Nr. 129. dall Abonnements- Bedingungen: Abonnentents reis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl 1,10 M wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt 10 Pfg. BostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erfcheint täglich. • pudra- lonotoni 31: Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. 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Das ist alles; weitere Die Kolonialverwaltung übt also auf Grund höchst fragMöglichkeiten, dem Einjährigen sein Vorrecht zu nehmen, würdiger Bezichtigung den verhängnisvollsten Gewaltstreich sieht das Geseh schlechthin nicht vor. Ja sogar, wenn der gegen die Duala- aber der Leiter des Reichskolonialamts Was wollt Ihr denn? Habe ich denn Mit der schönen Selbstverständlichkeit, die ihm so gut Einjährige während seiner Dienstzeit sozialdemokratische erklärt seelenruhig: steht, hat Herr v. Falkenhayn bei Besprechung des Falles agitation treibt, noch schlimmer: wenn er sie vor ver- nicht selbst die ganze Verdrehungsgeschichte als recht unglaubStöder im Reichstage behauptet, daß über das, was sammelter Mannschaft triebe, so kann er wohl wegen lln würdig bezeichnet? Und trogdem die Mundtotmachung des moralische Qualifikation sei, nur nach der Verfassung des gehorsams nach den§§ 92, 93, 94, 95, allenfalls nach§ 102 Rudolf Bell, troydem die Beschlagnahme seiner Akten! Wir sind Heeres geurteilt werden könne. Und die Mehrheit des Reichs- des Militärstrafgesetzbuches, unter Umständen fehr hart be- gerade Herrn Dr. Solf nicht mit Boreingenommenheit gegenüber tages hat sich diesen rednerischen Erzeß gefallen lassen! Um straft werden: ſeine Eigenschaft als Einjähriger getreten, aber eine so oberfaule, doppelzüngige Taktik ist wirkso notwendiger ist es, daß die unabhängige Presse Front da- verliert er nicht; es sei denn, er werde im wiederholten lich geeignet, ihm alle Sympathien zu verscherzen! Rückfalle bestraft(§ 37 des Militär- Strafgesetzbuches), denn nur gegen macht und den Herrn Kriegsminister darüber belehrt, in diesem Falle kann er wegen Ungehorsams in die zweite Rudolf Bell und seine Aften wegen des von ihm angeblich Und wenn man, auf den läppischsten Verdacht hin, schon daß über das, was moralisch ist, die allgemeine Volksfitte und Klasse des Soldatenstandes versezt werden. das Gesch, nicht aber die Willkür der Militärgewaltigen zu den ersten Blick das Unsinnige der Behauptung, daß der Ein- hätte man ihn samt seinen Aften schleunigst nach Berlin Man sieht auf versuchten Landesverrats in Sicherheit bringen wollte, so entscheiden habe. Es war ja geradezu föstlich, wie er einen jährige wegen einer vor dem Diensteintritt begangenen Hand- schicken und die Duala- Sache so lange vertagen sollen, bis Unterschied zwischen moralisch und sittlich, zwischen unmoralisch und unjittlich zu konstruieren suchte. Röftlich und lung härter büßen fönne als wegen einer unter der Fahne dieser beste und einzige Kenner der Duala- Sache vor scherzhaft, wenn die Sache selbst nicht leider Gottes so ver- begangenen. Das Bekenntnis zu sozialdemokratischer Ge- der Reichstagskommission die Interessen seines Stammes versinnung oder sozialdemokratischer Agitation sind an sich über- treten konnte. Denn ganz abgesehen von dieser Entgleisung des Redners fie im Heere durch ausdrücklichen Dienstbefehl verboten hindern! Man will die Früchte der empörenden StimHaupt keine militärischen Straftaten; sie werden es nur, weil Aber diese Information will man ja gerade verist die Entziehung des Einjährigen- Vorrechts wegen un worden sind. moralischen Verhaltens des Herrn Stöcker schlechthin gesetzmungsmache gegen die Duala ernten, bevor die andere widrig. Die Ersazbehörden haben gar nicht das von ihnen brücklich auf ein Gesez, das die Vorbedingungen regeln wird, die ganze bürgerliche Reichstagsmehrheit gefallen lassen Im übrigen verweist§ 14 des Reichsmilitärgejeges aus Seite zum Wort gekommen ist! Und das will sich anscheinend in Anspruch genommene Recht, darüber zu entscheiden, ob das bürgerlich politische Verhalten eines zum einjährigen Gesetz ist natürlich noch nicht ergangen. Die Militärverwaltung Sumutung, einen jür 18000 Menschen so schwerwiegenden das bürgerlich- politische Verhalten eines zum einjährigen welche zum einjährig freiwilligen Dienste berechtigen. Dies einzig die Sozialdemokratie wehrt sich gegen die schamlose Dienst Berechtigten ihn dieser Wohltat unwürdig mache, Dienst Berechtigten ihn dieser Wohltat uwürdig mache, nach dem ihm dieses Vorrecht einmal zugestanden worden ist. fühlt sich natürlich viel wohler ohne Gefeße, die ihre Macht- Rechtsspruch zu fällen, ohne dafür ausreichende Unterlagen zu vollkommenheit einschränken. Wird der Reichstag angesichts besitzen. Allerdings behauptet§ 93,9 der Wehrordnung: „ Die Ersatzbehörde dritter Instanz ist befugt, selbst wenn bes empörenden Falles Stöcker sich wenigstens dazu auf- Welch' standalöse Stimmungsmache die Regierung beeine Verurteilung wegen strafbarer Handlungen nicht statt- schwingen, das Gefez um jeden Preis zu verlangen, und es treibt, beweist die Staltstellung Rudolf Bells, die nach der gefunden hat, den zum einjährig- freiwilligen Dienst Berech nötigenfalls aus eigener Initiative einbringen? Unser Darstellung des Rechtsanwalts Dr. Halpert auf bloßen tigten, welche die nötige moralische Qualifikation für den frei Reichstag? Ach, du lieber Gott! Wer's glaubt, triegt' nen tüstentlatsch" hin erfolgte. Darauf entgegnete die Regierung, willigen Eintritt nicht mehr befizen( W. G.§ 10), die Berechtigung die Hochverratsbezichtigung Rudolf Bells gründe sich nicht auf Nur noch wenige Worte über die Begründung des Kriegs- Küstentlatsch, sondern auf eine Denunziation eines binnenzu entziehen." Diese Ausrede Nun aber handelt der§ 10 des Wehrgefches vom 9. No- ministers, die man nur als Verhöhnung des Parlaments und ländischen Negerhäuptlings. ist no ch bember 1867, auf den sich diese Befugnis stüßen will, gar normal denfenden Menschen bezeichnen kann: Einjährige, die rifiert dieser doch den neuen Schachzug folgendermaßen: der öffentlichen Meinung, als blutige Herausforderung aller schlimmer als die Anklage Halperts. Charakte nicht von den zum einjährigen Dienſt berechtigten, sozialdemokratische Agitation getrieben, fönne man im Heere jondern er lautet wörtlich: Von meinem Vertreter in Duala erhalte. ich soeben nach Um im allgemeinen wissenschaftliche und gewerbliche um deswillen nicht dulden, weil aus ihnen die Offiziere stehendes Telegramm: Ausbildung so wenig wie möglich durch die allgemeine Wehr- und die Unteroffiziere des Beurlaubtenstandes genommen pflicht zu stören, ist es jedem(!) jungen Mann überlassen, und doch ein strammer und gehorsamer Vorgesetzter ſein werden sollten. Daß man überzeugter Sozialdemokrat schon nach vollendetem 17. Lebensjahr, wenn er die nötige könne, wird Herr von Falkenhayn freilich nicht moralische und törperliche Qualifikation hat, freiwillig in den zugeben wollen. Männer, die weniger Scheuklappen Militärdienst einzutreten." Es ist ganz klar und kann, ohne den Bestimmungen bor den Augen tragen, könnten freilich durch das Beispiel des wider besseres Wissen Gewalt anzutun, gar nicht geschweizerischen und des französischen Heeres eines anderen belehrt werden. Und hat Herr v. Falkenhayn nicht mit leugnet werden, daß es sich hier lediglich um die jungen Leute handelt, die vor Eintritt des 20. Lebensjahres, ſtarfſtem, mit beinahe begeistertem Nachdruck betont: auch die also vor Eintritt ihrer Dienstpflicht in das Heer eintreten sozialdemokratischen Soldaten würden vor dem Feinde ihre wollen. Die Erlaubnis hierzu wird verständigerweise von Pflicht tun, als tapfere Männer und als Deutsche? Na also? zwei Bedingungen abhängig gemacht: 1. förperliche Quali- Daß doch diese Leute nicht einmal konsequent sein können und filation; 2. moralijche Dualifikation. Es wird uns aber auch daß es bei ihnen schließlich immer auf die eigensinnige Frauenlaune hinausläuft: sic volo, sic jubeo! Aber wenn nun aus dem Zusammenhang ohne weiteres deutlich, was hier unter moralischer Qualifikation verstanden wird: die sittliche schon! Das wäre doch immer nur ein Grund, sozialdemoReife, um die Pflichten des Soldatenstandes auf sich nehmen fratische Einjährige weder zu Offizieren noch zu Unteroffizieren des Beurlaubtenstandes zu machen womit sich am zu können. Seine Spur, daß der Gesetzgeber an politische Ende mancher abfinden würde; nicht aber, ihnen das VorAgitation gedacht hätte; nur die Militärverwaltung ist es, die durch einseitige und willkürliche Deutung einer an sich recht des Einjährigendienstes überhaupt zu nehmen! Nicht moralische Rücksichten, nicht ernste Sorge um das zweifelsfreien Bestimmung ein Ausnahmerecht gegen die Waterland sind die wahren Gründe dieser gesetzwidrigen MaßSozialdemokratie zu schaffen sucht. So sind unsere Regierenden! Wenn ihnen etwas unbequem ist, wenn ihren regel, sondern schroffer und herrischer Eigenwille, militärischer Ansichten, ihren politischen Auffassungen, ihren Macht. Despotismus, politischer Fanatismus. Schlimm genug, daß ansprüchen Opposition gemacht wird, dann schreien sie mit der die schwachmütige Mehrheit des Reichstags sich das bieten Bescheidenheit, die ihnen eigen ist: der Staat selbst ist in läßt! Warum? Weil es sich zunächst noch nicht um ihre Gefahr, und sie greifen zu den Mitteln polizeilicher Gewalt- eigenen Söhne, sondern um die der Sozialdemokratie handelt; tat und unbekümmerter Dehnung ihrer gefeßlichen Befugnisse. Recht steht auf dem Spiel. Der militaristische Terrorismus, weil die Toren gar nicht merken: tua res agitur; dein eigenes In der Tat, die Anarchisten siken oft ganz wo anders als sie der heute im Interesse der Junker und der Schlotbarone ge gewöhnlich gesucht werden. Aber selbst, wenn man die„ moralische Qualifikation" zu handhabt wird, kann sich morgen gegen, jede oppositionelle fühlende Präsidium des Reichstages den zur Beschlußfaffung gunsten der Militärverwaltung deuten dürfte, so befagt§ 10 Regung wenden. Sind denn der Leute so wenige, die jeden berufenen Mitgliedern des Hauses sogar die Entgegnung des Wehrgefezes nichts anderes, als daß Herrn Stöcker der Widerstand gegen das Gottesgnadentum für unmoralisch vorenthalten, die Rechtsanwalt Halpert in aller Gile Diensteintritt vor dem 20. Lebensjahre verwehrt werden halten? unter den erschwerendsten Umständen verfaßt hatte. Und fann. Mit seinem Rechte, nach einer nur einjährigen Dienstwarum? Weil Halpert die Kolonialverwaltung„ beleidigt zeit wieder entlassen zu werden, hat dies nicht das mindeste haben soll". Die Lächerlichkeit dieser faulen Ausrede ist von zu schaffen. Von ihm handelt vielmehr erst§ 11 des WehrLedebour und Frank gebührend festgenagelt worden. R. Gädke. geſetzes und in ihm kommt die Bezeichnung:„ Einjährig Frei Immer neue Schachzüge in der M Duala Affäre. alm " Joja übel gesinnt Dualas. Diese Bamums friher als Sflaven. Zurückkehrende gaben phantastische Berichte. Joja sich auch beliebt machen Regierung. Maßnahme offenbar ad hoc." Ich bemerke zur Erklärung dieses Telegramms, daß Joja, der König der Bamums, seit jeher sich bei der Kolonialregierung lieb Kind zu machen bemüht hat. Den einst mächtigen und reichen Dualas, die früher viele Bamums zu Sklaven hatten, widmet er eine Art Erbhaß. Daß sich irgendein im Besitz seiner gefunden fünf Sinne befindlicher Duala gerade an diesen Feind sedies Voltes, der übrigens nur in 20- bis 30tägigen Märschen zu er= reichen ist, mit Berschwörungsvorschlägen" genandt haben sollte, erscheint undenkbar. Daß ein so kluger Mann, wie Rudolf Bell, der die deutsche Macht aus langem Aufenthalt in Deutschland selbst ganz genau kennt, einen Aufstand der Schwarzen, die überhaupt keine Feuerwaffen haben, geplant haben sollte, ist erst recht undenkbar. Allerdings herrscht unter den Dualas seit der Enteignung große Erregung, wie das der christlich- soziale Abgeordnete Mumm in der Budgetkommission auf Grund der Berichte der Missionare bestätigen mußte. Aber gerade Rudolf Bell hat diese Erregung seines Boltes zu dämpfen gewußt, indem er alle Hoffnungen der Dualas auf die jetzt stattfindende Entscheidung des Reichstages hinlenkte. Ausgerechnet in dem Augenblid, wo diese Entscheidung fallen soll, meldet der freis willige Offiziosus Joja, der Erbfeind der Dualas, ihren Hochverrat" an die Regierung. Und die Regierung, die ihre ganze Dentschrift auf die Lügenhaftigkeit" der Neger aufbaut, nimmt die phantastische Meldung des Negers Joja als lautere Wahrheit und läßt daraufhin Bell verhaften! Es gehört ein starker Glaube dazu, um dies ganze Verfahren gutgläubig hinzunehmen. Um dem Faß den Boden auszuschlagen, hat das zartEine geradezu tolle Chose in der Tat! Die Kolonialwilliger" überhaupt nicht vor. Er lautet wörtlich: Junge verwaltung entblödete sich nicht, dem Rechtsvertreter der Duala Leute von Bildung, welche sich während ihrer Dienstzeit nadte Gewinnsucht als Motiv seiner Amtshandlung selbst bekleiden, ausrüsten und verpflegen, und welche die vorzuwerfen. Sie verweigerte dem schmachvoll Vergewonnenen Kenntnisse in dem vorschriftsmäßigen Umfange Als Genosse Wels am Dienstag den skandalösen Att dächtigten sogar noch nachträglich jede Zurücknahme dieses dargelegt haben, werden schon nach einer einjährigen der Kolonialverwaltung festnagelte, daß man auf ganz un ebenso unfairen wie unberechtigten Anwurfs! Dienstzeit im stehenden Heere vom Tage des Dienst- glaubhaften Klatsch hin den Duala- Häuptling Bell verhaftet, Und dann verweigert obendrein das Reichstagspräsidium als eintritts an gerechnet zur Reserve beurlaubt. Sie können seine Akten beschlagnahmt und damit ihre ganze Verteidigungs- Handlanger dieser vornehmen Kolonialverwaltung die Ver( man beachte hier: sie können!) nach Maßgabe ihrer aftion lahmgelegt habe, erklärte der Kolonialminister Dr. So If tretung der Entgegnung des Dr. Halpert, weil dieser anFähigkeiten und Leistungen zu Offizierstellen der Reserve und in aller Unschuld, daß er doch das Gerücht über den angeb geblich der Kolonialverwaltung mit gleicher Münze heimLandwehr vorgeschlagen werden". lichen Landesverrat des Rudolf Bell gar nicht allzu tragisch gezahlt habe! In dem ganzen Geseze steht auch nicht ein Wort genommen habe, ja daß er sogar selbst vor einer Ueber. Und die bürgerlichen Parteien, einschließlich darüber, daß und unter welchen Bedingungen den Einjährigen sch ägung des Gerüchts gewarnt habe. der Fortschrittspartei, billigen diefen uners ihr Recht auch wieder genommen werden könne. Hierüber Famos! Die Kolonialverwaltung setzt nicht nur diese hörten Aft! handelt erst das Reichsmilitärgesetz vom 2. Mai 1874 in Gerüchte durch das offiziöse Depeschenbureau blutwarm in die Ob Korruptionshehlerei zugunsten des kriegshegenden feinen§§ 14 und 50. Der erstere bestimmt, daß den zum Welt, damit die ganze reattionäre Presse mit dem Aufstands- Rüstungsfapitals, ob ehlerei der schnödesten tolocinjährigfreiwilligen Dienste Berechtigten" diese Berechtigung schwindel Stimmung gegen die Duala machen kann, sondern nialen Gewaltstreiche das ganze Bürgertum zeigt sich entzogen werden kann, wenn sie sich nicht rechtzeitig zum fie unternimmt auch- trok des nur zu begründeten Zweifels hier der nacktesten Schande bloß. Die moralische Fäulnis Dienstantritt melden; der zweite aber, daß der Ein- des Herrn Staatssekretärs des Reichskolonialamts- nicht das stinkt nachgerade zum Himmel! Sie Wahl in Stenöal-idfterburg. Am Freitag, den 13. Mai, findet im altmärkischen Kreise Stendal-� stcxburg eine N ach ivahlznm Reichstage statt. He- kanntlich ist das Mandat des Konservativen Qxkonomiergt H o« s ch tür ungstltig erklärt worden, tpcil gröbliche amtliche Wahlbeeig- flusftingeir festgestellt wurden. Zwar hat die bürgerliche Reichs- tagsmehrheit, einschließlich der Nationalliberalen, den amt- lichen Erlaß der Eifenbahndirektion, der de» Be- amten und Arbeitern den Besuch sozialdemokratischer Bersamm- lnnge» oder das Lesen sozialdemokratischer Flugblätter bei Strafe- der Entlassung verbot, nicht für eine amtliche Wahlheeiwslussung erklärt, wohl ober ist diese in einem mit Tausenden von Uvterfchriften bedeckten Aufruf für die Kandidatur Hoesch gefunden worden, der auch die Unterschrift einer großen Anzahl von A m t s v o r st e h e r n und Bürgermeistern mit Polizeigewalt trug. Dieser Aufruf war in blauen Akten- deckeln seinerzeit von Haus zu Haus befördert worden, um die Unterschriften zusammenzuschnorren, Dechoegen nennt man ihji im Kreise heute noch das..konservative Blaubuch", über das der Agrarier Hoesch gestolpert ist. Ter Wacht kämpf ist ein ungemein erbitterter. Die NationaUiberale», die diesen altkoirservative» Kreis in der Hurra- wähl von lst07 erobert, aber 1012 wieder verloren hatten, setzen alles darg», ihn wieder zu hole». Deswegen habe» sie den„alt- nationalliberalen" Scharsmacher Fuhr m a n», der 1907 noch sebr jungliberal tat. abgehalftert, und hoffen, mit der Kandidatur des Pauernbündlers Wach hör st de Wenie bessere Geschäfte zu mache». Nachdem durch einen Frontangriff der Bauern gegen die Großgrundbesitzer der NachbaNvahlkreis Salz- wedel-Gardeiegen den« Overjunker Äröcher entrifsen worden ist, fürchten die Konservativen nicht ohne Grund, der gleiche Erfolg könne in Stendal-Osterburg eintreten. Deshalb haben sie den ganze» Heerbann der landwirtsbündlerischen Agitatoren aus dem bleiche aufgeboten, um ihrem„H e i in a t k a n d i d a t e n" Hoesch Beistand zu leisten, während andererseits die Bauernbundagita- toren in Masse antreten, um ihren„Präsidenten" heraus- zuhauen, Es liegt auf der Hand, daß die Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Interessengruppen immer lebhaftere Formen an- nehmen, und die Nationalliberalen stimmen daher immer lautere Klagen über den junkerlichen Terror an, der sich in der rücksichtslosesten Saalabtreibung, aber auch in plan- mäßiger Störung gegnerischer Versammlungen äußert. Zunächst schickten die Konservativen in jede Versammlung der nationalliberalen Kandidaten drei landwirtsbündle- rische Dauerredner, die an jedem Ort dasselbe Gezänk bcrvorriese«. Dagegen gewährte man in konservativen Bersamm- lnnge» nationalliberalen Rednern nur 10 oder 13 Minuten Rede- zeit. Sozialdemokraten schloß man vorsichtigerweise von vornherein ganz aus. Zu allem kani noch hinzu, daß Wachhorst de Wente erkrankte und die Agitation seinen Helfern überlaffxn mußte, deren Führung der an Kröchers Stelle gewählte Dr. Böhme hat. Sofort höhnten die konservativen Klopssechter über den gegnerischen Kandidaten, den„Fremötiiig aus Hannover", der„den Wahlkreis bereits ver- lassen" habe, und richteten ihre vornehme Agitation um so heftiger gegen die zurückgobliebenen Bauernbündler. So hatten sie kürzlich im Dorfe Binde eine nationalliberale Versammlung dadurch»N- möglich gemacht, daß sie den Saal„mieteten" und während Dp. Böhme in der Gaststube sprechen wollte, im Sqal ein Kegel» schieben veranstalteten und gleichzeitig por dem Gasthause fort, während die Orgel eines Karussells spielen liehe». Als das alles»och nicht half, wirkte man so lange auf Pen Wirt ein, bis dieser Böhme veranlagte, seine Rede abzubrechen und das Lokal zu Verlagen. Nach alledem ist es leicht verständlich, daß die Sozial- d e in o k r a t i e, für die»viedcr Stadtverordneter B c i m s jMagde- bürg) kandidiert, in diesem Wahlkamps einen besonders schweren Stand hat. Nur in zivei Orten— Stendal und Tangermünde— itchcu uns Säle zur Verfügung. Sonst muß die Versammlungs- rntigicit zumeist un t« r freiem Himmel erfolgen, sosern nicht ein Wahlzelt notdürftigen Schutz bietet. Trotzdem sind unsere Versammlungen meistens gut besticht. Während sich die Gegner gegenseitig avzuschlachtcn suchen und sich fast nur um die größere oder geringere„Zuverlässigkeit" in Zollfragc» streiten, stellt unsere Agitation den ganzen Widersinn der Schutzzoll- Politik und die Voltsfeindlichteit beider bürgerlichen Parteien rücksichtslos an den Pranger. Allerdings ist bei dein wirtschaftlichen Lharakter des Kreises in keiner Weise über den Ausgang der Wahl etwas vorherzusagen. Von den 10l2 vorhandenen klOOKö Wähl berecht igten wohnten 18 048, also weit über d> e Hälfte, in Ortschaften unter 2000 und 4027 i» solche» vo» 2000 bis 10 000 Einwohnern. Der Rest von 0034 xntsiel aus die beiden Städte Stendal$7 000 Einwohner) und Tandermünde(14 000 Einwohner). D«s Schwer- gewicht liegt also aus dem flachen Land«, wo die K o n s e r v a- tiven»och die unbestrittene Mehrheit habe». Von den 10 312 Stimmen, die Hoesch 1012 aus sich vereinigte, entfielen nicht wcni- ger als 8861 auf die Dörfer(unker 2000 Einwohnern) und nur S8» auf die Landstädtchen(2000—10 000). Aus den beiden Städten Stendal und Tangermünde hatte» die Konservative» zusammen gar nur 763 Stimmen geholt. Anders lag die Sache schon bei den N a.t i o n a l l i b c r a l« n. Diese musterten i» den beiden Städten 3872, in den Landstädtchen 164)8 unh aus den Dörfern 3101 Wähler. Die Sozialdemokratie hingegen zählte aus den Dörfern nur 1836, in den Landstädten aber schon 1707 und in den beiden größeren Städten 3671 Stimme». Interessant ist auch bei unserer Betrachtung das Verhältnis der stimmenzahl in den beiden einzigen mit einer jjndustrte ausgerüsteten Städten. Es erhielten die _. � in Stendal in Tangermünde Sozmlvemokrgtsn... 2206 Jä75 Nationalliberalen.,,. 2016 056 Konservativen..... 560 194 Jl»s den ersren Blick zeigt sich für Stendal der überragend? Einfluß der E i s e n bab n w c r k st ä t t e. deren Angehörige sicher unier dem Eindruck des bereits erwähnten amtlichen Verbote s g z i a l d g»> o k r a t is ch e r V e r s a ni m l u n g e n und Lektüre ihre oppositionelle» Gelüste in der Abgabe eines naiionalliveralen Stimmzettels erschöpfteil. Bei der Aengstlichteit der beteiligten Wähler ist eine Besserung dieses Berhalnissts auch jetzt kaum zu erwarten. Unseve Organisation könnt« bisher auf dem schwierige» Baden der Altmark keine erheblichen Fortschritt» machen und zeigt« nach der Wahl von 1912 sogar einen Rückgang. Erst am 1. April d- I. ist durch den Bezirksverband Magdeburg ein Parteisekre- tariar für die beiden attniärtisa*» Wahlkreise errichtet, das s«i«m Sitz in Stendal hat und bei dieser Ersatzwahl seine Feuer- «chält. Die Nationaltiberalen hoffen in die Stichwahl mit den Konservativen zu kommen und dann mit sozialdemokratischer Hilfe zum Siege zu gelangen. Ganz abgesehen davon, daß die erstere Hofstiung schon ans sehr schwachen Füßen steht, ist die zweite erst recht eine gewagte. Der nationalliberale Kandidat erklärte sich nicht nur für die Beibcchaltung der gegenwärtigeil. sondern auch für Einführung neuer Zölle, z. B. auf Rahm usw. Von einer offenen Anerkennung der sozialdemokratischen Stichwahl- bedtngungen ist bei ihm persönlich schon keine Rede, so daß der letzte Beschluß de» nationalliberalen Zentxalvorstandes, der diese Anerkennung ausdrücktich untersagt, hjter ganz außer Betracht bleibe» kann. Rennwettgesetz unö Sozialöemokratie. Auf den gleichlautende» Artikel unserer Sonnabendnummer erhalten wir die nachstehende Entgegiwiig: Das Deutsche Reich hat aus den Rennplatzwetten, deni söge- nannten Totalisator, 1000 nur 2 Millionen, 1913 etwa 7 Millionen Mark eingenommen, Für Eintrittsgelder und Totalisatorunisatz wurden iin letzten Hahr auf deutschen Renn- Plätzen gegen 80 Millionen Mark ausgegeben. Schon diese Ziffern zeigen deutlich, daß das Uebel der Spielleidenschaft in die Breite geivachsen ist und sich keineswegs mehr aus die„vornehmen" Pferde- liebhaber beschränkt. Daneben hat sich in noch viel schnellerem Tempo das Wetten außerhalb des Rennplatzes bei gewerbsmäßigen Vermittlern, den sogenannten Buchmachern, entwickelt. Sie nehmen Wetten für 300 deutsche und ausländische Rennen an bei Einsätzen von 2,50 M. und noch weniger, während am Totalisator Beträge unter 10 M. meist nicht gesetzt werden können. Sie haben ein Heer von Zutreibern und Agenten. Im Zigarrenladen, beim Frsseur, in der Kneipe Werden die Geschäfte abgeschlossen. Hunderttausende von Spielern machen täglich— in der Mittagspaus« ihre Weitabscklüsse. Der jährliche Umsatz bei den Buchmachern wird auf 1000 bis 2000 Millionen Mark geschätzt. Einen erheb- lichen Teil der Wettenden bilden die Arbeiter. Sie werden verführt durch die bequeme Gelegenheit und die niedrigen Einsätze. Sie werden aber viel schlimmer ausgebeutet, als die am Totalisator spielenden reichen Leute, weil sie den Buch- macher nicht kontrolliereil können und seiner oft sehr zweifelhasten Ehrlichkeit ausgeliefert sind. linterschlägt der Ver- mittler den Gewinn, wgS sehr häufig vorkommt, so hat der Wettende keinen klagbaren Anspruch, er verliert das Geld. Daß diese Zustände bedauerlich sind und beseitigt>? erden müssen, hat auch die Sozial- demokratie nie bestritten(auch nicht Genosse Paul Singer in seiner Red« vom 4. Mai 1004). D i e Erfahrung hat aber gezeigt, daß mit Polizeigewalt und Strafen nicht geholfen werden kann, weil der S p i e l t r i e b zu st a r k ist. Die neue Borlage geht deshalb einen anderen Weg. Sie verlangt, daß auch von den Buch- macherwetten und den dabei erzielten Gewinnen eine Reichsabgabc gezahlt wird. Um dies durchzuführen, werden eine Anzahl Wettan nehmer vom Reich konzessioniert. Sie müssen persönlich zuverlässig sein, Kautionen stellen und dürfen nur mit Erlaubnis der Behörden Gehilfen verwenden. Rur in den Ge- schäftsräumen dieser staatlichen Wettannehme r dürfen Wetten abgeschlosssen werden. Aus dem Wettvertrag hat aber dann der Gewinner ein klagbares Recht auf di« Auszahlung. Gegen die Wi,, kelbuchmacher, die künftig ohne Konzession ihre Geschäfte weitertreiben wollen, droht der Envwurf schwere Straten an, ähnlich wie es das Straf- gesetzbuch gegen gew«rb«mäßig»Spieler tut, sie werden mit Gefängnis und unter Umständen mit Verlust der bürgerlichen Ghrenrechte bestraft. Wenn diese neuen Borschriften energisch durchgeführt werden und wenn vor allem die Sozialdemokratie innerhalb und außerhalb der Parlamente mit scharfem Auge die Bezieh un- gen zwischen Polizeibeamten und„wilden" Buch- machern überwacht, dann kann das Winkelwettwesen zurückgedrängt werden. Daß gleichzeitig 20 bis 23 Millionen Mark jährlich, statt in die Taschen der Buchmacher— in die Kasse des Deutschen Reiche« fliehen und dort für die Aufbesserung von Postboten und anderen schlecht bezahlten Be- amten verwendet werden, ist kein Grund, der gegen das Gesetz spricht. Ob di« Ouelle der Einnahme„u n s i t t l i ch" sei, will ich jetzt nicht untersuchen. Aber ist es unsere Aufgabe, so ängstlich über die Moral des bürgerlichen Staates zu wachen? Air fordern die Einkommensteuer ohne Rück- ficht darauf, ob die„Quelle", aus der das Einkommen fließt,„sttl sich" oder„unsittlich" ist— ebenso bei der Vermögenssteuer! Der Staat empfängt die Steuergroschen des schlimmstenS Ausbeuters und des Bordettwirts, ohne daß die Sozialdemo kratie je Widerspruch dagegen erhoben hätte. In dieser Auffassung begegnen mir uns mit der Vieinung unserer Parteigenossen in O e st e r r« i ch. Der R e i ch s r a t in Wien beriet eine Regie- rungsvorlage,..betreffend GebührenvonTotalisator- und Buchmacherwetten sowie Maßnahmen zur Unterdrückung des Winkelwettwesens"(Nr. 350 der Beilagen, XXl. Session). Ter Inhalt und die Form dieses Entwurfes decken sich in allen wesentlichen Teilen mit der deutschen Vorlage. Der Finanzausschuß erstattete darüber am 3, März 1913 einen gedruckten Bericht mit dem Antrag, das Gesetz zu genehmigen. Die sozialdemokratischen Mitglieder(Seitz. Schiegl. Diamand, Winarsky. Renner, Hillebrand) stimmten sowohl für die K o n z e s s i o n i c r u n g von Buchmachern wie für die Besteuerung aller Weiten und Gewinne. Sie beantragten sogar eine starke Erhöhung der Gebühren über die Sätze der Rcgierungs- vorläge hinaus lzu 3, 7 und 0). Ob unsere Reichstagsfraision der Borlage schließlich zustimmt. wird von dem Ergebnis der Aommiffionsveratung abhängen. Daß die Einzelstaatcn(für Pferdezuchtzwecke) die Hälfte aller Stempeleinnahmen erhalten sollen, ist unannehmbar. Viel- mehr muß der größere Teil dem Reich gehören. Auch die An- drohung von Strafen für die Spiele r, die einem nicht kouzessio- nierten Winkelbuchmachec in die Netze gerate», ist abzulehnen Diese Bestimmung würde nur den Kampf gegen die Ausbeuter der WetUeidenschaft erschweren, weil der Kunde des Winkelbuchmachers durch eine Anzeige sich selbst der Bestrafung aussetzen würde. Auch muß gesetzlich verboten werden, daß für die zugelassenen Buchmacher und damit für das Wetten Reklame gemacht wird. Wen» diese Einzelfragen im Singe der Sozialdemokratie entschieden werden, stehen jedenfalls grundsätzliche Bedenken der Annahme des Gesetzes nicht entgegen. Air haben diesen Ausführungen gern Raum gewährt, sie können uns aber von der ablehnenden Haltung, die wir in unserem ersten Artikel begründet haben, nicht.atzbringen. politische Uebersicht. Militäretat— Tualacntcignung— Präsidialzettfur. Autz dem Reichstag wird uns geschrieben: Mit dein Militärctat wurde heute endlich ausgewafchcii. Weit über zlvanzig Redner kamen noch in buntem Neigen zu Wort, da- runter die Genossen H ii t t ma u u, R au t e, H a b c r lau d, Dr. E r d m a n ii, B ü ch u e r. der sehr ausführlich auf die Wohn- und Arbeitsverhältnisic in den Militärwerkstätteu einging, und Dr. Oluarck, der sich mit dem Neubau des Generalkommaudos in Frankfurt a. M. beschäftigte. Obwohl es sich im ersten Teil der Sitzung iiielit so angelassen hatte, wurde man um k> llhr mit dein Etat des Kriegsini nistcrs fertig— über das Militärkabinett wird Mittwoch nemtentlich ahgesttmiut werden— und Herr v. Falkcnhayn mit seinen hochgenuiten Recken räumte dem Troß deS Dr. Soli da? Feld, denn als zweiter Punkt stand der Etat des Schutz- gebietes Kamerun mit der viel erörterten Enteignung der Duala aus der Tagesordnung. Nach einigen einleitenden Bemerkungen des Berichterstatters Dr. B r a b a n d von der Fortschrittspartei, die aus der Iournalistentribüne unverständlich blieben, ergriff der Genosse Wels dazu das Wort und wies in einer gut dokn- ineiUierten, au sachlichen Gründe» reichen Rede aus das Un- recht hin, das Regierung und bürgerliche Parteien gleich- mütig zu begehen bereit sind, dabei durchaus betonend, daß es uns keiutiswegs auf die Unterstützung irgeirdwelcher. privi- legierten Neger, sondern auf die Wahrung des(Gerechtigkeit?- Prinzips ankomme. Seine Kennzeichnung des Telegramms. das just zur rechten Zeit einlief, um in der Budgetkommission mit einem angeblich drohenden Dnalaaufstand Stimmung zu machen, als einer„Eselsbrücke", rief den Staatssekretär des Reichskolonialamts auf die Tribüne, der sich entrüstet„ver- wahrte", wie Minister sich in ähnlichen Fällen stets zu ver- wahren pflegen.'... In seinen Ausführungen hatte Wels auch erwähnt. daß eine Denkschrift, die Rechtsanwalt Halpert als Ant- wort aus die scharfe Denkschrift der Regierung in dieser Frage verfaßt und dem Bureau des Hauses zur Verteilung überwiesen hatte, auf Anordnung des Vizepräsidenten Dr. P aas che wegen angeblicher Beleidigungen nicht verteilt worden sei. Gegen diese Zensur, die ans formalen Gründen den Reichstag einer wichtigen Information beraubte, wandten sich scharf die Genossen Lcdebonr und Dr. Frank, während die bürgerlichen Parteien, wie nicht anders zu erwarten, sich deckend vor P a a s ch e stellten. Sic bedürfen freilich keiner informierenden Denkschrift, denn ihre Stel- lnng in der Dualaangelegenheit ist längst festgelegt. Mittwoch 2 Uhr: Fortsebiin«!. Außerdem kleinere Sachen. Der Minister des„Geistes-. Einen ganzen Abend und eine ganze Nacht hatte Herr Tr«tt zu Solz Zeit, über die flammende Anklagerede unseres Genosten H a e n i s ch über die korrumpierende Art der mit dem Geld« der Steuerzahler geförderten staatlichen Jugendpflege nachzudenken, und man hafte wohl erwarten können, daß er sich zu einer Erwiderung austasten würde, die wenigstens einigermaßen vor der Kritik bestehen kann. Aber mochte er nun den Drang in sich fühlen, fich als typischen Vertreter preußischen..Geistes" vorzustellen, oder mochte er sich sagen, daß es überflüssig ist. sich im Dreiklasienhause in geistige Unkosten zu stürzen, jedenfalls stand das Zeug, das er am Dienstag verzapfte, noch tief unter dem sonstigen Niveau des Junkerparlaments. In mgßloser Ueberhebung erging er sich in einigen törichten Ausfällen gegen unser« Partei und begnügte sich mit kindischen Mätzchen, durch die er zwar die bürgerlichen Parteien wiederholt zu Heiterkeit�- auSbrüchen hinriß, aber die Behauptungen des Genossen Haenisch nicht zu widerlegen vermochte.?!ach ReichSvcrbandSmanier verstieg er sich zu der Verleumdung, die Sozialdemokratie erfülle die Jugend mit Haß und Spott, sie appelliere an den Neid und die Begehrlich- keit und treibe widrige Heuchelei. Dabei mußte der Minister aber in einem lichten Moment selbst die guten Zwecke der sozialdemo- statischen Jugendbewegung anerkennen und zugeben, daß wir der Jugend manches Gute zu lesen bieten. Daß der Appell an den Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien, in den sein« Rede aus- klang, lebhaftem Beifall �'zegnete, kann bei der Zusammensetzung de? Dreillnssenparlainentö kein Wunder nehmen. Boraussichtlich wird man ihm als Lohn ini nächsten Jahre eine weitere Million bewilligen. Für uns Ansporn genug, im Kampf um die Gewinnung der Jugend nicht zu erlahmen. Auf die noch tiefer stehende Schimpfkanonade des konservaiiven Abg. Ditfurth einzugehen, lohnt nicht. ES hieße diesem Herrn. der in demselben Atemzug, wo er den Sozialdemokraten Vorwatt. daß sie durch ihre Reden die Zeit des Hauses stehlen, selbst tausend- mal Gesagtes wiederkaute, zu viel Ehre antun, wollten wir auch nur den Versuch einer Widerlegung seiner Salbadereien machen. Fest- genagelt sei nur daö eine, daß Herr Ditfurth aus der zweistündigen Dauer der Rede unseres Genossen Haenisch den Borwand hernahm. wieder einmal nach einer noch weiteren Vettchlechtermig der Geschäftsordnung, nach einer Beschränkung der Redezeit zu schreien. Dann kam Herr G i e S b e r t S, einer der sogenannten Arbeiter« abgeordneten des Zentrums, zum Wort, der an Entstellungen und Verdrehungen dessen, was Genosse Haeitisch togS zuvor gesagt hatte. den konservativen Redner nochweitübertraf. Auch HerrHerwigvonden Nationalliberalen leistete an Mißverständnis dessen, was unser Redner gesagt hatte. Erkleckliches. Nachdem noch Herr R a m d o h r von den Freilonservativen und Herr Traub von den Freisinnigen gesprochen hatten, kam Genosse Harnisch noch einmal zum Wort. In kurzen aber scharf zugespitzten SuSfiihrungen nahm er sich den Minister mid einen der bürgerlichen Redner nach dem anderen vor. entwirrte ihre Fälschungen und Verdrehungen und legt« noch ein- mal den Standpunkt unserer Partei dar. Besonders unterstrich unser Redner, daß der Minister für Jugendpfleg« auch mcht den leisesten Versuch gemacht habe, auch nur einen einzigen der von ihm gestern dargestellten Fälle brutalster Jugendmißhandlung zu be- streiten. Den hilflosen Hinweis des Ministers aus den sogenannte» Beschwerdeweg entstästet« er mit der Konstatierung der Tatsach«, daß in fast allen Fällen die oberen Behörden die offen baren Gesetzes- Verletzungen der ihnen unterstellten Beamten gutgeheißen hätten. Auf diese Feststellung wußte der Minister kein armselige« Wortlein zn erwidern. ®?"'V�kI«nn man mit der Beratung des Kapitel« Kunst un« Wlssenichaft. Bemerkenswert war dabei nur eine Red« dai frei« sinnigen Herrn K a n z o w über di» in Preußen sogar in Kunst» dingen geübte absolutistische Mißwirtschaft. Trotzdem von einzelne« bürgerlichen Parteien m dieser Kunstdebatte sogar zwei Redner geiprochen halten, schnitt man dem Genossen Liebknecht in der Generaldebatte wieder einmal da« Wort ab. Diese nen« Ber» gewaltigung gab A d o l f H o s f m a n n zu einigen ebenso treffend«« ivie Icharsen Bemerkungen zur Geschäftsordnung Veranlassung. Atn Mittwoch hofft man den Kultusetat zu Ende zn Nr. 129. 31. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Herr Professor Hans Delbrück Mittwoch, 13. Mai 1914. Zur Lohnbewegung der Friseurgehilfen ist zu berichten, daß fich 3949 Personen beteiligt. Erfolgreich verliefen 44, teilweise erfolg auch hier wie überall einige Scharfmacher einstellen, die bemüht reich 7, erfolglos 6 Bewegungen., Erreicht wurden für 514 Beteiligte find, jeder Bewegung der Angestellten Schwierigkeiten zu bereiten. 1084 Stunden Arbeitszeitverkürzung und für 1196 Beteiligte 2306 M. Am Freitag voriger Woche tagte in der Schulstraße eine Verfamm- Lohnerhöhung wöchentlich. Sonstige Verbesserungen erreichten lung selbständiger Friseure, welche Stellung nahm zur Tarifbewegung 683 Beteiligte. 96 Personen wehrten eine Lohnfürzung von 229 M. der Gehilfen. Ein Herr 3 wirner, Schulstraße, sprach den Ge- wöchentlich ab. Für Berlin, wo eine tariflose Zeit eingetreten ist, und die Quelle seiner Wissenschaft. oder diese etwa ja durch die Organisation vertreten zu laffen. Herr reduzierten Zarif nicht akzeptieren konnten, wird der durch den tarifhilfen überhaupt das Recht ab. irgend welche Wünsche zu äußern weil die Gehilfen einen von den Unternehmern vorgelegten Ein genauer Kenner der gelben Bewegung schreibt uns: äußerten bei der Gelegenheit, daß sie ganz gern auf die Kundschaft 1483 Beteiligte berechnet. Der Bericht gibt der Ansicht Raum, Marg, Biesenstraße, und Herr emte, Bornemannstraße 11, lofen Zustand erzeugte Lohnverlust auf 4271 M. wöchentlich für Beim Lesen des Berichts über die Rede des Professor der organisierten Arbeiter verzichten. Für den Stadtteil Gesund- daß die Krise in Baugewerbe allem Anschein nach ihren Höhepunkt Hans Delbrüd auf der Hauptversammlung der Gefell brunnen bemühen fich die Herren Solberg und Otte, jeden Geschäfts- überschritten hat und wieder eine langsam ansteigende Kurbe in der schaft für Sozialreform im Vorwärts" vom 10. Mai d. J. inhaber aufzusuchen und durch längeres Bearbeiten" jedem flar zu Bautätigkeit zu beobachten ist. fielen mir so eigentümlich bekannte Töne auf, daß ich mir machen, daß feiner bewilligt". Auch die Arbeitgeber in Weißensee fagte, das, was hier Professor Delbrück sagte, habe ich doch haben beschlossen, nichts mehr zu bewilligen. In dem Verhalten der Der Streif der Fuhrleute in Dortmund zieht immer weitere irgendwo schon einmal gelesen. Und richtig, nach Durchsicht Arbeitgeber liegt ein gewisses System. Die Organisation der Selb- Kreise. Während die Zahl der Ausständigen am ersten Streiftage meines sonstigen Materials über die gelbe Bewegung fand ständigen scheint darauf hinzuarbeiten, daß es zum Kampfe tommen 133 betrug, war sie am letzten Sonnabend auf 341 angewachsen. ich in den Preußischen Jahrbüchern", Heft 3 fol. Wenn nötig, wird ihn die Gehilfenorganisation aufnehmen. Auf verschiedenen Bauten trat Materialmangel ein, weshalb sich vom September 1910, eine längere Abhandlung von Dr. läufig dreht es sich in der Hauptsache um eine Verlängerung des mit den Streikenden entschlossen. Ein bisher mit 10 Firmen abForderungen auf Erhöhung sind bis jetzt noch nicht aufgestellt, vor die Bauunternehmer mit eigenem Fuhrwerk zu einer Einigung Richard Fellinger über gelbe Gewerkschaften, nach der es Tarifvertrages auf 2 Jahre und um flarere Fassungen einiger Be- geschlossener Tarifvertrag sieht 30 M. Wochenlohn( nach einem scheint, als ob diese Abhandlung eine der Hauptquellen iſt, ſtimmungen. Bis jetzt haben ungefähr 200 Arbeitgeber den neuen Jahre 31 M.) und 11% stündige Arbeitszeit, sowie Aufschläge für aus der Professor Delbrüd seiu Wissen über die gelbe Be- Tarifvertrag, anerkannt. Im Gegensatz zu den obigen Arbeitgebern Ueberstunden und Sonntagsarbeit vor. wegung geschöpft hat. beschlossen die Lichtenberger, an den zweiten Feiertagen die Geschäfte Angesichts dieses Umstandes ist die Stellung des Herrn geschlossen zu halten. Diese sind also fleinen Verbesserungen nicht Brofeffor Delbrüd ja erflärlich, denn der Schreiber der abholb. Abhandlung in den Preußischen Jahrbüchern von 1910, Herr Dr. Fellinger, ist Angestellter der Firma Siemens u. Halste, und darf als der geistige Leiter der gelben Wertvereine bei Siemens u. Halste angesprochen werden. " Deutsches Reich. Auf Ansuchen des Transportarbeiterverbandes erklärte sich Bürgermeister Dr. Röttgen zur Einleitung von Verhandlungen bereit. Die Unternehmer lehnten aber jede Verhandlung ab. Sic scheinen sich unter dem Schutze der Polizei sehr sicher au fühlen. Die Diese begleitet die Arbeitswilligen auf Schritt und Tritt. Der Töpferverband im Jahre 1913. Beamten helfen beim Auf- und Abladen der Kollis, der KehrichtDer foeben erschienene Verwaltungsbericht dieses Verbandes eimer usw. Obwohl die Ansammlungen in den Straßen nachgelassen spiegelt recht deutlich die verheerende Krise wieder, unter der ganz haben, sind noch andauernd schwere Entgleisungen von PolizeiErstaunt braucht man deshalb über die Stellungnahme Der größte Teil der Mitglieder des Töpferverbandes wurde von nervös gemacht hat. Bei einer Attade berittener Schuleute wurbe besonders das Baugewerbe im verfloffenen Jahre zu leiden hatte. beamten zu verzeichnen, die der lange Dienst wie es scheint ganz des Herrn Professor Delbrück nicht zu sein, höchstens fönnte Arbeitslosigkeit fehr stark betroffen; viele Berufsgenossen wurben ein etwa zehnjähriger Junge durch Säberhiebe am man darüber staunen, wie unvorsichtig Professor Del- deshalb auch in andere besser beschäftigte Berufe abgedrängt. Vor Kopfe so schwer verfekt, daß er aum of 131 gebracht brück ist, daß er als Wissenschaftler aus einer solch trüben allem diefer legte Umstand bildet die Ursache eines verhältnismäßig werden mußte. In einer Versammlung der Streifenben hirde Quelle geschöpft hat. Starken Mitgliederrüdganges. Im Jahre 1912 betrug die Durch geradezu aufreizende Fälle polizeilichen Vorgehens zur Sprache schnittsmitgliederzahl des Töpferverbandes 12 057, fie verminderte gebracht. So hezte u. a. ein Schuhmann seinen und auf ein fich im Jahre 1913 auf 10 882. kleines Mädchen; der Hund warf es zu Boden und Berlin und Umgegend. der Innungszeitung wird in einem Protokollbericht des Innungsborstandes mit schmagendem Behagen fonstatiert, daß es in beiben Firmen zum Streit gekommen sei, und beiden Firmen wird wieder holt die Zusicherung gegeben, daß der Jnnungsvorstand fest ent schlossen sei, fie in ihrem Kampfe gegen den 36ftündigen Ruhe tag sowie in ihrem Bestreben, die Arbeitszeit bis ins Unendliche auszudehnen, Lohnbrüderei und Lehrlingezüchterei zu treiben, tat träftig zu unterstützen! www Tros geringerer Einnahmen aber starker Ausgaben für Unter- erriß ihm die Kleider. Ein Arbeiter, der das beobachtete, Der Obermeister der Bäckerinnung fängt an, über seine ge- stüßungen ist jedoch der Stand der Kasse ein befriedigender. forderte den Polizisten auf, den Hund zurückzurufen. Als AntTungenen Treibereien bei Goldader und Weidner, Inhaber Am Jahresschlusse befanden sich in der Hauptkaffe 365 672 M., in wort betam er Schläge mit dem Säbel. In einem der Firma Hante u. Co., zu frohloden! In der lezten Nummer den Zahlstellen 13 159 M., so daß das Verbandsvermögen anderen Falle wurde ein auf dem Boden liegender 378 832,73. betrug. An größeren Ausgabeposten sind zu er- Mann von vier Beamten mit den Säbeln mißwähnen: Wander- und Reiseunterstügung 16 472 M., Krantenzuschüsse handelt und getreten. 66 115 M., Arbeitslosenunterstützung 69 258 M. Die KrankheitsAm Montag früh wurde der Streitleiter, Genoffe Schreiber, tabelle zeigt wie immer die alte Zusammenstellung. Die meisten verhaftet, weil er auf dem Bahnhofe mit einem Arbeitswilligen Erkrankungsfälle betreffen Erkältungs- und Lungenleiden. So werden gesprochen hatte! Erst nach mehreren Stunden ließ man ihn frei. 565 Erkrankungsfälle an Rheumatismus, 308 an Qungenleiden, 233 Die Zentrumspresse tobt sich in den wüstesten Scharfmachereien Influenzafälle, 252 Magen und Darmleiden, 183 Rachen und gegen die Streifenden aus, obwohl auch Chriftlich- Organisierte in Luftröhrenerkrankungen gemeldet. Außerdem 398 aus Berlegungen Frage kommen und der erwähnte Tarif mit den Bauunternehmern Diese Innungshilfe scheint auch sowohl Goldader wie resultierende Erkrankungen. Das Bild fennzeichnet treffend die auch von den Christlichen mit abgeschlossen wurde. Sante u Co. den Kamm schwellen zu lassen. Die bei Gold- schlechten sanitären Gesundheits- und Unfallschutzverhältnisse auf ader beschäftigten Arbeitswilligen werden auf die Lehrlinge Bauten und in den Töpfereien. Die Arbeitslosentabelle zeigt Die Aussperrung bei den Linke- Hofmann- Werken. dressiert! Einzelne dieser Leute, anscheinend Angehörige der Gelben, ein betrübendes Bild. Nicht weniger als 373923 Arbeits- Die Einigungsverhandlungen zwischen der Direktion der Sintetun darin fich besonders herbor. lofentage find für das Jahr 1913 festgestellt worden! Hofmann- Werte in Breslau und der Kommiffion der AusNichtsdestoweniger scheint der Kampf aber doch für beide Firmen Das ergibt auf das Mitglied 34,73 Arbeitslofentage gesperrten, die seit einigen Tagen stattfanden, find refultatios ziemlich unangenehm zu werden: Erwägt man dabei, daß die Scheibentöpfer nur ganz verschwindend Golbacker macht durch große Blafate bekannt, daß Rapfluchen, und die in Dfenfabriken beschäftigten Töpfer im allgemeinen felten geblieben. Nach dem gestern bormittag in einer Versammlung der die vor dem Streif 80 Bf. pro Stüd foſteten, jegt zu 60 Pf. zu der völligen Arbeitslosigkeit ausgefegt find, weil hier bei Betriebs- Ausgesperrten erstatteten Bericht der Kommiffion hat die Direktion haben find. Db die Arbeitswilligen eine solche Qualität von Ware einschränkungen Entlassungen weniger, dafür aber erhebliche Be- alle Forderungen der Arbeiter abgelehnt, so bor liefern, daß die früheren Preise derart heruntergefegt werden schränkungen in der Marimalverdienstgrenze des Einzelnen festgesezt allem die Aufhebung der bisher gemachten Lohnabzüge. In der müssen? Wenn Golda der durch seine Schleuderei, die er durch werden, dann kann man ermeffen, in welch ungeheurer Weise die Abstimmung, die im Anschluß an die Berichterstattung vorgenommen die tatkräftige" Hilfe der Bäderinnung und der Gelben jegt be Dfenfeger unter der Arbeitslosigkeit zu leiben hatten. Hinzu wurde, sprachen sich die Ausgesperrten einstimmig dahin aus, unter treiben kann, wieder einige hundert Bädermeister, die bisher eine tommt, daß ein völlig erschöpfendes Bild über die Arbeitslosigkeit diesen Umständen die Arbeit nicht wieder aufzunehmen. Es ist also wenn auch bescheidene Existenz hatten, tot tonlurriert, so tömmen in den borliegenden Zahlen noch gar nicht ausgedrückt ist, denn eine noch nicht abzusehen, wann dieser schwere wirtschaftliche Stamps, der diese sich beim Obermeister der Bäderinnung dafür bedanken. ganze Anzahl der Verbandsstellen fann sich noch nic baran ges Die Firma Hante u. Co. hat sich bereits bitterlich über die wöhnen, fich an den statistischen Quartalberechnungen zu beteiligen. nun schon sechzehn Wochen dauert, sein Ende finden wird. ihr gelieferten Arbeitswilligen beschwert. Sie feien zu alt und fast Gelbe Kampfesweise. gar nicht zu brauchen. Das glauben wir gern! Von den Organi fierten wurde eben ein Arbeitspensum verlangt, das Arbeitswillige und Unorganisierte schwerlich, wenn überhaupt, leisten können. Der Streit wird mit ungeschwächten Kräften weiter geführt. Kleines Feuilleton. Humor und Satire. Medlenburg. Dies Land fein andres fommt ihm gleich Ringsum so fern wie nah, Im ganzen heil'gen Deutschen Reich Steht unerreicht es da. Der Junker hat sein Huhn im Topf, Der Lehrer schanzt und karrt Der J der A der Dchsenkopf. Der Ochsenkopf ist hart! Für Streit- und Gemaßregelten- Unterstützung im eigenen Berufe gab der Verband 28 961 m. aus. Auch hier spiegelt die Tabelle den schlechten Beschäftigungsgrad im Töpfer- Nach dem für die Arbeiter ungünstig verlaufenen We: ftarbeiter gewerbe wider, denn bon den 59 geführten Bewegungen fampf baben sich die Gelben bekanntlich auf den Werften eingeniftet. waren 26 Abwehrbewegungen. An den Gesamtbewegungen waren So auch auf der Bulfanwerft in Vegesad. Und mit den unfairsten das Tier mit zitternden Flanten dasteht, sich mit dem Geweih gegen die Hunde wehrt, um endlich mit einem berzweifelten Sprung auszubrechen. Dann kommt die Verfolgung durch einen Eee, bis schließlich ein weidgerechter" Schuß vom trodenen Ufer aus den Brofeffor Karl Brunners Befähigungsnachweis". Der„ Lite- Leiden des Hirsches ein Ziel seßt. Das Etelhafteste aber kommt rarische Beirat des Kgl. Polizeipräsidiums" in Berlin und Ober- zum Schluß! Unter dem Balg des Hirsches liegt das Gescheide, zenfor in Fragen des Films, Professor Karl Brunner, hat be- und in einiger Entfernung halten die Hundeburschen die erregte scheidentlich die Gerüchte abgewehrt, als seien die Beschlag- Mente in Schach. Plößlich reißt der Piqueur den Balg hinweg nahmung von fünstlerischen Postkarten und die Säuberung gewisser und wie das wilde Heer stürzen sich die Rüden auf den ersehnten Schaufenster sein Wert. Nein, jo viel Initiative und so viel ver- Fraß. Eine hochivohlgeborene Dame aus der höchsten Aristokratie sdyrobenes Auftandsgefühl bringt das Polizeipräsidium auch ohne aber steht dabei und weidet sich an der Gier ihrer Lieblinge". ber Man stellt fest: eine ausgeschnittene Friseurbüste, eine obszöne beirätliche Hilfe auf. Aber er hat sich in einem Artikel wahrscheinlich den bisher versäumten Nachweis literarischer Befönnten in einigen unter erblicher Belastung leidenden Kindern Korsettfigur, meinetwegen auch die keusche Venus von Milo, fähigung abgeben soll mit breiter teutscher Oberlehrerbruit vor die Prinzipien der fittlichen Straßenreinigung gestellt und erklärt: Gefühle auslösen, die man um jeden Preis verhindern möchte. Vielleicht geschah und geschicht zu viel und wird noch viel mehr aber dieser Film, von Herrn Professor Karl Brunner für die Jugend freigegeben, muß auf jedes gesunde Kind verrohend geschehen, was fünstlerische Interessen schädigt. Aber" und im nun folgenden Sperrbrud zittert der Brustton tieffter fittlicher wirken, muß eine Perversität des Gefühls weden, gegen Ueberzeugung„ fein künstlerisches Interesse hat Anspruch darauf, die die Seitensprünge der Natur in der Zeit geschlechtlichen Reifens Rücksichtnahme zu finden, wo das feusche Denten und Sinnen harmlos find. Wer ein schönes Tier peinigen sehen kann und nichts Jungdeutschlands auf dem Spiel steht. Wo der Jugend Verrohung empfindet als einen Sensationskibel, der hüte sich, daß man ihm nicht eines Tages ins Gesicht schreit, daß sein gänzlicher Mangel droht, muß das Interesse der Kunst hintenanfiehen." Naibe Leute fragen erstaunt, feit wann denn Kunst verrohen an gesunder Urteilskraft ihn zu einem Schaden und zu einer Gefönne? Aber das sind dieselben Armen im Geist, die da glauben, fahr für die junge Generation werden lassen. ein literarischer Beirat" bei der hohen Polizei müsse was von Literatur verstehen. Ja, Kuchen! Wie würde er dann hoch- und hurrapatriotischen Schund mit dem Fleischbeschauersiegel versehen: Bolitisch trichinenfrei, für Kinder sehr betömmlich", und ihn als „ brauchbare Jugendschrift" empfehlen. -Die Hamburger Kinobefizer haben sich über die dortigen Lehrer beschert, die Films für Jugendvorstellungen einer strengen Sichtung unterziehen,„ trotzdem diese die Berliner Zensur bereits passiert haben". Ein Bravo" den Hamburger Lehrern! Sie decken weise den Berliner Brunner zu, bevor das Hamburger Kind auf ihn hineingefallen ist. Dorchläuchting selbst von Medlenborch, So sehr er sich betut, Er bringt mit nir und gar nig dorch Der Junker Trog ist gut! Sie pfeifen auf den armen Tropf. Der stets noch ward genarrt Der J der Ader Dasentopf Der Ochsenkopf ist hart! Und wenn die legte Säule bricht, Das Preußenwahlrecht stürzt In Mecklenburg wird lang noch nicht Dem Junter was verkürzt! Er schlenfert mit dem heil'gen Zopf Rach strammer Junker Art J Der der Ader Dchfentopf, Der Ochsentopf ist hart! Notizen. Anag. In dem Ganzen läge nun ein gewisses System, eine zwar un= angenehme, aber fonsequente Spießbürgerlichkeit, wenn der Herr Professor in seinem eigensten Reich, in der Filmzensur, desgleichen Chinesische Breßfreiheit. Die chinesische Regierung hat joeben täte und da mit besonderer Schärfe acht gäbe, daß nichts den Weg eine Berordnung über die Presse erlassen, die unter den Theaterchronit. Als zehntes Stüd des Shate. tor die Lichtquelle des Projektionsapparates findet, dessen beweg- Journalisten des Landes begreifliche Bestürzung erregt hat. 3n- fpeare 3y! lus geht im Deutschen Theater am nächsten licher Schatten irgendwie berrohend" wirken fönnte. Der Herr nächst müssen der Name, das Alter, der Geburtsort, der Lebens- Montag neu einstudiert, Othello" in Szene. Profeffor hält Filmschicksal und Zenfurschere in der Hand, er fann lauf und die Adresse jeder Person, die in einer Zeitung schreiben gange Films verbieten, einzelne Szenen herausschneiden, Briefe" will, der Polizei eingereicht werden, die dann darüber entscheidet, spielhause ist dieser Tage Rosenows Kater Lampe" aufgeführt Mater Lampe bei Hofe. Im Dresdener Kgl. Schauandern lassen und die Vorführung gewisser Films vor Jugend- ob diese Person dazu geeignet ist oder nicht. Um die Reife des Ur worden. Das wurde hier und da von der Presse berichtet, als obs lichen berbieten. Und machte Herr Professor Karl Brunner hier teils zu gewährleisten, darf niemand, der das 30. Lebensjahr noch eine Großtat wäre, das Stüd eines Sozialdemokraten( der fei. bon feiner Unitsgewalt den weitgehendsten Gebrauch, so wollten nicht erreicht hat, in einer Zeitung schreiben, nicht einmal jie sehn Jahren nicht mehr lebt) an einer Sofbühne aufzuführen. wir ihm dankbar sein, denn den Profitintereffen des Kinos gegen- druden. Der Journalist muß im Besik der bürgerlichen Ehren- Nun soll das gute Stud auch im& gl. Schauspielhause zu über hat selbst gutgemeinte Prüderie und mimosenhaftes Scham- rechte sein, er darf nicht zum Heer oder zur Flotte gehören und Berlin in den Spielplan fommen. Wir möchten das lediglich gefühl den Vorrang. auch nicht Mitglied der Verwaltung oder der Rechtspflege sein. Er sehr in der Ordnung finden und zugleich wünschen, daß das HofTatsächlich aber find von Herrn Professor Karl Brunner Film- darf kein Student sein, und die Fürsorge der Regierung geht so schauspiel nun auch imstande ist, das Wert seinem Sinn gemäß fcheußlichfeiten für die Jugend zugelassen, die von einer un- weit, daß sie vorschreibt, er dürfe auch keine nervöse Krankheit beschreiblichen Roheit sind, und die auf kindliche Seelen wirken haben; es wird nicht gesagt, ob dies wegen des Publikums oder bern, find die preußischen Hofbühnen ganz und gar nicht eingestellt aufzuführen. Denn auf Stüde, die den ernsthaften Volkston formüssen wie Gift! tvegen feiner Mitarbeiter geschieht. Will also einer in China und aus dem bloßen Handgelent macht sich derartiges meist nur In einem Lichtspieltheater" in der Tauenbienstraße wird ein Journalist werden, so wird es ihm nicht leicht gemacht; ist er nun Film vorgeführt, der eine„ Hirschjagd in Frankreich" zeigt. Gegen endlich dazu gelangt, so ist es ihm verboten, schlecht über die Reüber anderen Films beschränkt sich dieser Film aber nicht darauf, gierung zu freiben, er darf diplomatische und militärische GeEin aufgefundenes Drama be Costers. Wie den Auszug der Jäger, die Entfesselung der Meute und das Hallali heimnisse und sogar die Kämpfe im Parlament nicht enthüllen, er uns aus Brüssel gemeldet wird, hat sich in den Papieren des im zu zeigen, sondern er macht den Zuschauer zum Zeugen der Todes- muß sich aller Streitigkeiten über Personen enthalten, und wenn Borjahre verstorbenen Sozialisten Hector Denis ein bisher unangit des gehezten Tieres. Der Mann mit dem Sturbelfasten stand er sich irgendeiner Uebertretung dieser Verordnungen schuldig veröffentlichtes fünfattiges Drama Charles de Costers( aus feelenruhig dabei und„ filmte" den Hirsch, der von der kläffenden macht oder wenn die Zeitung die über jie verhängten Geldstrafen dessen prachtvoll- farbiger, stimmungsgewaltiger Sammlung von Meute umstellt ist, und den Treiber und Piqueure immer mehr in nicht bezahlen fann, so wird einfach die ganze Redaktion ins Ge- Legenden die Vorwärts beilage eben eine Probe bringt) vorAngft jagen. Es erfordert starte Nerben oder ausgesprochen per- fängnis geftedt! China bleibt also das Jdealland unserer gefunden. Es stammt aus dem Jahre 1878, ist in Bersen geschrieben verje Beranlagung, um ruhig das Schauspiel" zu betrachten, wie Reaktionäre. und heißt Stephanie". Denis war mit de Coster befreundet. schlecht. Verbandszeitung. Mitteln Bekämpfen fie, wie überall, so auch hier die freien Drgani- Dilliker München erstattete den Bericht bez Au3. Nun ist zwar auch der Beamte als Staatsbürger berufen, sationen. Ein gelber Agitator namens Manschte hatte die Orts- schusses, an den sich eine furze Diskussion über einige Ent- durch Ausübung des Wahlrechts zur Bildung der gejezgebenden verwaltung Begejad des Metallarbeiterverbandes in einem Schmäh- scheidungen des Ausschusses knüpfte, die sich auf innere Verbands- Körperschaften mitzuwirken. Allein dabei genießen die Beamten artifel im dortigen Amtsblatte indirekt der unreellen Kaffenführung angelegenheiten beziehen. Beschlossen wurde, die Statuten- feineswegs etwa eine unbedingte Immunität wie die Abgeordneten beschuldigt und der Artikel wurde von der Deutschen Arbeitswacht", bestimmung zu streichen, welche besagt, daß für die Bewilligung bei ihren Abstimmungen, und es ist, wie der Gerichtshof in einem in der Stadt Hannover erscheinenden gelben Blatte, nach von Streits am Sis des Verbandsvorstandes nicht dieser, sondern ständiger Rechtsprechung ausgeführt hat, nicht ausgeschlossen, daß gebrudt und dadurch in weitere Streise getragen. Der Kassierer der Ausschuß zuständig ist. der Beamte durch seine Beteiligung an der Wahl für eine staatsder Ortsverwaltung Begesad des Metallarbeiterverbandes strengte Redakteur Gile f- Berlin gab den Bericht über die feindliche Partei sich disziplinarisch verantwortlich macht. Bei Entdeshalb Privattlage gegen Manschte und gegen die gelbe Zeitung scheidung der Frage, ob ein Beamter durch seine Abstimmung sich an. In der Verhandlung vor dent Bremer Schöffengericht stellte Im Bericht wie in der Diskussion nahm die Erörterung einer zu einer bestimmten Partei bekennt und dadurch deren Bestresich die völlige Haltlosigkeit der erhobenen Verdächtigungen Meinungsdifferenz einen breiten Raum ein, die zwischen dem Re- bungen bewußt unterſtüßt, tommt es außer auf die Art und heraus, und nur dem Kläger haben die gelben Apostel es bafteur und dem Vorsitzenden der Zahlstelle Hamburg entstanden Weise, wie die Partei und deren berufene Vertreter die Ziele der zu danken, daß sie sich mit einer reumütigen Erflärung aus der war. Den Anlaß der Differenz bildet die redaktionelle Kritif eines Partei fundgeben, auf die Gesamtheit der Verhältnisse. namentlich Affäre ziehen konnten, in der unzweldeutig ausgesprochen wird, daß von der Ortsverwaltung Hamburg unter dem Pseudonym„ Servus" auch auf die Persönlichkeit des Beamten und dessen sonstiges Berder Drisverwaltung Begefac des Metallarbeiterverbandes nicht der eingesandten und veröffentlichten, sowie die Zurüdweisung eines halten im politischen Leben an. Vorwurf unreeller Kassenführung oder überhaupt unreeller Die Angeklagten nehmen Geschäftsführung gemacht werden kann. die Aeußerungen zurück und tragen die Kosten. Die Erklärung ist in drei namhaft gemachten Zeitungen zu publizieren. Ausland. Die Aussperrung der Schweizer Uhrenarbeiter dauert fort. Der gestern gemeldete Sieg der Uhrenarbeiter von Grenchen ist neuerdings in Frage gestellt. Die Arbeiter haben die Arbeit am Montag nicht wieder aufgenommen. Der Abschluß der Einigungsverhandlungen stellt sich als ein fauler Unternehmertrid heraus. Die Industriellen haben die Arbeiter in perfider Weise in die Fabriken gelockt, um sie auf diese Weise weich zu machen. In den Werkstätten fanden die Arbeiter einen Anschlag aufgehängt, wonach fie in einer bestimmten Frist aus dem Verbande auszutreten hätten. Die Bekanntmachung wedte einen Sturm der Entrüstung. Die Arbeiter verließen samt und sonders die Fabriken. Der Kampf, der sich einzig und allein um das Koalitionsrecht drehte, geht weiter. Im Baugewerbe zu San Franzisko find 25 000 Arbeiter ausgesperrt. Die Aussperrung ist angeblich eine Antwort auf einen Streit der Anstreicher. Vermutlich aber handelt es sich um die Absicht der Unternehmer, die Arbeiter für den Ausstellungsbau mürbe zu machen, damit der Profit aus diesem Unternehmen restlos in die Taschen der Bauunternehmer fließt. Verbandstag der Lederarbeiter. Am Dienstag begann die Sigung mit der Erörterung des zweiten Teils des Vorstandsberichts: Organisationsfragen. Hierzu lag eine Resolution vor, welche den Zentralvorstand beauftragt, alle Schritte zu unternehmen, welche geeignet erscheinen, einen Zusammenschluß der Verbände der Lederindustrie zu einem Industrienerbande herbeizuführen. Gleichzeitig mit dieser Resolution wurde ein Antrag diskutiert, welcher die Einsetzung eines Verbandsbeirats fordert. Der Verbandsborjizende Me a hler führte aus: Die Statutenberatungskommission empfiehlt nicht die zur Verschmelzungsfrage gestellte Resolution. Der Verband laboriert noch an der letzten Verschmelzung mit den Handschuhmachern und hat kein Bedürfnis, jezt zu einer neuen Verschmelzung zu schreiten. Auch bei den anderen Verbänden, die für die Verschmelzung in Frage kommen, Schuhmacher und Sattler, ist nicht zu bemerken, daß sie eine Verschmelzung mit dem Lederarbeiterverbande für erforderlich halten. Man darf die Verschmelzung nicht fünstlich forcieren. Die Frage ist erst dann reif zur Lösung, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse zur Verschmelzung drängen. Jede Berufsorganisation hängt an ihren alten Gebräuchen und Einrichtungen, und wenn sie sich mit anderen verschmilzt, so dauert es eine gewisse Zeit, bis sie sich den neuen Verhältnissen in der gemeinsamen Organisation angepaßt hat. Solange das nicht vollständig geschehen ist, soll man nicht mit neuen Verschmelzungsabsichten kommen. Die Frage, ob Berufsoder Industrieberband, ist heute nicht mehr streitig. Vielmehr streitet man darüber, ob an die Stelle der Berufs- und Industrieorganisation die Betriebsorganisation treten soll. Der Zusammenschluß zu Industrieverbänden zu dem 3wed, möglichst große Verbände zu schaffen, ist es nicht allein, was die Macht der Arbeiter gegenüber dem Unternehmertum stärkt Wertvoller ist es, daß wir unsere Zahl und unsere Macht in den Betrieben stärken. Die Vorständefonferenzen haben sich schon öfter mit der Frage der Betriebsorganisation beschäftigt. Man fann die Schaffung dieser Organifationsform natürlich nicht von oben herab detretieren, denn die Verhältnisse liegen in den einzelnen Berufen sehr verschieden. Für den Lederarbeiterverband würde die Betriebsorganisation meiner Ansicht nach zwedmäßig sein. Unser Beruf ist ein derart abgeschlossener, daß die Betriebsorganisation durchführbar ist. Anders ist es in solchen Betrieben, wo Arbeiter der verschiedensten Berufe beschäftigt sind. Den Antrag auf Schaffung eines Verbandsbeirats hat die Kommission dem Plenum überwiesen. Ich selbst stehe auf den Boden des Antrages; aber im Zentralvorstand sind die Meinungen darüber geteilt. Der Beirat soll ein Bindeglied zwischen den Mitgliedern und dem Zentralvorstande, aber nicht ein Blizableiter für den Zentralvorstand sein. zu befürchten. " Um den Ruhetag der Bäcker. schwerste." Hier handelt es sich um die zweiten Serbus"-Artikels. Die Diskussionsredner, die zu dieser sozialdemokratische Partei, deren feindliche Stellung gegen die Angelegenheit sprachen, billigten mit Ausnahme des Hamburger bestehende Staats- und Rechtsordnung nicht nur allgemein beVertreters die Haltung des Redakteurs. Weiter wurde die kannt, sondern auch dem Angeschuldigten genau bekannt war. Er Frauenbeilage, die dem Verbandsblatte seit dem vorigen Jahre bei-( Liebig) war nach seiner Angabe bis zum Eintritt in sein Amt in der sozialdemokratischen Partei- und Gewerkschaftsbewegung gegeben wird, anerkennend besprochen. als Vorsitzender des organisierten Zentralverbandes der Schmiede in Wiesbaden und als Vertrauensmann der sozialdemokratischen Partei in Bierstadt erfolgreich tätig, und gerade mit. Rücksicht hierauf vor seiner Bereidigung noch besonders auf die mit dem In einer öffentlichen Versammlung der Bäcker Berlins und Amte berbundenen Pflichten hingewiesen worden, zu deren ErUmgegend, die am Dienstag in Obiglos Festjälen, Koppenstr. 29, füllung er sich bereiterklärte. Er will allerdings bei dieser Gelegenstattfand, protestierten die Gesellen gegen die Treibereien der heit nur dahin belehrt worden sein, daß er fortan nicht mehr Innung mit ihrem gelben Landsturm. Die Versammlung war öffentlich als Sozialdemokrat auftreten dürfe. Indem er seine außerordentlich stark besucht, mehr als 2000 Personen füllten die Stimme für einen sozialdemokratischen Wahlmann abgab und sich gewaltigen Räume dieses Saales. Das Referat hatte ei hold felbft als Wahlmann dieser Partei aufstellte und wählen lich, übernommen. In martigen Worten schilderte er, wie die Bäder- ftellte er sich in den Dienst dieser Partei und gab zu erkennen, daß innung jeit Jahrzehnten jeden Arbeiterschutz mit geradezu fana- er nach wie vor bestrebt sei, die Ziele dieser Partei zu fördern. tischen Saß befämpft habe. Von jener Bundesratsverordnung von Damit verletzte er den Eid der Treue und des Gehorsams aufs 1896, betreffend den Marimalarbeitstag, bis heute beim Kampf um In der Begründung wird nun noch weiter ausgeführt, daß der den wöchentlichen Ruhetag, habe sie jeden Versuch, die Lage der Ge- Beamte in seinem dienstlichen und außerdienstlichen Verhalten der fellen zu heben, mit allen, selbst mit außerordentlich unlauteren Beurteilung der Disziplinarbehörden untersteht, und Genosse Mitteln zu hintertreiben versucht. Um das noch besser zu fönnen, Biebig hätte, wenn er gewissenhaft handeln wollte, das Amt gar habe die Innung schließlich die Gelben geschaffen, d. h. den Ver nicht erst annehmen dürfen. Besonders wird dann noch darauf verrat der Gesellen durch die Gesellen organisiert! Besonders scharf wiesen,„ daß der Artikel 4 der Preußischen Verfassung, wonach alle werde jetzt der Kampf um den 36stündigen Ruhetag geführt. Be- Preußen vor dem Geses gleich und die öffentlichen Aemter für alle reits drei Petitionen haben die Gelben an die Gesetzgebung ge- dazu Befähigten gleich zugänglich find, teinen Freibrief zur Förrichtet, hinter welchen allem Anschein nach die Innung stehe. Diese derung der Bestrebungen einer Partei begründen, die sich auf den Petitionen, in welchen die Gelben ein Sonntagsbackverbot von Boden des Kampfes gegen die bestehende Staats- und Rechtsord22 Stunden forderten, seien schließlich sogar den Innungen unbenung stellt". quem geworden, weil die Petition behauptete, die Meister seien mit einem Badverbot einverstanden, was nicht der Wahrheit entspreche. Obermeister Schmidt sei zurzeit außerordentlich bemüht, die Tarifbädereien zum Tarifbruch zu bringen, damit die Gesellen den Kampf um den 36 stündigen Ruhetag von vorn beginnen fönnen. Die Versammlung solle öffentlich gegen die unwahrheiten und Verdrehungen Protest einlegen, mit welchen Innung und Gelbe den 36 stündigen Ruhetag durch Eingaben bei Behörden und bei dem Reichstag befämpfen. Folgende Resolution fand einstimmig Annahme: Die heutige Versammlung der Berliner Bädergesellen nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem gewissenlosen, weil abjichtlichen Frreführungsversuch des Reichstages und des Ministeriums durch den Bund der Bäder und Konditorgehilfen Deutschlands"( gelbe Richtung) in seiner Betition für eine zweiundzwanzigstündige Sonntagsruhe, die in Wirklichkeit eine hinterhältige Eingabe gegen den von der übergroßen Mehrheit der Bädergejellen geforderten 36 stündigen wöchentlichen Ruhetag darstellt. Das Urteil verstößt gegen den elementarsten Grundsak jeder nach Gerechtigkeit strebenden Entscheidung, daß ein Urteil ohne Ansehen der Person zu fällen ist und daß kein Richter ein Recht hat, seine politische Ueberzeugung als Maßstab bei der Urteilsfällung anzuwenden. Ein Richter, der diese Grundsäße mißachtet, richtet nicht, sondern rächt sich an dem Angeklagten deshalb, weil dieser eine der politischen Anschauung des Richters entgegengesezte Anschauung hat. Ein solcher Richter fällt ein politisches, ein Tendenz " Ob die politische Ansicht des urteil, aber fein Rechtsurteil. Infulpaten begründet ist, hierüber zu urteilen, geziemt dem Richter nicht. Die Meinung als solche ist kein Verbrechen; sie Je schwieriger es fann nur strafbar werden durch die Form ist, den Inhalt hierbei zu sondern, um so strenger wird für den Richter die Verpflichtung, sich selbst zu überwachen, damit die Selb ftändigkeit und Unabhängigkeit seines Urteils vor dem Einfluß feiner eigenen Ueberzeugung gewahrt werde." Wie stark stechen die Darlegungen des Oberverwaltungsgerichts von diesen goldenen Worten, die der Kammergerichtsrat v. Grolmann( freilich vor länger als einem halben Jahrhundert) im Erkenntnis gegen In dieser Eingabe hat, wie selbst der Vorstand des Innungs- Dr. Johann Jacoby niederlegte! Zu Fehlschlüssen muß ein Richter berbandes in einer offiziellen Richtigstellung befundet, der gelbe fommen, der idi cls Richter gestattet, über eine Partei ein Urteil Pund mit dreisten, groben Unwahrheiten operiert. zu fällen. Das über die Sozialdemokratie von dem OberberwalDer Versuch, gefeßgebende oder ausführende Behörden zungsgericht gefällte Urteil zeigt die böttige Verständnislosigkeit täuschen, fann wegen der eventuellen Tragweite solcher niedrigen der Richter von den Zielen und dem Wejen der Sozialdemokratie. Handlungen nicht scharf genug verurteilt werden; es ist aber um Es steht auf derselben Tiefe, als ob ein Sozialdemokrat jagen so verwerflicher, als in diesem Falle die von fait allen Bäder- würde, die Richter stehen auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsgesellen und auch vielen Meistern sehnlichst erwartete endliche ordnung, also billigen sie alle Verbrechen, die in dieser stattEinführung einer sechstägigen Arbeitswoche bereitelt und hinter- finden, sind mithin Genossen von Mördern, Dieben, Räubern usw. trieben werden soll. Ueberdies aber widerspricht die Auffassung des Oberverwaltungsgerichts den Reichsgesehen und dem flaren Wortlaut des Artikels 4 der preußischen Verfassung. Daran wird dadurch nichts geändert, daß auch andere Richter ebenjo vorgegangen sind. Hundert Fälle Unrecht schaffen fein Recht. Die Gerichte, die das Oberverwaltungsgericht zitiert, sind die höchsten Disziplinargerichte. Rührt eine offensichtlich dem Gesetz widersprechende Rechtsprechung davon her, daß bei der Berufung an solche hohen Stellen nach dem Wunsche Bismards mehr auf Zuverlässigkeit" als auf Tüchtigkeit gesehen Eine Sache, die nur mit unwahrheiten begründet werden fann, muß eine außerordentlich schlechte sein. Dagegen wird die von solchen Leuten und mit solchen Mitteln befämpfte Sache durch sich selbst geadelt. Die Versammelten ersuchen daher den hohen Reichstag wiederholt und dringend, baldigit die von hochangesehenen Wolfswirtschaftern, Aerzten und Gelehrten als im Interesse der Arbeiter wie auch der Volksgesundheit unumgänglich nötig bezeichnete Einführung eines wöchentlichen 36 stündigen Ruhetages für die heute noch meist in sieben Nächten arbeitenden Bäcker und Konditoren zum Gejezz erheben zu wollen, wie dies in den meisten Kulturländern, teils schon sehr lange ,, der Fall ist." Soziales. wird? Sonderbare Praxis der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Seit Einführung der Angestelltenversicherung haben sich, wie wir wiederholt darlegien, verschiedentlich Mängel in ihrer praftischen Durchführung gezeigt. Mit der Zeit sollten sich dergleichen aber eigentlich beheben lassen. Weit gefehlt! Noch heute läßt die Reichsversicherungsanstalt die so notwendige egatte Erledigung der Geschäfte vermissen. Nach§ 188 des Versicherungsgesches für AnEin Sozialdemokrat darf nicht Gemeindefchöffe fein. gestellte werden gezahlte Beiträge durch Marten quiftiert. Von Jest liegt das Urteil gedrudt vor, durch das das Oberber- der Reichsversicherungsanstalt sind diese der Beitragsstelle bezi. waltungsgericht dem Genossen Liebig in Bierstadt bei Wiesbaden dem Beitragszahler auszuhändigen. Auf Grund des§ 184 des crfeines Amtes als Schöffe, von Bierstadt wegen seiner Zugehörig wähnten Geiebes tönnen mit Genehmigung des Reichskanzlers feit zur sozialdemokratischen Partei und der Betätigung feiner andere Quittungsleistungen zugelassen werden. Boran steht dabei Gesinnung bei der Wahl, in flarem Widerspruch zur Verfassung aber immer das Markenfleben, denn§ 184 bildet doch nur die und dem geltenden Recht, entsegt hat. Die Gründe sind ähnliche Ausnahme. Trozdem läßt die Reichsversicherungsanstalt Aufwie im Fall Gersonde, behandeln aber auch die Frage, ob, wie forderungen um Martensendungen für gezahlte Beiträge unbewir behaupten, eine solche Disziplinierung dem verfassungsmäßigen achtet. Allem Anschein nach will man auf diese Weise das MarkenGrundsatz der Gleichberechtigung entspricht. Wir geben dies Ur- system durch andere Quittungsmethoden ersetzen". Den Beitragsteil wegen seiner grundsätzlichen und grundjaklofen Bedeutung zahlern jollte man aber keine Schwierigkeiten in der Erlangung ausführlicher wieder. bon Beitragsmarken machen, denn sie haben ein gejekliches Recht auf Erhalt von Marten. Oder will man das Gefeh auf diese Weise forrigieren? Aufflärung von zuständiger Stelle wäre da jehr angebracht und ersparte den Beitragszahlern manche Mühe und manchen Verdruß. In der Diskussion wurde von Befürwortern der Berschmelzungsresolution befont, daß diese noch nicht die Verschmelzung selbst verlange. Es solle nur eine Besprechung mit den beteiligten Verbänden herbeigeführt werden, um deren Stellung kennen zu lernen und Klarheit zu schaffen. Im übrigen sprachen die Die fussionsredner meistens gegen die Berschmelzung, weil sie sich keinen Erfolg davon versprechen. Viel wichtiger jei es, die 40 000 Lederarbeiter, welche noch nicht organisiert sind, dem Verbande zu zuführen. Das würde eine Stärkung der Macht der Organisation sein, während die Verschmelzung mit anderen Verbänden nicht ohne weiteres eine Stärkung der Macht bedeute. Mehrere Redner erflärten die Betriebsorganisation für die erstrebenswerte Form. In der Begründung wird zunächst dargelegt, daß Genosse Ueber die Einsetzung eines Verbandsbeirats waren die Meinungen Liebig als Gemeindejchöffe ein Beamter sei. Dann heißt es: geteilt. Auf der einen Seite war man der Ansicht, daß der Beirat " In Uebereinstimmung mit den übrigen höchsten Disziplinar in der Lage sei, in wichtigen Angelegenheiten den Standpunkt der behörden hat der Gerichtshof in ständiger Rechtsprechung nicht nur Mitglieder gegenüber dem Vorstande zu vertreten. Auf der anderen den Beitritt zu einer staatsfeindlichen Partei, insbesondere der wurde geltend gemacht, durch die Schaffung einer neuen Instanz Sozialdemokratie, sondern auch jede bewußte Förderung der Ziele Wie die Halleschen Agrarier die Wohnungsnot ,, bekämpfen". sei eine Vermehrung der bureaukratischen Einrichtungen und eine derselben für einen Beamten mit den Pflichten seines Amtes Verminderung der Teilnahme der Mitglieder am Verbandsleben als unvereinbar erachtet.( Vergl. v. Rheinbaben,„ Die preußischen Hausagrariertum beherrschte Stadtverwaltung Halle a. S. endlich Vielleicht als letzte der größeren Städte hat sich auch die von Disziplinargesebe", 2. Aufl., S. 81 ff.; Entscheidungen des Ober- entschloffen, etwas zur Steuerung des grauenhaften WohnungsIn der Abstimmung wurde die Einsehung eines Ver verwaltungsgerichts, Bd. 55 S. 471, 472, Bd. 63 S. 468; Schulze, elends zu tun. Die Maßnahmen, die in der am Montag stattge bandsbeirats mit 19 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Die Rechtsprechung des Kaiserlichen Disziplinarhofes, S. 49, 51.) Das fundenen Stadtverordnetenjigung beschlossen wurden, find eigentlich Abhaltung von Branchenkonferenzen wurde gegen wenige Stimmen Allgemeine Landrecht enthält unter der leberschrift:„ Von den fundenen Stadtverordnetenjibung beschlossen wurden, find eigentlich beschlossen. Die Verschmelzungsresolution wurde mit Rechten und Pflichten des Staates", zu welch letterem auch die nur" Richtlinien", denn das wirksamite Mittel, die Errichtung von 18 gegen 14 Stimmen abgelehnt. Damit ist, wie Mahler Beamten der Gemeinde als mittelbare Staatsbeamte gehören, Aleinwohnungsbauten in eigener Regie, wurde von allen Instanzen vor der Abstimmung im Schlußwort bemerkte, gegen das Prinzip folgende allgemeine Grundsäge: 1. Militär- und Zivilbediente alatt abgelehnt. Wie schlimm die Wohnungsverhältnisse in der der Verschmelzung nichts gesagt, sondern nur ausgedrückt, daß eine sind vorzüglich bestimmt, die Sicherheit, gute Ordnung und den der Magistrat seiner Vorlage gegeben hat. Bon rund 7000 WohUniversitätsstadt Salle sind, geht aus der Begründung herbor, die mirtschaftliche Notwendigkeit zur Verschmelzung jezt nicht vorliegt Wohlstand des Staates unterhalten und befördern zu helfen. und deshalb auch eine Besprechung mit den anderen Verbänden 2. Sie sind außer den allgemeinen Untertanenpflichten dem nungen, die die im Jahre 1911 nach vieler Mühe angestellte nicht erforderlich sei, die ja auch kein Verlangen danach hätten. Oberhaupt des Staates besondere Treue und Gehorsam schuldig. Wohnungsinspektorin bejichtigt hat, mußte ein Drittel der Spierauf erstattete der Kassierer Bod- Berlin den § 3. Ein jeder ist nach der Beschaffenheit seines Amtes und nach äußerst spärlich vorhandenen Kleinwohnungen beanstandet Raffenbericht. dem Inhalte seiner Instruktion dem Staate noch zu besonderen werden, da sie zum dauernden Aufenthalt von Menschen ungeeignet Gingehend besprach er die Einzelheiten der Kassenberhältnisse Diensten durch Eid und Pflicht zugetan. Demgemäß in Ver- waren. Außerdem hat ein ebenso großer Bruchteil als überfüllt und bezeichnete die finanzielle Entwidelung in der abgelaufenen bindung mit Artikel 108 der Preußischen Verfassungsurkunde wird au gelten, so daß also zwei Drittel aller Kleinwohnungen nicht Geschäftsperiode als günstig. Wenn hier und da von hohen Bei der Diensteid der im unmittelbaren wie im mittelbaren Staats- ben elementarsten Anforderungen entsprechen. Während der An trägen gesprochen werde, so solle man doch berücksichtigen, daß ein dienst stehenden Beamten dahin geleistet, daß der Schwörende teil der leeren Großwohnungen 4 Broz. aller Großwohnungen ausDrittel aller Ausgaben in Form von Unterstüßungen den Mitglie- Seiner Königlichen Majestät von Breußen untertänig, treu und macht, beträgt er bei den Aleinwohnungen seit Jahren laum 0,9 bern wieder zugute fomme. Wenn nicht außergewöhnliche Verhält- gehorsam sein und alle ihm vermöge feines Amtes obliegenden Brozent. Nach den weiteren Angaben des Magistrats brachte die nijje eintreten, werde die Lage der Kaffenverhältnisse auch in Zu- Pflichten nach seinem besten Wissen und Gewissen erfüllen, auch die Knappheit für die Kleinwohnungen froß ihrer menschenunwürdigen funft eine günstige sein. Verfassung gewissenhaft beobachten wolle. Diesen Eid hat der Beschaffenheit eine Steigerung der Mietpreise um mehr als 15 BroDie Diskussion erstreckte sich lediglich auf geschäftliche An- angeschuldigte Liebig geleistet. Mit dem darin bekräftigten Ge- zent, daneben eine sehr bedentliche Zunahme des Schlafstellengelegenheiten, Formalitäten der Abrechnung und dergleichen. Be- löbnis der Treue und des Gehorsams ist die Förderung der Ziele wefens. Die Bauunternehmer haben sich fast ganz von der einer Partei absolut unverträglich, welche, wie die sozialdemo- Schaffung von Kleinwohnungen zurüdgezogen, und die gemeinschlossen wurde: Der Verbandsvorstand wird ausdrüdlich ermächtigt, bei fratische, die Grundlagen der bestehenden Staats- und Rechts- nüßigen Bauvereine haben infolge der vielfachen Erichernisse der das Stadtparlament beherrschenden Grundstüdsbefiber nicht in ge nicht zureichenden Kassenmitteln Ertrabeiträge obligatorisch auf ordnung befämpft." Mie Beitragsmarten aufzuschlagen." Ueber das Wahlrecht der Beamten sagt das Gericht dann: nügendem Maße dem Mangel zu steuern gesucht. �etzt ist man sich etü>lich gAtoocbfn, alle, Naubersine vni> private» Bauuntarnahmcr. die sich zur Errichtung von Klei»- Wohnungen, inSbes andere soschen von 2 Zimmern, verpflichten, durch Hergabe billigen Baulandes— bei dessen Preisbemcffung unter Umständen bis zum Selbstioitenpreis beruntcrgegangen wer- den soll—, Ueberncchmc von Anteilen und Bürgschaften, Ermäßi- gung der Herstellungskosten zu unterstützen. An Bauvcrcine und Private sollen Darlehen bis zu 30 Proz. der Grundcrwerbs- und Baukosten gewährt werden. Für diese und andere Vergünstigungen hat sich die Stadtvcrtualtung ein weitgehendes Aufsichts- und auch das Vorkaufsrecht gesichert. Ter von unseren Genossen ge- forderte Wohnungsbau in eigener Regie wurde glatt abgelehirt, ebenso ein Antrag, kinderreichtn Familien 19 bis 20 Proz. Miets- Zuschutz zu zahlen.— Tic belgische Arbcitervcrsicherung. Am Freitag, den 8. Mai, nahm die belgische Kammer die Ar- beiterversich-rungsgcsctze an. ES handelt sich um ein Alters- PensionSgesetz und ein Kranken- und Jnvaliditätsgesctz. Das Alterspcnsionsgesctz gewährt den Arbeitern, welche 6.ö Jahre alt sind, eine Höchitpcnsion von 239 Frank, die sich jedoch verringert, wenn nicht mindestens 49 Jahre lang der Beitrag gezahlt wurde. An Krankengeld wird 1 Frank pro Tag gewährt, und zwar aus die Dauer von drei Monaten. Nach dieser Zeit wird der Kranke für invalide erklärt und erhält edensalls 1 Frank pro Tag. Diese Arbeiterversichcrungsgesetze sind das Musterbeispiel einer heuchlerischen klerikalen Sozialpolitik. Bei den Wahlen im Jahre 1912 hatten die Klerikalen ihren Wählern versprochen, für eine Alterspension von 1 Frank vro Tag für alte Arbeiter einzutreten. Dieses ieierlichft gegebene Veriprcchen haben die Klerikalen in der schnödesten Weise gebrochen. Auch in der Krankenversicherungs- gesetzgebung sind nicht die elementarsten Forderungen erfüllt wor- den. Dos ganze stellt nichts weiter dar, als einen Versuch der Klerikalen, sich vor den kommenden Wahlen einen guten Abgang zu verschassen. Unsere Genossen in der belgischen Kammer haben den niederträchtigen Volksbetrug der Klerikalen nicht mitgemacht. Sie haben sich der Abstimmung emhaltcn und folgende Erklärung ab- gegeben, welche Genosse Huvsmans in der Freitagssitzung verlas: »Tie sozialistische Gruppe wird nicht mit Ja stimmen, weil der Gesetzentwurf Taufende von Handwerkern und geistigen Arbeitern von der sozialen Versicherung ausschließt; weil er die Schaffung von Unternehmerversicherungskasien begünstigt, von deren Leitung die Arbeiter ausgeschlossen sind, weil er den Versicherten Garantien gibt, obne eine wirkliche Unterlage für dieses Versprechen zu haben. Das ganze Vcrstcherungssystcm gewährt keine genügenden Eni- schädigungen für die Versicherten. Die Erklärung wendet sich dann gegen den Ausschluß der schlcchtbezablten Arbeiter von der Ber- sicherung und tadelt es, daß Tausendc von Arbeitern, die gegen- wärtig schon alt sind, nicht unter die Versicherungsgesetzc sallrn und weiterhin von Almosen leben müssen. Der Gesetzentwurf legt die Lasten der Versicherung gegen die Invalidität den Arbeitern auf, ohne die Unternehmer und den Staat in entsprechender Weise heranzuziehen; er steht auch keine Steigerung der Alterspension vor und verwirklicht nicht einmal die Versprechungen, welche die Mehr- zahl der Abgeordneten der Klerikalen bei den Wablen 1912 ihren Wählern gegeben baben. Endlich legt das Gesetz in hie Hände der klerikalen Partei die Mittel zur politischen Herrschaft und Unter- drückung der Arbeiter. _ Die sozialistische Kammergruppe stimmte auch nicht gegen das Gesetz, weil es in bezug aus die Alterspenston das Eingreisen der Staatsgewalt als notwendig anerkennt und weil es die Verpflichtung des Staates zur sozialen Gesetzgebung festsetzt. Tie Arbeiterpartei bot in der Kammer immer diesen Standpunkt vertreten. Es ist ein Triumph für sie. daß jetzt die Klerikalen diesen Standpunkt anerkennen müssen und daher mit ihrer Majorität für diese Ver- sicherungsgesctze, so unzulänglich sie sind, eintreten müssen. Die Versicherungsgesetz« interessieren zwei Millionen Arbeiter, und es ist unvermeidlich,� daß sie in allernächster Zeit verbessert werden. Aus diesen Gründen enthält sich die Arbeiterpartei der Ab- stimmung." Die Versichcrungsgefetz: wurden nach Verlesung dieser Er- klärung mit 83 Stimmen bei 97 Entbaltungcn angenommen. Die Kammer vertagte sich alsdann aus unbestimmte Zeit. Am 24. Mai werden die Neuwahlen zur Kammer stattfinden, aus der die Hälfte der Abgeordneten ausscheidet Gerichtszeitung. Küsir und Wandervogel. Der Lehrer Willy Reitzenfeld hatte sich gestern vor der 1t). Strafkammer gegen zwei Anklagen zu verantworten. Er soll vor drei oder fünf Jahren je eine Schülerin geküßt und soll ferner einen Studenten und eine Lehrerin durch eine anonyme Denunziation der Vorfchublcistung der Auswande- rung von Mädchen nach Brasilien zu Kupeleizwcckcn wisicnt- lich falsch beschuldigt haben. Der Angeklagte ist jetzt Lehrer bei der28i. Gemeindeschule, früher war er bei der 199. Geincindeschule angestellt. Bei seinen Schule- rinnen war er sehr beliebt. Er bestreitet. Schülerinnen geküßt zu haben. Zwei Zeuginnen, jetzt 17 Jahre alt, bekunden aber, sie seien vom Angeklagten in dessen Wohnung geküßt worden. Beide Mädchen erklären, daß ste die Küsse, die ihnen zwar überraschend gekommen seien, nicht als Kränkung empfunden haben; der Ange- klagte sei von den Mädchen sehr verehrt worden. Unsittlich be, rührt habe sie der Angeklagte nicht, aber auch sonst noch mehrfach geküßt. Die Denunziation bestreitet der Angeklagte geschrieben zu haben. Ein Sachverständiger, Dr. Schneitert, glaubt mit Be- stimmtheit deS Angeklagten Handschrift in der Eingabe zu erkennen. Der Graphologe Langenbruch ist außerstande, ein bestimmtes Gut- achten abzugeben. Zur Sprache kommt, daß die angeblich Be- schuldigten mit dem Angeklagten aus Anlaß von Vorgängen im Wandervogel in Differenzen geraten waren. Angeklagter wollte die stark nationale und die antisemitische Strömung in dem Wandervogel nicht mitmachen. Ter Student Swects, der ebenso wie die Lehrerin Rahmlow wissentlich falsch beschuldigt sein soll, gibt an, er sei Bodenresormer und Ilnhängcr einer„nationalen" Auswanderung nach Brasilien. Von Anlockung von Mädchen könne keine Rede sein. Angeklagter kenne genau seine Bestre- bongen. Ter Staatsanwalt beantragte nach Schluß der Beweisaus- nabme gegen den Angeklagten eine Gesamtstrafe von K Monaten Gefängnis. Die Verteidiger plädierten aus Freisprechung, eventuell weitere Beweiserhebung. Nach längerer Beratung beschloß das Gericht, die Ver- Handlung auf den 14. d. M. nachmittags 2 Ys llhr auszusetzen und dazu mehrere Zeugen, unter anderem den Pfarrer Pfeifer und den Rektor Friese zu laden und den Graphologen Langenbruch mit weiterer Prüfung der anonymen Anzeige an das Polizeipräsidium zu beauftragen. Der diebische Hauswirt. Ein Hauswirt, der seine eigenen Mieter bestiehlt, mußta sich in der Person des Gastwirts und Hauseigentümers S ch n e g e l aus Franz.-Buchholz vor der dritten Straf- kammer des Landgerichts III verantworten. Ter Angeklagte ist Eigenlünier eines größeren Grundstückes in Französisch-Buchholz. in welchem u. a. auch der Bahnarbeiter Stuhlmacher wohnhaft wor. Eines Tages erfuhr er durch einen Zufall, daß Frau St.. wenn ste nach Berlin fahren mußte, den Wahnungsschlüssel auf der Overkant« der Stalltür niederlegte für bm Fall, dach ihr Mann vor ihrer Rückkehr heimkehrte. Wie die Verhandlung ergab, war der AngeTkagte«it SHTTe die, es Schlüssels rn ehemals in die Wohnung eingedrungen, hatte hier alles durch- stöbert und dabei auch zwei Sparkassenbücher über 299 und� 150 M. entdeckt. Er hob unter Fälschung des Namens des St. verschiedene größere Beträge ab, legte dann aber die Sparkassenbücher wieder an denselben Fleck, an dem er sie gefunden hatte, so daß der Eigen- tümer der Bücher niehrcre Monate lang überhaupt nichts merkte. Erst als die Frau St. in einer vorübergehenden Bedrängnis sich von der Sparkasse Geld holen wollte, erfolgte die Entdeckung. Tie Ermittelungen nach dem Täter blieben längere Zeit ohne Erfolg, schließlich wurde zur allgemeinen Ueberraschung der eigene Haus- Wirt der Bestohlenen als Dieb entlarvt. Der Staatsanwalt beantragte eint Gefängnisstrafe von 8 Monaten. Das Gericht verurteilte den bisher unbescholtenen Angeklagten wegen Diebstahls und llrkundcnfäischung zu 3 Monaten Gefängnis.___ Dfsizicrsbelcidiguog. Was olles als Offiziersbeleidigung angesehen werden kann, zeigt wieder nachstehende Gerichtsverhandlung; Angeklagt war ein Herr Borgmanu, der zwei Leutnants be- letdigt haben sollte. Er' hat nämlich bemerkt, daß diese ibre Burschen auf einem Hängeboden schlafen ließen, der zum Unter- bringen von Menschen nicht geeignet war. Daraufhin hatte er bei der Polizei und dem Regiment Anzeige erstattet und gebeten, dafür zu sorgen, daß die Leute..menschenwürdig' untergebracht würden. Hierin erblickt« die Staatsanwaltschaft eine Beleidigung der Lcut- nants, weil darin der Vorwurf liege, sie hätten ihre Leute nicht menschenwürdig untergebracht. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Burschen jedenfalls bis kurz vor Erstattung der Anzeige auf dem Hängeboden geschlafe« hatten und daß der Hängeboden von der Polizei schon ein Jabr vorher als Wohnraum verboten worden war. Ter Staatsanwalt brachte es fertig, nach dieser BeweiSanf. nähme gegen den Angeklagten sechs Wochen Gefängnis zu bean- tragen. Das Urteil lautete auf 25 M. Geldstrafe. Das Schlafenlassen auf dem Hängeboden ist wegen seiner gesundheitsgefährdenden Wirkung verboten. Ist das denn nicht menschenunwürdig-? Versammlungen. Koalitionsrecht, Polizei, Reaktion. Der Transportarbeiterverband, eine der Gewerkschaften, die Polizeipräsident v. Jagow für politisch erklärt hat, veranstaltete am Sonntag für seine Jndustriearbeitersektion eine Versammlung in Ballschmieders Saal, die von etwa 1999 Personen besucht war. Rechtsanwalt Dr. Hugo Heincmann sprach über das Thema: ..Koalitionsrecht, Polizei und Reaktion." Mit Hinweis auf das Vorgehen des Polizeipräsidenten gegen die Gewerkschaften sagte der Redner; Von dem Augenblick an, wo das Reichsvereinsgesetz an- gnommen wurde, war es klar, daß die Regierung die Absicht hatte, diesen Plan auszuführen. Man wußte also, daß es so kommen würde, und man kann sich nur wundern, daß es erst jetzt gekommen ist. Die Absicht des polizeilichen Vorgehens ist, den Gewerkschaften den jugendlichen Rachwuchs zu entziehen. Der Paragraph, der hier- zu die Handhabe bietet, ist durch einen Verrat, den die Liberalen an ihren Grundsätzen übten, in das Gesetz gekommen. ES ist die größte Schmach für den Liberalismus, daß er diesen Verrat im Bunde mit den Konservativen beging. WaS der Polizeipräsident fetzt gegen die Gewerkschaften unternommen hat, daS ist ein Glied in dein System, das darauf ausgeht, den Arbeitern das Koalitions- recht zu nehmen.— Beim Sozialistengesetz, der Zuchthausvorlage, dem llmsturzgesetz gab man noch vor, man wolle nur die angeblich vorhandenen Auswüchse der Arbeiterbewegung bekämpfen. Jetzt aber handelt es sich picht mehr um die Bekämpfung angeblicher Auswüchse, sondern die Ausübung des Koalitionsrechts soll über- Haupt verhindert werden. Die Feinde der Arbeiterbewegung gehen aufs ganze. Die Arbeiterschaft Deutschlands befindet sich in einer sehr ernsten Situation. Ein freies Koalitionsrecht hat sie noch nie besessen, denn der Z 153 der Gewerbeordnung ist«in Ausnahme- gesetz für die Arbeiter. Er stellt Handlungen unter Gefängnis- strafe, weil sie von Arbeitern in Ausübung des Koalitionsrechtes begangen werden. Während die Gesetzgebung den Zusammenschluß von Jnteressentengruppen der verschiedensten Art begünstigt, er- schwert sie den Zusammenschluß der Arbeiter in einer Weise, die im ganzen Rechtsleben nicht ihresgleichen hat. Die Verrufs- ertlärung gegen Leute, welche die Interessen ihres Standes, ihrer Organisarion verletzten, ist überall erlaubt. Nur der Arbeiter wird bestraft,, wenn er den Streikbrecher brandmarkt. Die hentige Ge- sellschaft braucht den Streikbrecher wie sie den Spion braucht. Deshalb wird seine Ehre geschützt wie die keines anderen.— WaS die Gesetzgebung getan bat, um das Koalitionsrecht der Arbeiter unter ein Ausnahmegesetz zu stellen, daS hat die Rechtsprechung noch erweitert. Aber damit ist es noch nicht genug. Der von der Regierung gebilligte Kommissionsentwurf zum Strafgesetzbuch ent- hält— wie der Redner im einzelnen nachwies— Bestimmungen, welche die Ausübung des Koalitionsrechtes ungeheuer erschweren, ja für große Arbcitersckichten überhaupt unmöglich machen. Wenn dieser Gesetzentwurs erst in amtlicher Fassung vorliegt, wird ein überaus heißer Kampf entbrennen. Aber in diesem Kampfe werden die herrschenden Klassen nicht siegen, wenn die Arbeiter ohne Unter» schied der Parteirichtung zusammenstehen, wie sie es bei der Be- kämpiung der Zuchthausvorlage mit Erfolg getan haben. Den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Referenten sMoß sich der SektionSleiter F r o m k e an mit einem Aufruf zur regen Mitarbeit aller Kollegen an den agitatorischen und organisatorischen Arbeiten. �ius aller Welt. Deatsche Prinzen werde« nicht gewünscht. In Kanada fürchten nicht wenige, daß die Engländer den Plan haben, die Kolonien allmählich in abhängige Monarchien zu verwandeln, um sie so fester an die Krone zu fesseln und den republikanischen LoStrcnnungs- oder UnobhängigkeitSbestrebungen entgegen zu wirken. Im Jahre 1911 wurde ein Mitglied der königlichen Familie, der Herzog von Connaught. zum General- gouverneur von Kanada gemachr. Bor einigen Tagen hat man wieder einen königlichen Prinzen, der Königin jüngsten Bruder, Kanada bestimmt. Im Anschluß der Vorschlag ausgetaucht, die Kanada. Australien und den anderen Tochterstaate» pennanent durch einen Prinzen aus dem königlichen Hause zu besetzen. Doch für den monarchischen Gedanken scheinen sich die Kanadier nicht begeistern zu können. Schon die Ernennung des Herzog? von Connaught rief vor drei Jahren vielfach Verstimmung hervor. Die jetzt erfolgte Ernennung des Bruder« der Königin bat die Kanadier zu offenem Widerspruch gereizt. Am 3. Mai ftagte der frühere liberale Minister E m m e r s o n im Kanadische» Unter- hause an, ob e« wahr sei. daß der Fürst Alexander von Teck zum Generalgouverneur von Kanada ernannt worden sei. Er fügte hinzu, er hoffe, daß sich die Nachricht als nicht zutreffend herausstellen werde; das fei wenigstens seine persönliche Ansicht. Der konservativ« Preniierminister Borden bestätigte darauf die Richtigkeit der Meldung. In einem Interview sagte darauf Herr Emmerson u. a.: »Ich bin nicht für die Fortsetzung der Praxi», Kanada von Mit- gliedern der königlichen Familie regiere« zu lassen. Man ermntigt den Fürsten von Teck. zum Generalgouverneur von an diese Ernennung ist mm GeneralgouverneurSposten in dadurch in einem demokratischen Lande de» dftefcflirfe« e-sin ec höheren Gesellschaft und da« ist für eine junge Nation wie Kanada nicht gut.... Ich habe mchtS dagegen, daß uns das alt» Land einen Geschäst-mann schickt, der al« titulares Haupt fungiert. DaS ist eine Praxis, die ich nicht verurteile; aber ich will nicht, daß deutsche Prinzen. über Kanada herrschen. Je eher man davon abkommt, um so besser wird es sein." Man kann den Kanadiern ihre ablehnende Haltung nicht ver- denken. Weshalb sollten auch gerade sie das Versuchskarnickel für einen deutschen Prinzen abgeben? Ihre Haltung in der Flotten- frage beweist, daß ihnen die inbrünstige Umarmung der englischen Jtnperialisten unangenehm ist. Wirtschaftlich, politisch, sozial und geistig stehen sie den Vereinigten Staaten viel näher als dem Mutter- lande und der Abstand von England erweitert sich jährlich infolge der wirtschaftlichen Entwicklung und der großen ausländischen Ein' Wanderung.___ Wen« Wilhelm II. reist. In letzter Woche hat Wilhelm II. auf einer semer vielen Reffen auch die Schweiz im Zuge durchflogen. Während kaum jemand Notiz von diesem Ereignis nahm, haben die Behörden mit Aengstlich- keit gewacht und eine fieberhaste Tätigkeit entwickelt. Aach den Vorkehrungen zu schließen, muß ihre Sorge nicht gering gewesen sein. ES wird darüber gemeldet: .Die Arbeiten an Gleisen und Brücken wurden auf der ganzen Linie eingestellt. Schon Tage vorher wurde die Linie kontrolliert und kurz vor Durchfahrt nochmals nachgesehen. Zahlreiche Wachen auf der Strecke, bei Brücken und den Tunnelübergängen, sowie bei den Weg- und Straßenkreuzungen waren aufgestellt. Unübersichtlichen Stellen wurde besonderes Augenmerk geschenkt; namentlich wurde in Tunneln, Nischen und Kammern nachgesehen. Die Stellwerkanlagen wurden von Aufsehern und Monteuren kontrolliert, so daß alles prompt funktionieren mußte. Den Zug selbst begleiteten neben dem Zugspersonal einige Oberbeamte. Auch bei der Talfahrt und bei der horizontalen Strecke wurde der Zug mit zwei Lokomo- tiven geführt, um auch bei Defektwerden der einen die Fahrt fortsetzen zu können. Der Bahnhof in Basel war während der ganzen Dauer der Einfahrt und des Aufenthaltes des kaiserlichen Zuges für das Publikum gänzlich gesperrt." Ganz nach preußischem Muster find aber die Nachkominen des Wilhelm Teil doch nicht verfahren. Der kaiserliche Zug stand unter der Führung eines— Sozialdemokraten, mit dem Wilhelm II. während eines kurzen Aufenthaltes vor dem Gotthardt- tunnel sprach und— ihmdieHand drückte. Da dieser Ge- nosse sogar Vertreter der Arbeiterschaft im Kantonsrat(Landtag) ist, hat Wilhelm II. hoffentlich die Erkenntnis mit nach Hause ge- nommen, daß es sich unter einem sozialdemokratischen Zugführer ebenso sicher fährt, wie unter einem mit amtlich genehmigter Ge« stnnung._ Tie schwarzen Pocken. Eine Maff'anerkrankung an schwarzen Pocken lvird aus G r e v e n in Westfalen gemeldet. Darr sind am Sonntag sieben Personen, darunter ein Arzt, an der Seuche erkrankt. Einer der sofort ins Krankenhaus eingelieferten und dort isolierten Kranken ist gestorben. Auch aus Laura- Hütte wird ein Fall von Pockenerkrankung gemeldet. Bei der dort wohnenden Witwe P r u d l o wurden die schwarzen Pocken festgestellt. Die Erkrankte und zehn Personen, mit denen sie in Berührung gekommen war. wurden ins Krankenhaus eingeliefert._ Festnahme der Mörder des Konsnls Bratt? Ei» blutiger Zusammenstoß zwischen Polizeibeamten und zwei verdächtigen Personen, in denen man die Mörder des im Eisenbahn- zuge ermordeten norwegischen Kons uls Bratt vermutet, wird aud Tunis gemeldet. AIS am Montagabend ein Polizei- beamter in einem Kaffeehause in Sul HarkaS zwei verdächtig erscheinende Leute festnehmen wollte, feuerte der eine vier Re- v o l v e r s ch ü s s e auf den Beamten ab. Dieser blieb unverletzt. Ein zweiter Beaniter schoß den Angreifer nieder und ver- letzte ihn so schwer, daß er bald darauf im Krankenhause starb. Sein Genoff'e ließ sich ohne Widerstand verhaften. ES handelt sich, wie man annimmt, um die Mörder deS auf der Streck« Tindscha— Moteur ermordet aufgefundenen norwegische» Kon- sul« Batt. Kleine Notizen. Bom Blitz erschlagt». In einer Kolonie der Zeche.Sachsen" in Hamm schlug Dienstag llorniiting der B l i tz in eine Zement-> bude, in welcher drei Arbeiter beschäftigt waren. Einer davon, ein Oesterreicher, war sofort tot, der zweit« wurde schwer, der dritte leichter verletz i. LiebeSdrama in Köln. Am Montagabend hat der Kaufmann E. Plate in Köln in der Wohnung seiner Geliebten, der Ehefrau Engelbrecht, diese durch einen Schuß in den Hals lebeaS- gefährlich verletzt und sich dann selbst einen Schutzinden Kopp beigebracht. Beide wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Aus hinter- laffenen Briefen acht hervor, daß Plate die Tat ,m Einverständ- ni« mit seiner Geliebte» begangen hat. Erdrutsch in Tpanirn. Nach einer Meldung auS Jaen lAndalusien) hat in B e z m a r ein Erdrutsch stattgefunden; da-> bei wurde eine Anzahl Arbeiter verschüttet und vier davon ge« tötet. Schweres Explofiensuoglück. In dem Maschinenraum de» Dampfer«.Jefserson' der Old Dominion Company hat eine Explosion stattgefunden; sieben Man« sind tot;> und einige andere schwer verletzt. Die Suffragetten. In der königlichen Akademie in London brachte Dienstagnachmittag eine Frau mit einem Handbeil dem Bildnis des Herzogs von Wellington von Professor Hubert Her-' komer drei Risse bei. Sie wurde verbastet. Schwerer Fliegrrunsall in England. In Aldershot stießen Dienstagabend zwei Militär- Zweidecker in mäßiger Höhe zusammen und wurden zertrümmert. Kapitän Anderson und sein Mechaniker, die sich in dem einen Flugzeug befanden. wurden getötet und Leutnant Wilson, der daS andere Flug- zeug steuerte, wurde schwer verletzt. WafferitondS-Rack» richten der LandeSantlatt Iftr Gewäffertunde. mitgeteilt vom Berliner»etterlUir�on Wasserstand «emel. Tilstt P r e a e l, Jnsterburg Weichsel, Thon, Oder. Siatibor , ftrosjen Frantmrt arth e, Schrimm , Landsberg Netze, Vordumm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Larby . Magdeburg Wasserstand Saale, Nrochlitz Havel, Spandau») . Rathenow») Spree, Spremberg') , BeeSkow Weser, Münden . Mnden Rhein, MaximilianSau . Kaub , Köln Neckar, Heilbrom» Mai«, Hanau Mosel, Trier am tl.S. am 112 44 so so so iss S58 S4S 310 323 103 IS? «chj seit 10.5. cm') -4 I +2 0 -17 0 +21 ? rl +!>. + 11 — 1 ff+ bedeutet Such»,— Ja«.— BjrtwPegei. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands Restaurant Roter Adler Verwaltungsstelle Berlin. N 54, finienftr. 83-85. Telephon: Amit Norden 185, 1239, 1987, 9714. Donnerstag, den 14. Mai, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung der Elektromonteure u. Helfer Groß- Berlins in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm Straße 31. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Erwin Neumann: ,, Die Elektrizität und ihre Industrie." 2. Brandjenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 14. Mai, abends S, Uhr: Allgem. Branchen- Versammlung Verwaltung Berlin. Nieder- Schönhausen- Nordend Blankenfelder Straße 17, vis- a- vis Gethsemane- Kirchhof ( früher Lichtenberg, Herzbergstr. 23). faif.). Einladung aller Kollegen der Holzbranche! Empfehle den w. Genoſſien meine Vereinsfäle( 300 Pers. aliji). Raffectüche. Donnerstag, den 14. Mai, abends 8 Uhr, in der„ Alhambra", Wallner- Theater- Str. 15: Allg. Holzbildhauer- Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme nud Beschlußfaffung über aufzustellende Forderungen. Bilicht aller Kollegen ist, ob organisiert oder unorganisiert, zu erscheinen. Die Tischler werden ersucht, doch die Bildhauer, welche in ihren Betrieben beschäftigt find, nochmals daran zu erinnern. 20/10 Die Branchenkommission. Abwechselung in die Krankcafoft zu bringen, ist eine wichtige Auf gabe aller derer, die für die Ernährung von Kranten und Refonvaleszenten zu sorgen haben. Eine schäzenswerte Hilfe bietet hierbet das Kufete Kochbüchlein, denn es zeigt in 104 praktischen und leicht auszuführenden der Schmiede, Kesselschmiede, Autogen- ochrezepten, wie abwechselungsreich man den Speisezettel gestalten lanu, schweißer und Karosseriearbeiter in den Sophien- Sälen, Sophienstr. 17/18( großer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten K. Spiegel. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Zahlreiches Erscheinen, besonders der Kollegen aus den Mittelund Großbetrieben, wird erwartet. Achtung! Metalldrücker Achtung! Freitag, den 15. Mai, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( großer Saal): Fortsetzung der vertagten Versammlung vom 4. Mai 1914. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Freitag, den 15. Mai, abends 6 Uhr: Versammlung der in den chirurgiichen und bakteriologischen Betrieben befchäft. Klempner in den Audreas- Festsälen, Andreasstr. 21. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Die Kollegen werden dringend gebeten, wegen wichtiger Angelegen: beiten zahlreich zu erscheinen Die Ortsverwaltung. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich das Lokal ,, Zur Tonne" Sportplaz Rummelsburg übernommen habe. Hirschberger Straße 1 Oswald Kimmel. 4. Prenhisch- Süddeutsche " wenn man das als vorzüglich anerkannte Sufete" in der Krankentüche gebraucht. Das Büchlein, das fich großer Beliebtheit erfreut, ist in Apotheken und Drogerien gratis erhältlich. Jeden Sonntag: Tanzkränzchen. Otto Steffan. Persil Das selbsttätige Waschmittel für Leibwäsche!" Henkel's Bleich EIS Garbáty Cigaretten Qualitat 114065( 3000) 87 308 20 63 90 415 630 694 708 842 68 75 96 115259 402 3 697 641 97 857 901 116117( 600) 254 350 633 253 69 367 66 71 672 607 727 906 18 119018 34 98 366 692 745 904 ( 230. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie( 500) 763( 500) 117071 202 513 43 749 942 118009 71 173 5. Rlaffe 4. Biehungstag 12. Mai 1914 Vormittag Auf jebe gezogene Nummer find zwei gleich bobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Alamutern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachbruck verboten) 4265 89 97 384( 1000) 453 594 691( 600)$ 109 11 40 464 801 22 75 2189 98 234 380 446 555 855 995 3287 474 579 690( 1000) 994( 500) 4030 162 306 413 734 827 87 5027 236 332 46 401 69 685 622 758 72 84 87 6005 91 195 427 758 813 7050 116 298 309( 1000) 661 660 67 888 916 31 8016 37 271 448 882 914 80 9125 345 401 83( 1000) 84 87 606 750 887 10301 40( 1000) 620 38 756 962 11007 211 367 661 846 913 12194( 600) 369 911 81 13074 240 67 84 491 607 67 83 766 81 864 992( 1000) 93 14096( 500) 207 513 676 935 15225 46( 500) 79 382 630 79 99( 3000) 782 18260 305 94 494 635 602 721 90 938 49( 1030) 64 17000 16 21 164 274 424 637( 1000) 77( 1000) 99 798 18107 868 12013 15 92 186 468 701 31 20001 22 200 327 79 406 85 95( 500) 767 96( 500) 820 909 21040 67 62 64 318( 600) 437 787 22062 138 58 220 72 404 78 623 71( 500) 643 938 28170 816 978 24048( 1000) 269 326( 1000) 87 472 825 25023 69 240 439 690 836 26068 100 29 366 664 90 658 27143 96 243 881 473 735 28194 639 751 23098 106 29 312 50 485 506 30 879 87 30049 318 94 442 594 687 770 941 31149 383 90 405 78 ( 1000) 89 735 76 32098( 1000) 249 80 384 460 522 63 68 630 864 86 961( 500) 33166 73 409 10 670 812 945 34212 33 39 85 404 614 629 761 954 85034 109 75 79 331 84 489 74 96 632 87 874 36182 96 213 489( 1000) 500( 1000) 21 626 895 947 37025 126 247 413 25 616 733( 1000) 81 97 38043 47 83 627 706 88214 59 91 348 441 641 44 68( 1000) 76( 500) 674 945( 1000) 40428 90( 500) 613 808 81 41340 697 628 53 728 31 839 ( 500) 942 42093 183( 1000) 214 760 95 43008 213 351 816 ( 500) 44046 105 263 545 681 903 45174 227 36 380 400 559 732 65 853 48126 94 280 389 481 526 620 768( 3000) 830 67 926 84 47229 35( 1000) 377 486 780( 5000) 883( 1000) 48149 69 613( 1000) 27 49134 212 42 347( 500) 86 640 830 50016 21 29 411( 500) 626 718 849 58 923 74 51235 311 658 62000 9 245 830 544( 1000) 699 833 55 89 53076 106 372 452 634 91 908 54048 181 476 640 671 76( 3000) 804 69 976( 1000) 55087 171 673 79 721 58039 87 132 244 54 402 646 631 33( 1000) 39 758 908 57084 160 214 325 76 604 676 749 820 979 88132 236 398 643 87 88 710 59179,300 421 63 692 620( 3000) 40 46 88 781 903 68199 263 437 85 670 662 96 703 20 817 911 61081 101 60 62 226 328( 1000) 75 420 917 97 62106( 600) 266 334 37( 10 000) 427 510 28 78 63121 47 284( 600) 420 60 614 664 93 704 809 965 90 64042 44( 1000) 113 66 260 420 548 720 65041 77 81 208 366 922 37( 500) 68051 59 327 481 641 44 84 658.91 916 67037( 500) 174 254 76 421 88 629 86 710 74 861( 1000) 88596 811 24 948 69065 119 685 736 63 800 11 70 949 70078 125 250 338 598 668( 1000) 97 862 919 71013 301 33 41 412 549 67 767 74 887 915 75 72150 284 483( 500) 645 47.760 972 73059 87 207( 3000) 11 96( 1000) 618( 1000) 42 92 766 94 917 66( 500) 74096( 1000) 122 311 508 810 23 75353 518 758 68 76052 88 281 514 629 787 813 42 919 77131 75 300 60 643 841 78098 179( 3000) 208 506( 500) 54 676( 500) 87( 3000) 93 95( 1000) 823 29 42 44 79 79014 121 271( 3000) 495 583 710 50 851 80 927 80021 31 118 283( 1000) 331 400 21 23 682 739 68 845 48 92 99( 3000) 952 81114 72 325( 600) 73( 1000) 585 648 754 809 39 44 82011( 500) 28 125 41 417 666 860 922( 1000) 85 88 93 83000 171 3756 83 99 694 894( 1000) 95( 3000) 910 84 84051 99 186 235 317 443 635 50 847 88149 250 71 301 44( 1000) 403 23 90 645 714 42 45 989 88141 237 44 78 91 312 63 444 769 87307 96 406 606 653( 500) 754 844 997 88140 270 369 634( 500) 37 65 721 70 827 62 906 87 89120 71( 3000) 83 87 439 62 868 923 36 59( 500) 82 $ 0.007( 500) 90( 600) 367 416 28 56 588 635 46 69 731 48 67 807 48( 1000) 01286 638 765 850 907 23 90 92098 155 72 284 442 95 655 734 801 93051 85 94 127 260 385 EOS 68 90( 1000) 700 84132 88 226 90 310 418 87 620 759 697 95042 64 235( 600) 345 494 517 29( 3000) 709 70 870 964( 1000) 96092 211 303 476 98 651 63 68 753 62 996 97168 365( 500) 553 48 68 630$ 8006 225 679 724 95 99228 71 90( 1000) 577 644 723 99 875 901 100095 210 496 612 991 101009 110 77( 500) 328( 500) 84 592 609 62 89 781 963 56 102029 80 108 32 67 336 502 42 65 618 752 69 810( 1000) 103008( 1000) 80 83( 500) 191 293 454 570 606 769 104368 759 861 946 106146 227 311 81 84 612 33 96 706 894 106131 40( 1000) 291 671 713 34 59 107129 472 75 526 40 48 778 88 851 108013 68 87 102 36 286 381 437 515 707 43 833 37 959 108043 268( 1000) 350 690 99 734 110047 88 247 392 666 111021 310 93 430 616 48 674 923 112111 93 249 345 496 96 600 93 688 113104 234 445 120022 312 426( 1000) 550 663 738 62 843 121120 45 90 392 99 619 609 711 14 844 69 122031 53 356 411 519 614 ( 3000) 713 842 956 86 123292 331 39 421( 1000) 514 86 96 623 77( 600) 897 953 124089 626 856( 1000) 125140 246 85 307 63 427 615( 500) 694 126030 333 469 731 848 66 930( 600) 77 127196 716 823 26 924 32 128043 66 165( 500) 409 26 621( 500) 66( 500) 708( 1000) 43 128131 246 95 396 669 695 705 29 827 76 926 44 180099 214 88 413 34( 3000) 603 05( 3000) 62 84( 3000) 604 944 131351 420 582 99 607( 1000) 23 952 91 132174 343 402 05( 500) 39 585( 500) 95 680 91 817 18 46( 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88170 79 448 604 44 713( 500) 35 80141 317 73 401 90 699 608( 1000) 63 99 718 929 90198( 1000) 269( 600) 336 433 49 64 619 91 91033 195 219 432 64S( 3000) 900 92684 668 70 736 93017 215 45 81 314 404 686 799 861 92 98( 3000) 947 92 94007 12 55 84( 500) 85 592 604 97 742 75 804 95397 631 670 767 976 98142 62 84 212 410 611 41 78 727 835 62 946 87029( 500) 65 224 64 86 448 636 62 71 602 724 98 924 42( 500) 98373 620 32 797 800 28( 1000) 59 87 99005 288 408 541( 600) 609 31( 500) 821 61 918 100010( 500) 32 119 94 347 611 853 957 101004 13 170 ( 600) 81 388 663 777( 500) 102044 81 227 347 517 703 16 809 61 62 69 103096 409 65 723 28 73 82 864 104014 671 991 105048 92 95 138 64 232 446 87 712 44 875 108184 333 ( 3000) 566 647 752( 1000) 871 107121 620( 1000) 32 641 800 977 108168 531 697 899 109061 96 189 518 66 92 609 834 998( 1000) 150018 58 101 26 431 502 637 43 79 704 10 818 TO 151213 37 657 69 648 64 789( 1000) 806 27 152329 49 413 73 92 585 158074 84 414 634( 1000) 607 846 48( 1000) 80 941( 1000) 154217 27( 1000) 503 32 46 84 803 15 69( 1000) 155042 313 430( 1000) 684 707 12 86 920 65 93 158165 232 363 421 60 611 61 743 157409 91 98 678( 500) 672 734 931( 1000) 49 158147( 500) 299 365( 500) 466 662( 1000) 79 760 74 856 58 942 159196 239( 500) 353 647 77 959 60 87 160056( 3000) 87 316 710 161067 266 396 813 23 983 162405 38 98 767 806 99 911 163026 261 89 803 7 164067 64 227 62 397 413 736 61 999 185108 62 309 70 93 401 98 637 76( 1000) 794( 600) 855( 3000) 982 166035 84 146 871 167044 60 82 226 30 402 91 605 79 742 861 168063 132( 600) 34 66 278 85 368 440( 1000) 642 754( 1000) 966 169208 351 457 552( 1000) 92 854( 3000) 900( 3000) 170236 81 333 67 70 450 645 171009 34 432 646 75 679 795 172029 44 46 47 131 242 47 494 678 638 97 767 77 894 178305 16 428 77 641 77 798 174092 248 719 32 920 175009 203 524 68 662 66 718 76 809 52 929 176018 29 237 60 688 89 717 73 864 65 930 38 39 94 177137 51 311 665 774 79 839 907 178078 305 14 61 79 468 830 67 69 179010 730 180027 518 91 782 823 68 983 181062 68 194 291 332 407 720 182054 197 98 770 86 837 66( 600) 965( 500) 183128 211 322 414( 500) 758 806 16 32 46 64( 1000) 70 184053 213. 98 616 710 861 97 946 185199 321( 1000) 68 96 446 63 766 844 962 188055 170( 600) 96( 500) 830 187096 161 380 672 710 19( 1000) 86 802 77( 3000) 188106 218 304 7 96 417( 5000) 676 937 188007 206 86 743 190016 98 323 45 497 631 37( 1000) 728 81 191245 393 43 467( 500) 685 88 749 73 896 192035 306 14 99 706( 1000) 916( 3000) 193143 517 60 605 67 884 194100 60 293 353 84 99 665 967 105267 308( 3000) 196210 427 589 987 197134 ( 3000) 276 568 602 741 88 864 908( 3000) 47 74 198467( 1000) 723 25 53 894 198038 68 261 64 328 414 70 809( 600) 20 48 96 967 200189 256 73 365 489 578 656( 3000) 799 817 69 939 201217 63 333 437 540 671 95 780 936 202313 40 62 67 595 792 817 67 85( 500) 918 203057 96 166 206 348 467 94 611 33 722 863 984 204000 59 315 440 900( 3000) 205015 96 164 70 79 325 402 531 800 37( 500) 87 208238 86 312 28 94 477 583 90( 3000) 668 967 65 88 207333 771( 1000) 910( 1000) 38( 1000) 208182 340 413 534 635 82 88( 500) 767 80 910 209046 134 83 253 412 570 98 605 34 869( 500) 84( 500) 210014 177 83 378 489 825 742 842 73 211268 412 78 591 614 80 94 738 76 212391( 3000) 425 664 703 898 213067 84 124 291 401( 500) 92 94 618 605 743 998( 500) 214138( 500) 207 36( 3000) 637 707 65 923 55 66 215071 98 181 239 612 22 67 72 851 74 216110 249 709 18 41 77 871 217038 89 101 272( 1000) 84 338 428 500 12 742 218171 232 88( 1000) 331 70 406 694 764( 500) 65 865 219035 53 155 466 922 42 220408( 1000) 88( 1000) 655 745 853 947 221037 326 34 431 609 10 748 811 33 37 967 98( 600) 222008 30 249 77 364 445 97 522 62 696 977 223055 158( 500) 289 88 327 629 712 55 82 856 925 83 224038( 3000) 59 70 92 164( 1000) 270 348 606 63 225037 66 98 161 371 516 955 63 226058( 500) 160 62 72 75 651 886 227117 54 99 265( 500) 76 375 684 632 38 762 863 991 228004 60 71 78 138( 10000) 210 54 495 517 600 23 73 706 48 88 946 66 81 229067 345 52 91 413 535 612 16 712 53 230134 81 384( 1000) 589 603 940 231187( 1000) 247 486 567 712 32 82 802 916 232007 311 46( 1000) 64( 1000) 68 551( 3000) 601 704 233102 84 724 Jun Gewinnrade verblieben: 2 Brämien au 300 000 2, 2 Ge minne au 600 000 9, 2 t 200 000 m., 2 ju 150 000 R., 2 ju 100 000 2,2 75 000., 2 u 60 000 9, 4 su 50 000 2., 4 ju 40 000 2., 20 u 30 000 2, 28 su 15 000 202, 80 u 10 000 St., 200 a 5000.. 2808 au 3000 6248 a 1000 7180 a 800 Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantw.: Th. Gløde, Berlin, Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW. Mr. 129. 31. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 13. Mai 1914. Heute Mittwoch, den 13. Mai: Zablabend für Groß- Berlin. 8. Abteilung: Heute Mittwoch, abends 8 Uhr: Kombinierter aber suchen noch immer den Boden. Sie haben nichts von Steuermusterkarte von Groß- Berlin. Bablabend im Lokal von Bidenhagen, Scharnweberstr. 60. Vortrag den Farben, die der beginnende Abend über das Firmament Wirtschaftlich bildet Groß- Berlin ein zusammenhängendes GeBilde mit einem reich pulsierenden geschäftlichen und industriellen Leben. Die verbindenden, verwebenden Interessenhände laufen von Nord nach Süd, von Dit nach West, kreuz und quer durcheinander. Nach einer Aufstellung im legten Gewerbeinspektorenbericht refrutiert sich die Gesamtzahl der Arbeiter eines Großbetriebes der Elektrizitätsindustrie aus 146 politischen Gemeinden. Und dieser Betrieb, der in vielen Gemeinden Werkstätten usw. unterhält, würfelt für sich allein schon die Großberliner durcheinander wie Bleisoldaten in der Schachtel. Leute, die in Berlin wohnen, arbeiten in Charlottenoder zur Staatseinkommensteuer . des Genossen Menning über Feuerbestattung. " träuft. Und auch die Dhrent scheinen taub zu sein, denn fein 17. Abteilung: Heute Mittwoch, abends 8 Uhr: Som Stopf hebt sich, mag auch die Drossel oben auf dem Dachfirſt binierter Zahlabend bei Werner, Wilhelmstr. 86. Vortrag des des Fürsorge" hauses noch so lockend ihr Lied dem scheidenden Genossen Thurm: Volksdichtung und deutsche Revolution." binierter Zahlabend bei Kringel, Gudrunstr. 10. 18. Abteilung: Heute Mittwoch, abends 81%, Uhr: Stom- Tage nachschmettern.... Vortrag des Genossen Wüller:„ Land und Leute in Amerika." Neue Forschungsinstitute in Dahlem. Steglis. Heute Mittwoch, pünktlich 19 Uhr abends, bei Schell- Den schon bestehenden drei Forschungsinstituten der Kaiserhase, Ahornstr. 15a: Außerordentliche Mitgliederversammlung des Wilhelm- Gesellschaft in Dahlem, die in den vergangenen zwei Wahlvereins. Aeußerst wichtige Tagesordnung. Alle Abteilungs- Jahren errichtet worden sind: den Instituten für Chemie, für versammlungen fallen aus. Wannsee. Sonnabend, den 16. d. M., abends pünktlich 19 Uhr, im„ Fürstenhof"( Hans Hille): Wahlvereinsversammlung. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. D Hohen Schönhausen. Der heutige Zahlabend findet gemeinsam im Lotal von Friz Reyher, Berliner Straße 93, abends 8 Uhr, statt. Adlershof. Heute Mittwoch, abends 82 Uhr, im Lokale von Kaul, Bismardjirage 45: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung u. a.: Vortrag des Genossen Mar Groger über: Was wollen die Sozialdemokraten?" Der Zahlabend fällt aus. Beiträge werden in der Versammlung entgegengenommen. Zeuthen- Miersdorf. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet heute abend bei Krüger in Miersdorf statt. Bohnsdorf. Heute Mittwoch: Mitgliederversammlung im Lokale Raulsdorf. Heute abend 8%, Uhr bei Bobeh, am Bahnhof, Zahlabend. T Johannisthal. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Arbeiterheim Physikalische und Elektrochemie sowie für erperimentelle Therapic Johannisthal. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, im Arbeiterheim Restaurant Lindenhof. Friedrichstr. 61, Mitgliederversammlung des soll jetzt eine vierte wichtige wissenschaftliche Forschungsanstalt anWahlvereins. Tagesordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. Vortrag: geliedert werden, das Kaiser Wilhelm Institut für Von der Utopie zur Wissenschaft". Referent: Genosse Ernst Reuter. Biologie, dessen Bau vor einigen Tagen in Angriff genommen Diskussion. Anträge zur nächsten Kreisgeneralversammlung und worden ist. Das neue Forschungsinstitut, das ein Arenal von Wahl der Delegierten. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 37 000 Quadratmetern einnehmen wird, erhält seinen Blaz hinter der im vorigen Jahre erbauten Anstalt für experimentelle Therapie auf der westlichen Seite der von der Thielallee nach Norden abgehenden Vant- Hoffstraße und gegenüber den beiden chemischen Instituten, die östlich von der Vant- Hoffstraße gelegen sind. Hauptzugang zu dem neuen Institut erfolgt von der noch unbenannten Straße 4, die sich von der Vant- Hoffstraße in westlicher Richtung abzweigt. Man gelangt dort zunächst zu dem Hauptgebäude, das außer dem Keller vier ausgebaute Stockwerke aufweisen wird. Jm Keller werden sich die Vorratsräume, dic Maschinenräume und die Heizungsanlage befinden. Das Erdgeschoß ist in der Hauptsache zur Aufnahme von Aquarien und der botanischen Arbeitsräume bestimmt; im ersten Stockwerf haben der Direktor des Instituts Professor Correus und der stellvertretende Direttor Profeffor Spemann ihre Abteilungen. Im zweiten Stockwerk befindet sich die zoologische Abteilung, der die Professoren Goldschmidt( zoologische Biologic) und Professor Hartmann( Protiftenfunde) vorstehen. Im zweiten Stockwert liegen die dent Dr. Warburg unterstellte chemische Abteilung, ein photographisches Atelier mit Nebenräumen und eine Anzahl Wohnungen für Assistenten und Diener. Im Erdgeschoß wird ferner ein kleines Kajino für die zahlreichen Angestellten des Instituts eingerichtet. An das Hauptgebäude werden zwei Gewächshäuser für die 30ologische Abteilung und ein größeres Gewächshaus für die botanische Abteilung angebaut. Destlich vom Hauptgebäude liegen die botanischen Versuchsfelder, die den größten Teil des Terrains einnehmen. Hier befindet sich ein Gärtnerwohnhaus sowie ein Gebäude, das zum Aufenthalt der Tagelöhner, zum Unterbringen von Geräten und für verschiedene gärtnerische Arbeiten bestimmt ist. Diesen Gebäuden gegenüber wird die Gewäch 3hausanlage errichtet, die aus vier Warmhäusern und burg, am Ronnendamm, in Lichtenberg, in Berlin; dasselbe gilt von Arbeitern, die in Charlottenburg, Spandau, Lichtenberg, Reukölln, Pankow, Reinickendorf, Schöneberg usw. wohnen. Mehr minder vollständig spiegelt sich sich diese Buntschedig feit bei allen gewerblichen Betrieben. Aber dieses einheitliche große Wirtschaftsgebiet ist ein Konglomerat von ganz armen, weniger armen, wirtschaftlich solid gebauter, reicher und sehr reicher Gemeinden. Einen schwachen Ausdruck findet die Mannigfaltigkeit in der Berschiedenheit der Realsteuersäze. Die Zuschläge für 1914 schwanken zwischen 150 Proz. in Adlershof und Spandau und 60 Proz. in Grunewald. Mit 140 Broz. kommen Köpenid und Johannisthal dem Höchstjah am nächsten, Tegel schließt sich an mit 135 Proz., 130 Broz. erhebt Nieder- Schönhausen; in Brig, Lichterfelde, Pankow und Steglitz beträgt der Zuschlag 120 Proz., auf 115 Broz. ist er festgefest in Weißensee, Lantwig, Hohen- Schönhausen, 110 Proz. werden in Wilmersdorf, Treptow, Schöneberg, Mariendorf und Charlottenburg erhoben. Auf dem traditionellen Sak vou 100 Proz. ver- von Bokofzer. Wichtige Tagesordnung. harren Zehlendorf, Tempelhof, Neukölln, Lichtenberg, Friedenau und Berlin. Die dargestellten Spannungen in den Steuerfägen geben aber bei weitem noch kein richtiges Bild von der Biesdorf. Heute Mittwoch, Zablabend im Lokal von Hampel, finanziellen Leistungsfähigkeit der betreffenden Gemeinden. Die Drte Marzahner Straße 31. Tagesordnung: Vortrag über die Volksmit den höchften Steuerfäßen leben trotz der starken Anspannung fürsorge. der Einwohner am bedürftigsten. Jede Aufstellung des Etats dreht Eichwalde. Heute abend 8%, Uhr außerordentliche Ge fich um die Frage: mit welchen Mitteln verhindern wir ein weiteres neralversammlung bei Witte. Tagesordnung: Geschäftliches. Anziehen der Schraube? Die Erreichung des Zieles bedingt nicht Revision des Lokalstatuts. Verschiedenes. Wahlvereinsbuch und nur eine Preisgabe wichtiger sozialer Aufgaben, sondern vielfach Mitgliedsbuch der Gewerkschaft sind mitzubringen. auch eine Verschleierung des Bankrotts. Mancher Etat bräche zu- Petershagen( Dftbahn). Zum heutigen Zahlabend müssen fämt fammen wie ein Kartenhaus, wenn nicht die Regierung ein- manch- liche Bibliotheksbücher wegen Reueinteilung der Bibliothek abgegeben mal auch das andere Auge zudrüdte, die Grundsätze über Schuldenmal auch das tilgung, über Ausgaben, die aus laufenden Mitteln gededt werden. Morgen Donnerstag, abends 8%, Uhr, findet in sollen, über Besoldungen, Schulfrequenz usw. selbst verleugnete. So Conrads Festjälen, Schönwalder Str. 2, eine öffentliche Versammlung Reichstagsabgeordneter Genosse Feuerstein Stuttgart mancher Etat hat verzweifelte Aehnlichkeit mit einem Potemkinschen spricht über das Thema:„ Kapitalistische und wirtschaftliche OrganiDorfe. Trotz der hohen Steuersäge. Grunewald kommt vielleicht fationen". mit 20 Broz. oder noch weniger aus, wenn man hier so bescheiden lebte wie in den nördlichen und östlichen Vorortgemeinden, die doch wieder zum Teil die Quelle des Reichtums bilden, dessen sich die Bewohner Grunewalds erfreuen. werden. statt. Spandau. Berliner Nachrichten. " Fürsorge." einem Verbindungshaus besteht. Daran ſchließen sich eine u bon grithbeeten, die zum Teil durch eine WarmReihe wasseranlage geheizt werden. Ein Teil der Versuchsfelder, um die wertvollen Pflanzungen vor frechen Spaken zu schüßen, mit Drahtgeflechten überspannt, die auf besonderen Eisens gerüsten ruhen. Die Schaffung eines fommunalen Groß- Berlins könnte den un leiblichen, ungerechten und leiblichen, ungerechten und empörenden Zuständen ein Ende machen, unter welchen vornehmlich die Vollsschule in den armen Gemeinden Draußen, ein viertelhundert Kilometer vor der Großstadt, Der südlich vom Hauptgebäude gelegené Blas ist für Sic arg zu leiden hat. Von anderen sozialen Uebeln wollen wir noch haben sie eine Siedelung für alte und invalide Leute errichtet. schweigen. Die kommunale Zerrissenheit war auch der Boden, auf Aus magerem Sandboden leuchtet dort ein fümmerliches zoologische Abteilung vorbehalten, hier wird eine große Entendem die Herrschaft der privaten Verkehrsunternehmen sich so üppig Grün. Bäumchen mit daumenoiden Stämmen haben ein teichanlage mit 32 Einzelfojen und zwei Sammelräumen erund zu unberechenbarem, gar nicht wieder gut zu machendem Schaden dürftiges Blätterkleid umgetan. Auch ein paar bescheidene richtet. An diese Anlage schließt sich ein Aufzuchtshaus, das neben für die Allgemeinheit entfalten konnte. Auf diesem Boden erwächst Blümchen lachen um die langgestreckten, ziegelroten, unschönen den Stallungen für die Enten einen Brutraum und eine Futterund erstarkt nun auch die Macht privater Elektrizitätsgesellschaften. Häuser, in denen die Armut während des legten Teiles ihres füche enthält. Innerhalb der Gärten werden noch Aquarien Nur eine großzügige Gingemeindung kann hier Abhilfe schaffen. Lebensabends dahinkümmern soll. Alte, daseinsgekrümmte für Sumpfpflanzen und einzelne Terrarien ausgestellt. An Dagegen sträubt sich aber die Regierung auf das heftigste; aber Gestalten schleichen und schlurfen die gelben, sonnigen Wege der Nordwestede des Grundstücs wird ein Wohnhaus für den andere Maßnahmen zur Abhilfe schafft sie auch nicht. Es wird entlang oder hocken auf roh gezimmerten Bänken an der roten Direktor des Instituts errichtet. Alle bisher von der Kaiser- Wilhelm- Gesellschaft in Dahlem eben weiter gewurstelt, bis zum offenbaren Zusammenbruch der Ge- Hausmauer. Man wollte die alten Leute in ein Paradies bringen. Jerrichteten Institute sind im Laufe eines Bausommers fertiggestellt So sagte man. Aber das Paradies müssen sie erst selbst worden; auch der Bau des neuen Instituts für Biologie foll trok schaffen aus fraftlojem Flugsand mit kraftlosen Armen. So der umfangreichen und vielseitigen Anlagen so schnell gefördert ein bißchen Gartenarbeit, meinte der Herr Kommerzienrat, werden, daß die Anstalt bereits im November d. J. eröffnet und hält Geist und Körper frisch; sie kann auch ein Achtzigjähriger der Benugung übergeben werden kann. Das Kuratorium des noch verrichten. Er selbst kann sich freilich zu einem praktischen Instituts hat der Bauleitung für den Bau dieses Instituts die Versuch nach dieser Richtung hin nicht aufraffen; vielleicht Summe von einer Million Mart zur Verfügung gestellt. Das will er auch den alten Leuten nicht ins Handwerf pfuschen bisher zur Feldmark der Domäne gehörige Gelände hat auch in und ihnen die Freude am eigenen Tun verderben! So diesem Falle der preußische Fiskus fostenlos hergegeben. Tie künst müssen die Alten schon selbst tüchtig zugreifen, sich für die lerische Leitung hat Jhne. Fürsorge" erkenntlich zeigen, ob auch der Rüden schmerzt, die Hände nicht mehr wollen und die Füße nicht mehr fest stehen! meinden. Parteiangelegenheiten. N Zur Lokalliste. abend. Vortrag des Genossen Dupont. Der Vorstand. Dritter Kreis. Gemeinschaftliche Zahlabende halten ab: des" Fürsorge" fomitees. In Gr. Lichterfelde hat das Lofal Hohenzollerngarten den Besitzer gewechselt; es steht auch jetzt zu allen Veranstaltungen zur Verfügung. Wir ersuchen, bei Ausflügen fich genau nach der Lokalliste zu richten, besonders iveifen wir auf Rauen hin. Hier steht uns nur Weil er von das Lokal Zum großen Stein", Inh. S. Loeper, zur Verfügung; Selbstmordverfuch eines amerikanischen Studenten. alle anderen Lokale find gesperrt; auch die Bismarchalle am Ausfeinem in Berlin wohnhaften Onkel fein Geld für eine Farm bes sichtsturm. Die Lokalkommission. Einzeln, in Gruppen und in Kolonnen verteilen sich die kommen hat, unternahm gestern nachmittag der Student Ernst E. war zu denz Englers aus New York einen Selbstmordversuch. Zweiter Wahlkreis, 6. Abteilung. Heute abend in Habels Greise und die Greijinnen über den mehrere Morgen großen med nach Berlin gekommen, um hier seinen Onfel aufzusuchen und Brauerei, Bergmannstraße 5-7: Gemeinschaftlicher Zahl Garten. Sie farren und graben, sie pflanzen und jäten, fie 3wed nach Berlin gekommen, um hier seinen Onfel aufzusuchen und 3ab1- Garten. von ihm eine größere Summe zum Anlauf einer Farm zu erhalten. harken und gießen. Stumm und frumm verrichten sie die Sein Wunsch sollte jedoch nicht in Erfüllung geben. Erfolglos febrte Zweiter Wahlkreis. III. Abteilung, Friedrichstadt. mühevolle Arbeit. Die alten, harten Finger zittern. Die er gestern nachmittag nach einem Hotel in der Krausenstraße zurüd. Bahlabend: Mittwoch, den 13. Mai, bei Rathmann, Wilhelm- trockenen, blutlosen Lippen schmaßen greifenhaft. Der Regen E. juchte dann ein Weinlofal in der Kronenstraße auf und jagte sich straße 118. 1. Geschäftliche Berichte. 2. Aussprache. näßt ihre dünne Kleidung und die brennende Frühlingssonne dort am Tisch eine Revolverlugel in die linke Bruſtſeite. Der 3ahinacht: Abends 12 Uhr bei wwe. Augustin, Dranien- hüllt im nächsten Augenblick die alten, gebrechlichen Glieder Lebensmüde brach bewußtlos zusammen und wurde in hoffnungsftraße 103: Die gelbe Gefahr". Referent: Genoffe Rich. Barth. 3ablmorgen: Donnerstag, den 14. Mai, früh 5 Uhr. wieder in flirrende Glut, daß die Feuchtigkeit woltig aus den losem Zustand nach dem Krankenhaus an Urban gebracht. Zahlmorgen: Donnerstag, den 14. Mai, früh 5 Uhr. nassen Kleidern dampft.„ Das ist gesund", meinen die Damen Die Leichenberaubung im Tiergarten, über die wir am 1. Geschäftliches. 2. Vortrag. Guten Besuch erwartet ,, Das gibt Reißen", meinen die Sonntag berichteten, beschäftigt noch weiter die Kriminalpolizei. alten Leute und wischen sich die dicken Schweißtropfen von In dem Toten vermutete man erst einen Schlosser Franz Kunickiewicz. den fahlen Schädeln. er ist jetzt als ein 19 Jahre alter Schlosser Gustav Reimann aus In dem Abschiedsbriefe an seine Alte arme Leute sind wortfarg. Sie haben sich nicht Hamburg festgestellt worden. mehr viel zu sagen, denn sie wissen, daß ihnen das Leben Eltern verfügte Reimann auch über seinen Nachlaß, den seine Eltern bekommen sollten. Wie diese nun wissen, besaß er eine silberne nur Last und Mühe zu geben hat bis zum letzten Atemzuge. Berrenuhr mit Goldrand, eine goldene hrkette, einen goldenen Da flattert denn auch nur selten ein Wort von einem zum Kneifer mit gebogenen Gläsern, einen hellfarierten Herbstüberzieher anderen. Um so häufiger knarrt ein trockener Husten auf. und einen braunen Handkoffer mit verschiedenen anderen Kleidungs3. und 6. Abteilung, Bezirke 216-220a und 227-229 bei Dann strafft sich der trumme Rücken, dann geht ein Zittern stüden sowie seine Papiere und Arbeitsbücher. Außer dem Revolver, Augustin, Dranienjir. 108. Vortrag über: Moderne Feuerbestattung. durch die Hagere ausgemergelte Greifengeſtalt. Und ein mit dem der Lebensmüde sich erschoß, sind nun noch alle diese 7. Abteilung, Bezirke 232-233, 235 und 237 bei Henning, Strom roten Blutes steigt in sichtlicher Anstrengung in die Sachen verschwunden, wahrscheinlich also auch dem Fledderer in dic Alexandrinenstr. 44. Vortrag des Stadtverordneten Adolf Ritter. Reimann war erst wenige Tage vor seinem Tode 10. Abteilung, Bezirle 230, 231 und 288 bei Bilfe, Sebastian- gelbliche Stiru und in die blaffen, welfen Wangen. Dann Hände gefallen. straße 39. Vortrag des Stadtverordneten Alexander Fröhlich. wird das Arbeitsgerät zur Stüße, ohne die sich der Hustende nach Berlin gekommen. schlecht aufrecht halten könnte. Die anderen aber beugen sich Die Verlängerung der Nord- Süd Bahn nach Neukölln Alle übrigen Bezirke tagen in den bestimmten Lokalen. Neukölln( Jugendsettion.) Am Sonntag, den 17. d. M. um so tiefer über ihr Arbeitsgerät, sie schauen nicht auf, ihre bildete in der gestrigen Sitzung der Verkehrsdeputation aberfindet eine Wanderung nach Strausberg- Bößsee- Gamengrund müden Augen graben sich förmlich in die flirrende Helle des mals Gegenstand eingehender Beratung. Nach den Verhandstatt. Abfahrtszeiten: Sonnabend abend 7,54 vom Schlesischen weißen Sandes, als trügen fie eine stumme Sehnsucht da lungen zwischen den Vertretern der Stadt Berlin und NeuBahnhof. Fahrgeld mit lebernachten 1,80 M. Sonntag früh nach, die alten Senochen nur recht bald in dieser mageren fölln steht nunmehr zu erwarten, daß alle einem Vertrags6,23 vom Schlesischen Bahnhof. Fahrgeld 1,30 M. Wir bitten um Erde betten zu dürfen. abschluß zwischen beiden Gemeinden entgegenstehenden Hinderrege Beteiligung. Ueber dem dunklen Waldrand im Westen steht die Sonne. nisse aus dem Wege geräumt sind. Die nächste Zusammenkunft ist am 20. Mai. Zeit das Buch: Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" bestellt rot der langgestreckten Häuser leuchtet intensiv auf. Auch in Südosten der Stadt sein Unwesen. Gestern nachmittag geriet ihm Diejenigen Teilnehmer des Kursus„ Redeübungen, die seiner Schräg gleiten ihre Strahlen über das Gelände. Das Ziegeldie alten 1. Abteilung für die Bezirke 139-141, 151 und 152 bei Felsmann Oranienstr. 180( Luisenstadt- Kasino). Vortrag des Genossen Udo über: Boltsjustiz. 2. Abteilung, Bezirke 141a- 144 und 134 im Gewerkschaftshaus, Saal 1. Vortrag des Genossen Goldberg über: Bilder aus der russischen Arbeiterbewegung. " = Ein Wüstling, der es auf kleine Kinder abgesehen hat, treibt im in der Manteuffelstraße wieder ein Kind von sechs Jahren, das Lichtenberg. 4. Abteilung: Heute im Lokal von Ernst Maier, Stimme eines Glöckchens fündet Feierabend. Die alten Leute Töchterchen eines Gärtners, in die Hände. Der Wüstling nahm die Bühlischstr. 20/21: Gemeinschaftlicher Zahlabend. Tagesordnung: Schultern ihr Arbeitsgerät. Die frummen Rüden streden sich stleine, die auf der Straße spielte, auf den Arm und trug es auf Bortrag über: Wie ist die Religion entstanden? Referent Gentofte ein wenig. Breitbeinig und schwerfällig schlurfen müde den nächsten Hausflur. Nach dem Verbrechen trug er es weiter Alfred John. Bericht von der Bezirkskonferenz. Verschiedenes. Schritte über den weißgelben Sand der Wege. Die Augen hinauf, legte es auf die Bodentreppe, lich ca bort liegen und gina wieder hinunter. Das Kind kam dann weinend zu den Eltern und erzählte, was geschehen war. Es beschreibt den Unhold als einen Mann mit einem Schnurrbart, der auf seiner grünen Joppe eine Münze" trug. und ertrant hilflos. " tragen werden. Sodann wurde zum Vorsitzenden des Gewerbe- Wahlschwindel und zuletzt durch eine von dem Wahlmacher gerichts Assessor Dr. Lange und zum 5. stellvertretenden Vorsißen- beantragte Massensteuerstundung( die im Auftrage" den Gerichtsassessor Dr. Noll gewählt. Der bisherige Vorsitzende, bürgerlicher Forensen von Herrn Schramm eingeleitet war, ohne daß Assessor Matensen ,, ist dem Steuerdezernat überwiesen worden. er, wie öffentlich festgestellt wurde, einen Auftrag größeren Um Um einen Trudelreifen in den Tod. Eine traurige Aufklärung wurde die Finanzdeputation betraut. Zum Deutschen Städtetag in zwölf Jahren behauptetes Mandat, der von dem bürgerlichen WahlMit der Festsetzung der in das Lagerbuch einzustellenden Werte fanges dazu batte) raubte man unserer Partei nicht nur ein seit hat das Verschwinden eines Knaben in Oberschöneweide gefunden. Köln wurden die Stadtverordneten Beine, Jakow und Küter und fomitee geführte Wahlkampf trug auch sonst einen Charakter, Seit dem 1. Mai wurde der neunjährige Schüler Walter Berg, zum Brandenburgischen Städtetage Bäumler, Linicus und Zobel daß er Widerspruch in den Reihen der Bürgerlichen wachrufen dessen Eltern in der Siemensstraße wohnen, vermißt. Jezt landete belegiert. mußte. Nicht nur der Anständigdenkenden, auch derjenigen, deren man die Leiche des Knaben aus der Spree. Wie die Ermittelungen Hierauf erfolgte Bericht über die eingegangenen Petitionen. Bortemonnaieinteressen dabei verlegt wurden. In der letzten der Polizei ergaben, ist der Knabe das Opfer eines bedauerlichen Einige wurden als erledigt angesehen, andere dem Magistrat zur Bersammlung des Grundbesitzervereins ging es deshalb hoch Unfalles geworden. B. hatte am Ufer der Spree mit einem fogen. Berücksichtigung überwiesen. Bei Umbenennung von Straßen soll her. Herr Horn, von dem wir allerdings nicht genau wissen, ob er Trudelreifen gespielt, wobei der Reifen ins Wasser fiel. Der Kleine der Magistrat dies rechtzeitig bekanntgeben, um dazu Stellung zu der ersten oder legten Kategorie Bürgerlicher gehört, fennzeichnete versuchte nun, das Spielzeug wieder aus dem Wasser herauszufiſchen. Namen noch die Benennung Karl- Schrader- Straße und Habsburger Kommunal( sprich: Cliquen- und Interessen) politik, wie man sie von nehmen zu fönnen. Die Kyffhäuserstraße führt außer diesem in einer im allgemeinen zutreffenden Weise die bürgerliche Er verlor beim Vorbeugen das Gleichgewicht, stürzte in die Spree Straße, so daß in der Geschäftswelt wie beim Publikum vielfach einem unserer Bürgerlichen bisher in so offener Weise nicht gehört hat. Anlag zu Verwirrungen gegeben ist. Die Straßen sollen daher Und er muß doch seine Pappenheimer genau fennen. Bezeichnend Die Leiche eines ertrunkenen Ruderers wurde gestern aus dem möglichst einfach gehalten werden. Stadtv. Sch medes( Lib.) be- aber waren seine Ausführungen, soweit sie den Wahlmacher der Tegeler See gelandet. Bei Reiherwerder sahen Schiffer den Leich- schwerte sich, daß ihm bei Prüfung der Jahresrechnung gezogene Bürgerlichen, Herrn Schramm, betrafen. Herr Horn stellte es als nam auf den Fluten treiben und bargen ihn. Es handelt sich um Monitas nicht gebührend beantwortet worden seien, außerdem rügte sehr fraglich hin, ob dessen Wirksamkeit in der Gemeindevertretung er, daß an Entschädigungen für Reisekosten zu viel gewährt werde. dem Gemeinwohl oder eigenen Interessen diene, ob dieser für die einen etwa 45 Jahre alten unbekannten Mann, der vor drei Wochen Stadttämmerer Machowicz, bedauerte den Ton, in dem den Gemeinde oder für sich arbeite, wies durch einen Ausspruch nach, daß auf einer Ruderpartie den Tob in den Weller gefunden hat. Der Rechnungsprüfern geantwortet worden sei, im übrigen halte er je der Wahlkampf nur der Hebung der Spekulationsterrains in Grüß Unbekannte ist dunkelblond, von mittlerer Größe und hat breite Nase doch die Entschädigungen als zu recht bestehend, da diese durch walde und Hohenberge dienen soute, warf den in Frage und braune Augen. Die Kleidung bestand aus brauntariertem Ortsstatut festgelegt find. Im Ausschuß hat Herr Schmedes eine kommenden Gemeindevertretern vor, daß sie keine Gemeindepolitit, Jackettanzug, braunen Schnürstiefeln und gleichfarbigen Strümpfen. derartige Klage nicht vorgebracht. Die Versammlung nahm die sondern frasse Intereffenwirtschaft treiben und daß sie sich von Herrn Entlastung an. Die Vorlage betr. Genehmigung einer Gebühren- Schramm mit schönen Reden fangen ließen, trotzdem sie sich doch Den Fuß mit einer Drahtseilschlinge abgeschnitten. Das Opfer ordnung für Genehmigung und Beaufsichtigung von Be- und Ent- darüber flar sein müßten, daß dieser, sobald er ſeine Barzellen los eines schredlichen Unglücksfalles wurde der fünfzehnjährige Schiffs- wässerungsanlagen hat der Magistrat zurückgezogen, da diese Vor- geschlagen habe, schleunigst der Gemeinde den Rüden kehren würde. junge Martin Wartenberg aus Oranienburg.. war auf einem Tage im Ausschuß bereits abgelehnt wurde. Die Bureaubeamten Gr charakterisierte die Manöver, welche von einem Teil der Laftkahn, der die Oberhabel befährt, beschäftigt. Als er gestern da- petitionierten um Anrechnung eines Teiles ihrer Dienstzeit auf bürgerlichen Gemeindevertreter wieder unter Führung des Herrn bei half, das Fahrzeug mit dem Dampfer zu verbinden, geriet ſein das Besoldungsdienstalter. Dieser Antrag gilt als eine Folge der Schramm- angewendet worden sind, um die Wahl des Schöffen rechter Fuß in die Schlinge des Drahtseils, mit dem die beiden Anrechnung der Dienstjahre der Militäranwärter. Die Versamm Dobers zu hintertreiben, von dem vermutet wird, daß er nicht für Fahrzeuge verbunden werden. Die Schlinge wurde mit solcher lung lehnte diesen Antrag ab. Die Ferien der Stadtberordneten die in Grätzwalde- Hohenberge liegenden Spekulationsinteressen zu Heftigkeit zusammengezogen, daß dem bebauernswerten Menschen wurden wiederum auf die Monate Juli und August verlegt. Hier haben ist. Soweit der Bericht der Rieberbarnimer Ditwacht Horn so ziemlich den der Fuß vollständig abgeschnitten wurde. W., der gerade am Bord- auf erfolgte geheime Sizung. Interfehen läßt, muß, wohl Herr Nagel auf den Kopf getroffen haben, denn von den an rand stand, stürzte in die Havel, doch konnte er durch nachspringende Lichtenberg. gegriffenen Gemeindevertretern und Mitgliedern des WahlSchiffer wieder gerettet werden. Er wurde ins Dranienburger fomitees stand nur Herr Bitac auf, um die Angriffe als überKrankenhaus eingeliefert. trieben zurückzuweisen, während Herr Beshold, der Neugewählte, die von Herrn Horn behandelte ernste und zum Nachdenken Anlag gebende Frage durch unfreiwilligen Humor( er bedauerte, daß die Gemeindeglieder nicht mehr Interesse für die Beratungen der Gemeindevertretung an den Tag legen, als er es bisher getan) ber fleisterte. Nußen der Volksfürsorge. Auskunft über Tarife, Versicherungsbedingungen usw. erteilen die Gewerkschaftsbureaus, die Verkaufsstellen der KonsumgenoffenZur Gründung eines Frauenchors findet am Donnerstag, den 14. Mai, abends 8 Uhr eine Berfammlung in Kerns Fest fälen, Türrichmidtstraße, Ecke Goethestraße, statt. Stimmbegabte und fangeskundige Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe, die Mitglieder der Arbeitergefangbereine, sowie alle Freunde des Arbeiter gefanges werden zu dieser Versammlung eingeladen. Von Besuchern der Maiversammlung in Budowo find 2 Schirme stehen gelassen. Dieſelben sind bei Paul Semmler, Buckow, Chauffeestr. 50, abzuholen. Das im Jahre 1906 geborene Rind eines Schriftfegers in Neufölln wurde am 1. Januar 1914, also im Alter von sieben Jahren, bei der Volksfürsorge nach Tarif II für eine Halbmonatsprämie von 40 f. mit einer, spätestens nach 15 Jahren fälligen, Versicherungs- Steglit. Natürlich hat Herr Horn, der Inhaber eines für die Arbeiterfumme von 120 m. versichert. Das Kind erkrankte, nach dem ärzt- Der Druckfehlerteufel als Gegner von Wahlüberraschungen. fchaft gesperrten Lofals, jetzt die ganze bürgerliche Meute der von lichen Attest,„ Anfang März an den Anzeichen einer Gehirnhaut- Mit einer gewissen Plöglichkeit beliebte der Gemeindevorsteher am ihm gekennzeichneten Richtung gegen sich. Mit allen Mitteln verentzündung und starb am 26. März. Die Krankheit ist mit größter vergangenen Sonnabend die Nachwahl für Anfang nächster Woche sucht sie, die sich sonst nicht genug über unsere Lokalsperre entrüften Bahrscheinlichkeit auf einen Fall auf den Kopf zurückzuführen; der auszuschreiben. Merkwürdigerweise wußten bürgerliche Kreise tann, die Bereine und Spießer gegen Horn aufzuputschen und ihm Unfall ist am 1. März eingetreten." Für das Kind waren in sechs schon früher, daß die Wahlen am 19. und 20. Mai stattfinden einen möglichst großen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen: die Wanze Halbmonatsprämien 2,40 m. Prämien bezahlt. Die Voltsfürforge würden, denn in einer am Mittwoch voriger Woche abge= wendet ihre Kampfmittel an. erkannte ohne weitere Beweiserhebung den Unfall an und zahlte die haltenen Versammlung des Kommunalvereins" wurden diese Britz- Bndow. fällig gewordene Versicherungssumme von 112,80 M. aus. Daten schon mitgeteilt. Vermutlich freute man sich in gewissen Streisen diebisch darüber, denn nun war man den Sozis wieder um eine Nasenlänge voraus, der Erfolg konnte nicht ausbleiben. Aber der Druckfehlerkobold hat jenen Leutchen einen argen Schabernad gespielt. In der amtlichen Bekanntmachung ist durch seine Mitwirtung aus einer 9 eine 3 geworden, so daß die Wahl auf Dienstag, den 13., und Mittwoch, den 20. Mai, ausgeschrieben ist. Die Wahl würde also ungültig sein, bevor sie vollzogen ist, und da die Kürze der Frist eine Berichtigung nicht mehr gestattet, wird wohl oder übel eine Verschiebung stattfinden müssen. Hoffentlich stellt sich heraus, daß auch die Verkürzung der Wahl= zeit von 8 auf 7 1hr abends nicht dem Gemeindevorsteher, sondern ebenfalls de dem fleinen Kobold im Sepfasten zugeschrieben werden muß. Wenn auch sein Konto dadurch noch mehr belastet wird, wir berzeihen ihm gern. Kalkberge Rüdersdorf. schaft Berlin und Umgegend. Die Rechnungsstelle I, Berlin, der Voltsfürsorge befindet sich SO. 16, Engelufer 18, born III. Geöffnet 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends. Vorortnachrichten. Entrechtung der Arbeiter in Neukölln. Der Potsdamer Bezirksausschuß fällte gestern eine Entscheidung, die im striktesten Gegensatz zu den bisherigen Erfenntniffen des Oberverwaltungsgerichts und zum Gesek steht, aber die Wirkung haben soll, die Neuköllner Arbeiter in Auf dem Bau tödlich verunglüdt ist am Montagvormittag ihren Kommunalrechten zu beeinträchtigen. Die Entscheidung 11 Uhr der Maurer Genosse Wilhelm Kussaz. K. war am betrifft die Frage der Selbstbesteuerung einer Gemeinde und Erweiterungsbau des Amtsgerichts staltberge beschäftigt. Als sich die Wahlberechtigung des Magistrats, gefezwidrige Maß-. im obersten Stockwerk befand, rutschte er aus, er wollte sich am nahmen, die bekanntlich ergriffen sind, um zu verhindern, Schuhgeländer des Treppenflurs festhalten, das brach indessen und daß die Mehrheit des Neuköllner Stadtparlaments fozial- Stuffaz stürzte aus einer Höhe von 12 Meter in die Tiefe. Mit zerdemokratisch wird. schmetterten Gliedmaßen blieb der Verunglückte tot liegen. Der Gegen die Stadtverordneten Neuköllns flagten der Eigentümer Verstorbene war Vorsitzender des hiesigen Zweigvereins bom Rudolf Höffler und der Bürgervorsteher Kurzrod auf Abänderung Deutschen Bauarbeiterverband; in ihm verliert die Gewerkschaft der Wählerlisten. Im Jahre 1912 hatte sich der Magistrat Neukölln in die Gemeindewählerliste eingetragen. Dagegen wurde damals sowie die Partei ihren Mitbegründer. Der brave Kämpfer hinterEinspruch erhoben, und das Stadtparlament beschloß am läßt eine Witwe mit zwei Kindern im Alter von 12 und 8 Jahren. 19. Ottober 1912, den Magistrat aus der Liste zu Den Tag und die Zeit seiner Beerdigung werden wir unter Parteis streichen. Dagegen flagten Höffler und Kurzrod. nachrichten mitteilen. Wir ersuchen die Gewerkschafts- und ParteiAus formellen Gründen wurde ihre Klage abgewiefen. Durch die genoffen, zahlreich dem Toten das letzte Geleit zu geben. wiederholte Eintragung des Magistrats gab er den Klägern Gelegenheit zur neuen Klage, da die Stadtverordnetenversammlung wieder die Eintragung beanstandete. Es wurde ein umfangreiches Beweisverfahren eingeleitet. Sie ergab, daß Neukölln als Gemeinde mehr an Staatssteuern entrichtet, als die drei höchst besteuerten Bürger und auch in den Gemeindesteuern an erster Stelle steht. Der Buchwert des gesamten städtischen Besißes betrage 31 270 818,71 M. Nach der Behauptung der Kläger würde ein Drittel aus dem Etat herausfallen und die jährlichen Steuererträg niffe müßten um 200 000 M. zum Nachteil der Steuerzahler gedeckt werden, die von der Stadt aufgebracht werden. Die Kläger erklärten ausdrücklich, es tame ihnen mit ihrer Klage darauf an, zu verhindern, daß eine ein zige politische Partei, die Sozialdemokratie, Die Mehrheit im Stadtparlament erlange, was man schon jetzt befürchten müsse. Wannsee. Sikungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Buckow. Heute Mittwoch, abends 7 Uhr, im Gemeindebureau, Marienfelde. Heute Mittwoch, nachmittags 6 Uhr, im Zeichensaal der Gemeindeschule, Dorfstr. 53. Dorfstr. 29. Spandau. Morgen Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, im Sigungsfnal des neuen Rathauses. Teltow. Heute Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, im Rathause. Diese Sikungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Quittung. Für den Verein Arbeiter- Jugendheim gingen bei dem Unterzeichneten ein: Ueberschuß einer Kranzspende von den Kollegen und Kolleginnen der % Deutschen Zelephonwerke( Abt. Stlinker) burch Alters 17,65. Anstatt Marz franz von den organis. Hausdienern der Firma Beef 11. Cloppenburg 10, Ueberschuß vom Märzfranz der Arbeiterschaft der Firma J. Berliner, Röpenider Str. 55, 15, Märzfranzüberschuß durch Thiemann von der Brauerei Gabriel u. Richter 3,10. nossenschaftsbrauerei Friedrichshagen 6,45. Märzfranzüberschuß von den Ueberschuß vom Märzfranz der Georganis. Arbeitern des Böhmischen Brauhauses 21,50. Bon den Kollegen der Firma Froisheim u. Rudert, Berlin- Weißensee, 5,45. Märztranz überschuß von den Kollegen der Wurstfabrit Start Stisch 5,80. Märzfranzüberschuß von den Kollegen der Brauerei Pfefferberg 54,65. Bon den Stutschern der Firma Wirtschaftsgenossenschaft( Abt. Müüabfuhr) 42,95. Bon den Kollegen der Firma Schwager, Baldemarstr. 55, anstatt März franz 12,35. Bon den Kollegen der Firma Trinks, Mariendorf, anstatt Märzfranz 8,60. Von den Kollegen und Kolleginnen der Militär- PatentMatraßen- Fabrik Adermann u. Mez 24,55. Von den Arbeitern der Firma Beling u. Lübke anstatt Märzfrang 23,70. Ueberschuß vom Märzfranz von den Kollegen der Firma Schwarztopff, Scheringstraße, durch Haas 206, In der letzten Gemeindevertreterhitung wurde der neue Be- Von den Kollegen der Großen Berliner Straßenbahn 24,30. VI. Streis bauungsplan für das sogenannte„ Rehwäldchen" in der Nähe des( 550. Bez.) 5,10. Märzfranzüberschuß vom Fahr- und Werkstattpersonal der Schwedischen Pavillons" endgültig angenommen. Die Errichtung Städtischen Straßenbahnen Berlin 32,65. Von den Kollegen der Firma einer ländlichen Fortbildungsschule würde eine einmalige Ausgabe Panzer 9,95. Märztrangsammlung der Lager, Hilfs- und Transport Ueberschuß vom Märzkranz von 2690 M. und eine jährliche Ausgabe von 548 M. erfordern. Es arbeiter der A. E. G., Turbinenfabrit 93, wurde hierbei gerügt, daß die hiesigen Lehrer 2,50 M. pro Stunde franz von den organis. Darmarbeitern und Arbeiterinnen des Zentralder Löwenbrauerei, Abt. I Hohenschönhausen 21, Ueberschuß vom März beanspruchen, während andere Gemeinden nur 1,50 M. bezahlen. vereins der Fleischer 25,65. Ueberfaus vom Goethe- Abend der 4. Abt. des Die ganze Angelegenheit wurde schließlich auf ein Jahr vertagt. IV. Streifes 4,55. Märzfranzüberschuß von dem Magnesiawert, Beißensee, 3ur Sprache tam, daß die Jungdeutschlandbewegung am Orte so 9,10. Von den Kollegen der Firma Rudolf A. Hartmann 13,40. Bom sehr zurüdgehe.( Kein Wunder, Schreiber dieses hat oft gesehen, Borwärts Neubau, Lindenſtr. 2/3, 92,25. Ueberschuß einer Stranzspende Gesammelt bei wie die Jungen von den begleitenden Offizieren oder Interoffi- der A. E. G., Schlegelstraße, Abt. Schaper, 17,60. zieren barsch angefahren wurden.) In letzter Zeit versuchte man der Dnirwerte, Reinidendorf, 16,85. Ueberschuß der Silberhochzeit Kühne, Dobroblaw 1,50. Senebe, Berlin, 0,50. Kranzüberschuß von den Arbeitern es dann ohne Militär, doch es nühte nichts mehr, ganze 6 Schul- Bezirf 600, 1,05. Stranzüberschuß von den Arbeitern und Arbeiterinnen entlassene feien, so flagte man, geblieben. Mit dem Schulvorstand der Firma E. Zwiebusch, Charlottenburg, 87, Durch Genossen Rolitta Der Vertreter des Stadtparlaments stellte das Wahlrecht der soll Rücksprache genommen werden, daß die ganz kleinen Kinder 10, VI. Kreis, Bez. 544 2,50. VI. Streis, Stosti 2,-. VI. Kreis B. Gemeinden, soweit es sich aus der Selbstbesteuerung folgern läßt, nicht schon uin 7 Uhr zur Schule müssen. Bei dieser Gelegenheit. II. A. E. G., Abt. Seydel, durch Stapon 10 VI. Streis, Bez. 565 in Abrede. Die Stadt tönne nach einer Entscheidung des Ober- tamen auch verschiedene Mißstände zur Sprache: die Gemeinde- 1,35. VI. Streis, Ueberschuß vom Märztranz Bazenhofer, Abt. II 35,95. verwaltungsgerichts vom 19. Mai 1905 nicht sich selbst gegenüber schule leide auf Kosten der Vorschule, weil bei dieser dieselben VI. Streis, Arbeiter der Firma A. Festa u. Co. 15, Senge, oabit 28,90. IV. Streis, Arbeiter der Firma Mechnik 16,-. IV. Streis, steuerpflichtig sein. Der Bezirksausschus tam zu folgendem Behrer unterrichten. Abhilfe wird wohl taum geschaffen werden, Kaffabe 3,25. Urteil: Der Bezirksausschuß ist nach eingehenden Grmittelungen weil der ernstliche Wille hierzu fehlt. Die Kirchengemeinde läßt R. Rosenfeld, An der Spandauer Brüde la. in Neukölln, die über die Handhabung der Gemeindefinanzen, über um die alte Kirche fünstlerische Schmuckpläge anlegen und ersuchte die Besteuerung der Gemeindeanlagen und Vermögensstüde statt deshalb die politische Gemeinde, die Unterhaltung gegen Bezahlung gefunden haben, zu der Ueberzeugung gelangt abweichend von zu übernehmen. Dem wurde zugestimmt und die jährlich zu Sen bisher nur nebenbei in Erkenntnissen des Oberverwaltungszahlende Entschädigung auf 300 M. festgesetzt. gerichts geäußerten Ansichten daß die Gemeinde sehr wohl in Orthodoxie nnd Christentum, Bon M. Berophil 1 M. Ser Lage ist, sich selbst zu besteuern, und daß in Neukölln eine Der Jesuit im Beichtstuhle. Von K. Sauvain. 1 M. Steuerleistung durch die Gemeinde stattfindet, die nicht nur zu Mit der Ernennung der Kandidaten der 1. Abteilung zu Ge- berechtigung der deutschen Geheimgesellschaften. Von E. Hein. Die Existenz statistischen Zweden, jondern zu einem wirtschaftlich bedeutenden meindeverordneten scheint der diesjährige Wahlkampf um die Size 1. Katechismus der Philosophie für Jeden. Bon F. M. Licht. Ausgleich der Gemeindefonds als rechtmäßige Entrichtung der im Ortsparlament sein Ende gefunden zu haben. Auch der lang- 1. Der Geburtenrückgang eine Gefahr?? Untersuchung von Steuer erfolgt. Der Magistrat ist daber in die Liste jährige Durchfallskandidat in der 3. Abteilung, Herr Fechner, hat h. Maljen. 1 M. Die fittliche Not in der katholischen Geistlichder stimmfähigen Bürger einzutragen. Die Kosten nun sein Ziel erreicht und ist in der 1. Abteilung gewählt. In feit. Bon D. Schwab. 1 M. Liebesglück und Zukunftsglauben. trägt unter Annahme eines Wertes von 1000 M. das Stadt- Reichsverbandsmanier hatte, wie üblich, die Ortspresse gegen unsere Bon R. Strauſe. 60 B. Berlag: Handelsbruderei. Bamberg. parlament. Kandidaten agitiert, um die Arbeiterschaft von der Wahl fernzu- Sozialpolitit und die Kämpfe zwischen Unternehmern und Ar Die Gewerkschaftsbewegung in Deutschland, die Arbeiter Dies Urteil wird allein durch das Zugeständnis der halten. Während dem einen unserer Kandidaten nur belanglose beitern im Jahre 1913.( Separafabbrud aus Bd. 38 des Archivs für Kläger getragen, eine Wirkung zu erzielen, die eine sozial- Sachen unterstellt wurden, sollte der Genosse Wittig durch Auf Sozialwissenschaft und Sozialpolitik.) 3. C. B. Mohr, Tübingen. demokratische Mehrheit verhindert. Vor dent Oberverwal- rollung einer Untersuchung unmöglich gemacht werden, obwohl sich tungsgericht dürfte dieser klare Wahlrechtsraub schwerlich Be- durch behördliche Prüfung die Unschuld des Genossen ergeben hatte und festgestellt war, daß hier nur eine gemeine Denunziation zustand haben. Die bisherige Rechtsprechung des Oberverwal- grunde lag. Selbst bürgerliche Kreise sind durch die Manier des tungsgerichts steht schnurstracks der Zulässigkeit der Ein- Blattes, die intimsten Familienangelegenheiten zu behandeln, antragung eines Magistrats in die Liste der stimmfähigen gewidert. Unsere Genossen sind diese Stampfesweise des Blattes Bon Bürger entgegen. Soll das Gesetz deshalb anders gedeutet gewöhnt und fayen sich, es ist ehrenvoll, von der Gemeinheit berwerden dürfen, weil diese Neudeutung eine sozialdemokratische leumbet und beneidenswert, von der Dummheit gehaßt zu werden. Mehrheit hinausschiebt? Der Ausgang der Wahl in der 3. Klasse hat gezeigt, daß unsere Genossen auf dem Posten sind. Klein- Schönebeck- Fichtenau. Mariendorf. 60 3. Eingegangene Druckschriften. Springer, Berlin W 9. Die Gewerkschaftsbewegung in Chemnitz im Jahre 1913. S. Gewertschaftskartell, Chemnik. Kriegskarte von Merito. 1. C. Flemming, Berlin W 50. Aus der Praxis des Taylor- Systems. Von R. Seubert. Geb. 7 M. Dr. A. H. Fried. 32 S. Friedens- Barte, Berlin- Leipzig. Kurze Aufklärungen über Wesen und Ziel des Pazifismus. Die arischen Grundlagen der Bibel. Bon P. Koch. 2 M., geb. 2,50 M. H. Johnte, Berlin. Pharus Wanderkarte Rund um Berlin. 1,50 M. Pharus- Verlag, Berlin SW 68. Der Kronprinz. Gedanken über Deutschlands Zukunft von Dr. P. Liman. 3,60 M., geb. 4,50 M. B. Köhler, Minden i. Westf. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zunächst fand die Ein unangenehmer Kritiker ist unseren Bürgerlichen in ihren Ausstellung für Buchgewerbe und Graphit. Zusammengestellt von Bros. Katalog der Sonderausstellung Oesterreichs in der Leipziger Einführung des vor kurzem gewählten Stadtrats Senatspräsidenten eigenen Reihen entstanden. Durch einen eklatanten Berstoß gegen R. v. Larisch und Dr. A. Better. 1 M. Berlag: Desterr. Kommiffion für Fleischhauer statt. Ihm soll das Dezernat des Arbeitsamtes über-§ 45 der Landgemeindeordnung, durch Papierstimmen, die Intern. Ausstellung für Buchgewerbe, Bien IX./2. Schöneberg. � summ 3. Keilsge des Lsmarts" KerliM NslltsdlM. Reichstag. 2SS. Sitzung. Dienstag, den 12. Mai, vormittags 11 Uhr. Am BundesratStische: v. Falkenhahn. Vom Reichskanzler ist ein Danktelegramm auf die Beileidskund- grbung des Reichstags eingegangen." Die zweite Beratung öes Militäretats icirfe fortgesetzt beim Kapitel„Artillerie und Waffen- Wesen". Abg. Büchner(Soz.): In den Militärwerkstätten sind ja verschiedene Verbesserungen kwgeireten. In Kleinigkeiten ist die Militärverwaltung gros; gegen- über ihren Angestellten. Aber das ganze System der Behandlung der Arbeiter und Angestellten verdient die schärfste Kritik. -2�r einer freien Gewerkschaft angehört, wird nicht ein- gestellt, oder, wenn er schon beschäftigt ist, entlassen. Das ist der schlimmste Terrorismus, der hier von der Militär- Verwaltung geübt wird.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Hiergegen müssen wir ganz entschieden Verwahrung einlegen. Die 151 und 152 der Gewerbeordnung gelten doch auch für die Staatsarbeiter. Wie kann eine Staatsverwaltung ihren Arbeitern das Koalition srecht nehmen? Wie kommen die unter- geordneten Militärorgane dazu, sich über die Verordnungen der Heilung hinwegzusetzen? Von jedem Arbeiter verlangt man mehr Disziplin, und er wird mit den größten Geldstrafen belegt, wenn er dagegen verstößt. Die Personalien der Arbeiter werden der Polizei zu weiteren Recherchen über ihre Gesinnung über- nuttelt. Bis auf Polizeistrafen erstreckt sich die Personaluntersuchung, so daß es kein Wunder ist, daß der weitaus größte Teil der eingestellten Urbeiter während der Probezeit wieder entlassen wird. Mit Spitzeln sucht man herauszubekommen, ob er in irgendeiner Beziehung zur modernen Arbeiterbewegung steht. Ein Arbeiter, der wegen seiner angeblichen Zugehörigkeit zum sozialdemokratischen �uhlverein entlassen worden ist, hat den Vorsitzenden des sozial- demokratischen Wahlvereins auf Schadenersatz verklagt, weil er nie- wals dem Wahlverein angehört hätte. Im Prozeß wurde festgestellt, daß der Arbeiter 1912 von der Polizei denunziert worden wqr, weil er 1905 für kurze Zeit dem Wahlverein angehört hatte. Das Gericht wies die Klage zurück, weil der Vorsitzende nicht jjochtswidrig gehandelt hätte. Der Arbeiter hätte die Polizei ver- wagen sollen, die sich mit ihren Denunziationen wirklich oft dümmer benimmt, als die Polizei erlaubt.(Vizepräsident Dr. P a a s ch e fugt den Ausdruck.) Dre ganze Spitzelet wird von der Polizei w Spandau mit den schmutzigsten und kleinlichsten Mitteln betrieben. Auch bei. der öffentlichen Wahl herrscht der Unverhüllteste Tcrrorismus. Die Meister, namentlich in der Geschoßfabrik, haben die Arbeiter direkt zur Gemeinde Wahl kommandiert und ihre Stimmabgabe durch die Vorarbeiter kontrollieren lasten. Sehr eingelchränkt sind die Rechte der Arbeiterausschüsse. Selbst in den Angelegenheiten dsr Kantmenverwaltung gönnt man ihnen keinen Einfluß. Trotzdem d'e Arbeiter sich wiederholt über verdorbene Nahrungs- w i t t e l zu beschweren halten, ist eine anderweitige Ver» Pachtung der Kantine abgelehnt worden. Selbst Unsauberkeilen bar man mjt dem warmen Sommer zu entschuldigen gesucht. -Der als Arbeiterausschußmitglied Beschwerden vorbringt, seien auch noch so berechtigt, macht sich unbeliebt und wird bei der ■asten pastenden Gelegenheit entlassen. So ging es einem »rbeitcrausschußmitglied, das dreizehn Jahre in der Gewehrfabrik gearbeitet und es bis zum Vorarbeiter gebracht hatte, weil er die �antinenverwaltung des Direktors Weißhaupt zu kritisieren gewagt halte. Auch das Kriegsministerium bat die Beschwerden der Wrbeitcrausschüsse im hochnäsigsten Kasernenton abgelehnt. �ite. gediente Arbeiter behandelt man wie Schulbuben. Wie lange fall das noch gehen? Um Arbeiterausschußmitglied im Staatsbetrieb zu Uwrden, muß man 30 Jahre alt sein und fünf Jahre im Betrieb gearbeitet haben. Jedes in Verbindung treten der einzelnen Aus- ichüsse ist verboten. Kurz, man hemmt und knebelt die Arbeiter- Ausschußmitglieder in jeder Weise und es ist endlich Zeit, damit auf- iuhören. Aus dem llnterstützungsfonds für unverschuldete Notfälle er- halten die schlechter bezahlten Arbeite�»ur geringe Unterstützung. obwohl die Regierung schon im vorigen Jahre zugesagt hatte, das abzustellen. . Im Feuerwerkslaboratorium haben sich seit dem letzten Wechsel >n der Leitung die Zustände arg verschlechtert. Die Arbeiter be- wagen sich über barsche Behandlung und darüber, daß �>vaige Beschwerden, statt berücksichtigt zu werden, vielmehr zur Maßregelung führen.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Alles das, was ich erzähle, gilt nicht nur für Spandau, gilt für Siegburg, Danzig, kurz für alle Militärwerk- Watten. In geradezu skandalöser Weise werden die Akkordlöhne zum