gleichberechtigten Faktor anerkennen und nachgeben, zumal der demokraten haben stets mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die das Gesetz nicht an der Frage scheitern lassen, ob dieses Mini- Bundesrat auch in manchen Punkten nachgegeben hat. Dazu kommt, Verhältnisse im Laufe der letzten Jahrzehnte sich ganz gewaltig mum 1500 oder 1800 Mart betragen foll. In der daß nicht abzusehen ist, ob die Vorlage sobald wiederkommt, wenn entwickelt haben, daß das Großkapital sich zu einer Almacht im Frage der Erfüllungsklage ist der Standpunkt der Regierung logisch, fie jest scheitert. Die Initiative des Reichstags selbst in sozialWirtschaftsleben berausgebildet hat. Wir erkennen das an, aber benn wenn man den Gehilfen dafür entschädigen will, daß er nicht politischen Dingen ist ja sehr zurüdgedrängt. Gehört er haben wir die Vertreter der Handlungsgehilfen gerade barum berlangen wir, daß dieser Almacht im Interesse des zur Konkurrenzfirma geht, so muß man auch die Gegenleistung gern, aber entscheiden müssen wir nach eigenem Ermessen. Bolles entgegengetreten wird. Auch in der Frage des Wett- dafür verlangen. Auf Anregung des Kollegen Waldstein sind bewerbsverbots ist die Machtstellung der Großunternehmer gegen wir dann zu der Formulierung gelangt, die der Kompromißantrag über den Handlungsgehilfen immer gewaltiger geworden, und deshalb müssen wir nicht zum Schaden, sondern zum Schuß der Durch ihn wird auch die Wirksamkeit der Konkurrenzflaufel bei wirtschaftlich Schwächeren eingreifen. Trotzdem in der Kommission Kündigung des Gehilfen wesentlich beschränkt gegenüber der Vorlage gerade in dem angeführten Fall festgestellt wurde, daß das Wett- der Regierung. Es werden also erhebliche Fortschritte gegenüber dem bewerbsverbot unberechtigt ist, wurde unser Antrag auf völlige Auf- gegenwärtigen Zustand erreicht, so daß man es nicht verantworten hebung des Verbots, den wir heute wiederholen, abgelehnt. Man fönnte, die Vorlage scheitern zu lassen. meinte, es fönnen doch einmal berechtigte Fälle vorkommen. Aber es ist weder der Regierung noch den bürgerlichen Parteien gelungen, Die Verbesserungen, die das Gesetz bringt, wie sie Herr Trims Den bisherigen Auswüchsen der Konkurrenzklausel wird durch born anführte, gehen mindestens zur Hälfte auf unsere An ein Mittel anzugeben, um folche angeblich berechtigten Fälle von den anderen Fällen zu trennen. Zunächst versuchte man dadurch auf die die Vorlage mit Erfolg entgegengetreten. Wenn wir den Kom träge in der Kommission zurüd. Also so gut Unternehmer einen Druck auszuüben, daß sie bei Gingehung des promißanträgen zustimmen, so nehmen wir dadurch durchaus nicht wie alle Parteien haben auch wir durchzusetzen versucht, was Wettbewerbsverbots dem Angestellten eine Entschädigung zahlen einseitige Unternehmerinteressen wahr. Die UnterDer springende Bunit aber ist, daß die müßten. Aber dieser Drud wird umso geringer sein, je elender nehmer würden sich am meisten freuen, wenn die ganze Vorlage zu bürgerlichen Parteien sogar eine Verschlechterung des bedie Bezahlung des Angestellten ist. Außerdem kommt die Anrechnung Fall käme.( Sehr wahr bei den Nationalliberalen.) Nur wenn stehenden Rechtszustandes zugelassen haben. Diese Tatsache, daß hinzu für den Fall, daß der Angestellte einen neuen Erwerb hat. wirklich schußbedürftige berechtigte Interessen des Prinzipals in Ve bie bürgerlichen Parteien eine solche Verschlechterung gegen die NeMan ist deshalb auf die Gehaltsgrenze von 1800 M. ge- tracht kommen, ist die Konkurrenzklausel wirksam. Freilich ist nicht, kommen, unter der das Verbot ausgeschlossen sein soll. Eine solche wie ich das in erster Lesung verlangte, die Beweislast für die Schuß gierung nicht haben verhüten können, muß die Handlungsgehilfen zu Bezahlung ist so elend, daß der Angestellte eine Familie dabei nicht bedürftigkeit dem Prinzipal überlassen, sondern der Gehilfe muß bei dieser Vorlage wirklich nicht vorwerfen. Lag doch bereits eine Aber das kommt fa ft auf dasselbe heraus, da sich der Prinzipal auf diese vor, nur wollten sich die bürgerlichen Parteien für die dritte Einrede wird vorbereiten müssen. Die Herabfeßung der Gehaltsgrenze werden soll. Mit rührenden Worten schilderte Herr Waldstein in der auf 1500 M. ist deshalb nicht ganz unberechtigt, weil, wenn wirklichefung nicht binden. Den Vorwurf der Alles- oder Nichtspolitik Kommission, wie etwa eine arme Bitive ohne das Wettbewerbsverbot schußbedürftige Interessen des Unternehmers vorhanden sind, fte( Bräsident Kaempf ruft den Redner zur Ordnung.) Wir sind mit in diesem Falle fann ich nur als Demagogie bezeichnen. ihre Existenz gar nicht halten könne. Sun, eine solche kleine Geschäfts- ebenjogut bei 1500 wie bei 1800 Mr. Gehalt des Gehilfen vorhanden frau hat sicher keine großen Geschäftsgeheimnisse zu bewahren. Uebrigens, jein fönnen. Und die kleinen Gehälter bis 120 m. bleiben auf jeden dem Leipziger Verband der Meinung, daß die stonkurrenzklausel ein Hohn auf die Arbeitsfreiheit fönnen solche fleinen Geschäftsleute gar nicht die Verpflichtung der Fall von der Konfurrenzklausel befreit. Bei der sogenannten WiederEntschädigung eingehen; diese Bestimmung zeigt, daß das ganze einführung der Erfüllungsklage ist die Logit auf seiten der Regierung; ist. Für uns spricht auch, daß ein sehr großer Teil der Prinzipale Gesetz nur auf den Großkapitalisten zugeschnitten sie war auch heute schon möglich und würde die Regel werden, wenn schon heute ohne Konkurrenzklausel auskommen zu können öffentlich ist. Auch vom Standpunkt der bürgerlichen Rechtsordnung müßte der Entwurf scheitert. Auf die verblaßte Redensart vom„ Umfallen" erklärt haben. Aufgabe der sozialen Gesetzgebung soll es doch eine solche unverantwortliche ungerechtigkeit, eine solche unverant- gebe ich nichts. Regierung, Reichstag, Prinzipale sind schon bei dieser gerade fein, praktisch zum Teil bereits errungene Fortschritte wortliche Vergewaltigung beseitigt werden, und da haben Sie es Borlage umgefallen und schließlich werden auch noch die Gehilfen der Gesamtheit zu gute kommen zu lassen. Sonstige Diensts fertig bekommen, noch eine Verschlechterung hinzuzufügen.( Sehr umfallen.( Seiterkeit.) Sie( zu den Sozialdemokraten) fallen ja auch leistungen sind schon seit 1900 nicht mehr erzwingbar durch Haftwahr! bei den Sozialdemokraten.) um, Sie verlangen ja jetzt 2000 m. Gehaltsgrenze, Sie kommen ja strafe. Da wäre das notwendige Korrelat, daß auch das UnterWenn jetzt ein Angestellter gegen die Konkurrenzllaufel verstößt aus dem Umfallen gar nicht heraus.( Heiterkeit.) Ich persönlich lassen einer Dienstleistung nicht mehr ergivungen werden kann. und für diesen Fall eine Vertragsstrafe eingegangen ist, etwa von wäre bereit gewesen, das Gesetz zum Scheitern zu bringen, Die Position des Reichstags der Regierung gegenüber war diesmal 100 oder 200 M., so hat der Prinzipal lediglich das Recht, diese da es ja eigentlich niemand will, die Regierung nicht, die unter besonders start, und daß Sie diese starke Position nicht beVertragsstrafe einzuklagen. Nach dem neuen Gesetz aber soll nehmer nicht und die Gehilfen auch nicht. Aber dafür konnte ich nutzt haben, machen wir Ihnen zum Vorwurf.( Sehr wahr! bei der daß Die Einrede des Gehilfen, von der Abg. auch verlangen fönnen, Angestellte aus meine politischen Freunde nicht bekommen und da alles um den Sozialdemokraten.) und feiner neuen Stellung austritt, es follen gefallen ist, warum sollte ich allein nicht um Thom a sprach, wird felten zum Erfolg führen, denn die Ents dabei gegen den Angestellten fortgefeßte Geldstrafen und Haft fallen?( Seiterkeit.) Ich bin überzeugt, daß wenn nach scheidung liegt dem Sachverständigen vor Gericht ob d. h. der strafen von sechs Monaten bis zum Gesamtbetrage von zwei Jahren einiger Zeit eine Statistik aufgenommen werden wird, Handelskammer; also Brinzipale entscheiden hier über Prinzipals zulässig sein.( Lebhaftes hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) fich herausstellen wird, daß die Konkurrenzllaufel mur noch in sehr interessen. Es wird eben hier vielfach so sein, daß die Machtver Gegenwärtig ist nach der Zivilprozeßordnung eine Haftstrafe im wenig Fällen die Gehilfen belasten wird.( Bravo! bei den National- hältnisse die Bestimmungen der Vorlage illusorisch machen. Was Falle der Verurteilung zur Leistung von Diensten aus einem Dienſt liberalen.) gilt nicht alles als vertragswidriges Berhalten? Wenn eine Gehilfin, die bertrag nicht zulässig, weil sie als unerträglich mit unserem EmpAbg. Waldstein( Vp.): eine frante Mutter zu Hause hatte, zweimal zu spät tam, ist das schon als vertragswidriges Verhalten angesehen worden. Von der finden von Menschenrecht und Menschenwürde erachtet wird. In Ich freue mich, daß der Vorredner der besseren Einsicht Bezahlung der Entschädigung werden sich die Prinzipale leicht beZukunft wollen Sie einen Mann, der eine Vertragsstrafe von 100 Mart oder 200 Mark eingegangen ist, weil er diese für erschwinglich seiner Freunde gefolgt ist. Herr Hoch meinte mit Bezug auf uns freien können, denn sie haben das Recht, freiwillig auf die Stona Proder Befängnis zwingen, seinen Broterwerb aufzugeben und die Handlungsgehilfen, niemand fönne aween Herren dienen. furrenzklausel zu verzichten noch bis zum letzten Augenblid, nachdem und seine Familie dem größten Elend zu überlassen.( hört! hört! bei Das mag stimmen für diejenigen, die die Intereffen nur einer Klasse so lange der Gehilfe unter dem Druck der Konkurrenzklausel gea bertreten. Wir aber müssen nicht nur zwei Herren, sondern einer standen hat. Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, ganzen Anzahl von Herren dienen, denn wir müssen die Inter- wollen Sie nach Herrn Trimborn wirklich reformieren. Dabei effen aller vertreten.( Sehr richtig! bei der Volksp.) Bei der müssen Sie doch wissen, wie schwer solche nachträglichen VerGelegenheit hat Herr Hoch auch gejagt, der Staatssekretär Delbrüd befferungen einmal beschlossener Gesetze durchzusetzen sind. Und habe uns ja gestern gesagt, daß an uns nichts dran sei. Deshalb will ich hier doch feststellen: Irgend etwas, was dem Ansehen des Reichstages abträglich ist, habe ich aus dem Munde des Staats zu derfelben Regierung, die in der Jugendlichenfrage das Reichs sekretärs Delbrück gestern nicht gehört. Wir hatten nicht ein Gesez vereinsgesetz in einer Weise mißbraucht, daß die Praxis allem Hohn gegen die Konkurrenzilausel zu machen, sondern ein Gesetz gegen den spricht, was der Minister damals versprochen hat. Dabei ist dieser Mißbrauch der Konkurrenzklausel, und in dieser Richtung enthält die Minister inzwischen Reichskanaler geworden. Auf dem Weg des Vertrauens zur Regierung fönnen wir Ihnen nicht folgen. Vorlage der Kommission manches Dankenswerte. Durch unseren Antrag auf namentliche Abstimmung haben wir Ihnen Gelegenheit geboten, fich noch zu besinnen und die schlimmsten Be ſtimmungen rückgängig zu machen.( Bravo! bei den Sozial demokraten.) er den Sozialdemokraten.) Das ist eine Bestimmung fo unerhörter Art, das rührende Vertrauen des Herrn Trimborn daß sie allem menschlischen Empfinden ins Gesicht schlägt.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Staatsiekretär fagt, ohne die Erfüllung würde gegen Treu und Glauben gehandelt. Gerade das Umgekehrte ist der Fall, die Haftstrafe als Erfüllungsmittel erzieht die Unternehmer dazu, hinterhältig und niederträchtig zu handeln.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dieses unerhörte unber antwortliche Vorgehen lann gar nicht scharf genug ver urteilt werden. Wenn Sie erklären, es geht gar nicht anders bei dem Wettbewerbberbot, so ist das eben nur ein Beweis, daß jedes Herr Hoch behauptete, im Bunkt der Erfüllungsklage hätten Wettbewerbverbot beseitigt werden muß.( Sehr richtig! bei den wir die Regierung gezwungen, über unsern Stock zu springen. Das Sozialdemokraten.)( Bräf.& a empf erflärt es für unzulässig, von ist ganz und gar nicht richtig. Uebrigens hat die ganze Frage nicht unverantwortlicher Bergewaltigung durch Gesezesbestimmung zu eine solche Bedeutung wie ihr gegenwärtig aus Agitation& sprechen.) Wir erweisen den Handlungsgehilfen einen schlechten rüdfichten zugeschrieben wird( Sehr richtig! bei der VollsDirektor im Reichsamt des Innern Dr. Delbrüd: Dienst, wenn wir ein solches Gesetz annehmen. Lehnen wir es partei), und die Regierung hat ganz recht, wenn sie der Der Vorredner hat behauptet, der Reichskanzler habe ein als ja gerade die Regierung und die bürgerlichen Barteien ge eine starte Regierung, fiart mit uns, richtig! bei den Sozialdemokraten) und polizeiliche Mißbräuche wungen, mit einer Aenderung zu kommen. Die Handlungsgehilfen des Reichsvereinsgefeges gegenüber den Jugendfind an alle Parteien herangetreten, und die Vertreter der bürgerlichen Parteien haben ihnen Versprechungen gemacht,( Sachen und zurufe bei den Sozialdemokraten.) Jawohl, ich wünsche lichen in Preußen geduldet.( Selbstverständlich! bei den SozialDiese Vorwürfe finden in den Tatsachen keine Benach denen sie meinen mußten, das unbedingte Verbot des Wett- eine starke Regierung, wie ich auch ein starkes Parlament wünsche. demokraten.) bewerbberbots würde beschlossen werden. In der Presse sagt man,( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Daß die Klage auf Er- gründung, und ich muß gegen sie auf das schärfste protestieren. die bürgerlichen Parteien wollen gar nicht eine Verschlechterung, nur füllung bis jetzt ausgeschlossen war, beruht lediglich auf einem( Lachen bei den Sozialdemokraten.) ab, fo bleiben die Zustände, wie sie waren, und die haben Agitation gegenüber ihren Standpunkt nicht aufgibt, denn ich wünsche Staatssekretär gegebenes Beriprechen nicht eingelöst( Sehr aber auch start gegen uns. Abg. Dr. Ncll(Z.): Gegen die Ausführungen des?!bg. Dr. O u a r J liehe sich noch vieles sogen, aber bei der vorgerückten Stunde verzichte ich darauf. I Gelächter bei den(aozialdemokraten.) Ich kann Herrn Qunrck, der die Ausführungen des Abg. Hoch abzuschwächen suchte, nur sagen: Zurück, Du rettest den Freund z�cht mehr! Herr Hoch stellte es so dar, als ob nur Verschlechterungen in dem Gesetz ciilhalren wären, Herr lCuarck hat zugegeben, dah die Vorlage wesentliche Ver- besserungen enthält. Und trotzdem tvollcn die Sozialdemokraten dagegen stimmen! Ter Antrag der Sozialdemokraten in bezug aus die Freiheitsstrafen gehört überhaupt in die Zivilprozehordnung, während es sich hier um eine Novelle zum Handelsgesetzbuch handelt. Und nun ist in letzter Stunde noch ein Antrag auf Abänderung der Gewerbeordnung eingegangen. Tarauf kann sich das Haus nicht einlassen. Wir loerden es verstehen, vor dein Lande die Ab- lehnung dieser in letzter istmide zu durchsichtigem Zweck ein- gebrachten Anträge der Sozialdemokraten zu rechtfertigen. sBravo l sin Zentrum.) Abg. Markqnart(notl.): Die Aufreaung der Handlungsgehilfen über die Konkurrenz- klausel ist berechtig:. Ich bin für eine Beseitigung der Kon- kurrenzklausel; w�rde aber für die Komp: o, m ihail träge stimmen, solvcit es irgend möglich ist. Nicht möglich ist es mir, für eine Verf-�kechterung des bestehenden Nechtszuslandes zu slimmen; für. Ausdehnung der Erfüllungsklage kann ich nicht stimmen. Präsident Kaempf ruft den Abg. Ouarck..'nträgen konnten wir nicht früher konunen, weil ja auch der Ko..g..amiszantrag erst heute gekommen ist.— Der Anspruch auf Erfüllung darf niemr• bis zur Entziehung der bürgerlichen Freiheit gehen. Deshalb ist i..er dahingehender Antrag berechtigt. Wird der Kompromihantrag Gesetz, so ivird die Praxis der Recht- sprechung dahin führen, dasi gleichzeitig auf Erfüllung und auf Eni- schädigung geklagt wird. Mit seinen Angriffen auf die sogenannte agitaterische Haltung der Sozialdemokratie versucht Herr Bell nach der bekannten Taktik des Tintenfisches die Aufmerksamkeit von den sachlichen Punkten abzulenken. Sie können uns nicht zumuten, von unserer woblcrwogcnen Ueberzeugung abzugehen, um von Ihnen eine gute Zensur zu erhalten.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Damit s ch l i e tz t die allgemeine Aussprache. § 74a. handelt u. a. von der G e h a l t s g r e n z e. Abg. Dr. Qnarck(Soz.): Wir beantragen die Heraufsetzung der Gehalisgrcnze a u s llOOO M. Ein Gehilfe, der nicht mehr Gehalt bezieht, hat zweifellos überhaupt keinen Einblick in Geschäflsgeheiinnisse. Gerade in dieser Gehaltsgrenze von 1800—2000 M.�befinden sich eine große Anzahl von proletarischen Existenzen.(Sehr richtig l bei den Sozial- demokraten.) Der Antrag der Sozialdemokraten ivird abgelehnt; der Kompromißantrag auf 1300 M. wird angenommen. Bei§ 75o erklärt Direktor Dr. Delbrück den Antrag Albrecht in bezug auf die Freiheitsstrafen bei Erfüllungs» klagen als u n a n n e h in b a r. Die namentliche Abstimmung über diesen Antrag wird auf morgen vertagt. Im übrigen werden die Kompromißvorschläge angenommen. Abg. Schumann(Soz.) befürwortet einen Antrag, folgenden neuen Artikel einzufügen: In die G c w e r b c o r d n n n g ist einzuschalten: § 123a. Eine Vereinbarung zwischen einem Arbeitgeber und einem gewerblichen Arbeiter, die den Arbeiter für die Zeit nach Be- cndigung des Dienstverhältnisses in seiner gewerblichen Tätigkeit beschränkt(Wettbewerbverbot) ist nichtig. Der Antrag ist notwendig, weil die Konkurrenzklausel vielfach auch auf nicht kaufmännische Angestellte, z. B. sogar Boten in Buchhandlungen usw., ausgedehnt wird. Auch in Lebens- m i t t e l g e f ch ä f't e n sind Konkurrenzklauseln sür M a r k t h e l s e r üblich. Besonders schlimm wirkt in vielen Berufen die geheime Konkurrenzklausel, z. V. in Brauereien für Bierfahrcr, in Brot- fabriken für Brotfahrer. Diesen gegenüber haben sich in einzelnen Gegenden die Brotfabriken sogar verpflichtet, ihnen unter Umständen kein Brot zu liefern.(Hört! hört'. bei den Sozialdemokraten.) Bei diesen himmelschreienden Zuständen ist die Annahme unseres Antrages unbedingt notwendig.(Bravo! bei den Sozialdemo- kraten.) Der Antrag wird abgelehnt. Endlich wird beschlossen, daß das Gesetz am 1. Januar 1313 in Kraft treten soll. Angenommen werden Resolutionen der Kommission auf Vorlegung eines Gesctzentwr rfs, der für Angestellte und Arbeiter die Unpfändbarkeit des Arbeitslohns erweitert, und eines Gesetzentwurfs zur Regelung der Konkurrenzklausel für die Angestellten und Arbeiter, auf welche daS vorliegende Gesetz keine Anwendung findet. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Dienstag 2 Uhr pünktlich(Anfragen, namentliche Abstimmung, Militäretat). Schluß 8 Uhr. /ibgeorönetenhaus. 71. Sitzung. Montag, den 4. Mai �314, vormittags 11 Uhr. «m Ministertisch: v. T r o t t z u S o l z. Kultusetat. Höhere Lehranstalten. Abg. Piefekrr(Pp.) wünscht, daß die Gemeinden, wenn sie an Stelle des Staates höhere Schulen errichten, in diesen auch e t w a s z u sagen haben sollen. Wir wünschen überhaupt eine gesetzliche Regelung des Privatschulwescns und haben einen dahingehenden Antrag ge- stellt. Wenn die Rangordnung der Schüler beseitig: wird, so ist das keine Verweichlichung.(Beifall bei der Volkspartei.) Minister v. Trott z» Solz: Ob die E i n h e i t s s ch u l e bei uns jemals eingeführt wird und ob sie zun: Segen des Volkes sein würde, ist sehr zweifelhaft. In absehbarer Zeit ist ihre Einführung ausgeschlossen, ich brauche also nicht mehr dazu zu sagen.— Mein Programm ist, daß die höhere Schule auf der Grundlage von Gottesfurcht und Königstrruc zu ernster Arbeit erziehen soll.(Beifall rechts.) Die Wissenschaft« lichen Leistungen dürfen nicht zurückgehen und es darf nicht auf Kosten anderer Eigenschaften der Intellekt allein gefördert werden.(Beifall rechts.) Nach der gründlichen Prüfung der Reife- Prüfungsarbeiten der letzten Jahrzchnie kam: von einen: Rückgang der Leistusigen � der höheren Schulen nicht gesprochen werden. Das Niveau unserer Oberlehrer ist durchwegs gestiegen. Der Zu- drang zu den Schulen kommt daher, daß heutzutage alles B e- a m t e r werden will und seder Vater eine gute Anstellung »für seinen Sohn erstrebt. Dagegen ist die Schule selbst machtlos. Tie Errichumg von Mittelschulen ist sehr wünschenswert, aber es ist leider den kleinen Städten die Konzession gemacht worden, daß die Mittelschulen zur Vorschule für höhere Schulen gemacht wurden, wo« durch ihr eigentlicher Charakter, eine in sich abgeschlossene Schule für den Mittelstand usw. zu sein, verändert wird. Gegen die Be- Zeichnung eines Kölner Ghmnasiums mit„ G ö r r e s" hatten die Evangelischen protestiert und um schroffe Gegensätze zu vermeiden, habe ich die Entscheidung der Bürgerschaft über die Benennung der Gymnasien hinausgeschoben. Im„Tag" hat Professor Svahn anerkannt, daß ich damit recht getan habe. Ruhe in: Schulbetrieb will auch die Verwaltung haben, Unruhe trägt nur die Kritik und daS ewige Propagieren neuer Reformideen hinein. Wir Deutsche sollten doch mehr Freude am Erreichten haben!(Bei- fall rechts.) Abg. Harnisch Gtoj.): Als Kulturpartei im emineutesien Sinne haben wir natürlich auch ein Schulprogramm. Ebe ich darauf eingehe, möchte ich einige Einzelheiten erörtern. DaS Schulgeld für die höheren Schulen in so hoch, daß den Kindern der Arbeiter und des Mittelstandes der Besuch der höheren Lehranstalten unmöglich gemacht oder in: höchsten Maße erschwe:t ist. Unser Ziel ist die Einheitsschule. Wenn der konservative Redner dafür eintrat, den Besuch der höheren Schulen so viel wie möglich zu erschweren, damit, wie er sagte, sie nicht von ungeeigneten und unbrauchbaren Elementen überflutet werden, so ist das nach unserer Ansicht gerade heute der Fall, wo der Besuch der höheren Schulen abhängig ist von: Geld- beute! des Vaters, wo an das höhere Schulwesen das Berechtignngswesen geknüpft ist, und sie deshalb von einer großen Anzahl von Schülern besucht werden, die ihren Anlagen und Fähiglcilen nach i>: die höheren Schulen nicht hineingehören. AndererseiiS habe ich in meiner politischen Tätigkeit Hunderte von Arbeitern leimen gelernt, die daS Zeug in sich hätten zu tüchtigen Aerzten, Gelehrten, die vielleicht als F o r s ch e r der Mensch- h e i t unschätzbare Dienste leisten können, die aber heute aus die Volksschule angewiesen sind, und wenn sie mit 14 Jahren damit fertig sind, in die harte Fron der Arbeit in der Fabrik, in: Bergwerk usw. hinein müssen. Aus diese Weise beraubt der Staat sich selbst ganz ungeheuerer geistiger Kräfte. Ferner verlangen wir die Unenrgeltlichkeit der Lehr- mittel— eine solche Vetilion liegt dem Hause vom Deutschen Bergarbeiterverband vor— auch für die höheren Schulen. Auch muß eine größere Stetigkeit und Einheitlichkeit in den Schulbüchern herbeigeführt werden. Viel zu lang''t vielfach die Unterrichts- zeit. So kommt es noch in der 1. �e von Berlin vor, daß nenn- jährige Kinder sechs Stunden hintereinander, von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags unterrichtet werden.(Hört! hört! links.) Das heißt dem: doch Raubbau treiben mit der kindlichen Nervenkraft! Die Schüler selb st morde haben zu der Aufhebung der Rangordnungen in der Provinz Brandenburg geführt. Zu hohe Anforderungen machen die Schüler so nervös, daß sie schließlich unter einem Schicksalsschlage, wie eine schlechte Versetzung, zusammenbrechen.— Als ich beim Medizinaletat den Fall der Schülerin Hedwig M i r u s in Dortmund besprach, die von der höheren Schule verwiesen wurde, weil sie auf Grund ärztlichen Zeugnisses von der Impfung befreit war, wurde ich auf den Knltusctat verwiesen. Ich wiederhole also meine Anfrage nach der Zulässigkeit und gesetzlichen Begründung dieses Versahrens, das übrigens von angesehenen Dortmunder Bürgern darauf zurückgeführt wird, daß Professor Minis und seine Tochter Dissidenten sind. (Hört! hört! links.) Was nun den Lehrplan anlangt, so verwerfen wir die unsiimige Ueberfüttcrung der Kinder mit religiösem Memorierstoff, den sie gar nicht verstehen können. Gewiß soll innerhalb der all- gemeinen Kulturgeschichte auch Religionsgeschichte gelehrt werden und ich kann dafür das ausgezeichnete Buch von Heinrich Cunow empfehlen. Im n e u s p r a ch l: ch e n Unterricht ist ein entschiedener Fortschritt gegen die Zeit vor 23 Jahren zu verzeichnen, wo man uns noch mit ödem Schematismus drangsalierte, aber könnte nicht ein fakultativer Unterricht in der p o l n i s ch e n Sprache dazu beitragen, das gegenseitige Mißtrauen zwischen Polen und Deutschen zu vermindern: es würde uns ferner die große Geschichte und die wertvolle Literatur des polnischen Volkes näher bringen. Auch ein fakultativer Unterricht deS Russischen wäre sehr zu wünschen, ebenso die Einführung der Stenographie und ein weitere» Ausbau des Naturwissenschaft- lichen Unterrichts. Wenn auch in den deutschen Lesebüchern ein nicht zu verleugnender Fortschritt durch Aufnahme wertvoller Stücke, z. B. von DeUev v. Liliencron und Klara Biebig zu verzeichnen ist, so steht dem ein schlimmer Rückschritt gegenüber. Ganz systemattsch wurde von der Unterrichtsverwaltung aus den Lesebüchern alles aus- gemerzt, was irgendwie volkstümlichen und freiheitlichen Geist atmete. An die Stelle solcher Dinge aber rücken Hohenzollern- anekdoten in Prosa und Poesie und statt vom deutschen Volkstun: und seiner Kultur handeln die Lesebücher immer mehr von toten und lebenden Hohenzollern, auÄ schon von Kronprinzen- anekdoten, und wenn unser Volkstum darin behandelt wird, so in nationalistischer und chauvinistischer Weise auf Kosten anderer Völker. DaS gleiche gilt vom G e s ch i ch t s- Unterricht. Statt daß er die Kinder einführte in die Geschichte der menschlichen Arbeit, der Entdeckungen und Erfindungen, statt daß er sie lehrte, wie alle menschliche Geschichte ein ununter- brochenes Ringen des menschlichen Geistes mit der Natur und der Materie ist, die sich der Mensch dienstbar zu machen streb:, statt einer wirklichen Kulturgeschichte müssen die Kinder als Wegweiser der historischen Entwicklung ausschließlich Schlacht- und Kriegsdaten und Regierungszeiten der Fürsten auswendig lernen und sie werden so zum Chauvinismus, zum Völkerhaß und ByzaittinismuS er- zogen. Alles Große aus unserer Geschichte erscheint bei dieser Art Unterricht als das ausschließliche Verdienst der Landesfürsten, bor allem der Hohenzollern. Das ist zweifellos eine Fälschung der Geschichte. Ferner wird in den höheren Lehranstalten in schlimmster Weise parteipolitische Agitation getrieben. So werden in einen: Grundriß der Geschichte für höhere Schulen von I. C. Andree ganz similose Anschauungen über die Sozialdemokratie der- breitet. Die Attentate von Hödel und Nobiling werden dort der Sozialdemokratie in die Schuhe geschoben. Das ist eine Lüge, gegen die ich im Namen meiner Partei auf das entschiedenste protestieren muß. Ich protestiere auch dagegen, dntz unsere Partei in diesem Lehrbuche als antinationale Partei hingestellt wird. Wir empfinden einen solchen Vorwurf als schwere Be- leidigung. Wir sind international, aber nicht antinational, im Gegenteil, in wahren: Sinne des Wortes vielleicht die besten Vaterlandsfreunde, die es gibt.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten). Sehnliche Fälschungen und Torheiten werden in diesem Buche über die Revolution von 1848 und über die Pariser Kommune verbreitet, auf die wir stolz sind(Hört! hört! rechts), war doch ihre erste Jüat die Proklamation des Völkersriedens. Sehr im argen liegt weiter auch der staatsbürgerliche U n t e r r i ch t. In einem(olchcn Lehrbuch heißt es:„Alle fleißigen und guten Bürger leben ruhig und glücklich dahin, nach arbeitS- reichen Wochen feiern sie frohe Sonntage und Feste.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber wer ist eS, der unserem Land den Frieden erhält, wer sorgt dafür, daß der gute Bürger geschützt, der böse beitraft wird, daß jeder zufrieden leben kann— das ist unser Kaiser und König."(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich null Ihre patriotischen Gefühle durchaus nicht verletzen, aber man kann doch nicht alles Gute allein auf den deutschen Kaiser zurückführen! Und ist es denn wahr, daß in unserem Valerlande jeder glücklich und zufrieden leben kann? Haben �ie niemals gehört, daß tagtäglich aus Not und ans Hunger Familienväter sich und ihre ganze Familie umbringen? Wem: die Kinder unserer höheren Klassen mit solchen Anschauungen voll- gepfropft ins Leben hinausgehen, da ist es kein Wunder, wenn wir über weltfremde Richter und weltfremde Bureaukraten zu klagen haben— vielleicht auch weltfremde Parlamentarier—. Leute, die von den wirklichen sozialen Zuständen in unserem Volk keine Ahnung haben und die in jedem, der die Zustände bessern will, einen gewissenlosen Hetzer und Vaterlandsverräter sehen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auf der anderen Seite wird direkt Agitation im Sinne des Wehr- und Flottenvercins in den Schulbüchern getrieben. Im Literaturgeschichtsunterricht erfahren die Schüler von der großen Rolle, die L e s s i n g und Schiller. Freiligrath und Heine im Emanzipationskampf des deutschen Bürgertums gespielt haben, nichts. Auch dieser Unterricht bedarf gründlich der Resonn. Herr v. Kessel sprach davon, daß in unseren höheren Lehr- anstalten endlich einmal Ruhe eintreten müsse und auch der Redner des Zentrums und der Freisinnigen wandte sich gegen da? ewige Experimentieren. Für eine gewisse Stetigkeit sind wir auch zu haben, aber die Gefahr ist allzu groß, daß aus der Ruhe eine Er- starr un g wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten) Da ist es die dringende Aufgabe der Schnlverwaltung, alles zu beobachten, was vorwärts und aufwärts drängt in unserem höheren Schul- wescn. Der bekannte Pädagoge T e w S hat aber erit vor wenigen Tagen darauf aufmerksam gemacht, daß unserer Verwaltung deS höheren Schulwesens in Preußen alle Einrichtungen fehlen. mit deren Hilfe sie neue Bestrebungen auf dem Gebiete des Schulwesens verfolgen kann. Ich erinnere da an das System des bekannten Lehrers Otto in Groß-Lichterfelde und die noch be- deutungsvolleren Bestrebungen des Dr. W y n e ck e n und der von ihm begründeten Freien Schulgemeinde in Wickersdorf. Sem Ziel ist das, was auch wir erstreben, ein körperlich und geistig gleich gesundes Geschlecht heranzuziehen. Große? Gewicht wird von der Freien Schulgemeinde auf das Turnen in Luft-, Licht- und Sonnenbädern gelegt. Es wäre sehr wünschenswert, wenn solche Einrichtungen auch von den preußi- scheu Schulen getroffen werden. Leider stehen diese Schulgememden m:r den Kindern besitzender Eltern offen. Es wäre ein großes Ver- dienst der preußischen Schulverwaltung, wenn sie v"'e Ideen Wyneckens der Allgemeinheit dienstbar machen könnte.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Also wir erstreben die Einheitsschule. Bis zum 14. Jahre sollen alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden, erst d folgt die Trennung in solche, die einen wissenschaftlichen Gclehctenberus ergreifen wollen, und die anderen, die eine andere, sür die Gesell- schaft ebenso nützliche Arbeit Kiffen wollen. Nach diesem Jahre sollen dann die höheren SchuO allen Kindern offen st-�en, ganz gleich, ob deren Bater Minister, General, Maurer, Be' mann oder Landmann ist. Wir verlangen freie-vahn für..e Eni- Wickelung jedes Talents und vor allem wollen wir, daß die Kinder auch zu selbständigen, tapferen, freien Charakteren er- zogen werden. Arbeiten Sie mit uns an dieser nationalen, echt vaterländischen Kulturpolitik. Ich schließe mit de'orten de? SozialistenmarscheS:„Der Erde Glück, der Sonne Krau. deS Gui-e? Licht, des Wissens Macht, dem ganzen Volke sei'S gegeben. daS ist daS Ziel, das wir erstreben", und daS wir allen Widerständen zum Trotz auch erreichen werden.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Dr. Kraufe-Lauenburg(k.) wünscht strenge Versetzungen, wendet sich gegen die Ilebe'-'chätzung höherer Bildung und ist mit dem Schularbeitenerlaß bei.misterS unzufrieden. Abg. Mnnsterberg(Pp.) führt aus, daß die Schule in den Dienst der s e x u e l l e n A u f- klär un g und der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten geff werden müßte. Dazu gehöre natürlich die entsprechende Vorbtti'..g der Lehrer. Abg. C-ffel(Vp.): In den Schulen soll nur historisch feststehendes Material gelehrt werden, alles Anekdotenhafte muß ausgemerzt werden, wc..- e« der Kritik nicht standhält. Gegen eine zu weit gehende Erhöhung deS Schulgeldes bin ich in der Berliner Stadtverwaltung stets-uf- getreten, die SoziallKmokraten aber waren mit dem Magistrat mer dafür.(Hört! hört!> Vielleicht übt Herr Harnisch da Einfluß! Der vom Abg. Harnisch gewünschte Unterricht über die Entdeckungen und Erfindungen wird ja bereits erteilt. Wenn die Schüler über die Erhebung vor 100 Jahren unterrichtet werden, so ist das selbstverständlich. Abg. Dr. Heß(Z.): Wenn es sich nicht um einen Protest des evangelisch n Pres- byteriums gehandelt hätte, dann wäre der Minister in der Frage der Benennung der Kölner Gymnasien nicht so vorgegangen. In den Schulprogrammen finden sich gelegentlich Artikel, die das Empfinden der Katholiken kränken, ebenso wie manche Schriften von Gott« fried Keller, C. F. Meyer und anderen Meistern der Literatur, die deshalb nicht in die Schülerbibliotheken gehören. Die katho- tische Pfarrgeistlichkeit ist so sehr in Anspruch genommen, z. B. durch ihre Versammlungstätigkeit, daß man von ihr nicht auch noch die Erteilung von Religionsunterricht in höheren Schulen ver- langen kann. Ein Schlußantrag wird angenommen. DaS Haus vertagt die Weiterberalung auf morgen Dienstag 11 Uhr. Vorher: Zweite Lesung der Kölner Eingemeindung. Schluß 4'/- Uhr. parlamentarisches. Ter Militäretat in der Kommission. Zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen der Militärvcr- waltung und der Sozialdemokratie kam es am Montag in der Budgetkommission des Reichstags. Genosse N o s k e hatte Pressemeldungen zur Sprache gebracht, die über ungeheuerliche Vorgänge bei der Winterübung eines thüringischen JnsanterieregimentS berichteten, und angefragt, inwieweit sich die Nachrichten bcstärigrcn. Sofort rückte der General Wild v. Hohenborn mit größtem Geschütz ins Feld. Im Kasernenhostone und unter heftigsten parteipolemischen Ausfällen gegen die sozialdemokratische Presse und deren„antimilitaristische Verhetzung" bestritt er die Richtig- kcit der Pressemeldungen. Kriegsminister v. Falkenhayn trat ihm mit Ausführungen und in Formen bei, die nicht zur Milde- rung und Besänftigung der Debatte beitrugen. Aus die zun: Teil ganz unmotivierten, zum Teil maßlos übertriebenen Angriffe ani- wortete Genosse Roste. Er wies die erhobenen Vorwürfe ent» schieden zurück und legte an der Hand eigener Beobachtungen dar. daß die in der Presse geübte Kritik der Vorgänge zum mindesten teilweise ihre Berechtigung gehabt babe. Genosse Schulz bestätigte dies durch Beibringung von Einzelmaterial. Genosse Schöpf! in erörterte das Verhältnis zwischen Militärverwaltung und Presse, um für letztere bereitwilligere Iluterftützung und höflichere Be- Handlung zu fordern. Genosse Lcdebour rückte die Behauptung von der antimilitaristischen Propaganda, auf der sowohl der Kriegs- minister wie sein General mit mehr Fleiß als Geschick herum- geritten hatte, ins rechte Licht. Allgemein war die Empfindung, daß sich die Militärverwaltung in der Behandlung der Angelegen- heit, zum mindesten in den: Tone, der die Musik macht, durchaus vergriffen hatte. Selbst von bürgerlichen Abgeordneten wurde dies ausgesprochen. Im Plenum wird eS in der Sache voraussichtlich noch ein lebhaftes Nachspiel geben. Eine längere Aussprache entspann sich sodann über d:e feld- graue Uniform, die sich nach einer Erklärung des Kriegs- Ministers qualitativ nicht bewährt hat. Es soll versucht werden, die Ursachen der Minderwertigkeit zu ermitteln und bessere Ouali- täten zu erhalten.— Eine wenig glückliche Hand hat die Militär- Verwaltung auch bei B i e h a n k ä u f e n für Konservenfabriken gehabt, wo, wie angeführte Beispiele beweisen, unter anscheinend betrügerischen Manipulationen von Biehbändlern nngewöhn- lich hohe.Preise erzielt worden jind. Mehrere Fälle be» t Georg Klampfer gestorben. " spannt sein, wieviel sozialdemokratische Jugendvereine" man in Preußen auftreiben wird. Uns ist keiner befannt. Und wo feine Vereine sind, kann auch das findigste Polizeigehirn nichts unter das Vereinsgejet stellen. Auf alle Fälle sind wir zu einem erbitterten Kampf um die Jugend gerüstet, und das Ende dieses Kampfes wird sein, daß sich auch in Zukunft die Arbeiterjugend der Bewegung zuwendet, die ihr paßt, und nicht der, zu der die Polizei hinprügeln will. schäftigen seit Jahren die Gerichte; die Verdingungsvorschriften es im Reiche des Galgens und der Anmute vorwärts geht- trok| agitatorisch wertvolle Dienste geleistet. Im übrigen darf man ge find abgeändert worden. Von sozialdemokratischer Seite wurde alledem. neben dem gerichtlichen Verfahren ein Disziplinarverfahren gegen die für die Ueberteuerungen verantwortlichen Beamten verlangt. Bessere Beleuchtung in den Kasernen Abschaffung von Pe= Am Sonnabend starb in Kirndorf bei Nürnberg der Landtroleumlampen und Einführung von elektrischem Richt forderten tagsabgeordnete und Magistratsrat Genosse Georg Klampfer; Genosse Sticklen und Genosse Schulz. Der Kriegsminister er war geboren am 14. April 1860 in Kirndorf. Klampfer erlernte sagte entsprechende Maßnahmen zu. Die im Vorjahre abgelehn- den Beruf eines Feinmechanikers, arbeitete als solcher in Fürth und ten 15 Obersten als Bezirkskommandeure wurden bewilligt. gründete später in Kirndorf ein eigenes Geschäft mit seinem Bruder, Die Zahl der zu Uebungen einzuberufender Mannschaften des das er aber trotz allen Fleißes nicht in die Höhe bringen konnte, Beurlaubtenstandes wurde um 136 000 erhöht. Die Mehrkosten so daß er später die Fabrikation und den Handel von Guitarren belaufen sich auf 5 136 000 Mart. Sozialdemokratische Vertreter übernahm. traten für ausreichende Unterstüßung der Angehörigen ein. Ju rascher Folge wurden die ordentlichen Ausgaben des Heeresetats erledigt. Aus der Partei. Aus den Organisationen. Versammlungen. Georg Klampfer gehörte früher der nationalliberalen Bartei an, in der ein eifriger Agitator war. Aber schon in dieser Zeit drängte Der Fabrifarbeiterverband, Zahlstelle Berlin, hielt am letzten ihn das Gefühl auf die Seite der Schwachen und die Verfolgungen Sonntag seine Generalversammlung ab. Mit warmen Worten der Arbeiterklasse unter dem Sozialistengesetz veranlaßten ihn gedachte der Bevollmächtigte Bruns der Kollegen, die bei der schließlich, sich der sozialdemokratischen Partei anzuschließen. Die Unglücstatastrophe in der Anilinfabrik Rummelsburg ums Leben Gründung der Parteiorganisation in Kirndorf, die Gründung der kamen. Dem Vorstandsbericht ist zu entnehmen, daß die im letzten Metallarbeiterorganisation, des Vereins für Bürgerrechtserwerbung, Quartal geführten Lohnbewegungen guten Erfolg gehabt haben. des Arbeiter- Gesangvereins in Kirndorf ist sein Werk gewesen. Bald Zum Kapitel Schutz dem Arbeitswilligen wird folgender Fall mitIn einer Kreisgeneralversammlung des Sozialdemokratischen wurde er von den Kirndorfer Genossen in den Magistrat getvählt geteilt. Bei der Firma Oelze, Fabrik für elektrische TaschenVereins für den vierten sächsischen Reichstagswahl- und bei der letzten Landtagswahl schickte ihn das Vertrauen der batterien, traten die Arbeiter in den Streif. Ein Arbeitswilliger Preis( Dresden- Neustadt) wurde über das abgelaufene Parteigenossen in den bayerischen Landtag. Bei den Reichstags- wollte verprügelt worden sein. Derselbe bezeichnete als Täter einen Beinsjahr berichtet, daß der wirtschaj.liche Niedergang den Auf- wahlen kandidierte er verschiedene Male im Wahlkreise Neustadt- der Streifenden. chdem der Arbeitswillige vor Gericht beschworen stieg wohl beeinträchtigte, indem die Abonnentenzahl der Rothenburg. Er war ein beliebter, gern gehörter Volksredner. Der hatte, daß der Angeklagte de Täter sei, wurde dieser verurteilt. Dresdner Volkszeitung um 275 zurüdging, daß der Tod hat seinem langen Leiden ein Ende gesetzt. Die Parteigenossen Vor der Berufungsinstanz fonnte nachgewiesen werden, daß der Verein aber sonst auf eine günstige Entwickelung zurückbliden fann. werden das Andenken Georg Klampfers in Ehren halten. Die Zahl der Mitglieder ist von 13 487 auf 14 226, also um 739 gewachsen. Darunter sind 1471 weibliche Mitglieder gegen 1183 im Personalien. Genosse Dr. Rudolf Franz ist am 30. April Vorjahre. Die Entwickelung der Finanzen hat mit der Zunahme aus der Redaktion der Bremer Bürger- Beitung" ausder Mitglieder Schritt gehalten. Der Kassenbericht bilanziert getreten, deren Feuilleton er, mit Unterbrechung, seit 1911 redigierte. Allein ant Mitgliederbeiträgen gingen mit 88 938 M. " 62 022 M. ein. An en Parteivorstand wurden 12 100 M., für Volksbildung zwede 3230 M., für die Bibliotheken die 12 000 B de umfassen, zirka 3000 M. regeben. Troß der Ausgaben bei der Nachwahl für den verbenen Abgeordneten des 3, Gen August Kaden, verfügt die Kasse über einen en Bestand von 15 600 m. In den 20 Bezirken des Kreises fanden 116 Volks- und 120 Mitgliederversammlungen statt. Das weitere Eindringen der Arbeiterschaft in die Gemeindeparlamente wurde durch das fast in allen Gemeinden des Kreises bestehende Geldsadswahlrecht verhindert, doch hat die Partei in 3 Städten 11 Stadtverordnete und in 66 Gemeinden 156 Gemeindevertreter. Die Generalversammlung nahm nach längerer Debatte eine Statutenänderung vor, nach der in Zukunft die Mitglieder- und Generalversan.mlungen ou Delegiertenversammlungen ersetzt werden. Der Fall Radek. " Jugendbewegung. Auf falschen Bahnen. Der deutsche V. in gegen den Mißbrauch geistiger Getränke verbreitet in vielen fenden Exemplaren einen Jugendvortrag von Lehrer Ulbricht( Dresden):" Deutschland, Deutschland über alles!" Das Heftchen ist ein Schulbeispiel dafür, wie der Kampf gegen Alkohol nicht geführt werden soll. Man lese.nur diese bezeichnende Stelle, die einen Vergleich zwischen den Ausgaben für den Alkohol und für Kriegsflotte zieht: " Fast 40 Millionen Mark kostet ein solches Schiff, Ihr wißt's ja wohl?„ Ein hübsches Sümmchen", meint Ihr.„ Ein Lumpenpfennig, wenn mans mit der Summe vergleicht, die Deutschlan Söhne Jahr für Jahr ausgeben für Bier Schnaps und Wein: 3000 Millionen! Wie viele solcher stolzen Kriegsfchiffe fönnten mirdavon been? Die flinten Rechner unter Euch haben's heraus: 75 Sy.ffe, und jedes darf 40 Millionen kosten! diesen Eisentolossen sollten sich wohl die Engländer und Franzosen und Russen und all die anderen guten Freunde Deutschlands die Zähne ausbeißen. Aber wir können die Schiffe nicht bauen, denn die deutschen Männer müssen ihre Leistungsfähigkeit, ihre Mannhaftigkeit hinterm Bierkruge, hinterm Weinglaje beweisen, müssen 3000 Millionen vertrinken und sich dafür ein frankes Herz, ein schwaches Hirn kaufen. Und dann singen die Männer mit dem franken Herzen und dem dummen Kopf:" Lieb Vaterland, magit ruhig sein!" Dom Parteivorstand ist eine längere Erklärung des Vorstandes der sozialdemokratischen Partei RussischBolens und Litauens und der Genossin Luxemburg, der Vertreterin der Gruppe im J. S. B." in Sachen Rad zugeganoon. Ju dieser wird zunächst bestritten, daß die Pariser Unterfuchungskommiffion irgendein Recht gehabt hätte, in der Sach Radek ein Urteil abzugeben. Die polnische Sozialdemokratie sei ir Organisationsfragen vollkommen selbständig. Die Pariser Kommission sei weder von den Zentralinstanzen der russischen Partei eingesezt, noch seien diese der polnischen Sozialdemokratie übergeordnet. Aber nicht nur rechtlich uch sachlich sei die Untersuchung ein Unfug. Die vernommenen Zeugen hätten in ihrer übergroßen Mehrzahl aus Es ist gar nichts gewonnen, wenn man die Gehirne der eigenem Wissen nichts aussagen können. Diejenigen Zeugen, veren Jugend von dem Gifte Alkohol befreit und sie dafür mit wahnAussagen ausschlaggebend gewesen wären, hätten entweder ihre Aussagen verweigert oder hätten nicht befragt werden können. Für wißigen Rüstungsphrasen verdirbt. Gerave von einem Boltsdie polnische Partei sei die Radek- Sache daher erledigt, bis der erzieher sollte man voraussehen, daß er in einer Anrede an die polnische Parteitag, an den Radek Berufung angekündigt hat, sein Jugend andere Verwendungszwecke für die Zumpenpfennige" Tetztes Wort gesprochen hätte. Den deutschen Instanzen stehe nach wüßte. Die Sozialdemokratie hätte gewiß nichts dagegen, wenn letztes Wort gesprochen hätte. Den deutschen Instanzen stehe nach sich die Ausgaben für Alkohol so stark verminderten, und die freie wie vor das gesamte Material sowie Zeugenaussagen zur Nach- Jugendbewegung arbeitet mit anerkanntem Gifer auf dieses Ziel prüfung zur Verfügung. In der Inschrift, mit der der deutsche Parteivorstand uns diese hin. Wenn man aber die dem Alkohol abgerungenen Summen für Jugendheime, Spielpläbe, Voltsparks usw. verwenden wollte, Erklärung zugehen ließ, bemerkt er: Die Entscheidung der Pariser bie natürlich allen Jugendlichen zur Verfügung stehen müßten, so Untersuchungskommission ändert an der im Jenaer Parteitag ge- wäre damit sicher der Hebung der deutschen Volkskraft mehr geschaffenen Rechtslage nichts." dient, als durch schwimmende Mordkolosse. s Ein Tag der Arbeiterpresse in Rußland. Auch der deutsche Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke follte einsehen lernen, daß er durch solche Propaganda bei denkenden Menschen den Kampf gegen den Alkohol nur in Mißtredit bringt. Am 5. Mai findet im ganzen russischen Reiche e großzügige Agitation für die Arbeiterpresse statt. Die beiden Arbeiterblätter in Petersburg, Sewernaja Rabotfchaja Gafeta" und" Puti Prawdy" haben seit Wochen eine energische Agitation geführt, daß die Arbeiter im ganzen Reiche am 22. April( 5. Mai) Abonnenten für die marristische Arbeiterpresse gewinnen, Sammlungen veranstalten und durch Massenkundgebungen für die wichtigste für Schöpfung der Arbeiterbewegung der letzten Jahre Es steht zu demonstrieren. die legale ruffische Arbeiterpresse erwarten, daß der erste rote Pressetag" in Rußland die auf ihn gesezten Hoffnungen rechtfertigt und durch Mobilisierung der Maffenbewußten Arbeiterschaft um ihre Presse die Einheit und Geschlossenheit der proletarischen Bewegung in Rußland ein gutes Stüd vorwärts bringt. Mit dieser Erwartung, die sicherlich das ganze internationale Proletariat teilt, begrüßen wir den Tag der ruffischen Arbeiterpresse als ein sichtbares Wahrzeichen dessen, daß in Immer feste druff! Zentrumszeitungen wissen zu melden: wil Angeklagte zur Zeit der Tat nicht am Orte, an de die Brügelei stattgefunden haben soll, wesen sein kann. Darauf wurde der Angeklagte freigesprochen. Ob gegen den Arbeitswilliger Anklage wegen Meineid joben ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Kassenbericht liegt gedruckt vor. Derselbe bilanziert in der Haupttasse mit 45 72 M., in der Lokalkasse mit 77 496,02 m. An Unterstützungen It ap Fen: für Streifende 5329,95 M., an Arbeitslose 21 8.0,50 m Prante 13 756,80 an Durch reisende 237,50 M., für semabcegelte 2174,60 M., gsgeld 578,90 M., Sterbegeld 1460?., Ertraunterstübungen 1032,26 M. Alsdann referierte nann über: Die Aufgaben des kommenden Verbandstages." ieder führte aus, daß wir in den letzten zwei Jahren wieder um ein Teil stärker geworden sind in bezug auf Mitgliederzahl jo oh wie Finanzen. Der diesjährige Verbandstag wird neue Wer neue Ziele finden zu weiterem Vorwärtsdringen. Die Gei sammlung stellte auf die Vorschlagsliste zum Verbandstage die den von zehn Kollegen. Die Wahlen der Delegierten zum Verbandstag finde.. am 10. Mai statt. Als Delegierter zum Gewerkschaft greß wurde Bruns gewählt. Frauen- Leseabende. Friedrichshagen. Heute Dienstag, 8% Uhr, im Jugendheim, Friedrichstraße 60, 2. of part. links. Briefkasten der Redaktion. Für die Fragen auf einzelnen Rechtsgebieten sin in der Buchhandlung Vorwärts Führer zum Preise von je 20 bis Pf. 50 f. erhältlich. R. 19. Sie find zur Mehrzuglung der 60 Pf. verpflichtet.-- R. R. 24. Gin Anspruch besteht nicht, da das Gesek feine rüdwirkende Straft hat. Rino 7. 1. Ja. 2. falls über die Zeiten des Ladenschlusses hinaus der Verkauf stattfinden sod. 3. Steuerfrei, ausgenommen die etwaige Gewerbesteuer. 4. Ja. G.. 11. 1. Schon jett. 2. Drei Viertel des Nachlasses, sofern ein Testament nicht vorhanden ist. Als Nachlaß gilt das 3. Das ist zivedmäßig. 4. 2 das Amtsbeim Tode Borhandene. E. R. 8. H. P. 7. 1. Ja. 2. Nein. 2. S. Nein. gericht, in dessen Bezirk Ihre Schwester verstorben ist. K. D. 2. Bei der 25 prozentigen Mente ist Net, reflamieren Sie. St. 1. Ja, sofern tein Bechsel in der eine Abfindung nicht zu Steuer- Refl. Nein. 1 Beschäftigungsart flattgefunden hat. 2. Nein.A. K. 82. Thre Angaben sind zu unbestimmt, uni ei..e Antwort erteilen zu können. M. J. Ja, der Bertrag kann aber innerhalb Monatsfrist, von Stenninis ab gerechnet, . 66. Ja. 500. B. 1. Nein. 2. Für den Fall der Pfändung gelöst werden. 2. Ja, sofern eine rechtzeitige Lösung nicht erfolgt ist. O. G. 43. 1. Nein. 2. Nein, Sie müssen fönnen Sie intervenieren. vor Ablauf der Frist reklamieren unter Angabe der Tatsachen und eventuel.cn Beweismittel. F. O. 100. Ja, falls die Aufnahme auf Anordnung der Kaffe geschehen ist. Der Antrag ist an die Krankenkasse zu richtert. S. 70. Falls die Dienstzeit nach dem 1. Oftober 1913 nur für den 23. 23. 29. 1. Etwa 36 M. monatlich. 2. Ja. 3. Rein. Stapitulanten in Frage kommt, wie es noch Ihrem Schreiben den Anschein hat, teine. N. E. 101. Sie sind nur zur Zahlung der in Gegenwart des Beugen vereinbarten Summe verpflich. t. Kl. 49. Sie fönnen Ihre Haftpflicht auf den Nachlaß beschränken, falls eine Teilung oder Anfech'ag noch nicht geschehen ift. E. B. 28. 1. Anspruch auf Hebammengeld haben nur die versicherungspflichtigen Mitglieder, Sie also nicht. 2. und 3 Ja. 2. 100. Nein, nur auf Kosten der Stadt dort untergebracht. „ Die preußischen Polizeibehörden sind, gutem Vernehmen. G. K. Benden Sie sich an die Geschäftsstelle des Zentralbildungszufolge, angewiesen worden, der sozialdemokratischen Jugend- ausschusses der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Berlin SW 68, A. M. 23. Wenden Sie sich an einen Arzt. bewegung durch schärfer behördliche Maßnahmen entgegenzutreten. Lindenstr. 3. Die im Schoße des Staatsministeriums getroffenen Vorerhebungen Willi 20. Ihre Berufsorganisation, der Deutsche Metallarbeiterverband, haben für den politischen Charakter der sozialdemo- lann die beste Auskunft geben. Belgien 227f. Brivate Geschäfte O. St. 1914. 1. Es ist taum ans fratischen Jugendbereine so viel Material erbracht, daß mit der empfehlen wir prinzipiell nicht. Unterstellung der Vereine unter das Reichsvereinsgesetz zunehmen, daß um die angegebene Zeit die Parlamente noch ta gen. Benn ia, so haben Sie sich bei dem betreffenden Kastellan zu melden. 2. Zimmer bereits für die nächste Beit zu rechnen ist. mit 1 Bett 1,50 M., mit 2 Betten 80 Bf., mit 4 Betten 65 f. und mit 8 Betten 50 Pf. für jeden einzelnen Tag. 3. Das wissen wir nicht. Königl. Polizeipräsidium, Berlin, Bleranderplatz. O. Sch. 300. Die schärferen behördlichen Maßnahmen" haben sich ja schon Lichtenberg, Königsberg, Düsseldorf usw. bemerkbar gemacht und KRWLES Ein Radfahrer sagt .. und ich möchte nicht unterlassen, Ihnen meine vollste Anerkennung über die Qualität Ihres Fabrikats auszusprechen. Ich habe wohl schon alle Marken gefahren, aber eine derartige Haltbarkeit noch nicht beobachten können." 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Vor Weiter warteten die Bürgerlichen mit 11 Forenſenſtimmen auf; auch Bum Schluß gab Gemeindevertreter Nathan an Hand des neuen Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende in ehrender leisteten sie in ihren Veröffentlichungen das menschenmöglichste an Streisetats einen interessanten Einblick in die Verwaltung des Kreises Weise der verstorbenen Mitglieder. Entstellung von Tatsachen. Der bürgerliche Vertreter fann sicher Teltow, wobei er auch erwähnte, daß das hiesige Kreiskrankenhaus nicht mit Stolz auf sein durch Wahllügen und Terrorismus erobertes einen jährlichen Zuschuß von rund 100 000 m. erfordert. Mandat blicken. Pflicht der Genossen muß es jetzt sein, in die Reihen der Bevölkerung jenes Maß von Aufklärung zu bringen, das es in Zukunft den Bürgerlichen unmöglich macht, mit solchen Mitteln Erfolge zu erringen. Zehlendorf( Wannseebahn). Friedrichshagen. Am 1. Mai ist bei Ebersbach, Berliner Str. 102, nach der Abendieier durch den großen Andrang an der Garderobe ein graugesprenkelter Sommerpaletot abhanden gekommen. Der Finder wird gebeten, denselben bei Ebersbach oder bei Karl Pohl, KaiserFriedrichstr. 15, abzugeben, da anderenfalls die Garderobenfrau das für haften muß. Die Generalversammlung des Wahlvereins nahm den Bericht des Vorstandes vom letzten Halbjahr entgegen. Durch intensive Werbearbeit in der Roten Woche wurden 70 Mitglieder und 54 Vorwärts"-Abonnenten gewonnen, jo daß der jetzige Bestand Mühlenbeck. In der Generalversammlung des Wahlvereins gab der Vor- 421 männliche und 54 weibliche Mitglieder ist. Der Vorwärts" In der letzten Gemeindevertreterfihung wurde zunächst der neufizende Genosse Krekeler den Jahresbericht. Der Mitgliederbestand wird in 573 Exemplaren gelesen. Bei den Wahlen zur Gemeinde- gewählte Vertreter Genosse Paul Brutmann in fein Amt einhat sich gegen das Vorjahr nicht verändert, er betrug 113 männ- vertretung behaupteten wir unsere Size mit großer Mehrheit, geführt. Des weiteren wurde der Gemeindevorsteher ermächtigt, liche und 24 weibliche. Vorwärts"-Leser sind 180 am Ort. Den trotzdem im Orte eine Abwanderung der Arbeiterbevölkerung vor die Auflaffung einer Wegeparzelle zu bewirken. Die Wahl von vier Staffenbericht erstattete Genosse Döhring. Die Einnahmen und sich geht. Die Bildungsarbeit hat die Kassenverhältnisse ungünstig Mitgliedern zum Schulvorstand gestaltete fich insofern interessant, Ausgaben bilar zierten mit 647,50 M. Genosse Kaspar berichtete, beeinflußt; leider wird dieser Tätigkeit noch zu wenig Interesse als Paul Brutmann empfahl, nur solche Herren zu wählen, welche aber leider nur von zehn Lesern 18mal in Anspruch genommen. frei find bis auf„ Bellevue", welches dureri daß in der Bibliothek 175 Bücher vorhanden sind, dieselben wurden entgegengebracht. Die Lokalfommission berichtete, daß alle Lotale selbst schulpflichtige Kinder haben. Genosse Bärsch protestierte Kriegerverein und Die Neuwahlen hatten folgendes Resultat: 1. Borjibender Krekeler, andere patriotische Korporationen abgetrieben wurde, die den bestätigung von der so notwendigen Mitwirkung ausgefchloffen und gegen das ganze System, wonach Sozialdemokraten durch die Nicht2. Vorsitzender Hoffmann, Kajjierer Döhring, Schriftführer Stuhr, Wirt vor die Alternative stellten: entweder rot oder blau. Aus dadurch als Bürger zweiter Klasse degradiert werden. Unbekümmert Beisiger Hahn. Lokalkommission Krauß, Revisoren Steinborn und der Gemeindevertretung wurde berichtet, daß unsere Vertreter sich dessen und ohne ein Wort der Erwiderung wählten sich die bürgerO. Müller, Bibliothekar Kaspar. Als Bezirksführer wurden ge- in der Hauptsache auf die Kritik beschränken müßten. Die Schlapp- lichen Vertreter aus ihrer Mitte die Herren Aug. Müller, Jden, wählt im 2. Bezirk Peister, im 4. Bezirk Filster. Die Wahlen bom heit der bürgerlichen Mehrheit habe sich bei der Friedhofsfrage Neuendorf und Neubauer. Ein Antrag auf Beitritt zum Verein für 1. und 3. Bezirk sowie die des Jugend- und Bildungsausschusses gezeigt. Während noch vor einiger Zeit einstimmig beschlossen Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik wurde abgelehnt. Die mußten zurückgestellt werden. Die Bibliothek ist zur Ausgabe von wurde, einen kommunalen Friedhof zu errichten, um auch Anders Umpflasterung der Hauptstraße soll möglichst im Mai noch beginnen, Büchern jeden Donnerstag abends von 8% Uhr an geöffnet, und denkenden ein ehrenvolles Begräbnis zu sichern, habe man sich es wurde die Vorlage des Niederbarnimer Bauamtes mit der Abzwar bei B. Miklei, Potsdamer Straße 25. nachträglich vor der Kirche gebeugt und gegen ein kleines Ent- änderung angenommen, daß nicht, wie vorgesehen, die Seitenstraßen Alt- Landsberg. gegenkommen den Beschluß aufgehoben. Das Ungeheuerlichste jedoch mit alten, sondern ebenfalls mit neuen Steinen ausgelegt werden. sei, daß man die Straßenreinigung demnächst an einen Privatunternehmer vergebe. Von einem Genossen wurde zur Sprache Waidmannslust und Umgegend. gebracht, daß bei Einstellung von Kräften auf der Gisbahn Günstlingswirtschaft geherrscht habe. Der Obmann der Gemeindevertreter versprach, daß, wenn die Angaben auf Wahrheit beruhen, er ganz energisch auf Abhilfe dringen werde. Die Wahl des Vorstandes ergab teine wesentlichen Menderungen. Adlershof. Aus der Stadtverordnetensisung ist zu berichten, daß mit den beiden Aerzten am Krankenhaus ein Vertrag abgeschlossen wurde, wonach die Stadt für Armenbehandlung 1500 M. und für Krankenhausbehandlung 1200 M. zahlt. Der Einladung des Bürgermeisters an die Bevölkerung, an der ersten Sigung im neuen Rathause teilzunehmen, war nur der besser fituierte Teil gefolgt. Karlshorst. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Genosse Luscher den Geschäftsbericht des letzten Jahres. Die diesjährigen Gemeindevertreterwahlen brachten uns drei Mandatsgewinne, so daß wir jetzt in dem Bezirk 13 sozialdemokratische Gemeindevertreter zählen. Der Mitgliederbestand des Wahlvereins beträgt 422, darunter 90 weibliche; die Zahl der„ Vorwärts" leser beträgt 449. Die Rote Woche brachte 41 neue Mitglieder und 22„ Vorwärts" leser. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Genosse Die Gemeindevertretung erkannte in ihrer legten Sigung die Den Kassenbericht gab Genosse Pientka. Einer Einnahme von Küter den Jahresbericht. Der Besuch der Versammlungen und Gültigkeit der Wahlen zur Gemeindevertretung an und erledigte die 2929,11 M. steht eine Ausgabe von 1851,26 W. gegenüber, so daß der Frauenleseabende habe sich gehoben. Die Zahl der Mitglieder Wahlen von Ausschußmitgliedern. Der Ortsfagung über die Be- ein Kassenbestand von 77,85 m. verbleibt. Die Ausgaben für die ( einschließlich Biesdorf) sei seit dem vorigen Jahresschluß um fünfzig freiung der Beamten und Lehrer von der Krankenversicherungspflicht Landtagswahl betrugen 235,92 M. und die Ausgaben für die Gegestiegen. Für die Kinder feien Märchenvorlesungen veranstaltet ftimmte die Vertretung zu. Dem Antrage, die Chaussee nach dem meindewahl 229,44 M. Auf Vorschlag der Bezirkskonferenz wurden borden, boch hätten nur fünf Vorlesungen stattfinden können, weil Flugplage zu pflastern, lehnte die Mehrheit ab; Bei biefer Gles gewählt: erster Bezirksleiter Sohrauter, zweiter Bezirksleiter Zuſcher, die Fortführung derselben an der Lofalfrage scheiterte. Hierauf legenheit wurde das Verhalten der Terraingesellschaft einer Stritit Rassierer Bientta, Schriftführer Stegmaier, Revisoren Behrends, Streifte der Referent die Gemeindewahl und meinte, daß man unterzogen. Im Laufe der Verhandlung stellte Genosse Babel den Brießmeier und Palm, Lokalkommission Knauf, Zeitungskommission mit den Ausfall derfelben zufrieden sein könne, zumal der Antrag, die Gesellschaft aufzufordern, innerhalb zweier Monate einen Bimmermann und Bibliothekar Aug. Schulz- Hermsdorf. Beschlossen Zuzug nach Karlshorst in der Hauptsache sich nicht aus Arbeitern Bebauungsplan fertigzustellen und der Gemeindevertretung vorzu- wurde, die Delegierten für Gr.- Berlin und für den Kreis von der refrutiere. Beachte man ferner, mit welchen Geldmitteln und legen. Sollte letzteres nicht geschehen, soll gerichtlich vorgegangen Bezirkskonferenz zu wählen. Bestätigt wurden als Gruppenführer: welchem Terrorismus gegenüber den Beamten unsere Gegner werden. Dieser Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit Baum und Palm für Hermsdorf, Reuter für Waidmannsluft, arbeiteten, so sei die Zunahme unserer Stimmen um 90 gegenüber allen gegen die Stimme des Bürgermeisters angenommen. Unter Krüger und Schulz für Birkenwerder, Scheidthauer für Hohender Wahl vor zwei Jahren beachtenswert. Nach dem von Genojien Verschiedenem machte Genosse Klodt auf die zum Teil ungenügende neuendorf, Ufert und Bauer für Glienicke und Reiß für Bergfelde. Förster erstatteten Kassenbericht betrugen die Einnahmen 1842,70 M., Abdeckung der Regenwasserableitungen aufmerksam. Der Bürgerdie Ausgaben 1808,79 M. Aus der Kinderschutzkommission wurde meister erklärte, diese Angelegenheit dem Amtsvorsteher übergeben Reinickendorf- Weft. berichtet, daß in jedem Monat eine Stontrolle stattfand. Nach dem zu wollen. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Genosse Bericht der Lokalkommiffion ist es uns als der größten Partei im Falt den Bericht vom verflossenen Geschäftsjahr. Die Zahl der Orte bisher leider nicht möglich gewesen, größere Säle für Ver Lichtenrade. Mitglieder ist von 804 auf 827 gestiegen. Vorwärtsabonnenten jammlungen zu bekommen. Appelliert werden müsse an die Eltern Die Schulhausfrage bildete den Anlaß zu einer lebhaften Debatte find 954 im Orte. Unsere Stimmenzahl hat sich seit der letzten der jungen Leute aus Berlin, welche hauptsächlich die Lofale an den in der letzten Gemeindevertretersizung. Der Mangel an Schuls Gemeindevertreterwahl von 745 auf 1004 Stimmen erhöht. Die Sonntagen frequentieren, daß diese ihre Kinder darauf aufmerksam räumen hat bereits dahin geführt, daß die Nellerräume für Unter- Agitation in der Roten Woche brachte uns 69 männliche und machen, gesperrte Lokale zu meiden. In der Diskussion meinten richtszwecke benutzt werden müssen. Ohwohl ein neuer Schulhausbau 12 weibliche Mitglieder, sowie 47 neue Abonnenten für den Vormehrere Redner, daß bei der Gemeindewahl die Leitung nicht ges bereits im Juli vorigen Jahres beschlossen wurde, ist jetzt noch fein wärts". Der Kassenbestand schließt mit 328,84 M. Genosse Bendt nügend gearbeitet hätte. Auch wurde getadelt, daß die Leitung Anfang damit gemacht. Pflicht der Aufsichtsbehörde wäre es eigent schilderte die Aufgaben des Bildungsausschusses im legten Jahre; einen gleich in die Tat umgefegten Beschluß des Frauenleseabends, lich schon längst gewesen, diesem Zustand ein Ende zu machen. Der er führte Klage, daß die Veranstaltungen des Ausschusses nicht in eine Sechsertaffe zu gründen, aufgehoben habe. Von anderer Seite durch den starten Autoverkehr hervorgerufenen Staubplage in der genügender Weise unterstügt werden. Die Neuwahl der Bezirkswurde die Stellungnahme der Leitung für richtig befunden; es sei Kaifer- Wilhelm- Straße soll durch regere Besprengung gesteuert leitung ergab: May Falt, Vorsitzender; Richard Schulz, Kaffierer nicht zu verkennen, daß bei der Wahl tüchtig gearbeitet wurde. werden. Außerdem wurde Klage darüber geführt, daß die Anlagen und Hermann Wollschläger als Schriftführer. Es wurde noch beIn die Bezirksleitung wurden die Genossen Baumeister als durch Stinder arg verunstaltet werden. Im Allgemeinintereffe sollen fchloffen, die Verwaltung der Bibliothek und der Ausschmüdungserster Borsigender, Berste als Kassierer und Fahl als Schrift Eltern ihren Kindern Anweisung geben, die Anpflanzungen zu utensilien dem Bildungsausschuß zu übertragen. führer gewählt. schonen. Nowawes. Ferner wurde ein Antrag angenommen, gegen den Gemeindevorsteher Klage zu erheben. Er wird beschuldigt, daß er bei der Steuereinschätzung die Befizer von der Verbindungsstraße nach dem Westgelände mit 1200 m. pro Morgen zur Steuer herangezogen habe, obwohl die Enteignungskommission deren Befig nur mit 6500 Mart pro Morgen bewertet habe. Potsdam. Pankow. IA Jugendveranstaltungen. Charlottenburg. Morgen Mittwoch, abends 8 Uhr, im Jugendheim. Rofinenstraße 3: Reigenübungen. Donnerstag bleibt das Heim geschlossen, da sich die Jugendlichen zur öffentlichen Jugend. versammlung nach den Spichern- Sälen, Spichernstraße 3, begeben. Freitag: Mädchenabend. Borlejung aus dem Buche Aus den Jugendjahren einer Arbeiterin von Adelheid Popp. Sonnabend: Lichtbildervertrag im großen Saale des Voltshauses: Wanderungen in der Mart. Eintritt für Jugendliche 20 Pi. Ansang 8%, Uhr. Sonntag 2 Uhr: Spielpartie nach Westend. Rathaus. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Borsigwalde Wittenau. Heute Dienstag, nachmittags 5 Uhr, im Lichtenberg. Donnerstag, den 7. d. M., abends 6 Uhr, im Rathaus, Möllendorffstraße. Hermsdorf bei Berlin. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, im Ge Diese Sitzungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be. meindehaus. rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Ein Sturm im Glaje Wasser tobie in der letzten Gemeinde vertretersizung ob des Berichts, den der Genosse Neumann über unseren Gemeindeetat in der Wahlbereinsversammlung gegeben hatte. Nachdem der Syndifus Golisch den Bericht zur Verlesung gebracht, bestritt er ganz energisch, daß die Gemeinde, nach Ansicht des Gemeindebertreters Neumann, vor der Pleite stünde; gebe es doch Gemeinden, die sehr viel böhere als 160 Broz. Zuschläge zahlen. Was die leste Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich mit der den neuen Schulhausbau anbetrifft, so bestreite er ganz entschieden, Verlegung des Mittwochmarktes vom Alten Markt nach dem Baisin daß derselbe 750000 M. tosten würde. Er übersah aber die Tatsache, plag. Vom Magistrat wurde die Vorlage damit begründet, daß der daß im Februar des Jahres 1913 der Finanztommiffion eine ober- jetzige Bächter des Martiſtättegeldes bei der Verlegung jährlich flächliche Berechnung des Schulhausneubaues in Höhe von 380 000 M. 2000 Mart mehr Bacht zahlen wolle und daß die Marktstände auf borgelegen hat. Rechnet man die Summe des Baulandes wie beim dem Bassinplag fest abgegrenzt werden sollen. Auch im SicherheitsSchulhaus in der Scharnhorststraße auf 66 000 m., so ergibt das interesse jei bie Verlegung notwendig. Diese Vorlage wurde mit schon die Summe von 446 000 m. Wie die Verhältnisse am Orte großer Mehrheit abgelehnt. Die Stadtverordneten erbliden in der liegen, ist aber in der Zeit auch mit dem Bau eines Mädchenschul- Verlegung eine Schädigung der Anwohner des Alten Marktes und hauses zu rechnen, so daß die Summe von 750 000 M. gewiß nicht tönnen auch eine Gefahr für den Verkehr nicht einsehen. 7000 Mart zu hoch gegriffen ist. Nun ergriff der Gemeindevertreter Nathan das wurden geforbert für die Kanalisation der Walderholungsstätte, die Die Bort und stellte die Behauptung auf, daß unsere Finanzen terngesund in der Nähe der Solonie Cecilienhöhe errichtet werden soll. ſeien. Unsere höheren Schulen genöffen einen ausgezeichneten Borlage wurde abgelehnt, weil erst die Verhandlungen bezüglich der Ruf und unfere Boltsschulen seien mustergültig. Das hinderte Eingemeindung abgeschlossen und das Projekt erst verwirklicht Ein Nachtrag zur Lustbarkeitssteuer fand Annahme. denselben aber nicht, beim nächsten Puntt der Tagesordnung werden solle. Marktpreise von Berlin am 2. Mai 1914, nach Ermittelungen die Mittel für eine fliegende Klasse zu bewilligen. Diese Lobpreifung Danach soll die Luftbarkeitssteuer von Kinematographen in der Zeit unferer Verhältnisse ging aber selbst seinen bürgerlichen Freunden vom 1. Mai bis Ende August um ein Biertel des sonstigen Sages des tönigl. Polizeipräfidiums. Mais( mired), Natal 00,00-00,00, Donau 0,00-0,00, Mais( runder), gute Sorte 14,90-15,20. Richtstroh 6,00. zu weit. Gemeindevertreter Reiff erklärte, daß die offene Aus- ermäßigt werden. eu 7,60-9,40. prache der Finanzmijere der Ortsprovaganda ichaden könnte, dann Martigallenpreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, zum Stochen aber trat er der vom Gemeinderevordneten Nathan vertretenen An34,00-50,00. Sbeisebobnen, weiße 35,00-60,00. Rinien 40,00-80,00. ficht entgegen. In der gut besuchten Generalversammlung des Wahlbereins startoffeln( Seleinhol.) 4,00-7,00. 1 Silogramm Rindfleisch, von der Stenle In feiner Erwiderung gab Genoffe Neumann zu, daß der Bericht aller erstattete Genosse Schindler den Jahresbericht. Redner konnte 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3,00. dings, wenn man ihn wörtlich nehme, zwei Fehler enthalte, die die erfreuliche Mitteilung machen, daß der Wahlverein, obwohl er Stalbileiich 0,00-0,00. 1 Kilogramm Starvien 1,20-2,20. Aale jedoch teine große Bedeutung hätten, weil jeder, der zu lejen ver- die Landorte an den Kreis abgegeben hat, immer noch einen Gewinn 60 Stud Gier 3,40-4,80. Bander 1,00-3,40. Hechte 1,40-2,80. Barsche 1,00-2,20. stehe, über den Sinn der beanstandeten Ausführungen faum im von 100 Mitgliedern verzeichnen könne. Der Vorwärts" werde 1,60-3,20. 3weifel gewesen sein wird. Erstens fönne von einem tatsächlichen in 1958 Exemplaren gelesen. Sowohl die Landtagswahl, wie auch Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Strebje 3,50-24,00. Bankrott der Gemeinde wie im Privatleben selbstverständlich feine die Gemeindewahl hätten mit einem guten Erfolge für die Partei Rede sein; er habe lediglich zum Ausdruck bringen wollen, daß abgeschlossen. In der Diskussion tritisierten u. a. die Genossen uniere wie auch andere Gemeinden mit ihrer Politik vor der Pleite Spiekermann, Wyschke, Gerhart und Fengler, daß unsere Vertreter ſtehen, sofern sie es mit ihren Pflichten wirklich ernit nehmen. im Rathaus nicht für die Gültigkeit der Wahl des Genossen Schindler 3weitens hätte statt der 750 000 für den Schulhausbau nur die Ver- gestimmt hätten, dem bekanntlich die Qualität eines Angesessenen ainfungsfumme genannt werden müffen. Bezüglich der Schullaften seien abgesprochen wurde. Man hätte sich an die vorsintflutlichen Benicht die Ausgaben für die Schulen felbst, sondern die für die ftimmungen der Landgemeindeordnung nicht fehren sollen. Die Schüler maßgebend; wenn man dies im Auge behalte, dann feien Gemeindevertreter, Genoffen Kubig und Schmidt wiesen demgegendie Aufwendungen für die höheren Schulen tatsächlich weit höhere über nach, daß unsere Fraktion in der Gemeindevertretung in Swinembe. 765 als für die Volksschulen. Von dem übrigen Teil seiner Ausführungen schärfster Form gegen die Bestimmungen der Landgemeindeordnung Hamburg in dem Vortrage nehme er kein Tüpfelchen zurüid, er werde im protestiert hätte. Ihr Entschluß, Stimmenthaltung zu üben, jei Berlin Gegenteil bei paffender Gelegenheit den Nachweis führen, daß seine nach reiflicher Ueberlegung gefaßt worden und bedeute durchaus Franff. a. Stritit berechtigt war. Nicht Nörgelfucht habe ihn bei seinem Bor- teine Konzession an die Landgemeindeordnung. Die Neuwahlen der Bezirksleitung ergaben: Schindler Voztrage geleitet, fondern einzig der Wille, der Deffentlichkeit einen Die Einwohnerschaft müsse erfahren, daß nicht die gesamte Vertretung fungieren: Freher, Juttner und Steinmann; dem Bildungsausschuß Binden, Gewitterneigung und Regen; nachher wieder zeitweise aufklarend, richtigen Einblid in die Verhältnisse der Gemeinde zu gewähren. Sikender, Larsen Staffierer, Neumann Schriftführer; als Revisoren mit der Art und Weise, wie gewirtschaftet wird, einverstanden ist. gehören an xicharte, Wildanger, Rizmann und Genoſſin Henzichel, aber fühler.neig Sigung in Anuvefenheit des Bürgermeisters zu sprechen komen. Genoffin Shengi era für en underlich. Als woch mittag: Borherrschend wottig bei wenig veränderter Temperatur. Ueber die Beamtenpensionierungen werde er in einer späteren äger und Wenzel; der Kinderschußkommission für Abteilung Güb: Genoſſe Neumann erflärte aum Schluß, daß er mit dem Resultat Zeiterinnen der Frauenlejeabende fungieren für Süd Frau Könfow. Defter wiederholte, im weitlichen Bimenlande und an der Stüſte ziemlich Damit endete die Debatte. für Nord Frau Lapszyna. Der Lokalkommission gehören an: starte, sonst meist geringe Regenfälle, strichweise Gewitter. der Aussprache vollauf zufrieden sei. Stationen München Wien Barometer stand mm Witterungsüberücht vom 4. Mai 1914. Wind richtung 762 SD 765S 766 SW 768 528 Windstärke Wetter Temp. n. E. Hot Dog Stationen Barometerstand mm Wind. 3 wollen! 19? Haparanda 750 SW 3 wolfig 10 Betersburg 760 S 4 wolfen! 10 Scilly richtung Windstärke Wetter 2 heiter 1 bedeckt 7582 5 wolfig 1 Dunit 11 Aberdeen 748653 2 bededt 4moltig 12 Paris 765 SS 3 Regen Temp. u. E. 5°.= 4° R. 11 10 12 771 SGD 3wolfent 9 Wetterprognose für Dienstag, den 5. Mai 1914. Zunächst etwas wärmer, vorherrschend wolfig bei lebhaften südwestlichen Berliner Wetterbureau Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Mitts Blutarme. Kranked Santa Lucia Stärkungs- F. 1.50 Nachahmung bitte zurückzuweisen. während Rekonvaleszenz süßen Rotwein u. 2. Käuft. in Apotheken, Drogerien u. Delikat.- Gesch. größßte, be Schnüpft Goldfarbs„ Kownons 1"! Renmlife Marke Könümlichste BЯ Todes- Anzeigen Am 2. Mai verschied schnell und unerwartet unser hochverehrter Chef, Herr Fabrikbesizer Alfred Brahn im 36. Lebensjahre. 19685 Sein Tod, der seinem eifrigen Streben ein so frühes Ziel jekte, hat auch in unseren Reihen das tiefste Mitgefühl erweckt. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Brahn u. Co., Stammfabrik, Berlin- Hohenschönhausen. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Vater, der Arbeiter 19626 Julius Weilandt plöglich verstorben ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Martha Weilandt, geb. Alt, nebst Sohn. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 42 Uhr von der Halle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Verhand der Fahrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß- Berlin. Am Freitag, den 1. Mai, ver starb unser Mitglied Julius Weilandt. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 42 Ubr. von der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 56/17 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Stralauer Viertel. Bezirk 305 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Julius Weilandt Friedrichsfelder Straße 32 ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 41, Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsjelde aus statt. Ilm rege Beteiligung ersicht 213/6 Der Vorstand. Petersburger Viertel. Bez. 366 11. Den Mitgliedern zur Nachricht, Sas unsere Genofjin Frau Marie Brügert Mirbachstraße 17, gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Berdigung findet morgen Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des ZentralFriedhofs in Friedrichsfelde aus jtott. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 14. Abt. Bezirk 699. Am Freitag, den 1. Mai, ver flarb unser Genosse, der Steinmet Albert Mehlmann ( Waldstraße 16). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 5. Mai, nach mittags 2, Uhr, von der Leichen balle des Städtischen Friedhojes in der Müllerstraße, Ede Seeftrage, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/9 Der Vorstand. Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Zahlstelle Berlin Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß der Kollege Flaschenfellerarbeiter Otto Wentk ( Brauerei Bökow) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt heute nachmittag 5 Uhr auf dem Hedvigs Kirchhof in Weißensee, Wörthftrage 17. 43/1 Nege Beteiligung ertoartet Die Ortsverwaltung. nach Am 2. Mai verschied schwerem Leiden mein innigit geliebter Manu, unjer Schwieger john, Bruder und Schwager Albert Köpke im 33. Lebensjahr. 1302 Für die trauernden Hinter bliebenen: Minna Köpke, Bornholmer Straße 85. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 6. d. Wis., nachmi. 5 llbr, von der Leichenhalle des Gethiemane- Kirchhofs in Nordend aus tatt. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederbarnim. Bezirk Nieder- Schönhausen. Am Sonntag verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Genosse Johann Käsehagen im Alter von 50 Jahren an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, nachmittags 6 Uhr, von der Halle des alten NiederSchönhauser Friedhofes, Buch holzer Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines guten Mannes, unseres lieben Baters, jagen wir allen Freunden, Verwandten it. Bekannten, dem Sozialdemokratischen Wahlverein Bezirk Weißensee, dem Verband der Gemeindes und Staatsarbeiter, Filialé Groß- Berlin sowie den Kollegen der Gasanstalt unseren herzlichsten Dank. Witwe Sierzschala u. Kinder. Refte Damentuche 3x schwarz u. farb. Mtr. Kostümstoffe an neueste Muster p. Meter von englische2 M. Côtelé Yon 200 von & B M. 3.25 M in allen an 311 ste Gabardine FOR 2.75 M Futter Seide Preislagen Satin Futter Auswahl Knöpfe u. Besatzartikel asw. C. PELZ Kottbuser Str 5 Verhand d. Gemeinde- Statsar Herausgefüttert Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Sollege Franz Schulz welcher im Betriebe des städtischen Gaswerks Danziger Straße be schäftigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Bestattung findet am Dienstag, den 5. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Wohnung Danziger Straße 77 aus nach dem Kirchhof derGethsemane- Gemeinde in Nordend statt. 3418 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Kutscher August Brachlow ant Don am von der Firma Fuhrgeschäft Böhm 2. Mai in Silter 56 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Mai, nach mittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes Reinidendorf, Humboldtstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 64/13 Die Bezirksverwaltung. Am Sonntagmittag, den 3. Mai, entschlief nach furzem, schwerem Leiden meine inniggeliebte Frau, unsere herzensgute Wutter Marie Freimuth geb. Lieske, Hermannstr. 232 Dies zeigen tiefbetrübt an werden bleichsüchtige junge Mädchen, schwächliche, bagere Personen, fränt liche Frauen, blasje, schlecht entwidelte Sinder, wenn sie regelmäßig mit Dr Jand. Weil's Hafermark ernährt werden. 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Hierdurch die traurige Nachricht, day meine liebe Frau, unsere gute Mutter Karoline Bodinka am 1. Mai janit entschlafen ist. Beerdigung: Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 5 Uhr, ZentralFriedhof, Friedrichsfelde. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 1957b J. Bodinka, Sriger Str. 42. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäicherung meines lieben Mames, des Modelldrechslers Oskar Pireh jage allen Beteiligten meinen aufrichtigsten Dank. 19615 Helene Pirch. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme, die uns beim Tode meines Vaters Albert Harndt von allen Seiten übermittelt wurde, auf diesem Wege besten Dank. 1956b Adolf Harndt. Danksagung. Für die vielen Bewelse herzlicher Teilnahme jowie die reichen Strang spenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter, Schwester u. Schwägerin Frida Jirhott fagen wir allen Berwandten und Befannten fowie allen Kollegen und Kolleginnen der Firma Zwietusch u. Co., Abt. Seiffe, den Kollegen der A. E.-G., Turbinenfabrik, Metall: gießerei, sowie dem Deutschen Metallarbeiterverband unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Jirhott. 1262 Zigarren Zigaretten- Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen. Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauchtabakfabrikation. Jahresproduktion über 5 000 000 Pfd. Ranchtabake. Zigaretten- Spezialität: L'Algerienne. Sonntage 8-10 geöffnet. Ohne Anzahlung liefere an jedermann Möbel auf Kredit bei Zahlung einer Monatsrate laut Vereinbarung u. bequem. Abzahl. komplette Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke, Po.sterwaren, farb. Küchen Portieren, Gardinen, Betten, Kronen, Kinderwagen usw. Teppiche, Leib- u. Bettwäsche, Steppdecken, in modernster Ausführung. -Ferner: Garderobe für Herren, Damen u. Kinder Grösste Auswahl neuester Fassens Weinmeisterstr. 9 S. DORN, Beke Alte Schönhauser Str. 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Drud u Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW.