Kr. 128. Bbonncmenfs-Bcdingungen: Biottncmcntä, PrciZ dränumerand»! Virrtelinhrl. S.Z0 monull. l.IV Mk, wochmUiS 28 Pfg. frei ins Haus. Sinzrwi! Stummer 5 Pfg. eonnloq?« Kummer mit illustrierter Sonntags» Sifiloge.Die Neue Seit" 10 Pfa. Post. K�onncment: 1,10 SKatI fto Monat. «mi-,eiragcii in die Post.Zeitunas. Nreisiii'e. Unter Kreuzband iür Deutschland und Oesterreich. Ungarn -öOMart, fjjt ta5 übrige Austand ♦ Mar! Jito Monoi. Posiabonncmcuts nehmeii am Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bornigal. »Mouuncn, Schweden und die Schweix. 31» JahrK. Cricheint tislich. Vevlrnev Volksvl�K. Die InfcftionS'Gcbüftr beträgt für die icchsgespallene Kolones» geise oder deren Ziaum 80 Psg„ siir politische und gewerlschaillichc Vereins- und Bersammlungs Anzeigen NO Ptg. „Aleinc?sn:c>g«n", das' tetigedruekie Wort 20 Psg.(juluifig 2 ieUged.nclte Sorte), jede» weitere Wort 10 P>g. Slellengesuchc und Echlasstellenau. zeigen das crjie Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Psg, Worte über 15 Buch- Ilaben zählen siir zwei Worte, Inserate tür die nächste slnnnncr müssen bis ti Uhr nachmittags in der Expedition vdgegeben werden, Tie Expedition ist bis 7 Uhr abends gcojsnct. Telegramm- Adresse: «SdZiZietmdünl IKrliD", Zcntralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SLl. 68, Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt Morinplati, Nr. 1U8Z. Dienstag, den 1Ä. Mai 1�14. Expedition: 8Äl. 68, L-indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morissplaii, Nr. I.S8t. Der große Sieg in Frankreich. Zur öen Sozialismus unö öen Jrieöen! Mit Freude und stolzer Genugtuung begrüßen wir den �ieg, den unsere französische Bruderpartei nach einem Pracht- voll gesübrten beimpfe an die rote Fahne gehestet hat. Und wenn auch die ganze Internationale diesen glänzenden Erfolg als ihren eigenen mitfeiert, so darf die deutsche Sozialdemo- kratie doch aussprechen, daß s i e vor alle» anderen an diesem Siege teilnimmt, daß die Schläge, die die französischen Sozia- listen ihren Chauvinisten und Rüstungstreibern verseht haben, » n s in erster Linie den Kampf für das gemeinsame " i e l des Friedens und der Verständigung erleichtern. Unsere französischen Freunde haben auch für uns gekänipft und gesiegt, wie wir für sie kämpfen, wenn wir gegen unseren Militarismus und unsere Kriegshetzer zu Felde ziehen. Es sind diese Empfiirdungen, die der G l ü ck w u n s ch der deutschen Sozialdemokratie unseren fran- zösischen Genossen verdolmetscht. Ter Parteivorstand und die sozialdemokratische Reichstagssraltion haben- der fran- zösischen Partei folgendes Telegramm geschickt 1 „Humanite, Paris. Tie dcntschc Zozialdemotraiie likssliickwünscht die Pari» sgcialistr auf das herzlichste z» dem glänzenden Wahlsieg. Ter Wahlausgang muß die P c r st ä n d i g u n g zwischen Teutschland und Frankreich dcschlcuuigen. Tie graste Mehrheit die deutsche» Palkc» wünscht pieic Pcrständigung ebenso sehnlich wie die graste Mehrheit des franzäsischc» Palkcs. (i«l lebe die deutsch-französischc Fcrundschaft!(sK lebe der «azialiemus!, Perstand und Reichetagesraktian der dentschrn Zazialdrinakratir." In der Tat sind die Fortschritte des französischen Sozia- lismus der stärkste Beweis für die F r i e d e n s l i e b e des französischen Volkes.. Unsere Genossen gingen in den Wahlkampf, unmittelbar nachdem sie mit unvergleichlicher Energie den Feldzug gegen das TreijaHrgesetz geführt hatten. Tie Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit, die Ersetzung des stehenden Heeres durch eine demokratische Heeresordnung, die Propaganda für eine Verständigung mit Teutschland standen im Mittelpunkte ihrer Agitation. Umgekehrt suchten die Gegner mit allen Mitteln die chauvinistischen Instinkte auf- zuregen. Tie letzte Militärvorlage der deutschen Regierung, die unverantwortlichen Treibereien unserer Generale a. T., die Agitation des Flotten- und des Wehrvereins, die Hetze gegen die Fremdenlegion boten ja Material in Hülle und Fülle. Aber siehe da, das französische Volk wies die Hetzer ab, mit einer Energie und Deutlichkeit, von der wir nur wünschen können, daß sie auch das deutsche Volk immer wieder beweise. Tie Urheber des Dreijahrgesetzes, die nationalistischen Reak- tionäre, haben eine schwere Niederlage erlitten. Und neben den Sozialisten, wenn auch lange nicht im gleichen Maße, haben auch die blirgerlicheit Gegner nationalistischer Verhetzung den Erfolg davongetragen. Tie Partei der ge- einten Radikalen, an deren Spitze E a i l l a n r steht, kehrt gestärkt zurück, diese Partei, deren angesehenste Mitglieder immer offener für eine Annäherung zwischen Teutschland und Frankreich eintretest und so zahlreich air der Berner Verständigungskonferenz des vorigen Jahres teilgenommen haben. Tie militaristische und soziale Reaktion aber mit den dunklen Ehrenmännern B r i a n d und B a r t h 0 u an der Spitze ist zurückgeschlagen. So dürfen wir, als Sozialisten, als Gegner des Mili- tansnius, als glühende Anhänger der Verständigung mit dem französischen Volke mit hoher Befriedigung und Bewunderung auf den Ausgang dieser Wahlen sehen, llnd wir versprechen unfern französischen Brüdern, niit gleicher Energie an dem geineinfainen Werke fortzuarbeiten, in der festen Zuversicht, daß dos nächste Mal an uns die Reihe komstle» wird. Hoch die französische Sozialdemokratie! Ein glorreicher Ausgang. Paris, 11. Mai.(Privattelegramm des„Vor- wärt s".) Der sozialistische Wahlsieg übertrifft alle Erwartun- gen. In der Stärke von 102 Mann zieht unsere Fraktion in die Nammcr. Die Partei hat 10 Mandate verloren und 42 gewonnen. Sie Hot ebensosehr in rein industriellen wie in reinen Bauern- bezirke» glänzend abgeschnitten. Ausgezeichnet hielten sich die Pariser Vororte. So wurde Albert Thomas mit fast 4000 Stimmen Mehrheit wiedergewählt. Genosse Sabal besiegte d«l Nationalhäuptling Habart. P 0 n c e t warf den früheren Polizeipräsidenten Sepnie. Rechnet man dazu die Siege des Rc- daktcurs der Humanite, M a y c r a s und des Enkels von Karl Marx L 0 n g u e t, so sind dadurch einige bedauerliche Niederlagen im Stadtgebiet von Paris, wo die Genossen Lavel, Colly und Rouanet nicht wiedergewählt wurden, reichlich ausgehoben. Einer der erfreulichsten Erfolge wurde in der Porstadt Levallois er- zielt, wo Genosse Bon das frühere Parteimitglied Willm, der zu Briand übergelaufen war, hinauswarf. Eine glänzende Bekundung ihrer alten Parteitreue lieferte wiederum die Wählerschaft des Departement Nord. Alle bisher innegehabten vier Mandate wurden behauptet, darunter das des Genossen Dclory und drei neue gewonnen. Im Departement Jsere eroberten wir zwei, behaupteten drei Mandate, in Pas de Calais behaupteten wir ei», eroberten zwei, im Departement Gard desgleichen. Tic Genossen V e d 0» x und P r c v 0 st behaupteten Toulouse, lind eine hochwichtige Eroberung stellen die zwei neuen Mandate in Creusot dar. Im Departement Haute Vienne eroberten wir zwei, im Holzfällcrdepartenicnt Uonne ein und sogar im Grotzgrundbcsitzgcpartcinent Nievrc eroberte» wir zivei Mandate. Nur im Nllicr verloren wir zwei bäuerliche Sitze. Genosse L a f 0 n t eroberte Saint Eticnne, Genosse R c n a u d e l Toulon, ebenso wurde Genosse V a r e 11 n e wiedergewählt. Das Wahlergebnis verblüfft die Reaktionäre vollständig. Sie bemühen sich auszurechne», daß die drei- jährige Dienstzeit und eine Steuerreform ohne Selbsteinschätzung d'e Mcbrbcit erhalten habe. In Wirklichkeit ist wenigstens die St en errcform durch den Wahlausgang entscheidend gefördert tvordeu. Die Sozialdemokraten, die geeinigteu Ra- dikalc» und unabhängigen Sozialisten haben zusammen die Mehrheit.- Tic radikale Presse feiert denn auch den Triumph der repubtikanischeu Solidarität. Dagegen klagt die klerikale Presse die Halbheit und Uiientschlosscnheit der gemäßigten Führer au. Briand bekommt jetzt nach dem Fiasko seiner neuen Partei den verdienten Fußtritt. Elemcnceau verhehlt gleichfalls nicht sein Mißvergnügen über den Aussall der Wahl; begreiflich, denn der sozialistische Sieg schneidet ihm wohl die Rückkehr zur Macht für immer ab. lind so zürnt er, die revolutionäre Partei sei nicht regierungsfähig und treibe das Land der Reaktion zu. Er hofft schließlich aus die Mauserung eines Teiles der Partei. Ter klerikal-nationalistiscke„Figaro" erhofft eine» nationalen Block gegen die Revolution, und ähnlich die Briandistischc„P e t i t R c p n b l i q n e" eine Konzentration der Mittelparteicn. Ter „T c m v s" berechnet, daß der Block der Radikalen und Sozialisten nur 2t>7 Stimmen zählt und hofft, daß die Einigkeit beider Par- teien nickt lange dauern tvcrde, findet aber trotzdem die Situation drohend und beklagt den Durchfall der Haupt- macher der dreijährigen Dienstzeit, wie des Grafen Monte-Cello und Joses Rcinachs. Einigen Trost findei das großkapitalistische Organ nur im Sieg Päies, d� Berichterstatters über das Drei- jabrgcsctz, tvobci es nur vergißt, daß dieser Sieg nur der Unter» stützung Allemanes verdankt ist— und in anderen Detailresultaten. „Journal de Debats" fordert die gemäßigten Parteien ans. sich zusammenzuschließen. Die neue Kammer tvcrde entweder gegen den revolutionären Sozialismus gerichtet sein oder aber unter die Leitung von I a u r e s fallen. Jaures aber schreibt in der„Humanite":„Der gestrige Tag hat gezeigt, welch großartige Fortschritte die Sozialisten sowohl in den Städten wie in den ländlichen Wahlbezirken gc- macht haben. Man darf nunmehr mit Sicherheit sagen,. daß künftig kein Parlament, keine Regierung mehr möglich sein werden, die nicht mit dem Sozialismus rechne» müssen. Nun sollen es die Rückschrittler einmal wagen, das unheilvolle TreijaHrgesetz noch lange ausrecht zu er- halten. Jaures feiert den Sieg über die Panik, die die Chan- vinisten und Kapitalisten mittelst ihrer großen Presse zn entfesseln versucht hatten. Er ruft zur weiteren Arbeit auf. Die Partei Ivird die Organisation, der sie den Sieg verdankt, ausbauen und im Parlament ihrem Programm gemäß eine prinzipielle, klare und st a r k e Politik machen. -i-* 4c Dir neue Kammer. Paris, 11. Mai. Das Ministerium des Innern teilt folgende Statistik über das Gesamtergebnis der Wahlen mit: Es sind gewählt: 81 Konservative und Libe- role. 59 Progressisten, 31 Mitglieder der vereinigten Linken, 69 Republikaner der Linken, 236 sozialistische Radi" ka l e(davon 188 geeinigte sozialistische Radi- k a l c), ferner 31 sozialistische Republikaner und 192 g e- einigte Soziali st e n.�Tie Parteien der Konservativen und Liberalen gewinnen 7 Sitze, die sozialistischen Radikalen 23, die gecinigten Sozialisten 27. Tie Progressisten verlieren 24 Sitze, die Vereinigung der Linken verliert 16, die Rcp'u- blikaner der Linken 14 und die sozialistischen Republikaner 3 Sitze. Fünf neugeschaffenc Sitze sind den geeinigten Sozia- listen zugefallen. Für lind gegen das TreijaHrgesetz. Paris, lt. Mai. Tie Statistik über die Wahlen in Ansehung des Treijahrgesetzcs gibt folgendes Bild: von 30ö Abgeordneten, die für das Gesetz gestimmt haben, sind 230 wiedergewählt, 12 traten vor dem zweiten Wahlgang zurück, öl. erlagen: 109 waren in die Stichwahl gekommen. Von den 197 Abgeordneten, welche gegen das Gesetz gestimmt haben, sind 122 w i c d c r g e>v ä h l t, 7 vor dem zweiten Wahlgang zurückgetreten und 38 erlegen; 90 kamen in die Stichwahl. Von den 12, die sich damals der Abstimmung enthielten, sind 8 wieder- geloählt, einer ist vor dem zweiten Mahlgang zurückgetreten, 2 sind geschlagen worden und einer ist nicht wieder aufgestellt worden. Von den 15 Abgeordneten, welche damals gefehlt haben, sind II lvicdcrgcwählt, 2 vor der zweiten Abstimmung zurückgetreten und 4 geschlagen worden; 5 waren in die Stichwahl gekommen. die Rüftungskorruption. Tie Beratung de? Militäretats floß am Montag zunächst stundenlang ziemlich ruhig dahin. Nur Einzelwünsche kamen bei dem der Reihe nach vorgenommenen Etatskapiteln zum Vortrag. So vertraten die Genossen A l b r e ch t und T h ö 11 e die Wünsche der Schuhmacher und Schneider in der Militärbekleidungsindustrie und Genosse Schulz gab Anregungen zur Ausgestaltmig der Soldatenbibliotheken, um die Schnndlitcratnr aus den Kasernen zu verdrängen und den Soldaten ihr schtvercs Leben in der Kaserne einigermaßen erträglicher zu machen. Aber nach diesen Vorspielen rollte Genosse Tr. Liebknecht in einer großzügigen Rede erneut die ganze Frage der Rünungs. korruption aus. In vielen Punkten beschränkte er sich ans bloße Andeutungen und verwies für die ausführliche Tarstcllllng auf eine größere literarische Tarstellung, die er unter der Feder hat. Aber auch das, was er heute vortrug, genügte, um den Militarismus, die Rüstungsindustrie und ihre Hintermänner unheilbar zu koin- promittieren. Tie ganze Rüstungsindustrie ist gegcntoärtig intcr« national verfilzt und vertrustet. Tic drei großen deutschen Rüstungskonzerne Krupp, Locwe und Köln-Rottweiler haben alle» samt ihre Filialnicdcrlagcn in allen möglichen Ländern der Erde. In den Verwaltungen dieser internationalen Rüstungskonzerne sitzen dutzendtocise hohe Zivil- und Militärbcamte und sonstige Personen mit guten Konnexionen. Sic üben auf alle Staats- verloaltungen schon an sich einen großen Einfluß aus, scheuen sich aber nirgends, diese Macht durch die schmutzigsten Mittel zu der- stärken. Die Ergebnisse des Krnpp-Prozcsscs haben gezeigt, daß da? ganze Direktorium dieser hochmögenden Firma zur äußersten Korruption entschlossen lvar, wie das Liebknecht an allen einzelnen Phasen des Prozesses, der Bewcisiiufnahmc und der Urteile nach- wie?. Als �Liebknecht zuerst mit seinen Enthüllungen vor den Reichstag trat, bemächtigte sich auch der bürgerlichen Parteien eine urwüchsige Empörung. SeNdem hat Krupp alle seine Machtinittel spielen lassen und erst die Presse, dann die Parteien ixizn gebracht, eine neue Philosophie zu crsiiidc», tvclche die schlimmste kapitalistische Korruption mit dem Mantel des nationalen Interesses deckt. An diesen Rückblick schloß Liebknecht neue Enthüllungen. So konnte er ans den Akten der Staatsanwaltschaft feststellen, daß die optische Firma Gocrz, ivelchc die Armcefrrn röhre und Visiere liefert, genau nach Kruppschen Methoden gearbeitet hat und daß ein hochgestellter Militär einen schwunghaften Handel mit Orden und Ehrenzeichen getrieben hat. Hierbei versuchte der Präsident K a c in p s die neue geistreiche Einschränkung der Redefreiheit, daß man Verstorbene nicht angreifen dürfe, und bedachte Liebknecht mit zablloscn Ordnungsrufen. Er konnte unseren Genossen aber nicht hindern, seine lmuhtige Anklagerede zu Ende zu führen. Zur Ertviderung erhob sich sofort der K r i c g s m i n i st e r, und ihm sekundierten dann seine Gehilfen, die Herren Erz- berger und Schultz- Bremberg. Aber ihre Rederei über die Notwendigkeit deutscher Waffenausfuhr und das Interesse der Arbeiter daran, war wirklich nicht überzeugend. Der Militäetat ist auch heute noch nicht zu Ende gekommen. Gewalt vor Recht! Von dem juristischen Vertreter der Duala, Herrn Rechts- anwalt Halper t, erhalten wir folgende Ztwchrist: „Sonntag sandte ich an meinen Vertreter in Tuala nachstehendes Telegramm: „Regierung veröffentlicht Kameruner Telegramm Bruder B e l I s habe Joja und andere Häuptlinge Aufruhr gegen Deutschland Anschluß England aufgehetzt. Trahtet Wahrheit." Tarauf ist heute folgende Antwort eingelaufen: „Bell verhaftet. Begründung Hochverrat. Küsten- klatsch. Entcignungsaktrn beschlagnahmt." Man sieht, es wird im letzten Augenblick nocki mit allen Mitteln gearbeitet, um den Reichstag zur Bewilligung der Regierungsforderung zu bringen. Rudolf Bell, der er- fahrcnste und klügste Mann des Duala-Volkes, der weitaus beste Kenner der ganzen Enteignungsangelegenheit, wird wegen„Hochverrats" verhaftet, d. h. kalt gestellt und sein gesamtes Aktenmatrrial in Sachen der Enteignung wird beschlagnahmt! Alle psychologische Erwägung spricht da. gegen, daß Rudolf Bell, den ich aus eigener umfang. reicher Korrespondenz und dem Studium der Akten als einen durchaus besonnenen Menschen kennen gelernt habe. in d e m Augenblick zu einem unsinnigen politischen Exzeß übergegangen sein sollte, wo er sehnsüchtig die Entscheidung deS Reichstages über die Lebensfrage seines Volkes er- wartet. Seine ganze Arbeit seit einem Jahr war auf die sachliche Vorbereitung dieser Reichstagsverhandlungen gerichtet, und da sollte er den Erfolg seiner ganzen Tätig. keit durch„Hochverrat" gefährden? Es handelt sich bei der ganzen Anschuldigung, wie mein Vertrauensmann telegraphiert, um den berüchtigten Küsten. klatsch. Nach früheren Nachrichten, die mir aus Duala zugegangen sind, besteht der dringende Verdacht, daß dieser Küstenklatsch sich auf die Meldungen schwarzer Spitzel be- zieht, die von der Regierung unter den Dualas unterhalten werden. bono? Jedenfalls hat die Plötzliche Verhaftung und die Ein- Ziehung der Akten einen sicheren Erfolg: Meinem dortigen Vertreter ist die sicherste Informationsquelle im entscheide». den Augenblick entzogen. Mit vorzüglicher Hochachtung Rechtsanwalt H a l p e r t." Auf albernen, total unglaubwürdigen Klatsch hin wurde also Rudolf Bell, der beste Kenner und Vertreter der Tuala» forderungen, verhaftet. Zugleich wurde sein ganzes Akten- Material beschlagnahmt. Und der Effekt? Tie Duala sind nun vollends schütz- und Wehrlos! Nur unverwüstlich Weltfremde können darüber in: Zweifel sein, ob es sich hier um Zufall oder Absicht handelte! Hätten wir noch ein Parlament, das die Rechte auch der Schwächeren schützte, so würde der Regierung ein böser Kehraus getanzt. Aber es handelt sich ja nur um die Niederknllppelung von Schwarzen, die noch wehrloser sind als preußische Wahlrechtsheloten. die Entrechtung öer proletarierjugenö. DaS preußische Abgeordnetenhaus bot in der Fortsetzung der KuttuSdebatte am Moiitag bei der Erörterung des Kapitels Jugendpflege dem sozialdemokratischen Redner die erwünschte Gelegenheit, den ganzen schamlosen Unfug der sogenannten ..Jugendpflege" zu brandmarken, für die allein in dem einzigen EtatSjahr 1914 3'ch Millionen Mark an Steuergroschen verpulvert werden sollen. Bevor der Redner unserer Partei das Wort erhielt, machten die Redner der verschiedenen bürgerlichen Parteien Reklame für die ihnen nahestehenden Jugendorganisationen, um möglichst viel von den zu verteilenden Millionen in die Kassen ihrer Schutz- befohlenen lancieren zu können; wobei sich das anmutige Schau- spiel ergab, daß die bürgerlichen Jugend-..PfIeger" einander einiger- maßen unsanft in die Haare gerieten. Kein Wunder! Denn so tief diesen Konkurrenzorganisationen der Bürgerlichen auch die gemeinsame Tendenz des Kampfe» gegen die proletarisch« Jugend- auftlärung in der Brust sitzt, mit so hämischem Neide mißgönnen sich doch die liberalen und Zentrumsorganisationen gegenseitig die KorruptionSgelder, die der Minister gegen die Jugendpflege ihnen m die Tasche schüttet. Außer diesen EifersuchtsauSbrüchen boten die Ausführungen der bürgerlichen Redner sehr wenig. Ter Konservativ- Wall- bäum machte einige ungeschickte Versuche, sich an der Sozialdemo- kratie zu reibe», versandele aber nur zu bald, als ihm die Sozial- demokrateu nicht den allzu täppisch verratenen Gefallen taten, seine Belanglosigkeiten durch Zwischenrufe zu quittieren. Ebensowenig Aufregung verursachten die Monologe der Redner deS Zentrum? und der Rationalliberalen. Etwas lebhaftere Stimmung brachten erst die Ausführungen de» fortschrittlichen Redners K a n z o w. Dieser Herr— ein Homo novus im Dreitlassenhause und offenbar auch noch ein Neuling in politischen Dingen forderte eine politisch st r e n g neutrale Jugendpflege. Angesichts der skandalösen parteipolitischen Tätigkeit der durch die Steuermillioncn großgepäppelten bürger- lichen Jugendorganisationen verriet diese aschgraue Theorie ein wiKlich überreiches Maß naiver JlkusionSfähigkeit. Aber Herr Kanzow zeigte auch sonst in erstaunlichem Maße die Gabe des Mißverstehe»?. So, wenn er der freien Jugendbewegung vor- warf, zuerst das Moment der politischen Jugenderziehung in der� Jugendpflege hineingetragen zu haben— als ob nicht die freie Jugendbewegung erst die gebotene Antwort auf Jünglings- vereinssiinpelei und sonstige Jugendverblödung gewesen wäre, ganz zu geschweige,, der tendenziös einseitigen, direkt parteipolitischen Geschichtsentstellung, die seit alters in unseren Schulen getrieben wird. So, wenn er die Jugend- crziehung zum„Monarchismus und Patriotismus" in erstaunlicher .Harmlosigkeit für etwas durchaus Unpolitisches erklärte, während er doch die demokratische und soziale Weltanschauung für etwas unzulässig„Politisches" hältl Herr Kanzow hat offen- bar doch noch nicht so ganz aus dem staatsanwaltlichen Talar herauszuschlüpfen vermocht! Und ein seltsames Nichtverstchenkönncn verrät e« doch auch, wenn dieser neue Mann deS Fortschritts der Sozialdeniokratie vorwarf, daß sie Leute wie Lessing, Goethe und Schiller einfach als Sozialdemokraten für sich reklamiere, während die Sozialdemokratie doch nur— und ganz mit Recht!— behauptet, daß sie heutzutage dieeinzigewerktätigeBorkämpferin und Bollstrcckerin der Humanitären Ideale sei. die den großen Denkern und Dichtern unserer klassischen Ideale veran- geleuchtet. Auf oll diese Mißverständnisse, auf die versteckten und offenen A„griffe �ber anderen Redner und auf das ganze heuchlerische und brutale System der bürgerlichen Jugendpflege ging in einer ganz ausgezeichneten Rede Genosse H a e„ i s ch als Sprecher der sozial- demokratischen Fraktion ein. Um all die falschen Anschuldigungen zurückzuweisen, alle Irrtümer und Mißverständniffe zurecht zu rücken und umgekehrt die niederträchtige BerleumdungS- und Per- folgungskampagne gegen die freie Jugendbewegung an den Schand- pfähl zu nageln, bedurfte er trotz aller Selbstbeschränkung einer zweistündigen Rede; aber er hatte für seine schlagend pointierten Ausführungen von Anfang bis Ende das„Ohr des Hauses". Namenilich die letzte halbe Stunde der Rede des Genossen Harnisch mochte für den Verantwortlichen de« ganzen Unfugs, den KntttlSmmifter, höchst peinlich sein. Nachdem unser Genosse die sozialen Quellen der proletarischen Jugendbewegung und die jämmerlichen Praktiken des bürgerlichen Jugendfangs höchst drastisch geschildert, kennzeichnete er zum Schluß temperamentvoll die ebenso lächerlichen wie perfiden Polizeischikanen, durch die die Polizei unter Zustimmung des preußischen Ministers für.Jugendpflege" die proletarische Jugdenpflege zu erdrosseln sucht. Mag die bedauerns- werte Regierung so fortfahren! Die Früchte ihrer die proletarische Jugend zum Klassenbewußtsein aufpeitschenden Tätigkeit kann sie dann einmal erleben, wenn es den Kriegshetzern gelingt, das aber- witzige Verbrechen eines europäischen Krieges heraufzubeschwören! Der gestäupte Minister schwieg. Am Dienstag dürfte er aber doch noch einige mühsam einstudierte Redensarten von sich geben._ vas Urteil gegen Sie Genossin Luxemburg. Das aufsehenerregende Urteil der Frankfurter Strafkammer gegen die Genossin Luxemburg liegt jetzt vor. Nach Fällung des Urteils nannten wir es ein„juristisches Unikum", ein Tendenz- urteil in der allerkrassesten Form. Darüber waren bürgerliche Zeitungen, insbesondere die„Deutsche Tageszeitung", lebhaft ent- rüstet. Aber aus den schriftlichen Entscheidungsgründen erhellt, so- weit möglich, noch klarer wie aus der mündlichen Verhandlung: die Verurteilung ist nicht erfolgt, weil etwa die Genossin eine straf- bare Handlung begangen hat, sondern sie ist erfolgt weil die Ge- „offin Luxemburg den Militarismus kritisiert und damit, wie es der Staatsanwalt nannte,„ein Attentat aus den Lebens- nerv unseres Staates" ausgeübt hat! Allein aus politischer Auffassung der Richter, aber aus keinem juristischen Grund, ist die Verurteilung zu verstehen. Als einziger Urteilsgrund aus dem langen Urteil nur die eine Anführung, daß die Genossin Luxemburg„die bekannte so- zialdemokratische Agitatorin" sei. Alles andere, was im Urteil angeführt ist, spricht auch für den politischen Gegner für die juristische Unzulässigkeit einer Verurteilung. In den EntscheidungSgründen wird zunächst dargelegt, daß das Eintreten der Genossin für das Milizsystcm und die Darlegung, daß beim Milizshstem die Waffen nicht gegen den inneren Feind an- gewendet werden, wohl aber in einer der herrschenden Klasse nicht wünschenswerten Richtung mal losgehen könnten, nur von einer Befürchtung der herrschenden Klasse sprechen, aber keine Aus- forderung zum Morde, wie die Anklage wollte— wenigstens sei da» nicht nachweisbar. Anders liege es aber mit einer Wendung, die in der Versammlung zu Fechenheim sowohl, wie in der in Bockenheim im Anschluß an die Erörterungen einer Kriegsgefahr gefallen sei. In Fechenheim habe die Genossin Luxemburg von der Möglichkeit eines Krieges geredet und hierbei geäußert,„bei einem eventuellen Kriege sollten die Arbeiter es sich überlegen, ob sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren könnten, auf ihre Brüder in Feindesland zu schießen. Infolge des allgemeinen Zusammen- schlusseS der Arbeiter sei eS unbedingt durchführbar,«in entschie- deneS:„Rein, auf unsere Brüder schießen wir nicht!" auszusprechen". In Bockenheim habe die Rednerin„die Möglichkeit eines Welt- kriegeS erörtert und hierbei wörtlich geäußert:„Bei einem Kriege fragen wir uns: werden wir uns einen Krieg ungestraft gefallen lassen." Aus der Versammlung ertönten hierauf Zurufe: Niemals! Sie fuhr daraufhin fort:„Wenn un» zugemutet wird, die Mord- Waffen gegen unsere französischen oder anderen Brüder zu erheben, dann rufen wir: daS tun wir nicht!" Diesen Worten sei sekunden- langer Beifall gefolgt. In diesen Worten liege«ine Aufsorde- rung zur Nichtb efolgung der Gesetze, welche den Soldaten den Gehorsam gegen die erteilten Be- fehle zur Pflicht machen. Wenn die Angeklagte sage, die Anklage sei ein Zerrbild ihrer au» dem Zusammenhang gerissenen Aeußerungen, in denen sie für die Einführung des MilizshstemS eingetreten sei und dargelegt habe: Kriege seien nur möglich, so- lange die arbeitende Volksmasse, solange die Mehrheit de« Volke» nicht zu der Ueberzcugung gelangt, daß Kriege eine barbarische, tief unsittliche reaktionäre und volksfeindliche Erscheinung sind; über daS Zustandekommen und den Ausgang der Kriege entscheiden nicht nur die Armee, nicht nur die Befehle von oben und der blinde Gehorsam von unten, sondern die große Masse de» werktätigen Volkes, so stehe die Entscheidung über Krieg und Frieden.nach den bestehenden Gesetzen" nicht der Gesamtheit des Volkes zu, es„ziehe auch nicht die Masse des Volke» in den Krieg", also könne die Angeklagte mit dem„wir" nicht„die Ge- samtheit deS Volkes, sondern nur die im Felde stehenden Soldaten, die zum Schießen berufen sind, gemeint haben". So macht das Urteil die Genossin Luxemburg zum Soldaten und zeigt, daß die Urteilsfinder die sozialdemokratischen Gedanken- gänge zu verstehen nicht in der Lage sind, vielmehr durch ihre Bor- cingenommenheit in die Worte einen Sinn hineininterpretieren. der ihnen nach dem ganzen Zusammenhang der Rede fehlt. ES kommt dann das Urteil zur Begründung, welche Strafpara- graphen verletzt sein sollen. Man sollte annehmen: 8 112 des Strafgesetzbuchs. Denn der bestraft ja die Aufforderung oder Anreizung von Personen des Soldaten st andes, dem Befehls des Oberen nicht Gehorsam zu leisten. Weit gefehlt! Das Urteil führt zutreffend aus: der Paragraph könne ja, nach der Recht- sprcchung des Reichsgerichts, gar nicht in Frage kommen, da weder Personen de» Soldatenstandes spezialisiert sind, noch eine Auf- forderung zu einer aktuellen Verweigerung des Gehorsams vor- liegt. Dann führt das Urteil wieder unter richtiger Bezugnahme auf Reichsgerichtsentscheidungen aus: auch der Tatbestand des p III (Aufforderung zur Begehung einer strafbaren Handlung) liege nicht vor, denn es sei nicht zu einer bestimmten strafbaren Handlung aufgefordert, also— muh Freisprechung erfolgen. O nein, da» Urteil meint: der 8 119(Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze) treffe zu. ES sei allgemein„zum Ungehorsam gegen die den Gehorsam der Soldaten befehlenden Gesetze" aufgefordert. ES richte sich die allgemeine Aufforderung der Angeklagten zum Ungehorsam im Kriegssalle„gegen die unpersönlichen Grundlagen der Rechts- ordnung". Also die Angeklagte hat nicht zu strafbaren Handlungen auf- gefordert; weil sie das nicht getan hat, hat sie zum Ungehorsam gegen Gesetze aufgefordert, die den Ungehorsam mit Strafe bedrohen. Erkläret mir, Graf Oerindur. diesen Zwiespalt der Natur. Aber es kommt noch netter. Bei der S t r a f a u s m e s s u n g heißt es: es sei davon auszugehen,„welche Bedeutung die Rechts- ordnung dem Gesetze, zu dessen Uebertretung ausgefordert worden ist, beimißt". Tie im§ 95 Abs. 2 des Militärstrafgesetzbuchs an- gedrohten Strafen zeigen, daß das Gesetz den Ungehorsam vor den Feind zu den schwersten Verbrechen zählt. Unsre Leser entsinnen sich, daß kurz vorher dai Gericht erklärt hatte, e» könne nicht aus den 88 lll oder 112 strafen, weil eine Aufforderung zu einer straf- baren Handlung nicht vorliegt. Hier liest man eS wieder anders. Das Gericht fuhrt dann noch auS: auf eine erhebliche Strafe hätte erkannt werden müssen; e» sei für die beiden Straftaten auf je neun Monate erkannt, die auf«in Jahr zusammengezogen seien. „Wenn an sich auch eine noch höhere Strafe angemessen erschien, so erachiele doch da« Strich i. baß die AngifTagf« all ffrau vo» einer Freiheitsstrafe härter betroffen wird wie ein Mann." Kann ein Tendenzurteil klarer seine Tendenznatur enthüllen? Und ist dieser Hausen von Widersprüchen und Unverständlichkeitcn, aus denen sich das Urteil zusammensetzt, kein juristisches Unikum? So sehr die Richter bestrebt gewesen sind. Gerechtigkeit auszuüben. so fern steht das Urteil der Gerechtigkeit. Richter, deren politische Tendenz den blinden Gehorsam des Soldaten für den Lebensnerv des Staates halten, können den politischen Gegner, der für Miliz- system, gegen Militarismus und gegen Kriegsmöglichkeit auftritt. nicht objektiv beurteilen. Die eigene politische Ansicht verdrängt die klare Erkenntnis der Tatsachen und ihre rechtliche Subsumicrung. Es geht hier dem Richter ähnlich so. wie dem, dem das Prosit- intereffe deS Großgrundbesitzers höher steht, wie die sonst von ihm in alle Himmel gehobene Frömmigkeit. Neulich schrieb die„Deutsche Tageszeitung" von diesem Standpunkt aus folgendes Urteil: „Fromm sein ist gut, aber gute Mähmaschinen sind besser." In ähnlichem Sinne beherrscht den Richter, der die Angeklagte als„die bekannte sozialdemokratische Agitatorin" bezeichnet, un- bewußt das Motto:„Gerecht sein ist gut, aber Sozialdemokraten verurteilen, ist besser."'' Gberwinöer. Am Sonnabend ist der früher« politisch« Redakteur de«„DreS- dencr Anzeiger", Prof. Heinrich Oberwinder, im Alter von 69 Jahren gestorben. Oberwinder war ein Renegat der modernen Arbeiterbewegung; sein Leben ist-in wechselvolles und episadenreiches gewesen. Er begann in jungen Jahren als begeisterter Revolutionär und endete als Reaklionär, der die Sozialdemokratie in Wort und Schrift mit den schofelsieir Mitteln bekämpfte. Zu Ende des JahreZ 1867 entstand in Wie rt der Arbeiter« bildungsverein, der ein Vorbild der österreichischen sosialistischen Arbeiterbewegung wurde. Zu der Zeit.verbreitete sich unier den Wiener Arbeitern der Sozialismus infolge der rührigen Agitation von Heinrich Qbertvinder und einem Tischler Härtung aus Han- novcr mit überraschender Schnelligkeit". So zu lesen in einem Handbuch des Sozialismus' von Siege- mann und Eigo. Oberwinder und Härtung erschienen 1868 auch in Nürnberg auf dem Kongreß der Arbeiterbildung»vereine als Agitatoren und Delegierten aus Wien. Ein für Oesterreich ein- gefetztes Parteikomitee zur Agitation für daS allgemeine gleiche Wahlrecht usw. wurde Ende 1868 polizeilich aufgelöst. Die Unter« drückung der Arbeiterbewegung begann im größeren Umfang«. In dieser schlimmen Zeit stand Oberwinder als Dreiundzwanzigjähri- ger im Vordertreffen des politischen Kampfes in Wien und Oester- reich. DaS Vorgehen der Polizei beantwortete er mit der Heraus- gäbe einer sozialistischen Zeitung, der„B o l k S st i m m e", die 1869 am Geburtstage LassalleS das erstemal erschien. Al« im Oktober und November dieses Jahres all« von der Arbeiterpartei arrangier- ten Versammlungen als staatsgesährlich verboten wurden, war es wieder Oberwinder, der den Protest dagegen organisierte. Als die Behörden nicht einlenkten, sondern weiter maßregelten, hielt Oberwinder„den Moment für gekommen, zur Wahrung eines gesetzlich garantierten Rechtes und im Interesse der eigenen Existenz einen Beweis ihrer(der Arbeiterpartei) Kraft und Entschlossenheit zu geben." Er arrangierte mit den anderen Führern der Bewe« gung, besonders mit Gewerkschaftern, eine öffentlich« Kund- gebung vor dem ReichstagSge bände in Wien, die am 13. Dezember 1869 stattfand. Schon am nächsten Tag« brachte die Regierung«ine Gesetzes- Novelle ein, die den Arbeitern da» Koalitionsrecht gewährte. Im Oberhaufe fand ober die Nachgiebigkeit der Regierung scharfen Tadel. Die Folge dieser Scharftnacherei war der Wiener Hochverratsprozeß, in dem Most, Scheu und Papst zu j« fünf, Oberwinder aber zu sechs Monate» schweren Kerker», einige andere Angeklagte zu GefängniSstrcffen verurteilt wurden. Eixi Ministeriumwechfel im Jähre 1871 brachte jedoch den Berurteilten die Amnestie, nachdem sie einig« Monate der Strafe verbüßt hatten. Als die Spaltung der österreichischen Arbeitestbewogung eintrat, schlug sich Oberwinder im Gegensatz zu Sche» auf die Seite der„Gemäßigte n". Nach einem Prozeß ztvifchen beiden verschwand Oberwinder aus Wien. Er trieb sich viele Jahre in Frankreich, England, der Schweiz und Belgien herum, wurde 1888 in Paris Korrespondent deutscher und österreichischer Blätter, die er mit chauvinistischen Artikeln bediente. Dann kam er nach Berlin an das christlich- sozial«„Volk" von Stöcker, wurde später Wanderredner des deut- sche» Flottenvereins und tauchte 1902 in Dresden auf, wo er in die politische Redaktion de»„Dresdner Anzeiger" eintrat. Von dieser Zeit an datiert die skrupellose Hetz« diese? Blattes. das sich bis dahin verhältnismäßig sachlich verhalten hatte, gegen die moderne Arbeiterbewegung. Dafür wurde er mit dem Pro- sessoriitel ausgezeichnet. Zehn Jahre hat der ordnungsparteiliche Ueberläufer an dieser Stelle gewirkt. Neben der wüsten Sozia- listenbekämpsung betrieb Oberwinder auch noch als Spezialität eine prononzierte Englandheye. politische Ueberflcht. Ära« v. Bethman« Hollweg. Den Reichskanzler v. Bethmann Hollweg hat mitten in der Hochflut der politlschen Arbeit ein harter Sch'cksalsschlag getroffen: seine Gattin ist in der Nacht vom Sonntag aus den Montag nach langem schweren Leiden gestorben. Ein schwerer Verlust für den Konzler; denn die Verstorbene war ihm allezeit eine treue Kameradin, die ihm während seiner ganzen Laufbahn vom Land- rat zum Reichskanzler treu zur Seite gestanden hat. Ohne Unter- schied der Parteien darf deshalb auch der Kanzler der allgemeinen Teilnahme sicher sein. Aus allen Teilen des Reiche» sind bereits im R-ühSkanzlerpalaiS unzählige Beileidstelegramme und Kon- dolenzschrecben eingetroffen. Auch Reichstag und Landtag haben heute dem Herrn v. Bethmann Hollweg ihre Teilnahme auSge- iprochen. Mittwoch nachmittag soll nach einer Trauerfeier im Reich»- kanzlerpalais die Leiche nach Hphensinow übergeführt werden, wo vanil am Donnerstag die Beerdigung stattfindet. Tie Tispofttionen des Reichstages haben durch den Tod der Frau de» Reich«kanzler» ein« Aenderung erfahren. Der Reichskanzler wird die für Mittwoch angekündigte Rede über die auswärtige Politik nicht halten. Man nimmt an. daß er seine Darlegungen bei der dritten Lesung deS Etats machen wird. Ten Etat des Auswärtigen Amte» wird Staatssekretär v. Jagow und den Etat des Reichskanzlers dessen Stellvertreter. Herr Delbrück, vertrete«. TaS alte Lied. Herr ü. Hehdebrand betreibt neuerdings mit anerkennens- wertein Eifer die Agitation. Bald redet er im Süden, bald nn Norden und fordert unter der Tevife:„Reaktionäre aller Spezies vereinigt Euch!" die um ihren Besitz Besorgten zum Anschluft an die konservative Partei auf. Am letzten Sonntag Ebrach er im sogenannten„Patriotischen Verein" in Altona. Nach altem Rezept versicherte er wieder, daß die konservative Partei durchaus keine agrarische Partei sei, londern nnt gleicher Liebe alle Stände, sogar auch die Ar- deiter, umschließe, und daß eine Aenderung des preußischen Wahlrechts die Revolutionierung Preußens bedeute. So heißt es z. B. in seiner Rede: Falsch ist es, uns als ein« lediglich agrarische Partei zu bezeichnen. Wenn wir nicht unsere Landwirtschaft hofsnungs- freudig und vortvärtsstrebend erhalten, dann würde es mit dem festen Gesüge des deutschen Volkes schlimm bestellt sein. Das aber ist di« vornehmste Aufgab« der deutschkonservativen Partei. Was wir an unserem Handel und unserer Industrie haben, die sich die Welt erobert Ixrben, das verdanken wir dem Wagemut und der Intelligenz des deutschen Kaufmanns und des Gc- >verbe§. Das ganze Volksleben aber niuß sich gegenseitig er- ganzen, ein Stand ist aus den andern angewiesen. Davon geht unsere Partei aus, und deshalb ist sie eine Volkspartci.(Sehr richtig!) Wir haben unerschütterlich die Interessen aller Stände im notwendigen Ausgleich zu vertreten. Wir vergessen auch durchaus nicht, welche Bedeutung der deutsche Arbeiter für unser deutsches Volk und seine Entwiikelung genommen hat. Wir meinen aber, daß es vor allem im Interesse der deutschen Ar- deiter liegt, daß wir diejenigen stark und freudig erhalten, die ihnen Arbeit und Brot geben. Was würde aus dem Arbeiter tverden, wenn wir nicht diese vorwärtsstrebenden Kräfte erhielten und pflegten. Mit dem Einengen dieser besitzenden Arbeit i st es nachgerade genug.(Lebhafter Beifall.) Wir Konser- �atwen treten energisch dafür ein, daß der Lebensnerv des Be- sitze» nicht durchschnitten wird.(Lebhafter Beifall.) Es geht zu weit, alle Gesetze immer nur daraus anzusehen, wie sie aus die große Mass« wirken. Dem Tüchtigen, dem kraftvoll Strebenden »«uß der Weg wieder mehr gebahnt toerdcn. Schwächlich und verkehrt ist es, bei allen Maßnahmen immer zu fragen: WaS ist Populär? Man muß den Mut haben, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen.(Stürmischer Beifall.) . Und von der Forderung einer Umgestaltung des preußi- wKn Dreiklafsenwahlrechts meinte er spöttisch: Wozu der ganze Länff? Der preußische Landtag arbeitet �ch so gut, auch die Fortschrittler in ihm.(Heiterkeit.) In Süddeutschland, wo man sich das allgemeine Wahlrecht hat auf- drängen lassen, hat man mir häufig gesagt: Erhaltet uns um Gotteswillen das preußische Wahlrecht, daS ist ja der beste Schutz, den wir nach gegen die sozialdemokratische Herrschaft haben!(Beifall.) Wenn einmal mit der Aenderung der Wahl- rechte angefangen wird, Ivarum sollen wir in Preußen gerade beginnen? Das Bedenklichste ist, daß wir dem Reichstag auf seiner breiten Basis dos Recht gegeben haben, über das Ver- wögen der Besitzenden zu beschließen.(Sehr richtig!) vorftost gegen das Bereinsgesetz. Bochum, lt. Mai.(Privattelegramm des »vorwärts".) Der Polizeipräsident von Gelsenkirchen M die ihm unterstellten Polizeireviere in der Großstadt und den einzelnen Landorten des Kreises angewiesen, künstig- dm alle sozialdemokratischen Mitgliederversammlungen. wsern sie in der Zeitung bekanntgemacht sind, durch Polizei- deamte überwachen zu lassen, obwohl diese Anweisung eine eklatante GesetzesverletzPng darstellt. badische«»ltaSmimster über die»rbeiterjageud- dewegung. Die letzten Tag« Voten Gelegenheit in d« Zweiten Kammer. die Arbeiterjugendbewegung zu besprechen. Die Klerikalen Orderten den Kultusminister auf. vor der Srbeiterjugendbewegung der Hut zu sein. In seiner Antwort erklärt« der Kultus- Minister: ..Ich muß von vornherein zu der sozialdemokratischen Jugend- bklegr sagen: Die Sozialdemokraten sind früher Abkommen al» dt« bürgerlichen Kreise. Ich meine °°mit selbstverständlich nicht die konftsfionellen Vereine, ober ich meine die anderen, den Iungdeutschlandbund, die Pfadstnder, den Wandervogel usw. Die Lrbeiter-Jugend- arganisationen liegen früher und sind in einer geradezu großartigen weise von fetten der Sozialdemokraten gefördert worden. Da», wa» da geschehe« ist und geschieht an Opfer- dmll, gleit, da» muß den bürgerlichen vereinen al« Beispiel diene«: ich will auch durchaus nicht bestreiten. daß da«, wa» geleistet worden ist. ,.«. im Kampfe gegen den Alkohol, sehr gut ist. Aber di- ganze Besinnung, die darin lstoßgezogen wird, bedauere und beklage ich(Sehr richtig!), weil st, lediglich auf eine Zerreißung unsere» ganzen Volke« hinarbeitet.(Sehr richtig!) wenn ich die.Arbeiter- Jugend» betrachte, so sind« ich«in Organ, so au«. gezeichnet geleitet, nnt so viel Klugheit rediglert. daß man davon lernen könnt«. Aber in den einzelnen Rummern der -Arbeiter-Jugend' sind die Biftlörner so geschickt zerstreut unter gute» Artikeln, daß st- uiibchnqt mitgeschluckt werden müssen aat«regierung bedurft hätte; sie bringt d>« Ernennung Dr. von Bettiiiger« zum Kardinal mit der Lösung der Kömgsstage in Zusammenhang: sie behauptet, der Jesuiten- general L. Wernz habe sich um die«Ernennung de» Srzbischos« don München- Freifing zum Kardinal besonder« verdient gemacht und knüpft hieran Behaupilmaen über die Beziehungen Dr. v. Bei- üuger« zum Jesuitenerlaß uiw. Um mit diesen und ähnlichen Gerüchten ein für allemal auszuräumen, muß mit allem Nachdruck iisigesitllt«erden, daß die devorstehend««rnennung de« Erz- bischos« von München- Areifing zum Kardinal auf die alleinig« Initiative Gr. Heiligkeit de« Papste« zurückzuführen ist: all« anderen Sühnuiuungen und vermulungen, wie st« in dem oben erwähnten Artikel zusammengetragen find, entbehren jeder tatsächlichen«rund- wg« und sind nichts' andere« al« müßige, frei erfundene Kam- w>»il»u«n. Die an sie geknüpfte« Gchwßsolgenwgen entfallen hiermit von selbst und berdienen keine weitere Widerlegung. Mit Entrüstung niuß e« aber zurückgewiesen werden, wenn der an- geführt« Artikel einen Zusammenhang herzustellen versucht zwischen der Thronbesteigung Seiner Majestät König Ludwig« III. und der bevorstehenden KardinalSernennung. sowie der vor einiger Zeit erfolgten Berleihnng de« St..HubertuS-Ord«n« an den Kardinals- sekretär Merry del Bai."_ Aus dem Sächsische» Landtag. Bei der Abstimmung über die Petitionen au« Eisenbahnarbeiter- und Leamtenkreisen in der Zweiten sächsischen Kammer zeigte sich am Montag wieder die Arbeiterfeindlichkeit der großen bürgerlichen Parteien. Bei vier der Petitionen, die aus den Kreisen der schlechtest gestellten Arbeiter und Angestellten kamen, beantragten die Sozial- demokraten, die Petition der Regierung zur Erwägung beziehungS- weise Berücksichtigung zu überweisen, während die Mehrheit der Kommission im wesentlichen verlangte, sie auf sich beruhen zulassen. Die sozialdemokratischen Anträge wurden mit den Stimmen der Konservativen und National« liberalen abgelehnt, während die sieben Fortschritiler mit den Sozialdemokraten stimmten. Der von sozialdemokratischer Seite schon früher angeregte, jetzt von den Fortschrittler» eingebrachte An- trag auf Einführung von GonntogSsahrkarten zu ermäßigten Preisen wurde jedoch gegen 18 konservative Stimmen angenommen, obwohl sich die Regierung dagegen erklärt hatte. 50 Millionen Steuergelder für die Kirche. Die staatliche Unterstützung der Kirche in Preußen ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Die evangelische Kirche in Preußen einschließlich der Militärseelsorge erhält heute vom Staat 30 587 477 M., die katholische Kirche 11705 095 M., insgesamt wird also heute für die Zwecke der beiden bevorrechtigten Kirchen in Preußen die Summe von 42 293 572 M. ausgegeben. Damit ist die materielle Unter- stützung der privilegierten Kirchen durch öffentliche Körperschaften aber noch lange nicht erschöpft, denn sie werden von einzelnen Ge« meinden mit Zuschüsien versehen, die sich in ihrer Gesamtheit nicht feststellen lassen. Die Leistungen deS preußischen Staates für die evangelische Kirche betrugen 1879 beim Zusammentritt der ersten Generolsynode nur 4 Millionen Mark, im Jahre 1910 bereits 10 Millionen Mark und jetzt 30'/, Millionen Mark. Alle diese Zuschüsse des Staates an die beiden Kirchen finden ihr« rechtliche Begründung nicht in einem alten Dotationsrecht, nicht in den Säkularisationen im Anfang de» vorigen Jahrhunderts. Ebensowenig beruht die rechtliche Sicherheit dieser Zuschüsse von feiten des Staates auf den Kabinettsordern vom 23. Februar oder vom 28. März 1845 oder vom 13. Januar 1847. Auch kann man sich nicht auf den früheren§ 15 in der preußischen Verfassung berufen. Vielmehr liegt die Sache so, daß es sich allerdings um dauernde, aber nur um einseitige staatsrechtliche Bindungen handelt, und daß der RechtSgrund für diese Aufwendungen nicht in irgendeinem bestimmten, den Staat ver- pflichtenden Rechtsakt be st eht, sondern in einem StaatSgewohnheitSrecht.— Um so beachtenswerter ist es bei diesen starken Zuschüsien, die der Staat den Kirchen gibt, daß den politischen Organen, die diese Gelder bewilligen, jede Kontrolle über die Verwaltung und Ver- Wertung dieser Mittel entzogen ist. Außerdem führt das Kirchenregiment über die öffentlichen Zuschüsse keine öffentliche Rechnung. Diese privilegierten Kirchengemeinschaften besitzen in Preußen Staatseinkommensteuerfreiheit und Vermögenssteuerfreiheit de« Kirchenvermögens, Gemeindeeinkommensteuerfreiheit von gotteS- dienstlichen Gebäuden und Pfarrhäusern, Gemeindegrund- und Gebäudesteuerfreiheit für gottesdienstliche Gebäude und unmittelbar diesem Zweck dienende Grundstücke. Ferner find fie von allen staat- lichen Stempelsteuern und manchen anderen Abgaben ausdrücklich befreit. Die materielle Unterstützung der Kirchen ist also alle« i» allem gerechnet tu Preußen mit wenigstens 50 Millionen Mark zu veranschlage», eine Summe, die fich schon sehen lasse« kann. Rüstungstreidar. Am Sonntag hat der KBebrverein in Posen seine Haupt- Versammlung abgehalten, feierlichst begrüßt von dem Oberbürger- meister Wilm». Die Hauptredner, di« PensionSgeneral« Seim und Litzmann, hielten die üblichen Reden. Keim brachte e« fertig, den Tehrverein als einen friedenSsichernden Faktor hinzustellen; eS sei moralisch widerwärtig, ja eine Infamie, die Wehrvereinler al« Kriegshetzer zu bezeichnen. Man sei doch auch Mensch und wolle deshalb dem Volke einen Krieg ersparen. Aber er werde doch kommen, und deshalb heiß« e«: Rüsten, rüsten! Lustig ist, daß Herr Keim in demselben Atemzuge, in dem er über di« zunehmende Demokratisie- rung klagt« und Friedenswillen und Demokratenparteien identifi- zierte, den Wehrverein für.nicht politisch» erklärt«. Die Versammlung fordert« schließlich Einstellung auch de« letzten tauglichen Manne« in da«.Volksheer» de» Herrn v. Falkenhayn und erklärte, daß daS deutsche Volk genug Geld für solcherlei Vater- ländisch« Zwecke habe._ Dentsch-franzöfische Berständignngskonfereuz. Arn 80. Mai. zwei Tage vor der Eröffnung der neugewählten französischen Kammer findet in Basel, Hotel.Drei Könige», eine gemeinsame Sitzung deS von der Berner Konferenz eingesetzten Ständigen Komilee« statt. Der ftanzöstsche und der deutsche Au«- schuß werden vollzählig in Stärke von j« 22 Mitgliedern vertreten sein. Dem deutschen Ausschuß gehören bekanntlich Vertreter der nationaUiberalen, fortschrittlichen und sozialdemokratischen Reichstags- staktion sowie der Fraktionen des Zentrum« und der Elsäffer an. Steuerscheu der Agrarier. Zu unserem Bericht über die Ergebnisse der Wehrsteuer im Kreise Ost-Sternberg schreibt man uns von dort aus: Die geringe Höhe de» Wehrbeitrages von 2lb 000 M. muß allerdings verblüffen, wenn man in Betracht zieht, daß im Kreise allein zirka 20 Güter von 2000—3000 Morgen und darüber liegen und eins derselben allein an 10 000 Mvrgen Forst hat. Befinden sich unter diesen Gütern wohl auch einige, die mit Hypotheken hoch belastet sind, so find andererseits die Landwerte derart gestiegen. daß ein Gut gegen vor zirka 30 Jahren mehr als das Fünffache einbringt. Im Kreise Ost-Stcrnberg liegen auch große Dörfer mit sehr vermögenden Bauern, die allerdings nur dann reich sind, wenn es gilt, die Töchter mit 30 000 M. und mehr Mitgift au«- zustatten. Beim Steuerzahlen sind sie natürlich all« notleidende Agrarier, dann hapert e« auch mit dem Patriotismus, der nur groß ist beim Hurraschreien und beim Wählen, weil beides nichts kostet. Der arme Dorfschulmeister mutz zuweilen mehr Steuern zahlen al« reiche Bauern. Dabei hat die Sparkasse der Kreisstadt Zielenzig über 6 Millionen Mark Einlagen, von denen der kleinste Teil von der Bürgerschaft kommt. Die Bürger der paar kleinen Ackcrstädtchen werden natürlich nach Möglichkeit..hochgeschätzt" und tragen verhältnismäßig viel �zu den Kreiskosten bei, und haben dafür im Kreistage nicht« zu sagen. Ter Rcichstheater-Geseheuttvnrf. Der Entwurf eines Reichstheatergesetzes ist so weit fertiggestellt. daß er dem Bundesrat in nächster Zeit zugehen kann. In dem Eni- wurf sollen auch die privatrechtlichen Angelegenheiten der Theater- angestellten und Bühnenmitglieder, zu denen die Musiker zu rechnen find, eine Regelung finden. Es haben zweimal Vernehmungen von Vertretern der beteiligten Kreise stattgefunden, wobei in den wesentlichsten Fragen Uebereinsiimmung erzielt worden sein soll. Rur in gewissen Punkten der Kostümfrage, namentlich Hinsicht- lich der Lieferung moderner Kleidung, gingen die Ansichten aus- «inander. Ebenso bezüglich des Engagements mit unterlegtem Kontrakt. Schlefische Polizeizustände. Dem schlefische» Arbeiter-Sängerbund war zu seinem Pfiugst- Sängerfest nicht nur die BreSlaucr Jahrhunderlhalle versagt worden. sondern auch die Radrennbahn in Grüneiche bei Breslau. Trotzdem befürchtel der AmtSvorsteher. die Arbeitersänger könnten zu Pfingsten auf der Radrennbahn ihre Weisen ertönen lassen. Er hat deshalb dem Sängerbund die Mitteilung zugehen lassen, daß er die Rad- rennbahn durch Polizei räumen lassen werde, wenn seinem Verbot zuwidergehandelt wird. Außerdem hat er dem Vorstand de« Vereins für Radrennen angekündigt, daß die Radrennbahn am ersten Pfingst- tage um ein Uhr mittags polizeilich geschlossen wird. Gegen diese Verfügung protestieren die Pächter de« Restaurants der Radrennbahn und der Vorstand des Vereins für Radrennen. Die Gerichte werden fich also vorausfichtlich mit dieser Angelegenheit noch zu beschäftigen haben._ der mexikanische Konflikt. Ter Kampf um Tampico. Juarez, II. Mai. Noch hier eingegangenen Meldungen tobt bei Tampico die w i l d e st e Schlacht der ganzen Revolution. Eine Anzahl von Ocltanks steht in Flammen. Auch ein Teil der Stadt brennt. Der britische Panzerkreuzer„Essex" ist eiligst nach Tampico abgegangen. Di« unsichere Arme«. Veraeruz, 11. Mai. Gestern traf hier aus der Haupt- st a d t ein Zug mit einigen amerikanischen und etwa hundert deutschen und französischen Flüchtlingen ein. Die Eng- länder und Deutschen in der Stadt Mexiko haben sich zur Verteidigung bereitgemacht. Wie gemeldet wird, ist von den 1000 Mann Truppen. die Huerta bei Saltillo stehen hatte, der größte Teil zu den Insurgenten übergegangen. Die Besetzung von Lobas Island. Mezik», 11. D(ai. Der mexikanische Minister de? A e u ß e- r c n hat bei den Friedensvermittlern in Washington dagegen pro- testiert, daß einige amerikanische Torpedoboote und ein Trans- portschiff auf der Höhe von Lobos Island zwischen Tampico und Veracrnz erschienen sind und Truppen gelandet haben, welche die Leuchtturmwächter verhafteten, aber wieder freiließen, nachdem diese die Apparate übergeben hatten. Von amerikanischer Seite wird erklärt, daß Huerta außer dem Befehl, die Leuchtfeuer an der Küste des Stillen Ozean« auszulöschen, ähnliche Anordnungen auch für die Atlantische Küste gegeben hat. Die Besetzung Lobo« Islands dürste daher eine vorsichtsmaßregl zum Zweck de» Schutzes der gesamten Schiffahrt darstellen. Demgemäß wird die Beschwerde Huerta» über die Verletzung de« Waffenstillstandes für ungerecht- fertigt angesehen. England Die Vorgänge i» Ulster. London, 11. Mai. Unterhaus. Premierminisier ASquith erwiderte auf eine Anfrage, die Regierung habe beschlossen, gegen die an der W a f f e n l a n d u n g in Ulster beteiligten Personen keine gerichtliche Untersuchung einzuleiten.(Gelächter bei den Oppositionellen.) Anderweitige Schritte würden unternommen werden, deren Veröffentlichung nicht wünschenS- wert sei. Rufllanü. Der Demonstrationsstreik. Petersburg, 11. Mai. Der Sympathie streik aus Anlaß des Ausschlusses der einundzwanzig Abgeordneten aus der Reichsduma hat heute sein Ende erreicht. Auch in den meisten Fabriken, welche auf unbestimmte Zeit ihren Be- trieb eingestellt hatten, ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Mbanien. Einstellung der Feiudseligkeite». Wie«, U. Mai. Die Albanische Korrespondenz meldet aus Durrazzo, daß infolge de« Beschlüsse« der Internationalen Kontrollkommission sowohl die albanische Regierung wie ZographoS die notwendigen Anordnungen zur Festsetzung der neutralen Zone in Epirnt verfügt haben. Durch diese neutrale Zone, die nach dem Stande der Operationen vom 9. Mai abgegrenzt wird, sollen Zusammenstöße zwischen den beiderseitigen Kombattanten verhütet werden. Lette Nachrichten. Tie Untersuchung gegen Frau Caillaux beendet. Pari«, 11. Mai. Nachdem der Untersuchungsrichter Boucard die Untersuchung in der Angelegenheit der Frau Caillaux beendet hat, hat er d i e Akten der Staatsanwaltschaft über- geben._ Der Kampf in der Solinger Wassenindustrie. Telinge«, 11. Mai. Ter Kamps in der Solinger Waffen- industrie hat abermals eine Verschärfung erfahren. Einige große Firmen ziehen jetzt Arbeitswillige von auswärt» heran und richten für fie in den Fabrikräumen Quartiere ein. Ueberschwemmungeu in Sibirien. Petersburg, 11. Mai. Au« Sibirien liegen«ine Reihe vpn Hochwaffermeldungen vor. Aus T o m S k wird gemeldet, daß der T u r a f l u ß um 2 2 Fuß g e st i e g e n ist. Eiligst werden Wehre errichtet. � Die Bahnlinie Tsumen-OmSk tfr durch Ueber- schwemmung gefährdet. Brücken und Telearaphenlinrcn sind be- schädigt. v':. �■■■"■ "aj,.:-,- UNSERE Wollen Sie vor Enttäuschungen bewahrt sein, dann fahren Sie Continental- Pneumatik, die Marke der großen Erfolge. Auf ihm wurden 1913 drei Grand Prix, viele andere große Rennen und zahlreiche Tourenfahrten gewonnen. Nicht der billigste im Einkauf, aber der billigste im Gebrauch ist Continental Pneumatik Continental-Gaoutchouc- und Gutta-Percha-Co.,. Hannover. | Personal 12 000. Theater und Vergnügungen Zheatcr. Dienstag, 1J. Mai 1914, Mnfattg 5 Uhr. Paffage Theater. Kino-Bariet». Anfang 6% Uhr. Eines Stollendorf Theater. Histoire d'un Pierrot Anfang 7 Übt. «gl. Tchau'vielbaus. Peer Gnnt. Teatiches Lperndaus. Meister- singer von Nürnberg. Anfang V'/x Ubr. «gl. LvernhauS. Carnien. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Anfang 1" 116r. Metropol. Die Reife um die Welt in 4(1 Tagen. Anfang 8 Ilbr. Urania. Zum Hochfirn der Jung- frau. Seinng. Bygmalion. «auimeripiele. Bürger Schipvel. Dcutiches Künstler> Theater. Schneider Äibbcl. Berliner. Die einst im Mai. Königgraüer Ttrane. Mr. Du. Theater»es Westens. Polenblut. Theater am Rollcndorfpla«. Der Znxbaron. Kleines. Aettchcn Gebert. Thalia. Wenn der Frühling kommt. Trianon. Die Notbrücke. Komödienhaus. Kainmermusil. Montis Lveretten. lgung-Gngland. Bustipielbaus. Die ipanilchc Fliege. Schiller t». Jugendfreunde. Schiller E harlottenburg. lieber unicre Kraft. 1. Teil. Moie. Die iiiino-Königin. Kasino. Wo die(liebe hinfällt. Rcichsballen. Stettiner Sänger. Herrnfeld. Ein Reinsall. Heut' ist übermorgen. Klabrigs-Partie. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Otto Rculter. Balaft-Thearer. Das Miralei. Zirkus Busch. Das Mirakel. Antang 8-/. Ubr. Nestdcuz. Ein Walzer von(fhopin. Friedrich- Wilhelmitädtiichcs. Tie Förster, Christl. Theater an der Weidcndamnier Brüite. Ter müde Theodor. Walhalla. Die Dollarprinzeffi». »juiseu. Ein fellsamer Fall. Aolies Eaprice. Der Luftturner. Das Karnickel. Das Erdbeben. An lang S'l, Ubr. «eue« Bolls- Theater. Haubenlerche Die Admrralspalast. Anfang Berliner Eispalast. Amor auf Urlaub. Im Tangoklub. S Ubr. Eisballett. EineS Nolleudorf-Thcatcr. Hi-toire d'un Pierrot. Sternwarte, Znvalidenstr. 57— 62 Schiller-Theater 0. ("Wallner-Xbeater). Dienstag, abends 8 Uhr: .logpiuTfrenndf. Mittwoch, abends 8 Uhr: IMe beiden Lnorcu. Donnerstag, abends 8 Uhr: Das große I,l< bt. Schiller-Theater Char- lotten- burg. TicnStag. abends 8 Ubr: lieber unsere Kraft fl. Teil). Mittwoch, abends 8 Uhr: Weh' dem. der lügt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male; Klein Eva. Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8 Uhr: „Kammermusik". Berliner Theater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Deutsches Könstlertheater Theater- Sozietät. Nürnberger Straße 70 7t. am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Dienstag, 8 Uhr: Schneider Wibbel. Mittwoch. 8 Uhr: _ Schneider Wibbel._ Tlieaier am NoMorlptatz§. 8 Uhr: Der Juxbaron.__ Casino= Theater Lothringer Straße 87. Täglich 8 Uhr. Kis IHoutflg, den 18. Mai: Ter neue Lnstfpicl-Schlager: „Mo die liebt hinfällt" und das graste Mai- Programm. Schluß der Saison: Montag, 18. Mai. TaubenstraBe 48 48. 8 Uhr: Zum Hochfirn der Jungfrau. Residenz-Theateh Ansang 8'/, Uhr. Sin Walzer von Chopin. Schwank in 3 Akten von Henri Käroul und Albert Barre. Morgen und folgende Tage: Ein W'alzer von Chopin. MiMilelssläft Theater. Anfang 8V, Uhr. Die Förster-Christl. Ibeater an der Weidendammerbrüelce. Täglich Ans. SV«. Ende 10'/,: Der Theater des Westens. s Mr.- Polenblut. Voigt- Tlieater Badstraste 58. Morgen Mittwoch, den IL. Mai 1S14; Don Cäsar os« Der Grat v. Iran. Roni.Schausp.m.GeI.i.4 Akt. U.Friedrich Kafsencröffn. 7 Uhr. An>. S'l, Uhr. Freitag, den tö. Mai: Benefiz O. Rein..verhiebe Erwachen- Zirkus Busch Gastspiel des Deutschen Theaters Direktion:.Hav Iteinhardf. Des Mirakel Anfang 8 Ehr. Vorverkauf an der Kasse des Deutschen Theaters. Zirkus Busch und Ä. Wertheim.— Preise der Plätze von 1—10 M. Acne. Programm! Rajah in ihren Tänzen Johnton u. Dean JeanetteOenarber Rsgtime- i mit ihrem Sextett I Ballon und eine Auslese hervorragender Kunstkräfte! Entreeplatz wochentags M 0.«0. — Rauchen go.tattet!— Apollo- Theater. 8 Uhr Tel.: Lutzow 2757. 8 Uhr OitoReuller u. das übrile Ufotbrilckc. Metropol-TheaterT Llbends 7 Uhr 55 vräzise: Die Heise um die Erde in 40 Tagen. Walhalla-Theater DcinbrrgZwcg 10.20. (Sastlpiel des Ovcrettcn-lstiiembleS*■ Rose-Theater. Direkt. Bernhard Rose, Täglich S1,', Uhr: Die Duliarprinzessin. Foiies Oaprice. lag D Täglich S'l, Uhr: er Liuftturner. as Karnickel. a* Erdbeben. Admiralspalast. Eis-Arena. n o\dtät„im Tangoklub" und zum 254. Male das effektvolle Eisballett„Die InMtige Puppe". Bis6Uhrn. ablO�'.Uhr halbe Kassenpreise. Wein- und Bier- Abteilung. Pi Eebend k Die letzten weiblichen Azteken! Der unfesselbare fiappo, der König der Ausbrecher. Aga, die schwebende Jungfrau. Buddhas Geistertafel. Alles ohne Extra-Entree! Eintr. 60 Pf. Kind. u. Sold.25P( O»«ittw. Aedaft.: Zläred Wirle»», Neukölln. Lnjeraientetl verantwd TP. Glocke, Berlin. Druck u.Leriag: il>örwärtSBuchdr.u.LerlagSanstaIt Maul Singer A Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. llnterhaltungsbl. Nr. 128. 31. Iahrgany. 1. jitilM des Jptmilttä" Knlim Gewerksthastliches. Revision im Prozeß Keiling. Gegen das milde Urteil der Leitmeritzer Geschworenen über den Berliner Streikbrecheragenten Kciling, der in Tctschen den Vertrauensmann der Buchdrucker erschossen hat, hat die Staatsanwaltschaft und der Vertreter der Angehörigen deS erschossenen Genossen Solinger die i>!ichtigkeitsbeschwerdc (Revision) an den obersten Gerichtshof in Wien eingelegt. Die Verhandlung darüber findet am 15. Mai statt. Sie Nichtigkeitsbeschwerde sticht sich in der Hauptsache darauf, daß den Geschworenen Fragen der Notwehr vorgelegt wurden. öerlin unü Umgcgenö. Ter Tbermcistcr der Bäckerinnung als Ztreikhefier. Die Streiks in den beiden Großbäckereien von Goldacker. Brunnenstraße, und Hanke u. Co., Inhaber W c i d n e r, sind fast ausschließlich auf die Treibereien des Obermeisters der Berliner Bäckerinnung zurückzuführen. Schon seil vielen Jahren ist genannter Obermeister, Herr Schmidt, eifrig am Werke, die Brotfabriken, besonders aber die Großbäckereien, für seine Innung zu kapern und sie zu veranlassen, das bisherige leidliche NcrhällniS zur Arbeiterbewegung zu zerstören. Der Herr Obermeister beteuert zwar bei jeder sich bietenden Ge- lcgenheit und jedem, der es hören will, daß er ein Freund von Tarifverträgen fei. Bei der Lohnbewegung 1S11 befürwortete er auch auf das innigste daS Backvcrbot- von Sonntag zum Montag. Dann ging er aber nach Stuttgart zum Bcrbandstagc der Bäcker- tnnungen und erklärte dort, daß er der größte Gegner sowohl des Backvcrbots, als auch des Ersatzruhetages wäre. ., Bisher haben die Inhaber von Brotfabriken und Großbäckereien seinen Lockungen widerstanden! Sie haben ihre Tarife zum größte» Teile mit dem Gesellenverband abgeschlossen und dieselben meist auch eingehalten. Aber bereits im Jahre 1907 gelang es, eine große Brotfabrik dazu zu bewegen, die lange Jahre beschäftigt gewesenen Berbandsgesellen auszusperren. Und es ist wirklich nicht die Schuld des Obermeisters, wenn es dort zwei Jahre später doch wieder zu einem Tarif mit der Organisation kam. Jetzt schien dem Ober- Meister die Gelegenheit zur Ausführung seiner Pläne bei Gold- acker mrd bei Hauke u. Co.(Inhaber Weidner) außerordentlich günstig zu liegen. Goldacker war schon seit langem bestrebt, die alte lange Arbeits- zeit wieder einzuführen und, als das an dem Widerstand der Ge- fellen scheiterte, Lelirlingsznchterei in der schlimmsten Form zu beweiben. Hier wurde Goldacker scharf gemacht, und ihm zugesichert. daß— wenn e-Z wegen dieser Lehrlingszüchterei zum Streik käme— er von der Innung Arbeitswillige bekommen werde, soviel er immer haben wolle. Wenn diese löbliche Absicht der Bäckerinnung nun auch nicht ganz erfüllt wurde, so war es aber doch möglich, eine Anzahl ArbeitSivilliger aus dem Lager der Gelben zu findcn. Roch schärfer traten die Wühlereien deS Obermeisters bei Hanke u. C o., Inhaber Weidner. herbor. Dieser Herr betreibt in Berlin-Schöneberg eine Anzahl Filialbäckereicn und hatte sich 191 l tariflich verpflichtet, seinen Gesellen alle Woche einen 36stülidigen Ruhetag zu gewähren. Dieser Ruhetag �nag dem Herrn nicht gerade angenehm gewesen sein und so suchte er Schup bei der Innung. Schon vor längerer Zeit konnte die Jnnungszeitung in einem Protokoll hes JnnungSvorstandcs mit„außerordentlicher Freude' den Eintritt des Herrn Wer du er in die Innung registrieren und danralö wurde >h>n schon die Iveitgehcndste Unterstützung der Bäckelinnung und des Arbeiigeberschutzberbandcs zugesichert, wenn es mit der Gesellen- orgänisalion zu Differenzen käme. Run glaubte Herr Wcidner den ihm verhaßten Erfahr nhelag den Gesellen ivieder ent- itsehen zu können, ivobei er vom Herrn Lberinsister tatkräftig unterstützt wurde. Er kündigte also den mit dem Perband abgeschlossenen Tarif. Die Organisationsleitung versuchte es, ivieder zu eiuem Tarif zu kommen, und anfangs schien es auch, als solle es gelingen; aber da trat Herr Schmidt, der Obermeister der Bäckerimiung, dazwischen. Ausdrücklich ließ Herr Weidner erklären, daß ihm der Obermeister der Bäckcrinnung den Abschluß eines neue» Tarifcs verboten habe! e ii Ersatzruhetag wolle er jetzt unter keinen II m- stän d en weiter gewähren. So sahen sich die Arbeiter in den Streik getrieben, obgleich niemand daran gedacht hatte, etwa neue Forderungen zu stellen. DaS zeigt der Leitung der Gesellenbewegung aber, was bor- geht! Darum wird der Kampf mir allen Kräften weiter geführt. Tie Kämpfenden wissen, daß die Innung hinter G o l d a ck e r und Weidner als Schieberin stehr und diese Differenzen nur als Probe für spätere weitergehende Kämpfe betrachtet. Deshalb muß auch auf das dringendste vor Zuzng gewarnt werden. Tic Wcrkstättenarbeiter der Großen Berliner Straßenbahn klagen über arge Mißstände. Auf dem langen schmalen Hof der Gesellschaft in der Badstraße lagern in großen Beständen alle möglichen beim Sirecke»-, Gleis- und Wagenbau Verwendung findenden Eisentcile, Schienen usw., so daß für die Arbeiterschaft nur der Gleisweg passierbar bleibt. Aber merkwürdigerweise müssen gerade dann die aus dem Hofe siebenden Material- oder Personentvagen in Bewegung gesetzt werden, wenn mittags die Arbeiter zu Tisch eilen, lind nun entsteht ein Klettern und Springen über die im Wege stehenden Hindernisse, welches äußerst gefahrvoll für die Beteiligten ist. To einladend der Hof, so wundervoll die Werkstätten selbst. Ihre Revidietung durch die Gewerbeinspektion lvärc dringend notwendig. Bekanntlich setzt sich der Straßenkot und Staub au dein Ilntcrbau der Straßenbahn- > vagen in dichter Masse fest. Dieser Kot und Staub muß bor der Reparatur abgestoßen werden. Das Abstoßen erzeugt fortwährend eine dichte Staubwolke. StaubabsaugungSvorrichtungen sind nicht vorbanden. Auch die Dunstklappe der?lotciluilg Unterbau wurde zugenagelt und dadurcki der Eintritt frischer Luft verhindert. In dieser entsetzlichen Atmosphäre, die durch den Qualm der Mangel- haften Fcldschm jeden noch verdorbener wird, muß täglich bis zu 12 Stunden gearbeitet werden. In einem Vierteljahr sollen denn auch drei Sterbefälle an Tuberkulose zu verzeichnen gewesen sein. Brauchbare Werkzeuge und passendes Material mangeln ebenfalls. So verlangt der Werkmeister dieser Abteilung unter anderem von seinen Leuten, daß das benötigte Eisen aus größeren Stücken mit dem in der Zange eingeklemmten Flackmcißel abgetrennt wird. Eine derartige Arbeit würde selbst der ärmste Krauter für Zcitbcrschwendnng halten. Will ein Arbeiter Urlaub zur Bcteili- guug an der Bccroiguug eines Anverwandten haben, so verweigert der Meister denselben, droht aber mit sofortiger Entlassung, ivcnn sich dann der Betroffene lnffchwerdefübrend an den Vorsteber wenden will. Nock? schikanöser soll der Bizemeister sein. Genau so jammerhaft lvic die Werkstatt ist auch der Gnrderabcuranm des Unterbaues, der höchstens für öv Personen ausreiche»» sein kann, aber die Garderobe von über 100 Arbeiter beherbergen muß. Tic Kleider sind denn auch völlig zerknüllt und durchnäßt. Tic Abteilimg Schmiede in der Badstraße befindet sich in einem sehr niedrigen, ebenfalls von schlechter Lust angefüllten Raum, dessen Fußbodenbelag in gefahrbringendei» Zustande ist. Durch das Anwärlnen der Radbandagen entsteht ein entsetzlicher Dunst. Tie Unsallgcsabr bei dem Biegen der Schienen ruft stete Angst hervor. Hammerführer sind nicht vorhanden. Die Kollegen müssen sich gegenseitig uiitcrstützcii. iim nur die Arbeit herstellen zu köiinen. Waschvorrichtuiigcn konnten wegen der Gefahr für die Dividende noch iiicht eingeführt werden; der Schniicdccimcr dient als Waschbecken. In fast demselben Zustand soll die Schmiede der Uferstraße sein. Die vorhandenen sechs Feuer stehen sehr beengt. Ein nicht genau abgerncssencr Schlag trifft den Mitarbeiter und macht ihn zum dauernden Krüppel. Die Platte zum Eisenrichten befindet sich an einem sehr dunklen Ort. Sehr häuftg bemerken die chmicde erst an ihrem sciigenden Schuhzcug, daß sie auf noch glühendem Eise» stehen. Im Kastenbau wird monatelang keine Abrechnung bor- genommen. Kein Arbeiter kennt die Akkordpreise. Eine Kolonne von 11 Mann steckt angeblich mit 400 M. in den Schulden. Auch in dieser Abteilung sind Garderobe und Waschgclcgenhcit in jämmerlichem Zustand. Für 10 bis 1ö Mann muß ein Waschbecken ausreichen. Am gefahrvollsten ist die Benutzung der Fahrstühle. Geprüfte Fahrstuhlführer werden nicht gestellt. Der untere Raum deS Fahrstubtschachtcs dient der Gesellschaft als Lagerraum. Wo bleiben hier die Polizcivorschriften? Am Ostersonnabcnd fiel ein ca. 4'/i Zentner schwerer A»kerkern 1'A Etagen herunter. Ein kleines Keuilleton. Was ist der Lohn? Ein amerikanisches Arbeiterblatt erläutert den Begriff Lohn durch folgende Gcschichle: Ein Mann verirrte sich mit seinem Hunde in einer wüsten Gegend. Bald waren sie ohne jede Nahrung. Der Hund war für den Mann ein gutes und nütz- siches Tier, daS ihn: schon große Vorteile gebracht halte. Und jetzt in der Wildnis war cö ihm ein Schutz vor Gefahren. Aus allen diesen Gründen konnte sich der Mann nicht entschließen, den Hund zu töten, um sich von seinem Fleische zu ernähren. Endlich aber, als der Hunger immer stärker wurde, entschloß er sich, dem Hunde den Schwanz abzuhacken. DaS Fleisch deS Schwanzes rettete dem Manne das Leben. Die Knochen aber von dem Schwänze gab er dem Hunde, der dadurch ebenfalls vor dem Hnngerlode gerettet wurde. Diese Knochen sind den, zu vergleichen, was der Unternehmer in der kapitalistischen Gesellschaft dem Arbeiter an Lohn gibt. Der Unter, lehnier würde verhungern ohne die Arbeit des Arbeiters. Der Arbeiter ist an den Unternehmer gefesselt, lvcil dieser im Besitze der Produktionsmittel ist. Er muß dem Kapitalisten also feine Arbeit lassen. Der frißt davon das Fett und daS Fleisch. wirft die abgenagten Knochen dem Arbeiter hin und ucnut das den Lohn. Ei» Dichter des LcbcuSvcrtraiirns. In den Reigen derer, die nach ncuestcni Gcbramb mit der LcbcnSzahl SO sich ihren Jubel- artikel verdient haben, tritt nun auch C äsar F l a i s ch�l e n. Er ist Schwabe. Wilhelm Holzamer nannte ihn cmmal einen Schwaben, bcr in Berlin lebt und innerlich doch ein Schwabe geblieben ist, einer von der bedachtsamen, beschaulichen Art der Mörike. I. G. Fischer usw., ohne literarische Maßlosigkeit und exzentrische Genialität. Wenn man ihn in unserem modernen Schriftuinl einordnen soll, ist man einigennaßen in Verlegenheit. Er ist weder„modern" noch -altfränkisch", weder„fottschrirtlich" noch„reaktionär". Er hat sehr wenig mit den Strömungen und Problemen des großen Lebens zu tu»; sondern singt in sich das Liedchen seiner Seele. Im lauten Tageslärm des Literalurjahrmarkls hört man denn auch seinen Rainen kaum. Aber er hat eine treue Gemeinde von Stillen ringS im Lande, denen seine Bücher Lebensgefährten in freundschaftlicher Vertrautheit geworden sind, und dieser Flaischlen-Freunde sind nicht wenige. Man darf nun daraus nicht etwa schließen. Flaischlen sei ein Mensch der Lebens- und Welifremdbeit. Seine Seele steht vielmehr den Dingen freundlich und liebend offen. Der Schwerpunkt seines StrebenS und Schaffens aber liegt im Ich, in der Bewahrung und Vollendung deS Selbst in allen Versuchungen und Fährlichkeilen, in guten und in schlimmen Tagen. Dieses Ich, die innere Aus- gestaltung der Persönlichkeit, ist das Ziel, dem er cntgegenwandert, und seine Bücher sind die Wegweiser an seiner Etappenstraße. Als Zeugnisse eines innerliche!! Werdens haben sie»hrcn Wert, und gerade dadurch können sie dem Leser, der sich ihnen wirtlich hingibt, so teuer werden, daß er zu ihnen, wie zu einem Menschen, in ein persönliches Verhältnis tritt. Diese Seele aber, die sich in den Büchern, in Bildern, Klängen, Stim- mungen. Bekenntnissen und Sprüchen ausspricht, ist erfüllt von einem starken Lebensgkauben, der Kraft zum Vorwärtsschreiten und Wille zur Weliverkläruiig ist, und in ihrem Wollen ist sie von reinster Wahrhaftigkeit. Das gibt der Stimme des Dichters etwas unendlich Trost- und Freudespendendes und wirbt so viel Vertrauen zu seinen Worten. Erhebung über die Niedrigkeit des Lebens verlangt er von der Kunst, und er gibt sie in seiner An aus seiner Seele für Stunden der Einkehr, deren t-tinimung seiertönend im Leben nach�- klingt. Gewiß ist die Persönlichkeit nicht umfassend. Es ist etwas Biederes, Bürgerliches in ihr, aber ohne Enge, und mit dem AuS- blick ins Große. Die freie bildende Kraft des Künstlers läutert die Elemente zu reiner Harmonie, und die Gestalt erhält dadurch etwas Vorbildliche' in ihrer Reife: Schwabentum, Goclhesch verkärt zu reinem Menschentum. Die Werke Flaischlens wollen nicht losgelöste Kunstgebilde sein, und auch nicht große Daftinsproblcme lösen. Für diesen Dichter hat das Dichten nur Wert, insofern eS in bezug zu den Lebens- Ivetten der Persönlichkeit steht. Seine Bücher sind fortschreitende Läuterungen der Seele, und nur so können sie genossen und ver- standen werden,«xwe ersten Dichtmige»: ein paar Dramen und Novellen sind nur Ailktakt. Befreiung und erste Eiitscheidung. Das Beste FlaitchlenS wächst in seine» Gedichte» in Prosa und Versen, in seinen Sprüchen und in dem Roman in Tagebiichblättern„Jost Seyftied". In den Gedichten ist niaiiche Naturstimmung von unend- licher, lichtslirrendcr Zartheit, und mancher VcrS kristallisiert imver« gänglicki reife Lebensweisheit. In allem aber ist dies eine höchster Wille: Verklärung des Alltags, des SeinS und gläubiges Vertrauen zmn Leben. Im„Jost Seyfried" stehen die schönen Worte, die von dieieni starken Glauben zeugen:„find wenn Du Dichter werde» willst, mein Junge... Sieh' Du kannst es nur, wenn Du die Menschen lieb hast! Wenn Du sie so lieb hast und so stark bist in Deinem Glauben, daß Du all ihr Leid mit ihnen leiden kannst, und für sie leiden, wo sie gegen Dich zeugen. Du wirst keine Heimat haben bei ihnen. Du wirst wie ein Prediger sein in der Wüste.... Das Herz wird Dir überwallen, ihnen zu helfe», und sie werden Dich verlachen und verspotten und werden Dir alles antun, was Menschen einem Menschen antun können! Aber glaub' ihuen nicht, glaub' ihnen nicht, mein Junge! Glaub' nicht an die finfreude. glaub' nicht an die Verdroffcnheit. glaub' uichr an die Kleinlichkeit, die Dir ent- gegcutritl... wisse sie, aber glaub' sie nicht. Sieh durch sie durch in ihre Herzen! in ihren Herzen in der Tiefe wirst Du nur Sehnsucht sehen, aus all der Not und Schwere ringsum herauszufinden. an die glaub', mein Junge! nicht ihre Worte, nicht an ihre Taten! an ihre Sehnsucht glaube, wenn Du Dichter werden willst und ihnen helfen!" Eine neue Kinderkrankheit. Auf die Eiuschleppung einer neuen Kinderkrankheit von beispielloser Gefährlichkeit weist die„Soeiste de Pathologie Erotigue", die ihten Sitz im Institut Pasteur in Paris hat, sehr nachdrücklich hin. ES handelt sich um die Kala-Azar ge- nannte Pest, die in Mar,eille und in zahlreichen Orten längs des Mittelmcergestadeö aufgetreten ist. Auf sie war schon auf dem intcr- nationalen medizinischen Kongreß in London hingewiesen worden. aber damals hatte man noch keinen Fall in Frankreich weder bei Menschen noch bei Hunden festgestellt. Tie Seuche wird Haupt- 'OinSPlwIL Nltnstag. 12. Mai 1914. .................................... I II........»I NI»........... Glück, daß zu der Zeit niemand im Lagerraum war. Auch in der Trockenkammer wird das Anbringen von Ben- tilation für überflüssig gehalten. Beim Ocfsiien der Ocfcn dringt der scharfe Benzollackgestank in den Arbeitsraum und verursacht bei den dort Beschäftigten die heftigsten Kopfschmerzen. In einer ganz außerordentlich gutbesuchten Versammlung der Wcrtstattaröcitcr führte Wagner vom Meiallarbeiterverband den Erschienenen alle diese Mißstände vor Augen, die mit allce Entschiedenheit auf Abschaffung der Ueberstunden, Abschaffung der Sonntagsarbcit und Verkürzung der täglichen Arbeitszeit in hygienisch cinwandsreicn Arbeitsräumen, bei genügender, aus- kömmlicher Entlohnung hindrängen. Freilich dürften die Arbeite-- sich nicht aus das erfolglose Bitten und Betteln bei der Direktion verlegen, sondern sollen sich gewerkschaftlich organisieren, um dann ihren Forderungen Nachdruck zu verschaffen. Den Ausführungen wurde großer Beifall gespendet. Nachdem noch Henschel vom Mctallarbcitcrverbaud und der Vertreter des Holzarbeiter- Verbandes zu den Versammelten gesprochen hatten, wurde die imposante Versammlung geschlossen. Zur Lohnbewegiiug der Hausdiener und Kutscher aus den W ä s ch c- V e r t e i h g e s ch ä s) e n ist zu berichten, daß durch Ver- Handlungen ein neuer dreijähriger Tarifabschluß für die Betriebe der Vereinigung der W ä s ch e- V e r l e i h g c s ch ä f t e so- wie derjenigen Firmen, die der Freien V e r e i n i g u n g d e r Wäsche-Berleihgeschäfte angehören, abgeschlossen worden ist. Auch verschiedene Firmen, welche keiner der beiven Vereinigungen angehören, haben die neuen Bestimmungen bewilligt. Die neuen Lohnzulagen sind zwischen 50 Pf., 1 M, 1,50 M., 2 M. pro Woche in den einzelnen Staffeln, die sonstigen allgemeinen Bestimniungen, llrlaub usw. blieben in alter Fassung, ein Zuschuß in KrankheilS« fällen ist neu eingeführt. Bei den Firmen. Ivo die tariflichen Ver- hältnisie anerkannt sind, können die Fahrer sich durch eine blaue Legftimationskarte ausweisen, die ordnungsgemäß jeden Monat ab- gestempelt ist. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bczirksvcrwallung Groß-Berlin. Herr Gastwirt Habcrmann, Neue Hochstr. 49, von dessen Lokal auS durch den Maurer Frey mann arbeitswillige Bauarbeiter nach K ü st r i n vermittelt wurden, ersucht unS um die Mitteilung. daß ihm von der Agenlentätigkeil des F r e y m a n» nichts bekannt war. Fr., der in demselben Hause wohnt, verkehrte schon vorher als Gast in der Wirtschaft, so daß eS nicht anffiel, als er sich dort mir anderen Leuten traf und mit ihnen zechte. WaS dabei besprochen wurde, erfuhr Herr Haberinann erst später und verhinderte dann die weitere Arbeitswilligenvermittelung. Achtung, Karosscricarbcitcr! In den Wagen- und Karofferie- fabriken zu Stuttgart und München befinden sich die Kollegen im Streik. Außerdem bestehen in einer ganzen Reihe anderer Be- triebe in Suddeutschland Differenzen. ES ist den Kollegen dringend zu raten, alle Arbeitsangebote anS Süddentschland zurückzuweisen oder mindestens vor Annahme bei der Organisationsleitung an» zufrogen. Von Stuttgart und München ist der Zuzug von Metallarbciiern, Holzarbeitern, isattlern, Malern und Lackierern für die dortigen Wagen- und Karosseriefabriken streng fernzuhalten. Kartell der Organisationen der Wagen- und Karosseriefabrikcn. I. A.: W. S i c r i n g. Achtung, Gastwirtsgehilfe»! DaS Zelterhaus, Neue Schönhauser Straße 4/5, Inhaber Porto, ist Iveaen TarisbruchS für organi- jierte Gastwirtsgehilfen gesperrt! Verband der GasttvirtSgehilseu. Ortsverwaltung Berlin Irl Schwarze Listen gcflcn streikende Zimmerlcutc. Bereits seil dem 1. April befinden sich die Zimmerer der Zahl« stelle Nauen im Streik, um die Bewilligung eines Stundenlohnes von 66 Ps. durchzudrücken. Die Unternehmer, welche sich dieser sehr mäßigen Forderung gegenüber strikte ablehnend verhielten, haben bisher alle erdenklichen Versuche gemacht, Streikbrecher heran- zuholeu. Es war ihnen auch schon gelimgeu, einen kleiucii Trupp dieser nützlichen Elemente nach Nauen zu holen. AIS die Arbeitswilligen aber auf' das Verwerfliche ihrer Handlungsweise hingewiesen wurden, kehrten sie schnell wieder Ilanen den Rücken. Verlassen standen nun die beiden Unternehmer da. sächlich durch die Hunde, oder genauer durch deren Flöhe über- tragen. Sie kommt fast nur bei Kindern zmn Ausbruch und nur ausnahmsweise bei Erwachsenen, zeigt zuerst Fieber- erscheinungen und langsames Hinsiechen, später ei» Anschwellen de? Gesichts und der Glieder. Der Körper magert ab und der Leib wird durcki eine ungeheuerliche Entwickeliing der Milz aufgetrieben. Fast in allen Füllen tritt nach 6—18 Monaten der Tod ein. finter drei- hundert Fällen traten nur sechs Heilungen ein, während die Hunde die Krankheil besser aushalten als die Kinder. Natürlich wurden vorbeugende Maßregeln von aUgemeiiier Tragweite als un- erläßlich bezeichnet und werden wohl auch sehr bald durchgeführt werden.____ Notizen. — Ernst von(schlich, durch viele Jahre hin der oberste Leiter des Orcheslers der Dresdener Hofoper, ist 67 Jahre alt ge- storben. Er gebörtc zu den nainhaften Dirigenten der Neuzeit, die so viel künstlerische Kraft besaßen, daß sie die zu deutenden großen Musikwerke als persönliches Erlebnis und als ein eigen gebautes Ganzes zu geben wußte». Schlichs Schaffen ging im letzten Jahr- zehnt völlig in der Bearbeitung der Opern Richard Strauß' auf, deren firaiifführmig durch ihn zu den großen Allerwcltscreignisscn der Dresdener Hofoper wurde. Sein sinulich sprühendes Temperament ivar an dem Siege Straußens wesentlich mitbeteiligt. Im übrigen konnten diese geräuschvollen Straußpremiercn nicht darüber hinweg- täuschen, daß der Spielplan der Oper unter Schuch der Gegenwart nicht in allem genügte. — Das Literarische Kabarett(„Gnu") beraustaltet Donnerstag, den 14. Mai, S'/o fihr, im Meistersaal seinen einzigen Sonnner-Abend. Resi Langer wird den„Monolog Flauberts" von Heinrich Mann sprechen; Walter Hasenclcver, Max Hcrrmann-Ncissr und Franz Ballentin werden Dichterisches, Kurt Hiller und Franz Jung Tendenziöses aus ihren Manuskripten vortragen. — Ein neues Kaim-Orchester wird von der nächsten Spielzeil an in Stuttgart ins Leben treten. Kaim. ein geborener Württemberger. hat auS bervorragenden Jnstrumentalisten eine neue Kapelle zilsammengesetzt, die gleich dem einstige» Münchencr Kaim- Orchester in der Hauptsache Konzertreisen unternehmen wird. — P a r s i f a l i n R u ß l a n d. In Petersburg hat die Zensur die Aufführung des Parsisal mit einigen Streichungen zugelassen. in Moskau aber hat sie die Aufführung kurzweg für niiziilässig erklärt. — �srika".ilchc Tropenforschung. Die Schule für iropische Medizin m L, verpool. die älteste Anstalt ihrer Art/ hat den Entschluß gefaßt, in Sierra Leone ein dauerndes Laboratorium zur Förderung der naturwissenschastlichen und medizinischen Forschungen zu begründen. — 6»ottIo5. Im.Simplicissimus" wird erzählt: Die junge ftrau eines Predig-rS kam kurz nach dem Tode ihres Mannes mit einem Kinde nieder. Ihre ältere Schwester, eine unverheiratete, aber tchon lehr ältliche Dante, die bei der jungen Mutter die Wirtschast führte, sagte mir bei meinem Besuch wörtlich:„Ich bin nur froh, dasi es ein Mädchen ist, das ist dvch für iin'creinen nicht so genierlich, zumal auch die Sireikeude» fast alle infolge der setzt ctwa� besseren tlonjunktur in Berlin und Spandau Arbeit gefunden haben. Da nun die Arbeit drängt und die S'auencr Unter- »ehmer sich keinen Rat mehr wußten» gaben sie bor einige» Tagen eine schwarze Liste heraus, auf der Zimmerer stehen. Die Unter- nehmer, welche sonst nichr genug über den Tcrrorismu? der Arbeiter zetern können, wolle» nun die Arbeiter von Orr zu Ort Hetzen und sie wieder ins Arbeüsjoch zurückzwingen. Bereits am Donnerstag wurde auf Grund dieser schwarzen Listen, für welche die Nauener Unternehmer haftbar gemacht werden können, in den Span- dauer Bangeschäften nachgeforscht, ob dort der eine oder andere von den 15 Mann beschäftigt wird. Von den Spandauer Bauunter- nshniern, die wegen der Nauener niedrigen Löhne die dortigen Unternehmer als die schlimmsten Konkurrenten betrachten, hat am Sonnabend der Unternehmer Makowka neun Zimmerer, die auf der schwarzen Liste standen, rücksichtslos aufs Straßenpflaster gesetzt, obgleich er sehr notwendig Zinimerer gebraucht und sogar noch Lerne einstellen mußte. Die anderen Spandauer Bauunternehmer haben bisher noch keine von den auf der schwarzen Liste stehenden Zimmerern entlassen; ihr Verhalten nruß abgewartet werden. Auch dieser letzte VerzweisliingSkampf der Nauener Unternehmer bedeutet einen Schlag ins Wasser. Einig und geschlossen wie die Nauener Zimmerer den Kampf begonnen haben, stehen sie auch heute noch im Streik und wird der Zuzug von Zimmerern nach Nauen wie bisher ferngehaltcii, so ist an dem siegreichen Ausgang des Streiks nicht zu zweifeln. Deutsches Neich. Kciit Neichstnrif für die Anwaltsangestelltcn. Im Sommer vorigen Jahres trat der soziale Ausschuß des Deutschen Anwaltsvereins init den Bureauangestelltenverbänden in Verbindung, um über die Möglichkeit eines NeichStarifs für die RechtsanwaltSangestellten zu verhandeln. Die Verhandlungen zwischen dein Ausschuß und den Angestelltenvertretern führten zu dem Ergebnis, daß an der Durchführbarkeit eines solchen Tarifes nicht gezweifelt werden könne. Die Angestelltenvcrbände reichten daraufhin ihre Vorschläge an den sozialen Ausschuß des Deutschen Anwaltvereins ein. Diese aber bezogen sich auf das Lehrlings- Wesen, die Arbeitszeit, die Kündigungsfristen, das Dienst- z-ugniS, den Urlaub, den Gehaltzahlungstermin sowie die Gehaltszahlung bei Dicnsibehinderung. Ferner wurden Vorschläge über die Einteilung der Angestellten in Beschäftigungsgruppen und Altersklassen sowie über die Höhe und Einteilung der Mindest- gehalter nach Slädteklassen und Ortsverhältnissen gemacht. Die Frage wurde sodann vom sozialen Ausschuß des Deutschen Aiuvalts- Vereins dem Vertreteltag am 8. März iOii vorgelegt. Dieser hat jedoch geglaubt, angesichts der Verschiedenheit der örtlichen Verhält- uisse gleichmäßige Grundsätze für daS ganze Deutsche Reich weder festsetzen noch zur Beachtung empfehlen zu können, obwohl er eine weitgehende Berücksichtigung der Interessen und Wünsche der Bureau- angestellten als Pflicht der Rechtsanwälte bezeichnet. Er hat dagegen den örtlichen Anwaltsvereinigungen empfohlen, den Verhältnissen der einzelnen Orte angepaßte Vorschläge nach Anhören der Vertretungen der Bureauangestellten auszuarbeiten. Nachdem so der Vorschlag eures Reichstarifs für die Arbeits- und Gehaltsverhältnisse von der Organisation der deutschen Rechts- anwälte abgelehnt worden ist, haben die Vertreter der beteiligten Bureauangestclltcnvcrbändenus, Kapitalismus usw. geschulter nationaler und religiöser Arbeiter kann den sozialdemokratischen Schlagworten entgegentreten. Wie ge- ährlich die s o z i a l d e in o k r a l i s ch e Jugendbewegung ist, beweist die Versünffacbung der.Arbeiterjngend"-Abonncnten, die schon 100 000 Leser hat. sZuruf bei den Sozialdemokraten: 12 0 0 0 0!). Es bestehen 600 I u g e n d a u S s ch ü s s e, in den Jugendheimen wird umfassende Ä n f l l ä r u n g s a r b e i t in sozialdemokratischem Sinne geleistet. Dieser zersetzenden Bewegung muß entgegengewirkt werde». Auf dem Nürnberger Parteitag hat Singer und nach ihm die„Arbeiterjugeiid* als höchste Aufgabe der ozialdem. Jugendbetvegung die Erfüllung der Jugend mit oziali st isch-revolutionärem Geist erklärt. Kennzeichnend ist, daß die„Arbeiter-Jugend" in Nr. 16 von 1911 die heutige Schule als schlecht bezeichnet und nach Heinrich Schulz' Schul- retormbuch angekündigt, daß man in der sozialistischen Schule der Zukunft nicht mehr wird stillsitzen und sich Aufgaben diktieren lassen brauchen. In einem Artilel über die Maschine wird die k a p i t a- l i st i s ch e Ausbeutung geschildert, den Humor stellt ein Artikel über„das Wahlrecht der Keule" dar, es ivird ein Buch von Bebel empfohlen ustv. Da unsere Gesellschaftsordnung nicht beseitigt wcrdeil kann, so lange wir ein Heer haben, auf daö wir uns verlassen können, setzen die Sozialdemokrale» schon frühzeitig mit der Verekclung des Militärdienstes bei der Jugend ein. In seinem Buch fordert Dr. L i e b k n e ch l die Beseitigung des Militarismus, um die Staaten wehrlos zu machen. Parlamentarisch kann man das gar nicht kennzeichnen. All dies nötigt alle Vaterlandsfreunde, sich .selbstlos in den Dienst der christlich-nationalen Jugendpflege zu stellen, damit GottcSfürcht, Königstreue und Vaterlandsliebe der Jugend eingepflanzt, Thron und Altar erhalten, Preußen und Deutsch- land groß bleiben. Dann braucht uns um uniere Zukunft nicht bange sein und wir können sogen: Unser die Jugend trotz alledem: (Beifall rechts.) Abg. Dr. Neumauu(Ztr.) schließt sich de», Vorredner an. Die Jugendpflege muß auf r e l i- g i ö s e r Grundlage rilhen. Wie gegen die Simultanschule sind wir auch gegen iiiterkönfessionelle Jugendvereine! zehntausende Jugend- lichcr siild nur für konfessionelle Vereine zu haben. Der Redner polemisiert in diesem Sinn gegen den Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft und klagt über Zurücksetzung der konfessionellen Jugendpflege und über mangelnde Sonntagsheiligung in der Jugend- pfl-gk.. � Schlicklich spricht der Zentrumsredner von dem Benammeinein von Jünglingen und Mädchen bei dem freideutschen Jugendtag, von sittlichen Gefahren usw. Auch vor der Zeitschrift.Der Anfang" ist sehr zu warnen. Präsident Tr. Graf v. Echwerin-Löwik erbittet und erhält die Erlaubnis, dem MinisterPräsidenien Dr. v. Betbmann Hollweg die Teilnahme des Hauses anläßlich des Todes der Fran v. Bethmann Hollweg auszuiprecpen. Abg. Dr. v. Schenckcudorf(natl.) begrüßt die Erweiisrung der staculich geförderten Jugendpflege. Wir hoffen und wünschen, daß Antisemitismus im„Wandcr- Vogel" keinen Einlaß finde. Was aus der würdig begonilcnen freien deutschen Jilgendbewegling wird, ist abzuivarten. Die Angriffe der Konfessionellen aus die Turnvereine weisen wir zurück. Die Jugend- pflege sollte auch auf die Fortbildungsschüler ausgedehnt tocrden. (Beifall bei den Nationalliberalen) Abg. Graf Moltke(fk.): Wenn junge kritiklose Menschen in antisemitische Verirrungen verfallen, so ist das entschuldbar, aber parteipolitischer Antisemitismus muß der Jugend fernbleiben. Abg. Kanzow(Vp.) dankt dem Minister für seine persönliche Initiative in der Jugend- pflege. Die Jugend muß körperlich gekräftigt, zur Vaterlandsliebe. zuj ozialenr Gefühl und zur Beranlwortlichkeit erzogen werden. Die Gegensätze müssen vermindert werden. Kardinal Kopp förderte selbst interkonfessionelle Jugendvereine/ Für die Religion muß dem Religiösen Zeit und Gelegenheit bleiben. Die Ausdehnung der Jugendpflege auf die Fortbildungsschüler ist wünschenS- wert. Wir wollen für die Jugend kämpfen, nicht um sie. Darum gehört in die Jugend keine Parteipolitik, darum berurieiken wir die sozialdemokratische Jugendorganisation, von der Pfannkuch und Molke nbuhr abgeraten, die aber Liebknecht und Frank gewünscht und herbeigeführt haben. Wir wollen der Jugend das Leben nicht verekeln.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wer hat angefangen?) Die„Arbeiterjugend" und die Flugblätter an die Arbeiterjugend„Gehörst Du zu uns?" arbeilen in politischem Sinn. Damit kann man auf die Jugend nicht ein- wirken. Da wird sogar gesagt, G o ethe, Schiller� und Lessing würden heute Sozialdemokraten sein. (Zurufe der Sozialdemokraten: Wo steht das?) Ich habe es augenblicklich nicht hier.(Aha I bei den Sozialdemo- kraten,) Diese Männer waren human, Sie sind Fanatiker.(Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Wir wünschen aber, auch keinen Hurrapatriotismus, keinen Byzantinismus, die Pflege der Liebe zu Kaiser und Reich ist keine Politik.(Widerspruch der Sozial- demokraten.) Gegen die einst vom Kultusminister propagierte lln- Parteilichkeit ist arg verstoßen worden. Im„Wandervogel" versuchte antisemitische P a r t e i p o l i t i k verabscheuenswerte Ge- schäfte zu machen.(Der Redner bringt dafür mehrere Beweise vor, u. a. ei»„Hammer"-Flugblatt, worin die jungen Germaninnen anfgesordert werden, daran zu denken, den Jüdinnen die Auge» auszukratzen; worin weiter von Knoblaiichgestank, jüdisches Nnsittlichkeit und jüdischer Vcrsippung der preußischen Regierung, von zwei jüdischen Generaladjutanten des deutschen Kaisers die Rede ist, und davon, daß die Tage der Monarchen gezählt sind, die sich mit Juden einlassen.(Höst! hört! auf allen Seiten.) Solche Verhetzung kann schlimme Früchte bringen, wir bitten den Minister. dagegen energisch einzuschreiten. Der Frankfurter Wandervogel» kongreß hat dem Antisemitismus in den Ortsgruppen Duldung in Aussicht gestellt. Demgegenüber hat die Regierung allen Anlaß, die Zerrissenheit und llnzusriedenheit nicht zu vergrößern, sondern zu verringern.(Beifall links.) Abg. Harnisch(Soz.): Die aus dem Bürgertum auf natürliche Art hervorgewachsene Fugendbewegung haben wir Sozialdemokraten von Anfang an keineswegs bekämpft, sondern stehen ihr objektiv gegenüber. Aller- dings, wenn diese Bestrebungen uns hetzerisch, ras s e n- anti semisch oder dergleichen entgegentreten, dann muffen wir sie bekämpfen, um so mehr, wenn— wie das auf dem Frankfurter Jugendtag des„Wandervogel" geschehen ist— in einer dem Wesen der Jugend gerade entgegengesetzten heuchlerischen und hinter- hältigen Art solchen antisemitischen Bestrebungen auf der Hinter- treppe Einlaß gewährt wird. Geschieht das, dann werden die vielen sozialdemokratischen Eltern, deren Kinder heute am„Wander- Vogel" teilnehmen, dies natürlich nicht weiter zugeben können. lTchr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In der freideutschen Jugendbewegung und- in derjenigen, die in der Zeitschrift„Der Ansang" ihren Ausdruck findet, ist natürlich manches Romantische. auch manches andere vorgekommen, wovon man sagen muß, daß es besser unterblieben wäre, aber es ist unberechtigt, gegen diese Bewegung nach den Gendarm e n und der Polizei zu rufen. denn Unreife ist eines der schönsten Vorrechte der Jugend, die Goethe„Trunkenheit ohne Wein" nennt. Gerade aus diesen gären- den Bewegungen können die Schul bebörden mancherlei Wcfiens- wertes lernen. So sehr wir diesen Bestrebungen mit freundlicher Objektivität und einem gewissen Wohlwollen gegenüberstehen, so energisch müssen wir alle Bestrebungen bekämpfen, die darauf hin- auslaufen, mit dem Gelds des Staates die Kinder des Proletariats den Idealen und Interessen ihrer Klasse und ihren Eltern zu entfremden und sie gewaltsam in das Lager ihrer geschworenen Feinde hineinzuziehen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es ist unwahr, daß die proletarifcbs Jugendbewegung die Jugend politisieren wolle. Das ganze Jnter- esse aber, das die preußische Regierung und der Landtag plötzlich für die proletarische Jugend betätigen und die Bewilligung so vieler Millionen für Ihre Jugendbewegung ist nichts andere? als rin Produkt der Angst vor der proletarischen Jugendbewegung, vor dem Erwachen der Arbeiterjugend.(Sehr wahr! bei den Co- zialdemokratcn.— Oho! rechts.) Die amtliche Statistik beweist, daß auch im letzten Jahr, also während der Krise, der Kapitalismus immer mehr die billigere Arbeit von Frauen und Jugendlichen an die«telle männlicher Arbeiter setzt. Rechnet man alles zusammen, so sind in Gewerbe, Handel und Industrie etwa 214 Millionen jugendlicher Arbeitskräfte unter 21 Jahren in Preußen beschäftigt, in icnent Alter, wo die Jugend des Bürgertums noch studiert, sorgen diese jugendlichen?lrbeiter und Arbeiterinnen bereits mit für die Eltern oder jüngeren Geschwister. In dieser Proletaricrjugcnd begann sich vor etwa einem Jahrzehnt ganz spontan eine lebhafte Bewegung zu regen. Sic entsprang aus der Wirtschaft« lichcn Not der?lcbeitcrjugeiid, aus der LehrlingsauS- b e u t u n g, den nur sehr milde geahndeten llebertretungen der gesetzlichen Schutzbestimmungen, aus schlimmen Lehrlingsmißhand- lungcn, kurz aus schamloser Ausbeutung. Es kam der psychologische Prozeß hinzu, der auch in der Proletarierjugend daS Sehnen nach neue» Betätigungsformen, nach Selbständigkeit und Freiheit hervorrierf. Dieser Bewegung gegenüber bekamen Sie es mit der Angst, daß die jungen Arbeiter denken lernen könnten, noch bevor sie zum Militär kommen, daß sie irre werden könnten an der Göttlichkeit der kapitalistischen Weltordnung in ihren Gegensätzen von arm und reich und daß sie sich dann nicht so leicht gegen jeden inneren oder äußeren Feind würde zur Schlachtbant führen lassen. Sagt doch ein junger Theologe in einer Dichtung Cäsar Flaischlens gegen einen alten Pfarrer:„Glaube, Glaube, was soll denn auch Euer Staat und Eure Gesellschaft anfangen mit Menschen, die denken können!" lSehr wahr! bei den Sozialdem.) Ans dieser A n g st heraus, die als der wahre Grund Ihrer Jugend- pflege auch von der„Leipz. Lehrcrztg." und von dem„Reichsboten" enthüllt worden ist, hat der Staat die vielen Millionen hergegeben, die ihm sonst nicht so locker sitzen. Wie seinerzeit Bismarck die Arbeiterbewe- guiig mit der Peitsche des Soziali st engesetzes und dem Zuckerbrot derSozialresorm umbringen wollte, so haben Sie es versucht, mit der Peitsche des Jugendpara« a r a p h e n des RcichsvereinsgesetzeS und dem Zuckerbrot- Ihrer staatlichen Jugendpflege. Es war interessant, wie hier die Befürworter der mit so großen Mitteln geförderten offiziellen Jugendpflege selbst gegeneinander aufgetreten sind. Aber diese Jugendpflege findet auch sonst im Bürgertum keineswegs ungeteilte Zustimmung. In einer agrarischen Stolper Zeitung wird Fcrnhaltung der Jugendpflege vom Lande gefordert, denn die Jugend, der man ein Recht auf Unverhaltung gebe, würde schließlich auch ein Recht auf Brot fordern. Die Agrarier fürchten, es könnte werden wie im alten Rom, wo die Menge außer Spielen auch Brot forderte. Ich hoffe allerdings, daß auch die ländliche Jugend einmal daS Brot eines wirk» lichen Jugendschutzes verlangen wird.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) In einem Erlaß des Regierungspräsidenten zu A r n s b e r�g wird bedauert, daß vom Lanoe aus nicht mehr Anträge auf Staatsbeihilfen für die Jugendpflege kommen und es wird aufgefordert, dafür zu sorgen, daß dies geschehe. Tie Millionen werden also infolge der agrarischen Angst um den Profit gar nicht aufgebraucht, trotzdem verlangt die Regie- rung immer mehr von uns! Gegen einen kriegshetzerischen Artikel Otto v. Gottbergs in der„Jungdeutschlandpost', in dem der Krieg geradezu als ein Element der göttlichen Weltordnung, als ein Aus- fluß der christlichen Religion hingestellt wird, hat Professor Rein- Jena in der„Christlichen Freiheit" lebhaft protestiert und auch mehrfach haben Geistliche im Namen des Christentums den wüsten Chauvinismus, der ja gepflegt wird, entrüstet zurückgewiesen. Dieser Artikel erinnert mich an die Verse Friedrich o. Bodenstedts:„Per haßt ist mir die Heuchelei der kriegerischen Nazarena!" Das Amts- gcricht Kiel hat die Brandmarkung des sittlichen und literarischen Tiefstandes der chauvinistischen Jugendzeitschrift„Unter deut- scher Flagge" durch die„Pädagogische Reso-rm" als berechtigtes nr. äs. 3., 2. Keiillge des Lllrimrts" Kerlim NslkslilM. Parteiangelegenheiten. An die Bildungsausschüfse und �rganisationslcitungen. Führungen im Botanischen Garten. � Der Bezirksbildungsauöschuh Groy-Berlin wird in den Äonaten Juni. Juli, August eine Reihe von Sonntags- führ un gen im Botanischen Garten in Dahlem einrichten. Die Fuhrungen finden zum Teil vormittags H tthi". zum Teil nachmittags 3'/-.. Uhr statt. Bor- Ulittazssührungen sind für folgende Tage vorgesehen: 7. und Juni, 5. und 19. Juli, 2., Iii. und 30. August. Tie Aachmittagsführungen beginnen am 7. Juni und sind für jeden Sonntag bis zum 30. A u g u st vorgesehen, m i t Ausnahme des 12. Juli. Die Einzelorganisationen können die ihnen passenden Tage für ihre Mitglieder belegen. An jeder Führung nehmen 30 Personen teil. Die Organi- fationcu haben für jede Führung, die sie belegen, 9 M. an Bezirksbildungsausschust zu zahlen. Sie erhalten dafür 30 Teilnehmerkarten, die sie zum Preise von 0,30 M. pro Stück verkaufen können, so daß ihre. Auslagen voll hcreinkomnien. fiührer und Aufseher bezahlt dann der Bezirksbildungs- Ausschuß. Wir bemerken, daß Kindern unter 10 I a h r c n der Zutritt auch in Begleitung Erwachsener »icht g e st a t t e t ist. Wir bitten die Einzelorgauisationcn, uns bald ihre Wünsche vntzuteileu. � Ter Bczirksbildungsausschuß Groß-Bcrliu. Sekretariat: SW. 68, Lindenstr. 3. Telephon: Mpl. 4741. Dritter Kreis. Gemeinschaftlilbe Zablobende halten ab: l- Abteilung jiic die Bezirke 139—111, 131 und 1S2 bei Fels- !"ann. Oranienstr. 189'(Luisenstadt- Kasino). Vortrag deS Genossen Ucko über Volksjustiz. -■ Abteilung, Bezirke III a, Iii und 134 im GeiverkschastShauS, «aal i. Vortrag des Genossen Goldbcrg über: Bilder aus der russische,, Arbeiterbetvegung. 3. und 8. Abteilung. Bezirke 216—220 und 227—229 bei "ugustin, Oranienstr. 163. Portrag über: Moderne Feuerbestattung. >. Abteilung. Bezirke 232— 233, 235 und 237 bei Henning, -rlexandrincnstr. 14: Vortrag deS Stadtverordneten Adolf Ritter. 16. Abteilung. Bezirke 236. 23l. 238, 239, 256-251 n bei ■Villc, Sebastianstraße 39. Bortrag des Stadtverordneten Alerande: arvhlich. Vierter Wahlkreis. � Heute abend 81/., Uhr finden in den Lokalen„Sud-OiV, �aldcmarstr. 75, und in den„Andreas« Festsälen", Andreasslr. 2l, Volksversammlungen statt. Tagesordnung: Ist Kindcrschutz Kultur- jubeit Diskussion. Referentinnen sind die Genossinnen Martha �emmnilig und Einma Doltz. Am Mittwoch, den 13. d. M., finden in nachsiehenden Ab- vumigen gemeinschaftliche Zahlabendc Itali: , 8. Abteilung im Lokal„Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Vonrag e- Reichstagsabgeordneten Genossen Otto Biichner über: Wo packen ** den Gegner. 16. Abteilung im Lokal„Konkordia- FensAe", Andreasstr. 64. Vortrag des Genossen Alfred Bernstein. j. 49. Abteilung im Lokal von Bolzmann, Lichtenberger Str. 21. Ertrag des Stadtverordneten Genossen Waldeck Manasse über: -3aruin sind wir Sozialdemokraten k � 27. Abteilung im Lokal Freischütz, Fruchtstr. 36 a. Vortrag des �Nossen Fritz Ruf. „ 11. Abteilung im Lokal von Niemann, Landsberger Allee 155. «ortrag des Genossen Waller über: Wie das Weltbild entstand. '-Uauiert durch Lichtbilder. Köpenick. Die Zahlabende find lvie folgt festgesetzt: Für die ~Atmnv_orstadt bei Fungklaus, für die Altstadt bei Müller, für die Tsttzvorstadt bei Zeidler und für die Köllnische Vorstadt bei «l'ppekohl. .... �chmargeudarf. Mittwoch, den 13. Mai. abends S'/a Uhr: vkgliederversammlung im Restaurant„Waldkater", Warnemünder �.staße 14/15. Tagesordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. Er- 9anjungs»uahl des Vorstande-?. Wahl der Delegierten zur Kreis- Generalversammlung. Verschiedenes. � Maricnfeldc. Am Mittwoch, den 13. Mai, abend-s 8 Uhr, bei Schuster, Kirchstr. 68, Mitgliederversammlung des Wahlvereins. �en. Ewald, Tempelhos, spricht über:„Die Organisation der Arbeiter". . Frrdcr>?dorf. Der Zahlabend findet von jetzt an bei - Kirchner, am Bahnhof, statt. • Lichtenrade. Der gemeinsame Zahlabend findet am 13. d. MrS. .�-okal von Th. Jahntke, Hohenzollernstr. 13, statt. , Hermsdorf bei Berlin. Auf den, Zahlabend steht außer dem (j0tttH9 über:«Genossenschaft und Massenstreik" ein Vortrag des genossen«ohraucr über die gegenwärtige Stellung der sozialdemo- Buchen Genleindevertretersraktion zur höheren-schulsragc(Neubau wez f g i, Realgymnasium?) auf der Tagesordnung. .«paudau. Morgen Mittwoch: Gemeinschaftlicher Zahlabend Jrr Bezirke 1—4 bei Zcitcl, Bismarckslr. 6. Vortrag des Stadtv. Möllen Wilhelm Pieper über:„Kommunale Angelegenheiten". 'iur alle anderen Bezirke findet der Zahlabend in den Bezirks- Skalen statt. öerliner Nachrichten. Der Vanüel ües berliner Jnvaliüenhauses. „ Strnmnt patriotische Schriften plaudern oft recht indis- kret. Man erfährt da durch die Sucht, init Hurrapatriotis- ""'s weit über das Ziel hinauszuschießen, alles mögliche, das '""st„in den Akten" bleibt. So verrat eine jetzt in natio- "Äen Kreisen stark vertriebene, von einem„Thüringer Kriegskameraden" stammende kleine Schrist. welche eine ge- drängte Geschichte des Königlichen Jnvalidenhauses in Berlin �in soll, mit wohl unbeabsichtigter Offenherzigkeit, daß dieses Institut im Laufe der letzten Jahrzehnte seinen stiftungs- öemäßen Charakter völlig verändert hat. Als der erste Preußenkönig durch ein. Dekret vom j-l-. Mai 1705 wenigstens theoretisch sorgen wollte„für die durch Blessurcn und andere Jnkomoditaten zu fernerem Kriegsdienst untüchtig gewordenen Jiwaliden", da war zur Erfüllung dieses patriotischen Ehrenzwecks natürlich kein Geld da. König Friedrich I. konnte die Steuern und sonstige �tootsmoncten besser für andere Tinge brauchen. Erst � Jahre später entdeckte Friedrich II, eine geeignete Goldgrube und ließ seinen Grundsatz verkünden:„W i r nr ii�s s e n für unsere Freunde, für die alten Sol- d a t e n sorgen!" Am 15. November 1748 wurde das „Hospital der lahmen Kriegsleute", das damals ganz anders als heute aussah, über zehnmal größeren Grundbesitz ver- fügte und eigene Bewirtschaftung mit Bäckerei, Schlachthans, Brauerei, Branntweinbrennerei, Maulbcerbanmplantage zur Seidenbereitung(die Seidenraupe war Anno dazumal noch nicht staatsgefährlich!)' und Windmühlen hatte, von 13 Offizieren und 600 invaliden Mannschaften bezogen. Was würde wohl der„alte Fritz" sagen, wenn er heute Vergleiche mit seinem schönen und eigentlich nur selbstver- ständlichen Grundsatz anstellen könnte? Ter imperialistische Militarismus verschlingt Milliarden, der militärische und höfische Luxus kennt keine Grenzen— die ordengeschmückten Kriegsveteranen müssen hungern und zuweilen im grausigsten Elend auf der Landstraße verrecken. Für den bevorzugten Offizierstand wird alles Erdenkliche getan, für die„gemeine Sorte" io wenig wie nur möglich. Das zeigt sich auch am Juvalideuhaus. Tie zitierte Festschrift klärt uns aufi daß im Jahre 1867 der Bestand des Berliner Jnvalidenhauses 507�Köpfe(33 Offiziere, 312 Unteroffiziere und Gemeine, 73 Frauenbund 86 Kinder betrug, und augenblicklich werden gar nur 327 Köpfe gezählt, darunter 55 Offiziere, 183 Frauen und Kinder. Temnach ist die Zahl der Offiziere und Verwaltungsbeamten i m m e r in ehr gestiegen, die der Unterossizierc und Mannschaften auf rund 100 ge- sunken, uird von den„Mannschaften" besteht auch noch der dritte Teil ans Feldwebeln. Es kommt also auf 2 Militärs unterer Chargen 1 Offizier, womit sich das Berliner In- validenhaus beute im wesentlichen als eine Offiziers- V e r s o r g u n g s- A n st a l t charakterisiert. Die 55 Inda- lidenhaus-Offiziere haben seder 5—6 Zimmer und Zubehör, so daß dann natürlich für invalide Gemeine immer weniger Platz bleiben mußte. Neuerdings hat man zwar an Stelle der alten Baracken, die sich in der Front der Scharnhorst- straße zwischen dem Eingang zur katholischen Jnvalidenhaus- kirche und dem Jnvalidenkirchhof hinzogen, ein Mannschafts- Haus erbaut, ohne deshalb den Bestand an Mannschaften zu erhöhen, aber auch ein neues Offiziershaus mit neuen sehr komfortablen Wohnungen ist gegenüber neben dein Augnsta- Hospital errichtet worden. Das kostete mehr als eine halbe Million Mark, in der Hauptsache für Offiziere. Ein Anrecht ans Versorgung im Jnvalidenhause gibt es nicht. In jedem einzelnen Falle muß ein Gesuch an den König oder an daS Bezirkskommando gerichtet werden. Viele find dazu berufen, aber nur ganz wenige aus unteren Chargen, die einen beson- ders„guten Vetter" haben, werden auserwählt. Viel Staat kann der Militärstaat mit dem Berliner Jnvalidenhaus in seiner heutigen Gestalt nicht machen. Das werden vielleicht die bellen Japaner, die mehrfach �Studienkoinmissionen nach der Scharnhorststraße entsandten- auch erkannt haben. Eine Razzia auf„Eiseubahusünder"' wurde in den letzten Tagen miederholt aus dem Bahnhof Treptow abgehalten, während zu gleicher Zeit Anfsichtsbeamte die Abteile.dritter Klasse während der Fahrt noch Vaumschnlen- weg kontrollierlen. Aus Bahnhof Treptow war der sonst freie Ver- bindungsweg zlvischen den beiden Bahnsteigen mit Bahnbeamten besetzt, die alle Passanten aus die Gültigkeit ihrer Fahrtausweise prüften, und tatsächlich liefen ihnen eine Anzahl Sünder ins Garn, die sich wohl zumeist ihres Vergehens gar nicht bewußt waren. Es handelte sich zumeist um Leute, die Fahrkarten von den Ringbahn- ftationen in der Richtung vom Potsdamer Bahnhof nach der Gör- litzer Bahn oder umgekehrt hatten, die den Vermerk„über Neukölln direkt" oder ähnlich tragen. Diese Karten gelten nun nur für die Beförderung ans der neuen Strecke Neukölln-Baumschulenweg, nicht aber aus dem früheren einzigen und jetzigen Um-Weg über die -Station Treptow. Da aber jene„direkten" Züge zu Zeiten nur alle Stunden verkehren, benutzen viele Reisende immer noch die Ringbahn bis Treptow und von dort die Stadtbabnzüge, um nicht unnötige Zeit zu verlieren. Das aber kostet für die meisten Strecken mehr, weil der Fiskus sich nicht dazu aufschwingen kann, den Reisenden für die schlechte Zugverbindung nun wenigstens durch einen einheitlichen Preis zwischen bestimmten Endstationen zu entschädigen. So kostet z. B. die Strecke Hermannstraße— Baumschulenweg direkt 16 Pf., über Treptow 26 Pf., die Arbeiter-Wochen- karte direkt 56 Pf., über Treptow 86 Pf. Dieser Zuschlag von 16 Ps. ans einfache und 36 Ps. aus Wochenkarten findet sich denn bei vielen Entfernungen zwischen der Görlitzer Bahn und dem Siidring über Neukölln nach dem Westen, sobald man über Treptow fahren ivill. Dagegen ist den Inhabern von Monatskarten die Benutzung beider Linien ohne Aufschlag freigelassen. Ja, eine Zeit- lang galten sogar die Monatskarten von der Görlitzer Bahn nach der Stadtbahn auch über Bahnhof Neukölln. Doch hat diese Herrlichkeit leider nicht lange gedauert, es war angeblich nur ein Versehen. Von der oben geschilderten Differenz im Preise der Fahrten „direkt" oder„über Treptow" wissen nun aber die wenigsten. Wer den früheren Zustand nicht kannte, wird vielleicht aus dem Wärt- che»„direkt" auf der Fahrkarte gar nicht einmal jene Folgerung ziehen. So tappen denn viele unbewußt in ihr Unglück, das ihnen zum mindesten neben dem Zeitverlust und der sonstigen Unanncbm- lichkeit ihres„SündensalleS" den doppelten Jahrpreis kostet. Von der Bahnverwaltung wäre zu wünschen, daß sie statt der kleinlich wirkenden Erschwerung des Verkehrs zn solchen Fällen für beide Wege ebenso den Preis der kürzesten Strecke gewährt, wie sie das gleiche jetzt erst wieder bei der Verbindung Berlin— Wien aus Kon- kurrenzrücksichten zugegeben hat. In dem Maße, in dem die Zug- folge aus der Strecke Potsdamer Bahnhof— Grünau verbessert wird, fällt die Benutzung des Umtveges über Treptow allein weg. Heute werden die meisten dabei ganz unbewußt handeln, wenn sie die feinen Unterschiede in der Preisberechnung nicht beachten. Tic frei« Jugend von Niederbarnim hat am Sonntag ihre.Kreispartie gehabt. Die Beteiligung war eine außerordentlich gutes zumal wenn man bedenkt, daß das Ziel Oranieiibiirg für viele nur unter Aufwendung verhältnismäßig erheblicher Kosten zu erreichen war. Selbst aus so entlegenen Orten wie Erkner, Friedrizlishagen und Ober-Schöneweide sowie Bernau, Röntgental usw., waren größere Gruppen� erschienen. Die Haupt- beteiligung stellten neben Lichtenberg natürlich die in der Nähe der Nordbahn gelegenen Orte. Bereits'/.16 Uhr trafen die ersten Trupps am Sammelpunkt Birkenwerder ein und zurzeit deS allgemeinen Aufbruchs hatten sich weit über 1666 Teilnehmer eingefunden, die frohes Mutes waren, trotz des verdrießlichen Gesichts, den der Himmel machte, der hin und wieder einen leichten Sprühregen berniederländle. Um ihre zahlreichen Gäste zum Ziel zu führen, er- schienen die Jugendlichen auS Oranienburg, zum Teil mit Trommeln und Pfeifen au-?gerüstet. Andere Orte ließen ihre des Mandolincn- und Gitarreipiels Kundigen voranschreiten. So bewegte sich der zwanglose, schier endlose Zug heiter und guter Dinge durch den Wald dahin, das muntere Spiel bald durch brausende Marsch-, bald durch lustige Wanderlieder unterbrechend. In Lehnitz wurde die jugendliche Schar osriziell von fünf Vertretern der Staatsgewalt, hoch zu Roß, empfangen, nachdem bis dahin Kriminalbeamte in- offiziell und mit rührender Anhänglichkeit gefolgt waren. So sorgte die hohe Obrigkeit dafür, daß auch die Uninteressiertesten aufmerksam wurden. Tie behelmten Begleiter waren auch weiterhin bemüht, den ohnehin imposanten Eindruck noch zu steigern, indem sie anordneten, daß die Stadt Oranienburg nur in einzelnen Gruppen durchwandert werden durfte. Dadurch dehnte sich der Durchmarsch beinahe ins Endlose. Auf dem Festplatz begrüßte klingendes Spiel die An- kommenden. Nach kurzer Pause richtete Stadtverordneter P a p l e von der rotdrapierten Tribüne Worte herzlicher Bewillkommnung an die Erschienenen, die sich durch Nachzügler und Einwohner der�Stadl noch um mehrere Hundert vermehrt hatten. Dann hielt Schrist- steller Reuter eine treffliche, mit vielem Beifall aufgenommene Festrede und G ä b e l dankte für den überaus freundlichen Empfang. Hierauf entwickelte sich ein vielgestaltiges, fröhliches Treiben, das leider für viele ein viel zu frühes Ende fand, weil der weite Heim- weg zu baldigem Aufbruch nöligte. Die Erinnerung an diesen Tag wird in allen noch lange fortleben und dürste in manchem den Eifer, für die freie Jugendbewegung tätig zu sein, aufs neue an- gefacht haben. � Aus der Armcndircktivu. In der gestrigen Sitzung der Armendirektion hieß dost Vorsitzende, Stadtrat Doflein. die von der Stadtverordneten- Versammlung gewählten Mitglieder der Armendirektion, Frau verw. Rektor Liewercnz und Frau Gerndt willkommen. Beide Tarnen sind die ersten weiblichen mit Stimmrecht aus- gestatteten Mitglieder der Armendirektion und haben sich bereits seit längerer Zeit in der Berliner Armenpflege bc- tätigt. Ferner beschloß die Armendircktion, dem Vormund- schastsamt der Stadt Berlin zur erstmaligen Unterstützung an hilfsbedürftige junge Mütter zunächst versuchsweise für ein Jahr— einen Betrag von 3000 M. zu gewähren. Vilderuutauf der Stadt Verlin. Tie. von der städtischen Kunstdepntation aus ihrer Mitte und aus Künstlerkreisen gewählte Jury und Ankanfskoin- niission hielt gestern im Äusstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof eine Sitzung ab. in der beschlossen wurde, dem Maler Martin Brandenberg für sein Bild„Ter Minnesänger" (Saal 5 Nr. 91) einen Ehrenpreis der Stadt Berlin im Be- trage von 3000 Mk. zu bewilligen. Ferner beschloß die Kom- Mission den Ankauf folgender Bilder: ter Hell:„Märkische Landschaft"(Saal 4 Ztr. 65), Lünstroth:„Im Felde"(Saal 29 Ztr. 1289), Sandrock:„An der Dampferwand"(Saal 3 Ztr. 20), Otto H. Engel:„Abendlandschnft"(Saal 4 Nr. 59). Einen Blunientag hatte am Sonntag wieder einmal Berlin. Auf Bahnhöfen, in Restaurants, in der Straßen- bahn, vor Kirchen und Theatern wurde ein schwunghafter Handel mit Kornblumen, Ansichtskarten und mit kleinen Fähnchen getrieben. Tic diesmalige Sammelei galt dem Raten Kreuz, das eine„Rotc-Kreuz-Smnnilung 1914" im Monat Mai veranstaltet.__ Richard Hackelbusch. Gestern ist im Ärankenhause am Friedrichshain de: Genosse Richard H a ck e l b uJ ch im Alter von 44 Jahren gestorben. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der von der Pike auf im Dienste unserer Bewegung gestanden bat. Hackclb lisch war von Beruf Sattler. Als ecktes Prolctarierkind galt sein Denken und Fühlen der Sozialdemokratie. Als blutjunger Mensch stürzte er sich in die Bewegung. Von glühendem Eifer für die sozialistischen Frcibeitsidcale beseelt, stellte er sich ganz in den Dienst unserer Sache und bald schoben ihn die Genossen des 4. Kreises in die vordersten Reihen. Wir sehen Hackelbusch in den neunziger Jahren nacheinander als Gruppenführer, als Mitglied der Lokalkommission, von 1961 bis 1965 als Vertrauensmann. Mehrere Jahre übte Hackelbusch das Amt des Kassierers im 4. Kreise(Südosten) aus und gehörte dem Zcntralvorstand als Mitglied der AgitationSkommissiou an. Die Genossen des 4. Kreises sandten ihn wiederholt nach dem Parteilag. Bei der letzten Wahl kandidierte unser verstorbener Freund im ReichStagswahlkreis Prenzlau-Angermünde. Seit 1964 versah Hackelbusch das Amt eines Spediteurs im 4. Kreise. Auch in seiner gewerkschaftlichen Organisation war er tätig und wurde von seinen Berufskollegen auf den Pasten deS Vorsitzenden des Ausschusses des Verbandes der Sattler und Portescuillcr gestellt. Hackelbusch war ein Mann von echtem Schrot und Korn, der deutlich sagte, Ivas er dachte; ein prächtiger Charakter, dem kein Fehl anhafteic. Uneigennützig und schlicht, leistete er alle Arbeiten, die im Interesse der Partei notlvendig wurden. Seine Person galt ibni nichts, wenn die Partei in Frage kam. Man kann obiic Uebertrcibung sagen, daß Hackelbusch zu denen gehörte, die der Partei ihr alles gegeben haben, vis ihm eine schwere Krankheit niederwarf und ihn zur Unzutätigkeit zwang. Schwer genug mag ihm, der mit der Partei lebte, diese Passivität geworden sein. Nun hat ihm der Tod von seinen Leiden erlöst. Ein erb ter Prolc- tarier von kreuzbravem Charakter ist mit Hackelbusch dahin-, gegangen, Tie Genossin Berlins werden dem Verstorbenen ein gutes Andenken bewahren. Tie Beerdigung sindct am i Mittivochnachmittag 4 Ubr auf dem Freireligiösen Friedhofe in der Pappel-Allee statt. Vootskatastrophe auf dem Zermsec. Ans dem Zermsec bei Werder hat sich am Sonntag eine Boots- katastrophe zugetragen, die ein Menschenleben gefordert hat. Trotz des recht böigen Wetters kreuzten Sonntag nachmittag auf dem Zermsce bei Werder eine ganze Anzahl Segelboote, darunter auch die„Wassernixe". In der Mitte des SccS bemerkten die Segler in ctlva 46 Metern Entfernung ein Ruderboot vor sich, das mit drei Personen besetzt Ivar. Tie beiden Ruderer sowohl wie der Steuermann schienen infolge des starken Wellenganges und der Aufregung die Gemalt über das Fahrzeug völlig verloren zu haben und die Segler eilten daher dem Boote zu Hilfe. Als sie sich dem Ruderboote aus eine kurze Entfernung genähert hätten, wurde das Ruderboot plötzlich von einer großen Welle emporgehoben und direkt vor das Segelboot getragen. Ein Ausweichen war ganz un- möglich und so stieß das Segelboot gegen die Breitseite des Kahnes, der buchstäblick durchschnitten wurde. Die drei Insassen stürzten ins Wasser. Bei dem heftigen Seegang gestaltete sich die Reitlings- aktion sehr schwierig. Erst na» längeren Bemühungen gelang cS den Seglern, zwei der Ruderer den Fluten zu entreißen, während der Tritte, ein Kaufmann Erwin Marter aus Berlin, ertrank. Bei dem heftigen Zusammenprall der Boote ist auch einer der Insasse« des Segelschisfes schwer verunglückt. Ter Kaufmann Schüler schlug mit dem Kopf gegen den Mastbaum und zog sich eine klaffende Kopfwunde zu. Inzwischen war auch ein Motor- boot an die Unfallstelle gekommen, das die beiden Geretteten und den Verletzten aufnahm und nach Werder brachte, wo allen dreien ärztliche Hilfe zuteil wurde. Die Leiche des Ertrunkenen konnte bisher noch nicht geborgen werden. Vom vierte« Stockwerk abgesprungen. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr wurde in der Wohnung des Bäckers Rudolf Walloscheck, geboren am 31. Mai 187S zu Berlin, im Hause Schönwalder Straße 12 im 4. Stockwerk des Seiten« flügels der Arbeiter Wilhelm Beumer, geboren am 10. April 1887 zu Berlin, der als Teilnehmer an dem Einbruch in das Stiefel- geschäft Frankfurter Straße 141 ermittelt worden war. fest- genommen. Walloscheck selbst und ein noch unbekannter Mann, die sich neben dem Zimmer auf dem Abort versteckt hatten, sprangen, als die Beamten sich an eine Durchsuchung der Wohnung machten, aus dem Klosettfenster vier Stockwerke tief auf den Hof hinab, wo sie besinnungslos liegen blieben. In einem Kranken- transportwagen schaffte man beide nach der Eharite, wo sie hoff- nungSlos daniederliegen. Beumer wurde nach seiner Ver- nehmung auf dem 82. Polizeirevier dem Polizeipräsidium zu- geführt. Bei der Besichtigung der Wohnung fand man etwa 100 Paar Stiefel. Tic Nachrichten über die beabsichtigte Aeuderung der Berliner Lustbarkeitssteuer treffen nicht zu. Ter Magistrat von Berlin hat sich mit der Aendorung der Lustbarkeitssteuer noch nicht beschäftigt und beabsichtigt auch nicht, sich in der nächsten Zeit mit einer solchen Aenderung zu beschäftigen. Berkaufszeitri, am letzten Sanntag vor Pfingsten im Handels- gewerbe mit Ausschluß des Handels mit NahrungS- und Genuß- Mitteln und mit Blumen. Nach§ 2 der Polizeiverordirung vom 20. Juni 18S2 betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe ist am letzten Sonntag vor Pfingsten für offene Verkaufsstellen außer der durch das Ortsstatut vom 14. Oktober 1911 für die Sommermonate von 8 bis 10 Uhr vormittags festgesetzten Ver- kaufszeit noch die Zeit von 2 bis 6 Uhr nachmittags zu- gelassen. Zwischen 12— 2 Uhr nachmittags darf nach dem OrtS- statut ein Offenhalten der Berkaufsstellen nicht stattfinden. Eine aufregende Szene spielte sich gestern vormittag im Hause Karlsruher Straße 10 zu Wilmersdorf in der Wohnung de» Fabrik- arbeiters Luther ab. Wie berichtet wird, lebte der Mann seit längerer Zeit mit seiner Frau in Unfrieden und hatte die Absicht, feine Familie zu verlassen. Gestern vormittag kam es zwischen ihm und seiner Frau zu einem neuen Konflikt. Im Verlauf des Streites schloß sich Luther in ein Zimmer ein, in dem sich auch die sieben Jahre alte Tochter Ellp befand. Er griff in seiner Wut nach einer Schlosserseile und brachte sich mehrere Stiche in die Brust bei. Das Mädchen schrie laut und rief am Fenster um Hilfe. Aus Aerger hierüber riß Luther sein Kind vom Fenster fort und schlug mit der Feile aus das Mädchen ein. Hierbei erlitt das Mädchen einige Verletzungen. Der Verwalter des Hauses holte die Polizei herbei, die gewaltsam in das Wohnzimmer eindrang und den Mann verhaftete. Das Kind wurde in das Schöneberger Kraukenhaus gebracht. Nachdem Luther auf dem Schönebcrger Polizeipräsidium verhört worden war, wurde er dem Untersuchungs- lichter vorgeführt. Ein großer Tachstuhlbrand kam gestern vormittag in der Wassertorstraße 46 aus noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Bei Ankunft der Wehr, die in großer Stärke ausgerückt war, stand der Dachstuhl des Vorderhauses bereits in großer Ausdehnung in Flammen. Tie Ablöschung deS Brandes nahm mehrere Stunden in Anspruch. Der Dachstuhl ist vollständig niedergebrannt, unb auch die oberen Etagen haben durch das eindringende Wasser gelitten. Das Fahrrad gestohlen wurde am Sonntag früh 8 Uhr dem Schlosser Fritz Schulze, Sieinickendorf-Ost, Raschdorffstr. 90, in der städtischen Badeanstalt in der Gerichtstraße. Sch. Satte da« Rad an einen der zur Befestigung von Rädern bestimmten Haken fest an» oeschlossen; trotzdem war eS etwa eine halbe Stunde später ver- schwunden. Das Rad fschwarzer Rahmen) im Berte zirka 80 M. trägt die Marke: Athene 340 118. Ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Pferdeomnibus und einem Lastwagen ereignete sich gestern nachmittag« in der Acker. straße. Ter Zusammenprall war so heftig, daß die Deichsel des Omnibusses zerbrach und fast alle Scheiben zertrümmert wurden. Zwei Insassen des Omnibusses wurden verletzt, der eine blutete aus Mund und Nase. Beide wurden nach der Unfallstation gebracht. Sleia« Nachrichten. Durch einen Sturz au« dem Fenster töd- lich verunglückt ist Sonntag nachmittag der 69 Jahre alte Invalide Ludwig Gasroq aus der Sparrstraße 15. Der betagte Mann sah am Sonntagnachmittag aus dem Fenster dem Spielen kleiner Kinder auf dem Hofe zu. Hierbei lehnte er sich wohl zuweit über die etwas niedrige Fensterbrüftung hinaus, verlor das Gleichgewicht und fiel auf den gepflasterten Hof hinab, auf dem er besinnungS- lo» liegen blieb. Der Schwerverletzte wurde nach dem Virchow- Krankenhause gebracht, starb aber schon auf dem Wege dorthin.— %u6 der Spree gelandet wurde Montag morgen gegenüber dem Lehrter Haupivahnhof die Leiche eines unbekannten Mannes von etwa 45 bis 50 Jahren. Sie wurde nach dem Schauhause gebracht. Der Ertruni-'ne ist 1,75 Meter groß, hat graumelierte» Haar und einen röllichblondcn Schnurrbart und trug einen dunklen Rockanzug und schwarze Schnürstiefel. Vorortnachrichten. Eröffnimg ües Gtaütbaües Neukölln. An der Ganghoferstraße in Reukölln erhebt sich da« jetzt vollen- det dastehende Hau« das StadtbadeS. Schon im Jahre 1906 war diese Anstalt beschloffen worden, aber erst im Jahre 1912 konnte nach manchen Umgestaltungen und Erweiterungen des ursprünglichen Planes mit dem Bau begonnen werden, und in zwei Jahren wurde dann das schöne Werk zu Ende geführt. Das Gebäude, das hinter seiner schlichten Außenseite eine technisch gediegene und künstlerisch wirkungsvolle Anlage birgt, ist am Sonntag mit einer Einweihungsfeier übergeben worden. In der großen säulengetragenen Schwimmhalle für Männer, die einen prächtigen Festraum abgibt, waren mehrere hundert geladene Gäste zusammengekommen. Neben Mitgliedern der Stadt- verordnetenversammlung und des Magistrats von Neukölln sah man Vertreter der Stadt- und Gemeindebehörden von Berlin und Vor- orten, Kommissare von Staats- und Reichsbebörden, Abordnungen von Schwimm- und Sportvereinen und von anderen Bereinen Neu- köllni. Selbst die Kirche, sogar die katholische, hatte durch Eni- sendung von Vertretern ihr Interesse an einer so„weltlichen" An- gelegenheit, wie eS die Pflege des nackten Körpers ist, bekundet. Die Feier wurde eingeleitet durch Gesang eines auS Schülern dreier Gemeindeschulen und der Präparandenanstalt zusammengesetzten ThoreS. sonderbarerweise mit dem Vortrag de» sogenannten„nieder- ländischen TankgebeteS", dessen Beziehung zu der Eröffnung einer Badeanstalt unklar blieb. Nach einem von mehreren Damen ge- sprochenen Prolog hielt Bürgermeister W e i n r e i ch, Vorsitzender der Deputation für daS Turn- und Badewesen, die Weiherede. Er gedachte deS so früh verstorbenen Kiehl, der als Stadtbaurat von Neukölln die ersten Pläne entworfen, den Stempel seines Künstler� geistes diesem seinem Lieblingsprojekt aufgeprägt, ihm den zweck- mäßigen Grundriß, den streng architektonischen Aufbau, die ernste Durchbildung der Form gegeben hat. Seinem Nachfolger, dem Siadtbaurat Best, der während der ganzen Bauausführung die Leitung hatte, war es vorbehalten, die Entwürfe durch technische und künstlerische Details zu ergänzen, dabei auch Züge seines eigenen Könnens hinzuzufügen, vor allem die edle Farbenwirkung, die wir im Innern des Gebäudes bewundern. Mit der hier ge- schaftenen Anlage, die über das nur Notwendige hinausgeht, wurde beabsichtigt, nicht allein der Körperpflege eine Stätte zu bereiten, sondern auch dem Geist Erhebung zu gewähren. Die Stadt Neu kölln hat die sehr bedeutenden Aufwendungen, die sich auf ziemlich 2 Millionen Mark belaufen, zu leisten vermocht, dank den Erträg- nissen ihrer eigenen industriellen Arbeit, ihrer werbenden Werke. Bürgermeister Weinreich schloß mit dem Wunsch, daß dieses Stadt bad allen, die es benutzen, zur Freude gereichen möge. Vertreter des Unterrichtsministeriums und der Stadt Berlin überbrachten ihre Glückwünsche. Es folgte dann eine Borführung von Proben des Schwimmsports, von tüchtigen Leistungen im Reigen- und Staffettenschwimmen, im Springen und Tauchen. Die Dar- bietungen brachten den beteiligten Herren und Damen des Arbeiter schwimmvereinS„Vorwärts" und deS Schwimmvereins„Union' reichen Beifall. Den Schluß machte ein Rundgang durch die Anstalt, die in allen ihren Teilen besichtigt wurde. Bei voller Benutzung können in ihr gleichzeitig 500 Personen baden, und die Höchstzahl der Bäder, die hier an einem Tage genommen werden können, stellt sich auf 8000 bis 10 000. Auch in der Frauenabteilung fehlt keine der Einrichtungen, die in der Männerabteilung vorhanden find Außer Räumen für Wannen- und Brausebäder hat jede Abteilung ihre eigene Schwimmhalle mit den modernsten Einrichtungen für Schwimmunterricht und den nötigen Requisiten des Schwimm- sportS. In der Halle für die Männer hat das Schwimmbecken eine Länge von 28 Meter und eine Areite von 10>/h Meter. Da» Schwimmbecken der Frauen ist kleiner, 19 Meter lang und 9� Meier breit. TaS architektonische Bild der Frauenschwimmhalle ist ähnlich dem der Männerschwimmhalle. Beide haben eine starke künstlerische Wirkung, deren Reiz durch die Wärme der Farben gesteigert wird. Eine Beigabe, die sich erst in wenigen kommunalen Badeanstalten findet, sind die Heilbäder. DaS Stadtbad Neu kölln verabreicht— und zwar in der Frauen- ww in der Männer- abteilung— römisch-russische Bäder und medizinische Bäder, Warm- lust-, Heißluft- und Dampfbäder, Moorbäder, Soolbäder, Kohlen- säurebäder, elektrische Lichtbäder usw. usw. Das Dach des Hauses ist als Garten und Terrassenanlage ausgebildet, so daß hier Lust- und Sonnenbäder genommen werden können. Von technischen Be- sonderheiten sei hervorgehoben, daß das Stadtbad von dem Elektrizi- tätswerk aus durch eine IVi Kilometer lange Rohrleitung mit Warmwasser versorgt wird. Außerdem hat es auch eigene Heiz- einrichtungen zur Warmwasserbereitung. Große Wasseruehälter ent- hält der Turmbau, der daS Gebäude überragt. Auf demselben Grundstück ist eine Volksbibliothek mit Lesehalle untergebracht. Neben der Pflege des Körper? die Pflege des GeisteS— das bedeutete keinen Gegensatz, sondern eine Ergänzung. In der Lesehalle endete der Rundgang der Festteil- nehmer. lth«rlotte»d»rA. Neubau der Caprivibrücke. Die im Zuge der Spree- und Sömmermgstraße liegende Coprivibrücke, die aus Holz gebaut ist, besteht seit etwa 25 Jahren. Inzwischen ist ihr Zustand ein sehr schlechter geworden: die Pfähle find m der Wasserlinie bis auf einen geringen Kern angefault, so daß die Brücke nicht mehr lange bestehen bleiben kann. Die Tiefbaudeputation hat daher beschlossen, den Neubau der Brücke so schnell als möglich einzuleiten. Der Ent- Wurf nimmt Rückficht aus die beabficbtigte Weiterführung der Hoch- und Untergrundbahn über den WilhelmSplotz hinaus. Schönederg. Ein schwerer tzlutamabilunsall ereignete sich gestern nachmittag an der Ecke der Haupt» und Maxstrahe. Dort wollte ein Fräulein Erna Lucht, Botzbergstr. 2 wohnhaft, den Fahrdamm über. schreiten, ohne auf die Warnungssignale eines herannahenden Kraftwagens zu achten. Da» junge Mädchen wurde umgerissen und geriet unter die Räder des Wagens, dessen Räder der Unglück- lichen über den Unterleib binweggingen. In schwerverletztem Zustande wurde sie in daS Schöneberger Krankenhaus gebracht. Der neue Frauenchor tritt Mittwoch, den 13. Mai, abend« 9 Ubr. zu seiner ersten Uebungsstunde zusammen. Die bereit« angemeldeten Sängerinnen sowie solche, die sich noch anmelden wollen, Verden er- sucht, vollzählig zu erscheinen. SintnttSgeld wird von den am ersten Abend Eintretenden nicht erhoben. Der Mitgliedsbeitrag be- trägt wöchentlich 10 Pf. Steglttz. Der«esrindeverstrher al« Wahlhelfer der HauSbefitzerpartei? Di« am 2. und 8. März d. I. mit 1213 Stimmen ertolgte Wahl unserer Genossen Krug und L e i m b a ch zu Gemeindeverordneten wurde bekanntlich von der Hausbesitzermehrheit und ihrem kläglichen Mieteranhang für ungültig erklärt. Jetzt schreibt der Gemeinde- Vorsteber die R e u w a h l e n zum Dienstag, den 19, und Mittwoch, den 2 0. Mai. au«, aber unter Verkürzung der Bahlzeit um zwei Stunden, nämlich von vormittag« 10— 1 Uhr und nachmittag« 2—7 Uhr. Bi« jetzt wurde in Steglitz stet« bis 8 Uhr abend« gewählt Welche Gründe hat der Gemeinde- Vorsteher für diesen außergewöhnlichen frühen Schluß der Wahl? wir wissen keinen. Ersahrung«gemäb setzt da« Wahl- geschäft erst um 7 Uhr ein. weil erst dann der größte Teil der Arbeiter von der oft weit entfernten ArdeiiSstelle zurück sein kann. Will der Gemeindevorsteher, der das so gut wissen muß wie wir. diesen Arbeitern da« Wählen unmöglich machen oder ihnen einen Verlust an Arbeitslohn durch früheren Arbeitsschluß zumuten? Beide« wäre nicht nur eine krasse Ungerechtigkeit, sondern würde auch eine direkte Unterstützung der Hausbesitzer- Partei, deren Wähler über mehr freie Zett verfügen, bedeuten. Will da« der Herr Gemeindevorsteher Bürgermeister Buhrow, der sich so oft in der Seineindevertretung seine Unparteilichkeit selbst bestätigt und den gelindesten Zweifel daran als Be- leidigung auffaßt? Für unsere Parteigenossen und Partei- freunde muß diese Maßnahme de« Gemeindevo�teher« ein Ansporn sein, alle« daran zu setzen, um trotz alledem wieder den Sieg zu erringen. Sind die Arbeiter-S doch gewohnt, daß alle« gegen sie arbeitet. Jeder Leser muß schon jetzt seine Freunde und Bekannte darauf hinweisen, daß die Wahl schon um 7 Uhr geschlossen wird. Eine ganze Anzahl unserer Wähler sind inzwischen nach anderen Groß-Berliner Gemeinden verzogen: auch hier müssen die Parteigenossen eingreifen, und ibre«rbeilskollegen. die im Mär, in Steglitz gewohnt haben, zu bewegen versuchen, auch diesmal ihr Wahlrecht hier auszuüben. Tut so jeder Parteigenosse seine Pflicht, dann werden wir sicher trotz aller Er- schwernisse den Sieg wieder erringen. so daß eine Entlastung de: wird.— In der geheune» Prenzlauer Promenade brach' um diese der Bebauung ju Eingang des Ortes befindlickc noch eine Gemeinde Weitzeitsee. Aus der Gemeindevertretung. Für Wohnungsreklame wurden 2000 M. bewilligt; e« soll bereits der Beweis erbracht iein, daß die schon einmal bewilligten Mittel für diesen Zweck Erfolge gezeitig: haben. In der Hauptsache sollen die Gelder für Inserate in� den geleiensten Zeitungen Verwendung finden. Der„Vorwärts" v: natürlich, weil er ein Parteiblatt ist und nur einen bestimmten Leserkreis hat, dabei nicht in Aussicht genommen. Besser und offen« wäre es gewesen, wenn vom Vorstandslisch rund heraus er- klärt worden wäre, daß man Furcht habe vor der Ebrigle«. Zum Brandenburgischen Städtetage wurde der Beigeordueie Dr. Klamroth delegiert. Die gesamte»rmenkommisfion. bestehend aus 16 Armenbezirksvorstehern und 32 Armendepulierten. wurde neu- gewählt. Nachdem Genosse Frentz den Antrag, das gesamte Armen- wesen zu reorganisieren, begründet hatte, entspann sich eine rezc Diskusfion. Die Mehrheit zeigte für einen solchen Plan freilich das geringste Verständnis, sie schloß sich dem Antrage des Dezernentti! an, eine Aenderung des bisherigen Systems erst bei eine: eventuellen Stadtwerdung vorzunebmen. Dem Vaterländischen Frauenverein wurde eine weitere Rare von 10 000 M. auf den Kaufpreis des Auguste-Viktoria-Krankenhauses zugebilligt. Bisher sind schon 30 000 M.'gezahlt worden. Di- Gemeinde übernimmt na® einem Vertrage das Krankenhaus frühestens in 10 und spätestens w 15 Jahren. Damm und Vürgersteig der Wilhelmstraße zwischen Langhansstraße und Berliner Grenze werden sofort reguliert, eben'« der Damm und Bürgersteig der Roelckesttaße zwischen Streustraße und Berliner Grenze. Die Verteilung der Kosten auf Anlieger und Gemeinde erfolgt nach dem Ortsstatut vom 17. Juli 1907. Man hofft, daß auf Berliner Gebiet die Fortsetzung der Straßen auch baldigst reguliert werden, Greifswalder Straße eintreten Sitzung wurden die an der liegenden Grundstücke angekauft, übergeben: damit wäre der am Schandfleck beseitigt. Außerdem nahm die Vertretung Vorberatung des neuen GaSvertrageS vor. von dem die eine jährliche Einnahme von ungefähr 100 000 M. erhofft. Trevtow'Vaumfchuleuweg. Geflügeldiebe machen immer noch die hiesigen Laubenkolonie» unsicher und rauben oft den meist armen Kolonisten ihre einzig» Freude. Bor einigen Tagen lies einer von der lieben Zunft mn einem Sack, in dem 7 lebende Tauben steckten, einem Schutzmann in die Arme und mußte so seine Beute, die er in einer Kolonie an der Kiefholzsttaße gemacht hatte, wieder hergeben. Nieder« Schönhausea. Auf der Linie 23 verkehren jetzt Frühwagen, und zwar 6.24 U6i und 6.54 Uhr morgens ab Kirchplatz. Die Beibehaltung dieser 3°' fahrtszeiten hängt von der Besetzung der Wagen ab. Spandau. Das Befinden de« verunglückte» Genossen Fritz Airaha« hat B erfreulicherweise soweit gebessert, daß derselbe in zwei bis drei Woche» das Krankenhaus verlassen kann. Bis dahin hat Genosse Adolf Gut». Feldstr. 47, die Geschäfte des Kassierers übernommen. Genosie Guth ist Montags und Donnerstags von 6—8 Uhr in seiner Wog' nung zu sprechen._ Sitzungstage der Stadt« und Gemeindevertretuuge«. Lichtenderg. Donnerstag, den 14. d. M., abend» e Uhr, im Rat hart. Möllendorffstraße.. Hermsdorf bei Berlin. Heute Dienstag, abend» 8 Uhr, un meindehaus. Britz. Heute DienStag, nachmittags 5 Uhr, im RathauS. Diese Sitzungen find östenilich. Jeder Semrindeangehirige ist rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwobnca. Jugendveranstaltuuge». Eine unpolitische Jugend- Kundgebung für Charlotte«' bürg, Sltiöneberg, Wilmersdorf und Umgegeud findet am Donnerstag, den 14. Mai, abends 3'/, Uhr. � „Voltshaus", Rosinenslr. 3, nahe Knie, statt. Tagesordnung! 1. Arbeiterjugend erwache! Referenten: ReichStagsabgeord' neter Dr. Oskar Cohn und Frau K. Bohm-Schuch. 2. Frei» Aussprache, zu der auch die Gegner geladen sind. Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen. Männer und Frauen, erscheint zahlreich in der Versammlung «rbetter> Abstinente»> Bund. Ortsgruppe Berlin- Borde». Graunstrade 36, Hof parterre. Donnerstagabend S Uhr: Bortrag de» 9'' noffen Paul Heinzelmann»Die Belämpsung des Alkohol« im modervt» Großbetrieb". Gaste willkommen. Marktpretie von Berlin am S. Mai ISIS, nach Ermittelung«» de« tönigl. Polizeipräfidium». Mai» imix-d), Natal 00,00—001», Don»» 0,00—0,00. Mai»(runder), gute San« 15,19— l5, 30. Nichtftroh Heu 7,20— 8,90. M-rtthallenvreise. 100 Kilogr. Erbsen, gelbe, ,m» Koch?? 34,00—50,00. Sveilebobne». weiße 36.00—60,00. lirnien 40,00— 30, 0>. Kartofietn(Klembdl.) 4.00— 7.00. 1 Kilogramm Rindfieiich. von der K-»« 0.00-0.00. RindiUiich. Sauchileilch 0.00—0,00. schwemeileffch 0,00— 01». Kalbfieiich 0,00—0,00. Hammetileiich 0,00-0,00. Butter 2.40-3,00; «0 Stück Eier 3,00-4,80. 1 Kilogramm Karoten 1,20—2,20. 1.80—3,20. Zander 1.60- 3.40. Hecht« 1.40—2,80.«aftche 1.00-2, st"- Schleie 1,40-3,30. Bleie 0,80-1,60. 60 Stück Krebse 3.00—24/» BStteernngsüderstckit vom II. Mai ISIS. 762x3 ,762 SO erlin!763S Franst. a.M 764 SB München!766VNW Wien!762,VNW Z wolkig 2 Dunst Aheiter ZDrnist 4 bedeckt 3 bedeckt etattone» Ii «S taoarant.a750NW etersburgffSlWSS Scillh 765.ND Alerde« 757:98 Pari» 764 SB Bettet P Ii wollen! bedeckt wollig l�bedem l Regen BSetterproguoie kür DienStag. de» 12. Mai IS14. Zunächst etwa» wärmer, vorherrschend wollig mit leichten Regensäflrt und mäßigen westlichen«mden; später ausllarend und neu« Abkühlung� Berliner Betterbureau. Wetterauefichteu für das mittlere Norddeutschland bis Mitb woch mittag: Ein wenig wärmer,»eitweis« heiter, jedoch sehr veränderlitz mit einzelnen Regensällen. Strichweise Gewitter. ... �„«afierstandS-Nachrichten der 2andesanstatl tflr Gewäliertunde. mitgeteüt vom Berliner Betterburea» MJ 9-5' ort1' ±r Baff erstand Memel. Alfit P r e g e l, Jnfterburg Weichsel, Thoru Oder, Ratibo: , Kroffen , Frankfurt Warthe, Schrimm » Landsberg Rehe, Bordamw Elbe, Leitmentz Dresden » Bardo , Magdeburg '0 1l zf ')+ bedeutet Buchs.— Fall.— 1 Uuterpegel. Blutarme u. Kranke BfrBk Santa Lucia 1 o tw X? i 50 litte anuaietsei e s IlOlWeinH, kibj,. m Apofl,eken) vrozeriell u. Dclik#t..ö«»W Hr. 128. 31. Iahrgaug. 3. Mage des Jotmärts" Knlim WsM Dienstag. 12. Nai 19!�. Quittung. Im Monat März gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: l. Hennig- Argentinien 6,—. 2. Bez. Groh- Thüringen lll. Qu.(Koburg 87,20. Meiningen I 06,15, Rudolstadt 348,73, Beimar ll 24t.26. Altcnburg 1259,12, Weiniar III 725,28, Weimar I AS.14. Reutz ä. L. 290,61, SScmingen II 401,85, Reuß j. L. a lonto ) Sa. 4543,39; Lübeck III. Lu. 1160,10; Lübeck f. Binnenschiffer 12,—; Knabe-Berlin 3,—. 3. McSke-Schlachtensee 60,—; «tZ. Magdeburg HI. Du. sSalzwedel-Gardelegen 85,47. Stendal- Lsterburg 140,18, Jerichow I/II 857,28, Magdeburg 1534,49, Wolmir- Nedt-Neuhaldensleben 334,25, Wanzleben 549,12, Kalbe-Aschersleben i?ö,80, Halberstadt-OscherSleben 516,97) Sa. 4773,56. 4. Bez. TchleZwig-Holstein a lonto III. Du. 1379,18, Berseeste Ratze, Amerika 4,18. S. Köln Reg. W. 20.—. 6. Anhalt II III- Du. 856,30. 7. Bez. Schleswig-Holstein a lonto W Du. 3000,—. 9. A. L. Fallenberg O.-S. 3,—. w. Bez. Baden Rest v. 1.. II, III, Du. 1490,38; Bez. Pommern -1.'. Du. iÄnIlam-Dcmmin 28,62, Randolv-Greifenhagen 491,70, Usedom-Wollin 140,48, Stettin 504,69, Pyritz-Saatzig 20,33. Naugard- ;3egenwalde 13,89, Greifcnberg-Kammin 13,44. Stolp-Lauenburg �.26, Bütow-Schlawe 9,60, Rolberg-Köslin II. Du. 68,49, III, Du. '5180, Neustettin 12,21, Rügen-Stralsund 205,38, GreifSwald- Anmmen 85,26) Sa. 1693,68. 11. Reservemann durch Gramenz, Treptow 20.—. 12. Z.-Berlin 20.—, 13. Bez. Nordbayern stl. Du. lNeumarlt 8,46, Bayreutb 477.60, Schweinfurt 308,76, Otzingen 45,62, AnSbach-Schwabach 309.82, Wllrzburg 389,20. Nürn- b-rg 3786.26. H o f 40 1 ,60, Er 1 a u g en-Fürth 960, 42. Amberg 33,04, Dinlels- buhl 88,58, Aschaffenburg 194,60, Kronack 108,18, Bamberg 136,12, -»ustadt a. S. 21,30, Neunburg v. W. 2.64, Forchheim-Kulmbach 151,64, Hachenburg 25,04, Neustadt a. W.- N, 57.38, Lohr 20.04. Eich- nStl 26,12) Sa. 7502,42; Bez. Brandenburg, Rest v. Spandau- �sthavelland III, Du. 22,32. Groh-Berlin a lonto 20 000,—. Tarunter: Alerander F. 6,—. AuS d, Sechserl. der Sattler der �arofferiewerle"lltermöhle 4,60, Räch 1,—, Möller 1,20, Argus» Motoren 27,—, Höppner 2,—, Rutz d. Fuff 10.—. Ungenannt d. 10.—. X. Gerichtstr. d. Haas 20,—,«. B. Mistet 1,—, Guten» borg 19.40. Verlorene Vollsrechte Genf 20.—. Unbelannt 1.—. J-cobey 2.—. Tellers, 5. März, Luckauer Hof 140,05, B. d. Angest. ?- Buchh, Vorwärts statt Märzlranz 20,—, Märziran,- uderschutz v, d. Brauereiarbeiteru d, Schultheiff-Brauerci Abt. II unter Ausschluß d. im Transportarbeiterverband organisierten 85,20, 14. Bez. Oberrhein III. Du.«Köln-Ttadt u.-Land 1720,35, Aachen- joub 129,68, Aachen-Stadt 109,07,' Fürstcnt, Birlenteld 100,—, «onn-Rheinbach 96,04, Koblenz-St, Goar 52,60, Trier 49,04, Kreuzbach-Simmern 41,42, Neuwied 28,20, Mayen-Ahrweiler 26,32, Ctt» St. Wendel 26,—, Bergheim-Euslirchen 23,50, Düren-Jülich b>eiler.z ishOO, Berein ob. Rheinprovinz 8,—) Sa. 2429,82. 16. Chemnitz, ii?"«Sur Roten Woche" 20,—. 17. Bez. Leipzig a lonto ''•Du. sOsckiatz 400,—. Leivzig-Stadt 1000.—, Leipzig-Land 8000,—, sb°rna 468,36) Sa, 9868,36.»3. Berlin Dr. L. A. 100,—; P. L, 6-rn 50,—. r>«. Bez. Chemnitz, 16. sächs. Kr. a lonto 3000,—; Arbeiter der Schultheiff-Brauerei Abt. IV, Uebersch, vom Märzlranz r;-25- 28. E, G, Helbra 8,—; Bez. Dresden a lonto IV. Du. ,�11.—; Bez. Württemberg III. Du. s.Heilbronn II. Du. 546,42, Röblingen 307,52, Backnang-Hall 81,64, Crailsheim II. u. Ell. Du. f'68; Ulm 317,35, Blaubeuren 23,06, Biberach 23,66, RavenS- i'ttg 32,74, Hechingen 1,70, Schwenningen 250,65) Sa. 1608,22. i.V Bez. Württemberg III. Du.(Göppingen 472,69, Schramberg "618. Hcilbronn 494,30) Sa. 1084,17. 31. Bez. Westl. Westfalen ® wnto III. Du. 8684,11; Hamburg I 4. Du. 4000,—; Hamburg II '■Du. 3000; Hamburg III 4. Du. 15 000; Hamburg f. Binnen- L'ffer 80,30; Bez. Dresden 4. fächt. Kr. a lonto IV. Du. 4000,—; �cl- Brandenburg Beitr. v. Spandau-Dsthavelland IV. Du. 568,50; Tsfl- Dresden a lonto 8. fächst Kr. 400,—; Bez. Dresden o lonto Du. 1. sächs. Kr. 414,70; 6. sächs. Kr. IV. Du. 4600,—; 7. sächs. III. u. IV. Du. 3230,—; 8. sächs. Kr. IV. Du. 1483,45) Sa. b' 28.15; Bez. Oestl. Westfalen IV. Du.(Minden- Lübbecke 428.13; verford- Halle 567,48, Bielefeld 2800.23; Paderborn-Büren 4,83, Harburg 2.28, Lippstadt- Brilon 16.66, Bentheim- Lingen 11,40, �chauinburg-Lippe 115,56, Fürstentum Lippe 406,18) Sa. 4352,75; Elsaß- Lothringen IV. Du.(Straßburg- Land HI. Du. 96,74, j-traßburg-Stadt III. Du. 159,—. IV. Du. 250.65. Aabern III. u. V- Du. 16,56, Mülhausen i. E. IV. Du. 22l.53, Saargemiind- Horbach 56,52, Schlettstadt 41,58, Colmar 80.71. Gebweiler 31,77. -iappoitZmeiler 61,02, Hagenau-Weißenburg 29,85, Metz 69,87, Alt- btch-Thann 16,11, Diedenhofeu 5.68, Erstein 38,25) Sa. 1175,89; Abhält I 4. Du. 1192,80: Bez. Schleswig-Holstein f. Binnenschiffer '«a. 624,93; Bez. Dberschlesie» für Binnenschiffer HI. u. IV. Du. 85,70, Bez. Westpreußen TV. Du. (Elbing-Marienburg 136,41, Danzig-Land 117,03, Danzig-Stadt 266,—, Berent-Stargard 3,50, Stuhm-Marienwerder 11,29, Rosenberg-Löbau 0,82, Graudenz-Straßburg 24,99, Thorn-Culnr 9,81, Schwetz 2,84, Schlochau-FIatow 13,49, Dtsch. Krone 13,20) Sa. 599,38; Bez. Chemnitz IV. Du.(Limbach Rest L— IV. Du. 1472,26, Chemnitz Rest 1— IV. Du. 4000,—, Glauchau Rest I.— IV. Du. 1281,42, Stollberg Rest I.— IV. Du. 2260,36, Zschopau IV. Du. 452,74,?lirnaberg IV. Du. 520.30); Bez. Pfalz a lonto III. u. IV. Du. i960,-. Bezirk Posen IV. Du.(Kolmar-Filehne 23,—, Wirfitz-Schubin 4,13, Bromberg 39,09, Hohensalza 0,84, Posen 18,04, Samter-Dbornil 8,02, Meseritz- Bomst 2,64, Rawitsch-Gostyn 6,13, Adelnau-Schildberg3,—) Sa. 104,89; Bez. Ostpreußen HI. u. IV. Du.(KönigSberg-Stadt 1582,84, KönigS- berg-Land 445,30, Tilsit-Niederung 242,24, Labiau-Wehlau 119,81, Ragnit-Pilllallen 111,81, Gumbinnen 98,76, Memel-Heydelrug 79,43, Rastenburg 45.31, Dletzlo-Lyck 36,07, SenSburg-DrtelSburg 10,68, Dsterode-Neidenburg 11,94, Brounsberg-HeilSberg 6.60, Heiligenbeil- Pr.-Eylau 9,94, Stallupönen-Goldap 7,17, Angerburg-Lötzen 3,24, Pr.-Holland 2,32, Allenstein 1,16) Sa. 2814,62; Bez. Mecklenburg Hl. u. IV. Du.(Hagenow IH. Du. 70,13, IV. Du. a lonto 80,—, Schwerin III. Du. 347,31, IV. Qu. 853,91, Parcknin III. Du. 139,11, IV. Du. 171,72, Malchin Hl. Du. 87,06, IV. Du. a lonto 75.—. Rostock HL Du. 566,13, IV. Du. 589,21, Güsttow III. Du. 170,85, IV. Du. 161,61, Mecklenburg-Strelitz III. Du. 107,19, IV. Du. 118,62) Sa. 3037,85; Bez. Niederrhein IV. Du.( Lennep-Mettmann 747,48, Elberfeld-Barmen 1350,—, Solingen 877,38, Düsseldorf 1567,76, Essen 1286,89, Duisburg- Mülheim 1072,24, Mörs- ReeS 232,10, Cleve- Geldern 24,99, Kempen 59,—, M.- Glad- bach 117,24, Krefeld 354,48, Neuß. Grevenbroich 116,82, Hagen« Schwelm 755,24, Altena» Iserlohn 282,66) Sa. 8794,28; Bez. Dresden(2. sächs. Kr. IV. Du. 471,98, 3. sächs. Kr. Rest III. u. IV. Du. 10,—) Sa. 481,98; Bez. Dresden f. Binnenschiff« J>8, 60; Bez. Baden IV. Du.(Konstanz 132,—, Donaueschingen 157,58, Schopf- heiin 117,47, Lörrach 122,33, Freiburg 218,82, Lahr 89,09, Offenburg- Kehl 129,55, Rastatt-Baden 132,35, Pforzheim-Durlach 376,41, Karlsruhe 542,17, Mannheim 1567,49, Heidelberg 266,74, Bretten 74,02, Adelsheim- Buchen 12,08) Sa. 3938.10; Bez. Nordwest IV. Du.(Verden 309,08, Harburg 1400,44, Bremerhaven 1259,71, Bremen III. u. IV. Qu. 6345,19, Vegesack 600,— a lonto(Sa. 10 004,32; Bez. Westl. Westfalen III. Du. Rest u. IV. Du. 4768,50, .VorwärtS'-Ueberichuß I. Du. 1914 12 598,57; Bez. Breslau IV. Du. (Breslau Dst u. West 1637,50, Breslau-Land 493,20, Liegnitz-Gold- berg 387,23, Glogau 41,52, Guhrau-Steinau 15,78, Milifich-Trebnitz 27,21, OelS-Gr. Wartenberg 21,54, Brieg-NamSlau 83,94, Dhlau- Strehlen 100,85, Neustadt O.-S. 28,80, Fallenberg O.-S. 2,16, Neiße 17,88) Sa. 2857,17. Bez. Oldenburg IV. Du.(Oldenburg- Stadt 293,10, Varel 1032,71, Delmenhorst 324,—, Leer-Emden 202,15, Aurich-Wittmund 31,79) Sa. 1938,76; Bez. Hannover III. und IV. Du,(Osnabrück 527,46, Melle 80,17, Nienburg 178,72, Hannover 0077,83, Limmer 800,—, Einbeck 262,66, Göttingen 306,66, Celle 487,05, Uelzen 190.00. Lüneburg 547,27) Sa. 9458,42. Borna. 14. sächs. Kreis IV. Du. 499,78. Buchh. Vorwärts, Ueberschuß 10 000,—. Bez. Hessen IV. D».(Gießen m. u. IV. Du. 507,50, Friedberg-Büdingen a lonto 150.—, Alsfeld-Lautenbach 18,—, Darmstadt 602,34, Offenbach 1800,—, Erbach-Bensheim 123,84, Worms 198,—, Bingen-Alzey 27,—, Mainz 410,40) Sa. 3887,08. Berlin H. H. 50,— M. Berlin, den 9. Mai 1914. Für den Parleivorstand; Otto Braun, Lindenstr. 3. Reichstag. 254. Sitzung. Montag, den 11. Mal, vormittags 11 Uhr. Am BundeSratstische: v. Fallenhayn. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung und gedenkt des schweren Verlustes, den der Reichskanzler durch den Tod seinerGattin erlitten hat (die Abgeordneten haben sich von ihren Sitzen erhoben). Der Prä- sident erbittet und erhält die Ermächtigung, dem Reichskanzler die Teilnahme drs Hauses auszusprechen. �zweite Seratung öes Militäretats wird fortgesetzt beim Kapitel Raturalverpflegung. Abg. Hetel(Z.) bittet dringend, in den KafinoS usw. die deutsche P r o d u I t i o u zu bevorzugen und empfiehlt besonders den Allgäuer Käse. Abg. Dr. Thoma(natl.) schließt sich dieser Empfehlung an. Abg. Dr. Ncittiiann-Hofer(Vp.): Die Reden der Vorredner liefen darauf hinaus: ohne Käse leine Siege.(Stürmische Heiterkeit.) Ich will dem nicht wider- sprechen, möchte aber meinerseits die Besserstellung der Proviant- meistcr anregen.. Generalmajor v. Schaler sagt möglichste Berücksichtigung der vorgetragenen Wünsche zu. Abg. Heckmanu(natl.) bittet dringend um Aufbesserung der äußerst niedrigen Löhne der Arbeiter bei den Proviantämtern. Die Grundlöhne entsprechen in keiner Weise mehr den allgemeinen PreiSverhältnisscn; die lieber- stunden werden ungenügend bezahlt; trotz vermehrter Arbeit infolge der Heeresvermehrung ist vielfach das Personal nicht vermehrt ivorden. Die ArbeiterauSschüsse versagen vielfach. Hier müssen die auf dem Boden der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung stehenden Arbeiterorganisationen für Abhilfe sorgen. Generalmajor Wild v. Hohenborn: In Erfüllung einer ReichSIagsresolufion wird durch alljährliche Revision dafür gesorgt, daß die Löhne� der Proviantamtsarbeiter nicht hinter dem ortsüblichen Durchschnittslohn zurückbleiben. Im Bedarfsfalle trttt Aufbesserung ein. Tie ArbeiterauSschüsse werden gefördert; sie wirken segensreich, so lange sie sich im Rahme» ihrer Befugnisse halten— was aber durchweg der Fall ist. In jeder Weise wird für das Wohl der Arbeiter Besorgt. Aber Ordnung muß sei», denn die militärisckien nstitute find leine Spielwarenfabrilen, sondern dienen ernsten Zwecken._ Abg. Thöne(soz.): Vor einigen Jahren sicherte der damalige KriegSminister der Organisation der Sattler zu, daß bei Lieserungen nur diejenigen Unternehmer berücksichtigt werden sollen, die ,hren Arbeitern die tarifmäßigen Löhn« zahlen. Die Zusicherung ist nicht immer befolgt worden. Außerdem wissen die Unternehmer auf Um- wegen die Erfüllung zu vereiteln. So lassen BerlincrFirmen ihre Militärliefernngen an Orten herstellen, in denen die Löhne be- ttächtlich. um 30 Proz. und mehr, unter dem Berliner Durchschnittslohn stehen.in Konstanz, in Karlsruhe usw. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Militärverwaltung wirklich und ernsthaft beabsichtigte, die berechtigten Wünsch« der Arbeiter zu erfüllen, so würde sie die)« Praktiken der Unternehmer zu vereiteln wissen. Aber sie denkt nicht daran. Hier ein Beispiel: die Feldzeuglommisfion in Berlin hat eine Verfügung erlassen, daß bei den Firmen, von denen sie Gegenstände bezieht, keine niedrigeren Löhne bezahlt werden dürfen, als in den Artillericwerlstätten bei der Herstellung derselben Artikel bezahlt werden. Als nun aber die betr. Organisation sich an die Feldzeugmeisterei mit der Bitte wandte, ihr die Löhne in den Artilleriewerlstätten mitzuteilen, wurde ihr die Erfüllung dieser Bitte mit der Motivierung abgeschlagen, daß die erbetene Mitteilung — ein Eingriff in die lo i nt s ch a f t l i ch e n Kämpfe sein würde.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Ich bitte die Militärverwaltung, in Julunst mehr aus die vom Reichstag als berechtigt anerkannten Arbciterwünsche Rücksicht zu nehmen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) ■ Abg. Duffner(Z.) bleibt auf der Tribüne unverständlich. Abg. Albrecht(Soz.): Der angeforderte Posten für die Beileidungsämter gibt mir Veranlassung, an den neuen KriegSminister die Anfrage zu stellen, lvie er sich zu dem System der O c I o n o»r i e h a n d w e r I e r stellt. Der Reichstag hat mehrfach mit überwältigender Mehrheit— ich glaube sogar, einmal einstimmig— die Abschaffung der Oekonomic- Handwerker gefordert. Besonders energisch trat gegen das System der konserväsive Abgeordnete Jacobslötter aus.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun ist hier auch die Zahl der Oekonomic- Handwerker zurückgegangen, aber immerhin finden sich noch über 3000 allein im preußischen HeereSetat. Die Oelonomiehandwerler werden ausgehoben, nicht um als Soldaten, sondern um' als Ar- b e i t e r zu dienen. Vergleichen wir einmal die verschiedenen in Betracht kommenden Systeme. Ganz unzweifelhaft ist das billigste System, die Kleider und Schuhe für das Heer in den Strafanstalten herzustellen. Wie die billigste, so ist das aber auch die schlech teste Arbeit. Daß es den Mittelstand an? schwersten schädigt, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Das sollen sich die Parteien merken, die immer behaupten, für den Mittelstand einzutreten. DaS zweite System ist die Herstellung der betreffenden Gegen- stände durch Oelonomiehandwerler. Immerhin wird da- durch bessere Ware erzielt, als bei dem ersten System. Aber die Schädigung der Zivilhandwerker bleibt bestehen und die hergestellte Ware, wenn auch besser als die in den Strafanstalten verfertigte, steht doch bedeutend der Herstellung durch Zivilarbeiter nach. Das dritte System ist erst seit einem Jahrzehnt eingeführt, in- dem die Militärverwaltung dazu überging Bekleidungsämter einzufübren, die als Großbetriebe mit Zivilhandwerlern arbeiten. Dies System liefert, wie in der Denkschrifl des Kriegsministers ausgeführt wird, die beste Ware. DaS ist auch natürlich, da hier mit gelernten Kräften gearbeitet wird. Das vierte System ist da? der Herstellung in Privat- betrieben bezw. durch die H e i m a r a r b e i t. Die allgemeine Durchführung dieses Systems würde eine beträchtliche Mehrbelastung des Etats bedeuten. Ich biir nicht unbedingt gegen die Heran- Ziehung der Privatindustrie. Im allgemeinen halte ich das System der BelleidungSämter für das beste. Das schließt aber nicht aus, daß ich mich genötigt sehe, eine Anzahl Mängel dieser Aentter zu kritisieren. Geklagt wird über Ungleichmäßigleiten in der Lohnhöhe. So wird berichtet, daß in den BclleidungSämtern Koblenz und Breslau die Löhne niedriger sind als in anderen Aemtern. Erwünscht wäre die achttägige statt der vierzehntägigen Lohn- Zahlung. Die Hauptklogen aber betreffen das aus den Beileidungsämtern herrschende KoalitionSverdot. Nur bei einigen BelleidungSämter wie Kiel und Wilhelmshaven besteht gar keine Borschrift über die Organisationsangehörigkeit der Zivilarbeitcr; sie können sich, wie sich das gehört, organisieren, wo und wie sie wollen. Ueberall sonst ist der Beitritt zu den freie» Gewerkschaften verboten.(Hört I hört.' bei den Sozialdemolr.) An einigen Orten ist sogar die Zugebörigleit zu den christlichen Gewerkschaften verboten und in Dresden dürfen die Ar- bester der Bekleidungsämter nicht einmal dem.Patriotischen Arbeiterverein" beitreten.(Hörtl hört.) Wie kommt die Militärverwaltung dazu, derart in das KoalitionZ- recht von Zivilhandwerlern einzugreifen? DaS ist direkt ein Verstoß gegen§ 152 der Gewerbeordnung.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)— Die Arbeitsausschüsse sind vielfach bloße Dekoration und ihre Beschlüsse bleiben oft völlig wirkungslos. Ich bin nicht dagegen, haß auch die Privatindustrie heran- gezogen wird, lvie das von den bürgerlichen Parteien vielfach ge- wünscht wird. Daun muß aber darauf gesehen werden, daß die betr. Unternehmer den Arbeitern anSgiebige Löhne zahlen. (Lebhafte Zustimmimg bei den Sozialdemokraten.» An? Breslau wird berichtet, daß der dorttge Obermeister der Schneiderinnung allein durch Vennittelung von Militär- arbeiten eine Einnahme von 5000 Mark jährlich hat. (Hört! hörtl). Die Militärverwaltung soll darauf sehen, daß das, was sie zur Förderung des Handwerks und der Heimarbeit tun will, nicht etiva zur Ausbeutung des Handwerks und der Heimarbeit aus- schlägt.(Sehr wahr!) Nun zur Frage der doppelten Uniform? Wozu muß eS neben der feldgrauen KriegSuinform noch eine bunte Friedens« bezw. Parade» umform geben?(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mit Recht beschweren sich die Handwerksmeister bei den Be- kleidungsäniter» darüber, daß sie gegenüber den Meistern an den Proviant- und anderen Aemtern in ihren Bezügen, Ferien usw. stark benachteiligt sind. Es ist dringend zu wünschen, daß bald Remedur eintritt.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Generalmajor Wild v. Hohenborn: Herrn Thöne erwidere ich, daß die StaatSausträge nur solchen Unternehmern erteilt werden, die ihren Arbeitern die ihnen nach Recht und Gesetz zukommenden Bezüge gewähren. Allzuweit gehender Einfluß auf die Zahlung angemessener Löhne kann nicht geübt werden. Wo Tarifverträge bestehen, werden nach Möglichkeit die betreffende» Firmen bevorzugt; eine ausschließliche Regel läßt sich hier nicht aufstellen. Zur Schaffung von Schiedsinstanze» fehlt cS zurzeit an geeigneten Grundlagen.— Dem Abg. Albrecht erwidereich, daß es den Militärarbeitern nicht verwehrt ist. sich nationalen Organisationen(Zuruf bei den Sozialdemokraten) anzuschließen oder selbst nationale Bereine zu begründen. Im übrigen steht die Militärverwaltung in bezug ans das Koalitionsrecht auf dein Boden der hier vom StaatSsekr»tär Delbrück a>n 10. Dezember 1912 abgegebenen Erllärung. Abg. Chrysaut(Z.) bringt Handwerkcrwllnsche vor. Abg. Behrens(Wirtsch.%) anÄLfes. 8hn""---stw»*" Abg. Albrecht(Soz.): _ Die Regierung sollte den Privatunternehmern mit gutem Bei« ,piel vorangehen und d.e Rechte der Arbeiter achte». Statt dessen unternimmt sie es, den Arbeitern vorzuschreiben, ob und wie sie sich organi»ieren tollen. Der Vertreter der Heeresverwaltung sprach von „nationalen Organisationen", die zugelassen seien WaS heißt bei «ner Gewerkschaft»national"? Alle Gewerkschaften schließen mternationale GegenseittgkeitSvSrträge und arbeiten im übrigen im JKüljincn bis Landc-5. Die gelben Gewerkschaften sind ja wohl „nationale" Organisationen»ach dein Herzen der tviititärverwaltung, ober sie sind eine internationale Schmach. tLebhafte Zu- slimmuna bei den Sozialdemokraten.) Trotzdem werde» sie jetzt von den herrichenden Klassen gehegt und gepflegt.— Gegenüber den Anzweiflungen des Generals Wild v. Hohenborn halte ich alle meine Angaben aufrecht. General v. Tchöler: Bei der bevorstehenden Erweiterung der Bekleidungsämtcr werden wir den Anregungen des Reichstags� folgend die Zahl der Oekonomiehandwcrker iricht vermehren. GcfängniSarbcit benutzen wir nur in kleinem Umfange, weil doch schließlich die Gefangenen beschäftigt werden müssen. Die Löhne werden dauernd Ion- trolliert. Heimarbeit ist verboten. Ich kann dem Abg. Albrccht versichern, daß wir alle Wunsche der Arbeiter gewissenhaft prüfen. Abg. Trimboru(Z.) tritt für Besserstellung der Lazarettverwaltungsinspektoren ein. Abg. Rupp-Baden(f.) klagt über die hohen Anforderungen, die bei den Einquartie- r u n g e n gelegentlich der Manöver an die ländliche Bevölkerung gestellt werden. Generalmajor v. Schüler: Soweit wir können, sind wir gern bereit, alles zu tun, was wir können, um die Manöverlastcn für die Bevölkerung zu mildern. (Bravo!) Beim Kapitel„Militärmedizinalwesen" bemängelt Abg. Erzbcrgcr(Z.) daß nicht genügende Mengen von Impf- und Verbandstoffen vor- rätig gehalten werden. Beim' Kapitel Ersatz- und Reservemannschaften klagt Abg. Tljöne(Soz.). über die sehr große Zahl zu Ucbungen einberufener Mannschaften. Es sind viele darunter, die für Weib und Kinder zu sorgen haben. Tic Leute werden nach einer Ittägigcn liebung am Montag früh entlassen, obwohl die Entlassung sehr gut schon am Donnabend mittag erfolgen könnte, so daß die Leute Montag früh zur Arbeit antreten könnten. Das wäre um so notwendiger, als viele Leute sich nach der Uebung neue Arbeit suchen müssen und diese nur zum Montag, nicht auch zu anderen Tagen finden. Gencral Wild v. Hohenborn: Bei der Einberufung und Entlassung der zu Ucbungen ein- berufenen Mannschaften nehmen wir auf die berechtigten Wünsche der Bevölkerung Rücksicht. Beim Kapitel„Pferdebeschaffung" wendet sich Abg. Lasscrmann(natl.) gegen daZ tierquälerische Kupieren der Pferde(Abhacken der Schwanz- Wirbel). Abg. Alpers(Wclfe) bittet um stärkere Berücksichtigung der hannoverschen Pferdezucht seitens der Militärverwaltung. Die Militärverwaltung sollte nicht von Händlern, sondern von den Züchtern direkt kaufen. Kriegsminister v. Falkeuhayn: In bezug auf das Kupieren der Pferde steht die Militär- Verwaltung ganz auf dem Standpunkt des Abg. Bassermann.— Das Kaufen beim Händler können wir sehr oft nicht umgehen, wir sind da auf die Rtarktlage angewiesen.— Der von den bürgerlichen Parteien vorgeschlagenen Resolution, die durchschnittlichen Ge- fiehungöpreise' für die Reinonten in Verbindung mit den amtlichen Vertretungen der Landwirtschaft festzusetzen, steht die Militärver- waltung sympathisch gegenüber. Nur muß man sich immer gegen- wärtig halten, daß der Durchschnittspreis kein Mindestpreis ist. Abg. Krcth(k.): Die Pferde befinden sich, wenn die Remontekäufe stattfinden, noch bei den Züchtern, nicht bei den Händlern. Bei den letzten An- käufen hatten die Händler schon große Posten gekauft, und man klagt darüber, daß die Händler von den beabsichtigten Käufen früher benachrichtigt worden sind, als die Züchter. Eine Wiederkehr solcher Verhältnisse wünschen wir nicht. Abg. Fegtrr und der Generalleutnant Ernst V. Reichenau. Bei diesen � Konnexionen konnte Ehrhardt die Konkurrenz mit Krupp schon aufnehmen. Aber sie entwickelte sich in kapitallstiscyer Manier. Nachdem Krupp durch Aktienkäufe jahrelang Ehrhardt an der dringend notwendigen Kapitalserhöhung gehindert hatte, hat sich Ehrhardt löblich unterworfen, Krupp und Ehr- Hardt sind jetzt ein Konzern. Der Loewe- Konzern breitet sich über fast die ganze Welt aus. Das Stammhaus hat die Waffenfabrikatio» aufgegeben. Aber diese wird betrieben von den deutschen Waffen- und Munitionsfabriken, von der„?abrigus Nationale d'arrnes de guerre" in Herstal Belgien), einem Unternehmen in Paris und einem in BreScia. Zum Loewe- Konzern gehört die Finna Gebr. Köhler, die nach Oesterreich, Italien, China, Japan usw. liefern.� Der Loeloc- Konzern steht in engen Beziehungen zur Spreng st offindu st rie, zum?! o b e I t r u st, und damit auch zu den englischen Sprengstoffilmen. Talings„Börsen-Jahrbuch" für 1913 verkündet mit Stolz, daß Loewe mehr als 30 Proz. seiner Waffen an das Ausland abgesetzt hat. Ganz enge Beziehungen bestehen zwischen dem Loewe-Konzern und der berühmten österreichischen Waffenfabrik in S t e h e r. Loewe und Steher sind Hauptbeteiligte an der neuen von der russischen Regierung genehmigten Aktien- gesellschaft Parabellum(Rüste zum Krieg) in Petersburg, die sämtliche Erfahrungen und Patente dieser beiden Waffenfabrikcn den russischen Kriegsrüstungen zugute kommen lassen soll.> Große Bewegung.) Mit dem Loewe-Konzern wird der internationale Kriegstrust geschloffen, der ganze Erdball ist in Interessensphären zur Exploitation des Völkermordes in Enterprisc genommen.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) In hoch- und landesverräterischer Weise münzt das internationale Kriegskapital Gold aus der Zwietracht der Völker. Hinter dem Loewe-Konzern steht vom Bankkapital in erster Linie die jetzige 300 Millioncn-Bank der Diskontogescllschast und Schaaffhauscn. Auch die Nationalbank und somit ihr Auf- sichtsratSvorsitzender Witting sind am Loewe-Konzern beteiligt.— Ueber den P u l v e rr i n g ist bereits 1896 eine Schrift erschienen. aber sie ist vollkommen überholt, da inzwischen der Sprengstofftrilst vollkommen i n t e r n a t i o n a l i s i e r l worden ist. Die größte deutsche Pulverfabrik Köln-Rottiveil ist hauvtbeteiligt auch au der russischen Pulverfabrilation. Der?!obel-Trust und die Deutsche Dynamitgesellschaft haben einen vollkommen int er- national zusammengesetzten A u f s i ch t s r a t. Sie werden mir kein Land der Erde nennen können, das dieser Sprengstofitrust nicht beherrscht. Wir haben ja noch einige Fabriken außerhalb des SprengstoffringeS. Aber sicher sind auch dorthin schon unterirdische Verbindungen hergestellt oder werden doch in absehbarer Zeit her- gestellt werden. Leider kann man in Deutschland nicht die Frage beantworten, wie weit sich Aktien Pnbli- kationcn usw. in den Händen der B u r c a u k r a t i e, in den, Händen von Offizieren und Parlamentariern be- finden. In anderen Ländern, z. B. in England, ist das leichter, weil dort eine Offenlegung deS Aktienbesitzes besteht. Nur dadurch war cS möglich, in dem Markonifkandal hineinzuleuchten. Es ist aber doch für einen Parlamentarier von großein Interesse, sich daS Adrcssenbuch des AussichtSrats der verschiedenen Sktiengesell- schasten anzusehen. Auch das Hinüberwechseln zwischen der Privat- industrie und staaflichen Stellungen ist gefährlich, nicht sowobl de� wegen, weil die Privalindustrie dadurch die Möglichkeir zu Schleich' wegen behufs Ergattcrung von Aufträgen bekommt, sondern besonder- deshalb, weil die Möglichkeit eines Avancements aus den siaot- lichcn Stellungen in die Privarindustrie korrumpiere n d wirlci: muß oder doch wirken kann. Ich will natürlich keine Verdächugunz aussprechen, aber diese Gefahr liegt zweifellos vor. Auch von Herrn E r z b e r g e r ist ja das Hinüberwechseln des Direktors dcr Spandauer staatlichen Pulverfabrik in die Köln-Rottweiler recht uu- angenehm empfunden worden. Auch A u S l ä n d e r sind in diestr wie in anderen Aktiengesellschaften Anfsichtsräte.(Hört! hört! t-'. den Sozialdemokraten.) Die Pa n z erp l a t t e n sab ri ka ti o�n umfaßt ca. 20®C' sellschaften mit 100 Millionen Aktienkapital. Sie befindet sich Wesen!/ lich in den Händen der schweizerischen Firma B r a u n- B o v c r>. Sehr interessant ist auch das S ch i f f s b a u- S t a h lk o n t or. von dem der Direktor von Krupp geplaudert hat. Wir können I-' nicht hinter die Kuliflen sehen. Man sagt, es soll die Preise wog' lichst niedrig halten. Wer's glaubt, wird selig. Trotz der Nerfiche» rung eines Vertreters der Regierung, daß der Schiffsbaustahltru l gescheitert sei, sehen wir die ganze monopolistische Entwickelung, d« schon soviel Materielles zur Kartellierung der Schiffahcrsban' industrie gewirkt hat, daß man wirklich nicht mehr zu wünschcn braucht. �.1 Bei der immer wichtiger werdenden M o t o r e nin d u str'j- kommen 30 Gesellschaften mit über 117 Millionen Zfominalkapiff- in Betracht. Für die L u f t s ch i s f a h r t gewinnt diese Jndnsuff beständig an Bedeutung. Aber im AufsichtSrat der Deutschen Lufl'I schiffahrtsgesellschaft sitzt ein Genfer. Die Daimler- Ee�'' schaft ist vollkommen internatiimalisiert. Ebenso ist die optische Kriegsindustrie intemationalisieri besonders durch die Firma G o e r z, die in London und Wien Tochter' gesellschaften, in Petersburg, Preßburg, Paris Mederlassungen Hai Sic zeigt ganz den Typ des Loewe-Konzerns. In ihre'" AufsichtSrat sitzt auch Generalleutnant v. Liebert, ferner el» Hauptmann a. D.. der früher Referent bei der A b n a h m r der Gewehrprüfungen war.(Hört I hört! bei_ den Sozial' demosraten.) In der deutschen Rüstungsindustrie ist kein fremder Staat uuvertreten, soweit es sich um die Generalkonsuln Handell- Der Direklor der Internationalen Diesel-Motoren-Gesellschast.j" gleichzeitig französischer Generalkonsul, der grotz' britannische Generalkonsul sitzt im Auffichtsral va>' L o e lv e und der A. E. G. Die Rüstungsinternannale ist aber in®1 nur in der Produktion vorhanden. Es tritt noch die Internationale des Handels, auch die mir Patenten und Konstruktionen' und die Jnternationalittät deS Finanzkapitals hinzu. In der Deutschen Dieselmotorengesellschaft ist die Idee der Unterseeboaia entstanden, die AugSburgcr Gesellschaft hat aber die Unterlagen tur die französischen Unterseeboote hergestellt. Das kann gar nicht wunder nehmen, da der Direktor G u g g e n b e i m e r ziff gleich französischer Generalkonsul lst.(Hört�! hört! bfl den Sozialdemokraten.) Der Rüsiung-Zhandel ist natürlich au* international. Aus Deutschland wurden im Jahre 1903!>a 30 bis 60 Millionen Mark ins Ausland ausgeführt: doch daS'i' nur der kleinste Teil deS Exports, da Panzerplatten, arttlle' ristische Dinge usw. in Rücklicht auf die betreffenden Staaten in der Statistik n i ch t mitaufgeführt werden. Loewe sendet mehr als 30 Proz. seines Umsatzes in? Aus l a n d. Deutsche Waffen sind nach Ulster zur Unterstützung der Revolution gegangen. Deutsche Gewehre wurden auch nach Abessinien schickt, und haben dort dem Widerstand gegen England so außer' ordentliche Kraft verliehen. In der„Täglichen Rundschau" Vv»' 6. Februar sagt Generalmajor v. B a an, das Vertrauen des Au-' landeS zur deutschen Rüstungsindustrie beruhe auf dem Vertrauen des Deutschen Reiches und wendet sich deshalb gegen die Verstaatlichuug der Rüstungsindustrie, weil ihr dann die R c k l a m e f ü r§ A u S' l a n d genommen sein würde.(Hört! hört! bei den Soz.) Ist cw bösartigerer Gedanke denkbar? Ter Mann fordert, daß das Denffcbc Reich für diese Kricgserzeugnisse Reklame machen soll. Ich mö>c doch auch fragen, ob es aus Wahrheit beruht, daß das neue fra"' z ö s i s ch e Geschütz auf dem Umweg über Italien au» D e u t s ch l a n d gekommen ist.(Hört! hört! bei den Sozialdeino« kraten.) Wir müssen leider zu der resignierten Feststellung kommen- daß in bezug ans die technischen Fortschritte ein wohlorganifiertc» internmionaleS Clearing- System besteht. Im AufsichtSrat der vcr» schiedensten Gesellschaften sitzt der vielgerühntte Vizeadmiral Sack, er stellt ei»« heilige Dreieinigkeit dar, sodaß man sagt:„das geht alles in einen Sack. (Heiterkeit.) Ich wende mich nun zu einem andern Gebiet, zu den Krupp' Prozessen. Ich erwarte ja wieder Dithyramben. Die Geriivtt haben sich mit peinlicher Acngstlichkeit auf das zur Aburteilung Stehende beschränkt, gar manches, was zur Sache gehört, wurde n' den Verhandlungen zur Seite geschoben. DaS Brandsche Bureau nach den Feststellungen der Gerickte ein echtes B e st e ch n n g-' bureau gewesen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten! Ter Oberstaatsanwalt sagte, daß schätzungsweise in den Jahren 1910 bis 1912 1600 durch Bestechung erlangte Geheim' berichte nach Essen gelangt seien.(Hört! hört! bei W Sozialdemokraten.) Ueber den Inhalt dieser Geheimbericht sagte der Oberstaatsanwalt, sie gäben eine Uebersicht übcc die gesamte Täligkeil des K ri e g s m i n i st e r i u m s, der F e l d z e u g m e i st e r e i und der A r t i l l e r i e p r ü f u n g-' k o m m i s s i o n in allen Fragen der Beschaffung artillcristischt'U Materials. Der gesamte Verkehr innerhalb des Kriegsministcrium-- mit den anderen Behörden, und mit den Lieferanten sei Krupp bekannt geworden, auch die Konstruktionen der Behörde» und Privaten und die Ergebnisse der Versuche. Wenn alt Krupp so eingehend unterrichtet war, daß ihm tatsächlich nichts unbekannt blieb, dann muß jeder, der nichlS vcc' tuschen will, zugeben, daß man noch längst nicht oLc Informatoren Krupps ermittelt hat.(Sehr wahr! bei tc» Sozialdcmolraten). Man hat die Bedeutung dieser Korruption durch den Hinweis auf die Geringfügigkeit der verteilten Summen zu de- streiten gesucht. Was haben denn die G e n d a r m e n in K a r l s- Horst, was hat die Polizei in K ö l n und F r a n k f u r t bc- kommen? Doch nicht weniger, al« die Herren aus dem Krieg-' Ministerium. Das Bestechen ist eben heutzutage in Teutschland ne® ziemlich billig.(Unruhe rechts.) Ter Fortschritt wird sich scho" darin zeigen, daß die Beamten allmählich im Preise steigen.(El' neule Unruhe rechts.) Der Kruppfall hat eine Fäulnis nicht nur an der Peripherie gezeigt, wie die neuesten Polizeiskandale, sonder» die begiimendc Kernfäule der Militär und Mnrinevcrwaltniig. (Sehr wahr! bei den Sozialdemolraten.) Im Minisierium des Jimern lelbir ist bisher keine Polizcikorruprion nachgewiesen wordc». wohl aber im Innersten der Heeresverwaltung. Daß meine Angrifle den Kriegsminister v. Hecringen nicht treffen sollten, babe ich ichon m meiner ersten Rede deutlich genug gesagt. Leider bat die M a r i n e v e r w a l u n g in der Aufdeckung der Schäden nicht die gleiche Energie entfaltet, wie die Heeresbehörden. Aber wer wagt heute noch zu behaupten, daß es sich um Verfehlungen unter- geordneter Beamt-r gehandelt hat? Direktor EcciuS ist mit- verurteilt, die übrigen Direktoren von Krupp nicht vereidigt worden. Das ganze Direktorium von Krupp hat daS fressende II e bel der Korruption gekannt und gebilligt. Man bat den Direktor R o e t t g e r zu verteidigen gesucht damit. daß der Mann, an dessen Bestedmng er beteiligt gewesen sei. frei- gesprochen worden ivärc. Aber dieser Freispruch ist nur wegen Verjährung erfolgt, an RoettgerS Schuld hat sich nichts gc« ändert. Jedenfalls hat die Direktton von Krupp den französischen Brief von Brand bekommen, in dem er mitteilte, es sei ihm gelungen. einen Mann seines Vertrauens in die Artillerie« Prüfung-Zlommisiion hiiicinzubringcn, und hat nichts gegen Brand unternommen. Das zeigt die Bereitschaft zur äußersten Korruption. �(Sehr wahr!) Das Kruppsche T r a k t i e r s y st e m scheint jetzt abgestellt zu sein, c-Z bleiben seine engen Beziehungen zur Presse, insbesondere zum„Berliner Lokal-Anzeiger" und zum Wolff-Bureau. Auch die„Etoilc Beige" und italienische Zeitungen hat Krupp gekauft. Der Fall Wangemann zeigt einen Kruppschen Literaten, der sich den Schein der Unabhängigkeit gab. 1910 hatte daS Kruppsche Nawrichtenbureau die neuesten, noch kaum ausgearbeiteten Schiffspläne Oesterreichs, ebenso einen BcstechungSfall in Argen- tinien, 1911 eine recht unangenehme Sache in Schweden. Trotz alle- dem haben sich eine Unmenge Kruppverteidiger gefunden. Man sagt nicht mehr rigstu or wrong, my country(gut oder schlecht, mein . Land hat rechts, sondern right or wrong my money(gut oder schlecht, mein Geld hat recht). Nach meiner ersten Krupprede er- Uärten die Abgg. Gotting und Pfeiffer: wenn auch nur ein kleiner Teil meiner Behauptungen Ivahr wäre, sei der Skandal u n- geheuer. Es war alles wahr und noch mehr und trotzdem konnte im größten Teil der Presse und des Parlaments die Krupphetze sich austoben. Der nationalliberale Herr Schiffer verkündete hier die Moral der NhinozeroShaut und die beiden Brüder Wittkowski formulierten die Kruppmoral in ihrem reinsten Wesen. Der eine Bruder, der Bankdirektor Richard Witling, erklärte, das; zwischen Staat und Rüstungsindustrie eine Symbiose(Gemeinschaftslebens bestünde, und der Bruder Maximilian Horden sagte in einer Kölner Rede:„Man muß lügen, noch viel mehr lügen im Interesse �deS Vaterlandes, des Reiche?."(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Sehr geschmackvoll hat dann an Kaisers Geburtstag Herr Krupp v. Bohlen-Halbach verkündet, nicht Profitgier, sondern das Bewußtsein der Verantwortung für das Gemeinwohl sei der Leitstern des Kruppschen Unternehmens. TeS Unternehmens, das alle Feinde Deutschlands mit Waffen versorgt, und im letzten Jahre nicht weniger als 43 Millionen Ueberschuß bei 20 Millionen Abschreibungen erzielt hat. Wie eS nur eine Jungfräulichkeit gibt, so gibt es nur eine Korruption. Der Kruppskandal hat auch die deutsche I u st i z und die öffentliche Meinung v e r- unreinigt und damit viele bisherige Hemmungen gegen Beamten- bestechung beseitigt. In die Reichskasse sind im letzten Jahre 3000 Mark Schmiergelder unbekannter Geber geflossen, die von den Empfängern nicht angenommen worden sind. Mir Recht hat dazu die„Deutsche Tagesztg." bemerkt, man dürfe sich über die Ausbreitung der krankhaften Erscheinungen nicht länger läuschen. Wie vorständnisvoll die Gerichte neuerdings auf die kapitalistische Psychologie eingehen, zeigt die Verurteilung des Herrn v, d. Goltz zu nur drei Monaten Festungshaft wegen Verrats militärischer Geheimnisse. Man hat ihm zugute gehalten, daß er die Firma Ehrhardt dadurch leistungsfähiger machen und dadurch dem Reiche nützen wollte._ So unterstützt man die Spekulation der Privat- Industrie auf die gefährliche„Sachkunde" der Offiziere. Ein be- , londerer Korruptionsherd ist die Firma Goerz. In einem Aktenstück, das bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Berlin II liegt, hat der Direktor der militärischen Abteilung von Goerz eidlich ausgesagt, man müsse bei den Geschäften ein GummiHerz haben, und ein anderer Direktor„Geschmiert wird überall". Goerz hat den Abnahmebeamten regelmäßig Busen- nadeln und Apparate geschenkt, lieber die Bestechung des RechnungSratS Martini im Kriegsministerium und eines Leutnants der GewehrpriifungSkommission hat der Direktor von Goerz die Aussage verweigert, weil er sich sonst einer Strafversolguiig aussetze. Die VcstechuugLsummc beträgt etwa 200 M., trotzdem hat sich die Staatsanwaltschaft geweigert, einzuschreiten. Bei den Panoramafcrnrohren ging die Firma Goerz wegen der Konkurrenz mit der Firma Zeiß um 130 M. von ihrer ursprünglichen Forderung 623 M. pro Stück zurück. Da es sich um 10 000 Stück handelte, hatte sie das Reich um 1,5 Millionen begaunern wollen. UebrigcnS betragen die Selbstkosten nur 260 M. Es ergibt sich daran?, daß das Reich um viele Millionen geschädigt worden ist. tHört! hört! bei den Sozialdemo- traten.) Trotzdem hat die Militärverwaltung wieder dieser Firma Aufträge erteilt. Die Praktiken der Firma Siemens-Schuckert sind durch die Bestechung japanischer Offiziere an den Tag ge- kommen. Der Staatsanwall konfiszierte einen Brief, der der Firma sehr unangenehm lverden könnte, dieser Brief blieb aber in dem Geheim schrank des Staatsanwaltes und wurde der Verteidigung und dem Gericht entzogen.(Präsident Kaempf: Dieser Vorwurf gegen die Staatsanwaltschaft ist unerhört. Ich rufe Sic zur Ordnung.) Ich betone nur. daß dies der Schlußeffekt des staatSnnwaltlichen Vorgehens war. Im T�li a n- P r o z e ß sagte ein KriegSgerichtSrat, man hätte denken müffcn, nach meinem Auftreten im Reichstage, es handele sich um eine große Korruption bis zum Kriegsminister hinauf. Nun, unter den Aspiranten aus den Posten des Kriegsministers wurde sehr ernsthast der General v. Linden«« erwähnt, der im Februar gestorben ist und dessen Familie nach seinem Tode ein Beileidstelegramm des Kaisers erhielt. In den Akten der Konkurssachc gegen Li n d e n a u finden Sie, daß dieser Herr einen einträglichen Handel mit der....(Große lln- ruhe rechts, Präsident Kaempf: Es ist nicht Gebrauch des Hauses, Toten derartige Vorwürfe zu machen. Lebhaftes Bravo! rechts.) Ich bedaure unendlich, daß der Herr nicht mehr lebt, ich hebe aber hervor, daß er einen einträglichen Handel mit der Gunst Sr. Majestät getrieben hat, indem er Titel und s o n st i g e Gunst» bezeugungen...(Präsident: Ich rufe sie nochmals zur Orb- »ung und ersuche Sie, den Gegen st and zu verlassen. Leb- hafter Beifall rechts.) Ich kann Ihnen die Abschrift eines Schreibens dieses Herrn vorlegen(Lebhafte Schlußrufc recht?, Glocke des- Prä- sidenten«, ich habe das Recht und die Pflicht. Dinge, die das öffentliche Ji.lcresse berühren, a u s z u d e ck e n. Auch die„Deutsche TageS- zeiiung" schreibt, wo öffentliche Interessen in Frage kommen, muß jede Korruption aufgedeckt werden.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir haben als Deutsche ein Recht darauf, daß die deutsche Luduslrie im Auslände ein Ansehen genießt und daß sie mit honorigl» Mitteln arbeitet. lieber die internationale Politik des RustungSkapitnlS wäre noch manches zu sagen. Ich will cS mir versagen und auch nicht darauf eingehen, daß die Forderung ausländischer Rüstungen durch die deutsche Industrie stets auch Ivieder die einheimischen Rüstungen vorantreiben. Daß die Kriegsindustrie goldene Früchte trägt, ist ja eine längst bekannte Tatsache. In der ersten KriegSgcrichtSverhandlung gegen Krupp hat der Anklagevertreter KriegSgerichtSrat Welt'gcsagt, die ganze Affäre rieche' zehn Meter gegen den Wind nach Bestechung. Seit jener Verhandlung hat sie nicht angefangen besser zu riechen, wohl aber haben Sie I h r e N a se n weniger empfindlich gemacht. Sie könnau diesen Geruch jetzt vertragen und so inag denn der Kriegsminister jetzt aufftehen und seine Verteidigung-;- rede schmettern zur höheren Ehre der deutschen Rüstungsindustrie und der Firma Krupp.(Heiterkeit und lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Präsident Kaempf ruft den Redner wegen mehrerer aus dem Stenogramm ermittelter Aeußerungcn nochmals zur Ordnung. Kriegsniinistcr v. Falkeuhayn: Ich habe nicht die Firma Krupp zu verteidigen und nicht die Rüstuiigstreiber, die der Abg. Liebknecht an den Pranger ge- stellt Hot und die für Teutschland seit 43 Jahren haben den Frieden erhalten Helsen. Nach meiner Meinung hatte es weder Zweck noch Berechtigung, die Vorwürfe vom vorigen Jahre wieder zu erheben. Durch die Prozesse vor offenen Türen steht vollkommen fest, daß c» sich gehandelt hat aus der einen Seite um� unlauteren Wettbewerb, aus der anderen Seite um schwere Per- stoße gegen die Beamte ndisziplin, aber von Hoch- und Landesverrat hat sich nicht die geringste Spur gezeigt.(L i e b- knecht: Nie behauptet!) Ich bitte um Verzeihung, durch diesen Hinweis gelang es im vorigen Jahre, die große Aufmerksamkeit zu erregen.(Liebknecht: Unwahr! Glocke des Präsidenten. Unruhe rechts.) Einige Angehörige der Heeresverwaltung, darunter nur wenige Beamte des Kriegsministeriums— mit der Kernfäulc ist es also nicht weit her—, haben sich vergangen, aber ist bin fest überzeugt, daß sie sich der Tragweite ihrer schweren Verstöße nicht bewußt waren. Alle Beteiligten sind zur Ver- antivortung gezogen worden.(Liebknecht: Nein!) Alle Be- teiligten, die wir kennen, und sie werden ihr Leben lang an dem zu tragen haben, was sie sich eingerührt haben. Seitens der Heeres- vertoaltung ist alles geschehen, was geschehen konnte, um einer Wiederholung solch bedauerlicher Einzelfälle vorzubeugen. Warum man diese jetzt wieder zur Sprache gebracht hat, das verstehe ich nicht.(Sehr wahr! rechts.) Ich habe es auch schon voriges Jahr nicht verstanden(Große Heiterkeit links), denn der Abg. Liebknecht bat doch selbst zugestanden, daß mein Amtsvor- gängcr alles Menschenmögliche getan hat. Nachteile sind aus diesen Reden in Menge erwachsen, die deutsche Industrie wird es in ihrem Absatz nach dem Auslande spüren.(Zurufe rechts: Tie Arbeiter auch, Frankreich hat den Nutzen!) In Teutschland ist der Ruf der Firma Krupp viel zu fest gegründet, als daß irgend- welche Versehen und Vergehen ihn erschüttern könnten. Aber im Auslände werden genug Konkurrenten in diese Kerbe hauen und Vorteil daraus ziehen. Das Haus Krupp, das schon manchen schweren Schlag überstanden hat, möge durch Solidität und Tüchtig- keit auch diesen Schlag überstehen. Das ist zu wünschen, nicht nur im Interesse der Firma, sondern bor allem im Interesse der 80 000 Menschen, denen sie Brot gibt.(Lachen bei den Sozialdemo- kraten.) Ter Vorredner hat dann noch Angelegenheiten eines Toten berührt. Der Präsident hat die Form schon gerügt, in der es geschah. Ich kann nur noch bedauern, daß ich das habe mitanhören muffen.(Beifall rechts.) Generalmajor Wild v. Hohenborn: Ucber die Angelegenheit der Firma Ehrhardt sind wir informiert. Was der Abg. Liebknecht dazu sagt, �ft gleichgültig.(Große Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Ich spreche hier als Stellvertreter des Kriegsministers.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Und Dr. Liebknecht als Reichstags- abgeordneter!) Ich gehe aus den Rattenkönig von Firmen nicht näher ein. Vielleicht war das eine fleißige Zusammenstellung für die Rüstungskommission, der Dr. Liebknecht dann aber auch seine dokumentarischen Beweise unterbreiten mutz, von denen er so geheimnisvoll gesprochen hat.(Unruhe bei den Sozialdemo- kraten.) Er hat bedauert, daß er nicht weiß, in wessen Händen die Aknen der Rüstungsgesellschast befinden. Er weiß es nicht, wir wissen es nicht, es weiß niemand.(Heiterkeit rechts, Unruhe bei der Sozialdemokraten.) Wieviel durch die deutsche Waffen- Industrie das Nationalvermögen gewachsen ist, wieviel Arbeiter ihr Brot dabei gefunden haben, davon hat Herr Liebknecht kein Wort gesagt.(Lachen bei den Sozialdemokraten. Sehr gut! rechts.) Für die deutsche Heeresverwaltung ist stets nur die Rücksicht auf die Schlagfertigkeit des Heeres maßgebend gewesen. Mein alter Kamerad Wangemann ist absolut intakt. Er bezieht ein Gehalt von Krupp, schreibt aber absolut sachlich nnd unabhängig von der Firma.(Zuruf: Tie ihn bezahlt!) Im Fall G ö tz hat eine Schädi- gung des Reiches absolut nicht stattgefunden. Herr Liebknecht hat einen bewährten Beamten des Kriegsministeriums ohne jeden Be- lveis angegriffen. Die Unantastbarkcit unserer Offiziere und Be- amten war unser Stolz. Einzelne sind jetzt gestrauchelt und der Versuchung unterlegen, aber es ist doch kein Panama, und das deutsche Volk wird nie ein Panama dulden.(Bravo! rechts.) Zum Schluß noch die eine Frage: Glaubt jemand in diesem Hause, außerhalb der Sozialdemokratie, daß die heutige Rede des Abg. Liebknecht dem Vaterlande genützt hat?(Bravo! rechts. Lautes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Srzberger(Z.): Im vorigen Jahre hörten wir eine Fanfare vom Abg. Liebknecht, heute eine Chamade. Das zeigt, wo Recht und Unrecht liegt. Die Angriffe gegen einen Toten, die hier erhoben wurden, haben mit der Rüstungsindustrie gar nicht» zu tun. Ich hoffe, daß dieses erste auch das lctztcmal ist, daß im Deutschen Reichstag in der Weise Vorwürfe gegen einen Toten erhoben worden sind.(Lebhafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Tic ganze Rede des Abg. Liebknecht war ein Rückzugsgefecht gegenüber seinen Behauptungen vom vorigen Jahre. Er be- bauptete damals, es handelte sich um ein Panama fiir die deutsche Industrie, und es hat sich um 1250 M. Bestechungsgelder in 5 bis 6 Jahren gehandelt. Das ist ein glänzendes Zeugnis für die deutsche Industrie.(Beifall im Zentrum.) Herr Lieb- knecht hätte sich die ganze Rede sparen können, wenn die Sozial- demokratc« in die Rüsiungskommission hineingegangen wären. Ter„Vorwärts" hat freilich die niederträchtigsten und gemeinsten Angriffe gegen die Rüstnngskommission gerichtet, er bezeichnete die Mit- glieder als Hehler der kapitalistischen Korruption.(Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Das ist die größte Unverschämtheit, die mir je begegnet ist(Lebhafter Beifall im Zentrum), und wenn Sie durch Zurufe den Vorwurf sich zu eigen machen, gebe ich Ihnen den Voclvurf der Unverschämtheit dreifach zurück. lLebhafter Beifall im Zentrum.— Vizepräsident T o v c ruft den Redner zur Ordnung.) Den Vorteil der Liebknechtschen Attacke wird die französische Rüstungsindustrie haben, den Nachteil die deutschen Arbeiter, denn 60 bis 80 Proz. der Summen für die Lieferungen ins Ausland sind Arbeiterlöhne. Die Firma Krupp ist auch nicht als reine Rüstungsfirma zu bezeichnen, zu 70 Proz. stellt sie Artikel für den Frieden her. Ter von Liebknecht er- iväbnte„Figaro".Bries ist tatsächlich geschrieben und abgesandt worden, aber der Adressat bat keinen Versuch gemacht, ihn in irgendeine Zeitung zu bringen. Auch hat die Rüstungskommission festgestellt, daß der Brief nicht aus gewinnsüchtiger Llhsicht ge- schrieben worden ist. Ich bin heute schon überzeugt, daß aus den Ergebnissen der Rüstungskommission sich die Leistungsfähigkeit und Ehrlichkeit der deutschen Industrie ergeben wird.(Lebhafter Bei- fall bei den bürgerlichen Parteien.) Abg. Schultz(Rp.): Aus der Nichtvereidigung des früheren Landrais Roetger kann man nicht schließen, daß ein Makel auf ihn fällt. Abg. Liebknecht(Soz.): Ich habe nie von einer Korruption bis zum Kriegsminiswr hinauf gesprochen. Es ist durchaus nicht richtig. Saß über Verstorbene hier nicht gesprochen werden darf. Wenn ein allgemeines Interesse dafür vorliegt, muß das sogar geschehem(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Im Abgcordnewnhause hat das Zentrum selbst den Schatten Bebels heraufbeschworen. Also zupfen Sie sich an Ihre eigene Nase. Ich habe dokumentarische Beweise dafür, daß der„Figaro"-S3rief tatsächlich unterschlagen worden ist. Aus welchen Gründen, kann sich der gesunde Menschenverstand sagen. Im übrigen habe ich niemals von Landesverrat bei der Firma Krupp gesprochen, wohl aber haben die Gerichte eine Gefährdung der Sicherheit des Reiches angenommen. Nur weil die Geheimnisse bei der Firma Krupp gut aufgehoben sind, lag Lcmdesverrat nicht vor.(Abg. Erzöergcr: Sie haben den Talmud mit Erfolg studiert!) Dann ist gesagt worden, es handle sich immer nur um Verfehlungen einzelner. Das ist natürlich richtig. Aber das Symptom kann nur verkennen, wer eS verkennen will. Im übrigen kann doch nicht bezweifelt werden, daß an der Krupp- Affäre Offiziere beteiligt waren, daß sie verurteilt worden sind, und daß sie trotzdem Offiziere geblieben sind. Das gerade ging einem durch Mark und Bein, weil wir früher so etwas bei dem- scheu Gerichten nicht erlebt haben. Das ist eben ein Beweis dafür, wie diese Unmoral d e v a it i c r t.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Beschönigen Sie nur loeiter. Schließlich ist aus das Interesse der Arbeiter an der Erhaltung der deutschen Rüstungsindustrie hingewiesen worden. Wenn Sie uns solche Ratschläge geben, sind wir immer mißtrauisch. Wir müssen für Reinhaltung sorgen, damit nützen wir dem deutschen Volk. Schließlich kommt es doch nicht aus den Ansang, sondern auf das Ende an. Wenn es wirklich einmal dazu kommen sollte, daß die Rüstungsindustrie verschwindet, die Arbeiter werden nicht hungern. Sic werden für bessere Zwecke arbeiten._ Und dann fübrcn wir den Kamps ja nicht allein, sondern er wird auch von unseren B r u d e r p a r t c i e n in England und Frant-� reich geführt. Wir wissen evein daß das Uebel nicht allein in Deutschland vorhanden ist.(Beifall bei den Sozialdemokraten,! Gene rali uajor Wild v. Hohenborn: Ter Abg. Erzberger hat recht, die erste lange Rede des Abg. Liebknecht war zn drei Viertel ein Rnckzign Jetzt hat Dr. Lieb- knecht das fehlende Viertel nachgeholt.(Stürmische Heiterkeit.) Abg. Liesching(Vp.): Wir haben ein sehr gutes Gewissen gegenüber Liebknechts Vorwürfen. Wir haben es schon immer als sehr bedenklich dc- zeichnet, wenn pensionierte Offiziere hohe Einnahmen aus Privat- stcllungen beziehen und besonders den Monopolsirmen der Rüstuugs- industric ihre angebliche bestehende„Sachkenntnis" zur Verfügung stellen. In dem Absatz der Rüstungsindustrie ius Ausland vermögen wir indessen nichts Verwerfliches zu erblicken.� In der Rüstungskommission arbeiten wir ruhig und leidenschaftslos alle Zweifclfragen durch. Abg. Erzberger(Z.):" Die zwciie Rede Liebknechts war ein Rückzug nicht mehr mit Kanonen, sondern mit Knallerbsen. In der Echiffbauindustrie uc- steht kein Kartell und im Marineamt keine Korruption. Liebknechts Material gegen Goerz stammt von einem entlassenen Beamten (Lebb aste r Widerspruch Liebknechts) nnd ist falsch. Das Vorgehen des Abg. Liebknecht schädigt sehr schwer deutsche Arbeiterinteressen. Di c Verstaatlichung der Kriegs- Industrie ist unmöglich. Tie ausländischen Sozialdemo- kraten gehen längst nicht so gehässig gegen ihre Wasfenindustrie vor. (Lebhafter Beifall rechts, lautes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Liebknecht(Soz.): An dem guten Willen des Abg. Liesching habe ich nie gezweifelt. Uns kommt es nie daraus an. Verfehlungen einzelner Personen zu enthüllen, sondern soziale Schäden aufzudecken, die aus dem Wesen der herrschenden Klassen fließen. Die Mordindustric zu schadigen, ist in unseren Augen ein Verdienst. Die Arbeitskräfte könnten in einer für die Allgemeinheit viel nützlichcrcii Weise beschäftigt werden. Wir beschäftigen dreimal soviel ausländische Arbeiter als überhaupt durch Einstellung der Rüstuiigsindustric arbeitslos werden könnten. Was also über den drohenden Schaden sür die deutschen Arbeiter der Rüstungsindustrie gesagt worden ist, war ein wüster n a t i o n a l ii k o n o m i s ch c r G a l l i m a t h i a s.(Heiterkeit.) Ter Werfttrust mag bestehen oder gescheitert sein, man hat dort genau so zu arbeiten versucht wie gegenüber der Militärverwaltung. Auch in der Marinever» waltung hat man bereits gegen zwei Beamte der Zentrale ein» schreiten müssen. Trotzdem leugnet man hochmütig jede Korruption. Jin Fall Goerz treibt Herr Erzberger unglaubliche Spiegelfechterei. (Glocke des Präsidenten.) Goerz ist infolge der Konkurrenz um 150 M. zurückgegangen, nachdem er vorher das Reich zu schädigen versucht hat. Aus den Akten der Goerzprozesse geht ja alle? hervor; man braucht ja nur die Akten von der Staatsanwaltschaft cinzu- fordern. Meine Reden sollen— darin sind sich meine Gegner einig— Krupp, die deutsche Industrie und die Arbeiter schwer geschädigt haben. Aber Krupp hat im Jahre 1013 einen Ueberschuß von 63 Millionen erzielt! Der arme Höchstbcsteucrte in Teutschland! Ja, dem darf man natürlich kein Haar krümmen! Als gelehriger Schüler des Grafen Westarp hat Erzberger von meiner talmudistischen Art gesprochen. Seine Verteidigung Krupps hatte so�wenig Wahrheit und Vernunft wie ich jüdisches Blut in mir.(Sehr gut.) Wenn Erzberger bezweifelt hat, daß meine ausländischen Parteigenossen die Rüstungsindustrie so entschieden bekämpfen wie wir. so lese er die Schriften und Artikel meiner Freunde M o r i z e t in der„Humanite" und Twen, besonders die Bücher des letzteren, der die Rüstungsindustrie die internatio- nale Verschwörung einer internationalen Räuberbande nennt (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten), lege ich Herrn Erzberger ans Herz. Wenn Sie mit allen solchen Winkelzügcn meine „Niederlage" konstruieren wollen, so erweisen Sic sich dadurch nur als Mitschnldize und Hehler der schamlosen Rüstiingskorriiption! (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Präs. Kaempf ruft den Redner zur Ordnung. General Wild v. Hohenboru: Herr Liebknecht hat kein Gefühl dafür, wie schwer er die her- vorragendste deutsche optische Firma schädigt.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Debatte. Nach persönlichen Bemerkungen Erzbergcrs und Liebknechts vertagt das Haus die Weiter- beratung de? MilitäretatZ auf Dienstag 11 Uhr. Schluß 9% Uhr._ verbanöstag öer Lederarbeiter. Ter Zentralvcrband der Lederarbeiter und»arbeitcrinner Deutschlands hält gegenwärtig in Berlin seine 15. ordentlich! Generalversammlung ab. Sie wurde am Sonntag durch Begrüßungsreden eröffnet, denen ein KommcrS zu Ehren der Tele! gierten folgte. Am Montag begannen im Gewerkschaftshause die Berhand lungcn des Perbaudstages. Anwesend sind 47 Delegierte, 7 Gauleiter, S Vorstandsmitglieder, zwei Vertreter der Lederarbeite! Oesterreichs.— Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutsch lands ist durch den Genossen Bauer, die Berliner Gewerkschaft? kommission durch Genossen Ritter vertreten. Dem Verbandstage liegt der Geschäftsbericht des Vorstände» ür die Jahre 1011—1913 vor. Ter Bericht läßt erkennen, daß w; Mitgliederbewegung in diesen drei Jahren einen ständigen Fori schritt gemacht hat. Selbst in dem Krisenjahre 1913 ist die Mit � gliederzahl noch gestiegen. Ende tOlO hatte der Verband 14 85' Mitglieder. Diese Zahl war bis Ende 1913 aus 16 481 gestiegcü! Die Zunahme betrag! 1622, das sind fast 11 Proz. In der Ge schäftsperiodc 1908—1910 betrug die Zunahme 50,39 Proz. Als hat der wirtschaftliche Niedergang der letzten Jahre zwar keine Rückgang der Mitgliederznhl, aber eine erheblich geringere Steige| rung als in früheren Jahren zur Folge gehabt. Die Zahl os weiblichen Mitglieder ist von 950 aus 2085. die der männlichen vo j 13 909 auf 14 396 gestiegen.— Auch die Kassenverhältnisse Hove i üch in der Berichtszcit in erfreulicher Weise verbessert. In de- zrei Jahren betrugen die Einnahmen 1 46l 147 M., die Au»gabe■ 1 Vermögen des Verbandes ist von 128 731 A: ans-33 071 M. gestiegen. Auf den Kopf der Mitglieder bercchm. ist das eine Vcrmögcnssteigcrung von 9,35 M. aus 14 M. �n den drei Jahren der Gcschästsperiode fanden 275 Streik- j Aussperrungen und Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung stat. Diese Bewegungen erstreckten sich aus 591 Betriebe und 29 385 Ai» beiter und Arbeiterinnen. Von der Gesamtzahl der Lohnvcwi � gungen verliefen 229 ohne Kampf, während 46 Bewegungen istreil und Aussperrungen zur Folge hatten. An diesen waren 177 B< kiebe mit 3998 Beschäftigten beteiligt. Die Lobnbewegungc» ohne .«üampf erstreckten sich auf 4l4 Betriebe mit 1t4M Beschäftigten. Die Erfolge der gesamten Lohnbewegungen waren für SSZ1 Per- sonen Verkürzungen der Arbeitszeit von durchschnittlich fast zwei Stunden wöchentlich. Für 13 657 Personen wurden Lohnerhöhungen errungen, die sicb im Durchschnitt auf 1/44 M. pro Person und Woche stellen. Die Streiks und Aussperrungen verursachten eine Gesamtausgabe von 272 691 M. Der Abschluß von Tarifverträgen ist in der Geschäftsperiodc fortgeschritten. Ende 1919 bestanden 79 Verträge für 289 Betriebe mit 5377 Beschäftigten. Ende 1913 waren in Geltung 127 Ver- lräge für 362 Betriebe mit 9989 Beschäftigten, von denen 749S dem Verbände angehören. Demnach steht etwa die Hälfte der Ver- bandsmitglicder im Vertragsverhältnis. Die Verhandlungen des Verbandstagcs begannen nach Erlcdi- gung der einleitenden Formalitäten mit dem Reche nschafts- bericht des Vorsitzenden. Ter Bericht wurde in einzelnen Abschnitten erstattet und diskutiert. Ter erste Abschnitt umfaßt die Agitatio«. Der Berbandsvorsitzende M a h l e r- Berlin wandte sich gegen die in Mitgliederkrcisen laut gewordene Annahme, daß die Kosten der Agitation zu hoch seien. Der Redner erklärte die Ansicht für irrig. Die Agitation sei der Jungbrunnen der Organisation, sie müsse deshalb gepflegt werden. Nicht nur um Mitglieder neu zu gewinnen, sondern auch um die bereits gewonnenen Mitglieder in den Ideen der Organisation zu festigen und der starken Fluktuation vorzubeugen. Es müsse hier auch die Frage der Abhaltung von Branchenkonferenzen erörtert werden. In der Diskussion zeigte sich, daß diejenigen, welche der Meinung �sind, die Agitation sei zu teuer, hauptsächlich das gegen- wältige System der Gaueiuteilung und der Gauleiter als zu kostspielig betrachten. Ans dieser Ansicht sind mehrere Anträge entstanden, welche die Gaueinteilung derart ändern wollen, daß die Zahl der Gaue, welche jetzt 9 beträgt, auf 4 oder 6 herabgesetzt werden. Ein Antrag will das Gauleitersystcm ganz abschaffe». ein anderer verlangt, daß besoldete Gauleiter bis auf weiteres nicht mehr angestellt iverden.— Von den Diskussionsrednern traten nur einzelne für diese Anträge ein. Die meisten Redner wandten sich gegen dicsetben und betonten, das System der Gauleiter habe sich so gut bewährt, daß kein Grund zu einer Aenderung vorliege. Eine Verringerung der Zahl der Gaue würde die Kosten der Agi- tation keinesloegs verringern, denn die agitatorische Bearbeitung von 4—6 größeren Gauen würde ebensoviel Arbeit und Kosten ver- Ursachen als die Bearbeitung von 9 kleineren Gauen. Die Kosten der Agitation seien durchaus nicht zu hoch, sie ständen in ange- niesscnem Verhältnis zu den Erfolgen, die ja nicht nur an der Zahl der neugewonnenen Mitglieder gemessen werden dürfen. Man müsse berücksichtigen, daß eine planmäßige Agitation dem Verlust von Mitgliedern vorbeuge und zur Festigung der Organ!- sation beitrage. Hervorgehoben wurde noch, daß in Worms, in: Gebiet des Herrn v. Heyl, der Verband gute Fortschritte gemacht habe, obgleich die Getreuen de« Herrn v. Hey! in der gehässigsten Weise jede Regung der modernen Arbeiterbewegung bekämpfen.— Ferner wurde die Abhaltung von Branchenkonferenzen von mehreren Rednern befürwortet. Alle Anträge, welche sich auf Aenderung des Gauleitersystems beziehen, wurden auf Antrag der Statutenbcratungstomniifsioii abgelehnt. Mehrere Anträge, die sich auf eine auch vom Zentral- vorstand aus praktischen Gründen befürwortete Aenderung in der Abgrenzung des Gaues 8 lRheinland, Hessen) beziehen, wurden dem Zentralvorstand zur Berücksichtigung überwiesen.— Beschlossen wurde noch, daß in sämtlichen Zahlstellen für alle Branchen wöchentliche Lohnstatistiken aufzunehmen sind. Mus See Partei. Au« Stuttgart. Am Freitag fand in Stuttgart die Generalversammlung des Eozialdemokratischen Vereins statt, die außerordentlich stark besuch! war. Ein Flugblatt, in dem zur Wahl einer an- deren Parteileitung aufgefordert wurde und das durch die Po st sowie auf Straßen und Plätzen ver- teilt worden war. hatte zweifellos zu dem starken Besuche beigetragen. Den Äorstandsbericht erstattete der Vorsitzende West ni e y e r. Sekretär B u l l m e r gab die nötigen Erläuterungen zum Kassenbericht. In der Diskussion bemerkte, nach dein Bericht der„Schwöb. Tagwacht". Götz, daß man mit dem Jahresabschluß im großen ganzen zufrieden sein könne, wenn man berücksichtige, in welcher Weise den Parteiinstanzen selbst von einem Teile der Parteigenossen Schwierigkeiten gemacht werden. Dies im Verein mit der Krise habe einen grögerm Fortschritt verhindert. Besonders geißelte Redner, daß sich Parteigenossen nicht scheuen, mit Hilfe der bürger- lichen Presse Zwiespalt in unsere Reihen zu tragen. Dies zeige sich auch m dem verteilten, gegen die Parteileitung gerichteten Flugblatt. Erispien würdigte den Inhalt de« Flugblattes und seine Verbreitung. DnS Flugblatt propagiere offen den Sturz der alten Parteileitung. Di« Macher des Pamphlet« charaltsrisierten sich schon dadurch, daß sie nicht den Mut hatten, die« Machwerk mit ihren: Namen zu decken. Bezeichnenderweise seien diese Flugblätter an dieselben Adressen versandt worden wie seinerzeit die gefälschten Stimmzettel zur Gemcinderatswahl. Weiter habe man das Pamphlet auf öffentlichen Straßen und Plätzen sogar durch Nickt Parteimitglieder verteile» lassen. Gegen eine loyale Agitation für oder gegen die Parteileitung würde niemand etwas emzuwenden haben, diese Art der Agitation müsse jedoch wie Sprengpulvcr auf die Parteiorganisation wirken. Eine Spitzelkolonne so wie jene, die die bürgerliche Presse mit Hetzuotizen gegen uns versieht und deren Entlarvung eine der wichtigsten Aufgaben ver neuen Parteileitung sein muß, sie hätte die Interessen unserer Gegner nicht besser vertreten können, Wenn die Leiter dieser Sprengkolonne im Saale sind sStürmische Zurufs:»Sie sind hier l"). dann frage ich sie, ob sie den Mut haben, ihre Tat zu ver- treten. Und die Genossen, die als Kandidaten auf diesem Flugblatt genannt sind, können die es mit ihrem Parteigewissen und ihrer Parteiehre vereinbaren, für diese Sprengkolonne zu kandidieren? Ferner frage ich. iver bezahlt die Flugblätter? Wo sind die Adressen per t Und nun, Parteigenossen, schloß der Redner, wenn eS unwürdig ist, eine Ueberzeugung zu haben, den Arbcilerfeinden fest gegeiiüberzutreten und die Interessen der Arbeiter rücksichtslos wahr- zunehmen, wie das Flugblatt uns unierstellt, dann bin ich stolz daraus, in diesem Sinne ein Unwürdiger zu sein! Aus Antrag wird hierauf beschlossen, zuerst den auf den» Flug- blatt genannten Genossen Gelegenheit zu Erklärnngen zu geben. P f l ü g e r gibt seiner Verwunderung darüber Ausdruck, wie man das Flugblatt benutzt habe, um die Versammlung aufzupeitschen. Nach einigen Bemerkungen zum Bericht erklärt Redner, daß er die Verteidigung des Flugblattes den Verfassern selbst überlasse. Er halte eö aber für seine Pflicht, zu kandidieren. S t e i n m a y e r schließt sich vollinhaltlich der Erklärung PflügerS zn und schließt mit den Worten: Die Berfasser des Flugblattes sind Waisenknaben gegen den Schreiber des Hungerbrtefc«!(Stürmische Entrüstung, langanhaltende Erregung.) Auf Antrag wurde die Debatte geschlossen und zur Wahl ge- chritten, und die Wahl des Vorsitzenden in einem besonderen Wahl- ,ang vargenonnnen. Vorgeschlagen wurden Pfliiger und Westmeycr. Jon 1151 abgegebenen Stimmen erhielt Pflüg er 427, West- n e y e r 71S. Tie anderen ivaren zersplittert oder ungültig. Da- nit war Wcstmeher gewählt. Dat Resultat wurde mit"großem sjubel aufgenommen. Die Wahl der übrigen Mitglieder der Parteileitung hatte fol- pende« Resultat: Von 1108 abgegebenen Stimmzetteln erhielten Srimmen: EriSpien 734, Rödel 714, Schumacher 719, Johannes Müller 792, Böhme 758, Steinmayer 396, Heinzelmmm 344, Banzhaf 333, Groken- berger 356, Haußcr 342, Frau Werner 198. Die fünf Erstgenannten sind somir gewählt. Die Namen der sechs Letztgenannten standen auf der Lifte, die in dem Flugblatte abgedruckt war. 37 Zettel Ivaren ungültig. 29 zersplittert. polizeiliches, Gerichtliches usw. Der„mutmaßlich� Berfasser. Seit der Tätigkeit des jetzigen polizeilichen Preßdezernenten erfreut sich die» B e r g i s Ä c' A r b e i t e r st i n, m e" in So- l i ii g e n der besonderen Beachtung der königl. Staatsanwaltschaft in Elberfeld. Keine Woche ohne eine neue Anklage. Augen- blicklich schweben nicht weniger als vier Klagen, wovon drei gegen je zwei Redakteure unseres Solinger Parteiblattes angestrengt wurden: gegen den Verantwortlichen und den.mutmaßlichen" Ver fasser. Am Freitag wurde eine Sache bereits abgeurteilt. Die „Arbeiterstimme" hatte vor einiger Zeit das in nicht öffentlicher Sitzung gefällte und noch nicht rechtskräftig gewordene Urteil des Solinger Schöffengerichts, das der Walder Verwaltungsbehörde eine Abfuhr in ihrer Behandlung der„Arbeiterjugend" erteilte, im Wortlaut veröffentlicht. Darauf erhob die Staalsanwaltschast zu- nächst Anllage gegen den veranwortlichen Redakteur Genossen Mirkel, ließ bei ihm eine Haussuchung und LeibeSvifiiation vornehmen, die ohne Erfolg blieb und erhob dann auf Grund der Meldung des haussuchenden Schutzmanns auch Anklage gegen den Genossen Ehristmann als den„mutmaßlichen" Verfasser. Die Aus- sagen des Schutzmanns vor der Elberfelder Strafkammer waren aber so bedenklich, daß der Staatsanwalt selbst die Freisprechung des.mutmaßlichen" Verfassers beantragte. Aber Strafe muß sein, und darum wurde der Verantwortliche zu 25 3)1, Geldstrafe verurteilt, trotzdem das abgedruckte Urteil einige Tage nach der Ver- öffentlichling rechtskräftig geworden war. � Gerichtszeitung. Alle Unteroffiziere beleidigt. Wegen Beleidigung der Unteroffiziere der preußischen Armee stand gestern der Hof- in e i st e r Hans I a e g e r vor der 2. Strafkammer des Landgerichts II. Es handelte sich um ein kleines Nachspiel zu der Z a b e r n- A f f ä r e. In der Schwarvkopffschen Maschinenfabrik zu Wildau bei KönigSwiisterhausen ist der frühere Polizeisergrant Wilhelm Ren- mann als Pförtner angestellt. Als sich dieser am 8. September v. I. mit mehreren Arbeitern in seiner Pförtnerstube befand, kam auch der Angeklagte in die Stube und fing ein Gespräch über die Er- eigniffe von Zaber» an, wobei er sich sehr erregt über die Haltung des dortigen Militärs den Zivilpersonen gegenüber äußerte. Er soll erklärt haben, nach seiner Meinung verdiene der»Zaber»- Leutnant" nach Art kleiner Kinder übergelegt und verprügelt zu werden und dann soll er die Ilnteroffizicre im allgemeinen mit stark beleidigenden Ausdrücken charakterisiert und gesagt haben: „Diese Lumpen hätten früher nichts zu effen gehabt und als Knechte auf dem Lande gedient und jetzt fänden sie ihr Vergnügen daran, gebildete Leute, wie die Einjährigen doch seien, zu treten und zu schurigeln." Herr Neumann verbat sich sehr energisch solche all gemeinen Beleidigungen der Unteroffiziere und wies darauf hin daß er selbst dem Unteroffizierstande angehört habe, während der Angeklagte überhaupt nicht gedient habe. Darüber kam es weiter zu Auseinandersetzungen, in denen der Angeklagt« nochmals die Unteroffiziere herabsetzend charakterisierte. Darauf erstattete Herr Neumann Strafanzeige. Die Folge war ein vom Kriegsminister gestellter Strafantrag. Das Schöffengericht verurteilte den mit 499 M. Geldstrafe vorbestraften Angeklagten zu Z Monaten Gefängnis wegen öffentlicher Beleidigung der Unteroffiziere. In der vom Angeklagten angerufenen Berufung s- i ii st a n z behauptete er, daß er, der ein durchaus patriotischer Mensch sei, die beleidigenden Ausdrücke, zu denen er sich in der Erregung habe hinreißen lassen, keineswegs auf die Unteroffiziere im allgemeinen, sondern nur auf die S o l- datenschinder bezogen habe.— Rechtsanwalt Ernst Schwarz bestritt, daß es sich um eine öffentliche Bc- lcidignng handle. Wenn der Angeklagte bei der damaligen allgemeinen Erregung über die Zabern-Affäre in der geschil- derten Weise entgleist sei, so sollte nian ihn doch nicht ins Gefängnis schicken, sondern berücksichtigen, daß die beleidigen- den Ausdrücke nicht etwa in einer öffentlichen Versammlung, sondern innerhalb der vier Pfähle einer Pförtnerstube gefallen feien. Das Gericht ermäßigte aus gleichen Er- wäglingcn die Strafe auf 200 M. Geldstrafe. ,,Tr. Alcpauder" unter der Anklage des Meineids. Gegen den in Köslin in Haft befindlichen Thormann wird auch Anklage wegen wissentlichen Meineids erhoben werden, da sich in dem Ermittclungsvcrfahrcn herausgestellt hat, daß er in mch- rcren Prozessen als Zeuge aufgetreten ist, bei der Angabe seiner Personalien sich als„Dr. Alerander" bezeichnet und diese Anaabc mit seinem Eide bekräftigt hat. Hierin liegt natürlich ein wissent- licher Meineid. Ihm steht allerdings der strafmildernde ß 157 Abs. 1 Str.G.B. zur Seite, nach welchem eine Stcafermäßigung eintritt, wenn sich ein Zeuge durch die wahrheitsgemäßen Angaben selbst einer strafbaren Handlung hätte bezichtigen müssen.— Gegen Thormann wird voraussichtlich Anklage wegen 11 verschie- dcner Vergehen und Verbrechen erhoben werden. Er ist jetzt völlig niedcrgcbrochen. nachdem er erfahren hat. daß seine Frau gegen ihn die Klage aus Nichtigkeitserklärung der Ehe er- hoben hat. Am Sonnabend begann er in seiner Zelle zu toben und zu schreien. Ob der aufgetauchte Verdacht, Thormann simuliere letzt Geisteskrankheit, zutrifft oder nicht, wird die eingeleitete Bc- obachtung seines Geisteszustandes ergeben. ,Wic in höhen Kreisen gepumpt wird. Einen intercssanteil Einblick in die Lebensführung„höchster" Herrschaften bot eine Duisburger Straskammervcrhandlung. Wegen Betrüge« üsio. angeklagt war der in Flensburg im Jahre 1888 ge- borene Sekretär Gnstov Petersen ans Berlin. Als Zeuge geladen war u. a. der frühere Leutnant und jetzige Kaufmann Wilhelm v. Plcsscn, Sohn riires Flügeladjutantcn des Kaisers, Generaloberst V. Plcssen. Petersen hat ein bewegtes Leben hinter sich. Bereits mit 18 Jahren war er Privatsekretär des Sohnes eines deutschen Ädmirals. Mit diesem reiste er nach Amerika und kehrte nach dessen Verheiratung nach Berlin zurück. Hier macht« sich der Angeklagte selbständig und kaufte von seinem ersparte» Gclde mehrere Cafes und Bierpaläste. Wenn etwas daran zu verdienen war,„machte" er auch Getdgesthifste. So verkaufte er einmal von einem Ein- brechet gestohlene preußische Konsols, weswegen er neun Monate Gefängnis erhielt. Durch den Vermittler Schefflet kam der Leutnant v. Plessen an diesen Petersen. Infolge hoher Schulden be- fand sich der Gardeoffizter in großer Geldnot. Petersen schlug vor, in Potsdam ein Haus zu kaufe«. Das geschah zum Preis« von 236 969 M. Auf dem Hau« ruhte eine Hypothek von 299 999 Mark. Eine Kaufsumme war nicht vorbanden. Um sie herbeizu- schaffen, nahn: man eine zweite Hypothek in Höhe von 1t9 999 M. aur. Den Rest von 22 999 M. sollte v. Plessen erhalten. Hintennach stellte sich heraus, daß der Hausverkäufer und gleichzeitig Hypo- thkcnv-rlc.her zahlungsunfähig war. So mußte v. Plcssen für die AnAahtungssumme von 90 000 37?. aufkommen. Da dem Leutnant, wie er angab» dt««rbschaft einer Gräfin ausstand, stellte er für den genannte» Betrag Wechsel aus. Petersen wollte nun von dem neuen Hausvesitzer, Leutnant v. Plessen, 2999 M. haben, die er für notarielle Kosten beim Kauf bezahlt hatte. Darauf übertrug v. Pst dem Petersen die Hypothek, ermächtigte ihn zum Verkauf des Hauses und stellte ihm eine große Zahl Blankowechsel aus. Dabei sagte v. Plessen:»Sehen Sie, wie Sie nun fertig werden, Sic haben ja jetzt ein ganzes Buch Blankowechsel in der Tasche." Das geschah am 27. Juni v. I. 14 Tage später will der Leutnant dem Auge- klagten die Vollmachten wieder genommen haben. Dahingegen behauptet Petersen, dies sei erst im Dezember gewesen. In der Zwischenzeit füllte Petersen die unterschriebenen Wechsel aus; zusammen mit Beträgen von mehrere» hunderttausend Mark. Dm genaue Summe kann v. Plessen nicht angeben. Später kamen die Wechselproteste aus allen Teilen Teutschlands. Tie Gerichte ver- urteilten auch v. Plcsscn zur Bezahlung. Auf den Namen des bc- kannten Leutnants machte Petersen noch andere Geschäfte und ver- schaffte sich dadurch betrügerisch Geld. Vor Gericht bestritt der An- geklagte jede Schuld. Tie Strafkammer sieht sie jedoch als erwiesen und verurteilte Petersen zu einem Fahr Gefängnis, ohne ihm etwas von der seit Dezember 1913 erlittenen Untersuchungshaft anzu- rechnen. Mus aller Welt. Ermordung eines Konsuls im Eisenbahnzuge. Wie aus Tunis gemeldet wird, fanden Eisenbahnbeamte in Tunis bei der Revision eines Zuges, der Reisende und die Post aus dem französischen Mutterlcmde gebracht hatte, in einem Abteil erster Klasse einen Ueberzieher und einen Stock, die mit Blut be« sudelt waren. In dem Abteil fand sich eine Blutlache. In dem Ueberzieher steckten Papiere auf den Namen des russischen und norwegischen Konsuls in Tunis, Batt. Bei Absuchuug der Bahnlinie wurde die Leiche des Konsuls zwischen Tindscha und Moteur ungefähr 25 Kilometer von Biserta aufgefunden: er hatte einen Revolverschuß unter der linken Schläfe und Blut- untcrlaufungeii an den Augen. Sein Koffer und sein Handgepäck sind verschwunden. Wahrscheinlich ist er das Opfer eines Raubmordes geworden. In seinem Abteil soll sich ein junger Mann von 25 Jahren befunden haben. Znm Erdbeben auf Sizilien. Nach den behördlichen Feststellungen hat das Erdbeben eine auf fünf O n a d r a t k i l o m e t c r sich erstreckende Zone schwer heimgesucht und darüber hinaus die Orte Linera und Passopomo dem Erdboden gleich gemacht. Bisher hat man ungefähr sechzig Tote gezählt. Die Gegend leidet wegen der Ausbräche des Aetnas und der schlechten Bauart der Häuser sehr durch die Erdbeben. Sonntagabend hat man auf dem Gipfel des Vulkans einen Feuerschein bemerkt. Die kleinen Erdstöße dauern an. Er geht! Der StaatSanwaltschastsrat Dr. jur. Friedrich G l a tz e l aus Breslau, der, wie gemeldet, bei der in Schwierigkeiten geratenen Breslauer Jnnungsbauk einen Kredit in der unverhältni-Zmäßigen Höhe von 190 000 Mark in Anspruch genommen hatte, hat nun- mehr sein Abschiedsgesuch eingereicht. Ein recht ruhmloses Ende für einen so verdienstvollen Beamten, der sein bestes Könne» an die Bekämpsimg der Sozialdemokratie gesetzt hat. Ei» grofi angelegter Schwindel. Die Pariser Postverwaltung ist in den letzten Monaten auf eine un« erhört raffinierte und geschickte Art um über 599999 Frank geschädigt worden. Die Untersuchung darüber wird zwar ganz geheim geführt, doch ist der„Matin" in der Lage, einige sehr interessante Einzelheiten darüber zu bringen. Danach ist es in den letzten drei Wochen einer Bande internationaler Hoch« stapler, in der Hauptsache allem Anschein nach Belgiern, ge- lungen. in die Postsäcke über 2999 gefälschte Post- a n w e i s u n g e n einzuschmuggeln. Diese lauten auf je 299 bis 399 Frank, überstiegen jedoch niemals den letzten Betrag, da die Betrüger offenbar wußten, daß die Anweisungen in diesem Falle von einem besonderen Benachrichtigungsformular begleitet werden. Die Fälschungen sind mit unglaublicher Vollendung aus» geführt. Die Anweisungen stimmen bis in die kleinsten Kleinigkeiten mit den echten überein, so daß auch nicht ein einziges mal der Verdacht der Postbeamten wach wurde. Die Fälscher hätten ihr Werk noch un- begrenzt lange Zeit fortsetzen können, wenn nicht alle 14 Tage eine allgemeine Kassenrevifion stattfinden würde. Bei der letzten Rc- Vision entdeckte man nun, baß eine ganze Anzahl Anweisungen dieselben Nummern trugen, und daß sich überhaupt in den Kassenberichten der einzelnen Postämter unerklärlich« Unregelmäßig- leiten fanden. Auf diese Weise kam man den Fälschungen auf dje Spur. Offenbar wußten die Verbrecher genau von dieser Revision, denn seitdem ist keine einzige verdächtige Po st an- Weisung mehr eingel aufen. Die Hoffnung, die Diebe zu fassen, ist daher nur gering._ Kleine Notizen. Nnter dem Verdacht des Gattenmordes an seiner am 18. April verstorbenen Ehefrau wurde in Rathenow der Goldarbeiter Karl Becker verhaftet. Becker hatte stets Chloroform in feiner Wohnung, das er sich von denr in einer Apotheke beschäftigt ge- wesenen Hausdiener Rad van verschafft hatte. Radvan hatte am Tage nach dem Tode der Frau Becker Selbstmord verübt. Die Aus- grabuiig der Leiche der Frau Becker ist angeordnet worden. Schwerer Aiitomobilunfall. Auf der Chaussee Forst-MuSkau, hinter T s ch e r n i tz. rannie am Sonmagmittag da« mit sechs Personen besetzte Automobil de? Kaufmanns Arno O e h l e r aus Forst, dcS Mitinhabers der Wollsirma Oehler u. Co.. gegen einen Baum und überschlug sich. Sämtliche Insassen ivurdcn auf die Chaussee geschleudert. Frau Oehler und eine Tochter sind schwer verletzt. Die andere» Personen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Bergwerksunglück. Auf dem Bögeschacht der Braunkohlengrube Glückauf in Lichtenau ber Lauban verunglückten durch nieder- gehende Erdmassen und Schwemmsand vier Bergleute töd- lich. Drei ivaren verheiratet und hinterlassen außer den Frauen zulammen 19 Kinder. Steilrrbctriigeretcn. Die Aachener Strafkammer verurteilte die �iiwe des iyabrikanten Julius Sleinbach, die Kaufleute Hubert --udwig Steisel, den Rentner Ferdinand Beckmann als Mit- beteiligte der Papierfabrik Steinbach u. Co. in Malme dy wegen Steuerhinterziehung während der Jahre 1997 bis 1911 07z M°zahlein' insgesamt müssen die Angeklagten Im Stichwahlkampf verunglückt ist der französische Genosse Nadr. �ein Automobil geriet in einen Graben. Radi trug tflwere �.uetichungeit davon, welche, wenn auch nicht ttbenSgefahrlich doch so schwer sind, daß Genosse Nadi sich vom. Wahlkainpf zurückziehen muß. -trafcilbahnzusiimmensti-ß in L-nde«. Montagvormittag stießen )cr Blacksnart-Brücke in London zwei Straßenbahn- an der wagen zusammen und Trümmer. Vierzehn splitter, verletzt. ingen dabei vollständig in ersonen wurden, zumeist durch GlaS- Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil vcrantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag:Vorwärt»Buchdruckerej u. VerlägsäirstÄt'Paul Singer& Co„ BetlnTSW." Todes-Anzeigen| Sozialdemokraliseher Walil�Epein 1.1 IBerLReiehstagswahlkreis. Bezirk 124. Am 9. Mai verstarb unser Mit. glicd, der Expedient 206/5 Albert Schindler Lehnin er Ztr. 2. Ehre seinem»«denke«: Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Mai, nachmittags 2� Uhr, von der Halle deS PhilippuS-AposteUKirchhoseS, Ein- gang Müllerstr. 44/42, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht ve? Voi-steuld. Zentralverband der Glasarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. U Uerl. Reichstagswalilkreis. Landsberger Viertel. Bez. 390 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger Genosse, der Spediteur .Arn Sonnabend, den 9. Hai, starb nach langem, schwerem Leiden im Krankenhaueo zu Britz der Redakteur unserer Rachzeitung, K'olege Albert Qebel. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen pflichttreuen Mitarbeiter, der jederzeit für die Interessen unserer Kollegen einzutreten bemüht war. Dem Hingeschiedenen werden wir jederzeit ein ehrenhaftes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Mai, nachmitta-rs 5';, Uhr, auf dem Friedhof der Gemeinde Stralau statt.' 72/2 Der Hauptvorstand des Zentralverbandes der Glasarbeiter. Arbeiter- Mabrer• Bund „Solidarität" Ortsgrop�e Berlin Wteilung I. Den Mitgliedern zur Kenntnis. daß unser Bundesgenosse Hermaim Dietrich am 9. Mai im 30. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 12. Mai, von der Balle des Kirchhofs an der lauten Hölle aus sdaU. Treffpunkt um f.3 Uhr bei Wiemers, Bülowstr. ,28. Um rege Beteiligung ersucht 11/13 Der Vorstand. Allgemeine Orts- Krankenkasse sin? Ktttin-Jlfztii Richard Haekflbuspli H Verbaud der Sanier unil Porteleuiller.■ Bekanntmach«»,. mcuaru naCECiUUbCU BS �______«.•___..„1,„KV,.;„„c H«emäi, 8 23 her Sahlorbmn gestorben ist. Ehre seinem Audeukeu 1 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Freireligiösen Friedhofes, Pappel- allee, aus statt. Köpenicker Viertel. Bez. 183 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Lezirlssührer, der Präger Efrnst Hoppe Wraagelstraße 88 gestorben ist. Ehre seine« A«de«ke«: Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. Mai, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhoses m Friedrichs- selde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 213/11 Der Vorstand. 1lerbandderSattierQ.Porte!eiiilier Deutsehlands. crtsverwntlung Verlin. Den Kollegen hiermit zur Nach. richt, daß unser langjähriges Mit- glicd und Vorsitzender des Aus- schufies Richard Hackelhusch verstorben ist. Ehre seine«»«denken 1 Die Beerdigung findet aui Mutwoch. den 13. d. MtS.. nach- mittag» 4 Uhr, von der Leichen. Halle deS Freireligiöse» Friedhofes, Pappel-Allee 15/17, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 156/15 Die OrtSverwaltung. Nachruf. Am Sonntag, den 10, Mai, verstarb nach langer, schwerer Kranthest unser langjähriger, treuer Mitarbeiter, der Spediteur Richard Hackeihusch im 45. Lebensjahre. Sem ehrlicher, aufrichtiger Cha- ratter. seine in langjähriger Tätig. k«it bewieiene Pstichttrcue und Eewisienoastiglett sichern ihm ein ihrcndeS, dauerndes Andenien, Tie Hauptexpedition des'„Vorwärts". --- Sozialdemokratischer Wahlfereln Hiedertiamim. Bezirk Stralan. Am Jonnabend, den 9. Mai, starb im Kranlenhause zu Britz unser Gemeindevertretcr und Parteigenoffe, der Redakteur Alksrt Gebel '» Alter von 51 Jahren nach langer und schwerer Zkrantheit. Unser Parteigenosse hat in der Gemeindevertretung seine ganze Kraft auch aus kommunalem Gebiet entfallet und der Partei. bcwegung in Stralau schätzbare Dienste geleistet Die Parteigenoffe» von Stralau werten ihm zederzest ein ehrende- Andenken bewahren. Die Betrdigung findet Mittwoch- nachmittag 5'/, Uhr aus dem Gemeinde- Friedhos in Stralau stall. 241/1 Rege Be.-.ligung erwartet Die Bezirksleitung. Deutscher Bauarbeiter-Verband. Zweigverein Berlin. Am 9. Mai starb unser Mit- glied. der Hilssarbeiter Ulbert Lciiincller (Bezirk Südwest). Ehre seinem»«denke»: Di« Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Mai. nach- mittag» 2*/« Ubr, von der Halle des städtischen Friedhosc» in der �ttstraße, Ecke Müllcrstraßc, aus Um rege Beteiligung ersucht 142/14 Ter Vorstand. Arn Sonntag, den 10. Mai, verstarb unser langjähriges | Mitglied, der Vorsitzende des Ausschusses Richard Hackelhusch. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Mai, nach- 1 mittags 4 Uhr, von der Halle des Freireligiösen Friedhofes, "■appel-Allee, aus statt. 156/14 Um rege Beteiligung ersuchen Der Vorstand, Der Zentralvoretand. Der AnsgcbnB. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Schmied Hermann Dietrich (Schöneberg, Prinz-Georg-Str. 4) am 8. Mai an Herzleiden ge- storben ist. Die Beerdigung findet beute Dienstag, den 12. Mai. nachmittag» 4 Ubr, von der Leichenball« des zweiten städtischen Friedhosc» in Schöneberg, Blanke Holle, au» statt. Ferner starb unser Mitglied, der Schlosser Otto Drommert (Naugarder Str. 17) am 8. Mai an Leberleidcn. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. Mai, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle deS<5L Georgcn-KirchhoseS in Weißenfee, Roelckestraßc, aus statt,_ Ferner starb unser Mttglied, der Schlosser Wilhelm Koch am 4. Mai durch Straßenunsall. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. Mai, nach- mittags 3'/, Ubr, von der Leichen. balle de» ZionS- Kirchhofes in Nieder-Schönhaufen aus statt. Ferner starb unter Mitglied. der Klempner Albert I�emke (Frankfurter Allee 148) am 8. Mai an Lungenleiden. Di- Beerdigung findet heute DienStag den 12. Mai. nach- mittags 4 Uhr. von der Seichen- Halle deS städtischen Friedhofes in Marzahn auS statt. Ferner starb unter Mttglied, der Former Otto Gennrich (Mmtin-Opitz-Ttr. 22) am 9. Mai an Lungenleidcn. Die Einätchcrung firdet heute DienStag. den tl. Mai. nach. mittags 3 Uhr. im Krematorium. Gerichtstraße, statt. Ehre ihrem Andenke»! Rege Beteiligung erwartet 118/6 Ois Ortsverwaltun». Sozialdemokratischer Wahlverein tür Schöneberg. Bezirk 10. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Schmied Hermann Dietrich am Sonnabend verstorben fit, Oflirc feinem Andenke«: Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. Mai. nach- mittags 4 Ubr, von der Leichen- des zweiten städtischen FriedhoseS, Blanko Hölle, aus stall. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Tee Vorstand. Treffpunkt für Mitglieder des besang- Vereins Schöneberger Männerchor'/44 Uhr aus obigem Friedhof. l5/3 Haiiksasang. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und den vielen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Manne» und Vaters lagen wir allen Freunden und Belannlen, insbeiondere dem Koblendändler. Verein, dem Metallarbetter-Verband, dem Wabloerein deS 6. Wahlkreiies und den Kollegen der Firma Pintsch, Karl Schulz und Wilhelm Riewe unieren herzlichsten Dank. 20326 Die trauernden Hinterbliebenen Ww. Berta Leskow nebst Kindern. Allen Freunden und Partei genossen die tramtge Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Bauarbetter Hermann Spann nach kurzem Krankenlager»er- starben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Mal. nachmittags 5 Uhr, von der Halle deS 2. Städtischen FriedhosS (Blanie Hölle) au» statt. A Tie trauernde Gattin und Kinder. Soztaldemokrattseher Wahlverein SeiMerg, 4. Bezirk. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoff«, der Bau- arbeiter Hermann Lpann nach kurzem Krankenlager im Alter von 48 Jahre» verstorben ist. Ehre seinem Zlndenke«: Di« Beerdigung findet am Mtttwoch. den 13. Mai. nach- mtttagS 5 Ubr, von der Leichen- halle d-S 2. Städtischen FriedhosS (Blanfe Hölle) aus statt. Um reg« Beteiligung ersucht 15/11 Der«orftaud. Treffpunkt für Mitglieder des Geiangvereins Schöneberger Mäimerchor'/«2 Uhr ans obigem Friedhos._ Zentralverband der Handlungs- veztrk Berti». Nach langem, schwerem Seiden ist Sonnabend unser Kollege Walter Hecht gestorben. Ehre seinem Andenken l Di« Beerdigung findet am Dienstag, den 12. Mai, nach- mittag» 4'/, Ubr, von der Leichen. ball« de»£t. Thomas-Kirchhojes. Hermannstratze, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 77/13 Dia OrtavsrwalUmg. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirkaverwaltung GroB-Bsrlln. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Hausdiener Johann Piplack am 5. Mai im Aller von 56 Jahren verstorben ist. 64/16 VI« Bezirkaverwaltung Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz- licher Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruder», de» Drehers I*»al Marx sagen wir allen Freunden und De- lannlen, den Kollegen und Lehrlingen der Firma Gebr. Tellschow, den Kollegin de» Arbeiter-JugendbeimS, Abt. I. dem Deutschen Metallarbeiter- Verband und dem Wahlverein unieren besten Dank. 2033b Familie Marx, Salvinftr. 6. " Danksagung. Für die vielen Beweiie herzlichster Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unierer guten Mutler, Schwester und Schwiegermutter iVlarie Brügert sagen wir allen, insbesondere dem Wahlverein, Bezirk 366 und den Mietern de» Hauie» Mirbachstr. 17 unieren autrichligsten Dank. 182A Friedrich Brngert und Kinder. Gemäß§ 23 ber Wublordnung zur Kaffinsatzung»ürd die Bohl der Mitglieder des Vorstandes auf Mittwoch, de» 3. Juni 1914, im Kassenlolal, Steglitz, Körnerstr. 55, anberaunt. ES wählen die Vertreter der Arbeitgeber im Ausschuß von S bis 7 Uhr abendS, die Vertreter der Derficherten im Ausschuß von 7 biS 8 kthr abends. Zu wählen such: 1. 3 Vertreter der Arbeitgeber und 6 Ersatzmänner. 2. 6 Vertreter der'Versicherten und 12 Ersatzmänner. Die Vertreter im Ausschuß werden hiermit ausgesordepst schriftliche Wahl- Vorschläge biS tpötefi enS zum 20. Mai 1914 bn dem Vorstand der Kaste ein- zureichen. Verspätet eingebende Wahl- Vorschläge bleiben unberücksichtigt. Die Sttmmabgad« ist an die ge- machten Wahlvorschläg« gebunden. Die zugelassenen Wahlvorichläge liegen eine Woche vor dem Wahltage im Kassenlokal, Körnerstr. 55, von 9 bis 1 Uhr, zur Einsicht der Beteiligten aus. 273/18 Im übrigen wird aus die bezügl' Bestimmungen der Wahlordnung und der Satzung verwiesen. Berlw-Steglitz. den 9. Mal 1914. Der Borstand. Emil Schulz«, Vorsitzender. Gustav Bigalke, Schristsührer. - 1 Hark •CMieatlleli. TaltmihHig llefero il.g.nt. •Herren-* : Moden* fertig und nun MaSI . Julius: jFabian: 0 Scbncldermeiitet • Gr, Frankfurter Str. 37, n• » Turmstr 18, 1. kein Laden J • Kottbuser Strasse 14. nur• 2. Etage« 0 Vorzeige r dieser Annonce 0 0 erhält ft Prozent M • Rabatt! G *--------** Zukunftshans. Berlin, Nähr Tchles. Bahnhof. erbieilungsh, billig verkäust. Paff. s. Restaurateur. JmHauseieil ZS Jahr. Restanr. m. Fremdeuloais. Ansr. u.„res. Z. 866" bes. Rudolf Moste. Berlin-Friedenau, Kaisereich-. 67/>0 Gr.Stofdager 1. Baer B8flStr.2ßprinzCkAllee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung. Elegante' Paletots. Elegante Anzüge in jeder Preislage. z. eleg. MaBantertigung. Billigste, feste Preise. Annttll- nud ßrainbinderri von Roher! Meyer," Jnh.: P. Golletz Mariannenftr. Z. Tel.Mpl 348 Für unseren Parteibctriev iuche» wir. zum baldigen An tp tritt eine tiiclitige Hilfskraft. Bewerber müsseu kauf männische und Fachkmrntnifie i bestneu, insbesondere, mit dort Drucksachen-Kalkulabion der-? traut sei». Offerten mit An-! gäbe der GehalNsansprüche I bis IZ. Mai an»ietrieb I P Ulli in an n, Staun- schweig- Mtswdtrtng 3« erbeten. 285(111 Buchdruckerei H. Riccke n. i H.& P. Uder, engd-we/«; Tabak-GroUlian.,Kottbus.Str.Sl/l. Eharlattenbnrg, Kaulstr. 125, Nähe Leibaizstr. Hamburg, Kaiser. Wilhclm-Str. 3. Leipzig, Hahnstr. 17/19. Passage Lederbos. Breslau, Reu Pfg. fzulissig Z fettgedruckte Worte). Stelicngesuche und Sctilatstellen- Anzeigen 5 Pfn.; das erste Wort ffettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zäliien doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN fGr die nächste Kummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I L'hr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expeditton, Lindenstrasse 09, bis S Uhr angenommen. Verkäufe. (tinrhiucti enurut billin! ftiinft« InnavbBteu jefet Feuilcr 4,70, Bell- decken jebt l,9ö, Ttichdeckeii, 2teut)' decken. Teppiche jndeckhliii billin, Uieorg ttmine?!achf,, ILHc.usiee ilrn'.e 7n 74, und Lchöitebcrj), Hnnpl- ftcltye 149._ Kostiiiiie, dildichöne, iiller_ Ärt, Popeliiuiiänlel, Zllpakaiiiöntel, �pcnck, hüten, Moireejacken, lieineitloflüme. !h>aichkleider, Blusen. Zloffröcke, ckeinenröcke, direkt aus ülrbeitssluben, spottbillig. Bkener, Blücheritv. Ick I. icklnge, stein Laden. Zonntckgk pe önnet.„Bormöi ts"le!er 7 Proz. Teppiche k iiebierizasie» in allen (firÖBen. ioit tut die Häiile deck Serie;-. Teppichlager Stiinn, Hacke- Icker Marli 4, Bahnhos Börse-«Leser deck.Borwäi!»' erhalten ö-Prozent Naball.« Zpii»tag-Z zeapnet I' 4tinderi»»geii k Teilzaliiimg«t,.n!chthncr, Fooe-.. �ip. wannen, Baoewannen. Spezialsabrik ZHeichenbergeritrake 47. Lesern 7 Pro;. In ntccii-ii Stunde». �SochcnT schrtst für das arbeitende Dvll. Romane und Erzählungen. Abonnements wöchentlich 10 Pf. nehmen alle Aus- gabeltellen deck„Borwärtck' entgegen. Probeheste gratis. " Ad e siiu erp u nipc» 0,70, Zanger 2,50, Rohre, Flügelpumven, Galten- sprixen. Ocbiauchtc Guinmüchläuche. itzeler 0,70. Schroeder, Höchst r, 43.* kiehn Irfcrft. Prozent Rabatt Borivärts. Gardinenreste. ,7-enster 1,77,1,97, -9.47, 2s87, 7,70. 4,97, 7L0, 0,07 nsiv. G. WeiBenbergck«Kardtnen- nnd Teppichbauck.'«Kroze Krankiurter- slrape 197. im Hanse der Rköbelsabrik an der Koppcnnfaste. Teppiche mit BSebesebler» 7.70. 9.70, 11,70, 1 7,50, 10,70, 19,70,99.70, 95,50, 99,7,0 nsiv, TeilpichhanZ, Große .rraiiksnrteriirage 197, im Hanse der Plödetsabrik, Reitdestande. I—! Kensier Tnch- Portieren, Plnschporiieren, Madras- Portieren, neueste Muster., Tenner 9.87, 3,.7U, 3,97, 4,97, 7,75, 0,70, 7,70, 9,70. 11,50, 14,70, 18,-70 tn'w Portieren- banS, Groite.T-raiiksiiiterftrniie 197, Tuchdelke», Leinendechen. Ptüick- decken 1,37. 1,07, 1,97. 9.47. 9.97. 3.07. 4,97. 4,87, 7.50, 6,77, 8,74), 9,70 «dick 4.7 Mark. Steppdecken. Similiseide, vornehme Ällcksührnng 3.77, 4,87. 7.>7, 0,70. 7.8.7, 9,70, 19,7t«, 14,7)0 hin». Ga oße Trankinrtersiraise 497, im Hause Set Pköbelsabrik. 9«l>>75t Peihdau»'JWoriBVtais 5M j»! kauzen Sie svoitbillig von Kavalieren wenig getragene so«vie im Periatz ge> we«e)ie ,7ackett-. Rockanzüge. lUiter, Paletots serie Ii 10— 18, Serie 11 i 21«— 3t) Mark, grötzienteilck aus Seide. GeiegttibeitSkäine i» neuer Maß- garderpbe, enorm billig. Riesenvosien .itleider. Kostüme. au' Seide. stüher dick l7<0, jetzt 90—37 Mark Erna-Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten. Weiche. Udren, Brillanten, Goldivare» enorm billig nur Moritz- platz 78u I. 194Ä* Teppiche, niarbensehler, Portieren, Gardinen, Tüll stareck, Ditvandecken. Steppdecken, Sosabezüge, Lätiser- stosse. jpotlbilltge Gelegenheiten. Potsdamerstuage 109, Conrad Fischer. PorwärlSleserii Crtraradalt. .tilappiportauagr»,»agelnene. svoitbillig Äsenbahnstraße 3t, Musik» geschäsf.'_! 94' ifieichgesticktePorticren.Filztnch 3,87. Ratnrleinen 7.37, Beivefplüsch 0,87, Kochelleineti 0,77 pro Fenster, Prachkkataiog gratis. TepPichllanS Cmil Lejövre, Ornnienslrnße 178.' BSringmatchine» und Wasch- Maschinen billig, atrch aus Teilzahlung. Bellmann, Gollnowstraße 90, s99054' Steppbecken: Pracküiolle Siinili- seidene 3,97, 4,87. 7.77; dopvel- seilige 7.7t-. 8.77, Tnlllietidrcken 1,97. 9,70- zweibeltig: 4,77. Wolss Teppichbauck, Tresdenerstr. 8 oiotlbnsertor). Abonneiileu 10 Proz. Rabatt, 54' Taschrnbnch sät«varientreunde Sin Ratgeber si'tr die Pflege und sachgemäße Bewirtichaitmtg deck bäuck. licheit Zier», Gemüse- und Cbft. garten' von Matz Heckdörser. Zweite vermehrte Auflage. Mit 137 Text- abbiloungni. Preis 3,50 Mark, Expedition PorwärlS. Lindennr, 09, Klappsvorttuagcn, bessere, Bii- lowsfraße 77, BorderhaucklV. Schorich. Kinderwagen, eleganter, billig. fSitichinetstraße 09. Fingerhuib. 9049b Kauaricnhiifme. sprechende Papa geien. Kommandanten str. 7>9. Grund- inann, Rcilaurant. 9039b Herrenanzüge k Palelots, Bein- lleider, Bellenverkaus. Prachlleppiche, Gardin enauckwahl, Plüschporiieren, Tischdecken, Steppdecken. Anssleuer- wäiche. Nhrenoerkaus, Schmucksachen, Tpoltbillig I Leihhaus Warschauci straße 7. 979tiK' (ZesckLktsvenltäuke. Gutgehendes Lokal, am Wasser gelegen. Dgmpsersteg,«Sarleii. Saal, Parteiperlebr, oerkänslich. Onerieu I-'. 1(irpedilion des„Bortvärts'. _ Zigarrengl ichiitt. süntzigjährig. Spottpreis. Versetzung. Prenzlauerallee 180. 90ild tttödei. Herr berkausi Flurzimmer- Ein- richtnng, Viemelersträße 4, vorn 17', Flurzimmer. 4119 Prachtvolle Äiirchaumirirlichast, «ehr billig. Rosenthalerstraße.77, vorne III rcchlck.(Gewerblich.) Händler mierwünicht. 07/90' Achtung k Möbel aus Kredit An zalilnng 3 Mark an. Abzahlung 1 Marl nn. Rieiemmswahl, billige Preise! Gcößle tllückflcht bei Krank- bei! nnd Arbeitslosigkeit, ifulanlestes Kredilbanck Berlins, Inserat mit- bringen, Wert 7 Marl, sonntags geöflnel. Möbelhaus Konsum. Kou- bnseriiraße 14, 9110K' iUiöbel- Lechuer, l, Geichäst Brniineniiraße 7. am Rosenibaler Platz, t. Eingang im Laden. 9. Em- gang Hoi parterre, 9. Geichäst: Miillennaße 174, Ecke Fennüraße, 1. Etage. Wichtig siir Braullente! I Stube und Küche 170 Mark, An- zablung 10 Mark, ivöckeullich 1.70 Mark, 1 Stube und Küche 900 Mark, An, zablung 17 Mark, ivöchenltich 9 Marl. Große Auswahl in besseren Wobnnngs-Einrichliiiigen. Anzahlung von 7o Mark an, loöckenikich 4 Mark. Herren- nnd Speisezimmer, Anzahlung von 40 Marl an. wöchentlich 3 Mark, rnonntlich 19 Mark. Einzelne Möbelslücke, Anzahlung von 4 Mark an, wöchentlich von 1 Marl an. Liefere auch nach auswärt--. Bor» zeiger deck Inserats erhält bei Maus einer WohnungS-Emrühtung 10 Mark gutgeschrieben, 7 Fahre Garantie! .Katalog aus Wnmch gratis! Sonntag von 13— 2 Uhr geössnet. 999754' •Brautleute Wobei aus Kredit! Der richtige Weg ist nur zu Tannen- zaps, Btumenslraße 9, Ecke Wallner- theaterstraße. Moderne Arbeiter- möbel in Eiche imd Rußbaum. Rur bei mir lausen Sie ans be- qiieme An- und Abzahlung. Ein- zelne Möbelstücke 3,— Anzahlung, Wochenrate 1,— eventuell ahne An zahiimg, Stube nnd Küche schvii mit Wochenrate von 1.70 an. Zimmer zu 80,—. I0o,—, 190.—, 170,— n!». Einrichtung bis 800 Mark. Kurze Zeit verlieben gewesene Möbel spottbillig. Meine Wagen haben leine Firma und iind sie bei mir jeder. Diskretion sicher. Inserat mitbringen. bei WobnnngZeinrichtnng 10 Mark gutge'chuebeii. Aus tolc Schilder genau achten, 947754' •Vtöbelteilzahliiiig. 10 Mark An- zahluug. kleinste Raten. Bringen Sie beim Einlatts dieses Inserat mit. st7 Prozent der An- zablung Gntschrijt.)«»nie bürgerliche Wohnniigsmöbel. Ehrlich, Alte Schön- batiierslraße 39. 971754 Geldheirat nicht mebr nötig Fch tiesere zu Kaisenpreiien bei geringster Anzahlung und kleinsten Raten nach Borichiag der Kättser komplette Wob- nimgseiiirichtungen sowie Einzelmöbel unter langjähriger Garantie. Stube und Küche 180.— an, zwei Stuben und Küche 330,— an. Gebrauchte und zurückgeietzte Möbel, saft neu, beionderS billig. Bei Krankbeil. Arbeitcklosigkeit. Aussperrung. Streik ielbstverständtiche Rücksicht. Llesernng und Ausstellung srei Wobming. Richt- gesallendes Umtausch gestattet. Fuiius Gabbert, Tischlermeister. Acker- straße 74, Kein Warenkrediigeichätt,* Mahagoni Spiegelschränle, englische Bettstellen. Tpiegelipinde. Kommoden, Säulenir-umeau, Rachitische. llUickziebtische, Stühle, Sosaimibaue, Plüschiosa, zTugendslilichranf. Spiegel» verliko, alles neue Möbelgrlegcnheik-:- kättie, billig. Möbelspetcher Febr- bellinerftraße 21a. Perlaus um die Ecke, Kastckstienallee-aZ. Kamerling. zvioedrl-Bördel. Montzplatz.üll Fabrikgebäude, liesert aI-5 Spezialität: Ein- und Zweizimmer-Einrichtungeit. «Größte Anckwabi in 9 Etagen. Billigste Preise..Komplett eingerichtete Muster- zimmer. Ein Zimmer nnd Küche 918,—, 346,—, modern 373,—, 463.—, 498,—, 726,—. 771.—. 611,—. 670,— bis 1000,—. Zwei Zimmer nnd Küche 463,—, 782.—, 676— 740,—. 803,—, 047,—, 1011,—, 1101,—, 1208,— bis 9000,—. Schtaszimmer 188,—, 290,—, Eiche 347,—, 391— 4>3— Wohnzimmer, modern,' 234,—, 994,—, 338/—, 381,—, Speisezimmer. echt Eiche, 329,—, 380.—. 439.—, 479,—, Ö34/—, Herrenzimmer, Eiche, 314,—, 426,—, cnglijche Bettstelle mit Matratze 40,—, Trumeau, ge- schlip-n 36.—, Umbau 53,-. Be- sicktigung ohne 5iauszwang erbeten. Fun, Fahre Garantie. Eventuell Zabtungserleichterungen. G-önn-t 8—8. Sonntags 8-10. Kein Laden. Berkaus im Fabrikgebäude. Muiter- buch gratis. 2076Ä' stlköbolbaiidtung Mariannen« straße 27, billige Preise. Teilzahliiug geitailel.»PorwärtS'lejer 3 Prozent Rabalt. 89054' •iltobel oone Geld! Bei flerner Aiizabütng neben Wirtichatten und einzelne Stücke auf Kredit unter äußerster Preisnotierung, auch Waren aller Art. Der ganze Lnen tauit bei uns. Kret'ckmaim u. Eo.. Koppen- straße 4. tSckienicker Babnbot.)• •Bio bei k Für Braullente günstigste «»etegenbeit. sick Möbel anzuschafien Mit kteinster Anzabtiing gebe schon Stube und Küche. An jedem Stück deullicker Preis. Uebervorleitung daher nuckgeichiojjen. Bei Zbrankbeits- füllen und Arbeilslongkeit anertannt größte Rücksicht. Möbelgeschäft M. Goldstaub. Zossenerstraße 38. Ecke Gneiieiiaiistraße. 390154' •Islobet(diskret« und Mööet- ta'iid). Auslage lobiit. Fch liejere lotiOc. gut gearbeitete Einrichtung bei ileinner Anzahlung nnd beguemsten Raienzabtungeii. Aeltere, unmoderne Möbel werden in Zahlung genommen und bar verrechnet. Pojtlagcrtarte 3, Postamt 99. � 9t88K' Schreibtische 37,00, Mviniettiosas 70,00, KleideZdiränke 97,00, Bettstellen 18,00, große AttckwabI Speisezimmer. Echlaszimmer. Herreuzimmer. tomplelte öttüche 48,00. Stube und Küche 177,06«. Möliel-Gekegenheits- kaushaus. Brückenstraße 6. Be«uck lohnrndst. 2117b' Uinbanptüschsotas 70,—, ix-.—. Ebavelongueck 18,—. 99.—, englische Bettstellen 30,—. Tapezierer Walter. Starzarderitraße 18. 943544* svlatiagonibütelts! Sofa- umbauten, Schreibtische, Trunteaus. . siov- und Vierzugtische, Robr- nnd Leberslüble. tomplelte Salons, lom- plette Schlafzimmer, in bell- nnd duttteliuabagoni. Wafchloinmoden, Nachtspitiden. Bettstellen, Kleider- spinheti. BertitoS in reichhaltigster •Auswahl, sehr preiswert.„Möbel- bans" M. Hirschowitz, nur Slalitzer- straste 97. 9-t96K* Rustbaum Wirttchajten nngtanb- lich billig. Moderne Schränke mit Butzenlckeiden 77 Mark. Bettstellen mit Matratzen 37 Mark. � Bildschöne Küchen 60 Mark. Enorm große Auswahl i» vier Etagen. Hans Lenneit. SvezialbauS für Gelegen- beitskäuse, Lolhringerstraße Ar. 77. Rosenthaler Platz. 9747K' Musikinstrumente Krause-Pianos und Flügel. klassiges Fabrikat, auch Kans. Tausch, Miele,. '.«lnSbuckerslraße 1. erst- gebrauchte, eitzahlnng, k�nlirrüller. Gebrauchte Fahrräder, lolossale Ausivaht, 10.—. 17.— 90.—, 95,—, neue 30,—. Machnow, Weinmeister- straße tl.____•349054» Tanieiitalirräder, größte Ans- wahl Berlins. Gebrauchte 17,— auswärts, nette 87,— an. Machnow, Weinmeisterstraße 14. 2489K'' Fahrräder. Teilzahlungen., Bor- wärts'leser iütts Prozent Rabatt. Fn- validenstr. 20. Turmstr. 31. 276454 Fahrräder, größte Auswahl Ber« lins, gedra lichte>0.—-, 15—, 20,—, 97,—,»linden über, Mädchenräder. Damenräder. Freilaujräder, Reiin- Maschinen, alles in größter SlnS «vabl. Machnow. Weinmeislerslraße 14. �Teilzahlungen ohne Anzahlung. Daiizigernrane I!>. 979551 Freilauträder. Rur«o lange Borrat erhält jeder tläuser eines Rund-um-Berliu-Rades Torpedoirei- lanmabe gratis. Neue Zvezialsalir- räder mi! Gummi Mark 39,— an. Tantensahrräder Mark 37,— an. Riejenaustvahl gebrauchter Mark 10,— an. Ein Posten Lausdeckeu, Schläuche 1.70 an. Zubebörlefle enorm billig. Weinmeisterftraße 2, Große Frank- surteritraße 144. Ehmisseestraße 92■, Neukölln: Bergstraße 4, Hermann- platz 6.° Wreunaborrad, neuerhatken, 27.04.«, Znbebör. Karbidlalerne. Fahrrad- eugroslazer, Weberstraße 42. 67, 1' Kam�eLiicke. Zahngebiffc, Goldiacken. Silber« sacken. Plaiinabsälle. sämtliche Metalle hächstzahieno. Schmeizerei Ehrisiionat, Köpenickerstraße 20» sgegenüber Mameufjell'raße«. 48/10* («oldschmel;r tauit böchslzableiiä Zahngebisse, alle Metalle. Witwe Nieper. nur Köpenickerstraße 177. Ptattnaabtälle, alte«"aldiachen, Bruchgoid, Süber, Gebisse, alte Uhren, Kebrgold, Goldwalten, Quecksilber, Stanniol, iowie sämtliche Gold-, Silber». piatinbaltigen und pbola- graphlicheii Rückstände kausl Broh, Edelmeiallschmeize Berlin, Köve- tnckerstraße 99. Telephon Moritz« platz 347«._____ 2451« Kupfer, Meiling. Zink. Zinn. Blei, Stanniolvapier, Goldsachen. Silber» jachen, Platin, Quecksilber, Zabn- gebisse.„Metallschmelze' Eohn. Bimmenstraße 97. 58/9' Platinadfälle, Gramm 7.60, Alt- gold, Silber. Zahngebüse. Stanniol, Glühstrumpsasche. Quecksilber far.it böchsizadtend Btümet, Schmelzerei, Augii'lstraße 19 Iii. Zahngebisse, Gebisse bis 70.00 (Zlbholung). Plaiinabsälle 7,70. AU- gold. SUbersache»,»lehrgotd. Gold- «valten. gold-, silberbaltige Rückstände, n.ueckstlber,«iaiiiiiotpapier,Ziiin3.00, Kupfer 1.99,•Messing, Zink. Bleu höchsizahlend. Edetmeiall-Eintauss- bureau Lcberstraße 31. König- stadl 4248._ 977744* •Briefmarken, Münzen, kaust Gioßmann, Svandauer Brücke Id.' Fahrradaiikaiit,):uck deseltri HÄHst» zahlend. Weberstraße 49. 67.'>* Fahrradankauf. Liniensttaßc 97. l�nterrickt. Proletarier, lernt die Mutter- spräche beherrschen! Mustergütligeck Deutsch sprechen und ickreiben lehrt billig fauch abends erfahrener Privat» lehrer. Anfragen erbeten unter„Pest- lagerkarte 976", Biicfpoitamt Berlin. Äutomobitsührer, erulläissge' stellungsüchere Ausbildung. 100 Mark Auch Abendkurse. Ratenzahlung. Köpenickerstraße 116. 9197K' Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fori« ge«d«rittene. einzeln oder im Zirkel, wird enzliicker Unterricht erteilt. Anck werden Uebersctzungen an- gefertigt. G. Siviemp- Liebknecht Eoniloycnbnrg. Sluttganerpiatz 9 Gartenbaus III. 45 Hauffeur-Ansbilduiig mit große! Reparatur- Wertställe. Ingenieur Schapiro, Berlin-Wilmersdor'. Bei- linerstraße 16. Honorar mäßig.: Versdriectenes. Patentanwalt Müller,©isschinet straße 16.__ Patentantualt L esset, Gitschiner« straße 94a._________ Pianos vermietet PianohauS Krause,•Ansbaiheritraße 1.__ Kliuitiiopferci Groge FrankwriK- straße 61.___ 9399� Strumptanstrirterei. Zinn Au-, stricken von Slrümvsen sowie Berta»! neuer Strümpfe, Wolle, Tritotage» empsiehlt sich Marie Cteinent, Ramtel' straße 97. Spezialität: Schweistzvollg TSaichanttalt Bensch. Köpeivl- «Krünaucrstraße 79.«väicht sauber. Freie» getrocknet. Bettwäsche. Leib' Wäsche, 4 Handtücher 0,11». Abbolun? Mittwochs. Donnerstags._ •Raturbleiche. Handwäscherei wäscht sauber Laien. Leibwäsche, vier Hand« tücher 0.10, Abbolimg Donnerstags. Elise Lustig,.Köpenick, Grünauer' straße 71.____ 907«Z Pöafchanstalt Preschte. Köpemm Parismsftraße 18, liesert im Freien getrocknete Wäsche, 4 Handtücher 0,10- Abholung Donnerstags. 9037» stPäschrrci Hermann Kuda'ch. Köpenick, Grünauerstraße 45, wäscht schonendst sauber Laken, Leibwäsche, vier Handtücher O.lO. K ein Vertausche»- Abholung Donnerstags._ 90380 Parteigonoüe suckt etlernlosrs oder uneheliches Kind bis 4 Fahre«» Pflege zu uebmeu eventuell z» adoptieren, ohne Entschädiguni- Klinge, Neukölln, stogatsiraße 17. Nehme die Beleidigung gege» Herrn Gutschow. Bödikersti-aße 34- hiermit zurück. Frau Siange, Bödike:- straße 34. 899 Ghrriierklärung. Hiermit rt' kläre ich die Frau Joseph, Pankow. Görichstraß« 18, für eine ausländige Frau. R. BenSke, Kärschstraße 18- Vermietungen. hVoknunxen. Pillige steine Bohmmgen, fofoi'- Breslanerstraße 7. 61 8 Limmer. Aliöbliertrs Zimmer, 18 Marl. Fingerhuib, Gstichinerslraße 69. � Tailgozirket(Qsten). rnrlana, angenehmes Näheres Lagerkarte Maxire, Erlernen, Postamt 94. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Stet» nie« und Schristhauer, sofort (Lohn, Akkord). Kohn u. Kaste, Strausberg. 901« ck türanit, Marmorichleiser, Acker« straße 38.' r Iiiilgerrr Arbritrr, von clcfti-, Jnsiallat-Msttteriastcn von A bis Z genau lennt, gesucht als Bor- arbeiter g, boh. Lohn, Aug. mit•Ang- d, bijb. Tätigt um, K. ll. U. 795 an Rudolf Mosse, Köln, erbeten. 67,1 Verwaltungsstelle Berlin. Für unsere BerwaltungS'telle sollen MiKolltgriifirdriiKiittaiidikiiß angestellt werden. ES kommen in erster Linie schriftliche Arbeiten in Frage mit denen Bewerber vertraut sein müssen. Diese Ausschreibung iit' durch den Tod zweier Kollegen erforderlich geworden. Bewerber, die mindestens süni Jahre organisiert sein müssen, werden ersucht, ihre Beiverbungsschreiben bis zum 20. Mai mit der Ausschrist Be Werbung' versehen, an die Orttvorsssltune Berlin.\.7 1. Linie» itrostc SJt— S5, einzusenden."- Aclitung! Holzarbeiter. Wegen Streik oder Lohn« diflerenze» find gesperrt: Piauofabrit t-ipkir. N?i-a,ln»s, Zenghofitr. 3. Hospianofabrik �'llli.>»pn»ttlio in C!ei-n-K. GenosscnschaftS- Tischlerei sttuw' inelsburg-Lichtenberg. Lücksir, 30.« Holzwarenfadrik Ztni-Iiensen, •Ritterstr. 51. DaS Berliner Zlrbritswilligen- verinitteinngsbureau d. gelben .Hanbiurrkerichunpcrbandes''. Zuzug ist sireng lernzuhailen. Die vrttzvern-aitunx Berlin des Bellkscheo Bolzardeikerverdandes« KeÄvswöttMer Redakteur: Alft-d Wielrpp, Neukölln. Für den L"icratentcil verantw.; Th-Glock«, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Luchdruckerei a. Verla�MPcnUSinger& Co, Berlins«� lltfcir crHärf und weiter fü�ri daZ Gericht aus, daß diese Fugend- Zeitschrift die niederen Instinkte der Masse geschäftliK ausbeute. Vört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wal Iba um hat die christlichen Jünglingsereine gerühmt, von denen der geistliche weiter des Lichtcrfclder Jugendvereins erklärt hat, daß sie trotz inrem langen Bestehen für die Vcrbefferung der Lage der Jugend nichts getan haben. � In neuester Zeit wird die mit den Geldern der Steuerzahler geförderte nationale Jugendbewegung auch schon in den Dien st des gelben Streikbreiber'tumS gestellt, wogegen sich °"ch die Jugendzeitschrift des Zentrums, die München-Gladbachcr ..L?acht" gelvandt hat. Wie häufig wird über den groben Unfug geklagt, der auf den Streifzügen der Pfadfinder usw. begangen wird. Ich überschätze solche Jugendsireiche nicht, aber wie würde sich die ganze bürgerliche Presse entrüsten, wenn unsere Jugend- uchcn solche tollen Tinge auffübren würden, wie sie letzthin von den H ir sch berge r Jungdeutschlandbündlern gemeldet wurden. its scheint aber auch bei den konfessionellen Vereinen nicht besser Zu sein. Ter Redner schickt sich an, auch darüber Beweise zu der- »iien, wird jedoch vom Präsident Graf V. Tchwerin-Lölvitz unterbrochen, der ersucht, die Vorlesungen nicht zu weit aus- Zudehncn. Abg. Harnisch(Soz.): weist darauf hin, daß er dies nicht in weiterem Umfang zu tun gedenke, als dies von den Angreifern der freien Jugendbewegung geschehen ist. ES liege ihm vollständig fern, die Verhandlung zu �erzogern, was die Konservativen beim Landwirtschaftsetat getan baitcn.>'Abg. v. Pappenheim, erregt: Sie reden achtmal so chvg als wir!— Abg. Hoffmann: Und Ihre Leute lesen stundenlang von dem Manuskript ab, das S i e vorher durch- gesehen haben.— Heiterkeit links.) In der„Wacht" sah sich ein Geistlicher zu einer energischen �trafrcde gegen das Benehmen der katholischen Jugendbundler deranlaßt. Wenn Abg. Wallbaum aus einem Artikel der„Ar- beitcr-Jugend" herausgelesen hat. daß er den Kindern die Schule verekele, so hat er den Artikel völlig mißverstanden. Uebrigens hat neuerdings die„Wacht" einen Artikel gebracht, worin wtvon die Rede ist, daß, wenn die Jugend aus der Schule komme, ste aus einer Art Gefangenschaft erlöst werde.(Hört! gort! bei den Sozialdemokraten.) . Wie von der staatlich geförderten Jugendpflege aus die Jugend politisiert wird, dafür könnte ich zahlreiche Beweise vorbringen. Linen Beweis hat mein Freund Tr. Liebknecht erst vorgestern geführt— die Einführung der gerichtlich gekennzeichneten Zeit- Christ„Wir sind Teutschlands Jugend" als Lernmittel in der �chkeuditzcr Fortbildungsschule. War der Vortrag des frei- konservativen Abg. Dr. Wagner in Breslau über„Eine Parla- wentssitzung" unpolitisch und was würde die Polizei tun, wenn wir j-'-tien solchen Bortrag halten wollten? Er würde wahrscheinlich durch einen Leutnant mit Ist Man« Drastisch illustriert werden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) .�er frcikonservative Politiker Dietrich v. Oertzen bat selbst von stlnen erfolgreichen politischen Vorträgen vor Ju- gfnbiidstn gesprochen und in einem konservativen Organ ist noch in diesem März die Erfüllung der Jugend mit praktisch p o l i t i s ch e n Kenntnissen zur Abwehr dcS demokratischen Ansturmes als nötig dczeichnct worden. Wie würden Sie sich darüber entrüsten, wenn wir das sagten. Uns wehrt man wirklich unpolitische Porirägc w i t brutaler Polizeigewalt! Sind etwa die Vorträge vines Herrn Mangold über die sozialdemokratische Jugend- dlUvegung oder die des Essener Zentrumsagitators K l o f f un- politisch? In Schlesien werden vor 14jährigen Jungen frei- konservative Vorträge gehalten. Tie altnationalliberale Reichs- Korrespondenz und die„Historisch-politischcn Blätter" des Zentrums Jwnären rund heraus, daß es falsch sei, Politik von Schule und fugend fernhalten zu wollen! Mit all diesen Tatsachen glaube ich wohl bewiesen zu haben, daß Sie die bürgerliche Jugendbewegung ws Leben gerufen haben zu dem ausgesprochenen Zweck, die pro- ketarische zu bekämpfen. . Tie proletarisch« freie Jugendbewegung hat sich, schon nach 'hrer Entstehungsursache, den Jugendschutz zur ersten Aufgabe gemacht und überall Kinder- und LehrlingSschutzkommissionen inS -oben gerufen. Herr Wallbaum sprach davon, daß Wissen Macht Ist- Nun, das ist auch das Motto der freien Jugendbewegung, aber sie wird in jeder Weise durch den Staat mit Ihrer Zustimmung in �•er BildungSarbeit gehindert. Und was leistet sie da: In 231 " kcn sind Jugendheime errichtet, 17l von ihnen haben !' 9 e« e Büchereien, und es werden nicht nur sozialdemo- kcslische Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch bürgerliche, Wissenschaftliche und künstlerische aller Art ausgelegt. 9-as Trinken und Rauchen ist in all diesen Heimen streng unter- logt. 3400 Einzelvorträgc, 2400 künstlerische Veranstaltungen, punderte von Vortragskursen und wissenschaftlichen Führungen ourch Museen usw sind in den letzten neun Monaten veranstaltet worden, es bestehen ferner noch 70 weitere Jugendbibliotheken— oos ist unsere BildungSarbeit! Sehen Sie doch die von mir auf oen Tisch des Hauses gelegten Schriften und Bücher an, die die freie Jugendbewegung verbreitet— die namhaftesten Autoren, künstle- isi'cher Schmuck, auf einer Höhe stehend, an die die bürgerliche Jugendliteratur nicht»m Entferntesten heranreicht. suchen rechts.) Sehen Sie diese Bücher an und bestreiten Sie koren Wert, wenn Sie sich das Zeugnis ausstellen wollen, nicht ooiektiv sein zu können.(2 bis 3 Abgeordnete betrachten die aus- siegte Literatur.) Trotz dieser Kulturarbeit wird unsere Jugend- Regung in der schlimmsten Weise verleumdet, sowohl durch die sinnlos zusammengeschusterten Zitate deS Pastors y.kgenstein, als auch durch willkürliche Fälschungen. So hat „Köln. Volköztg." behauptet, daß die„Arbeiter-Jugend" zum Diebstahl aufgefordert habe. Der Artikel, in dem das gc- 'chehen sein soll, ist der Abdruck des„blinden Passagiers" von Max Lyth. eine Geschichte, die aus Anordnung der Regierung für die �chulbibliotheken angeschafft wurde. Aus dem Artikel eines Arztes über die Vivisektion machte die„Deutsche �ogeszeitung" eine Aufforderung zur Tierquälerei! jl-'o Worte, die Abg. Wallbaum meinem Freund Liebknecht in den Mund gelegt hat über das Verekeiii der Heeresdienstpflicht, hat Liebknecht erst vor drei Tagen im Reichstag als c i n e Fälschung ?,?chgewlesen. Das Protokoll der Stuttgarter Jugendkonserenz ent- valt diese Worte nicht und ein Berichterstatter war nicht im Saal. •Natürlich erwecken wir in den jungen Leuten den Abscheu vor ?em Völkermord, aber warum tun Sie das nicht, warum "oerlassen Sie es unS?(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) « In der„Preußischen Lehrerzeitung" ist eine Schrift meines Parteifreundes Mar PeterS erwähnt und ein angeblich vernichten- Urteil von Paul Göhre darüber zitiert worden. Es hat sich herausgestellt, daß Paul Göhre diese Zeilen lange Jahre vor dem Erscheinen der Schrift, und zwar im Jahre 1891. geschrieben hat. 17 Jahre vor dem Erscheinen der Schrift. Bürgerliche, die noch ein gowissez Maß von Gerechtigkeitsgefühl haben, haben den JdealiS- "'us der freien Jugendbewegung anerkannt. So hat der verdienst. °°lle Professor F o e r st e r einen Brief an uns gerichtet, in dem er whrecht, daß er das Auftauchen der Jugendbewegung m i t !> r e u d e n begrüße und trotz seiner vielen Jahre bereit sei, '"cher Jugendbewegung Vorträge zu halten.(Lebhaftes Hört, hört! den Sozialdemokraten.) Pastor Luther hat gesagt, daß er 1 gefreut habe über den Idealismus der Arbeiterbewegung, die ihm alle Achtung abnötige. Pastor Karl Schröder hat er- '"ort. daß die freie Jugendbewegung auch ihre Ideale habe. Agnes Härder schrieb in den„Preußischen Jahrbüchern' über den Wert, den unsere Jugenderziehung auch für die Literatur habe. In 199 999 Exemplaren ist ein Flugblatt von uns der- breitet worden:„Tie Jugend und der Alkohol", ein Flugblatt, in dem in der allerschärfsten Weise vordem Alkohol gewarnt wird. Pastor H e r z- Chemnitz hat ausdrücklich erklärt, daß die Arbeiterjugend gerade glänzend den Kampf gegen den Alkohol führe. Selbst in der„Kreuz-Zeitung" hat sich vor einiger Zeit ein Pastor anerkennend über die Leistungen der freien Jugendbewe- gung in Erteilung von Turnunterricht, durch Unternehmung von Ausflügen usw. ausgesprochen. Ich könnte diese Beispiele um hunderte vermehren, aber dann müssen Sie doch sagen, daß das Bild anders ist, als es von Ihrer Seite dargestellt worden ist. Ich komme zum Schlüsse.(Lebhaftes Bravo! rechts.) Ich danke Ihnen dafür, daß Ihnen meine Rede nicht angenehm ist. Aber wir sind nicht hier, um- Ihnen Angenehmes zu sagen, sondern die Interessen des Volkes zu vertreten!(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Wir protestieren gegen die ungeheuerliche, brutale Verfolgung, denen diese emporstrebende Jugendbewegung ausgesetzt ist. Es wär die Aufgabe des K ul t u s m i n i st e r s, dafür zu sorgen, da er ja auch der Minister für Jugendpflege ist, daß diese freie Jugendbewegung mit allen Kräften von Staats wegen gefördert wird.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie könnten dem Staate nicht besser dienen, aber statt dessen verfolgen Sic uns nicht nur indirekt, sondern auch direkt durch be- hördliche Maßnahmen in der allerschärfsten Weise. Da die Jugend- pflege unter dem Ressort des Kultusministers steht, muß ich an- nehmen, daß dem Minister das nicht unangenehm ist. Wenn er damit nicht einverstanden wäre und er könnte Maßnahmen gegen diese Verfolgung nicht durchsetzen, dann hätte er die Pflicht, nicht einen Tag länger im Amte zu bleiben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts.) Diese Verfolgungen verstoßen gegen alle Gesetze. Nicht nur das Rezitieren von Dichter- Worten wird uns in Jugendversammlungcu verboten, auch das Turnen wird der freien Jugendbewegung auf das schärfste er- schwcrt. Ueberall werden uns die Turnhallen abgetrieben; ich weiß nicht, ob es der Regierung angenehmer ist, wenn unsere Jugend anstatt zum Turnen zu gehen, ins Wirtshaus geht. In den letzten neun Monaten sind allein 31 junge Leute von den Unter- suchungsrichtern verhört worden. In Düsseldorf wurde z. P unserem Genossen S o l l in a n n ein Vortrag über eine Reise nach England als politisch verboten. Die Jugend darf nicht ein- mal vor der Gefahr des Alkoholismus aufgeklärt werden. Das Schlimmste aber ist, daß in Berlin und Lichtenberg die Polizei auf Jugendliche mit dem Säbel in der tollsten Weise eingeschlagen hat. Ein Vortrag über„Arbeiterjugend, erwache!" wurde als polt- tisch aufgelöst. Vor dem Versammlungslokal war ein großes Polizeiaufgebot, das auf die jungen Leute eine Attacke richtete. Einer zweiten Versammlung erging es ebenso, dann folgte in einer dritten Versammlung, in der über die E n t w i ck e- lung der Seidenraupe" gesprochen werden sollte, wieder eine Polizeiattacke. Die Polizei, die Vorträge über Schiller und Goethe verbietet, dachte dabei wohl an das Bild vom Seidenwurm, das Goethe im„Tasso" gebraucht, wonach der Seidenwurm trotz allem seine Flügel frei entfaltet. Hier hat der konservative Abg. Krause- Lauenburg vor einigen Tagen erklärt, daß die Jugend tüchtig geschunden werden müsse, damit sie tüchtig erzogen werde. Soweit es sich um das Schinden der proletarischen Jugend handelt, hat der Minister nach Kräften diese Worte wahr g e- macht. Ich frage den Herrn Minister: Wird Ihnen denn nicht bange vor den Früchten, die Ihre Erziehung haben muß? (Vizepräsident Dr. Porsch: Sie haben in bezug auf den Herrn Minister einen beleidigenden Ausdruck gebraucht. Ich rufe Sie zur Ordnung!) Sie haben keine Ahnung von der un- geheuren Menge von Erbitterung, Haß und Wut, die sich durch Ihre Verfolgungen in der Arbeiterjugend angesammelt hat. Sie werfen uns Verhetzung vor. die Sie uns selbst in Haß und Verachtung egcn eine solche Gesellschaft hineinhetzen. Diese jungen Leute, die eute so behandelt werden, sollen in drei oder vier Jahren den Rock des Königs tragen. Und wen» sie dann zu dem wahnwitzigen Verbreche« eine? europäischen Krieges gezwungen werden, sollen sie ihr Blut für daS Vaterland der- spritzen, das sie so behandelt hat. Dann werden Sie Ihr blaues Wunder erleben!! Es ist immer noch ein wahres Wort: Wer Wind säet, wird Sturm ernten. Das haben Sie beim Kulturkampf, beim Sozialistengesetz erlebt, und nichts anderes werden Sie bei der freien Jugendbewegung erleben. Mögen Sie tun, was Sie wollen; mögen Sie das Zuckerbrot der Jungdeutschlandspielerei oder die P o l i z e i p e i t s ch e für die freie Jugendbewegung haben, die freie Jugendbewegung wird trotzdem wachsen, blühen und ge- deihen. Diese Jugendbewegung, die die höchsten Ideale unseres Volkes vertritt, wird über alle Hindernisse hinweggehen, über den Minister wie den letzten Dorfpolizistcn. Ich schließe mit den Freiliggrath- schen Worten:„Ihr hemmt uns, doch Ihr zwingt uns nicht— unser die Welt trotz alledem!"(Lobhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Die weitere Beratung wird auf Dienstag 11 fA Uhr vertagt. Schluß nach 6 Uhr. Soziales. Ist ein Eifeniahnschaffner zum Gemeindevertretcr wählbar? Nach 8 39 Absatz 1 Ziffer 4 der westfälischen Landgemeinde- ordnung dürfen Beamte der Staatsanwaltschaft und die Polizei- beamten, mit Ausnahme der Amtmänner, nicht Gcmeindevertreter sein. In einem Rechtsstreit gegen die Gemeindevertretung in Bruch- Hausen(Westfalen) entschied dieser Tage das Oberverwaltungs- glicht, daß ein Eisenbahnsöhaftner ein Polizeibeamter in diesem Sinne sei, wenn er, wie in dem zur Entscheidung gelangten Fall, ordnungsmäßig angestellter Beamter und als Zugbegleiter unter anderm auch Bahn-Polizeibeamter sei. Polizei gegen Alkohol. Den Kampf gegen den Alkohol führt die Lübecker Polizeibehörde auf dem Verordnungswege nach Kräften. Jetzt hat sie wieder eine Verordnung erlassen, in welcher es verboten wird. Jugendliche» unter 10 Jahren Branntwein oder ähnliche scharfe Getränke z» verabfolgen, auch wenn diese nur für Dritte bestimmt sind. Weiter ist untersagt, irgendwelche alkoholische Getränke an schulpflichtige oder noch nicht schulpflichtige Kinder abzugeben. Auch die be- kannten LikörbonbonS dürfen nicht an Jugendliche unter 10 Jahren verabfolgt werden. Der Besuch von Wirtschaften ist Personen unter 10 Jahren nach 9 Uhr abends überhaupt untersagt; ebenso haben fie zu öffentlichen Tanzlustbarkciten keinen Zutritt. Durch den Polizeikampf gegen die Arbeiterjugend fördert die Polizei den Alkoholgenuß weit mehr als solche vielleicht ganz gut gemeinte Polizeiverordnungen dem AlkoholismuS entgegenzuwirken in der Lage sind. Moderne Hörigkeit der Industriearbeiter. DaS rohe und unbeholfene Leibeigentum von Anno dazumal gibt es heute in deutschen Landen nicht mehr. An seine Stelle sind feinere Formen der wirtschaftlichen Hörigkeit getreten. Aber wo sich die Arbeiterschaft diesen feineren Formen der Hörigkeit unter- wirft, da ist sie osr noch viel unglücklicher daran, als sie es sein würde, wenn die Leibeigenschaft in alter Form noch bestände. Tie feinere Form ist die Unterbringung der Arbeiter in Werkswohnmu gen, und die Unternehmer wissen sehr gut. wie sehr sie ihren Jnter- essen dienen, wenn sie möglichst viele Arbeiter in diese Behausungen stecken. Mit dem Arbeitsverhältnis endet dann das MietSverhält- niS: eine wunderbare Einrichtung zur Niederhaltung selbständiger Regungen innerhalb der Arbeiterschaft. Ueber den Umfang, den diese„soziale Betätigung" der Untere nehmer im wcsiMischen Jndustriebezirk angenommen hat. unterrichtet der vor iurzem erschienene Jahresbericht deS Westfälischcir BercinS zur Förderung dcS KlcinwohmmgSwesens. Bereits im Jahre 1993 wurde» in Wcstsalen 22190 von privaten Unternehmern errichtete Wohnungen ermittelt. Spätere Zählungen haben er- geben: 1919: 0191 Beamtcnwohnungen, 39 100 Arbeiterwohnungen, 1911: 0997„ 40 220 1912: 7210„ 49138 1913: 8415. 55 024 Rechnet man im Durchschnitt auf jede Arbeiterfamilie 5 Köpfe. so ergibt sich, daß allein im westtfälischen Jndustriebezirk(Krupp gehört nicht dazu!) rund 309 000 Personen diesem Hörigkertsverhält- niS unterworfen sind. Ter Bericht des genannten Vereins enthalt auch die Bemerkung: „Neben dem unstreitig sehr umfangreichen Eigenbau haben die Arbeitgeber die besonders vom ethisch-sozialen Standpunkte aus erstrebenswerte unabhängige Ansiedlung von Arbeitern vcr- hältnismätzig noch immer wenig gepflegt." Das ist kein Wunder! An einer wirklich unabhängigen An- siedlung der Arbeiter haben die Unternehmer kein Interesse, denn dann würde ja der Zweck der Hebung nicht erreicht werden. Bei einer ganzen Reihe von Kohlenzechen ist der Prozentsatz der in Werkswohnungen untergebrachten Arbeiter aus über 00 gc- stiegen, und die Beamten in Werkswohnungen erreichen sogar Prozentzahlen von 90 und darüber. Auf die Nachteile dieser Werts-- Wohnungen für die Arbeiter weist übrigens auch der Bericht des genannten, von Regierungsstellen begönnerten Pereins hin. Es wird anerkannt, daß sich die Unternehmer bei der Errichtung dieser Häuser in erster Linie von eigenen Interessen haben leiten lassen. Dabei sei hier gleich erwähnt, was vor einigen Jahren ein un- parteiischer Beobachter(Tr. E. Tremöhlen) in einer Abhandlung des staatswissenschaftlichen Seminars zu Jena über diese Mietskasernen im westfälischen Industriegebiet zu sagen wußte: „Auch entsprechen diese Mietskasernen der Arbeitgeber nur in wenigen Fällen den hygienischen Anforderungen, die man an sie stellen muß. Manchem Unternehmer kommt es in der Haupt- fache nur darauf an, möglichst viele Menschen auf einem kleinen Räume zusammenzudrängen, denn der Grund und Boden ist ihm in den meisten Fällen für solche„Nebenzwecke", wie die Arbeiter- Wohnungen, viel zu teuer. Auch werden diese Wohnungen im Verhältnis zu ihrer Größe fast durchweg zu hoch bezahlt, denn der Unternehmer will nicht nur eine angemessene Verzinsung seines Kapitals, sondern nicht selten auch noch einen Olcwinn aus de» Arbciterwohnungen erzielen. Diesem gewinnsüchtigen Bestreben entspricht auch die kolossale Vernachlässigung der Wohnungen..." Diese Kritiken mögen in den letzten Jahren etwas gefruchtet haben. Aber an dem unsozialen, die Arbeiter schwer benachteiligen- den Charakter der ganzen Einrichtung ist nichts geändert. Ms Znöustrie unS Handel. Bertcuerung der Bankprovisionen. Durch den Wettstreit der Großbanken um die Gelder der Sparer sind die Sätze, die die Banken als Provision fiir die Ab. Wickelung von Bankgeschäften berechnen, in den letzten Jahren gc- funken. Tie Erhöhung des Zinsfußes für Depositen und die Er- Mäßigung der Provision für Bankgeschäfte(z. B. An- oder Verkauf von Wertpapieren) sollten dazu dienen, möglichst viele Kunden an- zulocken. Die Errichtung und Unterhaltung von Depositenkasscn und Zweigniederlassungen hat natürlich die Unkosten der Groß- banken relativ stark ansteigen lassen. Jetzt, wo die Großbanken mit Hilfe dieser Mittel durch ihr weitverzweigtes Filialnetz die kleinen und privaten Bankgeschäfte zurückgedrängt haben, gehen sie daran, die Provisionssätze wieder zu erhöhen und die Zinssätze zu erniedrigen. Da dieses Ziel im freien Verkehr schwer zu er- reichen ist, soll eine gemeinsame Bindung von Großbanken und Privatbaniiers dazu verhelfen. Seit langem bereitet man ein Provisionskartcll vor, dessen Abschluß jetzt nahe bevor- steht. Alle den Großbanken nahestehenden Provinzbanken— und welche Bank ist heute nicht abhängig von einer Berliner Groß- dank?— sollen gezwungen werden, die Bedingungen des Kartells (Mindesttarife für Provisionen) innezuhalten, widrigenSsallS für sie keine Geschäfte mehr ausgeführt werden sollen. Das Ganze läuft also aus eine Aktion zugunsten der Großbanken hinaus. Die Bewegungsfreiheit der Provinzbanken wird dadurch noch mehr eingeschränkt. Tie Ausschaltung der Konkurrenz wird die kleinen Banken zu noch größerer Bedeutungslosigkeit herabdrücken, als ihnen schon heute zukommt. Zur Abwehr der Uebergrisfe von Großbanken hat sich am Sonntag eine„Vereinigung deutscher Privatbank. firmen" in Berlin gebildet. Selbst wenn diese Gründung früher zustande gekommen wäre, würde sie den Konzentrations- Prozeß im Bankgcwerbe nicht haben aushalten können, denn für die Zusammenballung des Kapitals in Riesenbanken wirken viel zu starke Tendenzen industrieller und finanzieller Natur. Tie „Vereinigung" wird sich darauf beschränken müssen, gelegent- l i ch für ihre Mitglieder eine Beteiligung bei der Ausgabe von Wertpapieren durchzusetzen. Vielleicht kann dieser Anteil bei der NeuauSgabc von Staats- und Kommunalpapieren nennenswert ausfallen. Bon den Emissions- und Gründungsgewinnen bei der Ausgabe von industrielleir Papieren(Aktien) wird die Vereinigung auch in Zukunft nichts erringen können, denn heute ist die Industrie von den Großbanken so abhängig, daß die Großbanken sich das Geschäft nicht nehmen lassen werden, selbst wenn die Industrie der neuen„Vercinigung" entgegenkommen wollte. Die Konjunktur im Eisengewerbe. Die„Rheinisch-Westtälische Ztg." schreibt: Der Geschäftsgang bleibt schleppend und eS liegen noch keinerlei Anzeichen für eine Besserung vor. Im Gegenteil sagt man sich, daß die»un bald kommende Ferienzeit das Geschäft noch ruhiger gestalten werde. Den in der kommenden Woche be- ginnenden Besprechungen über die L-Produkte mißt man keinen der- artigen Einfluß auf die Marktlage bei, daß ste die Sachlage wesent- lich ändern könnten. Es sind allerdings in der letzten Zeit zu den billigen Preisen einige Händler-Abschlüsse gemacht worden. In- dessen macht der vorsichlige Händler auch heute noch keine Ab- schlüsse, sondern lebt von der Hand in den Mund, schon deshalb, weil er dabei nur verdienen kann. Denn die in Verdrückung be- fiiidliScn Großhändler und auch die Werk« zeigen bei sofortigen Spezisikationen großes Entgegenkommen und was der eine heute nicht macht, macht morgen sicher der andere. DaS Prämiensystem auf bestimmte Stabeisensorten und besonders Moniereisen hat ziem- liwe Ausdehnung angenommen. Es werden für Spezifizierung bis 2.59 M. die Tonne Nachlatz gewährt. Der Formeifenabruf hat schon wieder merllich abgenommen, ein Zeichen, daß eine durch« gehende Belebung der Bautätigkeit nicht Platz ge- griffen hat. Für den Baumarkt bleibt eben das Geld noch recht teuer. In Gas- und Siederöhren haben sich bei der bestehenden Gcschäftslosigkeit dte� Preise weiter verschlechtert. Auf dem Draht« markt hat sich das Frühjahcsgeschäft infolge der VerbandSschwierig- keiten auch rascher wie sonst verflogen, da man mit billigeren Preisen zu rechnen scheint. So' bleiben die Aussichten im ganzen Eisengewerbe für die nächste Zukunft recht weuüg hoffnungsvoll. � o i Vierter Wahlkreis. Heute Dienstag, den Mai 1914, abends Uhr: in den Lokalen „Süd-Qft", Waldemarstr. 75 und„Andreas-Festsäle", Andreasstr. 21. Ist Kiud erschuH Kulturarbeit? Referentinnen Genossinnen IZSIVItlllRIIK und jElllllia Döltz. Diskussion. LIZ/lv" Der Einberufcr:?. llotraiaml. Königsberger Straße 28. Sechster Aahtkreis. Heute Dienstag, den lÄ. Mai, abends GV» Uhr: Oelsen», politische Versammlung in den„Germania-Sälen", Chaufseestr. 110. Tagesordnung: l.„Militarismus und Arbeiterklasse". 2. Diskussion. Reserentin: Genossin Rosa Luxemburg. WM Arbeiter und Arbeiterinnen! Erscheint in Massen. 1 227/ to* Ter Einbcrufer. Friedrich Stofftcr, Pankstr. 65, Kteiuarbeiter! Donnerstag, den 14. Mai tU14, abends di Uhr. in den..Arminhallen", Kommandantenstr. 58,159; Kombinierte Versammlung. Tagesordnung: 1. Zchlusibericht der Ttrcikkommmio». 2. Antrag des Zjorftandes auf Erhöhung der Unterstühung fiir die noch nicht»ntcrgedrachten Kollegen. WM" Kein Kollege dars sehlen!"MW Ganz besonders sind die in Arbeit stehenden Kollegen eingeladen. S�ntralverKand der Steinarhcitcr. 172/2 Ortisverwaltiing: Bprlin. Vcrwaltfinji Berlin Donnerstag, den 14. Mai. abends<» Uhr, im Lokal von Wille, Zebaftianstraste 39: Außmirdtiiililhk Ötnii(ficn=llttfiiinmlnng der Perlmutter-, Horn- und Stein- nnß-Arbeiter- n. Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1, Bericht vom Gautag. 2. Bericht von den letzten Generalversainmlunge». 3. Ersatzwahl zur Branchenkommission. Handzettel werden zu dieser Aersammlnng in den einzelnen Betriebe» nicht versendet. _ Die Branchenlcitnne. 87/13 H.Pfau, Banilagist *&!" Direksenstraße 20 zwischen Bahnhof Alcrandervlad und Polizeipräsidium.—Amt 3208. ?ür llamen prsuen-llellionung.* Lieferant für alle Krankenkasien. Bruchbandagen � mtgl Leibbinden, Geradehaller. Irrigateure, Spritzen etc., Snspensorlen, sowie alle Artikel z. Krankenpflege empfiehlt' Fabrikant Pollmann, jetzt Berlin lt., Lethringer Str. 60. Eigene Werkstatt. Lieferant für Krankenkass. Fachgem. Bedienung. Tausende befreit!-� Ibandiourm IM. vöchentl. Teilzahlung liefere elegante Herren- Hoden fertig und nach Mass Garantie fürtadellos.Sitz und feinste Verarbeitung Mass- Schneiderei Gegründet 1898 Rosenthaler Strasse 36 I. Etage Reinickendorfer Str. 4 "Wcddingplat*. Werder a. H.» Fischerstr. 98 Tclevbun Nr. 189. Erltes freies Lolai. am Wasser gelegen. Eigener Dampf«' anlcgesteg. Herrlicher Karten, 800 Pcrs. fassend. Vereinen Vorzim»/ preise. Kaffee in Kannen. Fami. � löimcn Kaffee kochen. Bei, Karl Neirert £1 ; ; mit Kopf(Spul u Bider. würmer beseitigt meist binnen 2 Stunden leicht und vollstindig gefahrlos ohne Bcnifsstörung das vollkommen unschädliche.natürliche ßendwutnunitlel Keine unangenehmen Nachwirkungen, keine Hungerkur, nicht angreif. u. onne Nachteil, auch wenn Bandwurm nur vermutet wird. Einfachst Anwonduno. Für Erwachs. 2.-. Kind.(Altersang.) I.2S. AU. echt mitMarke..Medlco,4,u. Namen Otto Reichel, Berlin 43 Elsenbahnsfr.4 Wo in Drogerien nicht erb Utl.dJskr.Zus. Spezialarzt s. Haut-, Harn-, Arauenleibcn. nerv. Schwäche. Beinkraufe jeder Art, Shrlich Hata.Kuren i» u.Co. tonz. LaboraL j Blut- unterluchung,, Fäden t. Harnmw. Friedrichstr. 81, spr. 10—2, 5— 9, Sonnt. 11— 3- Honorar mästig, ruch TcllzahL Separates Tainenzimmrr. Li, V V«�»vaee« Dr, Homeyer Heines Werke 3 Siait i Btarf. Luchhandlung vorwärt» 4. Vr-ußJsch.Sndd-ntschs (S30. K-nigl. Vrruß.) Kialseulotterie 'X«lasse Z. ZiehungStag it. Mai 1914 Vormittag Stuf jede gezogene Stummer find zwei gleich hohe «Sewinne gefaiie», und zwar je einer auf die Laie gleicher Rümmer in den Heide» Abteilungen I u. IL Siur die Gewinne über 240 M. sind in«lammern beigesügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 62 89(3000) 222 336 636 618 823 1167 347 434(1000) 45 62(600) 572 607 8 2031 126 45 397 403 54 752(30001 907 94 3179(3000) 441 50 732 93 847 4311 57 66(1000) 67 89 425 706 28 813 61 67 949(600) 79#085 335 436 518(1000) 606 6* 91 712 18 35(1000) 63 696(1000) 923#204 366 453 68 629 61 789 637 7349 867 8277 81 401 10 94 690 719 836 90 (3000) 910#173 331 303 82 83 409 20 686 635(1000) 707 31 46 61 93 901 65(600) IO030(1000) 239 318 466 81 691 631 799 949 11069 97 116 28 207 370 77 82(600) 84 602 12 48 1 2064 224( 500) 77 309 636 63 87 884 711 834 61 987 1 3090 198 435 74 772 80 99 820 1 4021 70 122(3000) 62 ,500, 91 542(1000) 614 3((1000) 66 784 826 1 81 18 31 214(600) 313 502 625 770(1000) 91 896 923 35 38 92 1 6168 255 68(3000) 314 681 407(500) 922 51 17008 99 6C3 36 861 82(1000) 99 OOS(1000) 182S2 469 99 «19 64 902 1 9003 7 40 233 435 642 726 20045 66 205(600) 432 63 537 647 755 828 21086 301 66 607 47 67 75 717 86 72 839 22133 224 83 86 322 569 78 90 64? 2 3045 183(1000) 99 272 487(600) 612 661 96 2 4007 31 291 616(3000) 312 917 2 5013 238 410 35 600 85 86 96 28143 94 338(500) 435 61 80 669 730 828(600) 2 7 030 148 258 361 53(600) 636(3000) 62 755 73 947 97 2 8 016 153 (600) 369 761 72 96 953 2 9116 331 68 685 632 68 83 854 943 3 0022 121(600) 284 362 417 31 970 31112 41 94 231 483 97 609(600) 713 30 873 3 2019 230(1000) 428 69 693 321 79 883(3000) 969 8 8037 III 19 332 477 620 29 638 730 800 13 19 53 960 3 4133 61 211 96 408 519(3000) 892 982 3 5001 3 170(1000) 361 74 539(500) 69 743 3 9(32 109 461 602 31(1000) 737 850 963 3 7010 305(1000, 498 646 53 60 737 91 813 74 38026(600) 144 342 408 83 673 746 615 950 39088 122 32 452 678 909 65 49087 169 223(1000) 366 423 717 68(3000) 867 41087 283 389 434 93 627 715 804 78 924 30 4 2020 608 801 28 41 922 4 8291 345 50 94 96 99 419 21 848 87 4 4019 45(1000) 110 89 201 66 87 442 791 885 4 5044 137 54(3000) 76 267 333 68 431 69 652 83 625 712 49111 63 356 63 402 35 90(1000) 673 697 746 823 907 62 68 4 7 143 75 230 766 831 925 48104 272 461 590 810 81 96 964 4 9064 131 89 678 732 856(600) #9032 69 66 124 42 276 424 27 582 602 800 79 941 66 62 51095 246 98 425 613 680 923 3 2071 92 338 608 37(600) • 39 13000) 769 991(500) 8 S038 136 43 84 687 90 737 805(1000) 914 28 78 93 540/3 183 210 65(1000) 313 685 732 97(3000) 98 936 6 5162 308(3000) 465 764 917(500) 74(500) 5 8065 726 49 839 71(3000) 989 5 7173 82 615 63 730 903 31 6 8031 166 218 366(1000) 69 453 607 715 24 58 823 6 9059 99 167 »7 231 332 462(500) 64(3000) 668 771 824 97(5001 974 76 60016 28 142 208 370 96 617 28 96 631 50 904 81183 419 67 91 628 771 6 2007 39 218 60 6S 6)9 793 806 6 3199 281 423 83 672 756(500) 841 67 918 8 4008 33 147 398 402 643 49(500) 666 66089 168 56? 617 796 911 B6024 435 ESO 754 965 6 7114 29 61 64 213(500) 48( 600) 404 5 6(500) 658 73 (500, 836 62(600) 977« 8489 672 95 716 826 6 9105 6 653 67 74 87 629 71 765 72 97 827 941 70052 68(1000t 34 157(600) 631 749 71031 54 291 458 77£92 614 847 922 76 7 2133 363 468 93(30001 605 81(600) 93 774(600) 90 812 71 7 3249(600) 61 63 401 617 89 791 7 4051 138 207 63 626 604 7 8 076 186(1000) 220 60 444 671 815 55(6001 90 925 86 7 6012 26 78 90 188 242 315 967 84 (600) 77082 96 126 67 236 369 604 70(1000) 75 84 839(3000) 78072 81 89 284(1000) 363 96 572 715 81 016 40 7 9040 73 (600) 307 63 468(600 96 616 49 80313 448 806 67 81028 39 60 86(1000) 240 49 69 94 390 676 333 8 2373 499 619 23 727(1000) 86 836(500)<9 61 83 017 116 263 500 709 815 926 8 4032 47 514 30 661 737 71 89 860 8 5176 356(500) 422 8 8043 68(500) 87 138(500) 299 (6000) 360(600) 466 99 631 798(3000) 878« 71)5 206 333 633 72 794(1000) 88169 284(1000) 418( 600) 26 81 609 10 717 (30001 32(1000) 840 936 8 94)4 42 602 661 662 962 9 9003 78 140 450 66 99(600) 667(1000) 782 811 916 81288 668 608 780« 2083 128 66 248(500) 312 20 7S3 98010 200 93 331 436 68 730 26 67 66 967 8 4052 161 301 480 63 919 9 5100 330 765 639 994(500) 96146 81 238(1000) 89 373 619 840 9 7 026 126 230 342(600) 599 634 779 828 74 «9036 134(1000) 203 342 446 91 714 52 8 8041 69 96 373 92 610(1000) 751 860 80 928 30 32 10 0027 175 97 499 738 918(3000) 31 59 63 81 10122» 91 300(500) 35(600) 401 37 618 704 863>02060 157 76 362 462 79(3000) 603 834 36 64 103137 39 41 CO 61 232 378 646 700 35 967(600) 104110 38 334(600) 433 630 772(1000) 826 87 951 62 1 0 5065 116 279 313 477 91 877 1 0 8357(1000) 408 82 813 10 7384 443(1000, 53 713 896 976 108206 664 952 109070(600) 258 432 64 03 615 29 60 600 59 87 727 900 110366 71 660 633 361 111220(800) 87 413 87 637(1000) ------------------- �«3044 783(3000) 817 960(500) 67 112271 316 461 533 69 736 64 1 291 326 400 69 723 SO 878(1000) 019 26 114026 85 241 66 798 115166 298 323 27 447 624 745 808©40 98 11907s 8© 142 247 429 68 628 635 38 736(1000) 79 932 38 44 117048 (500) 589 844 118342 73 147 312 413(1000) 683 660 647 119007 129 402 691(1000) 706 47 68 120101 46 334.(600; 493(1000) 553 503 1 21118 246 453 591 728 879 976 12291) 14(1000) 76 182 61 200 11 508(1000) 636 98 794 954 83 123)22 327 87 443 660 778 80 973 1 24487 746 847 912 17 94 1 2 3007 306 762 1 2 9060 88 126 37 224 33 65 93 580 726 67 817 70 960 80 1 2 7084 363 437 630 661 767 74 888 962 80>29924 37 148 320(1000) 406 707 14 40 821 85 976 1 28026 85 145 201 339 470 89 697 635. 75 68 767 (1000) 802 951 139019 193 420 78 595 602 770 73 826 131066 267 657 780(1000) 802 12 80 943 1 32)27 66 247 81 334 67 680 861 138021 97 270 321 65 411 729 SO 854 62(1003) 927 1 8 4046 218 71 377 486 671(500) 94 674 760 866 936 1 3 5 003 88(1000) 239 338 496 667 606 880 1 39174 269 372 402 523 48 775 868 68 956(500) 18 7 016 58 246 319 24(600) 468 89 524 91 617 (500) 903 138131 272 404 32 47 643 83 89 761 930 1 39124 (1000) 446 53 140033 47(10 000) 168 281 141170(1000) 213 327 41 677(600) 610 43 771 142022 126(500) 30 39 96 436 91 627 66 735 802 11 937 143011 30 76( 500) 247(600) 69 386 845 940 144064 148 236 96 433 68 742 914 1 45 063 199(3000) 223 25€69 1 4 6036 146 62 477 635 727(500) 14 7078 407 536 714 27 1 48246 347 903 13 21 46 149 027 110 54 499 635 804 15 9082 157 479 733 37 828 1 51044 86 184 312(600) 402 34 66 690(500) 667 1 52117 30 76 94 303 654 666 765 871 (1000) 163043 263(1000) 445(10 000) 621 749 81 893 16 40-47 61 141 92 422 44 568 638(3000) 798 1 5 8040 209 429 60 663 64 613 30 932 76 1 5 6045(1000) 184 297 452 616 67 706 78 669 1 5 7 023 160(500) 96 266 69 66 343 562 806(600) 946(1000) 15 9062 201 309 423 692(600) 672 900 1 8 8345 98 726 66 846 69 15 0016 366 808 69 624 63 996 1 91018 391(1000) 482 86 698(1000) 716 93 96 620(1000) 45 91 913 79 1 92176(600) 98 218 704(3000) 868 1B3006 20 45 74 144 281(1000) 333 489 749 73 993 184003 214 34 68 369 494 681 918 41(1000) 88 16 6 055 116 211 61 422 96 607(500) 703 11 186070 92(1000) 125 258(600) 83 437 640 709 28 830(600) 16 7 004 11 149 86 246(30001 496 615 713 20 22 88 874 19 8053 109(3000) 20 244 670 623 64 735 810 1 6909t 207 99 368 612 70 621(600) 170178 247 75 1(3000) 485 648(1000) 941 93 1 71003 174 253 330 408 744(600) 93 1 7 2 76 398 786 1 7 9008 37 232 401 613 15 897 969 1 74100(1000) 232(1000) 49(1000) 76 88 360 600 691 17 6 208 23 24 323 440 602 54 691 706 81 17 6027 66 415 37 93 594 664 61 S38 17 7 074(500) 127 48 531 832(500) 17 8033(500) 100 13 66(1000) 235 94(1000) 601 23 72 731 77 920 1 7 9068 186 280(3900) 337 6 5(1000) 416 46 64 90 619 40 61 728 930 180144 86 318 405 610(1000) 37 818 20 60 901 79 1 91014 103 37 272 373 476(3000) 620(500) 641 769 804 946 1 82949 96 118 38 79 229 476 515 602 49 1 8 8059 49 86(500) 262(600) 659 87 809 900 33 1 8402S 38 57 267(600) 314 16 412 637€65 727 42 93 839 81 18 5 044 456 18 626 72(3000) 992 1##036 (IS ODO) 213 324 49 433 707 IB7049 170t203 65(600) 376 460 652 913 81 188024(500, 248 311 484(3000) 616 607 711 64 827(3000) 929, 6000) 59 1#90€5(600) 149 60£34 460 573 646 715 948 100160 1500) 214 64 64 454 857 1 91271(1000) 476 579 84 616 37 1 9 2061 416 64 682 89 713(1000) 83 862 1 93170 300(500) 407 10 699 816 83 982 1 94173 270 392 856(600) 761 937 64 84 1 9 5014 197 272 97 346 98 506 614 22 760 76 81 92 19 8092 204 77 347 92 686 91 777 1 9 7077 183 291(3000) 94 324 412 92 565 830 1 9 8011 307 409 42 624 671 870(1000) 198161 246(3000) 92 348 410 640 84 913 85 20 0046(10001 363 765 851 201138 65 227 73 479 628 866 919(600) 202682 719 864 943 20310B 206 328 411 647 66 764 965 66 204106(13 000) 32 34 86 99 259 308 18 842 53 907 93 2 0 8 074(1000) 244 327 ,63 487 632 93 760 2 0 6093 414 680 96 751 68 70 900 89(600) 2 0 7 058 129 39 659 622 721 898(1000) 954 72 2 06.. 2 411 32 626 831 209u67 478 786 839 210167(3000) 415(5000) 514 49 749 838(1000) 37 927 211033 102(500) 212 461 611 2 1 2162 79 246(3000, 604 643 71 707 908 19 24 21 3099 207 416 819 21 4086 106 256 392 621 704 64 21 8123(600) 765 837 961 21 8020 39 271 309 590(1000) 622 893 2 1 7124 242 560 632 709 83 884 2 1 8386 (500) 634 647 722 77 962 21 9063(500) 193 93 314 634 46 654 909 47 220122 92 99 214 354 689 621 737(1000) 221191 33 205 484 601 97 826 36 45 2 2 2039 60 102(1000) 3(1000) 30 205 83 391 674 800 25 39 927 70 2 2 3/06 302 23 428 46 639 67(1000) 659 748(1000) 900 9 10 2 2 4002 100 216(1000) 310 34 628 36 668 907 9 73 2 2 6)65 442 81(3000) 820 2 2 8 038 272(600) 494 662 606(3000) 24 877 1500) 2 2 7 091 127 290 410 33(1000) 600 9 61(3000) 962 79(1000) 2 2 8002 14 68 500) 75 133 609(500) 883 917 2 2 9165 248 333(3000) 405 8 604 71 608 860(1000) 927 62(3000) 230124 219 369(600) 400 5 514 665 70S 231072(500) 411 32 73 518 625 64 707 894 98 926 81 23 2163 202 14 600 819 61 233002 71 90 289 409 606 824 914 4. Preukisch-Süddrutsche (S3v. Königl. Prrntz.) Klaffeulotterie 5.«lasse 3. Ziehungstag 11. Mai 1914 Nachmittag Auf jede gezogen« Nummer find zwei gleich hohe «fielvknue gefallen, und zwar je einer ans die roie gleicher Nummer in den Heide» Abteilungen I». II. Nur die Gewinne über 240 M. find w«lammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. Sl.-A. f. 8)(Nachdruck verboten) 166 500 656 703 1009 290 356 467 62 88 713 948 60 2196 389(600) 749 72 99(3000) 814 79 980 92 3265 406 674 775 970 4070 112 325 534 692 844#261 366 407 967 72#048 125 264(1000) 662(500) 704 74(500) 808(1000) 7311 18 89 688 95 703 839(600) 927 56#408 714 826 966 39#003 61 73 186 218 642(3000) 719 62 940 71(600) 10023 180 633 61 635 724 866 941 60 11140 274 460 597 601 38 832 914 1 2137(500) 88 428 610 69 90 928 13024 136 86 315 86 376 499 514(3900) 16 610 63 92 778 93 944 1 4036 76(500) 286 316 619 26 41 922 84 1 3612 637 18174(1000) 80 267 74 348 508 645 66 870 982(3000) 97 1 7011 234 473 849 966 18090 92 104 234 364 444 042 1 9102£06 427 31 44 609 64 625 39 729 804 24 97 2 9086 627 98 816 60(1000) 56 978 21015 54 239 57 74 311 20 422 98 631 843 933 2 2121 462 621 836 2 8099 103 560(600) 691 771 24 040 379 788 2 8126 206 27 63 79 83 341 646 611 62 713 2 8 247(600) 401 47 48 606 643 79( 500) 692 919 95 2 7162 232 72 362 603 11 724 30 96 28282 358 493 532(3000) 610 94 742 940 66 2 8174 328 412 (1000) 831 908 8 0233 593 31249 682 604 13 21 743 3 2186 213 68(500) 331 699(300) 686 799 816(500) 979 38129 214 39 36 85(600; 443 91 871 965 3 4161 365 506 29(1000) 44 60 690 U35 36078 128 38 91 266 611 625 766 861 936 61 3 9726 933 36 3 7 031 80 224 43 301 427(5000) 620 316(1000) 78 828 69 1 8040 329 74 496 749(1000) 72(600) 889 984 a#C61 262 463 696 760 941 49002(500) 206(3000) 64 343 688(500) 887 968 89(600) 41263 446 94 518 51 888(3000) 42283 638 42 763 76 892 99 (1000) 43067 216 371 608 26 95 607 742 92 44191 217 30 67 321 613 606(1000) 755 864 921 48043 86(600) 201 64 378 407 698 630 969 4 6024 68 168 399 473 644 736(1000) 47036(500) 72 116 277 465 567 626 32 838 48147 75 86 214 634 945 4 9396 444 506 7 41 714 23(600) 42 68 697 9(7 #0446 680 817 19 31 34 44 61256 346 462 674 82 8 2024 33 278 474 722 79 862(600, 8 3026 109 27 229 336 636 47 648 61 88(1000) 762 876(1000) 930 87 8 4026 28 87 408 721 945 6 8260 326 27 498 692 8 8067(3000) 73 249 509(3000) 801 68 6 7371 72 97 480 686 600 36 852 915 8 8437 43 66 608 62 671 727 919 36 84 6 9006 313(1000) 69 499 638 919 . 90399 442(1000) 512 718(1000) 874 61002 105 6 243 (600) 424 553 95(600) 738(1000) 62 896 99051 84(1000) 137 62 458(500) 75 683 815 69(600) 96 916 31 66«3010(1000) 73 81 167 286 334(600) 47(1000) 416 655 801 90 9 4092 127 68 318 43(500) 630 56 952 60(1000)«5129 216 444 607 73 79 669 824 43 914 98105 316 70 460 82 518«7 73 641 806 18 9 7305 403 42 74 614 712 31 639 47 915 63 99190 309 ES 412 26 605 93 773 936(1000) 99141 303 4 439 543 620 65 99 685 70171 329 58(1000) 764 74 952 71061(3000) 431(600) 612 634 737 49 908 7 2036£40 79 471 955 78 69 816 52 973 74130 65£95 429 692 694 790 866 7 5143 254 352 456 82 623 69 655 833 73 986 7 8037 72 214(500) 366 462 88 687 701 76(3000) 92 815 48 7 7 040 69 2(9(500) 306 64(1000) 87 77 637(1000) 47 732 817 936 92 7 8 263 509 606 729 969 85 (3000) 79163 90 237 362 765 864 88 987 80083 120 281 508 61 696 772 94(1000)«1157 308 16 36 867 79(600) 8 2002 8 133 219 300 19 423 42 606 782 8 8037 204(1000) 66 340 617 690 731 67 58 972(600) 8 4066 149 232 446 63 843 960 8 8065 100 8 205 66 348 457 721 969 8 8049 (600) 209(3000) 318 470 640 688 894(600) 87 280(1000) 377 466 97 636 604(1000) 16 77 87 760 8 8008 26 218 46(600) 326 451 701(600) 63 8 9144 369 598 891 «0060 225 37 44 39 459 81 765 851 TS 903 23 83 91110 28 69 626 641 61 762 74(600) 866 9 2056 78 171 329 69 406 772 836 907 9 3042 83 126 321 670 600 21 35 858 913«4CU 134 336 703 13 25 9 6051 110 208 69 79 306 478 719 25(600) 85 929 9 6 035 307 34 60 605 70» 42 63 842 59 909 9 7 016 441(500) 737 812 962 9 8030(1000) 101 262 310 416 627(600) 641(1000) S33 935 79 9 9045 764 66 944 V' 100118 47 251 325 98 460 618 786 836(1000) 80 ,3000) 903 89 IUI1C0 321(500) 67 606 48 838 46 1 02042 60 124 74 98 696 765(1000) 346 80 945 1 03932(1000) 253 426 636 609 63 766 666 66 63 104076 130 33 358 409 17 619 606 20 724 985 1 0 8022 38 40 85 228 31(1000) 67 97 369 468. 569 71 696 939 1 0 8063 340 492 653 660 917 45(1000) 10 7063 103 4 23 47 210 392 449 660(1000) 796 898 924 1 08X13 48 49 63 98 (1000) 263(600) 313 441 630 66 940 IOS237 368(600) 60 762 606 948 110379 344 468 609 744 803(1000) 62 69 82 944 111274 64 369 467 658 782 112077 160 223 74 696 118001 46 129 «3 233 318 89 726 64 894 ,609) 114091 103 70 34« 897(so) 998(3000) 118)24 92 273 99 343 535 730 88 118058 224 31 329 444 48 689 66 793 830 99 977 117006 64 94 264(500) 69 (1000) 98 403 23 63 536 72 94 664 763 65(1000) 830(500) 904 6 29(500) 11« 01 23 64 435(1000) 674 789 874 87(500) 99 946 80 119001 99 346«) 758 861 120113 86 216 23 357 441 83 506 68 623 36 69 869 9068» 121046 55 66 306 30 27 34 410 70 78(600) 594(600) 76!(äW1 962 1 2 2262 95 302 437 629 87 1 23043 63 166(600) 90 J3> 473 562 96 736 846 930 49(500) 124161 356 88 743(3000)" 98 942 1 2 5085 163 209 366 500 92 99 681(3000)967>28«Ä (1000) 146 246 307 438 630(500) 50 721 60(500) 894 1 27:7» (1000) 260 362(1000) 400 16 60 656(600) 780(500) 963> 280» 70 266 343 49 439 506 601(600) 18 71(600) 720 811 814»7 128013 253 369 462 603 610 727 994_ 180066 104 257 306(1000) 421 84 620 66 788 181199 09? 606 654 1 82196 282 349 95< 1003s 663 64 755 664 tZW* 19 566€26 82 82 788 896 94« 74>84167(30 000) 281 60 79 832 918 1 88121 72 250 308 62 501 637 970>38606 01 18 7 017 106 232 303 442 606 43 73(500) 776 863 13 8334 41 87(3000) 848 849 71 138164 275(600) 91 485 92 663 66(1000/. 88(600) 759 72. >40447 603 33 62 67 661(600) 722 863(600) 921« 141005(1000) 229 72 347 631(600) 40 72 83 808 71 14 20/« 169 99 238 424 64 610 48 668 857(1000) 87>43085 132- 4 II 22 73 86(1000) 477 662(1000) 666 757 95 880 922 71 9* (600) 144247 590 630 7X1 847 949 1 45196 319 435 03£ 762 148197 203 422 836 788 14 7050 157 267 90 332 40' 661 78(3000) 773 86 60« 986 149093 256 98 503(1000) 660 763 861 080 148075 107 416 32(1000) 690 796 6X> 9,1 189009 473 856 SO 98 1 81225 354(1000, 413 20<10001 42 776 806 940> 6 2010 650(1000) 81 876 82 1 5 3399 4.9 78 646 503« 98(500) 746 8)2 37 87 184021 144 300 25' 423 743 99 911(600) 45 1 58117 273(600) 696 625 807 >86127 3« 209 334(600) 428 604 76 777(SOOch 848 45 88 9»< 46 1 6 7 006 330 66 492 646 793 820 81(600) 9(fe 158043 290 306 776 1 8 9003 24 306(800) 486 51# 628 65 721 69 61 956 16 0214 818 71 735 1 81186 434 604 7(1000) 724 90» 42 182046(1000) 66 314 466«5« 738 163348 90 6iq(60W 65 962 1 94096 271 312(1000) 434 542(1000) 43 74 566 826« (1000) 57 198025 34 170«6 442 89 96 640 69 881(500) (6000, 168005(1000) 139 49(500, 64 76(1000) 66 324 476 76»J 980> 8 7 050 292 401 668 99 716 833 1 8 8050 436 626 87 oW 732 819(1000)901(600)>68147 227(3000) 41 377 433 63747(SOJ)' 170041(3000) 69 87(600) 176 351 629 62 76 679(10�6 875 1 71246 1 7 2013 53 204 66 400 511 19 71>0000, 801 33 50(500) 17 8041 44(SCO) 136 361(1000) 433 77 925 1 74109(600) 309 432 79 81«74 175257 546 48(500) 653 67 716 1 7 8002 79 464 664 732 58 00 687 960 96 1 7 7 249 331(1000) 413 45 60 73 612 23 84 997 1 7 8036 186 201(500)76 316 737 980 84 l?«� 668 661 190087 164 293 332 402 36 59(1006) 847 909 74(30m 191065 298 362 677 9,9 1 8 2014 21 94 177(3000) 339 462 6» (600) 624 26(1000) 39 70 703 949 61 188064 216 304 30 69. 621 71 96(1000) 194110 222 32 46 61 543 620(1000) 69 942 60 198169 217 35 320 44 53(1000) 449 709 72 813>88!� 74 298 315 47 444 731 39(600, 52(1000) 18 7064 167 4,4 19 8054 56 57 168 295(500) 475(3000, 732(50V) 71 90(1000) 820 927 82 199044 135 68 212 3C8«09 91 735 602 62 190111 61 233 97 433(1060) 35(600) 66 616 683 814 3» (800) 60(3000) 191080 134 94 27«(500) 332 406(10001 24 590(500) 675 771 999 I9S192 257 93 310 82(500) 92 i-° (1000) 892(5001 198008 138 418(500) 67 557 72 380(lf 859 901(1000) 194022 157 200 473 646 63 87 758 993 1 95 f 76 153 69 381 463 766(1000) 971 19 6 097 122 403 SU 31 7)» 26 32 81(500, 93(500) 824 920 93 1 9 7236(1000) 456 564 61» 9i0( 500) 97 1 99020 136 205 380(3000) 436 901 6 38(1000) 64 65 1 99175 79 200 617 900(500) 48(500) 200037 207 336 08 422 669 665(3000) 793 201096 37» 409 68 716 96 873 97 963 2 0 2051 179 206(1000) 394 475 81» 922 2 0 3017 127 214 56 447 65 576 755 80(600) 927 2 0 4 08» (600) 261 1600) 80 423 562 61« 6€ 72 85 790 2 0 6152 265 67 376 687 770 813 92 944 2 0 8 008 104 426 62 76 614 633»' 931 2 0 7 084 184 619 636(3000) 68 2 0 8039(3000) 44 61 454(600) 83 88 580 770 962 2 0 8094 154 414 70 72 776 9»' 21 0209 454 65 628 52 72 674 766 211271 310 499?»- 827 34 911 21 2066 129 221(1000) 87 392 607 22 63 83 70» (1000) 40 921 21 3001(1000) 33 107 78 87(1000) S07 4ö££» 15«27 704 832 928 214233 34(500) 313 454(6Ü0) 635 77 C' 776 90 821 21 6024 247 346 615 21 29 64 722(500) 87' I 21 8121 273 441 646 96 734 82 21 7105 297 366 70 499 51' 796 971 21 8061(1000) 146 205 687 663 73 85(500) 727»» 804 998 218064 59 17« 270 81 92 361 91 467 92 606 60? 20(1000) 220019 167(3000) 301 9(800) 62 682 920 81 221(02«» 228 49(1000) 68 326 624 593 889(1000) 2 2 2072 113 247 f 342 431 64 801 788(3000) 972 2 2 8189 314 48 99 619 611'»» 820 63 967 71 224124(600) 7« 386 454 67 97 518 31» 22 8549 766. 600) 801 4 8 36 929 2 28167 217 44 397 446 61° 85 960 68 2 2 7032 172 76 219 63 417 82 634 67(1000) 759 (600) 603 2 2 8433 523 89 647 797 2 2 0061 141 366 478 636 46 765(600) 66 619 905 28 0206 312 43 90 96 618 749 831 45(500) 967 281 � 392 403 99 624 65 69 606 812 71 990 2 3 2143 219 34, 664 676 706 9 839 936 SSSOCO 119 66 3U 41 48 421 34 SSO 0* GOO 9 818 3» Otnmnrdke beriUeben: 2 Prlmie» zu 300 000 V, 2 »innt zu 500000«„ 2«u 200000 2;a 160000 M, 2 100000 2>-0 76000 JH., 2(U 60000 4 411 60000 4 4» 40000 20 ju 30 000»., 32»u 16 000», 88411 lOOCO�' 306 Mi 6000»., 2754>u 3000«., 5568 411 IOCO»., 7678 41 600 S- "Mnmtwortlichcr R-bakt-ur: Alfred LLiclepp, Rrulolln. Für de» Inseratenteil veranw.: TH.Gl»(k, Verlin. Druck«.BerlaziLorwärtSLuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Sing«&.r EckEaden! Bahnhofstr, beste Geschäftslage, ca. 150 Om gross, 5.30 m hoch. 25 ro Strassenfrort. kann auch auf Wunsch ausgebaut werden, ganz besonders lur Herron- Con- fektion oder Porzellan u. Calanteriewar. pp. geeignet, Der sofort zu vermieten« Das Lokal kann noch um 45 Um vergrö-sert werden und ist daher auch lür einen Special- Ausschank oder Condiforei und Cafö geeignet. Angebote erbeten an Franz Sooawa.» V>fi. Laven'üi Paitümctie.Papier od. Cigarr.-Gelch. zu Miel. gei. Off. 11167 a Hn!t«si>stem dkVogler, Berlin W. 35._ IMF" Laden,'WC mod.. f. Manusaft.- u. Kurzw.-Scsch. a. lebh. PI. Lstvr., Pom. od. Mecklbg. v. bald o. Derbst ges. Ofi. J.Z.15896 bes. Rudolf Rioffe, Berlin SW. ßescM/i'sffesuche, Kleines Geschäft, auch außerhalb mit einigen 100 Alatk Anzahlg. z. tank. ges. Osf. ,11166" Klouseil. stein& Vogler, Berlin W. 35. Geschßpsmhßafe, Alte. tent. Ansiunstei u. Verl. al= iersh. verk. Lagert. 10, Posta. W. 9. Zigarettenfabrik, alt renom. Berlins, m. elektr. Betr., 23 Z. in erst. Dd. Hill. verk. od. Teilh. ges. CÜ. M. 66, Postamt 5t»._ Spezial-EiigroS-Bersandgelchäft als Nedenbeschält. v. Whng.ans betr. sos. s. 2100 M. z.verk. Näh.»InI.E.283 an Kmlolf Siosse. Halense». Pension, erstklassig, 10 Zimmer. 12 I. bestehend, jed. Komfort, wegen Zurruhesetz. s. 5500 Mk. sofort ver- käuflich. Oft. u. Ta. H. 17-.5 bef. R Udo If Mosse, Tanentzionstraße 2. Wnkzeiiii-Fiilirik, kleine, mit Patent, billig zu der- sausen oder vervachten. Off. unter C. L. 11, Berlin, Postamt 31. Aussichtsreiche Existenz mit einigen tausend Mark bietet lieber- nähme eines gut gehenden Geschästs. Persönl. Ausf. erteilt Sbopp, Ehar- Iatteiiburg.Tahliiiannst.9.nachm.3-6. Schuhwaren- Etagengesch., glänz. Eristenz nach- weist. Reingew. pro Jahr 4000 M., auch s. Tainen passend, sür 5—6000 verkämst Selbftrefl. F. 156 Gerst- manne Ann.-Büro, Neanderstr. 22. Maschinenfabrik, Tpezialartikel, nutzbringend, s. Fach- inann, Techniker od Kankmann, pvrzügl. Eristenz. s. 15 vcX) Bik. schnellst, verkämt. Jnhab. bleibt evt. gern i. Eesdi. Lss. u. E..1. 1532 an Rudolf Mosse, Moritzvlatz. Arbeitsstube, 17 Jahre in einer Hand, lerne Rachsotger praktisch an, 4390»t. Verdienst weg. Zurruhes. zu verk. 3.11.1776 bef. Rudolf Rosse, 8W'. �utzgeschaf? in Hamburg, Gelegenheit, sehr eleaant eingerichtet, 2 gr. Schau- senster, gute Kundschaft, preis- wert zu verkaufen. Offerten u. H. B. 8-.68 bef. Kudolf| I Mo«««. Hambnra. Ein der Neuzeit entsprechend, mo- dein eingerichtetes Kaufhans ist sofort unter günstigen Bedingun- gen zu verkaufen. Ersorderl. 30 000. Off. unter J. W. 15 895 befördert Rudolf Mosse. Berlin'SW. Confitürenqeschäft m. Kasfecsalon u. Likörverks.(Bote Litorc», eleg. cinger.. glänz. Exist., sehr crweiterungsf., s. 1 bis 2 Tamen paffend, kommt ins. bes. Umstände zu außcrgcw. günst. Beding, sos. z. Berk. Hebern 1. 6. cv. früher od. spät. An bar ca. 4000,— M. genüg. Branche- kenntn. nicht ersord., da Einarb. erf. kann Persönl. Unterhandl. Dienstag u. Mittwoch. Knrsürstcndamm 96. j lu verkaufen inf°lg.Krank- ■ heit des Inhabers großes Epe».- 4 Wäsche-Aiisst.-Gesch., über 60 1 Jahre bestehend, in großer Reff- denzstadt. Umsatz 200 Blille, moderne Einrichtung. Erfordert. Kavilal zur Uebernahme 60 80 Mille. Selbstrest erhatten nähere Auskunft unter G. B--»39 Jnvalidendank, TreSden. thlVera American Shoe M „Vera-Goldbraun4*. Die hübschesten braunen Schuhe dieser Saison sind w die Vera-Schuhe, die aus dem feinsten braunen Leder gemacht werden und kühl und dauerhaft für die Sommer-Monate sind. Besichtigen Sie die schönen Formen in Schuhen u. Halbschuhen in unseren Schaufenstern. Katalog gratis. 18- II. 20- Ht das Paar. pfl iflQ :«iff! Amerikanische seidene Strümpfe, ohne Naht M. 2.50. 1 Köln Dresden DER VERA SCHUH, BERLIN W, Friedrichstrasse 174. DER VERA SCHUH. BERLIN W, LeipzigerStrasse 105. Kaufhaus desWestens, Charlottenbqrg.Tauentzienstr. Bierhalle, Zentrum, ohne jede Küche, über 1060 Sektoliter Umsatz, für 18 Mille verkäuflich. Billige Miete. Tüchtigem Eeschästsmann lasse eventuell etwas Rest stehen. Offerten mit Angabe der Mittel unter Ro. L. 652 an Rudolf Mosse, Roscnthalerstr. 48. ftoBiKßiWOT mit Mineralwasserfabrik und Bierverlag(Kraftbetrieb) im Vorort Berlins wegen Todesfall zu verkaufen. Näh. nnt. 3. O. 15910 bes. Rudolf Mosse. Berlin SW. Wegen Ableben der Befitzerin soll das von dieser seit 45 Jahren in schön. Garnison- u. Industriestadt Sachs, betriebene, vor- züglich eingeführte u. noch sehr tu vcrgröfternde schnitt- u. Modewaren Geschäft verkaust werden, das die letzten Jahre bei ca. 40 000 M. Umsatz jährlich 7000-8000 Mark Reingewinn nachweisb. erzielte. Zu Uebern. u. Betrieb ffnd 12 000 M. nötig. Enst- gem. Anfr. erb. unt. I>. R. 516-, an Rudolf Mosse, Dresden. iGlänzende! Eristenz. gür 1—2 Damen oder{ tüchtige««hepaar bietet| sich Selegenheit.«in et«. gant eingerichtetes, grost angelegte« Spezial« in bedeutender Industrie-, stadt SüdSentschtands an a 1 1«» b« st« r Lage uuter »ehr günstigen Bedingun- g n z» erwerben. Erkor- deelich ea. IS Mille. Stur Selbftrcstektauteii belieben Ansragen zu richten unter r. KU.-»058 an Rudolf{ Mosse, g-ra»ks»rt a. M. verbunden mit Campfsägevverk unä ochwunghaltcw Raufiel lauäw. Maichineu uml Geräte, in bester Gegend Mecklenburgs gelegen, ist wegen vorgerückten Alters preiswert zu verkaufen. Grosser Umsatz. Vorzügliche Rentabilität. Grosser Stamm fester Kundschaft. Zur Uebernahme gehören an Anzahlung und Betriebskapital ca 100000 M. Anfragen erbeten unter J. H. 15820 an Rudolf Moaae, Berlin SW._• Sichere Existenz!!« Ein in e'ner Grosssladt und bester Lage gelegenes, seit 50 Jahren betriebenes Herren- und Knaben-Konfektionsgeschäft(en detail und en gros) ist, weil sieh Inhaberin(Witwe) vom Geschäft zurückziehen will, preiswert zu verkaufen. Barkapital erforderlich, da courantes Lager übernommen werden mu»s. Off-Tten nntcr A. B. 157 an Rudolf Mosae. Berlin SW.; Wegen Ruhebedürfnis Verkauf einer renommierten, viel« Jahre bestehenden Wiener Metallwarenfabrik samt Patent und sonstigen Sehutzrechten. Export u. Absatz im Inland«. Erforderlich mindestens 80 Mille. Seriöse Selbst-Reflektanten werden um gefl. Zuschriften unter„RespectabMity 67-»" an Rudolf Mosse, Wien I, Seiicrstätte 2 stebeten. ZW-iLedMWst, seit 16 Jahren in Breilau bestehend. bestens eingeführt, megen Todesfalls sehr günstig zu verkaufen. Angebot» unter 3. L. 5281 Rudolf Mosse, Berlin SW. an Provinzial-Getreidegesciiaft, ca. 50 Jahre in Kreisstadt Hinter- poinmerns, mit geschäftlich sehr guter Umgebung, bestehend, ist weg. Erfrankung des Inhabers zu ver» kaufen. Offerten von kapitalkräftigen Käu« fern erbeten unter J. U. 15851 an .Rudolf Miosse, Berlin SW.* Disconto-Gesellschaft Berlin. Ausserordintliche Gensralversammlung. Die Kommanditisten unserer Gesellschaft werdem hierdurch auf Freitag, den 29. Mai 1914, nachm. 4 Uhr. zu einer ausserordentlichen Generalversammlung nach unserem hiesigen Geschäftshaus«, Behrenstrasse 42 II, eingeladen. Verhandlungsgegenstände; I. Antrag auf Genehmigung des mit dem A. Scbaafniausen'schen Bankverein zu Köln abgeschlossenen Vertrages zum Zwecke der Uebernahme des Vermögens des A. Schaaffhausen'schen Bankvereins zu Köln unter Ausschluss der Liqniditation gemäss§ 306 H. G. B. und auf Erhöhung des Grundkapitals um nom. M. 75 000 000 mit Gewinnberechtigung vom 1. Januar 1915 ah. 2. Aenderung' des Statuts Art. 1 Abs. 2(Namenergänrnng), Art. 5 Abs. 1(entspr. hend dem Beschlüsse auf Kapita Iserhöhnng), Art. 12 Abs. 1(Wegfall der Höchstzahl der Geschäftsinhaber), Art. 21 Abs. 3(Zulässigkeit der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder in ausserordentlicher Generalversammlung), Art. 40(redaktionelle Aenderung). 3. Wahlen zum Aufsichtsrat. Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist jeder Kommanditisf, zur Stimmenabgabe bei den zu fassenden Beschlüssen sind nur diejenigen Kommanditisten berechtigt, deren Anteile mindesten« acht Tage vor Berufung der Generalversammlung im Aktienbuche der Gesellschaft auf ihren Namen eingetragen sind, und welche ihre Anteile— oder Hinterlegungsscheine der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen- Vereins— spätestens einen Tag vor der Generalversammlung entweder bei einem Notar oder in Berlin in unserem Effekten-Bureau, W., Behrenstrasse 43/44, bei dem A. Schaff hausen'schen Bankverein, Bremen in unserem Effekten-Bureau, „ Essen(Ruhr) in unserem Effekten-Bureau, „ Frankfurt a. M. in unserem Effekten-Bureau, bei der Deutschen Effecten- und Wechsel-Bank, „ Mainz in unserem Effekten-Bureau, „ Saarbrücken in unserem Effekten-Bureau, CUstrin bei unserer Zweigstelle, Frankfurt a. O.„„„ .. Höchst a. M.„„„ „ Hornburg v. d. H.„„„ .. Offenbach a. M.„„„ „ Potsdam hei dem A. Sehaaff hausen'schen Bankverein, Wiesbaden bei unserer Zweigstelle, „ Hamburg bei der Norddeutschen Bank In Hamburg, Leipzig bei der Atlgem. Deutschen Credft-Anstalt und bei deren Abtheilung Becker A. Co., .. Dresden bei der Allgem. Deutschen Credit-Anstalt. Abtheilung Dresden, ,, Köln bei dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein, bei dem Bankhause Sal. Oppenheim Jr.. r. 159 befördert Rudolf Zloaac, Berlin, Siürnbergerstrah« 25-26. Für Berlin«n» Umgebung wirb von gröherrr. lehr leiit»ngS> lähiacr Fabi ik«in tüchtiger, bei den einlchlägiaeii Selchälteii sowie Bchör- den-Archiieften ulw. gut emgelührier Vertreter für Znerlösch-Amatiikttl sowie FeiicrlSslh-AVllrlltcii , NM Anschluß an die Wafferleitung gesucht. Osten, unl. r. 3. H. 629 a» Bndolf Ma»»». Benin»W. 19 Därme,»ewiirz«, Fe«, waren. Tu cht. Derkäuscr, der lange Jahre in der Brandir selbständig war. sucht von erstklassigen Häusern für Groß- Berlin Ageuturen zu übernehmen. Offerten unter O. E. 3686 an 2»doiJ 3Io»"p»«frankfurter Alle« 61. Patent-Anwalt Berlin. w 8 OrCottSchc Alleinvertrieb großer Sache in verg. Kapital nötig. Offert unt. O. A. 2%3 an Dnub« A Co., Frankfurt a. M.* Bersandstelle vergebe nach jcd. Ort. Off. Post,. Geisten»- Breslau 8.* yfie!,eSte«en?°ÄW die Zeitung: Deutsche Vakanzen- vost. GslUnaen 15V.« Reelle Vertretungen z. intensiv. Bearb. s. Berlin u. Um- gcgcnd übern, svw. Agent., u Kom, misstonSlirma, Off. u. T. Ei. 310 a «ndolf Moste, Berlin«W. ig. Budzsfiftrztna. Bilanzen, Revistone» bi-tief. Bantner«»ibnlbutftr. 93• »«NN Sie etwa» suchen.... la» Rachrtchteuallro G. Prnuaii. «erlln H. 1� liest täglich 500 Zei- tungen»nd lietert Autichnitie au» dem Inseratenteil losort nach Er. lckeinen. Abonnement 30 Tage 10M.. SO Tage 25 M. werden gegen hob« Proviston sofort gesncht. Verhandlungen mit Jnter» estente» teilwetse schon eingelestet. Offerten unter So. G. 3776 an HiiM«nateln liehungen zu ersten Gesellschaft»- !rei!e». Branchekennlniste nicht er- forderlich Offenen u F. M. 3. 652 au Rudolf Sluaae, Arank surt a. M.• Alleinvertrieb groß. Sache zu verg. Kapital notig. In der Seimatsprodin, wurd. große Erf. er,. Off. u. K. 731 an Haasen- stein u. Vogler A.-G., Vreslau.- �llgenedme Existeirc! bietet stch iolidem, tüchtigem Her.n durch U'dei- nähme unsere» hiestgen. konkurrenitoten Untei- nehmen». Braiicheleiintn. mitit»ölig Einige laio send Mail Barmittel er- loideilich Gefl. Off u»ter 3.7.5321 an Rudolt Iloaae, Berlin S VI. Ren! Massenartikel JUttl der Möbel- u SaniIStSbianche, Deutsche» Reich paten«. ist an Fabiilanten verkäuflich ode» ,n Lizenz zn vergeben. Nähe« es durch E. Etipmann in Mainz.. Eeldständige gute Posttiou diele einem intell. Heren d.nch Eiüudg. eine» Eiig.-Gesch. in Brovlnzs«. bei Heraao« ieine» v. AnSkuiiiteieii gut beiürwoit Rainen aiS R.rma. Off. 3. F. 176«» Rudolt V,.,» c. VT. An allen Plähe» nn» i» Bc Ii» bei erstkl.isstge» Warenhäusern vor« zügllch eingeführt« Preeijieas-Itttttttt kür den Bertauk«ine»«nrzwarem artikei» anher SNnditat«csnchi. AuöiührlicheOfferten mUB cad« der vorhandenen Vertretungen unt. D. B. 1922 an Hnasen�tcin«fc Vogler AG. Kö n a. Rh. Goldin-Uhren oder Weißmetall mit Gotdrnnd. an WiedeiveikSnter billig, Muster p.Nach- nahmeM 3 50. fhuvaiibutu in Lcder, Silber«00 gest., Muster S.'jO Platt Poito 50 Pf. M. Singsp, Baselvt>d« Re« klame-Ztenheit 1 m dien. 50 cm tief, 160 m hoch. s. T««>> che Rilmoaravh G. M. d. H., Berlni 0 2. Buigiir Büiohan» Bötle. Tel. Ad 11705. 10—20 Mk. tagl. Verdienst durch leichte Fabrikationen, reelle Eristeni mit nur 50 Mk. Kapit.(neue Sache). M. Greiert, Hamburg 23. Kinder- Konfektion. Italienischer Vertreter. Wohnsttz Mailand, seit 10 Jahren in ganz Italien in den besten Spezialgeichäi« ton der Kinder.Bckleidnng cingcsührt. 'st noch einig« paffende leiftiing»« ige Vertretungen. Offerten unter Chissr«.28807 B.- en Haasen« sucht noch einige paffende Ic. stein u. Vogler, Mailand. Damentonsektionsgeschäst, Residenzstadt v. 100 000 Einwohnern sucht Vertretung in Stoffresten. inSbcs. Seide. Blusen Spachtel. Spitzen usw. kommissions- weis«. Offerten uirtcr O. lOOtz des die Expedition dieses Blatte». Schweden. Versierter Kausmann der Putz-, Mode. u. Besatzbrandl«, vieliährig in Stockholm wohnhaft, mit den En- aro»einkäu!ern der betreffenden Häufer persönlich bekannt, sucht Vertretungen in obigen Branchen. Zuschriften von Jntcrrffcnten erb. unter«. 8519 an S. Gnmaetti» Annoneettburean, Stockholm. Erfitidu»«°"i.i.iS:!.V°' D. R. G. M. In» und flu»!, zu vert Zuschr. Lagerkarte 32, Pol amt 20. Verpadilungen unäpachtgesuche Erstkl. Wiener Cafe, eventl. auch Hotel. an nur best. Lage von tücht. Fache zu Pacht, ges Eventl. auch nur pa Räumlichkeiten, die in Bezug aus A und Lage die Vorbedingung eini wirkl. erstkl. ovszustattenden Caf< erfüllen. Offert, unt. P. 3622 a Haasenstein ,v Vogler A.-« Halle a. S.