Nr. 122. Abonnements- Bedingungen: • Abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 mt., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Rummer 5 Bfg. Sonntage, nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt 10 Bfg. Bost, Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs, Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nebmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg Die Tniertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene tolon zeile oder deren Raum 60 Vig., f politische und gewerkschaftliche Berein und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bi ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedrud Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgebrud Worte), jedes weitere Wort 10 Pi Stellengesuche und Schlafstellena zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedi weitere Bort 5 Big. Worte über 15 Buc staben zählen für zwei Worte. Insera für die nächste Numuner müssen b 5 Uhr nachmittags in der Expediti abgegeben werden. Die Erbedition bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morisplak, Nr. 1983. Mittwoch, den 6. Mai 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 1984. Die Bluttaten des Trustkapitals gegen die Arbeit. Der Kampf um die Immunität aus dem in Flammen stehenden Zeltlager fliehen wollte, von einer Milizkugel getroffen tot nieder. Nicht besser erging es dem Bergmann Lewis Trifas, als er eine Gruppe von Frauen und Kindern nach einer nahen Bergschlucht in Sicherheit bringen wollte. Trifas hatte, um zu zeigen, daß er unbewaffnet ist, beide Hände hochgehoben. Frank Snyder, der zehnjährige Sohn eines Bergmannes und sein noch jüngeres Schwesterchen mußten trotz aller Fluchtversuche elendiglich in dem Flammenmeer umfominen. Das Attentat gegen die Redefreiheit der Abgeordnete New York, 23. April.( Eig. Ber.) hat in der gestrigen Dumasigung zu stürmischen in Un der blutrünstigen Gewaltherrschaft Huertas ein Ende tapferen. Protesten geführt. Bekanntlich verlangt de zu machen und die Ehre der Vereinigten Staaten zu wahren, Ministerium Gore myfin die Auslieferung und gerich so erklärte der Präsident Wilson in seiner Ansprache an den liche Bestrafung unseres Genossen Tscheidse, der i Songreß, müßten die Vereinigten Staaten mit Waffengewalt einer Sigung die republikanische Staatsform als die bei in Meriko einschreiten. Nun! Huerta und seine Soldaten, bezeichnet hatte. Gestern erschien num Herr Gore my fij Villa und seine Freischaren, Zapata und seine Räuber zu bei der Budgetberatung nach langer Zeit in der Duma. Ai sammen haben seit der Ermordung Maderos bei weitem nicht der Tagesordnung stand der Bericht der Budgetkommnissich so viel Gewalttätigkeit. Mordgier und Niedertracht gegen über das Staatsbudget 1914. Der Vorsitzende feilte mit, de Nichtkombattanten an den Tag gelegt, als die Miliz des Ein Schrei der Empörung ging durch das Streifgebiet dem Hause ein von 30 Abgeordneten unterzeichneter Autre Staates Kolorado im Kohlenrebier Trinidad im Dienste der und dann durch die Vereinigten Staaten. Der Präsident vorliege, der fordere, die Budgetberatung ani Petroleumdynastic Rodefeller gegen streifende Berg- Wilson wurde von John White, dem Präsidenten des amerifa- auf di eben, solange der Gesezesvorschlag betreffend d leute und deren Familien. Liefer kann die Ehre der Ver- nischen Bergarbeiterverbandes, telegraphisch angegangen, Wortfreiheit der Abgeordneten nicht Gesezesfra einigten Staaten überhaupt nicht mehr in den Staub gezogen pflichtgemäß eventuell unter Verwendung von Bundesmilitär erlangt habe. Die Reichsduma lehnte diesen Antrag, de werden als durch das Schandregiment in Kolorado. gefeßliche Zustände in Colorado herzustellen. Die deutsche als erste die Sozialdemokraten Ticheidie, Kerens; Stellte doch die erst kürzlich durchgeführte parlamen Sprachgruppe der sozialistischen Partei unterrichtete den und Malinowski unterzeichnet hatten, mit 140 gegen 7, tarische Untersuchung es erneut über jeden Zweifel Präsidenten, falls er nicht dem Mordregiment in Colorado ein Stimmen a b. Als dann nach dem Berichterstatter Her feit, daß Gesetz und Verfassung von dem Gouverneur Ende bereite, werde sie alles daran setzen, die vergewaltigten Goremyfin die Tribüne betrat, bereiteten ihm d Ammons, von den Behörden, von der Miliz, von der Rode- Bergleute mit Mitteln der Verteidigung zu versehen. Die Sozialdemokraten und die Arbeitsgrupp fellerschen Stolorado Fuel and Iron Co. und ihren Privat- sozialistischen Parteivorstände einer ganzen Reihe von Staaten, einen würdigen Empfang. Sie erklärten stürmisch: Esi polizisten" mit Füßen getreten werden; daß die ausständigen die Gewerkschaftszentralen zahlreicher Städte legten bei dem genug! Wir werden ihn nichtsprechen lasse Bergleute, ihre Frauen und Kinder Freiwild find, das von Präsidenten nachdrücklich Verwahrung gegen das schmachvolle Auch mit den Bultdeckein wurde geklopft. Die Mahnunge des Präsidenten Rodsjanko blieben fruchtlos, der Läri dem Uebermute der Rockefellers Dividendengier dienenden Treiben der, Rockefellerschen Landsknechte ein. " Ordnungs" banditen straflos niedergeknallt oder eingefangen Die Streifenden vom Kohlenrevier Ludlow sind keine hielt an. Nunmehr beantragte Präsident Rodsjanko, di und ohne jede prozessuale Formalität hinter Gefängnisgittern Hundsfötter. Sie lassen sich und die Ihren nicht widerstands. Anwendung des höchsten Strafmaßes, d. i. den Aussch I u verwahrt wird. los abschlachten. Bei Delagus griffen die Ausständischen zu der acht Schuldigen bei den Sozialdemokraten und de Die am 23. September des Vorjahres begonnene Arbeits- den Waffen; aus allen Teilen des Kohlenbergbaudiftrifts Arbeitsgruppe für die Dauer von fünfzehn Sigungen. Jede einstellung wurde von einer ununterbrochenen Reihe von von Süd- Colorado strömten bewaffnete Bergleute herbei. Die der betroffenen Abgeordneten gab von der Tribüne herab E Greueltaten begleitet. Aber gekrönt wurde das infame im Streifgebiet zurückgebliebene Miliz fam ins Gedränge. Klärungen ab, wobei den Abgeordneten Skobelew un Treiben durch die Massenschlächterei, die die Gößendiener Trotz ihrer Maschinengeschüße ist eine Kompagnie umzingelt. ich en feli das Wort entzogen wurde. Lichenkeli blic des Rockefellerschen Mammons am letzten Montag veran- Seit Dienstag tobt ein mit Energie und Erbitterung ge- noch einige Zeit auf der Tribüne und erklärte dann von seine führtes und für beide Seiten verlustreiches euer gefecht. Blake aus, er werde den Saal nicht verlassen. Der Präsiden Einige Bechenbeamte, welche mit ihren Familien der Milia ordnete darauf an, ihn zu entfernen. Als der Abgeordne gefolgt waren, um diese zu„ Taten" anzufeuern, wurden mit der Aufforderung des Ordnungsbeamte einer Anzahl berufsmäßiger Streitbrecher in ein verlassenes feine Folge leistete, erklärte der Präsident. unterbreche aus. Achtung vor der Würde der Tuma d Bergwerk gedrängt. Sigung und bitte Tschenkeli den Saal zu verlassen. Al verließen den Saal nur der Abgeordnete Tichenkeli blic ſtalteten. 11 Die Bergwerksgegend von Ludlow und Trinidad gehört fast in ihrer ganzen Ausdehnung der Kolorado Fuel and Iron Co., deren Aftien sich zur Hälfte im Besitz der Dynastie John Rodefeller, zum fleineren Teile in demjenigen von Banfiers und anderen reichen Bewohnern der Stadt darin zurück. Verstärkte Provokation. Petersburg, 5. Mai. Dem Rjetsch" zufolge, wird der Biz Das brachte Fizgerald, den stellvertretenden Denver befinden. Nur in den der Zeche gehörigen Arbeiter- Gouverner von Colorado, in grimme Aufregung." Mögen wohnungen können die Grubensklaven ein Unterkommen auch die Streifenden," wetterte der Wackere, mit ihren Anfinden. Von dort ermittiert, bezog eine Anzahl Ausständiger klagen, sie würden von der Miliz grundlos abgeschlachtet, init ihren Familien in den Bergen zwischen Delagus und völlig im Rechte sein, so darf doch nimmermehr geduldet werHastings ein Zeltlager. Dieses befand sich nicht auf dem der den, daß sie Bechenbeamte, Frauen und Kinder in ein Berg im Amte zur gerichtlichen Verantwortung gezogen, un Berg- präsident der Reichsduma, Tonowalow, wegen Intätigke Kolorado Fuel and Fron Co. gehörigen Grund und Boden. werf treiben und dieses in Brand seßen. Der Arm der Daher war es auch trotz der Schreckensherrschaft wochenlang strafenden Gerechtigkeit wird diese Mordbuben ereilen." Die zwar deshalb, weil er dem sozialistischen Abgeordneten Tscheids unbehelligt geblieben. Brandlegung und den Mord hat Fizgerald nicht das Wort entzog, als dieser die republikanische Regi Da erklärte John D. Rodefeller jr., der würdige frei erfunden, um einen Vorwand für seine geschau- rungsform als die beste erklärte! Sohn des Petroleumfönigs John D. Rodefeller, am ipielerte Entrüstung zu haben. Das hindert nicht, daß der 6. April bei seiner Bernehmung vor dem mit einer Unter- Telegraph die frede süge weiter verbreitete. Seute aben Die Politisierung der Armee. suchung des Bergarbeiterausstandes betrauten parlamentarischen Ausschuß, er billige im voraus jede, auch die härteste Maßnahme der Zechenverwaltung. Lieber wolle er die in Aktien der Kolorado Fuel and Fron Co. angelegten Millionen bis auf den letzten Gent verlieren, als das Organisations. recht der Bergleute anerkennen oder ihre Forderungen erfüllen. Das war ein Wink, der von den Gewalthabern in Solorado verstanden wurde. Hatten die von der Baldwinschen Detektivagentur gelieferten Privatpolizisten schon vorher massenhaft Aufnahme in die Staatsmiliz von Kolorado gefunden, so wurden sie in der Folge fast ausnahmslos in die Uniform geſtedt. Angesichts der parlamentarischen Untersuchung sah sich der Gouverneur Ammons genötigt, die widerrechtlich in Gefangenschaft gehaltene, als„ Mutter Jones" bekannte Genoſſin Mary Jones freizulassen und die Abberufung der Miliz aus dem Streifgebiet zu verfügen. Wenn Rockefeller die aus ständigen Kohlengräber fleinfriegen wollte, mußten seine Kreaturen rasch handeln. So eröffnete eine Kompagnie Miliz am legten Montag auf das oben erwähnte bei Delagus gelegene 3elt. lager ohne jede ersichtliche Veranlassung Feuer. Sie verwendete als Kleingeschosse mit Sprengstoffen gefüllte Sohlverboten ist. fam die Richtungstellung. Die scharfmacherische Nachrichtengentur Associated Preß" meldet wörtlich: " " Die erste Reichstagsdebatte über den Militäretat na Streifende Bergleute drangen in die Zeche Empire" ein Durchführung der gewaltigsten aller Militärvorlagen! Her und geleiteten drei Frauen, zwei Kinder und den Berg v. Falkenhayn gibt den Krankenrapport. Es hat„ allens je werksdirektor William Waddell in Sicherheit. J. W. Siple, Bejißer eines Bergiverks, und 20 Streitbrecher befinden sich noch klappt". Die Pferde wie die Menschen waren im lleberfluß d in der Zeche. Sie wollten sich nicht ergeben." Von dem zweibeinigen Kanonenfutter gab es sogar noch 38 00 Nun, die Ausständigen müßten Narren sein, wenn sie Mann mehr als man brauchen konnte. Die Tatsache wird dur nicht auf der Entwaffnung Siples und feiner gewerbsmäßigen ein lebhaftes hört! hört! der bürgerlichen Parteien unterstricher Streifbrecher beständen, welche vorher Jagd auf Streifende Gibt es doch keine bequemere Begründung für neue Meh gemacht hatten und, sobald sie Gelegenheit hätten, wieder forderungen, die man bereits in Gedanken vorbereitet. Kannst d machen würden. noch Cousin? ruft luftschnappend der französische Militarismus übe die Grenze herüber. Ich kann noch antwortet ihm fröhlich de deutsche Militarismus zurück. Ein bizarres Clownspiel. Genosse Schulz Erfurt hatte die dankbare Aufgabe, als erste Fitzgerald beriet mit den in Denver, der Hauptstadt Colorados, wohnenden Aktionären der Colorado Fuel and Iron Co. Diese erklärten sich bereit, die Kosten für die abermalige Aufbietung der Befreien Staatsmiliz aufzubringen. Redner der Fraktion zu sprechen. Er tat es mit der Gründlichkei Und nun werden alle Abteilungen dieser uniformierten Mörderbande erneut auf die streifenden Bergleute losgelassen. die das schier unerschöpfliche Thema gebietet. In das Zentru Allerdings mit einer rühmlichen Ausnahme! Eine von feiner Ausführungen hatte er die zunehmende Politisierung de Baldwinschen Privatpolizisten reine Kompagnie hat heute Offizierstorps, eine Erscheinung, die ohne Frage in dem gleiche wie das Heer an Ilmfang abend in Denver gemeutert" und sich geweigert, nach dem Tempo zugenommen hat, Nun ist es mit der Forderung Streifgebiet abzugehen und die ihr zugemutete Henfersarbeit Ausdehnung gewachsen ist. die Politik von der Armee fernzuhalten, ein eigen Ding. Aufgestel zu verrichten. Der Präsident Wilson aber sieht noch immer feinen An- wurde sie zunächst von der Reaktion, da sie in der Armee ein stet 11 fugeln, deren Benukung nach der Genfer Konvention im laß zum Einschriten. Kein Wunder! Weiß er als Demokrat ſchlagfertiges und willenloſes Instrument sich heranzuziehen bemüht Die Zeltkolonie ging in doch trok jeiner Redensarten ein Werkzeug des profitgierigen In der Revolution von 1848/49 mußte die Heeresleitung mit Ent Striege men auf. Wer dem Feuertode zu entrinnen ver. Großkapitals sein! fontierte, Duber Senator Stensetzen feſtſtellen, daß der demokratische Geiſt Einlaß im Offizierfory juchte, wurde mit Waschinengeschüben und Ge gestern im Bundesrat leitende Persön wehren niedergeknallt oder in den Rauch und Brand zu- lichkeiten im Bundes- Ackerbauminit er in m gefunden hatte. Ihn daraus zu entfernen, war ihm erste Aufgab rüdgetrieben. Selbst zarten Kindern und schwange- durch den Bezug von Provisionen mit Rockefeller den och Anfang der sechziger Jahre bis unter Bismard mußte di preußische Regierung erbittert mit ansehen, wie die Mannschafte ren Frauen wurde von den Helden" kein Bardon Reingewinn der Colorado Fuel and Iron Co.! gegeben. Nur ein Teil derer, die vor der völligen Sie sind mit Blindheit geschlagen, unsere Gewalthaber. von ihrem Wahlrecht zum Landtage in einem Sinne Gebrauch machter 11mzingelung der Zeltkolonie die Flucht ergriffen hatten, Mit Maschinengeſchüßen und Flinten bringen fie der werk- der direkt gegen die Absichten der Regierung gerichtet war. Gr 45 balbverfohlte tätigen Bevölkerung die Erkenntnis von dem Gegensatz der später konnte Bismard den preußischen Soldaten das Wahlred Leichen, meistens solche von Frauen und Kindern, wurden Klasseninteressen bei. Mit Gewalt wollen sie ihre ,, herrliche" rauben, um die Armee vor demokratischen oder auch nur liberale bis gestern abend unter den rauchgeschwärzten Trümmern Staats- und Gesellschafts ,, ordnung" sichern. Und mit den Einflüssen zu sichern. Seit der Zeit ist die Forderung: Fernhaltun der Walstatt" gefunden, obwohl die Miliz nach der Nieder- gleichen Gewaltmitteln führen sie der Arbeiterschaft vor der Politik vom Heere ein besonders beliebtes Schlagwort de brennung und„ Eroberung" des Zeltlagers Dynamit an- Augen, wie wichtig die Erringung der politischen Macht und wendete, um die Toten in Atome zu sprengen, und diesen die Kontrolle der staatlichen Machtmittel durch das Proletariat meation geworden, wie es denn im höchsten Maße bezeichnen ist. Wider Willen sind die Gewalthaber in Denver und war, daß Herr Erzberger, der nach unserem Genossen sprad 3wed sicherlich teilweise erreichte. ſei die einzige, in ad Reihe bezeichnender Einzelheiten melden. So sanf eine Frau allein gewillt und imstande ist, den Klassenkampf aus der er mit seinem Vorredner übereinstimme. Freilich konnte er da fam mit dem Leben davon. " Marcellina Pedragon, die, einen Säugling auf dem Arme, Welt zu schaffen. nur, indem er die Forderungen der Sozialdemokratie total ver OCLUB Der Rest der Sigung wurde durch die weitere Beratung des Die Debatte hierüber verlor sich völlig in Einzelheiten. Am Mittwoch geht die Beratung des Kultusetats weiter und zwar soll nach Erledigung eines fortschrittlichen Antrags betreffend Regelung des Privatschulwesens, das Elementarunterrichtswesen an die Reihe kommen. Auf stolzen Rossen. Das„ Berliner Tageblatt", dessen auffallende Haltung in der Berliner Elektrizitätsfrage wir wiederholt zu behandeln Veranlassung hatten, setzt sich auf das größte Pferd in seinem Stalle und fanzelt uns sehr von oben herunter ab. In seinem begreiflichen Aerger über unsere Feststellung, daß sein Gebaren einzig und allein dem Hause Rathenau, das heißt nämlich der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft zugute kommt, geht ihm aber der Gaul mit der Logit durch. Es ersetzt daher letztere durch sinnlose Schimpfereien über angeblichen„ Revolverjournalismus“. Danu die Mehrheit der Reichsratskammer die sozialdemokratische Partei und die gewerkschaftlichen Organisationen treffen. Diese Absicht ist allerdings, wie die nahe Zukunft lehren wird, gründlich mißlungen; dagegen trifft der Schlag die Regierung und die Krone, deren völlige Machtlosigkeit gegen den feudal- kapitalistischen Herrschaftsklüngel vor aller Welt enthüllt wird. aber sind die Leidtragenden die Aermsten der Armen, die schuldlos arbeitslos geworden, und ihre Familien. So offenbart sich also die christlich- monarchische Empfindung der Reichsten im Lande für die unschuldigen Opfer der kapitalistischen Ordnung". So hindern sie den Staat, den sie als das Herrschaftsgebiet ihrer eigenen fapitalistischen Bereicherungsfünfte betrachten, auch an dem geringsten Versuche einer organischen Minderung des Majsenelends der Arbeitslosigkeit. So beweisen sie allen Denfenden, allen sozialpolitisch Empfindenden die Wahrheit der sozialdemokratischen Auffassung vom fapitalistischen Klassenstaat. Parteigenossen! Es gilt, an der Hand dieses ungemein aufklärenden und aufrüttelnden Beispiels die Erkenntnis von der Gemeingefährlichkeit einer solchen Ordnung" in die weitesten Streise zu tragen. Unter der Losung: Nieder mit der Reichsratskammer! soll eine umfassende Bewegung im Barteipresse und durch Protestversammlungen, dem nächsten ganzen Lande eingeleitet werden, die, gefördert von unserer Hauptziel, der Beseitigung der Reichsrats= tammer, zu dienen hat." antenabr* 11 * Ahornte. Fernhaltung der Politik von der Armee im Munde eines| Teil der Konservativen erhoben, die sich bekanntlich aus politischen caltionärs vom Schlage Erzberger heißt: das Heer ist das willen Erwägungen heraus gegen Eingemeindungen auszusprechen pflegen. Hierauf überties das Haus nach kurzer Beratung den Gesetzse Instrument des obersten Kriegsherrn", der mit schrankenloser tommandogewalt" darüber verfügt. Der wirkliche oberste Striegs- entwurf betreffend die Rentenbanken an die Agrarkommission rr ist aber nicht etwa Wilhelm oder sonstwer, sondern das preußische und den Entwurf betreffend weitere Beschäftigung von Hilfsrichtern beim Oberverwaltungsgericht an mfertum, das die Armee durch die Besetzung aller wichtigen eine besondere Kommission von 14 Mitgliedern. Von verschiedenen ommandostellen in der Gewalt hat. Fernhaltung der Politik von Seiten wurden lebhafte Bedenken gegen die Einrichtung von Hilfsr Armee heißt also: Durchseuchung der Armee mit dem politischen richtern bei dem höchsten Gerichtshof geltend gemacht. eist des Juntertums, Unterdrückung jeder anderen politischen und zialen Anschauung, vor allem der sozialistischen, Kadavergehorsam Kapitels höheres Schulwesen" vom Kultusetat ausgefüllt. iten, Ueberhebung, Dünkel und Brutalität oben. Fernhaltung der olitik von der Armee, gefordert von einem Sozialdemokraten, heißt jer von alledem das Gegenteil. Es heißt: die Armee soll nicht 18 Instrument einer kleinen Kaste sein, die ihre politische nschauung dem Heere aufzwingt, sondern sie soll ein Werk ug des gesamten Volkes fein zur Aufrechterhaltung iner Freiheit und Unabhängigkeit nach innen und außen. Nur esem einen Zwed soll es dienen, das fann es aber nur, wenn im eere alle die politischen und sozialen Gegenfäße, die im bürgerhen Leben herrschen, ignoriert werden, wenn hier weder nach der eligion noch nach der politischen Parteizugehörigkeit gefragt wird, 50 molyabs. ndern lediglich nach der militärischen Tüchtigkeit und Befähigung. Die bayerische Staatsregierung hat nach Ablehnung der Aras heißt nicht, daß beim Militär die Sozialdemokraten aufhören beitslosenversicherung im Reichsrat beschlossen, in der zweiten llen, Sozialdemokraten zu sein, oder die Klerikalen Klerikale, oder Kammer, an welche die abgeänderte Vorlage von der Reichsratse Liberalen Liberale. Es heißt nur, daß den Mannschaften aus fammer zurückgeht, eine Ministerialerklärung abzugeben, wonach rer Parteizugehörigkeit kein Schaden erwächst, oder daß sie gar, Bisher bezeichnete man mit Revolverjournalisten jemand, der sie an der staatlichen Förderung der Arbeitslosenversicherung in ie jetzt die in Heer und Verwaltung verfippte Junkerbrut unter seine Zeitung zur Erpressung privater Vorteile mißbrauchte. Ein Bayern unvermindert festhält und sich für alle Fälle die Wieder r Doppelfirma: Falkenhayn- Dallwig es im Falle Köppen fertig solcher Anwurf gegen uns stirbt an seiner Lächerlichkeit, noch ehe er einbringung der Etatsforderung im Interesse der bracht hat, wegen ihrer politischen Ueberzeugung als infam, als zum Leben gekommen ist. Wir haben an der Lösung der Berliner rlos hingestellt werden. Die Sozialdemokratie verlangt, daß die Elektrizitätsfrage nur das Interesse eines einfachen Bürgers unserer Das Verlangen nach dem Zigarettenmonopol. lannschaften bei der Fahne wie alle anderen Staatsbürger Recht Stadt; und wir suchen in diesem besonderen Falle nichts anderes Der Verband deutscher Zigarettenfabrikanten hat an Reichstag id Gelegenheit haben, am politischen Leben der Nation teilzunehmen, zu„ erpressen", als eine einwandfreie Haltung des und Bundesrat Eingaben gerichtet, in denen die Einführung des olitische Versammlungen zu besuchen, sich anWahlen, an Demonstrationen Berliner Tageblatts". Zigarettenmonopols verlangt wird. Die Kosten der Ablösung der tbeteiligen, wie es jetzt noch die Soldaten in allen nichtabsolutistischen Wenn das Blatt glaubt, uns durch die Anwendung eines falsch bestehenden Betriebe werden auf 215 Millionen Mark berechnet. Die taaten tun dürfen, und wie es früher die preußischen Soldaten gewählten Schimpfwortes von der Verfolgung unseres Vorhabens sonst noch entstehenden Kosten auf 125 Millionen, so daß die uch durften und taten. Eine selbstverständliche Konsequenz davon abzuschrecken, so täuscht es sich gröblich. Wir haben von der Monopolanstalt eine Schuldenlast von 340 Millionen Mark mit t, daß der Soldat nicht die ganze Dienstzeit hindurch den bunten objektiven Feststellung, daß seine Haltung den Interessen des 20 Millionen Mark pro Jahr zu verzinsen hätte. Die Einnahme od trägt, sondern nur während der Uebungsstunden. Ist er Rathenau- Konzerns dient, nichts zurückzunehmen. Unsere wird auf 161 Millionen Mark berechnet gegenüber 76 Millionen enstfrei, so kleidet er sich ebenso wie jeder andere Bürger. Das Ansicht wird auch nicht durch die Darlegungen des Generaldirektors Mark, die das Reich im laufenden Jahr an Zoll und Steuer für Zigaretten einnimmt. Menschenfreundlich fügt die Denkschrift hinzu, leiche gilt vom Offizier. Nichts ist so geeignet, in diesen Elementen Emil Rathenau erschüttert, der just im gestrigen Abendblatt des daß die Monopoleinnahme um 25-30 Millionen erhöht werden en Kastendünkel, die Exklusivität so zu fördern, wie die Vorschrift, Berliner Tageblatts" der Redaktion ein Licht über die Berliner könnte, wenn der Preis der billigsten Zigarette auf 2 Pf. heraufderzeit im bunten Rock herumlaufen zu müssen. Babern gab hier Elektrizitätsfrage aufsteckt und dabei den von seinem Standpunkte gesezt würde. en besten Anschauungsunterricht. Die jungen Burschen, die dort begreiflichen und geschickten Versuch macht, die Wucht unserer n Offiziersfittel herumstolzierten, waren außer Dienst. Wenn sie Kritik durch die Behauptung abzuschwächen, die Frage( die Berliner 1 insultiert wurden, so stand ihnen kein anderes Rechtsmittel zur Elektrizitätsfrage) sei im Laufe der Erörterungen immer mehr von bwehr zu, wie jedem anderen Staatsbürger. Sie aber alarmierten einer wirtschaftlichen, zu einer politischen Frage geworden." te Gerichte in der beglückenden Ueberzeugung, daß in Großpreußen e Geseze nur für die Kanaille da sind, ein Offizier aber über em Gesetz steht. Diese Politisierung des Offizierkorps, die wieder unter der orderung: Fernhaltung der Politik von der Armee getrieben wird, nnzeichnete Genosse Schulz mit manchem treffenden Wort und mit echt hoб er den bereits erwähnten und für den Geist des Offizier rps überaus charakteristischen Fall Köppen besonders start hervor. Ihm antworteten Erzberger, Bassermann, Strom= # Der Zweck dieser Uebung ist natürlich, es so hinzustellen, als ob die Sozialdemokratie ganz allein auf weiter Flur für die Berstadtlichung der B. E.-W. kämpft. Das ist aber tatsächlich nicht der Fall, sondern es kämpfen in gleicher Linie mit uns alle diejenigen, denen das Wohl der Stadt über offene oder geheime Sonder interessen steht, und die sich nicht in einem fagen wir einmal höflich: umgekehrten Revolverjournalismus gefallen. Arbeitsnot vorbehält. In Gnaden entlassen. Die große Ministerkrise im Herzogtum Koburg- Gotha ist beendet. Der bisherige Staatsminister Dr. v. Richter muß gehen. Wie aus Roburg gemeldet wird, hat der Herzog den Staatsrat Barthold. Dirigierenden Staatsminister zu ernennen geruht". v. Bassewitz in Koburg zum Wirklichen Geheimen Staatsrat und Der Reichsverband der deutschen Presse für die Nachrichtenstelle im Kriegsministerium. Der Geschäftsführende Ausschuß des Reichsverbandes der deutschen Presse hat sich veranlaßt gefühlt, zu dem Beschlusse der Budgetkommission des Reichstags, der die für das Pressereferat im Striegsministerium geforderten Mittel ablehnt, Stellung zu nehmen ed, also drei, aber der Erzberger war der langweiligste unter ihnen. Die Regierungsvorlage für Gewährung eines staatlichen Zuschusses und die nachstehende Petition an den Reichstag zu richten: Politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus nahm am Dienstag zunächst in zweiter nd dritter Lesung die Vorlage betreffend Erweiterung der Stadt Köln unverändert an. Bedenken wurden nur von einem Denkwürdigkeiten eines Gegen die bayerische Kammer der Reichsräte. Die ablehnende Haltung der Kammer der Reichsräte gegen zur Arbeitslosenversicherung der Gemeinden hat in der bayerischen Arbeiterschaft den stärksten Unwillen hervorgerufen. Fort mit diesem Parlamentsgebilde!" heißt daher die Losung, die auch in einem Aufruf des Landesvorstandes der Sozialdemokratischen Partei Bayerns zum Ausdruck gelangt. In dem sozialdemokratischen Appell wird gesagt: An den hohen Reichstag richtet der Reichsverband der deuts schen Presse als die berufene Vertretung der deutschen Redal teure ohne Unterschied der Parteien die dringliche Bitte, entgegen dem Beschluß der Budgetfommission die Mittel für die Nachrichtenstelle im Striegsministerium unverkürzt zu be willigen und auch weiterhin den Ausbau des Nachrichtendienstes. den Bedürfnissen der Presse entsprechend fördern zu helfen. Das ..Mit der Ablehnung wollte, abgesehen von ihrer grundsätz- Bressereferat im Kriegsministerium ist in seiner jeßigen Gestalt lichen Gegnerschaft gegen eine staatlich geordnete Sozialpolitik, auf eine Anregung des Reichsverbandes der deutschen Presse hint eigenen werten Ich folettiert. Nicht den Kraftmenschen spielt er, der seinem dunklen Drange fich des rechten Weges feinesfalls bewußt, ächzend und schweißtriefend das Rad der Weltgeschichte vorwärts- wurde er durch einen demokratisch gestimmten Rechtsanwalt drehen mußte, sondern schmucklos und einfach will er erzählen, was Szutfany aus Mannheim auf seinen eigentlichen Lebensberuf ihn mit dem großen Stampf der Zeit verknüpfte und was er für sich hingewiesen: Ich weiß, wozu Sie taugen. Werden Sie Journalist." Sozialdemokraten.") eritt und erlebte. So findet fich in den Denkwürdigkeiten mancher- und der Einundzwanzigjährige wurde journalift. Wilhelm BI os. des genzen, soziale Schilderungen, politische Erwägungen, Anekdoten, Porträts von hervorragenden Menschen, denen er begegnete, Lustiges und Trauriges, Politisches und Persönliches, Wichtiges und Nebenfächliches, aber just das Nebensächliche gibt, um auf Fontane zu rückzugreifen, das eigentlich Menfchliche. 11 Aber seines Bleibens an dem demokratischen Konstanzer VolksDie Verwirklichung dieses leuchtenden Jdeals freund" war nicht lange, denn die dem Kriege von 1870/71 folgende lag in weiter Ferne; das wußte ich. Aber nationalliberale Welle spilte das Blatt bald hinweg. Dafür fand Blos Unterschlupf in der Redaktion des„ Schwarzwälder Boten" in ich beschloß, ihm mein Leben zu widment. Oberndorf am Neckar. Seine Stellung war hier nicht schlecht, und man munfelte bereits von seiner bevorstehenden Verlobung mit der Unter jedem Grabstein ruht nach einem Wort Heinrich Heines Als Wilhelm Blos am 5. Oktober 1849 in Wertheim, an der Tochter des vermögenden Zeitungsbefizers; aber der junge Redal ine Weltgeschichte. In der Tat spiegelt sich im Leben eines jeden Mündung der Tauber in den Main, zur Welt tam, fnatterten im teur dachte nicht daran, seine Freiheit zu verkaufen." Se send," Renschen und zumal eines, der nicht als Stubenhocker hinter dem Badischen gerade die Schüsse des preußischen Standrechts, unter sagte ihm damals achfelzuckend eine gewichtige Persönlichkeit," halt fen fizen blieb, wenns draußen stürmte und gewitterte, nicht nur denen die deutsche Freiheit in den Sand verscharrt wurde. Wenn nit weltting gwä!" Und in der Tat, weltlug im Sinne veras allgemeine Weltgeschehn wieder, sondern jeder Mensch lebt er heranwachsend auch mancherlei vom„ tollen Jahr" reden hörte, forgungsbedürftiger Mastbürger war los nicht. Dafür ging ihm, iefes allgemeine Weltgeschehn auf seine besondere, persönliche Art so ward ihm doch nicht an der Wiege gejungen, daß er einst der sich bis jetzt im radikal- demokratischen, aber durchaus bürgerlichen it. Nichts spricht deshalb lebhafter und unmittelbarer zu unserm im Vorderkampf einer weit entschiedeneren und umfassenderen Vorstellungen bewegt hatte, in Oberndorf eine neue Welt auf. Bon als der 1848 er stehen werde. Sein Seist als die Erinnerungen, in denen bedeutende Zeitgenossen oder Revolution Vater einem Maschinenmeister des Schwarzwälder Boten" auf die soziale senossen einer bedeutenden Zeit von dem Gang ihrer Tage be- war Arzt, seine Mutter entstammte einer begüterten Bürgers- und Frage hingelenkt, die auch nach Verwirklichung des demokratischen ichten, und es ist darum aus mehr als einem Gesichtswinkel Ratsherrnfamilie Wertheims. Als der Vater ein paar Jahre nach Programms ungelöst bliebe, vertiefte er sich in Lassalles antenswert, daß auch eine sozialistische Memoirenliteratur heran- der Geburt des fleinen Wilhelm starb, kam ein Stiefvater ins Haus, Schriften und las eifrig den von Liebfnecht redigierten uwachsen beginnt. Kurz nach dem dritten Band von Bebels ein brutaler Förster, dessen gegenrevolutionären Sinn es in helle Boltsstaat". Als Dreiviertel- Sozialdemokrat schon begab er sich ebensbuch erscheinten die Denkwürdigkeiten eines Parteigenossen, Wut brachte, wenn er in einem Bauernhause heders verhaßtes nach Würzburg, um hier aus seiner neuen Stellung am Würzburger er jahrzehntelang mit Bebel Seite an Seite in der sozial- Bild an der Wand entdeckte. Auch als Blos der harten Zucht Journal" Knall und Fall entlassen zu werden, weil er der Komemokratischen Fraftion saß und ihr noch heute als Vertreter eines diejes Mannes entronnen war, bei dem er wirklich sein Brot mit munardin Luise Michel bei ihrer Verurteilung zu neucaledonischer Braunschweiger Wahlkreises angehört: Wilhelm Blos. Ebenso Tränen aß, und im Haufe der Großmutter wohnte, bewegte er sich haft einen anerkennenden Artikel gewidmet. In Nürnberg kam Blos hie durch sein politisches und parlamentarisches Wirken ist Blos zwischen den vier Wänden einer spießbürgerlichen Beengtheit und noch als Redakteur eines bürgerlichen Blattes in näheren Verkehr urch seine historische und literarische Tätigkeit bekannt: sein Begrenztheit, die nicht zur Entfaltung feines Freiheitsdranges bei- mit sozialdemokratischen Arbeitern und hier vollzog sich ganz und Berk über die deutsche Revolution von 1848 ist voltstümliche Ge- tug. Biel anders ward es nicht, als er Ostern 1866 die Unter- gar seine Umwandlung zum Sozialdemokraten. hichtsschreibung im besten Sinne des Wortes und sein historischer sekunda des Wertheimschen Gymnasiums verließ, um in Mannheim, Auch für den sozialdemokratischen Journalisten war das Leben " Der Prinzipienreiter" erquickt durch die Frische und An- damals einer Stadt von 40 000 Einwohnern, in einem Staffee- anfangs unftet genug. Redakteur am Braunschweiger Volksfreund" haulichkeit, mit der er vormärzliches Winkelstaatleben schildert. Engros- Geschäft die ersten Weihen Merkurs zu erlangen. Bald schon seit Januar 1872, seit Frühjahr 1873 am Leipziger„ Volksstaat", Iber Blo's ist auch als Mensch eine liebenswerte und liebens- scheiterte der Versuch, aus Blos einen geschäftstüchtigen Kaffeeſack dann in Mainz, Frankfurt und Offenbach, danach von Herbst 1875 vürdige Gestalt: fein falter und dürrer Fanatiker, der mit Formeln zu machen, und da die Behörde dem hartherzigen Stiefvater die am Hamburg- Altonaer Volksblatt" und feit 1877 Mitglied des ur und Schablonen arbeitet, sondern ein Kämpfer, der sich unter Vormundschaft abnahm und der Kaufmannslehrling a. D. über Reichstags für Reuß j. 2. er Eisenhülle des Panzers ein warmes und junges Herz bewahrt einiges Vermögen vom Vater her verfügte, konnte er an einen Be- Anstrengung, voll großer Kämpfe und kleiner Streitereien, ein Leben at, und auch das ist eine Eigenschaft, die neben den politischen, such der Hochschule denken. Zunächst galt es eine Schnell in Entbehrungen und im Gefängnis, aber auch ein Leben voller istorischen und literarischen Qualitäten dem Gehalt seiner Denk- bleiche" oder„ Schnellpresse" in Breitenbronn zu besuchen, die Anregung und Inhalt und im Verkehr mit wertvollen Menschen bürdigkeiten zugute kommt. Trüge er nicht das Schwert in dem ihre Zöglinge mit Hochdruck auf die Reifeprüfung vorbereitete. Bebel und Liebknecht fah er zum erstenmal, als er sie von roßen Freiheitstampfe, so möchte man das Wesen von Blos mit Nach Examen bezog die Universität Leipzig aus in ihrer Hubertusburger Haft besuchte, Karl Marg em Theodor Fontanes vergleichen, von dem er ein gutes Wort Freiburg i. B. und war als flotter Bursch, der mit Stolz das blau- holte ihn einmal aus dem Gefängnis ab. Alle Strapazen, nament einem Buch voranstellt:„ Das Nebensächliche gilt als nichts, wenn weiß- rote Band der Rhenanen trug, alles andere als ein Duckmäuſer lich die der Agitationstätigkeit hatten die Gesundheit des jungen s bloß nebensächlich ist, wenn nichts darin stedt. Stedt aber was oder Spielverderber. Mit vollen Zügen foftete er die Ungebunden Kämpfers so zerrüttet, daß er an häufigem Zungenbluten litt und arin, dann ist es Hauptsache, denn es gibt einem dann immer das heit des akademischen Treibens aus, mehr auf dem Baukboden und seinen Tod nicht mehr fern glaubte." Ich warf", schreibt Blos von igentlich Menschliche." Wie Fontane steht auch Blos den in der Kneipe zu Hause als im Hörsaal. Aus jenen munteren Tagen dem Eisenacher Parteitag von 1875, an diesem Tage schrecklich viel pingen mit einer gewissen Beschaulichkeit gegenüber und wie der hat er sich das fröhliche Herz bis in das siebente Jahrzehnt feines Blut aus. Aber ich beschloß doch, die Wahlagitation ohne Schonung Neister des modernen Romans erfreut sich auch unser Freund eines Lebens hinübergerettet und nur Pharisäer mögen mit innigem meiner Gesundheit mitzumachen. Denn ich rechnete mit meinem baldigen humors, der nie verlegt, aber auch nie an der Oberfläche bleibt, Behagen sich darüber entrüsten, daß auch Blos nicht in der Nahrung Ende, was übrigens auch andere Leute taten, und da wollte ich ondern letzten Endes den Wert einer philosophischen Welt- und Gewandung Johannis des Täufers das erstrebenswerte Vorbild mich zum Schluß noch recht nüglich erweisen." Diese flammende aus Fontane weiß BLOB der für einen Vorfämpfer der Arbeiterklasse erblickt. etrachtung hat. Begeisterung für die große Sache, mit der er den letzten Hauch seiner Erlebnisse und Erfahrungen Aber auch die akademische Zeit ging jäh zu Ende, denn da der daranzusetzen bereit war, enthob ihn auch jeden Kleinmuts, als 1878 heraus reizvoll plaudern. Und wie Fontane ist Blos eine un- Stiefvater das dem Studenten gehörige Vermögen faumjelig oder das Sozialistengefez niederprajfelte und ihm die Ausweisung aus eierliche, schlichte Natur, die sich weder im Leben noch im überhaupt nicht auszahlte, reiste Blos zur Klärung der Verhältnisse dem Hamburger Belagerungsgebiet brachte. Buch in die Brust wirft, Posen annimmt oder mit dem nach Hause. Hier wurde ihm von der Großmutter eröffnet, er Die Zeit des Sozialistengesetzes umfaßt der zweite Band der müsse eine Stelle annehmen, und flugs trat er als Volontär beim Denkwürdigkeiten, von dem jeder Leser des ersten wünschen wird, Wilhelm Blos. Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten. Hauptzollamt in leberlingen gewissermaßen durch die eine Tür ein, daß er bald erscheine. Erster Band. Bei G. Birk& Co.( G. m. b. H.) in München. 1914: um es durch die andere Tür wieder sehr schnell zu verlassen. In toman Fülle LI Wie bestandenem Blos " das war ein Leben voll Arbeit und hw. Nr. 122. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Die Maifeieraussperrung der Berliner Holzarbeiter. Diese Ausführungen Gloces wurden mit Beifall auf genommen und durch mehrere, Diskussionsredner unterstützt. Es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die Maifeier in 3ufunft wieder eine umfangreichere werden möge. Berlin und Umgegend. zu Mittwoch, 6. Mai 1914. der Vertrauensmännerversammlung ihre abweichende Mei- dringend geraten werden, sich rechtzeitig um eine neue Stellung nung zum Ausdruck zu bringen. Das ist aber nicht geschehen. umzusehen, da bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage und der Nachdem die Vertrauensmännerversammlung die Arbeitsruhe großen Masse stellenloser Angestellten die Erlangung einer neuen beschlossen hatte, mußten sich alle Kollegen diesem Beschlusse Stellung ohnehin schwierig genug ist. Wir haben gerade in lezter fügen. Es ist sehr zu bedauern, daß einige größere Werf- Zeit häufig erlebt, daß in einem anderen Warenhause den in gestellen diesem Beschlusse entgegengehandelt haben. fündigter Stellung befindlichen Angestellten auf alle mögliche Weise In der am Montag abgehaltenen Generalversammlung das Aufsuchen einer neuen Stellung erschwert und der dazu notdes Holzarbeiterverbandes berichtete der zweite Bevoll wendige Urlaub unter den nichtigsten Vorwänden verweigert wurde. mächtigte Guth über den Ausfall der Maifeier und der Die Angestellten des Warenhauses W. Wertheim mögen sich also Aussperrung. Er sagte u. a.: Die diesjährige Maifeier hat nicht mit leeren Versprechungen hinhalten lassen, sondern darauf starf gelitten unter den Folgen der wirtschaftlichen Krise und bestehen, daß ihnen die zum Aufsuchen einer neuen Stellung notder langen Arbeitslosigkeit. Bei einem Teil der Kollegen mag. wendige Zeit gewährt wird, damit sie die Möglichkeit haben, sich auch eine gewisse Maifeiermüdigkeit mitgewirkt haben. Die rechtzeitig eine neue Stellung zu verschaffen. Wenn den AngestellDer Streik der Berliner Etuisarbeiter ist nach einer Dauer ten des Hauses W. Wertheim dabei Schwierigkeiten gemacht werArbeitsruhe war in diesem Jahre geringer als in den früheren von 30 Wochen und nach wochenlangen Verhandlungen durch Ver- den sollten, so mögen sie sich um Rat an die gewerkschaftliche OrJahren. Im Jahre 1912 haben 23 349 Kollegen gefeiert. gleich beendet. Seit Mitte März wurden Verhandlungen zur Bei- ganisation, den Zentralverband der Handlungsgehilfen, wenden. In diesem Jahre sind in der Neuen Welt" 15 240 Mai- legung der Differenzen geführt; aber die Angebote der Fabrikanten marken ausgegeben worden. Außer den in der„ Neuen Welt" waren so minimal, daß sie wiederholt von den Streifenden abge- Das Bureau des Verbandes befindet sich Münzstr. 20, vorn 2 Tr. Demonstrierenden hat ein Teil der Kollegen in den Vororten lehnt wurden. Auch der Vorschlag, das Einigungsamt des Gewerbe- Achtung, Bauarbeiter! Seit dem 2. April d. J. befinden sich an den Feiern der dortigen Gewerkschaftskartelle teil- gerichts anzurufen, wurde von den Unternehmern abgelehnt, und die Küstriner Bauarbeiter im Streif. Der Maurer Freymann gnommen, so daß die Gesamtzahl der feiernden Holzarbeiter 10 zogen sich die Verhandlungen unendlich in die Länge. Endlich wirbt Arbeitswillige für die dortigen Unternehmer in Berlin auf rund 17 000 angenommen werden kann. Das sind also fanten zur Annahme empfohlen, da die Streikleitung sich überzeugt am 2. Mai wurde der Versammlung das lebte Angebot der Fabri- im Lokal von Habermann, Neue Hochstr. 49, an. 6000 weniger als im Jahre 1912. In einer Anzahl von Be- hatte, daß selbst bei noch längerer Dauer des Kampfes ein gün zutveisen und strengste Solidarität ihren Arbeitsbrüdern gegenüber Wir ersuchen die Berliner Bauarbeiterschaft, das Anfinnen zurücktrieben, darunter bekannte Großbetriebe, haben alle Be- stigeres Angebot nicht zu erwarten war. Der Vertrag wurde auf schäftigte gearbeitet. üben. Zuzug ist fernzuhalten. Die Bezirksleitung. 4½ Jahre bis zum 30. September 1918 abgeschlossen. Der Minimallohn für Etuisarbeiter beträgt in diesem Jahre 58 Pf., dann 59 Pf. und 1916 60 Pf.; für Etuistischler und Kartuschstecher 61, 62 und 63 Pf. pro Stunde. Die Löhne der Arbeiterinnen betragen für ungeübte in den ersten sechs Monaten 23 Pf., vom Jahre 34 Pf., nach dieser Zeit nicht unter 39 Pf. die Stunde. 7. bis 9. Monat 26 Pf., nach einem Jahre 29 Pf., im zweiten Alle Löhne werden die ersten drei Jahre um je 1 Pf. pro Stunde erhöht.- Konnten auch die Streifenden mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein, so stimmten sie doch in Berücksichtigung der in Betracht kommenden Faktoren, gegen eine starke Minorität, dem Abschluß des Vertrages zu. Knapp zwei Drittel der Streifenden nahmen daraufhin die Arbeit am Montag wieder auf, während das übrige Drittel noch der Einstellung harrt. Geschlossen, wie am 6. Oktober v. J. die Arbeit niedergelegt wurde, so geschlossen waren die Reihen der Streifenden bis zur letzten Stunde. paar Rausreißer, die sich in den 30 Wochen eingefunden hatten, waren nicht in der Lage, die Betriebe produktionsfähig zu erhalten. Ausschlaggebend zuungunsten der Streifenden waren die Anfertigungen der eiligsten Arbeiten in der Provinz und die Unterſtüßung der Fabrikanten durch die Juweliere und Gold- und Silberwarenfabrikanten, die den größten Einfluß auf diesen Lohnkampf ausübten. Hat dieser lange Kampf auch nicht den Erfolg gebracht, der nach der Haltung der Streifenden zu erwarten war, so ist es den Unternehmern auch nicht gelungen, die Organisation bei der Festjezung der Lohn- und Arbeitsbedingungen auszuschalten; ein Ziel, das sie sehr gern und sehnsüchtig erstrebten. Die Aussperrung ist bedeutend geringer, als man nach Lage der Verhältnisse annehmen konnte. Der Arbeitgeberschutzverband hatte, abweichend von seinem Verhalten in früheren Jahren, in diesem Falle feine bestimmte Parole für die Aussperung gegeben. Nur die Bautischlermeister haben sich dem Beschluß der Bauunternehmer angeschlossen und die Feiernden meist auf 4 Tage, in einigen Fällen 5 bis 6 Tage ausgesperrt. In Betrieben, wo nur einzelne gefeiert haben, find diese gänzlich entlassen. Insgesamt sind 3560 Arbeiter in 187 Betrieben ausgesperrt, und zwar: 2513 Arbeiter in 131 Betrieben 1 Tag 149 29 15 9 3 3 " 71 8 " " " 4 2 2 Tage 3 " " 1 " " " " " " " " " " M " 79 4 " 11 700 28 " " " 3560 Arbeiter in 187 Betrieben 567 " " unbestimmt In 23 Betrieben wurden 67 Arbeiter entlassen. In den meisten Fällen erstreckt sich die Aussperrung nur auf einen Tag. Wenn die Beteiligung an der Maifeier geringer war wie früher, so ist sie doch keine schlechte, denn in manchem anderen Beruf ist die Feier noch geringer ausgefallen. Glocke fritisierte das im Vorwärts" bereits beDie Der Streit der Bäcker. Den Firmen Goldacker und Hanke u. Co., Inhaber Weidner, wird, wie es scheint, der Erfolg ihres Vorgehens bereits recht unbequem. In dem Inseratenteil des Lofalanzeigers" vom Dienstag morgens, Arbeitsmarkt, finden wir folgendes Injerat: „ Suche einen Oberkatesbäcker oder Oberkakesarbeiter, der genau mit der Ausstechmaschine( Queenpresse) Bescheid weiß. 200 Mart monatlich Anfangsgehalt. Goldacker, Brunnenstraße 129/130." Diese Stelle wurde bisher nur mit monatlich 132 m. bezahlt! Ganz zweifellos wird der„ Rausreißer", der au Stelle der Streikenden an diesen Posten gestellt wurde, so überaus ,, tüchtig" gewesen sein, daß Goldacker jetzt gewaltig in den Beutel greifen muß, um brauchbare Ersatzkräfte heranzuziehen. Den Bewerbern kann aber nicht dringend genug geraten werden, sich die ihnen angebotene Stelle erit genau anzusehen! Der betreffende Arbeitsraum wird als ein überaus ungesunder bezeichnet. Im Winter ist es so kalt, daß die Arbeiter nur mit warmen Pantinen und Oberkleidung versehen, ihre Arbeit verrichten können. Das Wellblechdach ist derart defekt, daß es bei schlechtem Wetter fortvährend durchregnet. Zweifellos hätte die Polizei hier eine sehr dankbare Aufgabe zu erfüllen. Das Verteilen der Laufzettel vor den Geschäften scheint Gold= ader besonders auf die Nerven gefallen zu sein. Seine Asherigen Antreiber, die jedenfalls in der Bäckerei nicht mehr genügend bc= schäftigt werden können, werden auf die Zettelverteiler gehetzt, wobei sie selbstverständlich die zuvorkommendste Unterſtüßung der Polizei finden. Diese neue Tätigkeit der Antreiber scheint auch bereits einigen Erfolg zu haben! Zwar kann man das Verteilen der Zettel nicht verbieten, aber es finden sich schon diejenigen, die pflichtschuldigst an der Verteilung„ Aergernis" nehmen. So fängt es bereits an, Strafmandate gegen die Zettelverteiler zu regnen. Herrn Weidner, Inhaber der Firma Hanke u. Co. Recht eigenartig ist das Vorgehen und die hanze Taktik des Unter Hinweis auf das heutige Inserat, nach welchem die Firma Paul Hanke erklären läßt, daß sie absolut mit dem Vorgehen Weidners nichts zu tun habe und alle derartige Gerüchte für sie aus der Luft gegriffen bezeichnet, erflärt die Leitung des Bäckerverbandes: Herr Weidner hat anscheinend mit bestimmten Hintergedanken der Verbandsleitung die Ueberzeugung beibringen wollen, daß Paul Hante nur warten wolle, ob der Coup bei Weidner gelingen würde, um dann dasselbe zu versuchen! Herr Weidner hat sogar schriftlich der Verbandsleitung zu verstehen gegeben, daß noch andere Manipulationen im Gange seien, wodurch der Verband und die Arbeiter sprochene Berhalten der Unternehmer, die Maifeier durch Massenentlassungen von kaufmännischen Angestellten. eine protokollarische Erklärung vor dem Gewerbegerichts. Durch die Tagespresse ging vor einigen Tagen die Nachricht vorsitzenden v. Schulz als Vertragsbruch zu stempeln. Die von der Kündigung von 950 Angestellten des Warenhauses Wolf Abgabe dieser Erklärung sagte der Redner ist unzulässig Wertheim G. m. b. H. Damit fallen zahlreiche Angestellte dem und ungültig. Das Einigungsamt fann erst in Funktion Elend der Stellenlosigkeit anheim. Nun wird zwar in dem Künditreten, wenn ein Konflikt ausgebrochen ist, der in der gungsschreiben des Konkursverwalters Hardegen den Angestellten Schlichtungskommission nicht beigelegt werden konnte. Das ein eventuelles Neuengagement in Aussicht gestellt, da angeblich Einigungsamt ist die letzte Instanz in tariflichen Streitig Verhandlungen wegen Uebernahme des Unternehmens schweben. feiten. Es kann deshalb nicht als erste Instanz angerufen Für das eventuelle Engagement sollen diejenigen Angestellten in werden, wenn noch gar kein Konflikt vorliegt. Herr v. Schulz Frage kommen, die vom Konkursverwalter empfohlen werden. hätte die einseitige Erklärung der Arbeitgeber gar nicht ent- Wir können uns nicht vorstellen, daß der Konkursverwalter in gegennehmen dürfen. Wenn unsere Angelegenheiten so der kurzen Zeit seiner Tätigkeit in dem genannten Warenhause in gehandhabt werden wie in diesem Falle, dann können wir das der Lage wäre, ein Werturteil über die Qualifikation der einzelEinigungsamt nicht mehr als oberste Instanz anerfenuen.nen Angestellten abzugeben. Uns will vielmehr scheinen, daß man Was unsere Maifeier selbst betrifft, so ist es sehr zu bedauern die Angestellten durch die Inaussichtstellung einer Neuanstellung und zu verurteilen, daß ganze Betriebe beschlossen haben, zu davon abhalten will, von ihrem Rechte auf Urlaubsgewährung zum arbeiten nachdem die Vertrauensmännerversammlung die Zwecke des Aufsuchens einer neuen Stellung abzuhalten, um so allgemeine Arbeitsruhe beschlossen hatte. Wenn die Kollegen einen geregelten Geschäftsbetrieb auf Kosten der Angestellten aufschaft in noch größerem Maße geschädigt würden. der betreffenden Werkstellen gegen die Arbeitsruhe waren, rechtzuerhalten. Wenn dann der Monat zu Ende geht, können die Die Bäckereien der Firma Hanfe u. Co. sowie die Bäckerei von dann hätten ihre Vertrauensmänner den Mut haben sollen, in Angestellten sehen, wo sie bleiben. Es kann den Angestellten nur Kleines Feuilleton. mein Bruder, und an die Deinigen; in dieser letzten Minute standest Du allein vor meinem Geiste; da fühlte ich erst, wie sehr ich Dich liebe, mein geliebter Bruder! Ich hatte noch Zeit, Pleschtsche jcp und Durow, die neben mir standen, zu umarmen und von ihnen ſchied zu nehmen. Schließlich wurde Retraite getrommelt, die an den Pfahl Gebundenen wurden zurückgeführt, und man las uns vor, daß Seine Kaiserliche Majestät uns das Leben schenke. Dann wurden die endgültigen Urteile verlesen...." Des Zaren Foltergnade! Goldacker bleiben nach wie vor für Verbandsmitglieder gesperrt. er überwältigt von der Menge der Riesenschildkröten, die auf diesem Eiland lebten und ihnen auch den Namen der Schildkröteninseln eingetragen haben. Jezt, nachdem fast 80 Jahre seit In der Henkersfaust des Zarismus. Im Jahre 1849 jaß der seinem Besuch vergangen sind, sind die von ihm am meisten berussische Dichter Fedor Dostojewsti als Strafgefangener in wunderten Arten ganz oder nahezu ausgestorben. Die Elefantenschildkröten fristen noch ihr Dasein, aber die von Darwin als der Stasematte der Festung und sah der Entscheidung seines ProTestudo abingdoni bezeichnete Art ist bereits gänzlich verschwunden. zeffes entgegen. Diese Entscheidung lautete bekanntlich auf TodesDabei machen die Galapagos ihrem Namen insofern immer noch strafe, und erst im letzten Augenblicke vor seiner Hinrichtung wurde Ehre, als sie die einzigen Inseln geblieben sind, wo man diese riesender Dichter durch den Zaren zur Verschickung nach Sibirien behaften Kriechtiere überhaupt noch anzutreffen erwarten darf. Früher guadigt. Aus diesen furchtbaren Tagen stammen einige bisher Rollenschacher. Ein alter Schmierenhäuptling, der in den zwanziger famen sie auch auf anderen ozeanischen Inseln nicht selten vor, aber noch nicht veröffentlichte Briefe des großen russischen Roman- Jahren des verflossenen Jahrhunderts in Deutschland sein Wesen der Mensch hatte sich mit einer wahren Wut auf diese unbehilflichen dichters, die in dem nächsten Hefte der von Wilhelm Herzog ge- trieb, sputte vor einiger Zeit in der bürgerlichen Presse. Der ge- Geschöpfe geworfen, die seine Begehrlichkeit zu ihrem Verderben in mehr leiteten, im Delphin- Verlage zu München erscheinenden neuen riebene Herr kannte die Spielwut der Schauspieler und pflegte da- als einer Hinsicht erregten. Ein Paradies für Riesenschildkröten ist früher Monatsschrift„ Das Forum" zum ersten Male bekanntgemacht rum die besten Rollen seiner Stücke öffentlich meistbietend an seine auch die kleine Insel Rodriguez im Indischen Ozean gewesen. Nach werden. Es sind drei Briefe an seinen Bruder, von denen die Darsteller zu versteigern, wobei 3. B. in den„ Räubern" Preise der Ueberlieferung aber wurden im 18. Jahrhundert jährlich ersten beiden einen Einblick in das Seelenleben Dostojewskie heraustamen, die von 2 Gulden auf 30 Kreuzer herabgingen. Dar 25 000 Stück dieser großartigen Geschöpfe nach der benachbarten Insel während der Lage seiner Haft eröffnen. Der Dichter schreibt: über wizelte man nun in der bürgerlichen Presse, und zwar mit Mauritius geschafft, um den dort angefiedelten Europäern zu LeckerVon mir fann ich Dir nichts Bestimmtes sagen. Ueber unseren bissen zu dienen. Es läßt sich leicht verstehen, daß diese Schild. Wenn der Mann derartige geschäftliche Usancen heute in Berlin frötenart in wenigen Jahrzehnten völlig ausgerottet wurde. In etwas Prozeß weiß ich noch immer gar nichts., Mein persönliches Leben einführen wollte, würde er einem mitleidigen Lächeln verfallen. Der weiterer Vergangenheit sind sogar Inseln, die zum Bereich von Europa Rollenſchacher hat zwar manchem Berliner Direktor durch faule gehören, durch solche Bewohner ausgezeichnet gewesen, scheinen Zeiten hindurch geholfen; er wurde dann aber auch mit einem ganz aber schon vor Beginn der geschichtlichen Zeit ausgestorben zu sein. anderen Glan betrieben. Satte eine Schauspielerin einen reichen So ist erſt unlängst eine Riesenschildkröte von der Insel Minorka freund", konnte sie sich allerdings Rollen kaufen, aber selbstver- im Mittelmeer beschrieben worden. Ihre Ueberbleibsel liegen in ständlich nicht für einige lumpige Gulden. So richtig der alte Schichten so jugendlichen Alters, daß der Mensch jedenfalls mit diesen Schmierenhäuptling auch die Idee begriffen hatte, in der Aus- Tieren sich bereits in den Besitz der Inseln geteilt hat. Aber schon führung war er ein Stümper. Ein Berliner Direktor verlangt, daß damals muß er auf ihre Erlegung erpicht gewesen sein, da sie wegen die spielluſtige Dame ihren Freund gleich um eine gehörige ihrer Ungeschicklichkeit und Langfamkeit eine leichte Beute für ihn Kapitaleinlage schröpft, die dann selbstverständlich in das mehr oder werden mußte. weniger verfrachte Theater gesteckt wird. Auf diese Weise meidet man den Schein der öffentlichen Versteigerung und gewinnt einen soliden Bazen. ist für mich ein großes Glüd. ist noch ebenjo eintönig wie bisher: man hat mir aber erlaubt, im Garten spazieren zu gehen, wo es fast siebzehn Bäume gibt. Dies Außerdem bekomme ich in den Abendſtunden eine Sterze: dies ist mein zweites Glück. Das dritte Glüd werde ich erleben, wenn Du mir möglichst bald antwortest und das nächste Heft der„ Vaterländischen Annalen" schickt; ich Sin ja in der Lage eines auswärtigen Abonnenten und warte auf jedes Heft wie auf ein großes Ereignis, wie ein vor Langeweile vergehender Gutsbesiger in der Provinz." vollem Recht. mit Recht. Notizen. Ein Bildnis Hans Thomas, das sein Lehrer Hans Caron von ihm auf der Karlsruher Kunstschule in den 60er Jahren gemalt hat, wurde für die Nationalgalerie erworben. Kunstchronit. Der Sturm, Potsdamer Str. 134a, zeigt auf seiner 25. Kunstausstellung zum ersten Male kollektiv die Ein ergreifendes Bekenntnis jeiner geistigen Verfassung legt Dostojewsti in folgenden Worten ab:" Seit fast fünf Monaten lebe ich ausschließlich von meinen eigenen Mitteln, d. H. von meinem Kopf allein und sonst von nichts. Diese Maschine ist vorläufig noch Zwei Gulden für einen Karl Mohr? Die bürgerliche Presse witzelt im Gange. Es ist übrigens unsagbar schwer, nur zu denken, ewig zu denken, ohne alle äußeren Eindrücke, die die Seele erfrischen und Der Mittelpunkt Deutschlands". Mit was für törichtem und nähren! Ich lebe gleichsam unter der Glocke einer Luftpumpe. Mein ganzes Wesen hat sich im Kopfe konzentriert und ist aus dem zwecklosem Zeug sich oft die sogenannten„ amtlichen Stellen" abKopfe in die Gedanken geflüchtet, obwohl die Gedankenarbeit von geben, erfieht man aus der erschütternden Weitteilung, daß es ihnen Tag zu Tag größer wird. Die Bücher find zwar nur ein Tropfen nunmehr nach äußerst ſinnreichen und anstrengenden Messungen geim Meere, doch helfen sie mir immerhin. Meine eigene Arbeit lungen ist, den geographischen Mittelpunkt des Deutschen Der Maler Hans Busse, der die Farbenpracht welch ein faum zu erwartendes verzehrt aber, wie mir scheint, meine letzten Kräfte. Uebrigens Reiches festzustellen! Er liegt Glück in Preußen! Der Provinz Sachsen ist dieses Heil wider Variationen gefeiert hat, ist in seiner zweiten Heimat in Taormina Siziliens, besonders des sizilianischen Meeres in immer neuen macht sie mir viel Freude." Die dieser er auch märkische LandBrief, den Dostojewski am Tage seiner Hinrichtung, das will Bielefeld, das„ den gesuchten Punkt umschließt", will umgehend an haften gemalt. Busse war 1867 in Berlin geboren. Mittelpunkt begnadigt worden war, geschrieben hat. Dieser Brief lautet: Hoffentlich wird man der staunenden Mitwelt demnächst verkünden, Gemälde des Kubiſten Otakar Kubilt. Ferner find neu ausgestellt futuristische Gemälde von Marc Chagall. Alle New Yorker unter ärztlicher Kontrolle das ist das Ziel, dem der Gesundheitsbeamte der Stadt, Dr. ..Heute, am 22. Dezember, wurden wir alle nach dem Semjonower welchen wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Wert die Feststellung Goldwater, zustrebt. Einmal im Jahre sollen nach diesem Plan Plazz verbracht. Dort verlas man uns das Todesurteil, ließ uns das dieses Punktes hat, mit der einige Dugend Geheimräte und technische alle 5 Millionen Bürger New Yorks eine eingehende ärztliche UnterKreuz tüssen, zerbrach über unseren Köpfen den Degen und machte Hilfsarbeiter wahrscheinlich wieder diverse Monate nüglicher Zeit und suchung über sich ergehen lassen. Unter den Beamten des Gesundteuren Gemeingeldes totgeschlagen haben. uns die Todestoilette( weiße Hemden). Dann stellte man drei von heitsamtes ist diesen Gedanke bereits durchgeführt; demnächst werden Die aussterbende Riesenschildkröte. Als Darwin auf der durch alle städtischen Beaniten an die Reihe kommen, und schließlich soll uns vor dem Pfahle auf, um das Todesurteil zu vollstrecken. Ich war der sechste in der Reihe: wir wurden in Gruppen von je drei seine Forschungen zu einem Markſtein der Geschichte der Natur- die ganze Stadt der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle unterſtehen. Mann aufgerufen, und so war ich in der zweiten Gruppe und hatte wissenschaft gewordenen Weltreise die Injelgruppe der Galapagos Namentlich für die Bekämpfung von Krebs und Tuberkulose würde nicht mehr als eine Minute noch zu leben. Ich dachte an Dich, I im Stillen Ozean unweit der Westküste von Amerika besuchte, war die Maßregel segensreich wirken. a Se al el el 3r น 3 { 31 11 1 21 Q CC 01 1 f Der Fleischermeister Otto Kramer, Neukölln, Wejerstraße 213, der mit der Fleischerorganisation im tariflichen Verhältnis steht, hat den Tarifvertrag gebrochen. Der Betrieb ist für die Organisation gesperrt. Die Tariffommission. Aus dem Fleischergewerbe. Der Fleischermeister Bachmann, und noch famoser wirkt der Kölner Erzbischof für die vollständige für jeden einzelnen Fall zu bestrafen. Der Gerichtstr. 11, weigert sich, den Tarifvertrag der Fleischerorganija Sonntagsruhe. Er schreibt unter anderem, daß die Sonntagsruhe unterzeichnete Jnnungsvorstand sieht in dem... Schlußsage tion anzuerkennen. Bei der Unterhandlung erklärte Herr Bach Gottes Gebot ist, oder:" Entheiligt den Sonntag nicht durch ihres Inserats nicht nur eine Nichtinnehaltung des erwähnten mann, er habe mit der Fleischerinnung den Streifbrechertarif ab- tnechtisches Arbeiten!" Solches den Zentrumsleuten vorgehalten, Beschlusses, sondern einen schweren Verstoß gegen die Pflichten geschlossen. Die Organisation hat über den Betrieb für organi- wird von diesen abgelehnt, da die Sozialdemokratie in reder Stollegialität und eine die gesamte Innung und ihre sierte Fleischergesellen die Sperre verhängt. ligiösen Dingen religiöse Dinge? wer lacht da nicht inMitglieder schädigende sittenwidrige Handlungsweise. Der tompetent ſei. All das fand in dem Referat, das Reichstagsabgeordneter Vorstand wirft deshalb... wegen Zuwiderhandlung gegen Duard übernommen, eingehende Würdigung. Dieses gestaltete sich den bezeichneten Beschluß eine Geldstrafe von zwanzig zu einer vernichtendenden Kritik des vorliegenden Entwurfs, der ein Mark gegen Sie aus und sieht deren sofortiger EinVerbrechen an den im Handelsgewerbe Tätigen bedeutet. Des Gezahlung entgegen. Er gibt Ihnen weiter auf, bei etwaigen nossen Quard vorzügliche und kenntnisreiche Rede endigte in der fünftigen Inseraten und sonstigen Bekanntmachungen den... Mahnung, alle Kräfte zusammen zu nehmen, um in wuchtiger Schlußsak hinwegzulassen und sich aller Bekannt Massenbewegung den verpfuschten Entwurf, so er ins Plenum ge- machungen des Inhalts, daß Sie den Tariflange, hinwegzufegen. Die Einmütigkeit der Protestierenden wird durch nachstehende vertrag anerkannt haben, zu enthalten. Es einstimmig angenommene Resolution ausgedrückt: wird Ihnen aufgegeben, sofort vom Vertrage zurückzutreten." Deutsches Reich. Die Glasmacher in Rauscha reichten in den drei Glashütten Gebr. Hirsch, E. Hentschel Nachf.( Inh. Gebr. Greiner) und T Rob. Greiner die Kündigung ein. Die Ursachen dazu find Tarifstreitigkeiten. Am 1. April war der bisher bestehende Tarif abgelaufen. Schon Anfang Februar hatten die Arbeiter der drei Betriebe einen neuen Tarif eingereicht. Die Unternehmer haben es aber fortgesetzt verstanden, die Verhandlungen hinauszuziehen. Die Kündigung läuft am Sonnabend, den 16. Mai ab. In Betracht kommen rund 250 Beschäftigte. Die tarifbrüchigen Malermeister in Rheinland- Westfalen, die wegen ihres Disziplin- und Tarifbruchs im vorigen Jahre aus dem Hauptverband der Unternehmer ausgeschlossen werden mußten, sträuben sich noch immer, den Tarif anzuerkennen. Doch schon wird es ihnen recht unbehaglich zumute. Dort, wo die Malergehilfen nicht auch ohne Tarif bekommen, was sie nach dem Reichstarifvertrag beanspruchen könnten, gibt es Konflikte. Verschiedene Firmen wurden gesperrt, in anderen Städten streiken die Gehilfen. So werden die Herren Unternehmer noch manche unruhige Stunde haben, wenn sie in ihrem Tarifbruch weiter verharren. Dieses Verhalten der Unternehmer belebt die Organisationstätigkeit der Gehilfenorganisationen, wird doch dem interesselosesten Arbeiter gezeigt, was er zu fürchten hätte, wenn seine Organisation nicht dauernd auf dem Posten wäre. Die Tarife würden verschwinden und die schlimmste Lohndrückerei einreißen. Ausland. Die in den Arminhallen tagende, bon Handlungsgehilfinnen, Handlungsgehilfen und Handelshilfsarbeitern gutbesuchte Versamm lung erklärt die Durchführung der vollständigen Sonntagsruhe für die Handelsangestellten als eine zwingende Notwendigkeit und sieht in jeder anders gearteten Regelung dieser Frage eine Miß achtung der berechtigten Wünsche der Handelsangestellten. Die guten Erfahrungen, die mit der vollständigen Sonntagsruhe in einer Reihe deutscher Städte gemacht wurden, sprechen für die Durchführbarkeit der vollständigen Sonntagsruhe. Die Versammelten verpflichten sich, mit aller Energie für die Erringung der vollständigen Sonntagsruhe tätig zu sein. Jugendbewegung. " Jung- Zentrum" phantafiert. " der Gegen diesen unerhörten Inmungsterror rief Terrorisierte die Staatsanwaltschaft an, die aber bezeichnenderweise die Einleitung des Verfahrens ablehnte. Nun hat auch die Oberstaatsanwaltschaft die gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft eingelegte Beschwerde gewiesen mit der Begründung: ab. ,, Es ist nicht richtig, wenn dasselbe( das Beschwerdeschreiben) davon ausgeht, die in Betracht kommende Inschrift drohe dem Beschwerdeführer, falls er nicht vom Tarifvertrag zurücktrete, eine Strafe von 20 M. an. Der Zuschrift läßt sich, wie aus ihrem Wortlaut erhellt, eine Drohung irgendwelcher Art überhaupt nicht entnehmen. Es geht auch aus der Zuschrift nicht hervor, daß deren Absender den Beschwerde führer, um dessen Willen zu bestimmen, an seiner Ehre verlegt hätte. Schon deshalb ist die Füglichkeit, gegen die Beschuldigten, sei es wegen versuchter Nötigung, sei es wegen Vorgehens nach § 153 der Gewerbe- Ordnung vorzugehen, zu verneinen. Auch der Tatbestand der Beleidigung erscheint nicht gegeben( zu vgl.§ 193 des Strafgesetzbuches)." Seit einigen Monaten erscheint die Politische Monatsschrift für die Jungmannschaft der Zentrumspartei, Jung- Zentrum". Wenn die politische Erziehung", die es leistet, bei der in die Pferche der Schwarzen geratenen Jugend Erfolg hat, dann wird die nächste Die sonst so findigen Anklagebehörden lesen also aus der Generation Zentrumsagitatoren noch schlimmer als die jetzige. Man Drohung des Innungsvorstandes mit materieller Schädigung jehe nur, wie das Blatt im Aprilheft seinen Lesern einen jungen des in Frage kommenden Meisters( Geldstrafe von 20 M.) Soeben ist Feierabend in der Fabrik da drüben. Ein junger feine Bedrohung und Nötigung und aus dem Vorwurf eines Mensch kommt haftend von schwerer Arbeit. Mißmut, un- schweren Verstoßes gegen die Pflichten der Kollegialität und zufriedenheit, Verbitterung und haß gegen einer die gesamte Organisation und alle ihre Mitglieder den reichen Faulenzer", Faulenzer", all diese herben Emp- schädigenden sittenwidrigen Handlungsweise keine Beleidigung findungen spiegeln sich auf dem arbeitsmüden Gesicht ab. und Ehrverlegung heraus. Ob die Anklagebehörden in der Er geht in eine nahe gelegene Sneipe und greift baftig gleichen Handlung, von Arbeitern begangen, ebenfalls nichts nach einer Zeitung, deren Leitartikel er mit großem Interesse verschlingt. Es ist ein sozialdemokratisches Blatt. Der junge Mann Strafbares erblickt haben würden? Wir möchten keinem Arlieft es mit wachsendem Eifer zu Ende und trinkt ein Glas beiter raten, die Probe aufs Erempel zu machen, da er sich Bier nach dem anderen und raucht eine gigarette zweifellos auf eine schwere Gefängnisstrafe gefaßt machen nach der anderen. Dann legt er das rote Blatt befriedigt fönnte. Aber die Innungsterroristen bleiben unbehelligt und beifeite und greift in die Tasche. Er zieht ein Gewerkschaftsblatt dürfen auch fernerhin ungestört bedrohen, beleidigen und heraus und studiert es eifrig; es ist das Blatt einer sogenannten nötigen! freien, d. i. roten Gewerkschaft. Dann verläßt er eilends das Lokal. Draußen summt er den Anfang der Arbeitermarseillaise Krankenversicherung und agrarische Drüdeberger. vor sich hin und streift einige Offiziere und besiergekleidete Bürger, die ruhig des Weges tommen, Die Agrarier bringen den Landkrankenkassen, wie überhaupt mit neidischem, bon aß erfülltem Blid. Armer dem Krankenversicherungswesen keine Sympathie entgegen. In Junge, wärest du beizeiten in gute Hände geraten, hättest statt landwirtschaftlichen Zeitungen wird das soziale Versicherungs. der roten Zeitungen unsere Blätter gelesen, es wäre vielleicht ein wesen ja oft als eine Prämie auf Faulheit bezeichnet. Wo zufriedener, wahrhaft glüdlicher Mensch aus dir sich die Gutsherren vor den Verpflichtungen, die ihnen die Reichs. geworden, auf den Vaterland und Kirche stolz sein könnten. Die gewerkschaftliche Organisation in Italien. Anfang Mai tritt in Mantua der aller drei Jahre statt- Sozialdemokraten schildert: findende Kongreß der Konföderation der Arbeit, der Zentralorgani sation der italienischen Gewerkschaften, zusammen. Der Sekretär der Konföderation, Genosse Rigola, gibt in seinem, dem Kongreß vorgelegten Bericht einen Ueberblick über den derzeitigen Stand der Gewerkschaftsbewegung. Dabei analysiert er auch die Ergebnisse der letzten Berufszählung, um festzustellen, wie groß die Zahl der überhaupt organisierbaren Italiener im Alter von 16 bis 60 Jahren ift. Da Italien ein Land des fleinen Grundbefizes und überhaupt der kleinen Betriebe ist, tommt man zu einer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung von über 33 Millionen recht geringen Zahl. Organisierbar wären nur 7850 000. Von diesen entfallen 3 398 650 Männer und 1 541 350 Frauen auf die Landwirtschaft, und 2 149 050 Männer und 850 950 Frauen auf die Industrie, das Transportgewerbe und die häuslichen Dienste. Tatsächlich organisierbar ist von dieser proletarischen Masse wenig mehr als der zehnte Teil, nämlich 860 602 Arbeiter. Landarbeiter sind davon 408 148, Industriearbeiter 452 354. Auf die verschiedenen Arten von Organisationen verteilen sich diese Organisierten wie folgt: auf die freien Gewerkschaften, die ihre Organisierten einerseits in Arbeitskammern und andererseits in Zentralverbänden zusammenfassen, entfallen 74 Proz. der Gesamtzahl, auf die katholischen Organisationen 12 Broz. und auf die syndikalistischen und lokalistischen 14 Proz Der Kon föderation angeschlossen ist nur ein Teil der freien Gewerkschaften ihr Organisiertenbestand betrug zu Beginn des laufenden Jahres 327 312. Die gewerkschaftlichen Zentralverbände, deren in Italien 22 bestehen, zählen nahezu 200 000 Mitglieder. Die erste Stelle nimmt das Syndikat der Eisenbahner mit 49 000 Organisierten ein, es folgen die Bauarbeiter mit 38 000, die Seeleute mit 28 000, die Typographen und die Föderation der Eisenbahner mit je 18 000, 13 und die Metallarbeiter mit 10 200. Die Gesamtzahl der organis fierten Frauen beträgt 91 061, worunter 67 719 Landarbeite rinnen. " Es ist immer noch anerkennenswert, daß Jung- Zentrum" den versicherungsordnung auferlegt, herumdrücken können, da tun sie jungen Sozialdemokraten nicht mit einer Schnapsflasche, einem Dolch es mit der allergrößten Beschleunigung, und die Fragekästen der und einem Revolver ausgerüftet hat. Auch das Inbrandsteden einiger landwirtschaftlichen Organisationen, wie die wie die Spalten ihrer Kirchen und ein Raubmord in einem Pfarrhause hätte mit dazu ge- Beitungen wi mmeln geradezu von Anfragen über die hört. Erst dann hätten die Leser den richtigen Begriff von der beste Methode der Drüdebergerei. Sehr zahlreich find abgrundtiefen Verworfenheit eines Sozialdemokraten bekommen. Die Fälle, in denen von der im§ 418 der Reichsversicherungs. ber Jung- Zentrum" wird wohl noch hinzulernen und seine Räuber- ordnung enthaltenen Konzession Gebrauch gemacht wird: geschichten über die Sozialdemokratie in verschlimmernder Auflage fortsetzen. Auf Jagows Spuren. Von der Versicherungspflicht wird auf Antrag des Arbeit. gebers befreit, wer an diesen bei Erkrankung Rechtsanspruch hat auf eine Unterstützung, die den Leistungen der zuständigen Krankenkasse gleichwertig ist." Der Bericht Rigolas verbreitet sich auch über die Frage der Der Stuttgarter Polizeidirektor Dr. Bittinger ber gewerkschaftlichen Taktik und beklagt die romantischen Methoden, Obgleich die Vorstände der landwirtschaftlichen Organisa nach denen die Syndikalisten die Arbeiter führen. Für die Kon- fällt bei seinem bevorstehenden Abgange ganz in die Braftifen föderation sei der Streit ein notwendiges llebel, für die Syndikalisten seines großen Kollegen in Berlin. Besonders hat er es auf die tioinen selber raten, das Risiko nicht zu übernehmen, das in der ein Sport, den fie gar nicht genug betreiben können. Sie verfahren Jugend abgesehen. Bei der Maifeier ließ er den Festsaal von generellen Verpflichtung zur eigenen Unterstützung liegt, und lieber wie gewissenlose Väter mit ihren Nachkommen: fie setzen die Streits Polizisten umstellen und Jagd auf Jugendliche machen, die in den die geringen Beiträge zur Landkrankenkasse zu zahlen, wird in in die Welt, ohne sich darum zu fümmern, mit welchen Mitteln sie Saal wollten. In Cannstatt ließ er ferner am Sonnabend eine leben werden. Die Stonföderation will aber aus der gewerkschaft- unpolitische Jugendversammlung polizeilich überwachen, und jetzt bahtlosen Fällen der Antrag auf Befreiung von lichen Organisation mehr machen als eine Vereinigung zum Durch hat der Vorsitzende des Jugendausschusses für Württemberg eine der Kassenpflicht gestellt. Bei der Erörterung der hiermit führen von Streifs. Sie will das Unterstügungswesen entwickeln, Buschrift Bittingers erhalten, in welcher mitgeteilt wird, daß die zusammenhängenden Fragen ist von den landwirtschaftlichen Be das Bildungswefen fördern, und durch die Macht ihrer Masse einen beantragte Genehmigung zu einem öffentlichen Umzug der Jugend- ratern nun ein Umstand herausgetiftelt worden, der die antiDruck auf die Gesezgebung ausüben. organisation versagt wird, weil die Vereinigung nicht etwa nur sozialen Bestrebungen zu begünstigen scheint. Im Organ des die Förderung der geistigen und körperlichen Entwicklung der Westfälischen Bauernvereins" wird nämlich in der Antwort auf schulentlassenen Jugen zum Zwed hat, sondern weil sie vor allem eine Anfrage der Standpunkt vertreten, daß eine Einrichtung zur Vorbereitung jugendlicher Personen für die Aufgaben der Partei, zur Sammlung Jugendlicher als fünftige Parteimitglieder sei". Zum Schluß heißt es:" Da hiernach diese Organisationen selbst den Strafgefeßen(§§ 2, 17, 18 Ziffer 6 des Reichsvereinsgesetzes)- zuwiderlaufen und unerlaubte sind, fann für deren Veranstaltungen die vom Gesetz geforderte polizeiliche Genehmigung nicht erteilt werden." Die verhunzte Sonntagsruhe. Zu fraftvollem Protest versammelten sich am vergangenen Montag Handelshilfsarbeiter und Handlungsgehilfen. Es galt noch einmal ganz entschieden Stellung gegen den Sonntagsruhegefeß entwurf zu nehmen, denn gar bald wird dieser unsoziale Entwurf das Reichstagsplenum beschäftigen. In dieser Spottgeburt von Dred und Feuer hatte der eine Regierungsvorschlag etwas für sich, der Welt schaffen zu können, wenn er sie für politisch erklärt. Erst Herr Bittinger glaubt also auch, die proletarische Jugend aus der eine Einheitlichkeit in die Buntscheckigkeit der verschiedensten recht wird jetzt die Arbeiterschaft dafür sorgen, daß die Arbeiter Drtsstatute, Ausnahmebestimmungen usw. bringen fonnte. Wir haben heute im Deutschen Reiche 16 Städte, die die völlige Ruhe jugend zu ihrem Recht kommt. eingeführt haben. Die meisten überbieten sich dann in munterer Reihenfolge an sozialer Unkenntnis. Es find sogar Ortsstatute vor ,, Arbeiter Jugend". handen, die eine zehnstündige Sonntagsarbeit gestatten. Das ist Die soeben erschienene Nr. 10 des sechsten Jahrgangs hat u. a. natürlich ungefeßlich, denn laut Gesez darf höchstens 5 Stunden folgenden Inhalt: Mehr Schutz den jungen Arbeitern!- Ergearbeitet werden. Eine Einheitlichkeit ist also dringend vonnöten. lösung. Die Geschichte einer proletarischen Jugend. Von Frizz Nichts da, befehlen die Herren Steindl und Kollegen vom Sepp. Der Kampf um den freien Sonntag. Von Gustav Hoch. Am FabrikBabylon. Von A. Ellinger.( Mit Abbildungen.) Zentrum. Und im Chorus stimmten ihm alle bürgerlichen Parteien zu und alle Anträge der Sozialdemokraten nieder. Mit Jrnsinger for. Gedicht von L. Lessen. Ein Kesseltreiben auf die ArbeiterBauernschläue argumentierte dieser Herr in der Sonntagsruhe- jugend. Die Gegner an der Arbeit. Von der Kehrseite der tommission folgendermaßen: Für den Bauer müssen Sonntags die Geschäfte geöffnet sein; denn einmal habe der außer dieser Zeit Beilage: Die Fischer. Erzählung von Johan Bojer( FortKommt er dann morgens zur Stadt, besucht er zuerst die ſebung). Ein Dichter der Jugend. Von Konrad Haenisch er tennt seine PappenheimerEine Harzwanderung.( Mit Abbildungen.) Von Frü bmesse, dann das Wirtshaus und dann geht er laufen. Darum, mittlerweile wirds dann nach W. Baezel. Die drei großen griechischen Tragiker. 2. Sophokles. 01 und nach Mittag, müssen die Geschäfte geöffnet bleiben. Diese Dieje Bon Otto Koenig. Verrückt. Erzählung von Fritz Müller. hinterbayrische Auffassung, man sollte es nicht glauben, fand Bi h tc teine. ( b 11 a if bil bei den Bürgerlichen Zustimmung, und cs wurde in der Kommission beschlossen, daß Städte über 75 000 Ein wohner begrenztere Sonntagsruhe erhalten sollten. Für ri er besondere Verhältnisse" zu beet Kultur. ( Schluß). Soziales. " ,, eine Unterstübung nur in den Fällen zugesichert zu werden braucht, wo eine Krankheit im Sinne der Reichsversicherungsordnung vorliegt. Ein normal verlaufendes Wochenbett, für das die Krankenkassen Wochenhilfe gewähren, ist keine Stranf heit, so daß der Arbeitgeber zur Gewährung von Wochenhilfe überhaupt nicht verpflichtet ist. Das gleiche gilt selbstredend für das Sterbegeld..." Indem der agrarische Berater das schrieb, dämmerte ihm aber doch die Erkenntnis, daß der Gesetzgeber eine solche Umgehung des Gesezes nicht gewollt haben kann, und daß jedenfalls die Absicht bestanden hat, die Leistungspflicht des Arbeitgebers auf die weiteren Unterstügungsfälle der Krankenversicherung neben den Krankheitsfällen auszudehnen, Allein diese Absicht ist im Gefeße nicht zumt Ausdrud gekommen; die gelegentliche Bemerkung eines Regierungsvertreters, daß die Befreiung allgemein die Uebernahme sämtlicher Leistungen zur Voraussetzung habe und daß zu diesen Leistungen auch die Wochenhilfe gehöre, reicht dazu nicht aus." Hoffentlich wird der praktischen Ausnüßung dieser Spitfindigkeit durch agrarische Drückeberger recht bald ein Ende gemacht. Man sieht daran aber einmal wieder, wie traurig es um den jozialen Sinn und die soziale Fürsorge in agrarischen Kreisen be stellt ist, wenn man sich nicht einmal zu den geringen Pflichten bekennen will, die die Vorschriften über die Landkrankenkassen enthalten. ig Di N Fü 81 die unter 75 000 wären aber hierdurch der Reaktion alle Türen geöffnet. Da vor allem Staatsanwaltschaft und Junungsterroristen. rücksichtigen sind, so dürfte unter diesen Umständen manchem Wir berichteten neulich, daß bei einer Tarifbewegung der Handlungsgehilfen eine achtstündige Sonntagsarbeit winken; aber Fleischer im Bezirk Dresden ein Meister in Mügeln seiner " nur" bis spätestens 7 Uhr abends. Starter Stundschaft durch ein Inserat in der Pirnaischen Volkszeitung Touristenverkehr wo wäre der nicht zu fabrizieren soll für manche Gegenstände auch eine Verkaufszeit bis 7 Uhr mitgeteilt hatte:„ Der Tarif des Zentralverbandes der Fleischer abends ermöglichen. Fürwahr feine Aussichten für die im Gewerbe ist anerkannt." Daraufhin erhielt er vom Vorstande der Tätigen. Es sind schlimmere Ausnahmen in den Entwurf hinein- Freien Fleischerinnung des mittleren Elbtals( Siz Laube gearbeitet worden, als in dem alten Gesez vorhanden sind. Und gast) einen langen Brief, worin cs mit Bezug auf das InDies zum großen Teil dem Kleinkrautertum zuliebe, das verbohrt in serat heißt: die ältesten vulgär ökonomischen Ladenhüter vermeint, die Sonntagsruhe beraube sie ihres Profites. Stationen Witterungsübersicht vom 5. Mai 1914. 7555W Wetter Il Stationen Better 2 bededt 2 7675 1 bebedt 6 mollig 11 3 beiter 4 heiter 11 18 Swinemde. 754 2 Regen 13 Haparanda 755D Samburg 754 BS 4 bededt 13 Betersburg 757 S Berlin 3 Regen 15 Scilly 757 Frankf. a.M 759 SW 2 bebedt 12 Aberdeen 745 763 ,, Wie Ihnen schriftlich mitgeteilt worden ist, hat die München 4 Regen 9 Paris 763 SD 1 wolfig 12 Jetzt scheint der Kampfplat etwas verschoben zu sein, da Zentralverbandes der Fleischer auf Abschluß Innung... beschlossen, alle Anträge des Bien Wetterprognose für Mittwoch, den 6. Mai 1914. Etwas fühler, zeitweise auftlarend, jedoch vorwiegend trübe mit wieder bon Tarifverträgen abzulehnen und bei vorBerliner Betterbureau. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Donners die Regierung sich hinter die Städte verschanzt. Viele Städte petitionieren jegt nämlich um völlige Sonntagsruhe. Es feien fommenden Boykottierungen sich der bon. holten Regenfällen und frischen westlichen Binden. nur genannt Saarbrücken, Chemnitz, Nürnberg und ganz besonders Frankfurt a. M. Interessant ist es auch, daß aus der vollständig tottierten Kollegen anzunehmen, die Nichtzentrümlichen Stadtverwaltung Kölns eine Petition anlangt, die die innehaltung des Beschluffes aber surd be tag mittag: Gin wenig fühler, zeitweise heiter, aber fehr veränderlich mit von dem Zentrum beantragte Differenzierung als unlogisch verwirft. Innungsvorstand mit zwanzig Mart Strafel öfter wiederholten, besonders im Stüftengebiet starken Regenfällen. Allgemein- Verfchiedenes Grunow's Kaffee- Versd. Dresdnerst.70 Lindenstr. 105 Erscheint 2 mal wöchentlich. G. KISCH Speck- und Schinkensalzerei Bäcker- u. Conditoreien SUROL -ESSIG überall z. haben Ikcholfreie Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u. Römertrank- Kell. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst.13708 Arbeiter- Berufskleidung Keiner, Otto, Gerichtstraße 86. 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Wahlen und Volksabstimmungen zölle aufgehoben oder ermäßigt werden. Die Kontingentierung der Michlproduktion dagegen würde durch die Brotverteuerung die Lage der konsumierenden Massen noch unerträglicher machen. Rathenau für ein Elektrizitätsmonopol? geschaffen worden und hat sich nach demt einstimmigen Urteil p der Zeitungen aller Parteien durchaus bewährt. Das Kriegsministerium hat durch diese Einrichtung die Presse in dankenswertester Weise in der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt und Die fonntägigen Wahlen und Volksabstimmungen in den damit zugleich erreicht, daß Nachrichten, deren Verbreitung aus Kantonen Baselstadt und Bern haben unserer Partei Gründen der Landessicherheit nicht wünschenswert war, von der deutschen Presse nicht veröffentlicht wurden. Der in der Budget- ebenfalls nicht die wünschenswerten Erfolge gebracht. In Basel fommission ausgesprochenen Befürchtung gegenüber fönnen wir sind nicht einmal die Regierungsratswahlen zustande gekommen, inJm„ Berliner Tageblatt" wird eine Unterredung mit dem feststellen, daß das Pressereferat sich jeder politischen Beein- dem nur einer statt 7 Regierungsräte gewählt wurden und der eine Generaldirektor der A. E. G. Emil Rathena u mitgeteilt, flussung der Zeitungen enthalten hat, wie es auch selbstverständ- ist der parteilofe Dr. Mangold, der mit 8433 Stimmen gewählt in der sich u. a. Aeußerungen Rathenaus über ein staatliches lich sein Material der Presse aller Parteien gleichmäßig und wurde. Für die Wahl der übrigen 6 Minister muß ein zweiter Elektrizitätsmonopol finden. Geheimrat Rathenan legt dar, ohne jede Bevorzugung zukommen ließ. Sehr bedauern würden Wahlgang stattfinden. Von den 8 Kandidaten stehen unsere Genossen daß die modernen Anforderungen an Stromlieferung( etwa wir es auch, wenn einem in der Budgetkommission geäußerten Wullschleger mit 717 und Dr. Blocher mit 5807 Stimmen an der durch große elektrische Verkehrsunternehmen) durch den Ausbau Wunsche gemäß an Stelle der jetzigen Leitung des Nachrichten Spize, der letzte Bürgerliche erhielt nur 2128 Stimmen. privater Elektrizitätswerke auf die Dauer nicht befriedigt dienstes durch aktive Offiziere inattive gesetzt würden. Wir sind Die nach dem Proporz stattgefundenen Großratswahlen werden könnten. Hier könnten nur zentrale Riesenkraftwerke sowohl nach den langjährigen Erfahrungen im Reichsmarineamt wie nach den kürzeren im Kriegsministerium der Ueberzeugung, brachten unserer Partei eine Verminderung ihrer bisherigen Ver- Abhilfe schaffen, die neben ihrer Hauptaufgabe( Versorgung daß die Besetzung dieser Stellen mit attiven Offizieren sich als treterzahl von 47 auf 43. Auch die Freifinnigen( 36 statt 26) und der Eisenbahnen) auch für die private Industrie Strom abdurchaus zweckentsprechend erwiesen hat, weshalb wir auf die die Liberalen( 21 statt 23) gingen zurück, während die Demokraten, zugeben hätten. Um eine derartige Konzentrierung der Gründe, aus denen gerade für diese Aufgabe inattive Offiziere die bisher keinen Vertreter hatten, deren nun 3 erhielten, die Elektrizitätserzeugung anzubahnen, hält Rathenau„ die nicht in gleichem Maße geeignet erscheinen, nicht näher eingehen Katholiten 18 statt 17 und die reaktionären( sie selbst nennen sich monopolistische Gestaltung. der Strom möchten. Der Reichsverband der deutschen Presse bittet daher fortschrittliche) Bürgerverbändler von 6 auf 17 stiegen. unter erzeugung staatlicher Führung oder Mitden hohen Reichstag, zu dessen Wohlwollen und Verständnis für Im Kanton Bern vermehrten sich die sozialdemokratischen Ver- wirkung" für diskutabel. Wie sich Rathenau die staatdie Bedürfnisse der Presse er volles Vertrauen hat, die Forde- treter im Stantonsrat von 15 auf 16. Unsere Partei erhielt in liche Führung" im einzelnen vorstellt, wird nicht mitrungen für die Nachrichtenstelle im Kriegsministerium unter einem Wahlkreise der Stadt Bern, in dem sie die sichere Mehrheit nur an die Schaffung ändert zu bewilligen. gemischt wirtschaftlicher Unternehmungen, fonnte es scheinen, als hätte sich auch die sozialdemokratische Presse dann noch einen Siz in Thun, verlor aber dafür zwei Size in zwei wobei sich Staat und die großen Elektrizitätskonzerne( A. E. G. Nach der Petition des Reichsverbandes der deutschen Bresse hat, zwei Vertreter mehr, weil die Vermehrung erfuhr; sie gewann geteilt. Wahrscheinlich denkt er dem Vorgehen des Reichsverbandes angeschlossen. Das ist nicht der und Siemens- Schuckert) in das Monopol teilen würden; 5. H. an ein Pseudo- Monopol, das den Konsumenten all! Die sozialdemokratische Presse ist völlig mit der Haltung einverstanden, die die sozialdemokratischen Mitglieder der Budgetwenig nutzen würde. mmission des Reichstages gegenüber der Forderung des Kriegsministeriums eingenommen haben. anderen Wahlkreisen. Bei der Nationalratsersagwahl im Berner Jura erhielt unser Genosse Ryser die schöne Stimmenzahl von 4424, unterlag damit aber seinem liberalen Gegner, der mit 4510 Stimmen gewählt wurde. " Der Wert der Auslassungen Rathenaus liegt in ganz anderer Richtung. Rathenau hat in der Unterredung die Erfreulich ist die Verwerfung des reaktionär- mittel-( bereits an anderer Stelle des„ Vorwärts" vertretene) Aufständischen Gewerbegeſetzes im Kanton Bern mit 47 347 gegen fassung selbst bestätigt, daß es der A. E. G. nicht so sehr Der Konflikt in der Handelshochschule. 39 570 Stimmen und auch die des Jagdgesezes mit 61 482 auf die Stromerzeugung als auf die ProDie AeItesten der Kaufmannschaft haben weitere gegen 26 127 Stimmen. Die sozialdemokratische Partei hatte duktion und den Absah von elektrotechnischen Berhandlungen bis zur Einstellung des Studentenstreits abgelehnt. die Parole für die Verwerfung beider Gesetze ausgegeben und Maschinen, Apparaten und Massenkonsumartikeln anDas Dozentenkollegium antwortet darauf in einem damit nun Erfolg gehabt. Schreiben, worin es bedauert, daß durch die Haltung der Aeltesten tommt. Auch die zahlreichen Gründungen von ElektrizitätsIn der Stadt Genf wurden bei den zum erstenmal nach dem werken nimmt die A. E. G. nur deshalb vor, um sich teiner der Streitpunkte beseitigt worden sei, die zu dem Ausbruch des Studentenstreiks geführt haben, wodurch ihm jede Möglichkeit Proporz vorgenommenen Gemeindewahlen zehn Sozialdemofeste Abnehmer für elektrotechnische Erzeugnisse zu schaffen. genommen werde, an der Beilegung des Streits mitzuwirken. Bei fraten, 17 Demokraten( Katholiken), ein Radikaler und vier Unfortdauer dieser Lage würde nur übrig bleiben, das Ein- abhängige gewählt; in der Gemeinde Carouge ergab die Wahl greifen der Aufsichtsbehörde zu erbitten. zwei Sozialdemokraten, sieben Radikale, je vier Unabhängige und Jungradikale sowie einen Demokraten. Hansabund. Am 19. Mai soll unter Vorsitz des Präsidenten des Hansafundes, Herrn Geheimrat Professor Dr. Rießer, eine Sihung des Direktoriums des Hansabundes stattfinden. Auf der Tagesordnung tehen unter anderem Referate über die Entwickelung des Hansabundes in den fünf Jahren seines Bestehens, über die Verstärkung des Einflusses von Gewerbe, Handel und Industrie im Reichstag, Berichte über die Gewerbeordnungsnovelle, den Jugendschutzgeset entwurf, die Novelle zum preußischen Stommunalabgabengefeß- Enturf und den lückenlosen Zolltarif". Ferner soll über allerlei ormatien beraten werden über Zuwahlen zum Direktorium nd Gesamtausschuß, Abhaltung einer Hansawoche usw. Referenten find die Geschäftsführer des Hansabundes, Assessor Dr. Kleefeld und Abgeordneter v. Richthofen, ferner Dr. Stresemann und Obermeister Knieft. Wieder eine Soldatentragödie. Aus der Partei. Aus den Organisationen. Die Stromlieferungsverträge von Ueberlandzentralen, die die . E. G. errichtet, enthalten z. B. sehr oft die Klausel, daß die Stromabnehmer ihre elektrotechnischen Artikel durch die Zentrale, d. h. also von der A. E. G. beziehen müssen. Die Durchsetzung dieser Bindung fällt den Ueberlandzentralen um so leichter, als diese ja meist das Monopol für die Stromlieferung innerhalb eines Streises von dem betreffenden Kommunalbezirk erhalten haben. Die Schaffung eines staatlichen Monopols würde die Stellung der A. E. 6. als Produzent von Maschinen usw. natürlich nur noch befestigen. Daher also die monopolfreundliche Haltung Rathenaus, die auf den ersten Augenblick ebenso verblüffen fönnte, wie der Schrei der Post" nach einem Elektrizitätsmonopol, den wir kürzlich ( an anderer Stelle des Vorwärts") auf die wahren Absichten " 7 Am Sonntag, den 3. Mai, tagte in Bromberg im Arbeiter Rafino die Kreisgeneralversammlung, die erste seit der am 1. Juli 1913 erfolgten Durchführung der Kreisorganisation. Beschickt war dieselbe durch 25 Delegierte, darunter 4 Genossinnen. Aus dem Geschäfts- und Staffenbericht geht hervor, daß die Organisation hin untersuchten. weitere erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Der Kreisverein zählt Ein neues Antitrustgeset. Nach einer Unterredung mit dem 272 Mitglieder, darunter 34 weibliche, in drei Drtsvereinen, von denen an Beiträgen in der Berichtszeit 697 M. eingegangen sind. Präsidenten Wilson teilte Underwood, der Führer der Mehrheit des Die Einnahme und Ausgabe schließt mit 1518,63 m. ab bei einem amerikanischen Repräsentantenhauses, mit, daß eine Verständigung Am 2. Mai morgens wurde in der Senne bei Detmold die Kassenbestand von 61,21 M. 3weds Agitation wurden verbreitet über die Einbringung eines, umfassenden Antitrust geseges Reiche des Musketiers Wallmeier von der 10. Stompagnie des 60 100 Flugblätter, 2800 Broschüren und 11 700 Kalender. Ber- und über die Bildung einer zwischenstadtlichen Industrie55. Infanterie- Regimentes gefunden. Er hatte sich mit seinem Ge- fammlungen haben 23 Mitglieder, 2 Frauen- und 17 öffentliche tommission erzielt worden sei. Ferner werde ein Gesetz zur deehr erfchoffen. Nach zuverlässigen Mitteilungen hatte er fein Seiten- stattgefunden. gewehr verloren und wurde am 24. April mit dem Befehl ausgeschickt, Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Da sich die Regelung der Ausgabe von Attien und anderen Wertpapieren Das Seitengewehr zu suchen und sich nicht eher wieder sehen zu Neubefegung der Reichstagskandidatur nötig gemacht hat, wurde und, wenn möglich, auch eine Vorlage, betreffend die Gewährung lafen, als bis es gefunden sei. Nach einer Mitteilung ist die Leiche hierfür Genoffe Blendowski- Bromberg einstimmig gewählt. landwirtschaftlicher Stredite, eingebracht werden. in einem Zustande gewesen, die vermuten läßt, daß der Unglückliche Ferner wurden erledigt die Delegiertenwahlen zum Parteitag in ibn die Berzweiflung übermannt haben. lagelang umherirrte, fein Seitengewehr zu suchen. Schließlich wird Würzburg und zum Provinzial- Parteitag in Bosen. 90190 Eine amtliche Erklärung des Falles ist nicht gegeben. Der mexikanische Konflikt. Zapata gegen Huerta. Veracruz, 5. Mai. In einem Aufruf, der von Bapata am 1. Mai unterzeichnet und gestern veröffentlicht burde, wird bekanntgegeben, daß die Insurgenten des Südens heute die Stadt Meriko angreifen und über Huerta nud General Blanquet das Todesurteil aussprechen wollen. Durch diesen Aufruf wird die Meldung widerlegt, daß Zapata und Huerta zusammenwirkten und Zapata auf Veracruz marschiere. General Funst on ließ heute Feldgeschütze landen, nach dent er erfahren hatte, daß die merikanischen Bundestruppen bon der Hauptstadt aus Artillerie gegen Veracruz borführen, die vermutlich für den General Maas in Soledad bestimmt ist. Konferenz der thüringischen Bildungsausschüsse. Letzte Nachrichten. Im Volkshause zu Jena tagte am Sonntag die jährlich im Frühjahr stattfindende Konferenz der thüringischen Bildungsausschüsse, Die Vorgänge in der russischen Duma. die von 48 Genossen besucht war. Den Bericht über die BildungsPetersburg, 5. Mai. Nach Wiederaufnahme der Sizung arbeit im legten Jahre erstattete der Vorsitzende des Bezirksbildungs- weigerte sich der auf Grund der Abstimmung des Hauses ausschusses Genosse Brager, der bemängelte, daß die einzelnen Ausschüsse doch nicht in genügender Weise auf die Anregungen des Be- ausgeschlossene Sozialist Tschenkeli wiederum, der Auffordezirksbildungsausschusses reagiert hätten. Ferner fehle bei manchen rung zum Verlassen des Saales Folge zu leisten, worauf der Ausschüssen noch die nötige Stlarheit über das Wesen der prole- Präsident die Situng unterbrach und der Quästor die Wache tarischen Bildungsbestrebungen, ein Moment, das hier und dort zu holen ließ, bei deren Erscheinen Tschenkeli feinen Platz mit einer zu starten Betonung der fünstlerischen und unterhaltenden der Erklärung räumte, daß er der Gewalt weiche. Sodann Beranstaltungen im Gegensatz zu denen belehrender Natur geführt wurden nach persönlichen Auseinandersetzungen noch drei habe. In der sehr regen Diskussion kam zum Ausdruck, daß die Sozialisten für fünfzehn Sizungen ausgeschlossen, zwei fleineren Orte, wenn überhaupt, so doch nur unter großen Schwierig von ihnen mußten durch die Soldaten entfernt werden. Die feiten die Kosten für die Kurse der Wanderlehrer des Zentral- inte fuhr fort zu lärmen, so daß der zweimalige Versuch Die schlechte finanzielle bildungsausschusses aufbringen könnten. Lage der Bezirksbildungsausschüsse sei ein Zustand, der auf des Ministerpräsidenten Goremykin, das Wort zu ergreifen, die Dauer aufrechtzuerhalten kaum wünschenswert sei. Die Streis erfolglos blieb. bildungsausschüsse haben sich im allgemeinen bewährt, doch sei ihre Einrichtung nur dort geboten, wo die geographischen Verhältnisse Minen vor Veracruz. Kleinstaatenelend und die Verkehrszustände ein gedeihliches Nach der Entgegennahme des Berichts von Washington, 5. Mai. Das Kriegsdepartement hat aus Bera Arbeiten ermöglichen. truz die Meldung erhalten, die merikanischen Bundes- der Konferenz der Bezirksbildungsausschüsse in Berlin, den eben truppen hätten an die Bahnlinie von Veracruz nach Merito falls Genosse Prager erstattete in der Debatte wurde haupts Abgeordneten verließen den Saal bei dem erneuten Ererörtert und der Minen gelegt, um die 3erstörung der Linie vor zubereiten für den Fall, daß die Amerikaner versuchen würden, den Marich auf Megilo zu unternehmen. Oesterreich. Die Aftion gegen den Absolutismus. Wien, 4. Mai. Die vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Sylvester, auf Wunsch der Parteien einberufene Ob männertonferenz zwecks Aussprache über die Wiedereinberu-| fung des Abgeordnetenhauses trat nachmittags in An-| wesenheit des Ministerpräsidenten und des Finanzministers zu-| jammen. Die Redner sämtlicher Parteien sprachen ihren dringenden Wunsch nach Herbeiführung berfassungsmäßiger 3u| tände aus. Die tschechischen Agrarier, die Tschechisch- Radikalen V " Der Präsident der Duma schlug vor, zwei weitere Gruppen von Abgeordneten der äußersten Linken von fünfzehn Situngen auszuschließen. Der Antrag wurde angeAbgeordneten erfolgten. Die mit dem Ausschluß bedachten nommen, so daß im ganzen sechzehn Ausschließungen von Endlich konnte der Ministerpräsident daß der Bezirk bald einen Lichtbilderapparat bekomme hielt noch Genosse Hennig Leipzig einen Vortrag über Grund- die Tribüne betreten und eine furze Rede halten, in der er fägliches und Praktisches zur Bibliothelsfrage". In der Diskussion die Duma begrüßte, und bat, diese Begrüßung mit dem über das gehaltvolle Referat wurde von verschiedenen Seiten der gleichen Wohlwollen entgegenzunehmen, mit dem er die durch Wunsch ausgesprochen, daß der Zentralbildungsausschuß diefe außer die Duma an ihn gerichtete Begrüßung entgegengenommen ordentlich wichtige Angelegenheit nach Sträften fördern möge. Als Vorort des Bezirks wurde wiederum Erfurt gewählt; bort habe.( Beifall im Zentrum und auf der Rechten.) findet auch die nächstjährige Konferenz statt. Aus Industrie und Handel. Budapest, Tersstiansti, verweigert, froßdem das Bezirksgericht zuKontingentierung der Mehlerzeugung. Die Auch eine militaristische Anmaßung. Budapest, 5. Mai. Zwischen der hiesigen Militärbehörde und dem Budapester Magistrat ist wegen Benußung der Gemeindewiesen in Ofen ein Konflikt ausgebrochen. Der Korpskommandant von gunsten der Stadt Budapest entschieden hat, dem Publikum den Uebergang über die Wiese und läßt die dort aufgestellten Militärwachen nicht einziehen. Man ist allgemein auf den Ausgang dieser Affäre, welche eine Störung des guten Verhältnisses zwischen Bürgerschaft und Garnison befürchten läßt, sehr gespannt. und die Deutschen beharrten auf ihren bisherigen Forderungen. Jedes Gewerbe, das mit seinen Profiten nicht zufrieden Rinisterpräsident Graf Stürgth erklärte, die Regierung fnüpfe ist, schreit neuerdings nach staatlicher Alimentierung. So die Wiedereinberufung des Hauses an gewisse praktische Vorberei- meldet sich jetzt auch der Verband deutscher Müller und fordert tungen, welche von den Parteien und der Regierung gemeinschaft- die staatliche Zwangsbeschränkung der Mehlerzeugung. Aehnich zutreffen seien und mit einiger Aussicht auf Wahrscheinlichkeit lich wie das Branntweingeset es vorsieht, soll alles über eine Die Explosion am Panamakanal. eine eriprießliche Tätigkeit des Hauses erwarten ließen. Der bestimmte Menge èrzeugte Mehl besteuert werden. Panama, 5. Mai. Die Explosion in dem Dynamitmagazin der Folge einer solchen Maßnahme würde natürlich sein, daß der wurde durch einen Waldbrand herbeigeführt, der auf das Gebäude Barlamentsfeindlichkeit und erklärte, der Regierung fönne es doch Breis des gesamten tonfumierten Mehls noch um den Betrag nicht darum zu tun sein, lediglich eine Art Rechtfertigung dafür, dieser Steuer steigen würde. Nun ist heute schon das Mülleres übergriff. Die meisten der Getöteten sind Feuerwehrleute, daß das Haus jetzt nicht tagt, dadurch zu gewinnen, daß sie es gewerbe dadurch geschützt, daß auf die Einfuhr von Mehl ein Ein brennendes Schiff auf hoher See. ohne Aussicht auf Ersprießlichkeit der Beratungen zusammenberufe. 3oII von 10,30 m. erhoben wird. Die Einfuhr von Mehl Halifax,( Neufchottland), 5. Mai. Der Dampfer„ Sehdliz" hat Bräsident Sylvester stellte fest, daß sich sämtliche Redner für die ist denn auch verschwindend gering, während der Umfang der Biederherstellung parlamentarischer, verfassungsmäßiger Zustände Ausfuhr eine bedeutende Höhe hat. Gewiß leiden die Mehl einer von ihm abgesandten drahtlosen Meldung zufolge 150 Meilen ausgesprochen hätten, und daß von den Tschechen und den Deutschen fabriken besonders in einzelnen Grenzgebieten darunter, daß südsüdöstlich von Sable- Island einen Dampfer brennend angetroffen. der Wunsch geäußert worden sei, daß die an dem deutsch- tschechischen ihnen durch das Einfuhrscheinsystem Getreide entzogen wird, Der Name des Schiffes ist unbekannt. Das Marinedepartement Ausgleich beteiligten Parteien wieder zu einer Konferenz ein- während die Einfuhr von Getreide durch die hohen Getreide ist der Ansicht, daß die Passagiere von Schiffen, die teine Einrichberufen würden. Der Präsident sei bereit, an die Einberufung zölle gehindert wird. Aber es ist selbstverständlich, daß eine tung für drahtlose Telegraphie besigen, aufgenommen worden sind, einer solchen Konferenz zu schreiten, und erhoffe einen gedeihlichen Besserung dieser Verhältnisse nur dadurch erzielt werden darf, und daß diese bei der ersten sich ihnen bietenden Gelegenheit Mel. daß das Getreideeinfuhrscheinsystem beseitigt und die Getreide- dungen senden werden. Erfolg. Im Passage- Kaufhaus W. Wertheim G. m. b. H. Friedrichstr. = 110-112= 02 Konkursmassen- Ausverkauf in allen Abteilungen. Ermässigung 20 bis 50 Prozent. Verkauf: 9-1 Uhr und 3-8 Uhr, Sonnabends bis 9 Uhr. Für das photographische Atelier werden Aufträge nicht mehr angenommen! Der Konkursverwalter Vom 3. bis 9. Mai 1914 werde ich in Berlin, Hotel Prinz Heinrich, Dorotheenstr. 22, anwesend sein, um künstliche Augen direkt nach der Natur für Patienten anzufertigen und einzupassen. 210/ 7* F. Ad. Müller, Augenkünstler aus Wiesbaden. Mittwoch, den 6. Mai 1914. Anfang 5 Uhr. Passage Theater. 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Da ist auch wohl die Wohnung des abgehärmten, zarten Mädchens, das jetzt inmitten des Glanzes und der Lebenslust von Tisch zu Tisch geht und seine Ware anbietet. Es schaut in lachende, fröhliche Gesichter, sieht gedeckte Tische, volle Gläser. Ob sich ihm wohl das Herz frampft, wenn es daheim der Angehörigen gedenkt, von denen vielleicht der Vater, die Mutter frank sind? Und alle warten der Pfennige, die die Schwester aus dem Zündholzverkauf gewonnen, um dafür Brot zu faufen und den Hunger zu stillen! Es war ziemlich spät, als ich mich erhob, um nach Hause zu gehen. Menschen waren inzwischen gegangen und gekommen und das Bild war dasselbe geblieben. Ueberall Freude, Lachen, Lebenslust... Als ich in meiner Falle" lag, summten mir noch die Walzermelodien im Ohre nach. Dazwischen aber klang eine dünne, feine Stimme:„ Kaufen Sie Zündhölzer?". Großstadtleben! Wenn erst einmal die Befreiung der B. E. W. aus der Umflammerung durch die Allgemeinen Elektrizitätswerke glüdlich durchdurchgeführt ist, was, wie wir schon dargelegt haben, nur auf dem Wege der reinen Verstadtlichung des ganzen Werkes geschehen kann, dann geht es an die Ausgestaltung des künftigen Betriebs. Herr von Tyska hat im„ Berliner Tageblatt" vom 30. April d. J. die Behauptung aufgestellt, daß die Zukunft einer rationellen Elektrizitätsversorgung von Berlin mit der Verlegung der Produktionsstätten in die Nähe der Braunkohlenlager von Bitterfeld stehe oder falle. Hätte er sich die Mühe genommen, vor- Kenntnis, daß die Kaſſengeſchäfte bis auf weiteres von unserem her das Werk von Prof. Klingenberg, der ein Direktor der A. É. G., zweiten Kassierer Georg Felsmann, Oranienſtr. 180, erledigt werden. Neukölln. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am also ganz gewiß ein unbefangener Urteiler ist, über die Elektrizitätsversorgung großer Städte durchzulesen, so würde er wissen, Hermannstr. 49, statt. Auf der Tagesordnung steht: Geschäfts- und Dienstag, den 19. Mai cr., abends 8%, Uhr, im Lokal von Bartsch, Gegen den Oberbürgermeister Wermuth daß diese Behauptung nach dem heutigen Stande der Technik un- Stafienbericht. Neuwahl des Vorstandes. Stellungnahme zur Kreis- richtet die Freisimmige Zeitung" in ihrer Nummer vom 5. Mai haltbar ist. Auch Stadtverordneter Dr. Levy hat in einer sehr Generalversammlung: a) Anträge zur Kreis- Generalversammlung; einen heftigen Angriff. In einer„ Oberbürgermeister Wermuth und jachkundigen und gewissenhaften Abhandlung in der„ Voffischen b) Anträge zur Verbands. Generalversammlung. Anträge und Ver- der Waldanfauf" überschriebenen Notiz heißt es: Zeitung" dargelegt, daß unter den heutigen Verhältnissen und schiedenes. namentlich bei einer Verdichtung des Berliner Elektrizitätskonsums Wir machen darauf aufmerksam, daß Anträge zur Generalnoch auf lange Zeit hinaus die Erzeugung in den hiesigen Werken versammlung bis zum 11. Mai im Bureau des Wahlvereins einder Fernversorgung von Bitterfeld aus technisch und wirtschaftlich gereicht sein müſſen. überlegen oder wenigstens gleichwertig sei. Run kann man natürlich der Meinung sein, die Zukunft werde uns so viele technische Verbesserungen bringen, daß sogar die Versorgung eines so dicht besiedelten und verhältnismäßig so großen Gebiets wie Berlin mit elektrischer Energie aus eigenen Produktionsanlagen unrationell werden würde. Wir wollen uns diese Ansicht des Arguments wegen auch zu eigen machen. Wenn die Erzeugung elektrischer Energie in Berlin selbst unrationell wird, die maschinellen Anlagen der B. E. W. veraltet sind, dann kann Berlin entweder selbst seine Betriebe nach außen verlegen oder aber Anschluß an eine bestehende oder zu gründende Fernzentrale suchen. Eine der dabei in Rechnung zu stellenden Varianten nicht etwa, wie das B. T." glauben machen will: die einzige Möglichkeit wäre die Errichtung eines Fernwerks bei Bitterfeld. Nun liegen die Dinge dort so, daß niemand bei Bitterfeld ein Wert schaffen kann, der nicht Berlin als Konsumenten hat. Der alte Geheimrat Rathenau soll in den Verhandlungen mit den städtischen Behörden die Behauptung gewagt haben, er werde das Bitterfelder Werk errichten und von dort aus das ganze Königreich Sachsen wie große Teile von Mitteldeutschland bis nach Braunschweig hin mit elektrischer Energie versorgen, die Verträge habe er schon in der Tasche und wenn Berlin noch etwas von dem billigen Segen abbekommen wolle, dann müsse es sich sehr beeilen. Das war ein Bluff. Die sächsische Regierung hat dafür gesorgt, daß Sachsens Städte nicht in die Abhängigkeit von einem privaten oder gemischten Unternehmen zu kommen brauchen. Die mitteldeutschen Orte denten nicht daran, der A. E. G. ein Monopol einzuräumen. Was dann noch übrig bliebe, das reicht auch nicht annähernd aus, um ein wirklich erstklassiges Fernwerk lebensfähig zu erhalten. Dieses steht und fällt mit der Berliner Kundschaft. Es verhält sich also ungefähr umgekehrt, wie Herr von Tyska den Lesern des B. T." dargelegt hat. gefehrt. Heute abend ist bei Bartsch, Hermannstr. 49, die Versammlung der Jugendsektion. Genosse May Schütte hält einen Vortrag über Die Entwicklung unserer Erde". Die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 Jahre werden gebeten, an dieser Versammlung zahlreich teilzunehmen. Berliner Nachrichten. Kaufen Sie Zündhölzer?... Großstadtleben... Ein unabsehbarer Menschenstrom windet sich durch die Straßen. Straßenbahnwagen, einer nach dem andern, fahren vorbei und ihr immerwährendes Läuten durchzittert die Luft. Dazwischen surrt das eigentümliche Geräusch der Automobile und lärmende Signalhupen fordern für sie rücksichtslos Raum. Ein Schußmann zu Pferde überragt das Ganze. Kalt und nüchtern scheint er mit dem Pferde verwachsen und sein stummes Handzeichen bedeutet den Droschken, Autos und Straßenbahnen„ Halt!" oder Vorwärts!", und geduldig wartet dazwischen das Publikum, bis ihm freie Bahn wird. Es ist um die achte Abendstunde und kurz vor Ladenschluß. Im Scheine ungezählter elektrischer Bogenlampen tummile ich mich inmitten der Menge und laß gemächlich die reichen Schaufensterauslagen an meinem Auge vorübergleiten. Geschäftig eilen noch vielfach Personen den Warenhäusern mit den hohen, dichtaneinander gelegenen Schaufenstern zu, um einzukaufen und so des Lebens Bedürfnisse für den nächsten Tag zu befriedigen. Inzwischen bin ich vor dem Eingang eines großen Cafés angelangt. Ein Blick in den Vorraum überzeugt mich von dem vornehmen Charakter" des Lokals und von innen her flingt eine hübiche, leichte Walzermelodie an mein Ohr. Ich trete ein und bin auch bald von der Bracht des Raumes geblendet. In mattem Weiß ist der große Saal gehalten und nur schlichte Goldleisten beleben den ruhigen Stil des Ganzen. Um den Balkon, der den Saal einfaßt, sind Hunderte elektrischer Birnen angebracht und vermengen ihr reiches Licht mit dem des großen Kronleuchters, der schwer ganz in Glasimitation, von der Decke und wuchtig, herabhängt. Etwas dunkel ist das Verhalten, das der Berliner Ober bürgermeister in der Frage des Ankaufs der Wälder durch den 3wedverband gezeigt hat. Im Verbandsausschuß hat Herr Wer muth für den Ankauf unter den zuletzt vereinbarten Be dingungen gestimmt und sich mit den übrigen Ausschuß mitgliedern verpflichtet, im Kreise seiner Gemeinde fir die Annahme der Vorlage durch die die Verbandsversamm lung zu wirken. Nichtsdestoweniger entwickelte er in der Folge eine eifrige Tätigkeit, um den Beschlüssen des Ausschusses Schwierigkeiten zu bereiten. Bekanntlich widmet Herr Wermuth feit Uebernahme des Berliner Oberbürgermeisteramts der Presse feine ganz besondere Aufmerksamkeit, ja, soweit wir unterrichtet sind, ist die Preßbearbeitung das einzige Spezialdezernat, das Herr Wermuth inne hat. So hat er denn in die ihm ergebenen und von ihm mit Informationen gespeisten Blätter Artikel über Artikel gegen die unter seinem Vorsitz und mit feiner Zustimmung angenommene Vorlage des Verbandsausschusses lanciert. Danebenher ging eine Bearbeitung der Berliner Mitglieder der Verbandsversammlung in gleichem Sinne. Ein Teil der letzteren entschloß sich denn auch, sowohl in der eingesetzten Subkommission wie im Plenum einen Antrag einzubringen, der auf eine Verschleppung der ganzen Angelegenheit hinauslief. Die Sozialdemokraten, die ja die eigentliche Kerntruppe der Wermuthschen Rathaus. politik bilden, hatten sich ihrem Herrn und Meister so blind. lings auvertraut, daß sie schließlich auf die Heiligkeit einer Kabinettsorder mit der Inbrunst eines Fanatikers schworen. Herr Wermuth selbst aber enthielt sich bei dem Verder schleppungsantrag, der Geist von seinem Geiste war Stimme und trennte sich bei der entscheidenden Abstimmung ganz von seinen Getreuen, indem er für die Beschlüsse des Ausschusses stimmte. Herr Wermuth hat ja sein Lebelang große Virtuosität darin besessen, sich richtig zu legen", und wir können es ihm nachfühlen, daß er sich ungern in eine so fleine Minorität drängen lassen wollte, wie sie schließlich am Sonnabend gegen die Ausschußanträge vorhanden war. Wir meinen aber, wer eine derartige Agitation gegen eine Sache entfaltet, wie wir sie in den verflosse nen Wochen von dem Berliner Oberbürgermeister erlebt haben, wver vermeintlich fo gewichtige Bedenken hat, wie sie von dem felben Manne am Sonnabend vorgetragen sind, der darf nicht schließlich für diese Sache stimmen ,. indem er sich nur für die Zu funft noch ein Hintertürchen aufmacht. Herrn Wermuths Getreue mögen vielleicht jest mit geheimnisvollen Augenzwinkern versichern, daß ihr Meister eine besonders feine Politik verfolge; wir find aber überzeugt, daß die große Mehrzahl der Berliner Bürger schaft für solche Diplomatenfünfte kein Verständnis empfindet, vielmehr von dem ersten Beamten der Stadt eine flare Haltung erwartet." 31 Personen mehr. Das nächtliche Obdach wurde während des April von Gesetzt, die A. E. G. baue das Fernwert in Bitterfeld dennoch in der Erwartung, daß infolge der allmählich stärker werden den Veraltung der maschinellen Einrichtungen der B. G. W. die Stadt auf Strombezug von auswärts sinnen und ihr dann mit Anerbietungen„ kommen" müsse: dann würden die intelligenten Leiter der A. E. G. zum erstenmal in ihrem Leben einen wirklich entscheidenden Spekulationsfehler machen. Sie denken deshalb auch So niedrig bekämpft der offensichtlich von freisinigen Stadträten gar nicht daran, das Werk zu bauen. Sie wissen ganz genau, daß es teine Kunst ist, in Bitterfeld elektrische Energie zu machen, Troß der frühen Abendstunde ist das große Lokal voll- und Stadtvätern gespeiste Artikel der Freijinnigen Zeitung" den sondern sie vorteilhaft abzusehen. Mit anderen Worten: Berlin besetzt und es hält schwer, daß ich auf dem Balkon einen mur Oberbürgermeister, weil er nicht vollkommen nach der Pfeife der mit seinem gewaltigen und höchft entwickelungsfähigen Konsum halbwegs angenehmen Plaz erwische. Ein Herr und zwei Grundstücksspetulanten in Sachen des Waldkaufes tanzte. Vielleicht wäre in der Lage, den Bitterfelder Werken jederzeif die Be- Damen bilden mein Gegenüber und bald ist eine kleine Unter- ist es nicht ganz überflüssig, gegenüber dem auf geistig recht minderdingungen für die Stromlieferung vorzuschreiben, nicht um- haltung angefnüpft... Ein vorzüglich geschultes Orchester wertige Lejer berechneten Artikel zu betonen, daß Wermuth gegen läßt seine Weisen erflingen, und mir bietet sich inzwischen die Stimmen der Sozialdemokratie zum Oberbürgermeister gewählt Selbstredend lassen sich die Sozialdemokraten lediglich von Wollte sich Berlin im jetzigen Stadium der Dinge auf die Er- Gelegenheit, ein wenig umzuschauen. Von meinem Platz aus ist. richtung einer gemischten wirtschaftlichen Unternehmung mit der kann ich das Leben und Treiben unter mir im Saale be- fachlichen Gründen leiten und haben ebenso wie die doppelte Anzahl A. E. G. zusammen einlassen, dann würde die Stadt der privaten trachten und dem ewigen Gehen und Kommen zusehen. bürgerlicher Abgeordneter, die gegen den Waldlauf stimunten, Gesellschaft lediglich die Kapitalsbeschaffung erleichtern und ihr Ueberall vergnügte Gesichter, heiteres Lachen und Lebens- allerdings bedauert, den Oberbürgermeister bei seiner Schlußtas Lieferungsmonopol gewährleisten, gerade jenes Monopol, das lust.. abstimmung im Gefolge der Haberland, Fischbeck, Cassel und Genossen bicher die Entwickelung der B. E. W. gehemmt und das gewerbliche Einige Tische von mir sizt ein behäbiges älteres Ehe- zu sehen. Leben von Berlin beinahe unheilbar geschädigt hat. Alle Vorteile paar. Der Mann, ein angehender Sechziger, läßt bequem Aus der Elendsstatistik. jener freien Stellung, die der Vertrag mit den B. E. W. glück- und sicher den Rauch seiner schweren Zigarre zwischen den Am 1. Mai befanden sich im städtischen Familienobdach licherweise der Stadt sichert, wären mit einem Schlage hinfällig. Zähnen entweichen und sieht gemütlich lächelnd dem Treiben 239 Personen, und zwar 31 Familien mit zusammen Taß mit dem allgemeinen Hinweis auf die Vorteile der Fern- um sich her zu. Die Gattin, wohl einige Jahre jünger als ihr 111 Köpfen( darunter 45 Kinder und 12 Säuglinge) und versorgung von Bitterfeld aus die Erichtung einer„ Gemischt- wirt- Mann, schaut schon längere Zeit auf einen Tisch, an dem ein 128 Einzelpersonen. Der Gesammtbestand betrug am 1. April schaftlichen Unternehmung", d. h. also die Preisgabe der städtischen junger Mann mit einem jungen Mädchen Plaz genommen. Unabhängigkeit, nicht gerechtfertigt werden kann, hat wohl auch Sie flirrten sich ungeniert mit ihren Augen an und aus ihren Dr. von Tyska eingeschen, der sich deshalb bemüht, noch ein paar Blicken ersieht man, daß sie wohl zum ersten Male die Wonnen 91 277 Männern und 1055 Frauen besucht. Der Tag des andere„ Gründe". anzuführen. Er sagt:„ Nur in zwei Punkten ist dieses Lebens genießen... Die Frau verzicht mißmutig der städtische Betrieb dem privaten nicht gewachsen, aber gerade die Miene und tuschelt ihrem Manne einige Worte zu. Auch geringsten Besuches war der 29. April mit 2651 Personen, diese sind hier von ausschlaggebender Bedeutung: In der Akquier wendet daraufhin den Kopf. Doch nur einen Augenblick. Der des stärksten Besuches der 10. April mit 3528 Personen. fition und der Tarifpolitit". Ein klein wenig Nachdenken Ueberlegen lächelnd hört er die erneuten Worte seiner Gebadet haben in den Brausebädern täglich durchschnittlich 669 Personen. Wannenbäder wurden während des ganzen hätte den Verfasser dieser fühnen Zeilen vor ihrer Veröffentlichung Alten" und murmelt etwas in den Bart. Ob er vergangener Monats an 564 Männer und 516 Frauen verabreicht. und damit vor seiner Blamage bewahren können: Bisher war ja Jugendtage gedenkt?. die Verwaltung der B. E. W.( wenn auch die Verfassung des Werkes Und überall ähnliche Bilder, Szenen, und doch wieder Das nunmehr fertiggestellte Straßenbahnverbindungsstück durch der einer gemischten wirtschaftlichen Unternehmung schon recht nahe anders. Ich schaue in das Treiben hinein, lache, frage und die Lutherstraße wird am 6. Mai in Betrieb genomiten und fommt), eine private Verwaltung, die in Ansehung der Atquisition erzähle mit und mir vergeht die Zeit, als ob sie dahingeflogen. durch die Linien 43, 50 und M befahren. Vom gleichen Tage ab und der Tarifpolitit so gut wie ganz freie Hand hatte. Was haben Immer rauschender wird die Musik, immer lebhafter der wird Linie 34 nach Wilmersdorf( Wilhelmsane) verlängert, Linie 85 Schöneberg( Militärbahnhof) bis Halensee( Ringbahnhof) neu ein wir denn aber erleben müssen? Hat nicht gerade die private Ge- Beifall und nur Leben, Leben scheint die Losung. sellschaft in diesen Punkten völlig verjagt? Will ein Mensch Blöglich faßt mich jemand leise an die Schulter, und als gerichtet und Linie D in bereits bekanntgegebener Weise gegabelt. Das Gerücht von einem Morde war gestern früh im Nordent aufstehen und behaupten, daß auch nur ein einziges der großen ich mich umschaue, fragt eine dünne Stimme:„ Kaufen Sie Der in der Badstraße 62 wohnende Zigarrenstädtischen Elektrizitätswerke in Deutschland eine Rückständigkeit in Zündhölzer?. Ein schmales, zartes Mädchen, im zer- Berlins verbreitet. der Kundenakquisition und namentlich in der Tarifpolitik aufweise, schlissenen, abgetragenen Rock, vielleicht zehn Jahre alt, steht händler Otto Friedrich sollte in seinem Laden das Opfer eines die auch nur entfernt mit der der B. E. W. zu vergleichen wäre? vor mir und hält ein Körbchen mit Zündhölzern vor sich in Raubmordes geworden sein. Wie die ärztliche Untersuchung ergab, Gerade die traurigen Erfahrungen in Berlin sprechen gegen der Rechten. Bittend hebt sie ihre Augen und eindringlicher war F. jedoch einem Herzschlage erlegen. den privaten Betrieb der Elektrizitätswerke. Sie sprechen so vor- noch als der Mund wiederholt der Blick den Wunsch. In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag soll nehmlich dagegen, daß auch Herr von Tyska nicht wagt, ihn für die Mir ist die Stimmung vergangen. Meine Gedanken endlich über die Einführung des Genossen Hetzschold als Zukunft zu empfehlen. Er gesteht vielmehr zu:„ Die Verstadt schweifen ab von diesen Stätten der Freude und Lebenslust Stadtverordneten Beschluß gefaßt werden. Voraussichtlich lichung bietet viele Vorteile, die so offensichtlich sind, daß sie einzeln und ich finde mich mit ihnen weit, weit ab wieder. Vor mir wird eine namentliche Abstimmung herbeigeführt werden. gar nicht aufgeführt zu werden brauchen." Dieser Sah erinnert in malen sich jene Stadtteile, die draußen an der Peripherie der Zwei Personen im Müggelsee ertrunken. einer fatalen Weise an die Methoden mancher Gerichte, die die Stadt liegen und wo fable, nüchterne Straßen sich in der ihnen unbequemen Nachweise mit der Redensart aus der Erörte- Länge und Breite schneiden. Mietkasernen an Miet- Der Rudersport auf dem Müggelfee hat wieder zwei Menschenrung ausscheiden, sie würden als wahr unterstellt". Angesichts der Kasernen, mit Vor- und Hinterhäusern, reihen sich hier leben gefordert. In der Nähe von Rübezahl wurde ein mit zwei Haltung des Berliner Kommunalfreisinns ist es im Gegenteil sehr aneinander und enge, schmußige Höfe find der Ausblick, in jungen Leuten besetztes Ruderboot dadurch zum Kentern gebracht, notwendig, die Vorteile der Verstadtlichung nicht ein- den die Bewohner schauen und auf denen blasse Kinder daß die Insassen das Fahrzeug falsch leiteten und längs in den mal, sondern unabläßlich und sehr im einzelnen auch aufzuführen. Spielen. Reine Kapelle läßt hier ihre Tanzweisen erschallen. Wellenschlag eines vorüberfahrenden Dampfers führten. Denn sonst findet sich am entscheidenden Tage im Rathausjaal eine Nur dann und wann erscheint ein Staliener", und wenn er Ruderer suchten sich an dem umgeschlagenen Boot anzuklammern, Sie gingen unter Mehrheit zusammen, die diese Vorteile auch als wahr unterstellt" seiner gebrechlichen Orgel quietschende, herzzerreißende Töne doch war es bald mit ihren Kräften zu Ende. und dann der A. E. G. ein neues Monopol auf unabsehbare Zeit entlodt, dann öffnen sich trotzdem die Fenster und die und kamen nicht mehr an die Oberfläche zurück. Die Leichen der hinaus in den Schoß wirft, die Elektrizitätsversorgung der Reichs- Menschen find frob... beiden Ertrunkenen vermochte man bisher nicht zu bergen. " Beide Statisten der„ Kontinentalen Kunstfilm- Gesellschaft". Die drei zusammengebundenen Leichen der Ehefrau des Monteurs I teuersten Stoffe. Mit der schweren Beute, die fie in einem großen Etiva 200 Arbeitslose, die für die„ Kontinentale Kunstfilm- Beldicke und ihrer beiden Kinder wurden gestern mittag im West- Wäschekorb verpackten, verließen die Einbrecher dann durch den Gesellschaft"( Berlin, Friedrichstraße 235) von einem Agenten durch Hafen des Teltowkanals bei Briz geborgen. Die Fran hatte sich vor zweiten Ausgang nach der Grunewaldstraße den Schauplatz ihrer erfolgreichen Tätigkeit. In der Grunewaldstraße fielen die beiden ... Morgenpost"-Annouce zur Verwendung bei einer Filmaufnahme einigen Tagen mit den Kindern in den Teltowlanal gestürzt. Burschen einer Dame auf, doch gelang es nicht, die Spizbuben festangeworben waren, erlebten wie wir in Nr. 115 meldeten Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich gestern in der Buch- zunehmen. Die Einbrecher haben auch zwei Jnvalidenkarten, auf eine bittere Enttäuschung. Als nach Anweisung des Agenten die druckerei von Seydel& Cie., Teltower Straße. Der Maschinen die Namen May Klarmeyer und Sellmann lautend, mitgenommen. ganze Schar hoffnungsfreudig jich am 27. April früh um 7 Uhr in meister Alfred Tilgner war damit beschäftigt, Farbe in den Beißensee in der Franz- Josef- Straße einfand, mußte den Leuten Farbfasten einer Zweifarbenmaschine zu tun. Aus einer noch nicht Friedrichshagen. Jesagt werden, daß sie nur wieder nach Hause gehen sollten, weil erwiesenen Ursache geriet er mit dem rechten Ellenbogen in das Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurden die neu- resp. pie Aufnahme infolge Grkianfung einer wichtigen Darstellerin nicht Walzwerk der Maschine und so wurde der ganze Arm bis zur wiedergewählten Gemeindeverordneten, darunter unsere Genossen jtattfinden könne. Vergeblich forderten die Arbeitslosen, die den Schulter hineingezogen. Trotz der großen Schmerzen mußte der Miete und Stephan eingeführt. Von dem Verschönerungsveiten Weg nach Weißensee hinausgemacht hatten, von Angestellten verunglückte warten, bis die Maschine zum Teil abmontiert war. berein sind der Gemeinde zwei Steinbänke gestiftet, die auf dem der Firma den ihnen durch den Agenten versprochenen Lohn von Der linglücksfall ist um so bedauerlicher, als der Verunglückte erst Marktplaz Aufstellung gefunden haben. Wie wir schon bei der Etats4. Mark. Dreiundachtzig von ihnen traten zusammen, um durch vor vier Wochen seine Lehrzeit beendet hatte. Ein Krankenwagen beratung mitteilten, hatte Herr Gloede damals den Antrag auf Aufeinen Bevollmächtigten aus ihrer Mitte eine gemeinsame brachte den Schwerverletzten nach dem Krankenhause am Urban, wo hebung der Wertzuwachssteuer gestellt. Der Antrag wurde seinerzeit Lohuilage gegen die Gesellschaft einzureichen. Gestern war in ihm wahrscheinlich der rechte Arm abgenommen werden muß. mit 8 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Inzwischen fanden die ErDieser Sache beim Gewerbegericht Weißensee ein Termin angesetzt, in dem eine Einigung herbeigeführt werden sollte. Die Feuer beim Hofbüchsenmacher Barella. In der dritten Morgen- gänzungswahlen zur Gemeindevertretung statt und nunmehr gelang Sesellschaft erhob durch ihren Vertreter den Einwand, das Gewerbe- stunde wurde die Feuerwehr gestern( Dienstag) nach der Französies Herrn Gloede mit seinen Anhängern den Antrag auf Aufhebung der Wertzuwachssteuer mit 9 gegen 8 Stimmen durchzu gericht Weißensee sei, weil die Gesellschaft ihren Sih in Berlin hat, schen Str. 25/26 gerufen, ivo im Keller des Vorderhauses in dem gar nicht zuständig. Der Vorsitzende fragte, ob etwa die Gesell- Badraum des Hofbüchsenmachers H. Barella Feuer ausgebrochen bringen. Trotzdem der Bürgermeister darauf hinwies, daß der schaft, für die doch die Leute nun einmal angeworben worden seien, war. Es brannten Werkbänke, Kisten und allerhand Verpackungs- eventuelle Beschluß nicht die Genehmigung der vorgesetzten Behörde beim Gewerbegericht Berlin besser wegzukommen hoffe. Der schon materialien. Um an den Brandherd zu gelangen, mußte die Wehr erhalten würde, erklärte Herr Gloede im Brustton der Ueberzeugung, am 27. April von Angestellten der Firma gemachte Versuch, die ent- sich gewaltsam Eintritt in den Keller verschaffen. Die Ablöschung daß man den Antrag erst recht annehmen müsse, um bei der Retäuschten Arbeitslosen mit ihrer Lohnforderung an den Agenten des Feuers wurde mit einer Schlauchleitung durchgeführt. Ein gierung energisch zu protestieren. Genosse Miele wies darauf hin, zu verweisen, wurde vor Gericht wiederholt. Die Firma soll großer eiserner Schrank, in dem Pulvervorräte und Patronen lagerten, daß es recht komisch aussehe, wenn die bürgerlichen Vertreter aus mit dem Agenten( einem Herrn Temmler, Großbeerenstraße 11) hielt dem Feuer stand. Die Ursache des Brandes ist mit Bestimmt diesem Anlaß energisch protestieren, während sie bei anderer Geeinen Pauschalbetrag für die Anwerbung der ihm aufgegebenen heit nicht ermittelt. Es wird vermutet, daß von der Straße aus legenheit, wo die Interessen der Arbeiterschaft in Frage kommen, brennendes Streichholz oder eine Anzahl Statisten vereinbart haben, so daß er selber brennende teilnahmslos beiseite stehen. Mit der Mehrheit stimmten die neuunter Abzug vielleicht ein die Herren Kroker und Buchdruckereieines Profites von dem ihm gezahlten Betrag die anzuwerben Bigarre durch ein Fenster in den Keller versehentlich geworfen gewählten Vertreter, Zum Schluß noch entspann sich eine den Leute hätte bezahlen müssen. Es gibt andere Filmfirmen, bei worden ist. Nach anderthalbstündiger Tätigkeit konnte die Wehr besitzer Noster. eventuell zu errichtende Hypothekenanstalt. denen es üblich ist, solche Statisten direkt zu bezahlen. Der Gewerbe- wieder abrücken. Fast gleichzeitig brach in der Grünauer Str. 11 Debatte über eine richter ließ auch durch die Bezugnahme auf den Agenten sich nicht im Südosten Berlins in einer Restauration ein Brand aus, der den Die Vertretung hatte vor einiger Zeit infolge der ungünstigen Herr abhalten, den Vertreter der Kontinentalen Stunstfilm- Gesellschaft" Fußboden und einen Teil des Schanktisches erfaßte. Die Gastwirtin, Finanzlage den Antrag auf Errichtung derselben abgelehnt. auf ihre Pflicht zur Schadloshaltung der für sie Angeworbenen die in einer hinter dem Restaurant gelegenen Stube schlief, geriet Gloede beantragte nunmehr eine Kommission zu wählen, die die hinzuweisen. Das einzige Zugeständnis, zu dem die Gesellschaft in Erstidungsgefahr, wurde aber von der Feuerwehr noch recht Vorarbeiten für die Hypothekenanstalt in die Hand nehmen sollte, durch ihren Verteter sich zunächst bereit erklärte, war, daß sie pro zeitig in Sicherheit gebracht. Ein böswiniger Alarm erfolgte in falls die Ausbietungsgarantie für erste Hypotheken, die die GemeindeMann 50 Pf. zahlen wollte. Mehr nicht!? Die Kläger wehrten der letzten Nacht dann noch nach der Stettiner Str. 48. Leider ist vertretung inzwischen beschlossen hat, nicht den gewünschten Erfolg zeitige. Der Antrag wurde angenommen. Die Kommission besteht sich dagegen, daß sie mit einer so dürftigen Entschädigung abgespeist es wieder nicht gelungen, den Täter zu ermitteln. aus den Herren Gloede, Hinze, Lehmann, Noster und dem Genossen werden sollten. Nach längeren Berhandlungen einigte man sich daMiete. Nachdem fand eine längere geheime Sigung statt. hin, daß die Gesellschaft pro Mann 2 Mart zu zahlen hat. Hiermit haben die Kläger immer noch die Hälfte des er Bohnsdorf. hofften Verdienstes eingebüßt. Die Gesellschaft verspricht, den Betrag von 2 Mark jedem einzelnen bis 9. Mai zuzuschicken. Die ganze Vereinbarung gilt aber nur für die 83 Mann, die geklagt haben. Selbstmord eines Blinden. In den Fahrstuhlschacht gestürzt. Gestern vormittag gegen 10 1hr verunglückte der 30jährige Monteur Bauer aus der Elsasser Str. 6 beim Montieren eines Fahrstuhles in der Charlottenstraße 56. B. In der letzten Gemeindevertretersizung wurden die neugewählten stürzte aus der zweiten Etage in den Schacht und blieb besinnungslos liegen. Er wurde nach dem Urbankrankenhause gebracht, wo man ihm zieht der britte Genosse in unser Dorfparlament ein. Die Vertreter eingeführt, darunter auch der Genosse Franz Mohr; mit einen schweren Schädelbruch feststellte. Der Fall ist um so trauriger, Versammlung stimmte einem Vergleich betreffs Auflösung des Gas. als die Ehefrau des B. in den nächsten Tagen ihrer Niederkunft versorgungsverbandes mit Alt- Glienicke einstimmig zu. Eine sehr entgegensieht. rege Debatte entspann sich bei der Beratung über die Krankenversicherung der Lehrer. Unsere Genossen vertraten den Standpunkt, die Lehrer in ihrem eigenen Interesse sowohl wie im Intereſſe der Gemeinde unbedingt zu versichern, da ſich aber einige bürgers lichen Vertreter über die Versicherung nicht flar waren, wurde befchloffen, den Punkt zwecks näherer Information zu vertagen. Wie der Vorsteher mitteilte, hat ein am 23. Februar 1914 gefaßter Gemeindebeschluß, die Aufhebung der Wertzuwachsteuer betreffend, die Zustimmung der vorgefeßten Behörde nicht gefunden, obwohl der von der Gemeinde vorgelegte Etat für 1914 von derselben Behörde anerkannt wurde; es soll versucht werden, nähere Auskunft über diese Angelegenheit zu erlangen. Zur Kontrolle auf dem neuen Schulhausbau wurde eine Baukommission, bestehend aus den Herren Wille, Kersten und unserem Genossen Schiffle gewählt. Des weiteren beschäftigte sich die Versammlung mit der Anstellung eines Schularztes. Es sollen mit einigen Aerzten Verhandlungen gepflogen werden. Damit der Friedhof endlich ein vernünftiges Aussehen bekommt, wurde beschlossen, den Malermeister Entreß, der ein besonderes Interesse an der Regelung der Verhältnisse auf dem Friedhof zeigte, als technischen Beirat in die Friedhofskommission zu Kleine Nachrichten. In der Badeanstalt in der Gerichtstraße zu Durch einen Sturz aus dem Fenster machte in der vergangenen erschießen versuchte sich gestern früh ein 25 Jahre alter Friseur Start Nacht der 64 Jahre alte Invalide Paul Hornung aus der Linien- Schneider, der aus Fürstenwalde zu stammen scheint. Er wurde straße seinem Leben ein Ende. Der Mann war früher Monteur. schwerverletzt nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Bor etwa drei Jahren verlor er bei einer Krankheit, die ihm auf Seiner Frau in den Tod gefolgt ist gestern der 63 Jahre alte BierDie Sehnerven schlug, das Augenlicht. Hierzu gesellte sich ein verleger Gustav Ernst aus der Weberstr. 26. Ernst verlor vor unnervöses Leiden, das sich von Tag zu Tag verschlimmerte und gefähr einem Jahr seine Frau durch den Tod. Seitdem war er schließlich der alte Mann geistesfrant wurde. In der vergangenen lebensüberdrüssig, ergab sich dem Trunke und äußerte wiederholt, Nacht gegen 4 Uhr erhob er sich in einem Anfalle seines Leidens daß er Selbstmord begehen wolle. Gestern nachmittag sah man sich heimlich aus seinem Bett und schlich sich nach dem Flurfenster im nach ihm um, weil er sich nicht hatte sehen lassen und jetzt fand dritten Stock. Aus diesem sprang er auf den Hof hinab, wobei er sich man ihn erhängt auf. so schwere Verlegungen zuzbg, daß er bald darauf verstarb. Der Polizeifäbel Neukölln. Vorortnachrichten. senden. hat wieder mal eine Rolle gespielt um einer Bagatelle willen. Ein schwerer Automobilunfall hat sich am Montagabend am Man höre: Kommt da am Sonnabendabend um 19 Uhr ein Schutz- Hermannplay zugetragen. An der Ecke der Hafenheide und der mann durch die Plantagenstraße gerannt, eine immer stärker an- Wißmannstraße wurde ein Straßenbahnwagen der Linie II durch ein wachsende Menschenmenge hinter sich her. Man denkt an Mord, anderes Fuhrwert aufgehalten und der den Wagen begleitende Totschlag, Einbrecher. In die Marstraße biegt der Schußmann Schaffner Lemte begab sich nach vorn, um sich von der Ursache der Trebbin. ein, wo er bei einem seiner Kollegen anlangt, der ihn telephonisch Verzögerung zu überzeugen. Er stand dicht neben dem Straßen- Aus der Stadtverordnetenversammlung. Die Pflasterung des hat herbeirufen lassen, da er glaubt, mit einem betrunkenen jungen bahnwagen, als der Autoomnibus I A. 1033 der Linie 4 der All- Platzes vor dem Rathaus soll mit Reihensteinen erfolgen. Da die Mann nicht allein fertig zu werden. Fast im gleichen Moment, in gemeinen Omnibus- Gesellschaft zwischen Bahnwagen und Bürger Benugung der Badeanstalt eine erhebliche Steigerung erfahren hat, dem er an Ort und Stelle ist, sieht man zwei Schußmannsklingen steig hindurchzufahren versuchte. Dabei hielt sich der Autoomnibus machten sich Neuanschaffungen notwendig. Die Kosten hierfür wurden so dicht an den Straßenbahnwagen, daß der Schaffner erfaßt und bewilligt. Im Vorjahre find allein über 1900 Wannenbäder verabzwischen Motorwagen und Auto eingeklemmt wurde. Lemke erlitt folgt worden. In den Schulvorstand der Fortbildungsschule wurden er hat Hiebe über den Kopf erhalten, so daß das Blut eine Verrenkung des Hüftgelenks und schwere Quetschungen des Ober- die Herren Häusler und Krüger gewählt. Auf Anregung aus der herabrinnt, auch die Hände, die, zur Abwehr erhoben, förpers. Der Berunglückte mußte nach dem Urban- Krankenhause ge- Stadtverordnetenversammlung sollen die Unterrichtsstunden während in den Säbel griffen, zeigen tiefe Wunden. Und so zerrt schafft werden. des ganzen Schuljahres an einem Wochentage von 4 bis 8 Uhr abdurch die Luft sausen. Der Eredent stößt Schmerzensschreie aus Straße 3. Neuenhagen( Ostbahn). Reinickendorf- Weft. man ihn fort zu einer Droschke. Noch im letzten Augenblick Bei der Maifeier in der„ Neuen Welt" ist ein Spazierstod ge- gehalten werden. Die Zeichenstunden sollen auch fernerhin Sonntags eilt jammernd die Mutter herbei, die nun auf Zureden des Publikums funden worden. Abzuholen im Bureau des Wahlvereins, Neckar- stattfinden. ebenfalls den Wagen besteigt, um ihren übel zugerichteten Sohn zur Unfallstation zu begleiten. Der Verein Arbeiter- Jugendheim" hält am Donnerstag, den Was ist die Folge dieses Renkonters? Der vom Polizeifäbel gerfeste junge Mensch wird sich obendrein wegen eines halben Duzend Die Erfahwahl für den verstorbenen Genossen Lubatsch findet 7: Mai, abends 8 Uhr, bei Wohlfahrt, Eichbornstr. 18, seine strafbarer Handlungen vor Gericht verantworten müssen, wird hohe am Freitag, den 8. Mai, nachmittags von 4 bis 7 Uhr im Saale des Generalversammlung ab. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Geldstrafen bezahlen oder sie im Gefängnis absigen. Der Schuß- Herrn Fagerstern( im Dorf) statt. Die drei Grundbesitzervereine und Neuwahl desselben, Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden MitGeldstrafen bezahlen oder sie im Gefängnis abfizen. Der Schutz der„ Verein der Fortschrittlichen Volkspartei" wollen mit vereinten gliedes, zu erscheinen. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt. mann, der so tühn den Säbel schwang und sogar mit Schießen Sträften der Sozialdemokratie das Mandat abnehmen und einen Sieg brohte man hat's ja so bequem wird von seinen Vorgesezten unseres Standidaten, des Maurers Robert Schumann verhindern. Spandau. ob seiner mutigen Tat belobigt werden. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung verlangten unsere Partei- Bei der Arbeit verunglückte am Montag der Kassierer des WahlDie organisierte Arbeiterschaft predigt seit Jahren den Schnaps- genoffen wieder die Abhaltung der Wahl an einem Sonntag oder aber vereins, Genosse Franz Abraham. Abraham war auf der boykott. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch diejenigen Ar- an einem Wochentage in der Zeit von 5-8 Uhr nachmittags. Leider ist Pulverfabrik mit noch einem Arbeitskollegen mit der Ausführung beiter, die den Weg in die gewerkschaftliche und in die politische der Gemeindevorstand dem Wunsch nicht nachgekommen. Mit welchen von Maurerarbeiten beschäftigt, als die Leiter, auf der er mit seinem Mitteln die Gegner kämpfen, erfieht man daraus, daß sie die Mär verOrganisation noch nicht gefunden haben, sich vom übermäßigen breiten, die sozialdemokratischen Vertreter wollen den Wochenmarkt be- Kollegen stand, ins Rutschen fam und beide abstürzten. Während Bier und Schnapsgenuß fernhielten, um unangenehme Bekannt- feitigen. In Wahrheit haben einige bürgerliche Vertreter dieſe ſein Stollege ohne Verlegungen davonkam, blieb Abraham bewußt schaften mit der Polizei wie sie in ähnlichen Fällen wie dem Absicht und nicht die Sozialdemokraten. Erst in der letzten Ge- los liegen und mußte mit einem Krankenwagen ins städtische vorstehend geschilderten fast immer entstehen aus dem Wege zu meindevertreterfügung tam es wegen dem Markt zu erregten Aus- Krankenhaus gebracht werden. Erfreulicherweise war das Befinden gehen. einandersetzungen und zwar in der Etatsberatung. Bei Position des A. gestern abend sehr gut. Troßdem er außer starkem BlutErhöhung der Kosten zur Untersuchung von Nahrungsmitteln" von verlust Verlegungen am Stopfe erlitten hatte, erklärten die Aerzte, Ein wackerer Kämpfer für die Bestrebungen der Partei und der 100 auf 200 m. verlangte Gemeindevertreter Bürger wieder die Be- daß eine Gehirnerschütterung nicht vorliege und er sich außer Gewerkschaften hat am Sonntag für immer die Augen geschloffen: seitigung des Privatmarktes und Einrichtung eines öffentlichen Ge- Lebensgefahr befinde. Verwunderlich ist es, daß das städtische Nachmeindemarktes, aber unter Ausschluß der nicht ortsansässigen Händler, Johann Stä se hagen ist, 50 Jahre alt, der Proletarierkrankheit, und zwar„ weil die fremden händler die höheren Untersuchungs- richtenbureau von dem Unfall noch nichts bekannt gegeben hat an der er lange und schwer zu leiden hatte, erlegen! Der Ver- fosten veranlassen und den hiesigen Geschäftsleuten den Verdienst leber Unfälle auf den Staatsbetrieben sind die Behörden überhaupt storbene ließ sich durch seine Krankheit jedoch nicht niederdrücken: wegnähmen". Der bürgerliche Redner fezte sich aber mit seinen sehr schweigsam. ein Aufrechter und Zielbewußter ging er seinen Weg, tat er stets in rückständigen Ausführungen und seiner eigenen Geschäftspraxis arg vorbildlicher Weise unermüdliche Aufklärungsarbeit. Namentlich in in Widerspruch. Das wurde ihm auch neben unseren Genossen sogar den weiter vorgeschobenen Vororten des Niederschönhausener vom Gemeindevorsteher gefagt. Letzterer führte ungefähr Man kann den Händlern nicht verbieten, Bezirts lag sein Wirkungsgebiet; hier agitierte und organisierte er, folgendes aus: Was würde wohl Töpfermeister hier traf man den schwächlichen, durch ein Hüftleiden am Gehen nach hier zu kommen! behinderten Mann fast Sonntag für Sonntag, bei Regen und Bürger fagen, wenn ihm plöglich die Einwohner von Dahlwiz Staulsdorf, Mahlsdorf das Sezen von Defen und Kochherden verSonnenschein, bei Schnee und Sturm. Die Erfolge, die hier in bieten würden, weil er ja doch naturgemäß auch nicht zu den der Sammlung und Werbung für die Wahlvereinsfilialen gezeitigt bortigen Gemeindelasten beiträgt." Eine verlegene Ausrede war der Gemeindeschule, Schillerstraße. wurden, sind fast ausschließlich auf sein Stonto zu setzen. Er ver- die Antwort des Herrn Bürger darauf. Unsere Vertreter sind für Stand es denn auch ein Ausfluß seiner liebenswürdigen, allezeit die Beibehaltung des Privatwochenmarktes, aber rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. freundlichen Persönlichkeit selbst die Indifferentesten zu befehren nur so lange, bis ein öffentlicher Markt durch die Gemeinde( aber und für den Sozialismus zu gewinnen. Nahezu ein Dugend Jahre ohne Einschränkung des Gemeindevertreters Bürger) eingerichtet wirkte Käsegagen fast ununterbrochen als Vorstandsmitglied im wird. Jedenfalls versucht man, den Wählern Sand in die Augen zu streuen, und es ist deshalb Pflicht aller Parteigenossen, die kurze Niederschönhausener Wahlverein. Seine flugen, stets furz gefaßten Zeit bis Freitag zur Aufklärung und zur Agitation fleißig zu be- Sport und Körperpflege ist eine politische Angelegenheit". Worte fanden gern Gehör; seiner reichen Erfahrung in allen Dingen nugen. der Agitation wurde willig Folge geleistet. Wer persönlich dem Heute, Mittwoch abend findet eine Flugblattverbreitung statt. Schrumm vidibum es ist erreicht. it's zwar Unsinn, prächtigen Menschen näher zu treten Gelegenheit hatte, mußte ihn Das Material ist von den Gruppenführern in Empfang zu nehmen. so hat es doch Methode. Das höchste preußische Gericht hat bewundern, ihn schätzen und liebgewinnen. Käsehagen stammte aus Am Donnerstag, abends 81%, 1hr, ist bei A. Wünsche, Bahnhof- gestern entschieden, eine vom Kartellverband Groß- Berlin dem Thüringischen; er war Knopfarbeiter; neben feiner eifrigen straße, ein Extra- Bahlabend, zu dem jeder Parteigenosse erscheinen für Sport und Körperpflege" veranstaltete Versammlung sei Arbeit für die Partei, versäumte er seine Pflicht auch gegenüber muß. 41 feiner Gewerkschaft nicht. So war er in jeder Beziehung das Muster Schöneberg. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Glienicke( Nordbahn). Donnerstag, den 7. Mai, abends 8 Uhr, im Gemeindebureau, Hauptstr. 18. Lankwitz. Donnerstag, den 7. Mai, nachmittags 6 Uhr, im Nat hausjaale. Reinickendorf. Donnerstag, den 7. Mai, nachm. 5%, Uhr, im Rathause, Hauptstraße 38/40, II( großer Sigungsjaal). Rosenthal. Donnerstag, den 7. Mai, nachmittags 6 Uhr, in der Aula Diese Situngen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be Gerichtszeitung. politisch, weil sic, ja weil sie die auf Bekämpfung der Sozialdemokratie gerichteten politischen Bestrebungen des eines klassenbewußten Arbeiters. Das Andenken an seine verdienst- Beute im Werte von mehr als 3000 Mart haben Einbrecher ge- Jungdeutschlandbundes" nicht unterſtüße. Das Urteil er bolle Parteitätigkeit wird weiterleben. Und deshalb ist es auch macht, die in der Nacht zum Dienstag den Geschäftsräumen bes innert an ähnliche Urteile des Kammergerichts, in denen es Ehrenpflicht der organisierten Arbeiter des Niederschönhausener Be- Schneidermeisters Erfurth in der Akazienstraße einen Besuch ab- sich darum handelt, Handlungen für strafbar zu erachten, zirks, die Beerdigung Johann Käsehagens( fie findet heute 16 Uhr statteten. Die Diebe haben sich wahrscheinlich am Abend in das weil sie von Sozialdemokraten vorgenommen sind. Wir ervon der Halle des alten Friedhofes in der Buchholzer Straße statt) Haus einschließen lassen. Durch ein Abortfenster drangen sie in den innern an die fanioje Aufhebung des Naturgeseges über die zu einem würdigen Abschied für den lieben Toten zu gestalten. Laden ein, erbrachen dort sämtliche Behälter und entwendeten die Schwerkraft. Bekanntlich hat das höchste preußische Gericht war. Ausbeutung der Not. Ein Sittenbild aus dem KonfektionsAuch sind schon verschiedene MenschenIn Stenichow( Tirol) brach Montagabend ein Feuer aus, das bis drei Uhr morgens andauerte. Fünfundachtzig Häuser wurden eingeäschert, dreiundachtzig Familien, das sind zwei Drittel der gejamten Einwohnerschaft, iind obdachlos. Verbrecherjagd in New York. Eine gestürzte Ordnungssäule. Vor einigen Tagen verhaftete die Solinger Polizei den Kaufmann Franz Narmann wegen Unterschlagungen, deren Höhe noch nicht feststeht, die jedoch recht bedeutend sein sollen. Narmann stand an der Spize der Zentrumspartei der Stadt Solingen, spielte nebenbei eine große Rolle im katholischen Jugendverein und war außerdem Kassierer der Solinger Ortsgruppe des Windthorſtbundes. Bei allen katholischen Veranstaltungen stand Narmann mit an der Spize. Auch mühte er sich als großer Be kämpfer der Sozialdemokratie erfolglos ab. Zentrumspresse, die bei ähnlichen Vorgängen sich nicht genug entrüsten tann, schweigt. Die allen Ernstes es für nicht rechtsirrtümlich erachtet, das Tragen und Verwaltung glauben, die Gleichberechtigung der Arbeiter sin Flammen. bon Flugblättern für eine Arbeit" zu erklären, da die an entgegen dem Wortlaut der Verfassung auf Grund der Gesetze leben zu beklagen. fich leichten Flugblätter durch ihren sozialdemokratischen ablehnen zu können, desto besser am Ende für die politische Inhalt schwerer geworden seien. Der Nobelpreis soll dem- Organisation der Arbeiter, für die Sozialdemokratie. Sie nächst diesen naturwissenschaftlichen Entdeckern zugebilligt wird aus dem von jenen gefäten Unrecht reichliche Ernte werden. In dem gestern entschiedenen Fall ist ein Urteil haben. bestätigt, das von allem Brimborium entkleidet, nackt und fühn erklärt: politisch betätigt sich, wer es ablehnt, politisch fich zu betätigen, nämlich dann, wenn die unterlassene politische Zum siebenten Male innerhalb eines Jahres wurde am Montag Betätigung Befämpfung der Sozialdemokratie. war. Schwarz viertel wurde in einer Verhandlung aufgerollt, welche die ist also weiß. Punktum. Ueber dies neueste Ergebnis 4. Strafkammer des Landgerichts I bis in die späten Abend in New York ein Polizist bei der Ausübung seines Amtes von forensischen Wettlaufes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie stunden hinein beschäftigte. Wegen Vergehens gegen die Verbrechern erschossen. In der Montagnacht wurde der New Yorker geht uns folgender Bericht zu: ' Sittlichkeit und tätlicher Beleidigung war der Kaufmann Bolizist Kelly in die Räume eines Nachtslokals gerufen, um dort drei Ueber Jungdeutschlands Erziehung und die Arbeitervereine Friz evy aus Wilmersdorf angeklagt. Mitangeklagt Berbrechern festzunehmen, die den Befiger des Lokals niederfür Sport- und Körperpflege" hatte der Redakteur Genoffe Däumig wegen Sittlichkeitsvergehens war ferner der 18jährige Kauf- geschoffen hatten, weil er Bezahlung von ihnen verlangt hatte. in einer öffentlichen Versammlung referiert, die vom„ Kartell-| mannslehrling Hermann Rosenstod. Als Kelly im Lokal erschien und auf die drei Verbrecher zutrat, berband Groß- Berlin für Sport- und Körperpflege" in Berlin am Die Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde er ohne weitere Worte niedergeschossen. Darauf flüchteten 12. Oktober 1913 in den Konkordia- Festsälen veranstaltet worden stattfand, führte zu der Erörterung recht sonderbarer Szenen, die die Mörder, verfolgt von den Straßenpassanten und den übrigen Der Mechaniker Blau als Veranstalter der Versammlung sich in dem Privatkontor des Angeklagten Levy abgespielt hatten. Gästen des Lokals. Auch telephonisch herbeigerufene Sicherheitswurde wegen Uebertretung der§§ 5 und 18 3iff. 2 des Vereins- Levy betrieb in der Kronenstraße ein Damenstoff- Engrosgeschäft, gejeges angeklagt, weil es sich um eine Versammlung zur Er- in welchem er neben zahlreichen weiblichen Angestellten auch mannschaften nahmen die Verfolgung auf und es entspann sich eine orterung politischer Angelegenheiten gehandelt habe, er es aber mehrere Lehrlinge beschäftigte. Die Beweisaufnahme ergab, daß wilde Jagd durch die Straßen New Yorks, wobei die gleichwohl unterlassen hätte, die Versammlung vorher polizeilich Levy fich seinen weiblichen Angestellten wiederholt mit unjittlichen Verbrecher fortwährend auf ihre Verfolger feuerten. anzumelden oder öffentlich bekanntzumachen. Blau bestritt, daß Anträgen genähert hatte und auch zu einem der jungen Mädchen Ein Polizist erhielt hierbei einen Schuß in das Bein. Schließseine politische Versammlung gewesen sei. Es sei eine Ver- in nähere Beziehungen getreten war. Seinen Lehrlingen gegen- lich gelang es, die Verbrecher einzuholen und nach heftigem Kampfe, jammlung im Interesse des Sports und der Körperpflege der über betätigte er sich wiederum auf eine andere Weise. Wenn der ohne Blutvergießen ablief, zu überwältigen und in Polizei Arbeiter gewesen. einer der jungen Leute irgendeinen kleinen Fehler gemacht hatte, gewahrsam abzuführen. Er wurde jedoch zu einer Geldstrafe verurteilt und das Land- wurden sie zu dem gestrengen Herrn Chef in das Privatkontor gericht bestätigte das Urteil. Das Landgericht stützte sich auf den bestellt. Hier mußten sie sich entkleiden und wurden dann von Bericht eines Polizeileutnants, der die Versammlung überwacht Levy über einen Tisch gelegt und mit einem dünnen Spazierhatte. Danach habe der Referent an die Hundertjahrseier der ſtöckchen bearbeitet. Außerdem soll er sich auch bei dieſer GelegenSchlacht bei Leipzig angeknüpft und den am 18. Oktober statt heit eines Verbrechens gegen den§ 175 des Strafgesetzbuches an Bezüglich dieses findenden Festzug eine große Maskerade, verbunden mit viel den jungen Leuten schuldig gemacht haben. patriotischem Lärm, genannt und ausgeführt, daß der Kernpunkt Punktes kam das Gericht zu einer Freisprechung, da hier nur die der Erhebung von 1813, die Freiheit des Volfes, nicht erreicht eigenen Angaben des Mitangeklagten Rosenstock vorlagen. Staatsworden sei. Selbst die Jugend sei auch heute noch nicht frei von Unter- anwalt Dr. Lehmann wies darauf hin, daß sich hier ein Abgrund drückung. Erst die Arbeiterbewegung hätte sich durch Schaffung von sittlicher Verworfenheit aufgetan habe. Durch die gemeingefähr bon Jugendsportvereinen ihrer Jugend angenommen. Dann habe liche Handlungsweise des Angeklagten sei das Gift der Unmoral der Referent den Gegensatz zwischen Arbeitersportbewegung und in die Seelen unreifer junger Menschen hineingetragen worden Jungdeutschlandbündelei behandelt. Unter Bezugnahme auf den und deshalb empfehle es sich, hier ein Erempel zu statuieren. Der Bolizeibericht führte dann das Landgericht aus: Politische An- Antrag des Staatsanwalts lautete deshalb auf 2½ Jahre Gegelegenheiten seien solche, welche die Verfassung, Verwaltung und fängnis. Das Gericht kam, da das Sittlichkeitsvergehen als nicht Gesetzgebung des Staates beträfen; darauf bezöge sich auch mittel- erwiesen angesehen wurde, zu einer milderen Auffassung, erkannte bare und unmittelbare Parteitätigkeit, die den Endzived der Ver- aber, trok der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten, wegen änderungen bestehender öffentlicher Einrichtungen verfolgten. Nun Beleidigung auf 6 Monate Gefängnis. Rosenstock wurde freijei der Kartellverband Groß- Berlin von der sozialdemokratischen gesprochen. Bartei gegründet; es habe ein Gegengewicht gegen die Jungdeutschlandbewegung geschaffen werden sollen, um diese zu be= fämpfen. Die Bekämpfung des Jungdeutschlandbundes wäre auch Zweck und Ziel der Versammlung geivesen. Von Sport, und Körperpflege sei nur nebenher die Rede gewefen. Der Referent habe hervorgehoben, daß die Jungdeutschlandbündelei gleiche er- Der bei der 5. Kompagnie des 181. Infanterieregiments in zieherische Zwecke verfolge wie die Arbeiterbewegung, welche sich Chemniz stehende Soldat Lüders hat sich selbst zweier schwerer der Jugend angenommen hätte, und daß die Jungdeutschland- Verbrechen beschuldigt. Wie gemeldet wird, war Lüders im August bündelei die arbeitende Jugend für ihre Tendenzen und Ziele zu vorigen Jahres von seinem Regiment deſertiert und war auf seiner gewinnen suche. Ferner habe der Referent das Eingreifen der bürgerlichen Parteien zugunsten der Jungdeutschlandbewegung be- Flucht auch nach Berlin gekommen. Hier traf er sich mit der Obwohl selbst nach dem Polizeibericht von der Sozial- Prostituierten Hantschmann, und mit ihr zusammen will demokratie gar nicht die Rede war, kam das Landgericht zu folgen- er einen Mann in den Grunewald gelodt, borterbent sprunghaften Schluß: Die einander entgegenstehenden Beschlagen und beraubt haben. Die Leiche wurde im Walde strebungen der bürgerlichen Parteien einerseits und der Sozial- verfcharrt. Beide flüchteten dann nach Lothringen. Dort wollte demokratie andererseits und die Einwirkungsversuche der sich so die Prostituierte über die Grenze gehen; doch Lüders weigerte sich, schroff gegenüberstehenden politischen Parteien auf die Jugend- da er sich fürchtete, ergriffen zu werden. Als ihm dann die Prostierziehung seien in der Hauptsache in der Versammlung erörtert tuierte mit einer Anzeige drohte, hat er auch sie erschlagen worden. Das Referat und die Diskussion hätten darauf abgezielt, und die Leiche vergraben. Die Staatsanwaltschaft hat beburch Verbreitung des die Bestrebungen der Sozialdemokratie fragenden Gedankens auf die Zuhörer einzuwirken und der von reits die Ueberführung Lüders nach Berlin veranlaßt. den bürgerlichen Parteien geleiteten Jungdeutschlandbewegung die Dynamitexplosion am Panamakanal. Anhänger zu entziehen und der sozialdemokratischen Partei zuzuführen. Somit handele es sich um eine politische Versammlung. Wie aus dem Staate Panama eingetroffene Telegramme Der Angeklagte legte Revision ein. Sein Vertreter in der melden, hat sich dort eine schwere Dynamitegplosion ereignet. Ein Berhandlung vor dem zweiten Straffenat des Kammergerichts, der Regierung der Republit Panama gehörendes Dynamit Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, zerpflückte die Gründe des Land- depot flog aus bisher noch unbekannten Ursachen in die Luft. gerichts und hob unter anderem hervor, daß die Jungdeutschland- Bei der Explosion wurden acht Menschen getötet nnd 13 bereine doch keine staatlichen Einrichtungen oder Organe seien, so zum Teil schwer verlegt. Auch der Materialschaden ist beträchtlich. daß aus ihrer Bekämpfung doch nicht auf politische Grörterungen Dagegen haben die Arbeiten am Kanal feinerlei Schaden erlitten. zu schließen wäre. Brandkatastrophen. tent. Aus aller Welt.6 Ein Soldat als Doppelmörder? Kleine Notizen. Waldbrand in Oldenburg. Bei Rethen brach ein großer Waldbrand aus, der auch auf das Heideland übergriff. Der Schaden wird auf eine Million Mark geschäzt. Drei Kinder bei einem Stubenbrande erstickt. In Adelsbach ( Schlesien) sind drei kleine Kinder des Arbeiters Schneider, die in der Wohnung ohne Aufsicht zurückgelassen waren, bei einem Stubenbrande er stick t. Wiederbelebungsversuche hatten feinen Erfolg. Ein amerikanischer General von seinem Sohn ermordet. In New York wurde am Dienstag früh der ehemalige General i ram Duryea, der sich im Sezessionsfriege einen Namen gemacht hatte, in seinem Zimmer ermordet aufgefunden. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf den Sohn des Generals, mit dem dieser seit längerer Zeit in Unfrieden lebte. Man nimmt an, daß der Sohn die furchtbare Tat in einem Anfalle geistiger Umnachtung begangen hat. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet 2indenstraße 69, vorn vier Treppen. Fahrstuhl, wochentäglich von 4% bis 7½ Uhr abends, Sonnabends, von 4½ bis 6 Uhr abends statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. B. 18. Gustav Zepmeisel, Neukölln, Hermannstraße 177, fann die gewünschte Auskunft erteilen. K. R. 54. Unseres Wissens nur Privat institute, die wir als solche prinzipiell nicht empfehlen. R. 12. 1. J Drogerien erhalten Sie zu dem zwed Beizmittel. 2. Die Buchhandlung Bo rtvärts", Lindenstraße 69, fann das Gewünschte besorgen. 3. Nein. m. 2. 99. Der Vater hat Anspruch auf Herausgabe des Buches, falls das Geld von ihm herrührt. Ist das nicht der Fall, so können Sie das Buch vorläufig behalten und Erbauseinandersehung bezüglich des Mutterteils verlangen. Wie hoch dies ist, kann nur gesagt werden, wenn Sie noch angeben, wo der erste Ehewohnsit Ihrer Eltern gewesen ist. Marktpreise von Berlin am 4. Mai 1914, nach Ermittelungen des fönigl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), Natal 00,00-00,00, Donau 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 15,00-15,30. Richtstroh 0,00. Ein Riesenbrand hat in der chilenischen Hafenstadt Val- eu 0,00-0,00. Das Kammergericht unter Vorsitz des Senatspräsidenten Roth berwarf jedoch am 5. Mai die Revision mit folgender Begründung: Das Landgericht nehme an, daß es sich darum handelte, An- paraiso ein ganzes Häuserviertel zerstört. Etwa Martihallenpreise. 100 Milogr. Erbsen, gelbe, zum Kochen hänger für eine politische Partei, nämlich für die Sozialdemokratie, 40 Menschen sind in den Flammen umgekommen. Startoffeln( Kleinbdl.) 4,00-7,00. 1 Rilogramm Rindfleisch, von der Keule 34,00-50,00. Speisebohnen, weiße 35,00-60,00. Rinjen 40,00-80,00. au werben, und daß die Verhandlungen über den Jungdeutschlandbund und die ihm entgegenstehenden sozialdemokratischen Be- Weitere 100 Personen erlitten schwere Brand- 0.00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00-0,00. Schweinefleisch 0,00-0,00. Kalbfleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. Butter 2,40-3.00. strebungen nur Mittel zu diesem Zweck gewesen seien. Damit sei wunden. 60 Stüd Eier 3,40-4,80. 1 Kilogramm Starpfen 1,20-2,20. Aale der Begriff der politischen Versammlung richtig gewürdigt worden. Ein anderes furchtbares Feuer wütet zurzeit in der russi- 1,60-3,20. Zander 1,00-3,40. echte 1,40-2,80. Barche 1,00-2,20. Nur immer so weiter. Je flarer erhellt, daß Gerichte schen Stadt Stala. Es stehen etwa 300 Häuser Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stud Strebie 3,50-24,00. Möbelfabrik Berolina. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Bilanz für das Geschäftsjahr 1913. Aktiva. Staffenbestand Waren Maschinen Werkzeuge Inventar Debitoren Rautionen Konto- Dubio Bank • 158,45 24032,84 • 2100, 2500, 200, 25064,95 Bechsel Passiva. Kreditoren • Darlehn. Debitoren- Reserve Reservefonds Gewinn. . Anteil. 250, 100, 8424,30 300, 63130,54 7022,92 47355,97 210, 3000, . 178,67 5362,98 63130,54 Hautleiden Endlich bin ich durch Ihr gutes Mittel von meinem 40 jährig. Hautleiden gründl. befreit, dafür meinen aufricht. Dant. Etspulen. 3olleinnehmer. Gnüßgen. Durch Ihr Mittel ist mein 20 jährig. rflechtenleiden geheilt worden. Aufichtigen Dank. Georg Eign., Schwan dorf. Hautpillen Innigsten Dank für gründliche Heilung meines 25 Jahre alten Haut leidens. Mar Neidhardt, Obernzell. Die patentamtlich geschütten find wie folgt zn haben: Generaldepot u. Ver. sand: Bismarck Apotheke Berlin, Wrangelftr. 47, ferner in den Apotheken: Charlottenstr. 51, Potsdamer Str. 84a, Landsberger Str. 39, Kastanien Allee 2, Auguststr. 60, Königsberger Str. 21, Belle- Alliancestraße 12. Wilmersdorf, Wilhelmsaue 110. Schöneberg, Hauptstr. 151. Spandau, Pichelsdorfer Straße 14. Friedrichsfelde, Zentral- Apotheke. Im Laufe des Geschäftsjahres ist Charlottenburg: Bismardstraße 81. fein Genosse ausgeschieden und keiner Rhenania, Fabrik chemischeingetreten. Die Genossenschaft hat pharmaceutischer Produkte, Bonn. 7 Mitglieder mit einer Gesamthaft# jummé und einem Geschäftsqus Reuters Werke haben von je 210 M. Der Vorstand. 5. Krebs. 104/18 Karl Müller. 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Persil Das selbsttätige Waschmittel für Hauswäsche! Henkel's Bleich- Soda Ohne jede Anzahlung!! Keine Raffierer, fleine Raten! Bettwäsche, Teppiche, Portieren, Bilder, Gardinen, Stores, Stepp- u. and. Decken. MATZNER, Hufelandstraße Nr. 41. Ziehung 12., 13., 14., 15., 16. Mai Geld- Lotterie zum Ausbau der Veste COBURG 360000 Lose, 17553 Geldgewinne Mk.: 360000 100000 50000 10000 5000 Hauptgewinne Mark: Nur Bar Geld. Coburger Geld- Lose à 3 Mk. Porto und Liste extra 30 Pfg. Lud.Müller& C Werderscher In Berlin W., Markt 10. H. C. Kröger Berlin W., Straße 193 a. Friedrichin allen Lotteriegeschäften, Loseverkaufsstellen und dem Preuss. Landeskrieger- Verband, Berlin, Geisbergstr. 2. EIS * Garbáty Cigaretten Qualität Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick. dauerh. Zutaten von 25 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade 8, 11.( Stadtb. 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Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 43 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Friedhofs Nordend aus statt. 142/11 in Der Vorstand. Heinrich Griepentrog Verband d. Gemeinde- u.Staatsarh. blößlich an Herzschlag gestorben ist. Dies zeigt tiesbetrübt an Wme. Emilie Griepentrog nebst Kindern. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 3, 1hr, auf dem Städtischen Friedhof in der Müller-, Ede Seestraße, statt. 1969b Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. Am Sonntag, den 3. Mai, verstarb unser Genosse, der Maschinist Heinrich Griepentrog Bezirk 700. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 31, Uhr, von der LeichenSalle des Städtischen Friedhofes in der Müllerstraße, Ecke Seestraße, aus statt. Am Sonntag, den 3. Mai cr., verstarb unser Genosse, der Schlächtermeister Erich Klewitz Bezirk 787. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 41 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes Müller-, Ecke Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/10 Der Vorstand. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsg. Deutschl. Geschäftsstelle Groß- Berlin. Bezirk Moabit. Am Sonntag, den 3. Mai, verschied plöglich infolge Herzschlages unser Mitglied, Kollege Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach richt, daß der Kollege Wilhelm Kandit welcher im Betriebe der Gasanstalt Lichtenberg beschäftigt war, verstorben ist. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. 34/9 Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Groß- Berlin. Am Sonnabend, den 2. Mai, verstarb unser Mitglied Albert Köpke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Friedhojes, Nordend, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 56/18 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber, einziger Sohn und Bruder Hans Stammer bei einer Feuersbrunst in den Flammen seinen frühen Tod fand. Dies zeigen tiesbetrübt an Franz Stammer, Tischler, nebst Tochter. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Einäscherung meines lieben Mannes Hermann Arandt sage allen Teilnehmern, insbesondere Herrn Budzinsti für die trostreichen Worte, sowie dem Wahlverein, dem Berband der Bauarbeiter und den Heinrich Griepentrog. Gänget meinen tiefgefühltesten Dank. Witwe Auguste Arandt. Danksagung. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhojes, Scestraße, Ecke Müllerstraße, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet 153/9 Die Geschäftsstellen verwaltung. Deutscher Holzarheiter- Verhand. Zahlfielle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Adolf Holefeld Palisadenstraße 20, im Alter von 54 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des St.- Georgen- Kirchhofes in Weißensee, Röldestraße, aus statt. 87/9 Die Ortsverwaltung. Verband der Lithographen, Steindrucker u.verwandten Berufe ( Deutscher Senefelder- Bund). Am 3. Mai verstarb unser Mitglied, der Lithograph Bernhard Deter im Alter von 70 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 6. Mai, nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus stati. Um recht rege Beteiligung ersucht 109/7 Die Verwaltung. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Sektion der Lackierer. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Lackierer Gustav Otto im Alter von 58 Jahren, am 2. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits gestern, am 5. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des DantesKirchhofes in Reinickendorf stattgefunden. 137/1 Die Ortsverwaltung. Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 6. Mai 1914, abends 8 Uhr, in den Räumen der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114. Tagesordnung: 1. Die Politisch- Erklärung der Gewerkschaften durch den Polizeipräsidenten von Jagow. Referent: Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine. 2. Diskussion. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Große unpolitische Jugendversammlung " für Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf u. Umgegend am Donnerstag, den 7. Mai, abends 8 1hr, in den Prachtsälen des Westens" ( großer Saal), Spichernstr. 3, am Nürnberger Plaz. Tagesordnung: 1. ,, Jugend heraus!" Referenten: Reichstagsabgeordneter Dr. Erdmann, Frau Wally Zepler. 2. Freie Aussprache, zu der auch die Gegner geladen sind. Jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, Mänuer und Frauen werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. 202/8 Der Veranstalter: M. Hentschke, Wilmersdorf, Augustastr. 33. Zentralverband der Töpfer und Berufsgenossen Dentschlands. Filiale Groß- Berlin. Am Freitag, den 8. Mai 1914, abends 6% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, großer Saal: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über die letzten Tarifverhandlungen und Abstimmung über das von den Unternehmern Gebotene bezüglich eines neuen Tarifs. 2. Bericht des Gesamtvorstandes vom 1. Quartal. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß. 192/ 6* In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung wird erwartet, daß alle Kollegen erscheinen. Der Vorstand. Achtung! Streik in zwei Großbäckereien! Achtung! Die Firma Oskar Hanke legt Wert darauf, das geehrte Publikum darauf hinzuweisen, daß zwischen ihr und der Arbeiterschaft keine Differenzen bestehen, was hiermit gern bestätigt wird. Die Firma Paul Hanke macht uns die Mitteilung, daß sie absolut keine Verbindung mit der Firma Hanke u. Co., Inhaber Weidner, habe! Sie habe nie daran gedacht, dem Beispiel Weidners zu folgen. Dieser führe die Firma Hanke u. Co. überhaupt zu Unrecht! Alle Gerüchte bezüglich der Differenzen, die von Weidner über die Firma Paul Hanke Für die vielen Beweise herzlicher in Umlauf gesetzt werden, entbehren jeder tatsächlichen Unterlage. Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Berta Röser sagen wir allen unseren besten Dank Paul Röser und Tochter. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Kohlenhändlers August Gericke fagen allen Beteiligten unseren aufrichtigen Dank. 126A Wwe. C. Gericke nebst Kindern. Dudenarder Str. 10. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaiers Adolf Bethge 529 sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, besonders dem Per sonal der Buchdruckerei von Moeser, dem Verband der Buch- und Steins druckerei- Hiljsarbeiter und Arbeite rinnen herzlichsten Dank. Die Hinterbliebenen. Wwe. Bethge. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Theodor Heidbreder sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Wahlverein des 4. Kreises sowie dem Buchbinderverband meinen besten Dank. Frau Elsa Heidbreder. Mohrenstr.37 Kolonnaden. Gr. Frankfurterstr. 115. TrauerMagazin Kleider, Hüte etc. Außerste Preise Farbige Konfektion in größtem Maßstabe zu billigsten -PreisenWestmann Gesperrt für Organisierte ist nur die Firma Hanke& Co. Inhaber O.Weidner mit folgenden Geschäften: Adalbertstr. 100. Bödickerstr. 5. Bözowstr. 24. Blücherstr. 35. Brunnenstr. 110. Brüsseler Str. 53. Caprivistr. 25. Elbinger Str. 59. Elbinger Str. 79. Falckensteinstr. 45. Fehmarnstr. 19. Frankfurter Allee 29/30. Fruchtstr. 4. Gerichtstr. 79. Gneisenaustr. 60. Hussitenstr. 71. Koppenstr. 23. Koppenstr. 45. Markgrafendamm 35. Memeler Str. 16. Mariannenstr. 7. Memeler Str. 48a. Müllerstr. 144. Müncheberger Str. 6. Oppelner Str. 28. Bettenkoferstr. 5. Reichenberger Str. 114. Rigaer Str. 79. Rigaer Str. 104. Rüdersdorfer Str. 29. Schulzendorfer Str. 2. Sparrstr. 20. Taborstr. 15. Torfstr. 23. Wrangelstr. 75. Zoffener Str. 2, Schöneberg: Apostel- Paulus- Str. 6, Kolonnenstr. 4. Göbenstr. 25-26. Gustav- Freylag- Str. 9. Das Geschäft Pantstr. 68-69 gehört nicht mehr der Firma Hanke u. Co. Außer dieser Firma ist selbstverständlich auch die Firma Eduard Goldacker für alle Organisierte gesperrt. Die Verkaufsstellen der Firma Goldacker sind: Andreasstr. 66. Artillerieſtr. 4. Alte Schönhauser Str. 33. Badstr. 33a. Brunnenstr. 129. Danziger Str. 4. Dresdener Str. 6 ( am Kottbuser Tor). Kl. Frankfurter Str. 18. 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Heute Mittwoch abend 8 Uhr im Englischen Hof, Alexanderstraße 27 e: Versammlungen beider Sektionen Tagesordnung: Witwe Kape und Angehörige. Endgültige Beschlußfaffung über das VerhandlungsDanksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Hermann Schönfeld jagen Ipir allen Verwandten und Bekannten, insbesondere dem Gesangverein, Wahlverein, Textilarbeiterverband, seinen Kollegen der Firma Felix Lande und Herrn Woldt für die trostreichen Worte am Grabe des Entschlajenen unseren herzlichsten Dank. 143A Luise Schönfeld nebit Kindern. ergebnis. 300/3 об ori 23 pff we geb Grosser PfingstVerkauf auf Teilzahlung fan 111 1 15% Rabatt erhält Vorzeiger dieses Inserates sofort auf die von ihm geleistete Anzahlung vergütet ohne Anzahlung und jedoch liefere ich an Beamte Kunden, die bei mir oder anderweitig ein entsprechendes Konto besessen und prompt erledigt haben. 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Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand.[ 134/10 Robert Hecht, Inh.: Alfr. Schneller Berlin S. 42, Ritterstr. 116, liefert schnell und billig alle Arten HECHT Stempel BERL int bester Ausführung. Heines Werke 3 Bände 4 Mart. Buchhandlung Vorwärts Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 11 a D δ S en Mr. 122. 300/3 end. k nt, ller 2, 6, ind ten el e 31. Jahrgang. Reichstag. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 249. Sigung. Dienstag, den 5. Mai, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: v. Falkenhayn. sollen. Kleine Anfrage. Ueber eine Betition gegen den heimlichen Warenhandel wird entprechend dem Antrage der Kommission zur Tagesordnung Die weiteren 13 Petitionen werden auf Antrag Bassermann ( natl.) von der Tagesordnung abgesetzt. übeg gegangen. Beratung des Heeresetats. Mittwoch, 6. Mai 1914. so war es doch geradezu unverantwortlich von ihnen, in dem Augen- denkbar. Der Transport und die Verpflegung der Massenheere blic, wo eine umfassende Neuorganisation des Heeres durchzuführen ist eine ungelöste und wahrscheinlich unlösbare Aufgabe, ebenso die war, ihren Posten zu verlassen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemo- Leitung dieser Heere zu Wasser und zu Lande, ungelöst ist auch fraten.) Es gäbe nur eine Entschuldigung für diesen plötzlichen das Problem der moralischen Einwirkung eines solchen Wechsel, wenn man nämlich die Nachfolger für Herrn Massenkrieges auf die Truppen.( Lehbaftes Sehr wahr! bei den v. Heeringen und seine Mitarbeiter schon längst draußen Sozialdemokraten.) vor der Tür gehabt hätte. Aber unter all den Namen, die Mit dem Kulturgefühl wächst auch der Abscheu vor dem bei dem Weggang des Herrn v. Heeringen als seine Nachfolger in Morden und Sengen im Kriege.( Widerspruch und Zurufe der Presse genannt wurden, war Herr v. Falkenhayn nicht. Als rechts.) Was wissen Sie denn vom Volke, von der Arbeiterschaft, er ernannt wurde, gab es zunächst von der Sozialdemokratie? Sicher nicht mehr, als die aus dem Kadettenhause entlassenen Kadetten. Bei Ihrer Unkenntnis des Volkes vermögen Sie auch nicht zu bes " " ( Lachen rechts.) die Ankauf volljähriger Pferde beginnen, es handelt sich um 17 000 Beitungstampf. zu Im Kriegsministerium ist auch ein Preffereferat eingerichtet, ein Nachrichten- oder Pressebureau, für das mehr Offiziere verlangt werden. Handelte es sich um ein Informationsbureau, so könnte man damit einverstanden sein. Das Pressereferat soll aber die Fühlung mit dem Volfe" herstellen. Das ist schon eine faule Sache( Heiterkeit), das durch die Presse zu versuchen. Es Die Abgg. v. Meding( Welje) und Behrens( Wirtsch. Vgg.) fragen, ob der Reichskanzler die Interpretation der Reichsversicherungsein allgemeines Schütteln des Kopfes, ordnung für richtig hält, wonach einzelne Krankenkassen Wöchnerinnen, die erst am 1. Januar d. J. versicherungs- man schlug in den Militärhandbüchern nach und fragte sich: Wer pflichtig wurden, das Wochengeld mit der Begründung ver- ist der neue Mann, was für militärische Verdienste hat er, wodurch urteilen, welchen Faktor das Volt bei einem Kriege ausmachen weigern, daß sie noch nicht sechs Monate der Krankenkasse an- bat er sich den Anspruch auf ein so verantwortungsvolles Amt in würde, nicht etwa in dem Sinne einer disziplinlosen Insubordi gehören. einer so verantwortungsreichen Zeit erworben? Jm Kriegsministerium nation. Aber die Truppen von heute sind keine Söldner, die ges Ministerialdirektor Dr. Caspar: Die Entscheidung dieser Frage ist er noch nie tätig gewesen, hat er einen Tag vor seiner Er- danken- und besinnungslos in den Krieg ziehen, es sind zum fann nur im Wege des Feststellungsverfahrens erfolgen. nennung überhaupt eine Ahnung davon gehabt, daß er an die ulturbewußtsein erwachte Menschen, die die Kultur Es folgt die gestern zurückgestellte namentliche Abstim- Spize des Kriegsministeriums fommen würde?( Gelächter rechts.) Schüßen wollen gegen die Verwüstungen eines Krieges.( Lebh. Zumung über den sozialdemokratischen Antrag zum Ge- Die Täg 1. Rundschau", die der Kreuz- Zeitung" und Stimmung b. d. Soz.) Ich kann mir sogar denken, daß manchem jezzentwurf über die Konfurres ausel, wonach bei Erfüllungsklagen der Post" in Offizierstreifen starke Konkurrenz macht, bezeichnet christlichen Mann, der von der Sozialdemokratie noch nie etwas gehört hat, während des tödlichen Mordens auch einmal der schlichte Sinn des Androhung und Vollzug von Freiheitsstrafen ausgeschlossen sein als llrheber der Neubesetzung den Generalstabsherrn v. Moltke hat, während des tödlichen Mordens auch einmal der schlichte Sinn des und teilte mit, daß Herr v. Falkenhayn sich der Sympathie Bibelwortes aufgeht: Du sollst nicht töten! Freilich steht Der Antrag wird mit 215 gegen 99 Stimmen bei 1 Stimm- des Kronprinzen erfreue. Der Seronprinz habe vor einigen ja neben ihm auch der Jesuit, der ihm nachweist, daß das Wort enthaltung a5elehnt. Jahren im Ministerium des Innern von dem Geh. Oberregierungs- eigentlich sein Gegenteil bedeutet.( Sehr wahr! bei den SozialPetitionen. rat v. Falkenhayn Vorträge über Verfassung und Verwaltungsrecht Demokraten.) Vielleicht sagt der Kriegsminister: Was gehen die gehört, und habe dabei die Bekanntschaft seines Bruders, Herren a. D. und z. D. mich an. Ob er das auch wagen würde, des Generalmajors v. Falkenhayn, gemacht.( Unruhe rechts, Rufe: wenn die Herren im demokratischen Sinne Politik trieben? Zur Sache!) Ich spreche ja über die Person des Kriegs-( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Sie bewilligen es ja doch nicht!) Das geht Sie gar nichts an. Regiments in Frankfurt a. M. beschimpfte der General v. Schenk in Warum tut aber der Kriegsminister nichts gegen die aktiven ministers, dem Sie das Gehalt bewilligen wollen.( Buruf rechts: Offiziere, die Politik treiben? Bei der Jahrhundertfeier des Wir können nicht beurteilen, was an den Gerüchten wahr ist, der Oberst bei einer Ansprache vor den zahlreichen Reservisten und der Festrede die Sozialdemokraten, in Rostock bezeichnete aber sie flingen glaubhaft. Es wird gewiß für einen Offizier ganz Landwehrmännern die Sozialdemokraten als Schweinehunde. Kriegsminister v. Falkenhayn: nüßlich sein, wenn er die Sympathie des Kronprinzen besigt. Und Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen Rechenschaft zu geben von der wie sehr geeignet Herr v. Falkenhayn als Lehrer des Kronprinzen In der Form nicht ganz so roh, aber in der Sache ähnlich drückte Art, wie die Wehrvorlage sich in die Wirklichkeit übersetzt hat. Die für Berwaltungsrecht war, beweist die Tatsache, daß derselbe Herr Danzig aus. Liegt denn irgend ein Grund vor, in eine solche sich General Mackensen bei der Kaisersgeburtstagsfeier in Aufbringung des Mannschaftsersages ist ohne jede Schwierigfeit bekannte preußische Wahlreformborlage ausFestesstimmung die Politik hineinzutragen, und eine große politische gelungen.( Bravo!) Wir behielten noch a chtunddreißigtausend gearbeitet hat, die so schäbig war, daß selbst der preußische Partei anzugreifen? Was der General übrigens von der SozialLandtag fie ablehnte.( Präsident Kaempf ersucht den bollständig taugliche Mannschaften übrig( ört! Redner, zur Sache zu kommen.) Der Kronprinz hat im übrigen demokratie sagte, von ihrem Haß gegen die Monarchie, ihrem Haß hört!), die wir nicht mehr einstellen konnten. Dabei sind die Anforderungen an die Tauglichkeit in feiner Weise bisher noch keine Beweise dafür geliefert, daß er besonders qualifi- gegen die Religion, ihrem Haß gegen Preußen ist alles unrichtig. herabgemindert worden, was ein Beweis hierfür ist, daß ziert ist für das Kriegsministerium. Er hat noch keine Beweise vom( Widerspruch rechts.) Es ist das alles dummes Geschwät. strategischen Können und militärischen Weitblick bewiesen.( Präsident bis Ende Januar von den im Herbst eingestellten Mannschaften se a empf: Ich bitte, die Bemerkungen über den Kronprinzen hier-( Präsident Kaempf ruft den Redner für diesen Ausdruck, den er wegen später sich herausstellender förperlicher Fehler nur 4 Proz. bei aus dem Spiele zu lassen. zur Entlassung famen gegen 4,5 Proz. im Vorjahr. Auch das Bravo! rechts.) Zum Gehalt auf die konservativen Abgeordneten bezieht, zur Ordnung.) Als der des Kriegsministers Wohlwollen gegen diejenigen Wehrfähigen, deren häusliche gehören doch die allgemeinen Betrach- General Keim seine hezerische Rede in Straßburg hielt, und alles, was damit blieben die Zivilbehörden fern, aber das Offizierkorps mit dem Verhältnisse eine Befreiung vom Dienste notwendig machen, brauchen tungen über den Militäretat wir nicht herabzumindern, wir haben 0,31 Proz. mehr befreit fammenhängt. Zum mindesten ist doch der Kronprinz auch General v. Deimling an der Spitze war erschienen und spendete wie im Vorjahre. ( Präsident Kaempf: Ich muß Sie demonstrativen Beifall. Ist das etwa nicht Politik der Offiziere? Der Offiziersersaz bildete natürlich Mitglied des Offizierkorps. eine ganz besondere Sorge, da bereits Fehlstellen vorhanden bitten, sich meinen Weisungen zu fügen.) Die ganzen Vorgänge bei Der Minister sagt nein, denn Politik ist nur, was wir dafür halten, was uns unbequem ist, alles andere ist nicht Politik, sondern Abwehr waren. Auf etwa 30 000 Offiziere betragen die Fehlstellen diesem Ministerwechsel scheinen mir typisch zu sein für die neue fozialdemokratischer Angriffe. heute nur noch 3000 und werden wahrscheinlich in zwei Jahren Richtung in unserem heutigen Offizierkorps. Die vollständig gedeckt sein. Bei den Unteroffizieren hatten wir Politisierung der Offiziere durch die Wehrvorlage einen Bedarf von 10 000 Stellen. Am und der ausgeprägte aftengeist, der sagt: Wir sind der erste Stand, 15. November fehlten hiervon nur noch 4000 Köpfe, die am Ende das Zivil hat Steuern zu zahlen und im übrigen das Maul zu des Jahres durch den regelmäßigen Zugang gedeckt sein würden, halten, der Wehrstand soll leben! Dieser Geist, der dem Auswenn nicht durch den weiteren Ausbau der Vorlage im Oktober land gegenüber kräftig mit dem Säbel raffelt und sich sagt: wenn noch ein Bedarf von 1100 Köpfen einträte. Die Sache liegt sogar es widerrasselt, umso besser, dann bekommt der deutsche Michel handelt sich darum, das Volk mit der besonderen Sorte noch etwas ungünstiger, weil wir bei den berittenen Truppen einen Angst und bewilligt uns immer neue Militärvorlagen. Der friegerischen Geistes zu versorgen, die man im leberschuß und daher bei den Fußtruppen einen größeren Mangel Geist, der scharf macht gegen den inneren Feind, der Kriegsministerium liebt. Da hat ein Deutsch- Amerikaner ein Flug haben. Bei der Ausrüstung des Heeres mit Pferden hatten wir uns, die einzigen", die ihm dauernd Unannehmlichkeiten machen, blatt über Zabern verbreitet mit den beschimpfendsten Herabsetzungen einen Mehrbedarf von 1800, Remonten, das heißt noch nicht voll- isoliert und diffamiert, der Geist, bricht mit der bisherigen An- des Reichstags. Das schickt das Pressereferat den Zeitungsredaktionen jährigen Pferden, und konnten ihn ohne jede Schwierigkeit durch schauung, daß das Militär sich nicht um Politik zu kümmern hat und Zuchtarbeit decken. Von Ende August an konnten wir auch mit dem statt dessen sagt: Immer hinein in den politischen Kampf, in den 34 und identifiziert sich damit. Das iſt politische Stimmungsmache schlimmster Art, Pferde, die bis Anfang November gekauft werden mußten. Außer Kaum war die letzte Heeresvorlage beschlossen, da zerbrach sich die muß man sich von einer Behörde, insbesondere vom Kriegs. dem mußte auch eine beschränkte Anzahl von Kaltblütern gekauft im Auguſt bereits General v. Bernhardi den Kopf über unsere ministerium, ganz entschieden verbitten.( Lebhafte Zustimmung bei werden. Das Urteil über das Resultat des Antaufes ist in der militärischen Zukunftssorgen und wollte nachweisen, daß trotz der den Sozialdemokraten.) Eine der ersten Taten des Kriegsministers Armee durchaus günstig. Freilich haben sich während des letzten Heeresvorlage unsere Lage nicht sicher sei. General v. Reichenau, war sein bekanntes Rundschreiben an die Handelskammern, fie Winters die Seuchen in unseren Ställen gehäuft, der in dasselbe Horn blies, entschlüpfte dabei das Geständnis: möchten dafür sorgen, pensionierten Offizieren in Handlungshäusern und wir werden in Zukunft mit der Ueberführung in unsere Heute würde ein Krieg von 30 Wochen unsere Kultur Stellungen zu verschaffen. Das bedeutet eine frasse Berkennung Stallungen und mit den Anforderungen an die aus dem bürgerlichen mehr zurüdwerfen, als einst der Dreißigjährige des bürgerlichen Berufs und der Bedeutung der Tätigkeit in Handel Leben kommenden Pferde, an die bürgerlichen Pferde( Heiterkeit) Krieg!( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Jch glaube ja, es und Industrie. Bei der Zulassung zum Offizier wird seine Ver noch vorsichtiger sein. Die Mittel für die Festungsbauten würden schon 30 Tage genügen. Er schließt seinen Artikel mit den Worten: wandtschaft gerade aus kaufmännischen Kreisen sehr unter die find verwendet worden, um die Kriegsbereitschaft unserer Grenz- Jede auf Mehrung der friegerischen Tüchtigkeit gerichtete Arbeit Lupe genommen, eine Tante mit einem Gierhandel iſt festungen überall in wirksamer Weise zu steigern. Eine der wiegt schwerer als die Beschäftigung mit fulturellen ein Hindernis. Wenn er aber beim Avancement übergangen und schwierigsten Aufgaben war natürlich, die Unterkunft für den Tändeleien".( Hört! hört!) Bald darauf folgten ähnliche deshalb pensioniert wird, dann will man ihn an Handel und Massenzufluß zur Armee in der kurzen Zeit vom Juli bis Artikel des Generalleutnants v. Liebert, Generalmajors Industrie abgeben. Die Antwort der Handelskammern wird Oktober sicher zu stellen. Die Bauten für die Pferde find sämtlich v. Dittfurt, des Generalmajors Keim. Dieser tanzelte be- sich der Kriegsminister nicht hinter den Spiegel stecken, sie lauteten vollendet, die für die Mannschaften natürlich noch nicht, doch halfen sonders den bayerischen Ministerpräsidenten ab, der davon ge- ja durchweg bis auf eine, bezeichnenderweise eine mecklenburgische: wir uns mit Baracken. so daß die Bevölkerung nur in sprochen hatte, es müsse endlich Ruhe in den Rüstungen" Das faufmännische Bureau ist kein Asyl für abgelegte einem einzigen Falle wegen nicht pünktlicher Lieferung in Mit eintreten. Bald darauf donnerte er von neuem los und befahl Offiziere." Offiziere, die sich für höhere Chargen nicht eignen, leidenschaft gezogen worden ist. Die Verpflegung war den Militärbehörden, was sie zu tun und zu lassen hätten. soll man in ihren Chargen belassen. Dadurch erspart man dem überall sichergestellt. Verhältnismäßig die größte Schwierigkeit All das war aber nur ein gelindes Säufeln gegen den Reiche viel Geld und beseitigt die notleidenden Militärpensionäre. hat die Beschaffung der Bekleidung und Ausrüstung Sturm, der sich im Zeitungswald der militärischen Schrift-( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) gemacht, deren Herstellung ja teilweise eine erhebliche Zeit in An- steller seit dem März d. J. erhoben hat. Man fragt Das Elend der pensionierten Offiziere bestreiten wir nicht, aber ipruch nimmt. Wir halten uns aber auch mit älteren Beständen, sich: in welcher Welt leben denn eigentlich diese Herren, die es warum sind die Stonservativen nicht ebenso gerührt, wenn es sich so daß am 6. Oktober dem Kaiser gemeldet werden konnte, daß wagen, den Zukunftstrieg geradezu an den Haaren herbei- um die Versorgung von Hunderttausenden von Arbeitern jeder Truppenteil ausrüdefähig ist.( Bravo!) Bei zuziehen. Generalmajor Keim schrieb: Wir müßten unsere mili- handelt? Wenn wir mit der Forderung einer Arbeits. den Ausführungsbestimmungen bin ich nicht beteiligt gewesen, ich tärische Kriegsbereitschaft bis an die äußerste Grenze der kriegerischen Losenversicherung fommen, haben Sie kein Mitleid.( Leb fann daher um so unbefangener aussprechen, daß die Leistungen der Leistungsfähigkeit vermehren. Noch feien 40 000 Militärtaugliche haftes Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Reformeifer Verwaltungsbeamten in der Zeit vom 1. Juli bis 1. Oftober überflüssig; erst wenn die allgemeine Wehrpflicht wirklich durch des neuen Herrn im Kriegsministerium hätte sich nach der ungeheuren geradezu mustergültig und bewundernswert gewesen sind.( Lebhaftes geführt werde, fönne das deutsche Volt sagen, es habe seine Pflicht Belastung des Volks durch die Militärvorlage anders betätigen Bravo! bei den bürgerlichen Parteien.) getan.( Sehr richtig! rechts.) General Bernhardi schrieb: die können als mit dem Wunsche des Kontorleutnants, er hätte sich deutschen Rüstungen hielten den Vergleich mit den französischen gegen die düsteren, an das Mittelalter gemahnenden nicht im geringsten aus. Von 1915 an müsse man sich auf barbarischen Schenfäligkeiten der Soldatenmißhandlungen Als der Kriegsminister v. Heeringen die letzte große Heeres- einen Krieg mit Frankreich gefaßt machen. In der Rheinisch- West- wenden sollen.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) vorlage hier vertreten mußte, war er längst seines Amtes überfälischen Zeitung" war davon die Rede, daß wir uns für einen Der bayerische Kriegsminister hat das in einem Erlaß getan, und drüssig. Er war gewiß fein Kleber, und es war zweifellos fein militärisches Pflichtgefühl, was ihn im Amte hielt. Bei der VerKrieg gegen Frankreich, Rußland und England damit doch wenigstens seinen guten Willen bekundet. Bei dem ob er abschiedung der vorhergehenden fleinen Militärvorlage hat der Herr rüsten müßten( Heiterfeit und hört! hört! bei den Sozialdemo- preußischen Striegsminister müssen wir noch abwarten, v. Heeringen dem Reichstage gesagt, nun sei es genug, alle Lücken fraten), das verlange das deutsche Volk. Nun das deutsche Volt die Erklärung, die Herr v. Einem hier vor einigen Jahren ge die Bank geben hat, wiederholen wird. Der General Wild v. Hohen der Rüstung wären ausgefüllt, und als dann wenige Monate später möchte am liebsten solche Artifelschreiber über born hat sich ja am Freitag auf eine kurze Anfrage geäußert. die Rüstungstreiber oder der Generalstab der höchsten Stelle flar ziehen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) gemacht hatten, daß unsere Rüstungen noch sehr große General Keim hob dann wieder die französischen Rüstungen Diese Antwort muß man gehört haben, aus dem stenographischen ( In Lücken hätten, hat Herr v. Heeringen vermutlich als gehorsamer hervor, die den unsern weit überlegen seien. Wenn wir deutsche Protokoll ist der Ton der Rede nicht zu entnehmen. Soldat gesagt: 8u Befeht! Und als man gerade von ihm noch Zustände kritisch mit ausländischen vergleichen, wirft man uns schnarrendem Tone): Es ist nicht richtig, daß..., es ist nicht Im übrigen wird die Antwort abgelehnt, verlangte, diejen raschen Meinungswechsel auch noch vor dem Parla- Vaterlandsverrat vor. Herr Keim aber darf die deutschen richtig, daß.. ment zu vertreten, hat er wieder als Soldat die Hacken zusammen- Rüstungen herabsetzen vor dem Auslande: Das ist immer noch da weder der Reichskanzler noch der Reichstag zuständig ist. da hast du deine Maulschelle! Was geschlagen und gesagt: 3u Befehl! und hat die ungeheuerste Patriotismus.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Auf einer Basta, Reichstag, Sie ist doch nur zu Heeresvorlage, die der Reichstag je gesehen hat, hier vertreten. Tagung des All deutschen Verbandes haben dann noch zwei soll diese brüste Art und Weise. Entweder fagte man sich, als man das von ihm verlangte, bei der Hauptscharfmacher die Regierung noch einmal gründlich auf ihre erklären aus der geschwollenen Stimmung gewisser von Zabern. Soll die dieser Heeresvorlage sett es Beulen und Büffe, und die fann der Pflicht aufmerksam gemacht und haben verlangt, es solle mit dieser Militärkreise seit dem Ausgange Kriegsminister bekommen, der doch bald sein Amt verläßt, oder Politik des fehlenden Willens und Entschlusses gebrochen werden. Antwort etwa heißen, daß es den Reichstag nichts angeht, was bei man sagte sich eine so gewaltige Vorlage bedarf zur Vertretung Ich überschäße ja diese Herren nicht; ich weiß, daß ihr Gefaires der Ausbildung der Truppen passiert? Will der General etwa sagen, eines Mannes, der sich einigermaßen in den gegenwärtigen Zuständen nur eine Variation des Goetheschen Wortes ist:„ Nichts Besseres daß die Kommandogewalt ein noli me tangere( Rührmichnichtan) des Heeres auskennt, und die verlangten Neuerungen auch durch weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg ist? Will er bestreiten, daß auch die Kommandogewalt auf den Es ist aber zuführen vermag. Wenn diese Erklärung richtig ist, wie ist es dann und Kriegestaten." in unseren Tagen eine Gefeßen beruht? Es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, daß Herr Wild v. Hohenborn den Reichstag so behandelt hat. aber auch zu rechtfertigen, daß Herr v. Heeringen sofort nach der imperialistische Variation, es kommt darin Bei einer Reservistenübung waren übertriebene Gerüchte und legten Abstimmung in dritter Lesung die Gier des Rüstungskapitals falsche Meldungen in die Presse gelangt, wodurch die Bein geradezu fluchtartiger Eile zum Ausdruck, dem es ganz gleich ist, welches Land in den Krieg völkerung beunruhigt war. Die Presse mußte von den das Kriegsministerium verlassen hat, und seine Mitarbeiter mit getrieben wird. Profit macht das Rüstungskapital in jedem Gerüchten Notiz nehmen, nicht um die Militärbehörde anihm, so daß es fast den Eindruck machte, als ob sie ihre Stoffer alle, zumal ja das Rüstungskapital aller Länder verfippt und zugreifen, sondern in höflicher Weise wurde sie ersucht, Stellung ichon in den Reichstag mitgebracht hätten. Bei den Verhandlungen verfchwägert ist. Allerdings ist nicht das Rüstungskapital allein für dazu zu nehmen, um die Beunruhigung der Bevölkerung zu bes über die Heeresvorlage ist doch oft genug vom Kriegsministerium das Wettrüsten verantwortlich, es ist vielmehr eine Folge des fich feitigen. Der Oberst hatte einer Koburger Zeitung den Regimentsdie nächste und schlimmste Kriegsgefahr an die Wand gemalt reckenden und streckenden Kapitalismus. Man will dort draußen befehl zugehen lassen: Die lebung der Brigadereserve ist geheim worden, um den Reichstag zur Bewilligung der Vorlage zu in Asien, in Afrika, Amerika anders auf- zu halten. Er wünschte eine Gefälligkeit von der Presse und veranlassen. Die ganzen Redensarten über die Krieg treten fönnen, um den Konkurrenten beiseite stoßen zu schnarrte sie an wie ein Unteroffizier seine Soldaten. gefahr haben sich ja nachher als eitel Schaumschlägerei fönnen. Deshalb will man fich zu Hause eine achtung. Der Striegsminister hat diesen Befehl ja preisgegeben und damit könnte erwiesen.( Präsident Kaempf rügt diesen Ausdruck.) Glaubten gebietende Rüstung auferlegen. Denn daß die Millionenheere die Sache ja erledigt sein. Statt dessen trat der General Wild von aber die Herren der Militärverwaltung wirklich an die Kriegsgefahr, Europas in Europa einmal aufeinander stoßen, ist ganz un- Hohenborn hierher, nicht um eine nüchterne Aufklärung zu Abg. Schulz- Erfurt( Soz.): -in Erfurter Urteil Abg. Baffermann( natl.): geben, fondern er greift die Sozialdemokratie an unb1jährig Freiwilligen Dienst zuzusprechen.( hört! ihm nicht unterstützt werden sollen. An sich haben wir gegen eine Rufe: Standal!) Der Verbindung des Kriegsministeriums mit der erlaubt sich Reden über ihren Antimilitarismus und hört! bei den Sozialdemokraten. hat zweifellos nicht geglaubt, mich durch Presse nichts. Der Etat ist mit großer Sparsamkeit auf ähnliche Dinge. Den Fehler der Falschmeldung bedauern die Kriegsminister hat Redakteure am meisten, aber er ist durch den Eifer des Gefechts zu diesen Brief zu beleidigen, aber ich muß ihm sagen, daß ich gestellt worden; die Mehrforderungen betragen diesmal nur sieben und eine Millionen. Aber bei gutem Willen kann in Zukunft noch mehr ge entschuldigen, durch den Wunsch, die Soldaten vor uunügen diese Zuschrift für eine unerhörte Beleidigung Duälereien zu schüßen. Graf Westarp aber hat den Mut ge- tiefverlegende Beschimpfung empfunden habe.( Stürmische Zu spart werden.( Bravo! im Zentrum.) habt, zu behaupten, die Redakteure hätten die falschen Angaben ſtimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir weisen die darin liegende wider besseres Wissen gemacht. Ich fühle mich verpflichtet, objektive Beleidigung, als ob alle Sozialdemokraten unmoralische Auch wir sind nach wie vor überzeugt, daß die neue Militärdiese unerhörte Verdächtigung ehrenhafter Männer zurüdzuweisen. Menschen wären, mit größter Leidenschaftlichkeit zurück.( Erneute ( Lebh. Bravo! bei den Sozialdemokraten. Vizepräsident Paasche: lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Diese Antwort vorlage notwendig war und im Interesse des Weltfriedens ge Sie dürfen einem Mitgliede des Reichstages nicht unerhörte Ver- deckt die ungeheure Kluft auf, die zwischen den Anschauungen der wirkt hat. Die internationale Spannung hält immer noch an. dächtigung vorwerfen!) Militaristen und der Arbeiterklasse liegt. Sie zeigt vor allem, daß Wollen wir nicht zu einer Macht zweiten, dritten Ranges herab Auf das die verantwortlichen Minister nicht die elementarsie Kenntnis vom sinten, so müssen wir unsere Wehrkraft entsprechend start halten. Wesen und Wollen des Sozialismus haben.( Sehr wahr! Die politisierenden Generäle haben gewiß zum Teil Die Sozialdemokratie ist eine über die Schnur gehauen, aber schließlich kann die Kritik der Entwill ich nicht eingehen, ich will nur bemerken, daß leider das bei den Sozialdemokraten.) revidierte Urteil noch viel zu hart ist für den harmlosen Wirtshaus große Kulturbewegung, die naturnotwendig aus der gesells wickelung der Dinge nur nügen. Auch ist die Beschimpfung der trafeel. Erfreulich ist nur, daß durch die einmalige Ermannung des schaftlichen und vor allem wirtschaftlichen Entwickelung herauswächst. deutschen Armee in der Auslandspresse oft derartig, daß die Abwehr Reichstags wenigstens eine leine Reform durchgesezt ist. Um die Ideen des wissenschaftlichen Sozialismus zu ergreifen, muß mur erfreulich ist. lleber die Art der Durchführung der Wehrborlage fann ich nur meine Freude und Genugtuung zum Ausdruc Nun soll der Gesetzentwurf erweitert werden, da hören wir aber man freilich geistig arbeiten. Aus bringen. Der Zudrang zur Offizierslaufbahn ist sehr erfreulich. bei allen Wünschen des Reichstags ein, Unannehmbar" des Hezartikeln und Schmusflugblättern Die Uebersicht der Antworten auf unsere Resolutionen sind der Striegsministers. Ich fürchte, der Reichstag wird zurückweichen, wie fann man den Sozialismus nicht fennen lernen.( Sehr gut! bei Budgetkommission überwiesen worden; es erübrigt sich also, jetzt er es überall seit 3abern getan hat. Nur einmal hat den Sozialdemokraten.) Die Herren stellen sich die Sozialdemokraten auf sie einzugehen. Die neuen Vorschriften über den Waffener so etwas wie Entschlußkraft gezeigt, bei dem Mißtrauens jedenfalls nur als verkrachte Eristenzen, wüste Gesellen ohne gebrauch des Militärs baben einen neuen Rechtszustand votum gegen den Reichskanzler. Es scheint, daß der Reichstag damit zucht und Sitte bor. Wir sind nicht so arrogant, au gegenüber den Bestimmungen der Kabinetts order von 1820 geschaffen. seine Energie für ungemessene Zeiten verausgabt hat, daß er drei- fagen, wir seien besser, als andere Menschen, weil wir Danach war das Eingreifen ganz in das Belieben der Militärs mal gutma chen will, was er damals gesündigt hat. Sozialdemokraten find, aber wir weisen mit Empörung zurüd, wenn behörde gestellt; jezt darf sie nur eingreifen, wenn die Zivilbehörde Der Reichstag hat Gelegenheit zu zeigen, ob er weiß, was er behauptet wird, daß wir minderwertig feien, nur weil wir durch äußere Umstände zur Aufforderung an die Militärbehörde verdem Volke schuldig ist, oder ob er sich rückhaltlos alles bieten läßt. Sozialdemokraten sind. Wir haben das Recht, unsere eigene Ge- hindert ist. Diese äußeren Umstände sind doch vorhanden, wenn Die sogenannte neue Vorschrift über den Waffengebrauch des fimmung zu haben und für die einzutreten, und das tun wir durchaus die Zivilbehörde etwa überwältigt ist. Es liegt also ein Militärs ist ein Ende von Zabern, wie es unrühmlicher gar nicht im Rahmen der Gesetze. Wer kann der Sozialdemokratie Gesezes wesentlicher Fortschritt vor. gedacht werden kann.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) losigkeit, Verwilderung der Sitten, Verrohung der Jugend zum Die fonservative Presse tut so, als ob diese Vorschriften ein Fort Vorwurf machen?( Abg. Graf Westarp: Massenhaft!) schritt in demokratischer Richtung seien. Das glauben diese sind keine Sozialdemokraten gewesen, die durch Gewalttat und Mord Blätter ja selbst nicht. Die liberalen Zeitungen suchen die Vor- ihre Ziele durchgesetzt haben. Wenn schriften auszulegen und ihnen alles mögliche unters Könige geföpft und getötet zulegen. In Wirklichkeit handelt es sich um einen gewaltigen Rückschritt, um die Die polnischen Rekruten werden beim Heere wegen ihrer Natio nalität schlechter behandelt als andere, sie haben auch mehr als andere unter Mißhandlungen zu leiden. Des weiteren flagt der Redner, daß bei der Seelsorge für die polnischen Soldaten nicht die polnische Sprache gebraucht wird. Die Militärverwaltung sollte doch endlich von dem Ditmarken berein abrüden. Ein Bertagungsantrag wird angenommen. Weiterberatung: Mitttwoch 2 Uhr. Schluß 6½ Uhr. Die Militärmißhandlungen sind gewiß zu beklagen, aber ein Ausfluß des Militarismus find sie nicht. Es handelt sich da um sadistische Neigungen von Unteroffizieren und älteren Mannschaften, denen durch bessere Ueberwachung entgegengetreten werden muß. In der Forderung des Pressereferates werden wir worden sind, so waren es nicht Sozialdemokraten, die das getan hoffentlich eine Einigung mit dem Wunsch des Kriegsministers haben, Für die friegsmäßige Ausbildung der Intendantur waren es bürgerliche Kreise und finden. wohl aber eine restlose Unterwerfung der Zivilgewalt unter das Militär. forgen, ist überaus wichtige Aufgabe, zu Offiziere, die den letzten Königsmord in Serbien auf dem beamten im Kriegsfalle nicht eine Wenn wenn Katastrophe eintreten Die alte Kabinettsorder war gesezwidrig und daher rechts- Gewissen haben.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ich freue mich, daß der Kriegsminister dieser unwirksamt. Jetzt wird sie neu aufgebügelt, aber damit wird sie noch wir Gesezwidrigkeiten im Heere und außerhalb des Heeres soll. immer nicht gefeßlich. Mit der tautschulartigen Bestimmung, daß propagieren würden, wie viel solche Dinge würden dann bei wichtigen Frage und einer Reihe anderer Reformen seine besondere das Militär selbständig einzuschreiten hat, wenn ein staatlicher Not- unserem Einfluß auf die 42 Millionen Wähler vorkommen, Aufmerksamkeit zuwendet. Zusammenfassend kann ich sagen, die stand vorhanden ist, wird der Wilfür Tür und Tor geöffnet. Am die jetzt nicht vorkommen, weil die Sozialdemokratie eine Kriegsverwaltung hat den Beweis ihrer Fähigkeit bei der Durch schlimmsten ist der Artikel, der das Militär verpflichtet, ohne Aufforderung große Stultur- und Erziehungsarbeit ausübt?( Sehr wahr führung der neuen Wehrvorlage gezeigt. Das Offizierkorps hat der Zivilbehörden einzugreifen, wenn in Fällen dringender Gefahr die bei den Sozialdemokraten.) Gewiß haben wir unsere eigenen dabei den richtigen Geist und das deutsche Volt das richtige VerZivilbehöde infolge äußerer Umstände gezwungen ist, die Aufforderung Anschauungen über die Organisation des Staates, gewiß halten wir ständnis bewiesen.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) zu unterlassen. Was tann nicht alles bedeuten: infolge äußerer die republikanische Staatsform für die beste, aber es ist unser Recht, Abg. Dombek( Pole): Umstände." Und diese unglaubliche Verschlechterung eines gegen eine andere Anschauung über diese staatsrechtlichen Fragen zu haben Den wärtig bestehenden Zustandes, weil in 3a bern die öffentliche als Sie, und dafür im Rahmen der Geseze einzutreten. Ordnung nicht durch das Bürgertum, sondern durch gewalt- persönlichen Kampf gegen die Monarchie finden Sie nicht ( Sehr tätige Offiziere gestört worden ist!( Sehr richtig! bei den bei uns, den überlassen wir den Konservativen. Sozialdemokraten.) Da ist es fein Wunder, wie die Militärbehörde gut! bei den Sozialdemokraten.) auch sonst mit dem Reichstag und seinen Wünschen umspringt. Wir haben auch unsere eigenen Anschauungen über die LandesAls ich die Drucksache den Antworten des Bundesrats berteidigung und Herresorganisation, und es ist unfer gutes auf die Entschließungen des Reichstags las, habe ich mich durch Staats- und Reichsgefeße gewährleistetes te dot, für unsere als Abgeordneter geschämt. Wie Schuljungen werden abweichenden Anschauungen einzutreten. Was Sie sich unter unserem die Abgeordneten abgefanzelt. Der Reichstag wünschte, Antimilitarismus vorstellen, ist alles falsch. Richtig ist lediglich, daß bei der Besetzung höherer Stellen soll diepersönliche Tüchtig wir das heutige veraltete Heeressystem durch ein bollsfreund. feit allein entscheiden. Das heißt doch, er ist der Meinung, licheres ersetzen wollen. Was vor 100 Jahren Leute wie Scharndaß das Heute nicht geschieht.( Sehr richtig! bei den horst, Gneisenau, Blücher u. a. gewollt haben, dasselbe Recht nehmen Sozialdemokraten.) Der Kriegsminister antwortet: Die auch wir für uns in Anspruch. Wir stehen mit unserem Kampfe durchaus Befezung erfolgt wie bisher allein nach der militärischen Tüchtig auf dem Boden des Rechts und der Verfassung, und feit".( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der Reichstag um so mehr empören wir uns, wenn der militärische Geist sich ers Die Budgetkommission des Reichstags erledigte am Dienstag den wünscht, fein Angehöriger des Heeres soll wegen seiner religiösen fühnt, uns als moralisch minderwertig hinzustellen. Dann set man teft des peeresetats. Die einmaligen Ausgaben, die in der Hauptund politischen Ueberzeugung zurüdgesezt werden. Der Strieg& wenigstens konsequent und fache für Safernenbauten, Uebungspläge, Festungen usw. bestimmt minister antwortet:" Wegen seiner religiösen Ueberzeugung wird schließe alle Sozialdemokraten vom Heeresbienft aus. find, wurden bis auf einige Abstriche bewilligt. Abg. Go thein beim Heere niemand zurüdgefekt.( Lachen bei den Sozialdem.) Das würde allerdings bedeuten, daß ein Drittel etwa des bes und Genoffe Stüdlen wandteu fich gegen die hohen Ausgaben Der Reichstag wünscht, daß der Militärboykott nicht aus stehenden Heeres, etwa 200 000 Goldaten den bunten Rod für Kasinobauten, für die fein Bedürfnis bestehe. Abg. Basser politischen Gründen verhängt werde. Der Kriegsminister ausziehen.( Sehr wahr! bei den Soz., Lachen rechts.) Und von mann( natl.) als freiwilliger Regierungskommissar begründete außer antwortet:„ Er wird aus politischen Gründen nicht verhängt." den Millionen Reservisten und Landwehrleuten find sicher über eine mit dem ethischen Werte", auf den schon der Kriegsminister hin ( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der Reichstag wünscht, daß Million Sozialdemokraten. Welche Beleidigung des deutschen gewiesen hatte, die Notwendigkeit der Kasinos damit, daß es bei adlige Offizierforps nicht bevorzugt werden; der Kriegs Wolfes, welche Herabfezung desselben dem Auslande gegenüber, dem Verkehr von Offizieren in Gasthäusern nach alloholreichen Ge minister bestreitet diese Bevorzugung.( Heiterkeit.) Der welche Schädigung nationaler Intereffen liegt darin, all diese lagen sicher zu Unzuträglichkeiten mit der Zivilbevölkerung kommen Reichstag wünscht eine Revision der Militärstrafprozeßordnung Leute als moralisch minderwertig zu qualifizieren. Wir bekämpfen werde. Genoffe Schöpflin erhob Einspruch gegen die ungewöhn der Kriegsminister antwortet:" Die Militärstrafprozeßordnung das jezige Heeresiystem als ein Instrument der Klassen- lich hohen Preise für ein bei Marburg zu erwerbendes Ererzier hat sich durchaus bewährt", und so fort. Es ist Sache der herrichaft, als Mittel, die Macht des Kapitals zu sichern, plaggelände, fand aber für seinen Antrag auf Abfegung des Titels bürgerlichen Parteien, sich mit dieser Brüstierung abzufinden. Wir als Bedrohung aller freiheitlichen Bestrebungen. Wir tragen nicht die Mehrheit, die ihrer alten Gewohnheit treu blieb, indem sie haben seinerzeit verlangt, daß der Reichstag seine Wünsche in die den Stampf gegen dieses System nicht in die Kaserne hinein um Kleinigkeiten lange und ermüdende Debatten führte, große Posten Militärvorlage hineinarbeite, dann wären solche Antworten unmög-( Na! na! rechts.) Wir fordern die Soldaten nicht zum Ungehorsam aber unbefehen und unbedenklich bewilligte. Man unterhielt sich im lich gewesen. auf, sondern wir werden dies System wie bisher im öffentlichen weiteren Verlaufe der Beratung über das Hirtsche Hibiclag politischen Kampf bekämpfen durch rücksichtslose Auf- mittel, das geprüft werden soll, und das automatische Selbst de dung der Mißstände im Heere, durch Darlegung der ladegewehr, über Beobachtungsinstrumente für von uns erstrebten Heeresreformen durch die Vermehrung der sozial Artillerie, Luftschiffe, Flugversuche und die Konstruktionen des demokratischen Stimmen und Abgeordneten und letzten Endes durch Obersten Lüddecke, die zu ernstester Beobachtung empfohlen die alljährliche gründliche Kritik des Heeresetats.( Lebh. Beifall wurden, weiter über Fortifitationen im Osten, für die bei den Sozialdemokraten.) sparte wenn bor" Parlamentarisches. Der Militäretat in der Kommission. Der Reichstag hat Macht, wenn er sie nur gebrauchen will. ( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Man besiegt Bureaukraten nicht mit Rechnungsträgereien, sondern durch energische Ausnutzung der eigenen Macht. Zum Schluß muß ich noch auf den Fall Walter Stöder eingehen, dem man das Recht zum Einjährig- Freiwilligendienst entsich Abg. Rogalla v. Bieberstein( f.) ins Zeug legte, ohne zogen hat. Prinzipiell sind wir Gegner dieses Privilegs, das ja Abg. Erzberger( 3.): jedoch den Kriegsminister für seine Ansichten zu gewinnen, über neuerdings fogar von Männern des Wehrvereins als militä Ringbildungen unter den für Militärbauten und Lieferungen risch unbrauchbar hingestellt wird. Wir sind für die Wir sehen das Heer nicht an als Machtmittel gegen das Bolt, in Betracht kommenden Firmen, wozu Genoffe Stüdlen bas Einführung der einjährigen Dienstzeit ganz allgemein, sondern als notwendiges Institut für die Gesamtheit des deutschen Wort nahm, und schließlich über den Neubau für das eine bessere förperliche und geistige Jugender.iehung Volkes. Eine Miliz wollen wir nicht, schon weil sie uns Militärkabinett in der Viktoriastraße. Abg. Erzberger her betrieben wird. So lange Das Einjährig- Freiwilligen nicht billiger fommen würde, als das ſtehende Heer. Auch Bebel, und Genosse Stüdlen traten dafür ein, daß es bei dem früheren System besteht, benugen wir es natürlich auch und zahlreiche der immer den deutschen Militäretat abgelehnt hat, hat doch den Beschlusse der Kommission verbleibe. Der Kriegsminister gab Sozialdemokraten haben bisher als Einjährig Freiwillige ihre Pflicht schwedischen Sozialdemokraten geraten, für eine ausreichende Rüstung eine möglichst harmlose Erklärung über die zwischen Schazamt und in ihrem Lande zu sorgen. Wir sind von der Notwendig Militärverwaltung getroffene Abmachung und suchte die Angelegenheit getan. Erst der neue Kriegsminister scheint neue Bahnen gehen zu wollen. Walter Stöder ist als Sohn bürgerlicher Eltern in Köln feit der legten großen Militärvorlage heute noch so über als einfache Wirtschafts- und Zweckmäßigkeitsfrage zu charakterisieren. geboren und bekam nach vierjährigem Besuch der Volksschule eine 8eugt wie im vorigen Jahre; gerade ihre Ver- Schatziekretär Kühn erklärte, noch feinerlei Schritte zur Ver Freistelle in einer Realschule, wurde später Handlungsgehilfe, abschiedung hat zweifellos zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens äußerung des Grundstücs getan zu haben, auch sei taum auf Käufer ein beigetragen. Auf die Durchführung der neuen Militärvorlage fönnen zu rechnen. Eine staatsrechtliche Bedeutung habe die Sache nicht. sich, um seinen Wissensdurst zu befriedigen, paar Groschen und studierte in Berlin privat National wir nur stolz sein.( Bravo! rechts.) Nun haben wir die Militär- Das war das Stichwort für den Abgeordneten Schiffer( natl.), ökonomie und Geschichte. Während dieser Zeit erwarb er vorlage mit verschiedenen Resolutionen angenommen. Daß nicht der nun mit einerseits andererseits feinen Umfall einzuleiten be sich den Einjährig- Freiwilligen Berechtigungsschein und war dann alle innerhalb neun Monaten durchgeführt würden, davon waren gann und den Vorschlag der Regierung zur Annahme empfahl. mehrfach Redakteur. Er ist vollständig unbestraft, hat weder wir wohl alle überzeugt; wir wissen, daß auch im politischen Leben Abg. Liesching( Bp.) und die Genoffen Ledebour und eine Anklage noch ein Etrafmandat erhalten und hat nicht einmal fein Baum auf den ersten Sieb fällt. Aber alle Resolutionen find Liebknecht traten energischen Hinweisen auf die in so bescheidener Weise das Vereinsrecht übertreten wie der junge auch nicht glatt abgelehnt, eine ganze Menge davon find Ehre des Reichstags und die Interessen der Steuerzahler der Düwell, von dem wir vor zwei Jahren hier gesprochen haben. Im bereits erfüllt, für eine Reihe anderer sind die Vorarbeiten im Gange. nationalliberalen Rüdgratlofigteit entgegen. Abg. Fehren Juli 1913 wurde ihm auf einmal von der Erfaßkommission in Köln unserer Forderung, nur unbedingt Taugliche einzustellen, ist 3. B. 5 a ch( 3.) spielte unter der Heiterkeit der Kommission den mitgeteilt, daß ihm die Berechtigung zum Einjährig Freiwilligen restlos nachgekommen. Die Urlaubsverhältnisse find nach Schiffer von damals gegen den Schiffer von jetzt aus und pole. Dienst entzogen fei, ohne jede Angabe von Gründen.( Hört! hört! unseren Wünschen verbessert worden, Reservisten und Landwehrmänner misierte gegen den Grafen We starp( f.), der sich für die Regierung bei den Sozialdemokraten.) Erst nach acht Wochen bekam er vom werden zu Erntezeiten so gut wie gar nicht mehr eingezogen bemüht hatte. Selbst Abg. Paasche rüdte merklich von seinem Polizeikommissar seines Bezirks mündlich den Bescheid, daß ihm der Das ist ein großer Erfolg für unsere Landwirtschaft. Fraktionskollegen ab und plädierte für Ablehnung der Regierungs Davon, daß 200 000 unferer 600 000 Soldaten Sozial: forderung im Ergänzungsetat. So sehr sich auch die Regierung be Berechtigungsschein wegen seiner organisatorischen Tätig feit in der sozialdemokratischen Partei gemäß§ 98 demokraten sein sollen, ist teine Rede. Glauben Sie, daß mühte, ihre Forderung zu retten, die Kommission blieb hart und der Behrordnung und einer Ministerialverordnung entzogen worden die jungen Leute mit 18 Jahren schon Sozialdemokraten find? Das lehnte gegen fünf Stimmen die Preisgabe der fei. Diefer§ 93 bestimmt, daß der Berechtigungsschein zu entziehen werden sie erst nachher durch den Fabritterrorismus. Budgetrechte des Reichstages zugunstes des Mi ist, wenn jemand vorbestraft ist oder beim Eintritt in den Dienst Wenn Sie das leugnen, leugnen Sie auch, daß die Sonne scheint. litarismus ab. nicht mehr die nötige moralische Qualifikation befigt.( Sehr gut! rechts.) Ich behaupte, daß es noch nicht Den Schluß bildeten Remontefragen und der Etat des Reichs ( Lebhaftes hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Stöder erhob fanzlers, der in einer halben Minute erledigt wurde. Wafferstands- Nachrichten dann 4 20 000 Sozialdemokraten im Heere gibt.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) " unter Wafferstand Beschwerde veim Kriegsminister Die Zahl der Militärmig bandlungen hat leider lange und wies darauf hin, daß agitatorische Betätigung für die sozial- nicht genügend abgenommen. Durch strenge Kontrolle der Unter der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau demokratische Partei feine unmoralische Handlung sei. Darauf be- offiziere und namentlich der Offiziere müssen sich namentWasserstand fam er folgende Antwort vom Generalfommando des 8. Armee- lich die gehäuften systematischen Mißhandlungsfälle verhüten wird forps:„ Der Ministerialerlay spricht sich dahin aus, daß derjenige, lassen; das eine der Hauptaufgaben des Kriegs welcher sich wie Sie in besonderem Maße im staatsfeindlichen ministers fein. Erfreulicherweise bringt der neue Etat eine erhebliche e mel, Tilfit Sinne agitatorisch betätigt, die für den Freiwilligendienst im Heere Befferstellung der Unteroffiziere; vor allem notwendig ist Bregel, Insterburg Weichiel, Thorn erforderliche moralische Qualifikation nicht mehr befigt".( hört! eine gute Zivilversorgung der Unteroffiziere. Die Maßnahmen zur Dder, Ratibor hört! bei den Sozialdemokraten.) Diese geradezu ungeheuerliche Bekämpfung des Duellzwangs bitte ich den Kriegsminister mit aller Entscheidung( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten) ver- Energie fortzuseßen.( Bravo! im Zentrum.) Dann werden sich auch anlaßte uns zu einer furzen Anfrage an den Kriegsminister, die Offiziersaspiranten aus fatholischen Kreisen vermehren. Die Warthe, Schrimm Stöder bereit sei, Politisierende den Besitz seiner Sanitätsoffiziere müffen besser gestellt werden. Rechte zu bringen. Darauf erhielt ich einen an mich per- Offiziere wünschen wir nicht. Das Auftreten mancher verabschiedetereze, Bordamm sönlich gerichteten Brief des Kriegsministers, daß er die Entscheidung Generäle grenzt an Gemeingefährlichkeit.( Sehr in Sachen Stöder nicht habe ändern können. In dem Briefe heißt richtig!) Der pöbelhafte Angriff des Generals Reim auf den es auch:" Die Art seiner agitatorischen Tätigkeit gestattet nach dem bayrischen Ministerpräsidenten richtet sich von selbst.( Bravo! im Zentr.) Ergebnis der angestellten Ermittelungen nicht, ihm die erfor Das amtliche Pressereferat haben wir abgelehnt, da uns keine Zuberliche moralische Qualifitation für den Ein- fficherung gegeben worden ist, daß parteipolitische Bestrebungen von Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für der Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. об er wieder in den Befer, Münden am feit am feit 4.5. 3. 5. 4.5. 3.5. cm 202 19 cm³) cm cm) -6 Saale, Grochlik -5 Havel, Spandau) 175 7 Krossen 127 111 99 57 Rathenow) 88 18 Spree, Spremberg) Beestow +1 81 Frantiurt 115-3 34 154 244 Landsberg 59 26 Elbe, Leitmeriz Dresden 2 -122+4 Barby 129 --4 Magdeburg 101 -3 Main, Hanau Mosel, Trier )+ bedeutet Wuchs. Fall. Minden Rhein, Marimiliansau 484+4 Kaub Köln Nedar, Heilbrom 3) Unterbegel. 258+9 246+2 90-10 152 88-18