Kr. 131. RbomemaitS'Bedinaan�efl- ■botmemcnlä• Preis vranumerando: tieöeBaW. SSO Mk, monilL L10 S», wöchenWch 28 Pfg. frei WS HauS. Emzewe Numwer S Pfz. EmmwgS. Nummer mit Mitstrierier Somilaas. Beilage»Die Zieue ZZelf 10 Pfq. Posi. Abonnement: 1,10 Mark tto Monal. tingettogen in die Post- Zeitunas- Preisriste. Unter Kreuzband mr Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2�0 Mark, für daS übrige Ausland t Mark dro Monat. PoftabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark. Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Sdonänien. Schweden und die Schweij, 31. Jahrg. DK Tnfertions- Gebühr kckägt für die icchSgespaltene Kolonel- zeilc oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Verein?, und Vcriam!!Uu>ig?,An.;eigen SO P'g. „Kleine Hnreigen", das fettgedruckte Sort 20 Pig.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlasstcllcnar zeigen d°S erste Wort W Big., jede? weitere Wort 3 Pfg. Worte über löBuch- stabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste stummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, OMulnt»glich, Berliner Volksblnkk. Telegramm-Adresse: ,L»blZiii«!»o>i»i»cki»-. Zentralorgan der fozialdemokrat» Tchen Parte» Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Ltndenetrasse 6g, SoftfextAcr: Amt Morwplass. Nr. 1983. Freitag, den IS. Mai 1914. 6xpcd»tion; 8 öd. 68, Ltndcnstrasac 69. Fernsprecher: Amt Moristplast. Nr. 1984. Die Zrieüensbotsihast öer Sozialdemokratie. Die Millionen, die hinter uns stehen, die Mil- lionen, in deren Namen und Auftrag ich hier spreche, sind doch die ultima rstio jeder auswärtigen Politik. Mögen die herrschenden Klassen mit dem Säbel rasseln, die deutsche Arbeiterklassc ruft lauter denn je ihren Willen zum Frieden nach Frankreich hinüber, und wenn ein Wort im 18. Jahrhundert ein- mal sagt:„Es gibt keine Pyrenäen mehr", so wird man im 20. Jahrhundert vielleicht sagen: Es gibt keine Vogesen mehr, als trennende Barrikaden zwischen Deutschland und Frankreich. Denn in beiden Ländern sind die Massen unerschütterlich von der Ueberzeu- gung durchdrungen, daß das, was uns trennt, nichts ist, als ein paar buntbemalte Grenzpfähle, die sich in wenigen Augenblicken hcruntcrreihcn lassen, das; aber das, was uns eint und bindet, keine Macht der Welt auS unserem Herzen herauszureißen vermag, nämlich das Gefühl der internationalen Soli- darität der beiden großen Kultur- Volke r. In diesem Sinne, im Sinne der heiligen Allianz der Völker, von der schon Heinrich Heine schwärmte, gilt es, dem Frankreich der arbeitenden Massen, dem Frankreich des Friedenswillens, dem Frankreich der Verständigungssehnsucht, aus dem es zu uns hcrübcrschallt:„Es lebe Teutschland", wenn ich schließe mit dem Rufe: „Vive la France". Die unermüdliche Aufklärungsarbeit, die die Sozialdemo- krotie mit zäher Ausdauer verrichtet, war lange Zeit Haupt- sächlich auf daS Gebiet der inneren Politik beschränkt. Zwar hatte schon Marx. in der berühmten InaUgural-Adresse ö�er Internationale d'ie Arbeiterklasse'auf die Wichtigkeit der aus- wörtigen Politik hingefviesen und die ständige Uebcrwachnng der Gcheimdiplomatic für eine wichtige Aufgabe der Prolc- tarischen Parteien erklärt: Wenn die Emanzipation der arbeitenden Klassen deren gegen- seitigcn brüderlichen Beistand erfordert, wie können sie diese große Mission erfüllen, wenn die auswärtige Politik der Re- gicrungcn strafbar« Pläne verfolgt, nationale Vorurteile in Be- wegung seht und in Raubzügen das Blut und den Schah des Volles vergeudet? Tie arbeitenden Klassen hoben die Pflicht, selber die Mysterien der internationalen Staatskunst zu be- meistern, die diplomatiscbcn Streiche ihrer Regierungen zu über- wachen, ihnen nötigenfalls mit aller ihnen zu Gebote stehenden Macht entgegenzuarbeiten und, wenn außerstande, den Streich zu verhindern, sich zu gleichzeitiger öffentlicher Anklage zu ver- binden und die einfachen Gesetze der Moral und des Rechts zu proklamieren, welche ebenso die Bczicbungen einzelner regeln, als auch die obersten.Gesetze des Verkehrs der Nationen sein sollten.- Der Kamps für solch eine auswärtige Politik bildet einen Teil des allgemeinen Kampfes für die Em an- zipation der arbeitenden Klassen. Proletarier - aller Länder, vereinigt Euch! Die Vorkämpfer des Proletariats hatten zwar diese Mahnung stets befolgt, aber den Massen selbst lagen natürlich die Fragen der inneren Politik viel näher, und diese obsor- biertcn vor allen Dingen ihr Interesse, erregten ihre Leiden- fchaft und lösten ihre Aktionen aus. Die EntWickelung des Imperialismus hat dies völlig geändert. Das Interesse für die auswärtige Politik Hot die Massen erfaßt und mit noch größerer Leidenschaft fast als innere Fragen bewegt heute das Proletariat der Drang. Einfluß auf die Gestaltung der auswärtigen Politik zu gewinnen, fein Klasseninteresse gegen die imperia- listifche Gefahr durchzusetzen und sein Werk der Befreiung nicht durch die Entfesselung des Mordens und Vcrwüstcns gestört oder vernichtet zu sehen. Unser Kampf gegen die Kolonialpolitik und den Militarismus bat durch die Rück- Wirkung auf die äußere Politik neue Stärkung und neuen Antrieb erhalten, und nichts erweckt leidenschaftlichere Anteil- nähme der Massen als unser Kampf gegen den Krieg und Unser Eintreten für den Völkerfrieden. Dieselbe EntWickelung hat auf der anderen Seite dazu geführt, daß die bürgerliche Opposition, ja fast jede bürger- liche Kontrolle der auswärtigen Politik der Regierungen immer mehr aufhört. Nirgends ist heute der Absolutismus stärker als auf diesem Gebiet und wieder nirgends stärker als in Teutschland. Als ein Chor von Jasagern oder als bereitwillige Verherrlicher und offiziöse Antreiber der je- Weiligen Regierungspolitik erscheinen die bürgerlichen Par- teien, und' wagen sie einmal ein Wart der Kritik, so weil ihnen die Regierung zu zaghaft, zu wenig energisch und aben- teucrlustig erscheint. Unter diesen Umständen ist es natürlich Non doppelter pnd dreifacher Bedeutung, daß den Bestre- Hungen der Herrschenden in der Politik der Massen ein immer stärkerer und bedeutungsvollerer Widerstand erwächst. Dieser Widerspruch zwischen der proletarischen und bürgerlichen Haltung der auswärtigen Politik trat in der letzten ReichStagssitzung schlagend zutage. Als Herr v. Jagow die Rede, die er in Vertretung des Reichskanzlers hielt, beendet hatte— da hatte wohl jedermann im Hause das Gefühl, daß der Staatssekretär aber auch gar nichts ge- sagt hatte, was nicht vorher bekannt war. Und doch zeigte der Beifall der bürgerlichen Parteien, daß sie ganz zufrieden waren, so abgespeist zu werden. Und wieder als Genosse Wendel geendet hatte, war es jedem im Hause klar, daß die Politik, die er vertrat, nichts gemein hat mit jener, für die der Staatssekretär gesprochen hat. So unklar und ver- schwömmen die Ziele des deutschen Imperialismus sind, so sehr er auf der einen Seite zu gewaltsamen Lösungen bereit wäre, hielte ihn nicht auf der anderen die Furcht vor den Folgen zurück, so klar und entschieden war die Vertretung des sozialdemokratischen Standpunktes und so fest und uner- schütterlich ist das Ziel unserer auswärtigen Politik: die Auf» rcchterhaltung des Friedens auf dem festen Grund der inter- nationalen Solidarität der Arbeiterklasse. Wendel begann mit einer Kritik der deutschen Balkan- Politik und ihrer Unselbständigkeit gegenüber den österrcichi- schen Wünschen. Er zeigte, wie das diplomatische Dogma vom Statusquo den Zusammenstoß auf dem Balkan noch beschleu- nigt und wie die Lösung der Balkanfragc durch die Groß- mächte nur statt des alten Brandherds in dem Fürstentum Albanien einen neuen geschaffen hat. Aber er zog aus dem Zusammenbruch der alten deutschen Balkanpolitik auch den. Schluß,' däß'dadurch'ein'wesentliches"Hindernis der Ver- stand i gung mit England beseitigt sei. Tic drin- gendstc Aufgabe der deutschen Politik sei es daher, nunmehr mit England zu dauernden nnd festen Vereinbarungen zu ge- langen, die auch eine Einschränkung der Flottcnrüstungen ermöglichen. Dann wandte sich Wendel den Treibereien der Chauvi- nisten und Kriegshetzer zu. Herr v. Jagow hatte über die Hetzereien der russischen Presse scharfe und sicher bcrech- tigte Klage geführt. Er hat es nur leider unterlassen, dem nicht minder gefährlichen Treiben der deutschen Blätter gleichen Kalibers entgegenzutreten. Das holte jetzt Wendel gründlich nach und sein Wort über diese Generale a. T., die in unserer Chauvinistenpresse, in den Wehr- und Krieger- vereinen das Wort führen, an ihnen sei nichts felddienst- mäßig, außer das Mundwerk, wird Flügel bekommen. Indem Wendel die Hetze, die neuerdings von diesen Kreisen gegen Frankreich getrieben wird, mit aller Schärfe brandmarkte, indem er die guten Dienste kennzeichnete, die die dcut- schen Chauvinistenreden bis hinauf zu den unvorsichtigen Aeußcrungen des Kronprinzen den französischen Chan- vinisteu im letzten Wahlkampf geleistet haben, zeigte er die Bedeutung der Friedenskundgebung des sran- z ö s i s ch e n Volkes, die der Wahlausfall in Frankreich bedeutet. In stolzen Worten wies er die Anmaßung zurück, die Volksmassen hätten auf die auswärtige Politik keinen Einfluß. Und unter dem stürmischen Beifall unserer Genossen beantwortete er mit den Worten, die wir an den Eingang dieses Artikels gestellt haben, die Friedensbotschaft des französischen Volkes an dos deutsche. Es war das Gelöbnis, ini selben Geist und demselben Elan wie unsere französischen Genossen fortzuwirken an den, Werke der Verständigung, den Krieg zu führen gegen den Militaris- mus und Chauvinismus hüben und drüben und sich bereit zu halten, in tatbereitcr Entschlossenheit entgegenzutr�fen allen Versuchen der Herrschenden, gegen den Dreibund der deutschen, englischen und französischen Arbeiterklasse, gegen den Weltbund der Internationale das furchtbare Verbrechen eines Bruderkrieges heraufzubeschwören. Ter weitere Verlauf der Sitzung bot geringes Interesse. Das Zentrum zeigte auch in dieser Erörterung, wie richtig die Behauptung ist, daß neuerdings der Klerikalismus in allen Ländern auch zugleich die Partei des Chauvinismus ist. Herr Dr. Spahn lehnte in aller Deutlichkeit die Ver- ständigung ab, die Genosse Wendel als das nächste Ziel sozio- listischer Äuslandspolitik bezeichnet hatte. Der nationallibc- rale Prinz Schönaich-Carolath hat vielleicht noch imnicr einige Neigungen zur Versöhnung unter den Völkern, ober bedauerlicherweise scheint er die Zeitereignisse nur aus große- rem Abstand zu verfolgen. So allein kann man es verstehen, daß er in offenbarer' Unkenntnis der französischen Wahlen wieder und wieder von der großen Bedeutung des Chauvinis- mus jenseits der Vogesen sprach. Daß eine verständige Politik eine Politik, der Verständigen ist, war der leitende Gedanke in der Rede des Fortschrittlers Gothen,, während Herr Dr. O c r t e l und sein Nachbar � ch u 1 tz die alten durch keine Sachkenntnis belasteten Bemerkungen über die ewige Notwendigkeit der Rüstungen machten, die das Mißtranen verstärkten, das in Deutschland gegen die Wcstmächtc vorhan- den ist. Herrn Dr. Oertel passierte dabei ein unangenehmes Mißgeschick: ein„Legionär", der 14 Tage lang von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt worden sei, entpuppte sich in einer kurzen und in ihrer Sachlichkeit recht erfreulichen Erklärung deS Unterstaatssekretärs Zimmermann als ein wegen Dieb- stahls verfolgter deutscher Untertan, der im üblichen Aus- lieferungsverfahrcn nach Deutschland gebracht werde. Nach einigen gleichgültigen Bemerkungen des Herrn Mumm wurde die weitere Beratung auf Freitag vertagt. Entmündigung öer Mbeitersthast. So unwahrsckcinlich es auch klingt; selbst diejenigen, denen die Bildung ohne weitere Bemühungen, dank des Gcldsacks ihrer Väler, in den Schoß fällt, haben nach und nach gemerkt, daß Bildung Macht ist. Was sie bis jetzt in mühelosen Gymnasiäljahrcn und teueren Studcntcnscmcstern widerwillig nnd in möglichst geringen Tosen zu sich genommen haben, weil ein ekelhaft demokratisches Zeitalter Kasscnschrank oder Adclswappcn nur noch als wesentliche Erleichterung, aber nicht mehr für das ganze Examen gelten läßt, das bekommt für die, welche in der Sonne leben, auf einmal ein ganz anderes Gesicht. Bildung ist Macht! Und sofort erschweren sie den„Machtlosen" den Zugang zur Bildung, wie sie ihnen die große Kunst(die den Herren bis jetzt schnuppe war) verbieten wollen. Für die proletarische Jugend werden belehrende Vorträge als politisch verboten und für das mannhafte Proletariat werden die Komposititionen von Bach gesperrt, wenn sie ein Hoforgansil spielen soll, werden Hasopernsängeriiincn von der Bühne weg- gehakt, wenn sie dem arbeitenden Volt eine Stunde des Genusses verschaffen sollen, wird das ist der neueste Streich— das Trama eines sozialdemokratischen Dichters verboten, das die Freie Volksbühne vor Mühseligen und Beladcnen spielen will, und das deren eigenes Schicksal in wuchtigen Bildern vorführt. Das Obcrvcrwaltungsgcricht bat mit dem Verbot von Rose- 11 0 w s„Die im Schatten leben" wieder einmal gezeigt. daß es seiner Aufgabe voll bewußt ist, der Volksverdummung zur höheren Ehre einer Kastenrcgicrung die Stange zu halten. Tic Urteilsbegründung wird in Zukunft der beste Beweis dafür fein, daß es in Prcußen-Tcntschland zweierlei Recht gibt. TaS Stück ist nämlich deshalb verboten worden, weil, wie die Begründung sagt,„die Darstellung aus Zuschauer aus den Arbeitcrkrciscn einen tiefgehenden Eindruck machen muß, und zwar in dem Sinne, daß diese dadurch in ihrem Rechts- und in ihrem sittlichen Empfinden verletzt und mit tiefer Erbitterung erfüllt werden gegen die Unter- nchmerklasse, aber auch gegen den Staat und die Gesellschaft, die Zustände, wie sie dargestellt sind, zulassen." Er gibt also in Preußen ein besonderes Gericht, dessen Ausgabe es ist, die Unter- nchmerklasse gegen Erbitterung zu schützen! Das ist ein wert- volles Eingeständnis, das wahrscheinlich mehr Arbeiter mit Er- bitterung erfüllen wird, als es die Rosenowschc Dichtung ver. macht hätte. Roch wertvoller fast ist das Zugeständnis, daß ein Staat und eine Gesellschaft Erbitterung wecken müssen, die Zustände, wie sie dargestellt sind, zulassen. Die Zustände sind nämlich folgende: in einer Arbeiterfamilie wird der Schwiegersohn bei einem Schacht- bruch getötet und der Sohn arbeitsunfähig gemacht. Die jüngste Tochter wird von dem Sohn des ZechenbesitzcrS vcrführl und der Direktor des Werks bestimmt die Familie unter materiellem Druck, die Sache so darzustellen, als sei die Tochter die Vcrsührcri» gewesen. Dazuhin wird die zweite Tochter von einem Pfarrer, einem Arbeitersohn, verlassen, weil sich ihm eine gute Psarrstellung bietet. All das erlebt die Arbeiterfamilie in demütiger Ergebung in Gott und serviler Geducktheit vor dem Herrn Zcchenbesitzer. Sind diese Zustände übertrieben? Bestehen sie nicht in tausend und abertausend deutschen Arbeiterfamilien? Und haben die Arbeiter, die sich zun� rettenden Gedanken � der proletarischen Organisation durchgedrungen haben, nicht recht, wenn in ihnen tiefste Erbitterung gegen den Staat kocht? Zehnmal recht haben sie und die Urteilsbegründung des Obervcrwaltungsgerichts hat es ihnen wider seinen Willen bestätigt. Dennoch ist das Stück verboten, zun, ersten, es ist kaum zu glauben, weil die Gestalte» der Arbeiter objektiv mit Fehlern gezeichnet find; aber„es sind Fehler, die sich zumeist aus ihrer untergeordneten und unterdrückten Stellung ergeben!" Wegen der Fehler also, die, wie zugegeben wird', die kapitalistische Sklaven- ordnung auf dem Gewissen hat, wird ein Stück verboten, damit den?lrbcitcrii die Sünden des herrschenden Systems nicht zum Bewußtsein kommen! Man sieht, ein preußisches Verwaltungs. gericht findet immer Gründe, um dem Proletariat seine Kunst und seine Bildung vorzuenthalten. Wären die Arbeiter fehlerlos gezeichnet, so hätte man das Stück wegen ilassentcndenziöser Zeich- nung verboten. Nun haben sie Fehler, zeigen manchmal„geradezu würdelose Unterwürfigkeit" und jetzt wird das Verbot mit eben- diesen Fehlern begründet! Das Verbot ist weiter erlassen, weil„die dramatischen Effekte durchweg zuungunsten des Untcrnchmerkreises und der besser ge- stellten Personen verwertet" sind. Also mich die besser gestellten Personen hat ein Oberverwaltungsgericht zu schützen, Auch ihren gute« Ruf muß eS reiten, obwohl bei uns beileibe keine Klassen- justiz herrscht. Und schließlich ist das Stück verboten worden, weil der Dichter die Ergebnisse der sozialpolitischen Gesetze(Unfall- reuten, Krankenunterstützung, Sterbegelder usw.) in seinem Stück nicht verwertet hat! Has ist nun doch das tollste, was ein Gericht bis jetzt über ein Kunstwerk verbrochen, hat. Nach diesen Vor- schristen hat Goethe vergessen, im„Faust", im Anschluß an das giftige Schlafpulver, das Gretchen ihrer Mutter gibt, auf die Gesetze bezüglich der Abgabe giftiger Arzneien hinzuweisen und Wedekind muß seinen„Erdgeist" umarbeiten, weil er gegen die Vorschriften wegen verbotenen Waffentragens verstößt. Das Stück spielt zwar vor 1830, also vor der sozialen Gesetzgebung, aber das Urteil bemerkt weise:„Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß der Dichter unstreitig im Jahre 1904 im Alter von 38 Jahren ge- starben ist, daß das Stück also frühestens in den 1890er Jahren geschrieben sein kann." Ebenso„unstreitig" steht fest, daß Schiller im Jahre 1739 erst geboren wurde, also die„Geschichte des dreißig- jährigen Krieges" gar nicht geschrieben haben kann! Das ist die Logik einer obersten preußischen Instanz! Was aber am nnglaublichsteu ist, findet sich in folgendem Satz: „Es ist nun unbestritten, daß das für die Borstellungen des Ver- eins„Freie Volksbühne" in Betracht kommende Publikum sich zum mindesten zu einem wesentlichen Teile aus Arbeiterkreisen zu- sammensetzt. Nach den gemachten Darlegungen muß festgestellt werden, daß die Aufführung des Stücks vor einem solchen Publi- kum in hohem Maße geeignet ist, dieses mit Haß gegen Unter- nehmertum, Staat und Gesellschaft zu erfüllen und es auf diese Weise aufzuhetzen und zu verhetzen." Darum Verbot! Mit diesem unerhörten Hauptpunkt de» Verbots ist zweierlei bewiesen: erstens, wie schon hervorgehoben, ein doppeltes Recht, eines für die„besser- gestellten Personen" und eines für die Arbeiter. Zweitens aber bedeutet diese Srellungnahme, wonach ein bürgerliches Publikum das wohl vertragen kann, was man einem proletarischen vorent- hält, eine beleidigende, unerträgliche Entmündigung der Arbeiter- schuft! Tie Abfassung dieses Urteils geschah in keiner guten Stunde für die Schützer der Unternehmerkreise und der besser- gestellten Personen. Was Rosenows Stück nicht vermochte, das wird dies Verbot, diese Entmündigung vollbringen. Sie wird vielen die Augen öffnen, viele mündig machen, und wird den Kämpfern neue Kräfte und Mannschaften zuführen, die sich mit Gut und Blut dafür einsetzen, daß nicht zu viele, nicht mehr zu lange und nicht als erbärmliche Sklaven im Schatten leben! Die Lage in Spanien. Von Pablo Jglefias-Madrid. Spanien ist in ernster, krisenhafter Lage. Tie konservative Partei, die jetzt am Ruder ist, ist von Spaltungen zerrisse», die das Leben der Partei durchdringen und die Monarchie selbst bedrohen. Ter frühere Führer dieser Partei, Maura, hat sich von der Politik zurückgezogen. Zwischen ihm und seinem Adjutanten, dem gegenwärtigen Ministerpräsident Dato, und allen seinen An- hängern herrscht ein tiefer Zwiespalt. Doch nimmt man diesen Abschied vom politischen Leben nirgends ernst, da Mauras Sohn, Gabriel, sowie einige anderen von Mauras Anhäirgern eifrig am Werke sind, die öffentliche Meinung gegen die Regierung aufzu- regen. Ter Zlveck dieses Angriffs ist, den Mann wieder empor- zuheiben, gegen den, als er F e r r e r erschießen ließ, in allen zivi- lificrien Ländern Haß und Empörung aufflammten. Tie Agitation dieser Anhänger Mauras ist sowohl gegen die Regierung Dato gerichtet als gegen den König selbst. Und trotz ihrer Versicherung monarchistischer Treue versäumen diese Man- archijteu keine Gelegenheit, um Alfonso XIII. anzugreifen. Kürzlich erst erklärte in einer Versammlung Gabriel Maura, daß sein Vater nicht für den Marokkokrieg geiveseii sei. Wenn auch in 1900 einige Scharmützel zwischen spanischen Truppen und Arabern vor- gefallen seien, so habe es sich dabei um Ruhestörungen gehandelt, deren man durch polizeiliche Maßnahmne hätte Herr werden können. Tie» und nicht mehr habe der Minister gebilligt. Tie anderen militärischen Ilniernehinuiigen seien nicht das Werk Mauras gewesen. Damit hat MauraS Sohn die Schuld au dem unglückseligen Krieg natürlich dem König zuschieben wollen. Ter versteckte Haß, den die Mauriste» gegen den König hegen, wird von diesem erwidert. Alfonso hat die öffentliche Meinung, die gegen eine Rückkehr von Maura an da» Regierungsrudcr ist, zu Hilfe gerufen, um den konservativen Führer aus dem politischen Leben zu drängen. Um dies zu erreichen, hat er ein Einvernehmen zlvischen dem Führer der größten liberalen Gruppen und Dato herbeigeführt. Taß der König aus diese Weise Maura endgültig kaltstellen wird können, ist möglich, aber nicht ohne Gefahr für das niouarchistische Regime. Gleich der konservativen Partei sind auch die spanischen Liberalen gespalten. Ihre Mehrheit schart sich um den Grafen R o m a ii o n e s, dem Vorgänger Tatos. Tie kleinere Gruppe der Liberalen hat Garcia P r i e t o zum Führer. Er war es, der den Vertrag zwischen Spanien und Frankreich unterschrieben hat, als er Staatsminister im Kabinett Romanones war. Diese Gruppe, die gegen das gegenwärtige Ministerium und versteckt gegen die liberale Partei kämpft, nennt sich jetzt„demokratische Partei". Tie» sind die Parteien, welche die AlsonSsche Monarchie unter. stützen. Es gibt noch andere monarchistische Elemente, aber sie sind von geringer Wichtigkeit. Zum Beispiel die Regioualistcn oder spani- scheu Separatisten, eine Gruppe von katalonischen Politikern, die Kataloniens Autonomie anstreben. Sie pslegen mit Konservativen, Karlisten und anderen winzigen Gruppen der äußersten Rechten zusammenzugehen. Tiefen moiiarchistischen politischen Kräften gegenüber stehen die republikanische Partei und die Sozialisten. Tie Republikaner verfügen über große Volksmassen, die Sozialisten über die klassenbewußten Arbeiter und über eine vortreffliche Organi- sation. Die Republikaner und die Sozialisten bilden eine Koali- tion, die 1900 entstanden ist, mit dem Ziveck, Maura zu stürzen. seine Wiederkehr zu verhindern und die Monarchie zu beseitigen. Von persöistichem Ehrgeiz geleitet, haben sich einige repnblilanische Führer von ihrer Partei losgemacht und versprochen, Anhänger der Monarchie zu werden, wenn sie nur liberaler und demokratischer wird. Ueberflüssig zu sagen, daß diese politischen Deserteure, an deren Spitze Melqniadez A! v a r e s und A z c a r a t c stehen, von allen fortschrittlichen politischen Elementen sehr scharf verurteilt werden. Wenn Spanien sich, jetzt in einem solchen traurige» Zustand befindet, so liegt die Hauptsache in unserer„internationalen Poli. tik". Die spanischen Machthaber, die stumpfsinnig und knechtisch find, haben für das Land Verträge geschlossen, die nur den eigen- nützigen Interessen de» französischen und englischen Bürgertums dienen, und nur der lächerlichen, iniperialiftischen Sehnsucht de». spanischen Königs und der militärischen, ihm aus Eigennutz sehr ergebenen Gruppe schmeicheln. Eine Folge dieser Politik ist der Krieg in Marokko, der schon fünf Jahre dauert, und das Land nicht nur Menschen- opfer, sondern auch viele Millionen Pesetas gekostet und nicht» eingetragen als einen schlechten Ruf. Augenblicklich kostet das Heer, da? dort weilt(ungefähr 90 000 Mann), eine Million Pesetas täglich! Eine andere Folge dieser Politik ist der Bau einer neuen Flotte, der bis jetzt 200 Millionen perschluugeu hat— man hätte diese Summen ebenso gut ins Wasser werfen können— und die Vorbereitungen zu neuen, kostspieligeren Marinerüstungen. Eine Folge dieser Politik ist endlich der Bau einer elektrischen Bahn von Madrid zur französischen Grenze. Auch sie wird einige Millionen kosten, ihr Zweck ist: Truppen von Frankreich nach Afrika und, wenn die internationale Lage es fordert, von Afrika nach Frankreich zu transportieren. Diese ungeheuren Ausgaben müssen da» Land allmählig er- drücken, da Spanien eine sehr geringe Steuerkraft befitzt. Die Schuldenlast wächst immer mehr, die Stenern auch und die Folge ist, daß die Teuerung sich immer fühlbarer macht. Die Unzu- friedenheit im Lande ist grenzenlos. Tie Auswanderung infolge des Elends und des Krieges ist erschreckend. Ter Marokkotrieg findet im ganzen Lande keine Verteidiger mehr. Die Anhänger des Krieges selbst, der König, einige Lieferanten und die inililä- rische Gruppe, die durch ihn gedeiht, wagen es nicht, diese Aben- teuer zu verteidigen. Das ganze Volk ist gegen den Krieg, nnd die republikanische, besonders aber die sozialistische Partei hört nicht aus, gegen ihn in ihren Zeitungen und Versammlungen zu protestieren. Möglich ist es, daß die ungeheuren Kosten, die der Krieg ver- nrsacht, die Torheit der Kriegführenden und die Haltung des Königs— es wird behauptet, daß er den Krieg hiuler dem Rücken der Regierung führt— zu einem Auf st and führen werden. Es ist vom Parlament wenig oder nichts zu erwarten, das diesen ver- meiden könnte. Wie bei früheren Wahlen verdanken die Abgeordneten, die den spanischen Körles angehören, ihre Maiidate der Bergewaliigung des allgemeinen Wahlrechte» durch die Regierung oder durch die Pluto- lratischeu Elemente, so daß auch das gegenwärtige Parlament fast völlig de», früheren gleicht. Fast alle Politiler, die das Unglück Spaniens verschuldet habe», sind wieder da, Unter den 408 Ab- geordneten sind 223 Konservative..120 Liberale nnd Temokraten und 10 der republikanisch-soziaiistischen Koalition(darunter nur ein Sozialdemokrat). Ten Rest bilden eine Anzahl kleinerer Gruppe». Es ist fast sicher, daß die Regierung keine konservative Majo- rität finden wird. Um ihr Leben weiter zu fristen, wird sie die Hilfe der Liberalen, unter Romaiiones Führung, in Anspruch nehmen müssen. Jeder glaubt, daß das Leben dieses Parlament» sehr kurz und unfruchtbar sein wird. Tie jetzige Regierung oder ihre Nachfolgerin, die der gleichen politischen Färbung sein wird, wird ohne Parlament zu regieren versuchen, was ja in Spanien Gewohnheit ist. Während seines kurzen Lebens wird jedoch das Parlament sehr bewegt sein. Vor ihm wird der ungeheure Irrtum des Marolkokrieges dargelegt werden und Alfonso XIII. wird als der größte Schuldige an diesem unsinnigen Abenteuer gebrandmartt werden. Und diese Kritik ioird vielleicht da» Volt zu der ent- scheidenden Tat drängen: sich von dcnjemgen zu befreien, die das Land ins Verderben stürzen. politische Ueberflcht. Beamtenfrage». Im Abgeordnetenhanse bemüht man sich, die Reste de» Etats nach Möglichkeit aufzuarbeiten, und die Mehrheitsparteien scheuen, um ihr Ziel zu erreichen, auch vor Gewaltstreichen nicht zurück. Manchmal glaubt man sich in die Zeiten zurückversetzt, wo der selige Kröcher in mißbräuchlicher Auffassung seines Amte» sich zum Büttel der Mehrheit erniedrigte. DaS trat besonders augenfällig in Er- scheiiiung. als die Majorität imseren Genossen Hofer hinderte, sich bei der Beratung der Denkschrift über die Verwendung des Fonds zur Förderung der inneren Kolonisation über— die innere Kolonisation zu verbreiren. lieber Thema darf nicht gesprochen werden. Sonst könnten ja die Mannen HehdebrandtS, die telegrapisch nach Berlin beordert find, um Tchlußanträge durchzudrücken, gezwungen werden, noch einige Tage länger ihren heimischen Penaten fern zu bleiben. Noch klarer aber trat die Absicht, mit Gewalt die Debatten abzukürzen, zutage, alt sich bei einem späteren Schlußanttag— eS handelte sich um die Erörterung der Frage der Altpensionäre— nur eine kleine Minderheit der Rechten für Schluß erhob und der amtierende Vizepräsident d. Krause wartete, bis sich diese Minderheit durch Zufluß ihrer aus der Kneipe oder sonst woher herbeieilenden Freunde in eine Mehrheit verwandelt hatte. In materieller Beziehung bot die Sitzung vom Donnerstag auch manches BemerlenSwerte. Trotz energischen Widerspruchs des Finanzministers richtete daS HouS fast einmütig— nur Herr v. Heydebrandt mit vier seiner Getreuen war dagegen— an die Regierung das Ersuchen, eine gesetzliche Regelung der Bezüge der Altpensionäre und deren Hinterbliebenen in der Weis« vorzunehmen, daß den Altpensionären ohne besonderen Antrag eine Pensionszulage gewährt wird, die nach Prozentsätzen deS Unterschieds zwischen der alten und der nach den neuen PensionSgesetzen zu berechnenden Pension festgesetzt wird. Besonders warn,„ahm sich Genosse Stroebel der Alipensionäre a»! mit Recht wandte er sich da- gegen, daß sie auf das Wohlwollen der Regierung angewiesen fein sollen und ebenso recht hatte er mit seinem an die Adresse des Hauses gerichteten Vorwurf der mangelnden Energie bei Durchsetzung seiner Forderungen der Regierung gegenüber, Von der Beratung der Anträge auf Besoldungsverbesserungen wurde Abstand genoinmen, nachdem der Finanzminister erklärt hatte, daß die Regierung auf die Verabschiedung der Besoldungsvorlage noch vor der Vertagung oder dem Schluß de? Landtags Gewicht legt. Seine Bemerkung. daS Hau« dürfe nicht über die Vorschläge der Regierung hinausgehen, war, gelinde gesagt, unangebracht und überflüssig. Oder sollte es vielleicht Brauch werden, daß de» Parla- inenlen verboten wird, auch ihrerseits Vorschläge zu mache»? Bei der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs betreffend die Dienstvergehen der Beamten der Orts-, Land- und Jnnungskrankenkassen gab sich Genosse Braun» wiederum große Mühe, dem Gesetz, dessen Zustandekommen tvi« nicht hindern können, wenigstens die schlimmsten Gistzähne auszureißen. Aber vergebens.» Tic reaktionäre Mehrbeit deS Landtags läßt sich von ihrem Streben, die Kassenbeamten zu knebeln, durch noch so triftige Gründe nicht abbringen. Einzig der sozialdeme- kratische Antrag, die Arreststrafe für die unteren Kassenbeamten aus- zuschließen, wurde gegen die Stimmen der Konservativen an- genommen. Eine lebhafte Geschästsordnungsdebaite rief die einem großen Teil des Hauses unversländliche AbstinimungSweise des Präsidenten Schwerin-Läwitz hervor, der in die Beratung der 3. Lesung eintrat, ohne daß eS die Mehrheit de» Hauses trotz gespannter Ausinertsam- keit wegen des schwachen Organs des Präsidenten merkte. So kamen der freisinnige und sozialdemokratische Redner um die Mög- lichkeit, ihre beabsichtigte Wortmeldung anzubringen. Da selbst die Freikonservaiiven v. Zedlitz nnd Graf Moltke bestätigten, daß auch sie, die sich in der vordersten Reihe unmittelbar vis-a-vis dem Präsidenteustuhl befanden, von dem Eintritt in die dritte Lesung nicht» gemerkt hatten, erklärte der Präsident bereits seine Bereit- Willigkeit, die ohne Äenntisis der Mehrheit des Hauses vorgenommene dritte Lesung als ungeschehen zu betrachten und noch einmal zu wiedelholen. Aber die Konservativen, denen es natürlich nur an- genehm war, daß der Opposition das ihr in der zweiten Lesung abgeschnittene Wort auch für die dritte Lesung abgeschnitten blieb, machten dem Präsidemen die Ausführung des eigentlich ganz selbftverständtichen Loyalitätsakles durch ihren Wideripruch un- möglich. Lediglich die Vertagung der Gesamtabstimmuilgen der dritten Lesung auf den Freitag wurde erreicht. Klarheit über die parlamentarische Situation schien die Anfrage des Freiherrn v. Zedlitz bringen zu sollen, ob der Finanzminister in Aussicht stellen wolle, daß ungeachtet des Schicksals der Beamtenbesoldungsnovelle im Reichstage die preußische Regierung aus eine positive Erledigung der Besoldung»- frage noch vor der kommeiiden Vertagung oder Schließung der Session Gewicht lege. Der Finanzminister bejahte diese Frage, allerdings unter dein Vorbehalt, daß an der Regierungsvorlage keinerlei Aendcrunge» vorgenommen würden: eine Bedingung, auf die die Parteien sich nicht so ohne weiteres festlegen zu können erklätten. Danach bleibt noch alles in der Schwebe. Niemand weiß be- stimmt, ob die BesoldungSnovelle verabschiedet oder zurückgezogen wird, ob der Landtag vor Pfingsten oder nach Pfingsten in Ferien geht oder nicht, ebensowenig, ob er geschlossen oder bis zum Herbst vertagt wird. Also Geduld: in 14 Tagen wird man ja Genaueres wissen._ Ein wertvoller Prozest. Ein Prozeß, der in nächster Zeit in Nürnberg stattfinden soll, hat bei der führenden konservativen Presse schon im voraus merkwürdige Wirkungen erzielt. Ter Tatbestand, um den es sich handelt, ist der: Ein Führer der bayerischen Kon- servativen, der Instizrat Freiherr Ebner von Esche n ba ch, ist in verschiedenen Versammlungsredcn der Ehre der leitenden Männer des bayerischen Liberalismus sehr stark zunahe getreten. Er hat ihr Abkommen mit den Sozial- demokraten bei den Landtagswahleii des Jahres 1912 kritisiert und wörtlich ausgeführt: Mit den Leuten, die 1912 an der Führung waren, kann man persönlich überhaupt nicht gut verkehren, weil sie meines Er- achtens ihre persönliche Ehre gar nicht gewahrt haben, dick sie häftcV irafircn' müssen. Ter Parteihaß hat die Leute so blind gemacht, daß sie der Ilmsturzpartei nicht nur selbst ihre Stimme geben, sondern sie auch ihren Wählern emp- fehlen. Ich halte das heute noch für eine Schande, für eine Schmach. Man sollte fast glauben, die Leute wissen nicht mehr, was persönliche Ehre ist.... Ter liberale Abgeordnete Casselmann hat daraufhin gegen den Herrn Eschcnbach die Beleidigungsklage erhoben, und eine Verurteiliing deS Beklagten dürfte wohl kaunl zweifelhast sein. Tas sieht auch die„D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" ein, und daher wird das Blatt, das sonst stets einen stärkeren Schutz vor Beleidigungen verlangt, Plötzlich von einer starken Abneigung gegen den GerichtSsaal befallen. Es zweifelt, ob das Gericht der geeignete Ort sei,„derartige politische Strci- tigkeiten zu entscheiden", ohne daß es allerdings angibt, ob es eine andere Methode des Austragens solcher Konflikte, etwa die des Tuellö, für zweckentsprechender halten würde. Noch interessanter aber als die Stellungnahme der „Tentschen Tageszeitung" ist die ihreS Bruderorgans. Tic „K r e u z z c i t n n g" bemerkt uäiulich zu der Klageerhebur.g des Tr. Casseliiiann lakonisch und mit der größten Seelenruhe: „Welchen Erfolg er damit erzielt, dürfte wohl wesentlich von den politischen An- schauungen der Otichter abhängen." Also die politischen Anschauungen der Richter sind maß- gebend für die Urteile, die in Prozessen mit einem politischen Hintergrund gefällt werden. Wenn wir Sozialdemokraten das sagen, wenn wir darauf hinweisen, wie beispielsweise die Richter in Streikprozeisen in den mit ihrer Klassenzugehörigkeit zusammenhängenden politischen Vorurteilen befangen sind, dann erhebt man ein großes Geschrei, zeiht uns der Be- leidigung der Rechtsprechung und der Ebrcnkränkung eines Standes, dessen Objektivität über jeden Zweifel erhaben sei. Jetzt, nachdem die„Kreuzzeitung", die in dein Chor der Rächerinnen verletzter Richterehre stets eine erste Rolle spielte, die parteipolitischen Bedingtheiten der Justiz als die selbst- verständlichste Sache von der Welt hingestellt hat, müßte man es eigentlich auch uns gütigst gestatten, von Klassenjustiz zu sprechen._ Das bayerische Zentrum gegen die Sozialdemokratie. Im Ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer nahm das Zentrum gegen Sozialdemokraten, Liberale und Bauernbündler den Artikel 12 des Gemeindebeamtengesetzes an, der ein brutales, der- sassungSwidriges Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie darstellt. Der Artikel 12, der vom bayerischen Städtetag in seiner letzten Tagung abgelehnt worden ist. lautet: Der Gemeindebcainte hat alle Obliegenheiten seine? Amte», den Gesetzen, Verordiinngen und Dienstvorschriften entsprechend, gewissenhaft wahrzunehmen und sich durch sein Verhalten in und außer dem Amte der Achtung, die dieses erfordert, würdig zu erweisen. Was mit dieser Bestimmung gemeint ist, gab die Begründung der Regierungsvorlage: Für die Frage, ob sich ein Gemeinde- beamter als Sozialdemokrat betätigen dürfe, ergibt sich, daß sich der Staatsbeamte durch eine solche Betätigung der Achtung un- würdig machen würde, die sein Beruf erfordert, und daß er deshalb disziplinarisch zu ahnden wäre. Das nämliche muß für die berufs- mäßigen Gemcindebcamten gelten. Das Zentrum gab dazu im Ausschuß eine Erklärung ab, ig der die Staatsbeamten den Gcmeindebeamten gleichgestellt werden. Aus dieser Gleichstellung folge,„daß die Fassung des Artikels IL Vt.M. N. Ithegns. SeilU des Dmiiits" Kerlim Ns>ksdl»I>. kick-?. � U-i lilll. Gewerksihastliches. Die GeneralkommWon im Jahre 1�15. Mit der für die Arbeiter und für die Gewerkschaften wichtigsten Frage, der A r b e i t s l o s e n u n t e r st ü tz u n g, beschäftigt sich einleitend der soeben von der Geueralkommisfion der Gewertschotten erstattete Bericht. Dabei wird darauf verwiesen, dah die Opfer der modernen kapitalistischen Gesellschaftsordnung lediglich auf die Selbsthilfe angewiesen sind. Auf eine reichsgesetzliche Unterstützung ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen und erst H Gemeinden haben die kommunale Unterstützung, meist in unzureichender Weise, vor- gesehen. Und während die Gewerkschaften in der Krisenzeit»am- hafte Summen zur Linderung der gröstten Not an viele tausende Arbeiterfamilien zahlten, werden sie mit besonderer Schncidigieit von den Staatsbehörden behandelt. Auch die Scharfmacher be- treiben die Hetze gegen das schon unzulängliche Koalitionsrecht un- ermüdlich weiter. Im Bericht wird hierbei erinnert an die AuS- lcgung des„liberalen" Vereinsgesetzes, der Politisch-Erklärung der Gewerkschaften, an die Petitionen der Scharfmacher um verstärkten Schutz für die Arbeitswilligen und um ein Verbot des Streik- Postenstehens, und an die im. Reichstage und in den Landtagen darüber erfolgten Auseinandersetzungen. Um dieser Hetze ent- gegenzatreten und den Kampf für ein freies Koalitionsrecht wirk- sam zu führen, gab die Generalkommission die umfangreiche, wich- tiges Tatsachenmaterial enthaltene Broschüre:„Das Koalition»- recht in Deutschland" heraus. Die Leistungen der sozialpolitischen Gesetzgebung stehen in Ilcbcrcinstimmung mit diesem gewerkschaftSfcindlichen Verhalten der Staatsorgane. Der Gesetzentwurf über die Sonn- tagsruh« im HandelSgcwerbe, ebenso der über die Einschränkung oder das Verbot der Konkurrenzklansel werden nicht fertiggestellt. Auch die Reichsverfichcrungsordnung zeigt jetzt, besonders in der Krankenversicherung, erst noch manches für die Arbeiter Nachteilige. Die Beteiligung an den Krankenkassenwahlen wird für viele Orte als nicht befriedigend bezeichnet; eine stati- stische Zusammenstellung der Ergebnisse wird noch erfolgen. An Lohnbewegungen wird das Jahr 1913 als immer- hin nicht arm bezeichnet, wurden doch ausser den grossen Bewe- (jungen im Malergewerbe, im Baugewerbe und in der Holzindustrie zahlreiche kleinere Kämpfe in anderen Industrien geführt. Nach Erwähnung der Schaffung der..V o l i» f ü r s o r g e", die bi§ JahreSschluss 74 746 Versicherungsanträge mit einer Ver- ficherungssumme von 13H Millionen Mark abgeschlossen hat. wird der proletarischen Jugendbewegung, die weitere gute Fortschritte machte, ein grösseres Kapitel gewidmet. Erhöhte Anforderungen an die Kasse der Generalkommission wurden durch Anträge zur Errichtung von Bezirk»- Arbeitersekretariaten gestellt. Die Generalkommission hat mit Rücksicht auf die durch die Reichtversicherungsordnung ge- schaffene Rechtslage die Bildung solcher Sekretariate empfohlen, zu deren Erhaltung die GewerkschaftSkartclle durch ein« massige Bei- tragSleistung beitragen sollen, im besonderen Fall« leistet die Generalkommission Zuschüsse. Die internationalen Verbindungen konnten weiter gut gepflegt werden, nicht zuletzt dadurch, dass durch eine Erhöhung de» Beitrag« für da» international« Sekretariat diese« eine GewcrkschastSkorrespondenz in drei Sprachen herausgeben konnte. Gewerkschaftliche llnterrichtSkurs« wurden zwei ab- geholten mit zusammen 140 Teilnehmern; ein Kursu» für Arbeiter- sekvetäre hotte 26 Besucher. Die sozialpolitische Abteilung schenk« den Bor- gängen ans sozialpolitischem Gebiete besondere Aufmerksamkeit und strebt die Förderung des Arbeiterschutzes an. Die Sammlung um- fangreichen Materials über die wichtigsten Vorgänge auf diesem Gebiete und ein Literaturverzeichnis gestalten das im Sekretariat angelegte Archiv besonders nutzbringend. Einnahmen und Ausgaben der Kasse der General- kommisfion sind nicht unerheblich gestiegen. Tie Mehrausgaben entstanden durch erhöhte Ausgaben der Agitationskommissioncn und durch grössere Zuschüsse an die Gcwerkschaftskartelle zur Durch- führung der Wahlen zu den Krankenkassen und Versicherungs- ämtern. 632 622 M. Einnahmen stehen 573 047 M. Ausgaben gegenüber. Serlt« und Umgegend. Zwei Opfer Keilings. Als die Schwersuhrwerkskutscher bei dein Fuhrunternehmer Schmiedigen in Berlin im vorigen Herbst streikten, trieb der be- rüchiigte. inzwischen zum Mörder gewordene Streikbrechcragent und Polizeivigilant K e i I i n g auch bei diesem Streik sein Unwesen. Am 19. November, während des Streiks, begegneten dem Kciling, als er über den Lenzener Platz ging, einige Frauen, die ihn erkannten und sich gegenseitig die Worte zuriefen:„Da geht ja Keiling!" Auf die Bemerkung der Frauen blieben andere Passanten stehen, um sich Keiling genauer anzusehen. Keiling drehte sich daraus um. ging auf die Leute zu und drohte:„ES solle niemand wagen, an ihn heranzukommen; er besitze Polizeigewalt." Bei diesen Worten griff er in seine Rocktasche und zog ein langes Tolchmesser hervor (einen sogenannten Hirschfänger), den er in drohender Weise gegen daS angesammelte Publikum zückte. Einige von den streikenden Kutschern, die sich unter dem angesammelten Publikum befanden, packten auf diese Drohung hin den Keiling und entwandten ihm den Dolch. Das Subjekt denunzierte nun die streikenden Kutscher bei dem Staatsanwalt wegen Neberfalls aus öffentlicher Strasse und gemeinschaftlichen Strassenraube»! Er Hatto die wissent- lich falsche Anschuldigung erhoben, dass ihm sein Portemonnaie mit 200 M. Inhalt, sein Revolver nebst Waffenschein, sowie die Taschen- uhr bei dem geschilderten Vorgang entwendet worden seien. D i e Polizei verhaftete daraufhin auss Gerätewohl einige von den st reitenden Kutschern. Der Kutscher, der dem Kciling den Dolch entwunden hatte, stellte sich der Behörde selbst, in dem Bewusstsein, dass ihm aus diesem Vorgang nichts geschehen könne; auch glaubt« er,. dass dann seine inhaftierten Kol- legen au? der Untersuchungshaft entlassen würden. Der Staats- anwalt dachte aber ander». Der Kutscher, der sich im vollen Be- wussisein seiner Unschuld der Behörde selbst gestellt hatte, wurde in Untersuchungshaft ge st eckt, und ausser ihm blieb noch ein anderer von den bereit» Internierten in Haft. Der Staatsanwalt mass dem gemeingefährlichen, vielfach vorbestraften Verbrecher Kciling soviel Glauben zu, daß auf dessen Anschuldigung hin ein hochnoipeinlickieS UntcrsuchungSverfahrcn mit vielen Zeugenvernehmungen und sogar Lokalterminen gegen die Inhaftierten durchgeführt wurde. Die Untersuchungshaft wurde bi» zu vier Wochen ausgedehnt. A»n 27. Fe- bruar wurde die Voruntersuchung„wegen g c m e i n s ch a fi- liche» Strassenraube» usw." lwie es in einer Mitteilung an die Angeschuldigten heisst) geschlossen und die Akten wurden dem Staatsanwalt übersandt. Nachdem nun Keiling seine ruchlose Tat in Tetschen begangen hatte und durch die Gerichtsverhandlung vor der Welt geradezu als ei« gemeingefährlicher Verbrecher gebrandmarkt war, dessen Aussage nicht«ine Spur von Glauben beizumessen ist, scheinen auch dem Staatsanwalt Bedenken zur Erhebung der Anklage gegen die Kutscher gekommen zu sein. Den Angeschuldigten ging in diesen Tagen folgende» Schreiben zu: Beschluß: Die Angeschuldigten Sch.. H.. F. und Ho. werden wegen der Beschuldigung, zu Berlin-Miite am 19. November 1913 den Agenten Keiling öffentlich beleidigt und gemeinschaftlich miß- handelt zu haben. Ho. wegen der Beschuldigung, am 19. November 1913 den Keiling beleidigt und ihm fremde bewegliche Sachen in Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben, und zwar auf einem öffentlichen Platze, aus dem tatsächlichen Grunde mangeln- den Beweises ausser Verfolgung gesetzt. Ten Angeschuldigten Sch. und Ho. steht ein Anspruch auf Entschädigung wegen der erlittenen Untersuchungshaft gegen den Fiskus nicht zu. Berlin, den 4. April, ausgefertigt 7. April 1914. Königliches Landgericht I.(Unterschriften der Richter.) Zwei Unschuldige sind durch die erlittene Untersuchungshaft wirtschaftlich geschädigt worden. Trotzdem soll ihnen, die ein Opser des Schurkenstreichs eines Kciling wurden, ein Enrschädigungs- anspruch an den Fiskus nicht zustehen. Darüber wird noch zu reden sein.— Der Streik in den beiden Berliner Großbäckereien Gold- acker, Brunnenstr. 129/130, sowie bei Weidner. Inhaber der Firma Hanke u. Co., geht mit ungeschwächten Kräften weiter. Goldacker versucht durch allerlei Versprechungen, die er durch seine Backmeister den Streikenden machen läßt, Verwirrung zu schaffen. So sucht mau einzelnen den Glauben beizubringen, daß Goldacker beabsichtige, die Streikenden nach und»ach wieder einzu- stellen. Zweifellos will man sie damit ködern. Mau will sie ver- anlassen, den Kainpf abzubrechen oder wenigstens in der Entschieden- beit der Führung desselben nachzulassen. �Viel Glück dürfte die Firma dabei allerdings nicht haben. Die Streikenden sind sofort bereit, die Arbeit wieder auszunehmen, wenn Goldacker einen ehr- lichen Frieden schließt; andernfalls wird der Kainpf mit aller Entschiedenheit weiter geführt. Herr W e i d n e r(Firma Hanke u. Co.) glaubt, sich hinter der Finna Hanke u. Co. verbergen zu können. Tatsächlich wird, wie un? mitgeteilt wird, auch häufig kein Unterschied gemacht zwischen dem Inhaber der Firina Hanke u. Co. und den Geschäften mit ähn- lichem Namen. Es sei deshalb ausdrücklich»och einmal festgestellt: Herr Weidner, Inhaber der Finna Hanke u. Co., ist nicht identisch mit Paul Hanke. OSkar Hanke oder Fritz Hanke. Lediglich Weidner, der die Firina Hanke u. C«. führt, versucht mit Hilfe der Bäckerinnung seinen Gesellen den wöchentlichen Ruhe- tag zu rauben, und die Gesellen seiner Bäckereien stehen im Sireil, während mit den Firmen Oskar Hanke, Paul Hanke und Fritz Hanke keinerlei Differenzen bestehen. Au» dem Fleischcrgewerbe. Wie der unterzeichneten Korn- Mission mitgeteilt wurde, sucht sich Herr H olzhütter, Fleischer- incister, Putbuser Strasse 46, über dessen Betrieb wegen Nicht- anerkeiinung des Tarifvertrages die Sperre verhängt ist, bei der Kundschaft reinzuwaschen und stellt dabei die Behauptung auf, die Organisation hätte in dem Tarifvertrag Kost und Logis ausser den« Hause gefordert. Dies trifft nicht zu. Tic Organisation fordert in den« Tarifvertrag ILstündige Arbeitszeit, 13 M. Minimal- lohn, Ileberstuirdenbczahlung mit 50 Pf, und Anerkennung des kostenlose» Arbeitsnachweises vom Zentralvcrband der Fleischer. Tie Fleischereien Koch, Mozartstrasse, F e n S k e, Sonntog- strasse 1 und R e i m a n n, Boxhagener Chaussee 19, Lichtenberg- RummelSburg. L ö tz s ch, Reickenbcrgcr Strasse, S p c r l i ch, Brunnenstr. 76, B a ch m a n n, Gerichtstr. 11, Paulus, Cho- riner Strasse 45, Koch, Licbenwaldcr Strasse 16», Horn, Dan- ziger Strasse 9 und H o l z h ü t t e r, Putbuser Strasse 46, sind wegen Nichtanerkemmng des Tarifvertrages für organisierte Fleischergesellen gesperrt. Ferner ist über die Fleischerei K ranie r. Wescr-Strasse 213, Reukölln, wegen Tarifbruch die Sperre verhnägt. Tie Fleischermeister Otto, �-charuweberstr. 6/7, Nuffcrt, Gürtelstr. 15, Herrmau»«, Oderstr.. 4, Stutz und Mi». g a i S t i, Frankfurter Chaussee, Hartman», Goethesir.>7� Lichtenberg-RummclSburg, haben den Tarifvertrag der Organ«- sation anerkannt. Die Taristoininission. Achtung, Musiker! In«...Kastanienwäldchen"(Jnh.: R. Ball- schmieder) sind die Kollegen ohne Grund entlassen. Eine Verständi- gung durch die Kommission war mcht herbeizuführen. Die Kollegen werden ersucht, dort nicht in Arbeit zu treten. Zentralverband der Zivilberussmusikcr Deutschlands. Orstverwaltung Berlin. Achtung, Konfcktionsschneider! Ein Herr Berger, Vertreter der Firina Burger-Kehl v. Co.-Zürich reist über Prag nach Berlin. kleines Feuilleton. Die neun Stellen. Die Bereitwilligkeit, mit der wir den van« „Berliner Tageblatt" offenbor unterdrückten Reisebriefen Wernerle Sombarts Unterkunft gewährt haben, schien das „Berliner Tageblatt" wieder zu den edlen Grundsätzen der Tole- ranz zurückgefiihrt zu haben, und so las man endlich nach langer Unterbrechung am letzten Sonntag die Fortsetzung von«sombart» empfindsamer Reife nach llsttissland. Aber siehe da, schal und öde erschienen diese Briefe dem enttäuschten Leser, der sich sagen mußte, dass seine Frage an Sombart:„Nix zu geistreicheln?", diesmal überraschenderweise eine verneinende Antwort gefunden hat. M«t um so grösserer Genugtuung erfahren wir jetzt, dass diese Banalita t nur der Redaktion des„Berliner Tageblatts" und keineswegs unserem Wernerle zur Last fällt. An einer versteckten Stelle im Feuille- ton lesen wir:„Professor Sombart wünscht festgestellt zu sehe», dass in seinem Aufsatze„Gedanke» in Ruhland ll"�neun Stellen gestrichen oder geändert worden sind." Welche Heimtücke! Aus einem vom Verfasser gezeichneten Ar- tikel die schönsten Stellen zu streichen! Welche Intoleranz, welch feige Rücksichtnahme, welche Einschränkung der Redefreiheit, welche Respektlosigkeit vor der Wisscrrschaftl Da« ist unerträglich! Wir sind gern bereit, den von der„Tageblatt"-3rns»r unterdrückte» Stellen bei un» Aufnahme zu gewähren. Und wenn cd Sombart nicht tun will, Wernerle wird sich sicher wieder zu unS flüchten. • Die humoristische Kunst. In London findet zurzeit-ine inter- nationale Ausstellung für humoristische Kunst statt, die bei den Be- suchcrn, wie die Unternehmer versichern, einen Lachkrampf erzeugen muss. Die Besucher scheinen sich ihrer Pflicht jedoch nicht bemüht zu sein, denn man sieht sie meist mit sehr ernsten Gesichtern die Karikaturen mustern, die englische, französische und deutsche Zeich. ner auSges«ellt haben. Vielleicht liegt die« daran, dass«in Ueber» Mass von Witzen wie ein Uebermass von Süssigk-iten die Verdauung beeinträchtigt und einem den Genuss verleidet. E« ist ferner auch zweifelhaft, ob die meisten der Besiicher die ausländischen Karika- turen verstehen. Karikaturen, d>e in allen Ländern gewürdigt wer- den können, gibt e« nur in beschränkter Zahl; die meisten Zerr- bilder tragen einen«rationalen oder örtlichen Charakter und ei gehört schon eine kosmopolitische Bildung dazu, um sie zu verstehen. To kommt«» denn, dass englisch« Kritiker den deutschen Humor und die deutsche Satire, wie sie in den ausgestellten Zeichnungen der Mitarbeiter der Münchener„Jugend" und des„GimpltcissimuS" zum Ausdruck kommen, schwerfällig finden. Sie merken nicht, dass «» gerade die Behäbigkeit und Schiverfälllgkett des deutschen Spieß- bürgers ist— um eine» Gegenstand herauszugreifen— über die sich der Künstler durch seine Uebertrcibungen lustig macht. Der Engländer erkennt den Typus nicht; fein Dpiessbürger ist die ein- gefleischte aggressive, cholerische Stupidität. Auch der grosse französisch« Teil der Ausstellung wird i'cher zu Missvcritänissen Anlatz gebe». Hier herrscht der»ackle Fraue»- körpcr vor. Das in endloser und langweiliger Verschiedenheit miederkehrend« Thema ist da« nackte Frauenbein, da« sich wach allen Richtungen der«inPros« ftreckl. Ist dieser Humor wirklich französisch? Hat er seine DasemSberechtigung nicht vielmehr in den zahlreichen amerikanischen, deutschen und englischen Besuchern der Stadt Pari», die dort hingehen,„um sich zu amüsieren" und nachher über den„Sündenpfuhl" an der Seine zu zetern? Wirklich gallischen Witz und gallische Satire wessen die meisten der Zeich- nungen nicht auf. Die englisch« Ausstellung ist sehr hescbeideu. Der 7)ausback«>i« englische Hnmor ist zwar nicht übel. Folgendes sind Beispiel« des englischen Witze»: Der Pfarrer überrascht die Köchin, wie sie beim Eierkochen ein Kirchenlied singt, und lobt ihren frommen Sinn. Darauf erklärt die Köchin, dass sie es immer so halte: zwei Verse für weichgesottene und drei Verse für hartgesottene Eier. Oder: Eine grau bringt ihren Knirps von einem Mädchen zum ersten Male znr Schul«. Von der Lehrerin befragt, ob sie wünsche, dass man der Kleinen Religionsunterricht erteile, erwidert sie:„Det is mir gleich; solange Sie se nich aufm Kopp hauen." Doch in der satirischen Darstellung sozialer und politischer Zustände ist die eng- tische Zcichenkunst schwach, was von den Engländern selbst zuge- geben wird. Für diese Satirc ist in England wenig Raum vor- hantzen. Di« beiden grossen bürgerlichen Parteien hacken einander kein Auge au». Wo sie sich satirisch befehden, hat der Kampf im günstigsten Falle den Anschein einer Schlacht mit Mchlsäckcn oder Bettkissen. Der echten politischen Satire am nächsten kommt noch der Zeichner der konservativen„Evening NetvS", dessen Minister- gestolten den Gegner wirtlich ärgern können. gibt jed.-ch in England einen genialen Karikaturenzeichner, dessen Arbeit in der Ausstellung leider nicht vertreten ist. Es ist die« der?lustr«li«r Will Tyson, der jeden Tag für das Ar- beiterblatt„The Daily Herald" eine Zeichnung liefert. Tysons Handwerkszeug ist kein(Äänsekiel, mit dem man den Gegner neckisch kitzelt, sondern ein langes, breites eiserne« Schwert, das er, wie ein alter germanischer Krieger, nachdem er Arme und Köpf« abge- hauen hat, am Abend noch der Scblacht mit dem Fuße wieder gerade biegt. Doch Tyson»«atir« ist keine Salonsatir« und de»- halb auch wohl kaum auSstellunaSfähig. Tyson steht auf dem Boden der revolutionären Arbeiterbewegung und die Kunstgelehrten würden wohl gleich in seinen Zeichnungen die„einseitige Tendenz" erkennen. Ein glSserncr Weltenkraher. Während auf der Merkbund- Ausstellung in Köln in den nächsten Tagen Sa» erste Glashaus in immerhin bescheidenen Größenverhältnissen die Aufmerksamkeit der Besucher fesseln wird, planen die New Porter al» neueste» Wunder ihrer kühnen Architektur einen Wolkenkratzer au« Glas. Das Ge- bäude von zwöls Stock Höhe wird ganz au» Glaswänden in einem Stadlrahmen errichtet;»ach seiner Fertigstellung werden«wm 78 Proz. der Laustoffe Gla» sein. Eine weitere Besonderheit diese» GlaSgebäude» wird e» fein, dass e» keine Fenster erhSkt. die sich öffnen lassen; die Ventilation wird nach einem neuen System geregelt, das den Beivohnern frische und gute Luft in reichem Masse zuführen soll. Die Luft wird durch«ine besondere Leitung in der Höh« des zweiten Stockes eingesaugt, Iveil man gefunden hat. dass sie in dieser Höh« reiner ist al« weiter oben. Noch ihrem Eintritt wiro die Luft durch„Rcgenkammern" geleitet, in denen alle Unreinheiten wie bei einem Regenschauer auSgcivaschen werden. Erst dann strömt die Luft durch Leitungen, die das ganze Hau» durchziehen, in die verschiedenen Stockwerke und in die ein- zelnen Räume, während tz« Verbrauchs« Luft durch unter der Decke liegende Cessmingen wieder herausgezogen wird. Bei kaltein Wetter wird die frische Luft nach ihrem Eintritt in da? Haus zu- nächst audi erwärmt, bei starker Hitze dagegen gekühlt. So glaubt inan das ganze Jahr hindurch eine von allen Arankheitskeimcn ge- reinigte Lust den Bewohner» dieses Glashauses zuführen zu tönnen, ohne dass sie unter dem Lärm der Strasse, der durch die geöffneten Fenster herausdringen würde, zu leiden habe. Un- abhängig von der Luftleitung erhält das Haus eine Warmtvasser- Heizung, die an den kältesten Wintertage» eine gleichmässige Iva r ine Temperatur sichert. Das luftige LuxuSgcbäudc soll 6 Millionen Mark kosten. Drlia Larkin« KriegSkunft.-Die Genossin Delia Larkin, die Schtvester Larkin«, der bei dem Dubliner Streik eine hervorragende Rolle al» Führer der Streikenden spielte, hat einen eigenartigen Weg eingeschlagen, um Mittel für die gewerkschaftliche Frauenorganisation Irland» und zur Unterstützung der noch ausgesperrten Arbeiter auf- zubringen. An« Arbeiterinnen, die am Streik beteiligt waren, hat sie eine Künstlerinnentrupp« gebildet, die zurzeit in„Kings Hall" in London austritt. Sie erzählt darüber in den, Londoner Blatt„Daily Sketch": Für die Opfer des Streiks in Dublin sind Geldmittel erforderlich. Um sie zu beschoffen, bediene ich mich meiner früheren Leidenschaft für das Theater. Ich habe die Dekorationen gemalt und die Kostüme ge- schneidert. Meine Künstlerinnen sind durchweg Arbeiterinnen von Dublin, emige davon habe» eine bedeutend« Besähigung für die dramatische Kunst. Auch einige Arbeiter sind darunter. Ein'junger Maurer spielt die Geige wie ein Paganini. Timotheus Wehlen. ein Fischhändler, und Franei» Cooper, ein SchiffSauSlader, find die Koryphäen ineine« Ballettkorps, die Arbeiterinnen sind durchiveg ausgezeichnete Tänzerinnen. Katia Moore, ein« Arbefterin der Zünd» holzfabrikation, ist die Sopransängerin der Truppe. Was mich be- trifft, so bin ich Impresario, Direktrice, Regisscuse usw. und vor allem Kassiererin. Rbtizen. — Briefe Dostojewski» kannte man bisher nur ln ganz kurzen Auszügen, die in ein paar Büchern über ihn standen. So- eben erscheinen sie zum erstenmal gesammelt im Verlag R. Piper u. Co. in München. Sie sprechen eindringlicher von dem ungeheuren Schicksal de« Dichter« al« e« die beste Biographie vermöchte, ja sie sind eine Art Autobiographie. Der Verlag hat den Band mit b'S- her unbekannten Dostojewski-Porträt» aus allen Lebensaltern ge- schmückt, die im Moskauer historischen Museum für diesen Zweck aufgenommen worden sind. - P a u l I l g hat von der Schweizerischen Schiller- Stiftung für den Roman„Das Menschlem Mathias", der zuerst im Unter- haltung«blatt de» Vorwärts erschien,«inen Preis von 1000. Frank« erhalten. , �~* 8 J•'J?* K g 1 1 Lrunnsr erklärt in einer gu- fchnft an un«,«s fei unwahr, dass er.Oberzensor in Fragendes Films' sei. und ebenw. dass er den Film.Hirschjagd in Frankreich" kenn«, zensiert und für die Jugend zugelassen habe. Herr Brunner hält sich im ersten Teil feiner Erklärung an da» Wort, mcht an den Sinn. Er ist wirklich nicht Oberzensor, aber Zenmrbeirat für die Films für Jugendliche, also bloß eine Art Unterzensor. Die Berichtigung bedeutet mithin etwa, Herr Brunner habe zwar ein wichtige« Amt, aber im Grund« eigentlich nicht viel )U sagen. am 1000 Anzüge etrcifarBeii unter die Zwrscheumeister unterzu- bringen. Tic Berliner Schneider seien gewarnt. Es wird not- wendig sein, daß sie Obacht geben, wo Streikarbeit verrichtet wird. B r a s ch c ck, sckrctär des Österreichischen Schneidervcrbanoes. Deutsches Reich. Eine ganze Streikleitung verhaftet. Seit dem 25. April stehen in Monheim im Kreise Solingen 81 freiorganisierte und 24 christlich-organisierte Bauarbeiter im Kampfe. Monheim ist ein kleines Bauerndörfchen mit stark katho- lischer Bevölkerung, in dem bisher noch keine Industrie vorhanden war. Eine holländische Kapitalisicngruppe hat ein größeres Werk, die Rhenania-Werke, das erste industrielle Unternehmen, dort er- richtet. Einige Baufirmcn führen einige zum Werke gehörige Bauten auf. Da die Firmen. den Tarif nicht zahlten und sich auch auf keinerlei Berhandlungen mit den Vertretern der Organisationen einließen, kam es zum Streik, der erste, der in Monheim geführt wurde. Tie Streikenden verhielten sich, den Mahnungen ihrer Führer folgend, ruhig. Es war den bestreikten Firmen nicht möglich, Arbeitswillige herbeizuschaffen. Außer einigen Italienern halten alle die Arbeit niedergelegt. Das scheint den Herren nicht in den Kram gepaßt zu haben. In der Nacht zum Sonntag wurden in der Kantine, in der einige arbeitswillige Italiener kampierten, die Fensterscheiben eingeworfen. Von wem konnte nicht festgestellt werden. Am Sonntag wurden plötzlich sieben Streikende von der Gendarmerie verhaftet unter der Be- schuldigung. Landsriedensbruch begangen zu haben. Weitere Ver- Haftungen erfolgteil am Montag. Und am Dienstag wurde die ganze Streikleitung verhaftet und die Aktenmappe der Streikleitung beschlagnahmt. Außerdem wurden fast alle Streikenden, die in Monheim wohnen, verhaftet und in einem Wagen nach dem Untersuchungsgefängnis in Opladen gebracht. Bisher war es den Streikposten noch immer gelungen, arbeitsuchende Leute, die nicht wußten, daß auf den Rhenania-Werken gestreikt wurde, zur Umkehr zu bewegen. DaS ist ihnen nun unmöglich gemacht. Die Werks- leituiig und Gendarmerie lebe» übrigens im besten Einvernehmen, was schon daraus hervorgeht, daß man den Fußgendarmen ein Auto zur Versügung gestellt hat. Auf eine telephonische Beschwerde beim Landrat wurde der Streikleitung mitgeteilt, der Monheimer Bürger- mcistcr müsse erst Bericht erstatten, bevor der Landrat eine be- stimmte Antwort geben könne. Unter den Verhaftelen befinden sich auch Italiener. �echenkapital und Grubensteiger. Keiner Organisation ist den letzten Iahren vom Unternehmer- tum schlimmer mitgespielt worden als dem Deutschen Steigerverband. Der Gipfel aller gegen ihn unternommenen Schandtaten, der Ein- bruch in das Verbandsbureau zur Erlangung der Mitgliederlisten, ist ja noch in aller Erinnerung. Die soeben erschienene Nummer 9 des„Technischen Grubenbeamlen" ist nun zu einer Anklageschrift gegen das Zechenkapital ausgestaltet worden.� Dokumentarisch wird der Terror der Grubenkapitalisten gegen die Steiger niedergelegt.. „Eher kann einer." so schreibt der kundige Verfasser des Ar- tikels.„Monate und Jahre Gefängnis oder gar Zuchthaus verbüßt haben, aber freiere Ansichten werden nicht geduldet." Die Folge davon ist, daß die jungen Leute, die sich zur Bergschule melden, meist aus jenen Kreisen der Arbeiterschaft stammen, die den modernen Strömungen fernstehen. Bei diesen Leuten ist eine gewisse Veranlagung, sich recht viel ge- svllen zu lassen, von vornherein da. Ein treffendes Arbeiierwort . chu für diese Elemente der Steiger, die Bezeichnung-.Rad- Wahrer" geprägt: nach oben krümmen sie den Rücken,'naäh unten treten sie. Von der Behandlung der Steiger durch die Vorgesetzten heißt es: Es werden ihm Namen gegeben, die aus irgendeinem der gemeinsten Schimpfwörterlexikons entliehen sind. Widerworte wagt er nicht, da das Autoritälsprinzip viel zu fest in seiner Erziehung begründet ist. Wer sich aber erst einmal Schafskopf, Esel, Edel sau, Schwein und sonstige noch viel gemeinere Wörter hat gefallen lassen, bei dem ist das energische Wehren fast für immer'vorbei. Das Rück- grnt bekommt der Mensch nur einmal gebrochen." Auf diese Weise wird das Gefühl für Beleidigungen völlig ab- gestumpft. So schreibt in einem der Fragebogen, die der Steiger- verband herausgegeben hat, ein Steiger von Zeche Holland: „Behandlung sehr una„ständig, Betriebsführer und Fahrsteiger schimpfen. Jedoch wir Steiger sind dagegen abgebrüht." Von Zeche Neumühl schreibt, ein anderer: „Behandlung schlecht. Worte wie A... löcher und so ähnlich werden im Beisein der Leute voin Betriebsführer Kl.... ge- braucht. Wenn ich Schläge bekäme. würde ich meinen, eS muß wohl s o sein. Der Mensch ist ein G e- wohnheitstier." Welch erbarmungswürdiges Helotentum'. Hinzu kommt die unglaublich rücksichtslose Art, wie man die Steiger in ihren Feierstunden zwingt, trotz vorhergegangener zwölf- bis fünfzchnstündiger Arbeitszeit wieder einzufahren. Ein Fall von vielen: Auf Zeche Bruchstraße wurden die Steiger auf den e r st e n O st e r t a g zum Knolenbinden bestellt. Da standen nun am ersten Feiertag morgens 9 Uhr über dreißig gereifte Männer an einem auf dein Zechenplatz gespannten Drahtseil und lernten— Knotenbinden. Trotz aller Hemmnisse will jetzt der deutsche Steigcrverband einen neuen Vorstoß versuchen. Mit Recht weist seine Anklageschrift darauf hin, daß die Entwicklung im Bergbau die jetzige unwürdige Stellung der Steiger noch verschlimmern wird, wenn die Organi- sation den schamlosen Uebergriffen des Zechenkapitals nicht rechtzeitig wehren kann. Tie Fortbildungsschule im Dienste des Unternehmers. Zu Eilcnburg streiken seit einigen Wochen die Formstecher, um der geradezu zu einer Gefahr für den wenig ausbrcitungsfähigen Beruf gewordenen Lehrlingszüchterei Einhalt zu tun, nachdem alle Versuche zur Schaffung einer einigermaßen erträglichen Lehrlingsskala an dem„Herr-im-Hausc"-Standpunkt einiger Unternehmer gescheitert- waren. Ergab doch eine kurz vor Ausbruch des Konflikts gemachte Aufnahme, daß bei 49 am Orte beschäftigten Gehilsen ij2 Lehrlinge„ausgebildet" wurden, eine Zahl, die im Verhältnis zum Bedarf unerhört genannt werden muß, da es den Ausgelcrnten kaum möglich ist, im Beruf Arbeit zu bekommen. Da einige Lehr» lingszüchter sich absolut zu keinem Vergleich bequemen wollten, wurde der Streik erklärt. Jetzt kommt die Leitung der gcwcrb- liebe» Fortbildiingsschnle den bedrängten Lchrlingsausbeutern zu Hilfe, indem sie die Mehrzahl der fortbildungsschulpflichtigen Form- stcchcrlehrlinge vom Schulbesuch dispensiert. Das empörendste an dem Eingreifen der Schulleitung in einen Kampf zwischen Arbeiter und Unternehmer ist, daß dieser Kamps gerade im Interesse einer gesunden Lehrlingsausbildung geführt wird, und die„dispensierten" Lehrlinge also gezwungen sind, ihre eigenen Interessen mit Füßen zu treten. Diese Maßnahme der Schulleitung— selbst in Zeiten der Hochkonjunktur wurden bisher die Schüler nicht vom Unterricht dispensiert � zeigt aufs neue, daß die von den Unternehmern als noiwendiges Uebel betrachtete Fortbildungsschule im Zeichen der Jugendpflege nichts anderes ist als ein neues Instrument zur Bekämpfung der Arbeiter._ Ausland. Ganz Dänemark für Buchbinder gesperrt: Tic dänischen Buchbinder haben den am' 1. Juli ablaufenden Landcstaris gekündigt und den Unternehmern einen Tatifentwurf unterbreitet, der von- den Unternehmern mit einem Gegcnentwurf beantwortet ist. Die Unternehmer scheinen sich nun auf einen Kampf vorzubreiien und versuchen, Arbeitskräfte in Deutschland zu werben, wie aus verschiedenen Anfragen deutscher Buchbinder beim Vorstand des dänischen Buchbinderverbandes hervorgeht. Be- sonders soll es die Kopenhagener Firma Petersen u. Petersen sein, die in deutschen oder Berliner Blättern Buchbinder sucht. Da jetzt das Geschäft im allgemeinen in Kopenhagen daniederliegt, so ist zu erwarten, daß die so gesuchten Buchbinder nur gegebenenfalls als Rausrcißer gegen ihre dänischen Kollegen verwandt werden sollen, um diesen von vornherein ein Durchsetzen-hrer Forderungen unmöglich zu machen oder doch zu erschweren. Ter Vorstand des dänischen Verbandes hat deswegen beim Internationalen Buch- bindersckretariat beantragt, die Sperre über ganz Dänemark zu ver- hängen. Also, Buchvinber, keine Prellung nach Dänemark an- nehmen! Verbandstag der Lederarbeiter. In der am Donnerstag abgehaltenen Sitzung wurde die Tis- 'kussion über Lohnbewegungen und Tarifverträge fortgesetzt. Zu- nächst kamen von jeder der drei Branchen CWeißgerber, Handschuhmacher, Loh- und Ehrmngerber) zwei Redner zum Wort, die unter Rücksichtnahme aus die besonderen Verhältnisse ihrer Branche die taktischen Fragen der Lohnbewegung im allgemeinen beleuchteten. Drei Fragen waren es, die im.Vordergrund der Debatte standen: Tic Akkordarbeit,' der paritätische Arbeitsnachweis und der Reichs- tarif. Tie Meinungen waren hinsichtlich aller drei Fragen geteilt. Während einige Redner für grundsätzliche Bekämpfung der Akkord- arbeit eintraten, meinten andere, dies Lohnsystem sei so weit- verbreitet, daß an eine Abschaffung desselben wohl nicht zu denken fei. In mancher Hinsicht hätten die Akkordarbeiter auch mehr Freiheiten bei der Arbeit als die Lohnarbeiter.— Hinsichtlich des paritätischen Arbeitsnachweises ging die Ansicht im allgemeinen dabin, daß sich in der Handhabung dieses Systems neuerdings manches zuungunsten der Arbeiter bemerkbar gemacht habe. Immerhin könne die Einführung von paritätischen Arbeits- nachweisen versucht werden, wo eS die Verhältnisse gestatten, jedoch solle diese Angelegenheit nicht forciert werden.— Die große Zahl der Tarife in der Weißgerderei und der Haicdschuhindustric hat. die Frage nahegelegt, ob eine Entwickelnng zum Reichstarif oder zu Bezirkstariscn zu erwarten und ob sie eventuell zu begünstigen sei. In dieser Hinsicht traten in der Debatte verschiedene An- sichten hervor. Weiter wurde der Wunsch ausgesprochen, daß bei Lohnbewegungen mehr Nachdruck auf die Verkürzung der Arbeits- zeit gelegt werde. Nachdem die Erörterung der.allgemeinen Gesichtspunkte be- endet war, beschäftigte sich der Verbandstag mit einigen Einzel- fällen, die der Beschwerdekommisfion vorgelegen haben. Es handelt sich in diesen Fällen um Meinungsverschiedenheiten, die wegen einzelner Lohnbewegungen zwischen dem Zentralvorstand und den beteiligten Ortsverwaltungen beziehungsweise Mitgliedern ans- gebrochen waren. Die Erörterung der Einzelfälle füllte die ganze Sitzung aus und soll am Freitag fortgesetzt werden. verbanüstag öer Haftwirtsgehilfen. Zweiter Tag. Als Vertreter der Generatkommission ist der Genosse Adolf Cohen erschienen, als Gast nimmt Frau Kahler vom Verband der Hausangestellten an den Verhandlungen teil. In der Vor- mittags sitzung wird die Diskussion über den Bericht der Hauptverwaltung fortgesetzt. Eir.ige Redner bemängelten, daß daS Küchenpersonal. in den gastwirtschaftlichen Betrieben vielfach im- bercchtigterweisg� hei. den Hansangestellten organisiert sei. Das ic!..falsch., hicscs Pcrsoitol. gehöre unbedingt in den Verband der MstwsriSgeMfgH.. Fhctu. Kä hb e r erkennt an, daß die Küchen- U.nd. Hausmadchen/chie in Gastwirtschaften beschäftigt sind, dem Verband der Gastwirtsgehilfen zugebören. Vielfach sei der Ver- band aber auch mit schuld, denn in vielen Orten bekümmere er sich um dieses Personal nicht. Jedenfalls dürfe keine Zcr- splitterung eintreten, sondern ein evcntl. Uebertritt müsse ein- mutig erfolgen. L ö f f l c r- Berlin meint, man hätte in Berlin vorgehen sollen, als von einigen größeren Betrieben der Tarif gekündigt wurde. Koch- Essen bedauert die Berliner Konflikte, die auch in der Provinz schädigend gewirkt haben. Tie Hohensteinschen Flugblätter seien z. B. in Essen und anderwärts massenhaft verbreitet worden. Der Vorsitzende Zeiste bespricht in seinem Schlußwort die einzelnen Anregungen und Wünsche, die aus dem Kreise der Tele- gierten gekommen sind und erklärt unter anderem, daß die Haupt- Verwaltung bereits beschlossen habe, im Lause dieses Jahres eine Reich sianserenz für die Hoteldicner einzuberufen, wo die für die Hotcldiener besonders in Betracht kommenden Fragen behandelt werden sollen. Ein Antrag der Berliner Lppo- sitivn. eine besondere P re ß k o m m i s s i o n einzusetzen, die über die Fragen der Redaktionsleitimg zu befinden hol. wird abgelehnt. Zur Verhandlung gelangen nunmehr alle diejenigen Anträge, die sich mit der Einführung des B c z i r k s l c i t c r s y st e m s de- fassen, ferner diejenigen, welche eine Verschmelzung der ein- zclnen Gruppen am Orte verlangen. Ströhlingcr(Haupt- Verwaltung, führt bicrzu aus: Seit dem Nürnberger Verbandstage haben viele Anstellungen Platz gegriftcn, die Zahl der Beamten sei um vieles vermehrt. Allen Wünschen könne natürlich nicht Rechnung getragen werden. Schon jetzt marschiere der Verband der Gastwirtsgehilfen in bezug auf die Ausgaben für persönliche Unkosten mit an der Spitze aller Gewerkschaften. Das habe natür- lich seine guten Gründe. Tie Arbeitsverhältnisse in gastwirt- schaftlichcn Gewerben ließen eben denjenigen Kollegen, die sich in fester Stellung befinden, kanm genug Zeit übrig, sich dem Ver- bände zu widmen. So entstehe die Notwendigkeit, fast überall be- soldete Beamten anzustellen. Der Verband gibt jetzt für die An- gestellten(Hauptverwaltung, Gauleiter, Lokalbeamtc) insgesamt rund 117 000 M. aus. In der Diskussion zu diesen Anträgen, die sich auch auf die Bezahlung der Beamten durch die Hauptverwaltung beziehen. spricht sich Saar- Berlin dahin aus, er sei nicht für die Be- zahlung der Beamten durch die Hauptverwaltung. Das Interesse an den Verbandsarbeiten würde sinken, der Wille der Mitglieder käme nicht genügend zum Ausdruck. Die Beamten kämen in eine vollkommene Abhängigkeit zur Hauptverwaltung.— Schindel- m c i c r- Berlin führt aus: Wir wollen keine Führer, die sich leithammeln lassen. Eine Anzahl anderer Redner schließen sich diesen Ausführungen an, während andere im Gegenteil dafür eintreten, weil die Beamten dann unabhängig von der großen Masse werden und unbekümmert um die gerade herrschende Strö- mling ihre Meinung frei zum Ausdruck bringen können. Für die Verschmelzung der einzelnen Branchen am Orte sprechen sich fast alle Redner aus.. Bis zum nächsten Verbondstag soll dieses in allen Städten herbeigeführt sein. " Mehrere Delegierte fordern die sofortige Einführung der Be- zirkslcitung. Ströhlingcr erklärt für die Hauptverwaltung, daß diese die Einteilung des Verbandes nach Bezirken und die Anstellung von Bezirksleitern wohl anstrebe, daß der Verband sich tatsächlich schon mitten in dieser Entwickclung befinde; er empfehle aber, von einem Beschluß abzusehen, der die Hauptverwaltung zwinge, dies sofort systematisch durchzuführen. Das Resultat der Diskussion ist die Annahme folgender von Ströhlinger vor- geschlagenen Erklärung: Der achte Verbandstag erflärt: Die Hauptverwaltung ist berechtigt, Anstellungen von halb- bzw. ganzbesoldeten Kollegen weiter zu fördern, soweit dies not- wendig ist. Das soll namentlich in solchen Orten geschehen, wo Aus- ficht vorhanden ist, daß in nicht allzu langer Zeit die Ver- waltungslostcn durch Zunahme der Mitglieder gedeckt werden. Nach � Möglichkeit ist da» System der„Halbbesoldeten" zu bc» schränken.' Auf alle Fälle sollen die betreffenden Verwaltungsstellen selbst, bis zur anderweitigen Regelung zur Ausbringung der Kosten durch Erhebung von Extvobeiträgen herangezogen werden. Voraussetzung ist ferner, wenn Zuschüsse aus der Hauptkane bewilligt werden sollen, daß die Ortsvcrwaltungen den Beamten in seiner Tätigkeit tatkräftig unterstützen. Die theoretische und praktische Ausbildung der vom Verbände angestellten oder anzustellenden Kollegen ist von der Hauptver- Wallung möglichst zu fördern. In der Nachmittagssttzung sollen die bekannten Berliner Kon- slikte verhandelt werden; die Sitzung wird eine geschlossene sein._ Laßt uns öiese Kulturarbeit fördern! Das war die Stimmung in zwei zugunsten des Kinderschutzes vom 4. Kreis einberufenen Versammlungen. Der Besuch war den gegebenen Verhältnissen entsprechend ein guter. In den Andreas-Festsälen fesselte Genossin Martha Temmning die Zuhörer durch ihr sachkcnntnisreiches Referat. Sie schilderte die EntwickelungSansängc des modernen Kapitalismus und die damit verbundene wüste Aus- beutung der erwachsenen Arbeiter Und ganz besonders der Kinder. Bon England, dem klassischen Lande des modernen Kapitalismus, lernte Deutschland gar bald das Mahlen von Kinderknochen. Furcht- bar waren und sind diese Wirkungen noch heute. Denn all das knospende Mcnschenmaterial, das Moloch Kapital gefräßig ver- schlang, noch verschlingt, geht der Gesellschaftskultur verloren. Durch den nimmermüden Appell der Sozialdemokratie fühlte?ich das bürgerliche Gewisse» dann im Jahre 1904 gemüßigt, die Kindererwerbsarlicit gesetzlich zu regeln. Und heute, mich zehn- jährigem Bestehen dieses durchlöcherten Gesetzes findet man noch ähnliche Ausbeutung der Kleinsten, wie vor 70 und 80 Jahren. Dennoch hatte der frühere Minister Herr v. Dallwitz die Stirn zu behaupten, es sei ungeheure Uebertreibung, von Kindcrausbeutung zu reden. Derselbe Herr fand avcr kein Wort des Tadels über das statistische Amt. das schon ietl zehn Jahren teilweise Erhebungen über die Kinderarbeit in An- griff genommen und bis dato kein Resultat veröffentlicht hat. Tann unterzog die Referentin die verschiedensten Teile des Kinder schutzes einer kritischen Würdigung. Der ungeteilte Beifall und der Wille, tatkräftigen Kinder- schütz zu betreiben, bewies, daß der Referentin Worte auf sruchl- baren Boden gefallen. Fcstsälc Düd-Ost. Emma D ö l tz gab hier ein großzügiges Bild des Wesens und Wirkens des seit 1904 bestehenden„Kinderschutzgesetzes". Ost unterbrach die Rcdnerin grollende Bewegung, die sich zum Teil auch durch Entrüftungsrusc über unsere„Kultur" auslöste. Besonders im vierten Kreis hat die.Kilcherschutzkommission wahrhaft Segensreiches geleistet. Ter gräßliche Fall, daß ein vier Monate altes Kindchen buchstäblich angefault, von Moden am gefressen und von Ungeziefer bedeckt aufgefunden wurde, steht leider nicht vereinzelt da. Groß-Bcrliii zeitigt mehr solcher Kulturblütcn. Der hier erwähnte Fall ist durch die Kindcrschutzkommission entdeckt und erledigt worden.' Tie preußische Polizei findet zum Teil weder Gefallen am Kinderschutz, noch fühlt sie Anlaß, auf Einhaltung des Gesetzes zn dringen. Beweis: Ein zu schützender Knabe trug ganz getrost Zeitungen zum Polizeirevier. Einmal wurden zur Winterszeit in Eharlottcnburg 120 Kinder vor 4 Uhr morgens arbeitend angetroffen. Im vierten Kreis traf man binnen zweier Stunden 270 arbeitende Kinder. Davon haben die Gesetzeshütcr natürlich nichts- bemerkt..-Ter.Polizei. genügen auch die Legitimo- tionen galizischcr Kinder, die in den Jutcspinncrcien orbeiten. Trotzhem steht notorisch fest, daß diese Ausweise mst dem-wirklichen Altec der Kinder selten übereinstimmen. Diese Spinnereien sollten einmal das Objekt polizeilicher Untersuchung werden. Zeil genug wäre dafür vorhanden, wenn die prolclarischc Jugendbewegung und die Gewerkschaften etwas �weniger drangsaliert würden. In warmen Worten forderte zum Schluß Emma Töltz die Anwesenden auf. eifrig Äinderfchutz zn betreiben, um so ein stück Sozialismus zu verwirklichen. Reichen Beifall zollten die Anwesenden der Referenlin. Dem Referat folgte eine interessante Diskussion. Mus öer Partei. Aus den Organisationen. Ter sozialdemokratische Kreiswahlvercin Stralsund- Franzburg-Rügen hielt am Sonntag, den 10. Mai. in Stral- fund seine Kreisgencralversommlung ab. die von 86 Delegierten besucht war. Aus dem Geschäftsbericht geht bcrvor, daß auch hier die Bewegung sicher vorwärts schreitet. Tie Mitgliedcrzahl ist um 261 seit dem 1. April v. I. gestiegen und beträgt zurzeit 1592. Erfreulich ist. daß sich die Zahl der weiblichen Mitglieder ans 881 gesteigert hat. Die Partei würde auch im Kreise bedcnicnd mehr Mitglieder aufweisen können, wenn nicht durch Polizcischikanc die Abhaltung von Versammlungen aus freien Plätzen usw. gehindert würde, um das Eindringen der Sozialdemokratie zu verhindern. Im ganzen Kreise stehen der Partei nur 1 Lokale zur Verfügung, sedock» ist seitens der Kreisleitung jetzt der Versuch unternommen, in ein- zelnen Orlen Wohnungen zu Perjammlungszweckcn zu mieten. Die KassenoerhÄtniffe haben sich infolge der Vermehrung der Mit- glicderzahl günstig cntwickelr; die Partei verfügt zurzeit über einen Bestand von über 2400 M. Nach einem Referat des Kandidaten Genossen Katzenstein wurde beschlossen, den deutschen Parteitag in Würzburg durch einen Delegierten zu beschicken, wozu der Kreis- Vorsitzende Genosse Göbel gewählt wurde. Der bisherige Kreis- vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Keinen günstigen Abschluß erzielte der Wahlverein für Greifs- w a I d- G r i m m c n mit seinem letzten Geschäftsjahr. Er mutzte in ihm einen Verlust von llä Mitgliedern und auch an Abonnenten auf die Parieipreffc zählen. 637 Genossen sind in seinem Bezirk politisch organisierl, aber nur 277 Abonnenten der Partcipresse sind vorhanden. Kein Wunder, wenn eS da zurückgeht! Wo die dauernde Aufklärung durch die Partcipresse fehlt, können auch 90200 Bro- schüren, Volkskalcndcr und Flugschriften nebst Agitationszeitungcn nicht viel ausrichten, wie sie im Kreise verteilt wurden. Wie wenig auch die Parteiarbeit klappt, wenn die ständige Aufmunterung der Parteiprcssc scblt, geht daraus hervor, daß der Hauptkassierer noch nicht berichten kann, weil aus den sechs Mitgliedschaften noch nicht die Abrechnungen zu erlangen waren. Der zweite mecklenburgische Wahlkreis Echwerin-Wis- mar biclt seine Kreiskonscrcnz in Wismar ab. ES wurden im Berichtsjahre 60 000 Flugblätter, 17 000„Mecklenburgische Volks- kalender" und 5000 Probenummern der„Mecklenburgischen Volks- zeitung" verbreitet. Oeftentliche Versammlungen fanden 18 statt. dazu kommen 55 Mitgliederversammlungen und außerdem zwölf össentliche Versammlungen auf den Dörfern. Die JlchreSeinnahme beträgt 8225,59 M., die Ausgabe 6086,98 M., so daß ein Kassen- bestand von 2138,61 M. verbleibt. Tie Mitgliederzahl stieg von 1990 aus 2375, also um 385. Tie Leserzahl der„Mecklenburgischen Volts- zeitung" beträgt 1800. Die Krcisorganisation für Nordhausen und die Graf- schaft Hohenstein hat sich gut entwickelt. Die Mitgliederzahl stieg von 1282 auf 1864. Das ist um so höher zu bewerten, als die Krise in der Kaliindustrie die Arbeiterschaft schwer betroffen hat. In 17 Orten bettebcn Ortsgruppen und in 8 Orten verfügt unscre Partei über 26 sitze in den Gcnicindcvcrtrctungcn. Dem Geschäftsbericht für den Sozialdemokratischen Berein für den 13. sächsischen R e i chstagSlna hlkre i s=? Leipzig-Land— ist zu entnehmen� «kt 40017 peW der 10. SMS an zweit« Stelle i» Deutschland, klZ7L Mitglieder Zunahme gegenüber dem Vorjahre ip da? Resultat reger Werbearbeit. Im ganzen waren 10 729 Neuaufnahmen zu verzeichnen, von denen 7856 im zweiten Halb- jähr hauptsächlich in der Roten Woche gewannen wurden. Tic Zahl der weiblichen Mitglieder beträgt 7728. 192 öffentliche und 717 Vereinsiversammlungen zeugen von reger Agitation. Ter Umsatz an Beitragsmarken beträgt 151 084,70 M. Tem Reichstags Wahlfonds wurden 12 038,50 M. zugeführt. An den Parteivorstand sind 40 300 M., an den Bezirksvorstand 23 623 M.. für Agitation 15 699 M., für das Sekretariat 7390 M. verausgabt und als Kassenbestand 17 881,16 M. vorgetragen. Tie Generalversammlung stimmte im Prinzip der Gründung eines Mitteilungsblattes zu, hauptsächlich, um die neugewonnenen Mitglieder zur Vereinstätigkcit heranzuziehen. Ter Antrag Plagwitz, die Zahl oer Delegierten zur General- deriammlung zu beschränken, wurde nach lebhafter Tiskussion mit grosser Mehrheit angenommen und damit die Zahl der Delegierten von 1600 auf ca. 800 herabgesetzt. Ein Korrespondeuzbureau für badische Politik beabsichtigt der badiiche Landesvorstaud einzurichten. Er hat sür diesen Posten den Genossen Grünebaum auSerwählt. Das Bureau soll seinen Sitz in Karlsruhe haben und von hier aus die badische Partei- presse mit badischer Politik speisen. polizeiliches, Gerichtliches usw. Die abgeblitzte Privatkrantcnkassc. Von der Mannheimer„Volksstimmc" wurde vor einiger Zeit das unlautere Gebaren der Krankentasse sür Handwerker, Kauf- leute und Beamte(sitz Tarmstadt) bloßgestellt, und es wurden die Leser ausgcsordert, dieser Kasse nicht zu vertrauen. Ter Vorstand der Kasse fühlte sich beleidigt, weil die Kasse auf gleicher Stufe mit den Schwindelkasscn stehend bezeichnet wurde. Tic VerHand- lung vor dem Mannheimer Schöffengericht endete mit einem J r e i s p r u ch der„B o l k s st i m m e", nachdem recht erbauliche Tinge festgestellt worden waren. Ein angesehener Arzt führte den Nachweis, daß den kranken Kassenmitgliedern das ihnen zustehende Krankengeld widerrechtlich entzogen worden sei. Festgestellt wurde dann, daß die Kasse bei einer Einnahme von 60 000 M. im letzten Jahre an Krankengeld 19 000 M., für Arznei 5505 M. und an die Äerzte 1991 M. auszahlte; als V c r w a l t n» g s f p e s e n aber die H ä l fü e der Einnahmen v c r b r a u ch l e. Für 90 in Mannheim wohnende Mitglieder der Kasse wirkt der Sohn des klagenden Vorsitzenden Kaiser als„Subdircktor" und Kontrolleur. Beamte hat der..Direktor" jedoch nicht. Weiter wurde festgestellt, daß für 2200 Mitglieder der Kasse 22 Verwaltungsstellen unter- halten wurden und die Gründung nur den Zweck hatte, die Familie Kaiser zu versorgen. Das Gericht hielt eine Bekämpfung dieser Kasse für gerechtfertigt. Versammlnogsverbot wegen des„Roten-Krr»z"-Ruinmels. In welch unglaublicher Weise unter der Herrschatf des „liberalen" Vereinsgesetzes die Sozialdemokratie schikaniert wird, lehrt ein Vorgang vom vergangenen Sontag in B r e i t e n b a ch im Kreise S ch l e u s i n g c n(Regierungsbezirk Erfurt). Dort war es nach vieler Mühe gelungen, eine Versammlung unter freiem H i m m e l zu ermöglichen, in der Parteisekretär Genosse ApelüErsurt) über das Tbema„Was will die Sozialdemokratie" sprechen sollte. Das sollten wohl die Arbeiter nicht erfahren, denn die Versammlung wurde verboten mit der Begründung, daß am gleichen Tage ein B l u m c n t a g für das„Rote Kreuz" stattfinde, daher könne wegen der gegensätzlichen Bestrebungen Gefahr für die öffentliche Ruhe und Ordnung„befürchtet" werden. Mit derselben Begründung verbot man ferner in S uhlerneundorf den Arbeiterradfahrcrn zu ihrem Stiftungsfest den F c st z u g und die Festrede. Es ist überflüssig zu sagen, dah in diesen weltentlegenen Orten der„Rote-Kreuz"- »puk vollkommen spurlos verlief. Aber er bot ein bequemes Mittel, der Sozialdemokratie ein Bein zu stellen. In Breitenbach gelang freilich der streich dank der Pfiffigkeit unserer Genossen vorbei. Man hatte rechtzeitig von dem Verbot Kenntnis erhalten und meldete die Versammlung noch schnell in einem Lokale an. Und nicht nur die Arbeiter von Breitenbach, sondern auch sogar von Schmicdefeld, Schützcnbach und Suhl waren dann so zahlreich erschienen, dah mindestens 300 Per- sonen an der Versammlung teilnahmen. Da es der Zufall wollte, daß sich alle diese Leute vor dem Orte trafen, so kam ungewollt eine ganz ansehnliche Demonstration für das, was die Sozial- demokratic will und die Arbeiter nicht erfahren sollten, zustande. Genossenschaftliches. Der Fortschritt des organissrrtru Grotzeinkiinfs. Das rasche Wachstum der deutschen Konsumgenossenschafts- »ewegung hat sich unter dem Druck der schlechten wirtschaftlichen Konjunktur im Jahre 1913 etroas verlangsamt. Auch die Groß- eiukoufsgrsellschaft Deutscher Konsumvereine wurde davon betroffen. Der soeben erschienene Bericht der Grosseinkaufsgesellschaft, der eine Reihe wertvoller und interessanter Tatsachen Über die Ent- wickelung dieses MillioneninstitutS enthält, teilt mit, daß der Warenumsatz im Jahre 1913 die Höhe von rund 154 Millionen Mark erreicht habe. Tie Umsatzstcigerung gegenüber dem Jahre 1912 beträgt rund 18 Millionen, das sind 13,4 Proz., gegenüber einer Steigerung von 24 Proz. im Jahre 1912. Die erzielte Steigerung, so erklärt der Bericht zu diesen Zahlen, kann jedoch als befriedigend bezeichnet werden, weil sie die Zunahme des Ge- samtumsatzcs der Konsumvereine noch übertrifft. Auch der Waren- bezug von genossenschaftlichen Organisationen hat sich im ver- flossencn Jahre erhöht. Er beziffert sich auf 8 679 325 M. gegen 7 551 460 M. im Jahre 1912. Leider ist hierbei der Bezug von landwirtschaftlichen Genossenschaften nicht besonders aufgeführt, was fü die Beurteilung der Beziehungen zwischen der Konsum- genossenschaftsvewegung und den landwirtschaftlichen Genossen« schaften von grossem Interesse wäre. Das wichtigste Kapitel des Berichts dürften die Mitteilungen über den Fortschritt der Eigenproduktion darstellen. Augenblicklich betreibt die Grotzcinkaufsgescllschaft eine Seifenfabrik, drei Zigarren- sobriken, ein.Kautabakfabrik und eine Zündholzfabrik. Im Bau befinden sich und kommen im Laufe des Jahres 1914 in Betrieb: eine zweite Seifenfabrik, eine Teiglvarcnfabrik und eine Kisten- fabrik. Der Wert der im Jahre 1913 aus der Eigenproduktion abgesetzten Fabrikate belief sich auf rund 10 Millionen Mark und weist eine Zunahme von rund 1,8 Millionen Mark auf. An diesem Mehr sind beteiligt: die Seifenfabrik Gröba mit 719 428 M., die Zigarrenfabrilen mit 330 812 M.. ferner ist erstmals darin enthalten der Umsatz der K-autabakfabrik Nordhausen mit 350 563 M. und der Umsatz der Zündholzfabrik Lauenburg mit 460 717 M. Der Geschäftsbericht bezeichnet diese Steigerung der Eigen- produklion als erfreulich. Wir können uns mit einer derartigen Bescheidenheit nicht befreunden und sind der Meinung, dah dieser Fortschritt ziemlich gering ist. Mit dieser Ansefauung befinden wir uns in guter Gesellschaft, denn auch weite Kreise der Genossen- schaster sind mit den geringen Fortschritten der konsumgenossen- schaftlichen Eigenproduttion sehr unzufrieden. Tic Bankobteilung der Grosseinkaufsgesellschaft, die den Geld- derkcbr der Konsumvereine und vieler Gewerkschaften vermittelt. bat bei dem Giroverkehr— der Vermmelung des täglichen Geld- Verkehrs durch Buchübertragungen � euren beträchtlichen Auf- schdmng z» verzeichae«.©te#ntj8tzc stiegen tun rund 50 Millionen Mark und erreichen im Debetverkchr die Höhe von 198 Millionen, im Kreditverkchr von 200 Millionen Mark. Die bei der Bank- abtelung hinterlegten Gelder zeigen jedoch ein« erhebliche Verminderung, wofür der Bericht leider keine Gründe anführt. Am 1. Januar 1913 betrug der Bestand an Einlagen rund 29 Millionen Mark, am 31. Dezember 1913 nur 25 Millionen Mark. Ende 1913 beschäftigte die Grosseinkaufsgesellschaft inS- gesamt 2019 Angestellte und Arbeiter gegenüber 1732 Ende 1912. Davon sind rund 1000 Tabakarbeiter, 300 Fabrikarveiter, 450 kauf- männische Angestellte, ferner 200 Transportarbeiter. Das Arbeits- Verhältnis sämtlicher Gruppen ist durch Tarifverträge geregelt. Für die Transportarbeiter ist der Reichstaris aueriannt, den der TranSportarbeitcrvcrband mit dem Zentralvoritand deutscher Konsumvereine abgeschlossen hat; für die übrigen Gruppen sind sondertarife vereinbart. Die Arbeitszeit ist für die einzelnen Gruppen verschieden festgesetzt: für die kaufmännischen Angestellten auf acht Stunden, für die Tabakarbeiter in Nordhausen ebenfalls auf acht Stunden, für die Arbeiter der Seifen- und Zündholzfabrik auf neun Stunden, ebenfalls auf neun Stunden, an Sonnabenden jedoch nur siebeneinhalb Stunden in der Zigarrenfabrik in Ham- bürg. Hier besteht aber für die Sortierer und Bekleber eine wesentlich kürzere Arbeitszeit. Tie Löhne sind für die gewerblichen Arbeiter teils Akkord, teils Wochenlöhne, für die kaufmännischen Angestellten Monatslöhne. Ihre Höhe ist sehr verschieden, doch dürsten die Löhne bei allen Gruppen höher fein als in den gleichartigen Privatbetrieben. Der Bericht teilt dafür einige Beispiele mit. Es beträgt der Jahresdurchschnittsverdicnst der Tabak- arbeiter nach den Angaben der Tabatbcrussgenosscnschaft in Nord- dcntschland 922 M., im Königreich Sachsen 679 M. und in Süd- dcutschland 605 M., dagegen in den Fabriken der Grosseinkauss- gesellschaft in Hamburg 1200 M., in Frankenberg(Sachsen) 1002 und in Hockenheim(Baden) 1005 M. Wenn auch bei diesen Zahlen zu berücksichtigen ist, dah die GrotzeinkaufSgesellschaft nur Fabrikarbeiter beschäftigt, während in der Taüakindustrie. über- Haupt sehr viele elend entlobntc Heimarbeiter arbeiten, so geht doch aus ihnen hervor, daß das genossenschaftliche Arbeitsverhältnis den Arbeitern bessere Existenzbedingungen bietet. Aus diesem Grunde, wie überhaupt der grossen sozialen Be- deutnng der Konsumvereine wegen, sollten alle Arbeiter ihnen bei- treten, wozu bekanntlich die Beschlüsse deS Magdeburger Parteitags und einige Gewerkschaftskongresse auffordern. Sie müssen aber auch dafür sorgen, dass der organisierte Grosseinkaus und die genossenschaftliche Eigenproduktion mit allen Kräften gefördert werden. Soziales. Die Ausschutzwablen der Bersichrrnnqsonstalt««. Auf Grund d«S ti 1352 der Reichsverftchcrungsordnung ist durch Erlah de? preutzischen Ministers für Handel und Gewerbe an die Overpräsidenten unterm 1. Mai eine Wablordnung für den Ausschuß der Versicherungsänftalten aufgestellt worden. Im ein- zeinen wird darin u. a. bestimmt: Mit den Vorarbeiten für die Wahl ist so zeitig zu beginnen, dass die Aufforderung an die Wahlberechtigten Anfang Juli 1914 ergehen kann, damit die Gewählten am 1. Oktober 1914 ihr Amt antreten können. Mit dem gleichen Tage scheiden die bisherigen Mitglieder des AnsscbusseS der Versicherungsanstalt, deren AmtS- zeit durch dir Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 12. Juli 1913 bis längstens zum 31. Dezember 1914 verlängert worden ist, a»S dem Amte a»S.' Die Wahlzeit läuft danach am 1. Oktober 1914 ab, so dass in späteren Jahren die Vorarbeiten für die Wahlen nach Abschluß der Wahlen für die Versicherungsvertreter bei den Ver- fichcrungsämtcrn im Juli des Kalenderjahres zu beginnen haben, in dem die Wahlzeit abläuft. Die Wahlordnungen sind unverzüg- lich unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse, soweit er- forderlich, nach Benehmen mit der LondeSversicherungsanstalt zu erlassen._ Die Kosten der Wahlleitung und die fächlichen Kosten der Wahl trägt der Staat. Die Wähler haben keinen Anspruch auf Entschädigung fürjbare Auslagen, Zeitversäumnis ufw. gegen den Staat. Durch die Stimmabgabe bei den Versicherungsämtern inner- halb einer Wahlfrtst werden ihnen auch besondere Kosten in der Regel nicht erwachsen. Ausserdem währen die Wahlzeiten nach Be- nehmen mit den Regierungspräsidenten möglichst so festzusetzen, daß die Personen, die zu beiden Wahlen wahlberechtigt sind, ihre Stimme glcickgeitig abgeben können. Den Beisitzern im Wahlvor- stände steht ein Anspruch aus Entschädigung aus Staatsmitteln ebenfalls nicht zu. Soweit daher nicht die LandeSverficherungS- anitalten bereit sind, diesen Beisitzern eine Entschädigung zu ge- währen, sind solche Beisitzer zu berufen, die zur Uebernahm« des Amtes auch ohne Entschädigung bereit find. Schn itterwotzn anqe». Wo auf den grossen Gütern Getreidebau und Viehwirtschaft dem Hacksrüchtebau weicht, ziehen an Stell« einheimischer Land- arbeiter die Satsonschnitter. Di« Unterkunftöräume dieser Wander- arbeiter sind auf sehr vielen Gütern schlechter eingerichtet wie die primitivsten Viehställe. Schnitterkasernen werden die„Paläste" der polnischen und russischen Wanderarbeiter genannt. Aber auch die deutschen, die Landsberger, Schnitter werden in den Schnitter- kasernen untergebracht. Die Schlafräume eines solchen Schnitterhauses sprechen oftmals jeder gesundheitlichen Anforderung Hohn, von den allereinfachsten Einrichtungen für Bequemlichkeit usw. ganz zu schweigen. Auf der königlichen Domäne Jezew» bei Labischin, Kreis Schubin, arbeiten gegenwärtig Sckrntterfamilien und unverheiratete junge Burschen und Madchen aus der Gegend von Landsberg an der Warthe. Sie sind im schnitterhaus untergebracht. In dem ihnen zugewiesenen Schlafroum sieht es so aus: Anstatt Betten sind drei aus Brettern zusainmcngescklagene Pritschen aufgestellt, eine von Meter Länge und 1?* Meter Breite, die beiden anderen je einen Meter kürzer und von gleicher Breite. In diesen Schlaf- räum und die drei Pritschen teilen sich 29 sncunundzwanzig) Personen beiderlei Geschlechts. Die drei Pritschen haben sie in folgender Weise als Nachtlager unter sich geteilt: Auf der größeren Pritsche schläft ein Ehepaar mit einer Tochter von 11 Iahren und zwei Söhnen von 18 und 20 Jahren, ein Ehepaar mit einem Knaben von 4 Jahren, eine jugendliche Arbeiterin von 16 Jahren, ein Ehepaar mit einem dreijährigen Mädchen. Auf der zweiten Pritsche liegt ein Ehe» paar mit einer Tochter von 8 Jahren und zwei Söhnen von 14 und 18 Jahren, neben ihnen drei unverheiratete Arbeiter im Alter von 19 Jahren, 21 Jahren und 25 Jahren. Und die dritte Pritsche end- lich wird nachts eingenommen von einem Ehepaar mit zwei Töchtern von 17 und 2 Jahren und zwei Söhnen von 9 und 6 Jahren, einer unverheirateten Arbeiterin von 18 Jahren und zwei unverheirateten Arbeitern von 23 und 21 Jahren. Die Leute liegen in der vorgenannten Reihenfolge auf den Pritschen. Die Pritschen stehen aber nicht etwa voneinander recht weit entfernt in verschiedenen Ecken des Raumes. Dies verbietet schon ihre erhebliche Länge. Sie stehen vielmehr so eng nebeneinandr, dass zwischen ihnen nur ein Raum von je Zentimeter bleibt. Die Leute wissen nicht, wie sie nacht» che« SleidnnGsstücte bei« Auskleide» lassen solle«. Klerberhaken find keine lwifrinhm. Die Kleider werden deshalb teils als Kopfpolster verwendet, teils ein« fach unter die Pritsche geworfen. Vor kurzem ersuchte» die Ar» bcitcr den Tomäncnpächtcr Rittmeister Holz um Abhilfe. Da wurde ihnen die Antwort:„Was bringt Ihr Euch denn solche grossen Kasten und Kisten mit und soviel Betten und dann noch eine solche Menge Gören? Das Haus ist von der königlichen Regierung erbaut und wenn es Euch nicht gefällt, dann holt Euch den Wacht- meiner I" Der Wachtmeister war schon mehrmals dagewesen. Aber das Schnittcrhaus hat er nicht untersucht. Er wird auch nicht wissen, dass die Pritschen in jeder Ritze und Fuge voll Wanzen sitzen und dass die Landsberger von einer hätzlichen Hautkrankheit befallen wurden, deren Ursache die alten ungewaschenen Strohsäcke sind, ans denen vordem russische und galizische Arbeiter genächtigt haben. So müssen auf ostelbischen Gütern die Schnitter wohnen, die den Agrariern den zu ihrem Wohlleben nötigen Reichtum schaffen müssen. Gerichtszeitung. Küsse und Wandervogel. Vor der 40. Strafkammer des Landgericht? I wurde gestern die am Dienstag abgebrochene Verhandlung gegen den Gemcindclchrer R i tz e n f c l d fortgesetzt. Ter Angeklagte ist bekanntlich beschuldigt, zwei Schülerinnen, die dem vom Angeklagten geleiteten Jugendklub der 400. Gemcindc- schnle angehören, geküßt und eine Lehrerin und einen Stu- denten wissentlich falsch beschuldigt zu haben. Der Angc- klagte hatte behauptet, daß das Schriftstück, in welchem diese falsche Beschuldigung enthalten war, nicht von ihm, sondern vom Rektor Friese herrühre. Letzterer, als Zeuge hierüber vernommen, wies diese Behauptung unter seinem Eide mit Entrüstung zurück. Der als Gutachter vernommene Grapbologe Langenbruch hat das Schriftstück, in welchem eine wissentlich falsche Anschuldigung erblickt wird, nach der neuen von ihm erfundenen mathematischen Methode geprüft. Er legre dieses neue Sbstcm dem Gerichtshofe eingehend dar und kam aus Grund dieses Systems zu der Uevcr- zeugung. daß der Angcklagre das Schriftstück geschrieben habe. Staatsanwalt Dr. Waschow wiederholte seinen auf 6 Monate Gefängnis lautenden Strafantrag und der Vertreter der Reben- klüger, Rechtsanwalt Dr. Artur Prinz schlotz sich dem Antrag auf Bestrafung des Angeklagten an.— Rechtsanwalt Dr. Wertbaurr führte dagegen ans, die Scbuld des Angeklagten sei nicht klar er- wiesen, auch nicht seine Verfasserschaft des Schreibens an das Polizeipräsidium, in welchem eine falsche Anschuldigung erblickt wird. Das System des Sachverständigen Langenbruch halte er für gänzlich verfehlt und würde es nicht einmal verwerten, wenn es zugunsten des Angeklagten ausgefallen wäre. Sollte aber der Angeklagte wirklich der Schreiber sein, so sei doch gar nicht er- wiesen, dass er wider besseres Wissen gehandelt habe. Das Gericht kam nach längerer Beratung zu einer Verurteilung des Angeklagten. Das Gericht hatte keinerlei Zweifel, daß dos fragliche Schriftstück von der Hand des An- geklagten herrührte, hat es aber nur als Beleidigung bewertet, für die ans einen Monat Gefängnis erkannt ist. Berücksichtigt wurde dabei, daß der Angeklagte als Jcrgcnderzieher sich nicht gescheut hat, eine langjährige Kollegin, auf die auch nicht der Schatten eines Vorwurfs fällt, zu verunglimpfen und e* sich um einen schnöden Racheakt handelt. Die gegen die Glaubwürdigkeit der beiden Kin- der unternommenen Schritte sind fehlgegangen und der An- geklagte mußte wegen Beleidigung auch in diesen Fällen bestraft werden. Da es sich um Kinder handelt, die er zu unterrichten hatte und somit ein besonders starker Vertrauens- mißbrauch vorliegt, hat das Gericht die strafe hierfür auf 300 Mk. bemessen. Das Urteil gegen den Angeklagten lautete daher auf 1 Monat Gefängnis u n d 3 0 0 M. G c l d- strafe eventuell noch 20 Tage Gefängnis. Diebstahl im Gericht. � Eine kleine artige Diebesgcschichte, die zeigt, daß die Langfinger auch in Gerichtssälcn„ihres Amtes walten". kam gestern vor der 41. Strafkammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Am 22. Okiober 1913 wohnte die Ehefrau des Redakteurs Kohnt i« einem Sitzungszimmer des Landgerichts Iii einer sie interessierenden Verhandlung einer Beleidigungsklage auf der ersten Bank des Zubörcrraumes bei. Sie hatte ihr silbernes Hand- täschcken neben sicb gelegt, welches sie plötzlich vermißte. Gleich» zeitig bemerkte sie, daß sich zwei sogenannte Kriminalstudenten schleunigst entfernten. Diese stürmten eilig die Treppen hinunter und aus dem Kriminalgerichtsgedäude hinaus, so daß man ihrer njcht habhaft werden konnte. Das Silbcrtäschchen entbiclt 7 M. bares Geld, mehrere Papiere und drei Schlüssel zur Wohnung der Kohutscheu Eheleute und zu dem Wohnbause im Grunelvald. Nun hatte Redakteur Kohnt Wind davon bekommen, dass in der Skacht vom 25. zum 2«. Oktober ein Ernbruebsdiebstahl bei il�m ausgeführt weihe» solle. Er benachrichtigte die Polizei. Zwei Kriminalbeamte legten sich in der zur Bankfiliale gehörigen Wohnung des Bank» dieners auf die Lauer. Bald nach lO Uhr hörten sie, daß jemand das Haus auftchloss, und bald daraus vernahmen sie, dass ein Mensch in dem Treppenraum hin und her schritt. Run muss wohl eine Frau, die nach ihrem weinenden Kinde sah, die stubentür ettvas laut geschlossen und der Eindringling durch diesen plötzlichen Schall ängstlich geworden sein. Denn als die Kriminalbeamten un- mittelbar darauf in Aktion traten, fanden sie auf dem Trefpenpooest einen Mann vor, der anscheinend in tiefem Schlafe lag. Er scbnarckite in so lauten Tönen, daß man annehmen konnte, eine Sägemühle befinde sich in voller Tätigkeit. Der unsanft autgc» rüttelte Mensch erklärte, daß er Böhm heiße; er zeigte auch eine LegttimationStartc, auf diesen Namen lautend, vor und behauptete, dass er in dem Treppenraum nur habe nächtigen wollen. Man fand in seiner Tasche die Kohütschen Schlüssel, die sich in der gc- stohlenen Sikbertasche befunden hatten. Als man ihn zur Wache gebracht hatte, stellte es sich heraus, dass er sich einen falschen Namen beigelegt hatte und in Wakrheit der schon mit vielen schweren Borsteafrn bedachte Ernst Martens sei. Er behauptete, dass er die Schlüssel von dem gleichfalls oftmals vorbestraften Agenten Georg Schack juchalten habe, der den Diebstahl in dem Sitzungszimmer der Straskammer�des Landgerichts III ausge- führt habe. Beide Kumpane standen nun bor dem Strafgericht. In komisch wirkender Weise suchte immer der eine den anderen al? den Dieb hinzustellen. Das Fazit der Beweisaufnahme wurde dahin gezogen, dass Martens die Tasche gestohlen und Schack ihn bei Ausführung des Diebstahls gedeckt haben dürfte. Das Gericht verurteilte Martens zu 2 Jahren Zuchthaus und ft Wochen Haft, Schack zu2Jahren Zuchthaus, beide auch zu 5 Jahren Ehrverlust. Gegen die Arbeiter-Radsahrvercine. Dos Landgericht Potsdam verurteilte gestern im Gegensatz zu dem freisprechenden Urteil des Luckcnwalder Schösscngerichts den Textilarbeiter Paul Watter aus Kalzcnjjurg, weil er als Obmann de» Svlzenburger Arbeiter. Radfahrervcrrius die für eine» poli- tische« Verein erforderliche Anmeldung der AorGnchsmitgkiedcr nicht vorgenommen hotte. Die Ttrafkammer deduzierte aus einem totalen Vergnügungsprogramm und aus dem Halten der Bundes- zeining, der lediglich Sportzwecken dienend« Verein sei ein poli- tischer nnd gelangte zu einer Verurteilung zu 10 M. Geldstrafe. Revolvcrschiesterki. Ein leichtsinniges Umgehen mit einem Revolver beschäftigte gestern das Schöffengericht Berlin-Mitte. � Unter der Anklage der Körperverletzung wurde der Klavierspieler Max Tacke aus der Unterjuchungshaft vorgeführt. Ter Angeklagte, der in einem Restaurant in der öbaussce- straste tätig war, folgte eines Abends der Einladung einer lustigen Gesellschaft von Herren und Damen zu Bier und Schnaps. Im pause der Unterhaltung griff er auf Wunsch eines der Anwesenden in seine Tasche, uni sein« Browningpistole zu zeigen und deren Loden nnd Entladen vorzumachcii. Dann unterhielt sich der An- geklagte mit einem Sohne des Gastwirts und srogte ihn plötzlich, od er einmal aus ihn zielen solle. In demselben Augenblick griff er auch schon nach der Pistole, legte an, ein Schuß krachte, und dem Sohne des Gastwirts wurden der Unterkiefer und bier Vorderzähne herausgeschlagen. Ter Amtsanwalt beantragte eine Ge- sängnisstrafc von 6 Monaten. Rechtsanwalt Dr. Are» machte für den Angeklagten geltend, daß es sich doch nur um eine Tat jugcnd- Itchen Leichtsinns gehandelt habe, deren Aolgen der Angeklagte tief bedauere. Das Schöffengericht erkomite aus gloichen Erwägungen auf eine Woche Gefängnis, die als durch die Unterjuckstings- hast verbüßt erachtet wurde. Sittlichkeitsschnifselei. Zum zweiten Male hatte das bekannte.Kunstwerk von s>cnner-Behmer„Blne China"(Meißner Porzellan) das Schicksal, von einer Berliner Strafkammer auf seinen an- geblich„unzüchtigen" Charakter geprüft zu werden. „M e i ß>i e r Porzellan" ist erst kürzlich von der dritten Strafkammer des Landgerichts III als nicht unzüchtig er- kannt und sein« Beschlagnahme aufgehoben worden. Trotzdem bildete es wieder den Gegenstand einer Verhandlung wegen Ausstellung unzüchtiger Bilder, die gestern den Glafermeister ?frip Klemm aus Wilmersdorf vor die zweite Strafkammer des Landgerichts III führte. Bei ihm war das in seinem Schaufenster ausgestellte Bild„Meißner Porzellan" gesehen und als„unzüchtig" beschlagnahmt worden. Bei dieser Ge- legendcit wurde zugleich eine Photogvavüre des Bildes„Bor dem Spiegel" von Gabriel de Cool als unzüchtig beschlag- nahmt. Nach lunger Verhandlung schied der Staatsanwalt das Fenner- Behmersch« Bild aus dem Kreise seiner Erörterungen, da schon ein Urteil einer anderen Berliner Straf kämmet und ein Wiesbadener Urteil vorliege, wonach dieses Bild nicht unzüchtig sei. Er er- achtete dagegen da? Bild.Vor dem Spiegel" für unzüchtig und beantragte gegen de» Angeklagten 10 M. Geldstrafe.— Rechtsanwalt Grünfpach beantragte die Zrcisprechvng. Auf diese er- kannte auch das Gericht»ach ganz kurzer Beratung, da beide Bilder nicht unzüchtig feie«. Versammlungen. Tie Kisten- und Kaffermacher nahmen in einer besonders gut besuchten Bersavimlung ein Referat ihre« Obmannes Brecht über..Tie gegenwärtige Lage" entgegen. Der Referent führte aus, datz eine Anzahl Firmen den Maiiriernden gegenüber die Aussperrung angewendet hatte. Es war diesen Firmen gelungen, ihre Betriebe mit anderen Arbeitskrästen zu besetzen. Da» liest zunächst die Verhandlungen scheitern. A»« diesem Grunde war c« zu verstehen, dast vielfach der Wunsch la«t wurde, mit schärferen Mastnahmen vorzugehen. Inzwischen haben unter Vorsitz des Obermeisters Rahardt erneute EimgungSverbandlungen stattgefunden. die zu einem Entgegenkommen der Arbeitgeber führten und die Aussicht auf eine befriedigende Lösung eröffneten. Des- balb empfiehlt die Branchenkommission zimiächst eine abwartende Haltung einzunehmen. Die ausgiebige DiSkusfion liest erkennen, bast graste Teil« der Beteiligten wenig Neigung haben, sich aus einen derartigen Waffen- stillstand einzulassen. Um aber den Unternehmern joden Vorwand zu entwinden, war die Versammlung schliestfäch damit einverstanden. �lus aller Welt. Schwerer Eisenbahnunfall bei Hannover. Am DoimerStagvormittag entgleiste auf der Güterum- gehungSbahn in der Rühe von Hannover ein Güterzug mit Maschine und zwanzig Wagen. Sin Rottenführer, der mit Rottenarbeitern eine Schien« auswechseln wollte, hatte eine alte Schiene entfernt, ohne die Umbaustelle zu decken und zu sichern. Der Güterzug kam eher, als der Rottenführer erwartet hatte, und entgleiste dort, wo die Schiene entfernt war. Vom Zuge ist der Zugführer Everding aus Dankersen bei Linden getötet, der Schaffner Karl Bertling au« Linden schwer verletzt und in das Krankenhau« gebracht worden. Austerdem hat ein H i l f«- Heizer leichtere Verletzungen erlitten. Mutter Erde rumort weiter. In der Nacht zum Donnerstag und am DonnerStagmorgen wurden tn der Gegend von Milo, Linguaglossa, Santa V e n e r i n a und Giarre wiederholt Erd- stoße verspürt. Die Erschütterungen, die zum Teil ziemlich heftig waren, riefen unter der Bevölkerung große Aufregung hervor. Schaden ist nicht angerichtet worden. Ter Aetna stößt noch immer Rauchsäulen und Asche aus. Wie aus Ogden im Staate Utha gemeldet wird, rief ein Erdstoß unter der Bevölkerung der Stadt große Aus- r c g u n g hervor. Bei mehreren Wolkenkratzern im Geschäfts- viertel der Stadt gingen die Fensterscheiben in Trümmer. Auf der Spur der Colmarer Mörder. ü!?!e aus Paris gemeldet wird, hat die Untersuchung wegen der Mörder deS Colmarcr Chauffeurs Kohter ergeben, dast das Verbrechen wahrscheinlich von zwei auS R a i n c y bei Paris stammenden achtzehnjährigen Burschen namens Luis Frutz und Gabriel Lambert verübt worden ist. Die beiden jungen Leute sind in Raincy schon lange als Tunichtgute bekannt und stehen im Verdacht, mehrere EinbruchSdiebstähle verübt zu haben. Sie unternahmen vor vierzehn Tagen eine Reise nach Ranch und stiegen dort unter dem Namen Jacques und Richard Nereze, Studenten aus Paris, in einem der ersten Hotels ab, aus dem sie am 6. Mai verschwanden, ohne ihre Rechnung bezahlt zu haben. In dem Nancyer Hotel und bei der Polizei wurde Frau Frutz mit- geteilt, dast Frutz und Lambert sich zunächst nach Strastburg begeben haben dürften. da sie sich wiederholt nach einem dortigen Hotel er- kundigt hätten.__ Kleine Notizen. Ter Baron als Erpresser. In einem Prozesse gegen den Baron Heinrich Stralendorfs und die Kammerfrau B o s i t y wegen Diebstahls des Tagebuches der Gräfin Vera Esterhazy, das zu ErpresfungSzweckcn benutzt wurde, wurde der Angeklagte Stralendorfs wegen Diebstahls und Erpressung zu einem Jahre schweren Kerkers und Verlust des Adels verurteilt. Die Kammerfrau wurde freigesprochen. Absturz eines Fliegers. Auf dem Flugfelde von Reim? stürzte der Flieger Le Hugeure mit seinem Eindecker ab und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Tie Neugierde. Während der Aufbahrung der Leichen von zwei Seeleuten in Boston bezw. Chicago kam es zu einem so grasten Gedränge, dast viele Leute verletzt wurden. In B o st o n wurden etwa hundert Frauen niedergetreten, mehrere von ihnen wurden schwer verletzt. In Chicago wurden etwa zwölf Personen niedergetreten. Die Pest in Hongkong. In Hongkong sind in der letzten Woche 213 Pestfälle und 173 Todesfälle sestgestellt worden; seil Beginn des Jahres sind im ganzen 1228 Fälle und 1112 Todesfälle vorgekommen. TodcSsturz vom Pferde. Der Stadtverordnetenvorsteher von M e m c l, Rechtsanwalt H e y g st e r, ist Donnerstag morgen bei einem Spazierritt vom Pferde gestürzt und an den erlittenen Verletzungen mittags im Krankenhaus gestorben. Eingegangene Druckschristen. Deutsche Indusiriebeamteu-Zeitung. Nr. IS.(HubUämnsnummer.) 2 M. Jndustricbcamteii-Verlag, Berlin NW 03. Tic Tchaubühnc. Nr. 19. HcrauSgciieben von S. Jacobsohn. Einzeln. 40 Pf. Verlag: Charlottenburg, Dernburgstr, 20. Ter Ruf der Heimat. Roman von Friderike Maria v. Winternitz. 346£. Schuster u. Loeifler. Berlin W 57. Ursache» und Bekämpfung des Geburtenrückgangs im Tcutsckicn Reiche. Von M. v. Gruben 2M., geb. 3 M. I. F. Lehmann, München. Auguftc Eomtc. Der Mann nnd sein Werk von T>. Oilwald. 5 M., geb. 6 M.— Augufte Comte. Entwurf der wissenschaftlichen Arbeiten, welche jür eine Reorgamjation der Gesellschaft ersorderlich sind. (1822). Deutsch von W. Ostwald. 3,60 M., geb 4,60 M.— Verlag: Unesma, Üeipzig. Berühmte Autoren des Verlags F. A. BrockhauS, Leipzig. 113 S. Selbstverlag. Achtung! Schiffseigner. Achtung! Konts-«ai> Stenerleote. Keher nnd Maschinißen! Sonntag, den 17. Mai 1914, nachmittags 4 Uhr: Große offentliehe Sehiflerversammlung im Lokal von Kottke, Berlin, �fischerstr. 25, ht der Nähe der Mühlendamm schleuse, an der Fischerbrücke. Tagesordnung: Welche Partei vertritt die Interessen der schissahrt, treibenden Bevölkerung am besten? Lef.: Ziadlv. Lugen Brückner. 199/14 Freie Aussprache. Ter»inberufer: Richard Herbst. Berlin. Letteftr. 7. Inr immrm AtNtttwWsteke Kerlin. N 54, Finienstr. 83—85. Telephon: Amt Norden 186. 1239. 1987, 9714. Sonntag, de« 17. Mai, vormittags 9llt Uhr: Kranchen- Versammlung der eilen-, tssetall- und RevolverdreHer fowie Kundfchlelfer in den Musiker-Sälen, Kaiser-Wilhclm-Straße 31. gr. Saal. Tagesordnung: Fortsetzung der Brauchenversammlung vom 3. Mai 1314. In dieser Brriammlnng find noch wichtige Punkte zu er- ledigen, insbesondere auch die RenwahlderKom Mission. «« ist deshalb notwendig, dafi jeder Kollege pünktlich anwesend ist. Die Kertrankusmänller-ßlivfkrknl im Mai ßadet nicht statt. Chnc Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sonntag, den 17. Mai, vormittags 1« Uhr: Dranche«- Nersammlung aller in der lUelallindustrle beichästlgten nlafchlnenarbelter u. Arbeiterinnen in den Sophien-Sälen, Sophienstr. 17/1H(großer Saal). Tagesordnung: 1. Vottrag des Kollegen E. Neumann über:„Die Luft- schissahrt und ihre Industrie. 2. Diskussion. 3. Branchen- angelegenheiten und Perschiedenes. Zu dieser«ersammlmig sind alle in der Metallinduswie beschäsligten Hodlrr. Bohrer. Fritje«, Stohrr. ferner die in den Betriebe» der Gelb Metallindustrie beschäftigten Schnittarbciter, a» Ziehpressen und Stoftwerken Beschäftigten, serner alle an Maschinen tätigen Arbeiterinnen freundlichst eingeladen und erwarten wir regen Besuch. Außerdem machen wir daraui aufmerksam, daß die Mitgliedsbücher i« der»erfammlung abgcftrmpelt werde« und zu diesem Zwecke mitzubringen find. 118/10 vi« OrtBTerwsltang. Heines Werke . i Boote 4 Btort. Buchhandlung vorwärl» Billige Parzellen! direkt am Bahnhof, westlicher Bor- ort, zum Bau von Eigenheimen besonders geeignet. Kieme An- zahlung. Geringe jährliche Teil- zahlung. Guter Boden. Bauparzellen v. Soov M. inkl. Straßen- Pflaster. Prospekt, Pläne?c. kostenlos. Schreiben Sie sofort, da nie wiederkehrende Gelegenheit. U. f". Bnchhola, Berlin NO. Kniprodcftr. 18.[Syuiü* Wasche mit Henkels Bleich-Sova. AnhjtiA vr�- (rjtöiiw'uUrt/Ua cJttlM 2/0' Verwaltanc Berlin Vergolder! Montag, den 1H. Mai, abends« Uhr, im GewerkfchastS« Hause. Engelufer IS(Saal 7): Br an eben- Vers amin tun g. Tagesordnung: 1, Bericht der Bratichenkommissio«. 3. Verbandsangclegenhciten. 3. V-r- schiedeneS. 37/17 Dl« Kommisalon. Moäell- u. fabriktikblcr! Montag, den 18. Mai, abend« 8 Uhr. im„Rosenthaler Hof", Roseuthaler Str.(1/12: Branchen-Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Branchenkonserenz. 2. Verbands- und Branchen- angelegenheiten. I. A.: Frit« Otto. Verkauf nur Im Fabrikcebünde! I M i H.Walter.Willi MaaB, l Sie sparen Qeld!wsr Obel Möbelfabrik •355 kein Laden§ Tel.: Norden 5157• kaufen. Verkauf nnr im Fabrikgebttiide— eigene I Tischlerei und Polslerei.— AufWunsch Teileahlung. 5■■ Permanente Musterzimmer-Ausstelluns.Hü 35 ScOliSCtl., Berlin O Rigaerslr. 71-73a. Illustr. Katalog No, 13 gratis u. franko! Frachtfrei nach all. Plätzen Deutschlands.]> spftn«..- Schlattlmmer„Rekord",«cht Bich«, sehr apart wirkand. KUche„rrledo", Anstrich«rau mit Malersi. WoKnzImmer„Bonn". I Trumeau,,, M. 63,— I Sola.•... M. 78.— I Kleiderichrank. 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Mai, eine Wanderung durch den Blumenthal statt Abfahrt früh 6.20 Uhr vom Schlesischen Bahnhof(Wriezener Bahnsteig) nach Tiefcnsee, 1,30 M. Jeder möge sich mit Proviant verschen. Tchöncbrrz. Heute Amtag,„bends S'A Uhr, Versammlung des Vereins Ärbcncr- Jugendheim in den Neuen Rathaussälen Mcinjnger Strage 8. Zur Verhandlung kommt der Stand unserer llrbciter-Zugendhcimbcwcgung. Wilmersdorf. Am Sonntag, früh 8 Uhr, findet eine wichtig Flu gblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus statt. Tchcnkendorf bei Königs- Wusterhausen. Nin Sonnabend, den 16. Mai im Lokale von Otto Pätsch: Wahlvercins- Versammlung Wichtige Tagesordnung. Neinickendorf-Wcst. Am Sonntag, den 17. Mai. veranstaltet der Frauen-Leseabend einen Ausflug nach Potsdam-Sanssouci mit Führung. Treffpunkt für Jugendliche und Erwachsene früh 7 Uhr im Jugendheim. Wachbolderstr. 44. Abfahrt vom Potsdamer Haupt- bahnhof 8.58 Uhr. Für Nachzügler Trefipunkt nachmittags 3 Uhr Charlottcnhof. Restaurant.Friedrichsgarlen'. Abfahrt ebenfalls vom Potsdamer Hauptbahnhof nachmittags 2.15 Uhr. Rosenthal. Sonntag, den 17. Mai, von früh 8 Uhr an: Flug dlartverbreitung. Trebbin. Am Sonnabend, den 16. Mai, abends S'/» Uhr, im Schützenhauie sW. Fromm): Wahlvereinsversammlung.' Tages »rdnung: Kasse und Aufnahme neuer Mitglieder, Parteiangelegen heiten. Verschiedenes. Buch. Am Sonnabend, den l6. Mai, abends L'/z Uhr, im Lokal don.Piotrowski, Byhnhofstr. 6: Zahlabcnd. „Die lustigen Weiber von Winössr*. Oper in 3 Akten von Nicolai gelangt am Donnerstag, den 21. Mai. nachniittags 3 Uhr. im Deutschen Opernhause zur Aufführung. Kartenverkauf in folgenden Geschäften: Zigarrengeschäst von Schröder. SW, Hagelbergcr-Straße 53/54. Zigarrengeschäst Horsch, Engelufer 15. Zigarrengeschäst Baumann, Runge itraße 30. Bureau des vierten Wahlkreises, Stralauer Play 10/11. Von 9—1 und 5—7 Uhr. Spedition des„Vorwärts", Petersburger Platz 4. Zigarrengeschäst Schneider, Hufelandstr. 30. Restauratton Dicsclcr, Brunnenstrafic 1.50, im Hof. Bureau des sechsten Wahlkreises, Gerichtstraßc 71. Von 9— l und 5—7 Uhr. Restauration von Pacrsch, Dldeu «urger Straffe 10. Preis des Platzes inkl. Garderobe und Zettel 1,30 M, Ter Bezirks-BildongSansschnff Groff-Berlin. Serliner Nachrichten. was den Ferienkolonien not tut. In Berlin ist die Ferienkoloniesachc bisher der freien �i e b c s t ä t i g k c i t als Arbeitsfeld überlassen geblieben. Tie Stadt gewährt alljährlich zur Kostendeckung eine Bei- «ilse. aber von dem Vorschlag, die Ferienkolonien zu einer «inrichtuug der Gemeinde zu machen, wollen die Freisinnigeu der Berliner Komniunalverwaltuiig nichts hören. Als hier dieses Unternehmen noch jung und in rasch aussteigender Entwickelung begriffen war, wurden daran große Erwartun- gen geknüpft. Inzwischen hat man ja immer mehr einseheu und zugeben müsse», daß unsere Ferienkolonien so, wie sie Und. nichts anderes bedeuten als der bekannte Tropfen. der aus einem heißen Stein v e r z i s ch t. Was sie 'eisten, ist au sich gewiß wertvoll und segensreich, doch gegen- über dem vorhandenen Bedürfnis wiegt es leider sehr leicht Das kam wieder zum Ausdruck in der Mitglicderver- mmmlung des Berliner Vereins für Ferien- i o l o ii i c». die aus dem vergangenen Jahr jetzt den Tätig- keitsbericht eiitgegeunahm. Zu dieser sozialen Hilfsarbeit llchort Geld und nochmal Geld und abermals Geld— das toeiß niemand besser als die Männer und Fraucn. die au der Spitze des Berliner Ferienkolonieuiitcriichmens stehe». Aber auch das wissen sie aus eigener und bitterer Erfahrung, daß hier die Schwierigkeit, die erforderlichen Mittel heranzu schaffe ii. immer größer wird. Im wtzten Jahre wurden rund 279 000 M. ausgegeben und nur --'-0 900 M. eiiigciiommcu, so daß zu dem schon älteren Tesizil öou 29 UOÜ M. ein neues von weiteren 20 000 M. kam.. Die wauskollekte. die im vorletzten Jahre noch 42 000 M. gebracht uatte, trug im lctzlcii Jahre nur noch 32 000 M. zu den Ein- l'-ohmen bei. und im laufenden Jahre wird noch weniger uus ihr erwartet. � Unumwunden erklärte in der Mitgliedcrveriammlnng der erste Vorsitzende des Vereins. Konnnerzienrat James jsinion, daß infolge Geldmangels die Leistungen wie- der weit hinter dem Bedürfnis z u r ii ck g e- "lieben sind. Im letzten Jahre habe man mehr als •1 iv c i Drittel der g e m e I d e t c u Kinder ab- Weisen müjseil. und zwar a»ch.solche Kinder, die im Hin- blick auf ihre Schwächlichkeit und Krankheit die Aufnahme wolst verdient hätten. Dabei sei zu beachten, daß viele Eltern uch schon gar nicht erst melden, weil sie im voraus wissen, ssüe loeuigc berücksichtigt werden. Der Verein könne das nicht undern, da er sich nach sciyen Fiiianzeu richten müsse, und deren jetzt sehr ungünstiger Stand werde dazu zwingen, die Zahl per in Ferienkolonien zu entsendenden Kinder noch weiter herabzudrücken. Das alles wurde in einem so trockenen, geschäftsmäßigen Ton vorgetragen, wie wenn es sich um etwas ganz Selbstverständliches handelte. In derselben Weise bob das Vorstandsmitglied Frau Straßmann in dem Tätig- keitsbcricht beiwor. daß die Schwierigkeit der Geldbeschaffung d�u genötigt habe, sehr viele Kinder abzuweisen. Dabei *onne man. sügle auck sie hinzu, wohl glauben, daß ziemlich �Ile Kinder, die gemeldet wurden, einer Berücksichtigung im "ochsten Maße bedürftig waren. Worauf der M i ß c r f.o l g der Hauskollektc zurückzuführen sei, darüber wurde in der Diskussion allerlei gesagt. Manche der LokalkomitccS, die— gewöhnlich je eins für jeden Stadtbezirk— sich über ganz Berlin verteilen, sollen es bei ihrer Sammeltätigkeit an Geschick und Eifer fehlen lassen. Wenn man allerdings hört, daß in vielen Bezirken die Listenzeichnung nur ein paar Mark ergab und die magerste Liste noch nicht mal eine ganze Mark einbrachte, dann kann man die Klagen verstehen. Es wurde zur Spracbe gebracht. daß in vielen.Häusern die Wirte oder Verwalter die ihnen zugestellten Listen gar nicht in Umlauf setzen und daß sie manchmal sogar von vornherein die Entgegennahme einer Liste verweigern. Vorgeschlagen wurde. S a m m c l b ü ch s e n i n d c�n S ch u l c n aufzustellen, auch in den Gemeindeschulen Die4, ging die Zahl der Geburten im Halbjahr um 243, von 3044(1912) auf 2799(1913) zurück. Aufs Tausend der Bcvölke- rung betrug diese Zahl 20,38 gegenüber noch 22,98 im Jahre 1912 und 38,77 gegen das Jahr 1901. Im Gegensatz zu diesen Zahlen weist die Zahl der«terbefälle absolut eine kleine Steigerung auf 1099 gegen 1983(1912). Ter L-atz pro Tausend ist etwas günstiger geworden, �8 gegen 8,22(1912). Unter den Gestorbenen befanden sich 423 Säuglinge im ersten Lebensjahre. In Prozenten aus- gedrückt sind dies über 38 Proz. der Gesamtstcrbefälle. Im Vergleich zur Zahl der Geburten beträgt die Sterblichkeitszifser 13,17 Proz. Hier ist ein Feld der Tätigkeit für alle diejenigen, die den Folgen des Geburtenrückganges energisch zu Leibe gehen wollen. Schwan- gcren- und Säuglingsfürsorgc, günstige Erwerbsmöglichkeiten wür- den hier den so gewünschten Ausgleich herbeiführen. Erschreckend hoch waren die Zahlen der ansteckenden Kinderkrankheiten: Tiph- thcrie 690(1912; 238), Scharlach 492(343). Tie Zahl der von der städtischen Tesinfektionsanstalt wegen dieser Krankheiten ausgeführ- ten Tesinfektionen machte allein 83 Proz. der polizeilich vorge- schriebenen aus. Tie Zahl der ausgeführten Tesinfektionen betrug 1299(1912; 786). Tas städtische Kraukenhaus war in allen Monaten etwa um ein Drittel stärker belegt als im Vorjahre. Ende Tczem- ber beherbergte es 463(399) Kranke. Die Zahl der Volksschüler betrug 36 497(33 314). Die Steigerung ist mit 1183 hinter den Vorjahren mit nahezu 3999 erheblich zurückgeblieben. Die Zahl der Besucher der höheren Lehranstalten betrug 4698>4197). Ter Bericht konstatiert einen weiteren Rückgang der Bautätig- kcit. Es wurden 69(198) Wohngebäude und 14(30) sonstige Gebäude hergestellt. Von den 889(1492< neugeschaffenen Wohnungen waren 57 Proz. Zwei-, 21 Phoz. Drei-, 13 Proz. Einzimmer- Wohnungen. Ter Rest hatte 4 Zimmer und mehr. Am Tage der Wohnungsaufnahme, 13. Oktober, standen 3646 Wohnungen leer, gleich 4,3 Proz. aller vorhandenen. Ter Prozentsatz der leer- stehenden Wohnungen ist niedrig und dürfte sich bald dem Punkte nähern, wo unsere Hausagrarier die Gelegenheit zur Steigerung der Mieten wahrnehmen werden. Die städtische Rechtsauskunfts- stelle wurde von 7522 Personen in Anspruch genommen. Die Zahl der Klagen betrug beim Gewcrbegericht 499(519), beim Kauf- mannsgcricht 96(96). Die städtische Bolksbibliothek, jetzt im Ge- bäude des Stadtbades, Ganghofcrstraße, besah 5299 Bände. Aus- geliehen wurden 19 992 Bücher. Die Lesehalle hatte eine Frequenz von 3358 Besuchern. Tie von der Stadt veranstalteten volkstüm- lichen Theatervorstellungen wiesen 17 995 Besucher aus; die Schul- Vorstellungen 4819 Besucher. Tie Symphoniekonzerte besuchten 2479, die Kammermusikabcnde 854 Personen. Die Zahl der Be- sucher bei den drei Vortragsabenden betrug 1330. Die Zahl der Schlachtungen ging von 8742 aus 7694 zurück. ES befanden sich darunter 643 Pferdeschlachrungen. Trotzdem die Fleischpreise seit längerer Zeit zum ersten Male einen geringen Rückgang aufwiesen, lvarcn sonderbarerweise an diesem Rückgänge die Preise für Pferde- fleisch nicht beteiligt. Hier war eine Steigerung um 2,5 bis 3,8 Pf. pro Pfund zu verzeichnen. Jedenfalls ein Zeichen der erhöhten Nachfrage. Das Gaswerk hatte mit 12 751 991 Kubikmeter (13118 723 Kubikmeter) einen geringeren Absatz. Es scheint sich hier die Konkurrenz des Elektrizitätswerkes mir 3 592 511 Kilowatt (3 921917) Stromverbrauch bemerkbar zu machen. Ter Spielausschuß veranstaltet am Sonntag, den 17. Mai, eine Barmittagsspielpartie nach dem Plänterwalde. Treffpunkt bis 8 Uhr Wildenbruchplatz(Elsensteg).— Mittwoch, den 29. Mai; Spielen in Treptow. Treffpunkt nachm. 2 Uhr Wildenbruchplatz(Eljensteg). Es wird um rege Beteiligung ersucht. Eine kuriose Jmpfvorladung hat ein Einwohner de« Hauses Weisestr. 32 erhalten. Sie lautet im ersten Absatz, auf den eS hier lediglich ankommt, wie folgt: Sie werden hierdurch aufgefordert, Ihr am 29. A u g u st 1914 geborenes Kind.... in dem Schulhause Thomasstr. 29/21 Hierselbst am 25. Mai d. I., nachmittags 2'/, Uhr. zur»nentgelt- lichen Impfung und am 23. Mai d. I., nachmittags 2 Uhr. eben- daselbst zur Nachschau vorzustellen oder vorher den Nachweis zu führen, daß die Impfung erfolgt ist oder aus einem gesetzlichen Grunde vorläufig oder gänzlich unterbleiben darf. Ob die Geburt des zu impfenden KindeS im Personenstands- register der Polizei für den 29. August 1914 vorgemerkt oder ob dem.zuständigen" Beamten beim Schreiben der Borladung ein Lapsus unterlaufen ist. konnten wir nicht erfahren. Uns teilt der Vater des Kindes mit, das; dasselbe bereits am 29. August 1912 geboren wurde, seine Impfung hätte also bereits im vorigen Jahre erfolgen müssen. Er hat indessen eine Vorladung hierzu nicht erhalten. Am Ende des JahreS 1913 hat man ihm mitgeteilt, daß er sein Kind auf eigene Kosten impfen lassen müsse, da er die vor- schristsmätzige Impfung versäumt habe. Letzteres lehnte der Bater des Kindes ab niit dem Bemerken, daß ihm eine Vorladung zum Jmpftermiu nicht zugestellt worden ist. Darauf hat sich die Polizei beruhigt, bis sie jetzt obige Vorladung abschickte. Bemerkenswert ist noch, daß das ain 25. Mai, nachmittags 2% Uhr, zur Impfung bestellte Kind bereits am gleichen Tage, nachmittags 2 Uhr, zur Nachschau vorgestellt werden sollte. Ueber die Fixigkeit der Neu- köllner Polizei, die übrigens immer noch treu am alten Rixd orf festhält, wird selbst der Jmpfarzr erstaunt sein. Eharlottenburg. Echt preußische Eigenart. Die Wahl unseres Genossen Dr. B o r ch a r d t zum Mitglied der städtischen Schuldeputation ist, wie das Nachrichtenamt des Magistrats mitteilt, von der Regierung nicht bestätigt worden. Die preußische Regierung weiß, daß sie heute diese reaktionäre Rolle auch einer liberalen Stadtverordneten- Versammlung gegenüber noch ungestraft spielen kann. Ein verhängnisvoller Zusammenstoß zweier Gefährte hat sich am gestrigen Donnerstagabend gegen 6 Uhr am Sophie-Charlotte-Platz ereignet. Dort stieß ein GefchästSautomobil. das in die Bismarck- straße einbiegen wollte, wohl infolge Versagen? der Steuerung gegen einen aus entgegengesetzter Richtung kommenden Geschäftswogen. Der Anprall erfolgte mit solcher Wucht, daß der angefahrene Wagen umgeworfen wurde. Durch das umstürzende Gefährt wurde das zu- fällig vorübergehende 22 jährige Dienstmädchen Emma Polzin aus der Bismarckstraße getroffen. Die P. geriet unter den Wagen und tonnte erst nach vieler Mühe befreit werden. Die Verunglückte wurde von Paffanten nach der Rettungswache in der Kaiser-Fricdrich- Straße gebracht, wo schwere innere Verletzungen und ein doppelter Unterschenkelbruch festgestellt wurde. Nachdem der Schwerverletzten Notverbände angelegt worden waren, wurde sie in besinnungslosem Zustande nach dem Krankenhaus Westend geschafft. Wilmersdorf. Die Wahl der Arbeitnehmcrbcisitzcr zum Gewcrbegericht findet am Sonntag, den 24. Mar. in der Zeit von 10 Uhr vor- mittags bis 2 Uhr nachmittags statt. Es ist dringend notwendig, daß sich jeder am Ort wohnende oder beschäftigte Arbeiter frühzeitig die Wahllegitimation besorgt. Formulare hierzu sind außer in der Gerichttschreiberet des Ge- Werbegerichts in folgenden Stellen zu haben: Restaurateure Adam, Güntzelstr. 39(Ecke Pfalzburger Straße), G r ö s ch k e. Kaiser- allee 299, Heidecker, Wilhelmsaue 2. Mauer, Durlacher Straße 7, Piche. Paulsborner Str. 26. P o t s ch i e s. Paretzer Straße 2(Ecke Aachener Straße). Reuter. Gastemcr Str. 6. Schilling. Lauenburger Str. 29/21(Ecke Uhlandstraße). Ver- kaufsstelle der Tabalarbeitcr-Genossenschast F r i tz P i e p e r, Ber- liner Str. 46. In vorgenannten Stellen wird auch die Besorgung der Ab- siempelung der Wahllegitimation durch das Polizeirevier mit über- nommen. Die Gewerkschafts-Unterlommisfion. Schöneberg. Einen Elternabend veranstaltet die Freie Eltcrnvereiiiiguug morgen Sonnabend in den„Neuen Rathaussälen", Martin-Luther- straße 69. Das Programm besteht aus turiispartlichcu und musi- kalische» Aufführungen. Der Arbeiterturnverein hat seine Mitwirkung zugesagt. Eintri« 20 Pf.. Tanz 30 Ps. Da der Ueberschuß für Kinderwanderungen verwendet wird, ist eine rege Unterstützung der Arbeiterschaft erwünscht. Ober-Schöneuieide. In der letzten Gemeindevertretersitzung teilte der Bürgermeister mit. daß der Beigeordnete Dr. Kühn zum Bürgermeister der Siadt Wetzlar gewählt worden sei und um seine Entlastung aus dem hie- sigen Gemeindedienst ersuche Es sei nur zu bedauern, daß Herr Dr. Kühn nach so kurzer Tätigkeit den Ort wieder verläßt.— Der seit einiger Zeit verwaiste Posten eines Berufsvormundes ist durch den Amtsgcrichtssekrclär a. D. Kümmelberg besetzt worden.— Ferner wurde mitgeteilt, daß die neue Pumpstation in Betrieb gc- nommen ist. Hossenilich ist der lästige Geruch, welchen die Klär- anlage oftmals verbreitet, damit für immer beseitigt.—_ Endlich, nach langem Warten, hat der Landrat das Ortsstatut zur Schassung eines kollegialen Gemeindcvorstandes genehmigt.— Gegen die Gültigkeit der Wahl des Genossen Ramsbrock als Gemcindevcrtretcr waren Einsprüche nicht erhoben, es konnte somit die Einführung desselben erfolgen. Die dritte Abteilung, aus 8 Vertretern bestehend, ist somit vollzählig von der Sozialdemokratie besetzt.— Neben der (Eingemeindung von mehreren Sprceparzellen in den hiesigen Gc- meindebezirk wurde auch das Steuerbringsystem bcschlosten. Es sind nunmehr alle Steuerzahler des Ortes verpflichtet, in einer auf den Steuertarten und Anschlagsäulen noch näher bekanntzugebenden Zeit die fälligen Steuern selbst bei der Gemeindcfteuerlasse einzumhlen. Tie diesjährige Steuereinschützung der Gemeinde soll den Euiwoh- nern Ende Mai zugestellt werden, so daß die Steuern dann im Juni erstmalig zu zahlen sind. Von den Vertretern der dritten Abteilung wurde gewünscbt, daß bei dem erstmaligen Selbstbringen der Steuern die größte Rücksicht obwalten möge.— Es erfolgte dann die Vergebung von verschiedenen Arbeiten für den Neubau der 5. Volksschule, sowie der Pslasterarbeitcn für den westlichen Teil der Edisonstraße, und der Umänderung von Einsteigschächten zur Echmutzwasscrkaiialisatiou.— Ter Ausbau der Tabbertstraße, ber über 4999 M. kostet, ist so vorgesehen, daß der Bürgersteig mit einem zwei Meter breiten Rasenstreifen versehen, der weitere Bürgersteig gehoben wird und die Gleise der Ostbahn eingcpflastcrt werden.— Eine längere Debatte zeitigte die Einholung eines Gut- achtens zur Errichtung eines eigenen Elektrizitätswerkes. Einzelne bürgerliche Vertreter warteten wieder mit den fadenscheinigsten Gründen gegen ein derartiges Gemeindewerk auf. Eine Gemeinde, die sich unterfängt, den Uuternehmergewinn schmälern zu wollen, verstößt nach Ansicht dieser Herren gegen das erste Gebot des Kapitals. Tie Mehrzahl der Vertreter beschlossen dennoch, ein solches Gutachten einzuholen, um an der Hand desselben die weiteren 'Schritte in dieser Sache zu tun.— Ferner wurde vom Genossen Schwarzburger um Aufklärung über die Ursachen des Unfalles eines Schulkindes in der Schule ersucht. Der Unfall hat ein langes Kranksein für das Kind im Gefolge gehabt und auch dessen Tod herbeigeführt. Angeblich soll dieses bedauerliche Vorkommnis auf den kurz zuvor frisch geölten Fußboden zurückzuführen sein. Leider konnte der Bürgermeister eine genügende Auskunft nicht geben, da er die Akten nicht zur Hand hatte. Es wurde von Schwarzburger gewünscht, daß man den Eltern in bereitwilligster Weise die nicht unbedeutenden Kurkosten zurückerstatten solle.— Den Schluß der Sitzung bildete eine provozierende Rede des hinausgcwähltcn Schöffen Feldmann, der das Bedürfnis hatte, seinen Groll über den Verlust des Mandats in komischer Weise zum Ausdruck zu bringen. Man hatte das Gefühl, als ob selbst den Klassengenosten des Herrn Feldmann, den Vertretern der 1. Abteilung, bei dieser geschmacklosen Rede nicht ganz wohl war. Tempelhof. Gelogen wie gedruckt. Bittere Klage führen Arbeiter aus Tempelbof über«ine Ver- leumdung, die ihnen durch die Wegnersche.Berlin-Tempelhofer Zeitung" widerfahren ist. Diese Zeitung veröffentlichte eine Notiz, »ach welcher am Sonnabend, den 2. Mai, etwa 69 Arbeiter der Klingereitwerke in Tempelhof einen DemoustrationSzug von einen, Lokal in der Gottlieb-Dunkel-Straße aus, die Germaniastraße entlang veranstaltet hätten und daß etwa 499 Meter von der Uniongesellschaft entfernt, Polizei den Demonstranten entgegen- getreten sei und sie in wilde Flucht geschlagen habe. An der Spitze des Zuges sei ein Führer gewesen, hinter dem das blutrote Banner der Sozialdemokratie entfaltet worden sei. Die Arbeiter der Klingereuwerle waren sehr erstaunt ob dieser Notiz, da sie den Tatsachen vollkommen widersprach. Sie ließen dem Blatte«ine Berichtigung zugchen des Inhalts, daß am Sonnabend die Arbeiter des genannte» Werks wie gewöhnlich zur Arbeit gegangen seien. Die Arbeiter der Klingereit-Maschinenabteiluug, die den 1. Mai gefeiert hätten, wären wohl ausgesperrt, hätten aber mit dem Demonstrationszuge nicht das geringste zu tun. auch seien sie nicht im Befitze eines blutroten BaiinerS. Richtig sei nur, daß am Sonnabendvormittag ein Trupp junger Leute(wahrscheinlich Arbeitslose) durch die Gottlieb-Dunkel-Straße gezogen sei, die aber in keiner Beziehung zu den ausgesperrten Arbeitern ständen. Gegenüber dieser rein tatsächlichen Berichtigung wiederholt die „Berlin-Tempelhofer Zeitung" ihre Verdächtigung. Sie.stellt fest", daß der Zug vom Restaurant Hergescll in der Gottlieb-Dunkel- Straße sich in Bewegung gesetzt habe. In diesem Lokale befände sich aber das„Streiklokal" der Arbeiter der Klingereitwerke, die wegen der Maifeier ausgesperrt worden seien. Nun steht diese „Feststellung" mit den Tatsachen im schroffsten Widerspruch, ober was macht'S: da» genannte Blatt will den Arbeitern etwas an- hängen und da müisen die unwahren Behauptungen wieder- holt werden. Wahrer werden sie dadurch allerdings nicht. Die Situation des genannten Blättchens wird auch nicht besser durch eine hämische„Gereimte Wochenlritik". in welcher die Verdächtigung der ausgesperrten Arbeiter der Klingereitwerke in recht niedriger Weise behandelt wurde. Wie unS mitgeteilt wird, schieben die Arbeiter die Schuld, daß einige Mai- feiernde auf der Strecke geblieben sind, diesem.arbeiterfreundlichen" Treiben des Blattes in die Schuhe. Wir begnügen uns mit dieser Tatsachenfeststellung und stellen die V-rleumdungSkanrpagne der„Berlin-Tenipelhofer Zeitung" gegen Arbeiter einfach an den Pranger. Spandau. Ans russische» Äerkern. Dienstag, den 19. März, abends 8'/, Uhr, findet in Kochs Bismarcksälen, Feldstr. 52. eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Ernst Reuter über die Leiden der politischen Ge- fangenen Rußlands mit erläuternden Lichtbildern sprechen wird. Der Eintritt beträgt 29 Pß Genoffeu. welche Billetts um- setzen wollen, möchten sich beim Genossen Äöppen. Breitestratze 64, melden. Der Ueberschuß wird dem Deutichen Hilfsverein für die politischen Gefangenen Rußlands zugewendet. Einlaßkanen sind zu baben m der Zigarrenhandlung von Wilh. Pieper. Pichelsdorser Straße 11, Seifcnhandlung Otto Arend, Lynarstr. 7,„VortvärtS"- Ausgabestelle, Breite Str. 64. Die Partei» und Gewerkschaftsgenossen werden gebeten, für zahlreichen Besuch Sorge tragen zu wollen. Pankow. Aus der Gemeindevertretung. Zunächst war der AmtSauSschuß zusammengerufen, um eine Polizeiverordnung betreffend den Maul« korbzwang für Hunde zu beschließen. Sodann nahm die Gemeinde- Vertretung einen Antrag betreffs Kollektivversicherung bei Hilfe- leistung der Berliner Feuerwehr an. Hierauf�erfolgte die Ergänzung der Gemeindekomimssioneil. Von unserer Seite wurden Genosse Koch in die Hochbau-, Gaßmann in die Beleuchtungskommission und in das Kuratorium der Lutter-Mendel-Stiftung delegiert. Eine lebhafte Debatte entwickelte sich bei der Vorlage der Aeuderung der Gebührentarife für die drei Gemeindefriedhöfe. Zum drittenmal in wenigen Jahren sollen die Sätze ganz erheblich erhöht werden. Die Klassengegensätze der bürgerlichen Gesellschaft sollen sich auch noch über das Leben hinaus bemerkbar machen. So müssen denn Reihengrabstellen, Wahlstellen, Randgragstellen usw. geschaffen werden, um einmal dem menschlichen Standesdünkel entgegenzukommen, dann aber auch dem Gemeindesäckel aufzuhelfen. Die Genieindcvertreter Schwiem und Holtkötter protestierten gegen einzelne besonders hoch angesetzte Positionen deS Tarifs. Die von unserem Redner zum Ausdruck gebrachte Forderung, jede Klassi- fizierung fallen zu lasten, erregte natürlich den Unwillen der Ber- lretung. Die Vorlage wurde schließlich� mit großer Mehrheit angenommen. Es sei noch bemerkt, daß die Sätze für ein- fache Reihengrabstellen nicht erhöht wurden; sie betragen auf dem dritten Friedhose 12 Mark für Personen über 12 Jahre. 6 M. für Kinder von 3 bis 12 Jahre und 3 M. für Kinder bis 3 Jahre. Auf dem ersten Friedhof sollen noch bis zum Jabre 1937 Grabstellen verkauft werden, so daß dann mit der Ver- wesungSfrist bis 1967 der Kirchhof zum Bürgerpark zugezogen werden kann. In der Grundslcuerordnuug soll eine Aenderung vor- genommen werde». Bei ueuerbauten Häusern konnte bisher eine Besteuerung nickt vorgenommen werden, wenn die Gebrauchsabnahme innerhalb deS Sleuerjahres fiel. Durch eine Entscheidung des Ober- verwaltiingZgerichtS ist dieser Zustand nun beseitigt, es beginnt die Steuerpflicht mit dem Zeitpunkt der Benutzung des Neubaues oder der Verbesserung.— Für die Herrichtung der Räume in dem Hause Wollantstraße 131 für sämtliche SteuerbureauS wurden 2599 M. bc- willigt. Das Herrenhaus im Bürgerpark ist recht baufällig geworden. Der Giebelbalkon droht herabzustürzen, wenn nicht umfaffende Re- paraturen vorgenommen werden, die mindestens 1599 M. Unkosten verursachen. Die Beschlußfassung wurde ausgesetzt, da die Bau- kommission noch eimnal hierzu Stellung nehmen soll.— In der Schulstraße ist eine Fuhrwerkswage von der Gemeinde gebaut worden, die in den nächsten Tagen dem Berkehr übergeben werden soll. Die Gebühren betragen 59 Pf. für jede Benutzung. Schönow(Kreis Niederbarnim). Aus der Gemeindevertretung. Zunächst wurde beschloffen, daß das Straßenland in der Friedrich- Wilhelm- Straße von den An- liegern an die Gemeinde aufzulassen ist, mit der Voraussetzung, daß die darauf ruhenden Renten abgelöst werden. Die Straßenbäume sind von den Anliegern bis zum Herbst zu pflanzen. Alsdann wurde beschlossen, gegen die unhaltbaren Zustände der zwischen der Bahnhos- und Wandlitzstraße auf Zepernicker Gebiet liegenden Weser- straße geeignete Schrille zu unternehmen; die Gemeinde Zepernick hat eS abgelehnt, eine Befestigung der Straße vorzunehmen Die Firma Borch u. Co. hat zirka 399—499 Kubikmeter Sand vom Gemeindeplatz abfahren lassen, ohne die Gemeinde um Er- laubnis zu fragen. Es wurde beschloffen, die Firma zur Zahlung von 159 Mark im die Gemeinde zu verpflichten. Genoffe Wagner und Herr Grund ersuchten den Gemeindevorsteher um Auskunft, weshalb er die Arbeiten für den Steigerturm der Feuerwehr ver- geben habe, ohne die Vertretung befragt zu haben. Der Vorsteher erwiderte, daß er sich hierzu für berechtigt glaubte, weil die Ver- lretung in ihrer letzten Sitzung 1699 Mark für die Ausrüstung der freiwilligen Feuerwehr bewilligt hatte. Da« Verfahren deS Vorstehers wurde von den Rednern mißbilligt. Die Frage auf weitere Ausdehnung der Nachtwache in der Kolonie wurde vertagt. Spiel unü Sport. Radfahrer. Arbeiter-Radfahrer-Bund.Solidarität-'. Mitgliedschaft Berlin. Tonrenpla»»um Sonntag, de« 17. Mai. 1. Abt. Früh 8 und mitlagS 12 Uhr; Strausberg— Hungriger Wolf. 21. Mai, Himmelsahrt, 1 Uhr: Ziel wird am Start bekannt. Start; Lülow- straße 58. 2. 3161. Früh 5 Uhr: Potsdam— Voniim— Grube— Alt-Töplitz. 1 Uhr: Wannsee— Molskoc— Psaueiiinsel— Wannsee(Filrstenbos).— 21. Mai. Hlmnicliahrt, 5 Uhr: Biescntal— Melchow— Schwärze-Sec— Samith-Tee— Lanke. 1 Uhr: Bernau— Ladcburg—Lanke. Starts: Fontanc-Promenadc. 3. Abt. Früh 5 Uhr: Wandlitz— Scekrug. Nachmittags'1,1 Uhr: Röntgen tal(Marx). 21. Mai, Himmelsahrt, jrüh'/,ti Uhr; Wollcisdoifer Schleuse(Dampsboot). Nachm.'/,1 Uhr: Schöneiche(Waldschloß. Starts: Laufitzcr Play 12. 4. Abt. Früh 5 Uhr: Teupitz(Tornow« Idyll). Stachln. 1 Uhr: Bohnsdorf(Vierjahrcszeilen, WiA;. 21. Mai: Herrentour 6 Uhr. Ziel am Start bekannt. Starts: Küstriner Platz. 5. Abt. Früh 4 Uhr; Chorin— Ehorinchen. Nachmittags 9.2 Ubr: Gorinsee. 21. Mai, Himmelfahrt, Herrentour:?!auen. Start 5 Uhr srüb. Nachmittags 1 Uhr: Schöneichc(Waldschloß). Starts- Aeberwicj«, Ecke Memeler Straße.» 6. 3lbt. Früh 7 Uhr; Ticsenscc. Mittags 12 Uhr: Werneuchen (Schlottkc). 21. Mai, früh 6 Uhr; Streiszüge durch den Norden. Endziel: Birkenwerdcr. Nachmittags 1 Uhr: Birkenwerdcr(ParadieSgarten). Start«: Oderbergcr Straße 28. 7.?lbt. Früh 4 Uhr: Brandenburg a. H. Mittags 12 Uhr: Birken- Werder— Japan. 21. Mai. 6 Uhr: Hcrrentour. Streiszügc durch den R arden. Endziel: Glienicke a. d. Rordb.(Ruft). 8. Abt. Früh 5 Uhr: Tiesensce. Vorm. 19 Uhr: Werneuchen(Schlottkc). 21. Mai, früh 5 Uhr: Herrenlour. Zchdenick(Buchholz). Nachmittag« 1 Uhr: Damcnlour. Muhlenbeck(Bacrsch). 9. Abt. Nachm t>/. Ubr: Stolpe a. d. Nordb.(Plessin am Lahnhos). Start: Vicckc, Schillingsw. 22. 10. Abt. Früh 8 Uhr: Werneuchen(Schlottle). Nachmittag» 2 Ubr: Zlhreiissclde«Schneider). 21. Mai, nachm. 2 Uhr: Glienicke a. d. Nordb. (Ruft). Starts;.StranSberger Platz. lt. 3ibt. Mittwoch, den 20. Mai: Potsdam(Schubert). 12. Abt. Motorsahrer srüh 7 Uhr: Freienwalde(Siaddatz, Kanalstr.1). Start: Prenzlauer Promenade, Ecke Hemersdorser Straße(Weißens«). Gäste willkommen. Neukölln. Sonnabend, den 16. Mai, abend? 10 Uhr: Buckow, Mark. Schweiz.'Abkochen(Schtveizerhänschen). Sonntag. den 17. Mai, srüh 4 Uhr: Buckow, Mark. Schweiz. Abkochen(SchweizerhäuSchcn). Start«: Hermaimplatz. Nachmittags: 3ltt-LandSbcrg(Brater, Berliner Ehaussc«). Star!: 12 Uhr Hobcnzollernplatz. Bezirk 21 sNieder-Barnim). Am Sonntag, den 17. Mo!: Bezirks- tour nach Liebenwalde und Oranienburg. Sammclftart: vormittags 9 Uhr für den 1., 3. und 4. Unterbezirk in Mühlcnbeck bei Baersch, für den 2. Unterbczirk um 9 Uhr bei Lussan in Wandlitz. Die Bezirksleitung. Bernau. Sonntag, de» 17. Mai: Werneuchen. Start: 12'/, Uhr Berciiislolal, Temmler, Wallstr. 2. Tegel. Bezirkstonr nalh Liebenwalde. Sammelftart: Nfthlenbcck (Bacrsch). Schönebcrg. Werneuchen(Schlollkc). Start 1 Uhr bei Gen. Obü. 21. Mai; Gemeinsamer Ausflug des Kartell« nach Saalwinkcl. Start 1 Uhr bei Gen. Obst.* T e m v e l h o s- M a r i e n d o r s. Werneuchen. Start 11 Uhr. bei Benscheck. Marlendorf. Chausscestraße. Ebarlottcnburg. Früh 5 Uhr; Strausberg. Hungrig« Wolf. Mittags 1 Uhr: Marzahn. LI. Mai, früh 6 Uhr: Ablochtour. Tiesens«. All« Start«: VolkShau«. Rosinenstr. 3. Weißens««:«onntag, den 17. Mai: Liebenwalde, früh 6 Uhr bei Peukerl. 21. Mai, Himmelsahrt. früh 8 Uhr: Bohnsdorf. Alle Start» bei Peukert, Berliner Allee. Pankow-Niederschinhausen. Liebenwalde— Oranienburg. Start: Früh 7 Uhr Pankow. Müblenstr. 31. Sammelstart: Wandlitz 9 Uhr. 21. Rai, Himmelfahrt: Glienicke a. d. Nordbahn(Ruft). Start: 1 Udc Pankow, Müblenstr. 31. � Reinickendorf. Liebenwalde und Oranienburg, früh 7 Uhr. Start bei Lürring. 21. Mai, Himmelfahrt: Familienausslug mit Musik nach Saalwinkel. Treffpunkt srüh 7 Ubr Eichbornstraße, Görde». Lichtenberg. BczirksauSsahrt Licbcwvalde, 1. und 2. Abseilung. srüh 6 Uhr. Start: Psarrftr. 74. 21. Mai, Himmelsahrt, srüh 6 Uhr: Nr. 131. 31. Iahrgaug. ■ 3. firilagt des Joraiärts" Kalim ilolbtilnlt. Freitag. 15. Mai Wl4. Deutfihlanüs auswärtige Politik. Reichstag. des de- 257. Sitzung. Donnerstag, den 14. Mai, vorniiltags 11 Uhr. Am Bundesratstischc: Dr. Solf, v. Jagow. Auf der Tagesordnung steht zunächst der E r g ä n z u n g s c t a t für S n d a f r i k a. � Die Kommission beantragt, von den für die Landwirtschaft bank in Südwestafrika geforderten 6 Millionen zunächst nur 2>/z Millionen zu bewilligen. Staatssekretär Dr. Solf und Abg. Dr. Oertcl{f.) bitten um Bewilligung der ganzen Summe. Das HauS beschließt nach dem Antrag der Kommission. Ein Gesetzentwurf der Budgelkommission, nach dein die an- llegendcn Grundbesitzer zu den Kosten der kolonialen S r r a ß e n, Hafen- und Eisenbahnbauten herangezogen werden sollen, wird von der Tagesordnung abgesetzt, nachdem Slaatssekrctär Dr. Solf eine Verordnung in dieser Richtung in Aussicht gestellt hat. l. Tie Verlängerung des deutsch-türkischen und den t s ch-j a pau i s ch en Handelsabkommens wird baltelos genehmigt. Es folgt die zweite Lesung des Etats öes Auswärtigen /lmtes. Staatssekretär v. Jagow: Die Liquidation der Balkanereignisse ist auf. der Grundlage der Friedensschlüsse von London und Bukarest zu einem gewissen Abschluß gelangt. Auch die letzten Schwierigkeilen werden im Wege der Ver- ständigung gehoben werden können. Mit besonderer Freude werden wir es begrüßen, wenn das uns befreundete türkische Reich Nach einet schlvcren Prüfung zu einem friedlichen Nebeneinander- leben seiner Völkerstännnc gelangt. Die türkische Regierung bat bereits auf den Rat der Mächte Reformen in Armenien an- gekündigt Aus Albanien kamen in den letzten Wochen viele Nachrichten, die den Stempel der Sensation an der Stirne trugen. Daß die Aufgabe dcS Fürsten schwer sein würde, das Reich auf eine feste wirtschaftliche und organisatorische Grundlage zu stellen, war von dornherein gewiß. Es besteht aber begründete Hoffnung, daß durch die Maßnahmen der Regienmg und der Mächte auch die Stämme des Süden?, die sich gegen die neuen Lebensbedingungen sträuben, beruhigt werden können. Jedenfalls kann man nicht die all- wähliche Kolvolidicrung des Staates und Landes als Utopie be- trachten.— Rückschauend lönncn wir mit Genugtuung feststellen, daß die Lösung der Balkankrise durch das emhritliche geschlossene Auftreten des Dreibundes und das freundschaftliche Einvernehmen mit England, Frankreich und Ruß- land die bcrcchligten Interessen der verbündeten Monarchie voll- kommen gewahrt hat. Ein wesentliches Verdienst daran kommt der besonnenen, maßvollen, vermittelnden Haltung Rumäniens zu. Die Weisheit seines Herrschers und seiner Regierung lvird Rumänien 'u Anlehnung an seine alten Freunde weiter an der Befestigung des sfricdenS mitarbeiten lasten. Wir werden in voller Sympathie für die Entwicklung der Balkanstaaten auch in Zukunft stets fest und entschlossen sür die berechtigten Interessen unserer Bundesgenossen aus dem Balkan eintreten. lBravo!> linser Verhältnis zu Rußland hat in letzter Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit in erheblichem Maße in Anspruch genommen. In den letzten Tagen bat daS Urteil in Per n, weite Kreise erregt. Tiir haben die russische Regierung gebeten, uns die Begründung de§ Urteils gegen die deutschen Luftschtffcr baldmöglichst zukommen Zu laffen. Bis dahin müssen wir weitere Aeußerungcn zurück- stellen. In einem Teil der russischen Presse hat sich zweifellos die deutschfeindliche Strömung KU einer systematischen Kampagne gegen uns verstärkt. Diejenigen, die daran die Schuld tragen, dürfen sich nicht wundern, wenn es aus dem Balde herausschallt, wie sie hineinnlsen.(Lebhafte Zustimmung.) -Vie deutsche Regierung lehnt die Verantwortung für gewisse Preß- artikel ab. aber diese Reaktion war nur eine Folge der russischen Aktion. Dem Deutschen Reich kreidet man jede Acußcrung eines 'uakiiven Offiziers, jede wärmere5rundgebung eines nationalen Ver- -ins an, wenn wir aber von Ost oder West, meistens von beiden Seiten gleichzeitig angegriffen werden, wundert sich niemand darüber. Ein leitendes englisches Blatt hat darauf hingewiesen, daß die 'Fortsetzung dieser Auseinandersetzungen das sicherste Mittel sei, um den engeren Zusammenschluß der Entenle-Mächte herbeizuführen. •�as englische Blatt hat gewiß in gmem Glauben übersehen, wie Monate hindurch gewisse Organe der öffentlichen Meinung in R u ß- land gegen Deutschland gehetzt haben. Ich kann nur wieder- holen, was der Reichskanzler im vorigen Jahre hier gesagt hat. Es bestehen zwischen.Deutschland und Rußland keine Interessen- Gegensätze, die ein. friedliches Nebeneinanderleben stören mußten. -stich die handelspolitischen Schwierigkeiten werden sich bei beider-. 'eiligem guten Willen schlichten lassen. Um so verwerflicher ist es, stjeirn mair durch Erregung der VolkSleidenschaft einen künstlichen �utagomSmuS schafft. In unserer übernervösen Zeit ist daS ein Spiel mit dem Feuer. lebhafte Zustimmung.) Ich hoffe, daß es den beiderseitigen Re- Gerungen gelingen wird, den gefährlichen Strömungen einen Damm entgegenzusetzen.., Die Verhandlungen über Kleinaslen sind noch mcht abgeschlossen. Auch über die Verhandlungen mit England kann ich Ihnen nichts Neues mitteilen; Sie werden in dem freundschaftlichen Geiste weitergeführt, der auch sonst unsere Beziehungen zu England beherrscht. Auch die Berbandlungen mit Frankreich werden hoffent- stch zu einer Reibung ausschließenden Verständigung fiihren. Die uilsichere Lage in Mexiko ist durch den Kouflckt mit den Vereinigten Staaten weiter verschärft worden. Wiruchafil-che Und persönliche Interessen der deutschen Staatsbürger sind dort ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen. Wir haben bisher für die per- fünlicjje Sicherheit der Deutschen nach Möglichkeit gesorgt und iverdcn Ge finanziellen Ansprüche nach Wiederherstellung der Ruhe geltend machen. Mit Freude begrüßen wir, daß die Ver- einigten Staaten die Vermittelung der drei großen südamerikani- scheu Republiken angenommen haben. Der Konferenz in Nicaragua, die am 18. Mai ziisammentiitt, wün'chen wir besten Erfolg.—' Die Reise des Prinzen Heinrich nach Südamerika hat Unseren Wunsch unterstrichen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu diesen ausstrebenden Staaten ohne alle politischen Hintergedanken KU fördern. Das Vertrauen in die Aufrichtigkeit der deutschen Politik. daS eine Vorbedingung des Erfolges ist, st't dadurch neu bekräftigt worden. Diesen Glanbeii zu erhalten und KU bestärken, ist imser Bestreben. Damit dienen wir der Sicherung unserer vom Glück nicht gerade begünstigten geographischen Lage »nd der Entfalluiig der küliurellen Kräfte Deutschlands, und wir brauchen den Erfolg unserer Bemllhlsngen nicht zu unterschätzen. 'Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Abg. Wendel(Soz.): , Die Erklärungen des Staatssekretärs haben uns eigentlich nur 'ehr wenig ge,agi. Das ivußte jeder aufmerksame Zeitungsleser schon seit langem. Nicht llnwisienheit erklärt dieses Versagen des Staatssekretärs, sondern böser Wille, dem Reichstag dcS„ver- flachenden demokralischen Wahlrechts" nicht mehr mitzuteilen. Die auswärtige Politik wird in Deutschland noch immer als Geheim- Wissenschaft betrieben und dem Volk und der Volksvertretung auf sie noch weniger Einfluß gegönnt als in der inneren Politik. In der Dunkelkammer der Kabinettspolitik wird mit dem Geschick der Millionen gespielt und die Millionen können dann auSbaden, was dort beichloff'en worden ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Daher kommt es, daß keiner Partei daS etwas verschwommene Gesicht der AuSlandspolilik der Regierung völlig zusagt. Die Säbciraßler klagen, daß zu wenig mit der gepanzerten Faust aufgehauen werde, und wir werfen der Regienmg vor, daß sie nicht den unbedingten Mut zum Frieden und zur Völkerverständigung hat. Sic lebt von der Hand in den Milnd, setzt Flick auf Klick, ist nicht Fisch, nicht Fleisch, nicht Mann, nicht Weib, sondern gehört eigentlich iir das Jahrbuch für sexuelle Z Iv i s ch e'u stufe n.(Große Heiterkeit.) Das ist nicht die Schuld des Staatssekretärs. Selbst iveim er ein Genie, also ein Fremdkörper in der homogenen Regierung wäre(Heilcrkeit), könnte er nicht mehr Erfolge aufweisen, denn die auswärtige Politik ist nur ein Ergionent der Jnlandspolitik. Eine Politik, die im Innern subatterii-reaklionär ist, kann nach außen hin keine Fortschritte er- zielen. Das hat ja der Widerhall des Falles gabern in der ganzen Welt gezeigt. Der Staatsselretär des Auswärtigen Amtes wäre als Erster berufen gewesen, gegen den Sieg der Militärdiktatur Einspruch zu erheben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der englische Bürger genießt deshalb Achtung in der ganzen Welt, weil er der freie Mann im freien Lande ist. Aber welche Achtung soll trotz Kanonen, Bajonetten und Panzerschiffen der deutsche Bürger genießen, der sich wider Recht und Gesetz in den Pandurcn- teller sperren lassen muß.(Sehr gut! � bei den Sozialdemokraten.) Ais das„Berliner Tageblatt" schrieb, es sei in Zäbern zugegangen, wie sonst nur in B o l i v i a und anderen südameri- konischen Raubstaaten, hat der diplomatische Vertreter Bolivias nach- gewiesen, daß die Rechte der Bürger dort viel besser ge- sichert sind als bei uns. tHeiterkeit.) Wem das Gefühl deutscher Ehre nicht auf der Zunge,, sondern im Herzen sitzt, der wird das als brennende Schmach empfinden.(Sehr wahr l bei den Sozial- demokratcn.) Bei der Erledigung der Balkcwkrisr kann von einer deutschen Politik überhaupt nicht gesprochen werden. Herr Boss ermann hat freilich gemeint, wir hätten während der Balkanlrise im großen und ganzen unser Ziel erreicht. Da kann man frei nach Goethe nur sagen: Nur die Rationalliberalen sind besckciden l(Heiterkeit.) In Wahrheit haben wir uns gar nicht in die Kosten eigener Gedanken und EntschlAffe gestürzt, sondern deutsche Balkaupolitik war österreichische Balkanpolitik, und österreichische Blamagen, deren es nicht zu wenige gab, deutsche Blamagen. Das Ideal der deutschen Politik war das Statusquo, der Wunsch, alles beim alten zu lassen, innen wie außen, die alte Metternich) che Weisheit:„Mich hält die Pastete noch aus' (Heiterkeit.) Aber der einzige Statusquo, der erhalten blieb, war die klägliche Unfähigkeit der Diplomalte, die kurzatmig und kurzsichlig mit Monorchenbcsuchen und Ministervisiten die Weltgeschichte zu leiten glaubt. Aber für den Balkan wurde das Jahr 19t-2 weltgeschichtlich revolutionär, für ihn bedeutet es dasselbe, wie 178!' für Westeuropa. Wcr Sozialdemo kraten sind nichi unbedingte Dreibundsreunde. Aus die Friedens gefahr, die vom Dreibund ausgeht, hat Prof. Max S e r i n g treffend hingewiesen, als er den Dreibundstaaten als den landarmen Staaten die Mächte der Tripleentente als die landreichen satten Staaten gegenüberstellte.'Aber der Dreibund darf doch in jedem Falle nicht dazu verpflichten, alle österreichischen Dummheiten auf Gedeih und Verderben nutzumachen. Die Nibelungentreue ist vielleicht etwas sehr Lyrisches und Romantisches, aber seit der Lohengrinfahrt noch Tanger und dem Panthersprung nach Agadir ist unser Bedarf an Romantik doch vollauf gedeckt.(Heiterkeit und Beifall bei den Sozial- deinokraten.) Darum hätte Deutschland der hysterischen Ballplatz- Politik entgegentreten müssen. Die unerhörte Hetze gegen Serbien entsprang nur der heiligen Scheu der österreichischen Agrarier, die so unersälttich sind wie unsere, vor dem billigen serbischen Schwein. Der Freund des Herrn Oertel, Ritter v. Hohenblutn, hat ja aus- drücklich gesagt, er fürchte das serbische Schwein mehr als die serbischen Soldaten.(Heiterkeit.) Darum trieb man Schlachthofpolitik in doppeltem Sinne: man focht für die Interessen des Schlachthofes, und war bereit, um dieses agrarischen Eigennutzes willen ganz Europa in ein M e n s ch e n s ch l a ch t h a u§ zu verwandeln.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten, Unruhe rechts.) Aber freilich, wir haben da? Skelett im eigenen Haus. Wir' unterdrücken auch die Polen und Dänen und lassen unsere Politik von der agrarischen Unersättlichkeit bestimmen, da konnten wir den Oesterreichern nicht gut raten, die Südslawen nicht länger mit dem Standrecht und die Serben mit dxr Grenzsperrpolitik zu behandeln. Was Albanien angeht, so sind wir Sozialdemokralen natür- lich durchaus für die Freiheit und Selbständigkeit dieses wie jeden anderen Volkes. Aber nur in einem freien_ Bund autonomer Balkancepnblikcn hätte Albanien sich zu selbständigem Leben ent- wickeln»nd zugleich ein Friedensfaktor werden können. In seiner jetzigen Form ist cS nur ein Versuch des österreichischen wie des italienischen Imperialismus, sich ein späteres� Fußsassen an der östlichen Adriaküste vorzubehalten. Dadurch wird die Unsicherheit der weltpolitischen Lage in Permanenz erklärt. Deutschland hat einen schweren Fehler begangen, als eS dieses rhachitische und skrophulöse Kind aus der Taufe gehoben hat.(Heiterkeit,)' Ich will nicht erörtern, ob die Albanier, diese Indianer Europas, die iveder eine spraedlichc noch eine religiöse Einheit bilden, die von der modernen Zivilisation nur daS Repitiergewehr übernommen haben, um sie zu bclämpfen, überhaupt staatsbildendeKi aft besitzen. Sie sind eingekapselt in StammespartikularismuS»nd haben nicht eine Spur nationalen Gefühls. Aber dieser albanische Staat mit seiner ganz willkürlichen Grenzziehung ist jedcnsfalls nicht lebensfähig und kann höchstens tiinftig einmal in den Dreibund einen Keil treiben, wie vor 50 Jahren die gemeinsame Besetzung Schleswig-Holsteins durch Preußen und Oesterreich Bismarck den willkommenen Anlaß zur Auseinandersetzung mit Oesterreich von 1866 gegeben hat. Daß alle Welt darüber einig war. daß dieser unzivilisierteste europäische Volks- stamm als Fürsten nur einen feudalen Herrn vom preußi- scheu Kasernenhof brauckien könnte, ist eine eigenartige Schmeichelei für Preußen.(Heiterkeit.) Aber wenn auch Wihelm I. mit dem Vorschuß der Großmächte und den Vorschußlorbeeren der deutschen Preffe nach Durazzo abgereist ist— ein Ameisen- Haufen ist ein bequemer Sitz im Vergleich zum albanischen Thron—. so hat er sich doch rein als Privatinanu in ein Privat- abenteuer gestürzt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn diesem Herrn etwas Albanisches— allzu Albanisches zustieße, darf Deutschland unter keinen Umständen einen Rachefeldzug unter- nehmen, daß tausend Jahre lang ein Albanier nicht mehr wagen soll, einen Deutschen scheel anzusehen. Für die Masse des deutschen Volkes ist es viel wichtiger, ob am nächsten Sonntag schönes Wetter ist, als ganz Albanien mit samt seinem Fürsten.(Heiterkeit und Beifall.) Die Entsendung der deutschen Militärmission nach �der Tiirler war aus vielen Gründen ein schwerer Fehler. Die türkischen Nieder- lagen sind gewiß nicht preußische Schuld. Auf den mazedonischen Schlachtfeldern ist ein p e rm o r s ch t e r S t�a a t zusammen- gebrochen, nicht der preußische Drill. Aber die Türkei braucht jetzt Reformen und nichr Jnstrukloren, und zudem muß die Militärmission den Verdacht erwecken, als ob wir nur das Messer beizeiten in den türkischen Tuchen stecken wollen. Der Kampf»m die MUitärmtffion war ein Symptom der Verschlechterung den offiziellen Beziehungen Deutschlands. Da wir keine Börsenspekulanten sind, und in dieser übernervösen Zeil sehr gesunde und feste Nerven haben, haben uns die Alarmartikel der.�Kölnischen Zeitung" sehr wenig aufgeregt. Wir stehen der slawischen Gefahr kühl bis ans Herz hinan gegen- über. Dqs russiche Volk will Krieg führen, aber nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen den blutigen Zarismus. Rußland hat die Revolution im Leibe (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), und wenn derN.ik o lati S. Vizepräsident Dr. Pansche: Sie dürfen nicht in diesem Tone von dem Herrscher eines verbündeten Reiches sprechen.(Lautes Lachen bei den Sozialdemv- kraten. Zurufe: Verbündet?) Ich verbitte mir jede Kritik.(Er-> neutes Lachen bei den Sozialdemokraten.) , Abg. Wendet(fortfahrend): Wenn dieser Zar einen Krieg unternehmen wollte, sollte er sich vorher die Krone mit S ch u p p e n k e t t e n festmachen lassen. Wenn die traditionelle Freundschaft zwischen Berlin und Petersburg durch die G e r r e i d e p o li t i k einen Riß bekommen hat, stehen wir Sozialdemokraten dem mit dem Gefühle des Mc- phiftopheles gegenüber: Hab' ich doch meine Freude dran l iHeiterkeit.) Bisher waren die Führer der schwarzen Banden ui Rußland und Herr v. Oldenburg-Januschau, der Führer der schwarzwciftcn Bande (Heiterkeit) ja stets ein Herz und eine Seele. In einer vernünftigen Polenpolitik, in ehrlichen demokratischen Reförweii hätte Deutsch- land einen sicheren Schutz gegen alle russischen Angriff sgtlü.ste, als in tausend Festungen und Kanonen.(Sehr wahr! bei den Sozial-- demokratcn.) Die d e u t s ch- e n g l i s ch e E n t sp a n n u n g begrüßen Ivir mit großer Freude, gleichviel aus welchen weltpolitischen Gründen sie hervorgegangen ist. Die deutsche und die englische Arbeiterklasse haben'sich' schon in der Zeit der größten Spannung entschlossen für die Verständigung beider Völker eingefetzt. Sogar ein englischer Minister, der Atlörney General Sir RusuS I s a a c s, hat seine Befriedigung darüber ausgesprochen, daß die Beziehungen der beiden Arbeitcrkkaflcn ständig imimer iverden, und diesen Schutz vor neuen Spannungen und Mißverständnissen begrüßt.(Hört! hört! bei den (Sozialdemokraten.) Ein deutscher Minister spricht natürlich nicht so. In Deutschland interessiert unsere Friedensarbcit höchstens die Paragraphen>veisheit des Oberreichsanivalts, er- scheint sie als ein Stück Hoch- und Landesverrat. Aber die wahren Hoch- und Landesverräter sind die K r i e g s h e tz e r. die Deutich- land ins Unglück stürzen wollen. Ich lege kein allzugroßes Gelvicht auf das Bramarbasieren ausgedienter Generäle, von denen eigentlich nur noch das Muudwcrk ordentlich sclddienstföhig ist(Große anhaltende Heiterkeit), aber ihre Aufftachelung der übelsten Instinkte und ihre Verhetzung ist gemeingefährlich. Mit Recht hat Lloyd George die Völker aufgerufen gegen den orgaui- sterten Wahnsinn des Wettrüstens,. Die übergroße Mchrheir des deutschen Volkes verlangt, daß die Abrüstungsfrage endlich eMihaft angefaßt lvird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die kost- ipieligcn Rüstungen der letzten riesigen Mililärvorlage haben am Stärkeverhältnk' der Völker gar nichts geändert, nach der Meinung des Wehrvereins hat sich durch das Milliardcnopfer Deutschlands Lage svjjar verschlechtert.(Hört! hört I) Wer .da nicht einsieht, daß das Wettrüsten der wahnsinnigste Wahnfin.» ist, der ist selbst pathologisch.(Sehr wahr! bei den Sozialdemv- kraten.) Um für diese RüstuNgShetzc den rechten Hintergrund zu schaffen, gefallen. sich diese Kriegstreiber neuerdings auch' wieder in einer schnöden und wüsten Hetze gegen Frankreich. Zwar liegt, kaum ein Anhaltspunkt dafür vor. Die Ma'rvkko-Streilfrage ist erledigt. Ucber die kleinasiatischen Bahnen ist ein Abkommen ge- troffen. Aber in jener Not, in der der Teufel Fliegen frißt, greift man zu der F r e m d e n I e g i o n als Agitationsstoff. In deir letzten Monaten baben wir eine wilde Hetze gogen die Fremden« legion erlebt. Man kann geradezu von einer Seuche reden, vrm einer L e g i o n i t i s, deren Symptome sind, daß der Befallene überall in Deutschland geheimnisvolle Werber sür die Legion entdeckt. Nun ist es amtlich festgestellt worden, daß in keinem einzigen Falle die Nachricht von solchen frailzösischeli Werbern in Deutschland der Wahrheit entsprochen hat. Auch die Meldungen über-die Verschleppung junger Deutscher in die Legion haben sich hinterher immer als Schwindel herausgestellt. Wir Sozialdemokraten, die erbittertsten Gegner des Militarismus und Kapitalismus, verdammen ganz selbstverständlich die Fremden« legion, die eine Ausgeburt de? Kapitalismus»nd Militarismus zugleich ist.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Denn die Soldaten müssen sich nicht nur für ein paar Centimes täglich die Knochen zerschießen lassen, sondern sie werden auch zu Friedens- merke», Urbarmachung von Wüsten usw. gebraucht. Die Sozialisten der französischen Kammer sind mit aller Schärfe gegen die Ein- richtung der Fremdenlegion ausgetreten. Aber wir wollen doch nicht zu Pharisäern werden und wollen nicht vergessen, daß wir auch ciiicil Balken im eigenen Auge habe». Ich will nur zwei Zitate anführen, aus denen Sie Ihre Schlüsse selber ziehen können. Erwin Rosen ein Deutscher, der in der Fremdenlegion gedient hat, der auf deutsch- nationalem, fast hurrapalriotischem Boden steht, und der vor allen Dingen alle Leiden und Strapazen, die ein Legionär zu erdulden hat, mit brennenden Farben malt, sagt in seinem Buche:„Militärisch im Dienst, wird der Fremdenlegionär geschützt und gut be- handelt. Während meiner Ausbildung habe ich kaum ei n Schimpfwort gehört."(Hört 1 bort! bei den Sozialdemokraten) Dazu ein Gegenstück: Der preußische Leutnant a. D Eduard G o l d b e ck schreibt in seiner Broschüre„Henker Drill" über seine Erfahrungen im preußischen Heere:„Ein Mann, der während seiner Soldatenzeit nicht geohrfcigt worden märe, ist gewiß eine Seltenheit" (Lebh. Widerspruch rechts und im Zentrum.) Ich begnüge mich mit der Gegenuber, tellung dieser be,den Zitate. Ich glaube, alle Parteien find sich darmemtg: wer einen deutschen Jungen vor dem Ein- tritt in die Fremdenlegion bewahrt, int ein gutes Werl. (Allgemeine Zustimmung.) Aber mit dieser lärmenden Agitation. w,e ff- der bekannte Schutz- und Hrlfsverband gegen die Fremde,.- legum ins Werk Ir'tzt, wird das Gegenteil des getvolllen Zweckes er- leicht, durchaus mit Recht hat der lluterstaalSsekretär Zimmer- m an n m der Budgetkommission darauf aufmerksam gemacht, daß durch die laute Propaganda gegen die. Fremdenlegion viele jung« Deutsche el)t aus sie aufmerksam gemacht werden. In der Tat berichten die französischen Blätter erfreut,- daß der Zustrom von Dtutsche» zu den algerischen Fremdenregimenter« noch nie fo stark gewesen wäre, al§ in den Monaten der g e- steigerten Agitation gegen die Fremdenlegion, Außerdem geht man bei der Bekämpfung der Fremdenlegion von der falschen Voraussetzung aus, daß nur Abenteuerlust die Deutschen in die Fremdenlegion hineintriebe. In Wirklichkeit eilen zu den Fahnen der Fremdenlegion arme Teufel aus den deutschen Grenzarmeekorps, die b r u t a l e M i st h a n d lu n g auf dem deutschen Kasernenhofe zur Fahnenflucht getrieben hat, und Elsast- Lothringer, die zwar Neigung zum militärischen Berufe haben, aber weil sie den besitzlosen Schichten des Volkes entstammen, wissen. dast sie es bei aller militärischen Tüchtigkeil in Deutschland nie über den etatsmästigen Feldwebel hinauSbrinzen würden. Dann solche Elsässer und Lothringer, die der preusttscheu Kaserne ent- rinnen, iveil das Gerücht geht, dast sie hier als„Wackes" behandelt werden. In der Hauptsache aber setzen sich die Legionsrekruten aus deutschen Arbeitern und Handwerksgesellen zusammen, die der Hunger d-tfü» jagt, wo sie wenigstens satt ze- essen haben. Das ist sehr treffend an einer gcwist ganz unverdächtigen Stelle aus- gesprochen worden, in den„Preustischen Jahrbüchern", wo ein Herr Dr. v. Pape schreibt:„Ich wüstre noch ein Mittel, das geeignet wäre, mit einem Schlage die Zahl der deutscheu Legionäre auf ein Minimum zurückzuführen, wenn man es nämlich dahin bringen könnte, daß jeder Deutsche Arbeit und satt zu cffcn härte. Jnr letzten Grunde ist es bei 90, ich»röchle fast sagen, 99 Proz., der Hunger, der sie zur Legion führt. Solange es in Deutsch- land� noch Leute gibt, die hungern, solange wird es auch deutsche Legionäre geben". lSebr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Fi, dem wir dafür kämpfen, dast jeder Deutsche Arbeit und satt zu eg'en hat, indem wir gleichzeitig gegen die Soldaten- s ch i n d e r e i e n im deutschen Heere auftreten, und uns für die Denrokratisierung des Heeres einsetzen, führen wir einen ernst- basten Kampf gegen die Legion, der vor allem jeder Spitze gegen das französische Volk entbehrt, �sehr wahr! bei den isozialdemo- traten.) Denn das deutsche Volt will nicht nur Frieden, es will Freundschaft mit Frankreich CZustiminung bei den Sozialdemokraten) und ebenso will das französische Volk Frieden und Freundschaft mit Deutschland. i Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die Kriegsbetzer, denen aus der Zwietracht der Ranonen ein gutes Geschäft erblüht, suchen zwar hier wie dort den Völkern aufzureden, dast sie Erbfeinde seien und bleiben müstten. Wer aber wirklich in dem guten Glauben befangen fein sollte, das französische Volk sei kriegslüstern, dem must schon der Sinn für Realitäten in der Politik das Gegenteil sagen. Denn schon nach ihrer sozialen Struktur sind die Franzosen ein Rentnervolk, ein Bauern- Volk, ein Volk mit zurückgehender Geburren- zisfer, alio ganz gewist nicht geeignet, kriegerischen Drang zu entfallen. Wenn man die Revancheidee anführt, nun. so hat Gam- Hella einmal gesagt:„Sprechen wir nicht davon, aber denken wir immer daran". Heute ist es fast umgekehrt, ein vaar Schreier sprechen noch davon, aber daS Volk denkt im Ernst nicht daran. sSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Oder glauben Sie wirklich, das französische Volk, d. h. der Arbeiter in Poris, der Bauer der Touraine, der Fischer der Bretagne, würden zu einem Kriege Ja sagen, der um daS Lustgrbildc der Rcvanchcidec gesiihrt wird? Nein, das französische Volk hat einen cutschiedeneii Willen zum Frieden und zur Verständigung mit Deutschland.(Leb- hafte Zuftimimmg bei de» Sozialoemokrotent) Beides hat es bei den französischen Kammerwahlen dargetan. iErneute lebhafte Zustimmung bei den isozialdemokraten.) Freiltch, bei diesen Wahlen haben die französischen Nationalisten und Chauvinisten, deren Treiben wir natürlich ganz genau so verdammen wie das der .Deutschen, die Hetze unserer Webrvereinler, unserer Kriegshetzer, unserer Alldeutschen' weidlich ausgeschlachtet.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Dieser Alldeutschen, von denen Herr Professor Delbrück sagt, dost sie die wahre Gefahr für Deutschlands Zukunft seien. sSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auf die Gefahr hin. dast gewisse Leute nervös werden, must ich auch sagen, dast die französischen Ehauvinisten bei ihrer Agitation sehr hoch hinaus ge- griffen habe». Der forsche Regimentsbefehl des scheidenden Kronprinzen an sein Husarenregimcnt ist wieder und wieder im französischen Wahlkampf zum Beweise dafür angeführt worden, dast Frankreich sich des Schlimmsten versehen müsse, wenn dieser kronprinzliche Attackenreiter einmal zur Regierung käme.(Lebhafte Rufe Hört! hört! bei den Soz.) Diese Tatsache mag auch den Herreu, die sich damals so aufgeregt haben, als niein Freund Dr. Frank diese Sache hier vorbrachte, zeigen, dast wir daS nicht etwa getan haben in irgendeiner frivolen Absicht, um den Kronprinzen zu beleidigen, sondern weil wir sofort erkannt haben, dast solche Kundgebungen geeignet sind, eine Trübung der Beziehungen zu unserem?!achbarlande herbeizuführen. i Schi richtig! bei den �ozialdeinokraten.) Auf der anderen Seite haben die demokratische» Element« die Verständigung mir Deutschland geradezu in den Vordergrund des Wahlkampfes gestellt. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) An den Mauern von Paris sah man ein 1'/» Meter langes Plakat, auf dem es hiest: Der Welt- friede wird erst durcki die d e u t fch- s r a n z ö si sch e Annähe- r ii n g gesichert sein. Die Nutzanwendung: die nächste französische Kammer must eine der deutsch-fcanzöfischen Annäherung günstige Mehr- Veit haben.(Hört! hört' bei den Sozialdemokraten.) Ein Mann wie E a i l l a u x hat im Wahlkampf immer wieder betont, dast er nur deshalb angefeindet werde, weil er während der Marokiokrife de» Frieden mit Deutschland gewollt und aufrechterhalten habe. Er ist wiedergewählt worden! Vor allem aber lautete das Wahl- Programm' der sozialistischeu Partei: Gezru die dreijährige Dienstzeit, gegen die Revanchehetse, für die deutsch-französische Freundschaft, für den Völkcrfriedrn! Der glänzende Erfolg, däu unsere französischen Parteifreunde er- rungen haben, beweist, wie cinverstanden das französische Volk mit dieser Losung ist.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) So sind auch die arbeitenden Massen des deutschen Volkes ein- genommen, durchdrungen von der Begeisterung für die deutsch- französische Freundschaft, nicht wje neulich der Herr KriegSminister gemeint bat. aus dem Gefühl des verschwommenen Wellbürgertums heraus, sondern in der klären Erkenntnis, dast diese Freundschaft und weiterhin der Dreibund des deuischen, des französischen und des englischen Volkes die sicherste Grundlage für den Wellfrieden ist. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Nun bat im Zusammenhang mit der Hetze gegen die Fremden- legion ein französisches Raiionalistenblatt, das„Echo de Paris" gesagt-:„Tie französischen Sozialisten benutzen die Ilnwissenheil der Arbeitermassen, um ihnen ein ebenso phantastisches wie gefähr- liches Bild von Deutschland und Europa zu entwerfen; sie stellen das deutsche Volk als geneigt hin, uns die Hand entgegenzustrecken und vergessen hinzuzufügen, dast dieses Volk in der Politik keine entscheidende Rolle spielt". Merkwürdigerweise hat ganz ähnlich Graf Westarp vor kurzem austerhalb de? Hauses weg- werfend von den Sozialdemokraten als von einer Partei gesprochen, die in der auswärtigen Politik keinerlei Einflust habe. Nun, die Millionen, die hinter uns stehen, die Millionen, in deren Namen und Auftrag ich hier spreche, sind doch die ul-ima ratio jeder auswärtigen Politik. (Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Mögen die herrschenden Klassen mit dem Säbel rasielu, die deutsche Arbeiter- klaffe ruft lauter denn je ihren Willen zum Frieden nach Frankreich hinüber, und wenn ein Wort im l». Jahrhundert einmal sagt:„SS gibt keine Pyrenäen mehr", so wird man im 20. Jahrhundert-vielleicht sagen: Es gibt keine Pogesen mehr als trennende Barrikade zwischen Teutschland und Frankreich. Denn in beiden Ländern sind die Massen unerschütterlich von der Ilcbcrzeuguug durchdrungen, dast das, was uns trennt, nichts ist, als ein paar buntbemalte Grenzpfähle, die sich in wenigen Augenblicken herausrcisten lassen, dast aber das, was uns eint und bindet, keine Macht der Welt aus unserem Herzen heraus- zureisten vermag, nämlich das Gefühl der internationalen Solidarität der beiden grosten Kulturvölker.(Lebhafte Zu- slimmung bei den Sozialdemokraten.) In diesem Sinne, im Sinne der heiligen Allianz der V ö l I e r, von der schon Heinrich Heine schwärmte, gilt es, dem Frankreich der arbeitenden Masse», dem Frankreich des Friedenswillens, deni Frankreich der Ver- ständigungssehnsncht, aus dem es zu uns herübcrschalll:„Es lebe Teutschland!" werde ich schliesten mit den. Rufe:„Yive la France!" tLebbaiter Beifall bei de» Sozialdemokraten, Lachen rechts, erneuter lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Spahn(Z.): Frankreich, das der Redner der Sozialdemokratie hochleben liest. schärft mit seinem Gelde das russische Schwert.(Lebhafte Zu- stimmuug rechts und im Zentrum. Zurufe bei den Sozialdemo- kraten: Das ist daS klerikal-kapitaliftifche Frank- reich, nicht das Frankreich der Arbeit und der Demokratie!) In seinen weiteren, im Zusammenhange vielfach unverständlichen Aus- sührungen sucht der Redner die letzte Heeresvcrmehrung als unbedingt notwendig für die Erhaltung des europäischen Friedens nachzuweisen. Ter Schwerpunkt der deutschen Weltpolitik must immer in der Behauptung der deutschen Machtstcllmig in Europa liegen. In K l e i n a i i e n muffen wir— möglichst in Gemeinschaft mit Eng- land— für freie Bahn für unsere lvirtschasrlichen Interesse» sorgen. — Redner verbreitet sich in teilweise unversiändlich bleibenden Aus- sührungen über Teutschlands Interessen auf dem Balkan, die nur Ivirtichaitlicher Natur seien, über die Notwendigkeit der Autonomie Albaniens, dieses„alten Grenzgebietes zwischen der Kultur des Ostens und der des Westens" und über den Dreibund.— Auf das euischiedcusta ist cS abzulehnen, dast fortgesetzt von einem unüberbrückbaren Interessengegensätze zwischen England und Deutschland gesprochen wird. Viel- mehr ist die Interessengemeinschaft zwischen beiden Ländern lvcit größer als der Interessengegensatz.(Lebhafte Zu- stinimung im Zentrum und links.) Beide Länder sind also weil mehr darauf angewiesen, sich zu verständigen, als sich zu be- kämpfen.(Erneute lebhasie Zustimmung.)— Redner verbreitet sich — ivieder völlig unverständlich— über die römische Frage, die in keiner Weise die Stellung des Zentrums zum Dreibund bc- einflusie.— Der Redner erläutert dann unsere Handelsbeziehungen mit Rußland, Amerika und anderen Ländern, bleibt aber im Zu- hange gänzlich unverständlich. Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath(nail.): Aus dem Expose des Grafen Berchtold babcn wir ersehen, dast Oesterreich-Ungarn freundschaftlicke Beziehungen zu Rußland. ausgerechnet zu Rußland unterhält. Wenn dem so ist. kann es uns nur freuen. I» den Bemühungen, freundliche Beziehungen zu England zu unterhalten, dürfen wir nicht nachlassen. Ein Krieg mit England wäre ein Verbrechen und ein Unsinn. Gewist wollen wir England niwt nachlaufen: das verlangt aber auch niemand. Dagegen kann und soll uns ein enges freundfchaft- liches Band verbinde». Auch mit Rußland können wir freund- schaflllche Beziehungen unterhalten. Man darf die Auslassungen der russischen Vreffe nicht für AuslasinNgen der Regierung nehmen, zis ist keineswegs zutreffend, daß in Rußland alles nur par ordre du moukdi'geschieht und die Presse nur die Stimmung der Regierung wiedergibt. Wirtschaftliche Gegensätze, die zum Kriege führen könnten, haben wir mit Rußland nicht. Bei einem Kriege könnte keine der beiden Nationen etwa? gewinnen, auch im Falle des Sieges nicht.— Am Balkan wollen wir die Erhaltung der Türkei. Die Friedensstörer sollten von den Großmächten energisch zur Ruhe gewiesen, die übermäßigen Ansprüche der Griechen sollten zurückgewiesen werden! Wenn man Albanien schutzlos preisgeben will, wäre es besser gewesen, ihm nicht erst die Selbständigkeil zu geben.— Einer der Vorredner hat diese Bühne verlassen mir dem Rufe:.,Vive la Franca!" Ich zweifele, ob er seiner Sache damit genützt hat. Herr Wendel wies auf die zunehmende deutschfreundliche Strömung in-Frankreich hin. Wo und denn dementsprechende Aeusternngen bei hervorragenden Franzosen Herr Barthou sagte, eine An- Näherung an Deutschland sei nur möglich, wenn.Frankreich als Großmacht abdankt. Herr Clemenceau sprach jüngst von der Wolfsnaiur und dem Wolfshunger der Deutschen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Die sind nicht das Volk: denken Sie doch ar� die Fortschritte der Sozialisten.) G e w i st wünschen die Sozialisten in Frankreich den Frieden, aber die von mir angeführten Aeusterungeu hervorragender französi- scher Politiker beweisen doch, dast eine solche Friedensstimmung in Frankreich nicht allgemein ist. Wir treiben keine Nadelstichpolitik gegen Frankreich und wollen seine Weltmachtstellung nicht bedrohen. Es wäre sehr zu wünschen, dast Frankreich diese Gesinnung Deutsch- lauds anerkennt. Dankbar wären wir den, Staatssekretär, wenn er Mitteilungen über die Instruktionen unserer Delegierten zur Haager Konferenz machte. Wie steht es mit der Frage de? Seebeute recbts? Interessant wäre es auch, etwas über die Stellung unserer Regierung zum Schieds- gerichtsabkommen zu erfahren. Die Bewegung für die Schiedsgerichte ist in Deutschland sehr lebhaft. Für die Vorbereitung der dritten Haager Konferenz, die frühestens ISIS siattnnden wird, sind in den verschiedensten Ländern Studienkommissionen einberufen worden. Dasselbe sollte auch i» Deutschland geschehen. Staatssekretär v. �acjow: Sir Edward Greh hat eine veränderte Stellung Englands zum Seebcuterechi in Aussicht gestellt, sie aber an eine große Reihe von Bedingungen geknüpft, die noch näher geprüft werden mllffen. Abg. Gotheiu(Vp.): Die fortdauernden Rüstungen müssen die Völcker arm machen. Amerika dagegen erstarkt wirtschaftlich dauernd, weil es eine'olche Rüstung nicht' braucht. In dieser wirtschaillichen lieber- macht liegt die eigentliche amerilanische Gefahr. Um ihr zu be- gegticn, müßten Teutschland und Frankreich zu einer Verständigung kommen. Herr W e u d t freilich mii seinem U-berichwaiig und seinem Rufe Viva la France! hat allerdings der Sache keinen Dienst ge- leistet. Die Ehaumnisicupreffe beider Länder arbeitet sich in die Hände. Das sollte der Staatssekretär nicht vergessen nnd nicht Wen- düngen gebrauchen, die als Ermunterung der Ehauvinisten aufgefaßt werden könnten.— Der Geschäftsführer der Grosten Kunstausstellung hat an den Vertreter einer großen iranzöfischen Zeitung einen Brief gerichtet, in dem er es für überflüssig erklärt, daß in französischen Blättern über diese Ausstellung berichtet wird. Ein tölpelhafteres Schreiben ist kaum denkbar, und der Vorstand der Kunstausstellung wird diesen Geschäftsführer sicherlich desavouieren.— Es war die Rede auch von der Friedens- liebe RustsandS. Jedenfalls find auch gegenteilige llnterstcömuiigen vorhanden, die gerade in einem absolutistischen Staat sehr gefähr- lich werden können. Die Mißstimmung gegen uns in Rußland »si durch unsere Handelspolitik genährt worden. Unsere Finanz- Politik, die eine Beleihung russischer Werte ablehnte, hat Rußland in die Arme Frankreichs getrieben. Wir sollten eben nicht vergessen. dast der Besitz gnter neutraler ausländischer Werte in Krisen- und Kriegszeite« ebenso viel wert ist. wie ein Metallschatz. Wir muffen überall eine offene Tür haben, und die Politik der offenen Tür ist die der Meistbegünstigung. Eine solche gibt es aber nicht in Gebieten, auf die Rußland oder Japan die Hand legt. Auch die französischen Kolonien begünstigen das Mutterland mehr. Auch daran haben wir wie alle europäischen Staaten ein Jntsresse, dast die Amerikaner aus Mexiko nicht ein zweites Kuba macheu. Tie Ausdehnung der Monroedoktrin aus das wirtschaftliche Gebiet wäre sehr gefährlich.— Daß uwere Konsulate so wenig erfolgreich sind, mag an der Zusammensetzuug des Beamteukorps liegen. Im auswärligen Dienst sind beschäsngt di Fürste», LN Grafen, LE Barone, 34 Herren vom gewöhnlichen Adel und ganze II Bürgerliche.«Hört! hört!. Vor und während des Balkankrieges haben unsere Diplomaten versagt, weil sie sich zu sehr im Schlepptau Oesterreichs befanden. Trotzdem bin ich mit allen meinen Freunden ein wanner A»' Hänger de? Dreibundes mit dem Ziele des Friedens. Aber bei einem so engen Verhältnis soll kein Staat ein Extratour tanzen! eine solche war von uns der G a n g uam A g ad ir,-W.(Oesterreich die Annexion Bosniens und der Herzegowina. Wir habe» starkes Interesse an der Äufrechterhaltuiig der Türkei, mindestens. bis es gelingt, das Schwarze Meer und die Dardanellen zu neuira- lisieren.— Mir England müssen wir ein freundschaftliches Ver- hältnis haben, der deittsch-englische Gegenfatz ist ein Äullurgegensap. Tie Konserbaliven haben so etwas wie eine Erbfeindschaft gegen demokratisch regierte Länder, und das führt sie zur Feindschaft gegen England. Eine bec» ständige Politik ist eine Politik der Verständigung, des- halb brauchen wir interiiauonale Verträge, internationales Recht und intcrucniouale Schiedsgerichte. Wir können nur wünschest daß das Haager Schiedsgericht immer weiter ausgebaut wird. Wir hoffen, dast es gelingen wird, über die Frage des Seebeute- rechts zu einer Verständigung zu kommen. Eine auswärtige Politik kann nur Erfolg haben, wenn sie Vertrauen im Ansland ge- niestt. DaS Vertrauen zu uusercr Politik ist ja gewachsen. Aber eine Mach tp o litik im Innern kann nach außen kein Ver- trauen erwecken. Ein Vorfall, wie der in Zabern, muß im Auslande den Eindruck erwecken, dast nicht das friedliebende Volk, nicht der Reichskanzler unsere Politik machen, sondern eine kleine Clique iw preutziichen Landtage, die mit ibrer Polenpolirik, ihrer Dänenpolitik, ihren Mißgriffen in Elsast-Lothriugen nnS überall Sympathien verscherzt. Wir fördern daS Ansehen Deulschlands im Auslände durch nichts besser als dadurch, dast wir die Reaktion in der inneren Politik bekämpfen und für eine sreiheilliche EntWickelung des Deutschen Reiches sorgen.(Lebhafter Beifall links.) Staatssekretär v. Zagow protestiert dagegen, dast ihm die Förderung chauvinistischer Preß- äusterungen nachgesagt werde. Er habe lediglich gesagt, dast die heftige Sprache der ausländischen, z. B. der russischen Blätter, als natürliche Reaktion scharte Antworten seitens der deutschen Preist hervorgerufen haben.(Zustimmung.) Abg. Dr. Oertel(k.): Den Worten des Staatssekretärs kann ich nur beistimmen, um so mehr, als vermutlich Herr v. I a g o w die russische Presse besser keimt, als Herr Gothein(Sehr richtig! liulsft Die Resolution des HaushaltungSausschusses, betreffend die bessere Ausbildung der Diplomaten, scheint mir denn doch gar zu scbr ins einzelne zu gehem Wir sollten uns doch hüten, hier von der Tribüne des Reichstages herabsetzende Bemerkungen über die Politik befreundeter Reiche zu machen.(Zustimmung rechlS und im Zentrum., Redner verbreitet sich über die deutschen Jnteresien in Marokko, Mexiko. China. Was ist aus Ihrer(zu den Sozialdemokraten) gerühmten chinesischen Republik geworden!(Zuruf bei den Sozialdemokraten.)'Bei der Revision des Bukaresier Friedens hat Deutschland gezeigt, dast es sich keineswegs ins Schlepptau der österreichisckcu Politik nehmen läßt. � Zu Frankreich wünschen auch wir gute Beziehungen. Aber die französische Preise sündigt weit mehr als die deulichc. Wenn in unseren Augen ein kleiner Splitter vorhanden ist, ist dort ein großer Balken. Chauvinismus ist deutschem Wesen fremd, von deni guten Chauvinismus, dem Natioiialgefübl, könnte man den Deutschen sogar mehr wünschen,(sehr richtig! redst« l Tie Fremdenlegion ist keine Ehre für ein Kulturvolk und wir haben allen Anlast, unsere Staatsangehörigen davor zu be« wahren. An Rußland gefällt mir manches. Aber die Einführung de? Getreide- und Mehl zolle? für Rußland und Finnland ist eine Unfreundlichkeit und bei Finnland verträgt sie sich auch nicht mit dem Handelsvertrag.— Wenn unsere Bezieb'ungen zu England freundlicher geworden sind, sollten wir versuchen, endlich die Entschädigung für die im Burenkrig geschädigten Deutschen zu erhalten. Wir sind bereit zum Frieden: wir müssen aber auch g e r n st e t sein zum Kriege immerdar!(Bravo! rechlS.) Abg. Schultz-Brombcrg(Rp.): Der Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland beherrscht die Weltpolitik und wird immer schärfer. Wir können nicht fo leicht unproduktive Ausgaben sparen wie die Vereinigten Staaten, das liegt an unsoree geographischen Lage. Nur leine Illusionen! Klare Erkenntnis wie Bismarck! Träumereien über die Friedensliebe der anderen Völker können uns nur schaden! Den Zukunfts« staat würden seine Nachbarn rasch auffteffen. Unterstaatssckretär Zimmermann: Tie französische Regierung hat aus eigenem Antriebe junge Leute unter 2l Jahren von der Fremdenlegion ausgeschloffen. Ter Fremdenlegionär, der angeblich von Gefängnis zu Gefängnis ge- schleppt wird, ehe er wegen seiner Jugend freigegeben wird, ist cw Dieb, dessen Auslieferung wir verlangt haben und der»nn natürlich aus dem gewöhnlichen Straftransport- weg« an die Grenze zurückgebracht wird.(Hört! hört! links.) Der deutsche Handel nach China ist bisher noch gering. Die deutschen Industriellen werden erhöhte Anstrengungen machen und vor allem einheitlich vorgehen müssen. Die Amerikaner könnten ihnen darin vorbildlich sein. Auch durch Finanzierungen müssen wertvolle Konzessionen erworben werden. Der deutsche Kaufmann must sich mehr als bisher als Bahnbrecher der deutschen Ware fühlen. Dazu müssen sie freilich vor allem die Sprache deS� Landes sprechen. Die Reichsregierung ist jedenfalls bereit, in China alles zu tun, um der deutschen Industrie und dein deutschen Handel die gebührende Stellung in China zu erwerben. (Bclfall.) Abg. Mumm(Wirt sch. Vgg.): Die christlichen Völker haben die Erde unter sich aufgeteilt. Darum verdienen auch die christlichen Armenier besonderen Schutz. Was hingegen mit den Juden in Rumänien und Rußland getrieben wird, q e h t uns n i ch t« a n, das ist eine innere Angelegenheit dieser Länder. Auch dem weltbereiienden Herrn Berliner ist in Rußland nur recht geschehen. Der Abg. Wendel ist ein t ranz ö lisch er H u r r a p a t r i o t. Er liebt nur daS Frank- retcfi der Marat und Danton und die französichcn Re- volutionen. Er har ja aucki Gedichte gemacht, dast er jedem Kerl mit eineni Philiftergesicht die Faust in den Bauch rennen wolle. Herr Wendel ist unzufrieden mit der deutschen Regierung und sagt deshalb: Vive la IVance. Hoffmann b. Fallersleben sprach anders, er sang: „Deut'chland, Deutschland über alles", (Beifall rechts.) Hieuauf vertagt sich da« Haus auf Freitag 11 Uhr pünktlich. (Kleine Anfragen, Fortsetzung. Etat da« Reichskanzlers.) Schluß 7 Uhr. �ibgeorönetenhaus. SO. Sitzung: Donnerstag, dc ii 1s. Mai ISIs, vormitiagsilUhr. Äm Ministertisch: Tr. Lcntze. T«r Etat des Landtags wird mit einer Resolution zu- flunstci: der Gleichstellung der Landtags- mit den Reichstagsbcamtcn und Erhöhung ihrer Remunerationen ohne Debatte angenommen. Auch über die Etatstitel betreffend die innere Kolonisa- t i o n findet auf Porschlag des Berichicrstatters keine Tebaite statt, wodurch Abg. Hofer(Soz.) an den von ihm beabsichtigten Aus- führungen verhindert wird. Es folgt der Etat des Finanzministeriums, und zwar die Altpcnsivnärfrage. Tie Budgetkommission beantragt hierzu, daß die Regierung aus- gerordert werde, die Bezüge der Altpensionäre und ihrer Hinter- bliebenen gesetzlich zu regeln, so daß den Altpcn.siouären ohne bc- sonderen Antrag eine Zulage gewährt wird, die einen Ausgleich zwiichen den früher geltenden und den jetzigen Pensionen darstellt. Ein volksparieilichcr Antrag ersucht um. Vorlegung eines Gesetz- entwurfs auf Erhöhung der Ruhegehälter der Aitpcnsionärc. Abg. v. Gostler(k.) begründet den erstgenannten Antrag. Finanzminister?r. Lcntze: Tie Regierung ist a u st c r st a n d c, einen solchen Gesetzentwurf einzubringen. Tie Verhältnisse liegen in Preußen anders als im Reich; denn wir haben Fonds, um die Altpensionäre zu unterstützen. Tas haben wir auch immer getan, wenn es nötig war. Tchematische Regelung ist nicht möglich, das würde 48 Millionen Marl Tosten, wenn die Altpcnsionäre den Neupensionärcn gleichgestellt werden sollten. Tic Altpcnsionäre werden jetzt bei jeder Pensionszahlung darauf hingewiesen, daß sie ll n t c r st ü tz n n g c n erhalten können. Bei der Ermittelung der Bedürftigkeit wird das Ehrgefühl der Alt- Pensionäre geschont. Aber die Würdigkeit muß doch geprüft werden, denn man kann doch nicht z. B. einen E ä n f e r noch be- sonders unterstützen. Politische und religiöse Momente kommen natürlich nicht in Betracht. Abg. v. Hagen sZ.) verlangt schonende Behandlung der Altpenfionäre. Abg. Tr. Schröder- Kassel tnatl.) tritt für den Antrag der Budgetkommisfion ein. Abg. v. Lernen sfk.). ebenso, wobei er Kritik an der Ermittelung der Würdigkeit übt. Abg. Triius(Vp.): Tie Würdigkeit wird nach den geheimen Personal- a t l c n geprüft! Abg. Ttröbcl(Soz.): Es handelt sich hier um einen moralische it Rechts- Anspruch der nunmehr gesetzlich festgelegt werden soll. Ter einstimmige Beschluß der Budgetkommission hat allerdings aar den Finanzminister keinen Eindruck gemacht, obgleich man doch meinen müßte, da� die Regierung sich schon viel früher entschlossen haben sollte, den oftmals wiederholten Wünschen des Hauses Rech- nniig zu tragen. Nur die.Konservativen haben früher gegen die gesetzliche Festlegung des Rechtsanspruchs der Altpcnsionäre gc- stimmt. Auch jetzt werden die Altpcnsionäre noch lange war- tcn müssen und daran ist der Landtag schuld; wenn er eS nur energischer gefordert hätte, wäre man ihm schon ciilgcgciigckomincn! < Sehr wahr! bei den Eozialdeinokratcn.s Tic zahlreichen Be- schwerden und Petitioneii von Altpensionären beweisen, daß nicht mit aller Tckionung vorgegangen wird und daß die Verwaltuiigs- niaßnahincn die Härten, nicht vcjcrtigt haben. Tie Prüfung der .Würdigtest ist etwas Bcleidigcitdcs und außerdem kann ste. ja auch auf die Würdigkeit in politischer Beziehung erstreckt werden. iWiderspruch rechts.). In einem Staate, wo einem Mann die sittliche Qualifikation zum Einjährig-Freiwilligeii aberkannt wird, weil er Sozialdemokrat ist, ist' so etwas auch aus diesem Gebiet möglich.(Sehr wabr! bei den Sozialdemokraten.) Um der Regierung aber solche Aköglichkeiten zur Gefinnungs- schnüffelet zu nehmen, niuß von Anfang an der gesetzliche Rechts- ansprnch festgelegt werden. Tie Rechnung des Finanzministers von den 48 Millionen hat gar keinen Anspruch auf Zuverlässigkeit. In Wirklichkeit werden die Kosten viel geringer sein und außerdem beweist ja das, was bisher über die Erträgnisse der Wchrstcuer bekannt geworden ist, die Sicherheit eines erheblichen Mchrertrages auch der Einkommeiistener. Tie Mittel sind also vorhanden, die Forderungen berechtigt und sollte die Regierung trotzdem dem Wunsch deS Hauses sich cnigegenstcllcn, dann nintz das Haus eben Z w a n g s in a tz n a h m c n ergreifen, um die Regierung zur Nachgiebigkeit zu zwingen, i-onst wäre der Beschlutz des Hauses nur der Versuch einer platonischen Beschwichtigung der Beamten.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. Gicsbrrts(Z.) bedauert, jetzt nicht mehr die Notlage der Altpenfionäre fchlidern zu können. Ter Ankray der Budgekkommifsion wird gegen wenig« Kon- fervatioe angenommen. Es sollen nunmehr versibiedene Anträge auf Erhöhung des Diensteinkommens der Beamten beraten werden. Vorher richtet Frhr. v. Zedlitz(fk.) an den Finanzminister die Frage, ob die Staaisrcgiernng noch auf die Verabschiedung der Bcsoldungsvorlage Wert lege, was der Finanzminister entschieden bejaht. In der anschließenden Gcschästsordnungsdcbarte appelliert Abg. Tr. Pachnicke(Bp.) an das Herrenhaus, dann die Bcsoldungsvorlage auch noch vor der Soinmerpaufe zu verabschieden. Gegenüber einer Bemerkung des Abg. Tr. v. Hetzdebrand ik.) über lange Reden usw. fordert Abg. Dr. Pachnicke(Vp.), daß die seit Monaten zurückgestellten Heamteiisragen in genügender Aus- sührlichieit besprochen werden können. Bei der a l l g e in e i n e n I i n a n z v e r w a l t u n g ver- breitet sich Abg. Ki) Dsch(Vp.) über die Zustände bei den königlichen Theatern, zu dencu der Staat IV4, Millionen zuschießt. Tie Billetts sind aber noch immer sehr teuer, der Spielplan ist einseitig; bei den Eiigagemenis sollten die Wünsche der Press e mehr berücksichtigt werden; der Billettbandel ist ein arger Uebelftand; der Büfmenverein sollte mit der Bühnengenossenschast iiiehr zusammenarbeiten und seit Mucks Weggang fehlt es der Berliner Hosoper an einem Oberhaupt von Bedeutung. Abg. Tr. Levq(natl.) bält die Kritik des Vorredners nicht für berechtigt. Es gibt doch auch billige Volksvorstelluiige». Blech und Strauß sind doch auch Kapellmeister ersten Ranges. Ter Streit zwischen Bühnenverein und Bühnengenossenschast gehört nicht hierher. Zweite Lesung des Krankenkassenbeamtengesetzes. Abg. Brunn(Suz.): Dieses Gesetz ist überflüssig, man lönnte den Kassen- Vorständen selbst überlassen, die DiSziplinarverhältnisse ihrer Angestellten zu regeln. � Zö4 der Reichsversicherungsordnung bestimmt, daß eine religiöse oder politische Betätigung außer- halb der Dienftgeschäsle und die Ausübung des Vereiiiignngsrechtes, soweit sie nicht gegen die Gesetze verstoßen, nicht gehindert werden dürfen und an sich nicht als Grund zur Kündigung oder Entlassung gelten. Tie Vorlage unterstellt diejenige» Angestellten, denen durch die Behörde Beamtenqualifikation beigelegt ist, dem T i s z i p li n a r g e s e tz. Tie Beamteneigenschaft ivird diesen Angestellten oft gegen ihren Willen übertragen. Warum soll man nicht auch sie für ihre politische Betätigung außerhalb, des Tienstes völlig verautwortungsfrei lassen? Wir beantragen daher, daß alle Angestellteii und Beaniten für ihre außerdienstliche Betätigung nicht zur V e r a n t>v 0 r t u n g gezogen w erden können, während dos TiSziplinargesetz, das nun auf diese Be- amten angewandt werde» soll, häufig genug zur Verfolgung politisch mißliebiger Beamten mißbraucht worden ist, und zwar auch gegen Zentrumsleute im Kulturkampf, gegen Fortschrittler und im Osten sogar gegen Nationalliberale. Was Hai das politische oder religiöse Bekenntnis mit der Tieiistpflicht zu tun?! Man sagt, zu den Be- amteiricechten mühten auch Pflichten kämmen. Wie aber ein jeder Staatsbürger seinc Pflichten gegen Staat und Gesellschaft erfüllt, ist seine a ch e und kann ihm nicht vorgeschrieben iverde». Tie politische und religiöse Ileberzeugung wird nicht mit der Arbeitskraft dein Arbeitgeber verkauft. Nun beantragen ja auch die Fort- schrittler, daß außerdienstliche religiöse oder politische Betätigung und die Ausübung des Vereinsrechts, soweit sie nicht gegen die Gesetze berstoße», nicht gebindert werden dürfen und nicht als Gründe der Kündigung oder Entlassung gelten. Tas Disziplinar- gesetz.sieht aber auch Geldstrafen und sonstige andere Tis- z i p l i i! a r jt r a f e n vor, uiid.deshalb ist der forlschrittlick)« An- trag unzulänglich. Wir beantragen weiter, dah die Beslignis, Ord- nuiigsstrafe» zu verhängen, den Dien st v orgesetzten der Be- amten übertragen werde, während der Entwurf, das Strafrecht bis zu 9t) M. den Kommunalbehörden, Bürgermeister und Landrat. gibt. Am ehesten kann aber der Äassenvorstand beurteilen, ob der Beamte durch sein Tienstvergeheii gegen die Satzung und Ordnung der Kasse verstoßen hat. Tie Koiniiiunalbchördeii stehen diesen Tiiigen zu fern. Gibt nian den Kassenvorständen das Strafrecht, so wird das Für und Wider von Arbeiter- und Unternehmcrver- tretern geprüst. In drr Kommission Hai man Mißtrauen gegen die Kasse Ich or- stände geäußert, u. a. deshalb, weil in der Erfurter Ortskrankenkassc ein gewisser Roh ig wegen seiner Zugehörigkeit zum Reichsverband gegen die Sozialdemokratie gemaßregclt worden sc!. Er ist aber in der Tat wegen anderer schwerer Pflicht- V e r g e s s'e n h e i t e n entlassen worden, was auch vom Gericht an- erkannt worden ist.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dieser Fall kann als» das Vertrauen, daß die Kassenvorstände richtig vor- gehen würden, nur stärken. Die Besngnisse der Selbstverwaltnngs- körperschaften der Krankenkassen sind ohnehin schon genug bc- schränkt. Tie Berufung gegen die Strafen solle» an den Bezirks- ausschuß und den Provinzialrat gehen. Warum soll man die Vor- waltungsgerichte noch mehr überlaste», und zwar mit Dingen, die ihnen fern liegen? Wir beantragen daher, das Bersiche- rungSamt und ObcrversichcrungSami an ihre Stelle zu setzen. Bestimmt erwarte ich die Annahme unseres Antrages aus Ausschließung v»n Arreststrafen für die KrankenkasseliangestcUtcn. Hat doch selbst 1849 die Regie- rung diese Arreststrasen für Beamte gar nicht vorgesehen, sondkin erst der reaktionäre Landtag sie eingeführt, ivcil Gcldjtrafcn d:c schlecht bezahlten Unterbcamten zu schwer treffen würden! Das Haus hat schon oft die Beseitigung dieser Arrest- strafen gefordert. iTies tut auch eine jetzt eingebrachte frei- konservative Resolution.) In der Bau-, Berg- und Justizverwaltung niid bei den Lderzolldirektione» wird die Arreitslrase längst nicht mehr angewandt, trotzdem hält die Regierung»och a r dieser ocr- älteten Bestimmung fest. Benützen wir daher die Gelegenheit, den ersten Schritt zu ihrer Beseitigung zu tun. Ohne gerichtliches Ilr- teil dürften Freiheitsstrafen überhaupt nicht verhängt �werden. Tic sreikonservative Resolution bringt uns nicht weiter. Hier kommen ja auch leine niilitäuich organisierten Unterbeamten in Frage, 00- gleich auch frn �"--"jg--— Wenn es Ihm strafen ernst Bravo! bei den Sozialdemokraten,) Abg. Tr. Flcsch(Bp.) begründet den vom Vorredner bereits erwähnten fortschrittlichen Antrag, ans den man verzichten würde, wenn die Regierung seinen Inhalt als geltendes Recht anerkennen würde. Ein Regierungskommissar wendet sich gegen a l l e A n- träge, auch gegen den fortschrittliche». Man dürfe die Kranken- kassenheamten nicht anders stellen, als die anderen Geineindc- beamten. Ter Antrag gegen die Arreststrasen ist üderflüssig. denn Untcröeainte werden bei den Krankenkassen kaum in Frage kommen. Abg. Dr. Gottscha�k(natl.) lehnt die Anträge der Sozialdemokraten und Fortschrittler ab.�da die Vorlage keinen Aistaß zu Bedenken gebe und die richtigen In- stanzen für das Verfahren bestimmen. Notgedrungen müssen wir ancb für die Arreststrafen stimmen, werden aber für die Rcso- lulion gegen die Arreststrasen überhaupt stimmen. Abg. Gronowski(Z.): Wenn der Kasscnvorstaiid seinen Angestellten Beamteneigenschaft geben kann, so kann ein gutes Gewissen inchis darin finden, daß der Siaai ihnen auch Beamlcnpslichten anserlegi. Wir stimmen für die sozialdemokratischen und freikonservativen Anträge über die Arreststrafen, mit denen nickit Beamte zur Staatsireue erzogen werden können. Den sortschrililichcn und die übrigen sozialdemo- kratischen Anträge Ich'nen wir ab. Ter fortschrittliche Antrag ist zu dehnbar; da könnte ja ein A 11 a r ch i st oder ein radikaler A g i: a t 0 r d e r G 0 t r e s l c u g 11 n 11 g jiraiikcnkassenbcamter sein. Zu solchen Leuien haben wir kein Vertrauen, dgß sie die Kasseii- geschaste richtig besorgen würden. Die Vorlage ist ein Schutz gegen Mißbrauch der Kassen, wir nehmen sie an.(Beifall.) Abg. Freiherr V. Zedlitz(ff.): Ausnahmen vom sonstigen Disziplinarrecht sind für die Krankcnkassenbcamten nicht angebracht. Deshalb lehnen wir alle sozialdemokratischen Anträge ab, mit Ausnahme dessenigen. der die Arreststrafen beseitigen will, für den wir in der Mehrzahl stimmen; denn er dient unserem Ziel, die Arreststrasen für alle Beamte» zu beseitigen. Abg. v. d. Lstcn(f.) bekämpft den- fortschrittlichen Antrag mit dem'gleichen Argument wie der Regierungskommissar. Gegen die Arreststrafen sind auch wir, halten es aber nicht für richtig, sie gerade für einen Teil der Beamten zu beseitigen. Ein Schlußantrag wird angenommen. UiSer Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge gegen die. Sozialdemokraten, des fortschrittlichen Autnqffc» gegen die Sozialdemokraten und Jortschrittlbr, Annahnir des svzialdcmokrati- scheu Antrages aus Ausschluß van Arreststrafru(gegen die Kon» servativcn und einige Frcikonfcrvativc) und der freikonservativen Resolution gegen die Arreststrasen für Beamte überbaupt, wird die Vorlage mit der Aenderung wegen der Arreststrasen in zweiter Lesung n n g e n 0 m in c n. Ter Präsident tritt in die dritte Lesung ein und leitet, da sich niemand zum Wort meldet, die Schlußavstiinmung ein, Tie« wird aber nicht verstanden, woraus der Präsident auf Ersuchen des Abg. Wald st e i n(Bp.) nochmals in die allgemeine Beratung zur dritten Lesuiig eintritt. Jetzt widerspricht dem Abg. Dr. v 0 n H e h d c b r and(t.), worauf Abg. Ad. H 0 s s IN a n n(Soz.) unter Äerilsung ans die Geschästsordnung der Vornahme der dritten Lesung am heutigen Tage widerspricht, da eine Aenderung statt- gcfnndeii hat. Tic Zulässigkeit des Einspruchs in diesem Stadium wird von der Rechten bestritten. Abg. Gras M 0 1 t k e(ff.) bittet den Präsidenten, bei wichtigen Abstimmungen lauter zu sprechen; dieser erklärt sich bereit, die Gcsamtabstimmung auf morgen aus- zusetzen. Der Zwischenfall wird dahin erledigt, daß die Gesamtabstim- muug morgen stattfindet. Tas Haus vertagt sich. Freitag 11 Uhr: Vereidigung von neuen Mitgliedern. Kleine Vorlagen. Petitionen. Leineweber Berlin C, Köllnischer Fischmarkt 4, 5, 6KSSS.11 Sommer- Kleidung Wasch-Sakkos M. 2,50 bis M. 7.50 Wasch- il Jagd- leimiene Anzüge M. 9.50 bis M. 32.00 Wasch- il Jagd- leinene Joppen in verschiedenen Formen M. 1.50 bis M. 10.50 Lüster-Sakkos M. 3.00 bis M. 28.00 Lüster-Anzüge M. 25.00 bis M. 48.00 Westen- Gürtel Wasch- Westen Weisse Mosen Tussor-Sakkos M. 4.00 bis M. 10.50 Tussor- Anzüge M.13.50b;sM. 24.00 Sakkos rohseiden von M. 18.00 an AnZÜge rohseiden I» Qualität M. 75.00 U. 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Im Lokal„Kastanienwäldcheu", Badstr. 13/18. jetziger Inhaber k. Sallsvkmcstlvn sind die dort bisher bejchästigten Musiker entlassen worden. Die Verband- lung bet-effs Wiedcreiustcllung der Kollegen hat zu keinem Resultat geführi. Das Lokal ist daher für organisierte Musiker IJcfjlCtft't* Zentralverband der Zivilmusiker Teutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Pareiitanwalt Müller, Gitschiner ftraße 16. Schrankfertige Bettwäsche, Leib- wüsche 0,10. Freien gebleicht. Ab- holung Sonnabeilds, Montags. Frau Lhthje, Köpenick, Griinancrstraße 18.' 50/5 Waschanstalt Frau Kobelt, Kö- pemck, Glicnickerstraße 36, wäscht chlor« frei Bettwäsche, vier Handtücher, vier Taschentücher 0,10. Kein Vertauschen. Abholung, Lieferung Montags. 2069b Natiirbleiche, größte Schonung der Wäsche in der Wäscherei von P. Weise, Köpenick, Grünaucrstraße 46. Laken, Leibwäsche, drei tzcmdtüchcr 0.10. 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Arbeiterinnen zmy Einstisten und Bekleben Heiner Bilder verlangt Leo Leiffner, Alexandrinenslratze 93. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielrpp, Reukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW, 6e«ett!our. Ziel wkld am Siarl Befanut. Mittags I Uhr: Xamtnfour, «chöneiche(Mann), 1. und 2. Akt. Psorrslr. 74. Obcrschönewcidc Früh 5 Uhr nach rtiebenwalde. Start: Th. Schüfflcr. Sienicnsstr. 26. Lichtcrselde. Sonntag, den 17. Mai: Tour nach Zossen— ?rcbbiil. Start: s Uhr srüh Vcreinilolal. 2t. Mai, Himmelfahrt: Herrcntour nach Rathenow. Start: 4 Uhr srüh Screlnilotal. Ebenjalls Damentour.«tart: 6 Uhr srüh VereinSwtal. W.i I m c rs d o r f. Sonntag, den 17. Mai, morgens 6 Uhr nach «chivalde. Start: Denkmal, Wilhelmsane. Berlin. Jeden Freitagabend finden in Treptow Spielabende statt der großen Spielwiese. Start: L Uhr Lausitzer Platz. Freitag, den 22. Mai, abends 8 Uhr: Große Zusammenkunft der Fahrwarte, Stralauer Brücke 3. Erscheine» dringend nötig. Arbeiter. Radfahrer- Verein»Etrost- Vertin«. Sonntag, den 1' Mai. srüh 6 Uhr: Rund um den Schwiclowsee, 45 Kilometer. Anschluß- 7art Biktoriavark. Nachm. 1 Uhr nach Nowawcs(SingcrS DolkSgarten). »nschlußstart Äiktoriapark. DampserbillcttS, Pfingst en. Stettin- MiSdroh, bis zum 22. Mai beim PiNosseu K. Schulz, Buchdruckerci Komet, Grätzstr. 83. �Preis 1,35 M.) Turner. Turnverein„Fsichte", 2t. Mai(Himmelsahrt.) , 3. Männer-Abteilung: Spiclpartic nach Rathenow. Treff: V Uhr Lehrter Bahnhot. 18. Männer-Abteilung: Finkenkrug, Brieselang, Pansin, izörstcrei Krämerpfuhl, Belefanr. Treff: h',? Uhr Bahnhos Beusselstraßc. Arbeiter-Turucrbund. 4. Bezirk. Sonntag, den 17. Mai: Bezirks- minen für Männer- und Frauenabtcilungen in Luckenwalde.— Die «roß-Lerliner Bereine lahrcn ab Berlin morgens 8.15, ab Groß- Lichter- fade 6.25 Uhr. Fußball. Am Somitag. den 17. Mai: R. B. ß. I. Mannschast gegen WaidmannZ. M'l I. Mannschast nachmittags 5 Uhr. Rüstig- Vorwärts I. Mannschaft (legen Friedrichsselde I. Mannschast zur Einweihung des neuen Sportplatzes. Märtische Spicl-Verciiiigung, Bezirk Groft-Bcrlt«. Am nächsten Sonntag finden solgeude Spiele statt: Fichte XII— B. s. B. in Pankow, Kissingen Slraße; Fichte XI— Liberias, auf dem Tempelhoscr Feld. Spielbeginn 5 Uhr. Fichte XVII beschließt die Fußballsaison mit einem Gastspiel gegen Forst, Slbt. 1. Vorher finden Faustball und Stasettenlaus statt. Platz: Weißensee, Rennbahnstr. 40, Besinn Uhr. . Am Sonntag, den 24. Mai, ist das Schlußspiel um die Meisterschaft «er S. V. Athleten. Ter Sportklub„2a»d«»w*-Fri«drichShagen seirit am Sonnabend, den w. hlioi, in Conrads Feftsälen, Fricdrichslr. 137. sein 8. Sstslungssest, ver- dunden mit Gala-Sportvoihtellung und Ball. Freunde und Gönner unseres Sports sind hierzu freundlichst eingeladen. Wanderer. Deutscher Arbciter-Böanderbuud.Die Naturfreunde«. Am Sonntag, den l7. Mai, werden folgende Touren unternommen: Ortsgruppe Berlin: M e l ch o w. Buckow-Sce. Bietcnthal(Nachttour). Abfahrt Sonnabend- abend Stettiner Fernbahnhof 7.48 und 3.18 Uhr. B o r k, Lchnm, Groß-Kreutz(Zeltlager). Nachttour. Abfahrt Sonn- abendabend Bahnhof ßharlottcnbnrg 8.54 Uhr. Wandlitz, Rosaliendorf. Wandlitz. Abfahrt Stettiner Borortbahnhos J.t8 Uhr Bonn.(Reinickendon-Rosenlhal umsteigen.) M c l ch o w, Nonnenfließ, Ebersivaldc. Abfahrt vom Stettiner Fem- � ahnhos 3.59 Uhr vorm. � Werder, Schwielow- See, Michendors. Slbsahrt vom Potsdamer oeTObahnhot 8.42 Uhr vorm. Alt-Lüdersdorf, Tornow, Bogelsang. Abfahrt Stettiner Fern» has 5.42 Uhr vorm. Baidmani,«lust, Hennsdors, Tegel. Zlbsahrt vom Stettiner Borortbahnhos 1.20 Uhr nachm. � Kindertour. Fried richsfcldc, Hirschgarten uranksurter Allee'/,8 Uhr vorm. Ortsgruppe Neukölln: � I. Bernau, Liepnitzsec. Abfahrt Bahnhof Neukölln 5.28 Uhr vorm.. stettiner Borortbahnhos 8.05 Uhr. kl. Nachmittagstour. Schmöckwitz, Friedrichshagen. Treffpunkt 12 Uhr mittags Bahnhos Neukölln. Ortsgruppe Steglitz: Nachttour. Storkow, Springlee, Scharmützelsee. Abfahrt Görlitzer Bahnhof Sonnabend 10.40 Uhr abends. Ortsgruppe Friedrichshagen-Kövenick: . Friedrichshagen, Mönchehose, Dahlewitz. Treffpunkt Bahnhof Friedrichs- sagen 1 Uhr mittag». Treffpunkt Bahnhos Zu Pfingsten finden Aügcn und m die Sil" Gäste stet» willkommen. et billige Bn mehrtägige Kefellschastsfahrte« nach ...______________ Schweiz statt. Aussührliche Programme und Feilnehmexkarten sind zu haben bei Heys«, Boyenstr. 13; Arxlfe, Mariannen« Ilraßc 11, und Blankenstein, Schillingstr. 17/18. _ Schluß der Kartcnausgabe am 20. Mai.— Näheres siehe Inserat am Sonntag. Arbeitcr-Wandcrverein Berlin. Sonntag, den 17. Mai: Wander- lahrt nach Ticscntec— Gamcnsee— Gamcngrimd— Kesselsee— Gtelsdorser Mühle— Fängcrtec—Bötzsc«— Annatal— Strausberg. Abjahrt 5.30 kriezener Bahnhos. Weglängc zirka 23 Kilometer. Gäste willkommen. Achtung, P f i n g st s a h r I e ii. Gäste und Mitglieder, welche an unserer Rügensahrt �Fahrpreis 12 M.) und der Wanderfahrt durch da» Lanzelal teilnehmen wollen, werden gebeten, zu der heute abend 8>/, Uhr sei Wählisch, Skalitzer Str. 22, stattfindenden Sitzung zu ertcheincn. Donnerstag, den 21. Mat: Geologitch-prähisto- Mische Studien fahrt. Abfahrt 4.18 vom Schlesischen Bahnhos bis Briese». Wanderung zum Briesener und Madlttzer See. It. 47 Weiterfahrt •lad) Frankfurt(Stadtbefichtiguiig)— Buschmühle— Steile Wand. Einsührungs- Ertrag zu dieser Fahrt am Dienstag, den 13. Mai, abends 8>/, Uhr, bei -Sählisch, Skalitzer Str. 22. Gäste willkommen. � Arbeitcr-Douristeuvereiu.Die Naturfreunde«. Ortsgruppe Berlin(Mitglied der Zentratkommiffion für Sport und Körperpflege). Sonntag, den 17. Mai, Wanderungen: . 1. Mclchow. Ronnenfließ. Melchow. Abfahrt nach Melchow Stettiner Sernbahnhof 5.59. „ 2. Oranienburg(Besichtigung der Kolonie Eden). Bcrlorenort,.Kremmen. Abfahrt nach Oranienburg a) 5.48, b) 7.36. � �3. Erkner. Lückni», Störitzsee, Erkner. Abfahrt nach Erkner schlefischer "�Abteilung Moabit.>>ang°Isberg. Aalbausen. Treffpunkt ?Ur Zlbsahrt: Sonnabend, den 18. Mai, abends 8 Uhr Lehrter«ladt- bahnhos. Voranzeige für die Pfingsisahrten: . I. 30. Mai bis 2. Jmii. Dobrilugk. Kirchhai», Bukowien. Fallenbera. �°rgau(weftl. Niederlausitz) mit der Ortsgruppe Leipzig. Ab,ahrt nach Äitch(,ain: Sonnabend, den 80. Mai Anhalter Bahnhof 7.10 abend«. . 2. Spreewaldsahrl(4 Tage). Veffch tag, den 17. Mai, fem diesjähriges Anbaden in der Badeanstalt RummelS- burgcr Seebad, Hauptstr. 7 ab. Da hiermit die Sommersaison ihren An- fang nimmt, finden die UebungSstunden jeden Dienstag und Freitag abends von 7 Uhr an statt. Freie Schwimmer»Charlottenbrg«, Rrbeiter-Schwimmvereiu »Potsdam«, Zlrbeiter-Schwiinmverein»Neptun 94« Lichtenberg haben ihr Anbaden am 21. Mai(Himmelfahrt), im Freibad Fvicdrichshagen Rahnsdorf. Berliner Schwimmverein»Welle«. Sonntag, den 17. Mai:?ln> baden im Freibad Friedrichsbagen. Treffpunkt sämtlicher Mitglieder Tlj Uhr am Schlesischen Bahnhof(Untergrundbahn). Versammlxmg der Manner- und Frauenabteilung TicnSIag, den 19. Mai, abends 9 Uhr bei R. Abendroth, Adalbertstr. 61. Boranzeige l Zweitägige Psingstpariie(31. Mai bis t. Juni) nach EberSwalde, Eborin, Choxinchen. Oderberg, Frcienwaldc. Abfahrt 1. Feiertag früh vom Stettiner Bahnhos. Nähere Auskunft erteilt der Führer M. Nenmann, Lichtenberg, Weichselstraße 18, Schwimmverein»Borwärts« Berlin 1897. Sonntag, den 17. Mai: Anbaden der Abteilungen. Abteilung B ä r w a l d st r a ß e und Kotthuser Damm nachmittags 3 Uhr im„Alten Studentenbad", Ratiborslr. 14b. Nach dem: Gemiitliches Beisammensein in der Badeanstalt. — Slbteilung Schillingsbrücke nachmittags'/»3 Uhr im„RummelS- burgcr Seebad", Lichtenberg, Haxiptstr. 5/6.«iachfeier im Restaurant „Belleoue".— Abteilung Gerichtftraße und Oderberger Straße im Heiligensee. Treffpunkt morgen«>/z3 Uhr in Tegel, End- Haltestelle der Straßenbahn.— Gäste willkommen.— Die UebungSstunden im»Alten Studentenbad" und im..Rummclsburger Seebad" finden ab 18. Mai werktäglich von'/.,6 Uhr ab statt. * Arbeiter-Samariterbund. Kolonne Groß-Berliu. Lehrabende finden in der nächsten Woche(Beginn 8'/, Uhr) statt: Berlin. 1. Abt. Montag, den 18. Rat, Becker« Feftsäle, Kommandautenstr. 62. Berlin. 2. Abt. Montag, den 18. Mai, GesellschastShau«, Swwe- münder Str. 42. Berlin 6. Abt. Montag, den IL. Mai, Restaurant Haberland, Neue Friedrichstr. 35. Berlin,?. Abt. Eharlottenburg, Mittwoch, den 20. Mai, Restaurant Dernicke, BiSmarckftraße 38. Slrbetter-Samariterbuud, Krei« Brandenburg. Lehrabend haben in nächster Woche, abend« S'L Uhr: Spandau. Mtttwoch, den 20. Mai, bei Danneberg, Pichelidorfer e 5. a r i e n d o r f. Mittwoch, de» 20. Mai, bei Hennig, Manteuffel- straße 45. N o w a w e«. Dienstag, den 13. Mai, in der Fortbildungsschule. Friedrichshagen. Donnerstag, den 21. Mai, Friedrichstraße 80, 2. Hos. lieber Stellung von Samaritern bei Slrbeitersesten und dergleichen außerhalb Groß- Berlin sind alle Zuschritten zu richten an die Kreisleitung für Brandenburg, Pauk Hacke wusch, Kreisletter, Berlin O 112, Oderstr. 2. Straße M i Irauen-Leseabenüe. Martendorf. Der Frauen-Leseabend ist«nd Berlin üblichen 4. Montag im Monat festgelegt. 25. d. M. statt.__ aus den m Groß- findet olso erst am Zeutral-Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale Neukölln I. Heute Freitag, abends?'/, Uhr: Außerordentliche MUgliederBersammlung bei Bartsch, Hcrmannstr. 49. JugendveranstalMuge«. Trcptow-Baumschulenweg. Sonntag, den 17. Mai: Besichtigung der Wasserwerke in Friedrichshagen inst anschließender TagcSpartie. Treff- punlt Ecke Baumschuienstraße und Plänterwald um 5'/, Uhr. Führer Mündt. Neukölln. Sonntag, den 17. Mai: Wanderung nach Friedrichshagen— WolterSdorsex Schleuse— Eckner. Treffpunkt uax 8 Uhr am Wildenbruch- platz. Fahrgeld 80 Pf.— Für die Pfingsiwandersahrten ist eine baldige Ewzeichnuixg in die Teilnebinerlxften erwünscht.— Die Spiele aus dem Platz an der Gepgerslroße ffndcn jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag, abend« 7 Uhr. statt. � �.„ Lichtenberg. Sonntag, den 17. Mai. Exkursion nach Finkcnkrug, Bredower Forst, Seegeseid, unter Leitung des Herrn Gottschar. Fahrgeld 1,20 R. Treffpuntt: Bahnhof Stralau-Rummelsburg h'/. Uhr morgens. Rücksahrt abends 8.15 Uar. Eintreffen fn Lichtenberg: Bahnhof Stralau. RummelSburg 3'/, Uhr abends. DaS Heim bleibt geschloffen. Eingegangene druckschristen. Bon der»Neuen Zeit« ist soeben das 7. Hest vom 2. Band des 32. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Hefte« heben wir hervor. Um die Legion.— Arbeitcrlöhne und Teuerung in Westeuropa und Deutschland. Bon K. KautSkv.— Der Parteitag von Ankona. Bon Oda LIbcrg(Rom).— KapttalismuS und Antikapitalisxmis in den Asjozialioneu. Ein Beilrag zur genossenschastlichen Theorie. Bon Siegnuliid Kaff(Wien). — Kultivierung und Ausnutzung des Oedlandes. Bon Ernst And: sc.- Bergarbeiter- und Syndikatssragen. Bon Otto Hm. Feuilleton: Die erste Sttuide in der Fabrik. Bon S. Nestrieple. — Literarische Rundschau: Sixtc Ouenin, Coniniexit nous»oinmos Sooialistes. Bon Georg Sttekloif.— Zeitschristenschau. Bon a. ,. Die»Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist druck, alle Buch- bandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3, SS M. pro Ouartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 2» Pf. Bon der„Gleichheit«, Zeitschrift für die Jntcreffen der Arbeiterinne», ist uns soeben Nr. 17 des 24. Jahrgang« zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Gebärzwang xmd Gebärstreik, lt.— Die Tätigkeit der Frau in der Gemeinde. XVI.(Schluß). Bon Anna Blo«.— Frauenarbeit in der GlaSindiistrie. Bon E. G.— Tie int ex- nationale FricdenSdemolistration der Genossinnen in Berlin. Die.Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Ps., durch die Post bezogen beträgr der Abonnementspreis viexleljähriich ohne Bestellgeld 55 Pj.; unter Kreuzband 85 Pj. Jahrcsabonnemen! 2,60 M. Der Wahre Jacob, der soeben die 11. Nummer seines 31. Jahr- gutes Porträt des vielgenaffnten Russen beigegeben ist. In seinem übrigen Teil behandelt der Bahre Jacob in Text und Bild die wichtigsten Vorgänge des politischen Lebens. Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Probciiummcni sind jederzeit durch den Verlag I. H. W. Dietz Nach/. G. m. b. H. in Sttlttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Srieftasten üer Reüaktion. Tie juristische Sprechstunde findet Linden st ratze v», vorn vier Treppen — Falirftndl—, innchentiizlich von 4!i bis 714 Utzr abends, Sannabends, von 4(4 bis« Uhr abend« statt. Jeder für de» Briefkasten bestimmten Anfraqe Ist ei» Buchstabe und eine stahl als Merkzeichen triznfiiaen. Briefliche Antwort wird nicht ertctlt. Anfrage», denen keine AbonuementSaniiMng beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in»er Sprechstundr bor. A. ft. 50. 1. Stiii. Im übrigen reicht Ihre bisherige Erklärung zur Lösung des Vertrages nicht aus, Sie lind bis zum 1. April gebunden. 2. u. 3. Fordern sie noch einmal durch Einschreibebrief unter Setzung für dcn Fall der Ersolglosxgkeit ig.— 91. Jp. H. 24. t. In. nicht zu erwarten ist. 3. Derartige Uebungen werden nicht angeordnet.— 8617. F. 4. An einen Notar oder an da« Amtsgericht. 2. Kosten richten fich nach der Höhe des Wertes des eingebrachten Gnies.— R. B. 100. Ja.— S. B 548 1. Die Witwe xst zur SInsechtung berechtigt. 2. Ein Vierteil unter Ans- fchaltuug des MuttcrteilS. 3. Den gesetzlichen Anteil. 4. I« Prozctzsall wäre die Witwe bcweiSpslichtig.— T. 13. 1. Etwa 25 M. wöchentlich. 2. Falls entbehrliche Sachen Ihr Eigentum find, ja.— D. Z. 3. 1. und 2. Di« länger als vier Jahre fälligen Ansprüche verjähren. 3. Das ist gleichgültig.—(f. L. 100. 1. Wenn der neue Inhaber Kenntnis von der Bcrcinbanlng hatte, so ist die vereinbarte Kündigungsfrist auch für ihn bindend. 2. Ja, bis zur Dauer von 14 Tagen.— Goldaper Strafte. An das Polizcipräfidiuni, da« über die Bedingungen Auskmist erteilt— — 100. Sie haben Anspruch aus Ermäßigung um eine Stufe, reklamieren Sie vor Abiaus der 28tägigen Frist.— P. H. 500. Das geiamte Einkommen wird der Einschätzung zugrunde gelegt.— O. W. 100. Ja.— Marktpreise von Berlin am 13. Mai 1914. nach Srmitteluugcn des königl. Polizeipräsidiums. Mais(mixed), Natal 00,00—00,00, Donau 0,00— 0,00. Mais(runder), gute Sorte 15,30— 15,60. Richtstroh 0,00. Heu 7,40-9,20. Markthallenpreise. 100 Kilogr. Erbten, gelbe, zum Kochen 34,00—50,00. Speisebobnen. weiße 85,00—60,00. Linsen 40,00—80,00. Kartofiein(Klemhdl.) 4,00—7,00. 1 Kilogramm Rindfleisch, von der Keule 0.00—0,00. Rindfleisch, Bauchfleiich 0,00—0,00. Schweinefleisch 0,00—0,00. Kalbfleisch 0,00—0,00. Hammelfleisch 0,00—0,00. Butter 2,40—2,80. 60 Stück Eier 3,20— 4,80. 1 Kilogramm Karpfen 1,20—2,20. Aale 1,60— 3,20. Zander 1.60-3,20. Hechte 1.40-2,80. Barsche 1,00—2,20. Schleie 1,40-3,30. Bleie 0,80—1,60. 60 Stück Krebse 3,00-45,00, WttteenngSüberstcht vorn 44. Mat 1914. eiationen SS 1E »Ä C Swinemde. Hamburg Berlin Franks. a.M München Wien -4= c 3 j» S Wetter I? et to 764« 765;SB3 V 3 wollig' IRegcu' 2 bedeckt! Imegen Ibedeck!! 2 wolkenl Etaüonen «- cl * 767SW 767 SN© 786 W Wetterprognose für Freitag. Ein wenx. westlichen Will �aparanda 780 eIcrSburg.758 Scillh Aberdeen Paris L v -s !WNW 1770:91® 707 Sttll 763Sttll 2 wolkig Regen bedeckt wolkenl 1 -i? c» tH 7 8 11 13 I den 15. Mai 1914. g wärmer, zeitweise heiter, aber noch veränderlich bei schwache» ideni keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Wetteraussichteu für das mittlere Norddeutschland bis Sou». abendmittag: Ein wenig wärmer, zeilweife Heller, aber noch veränderlich ohne erhebliche Niederschläge. In der Nacht zu Sonnabend wieder sehr kühl. Wafferftands-Rachrichten der Landesanflalt für Gewässerkunde, mitgetertt vom Berliner Weiterbureau seit 12.5. cm') __ 9 +3 —4 +2 0 — 3 — 4 — 6 +18 +7 -5 +4 i» >)+ bedeutet Wuchs,— Fall.—') Unterpegel. Das beste, sparsamste Küchenhilssmittel, üas alle Suppen und i'eüe schwache Bouillon kräftigt, Saucen, Gemüsen und Salaten unvergleichlich feinen Wohlgeschmack gibt, ist un» bleibt IHAGGI* Würze! Zhcztcr. Zr« i ta g, 15. 2Rai 1914. Mirfaitj] 5 Ilfe-, Passage-Theater. Kino-Variete. Niiiano k'/z IHr. Eines Rollendarf-Thnater. IIi-?roirg ci'nn?iernut. ?ln!allg 7 Übe. .«tgl. Lvcrnhaus. t.'ohei!>x.in. «tgl. Zchauspielhaus. Pi'.cr Gyn!. Auianz 7'/, Hir. Tentsches. Sitä ihr woW. Anfang 7" Ubr. Mctrovol. Die Reise um die Welt in 40 Tagen. Allianz 8 Ubr. Urania. Zum Hochfirn der Znng- srau. Seiüng. Vligmalion. K am me r!p irle. Scheit ei bauf cn Tcutichrs Kiinstler- Theater. Der Raub der Sabincriunen. TeutichrS Lpernhans. DasRhew- zold. Berliner. Wie einst im Mai. Königgrnhcr Ttrahe. R!r. Wu. Theater des WcftenS. Polenblut. Theater am Rollendorfpl-ah. Der Zurbaron. SlleiueS. Maros großes Herz. Tbalia. Wenn der Frühling lommt. Trianon. Die Ruibrückc. Montis Lperettc». �.ung-vngland. ünftipirlbaus. Die spanische Fliege. Schiller O. Heiligenwald. Schiller«harlottenburg. lieber unsere Krast. 1. Teil. Roie. Die Kino-Königin. «tasino. Wo die stiebe binsälli. ReichshaNen. Stettiner Sänger. Hcrrnicl». Ein Reinsall..Heut' ist übermorgen. Klabnas-Partic. Wintergarten. Spezialitäten. Apollo. Ltto Rentier. Palaft-Theater. Das Mirakel Zirkus B nsch. Da- Mirakel. Äniaiig 8'/4 Ubr. «lomödienhaus. Kammermusik. Nesidenz. Ein Walzer von Chopin. Friedrich- Wilhelmftädtisches. Tie Förster-Christl. Theater an der Wcidendammer Brücke. Der müde Theodor. Walhalla. Die Dollarprinzesfin. Linien. Ein seltsamer Fall. Zolles<5aprice. Der Lujtwrner. Das Karnickel. TaS Erdbeben. Ansang 8'/, Ubr. Vieiies BolkS- Theater. Tie Haubenlerche. Admiralspalast. Im Tangoklub. Anfang S Nbr. Berliner Eispalast. Eisballetl. Amor auf Urlaub. Eines Noklendori-Theater. Uistoirs ck'rra?ierrot. Sternwarte- Jnvalidensir. 57— 82 Sehiller-TheateF O.l�" Freitag, abends 8 Uhr: Heiligenwald. Sonnabend, abends 8 Uhr: Da» große I.icht. Sonntag, nachmittag- 3 Uhr: <»e«eiiatt ist Geschäft. Lonntag, abends 8 Uhr: I>ie IHaschinenbaner. Sehiller-Toeater Chabr«?Btt.e" Freitag, abends 8 Uhr: lieber unsere Kruft(I. Teil). Sonnabend, abends 8 Uhr: Klein F,va. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Sonntag, abends 8 Uhr: Klein Eva. TliBaiEr in der KüBiiprätzer Straße Täglich 8 Uhr: Mr. Wu. Komödienhaus. 8'/. Uhr: „Kammermusik". verliner'rheater. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Idealer am Hollendorfplatz 5. 8 Uhr: Der Juxbaron. Residenz-Tiieater. Ansang«>/< Uhr. Lm Walzer von Chopin. Schwank in 3 Akten von Henri Koroul und Albert Barre. Morgen und folgende Tage: Ein Walzer von Chopin. Reiehsliallen-Theater. Stettiner Sänger. Herr D'rektor KiMeke Burleske von Meysel. Ansang K Uhr, Sonnlags 7!/, Uhr. Theater des Westens. * mr- Polenblut. Walhalla-Theater Weinbergsweg 19/20. Täglich S'/, Uhr: «Hastspiel des Rose-Theatcr-Eniembles Die Dollurprin�essin. Operette in 3 Äkten von Willner und Grünbauni. Munt von Leo Fall. 08c-7N� Nroge Frankstrrter Str. 132. Sit Kino-Königin. Opcreitc in 3 Zlktcn von Okonkowski und Freund. Musik von Jean Gilbert. Ansang 8 Uhr. Sonnabend: Tic Kino-Königin. ventate Künstlertheater Theater- Sozietät. Nürnberger StraBe 7071, am Zoo. Kasse: Nollendorf 1383. Freitag, 8 Uhr: prr Raub der Zabinerinuen. Sonnabend, 8 Ubr: hichaeider �'ibhel. hdelsliiiel-Theales. Abends 7 Uhr 55 präzise: Hie Reise um die Erde in 40 Tagen. Trianon-Theater. Täglich abend? 8 Ubr: Die Xot brücke. FHedrMillielniÄ Mer. Aniang 8'/« Ubr. Die Förster-Christl. Zirkus Busch Gastspiel des Deutschen Theaters _ Direktiou: Max Reinhardt. Das!¥lirak@i Anfang 8 Chr. Vorverkauf an der Kasse des Deutschen Theaters, Zirkus Busch und Ä. Wertheim.— Preise der Plätze von 1— 10 M. Braueret Friedrichshain. Miitwoch, den 20 Mai 1914, abends 8 Uhr: Vokal- und Sinfonie= Konzert Vereins" �0111�!'�!' lWtNOllie und Mitwirkung- des Blüthner- Orchesters Dirigent(Chor und Orchester): Franz Rothe. Einlaßkarten im Vorverkauf a tiO Pf. bei d.„Vorwärts'- Spediteuren Zucht, Immanuelkin hstr. 12 und Manisch, Ackerstr. 174. KOCHKUNST- AUSSTELLUNG Mauerstr. 82 „Die Küche im Mai" Heute: 1000 Eierspeisen, Fischgerichte, Fastenspeisen. •Sv; K Täglich 10—9 Uhr. Eintritt 1 Mark. Konzert 4— 8 Uhr. Xenes Programm! Bajah in ihren Tänzen Johnson u. Dean JeanetteOenarber Kagtime- j mit ihrem Sextett Ballon und eine Auslese hervorragender Kunstkräfte! Entreeplatz wochentags M 0.60. — Hänchen gestattet!— Apollo- Theater. 8 Uhr Tel.: Lützow 2757. 8 Uhr OlloReuller u. das übrige Mai-Varieteprogramm. Raachen gestattet! Caslno- Theater Lothringer Strahe 37. Täglich 8 Uhr. Ois Montag, den 18. Mai: Der neue Lustspiel-Schlager; „Mo die liebe hinfHl" und das graste Mai- Programm. Schlux der Saison: Montag, 18. Mai. Erbend: Die letzten weiblichen Azteken! Der unfesselbare Rappo, der König der Ausbrecher. Aga, die schwebende iungtrau. Buddhas Gelstcrtafel. Alles ohne Extra-Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. URANIA Taubenstraüe 48,49. 8 Uhr: Zum Hochfirn der Jungfrau. len Z00L0S ischer Garten Y&hr: Mililär-KoDzerl. Vom 15. Mai 1914 ab: Großes Militär-Doppel-Konzert. Eintrittspreise: Koo 1 M.. von 8 Uhr ab 50 Pf. Aqnar. IM. v.d.Str.SOPf. v.Zoo Kinder unt. 10 Jahr, die Hälfte. Acut A'eu: AQUARIUM 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Folios Gaprice. D Täglich S'j, Uhr: er Enftfarner. as Karnickel. as Erdbeben. V oigt- Theater Badstraste 58. Freitag, den 15. Mai 1914: Zum Benefiz für Otto Nein* Der Liebe Erwachen. Schauspiel in 4 Akten vyn Fr. HaW>- Kasseneröffn. 7 Uhr. Ans. 8'/, Uhr. Admiralspalast. Eis-Arena. Novität„Im Tangoklub" und zum 257. Male das effektvolle Eisballett„Die lastig* Pnppc". Bis 6 Uhr u. ab 10','., Uhr halbe Kassenpreise. Wein- und Rier-Abfeilnng. i— 1 Berliner umor-fluortett H—-- Berti ümoi-ft W.WutzkjHi OdecherjerSirJe Für Ben Inhalt der Jnieroie übernimmt die Revattto» dem Publikum gegenüber keiuerle Verantwortung. 4. Prettßisch-Snddentsche (SSO. Kimigl. Vrrnß.) Klasse»! otterie �5. Sloffe 6. Ziehnngstag 14. Mai 1S14 Bornnttoz Nur die Gewinne über 249 M. find in lklammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Slachdruck verboien) SS lSZ eis 717 78 803 75 l£67 310 546 821 27 1500) 927 J3S8 453 614 63 672 S39 3162 218(3000) 307(1000) 33 55 401(600) 570 82 709 825(600) 42 43 65 917 4192 242 44 314 15 92 462 611 77 623 76 737 876 90 903»034(1000) 172 334 (3000) 84 457 505 608(3000) 25 46 775 802 45 927«240 31.3 77 436 731 43 54(500) 639 53 65(600) 60( 30001 985 7307 (1000) 436 624 33 83 674 722 75 831 63«039 77 1 32 269 74 346 6 2 96 461 613 18 860 923«088 367 402 18 539 752 77 (1000) 884 919 10070 336 87 676(1000) 760(500) 66 848 32 966 92(600) 11104 21 218 43 472 657( 3000i 94 796 841 12160 204 316 18 460 616(1000) 19 753 929(600) 13040 126 0« 87 217(1000) 99 333 45 47 560 620 26 8+3 654 1 4029 49(1000) 269 329 462 508 20 762 816 956 68(5001 1»263 66 365 414 676 726 71 825 94 »«101 207 49 401 529 670 1 7152 398 452 687 71(1000) 828 36 18004 69 98 117 677 856 1B062(1000) 97) 44 452 666 2O0I4 97 323 096(IDOOl 728 60(6001 835 9?«(600) *1041 136 80 426 667 86 761 814 906*106« 143 279 330 653 618 734*»486 861 24063 233 480 758 2S097 108 89 391 664 641 729 963*«048 86 183(600) 580 609 2 7 016 482 (1000) 649 959(500) S6 2 8035 172 208 562 71(3000) 622 28 76 79 709 878 964 97 2 9002 780 961 3 0025 67 164 77 642 46 680 716 605 31143 202 37 331 68 «64(3000) 740 77(1000) 804 8 2106 49 347 496(600) 643 773 91 812 924 33 88 3 3206 66 664 66 691 761 34081 108 32 333 43 48 99 647(1000) 79 84 763 930 35020 2.52(3000) 413 34 629 86(600) 77» 861 924 84 38108 308 480 556 629 723 41 887 31086 317 478 92(10«0) 84 600 743 955 382-8 328 857 929 70 3 8138 230 4E3 596 748 74 801 931 40'JU6 291107 222 36 36 632 91 687 791 41367 464 868 4*129 53 249 77(600) 550(1000) 66 706 880 43001 68 95 226 466 601 77 93 640 62 96 782 93 909 44104 236 335 68 417 7 2 617 736 812 53 922 32 70 4 6017 263 356 444 663 93 B53 48032 63 101 4(3000) 62<500) 225 410"12 673 90 788 891 4 7067 181 380 615 48101 216(1000) 386 605(500) 31 88 801 48118 91 224 62 453 646 787 870 944 50064 149 56(500) 255 88 451(600) 872 84 81192 360 720 48 953 89 8*046 194 228 347 63 65 618 939 5 8349(600) 60 5 4221(1000) 24 88 430(3000) 67(600) 71 644(500) 612 776 830 923 5 5047(SOO) 108 630(3000) 781 841 5 8219 361 683 709 no 000) 823 931(500) 57126 201 38 94 765 98 821 92 58338 71 440 63 554 787 853 69(1060) 58911 69 82 241 661 462 546 69 64 693 789(2000) 854 88244 87 658 67 707 888(5001 61.120 164 617 60 638 71 776 877 918«2000 SO 129 730 842 81 6 3 964 142 73 643 600 771 80 973 78«4071(£00) 100 7( 500) 20 31 241 351 421 83 97 636 45 99 667 91 710 43, 884 946 8 5 257( 500) 313 63 78 428 45 32 682 80 319 88 930(10001 36(600) 8 0012 296(109)) Mo(600) 707 988 8 7171 262 346 407 660 762 893 13000) 971 88163 103 343 66 8 8012 170 216 341 67 415(500) 66 656 80a 97(3000) 132<2» 000) 44 34 457(3000) 84 572 (inOO) 663 889 979 7,008 349 438£03 1500) 665 726 63(1000) 7*008 73 162 434(1000) 634 797 7 810B 283(3000) 366 94 461 690 662 728 836 61 921 7 4018 21 28 222(3000) 681 626 /U 69 8:8 62 69 939 48 7 8 013 228 393 665 772 821 983 89 <0694 197 238 69 339(5001 53 468 365 7 7338 431 32 617 42 ÄaÄM;84 420 611 a2<;(W 77i 78011 � „..OOOn 417 96 593 95 622 741 51 944 81029 230 490 95 m W9 93 708»»7 81 897 8*086 197 UOOOl 660 , f c 8il7 82 840,2 I35(10001 78 485 712 (500) 001 5 85339(1000) 69 79 461 86 612 862 81 954 8 6lül n'n.f- �!.?7 999«7045 259 326 494 597 620 99 360 63 ««(MWimJiT(™1®7 89142 206 72 440 77 722 69 944 »>-? 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VreuMch-Sudd-utsche (SSV. König!. Vr-«ss) Klassenlott-rie 5. Jtlofic 6. ZiehmigStog 14. Mai 1914 Nachimliag Aul jede gezoaene Stummer find zwei gleich höbe tfiewiune gefallen, und zwar je einer nnf die Lote gleicher Nummer iu den beiden Slbieilungen I u. II. Stur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. (Ohne Gewahr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 188 360 401 61 838 953 ,0)7(506) 72 188 230 307 41 466 599 698 790 803 916 75 2039 87 235(SOO) 323 501 699 878 900 3044( 3000) 142 96 332 40 594 680 726(3000) 871 918 26 4144 49 378 81 93 488 533 93 611 738 62 8023 247(6001 325 49 899 8025 32(3W0) 215 33 636 46 619 7015 52 69 333 38 861(600) 8236 660 619 49 91 845 S07 63«124 72 201 (3000) 38 682 726 847 980 98 10192 215 326 541 763(560) 834 91(500)«365 469 605 716 33 70 971 ,226? 69 350 85 407 69 501 23 84 796 926 13020 76 396, 4143 64(1000) 229 72 325 443 622, 8109(1000) 65 398 408 635" 68 683 918 45 ,8210 70 76 306 493 628 ,7055 135 95 332 84 86 698 613 761 935 40 81(1000) ,8001 171 350 988, 8019 185 678(1000) 629 941 2O070 352 424 29 667 611 905 14 2,139 232«25 679 601 856 9C0 67 2 2215 313 61 411 81 745 896 2 3327 755 814 30 24044 60 87 108(600) 45 206 25 399 427 70 90 628 31 658 II 000) 25139 74 207 65 318 447 606 693 89? 961 91 28096 (3)00) 144 244 302 23 41 42(1000) 84 761 67 8)6 33 2 7071 281(lOWt 327 49 67 659(600) 621 35 754 869 958 2 8111 373 78 629 767(1000) 2 9 092 172 497 696 669 703 4(3000) 861 30093 99 102 15 246 63 90(5000) 601(1000) 718 845 933 3,028 305 463(3000! 94 678 701 97 3 2041(500) 318 612 86 728 97 3 8195 558(3000/ 624 80(500) 93(1000) 748 67(1000) 984 3 4124 63(600) 220 423 522 696(500) 806 19(1000) 3 6366 471 645 91 652 3 8067 307 463 671 968 71 3 7 035 62(1000) 186(lOCO) 226(lOOü) 350 493 812 608 69 91 776 914(600) 94 38174 521 31 622 66 969 3 9000£3 44 91 98 273 58)(500) 94 633 93 8c6 957 91 40)26 278 326 42(1000) 604 39 692 754 901 45 4,005 (1000) 49 34 167 237(3000) 315 407 o£E 37 709 30 812 4 2205 474 610 4 3158 470 6U 17 810(£00) 62 300 44108 385 455 681 616 32 330 949 68(COOO) 45147 281 356 602 35 733 986 48164 271 327 29 427 648 86 778 894 986(1000) 97 4 7028 74 93 260 379 413 53(500) 538(500) 609 12 739 936 96 4 8021 207(SOO) 392 460 4 8094(1000) 137 39 234 610 927(600) 80203 304(SW) 70 605 60 776 864 68 982 99 8,268 96 5 2204 65 302 450 718 66 818 22 30 6 3043(1000)£07 858 " Verantwortlicher Nedclteur: Alfred AZielepp? Neukölln. Für den Jnseratenieil verantw.: TH.Glock: (ZOW) 56 92 327(3000) 675 860 917 62(10W) 54(4)3 ,3000) 279 340 857 81 96 928 79 8 5051 93 217 323 83 404 690 717 829 43 949(3000' 68327 673 651 704 45(500) 502 19 936 5 7 014(1000) 157 225 70 303 20 80 85 425 42 5 8326 58(1000) 520 56>1000) 69 884 86 5 9506 740 892 80341 782 914 64 6,056 435 601 3 13 590 967 68 88 62185 51.8 06 617 56(500) 735 892(509) 923(1000) 25(500) 82 6 3 231 343 83 430 513 734 49 851(500) 64253 333 918 (1000) 58 65100 18 27 23 298 634 650 70 84 770 806 42 948 67 75 56918 77 118(1000) 267 331 85 409(1000) 20 55 94 (lüOO) 539 676 756 903 0 7 282 338 479 639 746 809 963 6 8011 485 628 59 631 810 957 6S021(1000) 353 912 78 70100 40 270(3000) 93 406 507 74) 72 806 61 932 99 7,046 48 525 60 69 664 714 87 950 77 7 2181 224 23 85( 500) 96 730 837 978 7 3(09 109 13 74 624(500) 600(500) 32 731 949(500) 74549 659 796 835 42 947 7 5151 214 405 682 65 899 36 80 91(500) 7 8019 202 11 719 931(500) 7 7 068 234 412 47(£00) 553 86 507 30 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61 135 603 81 92 768 918, 8 2087 199(1000) 293 586 605 46 9-6 ,63.04 201 19 58 364 444, 54107 258 347 635 718 27 33 81« ,5 5 036 171 376 484 614 763 811 37 53(1000) ,88145 99 306 74 466 588 605 49 63 92 53 813 82 974(1000) ,5 7 062 314 94 454 85 652 95 639(1000) 916(1000) 83, 5 8016 84 325(500) 42 414 549(600) 619, 88144 514 724 976 81 ,8 0022 390 468 644 742 89 806 78 946(1000) 90, 8,151 264 361 419 98 710, 8 2089£03 20 419 664 637 83 731 ,6310« 72 76 503 28 61 716 841 58, 84130 42(1000) 202 395 420(500) 651 962(6001 ,0 8082 287(600) 330 412(1000) 722, 88114 755 845 40 88, 6 7349 66 403 529 741 806 97 933 95 ,8 8035 43 104 64 498 660 666 881 108006(3000) 129 84 206 396(3000) 610 674 ,7 8035 80 115 20 87(1000) 343 409(SOO) 807 603 759 74 52 883 994(3000) 99, 71033(600) 298 347 799 891 ,7 2077 172 84(1000) 231 415 661 76 706 24 828 17 3362 653 635 707 878 1 7 4039 56 70 262 93 404 10 537 81(500) 629 39(1000) 79 810 22 916 ,78229 38« 729 54 853 900 48 62, 7 8324£01 699 713( 3000) 70 57 883, 7 7211 13 36 68 324 78 89 435 64«1 606 804 ,78114 94 285 302 15 434 622 74 688(600)#6 766 66 ,7 8030 232 389 432 690 743 46 62 913 ,BO009 180 258 348 409 733(1000) 866 970 94 ,81010 26 60 104 216 45 403 81 557 77 630 828 95 1 8 2287 316 95 409 11 609 72 961 ,8 3003 169£06 60 612 66 682 806 73 93« 184206 457(500) 65 74 96 692 700 46, 8 5013 63(1900) 94 121 43£96 345 62 476 510 650 68 91 731 903 ,80163 401 611 763 815 985 1 8 700« 83 84 515 46(1000) 842 97 927 ,880i.7 391 97 4«6 608 87 745 826 78 918 67 1 88021 73 U# TS(1000) 38 1 97 467 653 66 63 ,«0030 73 140 585 ,«,070 168 266 70(500) 482(3007I 63 612 48 947, 9 2051 108 29 827 43 652(1000) 617 29 795 933 ,930£1 198 216 54 449 56 675 SO(3000» ,94041 114 (600) 210 493 ,1000) 696 609 771 91 813(600) ,«5206 342 71 453 550 65 729, 96078 139(1000) 202 66 430 65 617 711 88 ,9 7 018 169£65 339 81 646 638 745 94 635 1 98231 340 478 632 607, 99195 264 402 804 18 20 0087 223 403 45 548 711 17 76 88 970 90(600) 20,013 147 83£78 330 35 58 410 630 692 889 959 68 2 0 20 9 131 £66 490 513 17 619 21 729 812 929(3000) 203106 41 282 337 463 631 615(1000) 773 801 63 2 04300 21(5000) 62(.1000) 409 95 684 666(500, 20 6104 74 227£9 847 714 926 206026 322 605 762 345(500) 52 2 0 7015<10«,, 65 73 74(SOO) 148 > 1000) 329 72(1000)£1? 604 812 208062£30 467 675 609 70 920 209 13 174.107 418 34 533 670 868> 500) 2,0 463 648 59 2,1296(800) 434 914 2S(1000) 219020 507 672 901 2, 3052(3000) 69 163 326 60 87 450 521 640 914 75 2,4035(1000) 54 294 310 43 418 549 635 SO 758 914 2,5127 96£33 4.3 24(3000) 99 542 844 2, 0061 1£Z TS(500) 259 398 522(500) 56 66 620 717 865 931 67 2, 70(7 (500) 13 44 496(500) 690 7oo(1000) 805 946 2,8119 227 371 81 496 582 663(560) 965 68 76 21 8014 316 641«22 86 915 28«3 2 2 0012 45 202 58 628 2 2,270 74 92 3«*81 541(10091 836 64(1000) 222038(60Ü) 39 125 316(600) 1» 52 676, 600) 773 79 2 2 3017 207 70(1000) 387 459 620 7(»08 224018 299 440 558 63 636 730 2 2 6015 89 115 644 86 762 85( 500) 89 226134 9» 293 385 600 96 735 861(500) 904 43 2 2 7330 540 662 84 91 92 95 942 49 228092 222 633 731 872 96 229235 75(500) 343 679 728 372 94 967 2 3 0115 206 9 24 403 13 675 668 783(95 869(500) 90 23,203 372 93(500) 645 601 904 ,1000) 62 2 3 2012 57 103 £48 370 96 449(1000) 09 865 2 3 3040(3000) 125 210 74 34 J 54 69 425(1000) 27 38 607 626 933 Im«twinnvab« oerblichev: 2 Primi-» jb 300 000 W,, O »Inn, ,u 600000 St, 2 JU 200000 JH., 3 ja 100000 2)- 75 000 rn, 2 JB 60 000 TO,« SU 60 000 4 Ml 40 000 SS. 16;u 30 000 St.. 22 ,» 15 000 SS, 74(b 10000 SB., 168 ju»00 St. V 1 ___ 2246 tu 3000 S». 4528 in 1000«.."6418 ib 800«. .Berlin. Druck u.Verlag:VcrwartSBuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW,"?' ler 6 en er(. zert «pf. '.Zoo ilfte. m ends. s. sr. i. ter 4: i«: löll. Hawu . Udr. ist* lub" Jfekt- stis® 'ItVat lnn)t- m srSlrJi ierni® de» Nerle 506 62 140 M 88 90 54 7J0 10 892 174 OS '3 406 iS-'.I iS 410 (1000) .3 601 17 664 B 945 >»040 6 SIS 6 2!» l».ll OS 63 S 217 37 74 1 6cß 30 33 13 78 16 40 l 136 0 6c6 3 81« 9 306 14 94 (500) «183 1310« 1(500) 4 755 38 43 ,3000) 603 799 838 04 10 386 70 67 894 a£ 56 10» 5 409 3 936 )) 94 1 633 8037 1000) JOfKO t 795 l 114 12 71 ! BS I 478 1013 131 ;.337 «00» So26 148 9 70 .000) 621 i 768 122 7017 371 1 86 ,0001 6001 1016 I) 89 54» »235 90 103 513 O 1)-» 6 j« B. ' bic Obliegenheiten deZ Gemeindebeamten und dessen Ver- w in und ausser dem Amte gleichlautend sein muh mit dem teigigen Artikel de- Staaisbeamtengesetzcs, sowie dass auch die ilegung und Tendenz dieser Gesetzesbestimmung übereinstimme der des Staatsbeamtengesetzes. Diese Tendenz richtet sich gegen Bestrebungen, welche der Staat, die öffentliche Ordnung und bürgerliche Gesellschaft bekämpfen. Ver hiernach in solchen Übungen sich betätigt, sei es für sich allein oder in Verbänden, d' sich, ohne Rücksicht auf die politische Partei, der er etwa fet, der Achtung unwürdig, die sein Berus als Staatsbeamter tert. Das gleiche muß auch für die berufsmässigen Gemeinde »üen verlangt werden." �iose Berufung auf das Staatsbeamtengesetz, die das Zentrum »aot, ist um so schamloser, als damals bei der Schaffung des �sbeamiengesetzes die fragliche Bestimmung von der vorigen ittung ausdrücklich dahin interpretiert wurde, daß die Betäti- ? in keiner politischen Partei dabei getroffen werden solle. neue verfassungswidrige Praxis wird jetzt also von dem Jen- > ausiiahmegesetzlich festgelegt. �ie„Münchener Post" schreibt über diesen Bcschluss unter der Schrift„Ein Schandgesetz unter dem neuen König": ,.Nach Ablehnung einer sozialpolitischen Massnahme durch die filier des feudalen Kapitals folgt die Beseiiigniig der in der tessung betonten Gleichberechtigung der Staatsbürger durch >»nahmebesnnimuiigen gegen die Sozialdemokratie im Gemeinde- tontengesetz. Das homogene Ministerium bemüht sich, mit den �rechtlich verlotterten Nochfahren der ultramontanen Ver- teigspartei um die Weite, immer breiteren Massen die Hohl- � eines monarchischen Systems klar zu machen, unter dem das ihnen kapitalistisch verfälschte Christentum zur Geisse! aller W die nicht in die Sklavenhorde der christlichen Partei ' einkerkern lassen. Diesem Zwecke dienen sie damit, dass sie stelle eines allgemeinen Schandgesetzes kleine Schandgesetzchen beben, nicht achtend der Tatsache, die sie aus der Geschichte des «urkampfes noch wissen mühten, dass der gerechte Haß gegen � Unterdrücker eines der besten organischen Bindemitlels ist." �iese Ausführungen unseres Münchener Parteiblattes beweisen, dieser Artikel 12 zum AuSzang erbitterter politischer Kämpfe •in wird, behauptet doch in seinem schlechten Gewissen das ten schon jetzt bei der Beratung des Artikels 12, dass die b?ldemokratie gegen die Borlage mit ihren 251 Artikeln Ob- te treibe. Minister und Kanoncnfabrik. , Slm Montag hatte Genosse Liebknecht als ein besonders bgendes Beispiel von der Versippung zwischen Rüstungs- 'feie und Bureaukratie erwähnt, daß der jetzige preußische �!er des Innern v. L o c b e l l im Aussichtsrat der Ehr- tehen Uanonenfabrik sitzt. >lni Mittwochabend nun wacht der Vorstand dieser Firma �Annonce bekannt, daß Herr v. Loebell„infolge seiner tewiig zum Minister des Innern aus dem Aufsichtsrat «cscllschaft ausgeschieden" ist. immerhin eine Reverenz vor der Mißstimmung über ) anfsällige und allzu direkte Jntcressenverbindungen der Allen Art. .Genosse Liebknecht hob aber bereits hervor, daß Ehrhardt, dNi er durch unsanften Druck unter des allmächtigen Fittiche gebracht ist, solche Protektion ivohl entbehren Krupp>vird nun alles zum Besten lenken! Tie Abstimmung über das Militärkabinett. am Dienstag der Kriegsminister noch einmal für die Be- •iniig des Neubaues für das Militärkabinett eintrat, halte er 1 selbst das Bewusslsein, für eine Position zu kämpfen, die nicht zu retten war. Tie Parteien nahmen von einer Diskussion �nÜ; welchen Zweck sollte es auch haben, einen Toten noch totschlagen zu wollen. DaS Ergebnis der Abstimmung ist tet.- 268 Nein und nur 75 Ja. Mit Ja stimmten geschlossen ssonservativen und die Reichspartei; ihnen schlössen sich ''o nationalliberalen Abgeordneten Blankenborn, van Calker, ''ng, Held, Kleye, Meyer sCelle), Schiffer �Magdeburg), Ite, Schulenburg, Schwabach. Strack, Wamhoff und . t. Herr Bassermann hatte sich, wie in der Kommission so auch Plenum, von der Abstimmung gedrückt. Die Antisemiten stimmten innt. Mit Ja stimmten die Abgg. Behrens, Brnhn, Dr. Burck- , Gräfe(Sachsen), Herzog, Rupp(Marburg), Mumm, Werner �seld); ferner die„Wilden" Graf Oppersdorfs und Graf Posa« Mh. I �as Reichsschatzamt hat nun die Pflicht, die Grundstücke so vor- t'aH als möglich zu veräussern. Eine politische Bedeutung .�r Beschluss insofern, als der Reickistag zu erkennen gab, dass j.'ni mit der Verfassung nicht im Einklang stehenden Militär- �lctt nicht auch noch nach aussen hin den Schein der Berechtigung wolle.__ Aus dem sächsischen Landtag. Jfcie Zweite Kammer verhandelte am Donnerstag über die auch 'fler LandtagSsesfio» wieder gescheiterte Reform der Landtags- �ni. Der Regierung wurden ausser den Konservativen von allen �onen heftige Worte gesagt, weil sie nicht den geringsten guten S" gezeigt habe. Unser Redner erklärte, dass die sozialdemo- "che Fraktion sofort bereit sei, stärkere Mittel gegen die abstinente �tung anzuwenden, wenn die bürgerlichen Parteien nur einige �gtheit dazu zeigen würden. Mit starken Worten sei aus dem �kzu ordnungslosen Zustande nicht herauszukommen. Gegen die �rvativen wurde die Regierung ersucht, dem nächsten Landtag � entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Der Beschlutz hat � viel mehr als demonstrativen Werl. Nachspiel zu den preustische» LandtagSlvahlen. , �iom Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins Elberfeld- l l nr e n wurde nach Beendigung der Landtagswahlen ein Büchlein �-gegeben, in welchem die E r g e b n i s s e d e r ö f f e n t l i ch e n >n m u n g mitgeteilt und die Namen derjenigen Geichäfrs» i,' usw. aufgeführt wurden, welche die Gegner unserer Partei ge- J,1' hatten: ein ganz loyales Verfahren. welckeS nun einmal die ?>°quenz der öffentlichen Abstimmung ist. Aber die,-Iben Leute. 8ac nichts dabei finden, wenn das Ilniernehmertum Tausende Abertausende von streikendeu und ausgesperrten Ar- auf die schwarze» Listen setzt, in der Absicht, sie gastlich zugrunde zu richten, taten nun höchst em- über diesen.Akt von sozialdemokratischem TerroriSmuS". lächerliche Treiberei begann. Die Gegner veranlassten die in , Büchlein ausgeführten Geschäftsleute, gegen den veiantwortlichen Ausgeber. Parteisekretär Kohnen. eine Schadenersatzklage von '-N. für jeden einzelnen wegen Geichästsschädigung anzustrengen. .�dem mehrere Termine stattgefunden haben, hat nun die Zivil- , her des Elberfelder Landgerichts auf k o st e n p f I r ch t i g e Ab- ,/ 1 u n g der Klage entschieden. So ist den angeblich Terrori- auch noch gerichtlich attestiert worden, dass ihnen keineswegs Mt geschehen sei, da solche Begleiterscheinungen nun einmal zu �Schönheitsfehlern des herrschenden preussischen Wahlrechts zählen. Bayerischer Rheinschiffahrtskonzern. Tie Kammer der Abgeordneten genehmigte die Nachtrags- forderung der Regierung in Höhe von 2 031 817 Mark für den bereits gebildeten bayerischen Rheinschiffahrtskonzern zur Sicherung der Interessen des pfälzischen und Aschaffenburgischen Umschlagsverkehrs. Die Eisenbahnverwaltung übernimmt hiervon den Betrag von 677 272 M., der Rest von 1 354 544 M. wird durch Anleihen auf Rechnung der Ministerien des Aeusscrn, des Innern und der Finanzen gedeckt._ Mastregelung eines Ztenerkommiffars. Wie die bürgerliche Presse Bonns meldet, ist der Regienrngörat Schmidt, der Vorsitzende der erst seit dem 1. April 1913 bestehenden Einkommensteucrvcranlagungs-Kommission für den Stadt- und Landkreis Bonn und den Siegkrcis, aus dem scmnigen Bonn am Rhein in das Industriegebiet nach Oberhausen versetzt worden. Der Versetzung gingen lange Artikelreihen in der bürgerlichen Presse voraus, die den Steuerkommissar heftig angriffen, weil er bei der Veranlagung des Wehrbeitrages fest auf den Geldbeutel der Besitzenden gedrückt hat. Das ist ihm nun in der Rentner- stadt Bonn zum Verbängnis geworden. Immerhin kann der Re- gicrungsrat seinen Wirkungskreis mit dem schönen Bewnsstsein verlassen, in der Stadt Bonn nach dem Generalpardon einen Steuer- m ehr ertrag von fast dreiviertel Millionen Mark erzielt zu haben. Die Maifeier in Nußlanö. Petersburg, 11 Mai. Aus Anlaß der Maifeier streiken heute in den Fabriken, darunter in den Putilow- und den Obuchowwerken und einer Anzahl kleiner Betriebe etwa 50 000 Arbeiter. Bei der Unterdrückung von Ver- suchen zn Kundgebungen wurden mehrere Arbeiter verhaftet.__ der mexikanische Konflikt. Tampico gefallen. Washington, 11. Mai. Ein Bericht des Admirals Mayo deutet au, daß Tampico g e f a l l e n ist. Die I n s u r- g e n t e n seien gestern bis in die Mitte der Stadt vorgedrungen. Auf der Piazza habe ein sehr h e s- t i g e r Kampf stattgesunden. Uebcr die Verluste an Menschenleben und über den Sachschaden meldet der Bericht nichts. Die aus Tampico flüchtenden Bundestruppen suchen mit der Eisenbahn Pachuca zu erreichen. Die Insurgenten halten die Eisenbahn von Tampico nach Monterey besetzt. Das Staatsdepartement wird Verhandlungen mit den Jnsur- genten beginnen, um den Ausländern die Erlaubnis, zu den Oelqucllen zurückkehren zu dürfen, zu erwirken. Washington, 14. Mai. Admiral Mayo ist ermächtigt worden, seine Schiffe aus dem Panucoflusse bei Tampico zurückzuziehen. Für den späten Abend wurde eine Zusammenkunft zwischen Mayo und den Koininandansen der Kanonenboote der Bundestruppen er- wartet, die nach der gestrigen Räumung der Stadt aus dem Fluss herausgedampft sind. Es verlautet, dass diese Kanonenboote mit mexikanischen Bundessoldaten angefüllt sind. Glaubwürdig wird gemeldet, daß zwischen den amerikanischen Behörden und den Führern der Konstitutionalislen bereits Verein- barungen getroffen worden sind, wonach die Angestellten der Ocl- werke, die sich kürzlich nach Galveston und anderen südlichen Häsen in den Vereinigten Staaten begeben hotten, sofort zurückkehren sollen. Eine dahingehende Mitteilung ist den Vertretern aller Regierungen, deren Untertanen an den Oelfcldern interessiert sind, übermittelt worden._ Geflerreich. Ter Prozeß des Polizeispitzels Sviha. Die Witwe des Hofrats W o l d a n, die als Stenotypistin bei der Prager Polizei beschäftigt war, hat der Tschechcnpartei ver- raten, dass derimDiensteder Polizei st ehendeSpitzel Wiener und Sviha dieselbe Person iei und für 809 Kronen monatlich der politischen Polizei Geheimberichte liefere. Auch der Abg. Dr. Kramarcz schilderte ausführlich die«Eni- larvung Svihas. Ter Zeuge Pastika bekundete: Der Polizei- kommissar Klima habe einen Detektiv nach der Wohnung„Wieners" geschickt, um„Abgeordnetenzigarren" zu holen, d. h. Zigarren, wie sie die Tabakregie nur den Mitgliedern de? Reichsrats liefert. Ter Detektiv habe, da Sviha nicht anwesend war, von dessen Frau die Zigarren mit den besten Empfehlungen für den Polizeikommissar erhalten. Englanö. Beinahe eine Niederlage., London, 14. Mai. Unterhaus. Die Regierung ist heute nach- mittag bei der Abstimmung über eine Resolution betreffend den Arbeitsplan des Parlaments knapp einer Niederlage ent- gangen. Die Resolution war rein formal und eine Abstimmung über sie wurde nicht erwartet. Die Opposition, die sehr stark an Zahl war, verlangte die Abstimmung über die Resolution, die in- dessen m i t 255 gegen 234 Stimmen angenommen wurde. Die Ministeriellen brachen in wilde Beifallsrufe aus, als sie sahen, dass sie gerettet waren. Japan. DaS RegierongSprogramm. Tokio, 14. Mai. Ministerpräsident O k u m a hat einen Ueber« blick über das Programm des neuen Kabinetts ver- öffentlicht. Das Programm sichert eine strengere Beobachtung des konstitutionellen Prinzips zu, die Annahme einer auswärtigen Politik, welche im fernen Osten dauernden Frieden sichern soll, und die strengste Disziplin unter den Be- amten. Die Regierung erklärt, dass die Grundlage der nationalen Verteidigung auf der Einmütigkeit in den Grundsätzen deS Finanz- departements und der Militär- und Marineverwaltung beruhen werde. Das Programm verspricht ferner eine Förderung der produktiven Unternehmungen und eine Gesundgestaltung der Finanzen durch Einschränkung der Steuern und durch Vermeidung neuer Regierungsanleihen._ Ms Znöustrie und Handel. Irreführung. Die Vertragsbedingungen der Kaliwerke zur Verhinderung von Neugründungen sehen noch dürftiger und unzu'- länglicher aus. als wir gestern schon berichteten. Von 169 Kaliwerken, die dem Syndikat angehören, haben bisher nicht 106, sondern nur 126 den Vertrag vorläufig unter- zeichnet. Auch sieht der Vertrag vor, daß die Vertrag- schließenden zurücktreten können, falls neue K a l i- anlagen begonnen werden sollten. D. h. nicht nur Außenseiter können durch ihre eigenen Neugründungcn bic- Bindung illusorisch machen, sondern auch die Vertrag- schließenden haben völlige Bewegungsfreiheit, sobald ein neues Werk entsteht. Die ganze Bindungsaktion charakterisiert sich dadurch als ein Versuch, die Regierung und die Oeffentlichkcit irrezuführen. Eiufuhrschcine und Mühlcnindustrie. Wie schädigend das deutsche Einfuhrscheinsystem auf die deutsche Mühlenindustrie wirkt(die jetzt nach siaarlickier Beschränkung der Mehl- Produktion ruft), zeigt eine Zuschrift des Vorsitzenden des Vorstandes der Mannheimer Warenbörse an die„Voss. Ztg.". Es heisst darin: „Der Schaden, der den Mühlen deS deutschen Inlands durch die Einfuhrscheine zugefügt wurde dadurch, dass ihnen ihr natürliches EinkaufSgebict entzogen wurde, beziffert sich nach vielen Hunderten v o n M i l l i o n e n, und zwar sowohl für die Mühlen Nord- als Süddeutschlands. Einige Beispiele aus der Nähe von Mannheim will ich anführen: Eine der ältesten Müllerfamilien betrieb mit grossem Erfolg eine Mühle in Weinheim a. d. Bergstrasse(H. Hildebrand u. Söhne). Ihr Einkaufsgebiet waren die guten Weizen von Hannover, Braun- schweig und Miiteldeutschland, die sie durch die Eisen- bahn bezog, und Pommern, von wo der Weizen ihr seewärts über Rotterdam zugeführt wurde. Infolge der Einfuhrscheine werden alle diese Weizen ins Ausland gedrängt, und die erwähnte Firma war gezwungen, die Weizenmüllerei in Weinheim aufzugeben und sich eine neue Mühle in Mannheim zu bauen. Aehnliche Verhältnisse zwangen die grosse Firma Werner u. Nicola in Neckargemnnd, ihren Betrieb daselbst einzustellen und ihn nach Mannheim zu verlegen. Das sind mächtige, reich mit Mitteln ausgestaltete UnternchmuNgen, die sich zu helfen wissen, wie viele Mühlen in diesem Kampfe aber unterlegen sind, darüber sckweigt des Sängers Höflichkeit." Neben den Konsumenten leidet auch die Industrie unter den Folgen der angeblich„nationalen" Wirtschaftspolitik. Großbritaunicns Haudel und seine Kolonien. Von den Verteidigern der deutschen Schutzzollpolitik wird mit- unter behauptet, Grossbritaimien könne deshalb am Freihandel fest- halten, weil es seine ausländischen Erzeugnisse vornehmlich aus seinen eigenen Kolonien beziehe. Dieses Argument trifft schon des- halb daneben, weil die Hochschutzzolländer die Einfuhr der Produkte aus ihren Kolonien ebenfalls durch Zölle erschweren. So unter- liegen auch Waren aus deutschen Kolonien an der Grenze des deutschen„Mutterlandes" den gleichen Zöllen wie Waren aus dem übrigen Ausland. Nun ist weiter nach der Handelsstatistik der Anteil der britischen Kolonien an der britischen Gesamteinfuhr geringer, als man sich gewöhnlich vorzustellen pflegt. Die in der Handelsstatistik nack- gewiesene Einfuhr und Ausfuhr verteilt sich auf den Verkehr mit de» britischen Kolonien und Besitzungen einerseits und mit den flemden Ländern andererseits(in 1000 Psund Sterling): 1911 1912 1913 ES wurden eingeführt aus: fremden Ländern....... 508 898 558 627 577455. britischen Kolonien und Besitzungen 171 260 186 013 191 579' Inländische Erzeugnisse wurden ausgeführt nach: fremden Ländern....... 295 273 310 131 330 152 britischen Kolonien und Besitzungen 153 844 177 093 195 399 Ausländische Erzeugnisse wurden wieder auSgetü'-rt nach: fremden Ländern....... 89662 97287 96077 britischen Kolonien und Besitzungen 18 097 14 451 13 579 Demnach entfielen von einer Gesamteinfuhr in Höhe von 769 034 000 Pfund Sterling nur 195 309 000 Pfund auf die biiti- scheu Kolonien. Gliedert man die britische Einsuhr nach den einzelnen Staaten, so stehen an erster Stelle die Bereinigten Staaten(141,7 Mill. Pfund), Rußland<40,5 Mill. Pfund). Es folgen Deutschland. Frankreich, Argentinien, Dänemark, die Niederlande, Belgien; eist dann kommt Aegypten. Zunahme der jiohlcnsördernng in China. Von 1910 bis 1912 hat sich, wie die japanische„Chiiia-Tribüne" berichtet, die Kohlen- gewinnung in China wie folgt gestallet: 1910 1911 1912 Tonnen... 7 278 270 9 747 973 12181 125 Also� eine Steigerung um zwei Drittel in zwei Jahren. An der Spitze stehen die Nordprovinzen: Tschili, Schansi, Mandschurei, Schanlung. Verlängerung des WalzdrahtverbandeS. Da die bisherigen Ver- Handlungen zur Erneuerung des WalzdrahtverbandeS noch zu keinem endgültigen Ergebnis geführt haben, wurde der Walzdrahtverband provisorisch bis zum 31. Oktober d. I. verlange«. Letzte Nachrichten. Die Eröffnung dcr türkischen Kammer. Konstantinopel, 14. Mai. Heute fand die Eröffnung deS neu- gewählten Parlainciits statt. Tie vom ersten Sekretär des Gut» tans verlesene Thronrede erinnert an die am 4. August 1912 auf Beschlutz des Senats unter der Bedingung der Vornahme von Neu- Wahlen verkündeten Schliessung des Parlaments und an die Ver» änderungen und Umwälzungen im Inneren, die der Schliessung des Parlaments folgten. Die Durchführung dcr Wahlen sei durch die kriegerischen Ereignisse und deren Folgen notwendigerweise verzögert worden. Nach der Proklamierung der Verfassung habe man um den Preis grosser Opfer mit Fleiß und Eifer daran gearbeitet, nach Tun- lichteit die zerstörenden Wirkungen der Vergangenheit zu beseitigen. indem die Equipicrung und Ausrüstung dcr Armee mit Rücksicht aus einen möglichen Angriff vorbereitet bezw. ergänzt wurde. Trotz all dieser Anstrengungen und Vorbereitungen sei die Armee unter- legen. Taufende von Soldaten wurden von dem Schicksal erreicht, in die Gefangenschaft des Feindes zu geraten, und selbst vor den Toren der Hauptstadt lagerten Hungernde und Entblößte. Die Thronrede kündigt die Bildung eines obersten Militär- gcrichtshoscs an, dcr nach den Ursachen des Unglücks und nach den hierfür Verantwortlichen fahnden und über sie Strafen verhängen soll, die geeignet sind, eine wirksame Lehre zu bilden. Ter Panamakanal dem Verkehr übergeben. Washington, 11 Mai. Gegenüber anderslautenden Meldungen erklaren die Beamten der Panama-Kanal-Cisenbahn- gesellsckaft, sie hätten Mitteilung erhalten, daß d e r D i e n st von Schissen kleinen Tonnengehalts auf dem Panama- kanal am»-.Mar begonnen habe und daß Flußschiffe jeht regelniatzig den Kanal passieren. Tie vorzeitiae Eröff- nung des Kanalverkehrs sei auf die durch Schließung dcr Tehuantepec-E�enbahn hervorgerufene starke Anhäufung von Handelsgutern zurückzuführen. fl.ü�rtkim xÄSStei Leipziger Strafe Königsfra�e Rosenthaier Strafe ploritzpiah Frisches Fleisch Rindfleisch Roastbeef mit Knochen.. Pfund 1,00 Roastbeef ohne Knochen. Pfund 1,40 Schmorfleisch mit Knoch. Pfund 05 Ff. Schmorfleisch ob. Knoch. Pfund 1.00 Querrippe.......... Pfund 65 Pf. Gehacktes.......... Pfund 60 Pf. Kalbfleisch Keule U. Rücken im Ganzen, Pfund 1.00 Keule u. Rücken seteut.. Pfund 1.10 Kamm u. Bug....... Pfund 80 Pf. Hammelfleisch Keule im Ganzen...... Pfund 90 Pf. Keule seleilt.......... Pfund 1.00 Wurstwaren Echt pomm.Teewurst m. 1.20 Zervelat u. Salami. pf..nd 1,15 Rollschinken � 6.bi' p,� 1.40 A\ausschinken C1- 2 bi3p?'ndd 1.20 Schinkenspeck 1 10 Magerer Speck... Pfund 85 pr. Fetter Speck...... Pfund 70 Pf. Jfus eigener Wurstfabrik Baueinmettwurst.. Pfund 1.10 Jagdwurst........prundl.00 Pastetenleberwurst prund 1.05 Landleberwurst.,. pfu-d 85 pr. Rotwurst..... Pfund 45, 65 pr. ; Koch.BackbutterPfd 1 00,l 10> : Tischbu ttcr"4118 v �. � 59 pr.; : Tafelbutterp« 1 25\ pm pn- eapf. 5 : Schmalz........ Pfund 62 Pf.; : Schweizer Käse. Pfund 73 Pf.■ j Echte Mecklenbg. Land- Kümmelkäse...- stüch 25 Pf j : Speisequark...... stuctiOPf.| | Camembert.....: stuck 35 Pf.» --: ■ Supp.-, Brathühn. si 225, 2 80: : Tauben... stuck 55»»d 85 Pf. i !-■ : Flundern.. Pfund 35 und 40 Pf.• j SchleibückI.3st.20Pf..2st iQpf. ■ Matjcs-Hcringe. s stuck 20Pf : Pom. Bratheringe 1.35 ! M.tr- ?,»»»,»>»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»M«»»» Fische Kabeljau rÄ 14«. Seelachs HJTa" FirtZ 12 pt. Schellfisch:n ssniM. FÄ 22 p». Goldbarsch....... Pfund 14 pr. Seehecht......... Pfund 24 Pf. Merlan Pfund 26 Pf. Zdnder gefroren..... Pfund 65 Pf. Lachs in ganzen Fischen, Pfund 48 Pf. Frisch, grün Heringe Mdi. 25 pr Leb. Aale 85 pr ,1.00 d,» 1.35 Lebende Hechte... prund 1.15 Lebende Krebse Mdi 40 4.00 Solo-Krebse.. stuck 40 bis 60 pr. Obst und Gemüse Kirschen ,. Pfund 25 ff- Stachelbeeren.(,:!cÄnd 35« Ananas....... ptund 58, 68 n Rhabarber...____ e Bund 10« Gurken____ stück 8, 12, 20« Grüne Bohnen____ prund 32« Junge Mohrrüben- Bund 25« Radieschen......» Bund 10« Neue Kartoffeln.. prund 10« i Todes-Anzeigen aitT SozialdemokratiseberWahlverein 1.1 LBerLReiehstagswahlkfeis. Köpenicker Viertel. Bez. 185 I. Den Mitgliedern zur?iochricht, daß unser Genosse, der Rohrleger Rudolf Scberlach ZSrangclstr. KZ, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 15. Mai,>nach- mittags 3 Uhr, von der Halle dcS Zentral-Friedboscs in Friedrichs, selbe aus statt. Der Borstand. Deutseber IransportarheitEF• Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser College, der Lager. arbeiter friedrick �e>er von der A E.-G.,' Huttenjtrafie, Turbmensabrik, am 11, Mai imAlter von 32 Iahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heule Freitag, den 15. Mai, nach- mittags 3'lt Uhr. von der Leichen- halle des Philippus- Rpoitel- KirchhoscS, Müller« Ecke See- Straxe, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, das; unser tiollege, der Droschkensührcr Fleinridi Pieper am 13. Mai im Atter von S5 Iahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet Sonn- abend, den 1ö. Mai. nachmittags 3 Uhr. von der Leichenballe des Krematoriums, Gerichtsiraße 37, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 64/18 Dia. Bezirksverwaltung. Yolks-FeuerliBstattuDss-Yereifl Groß-Berlin. Am 12. d. M. verschied unser Mitglied Herr BertFiolcl Schalle Berlin, Iagowstr. 30. Die Einäscherung findet heute nachmittag 3 Ubr im Krenia- torium, Berlm, Gerichlftraßc 37, statt. Rege Beteiligung erwartet 285/13 Der Borstand. Kranken-llnterstiitzungs- und Begräbnis-Verein für Bau- und gewerbliche Arbeiter Berlins und Umgegend. Nachruf. Den Mitglieder» zur Nachricht, dast unser Kollege .Albert Sclimdler am 9. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! 37/4 Ter Borstand. Yerhand der Brauerei- n. Wien- arbeileru. verw. Berulsgenossen Zahlstelle Berlin Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege der Brauer Paul Einders (Brauerei Hilsebein) am 12. Mai er. im Alter von 40 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet ant Sonnabend, den 10. Mai, nachmittag 4 Uhr, aus dem Heilig- Kreuz. Kirchhof in Mariendon. Eiscnachcr Str. 02. stall.<3 2 Um rege Beteiligung wird er- sucht. Dte Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer WahlTereio Neukölln. Am 12. Mai verstarb unser Parteigenosse Oslear Noske Boddinsir. 11, 20. Bezirk. Ehre feinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Freitag, den 15. Mai. nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause Boddin- stratze 11 aus statt. Nachruk. Am 11. Mai verstarb unser Parteigenosse Huxo Kadach Elbcstr. 35, 0. Bezirk. Ehre seinem Andenke» k 237/5 Der Borstand. Hierdurch zur Nachricht, daß mem lieber Mann und guter Vater, schwiegcr- und Ärogvater Um Gentemk} am 12. Rai sanft entschlasen ist. Mt Gentepezewsky und Kinder. Beerdigung am Sonnabend nachmittags 3 Uhr, von der Halle des alten Neuköllner Friedhofes, Rudower Strotze, aus. 113A ged. FlecHtner Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes l44A Hermann vietricb sage ich allen Freunden und Be- kannten, dem Wablocrein Schöncbcrg, dem Metallarbeitcrocrbaiid. der Freien Kaste der Schmiede, dem Arbeiter- Radsahrerbund„Solidarität� den Kollegen der Firma Neutz. dem Schöne- berger Männerchor und dem Genossen Obst sür die trostreichen Worte am Grabe meinen herzlichsten Dank. Wwe. Fmma Dietrich. Ich habe das Lokal Ilrbanstr. 93 übernommen uns stelle dasselbe der Partei sowie den Gewerkschasteu zur Bersügung. Biere i Aitnehener Braabans.•/„ Liter 10 Pfennig. 42812 Ijmnanu Kömg. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz- licher Teilnahme bei der Trauerieier meines lieben Mannes, unseres guten PaterS Albert Gebet sagen wir allenFreunden, Verwandten und Bekannten, inSbclondere dem Hauvtvorslande deS ZenttalverbandeS der lvlaSarbetter, den Vcickretern der Zahlstellen und der Gewerkschaften, der Generaltommission sowie den Sängern und dem Vertreter des Wahlvereins aus diesem Wege unseren herzlichsten Dank. 4237K Frau Gebel Ä. Sonntag» sind mein Sprechstunden, aneh für Kassen, von 9—11 Uhr. Dr. Latte, Augenarzt, Kuttbaser Damm 9. odstd auf iiiests Etikett Dankttaefane. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzivenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes mid guten Valers Hermann 8pann sagen wir allen Freunden, insbesondere den Mitgliedern deS WahloereinS -tzchöneberg. des Rauchklubs„Heiter- keit" und dem Genoisen Mobs sür die trostreichen Worte am Grabe unseren herzlichsten Dank. 144A Die trauernde Witwe Charlotte Spann nebst Kindern Ktnmeu- inid f.ran'.binkl> von kabert tteyer Inh.: P. Gollet» Mariannenftr. 3. Tel. W- 3k Zreiku 5(Hiii Wochenschrift für Wöchentlich 1 Heft für 10 >!i Siniilf Die--- d ür AtbeiferffllflT löeff für 101 OAAAaA au« Cett Safaak-'Jabriken iillillitli I! ij J.(Sotdfarb pvmss.MrgM gegründet 1839. Tabae russe a priser, öoöt de Kowno. Pirawdziwa tabeka do V? j| zaiywania.Kowrioer�|||j 3C>«0'£>Q<3H30aCH>MO'iäl .LEIPZIG 19M MAI- OKTOBE& Weltausstellung BUCHGEWERBE und die GRAPHISCHEN KÜNSTE Eigene Gebäude fremder Staaten 50 N DER- AUSSTELLUNG EN Festliche Veranstaltungen Crosser Vergnügungspark Arbeiter. 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