Nr. 31. Ho Grscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährita 3,50 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Ginzeine Nummer 5 fg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage, Neue Selt" 10 Pig. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter freuzband: Deutschland u. Defterreic Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Ginger:. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die: fünfgespaltene Petitzeile oder deren, Raum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Ervebition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Feittagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der russische Handelsvertrag Mittwoch, den 7. Februar 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. und Bismarck in Bewegung, um den Handelsvertrag und 10 Jahre abgeschlossen werden. Es ist selbstverständlich, Caprivi zum Scheitern zu bringen. Und wenn die konser- daß die Diskussion über diesen Vertrag alle anderen vative Partei all ihre Minen rücksichtslos springen läßt Fragen auf Wochen hinaus in den Hintergrund drängen und bis auf den letzten Mann gegen den Vertrag wird, war doch seit Monaten über die wichtigsten ist zum Abschluß gelangt und der„ kritische Moment" für stimmt, so ist dessen Verwerfung so gut wie sicher. Und sozialen Probleme, über die ungeheure Noth und die von Reichskanzler und Reichstag steht nun unmittelbar bevor. die Verwerfung des russischen Handelsvertrags heißt Auf- Woche zu Woche steigende Arbeitslosigkeit nicht im entferntesten so viel die Rede als über den deutsch russischen Das Steuerbouquet mit sammt dem famosen lösung des Reichstags. Finanz- Automaten des Herrn Miquel ist fang- und lang einer Auflösung des Reichstags aussehen? Bird, kann die konservative Partei sich der Gefahr Handelsvertrag. Und dies ist begreiflich, handelt es sich los in die Leichenkammer der Begräbnißkommission geschafft doch bei diesem Vertrage um wichtige ökonomische Interessen Da giebt es keinen Zweifeln ein! der besitzenden Klassen. Diese ökonomischen Interessen worden, die uns die schöne aber ach so schnöde verDie Auflösung des Reichstags wäre die Vernichtung sind heute das treibende Moment für unsere innere und kannte! Leiche" aus Pietät noch einmal zeigen wird, um sie konservativen Reichstagsfraktion. Die konservative äußere Politik. Deutschland ermäßigt den Schutzoll für dann endgiltig dem Auge der verblendeten und undankbaren Sterblichen zu entziehen. Dieser Stein des Anstoßes, von Partei ist weder in Preußen noch im übrigen Deutschland landwirthschaftliche Produkte, wofür Rußland seine Industriedem man dachte, daß er zu langen und heftigen Debatten, eine felbständige Macht mit Ausnahme einer Handvoll zölle ermäßigt. Der deutsch- russische Handelsvertrag kann vielleicht zur Auflösung des Reichstages führen utopistischer Querköpfe, die nicht zählen, ist das, was sich dadurch, daß er die Interessensolidarität der industriellen ist in aller Gemüthsruhe aus werde, heut konservative Partei nennt Regierungspartei, und agrarischen Kapitalbesitzer sprengt und damit die größte dem Wege die von der Regierung abhängt, mit der Regierung stark, That, die Bismarck für die besigenden Klassen geleistet hat, geräumt worden er ist besorgt und aufdaß er die eine reattionäre Masse der herrschenden Klassen gehoben" und macht Niemand mehr Kopfschmerzen, nicht gegen die Regierung absolut ohnmächtig ist. Das wissen die Herren Konservativen sehr wohl. Sie schuf, beseitigen. Solche Gegensäge werden bei dem hocheinmal dem Herrn Miquel, der viel zu vernünftig ist, um denken auch nicht an einen Kampf gegen die Regierung. gesteigerten Klaffengegensaße zwischen deutscher Bourgeoisie nicht die Weisheit des Kindersprüchleins zu verstehen und was wir schon früher sagten: sie kämpfen um die und Proletariat und bei den Fortschritten unserer Partei zu üben: rerum Glücklich ist, wer vergißt, ber Regiernng. Noch bis vor kurzem glaubten sie Caprivi isoliren und einen der Ihrigen an seine Stelle schieben zu können. Es scheint nicht gelungen zu sein. in Stadt und Land die Haltung der besigenden Klassen gegenüber den Forderungen der Sozialdemokratie nicht um Haaresbreite ändern, fie können aber innerhalb der befizenden Klassen zu Aenderungen der politischen Machtverhältnisse und damit der Parteien führen, vor allem können sie zersetzend auf die nationalliberale und freikonservative Partei wirken, in denen Schlot- und Grubenbarone neben Vertretern der agrarischen Jutereffen sizen. Für die Stellung Caprivi's ist der Erfolg oder Mißerfolg des Vertragsabschlusses entscheidend, für unser politisches Verhältniß zu Rußland und damit für die Erhaltung des Friedens ist es bedeutungsvoll. Aber nicht nur deswegen, sondern auch aus rein ökonomischem Interesse ist die Arbeiterklasse an dem neuen handelspolitischen Vertragsverhältniß mit Rußland erheblich mit interessirt. Um die Bedeutung der Aenderungen klar zu legen, ist es nothwendig, die wichtigsten Beftimmungen wiederzugeben. Dieselben sind in bezug auf unsere Ausfuhr nach dem Wolff'schen Telegraphen- Bureau Was nicht mehr zu ändern ist. Bu ändern ist's nicht mehr und mit Ausnahme der Kardorff, Stumm und einiger anderen melancholischEntweder über den Stock oder über die Klinge! weltschmerzlichen Inwohner des reaktionären Wolkenkukuts heim zerbricht im ganzen Deutschen Reichstag kein Mensch so bezeichneten wir schon vor Wochen das Dilemma, in sich den Kopf und noch weniger das Herz um die unglück- welchem die Konservativen sind, wenn ihre Palast- und liche Militärvorlage, die so übereilt beschlossen worden, sonstigen Intriguen gegen Caprivi mißglücken. Sie werden über den Stock springen- so sicher daß man die Hauptsache vergaß: nämlich den nervus ein richtiger Schildbürgerstreich, der aber Caprivi bei der Abstimmung noch am Ruder ist, nichts Tragisches hat. Der Militarismus hat seine Saug- müssen wir als vorsichtige Leute hinzufügen, denn wir arme in den Einzelstaaten so gut wie im Reich; wenn leben nicht in Verhältnissen, die von heute auf morgen eine alles versagt, dann füllt er sich mit Matrikularbeiträgen feste Schlußfolgerung gestatten. Wir leben auf politischem sind die Zeiten etwa Gebiet in den Tag hinein, wie unsere kapitalistische Gesellden nimmersatten Magen, und vorbei, wo es hieß: wir nehmen das Geld wo wir es schaft auf ökonomischem Gebiet: wir leben in den Tag finden? Ist das System, das so sprach, nicht noch heute hinein, und von der Hand in den Mund. Wir wissen am Ruder? Also der Militarismus denkt vorläufig noch nicht, ob Herr von Caprivi in acht Tagen noch im nicht aus Sterben, und weder der Reichstag noch die Amt ist. Und er selber weiß es nicht diese Ungewißheit Reichsregierung denkt daran, die Deckungsfrage zu einer ist das Charaktermal der gegenwärtigen Lage- beschämend die folgenden: und entmuthigend für die Vertheidiger der herrschenden Kraftprobe und Kabinetsfrage zu machen. Nur eine Klippe bedroht noch das sonst auf ziemlich" Ordnung der Dinge", und für uns Sozialdemokraten geglätteter Fluth dahingleitende Reichstagsschifflein, und die schönste Bestätigung unserer Anschauungen und Hoffdas ist der russische Handelsvertrag, über den wir weiter unten Näheres mittheilen. nungen. * Für den Pud) in Rubeln 2) Gold³): Kartoffelmehl, Stärke, Dextrin, Gemüse bedeutend herabgefeht resp. zollfrei; Hopfen -3,50( 10,00); Saffian, Glaçé, Chevreau, Chagrin, Leder mit eingepreßten Mustern jeder Art, lacirtes, kleines- 12( 15); Bisamfelle 6,60( 18,00); Fuchsfelle- 12( 18); Lederhandschuhe- 2,55( 3 per 1) 1 Bud 16,38 Kilogramm. 2) 1 Rubel nach heutigem Kurse. 3) Die oben angeführten Zahlen, welche nicht eingeklammert Eine Verwerfung des Handelsvertrags kann die Reichs- Schon heute Mittag, wohl damit die Börse ihre Spekuregierung nicht ruhig hinnehmen: ihre Stellung nach Junen lationen danach einrichten kann? veröffentlichte das und nach Außen 3 wingt sie gebieterisch, in diesem Falle Wolff'sche Telegraphenbureau die die deutsche Ausfuhr beden Reichstag aufzulösen. Nun hat aber die konservative treffenden Hauptbestimmungen des deutsch- russischen Handels- find, bedeuten den neu vereinbarten Zollfab, diejenigen in der Partei dem russischen Handelsvertrag Krieg auf Leben und vertrages, und erst am Abend erschien im Reichs- Anzeiger" Klammer den Zollfaz des allgemeinen russischen Bolltarifes Tod angekündigt. Seit Monaten setzt sie Himmel, Hölle der offizielle Text derselben. Der Vertrag soll für von 1891. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. " Rußland war genöthigt, immer neue Verstärkungen heran- Es war gelungen, Deman Pascha die Zufuhr abzuzuziehen, da es aber keine strategisch angelegten Bahnen schneiden, und seine Verbindung mit dem Balkan war unter[ Alle Rechte vorbehalten besaß und die Verkehrsverhältnisse Bulgariens die elemen- brochen. tarften waren, langten sie stets verspätet an. So konnten sie nur nach und nach in die Aktion treten. Sie vermochten keinen entscheidenden Streich zu führen und mußten sich begnügen, die Gegner zu ermüden. Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Zweiter Band. I. [ 36 Schon waren in Bulgarien mehr als zwanzig blutige Echlachten geschlagen worden. Aber Rußland hat viele Kinder, und es schien nicht, als ob es die Absicht hätte, dieselben zu schonen. Auf dem Kriegsschauplatze aber wuchs die Verwirrung von Tag zu Tag, und steigerte sich zu völliger Rathlosigkeit. Der Krieg in diesem halb zivilisirten Lande gestaltete Die Konzentration einer großen Armee in einem sich immer eigenartiger, unähnlich allen, die man bisher armen, entblößten Lande, die ungeheure, fich immer steigeführt, und die Kämpfe um Plewna waren so heiß und gernde Anzahl der Kranken und Verwundeten brachten eine mörderisch, wie in keinem anderen europäischen Kriege Summe von Elend mit sich, das schier nicht mehr ertragen vorher. werden konnte. Plewna, die freundliche, friedliche Stadt, in die sich Es fehlte an Allem und die Lage der Soldaten war Osman Pascha mit seiner Armee von Helden geworfen eine troftlose geworden, der der unbeholfene und unverläßhatte, war zu einem gewaltigen Bollwert geworden, das liche Apparat der russischen Militärverwaltung ohnmächtig uneinnehmbar schien. gegenüberstand. Hunger und Krankheiten wütheten in der Stadt und Osman Pascha vermochte sich nicht länger zu halten. Der Telegraph vermittelte diese Nachricht der ganzen russisch- rumänischen Armee. Osman Pascha versuchte indeß noch einen letzten, verzweifelten Ausfall. Montag, den 10. Dezember 1877, um sieben Uhr früh, war er in aller Stille aufgebrochen. Er hatte mit seinen Truppen die alte Brücke bei Wid übersetzt und griff die nördlich- russische Position an, die am hohen linken Thalrande, in der Richtung von Gornji Netropolje aufgestellt war. Der geniale Feldherr hatte den Punkt gut gewählt. Es war der schwächste der Bernirungsarmee. Die Möglichkeit, hier durchzubrechen und den sie verfolgenden Ruffen zu entkommen, war da, aber ein Deserteur hatte den Plan an General Skobeleff verrathen, der noch Zeit fand, seine Maßnahmen zu treffen. Unter den Augen der angreifenden Russen selbst waren Aber schon hatte sich die Privathilfe organisirt. Und Der Aufeinanderprall war furchtbar. Die Türken diese Verschanzungen entstanden, gegen welche die russischen wenn man jene mit der schweren Artillerie vergleichen und vort am Türken in die Flanke fielen, war ihr Schicksal entschieden. und bulgarischen Jünglinge erbarmungslos getrieben wurden, konnte, so war diese die leichte Kavallerie zu nennen, die fochten wie die Löwen, aber sie begegneten dem tapfersten um von dem Feuer der türkischen Batterien zu Tausenden sich überall Bahn zu brechen wußte, und rechtzeitig am Widerstand, und als die herbeieilenden Rumänen den dahin gestreckt zu werden. Plage war. Die Schluchten von Grivica waren mit Leichen gefüllt, die grünen Hügel mit Blut getränkt:„ Achthundert in zehn Minuten," lautete ein Telegramm, das die Welt durchflog, um ihr die Wirkungen der neuen, verbesserten Waffen, der Peabody, Martini- und Snider Gewehre, mit denen die Türken zumeist bewaffnet waren, zu verkünden. Darauf hatten sich die Russen nicht vorgesehen. Die Regierung hatte den Feldzug gegen die Türken in übermüthigem Selbstbewußtsein den Truppen als einen Spaziergang bezeichnet, der ihnen nur Siege und Beute bescheeren würde; das goldene Horn sollte ihr Ziel sein, und nun belagerten sie Plewna jeit fünf Monaten, ohne seinen Widerstand gebrochen zu haben. Sie besaß reichliche Mittel; die Intelligenz stellte sich Osman Pascha selbst ward verwundet und gefangen ihr zur Verfügung, und sie arbeitete flink, in selbstloser, genommen. Die Türken streckten die Waffen und ergaben sich auf Gnade und Ungnade. aufopfernder Weise. Man ließ sie gewähren. Die Armeeverwaltung wußte Armes Plewna, die Vernichtung in jeder Gestalt hatte nur zu gut, daß man nur durch die Mithilfe des rothen hier ihre Orgien gefeiert, und man athmete den Pesthauch Kreuzes im stande war, einem Zustande der Verzweiflung der Verwesung. vorzubeugen, der Gefahren in sich schloß, die alles in Frage stellen konnten. Aber sie fühlte dunkel, daß damit eine neue Macht geschaffen war, die, ohne es zu wollen, in einen Gegensatz der Militärverwaltung selbst trat. zu Der Fall von Plewna schien nahe bevor zu stehen. Aber Zar Alexander konnte als Sieger in Plewna einziehen, und er geruhte, in der von Hunger verseuchten Stadt seinen Lunch zu nehmen. Von hier aus ließ er den heldenhaften Entschluß verkünden:„ Der Krieg ist noch nicht zu Ende." Ten nächsten Tag war er nach Petersburg abgereift. -O ( 1,00); jeber ( 2,50); überzogen mit Wollenzeug 0.600,00 Politische Uebersicht. Art mit oder ohne Ueberzug 0,35( 0,50). MetallInöpfe, Porzellanknöpfe Galanterie- und ermäßigt. Toilettesachen, nicht besonders benannte; Kinder Spielwaaren: 1. merthvolle, aus Seide, Aluminium, Perlmutter, Schildpatt, Elfenbein 2c. 1,80( 2,00) für das Pfund; 2. ordinäre, mit Theilen, Einfassungen zc. aus nicht tostbaren Metallen und Metallkompositionen, Horn, Knochen, Meerschaum, Fischbein 2c. 0,40( 0,50) für das Pfund. Bleistifte aller Art, zusammengesetzt oder nicht, zusammengewogen mit ben Schachteln, in denen sie eingeführt werden-0,35( 0,40) für das Pfund. Auf grund des für den deutsch- russischen Handelsvertrag in Aussicht genommenen gegenseitigen Rechtes der Meift begünstigung werden der deutschen Ausfuhr ferner auch die Tariffäße aus dem russisch- französischen Handelsvertrag von 1898 zu gute fommen, fofern dieselben günstiger sind als die jenigen des nunmehr vereinbarten Tarifs. Berlin, den 6. Februar. Aus dem Reichstage. In Fortsetzung der Berathung über den Etat des Reichsamts des Innern brachte heute der Abgeordnete Bebel die in Hamburg noch immer bestehenden öffentlichen Häuser und den von dort aus nach dem Auslande betriebenen Mädchenhandel zur Sprache. Die Reichsregierung weiß von diesen skandalösen Zuständen natürlich nicht 3. Da Bebel bei seinen Angaben sich durchweg auf amtliche Aftenstücke berief, wird die Reichsregierung doch kaum umhin fönnen, der in Hamburg betriebenen Echandwirthschaft etwas näher auf die Finger zu sehen. Im weiteren Verlauf der Debatte regte Bebel noch die Ausdehnung der Untersuchungen der Kommission für Arbeiterstatistik auf sämmtliche Lebensmittelgewerbe an und Schoens lank tadelte die Geheimnißkrämerei bei den Enqueten über die Arbeits- und Erwerbsverhältnisse und das mangelnde Busammenwirken der statistischen Behörden in den Einzelländern und dem Reiche. Nachdem Singer sich über diesen Streit aus der Mandarinenordnung und deren demokratischen Anwalt lustig gemacht hatte, konstatirte Langerhans noch, daß Preußen gleich anderen, auf niedriger Kulturstufe stehenden Ländern, noch keine obligatorische Leichenschau habe, während unsere Genossen Wurm und Zubeil die Schäden des denaturirten Spiritus für eine Reihe gewerblicher Arbeiter zur Sprache brachten. Bei faft leerem Hause wurde die Sigung um 1/26 Uhr geschlossen. Pfund); Notizbücher und Portefeuilles aus Sämisch- Glacéleber, Saffian, Pergament pr. Pfund-0,70( 2,00); Tischler, Drechsler, Schnitarbeiten ermäßigt; 3ement aller Arten 0,08( 0,10); Bernstein ermäßigt; Töpferwaaren: Geschirr jeder Art, Biegel 0,25( 0,30); Thonplatten, Dfentacheln, Steingutfrüge unbemalt 0,20( 0,30); Geschirr verziert, bemalt, vergoldet 0,60( 0,75); Thonplatten, Racheln, glafirt, mit Relief, bunt farbige 0,50( 0,75); Thonplatten 2c. vergoldet, mit Skulptur -1,50( 3,75); Fayencewaaren mit einfarbigen Mustern, aber nicht in der Masse gefärbt 1,25( 1,40); dieselben mit Malerei 3,30( 3,75); Majolika, Glas, Glaswaaren- ermäßigt; Kohlen und Torf( über westliche Landesgrenze eingeführt) 0,01( 0,02); Roats desgl. 0,015( 0,03); Mineralien, mineralische Produkte- ermäßigt; chemische und pharmazeutische Produkte nicht besonders genannt 1,50( 2,40); Kupferfarben und Arsenik- Kupferfarben 3,00( 4,00); Grünspan 3,60( 4,00); Farbstoffe aus Theer 14,00( 17,00); Gußeisen, besonders Genanntes ausgenommen, über westliche Landesgrenze eingeführt-0,30( 0,35); Eisen: Band- und Sortireisen- Die Zugeständnisse Deutschlands an Rußland find, 0,50( 0,60); Schienen-0,50( 0,60); in Blättern jeder Art abgesehen von der Ermäßigung des Getreidezolles noch bis Nr. 25 Birminghamer Kaliber, Tafeln über 18 Boll breit, nicht bekannt; deshalb wäre es zum mindesten vorschnell, Sortireifen über 18 Boll breit oder hoch, oder über 7 Boll über die Größe der von Rußland gemachten Zugeständnisse dick, Façoneifen-0,65( 0,85); Blätter über Nr. 25 Birming hamer Kaliber- 0,80( 1,00); Blech, Eisenblech überzogen 3u urtheilen. Die Ermäßigungen des russischen Bolltarifes 1,55( 1,70); Stahl: Band- und Sortirstahl 0,50( 0,60); erscheinen nicht unbedeutend, man darf aber dabei nicht ver Prinz v. Carolath regte die Zulassung der Frauen zum Stahlschienen 0,50( 0,60); in Blättern bis Nr. 25 2c.( wie gessen, daß der russische Bolltarif von 1891. schon ein Studium der Medizin an, während der Demokrat Lenzmann bei Gifen)-0,65( 0,85); in Blättern über Nr. 25-0,80 Rampfzolltarif war, der festgesetzt wurde, um in den Ver- sich zum Anwalt von Beschwerden machte, welche von ( 1,00); Binnfolie- 2,00( 8,00); Bleiermäßigt; Bint: in tragsverhandlungen mit den auswärtigen Staaten scheinbar Beamten des Reichsamtes erhoben wurden, daß sie beim Blöcken, Bruchstücken, Bintasche-0,45( 0,50); Binkblech große Zugeständnisse machen zu können. Vielfach sind die Kaiser- Geburtstagsessen nicht an erster, sondern an zweiter 0,80( 1,00); Goldarbeiten jeder Art, Juwelierarbeit 2c. russischen Bollsäge um 20 pCt., theilweise aber auch bis zu Stelle plazirt wurden. 35,20( 44,00); Fabrikate aus Kupfer, Britannia- Metall 80 pt. ermäßigt. ermäßigt; Gußeisenfabrikate ermäßigt; Eisen- und Stahlfabrikate 1,40( 1,70); 1,40( 1,70); Eisen- und Stahlteffel- Berücksichtigt man, daß unsere Exporteure jetzt nicht arbeiten-1,40( 1,70); elektrische Rabel aller Art nach dem 1891er Bolltarif, sondern nach dem die deutsche -2,00( 4,00); Draht aller Art, verzinnt oder sonst Einfuhr fast ganz hindernden Kampfzoll ihre Waaren bei metallisch überzogen wird mit einem Zuschlag von 25 pt. der Einfuhr nach Rußland verzollen mußten, so ist zuzu verzollt. Drahtfabrikate aus Eisen oder Stahl- 6,20( 9,00 gestehen, daß für die deutsche Ausfuhr nach Rußland resp. 4,40); aus Rupfer und Kupferlegierungen bis Nr. 29 fünftighin bedeutend günstigere Bedingungen vorliegen, als inkl. Birminghamer Kaliber mit faferigem Materiale oder bis jetzt, was wiederum auf die Industrie rückwirken muß. Guttapercha überzogen 7,50( 9,00). Von Draht, der mit Seide, auch mit Beimengung von anderen faferigen Materialien Weise sofort zur Aufhebung der deutschen wie der russischen Der Abschluß des Handelsvertrages müßte logischer überzogen ist, wird ein Buschlag von 20 pet. erhoben. Messer Zur Währungsenquete. Das Reichsschazamt hat waaren, Sensen u. a., Handwerkzeuge, Fabrikate aus Zinn, Kampfzölle führen; wir würden es als einen schweren Fehler Bint 2c. ermäßigt. Maschinen: aus Rupfer u. a.-4,32 unserer Regierung bezeichnen müssen, wenn derartige Ab- nunmehr die Berufungen in die neue Silberkommission, 4,80) Gasmeffer, Gas-, Petroleum, Dynamo-, elektrische machungen, von denen freilich bis jetzt nichts verlautet, oder, wie diese offiziell heißt, in die Kommission zur Be Maschinen, Nähmaschinen, Lokomobilen, Tender u. a. 1,40 nicht getroffen worden wären. rathung von Maßregeln zur Hebung und Befestigung des ( 1,70); Lokomotiven 1,80( 2,00); landwirthschaftliche MaDer Liberalen Korre Für Rußland war der Abschluß des Handelsvertrages Silberwerthes" ergehen lassen. fchinen-0,50( 0,70); Lokomobilen mit komplizirten Dresch mit Deutschland eine Lebensfrage, heute mehr denn je. spondenz" zufolge ist Herr Dr. Bamberger Mitglied der maschinen, Waagen mit Zubehör, Apparate für elektrische Beleuch Frankreich ist wiederum einmal daran, seine Getreidezölle, Kommission, wahrscheinlich gehört er aber blos zu den uhren ohne Gehäuse oder getrennt vom Gehäuse, vom Stück die ohnedies die höchsten auf der ganzen Welt sind, Personen, welche von der Kommission vernommen werden 1 Rubel, außerdem für das Pfund 4) 0,50( 0.75). Uhren mit wiederum und zwar auf 8 Franken( 6 M. 40 Pf.) zu er- sollen. Außerdem wird Herr v. Kardorff und Graf Mirbach vom Gehäuse ohne Hilfe eines Instruments untrennbaren höhen; dies bedeutet bei der Größe der Entfernung und genannt. Herr v. Posadowsky wird, wie von anderer Seite Werken werden nach dem Materiale des Gehäuses verzollt und dementsprechender Erhöhung der Frachtsätze eine außer gemeldet wird, wegen Ueberlastung mit anderen Geschäften unabhängig davon wird eine Zollgebühr von 1,50 Goldrubel ordentliche Erschwerung der russischen Getreide- Ausfuhr. den Vorsiz in der Kommission nicht führen. Es ist übrigens vom Stück für das Werk erhoben. Uhrwerke sogenannten Bliebe nun auch Deutschland den russischen Getreide- merkwürdig, daß der Reichs- Anzeiger" es bisher unter amerikanischen Systems zahlen 60 Ropeken Gold das Stück, produzenten verschlossen, so täme Rußland in täme Rußland in eine lassen hat, die Namen der Mitglieder der Kommission und ohne Gewichtszuschlag. Solche Uhren unterliegen, wenn das sehr böse sehr böse Situation. Da nun Wert untrennbar mit dem Gehäuse verbunden ist, dem Ge- der franzöfifchen Bölle bei eine Ermäßigung der zu befragenden Personen zu veröffentlichen. Das der großen schutzöll offizielle Blatt der Reichsregierung zeigt eine besondere wichtszolle für das Gehäusmaterial und außerdem einem Stückzoll von 60 Ropelen Gold für jedes Wert. Uhrwerktheile jeder nerischen Majorität der französischen Rammer nicht Fertigkeit darin, allen anderen Blättern in der Information Art, nicht zusammengefeßt- 0,50( 0,75) für das Pfund. Flügel, zu erwarten war, mußte Rußland den Handelsvertrag mit über Regierungsakte nachzuhinken. nicht transportable Orgeln- 112( 132) für das Stück. Pianinos Deutschland abschließen. Dies ist die einfache Erklärung In bezug auf die Währungsenquete liegen gerade jetzt 64( 80) desgl. Musikalische Juftrumente, fowie Zubehör des Vertragsschlusses und nicht das kindische Gerede von zwei außerordentlich beachtenswerthe Urtheile über den 0,10( 0,20) für das Pfund. Kragen, Manschetten, Vorhemden dem persönlichen Entschluß des Baren. Stand der Währungsfrage vor, doppelt bedeutsam sind sie, aus Papier, auch mit Baumwollgewebe überzogen, ohne Spuren weil sie von hervorragenden Rennern der Währungsfrage von Nähten, zusammengewogen mit den Kartons- 2,40( 24,8). ausgehen, die früher zu den geistigen Leitern der interGeleimtes Papier, Schreibpapier zc.- ermäßigt, ebenso Del nationalen Doppelwährungsbestrebungen gehörten. Der eine brucke, Noten, Karten, Pläne. Wolle gekämmte, nicht gefärbte ist der holländische Finanzminister Pierson, der andere -4,50( 5,50), gefärbte 6,00( 7,00); gesponnene, nicht gefärbt 8,50( 9,00); gefärbte 9,80( 10,50); gewundene, Professor Leris, dessen Schüler der bimetallistische Agitator nicht gefärbt 9,80( 10,50); gefärbte 11,40( 12,00). Ist der Handelsvertrag paraphirt, so ist für Ruß- Arendt ist, der wieder der Souffleur des Herrn von KarSammt und Plüsch, sowie Bänder daraus, mit Bohl land die Frage erledigt, in unserem Nachbarreiche giebt es dorff ist. Lexis schreibt in einem die Aussichten der Goldaus Seide( oder bourre de soie), welche weber in der Kette kein Parlament, dem der Vertrag vorgelegt werden müßte; produktion" überschriebenen Leitartikel der Kölnischen noch im Einschlag Seide( oder bourre de soie) enthalten so hat der deutsche Reichstag das letzte, das entscheidende Zeitung". Lexis führt aus, daß einer der gewichtigsten auch mit einer höchstens halbzölligen Listère aus Seide oder Wort zu sprechen. Und der deutsche Reichstag dürfte kaum Gründe für die Einführung der Doppelwährung die BeHalbfeide- für das Pfund 3,00( 7,50). Gewebte oder gestrickte den Vertrag ablehnen. Der Kaiser hat persönlich auf die fürchtung war, daß die Goldgewinnung nicht ausreichen Beuge aus Wolle oder Biegenhaar mit oder ohne BaumwollBeimischung 1,05( 1,20 refp. 1,30). Diefelben bedruckt Konservativen eingewirkt, und bei der Abhängigkeit der werde den Bedürfnissen der Staaten zu genügen, welche unterliegen einem Buschlage von 30 pet. Gestrickte Fabrikate: Junker als Regierungsbeamte und Abgeordnete von der die Goldwährung einführen wollten. Nun aber haben sich feidene 5,00( 7,50) für das Pfund; halbseidene 1,90 Regierung dürfte Herr von Plötz bald ziemlich vereinsamt die Vorhersagungen nicht bestätigt und die Goldgewinnung ( 3,00); baumwollene 0,50( 1,00); alle anderen 0,60 gegen den Handelsvertrag stimmen. Die" Post" erklärt hat sich seit 1883 so gehoben, daß sie beinahe wieder die ( 1,00) für das Pfund. Schnüre und Posamentierbänder, fich schon heute mit dem Handelsvertrag einverstanden. Durchschnittshöhe erreicht, die sie in ihrer Glanzzeit, den Fransen, Quasten 2c.: seidene und halbseidene- 1,90( 8,00); Der Reichstag wird zwar bei der Abstimmung auf die An- fünfziger Jahren aufwies. Er schließt seinen Artikel mit alle anderen-0,60( 1,00) für das Pfund. Bei Baumwoll- wesenheit mancher Gegner des Handelsvertrages verzichten den Worten: Fabrikaten mit Seidenbeimengung tritt ein Buschlag von Die Frage mag offen bleiben, ob bei diesem Stande ber 20 pt. ein. Sonnen-, Regenschirme und Stöcke mit müssen, aber mit einer größeren Majorität, als man noch Goldproduktion alle Staaten, die die Goldwährung wünschen, Schirmen per Stück: überzogen mit Halbseidenzeug- 1,50 vor Wochen glauben dürfte, den Vertrag afzeptiren. Sobald dieselbe wirklich erhalten und behaupten können; ficher aber der Vertrag vollständig vorliegt, kommen wir auf denselben ist, daß reiche und wirthschaftlich hoch ents zurück. 4) Das russtische Pfund ist 409,5 Gramm schwer. wickelte Länder, zu denen auch Deutschland gehört, die Goldwährung aufrecht erhalten tönnen, ohne daß für sie Golbtnappheit, wie sie im Anfang der achtziger Jahre zu drohen schien, auf absehbare Beit zu be fürchten wäre. tung ermäßigt; Uhrwerfe zu Wand-, Kamin-, Reise-, Tisch- Man begann die Opfer von Plewna zusammenzulesen, fie waren enorm. Woher all' die Hände nehmen, um die einen zu bes graben und die andern zu verbinden? Es war unmöglich, dies zu bewältigen. Die Todten verfaulten unbegraben und die Verwundeten wurden unsortirt und unverbunden, wie Kälber, auf die mit Büffel bespannten Wagen geworfen, um fortgebracht zu werden, fort, nur fort! Blewna war ein einziges, großes Leichenfeld geworden das seine mephitischen Dämpfe gen Himmel fandte. Bulgareni, ein Dorf, etwa fünfundzwanzig Kilometer von Plewna entfernt, an der Straße nach Sistowa, war durch seine Lage bestimmt, der Hauptsortirungs-, Verbandsund Etappenplatz zu werden. Es befand sich daselbst ein temporäres Kriegshospital, das zumeist die von den Türken verlassenen Häuschen für seine Zwecke in Anspruch nahm. Erst uachdem die ersten Schlachten vor Plewna geschlagen und die Kriegsfurie voll und ganz entfeffelt war, war es der Gesellschaft vom rothen Kreuze gestattet worden, hier zwei Baracen mit je 150 Betten zu errichten, die nun mit den größten Geldopfern hergestellt worden waren. In Russisch- Polen leidet schon jetzt die Landwirthschaft außerordentlich schwer unter den Schlägen des Boultrieges, die Lage würde unerträglich geworden sein, ginge er nicht seinem Ende entgegen. war, zugleich mit dem Vornehmsten, das die Gönner des rothen Kreuzes gespendet hatten. " Der schmuzige, nicht gedielte Fußboden war mit einem dicken, orientalischen Teppich bedeckt und ein solcher hing Den bimetallistischen Illusionen hat kürzlich auch der von der niederen Decke herab, das Gemach in zwei Hälften holländische Finanzminister Pierson, der früher selbst theilend. Farbenprächtige Polster aus Eselstaschen waren Bimetallist war, ein vernichtendes Urtheil gesprochen. längs der Wände zu Sitzen gehäuft, zwischen russigen Herr Pierson war früher Professor der Staats Kesseln und kothigem Schuhwerk, seidenen Tüchern und zer- wissenschaften und später Mitglied der Direktion der riffenen Lappen, tostbaren Necessaires und thönernen Niederländischen Bank. Lange Jahre hindurch zählte er Waschbecken, die die engsten Verbindungen eingegangen zu den überzeugten Bimetallisten, und die holländischen Delegirten auf der Brüsseler Konferenz sind noch, doch wohl waren. Auf einer umgestürzten, ungehobelten Kiste, welche als mit seiner Zustimmung, für den vertragsmäßigen BimeTisch diente, befand sich ein herrlicher Samowar, der unter tallismus eingetreten. Aber Herr Pierson hält nunmehr dem Lichte der Hängelampe silbern erglänzte. Der große den internationalen Bimetallismus für unmöglich und beRaum war mäßig erhellt; es war vier Uhr Morgens gründete diese Ansicht in der Kammer bei der Etatsdebatte und das Thermometer in der Stube zeigte nur wenige mit folgenden Ausführungen: Wärmegrade. Hinter dem Teppich, auf dünnen Matraßen gelagert, schliefen die Schwestern, während die geistliche Oberin, Schwester Maria vom Orden der Kreuzerhöhung, einen tleinen, durch einen Plaid noch besonders abgetheilten Raum für sich hatte. Die Thür vom Vorzimmer her ging knarrend auf. Eine Aufwärterin tam fröstelnd und seufzend herein und In dieser Nacht war an die Hospitalverwaltung die Weisung gelangt, daß die großen Transporte von Ver- rieb sich die Hände. wundeten sich vom Schlachtfelde aus in Bewegung gesetzt hätten. Die Aerzte und Schwestern, sowie das gesammte Sanitätspersonal hatten sich erst spät und ermüdet zur Ruhe begeben und schon standen sie einer neuen, schier nicht zu bewältigenden Aufgabe gegenüber. Es war ein kleines einstöckiges Haus, aus Fachwerk roh gefügt, das die Gesellschaft vom rothen Kreuze gemiethet und für die Schwestern eingerichtet hatte. " Ach Gott, diese Kälte, und hier ist das Feuer ausgegangen." Sie begann in den kleinen eisernen Ofen frisches Holz einzulegen, das nicht brennen wollte. Sie schimpfte und warf so lange getrockneten Kuhmist darauf, bis endlich eine Flamme emporzüngelte, dann ging sie hinaus. Die herrschende Stille wurde jetzt durch ein heftiges Schneuzen unterbrochen. Es war das Alarmzeichen, das Schwester Wjerotschka ertönen ließ, die der Gemeinschaft der barmherzigen Wittwen angehörte. Eine hölzerne Treppe führte aufwärts nach einer gedeckten Gallerie, die als eine Art Vorzimmer in Verwendung stand; dahinter lag ein großer, mit vier Fenstern vers Sofia Alexandrowna Dodukoff, die in diesem Hospital sehener Raum, der den Schwestern als Wohn- und Schlaf- als Arzt in Verwendung stand, war rasch emporgefahren. gemach diente. Sie setzte sich aufrecht, und sich mit der Hand über die Die primitivsten und luxuriösesten Gegenstände konnte Stirne fahrend, begann sie sich zu ermuntern. man da beisammen finden, das Aermlichste, das hier heimisch ( Fortsetzung folgt.) " Es scheint mir, daß an eine bimetallistische Union, wie man sie sich ursprünglich gedacht hatte, wobei die freie Ausprägung eingeräumt würde, in einem angenommenen Verhältniß beider Metalle nicht mehr zu denken ist, und wohl darum, weil man sich über das anzunehmende Verhältniß nicht mehr wird einigen fönnen. England z. B. wird niemals ein Verhältniß von 1: 151/2 annehmen. Ein solches würde hauptsächlich zur Folge haben, daß das Silber sich von einem Stand von 32 Pence auf einen von 61 Pence erheben würde; das würde im Osten eine sehr große Störung im Verkehr nach sich ziehen und zugleich einen großen Anreiz zur Vermehrung der Produktion bilden. Man fann über das Wünschenswerthe denken, wie man will, aber ich glaube, daß man in England unter den Bimetallisten keine drei sachverständige Personen den wird, die an die Möglichkeit glauben, daß England zu bewegen wäre, zu einer bimetallistischen Union überzugehen auf einer Basis von 15. Ein höheres Verhältniß etwa von 20, 22 oder 25 würde aber wieder anders geartete Beschwerden hervorrufen, besonders wegen der Millionen, welche die davon untrennbare, schwerere Ausprägung von Silbermünzen in Ländern mit Silbergeld tosten würde. Ich weiß, daß es Personen in den Niederlanden giebt, die die Sache eines großen Opfers werth erachten; aber ift man zu einem solchen Opfer auch bereit? Das ist die Frage! Wenn eine Basis von 1:25 angenommen wird, würde das Opfer für Frankreich eine Milliarde ausmachen. Nun frage ich Jeden, der die finanzielle Literatur des Tages verfolgt, ob er denkt, daß man Frankreich bereit finden wird, biefes Opfer zu Icingen au gunsten einer bimetallistischen| Ausbreiten sozialistischer Lehren unter den englischen Ar- Gefeße nicht unterbringen und da teine Aussicht vorhanden ist, Vereinigung auf der Basis von 1:25. Ich glaube, daß beitern mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen." daß es in nächster Zeit erlaffen wird, so haben wir unsern AnFrankreich dafür kine halbe, keine viertel Milliarde übrig trag fo formulirt, daß nach dessen Annahme die Aussicht auf haben wird. Ich vill nicht sagen, daß in Frankreich Niemand In Italien herrscht„ Ruhe" und das Standrecht. Gewinn bei den Rennwetten fast gänzlich verschwindet. Nicht der Münzfrage gße Beachtung schenkt; aber die dies thun, Verhaftungen, Verurtheilungen,-Verurtheilungen und um dem Fiskus große Einnahmen zuzuführen, sondern um eine find doch nur sehr vereinzelt. Sollte Belgien zu einer bime Verhaftungen- und da diese Speisekarte von Nachrichten Abkühlung der Spielmuth zu fördern, haben wir den Antrag eintallistischen Union auf dieser Grundlage übergehen, Belgien, etwas monoton ist, so nennt man die" Anarchisten", gebracht. Es wird behauptet, daß es nicht möglich ist, dieses das so viele fünfantsſtücke bat prägen lassen, oder Italien," Sozialisten" und sonstigen Umstürzler jetzt zur Abwechslung Spielen zu verbieten, weil das Wetten und Wagen im Volkscharakter das jetzt mit fo gßen finanziellen Mühseligkeiten zu kämpfen hat? Die Antwit kann nicht zweifelhaft sein: die bime:" Räuber". tallistische Bereinilung auf der Grundlage von 1:20 oder 25 hat teine Aussicht = haben. begründet ist. Nicht den kühnen Wagemuth wollen wir zerstören, sondern die schlimmen, unfittlichen Ausschreitungen desselben. Zu Eine Hungerkur für Italien! Das ist der geniale welcher Höhe sich die Wettlust entwickeln tann, sieht man an Heilplan, auf den der italienische Bismard verfallen ist. England. In jenem wegen seiner Muckerei und Frömmigkeit " Nach meinet Meinung steht fest, daß für ein Handelsvolt Italien hat zu viel Säfte, zu viel Nahrung, den Sizilianern bekannten Lande haben die Wetten einen Umfang angenommen, wie das unferige Stetigkeit der Währung fehr nothwendig ist, und ich halte es" ür wenig zweifelhaft, daß diese Stetigkeit geht es zu gut, das Bolt lebt zu üppig, es wird vom von welchem wir, zu unserm Glück, noch gar keine Ahnung mehr bei dem Guld als bei dem Silber zu finden ist. Ich er- Hafer gestochen, die Unruhen waren blos die Ausgeburt Der bayerische Bundesraths- Bevollmächtigte stellt fest, daß innere daran, daß Britisch- Indien sich angestrengt hat, die eines überfüllten Magens. Da muß der Brotkorb höher in Bayern der Totalisator erst später, wie in anderen deutschen Silberwährung dufrecht zu halten, und es nicht hat durch gehängt werden! Also denkt Crispi, und hat zur Heilung Staaten eingeführt ist und dort die Betheiligung an denselben führen tönnen. Es hat vor kurzem die Rupie zum Beichen des Volks und der Staatsfinanzen eine Erhöhung der hinter andern Rennplätzen zurückbleibt. geld machen missen durch Schließung der Münzen. Man Kornzölle beschlossen. Gamp bedauert, daß Bayern so wenig zu einer solchen fragt auch: Warum versteckt Ihr Euch bei dem Besprechen unseres Münzwesens stets hinter England? Blaue Bohnen und Brotvertheuerung! Wahrhaftig, Steuer beitragen würde, es würde durch die geringe Betheiligung einzelner Gegenden eine ungleiche Vertheilung der Lasten herbeiUber man mag es nennen, sich Verstecken hinter England, Crispi ist ein genialer Staatsmann! geführt. Wenn der Antrag Singer angenommen würde, dann wenn man einfach konstatirt, daß es gradezu eine That von In Südspanien bereitet sich ein zweites Sizilien würde feine Einschränkung des Spiels herbeigeführt, sondern die weitgehender Verwegenheit wäre, den Bivor. Wie wir seiner Zeit gelegentlich der anarchistischen" Spieler würden nur noch 50 pt. mehr verspielen. So viel jezt durchführen zu wollen. Ich habe vor zwölf dort in dem tiefften Elend der Grundeigenthümer saugt Berlufte beim Rennen das Leben genommen hat. Auch würde metallismus ohne Englands Mitwirtung Unruhen in und um à eres ausführten, leben die Bauern Leute als an der Börse werden durch den Totalisator nicht ruinirt. Redner hat noch nie gehört, daß sich jemand wegen Jahren anders darüber gedacht, aber seitdem die Silberproduktion zu 4800 000 Kilogramm aufgestiegen ist, d. h. vier sie aus und der Staat preßt ihnen vermittelst der durch Besteuerung des Totalisators die Buchmacherei gefördert Mal so viel als vor 25 Jahren, halte ich es nicht mehr Steuerschraube den letzten noch übrigen Pfennig aus und für möglich, ohne England das bimetallistische System in überläßt sie dann dem Hunger und der Verzweiflung. Da die meisten Rommissionsmitglieder die Einrichtung. des richtige Wirksamleit zu sehen, und ich fürchte nicht, daß irgend Jeht find in jenen Gegenden Räuberbanden" aufgetaucht Totalisators und der Buchmacherei nicht fennen, giebt der Vorein Finanzminister der Versuchung erliegen könnte, es anders und demnächst wird wohl das Trauerspiel der siztlianischen sigende der Kommission, Freiherr v. Manteuffel, eine Darzu machen. Weder Deutschland, noch Frankreich, noch Dester- Hungerrevolution auf spanischer Bühne aufgeführt werden. ftellung der Spielregeln und verspricht, daß in der nächsten reich, überhaupt kein Land in Europa, wird jemals einer bimetallistischen Union beitreten, so lange man nicht Englands fchwarz, wollen wir nachstehende eine durch die national- trieb in viel solidere Bahnen gelenkt. Die Leute, welche durch Damit man uns nicht vorwerfe, wir walten tendenziös Rommissionssizung ein Totalisator aufgestellt wird. Dr. Friedberg: Durch den Totalisator ist der Spielträftiger Mitwirkung versichert ist." liberale Breffe gehende( von uns aus dem Leipziger Spiel ruinirt sind, haben ihr Geld nicht beim Totalisator, Tageblatt" entnommene) Notiz zum Abdruck bringen: sondern bei dem Spielen verloren, welches in den Sportklubs Die Zustände in Südspanien nähern sich anscheinend nach dem Rennen veranstaltet wird. immer mehr denen, welche auf Sizilien den Ausbruch der Richter: Der Totalisator wirkt gerade so wie die Spiele jett, äußerlich wenigstens, bemeisterten Unruhen verursachten, in den Bädern. Dadurch, daß er öffentlich gestattet und zur mit dem Unterschiede, daß die spanischen Unruheftifter noch priviligirten Einrichtung gemacht wird, fördert man die Spieloffener, als ihre sizilianischen Genossen kommunistische und wuth. anarchistische Neigungen hervorkehren. Unter der Landbevölke Singer: Wenn bei den Rennen die Spiele folgen, von rung der Provinzen Cadix, Jaen und Cordova herrscht denen Dr. Friedberg sprach, dann ist das ein Grund mehr, die panischer Schrecken, da das Brigantenthum sich dort in einem Rennen einzuschränken. Interessant bei der Debatte ist früher nicht gekannten Maße vermehrt und sogar am hellen es, daß die Vertreter der Regierung so hartnäckig schweigen, lichten Tage seine Plünderungszüge ausführt. Die Gendarmerie während fte sonst bei jeder Gelegenheit in die hat alle Hände voll zu thun, aber da sie nicht an zehn und Debatte eingreifen. Wenn wir bei der Börsensteuer nicht mehr Punkten zugleich sein tann, so hat sie nur zu häufig mit ähnlichen Vorschlägen gekommen sind, so liegt es daran, das Nachsehen und die Uebelthäter gehen frei aus. Eine weil dort die Schäden nicht durch ein Steuergesetz beseitigt Anzahl wichtiger Verhaftungen ist ihr freilich geglückt, aber werden können. Wenn ein Börsengeset gemacht werden soll, die Lücken in den Reihen der Verbrecher werden bald genug dann werden wir schon Mittel zur Beseitigung der bestehenden durch Zuzug ausgefüllt, so daß ein rechter Erfolg der sicher Schäden vorschlagen. heitspolizeilichen Maßnahmen nicht zu spüren ist. Von den führenden Organen der andalusischen Tagespresse wird der Ruf nach mehr Gendarmen und eventuell nach Zuziehung militärischer Hilfe erhoben; wirksamer als diese, doch immer nur die äußere Schale, nicht den Kern des Uebels treffenden Repreffionsmaßregeln würde die Linderung des unter der städtischen wie der ländlichen Bevölkerung herrschenden Roth standes sich erweisen, wenn dem Staate nur die ad hoc nöthigen Mittel zu Gebote ständen. Aber bei den derzeitigen spanischen Finanzverhältnissen, die nicht zuletzt eine Folge des schmachvollen Raubsystems spanischer Beamten sind, ist überall die größte Einschränkung geboten. Unter diesen Umständen fieht man zum Frühjahr einer erheblichen Zunahme der Aus wanderung entgegen. Der Zug der Europamüden aus Südspanien wendet sich mit Vorliebe der algerischen Provinz Drun und den südamerikanischen Republiken zu, wo alljährlich Tausende von Einwanderern den Grundstock der Bevölkerung spanischer Abkunft vergrößern helfen. Man sieht aus alledem, daß in Südspanien wichtige volkswirthschaftliche Probleme Zum Kapitel vom Nothstand. Der herrschende Nothstand wird zum Theil noch verschärft durch recht bezeichnende Maßregeln der Staatsverwaltung. Aus Reichwall bei Dyhernfurth in Schlesien wird uns berichtet, daß dort eine große Biegelei mit zwei Maschinen und zwei großen Rings öfen sich befindet, die dem vielfachen Millionär Prings heim in Breslau gehört. Obgleich nun in dem Drte Ar beiter in Menge vorhanden sind, die arbeiten möchten, hält es Herr Bringsheim für vortheilhafter, Korrigenden aus der Korrigendenanstalt zu Schweidnih zu beschäftigen. Allwöchentlich stehen 50 derselben unter 2 Aufsehern in Arbeit und die freien" Arbeiter haben das Zusehen. Die Aufseher sollen per Woche extra 10,50 M. Auslösung erhalten. Herr Pringsheim verlangt, daß die Arbeiter für 1 Mark per Tag, wovon sie unmöglich leben können, die schwere Arbeit verrichten. Im Sommer erhalten sie für eine Arbeit, die von früh 5 Uhr bis Abends 7 Uhr mit kurzen Unterbrechungen währt, 1,30 M. Das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Aber die dortigen Arbeiter find ganz in den Händen Bringsheim's, da es andere Arbeit nicht giebt. Go helfen Staat und Bourgeois brüderlich die Arbeiter zu Grunde zu richten und dann stellen sich die Vertreter des Staats hin und erklären im Brustton fittlicher Ueberzeugung: Einen Nothstand giebt's nicht. Reichstage Abgeordneter Freiherr von Unruhe Bomst hat gemäß der Weisung des Bundes der Landwirthe fein Mandat nun doch niedergelegt. Derselbe erhielt im ersten Wahlgange 6958 Stimmen, während 755 Stimmen auf den deutschkonservativen, 1881 auf den freisinnigen Kandidaten, 6607 Stimmen auf den polnischen Kandidaten entfielen. Außerdem wurden 167 sozialdemokratische und 271 antisemitische Stimmen abgegeben. Bei der Stichwahl fiegte der Abgeordnete Freiherr von Unruhe- Bomist mit 9250 Stimmen gegen 7647 über den Polen. Graf Posadowsti theilt die Summen mit, welche am Totalisator eingesetzt werden. Schoenlant: Es ist ein Jrrthum, wenn man annimmt, daß nur wohlhabende Leute ihr Geld bei den Rennen verspielen. Viele junge Leute feßen ein, um zu gewinnen. Wenn sie mehr verspielt haben, als sie ausgeben konnten, dann werden sie oft auf die Bahn des Verbrechens getrieben. Eigen thümlich ist es, daß man die Buchmacher kennt und auch über das Treiben in den Sportklubs unterrichtet ist, und daß die Polizei gegen so offenkundige Verlegungen der Gesetze nicht einschreitet. Eine Abstimmung über die Anträge findet erst in der nächsten Sigung statt. Parteinachrichten. An die Parteigenossen! Die Vertrauensmänner zahlreicher Orte wenden sich beexpedirt worden. ihrer Lösung harren, welche das volle Augenmerk der offiziellen schwerdeführend an den Parteivorstand darüber, daß ihnen von Madrider Kreise in Anspruch nehmen. Sehr vernünftig. der Nr. 1 des„ Sozialdemokrat" teine Probe- Exemplare béhufs Man sieht, die Herren Bourgeois fennen recht wohl Abonnentensammlung zugegangen sind. Das Zivilehegesetz ist dem ungarischen Reichstage die Schäden der bestehenden Gesellschaft. Sobald es aber Allen diesen Beschwerden diene zur Erwiderung, daß Probezur zweiten Lesung zugegangen. Die Berschleppungsanträge in Spanien zum Aufstand kommt, wird ihn die Bourgeois- Nummern, wie wir seinerzeit wiederholt bekannt machten, nur der ultramontonen Opposition wurden von der Majorität presse, ähnlich wie jetzt in Sizilien, auf die Verschwörungen, dahin gesandt wurden, von wo Bestellungen vorlagen. Nach des Hauses abgelehnt. Lügen und Heßereien der Anarchisten und sonstigen Um Bartei- Orten, welche teine Bestellung einsandten, ist auch nicht Baillant- Marchal wurde von uns in bezug auf seinen stürzler zurückführen. Geisteszustand mit Hödel verglichen. Je mehr wir über Aus Creta wird wieder von türkischen Grausamkeiten den ersteren erfahren, desto frappanter drängt sich die und einem drohenden Aufstand der unterdrückten griechischen Aehnlichkeit auf. Und auch nach dem Tode dauert sie noch Bevölkerung gemeldet. Statt au 3 Creta sollten wir eigent fort: die Sezirung Vaillant's ist verweigert lich sagen: über Greta. Denn diese Alarmberichte, die worden, ebenso wie weiland die Hödel's. Vor einem Mord beiläufig alle zwei oder drei Jahre auftauchen, sind von bebt die bürgerliche Gesellschaft nicht zurück, aber sie will russischen Spiteln geschrieben. Es scheint, daß im Mitteles nicht schwarz auf weiß haben, daß sie einem Geistes meer oder am Bosporus irgend eine Teufelei geplant wird, tranten den Kopf abgeschlagen hat. die nach bekannter Manier durch einen papiernen Aufstand von Ereta" gedeckt werden soll. Die Franzosen und Engländer haben sich wieder cinmal in Afrika( im Sofala- Lande) geprügelt. Es scheint sich ein kleiner Kolonialkrieg in Afrika zwischen zwei in Europa im vollsten Frieden lebenden Staaten zu entwickeln. Die Engländer behaupten, daß die Franzosen angegriffen haben, aus Frankreich liegen noch keine Stachrichten vor. " Parlamentarisches. Soweit noch Probe- Nummern gewünscht werden, find Be stellungen zu richten an Die Expedition des„ Sozialdemokrat". Beuthstr. 2, Berlin, 6. Februar 1894. * Die deutsche Reichsfreiheit begrüßen zu dürfen, ist für einen, der lange Monate hinter Schloß und Riegel zugebracht, immerhin ein herbeigefehntes Glück und dies Glück wurde am Montag, den 5. Februar, dem Genoffen Feldmann= Langenbiela u zu Theil. Feldmann hatte sich eine Gefängnißstrafe von einem Jahre zugezogen durch Veröffentlichung einer Thierfabel, in der eine Majestätsbeleidigung enthalten sein Die Stempelftener Kommission begann heute bie Be- sollte. Ob er nun durch die lange Kerterhaft von seiner Schuld rathung über Biffer 5 des Tarifs( Lotterieloose). Zu diesem überzeugt sein wird, ob er nun„ gebessert" ist? Theil des Gefeßes ist von den Sozialdemokraten ein Antrag ein gebracht, welcher folgenden Wortlaut hat:" Wetteinfäße bei öffentlich veranstalteten Pferderennen und anderen öffentlichen Glücksspielen 50 vom Hundert." Die Schließung der Universität Brüssel war ein fehr großer Fehler, das beginnen die Urheber dieser Maßregel einzusehen. Sie versprechen jetzt, die Universität dem nächst wieder zu öffnen, und wollen auch die meisten Rele. gationen zurücknehmen. Inzwischen ist aber die neue Den Spieleinlagen stehen gleich die Wetteinfäge bei öffent freie" Universität bereits in vollen Gang gekommen, und lich veranstalteten Pierderennen und anderen öffentlichen Glücksdie Freunde der Lehrfreiheit, die sich als Herren der Lage spielen." fühlen, werden auf einen Kompromiß sicher nicht eingehen. Der Abg. Gröber hatte beantragt: " * Die Sozialdemokraten an der Arbeit. Ein Flugblatt An die Bevölkerung Hamburgs" wurde am Sonntag in Hamburg sowie auf dem Landgebiete in zirka 200 000 Exemplaren vertheilt. Dasselbe behandelt die Hamburger Staatsverfassung, die neuen Steuervorschläge und den fortwährend wachsenden Nothstand; weiter wird auf die bevorstehende Arbeitslosen Statistit hingewiesen.- In einer Versammlung des Leipziger sozialdemokratischen ( Südbezirk) wurde befchloffen, ein ökonomisch populäres Flugblatt ausarbeiten zu lassen und demnächst unter der Landbevölkerung zu verbreiten. Müßte nicht angesichts solcher unermüdlichen Regfamkeit die Polizei ihre fleinlichen Chikanen gegen unsere Parteigenossen bald einstellen, da diese doch nur- uns nügen? Eingelaufene Druckschriften. Vereins Zur Begründung feines Antrages führte Gröber aus, daß Ein Sozialistengesetz hat die Regierung der Nieder- in Deutschland im Zivilrecht ein Unterschied bestehe zwischen Wette und Spiel. Man sagt, die Wette dient dazu, um eine lande angekündigt, um die großkapitalistischen Angstmeier Meinungsverschiedenheit auszugleichen, während es beim Spiel der Ersten Kammer zu beruhigen. Die Herren scheinen auf den Gewinn abgesehen sei. Es giebt Länder, in denen Spiel der Meinung zu sein, daß der Sozialismus in Holland erst und Wette gleich behandelt wird. Die Rennwetten haben das jetzt gefährlich für sie zu werden droht. mit dem Spiel gemeinsam, daß die Hoffnung auf den Gewinn Die Partei der ,, unabhängigen Arbeiter", die die Triebfeder ist, welche zum Einsatz bei den Wetten führt. Auch faft ganz auf dem Standpunkt der deutschen Sozialbemo- hänge die Entscheidung von Zufälligkeiten ab. Kein Mensch ist in der Lage, vorher zu sagen, vorher zu sagen, welches Pferd gewinnt, Von dem im Verlage von J. H. W. Dieh in Stuttgart tratie steht, hielt am 2. Februar in Manchester ihre Jahres- denn wer fann sagen, wie das Pferd an dem Renntage disponirt erscheinenden naturwissenschaftlichen Werte, Die Thierwelt", versammlung ab. Der Frankfurter Zeitung" wird hierüber ist und welche Zufälligkeiten eintreten, durch welche die Ent. eine illustrirte Naturgeschichte der jetzt lebenden Thiere, find aus London geschrieben: Unter den etwa hundert Dele- fcheidung herbeigeführt wird. Das Spiel am Totalisator ist eine foeben die Hefte 23 bis 25 erschienen. Die Hefte sind wie die girten befanden sich außer dem Vorsitzenden, Abgeordneter Art Hazardspiel und es ist deshalb die Frage berechtigt, ob man bereits erschienenen, mit zahlreichen Illustrationen versehen und Keir Hardie, auch Ben Tillet, Tom Mann und Dr. Aveling. Berbot wird sich aber so lange schwer rechtfertigen laffen, fo angelegentlichste zu empfehlen. Preis pro Lieferung 20 Pfennig. nicht besser thäte, diese Spiele überhaupt zu verbieten. Ein jedem, der sich für die Naturwissenschaften interessirt, auf das Keir Hardie sprach sich über den Fortschritt der Partei lange die Staaten noch Lotterien unterbalten. Fiskalisch muß angelegentlichste zu empfehlen. Preis pro Lieferung 20 Pfennig. höchst zuversichtlich aus, Es gebe jetzt, so führte er aus, man die Wetten dem Spiel gleichftellen und ebenso besteuern. nahe an 400 Zweigverbände im vereinigten Königreich, in- Der Abg. Singer führt aus: Wir stimmen gegen die deffen sei eine festere und einheitliche Organisation dringend Einführung des Lotteriestempels, weil wir das Lotterie piel verwünschenswerth, um bei den munizipalen und parlamen- dammen und ein Verbot desselben berbeizuführen suchen. Die ( Depeichen des Bureau Herold.) tarifchen Wahlen mit größerer Energie verfahren zu können. Förderung der Spielwuth ist unfittlich; wenn das Reich seine New- York, 6. Februar. Die Arbeiter der Nothorns Denn nur dadurch, daß die Arbeiter in immer größerer Einnahmen aus dem Spiele zieht, wird dasselbe so lange erBahl eigene, von beiden politischen Parteien unabhängige halten, als das Reich die Einnahmen aus demselben nicht ent- Pacificbahn wollen in einen allgemeinen Streit eintreten, wenn behren kann. Im Volte hält man die Wirkungen des Totali- die von ihnen verlangte Lohnerhöhung nicht bewilligt wird. Kandidaten aufstellten, tönnten sie hoffen, die ihnen ge- fator3 für unfittlich und Verderben bringend, deshalb würde London, 6. Februar. Nach einer Meldung des„ Standard" bührende Macht im Parlamente und Lande zu gewinnen. man den Voltsanschauungen am meisten Rechnung tragen, aus Athen soll die Ruhe auf Kreta wieder hergestellt sein, nachdiese Spiele Taß sich diese unabhängige Partei im Laufe der Jahre in wenn auf Den Rennplätzen perboten dem auf die Intervention der europäischen Mächte hin die man direttes Verbot kann in diesem Hinrichtungen der verurtheilten Christen eingestellt wurde. eine große sozialistische entwickeln wird; ist bei dem schnellen würden. Ein so Depeschen. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Wublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 7. Februar. Opernhaus. Die Walküre. Schauspielhaus. Die Minnekönigin. Verbotene Früchte. Lesing Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Die Journalisten. Wallner- Theater. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Der Lieutenant zur See. Residenz- Theater. Der Mustergatte. Vorher: Lolotte. Neues Theater. Sappho. Central- Theater. Berlin 1893, Herr Coulisset. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Kajazzi. Viktoria- Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Aleranderplak- Thenter. Vitriol. National- Theater. Charley's Tante. Vorher: Der Teufel in Berlin. PassagePanopticum. Im Theater- Saal, ohne Extra- Entree: Unserm Freunde. u Bereins- Budifer Franz Giftler zum heutigen WiegenSozialdemokratischer Wahlverein fefte ein donnerndes Hoch! daß die für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ganze Bude wackelt. Die durkigen Sänger der Alten Linde. Ein dreimal donnerndes Hoch unserem Nord und Süd, estaurateur Franz Güttler zu ſeinem Liederspiel von R. Linderer. Auftreten sämmtl Spezialitäten, Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Echt Berliner Blut. Posse mit Gefang und Tanz. Neue Specialitäten. Wochentags Entree 15 Pf. Refervirter Platz 30 Pf. R. Winkler. Castan's Panoptikum. American- Theater. Lumpen- Su- Ecke Friedrich- und Behren Strasse. sanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger.. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Nur noch kurze Zeit: Märchen- Cyclus. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung und Konzert. National- Theater. Ein Stiergefecht in Cadig. Große Frankfurterstraße 132. Doppelvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Novitäten! Novitäten! Charley's Tante. Große parodistische Posse mit Gesang und Tanz von Hugo Busse. Regie: May Samst. Musik von Adolph Wiedecke. Vorher: Große Ausstattungs- Parodie. Pantomime, ausgeführt von den spanischen Clowns Hermandos. Neu! Frl. Elsa Zeller, RoftümSoubrette. The Willon's, DoppelJongleure. Geschw. Gläser, Ge sang- u.Instrument.- Duettistinnen. Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. Anfang: heutigen Wiegenfeste. 1616b Die neuen Stammgäste vom Heinrichsplay. Wegen Todesfall meiner Frau vers taufe mein Restaurant mit Saal, Garten u. Vereinszimmer. F. Kuhlmey, 1622b Danksagung. in Mittwoch, den 7. Februar, Abends 8½ thr, Habel's Brauerei", Bergmannstaße Nr. 5-7: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Abrechnung des Kassires. 3. Vorstandswahl. 4. Bericht der Siebener- Kommission event. Statutenändrung. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erschenen ersucht Der Vorstand. Schönhauser Adee 28. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 7. Februar, Abends 8 Uhr, in Arends Brauerei( Moabit), Thurmstraßen- Ecke: Versammlung. Für die rege Theilnahme an der Beerdigung meines geliebten Gatten fage hiermit meinen aufrichtigsten Dank. Frau Ang. Hennes 1625b nebst Kindern. Bekanntmachung. Ortskrankenkasse der Nadler u. Siebmacher zu Berlin. Auf grund des§ 55 Abs. 3 des Krankenversicherungs Gesetzes vom 10. April 1892 sind die in der außer ordentlichen General- Versammlung vom 7. Januar 1894 festgesetzten Vorschriften über das Mahnverfahren am 25. Januar von der Gewerbe Deputation des Magistrats genehmigt worden. 0 Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß und bemerken, daß dieselben sofort in Kraft treten. 1617b Der Vorstand. gez. Kusche. Die gegen Herrn Schröder am 29./1. 1894 geäußerte Beleidigung nehme ich hiermit zurück und erkläre Hrn. Schröder für ehrenhaft. Carl Vollschwih. Suche per 1. Juli eine Stelle als Redakteur. Bin gegenwärtig am einem gr. Partei blatt als politischer Redakteur thätig. Gefl. Offerten unter A. B. an die Expedition d. 3tg. erbeten. 55879* Für ein dreimal wöchentlich erscheinendes Parteiorgan wird sofort ein Redakteur gesucht, der gleichzeitig mit der BuchNur noch kurze Zeit! führung und der Berwaltung der BeiPräuscher's anat. Museum. tung vertraut ist. 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Die Versammlung findet deshalb am Mittwoch statt, weil das Lokal für keinen anderen Tag frei war. 241/19 Deffentl. Bildhauer- Versammlung am 7. Februar, Ab. 8 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Maifeier. 2. Streit der Steinbildhauer bei Schilling. 3. Bericht über die Gewerkschaftskommission. 4. Verschiedenes. 148/12 Die Frauen sind eingeladen.nl on Zugleich verweisen wir auf die nächste Sonntags- Versammlung mit Frauen am 11. März, Abends 7 Uhr, bei Norbert, Beuthstr. 22. Tagesordnung: Fortsetzung des Vortrags des Genossen Hoffmann über: zehn Gebote und die besitzenden Klassen. Die Wir bitten um rege Agitation Die Agitationskommission der Bildhauer Berlins. J. A.: P. König. Große öffentliche Versammlung der Haus-, Geschäftsdiener, Packer, Packerinnen, WeinkellerArbeiter, Markthelfer, Getreideträger, Speicher- und SpeditionsArbeiter, sowie für alle im Handelsgewerbe beschäft. Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 8. Februar, Abends pünktlich 9 Uhr, in den Armin hallen( großer Saal), Kommandantenstraße 20. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Beisiger im Berliner Gewerbegericht über ihre Thätigkeit. 2. Bericht der Agitationstommission über den diesjährigen Kongreß zu Halle a. d. S. 3. Bericht, sowie Abrechnung und Neuwahl des Vertrauensmannes. 4. Wahl eines Delegirten zur Gewerkschaftskommission. 5. Verschiedenes. Die Mitglieder des Vereins Berliner Hausdiener sowie die Herren Friedrich Hamann, Klosterstr. 18, und Nus- picker, Zigmannstr. 21, sind hier> mit ganz besonders eingeladen. Zur Deckung der Unkosten findet Teller 477/3 sammlung statt. Der Vertrauensmann. Carl Alboldt, Elisabeth- Ufer 45. Achtung! Achtung! Chirurgische Branche! Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, 8. Februar, Abends 8 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstr. 33. Tages- Ordnung: 1. Die. Angelegenheit in der Werkstatt Chr. Schmid, Ziegelstr. 3. 2. Verschiedenes. 485/2 Die Prinzipale haben ihr Erscheinen zugesagt. Zur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung statt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensntann. General- Versammlung des Vereins sämmtl. Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäscheund Kravattenbranche Berlins Köpnickerstr. 45.[ 1586b am Donnerstag, den 8. Februar cr., Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Feind, Weinstrasse No. II. Tagesordnung: pan paqu sv v uainvgqao 1. Vierteljahres- und Jahresbericht des Kassirers. 2. Jahresbericht des qvu Borstandes. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden MitLumpensusanne Künstlern. Spezialitäten in de toe te pas oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen " 1. Ranges. Mr. Kauning, Concertmaler. Derselbe wird innerhalb 15 Minuten ein Delgemälde malen, welches nach Schluß der Vorstellung gratis ver looft wird. po- avvy po gli edes, in der Versammlung zu erscheinen. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. Nur eigene Fabritation, 25 Zigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Der Vorstand. J. A.: R. Ojust, Ryteftr. 10. 384/18 Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Maurer. Tabate. Rippentabak 2 Pfd. 60 fg Am Donnerstag, den 8. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokal Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Franziska Häser. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro 5444L* Die Bombe, Aftervermietherin im Müll- Stunde 60 Pf. winkel des Sonnenaufgangs" C. Koch, fr. Gambrinus. " Josephine Delclisseur. Brunwald-mit bewegter Vergangen Säle für Versammlungen heit Martin Bendix. Täglich: Auftreten des und Festlichkeiten verschiedenen beften Bauchredners d. Jetztzeit sind noch an pahenen Lagen H. Blank. Ferner u. a.: Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Hugo Schulz, Alfred Bender. Anfang Wochentags 1/2 Uhr, Sonntags 62 Uhr. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Circus Renz, ( Karlstraße.) Mittwoch, den 7. Februar cr., Abends 74 Uhr: HUF Auf Verlangen: Wiederholung Ser Parade- Festvorstellung. Grosses Pracht- Feuerwerk. Ferner: F Gala Festaufzug, ausgeführt vom gesammten Bersonal Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Monstre- Tableau von 60 Pferden, vor geführt vom Direktor Fr. Renz. Die Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musit von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Vereins- Abzeichen 2c. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Stempel Strobaten auf dem Drahtseil Zalva, Espana und Alvar 2c. Zum Schluß: Ein Künstlerfest. Ueberraschende Licht- u. Wassereffekte. Neue Ginlagen, u. a. Signorina Varotti, die kleinste Solotänzerin der Welt. Preise wie gewöhnlich. Donnerstag: Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. A. H. E. 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Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee: 447/11 Schmiedel's Festsäle,!! Roh- Tabak!! 500 Gelegenheitsfanf Alte Jakobstrasse 32, empfehle meine hocheleganten Säle zur Abhaltung jeder Art Festlichkeiten. Wwe E. Schmiedel. B. Nieft's Säle Weber- Strasse 17. moderne Frauen- u. MädchenSämmtl. in- u. ausländischen Sorten, Regen- Promenaden- Mäntel und Frühgute Qualität, tadelloser Brand, jahrsjaquetts à 5, 6, 7, 8, 9, 10 Mr. Landsbergerstraße 48 1. in billighter Preislage, empfiehlt Handlung, Heinr. Franck, otakMärz noch Sonnabend frei.[ 5586L vorräthig. Brunnenstr. 185. Formen( Bockfoorn) wieder Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt die gestrige Gewinnliste der preuß. Lotterie bei. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Nr. 31. Mittwoch» den Februar 1894. 11. Jahrg. VorlAmenksvevichte. Deutscher Reichstag. 1894. 1 U h r. Bötticher. von wird fortgesetzt. Die des Innern steht bei Staats- korrekt, ob eine 42. Sitzung vom 6. Februar Am Tische des Bnndesraths: von Marschall. Die zweite Berathung des Etats Diskussion über den Etat des Reichsamts dem Ausgabekapitel„Reichskommissariate" zunächst „Aus wanderungswesen". Abg. Bebel(Soz.): Ich möchte die Aufmerksamkeit der ver- bündeten Regierungen auf gewisse Transporte richten, welche dem Reichskommissar zur Ueberwachung des Auswanderungs- weseus entgangen zu sein scheinen, obwohl diese Transporte hauptsächlich von Hamburg aus erfolgen und der Kommissar seinen Sitz in Hamburg hat. Es handelt sich um die Transporte von Mädchen, welche zu Lust- zwecken von Hamburg aus nach allen Ländern der Erde versandt werden. Es sind nicht nur deutsche Mädchen, die in Frage kommen, sondern auch zahlreiche österreichische und ungarische. Unter den letzteren befinden sich viele Jüdinnen, welche in Hamburg in der christlichen Lehre unterrichtet und christlich getauft werden, um dann nach Rußland, wohin den Juden bekanntlich der Eintritt verboten ist, versandt werden zu können, und zwar zu demselben Zweck. Es hat sich gezeigt, daß in Hamburg den Mädchen, mit welchen dieser schmähliche Handel getrieben wird, Rechtsschutz zu erlaugen unmöglich ist, denn auf die Beschwerde eines dieser Mädchen ist vom Staatsanwalt und Ober- Staatsanwalt abweichender Bescheid ergangen. Das betreffende beschwerdeführende Mädchen befand sich in einem der Häuser, welche ojfiziell als Herbergen bezeichnet werden, aber thatsächlich öffentliche Häuser sind, wie sie in Hamburg trotz des Rcichsverbots immer noch geduldet werden. Was hat die Reichs- regierung in dieser Richtung gelhan, oder gedenkt sie zu thun, um diesen Handel mit weißen Menschen zu verhindern? Staatssekretär v. Bötticher: Der Vorfall ist für mich vollständig neu. In Hamburg besteht ein Verbot der öffentlichen täuser infolge einer Anregung des Bundesraths. Ob die olizei entgegen diesem Verbote die öffentlichen Jjäuser duldet, weiß ich nicht. Tie Verfügungen der auwaltschaft sind nach Lage der Gesetzgebung aber die Anregung wird benutzt werden, um zu prüfen, Aenderuug in der Gesetzgebung angezeigt erscheint. Abg. Bebel: Ich kann nur dringend wünschen, daß diese Anregung in der in Aussicht gestellten Weise baldigst benutzt wird. In Hamburg sind freilich in neuester Zeit die öffentlichen Häuser verboten, aber offiziös bestehen sie unter der Duldung und dem Mitwiffen der Polizei ruhig fort, ein Zustand, den man wohl in dem entferntesten Winkel der Monarchie, nicht aber in Hamburg, wo der Polizeidirektor ein Mitglied des Senats ist, für möglich halten sollte. Es ist die höchste Zeit, daß diesem öffentlichen Skandal in Hamburg ein Ende bereitet wird. Staatssekretär von Bötticher: Bei Gelegenheit der Vor- bereitung der lex Heinze hat uns der Hamburger Senat mit gctheilt, daß die.öffentlichen Häuser in Hamburg aufgehoben seien; ich habe also nach dieser Richtung keine Veranlassung zu irgend welchem Vorgehen. Ter Vortrag des Abg. Bebel bewerft zunächst nur wiederum die Richtigkeit unserer stets wiederholten Aufforderung, das Material zu Beschwerden der Zeutralinstanz zugehen zu lassen. Abg. Bebel: Ich habe der letzteren durchaus keinen Vorwurf machen wollen. Erwähnen will ich nun aber, daß in Hamburg hohe im Staatsregiment sitzende Personen Besitzer von Häusern sind, in welchen dieses schmähliche Gewerbe betrieben wird. Auch in tliel, Lübeck, Königsberg und Bremen bestehen solche öffentliche» Häuser noch heute im Widerspruch mit den klaren Bestimmungen des Reichsgesetze' Abg. Hasse(ntl.): Wir hören, daß das Reichskommissariat einer Dreitheilung unterzogen werden soll, man will an die Stelle eines Kommissars deren drei setzen, die für das Weser-, Elb- und Odergebiel eingesetzt werden sollen und mehr Auswand an Kosten nicht erfordern würden. Diese Organisations- änderung legt die Frage wieder nahe, ob denn das Auswan- derungsgesetz wieder vorgelegt werden wird. Die Vorlage von Ende 1392 litt ja an vielen Mängeln, der Erlaß eines solchen Gesetzes würde aber doch einen großen Fortschritt bedeuten Besonders verdienstlich wäre die Bestimmung, welche das Aus- wandern nach gewissen Ländern verbietet, um den auswandernden Deutschen vor Schaven zu beivahren. Ich würde für eine Aus kunft namentlich darüber dankbar sein, ob man von der beabsich- tigten Belästigung der Auswanderer durch polizeiliche Maßregeln wieder zurückgekommen ist. Der Hinweis aus die Nothwendigkeit solcher Bestimmung wegen der Luft der ländlichen Arbeiter zum Kontraktbruch ist nicht stichhaltig; immer würde sie in Wider- spruch zur Rechtsverfassung und zu den Grundrechten der deutschen Institutionen stehen, und der Erfolg würde stets der entgegengesetzte sein. Ob im Auslande Konsuln oder besondere Agenten angestellt werden sollen zur Beobachtung des Auswande- rungswesens, ist eme Frage zweiten Ranges, es kommt hauptsächlich auf die größeren Vollmachten an, die man den betreffenden Personen einräumen muß, wenn ihre Thätigkeit für das Reich ersprießlich sein soll, dazu fordern namentlich die neuesten Erfahrungen, die unsere deutschen Auswanderer in Brasilien und Argentinien ge- macht haben, dringend aus. In Curityba in Südbrasilien haben wir das traurige Schauspiel, daß man die deutschen Ein- gewanderten zum Eintritt in die Miliz gezwungen hat, während es dem italienischen Konsul gelungen ist, seine Landsleute von dieser Verpflichtung zu befreien. Infolge dessen herrscht unter den dortigen Deutschen helle Entrüstung gegen den deutschen Konsul. Bei einer eventuellen Steuervorlage des Gesetzes müßten auch die Bestimmungen, welche den großen Rhederei-Ge- sellschaften fast ein Monopol gewähren, gründlich revidirl werden. Die baldige Wiedervorlegung des Entwurfs ist dringend er- wünscht. Tie individuelle Freiheit des Auswanderers muß darin gewahrt, die Fürsorge für den Auswanderer muß räumlich weiter erstreckt und in den überseeischen Gebieten intensiver gestaltet werden; außerdem muß endlich an eine wirkliche, dem Vaterland zum Nutzen gereichende Verwendung unseres jährlichen Be- völkerungsüberschusses in geschlossener Weise, sei es in Europa, sei es in den überseeischen Welitheilen, gegangen werden. Staatssekretär v. Bötticher: Das Gesetz wird jetzt dem Reichslage nicht wieder vorgelegt werden, weil die Session mit außerordentlich schweren Aufgaben belastet ist. Abg. Hiipedeu(61.) bejürwortet eine größere Fürsorge von Reichswegen für die deutschen Seeleute in fremden Häfen; unsere seefahrende deutsche Jugend unterliege in den fremden Häfen den schwersten Versuchungen, die ihnen das Geld aus der Tasche ziehen und sie wirthschastlich und sittlich ruiniren. Redner weist hin auf das Wesen der Heuerbaase und Schlasbaase, die die jungen Leute auf das schamloseste ausbeuten. Staatssekretär v. Bötticher: Die Fürsorge für unsere See- leute im Auslände liegt der Regierung schon jetzt am Herzen. Es befindet sich im Etat des Auswärtigen Amts eine Position für die Heimschaffung hilfsbedürftiger Seeleute aus dem Aus- lande. Der Anregung zur weiteren Unterstützung sind wir bc> reits zuvorgekommen, in dem jährlich aus dem allerhöchsten Dispositionsfonds auf Antrag des Zentralausschusses für innere Mission Mittel für die S e e m a n n s m i s s i o n bewilligt wer- den. Es sind bisher immer 6000 M. gewesen, den Dänen mit ihren 4000 Kronen sind wir also über. Abg. Förster-Neustettin(Antisemit) ist verwundert, daß das von dem Abg. Bebel erwähnte Material der Regierung noch nicht genauer bekannt gewesen ist. und daß auch der Senat der Stadt Hamburg angeblich von gar nichts weih. Es handle sich doch um ganz offenbare Dinge, um den Mädchenhandel, der in Oesterreich-Ungarn, in Deutschland und Rußland im Schwange ist, ein Handel mit weißem Menschen- fleisch, die schlimmsten Ausartungen des Menschenhandels. Zu- fällig seien zahlreiche Personen, die diesen.schimpflichen Handel trieben, jüdischen Glaubens. Die Zeitungen berichten doch sehr häufig von Verlockungen und gewaltsamen Entführungen armer Mädchen durch diese europäischen Sklavenhalter. Selten können die Unglücklichen zurück, sie seien in den Freudenhäusern in Konstantin opel, Bombay u. f. w. lebendig begraben. Den Zeitungsnachrichten müßten doch die polizeilichen Nachforschungen von Amtswegen auf dem Fuße nachfolgen; das könne von den verbündeten Regierungen verlangt werden. Tie Forderungen für Auswanderungswesen werden bewilligt. Bei der Position„K o m i s s i o n für A r b e i t e r st a t i st i k" spricht Abg. Bebel die Erwartung aus, daß der Bundesrath Beschränkungen der Normalarbeitszeit auf grund der Gewerbe- Ordnung bei den Bäckern und Müllern und sonstigen Arbeitern in der Lebensmittelbranche anordnen wird, über welche die Kom- Mission Erhebungen angestellt hat. Er fordert weiter die Aus- dehnung der Untersuchungen auf die Lokale, in welchen die be- treffenden Arbeite» betrieben werden. Seine frühere Privat- Enquete über die Zustände im Bäckereigewerbe habe Thatsachen ans Licht gebracht, welche das Publikum mit wahrein Ekel er- füllen mußten vor den Zuständen in den Arbeitsstätten, wo die täglichen Lebensmittel hergestellt werden. Die seitdem von den Bäckern und anderen ebenfalls angestellten Untersuchungen hätten seine damaligen Feststellungen nur bestätigt; es müsse aber darauf gedrungen werden, daß von Amts- und Polizeiwegen diese Zustände untersucht und die Mißstände beseitigt werden. Empörend sei vor allem der Zustand, daß Arbeits-, Schlaf- und Wohnraum in einem Räume vereinigt sind. Die Untersuchungen der 5kommission seien demnächst auszudehnen auf die Fleischerei «nd die Brauerei, wo die Arbeitszeit ebenfalls eine ganz unge- bührlich lange sei. Wie in dieser Beziehung, so verfahren auch bezüglich des Verkehrsgewerbes die Behörden und die Gewerbe- inspektoren nicht mit der nöthigen Umsicht. Den Kutschern auf den Pferdebahnen werde bei eine: übermenschlich langen Arbeits- zeit zngemuthet, ununterbrochen zu stehen; bis jetzt habe die Ber- liner Polizei in dieser Richtung nichts zur Abhilfe gethan. Auch in Wäschereien betrage vielfach die tägliche Arbeitszeit 16 bis 18 Stunden, die Löhne ständen dazu im umgekehrten Verhält- nisse. Redner wiederholt die Bitte um regelmäßige Ueberweisung der Drucksachen der Komnnssionen an die sämmilichen Mitglieder des Reichstages; 100 Exemplare genügten nicht. Staatssekretär v. Bötticher: Ueber die Räthlichkeit der Ausdehnung der Untersuchungen über die Arbeitszeit wird der Bundesralh zu befinden haben. Die Untersuchung der Arbeits- und Wohnräume wird durch statistische Erhebungen allein nicht durchgeführt werden können; es gehört dazu die Mitwirkung der Polizei, und von Reichswege» wird eine allgemeine Regelung kaum zu ermöglichen sein. Die unleugbar vorhandenen Uebelstände müssen lokal- oder einzelstaatlich erforscht werden, wie ja dazu erfreu- liche Anfänge in einzelnen Staaten bereits vorhanden sind In der Kommission ist ein Antrag des württembergischen Mit- gliedes auf Untersuchung der Arbeits- und Wohnräume der im Bäckereigewerbe beschäftigten Personen zurückgezogen worden, nach- dem sich der Gewerberath Wörri-Hofer dagegen ausgesprochen hatte. Die Arbeitszeit im Verkehrsgewerbe anlangend habe ich mitzu- theilen, daß der preußische Handelsminister sich mit den bezüg- lichen Mißständen bereits befaßt und daß zweckentsprechende Maßregeln sicherlich werden ergriffen werden. Von Uebelstäuden in der Wäscherei haben wir bisher nichts gehört. Den Wunsch auf Ausfolgung der Drucksachen der Kommission in größerer Zahl an die Reichstags-Mitglieder will ich gern erwägen, aber es ist doch Thatsache. daß die 100 Exemplare, die wir liefern, weitaus uicht abgehoben werden.(Widerspruch.) Abg. Bebel: Ich habe das Eingreifen der Reichs-Gesetz gebung' bezüglich der Arbeits- und Wohnräume gar nicht ver- langt. Ich habe nichts weiter gewünscht, als die Anweisung der Polizeibehörde durch ihre Zentral-Regieruugen, von Anits wegen eine Untersuchung der betreffenden Räume vorzunehmen, auf grund deren dann Abhilfe durch die Landesbehörde bewirkt werden würde. Wenn die Backstube zugleich als Gesinde- und Schlafkanimer benutzt wird, so muß doch offenbar von Polizei- wegen gegen diesen gesetzwidrigen Zustand eingeschritten werden; wenn sie Kenntniß davon erlangt hat, so muß sie dagegen einschreiten, denn die Macht hat sie dazu. Es scheint ihr aber bis jetzt die Kenntniß vielfach zu fehlen; daß die Wäschereien bis spät in die Nacht hinein, bis 10, 11 Uhr Abends und länger arbeiten müssen, kann jeder sehen, der in Berlin durch die Straßen geht und einen Blick in diese Waschanstalten wirst. Beim Kapitel„statistisches Amt" plädirt Abg Schoenlauk(Soz.) für die Einrichtung wirklicher Arbeits enqueten, in welchen das Parlament eine Rolle zu spielen hat, Enqueten, wie sie England besitzt und wie sie für die Politik dieses Landes die außerordentlichste Bedeutung erlangt haben. Dort kenne man das kontradiktorische Verfahren, bei uns vernehme man blos die Arbeitgeber; dort seien sie öffentlich, hier geheim. Die deutschen Enqueten seien nur eine ganz kümmerliche Stück- arbeit mit bedingtem Werthe. Das statistische Amt sei durchaus nicht befähigt wirkliche Sozialstatistik zu treiben, seiner ganzen Organi- sation nach. Herr v. Scheel könne zwar eine solche Statistik machen, aber er allein und mit den geringen Mitteln könne es thatsächlich nicht. Redner wünscht nach dem Vorgange des Statistikers Georg v. Mayer eine bessere Bevölkerungsstatistik, für welche die summarischen Tabellenwerke nicht ausreichten, fragt nach den Gründen, weshalb seit 12 Jahren keine neue Berufs- und Gewerbestatistik veranstaltet sei, da man sich doch nichk länger mit den durchaus veralteten Zahlen von 1882 begnügen könne und fordert größere Fühlung der Landesstalistik mit der Rcichsstatistik wenigstens be- züglich der allgemeinen Finanz- und der Unterrichtsstatistik. Die Landesstatistik würde dadurch nicht gefährdet werden, sie würde vielmehr einen neuen Nimbus erhalten, während sie jetzt namentlich in Bayern den Krebsgang geht; die Reichsstatistit aber würde an Ueberstchtlichkeit sehr gewinnen. Abg. Dr. Hasse(ntl.) unterstützt diese Anregungen in jeder Beziehung. Das Maß der Verpflichtung der einzelnen Länder zu statistischen Aufnahmen der Bevölkerungsverhältnisse sei viel zu klein;»das Reich stelle hier gar zu geringe Anforderungen. Eine materielle Zentralistrung brauche deshalb nicht einzutreten. Da schon 1895 eine Volkszählung wieder bevorstände, sei es dringend erwünscht, wenn die Reichsinstanz den Kreis der obli» gatorischen Leistungen der Einzelstaaten erweiterte. Ebenso bringend sei die Wiederholung der Berufs-' und Gewerbestatistik. Staatssekretär von Bötticher: Unsere Enqueten sind des- halb nicht mangelhafter, weil sie nicht nach englischen, Muster stattfinde», auch nicht deshalb, weil sie unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden; für die Ermittelung der Wahrheit. der realen Verhältnisse ist die Oeffentlichkeit oder Nichtöffentlichkeit gleichgiltig. Die vorgebrachten Wünsche, welche eine Erweiterung der Reichsstatistik wollen, gehen über die Grenze hinaus, welche die Verfassung für die Materien zieht, welche der Reichsgesctz- gebung unterliegen und für welche auch die Statistik Reichssache sein sollte. Mit den gewünschteulVerallgemeinerungen muß doch immer auch ein Reichszweck verfolgt und erreicht werden. Unter diesem Gesichtspunkte werden die Anregungen in der ge- dachten Richtung zu prüfen sein. Ueber eine anderweite Berufs- und Gewerksstatistik haben wir auch schon Berathungen ge- pflogen, dieselbe wird zweckmäßig mit der nächsten Volkszählung zu verbinden sein. Die Neigung, statistische Aufnahmen zu er- weitern, ist im Lande erschrecklich gering. Es wird trotzdem bei der neuen Aufnahme der Berussstatistik der Fragebogen eine Er- Weiterung zu erfahren haben. Abg. Schoenlank: Die Statistiker und die Nationalökonomen aller Parteien find über die Muftergiltigk�it der englischen Enqueten einig. Eine parlamentarische Enquete unterscheidet sich von einer deutschen amtlichen Enquete, wie das öffent- liche von dem geheimen Militär- Strafverfahren. Eine Enquete ohne kontradiktorisches Verfahren ist ein Unsinn. Wenn in einer deutschen Enquete Herr v. Stumm und seine Arbeiter zu- sammensitzen, so wird der Arbeiter des Herrn v. Stumm mit seiner Meinung nicht herauskommen.(Lebhafter Widerspruch des Abg. v. Stumm). Herr v. Stumm herrscht in seinem Königreich Neunkirchen so unbeschränkt, daß daran gar kein Zweifel ist; jeder Unbefangene muß wünschen, daß Herr von Stumm und seine Arbeiter nicht vor einem und demselben Forum stehen. Die schlechteste Form der Statistik ist die mit Fragebogen arbeitende: die beabsichtigte Ausdehnung dieser Form der Auf- nähme können wir daher nicht gutheißen. Die Bevölkerungs- statistik wünsche ich allerdings zentralisirt; bisher muß sich das Reichsamt mit den von den Landcsbehördcn ermittelten Ergebnisse des von ihren verarbeiteten Urmalerials begnügen. Daß in Deutschland eine gewisse Zahlenscheu herrscht, erklärt sich doch ganz einfach daraus, daß sich zwischen Regierung nnd Volk eine Mandarinen-Bureaukratenwirthschast eingedrängt hat, die dem Volk alle Lust zu eigener Arbeit benimmt; schaffen Sie diese weg, dann werden Sie nicht nur eine bessere Stcitistik, sondern auch bessere soziale und politische Zustände haben. Abg. Hasse glaubt auch nicht, daß die Bevölkerung durch die statistischen Aufnahmen sich belästigt fühlt oder später fühlen werde. Bei der Position für die Bureaubeamten des statistischen Amtes verlangt Abg. Förster-Neustettin(Antis.) ein gleich- mäßigeres Aufrücken der Beamten in den Dienstaltersstufen durch die gesammten Verwaltungsressorts. Die Ausgaben für das statistische Amt werden genehmigt. Beim Kapitel„Normal-Aichungskommission" lenkt Abg Lenzmann(freis. Vp.) die Aufmerksamkeit des Hauses auf die bei dieser Behörde, wie beim Gesundheits- und Reichs- Versicherungsamt, sowie bei der physikalisch-technischen Reichs- anstalt angestellten technischen Hilfsarbeiter, die trotz ihres Charakters als höhere Beamte äs furo und de facto nach wie vor als Subalternbeamte behandelt werden. Bei der letzten Kaisers Geburtstagsfeier habe man ihnen nur gestattet, die Feier im Berein mit den andern Subalternbeamten, den Sekretären und Kaiizlisten, zu begehen. Die Betreffenden feien durchweg akademisch gebildet und verdienten eine Rangerhöhung unbedingt. Staatssekretär v. Bötticher: In der Anerkennung der Leistungen dieser Hilfsarbeiter stimme ich mit dem Vorredner überein. Aber ich kann den Grund zu einer berechtigten Empfindlichkeit der Herren nicht entdecken. Abg. Singer(Soz.): Die Frage beschäftigt die Budget- Kommission schon lange. Die Ausführungen des Herrn Lenz- mann erinnerten doch recht lebhaft an das chinesische Parlament; es machte fast den Eindruck, als ob es sich darum handelte, für einen Beaniten einen Knopf mehr zu bewilligen. Die Etats- ausstellung kann doch nicht dazu benutzt werden, einen Unter- schied in der Wcrthschätzung und sozialen Stellung der einzelnen Beamten zu statuiren. Solche Velleitäten noch durch den Reichs- tag zu begünstigen, würde dem demokratischen Gefühl der Gleichheit diametral entgegenstehen. Abg. Hammacher tritt für die Forderung der technischen Hilfsarbeiter ein. Staatssekretär v. Bötticher: Daß höhere und mittlere Beamten im Etat in demselben Titel zusammenstehen, ist kein Unikum. Abg. Förster- Neustettin tritt den Ausführungen des Abg. Hammacher bei. Redner verweist darauf, daß die Trigonometer schon nach 15, die hier in Frage stehenden technischen Hilfs- arbeiter erst nach 21 Dienstjahren das Höchstgehalt erreichen. Direktor im Reichsschatzamt Aschenborn entgegnet, daß diese Differenz in den verschiedenen Altersgraden der beiden Kategorien bei der festen Anstellung und in der verschiedenen Art der amt- lichen Funktionen begründet ist. Abg. Lenzmann: Der Schwerpunkt der Demokratie liege darin, das Rechte an jeder Stelle schaffen zu wollen. Da im Deutschen Reiche verschiedene Stände vorhanden seien, müsse er es für ein Unglück erachten, wenn jemand nicht in die richtige Stelle einrangirt wird. Staatssekretär v. Bötticher: Die in Rede stehenden Be- amten unterscheiden sich ausdrücklich durch einen höheren Wohnungsgeldzuschuß von den mittleren Beamten. Abg. Möller(natl.) bedauert, daß die von dem Abg. Hain- macher und ihm in der Budgetkommisston gegebene Anregung, diesen Beamten eine äußerlich bessere Stellung im Etat anzu- weisen, nicht durchgedrungen sei. Er habe hauptsächlich dabei im Auge gehabt, den Nachwuchs für diese wichtige Stelle in genügendem Maße zu interessiren. Der Titel wird bewilligt. Beim Kapitel„Gesundheitsamt" bemerkt Abg. Prinz zu Carolath(ntl.): Im vorigen Jahre sind zwei Petitionen betreffend die Zulassung der Frauen zum medi- ziniscben Studium dem Reichskanzler überwiesen worden und es wurde gleichzeitig eine Resolution vorgeschlagen, welche die Er- theilung der Approbation als Arzt an Frauen betraf. Von dem Schicksal der Petitionen haben wir seitdem nichts mehr gehört. Freilich ist der Zeitpunkt zur erneuten Besprechung dieser Frage nicht sehr glücklich gewählt; wenn schon die vorhandenen studirten Aerzte schwer unler der Roth der Zeit zu leiden haben, sollte man den Stand nicht noch mehr mit den weiblichen Aerzten belasten. Aber andererseits ist diesen Bestre- bungen in der letzten Zeit so viel Theilnahme und Förderung geworden, daß � es nicht unangebracht er- scheint, heute darauf zurück zu kommen. Namentlich auf konservativer Seite ist eine vollständige Wandlung der An- schauungen eingetreten. Seit November 1893 find hier in Berlin Gymnastalkurse für Frauen eingerichtet; sie werden aus Privat- mittel» unterhalten, da man von Reichswegen nichts dafür thun zu können erklärte und uns an die Einzellandtage verwies, wo bisher direkt noch nichts geschehen ist. In Baden hat man einen anderen Weg eingeschlagen. Es nützt aber alles nichts, wenn nicht das Reich nachher die Ausübung der ärztlichen Praxis den Frauen gestattet. Deshalb sollte der Bundesrath jener Resolution oder vielmehr dem Verlangen derselben sich wohlwollend gegenüber stellen und rechtzeitig eingreifen, damit in D die Frauen, die sich auf den ärztlichen Beruf vor- Abg. von Tiedemann Bomst( frt.): Die Verschuldung ist, links.) Die Verwandlung der Hypothekenschuld in eine Renten bereiten können, wissen, woran sie nachher sind, wenn erst eine Folge der Landwirthschaft und wenn man die Ver- schuld wäre ein großartiger Gedanke; ich finde aber keinen gang sie ihre Studien beendet, ihre Gramina abgelegt haben. schuldung beseitigen will, dann muß man erst die Noth beseitigen. baren Weg dafür. Wie denkt man sich die Stellung der Land Auch sollte man etwa die Reichs- Universität Straßburg für das Die Zinsen eines Kapitals richten sich nach dem Geldmarkt und schaften gegenüber einem solchen Schritte? Die landschaftlich. ärztliche Studium den Mädchen öffnen. Wir wollen keine Frauen- nach den Aussichten bezüglich der Rückzahlung des Kapitals. Beleihung ist heute schon vielfach eine viel zu hohe. Ebenso liegt emanzipation, aber wir wollen den weiblichen Personen, die den Wenn die Amortisation der Schulden herbeigeführt werden soll, es mit dem Gesetz über das Erbrecht. Populär ist eine Aende Muth und die Gaben besitzen, auf diesem Wege sich und den so muß neben den Zinsen die Amortisationsrate gezahlt werden. rung der Erbfolge in meiner Heimath keineswegs; der Bauer Ihrigen eine Existenz zu schaffen, den Weg dazu nicht ver- Wird eine Rentenschuld eingeführt, so wird dadurch nur der wünscht die freie Verfügung über seinen Grundbesitz zu haben schränken. In den Vereinigten Staaten fungiren bereits Preis der Hypotheken vertheuert werden. Daß das Erbrecht all- Die Beseitigung der freien Vererbung könnte eine wohlthätige über 8000 Frauen als Aerzte; in England sind 150 high schools gemein für den ganzen Staat geändert werden könnte, bezweifle Maßregel sein; aber diese Pläne Tommen viele Jahrzehnte zu derfelben Art, wie in Berlin fich erst ein schwacher Anfang zu ich. Es ist dabei die Sitte von großem Einfluß und man wird spät. Ich erkläre, daß ich nur für meine Person spreche; ich einer einzigen findet. Im übrigen ist dort den Frauen der Zu- die Sache immer nur provinziell regeln können. Diese beiden weiß nicht, ob ich viele meiner Freunde hinter mir habe. tritt zu sämmtlichen Universitäten gestattet. Auch in Frank- Fragen gehören der Zukunft an. Daß dem kleineren Grundbesiz Es handelt sich nicht um eine Forderung der gesammten Landreich ist die Nothwendigkeit der Lösung dieser Frage anerkannt. die unfündbaren und amortifirbaren Darlehen zugänglich gemacht wirthschaft. In Italien hat Bonghi kurz vor feinem Sturze die werden, ist empfehlenswerth. Aber von den Heimstätten, die auch Minister v. Heyden polemifirt gegen einen Angriff des Vor Universitäten den Frauen geöffnet und Rußland angeregt sind, fann ich mir nicht viel persprechen. Jetzt sind in redners auf den Reichskanzler. ist dies bezüglich der Universitäten zu Petersburg, Mostau, Kiem den landwirthschaftlichen Vereinen 119 000 Mitglieder vorhanden; Abg. v. Schalscha( 3.): Der Reichskanzler hat im Reichsund Kasan geschehen. Selbst der Sultan hat neuerlich eine ähn- wenn man für die Landwirthschaftskammern einen Zensus von tage erklärt, daß ihn die Landwirthschaft eigentlich gar nichts liche Verfügung erlassen. Immer größer, immer allgemeiner 120 M. Grundsteuer- Reinertrag einführt, so würden 450 000 Land- angeht; nur das Veterinärwesen gehöre zum Ressort des Reiches. wird das Intereffe, das die Nation dieser Frage zuwendet; wirthe wahlberechtigt sein. Da jetzt sehr viele Nicht- Landwirthe Die Landwirthschaft ist also vom Reichskanzler damit für vogelöffnen Sie uns die Thore des Reichs! Es gilt hier einen alten in Es gilt hier einen alten in den landwirthschaftlichen Vereinen find, so kann man frei erklärt worden, namentlich die deutsche, denn für die aus Bopf abzuschneiden! sagen, daß nur ein Viertel der Landwirthe in den Vereinen wärtige ist genügend gesorgt.( Lebhafter Beifall rechts und im Staatssekretär v. Bötticher: Wir sind im Reichsamt des vertreten ist. Die Vereine sind nicht berechtigt, sich als eine Bentrum). Ich bin ein Agrarier nicht aus Eigennut, sondern Innern auch stets bereit, 3öpfe abzuschneiden. Die Frage ist Vertretung der gesammten Landwirthschaft zu bezeichnen. im Allgemeininteresse, weil ich meine, daß, je mehr Leute den aber: Wo sißen die Zöpfe und: Ist das Reichsamt des Innern Deshalb ist eine offizielle Gesammtvertretung nothwendig. Wanderstab ergreifen und in die Städte wandern, desto schneller die richtige Instanz Das Reichsamt des Innern und das Bezüglich des Wahlrechts sollte man die Bächter unbedingt wahl wird der Aufmarsch der Sozialdemokratie sich vollziehen.( Zustimmung Reich tönnen nicht helfen; denn es besteht gar kein berechtigt und wählbar machen; denn gerade die Pächter stellen rechts). Die Einführung der Rentenschulden wäre zu erwägen. Wenn Wird Hinderniß. die Befäbigung nachge das beste Material in der Landwirthschaft. Die Zahl der Mit- man aber in der Verschuldung Beschränkungen einführen will, wiesen, so tann teine Behörde die Approbation glieder der Kammern ist wohl zu hoch bemessen; in der Provinz dann tönnte man erst untersuchen, ob denn die allgemeine Wahlverweigern, weil der Bewerber eine Frau ist. Posen würde ein Parlament von 100 Röpfen entstehen. Das ist fähigkeit aufrecht erhalten werden muß. Ich will über diese Man will den Frauen förderlich fein; wenn auf diesem Ge- zu groß, um über technische Fragen zu verhandeln und eventuell Dinge nicht sprechen.( Buruf Richter's: Warum denn nicht?) biete weitere Fortschritte gemacht und Hindernisse überwunden ein Gutachten abzugeben. Redner beantragt schließlich die Ver- Weil sie noch nicht reif sind.( Zustimmung rechts. Buruf werden sollen, dann ist das nur auf dem Wege zu erreichen, weisung der Vorlage an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Richter's: Bis jetzt habe ich nur unreifes gehört!) Die daß dem weiblichen Geschlecht die Erfüllung der Vorbedingungen Wenn die Vorlage zu stande kommt, so ist das keine Abschlags- Landwirthschaftskammern müßten nicht fakultativ sondern unter für die Erwerbungen der Approbationen ermöglicht wird, also zahlung in bezug auf die Nothlage der Landwirthschaft. Die allen Umständen berechtigt sein, an der Preisnotirung für landdas Zeugniß der Reife für eine Universität zu erlangen und das Kammern sollen nur der Regierung den Weg weisen, den sie wirthschaftliche Produfte mitzuwirken. Ein Gegensatz zwischen Studium auf derselben zu absolviren. Für das erstere Biel be- gehen muß. Dazu gehört aber, daß es in der Vorlage nicht Groß- und Kleingrundbesitz besteht wirklich nicht, aber er ist in steht bereits eine Anstalt in Berlin, ebenso eine solche in Karls- heißen muß: Die Regierung kann die Kammern hören, sondern Gegenden hineingetragen worden, wo vor 5 Jahren davon keine ruhe; werden diese Nemühungen fortgefeßt, dann werden auch muß sie hören.( Lebhafter Beifall rechts.) Rede war. Das hat sich bei den Reichstagswahlen gezeigt und weitere ähnliche Anstalten derart errichtet werden. Das Reich Abg. Herold( 3.): Die Einführung der Rentenverschuldung man sollte es sich daher überlegen, ehe man ein Mittel schafft tann die Einzelstaaten aber weder zu dem einen noch zu dem wird erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen und ein Schutz- hier in dieser Vorlage, den Großgrundbesiz auszuschließen. anderen zwingen durch eine Aenderung der Gewerbe- Ordnung. mittel gegen die Ueberschuldung wird die Rentenschuld auch nicht Wenn der Landwirthschaftsminister schnell helfen will, dann Straßburg ist teine Reichs, sondern eine Landesuniversität. sein. Die landwirthschaftlichen Vereine sind zur Vertretung der sollte er für die gleitende Bollstala nach der Baluta eintreten. Die geäußerten Wünsche müssen nach wie vor auf die Landes- Landwirthschaft vollauf berechtigt und auch dazu im Stande. Sie( Bustimmung rechts.) Gesetzgebung und Landes- Schulverwaltung verwiesen werden. tönnen der Regierung ebenso gut Rathschläge ertheilen, wie die Abg. Sattler( ntl.): Wer nicht anerkennt, daß die Lage Abg. Langerhans( FVp.): Es könnte doch von seiten des Landwirthschaftskammern. Ob die Regierung die Rathschläge der der landwirthschaftlichen Produktion die höchste Wichtigkeit für Reichs viel geschehen, um die Sache zu fördern, wenn man dies Kammern besser beachten wird, als die der Vereine, ist noch eine Frage. das Gedeihen des ganzen Staates hat, hat überhaupt keinen sonst wohl will. Nähmen wir die Aenderung in die Gewerbe- Die Bestimmungen über das Wahlrecht müssen ganz umgearbeitet Blick für die praktischen Verhältnisse. Wir haben in unserer Partei eine große Anzahl von Vertretern der landwirthschaftOrdnung auf, daß das Geschlecht kein Hinderniß für die Er werden. langung der Approbation ist, so wäre damit schon viel gewonnen. Abg. von Zoë( 3.) wendet sich gegen seinen Frattions lichen Interessen, namentlich des mittleren Grundbesitzes und Wir wollen der Frau überhaupt die Zulassung zum akademischen genossen Schmitz, der sich ablehnend gegen die Landwirthschafts- müssen natürlich für die Lage der landwirthschaftlichen BevölkeStudium ermöglichen; ob sie sich grade zu Aerzten eignet, laffe fammern ausgesprochen habe. Um die Abstellung momentan verrung und landwirthschaftlichen Produktion Interesse haben. ich dahingestellt. Für das Lehrfach eignen sich doch die Frauen handener Schäden handelt es sich jetzt nicht, sondern um die Darum war bei meinen Freunden zunächst große Neigung für ganz außerordentlich. Eine Ueberhandnahme der Frauen als Schaffung einer dauernden Organisation, welche ebenso wie die die Vorlage; namentlich diejenigen meiner Freunde aus der InRichter, Bürgermeister und Aerzte wird nicht vorkommen, denn Organisation des Handwerks der immer mehr fortschreitenden duftrie und dem Handel, welche den Segen einer gefeßlichen vorläufig heirathen die Frauen noch immer( Heiterkeit), es Atomisirung der Gesellschaft entgegentreten soll, welche den Organisation in den Handelskammern kennen gelernt haben, handelt sich hier um eine Forderung der Gerechtigkeit. Schwächeren gegen den Stärkeren, d. h. gegen das bewegliche standen von vornherein der Vorlage sehr freundlich gegenüber Kapital schüßen muß. Nicht der Großgrundbesitz leidet eigentlich und wurden auch durch die Berechtigung der LandwirthschaftsNoth, sondern je mehr der kleine Besit sich zersplittert, desto fammern zur Steuererhebung nicht abgeschreckt; dagegen hat schwächer wird er, desto leichter kann der Großgrundbesitz sich diese Aussicht auf eine neue Steuer bei meinen landwirthschaftlichen vergrößern zu Latifundien. Deshalb müssen die kleinen Land- Freunden Bedenken erregt, denn die Steuermüdigkeit ist nicht nur wirthe hauptsächlich zusammengeschlossen werden zu festen in Westpreußen, sondern auch in anderen Provinzen vorhanden. Organisationen. Organisation verlangen alle Stände. Wir müssen also die Vorlage eingehend in der Kommission prüfen. Große und schwere Bedenken sind gegen den Wahlmodus zu er heben. In den Gemeinden wird natürlich der Ortsvorsteher Wahlmann sein, und eine Versammlung von Gutsbesigern und Ortsvorstehern unter Leitung des Landraths wird die Wahl der Abg. von Mendel( t): Eine Abschlagszahlung für die Mitglieder der Kammern vollziehen. Ob das eine geeignete Bugegenwärtige Nothlage ist die Vorlage nicht, sondern sie wird sammensetzung zur Vertretung der landwirthschaftlichen Intererst für die Zukunft der Landwirthschaft gute Dienste thun. Die essen sein wird, ist mir zweifelhaft. Der behördliche Einfluß des Landwirthschaftskammern mögen organisirt sein, wie sie wollen, Landraths und der gesellschaftliche Einfluß der Großgrundbesitzer sie werden immer von dem Wohlwollen der Regierung abhängig wird einen viel zu großen Umfang annehmen. Die Vertretung sein und können in Gemeinsamkeit mit einer wohlwollenden Re- der Interessen des fleinen Grundbesizers wird dabei illuforisch gierung der Landwirthschaft gute Dienste thun. Die Vorlage werden. Wenn man die Handelskammern zum Muster nahm, muß aber noch in mancher Beziehung umgearbeitet werden. Das weshalb schlägt man dann nicht auch dasselbe Wahlverfahren vor landwirthschaftliche Vereinsleben hat eine erfreuliche Entfaltung wie für die Handelskammern? Das hier vorgeschlagene Wahlangenommen; es ist der Träger der landwirthschaftlichen Kultur verfahren kann nicht auf die Zustimmung meiner Freunde rechnen. und des landwirthschaftlichen Fortschritts geworden. Deshalb In Aussicht genommen ist die Einführung der Rentenschuld müßte das Alterprobte nicht zerstört, sondern eher gefördert und eine Umwandlung der Hypothekenschuld in eine solche. werden. Bei der Gesetzgebung werden die Kammern die Möglich ist eine solche Umwandlung: aber es sprechen doch auch Interessen der Landwirthschaft besser vertreten als die Zentral- Bedenken dagegen; es muß eine Beschränkung des Kredits stattvereine, welche doch nur auf einen Bruchtheil der Landwirthschaft finden. Ist denn das in allen Theilen des Staates nothwendig? beruhen. Bedenklich ist die Aufstellung der Statuten. Der Minister Ebenso steht es mit der Abänderung des Erbrechts. Die Verentwirft fie und der Provinziallandtag soll sie prüfen? Warum schiedenheit der landwirthschaftlichen Verhältnisse, namentlich sollen die Provinzialvereine nicht die Statuten prüfen? Jeden- auch bezüglich der Besitzvertheilung ist sehr groß, daß man die falls muß so wenig wie möglich gesetzlich festgelegt werden, weil Agrargefeßgebung nicht einheitlich gestalten kann für den ganzen die Verhältnisse zu verschieden sind. Die ganze Einrichtung wird in Zukunft der Landwirthschaft gute Dienste thun, aber sie ist tein Mittel, der augenblicklichen Nothlage abzuhelfen; dazu sind andere Dinge nothwendig, die anderweitig schon genügend betont find.( Beifall rechts.) Th Abg. Prinz Calorath: Die Universität Straßburg ist doch eine Reichs Universität, feines Einzelstaates; da könnte doch der Bundesrath als solcher eine Anregung geben, ob nicht hier der Zulassung der Frauen zum medizinischen Studium näher getreten werden kann. Abg. Rickert: Es wird doch wohl nichts anderes übrig bleiben, als in Preußen auf den Herrn Kultusminister loszugehen. Abg. Wurm( Soz.) beschwert sich darüber, daß noch immer feine genügenden Methoden zur Denaturirung des Spiritus eingeführt sind, obwohl das Reichs Gesundheitsamt über die Ausführung dieser technischen Arbeit zu wachen hat und Tausende von Arbeitern unter den schädlichen, ja lebensgefähr lichen Dampf der bisher zur Denaturirung benutten Pyridinbafen fortgesetzt zu leiden haben; Redner fragt, wie weit die Versuche, bessere Methoden zu finden, gediehen seien. Direktor im Reichs- Gesundheitsamt Köhler erwidert, daß Versuche zwar immer noch angestellt werden, aber bisher eine ganz zufriedenstellende Methode noch nicht gefunden ist. Die Fabrifinspektoren hatten sich übrigens sämmtlich dahin erklärt, daß gesundheitsschädliche Wirkungen des Pyridins nicht festgestellt worden sind. Abg. Schröder( freis. Vg.): In der Frage der Zulassung der Frauen zum Arztberuf wird thatsächlich mit Erfolg nur bei den Einzelstaaten einzusehen sein. Und in dieser Beziehung find die Sachen auch bereits in erfreulichem Fluß. Die Unterrichts- Verwaltungen werden schließlich ebenfalls der Sache sich günstiger zeigen müssen. Auch in Preußen ist schon einiges Entgegenkommen zu verspüren. Abg. Langerhaus tritt für die endliche Einführung einer obligatorischen Leichenschau ein. Staatssekretär v. Bötticher: Man wird in Preußen da mit vorgehen, sobald die Vorarbeiten zum Reichs- Seuchengeset abgeschlossen find. Abg. Bubeil( S03.): Der Direktor des Reichs- Gesundheitsamtes bezieht sich auf die Zeugnisse der Fabrikinspektoren, um die Unschädlichkeit des mit Pyridin denaturirten Spiritus nach zuweisen. Herr Köhler sollte nur die Krankenkassen- Aerzte Berlins fragen, da würde er andere Antworten erhalten. Die Möbelpolirer hätten ganz erheblich unter dieser Sorte von Spiritus zu leiden. Wenn eine ordentliche Denaturirungsmethode nicht auf gefunden werden könne, solle doch die Regierung auf die Unterfcheidung verzichten. Abg. von Zoltowski( Pole) bezweifelt, daß die Vorlage den berechtigten Wünschen der Landwirthe gerecht wird. Was werden die Landwirthschaftskammern mehr leisten tönnen als die landwirthschaftlichen Vereine? Staat. Die Ziele, welchen die Landwirthschaftskammern dienen sollen, stehen noch nicht fest und ihre Berechtigung für den ganzen Staat ist nicht anzuerkennen. Da müssen Bedenken geltend gemacht werden gegen die Organisation überhaupt. Abg. Tzschoppe( ft.): Das Nebeneinanderbestehen der Rammern und der Vereine würde nur die Kräfte zersplittern, während man gerade auf eine Zusammenfassung der verfügbaren Kräfte hinstreben sollte. Die Ausübung irgendwelchen Zwanges zur Auflösung der Vereine würde die Mitglieder nur erbittern. Hoffentlich gelingt es der Kommission, die Bedenken zu beUm 4 Uhr wird die weitere Berathung bis Mittwoch Minister v. Heyden: Bei der Frage, ob fakultativ oder obligatorisch, handelt es sich nicht um eine grundsätzliche Frage, sondern mehr um das Tempo der Ausführung; denn wenn die Kammern fakultativ eingeführt werden, werden sie sich doch nach und nach entwickeln. Die Landwirthschaft bedurfte neuer Organe zur Vorbereitung der Gesetzgebung, welche der Landwirthschaft feitigen. helfen soll. Herr v. Zoltowsti hat gefragt, zu welcher praktischen Mitarbeit die Kammern zugelassen werden sollen. 11 Uhr vertagt. Es würde hierher gehören, die Einschränkung der weiteren Gegen 5/2 Uhr wird die weitere Berathung vertagt. Nächste Verschuldung und die Aenderung des Erbrechts. Es handelt Sigung Mittwoch 1 Uhr.( Anträge aus dem Hause.) Das Kapitel wird bewilligt. Abgeordnetenhaus. 10. Sigung vom 6. Februar 1894, 11 Uhr. Am Ministertische: von Heyden, Miquel. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung des Gesetzentwurfs über die Landwirthschaftstammern. man Tokales. sich dabei um Dinge von solcher Tragweite, daß das nicht turzer Hand in das Gesetz hineinbringen kann. Die Landwirthschaftskammern sind zunächst nur bestimmt, an die Volksversammlungen. Die Preßkommission des Vors Stelle der landwirthschaftlichen Zentralvereine zu treten. Das landwirthschaftliche Vereinswesen wird dagegen nicht entbehrt wärts" hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, daß Annoncen, werden können. Daß die Regierung feine Sympathie für das in denen zu Volksversammlungen eingeladen wird, welche von werden können. Daß die Regierung feine Sympathie für das der Partei- Organisation ausgehen, die Mittheilung enthalten Vereinswesen hat, ist eine durchaus irrige Ansicht. Die Landwirthschaftskammern sollen mehr leisten als die Zentralvereine, müssen, daß der Vertrauensmann des Streises von der Versammlung unterrichtet ist und zu derselben seine Zustimmung genamentlich auf dem Gebiete der Interessenvertretung. Die geben hat. Konstruktion des Wahlrechts hat besonders Anstoß gefunden; gerade hierbei werden Sie finden in der Kommissionsberathung, daß mit der gesonderten Vertretung des fleinen und großen Grundbesitzes doch gewisse Interessen beffer gewahrt werden als durch ein einheitliches Wahlrecht. Die Regierung wird alle Be denken eingehend erwägen.( Beifall rechts.) Der Antrag auf Errichtung eines städtischen Arbeitsnachweises, der von den Arbeitnehmer- Beisigern des Gewerbes gerichts dem Ausschuß des Gewerbegerichts für Gutachten und Anträge in gewerblichen Angelegenheiten" unterbreitet worden ist, wurde dieser Tage in drei auf einander folgenden Sigungen berathen. Der Antrag ist in der folgenden Form angenommen und darauf dem Magistrat übersendet worden. Abg. Schmitz- Erkelenz( 3.): Die Nothlage der Landwirthschaft führte auf den Gedanken, daß es der Landwirthschaft an einer geordneten Vertretung fehlte. 1891 sprachen sich die Steuerund Wirthschaftsreformer für die Landwirthschaftskammern aus; das Landesökonomie Rollegium gab schließlich nach längeren Berhandlungen seine Zurückhaltung gegenüber den Landwirthschaftstammern auf. Handel und Gewerbe verdanken ihr Ueber- Abg. v. Puttkamer- Planth( t.): Ich habe noch nicht die gewicht nicht ihren Handelskammern, sondern namentlich der Ueberzeugung, ob es möglich sein wird, in der Kommission dem § 1. Der Arbeitsnachweis der Stadt Berlin hat den Zweck: Bevorzugung, welche sie in der Gesetzgebung und auch in der Gefeß eine solche Gestalt zu geben, daß es brauchbar wird. Bresse finden. Den 87 Handelskammern des Deutschen Reiches Bum Gegner des Gesetzes macht mich der Umstand, daß die a) zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Handlungsgehilfen, flehen gegenüber 28 landwirthschaftliche Zentralvereine mit Zentralvereine unzweifelhaft werden eingehen müffen. Diese Handlungslehrlingen überhaupt allen Angestellten im Handels323 Lokalabtheilungen und 1498 3weig- und Ortsvereine. Bereine haben ein fegensreiches Wirken hinter sich; es tritt an gewerbe, gewerblichen Arbeitern, Lehrlingen und Dienstboten) Das ist eine stattliche Organisation der Landwirthschaft. ihre Stelle etwas Neues, Ungewisses, von dem ich nicht die Hoff- unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. b) Diese Vermittelung sowohl Der Minister hatte bei seiner einleitenden Rede davon gesprochen, nung hegen kann, daß es etwas besseres zu werden verspricht. für männliche als auch für weibliche Arbeitnehmer zu bewirken. daß der Landwirthschaft eine Gesammtvertretung fehle. Das ist Die Steuer für die Kammer wird keine unbeträchtliche Summe c) Das für die Zwecke der Statistit über die Bewegungen des richtig, eine solche Gesammtvertretung wird aber auch durch die sein. Die Lage der Landwirthschaft ist eine so schlechte, daß der Arbeitsangebots und der Arbeitsnachfrage einschließlich des LehrVorlage nicht gefchaffen. Wohl aber wird die Zahl der Wahlen kleinste Tropfen das Glas zum Ueberlaufen bringen kann. Unsere lingswesens in den verschiedenen Gewerben und Jahreszeiten ernoch wieder um eine vermehrt. Jedenfalls müßten die nöthigen Landwirthe werden von einer solchen Steuer nicht erbaut sein. forberliche Material zu sammeln. Die Bearbeitung desselben foll Rautelen gegeben werden, daß in diese Wahlen nicht das Partei Eine gefeßliche Basis wird den Landwirthschaftskammern aller- im Anschluß an den Arbeitsnachweis durch eine besondere Abwesen eindringt. Es fehlt in der Begründung an einem zahlen- dings gegeben; aber es wird sonst weiter nichts an unseren theilung des städtischen statistischen Bureaus erfolgen und ver mäßigen Material über die Wahlberechtigung. Es werden eine Rechten geändert. Die Regierung hat uns jetzt schon hören öffentlicht werden. d) den städtischen und staatlichen Behörden Menge kleiner Landwirthe vom Wahlrecht aus- tönnen und hat jezt schon unsere Gutachten beachtet oder in den in allen die Arbeiter und Arbeitsverhältnisse berührenden Fragen geschlossen werden, während jetzt jeder Landwirth, der es Papierkorb geworfen, wo sie ihr nicht paßten. Daran wird nichts Auskunft zu ertheilen. § 2. a) Der Arbeitsnachweis steht unter der Leitung will, feine Stimme in dem Vereine, dem er angehört, geltend geändert.( Bustimmung links). In dem Motive sind ein paar machen kann. Die Vorlage will die freien Vereine neben den Blicke in eine ferne Bulunft geworfen; aber fie gehen von so und Aufsicht eines Ausschusses von 25 Personen, nämlich 12 Arneuen Organen fortbestehen lassen. Es ist zu befürchten, daß grundstürzenden Gesichtspunkten aus( hört: links), daß ich die beitgebern, 12 Arbeitnehmern und 1 Vorsitzenden, sowie einem dieses Nebeneinander schwerlich aufrecht erhalten werden fann. Ueberzeugung habe, die Landwirthschaftskammern werden am Stellvertreter desselben, welcher aber nur in dem Falle der Bes Die Rentenschuld wird noch sehr lange eine Zukunftsmufit bleiben. allerwenigften dazu befähigt sein, diese Aufgabe zu lösen.( Hört:' hinderung des Vorsitzenden stimmberechtigt ist. Für die 12 Ar beitgeber und Arbeitnedmer sind j« B Stellvertreter zu nähten. b) Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und deren Stellvertreter werden von den Arbeitgeber- bezw. Arbeitnehmer- Beisitzern des Gewerbegerichts in getrennten Versamm- lungen aus der Zahl der Berliner Arbeitgeber und Arbeit- nehmer der einzelnen Jndustriegruppen gewählt. Die Wahl erfolgt auf die Dauer von einem Jahre. c) Ter Magistrat ernennt alsdann den Vorsitzenden und dessen Stella Vertreter. § 3. Die Sitzungen des Ausschusses werden nach Bedürfniß von dem Vorsitzenden oder dessen Stellvertreter berufen. Eine Sitzung muß einberufenlwerden, wenn von K Mitgliedern ein diesbezüglicher Antrag eingebracht ist. Der Ausschuß rst beschluß- fähig, wenn alle Mitglieder geladen waren und mindestens 14 derselben, d. h. je 7 Arbeitgeber und 7 Arbeitnehmer zugegen sind. Wenn ein Mitglied am Erscheinen behindert ist, hat der Borsitzende(bezw. sein Stellvertreter) einen der Stellvertreter herbeizuziehen, und ist das nicht mehr angängig, dann muß das jüngste der anwesenden Mitglieder der betreffenden Gruppe für die betreffende Sitzung ausscheiden. Tie Beschlüffe des Aus schuffes werden mit Stimmenmehrheit gefaßt. Bei der Beschluß fassung muß unter den Mitgliedern die gleiche Anzahl Arbeit- xeber und Arbeitnehmer vertreten sein. § 4. Der Arbeitsnachweis besteht aus einer männlichen und weiblichen Abtheilung. Die Führung der Arbeitsvermittelungs- Geschäfte geschieht von Arbeitern, welche in öffentlicher Versamm- lung der einzelnen Jndustriegruppen zu wählen und von der Stadt anzustellen sind. Z 5. Ter Ausschuß hat die Geschäftsordnung des Arbeits Nachweises festzusetzen. § 6. Tie Kosten für die Errichtung und Unterhaltung des Arbeitsnachweises trägt die Stadt Berlin. § 7. a) Ter Arbeitsnachweis stellt im Falle eines Aus. staudes seine Thätigkeit für die betreffende Branche ein; jedoch haben die streitenden Theile innerhalb 2 Tagen(d. h. vom folgenden Tage an) das Einigungsamt des Gewerbegerichts an- zurufen und dasselbe auf dem schnellsten Wege zu entscheiden. d) Geschieht das Anrufen des Einigungsamies nur einseitig und weigert sich die Partei der Arbeitnehmer, so tritt der Arbeits. Nachweis nach der unter a) besagten Zeit sofort wieder in Thätig- keit. e) Beide Parteien haben sich dem Urtheil des Einiguugs amtes zu unterwerfen, widrigenfalls das Einigungsamt über die weitere Thätigkeit des Arbeitsnachweises zu bestimmen hat. ä) Tie Verhandlungen des Einigungsamtes sind öffentlich. Das Urtheil ist öffentlich bekannt zu machen, e) Tritt das Einigungs amt in Thätigkeit, so sind jedes Mal aus dem Ausschüsse des Zlrbeitsnachweises noch je 3 Arbeitgeber und 3 Arbeitnehmer mit gleichen Rechten, wie die übrigen Mitglieder des Einigungs- amts hinzuziehen. Tie satte, zahlungsfähige Moral hat in einem ihrer „angesehensten" hiesigen Organe, dem„Berliner Tageblatt", wieder einmal glänzend Zcugniß von sich und ihrem Ruhm ab. gelegt. Drei Berliner Sladträlhe, die Herren Böhm, Friede! und Heller sind auf Beschluß des Magistrats in den drei Nächten vom 29. Januar bis 1. Februar in einer für sie gewiß sehr an- strengenden Arbeit thätig gewesen. Sie haben in diesen Nächten eine Personalstatistik über diejenigen Elemente veranstaltet, aus denen sich die Obdachlosen am hiesigen Orte zusammen setzen. Man geht natürlich fehl in der Vermuthung, daß den Magistrat bei diesem Beschluß etwa ein rein statistisches Interesse oder gar die menschliche Liebe für die Aermsten der Armen geleitet habe. Nein, soweit sind wir noch nicht. Die Ursache zu dieser Arbeit war die für den Magistrat auffällige Thatsache, daß ungefähr 14 Tage, nachdem strenge Kälte geherrscht, bei verhältnißmäßig gelinder Witterung ein unvermutheter. plötzlicher Andrang zum nächtlichen Obdach der Stadt stattgefunden hat. Auch soll den Magistrat immer noch ernsthaft die Frage gequält haben, ob es auch rathfam sei, das Obdach und die mit ihm in gewisser Verbindung stehenden Wärmehallen sofort oder wenigstens rm Spätherbst dieses Jahres erheblich zu vergrößern. Und was sonst noch die Ursache war, werden wir weiter unter sehen. Welches Resultat haben nun die magistratlichen Bemühungen gehabt? Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, daß die erhaltenen Daten recht niederschmetternd auf unsere in der Nothstandssrage bekanntlich von einem unverwüstlichen Opti- mismus beseelten Stadtväter eingewirkt haben. Anders ist� das klägliche Zeug nicht recht zu erklären, das das offenbar offiziös inspirirte Mosse'sche Organ seinem Publikum auftischt. Dian erwartet eine, soweit rn der kurzen Zeit möglich, sich auf Zahlenmaterial stützende Uebersicht und man hat beim Durch lesen des Artikels die unerwartete Gelegenheit, den Hang zur Romantik bei den Leuten zu bewundern, die ihre Beobachtungen in die Spalten des Tageblatts stießen ließen. Die alte Zeit der Vehme und der Vendelta mit ihren auf allen Wegen in grimmer Tücke geheiinnißvoll gesperrten Fäden taucht wieder vor uns auf und das effektvolle Gebilde wird nur um so interessanter, als es sich über dem im Hohl spiegel gar grimmig anzuschauenden Todtenkopf der heutigen Gesellschaft, dem Anarchismus schaucrvoll aufthürmt. Denn der dienstbeflissene Geschichtcnträger vom„Berliner Tageblatt" läßt die drei Weisen, dre drei Nächte hintereinander das Gespenst der Roth beschworen haben, so etwas vom Masseninstinkt der Obdachlosen läuten hören, der aber alsbald umschlägt in das stumme Gehorchen aus eine dumpfe Parole, die von außen her in das Asyl hineingetragen wird.„Es giebt nicht blos Polizei- spitze!" heißt es im Tageblatt„sondern auch Anarchistenspitzel, die Führer draußen werden von allen Vorgängen im Innern des Obdachs auf das Genaueste unterrichtet, und gewisse Ob- dachlose agiren, das hat sich allen Beobachtern ausgedrängt, zeitweilig wie auf Kommando. Vor allem halten diese Leute tlettcnartig zusammen und verrathen einander nicht. Derjenige, der ausplaudern oder unter ihnen befindliche Uebelthäter ver- rathen wollte, also„der Berräther", riskirte buchstäblich sein Leben." Dieses ist der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. Neben einer Gruppe von nicht obdachlosen Leuten, die das Obdach besucht, lediglich um sich einmal körperlich zu reinigen und sich mit einem neuen Hemd zu versehen, giebt es nach dem Offiziösen im Obdach eine Gesellschait, von der nicht gesagt wird, ob sie mit der vorhin geschilderten Geheimorganisation identisch ist, oder für sich etwa im Gegensatz zur Vendetta mit dem Tolc� im Gewände als solche milder Gattung eristirt. Wenigstens ist bei ihrer Schilderung nicht direkt von Meuchelmord die Rede. Aber unheimlich genug ist auch diese Horde, denn der Magistrats- offiziöse berichtet von ihr: Es ist die Ueberzeugung von Kennern und sorgfältigen Beobachtern des Obdachs, daß diese Leute zum Besuch des Obdachs a n i m i r t werden, und zwar gerade in der Zeit, wo es gilt, mit Zahlen zu paradiren und den Anschein zu erwecken, als wenn urplötzlich ein ungeheurer, noch nie dagewesener N o t h st a n d über Berlin herein» gebrochen wäre. Dies sind die eigentlich gefähr- lichen Elemente des Obdachs, sie sind die geheimer- Terroristen der übrigen, meist friedlichen Obdnchlucher, sie geben sozusagen die Tageslosung aus, der sich alles blind unterwerfen muß, sie unterhalten namentlich mit anarchistischen«reisen nach außen Verbindung; aus ihnen rekrutiren sich die sogenannten Anarchisten» Spitzel, sie er- scheinen und verschwinden je nach Bedarf spurlos von der Bildfläche.........„. Nach diesen beiden Faschingsleistungen läßt sich ermessen, was weiter in den Bruchstücken aus der Enquete folgt. Außer dem Anarchismus hat kaum noch etwas anderes als der Soff, der Gewohnheitsioff, ein Interesse an der Erhaltung und dem Ausbau des städtischen Obdachs. Man richtet an eme der bO Frauen, die sich unter 3200 Männern im Obdach finden, d,e Frage nach der Ursache des gewaltigen Ueberwiegens der männ» lichen Bevölkerung im städtischen Obdach und erhält prompt die Folgend« hocherwünschte Antwort: „Das liegt an den Männern selbst, an ihrer Unmäßigkeit, besonders am Saufen und Rauchen. Die Männer müssen alles durch die Kehle jagen; wir Frauen helfen uns ganz anders; ob- wohl wie für den„Staat"(Putz) etwas ausgeben, haben wir doch bis zuletzt ein Nothgröschchen; wcnns mit dem zu Ende geht, dann ist es freilich mit uns vorbei." Das Bild wäre aber unvollständig, wenn nicht dem Lokal Patriotismus des Urphilisters eine tiefe Reverenz gemacht würde. Es wird angenommen, daß die Pseudo-Obdachlosen und die echten Berliner etwa ein Sechstel derjenigen ausmachen, die das städtische Institut als angebliche Nothleidende aufsuchen.„Die übrigen fünf Sechstel, heißt es, sind Nichtberliner und diese fünf Sechstel sind es, die durch ihre große Zahl bei uns Auf- reg un g verursachen, die Bürgerschaft beunruhigen und den Staats- wie Stadtbehörden so lange zu schaffen machen werden, bis es gel in gen wird, diese Elemente wenigstens zum größeren Theil, wie man in Oesterreich sagt,„a b z u- schaffen". Ausländer, Fremde, sind's zumeist Die unter uns gesät den Geist Der Rebellion, dergleichen Sünder, Gottlob, sind selten Landeskinder. Und warum kommen diese Frechlinge nach Berlin, warum verrecken sie nicht in ihren heimathlichen Gefilden unter der Peitsche des Gutsherrn? Aus reinem Uebermuth, so argumentirt der städtische Statistiker fürs Erste, und als zweiten bedeutsamen Grund führt er an, daß es den— organisirlcn Arbeitern so in ihrem Kram paßt. „Bei Gelegenheit von Streiken haben die hiesigen Gewerke solchen Leuten vernünftiger Weise abgewinkt und mit Erfolg das Herzuströmen neuer beschäftigungsloser Massen abzuwehren ver- mocht. Warum haben dies die Führer und Leiter der Arbeiter- Bewegung diesmal, namentlich im November, nicht gethan Offenbar, weil es ihnen lieb' war, anläßlich der Debatten im Reichstag, im Landtag und in der Stadtverordneten-Versannn- lung durch das Vorführen großer Mengen von Beschäftigungsl losen einen Druck auf die behördlichen Organe und die öffent- liche Meinung so kräftig wie nur irgend möglich auszuüben." Wir denken, daß diese Leistungen unseren Parteigenossen eine vollauf genügende Probe von der magistratlichen Obdach losenstatistik gegeben haben. Es ist Faschingszeit, und warum sollte ein Magistratsosfiziöser nicht auch einmal in scheinbar ernstem Gewände seinen Ulk zum Besten geben können? Hat dieser Ulk doch den angenehmen Vortheil an sich, daß er je nach Bedarf von den bürgerlichen Kämpen ernst genommen und bei jedem Nothstandsantrag, mit dem die verdammten Sozialdemo kraten im Rothen Hause angeschleppt kommen, den Rothen als tristige Argumentation entgegengeschleudert werden kann. Wenn es gegen die Sozialdemokratie geht, so ist bekanntlich nichts zu dumm, um nicht unter dem Beifallgemurmel der bürgerlichen Stadtverordneten ins Feld geführt zu werden. Warum ist es unseren industriellen Haupthyänen, die die bescheidenste Forderung ihrer Arbeiter mit einer Aussperrung und der frivolen Herbei- ziehung polnischer und schlesischer Streikbrecher beantworten, nicht zuzutrauen, daß sie, wie es der Magistratsoffiziöse im „Berliner Tageblatt" thut, die organistrten Arbeiter für den Zu- zug der Armee aus dem Osten verantwortlich machen? Es wird da ein großes Hallelujah in öffentlicher Stadtverordnetensitzung geben und die gesamnite ordnungsliebende, staatserhaltende und ordenslüsterne Klique wird einig in der Ansicht sein, daß es ein Verbrechen gegen Staat und Ge- sellschaft wäre, auch nur einen Pfennig mehr für den organistrten Pöbel zu bewilligen, der hungert und friert aus reiner Frivolität. Was kümmern diese Helden sich noch um sachliche Einwände, was kümmert sie der nächstliegende und der jedermann offenbare Grund, daß die strenge Kälte zwar das Elend lebendiger werden läßt, aber auf die immer weiter fressende Arbeitslosigkeit in der Industrie nur einen verhältniß- mäßig unbedeutenden Einfluß ausübt. Wer grundsätzlich taub sein will, dem ist bei alledem nicht zu helfen, und so bleibt denn nichts weiter übrig, als den bürgerlichen Stadtvcrtretern bei der nächsten Nothstandsdebatte eine fröhliche Ordnungsorgie zu wünfchen! Wahrheit oder Dlchtmig? Gestern Abend zwischen 10 und 11 Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Hause Markus- straße 3 gerufen. Es brannte im Laden des Zigarrenhändlers Rochan. Ter Laden war verschlossen, man mußte durch ein Fenster steigen, um von innen zu öffnen. Während die Feuerwehrmänner sich in dem ausgebrannten Laden zu schaffen machten, hörten sie von dem Keller unterhalb des Ladens Stöhnen. Der Keller ist durch eine Fallthür mit dem Laden verbunden; die Thür war zugeklappt und man fand den Ladeninhaber am Fuß der Treppe liegen mit einer Stichwunde in der Brust uyd Beulen am Kopfe. Er erklärte, von einem Manne überfallen zu sein, und wurde nach dem Krankenhause im Friedrichshain gebracht. Dort ist er heute ausführlich vernommen worden. Nach seiner An- gäbe hatte er die Rollladen des Schaufensters heruntergelassen und war im Begriff, den Laden zu schließen, als ein Fremder eintrat und sich als Vetter des Rochan'schen Schwiegervaters, des Gerbereibesitzers Hensel in Kirchhain, vorstellte, der Grüße zu überbringen habe. Da R. in der That seinen Schwiegervater in jenem Orte hat, so will er den Unbekannten zum Nähertreten eingeladen haben. Im Verlaufe eines Gesprächs soll der Fremde, der sich gleichfalls Hensel nannte, R. gebeten haben, einen Brief- umschlug mit Aufschrift zu versehen und in diesem Augenblick will N. einen Schlag auf den Kopf erhalten und die Besinnung verloren haben. Er sei zu sich gekommen, als er die Feuerwehr im Laden vernommen habe. N. nimmt an, daß der angebliche Hensel ihn. nachdem er ihn geschlagen und gestochen, durch das Loch der Fallthür, die er erst habe öffnen müssen, in den Keller gestoßen habe. Den Thäter beschreibt er als einen Mann in den vierziger Jahren, etwa 1,75 Meter groß, mit vollem dunkelblonden Haar und Vollbart, rother gesunder Gesichts- färbe, bekleidet sei er mit grauem Ueberzieher gewesen. Die Verletzungen sind ungefährlich, so daß seine Entlassung in den nächsten Tagen bevorsteht. Von der Kopfwunde wird ärztlich angenommen, daß N. sie sich selbst beigebracht habe. Blutspuren führen nicht in den Keller. Arbeiter SchönebergS! Am Sonnabend, den 10. Februar, finden Hierselbst die Wahlen zum Gewerbegericht statt und zwar werden dieselben in der Zeit von Nachmittags 4 Uhr bis Abends 8 Uhr im kleinen Saale des Lindenparks abgehallen. Bei der Bedeutung der Wahlen ist es die Pflicht der Arbeiter. mit aller Kraft für die in öffentlicher Volksversammlung nominirten Kandidaten einzutreten. Wähler ist, wer das fünf- undzwanzigste Lebensjahr vollendet hat und ein Jahr am Orte wohnt oder in Arbeit steht. Im letzteren Falle hat der Arbeiter eine Bescheinigung seines Arbeitgebers beizubringen. Im übrigen genügt die Jnvaliditäts-Karle oder der Steuerzettel. Die Wahl ist eine geheime. Als Kandidaten sind aufgestellt: W. B ä u m l e r, Maurer; F. M a s u ch, Klempner; L. Weißgerber, Maurer; R. Eichhorn. Stuckateur; H. Schubert, Buchdrucker; K. Sommer, Zimmermann. Wir machen die Genossen noch darauf aufmerksam, daß am Freitag eine öffentliche Volksversammlung in der Schloßbrauerei stattfindet. Das Komitee. Polizeiberlcht. Am 5. d. M. Vormittag? versuchte ein Handlungsgehilfe in seiner Schlafstelle in der Zionskirchstraße ich durch einen Schuß in den Hals zu tödten. Er wurde nach dem Krankenhause am Friedrichsham gebracht.— Im Erd- geschoß des Hauses Leipzigerstr. 93 fiel Nachmittags ein Bau- tisckler bei der Arbeit durch eine Oeffnung im Fußboden in den Keller hinab und zertrümmerte dort eine Spiegelscheibe. Er er- litt bedeutende Verletzungen an den Armen und Beinen und mußte nach der UniversitätS-Klinik gebracht werden.— Beim Verlassen einer Schankwirthschaft in der Kottbuser- straße fiel«in Pantinenmacher in der Trunkenheit zu Boden und erlitt einen Schädelbruch, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause am Urban erforderlich wurde.— An der Ecke der Oberwall- und Französischenstraße stieß Abends ein Geschäfts- wagen, dessen Pferd durchgegangen war. mit einer Droschke zu» sammen. Der Führer des Geschäftswagens wurde von seinem Sitz herabgeschleudert und am Kopfe so schwer verletzt, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Bei der Festnahme zweier Männer, welche längere Zeit an der Ecke der Wrangel- und Manteuffelstraße groben Unfug getrieben hatten, entstand ein größerer Auflauf, der von der Schutzmannschaft mit Gewalt zerstreut werden mußte.— Nach 10 Uhr Abends wurde die Feuerwehr nach dem Hause Markusstraße Nr. 8 gerufen, wo es im Zigarrengefchäft von Rochan brannte. Der Geschäftsinhaber wurde im Keller unter dem Laden mit einer Wunde in der Brust aufgefunden und auf ärztliche Anordnung nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Rochan be- hauptet, kurz vorher von einem Manne überfallen, in den Keller gestoßen und durch einen Stich in die Brust verletzt worden zu sein; dieser Mann müsse auch den Laden in Brand gesetzt höben. Nach Angabe der Frau Rochan, die erst später nach Hause kam, fehlen auch etwa 600 M., die in einem Hinterzimmer in einem Schreibtisch eingeschlossen gewesen sein sollen.— In der Müller- straße 24 fand ein kleiner Brand statt. GertS, ks-�Zetkung. Wegen öffentlicher Beleidigung der Organe des KriegS- Ministeriums, speziell der Kreis-Ersatzkommisstonen, wurde der Journalist Rod. Wohlberg aus Berlin von der Strafkammer des Landgerichts II zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt. Er soll in einer zu Cladow bei Spandau abgehaltenen freisinnigen Wähler- Versammlung gesagt haben, daß die Ersatzkommissionen manches Kroppzeug ausgehoben haben, welches kaum noch krauchen könne. „Ein unglaublicher Mißgriff der Sittenpolizei". Unter dieser Spitzmarke erschien in der Abendnummer des„Ber- liner Tageblatts" vom 14. Juli v. I. ein Artikel, als dessen Verfasser der hiesige Rechtsanwalt Dr. Alfred Korn angegeben war. Es wurde darin mitgetheilt, daß eine unbescholtene Frau, welche nach erfolgter Ehescheidung genöthigt gewesen sei, eine Stellung im„Krug zum grünen Kranze' anzunehmen, in der Nacht zum 8. Juli ihre Wohnung bei ihrer in der Borfigstraße wohnenden verheiratheten Schwester habe aufsuchen wollen. Da sie den Hausschlüssel vergessen hatte, so versuchte sie aus der Straße durch Händeklatschen die Aufmerksamkeit ihrer Schwester zu erregen. Nach mehreren vergeblichen Versucher, habe. sich ein lunger Mann zu ihr gesellt, der ebenfalls in dem Hause wohnte und sich erboten habe, sie mit hineinzunehiwen. Im Begriffe ihm zu folge», sei sie plötzlich von dem Kriminal- beamlen Kornowski ergriffen worden, der sich in der Nähe ver- borgen gehalten. Der Beamte habe ihr den Vorwurf gemacht, daß sie einem unsittlichen Gewerbe nachgehe und sie deshalb zur Wache gebracht. Hier habe sie die Nacht über bleiben müssen. Am folgenden Morgen habe man sie nach dem Alexanderplatz gebracht, wo sie sich in Gemeinschaft mit einer großen Anzahl eingelieferter Prostituirte» seitens des Physikus Dr. Litthauer einer schimpflichenUntersuchung habe unterwerfen müsse». Dann habe man sie im grünen Wagen nach der Charitee gebracht, von wo sie erst nach vier Tagen entlassen worden sei, nachdem flch heraus- gestellt habe, daß sie völlig gesund fei. Sie sei wegen der un- würdigen Behandlung dem Selbstmorde und ihr betagter Vater dem Tode nahe gewesen. An diese Mittheilung knüpfte der Ver- sasser eine Kritik der Handlungsweise des Sittenbeamten und des Dr. Litthauer, worin nach Auffassung der Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe und Beleidigungen enthalten sein sollten. Gestern standen deshalb Rechtsanwalt Dr. Korn und der Re- dakteur Harich vom„Berliner Tageblatt" vor der vierten Straf- kammer des Landgerichts I. Die Beweisaufnahme bewegte sich um die Frage, ob die der verhafteten Frau widerfahrene Be- Handlung eine gesetzmäßige war oder nicht. Der Staatsanwalt trat warm für die Beamten ein, die den vorliegenden Umständen nach, Lob und nicht Tadel verdienten. Er beantragte gegen Dr. Korn 1000 M. Geldstrafe, gegen Harich 3 Monate G e f ä n g n i ß. Der Vertheidiger des ersten Angeklagten, Rechts- anwalt Lipschütz, führte aus, daß die Beweisaufnahme sich im Wesentlichen mit dem Inhalte des Artikels gedeckt habe, daß der Angeklagte nur von seinem Rechtsgefühl geleitet, sich der verletzten Frau angenommen habe und schließlich schon um deshalb freigesprochen werden müsse, weil er sich in Wahrnehmung berechtigter Interessen befunden habe. Der Vertheidiger des Angeklagten Harich, Rechtsanwalt Mosse, legte das Schwergewicht darauf, daß auf grund der mißlichen Verhältnisse in der Charitee die Nachprüfung der Eingelieferten nicht in der Weise vorgenommen sei. wie es als zweckmäßig erscheine. Der Gerichtshof bezeichnete daS Verhalten der Beamten für korrekt, hielt auch den Inhalt des Artikels für beleidigend, kam aber dennoch zu einem freisprechenden Erkenntniß. weil die Angeklagten in Wahrnehmung berechtigter Interessen ge- handelt. Soziale IteveeKSik: Achtung» Bildhauer! Die Werkstatt« Delegirten werden dringend ersucht, die ihnen zugesandten Situationsberichte aus- gefüllt im Vereinslokal, Annenstr. 16, schleunigst abzuliefern. Die Wichtigkeit der Sache macht das regste Interesse zur Pflicht! DieDelegirten-Ko m Mission. An die Stellmacher Berlins und Umgegend! Kollegen! Wieder von neue», richten wir die Mahnung an Euch, unsere Versammlungen mehr als bisher zu besuchen. Immer uoch steht die große Mehrzahl der Kollegen unserer Be- wegung fremd und gleichgiltig gegenüber. Von den verheiratheten, in Berlin längere Zeit anwesenden Kollegen trifft man nur wenige, und selbst die, welche früher am eifrigsten waren, lassen an Regsamkeit nach. Kollegen! Wir fragen Euch, ist denn Eure Lebenslage nicht der Verbesserung bedürftig? Wenn ja, dann handelt danach und tretet der Organisation bei; sorgt dafür, daß es nicht noch schlechter wird. Häufig müssen wir die Klagen hören, daß die Löhne zurückgehen, wofür aber die Arbeitszeit verlängert wird. Und doch sieht die Mehrzahl der Kollegen es nicht ein, wie dem Herabsinken der Löhne Einhalt zu gebieten ist. Die Herren Meister entschuldigen die Lohnrednktion und die Verlängerung der Arbeitszeit mit dem Hinweis ans die Konkurrenz, und so wird, trotzdem die Arbeitslosigkeit immer mehr um sich greift, die Arbeitszeit verlängert. Wir aber wollen nicht, daß den Kollegen selbst das Allern othwendigste, was zum Leben gehört, vorent- halten wird. Der Einzelne ist nicht im Stande, für sich eine dauernde Verbesserung herbeizuführen, das kann nur die Ge- sammtheit und zwar im Wege einer gut geschlossenen Organi- sation. Erscheint daher alle in der Versammlung, welche am Sonntag, den II. Februar, in den Arminhallen, Kommandanten- straße 20, stattfindet, in welcher über Mittel und Wege berathen werden soll, welche wir in nächster Zeit einzuschlagen haben. Thue daher ein jeder seine Pflicht. Die Agitationskommission der Stellmacher. Zum Schreiberelend. Es sind nicht etwa blos die ge- meinen Soldaten, welche den Arbeitern in den verschiedensten Berufen Konkurrenz bieten, indem sie Arbeiten für billigste Ent- lohnung übernehmen, sondern Unteroffiziere, Sergeanten thun das gleiche. Wie uns aus den Kreisen der Bureau- Angestellten mitgetheilt wird, soll eine nicht geringe Anzahl solcher Militärpersonen, welche durch Abkommandirung in den verschiedeneu militärischen Bureaus thätig sind. ihre freie Zeit straße 16 bei Päzoldt. bazu benutzen, bei Rechtsanwälten, Gerichtsaktuaren u. f. w. als I ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. St edesfreiheit 1, Stenograph, Korrespondent und dergleichen thätig zu sein. Andreasstr. 26, bet Wilfe. Freya,( Gemischter Chor), Alte Schönhauserstraße 22-23, Bögow's Braueret. hilaritas, Hochstraße 32 a, bei Ebenso finden die Subalternbeamten noch Zeit genug, viele Wilte. Deutsche Eiche, Grüner Weg 29 bei Säger. Echo 1 Pantow, Stunden des Tages Privatbeschäftigungen nachzugehen. Die Schulzeftr. 27. Stein megen, Flemmingstr. 6 bei Mann. Lehteren zahlen nur in den feliensten Fällen, die Ersteren hin- yra 1, Mariannen- Ufer 2 bet Wills.- hand in hand 1, Reichenbergergegen niemals Steuern, sondern leben im Gegentheil von den, kommunikation 16, bei Glaser. Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger - Unverdrossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, dem Volke ausgepreßten Steuerbeträgen. Wird der Herr Unter- indowerstr. 26. Rütli, Friedenau im Kurhaus.-Bor wärts 5, Friedrichsstaatssekretär v. Rottenburg, der kürzlich eine Deputation Gudo ft 1. Köpnickerstr. 191, Restaurant Foge. Rothe Neite, Schöneberg, hagen, Rundtheil, b. Lerche. Sorbeertranz, Lichtenbergerstr. 21 b. Heise. der Bureau- Angestellten empfing und sich über die überaus ge- Golsfir. 48, bet Siegeler. Kupferschmiede, Weinstr. 11 bet eind. ringen Löhne nicht genug wundern konnte, hierin Wandel Concordia, Gitschinerftr. 55 bei Haase. Deutscher MännerFreiheitstlänge, Altschaffen? Hierzu bedürfte es feines Gesetzes, sondern es wäre fang, Belforterstr. 15, bei Schneider. Jakobftr. 68. Unverzagt 1 Manteuffelstraße bei Nowack. Borbe e r nur eine Verfügung der betreffenden Minister nöthig, um dieser franz 2, Dranienstraße 190 bei Katsch.- Liebeslust in Fürstenwalde Lohndrückerei zu steuern. bei Taschenberg, Junterstraße 5.- Sängerchor der Maler, Raiser Franz Grenadier Play 7. Freiheits- Gruß, Schönhauser Allee 46, bei Buſſe. Hoffnung 3, Brandenburg a. H., Wilhelmsdorfer: ftraße Rest. Concordia. Sanges blüthen, Stralauerplay 10/11 bei Boppe. bei Gründer( fr. Mundt). Zum Formerstreik wird aus Nürnberg berichtet, daß fich nun auch die Arbeitgeber herbeigelassen haben, behufs Beilegung des Streits, das Einigungsamt anzurufen. Die Arbeit nehmer hatten schon früher ihr Einverständniß hierzu gegeben. Derlammlungen. Die Bureau- Angestellten Berlino. Große öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 7. Februar, Abends 8% Uhr, im Restaurant Stein( Bühler) Rosenthalerstr. 38. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein. Vereinsversammlung am Mittwoch, den 7. Februar, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstraße 20. Privat- Theater- Gesellschaft Romelia". Mittwoch, den 7. Februar, Abends 9 Uhr, bet Müller, Pücklerstraße 2, Sigung mit Damen. Aufnahme neuer Mitglieder. Bildhauer. Mittwoch, den 7. Februar, Bersammlung. Tagesordnung: Maifeier und Verschiedenes. Verband Deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. ( 8metgwerein Berlin, Filiale Norden.) Bersammlung bei Bettin, Brunnenftraße 34, am Mittwoch, den 7. Februar, Abends 10 Uhr. Bitherflub Alpenglöckchen- Edelweiß". Mittwoch, den 7. Februar, Abends 9 Uhr, Uebungsabend im Restaurant Gollmann, Gipsitr. 11. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, ben 7. Februar, Abends 8% Uhr, Versammlung mit Frauen im Rommanbanten Garten", Kommandantenstraße 10-11. Landsmannschaft von Bad Schmiedeberg und Umgegend. Mitt: woch, den 7. Februar, Abends 8 Uhr, im Restaurant Mertens, Kaiser: straße 11. Familienabend. Landsleute willkommen. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Nord Schule, Müllerfir. 179 a: Unterricht in Geschichte( mittl.). Oft- Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Logit. Südost- Schule, Reichenberger: ftraße 133: Unterricht in Rechnen und Deutsch( oberes). Bet allen unter: richtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jeßt, im Laufe des Gemefters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Mittwody. Johann Jacoby, bei Friz Ließte, Echwedterstraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8 Uhr, bei Saferland, Bellermannstr. 87.-- Gleichheit, Abends 8X Uhr bei Stramm, Bitterstraße 123.- Seine, Rirdorf Abends 8 Uhr, Prinz- Handjernstr. 60, parterre. Otto Reimer, bei A. Brosch, Wilhelmshavenerstr. 23. Ginigteit, abends 8% Uhr bei Beige, Triftstraße 1. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. UebungsMayer. -FR Moabit, Waldstr. 52 bet Gohr.- 2iederlust, Köpenickerstr. 100 Freiheitstänge 1, Sebastianstr. 3 bei yra 3, Brig, Werderstraße 15. Freiheitstlänge 2, Eberswalderstraße 5.- Kaiser'scher Quartettverein, Krautftr. 6 bei Rudolf. - Arbeitergesangverein von Brig in Briz, Bürgerstr. 4 bei Dorn.- Junge Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsstr. 11 bei Hartmann. Georginia, Manteuffelstraße 45 bei Liewald. Einig, Straußbergerstr. 3 bei Birt. Vorwärts" 7 Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße- Ecke bet Greinert. Seeger'scher Männerchor, Frantfurterstraße 18 bei Kaprolatis. Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberger Allee 152 bei Strauſe. Süd- Ost 2, Falckensteinstr. 7 bei Trittelwig. Felsenburg, Krautftraße 6 bei Rudolph. Gemischter Chor Wedding, Müllerstraße 7 bei Reichert. Glühlicht"( gem. Chor), Perlebergerstr. 28, bei Hermer= schmidt. Steinnelte. Neue Hochstr. 49 bei Altmann. Maien Melodia, Rigdorf, gruß, Charlottenburg, Wallftr. 54 bei Reichelt. Bergstr. 133 bei Hoffmann. Appolonia, Rosenthalerstr. 11-12, Rosen thaler Klubhaus. Apollo, Beuthstr. 18-21 bei Schulze, Posthorn".. Männer- Chor Süd- Ost, köpnickerftr, 191 bei Foge. = 9 Zurnverein Gesunds abend 9-11 Uhr abends bei Lade, Beughofftr. 8. brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr abends Kraftturnverein Berolina, in der Zurnhalle, Freienwalderstraße 39. Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Fauftmann, Reichenbergerstraße 73a. Athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, BrunnenBerliner Zurngenossenschaft: ftraße 154, Zotal Kontordia. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Abend von von 8%-10% Uhr in der Chorinerstr. 74. Turnverein" Fichte"( Mitglted des deutschen Arbeiter- Turnerbundes). Die 1. Männer- Abtheilung turnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10% Uhr Friedenstr. 37. Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bei Reed, Lothringerstr. 94.- Theaterverein Bultania 2", Abends 94 Uhr, Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Beteranenstr. 18. Restaurant Lothringerstraße 101. Theater- und Leseklub Morgenroth, jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerstr. Nr. 67. Theaterverein erre s tagt jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, bei Güzlaff, Großgörschenstraße 3. Gäste willtommen. Heimathluft, Sigung jeden mittwoch, Abends 9 Uhr, bei H. Lange, Stromstr. 28. Geselliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Kreuzfidel, bei Gumlich, ReichenbergerSommer, Grünstraße 21. straße 149.- Fidele Brüder, bei H. Mrose, Lachmannstr. 5.- Tourifienverein Abend " Frei Weg", Uhr bei Sieblutad, ManteuffelArbeiter Bitherflub Freiheitstlänge", Abends ftraße 86. Don 8-11 Uhr, bei N. Pommerente, Bahnstraße 23, am Bahnhof Großgörschenstraße. 3ithertlub Alpenglöckchen Edelweiß. Uebungsabend Gipsstr. 11 bei Gollmann. Damen und Herren als Mitspieler willkommen. Berein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sigung mit Damen bei Weigmann, Andreasstr. 32. Bergnüngungsverein Hand in Hand 2, Abends 9 Uhr, im Restaurant Müller, Große Frankfurterstraße 80-81. Gesellschaft Hero, Abends 9 Uhr, Sigung Brunnenstr. 155 Arbeiter- Bitherverein Ginigteit, Abends 9 Uhr: Uebungsbet Heft. stunde bet Nowack, Manteuffelstr. 9. Rauchflub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Rierftein, Admiralftr. 33. Rauchtlub Rothe Melte, bet Steuer, Weinstr. 22.- Humoristischer Rauchflub Rau flub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerfir. 42. Sanssouci, Boechstraße 51.- Rauchflub Ohne 3wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinstr. 28. Rauchfluh Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei Echlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchklub Vultan, Abends 9 Uhr bei Rauchflub Goldene Quafte, Abends 9 Uhr Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 3u Rachfall, Waldemarfir. 18.Rauchflub Schmotes Werte, Röpenider Schriften find zu richten an P. Hentel, Bergmannstraße 14, Hof 2 r.) bet Muß, Jostyftraße 8. bei Schöbel. Humoristische Pfeifenbrüder, Mittwoch: Pollack- klub Lustige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Siewald. Straße 121a Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bet Wolff. Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genoffen W. Salzwebel. Rauchflub Rauchtlub Sumo Deutsche Eich e, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarstr. 52. Rauch tlub Eiserne Pfeife, Zriftstr. 1 bei Hoffmann ristischer Rauchflub, Görligerstraße 42 bei Picht. Geselliger uftige Brüder Abends 8½ Uhr Bücklerstr. 61 bet Faulhaber. Verein Brüderlichteit Georgenkirchstraße 65 bei Müller. Musikverein Rauchflub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Staligerstr. 41. Bautenschwengel Annenstraße 16 bei Ehrenberg. Verein Rhetorit Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. Nr. 5 bei Bogt. Rauchklub Naunynftr. 86 bei Zubeil Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Hoffnung Altdeutscher Rauch flub bei Gädecke, Münchebergerstr. 5. Rauchtiub Theaterverein Granada, Abends 9 Uhr, Forsterftr. 40 bei Zuguntte. Lebuferstraße Nr. 5 bei Nemiz( alle vierznehn Zage). Proletariat, Naunynftr. 83 bei Köhn. Bergnügungsverein Amor II, Rothe Fahne, Mittwoch Abends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant zur Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. Rauchtlub Sumatra Süd- Ost, Sigung alle Mittwoch, Touriſtentlub Freiheit und Wohl Taubenbörse. ergehen, Neuenburgerstr. 37 bei Regeberg. Rauchtlub Rothe Abends 8 Ubr bei Tilgner, Forsterstr. 22. Fahne, Abends 9 Uhr, Oppelnerftr. 44, Restaurant Taubenbörse. Stat Stattlub Treff, Abends 8% Uhr, bei Otto Sabel, Frankfurter Allee 90.flub treuz- Solo Krautstr. 48 bei Rattle. Regel- Klub ustige 13", Stattlub areau- AB bei Lange, Friedrichsberg, Wartenbergstraße 67. Abends 8 Uhr bei Sauermann, Adalbertstraße 8. Schafstopftlub Spar: Arbeiter- Zeichenverein Einigtett Abends ze Uhr Uebungsstunde bei Agnes, Abends 9 Uhr, Blumenstr. 46 bei Wend. Schmidt, Wrangelstr. 141. German American Club. 9 o'clock Restaurant Bel- Ladies and Gentleman vedere, An der Jannowitz- Brücke. are invited. 1 Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein nos pe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 bei Mebeli n. Männer- Gesangverein albtapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kanser, Stalizerstr. 22. Musit- Dilettantenverein Preciosa, Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn- und Tegelerstraßen- Ece. Männer- Gesangverein Apollo, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schulze, Beuthstr. 18-19. Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuffelstr. 9. Kraftturnverein Jugendkraft, jeden Mittwoch und Sonn- I welcome. English Conversational Club Shakespeare. Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. Guests are Freie Vereinigung der Kaufleute. Achtung, Maurer! Am Donnerstag, den 8. Februar, Abends 82 Uhr, in Norbert's Festfälen, Beuthstr. 21, 1 Tr.: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Bueb über: Die politischen Parteien und die Handlungsgehilfen". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Gäste sind willkommen. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen nothwendig. Die Mitglieder werden dringend gebeten, noch ausstehende Bibliotheks. bücher sofort zurückzugeben, damit der neue Katalog fertig gestellt werden kann. Der Vorstand. J. A.: M. Kohnte. 189/18 Buchhandlung des„ Vorwärts" Beuthstraße 2. Für jeden Parteiredakteur, jeden Versammlungsredner, jeden Parteigenossen, Jeden, der am öffentlichen Leben theilnimmt, ist unentbehrlich Sozialpolitisches Handbuch von Dr. H. Lux. Groß Oftav, XX und 336 Seiten mit einer Tabelle: Vergleichende Zusammenstellung der Arbeiterschuß- Bestimmungen in den einzelnen Ländern. Preis: broschirt 1,50 M., in Bädederband geb. 2 M. Nach außerhalb gegen Einsendung von 20 Pfennig Porto extra. " Auch in Lieferungen à 30 Pfennig. Einbanddecken 20 Pfennig. Das Sozialpolitische Handbuch" ist ein gedrängtes Kompendium, das in erster Linie unseren in der Agitation stehenden Genossen, die dem Gegner gegenüber immer schlagfertig und mit Thatsachenmaterial gerüstet sein müssen, ein un entbehrliches Hilfsmittel. Das Thatsachen- und Zahlenmaterial aus unserer Parteiliteratur, die bei ihrem steten Wachsthum geistig durchzuarbeiten immer schwieriger wird, findet sich in demselben in praktischer Weise zusammengestellt, so daß Fragen über unsere Bewegung, ihre treibenden Kräfte und ihre wirthschaftlichen und politischen Widerstandsmomente leicht nachgeschlagen werden können. Das dem Buche beigefügte ausführliche Inhaltsverzeichniß und Sachregister ermöglicht sofortige Beant: wortung der gestellten Frage. Wiederverkäufern Rabatt! 443/12 Große öffentliche Versammlung der Maurer und Puzer am Mittwoch, den 7. d. M., Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79( oberer Saal). Tages- Ordnung: 1. Bericht der Einigungskommission. 2. Bericht der Delegirten der Gewerkschaftskommission und Neuwahl derselben. 3. Gewerkschaftliches. Alle Kollegen, welche Interesse an der Einigung der Berliner Maurer haben, werden ersucht, zu erscheinen. H. Schigolski, Schwedterstr. 27. F. Gräschke, Staligerstr. 54. 445/8 Köpenick. leg. Herren- u. Damen- Maskenkostüme Maskenund Theater- Garderobe billigst empfiehlt 55739* Werbelow, Große Hamburgerstraße 31, I. Sophastoff- Reite in Phantasie, Rips, Damast, Crêpe, Gobelin, Plüsch und Moquett, ferner: Leppiche, Portièren, Gardinen, Steppdeden, Läuferstoffe, spottbillig i. Konkursmassen- Ausverk. in grosser Auswahl find billig zu verleihen bei J. Adler Söhne 0. Lange, Rosenstr. 98, part. ,, Der Sozialdemokrat" Wochenblatt der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abonnements- Preis pro Quartal Mk. 1,20. No. 2 wird am Sonnabend, den 10. Februar früh in den Händen aller Abonnenten und Kolporteure in Deutschland sein. Probenummern zum Sammeln von Abon nenten stehen jederzeit zur Verfügung. 55802* Redaktion und Expedition des ,, Sozialdemakrat" Berlin SW., Beuthstraße 2. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplaz größtes Lager Berlins. 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Holz& Co., Oranienftraße 188, 1580b Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 31. Der Lohnkampf Mittwoch, den 7. Februar 1894. 11. Jahrg. der Berliner Hilfskaffen- Aerzte. die Aerzte veranlaßten, ben bis alien u empfehlen, falls nichts verloren, fiegt aber die Vereinigung über den Aerzteverein, " B 1 leider Soziale Leberlicht. formalen Gründen nothwendig war. Es stellten sich nun im Ernst wir keinen Augenblick verkennen, als Gieger hervorgehen Laufe des Jahres 1893 eine Reihe von Mißständen ein, welche wird. Siegen die Aerzte, dann kann den Kassen und ihren Mitzum 1. April 1894 geltenden gliedern dies nur lieb sein, denn sie haben dann thatsächlich formell zu und den Kassen zu Aus ärztlichen Kreifen wird uns geschrieben: Der Gang sie nicht die freie Arztwahl vorzögen, in neue Vertragsverhand- so mag fie vielleicht sich ein Weilchen über diesen Erfolg freuen, ber wirthschaftlichen Entwickelung bringt es mit sich, daß immer lungen einzutreten. Was war nun die Antwort der Vereinigung aber der Sieg wird sich in Wahrheit als ein Pyrrhussieg erweisen, der dem Sieger nicht zum Vortheil gereicht. Den mehr Berufsarten proletarifirt werden. Dieselbe Entwickelung, auf dieses Auerbieten? welche wir bei den industriellen Arbeitern, in neuerer Zeit bei Sie fündigte zunächst ebenfalls, ließ den gemachten moralischen Sieg hätte sie damit aber auf keinen Fall erden Raufleuten und anderwärts im Grwerbsleben beobachten, Vorschlag unberücksichtigt und suchte heimlich mit ein- rungen.vollzieht sich seit Jahren auch innerhalb der sogenannten gezelnen Aerzten einen Separatvertrag zu schließen, welcher lehrten Berufstreife", in welchen früher des Lebens Noth und derartig rigorose und die Rechte der Aerate Gorge faft unbekannt war. Aerzte, Anwälte, höhere Philologen, völlig unterdrückende Bestimmungen enthält, wie sie sich Techniker u. f. w. haben sich im Laufe der Zeiten, wie schon ein Arbeitnehmer von dem Unternehmer nur unter den drückend Marg im fommunistischen Manifest so Ilassisch ausgeführt hat, sten Verhältnissen, gegen die er nicht anzufämpfen vermag, auf An die Rohrer Berlins und Umgegend! aus den ursprünglichen Männern der Wissenschaft in bezahlte zwingen ließe, die aber eine kräftige Fachvereinsorganisation mit Kollegen! Immer ungünstiger werden die Lohn- und Lohnarbeiter verwandelt. Wenn auch dieser Prozeß in allen Entrüstung von sich weisen würde. Die Aerzte beantworteten diesen Kreisen schon ziemlich weit vorgeschritten ist, so vollzieht dieses Manöver mit einem Rundschreiben, in welchem sie die Arbeitsbedingungen für uns und immer rücksichtsloser suchen die Vertreter einzelner Firmen ihren Vortheil auf Kosten der Arfich derselbe doch nirgends in so drastischer Weise, so rapid Vereinsärzte auf die ihnen durch diesen neuen Vertrag drohenden beiter zu wahren. Angesichts dieser Zustände, die sich von Tag und so deutlich sichtbar, als im ärztlichen Berufe. Hier Gefahren aufmerksam machten und vor der Unterschreibung desift infolge des großen Angebots Don Arbeitskräften, felben warnten. Da endlich entschloß sich der Vorstand der Ver- zu Tag trüber gestalten, fordere ich alle Kollegen, die durch ehrliche Arbeit existiren wollen, zum Besuch der Versammwelches die Nachfrage weit übersteigt, der Lohn der einzelnen einigung zu einem offiziellen Vorgehen, und fandte feiner lung auf, die am Sonntag, den 11. Februar, Vormittags 10 Uhr, Arbeitsleistung so gesunken, daß sich stellenweise Berhältnisse seits ein Rundschreiben nunmehr an sämmtliche Vereins- Andreasstr. 26, von der Freien Vereinigung der Bauarbeiter herausgebildet haben, welche fast an die der industriellen Ar- ärzte, in welchem er die gerechte Kritik des neuen Berlins einberufen ist. Kollegen, besucht diese Versammlung beiter erinnern. Auch hier existirt eine große Reserve- Vertrages durch allerlei beschönigende Worte und höfliche nnd laßt Euch in die Organisation aufnehmen, in die Ihr Armee von relativ Arbeitslosen, deren alleinige Redewendungen( Zuckerbrot und Beitsche!) it ent gehört! Existenz schon genügt, um die Preise immer weiter herab zu trästen und die den Aerzten darin drohenden Gefahren als W. Wernau, Rügenerstr. 15. drücken. Der Gang dieser Entwicklung fann allerdings inner- möglichst harmlos hinzustellen versuchte, zugleich mit einem halb der heutigen Gesellschaft nicht wesentlich aufgehalten wer- Exemplar dieses neuen Vertrages zur Unterschrift, welche Frent Euch, Ihr Volksschullehrer. Die Volts- Zeitung" den, ebenso wenig wie die Proletarijirung innerhalb der großen schleunigft bis zum 10. d. Mts. erfolgen soll, widrigenfalls der theili mit, daß der Kultusminister den festen Entschluß- gefaßt Industrie. Trotzdem ist es selbstverständlich, daß die Opfer felbe seitens des betreffenden Arztes als abgelehnt nein, nur damit umgeht", demnächst die gesammten dieser Entwicklung, die Arbeiter, also in diesem Falle die einzel- anzusehen sei!- Es ist nothwendig, diesen neuen Ver- Minimalstellen der Boltsschullehrer, wie sie sich in einigen Pronen Aerzte, stets den Versuch machen werden, möglichst günstige trag, der den einzelnen Aerzten jetzt zur unverzüg vinzen noch finden, mit einem Einkommen von 540 M.( fage Arbeitsbedingungen sich zu erkämpfen. Auf der einen Eeite ich en Annahme, wie eine Pistole auf die Brust gesetzt worden und schreibe fünfhundertundvierzig Mark) durchweg auf wenigftens feben wir die Arbeitgeber", das sind diejenigen Interessenten, ist, ein wenig näher zu betrachten, damit alle Betheiligten, auch 650 W. zu erhöhen. Wir stehen zerknirscht vor dieser kulwelche sich zusammenschließen, um den Preis der Waare Arbeit" die Kassenmitglieder und ihre Vorstände, soweit sie dies noch turellen Großthat, wir haben gefrevelt, wenn wir behaupten, daß noch weiter herab zu drücken, auf der anderen Seite nicht gethan haben sollten, denselben völlig zu verstehen in der in Deutschland die Kulturaufgaben leiden und versprechen Buße die Arbeiter", welche fich gleichfalls vereinigen, um Lage find. Nach diesem neuen Vertrage nämlich ist das Wohl zu thun. dem cntgegen zu arbeiten. Die Arbeiter haben stets, und ehe der Aerzte gänzlich in die Hand Der diesjährige deutsche Lehrertag wird zu Pfingsten zum Theil auch mit Erfolg, den Versuch Versuch gemacht, des Vorstandes der Vereinigung, ja, wie nach Lage in Stuttgart zusammentreten. Man rechnet auf den Besuch den Cache und fich in Fachvereinen zu organisiren, um gemeinsam der Macht der bisherigen ter Arbeitgeber widerstehen zu können, sei es in der Frage des feststeht, in die des Vorsitzenden gegeben worden, von 4-5000 Lehrern aus allen Theilen Deutschlands. Nicht Lohnes, fei es in mehr ideellen Fragen. Ein Gleiches fönnen der es nicht unterlassen würde, von diesem seinem Rechte den weniger denn 26 Thesen stehen zur Verhandlung und zwar sind in bunter Mischung vereint deutsch- patriotische, ultrareaktionäre wir heute bei den Aerzten sehen. Auch hier haben sich allent ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Dieser Vertrag enthält unter mit liberalen Forderungen. Unter anderem findet sich folgende halben Aerztevereine gebildet, welche durch gemeinsames Handeln anderem: 1. Die famose Bestimmung, daß die Anstellung und These vor: Der Schule gebührt eine selbständige Stellung innerihren Arbeitgebern Bedingungen abzuringen suchen, die dem Abjegung der Aerzte lediglich dem Vorſtande der Vereinigung halb des Staates neben, nicht unter der Kirche; Schaffung ifolirten Arzt freiwillig nicht gewährt worden wären. Aber wer austeht, was bisher der Mitentscheidung des Aerztevorstandes eines eigenen Ministeriums für Unterricht; wie kann die Boltsfind die Arbeitgeber des Arztes? Tas ist das große Bublifum, unterlag; 2. der Ausschluß kann 3. B. auch wegen sittlicher Ber: schule die Kinder für das öffentliche Leben in Staat und Geteffen bei weitem größter Theil wiederum aus Proletariern gehen oder Verbrechen erfolgen, über deren Natur auch nur der meinde vorbereiten; nicht im Lehren, sondern im Bilden besicht, welche nach der heutigen Gesetzgebung zum großen Theile Vorstand der Vereinigung zu entscheiden hat; 3. die Aerzte besteht die Hauptaufgabe. Des Weiteren: Die wissenschaftliche in Krankentassen versichert sind. Da nun der verhältnißmäßig tragen die Kosten für die Verwaltung der Vereinigung( die oben und praktische Bedeutung der Lehre von den psychologischen feine, wohlhabende Theil des Publikums nur eine relativ fleine erwähnten 5 Prozent), für Porto, Drucksachen u. f. w., für minderwerthigkeiten für die Pädagogik. Daneben stehen aber Bahl von Aerzten braucht, so ist die Masse der Aerzte felbft Entschädigung bei plötzlichen, dringenden ärztlichen Silje- auch Punkte wie: Die sich immer steigernde Verwendung weibrerständlich auf die int den Krankenkassen versicherte leistungen u. s. w. u. f. 1. licher Lehrkräfte ist eine Gefahr für die dauernde Leistungsfähig Masse des Publilums angewiesen. Somit hat es der Gang Die Aerzte besigen dem gegenüber fo gut wie gar feit der Echulen, sowie für die Fortentwickelung der Pädagogif wirthschaftlichen Entwickelung mit fich gebracht, daß eine Rechte, es ist ihnen verboten, einen ge- und Didaktik, sowie ferner: Pflege des deutschen Volksgeistes in ten Aerzten gegenüber die Krankenkassen, d. h. Die Proletarier fchloffenen Verein zu bilden, sondern sie entsenden der Volksschule. die Arbeitgeber" sind. Als Arbeitgeber haben sie aber das in die gemeinsamen Sigungen nur einen aus 7 Mitgliedern beIntereffe, den Preis der ärztlichen Arbeit möglichst herabzustehenden Ausschuß", der alle die Hilfskaffen betreffenden An- Der diesjährige Evangelisch- soziale Kongreß wird nach drücken, während die Aerate das entgegengesette Intereffe haben, gelegenheiten gemeinsam berathen foll."( Beschließen steht wohl einer Mittheilung der Chronit der christlichen Welt" am 15. diesen Preis nach Möglichkeit zu heben. Nun ist es eine durch weislich nicht in dem Vertrage!!) Für die pünktliche Aus- und 16. Mai in Frankfurt a. M. stattfinden. Folgende Hauptdie Erfahrung erwiesene Thatsache, daß dort, wo die Verwaltung zahlung des Honorars besteht keinerlei Garantie, selbst vorträge werden gehalten werden: Professor Cremer aus Greifsder Kaffen nicht in den Händen der Mitglieder selbst ruht, über die Vertheilung desselben, die bisher den Aerzten überlassen wald: Die Predigt und die soziale Frage. Professor Harnack sondern ein bureaukratischer Vorstand das Regiment führt, die war, will der Vorstand der Vereinigung mitsprechen, und so aus Berlin: Christenthum und wirthschaftliches Leben. AmtsKaffen ganz in der Rolle der industriellen Arbeitgeber ihre hätte dieser Ausschuß thatsächlich nur, wie alle die berühmten richter Rulemann aus Braunschweig: Gewerkschaften. Professor Arbeiter, die Aerzte, schlecht bezahlen und ihnen keinerlei Rechte Arbeiterausschüsse", den Zweck, eine Schein vertretung Max Weber aus Berlin: Die ländliche Arbeiterfrage, mit bezugestehen. Umgekehrt haben sich die Kassen, welche Selbstau sein, der jedes wirkliche materielle Recht sonderer Berücksichtigung der vom Kongreß veranstalteten dazu da wäre, dankend das Honorar Enquete. verwaltung haben, wo also die Leitung von den Mitgliedern, fehlt, der nur dazu da wäre, dankend das Honorar Enquete. Bemerkenswerth ist, daß jene Streise immer mehr den Proletariern, abhängt, sich im Großen und aus den Händen des Herrn Vorsitzenden in Empfang gezwungen sind, sich mit Arbeiterfragen zu beschäftigen. den Mund zu halten. Ganzen als humane Arbeitgeber bewährt, sie zu nehmen und im übrigen Der Metallarbeiter- Verein für Leipzig und Umgegend haben ihre Aerzte besser bezahlt und deren Rechte einigermaßen Wie sich der Vorstand der Vereinigung die Stellung beschloß in seiner lehten Versammlung, fich aufzulösen. Die geachtet. Ein solches relativ günstiges Verhältnis hat früher der Aerzte in Zukunft denkt, geht auch aus folgender besonders Mitglieder des Vereins sollen sich dem Verbande der Metall. zwischen den freien Hilfskassen und ihren Aerzten ob- schönen Stelle des neuen Vertrages hervor: Der anzustellende gewaltet; heute müssen wir leider sehen, daß die Sache sich Arzt ist verpflichtet, sich den Eagungen und sonstigen An inventar ist dem genannten Verbande überwiesen worden. An- arbeiter Deutschland 3 anschließen. Auch das Vereinswesentlich geändert hat. ordnungen des Vorstandes der Bereinigung zu unterwerfen."(!!) Während früher die freien Hilfstasien im wohlthuenden Zies mag zur Charalterisirung dieses neuen Vertrags genügen. Gegensatz zu den Ortstassen, in Berlin speziell zum Ge- Taß die Aerzte auf einen solchen Vertrag, der den Stempel der wertstranten Berein ein mehr demokratisches Prinzip Ungerechtigkeit und der Unterdrückung der berechtigsten Interessen vertraten, ihre Arbeiter" besser bezahlten, rücksichtsvoller behan- so augenfällig an der Stirn trägt, nicht eingehen können, ohne delten, ihnen Freiheit der Bewegung gestatteten, hat sich dieses sich materiell und in ihrer Ehre auf das Empfindlichste zu Verhältniß heute so ziemlich umgekehrt, die Ortstassen haben schädigen, liegt auf der Hand. Es steht denn auch zu erwarten, Ju einer Arbeitslosen- Versammlung in Breslau wurde sich nach der demokratischen Seite hin entwickelt, sich zum Theil daß sämmtliche Aerzte in diesem Kampfe sich solidarisch erklären der freien Arztwahl angeschlossen u. f. w., die freien Hilfskaffen und die Unterschrift unter diesen Vertrag ablehnen werden, selbst von dem Referenten, dem Genossen Bergmann u. a. eine dagegen haben allerdings unter dem Druck der Berhält auf die Gefahr hin, sich große Opfer und Verluste aufzuerlegen, teine Statistik mit vorgeführt über die Arbeitslosigkeit im Tischlergewerbe. In den wenigen Tagen, vom 20. bis nisse, dics soll nicht verschwiegen werden, speziell der ja vielleicht sogar ihre Existenz zu gefährden. Gesetzgebung ihren Herzten gegenüber immer mehr Denn das brauchen wir wohl kaum noch besonders hervor 28. Januar, meldeten sich im Arbeitsnachweis der Tischler und mehr fapitalistische Gepflogenbeiten zuheben, daß es eine ganze Anzahl von Aerzten giebt, die aus 107 Arbeitslose, deren Namen er eventuell genau angeben kann. angenommen, dies namentlich seit der jüngsten Beit, wo ihrer Thätigkeit bei den freien Hilfskassen einen beträchtlichen Davon waren beschäftigungslos 1 Gefelle 20 Wochen, ein Lebensunterhalte noth Gefelle 18 Wochen, 2 Gesellen je 14 Wochen, 2 Gesellen je einzelne leitende Persönlichkeiten so in den Vordergrund Theil ihres traten, daß die große Masse der Mitglieder refpeftive wendigen Einkommens beziehen. Das weiß 13 Wochen, 2 Gesellen je 11 Wochen, 4 Gesellen je 10 Wochen, die Vorstände der einzelnen, besonders der kleineren Kassen in man natürlich, und darauf rechnet man ja Gesellen je 9 Wochen, 11 Gesellen je 8 Wochen, 8 Gefellen ihrer Meinungs- und Willensäußerung völlig zurückgedrängt gerade! Es ist andererseits zu hoffen, daß auch die Vor- je 7 Wochen, 9 Gefellen je 6 Wochen, 10 Gefellen je fünf stände der Kassen und ihre Mitglieder zu der Einsicht gelangen Wochen, 17 Gefellen je 4 Wochen, 7 Gesellen je 3 Wochen, Diese allgemeinen Betrachtungen hielten wir für nothwen- werden, daß es auch in ihrem eigenen Interesse nicht gut wäre, 11 Gesellen je 2 Wochen und 17 Gefellen je eine Woche. dig, um den Lefern dieser Beilen die heute bestehenden Diffe- wenn durch die Verwirklichung dieses Prinzips des Divide et Das macht im ganzen 585 arbeitslose Wochen, durchschnittlich berechnet kommen auf einen Gesellen 5 Wochen und 2 Tage berechnet tommen auf einen Gesellen 5 Wochen und 2 Tage renzen zwischen den Aerzten und der Vereinigung freier ein- impera( zu deutsch: beherrsche Deine Gegner dadurch, daß Du sie Arbeitslosigkeit. Berheirathet waren 61, mit oft 6-7 Kindern, geschriebener Hilfslassen" oder vielmehr zwischen den Kassen und trennft) ihre Aerzte ihnen plößlich genommen würden. Diese Aerzte ledig 46, die aber sehr häufig Geschwister oder die Eltern zu er der diese Vereinigung leitenden Persönlichkeit, haben sich zu einem sehr großen Theile durch jahrelange treue nähren haben. Welche Summe von Elend drückt sich in diesen zum flaren Verständniß zu bringen. Dem aufmerksamen Be- Dicnfte das Vertrauen der erkrankten Kaffenmitglieder erworben, obachter nämlich des Kampfes, welcher sich seit einigen Jahren und es wäre nicht im Interesse der Mitglieder, wenn ihnen Bahlen aus; wie mag es oftmals in jenen Familien ausgesehen zwischen diefen beiden Parteien abgespielt hat und welcher jetzt diese Aerzte jet plöglich durch ein derartig rigoroses, man haben. Zudem darf nicht außer Acht gelassen werden, daß obiges wieder in ganz ungewöhnlicher Heftigkeit entbrannt ist, fann es tönnte fast fagen, brutales Vorgehen, entzogen, oder auch nur, nur als eine kleine Stichprobe anzusehen ist, die das furchtbare nicht entgangen sein, daß es heute nicht die kassen selbst, wenn diese Aerzte in ihrer schweren Thätigkeit mißmuthig und Glend in seinem ganzen Umfange noch bei weitem nicht erkennen nicht ihre Mitglieder, ja nicht einmal ihre Vor- unlustig gemacht würden. Durch ein solches gewaltthätiges Vor- läßt. Auf dem Nachweis verkehren fast ausnahmslos nur die stände sind, mit welchen die Aerzte zu kämpfen haben, son- gehen aber, durch die plötzliche Entziehung eben erst in heißem organisirten Arbeiter, die immerhin noch am ehesten Beschäftigung dern, daß es heute die Person des Vorsigenden der Kampfe erftrittener Kleiner Vortheile, würden die Aerzte natur: finden. Um wieviel schlimmer ist es mit der großen Masse von Vereinigung ist, welche der Situation ihren Stempel auf gemäß in ihrer Arbeitsfreudigkeit gelähmt und das dürfte nie- Arbeitern bestellt, die einen Beruf nicht erlernt, welche Arbeit gedrückt hat.mandem, am allerwenigsten den Kassenmitgliedern von Nugen nehmen, wie ihnen die Gelegenheit sie bietet, die aber in der Als nach dem Inkrafttreten ter Krantentassen Novelle am fein. Es wäre also recht herzlich schlecht für die jebigen Jahreszeit nur zu selten Beschäftigung finden. 1. Januar 1893 die Raffen genöthigt waren, ihren Mitgliedern Kassen gesorgt, wenn es gelingen sollte, eine derselben Bersammlung wurde noch folgende Resolution an freien Arzt und freie Medizin zu gewähren, wurden die freien genügende Anzahl von Aerzten für diesen wir wiederholen es genommen:" Die heutige Versammlung von Arbeitslosen fordert 1. Arbeit und Brot, 2. direkte und ausreichende Unterstützung Bilistassen zu einer„ Vereinigung“ zusammengeschweißt, welche hiermit, für jeden anständigen Arzt einfach un aller Arbeitslosen aus staatlichen und kommunalen Mitteln, aber Die Aufgabe hatte, möglichst günstige Bedingungen bei einem annehmbaren Vertrag zuſammen zu bringen. Auch die feine das Wahlrecht raubende Armenunterstüßung, 3. gefeßliche mit den Werzten abzuschließenden Vertrage zu erzielen. Dies ge- Befürchtung scheuen wir uns nicht hier zum Ausdruck zu Einführung der achtstündigen Arbeitszeit, 4. Beseitigung der die 3. Straffes Spannen des industriellen Arbeiter schädigenden Zuchthausarbeit, 5. Errichtung vollständig, daß neben einer Reihe anderer, nicht allzu günstiger Bogens dieser leicht zerbrechen könnte, das will ſagen, eines städtischen Arbeitsnachweises unter Selbstverwaltung und auch auf der anderen Seite, wenn den MitBedingungen, fie sogar noch die Verwaltungstoften" daß der Vereinigung zahlen mußten, indem fünf Brozent des gliedern der Kaffen erst zum Bewußtsein gekommen fein schußes, welcher der gewiffenlosen Ausbeutung des Menschen Kontrolle der Arbeiter, 6. Schaffung eines wirksamen Arbeiter etwa 2-3000 Mark jährlich wird, daß sie ihre ihnen seit vielen Jahren liebgewordenen ärztlichen Honorars für diesen Zweck in Abzug gebracht wurden, d. h. die arbeit Aerzte, nachdem sie sie verloren, nun durch Uebertritt in die durch den Menschen ein Ziel setzt." Als das deutsche Massa Carrara dürfte das Fichtel: nehmenden Aerzte mußten die Untoften des Ortstassen mit freier Arztwahl wieder erlangen können, dies für den Bestand der freien Hilfstaffen unter Umständen verhängniß gebirge bezeichnet werden. Aus Zuschriften, die wir aus Arbeitgeber Vereins tragen. So steht nun die Sache bis heute, wie gutunterrichteten Kreisen erhalten, geht deutlich genug hervor, Die Aerzte mußten sich diesen Abzug gefallen lassen, aber es voll werden könnte. war ihnen wenigstens gelungen, in dem heißen Streit, der vor die Entscheidung ausfallen wird, weiß niemand, aber, ohne etwa daß die Marmorbrecher von Massa Carrara keine Ursache jetzt etwa 1 Jahr darüber geführt wurde, zu erreichen, daß sie uns einer allzu optimistischen Hoffnung hingeben zu wollen, haben, ihre Leidensgefährten, die Granitarbeiter des Fichtelwelche den schönen gebirges zu beneiden. Dort in jenen Steinbrüchen, wo die fich zu einem Vereine, einer einigermaßen wenigstens ihre ganz so schlecht, wie diejenigen, Intereffen wahrzunehmen geeigneten Organisation zu Plan zur Niederwerfung und Demüthigung der Aerzte ent- Granitfäulen gebrochen und bearbeitet werden, die zu den sammenschließen konnten, einer Organisation, die freilich worfen haben, vielleicht glauben, steht die Sache der Aerzte doch Palästen und Billen der Reichen verwandt werden, verdienen durch ten eigenthümlichen Zahlungsmodus schon aus rein nicht und wir werden ja ſehen, wer in diesem Rampfe, dessen die Leute einen Lohn von 8-10 m. pro Woche. Dabei dauert wurden. " daß 31 m " Kein Nothstand. Für eine Spiegelfabrik in Fürth wurde ein gewissenhafter junger Mann" bei einem Anfangsgehalt von 80-40 Mart pro Monat gesucht. Innerhalb eines Tages hatten sich allein 37 Bewerber gemeldet, worunter auch eine Anzahl verheiratheter Gehilfen sich befanden. In wird. Andere Arbeiter wieder, welche in entfernteren Orten Versammlungen. die Arbeitszeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Im eine Dividende von 8 pet. vor, die Zementbau- Aktiengesellschaft geeinigt hatte, sofort und nicht erst nach Fertigstellung der anges Sommer kommt es häufig vor, daß die Leute, welche oft stunden- eine solche von 12 pct., die Berliner Zichorienfabrik Attien- fangenen Stücke in den Streit einzutreten- mit dem Polier Macher weit bis zur Arbeitsstelle zu laufen haben, es vorziehen, gleich Gesellschaft vormals H. 2. Voigt eine solche von 8 pCt., die verhandelt. Derselbe habe versucht, die Ausständigen zur Beidraußen im Steinbruch auf einem Strohlager zu übernachten, Leipziger Baumwollspinnerei eine solche von 10 pCt. gegen behaltung der Affordarbeit zu bewegen, und ihnen versprochen, für damit sie Morgens, sobald der Tag graut, ihre gefährliche Arbeit 6 pet. im Vorjahre, die Baugesellschaft Humboldtshain eine die Erhöhung einzelner Preise Sorge tragen zu wollen. Darauf wieder ausnehmen können. Auch die Kinderarbeit wird dort in solche von 6 pCt., die vereinigten vormals Pongs'schen Spinne- sei man selſtverständlich nicht eingegangen, denn geholfen wäre ganz unerhörter Weise ausgebeutet; hat z. B. ein Arbeiter einen reien und Webereien eine Dividende von 8 pet. gegen 51/2 pCt. den Streifenden damit nicht worden; die Lohnbrückerei wäre Schn, der das 10. Lebensjahr erreicht hat, so muß derselbe dem im Vorjahre, die vereinigten Schuhstoff- Fabriken in Fulda eine wieder von vorne losgegangen." Schilling felbft, an den man Vater nach Beendigung der Schule das Mittagbrot nach dem solche von 12 pet. sich dann wandte, habe sich in regelrechte Unterhandlungen erft Steinbruch bringen und ihm dann bei der Arbeit behilflich sein. garnicht eingelassen. Streitbrecher bätten sich noch nicht gefunden, Der Vater bänkt zwei Steine auf und der Knabe muß dann mit nur der alte Hilsbeck" und sein Sohn arbeiteten weiter. Die dem schweren Stockhammer in der Hand die soweit vorgearbeiteten Zahl der Streifenden betrage 21, darunter seien 9 Verheirathete Flächen bis zum Schleifen weiter bearbeiten. Das Gewicht eines mit 12 Kindern und 12 Ledige. Diefelben hätten beschlossen, die derartigen Stockhammers beträgt gewöhnlich 10 Pfund; die ganze bei Echilling gezahlten Preise festzustellen und mit deren Hinzus Genosse Adler über„ Gewerkschafts- Organisationen". Der Vor- Gründe zur Arbeitsniederlegung mitzutheilen, um ein AufIm Fachverein der Uhrmacher sprach am 27. Januar fügung den Berliner Baumeistern und Architekten schriftlich die schieben der Herrn Schilling gesetzten Lieferungsfristen trag wurde mit Beifall aufgenommen. In der Diskussion wurde die oft planlosen Ausstandsbewegungen abfällig kritisirt wurden. habe bereits zugefagt, seine Kollegen vom Stand der Dinge zu besonders über die Berechtigung der Streits gesprochen, wobei möglichst zu verhüten. Der Vorsitzende des Steinmetzverbandes unter„ Verschiedenem bewilligte die Versammlung 15 M. für die unterrichten und event. auch für materielle Unterſtützung sorgen zu streifenden Schuhmacher. Die nächste Versammlung findet am wollen. Der Streit sei, wenn die Bildhauer es nicht an Ünter10. Februar in der Alten Jakobstraße 83 statt. In dieser Ver- stügungen fehlen ließen, ein sehr aussichtsvoller. Wer wisse, wie ſammlung ist die Wahl eines Vorstandsmitgliedes vozu frühzeitig der Steinarbeiter, infolge seiner anstrengenden Thätig. nehmen. feit verbunden mit den Witterungseinflüssen zu Grunde gehe, der Die Korbmacher hielten am 28. Januar eine Versammlung werde den Streik gutheißen.( Allgemeiner Beifall.) Eine ausab, in der Genosse Borchardt in einem recht beifällig auf gedehnte Debatte folgte diesen Ausführungen, an der sich u. a. genommenen Vortrage über das Thema:„ Die moderne Ehe" Dupont, Dumansky, Bartsch, Schwarze, Donnerer, referirte. Nachdem der Vortragende eine sehr eingehende Schilde- Leist, Meier, Hiller, Gärtener, Gimsizky und rung der sozialen Verhältnisse des Alterthums und Mittelalters Geyer betheiligten. Das Vorgehen der Ausständigen wurde gegeben, sowie in engem Zusammenhange mit den sozialen Ver- von allen Seiten als gerechtfertigt anerkannt. Betont wurde, hältnissen die Stellung der Frau in der Gesellschaft zu jener daß die Steinmetzmeister troh ihrer Schwärmerei für den BeZeit kritisch beleuchtet hatte, tam er auf die gegenwärtige fähigungsnachweis von den Bildhauerarbeiten nichts verständen. Stellung und Abhängigkeit der Frau zu sprechen. Eine ausführ- Für sie fomme es nur auf die Profite an. Um diese recht hoch liche Behandlung erfuhren dabei die in der Gegenwart als Ghe zu gestalten, würden die Preise heruntergeschraubt, so daß dahemmniß und Hinderniß erscheinenden gesellschaftlichen Uebel- durch die Gehilfen gedrängt würden, minderwerthige Arbeit zu In einer stände und jene in den sogenannten besseren Ständen vorhandenen liefern. Die Kunst gehe somit zum Teufel". Anschauungen über die Ehe. Nach dem Vortrage fand ein längeren Resolution erklärt die Versammlung ihre Zustimmung zu dem Vorgehen der Kollegen. Beschlossen wurde noch, die gemüthliches Beisammensein statt. Unternehmergewinn und Arbeitslohn lautete das arbeitenden Bildhauer zu verpflichten,( Steinbildhauer find Thema, über welches Millasch am 29. Januar im Verein hauptsächlich gemeint), von ihrem Wochenverdienst 6½½2 pt. an deutscher Schuhmacher( Filiale I Berlin) sprach. Der be die Unterſtüßungskasse abzuliefern, wovon 2 pct. für die lehrende und durch reiches statistisches Material besonders an: Berheiratheten sollen mit 18 M., die Ledigen mit 15 M. unterFrankfurter Streifenden verwandt werden sollen. Die gung des Referats wurden verschiedene Bereinsangelegenheiten ſtüßt werden. regend gemachte Vortrag fand reichen Beifall. Nach Beendi- Berheiratheten sollen mit 18 M., die Ledigen mit 15 M. unterKraft des Kindes wird hier oft 8 bis 10 Stunden lang in ganz unverantwortlicher Weise in Anspruch genommen. Dazu kommi noch, daß es den todtbringenden Staub der Steine einathmen muß, wodurch der Keim der Schwindsucht schon in den Schul jahren in die Lungen der bedauernswerthen Geschöpfe verpflanzt arbeiten und nur Sonntags nach Hause gehen können, bringen nicht so viel Geld mit, daß sie das bezahlen können, was sie des Eonntags bei der Familie verzehren; wo bleibt da die Frau und Kinder? Nun, die müssen einfach sehen, wie sie durchkommen, Unter diesen Verhältnissen kann natürlich von Familienleben überhaupt nicht gesprochen werden. Im günstigsten Falle finden sich die Familienglieder des Sonntags zusammen, um nach der Kirche zu gehen, wo sie sich über ihre Armuth auf ein besseres Jenseits vertrösten lassen. Trotzdem entblödet man sich nicht, zu behaupten, die Sozialdemokraten wollten die Familien zerstören. Wollten wir das wirklich, hier bliebe uns wahrlich nichts mehr übrig zum Zerstören, denn das haben die gewissenlosen Ausbeuter, welche weiter kein Interesse haben, wie das ihres Geldsacks, längst besorgt. Das ist nur ein Beispiel von vielen herausgegriffen, denn diese Zustände haben wir in allen deutschen Steinbrüchen, und zum Theil noch weit schlimmer, wie es hier geschildert ist. Wir sehen denn, daß sich die Zu stände in Deutschland in derselben Weise gestalten, als in Italien; die Ausbeutung des Kapitalismus ist eben international. Toch auch hier wird es nicht mehr allzu lange dauern und es wird Licht unter den Arbeitern werden. Die heiligste Aufgabe der organisirten Steinarbeiter Deutschlands wird es sein, ihre bewußtsein zu bringen, damit sie sich bald zur Befreiung des Brüder in den schwarzen Winkeln aufzuklären und zum Klassenarbeitenden Volkes als Kämpfer in unseren Reihen befinden. Eine Untersuchung über die Lage der Textilarbeiter Berlins und Umgegend ist fürzlich von Seiten der Filiale des Zentralverbands deutscher Textil arbeiter angestellt worden. Das Resultat der Erhebungen eigt, daß man nicht nöthig hat, weit von der Hauptstadt weg u gehen, um die Beweise für das Vorhandensein eines be denklichen Nothstandes, den der Herr von Böttcher bekanntlich nicht anerkennen wollte, herbei zu schaffen.- Befragt wurden 100 Meister und Gesellen der Hausindustrie. Diefe selbst zerfällt in vier verschiedene Gruppen. = erörtert. = -Friedrichsfelde. Eine am 28. Januar hier einberufene Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Volksversammlung beschäftigte sich nach einem Referat des Ge Arbeiter Berlins, Bezirk Moabit, hielt am 31. Januar nossen Jahn über die politische Lage" mit der Stellung zu den eine Versammlung ab, in der Näther über die Arbeits- und Gemeinderaths- Wahlen. Mehrere Redner bekundeten ihr EinLohnverhältnisse in der Berliner Metallindustrie sprach. In der verständniß, auch am hiesigen Orte den Genossen zu empfehlen, auf den Vortrag folgenden Diskussion fritisirten verschiedene sich bei der Gemeinderaths- Wahl zu betheiligen. Eine dahin Redner die Ausnüßung der Lehrlinge in der Schlosserei von gehende Resolution gelangte hierauf einstimmig zur Annahme. In einer öffentlichen Kellnerversammlung für Rixdorf Strause, Moabit. Hierauf wurden die Mitglieder zum fleißigen Lesen der Bibliothek aufgefordert; die Ausgabe der Bücher und Umgegend, die am 2. Februar in Böttcher's Lokal stattfand, erfolgt Montags und Donnerstags Abends von 8 bis 91/2 Uhr referirte der Kollege Polter über die Bedeutung des im März bei Hermerschmidt, Perlebergerstr. 27. An die Kollegen, die d. J. zu Berlin stattfindenden Kongresses der Angestellten im Die erste Gruppe ist die Shawles- und Tücher, die zweite noch keine Vertrauensmänner für ihre Werkstatt gewählt hatten, Gastwirthsgewerbe. Der bevorstehende Kongreß, zu welchem von die Stoff- Branche, vorzüglich Damen- Konfektionsstoffe, die dritte erging die Aufforderung, das Versäumte nachzuholen. Die Ber verschiedenen Städten Delegirte entfendet werden, soll Klarheit Gruppe Peluche und Krimmer und die vierte Gruppe Fantafie- trauensmänner- Konferenzen finden am 2. Sonnabend im Monat schaffen über die Verhältnisse im Gastwirthsgewerbe. Redner tücher. In der ersten Gruppe erhält der Meister inkl. Neben bei Witte, Hochstr. 32, statt. In der Versammlung traten viele behandelt die einzelnen Punkte der zum Kongreß in Aussicht genommenen Tagesordnung. Er steht, in Anbetracht der eigenarbeit, als Epulen und andere näher bezeichnete Ausgaben, bei Nichtmitglieder dem Verbande bei. artigen Lage der Verhältnisse im Gastwirthsgewerbe, auf dem einer Arbeitszeit von 12-16 Stunden und häufiger SonntagsDie Kupferschmiede hielten am 3. Februar im Lokal von Standpunkt, die Lokalorganisation mit Vertrauensmännern beiarbeit 10, 12, 16-20 m. pro Woche; der Lohusah von 16-20 m. wurde aber nur von 10 pCt. erreicht; der Mittelsat eindt, Weinstr. 11, eine öffentliche Versammlung ab, in der zubehalten und plädirt für Abschaffung der Trinkgelder und für 12-16 m. wurde von 60 Et. erreicht, während 30 pCt. nur Genosse Th. Mehner in einem beifällig aufgenommenen Vor- Einführung eines Normallohnes: Sonntags 4 M., Nachmittags auf 10-12 m. pro Woche tommen. Sieraus ergiebt sich für trage über das Thema:" Gleiches Recht für Alle" referirte. 3 M., Extrabezahlung der Putzarbeiten, sowie Abschaffung des die in der ersten Gruppe beschäftigten Gesellen, welche von den Nach der Berichterstattung des Delegirten der Gewerkschafts- Stellenvermittelungsunwesens. Die Diskussion bewegte sich im angegebenen Löhnen 2/3 begieben, folgender Lohnsab: tommission erfolgte die Neuwahl zu derselben. Der bisherige Sinne des Referats. Es wurden folgende Resolutionen an 30 pŒt. 7-8 m., 60 pct. 8-11 m. und 10 pCt. 11-14 M. Delegirte wurde auf ein Jahr wiedergewählt und Koll. Eisen genommen: 1. Die Versammlung erwartet von dem im März pro Woche. Während nun in der ersten Gruppe die zu dessen Stellvertreter ernannt. Kollege Ladner, Beisiger des D. J. stattfindenden Kongreß aller Angestellten im GastwirthsLöhne im Sommer und Winter gleich bleiben und ein Rück- Gewerbegerichts, gab hierauf der Versammlung den Bericht über gewerbe, daß die Delegirten mit allen zu Gebote stehenden gang derselben periodisch stattgefunden hat, ist in der seine Thätigkeit. Eigenthümlicher Weise, so bemerkt Redner, Mitteln dafür sorgen, daß den Angestellten eine gesetzlich von wöchentlich 36 Stunden gewährt zweiten und dritten neben dem periodischen Rückgang noch eine gehöre er als einziger Kupferschmied nicht der Kammer 5 zustehende Ruhezeit Differenz zwischen Sommer und Winter zu konstatiren; in der( Metallindustrie), sondern der Kammer 3( Baufach) an und size, werde. Ferner erwartet die Versammlung, daß in allen Städten, zweiten Gruppe find im Allgemeinen dieselben Löhne, wie der anstatt über Fachgenossen, über Töpfer, Stuckateure, Maurer und in denen die Verhältnisse es gestatten, Protestversammlungen ersten Gruppe festgestellt, der Rückgang beträgt seit 1889 Buzer zu Gericht, von deren technischen Streitfragen er natürlich einberufen werden, um der Allgemeinheit Kenntniß von der 50-75 pCt., die Differenz zwischen Sommer und Winter beträgt nichts verstehe. Er ersuchte die Versammelten, bei Klagefachen langen Arbeitszeit zu geben. Eine weitere Resolution lautet: 10-40 pet. Die Differenz für denselben Artikel bei ver- sich die Auskunft nur bei dem Gewerkschaftsbureau, Rosenstr. 28 I,„ Die Versammlung erwartet von den Delegirten zum Kongreß schiedenen Firmen beträgt ebenfalls 10-40 pet. und zeichnen zu holen. Desgleichen ermahnte er sie, Bersäumnißentschädigungen der Angestellten im Gastwirthsgewerbe, daß sie vor allen Dingen sich besonders die Firmen Dahlheim u. Co., Meier u. Co., sofort bei der Klage Anstrengung zu beantragen und warnte in ihren eigenen Organisationen für die obligatorische EinDavid u. Co. durch besonders schlechte Löhne aus. Die dritte davor, Klage- Objekte mit denen anderer Kollegen im gegebenen führung des Fachblattes" Der Gastwirthsgehilfe" agitiren und Gruppe, Peluche u. Krimmer, weist für das Jahr 1893, weil es Falle zu verbinden, da dadurch der Beklagte die Möglichkeit für die Verbreitung desselben thätig sind." Als Delegirter zum ein sogen. gutes Jahr war, etwas höhere Löhne auf und zwar erhält, gegen ihm ungünstige Urtheile Berufung einlegen zu Kongreß wurde einstimmig der Kollege Bolter gewählt. Dem 10-20 Ct. mehr wie die ersten beiden Gruppen. Der Lohn betrug fönnen. Töpfer Thieme erläuterte eingehend die§§ 123 und 124 Antrage des Genossen Steinmann zufolge wurde zum Dele18-24 W. für 10 pCt., für die übrigen 15-20 m. per Woche der Gewerbe- Ordnung, die Auflösung des Arbeitsverhältnisses girten in das Gewerkschaftskartell für Nixdorf der Kollege bei einer Arbeitszeit von 12-16 Stunden und Sonntagsarbeit betreffend, und gab seine als Beisitzer gemachten Erfahrungen Wegener gewählt und hiernach ein dreigliedriges Kongreßund für die Gesellen 2/3 des angegebenen Lohnes. Der Rück zum besten. Bartel theilte mit, daß zu der kürzlich zwecks fomitee ernannt, das für die Ausbringung der Delegirtenkosten gang feit 1886 für komplizirte Artitel 100-300 pct., für einfache Wahl des Innungsausschusses einberufenen Versammlung der zu sorgen hat. Maare 50-100 pt. Die Differenz zwischen Winter und Innungsgesellen nur elf Besucher erschienen waren, die aber Friedrichsberg. Eine öffentliche Kommunaluud Sommer beträgt 25-40 pet. Zwischen einzelnen Firmen trotzdem einen Ausschuß von neun Personen wählten.( Gelächter.) wähler- Bersammlung tagte hierselbst am 4. b. M. im 10-36 pet., besonders David u. Ko. uud Bartels u. Ko. zahlen Raffardelli gab zum Schluß bekannt, daß der Dispositions Epizig'schen Saale. Der bisherige sozialdemokratische Gemeindefonds 600,94 M. aufweist. am wenigsten. vertreter D. Schul he ist ausgelooft worden und stehen die ErDie vierte Gruppe hat das Faktoren- oder Rechnungsmeister- Im Arbeiter- Bildungsverein zu Friedrichsfelde wurde fazwahlen zum Gemeinderath bevor. In einem einleitenden VorSystem. Die Meister übernehmen das Rohmaterial vom Fabri- am Sonntag der Kassenbericht erstattet. Nachdem die Ab- trage legte Genosse Friz Berndt die Gründe dar, welche für tanten und lassen die Waaren in ihren Werkstellen herstellen. rechnung des Kassirers, die einen Bestand von 11,27 M. auf eine Betheiligung der Sozialdemokraten an den Wahlen zum GeDer Lohn derselben ist nicht zu ermitteln; troß ihrer Klagen wies, für richtig befunden worden war, erfolgte die Dechargemeinderath sprechen. Im Anschlusse hieran erstattete Genosse find aber viele derfelben, besonders in Rixdorf, Hauseigenthümer. Grtheilung. Der Bibliothekar hob in seinem Bericht hervor, daß D. Schule Bericht über seine Thätigkeit als bisheriger GeDie Gesellen haben folgende Löhne angegeben: 6, 12, 13-17 W. die vorhandenen Bücher fleißig gelesen würden. Von den Gemeindevertreter. Wenn die Thätigkeit des sozialdemokra pr. Woche; auch hier ist der Lohnrückgang periodisch 10-20 pet., noffen Brette, Junge, Vorghal und Wiesner wurde zum Schluß tischen Gemeindevertreters auch teine großen positiven Er. Arbeitszeit 11-13 Stunden. Gegenwärtig sind wieder Lohn- die mangelhafte Aufstellung der Wählerliste zu den Gemeinde- folge aufzuweisen hat, so ist dieselbe doch keineswegs reduktionen eingetreten von 10-20 pCt. bei der Firma Schlott- wahlen scharf getadelt. erfolglos gewesen. Bezeichnend ist, daß die Verarmung mann u. Ko. Die Steinbildhauer nahmen am 4. Februar in einer gut. der Bevölkerung immer mehr um sich greife. Die oben angeführten Löhne beziehen sich nur auf die Zeit, besuchten Versammlung zu dem Streit der Bildhauer bei der meinte, würde die Zahl der Wahlberechtigten immer kleiner wo volle Beschäftigung vorhanden ist. Gegenwärtig findet man Hunderte beschäftigungslos und Firma K. Schilling Stellung. Ueber Ursachen und Bedeutung werden. But erreichen wäre absolut nichts. Deshalb rieth er des Streits referirte G. Winkler. Er führte aus: Bekannt von einer ferneren Betheiligung an den Gemeindewahlen ab und andere Hunderte ungenügend beschäftigt. Die hiesige Weber Innung besigt eine sogenannte Unter- sei, daß die Bildhauer Berlins sich zum Prinzip gemacht hätten, forderte auf, sich der politischen Partei anzuschließen, um das stützungskasse für in Noth gerathene Mitglieder; die Beiträge für die Lohnarbeit durchzuführen, in den Werkstätten wie auf den reaktionäre Gemeinde- Wahlgefeß aus der Welt zu schaffen. Die besagte Kaffe werden theils durch Ueberschüsse von zu diesem Plätzen der Steinmetzmeister. Zum großen Theil sei dies ge- folgende Diskussion ergab, daß die Versammelten getheilter AnAls maßgebender Grund gegen die WahlZwecke veranstalteten Festlichkeiten, theils durch freiwillige Spenden lungen, namentlich auf den Pläßen der kleineren Meister". Sicht waren. der Fabrikanten und reichen Ehrenmeister aufgebracht. Während Auf den größeren Plägen werde immer noch in Alford gearbeitet, betheiligung wurde angeführt, daß keine geeigneten Kandidaten nun vor sechs Jahren noch die Macher der Junung in der vor allem habe sich stets die Firma Schilling, deren Inhaber zu finden feien, der ökonomischen Verhältnisse wegen. Bolts- Zeitung" damit prahlen konnten, daß eine Anzahl„ wür: Hoflieferant sei, als ein Bollwerk gegen die Einführung der Das Ergebnis der Verhandlungen war, daß mit Stimmenin die Gemeinderathswahlen diger" Mitglieder heimlich mit einer Weihnachtsfreude" über- ohnarbeit erwiesen. Die Akkordarbeit habe, wie überall, auch mehrheit beschlossen wurde, rascht wurden, hat sich die Noth jetzt so gesteigert, daß der hier ein unausgesetztes Herabgeben des Verdienstes im Gefolge einzutreten. In das Wahlkomitee wurden gewählt die Genoffen Borstand nicht mehr nachzusoischen braucht, wer bedürftig ist, gehabt, indem von der Geschäftsleitung die Afforde immer Bernhard Lange, Ostar Schulze, F. Schulze, Auf die sondern nach Angabe des Obermeisters sind zu Ende des wieder für zu hoch befunden wurden. Schon vor zwei Jahren Jakoby, Belzig, Hampel und Gwenn. Jahres 1893 gegen dreihundert direkt um Unterstützung sei die Verdienstmöglichkeit eine geringe gewesen. Dann sei aber Kandidatenliste wurden gestellt August Stiller und Paul eingekommen und der Vorstand wandte sich nun bittend an eine noch ein Polier in das Geschäft eingetreten, der sich besonders Linke. Die definitive Kandidatenwahl erfolgt in einer späteren Anzahl derfelben Fabrikanten, welche durch ihre Hungerlöhne durch das Drücken der Preise die Anerkennung des Chefs zu Versammlung. dieses Glend heraufbeschworen haben, um durch einige Mart den erwerben suchte. Der Minimallohn für Steinbildhauer, 6 M. Opfern zu helfen. Diese Thatsachen werden genügen, um den pro Tag, habe in letzter Zeit vielfach nicht mehr verdient werden können. Die Kollegen hätten es nun satt gehabt, Nichteingeweihten vor Augen zu führen, daß es nicht nöthig ist, für die üblichen niedrigen Preise noch länger zu arbeiten, bezw. nach dem Eulengebirge zu gehen, um Weberelend kennen zu lernen. Die Erklärung des Staatssekretärs v. Böttich er bei dieselben noch mehr herabmindern zu lassen. Einige Rigorosi Gelegenheit der Nothstandsdebatte im Reichstag, wonach in der täten des Poliers hätten vollends dem Faß den Boden ausgeTextilindustrie eine Lohnausbesserung stattgefunden habe und schlagen, und so sei es denn zum Streit gefommen. Am 31. Jan. traten die Steinbildhauer des Herrn Hoflieferanten unter HinzuArbeitermangel herrschen soll, ist jedenfalls genügend illustrirt. ziehung der Vertrauensleute anderer Plätze zusammen, um zu Unternehmergewinn. Das Steinkohlen Bergwerk Nord- berathen, was zu thun sei. Nach gründlicher Erwägung der stern in Essen a. d. Ruhr erbrachte pro 1893 laut Geschäfts- Umstände hätten sich dieselben bis auf zwei Zurückgebliebene meinderaths und beauftragte den Gemeindevertreter Buck, denDas Böhmische bericht einen Reingewinn von 110 000 m. dahin erklärt, vom Meister zu fordern, daß er sich ver- selben Antrag nochmals einzubringen und mit aller Kraft dafür Brauhaus( Berlin) erzielte nach Abschreibung von 172 254 m. pflichte, vom 1. Februar ab keinen Bildhauergehilfen unter 6 M. einzutreten. Unter" Verschiedenem" wurde unter anderem auch Alten Taverne", Christian einen Reingewinn von 486 887 M. Die Dividende beträgt Lohn pro Tag bei der üblichen Arbeitszeit von 71/2 Stunden zu wieder gegen den Wirth der 12 pet. Die Schlesische Attien- Gesellschaft für Portland- beschäftigen. Ferner: daß er sich verpflichte, sämmtliche für diese Schröder, Klagen laut, welche die bestehende Lokalfommission zur Zement- Fabrikation zu Groschowih bei Oppeln zahlt ihren Forderung ausstehenden Gehilfen wieder einzustellen und feinen Untersuchung ziehen wire. Auch wurde der Gemeindevertreter Aktionären eine Dividende von 7% pet. Das Admirals- zu maßregeln. Die gewählte Kommission hätte sich außerdem Buck beauftragt, beim Amtsvorsteher wegen Reinhaltung der gartenbad erzielte einen Reingewinn von 116 998 M., der das Recht vorbehalten, auf spätere Entlassungen eine Kontrolle Wege zwischen Stralau und Rummelsburg vorstellig zu Börsen- Handelsverein einen solchen von 298 098 M. und schlägt auszuüben. Die Kommiffion habe zunächst, nachdem man sich werden. V " - Wie Schulze Stralan. Im Saale der Alten Taverne" tagte am Sonn tag, den 4. d. M., eine Volksversammlung. Dieselbe nahm nach. einem Vortrage des Genossen Hoffmann( Pankow) über " Unsere Boltsschule" den Bericht des Gemeindevertreters Genossen W. Buck entgegen. Demselben ist insbesondere zu entnehmen, daß Buck im Gemeinderathe die Berabfolgung der Lehrmittel an die Böglinge der Gemeindeschule auf Gemeindekosten beantragt hatte, daß dieser Antrag aber abgelehnt wurde. Die Bersammlung protestirte in einer einstimmig angenommenen Refolution gegen die Ablehnung dieses Antrages feitens des Ges Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 11