e Mr. 124. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nebmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 31. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gemerfichaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Etellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Grpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1983. Verfassungskämpfe in Rußland. Freitag, den 8. Mai 1914. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 1984. den Kreisen der bürgerlichen Abgeordneten die größte Erregung erklären würde., wenn die Grenzen der von der Res hervorrief. Genosse Tscheidse erklärte zwar feelenruhig, er habe gierung Redefreiheit gewährleisteten überschritten werden nichts dagegen, daß auf seinem Rücken die Lektion gegeben sollten. Es ist anzunehmen, daß dieses Projekt von der Mehrheit werde, wenn diese beitragen würde, die noch bestehenden der Duma angenommen und auf diese Weise die„ Affäre Tscheidse" Illufionen zu zerstören. Aber die liberalen Abgeordneten, in einer für die Regierung erwünschten Weise erledigt wird. Welche die bisher bei den Anklagen gegen sozialdemokratische Konsequenzen die bürgerliche Opposition aus dieser SelbstAls Zar Nikolaus„ von Gottesgnaden" seinen früheren Minister- Abgeordnete recht zahm gewesen find, faßten die Situation anders erdrosselung der Duma ziehen wird, steht noch dahin. Jedenfalls präsidenten Kokowzew am 12. Februar d. J. unerwartet in die auf. Sie sahen plößlich das Damoklesschwert der gerichtlichen berechtigt die Vergangenheit des russischen Liberalismus nicht zu der Wüste schickte und den senilen Bureaukraten Goremykin mit Auflage auch über ihren Häuptern schweben, sie sahen in dem Erwartung, daß er seine heftigen oppositionellen Worte auch in der Leitung der Regierungsgeschäfte betraute, schrieben wir, daß Attentat gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten was auch Taten umsetzen wird. dies ein neuer Vorstoß des reaktionären Draufgängertums sei, das wirklich den Tatsachen entspricht ein Attentat gegen die Wie dem aber auch sei, wir können schon heute mit aller die völlige Wiederherstellung der zarischen Autokratie anstrebe, um e defreiheit und Immunität der ganzen Duma! Entschiedenheit erklären, daß die russischen Verfassungsfämpfe in den schwankenden Boden unter seinen Füßen durch eine Rückwärts- Wie gering das Solidaritätsgefühl der bürgerlichen Opposition mit der ein neues entscheidendes Stadium eingetreten sind. Lassalle jagt revidierung der Verfassung zu befestigen. Die Wirklichkeit äußersten Linfen auch ist, in diesem Falle schmiedete die Regierung in einem seiner Vorträge über Verfassungswesen:„ Die geschriebene hat uns nur allzu schnell recht gegeben und die auch auch die lendenlahmen Progressisten und die diplomatisierenden Verfassung kann nach rechts hin abgeändert werden, indem die Reaus diesem Anlaß laut gewordene Hoffnungsduselei der liberalen Stadetten an das Schicksal der verhaßten Sozialdemokraten. Ver- gierung die Aenderung vornimmt, um die geschriebene Verfassung Presse zuschanden gemacht. Nach einigem Kokettieren mit der Duma gebens versuchte die Regierungspreise, die Bedenken der Liberalen in Uebereinstimmung mit den tatsächlichen Machtverhältnissen der ging Goremykin mit der Arroganz eines alten Höflings, der sich der durch den Hinweis zu zerstreuen, daß die Regierung ja nur gegen organisierten Macht der Gesellschaft zu sehen. Oder aber es triit Unterstügung der höchsten Stelle" bewußt ist, zu immer die„ Auswüchse der Redefreiheit" einschreiten wolle. Die durch die unorganisierte Macht der Gesellschaft auf und beweist von stärkeren Brüstierungen der Duma über. So weigerte er Schaffung eines solchen Präzedenzfalles enistandene Rechtslage ist neuem, daß sie größer ist als die organisierte. In diesem Falle sich noch vor Ostern, zur Beantwortung einer Interpellation in der für die gesamte Opposition so bedrohlich, daß auch die wird die Verfassung wieder ebenso weit nach links hin abgeändert Duma zu erscheinen und ließ bei einem anderen Anlaß durch gemäßigsten Elemente der Opposition, ja selbst Elemente und aufgehoben, wie vorhin nach rechts. Aber verloren ist den Vertreter des Volksverdummungsministeriums, Baron Taube, aus der Oftobristenfraktion, gegen das Vorhaben der Regierung sie in jedem Falle." Von der russischen Verfassung kann in der Duma erklären, die Regierung erkenne das Recht der Duma Stellung nehmen mußten. Die russischen bürgerlichen Parteien man das letztere mit aller Bestimmtheit behaupten. Die Regierung zur Einbringung eigener Gesegesvorlagen nicht an, wenn die Re- wären aber nicht jene charakterlosen, mollustenhaften politischen Ge- unternimmt den selbstmörderischen Versuch, diese Verfassung nach gierung selbst ein Gesez in derselben Frage einbringen wolle. Nach bilde, die fie wirklich sind, wenn sie nicht unter dem rechts hin abzuändern. Hoffen wir, daß die„ unorganisierte Macht ausübte. " Die Antwort des Proletariats. Sympathie für die aus der Reichsduma ausgeschlossenen AbPetersburg, 7. Mai. Gestern abend ist als Ausdrud der geordneten ein Streif ausgebrochen. Heute vormittag umfaßte der Streif 78 Betriebe mit etwa fünfzigdiesem Vorpostengeplänkel, das schon an und für sich bedeutungs- Fell des brüllenden Löwen sofort das Eselsohr ihrer feigen der Gesellschaft" sich auch hier als größer erweist, wie die organivoll war; hat Goremykin nun, getrieben von den reaktionären Gesinnung hervortreten Tassen würden. Während in den sierte". Hoffen wir, daß die Trägerin dieser Macht, die heldenDraufgängern, zu einem vernichtenden Schlage gegen die fümmer- Kreisen der Progressisten und Kadetten als Antwort auf die hafte Arbeiterklasse Rußlands, in den heraufziehenden Verfassungslichen Reste der russischen Verfassung ausgeholt, indem er ein Provokation der Regierung die Ablehnung aller oder einiger Kredite fämpfen die Kraft und die Stärke findet, die erforderlich sind, um Attentat auf die Redefreiheit und Immunität der Dumaabgeordneten erwogen wird, nimmt das Projekt immer, greifbarere Formen an, das Ungeheuer russische Reaktion" endlich zu vernichten. einen Sonflift mit der Regierung und damit die Auflösung der Es entspricht vollkommen der jetzigen politischen Lage in Ruß- Duma dadurch zu vermeiden, daß in der Duma selbst eine Art land, daß die Reaktion in ihrem Kampfe gegen die Verfassung, die Wohlfahrtskomitee" gebildet wird, das an Stelle der Regierung die fonfequenteste Vertreterin der Demokratie, die sozialdemokratische Funktion der fortgesetzten Erdrosselung der Redefreiheit übernimmt. Dumafraktion, zum unmittelbaren Objekt ihres Attentats aus Schon lassen die Regierungsvertreter durchblicken, daß sie von schrofferen erwählt hat. Die vom Geiste der Sozialdemokratie erfüllte Maßnahmen Abstand nehmen würden, wenn die Duma selbst eine tausend Arbeitern. Versuche, in den Arbeitervierteln russische Arbeiterbewegung der der letzten Jahre hat es in Juſtitution schaffte, die fraft ihrer Disziplinargewalt die Ab- Rundgebungen zu veranstalten, wurden von der Polizei furzer Zeit vermocht, die Mauern des großen Gefängnisses, geordneten Rußland genannt, wieder ins Wanten zu bringen und das notdürftig hergestellte labile Gleichgewicht der Konterrevolution zu: zerstören. Es genügte, daß der junge Riese, das russische Proletariat,[ sich nach wenigen Jahren der Depression wieder zu dehnen und 34 streden begann, es genügte, daß das durch die rapide kapitalistische Entwidelung gestärkte Proletariat unter Führung der Sozialdemokratie feinen Kampf gegen die wirtschaftliche und politische Knechtschaft wieder aufnahm, um in den Mittelbertreiben. bestrafen, ja sogar ihrer Mandate verlustig unterdrückt. Die Gewerkschaften gegen Polizeischikane. Die neueste mißbräuchliche Anwendung des Reichs- gefangen hätten. In Breslau drohte ein Unternehmer die bereinsgesetzes durch die Polizei: Die Erklärung von gewerf. Aussperrung an. Er hätte also nach dem Standpunkt des schaftlichen Zentralverbänden zu politischen Vereinen führte Reichsgerichts bestraft werden müssen. Aber kein Staatsdie Vertreter der Berliner Gewerkschaften anwalt wollte Anklage erheben. Als dann infolge einer Bepunkt der politischen Kämpfe in Rußland zu treten und aufs am Mittwochabend zu einem gewaltigen Wassenprotest im schwerde doch Anklage erhoben werden mußte, stellte sich das neue alle Angriffe der herrschenden Klassen auf sich zu lenken. großen Saale der„ Neuen Welt" zusammen. Die Berliner Schöffengericht auf den Standpunkt, der vor dem ReichsSchon seit Monaten wütet die reaktionäre Presse gegen das Gewerkschaftskommission hatte die Versammlung veranstaltet. gerichtsurteil galt und sprach den angeklagten Unternehnier Bestehen der immer einflußreicher werdenden legalen sozialdemo- Nur die Funktionäre der Gewerkschaften waren eingeladen, frei, und der Staatsanwalt legte feine Berufung ein. Der kratischen Bresse, schon seit Monaten verlangt sie ein energisches nur sie erhielten Zutritt, und doch füllte sich der riesige Saal Staatssekretär des Reichsjustizamts, der wegen dieser AnEinschreiten gegen die Avantgarde des kämpfenden Proletariats, samt den Galerien bis auf den letzten Platz und bis in die gelegenheit im Reichstage von uns interpelliert wurde, ergegen die sozialdemokratische Dumafraktion. Getreu diesen Weisungen äußersten Winkel drängten sich die Massen. Dabei war das klärte diese Rechtsprechung für verfehlt, das Reichsgericht hat der um ihre Nacht besorgten Realtion hat Herr Goremylin nun feine Volksversammlung, zu der jeder Zutritt hatte, sondern denn auch seinen Standpunkt später verlassen, und es herrscht diefen beiden wichtigsten Errungenschaften der russischen Arbeiter eine Versammlung geladener Gewerkschaftsfunktionäre, etwa wieder die alte und richtige Auffassung, daß nur Drohungen bewegung einen Stampf angesagt, dessen unverhülltes Ziel es ist, die 5000 an der Zahl. Durchweg gereifte Männer, auch einzelne von Arbeitern gegen Arbeiter und von Unternehmern gegen bewegung einen Kampf angesagt, dessen unverhülltes Ziel es ist, die Frauen, die Repräsentanten der gewerkschaftlich organisierten Unternehmer unter den§ 153 fallen.- Der Breslauer Fall Arbeiterklasse Rußlands gewaltsam vom politischen Kampfplage zu Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins, einer Macht, die willens gibt uns einen Fingerzeig, wie wir es bei dem jezigen verund imstande ist, allen Polizeischikanen zum Trotz die Rechte schärften Vorgehen gegen die Gewerkschaften zu machen haben. Volle sechs Wochen hat es gedauert, bis die Regierung sich ent- der Arbeiterschaft zu verfechten. Rücksichtslos müssen wir alle Verstöße, die schloß, die beiläufige Erwähnung der republikanischen Staatsform in Nachdem der Vorsitzende, Genosse Körsten, die Ver- pon anderer Seite gegen das Gefeß, wie es einer sozialdemokratischen Rede als Vorwand für ihr Attentat auf sammlung eröffnet hatte, erteilte er dem Referenten, Genossen iezt ausgelegt wird, begangen werden, zur die Immunität der Dumaabgeordneten zu erwählen. Am 24. März Anzeigebringen. In seinen eigenen Schlingen müssen Wolfgang Heine, hielt der Vorsitzende der sozialdemokratischen Dumafrattion, Ge- das Wort, der im wesentlichen ausführte: Das Koalitions. wir den Kapitalismus und seine Verfechter fangen.( Beifall.) Sie wissen, daß neben dem§ 153 noch zahlreiche Quälenojie Tscheidse, anläßlich der Erörterung der Regierungsvorlage recht der Arbeiter ist im Deutschen Reiche noch niemals frei reien gegen das Koalitionsrecht ausgeübt werden. Das über die Errichtung von„ Arbeitshäusern" für arbeitslose gewesen. Vor 1869 hatten die Arbeiter überhaupt fein Sozialistengeset trat mit der Lüge in die Welt, daß es nicht Arbeiter eine Rede, in der er die ihm jetzt zur Last Soalitionsrecht, und als es im Jahre 1869 eingeführt wurde, gegen die wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiter angelegte Aeußerung tat. Aber erst jezt veranlagte die Regierung die begegnete es der bleichen Furcht des Bürgertums, das vor gewandt werden solle. Kaum war das Gesetz bewilligt, so Einleitung eines Verfahrens gegen den Genossen Tscheidse, trotzdem jeder Erweiterung der Rechte der Arbeiter bangte. Bürger- erfolgte die Auflösung der Gewerkschaften. Nach dem dieser, wie selbst rechtsstehende Senatoren und Abgeordnete erklären, liche Abgeordnete, vor allem der Heros des Liberalismus, Sozialistengesets begann eine neue era von Verfolgung der durchaus im Rahmen des Art. 14 des Dumareglements ge- asker, war es, der es durchsetzte, daß wir neben dem Gewerkschaften unter dem gemeinen Recht, genau so gehässig, blieben war, welcher feststellt, daß„ Mitglieder der Reichs- Koalitionsrecht den§ 153 der Gewerbeordnung bekamen, der wie man sie vordem unter dem Ausnahmegesetz betrieben duma die volle Freiheit des Urteils und der Meinungen die Ausübung dieses Rechts in gewissen Fällen unter Strafe hatte. Das gemeine Recht kann durch solche Handhabung zu besigen, die sich auf die der Kompetenz der Duma unter- stellt. Dadurch haben wir den ungerechten Zustand, daß das, einem schlimmeren Ausnahmegese werden als ein Gesek, was anderen Staatsbürgern in Ausübung ihrer Rechte er- welches sich offen als Ausnahmegesek gibt. Das nur für stehenden Dinge beziehen." Demgegenüber erklärt aber die laubt ist, den Arbeitern verboten wird. Wie dieses lächerliche politische Vereine geltende Verbot des alten preußischen Ver„ Nowoje Wremja" als Sprachrohr der russischen Regierung, der und fluchwürdige Ausnahmegesek gegen die Arbeiter an- einsgefeßes, miteinander in Verbindung zu treten, wurde auf Ministerrat stehe auf dem Standpunkt, daß der Art. 14 feineswegs gewandt wird, das wissen Sie und haben es alle kennen ge- die Gewerkschaften angewandt. Prozesse, Auflösungen und eine absolute Redefreiheit verleihe, sondern bloß im Rahmen des lernt. Der§ 153 ist dadurch, daß er nur gegen Arbeiter, Unterdrückungsmaßnahmen anderer Art waren die Folge dabestehenden Gesetzes". Der Ministerrat habe anerkannt,„ daß ein aber nicht gegen Arbeitgeber angewandt wird, ein Ausnahme- von. Doch schließlich war man gezwungen, vor dem Opfermut Das ist das und der Ueberzeugungstreue der Arbeiter die Waffen zu Abgeordneter, der in seiner Rede ein für jede andere Person straf- gesetz der schlimmsten und gehässigsten Art. bares Bergehen begangen habe, gleichfalls zur gerichtlichen Koalitionsrecht, welches der Arbeiter in Deutschland hat. streden. Scharfmacher, Polizei und Staat erlitten eine vollVerantwortung gezogen werden müſse". Und die„ Semschtschina", Aber selbst das so verkümmerte Recht ist später noch weiter fommene Niederlage.( Buruf: Die wird Jagow auch erdas Organ des allmächtigen Krautjunkertums, ergänzte diese beschränkt worden. Vor zehn Jahren kamen erleuchtete zu leben!) Den Anstoß dazu gab unser Sinweis auf gegnerische eigenartige Theorie dahin, daß die Abgeordneten zwar nicht von 153 jei, wenn Arbeiter dem Unternehmer den Streif an- der Landwirte, die, obwohl sie ausgesprochen politisch find, riften auf den Gedanken, daß es eine Drohung im Sinne des Organisationen, vor allen den damals gegründeten Bund § ihren Wählern abhängig seien, aber verantwortlich sind vor drohen. Diese Auffassung machte sich das Reichsgericht zu offen gegen das Verbindungsverbot verstießen. Da man der Regierung". eigen. Damit war das ganze Stoalitionsrecht vernichtet. diesen Organisationen die Freiheit, in Verbindung zu treten, Es ist durchaus begreiflich, daß die mit einer solchen Begründung Dieses Unrecht würde noch heute gelten, wenn sich nicht auch nicht nehmen wollte, war es unmöglich, das Verbindungsverbot bersehene Anklage gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten in Arbeitgeber in die Schlingen der reichsgerichtlichen Auslegung den Gewerkschaften gegenüber bestehen zu lassen. Es wird Ein besonderes Gewicht legte Genosse Stüdlen auf die auch heute nicht möglich sein, die Schikanen gegen die Ge- Jund bringen in ihren Zeitungen politische Reden, die in den werkschaften durchzuführen, ohne daß sich ihre Gegner ins Versammlungen der Jugendlichen gehalten worden sind. Soldatenselbstmorde. Und sie allein schon sind in ihrer eigene Fleisch schneiden. Ebenso machen es die Zentrumsgewerkschaften. Obwohl sie entseglichen Häufigkeit eine vernichtende Anklage gegen den Am 1. Januar 1900 fiel das Verbindungsverbot. Dann sich christlich nennen, vertreten sie nur die Interessen der Militarismus. Zum Militär werden nur die körperlich tüchtigsterr aber machte sich ein schärferes Vorgehen gegen die Gewerk- Sentrumspartei und verraten die Interessen der Arbeiter Leute eingezogen, fie stehen in einem Lebensalter, das unter schaften auf Grund des allgemeinen Strafrechts bemerkbar. wo sie nur fönnen. Sie machen auch gar kein Sehl daraus, normalen Verhältnissen den Höhepunkt der körperlichen LeistungsAnklagen wegen Beleidigung, Nötigung und Erpressung daß sie politisch sind. Aber denen wird fein Haar gekrümmt. wurden erhoben gegen Arbeiter, die in Ausübung des Sie haben ihre Jugendvereine, feiner hindert sie daran. Sie fähigkeit und Lebensfreudigkeit bezeichnet. Und trotzdem find in den Koalitionsrechts handelten. Arbeitgeber, welche die gleichen gehören eben auch zu den wertvollen, für den Staat nützlichen 40 Jahren von 1870-1910 10 439 Selbstmorde vorgekommen, dazu Handlungen begingen, wurden weder mit Anklagen noch mit Elementen, solange sie der Arbeiterschaft gegenüber die noch 2358 Selbstmordversuche, die ihr Ziel nicht erreichten, also Strafen bedacht. Beleidigungen wurden am schwersten be- Judasrolle spielen. Wenn es sich um Organisationen der 12 791 Lebensmüde in den kräftigsten Jahren. Der Kriegsminister fühlte selber die niederschmetternde straft, wenn sie gegen Seine Majestät den Streifbrecher be- Unternehmer handelt, fragt erst recht keiner, ob sie politisch Wucht dieser Blutzahl und in einer sofortigen Zurückweisung" der gangen waren. Aeußerungen in dem Sinne, daß man mit sind. So liegen die Sachen in Deutschland. Für den Arbeiter Stüdlenschen Ausführungen suchte er den Eindruck dieser jemandem nicht verkehren werde, wiirden als" Nötigung" beDa er die Selbstmörder nicht wieder straft. Das schlimmste in der Rechtsprechung ist die An- Verfolgung und Beeinträchtigung seiner Rechte, für den Zahlen abzuschwächen. wendung des Erpressungsparagraphen auf Arbeiter, die unter Unternehmer und seine Hilfstruppen Bevorrechtung, keine lebendig machen und ihre Zahl nicht bestreiten konnte, so Ankündigung des Streits eine Lohnerhöhung fordern. Auch Anwendung beengender Gesezesbestimmungen. Das gilt vom in solchen Fällen, wo einem Unorganisierten der Abbruch des Klassenstaat, weil er niemals imstande ist, Arbeiter und Untersuchte er sich eine andere Berechnungsmethode heraus. Verkehrs angedroht wird, falls er nicht der Organisation bei- nehmer mit gleichem Maße zu messen. Das gilt von unserem fiehe da, es ging: pro Mille sind es" nur" 0,34 Selbstmörder beim Militär. Kann man eine bescheidenere Zahl tritt, sind Arbeiter wegen Erpressung bestraft worden. Ob- Staat besonders, weil er alles haßt, was aufrecht steht. Die 10 439 Leichen haben sich im Handumdrehen in gleich seit 15 Jahren über diese Rechtsprechung geflagt wird, Hinsichtlich der Handhabung des Vereinsgesezes wird schwer- aufbringen? Das ist die Methode, wie man unist es noch nicht möglich gewesen, eine Aenderung herbei- lich ein anderer Geist an den maßgebenden Stellen zum Durch- 0,34 pro Mille verwandelt. zuführen. bruch zu bringen sein. Wir müssen also den Kleinkampf bequeme Tatsachen aus der Welt dividiert. In aller Erinnerung ist noch die Vorlage des Zuchtführen. Durch planmäßiges Vorgehen gegen die OrganiEs war ein schlechter Tag für den Preisfechter des preußischen hausgesetes, durch das den Gewerkschaften neue Fesseln fationen unserer Gegner müssen wir die Behörden ins Un militarismus, dem die tonservative Presse wegen seiner vorgestrigen angelegt werden sollten. Der Reichstag hat ja dies Gesetz recht setzen. Also, Parteigenossen, geht überall vor gegen seinerzeit einmütig abgelehnt. Doch das ist nicht der schönen Gelbe und Christliche. Teilt Euren Beratern alles mit, was Harlekinade schon den Lorbeerkranz um die Schläfe windet. Der Rest Reden der Abgeordneten zu danken, sondern der Entschlossen. Ihr an Verletzungen des Vereinsgesetzes auf jener Seite er- war Stottern, Verlegenheitsstottern. Die Bravoreden zweier Kommis heit, mit der die organisierten Arbeiter ohne Unterschied der fahrt. Rücksichtslos wollen wir unsere Gegner bloßstellen fanatiker vom Zentrum und den Konservativen fonnten den Karren politischen und religiösen Richtung gegen das Gesetz pro- und sehen, ob es uns nicht wieder gelingen sollte, dem Grund- nicht wieder ins Gleis bringen. Sie war elend steden geblieben. Geltung zu verschaffen. testierten. Es genügt nicht, daß man im Reichstage Reden faz: Gleiches Recht für alle Aus der Arbeiterschaft muß der Protest gegen die Unterdrückung ihrer Rechte fommen. Neben der Anwendung der strafgesetzlichen Bestimmungen ging die Verhinderung des Streifpostenstehens durch die Bolizei. Ungefähr im Jahre 1900 entdeckte die Polizei, daß die Streikposten den Verkehr hindern, auch wenn die Straße noch so breit und menschenleer ist. Weiter entdeckte die Polizei, daß auch die öffentliche Ruhe und Sicherheit durch Streifpoften gestört werden könnte und wies die Streifposten fort. Anfangs verneinten die Gerichte eine Störung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit durch die bloße Anwesenheit bon Streikposten, denn sie meinten, jeder habe das Recht, auf der Straße zu verkehren. Das war noch die gute alte Zeit. ( Heiterkeit.) Da war der Verstand der Juristen noch nicht durch das Kammergericht geschärft, welches sich später auf den Standpunkt stellte: Nicht der Richter, sondern der Schumann habe zu entscheiden, ob ob ein Streifposten die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit gefährde. Das bedeutet die Kapitulation des Gerichts vor der Majestät des Schutzmanns. ( Beifall.) Die Streifpostenverordnung, die der Minister Dallwiz den Konservativen zu Gefallen angekündigt hat, haben wir also schon lange. Wir sehen daraus, daß der Arbeiter auf Gerechtigkeit nicht zu rechnen hat. Man geht gegen ihn vor, wenn er sein Recht ausübt.( Zustimmung.) Im übrigen gibt es auf den Schlag, der den Gewerkschaften versett wird, nur einen Gegenschlag: Verdoppelung der Mitgliederzahl. Je stärker die Organisation, um so größer ist ihre Macht. Trotz Angriffe und Verfolgungen sind die Gewerkschaften groß geworden. Antworten Sie auf diesen Angriff, indem sie noch größer werden, und der Sieg ist Ihnen gewiß.( Lebhafter Beifall.) Zur Diskussion meldete sich niemand. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die am 6. Mai 1914 in der„ Neuen Welt" versammelten Funktionäre der Zentralgewerkschaften Berlins erheben Protest gegen die Vergewaltigung der für ihre wirtschaftlichen Rechte kämpfenden Arbeiterschaft durch verkehrte und ungerechte Anwendung der Gefeße und fordern die gesamte Deffentlichkeit auf, ihnen im Kampfe um Recht und Wahrheit beizustehen. Die Versammelten protestieren auf das energischste gegen die polizeilichen Maßnahmen, die Gewerkschaften als politische Vereine zu erklären. Sie ersuchen die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, die nötigen Schritte zu einer plan mäßigen Abwehr dieser Unterdrückung und zum Angriffskampf für die freie gewerkschaftliche Betätigung der organisierten Arbeiterschaft zu tun. Der Rest ist Stottern. die Vertagung der LeuchtölKommission. von M -Und ist. Gestern hat mit ihrer 30. Sigung die Leuchtöl- Kommission ihre Beratungen vorläufig vertagt. Denn gleichviel ob der Reichstag jezt auch vertagt oder geschlossen wird, es bleibt nicht genug Zeit, un bis zum Ende der Session die dritte Lesung in der Kommission zu Ende zu führen. Dazu ist die Materie an sich schon zu schwierig, und die Freunde des Rockefellertrusts geben sich alle Mühe, sie noch schwieriger zu gestalten. Die in der zweiten Lesung der Kommission geschaffene Grundlage für ein Leuchtöl- Monopol hatte zwar das von der Regierung vorgeschlagene Monopol der Deutschen Bank be= seitigt und an deren Stelle eine unter Reichsaufsicht stehende Attiens gesellschaft gebracht, aber diese neue Konstruktion bot doch nicht ge= nügend Sicherheit dafür, daß ausschließlich im Interesse der deutschen Konsumenten der Leuchtöl- Ein- und Verkauf sich vollziehen würde. Deshalb hatten unsere Kommissionsmitglieder darauf hingewirkt, daß eine andere, bessere Grundlage für ein Leuchtöl- Monopol gefuăt wird. Die vom Abgeordneten Schulze- Gävernig gestellten Anträge, die zur dritten Lesung eingebracht wurden, bieten eine solche Grundlage, die unsere Kommissionsmitglieder auszubauen Vorsitzender Körsten: Wir sind am Schluß der Ver- bereit waren, ebenso auch die freisinnigen und nationalliberalen sammlung. Jeder, der hier anwesend ist, war eingeladen, Stommiſsionsmitglieder. Die Vertriebsgesellschaft wird nach diesen mit Ausnahme der Polizei. Die ist ohne Einladung er- Anträgen unter Kontrolle des Reichs und des Reichstages gestellt. 1908 bekamen wir das Reichsvereinsgeset. An- schienen. Ich nehme an, der überwachende Beamte wird dem Fürsorge für niedrige Preise des Leuchtöls war vorgesehen, der Begeblich sollte es die Fesseln lösen, die den Arbeitern im wirt- Polizeipräsidenten v. Jagow mitteilen, daß hier 5000 zug von Leuchtöls durch Lieferanten, die nicht zum Rockefeller- Trust schaftlichen Kampfe durch die Gesetze der Einzelstaaten an- Funktionäre der Gewerkschaften gegen seine Maßnahmen, die gehören, ermöglicht. gelegt waren. Alle unsere Versuche, ein wirklich freies Ver- zum Nachteil für die Gewerkschaften ins Werk gesetzt werden, Dadurch wird also die Macht des Rockefeller- Trusts über Mi cinsrecht zu schaffen, wurden abgelehnt. Eingetroffen ist aber protestieren. Wir sind trop Polizeischikanen groß geworden Deutschland gefährdet- und deswegen suchen dessen Freunde, nachdem unsere Voraussage, daß das Reichsvereinsgefeß zu den und werden auch der neuesten Verfolgung zu begegnen wissen. es ihnen nicht gelungen war, ihm die unumschränkte Macht schlimmsten Schifanen gegen die Arbeiterbewegung benutzt n di em Sinne schließen wir unsere Kundgebung mit dem zu erhalten, wenigstens den größten Teil dieser Ausbeutungsuwerden würde. Der Mißbrauch des Gesetzes begann damit, Rufe: Die moderne Arbeiterbewegung lebe hoch! Die Ver- möglichkeit Deutschlands dem Rodefeller- Trust zu erhalten. daß man das Ueberwachungsrecht, das sich nur auf öffentliche jammlung fällt donnernd in das Hoch ein. Das Zentrum hat nämlich einen Antrag eingebracht, der politische Versammlungen erstreden sollte, ausgedehnt hat auf den Bezug des Leuchtöls durch Reichsgesetz an bestimmte Lieferanten alle öffentlichen Versammlungen, auch wenn sie nicht politisch verteilen will, und zwar an Rodefeller und an die Deutsche sind. Dann erklärte man auch geschlossene Versammlungen Bank und an die Distonto Bant, während jeder für öffentliche. Sogar Werkstattsizungen verfielen dieser andere Lieferant, also die amerikanischen Outsider, die noch Auslegung. Ferner kam die Handhabung des Sprachen- Der Reichstag nahm gestern die Besoldungsnovelle nicht dem Rockefeller sich unterworfen haben, ausgeschlossen paragraphen. Allen bei der Beratung des Gesetzes gegebenen nach den Beschlüssen der Kommission in zweiter Lesung einstimmig ist. Der Raub wird geteilt und die beiden bisherigen Gegner Versprechungen zum Troß wird in Westfalen, wo die In- an. Die Regierung ließ durch Herrn Kühn erklären, daß sie un des Rockefeller- Monopols, Deutsche und Diskonto- Bank, die unterdustrie so viele Polen hingezogen hat, der Gebrauch der polni- entwegt bei ihrem:„ Unannehmbar" stehen bleiben wird, so daß die einander feindlichen Brüder, werden vom Zentrum freundlichst ein= schen Sprache in Bersammlungen verboten. Beamten wenigstens wissen, wem sie die Schuld zuzuschreiben haben, geladen, sich untereinander und mit Nodefeller zu vertragen Wenn man jetzt die Gewerkschaften generell als politische Vereine erflärt, so wenn ihre Wünsche nicht erfüllt werden. Freilich, die Frage ist, ob letzteres würde ja der Diskonto- Bant gar nicht schwer fallen, Erdöl- Aktien ihr abhängige Dea( Deutsche als widerspricht auch das allen Versicherungen, die Mehrheit der bürgerlichen Barteien nicht zuguterlegt, wie üblich, da eine Filiale Rodefellers die uns im Reichstage gegeben worden sind. umfallen wird. Dertel von den Konservatinen und Schul gesellschaft) ja nichts Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, der als von der Reichspartei drehten ihr Schifflein schon bei, und es wäre enn bei Schluß der Seffion der Monopolentwurf endgültig im Papierkorb verschwindet, würde auch das Zentrumsprojekt des neuen Staatssekretär die Vorlage des Vereinsgesetzes zu vertreten nicht das erste Mal, daß zwischen Abend und Morgen, will fagen gefeßlich patentierten Dreibundes- Rockefeller- Gwinner- Möllenhatte, sagte, wir sollten doch Vertrauen zur Regierung haben, zwischen zweiter und dritter Lesung, sich ein totaler Umschwung der dorf nicht zur Durchführung fommen und Rodefeller als jede Nadelstichpolitik läge ihr fern. Ich habe dem Staats- Situation vollzieht. Triumphator ungehindert den deutschen Markt und dann bald auch sekretär damals erwidert, er könne sein Versprechen nicht Dann ging's in der Beratung bes Militäretats weiter. den Weltmarkt beherrschen. Deshalb ist anzunehmen, daß das halten, die Ausführung des Gesetzes fei Sache der Landes- Sie wurde begonnen durch eine klägliche Rückzugstanonade des Reichsmonopolprojelt in irgendeiner Gestalt wieder auftauchen behörden, und deren Verhalten kenne ich besser als der Staats- Kriegsministers. Wie tapfer konnte er am Mittwoch gegen muß, wenn nicht die deutschen Petroleumverbraucher ausgeplündert sekretär. Jezt sehen wir, wie berechtigt diese Ansicht ist. Wenn wir uns jetzt im Reichstage über die ungesetzliche Hand- die Jugendorganisationen anreiten. Efel und Abscheu gegen das werden sollen. habung des Vereinsrechts beklagen, dann antwortet uns der Staatssekretär, das seien nur vereinzelte Uebergriffe der fonferenz von 1907 als ihr Hauptziel hingestellt worden. Jeszt Landesbehörden, die müßten wir im Landtage vorbringen. mußte der vorlaute Herr zugestehen, daß er das Protokoll dieser Man erklärt jegt die Gewerkschaften für politisch. Das Verhandlung nicht zur Hand gehabt habe, als er seine Behauptungen Das Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag zunächst die Debatte ist juristisch falsch, denn nach dem Gesetz sind nur solche Ver- aufstellte. Daß er sich jetzt jedoch dieses Protokoll verschafft und über den Volksschullajtenausgleich beendet und den von uns bereits eine politisch, welche die Erörterung politischer Angelegen gefehen habe, daß von diesen Redewendungen lein Wort drin stehe. mitgeteilten Antrag der Budgetkommission, der die Regierung zur heiten bezwecken. Das trifft auf die Gewerkschaften nicht 31, te später, in einer persönlichen Bemerkung, Genosse Liebknecht gesetzlichen Regelung dieser Frage auffordert, angenommen. Abg. auch wenn sie, was ja ganz natürlich ist, in ihren Versamm den Kriegsminister fragte, aus welcher Quelle er denn seine Weis- Gassel( Fortschr. Bp.) trat für höhere Staatsbeiträge und für die lungen und Preßorganen gelegentlich Stellung zu fozialen oder fie sonst nahe berührenden Geseken nehmen. heit bezogen habe, wies er eine Nummer der Täglichen Rund- Aufrechterhaltung des Selbstverwaltungsrechts der Gemeinden ein, Die Auslegungskunst geht so weit, daß man sagt: Wenn ein schau" vom Jahre 1914 vor! So sieht das Material aus, mit dem wobei er sich auch in einigen Ausfällen gegen die sozialdemokratiVerein beweisen will, daß er nicht politisch ist, dann treibt er der Kriegsminister die Sozialdemokratie bewirft. Wer Dred an- schen Schulforderungen erging. Diese Bemerkungen, vor allem aber Bolitik. Indent man die Gewerkschaften für politisch erfaßt, befudelt sich, ist ein altes Sprichwort, und der Kriegsminister seine Lobhudelei des Kultusministers, den er mit Anerkennung darflärt, will man die Polizei in die Lage setzen, den Vorstand wird begreifen, daß der Schmug, den er aus den Schlammkanälen über, daß er sich im Rahmen der bestehenden Gesetze bewege, kennen zu lernen. Das hat in großen Städten wenig zu bedes Reichsverbandes geholt hat, nicht die Sozialdemokratic trifft, förmlich überhäufte, veranlaßten den Redner der Sozialdemokratie, deuten. Aber in kleinen Städten wird durch die Polizei auch sondern an seinen eigenen Händen hängen bleibt. den Genossen Hirsch, zu einer Polemik gegen den Führer der Fortschrittler. Genosse Hirsch gab seiner Verwunderung darüber der Unternehmer erfahren, wer dem Vorstande der Gewerk- Nach diesem stimmungsvollen Auftakt nahm Genosse Stüdlen Ausdrud, wie gerade von fortschrittlicher Seite angesichts der forts schaft angehört, und er wird ihn entlassen. Der weitere Zweck zu einer außerordentlich frischen Rede das Wort, die die glückliche gesetzten Eingriffe in das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden der Politischerklärung ist der, daß man den Gewerkschaften Mischung von Humor und Ernst enthielt, die eine Rede genießbar dem Minister ein derartiges Lob gespendet werden konnte. Noch den Nachwuchs abschneiden will. Von allen politischen Niederträchtigkeiten der letzten Jahrzehnte ist keine so groß als der macht. Der Unfug, der mit dem Begriff der Kommandogevalt ges mehr aber war er erstaunt darüber, daß ein Fortschrittler in der Jugendparagraph des Vereinsgesetzes. Er ist durch ein ab- trieben, und der immer mehr unsere Militärverwaltung der Kontrolle ganz selbstverständlichen Befolgung der Geseze durch den Minister gefartetes Spiel zwischen den Konservativen und den Liberalen durch den Reichstag entzieht, die Soldatenschindereien, die damit in schon etwas besonderes erblicke. Das zeige, wohin man allmählich in das Gesetz gekommen. Deshalb ist die Niederträchtigkeit um engstem Zusammenhange stehenden Soldatenselbstmorde, die Penfios in Preußen gekommen sei. Uebrigens sei es für den Minister ein so größer. Unsere Gegner organisieren die Jugend ohne nierungsmethode der Militärverwaltung und ihr berühmter Spar- eichtes, sich an die bestehenden Gesetze zu halten, nachdem die Rücksicht auf das Vereinsgesetz. Im Jungdeutschlandbund trieb"- alles fand eine höchst glückliche Stritit. Sein Wort: Der Mehrheit des Landtages alle Schulgejeze in realtionärem Sinne werden politische Reden gehalten und in seinen Blättern wird weg zum Sparen führt bei der Mititärverwaltung durch die Siftoria abgeändert habe. Im weiteren Verlauf seiner fachkundigen Rede politische Hezarbeit im Interesse der konservativen Staatsstraße, fand im Hause eine verständnisvolle Heiterkeit. Wir haben punkt auf Uebernahme der Volksschullajten auf den Staat, wobei er vertrat Genosse Hirsch energisch den sozialdemokratischen Standauffassung getrieben. Aber niemand kümmert sich darum. jegt bereits in Preußen 35 tommandierende Generäle zu je 19000 W., aber ausdrüdlich betonte, daß die Verwaltung den Gemeinden Jene Vereine erhalten sogar pekuniäre Unterstützung von den 280 Generalleutnants a 13 000 m., 640 Generalmajore zu je 9000 M.; bleiben und daß die Schulen kommunale Einrichtungen sein müßten. Bundesstaaten. Wenn dagegen die Arbeiter den Nachwuchs für ihre gewerkschaftlichen Interessen heranziehen wollen, im ganzen 905 pensionierte Generäle, die allein schon einen Krieger Mit dem Antrage erklärte er sich namens seiner Freunde eins dann soll ihnen das verboten werden. Das ist deutsche Ge- verein bilden könnten; dazu kommen 870 Regimentskommandeure, verstanden, behielt sich aber völlige Freiheit der Entschließungen rechtigkeit. Auch die gelben Vereine, die ebenfalls staatlich 2700 Stabsoffiziere, die zum größten Teil zu früh pensioniert nach Einbringung des Gefeßentwurfes vor. Nach einer kurzen Beunterstützt werden, nehmen Mitglieder von 14 Jahren an auf sind: das sei die preußische Sparsamkeit. merkung des Abg. Schmitt vom Zentrum, der dem Verlangen Militär in ihr großzuziehen, das sei auf der Stuttgarter Jugend- Politische Uebersicht. " 1 Volksschulfragen. feiner Freunde auf konfessionelle Gestaltung der Volksschule und auch der Mittelschule Ausdruck gab, wurde die Debatte geschlossen. Die weitere Debatte drehte sich um einen nationalliberalen Antrag, der wünscht, daß Einrichtungen getroffen werden, um den Volksschullehrern eine vollwertige akademische Ausbildung zu ermöglichen, hierzu die Seminare auszugestalten, aus den so vorgebildeten Lehrern die Schulaufsichtsbeamten und Seminarlehrer zu nehmen, sowie auf dieser Grundlage eine organische Verbindung zwischen der Volksschule und den andern Schularten zur Erreichung eines einheitlichen nationalen Bildungswesens anzustreben. In Verbindung damit wurde ein auf das gleiche Ziel gerichteter Antrag der Fortschrittlichen Volkspartei und ein ähnlicher Antrag der FreiTonservativen beraten. Das Resultat war die Ueberweisung aller dieser Anträge an die Unterrichtskommission. Am Freitag begint die allgemeine Besprechung des Kapitels Glementarunterrichtswesen". Preußische Gesezesflicker an der Arbeit. In der Unterrichtskommission des preußischen Landtages stand wieder einmal ein Antrag auf der Tagesordnung, die Regierung zu ersuchen, einen Gesezentwurf vorzulegen, in dem die religiöse Erziehung der Kinder aus Mischehen anders als im preußischen Landrecht und der neuen Auslegung durch das Kammergericht geregelt, sowie auf die ganze preußische Monarchie ausgedehnt werde. Interessant war bei der Debatte, daß alle Parteien darin einig waren, daß diese Materie nicht nur sehr schwierig sei, sondern auch darin, daß man eigentlich mit den Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts und der verschiedensten Auslegung durch das höchste ericht nichts mehr anfangen könne, ja daß in manchen Familien Eine ganze die beillosesten Verwirrungen angerichtet werden. fonigstreue Familie sei deshalb schon landesflüchtig geworden und lasse ihre Kinder in der Schweiz erziehen, wo sie ruhig zusehen müsse, daß die Kinder wohl im Sinne der Eltern religiös erzogen werden, aber auch republikanisch! Trotzdem warnten die Vertreter der Regierung, diese Dinge zu ſehr anzugreifen, denn dann tamen von allen Seiten die Abänderungsanträge und dann sei„ tein Halten mehr." Schließlich wurde die Sache vertagt, um den Versuch zu machen, einen passenden Fliden auf das Loch zu finden, das durch eine der legten Kammergerichtsentscheidungen gerissen ist. Der Vorschlag, gründliche Arbeit zu machen, indem man durch Beseitigung des Religionsunterrichts in der Schule und Schaffung eines Reichsgesetzes Wandel schafft, fand natürlich keinen Anklang es wird weiter geflidt. Die überführten Gelben. Die Drohung der Regierung. Eine manchmal offiziös benutte Korrespondenz behauptet, daß beim Scheitern der Besoldungsnovelle die Regierung auch auf die Vorlage über die Reichsbeihilfen für Altpensionäre und Althinterbliebene verzichten will. Das heißt also: kommt der Reichstag in der Besoldungsvorlage der Regierung nicht entgegen, so daß diese Vorlage zum Scheitern fommt, dann sollen die Altpensionäre dafür büßen. Die Kämpfe in Mexiko. New York, 7. Mai. Der Korrespondent der Associated Prez hat an Bord des amerikanischen Kriegsschiffes„ California" vor mazatian drahtlos gemeldet, daß durch Explosion einer Bombe, welche von einem Flugzeug der Rebellen in die Straßen der Stadt geworfen wurde, vier Personen getötet und acht verlegt wurden. Das Feuer zwischen den Befesti= gungen der Rebellen und den Bundestruppen danere an. Die Be lagerer schienen im Vorteil zu sein. Das geht selbst der Deutschen Tageszeitung" zu weit, die hierzu bemerkt: „ Diese Meldung muß doch wohl mit einigen großen Fragewollen wir heute nicht näher eingehen. Wir haben aber bereits betont und können nur wiederholen, daß die Vorlage über Reichsbeihilfen an Altpensionäre mit der Besoldungsnovelle weder sachlich noch formell irgendetwas zu tun hat und organisch mit ihr in keiner Weise zusammenhängt. Es wäre deshalb nicht nur ein völlig unbegründetes, sondern auch ein wenig fluges Vorgehen, wenn die Regierung, die an dem unglücklichen Gange der Verhandlungen über die Besoldungsnovelle feinesivegs schuldlos ist, nun noch ohne jeden Grund die Altpensionäre darunter leiden lassen und die berechtigte Mißstimmung und Verbitterung dieser Kreise noch bewußt und absichtlich verschärfen wollte. Wie man vollends dazu kommen könnte, auch noch das Rennwettgesetz, das freilich die Mittel für die Altpensionäre liefern, aber in erster Linie doch erheblichen und anerkannten sachlichen Uebelständen abheifen soll, die mit irgendwelchen Beamten und Besoldungsfragen entfernt nichts zu tun haben, der Besoldungsvorlage in den Orkus nachzuwerfen, ist ganz unerfindlich; Politik" würde ein solches Vorgehen jedenfalls überhaupt nicht mehr genannt werden können. Daß schließlich die Regierung schon jetzt die Absicht haben sollte, auch im kommenden Winter von der Einbringung der umstrittenen Vorlagen abzusehen, kann wohl als ausgeschloffen gelten. Zum guten Teile wird man deshalb die eingangs wiedergegebene Meldung als einen von einer nach= geordneten Stelle unternommenen Versuch zur Einschüchterung des Reichstages betrachten können, dem man aber nicht einmal das für solche Versuche unter allen Umständen erwünschte Mindestmaß von Ueberzeugungskraft und Geschidlichkeit nach rühmen kann." zeichen versehen werden. Auf die Besoldungsnovelle selber Washing Die Haltung Carranzas. " 7. Carranzas Abneigung, einen Waffenstillstand anzunehmen, erklärt sich durch die von ihm berichteten Erfolge gegen Huertas Truppen, die etwa folgendermaßen zusammengefaßt werden können: Niederlage von 3500 Mann Bundestruppen in Penazcos bei San Luis Potosi, wobei 1800 Mann gefangen genommen und eine Menge Waffen und Munition erbeutet wurden; 1700 Gefangene bei Acaponeta und Tepic mit weiteren Mengen von Waffen und Munition; Wegnahme von Feldgeschützen und Artilleriemunition bei dem Angriff auf eine aus Monterey stammende fliegende Kolonne. Die Vertreter der Konstitutionalisten in Washington prophezeien ganz bestimmt die Einschließung der Stadt Megifo binnen Monatsfrist, wenn die Erfolge in dieser Art andauern. 8 of allotion Albanien. Die Kämpfe in Epirus. Durazzo, 6. Mai. Nach Telegrammen, die der Regierung zugegangen sind, dringen griechische Banden mit Geschüßen und Maschinengewehren unaufhaltsam über Ciaffa und Ricok vor und befinden sich bereits fünf Stunden von Berat entfernt. Von Süden her dringt ebenfalls eine Solonne gegen Berat vor. Die albanische Gendarmerie ist nach Süden abgedrängt. Die Bevölkerung flieht, von Panit ergriffen. Falls Berat bejezt wird, stehen die Wege nach Valona und Durazzo offen. Die starken Banden bestehen größtenteils aus organisierten Bestandteilen der griechischen Armee und werden von griechischen Offizieren befehligt. Internationale Vermittelung. ,, Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes..." Der in den nächsten Tagen zusammentretenden Landesinnode des Fürstentums Lippe wird eine Vorlage über die Erhöhung der Pfarrergehälter unterbreitet werden. Die bor- Athen, 7. Mai. Die Mitglieder der internationalen geschlagene und mit der fortschreitenden Teuerung aller Kontrollkommission für Albanien haben an 3ogra Lebensverhältnisse begründete Erhöhung beträgt im Durch- phos, den Führer der Epiroten, eine dringende Depesche gesandt, schnitt etwa 25 Proz. Dabei ist die lezte Aufbesserung erst morin sie mitteilen, daß die internationale Kontrollfommission auf im Jahre 1907 erfolgt. Die notwendigen Mittel sollen durch Ersuchen der albanischen Regierung übernommen habe, 3ographos eine Erhöhung der Einkommensteuer aufgebracht werden, zu den Wortlaut von Konzessionen mitzuteilen, unter der der alle Landesangehörigen beitragen müssen, einerlei, ob sie unbedingten Voraussetzung der sofortigen Einstellung Christen, Juden oder Heiden sind. Ein Austrittsgesetz gibt aller Feindseligkeiten und des Vormarsche z. Die Kommission werde dann ebenso bezüglich der albanischen Streites nicht. fräfte vorgehen. 3ographos antwortete, daß der Befehl ergangen sei, die eindseligkeiten und den Vormarsch vom Mittag des Mai ob einzustellen, in der Erwartung, daß gleiche Pefehle an die albanischen Streitkräfte erteilt werden. Der Vorsitzende des gelben Förderungsausschusses, General 3. D. von Loebe II, ist diesmal schnell bei der Hand, um die Behauptungen des Deutschen Kuriers" über die guten Beziehungen der Gelben zu entfräften, aber leider hilft diese Figigkeit sehr wenig, denn je mehr er„ berichtigt", um so mehr muß er gestehen. Die beiden Konferenzen, von denen der Gewährsmann des " Deutschen Kuriers" zu erzählen wußte, sollen allerdings nicht stattDer Konflikt an der Handelshochschule. gefunden haben, und Herr v. Loebell möchte annehmen, daß hier Die Weltesten der Kaufmannschaft haben beschlossen, versehentlich auf Sigungen des Landesökonomiekollegiums an gespielt werde, in denen aber auch von einer finanziellen Unter- während der Fortdauer des Studentenstreits von weiteren Ber- 7. handlungen mit den Dozenten abzusehen, unbeschadet ihrer stützung der Wirtschaftsfriedlichen" nicht die Rede gewesen sei. Nun, darüber wird sich ja wohl der Mitarbeiter des national- Bereitschaft, nach Einstellung des Streits auf der Basis der Forderungen, die die Dozekiten aufgestellt haben, die Verhandlungen liberalen Blattes noch äußern. Einstweilen nehmen wir jedenfalls wieder zu eröffnen. Die Studenten erklären dagegen, daß sie an, daß seine Behauptungen nicht aus der Luft gegriffen waren. den Streit fortzusehen entschlossen sind, bis eine Einigung Das um so mehr, als seine Aussage in dem wichtigsten Punkte nicht mit den Dozenten erzielt ist. widerlegt, sondern direkt bestätigt wird. Es ist richtig, daß der Hauptausschuß der Gelben vom Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten eine Unterstüßung von 15 000 m. bezicht. Herr v. Loebell. verjucht allerdings dieje Zuwendung als durchaus harmlos hinzustellen. Er sagt, die Summe sei lediglich ein Erjah der Kosten, die dem Hauptausschuß durch die ihm vertraglich obliegenden Verpflichtungen zur Organisation der öffentlichen Boltsversicherung in der nationalen Arbeiterschaft erwüchsen. Dieser Unfostenbeitrag entspreche durchaus den Zahlungen, die andere Lebensversicherungsgesellschaften an Verbände für Mitwirkung an der Ausbreitung ihrer Versicherung gewähren. Schr wohl dürfte es dem Freund der Gelben bei diesem Rechtfertigungsversuch selber nicht sein. Zunächst wäre wohl zu fragen, ob der Hauptausschuß den öffentlichen Lebensversicherungsanstalten über die Verwendung der 15 000 M. für Zwecke der Versicherungspropaganda im einzelnen Rechnung legt. Aber auch wenn das geschieht, so bleibt die Unterstüßung der wirtschaftsfriedlichen Bewegung aus öffentlichen Mitteln Tatsache, und es ist ein gar zu billiger Einwand, den sich der Vorsitzende des Förderungstomitees leistet, wenn er sagt, daß die Gelder der Lebensversiche rungsanstalten doch nicht als„ Regierungsgelder" anzusprechen seien. Nicht minder bleibt die Tatsache bestehen, daß der Geh. Oberregierungsrat Kapp, der geistige Leiter der öffentlich rechtlichen Lebensversicherungsanstalten, der Volksfürsorge fälsch= licherweise das zum Vorwurf gemacht hat, dessen gerade die von ihm geleitete Institution schuldig war. Er warf aus dem Glashaus mit Steinen, aber er brauchte nichts zu fürchten, denn der Landwirtschaftsminister wehrte mit seinem breiten Schild die Geschosse seiner Gegner ab. " Ich werde von Papas Grundstücken leben!" Der Dualadenkschrift der Kolonialverwaltung taten wir schon Erivähnung, aber ein paar Stellen des Dokuments verdienen doch noch besonders zitiert zu werden. So ein Saß aus den Betrachtungen über die niederträchtige Spefulationswut der Schwarzen. Da heißt es: Sie( die Eingeborenen) hatten sich gedacht, die Mieten, die Europäer ihnen für ihre Grundstücke zahl= ten, von Zeit zu 3eit zu erhöhen und im Notfall ab und an ein Stüd Land jedesmal zu einem höheren Preise zu verlaufen. Kann man sich eine größere Gemeinheit vorstellen? Diese abgefeimten Heiden hatten sich das feine Plänchen zurechtgelegt, die Mieten von Zeit zu Zeit zu erhöhen. Wo in aller Welt kommt der artiges sonst noch vor? Es war wirklich die höchste Zeit, daß die deutsche Kolonialverwaltung hier mit fester Hand zugriff. Ermordung eines Weißen in Südwestafrika? Aus Deutsch- Südwestafrika meldet der Gouverneur auf Grund einer Mitteilung der Ambo- Mission, daß ein Weißer, der von Tsumeb aus ohne behördliche Erlaubnis das Amboland betrat, in Ondonga bon Utuanjama- Leuten ermordet worden sei. Der Name und die Nationalität des Ermordeten sind nicht bekannt. Der OndongaHäuptling hat die Mörder vorläufig festgenommen und hält sie zur Auslieferung an das Bezirksamt bereit. Das Seebeuterecht. Polizeiweisheit. Das Hirn so manches Polizeibeamten muß doch wohl sonderbar arbeiten. Wenn wir uns die Gründe ansehen, die herhalten mußten, um Versammlungen als politisch zu erklären, die sich mit ganz unschuldigen Dingen, wie z. B. die Zucht und Pflege der Seidenraupe, befassen wollen, dann machten wir schon in Gedanken eine großes Fragezeichen. Die Polizei ist aber in der Lage, sich fortgesetzt von neuem zu übertreffen, sie schlägt immer von neuem wieder ihre eigenen Rekorde. " Gestern abend. fand in den Brachtsälen des Westens" in Charlottenburg eine unpolitische Jugendversammlung statt, in der Reichstagsabgeordneter Genosse Dr. Erdmann und Wally Zepler über das Thema: Jugend heraus!" sprechen sollten. Die Referate fonnten auch ohne polizeiliche Störung erledigt werden. In der Diskussion In der Mittwochabendsizung des englischen Unterhauses brachte erlaubte sich aber ein junger Mann den Scherz, die Versammlungsder Liberale Morrell eine Resolution ein, die die Regierung zu besucher mit einer Art Sonntagsnachmittagspredigt zu belustigen, Verhandlungen auffordert, um eine Revision des See wobei er auch einigemal in seinen Zitatensad griff und seine Rede kriegsrechts zu erzielen und die Unverleglichkeit alles Privat. mit hebräischen Redeblüten verzierte. Das konnte der überwachende eigentums zu sichern mit Ausnahme der Fälle, in denen die Schiffe Polizeileutnant nicht dulden. Er erhob sich, erklärte jetzt die VerKriegsmaterial führen oder die Blockade brechen. In sammlung für politisch und forderte die Entfernung der Jugendeiner längeren Erklärung formulierte Staatssekretär Grey die lichen. Als Erläuterung seiner Amtshandlung fügte er noch hinzu, Bedingungen, unter welchen die Regierung solche Vorschläge in daß aus der Versammlung heraus:„ Oho!" gerufen worden sei. Erwägung ziehen könnte. Greh deutete zunächst an, daß die Um der Auflösung vorzubeugen, wurden die Jugendlichen von dem Saltung der englischen Regierung in dieser Frage icht ent- Versammlungsleiter gebeten, den Saal zu räumen. Sie begaben sich denn auch, etiva 100 Mann starf, nach dem Volkshaus. Die gegen kommender sein würde und fuhr dann fort: zurückgebliebenen Erwachsenen nahmen dann noch mit regem Beifall eine Rede des Genossen Dr. Breitscheid auf, der der Polizei wegen ihrer jüngsten Heldentaten ganz gehörig den Tert las. Ein Polizeibeamter glaubte hier auch noch einen guten Fang zu tun, als er einen jugendlich aussehenden Teilnehmer stellte, doch mußte er unter lautem Sohngelächter von ihm ablassen, da der Jugendliche" berciis Wir fragen nun aber: Was macht diese Versammlung zu Waren es die fremden hebräischen Laute „ Es pflegt angenommen zu werden, daß die anderen Nationen des Kontinents nur auf ein Wort von uns in dieser Frage warten, um Flottenausgaben herabzusehen. Dies pflegt insbesondere in bezug auf Deutschland angenommen zu werden. Während die gegenwärtige Regierung im Amt ist, hat sie niemals die geringste Andeutung von irgendeiner fontinentalen Macht und sicherlich nicht von der deutschen über 18 Jahre alt war. Regierung erhalten, daß ihre Flottenausgaben in irgend einer Weise verknüpft seien mit der Frage der Unverleßlichkeit des Privateigentums zur See. Kein anderes Land ist zu uns einer„ politischen"? gekommen, um zu sagen: Wenn ihr dem zustimmt, so wird es oder das Oho! eines polizeiwidrig temperamentvollen Versammuns in die Lage seßen, die Flottenausgaben zu verringern." lungsbesuchers. Und ist der Höchstrekord an Auflösungsgründen Wenn es diesen Erfolg gehabt hätte, hätten wir ohne Zweifel nun erreicht? Andeutungen bekommen. Meine eigene Ansicht geht dahin, daß tatsächlich nichts, was wir durch eine Aenderung der Geseze oder der diesbezüglichen Bestimmungen tun können, wirklich einen sehr wesentlichen Erfolg haben wird, was die Aussichten eines Krieges oder die Rüstungsausgaben betrifft, eines ausgenommen, das ist, der zunehmende Glauben bei den großen Nationen, daß sie von guten Absichten gegen einander beseelt sind." Letzte Nachrichten. Günstige Stadtverordnetenwahlen in Mainz. Mainz, 7. Mai.( Privattelegramm des Vorwärts") Bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen wurden für die Sozialdemokratie und die Fortschrittliche Volkspartei zusammen 6719 Stimmen abgegeben. Der bürgerliche Block erhielt nur 5579 Stimmen. Grey betonte dann nochmals das Recht der Blockade, weil dies das einzige Mittel für England sei, auf das andere Land einen Druck auszuüben. Dagegen liege kein Grund vor, daß England als Haupthindernis für die Beseitigung des Seebeuterechts bei der nächsten Haager Konferenz erscheinen solle. Notwendig wäre nur, Die Demonstrationen in Prag. daß einmal sehr strenge Bestimmungen hinsichtlich der Konter= Prag, 7. Mai. Die Demonstrationen der tschechischen HandelsAber das schlimmste steht noch aus. Wie weit die Verworfen- bande getroffen würden, und ferner ein Abkommen, daß die akademiker, welche durch den Selbstmord des Handelsschülers Hajek heit der Duala geht, wird an dem Beispiel des Mpundu Akwa ge- Sandelsschiffe nicht in bewaffnete Schiffe ver- verursacht waren, haben sich heute in verstärktem Maße wiederholt. zeigt, der als sogenannter" Bring" viele Jahre in Deutschland wandelt werden dürfen. Wünschenswert wäre auch ein Ab- An dem Demonstrationszuge beteiligten sich über achthundert gelebt und dort sein Geld vertan hat. Als er im Jahre 1911 ohne kommen über die Minen. Schüler und Schülerinnen. Tausende von Menschen bildeten in jegliche Mittel in Kamerun wieder eintraf, fragte der Gouverneur Es ist nicht zu verkennen, daß diese Erklärung des englischen den Straßen Spalier. Die Polizei hatte umfassende Sicherheitsihn, was er denn nun in Kamerun beginnen wolle. Das Scheusal Ministers nicht mehr an der starren Aufrechterhaltung des See- maßregeln getroffen. Professor Liebeschein, dem die Schuld an antwortete:" Ich werde von Papas Grundstücken beuterechts festhält. Die Sozialdemokratie hat längst die Be- dem Vorkommnis zugeschoben wird, hat seine Lehrtätigkeit einseitigung dieses barbarischen Mittels der Kriegsführung gefordert. gestellt. Das ist der Gipfel jittlicher Verkommenheit. Durch nichts tann Gin internationales Uebereinkommen in dieser Frage würde zudie Notwendigkeit, deutsche Kultur nach Afrika zu tragen, beffer gleich auch ein Abkommen über die Einschränkung der Flotten- Die Ausstandsbewegung in der spanischen Handelsmarinc. Es ist bezeichnend, daß die deutsche Madrid, 7. Mai. Der gestern an der kalabrischen Küste ausillustriert iverden als durch diese Antwort des Häuptlingssohnes. rüstungen erleichtern. Wo gibt es in Deutschland jemanden, der es wagen würde, von Regierung bisher überhaupt noch nicht den Versuch gemacht gebrochene Ausstand der Offiziere der Handelsmarine nimmt einen Die unerwarteten Umfang an. In Bilbao liegen 33 Dampfer fest, Papas Grundstüden leben zu wollen? Wo ist der Häuptlingssohn, hat, mit England darüber in Verhandlungen einzutreten. der, um mit der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zu reden, Ausführungen Greys enthalten zwischen den Zeilen eine deutliche in Gijon 21. In den übrigen Häfen sind diese Zahlen entsprechend den von anderen geschaffenen Mehrwert in seine Tasche steden Aufforderung zu solchen Besprechungen. Die Antwort der deutschen geringer. Die Kapitäne und Offiziere in Barcelona, Valencia una fönnte? Mit, solchen Keris sollte bei uns nett umgesprungen Regierung wird man ja wohl schon in den nächsten Tagen bei der anderen Mittelmeerpläßen schicken sich an, die Bewegung aus Beratung der auswärtigen Politik zu hören Gelegenheit haben. Gemeingefühl mitzumachen. On werden. Nicht wahr, Herr Solf? Ieben." Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienftr. 83-85. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Sonntag, den 10. Mai 1914, vormittags 9½ Uhr: Gruppen- Versammlung der Werkzeugschleifer im Lofal von Riedel, Hussitenstraße 40. Tagesordnung: 1. Gruppenangelegenheiten. Verschiedenes. Montag, den 11. Mai 1914: Bezirks- Versammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Norden: Pharnssäle, Müllerstr. 142, abends 8%, Uhr. Norden: Vortrag des Genossen R. Breitscheid. Büttners Festsäle. Schwedter Straße 23, abends 82 11hr.- Vortrag des Kollegen W. Siering. Norden: Ballschmieders Festsäle, Badstr. 16, abends Moabit: 8 Uhr. . Prachtsäle Nordwest, Wiclefftr. 21, abends 8%, Uhr. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Brey. Volkshaus. Rosinenstr. 3, abends 8, br. Charlottenburg: Vortrag des Genossen Dr. Borchardt über Radium und andere Strahlungen"." Tegel: Müllers Festsäle, Berliner Str. 84, abends 6 Uhr. Vereinshaus, Schöneberg, Westen und Schöneberg: aptr. 5, abends 8%, Uhr. Vortrag des Kollegen Max Horn. Osten: Comeniussäle, Memeler Str. 67, abends 8%, Uhr. Vortrag über„ Feuerbestattung". Restaurant Kurkowski, Pfarrstraße 74, Scharf. Lichtenberg: bebs 8 Uhr. Vortrag des Kollegen Gustav Stralau- Rummelsburg: Café Bellevue. Hauptstraße 3, abends 8 11hr. Vortrag des Genossen Alfred John:„ Technische Umwälzungen". Weißensee: Peukerts Restaurant, Berliner Allee 251, abends 8, Uhr. Südenbezirke: Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( Saal 4), abends 8, Uhr. Vortrag des Genossen Erwin Neumann über„ Die Maschine im Wirtschaftsleben". Neukölln: Bartschs Festsäle, Hermannstr. 48/49, abends 8 Uhr. Steglitz: Schellhases Festsäle, Ahornstr. 15a, abd3. 8%, Uhr. Köpenick u. Friedrichshagen: Restaurant garten, Friedrichs: hagen, Friedrichstr. 74, abends 81%, Uhr. LindenVortrag des Genossen Tarnow:„ Die Geschichte der Koalitions: verfolgungen". Oberschöneweide, Niederschöneweide, JohannisGeorge, Oberschöneweide, thal u. Umg.: Bitelminenhofstr. 44 a, abends 8%, Uhr. Vortrag des Kollegen Fritz Carl. Spandau: Restaurant Dertz, Spandau, Kurstr. 21, abends 81, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Bericht von der außerordentlichen Generalversammlung. Chue Mitgliedsbuch kein Zutritt! Pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird erwartet. 117/19 Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter! Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß am Montag, den 11. Mai d. J., abends 6½ Uhr, in den ,, Kammersälen", Teltower Str. 1, die Ersatzwahlen zum Gesellenausschuß und die Neuwahlen zum Innungs- Schiedsgericht der Berliner Jnnung: Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister stattfinden. Wählen zum Gesellenausschuß kann jeder Maurer und Zimmerer im Alter von 21 Jahren, zum Innungs- Schiedsgericht jeder Geselle und Arbeiter im Alter von 25 Jahren, der zurzeit bei einem Mitglied der Innung beschäftigt ist. Als Wahllegitimation dient eine vom Meister ausgestellte Bescheinigung über die Beschäftigung bei demselben, wozu die Mitglieder der Innung von dieser selbst Formulare geliefert beton men. Lasse sich daher jeder eine der artige Bescheinigung ausstellen, und versäume niemand die Wahl. Für Mitglieder der Drtstrankenkasse genügt das mit dem Firmenitempel abgestempelte Ortsfrankenkassenbuch. Da von den Berliner Baufirmen rund 360 Mitglieder der Innung sind, darunter die größten Geschäfte, und bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis in folchen Fällen nicht das Gewerbegericht, sondern das InnungsSchiedsgericht zuständig ist, ist es besonders auch Pflicht der Puter, fich an der Wahl zu beteiligen. 254/ 8* Die Vorstände der Verbände der Bauarbeiter und Zimmerer. Arbeiter- Samariterbund:: Kolonne Groß- Berlin Wahlvereine, Gewerkschaften und Vereine! Alle Bestellungen von Samaritern sind nur an den 2. Vorsitzenden DEUTSCHE JNITICHE WERKBUND AUSSTELLUNG COIN 1914 KUNST IN HANDWERK JNDUSTRIE& HANDEL ARCHITEKTUR THEATER KONZERTE SPORT VERGNUGUNGSPARK 355000 gm AUSSTELLUNGSGELANDE AM RHEINUFER GELEGEN MAI- OKTOBER Kompl. Küche von 48-180 M. 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Jetzt sind über 100 Mann mit 3-3,50 M. bestraft worden, 4 Mann sogar mit dem vollen Schichtlohn. Auf diese Weise wird den Bergleuten die Notwendigkeit einer machtvollen Demonstration gegen das rücksichtslose Kapital erst recht zum Bewußtsein gebracht. Berlin und Umgegend. Der Kampf der Steinarbeiter. Freitag, 8. Mai 1914. Bewegung im Hamburger Speditionsgewerbe. In Hamburg stehen die Roll- und Speditionstutscher in einem bedeutungsvollen Abwehrkampf. Am 1. Mai lief der bisher geltende Tarifvertrag ab. Die Arbeiter hatten dem Arbeitgeberverband den enthielt. Vor allem ſollte der Wochenlohn um 2 M. erhöht werden. Entwurf eines neuen Vertrages eingereicht, der einige Verbesserungen Der Streit der Gesellen scheint ihm dabei freilich einen ziem ttchen Strich gemacht zu haben, denn jetzt weisen diese jungen Leute das Ansinnen, Lehrlinge zu werden, entschieden zurück. Es scheint auch, als wenn die Kundschaft das Vorgehen sowohl Goldaders als allgemeinen gerichteten Streich betrachtet und daraus ihre Konauch der Firma Hanke u. Co. als einen gegen die Arbeiterschaft im sequenzen zieht. Die Unternehmer lehnten die Verbesserungen ab und behaupteten, daß Der Betrieb Goldaders fann nur fümmerlich von den An- die Kutscher an anderen Orten weit schlechter bezahlt würden. Gleich treibern, ein paar Lehrlingen und einigen Streitbrechern aufrechtzeitig stellten sie die Forderung auf, daß der alte Vertrag um zwei erhalten werden. Vor Zuzug sowohl nach der Bäckerei Goldader als auch nach den Bädereien von Hante u. Co. wird dringend gewarnt. Zentralverband der Bäcker und Konditoren. Die Firma Drendi, Zigarettenfabrif G. m. b. S., Berlin, Schönhauser Allee 34, ist wegen Maßregelung und Nichtinnehaltung der tariflichen Bestimmungen des Tarifes für Zigarettenmaschinen führer gesperrt. Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Die Drahtarbeiter der Firma Richard Weise, Drahtwaren industrie Weißensee, Albertinenstr. 25/26 und Sedanstr. 82, stehen seit dem 27. Februar im Streit. Der Betrieb ist für Drahtarbeiter streng gesperrt. Drteverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Zentralverband der Fleischer. Die Fleischermeister Reimann, Borhagener Chaussee 19, euste, Sonntagstraße 1, und Roc, Mozartstraße, in Lichtenberg- Rummelsburg weigern sich, den Tarif vertrag der Organisation anzuerkennen. Ueber die Betriebe ist die Sperre für organisierte Fleischer verhängt. Jahre verlängert werden sollte. Die Arbeiter beschlossen darauf ein Ersuchen an den Arbeitgeberverband, trop des ablehnenden Standpunktes wenigstens in Berhandlungen zu treten. Das lehnte der Arbeitgeberverband wiederholt ab und berief sich immer auf die Bedingung der Vertragsverlängerung um zwei Jahre. Nach einigem ariftlichen Hin und Her und einer privaten Besprechung ließ sich der Arbeitgeberverband herbei, mit einer einjährigen Verlängerung des Tarifvertrages einverstanden zu fein. Die Arbeiter traten von allen Forderungen zurück, beschlossen, den Vertrag Vertragsjahr in Verhandlungen zu treten. um ein Jahr zu verlängern, und wünschten für ein zweites Arbeitgeberverband plöglich, Jegt erklärte der dieser Beschluß fäme zu spät". Inzwischen mußte das entschiedenste Scharfmachertum auf den Gang der Dinge entscheidenden Einfluß bekommen haben. Die Verlänge rung des Tarifvertrages wurde abgelehnt. Zwar wollte man an den Lohn- und Arbeitsbedingungen nichts ändern, doch war das offenbar nur der Versuch, einen Teil der Arbeiter zu beruhigen. Gleichzeitig aber wurden energische Vorbereitungen getroffen, die Arbeitsvermittelung für die Roll- und Speditionsfutscher nach dem Muster des Hafenbetriebsvereins und des Verbandes der Eisenindustriellen zu organisieren. Bereits waren die gefürchteten Ver mittelungsfarten ausgegeben und den Arbeitern angekündigt, daß jede offene Stelle und jeder Arbeitslose im UnternehmerarbeitsIn zivei getrennten Versammlungen nahmen die Sektionen der Der Fleischermeister Hartmann, Goethestr. 17, RummelsMarmor- und Sandsteinarbeiter Stellung zu den Verhandlungs burg, hat den Tarifvertrag der Organisation anerkannt. ergebnissen mit den Unternehmern. Zunächst fonnte festgestellt Die Zimmerer in Nauen befinden sich im Ausstand, der die nachweis in einer bestimmten Frist zu melden sei, wenn der Arbeitswerden, daß es gelungen ist, die von den Arbeitgebern beabsichtigten Verschlechterungen abzuwehren. Mehr aber als fofort 2 Pf. sechste Woche überschritten hat. Da die Zimmererarbeiten feinen lose überhaupt wieder Arbeit erhalten wollte. Das Maßregelungsund nach einem Jahr abermale 2 Pj. Zohnzulage und für die Ver- Fortschritt nehmen, fühlte sich die Firma Kellermann veranlaßt, bureau, das gegen die Werftarbeiter, gegen die Hafenarbeiter so beirateten einen Montagezuschlag von 3 anstatt 2 M. war trotz aller im" Lokal- Anzeiger" und der„ Morgenpost" nach Zimmerern zu gute Dienste getan, sollte auch für die Kuticher brutale Wirklichkeit Bemühung nicht zu erreichen. Die Verhandlungsfommission schlug annoncieren. Die Zimmerer Nauens werden einmütig weiter fämpfen Das war nicht unter einem Tarifverhältnis möglich, vor, die Streifenden bezw. Ausgesperrten sollten ihr Einverständnis und hoffen auf die Solidarität der Zimmerer von beshalb mußte die Verlängerung des Tarifvertrages abgelehni mit den Zugeständnissen erklären unter der Vorausseßung, Berlin und Umgegend. daß sofort 3 Pf. und nach einem Jahre weitere 2 f. bewilligt würden. In der ausgiebigen, sehr lebhaften Aussprache wurde das Ungenügende der Zugeständnisse scharf fritisiert. Bei der Abstimmung ergaben ſich ſchließlich aber 421 Stimmen für Annahme der Resolution und 146 Stimmen dagegen. Damit ist jedoch der Kampf nicht beendet, denn nun hängt es davon ab, ob die Unternehmer diesen kleinen Schritt noch entgegenkommen. Deutsches Reich. Streit der Dortmunder Fuhrleute. werden. Bor Diese Tatsachen löften bei den Rutschern die tiefste Erbitterung aus. Bereits am 30. April wollten sie den Streit beschließen. Aber noch einmal folgten sie dem Zureden der Organisationsleiter, den Die Einmütigkeit, mit der die Dortmunder Kutscher und Fuhr- Arbeitgebern ein Ultimatum zu stellen. Der Vertrag sollte ohne leute die Arbeit niedergelegt haben, reizt die Behörden zu der weit- Aenderung ein Jahr weiter laufen und über ein zweites Jahr vergehendsten Unterstützung der tariffeindlichen Fuhrwerksbejizer auf. handelt werden. Als auch jetzt noch jede Verhandlung abgelehnt Besonders haben sie die Firma Hemsoth in ihr Herz geschlossen, mit wurde, wurde mit erdrückender Mehrheit der Streif beſchloſſen. der die Stadt Dortmund an der Westfälischen Transport- Aftien- Der Arbeitgeberverband hat ganz offenbar den Konflikt gegesellschaft beteiligt ist. Seit Dienstag werden die von Arbeits- wollt, da er den schlechten Geschäftsgang für den Angriff besonders Der Streit in der Großbäckerei von Goldacker, sowie in den willigen geführten Fuhrwerke von je zwei Polizisten begleitet, auf geeignet hält. Hat man erst die Gruppe der Kutscher unter die Fuchtel Bädereien von Hante& Co. geht mit ungeschwächten Kräften den städtischen Kehrichtwagen, deren Bespannung dieselbe des Unternehmernachweises gebracht, sollen die übrigen Transportweiter. Die Streifenden stehen unerschütterlich fest; wissen sie doch, Firma stellt, sigt je ein Schußmann. Das wäre dieselbe Entwicklung, wie sie sich Das starte Polizei- arbeiter folgen. daß mehr auf dem Spiele steht als lediglich ihre eigenen Interessen, aufgebot in der Nähe des bestreiften Betriebes hatte in den letzten Jahren im Hamburger Hafen vollzogen hat. daß es gilt, den Wühlereien und Heßereien der Scharfmacher und in den letzten Tagen große Menschenansamm läufig besteht allerdings noch nicht die geringste Aussicht, daß der der Bäckerinnung entgegenzutreten, daß es besonders in den lungen zur Folge, wobei es zu Zusammenstößen Streich der Unternehmer gelingt. Arbeitswillige werden in nennens Bäckereien von Hanke& Co., Inhaber Weidner, einen geradezn ver- mit der Polizei tam. Die Polizisten zogen des öfteren werter Bahl nicht gefunden oder aber sie sind nicht zu gebrauchen, zweifelten Kampf um den wöchentlichen Ruhetag gilt. blant oder ließen die Polizeihunde auf die Menge los. obwohl der Hafenbetriebsverein jetzt dazu übergegangen ist, seinen Das scheinen nachgerade auch die jungen Leute einzusehen, die Diese turbulenten Auftritte dauerten bis in die späte Nacht. Wie Arbeitsnachweis( ein Symptom) in den Dienst der Fuhrherren zu von Goldader zu Lehrlingen gepreßt wurden. Vorigen Dienstag das Amtsblatt meldet, hat das städtische Krankenhaus der stellen. Seit Mittwochmorgen versuchen sich auch vier Frauen von berschwand einer von ihnen, nachdem er zwei Stunden ge- Firma Hemjoth dreißig Betten zur Verfügung gestellt, damit Fuhrunternehmern zum Gaudium der Passanten als Rolliutscher. ber- In 46 geregelten Betrieben arbeiten bereits 297 Kutscher, so daß arbeitet hatte und ließ seit jener Zeit nichts wieder von sich die Arbeitswilligen den Betrieb des Nachts nicht zu hören. Ob ihn die liebenswürdige Gesellschaft der nützlichen lassen brauchen. Für diese Parteinahme wird die Kranten nur noch etwa 650 im Streif stehen. Elemente" vergrault hat? Oder wurde ihm die Arbeit neben den Hausverwaltung zur Verantwortung gezogen werden müssen. Die Arbeitswilligen zu schwer? Oder hat die Erkenntnis, daß er zur paar Arbeitswilligen haben nicht hindern können, daß sich in den Die Arbeiter der Oberpfälzischen Glasindustrie befinden sich in univärdigen Rolle eines Arbeitswilligen gebraucht wurde, ihm das Güterichuppen die Frachten derartig anhäufen, daß lein Plas mehr einer Bewegung. Verhandlungen vor dem Gewerbegericht zu Fürth Weiterarbeiten verleidete? Wer kann das wissen. vorhanden ist. Die geschädigten Geschäftsleute dürfen sich dafür bei haben zu keinem Abschluß geführt, weil die Bertreter der Unterden halsstarrigen Unternehmern bedanken. Der Hofspediteur nehmer erklärten, feine Bollmacht zu befigen, um irgendwelche ZuMüller hilft sich mit Berufsstreitbrechern aus Effen, geständnisse machen zu können. Diese Erklärung glaubten die trotzdem oder richtiger gerade deshalb fizt er genau so tief in der Herren jedenfalls abgeben zu können, weil der christliche Keram Batsche, wie seine übrigen Kollegen. Uebrigens haben sich die Ar- arbeiterverband den bestehenden Tarifvertrag nicht gekündigt hat beiter weiterer feche Betriebe dem Streit angeschlossen. Wegen und in einem früheren Termin das Einigungsamt in Fürth erStreilvergehens hat die Polizei bis jetzt fieben Mann verhaftet. flärte, daß, weil der Vertrag nicht gekündigt sei, er für die ChristAber geradezu als eine Herausforderung, als eine Provokation muß es für die Streikenden wirken, daß Goldacker auch jetzt noch immer bemüht ist, an Stelle von Gesellen, die an sich bereits 2 M. Wochenlohn weniger verdienen, als die Streifenden verdient haben, junge Leute zu stellen mit gegen 18 M. Wochenlohn, die er als Lehrlinge zu pressen sucht. Kleines Feuilleton. Die Poesie in Oftelbien. Man soll nicht sagen, daß in den toten Bezirken der Junker keine Kultur wohnt! Wohl ist es wahr: sie selber find fulturlos. Unsere großen Dichter haben nicht für fie geschaffen und unsere großen Geister haben nicht für sie gedacht. Sie dürfen für sich in Anspruch nehmen, die zugleich anmaßendste und dümmste Aristokratie der Welt zu sein. " Db mir Schlachtendonner rüttelt Mark und Bein, Treu will ich als Pommer meinem König sein. Wir lieben unser Heimatland, V „ Sie irren, Herr, ich bin fein Franzose. Aber ich habe viel Hunger und wenig Geld." Da verschwand alles Wohlwollen aus dem Gesichte des Dicken und er sagte mit Entrüstung: „ Aber dann find' ich es unverschämt, hier alle Brötchen aufzu effen"!" eine wie bedeutsame Rolle Probleme des religiösen Denkens in der Entwickelung der beiden großen Norweger gespielt haben. Ibsens Brand erscheint als Typus des zürnend harten Christentums, das gekommen ist, das Schwert zu bringen", das mit der Geißel der Gewissensangst feindlich drohend die Menschen aus den Schranken des Natürlichen in eine entsagende Astese hineinpeitscht. Björnsons Pfarrer Sang ist das Christentum in seiner lichteren Tausende von Atmosphären. Durch die hydraulische Bresse Gestaltung als die Religion der Liebe und Milde, die verheizungs hat sich der Mensch ein Mittel geschaffen, einen Druck von voll ihr„ Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" außerordentlicher Stärke zu erzeugen und zu entsprechenden Arbeits- verkündet. Brand führt sein Weg am Ende in die starrende EinEinen Zweig der Poefie gibt es aber doch, den sie von ihrem leistungen zu verwenden. Durch eine optische Anordnung läßt sich famkeit der Gletscherwelt, wo die Lawine ihn begräbt. Sang aber, rohen Standpunkt aus zu schätzen wissen. Sobald irgend jemand die Wirkung einer solchen Presse auf Eisen derart vorführen, daß der Weiche, Gütige, der stets bereite Helfer, wird im Augenblide das Gewinsel eines geprügelten Hundes in Berse überträgt, nennen die Zuschauer vor Augen sehen können, wie das feste Eisen wie eine höchster Hoffnung aus seinem Wahne jäh aufgeschreckt. Er ringt fie ihn patriotisch" und loben sein Produkt. Die Kriegervereins- syrupartige Flüssigkeit zu fließen beginnt. Wie die Wissenschaft sich um die Genesung seiner gelähmien Frau, die Gloden in der Kirche poesie hat in ihnen zum mindesten ein Publikum, wenn sie die Her- in unzähligen Fällen in den Dienst der Technik stellt, so benutzt sie läutend, in tagelangem brünstigem Gebet. Die Kranke erhebt sich stellung auch meistens anderen überlassen. andererseits deren Errungenschaften, um Forschungen zu eigenem und tritt ihm unter dem begeisterten Halleluja des barrenden Gerade in diesen Tagen hat ein besonders schönes Stück oft gweck vorzunehmen. So hat Professor Bridgeman im physi- Volks entgegen. Doch da er sie umfängt, sinft sie entseelt zu clbischer Poesie das Licht der Welt erblickt. Es soll ein neues falischen Laboratorium der Harvard- Universität Experimente unter Boden. So stürzt er aus dem Himmel seiner frommen Träume Pommernlied" sein und wird unter der Ueberschrift Stunft, nommen, bei denen er Drucke von vielleicht noch niemals fünstlich und das Erwachen tötet ihn. Die Versammlung der Geistlichen in Wissenschaft und Literatur" von der Pommerschen Tages erreichter Höhe anwandte. Bei manchen Bersuchen ging er bis zu Haus, die efstatischen Reden Bratts, der von dem Wunder Rettung post" veröffentlicht und zugleich lebhaft empfohlen. Das Lied hebt 20 000 Atmosphären. Allerdings ließ sich dieser Druck nicht mehr genau für seinen wankenden Glauben ersehnt, verleihen dem Vorgange also an: messen, während bis 12 000 Atmosphären ganz zuverlässige Be- symbolische Bedeutung: Wenn Gott durch diesen reinsten aller Pommer bin ich, Pommer bleib' ich allezeit, stimmungen geschehen konnten. Ein Drud von 20 000 Atmosphären lebenden Menschen fein Zeichen gibt, gab er dann jemals Zeichen? Ob im Waffenschmude, ob im Bürgerkleid. würde einem solchen von 24 000 Kilogramm auf jedes Quadrat Schweift nicht der Glaube, dessen liebstes Kind nach jenem Worte zentimeter entsprechen. Was das zu bedeuten hat, geht am deut- Fausts das Wunder ist, über die Grenzen menschlicher Kraft hinaas? lichsten aus einem Vergleich hervor. Die höchsten Drude, die ge- Herr Paeschte, dessen kräftige, zur Breite neigende Statur wöhnlich erzielt werden, sind die beim Löjen schwerer Geschütze. Sie dem Bild, das man von Sang hat, so wenig entspricht, bezivang steigen aber nicht über 2000 Atmosphären. Drucke von 10 000 Atmo die Hemmungen überraschend glücklich. Eine ganz geschlossene, sphären sind bisher nur theoretisch erzeugt worden durch Explosion innig beseelte Gestalt entfaltete sich in dem Spiele. Sympathisch von Nitroglyzerin in einem geschlossenen Gefäß. Würde dieser wirkte Elly Staerd in der Figur der Kranten. Und wenn die bon 20 000 Atmo- Darstellung der beiden Sangschen Kinder, Elins und Rabels, za Nach dieser ersten Strophe folgen dann noch sehr viele andere, furchtbare Sprengstoff unter jenen Drud die wir unseren Lesern schenken wollen. Wir haben im allgemeinen sphären versetzt werden, so würde er seine Fähigkeit zur Explosion wünschen übrig ließ, war das Ensemble der Pastorenszenen um Auch in der Natur ist es nicht leicht, so sorglicher bis in die fleinsten Nuancen ausgefeilt. Alfred mit der Kriegervereinspoesie nicht viel im Einn; in diesem Falle überhaupt verlieren. hat fie uns aber bom ben Glauben an den Humor der Menschheit Beispiele solcher Druckverhältnisse ausfindig zu machen, zum wenig Bra un fand für den Brattschen Fanatismus eindringliche Töne. wiedergegeben. Ganz besonders hat uns die Nuance gefreut, daß ften auf der Erdoberfläche. In den tiefsten Schlünden des Ozeans es ein Geheimer kommerzien rat ist, der hier in Waffen- würde der Druck am Meeresgrunde doch nur 1000 Atmosphären beschmud" und„ Schlachtendonner" den Bumbumschwur seiner Treue tragen, und das Weltmeer müßte eine Tiefe von etwa 200 Kiloleistet. Auf diese Weise kommen nicht nur die schnöden Demokraten metern befißen, wenn dort ein Druck von 20 000 Atmosphären erzu einem ästhetischen Lächeln; auch die Junker werden sich ein reicht werden sollte. Im Erdinnern müssen freilich noch viel höhere Drude entstehen, und ein solcher von 20 000 Atmosphären findet feudales gestatten. Der scharfe Beobachter. Bei Aschinger in der Friedrichstraße wahrscheinlich in einer Tiefe von etwa 80 Kilometern unter der Erd- Anerbieten, in Berlin als Regiffeur zu wirken, nun doch mit der faßen zwei Gäste an einem Tisch. Der eine war dick und fräftig entstehen manche Erdbeben dadurch, daß die überlagernden Ge- Odeon- Theater aus seiner schwierigen finanziellen Situation durch leber seiner Weste progte eine dice goldene Kette. Mit einem ge- steinsmassen die tieferen Schichten in einen halbflüssigen Zustand verwissen herablaffenden Wohlwollen fah er auf sein Gegenüber, der flein und schmächtig war. Der Dide batte bereits verschiedene Speisen gegessen und bestellte jetzt beim Kellner Käse. Der andere, deffen schwarze Haare über seine bleiche Stirn hereinbingen, ag an einer Kartoffelsuppe, wobei er bereits an zehn Brötchen mit verzehrt hatte. Der Mann mit der weißen Weste wischte sich behaglich den Mund, schaute auf den schmächtigen und noch jungen Mann und sagte voll Selbstbewußtsein und Wohlwollen: " Sie sind wohl Franzose?" " Wie?" fragte dieser zurüd. Sind immer fampfbereit, bum bum, Bo's gilt für Reich und Kaiserkron', Droh'n Feinde auch ringsum, bumbum. " Ja, in dieser Hinsicht beobachte ich scharf. Sie sind Franzose". Aber warum denn gerade Franzose?" " Ja, ich habe das beobachtet: die Franzosen essen immer so viel Weißbrot zur Suppe und zum Essen." Da lachte der junge, schwarzhaarige Manu ein malitiöjes und dabei doch tieftrauriges Lächeln: wandeln. Theater. Notizen. dt. Antoine und Reinhardt. Antoine Hat Reinhardts einen Theaterdirektor in Berlin retten würde, so würde es in ganz Paris nicht Steine genug geben, die man auf mich werfen würde. um mich zu zerschmettern. Antoine wird wahrscheinlich in Konstantinopel eine Bühne für dramatische Kunst ins Leben rufen( was doch wohl bloß ein schnurriger Einfall ist). Wilhelm Raabes Witwe ist in Braunschweig fast achtzigjährig gestorben. - Faliches Singen als Einnahmequelle entbedte Er ließ seine Bühnenmitglieder Träftig ein Kieler Theaterdirektor. Charlottenburger Schillertheater: Ueber unsere Kraft von Björnson. Dies Schauspiel und sein viele Jahre später erschienener zweiter Teil ragen aus der Reihe der Björnsonschen Tramen weit empor. Fremdartig in ihrer Gedanken- und Gefühlssphäre, prägen sie sich dennoch mit ihren großen Perspektiven und ihrer farbigen Bildlichkeit unvergeßlich ein. Der unendliche Abstand zivischen einem Leben, das mit der radi- Strafe zahlen, wenn sie nach seiner Meinung falsch fangen. Erst talen Bekämpfung alles Selbstischen, wie die Lehre Jefu verlangt, ein landgerichtliches Urteil belehrte ihn, daß diese Art Strafen nicht Ernst macht, und dem landläufigen Wort- Christentum, das tragische ganz zulässig find. Gorti und Schaljapin. Aus Moskau wird gemeldet, Scheitern derer, die, ganz von gläubiger Glut erfüllt, am Widerflande der an Naturnotwendigkeit gebundenen Welt zugrunde gehen: daß der berühmte Opernfänger F. Schaljapin unter die Schauspieler das ist das Grundmotiv, in dem der erste Teil von Björnsons lleber gehen und in Gorkis Theatertruppe cintreten wird. Gorli will ein unsere Kraft sich mit Jbsens Brand berührt. Ein Symptom dafür, Stück schreiben, das eine dem Sänger paffende Rolle enthalten soll. Von den in der gesamten Industrie beschäftigten 1800 Arbeitern gehören dem Zentralverband der Glasarbeiter 400 Arbeiter an, Inapp 100 Arbeiter soll der christliche Keramarbeiterverband zählen, während 1800 Arbeiter und Arbeiterinnen nicht organisiert sind. Auf dringendes Ersuchen des Magistratsassessors Sch winning erklärten die Industriellen sich bereit, von den übrigen Industriellen Bollnacht einholen zu wollen, um eventuelle Zugeständnisse zu machen. Die Verhandlungen wurden darauf bis zum 18. Mai bertagt. Ausland. Die Wirkungen eines Boykotts. Frauen zuließ, hat die Mehrheit geschwiegen und uns in unserem Verlangen nicht unterstützt. Aus Industrie und Handel. Kein Terrorismus? In der jetzigen Zeit, in der von den Feinden der Arbeiterlese ein Geschrei über Terrorismus der Organisationen bezw. deren Mitglieder erhoben wird, lohnt es, immer und immer wieder auf die Handlungsweise der Unternehmerverbände hinzuweisen. Obwohl wir wissen, daß der Satz des Justizministers Schönstedt:„ Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe"! gerade auf die Handlungen der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen an gewendet wird. lichen noch zu Recht bestehe. Diese Erklärung gab der Vertreter der Unternehmer während der Verhandlungen ab. Der christliche Keramarbeiterverband hat sich damit von den Industriellen bestätigen lassen, Stadtv. Rosenow( N. 2.) fann einen so großen Wert auf die daß er mit feinen taum 100 Mitgliedern verhinderte, etwas Er Zahl nicht legen; hätte es aber gern gesehen, wenn der Magistrat, sprießliches für die Arbeiter zu schaffen. Die Forderungen sind seine Rechtsbedenken zurückstellend, wenigstens den Versuch geden Unternehmern am 29. März durch den Zentralverband der Glas- macht hätte, Frauen als vollberechtigte Mitglieder zuzulassen. Auf arbeiter zugestellt worden. Wenn nun die Herren zur Verhandlung halten ließe sich aber der Gang der Dinge nicht mehr; auch dieses erscheinen, ohne mit einer Vollmacht versehen zu sein, so ist dies um Verlangen würde über kurz oder lang erfüllt werden müssen. so unbegreiflicher, wenn ihr Wortführer während der Verhandlung Stadtrat Löhning: Der Magistrat hat sich, nachdem die Vernoch dazu erklärt, im Interesse der Industrie und der Arbeiter sammlung ihre Beschlüsse gefaßt hatte, nochmals eingehend mit müsse die tariflose Zeit beseitigt werden. Ohne alle Umschweife der Frage beschäftigt, und er hat seine Rechtsbedenken nicht preiswurde den Herren durch die Vertreter des Zentralverbandes geben können. Die Normierung der Zahl auf zwei ist nur fonseerklärt, daß die schlechte Geschäftslage nicht als Grund für die quent. Der Magistrat ist überzeugt, daß auch auf dem Wege, den Die Unternehmerverbände jeglicher Art fönnen nach dem Ablehnung der Arbeiterforderungen gelten könne, denn die Herren er einschlagen will, die erfolgreiche Mitwirkung der Frauen ge- Grundsah handeln, den der Herr Geheimrat Kirdorf geprägt hat, schügen seit langen Jabren die trübe Zeit als hindernd vor. Wie sichert ist. es sei die vornehmste Aufgabe der Ringe, Kartelle usiv., preisnotwendig eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse ist, geht aus Stadtv. Caffel( A. 2.) teilt die Rechtsbedenken des Magistrats, steigernd zu wirken. Hierbei sind anscheinend alle Mittel erlaubt. folgender Lohnaufstellung eines Glaspolierers hervor. Der gesamte bedauert aber seinerseits, daß der Magistrat sich dem Vorschlage, Auf Rechnung der Landesversicherungsanstalt Berlin wurde ein Verdienst dieses Polierers betrug während eines Zeitraums von die Waisenverwaltung zu einem Teile der Armenverwaltung und neues Arbeitsnachweisgebäude in der Rückerstraße errichtet. Die 54 Wochen 1072,07 M. Beitweise muß er einen Ersaßmann stellen, die Waisendeputation zu einer Abteilung der Armendirektion zu Kosten hierfür stellten sich auf zirfa 400 000 Mark; die Arbeiten für den er die Woche 1,50 M., in 54 Wochen gleich 81 M. zahlte. machen, um auf diese Weise auch den Frauen das volle Stimm- wurden, wie üblich, durch Submission vergeben. Der KostenNach Abzug dieses Betrages und der Versicherungsbeiträge verblieb recht zu sichern, nicht angeschlossen habe. Er hofft, daß schon nach anschlag sah für Eisenkonstruktionen( Walzträger, Platten und ihm ein Nettoverdienst von rund 18 M. bei einer Arbeitszeit von furzer Zeit der Magistrat zu dieser Anschauung sich befehren wird. Anker) den Betrag von 60 150 Mark vor. Die Herstellungs- bezw. 102 Stunden wöchentlich. Die Versammlung nimmt von der Magistratsmitteilung Lieferungsfosten beliefen sich auf 63 765,74 Mart, also ein MehrKenntnis. betrag von 3615,74 Marf. Der Mehrbetrag ist in Anbetracht des Auf den Ferien- Außenspielplägen Buch, Blanken- hohen Objektes an und für sich kein hoher zu nennen. Interessant felde, Plänterwald und Wartenberg sind bauliche Verände- ist aber die Begründung, die die amtliche Bauleitung hierfür gibt: rungen und Verbesserungen notwendig geworden. In Die höheren Preise beziehen sich lediglich auf Walzträger, deren Buch soll der bisherige Spielplatz, der für den Neubau einer Heil- Preise durch das Trägerverkaufskontor den bietenden Firmen be anstalt gebraucht wird, durch die„ Lämmerwiese" ersetzt werden. stimmt und vorgeschrieben werden. Diese Art der Preisbestimmung, In Blankenfelde will man den Rieselgraben durch einen Draht- welcher alle für Berlin in Frage kommenden Eisenkonstruktions zaun für die Kinder absperren, in Wartenberg soll ein gleicher firmen unterworfen sind, zeitigte im vorliegenden Falle das MizZaun das Betreten des Spielplates von der angrenzenden Lauben- verhältnis, daß der Durchschnittspreis für Walzträger höher war, folonie aus verhindern; im Plänterwald muß die Abortanlage ver- als der Einheitspreis für Eisenkonstruktionen, obgleich diese zu bessert werden. Ueberall soll hinfort die Milch in abgekochtem Zu- ihrer Herstellung und Montage am Bau erheblich mehr Arbeit und stand zur Verabreichung kommen. Die Gesamtkosten werden auf Kosten verursachten." Mit anderen Worten, die Träger werden etwa 18 340 M. geschäßt, die, um die Bauarbeiten schleunigst in durch die Preisbestimmung des Stahlwerksverbandes erheblich Angriff nehmen und fertigstellen zu können, auf das Dispositions- teuerer verkauft, als das andere bearbeitete, der Konvention nicht quantum( jest„ Vorbehaltsmittel" genannt) angewiesen werden unterworfene Gisen kostet. Eine Firma, die da wagen wollte, andere sollen. billigere Preise, als durch die Unternehmerorganisation vorgeschrie Die Versammlung stimmt zu und bewilligt den Betrag. ben, zu fordern, wäre existenzunmöglich. Doppelschule nebst Hilfsschule und Gerätedepot der ParkverDie speziellen Entwürfe zum Neubau einer Gemeindewaltung in der Mandelstraße( früher Straße 23b, Abt. XII Deutschlands und Luxemburgs sant im April d. J. auf 1,53 Rückgang der Roheisenerzeugung. Die Roheisenproduktion des Bebauungsplanes), Kostenanschlag 898 000 M., zum Neubau Millionen Tonnen gegen 1,60 Millionen Tonnen im März 1914 einer Gemeinde- Doppelschule und eines städtischen Dienst- und und 1,59 Millionen Tonnen im April 1913. Auf den Arbeitstag Wohngebäudes mit Steuerfasse an der Sansibarstraße( früher Straße 28b, Abt. X¹), Kostenanschlag 845 000 M., zum Neubau tamen im Berichtsmonat 51 147 Tonnen gegen 51 706 Tonnen im Danziger Straße, Kostenanschlag 910 000 M., und zum Neu- vorigen Jahres. Die Erzeugung in den Monaten Januar bis April einer Gemeinde- Doppelschule nebst Parkverwaltungsdepot in der vorigen Monat und gegen 52 957 Tonnen im gleichen Monat des bau einer Gemeinde- Doppelschule mit Steuerannahmestelle und 1914 stellte sich auf 6,1 gegen 6,3 Millionen Tonnen im gleichen einer Bezirkswerkstatt für die Parkverwaltung in der Finn Zeitabschnitt des vorigen Jahres. ländischen Straße, Kostenanschlag 852 000 M., gehen auf Antrag Cremer( A. 2.) an einen Ausschuß. Rußlands Kohlenidustrie. Aus dem wirtschaftlichen Auf Das Grundstück Königgräber Straße 70, wovon ein schwung Rußlands in den vergangenen beiden Jahren hat in be Teil für Verkehrsbedürfnisse( spätere Verlängerung der Lantwik- sonderem Maße die Kohlenindustrie Nußen gezogen. Der Bedarf straße über den Landwehrkanal zur Königgräßer Straße und zum produktion der so plötzlich gestiegenen Nachfrage nicht Stand halten an Kohle ist stark gewachsen und die Produktion hat wie die EisenBelle- Alliance- Platz) gebaucht wird, beabsichtigt der Magiftrat freihändig für 580 000 m. zu erwerben; es aber gleichzeitig, da fönnen. bis zur Durchführung der betr. Verkehrsprojekte noch einige Zeit" Für die Kohlenförderung im europäischen Rußland kommt an vergehen wird, an die Firma Hermann Ebenstein( Inhaber Oskar erster Stelle das Donezbeden in Betracht, wo Steinkohle und Das Donezbassin liefert etwa drei Dewis), Rosenstr. 17, zu vermieten. Der Mietpreis soll vom Anthrazit gewonnen werden. 1. Oftober 1914 auf 6 Jahre jährlich 27 000 m., falls das Grund- Viertel der Gesamtproduktion an Kohle. An zweiter Stelle steht stüd bis 1920 von der Stadt nicht gebraucht wird, bis 1. Oktober der Dombrowa- Rayon für Steinkohle und Braunkohle und an 1922, und zwar von 1918 ab 29 000 m. betragen, und für jedes dritter der Uralrayon für Steinkohle. Außerdem wird noch im weitere Jahr um 1000 m. steigen. Der Mieter darf das Haus Moskauer Gebiet und im Kaukasus Kohle gefördert. nach dem Projekt des früheren Eigentümers umbauen und erhält Die Gesamtförderung an mineralischen Heizstoffen im europä zu diesem Zweck das Grundstück schon vor dem 1. Oktober über- ijchen Rußland betrug im Jahre 1913 rund 2 Milliarden Bud; wiejen. davon lieferte das Donezbecken etwa 1,6 Milliarden Pud. 1913 erklärt sich durch den Aufschwung der Industrie, die Zunahme Das Anwachsen des Bedarfs an Kohle in den Jahren 1912 und der Transporte und des Personenverkehrs auf den Eisenbahnen sowie die Steigerung der Produktion in fast allen sonstigen industriellen Betrieben. Das Anschwellen der Preise für Naphtha veranlaßte verschiedene Bahnen und Fabriken zur Kohlenfeuerung überzugehen. Die Holzfeuerung ist vielfach durch Kohle ersetzt worden und für neue Bahnen fam nur Mineralheizmaterial in Frage. Der Chef der größten Schweizer Zigarrenfabrik in Grandson, David Vautier, hat sich im Neuenburger See das Leben genommen wegen finanzieller Schwierigkeiten in seinem Geschäft. Jm Jahre 1907 fam es in der Fabrit zum Streit der zirka 600 Arbeiterinnen und Arbeiter wegen Ablehnung ihrer Forderungen seitens der Firma. Da der Streif resultatlos abgebrochen werden mußte, verhängte die organisierte Arbeiterschaft über die Firma den Boykott, der so empfindlich wirkte, daß die Firma nachgeben und ihrer Arbeiterschaft entgegenkommen mußte. Nun wird in der bürgerlichen Preise anläßlich des Todesfalls berichtet, daß der damalige Boykott für die Firma verhängnisvoll gewesen sei. Daraus follten alle Unternehmer etwas lernen und sich den Arbeitern gegen über vernünftiger, verhalten. Immerhin scheinen im vorliegenden Falle auch noch andere Umstände mitgewirkt zu haben, so die Errichtung eines Tochtergeschäfts mit einer Million Frank in Deutsch land, das zwar rentieren soll, wodurch aber die Firma finanziell geschwächt wurde. Ferner soll sie durch eine Agentur in China mehrere hunderttausend Frank verloren haben. Der Betrieb ist nun eingestellt. Durch eine finanzielle Rekonstruktion soll der Betrieb wieder flott gemacht werden. Stadtverordnetenversammlung.s), Roſenir. 17, au bermieten 16. Sizung vom Donnerstag, den 7. Mai 1914, Nachmittags 5 libr. Vorsteher Michelet eröffnet die Sigung nach 5% Uhr. Die neugewählten Mitglieder, Fabrifbejizer Rudolf Conrad, Glogauer Str. 19( 2. Abt., 8. Bezirk) und Direktor Gustav Alt, Rosenthaler Str. 20/21( 1. Abt., 7. Bezirk), werden in der herfömmlichen Weise eingeführt und auf die Städteordnung verpflichtet. Die Vorlage betr. Die Untertunnelung der Straße Unter den Linden", Ausgestaltung des städtischen Straßenbahnnebes und neue Linien der Großen Berliner Straßenbahn" ist am Montag in der Ausschußberatung angenommen worden. Der Gegenstand wird als Nachtrag auf die Tagesordnung gesetzt und seine Beratung vorweggenommen. Referent ist Stadtv. Stapf( A. 2.). Im Ausschuß habe man sich schnell über die Einzelheiten der Vorlage verständigt. Ohne Debatte beschließt die Versammlung die Annahme der Vorlage. Stadtv. Dr. Nitter( Fr. Fr.) beantragt, die Vorlage wegen ihrer Kompliziertheit an einen Ausschuß zu überweisen. Stadtv. Imberg( N. 2.) tritt gleichfalls dafür ein, die Vorlage an einen sofort vom Vorstande zu ernennenden Ausschuß gehen zu laffen. Die neue Straße tönne eventuell so geführt werden, daß sie das fragliche Grundstück überhaupt nicht berühre. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern, der sofort vom Vorstand ernannt wird. Schluß der öffentlichen Sigung gegen 17 Uhr. Jst Kinderschutz Kulturarbeit? Nach einer Entscheidung des Rentenausschusses für die Angestellten unterliegen die städtischen Fleisch beschaubeamten Am vergangenen Mittwoch hielt auch der zweite Kreis eine dez Invalidenversicherung nicht mehr, sobald sie ein Gehalt von Bersammlung für den Kinderschutz ab. Genoffin Luife Bieg bemehr als 2000 m. beziehen. Nach der Reichsversicherungsordnung wies in ihrem vortrefflichen Referat, daß seinderschutz im besten können in der irrtümlichen Annahme der Versicherungspflicht ge- Sinne des Wortes Kulturarbeit ist. Mit großer Sachkenntnis bezahlte Beiträge zurüdgefordert werden. Um die daraus dem Per- gründete Genossin 3ie unsere prinzipielle Ablehnung der gewerbsonal drohenden Nachteile abzuwenden, schlägt der Magistrat vor, lichen Kinderarbeit. Deren Folgen find nicht nur furchtbare förperdaß auf die Erstattung der für das Beschaupersonal irrtümlich liche Gefahren wie Herzfehler, Lungenleiden, Blutarmut usw., sondern gezahlten Arbeitgeberbeiträge mit der Maßgabe verzichtet werden es drohen ihnen auch fittliche Verwahrlosung( Beweis: die große Zahl foll, daß bei etwaiger Gewährung von Ruhegehalt die Hälfte der jugendlicher Verbrecher), sind vor allem Verachtung der menschlichen Invalidenrente in Abzug kommt, welche sich unter Einrechnung der Arbeit. Wie gefährlich die Kinderarbeit auf dem Lande ist, mögen von der Stadtgemeinde freiwillig gezahlten Arbeitgeberbeiträge nachstehende Zahlen illustrieren. Im Jahre 1909 zählte man 1792 ergibt. männliche und 589 weibliche Krüppel unter 16 Jahren, die sich Die Versammlung nimmt den Magistratsantrag an. ihre Gebrechen durch landwirtschaftliche Arbeit zugezogen. Furcht Die Dampfmaschinenanlage A auf dem Wasser- bare Anflagen erheben diefe Ziffern. Und doch ärgern sich die merf Lichtenberg ist veraltet und durch den 21jährigen Be- chriftlichen Herren Konservativen fromm und gottesfürchtig nur trieb unwirtschaftlich geworden. Die Verwaltung will, anstatt darüber, daß ihren Opfern Unfallrenten gezahlt werden. Als die fostspielige Steparaturen vorzunehmen, zwei neue Maschinen Referentin die gräßliche Ausbeutung der Kleinen und Kleinsten in mit Sauggasmotoren zum Antrieb der neuen Pumpen auf der Heimarbeit schilderte, hätte man Tränen der Wut über unsere stellen, wodurch an Brennstoffkosten eine erhebliche Ersparnis er- fo herrlich weit gebrachten" Zustände vergießen mögen. zielt wird. Der innere Aufbau der neuen Maschinenanlage joll Die Kinderschußkommissionen, die von uns gegründet werden so erfolgen, daß damit gleichzeitig der für später beabsichtigten mußten, da Bater Staat für den Kinderschutz fein Geld übrig hatte, Stillegung des Zwischenwertes Belforter Straße vorgearbeitet wollen die Kinder aber auch vor Mißhandlung und Verwahrlosung wird. Die Kosten sind auf 470 000 m. veranschlagt. schüßen. Viel Segensreiches ist in dieser Hinsicht schon getan, wennDie Zustimmung der Versammlung wird ohne Diskussion gleich unsere Leute viel mit der Unwissenheit der Eltern zu kämpfen baben. Die letteren versucht man vor allem erzieherisch zu beeinDer verstorbene Stadtverordnete Handelsrichter Nelfe hat fluffen, indem man von Anzeigen möglichst absieht. Der Kinderder Stadt testamentarisch 50 000 M. mit der Bestimmung über- ichus ist zugleich aber auch eine gute Waffe gegen die Schmus wiesen, daj aus den Zinserträgen an jedem 17. Dezember, dem fonkurrenz der Kinderarbeit. Man bedente, daß Berliner Durch Geburtstage seiner verstorbenen Stiefmutter, an Arme der Stadt schnittslöhne für Kinder 3-5 Pf. pro Stunde und 30-50 Pf. pro Berlin, ohne Berücksichtigung der Konfession, je 10 M. für Weih- Tag betragen. Es ergibt sich also, daß beim Kinderschuh neben den nachten gewährt werden sollen. rein menschlichen auch die ethische und materielle Pflicht der ArbeiterDie Versammlung erklärt sich mit der Annahme des Legats, fchaft gegenüber erfüllt wird. Mögen, besonders im zweiten Streis, das von der Armendirektion verwaltet werden soll, einverstanden. fich noch mehr finden, die an dieser Kulturarbeit mitwirken.( Starter Dem Versammlungsbeschluß wegen Verstärkung der Beifall.) Waisendeputation durch weibliche Mitglieder ist Die sehr interessante Diskussion förderte noch anklagendes der Magistrat aus Rechtsbedenken nicht beigetreten. Einverstanden Material in Fülle zutage. ist er jedoch mit dem Hingutritt von zwei Frauen als nicht stimmberechtigten Mitgliedern. erteilt. Jugendbewegung. Wohl nicht mit Unrecht wird behauptet, daß das russische Kohlensyndikat Produgol", das etwa vier Fünftel der Produktion in Händen hat, an der Kohlennot und den dadurch rapid gestiegenen Preisen Schuld trägt. Das Syndikat„ Produgol" genießt in bezug auf die Anklage künstlicher Hochhaltung der Preise durch Beschränkung der Förderung einen noch weniger guten Ruf als das Eisensyndikat„ Prodameta". Soziales. Die Die Leipziger Aerzte fündigen wieder mal Aerzten ohne Einführung reichsgefeßlichen Behandlungszwanges Wie wenig wert die Vereinbarungen der Kassen mit den haben, zeigt wieder das Vorgehen der Aerzte in Leipzig. beiden ärztlichen Bezirksvereine von Leipzig- Stadt und Land haben erhebliche Erhöhung ihrer Honorare verlangt und, weil diese Forderung abgelehnt wurde, beschlossen, ihrerseits von dem bis Ende 1916 geltenden allgemeinen Aerztevertrag am 1. Juni 1914 zurüdzutreten und die Kaffenmitglieder von diesem Zeitpunkt an Gebürentage zu behandeln? Der Kassenvorstand hat darauf be nur noch nach Einzelhonorar nach den Minimalsägen der ärztlichen schlossen, Feststellungsklage dahin zu erheben, daß Vertragsbruch vorliegt. Gerichtszeitung. Kritik des Erfurter Schreckensurteils. Als vor fast einem Jahr ein Schrei der Entrüstung durch das Land hallte, weil das Erfurter Kriegsgericht Strafen bis zu fünf Jahren Zuchthaus über Reservisten verhängt hatte, die am Tage der Kontrollversammlung im Alkoholrausch gelegentlich eines Wirtshausfrakeels Ausschreitungen gegen einen Gendarmen begangen hatten, da brachte auch das demofratische Wochenblatt„ Das freie Volt" einen Artikel, welcher das Erfurter Schreckensurteil scharf, aber nicht unsachlich fritisierte. Unter dem unmittelbaren Eindruck der das Er furter Urteil behandelnden Reichstagsverhandlungen hatte der Schriftsteller C. von Ossielzky in Hamburg den Artikel geschrieben, und der Redakteur, Zahnarzt Stadtv. Ulstein( Fr. Fr.) bedauert, bas non placet des Ma gistrats, das der Versammlung ohne Gründe mitgeteilt werde, und Dr. Glaser, hatte ihn am 5. Juli 1913 in seinem Blatte fordert deren nachträgliche Anführung. In absehbarer Zeit werde Das freie Volt" veröffentlicht. Beide mußten fich infolge auch dieser Widerstand des Magistrats fich als unhaltbar erweisen. eines bom Striegsminister gestellten Strafantrages wegen BeStadtv. Dr. Rosenfeld( Soz.): Much wir bedauern, daß der In Selm, im schwarzen Münsterlande, hat sich mit dem leidigung des Erfurter Kriegsgerichts gestern vor der Magistrat es nicht für nötig gehalten hat, noch einmal über unsere Einzug des Bergbaus auch die Arbeiterbewegung und in der Folge 3. Straffammerdes Landgerichts I verantworten. Beschlüsse in eine Beratung einzutreten. Es handelt sich nicht die Jugendbewegung entwickelt. Die Folge davon ist, daß auch der Daß die Kritik, welche nach Bekanntgabe des Erfurter Urteils bloß darum, daß die weiblichen Mitglieder kein Stimmrecht haben Stampf der Behörden gegen dieje Regungen der Arbeiterschaft ein gegen dasselbe einsekte, nicht unberechtigt war, erkannte auch der follen, alfo au Mitgliedern weiter Klasse gemacht fett. Am Montag fand bei zwei Genossen eine Haussuchung durch die Anklage vertretende Staatsanwalt Tolfi an. Dem Angeklagten werden, jondern auch um die Zahl der Frauen, die zugelassen zwei Gendarmen statt, bei der alles Erreichbare- Abonnements- aber machte er zum Vorwurf werden follen. Die Versammlung hat mit großer Mehrheit die quittungen für die Arbeiterjugend", Liederbücher, Bestellscheine, ganzen Anklage, daß sich seine Kritik nicht gegen die drakonischen und das ist der Angelpunkt der Zahl 3 beschlossen. Daß bei der Armendirektion nur 2 Mitglieder Flugblätter mitgenommen wurde. Auch ein Verzeichnis der inzwischen bekanntlich gemilderten Strafbestimmungen des zugelassen werden, ist mit der Größe der Armendirektion begründet Abonnenten der Arbeiterzeitung" und eine Liste der Parteimit- Militärrechts, sondern gegen die Richter wendet. Da diese doch worden; dieser Grund trifft aber bei der Waisendeputation nicht glieder verfiel der Beschlagnahme. Die Gendarmen gingen in nur die damals geltenden Mindeststrafen gegen die Angeklagten zu. Der Magistrat hätte sich doch auch hier über die Gründe ungefeßlicher Weise vor, indem sie feine Zeugen zuzogen. Die verhängt haben, jo haben sie, wie der Staatsanwalt meint, ihre feiner Ablehnung äußern sollen. Schließlich ist die Versammlung betroffenen Genossen selbst waren nicht zu Hause. Wie die Dort- Bflicht getan. Im übrigen hält der Staatsanwalt die in dem selbst schuld, wenn der Magistrat ihren Wünschen so wenig Rechnung munder Arbeitergeitung" mitteilt, sollen auch Behältnisse auf Artikel ausgeübte Kritik nicht für eine fachliche, sondern für eine trägt; als der Magistrat zur Armendirektion nur zwei statt drei gebrochen worden sein. bon foloffalen Gehässigkeiten strokende persönliche Beleidigung der " Ungeschlichkeiten gegen die Arbeiterjugend. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Halpert, führte demgegen über aus: Wenn man einen Kampf gegen Autoritäten führt, so werden sich die Angegriffenen froh größter Sachlichkeit der Kritik leicht beleidigt fühlen. Der Staatsanwalt, der alles Bestehende Kleine Notizen. Ein Mord in der Mark. Am Mittwoch mittag wurde im Dorfe Sielow bei Kottbus der 77 Jahre alte Ausgedinger Stopper in seiner Behausung mit gespaltenem Schädel tot auf: gefunden. Von dem Mörder, der in der Wohnung alles unberührt ließ, hat man bis jetzt keine Spur. Fußball. Deutscher Arbeiter Wanderbund„ Die Naturfreunde". Am Sonntag, den 10. Mai, werden folgende Touren unternommen: Ortsgruppe Berlin: Eberswalde, Werbellinjee. Abfahrt Stettiner Fernbahnhof 5.59 Uhr vormittags. Exkursion der wissenschaftlichen Abteilung nach Finkenkrug. Abfahrt Lehrter Hauptbahnhof 7.20 Uhr vormittags. Spandauer Rahnsdorf, Rüdersdorf, Strausberg. Abfahrt Schlesischer Bahnhof 5.33 vormittags. Potsdam, Behow, Glindow, Werder. Abfahrt Potsdamer Bahn. bof 6.30 Uhr vormittags. Stadtwald. Abfahrt Lehrter Hauptbahnhof 1.35 Uhr nachmittags. Kindertour. Rahns dorf, Schöneiche, Friedrichshagen. Treffpunkt Schlesischer Bahnhof( Ede Frucht- und Madaistraße) 7 Uhr vormittags. Ortsgruppe Neukölln: Mitglieder des Kriegsgerichts. Er beantragte, jeben der Ange- lebenden des„ Columbian" in Boston angekommen. Sie fünffambs der Männer- Abteilung, Dreifambf der Damen- Abteilung und flagten mit einer Geldstrafe von 300 Mark zu belegen. durch Brandwunden entstellt. tragen alle Spuren ihrer Frrfahrt im Boote; viele sind Dreikampf der Jugendlichen. Nachdem Spiele. Gäste willkommen! Märkische Spiel- Vereinigung. Bezirk Groß- Berlin. Eine folgenschwere militärische Uebung. Am kommenden Sonntag finden folgende Spicle ftatt: Reinickendorfer Bei den militärischen Uebungen, die die 4. Batterie des Ballspielklub gegen Oberspree in Reinickendorf, Schillerpromenade. Vorher für mustergültig hält, wird darüber, ob die Kritik sachlich ist oder Brandenburgischen Feldartillerieregiments Nr. 3 am Donnerstag: pielen die 2. Mannschaften. Die Spiele der 2. Klasse beginnen um 5 Uhr. nicht, anderer Meinung sein, als die Angeklagten. Diese werden Neuköllner Sportklub„ Sperber" 1912. Zur Einweihung seines jedenfalls die Ausführungen des Staatsanwalts, der ihnen kolos- vormittag auf dem großen Egerzierplaz bei Brandenburg neuen Sportplages veranstaltet der Neuköllner Sportklub„ Sperber" 1912 I jale Gehässigkeit vorwarf, nicht für fachlich halten. Der Artikel an der Havel internahm, stürzte beim Durchfahren auf seinem Sportplay in Neukölln, Köllnische Allee 123, aroße Fußballfritisiert eine Institution, nämlich die Militärgerichtsbarkeit, und einer Sandgrube eines der Geschüze um und begrub wettspiele gegen V. F. B. Friedrichshagen I. Vorher treffen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine. Spielanfang ist für die erste Mannschaft um läßt eine Absicht, die Richter persönlich zu beleidigen, nicht er die beiden darauf sizenden Bedienungsmannschaften unter sich. 4, Uhr, für die zweite Mannschaft 2 Uhr. Freunde und Gönner des kennen. Ein Urteil, welches so allgemeine Erregung hervorgerufen Tem Kanonier Hennig aus Berlin wurde der Schädel Fußballsports find hierzu freundlichst eingeladen. hat, konnte von den Angeklagten natürlich nicht in Form einer zerschmettert, so daß die Gehirnmassen heraustraten. Der Wanderer. akademischen Erörterung kritisiert werden. Sie haben die Ange- unglückliche Soldat, der im ersten Jahre diente, war auf der legenheit vom Standpunkt des Staatsbürgers behandelt, der be- Stelle tot. Der zweite der verunglückten Soldaten wurde berechtigt ist, an den staatlichen Institutionen Kritik zu üben, um so mehr, als der Staatsbürger ja als Objekt der Rechtsprechung sinnungslos mit scheinbar schweren Verlegungen in das nahein Frage kommt. Unter dem frischen Eindruck des Erfurter Ur gelegene Vorwerk Silo getragen, wo aus Brandenburg herbeigeholte teils, dem ja Dutzende, ja Hunderte anderer drakonischer Militär- Militärärzte ihm die erste Hilfe brachten. gerichtsurteile vorhergegangen sind, ist der Artikel geschrieben. Er gibt dem Gedanken Ausdruck: Wenn auch das Gesetz so harte Strafen, wie da gefällt wurden, als Mindestmaß vorschreibt, so hätte sich doch unter den Richtern jemand finden sollen, der den Befennermut gehabt hätte, zu sagen: Das mache ich nicht mit, mein Gewissen verbietet mir, in solchem Falle so unverdient harte Strafen zu verhängen. Uebrigens ist es nicht richtig, wenn der Staatsanwalt fagt, die Richter konnten nicht anders als die fest: gesetzten Strafen verhängen. Sie konnten anders, denn sie brauchSchweres Automobilunglück. Als Mittwoch abend auf der ten den Wirtshausfrateel nicht als militärischen Aufruhr zu be- Chaussee zwischen Eberstadt und Malchen( Hessen) ein Automobil trachten. Das ist der Standpunkt des Angeklagten. Es ist ganz einem Fuhrwerk ausweichen wollte, bremste der Führer zu start, und natürlich, daß bei aufsehenerregenden Urteilen die Volksanschauung das Fahrzeug überschlug sich. Der Eigentümer Rednicht das Gesez, sondern den Richter für das Urteil verantwortlich in ih, Baden- Baden, Mitbesitzer der Batschari- Zigarettenfabrik, macht. Nicht das tote Gesez, sondern der lebendige Richterspruch wurde sofort getötet, der Chauffeur erlitt schwere Verist es, gegen den sich das Volksbewußtsein wendet. Ein Schrift- legungen. steller, der an der Hand eines drakonischen Urteils die Sonder- Zum österreichischen Auswanderersfandal. Die Hamburger gerichtsbarkeit des Militäre kritisiert, muß anders beurteilt werden, Polizei verhaftete auf Veranlassung der österreichischen Behörde den als es der Staatsanwalt tut. Hier ist die Freisprechung der An- Auswanderungsagenten Kuppermann, weil er an dem östergeflagten geboten. reichischen Auswandererskandal beteiligt ist und Militärpflichtige Das Gericht verurteilte jeden der Angeklagten zu einer Geld auf österreichischem Gebiete zur Auswanderung veranlaßt hat. strafe von 200 Mart. Zur Begründung des Urteils sagte der Vor- Oesterreich hat die Auslieferung des Verhafteten erbeten. Bis das fizende unter anderem: Der Artifel richtet sich im wesentlichen Ergebnis der diplomatischen Verhandlungen feststeht, bleibt uppergegen die Militärrichter und läßt die Absicht der Beleidigung ermann jedoch in Hamburg in Haft. fennen. Der Artikel verlangt von den Richtern, sie sollten sagen, sie seien nicht in der Lage, mit dem Gesetz zu operieren, und weiter heißt es, die Richter arbeiteten mit der Sicherheit, mit der sie an jedem Monatsersten ihr Gehalt einstreichen. Dadurch sind die Richter persönlich beleidigt. Zugunsten der Angeklagten spricht, daß sie noch nicht bestraft sind, und daß bei Abfassung des Artikels eine große Erregung über das Urteil herrschte. Erschwerend kommt dagegen in Frage, daß den Richtern Mangel an Unparteilichkeit und Sachlichkeit vorgeworfen wird, obgleich sie auf das gesetzlich zulässige Mindestmaß erkannten. Wenn von den Richtern verlangt wird, sie hätten ihre Mitwirkung an dem Urteil versagen sollen, so ist das etwas Unmögliches, denn es würde eine gröbliche Verlegung ihre Pflicht sein. Von einer Gefängnisstrafe, die eigent lich in Frage fäme, hat das Gericht aus den angeführten Milderungsgründen abgesehen. Ein Erpresser. Ein gefährlicher Liebhaber, der seine Bezichungen zu einer verheirateten Frau dazu benutzte, um später Erpressungsversuche zu begehen, mußte sich in der Person des Schlossers Hermann Lappöhn aus Neukölln vor der 2. Straffammer des Landgerichts verantworten. Am 16. März d. J. erhielt eine Frau M. einen anonymen Brief, in welchem sie aufgefordert wurde, binnen drei Tagen nach dem Postamte 3 in der Bendastraße in Neukölln die Summe von 100 Mart in Papiergeld zu senden, anderenfalls ihrem Ehemann recht erbauliche Dinge über ihre Auffassung von eheliche Treue mitgeteilt werden würden. Nachdem die Empfängerin den Brief der Polizei übergeben hatte, lief ein zweiter Brief ein, in dem mit geteilt wurde, daß dem Absender genau bekannt sei, daß sie zu einem gewissen Hermann Lappöhn in Beziehungen getreten sei. Das Postamt wurde beobachtet, und als der Erpresser verhaftet wurde, entpuppte er sich als der Herr Lappöhn selbst, der mit der Frau M. in Beziehungen gestanden hatte. Diese verweigerte vor Gericht auch über diesen Punkt ihre Aussage. Mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten erkannte die Straftammer nur auf einen Monat Gefängnis. Aus aller Welt. Die Hebung des Handwerks. Die fächsische Polizei im Kampfe gegen den Geburtenrückgang. Die Dresdener Polizei nahm umfangreiche Haussuchungen in artikeln vor, wobei viel Broschürenmaterial beschlagnahmt wurde. 42 Gummi warengeschäften nach Broschüren und GummiSpiel und Sport. Radfahrer. Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität". Mitgliedschaft Berlin Tourenplan zum Sonntag, den 10. Mai. I. Königswusterhausen, Krummensee, Königswusterhausen. Abfahrt Görlizer Bahnhof 6.10 Uhr vormittags. II. Zehlendorf, Grunewaldseen. Abfahrt Bahnhof Neukölln 6.28 Uhr. Ortsgruppe Steglit: Rüdnik, Hellsee, Liepnissee, Bernau. Abfahrt Bahnhof Wilmersdorfa Friedenau 5.06 Uhr vormittags, Stettiner Fernbahnhof 5.59 Uhr vors mittags. Am 14. Mai. Monatsversammlung bei Emil Rangt, Fichtestraße 4, Ede Forststraße, abends 8 Uhr. Gäste stets willkommen. Su Pfingsten finden drei billige mehrtägige Gesellschaftsfahrten nach Rügen und in die Sächsische Schweiz statt. Ausführliche Programme und Teilnehmerkarten sind zu haben bei Heyje, Boyenstr. 19; Kruse, Mariannenstraße 11 und Blankenstein, Schillingstr. 17/18. Arbeiter Touristenverein„ Die Naturfreunde". Ortsgruppe Berlin( Mitglied der Zentralfommission für Sport und Körperpflege). Sonntag, den 10. Mai, Wanderungen: 1. Hangelsberg, Rauen, Fürstenwalde. Abfahrt nach Hangelsberg Schlesischer Bahnhof 5.33. 2. Finkenfrug, Brieselang, Ziegenkrug, Belten. Abfahrt nach Finken frug Lehrter Hauptbahnhof 6.28. 3. Abteilung Moabit. Tiefensee, nördl. Gamengrund, Fallenberg. Ab. fahrt nach Tiefensee Wriegener Bahnhof a) Sonnabend abend 8,58, vorher Treffpunkt Heilandskirche, Turmstraße, 73%; b) Sonntag früh 5.33 Wriezener Bahnhof 4%. Drtsgruppe Köpenid. Sonntag, den 10. Mai: Wanderung von Hangelsberg nach Magjee, Hoppegarten, Neue Mühle, Liebenberg, Hangelsberg. Treffpunkt 4.45 Uhr Schloßplat. 1. Abt. Freitag, den 8. Mai, abends 8, Uhr: Pflichttour bei Rapps, Dennewigstr. 13. Sonntag, den 10. Mai, früh 5 Uhr: ChorinchenOberberg. Nachmittags 12%, Uhr: Bernau( Salzmann). Start: Bülow- statt. Näheres bis 20. Mai bei B. Linsener, Randjägerstr. 7. straße 58. Pfingsten findet eine mehrtägige Tour durch die Sächsische Schweiz Arbeiter Wanderverein„ Berlin. 2. Abt. Sonnabend, den 9. Mai, abends 7 Uhr: Eberswalde- LiepeSonntag, den 10. Mai: I. Wanderfahrt nach Finkenkrug- BrieselangBimpinellenberg- Schleusenanlagen- Dderberg- Freienwalde- Werneuchen. Banjin- Ziegenkrug- Behlefarz. Abfahrt 6.28 Lehrter Hauptbahnhof. 10. Mai 1 1hr: Eggersdorf( Berendt). Start: Fontane- Promenade. Beglänge 23 Stilometer. Gäste willkommen. 3. Abt. Sonntag, den 10. Mai, früh 6 Uhr: Neue Mühle( WaldII. Oberspreewaldfahrt. Lübbenau- Lehde- Leipe- Königl. Erlenwaldschlößchen). Kana Mühle- Watschofsta-- Lübbenau. Keine Fußwanderung. Teilnehmer tarten a 5,75 M. für Bahnfahrt 3. Klasse und Kahnfahrt find in unseren Bahlstellen Frizz Wählisch, Stalizer Str. 22, und Georg Weihnacht, Grünstraße 21, zu haben. Blat 12. Mittags 12 Uhr: Schenkendorf( Batsch). Start: Laufiger 4. Abt. Früh 6 11hr: Lanke( Schloßpart). Nachm. 1 Uhr: Röntgental ( Waldhaus). Start: Stüftriner Blak. 5. Abt. Sonntag, den 10. Mai, früh 3 Uhr: Brandenburg( StiftungsStarts: Weberwiese, Ede Memeler Straße. fest). Abends zurüd 6 Uhr. Nachmittags 1 Uhr: Bichelswerder( Freund). 6. Abt. Früh 6 Uhr: Waldtour, Nichtung Nauen. Nachmittags 1 Uhr: Falkenhagen- Seegefeld. Start: Oderberger Straße 28( 3um Deutschen Kaiser). III. Achtung, Pfingstfahrten. Unser Verein veranstaltet während der Pfingstfeiertage folgende Wanderfahrten: 1. Dreitägige Wanderfahrt nach der Insel Rügen. 2. Drei märkische Wandertage. 1. Tag: Garfoto- BanzhammerZanztal- Banzhausen- Müdeburg. 2. Tag: Forsthaus Rahmhütte Bentenfee- Berlinchener See- Berlinchen. 3. Tag: Ringenwalde- Ber 7. Abt. Früh 5, Uhr: Schwielowsee( Restaurant Balasdies, Weber- neuchen- Kerstenbrügge- Die Migel- Sicher. Straße 36). Mittags 12 Uhr: Wannsee( Fürstenhof). Starts: Schulstr. 29. mittags 1 Uhr: Bruchmühle bet Alt- Landsberg( Nagel). 8. Abt. Früh 5 Uhr: Budow, Märt. Schweiz( Schweizerhaus). Nach 9. Abt. Nachm. 1 Uhr: Familientour Eichwalde( Witte). Start: Wide, Schillingstr. 22. 11. Abt. Mittwoch, den 13. Mai: Pferdebucht. Start früh 9 Uhr Verbandshaus, Gr. Hamburger Str. 18/19. lauter Promenade, Ede Heinersdorfer Straße( Weißensee). Gäste will 12. Abt. Motorfahrer früh 9 Uhr: Wandlig( Seekrug). Start: Brenz tommen. Bezirk 21( Niederbarnim) am Sonntag, den 17. Mai: Bezirkstour Liebenwalde und Oranienburg. Sammelstart früh 9 Uhr für den 1., 3., 4. Unterbezirk in Mühlenbeck bei Bärsch, für den 2. Unterbezirk früh 9 Uhr bei Laffan in Wandlik. Die Bezirksleitung. 3 Pankow Niederschönhausen. Früh 7 Uhr: Zante, Hellsee, Biesenthal. Start: Pankow, Mühlenstr. 31. Charlottenburg. Früh 10 Uhr nach Schenkendorf bei KönigsWusterhausen( Batsch). Start: Boltshaus, Rosinenstr. 3. Lichtenberg. 1. und 2. Abt.: Hennidendorf( Wachtelburg) früh 8 Uhr und mittags 12%, Uhr. Start: Pfarrftr. 74. Bernau. Sonntag, den 17. Mai: Berneuchen. Start: 12%, Uhr mittags, ab Vereinslokal, Temmler, Wallstr. 2. Start! Tegel. 7 Uhr vorm. Schnipeljagd, nachmittags 2 Uhr: Jörsfelde. Schöneberg. Schentendorf bei Königs- Busterhausen( Batsch). Start 9 Uhr vorm. bei Gen. Obft. Start: früh 4 Uhr Hohenzollernplay. Neukölln. Storkow( Abkochen), Lokal Hoppe, Reichenwalder Straße. Nachmittags: Schenkendorf bei Königs- Wusterhausen. Start: 12 Uhr Hohenzollernplay. Wilmersdorf. Sonntag, den 10. Mai, morgens 5 Uhr nach Brandenburg a. d. H.( Bezirksjest des 25. Bezirks), mittags 1 Uhr nach Saatwinkel. Start: Wilhelmsaue, am Dentmal. Oberschöne weide. Mittags 12 Uhr nach Hennidendorf. Start: Th. Schiffler, Siemensstr. 28. Dem arg bedrängten Mittelstand ist man in Breslau auf ganz eigenartige Weise beigesprungen. Zur Sebung des Handwerfs besteht dort seit längerer Zeit eine Jnnungsbant, deren Direktor Bootmann vor einiger Zeit verhaftet wurde und dann gegen Stellung einer Kaution von 10,000 m. wieder freigelassen wurde. Wie die Breslauer Innungsbank die Interessen der Handwerksmeister wahrgenommen hat, konnte man in der am Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung des Finanzinstituts erfahren. Es wurde festgestellt, daß die Bant durch unglaublich hohe und leichtsinnige Kreditgewährung in große Schwierigkeiten geraten ist; so hat ein Kaufmann MeyerKirschstein ein mit 660000 M. zu Buch stehendes Schuldkonto, Arbeiter Radfahrer Verein Groß- Berlin". Sonntag, den dessen Schwiegersohn, der Breslauer Staatsanwalt 10. Mai, früh 5 Uhr nach dem Scharmützelsee, 65 Kilometer( Wend.- Riet). Anschlußstart: Bhf. Neukölln. Nachm. 1 Uhr nach Müggelheim( Bur Glazer, ist mit 190 000 m. engagiert. Der gegen Direktor großen Strampe). Anschlußstart: Bhf. Treptow. Bookmann gemachte Vorwurf, Provisionen genommen Turner. und falsche Bilanzen aufgestellt zu haben, müsse aufrecht erhalten werden. Die Versammlung beschloß, daß die Aufsichtsratsund Vorstandsmitglieder aus der Zeit des Direktors Bookmann eine Entschädigung von 50 000 M. zu leisten haben. Ferner wurde die Erhöhung der Anteile von 200 auf 400 M. beschlossen, was bei einer Mitgliederzahl von 1800 einer Stapitalsvermehrung von 360 000 M. entspricht. Die Bilanz für das Jahr 1913 zeigt einen Verlust von 314000 M. Am Sonntag, den 10. Mai, finden folgende Beranstaltungen des Turnvereins Fichte" statt: 3. Männer und 5. Frauen Abteilung: Familienpartie nach Friedrichshagen- Ravenſteiner Mühle- Heidemühle- Mahlsdorf- Süd ( Heidelrug). Treffp. 8 Uhr früh Schles. Bhs. 8. Männer Abteilung: Nach Fredersdorf- Bötjee- Fängerfee- steffeifee- Bamengrund- Tiefensee. Treffp. 17 Uhr Schles. Bhi. 10. Männer Abteilung: Turnfahrt nach Bernau iepnis see- Biesenthal. Treffp. 6.30 Stett. Vorortbhf., Abf. 6.40 nach Bernau, Gesundbrunnen 6.46. 9. Männer Abteilung: Nach Gorinsee. Treffp. 7 1hr am Zum Brande des Dampfers Columbian". Nettelbedplay. Fahrt von Gesundbrunnen nach Buch. Marsch von Buch Bisher ist es noch nicht gelungen, das dritte mit bis Gorinfee. Um 12 Uhr Abmarsch der Nordabteilungen nach Bernau. Partie der Nordabteilungen nach Bernatt. Die Abteilungen treffen sich 17 bis 20 Personen besetzte Boot des Dampfers„ Co I um= bian" aufzufinden. In der Nähe der Unglücksstelle sind punktlich um 12 Uhr am Gorinfee. Um 1 Uhr Abmarsch nach Bernau ( Gäste herzlich willkommen.) mehrere Dampfer auf der Suche nach dem vermißten Boot. 15. Männer Abteilung: Treffp. 5.45 Uhr Stettiner Bahnhof, Es wird befürchtet, daß das Boot gefentert und die In- Fahrt bis Melchow. Marsch nach Schönholz, Nonnenflies entlang, über Giesenkreuz nach Spechthausen, Schwärze, Schwärzesee, Seleiner und Großer fassen ertrunken sind. Samitsee, Finowfließ, Biesenthal. 6 Gäste und Mitglieder, welche an den Pfingstfahrten teilnehmen wollen, werden gebeten, am Freitag, den 15. Mai, abends 8, Uhr, in unserci Vereinslokal Frizz Wählisch, Staliger Str. 22, zu erscheinen. Schwimmer. Schwimmverein„ Vorwärts" Berlin 1897. Folgende Vers früh 7 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Brunnenstraße. anstaltungen finden am Sonntag, den 10. Mai, statt: Abteilung Oderberger Straße: Partie nach Bernau- Liepniksee. Treffpunkt Abteilung Bärwaldstraße: Jugendversammlung, vormittags 9, Uhr, bei Herrn Wählisch, Staliker Str. 22; nachmittags 2 Uhr: Partie" Rund um den Stienissee". Treffpunkt am Schlesischen Bahnhof, Untergrundbahn. Abteilung Sottbuser Damm: Jugendversammlung, vormittags Abteilung Zurm. Uhr, bei Herrn Hegert, Neukölln, Weserstr. 55. straße: Jugendversammlung, nachmittags 3 Uhr, bei Herrn H. Weiß, Da m'en versammlung bei Herrn Hoppe, Köpenider Str. 161. Turm, Ede Stromstraße. Montag, den 11. Mai, abends 9 Uhr; Drei Sonnabend, den 23. Mai, bei Herrn Bringmann, Andreasstr. 26. tägige Pfing it partie nach dem Harz. Teilnehmerversammlung am ( jebige Bezeichnung Arbeiter Wassersportverband) bringt sich zur beginnenden Saison den Bereinen und Verbänden bei Veranstaltungen am 28affer in Erinnerung. Die Adresse des Obmanns ist F. Menschel, Beißensee, Röldestr. 12. Die Rettungswache des Arbeiter- Schwimmerbundes, Streis I Arbeiter- Samariterbund, Kreis Brandenburg. Lehrabend haben in dieser Woche( Beginn 82 hr): Neukölln. 5. Abt. Freitag, den 8. Mai, Weichselstr. 6( Ideal höneberg. 3. Abt. Donnerstag, den 14. Mai, Vorbergstr. 9 bei baffage. Händel. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde fällt morgen Sonn abend, den 9. Mai, aus. 2. 7. 1. Der Unterhalt fann in vierteljährlichen Raten im voraus ge fordert werden. Aus dem vorhandenen Urfeil fann im Falle der Säumnis Bwangsvollstreckung veranlaßt werden. Die nichtausgeklagten Ansprüche stunten für die einzelnen Abteilungen sind verschieden, fehen Sie im Adreß der Frau könnten noch nachträglich ausgeflagt werden. 2. Die Sprech buch, 2. Teil, Seite 49 nach. 3. Zur Ableistung der Uebung sind Sie ver pflichtet. Kommen Sie der Aufforderung nicht nach, so kann Bestrafung einfreten für den Fall, daß Sie nach Desterreich wieder zurückkehren 7. 2. 73. 1. Nein. 2. Den Betrag müssen Sie sich vom Gehalt fürzen lassen. Im übrigen können Sie das Gehalt verlangen. Erheben Sie selage beim Kaufmannsgericht.".. 39." Sentrale für Auswanderer Berlin, Am Karlsbad 9/10. S. P. Nein. E. 2. 500. Fragen Sie direkt bei der kgl. Eisenbahndirektion Berlin, Schöneberger Ufer 1-4, an. Stationen Barometer stand mm Witterungsübersicht vom 7. Mai 1914. richtung Wind Windstärke 753 23 Hamburg 753 SW 755 SW Frank. a. 756 SW München 758SW Bien Wetter Temp. n. E. 506= 409. Stationen Barometers fland mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. BSSON 5° 4°. wollen 2 Rebel 5 woltig 12 3 wolfig 11 Haparanda 758 St 2 bedeckt 10 Betersburg 757 Still 3 wolfig 10 Scilly 752WS 2 Regen 9 Aberdeen 747 NND 5 halb bb. 11 Paris 7562 3 bededt 757 WNW 2halb bd. 12 1 bededt 10 12 Ueber die Katastrophe gibt der Kapitän des Dampfers Oberschöne weide. Partie nach Werder. Nomarsch früh 5 Uhr „ Columbian" folgenden Bericht: Das Feuer ist Sonntags vom Marliplas nach Starlshorit. Abfahrt dort 3.49 Uhr bis Potsdam. Swinembe. um Mitternacht bei Luke 1 ausgebrochen. Es wurde sofort Frühitidslokal Staifer- Wilhelm- Str. 33 bei Holzmann. Freie Turnerschaft Neukölln- Brit. Am Sonntag, den 10. Mai, Berlin alarmiert und ein Schlauch gegen die brennende Zuke ge- findet wie alljährlich die Humpenpartie des Vereins statt. Treffpunkt jämt richtet. Einige Minuten darauf ereignete sich eine schredlicher Abteilungen nachm. 4 Uhr in Petershagen,„ Reſtaurant zum Alten liche Explosion und zerstörte Maschinen- Dessauer". 1. Frauen Abteilung: Abfahrt 7 Uhr vom Bahnh. Neukölln raum und Martoniapparat. Die Mannschaft verließ die„ Columbian" um 12 Uhr in drei fleinen Booten. nach Schles. Bahnh, von hier nach Strausberg, am Stienissee entlang nach Petershagen. Gäste willkommen! 1. Männer Abteilung: Abfahrt 6.58 Uhr vom Bahnh. Neukölln Das Schiff war in Flammen gehüllt. Der fünfte Maschinist Berliner Wetterbureau. starb im Boot, der zweite wurde bei der ersten nach Fredersdorf. Marsch: Bruchmühle- Spißmühle-- Strausberg-- SchlagWetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonn Explosion getötet. Ein Hilfsmaschinist ertrant mühle- Petershagen. Die Freie Turnerschaft Bohnsdorf veranstaltet am Sonnlag, den abend mittag: Vorwiegend wolkig mit öfter wiederholten, zum Teil er bei dem Versuch, ein Boot zu erreichen. 10. Mai, auf dem Spielplaß der Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies ihr giebigen Regenfällen. Zeitweise aufklarend. Temperatur im allgemeinen diesjähriges Anturnen. Beginn 2 Uhr nachm. Zum Austrag tommen: nur wenig verändert. Der Cunarddampfer Franconia" ist mit den Ueber F → Wetterprognose für Freitag, den 8. Mai 1914. Ein wenig fühler, zeitweise aufklarend, aber vorwiegend trübe mit Regenfällen und ziemlich lebhaften südwestlichen Winden. lei di Fa Billige a.Wertheim Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Mori plat Frisches Fleisch Ochsenfleisch Roastbeef mit Knochen.. Pfund 1.00 Roastbeef ohne Knochen Pfund 1.40 Filet mit Kopf, im ganzen Pfund 1.10 Schmorfleisch mit Knoch. Pfund 80 PI. Schmorfleischob. Knoch. Pfund 95 Pt. Kamm und Brust. Gehacktes.. Roher Talg. Kalbfleisch Keule im ganzen Keule geteilt • Kamm u. Bug. Brust... Spitze 3-4 Pfd. Todes- Anzeigen Pfund 65 Pf. Pfund 60 Pf. Pfund 50 Pf. Wurstwaren ca. 6 bis 8 Pfd. Pfund 3 Pfd. Pfund 1.40 1.20 Zervelat u. Salami. Pfund 1.15 Rollschinken Mausschinken ca. 2 bis Schinkenspeck Magerer Speck Pta. Pfd. 1.10 12-4 Pfd. ... Pfund 85 Pf. in balben und ganzen Seiten Pfd. 78 PI. Fetter Speck Pid. 70 Pf., 4 Pfd. 2.60 Aus eigener Wurstfabrik Rotwurst..... Pfund 45, 65 Pf. Pfund 1.00 Jagdwurst Pfund 1.10 Pfund 75 Pf. Pfund 80 Pl. Pfund 90 Pf. Am Mittwoch, den 6. Mai, mittags 1 1hr, starb nach langen, fweren Leiden unser lieber Sohn und Bruder, der Dreher Paul Marx im Alter von 21 Jahren. Die tranernden Eltern und Geschwister. Calvinstr. 6. am Die Beerdigung findet Sonnabendnachmittag 4 Uhr von der Halle des St. JohannisKirchhofes in Plögensee aus statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Drcher Paul Marx Calvinstraße 6, am 6. Mai an Lungenleiden gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 9. Mai, nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des St. Johannis- Kirchhofes in Plößensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 118/1 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Fleischer. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege und Vorstands mitglied Paul Vens im Alter von 27 Jahren geftorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 2%, Uhr, auf dem Zentral- Friedhofe in Friedrichsfelde von der Friedhofs= halle aus statt. 285/5 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Sektion der Stukkateure. Am Donnerstag, den 7. Mai, starb unser Mitglied Albert Neumann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Montag, den 11. Mai, nachmittags 4 Ubr, auf dem Schöne berger Friedhof II( Blanke Hölle). Um rege Beteiligung ersucht 142/12 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung nieines lieben Mannes, unseres guten Vaters Albert Mehlmann sagen wir allen Beteiligten, dem Wahlverein, dem Zentralverband der Steinarbeiter und den Patienten von Grabowsee unseren tiefgefühltesten Dant. 123 113a 23w. Augufte Mehlmann und Kinder. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und nielen Kranzfpenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter allen Berwandten und Bekannten unseren innigsten Dank. Armin Freimuth nebst Kindern. Für die herzliche Teilnahme, die uns beim Tode meiner unvergeßlichen Frau, unserer guten Mutter Karoline Bodinka von allen Seiten übermittelt wurde, auf diesem Bege besten Dant. 19906 J. Bodinka und Kinder. Pfund 1.00 Landleberwurst. Pfund 85 Pt. Pastetenleberwurst Pfund 1.05 Bauernmettwurst.. Pfund 1.10 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes Albert Köpke jage ich allen Beteiligten meinen aufrichtigsten Danf. Die trauernde Witwe Minna Köpke geb. Krüger. Tischler- Verein zu Berlin. V. a. G. Sonntag, den 10. Mai: Herrenpartie nach Fichtenau. Für Nachzügler: Pferdebucht. Abfahrt: früh 7.15 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. 285/4 Der Vorstand. Mogulniinu H Bei Verdauungsstörungen, Appetit- M mangel, verdorbenem Magen, Sodbrennen, Blähungen, Magendrücken und-Schwäche, Magenkrampf, Uebelkeit mit Erbrechen, überhaupt Magenbeschwerden find Reichel's Magentropfen bon nachweisl. erprobter Wirkung it. wohl tuend wie Balsam auf den franken Magen. Flasche 80 Pf. echt mit, Medico" 11. 2 M. Einzig Benn in Drogerien nicht erhältlich, durch Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.4. Henkel's Bleich- Soda für alle Küchengeräte KRIWUB Sonntags 8-10 geöffnet. Koch-, BackbutterPta.1.00, 1.10 Tischbutter Prd. 1.18% Pfd. 59 PI. Tafelbutter Pid. 1.25 Pfd. 63 Pf. Pfund 62 Pf. Pfund 78 Pf. Tafelschmalz Schweizer Käse Tilsiter Käse... Pfund 65 Pl. Limburger Käse.. Pfund 35! Pf. Camembert... 2 Stück 35 Pf. Echte Mecklenbg. LandKümmelkäse... 3 Stück 20 Pf. Speisequark.... Stück 10Pf. Suppen-, Brathüh. st. 2.40, 2.80 Jg. Hühner st. 90 Pf., 1.35, 1.70 Mast- Hühner... Stück 3.20 Tauben... Stück 48, 68, 85 PI. Schnupfer! Fische Fischen Fischen Pfund Kabeljau ohne Kopf, in ganzen 14 Pf. Seelachs ohne Kopf, in ganzen 14 PI. Rotzungen 15 Schellfisch 25 Pt. Hornaale... Frisch.grün, Heringe Mal. 20 Pt. Leb. Aale Pfund 80 PL., 1.00,1.20 Lebende Plötzen.. Pfund 35 PI. Pfund 20 Pt. Räucherwaren Kieler Schlei. Bücklinge 3 Stück 10, 20 PL. Ahlbecker Flundern Pfund 35 Pt. Kräuter-, Bismarck-, Brat- u. Gelee- Heringe 1 Liter- Dose 43 Pt. achtet auf die gesetzlich geschützte Packung, um Goldfarb echt zu erhalten! Gesundheitstabak. Goldfarb Preuss Stargard. D.R.W.Z.10652. Health snuff tobacco. Tabac à priser de santé. Tabaka do zażywania dla zdrowia. Tabacco da naso alla salute. Ohne Anzahlung liefere an jedermann Möbel auf Kredit bei Zahlung einer Monatsrate laut Vereinbarung u. bequem. Abzahl, komplette Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Möbelstücke, Polsterwaren, farb. Küchen Portieren, Gardinen, Betten, Kronen, Kinderwagen usw. Teppiche, Leib- u. Bettwäsche, Steppdecken, in modernster Ausführung. 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Drud u.Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. 1-0 XS -0 пебр di Dg Sco gert 3 10- C Nr. 124. 31. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der verhaftete Stadtverordnete. Dienstag, den 26. Mai, abends 8 1hr, in den Germaniaſälen, Freitag, 8. Mai 1914. Sechster Wahlkreis. Entscheidungen mehr Ansehen und Gewicht verleihen. Was Die ordentliche Kreis- Generalversammlung findet am die Wohnungskommissionen gut heißen, soll jagt Laporte als ein Votum der öffentlichen Meinung gelten. Wir Chausseestr. 110, statt. sind neugierig, wie in diesen Kommissionen die Hausbesißer Ein Bravourstück der Charlotteuburger Polizei. Als provisorische Tagesordnung ist festgesezt: 1. Be- und Hausbesikersgattinnen sich mit ihrer Aufgabe, Richter Ein Fall unerhörter Sistierung eines Stadtverordneten in stätigung der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. sozusagen in eigener Sache zu sein, abfinden Charlottenburg, von dem wir infolge verspäteter Berichterstattung 2. Geschäfts- und Kassenbericht. 3. Bericht der Revisoren. werden. leider erst heute Mitteilung machen können, beschäftigte am Mittwoch 4. Wahl des Gesamtvorstandes und der Kommissionen. 5. Erdie Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Mit Rücksicht ledigung der gestellten Anträge. 6. Vorschlag der Delegierten darauf, daß für einen solchen Vorgang, den wir weiter unten ein zum Internationalen Kongreß. Vorstehende Tagesordnung gehender darlegen, die städtischen Behörden nicht kompetent sind, wird in den am Montag, den 18. Mai, stattfindenden Ab-daß es aber andererseits erwünscht erschien, die Angelegenheit der teilungsversammlungen beraten. breitesten Deffentlichkeit mitzuteilen, wählten unsere Vertreter in der Die jugendlichen Mitglieder der Gruppe Moabit veranStadtverordnetenversammlung die Form einer Interpellation, die stalten am Sonntag, den 10. Mai, eine Tagespartie nach Komisch phantastische Oper in drei Akten von Mosenthal nach Bernau, Uetzdorf, Preuden, Lanke, Hellsee, Ladeburg, sofort auf die Tagesordnung gesezt wurde und folgenden Wortlaut hat: Ist dem Magistrat bekannt, daß die Charlottenburger Polizei in der Sophie- Charlotten- Straße rubig ihres Weges gehende Bürger vom Fleck fort verhaftet und auf der Polizeiwache feſthält? Was gedenkt der Magistrat zum Schutze der persönlichen Freiheit der Bürger Charlottenburgs zu tun? Die Verlefung der Interpellation rief unter einem Teil der 4 bürgerlichen Stadtverordneten Heiterkeit hervor. Das Gelächter löfte sich aber sofort, als Genosse Hirsch in der Begründung ausführte, um was es sich handelt. Er wies darauf hin, daß der Stadtverordnete Richter ohne jeden Grund gewaltsam von der Polizei gehindert wird, seine Pflichten als Stadtverordneter zu erfüllen und h6 forderte zum einmütigen Protest der gesamten Bürgerschaft auf. Xd6 Mit Recht erinnerte er daran, daß dieser Fall deutlich beweise, wie ( d6 unbegründet die wiederholt erhobenen Klagen über zu wenig Polizei XS in Charlottenburg sind. ed Dab XL Sc h2 De griff De7 Kh7; Df5 De .h5 labe ben nad Gewonnene Boints 430 80 3½ 6 3 5 5 3 3 1 Pa st bi ts in aste bi für ( ba ule end Oberbürgermeister Dr. Scholz gab die Erklärung ab, daß ihm von den Vorgängen nichts bekannt sei; er sei aber bereit, Erkundigungen einzuziehen und dann die Interpellation zu beantworten. Diese Erklärung war vorauszusehen. Auf Antrag Hirsch * * Den Höhepunkt erreichte der polizeiliche Eifer am Mittwoch nachmittag. Der Stadtverordnete Genosse Richter passierte zu der Zeit die Sophie Charlotten- Straße. Er hatte das Pech, einen der Streifenden näher zu kennen. Er begrüßt ihn also und unterhält sich einige Zeit mit ihm. Die Straße ist leer, weit und breit fein Mensch zu sehen. Pardon, doch. Ein Schußmann mit ungeschnalltem Schießzzeug hütet die Straße, ein Wachtmeister hilft ihm dabei. Kaum hat der heilige Hermandad die beiden erblickt, als er wütend auf sie losfährt. Zuerst gehts dem streifenden Arbeiter an den Stragen. Er bekommt die befannten Liebenswürdigkeiten zu hören. Der Streifende läßt sich jedoch nicht provozieren und entfernt sich ruhig. Bernau. Treffpunkt: präzise 7 1hr Bahnhof Butligstraße. Fahrgeld 80 Pf. Liederbücher und Proviant find mitzubringen. Der Vorstand. Adlershof. Die Bibliothek des Wahlvereins wird für die Kinder am Sonnabend, den 9. Mai, für Erwachsene und die Jugend am Montag, den 11. Mai, eröffnet. Ausgabezeit regelmäßig Sonnabends von 16 bis 7 Uhr, Montags von 8 bis 9 Uhr. Pankow. Am Sonntag früh 8 Uhr: Kuvertverbreitung in den Gruppen 1, 2, 5, 6, 7, 8 und 17. Heute abend 8 Uhr: Kuvertierung bei Larsen, Brehmestr. 47/48. Oranienburg. Heute Freitag: Flugblattverbreitung. Gruppe I von Tornow, Havelstr. 5, II von Großmann, Mühlenstr. 31, und III von Pezzold, Schüßenstr. 34, aus. Berliner Nachrichten. Mitarbeit in der Wohnungspflege. Wahlen für " Bolksvorstellung im Deutschen Opernhaus Donnerstag, den 21. Mai, nachmittags 3 Uhr. Zur Aufführung gelangt: ,, Die lustigen Weiber von Windsor." Shakespeare. Musik von Otto Nicolai. Kartenverkauf in folgenden Geschäften: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 15. Zigarrengeschäft Baumann, Rungestraße 30. Bureau des vierten Wahlkreises, Stralauer Platz 10/11. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Zigarrengeschäft Schneider, Hufelandstr. 30. Restauration Dieseler, Brunnenstraße 150, im Hof. Bureau des sechsten Wahlkreises, Gerichtstraße 71. Von 9-1 und 5-7 Uhr. Restauration von Baersch, Oldenburger Str. 10. Preis des Plates inkl. Garderobe und Zettel 1,30 M. Der Bezirks- Bildungsausschuß Groß- Berlin. Agitation in der Fortbildungsschule. Die Stadtverordnetenversammlung wurde gestern mit dem in öffentlicher Sizung zu erledigenden Teil ihres Pensums sehr rasch fertig. Das Projekt der inden" Untertunnelung ist aus dem Ausschuß, der erst am Montag zusammengetreten war, mit größter Beschleunigung zurüdgefommen. Im Plenum haben in der ersten Beratung mehrere Redner ihre Bedenken geäußert, wurde dann auch einstimmig beschlossen, in einer späteren Gigung ist endlich auch für Berlin geichaffen worden. Sie ist jo angenommen. Zur Kenntnisnahme legte der Magistrat Die Wohnungsaufsicht durch die Gemeinde gestern aber wurde, nachdem der Ausschuß furz über seine Verhandlungen berichtet hatte, die Vorlage ohne Debatte in die Besprechung der Anfrage einzutreten. organisiert, daß die Tätigkeit des Wohnungsamtes und seiner den Stadtverordneten die Mitteilung vor, daß er in der AnBeamten durch die Mitarbeit ehrenamtlich hinzugelegenheit der Hinzuziehung von Frauen zur Neber den Vorgang selbst wird uns geschrieben: Seit dem gezogener Verionen unterstützt wird. Diese werden waisenverwaltung die Wünsche der Stadtverordnetengenialen Reinfall am 1. April ist nun über ein Monat ins Land gegangen genommen aus den Kreisen der Armenkommissionsmitglieder, versammlung nicht erfüllen kann. Er will nur zwei Frauen für die Polizei die höchste Zeit, auf neue Heldentaten auszuziehen. der Bezirfsvorsteher, der Frauen, der Bürgerschaft überhaupt. hineinnehmen und hält daran fest, daß ihnen fein StimmDer Streit bei der Firma Stegmeyer, Sophie- Charlottenstr. 5, gab aus ihnen setzen sich die Wohnungskommissionen zusammen, recht gegeben werden könne. Diese Lösung" der Frage ( bich die erwünschte Gelegenheit. Es streifen zwar im ganzen nur 17 Mann 118 in ganz Berlin. wurde von allen Gruppen der Versammlung durch die givei ungelernte Arbeiter sind im Betrieb geblieben aber was Die Mitarbeit der Frauen ist als nötig und unent- Freifinnigen UIIstein, Rosenow, Cassel und für tut's? Die Polizei ist wachsam. Die Sophie- Charlottenstraße ist behrlich erfannt worden, aber nach den bisher durch die Stadt- die sozialdemokratische Fraktion durch Genossen Roseneine zum Teil noch unbebaute, vollständig unbelebte Straße; den verordnetenversamalung vollzogenen die feld als unzulänglich beflagt. Dem Magistrat, dessen größten Teil der Passanten bilden die Wöchnerinnen, die das am Wohnungskommissionen fehlt noch in mancher dieser Kom- Standpunkt der Stadtrat 2o ehning zu verteidigen hatte, Ende der Straße gelegene städtische Entbindungsheim aufsuchen. missionen eine Frau. Daß die Mitarbeit auch der in der wurde die Erwartung ausgesprochen, daß er sich in nicht zit Nach dem, was bisher geschehen ist, ist es nur zu verwundern, daß Waisenpflege tätigen Frauen nüßlich wäre, ist die Meinung ferner Zeit doch noch zu einer besseren Einsicht befehren werde. diese Frauen die Straße benugen durften, ohne von der Polize des Dr. Laporte, Direktors vom Wohnungsamt. Ju Eine Stadtverordnetenwahl soll im 34. Gemeidewahlangehalten zu werden. Anständige, ruhige Arbeiter, die einzig und Berliner Verband der Waisenpflegerinnen", allein das ihnen gesetzlich gewährleistete Recht des Streifposten wo er am Dienstag hierüber referierte, erwähnte er, daß die bezirk der 3. Abteilung an Stelle des gewählten Genossen itchens ausüben, werden in der rigorosesten Weise von der Waisendeputation sich gegen eine amtliche Beteiligung der Hezschold stattfinden. Unsere Genossen in der Stadtverordneten Straße gejagt. „ Scheren Sie sich fort, für Sie ist die der Waisenpflegerinnen ausgesprochen hat. Der Verband verjamunlung hatten den Antrag gestellt, unseren Genossent Straße gesperrt, ich werde Sie gleich zur Wache bringen" und ähnliche werde nuu darauf hinwirken, daß seine Mitglieder eine als gewählt in sein Amt einzuführen. In der gestrigen geLiebenswürdigkeiten bekommen die Arbeiter täglich zu hören. Mehr private Beteiligung übernehmen, namentlich an der Heran- heimen Sigung hatten sich die Stadtverordneten mit der Sache mals sind auch Verhaftungen vorgenommen worden. Weswegen schaffung von Material zur Beleuchtung des Wohnungswesens zu befaffen. Von sozialdemokratischer Seite wurde eingehend Der das ist wohl ein unergründliches Geheimnis der weisen Polizei. durch Ausfüllung von Fragefarten mitarbeiten. dargelegt, daß und warum Heßichold einzuführen sei. Es ist bezeichnend, daß einer der Verhafteten auf der Wache von Direktor 2a porte hat in der erst furzen Zeit seit Be- Ansicht des Magistrats, unser Genosse habe infolge des Kon dem diensttuenden Wachtmeister gefragt wurde: Weshalb sind stehen des Berliner Wohnungsamtes schon einen merklichen furjes das Bürgerrecht verloren, wurde entgegengestellt, Sie hier?" Worauf der Verhaftete nur erklärte:„ Das möchte Eifer entwickelt, die Bevölkerung für das neue Arbeitsfeld daß das Mandat nur geruht habe. Schließlich wurde mit ich auch gern wissen." zu interessieren. Wohl die ersten, die sich von ihm darüber 54 gegen 40 Stimmen beschlossen, eine Neuwahl anzuordnen. belehren ließen, waren die Hausbeiiter. Im Verband der Waisenpflegerinnen" erzählte er, daß er mit seinen Vorträgen in Hausbejißervereinen beabsichtigt habe, sich das EntIn den Pflicht Fortbildungsschulen der Stadt gegenkommen der Hausbesitzer zu sichern. Es sei nötig, daß Berlin wird Agitation nicht geduldet". Wenn Lehrer nicht nur die Mieter, sondern auch die Hausbesiker von dem unter ihren Schülern für die behördlich protegierten JugendSegen der Wohnungsaufsicht überzeugt würden. Uebrigens vereinigungen zu werben suchen oder ihnen die„ oben" gut angeseien in Berlin die Zustände noch lange nicht die schlimm schriebenen Jugendzeitungen empfehlen, so ist das„ keine Agitas sten". Laporte wies auch bin auf Artikel, die er im Berliner tion". Wenn aber Schüler ihre Kameraden auf die eigeneit Tageblatt" veröffentlicht hat. In ihnen hat allerdings er, Jugendpflegeeinrichtungen der Arbeiterklasse hinweisen oder sie zur finden wir, den Hausbesikernfobiel Entgegen- Lektüre der Arbeiter- Jugend" anregenja, dann ist es doch ganz fom men" gezeigt, daß sie ihn zu ihrem Schutzpatron er- flar, daß man das als„ Agitation" bezeichnen muß. Solche Agita nennen fönnten. Gegen eine in der Kommunalen Braris" tion gilt als bedenklich und unzulässig, als gefährlich und ver Der Herr Wachtmeister R. Ciefso, Fredericiaftr. 13 wohnhaft, veröffentlichte eritif seines Berliner Tageblatt"-Artifels dammenswert und wer sie in der Fortbildungsschule treibt, der fann es aber nicht ungefühut lassen, daß jemand mit einem suchte Laporte sich zu wehren mit der Bemerkung, der Ver- ristiert, bestraft zu werden. Streikenden anders als in dem jetzt scheinbar üblichen Ton ge- fasser jener Kritik habe ihn nicht verstanden. Mit Genug- So mußte in der 8. Pflicht- Fortbildungsschule cin sprochen hat. Wenn der Herr Wachtmeister winkt, hat alles zu tuung hob er hervor, was ihm, dem Dr. Laporte, vor kurzem Schüler K. sich drei Stunden Arrest aufbrummen lassen, weil parieren. Mit einem: Pit! pit! ruft er Richter zu sich und herrscht ein österreichischer Sozialdemokrat, der Reichsratsabgeordnete er in der Schule für eine 3ettung agitiert" haben ihn an: Verlassen Sie sofort die Straße, sonst bringe ich Sie zur Mar Winter, über Berlin gejagt habe. Winter, der auf sollte. Die Zeitung, für die er eine strafwürdige Agitation zu wie unsere Leser im voraus ers Bache. Der also Angeredete ist zuerst ganz verduẞt. Sollte die einer Studienreise durch Europas Großstädte auch hierher treiben sich erdreiſtet hatte, ist Polizei vielleicht, wenn auch verspätet, auch einen Aprilscherz fam, habe Berlin als die Stadt mit dem größten Reform- roten haben werden die Arbeiter Jugend". K. weiß Reform- raten willen, dem größten sozialen Empfinden und der größten var nichts davon, daß er in der Schule" für sie agitiert hätte, und das genügt. Er hat keine Zeit, darüber nachzudenken, denn schon wird der Kultur gerühmt. Und Genosse Winter hätte, behauptet aber sein Lehrer Berndt meint das und sagt es Herr Wachtmeister ungeduldig. Trotzdem Richter ruhig weitergeht, Laporte, hinzugefügt:„ Wenn wir in Wien nur ein bißchen trat, jah er, wie ein Schüler M. joeben einen Bestellzettel megAls Herr Berndt zu Beginn einer Unterrichtsstunde die Klasse bewird er wiederholt mit der Drohung angeherrscht: Ich bringe Sie preußische Polizei hätten!" Wiejo Laporte diese Aeußerungen, zur Bache; und als Nichter erstaunt fragt: Was wollen Sie denn falls sie überhaupt so gelautet haben, zugunsten des Berliner stecken wollte. W. war durch K. schon außerhalb der Schule von mir? machte der Herr Wachtmeister seine Drohung wahr. Wohnungswesens ausschlachten zu können meint, ist nicht klar. in der Schule nur nochmal einen Bestellzettel( weil der erste verals Abonnent der Arbeiter- Jugend" gewonnen worden, und sollte Richter wurde für verhaftet erflärt. Unterwegs begegnete er einem In der Diskussion erwiderte Frau Klara Weyl, daß loren war) ausfüllen, doch Herr Berndt, der selber in seinen UnterBekannten, dem er auftrug, seine Familie von seiner Verhaftung zu der Gast aus Wien die Berliner Verhältnisse offenbar durch richtsstunden immer wieder mit Eifer und Inbrunst für das Blätt benachrichtigen. Der Herr Wachtmeister hält dies für unnötig. Er gerät in hellen Zoru. Trotzdem der Arrestant ruhig mit ihm mit eine zu rofige Brille gesehen habe. Von manchen der offiziellen chen Feierabend" agitiert, witterte hier etwas Unerlaubtes und geht, wird er von dem gestrengen Herrn Wachtmeister Persönlichkeiten in der Stadtverwaltung Berlins, die er um Strafbares. Als er erfuhr, daß St. der„ Täter" sci, nahm er ihn mehrmals gestoßen und mit Fesselung bedroht.nformationen gebeten habe, jei er in die gute Stube ge in ein Verhör. Von wem denn K. jolche Zettel beziehe, fragte er, Einem Herrn, der in unmittelbarer Nähe stand, drohte der Wacht- führt" worden. An der Hand von Erfahrungen aus der worauf S. ruhig antwortete:„ Das kann ich Ihnen nicht sagen." meiſter an, ihm mit dem Säbel ins Gesicht zu schlagen. Genoisin unsere So wurde ein Stadtverordneter in Charlottenburg zur Wache Wohnungszustände und das Verhalten vieler Hausbefizer. schullehrer ging es nicht das geringste an, wo A. außerhalb der gebracht. Auf seinen energischen Protest ließ man ihn bald frei; Das berdroß ein paar der dem Verband angehörenden Haus- Schule sich die Bestellzettel holte. Herr Berndt, den die Weigerung Richter konnte indessen infolge der Aufregungen nicht mehr an der besigersgattinnen jo, daß sie gekränkt und entrüstet ärgerte, versprach:„ Ich werde Sie vor den Direktor laden lassen. Mit dieser Ankündigung hätte der Lehrer, das Weitere deur am selben Tage stattfindenden Sigung der Stadtverordneten teil- das Wort zur Abwehr ergriffen. Eine Frau Siegfried stellte feit, daß die ebengehörten Angriffe auf die Hausbefizer Direktor überlassend, die Erörterung schließen können. Aber offenin einem: bemerkenswerten Gegenjak zu den Ausführungen bar fühlte er das Bedürfnis, seine Schüler noch recht eindringlich des Referenten ständen. Ich danke dem Herrn," jagte sie, vor„ Agitation" zu warnen. Wieder sei also, begann er sehr dafür, daß er so für die Sauswirte Partei in strafendem Ton, eine Aufnahme für die Arbeiter- Jugend" gegenommen hat." Man sieht, die Dame hatte den Direktor macht worden. Wer die„ Arbeiter- Jugend" lese, der wisse nicht, des Wohnungsamtes verstanden". Herr Laporte lehnte den was er tue. Ja, wenn das nicht ausginge„ von einer Partei, die Dant nicht ab, wohl in dem Gefühl, daß er ihn verdient. teinen König haben will". Als hierzu K. eine Erwiderung wagte. Zur Mitarbeit in der Wohnungspflege drohte Herr Berndt ihm Prügel an. Die Arbeiter- Jugend", fuhy mittels der Wohnungskommissionen hält selbstverständlich er fort, schreibe Hezartikel. Wenn die nicht wären, dann wäre id auch die ausbesibertaste sich berufen. Das Recht das Blatt ganz gut. Ob etiva gegen die arbeitende Jugend ebenso Der Kursus der Bibliothekare hierzu werden die Hausbesizer sich nicht streitig machen lassen, gehegt werde, fragte er. Giner Frage des Lehrers darf ein Schüler, beginnt am Montag, den 11. Mai, 9 Uhr vielmehr werden sie auch in den Wohnungskommissionen für sagte sich K., die Antwort nicht schuldig bleiben, wenn er zu antabends, und findet statt im Saal 5 des Gesich und ihre Gattinnen ein vollgerüttelt Maß von Einfluß worten weiß. Jawohl!" warf er ein, und wies hin auf die Bere werfichaftshauses. Wir bitten die Teilnehmer, sehr beanspruchen. Einem etwa notwendig werdenden Vorgehen gegen Mieter oder Vermieter, die Belehrungen nicht zu pünktlich zu erscheinen. gänglich sind, sollen die Wohnungskommissionen durch ihre Frei 1 be er 1100 nde ebe zab gu nier eren SW machen? nehmen. Dies hat sich begeben am sechsten Tage des Monats Mai des Jahres eintausendneunhundertundvierzehn in der Stadt Charlottenburg, die angeſchen wird als die herrlichste Stadt des Kultur- und Rechtsstaates Preußen. Parteiangelegenheiten. Der Bezirks- Bildungsausschuß Groß- Berlin. " folgung der Arbeiterjugendbewegung. Herr Bernot erfannte noch immer nicht, wie gefährlich es für einen Fortbildungsschullehrer ist, sich mit jeinen Schülern auf eine Diskussion über 81 diefes Thema einzulassen. 3ornig rief er:„ Soll das vielleicht Fliegerunfälle in Johannisthal. Der starke Westwind, der] Die Wahlen sind außerdem angefochten worden, weil die heißen, daß der Staat gegen die arbeitende Jugend hezt? Ach, gestern vormittag herrschte, hat in Johannisthal zwei Ma- Wählerliste systematisch falsch angelegt worden ist, indem auch dies Sie haben ja gar keine Ahnung, wie der Staat eingerichtet ist! schinen bei der Landung zum Kentern gebracht, wobei die In- mal wieder den Wählern allgemein das Kinderprivileg in Ab Als ich 15 Jahre alt war, hatte ich noch eine Ahnung da- fassen leichter oder schwerer verlegt wurden. Der Flieger Fid zug gebracht worden ist. Der Gemeindevorsteher sucht sich mit dem von." Hier wagte niemand zu widersprechen. Als er aber vor- von der Luftfahrzeuggesellschaft hatte mit dem Roland Hinweis aus der Situation zu retten, daß die in der Wählerliste wurfsvoll hinzufügte:„ Und Sie wollen nachher mit Liebe dem Eindecker einen Alleinflug gemacht und wollte landen, als der enthaltenen Unrichtigkeiten feinen Grund zur Wahlanfechtung Vaterland dienen!" bernahm man von irgendwoher die Apparat seitlich in den Wind geriet. Das Flugzeug schlug geben können, wenn sie nicht schon während der Auslegung Zwischenbemerkung: Spudnapf ausfaufen!" Auch Herr um und Fick wurde so heftig aus der Karosserie geschleudert, der Wählerliste gerügt worden sind. Er hat recht, daß, wenn fid Berndt bernahm sie, und betroffen lenkte er ein: Ja, es gibt in daß er starke Kopfverlegungen und eine Gehirnerschütterung Irrtümer und Fehler in die Wählerliste einschleichen, diese mu jeder Herde räudige Schafe. Gegen solche Dinge muß eben davontrug. Gegen solche Dinge muß eben davontrug.- Von einem ähnlichen Unfall wurden der Flieger während der Auslegung der Wählerliste gerügt werden können. Aber energisch eingeschritten werden." So endete die Ansprache des Schmidt und der Flugschüler Plage auf Jeannin- Eindecker be- hier handelt es sich um mehr als um fleine Fehler und Irrtümer Lehrers, der seinen Schülern zu Gemüte führen wollte, daß man troffen. Auch sie wurden vom Winde zum Kentern gebracht, diese müssen die Wähler in Kauf nehmen, wenn sie nicht rechtzeitig in der Fortbildungsschule nicht agitieren" darf. wobei die Maschine schwer beschädigt wurde, während die In- die Wählerliste eingesehen haben. Hier handelt es sich darum, daß fassen mit leichten Verlegungen davon kamen. die Wählerliste systematisch falsch angelegt worden ist und eine In Johannisthal landete gestern vormittag der Flieger planmäßig ungefeßliche Wählerliffe muß Grund genug sein, die Eckert, der morgens auf einer Taube in Gotha auf- Wahl für ungültig zu erklären. gestiegen war. Treptow- Baumschulenweg. Dachstuhlbrand in Berlin 0. Drei Löschzüge der Berliner Feuerwehr wurden gestern abend furz nach 6 Uhr nach der Tilsiter getötet wurde gestern mittag in der Graeßstraße die sechsjährige Bon einem Straßenbahnwagen der Siemensbahn überfahren und Straße 25a im Osten Berlins gerufen. Bei ihrer Ankunft stand der Erna Priwe aus der Graegstr. 11. Die Kleine hatte im Eifer des Dachstuhl des Vorderhauses fast in ganzer Ausdehnung in Flammen. Brandmeister Berg ließ sofort eine Dampffprize in Tätigkeit treten Spiels den herannahenden Straßenbahnwagen nicht bemerkt, wurde und mit mehreren Rohren Wasser geben. Die Rohrführer drangen von diesem erfaßt und so schwer am Halse verlegt, daß der Tod zum Teil über eine mechanische Leiter, zum Teil über die Treppen augenblicklich eintrat. Erst die herbeigerufene Feuerwehr konnte gegen den Brandherd vor. Obgleich gewaltige Baffermengen in die durch Anheben des Wagens die Leiche hervorholen. Die Kleine Glut geschleudert wurden, konnte vom Dachstuhl fait gar nichts ge- besuchte erst seit Ostern die Schule und war das einzige Kind ihrer rettet werden. Die Nachlöich- und Aufräumungsarbeiten zogen fich Eltern. bis in die späten Abendstunden hin. Die Ursache ist nicht ermittelt, doch vermutet man Brandstiftung. Für K. nahm die Angelegenheit dann ihren weiteren Verlauf. Pei dem Direktor, der ihn zu einem außerhalb der Unterrichtszeit Tiegenden Zeitpunkt vorlud, konnte er, durch Arbeit verhindert, nicht antreten. Direktor Trost verhängte darauf über K. eine Arrest strafe und machte dem Vater schriftliche Mitteilung davon mit der Angabe, daß der Sohn in der Schule für eine Zeitung agitiert" habe. Daß gegen St. sogleich das Höchstmaß von drei Stunden für nötig erachtet wurde, wird auffallen. War er vielleicht einer von den Schülern, die ein Lehrer als schlechte Elemente" zu bezeichnen pflegt? Nein, K. gehörte zu den besseren Schülern der Klasse, hatte noch auf der letzten Halbjahreszenjur in Führung das Urteil " gut" erhalten, war auch aus der Gemeindeschule mit gutem Zeugnis abgegangen und besaß eine ihm bei der Schulentlassung überreichte Prämie. Aber seine angeblich in der Schule" betriebene Agitation" für die Arbeiter- Jugend" gilt wohl als ein so schweres Verbrechen, daß es nur durch strengste Strafe gefühnt werden kann. Wir sind der Ansicht, daß eine Bestrafung des Schülers für den ihm zur Last gelegten Frevel, in der Schule für eine 3eitung agitiert" zu haben, überhaupt unzulässig war. Wie sie sachlich sich nicht rechtfertigen läßt, so tann sie auch formell nicht begründet werden mit Bestimmungen des Ortsstatuts für die Pflicht- Fortbildungsschule, auf das der Direktor in seiner Zuschrift an den Vater sich beruft. Von den Bestimmungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der Schule könnten für den vorliegenden Fall höchstens in Frage kommen, daß die Schüler während des Unterrichts und in den Erholungspausen sowie auf dem Wege von und nach der Schule sich jedes Unfugs und Lärmens zu enthalten haben" und" dem Leiter und den Lehrern der Schule stets mit der nötigen Achtung und Ehr erbietung entgegenkommen und ihnen Gehorsam leisten müssen". War es Ungehorsam gegen ein Verbot, daß K. auf dem Schulwege ein Abonnement entgegennahm? Oder soll das am Ende gar zu cinem„ Unfug" gestempelt werden? Bermißt wird seit dem 4. Mai der 32jährige Stuffateur Franz Uhlenbut. Derselbe leidet an geistiger Umnachtung. Es wird an genommen, daß er planlos umherirrt. Der Kranfe ift 1,70 Meter groß, blond und trägt dunkelgrauen Jadettanzug. Ueber Barmittel verfügt er nicht, dagegen hat er ein rotes Büchlein bei sich, welches auf seinen Namen lautet. Personen, welche über den Verbleib des an das nächste Polizeibureau oder an 2. Uhlenhut, Charlottenburg, Unglücklichen Mitteilung machen können, werden herzlich gebeten, sich Cauerstr. 13, zu wenden. Gefunden ist bei der Maifeier in der Neuen Welt ein fleines Bortemonnaie mit Inhalt. Abzuholen im Bureau des Wahlvereins, Neckarstr. 3. Neukölln. Eine verhängnisvolle Revolverschießerei, bei der der Gastwirt Hermann Opig verlegt wurde, hat sich gestern nacht in der Donau Straße abgespielt. Dort überfiel ein Arbeiter Lehmann aus Berlin gemeinsam mit seinem Schwager, einem Schuhmacher Joseph Urban aus der Emdener Straße, aus Eifersucht den Holländer van der Bosch. Auf die Hilferufe des Ueberfallenen eilte der Gastwirt Opitz herbei. Schüsse auf den Gastwirt ab, der blutend zu Boden ſant. Die Darauf zog der Schuhmacher einen Revolver und feuerte vier Täter flüchteten, doch konnte der Schüße später ergriffen werden. heide statt. Abmarsch 1 Uhr vom Richardplay. Es wird gebeten, Sonntag, den 10. Mai, findet ein Spielausflug nach der Königs den Kindern 10 Pf. und etwas gemahlenen Kaffee mitzugeben. Mittwoch, den 13. d. Mts.: Spielen in Treptow. Treffpunkt nach mittags 2 Uhr Wildenbruchplatz( Elfensteg). Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Spielausschuß. Kleine Nachrichten. In der Nacht zum Donnerstag hat sich am Reichstagsufer ein unbekannter Mann in die Spree gestürzt. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Durch einen Sprung aus dem Fenster hat sich Mittwoch abend in einem Anfalle geistiger VerDie fortgeschriebene Einwohnerzahl Neuköllns betrug nach vor wirrung der 16 Jahre alte Schlosserlehrling Erich Nöjer aus der Gartenstr. 10 das Leben genommen. Nöjers Mutter leidet schwer läufiger Feststellung des Statistischen Amtes am 1. Mai 1914 an epileptischen Krämpfen und ist schon seit mehreren Jahren in der im Monat April allein stellte sich auf 1333. 275 939( gegen 270 529 am 1. Mai 1918). Der Bevölkerungszuwachs Wenn Fortbildungsschüler sich erinnern, wie ihnen von anfälle ein. Zrrenanstalt. Auch bei ihm stellten sich seit geraumer Zeit KrampfAm Mittwoch sprang der junge Mensch aus dem Köpenick. Lehrern z. B. der Feierabend" angepriesen, wie für die Jung- Fenster des fünften Stockwerts auf den Hof, wo er tot liegen blieb. deutschlandbündler" geworben wird, dann müssen sie über das VorDer Schatz im Sofa. Eine überraschende Entdeckung machte Gefunden wurden in der Versammlung der Gewerkschafts- vorgestern der Wäschereibefizer V. gehen gegen die Arbeiterjugendbewegung sich ihre besondere Ge- funktionäre in der Neuen Welt am Mittwochabend ein Portemonnaie aus dem Nachlaß eines alten Geizhalfes für wenige Mark ein altes Bor etwa 20 Jahren hatte V. danken machen. Wir finden, daß die Fortbildungsschule, indem sie und ein Schirm. Die Eigentümer der verlorenen Gegenstände Sofa erstanden. Als dies gestern einer gründlichen Renovierung die Agitation" für die Arbeiterjugendbewegung zu unterdrücken können diese auf dem Bureau der Gewerkschaftskommission in unterzogen wurde, entdeckte man, im Innern verborgen, eine Leder sich bemüht, selber für sie die wirksamste Agitation treibt. Empfang nehmen. Auch Diskussionen, wie die zwischen Lehrer Berndt und seinen Schülern, sind nur geignet, aufffärend zu wirken. Fahren Sie nur so fort! Im Wissenschaftlichen Theater der Urania findet am Sonnabend die Erstaufführung des Vortrags um Hochfirn der Jungfrau" statt, der Herrn Walter Zicholte zum Verfasser hat und ausgestattet ist mit farbigen Lichtbildern, Panoramen und einer finematographischen Einleitung. Der Vortrag wird in der kommenden Woche Die juristische Sprechstunde fällt morgen Sonn- allabendlich zur Darstellung gelangen. abend, den 9. Mai, aus. Familientragödie in Wilmersdorf. In dem Hause Sächsische Straße 42 in Wilmersdorf hat der Ingenieur Großtortenhaus seine 19jährige Tochter Wilhelmine, seinen 13jährigen Sohn Willi und sich selbst mit 3yantali vergiftet. Der Grund zu der furchtbaren Tat ist in einer geistigen Störung des Ingenieurs zu suchen; G. ist infolge des vor kurzem erfolgten Todes seiner Frau schwermütig geworden. Vorortnachrichten. Charlottenburg. tasche, die in Pergamentpapier eingehüllt war. Die Tasche enthielt eine Anzahl von Tausendmarkscheinen, die sämtlich gut erhalten sind. Jedenfalls hatte der frühere Besizer aus Furcht vor Dieben den Schatz im Sofa versteckt. Neuenhagen( Ostbahn). Heute Gemeindevertreterwahl! Nachmittags von 4-7 Uhr findet die Ersatzwahl bei Fagerstern im Dorf statt. Wollen wir das Mandat behaupten, so muß jeder Genosse seine Pflicht tun. Jeder organisierte Arbeiter muß es als selbstverständlich halten, sein Wahlrecht aus zuüben und unseren Kandidaten, den Maurer Robert Schumann, wählen. Auch die nach auswärts verzogenen Wähler ersuchen wir, Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zu einem fleinen Gezur Wahl zu lommen. Die Gegner fordern in ihrem Fingblatt auf, pläntel zwischen Magistrat und Stadtverordneten fam es anläßlich 15 Minuten vor Wahlbeginn zu erscheinen, um das Bureau zu be der Vorlage betreffend die Entsendung von Vertretern zum Bierten sezen. Die Arbeiterschaft muß darum recht pünktlich erscheinen, um deutschen Städtetage in Köln. Von den fünf Bertretern, bie Hoffnung der Gegner zunichte zu machen. Von der Beſegung auf die Charlottenburg nach den neuen Saßungen Anspruch hat, hat Ueber die Tragödie erfahren wir folgende Einzelheiten: der Magistrat drei für sich in Anspruch genommen und seinen Be- des Bureaus hängt unter Umständen der Sieg ab. Auf zur Wahl! Seit Offern bewohnte der 42jährige Ingenieur Wilhelm Groß fritisierte Stadtverordneter Dr. Meyer diesen Beschluß, schluß bereits der Presse mitgeteilt. Im Namen aller Fraftionen Jeder an seinen Posten und der Sieg ist unser. fortenhaus mit seiner 19jährigen Tochter Wilhelmine und seinem fügte aber hinzu, daß er daraus er Friedrichshagen. feinen Streitfall machen 13jährigen Sohn Willi in dem Hause Sächsische Straße 42 im wolle. Früher sei bei einer ungeraden Zahl stets den StadtDie Feier ihres 25jährigen Bestehens feiert am Sonnabend, linken Flügel des Gartenhauses eine aus drei Zimmern bestehende verordneten eine stärkere Vertretung eingeräumt worden, als dem den 9. Mai, die Allgemeine Kranken- und Sterbefasse der MetallWohnung. Vor wenigen Monaten war Frau Großkortenhaus ge- Magistrat. Das hätte man auch diesmal erwarten fönnen. Ober- arbeiter( V. a. G. Hamburg), Filiale Friedrichshagen, in Conrads storben und der Verlust der Lebensgefährtin ging dem Ingenieur bürgermeister Scholz entschuldigte das Verhalten des Magistrate Festsälen, Friedrichstr. 137. so zu Herzen, daß er in Schwermut verfiel, aus der er sich trotz damit, daß auf der Tagesordnung des Städtetages diesmal Fragen Nowawes. der liebevollen Pflege der Kinder und des gütlichen Zuredens seiner stehen, die die Verwaltung besonders interessieren. Hierauf delegierte Freunde und Bekannten nicht emporzuraffen vermochte. In der Mitgliedern noch die Stadtverordneten Hirsch, Dr. Liepmann schule( für Mädchen), wo infolge der hohen Aufnahmeziffer zu Ostern die Versammlung außer den beiden Vorstehern als stimmberechtigten Die Einrichtung einer fliegenden Klasse in der vierten Gemeinde letzten Zeit verschlechterte sich das Befinden des Ingenieurs, so und Otto als Zuhörer nach Köln. in den zwei Aufnahmeklassen zusammen 136 Kinder überzählig find, daß das unstete Wesen des G. allen Bekannten auffiel. Groß- Zum Brandenburgischen Städtetag, der am 25. illustriert recht treffend die von bürgerlicher Seite so oft betonte, Kortenhaus äußerte wiederholt Selbstmordgedanken und ließ sich und 26. Mai in Guben tagt, wurden die Stadtverordneten Jolen von dem Gemeindevertreter Nathan noch in der letzten Sigung der auch durch seine Freunde nicht davon abbringen. In der lezten berg, Dr. Hubatsch, Scharrnberg( Soz.) und Dr. Stadt- Gemeindevertretung start unterstrichene Mustergültigkeit der örtlichen Woche erklärte G. seinen beiden Kindern, daß es wohl das beste ha gen entfandt. Boltsschulverhältnisse. Gleichzeitig wird damit aber weiter be wäre, wenn sie alle der Mutter in den Tod nachfolgten, da er aus Im übrigen erledigte die Versammlung schnell hintereinander wiesen, daß die finanzielle Lage der Gemeinde doch nicht so„ tern Gram über den Verlust seiner Frau wahnsinnig zu werden be- meist debattelos eine Reihe von Vorlagen, darunter die betreffend gesund" ist, wie sie im Gegensatz zu der Auffassung der sozialdemo fürchte. Bergeblich war die Intervention des Hausarztes, der dem straße, die einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen wurde. sonst hätte man sich wohl längst für einen Schulhausneubau ents Erweiterung der Volksbadeanstalt in der Krumme- fratischen Fraktion im Gemeindeparlament dargestellt wurde, denn G. dringend zuredete, eine Reise zu machen, um Ablenkung von Gleichfalls an einen Ausschuß ging die Borlage betreffend Alende- fchieden, anstatt zu dem zweifelhaften Mittel der Einrichtung flies seinen trüben Gedanken zu finden und ihm sichere Heilung in Aus- rungen im höheren Schulwesen. Es handelt sich darum, daß mit gender Klassen zu greifen. Bei der einen Klasse kann es ja nicht sicht stellte. Großkortenhaus wußte sich Zyankali zu verschaffen und Rüdsicht darauf, daß der Diten Charlottenburgs immer mehr zur Ge- bleiben, denn auch die Klaffen der Mädchenschule in der Auguststraße führte bereits am Dienstag die Tat aus. Offenbar hat er zunächst schäftsgegend wird und an Einwohnern verliert, auch die Zahl der haben nach Mitteilung des Rektors die Höchftfrequenz bald erreicht. die Tochter mit Chloroform betäubt und ihr dann das in Wasser Schüler des dort gelegenen Mommsengymnasiums zurückgeht. In Da aber eine weitere Vermehrung der fliegenden Klassen weder im aufgelöste Zyantali eingeflößt. Nachdem der Tod des Mädchens folgedessen sollen die drei Michaelisvorschulklassen eingehen und Interesse eines geordneten Unterrichts noch in dem der Steuerzahler eingetreten war, legte G. die Leiche auf das Bett in dem Zimmer später als Osterklassen an der Leibniz- Oberrealschule wieder eröffnet liegt, so wird die Gemeinde vielleicht noch in diesem Jahre zum seiner Tochter, verschloß die Stube und steckte den Schlüssel zu werden. Bau eines neuen Schulgebäudes sich entschließen müssen. sich. Am Mittwoch blieb der Ingenieur dem Dienste fern und er- gestaltung des Wittenbergplazes unter Beibehaltung des WochenAngenommen wurde die Vorlage, die eine gärtnerische Aus Nowawes, Drewvih. wartete zu Hause seinen Sohn, der gegen 2 Uhr aus der Schule marktes vorsieht. tam. Auf die Frage des Knaben nach der Schwester antwortete der Vater, daß sie der Mutter bereits in den Tod gefolgt sei, und burger Chaussee ereignet. Ein schwerer Automobilunfall hat sich gestern auf der CharlottenDort wurde der 17jährige Radfahrer daß nun auch sie beide in den Tod gehen wollten. Ohne Wider- Willi Heiden von einem Geschäftsauto angefahren. Beim Sturz streben irank der Junge, der neit großer Liebe an seinem Vater von der Maschine erlitt er eine schwere Verlegung des Kniegelenkes hing, die ihm dargebotene Giftlösung und war bald eine Leiche. und einen Unterichenfelbruch und mußte, nachdem ihm auf der Das tote Kind bettete der Vater sorglich auf und begab sich dann nächsten Unfallstation Notverbände angelegt worden waren, nach in eine Blumenhandlung am Hohenzollerndamm und kaufte dort dem Strankenhause Westend geschafft werden. Flieder, Maiglödchen und andere Frühlingsblumen, mit denen er In dem Bericht über die Generalversammlung des Wahlvereins die Totenlager seiner Kinder schmückte. Dann schrieb G. einen ist der Bildungs- und Jugendausschuß nicht vollständig angegeben. Brief an die Schöneberger Kriminalpolizei, worin er mitteilte, Außer den Genannten gehört ihm der Genosse Zempelburg an. daß man am Donnerstag früh ihn und seine beiden Kinder tot Panktis. Zweds Zusammenschluffes sämtlicher Arbeiter- Sport- und Gefang vereine zu einem Sportkartell findet am Sonntag, den 10. Mai, nachmittags 2 Uhr, im Wolfgrammschen Lokal, Friedrich-, Ede Wilhelmstraße, eine Bersammlung für sämtliche Mitglieder der frag lichen Vereine statt. Das Referat hierzu hat der Vorsitzende des Kartellverbandes Groß- Berlin übernommen. straße 6. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Weißensee. Freitagnachmittag 5 Uhr im Rathause, Albertinen Diese Sihungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. auffinden werde und in dem er den Beweggrund seiner Tat dar= leber die Einsprüche gegen die Gültigkeit der bürgerlichen Tegte. Kriminalkommissar Schmidt benachrichtigte sofort das zu- Mandate Marchand und Steck soll in der heutigen Gemeinde- Allgemeine Kranken: und Sterbefasse der Metallarbeiter. ständige Polizeirevier, das gestern früh zwei Beamte nach der vertretersizung entschieden werden. Der Gemeindevorsteher hat in-( B. a. G.), Hamburg. Filiale Baumschulen weg. Den MilSächsischen Straße 42 entsandte. Nach Oeffnung der verschlossenen zwischen alles Material zusammengetragen, um die Einsprüche ab- den 9. Mai, abends 8% Uhr, eine Mitgliederversammlung im Lotal von gliedern, welche in Treptow wohnen, zur Kenntnis, bag am Sonnabend, Wohnung fand man die drei Zeichen, die beschlagnahmt und nach zuwehren. Er hat seinen Getreuen mitgeteilt, daß auch eine un- Wolfram, Elsenstr. 101, Ede Stiefholzstraße, stattfindet. Es wird dort auch dem Schauhause gebracht wurden. Der ärztliche Befund ergab, zulässige Wahlbeeinflussung unerheblich ist, wenn sie bei den befaffiert. daß der Tod des Mädchens bereits am Dienstag abend eingetreten treffenden Wählern mit Rücksicht auf deren Charaktereigenschaften jein muß. nicht die beabsichtigte Wirkung haben kann oder doch tatsächlich des fönigl. Polizeipräsidiums. Mais( mixed), Natal 00,00-00,00, Donau Marktpreise von Berlin am 6. Mai 1914, nach Ermittelungen nicht gehabt hat". Der Einwohnerschaft ist nämlich bekannt, daß der 0,00-0,00. Mais( runder), gute Sorte 15,10-15,30. Gemeindevorsteher selbst der eigentliche Wahlmacher der Kandidaturen eu 7,50-8,80. Richtstroh 0,00. Selbstmord in der Gefängniszelle. Marchand und Sted gewesen ist; sie weiß auch, daß der GemeindeMartigallenpreise. 100 Stilogr. Erbjen, gelbe, zum Kochen Jm Strafgefängnis in Tegel hat der dort inhaftierte Kauf- ichöffe Pein sich Papierstimmen mit dem Versprechen einer Gegen- Startoffeln( Kleinbbl.) 4,00-7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 34,00-50,00. Sbeisebohnen, weiße 35,00-60,00. Rinien 40,00-80,00. mann Z., der eine längere Gefängnisstrafe zu verbüßen hatte, sich leistung verschafft hat. Die Gemeindevertreter werden also zu 0,00-0,00. Rindfleisch, Bauchfleisch 0,00 0,00. Schweinefleisch 0,00 0,00. Mittwochnachmittag in feiner Zelle erhängt. hatte sich notdürftig einen Strid angefertigt und sich am Fenster- Weise erworbenen Stimmen zustande gekommen ist, für gültig 1,60-3,20. Der Lebensmüde entscheiden haben, ob sie eine Wahl, die mit Hilfe der auf diese Stalbfleisch 0,00-0,00. Hammelfleisch 0,00-0,00. 60 Stüd Eier 3,00-4,80. Butter 2,40-3,00. 1 Kilogramm Starpfen 1,20-2,20. gitter erhängt. erklären wollen. Bander 1,00-3,40. Hechte 1,40-2,80. Barte 1,00-2,20. Schleie 1,40-3,20. Bleie 0,80-1,60. 60 Stüd rebie 3,50-24.00. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Aale Si Die Ab dem cliste tung gung fid 111 ber mer eitig da eine die und rige des urde Tod inte eine hrer virt дац rlin -Бан Did bei. bier Die g ten, ben. adys ung 3. Dors 914 che dite V. tes ing ers ielt nd. Den det dat erte 113 11, vir, uf be um ang 511 9999 Des rit d. te, Det en Se20% its iecht ge ht. im Zer ESE g ai, fe es MU e ent Ed Edd 0. t 0. le 0. 0. Te 0. Br. 124. 31. Jahrgang. Reichstag. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 251. Sigung. Donnerstag, den 7. Mai, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: Kühn, Kraette. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des von Abgeordneten aller Parteien unterschriebenen Antrages Sped ( 3.), wonach die Aufwandsentschädigungen unpfändbar gemacht werden sollen, die an Familien gewährt werden sollen, die zwei oder mehr Söhne im Heere, der Marine oder den Schutztruppen haben. Abg. Speck( 8.) begründet den Antrag mit dem Hinweis darauf, daß diese Aufwands entschädigungen tatsächlich in mehreren Fällen gepfändet worden jeten, was sicherlich nicht der Absicht bei Schaffung dieser Entjchädigungen entspreche. genommen. Es folgt die zweite Beratung der Ergänzung des Besoldungsgesehes. Reichsschatzsekretär Kühn: Ich habe namens der Verbündeten Regierungen die schon in Kommission abgegebene Erklärung zu wiederholen, daß wenn der Reichstag dem Entwurf in der Form zustimmen sollte, wie er die Kommission verlassen hat, die Regierungen dem Entwurf jehr die Genehmigung versagen gu freitag, 8. Mai 1914. Vertreter der Reichseisenbahnverwaltung hat das in der Kom- Millionen Mark mehr oder weniger nicht an.( Sehr wahr! bei den mission bestätigen müssen und hat hinzugefügt, daß der Zuschuß Sozialdemokraten.) Hier aber, wo es sich um eine verhältnismäßig damals notwendig gewesen sei, um Einkommensverminderungen zu geringfügige Aufwendung für einen durchaus gerechtfertigten vermeiden, was mit der Gehaltsaufbesserung allein nicht hätte er fozialen 3 wed handelt, knüpft die Regierung ihre Taschen zu reicht werden können. Nach der jetzigen Vorlage soll nun dieser und weist den Unterbeamten die Tür. Dies durchaus ungerechtZuschuß fünftig in Höhe der vorgesehenen Gehaltsaufbesserung to eg fertigte Berhalten der Regierung, das sachlich ohne jede Unterlage fallen. Die Folge würde sein, daß die Unterbeamten, bei denen ist, kann uns nur bekräftigen, auf unserem Standpunkt zu beharren. der Zuschuß 120 M. beträgt, die Gehaltsaufbesserung aber nur Wir stimmen daher den Kommissionsbeschlüssen zu.( Rebbafter Bei 100 M., teinerlei Einkommensverbesserung erfahren fall bei den Sozialdemokraten.) würden. In der Kommission ist es uns gelungen, durch Streichung Abg. Naden( 3.): des§ 5 der Vorlage die Aufrechnung des Zuschusses auf die Gehaltserhöhung zu beseitigen, so daß den Unterbeamten Troy der schönen Worte des Schatziekretärs find wir nicht in der Reichseisenbahnen nun tatsächlich die in Aussicht gestellte der Lage, der Vorlage zuzustimmen ohne die Aenderungen, Gehaltsaufbesserung auch zuteil werden soll. Die Fassung der Re- die die Kommission angebracht hat. Wir sind nicht gewillt, die gierungsvorlage war in diesem Punkte um so ungeheuerlicher, Novelle zu verabschieden, ohne daß den bescheidenen Wünschen der als nach ihr die höheren Beamten ihre sehr viel höheren Zu- gehobenen Unterbeamten und Postbeamten Rechnung getragen wird. schüsse auch fünftig unverkürzt weiter beziehen sollten, nur den wirt- Wir haben in maßvoller Weise alle weitgehenden Wünsche zurüc schaftlich Schwachen, den unteren und mittleren Beamten, sollte er gestellt. Um so überraschender ist es, daß der Bundesrat dem ein= gegen die Gehaltsaufbesserung aufgerechnet werden.( hört! mütigen Wunsch des Reichstags ablehnend gegenübersteht. Die Diskussion schließt. Der Entwurf wird sofort in zweiter Lesung debattelos an- hört!) Die Kommission hat schließlich einstimmig unserem Antrag Wir bedauern das Vorgehen des Bundesrats auch wegen seiner auf Streichung dieses§ 5 zugestimmt, und ich hoffe, daß das Haus Konsequenzen. Das Verhalten des Bundesrats muß eine tiefgehende diesem Beschluß folgen wird. Mißstimmung in den weitesten Kreisen der Beamten auslösen.( Sehr richtig!) Auch im Reichstag muß das Verhalten des Bundesrats eine Ein weiterer großer Mangel der Vorlage war die Tatsache, daß die gehobenen Unterbeamten der Reich 3- Golge haben. Es ist diesmal gelungen, alle bürgerlichen Parteien zu maßvollem Vorgehen zu einigen. Es erscheint fraglich, ob eine postverwaltung überhaupt nicht berücksichtigt werden sollten, solche Einigung auch in Zukunft noch möglich sein wird. Destrogdem 1911 und 1912 der Neichstag einstimmig ihre Besserhalb hoffe ich, daß im nächsten Jahre die Regierung den Wünschen, stellung verlangt hat. Die Oberfchaffner der Reichspostverwaltung die sie heute ablehnt, nachkommen wird, denn die heute geschaffene verrichten fast durchweg Dienstleistungen, die früher von den Lage ist unhaltbar. Dem Schatzsekretär, der uns zur Nachgiebigkeit Beamten der ffiftententiaise ausgeführt wurden. Ein Unter- aufruft, entgegne ich: Arzt, heile dich selbst.( Bravo! im Zentrum.) schied in der Dienstleistung besteht in der Hauptsache nur darin, daß die gehobenen Unterbeamten wöchentlich eine DienstAbg. Bassermann( nail.): Auch ich muß bekennen, daß die Beschlüsse der Budgetkommiffion müssen. In der Kommission sagte man, das würde ein Scheitern des Leistung von zehn Stunden mehr zu verrichten haben, als Diese gehobenen Dienststellen sind die sehr maßvolt sind. Ueber einen unbequemen Reichs Entwurfes bedeuten und eine weitgehende Mißstimmung unter den die mittleren Beamten. Beamten hervorrufen, für die die Verantwortung die Regierungen einzige Beförderungsmöglichkeit für die Beamten der Reichspost- tag fann die Regierung gewiß nicht flagen, erft fürzlich wieder, treffen würde.( Rebhaftes Sehr richtig!) Db dieses Sehr richtig! verwaltung eine wesentliche wirtschaftliche Besserstellung ist aber beim Spionagegesez und bei der Konkurrenztlausel, hat er gezeigt, draußen im Lande einen Wiederhall finden wird, ist mir heute mit dieser Beförderung nicht mehr verbunden, trotzdem die daß er weiß, daß das politische Leben aus Kompromissen beBeförderung in der Regel erst nach einer Dienstzeit von 20 bis steht. Im vorigen Jahre hat die Regierung ihre Deckungsvorlage zweifelhaft. Trop der schweren Bedenken gegen schnell aufeinander folgende Aenderungen des Besoldungsgesetzes hat 25 Jahren stattfindet. War früher schon die Besserstellung außer sich weitgehend umgestalten lassen. Hier aber, bei einer viel weniger die Regierung der im vorigen Jahre vom Reichstag beschlossenen ordentlich bescheiden, so ist sie bei der im vergangenen Jahre wichtigen Vorlage nimmt sie einen intransigenten Standpunkt ein. Aenderung ihre Zustimmung gegeben und in weiterer Konsequenz erfolgten Erhöhung der Schaffnergehälter heute fast ohne jede wirt- Es ist doch ein hochpolitischer Vorgang, daß der geder vorjahrigen Beschlüsse eine neue Vorlage eingebracht, in der schaftliche Bedeutung. In der Praxis vollzieht sich die Beförderung famte Reichstag den Wünschen der Regierung in etwas erweiterter gleichzeitig auch die Verhältnisse der Dedoffiziere nach einem in der Regel so, daß es sich dabei um Einkommensverbesserungen Form entgegenkommen will, daß dem ein stummes Rein" entWunsche des Reichstage neu geregelt werden sollen. Eine tief- bon 20, 40, 50, und in ganz seltenen Fällen von 80 M. jährlich gegengesetzt wird, verstehe ich nicht. Ein solches„ Nein" gegen einen gehende Meinungsverschiedenheit zwischen der Regierung und handelt. Das Höchstgehalt von 2100 M. ist eigentlich nur Blend- derartigen einmütigen Wunsch des Reichstages" dürfte auch noch dem Reichstag besteht daß der Reichstag wert; es wird erst nach einer 18 jährigen Aufrückungsfrist gewährt, niemals vorgekommen sein. Die Regierung sollte es sich doch noch einmal mur darüber, noch weitere Beamtengruppen bedenken wünscht. so daß nur selten Beamte in die Lage kommen, das Höchstgehalt zu überlegen, ehe sie die Verbitterung und Berstimmung unter den erreichen. Also die gehobenen Dienststellen können heute weniger Beamten eintreten läßt, für die die volle Verantwortung auf sie Eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit ist auch das nicht, fällt.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) denn die Regierung hat nie erklärt, daß sie der Besserung als eine Beförderungsstelle, sondern vielmehr als weiterer Beamtengruppen im Prinzip entgegensteht, nur zurzeit eine Ausbeutungssteigerung der Unterbeamten Abg. Dr. Dertel( f.): tönne fie nicht auf die Anregungen des Reichstages eingehen. Jede Die Zustimmung zu den Beschlüssen der Budgetkommission Blenderung des Besoldungsgefeges zieht ja weite Konsequenzen nicht bezeichnet werden. Eine Besserstellung dieser Beamten ist daher nur für das Reich, sondern auch für die einzelnen Bundesstaaten dringend geboten und steht auch in unabweisbarem Busaminenhang wurde uns erleichtert durch die feste Ueberzeugung, daß wir nur sehr und Kommunen nach sich. Ich kann vollkommen verstehen, daß der mit der im Vorjahre erfolgten Aenderung des Besoldungsgesetzes. Maßvolles forderten, und daß unsere Forderungen in unmittelbarent Reichstag noch weitere Beamtenklassen zu bedenken wünscht. Auch Nach den Beschlüssen der Kommission soll das Gehalt der Gehobenen Busammenhange stehen mit der vorjährigen Vorlage. Damals die Regierung wünscht sie, sie läßt sich in der Fürsorge für die auf 1500 bis 2500 M. erhöht werden, und die Aufrückungsfrist auf wünschte ich die Besserstellung der Landbriefträger, der gehobenen 15 Jahre herabgesetzt werden. Diese überaus bescheidenen Unterbeamten bei der Post- und Telegraphenverwaltung und Beamten bon höheren Postbeamten. Die Vorlage erfüllt nur den einem Vorschlag an Sie herantreten, sobald die Vorarbeiten Beschlüsse der Kommission, die weit hinter dem zurüd- ber bleiben, was die Beamten gefordert haben, haben nun die Re- ersten Wunsch; da war es nur logisch, daß wir die erledigt sind, und die Möglichkeit der Durchführung beweil die in gierung veranlaßt, sie zum springenden Punkt der Vorlage zu anderen Wünsche wieder vorbrachten, und ich danke den steht. Ich fann aber nicht verstehen, daß, der Vorlage nicht genannten Beamtentlassen unberüdfichtigt bleiben machen. Der Staatssekretär hat nicht zu bestreiten vermocht, daß übrigen bürgerlichen Parteien, daß sie sich, wohl mit Rüd die Verhältnisse in der Oberschaffnerklasse unhaltbar geworden sind. ficht auf uns, auf diese Wünsche beschränkten. Das Scheitern der follen, nun auch die anderen in der Vorlage genannten nicht auf Er hat nur abgelehnt, daß zurzeit eine Befferstellung erfolgen soll. Vorlage muß die Beamten, die unser Antrag bedenken wollte, auf 3 gebessert werden sollen. Warum sollen, weil die gehobenen Unters beamten nicht aufgebessert werden, deshalb auch die Landbriefträger Ja, meine Herren, sollen wir uns denn jedes Jahr mit einer Bestiefste verstimmen. Ist es nun wirklich das kleinere Uebel, nichts bekommen, warum sollen, wenn man sich über die Eisenbahn- oldungsnovelle beschäftigen. Wenn der Reichstag entschlossen ist, nun auch den Beamten nichts zu geben, die die Vorlage der Negehälter in Elfah- Lothringen fich nicht einigen laun, auch die Be- diese Besoldungsänderungen vorzunehmen und die Regierung gierung bedenken will? Werden sie das nicht als eine Schädigung tann, selbst nicht bestreiten Besserstellung der empfinden? Also auch wir tragen einen Teil der Schuld an der zugsverhältnisse der Deckoffiziere bis ins Ungewisse hinaus nicht geGehobenen notwendig ift, bann ist unbegreiflich, unter den Beamten entstehenden Mißftimmung. Ich bin zum regelt werden. Deshalb richte ich die dringende Bitte an Gie, Jhren ablehnenden Stadpunkt aufzugeben und dem Entwurf, warum Sie den Kommissionsbeschlüssen Ihr Unannehmbar gegen- Il mfallen nicht geneigt und wohl auch nicht geeignet. wie er Ihnen von der Regierung unterbreitet worden ist, zuzu- missions beslisse. Wenn wir unsere weitergehenden For- Lesung noch zu einer Berständigung kommen wird. Den überstellen. Wir bleiben auf dem Boden der kom( Seiterfeit.) Ich hoffe aber, daß es zwischen der zweiten und dritten ftimmen. berungen zurückgestellt haben, so nur, weil wir eine möglichst ein guten Willen dazu stelle ich in Aussicht.( Bravo! rechts.) Abg. Ebert( Soz.): mütige Stellungnahme des Reichstages herbeiführen wollen. Ich muß namens meiner Parteifreunde erklären, daß die vorliegenden Sommissionsbeschlüsse das allermindeste und allerdringendste sind, was den Unterbeamten gewährt werden muß. Gin Nachgeben, ein Zurückweichen von diesen Beschlüssen ist für uns völlig ausgeschlossen und unmöglich.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Wenn nun der Bundesrat trotz dieser Selbst beschränkung des Reichstags sich ablehnend verhält, so ist dabei wohl mehr feine allgemeine Stellung gegen diesen Reichstag entIch wiederhole noch einmal: Jm Prinzip hat die Regierung scheidend gewesen, die wir in letzter Zeit bei einer ganzen Anzahl niemals Einwendungen gegen eine Besserstellung der gehobenen von Vorlagen erleben mußten.( Sehr richtig!) Da ist es fehr Unterbeamten erhoben. Aber die fachlichen Erwägungen, wie weit charakteristisch, daß der Reichsschatzsekretär in der ersten Lesung der auch andere Beamtentlassen aufgebessert werden müssen, erfordern Stommission erklären konnte: die Regierung werde jede Aenderung eine I ängere Zeit. Durch diese Erklärung ist wohl eine Grundber Borlage, die von materieller Bedeutung sei, ablehnen. Es ist lage für eine Verständigung gegeben. ganz unverblümt der Standpunkt: Vogel, friß oder stirb! wird mit niemand übertreffen und Nach der Erklärung des Staatssekretärs scheint das Schicksal der Besoldungsnovelle besiegelt zu sein. Ich halte es aber troydem oder gerade deshalb für notwendig, die Stellung meiner Freunde wenigstens zu den entscheidenden Puntien der Vorlage noch einmal furz zu präzisieren. Der Staatssekretär hat ausgeführt, daß es unzwedmäßig sei, wenn der Reichstag sich in so schneller Folge wie bisher mit Besoldungsänderungen zu befassen habe. Es ist richtig, daß der vorliegende Entwurf die dritte Novelle zur Besoldungsordnung ist. Für diesen Vorgang ist aber vor allem die Reichsregierung selbst verantwortlich = daß eine es Reichsschatzsekretär Kühn: Herr Baffermann wies darauf hin, daß die Regierung 1913 die Deckungsvorlage weitgehend ummodeln ließ. Die Regierung mußte damals nachgeben, weil sonst die ganze große Vorlage gescheitert wäre; heute dagegen scheitert die Vorlage, wenn der Neichstag es nicht über sich gewinnt, sich auf den Standpunkt der Regierung zu stellen.( Große Heiterfeit.) Abg. Kopsch( Vp.): zu machen.( Sehr richtig!) Der Vorgang ist verschuldet durch die durchaus unzulängliche Regelung der Besoldungsreform von 1909. ( Sehr richtig!) Wenn damals den berechtigten Wünschen der Beamten, insbesondere der Unterbeamten, nur einigermaßen Rechnung getragen worden wäre, dann wäre die vorjährige und auch die Der Widerspruch zwischen der Haltung der Regierung bei der diesjährige Besoldungsnovelle überflüssig gewesen.( Sehr richtig!)( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wo bleibt da noch die Die Regierung gibt Die 1909 vom Reichstag in Aussicht genommenen Gehaltsaufbeffe verfassungsrechtliche Stellung des deutschen Reichstags? Wie Dedungsvorlage und heute ist verständlich. rungen waren taum hoch genug, um das Manto au lange will sich der Reichstag eine solche Behandlung von der nach, wenn es sich um Einnahmen handelt. Sie nimmt eben Iaffen! noch gefallen zugleichen, das sich infolge der Zoll- und Steuerpolitit des Regierung das Geld, von wo sie es bekommen fann, namentlich wenn es für ( Sehr gut bei Die Taktik des Bundesrats wächst das Heer bestimmt ist. Dagegen bleibt die Regierung fest, wenn Reichs in den Etats der Beamten ergab.( Sehr wahr! bei den den Sozialdemokraten.) Sozialdemokraten.) Troydem hat die Regierung nicht geruht, und sich geradezu zu einem System aus, das darauf hinausläuft, es fich um Ausgaben handelt.( Sehr richtig! links.) Daß wir es ist ihr im legten Augenblick auch gelungen, die Mehrheit des den Reichstag völlig auszuschalten. Es ist Pflicht des Reichstage, bei unseren magvollen Forderungen nicht nachgeben werden, ist Reichstags umzustimmen und die Beamten wieder zu enttäuschen. dafür zu sorgen, daß diefer unwürdige Zustand endlich ein selbstverständlich. Besteht die Regierung auf ihrem Unannehmbar", so trägt sie die Schuld an der unter den Beamten entstehenden MißSeitdem find die Ausgaben für den Lebensunterhalt noch erheb- Ende hat.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) lich mehr gestiegen, alles ispricht sogar dafür, daß man mit Finanzielle Bedenken fönnen für die Haltung des Bundesrats ſtimmung.( Bravo! bei der Boltspartei.) einer dauernden Teuerung in den Lebensverhältnissen rechnen muß. nicht entscheidend gewesen sein, denn dazu ist das Objekt angesichts Jedenfalls ist kein Anlaß vorhanden, für die nächste Zeit mit einem der 500 Millionen Ueberschüsse der Reichspostverwaltung denn doch Weitere Konsequenzen für andere Sinken der Preise zu rechnen. Wenn nun der Reichstag verlangt, zu gering. Reichsbeamte soweit gehen, daß Wenn es Preußen Abg. Schult( Rp.): 21 Die Entscheidung der Frage, wer an dem Scheitern der Vors lage schuld hat, mußt den Beamten gar nichts. Herr Dertel hat Abg. Dr. Weill( Soz.): daß den Beamten das gegeben werden soll, was ihnen 1909 vor- fönnen aus den Beschlüssen der Kommission auch nicht ge aber im zweiten Teil seiner Rede gewisse Eventualitäten für eine enthalten wurde, so ist das eben nur ein Aft dringender folgert werden, und soll schließlich die Rüdsicht auf Verständigung mit einer Geschidlichkeit angedeutet, tie man fie Notwendigkeit. Für die Beamten der Postschaffner- und Post- Preußen daß die preußische Regierung sonst nur beim Zentrum hört.( Seiterfeit.) Ich hoffe bestimmt, affiftententlasse ist es im vorigen Jahre durch entschiedenes Bor- dem Reichstag seine Beschlüsse diktiert? gehen des Reichstages erreicht worden, mit der jegigen Vorlage soll an dem nötigen sozialen Verständnis, an dem nötigen Pflichtgefüht daß sich bis zur dritten Lesung eine Berständigung wird finden die notwendige Folgerung für die übrigen dabei in Betracht gegenüber seinen Beamten fehlen läßt, dann kann doch nicht der fassen.( Bravo! rechts.) tommenden Beamten gezogen werden. Meine politischen Freunde Reichstag gezwungen sein, in denselben Fehler zu verfallen. In der Abg. Dr. Haegh( Els.) und Abg. Werner- Hersfeld( deutsch- völl.) waren von vornherein bereit, sich mit ihren Forderungen in diesem Kommission hat übrigens ein Vertreter der preußischen Regierung treten für die Kommissionsbeschlüsse ein. Rahmen zu halten. Wir haben uns dazu entschlossen, trotzdem eine felbst zugeben müssen, daß es in Preußen eine ähnliche Beamtengroße Anzahl weitergehender, wohlbegründeter und durchaus be- gruppe wie die gehobenen Unterbeamten des Reichs überhaupt Der§ 5, der den Reichseisenbahnbeamten die Zulage nimmt rechtigter Wünsche der Beamten vorgelegen haben. Aber selbst diesem nicht gibt, daß alle gehobenen Unterbeamten in Preußen die engbegrenzten Rahmen, diesen bescheidenen Forderungen genügte Möglichkeit haben, in höhere Stellen aufzurüden. Bei der ist von der Kommission einstimmig gestrichen worden. Ich hoffe die jetzige Vorlage in feiner Weise. Sie ist zwar ein umfang Neichspostverwaltung ist bekanntlich die gehobene Dienststelle der daß das auch im Bienum geschieht. Freilich laffen die Ausführungen reiches Aftenstüd, aber was sie an Besserungen für die Beamten l bschluß der Laufbahn des Unterbeamten. Also eine Schluß der Herren Dertel und Schult befürchten, daß der§ 5 einer bringt, ist so überaus dürftig und gering, daß sie überall folgerung auf Preußen kann gar nicht gezogen werden.( Präsident Berständigung zuliebe geopfert werden soll. Für meine Fraktion Saempf rügt nachträglich die Bemerkung, daß es Preußen an fann ich das unerschütterliche Festhalten an den und besonders in den Kreisen der Unterbeamten Pflichtgefühl gegenüber seinen Beamten fehle. Lachen bei den eommissions befolüffen um so mehr in Aussicht stellen, als der Reichstag eine außerordentliche Bescheidenheit und Mäßigung hervorrufen mußte. Nach der Vorlage sollen die untersten Klaffen Sozialdemokraten.) Die Kommissionsbeschlüsse sind nach jeder Nichtung sorgfältig bewiefen hat. Wenn die Regierung einen festen und nachhaltigen bis zum Höchstgehalt von 1700 M. un 100 W. aufgebessert werden. geprüft und durchaus gerecht. Läßt die Regierung frogdem die Be Willen des Reichstages erlebt, so wird sie nachgeben.( Bravo! bei Es handelt sich dabei hauptsächlich um Beamte der Reichseifen- geprüft bahnen und um die Beamten der Sandbriefträgerklasse, die ein An- folbungsvorlage an diesen Beschlüssen scheitern, dann fegt sie ihre ben Sozialdemokraten.) Die Debatte schließt. Die Vorlage wird nach den Be von jährlich lage vorgesehene angebliche Besserstellung der Beamten der fagte, die Regierung lasse sich in ihrer Fürsorge für ihre Beamten schlüssen der Kommission einstimmig angenommen. fangsgehalt von jährlich 1100 W. beziehen. Aber die in der Vor- Beamtenfreundlichkeit selbst in das richtige Licht. Der Schazsekretär Hierauf wird fortgefahren in der Beratung des Militäretats. bittere Enttäuschung bon niemand übertreffen. An schönen und billigen Redensarten Reich seisenbahnen ist eigentlich nur eine Fittion.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In Wirklichkeit sollen sie nach der Vorfage auch nicht einen roten Heller Ginkommen mehr für die Beamten hat es die Regierung allerdings nie fehlen lassen. eralten als bisher. Diese Beamten der Reichseisenbahnen haben Jegt aber, wo es sich darum handelt, den wirtschaftlich hart benámlich seit Jahren einen nichtpensionsfähigen Zuschuß bezogen. drängten Unterbeamten tatsächlich hilfe zu leisten, die Worte Dieser Buschuß ist 1909 bei der Regelung der Wohnungsgeldzuschüsse in die Tat umzusetzen, da versagt die Regierung.( Sehr ganz ausbrüdlich als Ausgleich in Rechnung gestellt worden und wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn es sich um Forderungen sich gegen meine Ausführungen über das Stuttgarter Protokoll ge Der für den Militarismus handelt, kommt es auf einige Dugend wandt. Ich stelle fest, daß ich ihn mit teinem Borte erwähnt habe, zwar auf ausdrückliche Befürwortung der Regierung hin. Kriegsminister v. Falkenhayn: Am Schluß der gestrigen Sigung hat der Abg. Siebfnet 4 Dabei veil ich gar nicht wußte, daß er in Stuttgart zugegen gewesen ist Offizier, der sich an einem Soldaten vergreift, beweift bobenloser@ oldalen. Ein anderer General, v. Rraf, macht sich anders und dort fogar eine Hauptrolle gespielt hat. Mittlerweile habe ich Feigheit, denn der Soldat fann sich nicht mehren.( Sehr richtig! bemerkbar durch seinen Angriff auf die bayerische Armee, den er heute früh mir mit einiger Mühe den offiziellen Bericht über bei den Sozialdemokraten.) Wie verträgt sich das mit dem an- freilich nachher nicht gemacht haben wollte. General Keim hat den die 1. Internationale Konferenz der Jugendorganisationen, der sonst geblich höher gespannten Ehrgefühl der Offiziere? 3u unserer Reichstag eine gemischte Gesellschaft genannt. aus dem Buchhandel zurückgezogen ist, verschaffen können. In Kenntnis fommen ja nur die Fälle von Mißhandlungen, die den wollte er selbst hinein; er kandidierte bei den letzten Wahlen diesem Bericht sind folgende Punkte dessen, was ich gestern gesagt Gegenstand gerichtlicher Verhandlung bilden. Wir erleben es aber in Hannover und sagte in einer Wahlrede, er fühle sich eng verhabe, enthalten:" Das wesentliche Ziel der antimilitaristischen Pro- vielfach, daß entlassene Soldaten hinterher Anzeige erstatten, und bunden mit Hannover, denn er habe früher ein hannoverpaganda ist Zermürbung und Zersegung des militaristischen dann kommt heraus, daß bei dem Truppenteil jahrelang iches Pferd geritten.( Schallende Heiterkeit.) Bei ihren Geistes. Der denkbar größte taktische Fehler ist es, die für den systematisch mißhandelt worden ist. Wenn wir diese Fälle Zeitungsartikeln sehen die Herren ihren Generalstitel bei. Dr Militarismus unzuverlässigen Elemente, die zur Desorganisation vorbringen, so wollen wir damit nicht die Armee herabsehen, unbefangene Leser glaubt dann an eine große Persönlichkeit, wie beitragen, von der Armee fernzuhalten, wodurch deren Gefährlichkeit sondern auf die schwachen Stellen des Militarismus hinweisen, und Moltte, Roon, Blumenthal. Aber es gibt General:, dic vermehrt wird.( hört! hört! rechts.) Sorgen Sie dafür, daß die vor allem für die Söhne des Volkes eintreten, die nicht in die lediglich im Hofdienst groß geworden sind. Nach Petersburg internationale Jugendbewegungin dem antimilitaristischen Kampfe Kaserne kommen, um da mißhandelt zu werden.( Sehr wahr! bei haben wir jetzt einen geschickt, der nur als Musiker beeine ehrenvolle Rolle spielt." Dann ist auch in dem Protokoll noch den Sozialdemokraten.) Sogar Unteroffiziere und Einjährige fannt geworden ist, und einen haben wir, der es als aktiver Offizier erwähnt, daß die Gründung der Jugendorganisationen für werden drangfaliert. Ein Unteroffizier hat sich das Leben ge- nur bis zum Leutnant gebracht hat, das ist der General v. Bethmann- Hollweg. den antimilitaristischen Kampf ganz besonders geeignet sei. nommen, weil er die Quälereien seines Hauptmanns nicht mehr fraten.) Im übrigen haben wir es ganz gern, wenn mit offenem Bifier gegen uns gekämpft wird. Der Kriegsminister brachte wenigstens einen anderen Ton in die Militärdebatte. Im übrigen konnte man bei den Reden glauben, sich in einem Kriegerverein zu befinden, der eine neue Fahne weiht.( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Diese Lobhudeleien müssen den Kriegsminister geradezu anreizen, mit neuen Forderungen zu fommen. Stürmische Seiterfeit erregte es, als der Kriegsminister sagte, er sei auf dem besten Wege zur Sparsamkeit. Jawohl, der Weg zur Sparsamkeit führt durch die Bittoriastraße. " Austrinken von Spucknäpfen Nur einen Punkt habe ich in dem Protokoll nicht bestätigt ge- aushalten fonnte. Der Hauptmann schrieb dann an die Eltern im( Große Heiterkeit.) Wer in Preußen etwas ist, muß eben Uniform funden, die Worte, daß die jungen Leute gegen jeden Dienst trockenen Geschäftston, ihr Sohn habe sich erschossen, er bedauere haben, denn diesen General im Ernstfall zu verwenden, daran mit der Waffe mit Efel und Abscheu erfüllt werden das, könne es aber nicht ändern; er hoffe, daß die Eltern mehr denkt ja niemand. an ihren anderen Kindern erleben sollen.( Lebhafte Aha! Rufe bei den Sozialdemokraten.) Ich kann Freude Der Kriegsminister bestritt die Bevorzugung des Adels Ihnen auch ruhig mitteilen, woher ich mein Material habe. Es ist würden.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Von einem in der Armee, und in der Kommission wies General Wild fein Spigelmaterial, mit derartigen Dingen befaßt sich die Heeres- Kameraden des Verstorbenen erhielten die Eltern dann einen Brief, v. Hohenborn darauf hin, daß auch Söhne von Unteroffizieren verwaltung nicht( Gelächter b. d. Sozialdemokraten), sondern es find worin es hieß, sie würden anders über die Tat ihres Sohnes denken, und kleinen Beamten Offiziere seien. Leider hat er uns nicht g: die verschiedensten Publikationen in großen Berliner wenn sie wüßten, was ihn dazu getrieben hat, er sei sehr besagt, in welchen Garnisonen sie stehen. In der" Post" wird Zeitungen.( Zurufe bei den Sozialdemokraten: Welche? liebt gewesen, er würde sich deutlicher ausdrücken, aber es sei ein Notschrei veröffentlicht, von dem Sohn eines Subalternbeamten, Reichsverbandspresse!) Im übrigen sind die betreffenden Worte ihm verboten worden.( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) der jede Qualifikation zum Offizier und dessen Vater auch das zur Charakterisierung dessen, was ich charakterisieren wollte, auch Wenn aber die Unteroffiziere als Zeugen angegeben würden, ganz unnötig, dazu genügt das, was im offiziellen Protokoll steht. würden sie ihm treu zur Seite stehen. Sie seien froh, wenn sie genügende Vermögen hat, der aber von keinem Regiment angenommen wurde, weil ihm eben die notwendigen KonEin Unteroffizier wollte zur BeDerr Liebknecht wird nicht bestreiten wollen, daß er die be- den Hauptmann loswürden. negionen und verwandtschaftlichen Verbindun= Offiziere anstandeten Worte ganz ähnlich bei anderen Gelegenheiten vererdigung fahren, das hat der Hauptmann verboten.( Hört, wendet hat. Die ganze Sache ist also ein Streit um Worte. hört! bei den Sozialdemokraten.) Und wie werden die Reservisten gen fehlen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) auf die Sache an, und das, was im offiziellen Protokoll steht, legt sich nicht, mit rohesten Schimpfworten, die kein Viehtreiber Herr Rogalla b. Bieberstein wollte ja nationale Politik in wie der temperamentvolle General v. Deimling in Straßburg. ( Lebhafter Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Mir fommt es behandelt? Offiziere, die doch gebildete Leute sein wollen, scheuen an der Grenze ſollten sich doch größere Zurückhaltung auferlegen mir die Pflicht auf, gegen diese Art der Tätigkeit mit allen meinen gebrauchen würde, die Leute zu belegen. Ein Leutnant, der der Armee haben; der Kriegsminister sollte sich darauf nicht einKräften zu kämpfen.( Bravo! rechts. Unruhe bei den Sozialdemo- schon vorbestraft war, wurde vom Erfurter Kriegsgericht mit fünf lassen; die Politit würde bei den Offizieren nicht halt machen, und Tagen Stubenarrest belegt, weil er Reservisten betitelt hatte mit mir fönnten dann in einem Regiment eine tonjervative Abg. Stücklen( soz.): " Sauberde" usw., sie gefragt hatte, ob er ihnen die Fresse Kompagnie haben, eine nationalliberale, bielleicht rohen folle". In einem Regiment in Osterode wurden auch eine 3entrumstompagnie.( Heiterkeit.) Die BeNach dem Husarenritt, den der Kriegsminister gestern gegen verheiratete Leute bezeichnet als Schweinepriester", hauptung des Kriegsministers, die Sozialdemokratie nähre den meine Partei unternommen hat, wird er in der ganzen reaktionären Schufte", miserable Bestien"," Hundsfötter" az gegen die Armee, ist vom Abgeordneten Liebknecht schon Presse als der fommende Mann bezeichnet, der die Sozialdemo„ Wades" das war ja damals üblich. Der Kriegsminister sagt, fratie zu Boden werfen wird. Nun, wir sind überzeugt, wir verheßen die Soldaten, wir tragen unzufriedenheit in ihre richtiggestellt. Geradezu unerhört aber ist es, wenn der Kriegss minister in diesem Zusammenhang das Eintreten für unsere wenn der Kriegsminister und seine Mitarbeiter nicht mehr da sein Reihen. Nein, das tun nicht wir, das tun solche Unteroffiziere Partei, die stärkste im Volke, die zahlreichste hier im Hause, unwerden, dann werden wir noch immer da sein.( Sehr gut! bei und Offiziere. Die neueste Methode für Soldatenmißhandlungen, moralisch nennt. Eine solche Beschimpfung verbitten wir den Sozialdemokraten.) Wie es mit seinem Beweismaterial steht, die feine förperlichen Schmerzen, aber Ekel verursacht, scheint uns.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Die sozialhat er eben bewiesen. Mit all der sittlichen Entrüstung, die ihm zur jekt das demokratische Jugend ist mindestens so moralisch wie die Studenten, Verfügung steht, warf er uns gestern vor, wir erfüllten die Jugend die Schuyleute verprügeln, die den Unteroffizier Beit überfallen mit Efel und Abscheu vor dem Militärdienst, und heute muß er zugeben, daß diese Worte nicht im Protokoll stehen. Er 3 sein.( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Zahl der haben; sie ist mindestens so moralisch wie die Jugend der besollte sein Pressebureau beauftragen, ihn besser zu informieren. Er Selbstmorde in der deutschen Armee ist ziemlich groß. Selbstmord- sikenden Klassen, die dem lieben Herrgott den Tag abstiehlt.( Lebversuche sind von 1870 bis 1910 2353 vorgekommen. Selbstmorde, hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Kriegsminister wollte aus der unangenehmen Situation damit hinausbleiben, daß die mit dem Tode geendet haben, 10 439.( Hört, hört! bei den wollte sein Wort damit begründen, daß wir Republikaner er jagte, es tommt nicht auf die Worte, sondern auf den Sinn an. Jawohl, auf den Sinn, den er in die Worte hineinlegt, den aber Sozialdemokraten.) In den meisten Fällen aus Furcht vor Strafe. feien. Hält er die französischen, hält er die schweizeriRund 3000 Mann werden jährlich wegen militärischer Ver- fchen Offiziere für unmoralisch?( Zuruf bei den Liebknecht keineswegs im Auge gehabt hat. Die Zeitungen, auf gehen gegen Vorgesezte bestraft. Herr v. Einem meinte, ebenso Sozialdemokraten: Hamburg!) Einer dieser unmoralischen Offidie er sich bezieht, sind natürlich die fattsam bekannte Reichsver wie gestern der Kriegsminister, eigentlich sei unsere Agitation daran ziere hat seinen obersten Kriegsherrn während der schweizerischen Handspresse, die täglich neue Schwindeleien über die schuld, die die Leute dazu aufheßt, die Unteroffiziere zu reizen. Manöver bewacht; dieser Offizier war dazu noch ein Parteis Sozialdemokratie verbreitet. ( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der Kriegsminister regte sich genosse von uns.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) darüber auf, daß der Vorwärts" feine Notiz davon genommen Schließlich hat der Kriegsminister dem Abgeordneten Schulz zum habe, daß 9 Offiziere mit der Rettungsmedaille dekoriert wurden. Vorwurf gemacht, er hätte gesagt, in Zukunft würde man nicht Das hängt mit der Zeitungstechnik zusammen. Geschieht etwas mehr mit denselben Heeren in den Krieg ziehen wie früher. Aber derartiges in Berlin, so bringt es der„ Borwärts", aber natürlich Schulz hat vollkommen Recht. Das Deutsche Reich allein stellt nicht, wenn es in irgend einem Winkel passiert. Dann hört er mehr als 6 Millionen Soldaten. Glaubt denn der nichts davon. Kann übrigens das Verdienst dieser Offiziere die Kriegsminister, daß man solche Massenheere annähernd bewegen anderen entschuldigen, die sich Mißhandlungen zuschulden kommen fann? Das Generalstabswerk über den Krieg von 70/71 gibt in laffen?( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Und weiß der gang ungeschminkter Weise die Schwierigkeiten der Ernährung und Kriegsminister nicht, wie bei großen Grubentatastrophen Verpflegung zu. Der Kriegsminister entrüfttete sich auch über die die Bergarbeiter ihr Leben in die Schanze schlagen zur Zitierung von Gneisenau, Boven und Scharnhorst. Rettung ihrer Kameraden? Wieviele haben dabei opfermutig ihr Gegenüber dem damaligen verrotteten, durch junkerliche Offiziere ( Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Kriegsie wollen auch nicht mit einem Stück Metall an der Brust herum- radezu Antimilitaristen; sie waren Heeresreformer wie Leben eingebüßt! Diese Arbeiter aber bekommen keine Medaille, heruntergewirtschafteten Heere waren die Scharnhorst usw. geminister vermißte, daß wir keine Anerkennung für die glatte Durchlaufen, ihre Belohnung finden sie in dem Gefühl erfüllter wir heute. Wenn Sie( nach rechts) übrigens alle waffenfähigen führung der Militärvorlage gehabt hätten. Dazu hatten wir teinen Anlaß. | Die Verwaltung war dabei leineswegs vor eine Menschenpflicht.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mannschaften ausbilden wollen, so müssen Sie unbedingt zur Dann sprach der Kriegsminister Miliz fommen. Ein Milizheer ist auch vollkommen geeignet zur unerwartete Aufgabe gestellt. Die Vorbereitungen liegen Jahr und Machen Sie dem Arbeiter das Tag zurück. Außergewöhnliches ist also nicht geleistet, wenn ich auch von der neuen Verordnung über den Waffengebrauch des Militärs, Verteidigung des Vaterlandes. zugebe, daß die übliche Arbeitszeit von 10-3 nicht in allen Fällen in der Dr. Müller- Meiningen einen großen Fortschritt erblickte. Vaterland lieb und wert, dann wird er mit seiner ganzen Bes eingehalten werden konnte.( Heiterfeit bei den S03.) Es wäre Ich glaubte, er wäre durch die Erfahrungen mit dem liberalen" geisterung dafür kämpfen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo noch schöner, wenn eine Verwaltung, die uns so viel Millionen fostet, Reichsvereinsgefeß furiert worden. Tatsächlich bringen die neuen fraten.) Wir verlangen, daß bei solchen Aufgaben versagen würde. Wenn die große Zahl der Vorschriften eine entschiedene Verschlechterung statt Aushebungen das Wirtschaftsleben nicht gestört haben, so lag das einer Verbesserung. Für den Offizier gibt es die" Putativnotwehr menschenwürdige Zustände für die Soldaten an ber gegenwärtigen Krise. In der Hochkonjunktur werden wie im bürgerlichen Leben für den reichen Mann die Kleptomanie. geschaffen werden und wir verlangen vor allem die Einführung uns die mehr als 100 000 Arbeitsträfte sehr fehlen, die jezt( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Nach der neuen Verordnung der Miliz. Das hat auch Bebel dem Genossen Branting ge in Kasernen untergebracht sind.( Sehr wahr! bei den Soz.) Auch fann das Militär eingreifen, wenn der Offizier annimmt, die schrieben. Für die Rüstungstreiber ist es ausgemacht, daß es daß die Vermehrung der Unteroffiziere feine Schwierigkeit gemacht Zivilbehörde sei nicht mehr in der Lage, Militär zu requirieren. bald zu einem blutigen Kriege fommen wird. Die Arbeiterschaft hat, hängt mit der Krise zusammen, die die Leute eher ver- Verordnungen von derartig weitgreifender Bedeutung müßten vor aber will den Frieden. Sie weiß, daß fie, nur einen Feind hat, anlaßt, noch einige Zeit zu fapitulieren. Die 38 000 lleber allem durch die Gesetzgebung geregelt werden. Bei uns aber soll das Großkapital. Die Leute, die zum Kriege heben, haben in der zähligen, von denen der Minister sprach, werden zweifellos die alles Ausfluß der Kommandogewalt sein. Da tönnte man schließlich Regel selbst nichts zu verlieren. Es ist sehr einfach, wenn man Rüstungstreiber veranlassen, eine neue Militärvorlage zu den ganzen Militäretat als Ausfluß der Kommandogewalt hin- im warmen Zimmer sitt und stirbt da für sein Vaterland. verlangen. Interessant war, daß in der Kommission ein Brief einer stellen.( Heiterfeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der( Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir lieben Festungsbauverwaltung an einen Unternehmer vorgelegt werden Kriegsminister wollte gestern feinen Kommentar zu den neuen Vor- auch unser Vaterland, obwohl wir von ihm nicht die materiellen fonnte, er möge sich auf umfassende Arbeiten vorbereiten, fie aber schriften geben. Es war vorsichtig, daß er sich nicht binden wollte. Vorteile haben wie andere Kreise, deren Vaterlandsliebe einen zunächst kreditieren, denn sie sollen bezahlt werden von dem Mehr- In der Tat proklamiert man mit der Verordnung die AII macht starten metallischen Beigeschmad hat.( Sehr wahr! ertrag des Wehrbeitrages.( hört! hört! bei den Soz.) Ich habe des Militärs. Ich will hoffen, daß man in anderen Gebieten bei den Sozialdemokraten.) Wir sind auch gegen den Militaris ja nicht geglaubt, daß die Regierung etwas wieder hergeben wird, des Reiches die Verordnung nicht annimmt. mus, weil er zugleich verivandt werden soll gegen den ins was sie schon bekommen hat, und nun hören wir, daß die Ueber= Wegen der Verweigerung des Ausbaues des Pressebureaus ist neren Feind. Sollen wir etwa die Gewehre bewilligen, mit schüsse in Zement und Beton angelegt werden sollen.( Heiter- die Budgetkommission von der Presse angegriffen worden. In der denen eventuell auf uns geschossen werden soll?( Sehr feit.) Wenn auch der Kriegsminister fagte, momentan werde an feiner Kommission wies der Minister für seine Forderung auf die gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Kriegsminister hat die So neuen Vorlage gearbeitet, so kann er doch nicht wissen, was das Marine- Rundschau" hin. Gerade das muß uns stubig machen, zialdemokratie als unmoralisch bezeichnet. Was der Kriegs Militärkabinett mit der Zeit für Wünsche hat. Unsere Resolutionen denn die„ Marine- Rundschau" hat in sehr geschickter Weise je de minister da gegen uns hinaufgeworfen hat, berührt uns nicht. Die bei der Militärvorlage nannte Herr Erzberger Hypothefen, mit Marinevorlage borzubereiten berstanden. Auch Sozialdemokratie steht zu hoch, als daß sie solche Anwürfe denen die Vorlage belastet sei. Das sind aber der Kriegsminister scheint ein Organ zur politischen Stimmungs- erreichen könnten.( Vizepräsident Dove ruft den Redner zur Ord mache haben zu wollen. Die Beschäftigung inaktiver Offiziere im nung.) Wir werden den Kampf gegen die Militarismus mit aller die nicht verzinst werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Pressebureau lehnt der Kriegsminister ab; er will eben überall Schärfe weiterführen und wir sind überzeugt, daß wir in diesem aftive Offiziere beschäftigen, auch da, wo inaktive ſehr gut am Stampfe Sieger bleiben werden.( Lebhafter Beifall bei den SoGetviß ist in den letzten Jahren manches für die Soldaten erzielt worden, aber erst nach langen Kämpfen hat die Verwaltung das der Plate wären. Dem Abgeordneten Schulz warf er vor, mur Spott zialdemokraten.) Kriegsminister v. Falkenhayn: Not gehorchend bewilligt. Alles, was uns geboten worden ist, ist doch und Hohn dafür zu haben, daß das Ministerium den verabschiedeten Ich habe nicht die Sozialdemokratie unmoralisch ge wird dabei gar nichts geändert. Mit der ärztlichen Versorgung der Zumutung ironisiert, solche Offiziere in bevorzugten kaufmänninur ein Tropfen auf einem beißen Stein und am System Offizieren helfen will. Dabei hat Schulz nur und mit Recht die Vaterlandes, zu desorganisieren. Armee steht es sehr schlecht, es fehlen 57 Proz. der Assistenzärzte. schen Stellungen zu verwenden. Diese Zumutung zeigt ja Der Vorredner hat gesagt, e Diesem Mangel wäre leicht abzuhelfen, wenn man tonfessionelle Rüdhänge vom Chef des Militärfabinetts ab, wann die naaste die ganze Ahnungslosigkeit des Kriegsministers fichten bei der Besetzung dieser Stelle zur Seite lassen und den Aerzten von den wirklichen Zuständen des kaufmännischen Lebens. Ein Militärvorlage fommt. I stelle fest, daß der Chef des die Studienjahre anrechnen würde. Wie die Militärverwaltung sich verabschiedeter Offizier mag sich allenfalls zum Verkäufer in Militärkabinetts in seinem Arbeitsgebiet damit nichts zu tun über Wünsche des Reichstags hintvegfett, beweist folgendes: Bir einem Zigarrengeschäft eignen, sonst fönnte ihn höchstens hat.( Lachen bei den Sozialdemokraten. Buruf: Hinten herum! haben eine Verminderung der Adjutanten beschlossen. die Firma Krupp verwenden( Heiterkeit und Sehr gut! bei den Der Vorredner hat weiter gejagt, das seit 1870 über 50000 Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der in der Armee gar keine Sozialdemokraten), aber auch nur, wenn er ihr Nachrichten zu Jahre Zuchthaus und Gefängnis im Seere verhängt Rolle befleidet, hatte fünf Adjutanten. Wir wollten ihm im liefern imftande ist, die sie sich sonst durch Kornwalzer be- feien. Schade, daß er nicht auf das Jahr 1763 zurüdgegangen Höchstfall einen zubilligen. Was hat man getan? Er hat drei schaffen müßte. Wie weit die Zumutungen in diefer Richtung ist, dann wäre die Zahl noch größer geworden.( Heiterkeit recht.) Söhne, zwei sind find Offiziere, der jüngste erst 18 Jahre. gehen, zeigt ein Schreiben, das die freie Gewerkschaft der Im übrigen entbehrt diese Zahl jeder Unterlage.( Widerspruch Die beiden Offiziere sind in Danzig bei den Leibhusaren, sind aber Bithographen erhalten hat, sie möge doch im Außendienst bei den Sozialdemokraten.) Die Kriminalstatistik über militärische meist wo anders.( Heiterfeit.) Bisher haben wir von ihren verabschiedete Offiziere verwenden. Etwa als Streit- und bürgerliche Delifte enthält keinerlei Angaben über die Höhe Leistungen nichts gehört, als daß sie mit ihren Automobilen posten oder zum Eintassieren der Beiträge und zur Verbreitung der wegen der einzelnen Straftaten verhängten Strafen. Menschen überfahren haben.( hört! hört! bei den Sozial- von Flugblättern?( Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Selbstmordziffer beträgt 0,43 pro Tausend beint Militär, bei der demokraten.) Jezt erhalten sie jeder einen Adjutanten und der Gewiß ist mancher penfionierte Offizier in einer sehr traurigen Zivilbevölkerung von 20-25 Jahren 0,36 pro Tausend. jüngste Sohn auch einen. So ist nur ein Adjutant gespart.( Hört! Lage. Aber man soll die Offiziere länger im Dienst lassen; hört! bei den Sozialdemokraten.) warum muß denn ein Hauptmann deshalb verabschiedet werden, Auch bei der Bauverwaltung wird gar nicht gespart. weil sein Hintermann Major wird? Wir haben jebi bereits in Die Rede des Vorredners hat auf die große Mehrheit des Im tleinsten Nest, wo eine Kaserne gebaut wird, baut man auch Pension 35 fommandierende General: a 19 000 M., 230 General Reichstags feinen Eindrud gemacht und wird sicher auch auf gleich ein Offiziertasino. Da brauchen wir uns nicht zu leutnants a 13 000 m., 640 Generalmajore a 9000 M., im ganzen die große Mehrheit des deutschen Boltes teinen Eindrud machen. wundern, wenn jedes Jahr rund 1200 Millionen für das Militär 905 pensionierte Generale, die allein schon einen Kriegerverein( Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Unser Bolt ist stolz auf ausgegeben werden müssen. bilden können.( Seiterkeit.) Dazu kommen 870 Regiments- unsere musterhafte Armee und wird sich die Freude daran fommandeure, 2700 Stabsoffiziere, die zum größten Teil sicherlich nicht nehmen laffen.( Rufe: Hurra! Hurra! bei den Sozialdemo Gegen die fraten.) zu früh pensioniert sind. Wären die Pensionierungsgrundsähe von Der Redner fordert weiter den Kriegsminister auf, heute früher in Gebrauch gewesen, so hätte Moltke schon vor 1866 einen Einfluß geltend zu machen gegen die konfessionelle Spaltung in den Kriegervereinen. will der Kriegsminister mit aller Entschiedenheit eintreten. Einen aus der Armee ausscheiden müssen. Den pensionierten Herren wird Erfolg wird er aber erst dann haben, wenn jeder Soldatenschinder, bei ihrer robusten Gesundheit die Zeit lang, und daher machen sie Abg. Götting( natl.): und vor allem jeder Offizier, in dessen Kompagnie oder Eskadron sich unangenehm bemerkbar. Die Namen Liebert, Keim, Das Ausland wird sich über die Reden der Sozialdemokraten Soldatenmizhandlungen mehrfach vorkommen, jo fort davon Brochem bedeuten ja allein schon ein Programm. Keine Woche zum Militäretat mehr freuen als die Mehrzahl des deutschen sejagt wird.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ein vergeht, ohne daß Herr Keim beweist, wir hätten zu wenig Boltes.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Nachwirkungen sehr oberfaule Hypotheken, Militärmißhandlungen nannt, sondern die Bestrebungen, das Heer, den Schuß unseres Abg. Astor( 3.): Die von Zabern werden hoffentlich bald überwunden werden. Eine größere Fürsorge für die verabschiedeten Offiziere ist dringend notwendig. Kriegsminister v. Falkenhayn erwidert dem Abg. Astor, daß die Kriegervereine dem preußischen Ministerium des Innern unterstehen und dankt dem Abg. Götting für seine Anregungen. Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. In einer persönlichen Bemerkung stellt Abg. Dr. Liebknecht( Soz.) fest, daß das Material des Kriegsministers über die Internationale Jugendfonferenz 1907 aus einer Notiz der„ Täglichen Rund schau" vom Februar d. J. stamme( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), daß im übrigen die Konferenz eine geschlossene war, also Zeitungsberichte darüber gar nicht erschienen sein können. Nächste Sibung: Freitag 10 Uhr.( Anfragen, Fortsetzung des Militäretats.) Schluß: 74 Uhr. Abgeordnetenhaus. 74. Sizung. Donnerstag, den 7. Mai 1914, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Trott zu Solz. Der Kultusetat. den Schullastenausgleich. Abg. Cassel( Vp.): Wir fordern grundsäglich die sehen, um im Interesse einer Aufrechterhaltung der Linie erneut in Verhandlung zu treten. Genosse Henke begründete die abUebernahme sämtlicher Volksschullaften auf den Staat. lehnende Haltung der Sozialdemokratie mit Hinweisen auf den Nur dann wird der Wunsch der Lehrer erfüllt werden können, nur folonialpolitischen und imperialistischen Charakter der Dampfervers dann wird endlich einmal die Ueberfüllung der Schulklassen und die bindungen und forderte von der Regierung, daß sie gegen den Lloyd Der fom wegen der Beschäftigung von Kulis und der Beschränkung des Koamunale Charafter unserer Volksschule aber muß trotzdem litionsrechts seiner Arbeiter Stellung nehme. Abg. Gothein( p.) Ueberbürdung der Lehrer ein Ende nehmen können. gewahrt und ihre Verwaltung in den Händen der Gemeinden bleiben. wünschte Erleichterung der Vorschriften über Rückfrachten, um die Würden nach dem Antrag der Budgetkommission nur die persönlichen australische Linie rentabler zu gestalten, und forderte in ciner Schullaften auf den Staat übernommen werden, so würde dem Resolution die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Lloyd. Lehrerwahlrecht der Gemeinden ein Ende gemacht und Eine Resolution Erzberger bezweckte, gleichviel unter welchen die Schule schwer geschädigt werden. Wir wollen die Lehrer davor Bedingungen, die Aufrechterhaltung, der Linie bis 1916, um Zeit bewahren, daß sie zu Staatsbeamten ohne das Recht freier leber für neue Verhandlungen zu gewinnen. Genosse Henke wandte eugung und Meinungsäußerung herabgedrückt werden, die damit sich gegen den Antrag Erzberger, der der Regierung ungeheuerliche rechnen müssen, daß sie, wenn sie ihrer Ueberzeugung Ausdruck Vollmachten gebe und für den Lloyd ein großes Geschenk- bedeute. geben, in irgend eine entlegene Gegend versetzt werden. Genosse Ledebour pflichtete ihm bei und wies auf die Gefahren ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) der vorgeschlagenen Maßnahmen hin. Auch die Regierung Die Leistungen des Staates für die Voltsschule sträubte sich mit vereinten Kräften gegen die Resolutionen, da sic Staat 280 sich von erneuten Verhandlungen keinerlei Erfolg versprach. Trok dem wurden die Resolutionen und das Gesez in der von der Regierung vorgelegten Fassung angenommen. Mit einer heftigen Auseinandersehung zwischen der Kommission und dem Schazsekretär Kühn wegen einer am Mittwoch erteilten falschen Auskunft schloß die Sigung. Der Kampf um die Sonntagsruhe. am Der find im Vergleich zu der Zahl der Schüler sehr gering. Während die Ausgaben det Gemeinden pro Schüler bon 1900 bis 1911 gestiegen sind von 31,97 M. auf 55,51 M., stieg die Leistung des Staates in der gleichen Zeit nur von 4,24 M. auf 5,19 M. pro Schüler. 1900 trug der Staat noch 13,2 Proz. der Kosten, die jeder Volksschüler verursachte, 1911 nur noch 9,3 Proz.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Sollte der preußische Staat wirklich nicht in der Lage sein, die 300 Millionen Mark für die ganzen Voltsschullaften aufzubringen? Wenn die befizenden Klassen wirklich nicht in der Lage wären, höhere Steuern zu zahlen, dann sollten Die Sonntagsruhekommission des Reichstags beendete mit wir doch anfangen, fulturwidrigen Ausgaben Donnerstag die erste Lejung des Gesezentwurfs der Regierung. zu sparen, z. B. an den Millionen zur Bekämpfung der Polen, Die am Dienstag durch die Vorstöße der konservativen und ZenElementarschulunterrichtswesen, Besprechung über die das Gegenteil von dem erreichen, wofür sie ausgegeben werden. trumsredner vorbereiteten Verschlechterungsanträge zur SonntagsSchon 1887 fagte Fürst Bismard im Herrenhause, daß der Staat ruhe in den Kontoren Tagen jest formuliert vor. Die Zentumsdie Verpflichtung übernehme, für ausfömmliche Dotierung der abgeordneten Artor und Neuhaus beantragten für HandlungsSchulen zu sorgen und daß in der Verfassung nichts davon stehe, reisende, daß sie an Sonntagen bis zu einer Stunde im Kontor Die große Belastung der Gemeinden erkennen auch wir durch daß der Staat es übernommen habe, diefe feine Pflicht auf Kosten beschäftigt werden dürfen. Alle bürgerlichen Parteien wollten jedem aus an; allerdings erhalten die Landgemeinden auch große Staats- der Gemeinden zu erfüllen.( Hört! hört! links.) Wollen Sie aber Handelsbetriebe die Versendung von Gütern" gestatten und ihnen zuschüsse zur Tragung der Schullasten, die Städte verhältnismäßig den von uns empfohlenen Weg nicht gehen, dann verweise ich auf dafür zwei Stunden Ausnahmearbeitszeit geben, die Ausnahmen viel weniger. Man kann auch nicht behaupten, daß schlechte Wirt einen früheren Vorschlag des Abg. v. Trampczynski, für die Spedition und für sechs Sonntage im allgemeinen von der schaft der Städte schuld an ihrer Ueberlastung sei. Der Grund daß der für jeden Voltsschüler 50 Mart ausgeben Sonntagsruhe in Kontoren sollten dazu kommen. Diese Häufung wären etwa 350 Millionen Millionen von Verschlechterungsvorschlägen, die mit völliger Ignorierung aller liegt vielmehr an den enorm gestiegenen Anforderungen für soll, das fulturelle und soziale Zwecke, denen sich heute keine Ge- mehr, als als der Staat heute schon an Zuschüssen ausgibt. Gegeneinwände einfach durch die Mehrheitsgewalt aller bürgermeinde entziehen kann. Nach der Verfassung muß der Staat Würden wir die 72 Millionen aus den Steuerzuschlägen hierfür ver- lichen Parteien durchgedrückt werden sollten, führte zu einem schareintreten, wenn die Gemeinden ihre Volksschullasten nicht mehr wenden, so bleiben noch ungefähr 200 Millionen übrig. Wäre der fen Zusammenstoß zwischen den sozialdemokratischen Kommissionstragen fönnen. Von diesem Wege wollen wir nicht abgehen. Die preußische Staat nicht imstande, 200 Millionen Mark mehr als jegt mitgliedern und den Vertretern der bürgerlichen Parteien. Aufbringung der Mittel durch eine Zusammenfassung der Gemeinden für ſein Volksschulwesen aufzuwenden, so hieße das seine Zwischenfall hatte wenigstens den Erfolg, daß bei der Abstimmung je einer Besoldungsklasse lehnen wir ab, weil sie der Verfassung Bankrotterklärung!( Sehr wahr! bei den Sozialdemo- der Antrag Artor abgelehnt wurde; alle übrigen AusnahmeDer ganze§ 6 in der widerspricht, äußerst ungerecht und mit der Selbstverwaltung uns fraten.) Für die Besoldungstafsen können wir uns feineswegs er- anträge dagegen wurden angenommen. vereinbar ist. Was an Gemeindeſteuern von den Bürgern aufge- wärmen, würden wir aber einer Besoldungskasse zustimmen, dann Gesamtabstimmung allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit, mit 14 gegen 13 Stimmen. Es folgte dann die Beratung des sobracht wird, darf nur für die 2wede der eigenen Ge- fönnte es nur eine für den ganzen Staat sein. Die Frage des Schullastenausgleichs zwischen Wohnsiz und genannten Judenparagraphen, der für strenggläubige und meinde verwandt werden. Es würden auch bei einem solchen Eystem die Minderbemittelten in größeren Gemeinden be- Betriebsgemeinde führt heute zu zahlreichen unerquidlichen Prozessen. jabbathfeiernde Israeliten mit jüdischem Personal bis zu 5 Stunlastet werden zugunsten auch sehr reicber Leute in leistungsschwachen wir haben ja die Uebernahme des Groß- Berliner Volksschulwesens den Sonntagsarbeit zuläßt, nur für die Kontore nach der RegieGemeinden.( Sehr richtig! links.) Dazu kommt, daß die großen auf den 3 wedverband verlangt, aber Sie haben das abgelehnt. rungsvorlage, auch für die Läden nach einem Kompromißantrag sämtlicher bürgerlichen Parteien. Schließlich ergab sich das UeberGemeinden auch sonst noch viel mehr durch Krankenhäuser, Bade- Durch eine Eingemeindung im großen Stil raschende, daß die Ausnahme für jüdische Geschäfte im Gegensatz anstalten, Taubstummen, Blindenschulen usw. belastet sind als fleine Gemeinden. Ganz unberechtigt ist ferner, daß man bei der Bemessung würden die beklagenswerten Uebelstände beseitigt werden, davon zu der Haltung der bürgerlichen Parteien in der ersten Plenarder Leistungsfähigkeit der Gemeinden die Grundsteuer und Stiftungen, aber will Regierung und Mehrheit nichts wissen. Kein Redner hat beratung bei sechs Stimmenthaltungen mit allen gegen nur vier In sehr rascher Folge wurden die gerade bei ländlichen Gemeinden wesentlich ins Gewicht fallen, bisher auf die Notlage vieler Gemeinden hingewiesen, in denen un- Stimmen abgelehnt wurde. gang außer acht lassen will. Die Blüte unseres Volksschulwesens geheure Werte erzeugt werden, die aber nicht den Gemeinden, auf Antrag des Genossen Hoch auch die Restparagraphen der Res die durch den Wetteifer der einzelnen Gemeinden herbeigeführt ist, sondern den benachbarten Gutsbezirten zugute fommen. gierungsvorlage( Notarbeiten, Mindestruhetage, Ausführungsbestim wird schiver leiden, und wir werden zu einem Sinken der Leistungen und gerade solche Gemeinden, dazu gehören manche Arbeiter- mungen und Strafvorschriften) erledigt. Unsere Genossen suchten Das gelang aber nur auf diesem Gebiete kommen, wenn die Gemeinden auch für andere gemeinden Oberschlesiens, leiden unter einem enormen Steuerdruck noch einige Verbesserungen durchzusetzen. die Mittel aufbringen müssen und außerdem noch in ihrer Selbst und der Gutsbezirk wird dabei immer reicher. Die Landgemeindeordnung im Verzeichnis der Handelsgewerbe, auf welche die Sonntagsruhe verwaltung beschränkt werden. Auch die Uebernahme der bestimmt schon heute, daß, wenn ein öffentliches Interesse vorliegt, ausgedehnt werden soll und wo die Bücherrevisoren auch Aufpersönlichen Kosten des Schulwesens auf den Staat lehnen wir ab. Gutsbezirke mit Landgemeinden vereinigt werden können, aber nahme fanden, nicht jedoch bei den Mindestruhezeiten. Die Sonn Die Bezahlung dieser Kosten durch die Gemeinden ist das Korrelat darüber entscheiden diejenigen Instanzen, die eher eine Bermehrung, tagsprofuristen fielen gegen wenige bürgerliche Stimmen. für ihre Verwaltung der Schulen. llebernimmt der Staat diese als eine Beseitigung oder Verminderung der Gutsbezirke wünschen. Kosten, so muß das zur Staatsschule führen. Wir wollen aber Diese mittelalterlichen Gutsbezirke müßten im Interesse der Fort diese ideale Aufgabe, für die Voltsschule zu sorgen, den Gemeinden entividelung der Kultur überhaupt verschwinden.( Zustimmung links.) nicht nehmen. Wir halten für den einzig richtigen Der fortschrittliche Antrag fordert nur höhere StaatsWeg eine bedeutende. Erhöhung der Staatszuschüsse für wirklich beiträge; diese haben immer den üblen Beigeschmad, daß Leistungsschwache Gemeinden, die aber nur durchzuführen ist, wenn ihre Verwendung in das Ermessen der Verwaltung unglaubliche Wahlbeeinflussungen zur Sprache, die nichtbedürftige Gemeinden teine Zuschüsse erhalten. In bezug auf gestellt wird. Wir wollen für die Gemeinden nicht eine die Lehrerbejoldung halten wir fest an dem Ziele des Einheits- Gnade, sondern ein Recht, und darum fordern wir gesetzliche Regegehalts für alle Lehrer und ihre Gleichstellung mit den Sekretären lung. Auch der Antrag der Budgetfommission genügt uns nicht. Der Staatsverwaltung. Die Hauptsache ist aber nicht das Endgehalt, Wir stimmen aber in erster Linie für den fortschrittlichen Antrag, in fondern eine richtige Ineinanderarbeitung der Orts- und Alterszulagen, zweiter Linie für den der Budgetkommission, damit uns nicht der damit auch die mittleren Gehälter eine angemessene Höhe erhalten. Vorwurf gemacht werden kann, daß wir uns an der Regelung einer Das wird zwar von Diese Forderung muß möglichst bald erfüllt werden.( Beifall so wichtigen Stulturfrage nicht beteiligten. Ihnen trotzdem wieder behauptet werden!( Sehr wahr bei den lints.) Abg. Hirsch( Soz.): Sozialdemokraten.) Wir behalten uns gegenüber der zu erwartenden An der Frage des Schullastenausgleichs find alle Barteien Regierungsvorlage das Recht vollkommen freier Entschließung vor intereffiert. Mit einem gewissen Mitleid hörte ich gesternz wie der konservative Redner selbst bei dieser Gelegenheit gegen die Sozialdemokratie zu polemisieren versuchte, indem er es so hinzustellen suchte, als daß nur die bürgerlichen Barteien um und werden diese so treffer, wie es im interesse der Gemeinden, der Lehrer und der Volksschule erforderlich ist.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Schmitt( 3.): einen Schullastenausgleich bemüht feien, während die Sozial- Die Unterstufe der Mittelschulen muß gemeinsam mit der Vollsdemokratie gewissermaßen nur Reden zum Fenster hinaus hielte. Aber en fiber. Gs barf sich bei dieser Frage nicht werden. Die Mittelschulen fütterlich behandelt attendent Aber über solch unglaubliche Geistes armut schule bleiben, sonst kann die Volksschule zur Armenschule um einen Gegensatz zwischen Stadt und Land, Often und Westen, die Religion darf nicht is stiefmütterlich behandelt werden. Je Industrie und Landwirtschaft handeln, auch nicht um einen Gegen- gibt es leider in der Mittelschule mehr Turn- als Religionsſazz zwischen den bürgerlichen Parteien und uns. Haben wir doch stunden.( Vizepräsident Dr. v. Krause macht den Redner bei trop der Ablehnung unserer Wünsche und Forderungen den Lehrer- feinen weiteren Ausführungen aufmerksam, sich nicht zu weit vom besoldungsgesetz zugestimmt, in dem wir einen Fortschritt erblickten. Thema zu entfernen.) Das ist ja eben das Unangenehme.( Große Wir loben uns deswegen nicht, es war nur selbstverständliche Pflicht- Heiterkeit.) Ich bitte um mehr Wohlwollen für die Mittelschule. erfüllung, aber ich glaube, daß bei einem Vergleich zwischen der Bildungsfreundlichkeit der verschiedenen Parteien die Rechte fehr schlecht abschneiden würde.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir fordern Die Debatte wird geschlossen, der volksparteiliche Antrag abgelehnt, der Antrag der Budgetkommission einstimmig angenommen und der freikonservative Antrag an die Budget tommission überwiesen. Es folgt die Besprechung der Frage der akademischen Ausbildung der Boltsschullehrer. Die dazu vorliegenAnträge werden der Budgetkommission überwiesen. Die Weiterberatung wird auf Freitag 11 Uhr vertagt. Schluß gegen 512 Uhr. den Parlamentarisches. Die Postdampfer- Subvention, Das saararabische Wahlsystem. Die Wahlprüfungskommission des Reichstag beendete am Donnerstag die Prüfung der Wahl Bassermanns. Dabei lamen nach den Behauptungen des Zentrumsprotestes von den Beamten der staatlichen Gruben im Wahlkreise Saarbrücken zugunsten BasserBom Generaldirektor angefangen bis manns betrieben wurden. herab zum Steiger bearbeiteten die Beamten die Wähler mit allen Mitteln, um eine nationalliberale Mehrheit zu erzielen. Den Arbeitern, die außerhalb des Wahlkreises wohnten, aber am Arbeitsort ihre Eintragung in die Wählerlisten verlangten, wurde ange= fündigt, sie müßten dann auch am Arbeitsort Kommunalsteuern entrichten. Den Arbeitern der staatlichen Gruben und Hütten wurde gedroht, jie dürften feine Ueberstunden mehr machen, wenn Baffermann nicht gewählt würde. Auch drohte man ihnen mit Einschrän= fung des Betriebes oder Verlegung der Hütten. Die Arbeiter wur den gruppenweise zur Wahl geführt, vorn ein Vorarbeiter, hinten ein Aufseher. Bemerkenswert ist ferner, daß für Bassermann zwei Sorten Stimmzettel verteilt wurden, heftographierte und gedruckte, und zwar zum Zweck der Kontrolle der Wähler. Diese unvon dem Wahlterrorismus in Oftelbien. Während aber in Osterhörten Beeinflussungen werden bei jeder Wahl betrieben, man nennt sie das saararabische Wahlsystem, zum Unterschied elbien dieser Terrorismus von den Konservativen ausgeht und sich rebier von den Nationalliberalen verübt. Die Wahlprüfungskom zuweilen auch gegen die Nationalliberalen richtet, wird er im Saarder, über die Protestbehauptungen Beweis erheben zu lassen mission beschloß gegen die Stimmen der nationalliberalen Mitglie und die Entscheidung über die Wahl auszusehen, bis das Ergebnis der Beweisaufnahme vorliegt. Ist auch nur ein Teil der Brotestbehauptungen richtig, dann dürfte die Wahl des national liberalen Führers für ungültig erklärt werden. Aus der Partei. Nicht bestätigt. einheitliche und gleichmäßige Besoldung der Lehrer im ganzen Staat und ihre Gleichstellung mit den Sekretären und der Verwaltung. Das uns unterbreitete Material über die Frage des Schullastenausgleichs betveist die dringende Notwendigkeit seiner gefeßlichen Die Gemeindevertreter von Brossen( Kreis 3eiß) wählten Regelung, aber auch ihre ungeheure Schwierigkeit. Der Steuerden Grubenvorarbeiter und Hausbesizer Kahnt in den Schuldrud, unter dem die meisten Gemeinden Preußens seufzen, ist aber auch durch Aufgaben auf anderen Gebieten erwachsen und vorstand. Der Landrat versagte aber die Bestätigung mit der Begründung, daß nach der bekannten Ministerialberfügung keine besiegen fann die Frage grundsäglich nur in Verbindung Sozialdemokraten dem Schulvorstand angehören dürfen. Nun gemit der Neuregelung des Kommunalabgabengefeges gelöst werden. hört Kahnt weder der Sozialdemokratie an, noch hat er sich sonst ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In der Kommission stellen aber Die Budgetfommission des Reichstages beriet am Donnerstag irgendwie sozialdemokratischer Umtriebe" schuldig gemacht. Er die Konservativen und das Zentrum fortwährend Anträge, die den Abg. zunächst den zweiten Ergänzungsetat für die Schuh hat sich immer neutral verhalten. Aber gerade dieses neutrale Gemeinden die Einnahmen überhaupt entziehen würden. b. Campe hat von erhöhten Staatszuschüssen eine Erweiterung der gebiete, der die zweite Rate des auf 10 Millionen Mart jeft- Verhalten scheint ihn verdächtig gemacht zu haben. Ein Grubenstaatlichen Rechte befürchtet und auch Abg. Cassel sprach fortgesetzten Grundkapitals der Landwirtschaftsbank für Südwestafrika beamter, der die Sozialdemokratic nicht begeifert und bekämpft, während von dem hohen Gut der Selbstverwaltung; diese wollen auch fordert. Die Bank ist im Juni des Vorjahres gegründet worden, gilt in den Augen gewisser Leute als Sozialdemokrat. vir hüten und schüßen, aber wir wollen doch erst einmal eine um die wirtschaftliche Lage der Farmer zu stüßen und die kulturelle Ueber ihre Tätigkeit liegt Selbstverwaltung haben!( Sehr wahr! bei den Sozial- Erschließung des Landes zu fördern. Personalien. An Stelle des zur Leipziger Volfszeitung" überdemokraten.) Die Gemeinden haben schon heute auf dem Gebiete eine Bericht vor, der eine starke Inanspruchnahme durch die Farmer des Voltaschulwesens nichts zu sagen, sondern nur zu erkennen läßt. Gegen wenige Stimmen wurde die geforderte getretenen Genossen Prager wurde dem Genossen Paul Pezold die Leitung und der politische Teil der„ Erfurter Tribüne" zahlen. Viel schlimmer fann es auch nicht werden, wenn Summe von 5 Millionen Mark auf die Hälfte herabgefekt. Abg. Cassel lobt den Hierauf gelangte der Gesezentwurf betr. Post dampfer- übertragen. Genosse Pezold hat bisher den provinziellen Teil der Ser Staat feine Aufwendungen erhöht. Minister, daß er nicht auf dem Verwaltungswege in das Volksschul- verbindungen mit überseeischen Ländern zur Be- Tribüne" bearbeitet, für den jetzt Genosse Richard Schnetter, ja, verdient das noch eine An- ratung. Der Norddeutsche Lloyd soll auf weitere fünf Jahre für bisher am" Thüringer Volksfreund" in Sonneberg, gewählt wurde. wesen ungefeßlich eingreife erkennung? Allerdings begegnen wir ja in Preußen fortgesetzt unterhaltung regelmäßiger Postdampferverbindungen zwischen OftEingegangene Druckschriften. ministeriellen llebergriffen und was die früheren Minister asien und der Südsee eine Reichsbeihilfe bis zu 1,3 Millionen Mart durch Verordnungen getan haben, das kann der jetzige Minister mit erhalten. Die australische Linie foll in Zukunft fortfallen, da sie Früher sich trok des Zuschusses nicht rentiert hat. Der Lloyd fordert für 32. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: der reaktionären Mehrheit dieses Hauses glatt durchsetzen. Der amerikanisch- merikanische Konflikt. Von Heinrich hat man sozialdemokratischen Schulvorstandsmitgliedern die Bestätis die Aufrechterhaltung dieser Linie bei vierwöchigem Verkehr in 3u- Bagles Geiſt. Der sächsische Landtag. Von H. Fleißner. Noch einmal die gung ohne gesetzliches Recht dazu versagt, heute tut man das auf Grund kunft 5 Millionen Mart, bei vierzehntägigem Verkehr 10 Millionen Gunow. Von Hermann des von diesem Hause beschlossenen Volksschulunterhaltungsgesetzes. Mark Jahressubvention. Die Regierung hat unter diesen Um- Rechenfehler in der Witwen- und Baisenversicherung. Die Bereinheitlichung des Arbeitsrechts. Von Paul Lange. Dbgleich die Gemeinden die Volksschullasten im wesentlichen tragen, ständen auf die australische Linie verzichtet. Sowohl im Hinblic Moltenbuhr. Ursachen der Unfälle in der Baumwollspinnerei. Von H. Krähig. barbietet man ihnen, über ihre Volksschulräume so zu verfügen, wie auf die Handelsbeziehungen als auch" um der Schwächung des sie es für richtig halten. Weiß Herr Cassel nicht, daß auch der deutschen Ansehens willen" wurde diese Entschließung, die drei Notizen: Die Elektrizitätsindustrie in Deutschland. Von sp. Delbrüd, Kraette, Solf verteidigten, Literarische Rundschau: Dr. H. Lindemann, Bürgermeister Dr. A. Schwander, Feuilleton: Strindberg- Aufführungen. Von Konrad Schmidt. jezige Minister den Gemeinden verbieten läßt, die mit dem Geld Staatssekretäre ihrer Steuerzahler errichteten Turnhallen den Arbeiter Turn von den Abgg. Graefe( f.), Roland Lüde( natl.) und von Dr. A. Südekum, Kommunales Jahrbuch. Von ew. Dr. Otto Piper, Be Wie man da diesem Rechenberg( 3) bedauert und als unbefriedigend empfunden. denken zur Vorgeschichtsforschung. Bon Gg. Engelbert Graj. Dr. Stephan bereinen zur Verfügung zu stellen? Es wurde sogar der Vorschlag gemacht, die Beratung aus zu v. Maday, Gibt es denkende Tiere Bon Ernst Meyer. Minister Anerkennung zollen tann, ist mir unbegreiflich! Von der Neuen Zeit" ist soeben das 6. Hest vom 2. Band des " Im Passage- Kaufhaus der Friedrichstr. = 110-112= Konkursmassen- Ausverkauf W.Wertheim Freitag, 8. Mai 1914. Anfang 5 Uhr. Passage Theater. Kino- Varieté. Anfang 6%, Uhr. Eines Rollendorf Theater. Histoire d'un Pierrot. Anfang 7 Uhr. 20 bis 50 Proz. Ermäßigung Theater und Vergnügungen Theater in der Königgrätzer Straße Täglich Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8 Uhr: ,, Kammermusik". Kgl. Schauspielhaus. Peer Gynt. Berliner Theater. Anjang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Deutsches. Was ihr wollt. Anfang 755 Uhr. Metropol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Anfang 8 Uhr. 8 Uhr: Wie einft im Mai. Theater an der Weidendammerbrücke. Täglich 8 Uhr. Ende 10% ,: Der müde Theodor Urania. Mit dem Imperator nach mit Henry Bender als Gast. New York. Leffing. Liliom. Kammerspiele. wachen. Frühlings ErDeutsches Künstler Theater. Der Naub der Sabinerinnen. Berliner. Wie einst im Mai. Königgräter Straße. Mr. Wu. Theater des Westens. Bolenblut. Theater am Nollendorfplatz. Der Jurbaron. Kleines. Jettchen Gebert. Thalia. Wenn der Frühling kommt. Trianon. Die Notbrüde. Komödienhaus. Kammermufit. Montis Operetten. Jung- England. Deutsches Opernhaus. Das Rheingold. Qujtipielhaus. Die spanische Fliege. Schiller 0. Was ihr wollt. Schiller Charlottenburg. Ueber unsere Straft. 1. Zeil. Stürmischer Lacherfolg laut einstimmigem Bericht der Presse. Residenz- Theater. Anfang 8 Uhr. Ein Walzer von Chopin. Schwank in 3 Atten von Henri Kéroul und Albert Barré. Morgen und folgende Lage: Ein Walzer von Chopin. Theater am Hollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Deutsches Künstlertheater Theater- Sozietät. Roje. Die Tochter des Heim- Nürnberger Straße 70/71, am Zoo. gefehrten. Kasino. Wo die Liebe hinfällt. Kasse: Nollendorf 1383. Freitag, 8 Uhr: Reichshallen. Stettiner Gänger. Der Raub der Sabinerinnen. Herrnfeld. Ein Reinfall. Heut' ift übermorgen. Klabrias- Partic. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Otto Reutter. Walast- Theater. Das Mirakel. Voigt. Bring und Bettlerin. Zirkus Busch. Das Mirakel. Anjang 8, Ulbr. Residenz. Ein Walzer von Chopin. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Förster- Chriftl. Theater an der Weibendammer Brücke. Der müde Theodor. Walhalia. Die Dollarprinzessin. Luisen. Ein feltsamer Fall. Folies Caprice. Tohuwabohu. Das Starnidel. Das Erdbeben. Anjang 8, Uhr. M Nenes Volks Theater. Friedhammer. Anfang 9 Uhr. Maria Admiralspalast. Im Tangoklub. Berliner Eispalast. Gisballett. Amor auf Urlaub. Cines Nollendorf- Theater. Histoire d'un Pierrot. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62 Schiller- Theater OmerTheater. Freitag, abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Sonnabend, abends 8 Uhr: Das große Licht. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Geschäft ist Geschäft. Sonntag, abends 8 Uhr: Heiligenwald. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft( I. Teil). Sonnabend, abends 8 Uhr: Heiligenwald. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Sonntag, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft( I. Teil). Sonnabend, 8 Uhr: Schneider Wibbel. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Anjang 8%, Uhr. Morgen z. 100. Male: Die Förster- Chriftl. G. m. b. H. Derkauf 9-1 Uhr und 3%-8 Uhr. Donnerstag, den 21. Mai 1914( Himmelfahrtstag), in sämtlichen Räumen und im großen Garten der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23: Großes Maifest der Gottlosen" 99 Großes Garten- Konzert( bei ungünstiger Witterung im Saah Chor- u. Sologesang. Humoristische Vorführungen. XX Musikdirektor Blume. XX Die Reise nach dem Blocksberg Dichtung mit lebendem Bild, arrangiert von Berthold Schröder. Der Gottlosen Höllenfahrt. Auftreten der Opern- und Konzertsängerin Elsa Himmel- Maneke. Klein Elfchens Maien traum Märchenszene mit Elfenreigen, dargestellt v. Kindern d. Gemeinde, arrangiert v. B. Schröder. Frei nach Dantes ,, Göttlicher Komödie". Worte vom Stadtverordneten Waldek Manasse, Rezitationen: Schauspielerin Frl. Maneke.( Prometheus von Goethe, Glaubensbekenntnis von Vischer usw.) Festvortrag des Landtagsabgeordneten Adolf Hoffmann: Warum sind wir gottlos?" Festzeitung. X Mas sengesänge. X An der Orgel: Herr Organist Ernst Himmel. Von 2 U hr ab ist die Kaffeeküche geöffnet zum Brauen des schwärzesten Hexentrankes. * GROSSER BALL.& Eintrittspreis 30 Pf. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. Billetts a 30 Pf. sind zu haben bei R. Nitzke, Neukölln, Erlanger Str. 12 IV; A. Hoffmann, Blumenstr. 22 I; A. Räder, Dänenstr. 9; Geschäftsstelle Pappel- Allee 15-17; 0. Kohlhardt, Alexandrinenstr. 21 IV; Barenthin, Stralauer Platz 10-11; F. Ewald, Schönleinstr. 6. 54/11 Metropol- Theater. Abends 7 Uhr 55 präzise: Die Reise um die Erde in 40 Tagen. Die Freireligiöse Gemeinde. I. A.: A. Hoffmann. URANIA Theater des Westens. ZOOLOG Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Mit dem ,, Imperator" nach New York. Zirkus Busch Gastspiel des Deutschen Theaters Direktion: Max Reinhardt. Das Mirakel Walhalla- Theater Das Weinbergsweg 19/20. Die Dollarprinzessin. Anfang 8 1hr. Morgen und folgende Tage: Die Dollarprinzessin. DOSE= THEATED Große Frankfurter Str. 132. Die Tochter des Heimgekehrten. Anfang 8 Uhr. Sonnabend u. 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Es fällt ihr auch gar nicht auch gerade weil die Frauen ihre Ungezogenheiten nicht schärfer ein, von den gebotenen Bildungsmöglichkeiten den richtigen Gebrauch zurüdwiesen- ficht Herr Oberlehrer Philipp eine Verständigungszu machen. Sie besucht die Schule ja nicht als Vorbereitung für möglichkeit nur dann, wenn„ die organisierten, bis jetzt für das Seit Jahren werden in vielen Wahlvereinen Groß- Berlins von einen später zu ergreifenden Beruf, sondern lediglich, weil es nun Stimmrecht eintretenden Frauen die Kernfrage( ob das Stimmden Genossinnen die Ferienspiele für die Kinder des Proletariats mal Sitte ist, in die Schule zu gehen. Sie strengt sich daher auch recht der einzige Weg zur Ausübung eines Einflusses auf die Gecifrig gepflegt. Immer um diese Jahreszeit beginnen die Ge- nicht allzu sehr an. Die richtige höhere Tochter hat ein Fräulein, feggebung ist) gründlich revidieren". Und er schließt mit den Wornoisinnen mit ihren Vorbereitungen. Aus der Mitte der Ge- die ihr bei den Schularbeiten hilft. Wieviel von dem Resultat auf ten:„ Möge der Westdeutsche Frauenstimmrechtstag das Stimm nojjinnen heraus ist die Bewegung fast überall entstanden. Die Rechnung des Fräuleins zu sehen ist, wird schwer festzustellen sein. rechtsproblem als einen Irrtum erkennen und über Beobachtung des Lebens der Proletarierkinder, wozu besonders die Die Mama findet auch die viele Mathematit und anderes höchst Bord werfen." Arbeit auf dem Gebiete des Kinderschußes unseren Frauen reich überflüssig und tut wenig, um den Bildungseifer der höheren Tochter Das könnte den Herren so passen; aber dazu werden sich nicht liche Gelegenheit gibt, ruft den Gedanken an die Ferienspiele ja zu fördern. Mutter wie Tochter legen mehr Wert auf die Fächer, einmal die bescheidenen nationalliberalen Damen verstehen. Und auch leicht wach. Sie läßt die Genossinnen tief in das namenlose durch welche die Tochter einmal in der Gesellschaft glänzen soll. wenn auch was würde es schließlich helfen? Das FrauenwahlElend der vom Kapitalismus zerstörten Proletarierfamilie blicken, Daher kommt in den Freistunden noch eine Mademoiselle oder eine recht wird durchgesetzt, auch ohne die Hilfe der bürgerlichen Frauen, unter dem große Massen von Arbeiterkindern schmerzhaft leiden. Mig, von der die höhere Tochter mühselig lernt, sich in den fremden denn die organisierten Arbeiter werden es erzwingen. Und wir Tausende von Proletarierkindern wissen nichts von der viel Sprachen auszudrücken. Sehr wichtig sind auch die Klavierstunden, vermuten sogar, daß dann nicht einmal Herr Dr. de Jonge ſeine gepriesenen Sorglosigkeit der Jugend. Frühzeitig müssen sie Hand einerlei, ob die höhere Tochter besonders musikalisch veranlagt ist Drohung ausführen wird:„ An dem Tage, an dem die erste Frau anlegen, indem sie entweder die Mutter bei der Besorgung der oder nicht. Sonaten und Uebungen sind ihr gewöhnlich höchst lang- in den Deutschen Reichstag gewählt wird, wandere ich aus." Er Wirtschaft unterstützen und jüngere Geschwister warten oder gar weilig, und sie verwendet ihre musikalischen Fähigkeiten, um die und seine Parteifreunde werden dann tun, was bisher noch alle selbst durch allerlei Arbeit Geld verdienen. neuesten Schlager aus der Kinofönigin" oder der Tangoprinzessin" Gegner des Frauenwahlrechts getan haben, wenn die Forderung Auch die Schulferien bringen ihnen keine Abwechselung einzustudieren. Auch Malunterricht erhält die höhere Tochter, und von den Parlamenten bewilligt wurde: sie werden versuchen, mögund Erholung. Blutenden Herzens sehen viele Proletariermütter, man findet noch häufig genug allerhand überflüssige, von ihr bemalte lichst viele Wählerinnen für ihre Partei zu gewinnen. wie ihre Kleinen auch in den Ferien die freien Stunden in engen, Gegenstände in der Verwandtschaft der höheren Tochter. Sehr lichtlosen Höfen oder auf staubigen, gefahrenerfüllten Straßen ver- wichtig sind auch die Graziestunden, Unterricht in der Kalliothemie. bringen müssen. Sie können nicht von der Nähmaschine oder aus Die höhere Tochter nennt das sehr gebildet und bemüht sich, gleich der Fabrik fort, um ihre Lieblinge ins Freie zu führen. Sie müßten einer griechischen Göttin einherzuwandeln. Natürlich spielt sie sehr denn aufs Brot verzichten, um für sich und ihre Kinder Ferien- gewandt Tennis. Sie läuft Schlittschuh, sie rodelt und radelt. Ein Zum Verbot der Abtreibung. Die sozialdemokratischen Frauen freiheit zu schaffen. Eine bittere Freiheit wäre es zwar. Brot Wunder ist es ja nicht, wenn ihr nicht allzu viel Zeit für die ernsten der Schweiz sammeln für eine Massenpetition an die Strafrechtsund Licht, Luft und Sonne gewährt ihnen die gottgewollte Welt- Wissenschaften bleibt. Die höheren Töchter sind häufig der Schrecken fommission Unterschriften und verlangen Aufhebung des Verordnung nicht. der Lehrer. Ihr Interesse für die Klassiker, für Geschichte und bots der freiwilligen Abtreibung. Bereits hat sich der Widersinn Aber was der schwache einzelne nicht vermag, vollbringt auch andere Lehrgegenstände ist im allgemeinen gering. Dafür haben der Strafbarkeit von Manipulationen der Frauen am eigenen hier die Gesamtheit. Auch hier führt die gemeinsame Arbeit, sie aber einen ausgeprägten Sinn für alle Aeußerlichkeiten. Eine Körper bei völliger Straflosigkeit der Verführer auch in Volksdie Arbeit der Organisationen zum Ziele. Die Organisation nicht normal geratene Nase, ein buntes Taschentuch, eine nicht vor- bewußtsein geltend gemacht. So haben die Geschworenen im Kankann die Kinder versammeln und unter dem Schuß erfahrener schriftsmäßige Krawatte können schuld sein, daß solch ein unglück- ten Zürich in vielen Fällen von Abtreibung freigesprochen, obwohl Freunde der Jugend zu gemeinsamem Spiel ins Freie führen. licher Lehrer für immer ihrer Spottjucht verfällt.„ Lieber hundert das Gesetz Gefängnis, ja jogar Zuchthaus vorsieht. SelbstverständLaufend Proletariermütter werden ihr dafür danken, viele bleiche ungezogene Jungen unterrichten als zwanzig kichernde Badfische," lich verlangt die Petition der sozialdemokratischen Frauen nur die Kinderlippen werden dadurch das Lachen erlernen. wie häufig hört man diesen Stoßseufzer von den Lehrern. Dieser Straffreiheit der Frauen, die an sich die Abtreibung vornehmen Wie die Dinge liegen, wird diese Arbeit in der Hauptsache Sinn für das Aeußerliche macht sich früh geltend bei den höheren lassen, nicht aber die Straflosigkeit der„ weisen" Helfer, die die unjeren Frauen zufallen. Sie ist denn auch überall von ihnen Töchtern. Untereinander tagieren sie sich schon sehr früh nach Aengste und Unwissenheit der Frauen ausbeuten. mit großem Fleiß und regem Interesse geleistet worden. Dort ihren Kleidern und Hüten. Nicht die fleißige guterzogene Schul- dieses Begehren allseitig als gerecht anerkannt wird und die Unteraber, wo die Ferienspiele noch nicht gepflegt wurden, müssen wir gefährtin hat Wert, sondern die am elegantesten angezogene. Aehn- schriftenbogen sich füllen, haben es die katholischen Arbeitervereine unverzüglich an die Arbeit gehen. lich ist es mit den Lehrerinnen. Man glaubt nicht, welche Autorität für notwendig gefunden, gegen diese unsittliche" Petition zu proDiese Arbeit bietet zahlreichen Genoffinnen eine willkommene eine elegante Bluse bei den höheren Töchtern bewirkt. Der Söhe- testieren. Die geistlichen Führer dieser Frauen wollen also, daß Gelegenheit zur Betätigung. Das Betätigungsfeld unserer Frauen punkt im Dasein der höheren Tochter ist die Tangoftunde. Meist an Stelle offener ärztlicher Behandlung die heimliche, meist geſundist ohnehin relativ eng, da ihnen politische Rechte noch völlig ist sie frühreif. Natürlich ist sie da erfüllt von allerhand Liebes- heitsschädliche Behandlung weiter blüht denn die Abtreibung fehlen. Ihre Hauptarbeit ist auf die Agitation für die Partei unter geschichten. Sie hat ihren Flirt". Sie fofettiert nach allen Regeln selbst können die Geseze doch nicht verhüten. den proletarischen Frauen und für die Erlangung staatsbürgerlicher der Kunst, und die Schule ist noch mehr Nebenfache als vorher. Rechte gerichtet. So groß und dankbar diese Arbeit ist, so liegt Auch die Ansprüche wachsen mit dem Alter. Von einer zwölfsie doch vielen Frauen aus leicht verständlichen Gründen nicht. jährigen höheren Tochter hörte ich, wie sie mißbilligend von der Sie können in der Sorge für die Kinder in der Kinderschutzbewegung Kindergesellschaft einer Freundin erzählte:„ Es gab nicht mal und bei den Ferienspielen eine schöne Gelegenheit zu sozialer und Staviarbrötchen." Echon bei diesen Kindergesellschaften erscheinen menschlicher Pflichterfüllung finden. Die proletarische Organisation die höheren Töchter in Spitzenkleidern und weißen Glacéhandschuhen. gewinnt dadurch für sie an Wert, ihr Interesse wird reger und In der Tanzstunde erscheinen sie möglichst in Seide und machen wird schließlich über die Prücke der Arbeit in der proletarischen fich lustig über die Waschfleider Minderbemittelter. Von den Kinderwelt den allgemeinen großen politischen Dingen zugeführt. Kaviarbrötchen geht man über zu warmem Abendbrot mit Seft. Die Leiterinnen der Ferienspiele müssen mit großem Berant- Die höhere Tochter ist nun schon ein gnädiges Fräulein" und bewortungsgefühl erfüllt sein. Bei jedem Schritt, den wir zur Er- ginnt von ihrer Zukunft zu träumen. Während ihre Brüder, ihre füllung unserer Aufgabe tun, müssen wir bedenken, datß wir für Bekannten Pläne machen, welchen Beruf sie ergreifen wollen, fennt Kinder zu jorgen haben, für fremde Kinder, für das un- die höhere Tochter nur den Wunsch, die Schule möglichst bald zu erjebliche Gut vieler Eltern. Das zwingt uns zu be- verlassen und sich dann gründlich zu amüsieren. Daß sie während fonderer Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt. Das muß der ganzen ihrer ganzen Schulzeit nicht viel anderes getan hat, fommt ihr Arbeit den Stempel aufdrücken. Allen Dingen, auch den scheinbar gar nicht zum Bewußtsein. Die Frage, was für einen Beruf unbedeutenden, müssen wir größte Beachtung schenken. Darum ist sie ergreifen wird, empfindet die höhere Tochter als Schande," sehr zeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen, flagt Helene Lange, die so viel gewirkt hat bei der Reform des damit die Kommissionen Zeit zur ruhigen und gewissenhaften Be- Mädchenschulwesens. Aber auch die Eltern denken nicht viel anders. ratung aller Fragen haben. Unsere Tochter hat es nicht nötig, einen Beruf zu ergreifen," erflären sie mit Genugtuung. Was sie für ihre Töchter erstreben, ist eine möglichst glänzende Heirat. Ist es ein Wunder, wenn auch die höhere Tochter sich eifrig mit diesem Zufunftstraum abgibt. Auch das ist alles nur am Aeußerlichem haftend.„ Röllchen darf er nie tragen," fordert die eine von dem Unbekannten, den sie mit ihrer Hand beglüden will. Einen fejchen Schnurrbart muß er haben," wünscht die zweite. Normalwäsche darf er niemals haben," verlangt die dritte. Echon die Bekanntmachung des Treffpunktes muß den Geist größter Sorgfalt und Genauigkeit atmen. Die Angaben über Treffpunkt und Treffzeit, über das Mitnehmen von Mundborrat und Geld müssen vollkommen flar gefaßt sein. Gut wäre es auch, wenn diese Ankündigung Angaben über die Rückkehr der Kinderschar enthielte, damit die Eltern ihre Kinder an einer bestimmten Stelle, die ebenfalls genannt werden müßte, abholen fönnen. Treffpunkt und zeit, sowie Zeit der Rückkehr und Ort der Trennung müssen dann für jeden Spieltag dieselben sein. Häufiger Wechsel bringt leicht Verwirrung und Irrtümer hervor. " Troßdent Ausstellungen für Frauen und Kinder. Aus London wird uns geschrieben: Hier fanden dieser Tage zwei nachahmenswerte Ausstellungen statt. In der Olympia wurde die Kinderwohlfahrtsausstellung abgehalten, wo man alles, was die Kleinen und die Erzieher der Kinder interessiert, sehen konnte: Spielzeug, Kinderkleider, Schulbücher, Erziehungssysteme und was dergleichen Dinge mehr sind. Im oberen Stockwerk der mächtigen Halle befand sich eine Ausstellungsabteilung für Frauen, die au den Pforten die Inschrift trug:" Das Königreich der Frauen". Der Philister, der sie mit dem Gedanken betrat, Kücheneinrichtungen zu besichtigen, fand sich bitter enttäuscht. Denn in diesem Königreich der Frauen herrichten die Frauenstimmrechtsvereine, die eine lange Reihe Läden aufgemacht hatten, in denen sie mit Karten und Schriften die Tätigkeit und den Einfluß der Frau im öffentlichen Leben veranschaulichten. Daneben gab es Läden, in denen Male. rinnen und Photographinnen, Bildhauerinnen und Töpferinnen, Schneiderinnen und Gärtnerinnen und viele andere Frauen die Produkte ihres Fleißes ausstellten. Auch eine Schwißbude war zu sehen, in der eine Näherin Hemden nähte und eine Schuhflickerin Schuhe besohlte. Jemand hatte eine Wohnungseinrichtung für ein alleinstehendes Mädchen ausgestellt. Die Einrichtung, die nur 5 Pfund( 100 M.) fosten soll, bestand aus Tisch, Sessel, Bett, Ofen und einigen mit Stoffen behängten und aus Eierfisten fabrizierten Möbelstüden. Die Londoner Arbeiterin kann sich näm lich die wunderbarsten Wohnungsschäße aus alten Eiserfisten, die Es gibt aber eine Menge höherer Töchter, die nicht ganz vor- 4 Pence das Stüd fosten, zusammenbauen. Die Ausstellung sollte fichtig in der Wahl ihres Vaters gewesen sind. Sie jeben ihre einem Mädchen zeigen, wie es sich sein Zimmer auf billige Art Hoffnung auf die glänzende Partie Was sie eigentlich dem Manne einrichten kann. Nebenan hatte ein Fräulein, das einer in dem bieten können, von dem sie so viel erwarten, an den sie so viel ärmlichen Londoner Stadtviertel Canning Town befindlichen NiederAnsprüche stellen, darüber denten die höheren Töchter nicht nach. lassung vorsteht, zwei Zimmer mit Einrichtungen ausgestellt, die Erfüllen sich ihre Hoffnungen nicht, dann schrauben sie ihre An- die Unglüdsmenschen, die das Schicksal den allerletzten Platz in der sprüche zurüd, oder sie werden refigniert und verbittert. Daß untersten Schicht der gesellschaftlichen Heringstonne angewiesen Frauen zu etwas anderem auf der Welt find als sich zu amüsieren, hat, lehren sollten, eine Wohnung billig und zweckmäßig einzu barüber hat sie niemand belehrt, oder das Beispiel verwöhnter richten. Die Betten bestanden aus Gasröhren und Segeltuch und Freundinnen hat auf sie eingewirkt, daß sie solche Lehren nicht sonstige Möbelstücke waren aus Gierkisten gezimmert. Auf die hören wollten. Politit, Frauenpflichten und rechte, Frauenarbeit Frage, ob denn diese Gefänigniszellen ein Arbeiterheim darstellen haben in der Erziehung der höheren Tochter nie eine Rolle gespielt. sollten, erwiderte die überwachende Schwester, daß diese Zimmer So ist sie das Haupthindernis für die Ausbreitung der bürgerlichen noch wahre Paläste gegen die Höhlen seien, die man in Canning Frauenbewegung. Aber die Bemühungen dieser bürgerlichen Town antreffen fönne. Eine kurze Unterredung mit der Schwester Frauenbewegung, die Zier- oder Sumpfpflanze der höheren Tochter gab einem ein lebhafteres Bild von dem Inferno in Canning auszuroiten, werden nicht von Erfolg gekrönt sein. Es müßte ihr Tolon als alle dicken Bände der Romanschriftsteller. Wie kann dann der Boden entzogen werden, in dem sie wurgelt: die kapita- jemand das nadie Leben fristen, das war die Frage, deren Lösung liftische Gesellschaft müßte vernichtet werden. Anna Blos. mit dem Ausstellungsgegenstand angeregt werden sollte. Und doch gibt es selbst in Canning Town noch andere Sorgen, als die des nackten Lebens. Davon zeugen die Zeichnungen, die von Kinderhänden auf schmußige Papierfeßen gebracht sind. Es sind Reiter hoch zu Roß und all die schönen Dinge, von denen die Kleinen In keiner anderen Partei Deutschlands wird augen träumen, wenn sie des Nachts, in Lumpen eingehüllt, in den blicklich so lebhaft über die Frauenstimmrechtsfrage diskutiert als Spelunken des Stadtviertels schlafen. Die Kunst hat ein zähes in der nationalliberalen Partei. In der Sozialdemokratie ist man Eine Frauenausstellung anderer Art war die der sich längst darüber einig, daß die Frauen das politische Wahlrecht Arbeiterinnenliga, die am 29. April in der St. Botolphs brauchen; bei den Konservativen lehnt man zunächst noch die Be- Barish Hall stattfand und den Arbeiterfrauen die Teuerung handlung dieses Gebietes der Frauenfrage ab, im Zentrum voll- veranschaulichen sollte. Ein Teil der Ausstellung bestand aus den sicht sich der Umschwung von der Verneinung politischer Frauen- Gegenständen, die von einem Arbeiterbaushalt wöchentlich eingekauft rechte zur Politijierung der Frau allmählich und ohne heftige werden müssen. An den einzelnen Waren standen die Preise, die Die höhere Tochter ist eine Bierpflanze, zuweilen auch eine äußere Kämpfe. Im Freisinn schläft man; die Frauen scheinen vor 15 Jahren dafür bezahlt werden mußten und die heute bezahlt Sumpfpflanze, die ihre Wurzeln in dem Boden der kapitalistischen fampfesmüde geworden zu sein. Gegen die das Frauenwahlrecht werden. Was die Arbeiterfrau vor 15 Jahren für 15 Schilling und Gesellschaft hat. Von ihr erhält sie ihre Nährkraft. Von ihr wird starr ablehnenden Parteiführer kommen sie nicht an; selbst eine 8% Vene kaufen konnte, dafür muß sie heute 20 Schilling bezahlen. jie verherrlicht als das holde Mädchenwunder, das Auge und Herz Parteitagsmehrheit würde ihnen nicht zur Aufnahme ihrer Forde- Karten zeigen die Aufwärtsbewegung der Preise und das gleich durch sein Erblühen erfreut; trotzdem man meinen sollte, daß für rung ins Programm helfen, da die" Alten" mit dem Austritt zeitige Anschwellen der Rüstungsausgaben, ferner die Bewegung ein solches Mädchenwunder in unserem industriellen und materiel- drohen, wenn die Partei auf das Frauenwahlrecht verpflichtet der Preise, verglichen mit der Goldproduktion. Während des Auslen Zeitalter taum noch Raum ift. So lange aber dies Wunder werden sollte. stellungstages hielten Fachleute Vorträge über die Teuerung und nach den Vorträgen wurden Fragen gestellt und beantwortet. Die Frage des Spielplates wird nur in der inneren Stadt Schwierigkeiten machen. Ihre Beantwortung ist auch ganz bon den lokalen Verhältnissen abhängig. Die Außenbezirke der Stadt und die Vororte möchten wir nur ermahnen, wenn irgend möglich nahe gelegenen Waldungen bei der Wahl des Plazes den Vorzug zu geben. Auch wenn ein kleiner Marsch oder eine Fahrt mit der Straßenbahn zur Erreichung des Blazes nötig ist, jollen wir nicht davor zurückschrecken. Die damit verbundene Mühe der Leiterinnen wird reichlich entschädigt durch die größere Freude, die sie den Kindern damit machen. Sein noch so schöner Spielplab in einem öffentlichen Bart vermag den Kindern die Freiheit des Waldes zu bieten, die erst das Gefühl der ungebundenen Sorglosigkeit, der Freiheit von allem hemmenden Drud und engen Zwang völlig zur Entfaltung bringt. Das aber sind ja eben die Empfindungen, die wir vor allem in den Kindern wachrufen wollen. Sie follen innerlich wachsen, jollen ganz froh werden in der Ferienzeit. Darum müssen fie völlig heraus aus den beengenden kleinen und drückenden Alltagsgedanken. In diesem Moment liegt auch ein Teil des Wertes dieser Arbeit für unsere Sache selbst: von dieser freieren Lebensbetätigung und dem sich dadurch entwickelnden stärkeren Selbstbewußtsein bleibt sicher etwas für das ganze spätere Leben der jungen Proletarier übrig. Wir tragen also durch diese Arbeit dazu bei, Menschen zu entwideln, wie wir sie brauchen. Die höhere Tochter. Nationalliberale und Frauenwahlrecht. Leben. Neue Bücher. der höheren Tochter nicht verschwindet, so lange wird die bürger- Bei den Nationalliberalen aber geht es lebhaft her. Sicher liche Frauenbewegung niemals jo um sich greifen wie es notwendig sind die meisten Mitglieder der Partei Gegner des Frauenstimmwäre, wenn sie ihr Ziel erreichen will: die Stellung der Frau zu rechts, und ebenso sicher werden die Führer nicht allzuviel davon heben. Es ist richtig, daß es von seiten der bürgerlichen Frauen- wissen wollen, aber man spricht sich doch aus. Seit einigen Wochen bewegung nicht an Bemühungen fehlt, durch eine andere Erziehung gehen die Artikel für und wider das Frauenwahlrecht und die die höhere Tochter aus der Welt zu schaffen. Es sind Mädchen- politische Betätigung der Frau in einem Berliner nationalliberalen Gleiches Recht für die Frauen. Eine Werbeschrift mit Beigymnasien gegründet oder den jungen Mädchen ist Gelegenheit ge- Blatte, dem„ Deutschen Kurier", hin und her. Männer und Frauen trägen bon E. Freundlich, S. Nestriepte, A. Popp, herausgegeben geben, in den Knabenschulen am Unterricht teilzunehmen. Es ist beteiligen fich an der Debatte, und die Anhänger des Bundes gegen von Adolf Braun. Nürnberg 1914. 31 Seiten. Preis 20 Pf. Die aber doch immer nur eine Minderheit, die von diesen Bildungs- die Frauenbewegung, Oberlehrer Philipp und Dr. de Jonge, mur- fleine Schrift enthält eine Reihe von Aufsäßen, die sich in leicht möglichkeiten Gebrauch macht. Auch der Unterricht in den höheren den wenn auch sehr zart und schonend von Professor Molden- verständlicher Sprache an die Unaufgeklärten und Unorganisierten Töchterschulen hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert und ist hauer und Frau Krutenberg- Conze bekämpft. Zu ihnen gesellte wenden. Von den einzelnen Beiträgen nennen wir: Frauenweniger oberflächlich geworden. Was sich aber nicht geändert hat, fich noch Dr. Müller de la Fuente, der die unhaltbaren, mit einer bewegung und Massenkampf, Altes Frauenunrecht fünftiges das ist der Boden, in dem die höhere Tochter wurzelt. Sie fühlt provozierenden Unverschämtheit vorgetragenen Behauptungen Dr. Frauenrecht, Die Frau im Erwerbsleben, Die Arbeiterinnen und sich von vornherein zu Höherem berufen, weil sie eine höhere Schule de Jonges wissenschaftlich widerlegte. die Gewerkschaften, Die Frauen und die Genossenschaften, Die besucht. Den Vorzug erblickt sie aber nicht darin, daß ihr viele Bil- Aber die Auseinandersetzungen im Deutschen Kurier" scheinen Frau als Gattin und Mutter. Wir wünschen der Schrift, die sich dungsmöglichkeiten gegeben sind, die den Kindern der Armen fehlen, die Gegner nicht überzeugt zu haben. Trok der großen Rüdsicht zur Agitation vortrefflich eignet, weite Berbreitung Leipziger Hochverrals Prozeß M Ratenzahlung ohne Preisaufschlag! Der Leipziger Hochverratsprozek wider Bebel, Liebknecht, Hepner Bor dem Schwurgericht zu Leipzig :: vom 11.- 21. 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